From d75a6313c066cc6466f2a2c4cf66e2bf605d9369 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Alexander Bocken Date: Mon, 22 Dec 2025 17:49:52 +0100 Subject: [PATCH] add missing verses --- allioli.tsv | 22099 +++++++++++++++++++++++++------------------------- 1 file changed, 11077 insertions(+), 11022 deletions(-) diff --git a/allioli.tsv b/allioli.tsv index a4b4277..58d19fe 100644 --- a/allioli.tsv +++ b/allioli.tsv @@ -1,4 +1,4 @@ -Genesis Gen 1 1 0 Eingang. Die Erschaffung der Welt. (Kap. 1,1 2,3) Durch die Erzählung von der Erschaffung der Welt wird Gottes Macht, Weisheit und Güte wie die gänzliche Abhängigkeit der Geschöpfe von ihrem Schöpfer gezeigt. (V. 1- 25) Der Mensch also, der als König aller sichtbaren Dinge zuletzt erschaffen ist, ist dem ebenso mächtigen wie gütigen Herrn vollen und vollkommenen Gehorsam schuldig. +Genesis Gen 1 1 0 Eingang. Die Erschaffung der Welt. (Kap. 1,1 2,3) Durch die Erzählung von der Erschaffung der Welt wird Gottes Macht, Weisheit und Güte wie die gänzliche Abhängigkeit der Geschöpfe von ihrem Schöpfer gezeigt. (V. 1- 25) Der Mensch also, der als König aller sichtbaren Dinge zuletzt erschaffen ist, ist dem ebenso mächtigen wie gütigen Herrn vollen und vollkommenen Gehorsam schuldig. Genesis Gen 1 1 1 In principio creavit Deus clum et terram. Im Anfange¹ schuf² Gott³ Himmel und Erde.⁴ [Ps 32,6, Ps 135,5ff, Sir 18,1, Apg 14,14, Apg 17,24] Genesis Gen 1 1 1 1 Im Anfange alles dessen, was erzählt werden soll, im Anfange der Schöpfung der sichtbaren Dinge. (Ephr.) Genesis Gen 1 1 1 2 Das hebr. Wort bara: erschuf, brachte aus dem Nichts hervor, wird aktiv nur von göttlicher Tätigkeit gebraucht. Obwohl das Alte Testament die Einheit Gottes immer und immer wieder betont und hervorhebt [Ex 20,2, Dtn 6,4, Dtn 8,19, Dtn 13,6-11], steht doch der gewöhnliche Gottesname Elohim im Plural, eine erste Andeutung der heiligen Dreifaltigkeit, auf welche auch V. 2 (der Geist Gottes) und V. 20 (lasset uns) hinweisen, und die im Fortgange des Alten Bundes immer deutlicher hervortritt. @@ -66,7 +66,7 @@ Genesis Gen 1 1 30 34 Nicht alle Speise des Menschen wird genannt. Um ein Verbo Genesis Gen 1 1 31 Viditque Deus cuncta quæ fecerat: et erant valde bona. Et factum est vespere et mane, dies sextus. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und es war sehr gut.³⁵ Und es ward Abend und Morgen, der sechste Tag.³⁶ [Sir 39,21, Mk 7,37] Genesis Gen 1 1 31 35 Die Schöpfung in ihrer Gesamtheit und nachdem der Mensch geschaffen. Wegen der Harmonie der einzelnen Teile wird das bisher sechsmalige gut hier und sehr gesteigert. Der Satz enthält eine Bewahrung gegen die Meinung, dass Gott der Urheber des Bösen sei, weist aber zugleich auf die Tatsache hin, dass das Geschaffene nicht gut, geschweige denn sehr gut blieb. Genesis Gen 1 1 31 36 Man kann die sechs Tage in zweimal drei Tage einteilen, das Werk der Scheidung und das der Ausschmückung, welche sich der Erschaffung anschließen. Die Abschnitte der zweiten Ordnung entsprechen denen der ersten: 1. Das Licht, Vorbedingung aller Ordnung und alles Lebens. 2. Die Wasser über und unter dem Firmamente werden geschieden. 3. Das Festland tritt hervor und wird mit den in der Erde haftenden Pflanzen bekleidet. 4. Die erleuchtenden Himmelskörper werden gebildet. 5. Die irdischen Gewässer werden durch die Wassertiere, die Luft durch die Vögel belebt. 6. Das Festland enthält seine Bewohner, zuerst die Landtiere, dann den Menschen. Jedem Hauptwerke entspricht ein Tag, jedem Tag ein Hauptwerk. -Genesis Gen 1 2 0 Die Pflicht des Gehorsams, welchen der Mensch seinem Herrn und Schöpfer schuldet, wird durch das Sabbatgesetz, welches die Tage der Schöpfung vorbilden, bedeutet. (V. 3) I. Geschichte des Menschengeschlechtes bis auf Abraham. (2,4 11,26) Da Gott unter den Menschen nicht den gebührenden Gehorsam findet, wählt er einen Menschen, um durch dessen Nachkommen alle Völker zu segnen. 1. Geschichte des Himmels und der Erde (2,4 4,26) A. Geschichte der Stammeltern (2,5 3,24): 1) Die den Stammeltern erwiesenen Wohltaten (2,5 25): Schöpfung Adams (V. 7), Zuweisung des Paradieses unter leichter Verpflichtung (V. 17), Übertragung der Herrschaft über alle lebenden Wesen (V. 20), Erschaffung einer ihm ähnlichen Hilfe, der mit der gleichen Gabe der Unschuld ausgestatteten Eva. +Genesis Gen 1 2 0 Die Pflicht des Gehorsams, welchen der Mensch seinem Herrn und Schöpfer schuldet, wird durch das Sabbatgesetz, welches die Tage der Schöpfung vorbilden, bedeutet. (V. 3) I. Geschichte des Menschengeschlechtes bis auf Abraham. (2,4 11,26) Da Gott unter den Menschen nicht den gebührenden Gehorsam findet, wählt er einen Menschen, um durch dessen Nachkommen alle Völker zu segnen. 1. Geschichte des Himmels und der Erde (2,4 4,26) A. Geschichte der Stammeltern (2,5 3,24): 1) Die den Stammeltern erwiesenen Wohltaten (2,5 25): Schöpfung Adams (V. 7), Zuweisung des Paradieses unter leichter Verpflichtung (V. 17), Übertragung der Herrschaft über alle lebenden Wesen (V. 20), Erschaffung einer ihm ähnlichen Hilfe, der mit der gleichen Gabe der Unschuld ausgestatteten Eva. Genesis Gen 1 2 1 Igitur perfecti sunt cli et terra, et omnis ornatus eorum. So ward Himmel und Erde¹ vollendet, und all ihre Zier. Genesis Gen 1 2 1 1 Die Gesamtheit der Himmel und Erde füllenden Wesen. Gott schafft keine neue Gattung mehr. Genesis Gen 1 2 2 Complevitque Deus die septimo opus suum quod fecerat: et requievit die septimo ab universo opere quod patrarat. Und Gott vollendete am siebenten Tage sein Werk, das er gemacht hatte; und ruhte am siebenten Tage von seinem ganzen Werke, das er vollbracht hatte.² [Ex 20,11, Ex 31,17, Dtn 5,14, Hebr 4,4] @@ -125,7 +125,7 @@ Genesis Gen 1 2 24 31 Weil Mann und Weib eine Natur haben und das Weib zur Stü Genesis Gen 1 2 24 32 Das gegenseitige Recht über den Leib wird bezeichnet. [1Kor 6,16] Wer spricht die Worte V. 24? Adam, von Gott erleuchtet, erkennt das Wesen der Ehe. Genesis Gen 1 2 25 Erat autem uterque nudus, Adam scilicet et uxor ejus: et non erubescebant. Sie waren aber beide nackt, Adam und sein Weib; und sie schämten sich nicht.³³ Genesis Gen 1 2 25 33 Vergl. [Gen 3,7]. In Kap. 1 wird der Mensch mehr als Ziel der Entwicklung des Naturlebens, in Kap. 2 als Prinzip der Entwicklung der Geschichte geschildert. -Genesis Gen 1 3 0 2) Fall und Strafe der Stammeltern (3,1-24). Durch die Schlange verführt übertritt zuerst Eva, dann Adam das Gebot Gottes (V. 6), weshalb sie der Gabe der Unschuld beraubt (V. 8), durch Gottes gerechten Richterspruch verurteilt, doch durch die Hoffnung auf eine zukünftige Erlösung getröstet werden. (V. 20) Ihre Vertreibung aus dem Paradiese. +Genesis Gen 1 3 0 2) Fall und Strafe der Stammeltern (3,1-24). Durch die Schlange verführt übertritt zuerst Eva, dann Adam das Gebot Gottes (V. 6), weshalb sie der Gabe der Unschuld beraubt (V. 8), durch Gottes gerechten Richterspruch verurteilt, doch durch die Hoffnung auf eine zukünftige Erlösung getröstet werden. (V. 20) Ihre Vertreibung aus dem Paradiese. Genesis Gen 1 3 1 Sed et serpens erat callidior cunctis animantibus terræ quæ fecerat Dominus Deus. Qui dixit ad mulierem: Cur præcepit vobis Deus ut non comederetis de omni ligno paradisi? Die Schlange aber war listiger¹ als alle Tiere der Erde, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Diese² sprach zu dem Weibe:³ Warum hat euch⁴ Gott⁵ geboten, ihr sollt nicht von allen Bäumen des Paradieses essen?⁶ Genesis Gen 1 3 1 1 Die natürliche Klugheit der Schlange [Mt 10,16] lenkte die Aufmerksamkeit des bösen Feindes auf sie. Gott gestattete ihm kein anderes Werkzeug der Versuchung (Aug., Thom.), da er diese nicht über Vermögen an den Menschen herantreten lässt. Genesis Gen 1 3 1 2 Der Verfasser berichtet den Hergang, wie er sich Eva darstellt. Dass die Schlange nicht reden konnte, wusste Eva vermöge der Gabe der Erkenntnis. Sie musste daher annehmen, dass ein unsichtbares Wesen durch jene rede. Einer Täuschung war sie unzugänglich und keiner Regung der Begierde unterworfen, bis sie mit freiem Willen begann, auf die Versuchung einzugehen und ihr Herz dem Verlangen des Hochmutes öffnete, zu sein wie Gott. Daraus erst entsprang die Ungläubigkeit gegen Gottes Drohung, die sinnliche Begierde nach der verbotenen Frucht und endlich der Ungehorsam, der die Sünde äußerlich vollbrachte. (Aug., Thom.) @@ -187,7 +187,7 @@ Genesis Gen 1 3 24 Ejecitque Adam: et collocavit ante paradisum voluptatis Cheru Genesis Gen 1 3 24 35 Im Osten des Paradieses. Nach der Sept. wurde dem Menschen befohlen, im Osten des Paradieses zu wohnen. Genesis Gen 1 3 24 36 Anders werden sie [Ex 25,18-22]; anders [Ez 1,10] sinnbildlich dargestellt. Genesis Gen 1 3 24 37 Richtiger: Und ein verzehrendes Feuer, das sich weithin ausdehnte. (Chrys.) -Genesis Gen 1 4 0 B. Geschichte der ersten Söhne Adams und Evas. (Kap. 4) 1. Der älteste Sohn Adams tötet, ungewarnt durch die Strafe Adams und Evas, seinen Bruder Abel. (V. 8) Von Gott verflucht, flieht er vor dessen Angesichte (V. 16) und wird mit seinen Nachkommen aus der Zahl derer, welche die wahre Religion übend Erben der Verheißungen waren, ausgeschlossen. (V. 24) 2. An Stelle des Abel wird Adam ein anderer Sohn, Seth, geschenkt, der mit seinem Sohne Enos Gott verehrt. (V. 26) +Genesis Gen 1 4 0 B. Geschichte der ersten Söhne Adams und Evas. (Kap. 4) 1. Der älteste Sohn Adams tötet, ungewarnt durch die Strafe Adams und Evas, seinen Bruder Abel. (V. 8) Von Gott verflucht, flieht er vor dessen Angesichte (V. 16) und wird mit seinen Nachkommen aus der Zahl derer, welche die wahre Religion übend Erben der Verheißungen waren, ausgeschlossen. (V. 24) 2. An Stelle des Abel wird Adam ein anderer Sohn, Seth, geschenkt, der mit seinem Sohne Enos Gott verehrt. (V. 26) Genesis Gen 1 4 1 Adam vero cognovit uxorem suam Hevam: quæ concepit et peperit Cain, dicens: Possedi hominem per Deum. Adam aber erkannte sein Weib Heva, und sie empfing und gebar den Kain,¹ und sprach: Ich habe durch Gott einen Menschen² erhalten. Genesis Gen 1 4 1 1 Die heilige Schrift nennt nur diejenigen Kinder Adams, welche für die Geschichte der Offenbarung von Wichtigkeit sind. Genesis Gen 1 4 1 2 Dass sie einen Sohn hat, nicht eine Tochter, erfreut sie wegen [Gen 3,15]. @@ -244,7 +244,7 @@ Genesis Gen 1 4 25 27 Der Gesetzte. Anfang einen neuen Nachkommenschaft. Genesis Gen 1 4 26 Sed et Seth natus est filius, quem vocavit Enos: iste cpit invocare nomen Domini. Aber auch Seth ward ein Sohn geboren, den er Enos²⁸ nannte. Dieser fing an, den Namen des Herrn anzurufen.²⁹ Genesis Gen 1 4 26 28 Der Mensch, nach seiner Ohnmacht. Genesis Gen 1 4 26 29 Die Verehrer Gottes begannen diese Verehrung als Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit zu betrachten und sie gemeinsam zu üben. Während das Geschlecht der Kainiten durch Anlegung einer Stadt und durch Erfindung und Ausbildung weltlicher Gewerbe und Künste den Grundstein für das Weltreich legte, begann das Geschlecht der Sethiten durch gemeinsame Anrufung des Gottes der Gnade das Reich Gottes zu bauen. -Genesis Gen 1 5 0 2. Geschichte Adams. (5,1 6,8) A. Aufzählung der Nachkommen, welche Adam von seinem Sohne Seth an bis zu Noe und dessen Söhnen hatte, durch welche die ursprüngliche Offenbarung mit ihren Verheißungen bewahrt ward. +Genesis Gen 1 5 0 2. Geschichte Adams. (5,1 6,8) A. Aufzählung der Nachkommen, welche Adam von seinem Sohne Seth an bis zu Noe und dessen Söhnen hatte, durch welche die ursprüngliche Offenbarung mit ihren Verheißungen bewahrt ward. Genesis Gen 1 5 1 Hic est liber generationis Adam. In die, qua creavit Deus hominem, ad similitudinem Dei fecit illum. Dies ist das Verzeichnis der Geschlechtsfolgen Adams. Am Tage, da Gott den Menschen schuf, bildete er ihn nach Gottes Ähnlichkeit. [Gen 1,27, Gen 9,6, Weish 2,23, Sir 17,1] Genesis Gen 1 5 2 Masculum et feminam creavit eos, et benedixit illis: et vocavit nomen eorum Adam, in die quo creati sunt. Als Mann und Weib schuf er sie, und segnete sie,¹ und nannte ihren Namen Adam, an dem Tage, an dem sie erschaffen wurden.² Genesis Gen 1 5 2 1 Vergl. [Gen 1,28]. @@ -287,7 +287,7 @@ Genesis Gen 1 5 31 8 Die Zahlen sind in der Septuag. vielfach verändert. Doch Genesis Gen 1 5 31 9 Nicht in demselben Jahre, da nach [Gen 9,4] Cham der jüngste war. Genesis Gen 1 5 31 10 Vor den 500 Lebensjahren. Genesis Gen 1 5 31 11 Sem: Name; Cham: der Heißblütige; Japheth: Ausbreitung. -Genesis Gen 1 6 0 B. Auch die von Seth abstammenden Nachkommen Adams gehorchen den Geboten Gottes nicht alle, sondern wurden, mit Kains Nachkommen Familien gründend, so verstockt im Bösen, dass Gott beschließt, das ganze Menschengeschlecht zu vernichten. (V. 7) Noe allein findet Gnade vor Gott. (V. 8) 3. Geschichte Noes (6,9 9,29) A. Vorbereitung und Beginn der Sündflut. (6,11 7,24) Noe wird über das kommende Strafgericht Gottes belehrt und erhält den Auftrag, die Arche zu bauen. +Genesis Gen 1 6 0 B. Auch die von Seth abstammenden Nachkommen Adams gehorchen den Geboten Gottes nicht alle, sondern wurden, mit Kains Nachkommen Familien gründend, so verstockt im Bösen, dass Gott beschließt, das ganze Menschengeschlecht zu vernichten. (V. 7) Noe allein findet Gnade vor Gott. (V. 8) 3. Geschichte Noes (6,9 9,29) A. Vorbereitung und Beginn der Sündflut. (6,11 7,24) Noe wird über das kommende Strafgericht Gottes belehrt und erhält den Auftrag, die Arche zu bauen. Genesis Gen 1 6 1 Cumque cpissent homines multiplicari super terram, et filias procreassent, Als nun die Menschen anfingen, sich zu vermehren auf Erden und Töchter zeugten, Genesis Gen 1 6 2 Videntes filii Dei filias hominum quod essent pulchræ, acceperunt sibi uxores ex omnibus, quas elegerant. sahen die Söhne Gottes,¹ dass die Töchter der Menschen² schön waren, und nahmen sich zu Weibern alle, welche sie wollten. [Gen 4,26] Genesis Gen 1 6 2 1 Sohn bedeutet im Hebr. die Zugehörigkeit. Söhne Gottes wird von den Engeln, den Frommen und dem auserwählten Volke gesagt. Von welcher Linie die oben Genannten abstammten, sagt der Verfasser nicht, doch weist [Gen 4,26] darauf hin, dass es besonders Nachkommen Seths waren. So wenig aber alle Nachkommen Seths fromm waren, so wenig sind alle Glieder der Familie Kains für böse zu halten. Söhne Gottes sind also die Gotteskinder, die Frommen. @@ -333,7 +333,7 @@ Genesis Gen 1 6 21 Tolles igitur tecum ex omnibus escis, quæ mandi possunt, et Genesis Gen 1 6 21 22 So überschritt das Hineingehen der Tiere in die Arche und ihr Aufenthalt daselbst nicht die Grenze des Natürlichen. Genesis Gen 1 6 22 Fecit igitur Noe omnia, quæ præceperat illi Deus. Und Noe tat alles, was ihm Gott geboten hatte.²³ Genesis Gen 1 6 22 23 Das Einziehen Noes, seiner Familie und der Tiere wird [Gen 7,7] ausführlich berichtet. -Genesis Gen 1 7 0 Gottes Gebot gehorchend geht Noe mit den Menschen und Tieren, die Gott bezeichnet, in die Arche. (V. 9) Sofort tritt eine Überschwemmung der Erde und die Vernichtung aller zurückgebliebenen Wesen ein. +Genesis Gen 1 7 0 Gottes Gebot gehorchend geht Noe mit den Menschen und Tieren, die Gott bezeichnet, in die Arche. (V. 9) Sofort tritt eine Überschwemmung der Erde und die Vernichtung aller zurückgebliebenen Wesen ein. Genesis Gen 1 7 1 Dixitque Dominus ad eum: Ingredere tu, et omnis domus tua in arcam: te enim vidi justum coram me in generatione hac. Da sprach der Herr zu ihm: Gehe in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht vor mir gesehen unter diesem Geschlechte.¹ [Hebr 11,7, 2Petr 2,5] Genesis Gen 1 7 1 1 Das durch die Sündflut (so meist nach der Veranlassung genannt, eigentlich Sintflut, große Flut) zu vertilgen ist. Genesis Gen 1 7 2 Ex omnibus animantibus mundis tolle septena et septena, masculum et feminam: de animantibus vero immundis duo et duo, masculum et feminam. Von allen reinen Tieren² nimm je sieben und sieben, Männchen und Weibchen; von den unreinen Tieren aber je zwei und zwei, Männchen und Weibchen. @@ -369,7 +369,7 @@ Genesis Gen 1 7 22 Et cuncta, in quibus spiraculum vitæ est in terra, mortua su Genesis Gen 1 7 23 Et delevit omnem substantiam, quæ erat super terram, ab homine usque ad pecus, tam reptile quam volucres cli: et deleta sunt de terra: remansit autem solus Noe, et qui cum eo erant in arca. So vertilgte Gott jedes Wesen, das auf dem Erdboden war,¹¹ Menschen und Vieh, Gewürm und Vögel des Himmels, und sie wurden von der Erde vertilgt. Nur Noe blieb übrig, und die, welche mit ihm in der Arche waren. Genesis Gen 1 7 23 11 Der Text berichtet nach der Erzählung der unmittelbaren Augenzeugen, welche das wiedergeben, was sie gesehen. Das Ziel Gottes bei dieser Strafe war das [Gen 6,5ff.13] Berührte, somit kann man den Text von der damals bewohnten Erde verstehen. Dem steht die Überlieferung der Väter nicht entgegen. Es ist deshalb jetzt allgemeine Meinung, dass der Text der heiligen Schrift dahin verstanden werden kann, vorwiegende, dass er so verstanden werden muss. In diesem Falle ist V. 20 von den Noe bekannten Bergen die Rede. Die Väter sehen in der Sündflut und der Arche das Vorbild der Taufe und der Kirche, wie auch die Allgemeinheit des Verderbens und der Rettung vorbildlich sind. Genesis Gen 1 7 24 Obtinueruntque aquæ terram centum quinquaginta diebus. Und das Wasser stand auf der Erde hundert und fünfzig Tage lang. -Genesis Gen 1 8 0 B. Ende der Sündflut (8,1 9,17): Die Erde wird ein Jahr nach dem Beginne der Sündflut trocken. (V. 14) Noe verlässt die Arche mit den Seinen und bringt Gott ein Opfer dar. Verheißung Gottes, nicht wieder ein gleiches Strafgericht über alle lebenden Wesen zu verhängen. +Genesis Gen 1 8 0 B. Ende der Sündflut (8,1 9,17): Die Erde wird ein Jahr nach dem Beginne der Sündflut trocken. (V. 14) Noe verlässt die Arche mit den Seinen und bringt Gott ein Opfer dar. Verheißung Gottes, nicht wieder ein gleiches Strafgericht über alle lebenden Wesen zu verhängen. Genesis Gen 1 8 1 Recordatus autem Deus Noe, cunctorumque animantium, et omnium jumentorum, quæ erant cum eo in arca, adduxit spiritum super terram, et imminutæ sunt aquæ. Da gedachte Gott an Noe, und an alle lebende Wesen, und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind über die Erde wehen, und das Wasser nahm ab. Genesis Gen 1 8 2 Et clausi sunt fontes abyssi, et cataractæ cli: et prohibitæ sunt pluviæ de clo. Und es schlossen sich die Quellen der Tiefe und die Schleusen des Himmels; und dem Regen vom Himmel ward gewehrt. Genesis Gen 1 8 3 Reversæque sunt aquæ de terra euntes et redeuntes: et cperunt minui post centum quinquaginta dies. Und das Wasser verlief sich von der Erde hin- und herwogend, und fing an, abzunehmen nach hundert und fünfzig Tagen. @@ -402,7 +402,7 @@ Genesis Gen 1 8 21 8 Die äußere Veranlassung zu den Worten Gottes ist die dan Genesis Gen 1 8 22 Cunctis diebus terræ, sementis et messis, frigus et æstus, æstas et hiems, nox et dies non requiescent. Alle Tage, so lange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte,⁹ Frost und Hitze, Sommer und Winter,¹⁰ Nacht und Tag. Genesis Gen 1 8 22 9 Die Sündflut hatte alles zerstört. Genesis Gen 1 8 22 10 Die Hebräer unterschieden nur zwei Jahreszeiten: die kältere, regnerische und die heiße, trockene. -Genesis Gen 1 9 0 Bündnis Gottes mit Noe durch Bestätigung der göttlichen Verheißungen. (V. 17) C. Auserwählung Sems als ferneren Erben der Segnungen; Verfluchung Chams und Verheißung, dass die Segnungen durch Sem auch Japheth zu Teil werden sollen. +Genesis Gen 1 9 0 Bündnis Gottes mit Noe durch Bestätigung der göttlichen Verheißungen. (V. 17) C. Auserwählung Sems als ferneren Erben der Segnungen; Verfluchung Chams und Verheißung, dass die Segnungen durch Sem auch Japheth zu Teil werden sollen. Genesis Gen 1 9 1 Benedixitque Deus Noe et filiis ejus. Et dixit ad eos: Crescite, et multiplicamini, et replete terram. Da segnete Gott Noe und seine Söhne¹ und sprach zu ihnen: Wachset, und mehret euch, und erfüllet die Erde! [Gen 1,28, Gen 8,17] Genesis Gen 1 9 1 1 Die [Gen 8,17] kurz erwähnte Segnung wird hier ausführlicher geschildert. Über die nach der Sündflut lebenden Menschen wird der Schöpfungssegen [Gen 1,28] erneuert. Genesis Gen 1 9 2 Et terror vester ac tremor sit super cuncta animalia terræ, et super omnes volucres cli, cum universis quæ moventur super terram: omnes pisces maris manui vestræ traditi sunt. Furcht und Schrecken vor euch² komme über alle Tiere der Erde, und über alle Vögel des Himmels, über alles, was sich auf Erden regt; alle Fische des Meeres sind in eure Hand gegeben. @@ -455,7 +455,7 @@ Genesis Gen 1 9 27 22 Was bei Chams Übeltat und gewiss auch nach Chanaans Gesi Genesis Gen 1 9 28 Vixit autem Noe post diluvium trecentis quinquaginta annis. Noe aber lebte nach der Flut dreihundert und fünfzig Jahre. Genesis Gen 1 9 29 Et impleti sunt omnes dies ejus nongentorum quinquaginta annorum: et mortuus est. Und alle seine Tage wurden neunhundert und fünfzig Jahre, und er starb.²³ Genesis Gen 1 9 29 23 Ergänzung und Fortführung von [Gen 5,36]. -Genesis Gen 1 10 0 4. Geschichte der Söhne Noes (10,1 11,9): A: Von Japheth (V. 5), Cham (V. 20) und Sem abstammende Völkerschaften. (V. 31) Stammbaum der Verwandtschaft der späteren Völker untereinander. +Genesis Gen 1 10 0 4. Geschichte der Söhne Noes (10,1 11,9): A: Von Japheth (V. 5), Cham (V. 20) und Sem abstammende Völkerschaften. (V. 31) Stammbaum der Verwandtschaft der späteren Völker untereinander. Genesis Gen 1 10 1 Hæ sunt generationes filiorum Noe, Sem, Cham, et Japheth: natique sunt eis filii post diluvium. Dies sind die Geschlechtsfolgen der Söhne Noes, Sems, Chams und Japheths, denen nach der Flut Söhne geboren wurden.¹ [1Chr 1] Genesis Gen 1 10 1 1 Der Verfasser zählt nur Völker der kaukasischen Rasse auf, welche in Vorderasien und in der nächsten Nachbarschaft Afrikas und Europas wohnten. Die Genealogien V. 1-10.20.22ff sind sicher von demselben ursprünglichen Verfasser und wurden später durch andere vermehrt. Die Einzelheiten sind nicht leicht sicher zu erklären. Genesis Gen 1 10 2 Filii Japheth: Gomer, et Magog, et Madai, et Javan, et Thubal, et Mosoch, et Thiras. Die Söhne Japheths: Gomer,² Magog,³ Madai,⁴ Javan,⁵ Thubal,⁶ Mosoch⁷ und Thiras.⁸ @@ -543,7 +543,7 @@ Genesis Gen 1 10 30 Et facta est habitatio eorum de Messa pergentibus usque Seph Genesis Gen 1 10 30 55 Messa: die südbabylonische Landschaft Mesam oder: Der im Nordosten von Arabien an den Euphratlauf angrenzende und bis an das Gestade des persischen Meerbusens sich erstreckende Teil der syrischen Wüste. Sephar: Wohl im Südwesten Arabiens. Das Gebirge gegen Osten ist ein Gebirgszug im Südwesten Arabiens. Genesis Gen 1 10 31 Isti filii Sem secundum cognationes et linguas, et regiones in gentibus suis. Dies sind die Söhne Sems nach ihren Stämmen, und Sprachen, und Ländern in ihren Völkerschaften. Genesis Gen 1 10 32 Hæ familiæ Noe juxta populos et nationes suas. Ab his divisæ sunt gentes in terra post diluvium. Dies sind die Geschlechter Noes nach ihren Verwandtschaften und Völkern. Von ihnen zweigten sich die Völker auf Erden nach der Flut ab. -Genesis Gen 1 11 0 B. Auch Nachkommen Noes erheben sich im Übermute gegen Gott. (V. 4) Der Herr straft sie durch die Sprachenverwirrung und ihre Zerstreuung über die ganze Erde. (V. 9) 5. Geschichte Sems (V. 10-26) Nachkommen Sems bis zu dem Vater Abrahams. II. Geschichte Abrahams und seiner Nachkommen bis zur Einwanderung Jakobs in Ägypten (11,27 50,25) 1. Geschichte Abrahams (11,27 25,11) Abrahams Abstammung und Auswanderung aus Ur in Chaldäa nach Haran. +Genesis Gen 1 11 0 B. Auch Nachkommen Noes erheben sich im Übermute gegen Gott. (V. 4) Der Herr straft sie durch die Sprachenverwirrung und ihre Zerstreuung über die ganze Erde. (V. 9) 5. Geschichte Sems (V. 10-26) Nachkommen Sems bis zu dem Vater Abrahams. II. Geschichte Abrahams und seiner Nachkommen bis zur Einwanderung Jakobs in Ägypten (11,27 50,25) 1. Geschichte Abrahams (11,27 25,11) Abrahams Abstammung und Auswanderung aus Ur in Chaldäa nach Haran. Genesis Gen 1 11 1 Erat autem terra labii unius, et sermonum eorumdem. Es war aber auf Erden nur eine Sprache und einerlei Rede.¹ Genesis Gen 1 11 1 1 Ein Sprachgeist und die gleichen Sprachwurzeln. Die Sprachwurzeln wurden an sich von der Verwirrung nicht betroffen, sondern wurden nach derselben auf andere und andere Objekte angewendet. Nach V. 7 und 9 wird nur der Sprachgeist (Rede) verwirrt. Genesis Gen 1 11 2 Cumque proficiscerentur de oriente, invenerunt campum in terra Sennaar, et habitaverunt in eo. Und als sie vom Aufgange herzogen, fanden sie eine Ebene im Lande Sennaar und ließen sich daselbst nieder. @@ -590,7 +590,7 @@ Genesis Gen 1 11 31 Tulit itaque Thare Abram filium suum, et Lot filium Aran, fi Genesis Gen 1 11 31 13 Vergl. [Joh 24,2]. Der Auszug Thares war Gottes Fügung, der das auserwählte Geschlecht seinem Lande zuführen wollte. Genesis Gen 1 11 32 Et facti sunt dies Thare ducentorum quinque annorum, et mortuus est in Haran. Die Tage Thares waren zweihundert und fünf Jahre, und er starb¹⁴ in Haran. Genesis Gen 1 11 32 14 Nach dem samar. Texte im 75. Jahre Abrahams. -Genesis Gen 1 12 0 A. Geschichte Abrahams von seinem Auszuge aus Haran bis zur Geburt Ismaels (12,1 16,16): 1.) Befehl Gottes an Abraham, seine Heimat zu verlassen, um dem einen Gott dienend würdig zu werden, dass in ihm das ganze Menschengeschlecht gesegnet würde. (V. 3) Abraham kommt mit seinem Weibe Sarai und seinem Brudersohn Lot nach Chanaan, erhält die Zusage des Besitzes dieses Landes, erbaut Altäre zu Sichem und Bethel und weiht das Land Gott. (V. 9) 2.) Durch Hungersnot gezwungen zieht er nach Ägypten, wo Gott seine Vorsehung gegen Pharao über Sarai erweist. +Genesis Gen 1 12 0 A. Geschichte Abrahams von seinem Auszuge aus Haran bis zur Geburt Ismaels (12,1 16,16): 1.) Befehl Gottes an Abraham, seine Heimat zu verlassen, um dem einen Gott dienend würdig zu werden, dass in ihm das ganze Menschengeschlecht gesegnet würde. (V. 3) Abraham kommt mit seinem Weibe Sarai und seinem Brudersohn Lot nach Chanaan, erhält die Zusage des Besitzes dieses Landes, erbaut Altäre zu Sichem und Bethel und weiht das Land Gott. (V. 9) 2.) Durch Hungersnot gezwungen zieht er nach Ägypten, wo Gott seine Vorsehung gegen Pharao über Sarai erweist. Genesis Gen 1 12 1 Dixit autem Dominus ad Abram: Egredere de terra tua, et de cognatione tua, et de domo patris tui, et veni in terram, quam monstrabo tibi. Es sprach aber der Herr zu Abram:¹ Ziehe hinweg aus deinem Lande, und von deiner Verwandtschaft, und aus dem Hause deines Vaters, und komme in das Land, welches ich dir zeigen werde. [Apg 7,3] Genesis Gen 1 12 1 1 Es ergingen zwei Berufungen an Abraham, eine in Ur [Apg 7,2ff], die andere in Haran. (Philo. Flav. Joseph) Nach Aug. nur eine, die in Ur, so dass hier zu übersetzen wäre: hatte gesprochen. Abrahams Familie war dem Götzendienst ergeben. Deshalb trennte Gott Abraham von dessen Verwandten, damit er den Glauben an den wahren Gott unversehrt bewahrte. Genesis Gen 1 12 2 Faciamque te in gentem magnam, et benedicam tibi, et magnificabo nomen tuum, erisque benedictus. Und² ich will dich zu einem großen³ Volke machen, und dich segnen, und will deinen Namen groß machen, und du wirst gesegnet sein.⁴ @@ -630,7 +630,7 @@ Genesis Gen 1 12 19 Quam ob causam dixisti esse sororem tuam, ut tollerem eam mi Genesis Gen 1 12 19 18 Gott schützte die Reinheit der Ehe der Stammeltern des auserwählten Volkes auch da, wo diese durch die Art, wie sie menschliche Klugheit betätigen und Mangel an Glauben zeigen, derselben weniger würdig sind. Auf Sicherung seines Lebens bedacht bringt Abraham Saras Ehre in Gefahr. Nach [Gen 20,13] hatte Abraham beim Betreten Chanaans eine dahin gehende Abrede getroffen. Eine ähnliche Begebenheit im Lande der Philister wird [Gen 20] von Abraham, [Gen 26] von Isaak erzählt. Genesis Gen 1 12 20 Præcepitque Pharao super Abram viris: et deduxerunt eum, et uxorem illius, et omnia quæ habebat. Und Pharao erteilte einigen Männern Befehle betreffs Abrams, und diese geleiteten ihn, und sein Weib, und alles, was er hatte.¹⁹ Genesis Gen 1 12 20 19 Sara wurde so gleichsam das Vorbild des auserwählten Volkes in Ägypten, das Unrecht litt und in Ehren entlassen ward. -Genesis Gen 1 13 0 Bald darauf kehrt er mit Lot nach Chanaan zurück und trennt sich dort von ihm, demselben den Teil des Landes überlassend, welchen er sich selbst erwählt. (V. 13) 3.) Von neuem wird Abraham die Verheißung zu Teil, dass das Land ihm gehören und seine Nachkommenschaft zahlreich sein soll. +Genesis Gen 1 13 0 Bald darauf kehrt er mit Lot nach Chanaan zurück und trennt sich dort von ihm, demselben den Teil des Landes überlassend, welchen er sich selbst erwählt. (V. 13) 3.) Von neuem wird Abraham die Verheißung zu Teil, dass das Land ihm gehören und seine Nachkommenschaft zahlreich sein soll. Genesis Gen 1 13 1 Ascendit ergo Abram de gypto, ipse et uxor ejus, et omnia quæ habebat, et Lot cum eo ad australem plagam. Abram also zog aus Ägypten heraus,¹ er und sein Weib, und alles, was er hatte, und Lot mit ihm in das Land gegen Mittag.² Genesis Gen 1 13 1 1 Zu dem Orte, wo er zuvor gewesen. Genesis Gen 1 13 1 2 Nach Negeb. @@ -665,7 +665,7 @@ Genesis Gen 1 13 17 Surge, et perambula terram in longitudine, et in latitudine Genesis Gen 1 13 17 15 Vergl. [Apg 7,5]. Genesis Gen 1 13 18 Movens igitur tabernaculum suum Abram, venit et habitavit juxta convallem Mambre, quæ est in Hebron: ædificavitque ibi altare Domino. Und Abram brach sein Zelt ab, und kam, und ließ sich im Tale Mambre nieder, welches in Hebron¹⁶ ist, und erbaute daselbst dem Herrn einen Altar. Genesis Gen 1 13 18 16 Etwa 30 Kilometer südwestlich von Jerusalem. Dort ist Abraham auch [Gen 14,13, Gen 18,1, Gen 23,2]. Ebenso Isaak und Jakob [Gen 35,27, Gen 37,14]. Die Eroberung durch Josue siehe [Jos 10,3ff]. -Genesis Gen 1 14 0 Gott steht Abraham wunderbar bei im Kampfe gegen Chodorlahomor. (V. 16) Aus demselben siegreich zurückkehrend wird der Patriarch von Melchisedech, dem Priester des Allerhöchsten, gesegnet. +Genesis Gen 1 14 0 Gott steht Abraham wunderbar bei im Kampfe gegen Chodorlahomor. (V. 16) Aus demselben siegreich zurückkehrend wird der Patriarch von Melchisedech, dem Priester des Allerhöchsten, gesegnet. Genesis Gen 1 14 1 Factum est autem in illo tempore, ut Amraphel rex Sennaar, et Arioch rex Ponti, et Chodorlahomor rex Elamitarum, et Thadal rex gentium. Es begab sich aber zu jener Zeit, dass Amraphel, König von Sennaar, und Arioch, König von Pontus,¹ und Chodorlahomor, König der Elamiter,² und Thadal, König der Völker,³ Genesis Gen 1 14 1 1 Hebr.: Ellasar, das in der Mitte zwischen Euphrat und Tigris in der Landschaft Babylon lag. Genesis Gen 1 14 1 2 Siehe [Gen 10,22]. @@ -726,7 +726,7 @@ Genesis Gen 1 14 22 35 Dies ist der erste Schwur, von dem die heilige Schrift b Genesis Gen 1 14 23 Quod a filo subtegminis usque ad corrigiam caligæ, non accipiam ex omnibus quæ tua sunt, ne dicas: Ego ditavi Abram: Nicht einen Faden Gewebes, noch einen Schuhriemen, nichts nehme ich an von allem, was dein ist, damit du nicht sagest: Ich habe Abram reich gemacht. Genesis Gen 1 14 24 Exceptis his, quæ comederunt juvenes, et partibus virorum, qui venerunt mecum, Aner, Eschol, et Mambre: isti accipient partes suas. Nur das sei ausgenommen, was die Knechte verzehrt haben, und der Anteil der Männer, welche mit mir gekommen sind, Aner, Eschol und Mambre; sie mögen ihren Anteil erhalten.³⁶ Genesis Gen 1 14 24 36 Warum wollte Abraham von dem Könige von Sodoma nichts annehmen? Wohl weil er mit den Sündern keine Gemeinschaft haben wollte und meinte, er könne Gottes Segen nicht erlangen, wenn er ihre Geschenke bei sich bewahrte. -Genesis Gen 1 15 0 4.) Auf seine Klage, dass Gott ihm noch immer keinen Erben geschenkt, tröstet Gott Abraham, ihm von neuem einen Sohn verheißend. (V. 5) Da Abraham glaubt, geht Gott mit ihm einen Bund ein und bestätigt seine Verheißung von neuem, dass er ihm und seinen Nachkommen das Land Chanaan auf ewig geben wolle. +Genesis Gen 1 15 0 4.) Auf seine Klage, dass Gott ihm noch immer keinen Erben geschenkt, tröstet Gott Abraham, ihm von neuem einen Sohn verheißend. (V. 5) Da Abraham glaubt, geht Gott mit ihm einen Bund ein und bestätigt seine Verheißung von neuem, dass er ihm und seinen Nachkommen das Land Chanaan auf ewig geben wolle. Genesis Gen 1 15 1 His itaque transactis, factus est sermo Domini ad Abram per visionem dicens: Noli timere Abram, ego protector tuus sum, et merces tua magna nimis. Nach diesen Begebenheiten erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesichte,¹ und er sprach: Fürchte dich nicht, Abram! ich bin dein Beschirmer, und dein Lohn wird überaus groß sein. Genesis Gen 1 15 1 1 Wie [Gen 12,7, Gen 17,1, Gen 16,1]. Die erste Anrede Gottes V. 1 5 fällt in die Nachtzeit. V. 7 9 folgt entweder unmittelbar darauf oder etwas später, V. 12 gegen Sonnenuntergang, ebenso V. 17. Vor der Sündflut gewährte Gott noch der Erde seine Gegenwart bis auf Noe. Als er aber nach derselben einen Bund mit diesem geschlossen, hörten die unmittelbaren Gottesoffenbarungen auf, so dass Gott vom Himmel herab das Urteil über den Turmbau zu Babel verhängte. Als aber Abraham auf Gottes Geheiß nach Chanaan gezogen war, erschien ihm Jahve dort. [Gen 12,7] Diese Erscheinungen erfolgen vom Himmel herab, indem Jahve, nachdem er mit Abraham und den anderen Patriarchen gesprochen, nach dem heiligen Texte sich entfernt [Gen 18,33], zur Höhe auffährt. [Gen 17,22, Gen 35,13] Es werden dem Patriarchen teils im wachen Zustande, in einer für die Sinne erkennbaren Weise, teils in Visionen, mittelst geistiger Verzückung, teils endlich in der Form des Traumes [Gen 28,12ff] diese Erscheinungen zu Teil. Über die Gestalt, in der Gott erscheint, wird nichts berichtet außer [Gen 18,1ff]. Oftmals werden im Laufe des Alten Testamentes Erscheinungen des Engels Gottes oder des Herrn erwähnt, die wie [Gen 48,15ff] denen Gottes gleichstehen. Der Engel Gottes identifiziert sich ja auch selbst mit Gott [Gen 22,12], ebenso [Gen 16,10, Gen 21,18] das wiederholend, was der Herr [Gen 17,20] und Jahve [Gen 13,16; Gen 15,4ff] gesprochen. Vergl. auch [Ex 3,6ff]. Auch tut der Engel Gottes Wunder [Ri 6,21, Ri 13,19ff] und wird von denen, denen er erscheint, als Gott anerkannt, angebetet und mit Opfern geehrt; anders als der Engel [Offb 22,6]. Aus diesem Grunde nennen ihn die heiligen Schriftsteller auch kurzweg Jahve. Vergl. [Ex 3], V. 2 mit 4, [Ri 6] V. 12 mit 14 und 16; [Ex 14,19] mit [Ex 13,21]. Wohl wird der Engel Gottes auch an einigen Stellen von Jahve selbst persönlich unterschieden [Gen 22,16, Ri 6,12, Ri 13,16] u. a., aber dennoch wird der Herr, der Engel des Bundes [Mal 3,1], der eingeborene Sohn Gottes, der selbst Gott ist, im Alten Testamente mehr in seiner Wesensgleichheit mit dem Vater dargestellt. Was im Neuen Testamente durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes in voller Klarheit sich zeigen soll, wird im Alten Testamente nur verhüllt dargestellt. Genesis Gen 1 15 2 Dixitque Abram: Domine Deus, quid dabis mihi? Ego vadam absque liberis: et filius procuratoris domus meæ iste Damascus Eliezer. Abram sprach: Herr, Gott! was willst du mir geben? Ich gehe kinderlos dahin, und der Sohn meines Hausverwalters, des Damasceners Eliezer ist es.² @@ -765,7 +765,7 @@ Genesis Gen 1 15 19 Cinæos, et Cenezæos, Cedmonæos, das Land der Kiniter, Ken Genesis Gen 1 15 20 Et Hethæos, et Pherezæos, Raphaim quoque, Hethiter, Phereziter, Raphaiter, Genesis Gen 1 15 21 Et Amorrhæos, et Chananæos, et Gergesæos, et Jebusæos. Amorrhiter, Chananiter, Gergesiter, und Jebusiter.¹⁷ Genesis Gen 1 15 21 17 Zehn Namen, teilweise von Völkern nicht chanaanitischer Abstammung, werden aufgezählt, um die volle Überlieferung des Landes zu kennzeichnen. Die Kiniter scheinen nach [Ri 1,16, Ri 4,11] zur Zeit Moses unter den Madianitern gewohnt zu haben. Von Esaus Enkel [Gen 36,1] können sie nicht wohl hergeleitet werden. Die Kedmoniter werden nur hier erwähnt (etwa nahe bei Palästina wohnende Araber?) ebenso die Keneziter. Die Phereziter (siehe [Gen 13,7]) wohnten in dem späteren Gebiete des Stammes Juda. Über die Chanaaniter vergl. [Num 13,30]. -Genesis Gen 1 16 0 5.) Bald darauf gebärt, während Sarai unfruchtbar bleibt, ihre Magd Agar Abraham einen Sohn Ismael. +Genesis Gen 1 16 0 5.) Bald darauf gebärt, während Sarai unfruchtbar bleibt, ihre Magd Agar Abraham einen Sohn Ismael. Genesis Gen 1 16 1 Igitur Sarai, uxor Abram, non genuerat liberos; sed habens ancillam gyptiam nomine Agar, Sarai nun, Abrams Weib, hatte keine Kinder geboren;¹ da sie aber eine Magd, eine Ägypterin, Namens Agar, hatte, Genesis Gen 1 16 1 1 Auch nach so vielen Verheißungen ist Sara noch unfruchtbar. Genesis Gen 1 16 2 Dixit marito suo: Ecce, conclusit me Dominus, ne parerem: ingredere ad ancillam meam, si forte saltem ex illa suscipiam filios. Cumque ille acquiesceret deprecanti, sprach sie zu ihrem Manne: Siehe, der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebäre; gehe also zu meiner Magd ein, vielleicht erhalte ich doch aus ihr Kinder.² Und da er ihrer Bitte nachgab,³ @@ -801,7 +801,7 @@ Genesis Gen 1 16 14 18 Der Lachaj, Brunnen des Lebendigen, der mich schaut. Genesis Gen 1 16 14 19 Siehe [Gen 14,7]. Barad nur hier, die Araber bezeichnen noch jetzt den Quell von Muweilich als diese Stätte. Genesis Gen 1 16 15 Peperitque Agar Abræ filium: qui vocavit nomen ejus Ismael. Und Agar gebar Abram einen Sohn, und dieser nannte seinen Namen Ismael. Genesis Gen 1 16 16 Octoginta et sex annorum erat Abram quando peperit ei Agar Ismaelem. Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als Agar ihm Ismael gebar. -Genesis Gen 1 17 0 B. Geschichte Abrahams von der Geburt Ismaels an bis zur Geburt Isaaks. (17,1 21,34) 1.) Ismael war nicht der verheißene Sohn. Einige Jahre nach dessen Geburt wiederholt Gott seine doppelte Verheißung und bestätigt sie durch Erneuerung des Bündnisses, indem er die Beschneidung als Bundeszeichen einsetzt, und von Sarai, deren Namen Gott ebenso wie den Abrahams ändert, einen Sohn als Erben des Bündnisses und der Verheißung verspricht. +Genesis Gen 1 17 0 B. Geschichte Abrahams von der Geburt Ismaels an bis zur Geburt Isaaks. (17,1 21,34) 1.) Ismael war nicht der verheißene Sohn. Einige Jahre nach dessen Geburt wiederholt Gott seine doppelte Verheißung und bestätigt sie durch Erneuerung des Bündnisses, indem er die Beschneidung als Bundeszeichen einsetzt, und von Sarai, deren Namen Gott ebenso wie den Abrahams ändert, einen Sohn als Erben des Bündnisses und der Verheißung verspricht. Genesis Gen 1 17 1 Postquam vero nonaginta et novem annorum esse cperat, apparuit ei Dominus: dixitque ad eum: Ego Deus omnipotens: ambula coram me, et esto perfectus. Nachdem er aber in sein neunundneunzigstes Jahr getreten war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm:¹ Ich bin Gott, der Allmächtige, wandle vor mir² und sei vollkommen. Genesis Gen 1 17 1 1 Im 75. Jahre erhielt Abraham die erste Verheißung, im 86. Jahre ward Ismael geboren, im 99. wird die Verheißung wiederholt und die Beschneidung eingesetzt. Im 100. Jahre wird Isaak geboren und die Verheißung erfüllt. Auf eine wie harte Probe wird Abrahams Glauben gestellt. Genesis Gen 1 17 1 2 Ebenso [Gen 24,40]. Vergl. [Gen 48,15]. @@ -850,7 +850,7 @@ Genesis Gen 1 17 24 Abraham nonaginta et novem erat annorum quando circumcidit c Genesis Gen 1 17 25 Et Ismael filius tredecim annos impleverat tempore circumcisionis suæ. Und Ismael, sein Sohn, war zur Zeit seiner Beschneidung dreizehn Jahre alt. Genesis Gen 1 17 26 Eadem die circumcisus est Abraham et Ismael filius ejus. An einem und demselben Tage wurden Abraham und Ismael, sein Sohn, beschnitten. Genesis Gen 1 17 27 Et omnes viri domus illius, tam vernaculi, quam emptitii et alienigenæ pariter circumcisi sunt. Und alle Männer seines Hauses, sowohl die im Hause Geborenen, als die Erkauften und Fremden, wurden gleicherweise beschnitten. -Genesis Gen 1 18 0 2.) Gott erscheint mit zwei Engeln dem Abraham und verheißt vor den Ohren der noch nicht daran glaubenden Sara einen Sohn innerhalb Jahresfrist. (V. 15) 3.) Als Bestätigung seiner Voraussage verkündet Gott die bevorstehende Zerstörung der Fünfstädte, (V. 21) von denen Abraham umsonst durch sein Bitten die Strafe abzuwenden sucht. +Genesis Gen 1 18 0 2.) Gott erscheint mit zwei Engeln dem Abraham und verheißt vor den Ohren der noch nicht daran glaubenden Sara einen Sohn innerhalb Jahresfrist. (V. 15) 3.) Als Bestätigung seiner Voraussage verkündet Gott die bevorstehende Zerstörung der Fünfstädte, (V. 21) von denen Abraham umsonst durch sein Bitten die Strafe abzuwenden sucht. Genesis Gen 1 18 1 Apparuit autem ei Dominus in convalle Mambre sedenti in ostio tabernaculi sui in ipso fervore diei. Der Herr aber erschien ihm im Tale Mambre,¹ während er gerade zur heißen Tageszeit² an dem Eingange seines Zeltes saß. [Hebr 13,2] Genesis Gen 1 18 1 1 Dies Ereignis hatte bald nach dem Kap. 17 Erzählten statt, wie V. 18 verglichen mit [Gen 17] zeigt. Der Zweck der Doppeloffenbarung (Bestätigung der Verheißung, Mitteilung der Strafe über Sodoma und Gomorrha) ist nicht nur, Abraham die Größe der Sünde zu zeigen und zur Frömmigkeit sowie zur Pflege der Gottesfurcht in seiner Familie anzutreiben. Er soll auch inne werden, dass der Eigennutz Lots diesem keinen Nutzen bringt, dass also irdische Gesinnung keinen Segen sichert. Auch wird der Glaube Abrahams und die Erkenntnis gestärkt, dass Gottes Vorsehung alles leitet. Genesis Gen 1 18 1 2 Nicht mehr in der Nacht. @@ -909,7 +909,7 @@ Genesis Gen 1 18 30 Ne quæso, inquit, indigneris Domine, si loquar: Quid si ibi Genesis Gen 1 18 31 Quia semel, ait, cpi, loquar ad Dominum meum: Quid si ibi inventi fuerint viginti? Ait: Non interficiam propter viginti. Und er sprach: Weil ich einmal begonnen, will ich zu meinem Herrn reden. Wie? wenn sich zwanzig darin finden? Er sprach: Ich will sie nicht töten, um der zwanzig willen. Genesis Gen 1 18 32 Obsecro, inquit, ne irascaris Domine, si loquar adhuc semel: Quid si inventi fuerint ibi decem? Et dixit: Non delebo propter decem. Da sprach er: Ich bitte, zürne nicht, mein Herr, wenn ich noch einmal rede. Wie? wenn sich zehn darin finden? Er sprach: Ich werde sie nicht vertilgen um der zehn willen. Genesis Gen 1 18 33 Abiitque Dominus, postquam cessavit loqui ad Abraham: et ille reversus est in locum suum. Und der Herr ging hinweg, nachdem er das Gespräch mit Abraham geendet, dieser aber kehrte wieder zu seinem Wohnorte zurück. -Genesis Gen 1 19 0 Am Tage nach dem Besuche Abrahams zerstören die beiden Engel, welche mit dem Herrn zu ihm gekommen, Sodoma und die benachbarten Städte: Ihr Eintritt in die Stadt. (V. 11) Lots und seiner Töchter Rettung. (V. 29) Sünde der Töchter Lots. +Genesis Gen 1 19 0 Am Tage nach dem Besuche Abrahams zerstören die beiden Engel, welche mit dem Herrn zu ihm gekommen, Sodoma und die benachbarten Städte: Ihr Eintritt in die Stadt. (V. 11) Lots und seiner Töchter Rettung. (V. 29) Sünde der Töchter Lots. Genesis Gen 1 19 1 Veneruntque duo Angeli Sodomam vespere, et sedente Lot in foribus civitatis. Qui cum vidisset eos, surrexit, et ivit obviam eis: adoravitque pronus in terram. Die beiden Engel aber kamen nach Sodoma zur Abendzeit,¹ als Lot gerade im Tore der Stadt² saß. Als dieser sie sah, stand er auf, und ging ihnen entgegen, und verneigte sich bis zur Erde. [Hebr 13,2] Genesis Gen 1 19 1 1 Die Engel versuchen wohl die Bewohner von Sodoma, ob sie gastfreundlich sind, damit etwas an dem Vollmaße ihrer Sünden zu fehlen scheine. Für Lot wird diese Prüfung die Gelegenheit zur Rettung. [Hebr 13,2] Genesis Gen 1 19 1 2 Der Torplatz war für die Orientalen, was das Forum dem Römer, der Ort aller wichtigen Verhandlungen, des Marktes, des Zusammenkommens, usw. @@ -971,7 +971,7 @@ Genesis Gen 1 19 37 Peperitque major filium, et vocavit nomen ejus Moab: ipse es Genesis Gen 1 19 38 Minor quoque peperit filium, et vocavit nomen ejus Ammon, id est filius populi mei: ipse est pater Ammonitarum usque hodie. Und auch die jüngere gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Ammon,²² das ist Sohn meines Volkes; er ist der Stammvater der Ammoniter bis heute.²³ Genesis Gen 1 19 38 22 Hebr.: Ben-Ammi: Sohn meines Volkes. Moab: Samen des Vaters (meines Vaters). Genesis Gen 1 19 38 23 Die Erzählung V. 29 38 rührt nicht von Abraham her, da zur Zeit des Verfassers die Nachkommen Moabs bereits ein Volk bildeten. -Genesis Gen 1 20 0 4.) Sara wird von Abimelech, dem Könige von Gerara, Abraham genommen, doch auf Gottes Geheiß wieder zurückgegeben. +Genesis Gen 1 20 0 4.) Sara wird von Abimelech, dem Könige von Gerara, Abraham genommen, doch auf Gottes Geheiß wieder zurückgegeben. Genesis Gen 1 20 1 Profectus inde Abraham in terram australem, habitavit inter Cades, et Sur: et peregrinatus est in Geraris. Und¹ Abraham zog von da hinweg in das Land gegen Süden,² und wohnte zwischen Kades und Sur, und weilte in Gerara. Genesis Gen 1 20 1 1 Das nachstehende Ereignis fällt wohl in eine viel frühere Zeit und wird hier von dem Verfasser nachgeholt, weil [Gen 21,22] von demselben Abimelech die Rede ist. Vielleicht fällt es in die Zeit der Hungersnot [Gen 12,10]. Genesis Gen 1 20 1 2 Negeb. @@ -1001,7 +1001,7 @@ Genesis Gen 1 20 16 10 Ein Sühngeschenk. Genesis Gen 1 20 16 11 Dass du gerechtfertigt bist (als eine, der Unrecht geschehen.) Genesis Gen 1 20 17 Orante autem Abraham, sanavit Deus Abimelech et uxorem, ancillasque ejus, et pepererunt: Da betete Abraham, und Gott heilte Abimelech und sein Weib, und seine Mägde, und sie gebaren. Genesis Gen 1 20 18 Concluserat enim Dominus omnem vulvam domus Abimelech propter Saram uxorem Abrahæ. Denn der Herr hatte um Saras, des Weibes Abrahams, willen jeden Mutterschoß im Hause Abimelechs verschlossen. -Genesis Gen 1 21 0 Geburt Isaaks (V. 8) Austreibung Ismaels und seiner Mutter aus dem Hause Abrahams. (V. 21) Bündnis Abrahams mit Abimelech. +Genesis Gen 1 21 0 Geburt Isaaks (V. 8) Austreibung Ismaels und seiner Mutter aus dem Hause Abrahams. (V. 21) Bündnis Abrahams mit Abimelech. Genesis Gen 1 21 1 Visitavit autem Dominus Saram sicut promiserat: et implevit quæ locutus est. Der Herr aber suchte Sara heim,¹ wie er verheißen hatte, und erfüllte, was er geredet.² [Gen 17,19, Gen 18,10] Genesis Gen 1 21 1 1 In gutem Sinne, wie [Gen 50,24] und andere Quellen. Genesis Gen 1 21 1 2 [Gen 17,16.21] und [Gen 18,10]. Die Breite der Erzählung kennzeichnet die Wichtigkeit der Tatsachen. @@ -1053,7 +1053,7 @@ Genesis Gen 1 21 33 Surrexit autem Abimelech, et Phicol princeps exercitus ejus, Genesis Gen 1 21 33 16 Für einen späteren Altar. Genesis Gen 1 21 34 Et fuit colonus terræ Palæstinorum diebus multis. Und er war ein Fremdling im Lande der Philister¹⁷ lange Zeit. Genesis Gen 1 21 34 17 Im Lande der Wanderung, der Fremde. -Genesis Gen 1 22 0 C. Geschichte Abrahams von der Geburt Isaaks an bis zum Tode des Patriarchen (22,1 25,11) 1.) Gott prüft die Treue und den Gehorsam seines Dieners, indem er ihm befiehlt, Isaak zu opfern. (V. 2) Da Abraham Gehorsam zu leisten bereit ist (V. 14) wird ihm von neuem die Verheißung zu Teil, dass seine Nachkommenschaft zahlreich sein und aus seiner Familie allen Völkern der Segen kommen soll, eine Verheißung, die Gott mit einem Eidschwure bekräftigt. (V. 19) 2.) Nachkommen Nachors. +Genesis Gen 1 22 0 C. Geschichte Abrahams von der Geburt Isaaks an bis zum Tode des Patriarchen (22,1 25,11) 1.) Gott prüft die Treue und den Gehorsam seines Dieners, indem er ihm befiehlt, Isaak zu opfern. (V. 2) Da Abraham Gehorsam zu leisten bereit ist (V. 14) wird ihm von neuem die Verheißung zu Teil, dass seine Nachkommenschaft zahlreich sein und aus seiner Familie allen Völkern der Segen kommen soll, eine Verheißung, die Gott mit einem Eidschwure bekräftigt. (V. 19) 2.) Nachkommen Nachors. Genesis Gen 1 22 1 Quæ postquam gesta sunt, tentavit Deus Abraham, et dixit ad eum: Abraham, Abraham. At ille respondit: Adsum. Nach diesen Begebenheiten prüfte Gott Abraham, und sprach zu ihm:¹ Abraham, Abraham! Er aber antwortete: Hier bin ich. [Jdt 8,22, Hebr 11,17] Genesis Gen 1 22 1 1 Wie viel Worte, so viel Prüfungen. Genesis Gen 1 22 2 Ait illi: Tolle filium tuum unigenitum, quem diligis, Isaac, et vade in terram visionis: atque ibi offeres eum in holocaustum super unum montium quem monstravero tibi. Und Gott sprach zu ihm: Nimm deinen einzigen Sohn,² den du liebst, Isaak, und ziehe in das Land³ der Erscheinung; und bringe ihn daselbst als Brandopfer auf einem der Berge dar, den ich dir zeigen werde. @@ -1095,7 +1095,7 @@ Genesis Gen 1 22 21 17 Über die Namen lässt sich nichts Sicheres sagen. [Gen Genesis Gen 1 22 22 Et Cased, et Azau, Pheldas quoque et Jedlaph, und Kased, Azau, Pheldas, Jedlaph, Genesis Gen 1 22 23 Ac Bathuel, de quo nata est Rebecca: octo istos genuit Melcha, Nachor fratri Abrahæ. und Bathuel, von welchem Rebekka gezeugt ward. Diese acht gebar Melcha dem Nachor, Abrahams Bruder. Genesis Gen 1 22 24 Concubina vero illius, nomine Roma, peperit Tabee, et Gaham, et Tahas, et Maacha. Aber sein Nebenweib, Namens Roma, gebar Tabee, Gaham, Tahas, und Maacha. -Genesis Gen 1 23 0 Saras Tod und Begräbnis in der Doppelhöhle bei Hebron. +Genesis Gen 1 23 0 Saras Tod und Begräbnis in der Doppelhöhle bei Hebron. Genesis Gen 1 23 1 Vixit autem Sara centum viginti septem annis. Sara aber lebte hundert und siebenundzwanzig Jahre.¹ Genesis Gen 1 23 1 1 Sara lebte also nach Isaaks Geburt noch 37 Jahre. Genesis Gen 1 23 2 Et mortua est in civitate Arbee, quæ est Hebron, in terra Chanaan: venitque Abraham ut plangeret, et fleret eam. Und sie starb in der Stadt Arbee,² das ist Hebron,³ im Lande Chanaan; und Abraham kam,⁴ sie zu beklagen und zu beweinen. @@ -1133,7 +1133,7 @@ Genesis Gen 1 23 19 Atque ita sepelivit Abraham Saram uxorem suam in spelunca ag Genesis Gen 1 23 19 16 Richtiger: In der Höhle des Feldes bei Machpela vor (östlich von) Mambre. Genesis Gen 1 23 20 Et confirmatus est ager, et antrum, quod erat in eo, Abrahæ in possessionem monumenti a filiis Heth. Und der Acker mit der Höhle darauf wurde Abraham zum erbeigenen Begräbnis von den Söhnen Heths bestätigt.¹⁷ Genesis Gen 1 23 20 17 Hier wurde später Abraham selbst begraben [Gen 25,9], ebenso Isaak [Gen 35,27.29] Rebekka und Lia [Gen 49,31] Jakob [Gen 50,13]. Dort wollte der erste Erzvater nach seinem Tode ruhen, auch im Tode ein Bekenner seines Glaubens an die Verheißung. -Genesis Gen 1 24 0 Abraham sendet seinen ältesten Knecht nach Mesopotamien, um seinem Sohne Isaak aus Nachors Familie ein Weib zu holen. (V. 10) Gebet des Knechtes (V. 14) und Zusammentreffen mit Rebekka, der Enkelin Nachors, Schwester des Laban. (V. 28) Aufnahme des Knechtes und Werbung für Isaak. (V. 58) Abreise Rebekkas. (V. 61) Ankunft bei Isaak. +Genesis Gen 1 24 0 Abraham sendet seinen ältesten Knecht nach Mesopotamien, um seinem Sohne Isaak aus Nachors Familie ein Weib zu holen. (V. 10) Gebet des Knechtes (V. 14) und Zusammentreffen mit Rebekka, der Enkelin Nachors, Schwester des Laban. (V. 28) Aufnahme des Knechtes und Werbung für Isaak. (V. 58) Abreise Rebekkas. (V. 61) Ankunft bei Isaak. Genesis Gen 1 24 1 Erat autem Abraham senex, dierumque multorum: et Dominus in cunctis benedixerat ei. Abraham aber war alt¹ und hoch betagt, und der Herr hatte ihn in allem gesegnet. Genesis Gen 1 24 1 1 Im Vergleich zu seinen Zeitgenossen. Genesis Gen 1 24 2 Dixitque ad servum seniorem domus suæ, qui præerat omnibus quæ habebat: Pone manum tuam subter femur meum, Da sprach er zu dem ältesten Knechte seines Hauses, der über alles gesetzt war, was er hatte: Lege deine Hand unter meine Hüfte,² [Gen 47,29] @@ -1145,7 +1145,8 @@ Genesis Gen 1 24 4 4 Nach Mesopotamien. Abraham hatte lange Zeit in Haran gewoh Genesis Gen 1 24 5 Respondit servus: Si noluerit mulier venire mecum in terram hanc, numquid reducere debeo filium tuum ad locum, de quo tu egressus es? Da antwortete der Knecht: Wenn nun das Weib nicht mit mir in dieses Land kommen will, soll ich dann deinen Sohn wieder in das Land zurückführen, von dem du weggezogen bist? Genesis Gen 1 24 6 Dixitque Abraham: Cave nequando reducas filium meum illuc. Abraham sprach: Hüte dich, meinen Sohn je dorthin zurückzuführen.⁵ Genesis Gen 1 24 6 5 Dies wäre gegen Gottes ausdrückliches Gebot und gegen dessen Verheißung. -Genesis Gen 1 24 7 Dominus Deus cli, qui tulit me de domo patris mei, et de terra nativitatis meæ, qui locutus est mihi, et juravit mihi, dicens: Semini tuo dabo terram hanc: ipse mittet Angelum suum coram te, et accipies inde uxorem filio meo: +Genesis Gen 1 24 7 Dominus Deus cli, qui tulit me de domo patris mei, et de terra nativitatis meæ, qui locutus est mihi, et juravit mihi, dicens: Semini tuo dabo terram hanc: ipse mittet Angelum suum coram te, et accipies inde uxorem filio meo: Der Herr, der Gott des Himmels, der mich aus dem Hause meines Vaters und aus dem Lande, in dem ich geboren bin, hinweggeführt hat, der zu mir gesprochen und mir zugeschworen hat: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben; er wird seinen Engel vor dir hersenden, dass du meinem Sohne von dorther ein Weib erhaltest.⁶ [Gen 12,7, Gen 13,15, Gen 15,18, Gen 26,3] +Genesis Gen 1 24 7 6 Abraham überlässt Gott Alles. Genesis Gen 1 24 8 Sin autem mulier noluerit sequi te, non teneberis juramento: filium meum tantum ne reducas illuc. Wenn aber das Weib dir nicht folgen will, so bist du deines Eides ledig; nur führe meinen Sohn nicht dorthin zurück. Genesis Gen 1 24 9 Posuit ergo servus manum sub femore Abraham domini sui, et juravit illi super sermone hoc. Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwor ihm, diesen Auftrag zu erfüllen. Genesis Gen 1 24 10 Tulitque decem camelos de grege domini sui, et abiit, ex omnibus bonis ejus portans secum, profectusque perrexit in Mesopotamiam ad urbem Nachor. Dann nahm er zehn Kamele von der Herde seines Herrn, sowie von allen dessen Kostbarkeiten etwas mit sich, und brach auf, und zog nach Mesopotamien, zur Stadt Nachors. [Gen 27,43] @@ -1225,7 +1226,7 @@ Genesis Gen 1 24 65 Et ait ad puerum: Quis est ille homo qui venit per agrum in Genesis Gen 1 24 65 25 Mit einem leichten Überwurf, der Kopf und Körper bedeckt. Noch jetzt geht im Morgenlande die Braut dem Bräutigam verhüllt entgegen. Genesis Gen 1 24 66 Servus autem cuncta, quæ gesserat, narravit Isaac. Der Knecht aber erzählte Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Genesis Gen 1 24 67 Qui introduxit eam in tabernaculum Saræ matris suæ, et accepit eam uxorem: et in tantum dilexit eam, ut dolorem, qui ex morte matris ejus acciderat, temperaret. Da führte dieser sie in das Zelt Saras, seiner Mutter, und nahm sie zum Weibe, und gewann sie so lieb, dass der Schmerz sich minderte, der ihn durch den Tod seiner Mutter betroffen hatte. [Gen 23] -Genesis Gen 1 25 0 3.) Nachdem Abraham in einer zweiten Ehe, mit Ketura, mehrere Söhne gezeugt (V. 4), stirbt er im guten Alter, indem er Isaak als seinen Erben hinterlässt, nachdem er die Söhne der Nebenfrauen in das Land gegen Osten entsendet, und wird bei Sara beigesetzt. (V. 11) 2. Geschichte Ismaels (25, V. 12 18): Aufzählung der von ihm abstammenden Stämme und der Wohnsitze derselben. 3. Geschichte Isaaks (25,19 35,29): Geschichte der Söhne Isaaks, insbesondere des jüngeren. A. Zwietracht Esaus und Jakobs (25,19 28,5) a. Isaak bittet Gott für Rebekka um Nachkommenschaft. Sie gebärt Zwillinge, doch noch vor der Geburt wird ihr vorausgesagt, dass der Ältere dem Jüngeren dienen wird. (V. 26) Esau verkauft, herangewachsen, seinem jüngeren Bruder das Recht der Erstgeburt. +Genesis Gen 1 25 0 3.) Nachdem Abraham in einer zweiten Ehe, mit Ketura, mehrere Söhne gezeugt (V. 4), stirbt er im guten Alter, indem er Isaak als seinen Erben hinterlässt, nachdem er die Söhne der Nebenfrauen in das Land gegen Osten entsendet, und wird bei Sara beigesetzt. (V. 11) 2. Geschichte Ismaels (25, V. 12 18): Aufzählung der von ihm abstammenden Stämme und der Wohnsitze derselben. 3. Geschichte Isaaks (25,19 35,29): Geschichte der Söhne Isaaks, insbesondere des jüngeren. A. Zwietracht Esaus und Jakobs (25,19 28,5) a. Isaak bittet Gott für Rebekka um Nachkommenschaft. Sie gebärt Zwillinge, doch noch vor der Geburt wird ihr vorausgesagt, dass der Ältere dem Jüngeren dienen wird. (V. 26) Esau verkauft, herangewachsen, seinem jüngeren Bruder das Recht der Erstgeburt. Genesis Gen 1 25 1 Abraham vero aliam duxit uxorem nomine Ceturam: Abraham aber nahm noch ein anderes Weib, mit Namen Ketura. [1Chr 1,32] Genesis Gen 1 25 2 Quæ peperit ei Zamran et Jecsan, et Madan, et Madian, et Jesboc, et Sue. Diese gebar ihm Zamran, Jeksan, Madan, Madian,¹ Jesbok und Sue. Genesis Gen 1 25 2 1 Madian, ein Ort fünf Tagreisen von Aila, an der Ostseite des Meeresbusens. In der Zeit Moses sind Madianiter auf der Sinaihalbinsel [Ex 2,15ff, Ex 3,1, Ex 18,1ff], aber auch östlich vom Toten Meer und noch weiter nach Norden in Verbindung mit Moab. @@ -1285,7 +1286,7 @@ Genesis Gen 1 25 32 24 Das Recht der Erstgeburt ist nicht nur eine Würde, sond Genesis Gen 1 25 33 Ait Jacob: Jura ergo mihi. Juravit ei Esau, et vendidit primogenita. Und Jakob sprach: Schwöre mir denn! Da schwur Esau ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht. [Hebr 12,16] Genesis Gen 1 25 34 Et sic accepto pane et lentis edulio, comedit, et bibit, et abiit; parvipendens quod primogenita vendidisset. Nun empfing er Brot und das Linsengericht, und aß und trank, und ging davon; und er achtete es gering, dass er sein Erstgeburtsrecht verkauft hatte.²⁵ Genesis Gen 1 25 34 25 Vergl. [Hebr 12,16]. -Genesis Gen 1 26 0 b. Da eine Hungersnot entsteht, will Isaak nach Ägypten ziehen, wird indes von dem Herrn daran verhindert, der ihm verspricht, die Abraham gemachten Verheißungen zu erfüllen (V. 6), und Rebekka beschützt, dass Abimelech, König der Philister, sie nicht raubt. (V. 11) Gott schenkt Isaak Reichtum und stillt den Unwillen der Philister, die mit Isaak ein Bündnis schließen. (V. 33) c. Esau nimmt zwei fremde Frauen, was seiner Eltern Unwillen erregt. +Genesis Gen 1 26 0 b. Da eine Hungersnot entsteht, will Isaak nach Ägypten ziehen, wird indes von dem Herrn daran verhindert, der ihm verspricht, die Abraham gemachten Verheißungen zu erfüllen (V. 6), und Rebekka beschützt, dass Abimelech, König der Philister, sie nicht raubt. (V. 11) Gott schenkt Isaak Reichtum und stillt den Unwillen der Philister, die mit Isaak ein Bündnis schließen. (V. 33) c. Esau nimmt zwei fremde Frauen, was seiner Eltern Unwillen erregt. Genesis Gen 1 26 1 Orta autem fame super terram post eam sterilitatem, quæ acciderat in diebus Abraham, abiit Isaac ad Abimelech regem Palæstinorum in Gerara. Es kam¹ aber eine Hungersnot über das Land, nach jener Unfruchtbarkeit, welche zur Zeit Abrahams² gewesen war, da zog Isaak zu Abimelech, dem Könige der Philister, nach Gerara.³ Genesis Gen 1 26 1 1 Die Ereignisse liegen vielleicht vor dem in [Gen 25] Erzählten. Genesis Gen 1 26 1 2 [Gen 12,10] @@ -1341,7 +1342,7 @@ Genesis Gen 1 26 34 Esau vero quadragenarius duxit uxores, Judith filiam Beeri H Genesis Gen 1 26 34 19 [Gen 36,2] heißen die Frauen: Ada, die Schmucke, Basemath, die Duftige. Genesis Gen 1 26 35 Quæ ambæ offenderant animum Isaac et Rebeccæ. Diese beiden betrübten das Herz Isaaks und Rebekkas.²⁰ [Gen 27,46] Genesis Gen 1 26 35 20 Zurückweisung auf [Gen 25,37ff] und Hinweis auf das folgende Kapitel. Zwei Ursachen betrüben Rebekka: der Hass Esaus gegen seinen Bruder und die Heimführung fremder Frauen gegen den Willen Isaaks. Esau, der sein Erstgeburtsrecht verkauft, zeigt auch durch die Wahl seiner Lebensgefährtinnen außerhalb seines Stammes [Gen 24], dass er nicht geeignet ist, Erbe und Vermittler der Verheißungen Gottes zu sein. -Genesis Gen 1 27 0 Als Isaak alt geworden, entreißt Jakob auf den Rat seiner Mutter seinem Bruder den Segen des Vaters. (V. 40) d. Esau bedroht seinen Bruder mit dem Tode, doch seine Mutter heißt diesen nach Haran fliehen zu ihrem Bruder Laban. (V. 45) Sie gibt vor, sie fürchte, Jakob möchte gleichfalls eine Hethäerin heimführen. +Genesis Gen 1 27 0 Als Isaak alt geworden, entreißt Jakob auf den Rat seiner Mutter seinem Bruder den Segen des Vaters. (V. 40) d. Esau bedroht seinen Bruder mit dem Tode, doch seine Mutter heißt diesen nach Haran fliehen zu ihrem Bruder Laban. (V. 45) Sie gibt vor, sie fürchte, Jakob möchte gleichfalls eine Hethäerin heimführen. Genesis Gen 1 27 1 Senuit autem Isaac, et caligaverunt oculi ejus, et videre non poterat: vocavitque Esau filium suum majorem, et dixit ei: Fili mi? Qui respondit: Adsum. Isaak aber ward alt, seine Augen wurden dunkel, und er vermochte nicht mehr zu sehen. Da rief er¹ Esau, seinen ältern Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er antwortete: Hier bin ich! Genesis Gen 1 27 1 1 Als Isaak 100 Jahre alt war, hielt Esau im 40. Jahre seines Lebens Hochzeit. Die Streitigkeiten [Gen 26,35] und [Gen 27,46] dauerten wohl längere Zeit an. Isaak lebt 180 Jahre, Jakob trifft ihn aus Mesopotamien zurückkehrend noch am Leben [Gen 35,27], bald nach der Geburt Josephs. Da dieser etwa 40 Jahre alt war, als Jakob im 130. Lebensjahre nach Ägypten kam, wurde Joseph etwa im 90. Lebensjahre Jakobs, dem 150. Isaaks geboren. Jakob blieb in Mesopotamien 20 Jahre [Gen 31,38.41], also fällt dies Ereignis etwa in das 130. Lebensjahr seines Vaters. Genesis Gen 1 27 2 Cui pater: Vides, inquit, quod senuerim, et ignorem diem mortis meæ. Und der Vater sprach: Du siehst, ich bin alt geworden² und weiß nicht, wann ich sterben werde. @@ -1405,7 +1406,7 @@ Genesis Gen 1 27 45 Et cesset indignatio ejus, obliviscaturque eorum quæ fecist Genesis Gen 1 27 45 16 Wenn Esau den Jakob erschlug, musste der Bluträcher ihn töten. Vergl. [Num 35ff]. Genesis Gen 1 27 46 Dixitque Rebecca ad Isaac: Tædet me vitæ meæ propter filias Heth: si acceperit Jacob uxorem de stirpe hujus terræ, nolo vivere. Da sprach Rebekka zu Isaak: Ich bin des Lebens überdrüssig wegen der Töchter Heths. Wenn Jakob ein Weib nähme aus dem Volke dieses Landes, möchte ich nimmer leben.¹⁷ Genesis Gen 1 27 46 17 Rebekka will nicht, dass Jakob fortgehe ohne Einwilligung Isaaks, und sie benutzt klug den Kummer, den Esaus Weiber Isaak und ihr selbst bereiten, um Isaak zu veranlassen, Jakob nach Haran zu senden, damit dieser sich dort eine der Verwandten seiner Mutter zur Frau wähle. Isaak geht in Erinnerung an das [Gen 24] gern darauf ein. -Genesis Gen 1 28 0 Rebekka überredet Isaak, seinen Sohn Jakob nach Mesopotamien zu senden, damit er sich dort ein Weib hole. (V. 5) B. Reise Jakobs nach Mesopotamien (28,6 33,17) a. Als Esau die dritte Ehe mit einer Tochter Ismaels schließt (V. 9), zieht Jakob nach Mesopotamien. Nahe bei Bethel erscheint ihm Gott und stärkt ihn durch die Verheißung glücklicher Rückkehr. +Genesis Gen 1 28 0 Rebekka überredet Isaak, seinen Sohn Jakob nach Mesopotamien zu senden, damit er sich dort ein Weib hole. (V. 5) B. Reise Jakobs nach Mesopotamien (28,6 33,17) a. Als Esau die dritte Ehe mit einer Tochter Ismaels schließt (V. 9), zieht Jakob nach Mesopotamien. Nahe bei Bethel erscheint ihm Gott und stärkt ihn durch die Verheißung glücklicher Rückkehr. Genesis Gen 1 28 1 Vocavit itaque Isaac Jacob, et benedixit eum, præcepitque ei dicens: Noli accipere conjugem de genere Chanaan: Da rief Isaak den Jakob, und segnete ihn, und gebot ihm, und sprach: Nimm kein Weib von dem Stamme Chanaans, Genesis Gen 1 28 2 Sed vade, et proficiscere in Mesopotamiam Syriæ, ad domum Bathuel patris matris tuæ, et accipe tibi inde uxorem de filiabus Laban avunculi tui. sondern mache dich auf, und ziehe nach Mesopotamien in Syrien zu dem Hause Bathuels, des Vaters deiner Mutter, und hole dir von dort ein Weib, eine der Töchter Labans, des Bruders deiner Mutter. Genesis Gen 1 28 3 Deus autem omnipotens benedicat tibi, et crescere te faciat, atque multiplicet: ut sis in turbas populorum. Gott aber, der Allmächtige, segne dich, und lasse dich wachsen, und mehre dich, auf dass du zu einer Menge von Völkern werdest. @@ -1443,7 +1444,7 @@ Genesis Gen 1 28 20 Vovit etiam votum, dicens: Si fuerit Deus mecum, et custodie Genesis Gen 1 28 21 Reversusque fuero prospere ad domum patris mei: erit mihi Dominus in Deum, und ich wieder glücklich in meines Vaters Haus zurückkehre, so soll der Herr mein Gott sein, Genesis Gen 1 28 22 Et lapis iste, quem erexi in titulum, vocabitur Domus Dei: cunctorumque quæ dederis mihi, decimas offeram tibi. und dieser Stein, den ich zum Denksteine aufgerichtet habe, soll Haus Gottes heißen;¹⁵ und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten darbringen. Genesis Gen 1 28 22 15 Soll sein. Die Erfüllung [Gen 35,7]. -Genesis Gen 1 29 0 b. In Haran wird Jakob von Laban freundlich aufgenommen (V. 15), erlangt nach langem Dienste dessen beide Töchter Lia und Rachel als Frauen (V. 30) und erhält von Lia vier Söhne. +Genesis Gen 1 29 0 b. In Haran wird Jakob von Laban freundlich aufgenommen (V. 15), erlangt nach langem Dienste dessen beide Töchter Lia und Rachel als Frauen (V. 30) und erhält von Lia vier Söhne. Genesis Gen 1 29 1 Profectus ergo Jacob venit in terram orientalem. Also zog Jakob weiter und kam in das Land gegen Morgen. Genesis Gen 1 29 2 Et vidit puteum in agro, tres quoque greges ovium accubantes juxta eum: nam ex illo adaquabantur pecora, et os ejus grandi lapide claudebatur. Da sah er auf dem Felde einen Brunnen, und drei Schafherden bei demselben gelagert, denn man pflegte die Herden daraus zu tränken, und die Öffnung des Brunnens wurde mit einem großen Steine verschlossen.¹ Genesis Gen 1 29 2 1 Um Fremde abzuhalten. @@ -1496,7 +1497,7 @@ Genesis Gen 1 29 34 Concepitque tertio, et genuit alium filium: dixitque: Nunc q Genesis Gen 1 29 34 16 Anhänglichkeit oder Anhänger. Genesis Gen 1 29 35 Quarto concepit, et peperit filium, et ait: Modo confitebor Domino: et ob hoc vocavit eum, Judam: cessavitque parere. Zum vierten Male empfing sie und gebar einen Sohn. Da sprach sie: Nun will ich den Herrn preisen! Und darum nannte sie ihn Juda.¹⁷ Und sie hörte auf zu gebären. Genesis Gen 1 29 35 17 Lob, Preis. -Genesis Gen 1 30 0 Rachels Magd Bala. (V. 8) Lias Magd Zepha (V. 12) Lia (V. 21) und Rachel schenken Jakob Kinder, deren jüngstes Joseph. (V. 24) Jakob setzt seinen Dienst fort und erwirbt durch kluge List große Reichtümer. +Genesis Gen 1 30 0 Rachels Magd Bala. (V. 8) Lias Magd Zepha (V. 12) Lia (V. 21) und Rachel schenken Jakob Kinder, deren jüngstes Joseph. (V. 24) Jakob setzt seinen Dienst fort und erwirbt durch kluge List große Reichtümer. Genesis Gen 1 30 1 Cernens autem Rachel quod infcunda esset, invidit sorori suæ, et ait marito suo: Da mihi liberos, alioquin moriar. Da aber Rachel sah, dass sie unfruchtbar sei, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu ihrem Manne: Gib mir Kinder, sonst sterbe ich!¹ Genesis Gen 1 30 1 1 Vor Betrübnis. Genesis Gen 1 30 2 Cui iratus respondit Jacob: Num pro Deo ego sum, qui privavit te fructu ventris tui? Da ward Jakob zornig über Rachel und antwortete: Bin ich an Gottes Statt? Er ist es, der dir die Frucht deines Leibes versagt hat. @@ -1569,7 +1570,7 @@ Genesis Gen 1 30 41 Igitur quando primo tempore ascendebantur oves, ponebat Jaco Genesis Gen 1 30 42 Quando vero serotina admissura erat, et conceptus extremus, non ponebat eas. Factaque sunt ea, quæ erant serotina, Laban: et quæ primi temporis, Jacob. Wenn aber die späte Begattung und die letzte Befruchtung kam, so legte er sie nicht hinein. So geschah es, dass die Spätlinge dem Laban, die Erstlinge Jakob zufielen.²⁹ Genesis Gen 1 30 42 29 Hebr.: 41. Und so oft die Brunftzeit der kräftigen Tiere kam, legte Jakob den Schafen die Stäbe vor Augen in die Rinnen, damit sie sich vor den Stäben begatteten. 42 waren es aber die schwachen Tiere, so legte er sie nicht hin. Daher wurden die Schwachen dem Laban, die kräftigen aber Jakob zu Teil. Ein zweiter Kunstgriff. Die Vulgata bezieht dies Verfahren auf die beiden Jahreswürfe. Genesis Gen 1 30 43 Ditatusque est homo ultra modum, et habuit greges multos, ancillas et servos, camelos et asinos. Und der Mann ward überaus reich und hatte viele Herden, Mägde und Knechte, Kamele und Esel. -Genesis Gen 1 31 0 c. Da Laban dem Jakob missgünstig wird, erhält dieser von Gott die Mahnung, mit den Seinigen nach Chanaan zurückzukehren. (V. 18) Jakob zieht heimlich fort, Laban verfolgt ihn, wird indes von Gott verhindert, jenem Böses zuzufügen. (V. 43) Laban und Jakob schließen ein Bündnis, worauf jener nach Haran zurückkehrt. +Genesis Gen 1 31 0 c. Da Laban dem Jakob missgünstig wird, erhält dieser von Gott die Mahnung, mit den Seinigen nach Chanaan zurückzukehren. (V. 18) Jakob zieht heimlich fort, Laban verfolgt ihn, wird indes von Gott verhindert, jenem Böses zuzufügen. (V. 43) Laban und Jakob schließen ein Bündnis, worauf jener nach Haran zurückkehrt. Genesis Gen 1 31 1 Postquam autem audivit verba filiorum Laban dicentium: Tulit Jacob omnia, quæ fuerunt patris nostri, et de illius facultate ditatus, factus est inclytus: Da kamen ihm die Reden der Söhne Labans zu Ohren, die da sagten: Jakob hat alles an sich gebracht, was unserm Vater gehörte, und von seinem Gute bereichert, ist er berühmt geworden; Genesis Gen 1 31 2 Animadvertit quoque faciem Laban, quod non esset erga se sicut heri et nudiustertius, Zudem sah Jakob, dass das Angesicht Labans gegen ihn nicht mehr so war wie sonst und ehedem, Genesis Gen 1 31 3 Maxime dicente sibi Domino: Revertere in terram patrum tuorum, et ad generationem tuam, eroque tecum: darum nun, vorzüglich aber weil Gott zu ihm sprach: Kehre zurück in das Land deiner Väter und zu deinem Geschlechte, und ich will mit dir sein;¹ @@ -1658,7 +1659,7 @@ Genesis Gen 1 31 52 Testis erit: tumulus, inquam, iste et lapis sint in testimon Genesis Gen 1 31 53 Deus Abraham, et Deus Nachor judicet inter nos, Deus patris eorum. Juravit ergo Jacob per timorem patris sui Isaac: Der Gott Abrahams und der Gott Nachors sei Richter zwischen uns, der Gott ihres Vaters! Und Jakob schwur bei dem, welchen sein Vater Isaak fürchtete, Genesis Gen 1 31 54 Immolatisque victimis in monte, vocavit fratres suos ut ederent panem. Qui cum comedissent, manserunt ibi. und brachte ein Opfer auf dem Berge dar, und rief seine Brüder zum Mahle; und sie aßen, und blieben daselbst. Genesis Gen 1 31 55 Laban vero de nocte consurgens, osculatus est filios, et filias suas, et benedixit illis: reversusque est in locum suum. Laban aber brach des Morgens früh auf, küsste seine Söhne und Töchter, und segnete sie, und kehrte an seinen Wohnsitz zurück. -Genesis Gen 1 32 0 d. Jakob wird an der Grenze Chanaans durch die Erscheinung von Engeln gestärkt. (V. 2) Er sendet Boten an Esau voraus, diesen zu gewinnen, und bereitet große Geschenke für denselben vor. (V. 22) Jakob wird durch eine zweite Erscheinung eines mit ihm kämpfenden Engels gestärkt. +Genesis Gen 1 32 0 d. Jakob wird an der Grenze Chanaans durch die Erscheinung von Engeln gestärkt. (V. 2) Er sendet Boten an Esau voraus, diesen zu gewinnen, und bereitet große Geschenke für denselben vor. (V. 22) Jakob wird durch eine zweite Erscheinung eines mit ihm kämpfenden Engels gestärkt. Genesis Gen 1 32 1 Jacob quoque abiit itinere quo cperat: fueruntque ei obviam Angeli Dei. Auch Jakob zog seines Weges dahin, den er eingeschlagen; da begegneten ihm Engel Gottes.¹ [Gen 48,16] Genesis Gen 1 32 1 1 Nicht notwendig mehrere Engel. Genesis Gen 1 32 2 Quos cum vidisset, ait: Castra Dei sunt hæc: et appellavit nomen loci illius Mahanaim, id est, Castra. Da er diese sah, sprach er: Dies ist das Heerlager Gottes,² und er nannte den Namen dieses Ortes Mahanaim, das ist Lager.³ @@ -1715,7 +1716,7 @@ Genesis Gen 1 32 31 Ortusque est ei statim sol, postquam transgressus est Phanue Genesis Gen 1 32 31 23 Zeit und Folge des Kampfes werden angegeben, damit die Wirklichkeit desselben so feststehe. Genesis Gen 1 32 32 Quam ob causam non comedunt nervum filii Israel, qui emarcuit in femore Jacob, usque in præsentem diem: eo quod tetigerit nervum femoris ejus, et obstupuerit. Darum essen die Kinder Israels bis auf den heutigen Tag die Sehne nicht, welche in der Hüfte Jakobs erlahmte; deshalb weil er die Sehne seiner Hüfte berührte und diese gelähmt ward.²⁴ Genesis Gen 1 32 32 24 Dies ist lediglich eine Sitte, nicht ein Gesetz. -Genesis Gen 1 33 0 Zusammentreffen Jakobs mit Esau und friedliche Verständigung beider. (V. 17) C. Jakobs Aufenthalt in Mesopotamien bis zum Tode seines Vaters (33,18 35,29) a. Jakob kauft sich bei Sichem einen Acker und erbaut daselbst einen Altar. +Genesis Gen 1 33 0 Zusammentreffen Jakobs mit Esau und friedliche Verständigung beider. (V. 17) C. Jakobs Aufenthalt in Mesopotamien bis zum Tode seines Vaters (33,18 35,29) a. Jakob kauft sich bei Sichem einen Acker und erbaut daselbst einen Altar. Genesis Gen 1 33 1 Elevans autem Jacob oculos suos, vidit venientem Esau, et cum eo quadringentos viros: divisitque filios Liæ et Rachel, ambarumque famularum: Als nun Jakob seine Augen erhob,¹ sah er Esau kommen, und mit ihm vierhundert Mann. Da teilte er die Kinder Lias und Rachels, und die Kinder der beiden Mägde; Genesis Gen 1 33 1 1 Nicht notwendigerweise sofort nach dem eben Erzählten. Genesis Gen 1 33 2 Et posuit utramque ancillam, et liberos earum in principio: Liam vero, et filios ejus in secundo loco: Rachel autem, et Joseph novissimos. und stellte die beiden Mägde und ihre Kinder an die Spitze, Lia und ihre Kinder dahinter, Rachel aber und Joseph zuletzt.² @@ -1752,7 +1753,7 @@ Genesis Gen 1 33 19 Emitque partem agri in qua fixerat tabernacula, a filiis Hem Genesis Gen 1 33 19 15 Die Hauptursache des Kaufes war die Absicht Jakobs, dort einen Altar des Herrn zu errichten. Lämmer: hebr. Kesita, Abgewogenes; ein bestimmtes bei Zahlung von Edelmetall zu Grunde gelegtes Gewicht. Genesis Gen 1 33 20 Et erecto ibi altari, invocavit super illud fortissimum Deum Israel. und errichtete daselbst einen Altar, und rief allda den starken Gott Israels an.¹⁶ Genesis Gen 1 33 20 16 Bei Sichem hatte schon Abraham einen Altar erbaut. [Gen 12,7] Jakob rief Gott als Gott Israels zu Ehren des neuen ihm vom Engel Gottes gegebenen Namens an. Wenn Israel hier als Volksname steht, weist es auf den Schriftsteller hin, der zur Zeit lebte, als die Nachkommen Jakobs bereits ein Volk bildeten, in diesem Sinne: Jakob rief den Gott an, welcher ihn geschützt, und dieser Gott leitet auch das Volk Israel und muss von diesem angerufen werden. -Genesis Gen 1 34 0 Die Söhne Jakobs, Simon und Levi, töten die Einwohner von Sichem, weil Sichem, der Sohn des Fürsten, Dina Gewalt angetan. (V. 29) Die benachbarten Stämme werden Jakob infolge dessen feindlich gesinnt. +Genesis Gen 1 34 0 Die Söhne Jakobs, Simon und Levi, töten die Einwohner von Sichem, weil Sichem, der Sohn des Fürsten, Dina Gewalt angetan. (V. 29) Die benachbarten Stämme werden Jakob infolge dessen feindlich gesinnt. Genesis Gen 1 34 1 Egressa est autem Dina filia Liæ ut videret mulieres regionis illius. Dina aber, die Tochter Lias, ging aus, die Frauen jenes Landes zu sehen.¹ Genesis Gen 1 34 1 1 Es sind einige Jahre nach der Rückkehr bis zu diesem Ereignisse vergangen, das einige Jahre vor das 16. Jahre Josephs fällt. [Gen 37,2] Nachdem Jakob von Sichem nach Hebron gezogen, ward Joseph im gedachten Alter verkauft. Genesis Gen 1 34 2 Quam cum vidisset Sichem filius Hemor Hevæi, princeps terræ illius, adamavit eam: et rapuit, et dormivit cum illa, vi opprimens virginem. Da sah sie Sichem, der Sohn des Heviters Hemor, der Fürst jenes Landes, und gewann sie lieb. Und er entführte sie und schlief bei ihr, der Jungfrau Gewalt antuend. @@ -1795,7 +1796,7 @@ Genesis Gen 1 34 29 Parvulos quoque eorum et uxores duxerunt captivas. und ihre Genesis Gen 1 34 30 Quibus patratis audacter, Jacob dixit ad Simeon et Levi: Turbastis me, et odiosum fecistis me Chananæis, et Pherezæis habitatoribus terræ hujus: nos pauci sumus: illi congregati percutient me, et delebor ego, et domus mea. Nachdem sie dieses alles verwegen verübt hatten, sprach Jakob zu Simeon und Levi: Ihr habt mich betrübt und habt mich verhasst gemacht bei den Bewohnern dieses Landes, bei den Chananitern und Pherezitern. Wir sind nur wenige, sie werden sich vereinigen und mich schlagen, und ich werde vernichtet werden, samt meinem Hause.¹¹ Genesis Gen 1 34 30 11 Jakob tadelt die Schandtat seiner Söhne nicht scharf genug; anders [Gen 49,5ff]. Genesis Gen 1 34 31 Responderunt: Numquid ut scorto abuti debuere sorore nostra? Da antworteten sie: Durften sie etwa unsere Schwester wie eine Dirne missbrauchen? -Genesis Gen 1 35 0 Auf Befehl Gottes zieht Jakob nach Bethel, errichtet dort den Altar, den er auf seinem Zuge nach Haran gelobt, und wird durch eine neue Erscheinung Gottes gestärkt. (V. 15) b. Von dort zieht er nach Süden, wo Rachel nahe bei Ephrata, nachdem sie Benjamin geboren, stirbt. (V. 20) Seine Betrübnis wird durch die Schandtat Rubens gemehrt, der sich mit der Nebenfrau seines Vaters, Bala, versündigt. (V. 22) c. Aufzählung der zwölf Söhne Jakobs; Tod Isaaks. (V. 26) +Genesis Gen 1 35 0 Auf Befehl Gottes zieht Jakob nach Bethel, errichtet dort den Altar, den er auf seinem Zuge nach Haran gelobt, und wird durch eine neue Erscheinung Gottes gestärkt. (V. 15) b. Von dort zieht er nach Süden, wo Rachel nahe bei Ephrata, nachdem sie Benjamin geboren, stirbt. (V. 20) Seine Betrübnis wird durch die Schandtat Rubens gemehrt, der sich mit der Nebenfrau seines Vaters, Bala, versündigt. (V. 22) c. Aufzählung der zwölf Söhne Jakobs; Tod Isaaks. (V. 26) Genesis Gen 1 35 1 Interea locutus est Deus ad Jacob: Surge, et ascende Bethel, et habita ibi, facque altare Deo qui apparuit tibi quando fugiebas Esau fratrem tuum. Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf, und ziehe hinauf nach Bethel, und verweile daselbst, und baue dem Gott, der dir erschien, als du vor deinem Bruder Esau flohest, einen Altar.¹ [Gen 28,13] Genesis Gen 1 35 1 1 Gottes Gebot und das [Gen 28,22] gemachte Gelübde führen Jakob nach Bethel zurück. So entzieht er seine Söhne zugleich der Rache wegen der Zerstörung Sichems. Genesis Gen 1 35 2 Jacob vero convocata omni domo sua, ait: Abjicite deos alienos qui in medio vestri sunt, et mundamini, ac mutate vestimenta vestra. Da rief Jakob sein gesamtes Haus zusammen und sprach: Schaffet die fremden Götter weg, die ihr in eurer Mitte habt,² und reiniget euch,³ und wechselt eure Kleider. @@ -1847,7 +1848,7 @@ Genesis Gen 1 35 28 Et completi sunt dies Isaac centum octoginta annorum. Und al Genesis Gen 1 35 28 21 Also war Jakob damals 120 Jahre alt. Da Joseph im 109. Lebensjahre Jakobs nach Ägypten verkauft wurde, erlebte Isaak diese Heimsuchung noch. Genesis Gen 1 35 29 Consumptusque ætate mortuus est: et appositus est populo suo senex et plenus dierum: et sepelierunt eum Esau et Jacob filii sui. Da starb er, entkräftet von Alter, und ward zu seinem Volke versammelt, alt und hochbetagt, und seine Söhne, Esau und Jakob, begruben ihn.²² Genesis Gen 1 35 29 22 Isaak wurde in der Höhle bei Hebron bestattet [Gen 49,31] Esau fehlt bei dem Begräbnisse seines Vaters so wenig, wie Ismael bei dem Abrahams. Dies entspricht der Wichtigkeit, welche die Genesis der Geschichte Ismaels und Esaus beimisst. Wenngleich der Tod Isaak erheblich später erfolgte, wird er hier erwähnt, weil die noch folgenden Lebensjahre Isaaks für die Geschichte des Reiches Gottes nicht von Bedeutung sind. Vergl. [Gen 25,7ff]. -Genesis Gen 1 36 0 4. Geschichte Esaus. (36 V. 1 -43) Esau zieht mit seinen Weibern und seiner Habe auf das Gebirge Seir. (V. 8) Nachkommen Esaus, die ihm in Chanaan und Idumäa geboren wurden. (V. 14) Die Fürsten der Idumäer und Horräer (V. 30) und die ersten Könige von Idumäa. (V. 43) +Genesis Gen 1 36 0 4. Geschichte Esaus. (36 V. 1 -43) Esau zieht mit seinen Weibern und seiner Habe auf das Gebirge Seir. (V. 8) Nachkommen Esaus, die ihm in Chanaan und Idumäa geboren wurden. (V. 14) Die Fürsten der Idumäer und Horräer (V. 30) und die ersten Könige von Idumäa. (V. 43) Genesis Gen 1 36 1 Hæ sunt autem generationes Esau, ipse est Edom. Dies sind die Geschlechtsfolgen Esaus, welcher Edom ist.¹ Genesis Gen 1 36 1 1 Es handelt sich um Esau, insofern er der Stammvater der Edomiter ist. (V. 8, V. 19, V. 43). Dass Esau ebenfalls Edom genannt wird, ist bereits [Gen 25,30] gesagt worden. Genesis Gen 1 36 2 Esau accepit uxores de filiabus Chanaan: Ada filiam Elon Hethæi, et Oolibama filiam Anæ filiæ Sebeon Hevæi: Esau nahm sich Frauen von den Töchtern Chanaans: Ada, die Tochter des Hethiters Elon, und Oolibama, die Tochter Anas, der Tochter des Heviters Sebeons,² @@ -1903,7 +1904,7 @@ Genesis Gen 1 36 41 Dux Oolibama, dux Ela, dux Phinon, der Fürst Oolibama, der Genesis Gen 1 36 42 Dux Cenez, dux Theman, dux Mabsar, der Fürst Kenez, der Fürst Theman, der Fürst Mabsar, Genesis Gen 1 36 43 Dux Magdiel, dux Hiram: hi duces Edom habitantes in terra imperii sui, ipse est Esau pater Idumæorum. der Fürst Magdiel, der Fürst Hiram; dies sind die Fürsten von Edom, welche im Lande ihrer Herrschaft wohnten, dies ist Esau, der Vater der Idumäer.¹² Genesis Gen 1 36 43 12 Rückblick auf V. 1 oder 8, 9, 19. -Genesis Gen 1 37 0 5. Geschichte Jakobs und seiner Söhne (37,1 50,25) A. Geschichte Josephs (erster Teil) (37. V. 2 36) a. Joseph, der Liebling seines Vaters, zieht durch die Erzählung der Träume, die er gehabt, den Neid der Brüder auf sich. (V. 11) b. Diese wollen ihn töten, überliefern ihn aber auf den Rat Rubens und Judas madianitischen Kaufleuten, welche ihn nach Ägypten an Puthiphar verkaufen, während der Vater ihn als tot betrauert. +Genesis Gen 1 37 0 5. Geschichte Jakobs und seiner Söhne (37,1 50,25) A. Geschichte Josephs (erster Teil) (37. V. 2 36) a. Joseph, der Liebling seines Vaters, zieht durch die Erzählung der Träume, die er gehabt, den Neid der Brüder auf sich. (V. 11) b. Diese wollen ihn töten, überliefern ihn aber auf den Rat Rubens und Judas madianitischen Kaufleuten, welche ihn nach Ägypten an Puthiphar verkaufen, während der Vater ihn als tot betrauert. Genesis Gen 1 37 1 Habitavit autem Jacob in terra Chanaan, in qua pater suus peregrinatus est. Jakob aber wohnte im Lande Chanaan, in welchem sein Vater als Fremdling geweilt hatte.¹ Genesis Gen 1 37 1 1 Hebr.: Im Lande der Wanderschaft seines Vaters, im Lande Chanaans. Genesis Gen 1 37 2 Et hæ sunt generationes ejus: Joseph cum sedecim esset annorum, pascebat gregem cum fratribus suis adhuc puer: et erat cum filiis Balæ et Zelphæ uxorum patris sui: accusavitque fratres suos apud patrem crimine pessimo. Und dies ist seine Geschichte: Als Joseph sechzehn Jahre alt war, pflegte er, noch ein Jüngling,² mit seinen Brüdern die Herde zu weiden, und er war mit den Söhnen Balas und Zelphas,³ der Frauen seines Vaters, und klagte einst seine Brüder bei dem Vater wegen einer sehr schlimmen Tat an. @@ -1958,7 +1959,7 @@ Genesis Gen 1 37 35 Congregatis autem cunctis liberis ejus ut lenirent dolorem p Genesis Gen 1 37 36 Madianitæ vendiderunt Joseph in gypto Putiphari eunucho Pharaonis magistro militum. Die Madianiter aber verkauften Joseph in Ägypten an Putiphar,¹⁷ einen Kämmerer¹⁸ Pharaos, den Anführer der Leibwache. Genesis Gen 1 37 36 17 Dem Ra geweiht. Genesis Gen 1 37 36 18 Ursprünglich: ein Verschnittener, dann überhaupt Hofbeamter. [Gen 40,2] -Genesis Gen 1 38 0 B. Judas und seine Söhne (V. 1 30) a. Von den drei Söhnen des Judas, welche diesem sein chananäisches Eheweib geboren, sterben die beiden ältesten ihrer Sünde halber nacheinander, ohne mit Thamar, die ihnen Judas zur Frau gegeben, Kinder zu zeugen. (V. 10) b. Da Thamar dem dritten Sohne Judas nicht zur Ehe gegeben wird, erreicht sie durch List, dass Judas ihr beiwohnt (V. 23) und gebärt ihm Zwillinge. +Genesis Gen 1 38 0 B. Judas und seine Söhne (V. 1 30) a. Von den drei Söhnen des Judas, welche diesem sein chananäisches Eheweib geboren, sterben die beiden ältesten ihrer Sünde halber nacheinander, ohne mit Thamar, die ihnen Judas zur Frau gegeben, Kinder zu zeugen. (V. 10) b. Da Thamar dem dritten Sohne Judas nicht zur Ehe gegeben wird, erreicht sie durch List, dass Judas ihr beiwohnt (V. 23) und gebärt ihm Zwillinge. Genesis Gen 1 38 1 Eodem tempore descendens Judas a fratribus suis, divertit ad virum Odollamitem, nomine Hiram. Um eben diese Zeit¹ verließ Judas seine Brüder und ließ sich bei einem Manne von Odollam, mit Namen Hiram, nieder. Genesis Gen 1 38 1 1 Nicht notwendigerweise zur Zeit der in der [Gen 37] erzählten Ereignisse, sondern: In der Zeit, da Joseph verschwunden war. Joseph wird von Gott und von Jakob [Gen 49] den übrigen von den Töchtern Labans geborenen Söhnen vorgezogen, weil jene sich mancher Frevel schuldig gemacht: Ruben [Gen 35,22]. Simeon und Levi [Gen 34] Judas [Gen 38]. Genesis Gen 1 38 2 Viditque ibi filiam hominis Chananæi, vocabulo Sue: et accepta uxore, ingressus est ad eam. Daselbst sah er die Tochter eines Chananiters, mit Namen Sue, und nahm sie zum Weibe und ging zu ihr. [1Chr 2,1] @@ -2012,7 +2013,7 @@ Genesis Gen 1 38 29 21 Warum hast du die Haut zerrissen, in der du dich befande Genesis Gen 1 38 29 22 Riss Genesis Gen 1 38 30 Postea egressus est frater ejus, in cujus manu erat coccinum: quem appellavit Zara. Darnach kam sein Bruder hervor, an dessen Hand der rote Faden war; und man nannte ihn Zara.²³ [1Chr 2,4] Genesis Gen 1 38 30 23 Aufgang, vielleicht mit Anspielung auf den Karmosinfaden. -Genesis Gen 1 39 0 C. Weiterer Verfolg der Geschichte Josephs: Josephs Sklave, Gefangener, Vizekönig von Ägypten (39,1 41,52) a. Joseph steht bei Putiphar in Gnaden (V. 6), doch wird er bald, da er die Versuchung seitens der Gattin seines Herrn zurückweist, von dieser angeklagt, ins Gefängnis geworfen. B. Hier gewinnt er die Gunst des Kerkermeisters. +Genesis Gen 1 39 0 C. Weiterer Verfolg der Geschichte Josephs: Josephs Sklave, Gefangener, Vizekönig von Ägypten (39,1 41,52) a. Joseph steht bei Putiphar in Gnaden (V. 6), doch wird er bald, da er die Versuchung seitens der Gattin seines Herrn zurückweist, von dieser angeklagt, ins Gefängnis geworfen. B. Hier gewinnt er die Gunst des Kerkermeisters. Genesis Gen 1 39 1 Igitur Joseph ductus est in gyptum, emitque eum Putiphar eunuchus Pharaonis, princeps exercitus, vir gyptius, de manu Ismaelitarum, a quibus perductus erat. Als nun¹ Joseph nach Ägypten weggeführt war, kaufte ihn Putiphar, ein Kämmerer Pharaos, der Oberste der Leibwache, ein Ägypter, aus der Hand der Ismaeliter, welche ihn dorthin gebracht hatten. Genesis Gen 1 39 1 1 Die Erzählung kehrt zu [Gen 37,36] zurück. Genesis Gen 1 39 2 Fuitque Dominus cum eo, et erat vir in cunctis prospere agens: habitavitque in domo domini sui, Und der Herr war mit ihm, und er war ein Mann, dem alles, was er begann, glücklich von Statten ging, und er wohnte im Hause seines Gebieters,² @@ -2051,7 +2052,7 @@ Genesis Gen 1 39 21 Fuit autem Dominus cum Joseph, et misertus illius dedit ei g Genesis Gen 1 39 21 15 Ein Unterbeamter Putiphars. Genesis Gen 1 39 22 Qui tradidit in manu illius universos vinctos qui in custodia tenebantur: et quidquid fiebat, sub ipso erat. Dieser vertraute ihm alle Gefangenen an, die in der Haft gehalten wurden; und alles, was dort geschah, geschah nach seiner Anordnung. Genesis Gen 1 39 23 Nec noverat aliquid, cunctis ei creditis: Dominus enim erat cum illo, et omnia opera ejus dirigebat. Und er sorgte um nichts, nachdem er ihm alles anvertraut hatte; denn der Herr war mit ihm, und ließ all sein Tun gelingen. -Genesis Gen 1 40 0 Joseph erklärt zwei Mitgefangenen ihre Träume. +Genesis Gen 1 40 0 Joseph erklärt zwei Mitgefangenen ihre Träume. Genesis Gen 1 40 1 His ita gestis, accidit ut peccarent duo eunuchi, pincerna regis gypti, et pistor, domino suo. Nach diesen Ereignissen geschah es, dass zwei Kämmerer, der Mundschenk und der Bäcker des Königs von Ägypten, sich gegen ihren Herrn vergingen. Genesis Gen 1 40 2 Iratusque contra eos Pharao (nam alter pincernis præerat, alter pistoribus) Da ward Pharao zornig über sie (denn der eine war der Obermundschenk, und der andere der Oberbäcker), Genesis Gen 1 40 3 Misit eos in carcerem principis militum, in quo erat vinctus et Joseph. und ließ sie in den Kerker des Anführers der Leibwache¹ werfen, in welchem auch Joseph gefangen saß. @@ -2087,7 +2088,7 @@ Genesis Gen 1 40 21 Restituitque alterum in locum suum, ut porrigeret ei poculum Genesis Gen 1 40 22 Alterum suspendit in patibulo, ut conjectoris veritas probaretur. den andern ließ er an den Galgen hängen, so dass sich die Wahrhaftigkeit des Deuters erwies.¹² Genesis Gen 1 40 22 12 Der heilige Hieronymus übersetzt hier ziemlich frei. Genesis Gen 1 40 23 Et tamen succedentibus prosperis, præpositus pincernarum oblitus est interpretis sui. Der Obermundschenk jedoch vergaß, als es ihm wohlging, seines Traumdeuters. -Genesis Gen 1 41 0 c. Joseph wird vor Pharao berufen, erklärt, was niemand vermag, demselben dessen Traum von sieben fetten und sieben mageren Kühen und sieben vollen und sieben dürren Ähren (V. 36), und wird als Vizekönig über Ägypten gesetzt. (V. 44) Die ihm von Pharao gegebene Ehefrau gebiert ihm zwei Söhne, Ephraim und Manasse. D. Joseph und seine Brüder in Ägypten. (41,53 45,28) a. Auf sieben fruchtreiche durch die Träume Pharaos vorbedeutenden Jahre folgen die ebenfalls vorhergesagten sieben mageren Jahre, welche alle umwohnenden Völkerschafen zwingen, in Ägypten Lebensmittel zu kaufen. +Genesis Gen 1 41 0 c. Joseph wird vor Pharao berufen, erklärt, was niemand vermag, demselben dessen Traum von sieben fetten und sieben mageren Kühen und sieben vollen und sieben dürren Ähren (V. 36), und wird als Vizekönig über Ägypten gesetzt. (V. 44) Die ihm von Pharao gegebene Ehefrau gebiert ihm zwei Söhne, Ephraim und Manasse. D. Joseph und seine Brüder in Ägypten. (41,53 45,28) a. Auf sieben fruchtreiche durch die Träume Pharaos vorbedeutenden Jahre folgen die ebenfalls vorhergesagten sieben mageren Jahre, welche alle umwohnenden Völkerschafen zwingen, in Ägypten Lebensmittel zu kaufen. Genesis Gen 1 41 1 Post duos annos vidit Pharao somnium. Putabat se stare super fluvium, Zwei Jahre darauf hatte Pharao einen Traum. Es war ihm, er stehe am Strome, Genesis Gen 1 41 2 De quo ascendebant septem boves, pulchræ et crassæ nimis: et pascebantur in locis palustribus. und aus diesem stiegen sieben Kühe empor, überaus schön und fett; und sie weideten in den feuchten Gefilden.¹ Genesis Gen 1 41 2 1 Die fetten Kühe kommen vom Nile, der Quelle der Fruchtbarkeit Ägyptens, her und weiden auf grünenden Wiesen, die mageren weiden nur am Ufer selbst. @@ -2171,7 +2172,7 @@ Genesis Gen 1 41 56 Crescebat autem quotidie fames in omni terra: aperuitque Jos Genesis Gen 1 41 56 25 Ägypten. Die Maßregeln für Ägypten sind dem Verfasser weniger wichtig, weshalb er sie nur kurz erwähnt, um erst, nachdem er die wunderbare Vereinigung Josephs mit seiner Familie erzählt hat, wieder auf dieselben zurückzukommen. [Gen 47,13-27] Genesis Gen 1 41 57 Omnesque provinciæ veniebant in gyptum, ut emerent escas, et malum inopiæ temperarent. Und alle Länder²⁶ kamen nach Ägypten, um Getreide zu kaufen und der harten Not zu steuern. Genesis Gen 1 41 57 26 Alle benachbarten Länder. -Genesis Gen 1 42 0 b. Jakob sendet seine Söhne, mit Ausnahme Benjamins, nach Ägypten. (V. 4) Joseph erkennt seine Brüder, redet sie hart an und entlässt sie nur unter der Bedingung, dass sie das nächste Mal ihren Bruder Benjamin mit sich nach Ägypten bringen. (V. 35) c. Jakob will in die Mitnahme seines jüngsten Sohnes nicht einwilligen. +Genesis Gen 1 42 0 b. Jakob sendet seine Söhne, mit Ausnahme Benjamins, nach Ägypten. (V. 4) Joseph erkennt seine Brüder, redet sie hart an und entlässt sie nur unter der Bedingung, dass sie das nächste Mal ihren Bruder Benjamin mit sich nach Ägypten bringen. (V. 35) c. Jakob will in die Mitnahme seines jüngsten Sohnes nicht einwilligen. Genesis Gen 1 42 1 Audiens autem Jacob quod alimenta venderentur in gypto, dixit filiis suis: Quare negligitis? Da aber Jakob hörte, dass man in Ägypten Getreide verkaufe, sprach er zu seinen Söhnen: Warum säumt ihr? Genesis Gen 1 42 2 Audivi quod triticum venumdetur in gypto: descendite, et emite nobis necessaria, ut possimus vivere, et non consumamur inopia. Ich habe gehört, dass man Getreide in Ägypten verkauft; ziehet hinab, und kaufet, was wir nötig haben, damit wir leben können und nicht vor Hunger umkommen. Genesis Gen 1 42 3 Descendentes igitur fratres Joseph decem, ut emerent frumenta in gypto, Da zogen zehn von den Brüdern Josephs hinab, um Getreide in Ägypten zu kaufen; @@ -2227,7 +2228,7 @@ Genesis Gen 1 42 37 Cui respondit Ruben: Duos filios meos interfice, si non redu Genesis Gen 1 42 37 16 Ruben ist im Vertrauen auf Gottes Vorsehung und den Eidschwur Josephs sicher. Genesis Gen 1 42 38 At ille: Non descendet, inquit, filius meus vobiscum: frater ejus mortuus est, et ipse solus remansit: si quid ei adversi acciderit in terra ad quam pergitis, deducetis canos meos cum dolore ad inferos. Er aber sprach: Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen; sein Bruder ist tot, und er ist allein übrig;¹⁷ wenn ihm ein Leid widerführe in dem Lande, in das ihr ziehet, so würdet ihr meine grauen Haare vor Kummer unter die Erde bringen. Genesis Gen 1 42 38 17 Von Rachel. -Genesis Gen 1 43 0 Da die Hungersnot zunimmt, sendet Jakob wiederum seine Söhne nach Ägypten, ihnen Benjamin beigebend, für dessen sichere Rückkehr Judas sich verbürgt. (V. 15) d. Die Brüder werden von Joseph freundlich aufgenommen. +Genesis Gen 1 43 0 Da die Hungersnot zunimmt, sendet Jakob wiederum seine Söhne nach Ägypten, ihnen Benjamin beigebend, für dessen sichere Rückkehr Judas sich verbürgt. (V. 15) d. Die Brüder werden von Joseph freundlich aufgenommen. Genesis Gen 1 43 1 Interim fames omnem terram vehementer premebat. Indessen lastete die Hungersnot schwer auf dem ganzen Lande. Genesis Gen 1 43 2 Consumptisque cibis quos ex gypto detulerant, dixit Jacob ad filios suos: Revertimini, et emite nobis pauxillum escarum. Als sie nun das Getreide aufgezehrt hatten, das sie aus Ägypten geholt, sprach Jakob zu seinen Söhnen: Kehret wieder zurück und kaufet etwas Lebensmittel für uns!¹ Genesis Gen 1 43 2 1 Jakob spricht nicht von der Befreiung Simeons. Sein Gemüt ist niedergedrückt, er glaubt wohl nicht an die Möglichkeit, jenen gerettet zu sehen. Vergl. [Gen 42,36.38]. Er wünscht wohl Lebensmittel zu kaufen, so viele für das Jahr notwendig sind, da er nicht weiß, dass noch fünf Jahre Hungersnot bevorstanden. @@ -2286,7 +2287,7 @@ Genesis Gen 1 43 33 Sederunt coram eo, primogenitus juxta primogenita sua, et mi Genesis Gen 1 43 34 Sumptis partibus quas ab eo acceperant: majorque pars venit Benjamin, ita ut quinque partibus excederet. Biberuntque et inebriati sunt cum eo. Und sie nahmen jeder den Anteil, den er von ihm erhielt; der größte Teil aber kam auf Benjamin, so dass er fünfmal so viel erhielt, als die anderen.²³ Und sie tranken mit ihm und wurden fröhlich.²⁴ Genesis Gen 1 43 34 23 Vergl. [1Sam 9,32]. Gäste, die man besonders ehren wollte, erhielten einen reichlicheren Anteil als Ehrengabe. Reichlich satt wurden alle. Genesis Gen 1 43 34 24 Oder: satt. Der hebr. Ausdruck bezeichnet die Reichlichkeit des Genusses, nicht das Trunkenwerden. Vergl. [Hag 1,6]. -Genesis Gen 1 44 0 Joseph stellt seine Brüder auf die Probe, ob sie gegen den vom Vater besonders geliebten Benjamin Neid im Herzen haben. +Genesis Gen 1 44 0 Joseph stellt seine Brüder auf die Probe, ob sie gegen den vom Vater besonders geliebten Benjamin Neid im Herzen haben. Genesis Gen 1 44 1 Præcepit autem Joseph dispensatori domus suæ, dicens: Imple saccos eorum frumento, quantum possunt capere: et pone pecuniam singulorum in summitate sacci. Joseph aber gebot seinem Hausverwalter, und sprach: Fülle ihre Säcke mit Getreide, so viel sie fassen können, und lege einem jeden sein Geld obenauf in den Sack. Genesis Gen 1 44 2 Scyphum autem meum argenteum, et pretium quod dedit tritici, pone in ore sacci junioris. Factumque est ita. Meinen silbernen Becher lege obenauf in den Sack des Jüngsten, samt dem Gelde, welches er für sein Getreide gegeben hat. Und es geschah also. Genesis Gen 1 44 3 Et orto mane, dimissi sunt cum asinis suis. Als es nun Morgen ward, ließ man sie mit ihren Eseln ziehen. @@ -2341,7 +2342,7 @@ Genesis Gen 1 44 32 Ego proprie servus tuus sim, qui in meam hunc recepi fidem, Genesis Gen 1 44 32 20 Hebr.: Denn dein Knecht hat den Jüngling von meinem Vater durch Bürgschaft erhalten, indem er sprach. Genesis Gen 1 44 33 Manebo itaque servus tuus pro puero in ministerio domini mei, et puer ascendat cum fratribus suis. Ich also, dein Knecht, will an Stelle des Knaben in der Dienstbarkeit meines Herrn bleiben, und der Knabe möge mit seinen Brüdern hinaufziehen. Genesis Gen 1 44 34 Non enim possum redire ad patrem meum, absente puero: ne calamitatis, quæ oppressura est patrem meum testis assistam. Denn ohne den Knaben kann ich zu meinem Vater nicht zurückkehren, damit ich nicht Zeuge des Kummers werde, unter dem mein Vater erliegen wird. -Genesis Gen 1 45 0 Joseph gibt sich seinen Brüdern zu erkennen (V. 15) und lädt durch sie seinen Vater ein, mit allem, was ihm zugehört, nach Ägypten zu kommen. +Genesis Gen 1 45 0 Joseph gibt sich seinen Brüdern zu erkennen (V. 15) und lädt durch sie seinen Vater ein, mit allem, was ihm zugehört, nach Ägypten zu kommen. Genesis Gen 1 45 1 Non se poterat ultra cohibere Joseph multis coram adstantibus: unde præcepit ut egrederentur cuncti foras, et nullus interesset alienus agnitioni mutuæ. Da konnte Joseph nicht länger an sich halten vor allen, welche ihn umstanden, und gebot daher, dass alle hinausgehen sollten und kein Fremder zugegen wäre, wenn er sich seinen Brüdern zu erkennen gäbe. Genesis Gen 1 45 2 Elevavitque vocem cum fletu: quam audierunt gyptii, omnisque domus Pharaonis. Und er begann laut zu weinen, so dass die Ägypter¹ und das ganze Haus Pharaos es hörten. Genesis Gen 1 45 2 1 Vom Hause Josephs. @@ -2386,7 +2387,7 @@ Genesis Gen 1 45 26 15 Hebr.: Da wurde sein Herz starr, denn er glaubte ihnen n Genesis Gen 1 45 27 Illi econtra referebant omnem ordinem rei. Cumque vidisset plaustra, et universa quæ miserat, revixit spiritus ejus, Als sie ihm aber alles der Ordnung nach erzählten, und er die Wagen und alles sah, was Joseph gesandt hatte, lebte sein Geist wieder auf, Genesis Gen 1 45 28 Et ait: Sufficit mihi si adhuc Joseph filius meus vivit: vadam, et videbo illum antequam moriar. und er sprach: Genug ist es mir, wenn mein Sohn Joseph noch lebt;¹⁶ ich will hinziehen und ihn sehen, bevor ich sterbe. Genesis Gen 1 45 28 16 Er fragt nichts nach Josephs Macht und Herrlichkeit, ihm genügt es, dass sein Sohn lebt. -Genesis Gen 1 46 0 E. Auswanderung Jakobs und seiner Familie nach Ägypten. (46,1 47,26) a. Auf Gottes Befehl gehorcht Jakob der Aufforderung seines Sohnes (V. 7) und zieht mit allen den Seinen, deren Namen aufgezählt werden (V. 27), nach Ägypten, wo Joseph ihn mit kindlicher Liebe empfängt. (V. 30) b. Joseph rät ihm, Pharao zu bitten, ihm das Land Gessen als Wohnsitz anzuweisen. +Genesis Gen 1 46 0 E. Auswanderung Jakobs und seiner Familie nach Ägypten. (46,1 47,26) a. Auf Gottes Befehl gehorcht Jakob der Aufforderung seines Sohnes (V. 7) und zieht mit allen den Seinen, deren Namen aufgezählt werden (V. 27), nach Ägypten, wo Joseph ihn mit kindlicher Liebe empfängt. (V. 30) b. Joseph rät ihm, Pharao zu bitten, ihm das Land Gessen als Wohnsitz anzuweisen. Genesis Gen 1 46 1 Profectusque Israel cum omnibus quæ habebat, venit ad puteum juramenti: et mactatis ibi victimis Deo patris sui Isaac, Da brach Israel mit allem, was er hatte, auf, und kam zum Brunnen des Schwures,¹ und brachte daselbst dem Gott seines Vaters Isaak Opfer dar. Genesis Gen 1 46 1 1 Bersabee [Gen 21,33, Gen 26,23]; dort sagt er Gott Dank für die empfangenen Wohltaten (Chrys.), und befragt ihn wegen der Reise nach Ägypten. Genesis Gen 1 46 2 Audivit eum per visionem noctis vocantem se, et dicentem sibi: Jacob, Jacob. Cui respondit: Ecce adsum. Im nächtlichen Gesichte aber hörte er, wie Gott ihn rief und zu ihm sprach: Jakob, Jakob! Er antwortete ihm: Siehe, hier bin ich! @@ -2445,7 +2446,7 @@ Genesis Gen 1 46 32 Et sunt viri pastores ovium, curamque habent alendorum gregu Genesis Gen 1 46 33 Cumque vocaverit vos, et dixerit: Quod est opus vestrum? Wenn er euch nun rufen lässt und fragt: Welches ist euer Beruf? Genesis Gen 1 46 34 Respondebitis: Viri pastores sumus servi tui, ab infantia nostra usque in præsens, et nos et patres nostri. Hæc autem dicetis, ut habitare possitis in terra Gessen: quia detestantur gyptii omnes pastores ovium. So antwortet: Deine Knechte sind Hirten von Jugend auf bis jetzt, wir, sowohl wie unsere Väter. Das aber saget, damit ihr im Lande Gessen wohnen könnet, denn die Ägypter verabscheuen alle Schafhirten.²⁴ Genesis Gen 1 46 34 24 Joseph wollte die Seinigen vor der Befleckung durch die Ägypter bewahren (Epiph.) und ihnen den Zugang nach Chanaan offen halten. -Genesis Gen 1 47 0 Jakob bittet, dem Rate Josephs folgend, Pharao um die Erlaubnis, sich mit seinen Söhnen im Lande Gessen niederzulassen. (V. 12) c. Joseph bleibt am Königshofe und verschafft dem Könige während der Hungersnot alle Schätze und Besitztümer Ägyptens. (V. 26) F. Tod Jakobs und Josephs (47,27 50,25) Jakob fühlt, nachdem er 17 Jahre in Ägypten geweilt, den Tod herannahen und beschwört Joseph, ihn im Grabe seiner Väter zu bestatten. +Genesis Gen 1 47 0 Jakob bittet, dem Rate Josephs folgend, Pharao um die Erlaubnis, sich mit seinen Söhnen im Lande Gessen niederzulassen. (V. 12) c. Joseph bleibt am Königshofe und verschafft dem Könige während der Hungersnot alle Schätze und Besitztümer Ägyptens. (V. 26) F. Tod Jakobs und Josephs (47,27 50,25) Jakob fühlt, nachdem er 17 Jahre in Ägypten geweilt, den Tod herannahen und beschwört Joseph, ihn im Grabe seiner Väter zu bestatten. Genesis Gen 1 47 1 Ingressus ergo Joseph nuntiavit Pharaoni, dicens: Pater meus et fratres, oves eorum et armenta, et cuncta quæ possident, venerunt de terra Chanaan: et ecce consistunt in terra Gessen. Joseph also ging hin zu Pharao und berichtete ihm also: Mein Vater und meine Brüder sind mit ihren Schafen und Rindern, und allem, was sie besitzen, aus dem Lande Chanaan gekommen; und siehe, sie befinden sich im Lande Gessen. Genesis Gen 1 47 2 Extremos quoque fratrum suorum quinque viros constituit coram rege: Auch stellte er zuletzt¹ fünf aus der Zahl seiner Brüder dem Könige vor. Genesis Gen 1 47 2 1 Dieser Zusatz fehlt im Hebr. und Griech. @@ -2497,7 +2498,7 @@ Genesis Gen 1 47 29 19 Siehe [Gen 24,2]. Genesis Gen 1 47 30 Sed dormiam cum patribus meis, et auferas me de terra hac, condasque in sepulcro majorum meorum. Cui respondit Joseph: Ego faciam quod jussisti. sondern ich will bei meinen Vätern schlafen, und du sollst mich aus diesem Lande wegführen und mich im Begräbnisse meiner Vorfahren beisetzen. Da antwortete ihm Joseph: Ich werde tun, was du befohlen hast. [Gen 23,17] Genesis Gen 1 47 31 Et ille: Jura ergo, inquit, mihi. Quo jurante, adoravit Israel Deum, conversus ad lectuli caput. Er sprach: So schwöre mir! Und er schwur, Israel aber betete Gott an, geneigt zu Häupten seines Bettes.²⁰ Genesis Gen 1 47 31 20 Gott Dank sagend und sich neigend, wie er konnte. Nach der Septuag.: Er erwies (seinem Sohne Joseph) Ehrfurcht, indem er sich gegen die Spitze des Zepters desselben neigte. Nach dem heil. Paulus [Hebr 11,21] schaute Jakob in seinem Sohne Joseph, weil dieser Beherrscher von Ägypten war, die zukünftige Herrschaft Christi voraus und bezeigte deshalb Joseph als Typus Christi seine Ehrfurcht. -Genesis Gen 1 48 0 Jakob nimmt die Söhne Josephs, Manasse und Ephraim, als die seinen an (V. 7) und zieht, indem er ihnen seinen Segen gibt, den jüngeren Ephraim dem älteren vor. +Genesis Gen 1 48 0 Jakob nimmt die Söhne Josephs, Manasse und Ephraim, als die seinen an (V. 7) und zieht, indem er ihnen seinen Segen gibt, den jüngeren Ephraim dem älteren vor. Genesis Gen 1 48 1 His ita transactis, nuntiatum est Joseph quod ægrotaret pater suus: qui, assumptis duobus filiis Manasse et Ephraim, ire perrexit. Nach diesen Begebenheiten¹ ward dem Joseph berichtet, dass sein Vater krank sei. Da nahm er seine zwei Söhne, Manasse und Ephraim, mit sich und machte sich auf den Weg. Genesis Gen 1 48 1 1 Welcher Zeitraum zwischen [Gen 47,29] und [Gen 48,1] liegt, ist nicht zu bestimmen. Genesis Gen 1 48 2 Dictumque est seni: Ecce filius tuus Joseph venit ad te. Qui confortatus sedit in lectulo. Als man nun dem Greise² sagte: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir, nahm er seine Kräfte zusammen und setzte sich im Bette auf. @@ -2543,7 +2544,7 @@ Genesis Gen 1 48 21 Et ait ad Joseph filium suum: En ego morior, et erit Deus vo Genesis Gen 1 48 21 22 Jakob erkennt, dass die Verheißung [Gen 46,4] in den Nachkommen in Erfüllung gehen wird. Genesis Gen 1 48 22 Do tibi partem unam extra fratres tuos, quam tuli de manu Amorrhæi in gladio et arcu meo. Ich gebe dir einen Teil vor deinen Brüdern voraus, den ich den Amorrhitern mit meinem Schwerte und meinem Bogen abgenommen habe.²³ Genesis Gen 1 48 22 23 Davon, dass Jakob etwas in eigener Person erobert habe, ist nirgends etwas gesagt. Auf die Plünderung von Sichem durch Jakobs Söhne kann sich dies nicht beziehen, da Jakob Simeon und Levi deswegen [Gen 49,6ff] mit Fluch belegt. Die Worte Schwert und Bogen weisen also auf einen Fehler der Abschreiber. Ist von dem Acker [Gen 33,19] die Rede, in dessen Höhle nach [Jos 24,32] seine Gebeine bestattet wurden, so heißt dieser an beiden Stellen gekauft. Indem Jakob dem Joseph jene von Abraham gekaufte Höhle überlässt, erzeigt er ihm eine besondere Gunst und erhebt ihn über seine Brüder. Amorrhiter steht für Chananiter überhaupt. -Genesis Gen 1 49 0 b. Nachdem Jakob einem jeden seiner Söhne einen besonderen Segen und Verheißung gegeben (V. 28), kündigt er seinen Tod an und stirbt. +Genesis Gen 1 49 0 b. Nachdem Jakob einem jeden seiner Söhne einen besonderen Segen und Verheißung gegeben (V. 28), kündigt er seinen Tod an und stirbt. Genesis Gen 1 49 1 Vocavit autem Jacob filios suos, et ait eis: Congregamini, ut annuntiem quæ ventura sunt vobis in diebus novissimis. Jakob aber berief seine Söhne¹ und sprach zu ihnen: Versammelt euch, dass ich verkünde, was euch in der Zukunft der Tage² begegnen wird. Genesis Gen 1 49 1 1 Dass Eltern vor ihrem Tode ihre Söhne berufen und anreden, hierfür finden sich Beispiele; so Moses: [Dtn 33], David [1Chr 28ff], Tobias [Tob 14,5ff], Matathias [1Makk 2,49ff], endlich Christus beim letzten Abendmahl. Ebenso segnen sie (vergl. V. 28) und sagen Zukünftiges voraus oder wünschen ihren Nachkommen nach Verdienst Böses oder Gutes, Wünsche, die Gott erhört. Doch Jakob erklärt hier feierlich, dass er zukünftig Geschehendes verkünde, nicht Wünsche ausspreche. Gewiss hätte er gern Joseph in Zukunft die Herrschaft zuerteilt, doch er verkündet sie dem, wenn auch zufällig zum Blutschänder gewordenen Judas. Nun kann Jemand entweder verkündigen, was ihm selbst, oder was andern offenbart ist, hier ist das erstere der Fall, wenn auch in den Prophezeiungen Jakobs manches ist, was er aus den ihm selbst und anderen Patriarchen gemachten Offenbarungen bereits kannte, wie, dass seine Nachkommen Chanaan besitzen würden. Doch das meiste von dem, was er sagt, erforderte eine neue Offenbarung, wie: welcher Stamm zahlreicher, welches der Sitz der einzelnen, welcher die Oberherrschaft haben werde. Jeden Ausspruch über einen Sohn beginnt Jakob mit der Etymologie des Namens. Ruben: Siehe, ein Sohn ironisch von dem Sohne, welcher das Ehebett des Vaters verletzt hat; Simeon: Erhörung seiner Rachgier wird Fluch zu Teil; Levi: Anhängen weil er nicht ein zusammenhängender Stamm, sondern über Israel zerstreut sein wird. Benjamin hatte nach [Gen 35,18] zwei Namen: Benjamin als Wolf, Benoni als Hirt, dem jener die Schafe raubt. Bei Judas, Dan, Gad wählt Jakob die Wurzel, bei anderen den Sinn ihres Namens. Die drei ältesten werden ihrer Frevel wegen vorzüglicherer Ehren beraubt. Ruben soll nicht Anteil haben am Segen der Patriarchen, zahlreicher Nachkommenschaft. Simeon und Levi, seine Helfer, werden nicht fortlaufende Grenzen im verheißenen Lande haben. Die reichste Segensfülle wird über Judas und Joseph ausgegossen. Judas ist ein Löwe, er wird die Herrschaft unter seinen Brüdern bewahren bis zur Zeit des Messias, deren Güter gepriesen werden. Joseph ist ein Sohn des Überflusses wegen seiner zahlreichen Nachkommenschaft, Reichtum und Stärke unter Gottes Beistand. Zabulons und Asers Grenzen werden allein angegeben; jenes Gebiet, welches wegen der Nähe des Meeres und der Vorzüglichkeit der Erzeugnisse zum Handel lockte. Issachars Charakter und Gebiet wird beschrieben, von Benjamin, Dan und Gad wird nur ihres kriegerischen und harten Charakters Erwähnung getan. Nepthalis Aufblühen wird gepriesen. Die ganze Weissagung bezieht sich auf die Zeit der Besitzergreifung des Landes durch Josue. Sie soll zeigen, in welcher Weise die dem Patriarchen zu Teil gewordene Verheißung, dass ihre Nachkommen Chanaan besitzen sollen, in Erfüllung gehen wird. Alle Stämme werden noch vorhanden sein und alle außer Simeon und Levi zusammenhängende Sitze erlangen. Wegen der Fruchtbarkeit oder der dem Handel günstigen Lage werden Zabulon, Issachar, Aser und Joseph gepriesen, während Judas, Dan, Gad, Joseph und Benjamin wegen ihrer Tapferkeit, Nephtali und Joseph wegen ihrer Fruchtbarkeit gepriesen werden. Juda endlich wird auch der Messias verheißen. Nur diese letzte Weissagung geht über die oben angedeutete Zeitperiode hinaus, weil ja die zweite den Patriarchen zu Teil gewordene Verheißung, dass in ihrer Nachkommenschaft alle Völker gesegnet werden sollten, gleichfalls in Erfüllung gehen musste. Diese Nachkommenschaft wird als ein Mann aus dem Stamme Judas bezeichnet. Gott offenbart, was er will, und zwar hier eingehender alles, was er Jakob zuvor in allgemeinen Umrissen kundgetan. Die Reihenfolge der Söhne ist die, dass zuerst die sechs Söhne der Lia genannt werden, den Schluss bilden die zwei Söhne der Rachel; zwischen beide sind die Söhne der Nebenfrauen so eingeschoben, dass die Söhne Zelphas von denen Balas eingeschlossen sind. Stets ist unter den Zusammengehörigen die Reihenfolge des Alters beobachtet, nur steht Zabulon vor Issachar. Vielleicht ist die Ursache eine geographische. Jakob zählt die Sitze der Brüder so auf, wie Josue sie nachher verteilte, so dass er seinen Blick auf den Mittelpunkt richtet. Somit ist die Anordnung sowohl von der [Gen 35,23-26] wie von der [Gen 46,8ff] gegebenen verschieden. Ein Analogon zum Segen Jakobs ist der Segen Moses. [Dtn 33] Genesis Gen 1 49 1 2 Wörtlich: Am Ende der Tage. Bei den Propheten ist die letzte Zeit die messianische, hier indes geht Jakobs Blick besonders auf die Zeit der Besitznahme des verheißenen Landes. @@ -2637,7 +2638,7 @@ Genesis Gen 1 49 30 Contra Mambre in terra Chanaan, quam emit Abraham cum agro a Genesis Gen 1 49 31 Ibi sepelierunt eum, et Saram uxorem ejus: ibi sepultus est Isaac cum Rebecca conjuge sua: ibi et Lia condita jacet. Dort haben sie ihn und Sara, sein Weib, begraben; dort wurde auch Isaak mit Rebekka, seinem Weibe, bestattet; und dort ruht auch Lia. Genesis Gen 1 49 32 Finitisque mandatis quibus filios instruebat, collegit pedes suos super lectulum, et obiit: appositusque est ad populum suum. Als er nun seine Gebote geendet, die er seinen Söhnen gab, zog er seine Füße auf das Bett zurück und starb;⁶¹ und er ward hingenommen zu seinem Volke. Genesis Gen 1 49 32 61 Vorher saß er auf dem Rande des Bettes, jetzt legt er sich wie zur Ruhe nieder. -Genesis Gen 1 50 0 Jakob wird, hochgeehrt von den Ägyptern, von seinen Söhnen in der Doppelhöhle bei Hebron begraben. (V. 14) c. Joseph bewahrt den Brüdern auch nach dem Tode seines Vaters seine Liebe (V. 21), sagt ihnen ihre Rückkehr nach Chanaan voraus und bittet sie, bei derselben auch seine Gebeine nach Palästina mitzuführen. (V. 24) Josephs Tod. +Genesis Gen 1 50 0 Jakob wird, hochgeehrt von den Ägyptern, von seinen Söhnen in der Doppelhöhle bei Hebron begraben. (V. 14) c. Joseph bewahrt den Brüdern auch nach dem Tode seines Vaters seine Liebe (V. 21), sagt ihnen ihre Rückkehr nach Chanaan voraus und bittet sie, bei derselben auch seine Gebeine nach Palästina mitzuführen. (V. 24) Josephs Tod. Genesis Gen 1 50 1 Quod cernens Joseph, ruit super faciem patris flens et deosculans eum. Da¹ Joseph dieses sah, warf er sich über das Angesicht seines Vaters, weinend und ihn küssend. Genesis Gen 1 50 1 1 Gemäß der Voraussagung [Gen 46,4]. Genesis Gen 1 50 2 Præcepitque servis suis medicis ut aromatibus condirent patrem. Und er gebot seinen Ärzten,² die ihm dienten, seinen Vater einzubalsamieren. @@ -2683,7 +2684,7 @@ Genesis Gen 1 50 23 Quibus transactis, locutus est fratribus suis: Post mortem m Genesis Gen 1 50 23 20 Die noch lebten, und ihren Nachkommen. Joseph sagt die Unterdrückung des Volkes in Ägypten, vergl. [Gen 15,13], zugleich aber dessen Heimkehr nach Chanaan voraus. [Gen 46,4, Gen 47,29-34] Vielleicht ahnte er, die Lage der Dinge klar durchschauend, die kommende politische Änderung, welche seiner Familie Leid bringen sollte. Seine Bitte, im Lande der Verheißung begraben zu werden (wie sein Vater), wurde erfüllt [Ex 13,19], er fand seine Ruhestätte bei Sichem. [Jos 24,32] Genesis Gen 1 50 24 Cumque adjurasset eos atque dixisset: Deus visitabit vos: asportate ossa mea vobiscum de loco isto: Und er ließ sie schwören und sprach: Gott wird euch heimsuchen; führet alsdann meine Gebeine mit euch von diesem Orte hier hinweg. [Jos 24,32] Genesis Gen 1 50 25 Mortuus est expletis centum decem vitæ suæ annis. Et conditus aromatibus, repositus est in loculo in gypto. Und er starb, hundert und zehn Jahre alt. Da balsamierten sie ihn ein und legten ihn in Ägypten in einen Sarg. -Exodus Ex 2 1 0 I. Abschnitt. Moses Taten in Ägypten. (1,1 12,36) I. Vorgeschichte Moses. (Kap. 1 2) 1.) Bedrückung des Volkes Israel in Ägypten. (Kap. 1) A. Vermehrung der Israeliten. (V. 7) B. Bedrückung der Israeliten (V. 22): a. Fronarbeit. (V. 14) b. Tötung der Knaben. +Exodus Ex 2 1 0 I. Abschnitt. Moses Taten in Ägypten. (1,1 12,36) I. Vorgeschichte Moses. (Kap. 1 2) 1.) Bedrückung des Volkes Israel in Ägypten. (Kap. 1) A. Vermehrung der Israeliten. (V. 7) B. Bedrückung der Israeliten (V. 22): a. Fronarbeit. (V. 14) b. Tötung der Knaben. Exodus Ex 2 1 1 Hæc sunt nomina filiorum Israel qui ingressi sunt in gyptum cum Jacob: singuli cum domibus suis introierunt: Dies sind¹ die Namen der Söhne Israels,² die mit Jakob in Ägypten einzogen; ein jeder zog mit seiner Familie³ ein: [Gen 46,8] Exodus Ex 2 1 1 1 Im Hebr. wird das Buch durch die Partikel und mit dem vorhergehenden verbunden. Exodus Ex 2 1 1 2 Als Person wird der Patriarch Jakob genannt. Israel ist Ehrenname des Volkes. @@ -2728,7 +2729,7 @@ Exodus Ex 2 1 21 Et quia timuerunt obstetrices Deum, ædificavit eis domos. Und Exodus Ex 2 1 21 21 Vergl. [Dtn 25,9, Rut 4,11]. Exodus Ex 2 1 22 Præcepit ergo Pharao omni populo suo, dicens: Quidquid masculini sexus natum fuerit, in flumen projicite: quidquid feminini, reservate. Da gebot Pharao seinem²² gesamten Volke und sprach: Alle Knaben, welche geboren werden, werfet in den Fluss; alle Mädchen lasset am Leben. Exodus Ex 2 1 22 22 Den Ägyptern, die ganz eigentlich sein Volk waren, und den Hebräern. Vergl. [Ex 2,3]. Jetzt geht der König offen gegen die Israeliten vor. -Exodus Ex 2 2 0 2.) Erste Lebensschicksale Moses. (Kap. 2) A. Moses wird nach der Geburt auf dem Wasser ausgesetzt, doch durch Gottes Vorsehung von der Tochter Pharaos gerettet und aufgezogen. (V. 10) B. Herangewachsen, tötet er einen Ägypter, der einen Israeliten geschlagen, und muss nach Madian fliehen (V. 15), wo er Sephora, die Tochter des Priesters Jethro, zur Ehe nimmt und zwei Söhne zeugt. (V. 22) C. Die Kinder Israel seufzen unterdes unter dem Joche des neuen Königs und rufen Gott um Hilfe an. +Exodus Ex 2 2 0 2.) Erste Lebensschicksale Moses. (Kap. 2) A. Moses wird nach der Geburt auf dem Wasser ausgesetzt, doch durch Gottes Vorsehung von der Tochter Pharaos gerettet und aufgezogen. (V. 10) B. Herangewachsen, tötet er einen Ägypter, der einen Israeliten geschlagen, und muss nach Madian fliehen (V. 15), wo er Sephora, die Tochter des Priesters Jethro, zur Ehe nimmt und zwei Söhne zeugt. (V. 22) C. Die Kinder Israel seufzen unterdes unter dem Joche des neuen Königs und rufen Gott um Hilfe an. Exodus Ex 2 2 1 Egressus est post hæc vir de domo Levi: et accepit uxorem stirpis suæ. Nach diesen Begebenheiten ging ein Mann vom Hause Levi¹ aus² und nahm ein Weib aus seinem Stamme.³ Exodus Ex 2 2 1 1 Haus wird oft in weiterem Sinne gebraucht. Exodus Ex 2 2 1 2 Dies Wort wird bei großen Ereignissen als Einleitung von solchen gesetzt. @@ -2778,7 +2779,7 @@ Exodus Ex 2 2 24 Et audivit gemitum eorum, ac recordatus est fderis quod pepigit Exodus Ex 2 2 24 23 Da die Heimsuchung das von Gott vorherbestimmte Maß erreicht. Exodus Ex 2 2 25 Et respexit Dominus filios Israel, et cognovit eos. Und der Herr schaute auf die Söhne Israels und erkannte sie.²⁴ Exodus Ex 2 2 25 24 Gott sieht und hört manchmal scheinbar nicht, bis er auf den Ruf der Seinen hinschaut, die Sache prüft und Gericht hält. Den Erfolg gibt die nachstehende Erzählung an. -Exodus Ex 2 3 0 2. Moses Berufung. (Kap. 3 4,18) A. Gott erscheint dem Moses. (V. 12) B. Gott teilt Moses seine Absichten mit. (V. 22): a. Der Name Gottes, Jahve. (V. 15) b. Auftrag Gottes an das Volk. (V. 18a) c. Auftrag Gottes an Pharao. +Exodus Ex 2 3 0 2. Moses Berufung. (Kap. 3 4,18) A. Gott erscheint dem Moses. (V. 12) B. Gott teilt Moses seine Absichten mit. (V. 22): a. Der Name Gottes, Jahve. (V. 15) b. Auftrag Gottes an das Volk. (V. 18a) c. Auftrag Gottes an Pharao. Exodus Ex 2 3 1 Moyses autem pascebat oves Jethro soceri sui sacerdotis Madian: cumque minasset gregem ad interiora deserti, venit ad montem Dei Horeb. Moses aber weidete die Schafe Jethros,¹ seines Schwiegervaters, des Priesters von Madian; und als er einst die Herde tiefer in die Wüste² trieb, kam er an den Berg Gottes³ Horeb. Exodus Ex 2 3 1 1 Moses sollte durch 40jähriges [Apg 7,20] Hirtenleben auf die Leitung der Menschen vorbereitet werden. Exodus Ex 2 3 1 2 Ferner vom roten Meere. @@ -2830,7 +2831,7 @@ Exodus Ex 2 3 21 Daboque gratiam populo huic coram gyptiis: et cum egrediemini, Exodus Ex 2 3 21 28 Die, für welche Gott mit ausgestrecktem Arme kämpft, sollen nicht wie Bettler abziehen. Exodus Ex 2 3 22 Sed postulabit mulier a vicina sua, et ab hospita sua, vasa argentea et aurea, ac vestes: ponetisque eas super filios et filias vestras, et spoliabitis gyptum. sondern jedes Weib²⁹ soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin silberne und goldene Geräte und Kleider fordern; diese sollt ihr euren Söhnen und Töchtern übergeben und so Ägypten berauben. Exodus Ex 2 3 22 29 Nach [Ex 11,2] bitten auch die Männer. Die Hebräer wohnten wohl in Häusern, welche den Ägyptern gehörten. -Exodus Ex 2 4 0 C. Wunderzeichen, die Moses vor dem Volke tun soll. (V. 9) D. Aaron wird Moses als Beistand gegeben. (V. 17) E. Schluss des Abschnittes. (V. 18) 3. Moses Taten vor Pharao. (4,19 12,36) 1.) Vorläufer des Kampfes (4,19 7,7): A. Moses Rückkehr zu den Israeliten. +Exodus Ex 2 4 0 C. Wunderzeichen, die Moses vor dem Volke tun soll. (V. 9) D. Aaron wird Moses als Beistand gegeben. (V. 17) E. Schluss des Abschnittes. (V. 18) 3. Moses Taten vor Pharao. (4,19 12,36) 1.) Vorläufer des Kampfes (4,19 7,7): A. Moses Rückkehr zu den Israeliten. Exodus Ex 2 4 1 Respondens Moyses, ait: Non credent mihi, neque audient vocem meam, sed dicent: Non apparuit tibi Dominus. Moses antwortete und sprach: Sie werden mir nicht glauben und auf meine Stimme nicht hören, sondern sagen: Der Herr ist dir nicht erschienen.¹ Exodus Ex 2 4 1 1 Gott hatte Moses verheißen: Sie werden Opfer darbringen auf Horeb. [Ex 3,12] Doch damit die Israeliten klugerweise glauben können, sind Zeichen erforderlich. Die beiden ersten vollziehen sich an den Dingen, welche dem einst am Hofe Erzogenen einzig übrig waren: seinem Hirtenstabe und seiner Hand. Mit diesen erwarb er sich jetzt den Unterhalt, weil er im Glauben leugnete, ein Sohn der Tochter Pharaos zu sein. [Hebr 11,24] Das erste Wunder soll Moses unbedingt tun, die beiden anderen bedingungsweise. Von zwei Wundern wird [Ex 4,30] berichtet. Exodus Ex 2 4 2 Dixit ergo ad eum: Quid est quod tenes in manu tua? Respondit: Virga. Da sprach er zu ihm: Was hältst du da in deiner Hand? Er antwortete: Einen Stab. @@ -2893,7 +2894,7 @@ Exodus Ex 2 4 29 Veneruntque simul, et congregaverunt cunctos seniores filiorum Exodus Ex 2 4 29 31 Aaron macht keine Schwierigkeit. Exodus Ex 2 4 30 Locutusque est Aaron omnia verba quæ dixerat Dominus ad Moysen: et fecit signa coram populo, Und Aaron verkündete alle Worte, die der Herr zu Moses geredet hatte; und dieser tat die Wunderzeichen vor dem Volke, Exodus Ex 2 4 31 Et credidit populus. Audieruntque quod visitasset Dominus filios Israel, et quod respexisset afflictionem illorum: et proni adoraverunt. und das Volk glaubte. Und da sie hörten, dass der Herr die Söhne Israels heimgesucht und ihr Elend angesehen habe, warfen sie sich zur Erde und beteten an. -Exodus Ex 2 5 0 B. Vergebliche Versuche Moses, Pharao zur Einwilligung in die Ausführung des Befehles Gottes an Israel zu bringen. (2Mos 5,1 6,1) a.) Verwerfung der Bitte. (V. 4) b.) Verschärfung des Frondienstes. (V. 9) c.) Unwille der Hebräer gegen Moses [Ex 6,1] +Exodus Ex 2 5 0 B. Vergebliche Versuche Moses, Pharao zur Einwilligung in die Ausführung des Befehles Gottes an Israel zu bringen. (2Mos 5,1 6,1) a.) Verwerfung der Bitte. (V. 4) b.) Verschärfung des Frondienstes. (V. 9) c.) Unwille der Hebräer gegen Moses [Ex 6,1] Exodus Ex 2 5 1 Post hæc ingressi sunt Moyses et Aaron, et dixerunt Pharaoni: Hæc dicit Dominus Deus Israel: Dimitte populum meum, ut sacrificet mihi in deserto. Darnach gingen Moses und Aaron¹ hin und sprachen zu Pharao: So spricht der Herr,² der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, damit es mir in der Wüste Opfer darbringe. Exodus Ex 2 5 1 1 Auch die Ältesten. Vergl. [Ex 3,18]. Exodus Ex 2 5 1 2 Hebr.: Jahve. Pharao hört diesen Namen zum ersten Male. @@ -2938,7 +2939,7 @@ Exodus Ex 2 5 22 Reversusque est Moyses ad Dominum, et ait: Domine, cur afflixis Exodus Ex 2 5 22 20 Im Herzen oder im Gebet. Exodus Ex 2 5 23 Ex eo enim quo ingressus sum ad Pharaonem ut loquerer in nomine tuo, afflixit populum tuum: et non liberasti eos. Denn seitdem ich zu Pharao gegangen bin, um in deinem Namen zu reden, hat er deinem Volke Böses getan,²¹ und du hast sie nicht befreit. Exodus Ex 2 5 23 21 Die Heimsuchung wird bald Pharao, bald Gott zugeschrieben. Du hast uns gesendet, von der Heimsuchung Befreiung zu bringen, und du fährst fort, heimzusuchen. -Exodus Ex 2 6 0 C. Moses von Gott gestärkt (6,2 7,7): 1) Verkündigung Gottes an Israel. (V. 9) 2) Verkündigung Gottes an Moses. [Ex 7,7] Einschiebung: Moses Herkunft. (V. 13 28) +Exodus Ex 2 6 0 C. Moses von Gott gestärkt (6,2 7,7): 1) Verkündigung Gottes an Israel. (V. 9) 2) Verkündigung Gottes an Moses. [Ex 7,7] Einschiebung: Moses Herkunft. (V. 13 28) Exodus Ex 2 6 1 Dixitque Dominus ad Moysen: Nunc videbis quæ facturus sim Pharaoni: per manum enim fortem dimittet eos, et in manu robusta ejiciet illos de terra sua. Und der Herr sprach zu Moses: Jetzt sollst du sehen, was ich dem Pharao tun werde; denn von starker Hand gezwungen, wird er sie ziehen lassen, und von mächtiger Hand genötigt, wird er sie sogar aus seinem Lande wegtreiben.¹ Exodus Ex 2 6 1 1 Er wird euch nicht allein entlassen, sondern von Gottes Hand genötigt, hinaustreiben. Exodus Ex 2 6 2 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Ego Dominus Weiter redete der Herr zu Moses und sprach: Ich bin der Herr,² @@ -2994,7 +2995,7 @@ Exodus Ex 2 6 29 Et locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Ego Dominus: loquere Exodus Ex 2 6 29 24 Damit schloss die Anrede Gottes. V. 2, 6, 8. Sie fehlt V. 11, der dasselbe enthält wie V. 29. In V. 5 ist die gleiche Formel weiter ausgeführt. So haben beide Reden Gottes 6,2 7,5 diese Formel als göttliches Siegel. Exodus Ex 2 6 30 Et ait Moyses coram Domino: En incircumcisus labiis sum, quo modo audiet me Pharao? Und Moses sprach vor dem Herrn: Siehe, meine Lippen sind unbeschnitten, wie wird Pharao auf mich hören?²⁵ Exodus Ex 2 6 30 25 V. 29,30 entsprechen V. 10 12. -Exodus Ex 2 7 0 Gottes Wort an Moses. (V. 7) Moses Kampf mit Pharao. (7,8 12,36) A. Das Wunder des Stabes, der Beweis der göttlichen Sendung Moses. (V. 8 13) B. Die zehn ägyptischen Plagen (7,14 12,36) a. erste Reihe der Plagen (7,13 9,12): 1. Die ersten zwei Plagen aus dem Wasser. (7,14 8,15) Die erste Plage: Wasser in Blut verwandelt. (V. 14 24) Die zweite Plage: Frösche (7,25 8,15) +Exodus Ex 2 7 0 Gottes Wort an Moses. (V. 7) Moses Kampf mit Pharao. (7,8 12,36) A. Das Wunder des Stabes, der Beweis der göttlichen Sendung Moses. (V. 8 13) B. Die zehn ägyptischen Plagen (7,14 12,36) a. erste Reihe der Plagen (7,13 9,12): 1. Die ersten zwei Plagen aus dem Wasser. (7,14 8,15) Die erste Plage: Wasser in Blut verwandelt. (V. 14 24) Die zweite Plage: Frösche (7,25 8,15) Exodus Ex 2 7 1 Dixitque Dominus ad Moysen: Ecce constitui te Deum Pharaonis: et Aaron frater tuus erit propheta tuus. Und der Herr sprach zu Moses: Siehe, ich habe dich zu einem Gott über Pharao gesetzt;¹ und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.² Exodus Ex 2 7 1 1 Antwort auf das [Ex 6,12] Gesagte und [Ex 6,30] Wiederholte. Wie Gott Moses Befehle gab, so dieser dem Pharao. Könige erkennen keinen höheren über sich als Gott, so sollst du also für ihn Gott sein. Exodus Ex 2 7 1 2 Nicht nur Dolmetscher. Aaron soll so dein Prophet sein, wie du der Gott Pharaos. So hat Gott die Schwierigkeit des Sprechens (V. 12) nicht aufgehoben. @@ -3042,7 +3043,7 @@ Exodus Ex 2 7 24 Foderunt autem omnes gyptii per circuitum fluminis aquam, ut bi Exodus Ex 2 7 24 21 Die zweite Plage trat wohl ein, während die erste noch fortdauerte. Die Magier vergrößerten dieselbe, konnten sie aber nicht aufheben. Die Ägypter sollen eine Gottheit gehabt haben, welche über die Frösche herrschte. Die Ohnmacht derselben zeigte die zweite Plage, wie die erste die des Niles. Exodus Ex 2 7 25 Impletique sunt septem dies, postquam percussit Dominus fluvium. Und es vergingen sieben Tage, seitdem der Herr den Strom geschlagen hatte.²² Exodus Ex 2 7 25 22 Dieser Vers gehört zu [Ex 8,1]. Die Plage dauerte wohl über die sieben Tage hinaus. Das Wunder der Frösche besteht nicht in der Herbeiführung der Frösche an sich, wohl aber in der Menge der Tiere und dem Erscheinen auf Geheiß Moses. -Exodus Ex 2 8 0 Die zweite Plage. (V. 15) 2. Die dritte und vierte Plage. (V. 16 32) Die dritte Plage: Stechmücken. (V. 19) Die vierte Plage: Fliegen. +Exodus Ex 2 8 0 Die zweite Plage. (V. 15) 2. Die dritte und vierte Plage. (V. 16 32) Die dritte Plage: Stechmücken. (V. 19) Die vierte Plage: Fliegen. Exodus Ex 2 8 1 Dixit quoque Dominus ad Moysen: Ingredere ad Pharaonem: et dices ad eum: Hæc dicit Dominus: Dimitte populum meum, ut sacrificet mihi: Da sprach der Herr zu Moses:¹ Gehe zu Pharao und sprich zu ihm: So spricht der Herr: Lass mein Volk ziehen, damit es mir Opfer bringe. Exodus Ex 2 8 1 1 Vergl. [Ex 5,3, Ex 7,16]. Exodus Ex 2 8 2 Sin autem nolueris dimittere, ecce ego percutiam omnes terminos tuos ranis. Wenn du es aber nicht ziehen lassen willst, siehe, so werde ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen schlagen. @@ -3101,7 +3102,7 @@ Exodus Ex 2 8 29 26 Diesmal darf Pharao nicht den Tag des Aufhörens bestimmen. Exodus Ex 2 8 30 Egressusque Moyses a Pharaone oravit Dominum. Hierauf verließ Moses den Pharao, und betete zu dem Herrn. Exodus Ex 2 8 31 Qui fecit juxta verbum illius: et abstulit muscas a Pharaone, et a servis suis, et a populo ejus: non superfuit ne una quidem. Dieser aber tat, wie er bat, und nahm die Fliegen von Pharao und seinen Dienern, und seinem Volke hinweg, es blieb auch nicht eine übrig. Exodus Ex 2 8 32 Et ingravatum est cor Pharaonis, ita ut nec hac quidem vice dimitteret populum. Aber Pharaos Herz ward verhärtet, so dass er auch dieses Mal das Volk nicht ziehen ließ. -Exodus Ex 2 9 0 3. Die fünfte und sechste Plage (V. 1 12): Die fünfte Plage, die Pest des Viehes. (V. 7) Die sechste Plage, Geschwüre. (V. 12) b. Zweite Reihe von Plagen (9,13 12,36): 4. Die siebente und achte Plage (9,13 10,29): Die siebente Plage, Hagel. +Exodus Ex 2 9 0 3. Die fünfte und sechste Plage (V. 1 12): Die fünfte Plage, die Pest des Viehes. (V. 7) Die sechste Plage, Geschwüre. (V. 12) b. Zweite Reihe von Plagen (9,13 12,36): 4. Die siebente und achte Plage (9,13 10,29): Die siebente Plage, Hagel. Exodus Ex 2 9 1 Dixit autem Dominus ad Moysen: Ingredere ad Pharaonem, et loquere ad eum: Hæc dicit Dominus Deus Hebræorum: Dimitte populum meum, ut sacrificet mihi. Der Herr aber befahl Moses: Gehe hin zu Pharao und sage zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, damit es mir Opfer bringe! Exodus Ex 2 9 2 Quod si adhuc renuis, et retines eos: Wenn du dich aber noch weigerst und sie zurückhältst, Exodus Ex 2 9 3 Ecce manus mea erit super agros tuos, et super equos, et asinos, et camelos, et boves, et oves, pestis valde gravis. siehe, so soll meine Hand über deine Äcker¹ kommen und² deine Pferde und Esel, und Kamele, und Rinder und Schafe, eine sehr schwere Pest befallen. @@ -3162,7 +3163,7 @@ Exodus Ex 2 9 32 25 Es blieb etwas für die Heuschrecken übrig. Exodus Ex 2 9 33 Egressusque Moyses a Pharaone ex urbe, tetendit manus ad Dominum: et cessaverunt tonitrua et grando, nec ultra stillavit pluvia super terram. Hierauf ging Moses von Pharao hinweg aus der Stadt und streckte seine Hände aus zu dem Herrn; und alsbald hörte der Donner und der Hagel auf, und es fiel kein Tropfen Regen mehr auf die Erde. Exodus Ex 2 9 34 Videns autem Pharao quod cessasset pluvia, et grando et tonitrua, auxit peccatum: Als aber Pharao sah, dass Regen und Hagel und Donner aufgehört hatten, fuhr er fort zu sündigen; Exodus Ex 2 9 35 Et ingravatum est cor ejus, et servorum illius, et induratum nimis: nec dimisit filios Israel, sicut præceperat Dominus per manum Moysi. denn sein und seiner Diener Herz ward verstockt und überaus hart; und er ließ die Söhne Israels nicht ziehen, wie der Herr es durch Moses vorausgesagt hatte. -Exodus Ex 2 10 0 Die achte Plage, Heuschrecken. (V. 20) 5. Die neunte und zehnte Plage. [Ex 10,21-36] Die neunte Plage, Finsternis. +Exodus Ex 2 10 0 Die achte Plage, Heuschrecken. (V. 20) 5. Die neunte und zehnte Plage. [Ex 10,21-36] Die neunte Plage, Finsternis. Exodus Ex 2 10 1 Et dixit Dominus ad Moysen: ingredere ad Pharaonem: ego enim induravi cor ejus, et servorum illius: ut faciam signa mea hæc in eo, Da sprach der Herr zu Moses: Gehe zu Pharao;¹ denn ich habe sein und seiner Diener Herz verhärtet, dass ich an ihm diese meine Wunderzeichen tue Exodus Ex 2 10 1 1 Die Größe des Wunders besteht in der Voraussagung der Zeit (V. 4) und der Größe (V. 6), sowie dass es auf Moses Gebet beginnt und auf dasselbe weicht. Auf die Androhung der Plage hin will Pharao, dem Drängen der Hofleute weichend, die männlichen Israeliten in die Wüste ziehen lassen. Als die Plage eingetreten, bittet er Moses um dessen Fürsprache. Exodus Ex 2 10 2 Et narres in auribus filii tui, et nepotum tuorum, quoties contriverim gyptios, et signa mea fecerim in eis: et sciatis quia ego Dominus. und du vor deinen Söhnen und deinen Enkeln erzählest, wie oft ich die Ägypter geschlagen und meine Wunderzeichen an ihnen getan habe, und dass ihr erkennet, dass ich der Herr bin.² @@ -3214,7 +3215,7 @@ Exodus Ex 2 10 27 Induravit autem Dominus cor Pharaonis, et noluit dimittere eos Exodus Ex 2 10 28 Dixitque Pharao ad Moysen: Recede a me, et cave ne ultra videas faciem meam: quocumque die apparueris mihi, morieris. Da sprach Pharao zu Moses: Gehe hinweg von mir, und hüte dich, ferner vor meine Augen zu kommen! Denn an dem Tage, an welchem du dich vor mir zeigst, bist du des Todes. Exodus Ex 2 10 29 Respondit Moyses: Ita fiet ut locutus es, non videbo ultra faciem tuam. Moses antwortete: Es geschehe, wie du gesagt hast; ich will fortan nicht mehr vor dein Angesicht treten.²² Exodus Ex 2 10 29 22 Worte des Zornes, welche die Bedingung einschließen: Wenn die Umstände sich nicht ändern. Freiwillig komme ich nicht wieder. -Exodus Ex 2 11 0 Die 10. Plage: Untergang der Erstgeburt. (11,1 12,36) 1) Verkündigung der Plage. +Exodus Ex 2 11 0 Die 10. Plage: Untergang der Erstgeburt. (11,1 12,36) 1) Verkündigung der Plage. Exodus Ex 2 11 1 Et dixit Dominus ad Moysen: Adhuc una plaga tangam Pharaonem et gyptum, et post hæc dimittet vos, et exire compellet. Und der Herr sprach zu Moses: Noch mit einer Plage will ich Pharao und Ägypten schlagen,¹ alsdann² wird er euch ziehen lassen, ja euch drängen, wegzuziehen. Exodus Ex 2 11 1 1 Auch hier gehen wohl zwei Plagen, die 9. und 10., parallel, so dass kein Erscheinen des Lichtes zwischen der Finsternis und den Ereignissen der Mitternacht lag. Die Hebräer hatten für das Ostermahl schon vorher [Ex 12,3] alles Notwendige vorbereitet. Zwischen dem 10. Und 14. Tage des Monats liegen die drei Tage [Ex 10,22]. Nach [Weish 18,1] bedeckte die Finsternis nicht Gessen. Das 11. Kapitel leidet an offenbarer Verderbnis des Textes; es fehlen Mittelglieder. Vielleicht hatte [Ex 10,28] ursprünglich seinen Platz zwischen V. 8 und 9 des 11. Kapitels. Exodus Ex 2 11 1 2 Hebr.: Wenn er euch entlässt, wird er euch forttreiben. Wenn er euch ohne Bedingung entlässt (nicht also wie [Ex 8,28, Ex 10,11, Ex 10,24]). Verschaffet euch also baldigst von den im Lande Gessen wohnenden Ägyptern Gefäße. @@ -3237,7 +3238,7 @@ Exodus Ex 2 11 8 11 Dies ist nicht notwendig Prophezeiung, sondern emphatische Exodus Ex 2 11 9 Et exivit a Pharaone iratus nimis. Dixit autem Dominus ad Moysen: Non audiet vos Pharao, ut multa signa fiant in terra gypti. Und er verließ Pharao in großem Zorne. Der Herr aber sprach zu Moses: Pharao wird nicht auf euch hören, damit viele Wunderzeichen im Lande Ägypten geschehen.¹² Exodus Ex 2 11 9 12 Gott wollte den Israeliten nicht durch wenige oder minder große Wunder befreien. Exodus Ex 2 11 10 Moyses autem et Aaron fecerunt omnia ostenta quæ scripta sunt, coram Pharaone. Et induravit Dominus cor Pharaonis, nec dimisit filios Israel de terra sua. Moses aber und Aaron taten vor Pharao alle diese Wunder, welche hier geschrieben sind. Aber der Herr verhärtete Pharaos Herz, und er ließ die Söhne Israels nicht aus seinem Land wegziehen. -Exodus Ex 2 12 0 2) Das Gesetz des Phase (V. 20): Das erste Phase. (V. 13) Die weitere Feier des Phase. (V. 20) Verkündigung des Gesetzes über das Phase durch Moses. (V. 28) Beschreibung der Plagen. II. Abschnitt: Von Ägypten zum Sinai (12,37 23,33) I. Aus Ramasse nach Sokoth (12,37 13,19) 1) Abzug der Hebräer. (V. 42) 2) Gesetz über die Zulassung zur Feier des Phase. (V. 52) a. Wer ist zugelassen oder auszuschließen? (V. 47) b. Wer hat das Recht, das Phase zu essen? +Exodus Ex 2 12 0 2) Das Gesetz des Phase (V. 20): Das erste Phase. (V. 13) Die weitere Feier des Phase. (V. 20) Verkündigung des Gesetzes über das Phase durch Moses. (V. 28) Beschreibung der Plagen. II. Abschnitt: Von Ägypten zum Sinai (12,37 23,33) I. Aus Ramasse nach Sokoth (12,37 13,19) 1) Abzug der Hebräer. (V. 42) 2) Gesetz über die Zulassung zur Feier des Phase. (V. 52) a. Wer ist zugelassen oder auszuschließen? (V. 47) b. Wer hat das Recht, das Phase zu essen? Exodus Ex 2 12 1 Dixit quoque Dominus ad Moysen et Aaron in terra gypti: Weiter sprach der Herr zu Moses und Aaron im Lande Ägypten:¹ Exodus Ex 2 12 1 1 Es werden hier Gesetzesvorschriften in die Erzählung eingefügt, die sich an die Ordnung der Plagen, weiterhin an die der Stationen anschließt: V. 1 13; dass das Phase in diesem Jahre; V. 14 20, dass es alljährlich zu feiern ist. Vier andere Gesetze werden gelegentlich der Einsetzung des Phase gegeben. V. 21, 28; 43 51; [Ex 13,2.3-16]. Manche von diesen Vorschriften waren wahrscheinlich nicht neu, sondern von den Patriarchen überliefert. Nachdem aber Gott die Israeliten als sein Volk angenommen und ihnen den Namen geoffenbart hat, mit dem er angerufen werden will, bestimmt er Beginn und Umfang des heiligen Jahres. War die bürgerliche Rechnung schon zuvor nach Mondjahren, vergl. [Lev 23,23-25], geordnet, so sollte jetzt auch das heilige Jahr mit dem Monate Nisan beginnen. Das Jahr hatte 12 Monate [1Kön 4,7], deren Namen ursprünglich die gleichen waren, wie bei den Phöniziern, deren Ackerbau sie entstammen. Nach ihrer Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft bedienten sich die Israeliten der bei den Babyloniern und Assyriern gebräuchlichen Namen, welche gleichfalls ein Mondjahr, ebenso mit Nisan beginnend, darstellten. Lamm: V. 3. Zahl der Verzehrenden V. 4. Eigenschaften des Lammes V. 5. Weise, es zu essen V. 9. (ungeteilt, gebraten), V. 11 13, schnell, wegen des doppelten Vorübergehens des Herrn, von dem auch der Name. Wann sprach Gott dies? Sicher nicht erst als Moses den Pharao verließ, denn dies war ja am Vortage des 14., die Vorschriften aber beziehen sich auf den 10. des Monats. Also sagte Gott dies wohl einige Tage vor dem 10. (V. 3), der Verfasser aber bietet hier den Bericht, weil er die Aufzählung der Plagen nicht unterbrechen wollte. Exodus Ex 2 12 2 Mensis iste, vobis principium mensium: primus erit in mensibus anni. Dieser Monat soll für euch der Beginn der Monate sein;² er soll der erste unter den Monaten des Jahres sein. @@ -3357,7 +3358,7 @@ Exodus Ex 2 12 50 Feceruntque omnes filii Israel sicut præceperat Dominus Moysi Exodus Ex 2 12 50 67 Bezüglich der Zulassung zum Essen des Phase und der etwaigen Beschneidung. Exodus Ex 2 12 51 Et eadem die eduxit Dominus filios Israel de terra gypti per turmas suas. Und an demselben Tage führte der Herr die Söhne Israels scharenweise aus dem Lande Ägypten hinweg.⁶⁸ Exodus Ex 2 12 51 68 Vergl. [Ex 6,26]. -Exodus Ex 2 13 0 3.) Das göttliche Gesetz über die Erstgeburt mit der Mahnung Moses, die durch Gottes Hand gewirkte Befreiung zu feiern. (V. 1 16) A. Gesetz über die Erstgeborenen. (V. 2) B. Die Feier, der durch Gottes Hand bewirkten Befreiung. (V. 3 16): Eingang (V. 4), die Feier (V. 16): a. Durch das ungesäuerte Brot. (V. 10) b. Durch die Heiligung der Erstgeborenen. (V. 16) 4) Grund der Reise. (V. 19) II. Aus Sokoth nach Etham. (V. 20 22) +Exodus Ex 2 13 0 3.) Das göttliche Gesetz über die Erstgeburt mit der Mahnung Moses, die durch Gottes Hand gewirkte Befreiung zu feiern. (V. 1 16) A. Gesetz über die Erstgeborenen. (V. 2) B. Die Feier, der durch Gottes Hand bewirkten Befreiung. (V. 3 16): Eingang (V. 4), die Feier (V. 16): a. Durch das ungesäuerte Brot. (V. 10) b. Durch die Heiligung der Erstgeborenen. (V. 16) 4) Grund der Reise. (V. 19) II. Aus Sokoth nach Etham. (V. 20 22) Exodus Ex 2 13 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Exodus Ex 2 13 2 Sanctifica mihi omne primogenitum quod aperit vulvam in filiis Israel, tam de hominibus quam de jumentis: mea sunt enim omnia. Weihe mir alles Erstgeborne, das unter den Söhnen Israels den Mutterleib öffnet, Menschen oder Tiere; denn mein ist alles.¹ [Ex 34,19, Lev 27,26, Num 8,16, Lk 2,23] Exodus Ex 2 13 2 1 Gott bestätigt hier eine schon bestehende Gewohnheit. Schon Abel brachte von den Erstgeburten der Herde dar. Auch in der Wüste ward diese Sitte beobachtet, wie [Num 3,11] zeigt. Vergl. [Ex 22,29ff]. Da Gott alles gehört, muss ihm wenigstens ein Teil dargebracht werden, und zwar, um seine Erhabenheit über die Menschen zu kennzeichnen, nicht der bessere, sondern der erste. Vergl. [Lev 27,27, Dtn 15,21ff]. Die erstgeborenen Söhne waren freilich den Eltern auch besonders teuer. Die Erstgeborenen Israels sind Gott zu weihen, ebenso die männliche Erstgeburt des Viehes, weil er diese verschont hat. Mit Recht also sagt Gott: Sie sind mein. [Lev 27,26] @@ -3403,7 +3404,7 @@ Exodus Ex 2 13 21 Dominus autem præcedebat eos ad ostendendam viam per diem in Exodus Ex 2 13 21 22 Von hier an führt sie die Wolke. Exodus Ex 2 13 22 Nunquam defuit columna nubis per diem, nec columna ignis per noctem, coram populo. Niemals wich die Wolkensäule bei Tag, oder die Feuersäule bei Nacht von dem Volke.²³ Exodus Ex 2 13 22 23 Diese Worte sind eine gewisse Zeit nach dem Auszuge geschrieben. Die Wolkensäule ruhte auf dem Berge Sinai [Ex 19,9.16] und dann auf der Bundeslade [Ex 40,34ff, Num 9,15ff, Ex 10,11ff]. Von da an ging die Bundeslade vor dem Volke her, wie zuvor die Wolke allein. Säule heißt die Wolke einer gewissen Ähnlichkeit entsprechend. -Exodus Ex 2 14 0 III. Durchzug durch das rote Meer. (14,1 15,21): 1. Die Hebräer und Ägypter lagern am roten Meere. (V. 14) 2. Die Rettung der Israeliten und Untergang der Ägypter. +Exodus Ex 2 14 0 III. Durchzug durch das rote Meer. (14,1 15,21): 1. Die Hebräer und Ägypter lagern am roten Meere. (V. 14) 2. Die Rettung der Israeliten und Untergang der Ägypter. Exodus Ex 2 14 1 Locutus est autem Dominus ad Moysen, dicens: Der Herr aber redete zu Moses und sprach: Exodus Ex 2 14 2 Loquere filiis Israel: Reversi castrametentur e regione Phihahiroth, quæ est inter Magdalum et mare contra Beelsephon: in conspectu ejus castra ponetis super mare. Sage den Söhnen Israels, dass sie umkehren¹ und sich bei Phihahiroth² lagern, welches zwischen Magdal³ und dem Meere Beelsephon gegenüber⁴ liegt; angesichts desselben sollt ihr euch am Meere lagern. Exodus Ex 2 14 2 1 Nicht weiter in die Wüste von Etham vorrückend, kehrten sie nach Sokoth um und an das Westufer des roten Meeres zurück. @@ -3470,7 +3471,7 @@ Exodus Ex 2 14 28 35 Kurze Zusammenfassung des Erzählten und Angabe des Erfolg Exodus Ex 2 14 29 Filii autem Israel perrexerunt per medium sicci maris, et aquæ eis erant quasi pro muro a dextris et a sinistris: Die Söhne Israels aber zogen mitten durch das trockene Meeresbett, und das Wasser stand wie eine Mauer zu ihrer Rechten und zur Linken. Exodus Ex 2 14 30 Liberavitque Dominus in die illa Israel de manu gyptiorum. So errettete der Herr an diesem Tage Israel aus der Hand der Ägypter. Exodus Ex 2 14 31 Et viderunt gyptios mortuos super littus maris, et manum magnam quam exercuerat Dominus contra eos: timuitque populus Dominum, et crediderunt Domino, et Moysi servo ejus. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres, und die gewaltige Hand, welche der Herr jene hatte fühlen lassen; da fürchtete das Volk den Herrn und glaubte dem Herrn und seinem Diener Moses. -Exodus Ex 2 15 0 3. Gesang Moses. (V. 1 21) IV. Vom roten Meere nach Mara. (V. 22 26) V. Von Mara nach Elim. (V. 27) +Exodus Ex 2 15 0 3. Gesang Moses. (V. 1 21) IV. Vom roten Meere nach Mara. (V. 22 26) V. Von Mara nach Elim. (V. 27) Exodus Ex 2 15 1 Tunc cecinit Moyses et filii Israel carmen hoc Domino, et dixerunt: Cantemus Domino: gloriose enim magnificatus est, equum et ascensorem dejecit in mare. Da¹ sangen Moses und die Söhne Israels dem Herrn dieses Lied und sprachen also:² Lasset uns dem Herrn lobsingen; denn glorreich hat er sich herrlich erwiesen, Rosse und Reiter³ hat er in's Meer gestürzt. [Weish 10,20] Exodus Ex 2 15 1 1 Bei dieser Gelegenheit; wohl am nächsten Morgen. Die Feierlichkeit war ohne Opfer. Exodus Ex 2 15 1 2 Sangen: Wohl als Urheber des Liedes. Vielleicht I. Strophe: V. 1 5. Gegenstrophe V. 6 10 von zwei Chören abwechselnd gesungen; Wechselstrophe V. 11 13, dessen 1. und 3. Vers der erste Chor sang, während dem zweiten der Mittelvers zufiel. Dieser zweite Chor sang dann etwa die II. Strophe V. 14 16a, der erste Chor V. 16b 18. Die erste Strophe und Gegenstrophe bereiten den eigentlichen Gegenstand vor: Jahve hat sich seinen Feinden schrecklich erwiesen, seinem Volke freundlich. Die einzelnen Verse scheinen Distichen V. 8, V. 9, V. 15 Tristichen zu sein. Wie weit ist die Kunst gegen [Gen 4,23] fortgeschritten! @@ -3547,7 +3548,7 @@ Exodus Ex 2 15 25 48 Vielleicht besondere, wie [Ex 18,13ff]. Exodus Ex 2 15 26 Dicens: Si audieris vocem Domini Dei tui, et quod rectum est coram eo feceris, et obedieris mandatis ejus, custodierisque omnia præcepta illius, cunctum languorem, quem posui in gypto, non inducam super te: ego enim Dominus sanator tuus. indem er sprach: Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, und tust, was vor ihm recht ist, und seinen Geboten gehorchst, und alle seine Vorschriften beobachtest, so will ich keine der Krankheiten, welche ich auf Ägypten habe kommen lassen, über dich verhängen, denn ich, der Herr, werde dein Arzt sein.⁴⁹ [Jer 7,23] Exodus Ex 2 15 26 49 Der eben die bittern Wasser trinkbar gemacht, wird als der heilende Gott bezeichnet. Exodus Ex 2 15 27 Venerunt autem in Elim filii Israel, ubi erant duodecim fontes aquarum, et septuaginta palmæ: et castrametati sunt juxta aquas. Die Söhne Israels aber kamen nach Elim, wo zwölf Wasserquellen und siebzig Palmbäume waren; und sie lagerten sich am Wasser. [Num 33,9] -Exodus Ex 2 16 0 VI. Von Elim in die Wüste Sin. (Kap. 16): 1. Verheißung einer Himmelsspeise. (V. 8) 2. Gewährung der Himmelsspeise. (V. 15) 3. Dreifache Versuchung des Volkes. (V. 16 30): A. Erste Versuchung (V. 18) B. Zweite Versuchung. (V. 21) C. Dritte Versuchung. (V. 30) 4. Das Manna betreffende Ergänzungen. +Exodus Ex 2 16 0 VI. Von Elim in die Wüste Sin. (Kap. 16): 1. Verheißung einer Himmelsspeise. (V. 8) 2. Gewährung der Himmelsspeise. (V. 15) 3. Dreifache Versuchung des Volkes. (V. 16 30): A. Erste Versuchung (V. 18) B. Zweite Versuchung. (V. 21) C. Dritte Versuchung. (V. 30) 4. Das Manna betreffende Ergänzungen. Exodus Ex 2 16 1 Profectique sunt de Elim, et venit omnis multitudo filiorum Israel in desertum Sin, quod est inter Elim et Sinai: quintodecimo die mensis secundi, postquam egressi sunt de terra gypti. Von Elim zogen sie weiter, und die ganze Menge der Söhne Israels kam in die Wüste Sin,¹ welche zwischen Elim und dem Sinai liegt, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats,² seitdem sie aus dem Lande Ägypten ausgezogen waren. [Weish 11,2] Exodus Ex 2 16 1 1 Vergl. [Num 33,11]. Exodus Ex 2 16 1 2 Sie brauchten also einen Monat, um hierher zu kommen. Bis dahin reichten die mitgenommenen Vorräte. @@ -3604,7 +3605,7 @@ Exodus Ex 2 16 34 19 Aus [Ex 33,7] folgt, dass die Israeliten ein vormosaisches Exodus Ex 2 16 35 Filii autem Israel comederunt Man quadraginta annis, donec venirent in terram habitabilem: hoc cibo aliti sunt, usquequo tangerent fines terræ Chanaan. So aßen denn die Söhne Israels das Man vierzig Jahre hindurch, bis sie in bewohntes Land kamen; mit dieser Speise nährten sie sich, bis sie die Grenzen des Landes Chanaan erreichten.²⁰ [Neh 9,21, Jdt 5,15] Exodus Ex 2 16 35 20 Vergl. [Ps 77,17ff, Weish 16,20ff, Joh 6,31.49.59]. Exodus Ex 2 16 36 Gomor autem decima pars est ephi. Ein Gomor aber ist der zehnte Teil eines Epha. -Exodus Ex 2 17 0 VII. Aus der Wüste Sin nach Raphadim (Kap. 17 18) 1. Moses schlägt an den Felsen und es sprudelt Wasser hervor. (V. 7) 2. Sieg über die Amalekiter. +Exodus Ex 2 17 0 VII. Aus der Wüste Sin nach Raphadim (Kap. 17 18) 1. Moses schlägt an den Felsen und es sprudelt Wasser hervor. (V. 7) 2. Sieg über die Amalekiter. Exodus Ex 2 17 1 Igitur profecta omnis multitudo filiorum Israel de deserto Sin per mansiones suas, juxta sermonem Domini, castrametati sunt in Raphidim, ubi non erat aqua ad bibendum populo. Die ganze Schar der Söhne Israels zog also aus der Wüste Sin durch ihre Standorte, wie der Herr es befohlen,¹ und sie lagerten sich in Raphidim, dort war aber kein Wasser für das Volk zu trinken. Exodus Ex 2 17 1 1 Durch irgendein Zeichen, durch welches Gott seinen Willen kundtut, also hier wohl durch die Wolkensäule. Exodus Ex 2 17 2 Qui jurgatus contra Moysen, ait: Da nobis aquam, ut bibamus. Quibus respondit Moyses: Quid jurgamini contra me? cur tentatis Dominum? Da haderte es mit Moses und sprach: Gib uns Wasser, dass wir trinken. Moses antwortete ihnen: Was hadert ihr mit mir? Warum versucht ihr den Herrn?² [Num 20,4] @@ -3629,7 +3630,7 @@ Exodus Ex 2 17 14 Dixit autem Dominus ad Moysen: Scribe hoc ob monumentum in lib Exodus Ex 2 17 15 dificavitque Moyses altare: et vocavit nomen ejus, Dominus exaltatio mea, dicens: Und Moses baute einen Altar,⁸ und hieß seinen Namen: der Herr meine Erhöhung, und sprach: Exodus Ex 2 17 15 8 Und opferte. Exodus Ex 2 17 16 Quia manus solii Domini, et bellum Domini erit contra Amalec, a generatione in generationem. Die Hand vom Throne des Herrn und der Kampf des Herrn wird gegen Amalek sein von Geschlecht zu Geschlecht. -Exodus Ex 2 18 0 3. Jethros Taten in Raphidim. (Kap. 18): a. Festliche Ankunft Jethros. (V. 12) b. Jethros Rat. +Exodus Ex 2 18 0 3. Jethros Taten in Raphidim. (Kap. 18): a. Festliche Ankunft Jethros. (V. 12) b. Jethros Rat. Exodus Ex 2 18 1 Cumque audisset Jethro, sacerdos Madian, cognatus Moysi, omnia quæ fecerat Deus Moysi, et Israeli populo suo, et quod eduxisset Dominus Israel de gypto: Als aber Jethro,¹ der Priester von Madian, der Schwiegervater des Moses, alles gehört hatte, was Gott an Moses und seinem Volke Israel getan, und dass der Herr Israel aus Ägypten geführt hatte, Exodus Ex 2 18 1 1 Siehe [Ex 2,16] und [Ex 3,1]. Exodus Ex 2 18 2 Tulit Sephoram uxorem Moysi quam remiserat: nahm er Sephora, das Weib des Moses,² welches dieser zurückgeschickt hatte,³ @@ -3674,7 +3675,7 @@ Exodus Ex 2 18 24 Quibus auditis, Moyses fecit omnia quæ ille suggesserat. Als Exodus Ex 2 18 25 Et electis viris strenuis de cuncto Israel, constituit eos principes populi, tribunos, et centuriones, et quinquagenarios, et decanos. Und er wählte tüchtige Männer aus ganz Israel aus und bestellte sie zu Oberhäuptern des Volkes, zu Vorgesetzten über je tausend, je hundert, je fünfzig, und je zehn. Exodus Ex 2 18 26 Qui judicabant plebem omni tempore: quidquid autem gravius erat, referebant ad eum, faciliora tantummodo judicantes. Diese sprachen dem Volke allezeit Recht; alles aber, was wichtiger war, brachten sie vor ihn, und nur minder Wichtiges entschieden sie. Exodus Ex 2 18 27 Dimisitque cognatum suum: qui reversus abiit in terram suam. Hierauf entließ er seinen Schwiegervater, der in seine Heimat zurückkehrte. [Num 10,29] -Exodus Ex 2 19 0 VIII. Zug aus Raphidim in die Wüste Sinai. (Kap. 19 23) 1. Der Offenbarung Gottes vorhergehende Erscheinungen. (V. 1 15) A. Gott eröffnet Moses seine Absicht. (V. 9) B. Gott gebietet dem Volke, sich vorzubereiten. (V. 15) 2. Beschreibung der Offenbarung Gottes (19,16 20,21) A. Beginn der Offenbarung. +Exodus Ex 2 19 0 VIII. Zug aus Raphidim in die Wüste Sinai. (Kap. 19 23) 1. Der Offenbarung Gottes vorhergehende Erscheinungen. (V. 1 15) A. Gott eröffnet Moses seine Absicht. (V. 9) B. Gott gebietet dem Volke, sich vorzubereiten. (V. 15) 2. Beschreibung der Offenbarung Gottes (19,16 20,21) A. Beginn der Offenbarung. Exodus Ex 2 19 1 Mense tertio egressionis Israel de terra gypti, in die hac venerunt in solitudinem Sinai. Im dritten Monat nach dem Auszuge Israels aus dem Lande Ägypten, an demselben Tage¹ kamen sie in die Wüste Sinai.² [Num 33,15] Exodus Ex 2 19 1 1 Die Zahl ist ausgefallen. Exodus Ex 2 19 1 2 Mit dem Worte Sinai wird gewöhnlich die ganze Gebirgskette bezeichnet. Sinai und Horeb werden oftmals füreinander gesetzt. Gemeint ist entweder der Berg Serbal oder der Berg Dchebel Musa. @@ -3721,7 +3722,7 @@ Exodus Ex 2 19 24 Cui ait Dominus: Vade, descende: ascendesque tu, et Aaron tecu Exodus Ex 2 19 24 20 Hier wird Aaron zum ersten Male den alten Priestern vorgezogen. Während in V. 22 von ihm noch nichts gesagt wird, werden hier jene, wie zu schließen ist, gleichsam in den Laienstand versetzt. [Ex 24,5] werden sie von der Darbringung des Opfers ausgeschlossen; [Ex 24,9] steigen mit Moses zu Jahve nicht die Priester empor, sondern Nadab und Abiu und die 70 Ältesten, und versöhnen Gott mit dem Volke. Von Kap. 19 an verschwinden die alten Priester. Ob sie etwa nicht zufrieden damit, dem Volke nicht mit gutem Beispiele voranzugehen, es hinderten, auf den Berg emporzusteigen? Die Strafe verschob Gott, doch entließ er sie nicht und machte Aarons Familie zu Priestern. Exodus Ex 2 19 25 Descenditque Moyses ad populum, et omnia narravit eis. Da stieg Moses zum Volke hinab und berichtete ihnen alles.²¹ Exodus Ex 2 19 25 21 Das Volk wird zur Strafe des Königtums beraubt und erhält, als es einen König erlangt, kein priesterliches Königtum [Ex 19,6]. Nun darf es Jahve nicht mehr nahen [Ex 24,2]. -Exodus Ex 2 20 0 B. Verkündigung der zehn Gebote. (V. 17) C. Beschluss der Offenbarung Gottes. (V. 21) 3. Ergänzungen zur Offenbarung Gottes (20,22 23,33): A. Ergänzung zum zweiten Gebote. +Exodus Ex 2 20 0 B. Verkündigung der zehn Gebote. (V. 17) C. Beschluss der Offenbarung Gottes. (V. 21) 3. Ergänzungen zur Offenbarung Gottes (20,22 23,33): A. Ergänzung zum zweiten Gebote. Exodus Ex 2 20 1 Locutusque est Dominus cunctos sermones hos: Und der Herr redete¹ alle diese Worte:² Exodus Ex 2 20 1 1 Nicht zu Moses. Exodus Ex 2 20 1 2 Nur zwei Gebote sind positiv und in absoluter Form gegeben, das über die Beobachtung des Sabbat und das andere über die Pflichten gegen die Eltern. Das Gebot, den Sabbat zu heiligen, hat Gott nicht erst durch Moses gegeben, doch gibt er hier zugleich die Begründung für das Gebot. Dem Gebote der Pflichten gegen die Eltern, welches die Natur bereits die Menschen gelehrt, fügte Gott für die Israeliten eine besondere Verheißung bei. Die übrigen Gebote sind verneinend, die setzen ganz kurz gefasst (V. 13 17) und bereits vor Moses als natürliches Gesetz bekannt. Ebenso kurz ist ein anderes bereits vor Moses bestehendes Gebot (Vergl. [Gen 35,2.4]), das bereits nun hier von Gott in erster Person gegeben wird. Es bleiben zwei andere negative: Verbot von Bildern Gottes und von Missbrauch des heiligsten Namens Jahve. Diese werden etwas ausführlicher gegeben als die in V. 13 17 enthaltenen. V. 7 hat eine Bedrohung. In V. 4 wird das Verbot durch drei Glieder ausgedrückt. V. 5 stellt die Strafe für die Übertretung und die Belohnung für die Beobachtung vor Augen. Fast wörtlich werden die Gebote [Dtn 5,6-21] wiederholt. Dass es 10 Gebote sind, wird [Ex 34,28, Dtn 4,13, Dtn 10,4] ausdrücklich gesagt; doch werden dieselben nicht von allen Erklärern gleich geschieden. Die neueren Juden zählen seit Josephus I. V. 2. II. V. 3 6. III. V. 7. IV. V. 8 11. V. V. 12. VI. V. 13. VII. V. 14. VIII. V. 15. IX. V. 16. X. V. 17; der heilige Augustin unterscheidet nach dem Gegenstande drei Gebote, welche die Pflichten gegen Gott (V. 3 11), sieben, welche die Pflichten gegen den Nächsten darstellen, in dem er der Sept. folgt und so V. 17 in zwei Teile teilt. Das letztere ist indes kritisch unzulässig, indem ist es sicher, dass V. 17 nur ein Gebot ausmacht. Die Kalviner und Griechen zählen: I. V. 3. II. V. 4 6. III. V. 7. IV. V. 8 11. V. V. 12. VI IX. 13 16. X. 17. Die katholische Kirche teilt nach dem Vorgange des heiligen Augustinus und der Septuaginta so, dass V. 2 6 ein Gebot ausmachen, V. 17 in zwei Gebote zerfällt. (Auch der hebr. Text teilt V. 17 in zwei Teile.) Dieser Einteilung folgen auch die Lutheraner. Am passendsten scheint es zu sagen, dass die ersten drei Gebote unserer Zählung Gott, die letzten sieben die Menschen betreffen. Wie die Gebote auf die beiden tafeln verteilt waren, ist nicht festzustellen, ebenso wenig, ob sie ihrem vollen Wortlaute nach auf dieselben geschrieben waren. @@ -3779,7 +3780,7 @@ Exodus Ex 2 20 25 Quod si altare lapideum feceris mihi, non ædificabis illud de Exodus Ex 2 20 25 30 So soll aller Aberglaube fern gehalten werden. Exodus Ex 2 20 26 Non ascendes per gradus ad altare meum, ne reveletur turpido tua. Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altare aufsteigen, damit deine Blöße nicht enthüllt werde.³¹ Exodus Ex 2 20 26 31 Vergl. [Ex 28,42]. -Exodus Ex 2 21 0 B. Ergänzung zu anderen Geboten (21,1 23,19): a. Erste Reihe von neuen Gesetzen (21,2 22,30): 1) Gesetz über die Sklaven (V. 1 11): Über die männlichen Sklaven (V. 6), über die weiblichen. (V. 11) 2) Gesetz über Körperverletzungen (V. 12 36): Über Verletzungen. (V. 12 27) aa. Über tödliche Verletzungen (V. 12 23): Mord und drei andere Hauptverbrechen. (V. 17) Drei Zusätze zu dem Gesetze über den Mord (V. 18 23): Tötung eines Mannes im Streite. (V. 19) Tötung eines Sklaven durch seinen Herrn. (V. 21) Verletzung einer schwangeren Frau. (V. 23) bb. Über Verstümmelungen (V. 24 27): Gesetz der Wiedervergeltung. (V. 25) Zusatz betreffs der Sklaven. (V. 27) cc. Drei Zusätze zu dem Gesetze über Verletzungen (V. 28 36): Betreffs des stößigen Stieres (V. 32), des in den Brunnen gefallenen Zugtiers (V. 34), gegenseitiger Verletzung von Tieren. +Exodus Ex 2 21 0 B. Ergänzung zu anderen Geboten (21,1 23,19): a. Erste Reihe von neuen Gesetzen (21,2 22,30): 1) Gesetz über die Sklaven (V. 1 11): Über die männlichen Sklaven (V. 6), über die weiblichen. (V. 11) 2) Gesetz über Körperverletzungen (V. 12 36): Über Verletzungen. (V. 12 27) aa. Über tödliche Verletzungen (V. 12 23): Mord und drei andere Hauptverbrechen. (V. 17) Drei Zusätze zu dem Gesetze über den Mord (V. 18 23): Tötung eines Mannes im Streite. (V. 19) Tötung eines Sklaven durch seinen Herrn. (V. 21) Verletzung einer schwangeren Frau. (V. 23) bb. Über Verstümmelungen (V. 24 27): Gesetz der Wiedervergeltung. (V. 25) Zusatz betreffs der Sklaven. (V. 27) cc. Drei Zusätze zu dem Gesetze über Verletzungen (V. 28 36): Betreffs des stößigen Stieres (V. 32), des in den Brunnen gefallenen Zugtiers (V. 34), gegenseitiger Verletzung von Tieren. Exodus Ex 2 21 1 Hæc sunt judicia quæ propones eis. Dies sind die Rechtssatzungen,¹ die du ihnen vorlegen sollst. Exodus Ex 2 21 1 1 Die Aufschrift gilt für alle Gesetze. Kap. 21 23. Zwei im Levit. Häufig wiederkehrende Formeln zeichnen den Abschnitt aus: [Ex 22,31] und [Ex 23,13]. Ein feierlicher Schluss [Ex 23,20-33]. Den einzelnen Formeln, welche den Text teilen, ist in demselben Verse eine kürzere Vorschrift beigefügt. Vielleicht sollten längere und kürzere Vorschriften den heiligen Zahlen entsprechend in jedem Abschnitte sein. Erster Abschnitt (21,2 22,30) 3x3. Zweiter Abschnitt (22,31 23,12) 3. Dritter Abschnitt (23,13 23,19) 2x3. Zwischen diesen Gesetzen und während dies alte Heiligtum noch bestand, und den anderen nach Errichtung des neuen Zeltes besteht ein gewisser Parallelismus. Das Moses einige Gesetze mehr betont, andere Vorschriften mit Stillschweigen übergeht, geschieht wohl mit Rücksicht auf die bösen Neigungen des Volkes. Einige Vorschriften waren nicht in der Wüste zu beobachten, sondern erst als das auserwählte Volk Städte hatte [Ex 21,13] und Äcker bebaute [Ex 22,5, Ex 23,10ff14ff], stammten also vielleicht schon aus Chaldäa oder aus der Zeit vor der Sündflut. Das Sabbatjahr wird kurz erklärt, war also wohl schon bekannt. [Ex 21,2, Ex 23,11] Das Gesetz [Ex 20,22-26] gilt bereits für den Altar, der dem Aaronischen vorausgeht; die Vorschrift [Ex 21,6] ist sicher von den Voreltern ererbt. Exodus Ex 2 21 2 Si emeris servum Hebræum, sex annis serviet tibi: in septimo egredietur liber gratis. Wenn du einen hebräischen² Knecht kaufst, so diene er dir sechs Jahre;³ im siebenten Jahre soll er ohne Entgelt frei werden.⁴ [Dtn 15,12, Jer 34,14] @@ -3847,7 +3848,7 @@ Exodus Ex 2 21 33 Si quis aperuerit cisternam, et foderit, et non operuerit eam, Exodus Ex 2 21 34 Reddet dominus cisternæ pretium jumentorum: quod autem mortuum est, ipsius erit. so soll der Eigentümer der Zisterne den Wert der Tiere erstatten; das tot gebliebene aber soll ihm dafür gehören. Exodus Ex 2 21 35 Si bos alienus bovem alterius vulneraverit, et ille mortuus fuerit: vendent bovem vivum, et divident pretium, cadaver autem mortui inter se dispertient. Stößt das Rind jemandes das Rind eines andern, dass dieses stirbt, so sollen sie das noch lebende Rind verkaufen und den Gelderlös teilen, und auch den Körper des toten sollen sie unter sich teilen. Exodus Ex 2 21 36 Sin autem sciebat quod bos cornupeta esset ab heri et nudiustertius, et non custodivit eum dominus suus: reddet bovem pro bove, et cadaver integrum accipiet. Wusste aber der Herr, dass das Rind schon längst stößig war, und hütete es nicht, so soll er als Ersatz für das Rind ein anderes geben, und der Körper des toten Rindes soll ihm ganz gehören. -Exodus Ex 2 22 0 3) Zusatzbestimmungen über Schädigungen. (V. 17) aa. Ersatz für ein gestohlenes Tier. (V. 4) bb. Ersatz für verdorbene Saat. (V. 6) cc. Ersatz für ein bei dem Empfänger gestohlenes Depositum (v. 7 13): Ein unbeseeltes Depositum (V. 9), ein lebendes (V. 13). dd. Erstattung es entgangenen Gewinnes. (V. 15) ee. Erstattung für Verführung einer Jungfrau. (V. 17) 4) Drei Hauptvergehen. (V. 18 20) 5) Zusatzgesetz über die Ankömmlinge (V. 21) 6) Zusatzgesetz über Witwen und Waisen. (V. 24) 7) Zusatzgesetz über die Armen. (V. 27) 8) Zusatzgesetz über die Vorsteher. (V. 23) 9) Zusatzgesetz über die Gott zu bestimmten Zeiten darzubringenden Leistungen. (V. 30) b. Zweite Reihe neuer Gesetze. (22,31 23,12) aa. Zusatzgesetz zu dem Verbote vom Blutgenuss. +Exodus Ex 2 22 0 3) Zusatzbestimmungen über Schädigungen. (V. 17) aa. Ersatz für ein gestohlenes Tier. (V. 4) bb. Ersatz für verdorbene Saat. (V. 6) cc. Ersatz für ein bei dem Empfänger gestohlenes Depositum (v. 7 13): Ein unbeseeltes Depositum (V. 9), ein lebendes (V. 13). dd. Erstattung es entgangenen Gewinnes. (V. 15) ee. Erstattung für Verführung einer Jungfrau. (V. 17) 4) Drei Hauptvergehen. (V. 18 20) 5) Zusatzgesetz über die Ankömmlinge (V. 21) 6) Zusatzgesetz über Witwen und Waisen. (V. 24) 7) Zusatzgesetz über die Armen. (V. 27) 8) Zusatzgesetz über die Vorsteher. (V. 23) 9) Zusatzgesetz über die Gott zu bestimmten Zeiten darzubringenden Leistungen. (V. 30) b. Zweite Reihe neuer Gesetze. (22,31 23,12) aa. Zusatzgesetz zu dem Verbote vom Blutgenuss. Exodus Ex 2 22 1 Si quis furatus fuerit bovem, aut ovem, et occiderit vel vendiderit: quinque boves pro uno bove restituet, et quatuor oves pro una ove. Wenn jemand ein Rind oder ein Schaf stiehlt und schlachtet es, oder verkauft es, so soll er fünf Rinder für ein Rind zurückgeben, und vier Schafe für ein Schaf. [2Sam 12,6] Exodus Ex 2 22 2 Si effringens fur domum sive suffodiens fuerit inventus, et accepto vulnere mortuus fuerit: percussor non erit reus sanguinis. Wenn ein Dieb beim Einbrechen¹ in ein Haus oder bei der Untergrabung desselben betroffen und verwundet wird, so dass er stirbt, so soll der, welcher ihn erschlagen hat, keine Blutschuld haben. Exodus Ex 2 22 2 1 Dieser Ausdruck weist auf die Nachtzeit hin. @@ -3898,7 +3899,7 @@ Exodus Ex 2 22 30 De bobus quoque, et ovibus similiter facies: septem diebus sit Exodus Ex 2 22 30 18 Oder später. [Lev 22,27] Exodus Ex 2 22 31 Viri sancti eritis mihi: carnem, quæ a bestiis fuerit prægustata, non comedetis, sed projicietis canibus. Ihr sollt mir geheiligte Männer sein; das Fleisch, von dem die Tiere gefressen haben, sollt ihr nicht genießen, sondern es den Hunden vorwerfen.¹⁹ Exodus Ex 2 22 31 19 Vergl. [Ex 19,6]. Die von den Hebräern geforderte Heiligkeit besteht in der Beobachtung der vorhergehenden und folgenden moralischen Vorschriften, doch vorzugsweise der äußere Übungen auferlegenden. -Exodus Ex 2 23 0 bb. Zusatzgesetz über die Gerechtigkeit im Gerichte (V. 1 9): 1.) Mahnung für die Zeugen. (V. 3) 2) Mahnung für die Streitenden. (V. 5) 3) Mahnung für den Richter. (V. 8) 4) Mahnung für alle bezüglich der Ankömmlinge. (V. 9) cc. Zusatzgesetz über die Sabbatsruhe. (V. 12) c. Dritte Reihe von sechs Gesetzen (V. 13 19): 1) Zusatzgesetz gegen den Gebrauch des Namens fremder Götter. (V. 13) 2) Zusatzgesetz über drei größere Feste. (V. 17) 3) Zusatzgesetz über die Fernhaltung von Gesäuertem vom Opfer. (V. 18a) 4) Zusatzgesetz über das Verfahren der Opfer am Tage der Darbringung. (V. 8b) 5) Zusatzgesetz über die Darbringung der ersten Früchte. (V. 19a) 6) Zusatzgesetz: Verbot, die Böckchen im Fette der Mutter zu kochen. (V. 19b) C. Epilog der Zusatzgesetze. (V. 20 33) +Exodus Ex 2 23 0 bb. Zusatzgesetz über die Gerechtigkeit im Gerichte (V. 1 9): 1.) Mahnung für die Zeugen. (V. 3) 2) Mahnung für die Streitenden. (V. 5) 3) Mahnung für den Richter. (V. 8) 4) Mahnung für alle bezüglich der Ankömmlinge. (V. 9) cc. Zusatzgesetz über die Sabbatsruhe. (V. 12) c. Dritte Reihe von sechs Gesetzen (V. 13 19): 1) Zusatzgesetz gegen den Gebrauch des Namens fremder Götter. (V. 13) 2) Zusatzgesetz über drei größere Feste. (V. 17) 3) Zusatzgesetz über die Fernhaltung von Gesäuertem vom Opfer. (V. 18a) 4) Zusatzgesetz über das Verfahren der Opfer am Tage der Darbringung. (V. 8b) 5) Zusatzgesetz über die Darbringung der ersten Früchte. (V. 19a) 6) Zusatzgesetz: Verbot, die Böckchen im Fette der Mutter zu kochen. (V. 19b) C. Epilog der Zusatzgesetze. (V. 20 33) Exodus Ex 2 23 1 Non suscipies vocem mendacii: nec junges manum tuam ut pro impio dicas falsum testimonium. Du sollst keine Lügenreden annehmen, noch deine Hand bieten, um für den Gottlosen falsches Zeugnis abzulegen.¹ Exodus Ex 2 23 1 1 V. 1 8 sind nicht Gesetze, wie 21,7 22,17, sondern gleichsam von alten Weisen überlieferte Sprüche. V. 1 -3 ist für Streitende, V. 6 8 für Richter bestimmt, V. 9 bestimmt den Schutz der Ankömmlinge. Exodus Ex 2 23 2 Non sequeris turbam ad faciendum malum: nec in judicio plurimorum acquiesces sententiæ, ut a vero devies. Du sollst dem großen Haufen nicht folgen, um Böses zu tun,² noch im Gerichte dem Urteile der Meisten beistimmen, so dass du von der Wahrheit abweichst. @@ -3963,7 +3964,7 @@ Exodus Ex 2 23 31 30 Hebr.: Du wirst vor deinem Angesichte vertreiben. Exodus Ex 2 23 32 Non inibis cum eis fdus, nec cum diis eorum. Weder mit ihnen, noch mit ihren Göttern sollst du ein Bündnis schließen. [Ex 34,15, Dtn 7,2] Exodus Ex 2 23 33 Non habitent in terra tua, ne forte peccare te faciant in me, si servieris diis eorum: quod tibi certe erit in scandalum. Sie sollen nicht in deinem Lande wohnen bleiben, damit sie dich nicht zur Sünde wider mich verführen, wenn du ihren Göttern dienst;³¹ denn das wird dir sicher zum Fallstricke werden. Exodus Ex 2 23 33 31 In der Zwischenzeit, ehe die Israeliten das ganze Land in Besitz nahmen. -Exodus Ex 2 24 0 III. Abschnitt: Einsetzung neuer Opfer. (Exodus 24 40) 1. Ereignisse vor der göttlichen Ansprache. (Kap. 24) a. Die Ältesten steigen mit Moses auf den Berg. (V. 11) b. Moses allein naht Gott. +Exodus Ex 2 24 0 III. Abschnitt: Einsetzung neuer Opfer. (Exodus 24 40) 1. Ereignisse vor der göttlichen Ansprache. (Kap. 24) a. Die Ältesten steigen mit Moses auf den Berg. (V. 11) b. Moses allein naht Gott. Exodus Ex 2 24 1 Moysi quoque dixit: Ascende ad Dominum tu, et Aaron, Nadab, et Abiu, et septuaginta senes ex Israel, et adorabitis procul. Und weiter sprach er zu Moses: Steige hinauf zu dem Herrn, du und Aaron, Nadab und Abiu, und siebzig von den Ältesten Israels,¹ und betet ihn von ferne an. Exodus Ex 2 24 1 1 Vielleicht je einer aus den 70 Familien. [Gen 46] Vergl. [Ex 18,21]. Exodus Ex 2 24 2 Solusque Moyses ascendet ad Dominum, et illi non appropinquabunt: nec populus ascendet cum eo. Moses soll allein zu dem Herrn hinaufsteigen,² jene aber sollen nicht nahe kommen; und auch das Volk steige nicht mit ihm hinauf. @@ -4004,7 +4005,7 @@ Exodus Ex 2 24 17 20 Hebr.: Verzehrendes. Exodus Ex 2 24 18 Ingressusque Moyses medium nebulæ, ascendet in montem: et fuit ibi quadraginta diebus, et quadraginta noctibus. Und Moses trat mitten in das Gewölk und stieg auf den Berg;²¹ und er blieb daselbst vierzig Tage und vierzig Nächte.²² [Dtn 9,9] Exodus Ex 2 24 18 21 Höher. Exodus Ex 2 24 18 22 Fastend. [Dtn 9,9] -Exodus Ex 2 25 0 2. Vorschrift Gottes über neue Opfer. (Kap. 25 Kap. 31) 1) Größere Anreden: Der Tabernakel und dessen Kult (Kap. 25,1 Kap. 30,10): a. Kostbare Geschenke sollen zusammengetragen werden. (V. 7) b. Der Bau des Heiligtums (Kap. 25,8 Kap. 27,19): aa. Die heiligen Gegenstände (V. 8 40): die Bundeslade (V. 22), der Tisch der Schaubrote (V. 30), der Leuchter (V. 39) +Exodus Ex 2 25 0 2. Vorschrift Gottes über neue Opfer. (Kap. 25 Kap. 31) 1) Größere Anreden: Der Tabernakel und dessen Kult (Kap. 25,1 Kap. 30,10): a. Kostbare Geschenke sollen zusammengetragen werden. (V. 7) b. Der Bau des Heiligtums (Kap. 25,8 Kap. 27,19): aa. Die heiligen Gegenstände (V. 8 40): die Bundeslade (V. 22), der Tisch der Schaubrote (V. 30), der Leuchter (V. 39) Exodus Ex 2 25 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Exodus Ex 2 25 2 Loquere filiis Israel, ut tollant mihi primitias: ab omni homine qui offeret ultroneus, accipietis eas. Befiehl den Söhnen Israels, dass sie mir die Erstlinge¹ darbringen; von jedem, der sie freiwillig gibt, sollt ihr sie nehmen. [Ex 35,5] Exodus Ex 2 25 2 1 Besser: Geschenke. @@ -4068,7 +4069,7 @@ Exodus Ex 2 25 38 Emunctoria quoque, et ubi quæ emuncta sunt exstinguantur, fia Exodus Ex 2 25 39 Omne pondus candelabri cum universis vasis suis habebit talentum auri purissimi. Das ganze Gewicht des Leuchters mit allen seinen Geräten soll ein Talent von ganz reinem Golde ausmachen. Exodus Ex 2 25 40 Inspice, et fac secundum exemplar quod tibi in monte monstratum est. Habe Acht und mache es nach dem Vorbilde, das dir auf dem Berge gezeigt ward.²³ [Hebr 9,5, Apg 7,44] Exodus Ex 2 25 40 23 Auch was hier nicht ausdrücklich genannt ist. -Exodus Ex 2 26 0 bb. Das Heiligtum (V. 1 30): Der Vorhang. (V. 6) Die Stiftshütte. (V. 13) Die Bedeckung der Hütte. (V. 14) Die Wände der Hütte. (V. 30) cc. Der Schmuck des Heiligtums. (Kap. 26,31 Kap. 27,8): Die Vorhänge. +Exodus Ex 2 26 0 bb. Das Heiligtum (V. 1 30): Der Vorhang. (V. 6) Die Stiftshütte. (V. 13) Die Bedeckung der Hütte. (V. 14) Die Wände der Hütte. (V. 30) cc. Der Schmuck des Heiligtums. (Kap. 26,31 Kap. 27,8): Die Vorhänge. Exodus Ex 2 26 1 Tabernaculum vero ita facies: Decem cortinas de bysso retorta, et hyacintho, ac purpura, coccoque bis tincto, variatas opere plumario facies. Das Zelt¹ aber mache also: Fertige zehn Teppiche an von gezwirntem Byssus und von blauem und rotem Purpur und von doppelt gefärbtem Karmosin, mit Stickwerk von allerlei Art.² Exodus Ex 2 26 1 1 Die Übersetzung der Vulgata macht das Verständnis etwas schwerer. V. 1 6 handelt von dem Zelte und dessen Byssusvorhängen. V. 7 14 von der Wohnung und den dasselbe bedeckenden Fellen, sowie von den hölzernen Wänden der Wohnung. Die Vulgata setzt für Zelt auch Dach oder Decken. Was sie [Ex 25,4] Ziegenhaare nennt, bezeichnet sie V. 7 als grobhaarige Überdecken; was [Ex 26,1-6] Teppiche und Haken, heißt dann Überdecke und Häkchen. Exodus Ex 2 26 1 2 Besser wohl: Cherubim. Auf dem Byssus waren Cherubim aus blauem und rotem Purpur einzuweben. @@ -4125,7 +4126,7 @@ Exodus Ex 2 26 36 Facies et tentorium in introitu tabernaculi de hyacintho, et p Exodus Ex 2 26 36 18 Des Heiligen. Exodus Ex 2 26 37 Et quinque columnas deaurabis lignorum setim, ante quas ducetur tentorium: quarum erunt capita aurea, et bases aeneæ. Und überziehe fünf Säulen aus Akazienholz mit Gold, vor diese werde der Vorhang gehängt; ihre Knäufe sollen von Gold und ihre Füße von Erz sein.¹⁹ Exodus Ex 2 26 37 19 Vergl. [Ex 36,38]. -Exodus Ex 2 27 0 Der Brandopferaltar. (V. 8) dd. Der Vorhof. (V. 9 19) c. Die Wohnung Jahves im Heiligtum. (Kap. 27,20 Kap. 30,10) aa. Das Symbol der Wohnung, die Lampe. +Exodus Ex 2 27 0 Der Brandopferaltar. (V. 8) dd. Der Vorhof. (V. 9 19) c. Die Wohnung Jahves im Heiligtum. (Kap. 27,20 Kap. 30,10) aa. Das Symbol der Wohnung, die Lampe. Exodus Ex 2 27 1 Facies et altare de lignis setim, quod habebit quinque cubitos in longitudine, et totidem in latitudine, id est, quadrum, et tres cubitos in altitudine. Mache auch einen Altar von Akazienholz, der fünf Ellen in der Länge und ebensoviel in der Breite hat, also ein Gevierte ist, und drei Ellen sei seine Höhe.¹ [Ex 38,1] Exodus Ex 2 27 1 1 Eine ansteigende Ebene führte zum Altare. (Vergl. [Ex 20,26].) Exodus Ex 2 27 2 Cornua autem per quatuor angulos ex ipso erunt: et operies illud ære. An seinen vier Ecken aber sollen Hörner aus ihm hervorragen,² und überziehe ihn mit Erz. @@ -4159,7 +4160,7 @@ Exodus Ex 2 27 20 10 Auf diese Weise wurde möglichst viel Öl gewonnen. Das re Exodus Ex 2 27 20 11 Zur vorgeschriebenen Zeit: Vom Abend zum Morgen. Exodus Ex 2 27 21 In tabernaculo testimonii, extra velum quod oppansum est testimonio. Et collocabunt eam Aaron et filii ejus, ut usque mane luceat coram Domino. Perpetuus erit cultus per successiones eorum a filiis Israel. im Zelte des Zeugnisses, außerhalb des Vorhanges, der vor dem Zeugnisse aufgehängt ist. Und Aaron und seine Söhne sollen ihn aufstellen, damit er bis zum Morgen vor dem Herrn leuchte.¹² Dies sei den Söhnen Israels ein Gottesdienst für alle Zeiten und für alle kommenden Geschlechter. Exodus Ex 2 27 21 12 Vergl. [Lev 24,2-4]. -Exodus Ex 2 28 0 bb. Die Kleider der Diener des Heiligtums. (Kap. 28) 1) Einleitung. (V. 5) 2) Das Ephod. (V. 14) 3) Der Brustschild (V. 30) 4) Das Oberkleid. (V. 35) 5) Das Diadem. (V. 39) 6) Die Kleider der einfachen Priester. +Exodus Ex 2 28 0 bb. Die Kleider der Diener des Heiligtums. (Kap. 28) 1) Einleitung. (V. 5) 2) Das Ephod. (V. 14) 3) Der Brustschild (V. 30) 4) Das Oberkleid. (V. 35) 5) Das Diadem. (V. 39) 6) Die Kleider der einfachen Priester. Exodus Ex 2 28 1 Applica quoque ad te Aaron fratrem tuum cum filiis suis de medio filiorum Israel, ut sacerdotio fungantur mihi: Aaron, Nadab, et Abiu, Eleazar, et Ithamar. Nimm¹ auch aus der Mitte der Kinder Israels Aaron, deinen Bruder, mit seinen Söhnen zu dir, dass sie mir als Priester dienen: Aaron, Nadab, Abiu, Eleazar und Ithamar. Exodus Ex 2 28 1 1 Scheide aus. Exodus Ex 2 28 2 Faciesque vestem sanctam Aaron fratri tuo in gloriam et decorem. Und mache Aaron, deinem Bruder, ein heiliges Kleid,² zur Ehre und Zierde.³ @@ -4236,7 +4237,7 @@ Exodus Ex 2 28 41 32 Hebr.: salbe sie und fülle die Hände. Die Hand wird mit Exodus Ex 2 28 42 Facies et feminalia linea, ut operiant carnem turpitudinis suæ, a renibus usque ad femora: Mache ihnen auch linnene Hüftkleider, das Fleisch ihrer Blöße zu bedecken, von den Lenden bis zu den Schenkeln; Exodus Ex 2 28 43 Et utentur eis Aaron et filii ejus, quando ingredientur tabernaculum testimonii, vel quando appropinquant ad altare ut ministrent in sanctuario, ne iniquitatis rei moriantur. Legitimum sempiternum erit Aaron, et semini ejus post eum. und Aaron und seine Söhne sollen sie tragen, wenn sie in das Zelt des Zeugnisses treten, oder wenn sie sich dem Altare nahen, um ihren Dienst im Heiligtume zu verrichten, damit sie nicht Schuld auf sich laden und sterben müssen.³³ Dies gelte als eine immerwährende Verpflichtung für Aaron und seine Nachkommen nach ihm. Exodus Ex 2 28 43 33 An die Stelle des mehr natürlichen Gesetzes [Ex 20,26] wird ein anderes Gesetz gesetzt. Dies Hüftkleid ist kein heiliges Kleid, obwohl es ein Zeichen der Enthaltsamkeit und Keuschheit ist. -Exodus Ex 2 29 0 cc. Weihe der Diener des Heiligtums (Kap. 29): 1) Weihe der Priester. (V. 9) 2) Opfer der Weihe (V. 28): Das Rind des Sündopfers. (V. 14) Der Bock des Brandopfers. (V. 18) Der Bock der Weihe. (V. 28) 3) Bestimmung über die Verwendung der Kleider Aarons bei der Weihe zukünftiger Priester. (V. 30) 4) Das heilige Mahl der Weihe. (V. 34) 5) Die sieben Tage der Feier. (V. 37) 6) Das stete Verhältnis Jahves in seinem Heiligtum zu dem Volke. +Exodus Ex 2 29 0 cc. Weihe der Diener des Heiligtums (Kap. 29): 1) Weihe der Priester. (V. 9) 2) Opfer der Weihe (V. 28): Das Rind des Sündopfers. (V. 14) Der Bock des Brandopfers. (V. 18) Der Bock der Weihe. (V. 28) 3) Bestimmung über die Verwendung der Kleider Aarons bei der Weihe zukünftiger Priester. (V. 30) 4) Das heilige Mahl der Weihe. (V. 34) 5) Die sieben Tage der Feier. (V. 37) 6) Das stete Verhältnis Jahves in seinem Heiligtum zu dem Volke. Exodus Ex 2 29 1 Sed et hoc facies, ut mihi in sacerdotio consecrentur. Tolle vitulum de armento, et arietes duos immaculatos, Aber auch dies sollst du tun, damit sie mir zu Priestern geweiht werden. Nimm einen jungen Stier von der Herde, und zwei fehlerlose¹ Widder, [Lev 9,2] Exodus Ex 2 29 1 1 Das Adjektiv kennzeichnet auch eine für den Stier geforderte Eigenschaft. Exodus Ex 2 29 2 Panesque azymos, et crustulam absque fermento, quæ conspersa sit oleo, lagana quoque azyma oleo lita: de simila triticea cuncta facies. ungesäuerte Brote, ungesäuerte, mit Öl angemachte Kuchen, und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen; aus feinem Weizenmehl mache alles. @@ -4320,7 +4321,7 @@ Exodus Ex 2 29 43 37 Hebr.: ich werde nahen. Exodus Ex 2 29 44 Sanctificabo et tabernaculum testimonii cum altari, et Aaron cum filiis suis, ut sacerdotio fungantur mihi. Ich will auch das Zelt des Zeugnisses mit dem Altare heiligen und Aaron mit seinen Söhnen, dass sie mir als Priester dienen. Exodus Ex 2 29 45 Et habitabo in medio filiorum Israel, eroque eis Deus. Und ich werde inmitten der Söhne Israels wohnen und werde ihr Gott sein, Exodus Ex 2 29 46 Et scient quia ego Dominus Deus eorum, qui eduxi eos de terra gypti, ut manerem inter illos, ego Dominus Deus ipsorum. und sie werden erkennen, dass ich der Herr ihr Gott bin, der sie aus dem Lande Ägypten geführt hat, um unter ihnen zu weilen, ich der Herr, ihr Gott. -Exodus Ex 2 30 0 7) Die beständige Verehrung Jahves am Altare des Räucherwerkes. (V. 10) 2) Kleinere Anreden Gottes. (Kap. 30,11 31,18) A. Das zu Zwecken des Heiligtums zu sammelnde Geld. (V. 16) B. Das eherne Becken. (V. 21) c. Das Salböl. (V. 33) D. Das Räucherwerk. +Exodus Ex 2 30 0 7) Die beständige Verehrung Jahves am Altare des Räucherwerkes. (V. 10) 2) Kleinere Anreden Gottes. (Kap. 30,11 31,18) A. Das zu Zwecken des Heiligtums zu sammelnde Geld. (V. 16) B. Das eherne Becken. (V. 21) c. Das Salböl. (V. 33) D. Das Räucherwerk. Exodus Ex 2 30 1 Facies quoque altare ad adolendum thymiama, de lignis setim, Mache auch einen Altar von Akazienholz, das Räucherwerk darauf anzuzünden, Exodus Ex 2 30 2 Habens cubitum longitudinis, et alterum latitudinis, id est, quadrangulum, et duos cubitos in altitudine. Cornua ex ipso procedent. eine Elle in der Länge, und eine andere in der Breite, also geviertet, und zwei Ellen in der Höhe. Hörner sollen aus ihm hervorgehen.¹ Exodus Ex 2 30 2 1 Vergl. [Ex 27,2]. @@ -4387,7 +4388,7 @@ Exodus Ex 2 30 36 Cumque in tenuissimum pulverem universa contuderis, pones ex e Exodus Ex 2 30 36 28 Hebr.: Vor das Gesetz. Exodus Ex 2 30 37 Talem compositionem non facietis in usus vestros, quia sanctum est Domino. Solche Mischung sollt ihr nicht zu eurem Gebrauche machen; denn es ist dem Herrn geheiligt. Exodus Ex 2 30 38 Homo quicumque fecerit simile, ut odore illius perfruatur, peribit de populis suis. Wer immer ein solches bereitet, um seinen Geruch zu genießen, soll hinweggetilgt werden aus seinem Volke. -Exodus Ex 2 31 0 E. Die zu verwendenden Arbeiter. (V. 11) F. Der Sabbat und die Tafeln, Zeichen des Bundes. +Exodus Ex 2 31 0 E. Die zu verwendenden Arbeiter. (V. 11) F. Der Sabbat und die Tafeln, Zeichen des Bundes. Exodus Ex 2 31 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete mit Moses und sprach: Exodus Ex 2 31 2 Ecce, vocavi ex nomine Beseleel filium Uri filii Hur de tribu Juda, Siehe, ich habe Beseleel,¹ den Sohn Uris,² des Sohnes Hur,³ vom Stamme Juda, namentlich berufen Exodus Ex 2 31 2 1 Der gleiche Name kehrt in der heiligen Schrift öfter wieder, z.B. [Esra 10,30]. @@ -4415,7 +4416,7 @@ Exodus Ex 2 31 17 7 Erster Grund zur Einsetzung des Sabbates. Exodus Ex 2 31 18 Deditque Dominus Moysi, completis hujuscemodi sermonibus in monte Sinai, duas tabulas testimonii lapideas, scriptas digito Dei. Als nun der Herr dies alles auf dem Berge Sinai gesprochen, gab er dem Moses zwei steinerne Tafeln des Zeugnisses,⁸ beschrieben von dem Finger Gottes.⁹ [Dtn 9,10] Exodus Ex 2 31 18 8 Wie die Wahl des harten Steines als Material, so sollte das Eingraben der Schrift die unvergängliche Dauer dieser Worte Gottes abbilden. Der unmittelbare göttliche Ursprung der Tafeln aber entspricht der unmittelbaren Verkündigung der zehn Worte durch den Mund Gottes vom Berge herab an das Volk. Wie sie durch die Verkündigung durch den Höchsten selbst als Gotteswort kundgetan waren, so sollte die Gottesschrift die Aufbewahrung der Tafeln in Israel als ein für Menschen unantastbares Heiligtum sichern. Exodus Ex 2 31 18 9 Alle übrigen Vorschriften Gottes hängen von diesen zehn Geboten ab, wie diese in den beiden Geboten von der Liebe Gottes und des Nächsten ihre Vollendung finden. (Aug.) -Exodus Ex 2 32 0 3. Aberglaube und Wiederversöhnung des Volkes. (Kap. 32 34) 1) Jahve unter dem Bilde eines goldenen Kalbes verehrt. (V. 8) 2) Erstes Flehen Moses zu Gott um Erbarmen. (V. 14) 3) Herabsteigen Moses vom Berge. (V. 29) 4) Zweites Flehen Moses um Erbarmen. (Kap. 32,30 Kap. 33,11) +Exodus Ex 2 32 0 3. Aberglaube und Wiederversöhnung des Volkes. (Kap. 32 34) 1) Jahve unter dem Bilde eines goldenen Kalbes verehrt. (V. 8) 2) Erstes Flehen Moses zu Gott um Erbarmen. (V. 14) 3) Herabsteigen Moses vom Berge. (V. 29) 4) Zweites Flehen Moses um Erbarmen. (Kap. 32,30 Kap. 33,11) Exodus Ex 2 32 1 Videns autem populus quod moram faceret descendendi de monte Moyses, congregatus adversus Aaron, dixit: Surge, fac nobis deos, qui nos præcedant: Moysi enim huic viro, qui nos eduxit de terra gypti, ignoramus quid acciderit. Als aber das Volk sah, dass Moses zögerte, vom Berge herabzukommen,¹ versammelte es sich um Aaron und sprach: Auf, mache uns Götter, die vor uns hergehen;² denn was diesem Manne, dem Moses, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, begegnet ist, wissen wir nicht.³ [Apg 7,40] Exodus Ex 2 32 1 1 Nicht lange vor dem Ende der 40 Tage fiel das Volk ab. Urheber dieses Abfalles waren wohl die alten Priester, welche es nicht ertrugen, dass sie [Ex 19,24] zu Laien gemacht waren, [Ex 20,18ff] unbeachtet und [Ex 24,6.10] von der Darbringung des Opfers und dem Erscheinen vor Gott ausgeschlossen blieben. Ihnen standen jetzt andere Priester, die Stammesgenossen Aarons und Moses gegenüber. Im offenen Widerstande jenen nicht gewachsen, erregen sie Unzufriedenheit. Exodus Ex 2 32 1 2 An fruchtbarere Orte. Vielleicht hoffen sie auch, dass die Götter sie nach Ägypten zurückführen werden. Der Plural Götter ist zweideutig. Die meisten fordern wohl ein Bild, doch die einen das Bild des wahren Gottes, die anderen, ohne sich zu entscheiden. Sie schreiben dem Bilde eine höhere Macht zu. @@ -4483,7 +4484,7 @@ Exodus Ex 2 32 34 Tu autem vade, et duc populum istum quo locutus sum tibi: Ange Exodus Ex 2 32 34 31 Mein Engel? Vielleicht ein Engel? Dies scheint durch [Ex 33,12] nahegelegt. Anders [Ex 23,20], wo die weiteren Bestimmungen keinen Zweifel lassen, dass der Engel Jahves, der Sohn Gottes, gemeint ist. Was Gott den Patriarchen verheißen hat, will er erfüllen, aber es soll fehlen, was der Gabe den eigentlichen Wert verleiht, die Gnadengegenwart Gottes. Exodus Ex 2 32 34 32 Die Erhaltung des Volkes und seine Einführung in das gelobte Land hat Moses durch seine Fürbitte erwirkt und die Aufhebung des Bundesverhältnisses vom Volke abgewendet, indes das durch die Leviten vollzogene Strafgericht war noch keine der göttlichen Gerechtigkeit voll genügende Sühne. Von dem ganzen schuldigen Volke war nur ein kleiner Teil der Strafe anheimgefallen, die übrigen hatten sich nicht durch Reue und Buße der vergebenden Gnade würdig gemacht. Am Tage, an dem das Volk das Maß seiner Sünden voll machte [Num 14,26ff], trat die Vergeltung ein. Exodus Ex 2 32 35 Percussit ergo Dominus populum pro reatu vituli, quem fecerat Aaron. Also schlug der Herr das Volk wegen der Versündigung durch das Kalb, das Aaron gemacht hatte. -Exodus Ex 2 33 0 Moses zweites Flehen um Erbarmen. (V. 11) 5) Drittes Flehen Moses um Erbarmen (Kap. 33,12 Kap. 34,35): a. Moses erfleht von Gott, dass dieser inmitten des Volkes wohne und gänzlich mit demselben versöhnt werde. (V. 17) Auf Moses Bitte, Gott möchte ihm sein Antlitz zeigen, lässt sich Gott von rückwärts schauen. +Exodus Ex 2 33 0 Moses zweites Flehen um Erbarmen. (V. 11) 5) Drittes Flehen Moses um Erbarmen (Kap. 33,12 Kap. 34,35): a. Moses erfleht von Gott, dass dieser inmitten des Volkes wohne und gänzlich mit demselben versöhnt werde. (V. 17) Auf Moses Bitte, Gott möchte ihm sein Antlitz zeigen, lässt sich Gott von rückwärts schauen. Exodus Ex 2 33 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Vade, ascende de loco isto tu, et populus tuus quem eduxisti de terra gypti, in terram quam juravi Abraham, Isaac, et Jacob, dicens: Semini tuo dabo eam: Und der Herr redete zu Moses und sprach:¹ Mache dich auf, ziehe hinauf von hier, du und dein² Volk, das du aus dem Lande Ägypten geführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, indem ich sprach: Deinen Nachkommen werde ich es geben. [Gen 12,7] Exodus Ex 2 33 1 1 1.2a stimmt fast wörtlich mit [Ex 32,34a]. Letztere Stelle war wohl eine Randbemerkung, die in den Text eingedrungen ist. Exodus Ex 2 33 1 2 Fehlt im Hebräischen. @@ -4532,7 +4533,7 @@ Exodus Ex 2 33 22 Cumque transibit gloria mea, ponam te in foramine petræ, et p Exodus Ex 2 33 23 Tollamque manum meam, et videbis posteriora mea: faciem autem meam videre non poteris. Wenn ich dann meine Hand wegnehme,²⁴ so wirst du meine Rückseite sehen; aber mein Angesicht wirst du nicht schauen können.²⁵ Exodus Ex 2 33 23 24 Nachdem ich vorübergegangen. Die Rechte Gottes schützt Moses V. 22. Exodus Ex 2 33 23 25 Moses hatte Gott aus der Wolke reden hören und wünscht nun das Angesicht der menschlichen Gestalt, unter welcher der Höchste ihm erscheint, zu schauen. Gott erklärt, dass dies gegen das Gesetz des A. B. sei. Er zeigt sich ihm zwar sichtbar in menschlicher Gestalt, aber wie eben verschwindend. Ähnlich [1Kön 19,9ff]. Auf den Tabor sahen beide, Moses und Elias, vor allen Heiligen des A. B. das verklärte Antlitz des Herrn. -Exodus Ex 2 34 0 c. Moses erneuert das Bündnis mit Gott (Kap. 34): 1) Befehl an Moses, am nächsten Tage mit neuen Tafeln auf den Berg zu steigen. (V. 4) 2) Moses ruft, Gottes Nahen fühlend, den Namen des Herrn an. (V. 5) 3) Gott bezeugt, dass er Jahve, der Gott der Wunder, sei. (V. 7) 4) Moses fleht Gott an, ihm noch einmal zu bezeugen, dass alle Übertretungen des Volkes verziehen sind. (V. 8) 5) Gott bestätigt die Verheißung, das Volk zu beschützen, wenn dies seine Gebote hält. (V. 11) 6) Der Herr weist von neuem auf die Hauptpflicht gegen ihn hin. (V. 26) 7) Moses kehrt nach 40 Tagen zum Volke zurück, das Angesicht Strahlen aussendend. +Exodus Ex 2 34 0 c. Moses erneuert das Bündnis mit Gott (Kap. 34): 1) Befehl an Moses, am nächsten Tage mit neuen Tafeln auf den Berg zu steigen. (V. 4) 2) Moses ruft, Gottes Nahen fühlend, den Namen des Herrn an. (V. 5) 3) Gott bezeugt, dass er Jahve, der Gott der Wunder, sei. (V. 7) 4) Moses fleht Gott an, ihm noch einmal zu bezeugen, dass alle Übertretungen des Volkes verziehen sind. (V. 8) 5) Gott bestätigt die Verheißung, das Volk zu beschützen, wenn dies seine Gebote hält. (V. 11) 6) Der Herr weist von neuem auf die Hauptpflicht gegen ihn hin. (V. 26) 7) Moses kehrt nach 40 Tagen zum Volke zurück, das Angesicht Strahlen aussendend. Exodus Ex 2 34 1 Ac deinceps: Præcide, ait, tibi duas tabulas lapideas instar priorum, et scribam super eas verba, quæ habuerunt tabulæ, quas fregisti. Und weiter¹ sprach er: Haue dir zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersteren waren, dann werde ich auf diese die Worte schreiben,² welche die Tafeln enthielten, die du zerbrochen hast. [Dtn 10,1] Exodus Ex 2 34 1 1 Hebr.: Und Jahve sprach zu Moses. Das Folgende fällt also nicht unmittelbar hinter das Kap. 33 Erzählte. Exodus Ex 2 34 1 2 Die Tafeln sollen auch ein Zeichen sein, dass Gott das vorher geschlossene Bündnis aufrecht erhält. @@ -4594,7 +4595,7 @@ Exodus Ex 2 34 33 Impletisque sermonibus, posuit velamen super faciem suam. Als Exodus Ex 2 34 34 Quod ingressus ad Dominum, et loquens cum eo, auferebat donec exiret, et tunc loquebatur ad filios Israel omnia quæ sibi fuerant imperata. Und wenn²⁶ er vor den Herrn trat und mit ihm redete, entfernte er dieselbe, bis er wieder herausging, und dann redete er zu den Söhnen Israels alles, was ihm geboten war. Exodus Ex 2 34 34 26 So oft er dies tat. Exodus Ex 2 34 35 Qui videbant faciem egredientis Moysi esse cornutam, sed operiebat ille rursus faciem suam, si quando loquebatur ad eos. Da sahen sie dann, dass das Angesicht des Moses strahlte, wenn er herausging; er aber verhüllte sein Angesicht wieder, so oft er zu ihnen redete. -Exodus Ex 2 35 0 3. Ausführung der Vorschriften über neue Opfer. (Exodus 35 40) 1) Herstellung des Heiligtums. (Kap. 35 39) A. Einschärfung des Sabbats. (V. 3) B. Sammlung kostbarer Geschenke. (V. 29) C. Verzeichnis des Werkleute. (35,30 36,7) +Exodus Ex 2 35 0 3. Ausführung der Vorschriften über neue Opfer. (Exodus 35 40) 1) Herstellung des Heiligtums. (Kap. 35 39) A. Einschärfung des Sabbats. (V. 3) B. Sammlung kostbarer Geschenke. (V. 29) C. Verzeichnis des Werkleute. (35,30 36,7) Exodus Ex 2 35 1 Igitur congregata omni turba filiorum Israel, dixit ad eos: Hæc sunt quæ jussit Dominus fieri. Moses also versammelte die ganze Menge der Söhne Israels und sprach zu ihnen: Dies ist es, was der Herr zu tun befohlen hat. Exodus Ex 2 35 2 Sex diebus facietis opus: septimus dies erit vobis sanctus, sabbatum, et requies Domini: qui fecerit opus in eo, occidetur. Sechs Tage sollt ihr arbeiten; der siebente Tag soll euch heilig sein; ein Sabbat und dem Herrn geweihte Ruhe; wer eine Arbeit an demselben verrichtet, soll getötet werden.¹ Exodus Ex 2 35 2 1 Vergl. [Ex 31,15]. Der Sabbat hängt von [Ex 25] an mehr mit dem Bündnisse Gottes zusammen als selbst die Beschneidung. Durch die Verehrung des goldenen Kalbes war der Bund gebrochen. @@ -4636,7 +4637,7 @@ Exodus Ex 2 35 32 Ad excogitandum, et faciendum opus in auro et argento, et ære Exodus Ex 2 35 33 Sculpendisque lapidibus, et opere carpentario: quidquid fabre adinveniri potest, und Steine zu schneiden, und Holzwerk zu bearbeiten. Was nur in der Kunst erfunden werden kann. Exodus Ex 2 35 34 Dedit in corde ejus: Ooliab quoque filium Achisamech de tribu Dan: hat er ihm in's Herz gegeben; und auch Ooliab, den Sohn Achisamechs, vom Stamme Dan; Exodus Ex 2 35 35 Ambos erudivit sapientia, ut faciant opera abietarii, polymitarii, ac plumarii de hyacintho ac purpura, coccoque bis tincto, et bysso, et texant omnia, ac nova quæque reperiant. beide hat er mit Weisheit erfüllt, dass sie allerlei Arbeit ausführen, wie sie der Zimmermann, der Kunstwirker und der Buntwirker in blauem und rotem Purpur, und doppelt gefärbtem Karmosin und Byssus machen, und dass sie alles weben, und allerlei Neues erfinden. -Exodus Ex 2 36 0 Verzeichnis der Werkleute (V. 7) D. Das Heiligtum (V. 8 38) a. Die Wohnung. (V. 13) b. Das Zelt. (V. 18) c. Die Bedeckung des Zeltes. (V. 19) d. Die Wände der Wohnung (V. 34) e. Die Vorhänge des Heiligtums. +Exodus Ex 2 36 0 Verzeichnis der Werkleute (V. 7) D. Das Heiligtum (V. 8 38) a. Die Wohnung. (V. 13) b. Das Zelt. (V. 18) c. Die Bedeckung des Zeltes. (V. 19) d. Die Wände der Wohnung (V. 34) e. Die Vorhänge des Heiligtums. Exodus Ex 2 36 1 Fecit ergo Beseleel, et Ooliab, et omnis vir sapiens, quibus dedit Dominus sapientiam et intellectum, ut scirent fabre operari quæ in usus Sanctuarii necessaria sunt, et quæ præcepit Dominus. Beseleel also und Ooliab arbeiteten mit allen weisen Männern, denen der Herr Weisheit und Einsicht gegeben, um jede Arbeit vollenden zu können, welche für das Heiligtum notwendig war, und zu dem, was der Herr geboten hatte. [Ex 26,1] Exodus Ex 2 36 2 Cumque vocasset eos Moyses, et omnem eruditum virum, cui dederat Dominus sapientiam, et qui sponte sua obtulerant se ad faciendum opus, Und Moses berief sie und alle kunstverständigen Männer, denen der Herr Weisheit verliehen hatte und die sich freiwillig angeboten hatten, an dem Werke zu arbeiten; [1Chr 21,29] Exodus Ex 2 36 3 Tradidit eis universa donaria filiorum Israel. Qui cum instarent operi, quotidie mane vota populus offerebat. und übergab ihnen alle freiwilligen Gaben der Söhne Israels. Während sie nun dem Werke oblagen, brachte das Volk noch an jedem Morgen freiwillige Gaben. @@ -4677,7 +4678,7 @@ Exodus Ex 2 36 36 Et quatuor columnas de lignis setim, quas cum capitibus deaura Exodus Ex 2 36 37 Fecit et tentorium in introitu tabernaculi ex hyacintho, purpura, vermiculo, byssoque retorta, opere plumarii: Dann machte er einen Vorhang am Eingange des Zeltes aus blauem und rotem Purpur, Karmosin und gezwirntem Byssus, mit Stickerei; [Ex 26,36] Exodus Ex 2 36 38 Et columnas quinque cum capitibus suis, quas operuit auro, basesque earum fudit æneas. und fünf Säulen mit ihren Knäufen, welche er mit Gold überzog, und goss dazu Fußgestelle von Erz.² Exodus Ex 2 36 38 2 Ergänzung zu [Ex 26,37]. Statt Knäufe steht im Hebr. Haken. Die Säulen, welche in das Allerheiligste führten, waren ganz vergoldet, die Säulen am Eingange des Heiligtums hatten nur goldene Kapitäle, die Säulen am Eingange der Vorhalle silberne. -Exodus Ex 2 37 0 E. Goldene und vergoldete Gefäße (Kap. 37): a. Die Bundeslade. (V. 9) b. Der Schaubrot-Tisch (V. 16) c. Der Leuchter. (V. 24) d. Der Räucheropferaltar mit dem Räucherwerke und dem Öle der Salbung. +Exodus Ex 2 37 0 E. Goldene und vergoldete Gefäße (Kap. 37): a. Die Bundeslade. (V. 9) b. Der Schaubrot-Tisch (V. 16) c. Der Leuchter. (V. 24) d. Der Räucheropferaltar mit dem Räucherwerke und dem Öle der Salbung. Exodus Ex 2 37 1 Fecit autem Beseleel et arcam de lignis setim, habentem duos semis cubitos in longitudine, et cubitum ac semissem in latitudine, altitudo quoque unius cubiti fuit et dimidii: vestivitque eam auro purissimo intus ac foris. Beseleel aber machte weiter die Lade aus Akazienholz, zwei und eine halbe Elle in der Länge, eine und eine halbe Elle in der Breite, und eine und eine halbe Elle in der Höhe; und er überzog sie innen und außen mit ganz reinem Golde. [Ex 25,10] Exodus Ex 2 37 2 Et fecit illi coronam auream per gyrum, Er brachte auch einen rundumlaufenden goldenen Kranz an ihr an, Exodus Ex 2 37 3 Conflans quatuor annulos aureos per quatuor angulos ejus: duos annulos in latere uno, et duos in altero. und goss vier goldene Ringe für ihre vier Ecken: zwei Ringe für eine Seite, und zwei für die andere. @@ -4707,7 +4708,7 @@ Exodus Ex 2 37 26 Vestivitque illud auro purissimo cum craticula ac parietibus e Exodus Ex 2 37 27 Fecitque ei coronam aureolam per gyrum: et duos annulos aureos sub corona per singula latera, ut mittantur in eos vectes, et possit altare portari. Alsdann brachte er einen ringsum laufenden kleinen goldenen Kranz an ihm an, und unterhalb des Kranzes zwei goldene Ringe auf jeder Seite, dass man die Stangen in dieselben schieben, und so den Altar tragen konnte. Exodus Ex 2 37 28 Ipsos autem vectes fecit de lignis setim, et operuit laminis aureis. Die Stangen selbst machte er aus Akazienholz, und überzog sie mit Goldblech. Exodus Ex 2 37 29 Composuit et oleum ad sanctificationis unguentum, et thymiama de aromatibus mundissimis opere pigmentarii. Sodann bereitete er das Öl zur Einweihungssalbe, und das Räucherwerk aus ganz reinen Spezereien, wie der Salbenbereiter es bereitet. -Exodus Ex 2 38 0 F. Eherne Gefäße. (V. 1 8) a. Der Brandopferaltar. (V. 7) b. Das eherne Becken. (V. 8) G. Der Vorhof. (V. 9 20) H. Die Berechnung Thamars. +Exodus Ex 2 38 0 F. Eherne Gefäße. (V. 1 8) a. Der Brandopferaltar. (V. 7) b. Das eherne Becken. (V. 8) G. Der Vorhof. (V. 9 20) H. Die Berechnung Thamars. Exodus Ex 2 38 1 Fecit et altare holocausti de lignis setim, quinque cubitorum per quadrum, et trium in altitudine: Hierauf baute er den Brandopferaltar aus Akazienholz, fünf Ellen in's Gevierte und drei Ellen in der Höhe; [Ex 20,24, 2Chr 1,5] Exodus Ex 2 38 2 Cujus cornua de angulis procedebant, operuitque illud laminis æneis. an welchem Hörner aus den Ecken hervorsprangen, und er überzog ihn mit Erzblech. Exodus Ex 2 38 3 Et in usus ejus paravit ex ære vasa diversa, lebetes, forcipes, fuscinulas, uncinos, et ignium receptacula. Weiter machte er zum Dienste an demselben verschiedene Gerätschaften aus Erz, Töpfe, Zangen, Haken und Kohlenpfannen. @@ -4748,7 +4749,7 @@ Exodus Ex 2 38 29 ris quoque oblata sunt talenta septuaginta duo millia, et quad Exodus Ex 2 38 29 9 Richtiger: 70 Talente und 2400 Sekel darüber. Das babylonische Talent zu 3000 Sekel gerechnet, zusammen etwa 212400 Sekel. (Der Sekel etwa 14,55 Gramm.) Exodus Ex 2 38 30 Ex quibus fusæ sunt bases in introitu tabernaculi testimonii, et altare aeneum cum craticula sua, omniaque vasa, quæ ad usum ejus pertinent, aus diesen wurden die Fußgestelle am Eingange des Zeltes des Zeugnisses gegossen, und der eherne Altar mit seinem Gitterwerk, und alle Gerätschaften, die zum Dienste an demselben gehören. Exodus Ex 2 38 31 Et bases atrii tam in circuitu quam in ingressu ejus, et paxilli tabernaculi atque atrii, per gyrum. dazu die Fußgestelle des Vorhofes im Umkreise und am Eingang desselben, und die Pflöcke für das Zelt und den Vorhof rings herum. -Exodus Ex 2 39 0 I. Die heiligen Kleider (V. 1 30): a. Das Ephod des Hohenpriesters. (V. 7) b. Das Brustschild des Hohenpriesters. (V. 9) c. Das Oberkleid des Hohenpriesters. (V. 24) d. Das Oberkleid und andere Kleider der einfachen Priester. (V. 28) e. Das Diadem des Hohenpriesters. (V. 30) K. Das gesamte Werk wird Moses dargebracht und von diesem gesegnet. +Exodus Ex 2 39 0 I. Die heiligen Kleider (V. 1 30): a. Das Ephod des Hohenpriesters. (V. 7) b. Das Brustschild des Hohenpriesters. (V. 9) c. Das Oberkleid des Hohenpriesters. (V. 24) d. Das Oberkleid und andere Kleider der einfachen Priester. (V. 28) e. Das Diadem des Hohenpriesters. (V. 30) K. Das gesamte Werk wird Moses dargebracht und von diesem gesegnet. Exodus Ex 2 39 1 De hyacintho vero et purpura, vermiculo ac bysso fecit vestes, quibus indueretur Aaron quando ministrabat in sanctis, sicut præcepit Dominus Moysi. Aus blauem und rotem Purpur aber, und aus Karmosin und Byssus fertigte er die Kleider, welche Aaron antun sollte, wenn er im Heiligtume seinen Dienst übte, so wie der Herr dem Moses geboten hatte. [Ex 28,6] Exodus Ex 2 39 2 Fecit igitur superhumerale de auro, hyacintho, et purpura, coccoque bis tincto, et bysso retorta, Demnächst fertigte er das Schulterkleid¹ aus Gold, blauem und rotem Purpur, doppelt gefärbtem Scharlach und gezwirntem Byssus, Exodus Ex 2 39 2 1 Ephod. @@ -4795,7 +4796,7 @@ Exodus Ex 2 39 40 Tentorium in introitu atrii, funiculosque illius et paxillos. Exodus Ex 2 39 41 Vestes quoque, quibus sacerdotes utuntur in Sanctuario, Aaron scilicet et filii ejus, Auch die Kleider, deren sich die Priester, Aaron nämlich und seine Söhne, im Heiligtume bedienen, Exodus Ex 2 39 42 Obtulerunt filii Israel, sicut præceperat Dominus. brachten die Söhne Israels dar, so wie der Herr geboten hatte. Exodus Ex 2 39 43 Quæ postquam Moyses cuncta vidit completa, benedixit eis. Da nun Moses sah, dass alles dies vollendet war, segnete er sie. -Exodus Ex 2 40 0 2.) Errichtung des Heiligtums. (Kap. 40) A. Gebot, das Heiligtum zu errichten und die Priester zu weihen. (V. 14) B. Errichtung des Heiligtums (V. 30) c. Eine Wolke verhüllt das Heiligtum. +Exodus Ex 2 40 0 2.) Errichtung des Heiligtums. (Kap. 40) A. Gebot, das Heiligtum zu errichten und die Priester zu weihen. (V. 14) B. Errichtung des Heiligtums (V. 30) c. Eine Wolke verhüllt das Heiligtum. Exodus Ex 2 40 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Exodus Ex 2 40 2 Mense primo, prima die mensis, eriges tabernaculum testimonii, Im ersten Monate am ersten Tage des Monats¹ richte das Zelt des Zeugnisses auf, Exodus Ex 2 40 2 1 Ein Jahr weniger 14 Tage nach dem Auszuge aus Ägypten. @@ -4838,7 +4839,7 @@ Exodus Ex 2 40 34 Si quando nubes tabernaculum deserebat, proficiscebantur filii Exodus Ex 2 40 34 6 Hebr.: Bei allen ihren Zügen. Exodus Ex 2 40 35 Si pendebat desuper, manebant in eodem loco. hing aber die Wolke darüber, so blieben sie an demselben Orte. Exodus Ex 2 40 36 Nubes quippe Domini incubabat per diem tabernaculo, et ignis in nocte, videntibus cunctis populis Israel per cunctas mansiones suas. Denn die Wolke des Herrn war des Tags über auf dem Zelte, und des Nachts war sie feurig, und alle Stämme Israels sahen sie auf allen ihren Lagerorten. -Levitikus Lev 3 1 0 I. Pflichten der Israeliten gegen den in ihrer Mitte wohnenden Herrn: Die Gott gebührenden Opfer und die zur Darbringung verpflichteten Personen. (1,1 10,20) 1. Die Opfer nach ihren hauptsächlichsten Arten. (1,1 7,38) A. Die Brandopfer, Speiseopfer, Friedopfer. (1,1 3,17) a. Vorschriften über die Brandopfer nach der Verschiedenheit der Opfertiere: Rinder (V. 9) Kleinvieh (V. 13) Vögel. +Levitikus Lev 3 1 0 I. Pflichten der Israeliten gegen den in ihrer Mitte wohnenden Herrn: Die Gott gebührenden Opfer und die zur Darbringung verpflichteten Personen. (1,1 10,20) 1. Die Opfer nach ihren hauptsächlichsten Arten. (1,1 7,38) A. Die Brandopfer, Speiseopfer, Friedopfer. (1,1 3,17) a. Vorschriften über die Brandopfer nach der Verschiedenheit der Opfertiere: Rinder (V. 9) Kleinvieh (V. 13) Vögel. Levitikus Lev 3 1 1 Vocavit autem Moysen, et locutus est ei Dominus de tabernaculo testimonii, dicens: Wieder berief der Herr den Moses und redete zu ihm von dem Zelte des Zeugnisses aus, und sprach:¹ Levitikus Lev 3 1 1 1 Die Worte 1,1 gehören zu den folgenden sieben Kapiteln wie [Lev 7,38] zeigt. Die Anfänge der Kap. 1 7 getroffenen Einrichtungen sind älter als Moses. Von den folgenden 9 Reden des Herrn sind vier an die Kinder Israels, zwei an Aaron und seine Söhne [Lev 6,8-18, Lev 6,247,21], drei sind ohne nähere Bezeichnung, jedenfalls an die vorher genannten Personen zusammen gerichtet. Demnach sind vier für das Volk (1,1 6,7), drei für die Priester bestimmt, zusammen die heilige Zahl sieben ergebend; zwei weitere Vorschriften für das Volk treten hinzu. [Lev 7,22-36] Wie zwei Reihen von Reden, so sind also zwei verschiedene Reihen von Gesetzen. Die erste Rede enthält drei unterschiedliche Gesetze, die fünfte zwei, die siebente drei, die Anhänge [Lev 7,22-36] haben keine einleitenden Formeln. Die Opfer sind in beiden Reihen in bestimmter Reihenfolge geboten: Brandopfer, Speiseopfer, Sündopfer, Schuldopfer. Nur die Friedopfer stehen in der ersten Reihe in der Mitte, in der zweiten am Ende. Auch die Schlussformeln sind überall gleich. Die Hauptteile sind vielleicht zu verschiedenen Zeiten von Moses erweitert und in ihre jetzige Gestalt gebracht worden. Zelt des Zeugnisses: Wahrscheinlich von der Gnadenstätte aus nach der Verheißung [Ex 25,22] Levitikus Lev 3 1 2 Loquere filiis Israel, et dices ad eos: Homo, qui obtulerit ex vobis hostiam Domino de pecoribus, id est, de bobus et ovibus offerens victimas, Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen:² Wenn jemand von euch dem Herrn ein Opfer darbringen will an Vieh, das ist ein Schlachtopfer von Rindern oder Schafen,³ @@ -4879,7 +4880,7 @@ Levitikus Lev 3 1 17 Confringetque ascellas ejus, et non secabit, neque ferro di Levitikus Lev 3 1 17 21 Einreißen. Das Einreißen entspricht wohl der Zerstückelung des Rindes und des Kleinviehes. Levitikus Lev 3 1 17 22 Vergl. [Gen 15,10]. Levitikus Lev 3 1 17 23 Das Brandopfer ist Opfer der höchsten Verehrung, der Gedanke der Hingabe an Gott kommt in ihm am vollsten zum Ausdruck. Deshalb dürfen auch nur männliche Tiere zu demselben gebraucht werden. -Levitikus Lev 3 2 0 b. Vorschriften über die Darbringung der Speiseopfer und den Anteil der Priester an denselben. +Levitikus Lev 3 2 0 b. Vorschriften über die Darbringung der Speiseopfer und den Anteil der Priester an denselben. Levitikus Lev 3 2 1 Anima cum obtulerit oblationem sacrificii Domino, simila erit ejus oblatio: fundetque super eam oleum, et ponet thus, Wenn jemand dem Herrn ein Speiseopfer¹ darbringen will, so soll feines Mehl² seine Gabe sein; auf dieses soll er Öl³ gießen und Weihrauch darauf legen. Levitikus Lev 3 2 1 1 Zur Zeit Moses waren die unblutigen Opfer von nicht geringerer Wichtigkeit als die Friedopfer, ja hielten die zweite Stelle inne. Vorgeschrieben sind sie freilich nur für den Tag der Salbung der Priester [Lev 6,19ff] und für das Eifersuchtsopfer. [Num 5,15ff] Den Armen werden sie statt der Sündopfer gestattet. [Lev 5,11ff] Hierher gehören auch zur Osterzeit die Erstlingsgarben [Lev 23,10] und die zu Pfingsten darzubringenden Brote. [Lev 23,17ff] In den Zeiten vor Moses waren indes die unblutigen Opfer viel häufiger, wie das Opfer Kains und das Melchisedechs zeigen, und die Vorbedeutung auf das unblutige Opfer andeutet. Doch da diese Opfer nur selten vorgeschrieben waren und bei dem Volke weniger Ansehen hatten als blutige, wurden sie immer seltener dargebracht. Levitikus Lev 3 2 1 2 Das feinste Mehl, doch nicht notwendig Weizenmehl. @@ -4914,7 +4915,7 @@ Levitikus Lev 3 2 14 17 Über dies Gemeindeerstlingsopfer siehe [Lev 23,9ff]. Levitikus Lev 3 2 14 18 Geröstete Körner waren ein beliebtes Nahrungsmittel. Levitikus Lev 3 2 15 Fundens supra oleum, et thus imponens, quia oblatio Domini est: Dazu sollst du Öl darauf gießen und Weihrauch darauf legen, denn es ist das Opfer des Herrn. Levitikus Lev 3 2 16 De qua adolebit sacerdos in memoriam muneris partem farris fracti, et olei, ac totum thus. Sodann soll der Priester einen Teil der Gabe des zerstoßenen Mehles und des Öles, und den ganzen Weihrauch als Gedächtnis verbrennen. -Levitikus Lev 3 3 0 c. Vorschriften über die Friedopfer. +Levitikus Lev 3 3 0 c. Vorschriften über die Friedopfer. Levitikus Lev 3 3 1 Quod si hostia pacificorum fuerit ejus oblatio, et de bobus voluerit offerre, marem sive feminam, immaculata offeret coram Domino. Ist seine Opfergabe ein Friedopfer¹ und er will sie von den Rindern darbringen, so mag es ein männliches oder weibliches Tier sein, doch nur ein fehlerfreies bringe er dem Herrn dar. Levitikus Lev 3 3 1 1 Das Opfertier des Friedopfers ist entweder ein Rind (V. 1 5), oder ein Schaf (6 11), oder eine Ziege. (12 16) Vögel, welche für das Brandopfer zugelassen waren, sind vom Friedopfer ausgeschlossen, weil es zu schwer gewesen wäre, sie in drei Teile: für Gott, für den Priester, für die Opfernden zu teilen. V. 11 enthält eine allgemeine Regel für das Friedopfer. Für dieses werden auch weibliche Tiere zugelassen (V. 1 6), stets indes musste das Opfertier ohne Fehl sein. (V. 1, 6; 3, 10) Einige Nachträge über die Friedopfer folgen [Lev 7,11ff]. Bei der Opferung ist die Darstellung des Tieres vor Jahve, die Handauflegung, Schlachtung und Blutsprengung gleich dem Verfahren beim Brandopfer [Lev 1,3-5]; erst in der Verwendung des Fleisches tritt ein Unterschied ein. Levitikus Lev 3 3 2 Ponetque manum super caput victimæ suæ, quæ immolabitur in introitu tabernaculi testimonii, fundentque filii Aaron sacerdotes sanguinem per altaris circuitum. Und er soll die Hand auf den Kopf seines Opfertieres legen und es am Eingange des Zeltes des Zeugnisses schlachten; und die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut rings um den Altar gießen. @@ -4947,7 +4948,7 @@ Levitikus Lev 3 3 16 Adolebitque ea super altare sacerdos in alimoniam ignis, et Levitikus Lev 3 3 16 14 Da das Verbot, Blut zu genießen, uralt ist, vergl. [Gen 9,4], war wohl auch das Fett seit Alters dem Herrn gewahrt. Levitikus Lev 3 3 17 Jure perpetuo in generationibus, et cunctis habitaculis vestris: nec sanguinem nec adipem omnino comedetis. dies gelte als ewige Satzung bei euch von Geschlecht zu Geschlecht, und in allen euren Wohnsitzen; weder Blut noch Fett sollt ihr je essen.¹⁵ Levitikus Lev 3 3 17 15 Wie Kap. 3, so ist auch [Lev 7] das Verbot des Fett- und des Blutgenusses an Bestimmungen über die Friedopfer gehängt, da der Opfernde von diesem einen Anteil für sich erhielt. -Levitikus Lev 3 4 0 B. Die Sündopfer in ihren nach der Sünde und dem Sünder verschiedenen Arten. (4,1 6,7) a. Vorschriften über das Sündopfer für Sünden aus Schwachheit (V. 35), und zwar für die Sünde eines Priesters (V. 12), für die Sünden des ganzen Volkes (V. 21), eines Fürsten (V. 26), einer Privatperson. +Levitikus Lev 3 4 0 B. Die Sündopfer in ihren nach der Sünde und dem Sünder verschiedenen Arten. (4,1 6,7) a. Vorschriften über das Sündopfer für Sünden aus Schwachheit (V. 35), und zwar für die Sünde eines Priesters (V. 12), für die Sünden des ganzen Volkes (V. 21), eines Fürsten (V. 26), einer Privatperson. Levitikus Lev 3 4 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 4 2 Loquere filiis Israel: Anima, quæ peccaverit per ignorantiam, et de universis mandatis Domini, quæ præcepit ut non fierent, quippiam fecerit: Sage den Söhnen Israels: Wenn jemand sich aus Versehen¹ gegen eines von allen Verboten des Herrn, die er gegeben, vergeht² und wider irgend eines handelt: Levitikus Lev 3 4 2 1 Wiewohl strafbarem Versehen. @@ -5004,7 +5005,7 @@ Levitikus Lev 3 4 34 Sumetque sacerdos de sanguine ejus digito suo, et tangens c Levitikus Lev 3 4 35 Omnem quoque adipem auferens, sicut auferri solet adeps arietis, qui immolatur pro pacificis: cremabit super altare in incensum Domini: rogabitque pro eo, et pro peccato ejus, et dimittetur ei. Das gesamte Fett soll er gleichfalls wegnehmen, wie man das Fett des Widders wegzunehmen pflegt, der als Friedopfer geschlachtet wird; und soll es auf dem Altare verbrennen zum Feueropfer²⁰ für den Herrn; und soll für ihn und seine Sünde beten,²¹ und es wird ihm vergeben werden. Levitikus Lev 3 4 35 20 Über dem (schon auf dem Altare befindlichen) Brandopfer. Es waren wohl stets solche Opfer auf dem Altare. Levitikus Lev 3 4 35 21 Hebr.: Sühnung schaffen. -Levitikus Lev 3 5 0 b. Vorschriften über das Sündopfer für gewisse Versündigungen: Verheimlichung der Wahrheit, (V. 1) Berührung einer unreinen Sache (V. 3), Vergessen eines durch einen Eid bekräftigten Versprechens (V. 13), Verletzung einer rituellen Vorschrift (V. 16) oder irgend einer anderen Vorschrift aus Irrtum. +Levitikus Lev 3 5 0 b. Vorschriften über das Sündopfer für gewisse Versündigungen: Verheimlichung der Wahrheit, (V. 1) Berührung einer unreinen Sache (V. 3), Vergessen eines durch einen Eid bekräftigten Versprechens (V. 13), Verletzung einer rituellen Vorschrift (V. 16) oder irgend einer anderen Vorschrift aus Irrtum. Levitikus Lev 3 5 1 Si peccaverit anima, et audierit vocem jurantis, testisque fuerit quod aut ipse vidit, aut conscius est: nisi indicaverit, portabit iniquitatem suam. Wenn jemand sündigt,¹ indem er die Stimme des Beschwörenden anhört und Zeuge ist, weil er es entweder selbst gesehen, oder es sonst weiß, so wird er, falls er es nicht anzeigt,² Schuld auf sich laden.³ Levitikus Lev 3 5 1 1 Die hier genannten drei Versündigungen sind im gleichen Sinne zu fassen wie die in [Lev 4] genannten. Der ursprüngliche Text hat im Laufe der Zeit vom heiligen Verfasser wohl einige kasuistische Zusätze erhalten. Levitikus Lev 3 5 1 2 Da die Zeugenaussagen in der israelitischen Rechtsprechung überaus wichtig waren, musste alles daran liegen, jeden, der eine Aussage machen konnte, zu solcher zu bewegen. Die Zeugen eines Verbrechens wurden durch Ausrufen einer Beschwörung zum Aussagen aufgefordert. [Spr 29,24, Ri 17,2] Die Pflicht, alsdann Zeugnis abzulegen, ergab sich aus der Überzeugung, dass das Recht im Namen Gottes gesprochen werde. [Dtn 1,17, 2Chr 19,6] @@ -5046,7 +5047,7 @@ Levitikus Lev 3 5 18 Offeret arietem immaculatum de gregibus sacerdoti, juxta me Levitikus Lev 3 5 18 21 Hebr.: Und der Priester schaffe für ihn Sühnung wegen seines Fehlers, den er unbewusst begangen hat. Levitikus Lev 3 5 19 Quia per errorem deliquit in Dominum. denn aus Versehen hat er wider den Herrn gesündigt.²² Levitikus Lev 3 5 19 22 Es ist ein Schuldopfer, hat er sich doch gegen Jahve verschuldet. Während Brandopfer und Friedopfer schon in vormosaischer Zeit üblich waren, sind Sündopfer und Schuldopfer erst späteren Ursprunges, erst durch die mosaische Gesetzgebung eingeführt worden. Deshalb wird das Wesen und die Anwendung dieser Opfer genauer bestimmt. -Levitikus Lev 3 6 0 c. Vorschriften über das besondere Sündopfer, welches der darzubringen hat, der mit Verachtung des Herrn seinem Nächsten Schaden zugefügt oder ein anderes Gebot übertreten hat. (V. 7) C. Pflichten und Rechte der Priester bei der Darbringung der Opfer (6,8 7,37): Verhalten der Priester und Rechte derselben a. bei Brandopfern. (V. 13) b. Bei Speiseopfern, die das Volk oder der Priester selbst darbringt. (V. 23) c. Bei Sündopfern. +Levitikus Lev 3 6 0 c. Vorschriften über das besondere Sündopfer, welches der darzubringen hat, der mit Verachtung des Herrn seinem Nächsten Schaden zugefügt oder ein anderes Gebot übertreten hat. (V. 7) C. Pflichten und Rechte der Priester bei der Darbringung der Opfer (6,8 7,37): Verhalten der Priester und Rechte derselben a. bei Brandopfern. (V. 13) b. Bei Speiseopfern, die das Volk oder der Priester selbst darbringt. (V. 23) c. Bei Sündopfern. Levitikus Lev 3 6 1 Locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 6 2 Anima quæ peccaverit, et contempto Domino, negaverit proximo suo depositum quod fidei ejus creditum fuerat, vel vi aliquid extorserit, aut calumniam fecerit, Jemand, der sündigt und mit Verachtung des Herrn¹ seinem Nächsten² etwas bei ihm Hinterlegtes und seiner Treue Anvertrautes ableugnet, oder mit Gewalt etwas erpresst, oder ein Unrecht antut, Levitikus Lev 3 6 2 1 Jede Sünde gegen den Nächsten ist auch zugleich Sünde gegen Gott. Die hier benannten Sünden sind nicht solche der Unwissenheit. @@ -5106,7 +5107,7 @@ Levitikus Lev 3 6 29 Omnis masculus de genere sacerdotali vescetur de carnibus e Levitikus Lev 3 6 30 Hostia enim quæ cæditur pro peccato, cujus sanguis infertur in tabernaculum testimonii ad expiandum in Sanctuario, non comedetur, sed comburetur igni. Das für die Sünde geschlachtete Opfer aber, dessen Blut in das Zelt des Zeugnisses zur Vornahme der Versöhnung im Heiligtume gebracht wird,²⁸ soll nicht gegessen, sondern mit Feuer verbrannt werden.²⁹ [Lev 5,5, Hebr 13,11] Levitikus Lev 3 6 30 28 Es handelt sich um ein Sündopfer für die Sünden des Hohenpriesters oder des ganzen Volkes, bei dem das Blut in das Heiligtum getragen ward. Vergl. [Lev 4,12.21]. Levitikus Lev 3 6 30 29 Weil der Hohepriester hierbei nicht so als Stellvertreter Gottes wie vorzugsweise als Sünder erschien. -Levitikus Lev 3 7 0 d. Verhalten und Rechte der Priester bei Schuldopfern (V. 10) e. und bei Friedopfern. +Levitikus Lev 3 7 0 d. Verhalten und Rechte der Priester bei Schuldopfern (V. 10) e. und bei Friedopfern. Levitikus Lev 3 7 1 Hæc quoque lex hostiæ pro delicto, Sancta sanctorum est: Und dies sind die Vorschriften¹ des Schuldopfers:² Es ist hochheilig; Levitikus Lev 3 7 1 1 Dies Opfer wird dem Sündopfer gleichgestellt [Lev 7,7]. Deshalb werden einige kleine vorher bereits erwähnte Vorschriften nicht wiederholt, wie das Bestreichen des Altares mit dem Blute und die Auflegung der Hand auf das Opfertier. Levitikus Lev 3 7 1 2 Sept.: des Widders. @@ -5174,7 +5175,7 @@ Levitikus Lev 3 7 36 28 Was über Bruststück und Schulterstück gesagt ist. Levitikus Lev 3 7 37 Ista est lex holocausti, et sacrificii pro peccato atque delicto, et pro consecratione et pacificorum victimis: Dies sind die Vorschriften über das Brandopfer, das Sündopfer und das Schuldopfer, und für die Einweihungs- und die Friedopfer, Levitikus Lev 3 7 38 Quam constituit Dominus Moysi in monte Sinai, quando mandavit filiis Israel ut offerrent oblationes suas Domino in deserto Sinai. welche der Herr Moses auf dem Berge Sinai gab, als er den Söhnen Israels befahl, dem Herrn ihre Opfer in der Wüste Sinai darzubringen.²⁹ Levitikus Lev 3 7 38 29 Schlussformel der in Kap. 1 7 enthaltenen Bestimmungen und Vorschriften. -Levitikus Lev 3 8 0 2. Weihe und Einsetzung der Priester (8,1 10,20): A. Weihe Aarons und seiner Söhne. (8,1 9,24) a. Auf Befehl Gottes bekleidet Moses Aaron und dessen Söhne mit den heiligen Gewändern und weiht sie zu Priestern (V. 13), indem er verschiedene Opfer darbringt (V. 30) und jene sieben Tage im Heiligtume weilen lässt. +Levitikus Lev 3 8 0 2. Weihe und Einsetzung der Priester (8,1 10,20): A. Weihe Aarons und seiner Söhne. (8,1 9,24) a. Auf Befehl Gottes bekleidet Moses Aaron und dessen Söhne mit den heiligen Gewändern und weiht sie zu Priestern (V. 13), indem er verschiedene Opfer darbringt (V. 30) und jene sieben Tage im Heiligtume weilen lässt. Levitikus Lev 3 8 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach:¹ Levitikus Lev 3 8 1 1 Das in diesem Kapitel Erzählte ist Ausführung des Befehls [Ex 29,1-37]. Levitikus Lev 3 8 2 Tolle Aaron cum filiis suis, vestes eorum, et unctionis oleum, vitulum pro peccato, duos arietes, canistrum cum azymis, Nimm Aaron nebst seinen Söhnen, ihre Gewänder, das Salböl, das junge Rind für das Sündopfer, die beiden Widder und den Korb mit dem Ungesäuerten, [Ex 29,35, Ex 40,13] @@ -5222,7 +5223,7 @@ Levitikus Lev 3 8 34 Sicut et impræsentiarum factum est, ut ritus sacrificii co Levitikus Lev 3 8 34 11 Hebr.: Wie heute geschehen, hat Jahve geboten, (ferner) zu tun, um für euch Versöhnung zu schaffen. Levitikus Lev 3 8 35 Die ac nocte manebitis in tabernaculo observantes custodias Domini, ne moriamini: sic enim mihi præceptum est. Tag und Nacht sollt ihr bei dem Zelte bleiben, die Anordnungen Gottes befolgend, damit ihr nicht sterbet, denn so ist es mir geboten. Levitikus Lev 3 8 36 Feceruntque Aaron et filii ejus cuncta quæ locutus est Dominus per manum Moysi. Und Aaron und seine Söhne taten alles, was der Herr durch Moses gesagt hatte. -Levitikus Lev 3 9 0 b. Aaron und seine Söhne bringen am achten Tage Opfer für sich selbst und für das Volk dar. (V. 22) Gott zeigt, indem er Feuer vom Himmel über die Brandopfer herabkommen last, dass er die Weihe genehm hält. +Levitikus Lev 3 9 0 b. Aaron und seine Söhne bringen am achten Tage Opfer für sich selbst und für das Volk dar. (V. 22) Gott zeigt, indem er Feuer vom Himmel über die Brandopfer herabkommen last, dass er die Weihe genehm hält. Levitikus Lev 3 9 1 Facto autem octavo die, vocavit Moyses Aaron et filios ejus, ac majores natu Israel, dixitque ad Aaron: Als aber der achte Tag kam, rief Moses Aaron und seine Söhne und die Ältesten Israels, und sprach zu Aaron:¹ Levitikus Lev 3 9 1 1 Nachdem er Aaron geweiht, übt Moses keinen Akt des Priestertums mehr aus. Levitikus Lev 3 9 2 Tolle de armento vitulum pro peccato, et arietem in holocaustum, utrumque immaculatum, et offer illos coram Domino. Nimm aus der Herde ein junges Rind zum Sündopfer,² und einen Widder zum Brandopfer, beide fehlerlos, und bringe sie vor dem Herrn dar, [Ex 29,1] @@ -5259,7 +5260,7 @@ Levitikus Lev 3 9 23 10 Moses will Aaron dort in seinen Dienst einweisen; wohl Levitikus Lev 3 9 24 Et ecce egressus ignis a Domino, devoravit holocaustum, et adipes qui erant super altare. Quod cum vidissent turbæ, laudaverunt Dominum, ruentes in facies suas. und siehe, ein Feuer ging von dem Herrn¹¹ aus und verzehrte das Brandopfer und die Fettstücke, welche auf dem Altare waren. Da das Volk dies sah, priesen sie den Herrn und fielen auf ihr Antlitz nieder.¹² Levitikus Lev 3 9 24 11 Von dem Orte, wo die Bundeslade war. (Aug.) Wenn es [2Makk 2] heißt: Vom Himmel, so wird damit der Ursprung von Gott bezeichnet oder die Meinung der damaligen Juden. Levitikus Lev 3 9 24 12 Durch die von Gott gesandte Flamme wurden die Opferstücke auf einmal verbrannt, dies wunderbare Feuer war ein Zeichen, dass Gott das Aaronische Priestertum und Opfer genehm hält. -Levitikus Lev 3 10 0 B. Heiligkeit des priesterlichen Amtes und Dienstes (10,1 20): a. Der Herr zeigt durch ein Strafgericht über Nadab und Abiron, die ältesten Söhne Aarons, sie, als sie unheiliges Feuer zum Weihrauchopfer darbringen, durch Feuer vom Himmel tötend, wie gewissenhaft die Priester alle Vorschriften Gottes betreffs ihres Dienstes erfüllen sollen. (V. 7) b. Den im Heiligtume Dienst tuenden Priestern wird der Genuss von Wein untersagt (V. 11) und die Vorschrift gegeben, das von den heiligen Opfern Erübrigende an heiliger Stätte zu verzehren. +Levitikus Lev 3 10 0 B. Heiligkeit des priesterlichen Amtes und Dienstes (10,1 20): a. Der Herr zeigt durch ein Strafgericht über Nadab und Abiron, die ältesten Söhne Aarons, sie, als sie unheiliges Feuer zum Weihrauchopfer darbringen, durch Feuer vom Himmel tötend, wie gewissenhaft die Priester alle Vorschriften Gottes betreffs ihres Dienstes erfüllen sollen. (V. 7) b. Den im Heiligtume Dienst tuenden Priestern wird der Genuss von Wein untersagt (V. 11) und die Vorschrift gegeben, das von den heiligen Opfern Erübrigende an heiliger Stätte zu verzehren. Levitikus Lev 3 10 1 Arreptisque Nadab, et Abiu filii Aaron thuribulis, posuerunt ignem, et incensum desuper, offerentes coram Domino ignem alienum: quod eis præceptum non erat. Und Nadab und Abiu, die Söhne Aarons, nahmen¹ ihre Rauchfässer, und taten Feuer hinein, und legten Rauchwerk darauf, und brachten ein fremdes Feuer vor den Herrn, was ihnen nicht geboten war.² [Num 3,4, Num 26,61, 1Chr 24,2] Levitikus Lev 3 10 1 1 Am Abende, vergl. [Ex 30,7], des in [Lev 9] beschriebenen feierlichen Opfers. (V. 12, V. 16) Levitikus Lev 3 10 1 2 Verboten war. Nach den Rabbinen wagten sie nicht, dem heiligen Feuer zu nahen, weil sie beim Opferschmaus zu viel getrunken. Daher rührte die Vorschrift V. 8ff. @@ -5314,7 +5315,7 @@ Levitikus Lev 3 10 19 32 Hebr.: heut. Levitikus Lev 3 10 19 33 Das Speiseopfer, das auch hochheilig ist, hat Aaron ohne Bedenken gegessen, aber das Fleisch, welches dem vernichtenden Eifer Gottes verfallen und darum hochheilig ist, scheut er sich noch an demselben Tage zu essen, an dem dieser Eifer sich gegen sein eigenes Haus gerichtet hat. Levitikus Lev 3 10 20 Quod cum audisset Moyses, recepit satisfactionem. Da Moses das hörte, gab er sich zufrieden.³⁴ Levitikus Lev 3 10 20 34 Nach dem Hebr. erkennt Moses die Abweichung vom Buchstaben der Vorschrift als durch die besonderen Umstände berechtigt an. Ähnlich ist Moses Vorstellungen zugänglich [Ex 18,24] wie auch [Num 32,6ff]. -Levitikus Lev 3 11 0 II. Die vom ganzen Volke, und insbesondere von den Priestern geforderte Reinheit und Heiligkeit. (11,1 27,34) Gesetzliche Reinheit des Volkes und Zeremonien, durch welche eine gesetzliche Unreinigkeit entfernt wird. (11,1 16,34) A. Unterschied der Speisen. (11,1 48) Welche Tiere (Vierfüßige, Fische, Vögel, Reptilien) die Israeliten als rein essen und welches Fleisch sie als unrein weder essen, noch berühren dürfen (V. 42), um sich nicht zu beflecken. +Levitikus Lev 3 11 0 II. Die vom ganzen Volke, und insbesondere von den Priestern geforderte Reinheit und Heiligkeit. (11,1 27,34) Gesetzliche Reinheit des Volkes und Zeremonien, durch welche eine gesetzliche Unreinigkeit entfernt wird. (11,1 16,34) A. Unterschied der Speisen. (11,1 48) Welche Tiere (Vierfüßige, Fische, Vögel, Reptilien) die Israeliten als rein essen und welches Fleisch sie als unrein weder essen, noch berühren dürfen (V. 42), um sich nicht zu beflecken. Levitikus Lev 3 11 1 Locutusque est Dominus ad Moysen et Aaron, dicens: Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach:¹ Levitikus Lev 3 11 1 1 [Gen 9,2] waren zwar alle Tiere in des Menschen Hand gegeben, insbesondere zur Nahrung, gleich den Pflanzen, doch war V. 4 eine Einschränkung beigefügt worden, insofern das Blut untersagt ward. Das mosaische Gesetz, das alle Seiten des geistigen und physischen Lebens mit seiner Vorsorge umfasst, geht noch weiter, indem es in den Kreis der verbotenen Speisen die sogenannten unreinen Tiere, sowie gewisse Teile der reinen, ja auch bestimmte Vegetabilien einbezieht. Der zu Grunde liegende Gedanke ist dabei, wie bei anderen Forderungen des Gesetzes, die Forderung der Heiligkeit, weil der Gott Israels heilig ist, eine Heiligkeit, die sich selbst auf die leibliche Nahrung erstrecken soll. (Vergl. [Lev 11,43ff, Lev 20,24ff, Dtn 14,21]). In den Einzelheiten der Bestimmungen mag auch die Rücksicht auf diätetisch-klimatische Verhältnisse (wie beim Verbot des Schweinefleisches und des Fetten) nicht ausgeschlossen sein, während man im übrigen die Abstufungen und Ordnungen der Natur mit tieferem Blicke erfasste. Levitikus Lev 3 11 2 Dicite filiis Israel: Hæc sunt animalia quæ comedere debetis de cunctis animalibus terræ: Saget den Söhnen Israels: Folgendes sind die Tiere, welche ihr von allen Tieren der Erde essen dürft:² [Dtn 14,3] @@ -5399,7 +5400,7 @@ Levitikus Lev 3 11 45 36 Wohl war dies alles nur gesetzliche Reinigkeit, indes Levitikus Lev 3 11 46 Ista est lex animantium ac volucrum, et omnis animæ viventis, quæ movetur in aqua, et reptat in terra, Das sind die Vorschriften betreffs der Tiere, und Vögel, und aller lebenden Wesen, welche sich im Wasser tummeln und auf der Erde kriechen,³⁷ Levitikus Lev 3 11 46 37 Im Anschlusse an [Gen 1] vier Klassen. Levitikus Lev 3 11 47 Ut differentias noveritis mundi, et immundi, et sciatis quid comedere et quid respuere debeatis. damit ihr den Unterschied zwischen Reinem und Unreinem kennet und wisset, was ihr essen dürft, und was ihr verwerfen sollt. -Levitikus Lev 3 12 0 B. Unreinigkeit der gebärenden Frauen (V. 1 8): a. Zeitraum der Unreinigkeit nach der Geburt eines Sohnes oder einer Tochter. (V. 5) b. Reinigungsopfer der Reichen (V. 7) und der Armen. +Levitikus Lev 3 12 0 B. Unreinigkeit der gebärenden Frauen (V. 1 8): a. Zeitraum der Unreinigkeit nach der Geburt eines Sohnes oder einer Tochter. (V. 5) b. Reinigungsopfer der Reichen (V. 7) und der Armen. Levitikus Lev 3 12 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 12 2 Loquere filiis Israel, et dices ad eos: Mulier, si suscepto semine pepererit masculum, immunda erit septem diebus juxta dies separationis menstruæ. Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: Ein Weib, welches empfangen hat¹ und einen Knaben gebärt, soll sieben Tage unrein sein,² wie zur Zeit ihrer monatlichen Reinigung.³ [Lk 2,22] Levitikus Lev 3 12 2 1 Hebr.: Welches Samen (Nachkommenschaft) erzeugt hat. Vergl. [Lk 2,23]. Hiernach ist Maria von der Gesetzesvorschrift nicht ausgenommen. @@ -5421,7 +5422,7 @@ Levitikus Lev 3 12 7 11 Vergl. [Lk 2,22]. Levitikus Lev 3 12 7 12 Ihr Sühne schaffen. Levitikus Lev 3 12 8 Quod si non invenerit manus ejus, nec potuerit offerre agnum, sumet duos turtures vel duos pullos columbarum, unum in holocaustum, et alterum pro peccato: orabitque pro ea sacerdos, et sic mundabitur. Wenn aber ihre Hand es nicht aufzubringen vermag und sie kein Lamm darbringen kann, so soll sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen, eine zum Brandopfer, und die andere zum Sündopfer; und der Priester soll für sie beten, und so wird sie rein werden.¹³ [Lev 5,7] Levitikus Lev 3 12 8 13 Zusatzbestimmung. -Levitikus Lev 3 13 0 C. Unreinigkeit des Aussatzes (13,1 14,57): a. Kennzeichen der verschiedenen Grade des Aussatzes am Menschen. (V. 43) Vorschriften für die Aussätzigen. (V. 46) b. Kennzeichen der verschiedenen Arten des Aussatzes an den Kleidern und Vorgehen in einzelnen Fällen. +Levitikus Lev 3 13 0 C. Unreinigkeit des Aussatzes (13,1 14,57): a. Kennzeichen der verschiedenen Grade des Aussatzes am Menschen. (V. 43) Vorschriften für die Aussätzigen. (V. 46) b. Kennzeichen der verschiedenen Arten des Aussatzes an den Kleidern und Vorgehen in einzelnen Fällen. Levitikus Lev 3 13 1 Locutusque est Dominus ad Moysen et Aaron, dicens: Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach:¹ Levitikus Lev 3 13 1 1 Dieses Gesetz ist aus verschiedenen Teilen zusammengewachsen, die harmonisch vereinigt sind. Levitikus Lev 3 13 2 Homo, in cujus cute et carne ortus fuerit diversus color sive pustula, aut quasi lucens quippiam, id est plaga lepræ, adducetur ad Aaron sacerdotem, vel ad unum quemlibet filiorum ejus. Wenn auf der Haut des Leibes² eines Menschen ein Fleck³ von verschiedener Farbe entsteht, oder eine Blatter, oder etwas Helles sich zeigt,⁴ das ist die Plage des Aussatzes, so soll er zu Aaron, dem Priester, oder zu irgend einem seiner Söhne geführt werden. @@ -5507,7 +5508,7 @@ Levitikus Lev 3 13 57 Quod si ultra apparuerit in his locis, quæ prius immacula Levitikus Lev 3 13 58 Si cessaverit, lavabit aqua ea, quæ pura sunt, secundo, et munda erunt. Wenn aber der Fleck verschwunden ist, soll man das, was rein ist, zum zweiten Male mit Wasser waschen, und es soll rein sein.²⁶ Levitikus Lev 3 13 58 26 Hebr.: Die Kleider aber oder Gewebe oder Gewirke oder lederne Gegenstände jeder Art, von denen der Ausschlag, nachdem man sie gewaschen, verschwunden ist, müssen nochmals gewaschen werden, so werden sie rein sein. Levitikus Lev 3 13 59 Ista est lex, lepræ vestimenti lanei et linei, staminis, atque subtegminis, omnisque suppellectilis pelliceæ, quomodo mundari debeat, vel contaminari. Das sind die Bestimmungen über den Aussatz an einem wollenen oder linnenen Kleide, am Aufzug und Einschlag, und an allen Gegenständen aus Fell, wie man sie für rein oder unrein zu erklären hat. -Levitikus Lev 3 14 0 c. Vorschriften über die Reinigung der vom Aussatze Geheilten (V. 20) und das Opfer der Armen. (V. 32) d. Die verschiedenen Arten von Aussatz der Häuser. +Levitikus Lev 3 14 0 c. Vorschriften über die Reinigung der vom Aussatze Geheilten (V. 20) und das Opfer der Armen. (V. 32) d. Die verschiedenen Arten von Aussatz der Häuser. Levitikus Lev 3 14 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 14 2 Hic est ritus leprosi, quando mundandus est: Adducetur ad sacerdotem: Das ist die zu beobachtende Weise, wenn ein Aussätziger gereinigt werden soll: Man soll ihn zum Priester führen, [Mt 8,4] Levitikus Lev 3 14 3 Qui egressus de castris, cum invenerit lepram esse mundatam, dieser soll aus dem Lager hinausgehen; und wenn er findet, dass der Aussatz geheilt ist, @@ -5600,7 +5601,7 @@ Levitikus Lev 3 14 56 Cicatricis et erumpentium papularum, lucentis maculæ, et Levitikus Lev 3 14 56 34 Hebr.: An Hautflecken, Blattern und glänzenden Flecken. Levitikus Lev 3 14 57 Ut possit sciri quo tempore mundum quid, vel immundum sit. damit man wissen könne, wann etwas rein oder unrein ist.³⁵ Levitikus Lev 3 14 57 35 Im Hebr. wird der Schluss beigefügt: Dies sind die Bestimmungen betreffs des Aussatzes. -Levitikus Lev 3 15 0 D. Unreinigkeit des Samenflusses (Kap. 15): a. Erklärung der Unreinigkeit des Samenflusses. (V. 12) Vorschriften über die Reinigung Geheilter. (V. 8) b. Unreinigkeit der Frau zur Zeit des Monatsflusses (V. 24) oder irgend eines anderen Blutflusses. +Levitikus Lev 3 15 0 D. Unreinigkeit des Samenflusses (Kap. 15): a. Erklärung der Unreinigkeit des Samenflusses. (V. 12) Vorschriften über die Reinigung Geheilter. (V. 8) b. Unreinigkeit der Frau zur Zeit des Monatsflusses (V. 24) oder irgend eines anderen Blutflusses. Levitikus Lev 3 15 1 Locutusque est Dominus ad Moysen et Aaron, dicens: Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: Levitikus Lev 3 15 2 Loquimini filiis Israel, et dicite eis: Vir, qui patitur fluxum seminis, immundus erit. Redet zu den Söhnen Israels und saget ihnen: Ein Mann, der am Samenflusse leidet, soll unrein sein. Levitikus Lev 3 15 3 Et tunc judicabitur huic vitio subjacere, cum per singula momenta adhæserit carni ejus, atque concreverit fdus humor. Und dann soll man urteilen, dass er mit diesem Gebrechen behaftet ist, wenn die hässliche Feuchtigkeit alle Augenblicke an seinem Leibe haftet und gerinnt.¹ @@ -5649,7 +5650,7 @@ Levitikus Lev 3 15 31 Docebitis ergo filios Israel ut caveant immunditiam, et no Levitikus Lev 3 15 31 15 Wer sich nicht beständig vor Verunreinigungen hütet, versäumt leicht auch, auf die für das Hinzutreten zum Heiligtume erforderliche Reinheit bedacht zu sein. Levitikus Lev 3 15 32 Ista est lex ejus, qui patitur fluxum seminis, et qui polluitur coitu, Das sind die Vorschriften für den, der am Samenfluss leidet, sowie für den, welcher sich durch Beiwohnung verunreinigt, Levitikus Lev 3 15 33 Et quæ menstruis temporibus separatur, vel quæ jugi fluit sanguine, et hominis, qui dormierit cum ea. und für die in den Monatszeiten Abgesonderten, oder an beständigem Blutflusse leidenden Frauen, und für die Männer, welche solchen beiwohnen. -Levitikus Lev 3 16 0 E. Der Versöhnungstag (Kap. 16) a. Zeremonie der von Gott nach dem Tode der erstgeborenen Söhne Aarons vorgeschriebenen Sühne. (V. 28) b. Bestimmung der alljährlich am 10. Tage des 7. Monates vorzunehmenden feierlichen Sühne des Volkes. +Levitikus Lev 3 16 0 E. Der Versöhnungstag (Kap. 16) a. Zeremonie der von Gott nach dem Tode der erstgeborenen Söhne Aarons vorgeschriebenen Sühne. (V. 28) b. Bestimmung der alljährlich am 10. Tage des 7. Monates vorzunehmenden feierlichen Sühne des Volkes. Levitikus Lev 3 16 1 Locutusque est Dominus ad Moysen post mortem duorum filiorum Aaron, quando offerentes ignem alienum interfecti sunt: Und der Herr redete zu Moses nach dem Tode der zwei Söhne Aarons, als sie fremdes Feuer darbrachten und deshalb getötet wurden;¹ Levitikus Lev 3 16 1 1 Siehe [Lev 10]. Levitikus Lev 3 16 2 Et præcepit ei, dicens: Loquere ad Aaron fratrem tuum, ne omni tempore ingrediatur Sanctuarium, quod est intra velum coram propitiatorio quo tegitur arca, ut non moriatur (quia in nube apparebo super oraculum) und gebot ihm und sprach: Sage zu Aaron, deinem Bruder, dass er nicht zu jeder Zeit in das Heiligtum² treten solle, welches innerhalb des Vorhanges vor dem Gnadenthrone ist, mit dem die Lade überdeckt ist, damit er nicht sterbe (denn ich werde in der Wolke³ über dem Spruchorte erscheinen); @@ -5718,7 +5719,7 @@ Levitikus Lev 3 16 33 Et expiabit Sanctuarium et tabernaculum testimonii atque a Levitikus Lev 3 16 34 Eritque vobis hoc legitimum sempiternum, ut oretis pro filiis Israel, et pro cunctis peccatis eorum semel in anno. Fecit igitur sicut præceperat Dominus Moysi. Und dies sei euch eine ewig geltende Satzung,³³ dass ihr für die Söhne Israels und alle ihre Sünden einmal im Jahre betet.³⁴ Und er tat, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Levitikus Lev 3 16 34 33 Solange der alttestamentliche Gottesdienst dauert. Levitikus Lev 3 16 34 34 Hebr.: Sühnung schaffet. -Levitikus Lev 3 17 0 2. Heiligkeit des gesamten Volkes. (17,1 20,27) A. Vorschriften über die Speisen. (V. 1 17) a. Wer ein Tier tötet, muss es im Vorhofe darbringen, widrigenfalls er wie der, welcher Blut vergossen hat, aus dem Volke ausgetilgt wird. (V. 9) b. Wer Blut genießt, wird ebenso aus dem Volke ausgetilgt. (V. 14) c. Wer etwas Gefallenes isst, bleibt in Schuld, bis er sich von seiner Unreinigkeit den Vorschriften gemäß frei gemacht hat. +Levitikus Lev 3 17 0 2. Heiligkeit des gesamten Volkes. (17,1 20,27) A. Vorschriften über die Speisen. (V. 1 17) a. Wer ein Tier tötet, muss es im Vorhofe darbringen, widrigenfalls er wie der, welcher Blut vergossen hat, aus dem Volke ausgetilgt wird. (V. 9) b. Wer Blut genießt, wird ebenso aus dem Volke ausgetilgt. (V. 14) c. Wer etwas Gefallenes isst, bleibt in Schuld, bis er sich von seiner Unreinigkeit den Vorschriften gemäß frei gemacht hat. Levitikus Lev 3 17 1 Et locutus est Dominus ad Moysen dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 17 2 Loquere Aaron et filiis ejus, et cunctis filiis Israel, dicens ad eos: Iste est sermo, quem mandavit Dominus, dicens: Rede zu Aaron, und zu seinen Söhnen, und zu allen Söhnen Israels, und sprich zu ihnen: Dies ist das Wort, welches der Herr geboten hat: Levitikus Lev 3 17 3 Homo quilibet de domo Israel, si occiderit bovem aut ovem, sive capram in castris vel extra castra, Jeder Mann aus dem Hause Israels, der ein Rind, oder ein Schaf, oder eine Ziege in dem Lager oder außerhalb desselben schlachtet¹ @@ -5750,7 +5751,7 @@ Levitikus Lev 3 17 15 13 Siehe [Lev 11,40]. Aus Unwissenheit oder Notwendigkeit Levitikus Lev 3 17 16 Quod si non laverit vestimenta sua et corpus, portabit iniquitatem suam. Wenn er aber seine Kleider nicht wäscht, und seinen Leib nicht badet,¹⁴ so soll er seine Schuld tragen.¹⁵ Levitikus Lev 3 17 16 14 Und in diesem Zustande in das Heiligtum geht oder Heiliges isst u. a. Levitikus Lev 3 17 16 15 Mit der Sünde auch die Folge. -Levitikus Lev 3 18 0 B. Heiligkeit der Ehe (Kap. 18) a. Mahnung, nicht die Sitten der Heiden nachzuahmen, sondern Gottes Vorschriften treu zu erfüllen. (V. 5) Grade der Verwandtschaft, welche eine Ehe unzulässig machen. B. Strenges Verbot anderer Sünden der Unkeuschheit (V. 23) und erneute Mahnung, die Sitten der Heiden nicht nachzuahmen. +Levitikus Lev 3 18 0 B. Heiligkeit der Ehe (Kap. 18) a. Mahnung, nicht die Sitten der Heiden nachzuahmen, sondern Gottes Vorschriften treu zu erfüllen. (V. 5) Grade der Verwandtschaft, welche eine Ehe unzulässig machen. B. Strenges Verbot anderer Sünden der Unkeuschheit (V. 23) und erneute Mahnung, die Sitten der Heiden nicht nachzuahmen. Levitikus Lev 3 18 1 Locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 18 2 Loquere filiis Israel, et dices ad eos: Ego Dominus Deus vester: Rede zu den Söhnen Israels und sage zu ihnen: Ich bin der Herr, euer Gott.¹ Levitikus Lev 3 18 2 1 Die Anfänge, Schlüsse, allgemeinen Sätze und letzten Teile haben wie ein Siegel die Formel: Ich bin der Herr, euer Gott. Damit wird gezeigt, dass es Gott an der Beobachtung dieser Gebote sehr lag, beziehen sich dieselben doch auf die Erhaltung des auserwählten Volkes wie auf die Reinheit des Priesterstandes. @@ -5799,7 +5800,7 @@ Levitikus Lev 3 18 27 Omnes enim exsecrationes istas fecerunt accolæ terræ qui Levitikus Lev 3 18 28 Cavete ergo ne et vos similiter evomat, cum paria feceritis, sicut evomuit gentem, quæ fuit ante vos. Hütet euch also, dass es euch nicht gleicherweise ausspeie, wenn ihr das Gleiche tut, wie es das Volk ausgespieen hat, das vor euch da war. Levitikus Lev 3 18 29 Omnis anima, quæ fecerit de abominationibus his quippiam, peribit de medio populi sui. Jede Seele, die irgendeinen von diesen Greueln übt, soll aus der Mitte ihres Volkes weggetilgt werden. Levitikus Lev 3 18 30 Custodite mandata mea. Nolite facere quæ fecerunt hi qui fuerunt ante vos, et ne polluamini in eis. Ego Dominus Deus vester. Haltet meine Gebote! Tuet nicht, was die getan haben, welche vor euch da waren, und verunreinigt euch nicht dadurch. Ich bin der Herr, euer Gott. -Levitikus Lev 3 19 0 C. Heiligkeit im Verkehre mit Gott und dem Nächsten. (19,1 20,27) a. Alle Israeliten sollen heilig sein, wie der Herr selbst heilig ist. (V. 2) Anempfehlung treuer Erfüllung der Pflichten gegen die Eltern und gegen Gott (V. 8) und Einschärfung der Liebe des Nächsten, besonders der Armen. (V. 18) b. Verbot, Verschiedenartiges zu vereinen (V. 19), mit der Magd zu verkehren (V. 22), die ersten an einem jungen Baume wachsenden Früchte zu genießen (V. 25), Aberglauben zu hegen. (V. 31) Vorschriften über die Achtung gegen Greise, die Liebe gegen Ankömmlinge, Gerechtigkeit gegen alle in allem (V. 36) und besondere Anempfehlung einiger Vorschriften. +Levitikus Lev 3 19 0 C. Heiligkeit im Verkehre mit Gott und dem Nächsten. (19,1 20,27) a. Alle Israeliten sollen heilig sein, wie der Herr selbst heilig ist. (V. 2) Anempfehlung treuer Erfüllung der Pflichten gegen die Eltern und gegen Gott (V. 8) und Einschärfung der Liebe des Nächsten, besonders der Armen. (V. 18) b. Verbot, Verschiedenartiges zu vereinen (V. 19), mit der Magd zu verkehren (V. 22), die ersten an einem jungen Baume wachsenden Früchte zu genießen (V. 25), Aberglauben zu hegen. (V. 31) Vorschriften über die Achtung gegen Greise, die Liebe gegen Ankömmlinge, Gerechtigkeit gegen alle in allem (V. 36) und besondere Anempfehlung einiger Vorschriften. Levitikus Lev 3 19 1 Locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 19 2 Loquere ad omnem ctum filiorum Israel, et dices ad eos: Sancti estote, quia ego sanctus sum, Dominus Deus vester. Rede zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels und sage ihnen:¹ Ihr sollt heilig sein: denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott.² [Lev 11,44, 1Petr 1,16] Levitikus Lev 3 19 2 1 Im Folgenden werden verschiedene Vorschriften geboten, wie sie durch das Gebot der Vorfahren geheiligt in aller Munde waren, hier zusammengestellt werden. Manche davon sind bereits im Exodus oder Leviticus erwähnt und werden dem Volke von neuem eingeprägt. @@ -5872,7 +5873,7 @@ Levitikus Lev 3 19 35 Nolite facere iniquum aliquid in judicio, in regula, in po Levitikus Lev 3 19 36 Statera justa, et æqua sint pondera, justus modius, æquusque sextarius. Ego Dominus Deus vester, qui eduxi vos de terra gypti. Es sei die Waage recht, die Gewichte genau, der Scheffel richtig, das Maß entsprechend.³⁵ Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten geführt hat. Levitikus Lev 3 19 36 35 Scheffel: Epha, das gewöhnliche Getreidemaß. (Gegen 39 Liter, nach anderen [Lev 20,1]). Maß: Hin (für flüssige Sachen), gegen 6,49 Liter. Levitikus Lev 3 19 37 Custodite omnia præcepta mea, et universa judicia, et facite ea. Ego Dominus. Haltet alle meine Gebote und alle Satzungen, und tuet sie. Ich bin der Herr. -Levitikus Lev 3 20 0 c. Festsetzung der Todesstrafe gegen die, welche ihre Kinder dem Moloch darbringen (V. 5), Zauberer und Wahrsager befragen (V. 8), ihre Eltern verwünschen (V. 9), gewisser schwerer Vergehen gegen die Sittlichkeit sich schuldig machen. (V. 21) d. Schluss: Erneute Mahnung zur Heiligkeit. (V. 26) Anhang: Gebot, Wahrsager zu steinigen. +Levitikus Lev 3 20 0 c. Festsetzung der Todesstrafe gegen die, welche ihre Kinder dem Moloch darbringen (V. 5), Zauberer und Wahrsager befragen (V. 8), ihre Eltern verwünschen (V. 9), gewisser schwerer Vergehen gegen die Sittlichkeit sich schuldig machen. (V. 21) d. Schluss: Erneute Mahnung zur Heiligkeit. (V. 26) Anhang: Gebot, Wahrsager zu steinigen. Levitikus Lev 3 20 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 20 2 Hæc loqueris filiis Israel: Homo de filiis Israel, et de advenis, qui habitant in Israel, si quis dederit de semine suo idolo Moloch, morte moriatur: populus terræ lapidabit eum. Dies sollst du den Söhnen Israels sagen: Wer unter den Söhnen Israels, oder unter den Fremdlingen, die in Israel wohnen,¹ eines von seinen Kindern dem Götzen Moloch überliefert,² soll des Todes sterben; das Volk des Landes soll ihn steinigen. [Lev 18,21] Levitikus Lev 3 20 2 1 Für sie galt auch das Gebot [Lev 17,8]. @@ -5922,7 +5923,7 @@ Levitikus Lev 3 20 26 Eritis mihi sancti, quia sanctus sum ego Dominus, et separ Levitikus Lev 3 20 26 21 Die Heiligkeit ist also Reinheit, Absonderung von dem, was befleckt. Levitikus Lev 3 20 27 Vir, sive mulier, in quibus pythonicus, vel divinationis fuerit spiritus, morte moriantur: lapidibus obruent eos: sanguis eorum sit super illos. Wenn sich in einem Manne oder einem Weibe ein Geist der Zauberei²² oder Wahrsagerei findet, so sollen sie des Todes sterben; man soll sie steinigen, ihr Blut komme über sie. [Dtn 18,11, 1Sam 28,7] Levitikus Lev 3 20 27 22 Ein Totengeist. -Levitikus Lev 3 21 0 3. Höhere gesetzliche Reinigkeit, welche von den Priestern gefordert wird. (21,1 22,33) A. Vorschriften über die Trauer und die Ehen der Priester. (V. 1 15) a. Die Priester dürfen wegen der Heiligkeit ihres Amtes nicht an Leichenbegängnissen der Israeliten teilnehmen, es sei denn an solchen von Verwandten. (V. 7) Die Priester dürfen keine Buhlerin oder eine verstoßene Frau heiraten. (V. 9) b. Der Hohepriester darf nicht einmal an dem Leichenbegängnis von Verwandten teilnehmen und nur eine Jungfrau zur Ehe nehmen. (V. 15) B. Vorschriften über die Irregularitäten der Priester. (21,16 22,16) a. Von dem heiligen Amte der Priester sind alle an körperlichen Gebrechen Leidende auszuschließen. +Levitikus Lev 3 21 0 3. Höhere gesetzliche Reinigkeit, welche von den Priestern gefordert wird. (21,1 22,33) A. Vorschriften über die Trauer und die Ehen der Priester. (V. 1 15) a. Die Priester dürfen wegen der Heiligkeit ihres Amtes nicht an Leichenbegängnissen der Israeliten teilnehmen, es sei denn an solchen von Verwandten. (V. 7) Die Priester dürfen keine Buhlerin oder eine verstoßene Frau heiraten. (V. 9) b. Der Hohepriester darf nicht einmal an dem Leichenbegängnis von Verwandten teilnehmen und nur eine Jungfrau zur Ehe nehmen. (V. 15) B. Vorschriften über die Irregularitäten der Priester. (21,16 22,16) a. Von dem heiligen Amte der Priester sind alle an körperlichen Gebrechen Leidende auszuschließen. Levitikus Lev 3 21 1 Dixit quoque Dominus ad Moysen: Loquere ad sacerdotes filios Aaron, et dices ad eos: Ne contaminetur sacerdos in mortibus civium suorum, Der Herr sprach ferner zu Moses: Rede zu den Priestern, den Söhnen Aarons, und sage ihnen:¹ Ein Priester soll sich nicht an einer Leiche unter seinen Mitbürgern verunreinigen, Levitikus Lev 3 21 1 1 Der Text ist wohl nicht ohne nachträgliche Bearbeitung geblieben. Die Priester werden in den Gesetzen selbst als Nachkommen Aarons, in den Überschriften und der Unterschrift als Söhne Aarons bezeichnet. Nach der Überschrift ist das erste Gesetz an die Priester gerichtet, während im Texte von ihnen in der dritten Person die Rede ist. Auch finden sich Tautologien V. 6b und 8a, 17b und 21. Levitikus Lev 3 21 2 Nisi tantum in consanguineis, ac propinquis, id est, super patre, et matre, et filio, et filia, fratre quoque, nur an seinen Blutsverwandten und² nächsten Verwandten, das ist an seinem Vater und seiner Mutter, und seinem Sohn und seiner Tochter, auch seinem Bruder, @@ -5967,7 +5968,7 @@ Levitikus Lev 3 21 22 19 Hebr.: Von der Speise seines Gottes, sowohl dem Hochhe Levitikus Lev 3 21 23 Ita dumtaxat, ut intra velum non ingrediatur, nec accedat ad altare, quia maculam habet, et contaminare non debet Sanctuarium meum. Ego Dominus qui sanctifico eos. nur dass er nicht hinter den Vorhang²⁰ trete und dem Altare nicht nahe, weil er ein Leibesgebrechen hat und mein Heiligtum nicht verunreinigen soll. Ich bin der Herr, der sie heiligt. Levitikus Lev 3 21 23 20 Er darf nicht in den vorderen Raum, das Heilige, eintreten. Levitikus Lev 3 21 24 Locutus est ergo Moyses ad Aaron, et ad filios ejus, et ad omnem Israel cuncta quæ fuerant sibi imperata. Moses also redete zu Aaron, und zu seinen Söhnen, und zu ganz Israel, alles, was ihm geboten war. -Levitikus Lev 3 22 0 b. Von der Teilnahme an dem Genusse der den Priestern verbleibenden Opferteile sind alle jene auszuschließen, welche durch eine Unreinigkeit befleckt sind. (V. 9) c. Bestimmung der Personen, welche aus der Familie der Priester zum Genusse der Opferteile zugelassen werden dürfen. (V. 16) C. Erforderliche Eigenschaften der Opfergaben (V. 17 33): a. Notwendig erforderte Eigenschaften der zu Opfern bestimmten Tiere und b. Verbot, von dem Dankopfer etwas auf die folgenden Tage aufzubewahren. (V. 30) c. Alle diese Vorschriften sind bei Strafe der Unreinigkeit zu beobachten. +Levitikus Lev 3 22 0 b. Von der Teilnahme an dem Genusse der den Priestern verbleibenden Opferteile sind alle jene auszuschließen, welche durch eine Unreinigkeit befleckt sind. (V. 9) c. Bestimmung der Personen, welche aus der Familie der Priester zum Genusse der Opferteile zugelassen werden dürfen. (V. 16) C. Erforderliche Eigenschaften der Opfergaben (V. 17 33): a. Notwendig erforderte Eigenschaften der zu Opfern bestimmten Tiere und b. Verbot, von dem Dankopfer etwas auf die folgenden Tage aufzubewahren. (V. 30) c. Alle diese Vorschriften sind bei Strafe der Unreinigkeit zu beobachten. Levitikus Lev 3 22 1 Locutus quoque est Dominus ad Moysen, dicens: Wiederum redete der Herr zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 22 2 Loquere ad Aaron et ad filios ejus, ut caveant ab his quæ consecrata sunt filiorum Israel, et non contaminent nomen sanctificatorum mihi, quæ ipsi offerunt. Ego Dominus. Sage Aaron und seinen Söhnen, dass sie sich von dem enthalten sollen, was Weihgeschenk der Söhne Israels ist, und nicht den Namen der Dinge beflecken,¹ die mir geheiligt sind und welche diese darbringen.² Ich bin der Herr. Levitikus Lev 3 22 2 1 Hebr.: Gegenüber den heiligen Gaben der Kinder Israels, welche sie mir weihen, damit sie meinen heiligen Namen nicht entweihen. @@ -6028,7 +6029,7 @@ Levitikus Lev 3 22 31 Custodite mandata mea, et facite ea. Ego Dominus. Haltet m Levitikus Lev 3 22 32 Ne polluatis nomen meum sanctum, ut sanctificer in medio filiorum Israel. Ego Dominus qui sanctifico vos, Beflecket meinen heiligen Namen nicht, damit ich heilig gehalten werde inmitten der Söhne Israels.²⁷ Ich bin der Herr, der euch heiligt Levitikus Lev 3 22 32 27 Wer Gottes Gebote nicht hält, achtet Gott selbst nicht und bezeichnet ihn auch für andere als der Achtung nicht würdig, und so gibt er Anlass zur Lästerung des Namens Gottes. Levitikus Lev 3 22 33 Et eduxi de terra gypti, ut essem vobis in Deum. Ego Dominus. und euch aus dem Lande Ägypten geführt hat, um euer Gott zu sein. Ich bin der Herr. -Levitikus Lev 3 23 0 4. Vorschriften über die Heiligkeit des Gottesdienstes. (23,1 25,55) A. Vorschrift über die das Jahr hindurch im Gottesdienste zu beobachtenden Gebräuche (23,1 24,23): a. Die Kinder Israels sollen den Sabbat feiern. (V. 3) Sie sollen mit Beobachtung der vorgeschriebenen Riten das Phase und den Tag der Erstlinge (V. 14), Pfingsten (V. 22), den Neumond des siebenten Monats (V. 25), den großen Versöhnungstag (V. 32), das Fest der Laubhütten feiern. +Levitikus Lev 3 23 0 4. Vorschriften über die Heiligkeit des Gottesdienstes. (23,1 25,55) A. Vorschrift über die das Jahr hindurch im Gottesdienste zu beobachtenden Gebräuche (23,1 24,23): a. Die Kinder Israels sollen den Sabbat feiern. (V. 3) Sie sollen mit Beobachtung der vorgeschriebenen Riten das Phase und den Tag der Erstlinge (V. 14), Pfingsten (V. 22), den Neumond des siebenten Monats (V. 25), den großen Versöhnungstag (V. 32), das Fest der Laubhütten feiern. Levitikus Lev 3 23 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Weiter redete der Herr zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 23 2 Loquere filiis Israel, et dices ad eos: Hæ sunt feriæ Domini, quas vocabitis sanctas. Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen:¹ Dies sind die Feste des Herrn, die ihr heilig heißen sollt.² Levitikus Lev 3 23 2 1 An allen Festtagen ruht die Arbeit und sammelt sich das Volk zu öffentlichem Gottesdienste. [Ex 12,16]. [Ex 23,14-17] werden drei solche Feste genannt, welche mit einer Pilgerfahrt verbunden sind, hier allgemeiner sechs Feste. Eine heilige Zusammenberufung findet statt am Sabbat (V. 1 3), Phase (4 8), Pfingsten (9 22), Neumond des 7. Monats (V. 23 25), Versöhnungsfest (V. 26 32), Laubhüttenfest. (V. 33 44) Vers 3 4 war wohl ursprünglich nicht in dem Verzeichnisse, sondern auf V. 1 folgte V. 5, wie aus V. 38 zu schließen ist. Vers 39 43 bezieht sich auf die Zeit, wo das Volk bereits im heiligen Lande wohnt, weshalb der Abschnitt 33 44 durch V. 37 in zwei Teile zerteilt wird. @@ -6099,7 +6100,7 @@ Levitikus Lev 3 23 42 Et habitabitis in umbraculis septem diebus: omnis, qui de Levitikus Lev 3 23 42 26 Vergl. [Hos 12,9]. Moses knüpft an die Volkssitte an, nach der die Bewohner regenarmer Länder um diese Zeit in die Weinberge zogen, dort zu wohnen. Levitikus Lev 3 23 43 Ut discant posteri vestri quod in tabernaculis habitare fecerim filios Israel, cum educerem eos de terra gypti. Ego Dominus Deus vester. damit eure Nachkommen erfahren, dass ich die Kinder Israels in Zelten habe wohnen lassen, als ich sie aus dem Lande Ägypten hinausführte. Ich bin der Herr, euer Gott. Levitikus Lev 3 23 44 Locutusque est Moyses super solemnitatibus Domini ad filios Israel. Und Moses redete zu den Söhnen Israels über die Feste des Herrn. -Levitikus Lev 3 24 0 b. Die Israeliten sollen Sorge tragen, dass die Lampe in der Stiftshütte stets brenne und die Schaubrote allezeit aufliegen. (V. 9) c. Wiederholte Einschärfung der Strafbestimmung für Gotteslästerung (der Steinigung) und des Gesetzes der Wiedervergeltung. +Levitikus Lev 3 24 0 b. Die Israeliten sollen Sorge tragen, dass die Lampe in der Stiftshütte stets brenne und die Schaubrote allezeit aufliegen. (V. 9) c. Wiederholte Einschärfung der Strafbestimmung für Gotteslästerung (der Steinigung) und des Gesetzes der Wiedervergeltung. Levitikus Lev 3 24 1 Et locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 24 2 Præcipe filiis Israel, ut afferant tibi oleum de olivis purissimum, ac lucidum, ad concinnandas lucernas jugiter, Gebiete den Söhnen Israels, dass sie dir ganz reines und klares¹ Olivenöl bringen, zur steten Besorgung der Lampen² Levitikus Lev 3 24 2 1 Hebr.: gestoßenes. @@ -6140,7 +6141,7 @@ Levitikus Lev 3 24 21 Qui percusserit jumentum, reddet aliud. Qui percusserit ho Levitikus Lev 3 24 21 17 Der Inhalt von V. 17, V. 18 wird kurz wiederholt, um nachträglich einzuschärfen, dass nicht nur in Bezug auf Vermögenstrafen, sondern auch in Bezug auf die Todesstrafe Fremdling, und Vollisraelit gleich zu behandeln sind. Levitikus Lev 3 24 22 quum judicium sit inter vos, sive peregrinus, sive civis peccaverit: quia ego sum Dominus Deus vester. Gleiches Recht gelte unter euch, es habe ein Fremdling oder ein Bürger sich versündigt; denn ich bin der Herr, euer Gott. Levitikus Lev 3 24 23 Locutusque est Moyses ad filios Israel: et eduxerunt eum, qui blasphemaverat, extra castra, ac lapidibus oppresserunt. Feceruntque filii Israel sicut præceperat Dominus Moysi. Und Moses redete zu den Söhnen Israels; und sie führten den, welcher gelästert hatte, vor das Lager hinaus und steinigten ihn. Und die Söhne Israels taten, wie der Herr dem Moses geboten hatte. -Levitikus Lev 3 25 0 B. Das Sabbats- und das Jubiläumsjahr (Kap. 25): a. Vorschriften über das Sabbatsjahr. (V. 7) b. Das Jubiläumsjahr. (V. 12) Vergünstigungen des letzteren. Rückkehr verkaufter Besitztümer an ihren früheren Herrn. (V. 34) Befreiung der in Sklaverei gekommenen Israeliten. +Levitikus Lev 3 25 0 B. Das Sabbats- und das Jubiläumsjahr (Kap. 25): a. Vorschriften über das Sabbatsjahr. (V. 7) b. Das Jubiläumsjahr. (V. 12) Vergünstigungen des letzteren. Rückkehr verkaufter Besitztümer an ihren früheren Herrn. (V. 34) Befreiung der in Sklaverei gekommenen Israeliten. Levitikus Lev 3 25 1 Locutusque est Dominus ad Moysen in monte Sinai, dicens: Und der Herr redete zu Moses auf¹ dem Berge Sinai und sprach: Levitikus Lev 3 25 1 1 An, bei dem berge Sinai. Die Erzählung [Lev 24,10-23] hatte die Gesetze unterbrochen und deshalb wird der Ort von neuem angegeben. Levitikus Lev 3 25 2 Loquere filiis Israel, et dices ad eos: Quando ingressi fueritis terram quam ego dabo vobis, sabbatizes sabbatum Domino. Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen:² Wenn ihr in das Land kommen werdet, das ich euch gebe, so lass es den Sabbat des Herrn feiern.³ [Ex 23,10] @@ -6233,7 +6234,7 @@ Levitikus Lev 3 25 52 Si pauci, ponet rationem cum eo juxta annorum numerum, et Levitikus Lev 3 25 53 Quibus ante servivit mercedibus imputatis: non affliget eum violenter in conspectu tuo. indem er den Lohn für diejenigen in Anrechnung bringt, durch welche er zuvor gedient hat; und der Fremdling soll ihn nicht mit hartem Drucke vor deinen Augen beschweren. Levitikus Lev 3 25 54 Quod si per hæc redimi non potuerit, anno jubilæo egredietur cum liberis suis. Kann er nicht in dieser Weise ausgelöst werden, so soll er mit seinen Kindern im Jubeljahre frei ausgehen, Levitikus Lev 3 25 55 Mei enim sunt servi, filii Israel, quos eduxi de terra gypti. denn die Söhne Israels sind meine Diener, welche ich aus dem Lande Ägypten geführt habe. -Levitikus Lev 3 26 0 5. Schluss der levitischen Gesetzgebung. (26,1 27,34) A. Sanktion der levitischen Gesetze. (Kap. 26) a. Dem die Vorschriften Gottes treu Beobachtenden werden viele Güter verheißen. (V. 13) b. Den Übertretern werden schwere Strafen angedroht. (V. 33) c. Voraussagung der letzten Folgen des Ungehorsams. +Levitikus Lev 3 26 0 5. Schluss der levitischen Gesetzgebung. (26,1 27,34) A. Sanktion der levitischen Gesetze. (Kap. 26) a. Dem die Vorschriften Gottes treu Beobachtenden werden viele Güter verheißen. (V. 13) b. Den Übertretern werden schwere Strafen angedroht. (V. 33) c. Voraussagung der letzten Folgen des Ungehorsams. Levitikus Lev 3 26 1 Ego Dominus Deus vester: Non facietis vobis idolum et sculptile, nec titulos erigetis, nec insignem lapidem ponetis in terra vestra, ut adoretis eum. Ego enim sum Dominus Deus vester. Ich bin der Herr euer Gott: Ihr sollt euch keinen Götzen und kein geschnitztes Bild machen, noch sollt ihr in eurem Lande Bildsäulen¹ aufrichten, oder Denksteine setzen, um sie anzubeten; denn ich bin der Herr, euer Gott. [Ex 20,4, Dtn 5,8, Ps 96,7] Levitikus Lev 3 26 1 1 Nur götzendienerische Bildsäulen werden verboten. Vergl. [Ex 24,4, Jes 19,19]. Levitikus Lev 3 26 2 Custodite sabbata mea, et pavete ad Sanctuarium meum. Ego Dominus. Haltet meine Sabbate und habet Ehrfurcht vor meinem Heiligtum. Ich bin der Herr.² @@ -6320,7 +6321,7 @@ Levitikus Lev 3 26 44 Et tamen etiam cum essent in terra hostili, non penitus ab Levitikus Lev 3 26 44 40 Wäre ich ein Mensch, so könnte ich, wenn jene den Bund brechen, auch meinerseits denselben von mir weisen. Doch da ich in besonderer Weise ihr Gott bin, will ich nicht allein Gerechtigkeit gegen sie üben, sondern auch Barmherzigkeit: sie schlagen, bis sie in sich gehen. Levitikus Lev 3 26 45 Et recordabor fderis mei pristini, quando eduxi eos de terra gypti in conspectu gentium, ut essem Deus eorum. Ego Dominus. Hæc sunt judicia atque præcepta et leges, quas dedit Dominus inter se et filios Israel in monte Sinai per manum Moysi. und werde meines früheren Bundes gedenken, da ich sie aus dem Lande Ägypten vor den Augen der Völker geführt habe, um ihr Gott zu sein, ich der Herr. Dies sind die Satzungen und Gebote und Gesetze, die der Herr zwischen sich und den Söhnen Israels am Berge Sinai durch Moses gegeben hat.⁴¹ Levitikus Lev 3 26 45 41 Schlussformel, welche den Abschnitt von [Lev 25] an abschließt. Wegen der Zeitangabe in [Num 1,1] bezieht sich diese Schlussformel wohl auf alle vorhergehenden Gesetze von [Lev 11] an, vielleicht auch auf [Lev 17]. -Levitikus Lev 3 27 0 B. Anhang. (Kap. 27) Zusätze zu der levitischen Gesetzgebung: a. Vorschrift, die freiwillig gemachten Gelübde zu erfüllen. (V. 25) b. Gesetz, die Erstgeburt dem Herrn zu weihen. (V. 27) c. Vorschrift über die Gott geweihten Gaben und die Zahlung der Zehnten. +Levitikus Lev 3 27 0 B. Anhang. (Kap. 27) Zusätze zu der levitischen Gesetzgebung: a. Vorschrift, die freiwillig gemachten Gelübde zu erfüllen. (V. 25) b. Gesetz, die Erstgeburt dem Herrn zu weihen. (V. 27) c. Vorschrift über die Gott geweihten Gaben und die Zahlung der Zehnten. Levitikus Lev 3 27 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Levitikus Lev 3 27 2 Loquere filiis Israel, et dices ad eos: Homo qui votum fecerit, et spoponderit Deo animam suam, sub æstimatione dabit pretium. Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen: Wenn jemand ein Gelübde macht und sich selbst Gott weiht,¹ so soll er ein Lösegeld nach dem Schätzungswert geben.² Levitikus Lev 3 27 2 1 V. 2 8: Personen. Der zweite Gegenstand V. 9: Vieh. @@ -6380,7 +6381,7 @@ Levitikus Lev 3 27 32 Omnium decimarum bovis et ovis et capræ, quæ sub pastori Levitikus Lev 3 27 32 25 Der Hirt zählt mit aufgehobenem Stabe. Also: Ohne Auswahl, wie die Tiere bei der Zählung kommen. Levitikus Lev 3 27 33 Non eligetur nec bonum nec malum, nec altero commutabitur: si quis mutaverit: et quod mutatum est, et pro quo mutatum est, sanctificabitur Domino, et non redimetur. Und es soll dabei keine Auswahl statthaben, weder zwischen Gutem, noch Schlechtem, und eines nicht mit dem andern vertauscht werden. Im Fall es aber jemand dennoch vertauscht, soll das Ausgetauschte wie das Eingetauschte dem Herrn geweiht sein und nicht ausgelöst werden können. Levitikus Lev 3 27 34 Hæc sunt præcepta, quæ mandavit Dominus Moysi ad filios Israel in monte Sinai. Dies sind die Gebote, die der Herr dem Moses für die Söhne Israels am Berge Sinai gegeben hat. -Numer Num 4 1 0 I. Wanderung des Volkes durch die Wüste Sinai bis zur Verwerfung des aus Ägypten ausgezogenen Geschlechtes. (Kap. 1,1 Kap. 14,45) 1. Die Zählung des Volkes und andere in den zweiten Monat des zweiten Jahres der Wanderung fallende Ereignisse. (1,1 6,27) A. Das ganze Volk, mit Ausnahme der Leviten, wird gezählt und die im Lager festzuhaltende Ordnung bestimmt. (1,1 2,34) a. Auf Gottes Befehl zählen Moses und Aaron mit Hilfe der Fürsten alle kriegstüchtigen Israeliten im Alter von 20 Jahren und darüber. (V. 46) Die Leviten werden von dieser Zählung ausgenommen, da sie bestimmt sind, das Heiligtum und dessen Gerätschaften zu tragen. (V. 51) b. Bestimmung der Ordnung im Lager: Die Mitte nimmt das Zelt ein, um das die Leviten sich scharen. +Numer Num 4 1 0 I. Wanderung des Volkes durch die Wüste Sinai bis zur Verwerfung des aus Ägypten ausgezogenen Geschlechtes. (Kap. 1,1 Kap. 14,45) 1. Die Zählung des Volkes und andere in den zweiten Monat des zweiten Jahres der Wanderung fallende Ereignisse. (1,1 6,27) A. Das ganze Volk, mit Ausnahme der Leviten, wird gezählt und die im Lager festzuhaltende Ordnung bestimmt. (1,1 2,34) a. Auf Gottes Befehl zählen Moses und Aaron mit Hilfe der Fürsten alle kriegstüchtigen Israeliten im Alter von 20 Jahren und darüber. (V. 46) Die Leviten werden von dieser Zählung ausgenommen, da sie bestimmt sind, das Heiligtum und dessen Gerätschaften zu tragen. (V. 51) b. Bestimmung der Ordnung im Lager: Die Mitte nimmt das Zelt ein, um das die Leviten sich scharen. Numer Num 4 1 1 Locutusque est Dominus ad Moysen in deserto Sinai in tabernaculo fderis, prima die mensis secundi, anno altero egressionis eorum ex gypto, dicens: Und der Herr redete zu Moses in der Wüste Sinai¹ im Zelte des Bundes,² am ersten Tage des zweiten Monats, im zweiten Jahre nach ihrem Auszuge aus Ägypten,³ und sprach: Numer Num 4 1 1 1 Dorthin waren die Hebräer [Ex 19,1ff] gekommen. Numer Num 4 1 1 2 [Ex 29,42ff] Hier war das Gesetz über die Opfer [Lev 1,1, Lev 7,38], die Gesetze [Lev 1126] und das Gesetz über die Gelübde [Lev 27,34ff] gegeben. @@ -6456,7 +6457,7 @@ Numer Num 4 1 52 20 Hebr.: Die übrigen Israeliten sollen sich nach ihren Heers Numer Num 4 1 53 Porro Levitæ per gyrum tabernaculi figent tentoria, ne fiat indignatio super multitudinem filiorum Israel, et excubabunt in custodiis tabernaculi testimonii. Die Leviten aber sollen sich rings um das Zelt lagern, damit nicht ein Zorngericht über die Gemeinde der Söhne Israels komme,²¹ und sie sollen der Hut bei dem Zelte des Zeugnisses warten. Numer Num 4 1 53 21 Wenn ein Israelit sein Zelt ohne Ehrfurcht allzu nahe aufschlagen würde. Numer Num 4 1 54 Fecerunt ergo filii Israel juxta omnia quæ præceperat Dominus Moysi. Die Söhne Israels taten also nach allem, was der Herr dem Moses geboten hatte. -Numer Num 4 2 0 Die übrigen Stämme außer Levi nehmen ihre Plätze im Lager so ein, dass je drei auf einer Seite sind, im Osten Juda mit Issachar und Zabulon (V. 9), im Süden Ruben mit Simeon und Gad (V. 16), im Westen Ephraim mit Manasse und Benjamin, im Norden Dan mit Aser und Nephthali. +Numer Num 4 2 0 Die übrigen Stämme außer Levi nehmen ihre Plätze im Lager so ein, dass je drei auf einer Seite sind, im Osten Juda mit Issachar und Zabulon (V. 9), im Süden Ruben mit Simeon und Gad (V. 16), im Westen Ephraim mit Manasse und Benjamin, im Norden Dan mit Aser und Nephthali. Numer Num 4 2 1 Locutusque est Dominus ad Moysen et Aaron, dicens: Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach:¹ Numer Num 4 2 1 1 V. 2 31 ist eine fortlaufende Rede Gottes. Die Vulgata verdunkelt durch ihre Perfekta den Sachverhalt. Numer Num 4 2 2 Singuli per turmas, signa, atque vexilla, et domos cognationum suarum castrametabuntur filii Israel, per gyrum tabernaculi fderis. Die Söhne Israels sollen sich, ein jeder bei seiner Schar, seinem Paniere und Feldzeichen, nach den Häusern ihrer Geschlechter lagern, rings um das Zelt des Bundes.² @@ -6502,7 +6503,7 @@ Numer Num 4 2 33 Levitæ autem non sunt numerati inter filios Israel: sic enim p Numer Num 4 2 34 Feceruntque filii Israel juxta omnia quæ mandaverat Dominus. Castrametati sunt per turmas suas, et profecti per familias ac domos patrum suorum. Und die Söhne Israels taten allem gemäß, was der Herr geboten hatte. Sie lagerten sich nach ihren Abteilungen¹⁰ und brachen auf nach Familien und Häusern ihrer Väter.¹¹ Numer Num 4 2 34 10 Hebr.: Panieren. Numer Num 4 2 34 11 Schlussformel wie [Num 1,54]. -Numer Num 4 3 0 B. Zählung der Söhne Levi und Anweisung der Ämter (3,1 4,49) a. Die Söhne Aarons und deren Verhältnis zu den übrigen Söhnen Levi. (V. 13) b. Zählung aller über einen Monat alten Leviten nach ihren Familien und Zuweisung des Standortes im Lager wie der Obhut gewisser Teile des Heiligtums. (V. 39) c. Zählung der Erstgeborenen der anderen Stämme, an deren Stelle die Leviten im Heiligtume traten. Lösegeld für die überzähligen Söhne der anderen Stämme. +Numer Num 4 3 0 B. Zählung der Söhne Levi und Anweisung der Ämter (3,1 4,49) a. Die Söhne Aarons und deren Verhältnis zu den übrigen Söhnen Levi. (V. 13) b. Zählung aller über einen Monat alten Leviten nach ihren Familien und Zuweisung des Standortes im Lager wie der Obhut gewisser Teile des Heiligtums. (V. 39) c. Zählung der Erstgeborenen der anderen Stämme, an deren Stelle die Leviten im Heiligtume traten. Lösegeld für die überzähligen Söhne der anderen Stämme. Numer Num 4 3 1 Hæ sunt generationes Aaron et Moysi in die qua locutus est Dominus ad Moysen in monte Sinai. Dies sind¹ die Nachkommen Aarons und Moses,² zur Zeit, da der Herr zu Moses auf dem Berge Sinai redete. Numer Num 4 3 1 1 Die Leviten werden zweimal gezählt: einmal auf immer für die Dienstleistung bei den Priestern (Kap. 3), dann vorübergehend behufs des Zuges durch die Wüste. [Num 4] Dem Dienst am Heiligtume werden sie vom vollendeten ersten Lebensmonat an zugerechnet, von der Zeit an, wo sie von ihren Müttern im Heiligtume dargestellt wurden; das Tragen der Lasten wird ihnen vom 30. Lebensjahre an zugewiesen. Die ersterwähnte Zählung findet [Num 26,37] eine Wiederholung. Zweierlei musste geschehen: Die Leviten mussten an die Stelle der Erstgeborenen treten und sodann für ihr Amt geweiht werden. Das letztere geschieht nach vollständiger Einrichtung des Lagers und wird [Num 8,5-22] berichtet. Numer Num 4 3 1 2 Die Nennung dieser beiden Namen weist auf die Notwendigkeit, den beiden Führern Helfer zur Seite zu stellen. Aaron steht an erster Stelle als ordentlicher Priester; Moses hatte dies Amt nur in außerordentlicher Weise, seine Söhne indes gehören den levitischen Priestern an. Über Moses Söhne [Ex 4,20] und [Ex 18,3ff] wird [1Chr 23,15] berichtet, dass sie den Kaathiten gleichstanden. Im Übrigen haben ihre Nachkommen nichts besonderes Ruhmvolles im Volke Gottes gewirkt. [Ri 18,30, 1Chr 26,24] Moses wird der ihm gebührenden Ehre halber Aaron zur Seite gestellt: Aaron war durch leibliche Zeugung, Moses durch die Gewalt der Weihe der Vater der Priester. @@ -6580,7 +6581,7 @@ Numer Num 4 3 50 Pro primogenitis filiorum Israel, mille trecentorum sexaginta q Numer Num 4 3 50 25 Überzähligen. Numer Num 4 3 51 Et dedit eam Aaron et filiis ejus juxta verbum quod præceperat sibi Dominus. und gab es Aaron und seinen Söhnen nach dem Befehle, den ihm der Herr gegeben hatte.²⁶ Numer Num 4 3 51 26 Die später geborenen Leviten waren alle Gottes Eigentum durch die Schenkung ihrer Väter an Gott, deshalb mussten alle weiterhin geborenen Erstgeborenen mit Geld ausgelöst werden. [Num 18,15ff] -Numer Num 4 4 0 d. Ämter, welche die einzelnen Familien der Leviten bei der Fortschaffung des Heiligtums und seiner Geräte einnehmen. (Kap. 4): Anteil der Kaathiten (V. 20), der Gersoniten und Merariten. (V. 33) Ausführung der Anordnungen. +Numer Num 4 4 0 d. Ämter, welche die einzelnen Familien der Leviten bei der Fortschaffung des Heiligtums und seiner Geräte einnehmen. (Kap. 4): Anteil der Kaathiten (V. 20), der Gersoniten und Merariten. (V. 33) Ausführung der Anordnungen. Numer Num 4 4 1 Locutusque est Dominus ad Moysen et Aaron, dicens: Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach:¹ Numer Num 4 4 1 1 Die Geschlechter werden nach der Würde ihres Dienstes aufgezählt: das Haupt der Kaathiter war Aaron. Numer Num 4 4 2 Tolle summam filiorum Caath de medio Levitarum per domos et familias suas, Nimm die Gesamtzahl der Söhne Kaaths aus der Mitte der Leviten nach ihren Häusern und Familien auf, @@ -6651,7 +6652,7 @@ Numer Num 4 4 46 Omnes qui recensiti sunt de Levitis, et quos recenseri fecit ad Numer Num 4 4 47 A triginta annis et supra, usque ad annum quinquagesimum, ingredientes ad ministerium tabernaculi, et onera portanda. von dreißig Jahren an und darüber bis zu fünfzig Jahren, alle welche hineingingen, den Dienst des Zeltes zu versehen und die Lasten zu tragen, Numer Num 4 4 48 Fuerunt simul octo millia quingenti octoginta. waren zusammen achttausend fünfhundert und achtzig. Numer Num 4 4 49 Juxta verbum Domini recensuit eos Moyses, unumquemque juxta officium et onera sua, sicut præceperat ei Dominus. Nach dem Befehle des Herrn zählte sie Moses, einen jeden nach seinem Amt und seiner Bürde, wie der Herr ihm geboten hatte. -Numer Num 4 5 0 C. Einige Anordnungen, die in gleicher Zeit gegeben wurden. (5,1 6,27) a. Anordnung über die Ausweisung der Unreinen aus dem Lager. (V. 4) b. Anordnung über das Wiedergutmachen von Versündigungen aus Unwissenheit. (V. 8) c. Bestimmung über die Erstlingsgaben. (V. 10) d. Weise, des Ehebruchs verdächtige Frauen zu überführen. +Numer Num 4 5 0 C. Einige Anordnungen, die in gleicher Zeit gegeben wurden. (5,1 6,27) a. Anordnung über die Ausweisung der Unreinen aus dem Lager. (V. 4) b. Anordnung über das Wiedergutmachen von Versündigungen aus Unwissenheit. (V. 8) c. Bestimmung über die Erstlingsgaben. (V. 10) d. Weise, des Ehebruchs verdächtige Frauen zu überführen. Numer Num 4 5 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Numer Num 4 5 2 Præcipe filiis Israel, ut ejiciant de castris omnem leprosum, et qui semine fluit, pollutusque est super mortuo: Befiehl den Söhnen Israels, dass sie alle mit Aussatz und Samenfluss Behafteten und alle, welche sich an einem Toten verunreinigt haben, aus dem Lager herausschaffen;¹ Numer Num 4 5 2 1 Über die Aussätzigen siehe [Lev 13,46]. Nur diese drei Klassen sind also aus dem Lager zu verweisen. @@ -6708,7 +6709,7 @@ Numer Num 4 5 31 Maritus absque culpa erit, et illa recipiet iniquitatem suam. s Numer Num 4 5 31 23 Auch wenn sein Verdacht unbegründet war. Numer Num 4 5 31 24 Wenn sie schuldig ist. Numer Num 4 5 31 25 Dieser Zusatz V. 31 scheint jünger zu sein als das allgemeine Gesetz. Die Frau kann nicht weiter über den Mann Klage führen, denn solche würde auf Gott zurückfallen. Der Mann hat, wenn er durch ungegründeten Verdacht sich verfehlt, dadurch gesühnt, dass er Gott die Sache vorgelegt und nicht weiter auf dieselbe zurückkommt, da jeder weitere Verdacht sich zugleich gegen Gottes Richteramt wenden würde. Es wird in der ganzen heiligen Schrift kein Beispiel angeführt, dass Gott jene Strafe verhängt. -Numer Num 4 6 0 e. Vorschriften über die Nazaräer. (V. 1 -21) Vorschriften über die Verpflichtungen der Nazaräer. (V. 13) Vorschriften über die Vollendung des Nazaräats. (V. 21) Anhang: Formel des priesterlichen Segens. +Numer Num 4 6 0 e. Vorschriften über die Nazaräer. (V. 1 -21) Vorschriften über die Verpflichtungen der Nazaräer. (V. 13) Vorschriften über die Vollendung des Nazaräats. (V. 21) Anhang: Formel des priesterlichen Segens. Numer Num 4 6 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Numer Num 4 6 2 Loquere ad filios Israel, et dices ad eos: Vir, sive mulier, cum fecerint votum ut sanctificentur, et se voluerint Domino consecrare: Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen: Ein Mann oder ein Weib, welche das Gelübde ablegen, sich zu weihen,¹ und sich dem Herrn aufopfern wollen, Numer Num 4 6 2 1 Hebr.: Wenn ein Mann oder ein Weib das Gelübde eines Nazaräers ablegen will. Nazaräer (Nasiräer) von der hebr. Wurzel ausscheiden, daher weihen. Wie [Ex 26] hat die Vulgata, indem sie diese Wurzel verschiedenartig übersetzte, die Sache etwas verdunkelt: weihen (sanctificare) V. 2, 12, 21 aufopfern (consecrare) V. 2, 4, 5, 6, 7, 9, 12, 13, 21 Ausscheiden 5, 8 Gelübde 4 Nazaräer 21. Ebenso übersetzt sie berauschendes Getränk (sicera) V. 3 mit: jeder andere Trank. Die Verpflichtungen der Nazaräer werden in V. 2 8 angegeben. In diesem Kapitel ist nur von einem zeitweiligen Nasiräat die Rede. Samuel, Samson, Johannes der Täufer waren lebenslängliche Nasiräer. Das in Kap. 6 gegebene Gesetz ist aus der Vereinigung zweier entstanden, wie die Schlussformel V. 13 zeigt, die V. 21 wiederholt wird. Moses spricht von dem Nasiräat als einer bekannten Sache, so dass das in V. 2 8 enthaltene Gesetz wohl älter ist als die Bestätigung desselben seitens Gottes durch Moses. Die verschiedenen Vorschriften weisen auf verschiedene vorgekommene Fälle hin; die Enthaltung vom Wein weist auf Noes Berauschung zurück. @@ -6769,7 +6770,7 @@ Numer Num 4 6 27 30 Hebr.: So. Numer Num 4 6 27 31 Mein sich offenbarendes Wesen. Drei Mal ist dieser Name in der Formel angerufen. Numer Num 4 6 27 32 Hebr.: legen: Ihnen die gnadenreiche Nähe des lebendigen Gottes verkünden. Numer Num 4 6 27 33 Von Gott selbst geht der Segen aus, nicht von denen, die in seinem Auftrage die Segensformel sprechen. -Numer Num 4 7 0 2. Gaben für das Heiligtum, welche im ersten Monat des zweiten Jahres der Wanderschaft dargebracht wurden, und andere in diese Zeit fallenden Ereignisse. (7,1 10,10) A. Gaben, die zur Fortschaffung des Bundeszeltes und zur Weihe des Altares dargebracht werden. (7,1 8,4) a. Die Fürsten der Stämme und die Familienhäupter bringen am Tage der Weihe des Bundeszeltes sechs Wagen mit den Gespannen dar. (V. 9) b. Ebenso bringen die Fürsten der Stämme auf Gottes Befehl große Geschenke zur Weihe des Altares dar. (V. 88), worüber Gott sein Wohlgefallen bezeugt. +Numer Num 4 7 0 2. Gaben für das Heiligtum, welche im ersten Monat des zweiten Jahres der Wanderschaft dargebracht wurden, und andere in diese Zeit fallenden Ereignisse. (7,1 10,10) A. Gaben, die zur Fortschaffung des Bundeszeltes und zur Weihe des Altares dargebracht werden. (7,1 8,4) a. Die Fürsten der Stämme und die Familienhäupter bringen am Tage der Weihe des Bundeszeltes sechs Wagen mit den Gespannen dar. (V. 9) b. Ebenso bringen die Fürsten der Stämme auf Gottes Befehl große Geschenke zur Weihe des Altares dar. (V. 88), worüber Gott sein Wohlgefallen bezeugt. Numer Num 4 7 1 Factum est autem in die qua complevit Moyses tabernaculum, et erexit illud: unxitque et sanctificavit cum omnibus vasis suis, altare similiter et omnia vasa ejus. Es geschah aber an dem Tage,¹ an dem Moses das Zelt vollendet und aufgerichtet, dazu auch mit all seinen Gerätschaften, ebenso wie den Altar mit allen seinen Geräten, gesalbt und geheiligt hatte, [Ex 40,10] Numer Num 4 7 1 1 Der Ausdruck bedeutet nur allgemein: zu der Zeit. Auch V. 84 wird er für die zwölf Tage dauernde Darbringung angewendet. Die Zeitbestimmung besagt also nur, dass diese Darbringung noch vor dem Aufbruche vom Sinai stattfand. V. 7 9 scheint die [Num 4] gegebene Anordnung vorauszusetzen, vielleicht auch sind die übrigen Kap. 1 3 vom ersten Tage des zweiten Monats des zweiten Jahres an verkündeten Bestimmungen auch schon gegeben gewesen. Der genaue Tag der Aufrichtung, d. i. der Einweihung des Heiligtums war nach [Ex 40,1.17] der erste Tag des ersten Monats des zweiten Jahres. Indes war die Weihe durch die Trauer bereits am ersten Tage unterbrochen und wurde erst nach der Trauerzeit wieder aufgenommen. Numer Num 4 7 2 Obtulerunt principes Israel et capita familiarum, qui erant per singulas tribus, præfectique eorum, qui numerati fuerant, brachten die Fürsten Israels² und die Familienoberhäupter der einzelnen Stämme, und die Vorsteher der Gezählten,³ @@ -6872,7 +6873,7 @@ Numer Num 4 7 87 12 Hebr.: Speiseopfer. Trankopfer sind hier nicht erwähnt. An Numer Num 4 7 88 In hostias pacificorum boves viginti quatuor, arietes sexaginta, hirci sexaginta, agni anniculi sexaginta. Hæc oblata sunt in dedicatione altaris, quando unctum est. Rinder zum Friedopfer waren vierundzwanzig, Widder sechzig, Ziegenböcke sechzig, einjährige Lämmer sechzig. Dies waren die Gaben, welche zur Einweihung des Altares dargebracht wurden, nachdem derselbe gesalbt war. Numer Num 4 7 89 Cumque ingrederetur Moyses tabernaculum fderis, ut consuleret oraculum, audiebat vocem loquentis ad se de propitiatorio quod erat super arcam testimonii inter duos Cherubim, unde et loquebatur ei. Und wenn Moses in das Zelt des Bundes trat, um den Herrn zu befragen, so hörte er die Stimme dessen, der zu ihm vom Gnadenthrone redete, der auf der Lade des Zeugnisses zwischen den beiden Cherubim war, von dort redete er¹³ mit ihm. Numer Num 4 7 89 13 Gott -Numer Num 4 8 0 c. Gott bestimmt den Ort, an welchem der goldene Leuchter aufgestellt werden soll, genauer. (V. 4) B. Andere (wohl um dieselbe Zeit getroffene) Bestimmungen. (8,5 10,10) a. Vorschriften über die Weihe der Leviten (V. 19) und Einsetzung der Leviten in ihre Ämter. (V. 22) Bestimmung des Alters für Antritt und Niederlegung des Amtes. +Numer Num 4 8 0 c. Gott bestimmt den Ort, an welchem der goldene Leuchter aufgestellt werden soll, genauer. (V. 4) B. Andere (wohl um dieselbe Zeit getroffene) Bestimmungen. (8,5 10,10) a. Vorschriften über die Weihe der Leviten (V. 19) und Einsetzung der Leviten in ihre Ämter. (V. 22) Bestimmung des Alters für Antritt und Niederlegung des Amtes. Numer Num 4 8 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Numer Num 4 8 2 Loquere Aaron, et dices ad eum: Cum posueris septem lucernas, candelabrum in australi parte erigatur. Hoc igitur præcipe ut lucernæ contra boream e regione respiciant ad mensam panum propositionis, contra eam partem, quam candelabrum respicit, lucere debebunt. Rede zu Aaron und sage ihm:¹ Wenn du die sieben Lampen aufsetzest, so² soll der Leuchter auf der Südseite aufgestellt werden. Darum befiehl, dass die Lampen nach Norden gerichtet seien, gegen den Tisch der Schaubrote; auf die Seite, welche dem Leuchter gegenüber ist, sollen sie ihr Licht werfen. Numer Num 4 8 2 1 Die Anfertigung des heiligen Leuchters ist befohlen [Ex 25,31-40], erzählt [Ex 37,17-24]. Eine kurze Anordnung Gottes über das von den Kindern Israel zu liefernde Öl wie über die Zeit, wann die Lampen von Aaron aufgesetzt werden sollen. [Lev 24,1-4] Das laut V. 1 4 durch Moses an Aaron zu übermittelnde Gebot über die Art der Aussetzung der Lampen hängt mit [Dtn 1] nur lose zusammen. @@ -6916,7 +6917,7 @@ Numer Num 4 8 24 16 Um Dienst zu tun. Für die härteren Arbeiten der Fortschaf Numer Num 4 8 25 Cumque quinquagesimum annum ætatis impleverint, servire cessabunt: Und wenn sie das fünfzigste Jahr ihres Alters vollendet haben, sollen sie aufhören Dienst zu tun Numer Num 4 8 26 Eruntque ministri fratrum suorum in tabernaculo fderis, ut custodiant quæ sibi fuerint commendata, opera autem ipsa non faciant. Sic dispones Levitis in custodiis suis. und sollen Diener ihrer Brüder im Zelte des Bundes sein,¹⁷ um Acht zu haben auf das, was ihnen befohlen wird, Dienst aber selbst sollen sie nicht verrichten. So sollst du über die Leviten verfügen und ihren Dienst bestimmen. Numer Num 4 8 26 17 Hilfe leistend, wohl besonders in den ehrenvollen Verrichtungen. -Numer Num 4 9 0 b. Erklärung Gottes, wann diejenigen, welche Ostern nicht zur rechten Zeit feiern konnten, es zu begehen haben. (V. 14) c. Die Wolken- und Feuersäule gibt das Zeichen zum Abbruch oder zum Aufschlagen des Lagers. +Numer Num 4 9 0 b. Erklärung Gottes, wann diejenigen, welche Ostern nicht zur rechten Zeit feiern konnten, es zu begehen haben. (V. 14) c. Die Wolken- und Feuersäule gibt das Zeichen zum Abbruch oder zum Aufschlagen des Lagers. Numer Num 4 9 1 Locutus est Dominus ad Moysen in deserto Sinai anno secundo, postquam egressi sunt de terra gypti, mense primo dicens: Der Herr redete zu Moses in der Wüste Sinai, im zweiten Jahre, nachdem sie aus dem Lande Ägypten ausgezogen waren, im ersten Monat,¹ und sprach: Numer Num 4 9 1 1 Der 14. Tag des zweiten Monats liegt hinter dem ersten Tage [Dtn 1,1] und vor dem 20. [Dtn 10,11]. Numer Num 4 9 2 Faciant filii Israel Phase in tempore suo, Die Söhne Israels sollen das Phase zu seiner Zeit feiern, [Ex 12,3] @@ -6951,7 +6952,7 @@ Numer Num 4 9 20 11 Hebr.: Es kam aber auch vor, dass die Wolke nur wenige Tage Numer Num 4 9 21 Si fuisset nubes a vespere usque mane, et statim diluculo tabernaculum reliquisset, proficiscebantur: et, si post diem et noctem recessisset, dissipabant tentoria. Wenn die Wolke vom Abende bis zum Morgen blieb, aber sogleich bei Tagesanbruch das Zelt verließ, so brachen sie alsdann auf; und wenn sie erst nach einem Tage und einer Nacht wich, so brachen sie dann ihre Zelte ab. Numer Num 4 9 22 Si vero biduo aut uno mense vel longiori tempore fuisset super tabernaculum, manebant filii Israel in eodem loco, et non proficiscebantur: statim autem ut recessisset, movebant castra. Wenn sie aber zwei Tage, oder einen Monat, oder noch längere Zeit über dem Zelte blieb, so weilten die Söhne Israels an demselben Orte und setzten den Zug nicht fort; aber sobald sie sich erhoben hatte, brachen sie auf. Numer Num 4 9 23 Per verbum Domini figebant tentoria, et per verbum illius proficiscebantur: erantque in excubiis Domini juxta imperium ejus per manum Moysi. Nach dem Worte des Herrn schlugen sie ihre Zelte auf und nach seinem Worte zogen sie weiter, und sie waren im Dienste des Herrn nach seinem Befehle, den er durch Moses gegeben. -Numer Num 4 10 0 d. Angabe der Trompetenzeichen zum Aufbruch des ganzen Volkes und zur Ordnung des Zuges. (V. 10) 3. Ereignisse auf der Wanderung bis zur Verwerfung des aus Ägypten ausgezogenen rebellischen Geschlechtes. (10,11 14,45) A. Fortwährendes Murren des Volkes auf dem Wege vom Berge Sinai bis zur Wüste Pharan (Sin), nahe an der Südgrenze Palästinas (10,11 12,15): Die Israeliten ziehen in der von Gott bestimmten Ordnung vom Berge Sinai ab (V. 28), unter Führung Moses, der seinen Schwager Hobab mit sich führt, (V. 32) kommen sie, während die Wolkensäule ihnen vorangeht, nach drei Tagen zur Wüste Pharan. +Numer Num 4 10 0 d. Angabe der Trompetenzeichen zum Aufbruch des ganzen Volkes und zur Ordnung des Zuges. (V. 10) 3. Ereignisse auf der Wanderung bis zur Verwerfung des aus Ägypten ausgezogenen rebellischen Geschlechtes. (10,11 14,45) A. Fortwährendes Murren des Volkes auf dem Wege vom Berge Sinai bis zur Wüste Pharan (Sin), nahe an der Südgrenze Palästinas (10,11 12,15): Die Israeliten ziehen in der von Gott bestimmten Ordnung vom Berge Sinai ab (V. 28), unter Führung Moses, der seinen Schwager Hobab mit sich führt, (V. 32) kommen sie, während die Wolkensäule ihnen vorangeht, nach drei Tagen zur Wüste Pharan. Numer Num 4 10 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Numer Num 4 10 2 Fac tibi duas tubas argenteas ductiles, quibus convocare possis multitudinem quando movenda sunt castra. Mache dir zwei silberne Trompeten¹ in getriebener Arbeit, damit du die Gemeinde mit denselben zusammenrufen kannst, wenn² das Lager abgebrochen werden soll. Numer Num 4 10 2 1 Auf dieser Reise traten die Trompeten besonders in Wirksamkeit. Nach Flav. Joseph waren sie fast eine Elle lang und hatten eine gerade dünne, enge Röhre, aber eine breite Schallmündung. Dies entspricht der Darstellung auf dem Triumphbogen des Titus. @@ -7009,7 +7010,7 @@ Numer Num 4 10 35 Cumque elevaretur arca, dicebat Moyses: Surge Domine, et dissi Numer Num 4 10 35 20 Wohl Anfang eines von Moses gedichteten Psalmes. Numer Num 4 10 36 Cum autem deponeretur, ajebat: Revertere Domine ad multitudinem exercitus Israel. Wurde sie aber niedergestellt, so sagte er: Kehre wieder,²¹ o Herr, zu der Menge des Heerlagers Israels! Numer Num 4 10 36 21 Wohl hebräischer Schreibfehler für: Ruhe. -Numer Num 4 11 0 Auf dem Marsche zur Wüste Pharan a. muss Gott die über ihre Mühseligkeiten Klagenden erzürnt strafen, indem er den äußersten Teil des Lagers verbrennen lässt. (V. 3) b. Da die Israeliten aus Widerwillen gegen das Manna Fleisch fordern (V. 9), verheißt Gott dem Moses, der sich unfähig erklärt, das ganze Volk zu leiten (V. 15), er werde ihm helfen und auch dem Volke Fleisch geben. (V. 23) Gott teilt 70 Ältesten prophetischen Geist mit (V. 30) und sendet Wachteln, das Volk gleichzeitig schwer strafend. +Numer Num 4 11 0 Auf dem Marsche zur Wüste Pharan a. muss Gott die über ihre Mühseligkeiten Klagenden erzürnt strafen, indem er den äußersten Teil des Lagers verbrennen lässt. (V. 3) b. Da die Israeliten aus Widerwillen gegen das Manna Fleisch fordern (V. 9), verheißt Gott dem Moses, der sich unfähig erklärt, das ganze Volk zu leiten (V. 15), er werde ihm helfen und auch dem Volke Fleisch geben. (V. 23) Gott teilt 70 Ältesten prophetischen Geist mit (V. 30) und sendet Wachteln, das Volk gleichzeitig schwer strafend. Numer Num 4 11 1 Interea ortum est murmur populi, quasi dolentium pro labore, contra Dominum. Quod cum audisset Dominus, iratus est. Et accensus in eos ignis Domini devoravit extremam castrorum partem. Inzwischen erhob sich ein Murren des Volkes wider den Herrn,¹ das sich über seine Beschwerden beklagte. Als dies der Herr hörte,² ward er erzürnt; und das Feuer des Herrn ging wider sie aus³ und verzehrte den äußersten Teil des Lagers. [Ps 77,19.21, 1Kor 10,10] Numer Num 4 11 1 1 Richtiger: Vor den Ohren des Herrn. Numer Num 4 11 1 2 Das Hören Gottes ist nie ein folgenloses. Ihm folgt hier die Strafe des Murrens, wie [Dtn 12,2, Dtn 14,27], ein anderes Mal Errettung der Notleidenden [Gen 21,17, Ex 2,24], oder Erhörung der Betenden [Gen 30,17.22] u. a. @@ -7082,7 +7083,7 @@ Numer Num 4 11 33 Adhuc carnes erant in dentibus eorum, nec defecerat hujuscemod Numer Num 4 11 33 37 Der V. 20 erwähnte Monat war also noch nicht um. Numer Num 4 11 34 Vocatusque est ille locus, Sepulcra concupiscentiæ: ibi enim sepelierunt populum qui desideraverat. Egressi autem de Sepulcris concupiscentiæ, venerunt in Haseroth, et manserunt ibi. Und man nannte diesen Ort Gräber der Lüsternheit;³⁸ denn allda begruben sie das Volk, welches lüstern gewesen war. Von den Gräbern der Lüsternheit brachen sie auf, und kamen nach Haseroth, und blieben daselbst. Numer Num 4 11 34 38 Kibroth ha thaawa. -Numer Num 4 12 0 c. Selbst Aaron und Maria, welche sich gegen ihren Bruder durch Neid und Murren versündigen, ziehen Gottes Zorn und Strafe auf sich. (Kap. 12) +Numer Num 4 12 0 c. Selbst Aaron und Maria, welche sich gegen ihren Bruder durch Neid und Murren versündigen, ziehen Gottes Zorn und Strafe auf sich. (Kap. 12) Numer Num 4 12 1 Locutaque est Maria et Aaron contra Moysen propter uxorem ejus thiopissam, Und Maria und Aaron redeten gegen Moses,¹ seines äthiopischen Weibes wegen,² Numer Num 4 12 1 1 Der äußere Anlass wird nicht erwähnt. Die innere Ursache ist, dass Maria, die Prophetin [Ex 15,20] und Aaron, der Hohepriester, sich bewusst waren, gleichfalls den Geist Gottes empfangen zu haben, und als die älteren Geschwister Moses [Ex 2,2, Ex 6,20] durch sein Ansehen nicht das ihre dauernd in den Schatten gestellt sehen wollten. Maria ist hier die Hauptperson wie sich aus ihrer Voranstellung hier und aus der Strafe ergibt, die sie allein trifft. Numer Num 4 12 1 2 Nicht eine Schwarze. Die Kuschiten Asiens hatten dieselbe Hautfarbe wie die Ägypter. Es ist die Rede von Sephora. Die Madianiter waren ein Mischvolk aus Nachkommen Abrahams und Kuschiten. Die Hebräer, welche nur die leibliche Abstammung von Abraham schätzten, nahmen an der teilweisen Herkunft jener Anstoß. Dass Sephora Jahve von Herzen verehrte, tat den fleischlich Gesinnten nichts: Moses hatte keine Israelitin genommen, dies reichte ihnen hin. Warum hatte er sie nicht verstoßen, als sie ihn verließ? Doch Moses ist ein wahrer Israelit. Deshalb hatte er Fremde willig in die Gottesgemeinde aufgenommen [Ex 12,48]; er begnügt sich mit einer Gattin und will nicht, indem er etwa eine Hebräerin nimmt, dieser Anlass geben, sich über die anderen Stämme zu erheben. Freilich hatte er Sephora, ohne den Herrn zu befragen, nach Ägypten mitgenommen [Ex 4,20] und Hobab, ohne den Herrn zu befragen, mit den Madianitern in das Volk aufgenommen, für diese Anhänglichkeit an seine Verwandten muss er an seinem Weibe büßen. @@ -7111,7 +7112,7 @@ Numer Num 4 12 14 Cui respondit Dominus: Si pater ejus spuisset in faciem illius Numer Num 4 12 14 12 Und seinen Anblick meiden? So soll sie, da sie mich und meinen Diener Moses beleidigt, sieben Tage außerhalb des Lagers bleiben. Numer Num 4 12 14 13 Gott erhört das Gebet Moses, um zu zeigen, wie viel seine Fürbitte vermag und dass der Herr Maria als Vater, nicht als Richter gestraft hat. Vergl. die siebentägige Frist [Lev 14,8]. Numer Num 4 12 15 Exclusa est itaque Maria extra castra septem diebus: et populus non est motus de loco illo, donec revocata est Maria. Maria ward also sieben Tage vom Lager ausgeschlossen; und das Volk zog von diesem Orte nicht fort, bis Maria zurückgerufen war. -Numer Num 4 13 0 2. Durch die nach Palästina gesandten Männer verführt, wollen die Israeliten nicht in das Land einziehen und werden von Gott verworfen. (13,1 14,15) a. Auf Gottes Befehl sendet Moses, nachdem das Lager in der Wüste Pharan aufgeschlagen, zwölf Männer ab, das verheißene Land zu erforschen. (V. 21) b. Diese loben nach ihrer Rückkehr zwar die Fruchtbarkeit des Landes, aber versetzen die Israeliten durch übertriebene Schilderung der Stärke und Zahl der Einwohner in Schrecken. +Numer Num 4 13 0 2. Durch die nach Palästina gesandten Männer verführt, wollen die Israeliten nicht in das Land einziehen und werden von Gott verworfen. (13,1 14,15) a. Auf Gottes Befehl sendet Moses, nachdem das Lager in der Wüste Pharan aufgeschlagen, zwölf Männer ab, das verheißene Land zu erforschen. (V. 21) b. Diese loben nach ihrer Rückkehr zwar die Fruchtbarkeit des Landes, aber versetzen die Israeliten durch übertriebene Schilderung der Stärke und Zahl der Einwohner in Schrecken. Numer Num 4 13 1 Profectusque est populus de Haseroth fixis tentoriis in deserto Pharan. Darnach brach das Volk auf von Haseroth und lagerte sich in der Wüste Pharan.¹ Numer Num 4 13 1 1 Vergl. [Dtn 1,19-23]. Numer Num 4 13 2 Ibique locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Daselbst² redete der Herr zu Moses und sprach: @@ -7171,7 +7172,7 @@ Numer Num 4 13 34 Ibi vidimus monstra quædam filiorum Enac de genere giganteo: Numer Num 4 13 34 23 Dies erklären sie sofort. Numer Num 4 13 34 24 [Gen 6,4] Numer Num 4 13 34 25 Das Hebräische fügt bei: und ebenso kamen wir ihnen auch vor. -Numer Num 4 14 0 Das Volk will nach Ägypten zurückkehren, Josues und Kalebs Worten, welche den anderen Kundschaftern widersprechen, keinen Glauben schenkend. (V. 10) c. Gott beschließt, darüber erzürnt, trotz der Fürbitte Moses (V. 25), dass alle 20 Jahre und darüber alten Israeliten, Josue und Kaleb ausgenommen, in der Wüste sterben sollen. (V. 38) d. Da das Volk dies hört, erklärt es sich bereit, das Land anzugreifen, wird aber, als es dies gegen Gottes Willen unternimmt, von den Amalekitern geschlagen. +Numer Num 4 14 0 Das Volk will nach Ägypten zurückkehren, Josues und Kalebs Worten, welche den anderen Kundschaftern widersprechen, keinen Glauben schenkend. (V. 10) c. Gott beschließt, darüber erzürnt, trotz der Fürbitte Moses (V. 25), dass alle 20 Jahre und darüber alten Israeliten, Josue und Kaleb ausgenommen, in der Wüste sterben sollen. (V. 38) d. Da das Volk dies hört, erklärt es sich bereit, das Land anzugreifen, wird aber, als es dies gegen Gottes Willen unternimmt, von den Amalekitern geschlagen. Numer Num 4 14 1 Igitur vociferans omnis turba flevit nocte illa. Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte in jener Nacht. Numer Num 4 14 2 Et murmurati sunt contra Moysen et Aaron cuncti filii Israel, dicentes: Und alle Söhne Israels murrten wider Moses und Aaron und sprachen. Numer Num 4 14 3 Utinam mortui essemus in gypto: et in hac vasta solitudine utinam pereamus, et non inducat nos Dominus in terram istam, ne cadamus gladio, et uxores ac liberi nostri ducantur captivi. Nonne melius est reverti in gyptum? O wären wir doch in Ägypten gestorben, und kämen wir in dieser weiten Wüste um, und führte uns der Herr nicht in dies Land,¹ damit wir nicht durch das Schwert fallen und unsere Frauen und Kinder gefangen weggeführt werden! Ist es nicht besser, nach Ägypten zurückzukehren? @@ -7248,7 +7249,7 @@ Numer Num 4 14 44 29 Vergl. [Dtn 1,41.43]. Es war der Gebirgszug des Landes Jud Numer Num 4 14 45 Descenditque Amalecites et Chananæus, qui habitabat in monte: et percutiens eos atque concidens, persecutus est eos usque Horma. Da kamen die Amalekiter und Chananiter, die auf dem Gebirge wohnten,³⁰ herab, und schlugen sie, und hieben sie nieder, und verfolgten sie bis Horma.³¹ Numer Num 4 14 45 30 Es sind nicht dieselben, die V. 25 oder [Num 13,30] erwähnt werden. Die Amalekiter hatten die Chananiter zu Hilfe gerufen. Numer Num 4 14 45 31 Horma so ward die Stadt erst später genannt [Num 21,3]; zuvor hieß sie Sephaath [Ri 1,17] lag etwa 5 Meilen nordöstlich von Kades, dem Ausgangsorte der Kundschafter, also auch dem Ausgangspunkte des versuchten Vordringens der Israeliten. Bei Kades war Moses und das Bundeszelt. -Numer Num 4 15 0 II. Wanderung des verworfenen Geschlechtes vom Orte der Empörung bis Kades. (Kap. 15,1 Kap. 20,13) 1. Verschiedene Gesetze, die nach der Empörung neu gegeben oder von neuem eingeprägt werden. A. Den künftigen Besitz Palästinas in's Auge fassend, bestimmt Gott, dass den blutigen Opfern zugleich ein Opfer von feinem Mehle und Wein beigegeben werde (V. 15) und dass die Erstlinge des Ackers dargebracht werden. (V. 21) B. Gott bestimmt die Opfer, durch welche eine aus Unachtsamkeit begangene Sünde gegen eine der bisher gegebenen Vorschriften zu büßen ist, und bedroht den mit der Todesstrafe, der mit Verachtung des Herrn sündigt. (V. 31) Ein Mensch, der den Sabbat verletzt, wird auf Gottes Befehl gesteinigt. (V. 36) C. Vorschrift, Quasten an den Ecken der Oberkleider zu tragen, welche an die Gebote erinnern sollen. +Numer Num 4 15 0 II. Wanderung des verworfenen Geschlechtes vom Orte der Empörung bis Kades. (Kap. 15,1 Kap. 20,13) 1. Verschiedene Gesetze, die nach der Empörung neu gegeben oder von neuem eingeprägt werden. A. Den künftigen Besitz Palästinas in's Auge fassend, bestimmt Gott, dass den blutigen Opfern zugleich ein Opfer von feinem Mehle und Wein beigegeben werde (V. 15) und dass die Erstlinge des Ackers dargebracht werden. (V. 21) B. Gott bestimmt die Opfer, durch welche eine aus Unachtsamkeit begangene Sünde gegen eine der bisher gegebenen Vorschriften zu büßen ist, und bedroht den mit der Todesstrafe, der mit Verachtung des Herrn sündigt. (V. 31) Ein Mensch, der den Sabbat verletzt, wird auf Gottes Befehl gesteinigt. (V. 36) C. Vorschrift, Quasten an den Ecken der Oberkleider zu tragen, welche an die Gebote erinnern sollen. Numer Num 4 15 1 Locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Numer Num 4 15 2 Loquere ad filios Israel, et dices ad eos: Cum ingressi fueritis terram habitationis vestræ, quam ego dabo vobis, Rede zu den Söhnen Israels und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das euer Wohnsitz sein soll, welches ich euch geben werde, Numer Num 4 15 3 Et feceritis oblationem Domino in holocaustum, aut victimam, vota solventes, vel sponte offerentes munera, aut in solemnitatibus vestris adolentes odorem suavitatis Domino, de bobus sive de ovibus: und ihr dem Herrn ein Opfer bringt, es sei ein Brandopfer, oder ein Schlachtopfer,¹ um ein Gelübde zu erfüllen, oder als freiwillige Gabe, oder bei euren Festen, um dem Herrn einen lieblichen Geruch zu bereiten, von Rindern oder Schafen, @@ -7307,7 +7308,7 @@ Numer Num 4 15 38 17 Die himmelblaue Farbe wurde besonders für die heiligen Ge Numer Num 4 15 39 Quas cum viderint, recordentur omnium mandatorum Domini, nec sequantur cogitationes suas et oculos per res varias fornicantes, Wenn sie diese ansehen, sollen sie sich aller Gebote des Herrn erinnern und nicht ihren Gedanken und Augen folgen, allerlei Dingen nachbuhlend, Numer Num 4 15 40 Sed magis memores præceptorum Domini faciant ea, sintque sancti Deo suo. sondern vielmehr der Gebote des Herrn eingedenk, sie tun und ihrem Gott heilig sein. Numer Num 4 15 41 Ego Dominus Deus vester, qui eduxi vos de terra gypti, ut essem Deus vester. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten geführt hat, dass ich euer Gott sei. -Numer Num 4 16 0 2. Aarons Priestertum wird von Kore, Dathan und Abiron angegriffen, aber von Gott verteidigt. (16,1 17,13) A. Empörung und Bestrafung Kores und seiner Anhänger. (V. 1 40) a. Der Levit Kore erhebt sich mit Dathan und Abiron aus dem Stamme Juda und anderen 250 vornehmen gegen Moses und Aaron, diesen Herrschaft und Priesterwürde streitig zu machen. (V. 17) b. Durch Gottes gerechtes Urteil verdammt, werden sie lebendig von der Erde verschlungen. (V. 35) c. Zur Erinnerung an diese Strafe werden ihre Rauchfässer zu Tafeln geschlagen und am Altare befestigt. B. Aarons Priestertum wird auch durch die Bestrafung des Volkes und durch ein Wunder von Gott in Schutz genommen. (16,41 17,13) a. Das wegen des Unterganges Kores und seiner Genossen murrende Volk wird von Gott mit harter Strafe heimgesucht, welche erst auf Moses und Aarons Fürbitte weicht. +Numer Num 4 16 0 2. Aarons Priestertum wird von Kore, Dathan und Abiron angegriffen, aber von Gott verteidigt. (16,1 17,13) A. Empörung und Bestrafung Kores und seiner Anhänger. (V. 1 40) a. Der Levit Kore erhebt sich mit Dathan und Abiron aus dem Stamme Juda und anderen 250 vornehmen gegen Moses und Aaron, diesen Herrschaft und Priesterwürde streitig zu machen. (V. 17) b. Durch Gottes gerechtes Urteil verdammt, werden sie lebendig von der Erde verschlungen. (V. 35) c. Zur Erinnerung an diese Strafe werden ihre Rauchfässer zu Tafeln geschlagen und am Altare befestigt. B. Aarons Priestertum wird auch durch die Bestrafung des Volkes und durch ein Wunder von Gott in Schutz genommen. (16,41 17,13) a. Das wegen des Unterganges Kores und seiner Genossen murrende Volk wird von Gott mit harter Strafe heimgesucht, welche erst auf Moses und Aarons Fürbitte weicht. Numer Num 4 16 1 Ecce autem Core filius Isaar, filii Caath, filii Levi, et Dathan atque Abiron filii Eliab, Hon quoque filius Pheleth de filiis Ruben, Aber siehe,¹ Kore, der Sohn Isaars, des Sohnes Kaaths, des Sohnes Levis, und Dathan und Abiron, die Söhne Eliabs, und Hon, der Sohn Pheleths, von den Söhnen Rubens,² Numer Num 4 16 1 1 Moses hatte wohl das [Num 14,25] berichtete Gebot sofort auszuführen begonnen. So wurden die Israeliten von der Schwelle des verheißenen Landes, dessen herrliche Erzeugnisse sie geschaut, in die Wüste zurückversetzt. Nach fast achtzehnmonatlicher Wanderung blieben ihnen nun noch 38 Jahre härteren Umherwanderns, ja den meisten selbst der Tod. Dieses Schicksal schrieben sie Moses Schuld zu, obwohl er die Strafe doch nur verkündet (Vergl. [Num 16,13ff, Num 17,12ff]), weil er ihrer Meinung nach dieselbe durch seine Fürbitte hätte abwenden können. So nährten sie weiter die eitle Hoffnung, wie [Num 14,4], unter einem andern Führer, einem andern Propheten es zu erreichen, dass ihnen alles glücklich von Statten gehe. Gleiche Erbitterung wie gegen Moses erfüllt sie gegen Aaron, der an allem [Num 13] Erzählten Teil genommen. So bricht zunächst der Aufstand der Rotte Kore aus, dann zwei Tage später [Num 16,14ff] ein anderer, endlich der allgemeine bei dem Haderwasser. Numer Num 4 16 1 2 Kore zürnte wohl, weil Moses und Aaron sich alle Vorrechte zugeeignet und den Stamm Levi gleichsam Aaron und seinen Söhnen zu Dienern gegeben. Dathan und Abiron waren aus dem Stamme Ruben. Ob sie als Nachkommen des erstgeborenen Sohnes eine herrschende Stellung beanspruchten? Juda war ihnen vorgezogen und der Stamm Josephs hatte einen doppelten Anteil, wie er dem Erstgeborenen zukam, erhalten. Der Text muss vermutlich heißen: Die Söhne Eliabs, des Sohnes Phallu, des Sohnes Rubens. @@ -7400,7 +7401,7 @@ Numer Num 4 16 48 Et stans inter mortuos ac viventes, pro populo deprecatus est, Numer Num 4 16 48 42 Schaffte Sühnung. Numer Num 4 16 49 Fuerunt autem qui percussi sunt, quatuordecim millia hominum, et septingenti, absque his qui perierant in seditione Core. Die Zahl derer aber, welche getötet wurden, war vierzehntausend siebenhundert, ungerechnet die, welche im Aufruhr Kores umgekommen waren. Numer Num 4 16 50 Reversusque est Aaron ad Moysen ad ostium tabernaculi fderis postquam quievit interitus. Und Aaron kehrte zu Moses zum Eingange des Zeltes des Bundes zurück, nachdem dem Sterben Einhalt getan war. -Numer Num 4 17 0 b. Durch das Wunder am Stabe Aarons, der allein unter den Stäben aller Fürsten sprosst und Frucht trägt, bezeugt Gott, dass er ihm allein das Priestertum übertragen hat. +Numer Num 4 17 0 b. Durch das Wunder am Stabe Aarons, der allein unter den Stäben aller Fürsten sprosst und Frucht trägt, bezeugt Gott, dass er ihm allein das Priestertum übertragen hat. Numer Num 4 17 1 Et locutus est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Numer Num 4 17 2 Loquere ad filios Israel, et accipe ab eis virgas singulas per cognationes suas, a cunctis principibus tribuum, virgas duodecim, et uniuscujusque nomen superscribes virgæ suæ. Rede zu den Söhnen Israels, und lass dir von ihnen je einen Stab von jedem Geschlechte geben, von allen Fürsten der Stämme, also zwölf Stäbe, und schreibe den Namen eines jeden¹ auf seinen Stab. Numer Num 4 17 2 1 Fürsten. @@ -7421,7 +7422,7 @@ Numer Num 4 17 12 5 Nicht tatsächlich, sondern: Wir haben dies verdient. Numer Num 4 17 13 Quicumque accedit ad tabernaculum Domini, moritur: num usque ad internecionem cuncti delendi sumus? Wer irgend zum Zelte des Herrn herantritt,⁶ ist des Todes; sollen wir denn vollends alle vertilgt werden?⁷ Numer Num 4 17 13 6 Ohne berechtigt zu sein. Wir haben dies getan. [Num 16,43] Numer Num 4 17 13 7 Dies ist eine Bitte an Moses, für sie zum Herrn zu flehen. Es sind solche, welchen [Num 14,29] der Tod in der Wüste vorausgesagt ist. Sie sehen diese Vorhersagung schon zum Teile erfüllt in den Strafen [Num 16]. Moses kann ihnen keinen Trost gegen Gottes Voraussagung bieten und so bleibt in ihnen der Same der Zwietracht und Auflehnung. -Numer Num 4 18 0 3. Andere in dieselbe Zeit fallende Gesetzesvorschriften. 18,1 19,22) A. Die wechselseitigen Pflichten der Priester und Leviten. (V. 7) Die Einkünfte beider: Die Erstlinge sollen den Priestern (V. 20), die Zehnten den Leviten gehören, diesen indes so, dass sie den Zehnten vom Zehnten an die Priester abgeben. +Numer Num 4 18 0 3. Andere in dieselbe Zeit fallende Gesetzesvorschriften. 18,1 19,22) A. Die wechselseitigen Pflichten der Priester und Leviten. (V. 7) Die Einkünfte beider: Die Erstlinge sollen den Priestern (V. 20), die Zehnten den Leviten gehören, diesen indes so, dass sie den Zehnten vom Zehnten an die Priester abgeben. Numer Num 4 18 1 Dixitque Dominus ad Aaron: Tu, et filii tui, et domus patris tui tecum portabitis iniquitatem Sanctuarii: et tu et filii tui simul sustinebitis peccata sacerdotii vestri. Und der Herr sprach zu Aaron:¹ Du und deine Söhne, und das Haus deines Vaters² mit dir, sollt die Vergehungen gegen das Heiligtum tragen; und du und deine Söhne zugleich sollt die Sünden gegen euer Priestertum tragen. Numer Num 4 18 1 1 Dass Gott sich unmittelbar an Aaron allein gewendet, wird außer V. 1, V. 8, V. 20 nur noch [Lev 10,8] gesagt; häufiger werden Gebote an Moses und Aaron gerichtet. Numer Num 4 18 1 2 Im weitesten Sinne: Dein Stamm, der Stamm Levi. Wofür insbesondere Priester verantwortlich sind, besagt der zweite Teil des Verses. Wenn das Volk durch eure Schuld bei seinen Opfern im heiligen Zelte etwas versteht, sollt ihr Priester und Leviten dafür haften; darum sollen sich die Söhne Israels nicht fürchten, getötet zu werden. (Siehe oben [Num 8,19, Num 17,12.13].) Was durch die Schuld der Priester die Leviten verfehlen, sollen die Priester verantworten. @@ -7486,7 +7487,7 @@ Numer Num 4 18 30 Dicesque ad eos: Si præclara et meliora quæque obtuleritis e Numer Num 4 18 31 Et comedetis eas in omnibus locis vestris, tam vos quam familiæ vestræ: quia pretium est pro ministerio, quo servitis in tabernaculo testimonii. und ihr und eure Familien dürft es an allen euren Orten verzehren; denn es ist der Lohn für den Dienst, den ihr im Zelte des Zeugnisses tuet. Numer Num 4 18 32 Et non peccabitis super hoc, egregia vobis et pinguia reservantes, ne polluatis oblationes filiorum Israel, et moriamini. Versündiget euch nicht dadurch, dass ihr das Beste und Fetteste für euch behaltet, damit ihr die Gaben der Söhne Israels nicht entheiliget und sterbet.³² Numer Num 4 18 32 32 Hebr.: Und ihr werdet seinethalben keine Sünde auf euch laden, wenn ihr nur zuvor das Beste von dem abgebt, und werdet die heiligen Gaben der Kinder Israels nicht entweihen und nicht sterben. -Numer Num 4 19 0 B. Zeremonien für die Weihe des Reinigungswassers und bei seiner Anwendung. (Kap. 19) +Numer Num 4 19 0 B. Zeremonien für die Weihe des Reinigungswassers und bei seiner Anwendung. (Kap. 19) Numer Num 4 19 1 Locutusque est Dominus ad Moysen et Aaron, dicens: Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: Numer Num 4 19 2 Ista est religio victimæ, quam constituit Dominus. Præcipe filiis Israel, ut adducant ad te vaccam rufam ætatis integræ, in qua nulla sit macula, nec portaverit jugum: Dies ist eine heilige Vorschrift über das Schlachtopfer, welche der Herr festgesetzt hat. Gebiete den Söhnen Israels, dass sie eine rote Kuh¹ zu dir führen, die ausgewachsen,² ohne Fehler ist, und noch kein Joch getragen hat; Numer Num 4 19 2 1 Rot ist die Farbe des Blutes, Blut aber das Zeichen des Lebens. @@ -7526,7 +7527,7 @@ Numer Num 4 19 21 Erit hoc præceptum legitimum sempiternum. Ipse quoque qui asp Numer Num 4 19 22 Quidquid tetigerit immundus, immundum faciet: et anima, quæ horum quippiam tetigerit, immunda erit usque ad vesperum. Alles, was ein Unreiner anrührt, macht er unrein; und wer etwas davon berührt,¹⁶ soll unrein sein bis zum Abend.¹⁷ Numer Num 4 19 22 16 Hebr.: ebenso soll jeder, der ihn berührt, usw. Numer Num 4 19 22 17 Nach den heiligen Vätern (Aug., Theod., Gregor) hatte Moses hierbei höhere Absichten. Wie alle seine äußern Gesetze zugleich die innere Herzensreligion bezweckten, wollte er auch durch die äußere Reinigung von der Verunreinigung durch einen Toten (dem vollkommensten Bilde des Sünders und der Sünde) die Notwendigkeit der Reinigung und Reinhaltung von der Verunreinigung durch die Sünde einschärfen. S. [Lev 15,18]. Vergl. [Ps 50,4.9]. Und wie alle seine Gesetze und Zeremonien auf Christus hinzielten [Mt 5,18, Joh 5,46], so legte er auch in diesem Gesetze den erleuchteten [Ps 118,34, Lk 24,25] Israeliten die geistigen Sinnbilder jenes Retters vor die Augen, der nicht bloß von äußerer Unreinigkeit reinigt durch Wasser, sondern von allen Sünden, die er als Opferlamm auf sich nahm, durch sein heiligstes Blut. [Jes 53,5.6, Hebr 9,13.14]. -Numer Num 4 20 0 4. Die letzten Ereignisse in der Wüste. (20,1-13) A. Maria und Aaron sterben. (Kap. 20) a. Während die Israeliten wieder in der Wüste Pharan (Sin) weilen, stirbt Maria, die Schwester Moses (V. 1). B. Da das Volk über Wassermangel murrt, wird solches aus dem Felsen wunderbar gewährt. Moses und Aaron wird wegen ihres Zweifels der Eintritt in das gelobte Land versagt und ihnen ihr Tod vorherverkündet. (V. 13) III. Von Kades an den Jordan. (Kap. 20,14 Kap. 36,13) 1. Der Zug an den Jordan. (20,14 21,35) 1. Von Kades bis an den Berg Hor. (20,14 21,3) A. Da die Edomiter den Israeliten den Durchzug verweigern, müssen diese einen weiten Umweg um das idumäische Gebirge machen. (V. 21) B. Aaron stirbt, sein Sohn Eleazar wird Hohepriester an seiner Statt. +Numer Num 4 20 0 4. Die letzten Ereignisse in der Wüste. (20,1-13) A. Maria und Aaron sterben. (Kap. 20) a. Während die Israeliten wieder in der Wüste Pharan (Sin) weilen, stirbt Maria, die Schwester Moses (V. 1). B. Da das Volk über Wassermangel murrt, wird solches aus dem Felsen wunderbar gewährt. Moses und Aaron wird wegen ihres Zweifels der Eintritt in das gelobte Land versagt und ihnen ihr Tod vorherverkündet. (V. 13) III. Von Kades an den Jordan. (Kap. 20,14 Kap. 36,13) 1. Der Zug an den Jordan. (20,14 21,35) 1. Von Kades bis an den Berg Hor. (20,14 21,3) A. Da die Edomiter den Israeliten den Durchzug verweigern, müssen diese einen weiten Umweg um das idumäische Gebirge machen. (V. 21) B. Aaron stirbt, sein Sohn Eleazar wird Hohepriester an seiner Statt. Numer Num 4 20 1 Veneruntque filii Israel, et omnis multitudo in desertum Sin, mense primo: et mansit populus in Cades. Mortuaque est ibi Maria, et sepulta in eodem loco. Hierauf kamen die Söhne Israels, die ganze Gemeinde, in die Wüste Sin¹ im ersten Monate;² und das Volk blieb in Kades.³ Und Maria starb dort und ward an demselben Orte begraben.⁴ Numer Num 4 20 1 1 In die Wüste Zin im Süden von Palästina, die von der Wüste Sin [Ex 16,1, Ex 17,1, Num 33,12], einem Teile der arabischen Wüste gegen Ägypten zu, zu unterscheiden ist. Numer Num 4 20 1 2 Das Jahr fehlt im jetzigen hebr. Texte. Es ist wohl das dritte. @@ -7584,7 +7585,7 @@ Numer Num 4 20 29 Illo mortuo in montis supercilio, descendit cum Eleazaro. Als Numer Num 4 20 29 26 Nach [Num 33,38.39] starb Aaron am 1. Des 5. Monats des 40. Jahres des Auszuges im Alter von 123 Jahren. Vergl. [Ex 7,7] Numer Num 4 20 30 Omnis autem multitudo videns occubuisse Aaron, flevit super eo triginta diebus per cunctas familias suas. Da aber die ganze Gemeinde sah, dass Aaron gestorben war, beweinte sie ihn dreißig Tage lang in allen ihren Familien.²⁷ Numer Num 4 20 30 27 Aarons Lob siehe [Sir 45,7ff]. Vergleiche [Mal 2,4ff] -Numer Num 4 21 0 C. Arad, König der Chananiter, wird besiegt. (V. 3) 2. Vom Berge Hor bis an das Grenzland der Amorrhiter. (V. 4-20) A. Da das Volk trotz dieses Sieges über die Beschwerden des Marsches murrt, sendet Gott zur Strafe feurige Schlangen. (V. 9) B. Den Marsch fortsetzend, erlangen sie zum dritten Male von Gott Wasser. (V. 20) 3. Die Israeliten besiegen, vom Herrn unterstützt, Sehon und Og. +Numer Num 4 21 0 C. Arad, König der Chananiter, wird besiegt. (V. 3) 2. Vom Berge Hor bis an das Grenzland der Amorrhiter. (V. 4-20) A. Da das Volk trotz dieses Sieges über die Beschwerden des Marsches murrt, sendet Gott zur Strafe feurige Schlangen. (V. 9) B. Den Marsch fortsetzend, erlangen sie zum dritten Male von Gott Wasser. (V. 20) 3. Die Israeliten besiegen, vom Herrn unterstützt, Sehon und Og. Numer Num 4 21 1 Quod cum audisset Chananæus rex Arad, qui habitabat ad meridiem, venisse scilicet Israel per exploratorum viam, pugnavit contra illum, et victor exsistens, duxit ex eo prædam. Als Arad, der König der Chananiter,¹ der gegen Süden² wohnte, dies vernahm, dass nämlich Israel auf dem Wege der Kundschafter³ herangekommen sei, kämpfte er gegen Israel, und blieb Sieger, und führte von ihm Beute hinweg. [Num 33,40] Numer Num 4 21 1 1 Nach dem Hebr.: Der König der Chananiter, der König von Arad. Vergl. [Jos 12,14, Ri 1,16]. Numer Num 4 21 1 2 Negeb. @@ -7670,7 +7671,7 @@ Numer Num 4 21 33 49 Seine Grenze zu schützen oder Hesebons Fall zu rächen. Numer Num 4 21 33 50 In Edrai, das später dem Stamme Manasse zufiel, war die letzte entscheidende Schlacht. Diese beiden ersten Siege über die mächtigen Feinde, innerhalb des heiligen Landes davongetragen, waren stets der Gegenstand besonderen Lobes bei den Israeliten, wie aus den zahlreichen Stellen der Bücher Deuteronomium, Josue, Richter, Esdras und Psalmen zu sehen ist. Numer Num 4 21 34 Dixitque Dominus ad Moysen: Ne timeas eum, quia in manu tua tradidi illum, et omnem populum, ac terram ejus: faciesque illi sicut fecisti Sehon regi Amorrhæorum habitatori Hesebon. Und der Herr sprach zu Moses: Fürchte dich nicht vor ihm, denn ich habe ihn, und sein ganzes Volk, und sein Land in deine Hand gegeben; und du sollst mit ihm verfahren, wie du mit Sehon, dem Könige der Amorrhiter, der in Hesebon wohnte, verfahren bist. Numer Num 4 21 35 Percusserunt igitur et hunc cum filiis, universumque populum ejus usque ad internecionem, et possederunt terram illius. Da schlugen sie auch ihn samt seinen Söhnen und sein ganzes Volk bis zur Vernichtung, und nahmen sein Land in Besitz. -Numer Num 4 22 0 2. Balaam. (Kap. 22 24) a. Während Israel nach dem Siege über die Amorrhiter in dem Gefilde von Moab lagert, lässt Balak, König von Moab, Balaam, den Sohn Beors, holen, Israel zu verfluchen. (V. 21) b. Balaam kommt, dem Willen des Herrn nicht entsprechend, und wird auf dem Wege zweimal zurechtgewiesen. +Numer Num 4 22 0 2. Balaam. (Kap. 22 24) a. Während Israel nach dem Siege über die Amorrhiter in dem Gefilde von Moab lagert, lässt Balak, König von Moab, Balaam, den Sohn Beors, holen, Israel zu verfluchen. (V. 21) b. Balaam kommt, dem Willen des Herrn nicht entsprechend, und wird auf dem Wege zweimal zurechtgewiesen. Numer Num 4 22 1 Profectique castrametati sunt in campestribus Moab, ubi trans Jordanem Jericho sita est. Hierauf brachen sie auf und lagerten sich in den Ebenen Moabs, wo jenseits des Jordan Jericho liegt.¹ Numer Num 4 22 1 1 Durch den Sieg des Ammorrhiterkönigs Sihon war das Gebiet des Moabiterkönigs auf das Land südlich vom Arnon beschränkt worden [Num 21,13.26ff], doch blieben die nördlich vom Arnon ansässigen Moabiter dort wohnen. Nach der Schlacht von Jasa, in welcher Sihon gegen Israel unterlegen war, stellten wohl wenigstens diejenigen Moabiter, welche westlich in der Nähe des Jordan wohnten und daher durch diesen Kampf wenig berührt waren, sich wieder unter den Moabiterkönig. So kam es, dass Balak den Bileam nicht nur in Ar Moab empfängt, sondern mit ihm auch nach Kirjath-Chuzot (V. 39) und nach Bamoth-Baal (V. 41) geht, ja ihn nun noch weiter nördlich auf die Höhe des Phasga führt. [Num 23,14] Numer Num 4 22 2 Videns autem Balac filius Sephor omnia quæ fecerat Israel Amorrhæo, Da aber Balak, der Sohn Sephors, alles sah, was Israel an den Amorrhitern getan hatte, @@ -7742,7 +7743,7 @@ Numer Num 4 22 41 Mane autem facto duxit eum ad excelsa Baal, et intuitus est ex Numer Num 4 22 41 28 Richtiger: Bamoth-Baal. Hier war eine Kultusstätte der Moabiter. [Jes 15,2] Daher wird Balak den Ort für besonders geeignet gehalten haben. Numer Num 4 22 41 29 Das Sehen galt als erforderlich für die Wirksamkeit des Fluches. Siehe [Num 23,13]. Numer Num 4 22 41 30 Balak wollte wohl nicht, dass Balaam die volle Zahl der Israeliten erkannte, aus Furcht, dies könne den Fluch hindern. -Numer Num 4 23 0 c. Vier Mal versucht Balaam die Israeliten zu verfluchen, vier Mal muss er segnen (23,1-12; 13-30 und [Num 24]). Erster und zweiter Segen (V. 7-12, V. 13-26). +Numer Num 4 23 0 c. Vier Mal versucht Balaam die Israeliten zu verfluchen, vier Mal muss er segnen (23,1-12; 13-30 und [Num 24]). Erster und zweiter Segen (V. 7-12, V. 13-26). Numer Num 4 23 1 Dixitque Balaam ad Balac: difica mihi hic septem aras, et para totidem vitulos, ejusdemque numeri arietes. Da sprach Balaam zu Balak: Lasse mir hier sieben¹ Altäre erbauen und ebenso viele junge Stiere und ebenso viele Widder herbeischaffen. Numer Num 4 23 1 1 Ob Balaam etwas von der Bedeutsamkeit der Siebenzahl für Israel wusste? Auch bei den Heiden (Griechen, Römern) werden nicht selten Opfer von sieben Tieren erwähnt. Jedenfalls machte Balaam hier nicht gemeinsame Sache mit Balak (er sagt: mir), dieser denkt wohl an Kamos, Balaam an den wahren Gott, der sich ihm in Pithur und auf dem Wege offenbart hat. Numer Num 4 23 2 Cumque fecisset juxta sermonem Balaam, imposuerunt simul vitulum et arietem super aram. Und da er nach dem Wunsche Balaams getan, legten beide einen jungen Stier und einen Widder auf jeden Altar. @@ -7809,7 +7810,7 @@ Numer Num 4 23 28 Cumque duxisset eum super verticem montis Phogor, qui respicit Numer Num 4 23 28 36 Auf beiden Seiten des Jordan. Phogor (nicht derselbe Berg wie Phasga) lag dem Nebo nahe. Numer Num 4 23 29 Dixit ei Balaam: difica mihi hic septem aras, et para totidem vitulos, ejusdemque numeri arietes. Und Balaam sprach zu ihm: Lass mir hier sieben Altäre errichten, und schaffe mir ebenso viele junge Stiere und ebenso viele Widder her. Numer Num 4 23 30 Fecit Balac ut Balaam dixerat: imposuitque vitulos et arietes per singulas aras. Balak tat, wie Balaam gesagt hatte, und legte auf jeden Altar einen jungen Stier und einen Widder. -Numer Num 4 24 0 Anstatt Israel zu verfluchen, muss Balaam es segnen. (Das dritte Mal V. 1-14, das vierte Mal 15-25) Drei kleinere Weissagungen Balaams. +Numer Num 4 24 0 Anstatt Israel zu verfluchen, muss Balaam es segnen. (Das dritte Mal V. 1-14, das vierte Mal 15-25) Drei kleinere Weissagungen Balaams. Numer Num 4 24 1 Cumque vidisset Balaam quod placeret Domino ut benediceret Israeli, nequaquam abiit ut ante perrexerat, ut augurium quæreret: sed dirigens contra desertum vultum suum, Und da Balaam sah, dass es dem Herrn gefiel, Israel zu segnen, ging er nicht mehr, wie er zuvor getan, hinweg, um Weissagung zu suchen,¹ sondern wandte sein Angesicht gegen die Wüste,² Numer Num 4 24 1 1 Nach dem ersten Segen über Israel hatte Balaam wohl gehofft, einen solchen auch für Balak zu erlangen. Doch nach dem zweiten Segen erkennt er, dass Gott nur Israel segnen will, und folgt dessen Antriebe. Numer Num 4 24 1 2 Dahin, wo Israel lagerte [Num 21,20], um diesen Anblick, ohne durch etwas anderes abgezogen zu werden, auf sich wirken zu lassen. @@ -7877,7 +7878,7 @@ Numer Num 4 24 24 40 Richtiger: Und Schiffe kommen von der Seite von Kitthim he Numer Num 4 24 24 41 Hebr.: Eber, das Jenseitsland, die Länder jenseits des Euphrat außer Assur. Die Hebräer (Israeliten) sind nicht gemeint, da sie in diesen Sprüchen stets Israel und Jakob genannt werden. Numer Num 4 24 24 42 Die Kitthim. Numer Num 4 24 25 Surrexitque Balaam, et reversus est in locum suum: Balac quoque via, qua venerat, rediit. Und Balaam machte sich auf und kehrte in seine Heimat zurück; und auch Balak zog des Weges, den er hergekommen war, heim. -Numer Num 4 25 0 3. Die Ereignisse am Jordan. (Kap. 25 Kap. 36) 1. Die Israeliten lassen sich von den Madianitern und Moabitern zur Sünde der Unkeuschheit verleiten, weshalb auf Gottes Befehl ihre Fürsten gehängt und 24000 unter dem Volke getötet werden. (V. 9) Gott verheißt Phinees und dessen Nachkommen das Hohepriestertum zur Belohnung für den Eifer desselben (V. 15) und befiehlt, gegen die Madianiter zu kämpfen. +Numer Num 4 25 0 3. Die Ereignisse am Jordan. (Kap. 25 Kap. 36) 1. Die Israeliten lassen sich von den Madianitern und Moabitern zur Sünde der Unkeuschheit verleiten, weshalb auf Gottes Befehl ihre Fürsten gehängt und 24000 unter dem Volke getötet werden. (V. 9) Gott verheißt Phinees und dessen Nachkommen das Hohepriestertum zur Belohnung für den Eifer desselben (V. 15) und befiehlt, gegen die Madianiter zu kämpfen. Numer Num 4 25 1 Morabatur autem eo tempore Israel in Settim, et fornicatus est populus cum filiabus Moab, Israel aber weilte um diese Zeit¹ in Settim,² und das Volk buhlte mit den Töchtern Moabs,³ [Jos 3,1] Numer Num 4 25 1 1 Wenigstens zur Zeit der zu erzählenden Ereignisse. Numer Num 4 25 1 2 Der letzten Station [Num 33,49]. Dort weilte später Josue [Jos 2,1, Jos 3,1], also wohl vor ihm Moses. Die folgenden Stationen sind demnach diejenigen, an welchen Moses und die Bundeslade weilte. @@ -7915,7 +7916,7 @@ Numer Num 4 25 16 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete Numer Num 4 25 17 Hostes vos sentiant Madianitæ, et percutite eos: Die Madianiter sollen euch als Feinde fühlen, schlaget sie;¹⁹ [Num 31,2] Numer Num 4 25 17 19 Wenn die Gelegenheit sich bietet, inzwischen brechet alle Verbindungen ab. Den Krieg zu beginnen, um den Tod der Fürstentochter zu rächen, überlässt Moses den Madianitern. [Num 31,5] sendet er ihnen 2500 Mann entgegen, da sie als Vasallen des Königs von Hesebon nicht mächtig waren. [Jos 13,21] Numer Num 4 25 18 Quia et ipsi hostiliter egerunt contra vos, et decepere insidiis per idolum Phogor, et Cozbi filiam ducis Madian sororem suam, quæ percussa est in die plagæ pro sacrilegio Phogor. denn sie haben auch gegen euch feindlich gehandelt und euch mit Arglist durch den Götzen Phogor und durch Kozbi, die Tochter des Fürsten Madians, ihre Schwester, hintergangen, welche am Tage der Plage für die Abgötterei mit Phogor erschlagen ward. -Numer Num 4 26 0 2. Vorbereitungen auf die Besitznahme des verheißenen Landes (26,1 30,17) a. Neue Zählung der Männer, um nach derselben die Verteilung unter die einzelnen Familien der Stämme vorzunehmen. (Kap. 26) +Numer Num 4 26 0 2. Vorbereitungen auf die Besitznahme des verheißenen Landes (26,1 30,17) a. Neue Zählung der Männer, um nach derselben die Verteilung unter die einzelnen Familien der Stämme vorzunehmen. (Kap. 26) Numer Num 4 26 1 Postquam noxiorum sanguis effusus est, dixit Dominus ad Moysen et Eleazarum filium Aaron sacerdotem: Als nun das Blut der Schuldigen vergossen war,¹ sprach der Herr zu Moses und Eleazar, dem Sohne Aarons, dem Priester: Numer Num 4 26 1 1 Richtiger: Nach der Plage. Numer Num 4 26 2 Numerate omnem summam filiorum Israel a viginti annis et supra, per domos et cognationes suas, cunctos, qui possunt ad bella procedere. Zählet die Gesamtzahl der Söhne Israels, von zwanzig Jahren an und darüber, Haus um Haus, und Geschlecht um Geschlecht, alle, welche in den Krieg ziehen können.² [Num 1,2.3] @@ -7990,7 +7991,7 @@ Numer Num 4 26 63 Hic est numerus filiorum Israel, qui descripti sunt a Moyse et Numer Num 4 26 64 Inter quos nullus fuit eorum, qui ante numerati sunt a Moyse et Aaron in deserto Sinai. Unter diesen war keiner mehr von denen, welche vorher von Moses und Aaron in der Wüste Sinai gezählt waren;⁹ [1Kor 10,5] Numer Num 4 26 64 9 Außer Aarons Söhnen, Eleazar, Ithamar und etwa einigen Leviten. Numer Num 4 26 65 Prædixerat enim Dominus, quod omnes morerentur in solitudine. Nullusque remansit ex eis nisi Caleb filius Jephone, et Josue filius Nun. denn der Herr hatte vorherverkündet, dass alle in der Wüste sterben würden. So war denn keiner von ihnen übriggeblieben, als Kaleb, der Sohn Jephones, und Josue, der Sohn Nuns. [Num 14,23.34] -Numer Num 4 27 0 b. Auf die Bitten der Töchter Salphaads bestimmt Gott durch Moses, dass die Töchter derjenigen Familien, welche nach dem Tode des Vaters keine männlichen Erben haben, mit den Verwandten des Vaters das Erbe antreten. (V. 11) c. Gott wiederholt Moses die Mahnung, dass er das Land nicht betreten werde und bestimmt Josue zu seinem Nachfolger. +Numer Num 4 27 0 b. Auf die Bitten der Töchter Salphaads bestimmt Gott durch Moses, dass die Töchter derjenigen Familien, welche nach dem Tode des Vaters keine männlichen Erben haben, mit den Verwandten des Vaters das Erbe antreten. (V. 11) c. Gott wiederholt Moses die Mahnung, dass er das Land nicht betreten werde und bestimmt Josue zu seinem Nachfolger. Numer Num 4 27 1 Accesserunt autem filiæ Salphaad, filii Hepher, filii Galaad, filii Machir, filii Manasse, qui fuit filius Joseph: quarum sunt nomina, Maala, et Noa, et Hegla, et Melcha, et Thersa. Es traten aber die Töchter des Salphaad herzu, des Sohnes Hephers, des Sohnes Galaads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses, der ein Sohn Josephs war; ihre Namen waren: Maala, Noa, Hegla, Melcha und Thersa.¹ [Num 26,32.33, Num 36,1, Jos 17,1] Numer Num 4 27 1 1 Ihre Namen und Abstammung sind im Hinblicke auf das hier Erzählte schon [Num 26,29-33] angegeben. Numer Num 4 27 2 Steteruntque coram Moyse et Eleazaro sacerdote, et cunctis principibus populi ad ostium tabernaculi fderis atque dixerunt: Diese traten vor Moses und Eleazar, den Priester, und alle Fürsten des Volkes,² an dem Eingange des Zeltes des Bundes, und sprachen: @@ -8033,7 +8034,7 @@ Numer Num 4 27 21 18 Gottes, der durch Urim und Thumim seinen Willen kundgibt. Numer Num 4 27 22 Fecit Moyses ut præceperat Dominus. Cumque tulisset Josue, statuit eum coram Eleazaro sacerdote et omni frequentia populi. Da tat Moses, wie der Herr befohlen hatte. Und er nahm Josue und stellte ihn vor Eleazar, den Priester, und vor alles versammelte Volk; Numer Num 4 27 23 Et impositis capiti ejus manibus, cuncta replicavit quæ mandaverat Dominus. sodann legte er ihm die Hände auf das Haupt und wiederholte ihm alles, was der Herr geboten hatte.¹⁹ Numer Num 4 27 23 19 Besser: setzte ihn in sein Amt ein. Die Ausführung des Befehls wird gleich hier erwähnt. Da aber zwischen Befehl und Ausführung sich noch manches ereignete, wie die Abschiedsreden Moses und die Aufzeichnung des Gesetzes durch ihn, wird die Einsetzung Josues samt dem sie anordnenden Gottesworte noch einmal [Dtn 31,14.23] erzählt. -Numer Num 4 28 0 d. Vorschriften, welche nach der Besitznahme des verheißenen Landes zu beobachten sind. (Kap. 28-30) Über die Opfer, welche täglich, an dem Sabbate und an den Neumonden (V. 15) oder am Osterfest (V. 25) darzubringen sind. +Numer Num 4 28 0 d. Vorschriften, welche nach der Besitznahme des verheißenen Landes zu beobachten sind. (Kap. 28-30) Über die Opfer, welche täglich, an dem Sabbate und an den Neumonden (V. 15) oder am Osterfest (V. 25) darzubringen sind. Numer Num 4 28 1 Dixit quoque Dominus ad Moysen: Der Herr sagte auch zu Moses:¹ Numer Num 4 28 1 1 [Num 15,2] war ein Gesetz für die Zeit gegeben, wo die Israeliten in das gelobte Land würden eingezogen sein; während des Aufenthaltes in der Wüste hatte dasselbe keine Geltung. Moses fügt dem Gesetze über die Mincha Bestimmungen bei über alle amtlichen Opfer, von denen [Ex 29,38-42] und [Lev 23] gehandelt ist. Diese Gesetze erneuert und ergänzt er. Numer Num 4 28 2 Præcipe filiis Israel, et dices ad eos: Oblationem meam et panes, et incensum odoris suavissimi offerte per tempora sua. Befiehl den Söhnen Israels und sage ihnen: Meine Opfer und Brote, und das Räucherwerk zum süßen Geruche, bringet zu bestimmten Zeiten dar.² @@ -8080,7 +8081,7 @@ Numer Num 4 28 29 Per agnos decimam decimæ, qui simul sunt agni septem: hircum Numer Num 4 28 30 Qui mactatur pro expiatione: præter holocaustum sempiternum et liba ejus. der zur Sühne geschlachtet wird; außer dem immerwährenden Brandopfer und den Trankopfern dazu.¹⁵ Numer Num 4 28 30 15 Richtiger: Speiseopfern. Numer Num 4 28 31 Immaculata offeretis omnia cum libationibus suis. Fehlerlos soll alles sein, was ihr opfert, mit den dazu gehörigen Trankopfern. -Numer Num 4 29 0 Vorschriften über die Opfer, welche am Feste der Posaunen (V. 6), am Versöhnungsfeste (V. 11), am Laubhüttenfeste darzubringen sind. +Numer Num 4 29 0 Vorschriften über die Opfer, welche am Feste der Posaunen (V. 6), am Versöhnungsfeste (V. 11), am Laubhüttenfeste darzubringen sind. Numer Num 4 29 1 Mensis etiam septimi prima dies venerabilis et sancta erit vobis: omne opus servile non facietis in ea, quia dies clangoris est et tubarum. Auch der erste Tag des siebenten Monats soll euch ehrwürdig und heilig sein; keine knechtliche Arbeit sollt ihr an demselben tun, weil er der Tag des Posaunenschalles ist. Numer Num 4 29 2 Offeretisque holocaustum in odorem suavissimum Domino, vitulum de armento unum, arietem unum, et agnos anniculos immaculatos septem: Und ihr sollt dem Herrn als Brandopfer, zum lieblichen Geruche, einen jungen Stier von der Herde, einen Widder, und sieben einjährige fehlerlose Lämmer darbringen, Numer Num 4 29 3 Et in sacrificiis eorum similæ oleo conspersæ tres decimas per singulos vitulos, duas decimas per arietem, und als Speiseopfer dazu drei Zehntel feinen Mehles, mit Öl angemacht, zu jedem jungen Stiere, zwei Zehntel zu jedem Widder, @@ -8124,7 +8125,7 @@ Numer Num 4 29 37 Sacrificiaque et libamina singulorum per vitulos et arietes et Numer Num 4 29 38 Et hircum pro peccato, absque holocausto sempiterno, sacrificioque ejus et libamine. und einen Ziegenbock als Sündopfer, außer dem immerwährenden Brandopfer und dem dazu gehörigen Speiseopfer und Trankopfer. Numer Num 4 29 39 Hæc offeretis Domino in solemnitatibus vestris: præter vota et oblationes spontaneas in holocausto, in sacrificio, in libamine, et in hostiis pacificis. Diese Opfer sollt ihr dem Herrn an euren Festen⁴ darbringen; außer dem was ihr infolge von Gelübden und als freiwillige Gaben an Brandopfern, an Speiseopfern, an Trankopfern, und an Friedopfern darbringt. Numer Num 4 29 39 4 Festversammlungen, also auch vor den Sabbaten. Demnach gestalten sich die Opfergaben folgendermaßen: Tag Lämmer Widder Stiere Höhe des Festes Gewöhnlicher 2 V Sabbat 4 IV Neumond 7 1 2 II Phase Osterlämmer höchstes Fest Tage der ungesäuerten Brote 7 1 2 II Pfingsten 7 1 1 II Neumond im 7. Monat 7 1 1 III Versöhnungstag 7 2 1 III Laubhüttenfest 14 2 13 I Zweiter Tag 14 2 12 I Dritter Tag 14 2 11 I Vierter Tag 14 2 10 I Fünfter Tag 14 2 9 I Sechster Tag 14 2 8 I Siebenter Tag 14 2 7 I Achter Tag 7 1 1 III Von Opfern, die auf denselben Tag trafen, fiel keines aus. Das Hauptopfer bei dem Brandopfer ist das Lamm, das nie fehlt, ja, das am höchsten Feste, wenngleich an diesem privatim, allein dargebracht ward, das Vorbild Christi, der den ganzen alttestamentlichen Kult überragt. An den Festtagen werden die Lämmer stets in heiliger Zahl, 7 oder 2 mal 7 dargebracht. -Numer Num 4 30 0 Vorschriften über die Bedingungen rechtmäßiger Gelübde: Gelübde der Männer. (V. 3) Gelübde von Frauen: Unverheirateter Töchter (V. 6), in die Ehe Eintretender (V. 10), Gelübde einer Frau im Hause ihres Mannes. +Numer Num 4 30 0 Vorschriften über die Bedingungen rechtmäßiger Gelübde: Gelübde der Männer. (V. 3) Gelübde von Frauen: Unverheirateter Töchter (V. 6), in die Ehe Eintretender (V. 10), Gelübde einer Frau im Hause ihres Mannes. Numer Num 4 30 1 Narravitque Moyses filiis Israel omnia quæ ei Dominus imperarat: Und Moses berichtete den Söhnen Israels alles, was ihm der Herr geboten hatte; Numer Num 4 30 2 Et locutus est ad principes tribuum filiorum Israel: Iste est sermo quem præcepit Dominus: und er sprach zu den Fürsten der Stämme der Söhne Israels:¹ Dies ist es, was der Herr geboten hat: Numer Num 4 30 2 1 Diese sollten die Entscheidung dem Volke verkünden. So geschah es wohl gewöhnlich. @@ -8164,7 +8165,7 @@ Numer Num 4 30 16 20 Nach dem Tage, da er es gehört. (Sept.) Numer Num 4 30 16 21 Während Gott sonst Nachlass gewährt. Der Mann kann sich indes von der Erfüllung der Verpflichtung lösen. Numer Num 4 30 17 Istæ sunt leges, quas constituit Dominus Moysi inter virum et uxorem, inter patrem et filiam, quæ in puellari adhuc ætate est, vel quæ manet in parentis domo. Das sind die Bestimmungen, welche der Herr dem Moses gegeben hat, die gelten sollen zwischen Mann und Weib, zwischen Vater und Tochter, die noch im Mädchenalter ist, oder²² noch im Hause ihres Vaters weilt. Numer Num 4 30 17 22 Hebr.: Während sie noch usw. -Numer Num 4 31 0 3. Besetzung und Verteilung des Landes jenseits des Jordans. (31,1 32,12) A. Nach glücklichem Verlaufe des von Gott gegen die Madianiter befohlenen [Num 25,16ff] Krieges werden allein die Jungfrauen am Leben gelassen (V. 20), während die übrige Beute gesichert und dann unter die Kämpfenden und das Volk so geteilt wird, dass die Erstlinge den Priestern und ein Teil den Leviten zufällt. +Numer Num 4 31 0 3. Besetzung und Verteilung des Landes jenseits des Jordans. (31,1 32,12) A. Nach glücklichem Verlaufe des von Gott gegen die Madianiter befohlenen [Num 25,16ff] Krieges werden allein die Jungfrauen am Leben gelassen (V. 20), während die übrige Beute gesichert und dann unter die Kämpfenden und das Volk so geteilt wird, dass die Erstlinge den Priestern und ein Teil den Leviten zufällt. Numer Num 4 31 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach:¹ Numer Num 4 31 1 1 Die Israeliten hielten den Landstrich im Norden des Arnon besetzt [Num 21,31.35, Num 21,32], da die Ammoniter (Madianiter) gegen sie rüsteten. Moses lässt diese unvermutet angreifen. Numer Num 4 31 2 Ulciscere prius filios Israel de Madianitis, et sic colligeris ad populum tuum. Nimm zuerst für die Söhne Israels an den Madianitern Rache, darnach sollst du zu deinem Volke versammelt werden. @@ -8243,7 +8244,7 @@ Numer Num 4 31 52 Pondo sedecim millia, septingentos quinquaginta siclos a tribu Numer Num 4 31 52 24 Im Werte von gegen 589000 Mark. Numer Num 4 31 53 Unusquisque enim quod in præda rapuerat, suum erat. Denn was ein jeder an Beute fortgenommen hatte, war sein. Numer Num 4 31 54 Et susceptum intulerunt in tabernaculum testimonii, in monimentum filiorum Israel coram Domino. Und sie nahmen es und trugen es in das Zelt des Zeugnisses, dass es ein Andenken war seitens der Söhne Israels vor dem Herrn. -Numer Num 4 32 0 B. Das gesamte bis dahin besetzte Land wird den Stämmen Ruben, Gad und halb Manasse auf ihren Wunsch zugesprochen, nachdem sie die Verpflichtung auf sich genommen, ihren Brüdern bei der Eroberung des übrigen Teiles des verheißenen Landes zu helfen. (Kap. 32) +Numer Num 4 32 0 B. Das gesamte bis dahin besetzte Land wird den Stämmen Ruben, Gad und halb Manasse auf ihren Wunsch zugesprochen, nachdem sie die Verpflichtung auf sich genommen, ihren Brüdern bei der Eroberung des übrigen Teiles des verheißenen Landes zu helfen. (Kap. 32) Numer Num 4 32 1 Filii autem Ruben et Gad habebant pecora multa, et erat illis in jumentis infinita substantia. Cumque vidissent Jazer, et Galaad aptas animalibus alendis terras, Die Söhne Rubens¹ und Gads aber hatten viele Herden, und ihre Habe an Vieh war unzählbar. Da sie nun sahen, dass Jazer und Galaad zur Viehzucht geeignete Länder seien [Dtn 3,12] Numer Num 4 32 1 1 Die Rubeniten waren immerhin langsamer, Moses zu folgen, gekränkt, dass ihnen das Recht der Erstgeburt entzogen war und sie sich genötigt sahen, einem Propheten zu folgen, der die Stämme Ephraim und Levi vorzog. Moses hatte freilich seinerseits von ihnen keine hohe Meinung. [Dtn 33,6] Josue unterstützten sie tapfer [Jos 22], zur Zeit der Richter ließen sie nach [Ri 5,16] und vollbrachten auch in der Folge nichts Großes. Numer Num 4 32 2 Venerunt ad Moysen, et ad Eleazarum sacerdotem, et principes multitudinis, atque dixerunt: kamen sie zu Moses, und zu Eleazar, dem Priester, und zu den Fürsten der Gemeinde, und sprachen: @@ -8307,7 +8308,7 @@ Numer Num 4 32 41 Jair autem filius Manasse abiit et occupavit vicos ejus, quos Numer Num 4 32 41 20 Urenkel Manasses. (Siehe [1Chr 2,22].) Numer Num 4 32 42 Nobe quoque perrexit et apprehendit Chanath cum viculis suis; vocavitque eam ex nomine suo Nobe. Auch Nobe zog hin, und nahm Chanath mit seinen Dörfern ein, und nannte es nach seinem Namen Nobe.²¹ Numer Num 4 32 42 21 Vergl. [Ri 8,11]. -Numer Num 4 33 0 4. Vorschriften, betreffs der Besetzung und Verteilung von Palästina (33,1 36,13) A. Verzeichnis der Stationen, auf denen die Israeliten während des vierzigjährigen Zuges durch die Wüste das Lager aufgeschlagen. (V. 49) B. Vorschriften, die Besetzung und Verteilung des gelobten Landes betreffend. (33,50 36,13) a. Alle Chanaaniter sollen getötet werden. +Numer Num 4 33 0 4. Vorschriften, betreffs der Besetzung und Verteilung von Palästina (33,1 36,13) A. Verzeichnis der Stationen, auf denen die Israeliten während des vierzigjährigen Zuges durch die Wüste das Lager aufgeschlagen. (V. 49) B. Vorschriften, die Besetzung und Verteilung des gelobten Landes betreffend. (33,50 36,13) a. Alle Chanaaniter sollen getötet werden. Numer Num 4 33 1 Hæ sunt mansiones filiorum Israel, qui egressi sunt de gypto per turmas suas in manu Moysi et Aaron, Dies sind die Lagerplätze¹ der Söhne Israels, welche aus Ägypten nach ihren Abteilungen unter Moses und Aaron auszogen, Numer Num 4 33 1 1 Ähnlich [Ex 6,26]. So heißen die Orte, an denen das Bundeszelt errichtet und das gesamte Lager aufgeschlagen ward. Numer Num 4 33 2 Quas descripsit Moyses juxta castrorum loca, quæ Domini jussione mutabant. wie sie Moses beschrieb nach den Lagerorten, die sie auf den Befehl² des Herrn wechselten,³ @@ -8377,7 +8378,7 @@ Numer Num 4 33 55 Sin autem nolueritis interficere habitatores terræ: qui reman Numer Num 4 33 55 12 Hebr.: vertreiben. Numer Num 4 33 55 13 Besser nach dem Hebr.: Zu Dornen in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten. Die Erklärung des Bildes [Jos 23,13]. Numer Num 4 33 56 Et quidquid illis cogitaveram facere vobis faciam. und alles, was ich ihnen anzutun gedachte, das will ich euch antun. -Numer Num 4 34 0 b. Die Grenzen des Landes, das unter die übrigen Stämme, denen ein Besitz noch nicht zugefallen war, zu verteilen ist, werden genauer angegeben (V. 15) und Männer bestimmt, welche die Verteilung leiten sollen. +Numer Num 4 34 0 b. Die Grenzen des Landes, das unter die übrigen Stämme, denen ein Besitz noch nicht zugefallen war, zu verteilen ist, werden genauer angegeben (V. 15) und Männer bestimmt, welche die Verteilung leiten sollen. Numer Num 4 34 1 Locutusque est Dominus ad Moysen, dicens: Und der Herr redete zu Moses und sprach: Numer Num 4 34 2 Præcipe filiis Israel, et dices ad eos: Cum ingressi fueritis terram Chanaan, et in possessionem vobis sorte ceciderit, his finibus terminabitur: Befiehl den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land Chanaan eingezogen seid und dasselbe euch durch das Los zum Erbe zugefallen ist, so soll es von diesen Grenzen umschlossen werden: Numer Num 4 34 3 Pars meridiana incipiet a solitudine Sin, quæ est juxta Edom: et habebit terminos contra orientem mare salsissimum; Die Südseite beginne bei der Wüste Sin,¹ die Edom zunächst ist, und grenze nach Osten an das Salzmeer;² @@ -8419,7 +8420,7 @@ Numer Num 4 34 26 De tribu Issachar, dux Phaltiel filius Ozan. Vom Stamme Issach Numer Num 4 34 27 De tribu Aser, Ahiud filius Salomi. Vom Stamme Aser Ahiud, der Sohn Salomis. Numer Num 4 34 28 De tribu Nephthali, Phedael filius Ammiud. Vom Stamme Nephthali Phedael, der Sohn Ammiuds. Numer Num 4 34 29 Hi sunt, quibus præcepit Dominus ut dividerent filiis Israel terram Chanaan. Diese sind es, denen der Herr befahl, das Land Chanaan den Söhnen Israels zu verteilen. -Numer Num 4 35 0 c. Vorschrift, Städte auszuwählen, welche den Leviten gehören sollen (V. 8) und Zufluchtsstädte zu bestimmen. (V. 15) Bei dieser Gelegenheit wird das Gesetz von der Bestrafung des freiwilligen und nicht freiwilligen Totschlages gegeben. +Numer Num 4 35 0 c. Vorschrift, Städte auszuwählen, welche den Leviten gehören sollen (V. 8) und Zufluchtsstädte zu bestimmen. (V. 15) Bei dieser Gelegenheit wird das Gesetz von der Bestrafung des freiwilligen und nicht freiwilligen Totschlages gegeben. Numer Num 4 35 1 Hæc quoque locutus est Dominus ad Moysen in campestribus Moab supra Jordanem, contra Jericho: Auch dies redete der Herr zu Moses in den Ebenen Moabs, am Jordan, Jericho gegenüber: Numer Num 4 35 2 Præcipe filiis Israel ut dent Levitis de possessionibus suis Befiehl den Söhnen Israels, dass sie den Leviten von ihrem Erbbesitze [Jos 21,2] Numer Num 4 35 3 Urbes ad habitandum, et suburbana earum per circuitum: ut ipsi in oppidis maneant, et suburbana sint pecoribus ac jumentis: Städte zum Wohnen geben mit den Fluren derselben ringsum, damit diese in den Städten wohnen können¹ und für ihre Herden und ihr Vieh die Fluren haben, @@ -8477,7 +8478,7 @@ Numer Num 4 35 33 Ne polluatis terram habitationis vestræ, quæ insontium cruor Numer Num 4 35 33 22 Fehlt im Hebr. Wie jede Sünde das Land verunreinigt, in dem sie geschehen, so auch der Mord. Solche Verunreinigung des Landes Gottes aber bringt nicht nur dem Schuldigen Gefahr, sondern auch dem ganzen Volke. Darum ist als Sühne vor allem das Blut des Schuldigen darzubringen. Numer Num 4 35 34 Atque ita emundabitur vestra possessio, me commorante vobiscum: ego enim sum Dominus qui habito inter filios Israel. So werde euer Erbbesitz rein gehalten, da ich in eurer Mitte wohne; denn ich bin der Herr, der inmitten der Söhne Israels wohnt.²³ Numer Num 4 35 34 23 Eine schöne Steigerung: Unschuldig vergossenes Blut befleckt das Land, in dem ihr wohnt in dem Jahve wohnt. -Numer Num 4 36 0 d. Vorschrift, dass die Erbtöchter nur Männer aus ihrem Stamme nehmen, damit die Besitzungen nicht vermischt werden. (Kap. 36) +Numer Num 4 36 0 d. Vorschrift, dass die Erbtöchter nur Männer aus ihrem Stamme nehmen, damit die Besitzungen nicht vermischt werden. (Kap. 36) Numer Num 4 36 1 Accesserunt autem et principes familiarum Galaad filii Machir, filii Manasse de stirpe filiorum Joseph: locutique sunt Moysi coram principibus Israel, atque dixerunt: Es traten aber auch die Familienhäupter Galaads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses, vom Geschlechte der Söhne Josephs,¹ herzu, und redeten zu Moses vor den Fürsten Israels,² und sprachen: [Num 27,1] Numer Num 4 36 1 1 Der Name Joseph musste jedem Israeliten teuer sein. Numer Num 4 36 1 2 Dinge, welche die Vaterhäuser angingen, mussten vor den Häuptern derselben verhandelt werden. @@ -8500,7 +8501,7 @@ Numer Num 4 36 11 8 Hebr.: ihrer Vaterbrüder. Numer Num 4 36 12 De familia Manasse, qui fuit filius Joseph: et possessio, quæ illis fuerat attributa, mansit in tribu et familia patris earum. vom Geschlechte Manasses, der ein Sohn Josephs war; und der Besitz, der ihnen gegeben war, blieb in dem Stamme und der Familie ihres Vaters. Numer Num 4 36 13 Hæc sunt mandata atque judicia, quæ mandavit Dominus per manum Moysi ad filios Israel, in campestribus Moab supra Jordanum contra Jericho. Das sind die Gebote und die Rechtssatzungen, welche der Herr durch Moses den Söhnen Israels, in den Ebenen Moabs, am Jordan, Jericho gegenüber, gegeben hat.⁹ Numer Num 4 36 13 9 Vergl. [Num 22,1, Num 33,50] -Deuteronomium Dtn 5 1 0 Einleitung: Inhalt, Ort und Zeit der nachfolgenden drei großen Reden. (Kap. 1 V. 1-5) I. Erste Rede. Gott ist nicht minder ein strenger Richter als ein gütiger Vater, deshalb soll das Volk sein Gesetz treu beobachten. (Kap. 1,6 Kap. 4,40) Einige Ereignisse, durch welche Gott den Kindern Israel zur Zeit ihrer Wanderung seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit offenbarte. (1,6 3,29) A. Gottes Gerechtigkeit offenbart sich an dem aus Ägypten ausgezogenen Geschlechte. (1,6 3,29) a. Erinnerung, wie die Israeliten, nachdem am Berge Sinai alles nach Gottes Befehl geschehen und sie Fürsten und Anführer erhalten hatten, weiterzogen, das gelobte Land in Besitz zu nehmen (V. 19), durch die falschen Nachrichten der Kundschafter indes erschreckt, nicht wagten, gegen dasselbe vorzurücken, obwohl ihnen Gott seine Hilfe zusagte. (V. 33) b. Strafe für das Misstrauen und den Ungehorsam: Der Beschluss Gottes, jenes ganze Geschlecht in der Wüste untergehen zu lassen, und die Niederlage der Israeliten, als diese nach eigenem Ermessen die Amorrhiter angreifen. +Deuteronomium Dtn 5 1 0 Einleitung: Inhalt, Ort und Zeit der nachfolgenden drei großen Reden. (Kap. 1 V. 1-5) I. Erste Rede. Gott ist nicht minder ein strenger Richter als ein gütiger Vater, deshalb soll das Volk sein Gesetz treu beobachten. (Kap. 1,6 Kap. 4,40) Einige Ereignisse, durch welche Gott den Kindern Israel zur Zeit ihrer Wanderung seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit offenbarte. (1,6 3,29) A. Gottes Gerechtigkeit offenbart sich an dem aus Ägypten ausgezogenen Geschlechte. (1,6 3,29) a. Erinnerung, wie die Israeliten, nachdem am Berge Sinai alles nach Gottes Befehl geschehen und sie Fürsten und Anführer erhalten hatten, weiterzogen, das gelobte Land in Besitz zu nehmen (V. 19), durch die falschen Nachrichten der Kundschafter indes erschreckt, nicht wagten, gegen dasselbe vorzurücken, obwohl ihnen Gott seine Hilfe zusagte. (V. 33) b. Strafe für das Misstrauen und den Ungehorsam: Der Beschluss Gottes, jenes ganze Geschlecht in der Wüste untergehen zu lassen, und die Niederlage der Israeliten, als diese nach eigenem Ermessen die Amorrhiter angreifen. Deuteronomium Dtn 5 1 1 Hæc sunt verba, quæ locutus est Moyses ad omnem Israel trans Jordanem in solitudine campestri, contra Mare rubrum, inter Pharan, et Thophel, et Laban, et Haseroth, ubi auri est plurimum: Dies sind die Worte, welche Moses zu ganz Israel gesprochen hat jenseits des Jordans in der Wüstenebene,¹ dem roten Meere gegenüber,² zwischen Pharan,³ und Thophel,⁴ und Laban, und Haseroth,⁵ wo sehr viel Gold ist;⁶ Deuteronomium Dtn 5 1 1 1 In der Ebene Moabs. Deuteronomium Dtn 5 1 1 2 V. 1-3 bildeten vielleicht ursprünglich eine Zusammenfassung des Buches Numeri und den Übergang zu der Erzählung [Dtn 31,1434,12]. Später wurden dann zwischen [Dtn 1,3] und [Dtn 31,14] die Reden Moses eingeschoben, weshalb auch V. 4 zur näheren Bestimmung beigefügt ward. @@ -8581,7 +8582,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 1 44 Itaque egressus Amorrhæus, qui habitabat in montibus, Deuteronomium Dtn 5 1 44 34 [Num 14,43.45] Gemeint sind die Amalekiter und Chananiter. Das Hebr. führt fort: so lange ihr eben bliebet. Die Vulgata hat diesen Beisatz ausgelassen, weil sie denselben für bedeutungslos hielt. Indes der Verfasser will sagen, dass die Zeit lang war, ohne beizufügen, wie lang dieselbe war. Moses und die Hörer wussten es. Die Zahl steht zudem [Dtn 2,14]. Hiernach dauerte der Aufenthalt in Kades, der die Ereignisse in Pharan einschließt, 38 Jahre. An dieser Stelle aber wird der Leser wohl auf [Num 13,121,12] verwiesen, wo er sich die einzelnen Tatsachen nach Belieben auf die lange Reihe von Jahren verteilen kann. Deuteronomium Dtn 5 1 45 Cumque reversi ploraretis coram Domino, non audivit vos, nec voci vestræ voluit acquiescere. Und da ihr zurückkehrtet und vor dem Herrn weintet, hörte er nicht auf euch und wollte eurer Stimme nicht Gehör leihen. Deuteronomium Dtn 5 1 46 Sedistis ergo in Cadesbarne multo tempore. So bliebet ihr denn in Kadesbarne lange Zeit. -Deuteronomium Dtn 5 2 0 c. Kurze Erklärung, wie jenes gesamte Geschlecht in der Wüste starb, ohne dass es ihnen indes Gott an seinem Beistande fehlen gelassen, bis er das Volk endlich glücklich durch das Gebiet der Idumäer in die Ebene von Moab führte. (V. 15) B. Die Barmherzigkeit Gottes gegen das neue Geschlecht. (2,16 3,29) a. Die Folge der Ereignisse weiter berichtend, lenkt Moses die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf den göttlichen Beistand, den sie selbst vor ganz kurzer Zeit in dem Siege über zwei Feinde erfahren: Über Sephon, den König der Amorrhäer. +Deuteronomium Dtn 5 2 0 c. Kurze Erklärung, wie jenes gesamte Geschlecht in der Wüste starb, ohne dass es ihnen indes Gott an seinem Beistande fehlen gelassen, bis er das Volk endlich glücklich durch das Gebiet der Idumäer in die Ebene von Moab führte. (V. 15) B. Die Barmherzigkeit Gottes gegen das neue Geschlecht. (2,16 3,29) a. Die Folge der Ereignisse weiter berichtend, lenkt Moses die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf den göttlichen Beistand, den sie selbst vor ganz kurzer Zeit in dem Siege über zwei Feinde erfahren: Über Sephon, den König der Amorrhäer. Deuteronomium Dtn 5 2 1 Profectique inde venimus in solitudinem, quæ ducit ad Mare rubrum, sicut mihi dixerat Dominus: et circuivimus montem Seir longo tempore. Von da brachen wir auf, und kamen in die Wüste, welche sich gegen das rote Meer zieht, wie der Herr mir gesagt hatte;¹ und wir umzogen durch eine lange Zeit² das ganze Gebirge Seir. Deuteronomium Dtn 5 2 1 1 Es ist erfüllt, was [Dtn 1,40] auferlegt war, doch erst nach dem Abfall von Kades. [Num 14,25] und [Dtn 1,40] ist an die Hebräer noch nicht der Befehl ergangen, um das Gebirge Seir zu ziehen, da noch kein Grund dazu vorhanden war, sollten die Israeliten doch 37 Jahre in der Wüste bleiben, also zunächst die Richtung nach dem roten Meere einschlagen. Moses musste Gottes Befehl alsbald ausführen, also liegen die Ereignisse [Num 20,1] und [Num 20,2-13] nicht weit auseinander und sind von dem Aufstande [Num 13] durch einen nur geringen Abstand getrennt. Der wohl viele Jahre hindurch andauernde Abfall hinderte vermutlich diesen Marsch. Als jener aufhörte, ward der Marsch begonnen, nicht als bloße Strafe, sondern als göttliche Gnadenbezeugung und als Beginn des Zuges in das jenseits des Jordans gelegene Land. Jetzt trieb nicht allein Gottes Befehl die Israeliten an, sondern auch die Umstände selbst, welche eine andere Richtung nicht gestatteten. Der Aufenthalt in der Wüste war also nicht eine Strafe für die Empörung allein [Num 13ff], wenn er auch bei Gelegenheit derselben auferlegt ward, sondern auch ganz besonders für den großen Abfall, den Gott vorhergesehen. [Num 20,1.16] und [Dtn 1,46]; ebenso [Num 21,4] und [Dtn 2,1] werden dieselben Ereignisse erwähnt. Deuteronomium Dtn 5 2 1 2 Der Ausdruck besagt selbstverständlich nicht, dass Israel 37 Jahre um Seir herumzog. @@ -8646,7 +8647,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 2 36 Ab Aroer, quæ est super ripam torrentis Arnon, oppido Deuteronomium Dtn 5 2 36 26 Übersetze wie [Jos 13,9.16]: Ar. Also Von Aroer und von Ar, das im Tale liegt. Deuteronomium Dtn 5 2 37 Absque terra filiorum Ammon, ad quam non accessimus: et cunctis quæ adjacent torrenti Jeboc, et urbibus montanis, universisque locis, a quibus nos prohibuit Dominus Deus noster. ausgenommen das Land der Söhne Ammons, in das wir nicht gekommen sind, und²⁷ alles was am Bache Jebok liegt, und die Städte im Gebirge, und alle Orte, die uns der Herr, unser Gott, verboten hat. Deuteronomium Dtn 5 2 37 27 Zu streichen. -Deuteronomium Dtn 5 3 0 Gottes Beistand in dem Siege über den mächtigen Og, König von Basan, und in der Befestigung des Landes Sehons und Ogs. (V. 11) b. Mahnung, dass sich an ihnen die Verheißungen Gottes erfüllen sollen, da die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse bereits das Land jenseits des Jordans erhalten. (V. 20) c. Notwendigkeit, sich auch an die göttliche Gerechtigkeit zu erinnern, die so streng ist, dass Moses selbst von dem Betreten des verheißenen Landes wegen der Sünden Israels ausgeschlossen und Josue von Gott an seine Stelle gesetzt sei. +Deuteronomium Dtn 5 3 0 Gottes Beistand in dem Siege über den mächtigen Og, König von Basan, und in der Befestigung des Landes Sehons und Ogs. (V. 11) b. Mahnung, dass sich an ihnen die Verheißungen Gottes erfüllen sollen, da die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse bereits das Land jenseits des Jordans erhalten. (V. 20) c. Notwendigkeit, sich auch an die göttliche Gerechtigkeit zu erinnern, die so streng ist, dass Moses selbst von dem Betreten des verheißenen Landes wegen der Sünden Israels ausgeschlossen und Josue von Gott an seine Stelle gesetzt sei. Deuteronomium Dtn 5 3 1 Itaque conversi ascendimus per iter Basan: egressusque est Og rex Basan in occursum nobis cum populo suo ad bellandum in Edrai. Da wandten wir uns und zogen den Weg nach Basan hinauf; und Og, der König von Basan, zog aus und rückte uns mit seinem Volke zum Kampfe entgegen nach Edrai. [Num 21,33, Dtn 29,7] Deuteronomium Dtn 5 3 2 Dixitque Dominus ad me: Ne timeas eum: quia in manu tua traditus est cum omni populo ac terra sua: faciesque ei sicut fecisti Sehon regi Amorrhæorum, qui habitavit in Hesebon. Da sprach der Herr zu mir: Fürchte dich nicht vor ihm, denn er ist mit seinem ganzen Volke und seinem Lande in deine Hand gegeben; und du sollst an ihm tun, wie du an Sehon, dem Könige der Amorrhiter, getan hast, der in Hesebon wohnte. [Num 21,24.34] Deuteronomium Dtn 5 3 3 Tradidit ergo Dominus Deus noster in manibus nostris etiam Og regem Basan, et universum populum ejus: percussimusque eos usque ad internecionem, Der Herr, unser Gott, gab also auch Og den König von Basan, und sein ganzes Volk in unsere Hand, und wir schlugen sie bis zur Vernichtung [Num 21,35] @@ -8695,7 +8696,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 3 28 Præcipe Josue, et corrobora eum atque conforta: quia i Deuteronomium Dtn 5 3 28 18 Nicht du. Deuteronomium Dtn 5 3 29 Mansimusque in valle contra fanum Phogor. Und so blieben wir im Tale, dem Götzentempel Phogors gegenüber.¹⁹ Deuteronomium Dtn 5 3 29 19 Vergl. [Dtn 4,46]. Es ist die letzte Station. [Num 22,1] Gott war euer Schützer, er wird euch auch weiter beistehen, wenn ihr euch vor einer Sünde hütet, dem Ungehorsam gegen Jahve, insbesondere durch Götzendienst. -Deuteronomium Dtn 5 4 0 2. Aufforderung, das Gesetz Gottes zu beobachten und den Götzendienst zu meiden. (4,1 40) A. Die göttliche Gerechtigkeit muss das Volk antreiben, das Gesetz zu beobachten. (V. 1 31) a. Erinnerung an die Strafe Gottes, welche kurz zuvor die Abgefallenen ereilt (V. 6), zumal Israel allen anderen Völkern vorgezogen und keines zu finden sei, mit dem Gott auf ähnliche Weise verkehrt und dem er ein ähnliches Gesetz gegeben. (V. 14) b. Doch besonders der Zorn Gottes soll die Israeliten von allem Götzendienste fernhalten, der wegen des Murrens der früheren Geschlechter Moses selbst mit Strafe heimgesucht (V. 22) und sie und ihre Kinder, sobald sie sich den Götzenbildern zuwenden sollten, strafen und nur nach langwieriger Buße wieder zu Gnaden aufnehmen werde. (V. 31) B. Ebenso muss die göttliche Barmherzigkeit zur Treue antreiben: Wie viel Wohltaten hat ihnen der Herr vor allen Völkern durch die Gesetzgebung, den Auszug aus Ägypten und seine ganze Leitung erwiesen! (V. 40) Kurze Zwischenbemerkungen über die drei Zufluchtsstätten jenseits des Jordans. +Deuteronomium Dtn 5 4 0 2. Aufforderung, das Gesetz Gottes zu beobachten und den Götzendienst zu meiden. (4,1 40) A. Die göttliche Gerechtigkeit muss das Volk antreiben, das Gesetz zu beobachten. (V. 1 31) a. Erinnerung an die Strafe Gottes, welche kurz zuvor die Abgefallenen ereilt (V. 6), zumal Israel allen anderen Völkern vorgezogen und keines zu finden sei, mit dem Gott auf ähnliche Weise verkehrt und dem er ein ähnliches Gesetz gegeben. (V. 14) b. Doch besonders der Zorn Gottes soll die Israeliten von allem Götzendienste fernhalten, der wegen des Murrens der früheren Geschlechter Moses selbst mit Strafe heimgesucht (V. 22) und sie und ihre Kinder, sobald sie sich den Götzenbildern zuwenden sollten, strafen und nur nach langwieriger Buße wieder zu Gnaden aufnehmen werde. (V. 31) B. Ebenso muss die göttliche Barmherzigkeit zur Treue antreiben: Wie viel Wohltaten hat ihnen der Herr vor allen Völkern durch die Gesetzgebung, den Auszug aus Ägypten und seine ganze Leitung erwiesen! (V. 40) Kurze Zwischenbemerkungen über die drei Zufluchtsstätten jenseits des Jordans. Deuteronomium Dtn 5 4 1 Et nunc Israel audi præcepta et judicia, quæ ego doceo te: ut faciens ea, vivas, et ingrediens possideas terram, quam Dominus Deus patrum vestrorum daturus est vobis. Und nun Israel, höre die Gebote und die Rechte, welche ich dich lehre,¹ dass du sie übest, und lebest,² und in das Land hineinziehest, und es in Besitz nehmest, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch geben will. Deuteronomium Dtn 5 4 1 1 Im Hebr. steht das Partizip, das Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft umfasst. Bis V. 8 folgen allgemeine Vorschriften. Deuteronomium Dtn 5 4 1 2 Nicht sterbest. @@ -8773,7 +8774,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 4 48 Ab Aroer, quæ sita est super ripam torrentis Arnon, us Deuteronomium Dtn 5 4 48 27 Sarion. Deuteronomium Dtn 5 4 49 Omnem planitiem trans Jordanem ad orientalem plagam, usque ad mare solitudinis, et usque ad radices montis Phasga. die ganze Ebene jenseits des Jordans nach Osten hin, bis zum Meere der Wüste und bis an den Fuß des Berges Phasga.²⁸ Deuteronomium Dtn 5 4 49 28 Die Aufschrift V. 45 -49 ist der Rede vorgesetzt, bevor diese mit den früheren Reden und Taten Moses im Pentateuch verbunden ward. -Deuteronomium Dtn 5 5 0 II. Zweite Rede an demselben Tage und demselben Orte: Wiederholung, Ergänzung und Einschärfung des am Berge Sinai und in der Wüste gegebenen Gesetzes. (Kap. 5 V. 1 Kap. 26 V. 19) 1. Allgemeiner Teil: Gott allein ist zu verehren und sein Gesetz treu zu beobachten. (5,1 11,32) A. Einleitung (5,1-33) a. Mahnung, auf die Worte zu achten. (V. 5) b. Wiederholung der zehn Gebote, die Gott selbst verkündet hat. (V. 21) c. Ursachen, weshalb die Israeliten baten, dass nicht mehr Gott durch sich selbst zu ihnen reden, sondern durch seinen Gesandten die Gesetze kundtun wollte. +Deuteronomium Dtn 5 5 0 II. Zweite Rede an demselben Tage und demselben Orte: Wiederholung, Ergänzung und Einschärfung des am Berge Sinai und in der Wüste gegebenen Gesetzes. (Kap. 5 V. 1 Kap. 26 V. 19) 1. Allgemeiner Teil: Gott allein ist zu verehren und sein Gesetz treu zu beobachten. (5,1 11,32) A. Einleitung (5,1-33) a. Mahnung, auf die Worte zu achten. (V. 5) b. Wiederholung der zehn Gebote, die Gott selbst verkündet hat. (V. 21) c. Ursachen, weshalb die Israeliten baten, dass nicht mehr Gott durch sich selbst zu ihnen reden, sondern durch seinen Gesandten die Gesetze kundtun wollte. Deuteronomium Dtn 5 5 1 Vocavitque Moyses omnem Israelem, et dixit ad eum: Audi Israel ceremonias atque judicia, quæ ego loquor in auribus vestris hodie: discite ea, et opere complete. Und Moses berief ganz Israel und sprach zu ihm: Höre, Israel, die Satzungen und Rechte, welche ich heute¹ vor euren Ohren verkünde; lernet sie und erfüllet sie im Werke. Deuteronomium Dtn 5 5 1 1 Zu dieser Zeit, wo ihr bald den Jordan überschreiten sollt. Vergl. [Dtn 9,1.3]. Das Ziel der Rede ist es das Gesetz zu verkünden, das das Wort des Bundes, der im Lande Moab zu schließen ist [Dtn 29,1] und die Wiederherstellung des ersten Bundes bedeutet, so wie die Rede lange nachher die Urkunde des unter Josue erneuerten Bundes ward. Deuteronomium Dtn 5 5 2 Dominus Deus noster pepigit nobiscum fdus in Horeb. Der Herr, unser Gott, hat mit uns am Horeb einen Bund geschlossen. @@ -8822,7 +8823,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 5 32 Custodite igitur et facite quæ præcepit Dominus Deus Deuteronomium Dtn 5 5 32 14 Wohl dasselbe, was [Dtn 4,2]. Deuteronomium Dtn 5 5 33 Sed per viam, quam præcepit Dominus Deus vester, ambulabitis, ut vivatis, et bene sit vobis, et protelentur dies in terra possessionis vestræ. sondern wandelt auf dem Wege, den der Herr, euer Gott, euch geboten hat, damit ihr lebet,¹⁵ und es euch wohlgehe, und eure Tage im Lande, das ihr in Besitz nehmen werdet, lange währen. Deuteronomium Dtn 5 5 33 15 Nicht sterbet. -Deuteronomium Dtn 5 6 0 B. Mahnung, nur einen Gott zu ehren und sich allen Götzendienstes zu enthalten. (6,1 7,26) a. Erklärung des ersten Gebotes: Gott allein ist zu lieben und die Erinnerung an ihn, als den Spender der höchsten Wohltaten, auf die Nachkommen fortzuerben. +Deuteronomium Dtn 5 6 0 B. Mahnung, nur einen Gott zu ehren und sich allen Götzendienstes zu enthalten. (6,1 7,26) a. Erklärung des ersten Gebotes: Gott allein ist zu lieben und die Erinnerung an ihn, als den Spender der höchsten Wohltaten, auf die Nachkommen fortzuerben. Deuteronomium Dtn 5 6 1 Hæc sunt præcepta, et ceremoniæ, atque judicia, quæ mandavit Dominus Deus vester ut docerem vos, et faciatis ea in terra, ad quam transgredimini possidendam: Dies sind die Gebote und Satzungen und Rechte, die der Herr, euer Gott, mir geboten hat, euch zu lehren, damit ihr sie in dem Lande, in das ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen, übet;¹ Deuteronomium Dtn 5 6 1 1 Das Bündnis auf der Ebene von Moab war nicht eine bloße Erneuerung, sondern eine Wiederherstellung des Bündnisses am Sinai, ein neues Bündnis außer dem am Horeb geschlossenen. [Dtn 29,1] Auch dieses musste also seine schriftliche Bezeugung haben, wie das am Horeb, aber eine von diesem verschiedene. Waren zudem die Israeliten in Kades, wie es wahrscheinlich ist, zum großen Teil von der Verehrung Jahves abgefallen und in Götzendienst versunken, so musste das Zeugnis der Wiederherstellung des Bundes vor allem die Pflichten gegen Gott und das Verbot des Götzendienstes ausdrücklich enthalten, wenn es nicht alle Pflichten einzeln aufzählte. Ein anderes Zeugnis des Bundes auf der Ebene von Moab sind die Segnungen und Flüche [Dtn 28], die zwar auch [Lev 26] sich finden, doch hier einen Teil der Worte des Bundes ausmachen. Deuteronomium Dtn 5 6 2 Ut timeas Dominum Deum tuum, et custodias omnia mandata et præcepta ejus, quæ ego præcipio tibi, et filiis, ac nepotibus tuis, cunctis diebus vitæ tuæ, ut prolongentur dies tui. dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest und dein ganzes Leben lang alle seine Gebote und Vorschriften haltest, die ich dir, und deinen Söhnen, und deinen Enkeln befehle, damit deine Tage lange währen. @@ -8861,7 +8862,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 6 24 11 Das Hebr. fährt fort: uns am Leben zu erhalten, wi Deuteronomium Dtn 5 6 25 Eritque nostri misericors, si custodierimus et fecerimus omnia præcepta ejus coram Domino Deo nostro, sicut mandavit nobis. Und er wird gegen uns barmherzig sein,¹² wenn wir alle seine¹³ Gebote halten und vor dem Herrn, unserm Gott, tun, wie er uns geboten hat. Deuteronomium Dtn 5 6 25 12 Hebr.: Und es wird uns als Gerechtigkeit gelten. Deuteronomium Dtn 5 6 25 13 Besser: Diese vier Gebote enthalten Dinge, die jetzt und immer zu tun sind, das fünfte eine bald, nach Überschreitung des Jordans und bis zur völligen Vernichtung der sieben chananitischen Völker zu beobachtende Vorschrift. Das vierte Gebot hat gleichsam als Schlusswort die Mahnung V. 20 25. Das fünfte endet [Dtn 7,6-10] mit dem Preise der Auserwählung Israels. [Dtn 6,25] zeigt die Gerechtigkeit, welche Israel üben soll; [Dtn 7,6] die Heiligkeit Israels. -Deuteronomium Dtn 5 7 0 b. Die Israeliten sollen sich von dem Götzendienste der Chananiter hüten und diese deshalb vollständig austilgen (V. 10), da Gott ihnen, wenn sie ihm treu bleiben, im Kampfe gegen jene beistehen werde. +Deuteronomium Dtn 5 7 0 b. Die Israeliten sollen sich von dem Götzendienste der Chananiter hüten und diese deshalb vollständig austilgen (V. 10), da Gott ihnen, wenn sie ihm treu bleiben, im Kampfe gegen jene beistehen werde. Deuteronomium Dtn 5 7 1 Cum introduxerit te Dominus Deus tuus in terram, quam possessurus ingrederis, et deleverit gentes multas coram te, Hethæum, et Gergezæum, et Amorrhæum, Chananæum, et Pherezæum, et Hevæum, et Jebusæum, septem gentes multo majoris numeri quam tu es, et robustiores te: Wenn dich der Herr, dein Gott, in das Land bringt, in das du ziehst, es in Besitz zu nehmen, und viele Völker vor dir vertilgt,¹ die Hethiter, Gergeziter, Amorrhiter, Chananiter, Phereziter, Heviter und Jebusiter, sieben Völker, viel zahlreicher, als du bist, und stärker als du,² [Ex 23,23, Ex 33,2] Deuteronomium Dtn 5 7 1 1 Im Hebr.: Vertreibt. Deuteronomium Dtn 5 7 1 2 Jedes einzelne stärker als du. @@ -8899,7 +8900,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 7 25 Sculptilia eorum igne combures: non concupisces argentu Deuteronomium Dtn 5 7 25 10 Das Verbot ergeht, nicht weil an sich Gold und Silber verwehrt werden sollten, sondern um desto mehr von dem Götzendienste abzuhalten. Deuteronomium Dtn 5 7 26 Nec inferes quippiam ex idolo in domum tuam, ne fias anathema, sicut et illud est. Quasi spurcitiam detestaberis, et velut inquinamentum ac sordes abominationi habebis, quia anathema est. Bringe auch nichts von einem Götzenbilde in dein Haus, dass du nicht fluchbeladen werdest wie jenes.¹¹ Wie Unrat sollst du es verabscheuen, und wie Schmutz und Kot soll es dir ein Greuel sein, denn es ist fluchbeladen. Deuteronomium Dtn 5 7 26 11 Hebr.: Dass du nicht gleich ihm dem Banne verfallest. Vielmehr sollst du es verabscheuen und Grauen davor empfinden, denn es ist dem Banne verfallen. -Deuteronomium Dtn 5 8 0 C. Beweggründe, durch welche die Israeliten sich selbst ermuntern sollen, den einen wahren Gott zu verehren und das Gesetz zu beobachten. (8,1 11,32) a. Die Israeliten sollen der Wohltaten, welche sie während des ganzen Zuges durch die Wüste erhalten und im verheißenen Lande noch erlangen werden, sich erinnern, damit sie nicht ähnlich untergehen wie die Chananiter. +Deuteronomium Dtn 5 8 0 C. Beweggründe, durch welche die Israeliten sich selbst ermuntern sollen, den einen wahren Gott zu verehren und das Gesetz zu beobachten. (8,1 11,32) a. Die Israeliten sollen der Wohltaten, welche sie während des ganzen Zuges durch die Wüste erhalten und im verheißenen Lande noch erlangen werden, sich erinnern, damit sie nicht ähnlich untergehen wie die Chananiter. Deuteronomium Dtn 5 8 1 Omne mandatum, quod ego præcipio tibi hodie, cave diligenter ut facias: ut possitis vivere, et multiplicemini, ingressique possideatis terram, pro qua juravit Dominus patribus vestris. Alle Gebote, die ich dir heute auferlege, sei eifrig bedacht zu halten, damit ihr leben könnet, und euch mehret, und hineinziehet und das Land in Besitz nehmet, das der Herr euern Vätern zugeschworen hat. Deuteronomium Dtn 5 8 2 Et recordaberis cuncti itineris, per quod adduxit te Dominus Deus tuus quadraginta annis per desertum, ut affligeret te, atque tentaret, et nota fierent quæ in tuo animo versabantur, utrum custodires mandata illius, an non. Gedenke auch des ganzen Weges, auf dem dich der Herr, dein Gott, vierzig Jahre durch die Wüste geführt hat, um dich zu demütigen und auf die Probe zu stellen, und damit offenbar würde, wie du in deinem Herzen gesinnt warst,¹ ob du seine Gebote halten würdest, oder nicht. Deuteronomium Dtn 5 8 2 1 Das Ziel des Führens war zu demütigen und auf die Probe zu stellen, das Ziel des auf die Probe Stellens die Offenbarung der Herzensgesinnung, die meist nicht zur Ehre Israels diente. @@ -8933,7 +8934,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 8 18 12 Schon jetzt ist es offenbar geworden, da Israel an Deuteronomium Dtn 5 8 19 Sin autem oblitus Domini Dei tui, secutus fueris deos alienos, coluerisque illos et adoraveris: ecce nunc prædico tibi quod omnino dispereas. Wenn du aber des Herrn, deines Gottes, vergessend fremden Göttern nachfolgen, und ihnen dienen, und sie anbeten solltest, siehe, so sage ich dir jetzt voraus, dass du gänzlich zu Grunde gehen wirst. Deuteronomium Dtn 5 8 20 Sicut gentes, quas delevit Dominus in introitu tuo, ita et vos peribitis, si inobedientes fueritis voci Domini Dei vestri. Wie die Völker, die der Herr bei deinem Einzuge vertilgt hat, so werdet auch ihr zu Grunde gehen, wenn ihr der Stimme des Herrn, eures Gottes, ungehorsam seid.¹³ Deuteronomium Dtn 5 8 20 13 Ungehorsam macht jeden Vorzug Israels vor den Heiden hinfällig. -Deuteronomium Dtn 5 9 0 b. Damit die Israeliten nicht meinen, diese Wohltaten seien ihnen und ihrer Gerechtigkeit gebührend, (V. 9) sollen sie sich immer an die Übertretungen ihrer Väter erinnern, die, als kaum das Bündnis mit Gott geschlossen war, sich dem Götzendienst ergaben und immer von neuem gegen Gott sich empörten (V. 24), so dass der Herr nur durch die Bitten Moses bewogen werden konnte, das Bündnis mit ihnen zu erneuern. (9,25 10,11) +Deuteronomium Dtn 5 9 0 b. Damit die Israeliten nicht meinen, diese Wohltaten seien ihnen und ihrer Gerechtigkeit gebührend, (V. 9) sollen sie sich immer an die Übertretungen ihrer Väter erinnern, die, als kaum das Bündnis mit Gott geschlossen war, sich dem Götzendienst ergaben und immer von neuem gegen Gott sich empörten (V. 24), so dass der Herr nur durch die Bitten Moses bewogen werden konnte, das Bündnis mit ihnen zu erneuern. (9,25 10,11) Deuteronomium Dtn 5 9 1 Audi Israel: Tu transgredieris hodie Jordanem, ut possideas nationes maximas et fortiores te, civitates ingentes, et ad clum usque muratas, Höre Israel! Du wirst heute über den Jordan ziehen, um Völker zu bezwingen, die größer und stärker sind als du, und große Städte, deren Mauern bis zum Himmel reichen, Deuteronomium Dtn 5 9 2 Populum magnum atque sublimem, filios Enacim, quos ipse vidisti, et audisti, quibus nullus potest ex adverso resistere. ein großes und hochgewachsenes Volk, die Söhne der Enakiter, die du selbst gesehen¹ und von denen du gehört, denen niemand zu widerstehen vermag. Deuteronomium Dtn 5 9 2 1 Hebr.: Von denen du selbst erfahren. @@ -8975,7 +8976,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 9 26 Et orans dixi: Domine Deus, ne disperdas populum tuum, Deuteronomium Dtn 5 9 27 Recordare servorum tuorum Abraham, Isaac, et Jacob: ne aspicias duritiam populi hujus, et impietatem atque peccatum: Gedenke deiner Knechte Abraham, Isaak und Jakob; siehe nicht die Halsstarrigkeit dieses Volkes und ihre Missetat und Sünde an, Deuteronomium Dtn 5 9 28 Ne forte dicant habitatores terræ, de qua eduxisti nos: Non poterat Dominus introducere eos in terram, quam pollicitus est eis, et oderat illos: idcirco eduxit, ut interficeret eos in solitudine: dass die Bewohner des Landes, aus dem du uns weggeführt hast, nicht etwa sagen: Der Herr vermochte nicht, sie in das Land zu führen, das er ihnen verheißen hat, und da er sie hasste, führte er sie heraus, um sie in der Wüste zu töten. Deuteronomium Dtn 5 9 29 Qui sunt populus tuus et hereditas tua, quos eduxisti in fortitudine tua magna, et in brachio tuo extento. Sie sind ja dein Volk und dein Erbe, das du mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arme herausgeführt hast. -Deuteronomium Dtn 5 10 0 Erneuerung der Tafeln und des Bündnisses Gottes mit Israel. (V. 11) c. Zur Beobachtung des Gesetzes muss endlich die große Liebe veranlassen, mit der Gott sie erwählt, und seine höchste Majestät. +Deuteronomium Dtn 5 10 0 Erneuerung der Tafeln und des Bündnisses Gottes mit Israel. (V. 11) c. Zur Beobachtung des Gesetzes muss endlich die große Liebe veranlassen, mit der Gott sie erwählt, und seine höchste Majestät. Deuteronomium Dtn 5 10 1 In tempore illo dixit Dominus ad me: Dola tibi duas tabulas lapideas, sicut priores fuerunt, et ascende ad me in montem: faciesque arcam ligneam, In jener Zeit¹ sprach der Herr zu mir: Haue dir zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersten waren, und steige zu mir auf den Berg; auch mache eine hölzerne Lade, [Ex 34,1] Deuteronomium Dtn 5 10 1 1 Moses zieht hier zeitlich auseinander liegende Ereignisse zusammen, sie in rhetorischer Übersicht darstellend. Deuteronomium Dtn 5 10 2 Et scribam in tabulis verba quæ fuerunt in his, quas ante confregisti, ponesque eas in arca. so will ich auf die Tafeln die Worte schreiben, welche auf denen standen, die du vorhin zerbrochen, und diese lege in die Lade.² @@ -9016,7 +9017,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 10 21 Ipse est laus tua, et Deus tuus, qui fecit tibi hæc m Deuteronomium Dtn 5 10 21 17 Eine Art Doxologie. Deuteronomium Dtn 5 10 22 In septuaginta animabus descenderunt patres tui in gyptum: et ecce nunc multiplicavit te Dominus Deus tuus sicut astra cli. Siebenzig Seelen stark zogen deine Väter nach Ägypten hinab; und siehe, jetzt hat der Herr, dein Gott, dich vermehrt gleich den Sternen des Himmels.¹⁸ [Gen 46,27, Ex 1,5] Deuteronomium Dtn 5 10 22 18 In Erfüllung von [Gen 15,5] und als Beweis seiner Wundermacht, die Israel zur Furcht und Liebe verpflichtet. -Deuteronomium Dtn 5 11 0 Zur Beobachtung des Gesetzes müssen die Israeliten ferner die Wunderzeichen bewegen, durch welche Gott in Ägypten und in der Wüste seine Gerechtigkeit und Macht offenbarte (V. 12), sowie die den Gehorsamen versprochenen Segnungen und die den Ungehorsamen angedrohten Verfluchungen. +Deuteronomium Dtn 5 11 0 Zur Beobachtung des Gesetzes müssen die Israeliten ferner die Wunderzeichen bewegen, durch welche Gott in Ägypten und in der Wüste seine Gerechtigkeit und Macht offenbarte (V. 12), sowie die den Gehorsamen versprochenen Segnungen und die den Ungehorsamen angedrohten Verfluchungen. Deuteronomium Dtn 5 11 1 Ama itaque Dominum Deum tuum, et observa præcepta ejus et ceremonias, judicia atque mandata omni tempore. So liebe denn den Herrn, deinen Gott, und beobachte seine Gebote und Vorschriften, und Rechte und Satzungen allezeit. Deuteronomium Dtn 5 11 2 Cognoscite hodie quæ ignorant filii vestri, qui non viderunt disciplinam Domini Dei vestri, magnalia ejus et robustam manum, extentumque brachium, Erkennet heute,¹ was eure Söhne nicht wissen,² da sie die Zucht des Herrn, eures Gottes, seine großen Taten, seine starke Hand, und seinen ausgestreckten Arm, nicht gesehen haben, Deuteronomium Dtn 5 11 2 1 Zwar sollten sie längst erkannt haben, dass Jahve alle diese Wunder getan, sie zur Beobachtung seiner Gebote zu führen, doch ganz besonders heute müssen sie es erkennen, wo Moses ihnen die Beweggründe zur Beobachtung dargelegt. @@ -9064,7 +9065,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 11 30 Qui sunt trans Jordanem post viam, quæ vergit ad soli Deuteronomium Dtn 5 11 30 15 Vom Ostjordangebiet führt die Hauptstraße über Bethsan nach der Ebene Jesreel hinauf und wendet sich dann nach Süden, das Westjordanland in der Mitte der Länge nach durchschneidend. Beim Eintritt in die Ebene von Macha streift sie den westlich von ihr gelegenen Fuß des Hebal und des Garizim. Das hier gemeinte Galgala ist nicht das in der Nähe von Sichem gelegene. Deuteronomium Dtn 5 11 31 Vos enim transibitis Jordanem, ut possideatis terram, quam Dominus Deus vester daturus est vobis, ut habeatis et possideatis illam. Denn ihr werdet über den Jordan ziehen, um das Land in Besitz zu nehmen, das der Herr, euer Gott, euch geben will, dass ihr es erhaltet und bewohnet. Deuteronomium Dtn 5 11 32 Videte ergo ut impleatis ceremonias atque judicia, quæ ego hodie ponam in conspectu vestro. Sehet also zu, dass ihr die Satzungen und Vorschriften erfüllet, die ich euch heute vor Augen halten werde. -Deuteronomium Dtn 5 12 0 2. Spezieller Teil: Die Hauptpflichten der Kinder Israels (12,1 26,19). A. Die Pflichten gegen Gott. (12,1 16,17) a. Nach Zerstörung der Götzenaltäre sollen die Israeliten ihre Opfer an einem Orte, den der Herr erwählen wird, Gott darbringen. (V. 14) Zugleich wird ihnen, mit Aufhebung der früheren Vorschrift gestattet, andere Tiere an jedem beliebigen Orte zu schlachten und zu essen, wenn sie sich nur des Blutes enthalten. +Deuteronomium Dtn 5 12 0 2. Spezieller Teil: Die Hauptpflichten der Kinder Israels (12,1 26,19). A. Die Pflichten gegen Gott. (12,1 16,17) a. Nach Zerstörung der Götzenaltäre sollen die Israeliten ihre Opfer an einem Orte, den der Herr erwählen wird, Gott darbringen. (V. 14) Zugleich wird ihnen, mit Aufhebung der früheren Vorschrift gestattet, andere Tiere an jedem beliebigen Orte zu schlachten und zu essen, wenn sie sich nur des Blutes enthalten. Deuteronomium Dtn 5 12 1 Hæc sunt præcepta atque judicia, quæ facere debetis in terra, quam Dominus Deus patrum tuorum daturus est tibi, ut possideas eam cunctis diebus, quibus super humum gradieris. Dies sind die Gebote und die Vorschriften,¹ welche ihr beobachten sollt in dem Lande, welches der Herr, der Gott deiner Väter, dir geben wird, dass du es besitzest alle Tage, die du auf Erden wandeln wirst.² Deuteronomium Dtn 5 12 1 1 Man kann drei Sammlungen unterscheiden (die erste und zweite Kap. 12 Kap. 16,16 und von da bis Kap. 20). Die aus Exodus und Numeri wiederholten Gesetze enthalten die Substanz der Vorschriften, die Zusätze und daraus hergeleitete Fälle. In der ersten Reihe haben nur die wichtigsten Gesetze über den Gottesdienst eine besondere Stellung, die Anordnung der zweiten richtet sich wesentlich nach der Wichtigkeit des Gegenstandes (Richter, König, Priester, Propheten), doch die dritte (Kap. 21 26,15) Reihe hat keine bestimmte Ordnung. Geändert werden: durch [Dtn 12,15ff20-25] [Lev 17,1-9] [Dtn 14,22-29] [Num 18,21-32] durch [Dtn 15,19-23] [Num 18,15-16] [Dtn 18,1-8] [Lev 7,25-34] [Num 18,1-20] Was hier mit dem Exodus übereinstimmt, ist besonders aus [Ex 20,2223,33] sowie [Ex 34,10-27] genommen. Vieles andere stimmt dem Inhalte nach mit den älteren Büchern überein. Die Gesetze [Ex 20] und [Ex 34] waren nicht allein göttliche, sondern auch kraft des Bündnisses so lange dauernde als dieses selbst, d. i. bis zur Zeit, wo Christus das neue Gesetz gab. Die übrigen Gesetze konnten Änderungen unterworfen werden. Deuteronomium Dtn 5 12 1 2 Die Vorschriften bis V. 7 lösen nicht alle ragen, die auftauchen können. Darf man z.B. Jahve auch auf Altären verehren, welche aus privater Autorität errichtet sind und an anderen Orten als die vorher heidnischen Kulten dienen? Deshalb waren drei weitere Bestimmungen notwendig 8-19; 20-28; 29.31; die beiden ersten für den positiven, die dritte für den negativen Teil des Gesetzes. Diese Zusätze beantworten die oben erwähnten Fragen freilich nicht. Sie verwerfen mithin nicht, was Samuel getan, die Darbringung von Opfern an Orten, die Gott besonders ausgezeichnet, öffentlich [1Sam 7], privatim [Ri 5,24]. Ja in V. 11.14.17.18 dieses Kapitels kann man eine Billigung derselben finden, insofern hier nur von den durch das Gesetz vorgeschriebenen Opfern die Rede ist. Hieraus lässt sich der Schluss ziehen, dass diese weiteren Bestimmungen nur vom offiziellen Gottesdienst handeln. @@ -9129,7 +9130,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 12 31 Non facies similiter Domino Deo tuo. Omnes enim abomin Deuteronomium Dtn 5 12 32 Quod præcipio tibi, hoc tantum facito Domino: nec addas quidquam, nec minuas. Was ich dir gebiete, das allein³¹ tue für den Herrn,³² weder füge etwas hinzu, noch nimm etwas hinweg. Deuteronomium Dtn 5 12 32 31 Diese Beschränkung ist auszutilgen. Deuteronomium Dtn 5 12 32 32 Die drei Neubestimmungen sollen Gesetzeskraft haben. -Deuteronomium Dtn 5 13 0 b. Warnung, sich von falschen Propheten oder selbst durch Verwandte von dem einen wahren Gott abwendig machen zu lassen; vielmehr sollen die Israeliten alle Verführer fern halten und die Abtrünnigen in den Bann tun. +Deuteronomium Dtn 5 13 0 b. Warnung, sich von falschen Propheten oder selbst durch Verwandte von dem einen wahren Gott abwendig machen zu lassen; vielmehr sollen die Israeliten alle Verführer fern halten und die Abtrünnigen in den Bann tun. Deuteronomium Dtn 5 13 1 Si surrexerit in medio tui prophetes, aut qui somnium vidisse se dicat, et prædixerit signum atque portentum, Wenn in deiner Mitte ein Prophet oder jemand auftritt, der behauptet, einen Traum gehabt zu haben, und sagt ein Zeichen oder ein Wunder vorher,¹ Deuteronomium Dtn 5 13 1 1 Stellt dir in Aussicht, wie Isaias dem Könige Achaz. [Jes 7,10ff] Deuteronomium Dtn 5 13 2 Et evenerit quod locutus est, et dixerit tibi: Eamus, et sequamur deos alienos quos ignoras, et serviamus eis: und es trifft ein, was er verkündet hat,² und er spricht zu dir: Lasset uns hingehen und fremden Göttern folgen, die du nicht kennst,³ und ihnen dienen, @@ -9166,7 +9167,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 13 17 16 Durch dieses Verbot wurden selbstsüchtige Motive Deuteronomium Dtn 5 13 17 17 Der Zorn Jahves gilt der Gesamtheit, bis das unnütze Glied abgeschnitten ist. Deuteronomium Dtn 5 13 18 Quando audieris vocem Domini Dei tui, custodiens omnia præcepta ejus, quæ ego præcipio tibi hodie, ut facias quod placitum est in conspectu Domini Dei tui. wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, indem du alle seine Gebote hältst,¹⁸ die ich dir heute anbefehle, dass du tuest, was in den Augen des Herrn, deines Gottes, wohlgefällig ist. Deuteronomium Dtn 5 13 18 18 Besser wohl: Fürwahr, du wirst auf die Stimme deines Gottes hören, indem du alle seine Gebote beobachtest. Nach diesem Gesetze verfuhren die Israeliten [Jos 22,12]. -Deuteronomium Dtn 5 14 0 c. Verschiedene, die gesetzliche Reinheit und die Verehrung Gottes betreffende Vorschriften: heidnische Gebräuche meidend, sollen die Israeliten den Unterschied zwischen reinen und unreinen Speisen beobachten und treu den Zehnten entrichten. +Deuteronomium Dtn 5 14 0 c. Verschiedene, die gesetzliche Reinheit und die Verehrung Gottes betreffende Vorschriften: heidnische Gebräuche meidend, sollen die Israeliten den Unterschied zwischen reinen und unreinen Speisen beobachten und treu den Zehnten entrichten. Deuteronomium Dtn 5 14 1 Filii estote Domini Dei vestri: non vos incidetis, nec facietis calvitium super mortuo. Seid¹ Söhne des Herrn, eures Gottes; machet euch keine Einschnitte² und scheret euch nicht kahl um eines Toten willen,³ Deuteronomium Dtn 5 14 1 1 Besser: Ihr seid. Da Israel der erstgeborene Sohn Jahves ist in Kraft der göttlichen Wahl, Liebe und Erziehung [Ex 4,22, Hos 11,1], ist jeder Israelit der Sohnschaft Gottes teilhaftig. Diese verpflichtet ihn, das Wesen Jahves an sich darzustellen, also besonders seine Heiligkeit. Die Ausprägung dieser Heiligkeit am eigenen Leibe wird V. 1, V. 2, im Gebrauche der Nahrung aus der Tierwelt V. 3-21 nach diesen zwei Seiten ähnlich durchgeführt wie [Lev 19,27]. V. 1, V. 2 enthalten also das tiefste Motiv der folgenden Vorschriften. Deuteronomium Dtn 5 14 1 2 Durch solche Bezeugung wilden Schmerzes wird die gottgeweihte Unversehrtheit des menschlichen Leibes verletzt. @@ -9220,7 +9221,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 14 27 Et Levites qui intra portas tuas est, cave ne derelinq Deuteronomium Dtn 5 14 28 Anno tertio separabis aliam decimam ex omnibus quæ nascuntur tibi eo tempore: et repones intra januas tuas. Im dritten Jahre sollst du einen andern Zehnten von allem, was dir zu jener Zeit wächst, absondern und in deinen Toren niederlegen.²⁴ Deuteronomium Dtn 5 14 28 24 Hebr.: Am Ende von drei Jahren sollst du den gesamten Zehnten von deinem Ertrage in jenem dritten Jahre herausgeben und in deinem Wohnorte niederlegen. Im dritten Jahre ist kein Abzug zu machen für die Zehntmahlzeit. Es ist zwischen [Lev 27] und [Num 18] einerseits und [Dtn 14] andererseits eine Differenz, welche die Juden durch die Annahme zweier verschiedener Zehnten auszugleichen suchten. (Vergl. [Tob 1] in der Sept. Vulg. V. 6ff) Die späteren Juden erfassten indes oftmals nicht den Sinn früherer Gesetze und fielen in die einfachere und leichtere Praxis der Patriarchen zurück. Deuteronomium Dtn 5 14 29 Venietque Levites qui aliam non habet partem nec possessionem tecum, et peregrinus ac pupillus et vidua, qui intra portas tuas sunt, et comedent et saturabuntur: ut benedicat tibi Dominus Deus tuus in cunctis operibus manuum tuarum quæ feceris. Dann möge der Levit, welcher keinen andern Anteil noch Erbbesitz mit dir hat, der Fremdling, die Waise und die Witwe, die innerhalb deiner Tore sind, kommen, und essen, und sich sättigen; dass der Herr, dein Gott, dich bei allen Werken deiner Hände, die du unternimmst, segne. -Deuteronomium Dtn 5 15 0 Die Israeliten sollten im siebenten Jahre den Erlass gewähren (V. 18), die Erstgeburten der Tiere Gott weihen. +Deuteronomium Dtn 5 15 0 Die Israeliten sollten im siebenten Jahre den Erlass gewähren (V. 18), die Erstgeburten der Tiere Gott weihen. Deuteronomium Dtn 5 15 1 Septimo anno facies remissionem, Im siebenten Jahre sollst du einen Erlass stattfinden lassen; Deuteronomium Dtn 5 15 2 Quæ hoc ordine celebrabitur. Cui debetur aliquid ab amico vel proximo ac fratre suo, repetere non poterit, quia annus remissionis est Domini. mit diesem soll es also gehalten werden: Jeder, dem sein Freund, oder Nächster, oder Bruder etwas schuldet, soll es nicht zurückfordern können,¹ weil es das Erlassjahr des Herrn ist. Deuteronomium Dtn 5 15 2 1 Hebr.: Soll seine Hand nachlassen: In diesem Jahre darf der Gläubiger nicht drängen, sondern muss stunden. Diese Vorschrift ist ein notwendiger Zusatz zu [Ex 23,10-12], da der Schuldner in diesem Jahre von seinem Acker keinen Ertrag hatte. Im Hebr. folgt: Was er seinem Nächsten (einem Israeliten) geliehen haben wird. @@ -9258,7 +9259,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 15 21 Sin autem habuerit maculam, vel claudum fuerit, vel c Deuteronomium Dtn 5 15 22 Sed intra portas urbis tuæ comedes illud: tam mundus quam immundus similiter vescentur eis quasi caprea, et cervo. sondern innerhalb der Tore deiner Stadt magst du es essen: der Reine wie der Unreine mögen es essen, wie ein Reh oder einen Hirsch.¹⁴ Deuteronomium Dtn 5 15 22 14 Als gewöhnliche, nicht heilige Mahlzeit. Der Hirsch diente nie zu heiligem Gebrauche. Deuteronomium Dtn 5 15 23 Hoc solum observabis, ut sanguinem eorum non comedas, sed effundes in terram quasi aquam. Nur habe Acht, dass du ihr Blut nicht genießest, sondern gieße es auf die Erde aus wie Wasser. -Deuteronomium Dtn 5 16 0 Die Israeliten sollen die drei größeren Feste zu den bestimmten Zeiten vor dem Herrn feiern. (V. 17) B. Pflichten des öffentlichen, bürgerlichen wie religiösen Lebens. (16,18 20,20) a. Pflichten des bürgerlichen Lebens: Die Israeliten sollen gerechte Richter in den einzelnen Städten einsetzen. +Deuteronomium Dtn 5 16 0 Die Israeliten sollen die drei größeren Feste zu den bestimmten Zeiten vor dem Herrn feiern. (V. 17) B. Pflichten des öffentlichen, bürgerlichen wie religiösen Lebens. (16,18 20,20) a. Pflichten des bürgerlichen Lebens: Die Israeliten sollen gerechte Richter in den einzelnen Städten einsetzen. Deuteronomium Dtn 5 16 1 Observa mensem novarum frugum, et verni primum temporis, ut facias Phase Domino Deo tuo: quoniam in isto mense eduxit te Dominus Deus tuus de gypto nocte. Habe Acht¹ auf den Monat der neuen Früchte,² den ersten im Frühling, dass du dem Herrn, deinem Gott, das Phase haltest; denn in diesem Monate hat dich der Herr, dein Gott, in der Nacht aus Ägypten geführt. Deuteronomium Dtn 5 16 1 1 Die Zeit des Erscheinens im Heiligtume [Lev 23] wird nach [Num 9,10] ausgedehnt für Ostern. Allgemein aber wird bestimmt, dass jeder von den Erstlingen nur so viel darbringen soll, wie die Umstände gestatten. Umso strenger aber wird eingeschärft, diese Feste bei dem Hauptheiligtum zu feiern. Die Auslassung des Tages ist wohl eine Rücksichtnahme auf unruhige von Feinden bedrohte Zeiten, welche nicht allen gestatten, ihrer Pflicht zur rechten Zeit zu genügen. Hatte das Gesetz für die Osterzeit bereits eine Verschiebung gelten lassen, so trat nun auch für die beiden anderen Feste eine solche zeitweise ein. Deuteronomium Dtn 5 16 1 2 Abib (Nisan). @@ -9297,7 +9298,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 16 21 Non plantabis lucum, et omnem arborem juxta altare Dom Deuteronomium Dtn 5 16 21 15 Hebr.: Du sollst dir neben dem Altare Jahves, deines Gottes, den du aufrichten wirst, keinerlei heiligen Baum pflanzen. Diese Bestimmung nimmt auf die Gewohnheit [Dtn 12,8] Bezug. Deuteronomium Dtn 5 16 22 Nec facies tibi, neque constitues statuam: quæ odit Dominus Deus tuus. Und du sollst dir keine Bildsäule¹⁶ machen, noch aufrichten, solches hasst der Herr, dein Gott. Deuteronomium Dtn 5 16 22 16 Spitzsäule als Emblem der Verehrung. -Deuteronomium Dtn 5 17 0 Die Richter sollen die durch Zeugen Überführten strafen (V. 7); in zweifelhaften Fällen die Entscheidung der Priester einholen. (V. 13) Pflichten des zukünftigen Königs, den die Israeliten sich nach der Einnahme des Landes erwählen werden. +Deuteronomium Dtn 5 17 0 Die Richter sollen die durch Zeugen Überführten strafen (V. 7); in zweifelhaften Fällen die Entscheidung der Priester einholen. (V. 13) Pflichten des zukünftigen Königs, den die Israeliten sich nach der Einnahme des Landes erwählen werden. Deuteronomium Dtn 5 17 1 Non immolabis Domino Deo tuo ovem, et bovem, in quo est macula, aut quippiam vitii: quia abominatio est Domino Deo tuo. Du sollst dem Herrn, deinem Gott, kein Schaf¹ oder Rind opfern, an dem ein Fehler oder irgend ein Mangel ist; denn das ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel. Deuteronomium Dtn 5 17 1 1 Schaf oder Ziege. Dies Gesetz setzt bereits die Kenntnis dessen voraus, was eine Makel ist. Es handelt sich wohl um Privataltäre. Deuteronomium Dtn 5 17 2 Cum reperti fuerint apud te intra unam portarum tuarum, quas Dominus Deus tuus dabit tibi, vir aut mulier qui faciant malum in conspectu Domini Dei tui, et transgrediantur pactum illius, Wenn bei dir innerhalb eines deiner Tore,² welche der Herr, dein Gott, dir geben wird, ein Mann oder ein Weib befunden wird, welche Böses³ tun vor dem Herrn, deinem Gott, und seinen Bund übertreten, @@ -9345,7 +9346,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 17 19 25 Hebr.: Alle Vorschriften dieses Gesetzes halte und Deuteronomium Dtn 5 17 20 Nec elevetur cor ejus in superbiam super fratres suos, neque declinet in partem dexteram vel sinistram, ut longo tempore regnet ipse, et filii ejus super Israel. Auch soll sein Herz sich nicht hochmütig über seine Brüder erheben,²⁶ und er soll weder zur Rechten noch zur Linken abweichen, damit er und seine Söhne lange herrschen über Israel.²⁷ Deuteronomium Dtn 5 17 20 26 Als ob ihm seiner selbst wegen und nicht durch die Gnade Jahves ein Vorzug zustehe. Die Mahnung bezieht sich besonders auf V. 16ff. Deuteronomium Dtn 5 17 20 27 Wie den Israeliten langes Leben im Lande der Verheißung, so wird dem Könige und seinen Nachkommen lange Herrschaft versprochen. -Deuteronomium Dtn 5 18 0 b. Das religiöse Leben: Recht der Leviten auf einen Teil der Opfer und der Erstlinge zum Ersatz für den Landteil, den sie nicht erhalten. (V. 8) Verbot, heidnische Zauberer und Wahrsager zu befragen, zugleich mit der Verheißung, dass wahre Propheten in Israel nie fehlen werden, die an sicheren Zeichen erkannt werden können. +Deuteronomium Dtn 5 18 0 b. Das religiöse Leben: Recht der Leviten auf einen Teil der Opfer und der Erstlinge zum Ersatz für den Landteil, den sie nicht erhalten. (V. 8) Verbot, heidnische Zauberer und Wahrsager zu befragen, zugleich mit der Verheißung, dass wahre Propheten in Israel nie fehlen werden, die an sicheren Zeichen erkannt werden können. Deuteronomium Dtn 5 18 1 Non habebunt sacerdotes et Levitæ, et omnes qui de eadem tribu sunt, partem et hereditatem cum reliquo Israel, quia sacrificia Domini, et oblationes ejus comedent, Die Priester und die Leviten, und¹ alle, welche aus diesem Stamme sind, sollen keinen Anteil noch Erbbesitz mit dem übrigen Israel erhalten, denn sie sollen sich von den Opfern des Herrn und seinen Gaben nähren, [Num 18,20.23, 1Kor 9,13] Deuteronomium Dtn 5 18 1 1 Dies und ist zu streichen. Die Priester werden ausdrücklich als solche aus dem Stamme Levi bezeichnet, zum Unterschiede von den Priestern bei Privataltären, welche nicht alle Leviten waren. [Ri 6,26] Deuteronomium Dtn 5 18 2 Et nihil aliud accipient de possessione fratrum suorum: Dominus enim ipse est hereditas eorum, sicut locutus est illis. und sollen nichts anderes von dem Erbbesitze ihrer Brüder erhalten; denn der Herr selbst ist ihr Erbe, wie er zu ihnen gesprochen hat.² @@ -9401,7 +9402,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 18 21 31 Also die falschen Jahvepropheten. Für diese genü Deuteronomium Dtn 5 18 22 Hoc habebis signum: Quod in nomine Domini propheta ille prædixerit, et non evenerit: hoc Dominus non est locutus, sed per tumorem animi sui propheta confinxit: et idcirco non timebis eum. so sollst du dies zum Zeichen haben: Wenn das nicht geschieht, was dieser Prophet im Namen des Herrn vorhergesagt hat,³² so hat es der Herr nicht gesprochen, sondern der Prophet hat es in der Vermessenheit seines Herzens erdichtet; und darum sollst du ihn nicht fürchten.³³ Deuteronomium Dtn 5 18 22 32 Es sind leicht festzustellende Vorhersagungen, für die nächste Zukunft in's Auge gefasst, etwa wie die Hananias [Jer 28]. Dass auch gottgewirkte Weissagung bei veränderten sittlichen Bedingungen nicht eintrifft [Jer 18,5-10], wird hier noch nicht berücksichtigt. Deuteronomium Dtn 5 18 22 33 Lass dich nicht durch geheime Furcht, er möchte am Ende doch von Gott gesandt sein, von der Vollstreckung des Todesurteils abschrecken! -Deuteronomium Dtn 5 19 0 c. Bürgerliches Leben: In dem verheißenen Lande sind sechs Zufluchtsstädte zu bezeichnen. Weise, gegen einen unfreiwilligen Totschläger zu verfahren. (V. 13) Die Grenzen des Nächsten sind nicht zu verrücken. (V. 14), lügenhafte Zeugen nach dem Gesetze der Wiedervergeltung zu strafen. +Deuteronomium Dtn 5 19 0 c. Bürgerliches Leben: In dem verheißenen Lande sind sechs Zufluchtsstädte zu bezeichnen. Weise, gegen einen unfreiwilligen Totschläger zu verfahren. (V. 13) Die Grenzen des Nächsten sind nicht zu verrücken. (V. 14), lügenhafte Zeugen nach dem Gesetze der Wiedervergeltung zu strafen. Deuteronomium Dtn 5 19 1 Cum disperdiderit Dominus Deus tuus gentes, quarum tibi traditurus est terram, et possederis eam, habitaverisque in urbibus ejus et in ædibus: Wenn der Herr, dein Gott, die Völker ausgerottet hat, deren Land er dir übergeben will, und du es in Besitz genommen hast, und in seinen Städten und Häusern wohnest, Deuteronomium Dtn 5 19 2 Tres civitates separabis tibi in medio terræ, quam Dominus Deus tuus dabit tibi in possessionem, so sollst du dir in der Mitte des Landes, das der Herr, dein Gott, dir zum Besitze geben wird,¹ drei Städte bestimmen,² [Num 35,11, Jos 20,2.8] Deuteronomium Dtn 5 19 2 1 Im Westjordanland, denn im Ostjordanlande sind sie schon ausgesondert. [Dtn 4,41-43] @@ -9439,7 +9440,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 19 19 Reddent ei sicut fratri suo facere cogitavit, et aufer Deuteronomium Dtn 5 19 20 Ut audientes ceteri timorem habeant, et nequaquam talia audeant facere. damit die übrigen es hören, und Furcht haben, und nimmermehr derartiges zu tun wagen. Deuteronomium Dtn 5 19 21 Non misereberis ejus, sed animam pro anima, oculum pro oculo, dentem pro dente, manum pro manu, pedem pro pede exiges. Du sollst kein Erbarmen gegen ihn üben, sondern Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß fordern.¹⁶ [Ex 21,23, Lev 24,20, Mt 5,38] Deuteronomium Dtn 5 19 21 16 Das Recht der Wiedervergeltung wird wohl nur dann streng vollzogen worden sein, wenn der Verleumdete es durchaus streng verlangte, sonst trat eine entsprechende Geldbuße ein. Wie energisch gegen die Überwiesenen eingeschritten ward, so sorgfältig sollte auch die falsche Anwendung des Rechtes verhütet werden. -Deuteronomium Dtn 5 20 0 d. Bestimmungen über Kriege: Vor dem Kampfe ist der Mut der Streiter durch die Priester mit dem Hinweise auf die von Gott verheißene Hilfe zu stärken. (V. 4) Befreiung gewisser Personen vom Waffentragen. (V. 9) Verfahren gegen belagerte und eroberte Städte. +Deuteronomium Dtn 5 20 0 d. Bestimmungen über Kriege: Vor dem Kampfe ist der Mut der Streiter durch die Priester mit dem Hinweise auf die von Gott verheißene Hilfe zu stärken. (V. 4) Befreiung gewisser Personen vom Waffentragen. (V. 9) Verfahren gegen belagerte und eroberte Städte. Deuteronomium Dtn 5 20 1 Si exieris ad bellum contra hostes tuos, et videris equitatus et currus, et majorem quam tu habeas adversarii exercitus multitudinem, non timebis eos: quia Dominus Deus tuus tecum est, qui eduxit te de terra gypti. Wenn du gegen deine Feinde zum Kriege ausziehst und siehst Reiter und Wagen,¹ und ein größeres feindliches Kriegsvolk, als du hast, so fürchte dich nicht vor ihnen; denn der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten geführt hat, ist mit dir. Deuteronomium Dtn 5 20 1 1 Bespannung und Wagen. Deuteronomium Dtn 5 20 2 Appropinquante autem jam prlio, stabit sacerdos ante aciem, et sic loquetur ad populum: Wenn aber die Schlacht nahe bevorsteht, so soll der Priester vor das Heer treten und also zum Volke sprechen: @@ -9471,7 +9472,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 20 18 Ne forte doceant vos facere cunctas abominationes, qua Deuteronomium Dtn 5 20 19 Quando obsederis civitatem multo tempore, et munitionibus circumdederis ut expugnes eam, non succides arbores, de quibus vesci potest, nec securibus per circuitum debes vastare regionem: quoniam lignum est, et non homo, nec potest bellantium contra te augere numerum. Wenn du eine Stadt lange Zeit belagerst und mit Belagerungswerken umgibst, um sie zu erobern, so sollst du die Bäume nicht umhauen, von denen man essen kann, noch mit der Axt die Gegend ringsherum verheeren; denn¹¹ es ist ein Baum und nicht ein Mensch, und kann die Zahl der gegen dich Kämpfenden nicht vermehren. Deuteronomium Dtn 5 20 19 11 Hebr.: Oder sind etwa die Bäume des Feldes Menschen, dass auch sie der Belagerung deinerseits unterworfen werden sollten? Deuteronomium Dtn 5 20 20 Si qua autem ligna non sunt pomifera, sed agrestia, et in ceteros apta usus, succide, et instrue machinas, donec capias civitatem, quæ contra te dimicat. Wenn aber die Bäume nicht fruchttragend, sondern wild und zu anderm Gebrauche dienlich sind, magst du sie umhauen und davon Belagerungswerke bauen, bis du die Stadt einnimmst, welche mit dir im Kampfe liegt. -Deuteronomium Dtn 5 21 0 C. Verschiedene Pflichten des Privatlebens, insbesondere gegen den Nächsten (21,1 - 26,15) vermischt mit einigen Vorschriften über das öffentliche religiöse Leben. +Deuteronomium Dtn 5 21 0 C. Verschiedene Pflichten des Privatlebens, insbesondere gegen den Nächsten (21,1 - 26,15) vermischt mit einigen Vorschriften über das öffentliche religiöse Leben. Deuteronomium Dtn 5 21 1 Quando inventum fuerit in terra, quam Dominus Deus tuus daturus est tibi, hominis cadaver occisi, et ignorabitur cædis reus, Wenn in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird, der Leichnam eines getöteten Menschen gefunden wird und man nicht weiß, wer des Mordes schuldig ist, Deuteronomium Dtn 5 21 2 Egredientur majores natu, et judices tui, et metientur a loco cadaveris singularum per circuitum spatia civitatum: so sollen deine Ältesten und Richter¹ hinausgehen und die Entfernung von der Stelle, wo der Leichnam liegt, bis zu den einzelnen Städten, die ringsherum liegen, abmessen;² Deuteronomium Dtn 5 21 2 1 Die der nachfolgenden Städte zusammen, wodurch unparteiisches Verfahren gesichert wird. @@ -9519,7 +9520,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 21 23 Non permanebit cadaver ejus in ligno, sed in eadem die Deuteronomium Dtn 5 21 23 22 Hebr.: nicht über Nacht. Deuteronomium Dtn 5 21 23 23 Verabscheut war ein Leichnam, noch mehr ein solcher, der schon faulte, am meisten ein solcher, dessen Verwesung durch das Zerreißen seitens wilder Tiere beschleunigt war. Deuteronomium Dtn 5 21 23 24 Dieses Aufhängen war eine Vorsichtbarung des Fluches Gottes, daher eine Verunreinigung des Landes. -Deuteronomium Dtn 5 22 0 Fortsetzung +Deuteronomium Dtn 5 22 0 Fortsetzung Deuteronomium Dtn 5 22 1 Non videbis bovem fratris tui, aut ovem errantem, et præteribis: sed reduces fratri tuo. Wenn du den Ochsen, oder das Schaf deines Bruders¹ herumirren siehst, sollst du nicht vorübergehen, sondern sie deinem Bruder zurückbringen; [Ex 23,4] Deuteronomium Dtn 5 22 1 1 Eines Israeliten. Deuteronomium Dtn 5 22 2 Etiamsi non est propinquus frater tuus, nec nosti eum: duces in domum tuam, et erunt apud te quamdiu quærat ea frater tuus, et recipiat. und wenn dein Bruder nicht in deiner Nähe wohnt und² du ihn nicht kennst, sollst du sie in dein Haus führen, und sie sollen so lange bei dir bleiben, bis dein Bruder sie sucht und sie wieder erhält. @@ -9570,7 +9571,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 22 29 Dabit qui dormivit cum ea, patri puellæ quinquaginta Deuteronomium Dtn 5 22 30 Non accipiet homo uxorem patris sui, nec revelabit operimentum ejus. Niemand soll das Weib seines Vaters¹⁹ nehmen und dessen²⁰ Decke nicht aufheben. Deuteronomium Dtn 5 22 30 19 Eine Stiefmutter. Deuteronomium Dtn 5 22 30 20 Des Vaters. -Deuteronomium Dtn 5 23 0 Fortsetzung +Deuteronomium Dtn 5 23 0 Fortsetzung Deuteronomium Dtn 5 23 1 Non intrabit eunuchus attritis vel amputatis testiculis et abscisso veretro, ecclesiam Domini. Kein Verschnittener mit zerstoßenen, oder ausgeschnittenen Hoden, oder abgeschnittenen Schamgliedern soll in die Gemeinde des Herrn eintreten dürfen.¹ Deuteronomium Dtn 5 23 1 1 Verschnittene, welche von Menschenhänden verschnitten wurden, sollen keine bürgerlichen Rechte genießen, damit hierdurch die geistliche Vollkommenheit angedeutet werde, nach welcher das Volk Gottes streben soll. Deuteronomium Dtn 5 23 2 Non ingredietur mamzer, hoc est, de scorto natus, in ecclesiam Domini, usque ad decimam generationem. Kein Mamzer,² das ist niemand, der von einer Buhlerin geboren ist, soll in die Gemeinde des Herrn eintreten dürfen, bis in's zehnte Geschlecht. @@ -9616,7 +9617,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 23 24 18 Hebr.: Aber in dein Gefäß darfst du nichts tun. Deuteronomium Dtn 5 23 25 Si intraveris in segetem amici tui, franges spicas, et manu conteres: falce autem non metes. Wenn du in die Saat deines Freundes kommst,¹⁹ so darfst du Ähren abreißen und mit der Hand zerreiben; aber mit der Sichel darfst du nichts abschneiden.²⁰ Deuteronomium Dtn 5 23 25 19 Nicht absichtlich, sondern zufällig. Deuteronomium Dtn 5 23 25 20 Um Vorrat mitzunehmen. -Deuteronomium Dtn 5 24 0 Fortsetzung +Deuteronomium Dtn 5 24 0 Fortsetzung Deuteronomium Dtn 5 24 1 Si acceperit homo uxorem, et habuerit eam, et non invenerit gratiam ante oculos ejus propter aliquam fditatem: scribet libellum repudii, et dabit in manu illius, et dimittet eam de domo sua. Wenn ein Mann ein Weib nimmt und heimführt, und sie findet dann kein Wohlgefallen vor seinen Augen wegen irgend etwas Garstigem,¹ so soll er einen Scheidebrief schreiben,² und ihr denselben einhändigen, und sie aus seinem Hause entlassen. [Mt 5,31, Mt 19,7, Mk 10,4] Deuteronomium Dtn 5 24 1 1 Dieser Ausdruck fand später verschiedenartige Deutung. Jedenfalls genügte nicht jedes Missfallen als Ursache zur Verstoßung. Die Schule Schammais bezog ihn auf Unkeuschheit, die Hillels auf irgendeine Unannehmlichkeit an dem Weibe (so die Pharisäer [Mt 19,3]). Deuteronomium Dtn 5 24 1 2 Die Verstoßung soll unmittelbar und mittelbar beschränkt werden. Der Ehemann darf nicht aus jeder beliebigen Ursache verstoßen, und ist eine rechtmäßige vorhanden, so nicht ohne Beobachtung gewisser Formalitäten. Nach dem Hebr. ist V. 1-3 als Vordersatz zu fassen. Hiernach führt Moses nicht eine neue Vorschrift ein, sondern erwähnt nur eine herrschende Sitte als Voraussetzung der Beschränkung, die er auferlegen will. Schriftliche Bezeugung war erforderlich, um die Freiheit zum Eingehen einer neuen Ehe zu begründen oder, wenn auch diese aufgelöst ward, das Weib gegen Forderungen ihres ersten Mannes sicher zu stellen. (V. 4) @@ -9657,7 +9658,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 24 19 18 Vergl. [2Kön 14,6, 2Chr 25,4]. Deuteronomium Dtn 5 24 20 Si fruges collegeris olivarum, quidquid remanserit in arboribus, non reverteris ut colligas: sed relinques advenæ, pupillo, ac viduæ. Wenn du die Früchte der Ölbäume sammelst, so sollst du nicht umkehren, um abzunehmen, was an den Bäumen zurückgeblieben ist, sondern du sollst es dem Fremdlinge, der Waise und der Witwe überlassen. Deuteronomium Dtn 5 24 21 Si vindemiaveris vineam tuam, non colliges remanentes racemos, sed cedent in usus advenæ, pupilli ac viduæ. Wenn du in deinem Weinberg Lese hältst, sollst du die zurückbleibenden Trauben nicht nachlesen, sondern sie sollen dem Fremdling, der Waise und der Witwe überlassen sein. Deuteronomium Dtn 5 24 22 Memento quod et tu servieris in gypto, et idcirco præcipio tibi ut facias hanc rem. Gedenke, dass auch du dienstbar gewesen bist in Ägypten, und darum gebiete ich dir, dies zu tun. -Deuteronomium Dtn 5 25 0 Fortsetzung +Deuteronomium Dtn 5 25 0 Fortsetzung Deuteronomium Dtn 5 25 1 Si fuerit causa inter aliquos, et interpellaverint judices: quem justum esse perspexerint, illi justitiæ palmam dabunt: quem impium, condemnabunt impietatis. Wenn zwei über etwas in Streit geraten und die Richter anrufen, so sollen¹ diese dem den Sieg des Rechtes zuerkennen, den sie als gerecht befinden, und denjenigen, welchen sie als schuldig befinden, sollen sie als schuldig verurteilen. Deuteronomium Dtn 5 25 1 1 Hebr.: und man sie richtet und den Unschuldigen freispricht, den Schuldigen aber verurteilt, wenn sich dann zeigt, dass der Schuldige Schläge verdient, soll der Richter Deuteronomium Dtn 5 25 2 Sin autem eum, qui peccavit, dignum viderint plagis: prosternent, et coram se facient verberari. Pro mensura peccati erit et plagarum modus: Sehen sie aber, dass der, welcher fehlte, Schläge verdient hat, so sollen sie ihn niederlegen und vor ihren Augen schlagen lassen.² Nach Verhältnis der Verschuldung soll auch die Zahl der Streiche sein; @@ -9695,7 +9696,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 25 18 16 Die Amalekiter, mit den Idumäern vermischt [Gen 3 Deuteronomium Dtn 5 25 19 Cum ergo Dominus Deus tuus dederit tibi requiem, et subjecerit cunctas per circuitum nationes in terra, quam tibi pollicitus est: delebis nomen ejus sub clo. Cave ne obliviscaris. Wenn dir darum der Herr, dein Gott, Ruhe gegeben und alle Völker ringsum im Lande, das er dir verheißen, unterworfen hat,¹⁷ so sollst du seinen Namen unter dem Himmel austilgen. Hüte dich, es zu vergessen!¹⁸ Deuteronomium Dtn 5 25 19 17 Hebr.: Vor allen deinen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat in dem Lande, welches dir Jahve, dein Gott, als Erbbesitz verleiht. Deuteronomium Dtn 5 25 19 18 Saul nahm Rache für alle Unbilden. [1Sam 14,48] -Deuteronomium Dtn 5 26 0 Fortsetzung. (V. 15) D. Schluss der zweiten Ansprache durch eine kurze Mahnung, die Israeliten sollen des mit Gott geschlossenen Bundes eingedenk, das Gesetz beobachten. +Deuteronomium Dtn 5 26 0 Fortsetzung. (V. 15) D. Schluss der zweiten Ansprache durch eine kurze Mahnung, die Israeliten sollen des mit Gott geschlossenen Bundes eingedenk, das Gesetz beobachten. Deuteronomium Dtn 5 26 1 Cumque intraveris terram, quam Dominus Deus tuus tibi daturus est possidendam, et obtinueris eam, atque habitaveris in ea: Wenn du in das Land gekommen bist, das der Herr, dein Gott, dir zum Besitze geben wird, und du es eingenommen hast und darin wohnest,¹ Deuteronomium Dtn 5 26 1 1 Es handelt sich um eine Zeremonie, welche jede Familie einmal, nicht alle zu derselben Zeit vollbrachten: wenn sie ihr Eigentum erhielt, hielt sie ein Freudenmahl bei dem Heiligtume. Deuteronomium Dtn 5 26 2 Tolles de cunctis frugibus tuis primitias et pones in cartallo, pergesque ad locum, quem Dominus Deus tuus elegerit, ut ibi invocetur nomen ejus: so sollst du von allen deinen Früchten die Erstlinge² nehmen, und in einen Korb legen, und dich damit an den Ort begeben, den der Herr, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort anrufen zu lassen; @@ -9730,7 +9731,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 26 17 14 Richtiger: Du hast die Bedingungen festgesetzt, eb Deuteronomium Dtn 5 26 18 Et Dominus elegit te hodie ut sis ei populus peculiaris, sicut locutus est tibi, et custodias omnia præcepta illius: Und der Herr hat dich heute erwählt, dass du ein ihm gehöriges Volk seiest, wie er zu dir geredet hat, und alle seine Gebote haltest; Deuteronomium Dtn 5 26 19 Et faciat te excelsiorem cunctis gentibus quas creavit, in laudem, et nomen, et gloriam suam: ut sis populus sanctus Domini Dei tui, sicut locutus est. und dass er dich erhaben¹⁵ mache über alle Völker, die er zu seinem Lobe und Ruhme und Preise geschaffen hat; dass du ein heiliges Volk des Herrn, deines Gottes, seiest, wie er gesprochen hat. Deuteronomium Dtn 5 26 19 15 Wie Gott als einziger Gott erhaben heißt [Gen 14,18], so hier Israel vor allen Völkern. -Deuteronomium Dtn 5 27 0 III. Dritte Ansprache: Mahnungen zur Beobachtung des Gesetzes (Kap. 27,1 Kap. 30,20) 1. Die Verkündigung des Gesetzes und seiner Festigung durch Lohn und Strafe in Palästina. (27,1 28,68) A. Das Gesetz mit seinen Segnungen und Flüchen ist alsbald nach dem Überschreiten des Jordans zu verkündigen. (Kap. 27) a. Wenn die Kinder Israels den Jordan überschritten haben, sollen sie auf dem Berge Hebal Steine errichten, auf welche das Gesetz geschrieben werden wird, und einen Altar erbauen, auf demselben Gott ein Brandopfer darzubringen. (V. 8) b. Alsdann soll das Gesetz mit seinen Segnungen und Flüchen dem zu beiden Seiten aufgestellten Volke verkündet werden. +Deuteronomium Dtn 5 27 0 III. Dritte Ansprache: Mahnungen zur Beobachtung des Gesetzes (Kap. 27,1 Kap. 30,20) 1. Die Verkündigung des Gesetzes und seiner Festigung durch Lohn und Strafe in Palästina. (27,1 28,68) A. Das Gesetz mit seinen Segnungen und Flüchen ist alsbald nach dem Überschreiten des Jordans zu verkündigen. (Kap. 27) a. Wenn die Kinder Israels den Jordan überschritten haben, sollen sie auf dem Berge Hebal Steine errichten, auf welche das Gesetz geschrieben werden wird, und einen Altar erbauen, auf demselben Gott ein Brandopfer darzubringen. (V. 8) b. Alsdann soll das Gesetz mit seinen Segnungen und Flüchen dem zu beiden Seiten aufgestellten Volke verkündet werden. Deuteronomium Dtn 5 27 1 Præcepit autem Moyses et seniores Israel, populo dicentes: Custodite omne mandatum quod præcipio vobis hodie. Moses aber und die Ältesten Israels¹ geboten dem Volke und sprachen: Haltet alle Gebote, welche ich euch heute gebe. Deuteronomium Dtn 5 27 1 1 Der Text ist verdorben. Niemals hat Moses zugleich mit den Ältesten geredet. Zudem heißt es V. 1, V. 4: Ich. Also wohl: Moses befahl den Ältesten Israels und sprach. Moses gibt die Norm für eine Erneuerung des Bundes nach dem Einzuge in das gelobte Land, Josue feierte diese. Das heut [Dtn 26,16-19] bezeichnet den Tag der Erneuerung ([Jos 8,30-35] oder aber [Jos 24]) und [Dtn 26,16-27] sind der Beginn der Worte, welche Josue der Gesetzesverkündigung beifügte. Deuteronomium Dtn 5 27 2 Cumque transieritis Jordanem in terram, quam Dominus Deus tuus dabit tibi, eriges ingentes lapides, et calce levigabis eos, Und wenn ihr über den Jordan in das Land gezogen seid, das der Herr, dein Gott, dir geben wird, so sollst du große Steine aufrichten und sie mit Kalk übertünchen, @@ -9769,7 +9770,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 27 26 Maledictus qui non permanet in sermonibus legis hujus, Deuteronomium Dtn 5 27 26 10 Derselben wie V. 3, V. 8. Deuteronomium Dtn 5 27 26 11 Beharren ist mehr als gut heißen, nämlich sich nach Kräften bemühen, dass das Gesetz in Kraft stehe. Dies tat Josias [2Kön 23,3.24], nicht so Saul [1Sam 15,11.13]. Deuteronomium Dtn 5 27 26 12 Die Verse 14 26 sind wohl von Josue bei der Bundeserneuerung gesprochen worden. In V. 26 wird der Fluch über die ausgesprochen, welche den Bund vernachlässigen, dessen Werkzeug das Gesetz ist. So wird die Aufzählung von zwölf Sünden voll. Es sind wohl die geheimen Sünden gewählt, welche von den Zeitgenossen öfter begangen wurden, denn wer öffentlich solche beging, ward ein Fluch des Richters. [Dtn 14,28] Die hier erwähnte Erneuerung ist wohl die zweite, welche Josue in Silo feierte. [Jos 24,26] Wenngleich Moses die drei Reden [Dtn 27,1-13] in Hinsicht auf die künftige Bundeserneuerung in Galgala gehalten, konnte doch Josue dieselben in Silo verkünden. Die Darstellung scheint unvollständig. Es ist allgemeine Ansicht der Erklärer, dass [Dtn 26,1627,26] nur Fragmente bieten. -Deuteronomium Dtn 5 28 0 B. Festigung des Gesetzes durch Verheißung und Drohung. (Kap. 28) a. Aufzählung des mannigfachen Guten, das Gott dem Einzelnen wie dem ganzen Volke erweisen will, wenn sie das Gesetz treu beobachten. (V. 14) b. Eingehende Ankündigung der schwersten Strafen, welche Gott über die Einzelnen und das ganze Volk verhängen wird, wenn sie das Gesetz verletzen. +Deuteronomium Dtn 5 28 0 B. Festigung des Gesetzes durch Verheißung und Drohung. (Kap. 28) a. Aufzählung des mannigfachen Guten, das Gott dem Einzelnen wie dem ganzen Volke erweisen will, wenn sie das Gesetz treu beobachten. (V. 14) b. Eingehende Ankündigung der schwersten Strafen, welche Gott über die Einzelnen und das ganze Volk verhängen wird, wenn sie das Gesetz verletzen. Deuteronomium Dtn 5 28 1 Sin autem audieris vocem Domini Dei tui, ut facias atque custodias omnia mandata ejus, quæ ego præcipio tibi hodie, faciet te Dominus Deus tuus excelsiorem cunctis gentibus, quæ versantur in terra. Wenn du aber auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst,¹ dass du alle seine Gebote hältst und beobachtest, die ich dir heute² darlege, so wird dich der Herr, dein Gott, erhaben machen über alle Völker, die auf Erden sind. [Lev 26,3] Deuteronomium Dtn 5 28 1 1 Die Segnungen (V. 1 6) werden V. 7 14 weiter ausgeführt, es folgen V. 15 19 die Flüche. Deuteronomium Dtn 5 28 1 2 Anknüpfung an das heute [Dtn 11,26ff]. @@ -9876,7 +9877,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 28 68 Reducet te Dominus classibus in gyptum per viam, de qu Deuteronomium Dtn 5 28 68 36 Nirgends war Israel in so schlimmer Lage wie in Ägypten. Dahin zurückzukehren ist also das Bild der höchsten Not, einer schlimmeren als der, aus welcher Moses befreit hat. Deuteronomium Dtn 5 28 68 37 Der Wüste. Deuteronomium Dtn 5 28 68 38 Man wird sie nicht einmal eines Sklavenpreises für wert halten. -Deuteronomium Dtn 5 29 0 2. Verschiedene Beweggründe, welche die Israeliten veranlassen sollen, den Bund mit Gott anzunehmen und zu wahren (29,1 30,20) A. Die für sie in Ägypten geschehenen Wunderzeichen und die Wohltaten Gottes in der Wüste durch vierzig Jahre zwingen die Israeliten gleichsam, die Gebote Gottes zu beobachten. (V. 15) B. Ebenso müssen die den Übertretern angedrohten Strafen sie von der Verletzung des Gesetzes abschrecken. +Deuteronomium Dtn 5 29 0 2. Verschiedene Beweggründe, welche die Israeliten veranlassen sollen, den Bund mit Gott anzunehmen und zu wahren (29,1 30,20) A. Die für sie in Ägypten geschehenen Wunderzeichen und die Wohltaten Gottes in der Wüste durch vierzig Jahre zwingen die Israeliten gleichsam, die Gebote Gottes zu beobachten. (V. 15) B. Ebenso müssen die den Übertretern angedrohten Strafen sie von der Verletzung des Gesetzes abschrecken. Deuteronomium Dtn 5 29 1 Hæc sunt verba fderis quod præcepit Dominus Moysi ut feriret cum filiis Israel in terra Moab: præter illud fdus, quod cum eis pepigit in Horeb. Das sind die Worte¹ des Bundes, welchen der Herr dem Moses mit den Söhnen Israels im Lande Moab zu schließen gebot, außer jenem Bunde, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte.² Deuteronomium Dtn 5 29 1 1 Bedingungen, Gottes Gebote und Verheißungen. (Vergl. [Jer 11,4]) Diese Bedingungen finden sich vor [Dtn 29,1], nämlich im Abschnitt 6,1 7,11 und [Dtn 28]. Demnach ist 29 nach dem jetzigen hebräischen Texte und vielen lateinischen Codices die Unterschrift zu dem Vorhergehenden. Deuteronomium Dtn 5 29 1 2 Moses stellt den Bund in Moab wieder her, wie er ihn auf Horeb geschlossen. @@ -9932,7 +9933,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 29 27 Idcirco iratus est furor Domini contra terram istam, u Deuteronomium Dtn 5 29 28 Et ejecit eos de terra sua in ira et in furore, et in indignatione maxima, projecitque in terram alienam, sicut hodie comprobatur. und er vertrieb sie aus ihrem Lande im Zorne und Grimme, und großem Unwillen, und warf sie in ein fremdes Land, wie es sich heute zeigt. Deuteronomium Dtn 5 29 29 Abscondita, Domino Deo nostro: quæ manifesta sunt, nobis et filiis nostris usque in sempiternum, ut faciamus universa verba legis hujus. Das Verborgene gehört dem Herrn, unserm Gott; aber was geoffenbart ist, gilt für uns und unsere Söhne in Ewigkeit, dass wir alle Worte des Gesetzes erfüllen.²⁶ Deuteronomium Dtn 5 29 29 26 Wie sich die angedrohten Schicksale in Zukunft vollenden, ist in Gott verborgen, uns und unseren Kindern genügt es, die deutlich offenbarte Bundespflicht zu wahren. -Deuteronomium Dtn 5 30 0 C. Übertreten sie indes dennoch das Gesetz, so mögen sie nicht verzweifeln; Gott wird ihnen, sobald sie durch seine Strafen zur Einkehr in sich selbst gebracht, sich unterwerfen, neue Wohltaten erweisen. (V. 10) D. Das Gesetz ist leicht zu beobachten (V. 14) und von der Beobachtung desselben hängt ihr zukünftiges Schicksal gänzlich ab. +Deuteronomium Dtn 5 30 0 C. Übertreten sie indes dennoch das Gesetz, so mögen sie nicht verzweifeln; Gott wird ihnen, sobald sie durch seine Strafen zur Einkehr in sich selbst gebracht, sich unterwerfen, neue Wohltaten erweisen. (V. 10) D. Das Gesetz ist leicht zu beobachten (V. 14) und von der Beobachtung desselben hängt ihr zukünftiges Schicksal gänzlich ab. Deuteronomium Dtn 5 30 1 Cum ergo venerint super te omnes sermones isti, benedictio, sive maledictio, quam proposui in conspectu tuo: et ductus pnitudine cordis tui in universis gentibus, in quas disperserit te Dominus Deus tuus, Wenn nun alle diese Aussprüche über dich kommen werden, der Segen oder der Fluch, den ich dir vor Augen gestellt habe; und du in der Reue deines Herzens unter allen Völkern, unter welche dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat, Deuteronomium Dtn 5 30 2 Et reversus fueris ad eum, et obedieris ejus imperiis, sicut ego hodie præcipio tibi, cum filiis tuis, in toto corde tuo, et in tota anima tua: zu ihm zurückkehrst¹ und seinen Befehlen gehorchest, wie² ich dir heute gebiete, du und deine Söhne, aus ganzem Herzen, und aus ganzer Seele: Deuteronomium Dtn 5 30 2 1 Schon [Dtn 4,39] ist von einer Bekehrung Israels in der Verbannung die Rede gewesen. Vergl. [Lev 26,40-42, 1Kön 8,46-51]. Wegen der Güte Gottes und des Bundes mit den Vätern kann der Bund mit Israel nicht gänzlich aufgehoben werden und das Volk nicht ewig verworfen bleiben. Es waren, als diese Worte geschrieben wurden, ja schon manche Strafgerichte über Israel hereingebrochen und der Prophet will das Volk vor Verzweiflung bewahren. @@ -9963,7 +9964,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 30 19 Testes invoco hodie clum et terram, quod proposuerim v Deuteronomium Dtn 5 30 20 Et diligas Dominum Deum tuum atque obedias voci ejus, et illi adhæreas (ipse est enim vita tua, et longitudo dierum tuorum) ut habites in terra, pro qua juravit Dominus patribus tuis, Abraham, Isaac, et Jacob, ut daret eam illis. und du den Herrn, deinen Gott, liebest, und seiner Stimme gehorchest, und ihm anhangest (denn er ist⁹ dein Leben und die Länge deiner Tage,¹⁰) dass du in dem Lande wohnest, welches der Herr deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob zu geben geschworen hat. Deuteronomium Dtn 5 30 20 9 Besser nach dem Hebr.: denn das ist dein Leben, darin steht das Leben. Deuteronomium Dtn 5 30 20 10 Von deinem Gehorsam hängt es ab, ob du lange leben wirst. -Deuteronomium Dtn 5 31 0 Geschichtlicher Anhang über die letzten Lebenstage Moses. (Kap. 31,1 34,12) 1. Letzte Vorschriften Moses (Kap. 31, V. 21-27) A. Moses muntert das Volk und seinen Nachfolger Josue zu mutiger Standhaftigkeit auf, da Gott ihnen bei der Eroberung Palästinas seinen Beistand nicht versagen werde. (V. 8) B. Vorschrift, das von ihm aufgeschriebene Gesetz alle sieben Jahre vor dem gesamten Volke zu lassen. (V. 13) c. Auf Befehl Gottes bestellt Moses Josue zu seinem Nachfolger und lehrt mit ihm Israel sein letztes Lied. (V. 23) D. Das von Moses geschriebene Gesetz soll im Heiligtum niedergelegt werden, damit es ein Zeugnis sei gegen Israel. (V. 27) 2. Letztes Lied Moses (31,28 32,47) A. Moses versammelt Älteste und Volk, ihnen sein letztes Lied zu verkünden. +Deuteronomium Dtn 5 31 0 Geschichtlicher Anhang über die letzten Lebenstage Moses. (Kap. 31,1 34,12) 1. Letzte Vorschriften Moses (Kap. 31, V. 21-27) A. Moses muntert das Volk und seinen Nachfolger Josue zu mutiger Standhaftigkeit auf, da Gott ihnen bei der Eroberung Palästinas seinen Beistand nicht versagen werde. (V. 8) B. Vorschrift, das von ihm aufgeschriebene Gesetz alle sieben Jahre vor dem gesamten Volke zu lassen. (V. 13) c. Auf Befehl Gottes bestellt Moses Josue zu seinem Nachfolger und lehrt mit ihm Israel sein letztes Lied. (V. 23) D. Das von Moses geschriebene Gesetz soll im Heiligtum niedergelegt werden, damit es ein Zeugnis sei gegen Israel. (V. 27) 2. Letztes Lied Moses (31,28 32,47) A. Moses versammelt Älteste und Volk, ihnen sein letztes Lied zu verkünden. Deuteronomium Dtn 5 31 1 Abiit itaque Moyses, et locutus est omnia verba hæc ad universum Israel, Und Moses ging hin,¹ und redete² alle diese Worte zu ganz Israel. Deuteronomium Dtn 5 31 1 1 Die Ordnung des Kapitels ist, da V. 23, V. 24 hinter V. 15 gehört, wohl logisch die folgende 1-15, 23.24; 16-22; 25-30. Der erste Teil des Kapitels handelt von dem Gesetze, der zweite vom Gesange. Im Übrigen sind V. 1-13 und 14-30 wohl einander parallel, indem der erste Teil die Erzählung als Tat Moses berichtet, der andere als Tat Jahves darstellt; beiden gemeinsam ist die Ansprache an Josue. Deuteronomium Dtn 5 31 1 2 Septuag: endete alle diese Worte, die vorhergehen (zuletzt [Dtn 29]). Der Tag wird nicht angegeben. @@ -10011,7 +10012,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 31 28 Congregate ad me omnes majores natu per tribus vestras Deuteronomium Dtn 5 31 28 17 Schreiber. Deuteronomium Dtn 5 31 29 Novi enim quod post mortem meam inique agetis, et declinabitis cito de via, quam præcepi vobis: et occurrent vobis mala in extremo tempore, quando feceritis malum in conspectu Domini, ut irritetis eum per opera manuum vestrarum. Denn ich weiß, dass ihr nach meinem Tode übel handeln und schnell von dem Wege abweichen werdet, den ich euch gewiesen habe; und es wird euch in der letzten Zeit Unglück treffen, wenn ihr vor den Augen des Herrn übel tuet, indem ihr ihn durch die Werke eurer Hände zum Zorne reizt. Deuteronomium Dtn 5 31 30 Locutus est ergo Moyses, audiente universo ctu Israel, verba carminis hujus, et ad finem usque complevit. So sprach Moses vor den Ohren der ganzen Gemeinde Israel die Worte dieses Liedes, bis zum Ende. -Deuteronomium Dtn 5 32 0 B. Das Lied Moses: (V. 1-43) Nach kurzer Einleitung (V. 3) und Angabe des Gegenstandes (V. 6) feiert Moses die großen Wohltaten Gottes, die der Herr den Söhnen Israels von Anfang an vor den übrigen Völkern erwiesen. (V. 14) Alsdann beschreibt er die zukünftigen Beweise des Undankes des Volkes, als ob er sie gegenwärtig sähe (V. 8), indem er die schweren Strafen voraussagt, welche Gott dafür verhängen wird. (V. 33) Endlich verheißt er, dass Gott, wenn er auch das Volk seiner Gerechtigkeit gemäß sicher strafen wird, ihm dennoch, wenn es Buße tue, nahe sein und es an seinen Feinden rächen werde. (V. 43) C. Dem Volke das Lied übergebend, mahnt er es von neuem, das Gesetz zu beobachten, da hiervon der Besitz des Landes abhänge, in das sie einzuziehen im Begriff sind. (V. 47) 3. Moses Tod. (32,48 34,12) A. Nachdem er das Lied geendet, erhält Moses von Gott den Befehl, auf den Berg Nebo zu steigen, um das Land zu sehen, in das er nicht eingehen soll. +Deuteronomium Dtn 5 32 0 B. Das Lied Moses: (V. 1-43) Nach kurzer Einleitung (V. 3) und Angabe des Gegenstandes (V. 6) feiert Moses die großen Wohltaten Gottes, die der Herr den Söhnen Israels von Anfang an vor den übrigen Völkern erwiesen. (V. 14) Alsdann beschreibt er die zukünftigen Beweise des Undankes des Volkes, als ob er sie gegenwärtig sähe (V. 8), indem er die schweren Strafen voraussagt, welche Gott dafür verhängen wird. (V. 33) Endlich verheißt er, dass Gott, wenn er auch das Volk seiner Gerechtigkeit gemäß sicher strafen wird, ihm dennoch, wenn es Buße tue, nahe sein und es an seinen Feinden rächen werde. (V. 43) C. Dem Volke das Lied übergebend, mahnt er es von neuem, das Gesetz zu beobachten, da hiervon der Besitz des Landes abhänge, in das sie einzuziehen im Begriff sind. (V. 47) 3. Moses Tod. (32,48 34,12) A. Nachdem er das Lied geendet, erhält Moses von Gott den Befehl, auf den Berg Nebo zu steigen, um das Land zu sehen, in das er nicht eingehen soll. Deuteronomium Dtn 5 32 1 Audite cli quæ loquor, audiat terra verba oris mei. Höret,¹ ihr Himmel, was ich rede; es höre die Erde die Worte meines Mundes!² Deuteronomium Dtn 5 32 1 1 Das Lied kann nach seinen Strophen so unterschieden werden: 1. Strophe V. 1-4 Lob Gottes. I. Gegenstrophe V. 5-7: Israels Abfall. I. Wechselstrophe V. 8-14: Der Chor im Namen der Ältesten: Die früheren Wohltaten Gottes (V. 9-11 sind Zwischenverse). II. Strophe V. 15-18: Israels Abfall. II. Gegenstrophe V. 19-21: Jahves Zorn. II. Wechselstrophe V. 22-27: Beschreibung des Zornes Jahves. III. Strophe V. 28-31: Torheit der Feinde. III. Gegenstrophe V. 32-35: Bosheit der Feinde. III. Wechselstrophe V. 35b-39: Zukünftiges Gericht Jahves. IV. Strophe V. 40-42: Jahves Schwur betreffs des zukünftigen Gerichtes. IV. Gegenstrophe V. 43: Jubels des Himmels und der Erde. - Das Lied umfasst die gesamte Geschichte der Israeliten. Israel wird von Jahve zum Götzendienste abfallen und von Gott gestraft, aber nicht gänzlich vernichtet werden. Zu ihm gefälliger Zeit wird Gott das Volk erretten und die Götzenbilder zu Schanden machen. Deuteronomium Dtn 5 32 1 2 Die Himmel mit den Engeln, die Erde mit ihren Völkern. (Vergl. V. 43.) Israel ist gleichsam als Schuldiger zugegen, den jene Zeugen beschämen sollen. Durch diese Zeugen wird zugleich zu erkennen gegeben, dass Israels Geschicke Weltbedeutung besitzen. @@ -10127,7 +10128,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 32 51 Quia prævaricati estis contra me in medio filiorum Is Deuteronomium Dtn 5 32 51 62 Zin. Deuteronomium Dtn 5 32 51 63 Ihr habt meine Herrlichkeit nicht bezeugt, sondern daran gezweifelt. Deuteronomium Dtn 5 32 52 Econtra videbis terram, et non ingredieris in eam, quam ego dabo filiis Israel. Gegenüber wirst du das Land sehen, aber du sollst nicht in das Land hineinkommen, welches ich den Söhnen Israels geben werde. -Deuteronomium Dtn 5 33 0 B. Ehe Moses den Berg bestieg, sagt er den einzelnen Stämmen ihr zukünftiges Los voraus und segnet das Volk. (Kap. 33) +Deuteronomium Dtn 5 33 0 B. Ehe Moses den Berg bestieg, sagt er den einzelnen Stämmen ihr zukünftiges Los voraus und segnet das Volk. (Kap. 33) Deuteronomium Dtn 5 33 1 Hæc est benedictio, qua benedixit Moyses, homo Dei, filiis Israel ante mortem suam. Dies ist der Segen, mit dem Moses, der Mann Gottes, die Söhne Israels vor seinem Tode segnete.¹ Deuteronomium Dtn 5 33 1 1 Die Rede besteht aus Distichen und Tristichen. V. 2-5 Eingang, V. 26-29 Schluss, dazwischen der Ausruf V. 10. Dieser Segen ist kein prophetischer, weshalb nicht über alle Stämme ein solcher ausgesprochen wird, sondern ihnen Segen, wohl je nach ihrer Treue bei dem großen Abfall in der Wüste zu Teil wird. Juda, Levi, Benjamin, Joseph (Josue mit Ephraim) erhalten feierlichere Segenssprüche (V. 6-17), Zabulon, Issachar, Dan, Nephthali, Aser weniger bedeutungsvolle (V. 18-25), da sie wohl in Kades abgefallen waren; Gad erhält Rüge. In den einzelnen lagern (vergl. [Num 2]) wird je ein Stamm gleichsam den anderen vorgezogen. Ob aber der Eingang V. 2-7 und der Schluss V. 26-29 von Moses herrühren? Es war ihm dazu doch wohl kaum Zeit übrig. Ein anderer Prophet mag also diese Teile für den feierlichen Gesang beigefügt haben. Strophe (V. 2 unvollständig): Jahves Taten vom Sinai bis Kades. Gegenstrophe (V. 4, V. 5): Jahve den Israeliten bei Kades versöhnt. Deuteronomium Dtn 5 33 2 Et ait: Dominus de Sinai venit, et de Seir ortus est nobis: apparuit de monte Pharan, et cum eo sanctorum millia. In dextera ejus ignea lex. Er sprach: Der Herr² ist von Sinai hergekommen und ist uns aufgegangen aus Seir; er erschien vom Berge Pharan her, und mit ihm tausende von Heiligen,³ und in seiner Rechten war das feurige Gesetz.⁴ @@ -10206,7 +10207,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 33 28 47 Hebr.: Und sein Himmel träufelt Tau. Deuteronomium Dtn 5 33 29 Beatus es tu Israel: quis similis tui popule, qui salvaris in Domino? scutum auxilii tui, et gladius gloriæ tuæ: negabunt te inimici tui, et tu eorum colla calcabis. Selig bist du, o Israel! wer ist dir gleich, du Volk, das durch den Herrn errettet wird? Er ist der Schild deiner Hilfe, und das Schwert deines Ruhmes; deine Feinde werden dich verleugnen,⁴⁸ du aber wirst auf ihre Nacken treten!⁴⁹ Deuteronomium Dtn 5 33 29 48 Besser: Müssen dir schmeicheln. Deuteronomium Dtn 5 33 29 49 Auf assyrischen Denkmälern setzen die Könige den Fuß auf den Nacken der Besiegten. Hebr.: Du aber wirst auf ihre Höhe treten. Erst wenn diese eingenommen, ist die Unterjochung eine vollkommene. -Deuteronomium Dtn 5 34 0 C. Moses erblickt vom Berge Nebo aus das verheißene Land, stirbt und wird begraben. (V. 9) D. Schluss des Pentateuchs: Kurzes Lob Moses. +Deuteronomium Dtn 5 34 0 C. Moses erblickt vom Berge Nebo aus das verheißene Land, stirbt und wird begraben. (V. 9) D. Schluss des Pentateuchs: Kurzes Lob Moses. Deuteronomium Dtn 5 34 1 Ascendit ergo Moyses de campestribus Moab super montem Nebo, in verticem Phasga contra Jericho: ostenditque ei Dominus omnem terram Galaad usque Dan, Als nun Moses von den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, auf den Gipfel des Phasga, Jericho gegenüber, gestiegen war,¹ ließ der Herr ihn das ganze Land² Galaad bis Dan³ schauen, [Dtn 3,27, Dtn 32,49, 2Makk 2,4] Deuteronomium Dtn 5 34 1 1 Dem Befehle [Dtn 3,27, Dtn 32,49] gemäß. Vom Nebo aus, der 881 Meter über dem Mittelländischen Meere liegt, sieht man den schneebedeckten Hermon, den Thabor, Ebal und Garizim, den Ölberg und Sion, die Berge von Bethlehem und Hebron, endlich das tote Meer bis Engaddi. Deuteronomium Dtn 5 34 1 2 Nach dem hebräischen muss hier ein Komma stehen oder Kolon. @@ -10233,7 +10234,7 @@ Deuteronomium Dtn 5 34 10 13 Moses allein war der Mittler eines Bundes (V. 11, Deuteronomium Dtn 5 34 11 In omnibus signis atque portentis, quæ misit per eum, ut faceret in terra gypti Pharaoni, et omnibus servis ejus, universæque terræ illius, in allen den Zeichen und Wundern, die zu tun der Herr ihn sandte, im Lande Ägypten an Pharao, und an allen seinen Knechten, und an seinem ganzen Lande, Deuteronomium Dtn 5 34 12 Et cunctam manum robustam, magnaque mirabilia, quæ fecit Moyses coram universo Israel. und alle Macht zu zeigen, und in großen und wunderbaren Taten, welche Moses vor ganz Israel verrichtete.¹⁴ Deuteronomium Dtn 5 34 12 14 Nicht allein dadurch, dass Moses Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, war er vor den übrigen Propheten ausgezeichnet, sondern auch durch die Wunderzeichen in Ägypten und in der Wüste. Diese waren eine starke Hand hinsichtlich der Kraft, die zu ihrer Übung erfordert war, und große Schrecken bezüglich der Wirkung. -Josua Jos 6 1 0 I. Besitznahme des Landes diesseits des Jordans (Kap. 1,1 Kap. 12,24) 1. Einzug in das verheißene Land und Vorbereitung zu seiner Eroberung. (1,1 5,16) 1. Die Israeliten überschreiten den Jordan auf wunderbare Weise und ziehen in Palästina ein (1,1 4,25) A. Josue, von Gott aufgefordert, das heilige Land in Besitz zu nehmen, und durch die Verheißung göttlichen Beistandes gestärkt (V. 9), befiehlt den Israeliten, sich vorzubereiten, in das gelobte Land einzuziehen (V. 11), und mahnt die Stämme Ruben, Gad und Manasse, ihrem Versprechen gemäß ihre Brüder bei diesem Unternehmen zu unterstützen. +Josua Jos 6 1 0 I. Besitznahme des Landes diesseits des Jordans (Kap. 1,1 Kap. 12,24) 1. Einzug in das verheißene Land und Vorbereitung zu seiner Eroberung. (1,1 5,16) 1. Die Israeliten überschreiten den Jordan auf wunderbare Weise und ziehen in Palästina ein (1,1 4,25) A. Josue, von Gott aufgefordert, das heilige Land in Besitz zu nehmen, und durch die Verheißung göttlichen Beistandes gestärkt (V. 9), befiehlt den Israeliten, sich vorzubereiten, in das gelobte Land einzuziehen (V. 11), und mahnt die Stämme Ruben, Gad und Manasse, ihrem Versprechen gemäß ihre Brüder bei diesem Unternehmen zu unterstützen. Josua Jos 6 1 1 Et factum est post mortem Moysi servi Domini, ut loqueretur Dominus ad Josue filium Nun, ministrum Moysi, et diceret ei: Und¹ es begab sich nach dem Tode Moses, des Dieners des Herrn, dass der Herr zu Josue, dem Sohne Nuns, dem Diener Moses, redete, und zu ihm sprach:² Josua Jos 6 1 1 1 Andeutung, dass das Buch sich an den Pentateuch anschließt. Josua Jos 6 1 1 2 Wohl bald nach dem Tode, oder wenigstens nach Beendigung der Totenfeier. @@ -10274,7 +10275,7 @@ Josua Jos 6 1 17 Sicut obedivimus in cunctis Moysi, ita obediemus et tibi: tantu Josua Jos 6 1 17 21 Sie haben Moses nicht immer Folge geleistet, doch das ungehorsame Geschlecht ist vernichtet. Josua Jos 6 1 18 Qui contradixerit ori tuo, et non obedierit cunctis sermonibus, quos præceperis ei, moriatur: tu tantum confortare, et viriliter age. Wer deinem Munde widerspricht und nicht allen Befehlen, die du ihm gibst, gehorsam ist, der soll sterben; sei du nur mutig und handle männlich!²² Josua Jos 6 1 18 22 Wir werden es an nichts fehlen lassen. Die Stämme enden mit demselben Zurufe, den Gott an Josue gerichtet. (V. 7) -Josua Jos 6 2 0 B Josue entsendet zwei Kundschafter nach Jericho. Diese werden von Rahab aufgenommen (V. 7), vor den Nachstellungen des Königs bewahrt (V. 21) und kehren glücklich zu Josue zurück. Ihr Bericht bewegt ihn, die Feinde alsdann anzugreifen. +Josua Jos 6 2 0 B Josue entsendet zwei Kundschafter nach Jericho. Diese werden von Rahab aufgenommen (V. 7), vor den Nachstellungen des Königs bewahrt (V. 21) und kehren glücklich zu Josue zurück. Ihr Bericht bewegt ihn, die Feinde alsdann anzugreifen. Josua Jos 6 2 1 Misit igitur Josue filius Nun de Setim duos viros exploratores in abscondito: et dixit eis: Ite, et considerate terram, urbemque Jericho. Qui pergentes ingressi sunt domum mulieris meretricis, nomine Rahab, et quieverunt apud eam. Und Josue, der Sohn Nuns, sandte im Geheimen zwei Männer als Kundschafter von Setim¹ aus und sprach zu ihnen: Gehet hin und besichtiget das Land und² die Stadt Jericho!³ Diese zogen hin und traten in das Haus einer Buhlerin,⁴ mit Namen Rahab, ein und blieben bei ihr zu Nacht. [Hebr 11,31, Jak 2,25] Josua Jos 6 2 1 1 Wiese der Akazien, nach Fl. Josephus drei Stunden von dem Orte des Überganges. Josue wählt nur zwei Jünglinge [Jos 6,23] und sendet diese heimlich aus, damit ihr Feind ja keine Kunde davon erhalte, vielleicht auch damit Israel nicht den Mut verliere, wenn die Nachrichten ungünstig lauten. Josua Jos 6 2 1 2 Insbesondere. @@ -10327,7 +10328,7 @@ Josua Jos 6 2 22 27 Von dieser Nacht bis zur Nacht des nächstfolgenden Tages. Josua Jos 6 2 23 Quibus urbem ingressis, reversi sunt, et descenderunt exploratores de monte: et, transmisso Jordane, venerunt ad Josue filium Nun, narraveruntque ei omnia quæ acciderant sibi, Als diese nun in die Stadt hineingegangen waren,²⁸ kehrten die Kundschafter zurück, stiegen vom Gebirge herab, setzten über den Jordan, und kamen zu Josue, dem Sohne Nuns, und erzählten ihm alles, was ihnen begegnet war, Josua Jos 6 2 23 28 Hebr.: Da kehrten die Kundschafter usw. Josua Jos 6 2 24 Atque dixerunt: Tradidit Dominus omnem terram hanc in manus nostras, et timore prostrati sunt cuncti habitatores ejus. und sprachen: Der Herr hat dies ganze Land in unsere Hände überliefert und alle seine Bewohner sind von Furcht bestürzt. -Josua Jos 6 3 0 C. Nach der Rückkehr der Kundschafter heiligen sich die Israeliten drei Tage und ziehen dann am zehnten des ersten Monats im einundvierzigsten Jahre nach ihrem Auszug aus Ägypten durch das Flussbett des von Gott durch ein Wunder trocken gelegten Jordans. +Josua Jos 6 3 0 C. Nach der Rückkehr der Kundschafter heiligen sich die Israeliten drei Tage und ziehen dann am zehnten des ersten Monats im einundvierzigsten Jahre nach ihrem Auszug aus Ägypten durch das Flussbett des von Gott durch ein Wunder trocken gelegten Jordans. Josua Jos 6 3 1 Igitur Josue de nocte consurgens movit castra: egredientesque de Setim, venerunt ad Jordanem ipse et omnes filii Israel, et morati sunt ibi tres dies. Da erhob sich Josue des Nachts¹ und brach auf; und sie zogen von Setim weiter, und kamen an den Jordan, er und alle Söhne Israels,² und blieben daselbst drei Tage.³ Josua Jos 6 3 1 1 Früh. Josua Jos 6 3 1 2 Der Bericht zeigte Wiederholungen, weil die Hebräer das Bestreben haben, die einzelnen Momente durch eine vorhergehende Zusammenfassung in Zusammenhang zu bringen. @@ -10372,7 +10373,7 @@ Josua Jos 6 3 17 Populus autem incedebat contra Jericho: et sacerdotes, qui port Josua Jos 6 3 17 25 Wo Bethabara (Haus, Ort des Überganges) lag, der Ort, an dem Johannes später taufte. Josua Jos 6 3 17 26 Hebr.: festen Fußes. Josua Jos 6 3 17 27 Das folgende Hebr.: Während alle Israeliten auf dem Trockenen durchzogen, bis das ganze Volk völlig hinübergegangen war über den Jordan. -Josua Jos 6 4 0 D. Zur Erinnerung an den Durchgang durch den Jordan errichtet Josue zwei Denkzeichen, das eine im Bette des Stromes, das andere in Galgala, wo die Israeliten ihr erstes Lager nach der Überschreitung des Jordans aufschlagen. +Josua Jos 6 4 0 D. Zur Erinnerung an den Durchgang durch den Jordan errichtet Josue zwei Denkzeichen, das eine im Bette des Stromes, das andere in Galgala, wo die Israeliten ihr erstes Lager nach der Überschreitung des Jordans aufschlagen. Josua Jos 6 4 1 Quibus transgressis, dixit Dominus ad Josue: Als sie nun hinübergezogen waren, sprach der Herr zu Josue: Josua Jos 6 4 2 Elige duodecim viros singulos per singulas tribus: Wähle zwölf Männer aus,¹ je einen von jedem Stamme,² Josua Jos 6 4 2 1 Sie waren wohl schon ausgewählt [Jos 3,12], oder die Erzählung wird, durch weitere Einzelheiten ergänzt, wieder aufgenommen. @@ -10417,7 +10418,7 @@ Josua Jos 6 4 23 18 Die Wohltat hatte ja nicht den einzelnen, sondern, wie das Josua Jos 6 4 24 Sicut fecerat prius in mari rubro, quod siccavit donec transiremus: so wie er zuvor am roten Meere getan, welches er austrocknen ließ, bis wir hindurchgezogen waren; [Ex 14,21] Josua Jos 6 4 25 Ut discant omnes terrarum populi fortissimam Domini manum, ut et vos timeatis Dominum Deum vestrum omni tempore. damit alle Völker der Erde die starke Hand des Herrn erkennen lernen; und damit auch ihr den Herrn, euern Gott, allezeit fürchtet.¹⁹ Josua Jos 6 4 25 19 Doppeltes Ziel Gottes bei dem Wunder: Alle Menschen sollen Gottes unendliche Macht erkennen und an ihn glauben lernen, und die, welche ihm bereits durch den Glauben anhängen, sollen noch eifriger werden. Gott will, dass alle Menschen selig werden. Da nun seine Allmacht und Gottheit durch die Geschöpfe erkannt wird, will er sogar durch ein Eingreifen in die Gesetze der Natur die trägen Herzen wecken, ihn in seiner Macht zu erkennen. Doch auch seine Gerechtigkeit offenbart sich. Können und sollen die Menschen ihn aus der Erschaffung und Regierung der Welt erkennen, aber erweisen sie ihm dennoch nicht die gebührende Ehre, so kann seine Gerechtigkeit nicht umhin, für die Verachtung seiner Güte Strafe zu verhängen. Diese an den Chananitern zu vollziehen, kommen die Israeliten. -Josua Jos 6 5 0 2. Die Israeliten schicken sich zum Kampfe mit den Chananäern und zur Besitzergreifung des Landes an. (Kap. 5) A. Die Chananäer lassen, von Schrecken und Entsetzen erfasst, den Israeliten Zeit, ihre Vorbereitungen zu beenden. (V. 1) B. Die Israeliten beschneiden auf Gottes Befehl alle männlichen Angehörigen (V. 9) und feiern zum ersten Male das Osterfest in dem verheißenen Lande. Das Manna hört auf zu fallen, zum Zeichen, dass die Wanderung zu Ende. (V. 12) C. Josue wird durch die Erscheinung eines Engels für sein Amt gestärkt. +Josua Jos 6 5 0 2. Die Israeliten schicken sich zum Kampfe mit den Chananäern und zur Besitzergreifung des Landes an. (Kap. 5) A. Die Chananäer lassen, von Schrecken und Entsetzen erfasst, den Israeliten Zeit, ihre Vorbereitungen zu beenden. (V. 1) B. Die Israeliten beschneiden auf Gottes Befehl alle männlichen Angehörigen (V. 9) und feiern zum ersten Male das Osterfest in dem verheißenen Lande. Das Manna hört auf zu fallen, zum Zeichen, dass die Wanderung zu Ende. (V. 12) C. Josue wird durch die Erscheinung eines Engels für sein Amt gestärkt. Josua Jos 6 5 1 Postquam ergo audierunt omnes reges Amorrhæorum, qui habitabant trans Jordanem ad occidentalem plagam, et cuncti reges Chanaan, qui propinqua possidebant magni maris loca, quod siccasset Dominus fluenta Jordanis coram filiis Israel donec transirent, dissolutum est cor eorum, et non remansit in eis spiritus, timentium introitum filiorum Israel. Als nun alle Könige der Amorrhiter, welche jenseits des Jordans auf seiner Westseite wohnten, und alle Könige der Chananiter, welche die Ortschaften nahe am großen Meere innehatten,¹ hörten, dass der Herr das Wasser des Jordans vor den Söhnen Israels hatte austrocknen lassen, bis sie hinübergezogen waren, wurde ihr Herz verzagt und sie ließen den Mut sinken; denn sie fürchteten sich vor dem Einzuge der Söhne Israels.² Josua Jos 6 5 1 1 Die Völker sollen Gott fürchten. [Jos 4,24] Die genannten sieben Völker werden hier in zwei Gruppen zusammengefasst. Könige heißen die Oberhäupter der einzelnen Städte. Josua Jos 6 5 1 2 Hebr.: Sie ließen den Mut sinken vor den Söhnen Israels. Immer von neuem wird darauf hingewiesen, dass alles der Israeliten wegen geschieht, damit Gottes Güte und besondere Vorsehung ihnen in desto hellerem Lichte erstrahle. @@ -10459,7 +10460,7 @@ Josua Jos 6 5 15 23 Er ist bereit, zu gehorchen. Josua Jos 6 5 16 Solve, inquit, calceamentum tuum de pedibus tuis: locus enim, in quo stas, sanctus est. Fecitque Josue ut sibi fuerat imperatum. Er sprach: Ziehe deine Schuhe von deinen Füßen;²⁴ denn der Ort, an dem du stehest, ist heilig.²⁵ Da tat Josue, wie ihm geboten war. [Ex 3,5, Apg 7,33] Josua Jos 6 5 16 24 Noch sagt der Engel nicht, wozu er gekommen ist. Josue soll zuerst die Schuhe ausziehen, damit sein Herz desto mehr von dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes durchdrungen werde. Der Befehl erinnert ihn an [Ex 3,5]. Die Schuhe sollen ausgezogen werden, weil an ihnen der Staub der von Gott mit dem Fluche belegten Erde haftet. Darum mussten auch die Priester Hände und Füße waschen, wenn sie das Heiligtum betraten [Ex 30,19, Ex 40,29] und gingen in diesem wahrscheinlich barfuß. Josua Jos 6 5 16 25 Weil Gott gegenwärtig ist, wie einst im brennenden Dornbusche. -Josua Jos 6 6 0 2. Eroberung des verheißenen Landes. (6,1 12,24) 1. Die Israeliten erobern und zerstören mit Gottes Hilfe die nächstgelegenen beiden Städte. (6,1 8,29) A. Wunderbare Einnahme von Jericho, dessen Mauern durch ein Wunder fallen. (V. 20) Vernichtung der Einwohner außer der Familie Rahabs und Zerstörung der Stadt. (V. 25) Fluch Josues über diejenigen, welche versuchen möchten, die Stadt wiederherzustellen. +Josua Jos 6 6 0 2. Eroberung des verheißenen Landes. (6,1 12,24) 1. Die Israeliten erobern und zerstören mit Gottes Hilfe die nächstgelegenen beiden Städte. (6,1 8,29) A. Wunderbare Einnahme von Jericho, dessen Mauern durch ein Wunder fallen. (V. 20) Vernichtung der Einwohner außer der Familie Rahabs und Zerstörung der Stadt. (V. 25) Fluch Josues über diejenigen, welche versuchen möchten, die Stadt wiederherzustellen. Josua Jos 6 6 1 Jericho autem clausa erat atque munita, timore filiorum Israel, et nullus egredi audebat aut ingredi. Jericho aber war verschlossen und verwahrt¹ aus Furcht vor den Söhnen Israels, und niemand wagte² aus- oder einzugehen.³ Josua Jos 6 6 1 1 Hebr.: Hatte geschlossen (die Tore) und war verschlossen (vor den Israeliten), so dass also niemand aus- oder eingehen konnte. Josua Jos 6 6 1 2 Hebr.: Niemand ging aus oder ein. @@ -10510,7 +10511,7 @@ Josua Jos 6 6 25 22 So sprach auch Agamemnon einen Fluch über Ilion, Scipio ü Josua Jos 6 6 26 Maledictus vir coram Domino, qui suscitaverit et ædificaverit civitatem Jericho. In primogenito suo fundamenta illius jaciat, et in novissimo liberorum ponat portas ejus. Verflucht sei vor dem Herrn, wer die Stadt Jericho wieder herstellt und aufbaut!²³ Es werde sein Erstgeborner dahingerafft, wenn er ihren Grund legt, und sein jüngstes Kind, wenn er ihre Tore einsetzt. Josua Jos 6 6 26 23 Das Verbot bezieht sich nicht so auf das Wiederaufbauen der Häuser, wie auf die Befestigung. Josue selbst teilt ja die Stadt [Jos 18,21] mit anderen Städten dem Stamme Benjamin zu, worin doch liegt, dass sie von demselben bewohnt werden soll, wie wir denn in der Folge auch Jericho als bewohnte Stadt treffen. [Ri 3,13, 2Sam 10,5] Dennoch ging Josues Fluch unter Ahab in Erfüllung, als Hiel aus Bethel es unternahm, den Ort zu einer festen Stadt umwandeln zu wollen. [1Kön 16,34] Josua Jos 6 6 27 Fuit ergo Dominus cum Josue, et nomen ejus vulgatum est in omni terra. Der Herr aber war mit Josue und sein Name ward kund im ganzen Lande. -Josua Jos 6 7 0 Achan entwendet etwas von der Gott geweihten Beute. (V. 1) B. Hai wird bestürmt, aber umsonst (V. 5) wegen des Verbrechens Achans. (V. 15) Dasselbe wird entdeckt und bestraft. +Josua Jos 6 7 0 Achan entwendet etwas von der Gott geweihten Beute. (V. 1) B. Hai wird bestürmt, aber umsonst (V. 5) wegen des Verbrechens Achans. (V. 15) Dasselbe wird entdeckt und bestraft. Josua Jos 6 7 1 Filii autem Israel prævaricati sunt mandatum, et usurpaverunt de anathemate. Nam Achan filius Charmi, filii Zabdi, filii Zare de tribu Juda, tulit aliquid de anathemate: iratusque est Dominus contra filios Israel. Die Söhne Israels aber übertraten das Gebot¹ und vergriffen sich² an dem Gebannten; denn Achan,³ der Sohn Charmis, des Sohnes Zabdis,⁴ des Sohnes Zares,⁵ vom Stamme Juda, nahm etwas von dem Gebannten. Da zürnte der Herr über die Söhne Israels.⁶ [Jos 22,16.20, 1Chr 2,7] Josua Jos 6 7 1 1 Zusatz der Septuag, welcher die Vulgata folgt. Josua Jos 6 7 1 2 Hebr.: Vergriffen sich an dem Gebannten. @@ -10576,7 +10577,7 @@ Josua Jos 6 7 25 37 Und die Seinigen wohl mit ihm. Die Steinigung wird über Ac Josua Jos 6 7 26 Congregaveruntque super eum acervum magnum lapidum, qui permanet usque in præsentem diem. Et aversus est furor Domini ab eis. Vocatumque est nomen loci illius, Vallis Achor, usque hodie. Sodann errichteten sie über ihm einen großen Steinhaufen,³⁸ welcher noch bis auf den heutigen Tag vorhanden ist. Da wandte sich der Zorn des Herrn von ihnen.³⁹ Jene Stätte aber ward bis auf den heutigen Tag das Tal Achor genannt. [2Sam 18,17] Josua Jos 6 7 26 38 Ein Schanddenkmal und Warnungszeichen für Spätere. Vergl. [Jos 8,29] und [2Sam 18,17]. Josua Jos 6 7 26 39 Von den Menschen auf Gott übertragene Ausdrucksweise: Er zeigte sich wieder gnädig. -Josua Jos 6 8 0 Josue wird von Gott gestärkt und belehrt (V. 2), legt den Feinden einen Hinterhalt, besiegt sie (V. 23) und zerstört die Stadt. (V. 29) 2. Indem Josue das Gesetz Gottes auf dem Berge Hebal mit Fluch und Segen feierlich verkündet und auf Steine schreibt, zeigt er, dass das gesamte verheißene Land nun Eigentum der Israeliten geworden ist. +Josua Jos 6 8 0 Josue wird von Gott gestärkt und belehrt (V. 2), legt den Feinden einen Hinterhalt, besiegt sie (V. 23) und zerstört die Stadt. (V. 29) 2. Indem Josue das Gesetz Gottes auf dem Berge Hebal mit Fluch und Segen feierlich verkündet und auf Steine schreibt, zeigt er, dass das gesamte verheißene Land nun Eigentum der Israeliten geworden ist. Josua Jos 6 8 1 Dixit autem Dominus ad Josue: Ne timeas, neque formides: tolle tecum omnem multitudinem pugnatorum, et consurgens ascende in oppidum Hai: ecce tradidi in manu tua regem ejus, et populum, urbemque et terram. Der Herr aber sprach zu Josue: Fürchte dich nicht und zage nicht!¹ nimm alles streitbare Volk mit dir,² und mache dich auf, und ziehe hinauf gegen die Stadt Hai. Siehe, ich habe ihren König, und das Volk, die Stadt, und das Land in deine Hände gegeben. Josua Jos 6 8 1 1 Wohl war Gott jetzt wieder versöhnt, doch Josue kannte den Wankelmut seines Volkes. Dazu umgaben ihn viele Schwierigkeiten, zu deren Überwindung er des Beistandes Gottes bedurfte. Josua Jos 6 8 1 2 Nicht nur 3000, wie [Jos 7,4]. @@ -10642,7 +10643,7 @@ Josua Jos 6 8 34 Post hæc legit omnia verba benedictionis et maledictionis, et Josua Jos 6 8 34 29 Ließ vorlesen. Josua Jos 6 8 34 30 Das ganze Gesetz wird Segen und Fluch genannt, weil seine Beobachtung Segen, seine Übertretung Fluch nach sich zog. Josua Jos 6 8 35 Nihil ex his, quæ Moyses jusserat, reliquit intactum, sed universa replicavit coram omni multitudine Israel, mulieribus ac parvulis et advenis, qui inter eos morabantur. Nichts von dem, was Moses geboten hatte, ließ er unberührt, sondern wiederholte alles vor dem ganzen Volke Israel, und vor den Frauen und Kindern und den Fremdlingen, die unter ihnen weilten. -Josua Jos 6 9 0 3. Die Gabaoniten unterwerfen sich und die Könige der Amorrhiter werden besiegt. (9,1 10,27) A. Auf die Kunde von allem, was Gott durch Josue getan, verbinden sich die Könige der Chananiter, um Israel anzugreifen. (V. 2) B. Die Gabaoniter bringen, aus Furcht, sie möchten das Schicksal von Jericho und Hai erleiden, Josue durch List dazu, mit ihnen ein Bündnis einzugehen. (V. 15) Nachdem die List entdeckt ist, werden sie zu Sklaven des Volkes und des Altares des Herrn gemacht. +Josua Jos 6 9 0 3. Die Gabaoniten unterwerfen sich und die Könige der Amorrhiter werden besiegt. (9,1 10,27) A. Auf die Kunde von allem, was Gott durch Josue getan, verbinden sich die Könige der Chananiter, um Israel anzugreifen. (V. 2) B. Die Gabaoniter bringen, aus Furcht, sie möchten das Schicksal von Jericho und Hai erleiden, Josue durch List dazu, mit ihnen ein Bündnis einzugehen. (V. 15) Nachdem die List entdeckt ist, werden sie zu Sklaven des Volkes und des Altares des Herrn gemacht. Josua Jos 6 9 1 Quibus auditis, cuncti reges trans Jordanem, qui versabantur in montanis et campestribus, in maritimis ac littore magni maris, hi quoque qui habitabant juxta Libanum, Hethæus et Amorrhæus, Chananæus, Pherezæus, et Hevæus, et Jebusæus, Als nun alle Könige jenseits des Jordans, welche im Berglande lebten und in der Ebene, an den Küstengegenden und am Ufer des großen Meeres, sowie die, welche am Libanon wohnten,¹ davon hörten, der Hethiter, Amorrhiter, Chananiter, Phereziter, Heviter und Jebusiter, Josua Jos 6 9 1 1 Hebr.: Und überall längs dem Gestade des großen Meeres bis zum Libanon hin wohnten. Josua Jos 6 9 2 Congregati sunt pariter, ut pugnarent contra Josue et Israel uno animo, eademque sententia. vereinigten sie sich allzumal, um gegen Josue und Israel einmütig und einhellig zu kämpfen. @@ -10693,7 +10694,7 @@ Josua Jos 6 9 26 Fecit ergo Josue ut dixerat, et liberavit eos de manu filiorum Josua Jos 6 9 27 Decrevitque in illo die eos esse in ministerio cuncti populi, et altaris Domini, cædentes ligna, et aquas comportantes, usque in præsens tempus, in loco, quem Dominus elegisset. Und er bestimmte sie an diesem Tage zum Dienste für das ganze Volk²² und für den Altar des Herrn, um Holz zu hauen, und Wasser zu tragen, wie es bis zum heutigen Tage ist, an dem Orte, den der Herr erwählen würde.²³ Josua Jos 6 9 27 22 Die gottesdienstliche Gemeinde, wie das hier im Hebräischen gebrauchte Wort nahe legt und die beigefügte Bestimmung für den Altar des Herrn zeigt. Josua Jos 6 9 27 23 Inzwischen bleiben sie im Dienste der Leviten. -Josua Jos 6 10 0 C. Der König von Jerusalem greift mit vier amorrhitischen Königen Gabaa an (V. 5) und wird von Josue, dem Gott durch wunderbaren Stillstand der Sonne und des Mondes zu Hilfe kommt, mit jenen besiegt und getötet. (V. 27) 4. Kurze Übersicht über die Einnahme des übrigen Landes. (10,28 11,23) A. Besetzung des Südens. +Josua Jos 6 10 0 C. Der König von Jerusalem greift mit vier amorrhitischen Königen Gabaa an (V. 5) und wird von Josue, dem Gott durch wunderbaren Stillstand der Sonne und des Mondes zu Hilfe kommt, mit jenen besiegt und getötet. (V. 27) 4. Kurze Übersicht über die Einnahme des übrigen Landes. (10,28 11,23) A. Besetzung des Südens. Josua Jos 6 10 1 Quæ cum audisset Adonisedec rex Jerusalem, quod scilicet cepisset Josue Hai, et subvertisset eam (sicut enim fecerat Jericho et regi ejus, sic fecit Hai et regi illius), et quod transfugissent Gabaonitæ ad Israel, et essent fderati eorum, Als Adonisedek,¹ der König von Jerusalem,² dies hörte, nämlich dass Josue Hai eingenommen und zerstört hatte, (denn was er Jericho und dessen Könige getan, das tat er Hai und dessen Könige), und dass die Gabaoniter zu Israel übergegangen, und mit ihnen verbündet seien, Josua Jos 6 10 1 1 Herr der Gerechtigkeit. Der Name erinnert an den andern König von Salem, Melchisedech, König der Gerechtigkeit. Josua Jos 6 10 1 2 Nach der Übergabe von Gabaa war diese Stadt selbst bedroht. Ihr eigentlicher Name ist Salem, doch wird sie bis zu ihrer bleibenden Eroberung durch David oft auch Jebus, Jebusiterstadt, genannt. @@ -10769,7 +10770,7 @@ Josua Jos 6 10 41 31 Wohl zu unterscheiden vom Lande Gessen in Ägypten. [Gen 4 Josua Jos 6 10 42 Universosque reges, et regiones eorum uno impetu cepit atque vastavit: Dominus enim Deus Israel pugnavit pro eo. und alle Könige und ihre Gebiete nahm er auf einen Angriff³² ein und verheerte sie; denn der Herr, der Gott Israels, stritt für das Volk. Josua Jos 6 10 42 32 In einem Zuge. Josua Jos 6 10 43 Reversusque est cum omni Israel ad locum castrorum in Galgala. Alsdann kehrte er wieder mit ganz Israel zum Lagerorte nach Galgala zurück. -Josua Jos 6 11 0 B. Die Könige des Nordlandes werden bei dem Merom-See besiegt. (V. 9) und ihr Land unterworfen. (V. 20) C. Josue vernichtet die Enakiter im Südlande. +Josua Jos 6 11 0 B. Die Könige des Nordlandes werden bei dem Merom-See besiegt. (V. 9) und ihr Land unterworfen. (V. 20) C. Josue vernichtet die Enakiter im Südlande. Josua Jos 6 11 1 Quæ cum audisset Jabin rex Asor, misit ad Jobab regem Madon, et ad regem Semeron, atque ad regem Achsaph: Als dies Jabin, der König von Asor, vernahm,¹ schickte er zu Jobab, dem König von Madon, und zu dem Könige von Semeron, und zu dem Könige von Achsaph, Josua Jos 6 11 1 1 Zweites Bündnis chananitischer Könige, der Nordhälfte von Chanaan. Asor war ein bedeutender Königssitz (V. 10), den Josue einnahm und zerstörte (V. 13), der aber später wieder aufgebaut und wieder Königssitz wurde. [Ri 4,2.17, 1Sam 12,9] Nach Josephus lag es auf dem westlich vom Meromsee sich hinziehenden Höhenzuge. Josua Jos 6 11 2 Ad reges quoque aquilonis, qui habitabant in montanis et in planitie contra meridiem Ceneroth, in campestribus quoque et in regionibus Dor juxta mare: sowie zu den Königen im Norden, welche auf dem Gebirge² und in der Ebene, im Süden von Keneroth,³ und in der Niederung und den Gegenden von Dor⁴ am Meere wohnten; @@ -10820,7 +10821,7 @@ Josua Jos 6 11 22 25 Die Heimat Goliaths. Josua Jos 6 11 22 26 Zwei bis drei Stunden von Askalon. Josua Jos 6 11 23 Cepit ergo Josue omnem terram, sicut locutus est Dominus ad Moysen, et tradidit eam in possessionem filiis Israel secundum partes, et tribus suas; quievitque terra a prliis. Josue also nahm das ganze Land ein, wie der Herr zu Moses geredet hatte, und gab es den Söhnen Israels zum Besitze nach ihren Abteilungen und Stämmen; und das Land ruhte vom Kampfe.²⁷ [Jos 14,15] Josua Jos 6 11 23 27 Kein Feind trat der Verteilung des Landes mit den Waffen entgegen. Die Macht der Chananiter war gebrochen und sie vermochten Israel nicht mehr den Besitz des Landes streitig zu machen, wenn nur Israel den Geboten seines Gottes nachlebend fortfuhr, die zerstreuten Überreste nach und nach zu verdrängen. Zudem hatte Israel in dem mächtigen Beistande des Herrn, den es bei der bisherigen Eroberung erfahren, das sicherste Unterpfand, dass ihm Gott auch bei den noch übrigen Kämpfen beistehen werde. Josue hatte getan, was der Herr zu Moses geredet, da er die Eroberung des Landes verheißen, aber zugleich beigefügt, er werde die Chananiter nicht in einem Jahre vertreiben. [Ex 23,28ff] vergl. [Dtn 7,22]. Die Aufzählung von nicht eroberten Städten und Gegenden und von noch übrig gebliebenen Chananitern [Jos 13,1-6, Jos 17,14ff, Jos 18,3, Jos 23,5.12] bietet also keinen Widerspruch zu V. 23. Wenn nun die völlige Eroberung des ganzen Landes in der nächstfolgenden Zeit nicht ausgeführt ward, sondern die Chananiter im Gegenteil die Oberhand über die Israeliten gewannen, so ist die Ursache dafür die, das der her seinem Volke wegen seines Abfalles von ihm seinen Beistand entzog und es zur Züchtigung für seine Sünden in die Gewalt seiner Feinde dahingab. -Josua Jos 6 12 0 5. Zum Abschlusse des ersten Teiles werden 31 Könige aufgezählt, welche die Söhne Israels unter Moses und Josue teils östlich des Jordans (V. 6), teils westlich desselben besiegten. +Josua Jos 6 12 0 5. Zum Abschlusse des ersten Teiles werden 31 Könige aufgezählt, welche die Söhne Israels unter Moses und Josue teils östlich des Jordans (V. 6), teils westlich desselben besiegten. Josua Jos 6 12 1 Hi sunt reges, quos percusserunt filii Israel, et possederunt terram eorum trans Jordanem ad solis ortum, a torrente Arnon usque ad montem Hermon, et omnem orientalem plagam, quæ respicit solitudinem. Dies sind die Könige, welche die Söhne Israels schlugen, und deren Land sie jenseits des Jordans gegen Sonnenaufgang einnahmen, vom Bache Arnon an bis an den Berg Hermon, und die ganze östliche Gegend gegen die Wüste zu:¹ Josua Jos 6 12 1 1 Hebr.: Und die ganze Niederung im Osten. Das Land westlich vom Jordan konnte ohne den östlichen Besitz nicht gehalten werden. Dieser aber gehörte gleichfalls zum verheißenen Lande, wie [Dtn 2,24] zeigt. Josua Jos 6 12 2 Sehon rex Amorrhæorum, qui habitavit in Hesebon, dominatus est ab Aroer, quæ sita est super ripam torrentis Arnon, et mediæ partis in valle, dimidiæque Galaad, usque ad torrentem Jaboc, qui est terminus filiorum Ammon. Sehon, der König der Amorrhiter, welcher in Hesebon wohnte, herrschte von Aroer an, welches am Ufer des Baches Arnon in der Mitte desselben im Tale liegt, und über halb Galaad, bis zum Bache Jabok, welcher die Grenze der Söhne Ammons ist;² @@ -10855,7 +10856,7 @@ Josua Jos 6 12 23 Rex Dor, et provinciæ Dor unus, rex gentium Galgal unus, der Josua Jos 6 12 23 9 Septuag: Galiläa. Josua Jos 6 12 24 Rex Thersa unus: omnes reges triginta unus. der König von Thersa,¹⁰ einer; zusammen einunddreißig Könige. Josua Jos 6 12 24 10 Etwa drei Meilen östlich von Samaria. Residenz der Könige von Israel, bis Omri Samaria baute. [1Kön 16,23-24] -Josua Jos 6 13 0 II. Verteilung des verheißenen Landes unter die Söhne Israels, (13,1 22,34) 1. Verteilung des Landes jenseits des Jordans, welche Moses vorgenommen (Kap. 13): A. Nur neun und ein halber Stamm erhalten Besitz diesseits des Jordans. (V. 7) B. Ruben, Gad und halb Manasse haben ihren Anteil von Moses erhalten, (V. 32) Levi aber soll keinen zusammenhängenden Besitz haben. +Josua Jos 6 13 0 II. Verteilung des verheißenen Landes unter die Söhne Israels, (13,1 22,34) 1. Verteilung des Landes jenseits des Jordans, welche Moses vorgenommen (Kap. 13): A. Nur neun und ein halber Stamm erhalten Besitz diesseits des Jordans. (V. 7) B. Ruben, Gad und halb Manasse haben ihren Anteil von Moses erhalten, (V. 32) Levi aber soll keinen zusammenhängenden Besitz haben. Josua Jos 6 13 1 Josue senex, provectæque ætatis erat, et dixit Dominus ad eum: Senuisti, et longævus es, terraque latissima derelicta est, quæ necdum sorte divisa est: Als nun Josue alt und hochbetagt war, sprach der Herr zu ihm: Du bist alt geworden und hochbetagt, und es ist ein sehr weites Land übrig, das noch nicht durch das Los verteilt ist,¹ Josua Jos 6 13 1 1 Josue soll das ganze Land verteilen, wenngleich es noch nicht seiner ganzen Ausdehnung nach erobert ist. Gott verheißt, die noch nicht unterworfenen Einwohner seiner Zeit zu vertreiben. Josua Jos 6 13 2 Omnis videlicet Galilæa, Philisthiim, et universa Gessuri, nämlich ganz Galiläa,² das Land der Philister, und das ganze Gebiet der Gessuriter,³ @@ -10916,7 +10917,7 @@ Josua Jos 6 13 31 Et dimidiam partem Galaad, et Astaroth, et Edrai urbes regni O Josua Jos 6 13 31 27 Vergl. [1Chr 5,23] und [Jos 17,2]. Josua Jos 6 13 32 Hanc possessionem divisit Moyses in campestribus Moab trans Jordanem contra Jericho ad orientalem plagam. Dies ist der Besitz, den Moses in den Ebenen Moabs jenseits des Jordans, Jericho gegenüber, auf der Ostseite verteilte. Josua Jos 6 13 33 Tribui autem Levi non dedit possessionem: quoniam Dominus Deus Israel ipse est possessio ejus, ut locutus est illi. Dem Stamme Levi aber gab er keinen Erbbesitz, weil der Herr, der Gott Israels, selbst sein Erbe ist, wie er zu ihm gesprochen. -Josua Jos 6 14 0 2. Verteilung des Landes diesseits des Jordans. (14,1 19,51) 1. Die gesamte Verteilung hat statt nach der Anordnung Moses. (V. 5) 2. Der Anteil der Familie Kalebs und des Stammes Juda (14,6 15,63): A. Kaleb bittet Josue um den ihm von Moses verheißenen Anteil und erhält Hebron als Besitz. +Josua Jos 6 14 0 2. Verteilung des Landes diesseits des Jordans. (14,1 19,51) 1. Die gesamte Verteilung hat statt nach der Anordnung Moses. (V. 5) 2. Der Anteil der Familie Kalebs und des Stammes Juda (14,6 15,63): A. Kaleb bittet Josue um den ihm von Moses verheißenen Anteil und erhält Hebron als Besitz. Josua Jos 6 14 1 Hoc est, quod possederunt filii Israel in terra Chanaan, quam dederunt eis Eleazar sacerdos, et Josue filius Nun, et principes familiarum per tribus Israel: Dies ist der Besitz, welcher den Söhnen Israels im Lande Chanaan angewiesen ward, den ihnen Eleazar, der Priester, und Josue, der Sohn Nuns, und die Fürsten der Geschlechter nach den einzelnen Stämmen Israels gaben, Josua Jos 6 14 2 Sorte omnia dividentes, sicut præceperat Dominus in manu Moysi, novem tribubus, et dimidiæ tribui. alles durch das Los verteilend, wie der Herr dem Moses geboten,¹ unter die neun Stämme und den halben Stamm; [Num 34,13] Josua Jos 6 14 2 1 Die Verschiedenheit der Bodenbeschaffenheit soll nicht Ursache der Unzufriedenheit und des Neides unter den Brüderstämmen werden, deshalb verteilt Gott selbst das gesamte Gebiet. Das Los bestimmt den Umkreis, die genaueren Grenzen werden von den durch Gott selbst bezeichneten Personen festgesetzt. [Num 33,54] Die einzelnen Stämme sollen aber voneinander getrennt bleiben, bis Christus erscheint, damit kein Zweifel möglich sei, aus welchem Stamme die heilige Jungfrau ist. Das Los fällt so, wie Jakob jedem voraussagt, so dass die Erfüllung der Prophezeiung ein neuer Beweis wird, dass die Verteilung Gottes Willen entspricht. @@ -10938,7 +10939,7 @@ Josua Jos 6 14 13 Benedixitque ei Josue: et tradidit ei Hebron in possessionem. Josua Jos 6 14 14 Atque ex eo fuit Hebron Caleb filio Jephone Cenezæo usque in præsentem diem: quia secutus est Dominum Deum Israel. Seitdem gehört Hebron Kaleb, dem Sohne Jephones, des Keneziters, bis auf den heutigen Tag, weil er dem Herrn, dem Gotte Israels, gehorsam gewesen war. Josua Jos 6 14 15 Nomen Hebron ante vocabatur Cariath Arbe: Adam maximus ibi inter Enacim situs est: et terra cessavit a prliis. Der Name von Hebron war vordem Kariath-Arbe; Adam, der größte unter den Enakitern,⁶ liegt dort; und das Land erhielt Ruhe vom Kampfe. [Jos 11,23] Josua Jos 6 14 15 6 Hebr.: Hebron aber hieß vordem Stadt Arbas; dieser war der mächtigste Mann unter den Enakitern. -Josua Jos 6 15 0 B. Der Stamm Juda, dem Kaleb angehört, erhält als Anteil das Gebiet um Hebron. (V. 12) Kaleb erobert Debir. (V. 19) Aufzählung der einzelnen Städte im Anteil Judas in vier Gruppen. (V. 32, 47, 60, 63) +Josua Jos 6 15 0 B. Der Stamm Juda, dem Kaleb angehört, erhält als Anteil das Gebiet um Hebron. (V. 12) Kaleb erobert Debir. (V. 19) Aufzählung der einzelnen Städte im Anteil Judas in vier Gruppen. (V. 32, 47, 60, 63) Josua Jos 6 15 1 Igitur sors filiorum Judæ per cognationes suas ista fuit: A termino Edom, desertum Sin contra meridiem, et usque ad extremam partem australis plagæ. Der Anteil nun der Söhne Judas nach seinen Geschlechtern war dieser:¹ Von der Grenze Edoms an, die Wüste Sin,² südwärts bis zum äußersten Mittagslande. [Num 34,3] Josua Jos 6 15 1 1 Da eine Abgrenzung der einzelnen Landschaften Josue nicht vorlag, konnte die Grenzbestimmung nur eine allgemeine sein. Josua Jos 6 15 1 2 Zin. @@ -11036,7 +11037,7 @@ Josua Jos 6 15 62 32 Hebr.: Ir-Hamelach, wahrscheinlich ziemlich weit südlich. Josua Jos 6 15 62 33 Bocksquelle, an der Westseite des toten Meeres. Josua Jos 6 15 63 Jebusæum autem habitatorem Jerusalem non potuerunt filii Juda delere: habitavitque Jebusæus cum filiis Juda in Jerusalem usque in præsentem diem. Die Jebusiter aber, die in Jerusalem wohnten, konnten die Söhne Judas nicht vertilgen;³⁴ und so blieben die Jebusiter mit den Söhnen Judas in Jerusalem bis auf den heutigen Tag wohnen. Josua Jos 6 15 63 34 Was hier von Juda, wird [Ri 1,21] von dem Stamme Benjamin gesagt. Nach [Jos 18,16] ist das Tal Ben-Hinnom Grenze zwischen Juda und Benjamin. Viele Städte wurden, nachdem sie eingenommen, von den Stämmen ausgetauscht. Zur Zeit nahmen die Israeliten nur die untere Stadt [Ri 1,8] ein, der oberen bemächtigte sich erst David. [2Sam 5] -Josua Jos 6 16 0 3. Anteil der Söhne Josephs. (16,1 17,18) A. Die Südgrenze des Anteils. (V. 4) B. Nordgrenze von Ephraim gegen Manasse. (V. 10) +Josua Jos 6 16 0 3. Anteil der Söhne Josephs. (16,1 17,18) A. Die Südgrenze des Anteils. (V. 4) B. Nordgrenze von Ephraim gegen Manasse. (V. 10) Josua Jos 6 16 1 Cecidit quoque sors filiorum Joseph ab Jordane contra Jericho et aquas ejus ab oriente: solitudo quæ ascendit de Jericho ad montem Bethel: Das Los für die Söhne Josephs¹ fiel vom Jordan, Jericho gegenüber und dessen Wasser, ostwärts, die Wüste,² die sich von Jericho in das Gebirge nach Bethel hinaufzieht; Josua Jos 6 16 1 1 Wie der Stamm Juda im Süden den Schutz der Israeliten übernimmt, so die Stämme der Söhne Josephs im Norden, dem später Samaria genannten Teile. Josua Jos 6 16 1 2 Die [Jos 18,12] genannte Wüste von Bethaven. @@ -11058,7 +11059,7 @@ Josua Jos 6 16 8 10 Hebr.: Am Meere, dem Mittelmeere. Josua Jos 6 16 9 Urbesque separatæ sunt filiis Ephraim in medio possessionis filiorum Manasse, et villæ earum. Dazu wurden für die Söhne Ephraims auch Städte in der Mitte der Besitzung der Söhne Manasse bestimmt samt den dazu gehörigen Dörfern. Josua Jos 6 16 10 Et non interfecerunt filii Ephraim Chananæum, qui habitabat in Gazer: habitavitque Chananæus in medio Ephraim usque in diem hanc tributarius. Und die Söhne Ephraims töteten die Chananiter nicht, die in Gazer wohnten;¹¹ und so blieben die Chananiter unter Ephraim bis auf diesen Tag wohnen und wurden zinsbar. Josua Jos 6 16 10 11 Die Septuag fügt hier eine aus [1Kön 9,16] entnommene Notiz bei. -Josua Jos 6 17 0 C. Manasse erhält außer Galaad und Basan jenseits des Jordans auch einen Anteil diesseits, der unter zehn Familien geteilt wird. (V. 13) D. Die Söhne Josephs klagen, dass ihr Anteil zu klein sei, worauf Josue sie anweist, sich von den Chananitern mehr hinzu zu erobern. +Josua Jos 6 17 0 C. Manasse erhält außer Galaad und Basan jenseits des Jordans auch einen Anteil diesseits, der unter zehn Familien geteilt wird. (V. 13) D. Die Söhne Josephs klagen, dass ihr Anteil zu klein sei, worauf Josue sie anweist, sich von den Chananitern mehr hinzu zu erobern. Josua Jos 6 17 1 Cecidit autem sors tribui Manasse (ipse enim est primogenitus Joseph): Machir primogenito Manasse patri Galaad, qui fuit vir pugnator, habuitque possessionem Galaad et Basan: Das Los des Stammes Manasse aber (dieser nämlich ist der Erstgeborne Josephs¹) fiel also: Machir, der Erstgeborene² Manasses, der Vater Galaads,³ der ein streitbarer Mann war,⁴ erhielt zu seinem Besitze Galaad und Basan.⁵ Josua Jos 6 17 1 1 Als Erstgeborener erhält er Besitz diesseits wie jenseits des Jordans. Josua Jos 6 17 1 2 Und Einziggeborener. [Num 26,29ff] So heißt auch Jesus der Erstgeborene [Lk 2,7, Mt 1,25, Hebr 1,6], obwohl er der Einziggeborene Marias war. @@ -11106,7 +11107,7 @@ Josua Jos 6 17 17 27 Josue lässt die Bittsteller nicht entschlüpfen, sondern Josua Jos 6 17 18 Sed transibis ad montem, et succides tibi, atque purgabis ad habitandum spatia: et poteris ultra procedere cum subverteris Chananæum, quem dicis ferreos habere currus, et esse fortissimum. sondern du sollst auf das Bergland hinüber ziehen,²⁸ und es dir ausroden und es lichten, um Raum zum Wohnen zu haben; und du wirst weiter vordringen können, wenn du die Chananiter vertilgt hast, die, wie du sagst, eiserne Wagen haben und sehr stark sind.²⁹ Josua Jos 6 17 18 28 Hebr.: Denn ein Bergland wird dir zu Teil, denn es ist Wald und du wirst ihn dir roden (wenn es Wald ist, so musst du ihn dir roden), so werden dir dann seine Ausgänge (das benachbarte Gebiet) gehören. Darin also soll die Erweiterung bestehen, dass sie das Bergland Ephraim ganz in Besitz nehmen, dazu noch Striche im Nordwesten und Nordosten desselben auf den über den V. 11 genannten Städten sich erhebenden Höhen. Josua Jos 6 17 18 29 Hebr.: denn sie haben eiserne Wagen und sind stark. Sie zu überwältigen, ist also eine des starken Doppelstammes würdige Aufgabe. Die Septuag schreibt die Stärke den Söhnen Josephs zu, die Vulgata übersetzt ein wenig frei. -Josua Jos 6 18 0 4. Anteile der sieben anderen Stämme. (18,1 19,48) A. Die Stiftshütte wird nach Silo übertragen, die übrigen Stämme wählen einige Männer, welche die Verteilung des übrigen Landes in sieben Teile vornehmen sollen. (V. 7) Josue lässt die Anteile auslosen. (V. 10) B. Benjamin erhält seinen Anteil zwischen Juda und Ephraim. +Josua Jos 6 18 0 4. Anteile der sieben anderen Stämme. (18,1 19,48) A. Die Stiftshütte wird nach Silo übertragen, die übrigen Stämme wählen einige Männer, welche die Verteilung des übrigen Landes in sieben Teile vornehmen sollen. (V. 7) Josue lässt die Anteile auslosen. (V. 10) B. Benjamin erhält seinen Anteil zwischen Juda und Ephraim. Josua Jos 6 18 1 Congregatique sunt omnes filii Israel in Silo, ibique fixerunt tabernaculum testimonii, et fuit eis terra subjecta. Hierauf versammelten sich alle Söhne Israels in Silo¹ und schlugen daselbst das Zelt des Zeugnisses auf, und das Land war ihnen unterworfen.² Josua Jos 6 18 1 1 Ort der Ruhe, in der Mitte des Landes gelegen, Versammlungsort der Israeliten, durch etwa 350 Jahre bis in die Zeiten Samuels. Josua Jos 6 18 1 2 Darum konnte es nun verteilt werden. @@ -11155,7 +11156,7 @@ Josua Jos 6 18 25 Gabaon et Rama et Beroth, Gabaon, Rama, Beroth, Josua Jos 6 18 26 Et Mesphe et Caphara et Amosa Mesphe, Kaphara, Amosa, Josua Jos 6 18 27 Et Recem, Jarephel et Tharela, Rekem, Jarephel, Tharela, Josua Jos 6 18 28 Et Sela, Eleph et Jebus, quæ est Jerusalem, Gabaath et Cariath: civitates quatuordecim, et villæ earum. Hæc est possessio filiorum Benjamin juxta familias suas. Sela, Eleph, Jebus, das ist Jerusalem, Gabaath und Kariath; vierzehn Städte und deren Dörfer. Das ist das Besitztum der Söhne Benjamins nach ihren einzelnen Familien. -Josua Jos 6 19 0 Simeon empfängt einen Anteil inmitten der Besitzungen Judas. (V. 9) Zabulons Grenzen. (V. 16) Issachars Städte. (V. 23) Asers Grenzen. (V. 31) Nephthalis Grenzen und Städte. (V. 39) Dan mit dem Anteil im Süden nicht zufrieden, erobert sich weiteren Gesetzes im Norden. (V. 48) 5. Nachdem das ganze Land geteilt ist, erhält Josue seinen Besitz auf dem Gebirge Ephraim. +Josua Jos 6 19 0 Simeon empfängt einen Anteil inmitten der Besitzungen Judas. (V. 9) Zabulons Grenzen. (V. 16) Issachars Städte. (V. 23) Asers Grenzen. (V. 31) Nephthalis Grenzen und Städte. (V. 39) Dan mit dem Anteil im Süden nicht zufrieden, erobert sich weiteren Gesetzes im Norden. (V. 48) 5. Nachdem das ganze Land geteilt ist, erhält Josue seinen Besitz auf dem Gebirge Ephraim. Josua Jos 6 19 1 Et egressa est sors secunda filiorum Simeon per cognationes suas: fuitque hereditas Das zweite Los kam für die Söhne Simeons nach ihren verschiedenen Geschlechtern heraus; und ihr Erbteil war Josua Jos 6 19 2 Eorum in medio possessionis filiorum Juda: Bersabee, et Sabee et Molada, in Mitte des Besitzes der Söhne Judas:¹ Bersabee, Sabee,² Molada, Josua Jos 6 19 2 1 Unter sie verteilt, zerstreut, der Weissagung Jakobs [Gen 49,7] entsprechend. Der Stamm Simeon war sehr klein. Vergl. [1Chr 4,28ff]. @@ -11224,7 +11225,7 @@ Josua Jos 6 19 49 Cumque complesset sorte dividere terram singulis per tribus su Josua Jos 6 19 50 Juxta præceptum Domini, urbem quam postulavit, Thamnath Saraa in monte Ephraim: et ædificavit civitatem, habitavitque in ea. nach dem Gebote des Herrn, die Stadt, welche er verlangte, Thamnat-Saraa auf dem Gebirge Ephraim: und er baute die Stadt und nahm darin Wohnung. Josua Jos 6 19 51 Hæ sunt possessiones, quas sorte diviserunt Eleazar sacerdos, et Josue filius Nun, et principes familiarum, ac tribuum filiorum Israel in Silo, coram Domino ad ostium tabernaculi testimonii, partitique sunt terram. Dies sind die Erbteile, welche Eleazar, der Priester, und Josue, der Sohn Nuns, und die Fürsten der Geschlechter und der Stämme der Söhne Israels in Silo vor dem Herrn, an der Türe des Zeltes des Zeugnisses durch das Los austeilten; und so verteilten sie das Land.¹⁷ Josua Jos 6 19 51 17 Zurückweisung auf [Jos 18,1]. -Josua Jos 6 20 0 3. Bestimmung der Freistädte und der Städte der Leviten. (20,1 22,34) 1. Dem Befehle Gottes gemäß (V. 6) werden je drei Zufluchtsstädte im Lande diesseits und jenseits des Jordans bezeichnet. +Josua Jos 6 20 0 3. Bestimmung der Freistädte und der Städte der Leviten. (20,1 22,34) 1. Dem Befehle Gottes gemäß (V. 6) werden je drei Zufluchtsstädte im Lande diesseits und jenseits des Jordans bezeichnet. Josua Jos 6 20 1 Et locutus est Dominus ad Josue, dicens: Loquere filiis Israel, et dic eis: Und der Herr redete zu Josue und sprach: Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: Josua Jos 6 20 2 Separate urbes fugitivorum, de quibus locutus sum ad vos per manum Moysi; Bestimmet die Städte für die Flüchtlinge, von denen ich zu euch durch Moses gesprochen habe; [Num 35,10ff, Dtn 19,2ff] Josua Jos 6 20 3 Ut confugiat ad eas quicumque animam percusserit nescius: et possit evadere iram proximi, qui ultor est sanguinis: dass, wer einen Menschen unvorsätzlich¹ getötet hat, sich in dieselben flüchte und dem Zorne des nächsten Verwandten, welcher der Bluträcher ist, entgehen könne.² @@ -11242,7 +11243,7 @@ Josua Jos 6 20 8 Et trans Jordanem contra orientalem plagam Jericho, statuerunt Josua Jos 6 20 8 7 Östlich von Jericho fehlt in der Septuaginta, mit Recht, da es wenig für die viel nördlicher gelegenen Städte passt. Josua Jos 6 20 9 Hæ civitates constitutæ sunt cunctis filiis Israel, et advenis, qui habitabant inter eos: ut fugeret ad eas qui animam nescius percussisset, et non moreretur in manu proximi, effusum sanguinem vindicare cupientis, donec staret ante populum expositurus causam suam. Diese Städte wurden für alle Söhne Israels und für die Fremdlinge bestimmt,⁸ welche unter ihnen wohnten; damit jeder, der einen Menschen unvorsätzlich getötet, dahin fliehe und nicht durch die Hand des Verwandten sterbe, der das vergossene Blut zu rächen begehrte, ehe er vor der Gemeinde gestanden und seine Sache dargelegt hat. Josua Jos 6 20 9 8 Welche die Mosaische Religion annahmen. -Josua Jos 6 21 0 2. Außer den Zufluchtsstädten sollten den Leviten nach Gottes Befehl [Num 35,6] noch 42 andere Städte gegeben werden: A. Bestimmung der Stämme, innerhalb deren Gebiet die einzelnen Familien Levis ihre Städte erhalten sollen. (V. 8) B. Dreizehn Städte der Söhne Aarons im Gebiet der Stämme Juda, Simeon, Benjamin (V. 19), der zehn Söhne Kaaths im Gebirge Ephraims, Dans, Manasses diesseits des Jordans (V. 26), der dreizehn Söhne Gersons im Gebiet Manasses jenseits des Jordans, Issachars, Asers, Nephthalis (V. 33), der zwölf Stämme Mararis im Gebiete Sabulons und jenseits des Jordans. (V. 40) 3. Alles, was Gott betreffs der Übergabe des Landes verheißen, ist vollendet. +Josua Jos 6 21 0 2. Außer den Zufluchtsstädten sollten den Leviten nach Gottes Befehl [Num 35,6] noch 42 andere Städte gegeben werden: A. Bestimmung der Stämme, innerhalb deren Gebiet die einzelnen Familien Levis ihre Städte erhalten sollen. (V. 8) B. Dreizehn Städte der Söhne Aarons im Gebiet der Stämme Juda, Simeon, Benjamin (V. 19), der zehn Söhne Kaaths im Gebirge Ephraims, Dans, Manasses diesseits des Jordans (V. 26), der dreizehn Söhne Gersons im Gebiet Manasses jenseits des Jordans, Issachars, Asers, Nephthalis (V. 33), der zwölf Stämme Mararis im Gebiete Sabulons und jenseits des Jordans. (V. 40) 3. Alles, was Gott betreffs der Übergabe des Landes verheißen, ist vollendet. Josua Jos 6 21 1 Accesseruntque principes familiarum Levi ad Eleazarum sacerdotem, et Josue filium Nun, et ad duces cognationum per singulas tribus filiorum Israel: Und es traten die Häupter der Familien Levis zu Eleazar, dem Priester, und zu Josue, dem Sohne Nuns, und zu den Häuptern der Geschlechter aus jedem Stamme der Söhne Israels, Josua Jos 6 21 2 Locutique sunt ad eos in Silo terræ Chanaan, atque dixerunt: Dominus præcepit per manum Moysi, ut darentur nobis urbes ad habitandum, et suburbana earum ad alenda jumenta. und sprachen zu ihnen in Silo im Lande Chanaan und sagten:¹ Der Herr hat durch Moses geboten, uns Städte zum Wohnen und die Umgebung derselben zur Ernährung des Viehes zu geben. [Num 35,2] Josua Jos 6 21 2 1 Ähnlich wie Kaleb [Jos 14,6]. Erst nachdem die Verteilung des Landes unter die übrigen Stämme glücklich vollzogen, halten sie es für passend, ihre eigenen Ansprüche geltend zu machen. @@ -11301,7 +11302,7 @@ Josua Jos 6 21 42 Dataque est ab eo pax in omnes per circuitum nationes: nullusq Josua Jos 6 21 42 14 So lange Josue lebte. Josua Jos 6 21 43 Ne unum quidem verbum, quod illis præstiturum se esse promiserat, irritum fuit, sed rebus expleta sunt omnia. Nicht ein einziges Wort, welches er ihnen zu erfüllen verheißen hatte, ward zunichte, sondern alles ging in Erfüllung.¹⁵ Josua Jos 6 21 43 15 Gott hatte nicht sofortige gänzliche Ausrottung der Chananiter zugesagt, sondern die allmähliche. [Ex 23,29ff] Und wenn auch Israel niemals in den unbestrittenen Besitz der [Num 34,1-12] beschriebenen Grenzen gelangte, z.B. Tyrus und Sidon nie eroberte, so ward doch dadurch die göttliche Verheißung so wenig beeinträchtigt wie durch den Umstand, dass die Chananiter nach dem Tode Josues die Israeliten zeitweilig hart bedrängten, denn die vollkommene Erfüllung der Verheißung sollte von der Treue Israels gegen den Herrn abhängen. Die Septuag bietet hier einen längeren Zusatz, zuerst eine Wiederholung von [Jos 19,49.50] dann die Bemerkung, Josue habe die steinernen Messer der Beschneidung [Jos 5,3] in Taimath Serach niedergelegt. -Josua Jos 6 22 0 Josue entlässt die jenseits des Jordans wohnenden Stämme. (V. 9) Diese bauen einen Altar am Jordan auf, was ihre Brüder beunruhigt, bis die Ursache erklärt ist. +Josua Jos 6 22 0 Josue entlässt die jenseits des Jordans wohnenden Stämme. (V. 9) Diese bauen einen Altar am Jordan auf, was ihre Brüder beunruhigt, bis die Ursache erklärt ist. Josua Jos 6 22 1 Eodem tempore vocavit Josue Rubenitas, et Gaditas, et dimidiam tribum Manasse, Zu derselben Zeit rief Josue die Rubeniter, die Gaditer, und den halben Stamm Manasse, Josua Jos 6 22 2 Dixitque ad eos: Fecistis omnia quæ præcepit vobis Moyses famulus Domini: mihi quoque in omnibus obedistis, und sprach zu ihnen:¹ Ihr habt alles getan, was euch Moses, der Diener des Herrn, geboten hat; und auch mir seid ihr in allem gehorsam gewesen Josua Jos 6 22 2 1 Nachdem Gott den übrigen Stämmen Ruhe verliehen, war es billig, dass Josue die Stämme, welche ihren Besitz auf der anderen Seite des Jordans erhalten, in denselben entließ, hatten sie doch treu erfüllt, was sie Moses und Josue versprochen. Nach der Berechnung der Juden sind vierzehn Jahre seit dem Übergange über den Jordan vergangen. @@ -11359,7 +11360,7 @@ Josua Jos 6 22 32 22 Hebr.: In das Land Chanaan. Josua Jos 6 22 33 Placuitque sermo cunctis audientibus. Et laudaverunt Deum filii Israel, et nequaquam ultra dixerunt, ut ascenderent contra eos, atque pugnarent, et delerent terram possessionis eorum. Und allen, die sie hörten, gefiel die Kunde. Da lobten die Söhne Israels Gott, und es war keine Rede mehr davon, gegen sie hinaufzuziehen und zu kämpfen und das Land ihres Besitzes zu verheeren. Josua Jos 6 22 34 Vocaveruntque filii Ruben, et filii Gad altare, quod exstruxerant, testimonium nostrum, quod Dominus ipse sit Deus. Und die Söhne Rubens und die Söhne Gads nannten den Altar, den sie erbaut hatten: unser Zeugnis, dass der Herr Gott ist.²³ Josua Jos 6 22 34 23 Dass Jahve Gott ist. -Josua Jos 6 23 0 Schluss (23,1 24,33) 1. Josue beruft vor seinem Tode die Söhne Israels noch einmal und mahnt sie, Gottes Gebote zu beobachten und die Gemeinschaft mit den Heiden zu meiden. (V. 16) +Josua Jos 6 23 0 Schluss (23,1 24,33) 1. Josue beruft vor seinem Tode die Söhne Israels noch einmal und mahnt sie, Gottes Gebote zu beobachten und die Gemeinschaft mit den Heiden zu meiden. (V. 16) Josua Jos 6 23 1 Evoluto autem multo tempore, postquam pacem dederat Dominus Israeli, subjectis in gyro nationibus universis, et Josue jam longævo, et persenilis ætatis: Als nun eine lange Zeit verflossen war, seitdem der Herr Israel Frieden gegeben und alle Völker ringsum unterworfen hatte, als Josue schon sehr alt und in das äußerste Greisenalter getreten war, Josua Jos 6 23 2 Vocavit Josue omnem Israelem, majoresque natu, et principes ac duces, et magistros, dixitque ad eos: Ego senui, et progressioris ætatis sum: berief¹ Josue ganz Israel, die Ältesten,² die Fürsten, die Anführer, und die Vorsteher, und sprach zu ihnen:³ Ich bin alt und hochbetagt; Josua Jos 6 23 2 1 Die beiden letzten Reden Josues fallen in dieselbe Zeit und verfolgen einen und demselben Hauptzweck: die Befestigung der Treue des Volkes gegen Gott. Während indes die erste mehr die äußere oder politische Seite der Zukunft Israels behandelt, die völlige Überwindung der heidnischen Völker, die Vermeidung aller Verwischung mit denselben und das Festhalten am Gesetze, ruft Josue in der zweiten dem Volke alle bisherigen Gnadenerweise Gottes in's Gedächtnis zurück, um in ihm den Entschluss zu unverbrüchlicher Treue gegen den Herrn zu wecken und das Volk zu der Erklärung zu führen, dass des Gott allein dienen wolle. @@ -11392,7 +11393,7 @@ Josua Jos 6 23 15 14 Insbesondere [Dtn 28,15-68]. Josua Jos 6 23 16 Eo quod præterieritis pactum Domini Dei vestri, quod pepigit vobiscum, et servieritis diis alienis, et adoraveritis eos: cito atque velociter consurget in vos furor Domini, et auferemini ab hac terra optima, quam tradidit vobis. weil¹⁵ ihr den Bund des Herrn, eures Gottes, den er mit euch geschlossen, übertreten, und fremden Göttern gedient, und sie angebetet habt; schnell und plötzlich wird der Zorn des Herrn wider euch entbrennen, und ihr werdet aus diesem guten Lande, welches er euch gegeben hat, vertrieben¹⁶ werden. Josua Jos 6 23 16 15 Wenn Josua Jos 6 23 16 16 Im Hebr. wird beigefügt: schnell. -Josua Jos 6 24 0 2. Noch einmal stellt Josue dem Volke bei Sichem feierlich die Wohltaten Gottes vor Augen und erneuert den Bund mit Gott. (V. 28) 3. Kurzer Bericht über Tod und Begräbnis Josues, die Übertragung der Gebeine Josephs nach Sichem, den Tod Eleazars, des Sohnes Aarons. +Josua Jos 6 24 0 2. Noch einmal stellt Josue dem Volke bei Sichem feierlich die Wohltaten Gottes vor Augen und erneuert den Bund mit Gott. (V. 28) 3. Kurzer Bericht über Tod und Begräbnis Josues, die Übertragung der Gebeine Josephs nach Sichem, den Tod Eleazars, des Sohnes Aarons. Josua Jos 6 24 1 Congregavitque Josue omnes tribus Israel in Sichem, et vocavit majores natu, ac principes, et judices, et magistros: steteruntque in conspectu Domini: Alsdann versammelte Josue alle Stämme Israels zu Sichem¹ und berief die Ältesten, und die Fürsten, und die Richter, und die Vorsteher; und sie traten vor den Herrn.² Josua Jos 6 24 1 1 Die Rede Josues entwickelt zwei Gedanken. Zuerst bringt er dem Volke, zu dem er in dessen Vertretern redet, alle Gnadenbeweise in Erinnerung, welche der Herr demselben von der Berufung Abrahams an bis auf diesen Tag erwiesen hat. (V. 13) Dann fordert er sie auf, dem Götzendienste völlig zu entsagen und Jahve allein anzuhängen, dem auch Josue mit seinem ganzen Hause dienen will. Die Versammlung fand in Sichem statt, wohl weil auch der [Jos 8,30-35] berichtete feierliche Akt dort stattgefunden. Dort hatte einst auch Jakob seine Familie von allem Götzendienst gereinigt. [Gen 33,20, Gen 35,2.4]. Josua Jos 6 24 1 2 Nach [Jos 8,31] hatte Josue auf dem Ebal einen Altar errichtet. @@ -11457,7 +11458,7 @@ Josua Jos 6 24 32 29 Durch Erbauung eines Altares hatte Jakob das Feld für sei Josua Jos 6 24 33 Eleazar quoque filius Aaron mortuus est: et sepelierunt eum in Gabaath Phinees filii ejus, quæ data est ei in monte Ephraim. Auch Eleazar, der Sohn Aarons, starb; und sie begruben ihn in Gabaath³⁰ auf dem Gebirge Ephraim, welches seinem Sohne Phinees zu Teil geworden war.³¹ Josua Jos 6 24 33 30 Hebr.: Gabaa Phinees. Josua Jos 6 24 33 31 Die Septuag. fügt einen langen Zusatz bei, der aus [Ri 2,6.11ff] und [Ri 3,7.12ff] zusammengetragen ist. -Richter Ri 7 1 0 Einleitung (1,1 3,6) Politischer und religiöser Zustand der Israeliten. Absicht des Verfassers. 1. Politischer Zustand des israelitischen Landes nach dem Tode Josues. (1,1-36) A. Fortsetzung des von Josue gegen die Chananiter begonnenen Krieges unter Vorangehen Judas. (V. 7) Erinnerung an frühere Großtaten dieses Stammes. (V. 20) B. Die Lässigkeit der Stämme Benjamin (V. 21), Ephraim und Manasse (V. 22-29), Zabulon, Aser, Nephthali (V. 30-33) und Dan (V. 34-36) verschuldet es, dass die Chananiter nicht gänzlich ausgerottet werden. +Richter Ri 7 1 0 Einleitung (1,1 3,6) Politischer und religiöser Zustand der Israeliten. Absicht des Verfassers. 1. Politischer Zustand des israelitischen Landes nach dem Tode Josues. (1,1-36) A. Fortsetzung des von Josue gegen die Chananiter begonnenen Krieges unter Vorangehen Judas. (V. 7) Erinnerung an frühere Großtaten dieses Stammes. (V. 20) B. Die Lässigkeit der Stämme Benjamin (V. 21), Ephraim und Manasse (V. 22-29), Zabulon, Aser, Nephthali (V. 30-33) und Dan (V. 34-36) verschuldet es, dass die Chananiter nicht gänzlich ausgerottet werden. Richter Ri 7 1 1 Post mortem Josue consuluerunt filii Israel Dominum, dicentes: Quis ascendet ante nos contra Chananæum, et erit dux belli? Nach dem Tode Josues¹ befragten die Söhne Israels den Herrn² und sprachen: Wer³ soll uns voran gegen die Chananiter hinaufziehen und unser Anführer im Kriege sein?⁴ Richter Ri 7 1 1 1 Vergl. [Jos 23]. Richter Ri 7 1 1 2 Während Moses und Josue sich unmittelbarer göttlicher Offenbarungen erfreut hatten. @@ -11535,7 +11536,7 @@ Richter Ri 7 1 35 Habitavitque in monte Hares, quod interpretatur testaceo, in A Richter Ri 7 1 35 40 Har Cheres, auch Ir semes = Sonnenstadt. Richter Ri 7 1 36 Fuit autem terminus Amorrhæi ab Ascensu Scorpionis, Petra, et superiora loca. Das Gebiet der Amorrhiter aber erstreckte sich von dem Skorpionensteige und der Felsenstadt weiter aufwärts.⁴¹ Richter Ri 7 1 36 41 Die Macht der Amorrhiter wird nach dem Gebiete geschildert, über das sie sich ausdehnte: nördlich bis zum Gebirge Dan und weiter, südlich bis zur äußersten Grenze des heiligen Landes. [Num 34,4] Die Felsenstadt, Stadt in Idumäa. -Richter Ri 7 2 0 2. Religiöser Zustand der Israeliten. Ziel des Buches. (2,1-23) A. Der Engel Gottes erscheint dem Volke und wirft ihm vor, dass es die Chananiter nicht ausgetilgt und ihre Götzen nicht zerstört hat, und bedroht sie mit Strafe. Das Volk weint in Bußgesinnung. (V. 5) B. Nach kurzer Erwähnung der unmittelbar nach Josues Tode noch blühenden Frömmigkeit (V. 10a) zeigt der Verfasser, wie sich Götzendienst und Buße fortwährend gefolgt sind, und weist die Folgen beider nach. +Richter Ri 7 2 0 2. Religiöser Zustand der Israeliten. Ziel des Buches. (2,1-23) A. Der Engel Gottes erscheint dem Volke und wirft ihm vor, dass es die Chananiter nicht ausgetilgt und ihre Götzen nicht zerstört hat, und bedroht sie mit Strafe. Das Volk weint in Bußgesinnung. (V. 5) B. Nach kurzer Erwähnung der unmittelbar nach Josues Tode noch blühenden Frömmigkeit (V. 10a) zeigt der Verfasser, wie sich Götzendienst und Buße fortwährend gefolgt sind, und weist die Folgen beider nach. Richter Ri 7 2 1 Ascenditque Angelus Domini de Galgalis ad Locum flentium, et ait: Eduxi vos de gypto, et introduxi in terram, pro qua juravi patribus vestris: et pollicitus sum, ut non facerem irritum pactum meum vobiscum in sempiternum: Und der Engel des Herrn¹ kam von Galgala² herauf zu dem Orte der Weinenden³ und sprach:⁴ Ich habe euch aus Ägypten geführt und in das Land gebracht, welches ich euern Vätern zugeschworen habe; und ich habe verheißen, meinen Bund mit euch in Ewigkeit nicht zu brechen, Richter Ri 7 2 1 1 Der Gott darstellende Engel des Herrn. Erst aus der Strafrede des Engels wird die Bedeutung der in [Ri 1] gegebenen historischen Übersicht klar. Richter Ri 7 2 1 2 Das Heraufkommen von Gilgal zeigt, dass er in enger Beziehung zu der [Jos 5,13] erzählten Erscheinung des Engelfürsten steht. Jener verkündete nach der Beschneidung dem Volke den bevorstehenden Fall Jerichos. Hier erscheint der Engel des Herrn, da die Israeliten den Bund des Herrn gebrochen und die Chanaaniter verschont haben, ihnen die Strafe für ihren Ungehorsam kundzutun. @@ -11579,7 +11580,7 @@ Richter Ri 7 2 21 19 Vergl. [Jos 23,13]. Richter Ri 7 2 22 Ut in ipsis experiar Israel, utrum custodiant viam Domini, et ambulent in ea, sicut custodierunt patres eorum, an non. um an ihnen Israel zu prüfen, ob sie den Weg des Herrn innehalten und darauf wandeln werden, wie ihre Väter ihn innegehalten haben, oder nicht.²⁰ Richter Ri 7 2 22 20 Gott hatte verschiedene Ziele, indem er die Chananiter nicht in die Hand Israels gibt. V. 22 und [Ri 3,1] damit Israel geprüft werde. [Ri 2,3]: Damit Israel Feinde habe und deren Götter ihnen zum Falle werden [Ex 23,29, Dtn 7,22]: Damit das menschenleere Land nicht von wilden Tieren verwüstet werde. Einige von diesen Absichten Gottes waren wohl unbedingt und nicht an den Götzendienst Israels gebunden, wie z.B. die allmähliche Besitznahme des Landes. Doch hatte dieser Ratschluss die Wohlfahrt Israels zum unmittelbaren Ziele, so bezweckten die übrigen Absichten zunächst seine Züchtigung, freilich, um das Volk zur Bekehrung zu führen. Richter Ri 7 2 23 Dimisit ergo Dominus omnes nationes has, et cito subvertere noluit, nec tradidit in manus Josue. So ließ der Herr denn alle diese Völker übrig und wollte sie nicht sobald ausrotten und ließ sie nicht in die Gewalt Josues fallen. -Richter Ri 7 3 0 3. Kurze Zusammenfassung der Schilderung des Zustandes Israels, Aufzählung der noch Übriggebliebenen Völker und Darlegung der von diesen drohenden Gefahren. (V. 6) I. Heimsuchungen und Befreiungen, welche auf die erste Drohung des Engels gefolgt sind. (3,7 5,32) 1. Othoniel setzt dem Einfall des Königs von Mesopotamien ein Ende. (V. 7-11) A. Der Herr überliefert die Kinder Israel wegen ihres Götzendienstes in die Hand des Königs von Mesopotamien, Chusan, durch 8 Jahre. (V. 8) Um ihre Buße willen erweckt er ihnen Othoniel aus dem Stamme Juda, der Chusan besiegt und den Israeliten auf 10 Jahre Ruhe verschafft. (V. 11) 2. Aod befreit die Israeliten von der Bedrückung durch die Madianiter. (V. 12-30) Um ihres Rückfalls willen in den Götzendienst werden die Israeliten in die Hand des Königs der Moabiter, Eglon, überliefert, welcher sie 18 Jahre hindurch bedrückt. (V. 14) Da sie Buße tun, erweckt Gott ihnen Aod aus dem Stamme Benjamin, der den König mit List tötet (V. 25), die Moabiter in die Flucht schlägt (V. 29) und dem Lande auf 80 Jahre Ruhe verschafft. (V. 30) 3. Samgar tötet 600 Philister. +Richter Ri 7 3 0 3. Kurze Zusammenfassung der Schilderung des Zustandes Israels, Aufzählung der noch Übriggebliebenen Völker und Darlegung der von diesen drohenden Gefahren. (V. 6) I. Heimsuchungen und Befreiungen, welche auf die erste Drohung des Engels gefolgt sind. (3,7 5,32) 1. Othoniel setzt dem Einfall des Königs von Mesopotamien ein Ende. (V. 7-11) A. Der Herr überliefert die Kinder Israel wegen ihres Götzendienstes in die Hand des Königs von Mesopotamien, Chusan, durch 8 Jahre. (V. 8) Um ihre Buße willen erweckt er ihnen Othoniel aus dem Stamme Juda, der Chusan besiegt und den Israeliten auf 10 Jahre Ruhe verschafft. (V. 11) 2. Aod befreit die Israeliten von der Bedrückung durch die Madianiter. (V. 12-30) Um ihres Rückfalls willen in den Götzendienst werden die Israeliten in die Hand des Königs der Moabiter, Eglon, überliefert, welcher sie 18 Jahre hindurch bedrückt. (V. 14) Da sie Buße tun, erweckt Gott ihnen Aod aus dem Stamme Benjamin, der den König mit List tötet (V. 25), die Moabiter in die Flucht schlägt (V. 29) und dem Lande auf 80 Jahre Ruhe verschafft. (V. 30) 3. Samgar tötet 600 Philister. Richter Ri 7 3 1 Hæ sunt gentes, quas Dominus dereliquit, ut erudiret in eis Israelem, et omnes, qui non noverant bella Chananæorum: Dies sind die Völker, welche der Herr übrigließ,¹ um durch dieselben Israel zu prüfen und² alle, welche die Kriege der Chananiter³ nicht kannten; Richter Ri 7 3 1 1 Der Verfasser schildert nur, was die Stämme diesseits des Jordans angeht. Richter Ri 7 3 1 2 Das ist. @@ -11651,7 +11652,7 @@ Richter Ri 7 3 30 38 In die achtzigjährige Ruhe, welche Aod erkämpft, fällt Richter Ri 7 3 31 Post hunc fuit Samgar filius Anath, qui percussit de Philisthiim sexcentos viros vomere: et ipse quoque defendit Israel. Nach ihm kam Samgar, der Sohn Anaths, welcher sechshundert Philister mit der Pflugschar erschlug;³⁹ und auch er beschirmte Israel.⁴⁰ Richter Ri 7 3 31 39 Nach dem Hebr.: Mit einem Ochsenstachel. Er tötete diese Zahl wohl mit Hilfe der ihn begleitenden Israeliten. Richter Ri 7 3 31 40 Von Samgar als Richter wusste der Verfasser wenig. Da Samgar indes im Gesange der Deborra genannt wird, ward er hier der Erzählung eingefügt. -Richter Ri 7 4 0 4. Befreiung Israels von Jabin, dem Könige Chanaans, durch Deborra und Barak. (Kap.4, 5) A. Die Israeliten werden 20 Jahre nach dem Tode Aods ihrer Sünden halber durch Jabin, den König von Chanaan, unterjocht gehalten, bis sie sich zum Herrn bekehren. (V. 3) B. Gott sendet ihnen auf ihr Flehen um Hilfe Deborra, eine Prophetin und Richterin, und befiehlt Barak, die Kinder Israel gegen Sisam, den Heerführer Jabins, zu führen. (V. 9) C. Barak erringt mit den Streitern Zabulons und Nephthalis und mit Deborra einen großen Sieg. (V. 16) Sisara wird durch ein kinitisches Weib, Jahel, mit List getötet. +Richter Ri 7 4 0 4. Befreiung Israels von Jabin, dem Könige Chanaans, durch Deborra und Barak. (Kap.4, 5) A. Die Israeliten werden 20 Jahre nach dem Tode Aods ihrer Sünden halber durch Jabin, den König von Chanaan, unterjocht gehalten, bis sie sich zum Herrn bekehren. (V. 3) B. Gott sendet ihnen auf ihr Flehen um Hilfe Deborra, eine Prophetin und Richterin, und befiehlt Barak, die Kinder Israel gegen Sisam, den Heerführer Jabins, zu führen. (V. 9) C. Barak erringt mit den Streitern Zabulons und Nephthalis und mit Deborra einen großen Sieg. (V. 16) Sisara wird durch ein kinitisches Weib, Jahel, mit List getötet. Richter Ri 7 4 1 Addiderunt filii Israel facere malum in conspectu Domini post mortem Aod, Die Söhne Israels taten nach dem Tode Aods wiederum, was böse war vor dem Herrn; Richter Ri 7 4 2 Et tradidit illos Dominus in manus Jabin regis Chanaan, qui regnavit in Asor: habuitque ducem exercitus sui nomine Sisaram, ipse autem habitabat in Haroseth gentium. da gab¹ sie der Herr in die Hand Jabins,² des Königs von Chanaan, der in Asor herrschte; dieser hatte einen Heerführer namens Sisara, welcher in Haroseth der Völker³ wohnte. [1Sam 12,9] Richter Ri 7 4 2 1 Verkaufte. @@ -11699,7 +11700,7 @@ Richter Ri 7 4 21 23 So geschah, was Deborra V. 9 dem Barak vorhergesagt. Wenng Richter Ri 7 4 22 Et ecce Barac sequens Sisaram veniebat: egressaque Jahel in occursum ejus, dixit ei: veni, et ostendam tibi virum, quem quæris. Qui cum intrasset ad eam, vidit Sisaram jacentem mortuum, et clavum infixum in tempore ejus. Siehe, da kam Barak, Sisara verfolgend: Jahel aber ging heraus ihm entgegen und sprach zu ihm: Komm, ich will dir den Mann zeigen, den du suchst! Und als er zu ihr eintrat, sah er Sisara tot daliegen und den Nagel in seinen Schläfen stecken. Richter Ri 7 4 23 Humiliavit ergo Deus in die illo Jabin regem Chanaan coram filiis Israel: So demütigte Gott an jenem Tage Jabin, den König von Chanaan, vor den Söhnen Israels, Richter Ri 7 4 24 Qui crescebant quotidie, et forti manu opprimebant Jabin regem Chanaan, donec delerent eum. welche von Tag zu Tag mächtiger wurden und mit starker Hand Jabin, den König von Chanaan, bedrängten, bis sie ihn vernichtet hatten. -Richter Ri 7 5 0 D. Triumphlied Deborras und Baraks (V. 22) und Preis der Tat Jahels. (V. 31) E. Das Land hat vierzig Jahre Ruhe. +Richter Ri 7 5 0 D. Triumphlied Deborras und Baraks (V. 22) und Preis der Tat Jahels. (V. 31) E. Das Land hat vierzig Jahre Ruhe. Richter Ri 7 5 1 Cecineruntque Debbora et Barac filius Abinoem in illo die, dicentes: Da sangen Debbora¹ und Barak, der Sohn Abinoems, an jenem Tage also: Richter Ri 7 5 1 1 Deborra sang das Lied unter Begleitung Baraks. Es ist voll prophetischer ihr zu teil gewordener Eingebungen. Richter Ri 7 5 2 Qui sponte obtulistis de Israel animas vestras ad periculum, benedicite Domino. Die ihr aus Israel willig euer Leben eingesetzt, preiset den Herrn!² @@ -11785,7 +11786,7 @@ Richter Ri 7 5 30 52 Hebr.: Finden und verteilen sie nicht die Beute? Ein, zwei Richter Ri 7 5 31 Sic pereant omnes inimici tui Domine: qui autem diligunt te, sicut sol in ortu suo splendet, ita rutilent. So mögen, Herr! alle deine Feinde zu Grunde gehen; aber die dich lieben, mögen glänzen wie die aufgehende Sonne in ihrer Pracht.⁵³ Richter Ri 7 5 31 53 Das Aufgehen der Sonne in ihrer Kraft ist ein passendes Bild für die Erhebung Israels zu einer glorreichen Erfüllung seiner Bestimmung. Richter Ri 7 5 32 Quievitque terra per quadraginta annos. Und das Land hatte vierzig Jahre Ruhe. -Richter Ri 7 6 0 II. Befreiung von dem Joch der Madianiter durch Gedeon. Trauriges Ende Abimelechs, der sich selbst zum Herrscher gemacht. (6,1 10,5) 1. Befreiung von dem Joche der Madianiter durch Gedeon. (6,1 8,28) A. Wegen neuer Versündigungen werden die Israeliten sieben Jahre von den Madianitern bedrückt. (V. 6) Da sie zu Gott rufen, hielt ein Prophet ihnen ihren beständigen Undank vor. (V. 10) B. Dennoch beruft Gott Gedeon durch einen Engel, die Israeliten von Madian zu befreien (V. 16) und versichert ihn durch verschiedene Zeichen der göttlichen Hilfe. (V. 17-24, 25, 32, 33-40) +Richter Ri 7 6 0 II. Befreiung von dem Joch der Madianiter durch Gedeon. Trauriges Ende Abimelechs, der sich selbst zum Herrscher gemacht. (6,1 10,5) 1. Befreiung von dem Joche der Madianiter durch Gedeon. (6,1 8,28) A. Wegen neuer Versündigungen werden die Israeliten sieben Jahre von den Madianitern bedrückt. (V. 6) Da sie zu Gott rufen, hielt ein Prophet ihnen ihren beständigen Undank vor. (V. 10) B. Dennoch beruft Gott Gedeon durch einen Engel, die Israeliten von Madian zu befreien (V. 16) und versichert ihn durch verschiedene Zeichen der göttlichen Hilfe. (V. 17-24, 25, 32, 33-40) Richter Ri 7 6 1 Fecerunt autem filii Israel malum in conspectu Domini: qui tradidit illos in manu Madian septem annis, Als aber die Söhne Israels taten, was in den Augen des Herrn böse war,¹ gab er sie in die Hand Madians² sieben Jahre, [Ex 2,15, Jos 13,21] Richter Ri 7 6 1 1 Gedeons Geschichte enthält viel, was der Verfasser nur von ihm selbst wissen konnte, wie die Genauigkeit und Lebhaftigkeit der Erzählung zeigt. Er war ihm also gleichzeitig. Richter Ri 7 6 1 2 Die Madianiter waren die Hauptfeinde. Diese stammte durch Ketura von Abraham. Sie trieben zwischen Palästina und Ägypten Handel. Auch Ismaeliten genannt, wohnten sie am Berge Horeb und waren Verbündete der Moabiter. @@ -11869,7 +11870,7 @@ Richter Ri 7 6 39 Dixitque rursus ad Deum: Ne irascatur furor tuus contra me si Richter Ri 7 6 39 42 Gedeons Glaube wird [Hebr 11,32] gelobt. [Ri 6,34] heißt es: dass Gottes Geist ihn erfüllte, also sündigte er nicht durch die wiederholte Bitte. (Orig., Ambros., Beda., Isid.) So glaubte auch Abraham [Gen 15] und bat doch um ein Zeichen; so Ezechias [2Kön 20]. Und andererseits wird Achaz getadelt, weil er meint, es heiße Gott versuchen, wenn er dessen Befehle gehorchend, ein Zeichen fordert. Gedeon fordert es besonders zur Stärkung seiner Mitstreiter, deren Glauben und Hoffnung zu mehren. Dass sie dessen bedurften, zeigt [Ri 7,2]. Sie sollen erkennen, dass alles von Gott abhängt und nichts an menschlichen Mitteln liegt, und dass sie dies nicht genug erwägen, beweist [Ri 7,1-7]. Richter Ri 7 6 40 Fecitque Deus nocte illa ut postulaverat: et fuit siccitas in solo vellere, et ros in omni terra. Da tat Gott in jener Nacht, wie er verlangt hatte; das Vlies allein blieb trocken und Tau bedeckte den ganzen Boden.⁴³ Richter Ri 7 6 40 43 Warum wählte Gott dies Zeichen und gab es Gedeon ein? Das nächste Ziel war, wie bereits bemerkt, die Stärkung der Zuversicht. Doch Wasser und Tau sind Bilder der göttlichen Gnade. Das von Wasser durchtränkte Vlies, während alles ringsumher trocken ist, bedeutet die göttliche Hilfe, welche der Herr Israel vor allen anderen gewährt. Das zweite Zeichen stellt Israel selbst dar. (Theodor) Einst hatte es reiche Gnaden, wie das Vlies Tau, doch nachher empfängt die ganze Menschheit jene geistliche Gnade, deren Israel beraubt ward. Da nun Gottes Gnade sich besonders in der Menschwerdung offenbart hat, ist der Tau auch das Bild des göttlichen Wortes (Ambros.), das Vlies aber ist das Bild der heiligen Jungfrau, welche diesen Himmelstau auf das vollkommenste in sich aufnahm. (Chrysost.) -Richter Ri 7 7 0 C. Gedeon behält, von Gott unterwiesen, nur 300 von seinen Streitern zurück (V. 8) und treibt mit diesen das Heer Madians in die Flucht. (V. 23) D. Gedeon ruft die Ephraimiten zu Hilfe. +Richter Ri 7 7 0 C. Gedeon behält, von Gott unterwiesen, nur 300 von seinen Streitern zurück (V. 8) und treibt mit diesen das Heer Madians in die Flucht. (V. 23) D. Gedeon ruft die Ephraimiten zu Hilfe. Richter Ri 7 7 1 Igitur Jerobaal qui et Gedeon, de nocte consurgens, et omnis populus cum eo, venit ad fontem qui vocatur Harad: erant autem castra Madian in valle ad septentrionalem plagam collis excelsi. Jerobaal also, das ist Gedeon, machte sich des Nachts¹ auf und alle, die mit ihm waren und kam zur Quelle, welche Harad heißt. Das Lager der Madianiter aber war im Tale auf der Nordseite des großen Hügels. Richter Ri 7 7 1 1 Am frühen Morgen, wohl bald nach dem zweiten Zeichen. Richter Ri 7 7 2 Dixitque Dominus ad Gedeon: Multus tecum est populus, nec tradetur Madian in manus ejus: ne glorietur contra me Israel, et dicat: Meis viribus liberatus sum. Da sprach der Herr zu Gedeon: Das Volk bei dir ist zu zahlreich,² als dass Madian in seine Hand gegeben werden sollte, damit Israel sich nicht wider mich³ rühme und sage: Durch meine Kraft bin ich befreit worden. @@ -11921,7 +11922,7 @@ Richter Ri 7 7 24 24 Die Furt nicht weit vom Einfluss des Jordans in das Tote M Richter Ri 7 7 24 25 Nämlich. Richter Ri 7 7 25 Apprehensosque duos viros Madian, Oreb et Zeb, interfecit Oreb in Petra Oreb, Zeb vero in Torculari Zeb. Et persecuti sunt Madian, capita Oreb et Zeb portantes ad Gedeon trans fluenta Jordanis. Und sie nahmen zwei Fürsten der Madianiter, Oreb und Zeb, gefangen und töteten Oreb an dem Felsen Oreb, Zeb aber bei der Kelter Zeb.²⁶ Und sie verfolgten Madian; die Häupter Orebs und Zebs aber brachten sie zu Gedeon, jenseits des Jordans. [Ps 82,12, Jes 12, Jes 26] Richter Ri 7 7 25 26 Die Fürsten trugen die bezeichnenden Namen Rabe und Wolf. Kelter kann auch bildlich für den Ort der Niederlage genommen sein. -Richter Ri 7 8 0 Die Ephraimiten klagen, dass sie zu spät zu Hilfe gerufen seien und werden von Gedeon besänftigt. (V. 3) Die Männer von Sokkoth und Phanuel, welche Gedeons Streitern Brot versagt, werden nach dem Siege gestraft (V. 17) und die Fürsten der Madianiter getötet. (V. 21) E. Gedeon wird von den Israeliten aufgefordert, ihr König zu werden. Er lehnt es ab (V. 23) und wählt sich aus der Beute das Kostbarste, um daraus ein Ephod zu machen, eine Tat, welche ihm und dem Volke zum Verderben wird. F. Ruhe durch 40 Jahre unter Gedeon als Richter. 2. Trauriges Los des Sohnes Gedeons, Abimelech, der sich die Richtergewalt als Erbe anmaßt. (8,29 9,57) A. Gedeon hinterlässt 70 Söhne (V. 32); die Israeliten geben sich von neuem dem Götzendienste hin. +Richter Ri 7 8 0 Die Ephraimiten klagen, dass sie zu spät zu Hilfe gerufen seien und werden von Gedeon besänftigt. (V. 3) Die Männer von Sokkoth und Phanuel, welche Gedeons Streitern Brot versagt, werden nach dem Siege gestraft (V. 17) und die Fürsten der Madianiter getötet. (V. 21) E. Gedeon wird von den Israeliten aufgefordert, ihr König zu werden. Er lehnt es ab (V. 23) und wählt sich aus der Beute das Kostbarste, um daraus ein Ephod zu machen, eine Tat, welche ihm und dem Volke zum Verderben wird. F. Ruhe durch 40 Jahre unter Gedeon als Richter. 2. Trauriges Los des Sohnes Gedeons, Abimelech, der sich die Richtergewalt als Erbe anmaßt. (8,29 9,57) A. Gedeon hinterlässt 70 Söhne (V. 32); die Israeliten geben sich von neuem dem Götzendienste hin. Richter Ri 7 8 1 Dixeruntque ad eum viri Ephraim: Quid est hoc quod facere voluisti, ut nos non vocares, cum ad pugnam pergeres contra Madian? jurgantes fortiter, et prope vim inferentes. Und es sprachen die Männer von Ephraim zu ihm: Was hast du uns da angetan, dass du uns nicht gerufen hast, als du in den Kampf gegen Madian zogst? Und sie zankten heftig und wurden fast gewalttätig.¹ Richter Ri 7 8 1 1 Diese Verhandlung fällt zeitlich hinter den Übergang Gedeons über den Jordan. Richter Ri 7 8 2 Quibus ille respondit: Quid enim tale facere potui, quale vos fecistis? nonne melior est racemus Ephraim, vindemiis Abiezer? Er antwortete ihnen: Was konnte ich wohl derartiges tun, wie ihr getan habt?² Ist nicht ein Rebzweig Ephraims³ besser als die ganze Weinlese Abiezers?⁴ @@ -11992,7 +11993,7 @@ Richter Ri 7 8 33 Postquam autem mortuus est Gedeon, aversi sunt filii Israel, e Richter Ri 7 8 33 35 Der Sinn entspricht dem hebräischen voll. Wie die Israeliten Jahve als wahren Bundesgott hatten, so setzten jene Baal an Stelle des wahren Gottes. Richter Ri 7 8 34 Nec recordati sunt Domini Dei sui, qui eruit eos de manibus inimicorum suorum omnium per circuitum: und gedachten des Herrn, ihres Gottes, nicht, der sie aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum befreit hatte, Richter Ri 7 8 35 Nec fecerunt misericordiam cum domo Jerobaal Gedeon juxta omnia bona, quæ fecerat Israeli. und erwiesen dem Hause Jerobaal Gedeons keine Liebe für alles Gute, das er Israel getan hatte. -Richter Ri 7 9 0 Abimelech tötet mit Hilfe der Bewohner von Sichem alle seine Brüder, mit Ausnahme des jüngsten, Joatham (V. 6) und erlangt trotz der Abmahnung Joathams die Herrschaft. [Ri 20,21] B. Doch bald empören sich die Sichemiten gegen Abimelech (V. 29), der die Stadt erobert und zerstört (V. 45) und den Turm von Sichem verbrennt. (V. 49) C. Nicht lange darauf wird Abimelech bei der Belagerung der Stadt Thebes von einem Weibe getötet. So werden Sichem und Abimelech für ihre Freveltaten von Gott gestraft. +Richter Ri 7 9 0 Abimelech tötet mit Hilfe der Bewohner von Sichem alle seine Brüder, mit Ausnahme des jüngsten, Joatham (V. 6) und erlangt trotz der Abmahnung Joathams die Herrschaft. [Ri 20,21] B. Doch bald empören sich die Sichemiten gegen Abimelech (V. 29), der die Stadt erobert und zerstört (V. 45) und den Turm von Sichem verbrennt. (V. 49) C. Nicht lange darauf wird Abimelech bei der Belagerung der Stadt Thebes von einem Weibe getötet. So werden Sichem und Abimelech für ihre Freveltaten von Gott gestraft. Richter Ri 7 9 1 Abiit autem Abimelech filius Jerobaal in Sichem ad fratres matris suæ, et locutus est ad eos, et ad omnem cognationem domus patris matris suæ, dicens: Abimelech¹ nämlich, der Sohn Jerobaals, begab sich nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und redete mit ihnen und mit der ganzen Verwandtschaft des Vaterhauses seiner Mutter und sprach: Richter Ri 7 9 1 1 Abimelech war ein Richter, doch nicht im Sinne der früheren, sondern ein Tyrann, dessen Geschichte an die seines Vaters angeschlossen wird und die allgemeinen im Buche der Richter nachgewiesenen Wahrheiten bestätigt. Hatte Gedeon auch die Nachfolge in der Richterwürde für seine Söhne abgelehnt, so hatten dieselben dennoch stets ein gewisses Ansehen (vergl. Jairs Nachkommen [Ri 10,4] Abesans [Ri 12,9] Abdons [Ri 12,14]) derart, dass Abimelech die Herrschaft nicht erhoffen konnte, so lange jene lebten. Richter Ri 7 9 2 Loquimini ad omnes viros Sichem: Quid vobis est melius, ut dominentur vestri septuaginta viri omnes filii Jerobaal, an ut dominetur unus vir? simulque considerate quod os vestrum, et caro vestra sum. Saget zu allen Männern von Sichem: Was ist besser für euch, dass siebzig Männer, alle Söhne Jerobaals,² über euch herrschen, oder dass ein Mann herrsche? Dazu bedenket auch, dass ich euer Fleisch und Bein bin. @@ -12100,7 +12101,7 @@ Richter Ri 7 9 54 Qui vocavit cito armigerum suum, et ait ad eum: Evagina gladiu Richter Ri 7 9 55 Illoque mortuo, omnes qui cum eo erant de Israel, reversi sunt in sedes suas: Als er nun tot war, kehrten alle Israeliten, die bei ihm waren, in ihre Heimat zurück. Richter Ri 7 9 56 Et reddidit Deus malum, quod fecerat Abimelech contra patrem suum, interfectis septuaginta fratribus suis. So vergalt Gott das Böse, das Abimelech an seinem Vater begangen, indem er seine siebzig Brüder tötete. Richter Ri 7 9 57 Sichimitis quoque quod operati erant, retributum est, et venit super eos maledictio Joatham filii Jerobaal. Und auch den Sichemiten wurde vergolten, was sie getan, und der Fluch Joathams, des Sohnes Jerobaals, kam über sie. -Richter Ri 7 10 0 3. Richter nach Abimelech: Thola durch 20 Jahre (V. 20), Jair durch 20 Jahre. (V. 5) III. Herrschaft der Ammoniter über den östlichen und der Philister über den westlichen Teil des Landes Israel. (10,6 16,31) 1. Wegen neuer Sünden werden die Israeliten in die Hände der Philister und Ammoniter überliefert. Da sie Buße tun, wirft Gott ihnen zwar ihren Undank vor, aber erbarmt sich ihrer auch und hilft. (V. 6-16). 2. Glücklicher Kampf Jephtes gegen die Ammoniter. (10,17 12,6) A. Die Ammoniten brechen in das Land jenseits des Jordans ein. +Richter Ri 7 10 0 3. Richter nach Abimelech: Thola durch 20 Jahre (V. 20), Jair durch 20 Jahre. (V. 5) III. Herrschaft der Ammoniter über den östlichen und der Philister über den westlichen Teil des Landes Israel. (10,6 16,31) 1. Wegen neuer Sünden werden die Israeliten in die Hände der Philister und Ammoniter überliefert. Da sie Buße tun, wirft Gott ihnen zwar ihren Undank vor, aber erbarmt sich ihrer auch und hilft. (V. 6-16). 2. Glücklicher Kampf Jephtes gegen die Ammoniter. (10,17 12,6) A. Die Ammoniten brechen in das Land jenseits des Jordans ein. Richter Ri 7 10 1 Post Abimelech surrexit dux in Israel Thola filius Phua patrui Abimelech, vir de Issachar, qui habitavit in Samir montis Ephraim: Nach Abimelech erhob sich als Führer in¹ Israel Thola, der Sohn Phuas, des Bruders des Vaters Abimelechs,² ein Mann aus Issachar, der in Samir im Gebirge Ephraim wohnte. Richter Ri 7 10 1 1 Hebr.: zur Rettung. Richter Ri 7 10 1 2 Hebr.: des Sohnes Dodos. Thola war also kein Verwandter Gedeons. @@ -12136,7 +12137,7 @@ Richter Ri 7 10 16 Quæ dicentes, omnia de finibus suis alienorum deorum idola p Richter Ri 7 10 17 Itaque filii Ammon conclamantes in Galaad fixere tentoria: contra quos congregati filii Israel, in Maspha castrametati sunt. Die Söhne Ammons aber riefen einander zusammen und schlugen ihre Zelte in Galaad auf; da versammelten sich die Söhne Israels gegen sie und lagerten sich in Maspha. Richter Ri 7 10 18 Dixeruntque principes Galaad singuli ad proximos suos: Qui primus ex nobis contra filios Ammon cperit dimicare, erit dux populi Galaad. Und die Fürsten von Galaad sprachen zueinander: Wer von uns zuerst den Kampf mit den Söhnen Ammons beginnt, der soll der Fürst des Volkes von Galaad sein.¹⁷ Richter Ri 7 10 18 17 Gottes Vorsehung selbst hat sie zu diesem Entschlusse geführt, da er so Jephte zum Richter erwecken will. -Richter Ri 7 11 0 Die Bewohner von Galaad machen den zuvor von ihnen vertriebenen Jephte zu ihrem Anführer. (V. 10) B. Jephte befragt den Herrn und sendet Gesandte an die Ammoniter. (V. 27) C. Da deren Vorschläge keine Annahme finden, bringt Jephte den Ammonitern eine schwere Niederlage bei. (V. 33) Nach Haus zurückgekehrt weiht er einem vor dem Kampfe gemachten Gelübde gemäß seine Tochter dem Herrn. +Richter Ri 7 11 0 Die Bewohner von Galaad machen den zuvor von ihnen vertriebenen Jephte zu ihrem Anführer. (V. 10) B. Jephte befragt den Herrn und sendet Gesandte an die Ammoniter. (V. 27) C. Da deren Vorschläge keine Annahme finden, bringt Jephte den Ammonitern eine schwere Niederlage bei. (V. 33) Nach Haus zurückgekehrt weiht er einem vor dem Kampfe gemachten Gelübde gemäß seine Tochter dem Herrn. Richter Ri 7 11 1 Fuit illo tempore Jephte Galaadites vir fortissimus atque pugnator, filius mulieris meretricis, qui natus est de Galaad. Zu jener Zeit lebte Jephte, der Galaadite, ein sehr starker und streitbarer Held,¹ einer Buhlerin Sohn, welcher von Galaad² gezeugt war. Richter Ri 7 11 1 1 Er hatte bereits glücklich gegen die Ammoniter gekämpft und so die [Ri 10,18] aufgestellte Bedingung erfüllt, so dass die Ältesten ihm, ob auch widerwillig, die Führung anvertrauen müssen. Richter Ri 7 11 1 2 Nicht etwa des [Num 26,29] genannten. @@ -12224,7 +12225,7 @@ Richter Ri 7 11 38 46 In die zwei Monate fallen wohl die Ereignisse, welche [Ri Richter Ri 7 11 38 47 So auch Syr. Chald. Was die Tochter Jephtes vor allem beklagt, beklagen auch sie. Richter Ri 7 11 39 Expletisque duobus mensibus, reversa est ad patrem suum, et fecit ei sicut voverat, quæ ignorabat virum. Exinde mos increbruit in Israel, et consuetudo servata est: Und als zwei Monate um waren, kehrte sie zu ihrem Vater zurück, und er tat an ihr, die um keinen Mann wusste, wie er gelobt hatte. Seitdem ward es Sitte und bleibende Gewohnheit in Israel, Richter Ri 7 11 40 Ut post anni circulum conveniant in unum filiæ Israel, et plangant filiam Jephte Galaaditæ diebus quatuor. dass die Töchter Israels jährlich zusammen kommen, und die Tochter Jephtes, des Galaaditers, vier Tage lang beklagen. -Richter Ri 7 12 0 D. Die Ephraimiten streiten mit Jephte, weil sie nicht zu Hilfe gerufen sind, und werden von ihm besiegt. (V. 6) 3. Auf Jephte, der das Richteramt 6 Jahre geübt, folgen Abesan (7 Jahre), Ahialon (10 Jahre), Abdon (8 Jahre). +Richter Ri 7 12 0 D. Die Ephraimiten streiten mit Jephte, weil sie nicht zu Hilfe gerufen sind, und werden von ihm besiegt. (V. 6) 3. Auf Jephte, der das Richteramt 6 Jahre geübt, folgen Abesan (7 Jahre), Ahialon (10 Jahre), Abdon (8 Jahre). Richter Ri 7 12 1 Ecce autem in Ephraim orta est seditio: nam transeuntes contra aquilonem, dixerunt ad Jephte: Quare vadens ad pugnam contra filios Ammon, vocare nos noluisti, ut pergeremus tecum? Igitur incendemus domum tuam. Aber siehe, ein Aufstand¹ erhob sich in Ephraim; es zogen nämlich Männer nach Norden² und sprachen zu Jephte: Warum bist du in den Kampf gegen die Söhne Ammons gezogen und hast uns nicht gerufen, damit wir mit dir zogen? Jetzt werden wir dafür dein Haus³ anzünden. [Ri 8,1] Richter Ri 7 12 1 1 Hebr.: Zusammenberufung der Mannschaft (wie [Ri 7,23]). Ephraim war der zahlreichste und wegen der Erinnerung an Josue und der innerhalb seines Gebietes aufbewahrten Bundeslade der geehrteste Stamm. So verlangte er denn in allem den Vorrang und verachtete die anderen Stämme. Vergl. [Ri 8,2, Ri 12,4]. Doch die in anderen Stämmen von Gott berufenen Richter weigerten sich, Ephraim die erste Stelle zu überlassen, so wenig wie Gott die zu seinen Werkzeugen erwählen wollte, welche allzu sehr auf ihre Zahl und Macht vertrauten. Richter Ri 7 12 1 2 Sept. (in einer Lesart): Und sie gingen nach Saphon hinüber [Jos 13,27], jenseits des Jordans. @@ -12255,7 +12256,7 @@ Richter Ri 7 12 13 14 Im Stamme Ephraim, nicht weit von Sichem nach Joppe zu. Richter Ri 7 12 14 Qui habuit quadraginta filios, et triginta ex eis nepotes, ascendentes super septuaginta pullos asinarum, et judicavit Israel octo annis: Dieser hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel von ihnen, welche auf siebzig Eselsfüllen ritten;¹⁵ und er richtete Israel acht Jahre; Richter Ri 7 12 14 15 Vergl. [Ri 10,4]. Richter Ri 7 12 15 Mortuusque est, ac sepultus in Pharathon terræ Ephraim, in monte Amalec. und er starb und ward in Pharathon, im Lande Ephraim, auf dem Gebirge der Amalekiter begraben. -Richter Ri 7 13 0 4. Die Israeliten werden zur Strafe für erneute Versündigungen in die Hand der Philister überliefert, welchen Samson mehrfach schweren Schaden zufügt. (13,1 16,31) A. Samsons Geburt wird seiner Mutter (V. 7) und darauf seinem Vater von dem Engel Gottes vorhergesagt. (V. 23) Gott segnet den jungen Samson und der Geist des Herrn ist mit ihm. +Richter Ri 7 13 0 4. Die Israeliten werden zur Strafe für erneute Versündigungen in die Hand der Philister überliefert, welchen Samson mehrfach schweren Schaden zufügt. (13,1 16,31) A. Samsons Geburt wird seiner Mutter (V. 7) und darauf seinem Vater von dem Engel Gottes vorhergesagt. (V. 23) Gott segnet den jungen Samson und der Geist des Herrn ist mit ihm. Richter Ri 7 13 1 Rursumque filii Israel fecerunt malum in conspectu Domini: qui tradidit eos in manus Philisthinorum quadraginta annis. Da nun die Söhne Israels wieder taten, was in den Augen des Herrn böse war, gab er sie in die Hand der Philister vierzig Jahre hindurch.¹ [Ri 10,6] Richter Ri 7 13 1 1 Diese durch die Philister herbeigeführte Bedrückung ist bereits [Ri 10,7] vom Erzähler angekündigt worden. Richter Ri 7 13 2 Erat autem quidam vir de Saraa, et de stirpe Dan, nomine Manue, habens uxorem sterilem. Es war aber ein Mann von Saraa,² vom Stamme Dan, mit Namen Manue, dessen Weib war unfruchtbar. @@ -12305,7 +12306,7 @@ Richter Ri 7 13 24 22 Besonders in der V. 25 genannten Weise. Richter Ri 7 13 25 Cpitque Spiritus Domini esse cum eo in castris Dan inter Saraa et Esthaol. Und der Geist des Herrn fing an, mit ihm zu sein im Lager von Dan²³ zwischen Saraa und Esthaol.²⁴ Richter Ri 7 13 25 23 Richtiger: In Mahane Dan. (Vergl. [Ri 18,12].) Dort war das Grab Samsons [Ri 16,31], also wohl auch die Wohnung seiner Eltern. Richter Ri 7 13 25 24 Innerhalb des Gebietes von Juda. [Jos 15,33] -Richter Ri 7 14 0 B. Samson nimmt eine Philisterin zum Weibe (V. 9), legt bei der Hochzeitsfeier ein Rätsel vor (V. 14) und tötet 30 Philister, um deren Kleider den Jünglingen zu geben, welche das Rätsel gelöst. (V. 19) C. Sein Weib nimmt einen andern Mann. (V. 20) +Richter Ri 7 14 0 B. Samson nimmt eine Philisterin zum Weibe (V. 9), legt bei der Hochzeitsfeier ein Rätsel vor (V. 14) und tötet 30 Philister, um deren Kleider den Jünglingen zu geben, welche das Rätsel gelöst. (V. 19) C. Sein Weib nimmt einen andern Mann. (V. 20) Richter Ri 7 14 1 Descendit ergo Samson in Thamnatha: vidensque ibi mulierem de filiabus Philisthiim, Da nun Samson nach Thamnatha ging,¹ sah er daselbst ein Weib von den Töchtern der Philister.² Richter Ri 7 14 1 1 Eine Ursache, weshalb die Israeliten zu den Philistern gingen, siehe [1Sam 13,20ff]. Richter Ri 7 14 1 2 Aus Dankbarkeit für die ihm ohne sein Verdienst von Gott zu teil gewordene Wohltat hatte Samson sich nicht allein von bestimmten Speisen enthalten, sondern noch mehr durch das Fernhalten von aller Sünde auszeichnen sollen. Indes hatte Gott die Heiligkeit des Lebens nicht zur Bedingung der Erwählung gemacht, weshalb Samson auch durch Sünden nicht seine außernatürliche Stärke verlieren durfte, zumal Gott ihn durch die Entziehung der Gnade strafen konnte, welche ihn in stand setzte, sein Nasiräat treu zu beobachten und so des Beistandes Gottes sicher zu sein. Wenn [Hebr 11,32ff], sein Glaube und seine Gerechtigkeit gelobt wird, so zeigt sich sein Glaube, wenngleich derselbe noch ohne die Rechtfertigung ist, zwar schon in dem Mute, mit dem er zahlreiche Feinde angreift, doch voll und ganz erst, so dass er die Menge der Sünden bedeckte und mit der Gerechtigkeit verbunden war, erst im Gebete vor seinem Tode. In dem Buhlen mit den Töchtern der Heiden offenbart sich seine Schwäche, ein Spiegelbild des natürlichen Charakters seines Volkes, das beständig zu den Heiden neigte. @@ -12351,7 +12352,7 @@ Richter Ri 7 14 19 23 Die Kleider. Es waren wohl Landleute, die er nacheinander Richter Ri 7 14 19 24 Über sein Weib und seine Genossen. Richter Ri 7 14 20 Uxor autem ejus accepit maritum unum de amicis ejus et pronubis. sein Weib aber nahm sich einen von seinen Freunden und Hochzeitsgenossen zum Manne.²⁵ Richter Ri 7 14 20 25 Hebr.: Wurde das Weib Simsons seinem Genossen zu eigen, den er sich selbst beigesellt hatte dem Brautführer. (Sept.) -Richter Ri 7 15 0 Über die Treulosigkeit seines Weibes erzürnt, zündet Samson die Saaten an und bringt ihnen eine schwere Niederlage bei (V. 8), ebenso eine zweite, da er von dem Stamme Juda den Philistern gebundene übergeben wird. (V. 19) Er richtet Israel in den Tagen der Philister 20 Jahre. +Richter Ri 7 15 0 Über die Treulosigkeit seines Weibes erzürnt, zündet Samson die Saaten an und bringt ihnen eine schwere Niederlage bei (V. 8), ebenso eine zweite, da er von dem Stamme Juda den Philistern gebundene übergeben wird. (V. 19) Er richtet Israel in den Tagen der Philister 20 Jahre. Richter Ri 7 15 1 Post aliquantulum autem temporis, cum dies triticeæ messis instarent, venit Samson, invisere volens uxorem suam, et attulit ei hdum de capris. Cumque cubiculum ejus solito vellet intrare, prohibuit eum pater illius, dicens: Nach einiger Zeit aber, als die Zeit der Weizenernte bevorstand, kam Samson und wollte sein Weib besuchen und brachte ihr ein Ziegenböcklein.¹ Als er indes in ihre Kammer gehen wollte, wie sonst, hielt ihr Vater ihn zurück und sprach: Richter Ri 7 15 1 1 Ein damals übliches Geschenk. [Gen 38,17] Richter Ri 7 15 2 Putavi quod odisses eam, et ideo tradidi illam amico tuo: sed habet sororem, quæ junior et pulchrior illa est, sit tibi pro ea uxor. Ich glaubte, du seiest ihr gram geworden,² und habe sie darum deinem Freunde gegeben; aber sie hat eine Schwester, welche jünger und schöner ist als sie; diese mag statt ihrer dein Weib werden. @@ -12394,7 +12395,7 @@ Richter Ri 7 15 19 20 Hebr.: Da öffnete der Herr den Mörser (eine Höhlung), Richter Ri 7 15 19 21 Hebr.: diese ist in Lechi bis Richter Ri 7 15 20 Judicavitque Israel in diebus Philisthiim viginti annis. Und er richtete Israel in den Tagen der Philister zwanzig Jahre.²² [Ri 16,31] Richter Ri 7 15 20 22 Zwanzig von jenen [Ri 13,1] genannten. Von nun an übte er das Richteramt, doch wird aus dieser Zeit nur weniges in folgendem berichtet. -Richter Ri 7 16 0 D. In Gaza von den Philistern eingeschlossen, trägt Samson das Stadttor mit sich fort. (V. 3) Von einem chananäischen Weibe Dalila mit List betrogen, wird er seines Haupthaares beraubt und in die Hände der Feinde überliefert, die ihm die Augen ausstechen und ihn verhöhnen. (V. 21) Nachdem sein Haar wieder gewachsen ist und er seine frühere Kraft zurückerhalten hat, begräbt er 3000 Philister mit sich in den Ruinen des Tempels Dagons. +Richter Ri 7 16 0 D. In Gaza von den Philistern eingeschlossen, trägt Samson das Stadttor mit sich fort. (V. 3) Von einem chananäischen Weibe Dalila mit List betrogen, wird er seines Haupthaares beraubt und in die Hände der Feinde überliefert, die ihm die Augen ausstechen und ihn verhöhnen. (V. 21) Nachdem sein Haar wieder gewachsen ist und er seine frühere Kraft zurückerhalten hat, begräbt er 3000 Philister mit sich in den Ruinen des Tempels Dagons. Richter Ri 7 16 1 Abiit quoque in Gazam, et vidit ibi mulierem meretricem, ingressusque est ad eam. Einst ging¹ Samson nach Gaza und sah daselbst eine Buhlerin und ging zu ihr.² Richter Ri 7 16 1 1 Da von dem Antrieb des göttlichen Geistes nichts gesagt wird, scheint eine gewisse Überhebung Samsons Herz erfüllt zu haben. Richter Ri 7 16 1 2 Der zufälligen Gelegenheit nachgebend. @@ -12458,7 +12459,7 @@ Richter Ri 7 16 30 30 Es heißt nicht, dass alle V. 27 erwähnten 3000 getötet Richter Ri 7 16 31 Descendentes autem fratres ejus et universa cognatio tulerunt corpus ejus, et sepelierunt inter Saraa et Esthaol in sepulcro patris sui Manue: judicavitque Israel viginti annis. Da kamen seine Brüder und seine ganze Verwandtschaft herauf und nahmen³¹ seinen Leichnam und begruben ihn zwischen Saraa und Esthaol im Grabe seines Vaters Manue;³² er hatte aber Israel zwanzig Jahre gerichtet. Richter Ri 7 16 31 31 Die Philister überließen ihnen denselben. Richter Ri 7 16 31 32 Ob Manue schon tot war, wird damit nicht gesagt. -Richter Ri 7 17 0 Zwei Anhänge: Verderbnis, das über die Israeliten durch Götzendienst und schlimme Sitten hereinbrach. (17,1 21,24) 1. Götzendienst vom Stamme Dan eingeführt und lange Zeit bewahrt. (17,1 18,31) A. In der letzten Zeit Josues macht sich ein Ephraimit, von seiner Mutter angetrieben, ein Götzenbild in seinem Hause. (V. 5) und nimmt einen vorüberziehenden Leviten in Sold als Priester. +Richter Ri 7 17 0 Zwei Anhänge: Verderbnis, das über die Israeliten durch Götzendienst und schlimme Sitten hereinbrach. (17,1 21,24) 1. Götzendienst vom Stamme Dan eingeführt und lange Zeit bewahrt. (17,1 18,31) A. In der letzten Zeit Josues macht sich ein Ephraimit, von seiner Mutter angetrieben, ein Götzenbild in seinem Hause. (V. 5) und nimmt einen vorüberziehenden Leviten in Sold als Priester. Richter Ri 7 17 1 Fuit eo tempore vir quidam de monte Ephraim nomine Michas, Es war um diese Zeit ein Mann auf dem Gebirge Ephraim, namens Michas.¹ Richter Ri 7 17 1 1 Der gleiche Name wie der des Propheten Michäas: Wer ist wie Jahve? Ähnlich in diesem Zusammenhange mit ironischem Beigeschmack, heißt der Priester, den Michas einsetzte [Ri 18,30] Jonathan, Jahves Gabe. Richter Ri 7 17 2 Qui dixit matri suæ: Mille et centum argenteos, quos separaveras tibi, et super quibus me audiente juraveras, ecce ego habeo, et apud me sunt. Cui illa respondit: Benedictus filius meus Domino. Dieser² sprach zu seiner Mutter: Die tausend einhundert Silberlinge,³ die du dir zurückgelegt und wegen deren du vor mir geschworen hattest, siehe, diese habe ich und sie sind bei mir.⁴ Sie antwortete ihm: Gesegnet seist du, mein Sohn von dem Herrn!⁵ @@ -12488,7 +12489,7 @@ Richter Ri 7 17 11 15 Wie hoch ehrte man damals den Stand der Leviten und Pries Richter Ri 7 17 12 Implevitque Michas manum ejus, et habuit puerum sacerdotem apud se, Und Michas füllte seine Hand und behielt den Jüngling als Priester bei sich, Richter Ri 7 17 13 Nunc scio, dicens, quod benefaciet mihi Deus habenti Levitici generis sacerdotem. und sprach: Nun weiß ich, dass Gott mir wohltun wird, da ich einen Priester aus dem Levitengeschlecht habe.¹⁶ Richter Ri 7 17 13 16 Der Levit übertrat das Gebot Gottes, da er sich zum Priester machte, und dies vor einem verbotenen Bilde. Die Erzählung soll nicht so den in der Religion wenig unterrichteten Michas tadeln als die vielmehr abergläubische Übertragung des Bildes nach Lais. -Richter Ri 7 18 0 B. Daniten, welche andere Wohnsitze suchen, führen den Priester samt dem Götzenbilde mit sich fort (V. 26), erobern und zerstören die Stadt und bauen eine andere an deren Stelle, welche sie Dan nennen und in der sie Götzendienst treiben, so lange das Haus Gottes in Silo ist. +Richter Ri 7 18 0 B. Daniten, welche andere Wohnsitze suchen, führen den Priester samt dem Götzenbilde mit sich fort (V. 26), erobern und zerstören die Stadt und bauen eine andere an deren Stelle, welche sie Dan nennen und in der sie Götzendienst treiben, so lange das Haus Gottes in Silo ist. Richter Ri 7 18 1 In diebus illis non erat rex in Israel, et tribus Dan quærebat possessionem sibi, ut habitaret in ea: usque ad illum enim diem inter ceteras tribus sortem non acceperat. In jenen Tagen war kein König in Israel und¹ der Stamm Dan² suchte sich einen Besitz, um sich niederzulassen; denn bis auf jenen Tag hatte er unter den übrigen Stämmen keinen Anteil erhalten. Richter Ri 7 18 1 1 Im Hebr. wird wiederholt: in jenen Tagen. Deshalb ist wohl der vorhergehende Teil des V. 1 zu dem letzten Verse des vorigen Kapitels zu ziehen, wie auch V. 6 und [Ri 17,13, Ri 18,31] und [Ri 21,24] mit der gleichen Formel abschließen. Richter Ri 7 18 1 2 600 Männer vom Stamme Dan, der [Num 26,43] bereits 64400 Angehörige zählte. @@ -12548,7 +12549,7 @@ Richter Ri 7 18 30 26 Da sie demselben den Sieg zugeschrieben. Richter Ri 7 18 30 27 Nur die Daniten, welche außerhalb des Stammgebietes wohnten, sind hier gemeint. Richter Ri 7 18 31 Mansitque apud eos idolum Michæ omni tempore, quo fuit domus Dei in Silo: in diebus illis non erat rex in Israel. Und das Götzenbild des Michas blieb bei ihnen die ganze Zeit, während welcher das Haus Gottes in Silo war.²⁸ In jenen Tagen war kein König in Israel. Richter Ri 7 18 31 28 Solange, bis die Bundeslade von den Philistern erbeutet ward, was das Bild und die Priester desselben in Lais. -Richter Ri 7 19 0 2. Wegen seiner Sittenverderbnis wird fast der gesamte Stamm Benjamin ausgerottet. (19,1 21,24) A. Die Einwohner von Gabaa verüben eine schwere Freveltat gegen das Weib eines Leviten und erregen dadurch den gerechten Zorn von ganz Israel. +Richter Ri 7 19 0 2. Wegen seiner Sittenverderbnis wird fast der gesamte Stamm Benjamin ausgerottet. (19,1 21,24) A. Die Einwohner von Gabaa verüben eine schwere Freveltat gegen das Weib eines Leviten und erregen dadurch den gerechten Zorn von ganz Israel. Richter Ri 7 19 1 Fuit quidam vir Levites, habitans in latere montis Ephraim, qui accepit uxorem de Bethlehem Juda: Es war ein Levit, der wohnte an der Grenze des Gebirges Ephraim. Dieser nahm sich ein Weib¹ von Bethlehem in Juda; Richter Ri 7 19 1 1 Ein Nebenweib. Mithin hatte er schon ein Weib. Richter Ri 7 19 2 Quæ reliquit eum, et reversa est in domum patris sui in Bethlehem, mansitque apud eum quatuor mensibus. sie aber verließ ihn² und kehrte in das Haus ihres Vaters nach Bethlehem zurück, und blieb bei diesem vier Monate. @@ -12610,7 +12611,7 @@ Richter Ri 7 19 29 29 Richtiger: Den Gebeinen entsprechend, nämlich ohne die K Richter Ri 7 19 29 30 Eine ähnliche Tat [1Sam 11,7]. Er musste an alle Stämme senden (also auch an Benjamin, dem zunächst die Rache oblag), weil kein König war. Die zerrissenen Stücke sind eine Drohung. Niemand durfte einen Leichnam berühren, wurden aber nun gar Leichenteile umhergetragen, so musste jeder fragen, was dies bedeute, und in Zorn gegen die Missetäter entflammen. Richter Ri 7 19 30 Quod cum vidissent singuli, conclamabant: Numquam res talis facta est in Israel ex eo die, quo ascenderunt patres nostri de gypto, usque in præsens tempus: ferte sententiam, et in commune decernite quid facto opus sit. Da riefen alle, die es sahen: Eine solche Tat ist noch niemals geschehen in Israel von dem Tage an, wo unsere Väter aus Ägypten heraufgezogen sind, bis auf diesen Tag; urteilet und beschließet gemeinsam, was zu tun ist.³¹ Richter Ri 7 19 30 31 Hebr.: Nehmet das in acht, beratet euch und beschließt. -Richter Ri 7 20 0 B. Die übrigen Stämme fordern von Benjamin die Auslieferung der Schuldigen. (V. 13) Da Benjamin sich dessen weigert, wird der Stamm mit Krieg überzogen, infolge dessen er fast gänzlich ausgerottet wird. +Richter Ri 7 20 0 B. Die übrigen Stämme fordern von Benjamin die Auslieferung der Schuldigen. (V. 13) Da Benjamin sich dessen weigert, wird der Stamm mit Krieg überzogen, infolge dessen er fast gänzlich ausgerottet wird. Richter Ri 7 20 1 Egressi itaque sunt omnes filii Israel, et pariter congregati, quasi vir unus, de Dan, usque Bersabee, et terra Galaad ad Dominum in Maspha: Da zogen alle Söhne Israels aus und versammelten sich allzumal, wie ein einziger Mann,¹ von Dan bis Bersabee,² dazu das Land Galaad,³ vor dem Herrn in Maspha.⁴ [Hos 9,9] Richter Ri 7 20 1 1 Dies erklärt die Vulgata V. 11: einer Gesinnung und eines Entschlusses. Richter Ri 7 20 1 2 Alle Israeliten diesseits des Jordans. @@ -12703,7 +12704,7 @@ Richter Ri 7 20 45 44 Im Gebiete Benjamins. Richter Ri 7 20 46 Et sic factum est, ut omnes qui ceciderant de Benjamin in diversis locis, essent viginti quinque millia, pugnatores ad bella promptissimi. So geschah es, dass die Gesamtzahl derer, welche von Benjamin an verschiedenen Orten gefallen waren, fünfundzwanzigtausend Mann betrug, alle kampfestüchtige Krieger. Richter Ri 7 20 47 Remanserunt itaque de omni numero Benjamin, qui evadere, et fugere in solitudinem potuerunt, sexcenti viri: sederuntque in petra Remmon mensibus quatuor. Und es blieben von der ganzen Zahl Benjamins solche, die in die Wüste fliehen und entkommen konnten, sechshundert Mann übrig; diese blieben vier Monate auf der Felsenhöhe von Remmon. Richter Ri 7 20 48 Regressi autem filii Israel, omnes reliquias civitatis a viris usque ad jumenta gladio percusserunt, cunctasque urbes et viculos Benjamin vorax flamma consumpsit. Die Söhne Israels aber kehrten zurück und erschlugen alles, was in der Stadt übrig war, Menschen und Vieh mit dem Schwerte, und alle Städte und Flecken Benjamins vernichtete verzehrendes Feuer. -Richter Ri 7 21 0 C. 600 überlebenden Benjamiten werden, damit ihr Stamm nicht untergehe, aus Jabes Galaad 400 Frauen gegeben, zu denen ihnen gestattet wird, 200 aus Silo hinzu zu rauben. +Richter Ri 7 21 0 C. 600 überlebenden Benjamiten werden, damit ihr Stamm nicht untergehe, aus Jabes Galaad 400 Frauen gegeben, zu denen ihnen gestattet wird, 200 aus Silo hinzu zu rauben. Richter Ri 7 21 1 Juraverunt quoque filii Israel in Maspha, et dixerunt: Nullus nostrum dabit filiis Benjamin de filiabus suis uxorem. Nun hatten die Söhne Israels in Maspha geschworen und gesagt:¹ Keiner von uns darf den Söhnen Benjamins eine von seinen Töchtern als Frau geben. Richter Ri 7 21 1 1 [Ri 20,1] in Maspha war ihnen die Weigerung Benjamins zugegangen. Richter Ri 7 21 2 Veneruntque omnes ad domum Dei in Silo, et in conspectu ejus sedentes usque ad vesperam, levaverunt vocem, et magno ululatu cperunt flere, dicentes: Sie kamen also alle zum Hause Gottes nach Silo² und setzten sich vor dem Angesichte Gottes bis zum Abend nieder, erhoben ihre Stimme und weinten mit lautem Schluchzen und riefen: @@ -12748,7 +12749,7 @@ Richter Ri 7 21 23 Feceruntque filii Benjamin, ut sibi fuerat imperatum: et juxt Richter Ri 7 21 23 19 Töchtern von Silo. Richter Ri 7 21 24 Filii quoque Israel reversi sunt per tribus, et familias in tabernacula sua. In diebus illis non erat rex in Israel: sed unusquisque quod sibi rectum videbatur, hoc faciebat. Auch die Söhne Israels kehrten nach ihren Stämmen und Familien in ihre Wohnungen zurück.²⁰ Zu jener Zeit war kein König in Israel, sondern jeder tat, was ihm recht dünkte. Richter Ri 7 21 24 20 Hebr.: Und die Söhne Israels zogen zu jener Zeit von dort, ein jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht und zogen von dort fort ein jeder in sein Erbteil. -Rut Rut 8 1 0 I. Ruths kindliche Anhänglichkeit und Pflichttreue gegen ihre Schwiegermutter Noemi. (1,1-2,7) A. Zur Zeit der Richter wandert ein Bethlemit Elimelech, um einer Hungersnot zu entgehen, mit seinem Weibe Noemi und seinen beiden Söhnen in das Land der Moabiter aus. Seine Söhne heiraten daselbst moabitische Frauen und sterben. (V. 5) B. Da Noemi nunmehr in ihr Vaterland zurückkehrt, wollen beide Schwiegertöchter sie begleiten (V. 9), indes bleibt die eine, Orpha, auf die Vorstellungen ihrer Schwiegermutter zurück (V. 14), während die andere, Ruth, die arme und alternde Mutter ihres Mannes nach Bethlehem begleitet. +Rut Rut 8 1 0 I. Ruths kindliche Anhänglichkeit und Pflichttreue gegen ihre Schwiegermutter Noemi. (1,1-2,7) A. Zur Zeit der Richter wandert ein Bethlemit Elimelech, um einer Hungersnot zu entgehen, mit seinem Weibe Noemi und seinen beiden Söhnen in das Land der Moabiter aus. Seine Söhne heiraten daselbst moabitische Frauen und sterben. (V. 5) B. Da Noemi nunmehr in ihr Vaterland zurückkehrt, wollen beide Schwiegertöchter sie begleiten (V. 9), indes bleibt die eine, Orpha, auf die Vorstellungen ihrer Schwiegermutter zurück (V. 14), während die andere, Ruth, die arme und alternde Mutter ihres Mannes nach Bethlehem begleitet. Rut Rut 8 1 1 In diebus unius judicis, quando judices præerant, facta est fames in terra. Abiitque homo de Bethlehem Juda, ut peregrinaretur in regione Moabitide cum uxore sua, ac duobus liberis. In den Tagen eines Richters,¹ als die Richter an der Spitze standen, entstand eine Hungersnot im Lande.² Da zog ein Mann von Bethlehem in Juda fort, um als Fremdling im Lande Moab mit seinem Weibe und seinen zwei Söhnen Wohnung zu nehmen. Rut Rut 8 1 1 1 Unbekannt welches. Rut Rut 8 1 1 2 Israel (Chald.) Die Hungersnot dauerte wohl nicht die zehn Jahre hindurch bis zur Wiederkehr Noemis. @@ -12796,7 +12797,7 @@ Rut Rut 8 1 21 23 Mit Mann und Söhnen gesegnet. Rut Rut 8 1 21 24 Mir gezeigt hat, dass ich nicht vollkommen rein bin in seinen Augen. Rut Rut 8 1 22 Venit ergo Noemi cum Ruth Moabitide nuru sua, de terra peregrinationis suæ: ac reversa est in Bethlehem, quando primum hordea metebantur. So kam Noemi mit Ruth, der Moabitin, ihrer Schwiegertochter, aus dem Lande, wo sie als Fremde geweilt, und kehrte nach Bethlehem zurück, um die Zeit, als eben die Gerstenernte begann.²⁵ Rut Rut 8 1 22 25 Die Osterzeit. -Rut Rut 8 2 0 C. In Bethlehem sammelt Ruth Ähren auf einem Acker; durch göttliche Fügung kommt sie auf den Acker des Booz, eines reichen Bethlehemiten, Verwandten des Elimelech. (V. 7) 2. Göttliche Belohnung der Pflichttreue Ruths. (2,8 4,22) A. Ruth findet Gnade vor Booz, da er vernommen, wie sie sich gegen ihre Schwiegermutter verhalten und dass sie unter den Schutz des Herrn geflohen sei. Sie sammelt reichliche Gaben an Lebensmitteln und Getreide, sie sie ihrer Schwiegermutter bringt. +Rut Rut 8 2 0 C. In Bethlehem sammelt Ruth Ähren auf einem Acker; durch göttliche Fügung kommt sie auf den Acker des Booz, eines reichen Bethlehemiten, Verwandten des Elimelech. (V. 7) 2. Göttliche Belohnung der Pflichttreue Ruths. (2,8 4,22) A. Ruth findet Gnade vor Booz, da er vernommen, wie sie sich gegen ihre Schwiegermutter verhalten und dass sie unter den Schutz des Herrn geflohen sei. Sie sammelt reichliche Gaben an Lebensmitteln und Getreide, sie sie ihrer Schwiegermutter bringt. Rut Rut 8 2 1 Erat autem viro Elimelech consanguineus, homo potens, et magnarum opum, nomine Booz. Elimelech aber, ihr Mann, hatte einen Verwandten, einen mächtigen und wohlhabenden Mann,¹ namens Booz. Rut Rut 8 2 1 1 Die Vulgata übersetzt dasselbe Wort zweimal verschieden. Rut Rut 8 2 2 Dixitque Ruth Moabitis ad socrum suam: Si jubes, vadam in agrum, et colligam spicas, quæ fugerint manus metentium, ubicumque clementis in me patris familias reperero gratiam. Cui illa respondit: Vade filia mea. Und Ruth, die Moabitin, sagte zu ihrer Schwiegermutter: Befiehlst du, so gehe ich auf das Feld und lese die Ähren, die den Händen der Schnitter entgehen, wo ich immer bei einem gütigen Hausvater Gnade finde.² Diese antwortete ihr: Gehe hin, meine Tochter! @@ -12840,7 +12841,7 @@ Rut Rut 8 2 22 Cui dixit socrus: Melius est, filia mea, ut cum puellis ejus exea Rut Rut 8 2 23 Juncta est itaque puellis Booz: et tamdiu cum eis messuit, donec hordea et triticum in horreis conderentur. So hielt sie sich zu den Mägden des Booz und erntete¹⁹ mit ihnen so lange, bis Gerste und Weizen in die Scheuern gebracht waren.²⁰ Rut Rut 8 2 23 19 Hebr.: sammelte. Rut Rut 8 2 23 20 An die Gerstenernte schloss sich nach 2 oder 3 Wochen die Weizenernte an. -Rut Rut 8 3 0 B. Auf den Rat Noemis bittet Ruth den Booz, sie nach der Vorschrift der Leviratsehe zur Frau zu nehmen. (V. 9) Er verspricht der Bitte Gewährung, wenn ein Näherstehender sein Recht nicht geltend macht. +Rut Rut 8 3 0 B. Auf den Rat Noemis bittet Ruth den Booz, sie nach der Vorschrift der Leviratsehe zur Frau zu nehmen. (V. 9) Er verspricht der Bitte Gewährung, wenn ein Näherstehender sein Recht nicht geltend macht. Rut Rut 8 3 1 Postquam autem reversa est ad socrum suam, audivit ab ea: Filia mea, quæram tibi requiem, et providebo ut bene sit tibi. Als sie aber wieder zu ihrer Schwiegermutter zurückkam,¹ vernahm sie von dieser: Meine Tochter! ich will Ruhe für dich suchen und sorgen, dass es dir wohl gehe.² Rut Rut 8 3 1 1 Besser: Und sie kehrte (nämlich: in jeder Nacht) zu ihrer Schwiegermutter zurück. Rut Rut 8 3 1 2 Noemi hat Zeit genug, die Sache nach allen Richtungen hin zu erwägen. Ruhe ist die Ehe. @@ -12880,7 +12881,7 @@ Rut Rut 8 3 17 Et ait: Ecce sex modios hordei dedit mihi, et ait: Nolo vacuam te Rut Rut 8 3 17 20 Booz wollte sie in den Augen ihrer Schwiegermutter ehren. Rut Rut 8 3 18 Dixitque Noemi: Exspecta filia donec videamus quem res exitum habeat: neque enim cessabit homo, nisi compleverit quod locutus est. Noemi sprach: Gedulde dich, meine Tochter, bis wir sehen, welchen Ausgang die Sache nimmt; denn der Mann wird nicht ruhen, ehe er²¹ erfüllt, was er gesprochen hat. Rut Rut 8 3 18 21 Hebr.: Er habe dann noch heute die Sache zu Ende geführt. -Rut Rut 8 4 0 Der nächste Verwandte verzichtet auf sein Recht (V. 7), weshalb Booz den Acker Elimelechs kauft und zur Freude des Volkes Ruth heimführt. (V. 12) C. Ruth gebiert Booz einen Sohn Obed, den Großvater des Königs David. +Rut Rut 8 4 0 Der nächste Verwandte verzichtet auf sein Recht (V. 7), weshalb Booz den Acker Elimelechs kauft und zur Freude des Volkes Ruth heimführt. (V. 12) C. Ruth gebiert Booz einen Sohn Obed, den Großvater des Königs David. Rut Rut 8 4 1 Ascendit ergo Booz ad portam, et sedit ibi. Cumque vidisset propinquum præterire, de quo prius sermo habitus est, dixit ad eum: Declina paulisper, et sede hic: vocans eum nomine suo. Qui divertit, et sedit. Hierauf ging Booz zum Tore hinaus und setzte sich daselbst.¹ Und als er den Verwandten vorübergehen sah, von welchem vorher Erwähnung getan ist, rief er ihn bei seinem Namen und sprach zu ihm: Komme ein wenig hierher und setze dich nieder! Dieser trat hinzu und setzte sich. Rut Rut 8 4 1 1 Den näheren Verwandten erwartend. Solche Dinge mussten im Tore der Stadt verhandelt werden. [Dtn 25,7] Rut Rut 8 4 2 Tollens autem Booz decem viros de senioribus civitatis, dixit ad eos: Sedete hic. Alsdann nahm Booz zehn Männer von den Ältesten der Stadt und sprach zu ihnen: Setzet euch hierher! @@ -12925,7 +12926,7 @@ Rut Rut 8 4 20 Aminadab genuit Nahasson, Nahasson genuit Salmon. Aminadab zeugte Rut Rut 8 4 21 Salmon genuit Booz, Booz genuit Obed, Salmon zeugte Booz, Booz zeugte Obed, Rut Rut 8 4 22 Obed genuit Isai, Isai genuit David. Obed zeugte Isai, Isai zeugte David.²² Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [1Chr 2,5.9] sich findet) in umgekehrter Ordnung der hl. Lukas [Lk 3,31-33]. Phares ist der Sohn Judas, [Gen 38] Esron der Sohn Phares. [Gen 46,8.12] Nahasson war der Sohn Aminadabs, Zeitgenosse Moses und Aarons. [Num 7] Salmon war der Vater des Booz [Mt 1,5], mithin ward letzterer unter Josue als Führer Israels geboren. Zur Zeit der Richter wurden die Geschlechtsregister nicht so sorgfältig geführt, wie auch [1Sam 4,1] zeigt. -1 Samuel 1Sam 9 1 0 I. Einleitender Teil: Leben Samuels des Propheten und Richters, den Gott berief, den Grundstein des ewigen Thrones des Hauses Davids zu legen. (1,1 7,17) 1. Samuel wird von Gott berufen (1,1 3,21) 1. Samuels Geburt und Weihe. (1,1 2,11) A. Anna, das Weib des Leviten Elkana, erlangt nach längerer Unfruchtbarkeit durch ihr Gebet von Gott einen Sohn, den sie verspricht ganz dem Herrn zu weihen. (V. 18) B. Anna überliefert den von Gott geschenkten Sohn dem Hohenpriester Heli, damit derselbe Gott im Heiligtume diene. +1 Samuel 1Sam 9 1 0 I. Einleitender Teil: Leben Samuels des Propheten und Richters, den Gott berief, den Grundstein des ewigen Thrones des Hauses Davids zu legen. (1,1 7,17) 1. Samuel wird von Gott berufen (1,1 3,21) 1. Samuels Geburt und Weihe. (1,1 2,11) A. Anna, das Weib des Leviten Elkana, erlangt nach längerer Unfruchtbarkeit durch ihr Gebet von Gott einen Sohn, den sie verspricht ganz dem Herrn zu weihen. (V. 18) B. Anna überliefert den von Gott geschenkten Sohn dem Hohenpriester Heli, damit derselbe Gott im Heiligtume diene. 1 Samuel 1Sam 9 1 1 Fuit vir unus de Ramathaimsophim, de monte Ephraim, et nomen ejus Elcana, filius Jeroham, filii Eliu, filii Thohu, filii Suph, Ephrathæus: Es war ein Mann von Ramathaimsophim,¹ im Gebirge Ephraim, namens Elkana, der Sohn Jerohams, des Sohnes Elius, des Sohnes Thohus, des Sohnes Suphs, ein Ephrathiter. 1 Samuel 1Sam 9 1 1 1 Ramatha oder Rama (V. 19) lag im Stamme Juda, zwischen Bethlehem und Hebron. Ob der Beisatz auf Suph zurückgeht, ist nicht festzustellen. Von Herkommen Levit, gehörte er in bürgerlicher Beziehung zum Stamme Ephraim, indes war die Familie nach Rama im Stamme Benjamin übergesiedelt. 1 Samuel 1Sam 9 1 2 Et habuit duas uxores, nomen uni Anna, et nomen secundæ Phenenna. Fueruntque Phenennæ filii: Annæ autem non erant liberi. Dieser hatte zwei Frauen, die eine hieß Anna, die andere Phenenna. Phenenna hatte Söhne; Anna aber hatte keine Kinder.² @@ -12984,7 +12985,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 1 27 Pro puero isto oravi, et dedit mihi Dominus petitionem meam, quam postulavi eum. Um diesen Knaben hier habe ich gebeten, und der Herr hat mir meine Bitte gewährt, die ich an ihn gerichtet habe. 1 Samuel 1Sam 9 1 28 Idcirco et ego commodavi eum Domino cunctis diebus, quibus fuerit commodatus Domino. Et adoraverunt ibi Dominum. Et oravit Anna, et ait: Darum weihe ich ihn auch dem Herrn für alle Tage, die er dem Herrn geweiht sein wird.³⁰ Und sie beteten daselbst den Herrn an. Und Anna betete und sprach: 1 Samuel 1Sam 9 1 28 30 Für immer. -1 Samuel 1Sam 9 2 0 C. Anna verkündet in einem Lobgesange Gott Dank sagend die Beziehung ihres Sohnes zu dem zukünftigen König und Messias. (V. 11) 2. Samuels fromme Jugend. [1Sam 2,12-36] A. Während die Söhne Helis ein Lasterleben führen und ihr heiliges Amt beflecken (V. 17), dient Samuel dem Herrn so treu im Heiligtume, dass Gott um seinetwillen seine Eltern segnet. (V. 21) B. Heli wird, da er seine Söhne nicht gebührend zurechtweist (V. 26), sein und seines Hauses Untergang durch einen Propheten in Gottes Auftrag verkündet. +1 Samuel 1Sam 9 2 0 C. Anna verkündet in einem Lobgesange Gott Dank sagend die Beziehung ihres Sohnes zu dem zukünftigen König und Messias. (V. 11) 2. Samuels fromme Jugend. [1Sam 2,12-36] A. Während die Söhne Helis ein Lasterleben führen und ihr heiliges Amt beflecken (V. 17), dient Samuel dem Herrn so treu im Heiligtume, dass Gott um seinetwillen seine Eltern segnet. (V. 21) B. Heli wird, da er seine Söhne nicht gebührend zurechtweist (V. 26), sein und seines Hauses Untergang durch einen Propheten in Gottes Auftrag verkündet. 1 Samuel 1Sam 9 2 1 Exsultavit cor meum in Domino, et exaltatum est cornu meum in Deo meo: dilatatum est os meum super inimicos meos: quia lætata sum in salutari tuo. Es frohlockt mein Herz in dem Herrn,¹ hoch erhoben ist mein Horn² in meinem Gott; es tut sich mein Mund auf gegen meine Feinde;³ denn ich freue mich deines Heiles! 1 Samuel 1Sam 9 2 1 1 Die einen Propheten neun Monate getragen, hat selbst etwas Prophetisches angenommen. 1 Samuel 1Sam 9 2 1 2 Das erhobene Horn ist ein Zeichen innerer Stärke und des Bewusstseins davon. Das Bild ist vom Stiere hergenommen. Die Lobgesänge der hl. Jungfrau und des Zacharias [Lk 1,46ff68ff] zeigen durch ihre Anlehnung an das Lied, wie die Israeliten in diesem Liede unter persönlichen Lebenserfahrungen das Walten der göttlichen Vorsehung zu erkennen gewöhnt waren. @@ -13055,7 +13056,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 2 35 33 Verheißung der Einsetzung des Königtums. Diese Prophezeiung gibt der folgenden Vision ihre Kraft, wie diese ihrerseits die Prophezeiung bestätigt. 1 Samuel 1Sam 9 2 36 Futurum est autem, ut quicumque remanserit in domo tua, veniat ut oretur pro eo, et offerat nummum argenteum, et tortam panis, dicatque: Dimitte me obsecro ad unam partem sacerdotalem, ut comedam buccellam panis. Es wird aber geschehen, dass, wer immer in deinem Hause übrigbleibt, kommt, damit man für ihn bitte, und er wird ein Silberstück und einen Brotkuchen anbieten und sagen: Lass mich, ich bitte dich, zu einem Priesterteil zu, damit ich einen Bissen Brot zu essen habe.³⁴ 1 Samuel 1Sam 9 2 36 34 Wer eine Bitte hatte, brachte ein Geschenk dar. So wenige werden aus Helis Hause übrig bleiben, dass sie nicht mehr einen eigenen Stand bilden werden und bitten müssen, man möge sie der geistlichen Vorrechte nicht berauben. Von Ophni werden keine Kinder erwähnt. Phinees hinterließ Achitob [1Sam 14,3] und Ichabod [1Sam 14,21]. Von Ichabods Nachkommen findet sich nichts. Achitobs Sohn war Achias, der das Ephod [1Sam 14,3] trug, und Achimelech [1Sam 22,20], der ebenfalls Hoherpriester, mit 84 Priestern vom Stamme Ithamar auf Sauls Befehl getötet ward. Einzig Abiathar [1Sam 22,20] blieb übrig, der das Ephod [1Sam 23,6] während der Regierung Davids trug, von Salomon aber in die Priesterstadt Anathoth verbannt ward [1Kön 2,26]. Indes bereits zu Davids Zeiten waren viel weniger Ithamariden als Eleazariden, da diese 16, jene 8 Familien in Anathoth zählten. [1Chr 24,4] Aus der Familie der Ithamariden war, scheint es, Jeremias [Jer 1,1], der Prophet der Trostlosigkeit Israels. Unter dem Könige Artaxerxes wird von den Söhnen Ithamars als Haupt einer Familie, die unter 24 den Bund unterschreibenden Priestern [Neh 10,6] ist, Daniel genannt. [Esra 8,2] Die Erfüllung der Prophezeiung V. 31: [1Sam 22,18] und [1Sam 4,10]. Wie V. 36 erfüllt ward, ist nicht nachzuweisen. -1 Samuel 1Sam 9 3 0 3. Samuels Berufung zum Prophetenamte. [1Sam 3,1-21] A. Im Heiligtume erlangt der junge Samuel in der Nacht die erste Offenbarung Gottes (V. 10) und erhält die Ankündigung der göttlichen Strafe über Heli und dessen Haus. (V. 18) B. Allmählich wird er dem gesamten Volke als ein getreuer Prophet des Herrn bekannt. +1 Samuel 1Sam 9 3 0 3. Samuels Berufung zum Prophetenamte. [1Sam 3,1-21] A. Im Heiligtume erlangt der junge Samuel in der Nacht die erste Offenbarung Gottes (V. 10) und erhält die Ankündigung der göttlichen Strafe über Heli und dessen Haus. (V. 18) B. Allmählich wird er dem gesamten Volke als ein getreuer Prophet des Herrn bekannt. 1 Samuel 1Sam 9 3 1 Puer autem Samuel ministrabat Domino coram Heli, et sermo Domini erat pretiosus in diebus illis, non erat visio manifesta. Der Knabe Samuel aber diente dem Herrn vor Heli, und ein Ausspruch des Herrn war kostbar¹ in jenen Tagen, und kein Gesicht ward offenbart. 1 Samuel 1Sam 9 3 1 1 Selten. 1 Samuel 1Sam 9 3 2 Factum est ergo in die quadam, Heli jacebat in loco suo, et oculi ejus caligaverant, nec poterat videre: Da geschah es an einem Tage, während Heli an seinem Platze ruhte, (seine Augen aber waren schon dunkel geworden und er konnte nicht sehen), @@ -13093,7 +13094,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 3 20 Et cognovit universus Israel a Dan, usque Bersabee, quod fidelis Samuel propheta esset Domini. Und ganz Israel von Dan bis Bersabee¹⁶ ward inne, dass Samuel ein wahrhafter Prophet des Herrn sei. 1 Samuel 1Sam 9 3 20 16 Dan im äußersten Norden, Bersabee im Süden auf dem Wege von Hebron nach Ägypten. Vergl. [Ri 20,1]. 1 Samuel 1Sam 9 3 21 Et addidit Dominus ut appareret in Silo, quoniam revelatus fuerat Dominus Samueli in Silo, juxta verbum Domini. Et evenit sermo Samuelis universo Israeli. Auch erschien der Herr weiterhin in Silo; denn der Herr hatte sich Samuel in Silo offenbart nach dem Ausspruche des Herrn. Das Wort Samuels aber ging aus an ganz Israel. -1 Samuel 1Sam 9 4 0 2. Samuel als Befreier und Besserer des Volkes Israel. (4,1 7,17) 1. Unglück Israels infolge der Sünden des Hauses Heli und des gesamten Volkes. (4,1 7,1) A. In einem Kriege gegen die Philister holen die Israeliten die Bundeslade herbei (V.9), doch werden sie geschlagen, die Bundeslade wird von den Philistern genommen, die beiden Söhne Helis getötet. Heli selbst stürzt auf die Nachricht davon nieder und stirbt, auch seine Schwiegertochter in schwerer Stunde. +1 Samuel 1Sam 9 4 0 2. Samuel als Befreier und Besserer des Volkes Israel. (4,1 7,17) 1. Unglück Israels infolge der Sünden des Hauses Heli und des gesamten Volkes. (4,1 7,1) A. In einem Kriege gegen die Philister holen die Israeliten die Bundeslade herbei (V.9), doch werden sie geschlagen, die Bundeslade wird von den Philistern genommen, die beiden Söhne Helis getötet. Heli selbst stürzt auf die Nachricht davon nieder und stirbt, auch seine Schwiegertochter in schwerer Stunde. 1 Samuel 1Sam 9 4 1 Et factum est in diebus illis, convenerunt Philisthiim in pugnam: et egressus est Israel obviam Philisthiim in prlium, et castrametatus est juxta Lapidem adjutorii. Porro Philisthiim venerunt in Aphec. Da begab es sich in jenen Tagen, dass die Philister sich zum Kampfe sammelten;¹ und Israel zog den Philistern zum Streite entgegen und lagerte sich bei dem Steine der Hilfe.² Die Philister nun kamen nach Aphek³ 1 Samuel 1Sam 9 4 1 1 Diese Worte fehlen im Hebr. und ursprünglich auch in der Vulgata. 1 Samuel 1Sam 9 4 1 2 So wird der Ort hier im Voraus genannt. [1Sam 7,12] @@ -13132,7 +13133,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 4 21 Et vocavit puerum, Ichabod, dicens: Translata est gloria de Israel, quia capta est arca Dei, et pro socero suo et pro viro suo; Und sie nannte den Knaben Ichabod,¹⁶ indem sie sprach: Hinweggenommen ist die Herrlichkeit von Israel! Weil die Lade Gottes weggenommen war, und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes; 1 Samuel 1Sam 9 4 21 16 Jochabed? (Vergl. Sept.) 1 Samuel 1Sam 9 4 22 Et ait: Translata est gloria ab Israel, eo quod capta esset arca Dei. und sie sprach: Hinweggenommen ist die Herrlichkeit von Israel! Weil die Lade Gottes genommen war. -1 Samuel 1Sam 9 5 0 B. Gott vergisst seines Volks nicht und lässt die Anwesenheit der Bundeslade den Philistern zum Verderben dienen. (Kap. 5) +1 Samuel 1Sam 9 5 0 B. Gott vergisst seines Volks nicht und lässt die Anwesenheit der Bundeslade den Philistern zum Verderben dienen. (Kap. 5) 1 Samuel 1Sam 9 5 1 Philisthiim autem tulerunt arcam Dei, et asportaverunt eam a Lapide adjutorii in Azotum. Die Philister aber nahmen die Lade Gottes und brachten sie vom Steine der Hilfe nach Azot.¹ 1 Samuel 1Sam 9 5 1 1 Azot war damals Hauptstadt der Fünfstädte. [1Sam 6,17] 1 Samuel 1Sam 9 5 2 Tuleruntque Philisthiim arcam Dei, et intulerunt eam in templum Dagon, et statuerunt eam juxta Dagon. Und die Philister nahmen die Lade Gottes und brachten sie in den Tempel Dagons² und stellten sie neben Dagon auf. @@ -13152,7 +13153,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 5 11 Miserunt itaque et congregaverunt omnes satrapas Philisthinorum: qui dixerunt: Dimittite arcam Dei Israel, et revertatur in locum suum, et non interficiat nos cum populo nostro. Sie sandten also hin und versammelten alle Statthalter der Philister, welche sprachen: Lasset die Lade des Gottes Israels an ihren Ort zurückkehren,⁷ dass er uns nicht mitsamt unserem Volke töte. 1 Samuel 1Sam 9 5 11 7 Während Israels Heere geschlagen wurden [1Sam 4,7.10], war es einzig die Bundeslade, welche die Philister hart bedrängte. Dies sollte für sie ein Zeichen sein, dass Gott sein ungehorsames Volk wohl züchtige und zu dessen Demütigung ihm sein größtes Heiligtum nehmen lasse, dass er aber der höchste und einzige Gott sei und Israel nicht gänzlich verlasse. 1 Samuel 1Sam 9 5 12 Fiebat enim pavor mortis in singulis urbibus, et gravissima valde manus Dei: viri quoque, qui mortui non fuerant, percutiebantur in secretiori parte natium: et ascendebat ululatus uniuscujusque civitatis in clum. Denn Todesschrecken kam über alle Städte, und gar schwer lag die Hand des Herrn auf ihnen. Auch die Männer, welche nicht gestorben waren, wurden an dem verborgenen Teile des Gesäßes geschlagen; und das Weheklagen einer jeden Stadt stieg zum Himmel empor. -1 Samuel 1Sam 9 6 0 Die Philister senden die Bundeslade mit Weihegeschenken zurück. (V. 18) C. Die Bethsamiten, welche sich nicht ehrfürchtig genug gegen die Bundeslade verhalten, werden schwer gestraft. Die Bundeslade wird nach Gabaa übertragen. [1Sam 7,1] +1 Samuel 1Sam 9 6 0 Die Philister senden die Bundeslade mit Weihegeschenken zurück. (V. 18) C. Die Bethsamiten, welche sich nicht ehrfürchtig genug gegen die Bundeslade verhalten, werden schwer gestraft. Die Bundeslade wird nach Gabaa übertragen. [1Sam 7,1] 1 Samuel 1Sam 9 6 1 Fuit ergo arca Domini in regione Philisthinorum septem mensibus. So war die Lade des Herrn im Lande der Philister sieben Monate.¹ 1 Samuel 1Sam 9 6 1 1 Da die Bundeslade zur Zeit der Weizenernte (V. 3) zurückgeführt wird, diese aber in den Mai fällt, hatte der vorhergehende Kampf im November statt. 1 Samuel 1Sam 9 6 2 Et vocaverunt Philisthiim sacerdotes et divinos, dicentes: Quid faciemus de arca Domini? indicate nobis quomodo remittamus eam in locum suum. Qui dixerunt: Da beriefen die Philister ihre Priester und Wahrsager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Herrn tun? Saget uns, auf welche Weise wir sie an ihren Ort zurückbringen sollen. Sie sprachen: @@ -13186,7 +13187,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 6 20 11 Die Bethsamiten wissen nichts von seiner Barmherzigkeit, darum entfernen sie die Bundeslade. 1 Samuel 1Sam 9 6 21 Miseruntque nuntios ad habitatores Cariathiarim, dicentes: Reduxerunt Philisthiim arcam Domini, descendite, et reducite eam ad vos. Und sie sandten Boten zu den Einwohnern von Kariathiarim¹² und ließen ihnen sagen: Die Philister haben die Lade des Herrn zurückgebracht; kommet herab und holet sie wieder zu euch zurück! 1 Samuel 1Sam 9 6 21 12 Am Wege von Jerusalem nach Joppe. Da die Einwohner fast Sklaven waren [Jos 9,17], konnten sie die Bundeslade nicht zurückweisen. So hatten die Philister getan, so geschah es [2Sam 6,10. 1Sam 7,3] macht es wahrscheinlich, dass Samuel von den Einwohnern Kariathiarims befragt ward und ihnen riet, die Bundeslade zu bewahren, bis Gott offenbarte, wohin sie gebracht werden sollte. -1 Samuel 1Sam 9 7 0 2. Bekehrung und Sieg des Volkes. (V. 2-17) A. Auf Samuels Vorhaltungen bekehrt sich das Volk zu Gott. (V. 6) B. Auf das Gebet des Propheten gewährt ihnen Gott, dass sie den Feinden eine so schwere Niederlage beibringen, dass diese während seines Lebens nicht mehr gegen Israel die Oberhand gewannen. (V. 14) C. Samuel waltet im ganzen Lande treu des Richteramtes. +1 Samuel 1Sam 9 7 0 2. Bekehrung und Sieg des Volkes. (V. 2-17) A. Auf Samuels Vorhaltungen bekehrt sich das Volk zu Gott. (V. 6) B. Auf das Gebet des Propheten gewährt ihnen Gott, dass sie den Feinden eine so schwere Niederlage beibringen, dass diese während seines Lebens nicht mehr gegen Israel die Oberhand gewannen. (V. 14) C. Samuel waltet im ganzen Lande treu des Richteramtes. 1 Samuel 1Sam 9 7 1 Venerunt ergo viri Cariathiarim, et reduxerunt arcam Domini, et intulerunt eam in domum Abinadab in Gabaa: Eleazarum autem filium ejus sanctificaverunt, ut custodiret arcam Domini. Die Männer von Kariathiarim also kamen und führten die Lade des Herrn wieder herauf und brachten sie in das Haus Abinadabs in Gabaa; Eleazar aber, seinen Sohn, heiligten sie, dass er die Lade des Herrn hütete. 1 Samuel 1Sam 9 7 2 Et factum est, ex qua die mansit arca Domini in Cariathiarim, multiplicati sunt dies (erat quippe jam annus vigesimus), et requievit omnis domus Israel post Dominum. Und es geschah, dass von dem Tage an, wo die Lade des Herrn in Kariathiarim ihren Aufenthalt nahm, eine lange Zeit verging (es war nämlich schon das zwanzigste Jahr); und das ganze Haus Israel genoss Ruhe, dem Herrn folgend. 1 Samuel 1Sam 9 7 3 Ait autem Samuel ad universam domum Israel, dicens: Si in toto corde vestro revertimini ad Dominum, auferte deos alienos de medio vestri, Baalim et Astaroth: et præparate corda vestra Domino, et servite ei soli, et eruet vos de manu Philisthiim. Samuel aber hatte zu dem ganzen Hause Israel gesprochen: Wenn ihr euch von ganzem Herzen wieder zu dem Herrn wenden wollt, so tuet die fremden Götter, die Baale¹ und Astarten,² aus eurer Mitte hinweg; und bereitet eure Herzen dem Herrn und dienet ihm allein, so wird er euch aus der Hand der Philister erretten. [Dtn 6,13, Mt 6,10] @@ -13216,7 +13217,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 7 16 Et ibat per singulos annos circuiens Bethel et Galgala et Masphath, et judicabat Israelem in supradictis locis. und ging von Jahr zu Jahr umher nach Bethel und Galgala und Masphath und richtete Israel an den vorgenannten Orten.¹² 1 Samuel 1Sam 9 7 16 12 Die richterliche Gewalt erstreckte sich nicht über alle Stämme in gleicher Weise, der Hauptsitz derselben war Rama im Stamme Juda. Der südliche Teil dieses Stammes scheint sich mit Simeon erst [1Sam 8,2] enger angeschlossen zu haben. Die Hauptstärke des Reiches beruhte auf dem Stamme Benjamin, der von Natur und durch die beständige Notwendigkeit, mit den Philistern zu kämpfen, der kriegerischste war. Die beiden Richtersitze Galgala [Jos 4,14] und Maspha [Ri 11,11] lagen in seinem Gebiete, Bethel, der dritte, nahe an seinen Grenzen. Diese Orte hatten bereits Altäre. In Rama wird V. 17 ein solcher errichtet. Silo wird nicht erwähnt, weil Heli es auf Gottes Geheiß verlassen. [Ps 78,60.67, Jer 7,12.14] Vielleicht war es auch nach der Niederlage der Israeliten in Ebenhaezer verwüstet. Die Stiftshütte befand sich, der Bundeslade beraubt, in Nobe [1Sam 21,7], einer Stadt der Ithamarischen Priester, die Saul zerstörte. [1Sam 22,19] Von dort kam sie nach Gabaon [1Chr 21,29, 2Sam 3], einer Priesterstadt nicht weit von Kariathiarim, von wo sie leicht an ihren eigentlichen Ort übertragen werden konnte. Dies geschah indes nicht. David holte in der Tat nicht die alte Stiftshütte aus Gabaon, sondern baute eine neue. [2Sam 6,17, 2Sam 7,2, 1Chr 15,1] In der alten Stiftshütte wurden die Brote der Vorlegung (Schaubrote) aufbewahrt. [1Sam 21,6] Dort war der eherne Altar [2Chr 1,5.6] und dort wurden wohl auch die im Gesetze vorgeschriebenen Opfer dargebracht, vergl. [1Kön 3,4], wie es nachher im zweiten Tempel geschah, der gleichfalls der Bundeslade entbehrte. Da indes Samuel dort nie geopfert, nie das Volk dorthin berufen hat, war dieser Ort inzwischen vernachlässigt. Ob etwa die Ithamarischen Priester die Stiftshütte in Anspruch nahmen und als eine Sicherung gegen die [1Sam 2,27] angekündigten Übel aus einer ihrer Städte in die andere überführten? Salomon erweist ihr Ehre [1Kön 3,4], aber erst nachdem Gottes Voraussagung ganz erfüllt und Ithamars Haus vom Hohenpriestertum ausgeschlossen ist. [1Kön 2,27] Alsdann wird die Stiftshütte auch nach Jerusalem überführt [1Kön 8,4, 2Chr 5,5] und im Tempel aufgestellt. Aber wie durfte Samuel einen anderen Ort zum Opfer wählen als die Stiftshütte? Und wie unterfing er sich, selbst zu opfern, da er doch nicht Priester war? Bereits Gedeon brachte an einem anderen Orte ein Opfer dar [Ri 6,24], desgleichen Manue [1Sam 13,6], ebenso ward am Orte der Weinenden [1Sam 2,5] ein Opfer dargebracht. Samuel brachte Opfer dar, noch ehe er zum Richter erwählt war. Die beiden ersten Opfer Samuels wurden auf göttliche Eingebung dargebracht. Das Opfer am Stein der Hilfe hatte Gott bezeichnet. Was [1Sam 13,13.15.23] an Saul getadelt wird, ist nicht die Darbringung der Opfers fern von der Stiftshütte (denn [1Sam 16,2] befiehlt Gott selbst dem Samuel in Bethlehem ein Opfer darzubringen), sondern der Mangel einer göttlichen Vollmacht. Das Gesetz [Lev 17,3] galt nur für die Zeit, wo ein Tempel gebaut war. Den Aaronitischen Priestern allein war es gestattet, bei der Stiftshütte zu opfern. [Num 3,10] Dies Verbot umfasste aber Gedeons, Manues, Elias und Samuels Opfer nicht. Das patriarchalische recht, außerhalb des Tempels Opfer darzubringen, ist älter als Moses und erlosch erst mit dem Bau des Tempels. Sauls Geschichte macht es indes wahrscheinlich, dass für das Opfer jedes, der nicht Priester war, eine besondere göttliche Erlaubnis notwendig war. 1 Samuel 1Sam 9 7 17 Revertebaturque in Ramatha: ibi enim erat domus ejus, et ibi judicabat Israelem: ædificavit etiam ibi altare Domino. Dann kehrte er nach Ramatha zurück; denn dort war sein Haus, und auch da richtete er Israel und erbaute dem Herrn daselbst einen Altar. -1 Samuel 1Sam 9 8 0 II. Teil. Sauls Erhebung und Verwerfung, Davids Erwählung. Vorbereitung der ewigen Herrschaft im Hause Davids. (8,1 31,13) 1. Auf die Forderung der Israeliten wird ihnen Saul als erster König gegeben, indes bald wegen seines Ungehorsams als des Königtums unwürdig von Gott verworfen. (8,1 15,35) 1. Saul wird auf die Forderung der Israeliten König. (V. 1-22) A. Trotz der Verdienste Samuels fordern die Ältesten, er solle einen König an ihre Spitze stellen. (V. 5) B. Samuel stellt ihnen das harte Joch des Königtums vor Augen (V. 18) und verheißt, da sie trotzdem auf ihre Forderung beharren, auf Gottes Befehl Erfüllung derselben. +1 Samuel 1Sam 9 8 0 II. Teil. Sauls Erhebung und Verwerfung, Davids Erwählung. Vorbereitung der ewigen Herrschaft im Hause Davids. (8,1 31,13) 1. Auf die Forderung der Israeliten wird ihnen Saul als erster König gegeben, indes bald wegen seines Ungehorsams als des Königtums unwürdig von Gott verworfen. (8,1 15,35) 1. Saul wird auf die Forderung der Israeliten König. (V. 1-22) A. Trotz der Verdienste Samuels fordern die Ältesten, er solle einen König an ihre Spitze stellen. (V. 5) B. Samuel stellt ihnen das harte Joch des Königtums vor Augen (V. 18) und verheißt, da sie trotzdem auf ihre Forderung beharren, auf Gottes Befehl Erfüllung derselben. 1 Samuel 1Sam 9 8 1 Factum est autem cum senuisset Samuel, posuit filios suos judices Israel. Es geschah aber, als Samuel alt geworden war, setzte er seine Söhne zu Richtern über Israel ein. 1 Samuel 1Sam 9 8 2 Fuitque nomen filii ejus primogeniti Joel: et nomen secundi Abia, judicum in Bersabee. Der Name seines erstgebornen Sohnes war Joel,¹ und der Name des zweiten Abia; beide waren Richter in Bersabee.² 1 Samuel 1Sam 9 8 2 1 Auch Basseni genannt. [1Chr 6,28] @@ -13255,7 +13256,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 8 21 Et audivit Samuel omnia verba populi, et locutus est ea in auribus Domini. Und Samuel hörte alle Worte des Volkes und redete sie vor den Ohren des Herrn. 1 Samuel 1Sam 9 8 22 Dixit autem Dominus ad Samuelem: Audi vocem eorum, et constitue super eos regem. Et ait Samuel ad viros Israel: Vadat unusquisque in civitatem suam. Der Herr aber sprach zu Samuel: Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie ein! Da sprach Samuel zu den Männern von Israel: Ein jeder gehe in seine Stadt!¹⁶ 1 Samuel 1Sam 9 8 22 16 Ich werde euch rufen, sobald ich weiß, wen Gott zum König bestimmt hat. Gott hatte einen König zugestanden und wollte dessen Wahl nun selbst lenken, damit seine Geschichte ein Beweis werde, dass kein menschliches Königtum Gottes Schutz entbehrlich macht. -1 Samuel 1Sam 9 9 0 2. Saul wird zuerst ohne Zeugen, als dann öffentlich und feierlich zur Königswürde erhoben. Samuel legt sein Amt als Richter nieder. (9,1 12,25) A. Sauls Salbung ohne Zeugen. (9,1 10,16) a. Saul, ein Sohn des Kis, ein Benjamit, sucht die Eselinnen seines Vaters. Samuel erhält von Gott den Befehl, ihn zum König zu salben. (V. 1-24) b. Saul wird ohne Zeugen von dem Propheten gesalbt. (9,25 10,1) +1 Samuel 1Sam 9 9 0 2. Saul wird zuerst ohne Zeugen, als dann öffentlich und feierlich zur Königswürde erhoben. Samuel legt sein Amt als Richter nieder. (9,1 12,25) A. Sauls Salbung ohne Zeugen. (9,1 10,16) a. Saul, ein Sohn des Kis, ein Benjamit, sucht die Eselinnen seines Vaters. Samuel erhält von Gott den Befehl, ihn zum König zu salben. (V. 1-24) b. Saul wird ohne Zeugen von dem Propheten gesalbt. (9,25 10,1) 1 Samuel 1Sam 9 9 1 Et erat vir de Benjamin nomine Cis, filius Abiel, filii Seror, filii Bechorath, filii Aphia, filii viri Jemini, fortis robore. Es war ein Mann von Benjamin, namens Kis,¹ ein Sohn Abiels, des Sohnes Serors, des Sohnes Bechoraths, des Sohnes Aphias, des Sohnes eines Benjamiten, stark an Kraft. 1 Samuel 1Sam 9 9 1 1 Siehe [1Chr 9,35]. 1 Samuel 1Sam 9 9 2 Et erat ei filius vocabulo Saul, electus et bonus: et non erat vir de filiis Israel melior illo: ab humero et sursum eminebat super omnem populum. Dieser hatte einen Sohn, Namens Saul,² auserlesen und tüchtig; und es war kein tüchtigerer unter den Söhnen Israels als er. Von der Schulter an aufwärts überragte er alles Volk. @@ -13308,7 +13309,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 9 25 25 Zusatz der Sept., der aus der Itala in die Vulgata eingedrungen ist. 1 Samuel 1Sam 9 9 26 Cumque mane surrexissent, et jam elucesceret, vocavit Samuel Saulem in solario, dicens: Surge, et dimittam te. Et surrexit Saul: egressique sunt ambo, ipse videlicet, et Samuel. Als sie nun am Morgen aufgestanden waren und der Tag schon anbrach, rief Samuel dem Saul auf dem Dache zu und sprach: Stehe auf, dass ich dich entlasse. Da stand Saul auf, und beide gingen hinaus, er nämlich und Samuel. 1 Samuel 1Sam 9 9 27 Cumque descenderent in extrema parte civitatis, Samuel dixit ad Saul: Dic puero ut antecedat nos, et transeat: tu autem subsiste paulisper, ut indicem tibi verbum Domini. Während sie nun am Ende der Stadt herabgingen, sprach Samuel zu Saul: Sage dem Knecht, dass er uns vorausgehe und weiterschreite; du aber bleibe ein wenig stehen, dass ich dir das Wort des Herrn kundtue. -1 Samuel 1Sam 9 10 0 c. Saul wird durch das Eintreffen dreier Zeichen, welche ihm Samuel voraussagt (V. 7), versichert, dass er von Gott erwählt ist und den Auftrag des Propheten (V. 8) erfüllen muss. (V. 16) B. Sauls öffentliche Einsetzung zum Könige und Bestätigung. (10,17 11,15) a. Samuel beruft das Volk nach Maspha und verkündigt ihm, dass der Herr ihm einen König geben werde. (V. 19) Das Los trifft Saul als König, der als solcher von dem Volke begrüßt wird. B. Samuel schreibt das Recht des Königs nieder (V. 25), ein Teil der Israeliten verschmäht Saul als König. +1 Samuel 1Sam 9 10 0 c. Saul wird durch das Eintreffen dreier Zeichen, welche ihm Samuel voraussagt (V. 7), versichert, dass er von Gott erwählt ist und den Auftrag des Propheten (V. 8) erfüllen muss. (V. 16) B. Sauls öffentliche Einsetzung zum Könige und Bestätigung. (10,17 11,15) a. Samuel beruft das Volk nach Maspha und verkündigt ihm, dass der Herr ihm einen König geben werde. (V. 19) Das Los trifft Saul als König, der als solcher von dem Volke begrüßt wird. B. Samuel schreibt das Recht des Königs nieder (V. 25), ein Teil der Israeliten verschmäht Saul als König. 1 Samuel 1Sam 9 10 1 Tulit autem Samuel lenticulam olei, et effudit super caput ejus, et deosculatus est eum, et ait: Ecce, unxit te Dominus super hereditatem suam in principem, et liberabis populum suum de manibus inimicorum ejus, qui in circuitu ejus sunt. Et hoc tibi signum, quia unxit te Deus in principem. Da nahm Samuel ein Gefäß mit Öl, goss es über sein Haupt¹ aus, küsste ihn und sprach: Siehe, der Herr hat dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt, und du sollst sein Volk aus der Hand seiner Feinde, die es ringsum umgeben, befreien. Und dies² soll dir ein Zeichen sein, dass der Herr dich zum Fürsten gesalbt hat:³ [Apg 13,21] 1 Samuel 1Sam 9 10 1 1 Die Salbung mit Öl versinnbildlicht die Begabung mit dem Geiste Gottes [Lev 8,12]. Bis dahin war im Volke Gottes keine andere Salbung als die der Priester und des Heiligtums vorgekommen. [Ex 30,23ff, Lev 8,10ff] Wenn also Saul durch Salbung zum Könige geweiht wird, so wird dadurch das Königtum neben dem Priestertum als göttliche Ordnung eingesetzt, durch welche der Herr seinem Volke gleichfalls Gaben seines Geistes zufließen lassen will zum Ausbau seines Reiches. Auch bei den benachbarten Völkern war es wohl Sitte, die Könige zu salben. [Ri 9,8] Die Könige von Juda wurden gesalbt [2Kön 11,12, 2Kön 23,30], auch Absalon [2Sam 19,10]. Von den Königen in Israel wird einzig Jehu als von einem Propheten gesalbt erwähnt. [1Kön 19,16] Das Öl wurde der Stiftshütte entnommen. [1Kön 1,39] 1 Samuel 1Sam 9 10 1 2 Der Satz: Und du sollst usw. ist so aus der Itala übernommen. Damit Saul wusste, dass seine Salbung nicht einen Menschen, sondern Gott zum Urheber hatte, fügte der Prophet Zeichen bei: das Begegnen mit zwei Männern zur Mittagszeit, das Zusammentreffen mit den drei Männern mit Opfergaben, das Entgegenkommen der Propheten. @@ -13363,7 +13364,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 10 26 Sed et Saul abiit in domum suam in Gabaa: et abiit cum eo pars exercitus, quorum tetigerat Deus corda. Auch Saul ging in sein Haus nach Gabaa; und ein Teil des Heeres zog mit ihm, deren Herzen Gott gerührt hatte. 1 Samuel 1Sam 9 10 27 Filii vero Belial dixerunt: Num salvare nos poterit iste? Et despexerunt eum, et non attulerunt ei munera: ille vero dissimulabat se audire. Die Belialssöhne aber sprachen: Soll dieser uns etwa Heil bringen können? Und sie verachteten ihn und brachten ihm keine Geschenke;²⁷ er aber tat, als hörte er es nicht. 1 Samuel 1Sam 9 10 27 27 So brachten die Moabiter dem Eglon [Ri 3,15], David dem Saul Geschenke dar. [1Sam 16,20] Wer solche verweigerte, verriet feindselige Gesinnung gegen den König. Saul bewährte hier große Selbstbeherrschung, wie er V. 16 und 22 Demut gezeigt, indem er sich suchen ließ. -1 Samuel 1Sam 9 11 0 c. Als darauf der neue König die in das Land einfallenden Ammoniter zurückgeschlagen (V. 11), wird Saul von dem gesamten Volke als König anerkannt und bestätigt. +1 Samuel 1Sam 9 11 0 c. Als darauf der neue König die in das Land einfallenden Ammoniter zurückgeschlagen (V. 11), wird Saul von dem gesamten Volke als König anerkannt und bestätigt. 1 Samuel 1Sam 9 11 1 Et factum est quasi post mensem, ascendit Naas Ammonites, et pugnare cpit adversum Jabes Galaad. Dixeruntque omnes viri Jabes ad Naas: Habeto nos fderatos, et serviemus tibi. Und es begab sich,¹ etwa einen Monat darauf, dass Naas, der Ammoniter, heraufzog und gegen Jabes² in Galaad zu kämpfen begann. Da sprachen alle Männer von Jabes zu Naas: Nimm uns zu deinen Bundesgenossen an, so wollen wir dir dienstbar sein. 1 Samuel 1Sam 9 11 1 1 Aus der Itala in die Vulgata gekommen. Das Königtum war in Israel noch etwas so Neues, dass der König, zumal nach dem [1Sam 10,27] erwähnten Verhalten böswilliger Menschen nicht eher auf willige und allgemeine Anerkennung seiner Königswürde von seitens des Volkes rechnen kann, als bis er den Erwartungen an einem Könige entsprochen, sich durch einen siegreichen Feldzug als Retter Israels gezeigt hat. 1 Samuel 1Sam 9 11 1 2 Die Hauptstadt des Bezirkes Galaad. Dies war die Stätte des ersten Sieges Sauls, hierher ward auch seine Leiche gebracht. Derselbe Kleinmut, der das ganze Volk dazu geführt zu meinen, sie könnten nur unter Führung eines Königs dem Naas widerstehen, bewegt auch die Männer von Jabes, dass sie, ohne Gott oder Samuel um Hilfe zu bitten, sofort an Übergabe denken. @@ -13396,7 +13397,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 11 15 Et perrexit omnis populus in Galgala, et fecerunt ibi regem Saul coram Domino in Galgala, et immolaverunt ibi victimas pacificas coram Domino. Et lætatus est ibi Saul, et cuncti viri Israel nimis. Da zog das ganze Volk nach Galgala, und sie machten daselbst Saul vor dem Herrn in Galgala¹⁶ zum Könige und brachten ebenda vor dem Herrn Friedopfer dar. Und Saul und alle Männer Israels waren dort überaus fröhlich.¹⁷ 1 Samuel 1Sam 9 11 15 16 Von den [1Sam 7,16] genannten heiligen Orten lag Galgala zunächst von Jabes aus. 1 Samuel 1Sam 9 11 15 17 Die Einsetzung des Königtums ward feierlich begangen. -1 Samuel 1Sam 9 12 0 C. Samuel legt sein Amt als Richter nieder. (V. 1-25) a. Nachdem der neue König von dem ganzen Volke anerkannt ist, legt Samuel vor dem Volke Rechenschaft über seine Amtsführung ab. (V. 5) b. Er ermahnt alle inständigst, Gott anzuhängen (V. 17), verspricht, sich auch in Zukunft ihrer anzunehmen, und sagt dem Könige und dem Volke den Untergang voraus, wenn sie sich versündigen würden. +1 Samuel 1Sam 9 12 0 C. Samuel legt sein Amt als Richter nieder. (V. 1-25) a. Nachdem der neue König von dem ganzen Volke anerkannt ist, legt Samuel vor dem Volke Rechenschaft über seine Amtsführung ab. (V. 5) b. Er ermahnt alle inständigst, Gott anzuhängen (V. 17), verspricht, sich auch in Zukunft ihrer anzunehmen, und sagt dem Könige und dem Volke den Untergang voraus, wenn sie sich versündigen würden. 1 Samuel 1Sam 9 12 1 Dixit autem Samuel ad universum Israel: Ecce audivi vocem vestram juxta omnia quæ locuti estis ad me, et constitui super vos regem. Samuel aber sprach zu ganz Israel: Sehet, ich habe in allem, was ihr zu mir gesprochen, eurer Stimme gehorcht und habe einen König über euch gesetzt. 1 Samuel 1Sam 9 12 2 Et nunc rex graditur ante vos: ego autem senui, et incanui: porro filii mei vobiscum sunt: itaque conversatus coram vobis ab adolescentia mea usque ad hanc diem, ecce præsto sum. So geht nun der König vor euch her;¹ ich aber bin alt und grau geworden und meine Söhne sind unter euch.² So habe ich nun vor euch gewandelt von meiner Jugend an bis auf diesen Tag, sehet, hier bin ich! 1 Samuel 1Sam 9 12 2 1 Er hat eure Leitung, besonders im Kriege. @@ -13445,7 +13446,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 12 24 Igitur timete Dominum, et servite ei in veritate, et ex toto corde vestro: vidistis enim magnifica quæ in vobis gesserit. Fürchtet also den Herrn und dienet ihm in Wahrheit und von ganzem Herzen; denn ihr habt die großen Taten gesehen, die er an euch vollbracht hat. 1 Samuel 1Sam 9 12 25 Quod si perseveraveritis in malitia: et vos et rex vester pariter peribitis. Wenn ihr aber in der Bosheit beharrt, so werdet ihr und euer König allzumal umkommen.²³ 1 Samuel 1Sam 9 12 25 23 Als ob Samuel dies voraussieht, dass seine Mahnungen vernachlässigt werden, schließt er mit dieser Drohung. So legte Samuel sein Richteramt nieder. -1 Samuel 1Sam 9 13 0 3. Zweifache Verwerfung Sauls und seines Hauses wegen zweifachen Ungehorsams. (13,1 15,35) A. Erster Ungehorsam Sauls und Verwerfung seines Hauses. (V. 1 14) a. Die Philister brechen nach einer Schlappe, die Jonathan ihnen beigebracht (V. 4), mit einem großen Heere in das Gebiet Israels ein. Saul beruft Israel nach Galgala. (V. 7) b. Da die Zusammengekommenen sich aus Furcht vor dem Feinde wieder zerstreuen, bringt Saul gegen den Befehl Gottes, ohne auf die Ankunft des Propheten zu warten, ein Brandopfer dar. Der Prophet verkündet ihm die Verwerfung seines Hauses zur Strafe. (V. 14) B. Saul wird durch die Wohltaten Gottes nicht bewegt, Buße zu tun. (13,15 14,52) a. Wenngleich es den Israeliten an Waffen fehlt, besiegen sie die Philister durch Gottes Eingreifen. +1 Samuel 1Sam 9 13 0 3. Zweifache Verwerfung Sauls und seines Hauses wegen zweifachen Ungehorsams. (13,1 15,35) A. Erster Ungehorsam Sauls und Verwerfung seines Hauses. (V. 1 14) a. Die Philister brechen nach einer Schlappe, die Jonathan ihnen beigebracht (V. 4), mit einem großen Heere in das Gebiet Israels ein. Saul beruft Israel nach Galgala. (V. 7) b. Da die Zusammengekommenen sich aus Furcht vor dem Feinde wieder zerstreuen, bringt Saul gegen den Befehl Gottes, ohne auf die Ankunft des Propheten zu warten, ein Brandopfer dar. Der Prophet verkündet ihm die Verwerfung seines Hauses zur Strafe. (V. 14) B. Saul wird durch die Wohltaten Gottes nicht bewegt, Buße zu tun. (13,15 14,52) a. Wenngleich es den Israeliten an Waffen fehlt, besiegen sie die Philister durch Gottes Eingreifen. 1 Samuel 1Sam 9 13 1 Filius unius anni erat Saul cum regnare cpisset, duobus autem annis regnavit super Israel. Ein Jahr war es, seitdem Saul König geworden,¹ und er herrschte das zweite Jahr über Israel, 1 Samuel 1Sam 9 13 1 1 Vergl. [1Sam 10,8]. Saul sündigte durch Mangel an kindlichem Vertrauen, die Gott ihm [1Sam 12,24] so sehr an's Herz gelegt. Zur Strafe werden seine Nachkommen von dem Throne ausgeschlossen. Die Zahlen stehen in der jetzigen Gestalt des Textes nicht richtig. Vielleicht ist die Zahl 30 von hier nach V. 5 geraten: Dreißig Jahre war Saul, als er König ward, (Orig.) oder sie ist aus einer Randbemerkung (Erstes Jahr Sauls) in den Text gekommen. In der Sept. fehlt dieser Vers gänzlich. [Apg 13,21] werden ihm 40 Jahre Regierung gegeben, womit Josephus und Augustinus übereinstimmen, indes ist alsdann wohl zum wenigsten die Zeit der Herrschaft Isboseths (8 Jahre) eingerechnet oder es ist die Richterzeit Samuels und Sauls Herrschaft vereinigt. Nach Fl. Jos. lebte Samuel noch 18 Jahre gleichzeitig mit Saul. Vergleiche hiermit [2Sam 2,10] wo Isboseth als 40 Jahre alt bezeichnet wird, der doch [1Sam 14,49] noch nicht unter Sauls Söhnen aufgezählt wird. 1 Samuel 1Sam 9 13 2 Et elegit sibi Saul tria millia de Israel: et erant cum Saul duo millia in Machmas, et in Monte Bethel: mille autem cum Jonatha in Gabaa Benjamin: porro ceterum populum remisit unumquemque in tabernacula sua. da erwählte sich Saul² dreitausend Mann aus Israel; zweitausend davon waren bei Saul in Machmas und auf dem Berge Bethel, und tausend bei Jonathas in Gabaa Benjamin; das übrige Volk aber ließ er einen jeden in seine Hütte zurückkehren. @@ -13489,7 +13490,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 13 22 19 Bei den 600. 1 Samuel 1Sam 9 13 23 Egressa est autem statio Philisthiim, ut transcenderet in Machmas. Die Besatzung der Philister aber rückte vor, um nach Machmas hinüberzuziehen.²⁰ 1 Samuel 1Sam 9 13 23 20 Ergänzung zu V. 17. Aus dem Hauptlager schoben die Philister eine Schar Krieger an den Übergangsort von Machmas vor, um von dort aus die Israeliten zu beobachten. -1 Samuel 1Sam 9 14 0 Die Feinde werden durch Jonathas Tapferkeit geschlagen. (V. 23) Jonathas, den Saul durch ein unbedachtes Gelübde großer Gefahr ausgesetzt hat, wird durch die Bitten des Volkes das Leben gerettet. (V. 46) b. Andere siegreiche Kriege Sauls gegen die Nachbarvölker. Seine zahlreiche Nachkommenschaft, die ihm gute Hoffnung gibt, das Königtum in seiner Familie forterben zu sehen. +1 Samuel 1Sam 9 14 0 Die Feinde werden durch Jonathas Tapferkeit geschlagen. (V. 23) Jonathas, den Saul durch ein unbedachtes Gelübde großer Gefahr ausgesetzt hat, wird durch die Bitten des Volkes das Leben gerettet. (V. 46) b. Andere siegreiche Kriege Sauls gegen die Nachbarvölker. Seine zahlreiche Nachkommenschaft, die ihm gute Hoffnung gibt, das Königtum in seiner Familie forterben zu sehen. 1 Samuel 1Sam 9 14 1 Et accidit quadam die ut diceret Jonathas filius Saul ad adolescentem armigerum suum: Veni, et transeamus ad stationem Philisthinorum, quæ est trans locum illum. Patri autem suo hoc ipsum non indicavit. Eines Tages nun begab es sich, dass Jonathas, der Sohn Sauls, zu dem Jünglinge, der sein Waffenträger war, sprach: Komm, lass uns hinübergehen zu dem Posten der Philister, der dort gegenüber steht. Seinem Vater aber teilte er dies nicht mit.¹ 1 Samuel 1Sam 9 14 1 1 Jonathas hatte das Vertrauen, dass Gott den Sieg nicht an die Zahl der Kämpfer knüpfen werde, und baute auf Gottes Verheißung. [Ex 26,8] So beginnt die Rettung Israels ohne Sauls Wissen, der [1Sam 13,12] glaubte, alles sei verloren, wenn er nicht ein Opfer darbringe. 1 Samuel 1Sam 9 14 2 Porro Saul morabatur in extrema parte Gabaa sub malogranato, quæ erat in Magron: et erat populus cum eo quasi sexcentorum virorum. Saul befand sich am äußersten Teile von Gabaa unter dem Granatenbaum, der in Magron stand, das Volk aber, das bei ihm war, belief sich auf etwa sechshundert Mann. @@ -13588,7 +13589,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 14 51 45 Hebr.: Und Kis, der Vater Sauls, und Ner, der Vater Abners, waren Söhne Abiels. 1 Samuel 1Sam 9 14 52 Erat autem bellum potens adversum Philisthæos omnibus diebus Saul. Nam quemcumque viderat Saul virum fortem, et aptum ad prlium, sociabat eum sibi. Der Krieg gegen die Philister aber wütete heftig alle Tage Sauls hindurch; denn⁴⁶ sah Saul einen starken kriegstüchtigen Mann, so gesellte er ihn sich zu. 1 Samuel 1Sam 9 14 52 46 Besser: deshalb. Es ist dies der Unterschied zwischen der Herrschaft Sauls und den vorhergehenden Zeiten. Die Voraussagung [1Sam 8,20] geht in Erfüllung. Saul musste immer kriegsbereit sein, weil er seine rastlosen und unversöhnlichen Feinde mit aller Kraft niederhalten musste. Damit war der Anfang zu einem stehenden Heere gemacht. (Vergl. [1Sam 10,26].) -1 Samuel 1Sam 9 15 0 C. Zweiter Ungehorsam und zweite Verwerfung Sauls. (V. 1 35) a. Gott befiehlt Saul durch Samuel, die Amalekiter gänzlich zu vernichten. (V. 3) b. Saul besiegt die Feinde, behält sich aber das Beste der Beute zurück. (V. 9) c. Deshalb zum zweiten Male verworfen wird er selbst (wie sein Haus) des Königtums verlustig erklärt (V. 23) und von Gott nicht zu Gnaden angenommen, als er erklärt, nach Tötung des Königs von Amalek Gottes Vorschrift befolgen zu wollen. +1 Samuel 1Sam 9 15 0 C. Zweiter Ungehorsam und zweite Verwerfung Sauls. (V. 1 35) a. Gott befiehlt Saul durch Samuel, die Amalekiter gänzlich zu vernichten. (V. 3) b. Saul besiegt die Feinde, behält sich aber das Beste der Beute zurück. (V. 9) c. Deshalb zum zweiten Male verworfen wird er selbst (wie sein Haus) des Königtums verlustig erklärt (V. 23) und von Gott nicht zu Gnaden angenommen, als er erklärt, nach Tötung des Königs von Amalek Gottes Vorschrift befolgen zu wollen. 1 Samuel 1Sam 9 15 1 Et dixit Samuel ad Saul: Me misit Dominus, ut ungerem te in regem super populum ejus Israel: nunc ergo audi vocem Domini: Einst sprach Samuel zu Saul: Mich hat der Herr gesandt, um dich zum Könige über sein Volk Israel zu salben;¹ so höre nun auf die Stimme des Herrn! 1 Samuel 1Sam 9 15 1 1 Um sich mehr Ansehen zu sichern, beruft er sich auf ein Ereignis, welches dasselbe am besten beweist. [1Sam 10,1] 1 Samuel 1Sam 9 15 2 Hæc dicit Dominus exercituum: Recensui quæcumque fecit Amalec Israeli, quomodo restitit ei in via cum ascenderet de gypto. So spricht der Herr der Heerscharen: Ich habe alles erwogen,² was Amalek an Israel getan hat, wie er sich ihm in den Weg stellte, als Israel aus Ägypten heraufzog. [Ex 17, Ex 18] @@ -13662,7 +13663,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 15 34 Abiit autem Samuel in Ramatha: Saul vero ascendit in domum suam in Gabaa. Darnach ging Samuel nach Ramatha, Saul aber zog in sein Haus nach Gabaa hinauf. 1 Samuel 1Sam 9 15 35 Et non vidit Samuel ultra Saul usque ad diem mortis suæ: verumtamen lugebat Samuel Saulem, quoniam Dominum pnitebat quod constituisset eum regem super Israel. Und Samuel sah den Saul nicht mehr bis zum Tage seines Todes,³⁸ aber dennoch trauerte Samuel um Saul, weil es den Herrn reute, dass er ihn zum Könige über Israel gesetzt hatte. 1 Samuel 1Sam 9 15 35 38 Samuel aber besuchte (so kann das Hebr. übersetzt werden) Saul nicht wieder. Er sah ihn noch einmal [1Sam 19,24], aber nicht um ihn zu ehren, nicht von Gott gesendet, nicht vom Könige berufen, nicht aus eigenem Antriebe. Ein wie ganz anderer Saul stellt sich hier dar als [1Sam 13]! -1 Samuel 1Sam 9 16 0 2. David von Gott an Stelle Sauls erwählt, wird von Samuel insgeheim gesalbt, durch viele vom Herrn vereitelte Nachstellungen seines Nebenbuhlers im Vertrauen auf Gott gestärkt und zur Annahme der Herrschaft vorbereitet. (16,1 31,13) 1. Geschichte Davids bis zu seinem Aufenthalte am Hofe. (16,1 18,9) A. Nach Verwerfung Sauls salbt Samuel auf Gottes Geheiß David, den jüngsten Sohn Jesses, zum König über Israel. (V. 13) B. Bald darauf wird David zum wiederholten Male an den Hof Sauls berufen, in den nach seiner Verwerfung ein böser Geist gefahren ist, um ihm durch sein Saitenspiel Erleichterung zu schaffen. +1 Samuel 1Sam 9 16 0 2. David von Gott an Stelle Sauls erwählt, wird von Samuel insgeheim gesalbt, durch viele vom Herrn vereitelte Nachstellungen seines Nebenbuhlers im Vertrauen auf Gott gestärkt und zur Annahme der Herrschaft vorbereitet. (16,1 31,13) 1. Geschichte Davids bis zu seinem Aufenthalte am Hofe. (16,1 18,9) A. Nach Verwerfung Sauls salbt Samuel auf Gottes Geheiß David, den jüngsten Sohn Jesses, zum König über Israel. (V. 13) B. Bald darauf wird David zum wiederholten Male an den Hof Sauls berufen, in den nach seiner Verwerfung ein böser Geist gefahren ist, um ihm durch sein Saitenspiel Erleichterung zu schaffen. 1 Samuel 1Sam 9 16 1 Dixitque Dominus ad Samuelem: Usquequo tu luges Saul, cum ego projecerim eum ne regnet super Israel? imple cornu tuum oleo, et veni, ut mittam te ad Isai Bethlehemitem: providi enim in filiis ejus mihi regem. Und der Herr sprach zu Samuel: Wie lange trauerst du um Saul, da ich ihn verworfen, dass er nicht herrsche über Israel?¹ Fülle dein Horn mit Öl und komm, dass ich dich zu Isai, dem Bethlehemiter, sende; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ersehen.² 1 Samuel 1Sam 9 16 1 1 Diese Trauer entsprang aufrichtiger Zuneigung zu Saul, scheint also Gott nicht missfallen zu haben. [1Sam 15,11] 1 Samuel 1Sam 9 16 1 2 Gott offenbart den Erwählten nach und nach. Zuerst hatte er einst die Stunde kundgetan, dann Saul bezeichnet, hier nennt er zuerst die Söhne Isais, dann bezeichnet er David. @@ -13703,7 +13704,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 16 22 Misitque Saul ad Isai, dicens: Stet David in conspectu meo: invenit enim gratiam in oculis meis. Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Lass David mir zu Diensten stehen, denn er hat in meinen Augen Gnade gefunden. 1 Samuel 1Sam 9 16 23 Igitur quandocumque spiritus Domini malus arripiebat Saul, David tollebat citharam, et percutiebat manu sua, et refocillabatur Saul, et levius habebat: recedebat enim ab eo spiritus malus. So oft nun der böse Geist vom Herrn über Saul kam, nahm David die Harfe und schlug dieselbe, dann erholte sich Saul und es ward ihm leichter, denn der böse Geist ließ von ihm ab.¹⁷ 1 Samuel 1Sam 9 16 23 17 Siehe Anm. 14 damit ist freilich dann nicht leicht zu vereinigen, dass David wieder zur Herde zurückgekehrt sein sollte vor dem Kampfe mit dem Philister. -1 Samuel 1Sam 9 17 0 C. In einem neuen Kriege mit den Philistern tritt ein Riese Goliath auf, mit dem die Israeliten nicht zu kämpfen wagen. (V. 11) David kommt, seine Brüder zu besuchen, in das Lager (V. 20), hört die Herausforderung des Philisters (V. 30), bietet sich vor Saul an, mit jenem einen Zweikampf zu bestehen (V. 39), besiegt und tötet ihn. (V. 51) Die übrigen Israeliten fassen Mut und schlagen das friedliche Heer. (V. 54) D. Saul zieht des versprochenen Siegespreises halber Erkundigungen über Davids Familie ein. +1 Samuel 1Sam 9 17 0 C. In einem neuen Kriege mit den Philistern tritt ein Riese Goliath auf, mit dem die Israeliten nicht zu kämpfen wagen. (V. 11) David kommt, seine Brüder zu besuchen, in das Lager (V. 20), hört die Herausforderung des Philisters (V. 30), bietet sich vor Saul an, mit jenem einen Zweikampf zu bestehen (V. 39), besiegt und tötet ihn. (V. 51) Die übrigen Israeliten fassen Mut und schlagen das friedliche Heer. (V. 54) D. Saul zieht des versprochenen Siegespreises halber Erkundigungen über Davids Familie ein. 1 Samuel 1Sam 9 17 1 Congregantes autem Philisthiim agmina sua in prlium, convenerunt in Socho Judæ: et castrametati sunt inter Socho et Azeca in finibus Dommim. Die Philister aber sammelten ihre Heerhaufen zum Kampfe¹ und kamen in Socho im Stamme Juda zusammen und lagerten sich zwischen Socho und Azeka in dem Gebiete von Dommim.² 1 Samuel 1Sam 9 17 1 1 Richtiger: In Phasdommim. [1Chr 11,13] 1 Samuel 1Sam 9 17 1 2 Socho lag nahe der Grenze der Philister. @@ -13791,7 +13792,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 17 56 Et ait rex: Interroga tu, cujus filius sit iste puer. Und der König sprach: Frage selbst nach, wessen Sohn dieser Jüngling ist. 1 Samuel 1Sam 9 17 57 Cumque regressus esset David, percusso Philisthæo, tulit eum Abner, et introduxit coram Saule, caput Philisthæi habentem in manu. Als nun David von der Tötung des Philisters zurückkam, nahm ihn Abner und führte ihn vor Saul, David aber hielt den Kopf des Philisters in seiner Hand. 1 Samuel 1Sam 9 17 58 Et ait ad eum Saul: De qua progenie es o adolescens? Dixitque David: Filius servi tui Isai Bethlehemitæ ego sum. Und Saul sprach zu ihm: Von welchem Geschlechte bist du, Jüngling? David antwortete: Ich bin der Sohn deines Knechtes Isai, des Bethlehemiters. -1 Samuel 1Sam 9 18 0 Saul beneidet und hasst David. Jonathan schließt sich an David in Freundschaft an. (V. 9) 2. Saul verfolgt David durch vielerlei Nachstellungen. (18,10 27,12) A. Leiden Davids am Königshofe. (18,10 19,17) a. Saul versucht David, während dieser vor ihm spielt, mit der Lanze zu durchbohren (V. 12), verspricht ihm heuchlerisch die Ehe mit seiner ältesten Tochter Merob (V. 19) und setzt ihn dann durch die Verheißung der Hand seiner jüngeren Tochter Michol großen Gefahren im Kriege aus. +1 Samuel 1Sam 9 18 0 Saul beneidet und hasst David. Jonathan schließt sich an David in Freundschaft an. (V. 9) 2. Saul verfolgt David durch vielerlei Nachstellungen. (18,10 27,12) A. Leiden Davids am Königshofe. (18,10 19,17) a. Saul versucht David, während dieser vor ihm spielt, mit der Lanze zu durchbohren (V. 12), verspricht ihm heuchlerisch die Ehe mit seiner ältesten Tochter Merob (V. 19) und setzt ihn dann durch die Verheißung der Hand seiner jüngeren Tochter Michol großen Gefahren im Kriege aus. 1 Samuel 1Sam 9 18 1 Et factum est cum complesset loqui ad Saul: anima Jonathæ conglutinata est animæ David, et dilexit eum Jonathas quasi animam suam. Und es geschah, als er die Unterredung mit Saul beendet hatte, verband sich die Seele Jonathas innig mit der Seele Davids, und Jonathas gewann ihn lieb wie sein Leben.¹ 1 Samuel 1Sam 9 18 1 1 V. 1-5 hängen mit [1Sam 17,55-58] zusammen. Die innigste Zuneigung besteht zwischen David und Jonathas, wie einst zwischen Jakob und Benjamin [Gen 44,30] und Sichem und Dina. [Gen 34,3] 1 Samuel 1Sam 9 18 2 Tulitque eum Saul in die illa, et non concessit ei ut reverteretur in domum patris sui. Und Saul nahm ihn an jenem Tage² zu sich und gestattete ihm nicht mehr, in das Haus seines Vaters zurückzukehren. @@ -13842,7 +13843,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 18 28 20 Dies bestätigt den König in seinem Verdachte, dass David zu seinem Nachfolger bestimmt sei. Michol bewegt Saul, sein Wort zu halten. Gott ordnet in seiner Güte alles so, dass David unbeschadet der Ehre Sauls König zu werden vermag, Saul darf nur sein Versprechen erfüllen, das er, die Zukunft nicht vorhersehend, gegeben, dem Sieger seine Tochter zu geben. Damit ging denn der zukünftige König in die Familie Sauls über. Als Saul diesen Gnadenerweis betreffs Merob zurückwies, bot ihm Gott eine zweite Gelegenheit. 1 Samuel 1Sam 9 18 29 Et Saul magis cpit timere David: factusque est Saul inimicus David cunctis diebus. Da begann Saul, sich noch mehr vor David zu fürchten und Saul ward der Feind Davids auf immer. 1 Samuel 1Sam 9 18 30 Et egressi sunt principes Philisthinorum: a principio autem egressionis eorum, prudentius se gerebat David quam omnes servi Saul, et celebre factum est nomen ejus nimis. Da nun die Fürsten der Philister auszogen, verhielt sich David vom Anfange ihres Auszuges an klüger als alle Diener Sauls, so dass sein Name hoch gefeiert ward. -1 Samuel 1Sam 9 19 0 b. Saul versucht seinen Sohn und seine Freunde zu bewegen, David zu töten (V. 7), will David wiederum mit dem Speere durchbohren (V. 10) und zwingt ihn durch den Versuch, ihn durch seine Trabanten ermorden zu lassen, zur Flucht vom Hofe. B. Davids Mühsale und Gefahren auf der Flucht. (19,18 27,12) a. David flieht zu Samuel, wo Saul vergeblich sucht, ihn zu ergreifen. +1 Samuel 1Sam 9 19 0 b. Saul versucht seinen Sohn und seine Freunde zu bewegen, David zu töten (V. 7), will David wiederum mit dem Speere durchbohren (V. 10) und zwingt ihn durch den Versuch, ihn durch seine Trabanten ermorden zu lassen, zur Flucht vom Hofe. B. Davids Mühsale und Gefahren auf der Flucht. (19,18 27,12) a. David flieht zu Samuel, wo Saul vergeblich sucht, ihn zu ergreifen. 1 Samuel 1Sam 9 19 1 Locutus est autem Saul ad Jonathan filium suum, et ad omnes servos suos, ut occiderent David. Porro Jonathas filius Saul diligebat David valde. Und Saul redete zu seinem Sohne Jonathas und zu allen seinen Dienern, dass sie David töten sollten.¹ Da aber Jonathas, der Sohn Sauls, David sehr liebte, 1 Samuel 1Sam 9 19 1 1 Hebr.: dass David getötet werden müsse. Wurde David König, so musste dies Jonathas am härtesten treffen, urteilte Saul. 1 Samuel 1Sam 9 19 2 Et indicavit Jonathas David, dicens: Quærit Saul pater meus occidere te: quapropter observa te, quæso, mane, et manebis clam, et absconderis. teilte Jonathas es David mit und sprach: Mein Vater Saul sucht dich zu töten, darum sei morgen,² ich bitte dich, auf deiner Hut und halte dich versteckt und verbirg dich. @@ -13882,7 +13883,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 19 24 13 Das Oberkleid, welches man wie einen Mantel trug, hinderte die Gebärdensprache, welche mit dem Singen oder feierlichen Beten heiliger Lieder verbunden war. Vergl. [2Sam 6,20]. 1 Samuel 1Sam 9 19 24 14 Ohne Obergewand. 1 Samuel 1Sam 9 19 24 15 Dies Sprichwort entstand nicht erst jetzt (vergl. [1Sam 10,12]), sondern wurde in Erinnerung gebracht. Einst hatte man sich verwundert, dass ein so unbekannter Mann wie Saul unter die Propheten gekommen, hier erstaunen alle, dass er den Propheten so feindliche und bisweilen den Einflüssen des bösen Feindes unterworfene König von Gottes Hand ergriffen wird. Vom Neid war Saul zum Hasse gekommen, vom Hasse zur Gewalttat, und je mehr seine Abneigung gegen David wuchs, umso mehr nahm die Erkenntnis zu, dass Gott mit David sei und diesem den Thron bestimmte. Jetzt geht sein Grimm so weit, dass er selbst vor Samuels Antlitz und dem Asyl der Propheten keine Scheu kennt. Doch Gott zeigt durch ein Wunder, dass er mit David ist und dass Saul nichts gegen denselben vermag. Wie einst Sauls Regierungsanfang durch eine Ekstase eingeleitet war, so wird seine Verwerfung durch eine solche bestätigt. -1 Samuel 1Sam 9 20 0 Vergeblich versucht Jonathas, seinen Vater mit dem Freunde zu versöhnen. (V. 42) David flieht nach Nobe zum Hohenpriester Achimelech. (20,43 21,9) +1 Samuel 1Sam 9 20 0 Vergeblich versucht Jonathas, seinen Vater mit dem Freunde zu versöhnen. (V. 42) David flieht nach Nobe zum Hohenpriester Achimelech. (20,43 21,9) 1 Samuel 1Sam 9 20 1 Fugit autem David de Naioth, quæ est in Ramatha, veniensque locutus est coram Jonatha: Quid feci? quæ est iniquitas mea, et quod peccatum meum in patrem, tuum, quia quærit animam meam? David aber floh aus Najoth,¹ das in Ramatha ist, und kam zu Jonathas und sprach zu ihm: Was habe ich getan? Was ist mein Unrecht und was mein Vergehen wider deinen Vater, dass er mir nach dem Leben trachtet? 1 Samuel 1Sam 9 20 1 1 David floh während des ekstatischen Zustandes Sauls, um nicht auch Samuel in Gefahr zu bringen. Nach einiger Zeit kam er waffenlos zu Jonathas. [1Sam 21,8] 1 Samuel 1Sam 9 20 2 Qui dixit ei: Absit, non morieris: neque enim faciet pater meus quidquam grande vel parvum, nisi prius indicaverit mihi: hunc ergo celavit me pater meus sermonem tantummodo? nequaquam erit istud. Er sprach zu ihm: Das sei fern! Du wirst nicht sterben; denn mein Vater wird nichts Großes oder Kleines tun, ohne es mir vorher zu offenbaren; dies allein also sollte mein Vater vor mir verborgen haben?² Nein, dies kann nicht sein! @@ -13953,7 +13954,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 20 42 Dixit ergo Jonathas ad David: Vade in pace: quæcumque juravimus ambo in nomine Domini, dicentes: Dominus sit inter me et te, et inter semen meum et semen tuum usque in sempiternum. Da sprach Jonathas zu David: Gehe hin in Frieden! Was wir uns beide im Namen des Herrn geschworen haben, indem wir sprachen: Zeuge sei der Herr zwischen mir und dir und zwischen meinen Nachkommen und deinen Nachkommen in Ewigkeit.²⁷ 1 Samuel 1Sam 9 20 42 27 Ergänze: Es geschehe, es bleibe fest. 1 Samuel 1Sam 9 20 43 Et surrexit David, et abiit: sed et Jonathas ingressus est civitatem. Und David machte sich auf und ging von dannen, Jonathas aber begab sich in die Stadt. -1 Samuel 1Sam 9 21 0 David bei Achimelech in Nobe. (V. 9) Von Nobe flieht David zum Philisterkönig Achis in Geth. Dieser nimmt ihn nicht auf. +1 Samuel 1Sam 9 21 0 David bei Achimelech in Nobe. (V. 9) Von Nobe flieht David zum Philisterkönig Achis in Geth. Dieser nimmt ihn nicht auf. 1 Samuel 1Sam 9 21 1 Venit autem David in Nobe ad Achimelech sacerdotem: et obstupuit Achimelech, eo quod venisset David. Et dixit ei: Quare tu solus, et nullus est tecum? David aber kam nach Nobe¹ zu dem Priester Achimelech. Da erstaunte dieser, dass David kam, und sprach zu ihm: Warum bist du allein und ist niemand bei dir?² 1 Samuel 1Sam 9 21 1 1 Nobe liegt im Stamme Benjamin, eine Stunde nördlich von Jerusalem. Dort war das heilige Zelt und deshalb auch der Hohepriester. Es wurde von Silo aus [1Sam 14,3] zeitweilig nach Nobe gebracht und bei der Zerstörung dieser Stadt [1Sam 22,19] nach Gabaon. [1Kön 3,4] 1 Samuel 1Sam 9 21 1 2 Er war ein so großer Mann, dass er nicht ohne Gefolge zu erscheinen pflegte. Ob der Hohepriester etwa auch vermutete, dass David floh? So fürchtete er ebenso, bei dem abwesenden Könige Anstoß zu erregen wie den gegenwärtigen David zu erzürnen. @@ -13979,7 +13980,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 21 13 10 Vergl. [Ps 33] und [Ps 55]. 1 Samuel 1Sam 9 21 14 Et ait Achis ad servos suos: Vidistis hominem insanum: quare adduxistis eum ad me? Da sprach Achis zu seinen Dienern: Ihr habt gesehen, dass der Mann wahnsinnig ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht? 1 Samuel 1Sam 9 21 15 An desunt nobis furiosi, quod introduxistis istum, ut fureret me præsente? hiccine ingredietur domum meam? Fehlt es uns an Tobsüchtigen, dass ihr diesen herbeigeführt habt, damit er vor mir tobe? Soll dieser in mein Haus kommen? -1 Samuel 1Sam 9 22 0 David kehrt in das Land Juda zurück, um seine Eltern dem Könige von Moab zu empfehlen. (V. 5) Inzwischen lässt Saul die Priester von Nobe töten, weil Achimelech David aufgenommen. +1 Samuel 1Sam 9 22 0 David kehrt in das Land Juda zurück, um seine Eltern dem Könige von Moab zu empfehlen. (V. 5) Inzwischen lässt Saul die Priester von Nobe töten, weil Achimelech David aufgenommen. 1 Samuel 1Sam 9 22 1 Abiit ergo David inde, et fugit in speluncam Odollam. Quod cum audissent fratres ejus, et omnis domus patris ejus, descenderunt ad eum illuc. David zog nun von da hinweg und floh in die Höhle Odollam.¹ Als dies seine Brüder und die ganze Verwandtschaft seines Vaters hörten, kamen sie zu ihm dorthin hinab.² 1 Samuel 1Sam 9 22 1 1 Die Höhle liegt nicht weit von Bethlehem (V. 3), von dort konnte man leicht in das Land der Moabiter gelangen. V. 4 heißt sie fester Platz. Beide Namen [2Sam 23,13; 1Chr 11,15] 1 Samuel 1Sam 9 22 1 2 Die Verwandten kannten seine Salbung und kommen aus Furcht, Saul möchte, da er David nicht erreichen kann, sich an ihnen rächen. @@ -14020,7 +14021,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 22 22 16 Wie Saul stets geneigt ist, anders anzuklagen, so David, sich selbst Schuld zu geben. 1 Samuel 1Sam 9 22 23 Mane mecum, ne timeas: si quis quæsierit animam meam, quæret et animam tuam, mecumque servaberis. Bleibe bei mir, fürchte dich nicht;¹⁷ wenn jemand mir nach dem Leben trachtet, der wird auch dir nach dem Leben trachten und du wirst mit mir gerettet werden. 1 Samuel 1Sam 9 22 23 17 Wir werden ebenso die Feinde wie den von Gott verheißenen besonderen Schutz gemeinsam haben. -1 Samuel 1Sam 9 23 0 b. Im Lande Juda umherschweifend, befreit David Keila und besetzt es. (V. 6) Vergeblich sucht Saul ihn in der Stadt zu fangen. (V. 13) Von größerer Gefahr noch wird David in der Wüste Ziph durch Gottes wunderbares Eingreifen befreit. +1 Samuel 1Sam 9 23 0 b. Im Lande Juda umherschweifend, befreit David Keila und besetzt es. (V. 6) Vergeblich sucht Saul ihn in der Stadt zu fangen. (V. 13) Von größerer Gefahr noch wird David in der Wüste Ziph durch Gottes wunderbares Eingreifen befreit. 1 Samuel 1Sam 9 23 1 Et annuntiaverunt David, dicentes: Ecce Philisthiim oppugnant Ceilam, et diripiunt areas. Es ward dem David verkündet und gesagt: Siehe, die Philister greifen Keila¹ an und plündern die Tennen! 1 Samuel 1Sam 9 23 1 1 Keila war nahe an der Grenze der Philister. 1 Samuel 1Sam 9 23 2 Consuluit ergo David Dominum, dicens: Num vadam, et percutiam Philisthæos istos? Et ait Dominus ad David: Vade, et percuties Philisthæos, et Ceilam salvabis. Da befragte David den Herrn² und sprach: Soll ich hinziehen und diese Philister schlagen? Der Herr sprach zu David: Ziehe hin, du wirst die Philister schlagen und Keila befreien. @@ -14066,7 +14067,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 23 27 16 In solcher Zahl, dass Saul alle seine Truppen mit sich nehmen musste. Das Eingreifen der göttlichen Vorsehung zeigt sich so sichtbar, damit David in seinem Gottvertrauen bestärkt und die Ziphäer für ihren Verrat beschämt werden. 1 Samuel 1Sam 9 23 28 Reversus est ergo Saul desistens persequi David, et perrexit in occursum Philisthinorum: propter hoc vocaverunt locum illum, Petram dividentem. Da stand Saul von der Verfolgung Davids ab und kehrte um und zog den Philistern entgegen. Darum nannten sie diesen Ort den Scheidefelsen.¹⁷ 1 Samuel 1Sam 9 23 28 17 Besser: Entkommen. -1 Samuel 1Sam 9 24 0 Saul sucht David auf jede Weise zu Tode zu bringen. David schont seines Verfolgers in der Höhle der Wüste von Engaddi, so dass Saul, von der Großmut Davids gerührt, ihn der Königswürde würdig erklärt. +1 Samuel 1Sam 9 24 0 Saul sucht David auf jede Weise zu Tode zu bringen. David schont seines Verfolgers in der Höhle der Wüste von Engaddi, so dass Saul, von der Großmut Davids gerührt, ihn der Königswürde würdig erklärt. 1 Samuel 1Sam 9 24 1 Ascendit ergo David inde: et habitavit in locis tutissimis Engaddi. Von dort zog David hinauf und weilte an den sicheren Plätzen¹ von Engaddi. 1 Samuel 1Sam 9 24 1 1 Berghöhen. 1 Samuel 1Sam 9 24 2 Cumque reversus esset Saul, postquam persecutus est Philisthæos, nuntiaverunt ei, dicentes: Ecce, David in deserto est Engaddi. Als nun Saul von der Verfolgung der Philister zurückkehrte, ward ihm gemeldet: Siehe, David ist in der Wüste von Engaddi!² @@ -14110,7 +14111,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 24 23 Et juravit David Sauli. Abiit ergo Saul in domum suam: et David, et viri ejus ascenderunt ad tutiora loca. Da schwur David dem Saul.¹⁹ Und Saul zog heim; David aber und seine Männer gingen in sicherere Orte²⁰ hinauf. 1 Samuel 1Sam 9 24 23 19 Saul sorgt für jene Nachkommen, wie Jonathas. [1Sam 20,15] Von der Verpflichtung dieses Eides ward David durch die Wiederaufnahme der Verfolgung seitens Sauls frei. [1Sam 26] Indes obwohl selbst ein göttlicher Ausspruch gegen Sauls Haus hinzukam [2Sam 21], hielt David dennoch sein Versprechen. 1 Samuel 1Sam 9 24 23 20 Syr.: Sie gingen hinauf nach Maspha zum Opfer, nämlich des Friedens und der Versöhnung, was zu [1Sam 25,1] passt. -1 Samuel 1Sam 9 25 0 c. Samuel stirbt. (V. 1) David, noch immer gezwungen, in den Wüsten umherzuirren, nimmt Abigail und Achinoam zu Frauen, nachdem Saul seine erste Gemahlin, Michol, einem andern übergeben. +1 Samuel 1Sam 9 25 0 c. Samuel stirbt. (V. 1) David, noch immer gezwungen, in den Wüsten umherzuirren, nimmt Abigail und Achinoam zu Frauen, nachdem Saul seine erste Gemahlin, Michol, einem andern übergeben. 1 Samuel 1Sam 9 25 1 Mortuus est autem Samuel, et congregatus est universus Israel, et planxerunt eum, et sepelierunt eum in domo sua in Ramatha. Consurgensque David descendit in desertum Pharan. Samuel aber starb¹ und ganz Israel versammelte sich und sie beweinten ihn und begruben ihn in seiner Wohnstätte zu Ramatha.² Und David machte sich auf und zog in die Wüste Pharan. [1Sam 28,3, Sir 46,23] 1 Samuel 1Sam 9 25 1 1 Der Tod Samuels wird zu Anfang erzählt, entweder weil er in diese Zeit fällt oder weil er Saul Gelegenheit zum Rückfalle wurde, da nun sein Fürsprecher Samuel [1Sam 15,35] nicht mehr seinen Fall aufhielt. Samuels Gebete hatten David im Lande der Hebräer festgehalten [1Sam 22,5], mit ihrem Aufhören muss David aus Judäa weichen, verlässt Gottes Erbarmung Saul. 1 Samuel 1Sam 9 25 1 2 An dem verstorbenen Propheten will Saul wieder gut machen, was er an dem lebenden gefehlt. Für Männer, die besonders geehrt werden sollten, wurden in deren Besitzungen, in Gärten und eigenen Anpflanzungen Begräbnisstätten erbaut. Vergl. [1Kön 2,34, Ijob 30,23]. Die Reliquien Samuels wurden nach dem hl. Hieronymus nach Thracien, von dort nach Nicephorus Callistus nach Konstantinopel übertragen. @@ -14185,7 +14186,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 25 43 29 Jezrahel lag im Stamme Juda [Jos 15,56], nicht weit von Maon, Karmel und Ziph. 1 Samuel 1Sam 9 25 44 Saul autem dedit Michol filiam suam uxorem David Phalti, filio Lais, qui erat de Gallim. Saul aber gab seine Tochter Michol, das Weib Davids, dem Phalti, dem Sohne von Lais, welcher aus Gallim war.³⁰ 1 Samuel 1Sam 9 25 44 30 Im Stamme Benjamin. Ob Saul seine Tochter deshalb einem andern gab, weil David die eben Genannten heimgeführt? Nach kurzer Ruhe, welche der Aussöhnung mit Saul gefolgt ist, entsteht neuer Hass und erneute Verfolgung. -1 Samuel 1Sam 9 26 0 David schont das Leben seines Nebenbuhlers, dessen Hass von neuem erwacht ist, großmütig zum zweiten Male. +1 Samuel 1Sam 9 26 0 David schont das Leben seines Nebenbuhlers, dessen Hass von neuem erwacht ist, großmütig zum zweiten Male. 1 Samuel 1Sam 9 26 1 Et venerunt Ziphæi ad Saul in Gabaa, dicentes: Ecce, David absconditus est in colle Hachila, quæ est ex adverso solitudinis. Und die Zephiter kamen zu Saul nach Gabaa und sprachen: Siehe, David hält sich auf dem Hügel Hachila verborgen, welcher der Wüste gegenüber¹ liegt. [1Sam 23, 1Sam 29] 1 Samuel 1Sam 9 26 1 1 Im Süden. [1Sam 23,19] da die Ziphiter Davids Rache fürchten, zeigen sie Saul dessen Ankunft an, als er an denselben Ort zurückkommt. 1 Samuel 1Sam 9 26 2 Et surrexit Saul, et descendit in desertum Ziph, et cum eo tria millia virorum de electis Israel, ut quæreret David in deserto Ziph. Da machte sich Saul auf und zog in die Wüste Ziph und mit ihm dreitausend Mann,² Auserlesene Israels, um auf David in der Wüste Ziph zu fahnden. @@ -14230,7 +14231,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 26 24 18 David setzt all seine Zuversicht auf Gott. 1 Samuel 1Sam 9 26 25 Ait ergo Saul ad David: Benedictus tu fili mi David: et quidem faciens facies, et potens poteris. Abiit autem David in viam suam, et Saul reversus est in locum suum. Da sprach Saul zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst es sicher ausführen und gewiss wirst du es vermögen!¹⁹ David aber ging seines Weges und Saul kehrte an seinen Ort zurück. 1 Samuel 1Sam 9 26 25 19 Hebr.: Du wirst es wie unternehmen, so auch ausführen. -1 Samuel 1Sam 9 27 0 d. Um sich Sauls Nachstellungen zu entziehen, flieht David in das Land der Philister. Er erhält von dem Könige derselben Sikeleg, von wo aus er die Amalekiter und andere alte Feinde Israels heimsucht. +1 Samuel 1Sam 9 27 0 d. Um sich Sauls Nachstellungen zu entziehen, flieht David in das Land der Philister. Er erhält von dem Könige derselben Sikeleg, von wo aus er die Amalekiter und andere alte Feinde Israels heimsucht. 1 Samuel 1Sam 9 27 1 Et ait David in corde suo: Aliquando incidam una die in manus Saul: nonne melius est ut fugiam, et salver in terra Philisthinorum, ut desperet Saul, cessetque me quærere in cunctis finibus Israel? fugiam ergo manus ejus. Und David sprach in seinem Herzen: Ich werde doch eines Tages in die Hände Sauls fallen; ist es nicht besser, dass ich fliehe und im Lande der Philister Sicherheit finde, damit Saul es aufgibt und ablässt, auf mich in dem ganzen Gebiete von Israel zu fahnden? Ich will also seiner Hand entkommen. 1 Samuel 1Sam 9 27 2 Et surrexit David, et abiit ipse et sexcenti viri cum eo, ad Achis filium Maoch regem Geth. So machte sich David denn auf und zog fort¹ und die sechshundert Mann mit ihm, zu Achis, dem Sohne Maochs, dem Könige von Geth.² 1 Samuel 1Sam 9 27 2 1 Wie David auf Anraten der Propheten nach Judäa gegangen [1Sam 22,5], so verlässt er dies Land auch gewiss auf ihren Rat. @@ -14248,7 +14249,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 27 10 5 Er überfiel nicht Jerameel oder die Keniter. Er zog nur in der Richtung gegen sie, der König glaubte, er kämpfe gegen sie, aber er führte in Wahrheit mit den südlicher gelegenen Völkern Krieg. Damit seine List nicht verraten ward, ließ er die Gefangenen töten. 1 Samuel 1Sam 9 27 11 Virum et mulierem non vivificabat David, nec adducebat in Geth, dicens: Ne forte loquantur adversum nos: Hæc fecit David: et hoc erat decretum illi omnibus diebus quibus habitavit in regione Philisthinorum. Weder Mann noch Weib ließ David am Leben und brachte niemand nach Geth, denn er sprach: Sie könnten gegen uns sagen: Dies hat David getan, und daran hielt er fest, so lange er im Lande der Philister wohnte. 1 Samuel 1Sam 9 27 12 Credidit ergo Achis David, dicens: Multa mala operatus est contra populum suum Israel: erit igitur mihi servus sempiternus. Achis also vertraute dem David, indem er sprach: Er hat seinem Volke Israel viel Böses getan, darum wird er auf immer mein Diener sein. -1 Samuel 1Sam 9 28 0 C. Sauls Tod im Kriege gegen die Philister; Davids Sieg über die Amalekiter. (28,1 31,13) a. Die Philister ziehen gegen Saul in den Krieg; David begleitet sie. (V. 3) Saul erhält von Gott keine Antwort und lässt durch eine Wahrsagerin in Endor Samuel beschwören, dessen Erscheinung ihm seinen bevorstehenden Tod und die Niederlage der Israeliten voraussagt. +1 Samuel 1Sam 9 28 0 C. Sauls Tod im Kriege gegen die Philister; Davids Sieg über die Amalekiter. (28,1 31,13) a. Die Philister ziehen gegen Saul in den Krieg; David begleitet sie. (V. 3) Saul erhält von Gott keine Antwort und lässt durch eine Wahrsagerin in Endor Samuel beschwören, dessen Erscheinung ihm seinen bevorstehenden Tod und die Niederlage der Israeliten voraussagt. 1 Samuel 1Sam 9 28 1 Factum est autem in diebus illis, congregaverunt Philisthiim agmina sua, ut præpararentur ad bellum contra Israel: dixitque Achis ad David: Sciens nunc scito, quoniam mecum egredieris in castris tu, et viri tui. Es begab sich aber in jenen Tagen, dass die Philister ihre Heerhaufen sammelten, um sich zum Kriege gegen Israel zu rüsten. Da sprach Achis zu David: Du musst nun wissen, dass du mit mir im Heerlager ausziehen musst, du und deine Leute.¹ 1 Samuel 1Sam 9 28 1 1 Damit David nicht im Philisterlande in Abwesenheit der Verteidiger desselben zurückbleibe. 1 Samuel 1Sam 9 28 2 Dixitque David ad Achis: Nunc scies quæ facturus est servus tuus. Et ait Achis ad David: Et ego custodem capitis mei ponam te cunctis diebus. David sprach zu Achis: Nun sollst du erfahren, was dein Diener tun wird. Und Achis sprach zu David: Und ich will dich zum Hüter meines Hauptes machen für alle Zeit.² @@ -14294,7 +14295,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 28 23 Qui renuit, et ait: Non comedam. Cogerunt autem eum servi sui et mulier, et tandem audita voce eorum surrexit de terra, et sedit super lectum. Er aber weigerte sich und sprach: Ich werde nichts essen. Da drangen seine Diener und das Weib in ihn und er hörte zuletzt auf ihre Stimme und stand von der Erde auf und setzte sich auf das Lager. 1 Samuel 1Sam 9 28 24 Mulier autem illa habebat vitulum pascualem in domo, et festinavit, et occidit eum: tollensque farinam, miscuit eam, et coxit azyma, Das Weib aber hatte ein Mastkalb im Hause, dies schlachtete sie eilends und nahm Mehl, knetete es und buk ungesäuertes Brot 1 Samuel 1Sam 9 28 25 Et posuit ante Saul et ante servos ejus. Qui cum comedissent, surrexerunt, et ambulaverunt per totam noctem illam. und setzte es Saul und seinen Dienern vor. Als sie nun gegessen hatten, machten sie sich auf und gingen die ganze Nacht hindurch. -1 Samuel 1Sam 9 29 0 b. David wird von den Philistern aus Furcht, er möchte sich gegen sie wenden, aus dem Heere entfernt. +1 Samuel 1Sam 9 29 0 b. David wird von den Philistern aus Furcht, er möchte sich gegen sie wenden, aus dem Heere entfernt. 1 Samuel 1Sam 9 29 1 Congregata sunt ergo Philisthiim universa agmina in Aphec: sed et Israel castrametatus est super fontem, qui erat in Jezrahel. Die Philister also hatten alle ihre Heerscharen in Aphek¹ gesammelt; Israel aber lagerte an der Quelle, die in Jezrahel war. 1 Samuel 1Sam 9 29 1 1 Nicht dasselbe wie [1Sam 4,1]. Dieses war in offener Gegend. ([1Kön 20]) Auch die übrigen Orte sind von den [1Sam 28,4] genannten verschieden. Man kann die Erzählung in das Plusquamperfekt setzen. 1 Samuel 1Sam 9 29 2 Et satrapæ quidem Philisthiim incedebant in centuriis et millibus: David autem et viri ejus erant in novissimo agmine cum Achis. Als nun die Statthalter der Philister mit ihren Hunderten und Tausenden einherzogen,² David aber mit seinen Leuten im letzten Zuge mit Achis war, @@ -14313,7 +14314,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 29 10 Igitur consurge mane tu, et servi domini tui, qui venerunt tecum: et cum de nocte surrexeritis, et cperit dilucescere, pergite. So mach dich nun in der Frühe auf, du und die Diener deines Herrn,⁷ welche mit dir gekommen sind; stehet des Nachts auf und wenn es anfängt zu tagen, so ziehet von dannen. 1 Samuel 1Sam 9 29 10 7 Wie V. 3. Für wen David kämpfen mochte, ob für Achis oder für die Israeliten, in beiden Fällen hätte er Treubruch begangen, was aber durch Gottes Vorsehung verhindert wurde. 1 Samuel 1Sam 9 29 11 Surrexit itaque de nocte David ipse et viri ejus, ut proficiscerentur mane, et reverterentur ad terram Philisthiim: Philisthiim autem ascenderunt in Jezrahel. David also stand des Nachts mit seinen Männern auf, um am Morgen abzuziehen und in das Land der Philister zurückzukehren. Die Philister aber zogen nach Jezrahel hinauf. -1 Samuel 1Sam 9 30 0 David findet seine Stadt Sikeleg von den Amalekitern geplündert (V. 5), verfolgt auf Gottes Geheiß die Feinde, schlägt sie und nimmt ihnen die Beute wieder ab (V. 20), die er unter den Seinigen verteilt und von welcher er den Ältesten von Juda Geschenke sendet. +1 Samuel 1Sam 9 30 0 David findet seine Stadt Sikeleg von den Amalekitern geplündert (V. 5), verfolgt auf Gottes Geheiß die Feinde, schlägt sie und nimmt ihnen die Beute wieder ab (V. 20), die er unter den Seinigen verteilt und von welcher er den Ältesten von Juda Geschenke sendet. 1 Samuel 1Sam 9 30 1 Cumque venissent David et viri ejus in Siceleg die tertia, Amalecitæ impetum fecerant ex parte australi in Siceleg, et percusserant Siceleg, et succenderant eam igni. Als nun David und seine Männer am dritten Tage nach Sikeleg kamen, hatten die Amalekiter von der Südseite her Sikeleg angegriffen¹ und hatten es geschlagen und in Brand gesteckt, [1Chr 12,20] 1 Samuel 1Sam 9 30 1 1 Die Amalekiter rächen ihre durch Saul ihnen beigebrachte Niederlage und die Überfälle Davids [1Sam 27,8], von denen Achis nichts wusste. David war wohl längere Zeit von Sikeleg entfernt und kehrte dorthin am dritten Tage zurück, nachdem er sich von Achis verabschiedet. 1 Samuel 1Sam 9 30 2 Et captivas duxerant mulieres ex ea, a minimo usque ad magnum: et non interfecerant quemquam, sed secum duxerant, et pergebant itinere suo. Die Frauen, die dort waren, hatten sie gefangen weggeführt, klein und groß;² niemanden aber hatten sie getötet, sondern sie hatten sie mit sich fortgeführt und waren ihres Weges gezogen. @@ -14362,7 +14363,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 30 29 Et qui in Rachal, et qui in urbibus Jerameel, et qui in urbibus Ceni, an die in Rachal, an die in den Städten der Jerameeliter, an die in den Städten der Keniter, 1 Samuel 1Sam 9 30 30 Et qui in Arama, et qui in lacu Asan, et qui in Athach, an die in Arama, an die am See Asan, an die zu Athach, 1 Samuel 1Sam 9 30 31 Et qui in Hebron, et reliquis qui erant in his locis, in quibus commoratus fuerat David ipse, et viri ejus. an die zu Hebron, und an die übrigen, welche an den Orten waren, wo David mit seinen Männern geweilt hatte. -1 Samuel 1Sam 9 31 0 c. Zu derselben Zeit schlagen die Philister das Heer Sauls in die Flucht, er selbst findet mit seinen drei ältesten Söhnen den Tod. +1 Samuel 1Sam 9 31 0 c. Zu derselben Zeit schlagen die Philister das Heer Sauls in die Flucht, er selbst findet mit seinen drei ältesten Söhnen den Tod. 1 Samuel 1Sam 9 31 1 Philisthiim autem pugnabant adversum Israel: et fugerunt viri Israel ante faciem Philisthiim, et ceciderunt interfecti in monte Gelboe. Die Philister aber kämpften mit Israel und die Männer Israels flohen vor den Philistern und fielen erschlagen auf dem Berge Gelboe.¹ 1 Samuel 1Sam 9 31 1 1 Vergl. [1Chr 10,1]. Am Tage nach jener Nacht, in der Saul bei der Wahrsagerin in Endor Rat gesucht. 1 Samuel 1Sam 9 31 2 Irrueruntque Philisthiim in Saul, et in filios ejus, et percusserunt Jonathan, et Abinadab, et Melchisua filios Saul, Und die Philister drangen auf Saul und seine Söhne ein, schlugen Jonathas, Abinadab und Melchisua, die Söhne Sauls,² [1Chr 10,2.3] @@ -14386,7 +14387,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Samuel 1Sam 9 31 12 9 Die Fäulnis war schon soweit vorgerückt, dass der Körper nicht gesalbt werden konnte. Um weitere Beschimpfung zu verhüten, ward derselbe unter dem Beistande der Saul zu dank verpflichteten Galaaditer [1Sam 11,1ff] verbrannt. Sonst war das Verbrennen nur bei den Leichen schwerer Verbrecher üblich. [Lev 20,14, Lev 21,9]. Die Gebeine Sauls und Jonathas wurden unter der Tamariske von Jabes begraben und später in das Grab des Stammvaters Kis übertragen. [2Sam 21,12] 1 Samuel 1Sam 9 31 13 Et tulerunt ossa eorum, et sepelierunt in nemore Jabes, et jejunaverunt septem diebus. Und sie nahmen ihre Gebeine und begruben sie im Haine von Jabes und fasteten sieben Tage.¹⁰ 1 Samuel 1Sam 9 31 13 10 Es galt als ein großes Unglück, wurde für einen Verstorbenen die Trauerfeier unterlassen. Die gleiche Zahl der Trauertage ward schon bei Jakob innegehalten. [Gen 50,10] -2 Samuel 2Sam 10 1 0 III. Gründung und Bestätigung des ewigen Thrones im Hause David. (Kap. 1,1 20,26) 1. David streitet, nachdem er König von Juda geworden, in langwierigem Kampfe mit dem Hause Sauls um die Herrschaft über die nördlichen Stämme. (1,1 4,12) 1. David wird in Hebron als König von Juda aufgestellt. (1,1 2,7) A. Auf die Nachricht von dem Tode Sauls und Jonathas (V. 10) befiehlt er den sich als den Mörder Sauls Bekennenden zu töten (V. 16) und beklagt den Tod Sauls und Jonathas. +2 Samuel 2Sam 10 1 0 III. Gründung und Bestätigung des ewigen Thrones im Hause David. (Kap. 1,1 20,26) 1. David streitet, nachdem er König von Juda geworden, in langwierigem Kampfe mit dem Hause Sauls um die Herrschaft über die nördlichen Stämme. (1,1 4,12) 1. David wird in Hebron als König von Juda aufgestellt. (1,1 2,7) A. Auf die Nachricht von dem Tode Sauls und Jonathas (V. 10) befiehlt er den sich als den Mörder Sauls Bekennenden zu töten (V. 16) und beklagt den Tod Sauls und Jonathas. 2 Samuel 2Sam 10 1 1 Factum est autem, postquam mortuus est Saul, ut David reverteretur a cæde Amalec, et maneret in Siceleg duos dies. Es geschah aber, nachdem Saul tot war, dass David von dem Siege über die Amalekiter zurückkam und zwei Tage in Sikeleg blieb.¹ 2 Samuel 2Sam 10 1 1 1 Der Text ist nach Sept. so zu ordnen: Es geschah nach Sauls Tode (David aber war zurückgekehrt und bereits zwei Tage in Sikeleg), da kam am dritten Tage. 2 Samuel 2Sam 10 1 2 In die autem tertia apparuit homo veniens de castris Saul veste conscissa, et pulvere conspersus caput: et ut venit ad David, cecidit super faciem suam, et adoravit. Da erschien am dritten Tage ein Mann, der vom Lager Sauls kam, mit zerrissenem Kleide und das Haupt mit Asche bestreut. Als dieser zu David kam, warf er sich ehrerbietig auf sein Angesicht nieder. @@ -14435,7 +14436,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 1 26 20 Du warst mir hold gar sehr. Höher ging mir deine Liebe als Frauenliebe. Die Gattenliebe ist in der natürlichen Ordnung eine der edelsten. Die folgenden Worte über die Mutter sind eine Glosse, welche durch die Unachtsamkeit der Abschreiber in den Text geraten ist. 2 Samuel 2Sam 10 1 27 Quo modo ceciderunt robusti, et perierunt arma bellica? Wie sind sie gefallen, die Starken, die Wehren des Krieges dahingeschwunden!²¹ 2 Samuel 2Sam 10 1 27 21 So war denn der König dahin, den Israel sich vom Herrn erzwungen. (Gabaa die Stadt des Fluches. [Ri 19]. Vergl. [1Sam 8,7.22]) Gott war gegen ihn als König streng, gegen Saul als Menschen voller Milde. [1Sam 13,13] Wohl werden Sauls Nachkommen von der Nachfolge ausgeschlossen, doch hat Gott den Nachfolger Saul gleichsam zum Schwiegersohn aufgedrängt. [1Sam 17,25, 1Sam 18,17.20] Es lag damals in Sauls Hand, sein ganzes Leben in Frieden zu verbringen und dann selbst das Reich seinem Schwiegersohn und dessen Nachkommen zu übergeben, während er seinen eigenen Kindern und Kindeskindern die höchsten Ehrenstellen an Davids Hofe vorbehielt. Dies erkannte Jonathas. [1Sam 23,17] Obgleich ferner Saul gesagt ward, dass er als König verworfen sei, herrschte er doch so lange wie David, 40 Jahre. ([Apg 13,21] Vergl. aber [Apg 13,Anm.1].) So streng Gottes Ausspruch auch war, so mild ward er doch ausgeführt. Doch Saul erkannte Gottes Langmut gegen ihn nicht und bemühte sich, David zu vernichten und seiner Familie die Königswürde zu erhalten. Obgleich er immer tiefer sank (vergl. [1Sam 16,14]), hatte er dennoch zwei Schutzwehren, den Propheten Samuel, der bei Gott für ihn bat [1Sam 15,35], und David, der äußere Feinde abhielt. Als der Prophet starb, sah Saul, dass ihm eine Grundsäule seines Thrones genommen. Deshalb seine Bemühungen, den Verstorbenen zu gewinnen, indem er Zauberer und Wahrsager verfolgte und selbst die Gabaoniten vertilgte. Da aber um diese Zeit seine Verfolgungen gegen David wieder begannen, verließ dieser das jüdische Land und wenige Monate darauf eilten die Philister herbei. Da versucht Saul Samuel durch Beschwörung zu sprechen und fällt dem Tode für dieses Verbrechen anheim. -2 Samuel 2Sam 10 2 0 B. Auf Gottes Geheiß zieht David nach Hebron, wird dort zum König von Juda gesalbt und belobt die Einwohner von Jabes Galaad, welche Saul begraben haben. (V. 7) 2. Kampf mit dem Hause Sauls um die Herrschaft über die nördlichen Stämme. (2,8 4,12) A. Abner, der Feldherr Sauls, macht Isboseth, den vierten Sohn Sauls, zum Könige über die Stämme. (V. 11) Bei dem Versuche, auch Juda zu unterwerfen, wird er von Joab besiegt, dessen Bruder Asael er auf der Flucht tötet. +2 Samuel 2Sam 10 2 0 B. Auf Gottes Geheiß zieht David nach Hebron, wird dort zum König von Juda gesalbt und belobt die Einwohner von Jabes Galaad, welche Saul begraben haben. (V. 7) 2. Kampf mit dem Hause Sauls um die Herrschaft über die nördlichen Stämme. (2,8 4,12) A. Abner, der Feldherr Sauls, macht Isboseth, den vierten Sohn Sauls, zum Könige über die Stämme. (V. 11) Bei dem Versuche, auch Juda zu unterwerfen, wird er von Joab besiegt, dessen Bruder Asael er auf der Flucht tötet. 2 Samuel 2Sam 10 2 1 Igitur post hæc consuluit David Dominum, dicens: Num ascendam in unam de civitatibus Juda? Et ait Dominus ad eum: Ascende. Dixitque David: Quo ascendam? Et respondit ei: In Hebron. Hierauf befragte David den Herrn und sprach: Soll ich in eine von den Städten Judas hinaufziehen?¹ Und der Herr sprach zu ihm: Ziehe hinauf! David sprach: Wohin soll ich ziehen? Und er antwortete ihm: Nach Hebron.² 2 Samuel 2Sam 10 2 1 1 Er fragt, ob er, ohne Verdacht bei den Philistern zu erregen oder auf alte Feindschaft bei den Israeliten zu treffen, hinaufziehen kann. Er galt als Diener des Königs Achis, der nichts vermutete [2Sam 5,17], und als Mitstreiter gegen die Hebräer. [1Sam 27,10] In des Königs Interesse also schien er zu handeln, wenn er nach Süden zog. Die frühere Salbung in Hebron war nicht verdächtig, da sie nur die Uneinigkeit unter den Israeliten zu mehren schien. Erst als alle Israeliten in Hebron erschienen und David zum König salbten, sammelten die Philister ein Heer und zogen gegen den Nachfolger Sauls. Die Blutsgemeinschaft, so viele Stammesgenossen [1Sam 22,1] und der Beistand so vieler anderer tapferer Männer [1Chr 12], seine frühere Gunst bei allen [1Sam 18,5], die das unverschuldete Unglück nicht gemindert, die gegen die Feinde geleistete Hilfe [1Sam 25,15, 1Sam 27,8], Geschenke an die Ältesten [1Sam 30,26], die Gunst des verstorbenen Samuel, die Anwesenheit des Propheten Gad und des Hohenpriesters Abiathar, seine eigene Klugheit und Tapferkeit, wie endlich die Psalmen, die bereits in aller Munde waren, empfahlen ihn. 2 Samuel 2Sam 10 2 1 2 Hebron lag von Sikeleg etwa 9 Stunden entfernt und war die nächste größere Stadt von Judäa, mitten im Stamme gelegen, doppelt heilig als Priesterstadt und als Zufluchtsstätte [Jos 20], dazu Grabstätte Abrahams, Saras, Isaaks, Jakobs und Lias. [Gen 49,29] Der noch eben Verbannte zieht in sie Stadt der Zuflucht, nimmt seinen Sitz mit den Priestern und dem Ephod in der Stadt der Priester und weiht das Juda verheißene Zepter bei dem Grabe der Patriarchen. @@ -14491,7 +14492,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 2 31 Servi autem David percusserunt de Benjamin, et de viris, qui erant cum Abner trecentos sexaginta, qui et mortui sunt, Die Leute Davids aber hatten von Benjamin und von den Männern, die bei Abner waren, dreihundert und sechzig erschlagen, die den Tod erlitten. 2 Samuel 2Sam 10 2 32 Tuleruntque Asael, et sepelierunt eum in sepulcro patris sui in Bethlehem: et ambulaverunt tota nocte Joab et viri qui erant cum eo, et in ipso crepusculo pervenerunt in Hebron. Und sie nahmen Asael und begruben ihn im Grabe seines Vaters in Bethlehem; dann gingen Joab und die Männer, die bei ihm waren, die ganze Nacht hindurch und kamen, als der Morgen anbrach, nach Hebron.²³ 2 Samuel 2Sam 10 2 32 23 Joab ward wohl von abergläubischer Furcht von dem Orte weggetrieben, an dem viele Israeliten auf so ungewöhnliche Weise (V. 16) erlagen. Auch wusste er, dass nun jede Hoffnung auf Frieden entschwunden war (vergl. [2Sam 3,1]), und wollte David benachrichtigen. -2 Samuel 2Sam 10 3 0 B. Ein langwieriger Krieg entsteht daraus, während David in Hebron wohnt und seine Familie sich mehrt. (V. 5) Abner leitet das Haus Sauls (V. 6), bis er, sich von Isboseth beleidigt glaubend, (V. 11) mit David Frieden schließt. (V. 21) Joab tötet ihn (V. 30) ohne Vorwissen Davids, der Abners Tod bitter beklagt. +2 Samuel 2Sam 10 3 0 B. Ein langwieriger Krieg entsteht daraus, während David in Hebron wohnt und seine Familie sich mehrt. (V. 5) Abner leitet das Haus Sauls (V. 6), bis er, sich von Isboseth beleidigt glaubend, (V. 11) mit David Frieden schließt. (V. 21) Joab tötet ihn (V. 30) ohne Vorwissen Davids, der Abners Tod bitter beklagt. 2 Samuel 2Sam 10 3 1 Facta est ergo longa concertatio inter domum Saul, et inter domum David: David proficiscens, et semper seipso robustior, domus autem Saul decrescens quotidie. Die Fehde also zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids wurde langwierig und David nahm zu und ward immer stärker, das Haus Sauls aber nahm täglich ab. 2 Samuel 2Sam 10 3 2 Natique sunt filii David in Hebron: fuitque primogenitus ejus Amnon de Achinoam Jezrahelitide. Und es wurden dem David in Hebron Söhne geboren; sein Erstgeborner war Amnon, von Achinoam, der Jezrahelitin; [1Chr 3,1] 2 Samuel 2Sam 10 3 3 Et post eum Cheleab de Abigail uxore Nabal Carmeli: porro tertius Absalom, filius Maacha filiæ Tholmai regis Gessur. und nach ihm kam Cheleab, von Abigail, dem Weibe Nabals von Karmel; der dritte war Absalom, der Sohn Maachas, der Tochter Tholmais, des Königs von Gessur;¹ @@ -14558,7 +14559,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 3 38 Dixit quoque rex ad servos suos: Num ignoratis quoniam princeps et maximus cecidit hodie in Israel? Auch sprach der König zu seinen Dienern: Wisset ihr nicht, dass heute ein Fürst und der größte in Israel gefallen ist? 2 Samuel 2Sam 10 3 39 Ego autem adhuc delicatus, et unctus rex: porro viri isti filii Sarviæ duri sunt mihi: retribuat Dominus facienti malum juxta malitiam suam. Ich bin aber noch ein schwacher König und erst gesalbt, und jene Männer, die Söhne Sarvias, sind mir zu stark. Möge der Herr dem, der Böses tat, nach seiner Bosheit vergelten!²⁷ 2 Samuel 2Sam 10 3 39 27 Er sei noch zu schwach als König, um die zu strafen, welche bei dem Volke mehr vermögen als er, zudem sei dann kein Feldherr mehr da, wenn Joab sterbe. Es ist dies zugleich eine Einladung an alle Stämme, sich David anzuschließen und seien Macht zu vergrößern. Der Text ist entstellt. Es soll wohl heißen: Ich bin schwach und gedrückt, mehr als es für einen König geziemend ist. Joab war hast aus Ehrgeiz, daher auch grausam und treulos gegen andere als David. Seine Treue gegen diesen bewies er besonders im Aufstande Absaloms. Sein Verhalten wird indes wenig vom Lichte des Glaubens geleitet. Zuerst will er Absalom mit dem Vater versöhnen, hält dann mit Adonias, dem nunmehr ältesten, und ist schuld, dass dieser von Salomon mit dem Tode bestraft wird. Nach der Treue gegen den König ist ihm Aussöhnung zwischen dem Könige ist ihm nichts heiliger als er sich selbst; er muss nach dem Könige der erste sein. Deshalb duldet er keine Aussöhnung zwischen dem Könige und Isboseth, tötet Abner aus Eifersucht, Amasas [2Sam 20,10] aus Ehrgeiz, Absalom, damit dieser ihm nicht feind werde. Bei der Eroberung der Burg Sion tat er sich hervor, gab freigebig Geld zur Befestigung der Stadt [1Chr 11,6.8], räumte dem Könige den Ruhm des Sieges über die Ammoniter ein. [2Sam 12,28] David kannte seine Bosheit, indes erst durch Salomon konnte er dieselbe bestrafen. [1Kön 2,5] -2 Samuel 2Sam 10 4 0 C. Bald darauf wird auch Isboseth getötet. (V. 7) David straft seine Mörder mit dem Tode. +2 Samuel 2Sam 10 4 0 C. Bald darauf wird auch Isboseth getötet. (V. 7) David straft seine Mörder mit dem Tode. 2 Samuel 2Sam 10 4 1 Audivit autem Isboseth filius Saul quod cecidisset Abner in Hebron: et dissolutæ sunt manus ejus, omnisque Israel perturbatus est. Als aber Isboseth, der Sohn Sauls, hörte, dass Abner in Hebron gefallen sei, wurden seine Hände kraftlos¹ und ganz Israel ward bestürzt. 2 Samuel 2Sam 10 4 1 1 Isboseth hatte so viel Einfluss und Ansehen, als Abner ihm verschaffte. Die Unterhandlungen mit David werden unterbrochen, weil dieser am Tode Abners Schuld schien. 2 Samuel 2Sam 10 4 2 Duo autem viri principes latronum erant filio Saul, nomen uni Baana, et nomen alteri Rechab, filii Remmon Berothitæ de filiis Benjamin: siquidem et Beroth reputata est in Benjamin. Nun hatte der Sohn Sauls zwei Männer als Anführer von Streifscharen, der Name des einen war Baana, der Name des andern Rechab, Söhne Remmons, des Berothiters, von den Söhnen Benjamins², denn auch Beroth wurde zu Benjamin gerechnet, @@ -14579,7 +14580,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 4 11 Quanto magis nunc cum homines impii interfecerunt virum innoxium in domo sua, super lectum suum, non quæram sanguinem ejus de manu vestra, et auferam vos de terra? wie viel mehr muss ich nun, da gottlose Menschen einen Unschuldigen in seinem Hause auf seinem Bette getötet haben, nicht sein Blut von eurer Hand fordern und euch von dem Erdboden vertilgen?⁸ 2 Samuel 2Sam 10 4 11 8 Erschwerende Umstände: Der niemanden etwas zuleide getan in seinem eigenen Hause, wo er am wenigsten einen Feind vermuten konnte, - im Schlafe, wo er sich nicht verteidigen konnte. Sie werden getötet und ihnen die Hände abgehauen, die jene Tat vollbracht, die Füße, die um den Lohn gelaufen. Isboseths Haupt wird in Hebron begraben, weil der Zugang nach Benjamin noch nicht frei war. 2 Samuel 2Sam 10 4 12 Præcepit itaque David pueris suis, et interfecerunt eos: præcidentesque manus et pedes eorum, suspenderunt eos super piscinam in Hebron: caput autem Isboseth tulerunt, et sepelierunt in sepulcro Abner in Hebron. Da gab David seinen Leuten Befehl und sie töteten jene, alsdann hieben sie ihnen Hände und Füße ab und hingen diese am Teiche zu Hebron auf, das Haupt Isboseths aber nahmen sie und begruben es im Grabe Abners in Hebron. [2Sam 3,32] -2 Samuel 2Sam 10 5 0 2. Davids Herrschaft in Jerusalem wird begründet und gefestigt. (5,1 20,26) 1. David und seinem Hause wird eine ewige Herrschaft verheißen. (5,1 7,29) A. Nach dem Tode Isboseths wird David von allen Stämmen gesalbt (V. 5), überträgt seine Residenz nach Jerusalem, dessen Burg er den Jebusitern entreißt, (V. 11) und erkennt, dass er zum Könige über Israel bestätigt sei. Seine Familie. (V. 16) B. Zweimal besiegt David die Philister, die beständigen Feinde Israels, und stellt das heilige Land vor ihren Einfällen sicher. +2 Samuel 2Sam 10 5 0 2. Davids Herrschaft in Jerusalem wird begründet und gefestigt. (5,1 20,26) 1. David und seinem Hause wird eine ewige Herrschaft verheißen. (5,1 7,29) A. Nach dem Tode Isboseths wird David von allen Stämmen gesalbt (V. 5), überträgt seine Residenz nach Jerusalem, dessen Burg er den Jebusitern entreißt, (V. 11) und erkennt, dass er zum Könige über Israel bestätigt sei. Seine Familie. (V. 16) B. Zweimal besiegt David die Philister, die beständigen Feinde Israels, und stellt das heilige Land vor ihren Einfällen sicher. 2 Samuel 2Sam 10 5 1 Et venerunt universæ tribus Israel ad David in Hebron, dicentes: Ecce nos, os tuum, et caro tua sumus. Darauf kamen alle Stämme Israels¹ zu David nach Hebron und sprachen: Siehe, wir sind dein Fleisch und dein Bein! [1Chr 11,1] 2 Samuel 2Sam 10 5 1 1 Besonders die Vornehmen. Die einzelnen kommen wohl nach und nach, so dass von Isboseths Tode bis zur allgemeinen Anerkennung Davids Jahre vergingen. 2 Samuel 2Sam 10 5 2 Sed et heri et nudiustertius cum esset Saul rex super nos, tu eras educens et reducens Israel: dixit autem Dominus ad te: Tu pasces populum meum Israel, et tu eris dux super Israel. Schon gestern und ehedem, als Saul noch König über uns war, warst du es, der Israel ausführte und zurückführte,² der Herr aber hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein und du sollst der Fürst sein über Israel. [1Sam 19,13.16, 1Sam 25,30] @@ -14629,7 +14630,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 5 24 Et cum audieris sonitum gradientis in cacumine pirorum, tunc inibis prlium: quia tunc egredietur Dominus ante faciem tuam, ut percutiat castra Philisthiim. Wenn du ein Rauschen hörst, wie wenn etwas über die Wipfel der Birnbäume hinführe, dann beginne den Kampf; denn alsdann wird der Herr vor dir herziehen, um das Heerlager der Philister zu schlagen. 2 Samuel 2Sam 10 5 25 Fecit itaque David sicut præceperat ei Dominus, et percussit Philisthiim de Gabaa, usque dum venias Gezer. Da tat David, wie der Herr ihm geboten hatte, und er schlug die Philister von Gabaa bis wo man nach Gezer²⁴ kommt. 2 Samuel 2Sam 10 5 25 24 Zwischen Bethhoron und dem Meere, bis zu Salomons Zeit von den Philistern behauptet. [1Chr 20,4] An dieser Stelle scheinen die neuen Grenzen angegeben zu werden, welche David den Philistern zog. -2 Samuel 2Sam 10 6 0 C. Nachdem das Reich so Ruhe erlangt, führt David die Bundeslade mit großer Feierlichkeit in die Davidsstadt über. +2 Samuel 2Sam 10 6 0 C. Nachdem das Reich so Ruhe erlangt, führt David die Bundeslade mit großer Feierlichkeit in die Davidsstadt über. 2 Samuel 2Sam 10 6 1 Congregavit autem rursum David omnes electos ex Israel triginta millia. David aber versammelte abermals alle Auserlesenen aus Israel, dreißigtausend Mann. 2 Samuel 2Sam 10 6 2 Surrexitque David, et abiit, et universus populus, qui erat cum eo de viris Juda, ut adducerent arcam Dei, super quam invocatum est nomen Domini exercituum, sedentis in cherubim super eam. Und er machte sich auf und ging hin mit allem Volke, das von den Männern Judas¹ bei ihm war, die Lade Gottes heraufzuholen,² über welcher der Name des Herrn der Heerscharen angerufen ist, der auf ihr über den Cherubim thront. [1Chr 13,6, Ps 67,1] 2 Samuel 2Sam 10 6 2 1 Hebr.: Aus Baal Juda, d.i. Kariathbaal, Kariathiarim, wo die Bundeslade sich seit fast 70 Jahren befand. [1Sam 6,21] und [1Sam 7] @@ -14672,7 +14673,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 6 23 Igitur Michol filiæ Saul non est natus filius usque in diem mortis suæ. Michol, die Tochter Sauls, gebar daher kein Kind,¹⁸ bis¹⁹ zum Tage ihres Todes. 2 Samuel 2Sam 10 6 23 18 Entweder weil Gott ihr zur Strafe Unfruchtbarkeit sandte, oder weil David sich von ihr fernhielt. Nach V. 21 wohl beides. 2 Samuel 2Sam 10 6 23 19 Vergl. [Mt 1,25]. -2 Samuel 2Sam 10 7 0 David denkt daran, Gott ein Haus zu bauen, (V. 3) doch Gott lässt ihm durch den Propheten Nathan kundtun, dass er dies nicht wolle. Zugleich verheißt er ihm, ein Haus zu bauen und seinen Thron auf ewig zu festigen. (V. 16) Diese herrliche Verheißung bewegt David zu heißem Danke in demütigem Gebete. +2 Samuel 2Sam 10 7 0 David denkt daran, Gott ein Haus zu bauen, (V. 3) doch Gott lässt ihm durch den Propheten Nathan kundtun, dass er dies nicht wolle. Zugleich verheißt er ihm, ein Haus zu bauen und seinen Thron auf ewig zu festigen. (V. 16) Diese herrliche Verheißung bewegt David zu heißem Danke in demütigem Gebete. 2 Samuel 2Sam 10 7 1 Factum est autem cum sedisset rex in domo sua, et Dominus dedisset ei requiem undique ab universis inimicis suis. Es begab sich aber, als der König in seinem Hause wohnte¹ und der Herr ihm Ruhe vor allen seinen Feinden ringsum verliehen hatte, 2 Samuel 2Sam 10 7 1 1 Seinen ständigen Sitz hatte. 2 Samuel 2Sam 10 7 2 Dixit ad Nathan prophetam: Videsne quod ego habitem in domo cedrina, et arca Dei posita sit in medio pellium? sprach er zu dem Propheten Nathan:² Du siehst, dass ich in einem Zedernhause wohne, während die Lade Gottes unter Fellen steht? [1Chr 17,1] @@ -14722,7 +14723,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 7 28 Nunc ergo Domine Deus, tu es Deus, et verba tua erunt vera: locutus es enim ad servum tuum bona hæc. Nun denn, Herr, Gott! du bist Gott und deine Worte werden Wahrheit sein, denn du hast deinem Diener diese freudenvollen Verheißungen gegeben. 2 Samuel 2Sam 10 7 29 Incipe ergo, et benedic domui servi tui, ut sit in sempiternum coram te: quia tu Domine Deus locutus es, et benedictione tua benedicetur domus servi tui in sempiternum. Darum fange an und segne das Haus deines Dieners, auf dass es ewig vor dir sei; denn du, Herr, Gott! hast gesprochen, und durch deinen Segen wird²⁰ das Haus deines Dieners auf ewig gesegnet sein. 2 Samuel 2Sam 10 7 29 20 Besser: möge: Möchte die Erfüllung bereits beginnen. David ahnt nicht, dass diese durch seine Sünde hinausgeschoben werden wird. Dass er den Sinn der Prophezeiung als messianisch erkannte, beweist [Ps 109,1. Mt 22,44]. -2 Samuel 2Sam 10 8 0 2. David herrscht ruhmvoll und glücklich in Jerusalem bis zu seinem Falle. (8,1 10,19) A. Durch glückliche Kriege erweitert David unter Gottes Beistand sein Gebiet (V. 14) und hebt die innere Lage des Reiches durch seine gute Verwaltung. +2 Samuel 2Sam 10 8 0 2. David herrscht ruhmvoll und glücklich in Jerusalem bis zu seinem Falle. (8,1 10,19) A. Durch glückliche Kriege erweitert David unter Gottes Beistand sein Gebiet (V. 14) und hebt die innere Lage des Reiches durch seine gute Verwaltung. 2 Samuel 2Sam 10 8 1 Factum est autem post hæc, percussit David Philisthiim, et humiliavit eos, et tulit David frenum tributi de manu Philisthiim. Hierauf¹ aber begab es sich, dass David die Philister schlug und sie demütigte, und er entwand den Zaum der Tributpflicht² aus der Hand der Philister. [1Chr 18,1.2] 2 Samuel 2Sam 10 8 1 1 Die folgenden drei Kapitel sind eine Ergänzung der Prophezeiung, weil erstlich das Reich den ihm zukommenden Umfang erreichen musste, dann weil es, damit der Tempel gebaut werden konnte, notwendig war, dass ein Volk tributpflichtig wurde. In [2Sam 8] werden die Kriege nur summarisch erwähnt, in [2Sam 10] der Krieg gegen die Ammoniter ausführlich geschildert. [2Sam 9] wird eingeschoben, um Miphiboseths Erwähnung zu tun. Hierauf: Außerdem, also nicht notwendig in der Folge der Ereignisse. Vergl. [2Sam 10,1], wo der bereits im [2Sam 8] erwähnte Ammoniterkrieg berichtet wird. 2 Samuel 2Sam 10 8 1 2 Vergl. [1Chr 18,1]. Geth hatte einen eigenen König. [1Kön 2,39] Hebr.: David nahm den Zaum der Mutter, d.i. die Haupt- und Mutterstadt, welche die Herrschaft ausübte. @@ -14758,7 +14759,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 8 18 Banaias autem filius Joiadæ super Cerethi et Phelethi: filii autem David sacerdotes erant. Banajas aber, der Sohn Jojadas, war über die Cerether und Phelether¹⁶ gesetzt und die Söhne Davids waren Priester.¹⁷ 2 Samuel 2Sam 10 8 18 16 Philister. Banajas: [1Kön 2,35] 2 Samuel 2Sam 10 8 18 17 Richtiger: Fürsten des Hofes, wie die Itala hat und [1Chr 18,17]. An anderen Orten, wie [2Sam 20,26, 1Kön 4,5] werden im Gegensatze zu Priestern Gottes, Priester Davids genannt, wodurch genügend gezeigt wird, dass es sich nicht um wirkliche Priester handelt. Etwa: Zeremonienmeister. -2 Samuel 2Sam 10 9 0 B. Auch im Glücke vergisst David seines einst Jonathas gegebenen Versprechens nicht, sondern zeigt seine Großherzigkeit, indem er Miphiboseth, dem Sohn Jonathas, Wohltaten erweist. +2 Samuel 2Sam 10 9 0 B. Auch im Glücke vergisst David seines einst Jonathas gegebenen Versprechens nicht, sondern zeigt seine Großherzigkeit, indem er Miphiboseth, dem Sohn Jonathas, Wohltaten erweist. 2 Samuel 2Sam 10 9 1 Et dixit David: Putasne est aliquis qui remanserit de domo Saul, ut faciam cum eo misericordiam propter Jonathan? Und David sprach:¹ Ist wohl noch jemand vom Hause Sauls übrig geblieben, dass ich an ihm Barmherzigkeit übe um Jonathas willen?² 2 Samuel 2Sam 10 9 1 1 Miphiboseth war zur Zeit von Sauls Tode fünf Jahre alt [2Sam 4,4], also zur Zeit, wo David von allen anerkannt ward [2Sam 5,5], zwölfjährig. Jetzt [2Sam 9,9] hat er bereits einen kleinen Sohn, also ist David schon einige Jahre in Jerusalem. Dieser Bericht dient zum Verständnisse von [2Sam 16,1] und [1Sam 19,24]. 2 Samuel 2Sam 10 9 1 2 Er hatte dies Versprechen [1Sam 20,14] gegeben. @@ -14780,7 +14781,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 9 11 8 V. 12, 13 enthalten eine Zusammenfassung. Ohne Stab kann er nicht gehen und hat nur einen kleinen Sohn, vermag also David nicht gefährlich zu werden. 2 Samuel 2Sam 10 9 12 Habebat autem Miphiboseth filium parvulum nomine Micha: omnis vero cognatio domus Sibæ serviebat Miphiboseth. Miphiboseth aber hatte einen kleinen Sohn namens Micha und alle Angehörigen des Hauses Siba dienten dem Miphiboseth. 2 Samuel 2Sam 10 9 13 Porro Miphiboseth habitabat in Jerusalem: quia de mensa regis jugiter vescebatur: et erat claudus utroque pede. Und Miphiboseth wohnte zu Jerusalem, denn er erhielt beständig Speise vom Tische des Königs, er war aber lahm auf beiden Füßen. -2 Samuel 2Sam 10 10 0 C. Das Reich kommt zur höchsten Blüte durch glückliche Kriege, welche David durch seinen Feldherrn Joab gegen die Ammoniter und Syrer führt. +2 Samuel 2Sam 10 10 0 C. Das Reich kommt zur höchsten Blüte durch glückliche Kriege, welche David durch seinen Feldherrn Joab gegen die Ammoniter und Syrer führt. 2 Samuel 2Sam 10 10 1 Factum est autem post hæc, ut moreretur rex filiorum Ammon, et regnavit Hanon filius ejus pro eo. Darnach¹ aber begab es sich, dass der König der Söhne Ammons starb und sein Sohn Hanon ward König an seiner Statt. 2 Samuel 2Sam 10 10 1 1 Vergl. [2Sam 8,1]. 2 Samuel 2Sam 10 10 2 Dixitque David: Faciam misericordiam cum Hanon filio Naas, sicut fecit pater ejus mecum misericordiam. Misit ergo David, consolans eum per servos suos super patris interitu. Cum autem venissent servi David in terram filiorum Ammon, Da sprach David: Ich will an Hanon, dem Sohne des Naas,² Barmherzigkeit üben, wie auch sein Vater an mir Barmherzigkeit geübt hat.³ So sandte David denn hin, um ihn durch seine Diener über seines Vaters Tod zu trösten. Als aber die Diener Davids in das Land der Söhne Ammons kamen, @@ -14815,7 +14816,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 10 18 14 Vielleicht war die ursprüngliche Zahl 700 Reiter, 1000 Wagen, 40000 Fußgänger. (Vergl. [1Chr 19,18].) 2 Samuel 2Sam 10 10 19 Videntes autem universi reges, qui erant in præsidio Adarezer, se victos esse ab Israel, expaverunt et fugerunt quinquaginta et octo millia coram Israel. Et fecerunt pacem cum Israel: et servierunt eis, timueruntque Syri auxilium præbere ultra filiis Ammon. Als nun alle Könige, welche im Hilfsheere Adarezers waren, sahen, dass sie von Israel besiegt waren, fürchteten sie sich¹⁵ und achtundfünfzigtausend Mann flohen vor Israel. Und sie machten Friede mit Israel und wurden ihnen untertan und die Syrer fürchteten sich, den Söhnen Ammons ferner Hilfe zu leisten. 2 Samuel 2Sam 10 10 19 15 Die folgende Hälfte des Satzes in der Vulg. stammt nicht vom hl. Hieronymus. -2 Samuel 2Sam 10 11 0 3. David fällt und setzt sein Haus der größten Gefahr aus. (11,1 18,33) A. David begeht schwere Sünden und tut für dieselben Buße. (11,1 12,31) a. David begeht Ehebruch mit Bethsabee (V. 5), führt den Tod ihres Mannes herbei (V. 25) und nimmt Bethsabee zur Frau. +2 Samuel 2Sam 10 11 0 3. David fällt und setzt sein Haus der größten Gefahr aus. (11,1 18,33) A. David begeht schwere Sünden und tut für dieselben Buße. (11,1 12,31) a. David begeht Ehebruch mit Bethsabee (V. 5), führt den Tod ihres Mannes herbei (V. 25) und nimmt Bethsabee zur Frau. 2 Samuel 2Sam 10 11 1 Factum est autem, vertente anno, eo tempore quo solent reges ad bella procedere, misit David Joab, et servos suos cum eo, et universum Israel, et vastaverunt filios Ammon, et obsederunt Rabba: David autem remansit in Jerusalem. Es begab sich aber, als ein Jahr verflossen war,¹ zur Zeit, da die Könige gewöhnlich in den Krieg ziehen, sandte David den Joab und seine Leute² mit ihm und ganz Israel und sie verheerten das Land der Söhne Ammons und belagerten Rabba, David aber blieb in Jerusalem. [1Chr 20,1] 2 Samuel 2Sam 10 11 1 1 Am Anfange des nächsten Jahres [1Chr 20,1], beim Beginne des zweiten Krieges gegen Ammon. 2 Samuel 2Sam 10 11 1 2 Sie heißen auch Haus des Königs [2Sam 15,14.16] und werden [2Sam 15,18] von den Cerethern, Pheletern und Gethitern unterschieden. Es scheinen Hofleute zu sein, und nach dieser Stelle eher Krieger als Ratsherren. @@ -14858,7 +14859,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 11 26 14 Jetzt war kein Gatte, keine Schande, keine Strafe zu fürchten, doch Gott? 2 Samuel 2Sam 10 11 27 Transacto autem luctu misit David, et introduxit eam in domum suam, et facta est ei uxor, peperitque ei filium: et displicuit verbum hoc, quod fecerat David, coram Domino. Nachdem aber die Trauerzeit vorüber war, sandte David hin und ließ sie in sein Haus führen und sie ward sein Weib und gebar ihm einen Sohn. Aber diese Tat, welche David begangen hatte, missfiel dem Herrn.¹⁵ 2 Samuel 2Sam 10 11 27 15 Wie im inneren Leben Davids mit dieser Sünde ein Wendepunkt eintrat, so auch in seiner Familie und seiner Regierung. Vergl. [2Sam 12,10.11]. Doch als Büßer ist David nicht weniger groß denn im Glanze seiner Herrschaft. -2 Samuel 2Sam 10 12 0 b. David wird von Gott wegen seiner Versündigungen streng zurechtgewiesen. (V. 12) Auf seine Buße hin erlangt er zwar Vergebung, indes muss der im Ehebruche gezeugte Sohn zur Strafe sterben. (V. 23) Gott schenkt ihm zum Zeichen, dass ihm seine Sünden vergeben sind, einen anderen Sohn von Bethsabee, Salomon, und verleiht ihm einen durch Joab über die Ammoniter davongetragenen Sieg. +2 Samuel 2Sam 10 12 0 b. David wird von Gott wegen seiner Versündigungen streng zurechtgewiesen. (V. 12) Auf seine Buße hin erlangt er zwar Vergebung, indes muss der im Ehebruche gezeugte Sohn zur Strafe sterben. (V. 23) Gott schenkt ihm zum Zeichen, dass ihm seine Sünden vergeben sind, einen anderen Sohn von Bethsabee, Salomon, und verleiht ihm einen durch Joab über die Ammoniter davongetragenen Sieg. 2 Samuel 2Sam 10 12 1 Misit ergo Dominus Nathan ad David: qui cum venisset ad eum, dixit ei: Duo viri erant in civitate una, unus dives, et alter pauper. Der Herr sandte daher Nathan zu David.¹ Als dieser zu ihm kam, sprach er zu ihm:² Zwei Männer waren in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. 2 Samuel 2Sam 10 12 1 1 Ein Jahr verstrich zwischen Verbrechen und Sühne. 2 Samuel 2Sam 10 12 1 2 Anders sehen wir in anderen die Sünde, anders in uns. @@ -14908,7 +14909,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 12 30 17 Etwa 136700 Mark an Wert, der durch die Edelsteine bedingt war. 2 Samuel 2Sam 10 12 31 Populum quoque ejus adducens serravit, et circumegit super eos ferrata carpenta: divisitque cultris, et traduxit in typo laterum: sic fecit universis civitatibus filiorum Ammon: et reversus est David, et omnis exercitus in Jerusalem. Die Bevölkerung derselben führte er gleichfalls herbei und ließ sie zersägen, mit Eisen beschlagene Wagen über sie herfahren, sie mit Messern zerhacken und durch Ziegelöfen ziehen.¹⁸ So tat er mit allen Städten Ammons; und David und das ganze Heer kehrten nach Jerusalem zurück. 2 Samuel 2Sam 10 12 31 18 Diesen harten Strafen werden wohl nur die Urheber des Frevels [2Sam 10,4] unterworfen und sind dieselben gewählt, weil die Ammoniter selbst sehr grausam waren [1Sam 11,2] vergl. [Ri 8,7, Am 1,3, Dan 3,21], dazu der Strafe und dem Grundsatze des A. T. entsprechend, Auge um Auge. [Lev 24,20] Auch war David damals noch nicht bekehrt. So nach der Vulg. Den hebräischen Text indes versteht man allgemein jetzt einzig von Zwangsarbeiten, zu denen die Ammoniter verurteilt wurden, nicht von einer solchen Grausamkeit, wie sie die lateinische Übersetzung andeutet. Das Hebräische lautet: Die Bevölkerung aber, die sich darin befand, führte er weg und stellte sie als Zwangsarbeiter an die Sägen, an die eisernen Picken und die eisernen Äxte und ließ sie mit Ziegelformen arbeiten. -2 Samuel 2Sam 10 13 0 B. Durch den unglücklichen Tod seiner beiden ältesten Söhne büßt David weiter die Strafe seiner Sünden. (13,1 18,33) a. Vergehen und Tod des ältesten Sohnes Davids Amnon. (13,1 14,33) Amnon schändet seine Schwester Thamar (V. 22), weshalb er von Absalom, deren leiblichem Bruder, mit List getötet wird. (V. 33) Absalom flieht vor Davids Zorn nach Gessur. +2 Samuel 2Sam 10 13 0 B. Durch den unglücklichen Tod seiner beiden ältesten Söhne büßt David weiter die Strafe seiner Sünden. (13,1 18,33) a. Vergehen und Tod des ältesten Sohnes Davids Amnon. (13,1 14,33) Amnon schändet seine Schwester Thamar (V. 22), weshalb er von Absalom, deren leiblichem Bruder, mit List getötet wird. (V. 33) Absalom flieht vor Davids Zorn nach Gessur. 2 Samuel 2Sam 10 13 1 Factum est autem post hæc, ut Absalom filii David sororem speciosissimam, vocabulo Thamar, adamaret Amnon filius David, Es begab sich aber hiernach, dass Ammon, der Sohn Davids, die Schwester Absaloms, des Sohnes Davids, Thamar geheißen, lieb gewann, die sehr schön war,¹ 2 Samuel 2Sam 10 13 1 1 Ammon war David von Achinoam, Absalom und Thamar von Maacha in Hebron geboren. [1Chr 3,1] 2 Samuel 2Sam 10 13 2 Et deperiret eam valde, ita ut propter amorem ejus ægrotaret: quia cum esset virgo, difficile ei videbatur ut quippiam inhoneste ageret cum ea. und seine Neigung zu ihr wurde so heftig, dass er vor Liebe zu ihr krank wurde; denn da sie eine Jungfrau war, schien es ihm schwer, etwas Unehrbares mit ihr zu begehen.² @@ -14970,7 +14971,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 13 38 21 Zum Vater seiner Mutter. Vergl. [2Sam 3,3, 1Chr 3,2]. 2 Samuel 2Sam 10 13 39 Cessavitque rex David persequi Absalom, eo quod consolatus esset super Amnon interitu. Und der König David hörte auf, Absalom zu verfolgen,²² denn er hatte sich über den Tod Amnons getröstet. 2 Samuel 2Sam 10 13 39 22 Zuerst versuchte er ihn in seine Gewalt zu bekommen. -2 Samuel 2Sam 10 14 0 Nach dreijähriger Verbannung erlangt Joab durch die Klugheit eines Weibes aus Thekua, dass David seinen Sohn Absalom aus Assur zurückberuft (V. 24) und ihn endlich auch wieder vor sein Angesicht treten lässt. +2 Samuel 2Sam 10 14 0 Nach dreijähriger Verbannung erlangt Joab durch die Klugheit eines Weibes aus Thekua, dass David seinen Sohn Absalom aus Assur zurückberuft (V. 24) und ihn endlich auch wieder vor sein Angesicht treten lässt. 2 Samuel 2Sam 10 14 1 Intelligens autem Joab filius Sarviæ, quod cor regis versum esset ad Absalom, Als aber Joab, der Sohn Sarvias erkannte, dass das Herz des Königs sich Absalom zugewendet hatte,¹ 2 Samuel 2Sam 10 14 1 1 Joab scheint bei dem Könige sehr dringend dafür eingetreten zu sein, dass Absalom wieder zu Gnaden angenommen ward. Er wollte sich bei dem künftigen Thronerben einschmeicheln und scheint der Gunst Davids nicht ganz sicher gewesen zu sein. Er fürchtete mit Recht (Vergl. [1Kön 2,5]), daher sein Verhalten [2Sam 12,28] und [2Sam 14,22] 2 Samuel 2Sam 10 14 2 Misit Thecuam, et tulit inde mulierem sapientem: dixitque ad eam: Lugere te simula, et induere veste lugubri, et ne ungaris oleo, ut sis quasi mulier jam plurimo tempore lugens mortuum: sandte er nach Thekua² und ließ von dort eine kluge Frau holen und sprach zu ihr: Stelle dich, als seiest du in Trauer und ziehe ein Trauerkleid an und salbe dich nicht mit Öl, damit du wie eine Frau erscheinest, die schon sehr lange Zeit einen Toten betrauert, @@ -15025,7 +15026,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 14 31 Surrexitque Joab, et venit ad Absalom in domum ejus, et dixit: Quare succenderunt servi tui segetem meam igni? Da machte sich Joab auf und kam zu Absalom in dessen Haus und sprach: Warum haben deine Diener meine Saat in Brand gesteckt? 2 Samuel 2Sam 10 14 32 Et respondit Absalom ad Joab: Misi ad te obsecrans ut venires ad me, et mitterem te ad regem, et diceres ei: Quare veni de Gessur? melius mihi erat ibi esse: obsecro ergo ut videam faciem regis: quod si memor est iniquitatis meæ, interficiat me. Absalom antwortete dem Joab: Ich habe zu dir geschickt und dich gebeten, zu mir zu kommen, damit ich dich zu dem Könige senden könnte, ihm zu sagen: Warum bin ich von Gessur gekommen? Es wäre mir besser, ich wäre dort geblieben; so mache nun, ich bitte dich, dass ich das Angesicht des Königs sehe! Gedenkt er aber meiner Freveltat noch, so möge er mich töten! 2 Samuel 2Sam 10 14 33 Ingressus itaque Joab ad regem, nuntiavit ei omnia: vocatusque est Absalom, et intravit ad regem, et adoravit super faciem terræ coram eo: osculatusque est rex Absalom. Da ging Joab zum Könige und meldete ihm alles. Und Absalom ward gerufen und kam zu dem Könige und fiel vor ihm zur Erde nieder und der König küsste Absalom. -2 Samuel 2Sam 10 15 0 b. Empörung und Tod des zweiten Sohnes Davids. (15,1 18,33) 1.) Absalom bereitet, die Güte seines Vaters missbrauchend, einen Aufstand gegen David vor und empört sich. (V. 12) David muss Jerusalem verlassen und dem Jordan zu fliehen. +2 Samuel 2Sam 10 15 0 b. Empörung und Tod des zweiten Sohnes Davids. (15,1 18,33) 1.) Absalom bereitet, die Güte seines Vaters missbrauchend, einen Aufstand gegen David vor und empört sich. (V. 12) David muss Jerusalem verlassen und dem Jordan zu fliehen. 2 Samuel 2Sam 10 15 1 Igitur post hæc fecit sibi Absalom currus, et equites, et quinquaginta viros, qui præcederent eum. Hiernach¹ schaffte sich Absalom Wagen und Reiter an, dazu fünfzig Männer, die vor ihm hergingen.² 2 Samuel 2Sam 10 15 1 1 Der König fürchtet, dass das Schwert [2Sam 2,10] noch nicht ganz von ihm gewichen. Den boshaften Absalom kränkte die halbe Verzeihung, daher entstand in seinem Herzen zuerst Abneigung gegen den Vater, dann keimte der Plan, ihn der Herrschaft zu berauben. Wie Absalom sich vordem gegen Amnon schlau verstellt, so heuchelt er jetzt gegen den König kindliche Liebe. 2 Samuel 2Sam 10 15 1 2 Wohl der Pomp, mit welchem der König sich umgab. @@ -15088,7 +15089,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 15 36 24 Ausführung [2Sam 17,15-21]. 2 Samuel 2Sam 10 15 37 Veniente ergo Chusai amico David in civitatem, Absalom quoque ingressus est Jerusalem. Als nun Chusai, der Freund Davids, in die Stadt kam, zog Absalom in Jerusalem ein.²⁵ 2 Samuel 2Sam 10 15 37 25 Wahrscheinlich an demselben Tage zog Absalom ein, so dass David gut daran getan, sich zurückzuziehen. Im Folgenden zeigt der Verfasser, wie schwach David ist, aber zugleich, wie der Fluch über Sauls Haus volle Erfüllung findet. Endlich bereitet er dadurch auf die Ereignisse des [2Sam 20] vor. Über Semei und Miphiboseth siehe [2Sam 19]. -2 Samuel 2Sam 10 16 0 Auf der Flucht wird David von den Anhängern Sauls mit Schimpf überhäuft. (V. 15) 2.) Inzwischen dringt Absalom in Jerusalem ein und fügt seinem Vater das schlimmste Unrecht zu. +2 Samuel 2Sam 10 16 0 Auf der Flucht wird David von den Anhängern Sauls mit Schimpf überhäuft. (V. 15) 2.) Inzwischen dringt Absalom in Jerusalem ein und fügt seinem Vater das schlimmste Unrecht zu. 2 Samuel 2Sam 10 16 1 Cumque David transisset paululum montis verticem, apparuit Siba puer Miphiboseth in occursum ejus, cum duobus asinis, qui onerati erant ducentis panibus, et centum alligaturis uvæ passæ, et centum massis palatharum, et utre vini. Als David ein wenig über die Höhe des Berges gekommen war, erschien Siba, der Diener Miphiboseths, und kam ihm mit zwei Eseln entgegen, welche mit zweihundert Broten, hundert Bündeln Rosinen, hundert Feigenkuchen und einem Schlauche Wein beladen waren. 2 Samuel 2Sam 10 16 2 Et dixit rex Sibæ: Quid sibi volunt hæc? Responditque Siba: Asini, domesticis regis ut sedeant: panes et palathæ ad vescendum pueris tuis: vinum autem ut bibat si quis defecerit in deserto. Da sprach der König zu Siba: Wozu ist dies bestimmt? Siba aber antwortete: Die Esel sind für die Hausgenossen des Königs,¹ damit sie sich auf dieselben setzen, die Brote und Feigen zum Essen für deine Diener und der Wein, damit die, welche etwa in der Wüste matt werden, zu trinken haben. 2 Samuel 2Sam 10 16 2 1 Auch Bethsabee und andere Frauen. Nur die Nebenfrauen blieben in Jerusalem zurück. Siba kam, als David über die Höhe des Ölberges [2Sam 15,32] hinweg war. @@ -15129,7 +15130,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 16 22 Tetenderunt ergo Absalom tabernaculum in solario, ingressusque est ad concubinas patris sui coram universo Israel. Da schlugen sie für Absalom ein Zelt auf dem Söller¹⁷ auf und er ging vor ganz Israel zu den Nebenfrauen seines Vaters ein. [2Sam 12,11] 2 Samuel 2Sam 10 16 22 17 Der [2Sam 11,2] erwähnte Söller. Damit ist die Prophezeiung [2Sam 12,11] erfüllt. 2 Samuel 2Sam 10 16 23 Consilium autem Achitophel, quod dabat in diebus illis, quasi si quis consuleret Deum: sic erat omne consilium Achitophel, et cum esset cum David, et cum esset cum Absalom. Ein Rat aber, den Achitophel gab, galt in jenen Tagen so viel als wenn jemand Gott selber befragte, so galt jeder Rat Achitophels, sowohl als er David folgte, als auch da er auf Absaloms Seite stand. -2 Samuel 2Sam 10 17 0 3.) Absalom verfolgt, durch Chusai, den Ratgeber seines Vaters, bewogen, gegen Achitophels Rat David nicht sofort. (V. 14) David wird durch von Chusai gesandte Boten über die Pläne seines Sohnes unterrichtet. Absalom überschreitet den Jordan und greift seinen Vater an. +2 Samuel 2Sam 10 17 0 3.) Absalom verfolgt, durch Chusai, den Ratgeber seines Vaters, bewogen, gegen Achitophels Rat David nicht sofort. (V. 14) David wird durch von Chusai gesandte Boten über die Pläne seines Sohnes unterrichtet. Absalom überschreitet den Jordan und greift seinen Vater an. 2 Samuel 2Sam 10 17 1 Dixit ergo Achitophel ad Absalom: Eligam mihi duodecim millia virorum, et consurgens persequar David hac nocte. Achitophel also sprach zu Absalom: Ich werde mir zwölftausend Mann auswählen und mich aufmachen und David diese Nacht nachsetzen. 2 Samuel 2Sam 10 17 2 Et irruens super eum (quippe qui lassus est, et solutis manibus) percutiam eum: cumque fugerit omnis populus, qui cum eo est, percutiam regem desolatum. So werde ich über ihn herfallen (denn er ist ermattet und kraftlos) und ihn schlagen; und wenn dann alles Volk, das bei ihm ist, flieht, so werde ich den verlassenen König erschlagen.¹ 2 Samuel 2Sam 10 17 2 1 Wurde David Zeit gelassen, Truppen zu sammeln, so kam Absaloms Sache in schwere Gefahr. @@ -15178,7 +15179,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 17 28 Obtulerunt ei stratoria, et tapetia, et vasa fictilia, frumentum, et hordeum, et farinam, et polentam, et fabam, et lentem, et frixum cicer, Betten und Decken, und irdene Gefäße, Weizen, Gerste, Mehl, Röstkorn, Bohnen, Linsen, geröstete Kichererbsen, 2 Samuel 2Sam 10 17 29 Et mel, et butyrum, oves et pingues vitulos: dederuntque David, et populo, qui cum eo erat, ad vescendum: suspicati enim sunt, populum fame, et siti fatigari in deserto. Honig, Butter, Schafe und fette Kälber; dies setzten sie David und dem Volke, welches mit ihm war, vor, denn sie vermuteten, dass das Volk durch Hunger und Durst in der Wüste ermattet war.¹⁹ 2 Samuel 2Sam 10 17 29 19 Alles dies war aus freien Stücken gebracht. Nach Besiegung Hanons hatte David dessen Bruder Sobi zum tributpflichtigen Herrscher der Ammoniter eingesetzt. Machir, früher [2Sam 9,4] Saul zugetan, bleibt David treu. -2 Samuel 2Sam 10 18 0 4.) Absalom wird von Joab besiegt und getötet (V. 15), von seinem Vater beweint. +2 Samuel 2Sam 10 18 0 4.) Absalom wird von Joab besiegt und getötet (V. 15), von seinem Vater beweint. 2 Samuel 2Sam 10 18 1 Igitur considerato David populo suo constituit super eos tribunos et centuriones, Hierauf musterte David sein Volk und setzte über sie Anführer über tausend und über hundert¹ 2 Samuel 2Sam 10 18 1 1 Die Cerether und Phelether scheinen ständige Führer gehabt zu haben, wie Ethai [2Sam 15,19] Anführer der Hethäer und David unter Saul [2Sam 15,19] dauernd Anführer über Tausend. 2 Samuel 2Sam 10 18 2 Et dedit populi tertiam partem Sub manu Joab, et tertiam partem sub manu Abisai filii Sarviæ fratris Joab, et tertiam partem sub manu Ethai, qui erat de Geth: dixitque rex ad populum: Egrediar et ego vobiscum. und stellte ein Drittel des Volkes unter den Oberbefehl Abisais, den Sohn Sarvias, des Bruders Joabs, und ein Drittel unter den Oberbefehl Ethais, der aus Geth war; dann sprach der König zu dem Volke:² Auch ich werde mit euch ausziehen! @@ -15237,7 +15238,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 18 32 24 So bereitet er den König auf die Trauernachricht vor. 2 Samuel 2Sam 10 18 33 Contristatus itaque rex, ascendit cnaculum portæ, et flevit. Et sic loquebatur, vadens: Fili mi Absalom, Absalom fili mi: quis mihi tribuat ut ego moriar pro te, Absalom fili mi, fili mi Absalom? Da ward der König traurig und ging in das Obergemach des Tores hinauf und weinte. Im Gehen aber sprach er: Mein Sohn Absalom, Absalom mein Sohn! wer gibt mir, dass ich statt deiner sterbe, Absalom, mein Sohn, mein Sohn Absalom?²⁵ [2Sam 19,5] 2 Samuel 2Sam 10 18 33 25 Vergleiche diese Trauer Davids wegen des für seine eigenen Sünden eingetretenen Todes mit der Trauer [2Sam 1,17]. -2 Samuel 2Sam 10 19 0 4. David kehrt im Triumphe nach Jerusalem zurück, erstickt einen neuen Aufstand der nördlichen Stämme und herrscht ohne Störung. (19,1 20,26) A. Joab macht David wegen der übermäßigen Trauer um seinen Sohn Vorwürfe. (V. 8) Von dem Stamme Juda aufgefordert (V. 14), kehrt David nach Jerusalem zurück und zeigt sich gegen die Parteigänger Absaloms nachsichtig (V. 30), gegen seine Freunde gütig. B. Bei der Rückkehr des Königs entsteht zwischen dem Stamme Juda und den nördlichen Stämmen neue Uneinigkeit. +2 Samuel 2Sam 10 19 0 4. David kehrt im Triumphe nach Jerusalem zurück, erstickt einen neuen Aufstand der nördlichen Stämme und herrscht ohne Störung. (19,1 20,26) A. Joab macht David wegen der übermäßigen Trauer um seinen Sohn Vorwürfe. (V. 8) Von dem Stamme Juda aufgefordert (V. 14), kehrt David nach Jerusalem zurück und zeigt sich gegen die Parteigänger Absaloms nachsichtig (V. 30), gegen seine Freunde gütig. B. Bei der Rückkehr des Königs entsteht zwischen dem Stamme Juda und den nördlichen Stämmen neue Uneinigkeit. 2 Samuel 2Sam 10 19 1 Nuntiatum est autem Joab quod rex fleret et lugeret filium suum: Es ward aber Joab kundgetan, dass der König um seinen Sohn weinte und trauerte, 2 Samuel 2Sam 10 19 2 Et versa est victoria in luctum in die illa omni populo: audivit enim populus in die illa dici: Dolet rex super filio suo. da wandelte sich die Siegesfreude an jenem Tage in Trauer für das ganze Volk; denn das Volk hörte an diesem Tage sagen: Der König trauert um seinen Sohn. 2 Samuel 2Sam 10 19 3 Et declinavit populus in die illa ingredi civitatem, quomodo declinare solet populus versus et fugiens de prlio. Da vermied es das Volk, an diesem Tage in die Stadt zu ziehen, wie ein Volk es zu vermeiden pflegt, das geschlagen ist und aus dem Kampfe flieht.¹ @@ -15305,7 +15306,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 19 42 23 Die Stämme hatten ein Recht, an der Zurückführung teil zu nehmen, und suchten vielmehr die Ehre als einen Vorteil. Die Wechselreden nehmen immer größere Schärfe an. 2 Samuel 2Sam 10 19 43 Et respondit vir Israel ad viros Juda, et ait: Decem partibus major ego sum apud regem, magisque ad me pertinet David quam ad te: cur fecisti mihi injuriam, et non mihi nuntiatum est priori, ut reducerem regem meum? Durius autem responderunt viri Juda viris Israel. Die Männer Israels antworteten den Männern von Juda und sprachen: Um zehn Teile bin ich größer bei dem Könige und David gehört mehr mir an als dir; warum hast du mir die Unbill angetan, es mir nicht zuerst anzusagen, damit ich unsern König zurückgeführt hätte?²⁴ Aber die Männer von Juda antworteten den Männern von Israel noch härter. 2 Samuel 2Sam 10 19 43 24 Israel zählt 10 Stämme und von ihm ist die erste Anregung ausgegangen. (V. 9 12) -2 Samuel 2Sam 10 20 0 Unter Seba, einem Benjamiten, bricht ein neuer Aufstand aus (V. 7), den Joab unterdrückt. Seba wird getötet. (V. 22) C. David ordnet von neuem die Verwaltung seines wiederberuhigten Reiches. +2 Samuel 2Sam 10 20 0 Unter Seba, einem Benjamiten, bricht ein neuer Aufstand aus (V. 7), den Joab unterdrückt. Seba wird getötet. (V. 22) C. David ordnet von neuem die Verwaltung seines wiederberuhigten Reiches. 2 Samuel 2Sam 10 20 1 Accidit quoque ut ibi esset vir Belial, nomine Seba, filius Bochri, vir Jemineus: et cecinit buccina, et ait: Non est nobis pars in David, neque hereditas in filio Isai: revertere in tabernacula tua Israel. Es begab sich ferner, dass daselbst ein Mann Belials war, mit Namen Seba, der Sohn Bochris, ein Mann aus dem Stamme Benjamin. Dieser stieß in die Posaune und sprach: Wir haben keinen Anteil an David und kein Erbe am Sohne Isais,¹ kehre zurück in deine Hütten, Israel! 2 Samuel 2Sam 10 20 1 1 Vergl. [2Sam 19,42]. 2 Samuel 2Sam 10 20 2 Et separatus est omnis Israel a David, secutusque est Seba filium Bochri: viri autem Juda adhæserunt regi suo a Jordane usque Jerusalem. Da trennte sich ganz Israel von David² und schloss sich Seba,³ dem Sohne Bochris, an; die Männer von Juda aber blieben ihrem Könige treu, vom Jordan bis nach Jerusalem. @@ -15354,7 +15355,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 20 25 Siva autem, scriba: Sadoc vero et Abiathar, sacerdotes: Siva war Schreiber, Sadok aber und Abiathar waren Priester. 2 Samuel 2Sam 10 20 26 Ira autem Jairitis erat sacerdos David. Ira aber, der Jairiter, war Priester Davids.²² 2 Samuel 2Sam 10 20 26 22 Der Zusatz unterscheidet ihn von den levitischen Priestern. Vergl. [2Sam 8,18]. -2 Samuel 2Sam 10 21 0 Epilog: 6 verschiedene Anhänge, durch welche die Geschichte der Grundlage eines ewigen Thrones im Hause David in helleres Licht gesetzt wird. (Kap. 21,1 Kap. 24,25) 1. Ein Vergehen Sauls wird an seinen Nachkommen hart gestraft (21,1-14) David befragt Gott um die Ursache einer dreijährigen Hungersnot. Der Herr antwortet, dass Saul das von Josue den Gabaonitern mit einem Eide gegebene Versprechen verletzt habe. (V. 3) Auf die Forderung der Gabaoniten überliefert ihnen David sieben von den Nachkommen Sauls zur Kreuzigung (V. 9), lässt indes deren Gebeine mit denen Sauls und Jonathas bestatten. (V. 14) 2. Vier Kriege mit den Philistern, durch welche David die Macht der Philister brach, zeigen deutlich Gottes hilfreiches Eingreifen. [2Sam 21,15-22] +2 Samuel 2Sam 10 21 0 Epilog: 6 verschiedene Anhänge, durch welche die Geschichte der Grundlage eines ewigen Thrones im Hause David in helleres Licht gesetzt wird. (Kap. 21,1 Kap. 24,25) 1. Ein Vergehen Sauls wird an seinen Nachkommen hart gestraft (21,1-14) David befragt Gott um die Ursache einer dreijährigen Hungersnot. Der Herr antwortet, dass Saul das von Josue den Gabaonitern mit einem Eide gegebene Versprechen verletzt habe. (V. 3) Auf die Forderung der Gabaoniten überliefert ihnen David sieben von den Nachkommen Sauls zur Kreuzigung (V. 9), lässt indes deren Gebeine mit denen Sauls und Jonathas bestatten. (V. 14) 2. Vier Kriege mit den Philistern, durch welche David die Macht der Philister brach, zeigen deutlich Gottes hilfreiches Eingreifen. [2Sam 21,15-22] 2 Samuel 2Sam 10 21 1 Facta est quoque fames in diebus David tribus annis jugiter: et consuluit David oraculum Domini. Dixitque Dominus: Propter Saul, et domum ejus sanguinum, quia occidit Gabaonitas. Auch entstand in den Tagen Davids eine Hungersnot,¹ drei Jahre nacheinander; da befragte David den Herrn um seinen Ausspruch. Und der Herr sprach: Um der Blutschuld Sauls und seines Hauses willen, weil er die Gabaoniter getötet hat. 2 Samuel 2Sam 10 21 1 1 Der Eingang zeigt, dass das Folgende nicht streng chronologisch mit dem Vorhergehenden zusammenhängt. Das Ereignis gehört an den Anfang der Regierung Davids, da die Söhne und Enkel Sauls noch ohne Nachkommen sind. Vergl. [2Sam 9,1]. Aus V. 7 scheint hervorzugehen, dass es damals geschah, als Miphiboseth, der Sohn Jonathas, an den Hof berufen ward, das ist vor dem Ammoniterkrieg. Diese Erzählung ergänzt den Bericht über den Untergang des Hauses Sauls. 2 Samuel 2Sam 10 21 2 Vocatis ergo Gabaonitis rex, dixit ad eos. (Porro Gabaonitæ non erant de filiis Israel, sed reliquiæ Amorrhæorum: filii quippe Israel juraverant eis, et voluit Saul percutere eos zelo, quasi pro filiis Israel et Juda.) Da ließ der König die Gabaoniter rufen und sprach mit ihnen. (Die Gabaoniter aber gehörten nicht zu den Söhnen Israels, sondern waren Überbleibsel der Amorrhiter,² und die Söhne Israels hatten ihnen geschworen, Saul aber wollte sie in seinem Eifer für die Kinder Israels und Judas schlagen.) [Jos 9,15] @@ -15396,7 +15397,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 21 21 Et blasphemavit Israel: percussit autem eum Jonathan filius Samaa fratris David. Dieser lästerte Israel; aber Jonathan, der Sohn Samaas, des Bruders Davids,¹⁹ erschlug ihn. 2 Samuel 2Sam 10 21 21 19 Vergl. [2Sam 13,3, 1Sam 16,9]. 2 Samuel 2Sam 10 21 22 Hi quatuor nati sunt de Arapha in Geth, et ceciderunt in manu David, et servorum ejus. Diese vier stammten von Arapha in Geth und fielen durch die Hand Davids und seiner Leute. -2 Samuel 2Sam 10 22 0 3. Felsenlied [2Sam 22,1-51] David sagt Gott Dank für alle Hilfe, welche er bei den Nachstellungen Sauls und in seinem übrigen Leben erfahren. (Vergl. [Ps 17].) +2 Samuel 2Sam 10 22 0 3. Felsenlied [2Sam 22,1-51] David sagt Gott Dank für alle Hilfe, welche er bei den Nachstellungen Sauls und in seinem übrigen Leben erfahren. (Vergl. [Ps 17].) 2 Samuel 2Sam 10 22 1 Locutus est autem David Domino verba carminis hujus, in die qua liberavit eum Dominus de manu omnium inimicorum suorum, et de manu Saul. David aber redete zu dem Herrn die Worte dieses Liedes¹ an dem Tage, da ihn der Herr aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls befreit hatte, 2 Samuel 2Sam 10 22 1 1 Das Lied ist das gleiche mit [Ps 17]. Vielleicht ist es vor Absaloms Abfall verfasst und hängt mit der Verheißung [2Sam 7] zusammen. Das Hauptsinnbild ist der Fels. 2 Samuel 2Sam 10 22 2 Et ait: Dominus petra mea, et robur meum, et salvator meus. und sprach: Der Herr ist mein Fels, meine Stärke und mein Erretter. [Ps 17,2] @@ -15449,7 +15450,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 22 49 Qui educis me ab inimicis meis, et a resistentibus mihi elevas me: a viro iniquo liberabis me: der du mich aus meinen Feinden herausführst und mich erhebst über meine Widersacher, du wirst mich befreien von dem ungerechten Manne! [Ps 17,49] 2 Samuel 2Sam 10 22 50 Propterea confitebor tibi Domine in gentibus: et nomini tuo cantabo. Darum will ich dich, Herr! preisen unter den Völkern und deinem Namen lobsingen, [Röm 15,8] 2 Samuel 2Sam 10 22 51 Magnificans salutes regis sui, et faciens misericordiam Christo suo David, et semini ejus in sempiternum. der herrliches Heil seinem Könige bereitet und Barmherzigkeit übt an seinem Gesalbten, David, und an seinen Nachkommen in Ewigkeit! -2 Samuel 2Sam 10 23 0 4. Letzte Worte Davids. [2Sam 23,1-7] Vom Heiligen Geiste erfüllt, verkündet David das Kommen des Messias. (V. 14) Er spricht seine Verwunderung aus, dass Gott mit ihm und seinem Hause einen ewigen Bund geschlossen, preist die Messianischen Segnungen und stellt ihnen den Fall der Gegner des Messias gegenüber. (V. 7) 5. Verzeichnis der Helden Davids. [2Sam 23,8-39] Durch die Aufzählung der Männer, welche David zur Seite gestanden, dass er König über ganz Israel ward, will der Verfasser wiederum die besondere Liebe zeigen, die Gott gegen ihn offenbart hat. +2 Samuel 2Sam 10 23 0 4. Letzte Worte Davids. [2Sam 23,1-7] Vom Heiligen Geiste erfüllt, verkündet David das Kommen des Messias. (V. 14) Er spricht seine Verwunderung aus, dass Gott mit ihm und seinem Hause einen ewigen Bund geschlossen, preist die Messianischen Segnungen und stellt ihnen den Fall der Gegner des Messias gegenüber. (V. 7) 5. Verzeichnis der Helden Davids. [2Sam 23,8-39] Durch die Aufzählung der Männer, welche David zur Seite gestanden, dass er König über ganz Israel ward, will der Verfasser wiederum die besondere Liebe zeigen, die Gott gegen ihn offenbart hat. 2 Samuel 2Sam 10 23 1 Hæc autem sunt verba David novissima. Dixit David filius Isai: Dixit vir, cui constitutum est de Christo Dei Jacob, egregius psaltes Israel: Dies aber sind die letzten Worte Davids. Es sprach David, der Sohn Isais, es sprach der Mann, dem sichere Verheißung ward¹ von dem Gesalbten des Gottes Jakobs,² der rühmliche Sänger Israels: [Apg 2,30] 2 Samuel 2Sam 10 23 1 1 Die Propheten pflegen an den Anfang ihrer Visionen gewisse Kennzeichen zu setzen, an denen andere den Urheber der Prophezeiung erkennen können. (Isaias, Jeremia etc.) David hatte kein anderes Vorbild als etwa Balaam. [Num 24,3] Es ist das letzte Lied Davids (Hier.) und reiht sich als prophetischer Abschluss würdig an das vorhergehende Danklied an. Am Ende seiner irdischen Laufbahn schaut David auf den gerechten Herrscher, in dem die heilsgeschichtliche Bedeutung des Davidischen Königtums gipfelt. Als untrügliche Bürgschaft dafür, dass wirklich aus seinem Nachkommen das Heil erblühen werde (V. 4), gelten David die ihm vom Propheten Nathan gemachten Verheißungen. [2Sam 7,12-16] 2 Samuel 2Sam 10 23 1 2 Hebr.: Der Mann, welcher eingesetzt ist zum Gesalbten des Gottes Jakobs. @@ -15517,7 +15518,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 23 38 Ira Jethrites Gareb et ipse Jethrites, Ira, der Jethriter, Gareb, auch ein Jethriter, 2 Samuel 2Sam 10 23 39 Urias Hethæus. Omnes triginta septem. Urias, der Hethiter. Alle zusammen siebenunddreißig.²⁸ 2 Samuel 2Sam 10 23 39 28 Zuerst werden die Namen, dann die Väter, hierauf die Stämme, endlich der Ort der Herkunft genannt. Zweimal (vielleicht auch dreimal, vergl. V. 36) ist statt des Vaters der Bruder (V. 18.24) genannt. Von 37 waren 15 aus dem Stamme Juda, 6 aus Benjamin, 2 aus Ephraim, 1 aus Dan, 1 aus Nephthali, 2 sind fremd, 10 ungewiss, indes gehört die Mehrzahl von diesen wohl den Stämmen Benjamin und Juda an. [1Chr 11] kommen noch etwa 16 andere hinzu. -2 Samuel 2Sam 10 24 0 6. Wegen der Vornahme einer Volkszählung sendet Gott die Pest. Ein an der Stelle des zukünftigen Tempels dargebrachtes Opfer beendet dieselbe. [2Sam 24,1-25] A. David will, vom Stolz aufgeblasen, trotz der Gegenvorstellungen Joabs eine allgemeine Zählung des Volkes abhalten. (V. 10) B. Darüber erzürnt, last Gott David durch den Propheten Gad die Wahl treffen zwischen drei Strafen. Da David lieber in Gottes Hand fallen will, als in die der Menschen, sendet Gott die Pest über das Volk, welche drei Tage hindurch wütet. (V. 17) C. Nachdem das Sterben nachgelassen, kauft David von dem Jebusiten Areuna die Tenne, auf welcher er den Strafengel Gottes gesehen, errichtet dort einen Altar und bringt ein Dankopfer dar. +2 Samuel 2Sam 10 24 0 6. Wegen der Vornahme einer Volkszählung sendet Gott die Pest. Ein an der Stelle des zukünftigen Tempels dargebrachtes Opfer beendet dieselbe. [2Sam 24,1-25] A. David will, vom Stolz aufgeblasen, trotz der Gegenvorstellungen Joabs eine allgemeine Zählung des Volkes abhalten. (V. 10) B. Darüber erzürnt, last Gott David durch den Propheten Gad die Wahl treffen zwischen drei Strafen. Da David lieber in Gottes Hand fallen will, als in die der Menschen, sendet Gott die Pest über das Volk, welche drei Tage hindurch wütet. (V. 17) C. Nachdem das Sterben nachgelassen, kauft David von dem Jebusiten Areuna die Tenne, auf welcher er den Strafengel Gottes gesehen, errichtet dort einen Altar und bringt ein Dankopfer dar. 2 Samuel 2Sam 10 24 1 Et addidit furor Domini irasci contra Israel, commovitque David in eis dicentem: Vade, numera Israel et Judam. Der Zorn des Herrn aber entbrannte abermals gegen Israel¹ und er reizte David gegen sie, indem er² sprach: Auf, zähle Israel und Juda! [1Chr 21,1] 2 Samuel 2Sam 10 24 1 1 David lässt es an dem Vertrauen fehlen, auf das sein Haus, das Gott erbauen wollte, als Fundament sich stützen sollte. [2Chr 3,1] wird erzählt, dass an der Stelle der Heimsuchung der Tempel gebaut ward. Die Einleitung ist [1Chr 21] geändert. Abermals: Das erste Mal [2Chr 21,1] aus der Folge wird richtig auf die Ursache geschlossen: Wenn Jemand einer Versuchung ausgesetzt wird, die er nicht überwindet, so ist Gottes Zorn die Voraussetzung des Ausganges. Nach [1Chr 21,1] ist es der Satan, der David zu seinem verhängnisvollen Schritt bewog, d.i. ein sündhafter Grund. (V. 3) David will die Zahl der waffenfähigen Mannschaften kennen, er sann also auf Eroberungen, die doch verboten waren. [Dtn 17,16] Deshalb kann seine Überhebung als Sünde angegeben werden (Aug.) wie er doch selbst die Zählung als solche bezeichnet. (V. 10) Nicht in der Zählung als solcher lag die Verfehlung, vergl. [Ex 30,12], sondern im Ziele derselben, welches die göttlichen Verheißungen außer Acht ließ [Gen 12,7, Gen 26,4, Ex 32,13], das Volk leicht dazu brachte, Gottes zu vergessen, den König stolz machte. Vergl. [1Chr 27,1-16]. Nach V. 16 22 scheint David den einzelnen Stämmen Befehlshaber gegeben oder solche bestätigt zu haben, wodurch er die Stämme fester unter seine Gewalt brachte. V. 25 31 werden Verwalter seiner Besitzungen, 32 34 die Hauptämter aufgezählt. Die Organisation und Zentralisation war also durchgeführt und so hoffte er durch menschliche Mittel seine Macht gegen alle Unfälle sichern zu können. Nach [1Chr 27,33] folgte David hierin Achitophels Rat. Ja, nach V. 7 labte am Beginne Asael noch, also fallen die hier berichteten Ereignisse in eine Zeit, bis zu welcher er nur über Juda geherrscht. Anfangs handelte der König, nachdem er ganz Israel unter seine Gewalt gebracht, nach dem Rate der Propheten, dann ward er stolz und nahm endlich die Zählung vor. 2 Samuel 2Sam 10 24 1 2 Nach der Sept.: Gott. Ihm wird zugeschrieben, was mit seiner Zulassung geschieht. @@ -15560,7 +15561,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Samuel 2Sam 10 24 24 16 Etwa 130 Mark. Nach [1Chr 21,25] waren es etwa 22700 Mark. Da Abraham bereits etwa 1200 M. für eine Begräbnisstätte gegeben, ist die letztere Zahl wahrscheinlicher. 2 Samuel 2Sam 10 24 25 Et ædificavit ibi David altare Domino, et obtulit holocausta et pacifica: et propitiatus est Dominus terræ, et cohibita est plaga ab Israel. Und David baute dem Herrn daselbst einen Altar und brachte Brandopfer und Friedopfer dar, und der Herr ward mit dem Lande versöhnt und die Plage ward von Israel abgewehrt.¹⁷ 2 Samuel 2Sam 10 24 25 17 Vergl. [1Chr 21,26]. Die Stiftshütte und der Brandopferaltar waren damals auf der Höhe Gabaon. David glaubte, Gott werde ihm wohl an dem Orte, den der Engel ihm gezeigt, Gnade erweisen, deshalb begibt er sich nicht nach Gabaon. Auf diesem Berge wollte einst Abraham den Isaak opfern. [Gen 22,2] Die Annahme des Opfers bestätigt Gott durch Feuer vom Himmel. [1Chr 21,26] -1 Chronik 1Chr 13 1 0 I. Geschlechtsregister. (Kap 1,1 Kap. 9,34) 1. Von Adam bis auf Abraham und Jakob. (Kap. 1) A. Von Adam bis auf Abraham. (V. 27) B. Von Abraham bis auf Israel (Jakob). +1 Chronik 1Chr 13 1 0 I. Geschlechtsregister. (Kap 1,1 Kap. 9,34) 1. Von Adam bis auf Abraham und Jakob. (Kap. 1) A. Von Adam bis auf Abraham. (V. 27) B. Von Abraham bis auf Israel (Jakob). 1 Chronik 1Chr 13 1 1 Adam, Seth, Enos, Adam,¹ Seth, Enos, [Gen 2,7, Gen 4,25, Gen 5,6.9] 1 Chronik 1Chr 13 1 1 1 Adam zeugte Seth usw. 1 Chronik 1Chr 13 1 2 Cainan, Maleleel, Jared, Kainan, Malaleel, Jared, @@ -15625,7 +15626,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 1 52 Dux Oolibama, dux Ela, dux Phinon, der Fürst von Oolibama, der Fürst von Ela, der Fürst von Phinon, 1 Chronik 1Chr 13 1 53 Dux Cenez, dux Theman, dux Mabsar, der Fürst von Kenez, der Fürst von Theman, der Fürst von Mabsar, 1 Chronik 1Chr 13 1 54 Dux Magdiel, dux Hiram: hi duces Edom. der Fürst von Magdiel, der Fürst von Hiram. Das sind die Fürsten von Edom. -1 Chronik 1Chr 13 2 0 2. Geschlechtsregister des Volkes Israel mit besonderer Berücksichtigung der Stämme Juda, Levi und Benjamin. (2,1 8,40) A. Der Stamm Juda. (2,3 4,23) +1 Chronik 1Chr 13 2 0 2. Geschlechtsregister des Volkes Israel mit besonderer Berücksichtigung der Stämme Juda, Levi und Benjamin. (2,1 8,40) A. Der Stamm Juda. (2,3 4,23) 1 Chronik 1Chr 13 2 1 Filii autem Israel: Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar et Zabulon, Die Söhne Israels aber sind:¹ Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Zabulon, 1 Chronik 1Chr 13 2 1 1 Orte und Personen werden mit besonderer Rücksicht auf David ausgewählt. 1 Chronik 1Chr 13 2 2 Dan, Joseph, Benjamin, Nephthali, Gad et Aser. Dan, Joseph, Benjamin, Nephthali, Gad und Aser. @@ -15702,7 +15703,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 2 54 20 Hebr.: Bethlehem, Nethophati, Atroth - Beth - Joab, Hazi - Hammenuchot, die Manachthiter, die Zoriter. 1 Chronik 1Chr 13 2 55 Cognationes quoque scribarum habitantium in Jabes, Canentes atque Resonantes, et in tabernaculis commorantes. Hi sunt Cinæi, qui venerunt de Calore patris domus Rechab. Auch die Geschlechter der Schriftgelehrten, die zu Jabes wohnten, die Sänger und Spieler und Zeltbewohner. Das sind die Kiniter, die von Kalor,²¹ dem Vater des Hauses Rechab, gekommen sind. 1 Chronik 1Chr 13 2 55 21 Hebr.: Chamath (Hitze.) -1 Chronik 1Chr 13 3 0 Der Stamm Juda. [1Chr 4,23] +1 Chronik 1Chr 13 3 0 Der Stamm Juda. [1Chr 4,23] 1 Chronik 1Chr 13 3 1 David vero hos habuit filios, qui ei nati sunt in Hebron; primogenitum Amnon ex Achinoam Jezrahelitide, secundum Daniel de Abigail Carmelitide. David aber hatte diese Söhne, welche ihm zu Hebron geboren wurden: Den Erstgebornen Amnon von Achinoam, der Jezrahelitin, den zweiten Daniel¹ von Abigail aus Karmel, [2Sam 3,2] 1 Chronik 1Chr 13 3 1 1 Mit anderem Namen Cheleab. [2Sam 3,3] 1 Chronik 1Chr 13 3 2 Tertium Absalom filium Maacha Tholmai regis Gessur, quartum Adoniam filium Aggith, den dritten Absalom, den Sohn Maachas, der Tochter Tholmais, des Königs von Gessur, den vierten Adonias, den Sohn Aggiths, @@ -15735,7 +15736,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 3 22 8 Ein Name ist beim Abschreiber ausgefallen. 1 Chronik 1Chr 13 3 23 Filius Naariæ, Elioenai, et Ezechias, et Ezricam, tres. Die Söhne Naarias waren: Elioenai, Ezechias, Ezrikam, drei. 1 Chronik 1Chr 13 3 24 Filii Elioenai, Oduia, et Eliasub, et Pheleia, et Accub, et Johanan, et Dalaia, et Anani, septem. Die Söhne Elioenais: Oduja, Eliasub, Pheleja, Akkub, Johanan, Dalaja und Anani, sieben. -1 Chronik 1Chr 13 4 0 Der Stamm Juda. (V. 23) B. Die Stämme Simeon, Ruben, Gad, halb Manasse. [1Chr 5,26] +1 Chronik 1Chr 13 4 0 Der Stamm Juda. (V. 23) B. Die Stämme Simeon, Ruben, Gad, halb Manasse. [1Chr 5,26] 1 Chronik 1Chr 13 4 1 Filii Juda: Phares, Hesron, et Charmi, et Hur, et Sobal. Die Söhne¹ Judas sind: Phares, Hesron, Charmi, Hur und Sobal. [Gen 38,29, Gen 46,12, 1Chr 2,4, Mt 1,3] 1 Chronik 1Chr 13 4 1 1 Nachkommen, Häupter von den Geschlechtern Judas. 1 Chronik 1Chr 13 4 2 Raia vero filius Sobal genuit Jahath, de quo nati sunt Ahumai, et Laad: hæ cognationes Sarathi. Und Raja, der Sohn Sobals, zeugte Jahath, von welchem Ahumai und Laad stammen. Das sind die Geschlechter der Sarathiter. @@ -15805,7 +15806,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 4 42 De filiis quoque Simeon abierunt in montem Seir viri quingenti, habentes principes Phaltiam et Naariam et Raphaiam et Oziel filios Jesi: Auch zogen von den Söhnen Simeons auf das Gebirge Seir fünfhundert Mann, welche zu Anführern Phaltia, Naaria, Raphaja und Oziel, die Söhne Jesis, hatten. 1 Chronik 1Chr 13 4 43 Et percusserunt reliquias, quæ evadere potuerant, Amalecitarum, et habitaverunt ibi pro eis usque ad diem hanc. Diese schlugen die Überbleibsel der Amalekiter, welche hatten entrinnen können,²⁶ und ließen sich daselbst an ihrer Statt nieder bis auf diesen Tag. [Ex 17,14] 1 Chronik 1Chr 13 4 43 26 In den Kämpfen Sauls und Davids. -1 Chronik 1Chr 13 5 0 Die Stämme Ruben (V. 10), Gad und halb Manasse. +1 Chronik 1Chr 13 5 0 Die Stämme Ruben (V. 10), Gad und halb Manasse. 1 Chronik 1Chr 13 5 1 Filii quoque Ruben primogeniti Israel (Ipse quippe fuit primogenitus ejus: sed cum violasset thorum patris sui, data sunt primogenita ejus filiis Joseph filii Israel, et non est ille reputatus in primogenitum. Und die Söhne Rubens, des Erstgebornen Israels (er war nämlich sein Erstgeborner, aber weil er seines Vaters Lager entehrt hatte, ward sein Erstgeburtsrecht den Söhnen Josephs,¹ des Sohnes Israels, verliehen und er ward nicht als Erstgeborner gerechnet; [Gen 35,22, Gen 49,4] 1 Chronik 1Chr 13 5 1 1 Insofern diese einen doppelten Erbteil erhielten. [Gen 48] und [Gen 49]. In Bezug auf Würde und Macht ward Juda als Erstgeborener geachtet. 1 Chronik 1Chr 13 5 2 Porro Judas, qui erat fortissimus inter fratres suos, de stirpe ejus principes germinati sunt: primogenita autem reputata sunt Joseph.) denn Judas war wohl der mächtigste unter seinen Brüdern und seinem Geschlechte sind Fürsten entsprossen,² aber das Recht der Erstgeburt ward Joseph zugeteilt). @@ -15843,7 +15844,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 5 25 Reliquerunt autem Deum patrum suorum, et fornicati sunt post deos populorum terræ, quos abstulit Deus coram eis. Da sie aber den Gott ihrer Väter verließen und den Göttern der Völker des Landes nachbuhlten, welche Gott vor ihnen hinweggenommen hatte, 1 Chronik 1Chr 13 5 26 Et suscitavit Deus Israel spiritum Phul regis Assyriorum, et spiritum Thelgathphalnasar regis Assur: et transtulit Ruben, et Gad, et dimidiam tribum Manasse, et adduxit eos in Lahela, et in Habor, et Ara, et fluvium Gozan, usque ad diem hanc. erweckte der Gott Israels den Geist Phuls, des Königs von Assyrien,¹¹ und den Geist Thelgathphalnasars, des Königs von Assur, und er führte Ruben und Gad und den halben Stamm Manasse weg und brachte sie nach Lahela, Habor, Ara und an den Fluss Gozan, bis auf diesen Tag. [2Kön 15,19.29] 1 Chronik 1Chr 13 5 26 11 Der folgende Beisatz ist eine alte Randglosse eines mit den Verhältnissen weniger bekannten Abschreibers, die irrtümlich in den Text geraten ist, ohne dass das Zeitwort, das in Einzahl stand, abgeändert ward. Dass Phul und Thelgathphalnasar dieselbe Person ist, bezeugen auch die Keilinschriften. -1 Chronik 1Chr 13 6 0 Der Stamm Levi. (Kap. 6) +1 Chronik 1Chr 13 6 0 Der Stamm Levi. (Kap. 6) 1 Chronik 1Chr 13 6 1 Filii Levi: Gerson, Caath, et Merari. Die Söhne Levis waren:¹ Gerson, Kaath und Merari. [Gen 46,11, 1Chr 23,6] 1 Chronik 1Chr 13 6 1 1 Aarons hohepriesterliche Söhne werden genannt bis auf den Hohenpriester Josedek, dessen Sohn Josua aus Babylon zurückkehrt. Die Unterbrechung der Linie durch die Ithamars lässt der Chronist unberücksichtigt, weil sie für die Zurückgekehrten ohne Bedeutung ist. Vergl. [Esra 8,2, Neh 12,7]. Erst nach Aufzählung der Hohenpriester werden die übrigen Nachkommen Gersons, Kaaths und Meraris in kurzer Zusammenfassung geboten, die sich erst V. 16 erweitert, nachdem David genannt ist. Die Wichtigkeit des Geschlechtes der Hohenpriester wie der Leviten zeigt die Ausführlichkeit der Aufzählung wie die Wiederholung [1Chr 5,29-40] und [1Chr 6,50-63], sowie die Herabführung bis in die Zeit der Wegführung an erstgenannter Stelle. 1 Chronik 1Chr 13 6 2 Filii Caath: Amram, Isaar, Hebron, et Oziel. Die Söhne Kaaths: Amram, Isaar, Hebron und Oziel. @@ -15937,7 +15938,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 6 79 Cademoth quoque et suburbana ejus, et Mephaat cum suburbanis suis. auch Kademoth und seine Weideplätze und Mephaat mit seinen Weideplätzen. 1 Chronik 1Chr 13 6 80 Necnon et de tribu Gad, Ramoth in Galaad et suburbana ejus, et Manaim cum suburbanis suis, Dazu auch aus dem Stamme Gad: Ramoth in Galaad und seine Weideplätze und Mainaim mit seinen Weideplätzen, 1 Chronik 1Chr 13 6 81 Sed et Hesebon cum suburbanis suis, et Jezer cum suburbanis suis. wie auch Hesebon mit seinen Weideplätzen und Jezer mit seinen Weideplätzen. -1 Chronik 1Chr 13 7 0 D. Die übrigen Stämme (7,1 8,40): a. Issachar (V. 5), Benjamin (V. 12), Nephthali (V. 13), Manasse (V. 19), Ephraim (V. 29), Aser. +1 Chronik 1Chr 13 7 0 D. Die übrigen Stämme (7,1 8,40): a. Issachar (V. 5), Benjamin (V. 12), Nephthali (V. 13), Manasse (V. 19), Ephraim (V. 29), Aser. 1 Chronik 1Chr 13 7 1 Porro filii Issachar: Thola, et Phua, Jasub, et Simeron, quatuor. Die Söhne Issachars waren: Thola, Phua, Jasub und Simeron, vier. [Gen 46,13] 1 Chronik 1Chr 13 7 2 Filii Thola: Ozi et Raphaia, et Jeriel, et Jemai, et Jebsem, et Samuel, principes per domos cognationum suarum. De stirpe Thola viri fortissimi numerati sunt in diebus David, viginti duo millia sexcenti. Die Söhne Tholas: Ozi, Raphaja, Jeriel, Jemai, Jebsem und Samuel, die Fürsten in ihren Geschlechtshäusern. Vom Geschlechte Tholas zählte man sehr tapfere Männer in den Tagen Davids, zweiundzwanzigtausend sechshundert. 1 Chronik 1Chr 13 7 3 Filii Ozi: Izrahia, de quo nati sunt Michael, et Obadia, et Joel, et Jesia, quinque omnes principes. Die Söhne Ozis: Izrahia, von dem Michael, Obadia, Joel und Jesia abstammen, zusammen fünf Fürsten. @@ -15987,7 +15988,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 7 38 Filii Jether: Jephone, et Phaspha, et Ara. Die Söhne Jethers: Jephone, Phaspha und Ara. 1 Chronik 1Chr 13 7 39 Filii autem Olla: Aree, et Haniel, et Resia. Und die Söhne Ollas: Aree, Haniel und Resia. 1 Chronik 1Chr 13 7 40 Omnes hi filii Aser, principes cognationum, electi atque fortissimi duces ducum: numerus autem eorum ætatis, quæ apta esset ad bellum, viginti sex millia. Diese alle waren Söhne Asers, Fürsten der Geschlechter, auserlesene und starke Helden, starke Häupter der Heerführer; die Zahl aber derer, die nach ihrem Alter kriegstüchtig waren, betrug sechsundzwanzigtausend. -1 Chronik 1Chr 13 8 0 b. Noch einmal der Stamm Benjamin (V. 28) und insbesondere Sauls Familie. +1 Chronik 1Chr 13 8 0 b. Noch einmal der Stamm Benjamin (V. 28) und insbesondere Sauls Familie. 1 Chronik 1Chr 13 8 1 Benjamin autem genuit Bale primogenitum suum, Asbel secundum, Ahara tertium, Benjamin aber zeugte Bale, seinen Erstgebornen, Asbel, als zweiten, Ahara als dritten, [Gen 46,21, 1Chr 7,6] 1 Chronik 1Chr 13 8 2 Nohaa quartum, et Rapha quintum. Nohaa als vierten und Rapha als fünften. 1 Chronik 1Chr 13 8 3 Fueruntque filii Bale: Addar, et Gera, et Abiud, Und die Söhne Bales waren: Addar, Gera, Abiud, @@ -16032,7 +16033,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 8 38 Porro Asel sex filii fuerunt his nominibus, Ezricam, Bocru, Ismahel, Saria, Obdia, et Hanan: omnes hi filii Asel. Asel aber hatte sechs Söhne, diese hießen: Ezrikam, Bokru, Ismahel, Saria, Obdia und Hanan; diese alle waren Söhne Asels. 1 Chronik 1Chr 13 8 39 Filii autem Esec fratris ejus, Ulam primogenitus, et Jehus secundus, et Eliphalet tertius. Die Söhne Eseks aber, seines Bruders, waren Ulam, sein Erstgeborner, Jehus, der zweite, und Eliphalet, der dritte. 1 Chronik 1Chr 13 8 40 Fueruntque filii Ulam viri robustissimi, et magno robore tendentes arcum: et multos habentes filios ac nepotes, usque ad centum quinquaginta. Omnes hi, filii Benjamin. Und die Söhne Ulams waren tapfere, starke Männer, die mit großer Kraft den Bogen spannten und viele Söhne und Enkel hatten, bis zu hundertundfünfzig. Diese alle sind Söhne Benjamins. -1 Chronik 1Chr 13 9 0 3. Epilog des ersten Teils. (Kap. 9,1-34) A. Aufzählung der in Jerusalem nach der Babylonischen Verbannung wohnenden Familien aus den Stämmen Juda und Benjamin (V. 9) wie der Priester aus dem Stamme Levi. (V. 16) B. Die Ämter der Leviten. (V. 34) II. Geschichte Davids in Jerusalem, dem Mittelpunkte der Gottesverehrung. (Kap. 9,35 bis Kap. 29,30) 1. David überträgt seinen Sitz nach Jerusalem, seine Herrschaft befestigt sich. (9,35 12,40) A. Übergang von den Geschlechtsregistern zu diesem Teile. (9,35 10,14) a. Sauls Vorfahren. +1 Chronik 1Chr 13 9 0 3. Epilog des ersten Teils. (Kap. 9,1-34) A. Aufzählung der in Jerusalem nach der Babylonischen Verbannung wohnenden Familien aus den Stämmen Juda und Benjamin (V. 9) wie der Priester aus dem Stamme Levi. (V. 16) B. Die Ämter der Leviten. (V. 34) II. Geschichte Davids in Jerusalem, dem Mittelpunkte der Gottesverehrung. (Kap. 9,35 bis Kap. 29,30) 1. David überträgt seinen Sitz nach Jerusalem, seine Herrschaft befestigt sich. (9,35 12,40) A. Übergang von den Geschlechtsregistern zu diesem Teile. (9,35 10,14) a. Sauls Vorfahren. 1 Chronik 1Chr 13 9 1 Universus ergo Israel dinumeratus est: et summa eorum scripta est in Libro regum Israel, et Juda: translatique sunt in Babylonem propter delictum suum. So wurde ganz Israel gezählt und ihre Zahl ward in das Buch der Könige von Israel und Juda eingeschrieben und sie wurden nach Babylon weggeführt um ihrer Vergehungen willen. 1 Chronik 1Chr 13 9 2 Qui autem habitaverunt primi in possessionibus, et in urbibus suis: Israel, et Sacerdotes, et Levitæ, et Nathinæi. Die aber, welche zuerst in ihrem Besitze und in ihren Städten wohnten, waren: Israel,¹ die Priester, die Leviten und die Nathinäer.² 1 Chronik 1Chr 13 9 2 1 Die Laienschaft. Vergl. [Esra 2,70, Esra 10,5]. @@ -16098,7 +16099,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 9 43 Mosa vero genuit Banaa: cujus filius Raphaia, genuit Elasa: de quo ortus est Asel. Mosa zeugte Banaa, dessen Sohn Raphaja den Elasa zeugte, von welchem Asel herstammte. 1 Chronik 1Chr 13 9 44 Porro Asel sex filios habuit his nominibus, Ezricam, Bocru, Ismahel, Saria, Obdia, Hanan: hi sunt filii Asel. Asel hatte sechs Söhne, deren Namen diese sind: Ezrikam, Bokru, Ismahel, Saria, Obdia, Hanan. Dies sind die Söhne Asels.²¹ 1 Chronik 1Chr 13 9 44 21 Die Geschlechter Juda, David und Levi beschäftigen und interessieren den Verfasser besonders, alle anderen Geschlechter nur im Verhältnis zu diesen. Juda, David, Levi stehen dem Chronisten aber nicht auf einer Linie, nicht gleichberechtigt nebeneinander, sondern wie ihn Juda besonders um Davids willen, so interessiert ihn David wegen seiner Beziehungen zu Levi, beziehungsweise zu dem von David geordneten levitischen Kult. Deshalb hat David in Jerusalem und haben die priesterlichen Geschlechter in Jerusalem eine so große Bedeutung für den Verfasser der Paralipomena. Nur in und durch Jerusalem haben beide Geschlechter für ihn besonderen Wert. Zu dieser Stadt zieht es den Verfasser, auf sie schreitet er von Adam beginnend fort, die Geschlechtsregister mit Rücksicht auf sie vollständiger oder gekürzter bietend. -1 Chronik 1Chr 13 10 0 b. Unglücklicher Tod Sauls, Erhebung Davids zum Könige. +1 Chronik 1Chr 13 10 0 b. Unglücklicher Tod Sauls, Erhebung Davids zum Könige. 1 Chronik 1Chr 13 10 1 Philisthiim autem pugnabant contra Israel, fugeruntque viri Israel Palæsthinos, et ceciderunt vulnerati in monte Gelboe. Die Philister aber kämpften gegen Israel und die Männer von Israel flohen vor den Philistern und fielen verwundet¹ auf dem Gebirge Gelboe.² [1Sam 31,1] 1 Chronik 1Chr 13 10 1 1 Hebr.: erschlagen. 1 Chronik 1Chr 13 10 1 2 Die Schlacht war in der Ebene Jezrahel geliefert worden. Als die Israeliten weichen mussten, zogen sie sich auf das Gebirge Gelboe zurück, von den Philistern verfolgt. @@ -16122,7 +16123,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 10 14 Nec speraverit in Domino: propter quod interfecit eum, et transtulit regnum ejus ad David filium Isai. und nicht auf den Herrn vertraut hatte,⁸ darum ließ er ihn töten und sein Reich auf David, den Sohn Isais, übergehen.⁹ 1 Chronik 1Chr 13 10 14 8 Hebr.: Und nicht den Herrn befragte. Nach [1Sam 28,6] befragte er zwar den Herrn, doch da dieser ihm keine Antwort gab, weil er Saul zürnte, wendete der König, anstatt Gottes Erbarmen zu suchen, sich an die Totenbeschwörerin zu Endor. 1 Chronik 1Chr 13 10 14 9 Der Bericht V. 1-12 stimmt mit [1Sam 31,1-13] überein und in Nebenumständen ergänzen sich beide Berichte gegenseitig. V. 13-14 stellen die Bedeutung des Unterganges Sauls und seines Geschlechtes für die Geschichte Davids dar. -1 Chronik 1Chr 13 11 0 B. Bestätigung der Königswürde Davids. (Kap. 11-12) a. David wird nach dem Tode Sauls von allen Stämmen in Hebron als König begrüßt (V. 3), entreißt den Jebusitern die Burg Sion und baut um dieselbe herum die Stadt. (V. 9) b. Die Mitstreiter Davids, die ihm von Anfang an zur Seite standen. +1 Chronik 1Chr 13 11 0 B. Bestätigung der Königswürde Davids. (Kap. 11-12) a. David wird nach dem Tode Sauls von allen Stämmen in Hebron als König begrüßt (V. 3), entreißt den Jebusitern die Burg Sion und baut um dieselbe herum die Stadt. (V. 9) b. Die Mitstreiter Davids, die ihm von Anfang an zur Seite standen. 1 Chronik 1Chr 13 11 1 Congregatus est igitur omnis Israel ad David in Hebron, dicens: Os tuum sumus, et caro tua. Da versammelte sich ganz Israel um David in Hebron und sprach: Wir sind dein Bein und dein Fleisch! [2Sam 5,1] 1 Chronik 1Chr 13 11 2 Heri quoque, et nudiustertius cum adhuc regnaret Saul, tu eras qui educebas, et introducebas Israel: tibi enim dixit Dominus Deus tuus: Tu pasces populum meum Israel, et tu eris princeps super eum. Auch früher und ehedem, als Saul noch herrschte, warst du es, der Israel aus- und einführte; denn zu dir hat der Herr, dein Gott, gesprochen: Du sollst mein Volk Israel weiden und du sollst Fürst über dasselbe sein! 1 Chronik 1Chr 13 11 3 Venerunt ergo omnes majores natu Israel ad regem in Hebron, et iniit David cum eis fdus coram Domino: unxeruntque eum regem super Israel, juxta sermonem Domini, quem locutus est in manu Samuel. Da kamen alle Ältesten Israels zu dem Könige nach Hebron und David schloss mit ihnen einen Bund vor dem Herrn, und sie salbten ihn zum Könige über Israel,¹ dem Ausspruche des Herrn gemäß, den er durch Samuel gegeben hatte. @@ -16174,7 +16175,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 11 44 Ozia Astarothites, Samma, et Jehiel filii Hotham Arorites, Ozia, der Astarothiter, Samma und Jehiel, die Söhne Hothams, der Aroriter, 1 Chronik 1Chr 13 11 45 Jedihel filius Samri, et Joha frater ejus Thosaites, Jedihel, der Sohn Samris, und Joha, sein Bruder, der Thosaiter, 1 Chronik 1Chr 13 11 46 Eliel Mahumites, et Jeribai, et Josaia filii Elnaem, et Jethma Moabites, Eliel, et Obed, et Jasiel de Masobia. Eliel, der Mahumiter, und Jeribai und Josaja, die Söhne Elnaems und Jethma, der Moabiter, Eliel und Obed und Jasiel von Masobia. -1 Chronik 1Chr 13 12 0 Die Mitstreiter, welche sich David vor dem Tode Sauls zugesellten (V. 22) oder nach demselben ihn als König von Hebron anerkannten. +1 Chronik 1Chr 13 12 0 Die Mitstreiter, welche sich David vor dem Tode Sauls zugesellten (V. 22) oder nach demselben ihn als König von Hebron anerkannten. 1 Chronik 1Chr 13 12 1 Hi quoque venerunt ad David in Siceleg, cum adhuc fugeret Saul filium Cis, qui erant fortissimi et egregii pugnatores, Diese kamen gleichfalls zu David nach Sikeleg, da er noch vor Saul, dem Sohne Kis, fliehen musste, Helden und auserlesene Streiter, [1Sam 27,6] 1 Chronik 1Chr 13 12 2 Tendentes arcum, et utraque manu fundis saxa jacientes, et dirigentes sagittas: de fratribus Saul ex Benjamin. Bogenschützen, die mit jeder von beiden Händen aus Schleudern Steine warfen und Pfeile schossen. Von den Brüdern Sauls aus Benjamin: 1 Chronik 1Chr 13 12 3 Princeps Ahiezer, et Joas filii Samaa Gabaathites, et Jaziel, et Phallet filii Azmoth, et Baracha, et Jehu Anathotites. Der Oberste Ahiezer und Joas, die Söhne Samaas von Gabaath, Jaziel und Phallet, die Söhne Azmoths, Baracha und Jehu, der Anathotiter. @@ -16225,7 +16226,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 12 38 Omnes isti viri bellatores expediti ad pugnandum, corde perfecto venerunt in Hebron, ut constituerent regem David super universum Israel: sed et omnes reliqui ex Israel uno corde erant, ut rex fieret David. Alle diese Krieger, gerüstet zum Kampfe, kamen mit ungeteiltem Herzen nach Hebron, um David zum Könige über ganz Israel zu machen; aber auch alle übrigen aus Israel waren eines Sinnes, dass David König werden sollte. 1 Chronik 1Chr 13 12 39 Fueruntque ibi apud David tribus diebus comedentes et bibentes: præparaverant enim eis fratres sui. Und sie blieben daselbst bei David und aßen und tranken drei Tage; denn ihre Brüder hatten für sie zubereitet. 1 Chronik 1Chr 13 12 40 Sed et qui juxta eos erant, usque ad Issachar, et Zabulon, et Nephthali, afferebant panes in asinis, et camelis, et mulis, et bobus ad vescendum: farinam, palathas, uvam passam, vinum, oleum, boves, arietes ad omnem copiam: gaudium quippe erat in Israel. Dazu brachten die, welche in ihrer Nähe wohnten, bis zu Issachar, Zabulon und Nephthali hin, Brot auf Eseln und Kamelen und Maultieren und Rindern zum Essen; Mehl, Feigen, Rosinen, Wein, Öl, Rinder und Widder in großer Menge; denn es war Freude in Israel. -1 Chronik 1Chr 13 13 0 2. David überträgt die Bundeslade nach Sion und macht Jerusalem zum religiösen Mittelpunkte des Volkes Israel. (13,1 17,27) A. Übertragung der Bundeslade auf den Berg Sion. (13,1 16,3) a. David will alsbald nach der Einnahme von Jerusalem die Bundeslade dorthin übertragen (V. 4), belässt dieselbe indes, durch den plötzlichen Tod Ozas abgeschreckt (V. 11), inzwischen im Hause Obededoms, den Gott segnet. +1 Chronik 1Chr 13 13 0 2. David überträgt die Bundeslade nach Sion und macht Jerusalem zum religiösen Mittelpunkte des Volkes Israel. (13,1 17,27) A. Übertragung der Bundeslade auf den Berg Sion. (13,1 16,3) a. David will alsbald nach der Einnahme von Jerusalem die Bundeslade dorthin übertragen (V. 4), belässt dieselbe indes, durch den plötzlichen Tod Ozas abgeschreckt (V. 11), inzwischen im Hause Obededoms, den Gott segnet. 1 Chronik 1Chr 13 13 1 Iniit autem consilium David cum tribunis, et centurionibus, et universis principibus, David aber beriet sich mit den Obersten und den Hauptleuten und allen Heerführern 1 Chronik 1Chr 13 13 2 Et ait ad omnem ctum Israel: Si placet vobis: et a Domino Deo nostro egreditur sermo, quem loquor: mittamus ad fratres nostros reliquos in universas regiones Israel, et ad Sacerdotes, et Levitas, qui habitant in suburbanis urbium, ut congregentur ad nos. und sprach alsdann zu der ganzen Gemeinde Israels:¹ Gefällt es euch und ist das, was ich sage, von dem Herrn, unserm Gott, ausgegangen, so wollen wir zu unsern übrigen Brüdern in alle Landschaften Israels senden, sowie zu den Priestern und Leviten, die in dem Umkreise der Städte² wohnen, dass sie sich zu uns versammeln; 1 Chronik 1Chr 13 13 2 1 Zu den obengenannten Fürsten als Vertretern des Volkes. @@ -16248,7 +16249,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 13 12 Et timuit Deum tunc temporis, dicens: Quo modo possum ad me introducere arcam Dei? Und er geriet zur selben Zeit in Furcht vor Gott und sprach: Wie kann ich die Lade Gottes zu mir hereinbringen? 1 Chronik 1Chr 13 13 13 Et ob hanc causam non adduxit eam ad se, hoc est, in Civitatem David, sed avertit in domum Obededom Gethæi. Aus diesem Grunde führte er die Lade denn nicht zu sich, das ist in die Davidsstadt, sondern ließ sie abseits in das Haus Obededoms, des Gethiters, führen. 1 Chronik 1Chr 13 13 14 Mansit ergo arca Dei in domo Obededom tribus mensibus: et benedixit Dominus domui ejus, et omnibus quæ habebat. So blieb die Lade Gottes also im Hause Obededoms drei Monate lang, und der Herr segnete dessen Haus und alles, was er hatte. -1 Chronik 1Chr 13 14 0 b. Da David Gottes Gunst in seiner Familie (V. 7) und in den Kriegen gegen die Philister erfährt (V. 17), bereitet er der Bundeslade auf dem Berge Sion eine Stätte. +1 Chronik 1Chr 13 14 0 b. Da David Gottes Gunst in seiner Familie (V. 7) und in den Kriegen gegen die Philister erfährt (V. 17), bereitet er der Bundeslade auf dem Berge Sion eine Stätte. 1 Chronik 1Chr 13 14 1 Misit quoque Hiram rex Tyri nuntios ad David, et ligna cedrina, et artifices parietum, lignorumque: ut ædificarent ei domum. Und Hiram, der König von Tyrus, sandte Boten zu David und Zedernholz, dazu Maurer und Zimmerleute, um ihm ein Haus zu bauen. [2Sam 5,11] 1 Chronik 1Chr 13 14 2 Cognovitque David quod confirmasset eum Dominus in regem super Israel, et sublevatum esset regnum suum super populum ejus Israel. Und David erkannte, dass ihn der Herr zum Könige über Israel bestätigt und dass seine Herrschaft über sein Volk Israel sich befestigt habe. 1 Chronik 1Chr 13 14 3 Accepit quoque David alias uxores in Jerusalem: genuitque filios, et filias. In Jerusalem nahm David noch andere Frauen und zeugte Söhne und Töchter. [2Sam 5,13] @@ -16269,7 +16270,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 14 15 3 Bakasträucher. 1 Chronik 1Chr 13 14 16 Fecit ergo David sicut præceperat ei Deus, et percussit castra Philisthinorum, de Gabaon usque Gazera. So tat David denn, wie ihm Gott befohlen hatte, und schlug das Heerlager der Philister von Gabaon bis nach Gazera. 1 Chronik 1Chr 13 14 17 Divulgatumque est nomen David in universis regionibus, et Dominus dedit pavorem ejus super omnes gentes. Und Davids Name ward berühmt in allen Landen und der Herr ließ Schrecken vor ihm über alle Völker kommen. -1 Chronik 1Chr 13 15 0 David bereitet der Bundeslade eine Stätte auf Sion und befiehlt den Leviten, sie dorthin zu übertragen. (V. 2) c. David beruft das gesamte Volk, die Priester und die Leviten (V. 14) und führt die Bundeslade mit großer Feierlichkeit (V. 24), selbst am Zuge teilnehmend (V. 29), in die Stadt. +1 Chronik 1Chr 13 15 0 David bereitet der Bundeslade eine Stätte auf Sion und befiehlt den Leviten, sie dorthin zu übertragen. (V. 2) c. David beruft das gesamte Volk, die Priester und die Leviten (V. 14) und führt die Bundeslade mit großer Feierlichkeit (V. 24), selbst am Zuge teilnehmend (V. 29), in die Stadt. 1 Chronik 1Chr 13 15 1 Fecit quoque sibi domos in Civitate David, et ædificavit locum arcæ Dei, tetenditque ei tabernaculum. Und David baute sich Häuser in der Davidsstadt und bereitete eine Stätte für die Lade Gottes und spannte ein Zelt für dieselbe auf. 1 Chronik 1Chr 13 15 2 Tunc dixit David: illicitum est ut a quocumque portetur arca Dei nisi a Levitis, quos elegit Dominus ad portandum eam, et ad ministrandum sibi usque in æternum. Darnach sprach er: Es ist nicht erlaubt, dass jemand die Lade Gottes trage, außer den Leviten, welche der Herr auserwählt hat, sie zu tragen und ihm auf ewiglich zu dienen. [Num 4,15] 1 Chronik 1Chr 13 15 3 Congregavitque universum Israel in Jerusalem, ut afferretur arca Dei in locum suum, quem præparaverat ei. Und er berief ganz Israel nach Jerusalem, um die Lade Gottes an den Ort zu bringen, den er für dieselbe vorbereitet hatte, @@ -16312,7 +16313,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 15 28 Universusque Israel deducebant arcam fderis Domini in jubilo, et sonitu buccinæ, et tubis, et cymbalis, et nablis, et citharis concrepantes. Und ganz Israel geleitete die Lade des Bundes des Herrn mit Jubel und Posaunenschall und mit Trompeten und Zimbeln und laut auf Harfen und Zithern spielend. 1 Chronik 1Chr 13 15 29 Cumque pervenisset arca fderis Domini usque ad Civitatem David, Michol filia Saul prospiciens per fenestram, vidit regem David saltantem atque ludentem, et despexit eum in corde suo. Als nun die Lade des Bundes des Herrn bis zur Davidsstadt kam, schaute Michol, die Tochter Sauls, durch das Fenster und sah den König David tanzen und spielen und verachtete ihn in ihrem Herzen.¹³ 1 Chronik 1Chr 13 15 29 13 Wie ungerecht ihre Vorwürfe [2Sam 6,20] sind, zeigt die Schilderung der Kleidung des Königs. -1 Chronik 1Chr 13 16 0 Die Bundeslade findet in dem von David errichteten Zelte Aufstellung. (V. 2) B. Ordnung des Gottesdienstes vor der Bundeslade. (V. 4-43) a. Die Sänger. (V. 7) Ein Loblied. (V. 36) b. Ordnung der Leviten und Priester. +1 Chronik 1Chr 13 16 0 Die Bundeslade findet in dem von David errichteten Zelte Aufstellung. (V. 2) B. Ordnung des Gottesdienstes vor der Bundeslade. (V. 4-43) a. Die Sänger. (V. 7) Ein Loblied. (V. 36) b. Ordnung der Leviten und Priester. 1 Chronik 1Chr 13 16 1 Attulerunt igitur arcam Dei, et constituerunt eam in medio tabernaculi, quod tetenderat ei David: et obtulerunt holocausta, et pacifica coram Deo. Sie brachten also die Lade Gottes herbei und stellten sie mitten in dem Zelte auf, welches David für sie errichtet hatte, und brachten Gott Brandopfer und Friedopfer dar. [2Sam 6,17] 1 Chronik 1Chr 13 16 2 Cumque complesset David offerens holocausta, et pacifica, benedixit populo in nomine Domini Als nun David die Darbringung der Brandopfer und Friedopfer vollendet hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn. 1 Chronik 1Chr 13 16 3 Et divisit universis per singulos, a viro usque ad mulierem tortam panis, et partem assæ carnis, bubalæ, et frixam oleo similam. Sodann teilte er allen, Männern wie Frauen, einem jeden einen Brotkuchen und ein Stück gebratenes Rindfleisch und feines mit Öl geröstetes Mehl¹ aus. @@ -16366,7 +16367,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 16 42 Heman quoque, et Idithun canentes tuba, et quatientes cymbala, et omnia musicorum organa ad canendum Deo; filios autem Idithun fecit esse portarios. und Heman und Idithun, welche die Trompete bliesen und die Zimbel schlugen und alle Instrumente zu Gottes Lob spielten, die Söhne Idithuns aber machte er zu Türhütern. 1 Chronik 1Chr 13 16 43 Reversusque est omnis populus in domum suam: et David, ut benediceret etiam domui suæ. Hierauf kehrte das ganze Volk nach Hause zurück, auch David, um sein Haus zu segnen.¹⁰ 1 Chronik 1Chr 13 16 43 10 Zu begrüßen. Der Gruß besteht in Segensworten. Vergl. [1Sam 15,13]. -1 Chronik 1Chr 13 17 0 C. David fasst den Entschluss, einen Tempel zu bauen. (Kap. 17) a. David denkt daran, Gott einen Tempel zu bauen. (V. 2) Gott lässt ihn durch Nathan dafür loben und verheißt ihm einen ewigen Thron, doch muss der Prophet ihm zugleich mitteilen, dass sein Sohn den Tempel bauen soll. (V. 14) b. David sagt Gott Dank für alle Wohltaten, welche er ihm und dem Volke Israel erwiesen. +1 Chronik 1Chr 13 17 0 C. David fasst den Entschluss, einen Tempel zu bauen. (Kap. 17) a. David denkt daran, Gott einen Tempel zu bauen. (V. 2) Gott lässt ihn durch Nathan dafür loben und verheißt ihm einen ewigen Thron, doch muss der Prophet ihm zugleich mitteilen, dass sein Sohn den Tempel bauen soll. (V. 14) b. David sagt Gott Dank für alle Wohltaten, welche er ihm und dem Volke Israel erwiesen. 1 Chronik 1Chr 13 17 1 Cum autem habitaret David in domo sua, dixit ad Nathan prophetam: Ecce ego habito in domo cedrina: arca autem fderis Domini sub pellibus est. Als nun David in seinem Hause wohnte, sprach er zu dem Propheten Nathan: Siehe, ich wohne in einem Hause von Zedern; die Lade des Bundes des Herrn aber weilt unter Fellen. [2Sam 7,2] 1 Chronik 1Chr 13 17 2 Et ait Nathan ad David: Omnia, quæ in corde tuo sunt fac: Deus enim tecum est. Nathan sprach zu David: Alles, was du in deinem Herzen hast, tue; denn Gott ist mit dir. 1 Chronik 1Chr 13 17 3 Igitur nocte illa factus est sermo Dei ad Nathan, dicens: Da erging in dieser Nacht das Wort Gottes an Nathan also: @@ -16400,7 +16401,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 17 25 Tu enim Domine Deus meus revelasti auriculam servi tui, ut ædificares ei domum: et idcirco invenit servus tuus fiduciam, ut oret coram te. Denn du, Herr, mein Gott! hast das Ohr deines Dieners eröffnet, dass du ihm ein Haus erbauen wollest, und darum hat dein Diener Mut gefunden, vor dir zu beten. 1 Chronik 1Chr 13 17 26 Nunc ergo Domine tu es Deus: et locutus es ad servum tuum tanta beneficia. Nun denn, o Herr! du bist Gott und hast deinem Diener so große Wohltaten verkündigt 1 Chronik 1Chr 13 17 27 Et cpisti benedicere domui servi tui, ut sit semper coram te: te enim Domine, benedicente, benedicta erit in perpetuum. und hast begonnen, das Haus deines Dieners zu segnen, dass es immer vor dir bestehe; denn wenn du es segnest, o Herr, wird es auf ewig gesegnet sein! -1 Chronik 1Chr 13 18 0 3. Gott belohnt die Frömmigkeit Davids durch eine glückliche Herrschaft. (18,1 bis 20,7) A. Schilderung des glücklichen Zustandes des Reiches. (V. 1-17) a. Aufzählung der von David besiegten Völker. (V. 13) b. Gerechtigkeit Davids gegen alle, Aufzählung der Hauptbeamten Davids. +1 Chronik 1Chr 13 18 0 3. Gott belohnt die Frömmigkeit Davids durch eine glückliche Herrschaft. (18,1 bis 20,7) A. Schilderung des glücklichen Zustandes des Reiches. (V. 1-17) a. Aufzählung der von David besiegten Völker. (V. 13) b. Gerechtigkeit Davids gegen alle, Aufzählung der Hauptbeamten Davids. 1 Chronik 1Chr 13 18 1 Factum est autem post hæc, ut percuteret David Philisthiim, et humiliaret eos, et tolleret Geth, et filias ejus de manu Philisthiim, Hiernach aber geschah es,¹ dass David die Philister schlug und sie niederwarf und Geth samt seinen Töchterstädten der Hand der Philister entriss. [2Sam 8,1] 1 Chronik 1Chr 13 18 1 1 Vergl. [2Sam 8] 1 Chronik 1Chr 13 18 2 Percuteretque Moab, et fierent Moabitæ servi David, offerentes ei munera. Auch schlug er Moab und so wurden die Moabiter David untertan und brachten ihm Tribut dar. @@ -16427,7 +16428,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 18 16 8 Enkel, Nachkomme. 1 Chronik 1Chr 13 18 17 Banaias quoque filius Joiadæ super legiones Cerethi, et Phelethi: porro filii David, primi ad manum regis. Und Banajas, der Sohn Jojadas, war über die Scharen der Cerether und Phelether⁹ gesetzt und die Söhne Davids waren die ersten zur Seite des Königs. 1 Chronik 1Chr 13 18 17 9 Vergl. [2Sam 8,18, 2Sam 15,18] Es war die philistäische Leibwache Davids, Läufer. -1 Chronik 1Chr 13 19 0 B. Eingehender Bericht über die glücklich gegen die Ammoniter, Syrer und Philister geführten Kriege. (19,1 20,7) a. David sendet gegen die Ammoniter, welche seinen Gesandten beschimpft, ein Heer unter der Führung Joabs. Die Syrer und ihre Hilfsvölker werden zweimal besiegt. +1 Chronik 1Chr 13 19 0 B. Eingehender Bericht über die glücklich gegen die Ammoniter, Syrer und Philister geführten Kriege. (19,1 20,7) a. David sendet gegen die Ammoniter, welche seinen Gesandten beschimpft, ein Heer unter der Führung Joabs. Die Syrer und ihre Hilfsvölker werden zweimal besiegt. 1 Chronik 1Chr 13 19 1 Accidit autem ut moreretur Naas rex filiorum Ammon, et regnaret filius ejus pro eo. Es geschah aber, dass Naas, der König der Söhne Ammons, starb und sein Sohn König an seiner Statt ward. [2Sam 10,1] 1 Chronik 1Chr 13 19 2 Dixitque David: Faciam misericordiam cum Hanon filio Naas: præstitit enim mihi pater ejus gratiam. Misitque David nuntios ad consolandum eum super morte patris sui. Qui cum pervenissent in terram filiorum Ammon, ut consolarentur Hanon, Da sprach David: Ich will gegen Hanon, den Sohn des Naas, Teilnahme zeigen; denn sein Vater hat mir Liebe erwiesen. So sandte David denn Boten hin, ihm wegen des Todes seines Vaters Trost zuzusprechen. Als diese aber in das Land der Söhne Ammons kamen, um Hanon Trost zuzusprechen, 1 Chronik 1Chr 13 19 3 Dixerunt principes filiorum Ammon ad Hanon: Tu forsitan putas, quod David honoris causa in patrem tuum miserit qui consolentur te: nec animadvertis quod ut explorent, et investigent, et scrutentur terram tuam, venerint ad te servi ejus. sagten die Fürsten der Söhne Ammons zu Hanon: Meinst du etwa, David habe deinem Vater zu Ehren solche gesandt, die dir Trost spenden sollen, und merkst du nicht, dass seine Diener zu dir gekommen sind, um dein Land zu erkunden und auszuspähen und zu erforschen? @@ -16454,7 +16455,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 19 18 Fugit autem Syrus Israel: et interfecit David de Syris septem millia curruum, et quadraginta millia peditum, et Sophach exercitus principem. Doch die Syrer flohen vor Israel und David vernichtete von den Syrern siebentausend Wagen und vierzigtausend Mann Fußvolk,⁷ auch Sophach, den Anführer des Heeres. [2Sam 10,18] 1 Chronik 1Chr 13 19 18 7 [2Sam 10,18]: 700 Wagen und 40000 Reiter (wohl Mann, Reiter und Fußvolk vom übrigen Heere). Dass von der Flucht von 58000 Mann [2Sam 10,19] weder im hebr. noch im griech. Texte sich etwas findet, ist oben gesagt. 1 Chronik 1Chr 13 19 19 Videntes autem servi Adarezer se ab Israel esse superatos, transfugerunt ad David, et servierunt ei: noluitque ultra Syria auxilium præbere filiis Ammon. Als nun die Leute Adarezers sahen, dass sie von Israel geschlagen waren, gingen sie zu David über und unterwarfen sich; und fortan wollten die Syrer den Söhnen Ammons nicht mehr Hilfe leisten. -1 Chronik 1Chr 13 20 0 Im nächsten Jahre darauf verwüstet Joab das Land der Ammoniter, David zerstört Rabba. (V. 3) b. Davids Heer erringt drei Siege über die Philister und drei Riesen derselben. (V. 7) 4. David bereitet alles zum Tempelbau vor, ordnet den Gottesdienst und die Verwaltung des Reiches und übergibt Salomon die Herrschaft. (21,1 29,25) +1 Chronik 1Chr 13 20 0 Im nächsten Jahre darauf verwüstet Joab das Land der Ammoniter, David zerstört Rabba. (V. 3) b. Davids Heer erringt drei Siege über die Philister und drei Riesen derselben. (V. 7) 4. David bereitet alles zum Tempelbau vor, ordnet den Gottesdienst und die Verwaltung des Reiches und übergibt Salomon die Herrschaft. (21,1 29,25) 1 Chronik 1Chr 13 20 1 Factum est autem post anni circulum, eo tempore, quo solent reges ad bella procedere, congregavit Joab exercitum, et robur militiæ, et vastavit terram filiorum Ammon; perrexitque et obsedit Rabba: porro David manebat in Jerusalem, quando Joab percussit Rabba, et destruxit eam. Es begab sich aber nach Umlauf eines Jahres, zu der Zeit, in der die Könige in den Krieg zu ziehen pflegen, sammelte Joab das Heer und die Kriegsmacht und verheerte das Land der Söhne Ammons; sodann zog er hin und belagerte Rabba; David aber blieb in Jerusalem, während Joab Rabba besiegte und es zerstörte. [2Sam 10,7, 2Sam 11,1] 1 Chronik 1Chr 13 20 2 Tulit autem David coronam Melchom de capite ejus, et invenit in ea auri pondo talentum, et pretiosissimas gemmas, fecitque sibi inde diadema: manubias quoque urbis plurimas tulit: Da nahm David die Krone vom Haupte Melchoms¹ und fand sie ein Talent Goldes schwer und mit den kostbarsten Edelsteinen geschmückt und er machte für sich eine Krone daraus und führte auch eine reiche Beute aus der Stadt fort. 1 Chronik 1Chr 13 20 2 1 Hebr.: ihres Königs, ebenso Septuag.: vom Haupte Melkoms, ihres Königs. [1Kön 11,5] @@ -16469,7 +16470,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 20 6 6 Der Riesen. Siehe Anm. 3. 1 Chronik 1Chr 13 20 7 Hic blasphemavit Israel: et percussit eum Jonathan filius Samaa fratris David. Hi sunt filii Rapha in Geth, qui ceciderunt in manu David et servorum ejus. Dieser sprach Israel Hohn; da erschlug ihn Jonathan, der Sohn Samaas, des Bruders Davids. Dies sind die Söhne Rapha in Geth, welche durch die Hand Davids und seiner Leute⁷ fielen. 1 Chronik 1Chr 13 20 7 7 [2Sam 21,22]: durch die Hand Davids, durch Vermittlung Davids, durch ihn und die Krieger, die er anführte. -1 Chronik 1Chr 13 21 0 1. Vorbereitungen auf den Tempelbau (21,1 22,19) a. David beleidigt Gott durch die Zählung des Volkes (V. 7), der Herr sendet eine Pest über dasselbe. (V. 14) Buße Davids. (V. 17) Erbauung eines Altares auf der Tenne Ornans, die ihm durch ein göttliches Zeichen als Stätte des Tempels kundgetan wird. +1 Chronik 1Chr 13 21 0 1. Vorbereitungen auf den Tempelbau (21,1 22,19) a. David beleidigt Gott durch die Zählung des Volkes (V. 7), der Herr sendet eine Pest über dasselbe. (V. 14) Buße Davids. (V. 17) Erbauung eines Altares auf der Tenne Ornans, die ihm durch ein göttliches Zeichen als Stätte des Tempels kundgetan wird. 1 Chronik 1Chr 13 21 1 Consurrexit autem Satan contra Israel: et concitavit David ut numeraret Israel. Satan¹ aber erhob sich² gegen Israel und reizte David an, Israel zu zählen. [2Sam 24,1, 1Chr 27,24] 1 Chronik 1Chr 13 21 1 1 Ein Widersacher, Satan. Auch [2Sam 24] ist wohl dieser gemeint und viel leicht genannt. 1 Chronik 1Chr 13 21 1 2 Septuag: stand. @@ -16519,7 +16520,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 21 29 Tabernaculum autem Domini, quod fecerat Moyses in deserto, et altare holocaustorum, ea tempestate erat in excelso Gabaon. Das Zelt des Herrn aber, welches Moses in der Wüste gemacht hatte, und der Brandopferaltar waren zu jener Zeit auf der Höhe von Gabaon. [Ex 36,2] 1 Chronik 1Chr 13 21 30 Et non prævaluit David ire ad altare ut ibi obsecraret Deum: nimio enim fuerat in timore perterritus, videns gladium Angeli Domini. David aber wagte nicht, zu dem Altare zu treten,¹⁹ um daselbst Gott anzuflehen; denn er war zu sehr von Schrecken ergriffen, als er das Schwert des Engels des Herrn sah. 1 Chronik 1Chr 13 21 30 19 Zum Altare in Gabaon. Erstlich hatte Gott ihm durch das Feuer eine andere Opferstätte gewiesen (V. 28), sodann hatte ihn die Pest von dort weggeschreckt. -1 Chronik 1Chr 13 22 0 b. David wählt Bauleute für die Errichtung des Tempels aus und schafft das Material herbei. (V. 5) Mahnung an Salomon, den Tempel zu bauen (V. 16), und an die Fürsten Israels, ihn dabei zu unterstützen. +1 Chronik 1Chr 13 22 0 b. David wählt Bauleute für die Errichtung des Tempels aus und schafft das Material herbei. (V. 5) Mahnung an Salomon, den Tempel zu bauen (V. 16), und an die Fürsten Israels, ihn dabei zu unterstützen. 1 Chronik 1Chr 13 22 1 Dixitque David: Hæc est domus Dei, et hoc altare in holocaustum Israel. Und David sprach: Dies ist das Haus Gottes und dies der Altar für das Brandopfer Israels.¹ 1 Chronik 1Chr 13 22 1 1 Diesen Ort hat Gott für den Tempel gewählt. Der Hügel Moria lag nordöstlich von dem Berge Sion. Die Hügel Moria, Sion und der nordwestlich gelegene Hügel Akra bildeten die damalige Stadt Jerusalem. 1 Chronik 1Chr 13 22 2 Et præcepit ut congregarentur omnes proselyti de terra Israel, et constituit ex eis latomos ad cædendos lapides et poliendos, ut ædificaretur domus Dei. Dann befahl er, alle Fremdlinge² im Lande Israel zu versammeln und bestellte aus ihnen Steinhauer, welche Steine brechen und behauen sollten, um das Haus des Herrn zu bauen. @@ -16551,7 +16552,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 22 18 11 Hebr.: Es ist ja der Herr, euer Gott, mit euch, er hat euch Ruhe geschaffen ringsumher, denn er hat die Bewohner des Landes in meine Hand gegeben. 1 Chronik 1Chr 13 22 19 Præbete igitur corda vestra et animas vestras, ut quæratis Dominum Deum vestrum: et consurgite et ædificate sanctuarium Domino Deo, ut introducatur arca fderis Domini, et vasa Domino consecrata, in domum, quæ ædificatur nomini Domini. Darum richtet eure Herzen und euren Sinn darauf, den Herrn, euren Gott, zu suchen; und machet euch daran, bauet Gott, dem Herrn, das Heiligtum, damit die Lade des Bundes des Herrn¹² und die Geräte, die dem Herrn geheiligt sind, in das Haus gebracht werden, das dem Namen des Herrn erbaut wird. 1 Chronik 1Chr 13 22 19 12 Die in dem Zelt auf Sion war. [1Chr 15,1.28ff] -1 Chronik 1Chr 13 23 0 2. Davids Anordnungen betreffend den Gottesdienst und die Verwaltung des Reiches. (23,1 27,34) A. Einteilung der Leviten in drei Familien (V. 24), deren Ämter. +1 Chronik 1Chr 13 23 0 2. Davids Anordnungen betreffend den Gottesdienst und die Verwaltung des Reiches. (23,1 27,34) A. Einteilung der Leviten in drei Familien (V. 24), deren Ämter. 1 Chronik 1Chr 13 23 1 Igitur David senex et plenus dierum, regem constituit Salomonem filium suum super Israel. Als nun David alt und hochbetagt war, setzte er seinen Sohn Salomon zum König über Israel ein.¹ 1 Chronik 1Chr 13 23 1 1 Hier lässt David ich wohl als König proklamieren, zum Könige salben und auf den Thron erheben. [1Kön 1] 1 Chronik 1Chr 13 23 2 Et congregavit omnes principes Israel, et Sacerdotes atque Levitas. Und er versammelte alle Fürsten Israels und die Priester und die Leviten.² @@ -16608,7 +16609,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 23 31 23 Die vorbereitenden Handlungen: Auswahl, Schlachtung usw. der Tiere, während die Blutsprengung Sache der Priester war. 1 Chronik 1Chr 13 23 32 Et custodiant observationes tabernaculi fderis, et ritum sanctuarii, et observationem filiorum Aaron fratrum suorum, ut ministrent in domo Domini. Und sie sollen der heiligen Hut bei dem Zelte des Bundes warten²⁴ und des Dienstes im Heiligtume und der Hut der Söhne Aarons, ihrer Brüder, dass sie Dienst tun im Hause des Herrn. 1 Chronik 1Chr 13 23 32 24 Alles verrichten, was der Dienst des Heiligtums fordert und die Priester ihnen auftragen. -1 Chronik 1Chr 13 24 0 a. 24 Priesterklassen. (V. 19) b. Den Priestern helfende Leviten. +1 Chronik 1Chr 13 24 0 a. 24 Priesterklassen. (V. 19) b. Den Priestern helfende Leviten. 1 Chronik 1Chr 13 24 1 Porro filiis Aaron hæ partitiones erant: Filii Aaron: Nadab, et Abiu, et Eleazar, et Ithamar. Dies waren die Abteilungen der Söhne Aarons: Die Söhne Aarons: Nadab, Abiu, Eleazar und Ithamar. 1 Chronik 1Chr 13 24 2 Mortui sunt autem Nadab, et Abiu ante patrem suum absque liberis: sacerdotioque functus est Eleazar, et Ithamar. Aber Nadab und Abiu starben vor ihrem Vater ohne Kinder und Eleazar und Ithamar wurden Priester. [Lev 10,2, Num 3,4] 1 Chronik 1Chr 13 24 3 Et divisit eos David, id est Sadoc de filiis Eleazari, et Ahimelech de filiis Ithamar, secundum vices suas et ministerium. Und David teilte sie,¹ nämlich Sadok von den Söhnen Eleazars und Ahimelech² von den Söhnen Ithamars, nach ihren Abteilungen mit ihrem Dienste. @@ -16663,7 +16664,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 24 31 Miseruntque et ipsi sortes contra fratres suos filios Aaron coram David rege, et Sadoc, et Ahimelech. Et principibus familiarum Sacerdotalium et Leviticarum, tam majores, quam minores: omnes sors æqualiter dividebat. Auch diese warfen das Los wider ihre Brüder, die Söhne Aarons,²² in Gegenwart des Königs David und Sadoks und Ahimelechs und der Häupter der Priester- und Levitengeschlechter, sowohl die höheren wie die geringeren;²³ über alle bestimmte das Los auf gleiche Weise. 1 Chronik 1Chr 13 24 31 22 Es sind nur 16 Klassen und nur 6 Häupter genannt. Die Liste ist also sehr unvollständig. 1 Chronik 1Chr 13 24 31 23 Das Haupt eines jeden Vaterhauses in gleicher Weise wie jüngere Angehörige desselben. -1 Chronik 1Chr 13 25 0 c. 24 Sängerklassen +1 Chronik 1Chr 13 25 0 c. 24 Sängerklassen 1 Chronik 1Chr 13 25 1 Igitur David, et magistratus exercitus segregaverunt in ministerium filios Asaph, et Heman, et Idithun: qui prophetarent in citharis, et psalteriis, et cymbalis secundum numerum suum dedicato sibi officio servientes. Und David und die Obersten des Heeres bestimmten die Söhne Asaphs und Hemans und Idithuns für den Dienst, auf Zithern und Harfen und Zimbeln zu weissagen,¹ dass sie nach ihrer Zahl in dem ihnen übertragenen Amte Dienst täten: 1 Chronik 1Chr 13 25 1 1 Im Geiste Gottes, mit göttlicher Amtsausrüstung zu singen. 1 Chronik 1Chr 13 25 2 De filiis Asaph: Zacchur, et Joseph, et Nathania, et Asarela, filii Asaph: sub manu Asaph prophetantis juxta regem. Von den Söhnen Asaphs: Zakchur, Joseph, Nathania und Asarela, die Söhne Asaphs; unter der Leitung Asaphs, der bei dem Könige weissagte.² @@ -16705,7 +16706,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 25 29 Vigesimasecunda Geddelthi, filiis et fratribus ejus duodecim. Das zweiundzwanzigste auf Geddelthi, auf seine Söhne und Brüder, zwölf. 1 Chronik 1Chr 13 25 30 Vigesimatertia Mahazioth, filiis et fratribus ejus duodecim. Das dreiundzwanzigste auf Mahazioth, auf seine Söhne und Brüder, zwölf. 1 Chronik 1Chr 13 25 31 Vigesimaquarta Romemthiezer, filiis et fratribus ejus duodecim. Das vierundzwanzigste auf Romemthiezer, auf seine Söhne und Brüder, zwölf. -1 Chronik 1Chr 13 26 0 C. Die Türhüter. (V. 19) Schatzverwalter. (V. 28) Richter und Lehrer. +1 Chronik 1Chr 13 26 0 C. Die Türhüter. (V. 19) Schatzverwalter. (V. 28) Richter und Lehrer. 1 Chronik 1Chr 13 26 1 Divisiones autem janitorum: de Coritis Meselemia, filius Core, de filiis Asaph. Die Abteilungen der Türhüter aber waren: Von den Koritern Meselemia, der Sohn Kores, von den Söhnen Asaphs.¹ 1 Chronik 1Chr 13 26 1 1 Die Asaphiten waren nicht Korachiten, sondern Gersoniten. Meselemia ist wohl der gleiche, wie Selemias V. 14. Statt Asaphs ist zu lesen: Abiasaphs. [1Chr 9,19] 1 Chronik 1Chr 13 26 2 Filii Meselemiæ: Zacharias primogenitus, Jadihel secundus, Zabadias tertius, Jathanael quartus. Die Söhne Meselemias: Zacharias, der Erstgeborene, Jadihel, der zweite, Zabadias, der dritte, Jathanael, der vierte, @@ -16756,7 +16757,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 26 31 17 Eigentlich: Vaterhäusern. 1 Chronik 1Chr 13 26 32 Fratresque ejus robustioris ætatis, duo millia septingenti principes familiarum. Præposuit autem eos David rex Rubenitis, et Gadditis, et dimidiæ tribui Manasse, in omne ministerium Dei, et regis. und seine Brüder reiferen Alters¹⁸ waren zweitausendsiebenhundert Familienhäupter. Diese setzte der König David über die Rubeniten und Gaditen und den halben Stamm Manasse, in allen Angelegenheiten Gottes und des Königs. 1 Chronik 1Chr 13 26 32 18 Hebr.: Wackere Männer. -1 Chronik 1Chr 13 27 0 B. Auf gleiche Weise wird die Verwaltung des Reiches geordnet. (Kap. 27) a. Einteilung des Heeres in zwölf Abteilungen. (V. 15) b. Einsetzung von Fürsten über die zwölf Stämme. (V. 24) c. Ernennung von Schatzverwaltern (V. 31) d. und von Ratgebern des Königs. +1 Chronik 1Chr 13 27 0 B. Auf gleiche Weise wird die Verwaltung des Reiches geordnet. (Kap. 27) a. Einteilung des Heeres in zwölf Abteilungen. (V. 15) b. Einsetzung von Fürsten über die zwölf Stämme. (V. 24) c. Ernennung von Schatzverwaltern (V. 31) d. und von Ratgebern des Königs. 1 Chronik 1Chr 13 27 1 Filii autem Israel secundum numerum suum, principes familiarum, tribuni et centuriones, et præfecti, qui ministrabant regi juxta turmas suas, ingredientes et egredientes per singulos menses in anno, viginti quatuor millibus singuli præerant. Und die Söhne Israels nach ihrer Zahl, die Familienhäupter, die Obersten und Hauptleute und die Amtleute, welche dem Könige nach ihren Abteilungen dienten, antretend und abziehend, Monat um Monat im Jahre, waren ein jeder über vierundzwanzigtausend gesetzt. 1 Chronik 1Chr 13 27 2 Primæ turmæ in primo mense Jesboam præerat filius Zabdiel, et sub eo viginti quatuor millia. Über die erste Abteilung im ersten Monat war Jesboam, der Sohn Zabdiels, gesetzt und unter ihm standen vierundzwanzigtausend. 1 Chronik 1Chr 13 27 3 De filiis Phares, princeps cunctorum principum in exercitu mense primo. Er gehörte zu den Söhnen Phares und war das Oberhaupt aller Führer der Schar im ersten Monat. @@ -16805,7 +16806,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 27 34 Post Achitophel fuit Joiada filius Banaiæ, et Abiathar. Princeps autem exercitus regis erat Joab. Nach Achitophel¹³ war es Jojada, der Sohn Banajas und Abiathar. Feldherr des Königs aber war Joab.¹⁴ 1 Chronik 1Chr 13 27 34 13 Nachdem dieser sich selbst getötet. [2Sam 17,23] 1 Chronik 1Chr 13 27 34 14 Vergl. das Verzeichnis [1Chr 18,15-17] und [2Sam 8,15-18, 2Sam 20,23-26]. -1 Chronik 1Chr 13 28 0 C. David übergibt die Herrschaft seinem Sohn Salomon. (28,1-29,25) A. David beruft die Fürsten und erklärt Salomon als seinen von Gott selbst bestimmten Nachfolger, der den Tempel bauen soll. (V. 10) Er übergibt Salomon den ihm von Gott überlieferten Grundriss des Tempels. +1 Chronik 1Chr 13 28 0 C. David übergibt die Herrschaft seinem Sohn Salomon. (28,1-29,25) A. David beruft die Fürsten und erklärt Salomon als seinen von Gott selbst bestimmten Nachfolger, der den Tempel bauen soll. (V. 10) Er übergibt Salomon den ihm von Gott überlieferten Grundriss des Tempels. 1 Chronik 1Chr 13 28 1 Convocavit igitur David, omnes principes Israel, duces tribuum, et præpositos turmarum, qui ministrabant regi: tribunos quoque et centuriones, et qui præerant substantiæ et possessionibus regis, filiosque suos cum eunuchis, et potentes, et robustissimos quosque in exercitu Jerusalem. Und David berief alle Fürsten Israels, die Häupter der Stämme,¹ die Obersten des königlichen Hofgesindes,² die Obersten und Hauptleute³ und die Verwalter des Vermögens und der Besitzungen⁴ des Königs und seine Söhne sowie die Kämmerer und alle heldenhaften und starken Männer im Heere nach Jerusalem. 1 Chronik 1Chr 13 28 1 1 Die [1Chr 27,16-22] aufgezählten. 1 Chronik 1Chr 13 28 1 2 Hebr.: Obersten der Abteilungen, welche dem Könige dienten (die [1Chr 27,1-15] aufgezählten). @@ -16855,7 +16856,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 28 20 Dixit quoque David Salomoni filio suo: Viriliter age, et confortare, et fac: ne timeas, et ne paveas: Dominus enim Deus meus tecum erit, et non dimittet te, nec derelinquet donec perficias omne opus ministerii domus Domini. Sodann sprach David zu seinem Sohne Salomon: Sei fest und entschlossen und führe es aus! Fürchte dich nicht und zage nicht; denn der Herr, mein Gott, wird mit dir sein und wird dich nicht im Stiche lassen, noch verlassen, bis du das ganze Werk für den Dienst des Hauses des Herrn vollendet hast. 1 Chronik 1Chr 13 28 21 Ecce divisiones Sacerdotum et Levitarum, in omne ministerium domus Domini assistunt tibi, et parati sunt, et noverunt tam principes quam populus facere omnia præcepta tua. Siehe, hier sind die Abteilungen der Priester und Leviten, die zu jedem Dienste im Hause des Herrn bereit dir zur Seite stehen;²⁸ und ebenso die Fürsten, wie das Volk, wissen alle deine Befehle auszuführen. 1 Chronik 1Chr 13 28 21 28 Hier fehlt: wer immer freiwillig ist, mit Weisheit, für jeglichen Dienst. Es sind geschickte Künstler da [1Chr 22,15], welche ihre Kunst freiwillig in den Dienst des Tempelbaues stellen werden (wie [Ex 36,1]). -1 Chronik 1Chr 13 29 0 Nach Aufzählung dessen, was er bereits selbst vorbereitet, fordert David die Fürsten auf, auch ihrerseits zum Tempelbaue beizusteuern (V. 5), diese geben gern das Versprechen. (V. 9) c. David sagt Gott Dank und fleht ihn an, Salomon bei diesem Werke beizustehen. (V. 19) d. David übergibt Salomon die Herrschaft, dieser wird gesalbt und als König begrüßt. (V. 25) Epilog: Quellen der Geschichte Davids. +1 Chronik 1Chr 13 29 0 Nach Aufzählung dessen, was er bereits selbst vorbereitet, fordert David die Fürsten auf, auch ihrerseits zum Tempelbaue beizusteuern (V. 5), diese geben gern das Versprechen. (V. 9) c. David sagt Gott Dank und fleht ihn an, Salomon bei diesem Werke beizustehen. (V. 19) d. David übergibt Salomon die Herrschaft, dieser wird gesalbt und als König begrüßt. (V. 25) Epilog: Quellen der Geschichte Davids. 1 Chronik 1Chr 13 29 1 Locutusque est David rex ad omnem ecclesiam: Salomonem filium meum unum elegit Deus, adhuc puerum et tenellum: opus namque grande est, neque enim homini præparatur habitatio, sed Deo. Alsdann sprach der König David zu allen Versammelten: Mein Sohn Salomon, den Gott allein erwählt hat, ist noch jung und zart; aber das Werk ist groß, denn nicht für einen Menschen wird eine Wohnung bereitet, sondern für Gott. 1 Chronik 1Chr 13 29 2 Ego autem totis viribus meis præparavi impensas domus Dei mei. Aurum ad vasa aurea, et argentum in argentea, æs in ænea, ferrum in ferrea, ligna ad lignea: et lapides onychinos, et quasi stibinos, et diversorum colorum, omnemque pretiosum lapidem, et marmor Parium abundantissime: Ich habe aus allen meinen Kräften für das Haus meines Gottes vorbereitet: das Gold zu den goldenen Gefäßen, das Silber zu den silbernen, das Erz zu den ehernen, das Eisen zu den eisernen, das Holz zu den hölzernen, dazu Onyx-Steine und Spießglanz gleiche und bunte Steine¹ und allerlei andere kostbare Steine und parischen Marmor² in Menge. 1 Chronik 1Chr 13 29 2 1 Hebr.: Onyx- und Einfasssteine, glänzende (Spießglanz gleichende) und bunt gestreifte oder gefleckte Edelsteine. @@ -16912,7 +16913,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 1 Chronik 1Chr 13 29 28 Et mortuus est in senectute bona, plenus dierum, et divitiis, et gloria: et regnavit Salomon filius ejus pro eo. Und er starb im glücklichen Alter, hochbetagt, in Reichtum und Ehren, und sein Sohn Salomon ward König an seiner Statt. 1 Chronik 1Chr 13 29 29 Gesta autem David regis priora, et novissima scripta sunt in Libro Samuelis Videntis, et in Libro Nathan prophetæ, atque in volumine Gad Videntis: Des Königs David Taten aber, die früheren wie die späteren, sind geschrieben im Buche Samuels, des Sehers, und im Buche Nathans, des Propheten, und im Buche Gads, des Sehers, 1 Chronik 1Chr 13 29 30 Universique regni ejus, et fortitudinis, et temporum, quæ transierunt sub eo, sive in Israel, sive in cunctis regnis terrarum. ebenso seine ganze Regierung, wie seine Macht und die Zeitläufte, die unter ihm, sowohl über Israel wie über alle Reiche der Erde dahingingen. -2 Chronik 2Chr 14 1 0 III. Geschichte Salomons und seiner Nachfolger, insbesondere derjenigen, welche sich die Verehrung des Herrn besonders angelegen sein ließen. (Kap. 1,1 Kap. 36,21) 1. Salomon baut den Tempel und weiht ihn ein. (1,1 9,31) A. Anfang der Geschichte Salomons (V. 17): Salomon bringt vor der Stiftshütte in Gabaon ein Opfer dar. (V. 6) Gott erscheint ihm in der Nacht im Traumgesicht und verleiht ihm Weisheit, dazu Reichtum. +2 Chronik 2Chr 14 1 0 III. Geschichte Salomons und seiner Nachfolger, insbesondere derjenigen, welche sich die Verehrung des Herrn besonders angelegen sein ließen. (Kap. 1,1 Kap. 36,21) 1. Salomon baut den Tempel und weiht ihn ein. (1,1 9,31) A. Anfang der Geschichte Salomons (V. 17): Salomon bringt vor der Stiftshütte in Gabaon ein Opfer dar. (V. 6) Gott erscheint ihm in der Nacht im Traumgesicht und verleiht ihm Weisheit, dazu Reichtum. 2 Chronik 2Chr 14 1 1 Confortatus est ergo Salomon filius David in regno suo, et Dominus Deus ejus erat cum eo, et magnificavit eum in excelsum. Also erstarkte Salomons, des Sohnes Davids, Herrschermacht und der Herr, sein Gott, war mit ihm und machte ihn groß und erhaben. [1Kön 3,1] 2 Chronik 2Chr 14 1 2 Præcepitque Salomon universo Israeli, tribunis, et centurionibus, et ducibus, et judicibus omnis Israel, et principibus familiarum: Da befahl Salomon dem gesamten Israel, den Obersten und Hauptleuten und den Fürsten und Richtern in ganz Israel und den Häuptern der Geschlechter¹ 2 Chronik 2Chr 14 1 2 1 Mit ihm zu ziehen. @@ -16943,7 +16944,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 1 16 12 Sept. Thekua. Hebr.: Und zwar pflegten die königlichen Händler aus Koa Pferde zu holen gegen Bezahlung. 2 Chronik 2Chr 14 1 17 Quadrigam equorum sexcentis argenteis, et equum centum quinquaginta: similiter de universis regnis Hethæorum, et a regibus Syriæ emptio celebrabatur. ein Viergespann Pferde um sechshundert Silberlinge¹³ und ein Pferd um hundertfünfzig; ebenso ward es betreffs des Kaufes in allen Reichen der Hethiter und von den Königen in Syrien gehalten. 2 Chronik 2Chr 14 1 17 13 Sekel, etwa 2 Mark, zusammen also etwa 1500 Mark. -2 Chronik 2Chr 14 2 0 B. Bau und Einweihung des Tempels. (2,1 7,22) a. Salomon erbittet von Hiram einen Baumeister und Holz (V. 10) und nötigt die unter den Israeliten wohnenden Fremdlinge zur Mitarbeit. +2 Chronik 2Chr 14 2 0 B. Bau und Einweihung des Tempels. (2,1 7,22) a. Salomon erbittet von Hiram einen Baumeister und Holz (V. 10) und nötigt die unter den Israeliten wohnenden Fremdlinge zur Mitarbeit. 2 Chronik 2Chr 14 2 1 Decrevit autem Salomon ædificare domum nomini Domini, et palatium sibi. Salomon beschloss nun, das Haus dem Namen des Herrn und einen Palast für sich zu bauen. 2 Chronik 2Chr 14 2 2 Et numeravit septuaginta millia virorum portantium humeris, et octoginta millia qui cæderent lapides in montibus, præpositosque eorum tria millia sexcentos. Und er zählte siebzigtausend als Lastträger ab und achtzigtausend, um im Gebirge Steine zu brechen, und als Vorsteher über sie dreitausendsechshundert.¹ 2 Chronik 2Chr 14 2 2 1 [1Kön 5,16] werden nur 3300 genannt, die hier beigefügten 300 waren also Oberaufseher. @@ -16971,7 +16972,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 2 17 8 [1Chr 22,2] 2 Chronik 2Chr 14 2 18 Fecitque ex eis septuaginta millia, qui humeris onera portarent, et octoginta millia, qui lapides in montibus cæderent: tria autem millia et sexcentos præpositos operum populi. Von diesen bestimmte er siebzigtausend zu Lastträgern und achtzigtausend, um Steine im Gebirge⁹ zu brechen; und dreitausendsechshundert als Vorsteher über die Arbeiten des Volkes. 2 Chronik 2Chr 14 2 18 9 Im Süden von Juda. -2 Chronik 2Chr 14 3 0 b. Beschreibung des Tempels +2 Chronik 2Chr 14 3 0 b. Beschreibung des Tempels 2 Chronik 2Chr 14 3 1 Et cpit Salomon ædificare domum Domini in Jerusalem in monte Moria, qui demonstratus fuerat David patri ejus, in loco, quem paraverat David in area Ornan Jebusæi. Da begann Salomon das Haus des Herrn in Jerusalem auf dem Berge Moria¹ zu bauen, der seinem Vater David gezeigt ward, an dem Orte, den David auf der Tenne Ornans, des Jebusiters, zugerichtet hatte. [1Kön 6,1, 2Sam 24,25, 1Chr 21,6] 2 Chronik 2Chr 14 3 1 1 [Gen 22,2] Es ist der nördlich von Sion gelegene Berg. 2 Chronik 2Chr 14 3 2 Cpit autem ædificare mense secundo, anno quarto regni sui. Er fing aber im zweiten Monat, im vierten Jahre seiner Herrschaft, zu bauen an. @@ -17007,7 +17008,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 3 16 17 Richtiger: am Reife. 2 Chronik 2Chr 14 3 17 Ipsas quoque columnas posuit in vestibulo templi, unam a dextris, et alteram a sinistris: eam, quæ a dextris erat, vocavit Jachin: et quæ ad lævam, Booz. Und er stellte die Säulen vor den Tempel, eine zur Rechten, die andere zur Linken; die, welche zur Rechten war, nannte er Jachin und die zur Linken Booz.¹⁸ 2 Chronik 2Chr 14 3 17 18 Er stellt fest und: mit Kraft. -2 Chronik 2Chr 14 4 0 Beschreibung der Gerätschaften für die Vorhöfe und das Heiligtum. (Kap. 4) +2 Chronik 2Chr 14 4 0 Beschreibung der Gerätschaften für die Vorhöfe und das Heiligtum. (Kap. 4) 2 Chronik 2Chr 14 4 1 Fecit quoque altare æneum viginti cubitorum longitudinis, et viginti cubitorum latitudinis, et decem cubitorum altitudinis. Ferner machte er einen ehernen Altar,¹ zwanzig Ellen lang und zwanzig Ellen breit und zehn Ellen hoch; 2 Chronik 2Chr 14 4 1 1 Den Brandopferaltar im Vorhofe. 2 Chronik 2Chr 14 4 2 Mare etiam fusile decem cubitis a labio usque ad labium, rotundum per circuitum: quinque cubitos habebat altitudinis, et funiculus triginta cubitorum ambiebat gyrum ejus. sodann das gegossene Meer, zehn Ellen von einem Rande zum anderen, ringsum gerundet; fünf Ellen war es hoch und eine Schnur von dreißig Ellen lief um seinen Rand. [1Kön 7,23] @@ -17046,7 +17047,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 4 22 Thymiateria quoque, et thuribula, et phialas, et mortariola ex auro purissimo. Et ostia cælavit templi interioris, id est, in Sancta sanctorum: et ostia templi forinsecus aurea. Sicque completum est omne opus, quod fecit Salomon in domo Domini. ebenso die Gefäße zum Räuchern und die Rauchfässer und die Schalen und Mörser vom reinsten Golde.¹⁵ Auch machte er die Türen des inneren Tempels, zum Allerheiligsten, mit Schnitzwerk¹⁶ und die äußern Türen des Tempels von Gold. So war die ganze Arbeit vollendet, welche Salomon im Hause des Herrn schaffte. 2 Chronik 2Chr 14 4 22 15 Hebr.: Und die Messer, Sprengschalen, Schüsseln und Pfannen aus reinem Gold. 2 Chronik 2Chr 14 4 22 16 Diese Erwähnung fehlt im Hebr. -2 Chronik 2Chr 14 5 0 c. Die Bundeslade wird mit großem Gepränge durch die Leviten in den Tempel überführt, den die Herrlichkeit des Herrn erfüllt. (Kap. 5) +2 Chronik 2Chr 14 5 0 c. Die Bundeslade wird mit großem Gepränge durch die Leviten in den Tempel überführt, den die Herrlichkeit des Herrn erfüllt. (Kap. 5) 2 Chronik 2Chr 14 5 1 Intulit igitur Salomon omnia, quæ voverat David pater suus, argentum et aurum, et universa vasa posuit in thesauris domus Dei. Hierauf brachte Salomon alles hinein, was sein Vater David geweiht hatte, Silber und Gold und alle Gerätschaften und legte sie in den Schatzkammern des Hauses Gottes nieder. [1Kön 7,51] 2 Chronik 2Chr 14 5 2 Post quæ congregavit majores natu Israel, et cunctos principes tribuum, et capita familiarum de filiis Israel in Jerusalem, ut adducerent arcam fderis Domini de Civitate David, quæ est Sion. Alsdann versammelte er die Ältesten von Israel und alle Fürsten der Stämme und die Häupter der Familien von den Söhnen Israel in Jerusalem, um die Lade des Bundes des Herrn aus der Davidsstadt, das ist Sion, herzugeleiten. [1Kön 8,1] 2 Chronik 2Chr 14 5 3 Venerunt itaque ad regem omnes viri Israel in die solemni mensis septimi. Da kamen alle Männer von Israel zu dem Könige am Festtage des siebten Monats.¹ @@ -17071,7 +17072,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 5 13 Igitur cunctis pariter, et tubis, et voce, et cymbalis, et organis et diversi generis musicorum concinentibus, et vocem in sublime tollentibus: longe sonitus audiebatur, ita ut cum Dominum laudare cpissent et dicere: Confitemini Domino quoniam bonus, quoniam in æternum misericordia ejus, impleretur domus Dei nube, Als nun alle miteinander¹⁰ mit Trompeten und Gesang und mit Zimbeln und Saitenspielen und Instrumenten aller Art einstimmten und die Stimme erhoben, ward der Schall davon weithin gehört und, da sie den Herrn zu preisen und zu sagen begannen: Lobet den Herrn, denn er ist gütig und seine Barmherzigkeit währet ewiglich, ward das Haus Gottes mit einer Wolke erfüllt 2 Chronik 2Chr 14 5 13 10 Hebr.: gleichzeitig und einstimmig. 2 Chronik 2Chr 14 5 14 Nec possent Sacerdotes stare et ministrare propter caliginem. Compleverat enim gloria Domini domum Dei. und die Priester vermochten nicht, hinzuzutreten und ihren Dienst zu verrichten wegen des Dunkels; denn die Herrlichkeit des Herrn hatte das Haus Gottes erfüllt. -2 Chronik 2Chr 14 6 0 d. Salomon sagt Gott Dank, dass er die David gegebene Verheißung erfüllt (V. 11), und fleht ihn vor dem gesamten Volke an, die in diesem Tempel Betenden zu erhören. +2 Chronik 2Chr 14 6 0 d. Salomon sagt Gott Dank, dass er die David gegebene Verheißung erfüllt (V. 11), und fleht ihn vor dem gesamten Volke an, die in diesem Tempel Betenden zu erhören. 2 Chronik 2Chr 14 6 1 Tunc Salomon ait: Dominus pollicitus est ut habitaret in caligine: Da sprach Salomon: Der Herr hat verheißen, im Dunkel zu wohnen;¹ [1Kön 8,12] 2 Chronik 2Chr 14 6 1 1 Menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar [Ex 20,21], daher auch nicht darzustellen. 2 Chronik 2Chr 14 6 2 Ego autem ædificavi domum nomini ejus, ut habitaret ibi in perpetuum. ich habe nun seinem Namen ein Haus gebaut, dass er in demselben auf ewig wohne.² @@ -17126,7 +17127,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 6 41 11 Zu deinem Wohnsitz im Allerheiligsten. 2 Chronik 2Chr 14 6 42 Domine Deus ne averteris faciem christi tui: memento misericordiarum David servi tui. Herr, Gott! weise das Angesicht deines Gesalbten¹² nicht ab; gedenke der Gnadenerweise gegen deinen Diener David! 2 Chronik 2Chr 14 6 42 12 Salomon. -2 Chronik 2Chr 14 7 0 Gott sendet Feuer vom Himmel als Zeichen, dass er das Gebet erhört hat. (V. 3) Nach Vollendung der Einweihung entlässt Salomon das Volk. (V. 10) e. Gott erscheint Salomon von neuem und verheißt ihm und dem Volke seinen Beistand, wenn sie sein Gesetz beobachten, droht ihnen seine Strafe an, wenn sie es übertreten. +2 Chronik 2Chr 14 7 0 Gott sendet Feuer vom Himmel als Zeichen, dass er das Gebet erhört hat. (V. 3) Nach Vollendung der Einweihung entlässt Salomon das Volk. (V. 10) e. Gott erscheint Salomon von neuem und verheißt ihm und dem Volke seinen Beistand, wenn sie sein Gesetz beobachten, droht ihnen seine Strafe an, wenn sie es übertreten. 2 Chronik 2Chr 14 7 1 Cumque complesset Salomon fundens preces, ignis descendit de clo, et devoravit holocausta, et victimas: et majestas Domini implevit domum. Als nun Salomon sein Gebet vollendet hatte, fiel Feuer vom Himmel herab und verzehrte die Brandopfer und die anderen Opfer; und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus.¹ [2Makk 2,8] 2 Chronik 2Chr 14 7 1 1 Die V. 1-3 gegebene Nachricht fehlt in dem Berichte [1Kön 8,54ff], ebenso wie hier die dort erzählte Segnung der Gemeinde. Die Ansprache hielt Salomon wohl, als das Feuer herabgekommen war. Die Herrlichkeit des Herrn stieg in dem Feuer herab, das die Opfer verzehrte und so bestätigte, dass der Herr, der über der Bundeslade thront, auch den Opferdienst an diesem Altare genehm halte und von seinem Thron den Opfernden Gnade spenden werde. 2 Chronik 2Chr 14 7 2 Nec poterant sacerdotes ingredi templum Domini, eo quod implesset majestas Domini templum Domini. Da vermochten die Priester nicht, in den Tempel des Herrn einzutreten, denn die Herrlichkeit des Herrn hatte den Tempel des Herrn erfüllt. @@ -17158,7 +17159,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 7 21 Et domus ista erit in proverbium universis transeuntibus, et dicent stupentes: Quare fecit Dominus sic terræ huic, et domui huic? Und dieses Haus⁹ wird allen, die vorübergehen, zum Sprichworte werden und sie werden sich entsetzen und sagen: Warum hat der Herr solches an diesem Lande und diesem Hause getan? 2 Chronik 2Chr 14 7 21 9 Das Hebr. fügt bei: welches so erhaben war. 2 Chronik 2Chr 14 7 22 Respondebuntque: Quia dereliquerunt Dominum Deum patrum suorum, qui eduxit eos de terra gypti, et apprehenderunt deos alienos, et adoraverunt eos, et coluerunt: idcirco venerunt super eos universa hæc mala. Dann wird man antworten: Weil sie den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Lande Ägypten geführt, verlassen und fremden Göttern angehangen und diese angebetet und verehrt haben, darum ist all dies Unheil über sie gekommen. -2 Chronik 2Chr 14 8 0 C. Die übrige Geschichte Salomons. (8,1 9,28) a. Von Salomon erbaute Städte und unterworfene Völker. (V. 10) b. Salomon will die ägyptische Königstochter nicht in Davids Palast führen; er erneuert die Anordnungen seines Vaters über die Opfer und die Dienstleistungen wie die Einteilung der Priester und Leviten. (V. 16) c. Salomons überseeische Unternehmungen. (V. 28) Epilog der Geschichte Salomons. +2 Chronik 2Chr 14 8 0 C. Die übrige Geschichte Salomons. (8,1 9,28) a. Von Salomon erbaute Städte und unterworfene Völker. (V. 10) b. Salomon will die ägyptische Königstochter nicht in Davids Palast führen; er erneuert die Anordnungen seines Vaters über die Opfer und die Dienstleistungen wie die Einteilung der Priester und Leviten. (V. 16) c. Salomons überseeische Unternehmungen. (V. 28) Epilog der Geschichte Salomons. 2 Chronik 2Chr 14 8 1 Expletis autem viginti annis postquam ædificavit Salomon domum Domini et domum suam: Nach Verlauf von zwanzig Jahren aber, in welchen Salomon das Haus des Herrn und sein eigenes Haus erbaut hatte,¹ [1Kön 9,10] 2 Chronik 2Chr 14 8 1 1 Sieben Jahre den Tempel [1Kön 6,38] und dreizehn Jahre den Palast. 2 Chronik 2Chr 14 8 2 Civitates, quas dederat Hiram Salomoni, ædificavit, et habitare ibi fecit filios Israel. baute er die Städte, welche Hiram dem Salomon gegeben hatte,² und siedelte die Söhne Israels daselbst an. @@ -17186,7 +17187,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 8 18 Misit autem ei Hiram per manus servorum suorum naves, et nautas gnaros maris, et abierunt cum servis Salomonis in Ophir, tuleruntque inde quadringenta quinquaginta talenta auri, et attulerunt ad regem Salomonem. Hiram aber sandte ihm⁸ durch seine Leute Schiffe und des Meeres kundige Seeleute; diese fuhren zusammen mit den Knechten Salomons nach Ophir⁹ und holten von dort vierhundertundfünfzig Talente Goldes und brachten es dem Könige Salomon. 2 Chronik 2Chr 14 8 18 8 Fehlt in Septuag. und Syr. So erübrigten sich auch Notbehelfe über die Art der Absendung der Schiffe, welche vom Roten Meere ausgehen mussten. 2 Chronik 2Chr 14 8 18 9 Nach den Älteren Indien (Flav. Jos.) nach einigen Neueren Oman in Arabien. -2 Chronik 2Chr 14 9 0 Salomons Ruhm und Herrlichkeit: Besuch der Königin von Saba (V. 12), seine Einkünfte und Macht. Epilog: Quellen der Geschichte Salomons und aller folgenden Könige. +2 Chronik 2Chr 14 9 0 Salomons Ruhm und Herrlichkeit: Besuch der Königin von Saba (V. 12), seine Einkünfte und Macht. Epilog: Quellen der Geschichte Salomons und aller folgenden Könige. 2 Chronik 2Chr 14 9 1 Regina quoque Saba, cum audisset famam Salomonis, venit ut tentaret eum in ænigmatibus in Jerusalem, cum magnis opibus et camelis, qui portabant aromata, et auri plurimum, gemmasque pretiosas. Cumque venisset ad Salomonem, locuta est ei quæcumque erant in corde suo. Als auch die Königin von Saba den Ruf von Salomon hörte, kam sie, ihn mit schwierigen Fragen auf die Probe zu stellen, nach Jerusalem, mit großer Pracht, mit Kamelen, die Spezereien und sehr viel Geld und kostbare Steine trugen. Diese kam zu Salomon und redete mit ihm von allem, was sie sich vorgenommen hatte. [1Kön 10,1, Mt 12,42, Lk 11,31] 2 Chronik 2Chr 14 9 2 Et exposuit ei Salomon omnia quæ proposuerat: nec quidquam fuit, quod non perspicuum ei fecerit. Und Salomon erklärte ihr alles, was sie vorgelegt hatte; und es war nichts, was er ihr nicht dargelegt hätte.¹ 2 Chronik 2Chr 14 9 2 1 Hebr.: Gab ihr Bescheid auf alles, was sie fragte; nichts blieb Salomon verborgen, dass er ihr die Antwort darauf schuldig geblieben wäre. @@ -17231,7 +17232,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 9 29 13 [1Kön 11,41] wird nur auf das Buch der Geschichte Salomons verwiesen, [2Chr 9,29] dagegen werden nur Werke von Nathan, Ahia und Addo als Quellen genannt. An der Stelle 1 Könige dient der Hinweis zur Beglaubigung sowohl des Buches der Könige wie seiner prophetischen Quellen. Da in den Paralip. nicht auf die Reichsannalen hingewiesen wird, hängt ihr Inhalt wohl so mit diesen zusammen, dass es für die Leser unnötig war, einen solchen Hinweis beizufügen. 2 Chronik 2Chr 14 9 30 Regnavit autem Salomon in Jerusalem super omnem Israel quadraginta annis. Und Salomon herrschte in Jerusalem über ganz Israel vierzig Jahre. 2 Chronik 2Chr 14 9 31 Dormivitque cum patribus suis, et sepelierunt eum in Civitate David: regnavitque Roboam filius ejus pro eo. Und da er zu seinen Vätern entschlief, begruben sie ihn in der Davidsstadt und sein Sohn Roboam ward König an seiner Statt. -2 Chronik 2Chr 14 10 0 2. Die drei ersten Nachfolger Salomons Roboam, Abiam, Asa können zehn Stämme, die unter Roboam abfallen, nicht zum Hause David zurückführen. (10,1 16,14) 1. Herrschaft Roboams, des Sohnes Salomons. (10,1 12,16) A. Roboam treibt durch seine Härte zehn Stämme, welche um Milderung der Lasten ersuchen, zum Abfall. (Kap. 10) +2 Chronik 2Chr 14 10 0 2. Die drei ersten Nachfolger Salomons Roboam, Abiam, Asa können zehn Stämme, die unter Roboam abfallen, nicht zum Hause David zurückführen. (10,1 16,14) 1. Herrschaft Roboams, des Sohnes Salomons. (10,1 12,16) A. Roboam treibt durch seine Härte zehn Stämme, welche um Milderung der Lasten ersuchen, zum Abfall. (Kap. 10) 2 Chronik 2Chr 14 10 1 Profectus est autem Roboam in Sichem: illuc enim cunctus Israel convenerat ut constituerent eum regem. Roboam aber zog nach Sichem, denn ganz Israel war dorthin zusammen gekommen, um ihn zum Könige zu machen. [1Kön 12,1] 2 Chronik 2Chr 14 10 2 Quod cum audisset Jeroboam filius Nabat, qui erat in gypto (fugerat quippe illuc ante Salomonem) statim reversus est. Als Jeroboam, der Sohn Nabats, dies vernahm, der in Ägypten war (dorthin war er nämlich vor Salomon geflohen), kehrte er alsbald zurück. 2 Chronik 2Chr 14 10 3 Vocaveruntque eum, et venit cum universo Israel, et locuti sunt ad Roboam, dicentes: Und sie riefen ihn¹ und er kam mit ganz Israel und sie redeten zu Roboam also: @@ -17255,7 +17256,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 10 17 Super filios autem Israel, qui habitabant in civitatibus Juda, regnavit Roboam. Über die Söhne Israels aber, welche in den Städten Judas wohnten, ward Roboam König. 2 Chronik 2Chr 14 10 18 Misitque rex Roboam Aduram, qui præerat tributis, et lapidaverunt eum filii Israel, et mortuus est: porro rex Roboam currum festinavit ascendere, et fugit in Jerusalem. Als nun König Roboam den Aduram, der über die Abgaben gesetzt, hinsandte, steinigten ihn die Söhne Israels zu Tode. Da stieg König Roboam eilends auf seinen Wagen und floh nach Jerusalem. 2 Chronik 2Chr 14 10 19 Recessitque Israel a domo David, usque ad diem hanc. So fiel Israel vom Hause Davids ab, bis auf diesen Tag. -2 Chronik 2Chr 14 11 0 Roboam wird vom Herrn behindert, die rebellischen Israeliten mit Waffengewalt zum Gehorsam zurückzuführen. (V. 4) B. Roboam festigt seine Herrschaft durch den Bau und die Befestigung vieler Städte im Gebiete Judas und Benjamins (V. 12) wie durch die Aufnahme der Leviten und Priester und der dem Herrn treuen, zuwandernden Israeliten (V. 17), endlich indem er Abia über dessen Brüder erhebt, diese aber zu Befehlshabern der befestigten Städte macht. +2 Chronik 2Chr 14 11 0 Roboam wird vom Herrn behindert, die rebellischen Israeliten mit Waffengewalt zum Gehorsam zurückzuführen. (V. 4) B. Roboam festigt seine Herrschaft durch den Bau und die Befestigung vieler Städte im Gebiete Judas und Benjamins (V. 12) wie durch die Aufnahme der Leviten und Priester und der dem Herrn treuen, zuwandernden Israeliten (V. 17), endlich indem er Abia über dessen Brüder erhebt, diese aber zu Befehlshabern der befestigten Städte macht. 2 Chronik 2Chr 14 11 1 Venit autem Roboam in Jerusalem, et convocavit universam domum Juda et Benjamin, centum octoginta millia electorum atque bellantium, ut dimicaret contra Israel, et converteret ad se regnum suum. Als Roboam aber nach Jerusalem kam, rief er das ganze Haus Juda und Benjamin zusammen, hundertachtzigtausend auserlesene Krieger, um gegen Israel zu kämpfen und die Herrschaft wieder an sich zu bringen. [1Kön 12,21] 2 Chronik 2Chr 14 11 2 Factusque est sermo Domini ad Semeiam hominem Dei, dicens: Da erging des Herrn Wort an Semeja, den Mann Gottes, also: 2 Chronik 2Chr 14 11 3 Loquere ad Roboam filium Salomonis regem Juda, et ad universum Israel, qui est in Juda et Benjamin: Sage zu Roboam, dem Sohne Salomons, dem Könige von Juda, und zu ganz Israel¹ in Juda und Benjamin: @@ -17288,7 +17289,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 11 23 Quia sapientior fuit, et potentior super omnes filios ejus, et in cunctis finibus Juda, et Benjamin, et in universis civitatibus muratis: præbuitque eis escas plurimas, et multas petivit uxores. weil er weiser und angesehener war als alle seine Söhne, und verteilte diese⁸ in alle Landschaften von Juda und Benjamin und in alle ummauerten Städte,⁹ und er gab ihnen reichlichen Unterhalt und suchte viele Frauen. 2 Chronik 2Chr 14 11 23 8 Hebr.: Und er handelte vorsichtig und verteilte ein Anzahl von seinen Söhnen auf alle usw. 2 Chronik 2Chr 14 11 23 9 Die Festungen kamen so in sichere Hände, die Söhne wurden zufrieden gestellt und nicht auf den zum Thronfolger Bestimmten eifersüchtig, der Glanz des königlichen Hauses erhöht, viele Familien demselben verbunden. -2 Chronik 2Chr 14 12 0 C. Da Roboam Gottes Gesetz nicht beobachtet, wird sein Land in die Hand Sesaks dahingegeben und erst befreit, nachdem König und Volk Buße getan. +2 Chronik 2Chr 14 12 0 C. Da Roboam Gottes Gesetz nicht beobachtet, wird sein Land in die Hand Sesaks dahingegeben und erst befreit, nachdem König und Volk Buße getan. 2 Chronik 2Chr 14 12 1 Cumque roboratum fuisset regnum Roboam et confortatum, dereliquit legem Domini, et omnis Israel cum eo. Als nun die Herrschaft Roboams stark und fest geworden war, fiel er von dem Gesetze des Herrn ab und ganz Israel mit ihm. 2 Chronik 2Chr 14 12 2 Anno autem quinto regni Roboam, ascendit Sesac rex gypti in Jerusalem (quia peccaverunt Domino) Im fünften Jahre der Herrschaft Roboams aber zog Sesak,¹ der König von Ägypten, gegen Jerusalem herauf (denn sie hatten sich gegen den Herrn versündigt) [1Kön 14,25] 2 Chronik 2Chr 14 12 2 1 Septuag: Susak, bei den Griechen hieß er Sesonchis, ägyptisch Scheschenk. Er gehörte der sogen. 22. Dynastie an; vermutlich war er durch Jeroboam aufgestachelt. @@ -17316,7 +17317,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 12 15 10 Das Hebr. ist sicher entstellt: zum Zweck der Eintragung in die Geschlechtsregister. 2 Chronik 2Chr 14 12 15 11 Ohne größere feindliche Unternehmungen. 2 Chronik 2Chr 14 12 16 Et dormivit Roboam cum patribus suis, sepultusque est in Civitate David. Et regnavit Abia filius ejus pro eo. Und Roboam entschlief zu seinen Vätern und ward in der Davidsstadt begraben. Sein Sohn Abia ward König an seiner Statt. -2 Chronik 2Chr 14 13 0 2. Die Herrschaft Abias. (Kap. 13) A. Abia führt gegen Jeroboam Krieg, nachdem dieser vergeblich den Versuch gemacht, Israel zum Herrn zurückzuführen (V. 12), und trägt einen Sieg über Israel davon, der ihm einige Städte gewinnt. +2 Chronik 2Chr 14 13 0 2. Die Herrschaft Abias. (Kap. 13) A. Abia führt gegen Jeroboam Krieg, nachdem dieser vergeblich den Versuch gemacht, Israel zum Herrn zurückzuführen (V. 12), und trägt einen Sieg über Israel davon, der ihm einige Städte gewinnt. 2 Chronik 2Chr 14 13 1 Anno octavo decimo regis Jeroboam, regnavit Abia super Judam. Im achtzehnten Jahre des Königs Jeroboam wurde Abia König über Juda. [1Kön 15,1] 2 Chronik 2Chr 14 13 2 Tribus annis regnavit in Jerusalem, nomenque matris ejus Michaia, filia Uriel de Gabaa: et erat bellum inter Abiam et Jeroboam. Drei Jahre herrschte er in Jerusalem, seine Mutter hieß Michaja,¹ eine Tochter Uriels² aus Gabaa; und es war Krieg zwischen Abia und Jeroboam. [2Chr 15,6] 2 Chronik 2Chr 14 13 2 1 Offenbar Schreibfehler für Maacha. (Septuag) @@ -17351,7 +17352,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 13 21 Igitur Abia, confortato imperio suo, accepit uxores quatuordecim: procreavitque viginti duos filios, et sedecim filias. So erstarkte Abia in seiner Herrschaft und er nahm vierzehn Frauen¹² und zeugte zweiundzwanzig Söhne und sechzehn Töchter. 2 Chronik 2Chr 14 13 21 12 Die meisten vor seiner Thronbesteigung. 2 Chronik 2Chr 14 13 22 Reliqua autem sermonum Abia, viarumque et operum ejus, scripta sunt diligentissime in Libro Addo Prophetæ. Die übrige Geschichte Abias aber und sein Wandel und seine Taten sind im Buche des Propheten Addo sorgfältig aufgeschrieben. -2 Chronik 2Chr 14 14 0 3. Herrschaft Asas. (14,1 16,14) A. Asa schafft den Götzendienst ab, sucht seine Untertanen zur Beobachtung des Gesetzes zurückzuführen und befestigt einige Städte. So sichert er seine Herrschaft in jeder Weise. (V. 8) B. Zara von Äthiopien und dessen Heer besiegt er mit Hilfe Gottes. +2 Chronik 2Chr 14 14 0 3. Herrschaft Asas. (14,1 16,14) A. Asa schafft den Götzendienst ab, sucht seine Untertanen zur Beobachtung des Gesetzes zurückzuführen und befestigt einige Städte. So sichert er seine Herrschaft in jeder Weise. (V. 8) B. Zara von Äthiopien und dessen Heer besiegt er mit Hilfe Gottes. 2 Chronik 2Chr 14 14 1 Dormivit autem Abia cum patribus suis, et sepelierunt eum in Civitate David: regnavitque Asa filius ejus pro eo, in cujus diebus quievit terra annis decem. Und Abia entschlief zu seinen Vätern, man begrub ihn in der Davidsstadt und sein Sohn Asa ward König an seiner Statt; zu dessen Zeit hatte das Land zehn Jahre Ruhe. [1Kön 15,8] 2 Chronik 2Chr 14 14 2 Fecit autem Asa quod bonum et placitum erat in conspectu Dei sui, et subvertit altaria peregrini cultus, et excelsa, Asa aber tat, was in den Augen seines Gottes gut und wohlgefällig war, und stürzte die Altäre des fremden Götzendienstes um und die Höhen¹ 2 Chronik 2Chr 14 14 2 1 Wohl die Jahve geweihten Höhen. @@ -17381,7 +17382,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 14 13 14 Insofern der Herr mit dem Heere Asas gegen die Feinde streitet. 2 Chronik 2Chr 14 14 14 Et percusserunt civitates omnes per circuitum Geraræ: grandis quippe cunctos terror invaserat: et diripuerunt urbes, et multam prædam asportaverunt. und schlugen alle Städte rings um Gerara, denn ein großer Schrecken war auf alle gefallen; und sie plünderten die Städte und trugen große Beute davon. 2 Chronik 2Chr 14 14 15 Sed et caulas ovium destruentes, tulerunt pecorum infinitam multitudinem, et camelorum: reversique sunt in Jerusalem. Auch die Schafhürden zerstörten sie und führten unzählbar viel Vieh und Kamele weg und kehrten nach Jerusalem zurück. -2 Chronik 2Chr 14 15 0 C. Von dem Propheten Azarias ermahnt, dass das Glück seines Reiches von der treuen Beobachtung des Gesetzes abhänge (V. 7), geht Asa noch eifriger gegen den Götzendienst vor und lässt das Volk den Bund mit dem Herrn erneuern. +2 Chronik 2Chr 14 15 0 C. Von dem Propheten Azarias ermahnt, dass das Glück seines Reiches von der treuen Beobachtung des Gesetzes abhänge (V. 7), geht Asa noch eifriger gegen den Götzendienst vor und lässt das Volk den Bund mit dem Herrn erneuern. 2 Chronik 2Chr 14 15 1 Azarias autem filius Oded, facto in se spiritu Dei, Auf Azarias aber, den Sohn Odeds, kam der Geist Gottes 2 Chronik 2Chr 14 15 2 Egressus est in occursum Asa, et dixit ei: Audite me Asa, et omnis Juda et Benjamin: Dominus vobiscum, quia fuistis cum eo. Si quæsieritis eum, invenietis: si autem dereliqueritis eum, derelinquet vos. und er trat Asa entgegen und sprach zu ihm: Höret mich, Asa, und ihr, ganz Juda und Benjamin! Der Herr war mit euch, weil ihr mit ihm waret. Wenn ihr ihn sucht, so werdet ihr ihn finden, wenn ihr ihn aber verlasset, so wird er euch verlassen.¹ 2 Chronik 2Chr 14 15 2 1 Das Trostreiche dieses Spruches hat sich soeben im Kampfe gegen die Äthiopier bewährt. @@ -17415,7 +17416,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 15 18 Eaque quæ voverat pater suus, et ipse, intulit in domum Domini, argentum, et aurum, vasorumque diversam supellectilem. Und was sein Vater und er selbst gelobt, das brachte er in das Haus des Herrn, Silber und Gold und allerlei Gerätschaften. 2 Chronik 2Chr 14 15 19 Bellum vero non fuit usque ad trigesimum quintum annum regni Asa. Und es war kein Krieg bis zum fünfunddreißigsten Jahre der Herrschaft Asas.¹⁴ 2 Chronik 2Chr 14 15 19 14 Die Zahl ist nicht vom Regierungsantritte Asas, sondern wohl vom Anfange des Reiches im Gegensatze zum Reiche Juda zu bestimmen. In der Tat kam Baasa im 3. Jahre der Regierung Asas zur Herrschaft [1Kön 15,33] und erlebte, da er nur 24 Jahre regierte, das 36. Regierungsjahr Asas nicht mehr. -2 Chronik 2Chr 14 16 0 D. Asas Ende ist minder glücklich. In einem Krieg gegen Israel verwickelt, vertraut er nicht auf den Herrn allein, sondern ruft die Hilfe des Königs von Syrien an. Er besiegt Israel zwar (V. 6), aber wird von Gott durch die Propheten Hanani getadelt. (V. 7) Der König, darüber erzürnt, lässt den Propheten in Fesseln werfen und ist hart gegen das Volk, weshalb er von Gott mit Krankheit gestraft wird, an der er, da er nicht beim Herrn, sondern bei den Ärzten Hilfe sucht, stirbt. +2 Chronik 2Chr 14 16 0 D. Asas Ende ist minder glücklich. In einem Krieg gegen Israel verwickelt, vertraut er nicht auf den Herrn allein, sondern ruft die Hilfe des Königs von Syrien an. Er besiegt Israel zwar (V. 6), aber wird von Gott durch die Propheten Hanani getadelt. (V. 7) Der König, darüber erzürnt, lässt den Propheten in Fesseln werfen und ist hart gegen das Volk, weshalb er von Gott mit Krankheit gestraft wird, an der er, da er nicht beim Herrn, sondern bei den Ärzten Hilfe sucht, stirbt. 2 Chronik 2Chr 14 16 1 Anno autem trigesimo sexto regni ejus, ascendit Baasa rex Israel in Judam, et muro circumdabat Rama, ut nullus tute posset egredi et ingredi de regno Asa. Im sechsunddreißigsten¹ Jahre seiner Herrschaft aber zog Baasa, der König von Israel, gegen Juda heran und begann eine Mauer um Rama zu bauen, auf dass niemand aus dem Reiche Asas² ungefährdet aus- und eingehen könnte. 2 Chronik 2Chr 14 16 1 1 Vergl. [2Chr 15,Anm.14]. 2 Chronik 2Chr 14 16 1 2 Hebr.: zu Asa. Er will die Verbindung mit dem nördlichen Reiche abschneiden. Baasa hatte Rama dem südlichen Reiche entrissen. Vergl. [1Kön 15,17]. @@ -17438,7 +17439,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 16 13 Dormivitque cum patribus suis: et mortuus est anno quadragesimo primo regni sui. Und er entschlief zu seinen Vätern und starb im einundvierzigsten Jahre seiner Herrschaft. 2 Chronik 2Chr 14 16 14 Et sepelierunt eum in sepulcro suo quod foderat sibi in Civitate David: posueruntque eum super lectum suum plenum aromatibus et unguentis meretriciis, quæ erant pigmentariorum arte confecta, et combusserunt super eum ambitione nimia. Da begruben sie ihn in seinem Grabe, welches er sich in der Davidsstadt hatte aushauen lassen. Und sie legten ihn auf sein Bett, das mit Spezereien und kostbaren Salben bedeckt war, die von Salbenmischern kunstgerecht bereitet waren, und verbrannten sie über ihm⁸ mit sehr großem Gepränge. 2 Chronik 2Chr 14 16 14 8 Nicht der Leichnam Asas selbst wurde verbrannt, sondern nur die vorgenannten Spezereien. -2 Chronik 2Chr 14 17 0 3. Die drei Könige Josaphat, Joram und Ochozias werden wegen ihrer Freundschaft mit dem Hause Achabs von Gott gestraft. (17,1 22,12) 1. Herrschaft Josaphats. (17,1 20,37) Josaphat beginnt seine Regierung mit Gott und sendet die Leviten umher, sein Gesetz zu lehren (V. 9), weshalb sein Ansehen und seine Macht wachsen. +2 Chronik 2Chr 14 17 0 3. Die drei Könige Josaphat, Joram und Ochozias werden wegen ihrer Freundschaft mit dem Hause Achabs von Gott gestraft. (17,1 22,12) 1. Herrschaft Josaphats. (17,1 20,37) Josaphat beginnt seine Regierung mit Gott und sendet die Leviten umher, sein Gesetz zu lehren (V. 9), weshalb sein Ansehen und seine Macht wachsen. 2 Chronik 2Chr 14 17 1 Regnavit autem Josaphat filius ejus pro eo, et invaluit contra Israel. Sein Sohn Josaphat aber ward König an seiner Statt und zeigte sich stark wider Israel. 2 Chronik 2Chr 14 17 2 Constituitque militum numeros in cunctis urbibus Juda, quæ erant vallatæ muris. Præsidiaque disposuit in terra Juda, et in civitatibus Ephraim, quas ceperat Asa pater ejus. Und er legte zahlreiche Krieger in die Städte von Juda, die mit Mauern befestigt waren, und legte Besatzungen in das Land Juda und in die Städte von Ephraim, welche sein Vater Asa eingenommen hatte. 2 Chronik 2Chr 14 17 3 Et fuit Dominus cum Josaphat, quia ambulavit in viis David patris sui primis: et non speravit in Baalim, Und der Herr war mit Josaphat, weil er auf den anfänglichen Wegen seines Vaters David wandelte¹ und seine Hoffnung nicht auf die Baale setzte, @@ -17464,7 +17465,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 17 18 Post istum etiam Jozabad, et cum eo centum octoginta millia expeditorum militum. Nach ihm Jozabad und unter ihm hundertundachtzigtausend wohlgerüstete Krieger.⁶ 2 Chronik 2Chr 14 17 18 6 Es ist wohl beim Abschreiben das Zeichen einer Zahlstelle bei dieser Zahlenangabe irrtümlich hinzugefügt. Vergl. die Zahlen [1Chr 21,5] und [2Sam 24,9]. 2 Chronik 2Chr 14 17 19 Hi omnes erant ad manum regis, exceptis aliis, quos posuerat in urbibus muratis, in universo Juda. Diese alle standen dem Könige zu Befehl, außer den anderen, welche er in ganz Juda in die ummauerten Städte gelegt hatte. -2 Chronik 2Chr 14 18 0 B. Josaphat, mit Achab verschwägert, lässt sich von diesem trotz der Abmahnungen des Propheten Michäas zu einem gemeinsamen Kriege gegen Syrien verleiten. (V. 27) Der Krieg nimmt einen unglücklichen Ausgang, Achab wird getötet. +2 Chronik 2Chr 14 18 0 B. Josaphat, mit Achab verschwägert, lässt sich von diesem trotz der Abmahnungen des Propheten Michäas zu einem gemeinsamen Kriege gegen Syrien verleiten. (V. 27) Der Krieg nimmt einen unglücklichen Ausgang, Achab wird getötet. 2 Chronik 2Chr 14 18 1 Fuit ergo Josaphat dives et inclytus multum, et affinitate conjunctus est Achab. Josaphat war also reich und sehr berühmt und verschwägerte sich mit Achab.¹ [2Kön 8,18, 2Chr 21,6] 2 Chronik 2Chr 14 18 1 1 Indem sein Sohn Joram Achabs Tochter Athalia heiratete. Diese Verbindung mit einer gottlosen Familie brachte viel Unglück über das Königshaus und das Volk von Juda. (Siehe [2Chr 19,2, 2Chr 20,33]) Der Reichtum Josaphats ließ Achab diese Verbindung wünschenswert erscheinen, denn wenn er selbst auch mächtiger war als der König von Juda, wurde er doch von Syrien bedrängt. 2 Chronik 2Chr 14 18 2 Descenditque post annos ad eum in Samariam: ad cujus adventum mactavit Achab arietes, et boves plurimos ipsi, et populo qui venerat cum eo: persuasitque illi ut ascenderet in Ramoth Galaad. Und nach einigen Jahren zog er zu ihm nach Samaria hinab. Da schlachtete Achab ihm und dem Volke, das mit ihm gekommen war, bei seiner Ankunft sehr viele Widder und Rinder und beredete ihn, hinauf zu ziehen gegen Ramoth Galaad. @@ -17509,7 +17510,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 18 33 9 Hebr.: zwischen den Fugen und dem Panzer. 2 Chronik 2Chr 14 18 34 Et finita est pugna in die illo: porro rex Israel stabat in curru suo contra Syros usque ad vesperam, et mortuus est occidente sole. So ging denn der Kampf an diesem Tage zu Ende, der König von Israel aber hatte in seinem Wagen den Syrern gegenüber bis zum Abend gestanden und er starb, als die Sonne unterging.¹⁰ 2 Chronik 2Chr 14 18 34 10 So ging die Prophezeiung V. 16 in Erfüllung. -2 Chronik 2Chr 14 19 0 Josaphat wird bei seiner Rückkehr nach Jerusalem durch den Propheten Jehu Strafe von Gott angekündigt für seine Verbindung mit dem König von Israel. (V. 3) C. Josaphat leitet das Volk von neuem dazu an, das Gesetz Gottes zu beobachten, und wahrt Recht und Gerechtigkeit. +2 Chronik 2Chr 14 19 0 Josaphat wird bei seiner Rückkehr nach Jerusalem durch den Propheten Jehu Strafe von Gott angekündigt für seine Verbindung mit dem König von Israel. (V. 3) C. Josaphat leitet das Volk von neuem dazu an, das Gesetz Gottes zu beobachten, und wahrt Recht und Gerechtigkeit. 2 Chronik 2Chr 14 19 1 Reversus est autem Josaphat rex Juda in domum suam pacifice in Jerusalem. Josaphat aber, der König von Juda, kehrte in Frieden nach Jerusalem in sein Haus heim. 2 Chronik 2Chr 14 19 2 Cui occurrit Jehu filius Hanani Videns, et ait ad eum: Impio præbes auxilium, et his qui oderunt Dominum amicitia jungeris, et idcirco iram quidem Domini merebaris: Da begegnete ihm Jehu, der Sohn Hananis, der Seher, und sprach zu ihm: Du leistest dem Gottlosen Hilfe und schließest mit denen Freundschaft, die den Herrn hassen, darum verdientest du wohl den Zorn des Herrn;¹ 2 Chronik 2Chr 14 19 2 1 Dieser Zorn kam schon über Josaphat [2Chr 18,31]; in Zukunft wird er über ihn kommen [2Chr 20,3.35ff]; nach seinem Tode über seine Familie [2Chr 21,20]. @@ -17532,7 +17533,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 19 10 10 Wo es sich um die Entscheidung handelt, ob ein Totschlag absichtlich gewesen, wie wo es sich um die Auslegung gewisser Gesetze handelt. Die in V. 8 Genannten treten an die Stelle Moses [Ex 18,26] und der Richter am Heiligtum [Dtn 17,8ff]. 2 Chronik 2Chr 14 19 11 Amarias autem sacerdos et pontifex vester, in his, quæ ad Deum pertinent, præsidebit: porro Zabadias filius Ismahel, qui est dux in domo Juda, super ea opera erit, quæ ad regis officium pertinent: habetisque magistros Levitas coram vobis, confortamini, et agite diligenter, et erit Dominus vobiscum in bonis. Amarias aber, der Priester, euer Hoherpriester, soll über euch in jenen Dingen gesetzt sein, welche Gott betreffen, und Zabadias, der Sohn Ismahels, der Fürst des Hauses Juda, soll über jene Angelegenheiten gesetzt sein, die zu des Königs Dienst gehören; auch habt ihr die Leviten zu Vorstehern vor euch; seid stark und eifrig, und der Herr wird mit euch sein im Guten!¹¹ 2 Chronik 2Chr 14 19 11 11 Hebr.: Wird mit dem Guten sein. -2 Chronik 2Chr 14 20 0 Deshalb lässt ihm Gott, als die Moabiter, Ammoniter und andere Völkerschaften ihn mit Krieg überziehen (V. 13), auf sein Gebet durch den Propheten Jahaziel einen herrlichen Sieg verheißen (V. 19), den er ihm auch gewährt, so dass alle benachbarten Völker ihn fürchten. (V. 30) D. Eine Flotte, die Josaphat im Verein mit dem gottlosen Ochozias, König von Israel, ausrüstet, findet nach der Voraussagung des Propheten Eliezer ihren Untergang. +2 Chronik 2Chr 14 20 0 Deshalb lässt ihm Gott, als die Moabiter, Ammoniter und andere Völkerschaften ihn mit Krieg überziehen (V. 13), auf sein Gebet durch den Propheten Jahaziel einen herrlichen Sieg verheißen (V. 19), den er ihm auch gewährt, so dass alle benachbarten Völker ihn fürchten. (V. 30) D. Eine Flotte, die Josaphat im Verein mit dem gottlosen Ochozias, König von Israel, ausrüstet, findet nach der Voraussagung des Propheten Eliezer ihren Untergang. 2 Chronik 2Chr 14 20 1 Post hæc congregati sunt filii Moab, et filii Ammon, et cum eis de Ammonitis ad Josaphat ut pugnarent contra eum. Hiernach sammelten sich die Söhne Moabs und die Söhne Ammons und mit ihnen Leute von den Ammonitern¹ gegen Josaphat, um gegen ihn zu kämpfen. 2 Chronik 2Chr 14 20 1 1 Hebr.: Ammoniter (Septuag) und mit ihnen einige von den Minäern. (Vergl. V. 23) 2 Chronik 2Chr 14 20 2 Veneruntque nuntii, et indicaverunt Josaphat, dicentes: Venit contra te multitudo magna de his locis, quæ trans mare sunt, et de Syria, et ecce consistunt in Asasonthamar, quæ est Engaddi. Und es kamen Boten und meldeten es Josaphat und sprachen: Eine große Menge kommt gegen dich von den Orten jenseits des Meeres² und von Syrien heran; siehe, sie stehen in Asasonthamar, das ist Engaddi. @@ -17589,7 +17590,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 20 36 Et particeps fuit ut facerent naves, quæ irent in Tharsis: feceruntque classem in Asiongaber. Und er verband sich mit ihm, Schiffe zu bauen, die nach Tharsis¹⁹ gehen sollten, und sie bauten eine Flotte zu Asiongaber. 2 Chronik 2Chr 14 20 36 19 Tharsisschiffe zu bauen, Schiffe für weite Seereisen wie jene nach Tharsis ist. Vergl. [1Kön 22,49], wo Ophir steht. 2 Chronik 2Chr 14 20 37 Prophetavit autem Eliezer filius Dodau de Maresa ad Josaphat, dicens: Quia habuisti fdus cum Ochozia, percussit Dominus opera tua, contritæque sunt naves, nec potuerunt ire in Tharsis. Da weissagte Eliezer, der Sohn Dodaus aus Maresa, gegen Josaphat also: Weil du mit Ochozias einen Bund geschlossen hast, hat der Herr deine Werke zerschlagen; und die Schiffe zerschellten und konnten nicht nach Tharsis fahren. -2 Chronik 2Chr 14 21 0 2. Herrschaft Jorams, des gottlosen Sohnes König Josaphats. (Kap. 21) A. Joram ermordet, nachdem er kaum den Thron bestiegen, alle seine Brüder und einige Fürsten. Während seiner ganzen Regierungszeit wandelt er auf den Wegen der gottlosen Könige Israels nach dem Beispiele seiner Gemahlin Athalia, der Tochter Achabs. (V. 6) B. Gott will nicht, dass das Haus Davids ausgerottet werde, gestattet aber, dass die Idumäer von demselben abfallen (V. 11), und lässt dem Könige durch eine Schrift des Eliseus den Tod und die Vernichtung seiner Familie ankündigen (V. 15), eine Voraussagung, die bald ihre Erfüllung findet. +2 Chronik 2Chr 14 21 0 2. Herrschaft Jorams, des gottlosen Sohnes König Josaphats. (Kap. 21) A. Joram ermordet, nachdem er kaum den Thron bestiegen, alle seine Brüder und einige Fürsten. Während seiner ganzen Regierungszeit wandelt er auf den Wegen der gottlosen Könige Israels nach dem Beispiele seiner Gemahlin Athalia, der Tochter Achabs. (V. 6) B. Gott will nicht, dass das Haus Davids ausgerottet werde, gestattet aber, dass die Idumäer von demselben abfallen (V. 11), und lässt dem Könige durch eine Schrift des Eliseus den Tod und die Vernichtung seiner Familie ankündigen (V. 15), eine Voraussagung, die bald ihre Erfüllung findet. 2 Chronik 2Chr 14 21 1 Dormivit autem Josaphat cum patribus suis, et sepultus est cum eis in Civitate David: regnavitque Joram filius ejus pro eo. Josaphat aber entschlief zu seinen Vätern und ward bei ihnen in der Davidsstadt begraben, sein Sohn Joram ward König an seiner Statt. [1Kön 22,51] 2 Chronik 2Chr 14 21 2 Qui habuit fratres filios Josaphat, Azariam, et Jahiel, et Zachariam, et Azariam, et Michael, et Saphatiam: omnes hi, filii Josaphat regis Juda. Dieser hatte zu Brüdern die Söhne Josaphats: Azarias, Jahiel, Zacharias, Azarias, Michael und Saphatias; diese alle waren Söhne Josaphats, des Königs von Juda. 2 Chronik 2Chr 14 21 3 Deditque eis pater suus multa munera argenti, et auri, et pensitationes, cum civitatibus munitissimis in Juda: regnum autem tradidit Joram, eo quod esset primogenitus. Ihr Vater gab ihnen viele Geschenke an Silber und Gold und Kostbarkeiten, samt befestigten Städten in Juda, aber die Herrschaft übergab er Joram, weil dieser der Erstgeborene war. @@ -17620,7 +17621,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 21 20 Triginta duorum annorum fuit, cum regnare cpisset, et octo annis regnavit in Jerusalem. Ambulavitque non recte, et sepelierunt eum in Civitate David: verumtamen non in sepulcro regum. Zweiunddreißig Jahre war er alt, als er zu herrschen begann, und acht Jahre herrschte er in Jerusalem. Er wandelte nicht recht⁹ und man begrub ihn in der Davidsstadt, aber nicht in der Grabstätte der Könige.¹⁰ 2 Chronik 2Chr 14 21 20 9 Wörtlich: Er ging in Nichtbegehren. Wohl, ohne dass ihn jemand zurückgewünscht hätte; nach andern: Es hatte niemand Freude (an seinem Wandel). 2 Chronik 2Chr 14 21 20 10 Wie [2Chr 24,25] Joas. -2 Chronik 2Chr 14 22 0 3. Herrschaft des Ochozias, Sohn der Athalia. (Kap. 22) A. Den gottlosen Ratschlägen seiner Mutter folgend, herrscht Ochozias gottlos, ist im Kriege gegen Syrien, den er mit Joram, dem Könige von Israel, unternimmt, unglücklich und wird mit ihr und den Söhnen seiner Brüder durch Jehu getötet. (V. 9) B. Seine Mutter Athalia reißt die Herrschaft an sich und tötet alle seine Söhne, Joas ausgenommen, der von Josabeth, der Schwester des Ochozias und Gemahlin des Hohenpriesters Jojada, im Tempel verborgen wird. +2 Chronik 2Chr 14 22 0 3. Herrschaft des Ochozias, Sohn der Athalia. (Kap. 22) A. Den gottlosen Ratschlägen seiner Mutter folgend, herrscht Ochozias gottlos, ist im Kriege gegen Syrien, den er mit Joram, dem Könige von Israel, unternimmt, unglücklich und wird mit ihr und den Söhnen seiner Brüder durch Jehu getötet. (V. 9) B. Seine Mutter Athalia reißt die Herrschaft an sich und tötet alle seine Söhne, Joas ausgenommen, der von Josabeth, der Schwester des Ochozias und Gemahlin des Hohenpriesters Jojada, im Tempel verborgen wird. 2 Chronik 2Chr 14 22 1 Constituerunt autem habitatores Jerusalem Ochoziam filium ejus minimum, regem pro eo: omnes enim majores natu, qui ante eum fuerant, interfecerant latrones Arabum, qui irruerant in castra: regnavitque Ochozias filius Joram regis Juda. Die Bewohner von Jerusalem aber machten Ochozias, seinen jüngsten Sohn, zum König an seiner Statt; denn alle älteren, die vor ihm gewesen waren, hatten die Raubscharen der Araber getötet, welche das Lager¹ überfallen hatten. So ward Ochozias, der Sohn Jorams, des Königs von Juda, König. [2Kön 8,24] 2 Chronik 2Chr 14 22 1 1 Der Juden. 2 Chronik 2Chr 14 22 2 Quadraginta duorum annorum erat Ochozias cum regnare cpisset, et uno anno regnavit in Jerusalem, et nomen matris ejus Athalia filia Amri. Zweiundvierzig Jahre² war Ochozias alt, als er König wurde, und ein Jahr herrschte er zu Jerusalem; seine Mutter hieß Athalia, eine Tochter³ Amris. @@ -17644,7 +17645,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 22 11 10 Stiefschwester, Tochter eines Nebenweibes Jorams. 2 Chronik 2Chr 14 22 11 11 Hebr.: verbarg ich vor Athalia, dass sie ihn nicht tötete. 2 Chronik 2Chr 14 22 12 Fuit ergo cum eis in domo Dei absconditus sex annis, quibus regnavit Athalia super terram. Er blieb also bei ihnen im Hause Gottes sechs Jahre verborgen, während welcher Athalia über das Land herrschte. -2 Chronik 2Chr 14 23 0 4. Wechselnde Schicksale des Reiches Juda unter dem Könige Joas bis Ezechias. (23,1 28,27) 1. Herrschaft des Joas. (23,1 24,27) A. Das Haupt der Priester, Jojada, empört sich mit den Leviten gegen Athalia, ruft Joas zum Könige aus (V. 11), lässt Athalia töten, schafft die Verehrung Baals ab und erneuert das Bündnis mit dem Herrn. +2 Chronik 2Chr 14 23 0 4. Wechselnde Schicksale des Reiches Juda unter dem Könige Joas bis Ezechias. (23,1 28,27) 1. Herrschaft des Joas. (23,1 24,27) A. Das Haupt der Priester, Jojada, empört sich mit den Leviten gegen Athalia, ruft Joas zum Könige aus (V. 11), lässt Athalia töten, schafft die Verehrung Baals ab und erneuert das Bündnis mit dem Herrn. 2 Chronik 2Chr 14 23 1 Anno autem septimo confortatus Joiada, assumpsit centuriones, Azariam videlicet filium Jeroham, et Ismahel filium Johanan, Azariam quoque filium Obed, et Maasiam filium Adaiæ, et Elisaphat filium Zechri: et iniit cum eis fdus. Im siebten Jahre aber ermannte sich Jojada und berief die Hauptleute, Azarias nämlich, den Sohn Jerohams, Ismahel, den Sohn Johanans, Azarias, den Sohn Obeds, Maasias, den Sohn Adajas, und Elisaphat, den Sohn Zechris, und schloss mit ihnen einen Bund. [2Kön 11,4] 2 Chronik 2Chr 14 23 2 Qui circumeuntes Judam, congregaverunt Levitas de cunctis urbibus Juda, et principes familiarum Israel, veneruntque in Jerusalem. Diese durchzogen Juda und versammelten die Leviten aus allen Städten Judas und die Häupter der Geschlechter Israels, und sie kamen nach Jerusalem. 2 Chronik 2Chr 14 23 3 Iniit ergo omnis multitudo pactum in domo Dei cum rege: dixitque ad eos Joiada: Ecce filius regis regnabit, sicut locutus est Dominus super filios David. Da schloss die ganze Gemeinde im Hause Gottes einen Bund mit dem Könige, und Jojada sprach zu ihnen: Sehet, des Königs Sohn soll König sein, wie der Herr von den Söhnen Davids verheißen hat. @@ -17677,7 +17678,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 23 19 Constituit quoque janitores in portis domus Domini, ut non ingrederetur eam immundus in omni re. Auch bestellte er Türhüter an den Toren des Hauses des Herrn, damit niemand einträte, der irgendwie unrein wäre. 2 Chronik 2Chr 14 23 20 Assumpsitque centuriones, et fortissimos viros ac principes populi, et omne vulgus terræ, et fecerunt descendere regem de domo Domini, et introire per medium portæ superioris in domum regis, et collocaverunt eum in solio regali. Ferner nahm er die Hauptleute und die tapfersten Männer und die Fürsten des Volkes, sowie das ganze Volk des Landes, zu sich und sie brachten den König aus dem Hause des Herrn herab und führten ihn mitten durch das obere Tor in das Haus des Königs und setzten ihn auf den Königsthron. 2 Chronik 2Chr 14 23 21 Lætatusque est omnis populus terræ, et urbs quievit: porro Athalia interfecta est gladio. Da freute sich das ganze Volk des Landes und die Stadt blieb ruhig, Athalia aber ward mit dem Schwerte getötet. -2 Chronik 2Chr 14 24 0 B. So lange Jojada lebt, regiert Joas gut und stellt den Tempel wieder her (V. 14), doch nach dem Tode des Hauptes der Priester fällt er auf den Rat der Fürsten zum Götzendienst ab (V. 18) trotz der Mahnungen der Propheten. Einer derselben, Zacharias, Sohn des Jojada, wird getötet. (V. 22) C. Gott straft das Volk durch den unglücklichen Ausgang eines Krieges gegen Syrien, Joas selbst wird von Verschworenen getötet. +2 Chronik 2Chr 14 24 0 B. So lange Jojada lebt, regiert Joas gut und stellt den Tempel wieder her (V. 14), doch nach dem Tode des Hauptes der Priester fällt er auf den Rat der Fürsten zum Götzendienst ab (V. 18) trotz der Mahnungen der Propheten. Einer derselben, Zacharias, Sohn des Jojada, wird getötet. (V. 22) C. Gott straft das Volk durch den unglücklichen Ausgang eines Krieges gegen Syrien, Joas selbst wird von Verschworenen getötet. 2 Chronik 2Chr 14 24 1 Septem annorum erat Joas cum regnare cpisset: et quadraginta annis regnavit in Jerusalem, nomen matris ejus Sebia de Bersabee. Sieben Jahre war Joas alt, als er König wurde, und vierzig Jahre herrschte er in Jerusalem; seine Mutter hieß Sebia aus Bersabee. [2Kön 21,21, 2Kön 12,1] 2 Chronik 2Chr 14 24 2 Fecitque quod bonum est coram Domino cunctis diebus Joiadæ sacerdotis. Er tat, was vor dem Herrn gut war, so lange Jojada, der Priester, lebte. 2 Chronik 2Chr 14 24 3 Accepit autem ei Joiada uxores duas, e quibus genuit filios et filias. Jojada aber gab ihm zwei Frauen und er zeugte mit diesen Söhne und Töchter. @@ -17719,7 +17720,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 24 26 Insidiati vero sunt ei Zabad filius Semmaath Ammanitidis, et Jozabad filius Semarith Moabitidis. Die ihm aber nachstellten, waren: Zabad, der Sohn Semmaaths, der Ammanitin, und Jozabad, der Sohn Semariths, der Moabitin. 2 Chronik 2Chr 14 24 27 Porro filii ejus, ac summa pecuniæ, quæ adunata fuerat sub eo, et instauratio domus Dei scripta sunt diligentius in Libro regum: regnavit autem Amasias filius ejus pro eo. Seine Söhne und die Höhe des Geldes, welches unter ihm gesammelt ward,¹⁴ und die Wiederherstellung des Hauses Gottes sind im Buche der Könige genauer beschrieben; sein Sohn Amasias aber ward König an seiner Statt. 2 Chronik 2Chr 14 24 27 14 Die Höhe des ihm von den Syrern auferlegten Tributes. Möglich ist auch die Übersetzung: Die Menge der wider ihn gerichteten (prophetischen) Aussprüche. -2 Chronik 2Chr 14 25 0 2. Herrschaft des Amasias, des Sohnes Joas. (Kap. 25) A. Im Anfange nach dem Gesetze wandelnd, ist Amasias im Kriege gegen die Idumäer glücklich. (V. 13) B. Nachdem er aber, die Warnungen eines Propheten verachtend, die Götter Edoms zu verehren begonnen, wird er von Joachaz, dem Könige von Israel, besiegt und von seinen Untertanen getötet. +2 Chronik 2Chr 14 25 0 2. Herrschaft des Amasias, des Sohnes Joas. (Kap. 25) A. Im Anfange nach dem Gesetze wandelnd, ist Amasias im Kriege gegen die Idumäer glücklich. (V. 13) B. Nachdem er aber, die Warnungen eines Propheten verachtend, die Götter Edoms zu verehren begonnen, wird er von Joachaz, dem Könige von Israel, besiegt und von seinen Untertanen getötet. 2 Chronik 2Chr 14 25 1 Viginti quinque annorum erat Amasias cum regnare cpisset, et viginti novem annis regnavit in Jerusalem, nomen matris ejus Joaden de Jerusalem. Fünfundzwanzig Jahre war Amasias alt, als er König ward, und neunundzwanzig Jahre herrschte er in Jerusalem; seine Mutter hieß Joaden aus Jerusalem. [2Kön 14,2] 2 Chronik 2Chr 14 25 2 Fecitque bonum in conspectu Domini: verumtamen non in corde perfecto. Er tat, was in den Augen des Herrn gut war, aber nicht mit ungeteiltem Herzen.¹ 2 Chronik 2Chr 14 25 2 1 Wie sein Vater Joas, aber nicht wie David. @@ -17763,7 +17764,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 25 27 Qui postquam recessit a Domino, tetenderunt ei insidias in Jerusalem. Cumque fugisset in Lachis, miserunt, et interfecerunt eum ibi. Nachdem er aber den Herrn verlassen, wurden ihm Nachstellungen zu Jerusalem bereitet. Und als er nach Lachis floh, sandten sie dorthin und töteten ihn daselbst.¹⁵ 2 Chronik 2Chr 14 25 27 15 Die Ursache ist, wie es scheint, in seiner Verfehlung V. 14 zu suchen. 2 Chronik 2Chr 14 25 28 Reportantesque super equos, sepelierunt eum cum patribus suis in Civitate David. Alsdann brachten sie ihn auf Pferden zurück und begruben ihn bei seinen Vätern in der Davidsstadt. -2 Chronik 2Chr 14 26 0 3. Herrschaft des Ozias (Azarias) und Jotham. (26,1 27,9) A. Ozias ist anfänglich ein guter Herrscher (V. 5), weshalb ihm Gott im Kampf gegen die Philister und andere Völker beisteht und ihm einen großen Namen gewährt. (V. 15) B. Da Ozias aber, von Hochmut erfüllt, selbst das Opfer darbringen will, wird er mit Aussatz geschlagen und muss die Herrschaft seinem Sohne Joatham übergeben. +2 Chronik 2Chr 14 26 0 3. Herrschaft des Ozias (Azarias) und Jotham. (26,1 27,9) A. Ozias ist anfänglich ein guter Herrscher (V. 5), weshalb ihm Gott im Kampf gegen die Philister und andere Völker beisteht und ihm einen großen Namen gewährt. (V. 15) B. Da Ozias aber, von Hochmut erfüllt, selbst das Opfer darbringen will, wird er mit Aussatz geschlagen und muss die Herrschaft seinem Sohne Joatham übergeben. 2 Chronik 2Chr 14 26 1 Omnis autem populus Juda filium ejus Oziam annorum sedecim, constituit regem pro Amasia patre suo. Das ganze Volk Juda aber machte seinen Sohn Ozias, der sechzehn Jahre alt war, zum Könige anstatt seines Vaters Amasias.¹ 2 Chronik 2Chr 14 26 1 1 Wohl mit Übergehung eines älteren Sohnes, denn da der König Amasias 54 Jahre alt ward, war sein ältester Sohn doch nicht mehr so jung. 2 Chronik 2Chr 14 26 2 Ipse ædificavit Ailath, et restituit eam ditioni Juda, postquam dormivit rex cum patribus suis. Dieser erbaute Ailath² und brachte es wieder unter die Oberherrschaft von Juda, nachdem der König zu seinen Vätern entschlafen war. @@ -17808,7 +17809,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 26 22 Reliqua autem sermonum Oziæ priorum et novissimorum scripsit Isaias filius Amos, propheta. Die übrige Geschichte Ozias aber, die frühere und die spätere, hat Isaias, der Sohn des Amos, der Prophet, beschrieben. 2 Chronik 2Chr 14 26 23 Dormivitque Ozias cum patribus suis, et sepelierunt eum in agro regalium sepulcrorum, eo quod esset leprosus: regnavitque Joatham filius ejus pro eo. Und Ozias entschlief zu seinen Vätern, und man begrub ihn auf dem Acker der Königsgräber,²¹ weil er aussätzig war; sein Sohn Joatham ward König an seiner Statt. 2 Chronik 2Chr 14 26 23 21 Nicht bei seinen Vätern wegen des Aussatzes. -2 Chronik 2Chr 14 27 0 C. Joatham erfährt, Gott getreu, dessen Hilfe in seinen Kriegen gegen die Ammoniter. (V. 9) +2 Chronik 2Chr 14 27 0 C. Joatham erfährt, Gott getreu, dessen Hilfe in seinen Kriegen gegen die Ammoniter. (V. 9) 2 Chronik 2Chr 14 27 1 Viginti quinque annorum erat Joatham cum regnare cpisset, et sedecim annis regnavit in Jerusalem: nomen matris ejus Jerusa filia Sadoc. Fünfundzwanzig Jahre war Joatham alt, als er König wurde, und sechzehn Jahre herrschte er in Jerusalem; seine Mutter hieß Jerusa, eine Tochter Sadoks. [2Kön 15,33] 2 Chronik 2Chr 14 27 2 Fecitque quod rectum erat coram Domino juxta omnia quæ fecerat Ozias pater suus, excepto quod non est ingressus templum Domini, et adhuc populus delinquebat. Er tat, was recht war vor dem Herrn, ganz so, wie sein Vater Ozias getan hatte, nur drang er nicht in den Tempel des Herrn ein;¹ das Volk aber sündigte noch. 2 Chronik 2Chr 14 27 2 1 Um zu räuchern, wie sein Vater getan. [2Chr 26,16] @@ -17823,7 +17824,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 27 8 Viginti quinque annorum erat cum regnare cpisset, et sedecim annis regnavit in Jerusalem. Fünfundzwanzig Jahre war er alt, als er König wurde, und sechzehn Jahre⁵ herrschte er in Jerusalem. 2 Chronik 2Chr 14 27 8 5 Die 20 Jahre [2Chr 15,30] erklären einige durch die Mitregentschaft mit Ozias, der aussätzig ward, so dass 16 Jahre auf die Alleinherrschaft kommen. 2 Chronik 2Chr 14 27 9 Dormivitque Joatham cum patribus suis, et sepelierunt eum in Civitate David: et regnavit Achaz filius ejus pro eo. Und Joatham entschlief zu seinen Vätern und man begrub ihn in der Davidsstadt; sein Sohn Achaz ward König an seiner Statt. -2 Chronik 2Chr 14 28 0 4. Herrschaft des gottlosen Königs Achaz. (Kap. 28) A. Achaz erneuert den Baalsdienst und verehrt fremde Götter (V. 4), weshalb er in die Gewalt der Syrer und Israeliten überliefert wird, welche viele Einwohner fortführen nach Samaria. (V. 8) B. Die Israeliten senden die Gefangenen auf die Mahnung des Propheten Obed zurück (V. 15), dennoch bleibt Achaz, ob auch ringsum von Feinden bedrängt, im Bösen verhärtet, schließt den Tempel und errichtet in allen Städten Judas Götzenaltäre. (V. 25) Deshalb wird er nach seinem Tode nicht im Begräbnisse der Könige von Juda beigesetzt. +2 Chronik 2Chr 14 28 0 4. Herrschaft des gottlosen Königs Achaz. (Kap. 28) A. Achaz erneuert den Baalsdienst und verehrt fremde Götter (V. 4), weshalb er in die Gewalt der Syrer und Israeliten überliefert wird, welche viele Einwohner fortführen nach Samaria. (V. 8) B. Die Israeliten senden die Gefangenen auf die Mahnung des Propheten Obed zurück (V. 15), dennoch bleibt Achaz, ob auch ringsum von Feinden bedrängt, im Bösen verhärtet, schließt den Tempel und errichtet in allen Städten Judas Götzenaltäre. (V. 25) Deshalb wird er nach seinem Tode nicht im Begräbnisse der Könige von Juda beigesetzt. 2 Chronik 2Chr 14 28 1 Viginti annorum erat Achaz cum regnare cpisset: et sedecim annis regnavit in Jerusalem: non fecit rectum in conspectu Domini sicut David pater ejus: Zwanzig Jahre¹ war Achaz² alt, als er König wurde, und sechzehn Jahre herrschte er in Jerusalem; er tat nicht, was recht war in den Augen des Herrn, wie sein Vater David, [2Kön 16,2] 2 Chronik 2Chr 14 28 1 1 Nach Septuag 25. 2 Chronik 2Chr 14 28 1 2 Auf Keilinschriften Jehuhazi mat Jaudaai. @@ -17878,7 +17879,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 28 25 27 Hier fehlt: fremden Göttern. (Hebr.) 2 Chronik 2Chr 14 28 26 Reliqua autem sermonum ejus, et omnium operum suorum priorum et novissimorum scripta sunt in Libro regum Juda et Israel. Seine übrige Geschichte aber und alle seine Taten, die früheren wie die späteren, sind im Buche der Könige von Juda und Israel beschrieben. 2 Chronik 2Chr 14 28 27 Dormivitque Achaz cum patribus suis, et sepelierunt eum in civitate Jerusalem: neque enim receperunt eum in sepulcra regum Israel. Regnavitque Ezechias filius ejus pro eo. Und Achaz entschlief zu seinen Vätern und man begrub ihn in der Stadt Jerusalem, denn sie nahmen ihn nicht in die Grabstätte der Könige von Israel auf. Sein Sohn Ezechias war König an seiner Statt. -2 Chronik 2Chr 14 29 0 5. Ezechias, der Wiederhersteller des Tempels und des Gottesdienstes wird von dem Herrn reich gesegnet. (29,1 32,33) 1. Ausbesserung des Tempels, Wiederherstellung des Gottesdienstes. (Kap. 29) A. Ezechias eröffnet alsbald nach seiner Thronbesteigung den Tempel, beruft die Leviten und Priester und befiehlt ihnen, denselben zu reinigen. (V. 11) B. Nachdem diese den Befehl erfüllt (V. 19), lassen der König und die Fürsten zahlreiche Sündopfer darbringen. (V. 24) C. Nach feierlicher Wiederherstellung des Gottesdienstes (V. 30) mahnt der König das Volk, es möge auch seinerseits Opfer darbringen. +2 Chronik 2Chr 14 29 0 5. Ezechias, der Wiederhersteller des Tempels und des Gottesdienstes wird von dem Herrn reich gesegnet. (29,1 32,33) 1. Ausbesserung des Tempels, Wiederherstellung des Gottesdienstes. (Kap. 29) A. Ezechias eröffnet alsbald nach seiner Thronbesteigung den Tempel, beruft die Leviten und Priester und befiehlt ihnen, denselben zu reinigen. (V. 11) B. Nachdem diese den Befehl erfüllt (V. 19), lassen der König und die Fürsten zahlreiche Sündopfer darbringen. (V. 24) C. Nach feierlicher Wiederherstellung des Gottesdienstes (V. 30) mahnt der König das Volk, es möge auch seinerseits Opfer darbringen. 2 Chronik 2Chr 14 29 1 Igitur Ezechias regnare cpit, cum viginti quinque esset annorum, et viginti novem annis regnavit in Jerusalem: nomen matris ejus Abia, filia Zachariæ. Ezechias¹ ward König, als er fünfundzwanzig Jahre alt war, und neunundzwanzig Jahre herrschte er in Jerusalem; seine Mutter hieß Abia, eine Tochter des Zacharias. 2 Chronik 2Chr 14 29 1 1 Auf Keilinschriften hazaki-ja-u. 2 Chronik 2Chr 14 29 2 Fecitque quod erat placitum in conspectu Domini juxta omnia quæ fecerat David pater ejus. Er tat, was in den Augen des Herrn wohlgefällig war, ganz so, wie sein Vater David getan. @@ -17939,7 +17940,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 29 35 23 Dies nahm den größten Teil der Priester in Anspruch, so dass sie nicht ausreichten zum Schlachten und Abhäuten. 2 Chronik 2Chr 14 29 36 Lætatusque est Ezechias, et omnis populus eo quod ministerium Domini esset expletum. De repente quippe hoc fieri placuerat. Da freute sich Ezechias und das ganze Volk, dass des Herrn Dienst hergestellt war; denn schnell hatten sie sich entschlossen, dies alles zu veranstalten.²⁴ 2 Chronik 2Chr 14 29 36 24 Hebr.: über das, was Gott dem Volke bereitet hatte, denn mit einem Male (Schlage) war die Sache vor sich gegangen. -2 Chronik 2Chr 14 30 0 2. Das Osterfest wird mit großem Pompe gefeiert. (Kap. 30) A. Ezechias sendet durch das ganze Land Juda und Israel Boten, um alle Israeliten zur Feier des Osterfestes einzuladen. (V. 9) Wenige aus Israel, zahlreiche Scharen aus Juda entsprechen dem Rufe. (V. 12) B. Die Zusammengekommenen feiern das Osterfest nach dem Gesetze durch sieben Tage (V. 22), ja verlängern die Feier um weitere sieben Tage. +2 Chronik 2Chr 14 30 0 2. Das Osterfest wird mit großem Pompe gefeiert. (Kap. 30) A. Ezechias sendet durch das ganze Land Juda und Israel Boten, um alle Israeliten zur Feier des Osterfestes einzuladen. (V. 9) Wenige aus Israel, zahlreiche Scharen aus Juda entsprechen dem Rufe. (V. 12) B. Die Zusammengekommenen feiern das Osterfest nach dem Gesetze durch sieben Tage (V. 22), ja verlängern die Feier um weitere sieben Tage. 2 Chronik 2Chr 14 30 1 Misit quoque Ezechias ad omnem Israel et Judam: scripsitque epistolas ad Ephraim et Manassen ut venirent ad domum Domini in Jerusalem, et facerent Phase Domino Deo Israel. Hierauf sandte Ezechias an ganz Israel¹ und Juda und schrieb Briefe an Ephraim und Manasse, sie sollten zum Hause des Herrn nach Jerusalem kommen, um dem Herrn, dem Gott Israels, das Phase zu feiern. 2 Chronik 2Chr 14 30 1 1 Damals herrschte Osee in Israel. 2 Chronik 2Chr 14 30 2 Inito ergo consilio regis et principum, et universi ctus Jerusalem, decreverunt ut facerent Phase mense secundo. Nachdem nämlich der König mit den Fürsten und der ganzen Gemeinde Jerusalems Rat gehalten, beschlossen sie, das Phase im zweiten Monat² zu halten. @@ -17983,7 +17984,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 30 26 15 Seit der Tempelweihe Salomons [2Chr 7,1-10], welche auch vierzehn Tage gedauert, war kein religiöses Fest mit so allgemeiner Teilnahme und so reichen Opfern gefeiert. 2 Chronik 2Chr 14 30 27 Surrexerunt autem Sacerdotes atque Levitæ benedicentes populo: et exaudita est vox eorum: pervenitque oratio in habitaculum sanctum cli. Und die Priester und Leviten erhoben sich und segneten das Volk,¹⁶ und ihre Stimme ward erhört und das Gebet drang zu der heiligen Wohnung gen Himmel. 2 Chronik 2Chr 14 30 27 16 Nach [Num 6,24]. -2 Chronik 2Chr 14 31 0 3. Fortsetzung der Verbesserung. (Kap. 31) A. Nach der Feier des Osterfestes zerstört das gesamte Volk in Juda und Benjamin, ja selbst in Ephraim und Manasse, alle Höhen, alle Götzenbilder und Altäre. Der König schärft dem Volke ein, den Priestern und Leviten alles zu leisten, was ihnen nach dem Gesetze geschuldet werde. (V. 5) Das Volk leistet mit solcher Willigkeit und Freigebigkeit die Tempelabgaben, dass neue Vorratshäuser gebaut und Verwalter der Gaben angestellt werden müssen. +2 Chronik 2Chr 14 31 0 3. Fortsetzung der Verbesserung. (Kap. 31) A. Nach der Feier des Osterfestes zerstört das gesamte Volk in Juda und Benjamin, ja selbst in Ephraim und Manasse, alle Höhen, alle Götzenbilder und Altäre. Der König schärft dem Volke ein, den Priestern und Leviten alles zu leisten, was ihnen nach dem Gesetze geschuldet werde. (V. 5) Das Volk leistet mit solcher Willigkeit und Freigebigkeit die Tempelabgaben, dass neue Vorratshäuser gebaut und Verwalter der Gaben angestellt werden müssen. 2 Chronik 2Chr 14 31 1 Cumque hæc fuissent rite celebrata, egressus est omnis Israel, qui inventus fuerat in urbibus Juda, et fregerunt simulacra, succideruntque lucos, demoliti sunt excelsa, et altaria destruxerunt, non solum de universo Juda, et Benjamin, sed et de Ephraim quoque et Manasse, donec penitus everterent: reversique sunt omnes filii Israel in possessiones et civitates suas. Als nun dies nach Vorschrift gefeiert war, zog ganz Israel, das sich in den Städten von Juda befand, aus und sie zerbrachen die Bildsäulen, hieben die Haine um, rissen die Höhen nieder und zerstörten die Altäre,¹ nicht nur in ganz Juda und Benjamin, sondern auch in Ephraim und Manasse, bis sie alles zerstört hatten;² alsdann kehrten alle Söhne Israels in ihre Besitzungen und in ihre Städte heim. 2 Chronik 2Chr 14 31 1 1 Ebenso die eherne Schlange. [2Kön 18,4] 2 Chronik 2Chr 14 31 1 2 Was sie zu erreichen vermochten. Dass sie nicht alles vernichteten, was vorhanden, zeigt [2Kön 17,2.24-41] @@ -18022,7 +18023,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 31 19 17 Hebr.: und allen in die Geschlechtsregister eingetragenen Leviten. 2 Chronik 2Chr 14 31 20 Fecit ergo Ezechias universa quæ diximus in omni Juda: operatusque est bonum et rectum, et verum coram Domino Deo suo. So tat Ezechias alles, was wir gesagt, in ganz Juda und übte das Gute und Rechte und Wahre vor dem Herrn, seinem Gotte, 2 Chronik 2Chr 14 31 21 In universa cultura ministerii domus Domini, juxta legem et ceremonias, volens requirere Deum suum in toto corde suo: fecitque et prosperatus est. und wollte bei jedem Werke, das zum Dienste des Hauses des Herrn gehörte, gemäß dem Gesetze und den Vorschriften, seinen Gott von ganzem Herzen suchen: und er tat es und war darin glücklich. -2 Chronik 2Chr 14 32 0 4. Segnungen Gottes über Ezechias. (Kap. 32) A. Wegen seiner Frömmigkeit wird Ezechias, als Sennacherib ihn mit Krieg überzieht, von Gott befreit und das assyrische Heer durch einen Engel vernichtet. (V. 23) B. Ezechias wird wunderbar von einer Krankheit geheilt. Da er sich in Stolz überhebt, reizt er Gott zum Zorn, doch seine Buße wendet die Strafe von ihm zur Zeit seiner Herrschaft ab, so dass er glücklich regiert bis zum Tode. +2 Chronik 2Chr 14 32 0 4. Segnungen Gottes über Ezechias. (Kap. 32) A. Wegen seiner Frömmigkeit wird Ezechias, als Sennacherib ihn mit Krieg überzieht, von Gott befreit und das assyrische Heer durch einen Engel vernichtet. (V. 23) B. Ezechias wird wunderbar von einer Krankheit geheilt. Da er sich in Stolz überhebt, reizt er Gott zum Zorn, doch seine Buße wendet die Strafe von ihm zur Zeit seiner Herrschaft ab, so dass er glücklich regiert bis zum Tode. 2 Chronik 2Chr 14 32 1 Post quæ et hujuscemodi veritatem, venit Sennacherib rex Assyriorum, et ingressus Judam, obsedit civitates munitas, volens eas capere. Nach diesen Dingen und so aufrichtigem Wandel rückte Sennacherib, der König von Assyrien, heran und kam nach Juda und belagerte die festen Städte und wollte sie einnehmen.¹ [2Kön 18,13, Sir 48,20, Jes 36,1] 2 Chronik 2Chr 14 32 1 1 Zum Teil nahm er sie auch ein, doch der Verfasser hat das Endergebnis vor Augen. 2 Chronik 2Chr 14 32 2 Quod cum vidisset Ezechias, venisse scilicet Sennacherib, et totum belli impetum verti contra Jerusalem, Als nun Ezechias sah, dass Sennacherib heranrückte und sich der ganze Ansturm des Kampfes gegen Jerusalem richte, @@ -18069,7 +18070,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 32 32 Reliqua autem sermonum Ezechiæ, et misericordiarum ejus scripta sunt in visione Isaiæ filii Amos prophetæ, et in Libro regum Juda et Israel. Doch die übrige Geschichte des Ezechias und seine Erbarmungen sind in dem Gesichte Isaias, des Sohnes Amos, des Propheten, und in dem Buche der Könige von Juda und Israel beschrieben. 2 Chronik 2Chr 14 32 33 Dormivitque Ezechias cum patribus suis, et sepelierunt eum super sepulcra filiorum David: et celebravit ejus exsequias universus Juda, et omnes habitatores Jerusalem: regnavitque filius ejus pro eo. Und Ezechias entschlief zu seinen Vätern und man begrub ihn im obern Teile der Gräber der Söhne Davids,¹³ und ganz Juda und alle Bewohner Jerusalems feierten seine Bestattung; sein Sohn Manasses ward König an seiner Statt. 2 Chronik 2Chr 14 32 33 13 Aus Ehrfurcht und Dankbarkeit. -2 Chronik 2Chr 14 33 0 4. Die Gottlosigkeit der Könige Manasses und Amon führt den Untergang des Reiches herbei, den die Frömmigkeit des Josias zwar vertagt, aber nicht abwendet. (33,1 36,21) 1. Herrschaft Manasse und Amons. (Kap. 33) A. Manasses pflegt unerlaubten Götzendienst und verführt das Volk zu gleichem Frevel, indem er Götzen im Tempel aufstellt. (V. 10) Gott überliefert ihn zur Strafe in die Hände der Assyrier, die ihn nach Babylon wegführen. Dort tut er Buße, wird wieder frei und zerstört, zurückgekehrt, die Götzenbilder. (V. 20) B. Sein Sohn Amon tritt in die Fußstapfen seines sündigenden, aber nicht des büßenden Vaters und wird von seinen Dienern getötet. +2 Chronik 2Chr 14 33 0 4. Die Gottlosigkeit der Könige Manasses und Amon führt den Untergang des Reiches herbei, den die Frömmigkeit des Josias zwar vertagt, aber nicht abwendet. (33,1 36,21) 1. Herrschaft Manasse und Amons. (Kap. 33) A. Manasses pflegt unerlaubten Götzendienst und verführt das Volk zu gleichem Frevel, indem er Götzen im Tempel aufstellt. (V. 10) Gott überliefert ihn zur Strafe in die Hände der Assyrier, die ihn nach Babylon wegführen. Dort tut er Buße, wird wieder frei und zerstört, zurückgekehrt, die Götzenbilder. (V. 20) B. Sein Sohn Amon tritt in die Fußstapfen seines sündigenden, aber nicht des büßenden Vaters und wird von seinen Dienern getötet. 2 Chronik 2Chr 14 33 1 Duodecim annorum erat Manasses cum regnare cpisset, et quinquaginta quinque annis regnavit in Jerusalem. Zwölf Jahre war Manasses alt, als er König ward, und fünfundzwanzig Jahre herrschte er in Jerusalem. [2Kön 21,1] 2 Chronik 2Chr 14 33 2 Fecit autem malum coram Domino juxta abominationes gentium, quas subvertit Dominus coram filiis Israel: Er tat aber, was vor dem Herrn böse war, gemäß den Greueln der Völker, welche der Herr vor den Söhnen Israels vertilgt¹ hatte, 2 Chronik 2Chr 14 33 2 1 Hebr.: vertrieben. @@ -18104,7 +18105,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 33 23 Et non est reveritus faciem Domini, sicut reveritus est Manasses pater ejus: et multo majora deliquit. Das Angesicht des Herrn aber fürchtete er nicht, wie Manasses, sein Vater, es gefürchtet, sondern sündigte noch viel schwerer. 2 Chronik 2Chr 14 33 24 Cumque conjurassent adversus eum servi sui, interfecerunt eum in domo sua. Da verschworen sich seine Diener wider ihn und töteten ihn in seinem Hause. 2 Chronik 2Chr 14 33 25 Porro reliqua populi multitudo, cæsis iis, qui Amon percusserant, constituit regem Josiam filium ejus pro eo. Die übrige Menge des Volkes aber erschlug die, welche Amon getötet hatten, und machte an seiner Statt seinen Sohn Josias zum Könige. -2 Chronik 2Chr 14 34 0 2. Herrschaft des Josias. (34,1 35,27) A. Josias, im Alter von 8 Jahren König geworden, bekämpft den Götzendienst aus allen Kräften. B. Im 18. Jahre seiner Herrschaft wird gelegentlich der Wiederherstellung des Tempels das von Moses geschriebene Gesetzbuch gefunden und dem Könige gebracht (V. 18), der, von der Prophetin Holda aufgefordert, dem Volke das Gesetz vorlesen lässt, den Bund mit Gott feierlich erneuert und alle Greuel aus ganz Israel beseitigen lässt. +2 Chronik 2Chr 14 34 0 2. Herrschaft des Josias. (34,1 35,27) A. Josias, im Alter von 8 Jahren König geworden, bekämpft den Götzendienst aus allen Kräften. B. Im 18. Jahre seiner Herrschaft wird gelegentlich der Wiederherstellung des Tempels das von Moses geschriebene Gesetzbuch gefunden und dem Könige gebracht (V. 18), der, von der Prophetin Holda aufgefordert, dem Volke das Gesetz vorlesen lässt, den Bund mit Gott feierlich erneuert und alle Greuel aus ganz Israel beseitigen lässt. 2 Chronik 2Chr 14 34 1 Octo annorum erat Josias cum regnare cpisset, et triginta et uno anno regnavit in Jerusalem. Acht Jahre war Josias alt, als er König ward, und einunddreißig Jahre herrschte er in Jerusalem. [2Kön 22,1] 2 Chronik 2Chr 14 34 2 Fecitque quod erat rectum in conspectu Domini, et ambulavit in viis David patris sui: non declinavit neque ad dextram, neque ad sinistram. Er tat, was vor dem Angesichte des Herrn recht war, und wandelte auf den Wegen seines Vaters David und wich nicht ab, weder zur Rechten, noch zur Linken. 2 Chronik 2Chr 14 34 3 Octavo autem anno regni sui, cum adhuc esset puer, cpit quærere Deum patris sui David: et duodecimo anno postquam regnare cperat, mundavit Judam et Jerusalem ab excelsis, et lucis, simulacrisque et sculptilibus. Im achten Jahre seiner Herrschaft aber, da er noch sehr jung war, fing er an, den Gott seines Vaters David zu suchen, und im zwölften Jahre, nachdem er König geworden war, reinigte er Juda und Jerusalem von den Höhen und den Hainen und den Götzenbildern und geschnitzten Bildern.¹ @@ -18153,7 +18154,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 34 33 Abstulit ergo Josias cunctas abominationes de universis regionibus filiorum Israel: et fecit omnes, qui residui erant in Israel, servire Domino Deo suo. Cunctis diebus ejus non recesserunt a Domino Deo patrum suorum. So schaffte Josias alle Greuel aus allen Gauen der Söhne Israels¹⁴ hinweg und machte, dass alle, die in Israel übrig waren, dem Herrn, ihrem Gott, dienten. So lange er lebte, fielen sie nicht von dem Herrn, dem Gotte ihrer Väter, ab.¹⁵ 2 Chronik 2Chr 14 34 33 14 Des Zehnstämmereiches. 2 Chronik 2Chr 14 34 33 15 Öffentlich. -2 Chronik 2Chr 14 35 0 C. Feierliche Begehung des Osterfestes nach dem Gesetze. (V. 19) D. In einem unglücklichen Kampfe gegen Nechao, den König von Ägypten, wird Josias getötet (V. 24), beklagt von Jeremias und dem ganzen Volke. +2 Chronik 2Chr 14 35 0 C. Feierliche Begehung des Osterfestes nach dem Gesetze. (V. 19) D. In einem unglücklichen Kampfe gegen Nechao, den König von Ägypten, wird Josias getötet (V. 24), beklagt von Jeremias und dem ganzen Volke. 2 Chronik 2Chr 14 35 1 Fecit autem Josias in Jerusalem Phase Domino, quod immolatum est quartadecima die mensis primi: Josias aber hielt in Jerusalem dem Herrn das Phase und es ward am vierzehnten Tage des ersten Monats geschlachtet.¹ [2Kön 23,21] 2 Chronik 2Chr 14 35 1 1 Also zur richtigen Zeit. 2 Chronik 2Chr 14 35 2 Et constituit Sacerdotes in officiis suis, hortatusque est eos ut ministrarent in domo Domini. Auch bestellte er die Priester für ihre Obliegenheiten und ermunterte sie, den Dienst im Hause des Herrn zu verrichten. @@ -18206,7 +18207,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 35 25 25 Diese Sammlung ist uns nicht erhalten. 2 Chronik 2Chr 14 35 26 Reliqua autem sermonum Josiæ et misericordiarum ejus: quæ lege præcepta sunt Domini: Was aber sonst von Josias zu sagen ist und von seinen Werken der Barmherzigkeit, wie solche im Gesetze des Herrn befohlen sind, 2 Chronik 2Chr 14 35 27 Opera quoque illius prima et novissima, scripta sunt in Libro regum Juda et Israel. und was er getan, das ist vom Anfang bis zum Ende im Buche der Könige von Juda und Israel beschrieben. -2 Chronik 2Chr 14 36 0 3. Untergang des Reiches Juda unter den Söhnen des Josias. (Kap. 36) A. Der älteste Sohn des Josias, Joachaz, wird nach dreimonatlicher Regierung von Nechao nach Ägypten weggeführt. (V. 4) An seine Stelle tritt Joakim, der nach elfjähriger schlechter Regierung von Nabuchodonosor besiegt und nach Babylon weggeführt wird. (V. 8) B. Auf Joakim folgt dessen Sohn Joachin (Jechonias), der aber bereits ein Jahr später von den Chaldäern zugleich mit den kostbarsten Tempelschätzen nach Babylon weggeführt wird. (V. 10) Nabuchodonosor setzt Sedekias als König ein, der nicht nur wie seine Vorgänger schlecht regiert, sondern selbst mit seinem Volke Jeremias und andere von Gott gesandte Propheten verhöhnt. (V. 16) C. Deshalb sendet der Herr noch einmal den König der Chaldäer, der Jerusalem zerstört, den Tempel verbrennt und das noch übrige Volk nach Chaldäa wegführt, wo es 70 Jahre in der Gefangenschaft verbleibt. (V. 21) Schlusswort. Cyrus gestattet den Juden die Rückkehr nach Palästina. +2 Chronik 2Chr 14 36 0 3. Untergang des Reiches Juda unter den Söhnen des Josias. (Kap. 36) A. Der älteste Sohn des Josias, Joachaz, wird nach dreimonatlicher Regierung von Nechao nach Ägypten weggeführt. (V. 4) An seine Stelle tritt Joakim, der nach elfjähriger schlechter Regierung von Nabuchodonosor besiegt und nach Babylon weggeführt wird. (V. 8) B. Auf Joakim folgt dessen Sohn Joachin (Jechonias), der aber bereits ein Jahr später von den Chaldäern zugleich mit den kostbarsten Tempelschätzen nach Babylon weggeführt wird. (V. 10) Nabuchodonosor setzt Sedekias als König ein, der nicht nur wie seine Vorgänger schlecht regiert, sondern selbst mit seinem Volke Jeremias und andere von Gott gesandte Propheten verhöhnt. (V. 16) C. Deshalb sendet der Herr noch einmal den König der Chaldäer, der Jerusalem zerstört, den Tempel verbrennt und das noch übrige Volk nach Chaldäa wegführt, wo es 70 Jahre in der Gefangenschaft verbleibt. (V. 21) Schlusswort. Cyrus gestattet den Juden die Rückkehr nach Palästina. 2 Chronik 2Chr 14 36 1 Tulit ergo populus terræ Joachaz filium Josiæ, et constituit regem pro patre suo in Jerusalem. Hierauf nahm das Volk des Landes Joachaz,¹ den Sohn des Josias, und machte ihn an seines Vaters Statt zum Könige von Jerusalem. [2Kön 25,30] 2 Chronik 2Chr 14 36 1 1 Sallum [1Chr 3,15, Jer 22,11] Sie ziehen ihn seinem älteren Bruder vor, der sein Nachfolger wird. 2 Chronik 2Chr 14 36 2 Viginti trium annorum erat Joachaz, cum regnare cpisset, et tribus mensibus regnavit in Jerusalem. Dreiundzwanzig Jahre war Joachaz alt, als er König ward, und drei Monate herrschte er in Jerusalem. @@ -18244,7 +18245,7 @@ Rut Rut 8 4 22 22 Dasselbe Geschlechtsregister bietet [Mt 1,3-5] (wie es auch [ 2 Chronik 2Chr 14 36 22 13 Cyrus reagierte über das medopersische Reich von 558 529. Die babylonische Gefangenschaft dauerte von 606 536. 2 Chronik 2Chr 14 36 23 Hæc dicit Cyrus rex Persarum: Omnia regna terræ dedit mihi Dominus Deus cli, et ipse præcepit mihi ut ædificarem ei domum in Jerusalem, quæ est in Judæa: quis ex vobis est in omni populo ejus? Sit Dominus Deus suus cum eo, et ascendat. So spricht Cyrus, der König der Perser: Alle Reiche der Erde hat mir der Herr, der Gott des Himmels, gegeben und er hat mir befohlen, ihm ein Haus in Jerusalem, das in Judäa ist, zu bauen. Wer ist unter euch von seinem ganzen Volke? Der Herr sein Gott sei mit ihm und er ziehe hin!¹⁴ 2 Chronik 2Chr 14 36 23 14 So endet der Verfasser mit einem Lichtblicke die Betrachtung der vorexilischen Geschichte. -Nehemia Neh 16 1 0 II. Die Wiederherstellung der Stadt Jerusalem und Erneuerung des Bundes mit Gott. (Kap. 1,1 Kap. 12,42) 1. Nehemias kehrt aus Babylon nach Jerusalem zurück und baut nach vielen und großen Schwierigkeiten die Mauern der Stadt wieder auf. (1,1 7,73) A. Im 20. Jahre Artaxerxes I. Langhand erlangt Nehemias die Erlaubnis, die Stadt wieder aufzubauen. (1,1 2,6) a. Nehemias, der Mundschenk des Königs Artaxerxes, hört von dem Elende der nach Jerusalem zurückgekehrten Juden und dass die Mauern der Stadt darniederliegen. (V. 3) Er fleht zu Gott im Gebete. +Nehemia Neh 16 1 0 II. Die Wiederherstellung der Stadt Jerusalem und Erneuerung des Bundes mit Gott. (Kap. 1,1 Kap. 12,42) 1. Nehemias kehrt aus Babylon nach Jerusalem zurück und baut nach vielen und großen Schwierigkeiten die Mauern der Stadt wieder auf. (1,1 7,73) A. Im 20. Jahre Artaxerxes I. Langhand erlangt Nehemias die Erlaubnis, die Stadt wieder aufzubauen. (1,1 2,6) a. Nehemias, der Mundschenk des Königs Artaxerxes, hört von dem Elende der nach Jerusalem zurückgekehrten Juden und dass die Mauern der Stadt darniederliegen. (V. 3) Er fleht zu Gott im Gebete. Nehemia Neh 16 1 1 Verba Nehemiæ filii Helchiæ. Et factum est in mense Casleu, anno vigesimo, et ego eram in Susis castro. Worte des Nehemias,¹ des Sohnes Helchias.² Es geschah im Monate Kasleu,³ im zwanzigsten Jahr,⁴ dass ich zu Susan auf der Burg⁵ war. Nehemia Neh 16 1 1 1 Überschrift. Nehemia Neh 16 1 1 2 Nach Hier. und Euseb. gehörte Nehemias zum Stamme Juda. Nach V. 11 war er Mundschenk des persischen Königs. @@ -18269,7 +18270,7 @@ Nehemia Neh 16 1 10 Et ipsi servi tui, et populus tuus: quos redemisti in fortit Nehemia Neh 16 1 11 Obsecro Domine, sit auris tua attendens ad orationem servi tui, et ad orationem servorum tuorum, qui volunt timere nomen tuum: et dirige servum tuum hodie, et da ei misericordiam ante virum hunc: ego enim eram pincerna regis. Ich bitte dich, Herr! lass dein Ohr aufmerken auf das Gebet deines Dieners und auf das Gebet deiner Diener, welche deinen Namen fürchten wollen, und leite¹² deinen Diener heute und lass ihn Gnade finden vor diesem Manne.¹³ Ich war nämlich der Mundschenk des Königs. Nehemia Neh 16 1 11 12 Hebr.: Lass gelingen. Nehemia Neh 16 1 11 13 Vor dem Könige Artaxerxes. -Nehemia Neh 16 2 0 b. Nehemias bittet den König um Erlaubnis, die Mauern Jerusalems wiederherstellen zu lassen, und erlangt dieselbe. (V. 6) B. Beginn des Mauerbaues. (2,7 3,31) a. Mit einem königlichen Erlasse versehen (V. 10), kommt Nehemias nach Jerusalem, überzeugt sich von dem Stande der Dinge (V. 15) und muntert die Juden auf, an die Wiederherstellung der Mauern zu gehen. (V. 18) Er weist den Hohn der Statthalter zurück. +Nehemia Neh 16 2 0 b. Nehemias bittet den König um Erlaubnis, die Mauern Jerusalems wiederherstellen zu lassen, und erlangt dieselbe. (V. 6) B. Beginn des Mauerbaues. (2,7 3,31) a. Mit einem königlichen Erlasse versehen (V. 10), kommt Nehemias nach Jerusalem, überzeugt sich von dem Stande der Dinge (V. 15) und muntert die Juden auf, an die Wiederherstellung der Mauern zu gehen. (V. 18) Er weist den Hohn der Statthalter zurück. Nehemia Neh 16 2 1 Factum est autem in mense Nisan, anno vigesimo Artaxerxis regis: et vinum erat ante eum, et levavi vinum, et dedi regi: et eram quasi languidus ante faciem ejus. Es begab sich aber im Monat Nisan, im zwanzigsten Jahre¹ des Königs Artaxerxes, dass Wein vor ihm stand; und ich nahm den Wein und reichte ihn dem Könige, ich war aber beinahe ohnmächtig vor seinem Angesichte.² Nehemia Neh 16 2 1 1 Die Zählung richtet sich wohl hier nach der in Vorderasien üblichen Weise, das Jahr im Herbst zu beginnen. Nehemia Neh 16 2 1 2 Nach anderen: Ich war sonst nicht betrübt gewesen vor ihm. @@ -18308,7 +18309,7 @@ Nehemia Neh 16 2 19 Audierunt autem Sanaballat Horonites, et Tobias servus Amman Nehemia Neh 16 2 19 17 Zu den obengenannten Feinden kommt als dritter ein Araberhäuptling aus dem südlichen Palästina. Nehemia Neh 16 2 20 Et reddidi eis sermonem, dixique ad eos: Deus cli ipse nos juvat, et nos servi ejus sumus: surgamus, et ædificemus: vobis autem non est pars, et justitia, et memoria in Jerusalem. Da gab ich ihnen zur Antwort und sprach zu ihnen: Der Gott des Himmels hilft uns und wir sind seine Diener; wir wollen uns aufmachen und bauen, ihr aber habt keinen Anteil noch Anrecht noch Andenken¹⁸ in Jerusalem. Nehemia Neh 16 2 20 18 Bleibende Namen. -Nehemia Neh 16 3 0 b. Beschreibung der Wiederherstellung der Mauer: Namen der Mitwirkenden und Angabe ihres Anteils. +Nehemia Neh 16 3 0 b. Beschreibung der Wiederherstellung der Mauer: Namen der Mitwirkenden und Angabe ihres Anteils. Nehemia Neh 16 3 1 Et surrexit Eliasib sacerdos magnus, et fratres ejus sacerdotes, et ædificaverunt portam gregis: ipsi sanctificaverunt eam, et statuerunt valvas ejus, et usque ad turrim centum cubitorum sanctificaverunt eam: usque ad turrim Hananeel. Da machten sich Eliasib, der Hohepriester, und seine Brüder, die Priester, auf und bauten das Schaftor; sie weihten es¹ und setzten seine Torflügel ein² und sie weihten³ es bis zum Turme der hundert Ellen, bis zum Turme Hananeel. Nehemia Neh 16 3 1 1 Das Schaftor lag nahe dem Tempel, der Turm Ha-Mea etwa 100 Ellen entfernt. Nehemia Neh 16 3 1 2 Das Einsetzen der Tore ist hier proleptisch erwähnt, da jene von Anfang an die Verpflichtung dazu übernahmen. @@ -18366,7 +18367,7 @@ Nehemia Neh 16 3 29 Post eos ædificavit Sadoc filius Emmer contra domum suam. E Nehemia Neh 16 3 30 Post eum ædificavit Hanania filius Selemiæ, et Hanun filius Seleph sextus, mensuram secundam: post eum ædificavit Mosollam filius Barachiæ, contra gazophylacium suum. Post eum ædificavit Melchias filius aurificis usque ad domum Nathinæorum, et scruta vendentium contra portam judicialem, et usque ad cnaculum anguli. Nach diesem baute Hanania, der Sohn Selemias, und Hanun, der sechste Sohn Selephs, das folgende Stück; nach ihm baute Mosollam, der Sohn Barachias, seinem Vorratshause²⁶ gegenüber. Nach diesem baute Melchias, der Sohn des Goldschmieds, bis zum Hause der Nathinäer und der Krämer, dem Gerichtstor gegenüber, und bis an das Eckgemach. Nehemia Neh 16 3 30 26 Gemache Nehemia Neh 16 3 31 Et inter cnaculum anguli in porta gregis ædificaverunt aurifices et negotiatores. Und zwischen dem Eckgemache und dem Schaftore bauten die Goldschmiede und die Händler. -Nehemia Neh 16 4 0 C. Nach glücklicher Überwindung mannigfacher Schwierigkeiten wird das Werk glücklich zu Ende geführt. (4,1 6,19) a. Anfangs verhöhnen die umliegenden Völkerschaften die Juden (V. 3), dann versuchen sie dieselben zu behindern (V. 8), doch Nehemias Wachsamkeit vereitelt ihre Anschläge. (V. 15) Die Juden setzen den Bau fort, mit der einen Hand arbeitend, mit der anderen das Schwert haltend. +Nehemia Neh 16 4 0 C. Nach glücklicher Überwindung mannigfacher Schwierigkeiten wird das Werk glücklich zu Ende geführt. (4,1 6,19) a. Anfangs verhöhnen die umliegenden Völkerschaften die Juden (V. 3), dann versuchen sie dieselben zu behindern (V. 8), doch Nehemias Wachsamkeit vereitelt ihre Anschläge. (V. 15) Die Juden setzen den Bau fort, mit der einen Hand arbeitend, mit der anderen das Schwert haltend. Nehemia Neh 16 4 1 Factum est autem, cum audisset Sanaballat quod ædificaremus murum, iratus est valde: et motus nimis subsannavit Judæos, Es begab sich aber, als Sanaballat hörte, dass wir die Mauer bauten, ergrimmte und zürnte er sehr und verhöhnte die Juden Nehemia Neh 16 4 2 Et dixit coram fratribus suis, et frequentia Samaritanorum: Quid Judæi faciunt imbecilles? Num dimittent eos gentes? Num sacrificabunt, et complebunt in una die? Numquid ædificare poterunt lapides de acervis pulveris, qui combusti sunt? und sagte vor seinen Brüdern und vielen Samaritern: Was treiben die ohnmächtigen Juden? Werden die Völker sie etwa gewähren lassen? Werden sie opfern¹ und werden sie in einem Tage zu Ende kommen? Werden sie aus den Schutthaufen Steine zum Baue haben können,² obwohl diese verbrannt sind? Nehemia Neh 16 4 2 1 Sich durch Opfer die Gunst ihres Gottes gewinnen? @@ -18406,7 +18407,7 @@ Nehemia Neh 16 4 21 15 Hebr. besser: So arbeiteten wir an dem Bau. Nehemia Neh 16 4 22 In tempore quoque illo dixi populo: Unusquisque cum puero suo maneat in medio Jerusalem, et sint nobis vices per noctem, et diem, ad operandum. Auch sprach ich zu jener Zeit zu dem Volke: Ein jeder übernachte mit seinem Knechte innerhalb Jerusalems und so mögen sie bei Nacht als Wache helfen und am Tage bei der Arbeit. Nehemia Neh 16 4 23 Ego autem et fratres mei, et pueri mei, et custodes, qui erant post me, non deponebamus vestimenta nostra: unusquisque tantum nudabatur ad baptismum. Ich aber und meine Brüder und meine Knechte und die Wächter, die mir folgten, wir legten unsere Kleider nicht ab; keiner kleidete sich aus, außer zum Bade.¹⁶ Nehemia Neh 16 4 23 16 Andere anders. -Nehemia Neh 16 5 0 b. Ein zweites Hindernis erwächst aus dem Geize der Reichen, durch welchen die Armen zum Aufstande gereizt werden. (V. 5) Nehemias stillt denselben durch das Verbot allen Wuchers (V. 13) und gibt den Reichen das Vorbild der Barmherzigkeit gegen die Armen. +Nehemia Neh 16 5 0 b. Ein zweites Hindernis erwächst aus dem Geize der Reichen, durch welchen die Armen zum Aufstande gereizt werden. (V. 5) Nehemias stillt denselben durch das Verbot allen Wuchers (V. 13) und gibt den Reichen das Vorbild der Barmherzigkeit gegen die Armen. Nehemia Neh 16 5 1 Et factus est clamor populi, et uxorum ejus magnus adversus fratres suos Judæos. Es erhob sich aber ein großes Geschrei seitens des Volkes und ihrer Frauen gegen ihre Brüder, die Juden. Nehemia Neh 16 5 2 Et erant qui dicerent: Filii nostri, et filiæ nostræ multæ sunt nimis: accipiamus pro pretio eorum frumentum, et comedamus, et vivamus. Einige sagten: Unsere Söhne und unsere Töchter sind überaus zahlreich; wir wollen Getreide für ihren Wert nehmen,¹ dass wir zu essen haben und am Leben bleiben. Nehemia Neh 16 5 2 1 Vergl. [Ex 21,7]. @@ -18438,7 +18439,7 @@ Nehemia Neh 16 5 17 11 Wurden auf meine Kosten genährt. Nehemia Neh 16 5 18 Parabatur autem mihi per dies singulos bos unus, arietes sex electi, exceptis volatilibus, et inter dies decem vina diversa, et alia multa tribuebam: insuper et annonas ducatus mei non quæsivi: valde enim attenuatus erat populus. Und man bereitete mir Tag für Tag einen Stier und sechs auserlesene Widder, außer dem Geflügel, und je innerhalb zehn Tagen gab ich verschiedenen Wein und vieles andere; und bei alledem forderte ich das Einkommen meiner Statthalterwürde nicht, denn das Volk war sehr verarmt.¹² Nehemia Neh 16 5 18 12 Hebr.: denn die Fronpflicht lastete schwer auf diesem Volke. Nehemia Neh 16 5 19 Memento mei Deus meus in bonum secundum omnia, quæ feci populo huic. Mein Gott! gedenke alles dessen, was ich diesem Volke getan, für mich zum Guten! -Nehemia Neh 16 6 0 c. Die Feinde bereiteten Nehemias Nachstellungen und suchen ihn aus der Stadt zu locken (V. 9), selbst unter den Einwohnern stellen ihm einige im Einverständnisse mit den Feinden nach. (V. 14) d. Nehemias vereitelt alle Anschläge und vollendet in kurzer Zeit den Bau der Mauer trotz des freundschaftlichen Verhältnisses einiger vornehmer Juden zu dem Feinde. +Nehemia Neh 16 6 0 c. Die Feinde bereiteten Nehemias Nachstellungen und suchen ihn aus der Stadt zu locken (V. 9), selbst unter den Einwohnern stellen ihm einige im Einverständnisse mit den Feinden nach. (V. 14) d. Nehemias vereitelt alle Anschläge und vollendet in kurzer Zeit den Bau der Mauer trotz des freundschaftlichen Verhältnisses einiger vornehmer Juden zu dem Feinde. Nehemia Neh 16 6 1 Factum est autem, cum audisset Sanaballat, et Tobias, et Gossem Arabs, et ceteri inimici nostri, quod ædificassem ego murum, et non esset in ipso residua interruptio (usque ad tempus autem illud valvas non posueram in portis) Es begab sich aber, als Sanaballat und Tobias und Gossem, der Araber, und unsere übrigen Feinde hörten, dass ich die Mauer aufgebaut habe und dass keine Lücke mehr darin sei (doch hatte ich bis zu der Zeit die Pforten noch nicht in die Tore eingesetzt), Nehemia Neh 16 6 2 Miserunt Sanaballat et Gossem ad me, dicentes: Veni, et percutiamus fdus pariter in viculis in Campo Ono. Ipsi autem cogitabant ut facerent mihi malum. sandten Sanaballat und Gossem zu mir und ließen sagen: Komm und lass uns in den Dörfern in der Ebene Ono¹ einen Bund miteinander schließen.² Sie dachten aber, mir Böses zu tun. Nehemia Neh 16 6 2 1 Ono lag etwa vier Stunden von Jassa entfernt. @@ -18468,7 +18469,7 @@ Nehemia Neh 16 6 16 Factum est ergo cum audissent omnes inimici nostri, ut timer Nehemia Neh 16 6 17 Sed et in diebus illis multæ optimatum Judæorum epistolæ mittebantur ad Tobiam, et a Tobia veniebant ad eos. In diesen Tagen wurden auch viele Briefe von angesehenen Juden an Tobias gesendet und kamen von Tobias solche an sie; Nehemia Neh 16 6 18 Multi enim erant in Judæa habentes juramentum ejus, quia gener erat Secheniæ filii Area, et Johanan filius ejus acceperat filiam Mosollam filii Barachiæ: denn es waren viele in Judäa, die sich ihm durch einen Eidschwur zugesellt hatten, weil er der Tochtermann Sechenias', des Sohnes des Areas, war und sein Sohn Johanan die Tochter Mosollams, des Sohnes Barachias, zur Frau genommen hatte; Nehemia Neh 16 6 19 Sed et laudabant eum coram me, et verba mea nuntiabant ei: et Tobias mittebat epistolas ut terreret me. ja, sie lobten ihn sogar vor mir und hinterbrachten ihm meine Worte, und Tobias sandte Briefe, mir Furcht einzujagen. -Nehemia Neh 16 7 0 D. Vorbereitung der Schätzung der Einwohner. (Kap. 7) a. Nachdem Nehemias die Stadt befestigt, stellt er Torwächter und Hüter auf. (V. 3) b. Da die Stadt einen für die Einwohnerzahl zu großen Umfang hat, denkt er daran, andere in dieselbe aufzunehmen, nachdem er die Zahl der Bewohner festgestellt. Er findet das Verzeichnis der unter Zorobabel Zurückgekehrten. +Nehemia Neh 16 7 0 D. Vorbereitung der Schätzung der Einwohner. (Kap. 7) a. Nachdem Nehemias die Stadt befestigt, stellt er Torwächter und Hüter auf. (V. 3) b. Da die Stadt einen für die Einwohnerzahl zu großen Umfang hat, denkt er daran, andere in dieselbe aufzunehmen, nachdem er die Zahl der Bewohner festgestellt. Er findet das Verzeichnis der unter Zorobabel Zurückgekehrten. Nehemia Neh 16 7 1 Postquam autem ædificatus est murus, et posui valvas, et recensui janitores, et cantores, et Levitas: Nachdem nun die Mauer gebaut war, hängte ich die Tore ein und musterte die Türhüter und Sänger und Leviten [Sir 49,15] Nehemia Neh 16 7 2 Præcepi Hanani fratri meo, et Hananiæ principi domus de Jerusalem (ipse enim quasi vir verax et timens Deum plus ceteris videbatur) und befahl meinem Bruder Hanani und Hananias, dem Obersten des Hauses¹ in Jerusalem (denn dieser galt mehr als alle übrigen für wahrhaftig und gottesfürchtig,) Nehemia Neh 16 7 2 1 Die Leviten waren besonders zuverlässig. @@ -18551,7 +18552,7 @@ Nehemia Neh 16 7 71 Et de principibus familiarum dederunt in thesaurum operis au Nehemia Neh 16 7 72 Et quod dedit reliquus populus, auri drachmas viginti millia, et argenti mnas duo millia, et tunicas sacerdotales sexaginta septem. Was das übrige Volk gab, betrug: zwanzigtausend Goldstücke und zweitausend Minen Silber und siebenundsechzig Priesterkleider.⁹ Nehemia Neh 16 7 72 9 Die Gaben V. 70, V. 72 betragen, da die gegebenen Golddariken nur 41000 Silberdariken (= Sekel 2Mark 50 Pfennig) Wert hatten, etwa 102500 Mark, mit den Minen Silbers 527500 Mark. Die Vulgata hat irrtümlich Drachmen für Dariken eingesetzt. Nehemia Neh 16 7 73 Habitaverunt autem Sacerdotes, et Levitæ, et janitores, et cantores, et reliquum vulgus, et Nathinæi, et omnis Israel in civitatibus suis. Die Priester aber, die Leviten, die Türhüter, die Sänger und das übrige Volk und die Nathinäer und ganz Israel wohnten in ihren Städten. -Nehemia Neh 16 8 0 2. Nehemias und Esdras erneuern den Bund und ordnen die religiösen und politischen Verhältnisse. (8,1 12,42) 1. Die religiöse Ordnung wird wieder hergestellt, der Bund mit Gott erneuert. (8,1 10,39) A. Auf den Wunsch des Volkes liest Esdras am Laubhüttenfest dem Volk bis zum Mittage aus dem Gesetze vor. (V. 8) Da alle trauern, mahnen sie Esdras und Nehemias, das Fest mit Freuden zu begehen. (V. 12) B. Am nächsten Tage vernehmen sie, dass Gott vorgeschrieben, sie sollen in Laubhütten wohnen, und gehen an die Ausführung der Vorschrift. +Nehemia Neh 16 8 0 2. Nehemias und Esdras erneuern den Bund und ordnen die religiösen und politischen Verhältnisse. (8,1 12,42) 1. Die religiöse Ordnung wird wieder hergestellt, der Bund mit Gott erneuert. (8,1 10,39) A. Auf den Wunsch des Volkes liest Esdras am Laubhüttenfest dem Volk bis zum Mittage aus dem Gesetze vor. (V. 8) Da alle trauern, mahnen sie Esdras und Nehemias, das Fest mit Freuden zu begehen. (V. 12) B. Am nächsten Tage vernehmen sie, dass Gott vorgeschrieben, sie sollen in Laubhütten wohnen, und gehen an die Ausführung der Vorschrift. Nehemia Neh 16 8 1 Et venerat mensis septimus: filii autem Israel erant in civitatibus suis. Congregatusque est omnis populus quasi vir unus ad plateam, quæ est ante portam aquarum: et dixerunt Esdræ scribæ ut afferret Librum legis Moysi, quam præceperat Dominus Israeli. Als nun der siebte Monat herankam, waren die Söhne Israels in ihren Städten. Da versammelte sich alles Volk wie ein Mann auf dem Platze vor dem Wassertore und sie sagten zu Esdras, dem Schriftgelehrten, er solle das Buch des Gesetzes Moses herbeibringen, das der Herr für Israel gegeben hatte.¹ Nehemia Neh 16 8 1 1 Vergl. [Esra 3,1]. Sie wollen den Neumondstag des siebenten Monats als Dankesfest begehen. Nehemia Neh 16 8 2 Attulit ergo Esdras sacerdos legem coram multitudine virorum et mulierum, cunctisque qui poterant intelligere, in die prima mensis septimi. Da brachte Esdras, der Priester, das Gesetz vor die Versammlung der Männer und Frauen und vor alle, die es verstehen konnten, am ersten Tage des siebten Monats. @@ -18585,7 +18586,7 @@ Nehemia Neh 16 8 17 Fecit ergo universa ecclesia eorum, qui redierant de captivi Nehemia Neh 16 8 17 14 So allgemein. Gefeiert wurde das Fest auch vordem vor der Wegführung. Nehemia Neh 16 8 18 Legit autem in Libro legis Dei per dies singulos, a die primo usque ad diem novissimum: et fecerunt solemnitatem septem diebus, et in die octavo collectam juxta ritum. Er las aber aus dem Buche des Gesetzes Gottes Tag für Tag, vom ersten Tage bis zum letzten Tage; und sie feierten das Fest¹⁵ sieben Tage lang und am achten Tage die Versammlung nach der Vorschrift. Nehemia Neh 16 8 18 15 Schlussfest. [Lev 23,36] -Nehemia Neh 16 9 0 C. Nach Beendigung des Festes beschließen sie, von den Fremdlingen abgesondert, Buße zu tun für die Sünden. (V. 2) Sie preisen durch die Leviten in langem Gebete Gottes Barmherzigkeit und klagen ihre Verstockung an (V. 35), worauf sie den Bund mit Gott erneuern. (V. 37) D. Hierüber wird eine öffentliche Urkunde aufgesetzt. +Nehemia Neh 16 9 0 C. Nach Beendigung des Festes beschließen sie, von den Fremdlingen abgesondert, Buße zu tun für die Sünden. (V. 2) Sie preisen durch die Leviten in langem Gebete Gottes Barmherzigkeit und klagen ihre Verstockung an (V. 35), worauf sie den Bund mit Gott erneuern. (V. 37) D. Hierüber wird eine öffentliche Urkunde aufgesetzt. Nehemia Neh 16 9 1 In die autem vigesimo quarto mensis hujus convenerunt filii Israel in jejunio et in saccis, et humus super eos. Am vierundzwanzigsten Tage dieses Monats aber versammelten sich die Söhne Israels mit Fasten und in Bußgewändern und Staub auf ihren Häuptern. Nehemia Neh 16 9 2 Et separatum est semen filiorum Israel ab omni filio alienigena: et steterunt, et confitebantur peccata sua, et iniquitates patrum suorum. Und die Nachkommenschaft der Söhne Israels sonderte sich von allen Söhnen der Fremden ab und sie traten hin und bekannten ihre Sünden und die Missetaten ihrer Väter. Nehemia Neh 16 9 3 Et consurrexerunt ad standum: et legerunt in volumine Legis Domini Dei sui, quater in die, et quater confitebantur, et adorabant Dominum Deum suum. Und sie erhoben sich auf ihrem Platze¹ und lasen aus dem Gesetzbuche des Herrn, ihres Gottes, viermal² im Tage, und viermal³ bekannten sie ihre Sünden und beteten den Herrn, ihren Gott, an. @@ -18646,7 +18647,7 @@ Nehemia Neh 16 9 37 Et fruges ejus multiplicantur regibus, quos posuisti super n Nehemia Neh 16 9 37 21 Durch Aushebung zum Königsdienst usw. Nehemia Neh 16 9 38 Super omnibus ergo his nos ipsi percutimus fdus, et scribimus, et signant principes nostri, Levitæ nostri, et Sacerdotes nostri. Über dies alles also schließen wir einen Bund und schreiben ihn auf und unsere Fürsten, unsere Leviten und unsere Priester besiegeln ihn.²² Nehemia Neh 16 9 38 22 Dieser Vers gehört zum nächsten Kapitel, das er auch in der heutigen Einleitung des hebräischen eröffnet. -Nehemia Neh 16 10 0 Die Urkunde des Bundes unterschreiben Nehemias, die Vornehmsten und das gewöhnliche Volk (V. 29), indem sie versprechen, alle Gebote Gottes zu beobachten, insbesondere aber nicht fremde Frauen zu nehmen, den Sabbat zu heiligen, Gaben und Erstlinge darzubringen. +Nehemia Neh 16 10 0 Die Urkunde des Bundes unterschreiben Nehemias, die Vornehmsten und das gewöhnliche Volk (V. 29), indem sie versprechen, alle Gebote Gottes zu beobachten, insbesondere aber nicht fremde Frauen zu nehmen, den Sabbat zu heiligen, Gaben und Erstlinge darzubringen. Nehemia Neh 16 10 1 Signatores autem fuerunt, Nehemias, Athersatha filius Hachelai, et Sedecias, Diejenigen, welche ihn siegelten, waren:¹ Nehemias, der Athersatha, der Sohn Hachelais, und Sedekias, Nehemia Neh 16 10 1 1 An der Spitze steht Nehemias als Statthalter. Ihm folgt Sedekias wohl als hoher Beamter. Der Hohepriester Eliasib fehlt. Es folgen 21 Namen von Priestern, wohl Vorstehern von Priesterhäusern. (V. 28) Esdras ist als Veranstalter und Leiter nicht genannt, da er gleichsam die Stelle Moses vertritt. Die meisten hier genannten Priesternamen kommen in [Neh 12] wieder vor, wo sie als mit Josua und Zorobabel zurückgekehrt bezeichnet werden. Da nun die im Jahre 536 Heimgekehrten nach hundert Jahren kaum noch leben konnten, bezeichnen die Namen hier wohl die Geschlechter, die von jenen abstammen. Das Gleiche gilt von den 17 Namen der Leviten. (9-13) V. 14-27 sind die Namen von Volkshäuptern für die Geschlechter selbst gesetzt. Nehemia Neh 16 10 2 Saraias, Azarias, Jeremias, Sarajas, Azarias, Jeremias, @@ -18702,7 +18703,7 @@ Nehemia Neh 16 10 37 15 Dort hatte die Verteilung unter die Priester statt. Nehemia Neh 16 10 38 Erit autem Sacerdos filius Aaron cum Levitis in decimis Levitarum, et Levitæ offerent decimam partem decimæ suæ in domo Dei nostri, ad gazophylacium in domum thesauri. Der Priester aber, der Sohn Aarons, soll bei den Leviten sein, wenn sie den Zehnten empfangen,¹⁶ und die Leviten sollen den Zehnten ihres Zehnten in das Haus unsers Gottes zur Schatzkammer in das Schatzhaus bringen. Nehemia Neh 16 10 38 16 Zur Aufsicht. Nehemia Neh 16 10 39 Ad gazophylacium enim deportabunt filii Israel, et filii Levi primitias frumenti, vini, et olei: et ibi erunt vasa sanctificata, et Sacerdotes, et cantores, et janitores, et ministri, et non dimittemus domum Dei nostri. Denn zur Schatzkammer sollen die Söhne Israels und die Söhne Levis die Erstlinge vom Getreide, Wein und Öl bringen, und daselbst sollen die heiligen Geräte und die Priester und die Sänger und die Türhüter und die Diener sein, und wir wollen das Haus unsers Gottes nicht verlassen. -Nehemia Neh 16 11 0 2. Wiederherstellung der politischen Ordnung und Weihe der Mauern der Stadt. (11,1 12,42). A. Da Jerusalem nicht genug bevölkert ist, schreibt Nehemias vor, dass der zehnte Teil des Volkes in der Stadt wohnen soll. (V. 3) B. Zählung der in Jerusalem (V. 24) und in den Städten Judas und Benjamins Wohnenden. +Nehemia Neh 16 11 0 2. Wiederherstellung der politischen Ordnung und Weihe der Mauern der Stadt. (11,1 12,42). A. Da Jerusalem nicht genug bevölkert ist, schreibt Nehemias vor, dass der zehnte Teil des Volkes in der Stadt wohnen soll. (V. 3) B. Zählung der in Jerusalem (V. 24) und in den Städten Judas und Benjamins Wohnenden. Nehemia Neh 16 11 1 Habitaverunt autem principes populi in Jerusalem: reliqua vero plebs misit sortem, ut tollerent unam partem de decem qui habitaturi essent in Jerusalem civitate sancta, novem vero partes in civitatibus. Die Fürsten des Volkes nun wohnten in Jerusalem, das übrige Volk aber¹ warf das Los, je um einen Teil von zehn zu stellen, der in Jerusalem, der heiligen Stadt, wohnen sollte, die neun andern Teile aber in den Städten. Nehemia Neh 16 11 1 1 Soweit es bisher außerhalb der Stadt gewohnt. Das Nachstehende bildet wohl die Fortsetzung zu [Neh 7,5]. Nehemia Neh 16 11 2 Benedixit autem populus omnibus viris qui se sponte obtulerunt ut habitarent in Jerusalem. Und das Volk segnete alle Männer, die sich freiwillig erboten, in Jerusalem zu wohnen. @@ -18754,7 +18755,7 @@ Nehemia Neh 16 11 34 Hadid, Seboim, et Neballat, Lod Hadid, Seboim und Neballat, Nehemia Neh 16 11 34 15 Zwei Stunden nordöstlich von Lydda. Nehemia Neh 16 11 35 Et Ono valle artificum. und Ono im Tale der Künstler. Nehemia Neh 16 11 36 Et de Levitis portiones Judæ et Benjamin. Und von den Leviten waren einige Abteilungen in Juda und Benjamin. -Nehemia Neh 16 12 0 Zählung der mit Zorobabel zurückgekehrten Priester und Leviten (V. 9), Hohenpriester (V. 11), Priester (V. 21) und Leviten, welche zur Zeit Esdras und Nehemias lebten. (V. 26) C. Alle Leviten versammeln sich (V. 29), reinigen das Volk und die Mauern der Stadt mit Opfern (V. 30), umziehen im Doppelchor die ganze Mauer (V. 41) und beenden die Weihe mit der Darbringung von Opfern. (V. 42) Anhang. Nach wenigen Jahren muss Nehemias die Juden von neuem zur Beobachtung gewissen Gesetzesvorschriften zurückführen. (Kap. 12,43 13,41) A. Esdras und Nehemias stellen nach Ordnung aller religiösen Angelegenheiten Männer auf, welche Erstlinge und Zehnten und sonstige Darbringungen aufbewahren und verteilen sollen. +Nehemia Neh 16 12 0 Zählung der mit Zorobabel zurückgekehrten Priester und Leviten (V. 9), Hohenpriester (V. 11), Priester (V. 21) und Leviten, welche zur Zeit Esdras und Nehemias lebten. (V. 26) C. Alle Leviten versammeln sich (V. 29), reinigen das Volk und die Mauern der Stadt mit Opfern (V. 30), umziehen im Doppelchor die ganze Mauer (V. 41) und beenden die Weihe mit der Darbringung von Opfern. (V. 42) Anhang. Nach wenigen Jahren muss Nehemias die Juden von neuem zur Beobachtung gewissen Gesetzesvorschriften zurückführen. (Kap. 12,43 13,41) A. Esdras und Nehemias stellen nach Ordnung aller religiösen Angelegenheiten Männer auf, welche Erstlinge und Zehnten und sonstige Darbringungen aufbewahren und verteilen sollen. Nehemia Neh 16 12 1 Hi sunt autem Sacerdotes et Levitæ, qui ascenderunt cum Zorobabel filio Salathiel, et Josue: Saraia, Jeremias, Esdras, Dies aber sind die Priester und Leviten, welche heraufzogen mit Zorobabel, dem Sohne Salathiels und mit Josue:¹ Saraja, Jeremias, Esdras,² Nehemia Neh 16 12 1 1 Nehemias fand diese Urkunde wohl. Nehemia Neh 16 12 1 2 Nicht der Verfasser dieser Schrift. @@ -18818,8 +18819,8 @@ Nehemia Neh 16 12 45 Quia in diebus David et Asaph ab exordio erant principes co Nehemia Neh 16 12 46 Et omnis Israel, in diebus Zorobabel, et in diebus Nehemiæ dabant partes cantoribus et janitoribus per dies singulos, et sanctificabant Levitas, et Levitæ sanctificabant filios Aaron. Und ganz Israel gab in den Tagen Zorobabels und in den Tagen Nehemias für die Sänger und Türhüter Abgaben, Tag für Tag, und sie spendeten Weihegaben¹⁶ für die Leviten, und die Leviten spendeten Weihegaben¹⁷ für die Söhne Aarons. Nehemia Neh 16 12 46 16 Den Zehnten. Nehemia Neh 16 12 46 17 Die bestimmten Anteile. -Nehemia Neh 16 13 0 Esdras und Nehemias trennen die ungesetzlichen Ehen. (V. 3) B. Als Nehemias im 32. Jahre des Artaxerxes nach Babylonien zurückgerufen wird, schleichen sich wieder zahlreiche Missbräuche ein. Nehemias kommt nach Jerusalem zurück und stellt die Missbräuche in der Vorratskammer ab, indem er den Leviten und anderen Dienern des Heiligtums das, was ihnen gebührt, zuerteilt (V. 14), jede Übertretung des Sabbatgebotes streng untersagt (V. 22), die Männer straft, welche fremde Frauen genommen, und selbst den Sohn des Hohenpriesters nicht schont (V. 29); er führt alle zur Beobachtung des Gesetzes zurück. -Nehemia Neh 16 13 1 In die autem illo lectum est in volumine Moysi audiente populo: et inventum est scriptum in eo, quod non debeant introire Ammonites et Moabites in ecclesiam Dei usque in æternum: +Nehemia Neh 16 13 0 Esdras und Nehemias trennen die ungesetzlichen Ehen. (V. 3) B. Als Nehemias im 32. Jahre des Artaxerxes nach Babylonien zurückgerufen wird, schleichen sich wieder zahlreiche Missbräuche ein. Nehemias kommt nach Jerusalem zurück und stellt die Missbräuche in der Vorratskammer ab, indem er den Leviten und anderen Dienern des Heiligtums das, was ihnen gebührt, zuerteilt (V. 14), jede Übertretung des Sabbatgebotes streng untersagt (V. 22), die Männer straft, welche fremde Frauen genommen, und selbst den Sohn des Hohenpriesters nicht schont (V. 29); er führt alle zur Beobachtung des Gesetzes zurück. +Nehemia Neh 16 13 1 In die autem illo lectum est in volumine Moysi audiente populo: et inventum est scriptum in eo, quod non debeant introire Ammonites et Moabites in ecclesiam Dei usque in æternum: An jenem Tage ward vor den Ohren des Volkes aus dem Buche Moses gelesen und man fand darin geschrieben, dass kein Ammoniter oder Moabiter jemals in die Gemeinde Gottes aufgenommen werden sollte, [Dtn 23,3] Nehemia Neh 16 13 2 Eo quod non occurrerint filiis Israel cum pane et aqua: et conduxerint adversum eos Balaam, ad maledicendum eis: et convertit Deus noster maledictionem in benedictionem. deshalb, weil sie den Söhnen Israels nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen waren und Balaam wider jene gedungen hatten, sie zu verfluchen, aber unser Gott wandte den Fluch in Segen um. Nehemia Neh 16 13 3 Factum est autem, cum audissent legem, separaverunt omnem alienigenam ab Israel. Es begab sich aber, da sie das Gesetz gehört hatten, sonderten sie alle Fremdlinge von Israel ab. Nehemia Neh 16 13 4 Et super hoc erat Eliasib sacerdos, qui fuerat præpositus in gazophylacio domus Dei nostri, et proximus Tobiæ. Vordem¹ war Eliasib, der Priester, der Vorgesetzte über die Vorratskammer des Hauses unseres Gottes, ein naher Verwandter des Tobias.² @@ -18868,7 +18869,7 @@ Nehemia Neh 16 13 29 Recordare Domine Deus meus adversum eos, qui polluunt sacer Nehemia Neh 16 13 29 18 Vergl. [Mal 2,8]. Nehemia Neh 16 13 30 Igitur mundavi eos ab omnibus alienigenis, et constitui ordines Sacerdotum et Levitarum, unumquemque in ministerio suo: Und ich reinigte sie von allen Fremden und bestimmte die Dienstordnungen der Priester und Leviten, einen jeden für seine Obliegenheit Nehemia Neh 16 13 31 Et in oblatione lignorum in temporibus constitutis, et in primitivis: memento mei Deus meus in bonum. Amen. und für die Darbringung des Holzes zu den bestimmten Zeiten und für die Erstlinge. Gedenke meiner, o mein Gott, zum Guten! Amen. -Tobit Tob 17 1 0 I. Frömmigkeit und Unglück des älteren Tobias und Saras. (1,1 3,25) 1. Frommes Leben des älteren Tobias. (1,1 3,6) A. Tobias aus dem Stamme Nephthali beobachtet, obwohl er im Reiche Israel wohnt, das Gesetz Moses von Jugend auf und erzieht seinen Sohn in demselben. (V. 10) B. Mit seinem Weibe und seinem Sohne von Salmanasar gefangen, und nach Ninive geführt, wird er dem Gesetze nicht untreu, sondern benutzt die ihm gestattete Freiheit der Bewegung dazu, seine Mitgefangenen zu trösten und zu unterstützen. (V. 15) Einem derselben, Gabel in Rages in Medien, gibt er eine große Summe Geldes gegen einen Handschein. (V. 17) C. nach dem Tode Salmanasars hört Tobias nicht auf, weiter seinen Volksgenossen Liebe zu erweisen, als der Sohn Salmanasars Sennacherib sie bedrückte (V. 20), insbesondere nach der Niederlage Sennacheribs in Palästina. Viele Israeliten, welche der Tyrann hatte töten lassen, bestattet er, weshalb der König ihn zu töten sucht. Aller Habe beraubt, flieht Tobias mit Weib und Kind, bis Sennacherib von seinen Söhnen getötet wird. +Tobit Tob 17 1 0 I. Frömmigkeit und Unglück des älteren Tobias und Saras. (1,1 3,25) 1. Frommes Leben des älteren Tobias. (1,1 3,6) A. Tobias aus dem Stamme Nephthali beobachtet, obwohl er im Reiche Israel wohnt, das Gesetz Moses von Jugend auf und erzieht seinen Sohn in demselben. (V. 10) B. Mit seinem Weibe und seinem Sohne von Salmanasar gefangen, und nach Ninive geführt, wird er dem Gesetze nicht untreu, sondern benutzt die ihm gestattete Freiheit der Bewegung dazu, seine Mitgefangenen zu trösten und zu unterstützen. (V. 15) Einem derselben, Gabel in Rages in Medien, gibt er eine große Summe Geldes gegen einen Handschein. (V. 17) C. nach dem Tode Salmanasars hört Tobias nicht auf, weiter seinen Volksgenossen Liebe zu erweisen, als der Sohn Salmanasars Sennacherib sie bedrückte (V. 20), insbesondere nach der Niederlage Sennacheribs in Palästina. Viele Israeliten, welche der Tyrann hatte töten lassen, bestattet er, weshalb der König ihn zu töten sucht. Aller Habe beraubt, flieht Tobias mit Weib und Kind, bis Sennacherib von seinen Söhnen getötet wird. Tobit Tob 17 1 1 TOBIAS ex tribu, et civitate Nephthali (quæ est in superioribus Galilææ, supra Naasson, post viam, quæ ducit ad occidentem, in sinistro habens civitatem Sephet). Tobias¹ war aus dem Stamme und der Stadt Nephthali² (welche in dem oberen Teile von Galiläa³ liegt, oberhalb Naasson, hinter⁴ dem Wege, der nach Westen führt und zur Linken⁵ die Stadt Sephet hat). Tobit Tob 17 1 1 1 Im griech. Texte heißt der Vater Tobit, der Sohn Tobias; in der Itala und bei den ältesten Vätern der ältere Tobis, der Sohn Tobias. Zugrunde liegt dem Namen die hebräische Form Tobi, Abkürzung für Tobijahu, Hilfe Gottes. Tobit Tob 17 1 1 2 Aus dem Stamme und der gleichnamigen Stadt Nephthali. @@ -18926,7 +18927,7 @@ Tobit Tob 17 1 24 Post dies vero quadraginta quinque occiderunt regem filii ipsi Tobit Tob 17 1 24 31 So viele Tage nach der Wegnahme der Güter des Tobias. Nach seinem Rückzuge regierte Sennacherib noch lange. Vergl. [Jes 37,37]. Tobit Tob 17 1 25 Et reversus est Tobias in domum suam, omnisque facultas ejus restituta est ei. und Tobias kehrte wieder in sein Haus zurück und sein ganzes Vermögen ward ihm wieder zurückgegeben.³² Tobit Tob 17 1 25 32 Sein eigentliches Vermögen hatte Tobias dem Gabel gegeben und da er es nicht zurückzuholen vermochte, verzehrte er in seiner Erblindung seine Habe bald. Nach dem Griech. vermittelte sein Vetter Achicharos, der bei Hofe an der Spitze des Rechnungswesens stand, die Zurückgabe. In der Vulg. wird Achicharos [Tob 11,20] erwähnt. -Tobit Tob 17 2 0 D. Im Anfange der Herrschaft des Asarhaddon kehrt Tobias in sein Haus zurück und setzt die Bestattung der Toten fort. Als er eines Tages an der Mauer seines Hauses erschöpft einschläft, zieht ihm Schwalbenschmutz den Verlust des Augenlichtes zu. (V. 11) Gott lässt dies zu, damit Tobias wie Job ein Vorbild unversieglicher Geduld bei den Spottreden der Freunde und Verwandten biete. (V. 18) E. Auch sein Weib schmäht ihn. +Tobit Tob 17 2 0 D. Im Anfange der Herrschaft des Asarhaddon kehrt Tobias in sein Haus zurück und setzt die Bestattung der Toten fort. Als er eines Tages an der Mauer seines Hauses erschöpft einschläft, zieht ihm Schwalbenschmutz den Verlust des Augenlichtes zu. (V. 11) Gott lässt dies zu, damit Tobias wie Job ein Vorbild unversieglicher Geduld bei den Spottreden der Freunde und Verwandten biete. (V. 18) E. Auch sein Weib schmäht ihn. Tobit Tob 17 2 1 Post hæc vero, cum esset dies festus Domini, et factum esset prandium bonum in domo Tobiæ, Als aber nach diesen Ereignissen einmal ein Festtag des Herrn¹ war und ein gutes Mahl im Hause des Tobias bereitet war, Tobit Tob 17 2 1 1 Die Vulgata lässt den Festtag unbestimmt, andere Texte nennen das Pfingstfest. An diesem wurden in der Tat Freudenmahle veranstaltet, zu denen auch Arme herbeigezogen wurden. [Dtn 16,9ff] Tobit Tob 17 2 2 Dixit filio suo: Vade, et adduc aliquos de tribu nostra, timentes Deum, ut epulentur nobiscum. sprach er zu seinem Sohne: Gehe hin und führe einige aus unserm Stamme herbei, die gottesfürchtig sind,² damit sie mit uns speisen. @@ -18969,7 +18970,7 @@ Tobit Tob 17 2 21 18 In allzu großer Gewissenhaftigkeit, welche sich auch dari Tobit Tob 17 2 22 Ad hæc uxor ejus irata respondit: Manifeste vana facta est spes tua, et eleemosynæ tuæ modo apparuerunt. Darauf antwortete sein Weib erzürnt: Offenbar ist deine Hoffnung nichtig geworden, und was dein Almosengeben nützte, zeigt sich jetzt.¹⁹ [Ijob 2,9] Tobit Tob 17 2 22 19 Deine Almosen waren unnütz, ohne Lohn. Nach dem Griech. fügt sie bei: wie auch, dass du ein Betrogener oder ein Betrüger bist. Die Vulg. fasst besonders die Ähnlichkeit des Tobias mit Job ins Auge und legt deshalb mehr auf die Gottlosigkeit des Weibes Gewicht als auf die Kränkung des Mannes, doch deutet sie letztere V. 23 wenigstens an. Tobit Tob 17 2 23 Atque his, et aliis hujuscemodi verbis exprobrabat ei. Mit diesen und andern dergleichen Worten machte sie ihm Vorwürfe. -Tobit Tob 17 3 0 Tobias wendet sich in seinem Unglück in heiligem Gebet an Gott, um den Tod bittend. (V. 6) 2. Bedrängnis und Gebet Saras. (V. 7-23) A. An demselben Tage, an dem Tobias der Ältere von seiner Frau, wird fern von ihm Sara von einer Magd geschmäht, weil sieben Männer, denen sie nacheinander gegeben, in der Hochzeitsnacht von einem bösen Geiste getötet waren. (V. 10) B. Sara flieht in ihrer Betrübnis zu Gott und bittet ihn gleichfalls inständig, sie eher sterben als noch weiter diese Schande tragen zu lassen. (V. 23) 3. Erfolg des Gebetes des Tobias und der Sara. (V. 24, V. 25) Beider Gebete erhört Gott und sendet den Engel Raphael, beiden zugleich zu helfen. +Tobit Tob 17 3 0 Tobias wendet sich in seinem Unglück in heiligem Gebet an Gott, um den Tod bittend. (V. 6) 2. Bedrängnis und Gebet Saras. (V. 7-23) A. An demselben Tage, an dem Tobias der Ältere von seiner Frau, wird fern von ihm Sara von einer Magd geschmäht, weil sieben Männer, denen sie nacheinander gegeben, in der Hochzeitsnacht von einem bösen Geiste getötet waren. (V. 10) B. Sara flieht in ihrer Betrübnis zu Gott und bittet ihn gleichfalls inständig, sie eher sterben als noch weiter diese Schande tragen zu lassen. (V. 23) 3. Erfolg des Gebetes des Tobias und der Sara. (V. 24, V. 25) Beider Gebete erhört Gott und sendet den Engel Raphael, beiden zugleich zu helfen. Tobit Tob 17 3 1 Tunc Tobias ingemuit, et cpit orare cum lacrimis, Da seufzte Tobias und fing an, unter Tränen zu beten, Tobit Tob 17 3 2 Dicens: Justus es Domine, et omnia judicia tua justa sunt, et omnes viæ tuæ, misericordia, et veritas, et judicium. und sprach:¹ Du bist gerecht, o Herr! und alle deine Gerichte sind gerecht und alle deine Wege sind Barmherzigkeit und Wahrheit und Recht.² Tobit Tob 17 3 2 1 Alle Eigenschaften eines guten Gebetes finden sich hier vereint, Glaube, Demut, Beständigkeit, Andacht. (V. 3.5.6: So tue nun.) Durch seine Demut und Tränen verdiente Tobias die Heilung von der Blindheit und die Tröstung in der Armut [Tob 12,12] (Bernh.) @@ -19017,7 +19018,7 @@ Tobit Tob 17 3 24 20 Vor Gott. Die Herrlichkeit Gottes ist die sich einst in de Tobit Tob 17 3 25 Et missus est Angelus Domini sanctus Raphael, ut curaret eos ambos, quorum uno tempore sunt orationes in conspectu Domini recitatæ. und ein Engel des Herrn, der heilige Raphael,²¹ ward gesandt, beide zu heilen, deren Gebet zu einer Zeit vor das Angesicht Gottes gebracht ward.²² Tobit Tob 17 3 25 21 Rapha heilen El Gott. Tobit Tob 17 3 25 22 Der Erzengel Raphael brachte wohl die Gebete vor Gott. Vergl. [Tob 12,12, Offb 8,3ff] -Tobit Tob 17 4 0 II. Reise des jungen Tobias nach Medien unter der Führung des Engels Raphael. Befreiung des älteren Tobias von seiner Heimsuchung und Saras von ihrem Unglück. (4,1- 13,23) 1. Raphael bietet sich dem jungen Tobias als Reisegefährten an. (4,1 5,28) A. Da der ältere Tobias seinen Tod nahe glaubt, empfiehlt er seinem Sohne treue Kindesliebe gegen dessen Mutter, Beobachtung des Gesetzes und Spendung von Almosen (V. 20) und trägt ihm auf, das Gabel geborgte Geld zu holen. +Tobit Tob 17 4 0 II. Reise des jungen Tobias nach Medien unter der Führung des Engels Raphael. Befreiung des älteren Tobias von seiner Heimsuchung und Saras von ihrem Unglück. (4,1- 13,23) 1. Raphael bietet sich dem jungen Tobias als Reisegefährten an. (4,1 5,28) A. Da der ältere Tobias seinen Tod nahe glaubt, empfiehlt er seinem Sohne treue Kindesliebe gegen dessen Mutter, Beobachtung des Gesetzes und Spendung von Almosen (V. 20) und trägt ihm auf, das Gabel geborgte Geld zu holen. Tobit Tob 17 4 1 Igitur cum Tobias putaret orationem suam exaudiri ut mori potuisset, vocavit ad se Tobiam filium suum, Da nun¹ Tobias glaubte, sein Gebet, sterben zu können, werde erhört,² rief er seinen Sohn Tobias zu sich Tobit Tob 17 4 1 1 Anknüpfend an die Beendigung des Gebetes [Tob 3,6]. Tobit Tob 17 4 1 2 Tobias glaubt in menschlicher Beschränkung, sein Gebet werde dadurch erhört, dass Gott ihn von der Erde wegnimmt. Doch Gott gewährt entweder das, um was wir bitten, oder etwas Besseres, und so wurde auch Tobias Bitte erfüllt. @@ -19061,7 +19062,7 @@ Tobit Tob 17 4 21 Indico etiam tibi fili mi dedisse me decem talenta argenti, du Tobit Tob 17 4 22 Et ideo perquire quo modo ad eum pervenias, et recipias ab eo supra memoratum pondus argenti, et restituas ei chirographum suum. Deswegen trachte darnach, zu ihm zu gelangen und das oben erwähnte Gewicht Silber wieder von ihm zu erhalten und ihm seine Verschreibung zurückzustellen. Tobit Tob 17 4 23 Noli timere fili mi: pauperem quidem vitam gerimus, sed multa bona habebimus si timuerimus Deum, et recesserimus ab omni peccato, et fecerimus bene. Fürchte dich nicht, mein Sohn! wir führen zwar ein armes Leben, aber wir werden viel Gutes²⁰ erhalten, wenn wir Gott fürchten und alle Sünden meiden und Gutes tun. [Röm 8,17] Tobit Tob 17 4 23 20 Zeitliches, doch besonders ewiges. -Tobit Tob 17 5 0 B. Auf die Frage des Sohnes, wie dies geschehen solle, befiehlt ihm der ältere Tobias, sich einen Reisegenossen zu suchen. (V. 4) Der Erzengel Raphael stellt sich ihm dar (V. 8) und begibt sich mit Zustimmung des Vaters mit dem jüngeren Tobias auf die Reise (V. 22), die Eltern in tiefste Betrübnis versenkt zurücklassend. +Tobit Tob 17 5 0 B. Auf die Frage des Sohnes, wie dies geschehen solle, befiehlt ihm der ältere Tobias, sich einen Reisegenossen zu suchen. (V. 4) Der Erzengel Raphael stellt sich ihm dar (V. 8) und begibt sich mit Zustimmung des Vaters mit dem jüngeren Tobias auf die Reise (V. 22), die Eltern in tiefste Betrübnis versenkt zurücklassend. Tobit Tob 17 5 1 Tunc respondit Tobias patri suo, et dixit: Omnia quæcumque præcepisti mihi faciam pater. Da antwortete Tobias seinem Vater und sprach: Alles, was du mir befohlen hast,¹ will ich tun, Vater! Tobit Tob 17 5 1 1 Zeitliches wie Ewiges. Insbesondere erwähnt der junge Tobias den sofort auszuführenden Auftrag. Tobit Tob 17 5 2 Quo modo autem pecuniam hanc requiram, ignoro: ille me nescit, et ego eum ignoro: quod signum dabo ei? Sed neque viam, per quam pergatur illuc, aliquando cognovi. Wie ich aber dieses Geld zurückerhalten soll, weiß ich nicht. Er kennt mich nicht und ich kenne ihn nicht, welches Zeichen soll ich ihm geben?² Aber selbst den Weg, auf welchem man dorthin gehen muss, kenne ich nicht einmal.³ @@ -19107,7 +19108,7 @@ Tobit Tob 17 5 25 17 Das Wenige, was wir in unserer Armut besaßen, war wenigst Tobit Tob 17 5 26 Dixitque ei Tobias: Noli flere, salvus perveniet filius noster, et salvus revertetur ad nos, et oculi tui videbunt illum. Tobias sprach zu ihr: Weine nicht! unser Sohn wird wohlbehalten dorthin gelangen und wohlbehalten zu uns zurückkehren und deine Augen werden ihn sehen. Tobit Tob 17 5 27 Credo enim quod Angelus Dei bonus comitetur ei, et bene disponat omnia quæ circa eum geruntur, ita ut cum gaudio revertatur ad nos. Denn ich glaube, dass ein guter Engel Gottes ihn begleitet und alles gut lenkt, was um ihn geschieht, so dass er mit Freuden zu uns zurückkehren wird. Tobit Tob 17 5 28 Ad hanc vocem cessavit mater ejus flere, et tacuit. Auf dieses Wort hin hörte seine Mutter auf zu weinen und schwieg. -Tobit Tob 17 6 0 2. Raphael beschützt den jüngeren Tobias auf der Reise und ist Veranlassung, dass dieser Sara heimführt. (6,1 9,12) A. Auf der Reise ergreift Tobias, der Aufforderung des Engels folgend, einen Fisch, der ihn anfällt, und bewahrt dessen Herz und Leber als Heilmittel. (V. 9) A. Als die Reisenden Ekbatana nahe gekommen, rät der Engel dem Jünglinge, die einzige Tochter des Raguel, eines reichen Verwandten, bei dem sie einkehren werden, zur Frau zu begehren, (V. 13) und belehrt ihn, mit welcher Beschaffenheit des Herzens er die Ehe schließen und wie er durch den Rauch der verbrannten Fischleber den bösen Geist verscheuchen könne. +Tobit Tob 17 6 0 2. Raphael beschützt den jüngeren Tobias auf der Reise und ist Veranlassung, dass dieser Sara heimführt. (6,1 9,12) A. Auf der Reise ergreift Tobias, der Aufforderung des Engels folgend, einen Fisch, der ihn anfällt, und bewahrt dessen Herz und Leber als Heilmittel. (V. 9) A. Als die Reisenden Ekbatana nahe gekommen, rät der Engel dem Jünglinge, die einzige Tochter des Raguel, eines reichen Verwandten, bei dem sie einkehren werden, zur Frau zu begehren, (V. 13) und belehrt ihn, mit welcher Beschaffenheit des Herzens er die Ehe schließen und wie er durch den Rauch der verbrannten Fischleber den bösen Geist verscheuchen könne. Tobit Tob 17 6 1 Profectus est autem Tobias, et canis secutus est eum, et mansit prima mansione juxta fluvium Tigris. Tobias aber reiste fort und sein Hund¹ folgte ihm nach. Die erste Nacht blieb² er am Flusse Tigris.³ Tobit Tob 17 6 1 1 Der Hund war wohl hier ein edleres Tier und nicht so verachtet wie in Palästina. Tobit Tob 17 6 1 2 Unter einem Zelte oder in der Karawanserei. @@ -19150,7 +19151,7 @@ Tobit Tob 17 6 21 Tertia autem nocte, benedictionem consequeris, ut filii ex vob Tobit Tob 17 6 22 Transacta autem tertia nocte, accipies virginem cum timore Domini, amore filiorum magis quam libidine ductus, ut in semine Abrahæ benedictionem in filiis consequaris. Nach Verlauf der dritten Nacht aber nimm die Jungfrau in der Furcht des Herrn zu dir, mehr durch das Verlangen nach Kindern als von Wollust bewogen,¹⁹ damit du in Abrahams Samen Segen an Kindern erhaltest.²⁰ Tobit Tob 17 6 22 19 Was Tobias [Tob 8,9] sagt, überragt die Pflicht, welche der Engel ihm hier auflegt. Tobit Tob 17 6 22 20 Dass du unter den Nachkommen Abrahams reichen Kindersegen erhaltest. Oder: Du wirst Segen an Kindern, den Nachkommen Abrahams, haben; deine Nachkommenschaft wird ein starkes Glied der Abraham verheißenen Nachkommen sein. -Tobit Tob 17 7 0 C. Mit dem Engel zu Raguel kommend, wird Tobias überaus freundlich aufgenommen. (V. 9) Sofort stellt er die Bitte, ihm Sara zum Weibe zu geben. (V. 10), doch Raguel zögert und willigt erst auf die Mahnung des Engels ein (V. 14) und führt seine Tochter herbei. +Tobit Tob 17 7 0 C. Mit dem Engel zu Raguel kommend, wird Tobias überaus freundlich aufgenommen. (V. 9) Sofort stellt er die Bitte, ihm Sara zum Weibe zu geben. (V. 10), doch Raguel zögert und willigt erst auf die Mahnung des Engels ein (V. 14) und führt seine Tochter herbei. Tobit Tob 17 7 1 Ingressi sunt autem ad Raguelem, et suscepit eos Raguel cum gaudio. Sie trafen also bei Raguel ein und Raguel nahm sie mit Freuden auf. Tobit Tob 17 7 2 Intuensque Tobiam Raguel, dixit Annæ uxori suæ: Quam similis est juvenis iste consobrino meo! Als nun Raguel den Tobias sah, sprach er zu Anna,¹ seinem Weibe: Wie ähnlich ist dieser Jüngling dem Sohne meiner Schwester!² Tobit Tob 17 7 2 1 Griech.: Edna, das Entzücken. @@ -19182,7 +19183,7 @@ Tobit Tob 17 7 18 10 Brautgemach. In dieses wird die Braut bei den Hebräern vo Tobit Tob 17 7 19 Et introduxit illuc Saram filiam suam, et lacrimata est. Und sie führte Sara, ihre Tochter, hinein, diese aber weinte.¹¹ Tobit Tob 17 7 19 11 Beide wohl weinten, da zu der traurigen Erinnerung an die Vergangenheit Befürchtungen für Sara und den jungen Tobias hinzukamen, den sie liebgewonnen. Die Mutter fand wohl in dem Ansehen des Engels, der sein eigenstes Wesen nicht ganz verbarg, Trost. Tobit Tob 17 7 20 Dixitque ei: Forti animo esto filia mea: Dominus cli det tibi gaudium pro tædio quod perpessa es. Da sprach sie zu ihr: Sei guten Mutes, meine Tochter! der Herr des Himmels gebe dir Freude für den Kummer, den du gelitten hast. -Tobit Tob 17 8 0 D. Der Belehrung des Engels folgend, zündete Tobias, in das Ehegemach eingetreten, die Leber des Fisches an, worauf der böse Geist flieht. (V. 3) Durch Gebet bereitet er sich mit Sara auf die Ehe vor. (V. 10) E. Da die Eltern, welche gefürchtet, Tobias möchte das Schicksal der früheren Freier teilen (V. 15), ihn wohlbehalten sehen, sagen sie Gott mit Freuden Dank (V. 19) und feiern durch fünfzehn Tage die Hochzeit mit großen Festlichkeiten. +Tobit Tob 17 8 0 D. Der Belehrung des Engels folgend, zündete Tobias, in das Ehegemach eingetreten, die Leber des Fisches an, worauf der böse Geist flieht. (V. 3) Durch Gebet bereitet er sich mit Sara auf die Ehe vor. (V. 10) E. Da die Eltern, welche gefürchtet, Tobias möchte das Schicksal der früheren Freier teilen (V. 15), ihn wohlbehalten sehen, sagen sie Gott mit Freuden Dank (V. 19) und feiern durch fünfzehn Tage die Hochzeit mit großen Festlichkeiten. Tobit Tob 17 8 1 Postquam vero cnaverunt, introduxerunt juvenem ad eam. Nachdem sie nun gespeist hatten, führten sie den Jüngling zu ihr hinein. Tobit Tob 17 8 2 Recordatus itaque Tobias sermonum Angeli, protulit de cassidili suo partem jecoris, posuitque eam super carbones vivos. Da gedachte Tobias der Rede des Engels und nahm aus seiner Reisetasche ein Stück Leber und legte es auf glühende Kohlen.¹ Tobit Tob 17 8 2 1 Verlieh Gott dem äußeren Mittel in diesem Falle eine so außerordentliche Kraft über den bösen Geist? Oder hatte das Räuchern nur eine symbolische Bedeutung? Wie man Gott Weihrauch darbringt, so wird dem bösen Geiste Verachtung und Beschimpfung zugefügt, wie man Ungeziefer durch Rauch und Gestank vertreibt. Der Fisch, von dem Tobias für sein Leben gefürchtet, wurde das Mittel oder das äußere Zeichen der Befreiung Saras und der Heilung des alten Tobias. @@ -19225,7 +19226,7 @@ Tobit Tob 17 8 23 Et adjuravit Raguel Tobiam, ut duas hebdomadas moraretur apud Tobit Tob 17 8 23 17 Er beschwört ihn bei Gott. Tobias folgt, da er den Schwörenden nicht missachten will [Tob 9,5] und der Ehrfurcht gegen den heiligsten Namen Gottes dies schuldig zu sein glaubt. Tobit Tob 17 8 24 De omnibus autem, quæ possidebat Raguel, dimidiam partem dedit Tobiæ, et fecit scripturam, ut pars dimidia, quæ supererat post obitum eorum, Tobiæ dominio deveniret. Von allem dem, was er besaß, gab Raguel dem Tobias die Hälfte und schrieb eine Urkunde, dass die andere Hälfte, die nach ihrem Tode noch übrig sein würde, dem Tobias als Eigentum zufallen sollte.¹⁸ Tobit Tob 17 8 24 18 In dem früheren Vertrage [Tob 7,16] waren wohl die Bedingungen weniger günstig. Die Freude führt Raguel weiter. -Tobit Tob 17 9 0 Der Engel begibt sich unterdessen auf Tobias Wunsch nach Rages, erhält das Geld von Gabel (V. 7) und führt diesen zur Hochzeit herbei. +Tobit Tob 17 9 0 Der Engel begibt sich unterdessen auf Tobias Wunsch nach Rages, erhält das Geld von Gabel (V. 7) und führt diesen zur Hochzeit herbei. Tobit Tob 17 9 1 Tunc vocavit Tobias Angelum ad se, quem quidem hominem existimabat, dixitque ei: Azaria frater, peto ut auscultes verba mea: Hierauf¹ rief Tobias den Engel zu sich, den er für einen Menschen hielt, und sprach zu ihm: Bruder Azarias! ich bitte, höre meine Worte: Tobit Tob 17 9 1 1 Bald am Anfange der Hochzeitsfeier, wohl schon am ersten Tage. (V. 4) Ekbatana liegt von Rages etwa 37 geographische Meilen, so dass die Reise in vier Tagen gemacht werden konnte. Die Abreise musste so schnell wie möglich stattfinden, da sonst die Einladung an Gabel illusorisch ward. Die Zumutung, nach Rages zu gehen, während Tobias die Hochzeitsfeier begann, konnte Tobias freilich nur stellen, da er den Engel Raphael noch nicht seinem wahren Wesen nach erkannt. Tobit Tob 17 9 2 Si meipsum tradam tibi servum, non ero condignus providentiæ tuæ. Wenn ich mich auch dir zum Knechte hingäbe, so würde ich doch deine Fürsorge nicht nach Gebühr lohnen. @@ -19244,7 +19245,7 @@ Tobit Tob 17 9 10 Et dicatur benedictio super uxorem tuam, et super parentes ves Tobit Tob 17 9 11 Et videatis filios vestros, et filios filiorum vestrorum, usque in tertiam et quartam generationem: et sit semen vestrum benedictum a Deo Israel, qui regnat in sæcula sæculorum. ihr möget eure Kinder und die Kinder eurer Kinder sehen bis ins dritte und vierte Geschlecht, und eure Nachkommenschaft möge vom Gott Israels gesegnet sein, der von Ewigkeit zu Ewigkeit herrscht! Tobit Tob 17 9 12 Cumque omnes dixissent, Amen, accesserunt ad convivium: sed et cum timore Domini nuptiarum convivium exercebant. Alle sagten Amen und gingen zum Mahle. Aber auch das Hochzeitsmahl hielten sie in der Furcht des Herrn.⁶ Tobit Tob 17 9 12 6 Die frommen Verwandten hatten, wie immer, so bei der Hochzeitsfeier Gott und sein heiliges Gesetz vor Augen. -Tobit Tob 17 10 0 3. Raphael führt den jüngeren Tobias zu seinen Eltern zurück und gibt dem greisen Tobias das Augenlicht wieder. (10,1 12,22) A. Während aller dieser Ereignisse sind die Eltern des jungen Tobias über dessen lange Abwesenheit betrübt. (V. 7) Da der Sohn dies weiß, lässt er sich von Raguel nicht zurückhalten, sondern eilt, mit Sara und deren Mitgift nach Hause zu kommen. +Tobit Tob 17 10 0 3. Raphael führt den jüngeren Tobias zu seinen Eltern zurück und gibt dem greisen Tobias das Augenlicht wieder. (10,1 12,22) A. Während aller dieser Ereignisse sind die Eltern des jungen Tobias über dessen lange Abwesenheit betrübt. (V. 7) Da der Sohn dies weiß, lässt er sich von Raguel nicht zurückhalten, sondern eilt, mit Sara und deren Mitgift nach Hause zu kommen. Tobit Tob 17 10 1 Cum vero moras faceret Tobias, causa nuptiarum, sollicitus erat pater ejus Tobias, dicens: Putas quare moratur filius meus, aut quare detentus est ibi? Als aber Tobias der Hochzeit wegen säumte, ward sein Vater Tobias besorgt und sprach: Warum säumt mein Sohn wohl, oder warum hält man ihn dort zurück? Tobit Tob 17 10 2 Putasne Gabelus mortuus est, et nemo reddet illi pecuniam? Ist Gabel vielleicht gestorben, dass ihm niemand das Geld zurückgibt? Tobit Tob 17 10 3 Cpit autem contristari nimis ipse et Anna uxor ejus cum eo: et cperunt ambo simul flere: eo quod die statuto minime reverteretur filius eorum ad eos. Und er fing an, sich sehr zu betrüben,¹ und Anna, sein Weib, mit ihm, und beide fingen an, miteinander zu weinen, weil ihr Sohn an dem bestimmten Tag² nicht wieder zu ihnen zurückkehrte. @@ -19263,7 +19264,7 @@ Tobit Tob 17 10 11 Dicens: Angelus Domini sanctus sit in itinere vestro, perduca Tobit Tob 17 10 11 5 Raguel weist unbewusst auf den Engel Raphael hin. Tobit Tob 17 10 12 Et apprehendentes parentes filiam suam, osculati sunt eam, et dimiserunt ire: Dann umarmten die Eltern ihre Tochter und küssten sie und ließen sie ziehen, Tobit Tob 17 10 13 Monentes eam honorare soceros, diligere maritum, regere familiam, gubernare domum, et seipsam irreprehensibilem exhibere. indem sie sie ermahnten, ihre Schwiegereltern zu ehren, ihren Mann zu lieben, ihr Gesinde zu leiten, das Haus zu verwalten und sich selbst untadelhaft zu führen. -Tobit Tob 17 11 0 B. In der Mitte des Weges eilt Tobias dem Engel voraus, die übrigen zurücklassend. (V. 4) Von den Eltern mit Freuden empfangen, bringt Tobias dem Vater durch die Galle des Fisches Heilung von seiner Blindheit. (V. 17) Die Ankunft Saras mehrt die Freude aller. +Tobit Tob 17 11 0 B. In der Mitte des Weges eilt Tobias dem Engel voraus, die übrigen zurücklassend. (V. 4) Von den Eltern mit Freuden empfangen, bringt Tobias dem Vater durch die Galle des Fisches Heilung von seiner Blindheit. (V. 17) Die Ankunft Saras mehrt die Freude aller. Tobit Tob 17 11 1 Cumque reverterentur, pervenerunt ad Charan, quæ est in medio itinere contra Niniven, undecimo die. Als sie nun auf der Heimreise waren, kamen sie am elften Tage nach Charan, das auf dem halben Wege nach Ninive liegt.¹ Tobit Tob 17 11 1 1 Jeder Text weiß eine andere Stadt. So lässt sich nicht feststellen, welche Stadt gemeint ist. Charan, richtiger wohl Charam, war eine nicht weiter bekannte Stadt in Assyrien oder Medien. Es muss ein dringender Grund gewesen sein, der sie abhielt, die Karawane früher zu verlassen. Gewiss war der Übergang eines so großen Zuges aus Medien nach Assyrien mit Schwierigkeiten verbunden, weshalb es wahrscheinlicher ist, dass Charan eine assyrische Grenzstadt war. Tobit Tob 17 11 2 Dixitque Angelus: Tobia frater, scis quemadmodum reliquisti patrem tuum. Und der Engel sprach: Bruder Tobias! du weißt, wie du deinen Vater verlassen hast. @@ -19295,7 +19296,7 @@ Tobit Tob 17 11 19 Et narravit parentibus suis omnia beneficia Dei, quæ fecisse Tobit Tob 17 11 19 10 Tobias erzählte doch wohl nicht erst nach Saras Ankunft seine Erlebnisse. Dieser Vers ist also nicht mit dem vorgehenden zu verbinden. Die andern Texte sind ausführlicher und deutlicher. Tobit Tob 17 11 20 Veneruntque Achior et Nabath consobrini Tobiæ, gaudentes ad Tobiam, et congratulantes ei de omnibus bonis, quæ circa illum ostenderat Deus. Auch Achior und Nabath, die Bruderssöhne des Tobias, kamen voller Freuden zu Tobias und wünschten ihm Glück um all des Guten willen, das Gott ihm erwiesen hatte. Tobit Tob 17 11 21 Et per septem dies epulantes, omnes cum gaudio magno gavisi sunt. Und sie hielten an sieben Tagen Mahlzeit und alle freuten sich überaus. -Tobit Tob 17 12 0 C. Da Vater und Sohn über den Lohn beraten, welcher dem noch nicht seinem wahren Wesen nach erkannten Begleiter gebührt, offenbart ihnen Raphael, dass er ein Engel sei, den Gott auf das Gebet des älteren Tobias und Saras gesendet, um beiden Hilfe zu bringen. (V. 15) Nachdem er sie ermahnt, Gott Dank zu sagen, verschwindet er. +Tobit Tob 17 12 0 C. Da Vater und Sohn über den Lohn beraten, welcher dem noch nicht seinem wahren Wesen nach erkannten Begleiter gebührt, offenbart ihnen Raphael, dass er ein Engel sei, den Gott auf das Gebet des älteren Tobias und Saras gesendet, um beiden Hilfe zu bringen. (V. 15) Nachdem er sie ermahnt, Gott Dank zu sagen, verschwindet er. Tobit Tob 17 12 1 Tunc vocavit ad se Tobias filium suum, dixitque ei: Quid possumus dare viro isti sancto, qui venit tecum? Darnach rief Tobias seinen Sohn zu sich und sprach zu ihm: Was können wir diesem heiligen Manne¹ geben, der mit dir gekommen ist? Tobit Tob 17 12 1 1 Er erblickt in ihm nach dem Geschehenen einen Mann Gottes, einen Wundertäter. Daher die Form der Frage. Tobit Tob 17 12 2 Respondens Tobias, dixit patri suo: Pater, quam mercedem dabimus ei? Aut quid dignum poterit esse beneficiis ejus? Tobias antwortete und sprach zu seinem Vater: Vater! welchen Lohn sollen wir ihm geben oder womit könnten seine Wohltaten nach Verdienst vergolten werden? @@ -19332,7 +19333,7 @@ Tobit Tob 17 12 19 14 Gott von Angesicht zu Angesicht geschaut, ist gleichsam d Tobit Tob 17 12 20 Tempus est ergo ut revertar ad eum, qui me misit: vos autem benedicite Deum, et narrate omnia mirabilia ejus. Es ist nun Zeit, dass ich zu dem wieder zurückkehre, der mich gesandt hat; ihr aber preiset Gott und verkündet alle seine Wunderwerke! Tobit Tob 17 12 21 Et cum hæc dixisset, ab aspectu eorum ablatus est, et ultra eum videre non potuerunt. Nachdem er dies gesagt hatte, ward er ihren Blicken entrückt und sie konnten ihn hinfort nicht mehr sehen. Tobit Tob 17 12 22 Tunc prostrati per horas tres in faciem, benedixerunt Deum: et exsurgentes narraverunt omnia mirabilia ejus. Da fielen sie nieder und lagen drei Stunden auf ihrem Angesichte, Gott preisend, und aufstehend verkündeten sie alle seine Wunderwerke. -Tobit Tob 17 13 0 4. Der ältere Tobias preist Gott mit dankbarem Herzen in einem Hymnus. (Kap. 13) A. Gott straft, aber rettet auch. (V. 2) Möchten doch die unter die Heiden zerstreuten Israeliten, sein wunderbares Schicksal den Sündern erzählend, diese belehren, dass nur ein wahrer Gott ist, damit sie, seine Werke schauend, ihn mit den Israeliten preisen. (V. 10) B. Auf Jerusalem den Blick richtend, das Gott wegen seiner Werke gezüchtigt hat, sagt er in prophetischem Geiste dessen Wiedererweckung und zukünftige Herrlichkeit voraus, die alle Völker, mit Gaben zu demselben eilend, feiern werden. +Tobit Tob 17 13 0 4. Der ältere Tobias preist Gott mit dankbarem Herzen in einem Hymnus. (Kap. 13) A. Gott straft, aber rettet auch. (V. 2) Möchten doch die unter die Heiden zerstreuten Israeliten, sein wunderbares Schicksal den Sündern erzählend, diese belehren, dass nur ein wahrer Gott ist, damit sie, seine Werke schauend, ihn mit den Israeliten preisen. (V. 10) B. Auf Jerusalem den Blick richtend, das Gott wegen seiner Werke gezüchtigt hat, sagt er in prophetischem Geiste dessen Wiedererweckung und zukünftige Herrlichkeit voraus, die alle Völker, mit Gaben zu demselben eilend, feiern werden. Tobit Tob 17 13 1 Aperiens autem Tobias senior os suum, benedixit Dominum, et dixit: Magnus es Domine in æternum, et in omnia sæcula regnum tuum: Der ältere Tobias aber tat seinen Mund auf, pries den Herrn und sprach:¹ Groß bist du, o Herr! in Ewigkeit und in alle Ewigkeit währt deine Herrschaft. Tobit Tob 17 13 1 1 Nach der Itala und einigen griech. Handschriften schrieb er dies Gebet auch auf. Wie das eigene Leiden Tobias an das Leiden und die Sünden seines Volkes gemahnt hat [Tob 3,3], so denkt er jetzt bei seiner freudigen Errettung nur an die Rettung seines Volkes. Gewiss hatte Gott auch so große Wunder nicht einzig getan zu Nutzen und Frommen zweier Familien, sondern mehr noch zum Troste des in die Verbannung geführten israelitischen Volkes und zur Mahnung an die Völker, unter welche sie zerstreut waren. Eines der Ziele Gottes bei der Versetzung des jüdischen Volkes in heidnische Länder war ja die Aufhebung des jüdischen Partikularismus und die Vorbereitung der allgemeinen Kirche. Diese Erhebung des prophetischen Blickes von den individuellen Verhältnissen zu einer besseren Zukunft findet sich in allen Prophezeiungen des A. T. Wie in diesen, so fließt auch hier Individuelles und Allgemeines, Gegenwärtiges und Zukünftiges ineinander. Viele Sätze sind den Psalmen entnommen. Tobit Tob 17 13 2 Quoniam tu flagellas, et salvas: deducis ad inferos, et reducis: et non est qui effugiat manum tuam. Denn du schlägst und heilst, du führst zur Unterwelt hinab und wieder herauf und niemand kann deiner Hand entfliehen. [Dtn 32,39, 1Sam 2,6, Weish 16,13] @@ -19376,7 +19377,7 @@ Tobit Tob 17 13 22 18 Im Griech. werden bestimmte Steine genannt. Tobit Tob 17 13 22 19 Griech.: Mit Mosaik belegt werden. Tobit Tob 17 13 23 Benedictus Dominus, qui exaltavit eam, et sit regnum ejus in sæcula sæculorum super eam. Amen. Gepriesen sei der Herr, der es erhöht hat, und seine Herrschaft über dasselbe²⁰ währe von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Tobit Tob 17 13 23 20 Auch die Herrschaft Gottes über die Seinigen ist ein Moment der Glückseligkeit. -Tobit Tob 17 14 0 Epilog. Letzte Schicksale beider Tobias. (Kap. 14) 1. Der Lebensabschluss des älteren Tobias, ebenso durch Glück ausgezeichnet, wie durch Frömmigkeit gesegnet (V. 4), wird gekrönt durch einen schönen Tod. Der sterbende Greis sagt seinem Sohne und seinen Enkeln den bevorstehenden Untergang Ninives und die zukünftige Herrlichkeit des Landes Israel voraus (V. 9) und mahnt sie, ein frommes Leben zu führen und Ninive zu verlassen. (V. 13) 2. Der jüngere Tobias siedelt nach dem Tode seiner Mutter mit seiner ganzen Familie nach Ekbatana über und bleibt dort, bis an seinen Tod in der Furcht des Herrn lebend. +Tobit Tob 17 14 0 Epilog. Letzte Schicksale beider Tobias. (Kap. 14) 1. Der Lebensabschluss des älteren Tobias, ebenso durch Glück ausgezeichnet, wie durch Frömmigkeit gesegnet (V. 4), wird gekrönt durch einen schönen Tod. Der sterbende Greis sagt seinem Sohne und seinen Enkeln den bevorstehenden Untergang Ninives und die zukünftige Herrlichkeit des Landes Israel voraus (V. 9) und mahnt sie, ein frommes Leben zu führen und Ninive zu verlassen. (V. 13) 2. Der jüngere Tobias siedelt nach dem Tode seiner Mutter mit seiner ganzen Familie nach Ekbatana über und bleibt dort, bis an seinen Tod in der Furcht des Herrn lebend. Tobit Tob 17 14 1 Et consummati sunt sermones Tobiæ. Et postquam illuminatus est Tobias, vixit annis quadraginta duobus, et vidit filios nepotum suorum. Zu Ende sind die Worte des Tobias. Und nachdem Tobias wieder sehend geworden war, lebte er zweiundvierzig Jahre¹ und sah die Kinder seiner Enkel. Tobit Tob 17 14 1 1 Das Lebensalter wird in den verschiedenen Texten verschieden angegeben, ebenso wie das Jahr der Erblindung des Tobias: Vulg. 56, Dauer der Erblindung vier Jahre, Tod im 102. Jahre. Tobit Tob 17 14 2 Completis itaque annis centum duobus, sepultus est honorifice in Ninive. Nachdem er nun hundertzwei Jahre alt geworden, ward er in Ninive mit Ehren begraben. @@ -19405,7 +19406,7 @@ Tobit Tob 17 14 16 9 Nach anderen Texten wurde er älter. Tobit Tob 17 14 17 Omnis autem cognatio ejus, et omnis generatio ejus in bona vita, et in sancta conversatione permansit, ita ut accepti essent tam Deo, quam hominibus, et cunctis habitantibus in terra. Seine ganze Verwandtschaft aber und sein ganzes Geschlecht verharrte in einem guten Leben¹⁰ und heiligen Wandel, so dass sie sowohl Gott als den Menschen und allen Bewohnern des Landes wohlgefällig waren.¹¹ Tobit Tob 17 14 17 10 Dies war die Frucht seines frommen Lebens, besonders seiner Kindesliebe, ein Segen der vom Engel gestifteten Ehe, vergl. [Tob 9,11], und der ererbten Mildtätigkeit. Tobit Tob 17 14 17 11 Manche Züge aus der weltlichen Geschichte, welche in diesem Buche vorkommen, müssen wir in der gegenwärtigen Verfassung des Textes auf sich beruhen lassen. Bei der ursprünglichen Verfassung flocht sie der Heilige Geist ein, um dem göttlichen Gemälde einen weiteren Hintergrund zu geben. Die göttliche Vorsehung erhielt nur einen Teil in seiner Unversehrtheit, demjenigen, welcher die göttlichen Taten, die hoch und erhaben über allen Weltereignissen stehen, enthält. -Judit Jdt 18 1 0 I. Nabuchodonosor, König von Assyrien, überzieht Judäa mit Krieg. Sein Feldherr Holofernes belagert Bethulia. (Kap. 1,1 Kap. 7,25) 1. Nabuchodonosor überzieht ganz Westasien mit Krieg. (1,1 3,15) A. Nach Besiegung Arpharads (V. 4) sucht Nabuchodonosor ganz Westasien aus Ägypten wieder zum Gehorsam zurückzuführen, doch umsonst (V. 4), weshalb er sie mit Krieg zu überziehen beschließt. +Judit Jdt 18 1 0 I. Nabuchodonosor, König von Assyrien, überzieht Judäa mit Krieg. Sein Feldherr Holofernes belagert Bethulia. (Kap. 1,1 Kap. 7,25) 1. Nabuchodonosor überzieht ganz Westasien mit Krieg. (1,1 3,15) A. Nach Besiegung Arpharads (V. 4) sucht Nabuchodonosor ganz Westasien aus Ägypten wieder zum Gehorsam zurückzuführen, doch umsonst (V. 4), weshalb er sie mit Krieg zu überziehen beschließt. Judit Jdt 18 1 1 ARPHAXAD itaque, rex Medorum, subjugaverat multas gentes imperio suo, et ipse ædificavit civitatem potentissimam, quam appellavit Ecbatanis, Arphaxad¹ also,² König der Meder, hatte viele Völker unter seine Herrschaft gebracht und baute eine sehr mächtige Stadt, welche er Ekbatanis nannte, Judit Jdt 18 1 1 1 Dejokes 708 655 v. Chr. Judit Jdt 18 1 1 2 Der Bericht ist wohl nur aus alten Jahrbüchern entnommen. @@ -19433,7 +19434,7 @@ Judit Jdt 18 1 10 Ad hos omnes misit nuntios Nabuchodonosor rex Assyriorum: An d Judit Jdt 18 1 11 Qui omnes uno animo contradixerunt, et remiserunt eos vacuos, et sine honore abjecerunt. Aber alle gaben einmütig abweisende Antwort und sandten sie leer fort und wiesen sie ohne Ehrenbezeigung ab. Judit Jdt 18 1 12 Tunc indignatus Nabuchodonosor rex adversus omnem terram illam, juravit per thronum et regnum suum quod defenderet se de omnibus regionibus his. Da ergrimmte der König Nabuchodonosor über dieses ganze Land und schwor bei seinem Throne und seinem Reiche, er werde an allen diesen Ländern Rache nehmen.¹⁵ Judit Jdt 18 1 12 15 Im Griech. geht der Text weiter: Rache zu nehmen an dem ganzen Gebiet von Cilicien und dem Lande von Damaskus und Syrien, zu töten mit seinem Schwerte auch alle Bewohner des Landes Moab und die Kinder Ammon und das ganze Judenland und alle in Ägypten bis zu den Grenzen der zwei Meere (wohl weißer und blauer Nil). Und er rückte mit seiner Streitmacht und wider den König Arpharad im 17. Jahre und siegte und schlug Arpharads ganze Macht in die Flucht und alle seine Rosse und Wagen. Und er kam bis Ekbatana und nahm ihre Türme ein und verwüstete ihre Straßen und wandelte ihre Schönheit in Schande. Und Arpharad nahm er gefangen in den Bergen von Ragau und durchbohrte ihn mit seinen Spießen und brachte ihn um am selben Tage. Und er kehrte mit ihnen zurück nach Ninive, mit all den Seinen, eine sehr große Menge von Kriegern; und daselbst ließ er es sich wohl sein und hielt Schmause mit seinem Kriegsheere gegen 20 Tage. -Judit Jdt 18 2 0 B. Nach Beratung mit seinen Vornehmen sendet Nabuchodonosor Holofernes aus, alle jene Länder, welche ihm den Gehorsam geweigert, zu unterwerfen. (V. 6) C. Holofernes zieht mit einem großen Heere aus, unterwirft einen Teil von Kleinasien auf seinem ersten Zuge (V. 13), unterdrückt auf einem zweiten die Empörung in Mesopotamien (V. 14), nimmt in einem dritten Zuge die Länder von Cilicien an diesseits des Euphrats ein und verwüstet sie, alles mit Schrecken erfüllend. +Judit Jdt 18 2 0 B. Nach Beratung mit seinen Vornehmen sendet Nabuchodonosor Holofernes aus, alle jene Länder, welche ihm den Gehorsam geweigert, zu unterwerfen. (V. 6) C. Holofernes zieht mit einem großen Heere aus, unterwirft einen Teil von Kleinasien auf seinem ersten Zuge (V. 13), unterdrückt auf einem zweiten die Empörung in Mesopotamien (V. 14), nimmt in einem dritten Zuge die Länder von Cilicien an diesseits des Euphrats ein und verwüstet sie, alles mit Schrecken erfüllend. Judit Jdt 18 2 1 Anno tertiodecimo Nabuchodonosor regis, vigesima et secunda die mensis primi, factum est verbum in domo Nabuchodonosor regis Assyriorum ut defenderet se. Im dreizehnten Jahre des Königs Nabuchodonosor,¹ am zweiundzwanzigsten Tage des ersten Monats,² ward im Hause Nabuchodonosors, des Königs von Assyrien, der Beschluss gefasst, dass er sich rächen wolle.³ Judit Jdt 18 2 1 1 Also im Jahre 654 v. Chr. Nach der Septuag im 18. Jahre. (Vergl. [Jdt 1,5]) Judit Jdt 18 2 1 2 Nisan, halb März, halb April. @@ -19468,7 +19469,7 @@ Judit Jdt 18 2 16 15 Jetzt ist Holofernes wieder in den äußersten Osten Asien Judit Jdt 18 2 17 Et post hæc descendit in campos Damasci in diebus messis, et succendit omnia sata, omnesque arbores et vineas fecit incidi: Hierauf zog er in den Tagen der Ernte hinab in die Fluren von Damaskus und brannte alle Saaten nieder und ließ alle Bäume und Weinberge umhauen. Judit Jdt 18 2 18 Et cecidit timor illius super omnes inhabitantes terram. Und Furcht vor ihm befiel alle Bewohner der Erde.¹⁶ Judit Jdt 18 2 18 16 Griech.: Und Furcht und Beben vor ihm befiel die Bewohner der Meeresküste, die in Sidon und Tyrus, und die Bewohner von Sur (Tyrus?) und Okina (Akko?) und alle Bewohner Jemmians. (Vergl. [1Makk 4,15].) Und die in Asdod und Askalon Wohnenden fürchteten sich sehr vor ihm. -Judit Jdt 18 3 0 D. Von Furcht ergriffen, senden die benachbarten Völker Gesandtschaften dem Holofernes entgegen und rufen sein Erbarmen an (V. 6), ohne doch die Verschonung ihres Landes von Verwüstung zu erlangen. (V. 13) Siegreich zieht Holofernes durch das ganze Land diesseits des Euphrat und schlägt an der Grenze von Palästina sein Lager auf. +Judit Jdt 18 3 0 D. Von Furcht ergriffen, senden die benachbarten Völker Gesandtschaften dem Holofernes entgegen und rufen sein Erbarmen an (V. 6), ohne doch die Verschonung ihres Landes von Verwüstung zu erlangen. (V. 13) Siegreich zieht Holofernes durch das ganze Land diesseits des Euphrat und schlägt an der Grenze von Palästina sein Lager auf. Judit Jdt 18 3 1 Tunc miserunt legatos suos universarum urbium, ac provinciarum reges ac principes, Syriæ scilicet Mesopotamiæ, et Syriæ Sobal, et Libyæ, atque Ciliciæ, qui venientes ad Holofernem, dixerunt: Da sandten die Könige und Fürsten aller Städte und Länder, nämlich von Mesopotamien-Syrien, Sobal¹ in Syrien, Libyen² und Cilicien, Gesandte, welche zu Holofernes kamen und sprachen: Judit Jdt 18 3 1 1 Soba oder Nisibis Hauptstadt eines Teils von Syrien im Norden von Mesopotamien. [Gen 36,23, 1Chr 19,6] Judit Jdt 18 3 1 2 Vielleicht Syrien. Das Griech. hat hier die Aufzählung nicht, wie auch V. 2 dort fehlt. @@ -19492,7 +19493,7 @@ Judit Jdt 18 3 14 6 Landschaft von Syrien. Judit Jdt 18 3 14 7 Judäern? Judit Jdt 18 3 14 8 Griech.: Und er kam vor Esdrelom, nahe bei Dothaim, welches vor der großen Ebene von Juda liegt, und lagerte sich zwischen Gaiba (Gilboa?) und Scythopolis (Bethsan. [Jos 17,11, Ri 1,27]) Judit Jdt 18 3 15 Accepitque civitates eorum, et sedit ibi per triginta dies, in quibus diebus adunari præcepit universum exercitum virtutis suæ. nahm ihre Städte ein, rastete daselbst dreißig Tage und ließ während dieser seine ganze Heeresmacht sich sammeln. -Judit Jdt 18 4 0 2. Zug des Holofernes gegen Palästina und Belagerung von Bethulia. (4,1-7,25) A. Die Söhne Israels sind gleichfalls von Schrecken erfüllt, aber verschanzen sich dennoch in ihren Städten gegen die Feinde (V. 4), versperren auf den Rat des Hohenpriesters Eliakim die aus Galiläa nach Jerusalem führenden Wege (V. 7) und bereiten sich durch Gebet und Fasten auf den Kampf vor. +Judit Jdt 18 4 0 2. Zug des Holofernes gegen Palästina und Belagerung von Bethulia. (4,1-7,25) A. Die Söhne Israels sind gleichfalls von Schrecken erfüllt, aber verschanzen sich dennoch in ihren Städten gegen die Feinde (V. 4), versperren auf den Rat des Hohenpriesters Eliakim die aus Galiläa nach Jerusalem führenden Wege (V. 7) und bereiten sich durch Gebet und Fasten auf den Kampf vor. Judit Jdt 18 4 1 Tunc audientes hæc filii Israel, qui habitabant in terra Juda, timuerunt valde a facie ejus. Als die Söhne Israels, welche im Lande Juda wohnten, dies vernahmen, fürchteten sie sich sehr vor ihm. Judit Jdt 18 4 2 Tremor, et horror invasit sensus eorum, ne hoc faceret Jerusalem et templo Domini, quod fecerat ceteris civitatibus et templis earum. Schrecken und Grauen überfiel ihr Herz, er möchte Jerusalem und dem Tempel des Herrn dasselbe tun, was er den übrigen Städten und deren Tempeln getan.¹ Judit Jdt 18 4 2 1 Griech.: denn kürzlich erst waren sie aus der Gefangenschaft hinaufgezogen und unlängst war das ganze Volk Judäas versammelt gewesen und waren die Gerätschaften, der Altar und der Tempel von der Entweihung geheiligt worden. @@ -19520,7 +19521,7 @@ Judit Jdt 18 4 16 Ita ut etiam hi, qui offerebant Domino holocausta, præcincti Judit Jdt 18 4 16 9 Leviten wie Priester. Griech.: alle vor dem Herrn stehenden Priester und die ihm dienenden (Leviten). Judit Jdt 18 4 16 10 Auf den hohen Priestermützen. Judit Jdt 18 4 17 Et ex toto corde suo omnes orabant Deum, ut visitaret populum suum Israel. Und alle baten Gott von ganzem Herzen, er möge sein Volk Israel in Gnaden heimsuchen. -Judit Jdt 18 5 0 B. Auf die Nachricht von dem Widerstande der Juden befrägt Holofernes die benachbarten Fürsten, wer jene seien. (V. 4) Einer derselben, Achior, ein Ammonit, schildert ihm Gottes besondere Vorsehung gegen das Volk Israel (V. 23) und mahnt ihn, nichts gegen dasselbe zu unternehmen, wenn er nicht etwa von seinem Gotte sollte abgefallen sein. (V. 25) C. Holofernes gerät hierüber in Zorn. +Judit Jdt 18 5 0 B. Auf die Nachricht von dem Widerstande der Juden befrägt Holofernes die benachbarten Fürsten, wer jene seien. (V. 4) Einer derselben, Achior, ein Ammonit, schildert ihm Gottes besondere Vorsehung gegen das Volk Israel (V. 23) und mahnt ihn, nichts gegen dasselbe zu unternehmen, wenn er nicht etwa von seinem Gotte sollte abgefallen sein. (V. 25) C. Holofernes gerät hierüber in Zorn. Judit Jdt 18 5 1 Nuntiatumque est Holoferni principi militiæ Assyriorum, quod filii Israel præpararent se ad resistendum, ac montium itinera conclusissent, Es ward aber Holofernes, dem Heerführer der Assyrier, berichtet, dass die Söhne Israels sich zum Widerstande rüsteten und die Gebirgspässe gesperrt hätten. Judit Jdt 18 5 2 Et furore nimio exarsit in iracundia magna, vocavitque omnes principes Moab et duces Ammon, Da entbrannte er von heftiger Wut und großem Grimme und berief alle Fürsten Moabs und die Heerführer Ammons,¹ Judit Jdt 18 5 2 1 Moab und Ammon waren Israel feindlich gesinnt [2Kön 24,2], was Holofernes wohl bekannt sein mochte. @@ -19567,7 +19568,7 @@ Judit Jdt 18 5 27 Quis est iste, qui filios Israel posse dicat resistere regi Na Judit Jdt 18 5 27 17 Die folgenden beiden Verse stehen nicht im Griechischen. Judit Jdt 18 5 28 Ut ergo agnoscat Achior quoniam fallit nos, ascendamus in Montana: et cum capti fuerint potentes eorum, tunc cum eisdem gladio transverberabitur: Damit also Achior erkenne, dass er uns täuscht, wollen wir gegen das Gebirge hinziehen, und wenn dann ihre Machthaber gefangen sind, ihn samt denselben mit dem Schwerte durchbohren, Judit Jdt 18 5 29 Ut sciat omnis gens quoniam Nabuchodonosor deus terræ est, et præter ipsum alius non est. damit jedes Volke erkenne, dass Nabuchodonosor der König der Erde ist und außer ihm kein anderer. -Judit Jdt 18 6 0 Holofernes befiehlt, Achior den Israeliten zu übergeben, damit er mit diesen untergehe. (V. 7) Achior wird vor Bethulia geführt, von den Einwohnern freundlich aufgenommen und berichtet über das Geschehene. +Judit Jdt 18 6 0 Holofernes befiehlt, Achior den Israeliten zu übergeben, damit er mit diesen untergehe. (V. 7) Achior wird vor Bethulia geführt, von den Einwohnern freundlich aufgenommen und berichtet über das Geschehene. Judit Jdt 18 6 1 Factum est autem cum cessassent loqui, indignatus Holofernes vehementer, dixit ad Achior: Es geschah aber, als sie aufgehört zu reden, ergrimmte Holofernes heftig und sprach zu Achior: Judit Jdt 18 6 2 Quoniam prophetasti nobis dicens, quod gens Israel defendatur a Deo suo, ut ostendam tibi quoniam non est Deus, nisi Nabuchodonosor: Weil du uns geweissagt und gesagt hast, dass das Volk Israel von seinem Gott beschirmt werde, so sollst du, damit ich dir zeige, dass kein Gott ist außer Nabuchodonosor, Judit Jdt 18 6 3 Cum percusserimus eos omnes, sicut hominem unum, tunc et ipse cum illis Assyriorum gladio interibis, et omnis Israel tecum perditione disperiet: wenn wir sie alle wie einen Mann schlagen, selbst auch mit ihnen durch das Schwert der Assyrier umkommen und ganz Israel soll mit dir zugrunde gehen. @@ -19597,7 +19598,7 @@ Judit Jdt 18 6 19 7 Um ihn zu ehren. Dies ist ein anderes Mahl als das [Jdt 12, Judit Jdt 18 6 20 Et vocatis omnibus presbyteris, simul expleto jejunio refecerunt. Und er lud alle Ältesten dazu ein und sie erquickten sich zusammen, nachdem das Fasten vorüber war.⁸ Judit Jdt 18 6 20 8 Die Ausführungen 16 20 fehlen im Griechischen. Judit Jdt 18 6 21 Postea vero convocatus est omnis populus, et per totam noctem intra ecclesiam oraverunt petentes auxilium a Deo Israel. Darnach aber ward das ganze Volk zusammenberufen und sie beteten die ganze Nacht hindurch an dem Versammlungsorte und flehten den Gott Israels um Hilfe an. -Judit Jdt 18 7 0 D. Am nächsten Tage schließt Holofernes Bethulia ein (V. 5), schneidet die Wasserleitung ab und besetzt die Quellen, so dass die Einwohner sich ihm überliefern wollen (V. 21), doch das Haupt der Stadt, Ozias, überredet sie, die Übergabe noch fünf Tage aufzuschieben. +Judit Jdt 18 7 0 D. Am nächsten Tage schließt Holofernes Bethulia ein (V. 5), schneidet die Wasserleitung ab und besetzt die Quellen, so dass die Einwohner sich ihm überliefern wollen (V. 21), doch das Haupt der Stadt, Ozias, überredet sie, die Übergabe noch fünf Tage aufzuschieben. Judit Jdt 18 7 1 Holofernes autem altera die præcepit exercitibus suis ut ascenderent contra Bethuliam. Am andern Tage aber befahl Holofernes seinen Heeren, gegen Bethulia vorzurücken.¹ Judit Jdt 18 7 1 1 Und die Zugänge des Gebirges zu besetzen. (Griech.) Judit Jdt 18 7 2 Erant autem pedites bellatorum centum viginti millia, et equites viginti duo millia, præter præparationes virorum illorum, quos occupaverat captivitas, et abducti fuerant de provinciis et urbibus universæ juventutis. Es waren hundertundzwanzigtausend Streiter zu Fuß und zweiundzwanzigtausend Reiter,² ohne jene ausgerüsteten Leute, welche er aus allen jungen Mannschaften der Länder und Städte gefangen genommen und weggeführt hatte. @@ -19634,7 +19635,7 @@ Judit Jdt 18 7 23 Exsurgens Ozias infusus lacrimis, dixit: quo animo estote frat Judit Jdt 18 7 23 11 Indem Gott Regen sendet. Im Griech. fehlt V. 19, 20, 21, 23. Judit Jdt 18 7 24 Forsitan enim indignationem suam abscindet, et dabit gloriam nomini suo. denn vielleicht wird er von seinem Zorne ablassen und seinem Namen Ehre bereiten. Judit Jdt 18 7 25 Si autem transactis quinque diebus non venerit adjutorium, faciemus hæc verba, quæ locuti estis. Wenn aber nach Ablauf der fünf Tage keine Hilfe kommt, so wollen wir dem gemäß handeln, was ihr gesprochen habt. -Judit Jdt 18 8 0 II. Judith befreit durch ihre Klugheit und Tapferkeit Bethulia und ganz Palästina von dem Anführer der Feinde. (Kap. 8,1 Kap. 15,8) 1. Judith erbietet sich, ihre Vaterstadt zu befreien, und bereitet sich auf ihr Unternehmen vor. (8,1 9,19) A. Judith, eine fromme Frau, ruft, da sie den Rat des Ozias nicht billigt, die Ältesten der Stadt zu sich (V. 8), tadelt sie, dass sie Gottes Erbarmen Grenzen setzen wollen (V. 20), und muntert sie durch den Hinweis auf das Vorbild der Väter zur Geduld auf. (V. 27) B. Die Ältesten sehen ihren Fehler ein und bitten sie, Gottes Barmherzigkeit für die Stadt anzuflehen. Judith wünscht frei aus der Stadt gehen zu dürfen, ohne dass man nach der Ursache frage. +Judit Jdt 18 8 0 II. Judith befreit durch ihre Klugheit und Tapferkeit Bethulia und ganz Palästina von dem Anführer der Feinde. (Kap. 8,1 Kap. 15,8) 1. Judith erbietet sich, ihre Vaterstadt zu befreien, und bereitet sich auf ihr Unternehmen vor. (8,1 9,19) A. Judith, eine fromme Frau, ruft, da sie den Rat des Ozias nicht billigt, die Ältesten der Stadt zu sich (V. 8), tadelt sie, dass sie Gottes Erbarmen Grenzen setzen wollen (V. 20), und muntert sie durch den Hinweis auf das Vorbild der Väter zur Geduld auf. (V. 27) B. Die Ältesten sehen ihren Fehler ein und bitten sie, Gottes Barmherzigkeit für die Stadt anzuflehen. Judith wünscht frei aus der Stadt gehen zu dürfen, ohne dass man nach der Ursache frage. Judit Jdt 18 8 1 Et factum est, cum audisset hæc verba Judith vidua, quæ erat filia Merari, filii Idox, filii Joseph, filii Oziæ, filii Elai, filii Jamnor, filii Gedeon, filii Raphaim, filii Achitob, filii Melchiæ, filii Enan, filii Nathaniæ, filii Salathiel, filii Simeon, filii Ruben: Und es geschah, dass Judith,¹ eine Witwe, diese Worte hörte, die eine Tochter Meraris, des Sohnes Idox, des Sohnes Josephs, des Sohnes Ozias', des Sohnes Elais, des Sohnes Jamnors, des Sohnes Gedeons, des Sohnes Raphaims, des Sohnes Achitobs, des Sohnes Melchias, des Sohnes Enans, des Sohnes Nathanias, des Sohnes Salathiels, des Sohnes Simeons, des Sohnes Rubens,² war; Judit Jdt 18 8 1 1 Jüdin. Vergl. [Gen 26,34]. Judit Jdt 18 8 1 2 Die Septuag hat andere Zwischenglieder. Statt Ruben muss es heißen Israel. (Sept. Fulgent) Jedenfalls ist Ruben hier nicht der Sohn Jakobs. Bethulia wurde wohl von Simeonitern bewohnt und verteidigt, da Judith, Manasses, Ozias [Jdt 6,11] aus dem Stamme Simeon sind. @@ -19685,7 +19686,7 @@ Judit Jdt 18 8 32 15 Dass Gott innerhalb der fünf Tage helfen wolle. Judit Jdt 18 8 33 Vos autem nolo ut scrutemini actum meum, et usque dum renuntiem vobis, nihil aliud fiat, nisi oratio pro me ad Dominum Deum nostrum. Ich will aber nicht, dass ihr nachforschet, was ich tun werde, sondern bis ich euch Nachricht bringe, soll nichts anders geschehen, als dass man für mich zu dem Herrn, unserm Gott, bete. Judit Jdt 18 8 34 Et dixit ad eam Ozias princeps Juda: Vade in pace, et Dominus sit tecum in ultionem inimicorum nostrorum. Et revertentes abierunt. Ozias, der Fürst von Juda, sprach zu ihr: Gehe hin in Frieden¹⁶ und der Herr sei mit dir zur Rache an unsern Feinden! Und sie wandten sich und gingen fort. Judit Jdt 18 8 34 16 Die Formel bedeutet das Anwünschen eines glücklichen Erfolges. -Judit Jdt 18 9 0 C. Da die Ältesten Judith ihre Bitte gewähren, fleht sie zu Gott, gegen die Assyrier, welche auf ihre Kraft vertrauen, zu handeln wie einst gegen die Ägypter (V. 14) und sich als einzigen wahren Gott allen Völkern zu offenbaren, indem er jene durch eine Frau zu Falle bringe. +Judit Jdt 18 9 0 C. Da die Ältesten Judith ihre Bitte gewähren, fleht sie zu Gott, gegen die Assyrier, welche auf ihre Kraft vertrauen, zu handeln wie einst gegen die Ägypter (V. 14) und sich als einzigen wahren Gott allen Völkern zu offenbaren, indem er jene durch eine Frau zu Falle bringe. Judit Jdt 18 9 1 Quibus abscedentibus Judith ingressa est oratorium suum: et induens se cilicio, posuit cinerem super caput suum: et prosternens se Domino, clamabat ad Dominum, dicens: Als sie sich nun wegbegeben hatten, ging Judith in ihr Betgemach, legte ein härenes Gewand an,¹ streute Asche auf ihr Haupt, warf sich vor dem Herrn nieder, rief zu dem Herrn und sprach: Judit Jdt 18 9 1 1 Legte die Kleider ab, welche das Bußgewand bedeckten, um vor Gott als Büßerin zu erscheinen. (Sept.) Nach dem Griech. war es um die Zeit, wo in Jerusalem das Räucheropfer dargebracht wurde. Judit Jdt 18 9 2 Domine Deus patris mei Simeon, qui dedisti illi gladium in defensionem alienigenarum, qui violatores exstiterunt in coinquinatione sua, et denudaverunt femur virginis in confusionem: Herr, du Gott meines Vaters Simeon, der du ihm das Schwert zur Verteidigung gegen die Fremden gegeben hast, die in unreiner Lust eine Jungfrau schändeten und sie zur Schmach entblößten;² [Gen 34,25] @@ -19714,7 +19715,7 @@ Judit Jdt 18 9 16 9 Vergl. [2Chr 14,11, Ps 146,10.11]. Judit Jdt 18 9 17 Deus clorum, creator aquarum, et Dominus totius creaturæ, exaudi me miseram deprecantem, et de tua misericordia præsumentem. Gott der Himmel, Schöpfer der Gewässer und Herr aller Geschöpfe! erhöre mich Arme, die dich anfleht und auf deine Barmherzigkeit vertraut. Judit Jdt 18 9 18 Memento Domine testamenti tui, et da verbum in ore meo, et in corde meo consilium corrobora, ut domus tua in sanctificatione tua permaneat: Gedenke, Herr! deines Bundes und lege mir die Worte in den Mund und stärke das Vorhaben in meinem Herzen, dass dein Haus dir geheiligt bleibe Judit Jdt 18 9 19 Et omnes gentes agnoscant quia tu es Deus, et non est alius præter te. und alle Völker erkennen, dass du Gott bist und kein anderer außer dir. -Judit Jdt 18 10 0 2. Judith tötet Holofernes im Lager der Assyrier. (10,1 13,31) A. In herrlichem Schmucke, die Speise tragend, welche zu essen ihr erlaubt, verlässt Judith unter den Segenswünschen der Israeliten die Stadt. (V. 10) B. Von den Assyriern ergriffen, wird sie vor Holofernes geführt. +Judit Jdt 18 10 0 2. Judith tötet Holofernes im Lager der Assyrier. (10,1 13,31) A. In herrlichem Schmucke, die Speise tragend, welche zu essen ihr erlaubt, verlässt Judith unter den Segenswünschen der Israeliten die Stadt. (V. 10) B. Von den Assyriern ergriffen, wird sie vor Holofernes geführt. Judit Jdt 18 10 1 Factum est autem, cum cessasset clamare ad Dominum, surrexit de loco, in quo jacuerat prostrata ad Dominum. Es geschah aber, als sie aufgehört hatte, zu dem Herrn zu rufen, stand sie von der Stelle auf, an der sie vor dem Herrn gelegen hatte. Judit Jdt 18 10 2 Vocavitque abram suam, et descendens in domum suam, abstulit a se cilicium, et exuit se vestimentis viduitatis suæ, Dann rief sie ihre Magd, ging in ihr Haus hinab,¹ legte das härene Kleid ab, zog ihre Witwenkleider aus, Judit Jdt 18 10 2 1 Aus dem Obergemache. @@ -19744,7 +19745,7 @@ Judit Jdt 18 10 18 8 Griech.: Es ist nicht gut, dass ein Mann von ihnen übrig Judit Jdt 18 10 19 Videns itaque Judith Holofernem sedentem in conopo, quod erat ex purpura, et auro, et smaragdo, et lapidibus pretiosis intextum: Als nun Judith den Holofernes auf dem Ruhebette⁹ sitzen sah, das, aus Purpur und Gold gewirkt, mit Smaragden und kostbaren Steinen besetzt war, Judit Jdt 18 10 19 9 Das mit einem Vorhang zur Abhaltung lästiger Insekten versehen war. Judit Jdt 18 10 20 Et cum in faciem ejus intendisset, adoravit eum, prosternens se super terram. Et elevaverunt eam servi Holofernis, jubente domino suo. und ihm in das Angesicht geblickt hatte, verneigte sie sich vor ihm und warf sich zur Erde nieder. Doch die Diener des Holofernes hoben sie auf Befehl ihres Herrn auf. -Judit Jdt 18 11 0 Judith wird von Holofernes befragt, warum sie die Flucht ergriffen hat. (V. 3) Sie antwortet, sie sei von Gott zu ihm entsendet, ihm einen herrlichen Sieg über die Israeliten vorauszusagen, weil diese Gott durch ihre Sünden beleidigt hätten. (V. 13) Sie werde bei ihm bleiben, um ihm den Tag des Sieges anzuzeigen, sobald ihr Gott denselben auf ihr Gebet offenbart habe. (V. 17) Voller Freude über diese Nachricht erklärt Holofernes, er wolle ihren Gott, wenn die Ereignisse wirklich statthätten, als wahren Gott anerkennen. +Judit Jdt 18 11 0 Judith wird von Holofernes befragt, warum sie die Flucht ergriffen hat. (V. 3) Sie antwortet, sie sei von Gott zu ihm entsendet, ihm einen herrlichen Sieg über die Israeliten vorauszusagen, weil diese Gott durch ihre Sünden beleidigt hätten. (V. 13) Sie werde bei ihm bleiben, um ihm den Tag des Sieges anzuzeigen, sobald ihr Gott denselben auf ihr Gebet offenbart habe. (V. 17) Voller Freude über diese Nachricht erklärt Holofernes, er wolle ihren Gott, wenn die Ereignisse wirklich statthätten, als wahren Gott anerkennen. Judit Jdt 18 11 1 Tunc Holofernes dicit ei: quo animo esto, et noli pavere in corde tuo: quoniam ego nunquam nocui viro, qui voluit servire Nabuchodonosor regi: Alsdann sprach Holofernes zu ihr: Sei guten Muts und fürchte dich nicht in deinem Herzen! Denn ich habe niemals jemandem etwas zuleide getan, der dem Könige Nabuchodonosor dienen wollte.¹ Judit Jdt 18 11 1 1 Dies ist gegen die Wahrheit. Vergl. [Jdt 3,9ff]. Judit Jdt 18 11 2 Populus autem tuus, si non contempsisset me, non levassem lanceam meam super eum. Gegen dein Volk aber würde ich, wenn es mich nicht verachtet hätte, meine Lanze nicht erhoben² haben. @@ -19778,7 +19779,7 @@ Judit Jdt 18 11 18 Placuerunt autem omnia verba hæc coram Holoferne, et coram p Judit Jdt 18 11 19 Non est talis mulier super terram in aspectu, in pulchritudine, et in sensu verborum. Dieser Frau ist keine auf Erden gleich an Gestalt und Schönheit und Weisheit der Reden. Judit Jdt 18 11 20 Et dixit ad illam Holofernes: Benefecit Deus, qui misit te ante populum, ut des illum tu in manibus nostris: Und Holofernes sprach zu ihr: Gott hat wohlgetan, dass er dich vor dem Volke hergesendet hat, dass du es in unsere Hände überlieferst. Judit Jdt 18 11 21 Et quoniam bona est promissio tua, si fecerit mihi hoc Deus tuus, erit et Deus meus, et tu in domo Nabuchodonosor magna eris, et nomen tuum nominabitur in universa terra. Und weil deine Verheißung gut ist, so soll dein Gott, wenn er mir dies tut, auch mein Gott sein, und du wirst groß sein im Hause Nabuchodonosor und dein Name wird auf der ganzen Erde genannt werden. -Judit Jdt 18 12 0 C. Holofernes weist ihr ein Zelt zu und gestattet ihr des Nachts mit ihrer Magd aus dem Lager zu gehen, ihren Gott anzubeten. Sie tut dies drei Nächte hindurch. (V. 9) Am vierten Tage gibt Holofernes seinen Dienern ein großes Gastmahl, zu dem er auch Judith einlädt. Judith genießt ihre gewohnten Speisen, Holofernes berauscht sich. +Judit Jdt 18 12 0 C. Holofernes weist ihr ein Zelt zu und gestattet ihr des Nachts mit ihrer Magd aus dem Lager zu gehen, ihren Gott anzubeten. Sie tut dies drei Nächte hindurch. (V. 9) Am vierten Tage gibt Holofernes seinen Dienern ein großes Gastmahl, zu dem er auch Judith einlädt. Judith genießt ihre gewohnten Speisen, Holofernes berauscht sich. Judit Jdt 18 12 1 Tunc jussit eam introire ubi repositi erant thesauri ejus, et jussit illic manere eam, et constituit quid daretur illi de convivio suo. Hierauf hieß er sie dorthin gehen, wo seine Schätze aufbewahrt¹ waren, und befahl ihr, daselbst zu bleiben, indem er bestimmte, was ihr von seinem Tische gegeben werden sollte. Judit Jdt 18 12 1 1 Septuag: sein Silbergerät aufgestellt war, also in den Speisesaal. Judit Jdt 18 12 2 Cui respondit Judith, et dixit: Nunc non potero manducare ex his, quæ mihi præcipis tribui, ne veniat super me offensio: ex his autem, quæ mihi detuli, manducabo. Doch Judith antwortete ihm und sprach: Jetzt kann ich von dem, was du mir zu geben befiehlst, nicht essen, damit ich in keine Sünde falle;² sondern von dem, was ich mir mitgebracht habe, werde ich essen. @@ -19811,7 +19812,7 @@ Judit Jdt 18 12 17 12 Zusatz der Vulgata. Judit Jdt 18 12 18 Et dixit Judith: Bibam domine, quoniam magnificata est anima mea hodie præ omnibus diebus meis. Judith sprach: Ich will trinken, o Herr! denn mehr als an irgend einem Tage meines Lebens bin ich heute geehrt worden. Judit Jdt 18 12 19 Et accepit, et manducavit, et bibit coram ipso ea, quæ paraverat illi ancilla ejus. Und sie nahm und aß und trank vor ihm das, was ihre Magd ihr bereitet hatte. Judit Jdt 18 12 20 Et jucundus factus est Holofernes ad eam, bibitque vinum multum nimis, quantum nunquam biberat in vita sua. Holofernes aber ward fröhlich um ihretwillen und trank sehr viel Wein, so viel, wie er niemals in seinem Leben getrunken. -Judit Jdt 18 13 0 D. Mit dem trunkenen Holofernes in dessen Gemach allein gelassen, schlägt sie ihm das Haupt ab und übergibt es ihrer Magd. (V. 11) Beide verlassen das Lager; anscheinend um nach Gewohnheit zu beten, begeben sie sich nach Bethulia, verkündigen den Tod des Holofernes, zeigen dessen Haupt und erfüllen alles mit Freude. +Judit Jdt 18 13 0 D. Mit dem trunkenen Holofernes in dessen Gemach allein gelassen, schlägt sie ihm das Haupt ab und übergibt es ihrer Magd. (V. 11) Beide verlassen das Lager; anscheinend um nach Gewohnheit zu beten, begeben sie sich nach Bethulia, verkündigen den Tod des Holofernes, zeigen dessen Haupt und erfüllen alles mit Freude. Judit Jdt 18 13 1 Ut autem sero factum est, festinaverunt servi illius ad hospitia sua, et conclusit Vagao ostia cubiculi, et abiit. Als es nun spät geworden war, eilten seine Diener in ihre Ruhestätten und Vagao schloss die Tür des Schlafgemaches zu¹ und ging hinweg; Judit Jdt 18 13 1 1 Von außen, doch war die Magd Judiths im Vorzimmer, bereit, mit ihr aus dem Lager zu gehen. Nach dem Griech. hatte sie auch Bagao gesagt, sie werde in dieser Nacht ausgehen, so dass ihr Weggehen aus dem Zelte des Holofernes nichts Auffallendes an sich hatte. Judit Jdt 18 13 2 Erant autem omnes fatigati a vino: alle aber waren vom Weine müde geworden. @@ -19858,7 +19859,7 @@ Judit Jdt 18 13 29 Videns autem Achior caput Holofernis, angustiatus præ pavore Judit Jdt 18 13 30 Postea vero quam resumpto spiritu recreatus est, procidit ad pedes ejus, et adoravit eam, et dixit: Nachdem er aber wieder zu sich gekommen war und sich erholt hatte, fiel er ihr zu Füßen und sprach, ihr seine Ehrerbietung bezeigend: Judit Jdt 18 13 31 Benedicta tu a Deo tuo in omni tabernaculo Jacob, quoniam in omni gente, quæ audierit nomen tuum, magnificabitur super te Deus Israel. Gesegnet bist du von deinem Gott in allen Wohnungen Jakobs,¹⁵ denn unter allen Völkern, die deinen Namen hören werden, wird der Gott Israels um deinetwillen verherrlicht werden. Judit Jdt 18 13 31 15 Unter allen Weibern, die in den Wohnungen der Israeliten sind. -Judit Jdt 18 14 0 3. Die Israeliten tragen einen großen Sieg über die Assyrier davon, die ihres Führers beraubt sind. (14,1 15,8) A. Judith rät den Israeliten, am nächsten Tage das Haupt des Holofernes an der Mauer aufzuhängen und einen Ausfall zu machen. (V. 5) B. Die Israeliten greifen die Assyrier an, welche auf die Kunde, dass ein Weib ihren Oberfeldherrn getötet hat, in Furcht und Schrecken geraten. +Judit Jdt 18 14 0 3. Die Israeliten tragen einen großen Sieg über die Assyrier davon, die ihres Führers beraubt sind. (14,1 15,8) A. Judith rät den Israeliten, am nächsten Tage das Haupt des Holofernes an der Mauer aufzuhängen und einen Ausfall zu machen. (V. 5) B. Die Israeliten greifen die Assyrier an, welche auf die Kunde, dass ein Weib ihren Oberfeldherrn getötet hat, in Furcht und Schrecken geraten. Judit Jdt 18 14 1 Dixit autem Judith ad omnem populum: Audite me fratres, suspendite caput hoc super muros nostros: Judith aber sprach zu dem ganzen Volke: Höret mich, Brüder! hänget dieses Haupt an unseren Mauern auf.¹ Judit Jdt 18 14 1 1 So schlug David die Philister, indem er das Haupt Goliaths zeigte [1Sam 17,51], und Judas Machabäus hing das Haupt Nikanors an der Mauer von Sion auf. [2Makk 15,35] Judit Jdt 18 14 2 Et erit, cum exierit Sol, accipiat unusquisque arma sua, et exite cum impetu, non ut descendatis deorsum, sed quasi impetum facientes. Und wenn die Sonne aufgeht, ergreife ein jeder seine Waffen und rücket mit Ungestüm aus, ohne aber hinabzuziehen, sondern als wenn ihr sie überfallen wolltet.² @@ -19884,7 +19885,7 @@ Judit Jdt 18 14 16 Et dixit: Una mulier Hebræa fecit confusionem in domo regis Judit Jdt 18 14 16 7 Griech.: Diese Knechte haben Verrat geübt (durch die trügerischen Vorspiegelungen Judiths [Jdt 11,15ff]), eine einzige hebräische usw. Judit Jdt 18 14 17 Quod cum audissent principes virtutis Assyriorum, sciderunt omnes vestimenta sua, et intolerabilis timor et tremor cecidit super eos, et turbati sunt animi eorum valde. Als dies die Obersten der Heeresmacht der Assyrier hörten, zerrissen alle ihre Kleider und es überfiel sie unerträgliche Furcht und Bestürzung und ihr Gemüt ward sehr verwirrt Judit Jdt 18 14 18 Et factus est clamor incomparabilis in medio castrorum eorum. und es entstand ein unsägliches Geschrei in ihrem Lager. -Judit Jdt 18 15 0 C. Die Assyrier fliehen in Hast und Eile, von den Juden verfolgt, welche sie aus dem Lande vertreiben und reiche Beute erlangen. (V. 8) III. Die Israeliten feiern dankerfüllt den ihnen vom Herrn verliehenen Sieg. (Kap. 15, Vers 9 Kap. 16, Vers 31) 1. Judith wird geehrt. (V. 9 15) A. Der Hohepriester Eliakim kommt mit den Priestern von Jerusalem, Judith Glück zu wünschen und sie zu segnen. (V. 12) B. Die Einwohner von Bethulia geben ihr aus der Beute alles, was Holofernes besessen. +Judit Jdt 18 15 0 C. Die Assyrier fliehen in Hast und Eile, von den Juden verfolgt, welche sie aus dem Lande vertreiben und reiche Beute erlangen. (V. 8) III. Die Israeliten feiern dankerfüllt den ihnen vom Herrn verliehenen Sieg. (Kap. 15, Vers 9 Kap. 16, Vers 31) 1. Judith wird geehrt. (V. 9 15) A. Der Hohepriester Eliakim kommt mit den Priestern von Jerusalem, Judith Glück zu wünschen und sie zu segnen. (V. 12) B. Die Einwohner von Bethulia geben ihr aus der Beute alles, was Holofernes besessen. Judit Jdt 18 15 1 Cumque omnis exercitus decollatum Holofernem audisset, fugit mens et consilium ab eis, et solo tremore et metu agitati, fugæ præsidium sumunt, Als nun das ganze Heer vernommen hatte, dass Holofernes enthauptet sei, wich Verstand und Rat von ihnen und von Zittern und Furcht getrieben, suchten sie ihr Heil in der Flucht, Judit Jdt 18 15 2 Ita ut nullus loqueretur cum proximo suo, sed inclinato capite, relictis omnibus, evadere festinabant Hebræos, quos armatos super se venire audiebant, fugientes per vias camporum et semitas collium. derart, dass keiner mit dem andern redete, sondern alle gesenkten Hauptes und alles zurücklassend, eilten, den Hebräern zu entkommen, indem sie auf Feldwegen und auf Bergpfaden flohen, da sie hörten, dass jene bewaffnet gegen sie heranzögen.¹ Judit Jdt 18 15 2 1 Die Verwirrung über den Tod des Holofernes reicht zur Erklärung nicht aus, auch wohl noch nicht der Ausfall der Juden, Gott selbst nahm den Assyrern Mut und Kraft wie einst den Syriern. [2Kön 7,6] und [2Chr 13,15, 2Chr 14,12] @@ -19906,7 +19907,7 @@ Judit Jdt 18 15 14 Porro autem universa, quæ Holofernis peculiaria fuisse proba Judit Jdt 18 15 14 5 Nach der Septuag das Zelt des Holofernes und alles, was sich in demselben vorfand. Judit Jdt 18 15 15 Et omnes populi gaudebant cum mulieribus, et virginibus, et juvenibus, in organis, et citharis. Und das ganze Volk, Frauen und Jungfrauen⁶ und Jünglinge freuten sich mit Zithern und Harfen. Judit Jdt 18 15 15 6 Frauen und Jungfrauen pflegten an Siegesfeiern teilzunehmen. [Ri 11,34, 1Sam 18,6] -Judit Jdt 18 16 0 2. Judith sagt Gott in einem Lobgesang Dank. (V. 1 21) A. Judith fordert alle auf, mit ihr Gott zu danken, der die übermütigen und allen den Untergang drohenden Assyrier in die Hand eines Weibes dahingegeben hat. (V. 7) B. Beschreibung der Herrlichkeit des Sieges und des Schreckens der Feinde. (V. 14) C. Preis der Größe Gottes und Verkündigung, dass alle Feinde des Volkes Gottes in ähnlicher Weise ihren Untergang finden werden. (V. 21) 3. Festlichkeiten in Jerusalem. (V. 22 31) a. Das ganze Volk geht nach Jerusalem hinauf, dort dem Herrn Dankesopfer darzubringen, Judith weiht Gott alles, was sie von der Beute empfangen. (V. 23) b. Drei Monate hindurch feiert das Volk das Siegesfest mit Judith in Jerusalem, welche ihr ganzes Leben hindurch geehrt, nach ihrem Tode von allen beweint wird. (V. 29) c. Zur steten Erinnerung an Gottes Erbarmen wird ein jährlich zu feiernder Erinnerungs- und Festtag eingesetzt. +Judit Jdt 18 16 0 2. Judith sagt Gott in einem Lobgesang Dank. (V. 1 21) A. Judith fordert alle auf, mit ihr Gott zu danken, der die übermütigen und allen den Untergang drohenden Assyrier in die Hand eines Weibes dahingegeben hat. (V. 7) B. Beschreibung der Herrlichkeit des Sieges und des Schreckens der Feinde. (V. 14) C. Preis der Größe Gottes und Verkündigung, dass alle Feinde des Volkes Gottes in ähnlicher Weise ihren Untergang finden werden. (V. 21) 3. Festlichkeiten in Jerusalem. (V. 22 31) a. Das ganze Volk geht nach Jerusalem hinauf, dort dem Herrn Dankesopfer darzubringen, Judith weiht Gott alles, was sie von der Beute empfangen. (V. 23) b. Drei Monate hindurch feiert das Volk das Siegesfest mit Judith in Jerusalem, welche ihr ganzes Leben hindurch geehrt, nach ihrem Tode von allen beweint wird. (V. 29) c. Zur steten Erinnerung an Gottes Erbarmen wird ein jährlich zu feiernder Erinnerungs- und Festtag eingesetzt. Judit Jdt 18 16 1 Tunc cantavit canticum hoc Domino Judith, dicens: Alsdann sang Judith dem Herrn dieses Lied: Judit Jdt 18 16 2 Incipite Domino in tympanis, cantate Domino in cymbalis, modulamini illi psalmum novum, exaltate, et invocate nomen ejus. Stimmet dem Herrn an mit Pauken, spielet dem Herrn mit Zimbeln, singet ihm ein neues Lied, erhebet ihn und rufet seinen Namen an! Judit Jdt 18 16 3 Dominus conterens bella, Dominus nomen est illi. Der Herr vernichtet die Kriegsmacht, Herr ist sein Name. @@ -19955,7 +19956,7 @@ Judit Jdt 18 16 30 15 Der erste Feind, der später Juda heimsuchte, war Ägypte Judit Jdt 18 16 31 Dies autem victoriæ hujus festivitatis, ab Hebræis in numero sanctorum dierum accipitur, et colitur a Judæis ex illo tempore usque in præsentem diem. Der Tag dieser Siegesfeier¹⁶ aber ward von den Hebräern in die Zahl der heiligen Tage aufgenommen und von den Juden von jener Zeit an bis auf den heutigen Tag gefeiert.¹⁷ Judit Jdt 18 16 31 16 Der 25. Tag des 9. Monats Kasleu. Judit Jdt 18 16 31 17 Wohl nur bis zur Zeit der Abfassung dieses Buches. Nach der babylonischen Gefangenschaft wäre eine solche Feier wohl den Persern, den Gebietern der Juden, als Herausforderung erschienen. Deshalb haben auch die griechische, syrische und die ältere lateinische Übersetzung diesen Vers nicht. -Ester Est 19 1 0 I. Den Juden im Perserreiche erwächst große Gefahr. (Kap. 1, V. 1 Kap. 3, V. 15 [Kap. 13, V. 1-7]) 1. Esther, zur Gemahlin den Königs Xerxes erhoben, offenbart ihm eine von Mardochäus entdeckte Verschwörung. (1,1 2,23) A. Im dritten Jahre seiner Herrschaft gibt Assuerus den Großen seines Reiches (V. 3) und hierauf den Bewohnern von Susan ein großes Gastmahl. (V. 8) Am letzten Tage befiehlt er der Königin Vasthi, sich zu zeigen. (V. 11) Diese weigert sich zu kommen und wird auf den Rat der Weisen verstoßen. Es wird ein Befehl erlassen, dass die Frauen ihren Männern gehorchen sollen. +Ester Est 19 1 0 I. Den Juden im Perserreiche erwächst große Gefahr. (Kap. 1, V. 1 Kap. 3, V. 15 [Kap. 13, V. 1-7]) 1. Esther, zur Gemahlin den Königs Xerxes erhoben, offenbart ihm eine von Mardochäus entdeckte Verschwörung. (1,1 2,23) A. Im dritten Jahre seiner Herrschaft gibt Assuerus den Großen seines Reiches (V. 3) und hierauf den Bewohnern von Susan ein großes Gastmahl. (V. 8) Am letzten Tage befiehlt er der Königin Vasthi, sich zu zeigen. (V. 11) Diese weigert sich zu kommen und wird auf den Rat der Weisen verstoßen. Es wird ein Befehl erlassen, dass die Frauen ihren Männern gehorchen sollen. Ester Est 19 1 1 In diebus Assueri, qui regnavit ab India usque thiopiam super centum viginti septem provincias: Zur Zeit des Assuerus,¹ der von Indien bis Äthiopien über hundertsiebenundzwanzig Landschaften² herrschte, Ester Est 19 1 1 1 Assuerus (hebr. Achaschwerosch). Von [Est 10,3] an in der Vulgata nach dem Vorgange der Septuag Artaxerxes, ist der König Xerxes (485 465), auf Keilinschriften Chsy-arscha oder Chsayarscha. Die Übersetzung der Septuaginta ist demnach falsch, da Artaxerxes dem hebräischen Namen Arthaschaschta (keilinschriftlich Artachschatra) entspricht. Ester Est 19 1 1 2 Verwaltungsbezirke, von denen je eine Anzahl eine Provinzverwaltung bilden. @@ -20006,7 +20007,7 @@ Ester Est 19 1 20 Et hoc in omne (quod latissimum est) provinciarum tuarum divul Ester Est 19 1 21 Placuit consilium ejus regi, et principibus: fecitque rex juxta consilium Mamuchan, Sein Rat gefiel dem Könige und den Fürsten und der König tat nach dem Rate Mamuchans Ester Est 19 1 22 Et misit epistolas ad universas provincias regni sui, ut quæque gens audire et legere poterat, diversis linguis et litteris, esse viros principes ac majores in domibus suis: et hoc per cunctos populos divulgari. und sandte Schreiben in alle Landschaften seines Reiches, in verschiedenen Sprachen und Schriftarten, so wie jedes Volk es lesen und verstehen konnte, dass die Männer die Ersten und Herren in ihren Häusern seien und dass dies bei allen Völkern bekannt gemacht werde.²⁸ Ester Est 19 1 22 28 Hebr.: und reden gemäß der Sprache ihres Volkes. In nationalgemischten Ehen soll der Mann seine Herrschaft dadurch betätigen, dass seine Sprache im Hause geredet wird, also fremde Weiber sie lernen und brauchen müssen. Das Gegenteil mit seinen schlimmen Folgen siehe [Neh 13,23.24]. Der Text ist indes wahrscheinlich nicht richtig erhalten. Vielleicht: alles redend, was ihm passend erscheine. Die Septuag übersetzt die letzten Worte nicht, die Vulgata setzt voraus, dass die Sprache des Mannes auch die der Frau und der Kinder ist. -Ester Est 19 2 0 Assuerus will an Stelle Vasthis eine andere Königin setzen. Unter den auserwählten Jungfrauen, welche ihm aus dem ganzen Reiche zugeführt werden, wählt er Edissa, persisch Esther genannt, die Nichte des Mardochäus (V. 8), und macht sie, ohne ihre Herkunft und ihr Vaterland zu kennen, im siebenten Jahre seiner Herrschaft zur Königin. (V. 18) C. Mardochäus weilt, um Esther nahe zu sein, an dem Tore des Palastes und entdeckt so eine Verschwörung von Kämmerern, welche er dem Könige durch Esther entdecken lässt. +Ester Est 19 2 0 Assuerus will an Stelle Vasthis eine andere Königin setzen. Unter den auserwählten Jungfrauen, welche ihm aus dem ganzen Reiche zugeführt werden, wählt er Edissa, persisch Esther genannt, die Nichte des Mardochäus (V. 8), und macht sie, ohne ihre Herkunft und ihr Vaterland zu kennen, im siebenten Jahre seiner Herrschaft zur Königin. (V. 18) C. Mardochäus weilt, um Esther nahe zu sein, an dem Tore des Palastes und entdeckt so eine Verschwörung von Kämmerern, welche er dem Könige durch Esther entdecken lässt. Ester Est 19 2 1 His ita gestis, postquam regis Assueri indignatio deferbuerat, recordatus est Vasthi, et quæ fecisset, vel quæ passa esset: Als sich nach diesen Begebenheiten¹ der Zorn des Königs Assuerus gelegt hatte, gedachte er der Vasthi und dessen, was sie getan und was über sie gekommen war. Ester Est 19 2 1 1 Kaum lange nach der Verstoßung Vasthis. Ester Est 19 2 2 Dixeruntque pueri regis, ac ministri ejus: Quærantur regi puellæ virgines ac speciosæ, Da sprachen die Höflinge des Königs und seine Diener: Man suche dem Könige schöne Jungfrauen @@ -20049,7 +20050,7 @@ Ester Est 19 2 22 Quod Mardochæum non latuit, statimque nuntiavit reginæ Esthe Ester Est 19 2 23 Quæsitum est, et inventum: et appensus est uterque eorum in patibulo. Mandatumque est historiis, et annalibus traditum coram rege. Als man nun nachforschte und es richtig befand, wurden beide an den Galgen gehängt,¹⁸ das Ereignis aber ward in die Jahrbücher vor dem Könige¹⁹ eingetragen. Ester Est 19 2 23 18 Hebr.: an ein Holz gehängt, d.i. gepfählt oder gekreuzigt. Ester Est 19 2 23 19 Das dem Könige immer zur Hand sein musste. -Ester Est 19 3 0 2. Aman zürnt auf Mardochäus und bewegt den König, das ganze Judenvolk dem Verderben zu weihen. [Est 3,1-15, Est 13,1-7] A. Der Meder Aman wird von Assuerus über alle Fürsten erhoben, so dass alle, mit Ausnahme von Mardochäus, vor ihm die Knie beugen. Auf die Kunde von Mardochäus Unbeugsamkeit beschließt Aman seinen und des ganzen jüdischen Volkes Untergang. (V. 6) B. Im ersten Monat des zwölften Jahres des Assuerus wirft Aman das Los über den Tag, der den Juden verhängnisvoll werden soll, und überredet den König, die Juden der Vernichtung preiszugeben. (V. 9) Der König gibt einen Erlass, dass die Juden am dreizehnten Tage des letzten Monats jenes Jahres in seinem ganzen Reiche getötet und ihre Güter ihnen weggenommen werden sollen, und sendet denselben durch die Provinzen. [Est 13,1-7] +Ester Est 19 3 0 2. Aman zürnt auf Mardochäus und bewegt den König, das ganze Judenvolk dem Verderben zu weihen. [Est 3,1-15, Est 13,1-7] A. Der Meder Aman wird von Assuerus über alle Fürsten erhoben, so dass alle, mit Ausnahme von Mardochäus, vor ihm die Knie beugen. Auf die Kunde von Mardochäus Unbeugsamkeit beschließt Aman seinen und des ganzen jüdischen Volkes Untergang. (V. 6) B. Im ersten Monat des zwölften Jahres des Assuerus wirft Aman das Los über den Tag, der den Juden verhängnisvoll werden soll, und überredet den König, die Juden der Vernichtung preiszugeben. (V. 9) Der König gibt einen Erlass, dass die Juden am dreizehnten Tage des letzten Monats jenes Jahres in seinem ganzen Reiche getötet und ihre Güter ihnen weggenommen werden sollen, und sendet denselben durch die Provinzen. [Est 13,1-7] Ester Est 19 3 1 Post hæc rex Assuerus exaltavit Aman filium Amadathi, qui erat de stirpe Agag: et posuit solium ejus super omnes principes, quos habebat. Nach diesen Begebenheiten¹ erhob der König Assuerus Aman,² den Sohn Amadathis, der vom Geschlechte Agags³ war, und setzte dessen Sitz über den aller Fürsten, die um ihn waren. Ester Est 19 3 1 1 Die Zeit zwischen dem 7. [Est 2,16] und 12. Jahre des Xerxes [Est 3,1] ist inzwischen verflossen. Ester Est 19 3 1 2 Der Name wird verschieden erklärt: Der Einzige, Erhabene. @@ -20078,7 +20079,7 @@ Ester Est 19 3 13 Missæ sunt per cursores regis ad universas provincias ut occi Ester Est 19 3 13 13 Die Hoffnung auf Beute musste die Mordlust entflammen. Immerhin behielt sich Aman einen bestimmten Teil der erhofften Beute vor. Ester Est 19 3 14 Summa autem epistolarum hæc fuit, ut omnes provinciæ scirent, et pararent se ad prædictam diem. Dies aber war der Inhalt der Schreiben, dass alle Landschaften es wissen und sich bereit halten sollten auf den angegebenen Tag. Ester Est 19 3 15 Festinabant cursores, qui missi erant, regis imperium explere. Statimque in Susan pependit edictum, rege et Aman celebrante convivium, et cunctis Judæis, qui in urbe erant, flentibus. Und die Eilboten, welche abgesandt wurden, eilten hin, des Königs Befehl zu erfüllen. Alsbald ward auch in Susan der Erlass angeschlagen, während der König und Aman ein Gastmahl feierten, aber alle Juden, welche in der Stadt waren, weinten. -Ester Est 19 4 0 II. Mardochäus und Esther suchen den Untergang von ihrem Volke abzuwenden. (Kap. 4, V. 1-17) [15,1-3; 13,8 14,19] 1. Mardochäus überredet Esther, beim Könige für ihr Volk einzutreten. (V. 16) [Est 15,1-3] A. Der Erlass des Königs setzt Mardochäus und das ganze Volk in Schrecken. Esther erhält ein Exemplar des Erlasses und wird aufgefordert, für ihr Volk den König anzuflehen. (V. 8) [Est 15,1-3] B. Anfangs trägt Esther Bedenken, weil niemand ungerufen vor dem Könige erscheinen dürfe. (V. 11) Dann verheißt sie, sich zum Könige zu begeben, wenn nur die Juden durch ein dreitägiges Fasten Gott gewinnen. (V. 16) 2. Mardochäus und Esther flehen Gott um Erbarmen an. (V. 17) [13,8 14,19] +Ester Est 19 4 0 II. Mardochäus und Esther suchen den Untergang von ihrem Volke abzuwenden. (Kap. 4, V. 1-17) [15,1-3; 13,8 14,19] 1. Mardochäus überredet Esther, beim Könige für ihr Volk einzutreten. (V. 16) [Est 15,1-3] A. Der Erlass des Königs setzt Mardochäus und das ganze Volk in Schrecken. Esther erhält ein Exemplar des Erlasses und wird aufgefordert, für ihr Volk den König anzuflehen. (V. 8) [Est 15,1-3] B. Anfangs trägt Esther Bedenken, weil niemand ungerufen vor dem Könige erscheinen dürfe. (V. 11) Dann verheißt sie, sich zum Könige zu begeben, wenn nur die Juden durch ein dreitägiges Fasten Gott gewinnen. (V. 16) 2. Mardochäus und Esther flehen Gott um Erbarmen an. (V. 17) [13,8 14,19] Ester Est 19 4 1 Quæ cum audisset Mardochæus, scidit vestimenta sua, et indutus est sacco, spargens cinerem capiti: et in platea mediæ civitatis voce magna clamabat, ostendens amaritudinem animi sui, Als Mardochäus dies¹ erfahren hatte, zerriss er seine Kleider, legte ein Trauergewand an, streute Asche auf sein Haupt und schrie mit lauter Stimme auf der Straße mitten in der Stadt, die Bitterkeit seines Herzens kundgebend,² Ester Est 19 4 1 1 Hebr.: alles erfuhr, was geschehen war, also dass Edikt, die Verhandlung zwischen dem Könige und Aman und die ihn betreffende Ursache. Ester Est 19 4 1 2 Das Schreien auf der Straße war persische Trauersitte. @@ -20109,7 +20110,7 @@ Ester Est 19 4 16 Vade et congrega omnes Judæos, quos in Susan repereris, et or Ester Est 19 4 16 12 Hebr.: Fastet. Ester Est 19 4 16 13 Jeder angefangene wird für einen vollen Tag gerechnet (vergl. [Mt 12,40]): haltet ein Fasten, das in den dritten Tag hineinreicht. Nach [Est 5,1] begab sich Esther am dritten Tage zum Könige, also dauerte Esthers Fasten einen Tag und zwei Nächte. Ester Est 19 4 17 Ivit itaque Mardochæus, et fecit omnia, quæ ei Esther præceperat. Da ging Mardochäus von dannen und tat alles, was ihm Esther aufgetragen hatte. -Ester Est 19 5 0 III. Die Nachstellungen Amans gegen die Juden fallen auf ihren Urheber zurück. (Kap. 5, V. 1 Kap. 8, V. 12) [Est 15,4-19] (8,13 10,3) 1. Esther verlangt von dem Könige die Verurteilung Amans zum Tode. (5,1 8,2) [Est 15,4-19] A. Am dritten Tage des Fastens begibt sich Esther zum Könige. Zuerst erschrocken, fasst sie Mut (V. 2) und bittet den König auf seine Frage nach ihrem Begehren, mit Aman bei ihr zu speisen. (V. 5) Nach Beendigung des Mahles ersucht sie um dieselbe Gunst für den folgenden Tag. (V. 8) B. Fröhlich geht Aman davon, doch da er Mardochäus erblickt, gerät er in Zorn und befiehlt, einen hohen Balken aufzurichten, um ihn daran zu hängen. +Ester Est 19 5 0 III. Die Nachstellungen Amans gegen die Juden fallen auf ihren Urheber zurück. (Kap. 5, V. 1 Kap. 8, V. 12) [Est 15,4-19] (8,13 10,3) 1. Esther verlangt von dem Könige die Verurteilung Amans zum Tode. (5,1 8,2) [Est 15,4-19] A. Am dritten Tage des Fastens begibt sich Esther zum Könige. Zuerst erschrocken, fasst sie Mut (V. 2) und bittet den König auf seine Frage nach ihrem Begehren, mit Aman bei ihr zu speisen. (V. 5) Nach Beendigung des Mahles ersucht sie um dieselbe Gunst für den folgenden Tag. (V. 8) B. Fröhlich geht Aman davon, doch da er Mardochäus erblickt, gerät er in Zorn und befiehlt, einen hohen Balken aufzurichten, um ihn daran zu hängen. Ester Est 19 5 1 Die autem tertio induta est Esther regalibus vestimentis, et stetit in atrio domus regiæ, quod erat interius, contra basilicam regis: at ille sedebat super solium suum in consistorio palatii contra ostium domus. Am dritten Tage aber legte Esther ihre königlichen Gewänder an und trat in den inneren Vorhof des königlichen Hauses, der Halle des Königs gegenüber. Dieser saß auf seinem Throne im Versammlungsorte des Palastes, dem Eingange des Hauses¹ gegenüber. Ester Est 19 5 1 1 Der Königshalle. Ester Est 19 5 2 Cumque vidisset Esther reginam stantem, placuit oculis ejus, et extendit contra eam virgam auream, quam tenebat manu. Quæ accedens, osculata est summitatem virgæ ejus. Als er nun die Königin Esther stehen sah,² gefiel sie seinen Augen und er streckte das goldene Zepter, das er in der Hand hielt, gegen sie aus. Da trat Esther hinzu und küsste die Spitze seines Zepters. @@ -20131,7 +20132,7 @@ Ester Est 19 5 12 Et post hæc ait: Regina quoque Esther nullum alium vocavit ad Ester Est 19 5 13 Et cum hæc omnia habeam, nihil me habere puto, quamdiu videro Mardochæum Judæum sedentem ante fores regias. Aber wenn ich gleich dies alles habe, so glaube ich doch nichts zu haben, solange ich Mardochäus, den Juden, vor der Pforte des Königs sitzen sehe. Ester Est 19 5 14 Responderuntque ei Zares uxor ejus, et ceteri amici: Jube parari excelsam trabem, habentem altitudinis quinquaginta cubitos, et dic mane regi ut appendatur super eam Mardochæus, et sic ibis cum rege lætus ad convivium. Placuit ei consilium, et jussit excelsam parari crucem. Da antworteten ihm seine Gemahlin Zares und alle seine Freunde: Lass einen hohen Balken aufrichten, fünfzig Ellen hoch, und sage morgen dem Könige, dass man Mardochäus daran aufhängen solle, so wirst du mit dem Könige fröhlich zum Gastmahle gehen. Dieser Rat gefiel ihm und er ließ ein hohes Kreuz aufrichten.⁷ Ester Est 19 5 14 7 Das recht über Leben und Tod steht zwar allein bei dem Könige, aber hat dieser das ganze Volk dem Untergange preisgegeben, sollte es da nicht leicht sein, gegen einen einzelnen Juden ein Todesurteil zu erlangen? Die Höhe des Galgens (Baumstammes) soll die Schmach vergrößern. -Ester Est 19 6 0 In derselben Nacht lässt sich der König aus seinen Reichsannalen vorlesen, aus denen er an die Rettung seines Lebens durch Mardochäus erinnert wird. Als Aman zum Könige kommt, das Todesurteil Mardochäus zu erbitten, befiehlt jener ihm, Mardochäus mit königlichen Ehren auszuzeichnen. (V. 11) Amans Weib und Freunde sagen ihm Schlimmes voraus. +Ester Est 19 6 0 In derselben Nacht lässt sich der König aus seinen Reichsannalen vorlesen, aus denen er an die Rettung seines Lebens durch Mardochäus erinnert wird. Als Aman zum Könige kommt, das Todesurteil Mardochäus zu erbitten, befiehlt jener ihm, Mardochäus mit königlichen Ehren auszuzeichnen. (V. 11) Amans Weib und Freunde sagen ihm Schlimmes voraus. Ester Est 19 6 1 Noctem illam duxit rex insomnem, jussitque sibi afferri historias et annales priorum temporum. Quæ cum illo præsente legerentur, In jener Nacht konnte der König nicht schlafen und ließ sich die Geschichts- und Jahrbücher der Vorzeit bringen. Als diese in seiner Gegenwart gelesen wurden, Ester Est 19 6 2 Ventum est ad illum locum ubi scriptum erat quomodo nuntiasset Mardochæus insidias Bagathan, et Thares eunuchorum, regem Assuerum jugulare cupientium. kam man an die Stelle, wo beschrieben war, wie Mardochäus die Nachstellungen der Kämmerer Bagathan und Thares, die den König Assuerus töten wollten, angezeigt hatte.¹ Ester Est 19 6 2 1 Vergl. [Est 2,21-23]. @@ -20154,7 +20155,7 @@ Ester Est 19 6 13 Narravitque Zares uxori suæ, et amicis omnia quæ evenissent Ester Est 19 6 13 7 Unter seinen Freunden waren wohl Magier, welche das Ereignis als eine böse Einleitung des Tages ansehen und ahnen, dass nun alles ganz anders als es zuvor [Est 5,14] vorausgesehen war, kommen wird. Ester Est 19 6 13 8 Nach dem von Aman veranlassten Mordbefehl des Königs gegen die Juden und dem Anschlage Amans gegen Mardochäus selbst [Est 5,14] sowie nach dessen unerwarteter Erhöhung musste einer der beiden Todfeinde fallen, zugleich konnten sie nicht in der Nähe des Königs sein. Ester Est 19 6 14 Adhuc illis loquentibus, venerunt eunuchi regis, et cito eum ad convivium, quod regina paraverat, pergere compulerunt. Während sie noch redeten, kamen die Kämmerer des Königs und drängten ihn, eilig zum Mahle zu kommen, das die Königin bereitet hatte. -Ester Est 19 7 0 C. Bald geht die Aman gegebene Voraussage in Erfüllung. Aman, von Esther angeklagt, das er sie und ihr Volk verderben will, wird auf Befehl des Königs an dem für Mardochäus vorbereiteten Balken aufgehängt. +Ester Est 19 7 0 C. Bald geht die Aman gegebene Voraussage in Erfüllung. Aman, von Esther angeklagt, das er sie und ihr Volk verderben will, wird auf Befehl des Königs an dem für Mardochäus vorbereiteten Balken aufgehängt. Ester Est 19 7 1 Intravit itaque rex et Aman, ut biberent cum regina. Der König trat also mit Aman ein, um mit der Königin das Mahl zu halten. Ester Est 19 7 2 Dixitque ei rex etiam secunda die, postquam vino incaluerat: Quæ est petitio tua Esther ut detur tibi? et quid vis fieri? etiam si dimidiam partem regni mei petieris, impetrabis: Und der König sprach zu ihr auch am zweiten Tage, nachdem er vom Weine erhitzt war: Welches ist dein Begehren, Esther, dass es dir zuteil werde? Und was willst du, dass geschehe? Wenn du auch die Hälfte meines Reiches begehrst, wirst du sie erhalten! Ester Est 19 7 3 Ad quem illa respondit: Si inveni gratiam in oculis tuis o rex, et si tibi placet, dona mihi animam meam pro qua rogo, et populum meum pro quo obsecro. Sie antwortete ihm: Habe ich Gnade in deinen Augen gefunden, o König! und gefällt es dir, schenke mir mein Leben, um welches ich bitte, und mein Volk, für das ich flehe.¹ @@ -20175,7 +20176,7 @@ Ester Est 19 7 9 Dixitque Harbona, unus de eunuchis, qui stabat in ministerio re Ester Est 19 7 9 9 Jedenfalls kein Freund des stolzen Aman. Ester Est 19 7 9 10 Vergl. [Est 2,22]. Ester Est 19 7 10 Suspensus est itaque Aman in patibulo quod paraverat Mardochæo: et regis ira quievit. Aman also ward an den Galgen gehängt, den er für Mardochäus hatte herrichten lassen, und des Königs Zorn legte sich. -Ester Est 19 8 0 Mardochäus wird über das Haus der Königin gesetzt (V. 2) 2. Esther erlangt einen vollständigen Sieg für ihr Volk. (8,3 10,3) [Est 16,1-24] A. Esther bittet den König, durch einen neuen Erlass den des Aman abzuändern und die Juden zu retten. (V. 6) Der König erlässt eine Kundgebung, dass es ihm wohlgefalle, wenn der erste Erlass nicht zur Ausführung komme, und gibt den Juden Erlaubnis, sich am 13. Adar gegen ihre Feinde zu verteidigen und deren Güter an sich zu reißen. (V. 12) [Est 16,1-24] Dieser Gnadenerlass erregt bei den Juden große Freude. +Ester Est 19 8 0 Mardochäus wird über das Haus der Königin gesetzt (V. 2) 2. Esther erlangt einen vollständigen Sieg für ihr Volk. (8,3 10,3) [Est 16,1-24] A. Esther bittet den König, durch einen neuen Erlass den des Aman abzuändern und die Juden zu retten. (V. 6) Der König erlässt eine Kundgebung, dass es ihm wohlgefalle, wenn der erste Erlass nicht zur Ausführung komme, und gibt den Juden Erlaubnis, sich am 13. Adar gegen ihre Feinde zu verteidigen und deren Güter an sich zu reißen. (V. 12) [Est 16,1-24] Dieser Gnadenerlass erregt bei den Juden große Freude. Ester Est 19 8 1 Die illo dedit rex Assuerus Esther reginæ domum Aman adversarii Judæorum, et Mardochæus ingressus est ante faciem regis. Confessa est enim ei Esther quod esset patruus suus. An jenem Tage schenkte der König Assuerus der Königin Esther das Haus Amans,¹ des Feindes der Juden, und Mardochäus trat vor das Angesicht des Königs;² denn Esther hatte ihm mitgeteilt, dass er ihr Oheim sei. Ester Est 19 8 1 1 Seine ganze Habe und seine ganze Beute. Das Vermögen des Hingerichteten wurde also konfisziert. Ester Est 19 8 1 2 Wie die höchsten Reichsbeamten, als Verwandter der Esther, denn für die Entdeckung der Verschwörung war er schon belohnt [Est 6,11]. @@ -20208,7 +20209,7 @@ Ester Est 19 8 16 Judæis autem nova lux oriri visa est, gaudium, honor, et trip Ester Est 19 8 16 14 Gegensatz zu [Est 4,3]. Ester Est 19 8 17 Apud omnes populos, urbes, atque provincias, quocumque regis jussa veniebant, mira exsultatio, epulæ atque convivia, et festus dies: in tantum ut plures alterius gentis et sectæ eorum religioni et ceremoniis jungerentur. Grandis enim cunctos Judaici nominis terror invaserat. Bei allen Völkern¹⁵ in allen Städten und Ländern, in die der Befehl des Königs kam, war erstaunlicher Jubel und Freudenmahle und Gastereien und festliche Zeit, so dass viele von andern Völkern und Glaubensgenossen zu der Religion und den Gebräuchen der Juden übergingen, denn alle hatte großer Schrecken vor dem Namen derselben befallen. Ester Est 19 8 17 15 Nach dem Hebr. bei den Juden. -Ester Est 19 9 0 B. Am festgesetzten Tage greifen die Juden in Susa und in den Provinzen ihre Feinde an und töten sie. (V. 11) Die Königin bewirkt, dass die Juden in Susa auch am nächsten Tage ihre Feinde töten dürfen und dass die Söhne Amans am Galgen aufgehängt werden. (V. 14) C. Die Juden feiern ein großes Fest und beschließen, dasselbe jährlich am 14. Adar zu begehen. (V. 19) Mardochäus gibt durch einen Brief dem ganzen Volke den Beschluss kund. +Ester Est 19 9 0 B. Am festgesetzten Tage greifen die Juden in Susa und in den Provinzen ihre Feinde an und töten sie. (V. 11) Die Königin bewirkt, dass die Juden in Susa auch am nächsten Tage ihre Feinde töten dürfen und dass die Söhne Amans am Galgen aufgehängt werden. (V. 14) C. Die Juden feiern ein großes Fest und beschließen, dasselbe jährlich am 14. Adar zu begehen. (V. 19) Mardochäus gibt durch einen Brief dem ganzen Volke den Beschluss kund. Ester Est 19 9 1 Igitur duodecimi mensis, quem Adar vocari ante jam diximus, tertia decima die quando cunctis Judæis interfectio parabatur, et hostes eorum inhiabant sanguini, versa vice Judæi superiores esse cperunt, et se de adversariis vindicare. Im zwölften Monate also, welchen man Adar nennt, wie schon oben gesagt, am dreizehnten Tage, an dem alle Juden ermordet werden sollten und ihre Feinde nach ihrem Blute dürsteten, erlangten umgekehrt die Juden die Oberhand und fingen an, an ihren Feinden Rache zu nehmen.¹ Ester Est 19 9 1 1 Ergebnis des Kampfes. Der Angriff ging wohl von ehemaligen Anhängern Amans aus, welche bei ihren Landsleuten auf Beistand gegen die Juden rechneten. Ester Est 19 9 2 Congregatique sunt per singulas civitates, oppida, et loca ut extenderent manum contra inimicos, et persecutores suos. Nullusque ausus est resistere, eo quod omnes populos magnitudinis eorum formido penetrarat. Sie versammelten sich in allen Städten, Flecken und Ortschaften, um an ihre Feinde und Verfolger Hand zu legen. Und niemand² wagte Widerstand zu leisten, denn alle Völker hatte Furcht vor ihrer Größe erfasst. @@ -20257,7 +20258,7 @@ Ester Est 19 9 30 15 Hebr.: er sandte. Dieser Vers fehlt in der Septuag. Ester Est 19 9 31 Observantes dies sortium, et suo tempore cum gaudio celebrarent: sicut constituerant Mardochæus et Esther, et illi observanda susceperunt a se, et a semine suo jejunia, et clamores, et Sortium dies, die Tage der Lose beobachten und sie mit Freuden zu ihrer Zeit feiern sollten, so wie Mardochäus und Esther es festgesetzt. Und jene übernahmen es für sich und ihre Nachkommen, das Fasten und Weheklagen und die Tage der Lose zu beobachten Ester Est 19 9 32 Et omnia, quæ libri hujus, qui vocatur Esther, historia continentur. und alles, was in der Geschichte dieses Buches, welches Esther genannt wird, enthalten ist.¹⁶ Ester Est 19 9 32 16 Hebr.: Und der Befehl Esthers ordnete diese Purimvorschriften an und er wurde aufgezeichnet in einer Urkunde. -Ester Est 19 10 0 D. Assuerus regiert glücklich, während Mardochäus die zweite Stelle nach ihm innehat und für das Beste seines Volkes besorgt ist. (V. 3) Schlusswort: Mardochäus Traum ist erfüllt. (V. 4-31) +Ester Est 19 10 0 D. Assuerus regiert glücklich, während Mardochäus die zweite Stelle nach ihm innehat und für das Beste seines Volkes besorgt ist. (V. 3) Schlusswort: Mardochäus Traum ist erfüllt. (V. 4-31) Ester Est 19 10 1 Rex vero Assuerus omnem terram, et cunctas maris insulas fecit tributarias: Der König Assuerus aber legte dem ganzen Lande und allen Inseln des Meeres¹ einen Tribut auf.² Ester Est 19 10 1 1 Küstenländern. Ester Est 19 10 1 2 Die Kassen waren durch den Krieg mit Griechenland erschöpft und Aman hatte sie nicht zu füllen vermocht. @@ -20277,7 +20278,7 @@ Ester Est 19 10 11 Venitque utraque sors in statutum ex illo jam tempore diem co Ester Est 19 10 12 Et recordatus est Dominus populi sui, ac misertus est hæreditatis suæ. Und der Herr gedachte seines Volkes und erbarmte sich seines Erbes. Ester Est 19 10 13 Et observabuntur dies isti in mense Adar quarta decima, et quinta decima die ejusdem mensis, cum omni studio, et gaudio in unum ctum populi congregati, in cunctas deinceps generationes populi Israel. Diese Tage sollen im Monate Adar, am vierzehnten und fünfzehnten dieses Monats, gefeiert werden, das ganze Volk soll sich mit allem Eifer und mit Freude versammeln durch alle nachfolgenden Geschlechter des Volkes Israel.⁶ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. -1 Makkabäer 1Makk 20 1 0 Einleitung. (1,1 2,70) 1. Umschwung der Lage der Juden nach dem Tode Alexanders des Großen. (V. 10) 2. Epiphanes Greueltaten gegen die Juden. (V. 11 67) a. Die abtrünnigen Juden. (V. 16) b. Antiochus Epiphanes beraubt den Tempel, tötet viele aus dem Volke (V. 29), überfällt die Stadt zum zweiten Male und erbaut eine Burg in derselben. (V. 42) c. Antiochus erlässt ein Gebot, dass alle seine Untertanen den Götzen dienen sollen, stellt Götzenbilder im Tempel auf und verfolgt die gesetzestreuen Juden. +1 Makkabäer 1Makk 20 1 0 Einleitung. (1,1 2,70) 1. Umschwung der Lage der Juden nach dem Tode Alexanders des Großen. (V. 10) 2. Epiphanes Greueltaten gegen die Juden. (V. 11 67) a. Die abtrünnigen Juden. (V. 16) b. Antiochus Epiphanes beraubt den Tempel, tötet viele aus dem Volke (V. 29), überfällt die Stadt zum zweiten Male und erbaut eine Burg in derselben. (V. 42) c. Antiochus erlässt ein Gebot, dass alle seine Untertanen den Götzen dienen sollen, stellt Götzenbilder im Tempel auf und verfolgt die gesetzestreuen Juden. 1 Makkabäer 1Makk 20 1 1 ET factum est, postquam percussit Alexander Philippi Macedo, qui primus regnavit in Græcia, egressus de terra Cethim, Darium regem Persarum, et Medorum: Und¹ es begab sich, nachdem Alexander, der Sohn Philipps, der Macedonier,² welcher der erste³ König von Griechenland war, aus dem Lande Kethim⁴ ausziehend, Darius,⁵ den König der Perser und Meder, geschlagen hatte, 1 Makkabäer 1Makk 20 1 1 1 Vergl. [1Makk 10,88]. Der Verfasser gliedert sein Buch den anderen heiligen Büchern an. 1 Makkabäer 1Makk 20 1 1 2 Alexander d. Gr., auf den Daniel [Dan 8,21] und [Dan 11,3] hinweist, ohne seinen Namen zu nennen, herrschte von 336 bis 323 vor Chr. @@ -20409,7 +20410,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 1 66 Et noluerunt infringere legem Dei sanctam, et trucidati sunt: Sie wollten das heilige Gesetz Gottes nicht verletzen und wurden getötet. 1 Makkabäer 1Makk 20 1 67 Et facta est ira magna super populum valde. Und es erging ein sehr großes Zorngericht über das Volk.⁶⁴ 1 Makkabäer 1Makk 20 1 67 64 Griechisch: Israel. -1 Makkabäer 1Makk 20 2 0 Mathathias und seine Söhne setzen der Unterdrückung Widerstand entgegen. (Kap. 2) a. Mathathias weigert sich, dem Befehle des Königs zu gehorchen (V. 22), und tötet einen götzendienerischen Juden wie den Gesandten des Königs. (V. 26) b. Flucht in das Gebirge, Beschluss, selbst am Sabbat zu kämpfen, Sammlung eines Heeres und Wiederherstellung der alten Gottesverehrung. (V. 48) c. Letzte Mahnungen des Mathathias an seine Söhne. (V. 64) Ernennung des Simon zu ihrem Haupte, des Judas zu ihrem Führer im Kriege. +1 Makkabäer 1Makk 20 2 0 Mathathias und seine Söhne setzen der Unterdrückung Widerstand entgegen. (Kap. 2) a. Mathathias weigert sich, dem Befehle des Königs zu gehorchen (V. 22), und tötet einen götzendienerischen Juden wie den Gesandten des Königs. (V. 26) b. Flucht in das Gebirge, Beschluss, selbst am Sabbat zu kämpfen, Sammlung eines Heeres und Wiederherstellung der alten Gottesverehrung. (V. 48) c. Letzte Mahnungen des Mathathias an seine Söhne. (V. 64) Ernennung des Simon zu ihrem Haupte, des Judas zu ihrem Führer im Kriege. 1 Makkabäer 1Makk 20 2 1 In diebus illis surrexit Mathathias filius Joannis, filii Simeonis, sacerdos ex filiis Joarib ab Jerusalem, et consedit in monte Modin: In jenen Tagen¹ erhob sich² Mathathias,³ der Sohn Johannes', des Sohnes Simeons, Priester⁴ aus der Familie Joaribs⁵ von Jerusalem, der auf dem Berge zu Modin⁶ wohnte 1 Makkabäer 1Makk 20 2 1 1 Vergl. [Dan 11,34]. 1 Makkabäer 1Makk 20 2 1 2 Hebraismus, der etwas Großes andeutet und einleitet. @@ -20525,7 +20526,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 2 70 Et defunctus est anno centesimo et quadragesimo sexto: et sepultus est a filiis suis in sepulcris patrum suorum in Modin, et planxerunt eum omnis Israel planctu magno. Er starb im einhundertundsechsundvierzigsten Jahre⁴⁴ und ward von seinen Söhnen in der Grabstätte seiner Väter zu Modin begraben⁴⁵ und ganz Israel hielt über ihn große Trauerklage. 1 Makkabäer 1Makk 20 2 70 44 166 vor Chr., also drei Jahre nach der Entweihung des Tempels. [1Makk 1,21] 1 Makkabäer 1Makk 20 2 70 45 Vergl. [1Makk 13,27]. -1 Makkabäer 1Makk 20 3 0 I. Taten des Judas Machabäus. (3,1 9,22) 1. Die Zeit Antiochus IV. Epiphanes. (3,1 6,16) 1 Judas besiegt die Feldherrn des Antiochus Epiphanes und befreit die heilige Stadt. (3,1 4,61) a. Glückliche Kriege gegen Apollonius (V. 12), Seron (V. 24), Gorgias, Lysias. (3,25 4,25) +1 Makkabäer 1Makk 20 3 0 I. Taten des Judas Machabäus. (3,1 9,22) 1. Die Zeit Antiochus IV. Epiphanes. (3,1 6,16) 1 Judas besiegt die Feldherrn des Antiochus Epiphanes und befreit die heilige Stadt. (3,1 4,61) a. Glückliche Kriege gegen Apollonius (V. 12), Seron (V. 24), Gorgias, Lysias. (3,25 4,25) 1 Makkabäer 1Makk 20 3 1 Et surrexit Judas, qui vocabatur Machabæus filius ejus pro eo: Hierauf trat Judas, genannt der Machabäer, sein Sohn, an seine Stelle.¹ 1 Makkabäer 1Makk 20 3 1 1 Vergl. [2Makk 8,1.22]. 1 Makkabäer 1Makk 20 3 2 Et adjuvabant eum omnes fratres ejus: et universi, qui se conjunxerant patri ejus, et prliabantur prlium Israel cum lætitia. Und alle seine Brüder halfen ihm, samt allen, welche sich seinem Vater angeschlossen hatten, und sie führten den Kampf Israels mit Freuden. @@ -20624,7 +20625,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 3 58 Et ait Judas: Accingimini, et estote filii potentes, et estote parati in mane, ut pugnetis adversus Nationes has, quæ convenerunt adversus nos disperdere nos, et sancta nostra: Und Judas sprach: Rüstet euch und zeiget euch als wackere Männer und seid bereit für morgen, gegen diese Heiden zu kämpfen, welche sich wider uns vereint haben, um uns und unser Heiligtum zu vertilgen; 1 Makkabäer 1Makk 20 3 59 Quoniam melius est nos mori in bello, quam videre mala gentis nostræ, et sanctorum. denn es ist besser für uns, im Kampfe zu sterben als das Unglück unseres Volkes und unseres Heiligtums zu sehen. 1 Makkabäer 1Makk 20 3 60 Sicut autem fuerit voluntas in clo, sic fiat. Wie es aber im Himmel beschlossen ist, also geschehe es! -1 Makkabäer 1Makk 20 4 0 Glückliche Kriege gegen Gorgias (V. 25), und gegen Lysias. (V. 36) b. Judas Machabäus zieht nach Jerusalem hinauf (V. 41), zerstört den entweihten Altar, erbaut einen neuen (V. 48), reinigt den Tempel und feiert mit dem Volke die Tempelweihe. +1 Makkabäer 1Makk 20 4 0 Glückliche Kriege gegen Gorgias (V. 25), und gegen Lysias. (V. 36) b. Judas Machabäus zieht nach Jerusalem hinauf (V. 41), zerstört den entweihten Altar, erbaut einen neuen (V. 48), reinigt den Tempel und feiert mit dem Volke die Tempelweihe. 1 Makkabäer 1Makk 20 4 1 Et assumpsit Gorgias quinque millia virorum, et mille equites electos: et moverunt castra nocte, Und Gorgias nahm fünftausend Mann und tausend auserlesene Reiter und sie brachen des Nachts mit dem Heere auf,¹ 1 Makkabäer 1Makk 20 4 1 1 Die Hauptarmee unter den Befehlen Nikanors im Lager. Zu V. 1 35 vergl. [2Makk 8,24ff]. Gorgias ist ein kriegserfahrener Mann, vergl. [2Makk 8,9], er hofft Judas zu überraschen. Doch Judas hört davon und will seinerseits das Lager überfallen. Da Gorgias und Judas auf ihrem Marsche nicht zusammentreffen, zeihen sie nicht auf demselben Wege. Somit blieb Gorgias noch eine Gefahr für die Juden (V. 18), indes zog er sich zurück, als er sah, dass das Lager der Syrer erstürmt und Nikanor geschlagen war. (V. 21, V. 22) 1 Makkabäer 1Makk 20 4 2 Ut applicarent ad castra Judæorum, et percuterent eos subito: et filii, qui erant ex arce, erant illis duces. um das Heerlager der Juden zu überfallen und diese unvermutet zu schlagen; Leute aus der Burg² dienten ihnen dabei als Führer. @@ -20732,7 +20733,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 4 60 45 Den Tempelberg. So konnte der Gottesdienst gefeiert werden, ungehindert von der Besatzung der syrischen Befestigungen auf der Südspitze des Berges Sion. An die Stelle der entflohenen hohenpriesterlichen Verräter Menelaus und Jason traten im wiederhergestellten Tempel entweder Onias IV., der Sohn Onias III. [2Makk 4,33ff], oder der zweite Priester der Stellvertreter des Hohenpriesters. Die hohepriesterliche Würde ging nun auf die Hasmonäer über. 1 Makkabäer 1Makk 20 4 61 Et collocavit illic exercitum, ut servarent eum, et munivit eum ad custodiendam Bethsuram, ut haberet populus munitionem contra faciem Idumææ. Auch legte er eine Besatzung hinein, um ihn zu bewahren, und befestigte ihn zum Schutze für Bethsura, damit das Volk ein Bollwerk gegen Idumäa hätte.⁴⁶ 1 Makkabäer 1Makk 20 4 61 46 Von Idumäa aus waren die Syrer eingedrungen. Bereits Roboam hatte Bethsura einst befestigt [2Chr 11,7]. -1 Makkabäer 1Makk 20 5 0 2. Judas kämpft mit Glück gegen die benachbarten Völker. (Kap. 5) a. Judas kämpft gegen die Idumäer und Ammoniter. (V. 8) Gleichzeitig sendet er Simon nach Galiläa und zieht, indem er Joseph und Azarias in Jerusalem zurücklässt, nach Galaad. (V. 19) b. Simon besiegt die Feinde der Galiläer (V. 23), Judas und Jonathas die Galaaditer. (V. 54) Joseph indes und Azarias werden von Gorgias besiegt. (V. 62) Judas greift die südlichen Idumäer an und nimmt Hebron und Azotus ein. +1 Makkabäer 1Makk 20 5 0 2. Judas kämpft mit Glück gegen die benachbarten Völker. (Kap. 5) a. Judas kämpft gegen die Idumäer und Ammoniter. (V. 8) Gleichzeitig sendet er Simon nach Galiläa und zieht, indem er Joseph und Azarias in Jerusalem zurücklässt, nach Galaad. (V. 19) b. Simon besiegt die Feinde der Galiläer (V. 23), Judas und Jonathas die Galaaditer. (V. 54) Joseph indes und Azarias werden von Gorgias besiegt. (V. 62) Judas greift die südlichen Idumäer an und nimmt Hebron und Azotus ein. 1 Makkabäer 1Makk 20 5 1 Et factum est, ut audierunt gentes in circuitu quia ædificatum est altare, et sanctuarium sicut prius, iratæ sunt valde: Und es geschah,¹ als die Heiden ringsum vernahmen, dass der Altar und das Heiligtum wie vorher aufgebaut sei, ergrimmten sie sehr 1 Makkabäer 1Makk 20 5 1 1 Der heidnische Stolz konnte es nicht ertragen, dass die Juden ihren Triumph feierlich durch die Tempelweihe besiegelt hatten. Abtrünnige Juden schürten den Hass der Heiden [2Makk 1,10.15] und Gorgias, Timotheus und andere Anführer und Statthalter der benachbarten Provinzen bemühten sich, den Juden Feinde zu erwecken. [2Makk 10,14; 2Makk 12,2] Es galt durch den Angriff der Feinde den drohenden Gefahren zuvorzukommen. 1 Makkabäer 1Makk 20 5 2 Et cogitabant tollere genus Jacob, qui erant inter eos, et cperunt occidere de populo, et persequi. und beschlossen, alle vom Geschlechte Jakobs, die unter ihnen waren, zu vertilgen und begannen, das Volk zu töten und zu verfolgen. @@ -20858,7 +20859,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 5 67 56 Vergl. [2Makk 12,32ff]. 1 Makkabäer 1Makk 20 5 68 Et declinavit Judas in Azotum in terram alienigenarum, et diruit aras eorum, et sculptilia deorum ipsorum succendit igni: et cepit spolia civitatum, et reversus est in terram Juda. Judas aber wandte sich nach Azot in das Land der Fremdlinge, zerstörte ihre Altäre und verbrannte die Schnitzbilder ihrer Götter und plünderte die Städte und kehrte hierauf in das Land Juda zurück.⁵⁷ 1 Makkabäer 1Makk 20 5 68 57 Zum zweiten Male war er von Gott gewarnt, seine Kämpfe in profaner oder gar gottentfremdeter Gesinnung zu führen. Gegen Jamnia und Joppe zog Judas nicht, wahrscheinlich weil Timotheus inzwischen mehrere beutelustige Scharen zu einem Kriegszug nach Idumäa bewogen. [2Makk 10,24-38] Das Weitere siehe [2Makk 12,32ff]. Die Folge war eine etwa einjährige Ruhe Sommer 164 163 vor Chr., d.i. während eines Sabbatjahres, in dem das Studium des Gesetzes eine besondere Pflicht war. -1 Makkabäer 1Makk 20 6 0 Epiphanes macht vergebliche Anschläge auf Elymais. (V. 4) Auf die Kunde von den Siegen des Judas fällt er in eine Krankheit und stirbt, seine Ungerechtigkeit gegen die Juden bekennend. (V. 16) 2. Die Zeit Antiochus V. Eupator. (Kap. 6,17-63) 1) Lysias stellt Eupator, den Sohn des Epiphanes, als König auf und weckt durch die Besetzung der Burg von Jerusalem eine neue Fehde. (V. 27) 2) Die Syrer fallen in Palästina ein (V. 31), siegen bei Bethzacharias (V. 47) und belagern den Berg Sion. Von Lysias zurückberufen, schließt der König mit Judas Frieden, halt ihn aber nicht. +1 Makkabäer 1Makk 20 6 0 Epiphanes macht vergebliche Anschläge auf Elymais. (V. 4) Auf die Kunde von den Siegen des Judas fällt er in eine Krankheit und stirbt, seine Ungerechtigkeit gegen die Juden bekennend. (V. 16) 2. Die Zeit Antiochus V. Eupator. (Kap. 6,17-63) 1) Lysias stellt Eupator, den Sohn des Epiphanes, als König auf und weckt durch die Besetzung der Burg von Jerusalem eine neue Fehde. (V. 27) 2) Die Syrer fallen in Palästina ein (V. 31), siegen bei Bethzacharias (V. 47) und belagern den Berg Sion. Von Lysias zurückberufen, schließt der König mit Judas Frieden, halt ihn aber nicht. 1 Makkabäer 1Makk 20 6 1 Et rex Antiochus perambulabat superiores regiones, et audivit esse civitatem Elymaidem in Perside nobilissimam, et copiosam in argento, et auro, Der König Antiochus durchzog die oberen Länder.¹ Da er nun hörte, dass in Persien die Stadt Elymais² sei, eine hochberühmte Stadt, reich an Silber und Gold, 1 Makkabäer 1Makk 20 6 1 1 Antiochus Epiphanes. Vergl. [2Makk 9]. 1 Makkabäer 1Makk 20 6 1 2 Es handelt sich um eine Stadt in der persischen Provinz Elymais, die nach [2Makk 9,2] auch Persepolis genannt ward. @@ -20969,7 +20970,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 6 63 Et discessit festinanter, et reversus est Antiochiam, et invenit Philippum dominantem civitati: et pugnavit adversus eum, et occupavit civitatem. Alsdann zog er in Eile fort und kehrte nach Antiochia zurück.⁴⁶ Dort fand er Philippus als Herrn der Stadt und kämpfte gegen ihn und nahm die Stadt in Besitz.⁴⁷ 1 Makkabäer 1Makk 20 6 63 46 In Ptolemais musste Lysias seinen Friedensschluss mit den Juden rechtfertigen, in Beröa, einige Stunden östlich von Antiochia, erhielt der verräterische Hohepriester Menelaus den verdienten Lohn. 1 Makkabäer 1Makk 20 6 63 47 Nach Fl. Josephus ließ er den Philippus auf Lysias Rat töten. Nach [2Makk 9,29] gelang es Philippus, nach Ägypten zu fliehen. -1 Makkabäer 1Makk 20 7 0 3. Zeit des Demetrius I. Soter. (7,1 9,18) 1. Erster Krieg bis zum Siege über Nikanor. (Kap. 7) a. Demetrius nimmt nach Besiegung des Eupator den Thron ein (V. 4) und sendet, von Alkimus angestachelt (V. 7), den Bacchides ab, Palästina zu erobern, doch vermag dieser den Judas nicht zu besiegen. (V. 25) b. An seine Stelle tritt Nikanor, der in zwei Treffen besiegt und selbst getötet wird. (V. 47) Zur Erinnerung an den Sieg wird ein Fest veranstaltet. +1 Makkabäer 1Makk 20 7 0 3. Zeit des Demetrius I. Soter. (7,1 9,18) 1. Erster Krieg bis zum Siege über Nikanor. (Kap. 7) a. Demetrius nimmt nach Besiegung des Eupator den Thron ein (V. 4) und sendet, von Alkimus angestachelt (V. 7), den Bacchides ab, Palästina zu erobern, doch vermag dieser den Judas nicht zu besiegen. (V. 25) b. An seine Stelle tritt Nikanor, der in zwei Treffen besiegt und selbst getötet wird. (V. 47) Zur Erinnerung an den Sieg wird ein Fest veranstaltet. 1 Makkabäer 1Makk 20 7 1 Anno centesimo quinquagesimo primo exiit Demetrius Seleuci filius ab urbe Roma, et ascendit cum paucis viris in civitatem maritimam, et regnavit illic. Im hunderteinundfünfzigsten Jahre¹ entwich Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus der Stadt Rom² und landete mit wenigen Leuten in einer Stadt am Meere³ und ward daselbst König.⁴ 1 Makkabäer 1Makk 20 7 1 1 161 vor Christus. - (2) Antiochus der Große ______________________________________________________________________________ Seleukus IV. Philopator Antiochus Epiphanes | | Demetrius. (Statt seiner folgt Antiochus Ep.) Antiochus Eupator. (Regent Philippus) Zur Zeit des Todes seines Vaters war Demetrius Geisel in Rom und Antiochus Epiphanes bemächtigte sich des Thrones. Umsonst bemühte jener sich, bei der Nachricht von dem Tode seines Onkels Antiochus Epiphanes frei zu werden. Da der Senat ihm die Erlaubnis versagte, floh er mit Unterstützung des Polybius heimlich und kam, dreiundzwanzig Jahre alt, in Syrien an. 1 Makkabäer 1Makk 20 7 1 3 Nach [2Makk 14,1] Tripolis. Anfangs war sein Heer nicht so zahlreich. @@ -21069,7 +21070,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 7 48 Et lætatus est populus valde, et egerunt diem illam in lætitia magna. Da freute sich das Volk sehr und beging diesen Tag in großer Freude. 1 Makkabäer 1Makk 20 7 49 Et constituit agi omnibus annis diem istam tertiadecima die mensis Adar. Judas aber setzte fest, dass dieser Tag, der dreizehnte des Monats Adar, jährlich gefeiert werden sollte. 1 Makkabäer 1Makk 20 7 50 Et siluit terra Juda dies paucos. Und das Land Juda hatte auf kurze Zeit Ruhe. -1 Makkabäer 1Makk 20 8 0 2. Bündnis mit den Römern. (Kap. 8) Da Judas viel von der Tapferkeit der Römer gehört (V. 16), schließt er mit ihnen durch Gesandte ein Bündnis. +1 Makkabäer 1Makk 20 8 0 2. Bündnis mit den Römern. (Kap. 8) Da Judas viel von der Tapferkeit der Römer gehört (V. 16), schließt er mit ihnen durch Gesandte ein Bündnis. 1 Makkabäer 1Makk 20 8 1 Et audivit Judas nomen Romanorum, quia sunt potentes viribus, et acquiescunt ad omnia quæ postulantur ab eis, et quicumque accesserunt ad eos, statuerunt cum eis amicitias: et quia sunt potentes viribus. Nun¹ hörte Judas von dem Namen der Römer,² dass sie stark und mächtig seien und willfährig zu allem, um was man sie bitte, und dass sie mit denen, welche sich an sie wenden, Bündnisse eingehen und dass sie stark und mächtig seien. 1 Makkabäer 1Makk 20 8 1 1 Der Sieg hatte Judas mit dem Wunsche erfüllt, die fehlgeschlagenen Versuche, seinem Volke die politische Selbständigkeit zu erlangen, wieder aufzunehmen. Die Erfahrung mit den Assidäern hatte ihm gezeigt, dass nicht alle sich für Pläne begeisterten, welche außerhalb des religiösen Gebietes lagen, dazu waren seine Kräfte zu einem Kampfe um die Unabhängigkeit nicht stark genug. 1 Makkabäer 1Makk 20 8 1 2 Es wird mitgeteilt, was von den Römern erzählt wurde. Während die Kriegstaten ziemlich richtig wiedergegeben werden, sind ihre Bundestreue, Neidlosigkeit und andere angebliche römische Tugenden durch das Gerücht arg übertrieben. Solche Bundesgenossen mussten den Juden im Kampfe gegen die tyrannischen syrischen Herrscher hoch willkommen erscheinen. Freilich entsprach die Absicht des Judas nicht dem Gesetze [Ex 23,32; Ex 34,15; Dtn 7,2], das u.a. Isaias seinen Zeitgenossen so eindringlich eingeschärft. [Jes 30,1-3] u.a. @@ -21131,7 +21132,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 8 31 Sed et de malis, quæ Demetrius rex fecit in eos, scripsimus ei, dicentes: Quare gravasti jugum tuum super amicos nostros, et socios Judæos? Auch haben wir in betreff des Bösen, das der König Demetrius gegen sie verübt hat, an ihn also geschrieben: Warum hast du dein schweres Joch unseren Freunden und Bundesgenossen, den Juden, auferlegt? 1 Makkabäer 1Makk 20 8 32 Si ergo iterum adierint nos, adversum te faciemus illis judicium, et pugnabimus tecum mari terraque. Wenn sie sich noch einmal an uns wenden, werden wir ihnen wider dich Recht schaffen und dich zu Wasser und zu Land bekriegen.²⁹ 1 Makkabäer 1Makk 20 8 32 29 Nicht in den Vertrag aufgenommener Zusatz. Judas erfuhr übrigens den Abschluss des Vertrages nicht mehr, da er seine Abgesandten erst nach dem am 13. Adar des Jahres 151 der Seleuc. Ära erfochtenen Siege über Nikanor [1Makk 7,1.43.49] abgeordnet hatte und nach [1Makk 9,3.18] schon in einem der ersten Monate des Jahres 152 der Seleuc. Ära starb. Ebenso wenig wie er erlangte das jüdische Volk den von diesem Vertrage erhofften Erfolg. -1 Makkabäer 1Makk 20 9 0 3. Tod Judas, des Machabäers: (9,1-22) Judas kämpft mit geringen Truppen gegen Bacchides und Alkimus (V. 9) und wird besiegt und getötet. (V. 18) Das ganze Volk beweint ihn. II. Geschichte Jonathans. (9,23 12,34) 1. Geschichte Jonathans bis zum Friedensschluss mit den Syrern. (9,23-73) a. Jonathan als Führer bis zum Tode des Alkimus. (V. 57) b. Unglücklicher Kampf des Bacchides gegen Jonathan. +1 Makkabäer 1Makk 20 9 0 3. Tod Judas, des Machabäers: (9,1-22) Judas kämpft mit geringen Truppen gegen Bacchides und Alkimus (V. 9) und wird besiegt und getötet. (V. 18) Das ganze Volk beweint ihn. II. Geschichte Jonathans. (9,23 12,34) 1. Geschichte Jonathans bis zum Friedensschluss mit den Syrern. (9,23-73) a. Jonathan als Führer bis zum Tode des Alkimus. (V. 57) b. Unglücklicher Kampf des Bacchides gegen Jonathan. 1 Makkabäer 1Makk 20 9 1 Interea ut audivit Demetrius quia cecidit Nicanor, et exercitus ejus in prlio, apposuit Bacchidem, et Alcimum rursum mittere in Judæam, et dextrum cornu cum illis. Inzwischen hörte Demetrius, dass Nikanor und sein Heer im Streite gefallen sei,¹ und sandte Bacchides² und Alkimus zum zweiten Male nach Judäa und den rechten Flügel³ mit ihnen. 1 Makkabäer 1Makk 20 9 1 1 [1Makk 7,43] 1 Makkabäer 1Makk 20 9 1 2 Bacchides hatte schon einmal nicht ohne Erfolg gegen die Juden gekämpft. @@ -21275,7 +21276,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 9 73 68 Grenzstadt von Benjamin im Norden von Jerusalem. [1Sam 13,12] 1 Makkabäer 1Makk 20 9 73 69 Das jüdische Volk. 1 Makkabäer 1Makk 20 9 73 70 Wenigstens zwang er sie, sich zu verbergen und ihre Anschläge gegen die Religion aufzugeben. -1 Makkabäer 1Makk 20 10 0 2. Geschichte Jonathans zur Zeit Alexander Balas. (Kap. 10) a. In den Thronstreitigkeiten Alexanders, des Sohnes des Epiphanes, mit Demetrius rät Jonathan seinen Standesgenossen, sich für Alexander zu erklären. (V. 17) b. Dieser besiegt den Demetrius und erkennt mit seinem Schwiegervater Ptolemäus Philometor Jonathas als Hohenpriester an. (V. 66) c. Demetrius Nikator versucht, Alexander vom Throne zu stoßen, Jonathan besiegt dessen Feldherrn Apollonius und wird von Alexander mit Ehren überhäuft. +1 Makkabäer 1Makk 20 10 0 2. Geschichte Jonathans zur Zeit Alexander Balas. (Kap. 10) a. In den Thronstreitigkeiten Alexanders, des Sohnes des Epiphanes, mit Demetrius rät Jonathan seinen Standesgenossen, sich für Alexander zu erklären. (V. 17) b. Dieser besiegt den Demetrius und erkennt mit seinem Schwiegervater Ptolemäus Philometor Jonathas als Hohenpriester an. (V. 66) c. Demetrius Nikator versucht, Alexander vom Throne zu stoßen, Jonathan besiegt dessen Feldherrn Apollonius und wird von Alexander mit Ehren überhäuft. 1 Makkabäer 1Makk 20 10 1 Et anno centesimo sexagesimo ascendit Alexander Antiochi filius, qui cognominatus est Nobilis: et occupavit Ptolemaidam: et receperunt eum, et regnavit illic. Im hundertundsechzigsten Jahre¹ zog Alexander, der Sohn des Antiochus, welcher der Erlauchte genannt ward,² heran und nahm Ptolemais³ ein, sie nahmen ihn auf und er ward daselbst König. 1 Makkabäer 1Makk 20 10 1 1 Im Jahre 152 vor Chr. Der Frieden dauerte also von 156 152 vor Chr. 1 Makkabäer 1Makk 20 10 1 2 Der angebliche Sohn des Antiochus Epiphanes. Antiochus IV. Epiphanes hinterließ bei seinem Tode (163 vor Chr.) seinen erst neunjährigen Sohn Antiochus V. Eupator. Da zwischen dessen Oheim Philippus und dem Feldherrn Lysias [1Makk 6,17ff] über dessen Vormundschaft ein Streit ausgebrochen war, benutzte Demetrius I. Soter (Philopator), Sohn des Seleukus IV., diesen dazu, seine Ansprüche auf den syrischen Thron, von dem er durch Antiochus IV. verdrängt war, geltend zu machen. [1Makk 7,1ff] Er erreichte sein Ziel und ward von den Römern als König von Syrien anerkannt Da er sich aber verhasst machte, trat 15 vor Chr. ein gewisser Alexander Balas, der sich für einen Sohn Antiochus IV. ausgab, als Prätendent auf. Er nahm mit einem kleinen Heere Ptolemais weg, nahm den Titel König von Ptolemais an und verbündete sich mit Jonathas, um dessen Freundschaft sich Demetrius umsonst bewarb. König Ptolemäus Philometor von Ägypten gab ihm seine Tochter zur Gemahlin. [1Makk 10,51ff] Demetrius zog ihm mit einem großen Heere entgegen, verlor aber gegen ihn Schlacht und Leben (V. 48 50) und Alexander bestieg den Thron von Syrien. Auch als König blieb er Jonathas freundlich gesinnt und ließ sich auch nicht durch Verleumdungen, die gegen den selben vorgebracht wurden, irre machen. (V. 61 65) Nach ungefähr zwei Jahren aber, 147 vor Chr., erschien Demetrius Nikator, der älteste Sohn des Demetrius Soter, mit einem Heere in Cilicien und gewann großen Anhang, ja der Statthalter von Cölesyrien, Apollonius, trat zu ihm über und sollte nunmehr Jonathas, den Bundesgenossen Alexanders, bekämpfen. Es kam zur Schlacht in der Nähe von Joppe: Jonathas blieb Sieger, verfolgte seinen Gegner und eroberte Azotus und Askalon. [1Makk 10,67ff] Zur Belohnung für seine Treue sandte ihm Alexander Balas, der inzwischen aus Phönizien nach Antiochia zurückgekehrt war, eine goldene Spange und schenkte ihm die Stadt Akkaron samt deren Gebiete. (V. 89) Inzwischen war der Ägyptische König Ptolemäus Philometor, den Alexander Balas als seinen Schwiegervater um Hilfe gebeten hatte, auf den Gedanken gekommen, selbst König von Syrien zu werden, und war mit großer Heeresmacht dorthin aufgebrochen. Gegen Jonathas sich freundlich stellend [1Makk 11,1], ließ er, nach Seleucia gekommen, dem Demetrius seine Tochter Kleopatra, die Gemahlin Alexanders, zur Frau antragen unter dem Vorwande, Alexander habe ihm nach dem Leben getrachtet. Der Antrag fand günstige Aufnahme. [1Makk 11,8-12] Doch nun kehrte Alexander Balas, der inzwischen nach Cilicien gegen Demetrius gezogen war, zurück und lieferte Ptolemäus eine Schlacht. Von Ptolemäus geschlagen, flüchtete er nach Arabien zu dem Fürsten Zabdiel, zu dem er bereits vorher seine Kinder gesendet. Von diesem wurde er getötet und sein Haupt an Ptolemäus gesendet. Doch auch Ptolemäus starb nach kurzer Zeit an einer Kopfwunde, die er im Kampfe erhalten, und Demetrius ward nun als Demetrius Nikator König von Syrien. @@ -21429,7 +21430,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 10 89 Et misit ei fibulam auream, sicut consuetudo est dari cognatis regum. Et dedit ei Accaron, et omnes fines ejus in possessionem. Er sandte ihm nämlich eine goldene Spange, wie man den Blutsverwandten der Könige zu geben pflegte.⁶³ Auch gab er ihm Akkaron⁶⁴ und das ganze Gebiet desselben zum Besitztum. 1 Makkabäer 1Makk 20 10 89 63 Die Spangen waren Haste, welche den Vorder- und Hinterteil des Oberkleides oben auf den Schultern zusammenhielten. Eine goldene Spange zu tragen war Vorrecht der höchsten Persönlichkeiten und kam dem Rechte, sich in Purpur zu kleiden, gleich. Ob Blutsverwandte des Königs im eigentlichen Sinne oder als Ehrentitel zu verstehen sind, steht nicht fest. 1 Makkabäer 1Makk 20 10 89 64 Eine andere der fünf großen Philisterstädte, im Osten von Jamnia, zunächst von Jerusalem. -1 Makkabäer 1Makk 20 11 0 3. Schicksale Jonathas Während der Regierung Demetrius II. Nikators und Antiochus VI. (Kap. 11) 1. Philometor sucht Alexander die Herrschaft über Syrien zu entreißen, um Demetrius II. an dessen Stelle zu setzen. (V. 16) Dieser besteigt den Thron nach dem Tode Philometors und Alexanders (V. 19) und ist anfangs Jonathan günstig. (V. 37) 2. Da neue Streitigkeiten um den Thron ausbrechen, steht Jonathas auf Seite des Demetrius (V. 51), der indes seine Versprechungen nicht hält. (V. 53) 3. Jonathas tritt auf die Seite Antiochus VI., wird von ihm als Hoherpriester bestätigt und kämpft mit seinem Bruder Simon gegen Demetrius. +1 Makkabäer 1Makk 20 11 0 3. Schicksale Jonathas Während der Regierung Demetrius II. Nikators und Antiochus VI. (Kap. 11) 1. Philometor sucht Alexander die Herrschaft über Syrien zu entreißen, um Demetrius II. an dessen Stelle zu setzen. (V. 16) Dieser besteigt den Thron nach dem Tode Philometors und Alexanders (V. 19) und ist anfangs Jonathan günstig. (V. 37) 2. Da neue Streitigkeiten um den Thron ausbrechen, steht Jonathas auf Seite des Demetrius (V. 51), der indes seine Versprechungen nicht hält. (V. 53) 3. Jonathas tritt auf die Seite Antiochus VI., wird von ihm als Hoherpriester bestätigt und kämpft mit seinem Bruder Simon gegen Demetrius. 1 Makkabäer 1Makk 20 11 1 Et rex gypti congregavit exercitum, sicut arena, quæ est circa oram maris, et naves multas: et quærebat obtinere regnum Alexandri dolo, et addere illud regno suo. Hierauf sammelte der König von Ägypten¹ ein Heer, zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres,² und viele Schiffe und suchte das Reich Alexanders mit List³ in Besitz zu nehmen und mit seinem Reiche zu vereinigen. 1 Makkabäer 1Makk 20 11 1 1 Ptolemäus VI. Philometor, der Schwiegervater des Alexander Balas. 1 Makkabäer 1Makk 20 11 1 2 Ähnlich Ausdrucksweise [Jos 11,4; Ri 17,12; 1Sam 13,5]. @@ -21566,7 +21567,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 11 73 61 Das Vers 72 Gesagte: Jonathas wandte sich gegen sie und brachte die Feinde zum Weichen. 1 Makkabäer 1Makk 20 11 73 62 Dort aber behaupteten sich die Feinde. 1 Makkabäer 1Makk 20 11 74 Et ceciderunt de alienigenis in die illa tria millia virorum: et reversus est Jonathas in Jerusalem. Von den Fremden fielen an jenem Tage dreitausend Mann, Jonathas aber kehrte nach Jerusalem zurück. -1 Makkabäer 1Makk 20 12 0 4. Jonathas erneuert den Bund mit den Römern und den Spartiaten und stirbt. (Kap. 12) a. Jonathas erneuert den Bund mit den Römern und den Spartiaten. (V. 23) b. Er führt von neuem Krieg mit dem Feldherrn Demetrius II., befestigt die Städte Judäas (V. 38), wird aber von Tryphon durch List gefangen. +1 Makkabäer 1Makk 20 12 0 4. Jonathas erneuert den Bund mit den Römern und den Spartiaten und stirbt. (Kap. 12) a. Jonathas erneuert den Bund mit den Römern und den Spartiaten. (V. 23) b. Er führt von neuem Krieg mit dem Feldherrn Demetrius II., befestigt die Städte Judäas (V. 38), wird aber von Tryphon durch List gefangen. 1 Makkabäer 1Makk 20 12 1 Et vidit Jonathas quia tempus eum juvat, elegit viros, et misit eos Romam statuere, et renovare cum eis amicitiam: Als nun Jonathas sah, dass die Umstände ihm günstig seien, erwählte er Männer¹ und sandte sie nach Rom, um die Freundschaft mit ihnen zu befestigen und zu erneuern. 1 Makkabäer 1Makk 20 12 1 1 Die Namen folgen V. 16. Im Jahre 144 vor Chr.? Die erste Gesandtschaft hatte Judas Machabäus nach Rom geschickt. [1Makk 8,1ff] 1 Makkabäer 1Makk 20 12 2 Et ad Spartiatas, et ad alia loca misit epistolas secundum eamdem formam: Auch an die Spartaner und an andere Orte sandte er Briefe gleichen Inhalts.² @@ -21659,7 +21660,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 12 53 Et quæsierunt omnes gentes, quæ erant in circuitu eorum, conterere eos: dixerunt enim: Alle Völker aber rings um sie her trachteten, sie zu vernichten; denn sie sprachen: 1 Makkabäer 1Makk 20 12 54 Non habent principem, et adjuvantem: nunc ergo expugnemus illos, et tollamus de hominibus memoriam eorum. Sie haben keinen Fürsten noch Helfer,³⁸ so wollen wir sie nun bekriegen und ihr Andenken unter den Menschen ausrotten. 1 Makkabäer 1Makk 20 12 54 38 Kein Thronprätendent bemüht sich um ihre Gunst. Zur Zeit waren beide, Tryphon wie Demetrius, ihnen feind. -1 Makkabäer 1Makk 20 13 0 III. Geschichte Simons. (13,1 16,17) 1. Anfang der Führerschaft Simons. (13,1 14,49) a. An die Stelle seines Bruders getreten, sucht er vergeblich, denselben zu befreien. Jonathas wird mit seinen Söhnen getötet. (V. 24) Simon errichtet den Getöteten ein Denkmal. (V. 30) 2. Simon tritt auf die Seite Demetrius II. (V. 4), erobert Gaza und die Burg von Jerusalem und macht seinen Sohn zum Heerführer. +1 Makkabäer 1Makk 20 13 0 III. Geschichte Simons. (13,1 16,17) 1. Anfang der Führerschaft Simons. (13,1 14,49) a. An die Stelle seines Bruders getreten, sucht er vergeblich, denselben zu befreien. Jonathas wird mit seinen Söhnen getötet. (V. 24) Simon errichtet den Getöteten ein Denkmal. (V. 30) 2. Simon tritt auf die Seite Demetrius II. (V. 4), erobert Gaza und die Burg von Jerusalem und macht seinen Sohn zum Heerführer. 1 Makkabäer 1Makk 20 13 1 Et audivit Simon quod congregavit Tryphon exercitum copiosum ut veniret in terram Juda, et attereret eam. Da nun Simon hörte, dass Tryphon ein großes Heer sammle, um in das Land Juda einzufallen und es zu verwüsten, 1 Makkabäer 1Makk 20 13 2 Videns quia in tremore populus est, et in timore, ascendit Jerusalem, et congregavit populum: und sah, dass das Volk in Furcht und Schrecken war, zog er nach Jerusalem hinauf und versammelte das Volk.¹ 1 Makkabäer 1Makk 20 13 2 1 Die Vorsteher des Volkes. @@ -21755,7 +21756,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 13 53 40 So hatte Jerusalem nun zwei Festungen: die vordem von den Syrern besetzte und die von Simon angelegte Tempelfeste. 1 Makkabäer 1Makk 20 13 54 Et vidit Simon Joannem filium suum, quod fortis prlii vir esset: et posuit eum ducem virtutum universarum: et habitavit in Gazaris. Da nun Simon sah, dass sein Sohn Johannes⁴¹ ein tapferer Kriegsmann war, machte er ihn zum Feldherrn über alle Streitkräfte und dieser wohnte zu Gazara. 1 Makkabäer 1Makk 20 13 54 41 Johannes Hyrkanus I. -1 Makkabäer 1Makk 20 14 0 3. Demetrius II. Wird von den Persern besiegt, die Juden bleiben in Frieden. (V. 15) Simon erneuert das Bündnis mit den Spartiaten (V. 23) und sendet Gesandte nach Rom, seine Wahl zum Hohenpriester und zum erblichen Oberfeldherrn anzuzeigen und das Bündnis zu erneuern. +1 Makkabäer 1Makk 20 14 0 3. Demetrius II. Wird von den Persern besiegt, die Juden bleiben in Frieden. (V. 15) Simon erneuert das Bündnis mit den Spartiaten (V. 23) und sendet Gesandte nach Rom, seine Wahl zum Hohenpriester und zum erblichen Oberfeldherrn anzuzeigen und das Bündnis zu erneuern. 1 Makkabäer 1Makk 20 14 1 Anno centesimo septuagesimo secundo congregavit rex Demetrius exercitum suum, et abiit in Mediam ad contrahenda sibi auxilia, ut expugnaret Tryphonem. Im hundertzweiundsiebzigsten Jahre¹ sammelte der König Demetrius sein Heer und zog nach Medien,² um Hilfstruppen zusammenzuziehen und gegen Tryphon den Kampf zu führen. 1 Makkabäer 1Makk 20 14 1 1 140 vor Chr. 1 Makkabäer 1Makk 20 14 1 2 Dieser Zug Demetrius Nikators sollte zur gewaltsamen Vermehrung seines Heeres dienen, damit er Tryphon mit Übermacht angreifen konnte. Griechen und Mazedonier hatten ihn gerufen, wie Flav. Josephus berichtet. @@ -21846,7 +21847,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 14 48 40 Im äußeren Vorhofe. 1 Makkabäer 1Makk 20 14 49 Exemplum autem eorum ponere in ærario, ut habeat Simon, et filii ejus. eine Abschrift davon aber in die Schatzkammer zu legen für Simon und seine Söhne.⁴¹ 1 Makkabäer 1Makk 20 14 49 41 Der Verfasser hält sich nicht streng an die zeitliche Reihenfolge in den über Simon berichteten Ereignissen, sondern will durch die Aufzählung nur die hohe Ehre rechtfertigen, die Simon zuteil geworden. -1 Makkabäer 1Makk 20 15 0 2. Simons Taten während der Regierung Antiochus VII. (15,1 16,10) 1. Demetrius I. zweiter Sohn des Antiochus (Sidetes), bemächtigt sich der Herrschaft und schreibt freundlich an Simon. (V. 14) Simons Gesandte bringen aus Rom die Anerkennung der Juden als Bundesgenossen. (V. 24) 2. Nachdem Antiochus seinen Gegner Tryphon mit Simons Hilfe besiegt, sendet er, seiner Versprechungen uneingedenk (V. 37), seinen Feldherrn Kendebäus gegen die Juden. (V. 41) +1 Makkabäer 1Makk 20 15 0 2. Simons Taten während der Regierung Antiochus VII. (15,1 16,10) 1. Demetrius I. zweiter Sohn des Antiochus (Sidetes), bemächtigt sich der Herrschaft und schreibt freundlich an Simon. (V. 14) Simons Gesandte bringen aus Rom die Anerkennung der Juden als Bundesgenossen. (V. 24) 2. Nachdem Antiochus seinen Gegner Tryphon mit Simons Hilfe besiegt, sendet er, seiner Versprechungen uneingedenk (V. 37), seinen Feldherrn Kendebäus gegen die Juden. (V. 41) 1 Makkabäer 1Makk 20 15 1 Et misit rex Antiochus filius Demetrii epistolas ab insulis maris Simoni sacerdoti, et principi gentis Judæorum, et universæ genti: Auch König Antiochus, der Sohn des Demetrius,¹ sandte von den Inseln des Meeres einen Brief an Simon, den Hohenpriester und Fürsten des Volkes der Juden, und an das ganze Volk. 1 Makkabäer 1Makk 20 15 1 1 Antiochus VII., Sohn Demetrius I. Soter. Dieser Antiochus (Sidetes) war der Bruder Demetrius II., welcher von den Parthern zum Gefangenen gemacht war. Während der Gefangenschaft Demetrius II. nahmen sich die Feldherrn des gefangenen Königs seiner gegen Tryphon an, während Antiochus VII. selbst flüchtig umherirrte, da keine Stadt ihn aufzunehmen wagte aus Furcht vor Tryphon. Als Antiochus von der Gefangenschaft seines Bruders Kenntnis erhielt, schrieb er alsbald an Simon, sich dessen Hilfe zu sichern, von Rhodus aus. 1 Makkabäer 1Makk 20 15 2 Et erant continentes hunc modum: REX Antiochus Simoni sacerdoti magno, et genti Judæorum salutem. Der Inhalt desselben war folgender: König² Antiochus entbietet dem Hohenpriester Simon³ und dem ganzen Volke der Juden seinen Gruß! @@ -21941,7 +21942,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 15 39 53 Griech.: Kedron, vergl. [1Makk 16,9], Gedor (Gedara) lag im Gebiet der Philister, im Südosten von Jamnia. [Jos 15,36] 1 Makkabäer 1Makk 20 15 40 Et pervenit Cendebæus Jamnium, et cpit irritare plebem, et conculcare Judæam, et captivare populum, et interficere, et ædificare Gedorem. Kendebäus nun kam nach Jamnia und fing an, das Volk zu beunruhigen, Judäa zu verwüsten, die Bewohner gefangenzunehmen und zu töten und Gedor zu befestigen. 1 Makkabäer 1Makk 20 15 41 Et collocavit illic equites, et exercitum: ut egressi perambularent viam Judææ, sicut constituit ei rex. Und er legte Reiter und Fußvolk hinein, damit sie Ausfälle machten und die Straßen von Judäa durchzögen, wie der König ihm geboten hatte. -1 Makkabäer 1Makk 20 16 0 Johannes und Judas, die Söhne Simons, besiegen den Kendebäus. (V. 10) 3. Simons Tod, sein Nachfolger. (V. 11 24) a. Simon wird mit seinen Söhnen Judas und Mathathias von seinem Schwiegersohn Ptolemäus ermordet. (V. 17) b. Johannes Hyrkanus folgt seinem Vater Simon nach. +1 Makkabäer 1Makk 20 16 0 Johannes und Judas, die Söhne Simons, besiegen den Kendebäus. (V. 10) 3. Simons Tod, sein Nachfolger. (V. 11 24) a. Simon wird mit seinen Söhnen Judas und Mathathias von seinem Schwiegersohn Ptolemäus ermordet. (V. 17) b. Johannes Hyrkanus folgt seinem Vater Simon nach. 1 Makkabäer 1Makk 20 16 1 Et ascendit Joannes de Gazaris, et nuntiavit Simoni patri suo quæ fecit Cendebæus in populo ipsorum. Johannes aber begab sich von Gazara¹ hinauf und teilte seinem Vater Simon mit, was Kendebäus wider ihr Volk getan. 1 Makkabäer 1Makk 20 16 1 1 Wo er wohnte [1Makk 13,54]. Es lag in der Nähe von Jamnia und Kedron. 1 Makkabäer 1Makk 20 16 2 Et vocavit Simon duos filios seniores Judam, et Joannem, et ait illis: Ego, et fratres mei, et domus patris mei expugnavimus hostes Israel ab adolescentia usque in hunc diem: et prosperatum est in manibus nostris liberare Israel aliquoties. Da berief Simon seine beiden ältesten Söhne, Judas und Johannes,² und sprach zu ihnen: Ich und meine Brüder und das Haus meines Vaters haben wider die Feinde Israels gestritten von unserer Jugend an bis auf den heutigen Tag und es gelang uns, durch unsere Hand mehrere Male Israel zu befreien. @@ -21989,7 +21990,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 1 Makkabäer 1Makk 20 16 23 Et cetera sermonum Joannis, et bellorum ejus, et bonarum virtutum, quibus fortiter gessit, et ædificii murorum quos exstruxit, et rerum gestarum ejus: Was sonst noch von den Taten des Johannes, seinen Kriegen, seinen tapfern Taten, die er wacker verrichtete, und von dem Baue der Mauern, die er aufführte, und von allem, was er vollbrachte, zu sagen ist, 1 Makkabäer 1Makk 20 16 24 Ecce hæc scripta sunt in libro dierum sacerdotii ejus, ex quo factus est princeps sacerdotum post patrem suum. siehe, das ist aufgeschrieben in der Geschichte seines Hohenpriestertums, von der Zeit an, da er nach seinem Vater Hoherpriester geworden war.²³ 1 Makkabäer 1Makk 20 16 24 23 Mit dem Tode Simons und der glücklichen Errettung des Johannes Hyrkanus schließt das erste Buch der Machabäer. (Der Name Hyrkanus kommt schon vor ihm in einer jüdischen Familie vor [2Makk 3,11]) Die Geschichte des Hohenpriestertums des Johannes ist uns nicht erhalten. Nach Fl. Josephus regierte Hyrkanus einunddreißig Jahre und vollbrachte viele glorreiche Taten. Mit dem Tode des Johannes 106 v. Chr. begann der Verfall der erlauchten Familie. Die Nachkommen Johannes, die ebenso ehrgeizig wie unfähig waren, stritten miteinander um die Macht und riefen im Jahre 63 vor Chr. Pompejus als Schiedsrichter in ihren Streitigkeiten an. Dieser kam mit seinen Legionen, nahm Jerusalem im Sturme und legte den Juden die Dynastie des Herodes auf, bis Titus im Jahre 70 nach Chr. Jerusalem zerstörte und die Unabhängigkeit Judäas auf immer vernichtete. -2 Makkabäer 2Makk 21 1 0 1. Einleitung. Einladungsbriefe der Juden von Jerusalem an die von Ägypten zur Tempelweihe. (1,1 2,19) 1. Erster Brief. Mit Erwähnung des zur Zeit der Verfolgung des Demetrius geschriebenen Briefes mahnen die Juden von Jerusalem ihre Stammesgenossen, mit ihnen die Tempelweihe zu begehen. (V. 10a) 2. Zweiter Brief. (1,10b 2,19) Bericht über den Tod des Antiochus, Einladung, das Fest der Tempelweihe mit ihnen zu feiern, zumal Gott selbst ein Wunder gewirkt. +2 Makkabäer 2Makk 21 1 0 1. Einleitung. Einladungsbriefe der Juden von Jerusalem an die von Ägypten zur Tempelweihe. (1,1 2,19) 1. Erster Brief. Mit Erwähnung des zur Zeit der Verfolgung des Demetrius geschriebenen Briefes mahnen die Juden von Jerusalem ihre Stammesgenossen, mit ihnen die Tempelweihe zu begehen. (V. 10a) 2. Zweiter Brief. (1,10b 2,19) Bericht über den Tod des Antiochus, Einladung, das Fest der Tempelweihe mit ihnen zu feiern, zumal Gott selbst ein Wunder gewirkt. 2 Makkabäer 2Makk 21 1 1 FRATRIBUS, qui sunt per gyptum, Judæis, salutem dicunt fratres, qui sunt in Jerosolymis, Judæi, et qui in regione Judææ, et pacem bonam. Den Brüdern,¹ den Juden in Ägypten,² entbieten die Brüder, die Juden zu Jerusalem und im Lande Judäa, ihren Gruß und wünschen ihnen Wohlergehen. 2 Makkabäer 2Makk 21 1 1 1 Den Volksgenossen. Vergl. [1Makk 12,6]. 2 Makkabäer 2Makk 21 1 1 2 Ptolemäus I. Lagi hatte um das Jahr 320 mehr als 100000 Juden nach Ägypten geführt, welche sich dort niederließen. Von den Königen begünstigt, erbauten diese sich einen Tempel in Leontopolis bei Heliopolis unter dem Hohenpriester Onias IV., den Alkimus nach der Ermordung des Menelaus 163 vor Chr. vertrieben hatte. [1Makk 7,9] Dieser Tempel bestand von 150 vor Chr. bis 71 nach Chr. und wetteiferte an Pracht mit seinem Vorbilde, dem Tempel von Jerusalem. Dort feierten die Juden den Gottesdienst, so gegen [Lev 17,3] und [Dtn 12,5ff] ein Schisma bildend. Vergl. auch [1Makk 14,41]. @@ -22069,7 +22070,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 1 36 Appellavit autem Nehemias hunc locum Nephthar, quod interpretatur Purificatio. Vocatur autem apud plures Nephi. Nehemias aber nannte diesen Ort⁴¹ Nephthar, was Reinigung bedeutet; von vielen aber wird er Nephi⁴² genannt. 2 Makkabäer 2Makk 21 1 36 41 Griech.: Dies, das aufgefundene Wasser. 2 Makkabäer 2Makk 21 1 36 42 Griech.: Nephthali. Einige Erklärer verstehen dies von dem Erdöl, das sich bei den Sonnenstrahlen entzündete, aber von den Augenzeugen für etwas Höheres als eine natürliche Substanz angesehen sei. -2 Makkabäer 2Makk 21 2 0 Die Bundeslade, das Bundeszelt und der Räucheraltar sind im neuen Tempel nicht (V. 8), indes wunderbares Feuer. (V. 12) Judas Machabäus hat, Nehemias nachahmend, die heiligen Bücher gesammelt, diese also können die ägyptischen Juden aus Palästina erhalten. (V. 15) Wiederholte Mahnung, das Fest zu feiern. (V. 19) II. Bericht es Verfassers. (2,20 15,40) A. Einleitung: Quelle (V. 24) und Absicht des Verfassers. +2 Makkabäer 2Makk 21 2 0 Die Bundeslade, das Bundeszelt und der Räucheraltar sind im neuen Tempel nicht (V. 8), indes wunderbares Feuer. (V. 12) Judas Machabäus hat, Nehemias nachahmend, die heiligen Bücher gesammelt, diese also können die ägyptischen Juden aus Palästina erhalten. (V. 15) Wiederholte Mahnung, das Fest zu feiern. (V. 19) II. Bericht es Verfassers. (2,20 15,40) A. Einleitung: Quelle (V. 24) und Absicht des Verfassers. 2 Makkabäer 2Makk 21 2 1 Invenitur autem in descriptionibus Jeremiæ prophetæ, quod jussit eos ignem accipere qui transmigrabant: ut significatum est, et ut mandavit transmigratis. Es findet sich aber auch in den Schriften¹ des Propheten Jeremias, dass er den Weggeführten befahl, heiliges Feuer zu nehmen,² wie bemerkt worden, und wie er denselben aufgetragen. 2 Makkabäer 2Makk 21 2 1 1 In den Abschriften, welche in den öffentlichen Archiven bewahrt wurden. Vielleicht griech.: Es findet sich aber auch in den Schriften, dass Jeremias. 2 Makkabäer 2Makk 21 2 1 2 Und zu verbergen. @@ -22135,7 +22136,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 2 32 Brevitatem vero dictionis sectari, et exsecutiones rerum vitare, brevianti concedendum est. dagegen muss man einem Auszuge gestatten, sich der Kürze im Ausdruck zu befleißen und Weitschweifigkeit zu meiden. 2 Makkabäer 2Makk 21 2 33 Hinc ergo narrationem incipiemus: de præfatione tantum dixisse sufficiat: stultum etenim est ante historiam effluere, in ipsa autem historia succingi. Demgemäß wollen wir mit der Erzählung beginnen und uns mit der gegebenen Vorrede begnügen,³² denn es ist töricht, vor der Erzählung weitläufig zu sein, diese selbst aber kurz zu fassen. 2 Makkabäer 2Makk 21 2 33 32 Griech.: Nachdem wir uns bei der Vorrede so lange aufgehalten haben. -2 Makkabäer 2Makk 21 3 0 B. Geschichte der Verfolgung bis zur Reinigung des Tempels. (3,1 10,9) 1. Vorspiel der Verfolgung im letzten Jahre Seleukus IV. (3,1 4,6) a. Veranlassung der Verfolgung: die Anzeige der angeblichen Tempelschätze (V. 6), Absendung Heliodors. (V. 10) b. Betrübnis des Volkes wegen der drohenden Gefahr. (V. 9 22): Heliodor wird gemahnt, dass er falscher Kunde geglaubt. (V. 12) Da er trotzdem den Befehl des Königs ausführen will, fastet das Volk und fleht zu Gott, er wolle seinen Tempel schützen. C. Gott wendet die Gefahr ab (V. 23 34): Heliodor wird von Engeln gegeißelt (V. 26), aber durch das Gebet des Onias am Leben erhalten. (V. 34) d. Der König steht auf Bitten des Onias von seinem Vorhaben ab. (3,35 4,6) Heliodor mahnt den König, den Tempel nicht berauben zu wollen. +2 Makkabäer 2Makk 21 3 0 B. Geschichte der Verfolgung bis zur Reinigung des Tempels. (3,1 10,9) 1. Vorspiel der Verfolgung im letzten Jahre Seleukus IV. (3,1 4,6) a. Veranlassung der Verfolgung: die Anzeige der angeblichen Tempelschätze (V. 6), Absendung Heliodors. (V. 10) b. Betrübnis des Volkes wegen der drohenden Gefahr. (V. 9 22): Heliodor wird gemahnt, dass er falscher Kunde geglaubt. (V. 12) Da er trotzdem den Befehl des Königs ausführen will, fastet das Volk und fleht zu Gott, er wolle seinen Tempel schützen. C. Gott wendet die Gefahr ab (V. 23 34): Heliodor wird von Engeln gegeißelt (V. 26), aber durch das Gebet des Onias am Leben erhalten. (V. 34) d. Der König steht auf Bitten des Onias von seinem Vorhaben ab. (3,35 4,6) Heliodor mahnt den König, den Tempel nicht berauben zu wollen. 2 Makkabäer 2Makk 21 3 1 Igitur cum sancta civitas habitaretur in omni pace, leges etiam adhuc optime custodirentur, propter Oniæ pontificis pietatem, et animos odio habentes mala, Als demnach¹ die heilige Stadt in vollkommenem Frieden bewohnt war und die Gesetze, um der Frömmigkeit des Hohenpriesters Onias² und seines Hasses willen gegen alles Böse noch auf das genaueste gehalten wurden, 2 Makkabäer 2Makk 21 3 1 1 Obgleich der Verfasser [2Makk 2,20.21] erklärt hat, die Taten des Judas Machabäus und seiner Brüder, ihre Kriege gegen Antiochus Epiphanes und Antiochus Eupator darstellen zu wollen, beginnt er diesen Bericht doch erst mit dem 5. Kapitel. In [2Makk 3] und [2Makk 4] verbreitet er sich über Ereignisse aus den letzten Jahren des Seleukus Philopator, des Vorgängers des Antiochus Epiphanes, die gleichsam ein Vorspiel dessen waren, was die beiden genannten Antiochus verübten. 2 Makkabäer 2Makk 21 3 1 2 Onias III., der 196 vor Chr. Hoherpriester ward und selbst am syrischen Hofe seiner Frömmigkeit halber hochgeachtet ward. Die hier dargestellten Ereignisse gehören in die Zeit [1Makk 1,10]. @@ -22206,7 +22207,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 3 39 29 Vergl. [2Makk 8,36] und [2Makk 9,13]. 2 Makkabäer 2Makk 21 3 40 Igitur de Heliodoro, et ærarii custodia ita res se habet. Dies also ist die Geschichte des Heliodorus und der Erhaltung des Schatzes.³⁰ 2 Makkabäer 2Makk 21 3 40 30 Eine Bestätigung der Tatsache scheint Polybius zu bringen, der, ein persönlicher Freund des Demetrius I., des Sohnes Seleukus IV., sagt, er habe über die Erscheinung im Tempel mehr zu sagen (das übrige fehlt). -2 Makkabäer 2Makk 21 4 0 Simon und Apollonius reizen den König zu einem neuen Versuche gegen die Juden an, Onias reist nach Antiochia und widerlegt ihre Verleumdungen. (V. 6) 2. Verfolgung seitens des Antiochus Epiphanes (4,7 10,9) 1. Veranlassung der Verfolgung. (4,7 5,10) a. Jason kauft das Hohepriestertum (V. 9), führt heidnische Gebräuche in der heiligen Stadt ein (V. 22) und streitet mit Menelaus, der den Tempel beraubt (V. 32) und Onias getötet hat (V. 33), um die hohepriesterliche Würde. +2 Makkabäer 2Makk 21 4 0 Simon und Apollonius reizen den König zu einem neuen Versuche gegen die Juden an, Onias reist nach Antiochia und widerlegt ihre Verleumdungen. (V. 6) 2. Verfolgung seitens des Antiochus Epiphanes (4,7 10,9) 1. Veranlassung der Verfolgung. (4,7 5,10) a. Jason kauft das Hohepriestertum (V. 9), führt heidnische Gebräuche in der heiligen Stadt ein (V. 22) und streitet mit Menelaus, der den Tempel beraubt (V. 32) und Onias getötet hat (V. 33), um die hohepriesterliche Würde. 2 Makkabäer 2Makk 21 4 1 Simon autem prædictus pecuniarum, et patriæ delator, male loquebatur de Onia, tamquam ipse Heliodorum instigasset ad hæc, et ipse fuisset incentor malorum: Der vorerwähnte Simon¹ aber, der Verräter des Schatzes und des Vaterlandes, verleumdete den Onias, als hätte dieser selbst den Heliodorus dazu² angereizt und als wäre er der Urheber alles Unglücks,³ 2 Makkabäer 2Makk 21 4 1 1 Vergl. [2Makk 3,4]. 2 Makkabäer 2Makk 21 4 1 2 Zum Einbruch in den Tempel. @@ -22309,7 +22310,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 4 48 52 Die Sachwalter der Stadt, des Tempels, des Volkes. 2 Makkabäer 2Makk 21 4 49 Quam ob rem Tyrii quoque indignati, erga sepulturam eorum liberalissimi exstiterunt. Aus diesem Grunde darüber aufgebracht, ließen die Tyrer ihr Leichenbegängnis möglichst prunkvoll abhalten. 2 Makkabäer 2Makk 21 4 50 Menelaus autem, propter eorum, qui in potentia erant, avaritiam, permanebat in potestate, crescens in malitia ad insidias civium. Menelaus aber blieb wegen der Habsucht der Gewalthaber in seiner Würde und nahm zu an Bosheit, seinen Mitbürgern Nachstellungen zu bereiten. -2 Makkabäer 2Makk 21 5 0 Jason plündert Jerusalem (V. 7) und kommt in fernem Lande elend um. (V. 10) 2.) Schilderung der Verfolgung. (5,11 7,42) a. Epiphanes zieht nach Jerusalem, tötet viele, plündert den Tempel (V. 20) und sendet unter Apollonius ein Heer nach Jerusalem, wo viele getötet werden. (V. 26) Judas Machabäus zieht sich mit neun Genossen in die Wüste zurück. +2 Makkabäer 2Makk 21 5 0 Jason plündert Jerusalem (V. 7) und kommt in fernem Lande elend um. (V. 10) 2.) Schilderung der Verfolgung. (5,11 7,42) a. Epiphanes zieht nach Jerusalem, tötet viele, plündert den Tempel (V. 20) und sendet unter Apollonius ein Heer nach Jerusalem, wo viele getötet werden. (V. 26) Judas Machabäus zieht sich mit neun Genossen in die Wüste zurück. 2 Makkabäer 2Makk 21 5 1 Eodem tempore Antiochus secundam profectionem paravit in gyptum. Um diese Zeit unternahm Antiochus einen zweiten Zug nach Ägypten.¹ 2 Makkabäer 2Makk 21 5 1 1 Im Jahre 170 vor Chr. Vergl. [1Makk 1,17]. 2 Makkabäer 2Makk 21 5 2 Contigit autem per universam Jerosolymorum civitatem videri diebus quadraginta per ara equites discurrentes, auratas stolas habentes, et hastis, quasi cohortes, armatos, Da begab es sich, dass in der ganzen Stadt Jerusalem vierzig Tage lang² durch die Luft jagende Reiter, mit goldenen Gewändern angetan und mit Lanzen bewaffnet, scharenweise erschienen, @@ -22367,7 +22368,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 5 26 29 Griech.: um dem Schauspiel beizuwohnen. 2 Makkabäer 2Makk 21 5 27 Judas autem Machabæus, qui decimus fuerat, secesserat in desertum locum, ibique inter feras vitam in montibus cum suis agebat: et fni cibo vescentes, demorabantur, ne participes essent coinquinationis. Judas, der Machabäer, aber entwich mit neun andern³⁰ in die Wüste und lebte daselbst unter den Tieren auf dem Gebirge mit den Seinigen, sich von Kräutern nährend, um nicht an der Befleckung teilzunehmen. 2 Makkabäer 2Makk 21 5 27 30 Unter denen insbesondere seine Söhne. [1Makk 2,27ff] Diese Bemerkung dient als Überleitung zu dem Auftreten des Judas Machabäus als Helfer seines Volkes. [2Makk 8] -2 Makkabäer 2Makk 21 6 0 b. Epiphanes sendet einen antiochenischen Greis, der das Götzentum einführen soll (V. 7), indem die benachbarten Städte das gleiche versuchen. (V. 11) c. Ehe der Verfasser dazu übergeht, die Einzelzüge zu beschreiben, mahnt er, dass Gott dies alles zur Besserung des Volkes zugelassen habe (V. 17), und berichtet alsdann die Standhaftigkeit des alten Eleazar. (V. 31) +2 Makkabäer 2Makk 21 6 0 b. Epiphanes sendet einen antiochenischen Greis, der das Götzentum einführen soll (V. 7), indem die benachbarten Städte das gleiche versuchen. (V. 11) c. Ehe der Verfasser dazu übergeht, die Einzelzüge zu beschreiben, mahnt er, dass Gott dies alles zur Besserung des Volkes zugelassen habe (V. 17), und berichtet alsdann die Standhaftigkeit des alten Eleazar. (V. 31) 2 Makkabäer 2Makk 21 6 1 Sed non post multum temporis misit rex senem quemdam Antiochenum, qui compelleret Judæos ut se transferrent a patriis, et Dei legibus: Nicht lange darnach¹ sandte der König einen alten Antiochener, welcher die Juden zwingen sollte, von den Gesetzen ihrer Väter und Gottes abzufallen, 2 Makkabäer 2Makk 21 6 1 1 Dies Kapitel bietet wichtige Einzelzüge zu [1Makk 1,41-64]. Nicht lange nach der Sendung des Apollonius. (Vergl. V. 54.) 2 Makkabäer 2Makk 21 6 2 Contaminare etiam quod in Jerosolymis erat templum, et cognominare Jovis Olympii: et in Garizim, prout erant hi, qui locum inhabitabant, Jovis hospitalis. den Tempel zu Jerusalem zu verunreinigen,² ihn nach dem olympischen Jupiter zu benennen und den zu Garizim³ nach dem gastlichen Jupiter, gemäß der Eigenschaft der Bewohner des Ortes. @@ -22426,7 +22427,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 6 30 26 Durch keinen Irrtum getrübte Erkenntnis. 2 Makkabäer 2Makk 21 6 31 Et iste quidem hoc modo vita decessit, non solum juvenibus, sed et universæ genti memoriam mortis suæ ad exemplum virtutis et fortitudinis derelinquens. So schied dieser Mann aus dem Leben und hinterließ nicht nur den Jüngeren, sondern dem ganzen Volke das Andenken an seinen Tod als ein Vorbild der Tugend und des Starkmutes.²⁷ 2 Makkabäer 2Makk 21 6 31 27 Der heilige Gregor von Nazianz nennt ihn den ersten Märtyrer des Alten Testamentes, weil er als der erste öffentlich aus Hass gegen den Glauben getötet ward. -2 Makkabäer 2Makk 21 7 0 d. Bericht über die grausamen Martern, denen sieben Brüder mit ihrer Mutter vor Epiphanes in Antiochia unterworfen werden. +2 Makkabäer 2Makk 21 7 0 d. Bericht über die grausamen Martern, denen sieben Brüder mit ihrer Mutter vor Epiphanes in Antiochia unterworfen werden. 2 Makkabäer 2Makk 21 7 1 Contigit autem et septem fratres una cum matre sua apprehensos compelli a rege edere contra fas carnes porcinas, flagris, et taureis cruciatos. Es begab sich aber auch, dass sieben Brüder¹ zugleich mit ihrer Mutter ergriffen wurden und von dem Könige gezwungen werden sollten, wider das Gesetz Schweinefleisch zu essen, indem man sie mit Geißeln und Riemen schlug.² 2 Makkabäer 2Makk 21 7 1 1 Sie werden die sieben Machabäischen Brüder genannt, weil sie zur Zeit, wo Judas Machabäus und die Seinigen für die Freiheit der Religion stritten, als Glaubenshelden den Märtyrertod starben und weil ihr Martyrium im Machabäerbuch erzählt wird. Sie litten wohl in Antiochia, wo der hl. Hieronymus noch ihr Grab sah und zur Zeit des hl. Augustinus eine Kirche nach ihnen benannt war. 2 Makkabäer 2Makk 21 7 1 2 Der König wollte sie wohl durch die Geißelung zu der Erklärung bewegen, dass sie bereit seien, zum Heidentum abzufallen. @@ -22498,7 +22499,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 7 41 Novissime autem post filios et mater consumpta est. Zuletzt aber nach den Söhnen ward auch die Mutter getötet. 2 Makkabäer 2Makk 21 7 42 Igitur de sacrificiis, et de nimiis crudelitatibus satis dictum est. Damit sei nun genug berichtet von den Opfern²⁹ und den außerordentlichen Grausamkeiten. 2 Makkabäer 2Makk 21 7 42 29 Vergl. [2Makk 6,7]. -2 Makkabäer 2Makk 21 8 0 3.) Verteidigung der Juden gegen die Grausamkeit des Königs und Sieg. (8,1 10,9) a. Judas Machabäus beginnt den Kampf mit wenigen Getreuen. (V. 7) Auf die Bitte des Statthalters von Palästina, Philippus, entsendet der Oberbefehlshaber von Cölesyrien Nikanor mit einem großen Heere. (V. 11) Judas ermuntert seine Genossen (V. 20), besiegt Nikanor (V. 29) und dessen Heerführer Bacchides und Timotheus (V. 33), so dass Nikanor fliehend bekennen muss, dass Gott die Juden schützt. +2 Makkabäer 2Makk 21 8 0 3.) Verteidigung der Juden gegen die Grausamkeit des Königs und Sieg. (8,1 10,9) a. Judas Machabäus beginnt den Kampf mit wenigen Getreuen. (V. 7) Auf die Bitte des Statthalters von Palästina, Philippus, entsendet der Oberbefehlshaber von Cölesyrien Nikanor mit einem großen Heere. (V. 11) Judas ermuntert seine Genossen (V. 20), besiegt Nikanor (V. 29) und dessen Heerführer Bacchides und Timotheus (V. 33), so dass Nikanor fliehend bekennen muss, dass Gott die Juden schützt. 2 Makkabäer 2Makk 21 8 1 Judas vero Machabæus, et qui cum illo erant, introibant latenter in castella: et convocantes cognatos, et amicos, et eos, qui permanserunt in Judaismo, assumentes, eduxerunt ad se sex millia virorum. Judas aber, der Machabäer,¹ und die Seinigen gingen heimlich in die Ortschaften, riefen ihre Verwandten und Freunde und die bei dem Judentum Verbliebenen zusammen, sammelten sie um sich und brachten bei sechstausend Mann zusammen.² 2 Makkabäer 2Makk 21 8 1 1 [2Makk 8,1-22] bildet die Fortsetzung von [2Makk 5,27]. Es berichtet die Einzelheiten der kurz angedeuteten Begebenheiten. 2 Makkabäer 2Makk 21 8 1 2 Im Folgenden entsprechen sich: [2Makk 8,1-35] mit [1Makk 3,14,27] [2Makk 11,1-12] mit [1Makk 4,23-35] [2Makk 11,13-18] [2Makk 10,1-8] mit [1Makk 4,36-61] [2Makk 10,10-38] und [2Makk 12] mit [1Makk 5] [2Makk 9,1-29] mit [1Makk 6,1-16] [2Makk 13] mit [1Makk 6,17-69] [2Makk 14,14ff] mit [1Makk 7] @@ -22573,7 +22574,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 8 35 Humiliatus auxilio Domini ab his, quos nullos existimaverat, deposita veste gloriæ, per mediterranea fugiens, solus venit Antiochiam, summam infelicitatem de interitu sui exercitus consecutus. ward unter dem Beistande Gottes von jenen gedemütigt, die er für nichts geachtet hatte, musste sein Prachtgewand³⁸ ablegen und mitten durch das Land fliehen und kam so allein nach Antiochia, überaus heimgesucht durch den Verlust seines Heeres. 2 Makkabäer 2Makk 21 8 35 38 Das er als Feldherr gewöhnlich trug. Er will auf der Flucht unkenntlich sein. 2 Makkabäer 2Makk 21 8 36 Et qui promiserat Romanis se tributum restituere de captivitate Jerosolymorum, prædicabat nunc protectorem Deum habere Judæos, et ob ipsum invulnerabiles esse, eo quod sequerentur leges ab ipso constitutas. Und er, der versprochen hatte, den Tribut an die Römer durch die Gefangenen in Jerusalem zu decken, tat jetzt öffentlich kund, dass die Juden Gott zum Beschützer hätten und dass sie darum unverwundbar seien, weil sie die von ihm gegebenen Gesetze hielten. -2 Makkabäer 2Makk 21 9 0 b. Antiochus Epiphanes unternimmt einen unglücklichen Feldzug gegen Elymais und will auf die Kunde von der Niederlage Nikanors an den Juden Rache nehmen. (V. 4) Von Gott durch schwere Krankheit heimgesucht (V. 10), bereut er seine Ungerechtigkeit, macht den Juden reiche Versprechungen (V. 17), ja sendet ihnen ein demütiges Schreiben (V. 27), aber stirbt jammervoll auf der Rückreise. +2 Makkabäer 2Makk 21 9 0 b. Antiochus Epiphanes unternimmt einen unglücklichen Feldzug gegen Elymais und will auf die Kunde von der Niederlage Nikanors an den Juden Rache nehmen. (V. 4) Von Gott durch schwere Krankheit heimgesucht (V. 10), bereut er seine Ungerechtigkeit, macht den Juden reiche Versprechungen (V. 17), ja sendet ihnen ein demütiges Schreiben (V. 27), aber stirbt jammervoll auf der Rückreise. 2 Makkabäer 2Makk 21 9 1 Eodem tempore Antiochus inhoneste revertebatur de Perside. Um eben diese Zeit befand sich Antiochus, mit Schande bedeckt, auf der Rückkehr aus Persien.¹ 2 Makkabäer 2Makk 21 9 1 1 Vergl. [1Makk 6,1-16]. 2 Makkabäer 2Makk 21 9 2 Intraverat enim in eam, quæ dicitur Persepolis, et tentavit exspoliare templum, et civitatem opprimere: sed multitudine ad arma concurrente, in fugam versi sunt et ita contigit ut Antiochus post fugam turpiter rediret. Er war nämlich in die Stadt Persepolis² eingedrungen und hatte versucht, den Tempel zu plündern und die Stadt einzunehmen, aber das Volk griff zu den Waffen und schlug die Seinigen in die Flucht und so geschah es, dass Antiochus fliehen und einen schimpflichen Rückzug antreten musste. @@ -22627,7 +22628,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 9 29 Transferebat autem corpus Philippus collactaneus ejus: qui metuens filium Antiochi, ad Ptolemæum Philometorem in gyptum abiit. Seinen Leichnam aber begrub Philippus, sein Jugendfreund,²³ der sich hierauf, aus Furcht vor dem Sohne des Antiochus, zu Ptolemäus Philometor nach Ägypten begab.²⁴ 2 Makkabäer 2Makk 21 9 29 23 Vergl. [1Makk 6,14]. 2 Makkabäer 2Makk 21 9 29 24 Nach [1Makk 6,56] kehrte Philippus nach dem Tode des Antiochus Epiphanes mit dem Heere aus Medien nach Persien zurück, um die Herrschaft zu übernehmen, besetzte auch die Hauptstadt, wurde aber von Lysias, der alsbald nach der Nachricht von dem Tode des Königs dessen Sohn Antiochus Eupator zum König eingesetzt hatte [1Makk 6,17], bekämpft und besiegt, indem Lysias die Hauptstadt einnahm. [1Makk 6,63] -2 Makkabäer 2Makk 21 10 0 c. Judas Machabäus reinigt inzwischen Tempel und Stadt (V. 5) und feiert mit dem Volke durch acht Tage die Tempelweihe. (V. 10) C. Kriege der Juden mit Eupator und Demetrius Soter. (10,10 15,40) 1. Kriege mit Antiochus V. Eupator. (10,10 13,26) a. Judas Machabäus besiegt die Feldherren Eupators und schließt Frieden mit Lysias. (10,10 11,38) b. Nachdem Ptolemäus durch Gift getötet, sendet Eupator den Gorgias gegen die Judäer. (V. 15) c. Judas besiegt die mit jenen verbündeten Idumäer (V. 23), besiegt und tötet nach der Einnahme von Gazara Timotheus, einen der syrischen Anführer. +2 Makkabäer 2Makk 21 10 0 c. Judas Machabäus reinigt inzwischen Tempel und Stadt (V. 5) und feiert mit dem Volke durch acht Tage die Tempelweihe. (V. 10) C. Kriege der Juden mit Eupator und Demetrius Soter. (10,10 15,40) 1. Kriege mit Antiochus V. Eupator. (10,10 13,26) a. Judas Machabäus besiegt die Feldherren Eupators und schließt Frieden mit Lysias. (10,10 11,38) b. Nachdem Ptolemäus durch Gift getötet, sendet Eupator den Gorgias gegen die Judäer. (V. 15) c. Judas besiegt die mit jenen verbündeten Idumäer (V. 23), besiegt und tötet nach der Einnahme von Gazara Timotheus, einen der syrischen Anführer. 2 Makkabäer 2Makk 21 10 1 Machabæus autem, et qui cum eo erant, Domino se protegente, templum quidem, et civitatem recepit: Der Machabäer aber nahm mit den Seinigen unter dem Schutze des Herrn den Tempel und die Stadt wieder ein.¹ 2 Makkabäer 2Makk 21 10 1 1 Vergl. [1Makk 4,36ff]. Der Verfasser knüpft hier an [2Makk 5] und [2Makk 6] an. Nach [2Makk 8,31.33] haben die Machabäer Jerusalem schon nach dem Siege über Nikanor und Timotheus wiedererlangt. Um die gleiche Zeit war nach [2Makk 9,1] Antiochus auf dem Rückzuge in Persien erkrankt, wozu die Nachricht von der Wiederherstellung des Tempels beigetragen. [1Makk 6,7] Die Tempelreinigung erfolgte nach [1Makk 4,52] im Jahre 148 der Seleuc. Zeitrechnung, nach [1Makk 6,16] aber starb Antiochus im 149. Jahre derselben. 2 Makkabäer 2Makk 21 10 2 Aras autem, quas alienigenæ per plateas exstruxerant, itemque delubra demolitus est: Sie rissen die Altäre, welche die Fremden auf den Plätzen erbaut hatten, nieder und zerstörten die Götzentempel.² @@ -22698,7 +22699,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 10 37 31 Griech.: in einer Zisterne. Im Lateinischen ist wohl ein Schreibfehler loco für lacu. 2 Makkabäer 2Makk 21 10 37 32 Sonst nicht bekannt. 2 Makkabäer 2Makk 21 10 38 Quibus gestis, in hymnis et confessionibus benedicebant Dominum, qui magna fecit in Israel, et victoriam dedit illis. Nach diesen Taten priesen sie in Lob- und Dankliedern den Herrn, der an Israel Großes getan und ihnen den Sieg verliehen hatte. -2 Makkabäer 2Makk 21 11 0 d. Lysias, der Prokurator des Eupator, führt ein neues Heer gegen Judas, doch auch er wird besiegt, indem Gott den Juden wunderbar beisteht. (V. 12) Lysias schließt Frieden. (V. 15) e. Vier Briefe: des Lysias an die Juden (V. 21), des Eupator an Lysias (V. 26) und an die Judäer (V. 33), der Römer an die Juden. +2 Makkabäer 2Makk 21 11 0 d. Lysias, der Prokurator des Eupator, führt ein neues Heer gegen Judas, doch auch er wird besiegt, indem Gott den Juden wunderbar beisteht. (V. 12) Lysias schließt Frieden. (V. 15) e. Vier Briefe: des Lysias an die Juden (V. 21), des Eupator an Lysias (V. 26) und an die Judäer (V. 33), der Römer an die Juden. 2 Makkabäer 2Makk 21 11 1 Sed parvo post tempore, Lysias procurator regis, et propinquus, ac negotiorum præpositus, graviter ferens de his, quæ acciderant, Kurze Zeit darnach¹ zog Lysias, der Vormund und Verwandte des Königs und Reichsverweser, voll Unmut über das Vorgefallene, 2 Makkabäer 2Makk 21 11 1 1 Antiochus Epiphanes hatte den Lysias zum Verweser des Reiches und zum Erzieher seines Sohnes Antiochus Eupator bestimmt. [1Makk 3,32] Lysias unternahm gegen die Juden einen ersten Zug, der unglücklich endete. (Vergl. [1Makk 4,28ff] Hier wird ein zweiter Versuch, Judäa zu unterwerfen, berichtet. V. 1-15.) 2 Makkabäer 2Makk 21 11 2 Congregatis octoginta millibus, et equitatu universo, veniebat adversus Judæos, existimans se civitatem quidem captam gentibus habitaculum facturum, achtzigtausend Mann zu Fuß und die ganze Reiterei zusammen und rückte gegen die Juden vor, in der Absicht die Stadt einzunehmen und zu einem Wohnsitz der Heiden zu machen, @@ -22754,7 +22755,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 11 36 17 Sie schreiben wohl, sobald sie in Phönizien angekommen. 2 Makkabäer 2Makk 21 11 37 Ideoque festinate rescribere, ut nos quoque sciamus cujus estis voluntatis. Darum beeilt euch mit der Antwort, damit auch wir erfahren, welches euer Verlangen ist. 2 Makkabäer 2Makk 21 11 38 Bene valete. Anno centesimo quadragesimo octavo, quinta decima die mensis Xanthici. Möge es euch wohl ergehen! Im hundertachtundvierzigsten Jahre am fünfzehnten Tage des Monats Xanthikus. -2 Makkabäer 2Makk 21 12 0 f. Neue Kämpfe der Judäer mit den benachbarten Völkern und neuer Krieg mit Eupator. (12,1 13,26) 1. Glückliche Kriege mit Joppe (V. 9), den Arabern (V. 12), der Stadt Kasphin (V. 16) mit (einem anderen) Timotheus (V. 25), mit den Städten Karnion und Ephron (V. 31), mit Gorgias (V. 38). Judas sendet Geschenke nach Jerusalem, damit für die in der letzten Schlacht Gefallenen Opfer dargebracht werden. +2 Makkabäer 2Makk 21 12 0 f. Neue Kämpfe der Judäer mit den benachbarten Völkern und neuer Krieg mit Eupator. (12,1 13,26) 1. Glückliche Kriege mit Joppe (V. 9), den Arabern (V. 12), der Stadt Kasphin (V. 16) mit (einem anderen) Timotheus (V. 25), mit den Städten Karnion und Ephron (V. 31), mit Gorgias (V. 38). Judas sendet Geschenke nach Jerusalem, damit für die in der letzten Schlacht Gefallenen Opfer dargebracht werden. 2 Makkabäer 2Makk 21 12 1 His factis pactionibus, Lysias pergebat ad regem, Judæi autem agriculturæ operam dabant. Als diese Verträge abgeschlossen waren, kehrte Lysias zum Könige zurück, die Juden aber betrieben den Ackerbau. 2 Makkabäer 2Makk 21 12 2 Sed hi, qui resederant, Timotheus, et Apollonius Gennæi filius, sed et Hieronymus, et demophon super hos, et Nicanor Cypriarches, non sinebant eos in silentio agere, et quiete. Doch die Zurückgebliebenen, Timotheus,¹ Apollonius, des Gennäus Sohn,² ebenso Hieronymus und neben diesen Demophon³ und Nikanor, der Statthalter von Cypern,⁴ ließen sie nicht in Ruhe und Frieden leben.⁵ 2 Makkabäer 2Makk 21 12 2 1 Timotheus, Statthalter der Provinzen östlich vom Jordan. Vergl. [1Makk 5,6.11]. Es ist nicht der Timotheus, dessen Tod [2Makk 10,37] berichtet ist. @@ -22846,7 +22847,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 12 45 Et quia considerabat quod hi, qui cum pietate dormitionem acceperant, optimam haberent repositam gratiam. Sodann erwog er, dass denen, welche in Frömmigkeit entschlafen sind, der herrlichste Gnadenlohn aufbewahrt ist. 2 Makkabäer 2Makk 21 12 46 Sancta ergo, et salubris est cogitatio pro defunctis exorare, ut a peccatis solvantur. Es ist also ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden befreit werden.⁴⁵ 2 Makkabäer 2Makk 21 12 46 45 Griech.: Ein heiliger und frommer Gedanke! Daher schaffte er für die getöteten das Sühnopfer, damit sie von ihrer Sünde erlöst würden. -2 Makkabäer 2Makk 21 13 0 2. Eupator rüstet sich zu einem neuen Kriege mit den Juden. (V. 2) Er tötet den Menelaus, der sich bei ihm um die hohepriesterliche Würde bemüht, als Urheber alles Bösen (V. 8), doch nach wechselvollem Kampfe muss Lysias mit den Juden Frieden schließen und Judas als Heerführer von Palästina aufstellen. +2 Makkabäer 2Makk 21 13 0 2. Eupator rüstet sich zu einem neuen Kriege mit den Juden. (V. 2) Er tötet den Menelaus, der sich bei ihm um die hohepriesterliche Würde bemüht, als Urheber alles Bösen (V. 8), doch nach wechselvollem Kampfe muss Lysias mit den Juden Frieden schließen und Judas als Heerführer von Palästina aufstellen. 2 Makkabäer 2Makk 21 13 1 Anno centesimo quadragesimo nono, cognovit Judas Antiochum Eupatorem venire cum multitudine adversus Judæam, Im hundertneunundvierzigsten Jahre¹ erfuhr Judas, dass Antiochus Eupator mit einem großen Heere gegen Judäa heranrücke 2 Makkabäer 2Makk 21 13 1 1 Die meisten Ausleger halten diesen Zug für den gleichen, der [1Makk 6,28-63] berichtet wird und ein Jahr hinter den Tod des Antiochus Epiphanes fällt. Das Jahr ist dann das gleiche, 162 vor Chr. 2 Makkabäer 2Makk 21 13 2 Et cum eo Lysiam procuratorem, et præpositum negotiorum, secum habentem peditum centum decem millia, et equitum quinque millia, et elephantos viginti duos, currus cum falcibus trecentos. und mit ihm Lysias, der Statthalter und Reichsverweser, mit hundertundzehntausend Mann zu Fuß, fünftausend Reitern, zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen.² @@ -22891,7 +22892,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 13 25 Ut autem venit Ptolemaidam, graviter ferebant Ptolemenses amicitiæ conventionem, indignantes ne forte fdus irrumperent. Als aber Antiochus nach Ptolemais kam, waren die Bewohner der Stadt mit dieser freundschaftlichen Übereinkunft unzufrieden und äußerten unwillig, sie müssten den Vertrag umstoßen.¹⁸ 2 Makkabäer 2Makk 21 13 25 18 Freilich ist es nicht sicher, dass Hegemonides als Eigenname zu fassen ist, indes hätte, da gleichzeitig die Tempelfeste von Jerusalem zerstört wurde, eine Ernennung des Machabäus keine militärische Bedeutung gehabt. 2 Makkabäer 2Makk 21 13 26 Tunc ascendit Lysias tribunal, et exposuit rationem, et populum sedavit, regressusque est Antiochiam: et hoc modo regis profectio, et reditus processit. Da bestieg Lysias die Rednerbühne, gab die Ursachen an, besänftigte das Volk und zog nach Antiochia zurück. So erging es mit dem Auszuge und dem Rückzuge des Königs. -2 Makkabäer 2Makk 21 14 0 2. Kämpfe zur Zeit der Herrschaft des Demetrius Soter. (14,1 15,38) 1.) Nikanors Zug gegen die Judäer. (Kap. 14) a. Demetrius, der sich der Herrschaft bemächtigt, wird von Alkimus aufgereizt, Judas Machabäus gefangenzunehmen und den abgesetzten Alkimus wieder zum Hohenpriester zu machen. (V. 15) b. Anfänglich behandelt Nikanor den Judas freundlich, doch auf den Befehl des Königs, jenen in Fesseln nach Antiochia zu senden (V. 28), versucht er ihn mit List zu fangen. Judas entgeht ihm, Nikanor droht, den Tempel zu zerstören, und will Razias, einen der Ältesten, gefangen nehmen. Dieser tötet sich selbst. +2 Makkabäer 2Makk 21 14 0 2. Kämpfe zur Zeit der Herrschaft des Demetrius Soter. (14,1 15,38) 1.) Nikanors Zug gegen die Judäer. (Kap. 14) a. Demetrius, der sich der Herrschaft bemächtigt, wird von Alkimus aufgereizt, Judas Machabäus gefangenzunehmen und den abgesetzten Alkimus wieder zum Hohenpriester zu machen. (V. 15) b. Anfänglich behandelt Nikanor den Judas freundlich, doch auf den Befehl des Königs, jenen in Fesseln nach Antiochia zu senden (V. 28), versucht er ihn mit List zu fangen. Judas entgeht ihm, Nikanor droht, den Tempel zu zerstören, und will Razias, einen der Ältesten, gefangen nehmen. Dieser tötet sich selbst. 2 Makkabäer 2Makk 21 14 1 Sed post triennii tempus cognovit Judas, et qui cum eo erant, Demetrium Seleuci cum multitudine valida, et navibus, per portum Tripolis ascendisse ad loca opportuna, Nach einer Zeit von drei Jahren¹ aber erfuhr Judas und die Seinigen, dass Demetrius, der Sohn des Seleukus,² mit einem starken Heere und einer Flotte in dem Hafen von Tripolis gelandet,³ vorteilhafte Plätze eingenommen 2 Makkabäer 2Makk 21 14 1 1 Vergl. [1Makk 7,1-38]. Diese drei Jahre sind von dem [2Makk 13,1] angegebenen Datum an zu rechnen, wobei jedes angefangene Jahr als volles gezählt wird. Es ist also das Jahr 151 der Seleuciden bezeichnet, wie auch der griech. Text in V. 4 in Übereinstimmung mit [1Makk 7,1] besagt. Die Unternehmung des Bacchides [1Makk 7,5-25] wird im 2. Buche der Machabäer nicht erwähnt, während der Zug des Nikanor [1Makk 7,26ff] viel ausführlicher geschildert wird. [2Makk 14,15-25] 2 Makkabäer 2Makk 21 14 1 2 Vergl. [1Makk 7,1]. @@ -22977,7 +22978,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 14 45 38 Der Verfolger. 2 Makkabäer 2Makk 21 14 46 Et stans supra quandam petram præruptam, et jam exsanguis effectus, complexus intestina sua, utrisque manibus projecit super turbas, invocans dominatorem vitæ ac spiritus, ut hæc illi iterum redderet: atque ita vita defunctus est. trat auf einen abschüssigen Felsen, riss, nachdem er fast all sein Blut verloren, seine Eingeweide heraus und warf sie mit beiden Händen auf das Volk; dann rief er den Herrn des Lebens und des Geistes an, dass er sie ihm einst wiedergeben möchte,³⁹ und starb auf diese Weise. 2 Makkabäer 2Makk 21 14 46 39 Vergl. [2Makk 7,23]. -2 Makkabäer 2Makk 21 15 0 2.) Nikanors Niederlage und Tod. (V. 35) a. Nikanor will vergeblich die Juden an einem Sabbat angreifen. (V. 6) Judas stärkt die Herzen der Seinen durch den Bericht eines Traumes (V. 16) und bereitet sich durch Gebet zum Kampfe vor. (V. 24) b. Er besiegt Nikanor (V. 27), dessen Leichnam er Haupt und Arme abschlagen und nach Jerusalem senden lässt. (V. 35) 3.) Zur Erinnerung an den Sieg wird als Festtag der Tag vor dem des Mardochäus (13. Adar) eingesetzt. +2 Makkabäer 2Makk 21 15 0 2.) Nikanors Niederlage und Tod. (V. 35) a. Nikanor will vergeblich die Juden an einem Sabbat angreifen. (V. 6) Judas stärkt die Herzen der Seinen durch den Bericht eines Traumes (V. 16) und bereitet sich durch Gebet zum Kampfe vor. (V. 24) b. Er besiegt Nikanor (V. 27), dessen Leichnam er Haupt und Arme abschlagen und nach Jerusalem senden lässt. (V. 35) 3.) Zur Erinnerung an den Sieg wird als Festtag der Tag vor dem des Mardochäus (13. Adar) eingesetzt. 2 Makkabäer 2Makk 21 15 1 Nicanor autem, ut comperit Judam esse in locis Samariæ, cogitavit cum omni impetu die sabbati committere bellum. Als aber Nikanor erfuhr, dass Judas sich in den Ortschaften Samarias¹ aufhalte, beschloss er, ihn am Tage des Sabbats mit aller Macht² anzugreifen. 2 Makkabäer 2Makk 21 15 1 1 Nach [1Makk 7,39]. Die Grenzorte zwischen Bethoron und Gophna, wo die Schlacht gegen Nikanor stattfand. 2 Makkabäer 2Makk 21 15 1 2 Griech.: Ohne alle Gefahr. Er hoffte, sie würden sich nicht verteidigen. Vergl. [1Makk 2,36-41]. @@ -23047,7 +23048,7 @@ Ester Est 19 10 13 6 Vergl. [Est 8,17, Spr 29,6, 2Makk 15,36]. 2 Makkabäer 2Makk 21 15 40 Sicut enim vinum semper bibere, aut semper aquam, contrarium est: alternis autem uti, delectabile: ita legentibus si semper exactus sit sermo, non erit gratus. Hic ergo erit consummatus. Wie es nämlich widrig ist, immer nur Wein oder immer nur Wasser zu trinken, mit beiden abzuwechseln²⁸ dagegen angenehm; so wird auch eine Erzählung, die stets gedrängt ist, den Lesern nicht angenehm sein. Hiermit sei der Schluss gemacht!²⁹ 2 Makkabäer 2Makk 21 15 40 28 Man trinkt im Orient Wasser nach dem Weine, um dessen Hitze zu dämpfen, auch mischte man Wasser in den Wein. Weder eine bloße Aufzählung der Ereignisse ohne Hinweis auf die Hilfe Gottes noch eine fortwährende Erzählung dieser Hilfe ohne Tatsachen würde den Leser befriedigen, weil er nicht unterrichtet und angenehm unterhalten würde. 2 Makkabäer 2Makk 21 15 40 29 Den Weg, den Judas in seinen letzten Lebensjahren eingeschlagen, hielten auch die späteren Kämpfer inne, sie kämpften um sie staatliche Unabhängigkeit des jüdischen Volkes, die 142 vor Chr. unter Simon auch durch die Syrer anerkannt ward. Die Notwendigkeit einer Verständigung mit den syrischen Herrschern hatte die Juden dem griechischen Geiste genähert. Johannes Hirkanus, Simons Sohn (135 105 vor Chr.), trat gänzlich in das Lager der hellenistisch- sadducäischen Partei über. Damit war dieser die Oberhand gesichert und so ist es nicht wunderbar, wenn noch in der Zeit des Erlösers die vornehmsten Geschlechter, namentlich die priesterlichen Familien [Apg 5,17] in die Fußstapfen des Jason, Menelaus und Alkimus traten. Im Gegensatz zu diesen hatten die frommen Juden unter Judas Machabäus die Teilnahme am Kampfe zurückgewiesen und sich mit verdoppeltem Eifer auf die Übung des Gesetzes geworfen, mit Verachtung auf das gewöhnliche Volk herabschauend, das ihnen auf dem Wege der höchsten Vollkommenheit nicht zu folgen vermochte. Bald sanken sie zum Buchstabendienste herab, der nur äußeren Gehorsam suchte, und zu dem Hochmut kam die Heuchelei. Schon unter Johannes Hirkanus nannte man sie Pharisäer (Peruschim), d.i. Auserwählte, Abgesonderte, ein Name, den sie dann auch selbst gebrauchten. Bis über die Zeit Christi hinaus erhielten sie sich als förmliche Kaste, der es selbst an strenger innerer Gliederung nicht fehlte. Zwischen beiden steht der edelste Teil des Volkes, für Gott und sein Reich begeistert und für dasselbe zu jedem Opfer fähig. Zu dem Verfalle des religiösen Gefühles trug es nicht wenig bei, dass das Amt des Hohenpriesters unter den Seleuciden ohne Rücksicht auf die göttliche Anordnung, die es an Aarons Familie knüpfte, eine käufliche Sache und dem Missbrauch zugänglich geworden war. Auch der hohe Rat, vergl. [1Makk 12,6] verfolgte statt der Sache Gottes weltliche Interessen, da seine 71 Mitglieder von den Hohenpriestern und deren fremden Gönnern ernannt wurden. Werfen wir noch einen Blick auf die Entwicklung der Verhältnisse im Staatsleben bis auf Christus. Johannes Hirkanus war der letzte Fürst gewesen, der im Sinne des Gesetzes regierte. [1Makk 16,23] Mit seinem ältesten Sohne und Nachfolger Judas Aristobulus I. 104 103 begann ein tiefer Verfall des machabäischen Hauses und damit des religiös-sittlichen Zustandes der Juden. Nach seinem Tode in Verzweiflung kam sein Bruder Alexander Jannäus auf den Thron, der sich wie Aristobulus I. zum König ausrufen ließ. Er war zwar ein tapferer Krieger, aber ebenso ein grausamer Wüterich. Nach seinem Tode führte 78 69 seine Witwe die Regierung. Kaum war sie gestorben, als sich zwischen ihren beiden Söhnen Hirkanus II. und Aristobulus II. ein Kampf um die Nachfolge entspann. Um diesen beizulegen, riefen die Brüder die Römer herbei, welche sich bereits in dem benachbarten Syrien festgesetzt hatten. Da Pompejus für Hirkanus eintreten wollte, griff Aristobulus gegen ihn zu den Waffen. Im Jahre 63 nahm Pompejus Jerusalem ein und erstürmte den Tempel, Hirkanus war als ein zinsbarer Fürst von den Römern abhängig. Endlich nahte die Erfüllung der Weissagung, die Jakob vor 1900 Jahren seinem Sohne Judas gegeben: Das Zepter ward von Judas genommen. Vergeblich versuchte Aristobulus II. und sein Sohn Alexander die nationale Herrschaft in Judäa wiederherzustellen, die Römer setzten Hirkanus II. den Antipater, einen idumäischen Häuptling, als Prokurator (oder Beirat) zur Seite, der in Wahrheit Regent war (46 vor Chr.). Er wurde zwar von einem Nebenbuhler vergiftet und der jüngere Sohn Aristobolus II., Antigonus, gelangte auf den Thron, aber der Sohn des Antipater, Herodes, wusste es in Rom dahin zu bringen, dass er im Jahre 38 vor Chr. zum König der Juden ernannt ward. Er eroberte mit Hilfe der Römer Judäa, erstürmte Jerusalem 35 vor Chr., ließ Antigonus enthaupten und rottete das gesamte Geschlecht der Machabäer aus. Jetzt, da das Zepter von Juda genommen war, war die Zeit gekommen, dass der verheißene und ersehnte Erlöser erschien, Gottes eingeborener Sohn, Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit. -Ijob Ijob 22 1 0 Geschichtliche Einleitung des Buches. Die wahre Ursache der Heimsuchung Jobs, welche den Leser in Stand setzt über das, was die Disputierenden zur Erklärung derselben sagen, das rechte Urteil zu bilden. (Kap. 1,1 Kap. 2,13) 1. Beschreibung der wahrhaften Frömmigkeit Jobs, der im Glücke Gott so treu dient, dass er verdient, von Gott vor den Engeln und dem Satan gelobt zu werden. (V. 9) 2. Satan behauptet, jene Frömmigkeit beruhe nur auf seinem Glücke, und empfängt die Erlaubnis, Jobs Tugend durch die Wegnahme seines gesamten Besitzes auf die Probe zu stellen. (V. 12) Doch weder der plötzliche Tod aller seiner Söhne noch der Verlust seines ganzen Vermögens vermag Job dazu zu bringen, Gott zu verlassen. +Ijob Ijob 22 1 0 Geschichtliche Einleitung des Buches. Die wahre Ursache der Heimsuchung Jobs, welche den Leser in Stand setzt über das, was die Disputierenden zur Erklärung derselben sagen, das rechte Urteil zu bilden. (Kap. 1,1 Kap. 2,13) 1. Beschreibung der wahrhaften Frömmigkeit Jobs, der im Glücke Gott so treu dient, dass er verdient, von Gott vor den Engeln und dem Satan gelobt zu werden. (V. 9) 2. Satan behauptet, jene Frömmigkeit beruhe nur auf seinem Glücke, und empfängt die Erlaubnis, Jobs Tugend durch die Wegnahme seines gesamten Besitzes auf die Probe zu stellen. (V. 12) Doch weder der plötzliche Tod aller seiner Söhne noch der Verlust seines ganzen Vermögens vermag Job dazu zu bringen, Gott zu verlassen. Ijob Ijob 22 1 1 Vir erat in terra Hus, nomine Job, et erat vir ille simplex, et rectus, ac timens Deum, et recedens a malo: Es war¹ ein Mann im Lande Hus,² mit Namen Job; derselbe war ohne Falsch und rechtschaffen und gottesfürchtig und das Böse meidend.³ Ijob Ijob 22 1 1 1 Der Verfasser erzählt ein Ereignis, das außerhalb des Zusammenhangs der israelitischen Geschichte steht. Deshalb beginnt er nicht, wie die anderen geschichtlichen Bücher mit: Und. Ijob Ijob 22 1 1 2 Welches Land mit dem Namen Hus bezeichnet wird, ist nicht mit voller Sicherheit festzustellen. In V. 3 wird Job den Orientalen zugezählt. Vergl. [Gen 25,13-16]. Der Name Orientalen kommt besonders den Arabern zu. Damit stimmt auch die Beschreibung der Örtlichkeit: nicht weit von Hauran. Jobs Vaterland wird genannt, weil es ruhmreich ist, unter minder Vollkommenen gut geblieben zu sein. (hl. Gregor) Job ist also ein Araber, der außerhalb Palästinas dem wahren Gott dient. Da die Ereignisse in hoher Vorzeit liegen und Job, wie die Patriarchen vor der Gesetzgebung auf Sinai zu tun pflegten, Opfer darbrachte, lebte er wohl in vormosaischer Zeit. @@ -23105,7 +23106,7 @@ Ijob Ijob 22 1 21 33 Der Beginn des Werdens und das Ende. Die Erde ist gleichsa Ijob Ijob 22 1 21 34 Obgleich er weiß, dass Gott alles genommen, sagt er ihm dennoch standhaft Dank, den Teufel (V. 11) so gebührend strafend. (Chrys.) Der Satz: Wie es dem Herrn gefiel usw. fehlt im Hebr. Ijob Ijob 22 1 22 In omnibus his non peccavit Job labiis suis, neque stultum quid contra Deum locutus est. Bei alledem sündigte Job nicht mit seinen Lippen und redete nichts Törichtes wider Gott.³⁵ Ijob Ijob 22 1 22 35 Wie man unter eine Statue den Namen dessen setzt, den sie darstellt, so ist hier das Wort: bei alledem sündigte Job nicht gewissermaßen die Inschrift der Darstellung der Seele Jobs. (Chrys.) -Ijob Ijob 22 2 0 3. Satan empfängt von neuem die Erlaubnis, Job auf die Probe zu stellen (V. 6), und schlägt denselben mit einer furchtbaren Krankheit, doch weder die höchsten Schmerzen noch der Spott seines Weibes können Job dazu bringen, Gott zu beleidigen. (V. 10) 4. Drei Freunde, Eliphaz, Baldad und Sophar, kommen, Job in seiner Heimsuchung zu trösten, und sitzen, von der Furchtbarkeit seines Leidens erschüttert, sieben Tage in stillschweigendem Mitleid bei ihm. +Ijob Ijob 22 2 0 3. Satan empfängt von neuem die Erlaubnis, Job auf die Probe zu stellen (V. 6), und schlägt denselben mit einer furchtbaren Krankheit, doch weder die höchsten Schmerzen noch der Spott seines Weibes können Job dazu bringen, Gott zu beleidigen. (V. 10) 4. Drei Freunde, Eliphaz, Baldad und Sophar, kommen, Job in seiner Heimsuchung zu trösten, und sitzen, von der Furchtbarkeit seines Leidens erschüttert, sieben Tage in stillschweigendem Mitleid bei ihm. Ijob Ijob 22 2 1 Factum est autem cum quadam die venissent filii Dei, et starent coram Domino, venisset quoque Satan inter eos, et staret in conspectu ejus, Es begab sich aber eines Tages, als die Söhne Gottes kamen, vor dem Herrn zu erscheinen, kam unter ihnen auch der Satan, um vor sein Angesicht zu treten.¹ Ijob Ijob 22 2 1 1 Dieser Zusatz soll auf eine bestimmte Absicht des Teufels hinweisen. Ijob Ijob 22 2 2 Ut diceret Dominus ad Satan: Unde venis? Qui respondens ait: Circuivi terram, et perambulavi eam. Da sprach der Herr zu dem Satan: Woher kommst du? Er antwortete und sprach: Ich habe die Erde durchstreift und sie durchwandert.² @@ -23136,7 +23137,7 @@ Ijob Ijob 22 2 12 15 Er war zu sehr von der Krankheit entstellt. Ijob Ijob 22 2 12 16 Das Werfen des Staubes in die Höhe, so dass er auf ihre Häupter herabfällt und sie bedeckt, ist Zeichen der heftigsten Trauer. [1Sam 4,12] Ijob Ijob 22 2 13 Et sederunt cum eo in terra septem diebus et septem noctibus, et nemo loquebatur ei verbum: videbant enim dolorem esse vehementem. Und sie setzten sich zu ihm auf die Erde, sieben Tage und sieben Nächte, ohne dass einer ein Wort zu ihm sagte; denn sie sahen, dass sein Schmerz heftig war.¹⁷ Ijob Ijob 22 2 13 17 Sie geben durch Schweigen ihr Mitleid kund [Ez 3,15] und trauern durch sieben Tage, als ob Job bereits gestorben wäre. -Ijob Ijob 22 3 0 I. Wer alle Heimsuchungen dieses Lebens, auch diejenigen, welche die Gerechten treffen, für Strafen Gottes hält und nach der Schwere der Heimsuchungen die Schwere der Schuld bemisst, irrt von der Wahrheit ab. (Kap. 3,1 Kap. 31,40) 1. Einleitung der Zwiegespräche zwischen den drei Freunden und Job. (Kap. 3) Job verwünscht wegen der Größe seines Unglückes den Tag seiner Geburt (V. 10) und wünscht sich den Tod, der alle Menschen, Gerechte und Ungerechte, Arme und Reiche gleich und von allem Übel frei macht. (V. 19) Klagend fragt er, warum denn Gott einen Menschen geschaffen, der so Schweres leiden muss, dass er den Tod herbeisehnt. +Ijob Ijob 22 3 0 I. Wer alle Heimsuchungen dieses Lebens, auch diejenigen, welche die Gerechten treffen, für Strafen Gottes hält und nach der Schwere der Heimsuchungen die Schwere der Schuld bemisst, irrt von der Wahrheit ab. (Kap. 3,1 Kap. 31,40) 1. Einleitung der Zwiegespräche zwischen den drei Freunden und Job. (Kap. 3) Job verwünscht wegen der Größe seines Unglückes den Tag seiner Geburt (V. 10) und wünscht sich den Tod, der alle Menschen, Gerechte und Ungerechte, Arme und Reiche gleich und von allem Übel frei macht. (V. 19) Klagend fragt er, warum denn Gott einen Menschen geschaffen, der so Schweres leiden muss, dass er den Tod herbeisehnt. Ijob Ijob 22 3 1 Post hæc aperuit Job os suum, et maledixit diei suo, Darnach¹ tat Job seinen Mund auf² und fluchte seinem Tage³ Ijob Ijob 22 3 1 1 Nach diesen sieben Tagen. Ijob Ijob 22 3 1 2 Diese Redeweise kennzeichnet stets eine feierlichere Rede. @@ -23191,7 +23192,7 @@ Ijob Ijob 22 3 25 Quia timor, quem timebam, evenit mihi: et quod verebar accidit Ijob Ijob 22 3 25 27 Ich fürchte mich kaum vor einem Schmerze, so trifft er mich, und ohne Ruhe peinigt mich die Krankheit. Ijob Ijob 22 3 26 Nonne dissimulavi? nonne silui? nonne quievi? Et venit super me indignatio. War ich nicht gelassen? Schwieg ich nicht? War ich nicht ruhig? Und dennoch ist ein Zorngericht über mich hereingebrochen!²⁸ Ijob Ijob 22 3 26 28 Hebr.: Nicht Frieden habe ich, nicht Ruhe und Rast und unablässig kommt das Ungemach. Die Ausdrücke der Klagen Jobs sind als bei einem Orientalen weit lebhafter und bleiben in der Absicht hinter der strengen Bedeutung der Worte zurück. Dennoch gehen einige auch so zu weit, da Job von Gott getadelt wird. Von der Vollkommenheit des Neuen Testamentes ist der Dulder noch fern, nicht hat er ja das Vorbild der Leiden Christi noch die christlicher Liebe zum Kreuze. [Röm 6,5, Röm 8,17] -Ijob Ijob 22 4 0 2. Erstes Zwiegespräch. (4,1 14,22): Die drei Freunde versuchen, anknüpfend an Jobs Klage, mehr andeutungsweise, zu zeigen, dass die einzige Ursache des Unglücks Jobs seine Sünden seien, und verheißen ihm, wenn er Buße tue, die Wiederkehr des früheren Glückes. Job weist sie nach der Reihe zurück. A. Erstes Zwiegespräch zwischen Eliphaz und Job. (4,1 7,21) a. Eliphaz deutet an, dass der Grundsatz: Die einzige Ursache alles Unglücks, dass die Menschen trifft, ist die Sünde, auch für Job seine Geltung habe. (4,1 5,27) Um Jobs Vertrauen zu gewinnen, weist er auf dessen früheres Verhalten hin, wie er alle Betrübten getröstet, und nun sei er selbst mutlos geworden. (V. 6) Job soll bedenken, dass nie die Unschuldigen, sondern einzig die Gottlosen umkommen. (V. 11) Um zu zeigen, dass dies auch auf Job Anwendung finde, beruft er sich auf ein Gesicht, das ihn gelehrt habe, kein Mensch sei vor Gott gerecht. +Ijob Ijob 22 4 0 2. Erstes Zwiegespräch. (4,1 14,22): Die drei Freunde versuchen, anknüpfend an Jobs Klage, mehr andeutungsweise, zu zeigen, dass die einzige Ursache des Unglücks Jobs seine Sünden seien, und verheißen ihm, wenn er Buße tue, die Wiederkehr des früheren Glückes. Job weist sie nach der Reihe zurück. A. Erstes Zwiegespräch zwischen Eliphaz und Job. (4,1 7,21) a. Eliphaz deutet an, dass der Grundsatz: Die einzige Ursache alles Unglücks, dass die Menschen trifft, ist die Sünde, auch für Job seine Geltung habe. (4,1 5,27) Um Jobs Vertrauen zu gewinnen, weist er auf dessen früheres Verhalten hin, wie er alle Betrübten getröstet, und nun sei er selbst mutlos geworden. (V. 6) Job soll bedenken, dass nie die Unschuldigen, sondern einzig die Gottlosen umkommen. (V. 11) Um zu zeigen, dass dies auch auf Job Anwendung finde, beruft er sich auf ein Gesicht, das ihn gelehrt habe, kein Mensch sei vor Gott gerecht. Ijob Ijob 22 4 1 Respondens autem Eliphaz Themanites, dixit: Da antwortete Eliphaz,¹ der Themaniter, und sprach: Ijob Ijob 22 4 1 1 Eliphaz will Job gut stimmen für das, was er sagen will, und seinen Worten Gewicht verleihen: Es möge dir nicht lästig sein, wenn wir auf deine Klagen antworten, aber wer könnte zu alledem, was du gesagt, schweigen? Ein schlechter Tröster, der nur neue Pein bereitet. Ijob Ijob 22 4 2 Si cperimus loqui tibi, forsitan moleste accipies, sed conceptum sermonem tenere quis poterit? Wenn wir beginnen mit dir zu reden, wird es dir vielleicht lästig fallen, doch wer vermag Worte, die im Sinne liegen, zurückzuhalten?² @@ -23233,7 +23234,7 @@ Ijob Ijob 22 4 20 18 Neue Anspielung auf Jobs Unglück: Die Sünder werden dem Ijob Ijob 22 4 20 19 Hebr.: Und ohne dass man es beachtet (von Seiten derer, die noch im Glücke sind), gehen sie auf immer unter. Ijob Ijob 22 4 21 Qui autem reliqui fuerint, auferentur ex eis: morientur, et non in sapientia. Und die aus ihnen übrigbleiben, werden hinweggerafft; sie sterben, doch nicht in Weisheit.²⁰ Ijob Ijob 22 4 21 20 Sinn des lateinischen Textes: die Gottlosen werden sicher hinweggenommen, wenngleich nicht mit einem Schlage. Entgehen sie einem Unglücke, so werden sie in einem anderen ihren Untergang finden. Das Hebräische kann auch übersetzt werden: Ists nicht so? Wird ihr Zeltseil an ihnen ausgerissen, so streben sie, doch nicht in Weisheit. Wie der Zeltstrick das Zelt hält, so hält die Seele das Leibeszelt ausgespannt, das zusammenbricht, wenn der Tod die Seele losreißt vom Körper. [Sir 12,16] Nicht das fremde, ja selbst nicht das eigene Unglück bringt sie zur Besinnung, sie sterben dahin ohne die Furcht des Herrn, den Anfang der Weisheit. [Sir 1,16] Die Worte der Offenbarung haben mit V. 19 ihr Ende erreicht. -Ijob Ijob 22 5 0 Da also der Tor, nimmt er nicht zu Gott seine Zuflucht, untergehen muss (V. 7), mahnt Eliphaz Job, er möchte zu Gott, dem gerechten Richter der Frommen und der Gottlosen, fliehen (V. 16), und preist, seine Rede schließend, den glücklich, den Gott selbst züchtigt, weil er nach der Züchtigung zu seinem früheren Glücksstande zurückkehren wird. +Ijob Ijob 22 5 0 Da also der Tor, nimmt er nicht zu Gott seine Zuflucht, untergehen muss (V. 7), mahnt Eliphaz Job, er möchte zu Gott, dem gerechten Richter der Frommen und der Gottlosen, fliehen (V. 16), und preist, seine Rede schließend, den glücklich, den Gott selbst züchtigt, weil er nach der Züchtigung zu seinem früheren Glücksstande zurückkehren wird. Ijob Ijob 22 5 1 Voca ergo, si est qui tibi respondeat, et ad aliquem sanctorum convertere. So rufe denn, ob jemand ist, der dir antworte, und wende dich an irgend einen unter den Heiligen!¹ Ijob Ijob 22 5 1 1 Eliphaz hat nach seiner Ermahnung eine kleine Unterbrechung eintreten lassen, abwartend, ob Job sich schuldig bekenne. Da Job schweigt, schließt er daraus, dass jener die Schuld noch leugnet. Deshalb mahnt er ihn ironisch, er möge nur wieder jammern, einen Helfer werde er doch nicht finden, denn den Stolzen und Eifernden verabscheuen alle. Hebr.: An welchen der Heiligen (Engel) wirst du dich wenden? Bei wem du es auch versuchen magst, es wird vergeblich sein; er wird sich Jobs gegen Eliphaz nicht annehmen. Ijob Ijob 22 5 2 Vere stultum interficit iracundia, et parvulum occidit invidia. Wahrlich! den Toren tötet sein Unmut, und den Einfältigen bringt sein Eifern um.² @@ -23290,7 +23291,7 @@ Ijob Ijob 22 5 26 Ingredieris in abundantia sepulcrum, sicut infertur acervus tr Ijob Ijob 22 5 26 28 Ein besonderer Wunsch der Alten, in der Fülle der Jahre zu sterben. [Jes 38,10, Ps 54,24, Gen 25,8] Ijob Ijob 22 5 27 Ecce, hoc, ut investigavimus, ita est: quod auditum, mente pertracta. Siehe, wie wir es erforscht, so ist es; was du gehört hast, erwäge im Herzen!²⁹ Ijob Ijob 22 5 27 29 Das haben wir drei Freunde nach langer Erwägung gefunden, ziehe daraus Nutzen zu deiner Besserung. -Ijob Ijob 22 6 0 b. Job antwortet nur mittelbar, seine früheren Klagen gleichsam entschuldigend und seine Freunde tadelnd, weil sie ihm keinen Trost spenden. (6,1 7,21) Sein Unglück ist größer als seine Sünden. (V. 3) Wenn er heftige Klagen ausgestoßen, so überrage die Größe seiner Schmerzen seine Kraft (V. 12), zumal er von allen verlassen sei (V. 20) und auch die, die zu ihm gekommen sind, ihn mit leeren Anschuldigungen peinigen. +Ijob Ijob 22 6 0 b. Job antwortet nur mittelbar, seine früheren Klagen gleichsam entschuldigend und seine Freunde tadelnd, weil sie ihm keinen Trost spenden. (6,1 7,21) Sein Unglück ist größer als seine Sünden. (V. 3) Wenn er heftige Klagen ausgestoßen, so überrage die Größe seiner Schmerzen seine Kraft (V. 12), zumal er von allen verlassen sei (V. 20) und auch die, die zu ihm gekommen sind, ihn mit leeren Anschuldigungen peinigen. Ijob Ijob 22 6 1 Respondens autem Job, dixit: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 6 1 1 Erwägt man, von wie heftigen Schmerzen Job gequält ward und wie hart Eliphaz Rede war, so wird die Antwort nicht zu heftig erscheinen. Job greift zuerst auf [Ijob 4,5] zurück. Ijob Ijob 22 6 2 Utinam appenderentur peccata mea, quibus iram merui: et calamitas, quam patior, in statera. O! würden doch meine Sünden, mit denen ich den Zorn verdient habe, und das Elend, das ich dulde, auf der Waage gewogen.² @@ -23348,7 +23349,7 @@ Ijob Ijob 22 6 28 Verumtamen quod cpistis explete: præbete aurem, et videte an Ijob Ijob 22 6 29 Respondete obsecro absque contentione: et loquentes id quod justum est judicate. Antwortet, ich bitte, ohne Zank, redet und urteilet, was recht ist; Ijob Ijob 22 6 30 Et non invenietis in lingua mea iniquitatem, nec in faucibus meis stultitia personabit. so werdet ihr auf meiner Zunge kein Unrecht finden, noch wird aus meinem Munde Torheit tönen.²⁷ Ijob Ijob 22 6 30 27 Nunmehr ist Eliphaz Härte gerügt und Job erklärt sich bereit, mit seinen Freunden zu disputieren, er gibt die Weise an und hofft als Sieger hervorzugehen. -Ijob Ijob 22 7 0 Job wiederholt, wie schwer sein Unglück sei (V. 10), und fragt, gleichsam aller Hoffnung beraubt, Gott, warum er so grausam von ihm behandelt werde und er ihm das Vergehen, dessen er etwa schuldig sei, nicht nachlasse. +Ijob Ijob 22 7 0 Job wiederholt, wie schwer sein Unglück sei (V. 10), und fragt, gleichsam aller Hoffnung beraubt, Gott, warum er so grausam von ihm behandelt werde und er ihm das Vergehen, dessen er etwa schuldig sei, nicht nachlasse. Ijob Ijob 22 7 1 Militia est vita hominis super terram: et sicut dies mercenarii, dies ejus. Ein Kampf ist des Menschen Leben auf Erden und den Tagen des Taglöhners gleichen seine Tage!¹ Ijob Ijob 22 7 1 1 Job legt nunmehr seine Meinung übe seine Lage und über den von Eliphaz gespendeten Trost dar. Er zeigt, wie wenig entsprechend jener ist, teils aus den Umständen des gegenwärtigen Lebens, teils aus seiner eigenen Lage. Im Hebr. ist der Satz fragend: Ist nicht? Kampf harte mit gefahren verknüpfte Anstrengung. Tage des Tagelöhners: Eine Zeit der Arbeit und Unterwerfung, deren Ende die Menschen herbeisehnen. Der Kampf rührt von den Hindernissen her, die wir auf dem Wege zu unserem letzten Ziele treffen, die Arbeit und die Unterwerfung fassen das zum Ziele fördernde ins Auge. Beide Ausdrücke weisen auf Gottes Vorsehung hin, denn der Streiter steht unter dem Führer, der Arbeiter unter seinem Herrn. (Thom.) Ijob Ijob 22 7 2 Sicut servus desiderat umbram, et sicut mercenarius præstolatur finem operis sui: Wie der Knecht sich nach dem Schatten sehnt und wie ein Taglöhner nach dem Ende seiner Arbeit verlangt,² @@ -23394,7 +23395,7 @@ Ijob Ijob 22 7 20 22 Oder: zur Zielscheibe. Ijob Ijob 22 7 21 Cur non tollis peccatum meum, et quare non aufers iniquitatem meam? ecce, nunc in pulvere dormiam: et si mane me quæsieris, non subsistam. Warum nimmst du nicht meine Sünde hinweg und warum tilgst du meine Missetat nicht?²³ Siehe, nun werde ich im Staube schlafen, und wenn du mich am Morgen suchst, bin ich nicht mehr!²⁴ Ijob Ijob 22 7 21 23 Habe ich gesündigt, warum lässest du mir die Sünde nicht nach? Tust du es jetzt (bald) nicht, so ist es in kurzem zu spät. So gewähre mir denn alsbald eine kleine Ruhe. Ijob Ijob 22 7 21 24 Zwei Dinge verdienen an Job einen Tadel, obwohl sie durch die Torheit seiner Freunde einigermaßen erklärlich werden, dass er sagt, Gott sehe aufmerksam auf den Menschen, ihn streng zu strafen, sobald er ihn irren sieht, und dass er durchaus den letzten Grund von Gott offenbart sehen will, weshalb dieser ihn leiden lässt. -Ijob Ijob 22 8 0 Streitgespräch zwischen Baldad und Job. (8,1 10,22) a. Baldads Vorwürfe gegen Job. (V. 1-22) Baldad greift Job heftig an, weil er mit seinen letzten Worten Gott der Ungerechtigkeit geziehen habe (V. 3), und behauptet, seine Söhne seien mit Recht umgekommen, er indes könne, wenn er Gott demütig anflehe, noch Erhörung finden und werde Gaben von Gott erhalten, welche die früheren weit übertreffen. (V. 7) Den gleichen irrigen Satz, auf den seine ersten Worte sich stützten, versucht Baldad aus dem Ansehen der älteren Weisen zu begründen (V. 10), welche durch ihre Aussprüche zeigen, dass das Wohlergehen des Gottlosen keinen Bestand hat. (V. 19) Die gleiche Lehre mit eigenen Worten wiederholend, verheißt er Job ein glücklicheres Los, wenn derselbe in sich gehe. +Ijob Ijob 22 8 0 Streitgespräch zwischen Baldad und Job. (8,1 10,22) a. Baldads Vorwürfe gegen Job. (V. 1-22) Baldad greift Job heftig an, weil er mit seinen letzten Worten Gott der Ungerechtigkeit geziehen habe (V. 3), und behauptet, seine Söhne seien mit Recht umgekommen, er indes könne, wenn er Gott demütig anflehe, noch Erhörung finden und werde Gaben von Gott erhalten, welche die früheren weit übertreffen. (V. 7) Den gleichen irrigen Satz, auf den seine ersten Worte sich stützten, versucht Baldad aus dem Ansehen der älteren Weisen zu begründen (V. 10), welche durch ihre Aussprüche zeigen, dass das Wohlergehen des Gottlosen keinen Bestand hat. (V. 19) Die gleiche Lehre mit eigenen Worten wiederholend, verheißt er Job ein glücklicheres Los, wenn derselbe in sich gehe. Ijob Ijob 22 8 1 Respondens autem Baldad Suhites dixit: Da antwortete der Suhiter Baldad und sprach:¹ Ijob Ijob 22 8 1 1 Baldad irrt wie Eliphaz, indem er als einzige Ursache der Heimsuchungen Gottes die Strafe für Vergehen annimmt und deshalb in Jobs Worten einen Tadel gegen die göttliche Gerechtigkeit erblickt. Er beginnt ohne die schonende Einleitung des Eliphaz. Ijob Ijob 22 8 2 Usquequo loqueris talia, et spiritus multiplex sermones oris tui? Wie lange wirst du solches reden und werden die Reden deines Mundes wie ein heftiger Wind² sein? @@ -23438,7 +23439,7 @@ Ijob Ijob 22 8 20 20 Jetzt kehrt Baldad zu seiner früheren Behauptung zurück Ijob Ijob 22 8 21 Donec impleatur risu os tuum, et labia tua jubilo. bis dein Mund mit Lachen erfüllt wird und deine Lippen mit Jubel. Ijob Ijob 22 8 22 Qui oderunt te, induentur confusione: et tabernaculum impiorum non subsistet. Die dich hassen, werden mit Schande bedeckt werden und der Gottlosen Zelt wird verschwinden.²¹ Ijob Ijob 22 8 22 21 V. 21 führt den ersten Teil des V. 20, V. 22 den zweiten Teil desselben aus. Die dich hassen: die Gottlosen. Baldad hält also Job für einen mit Recht von Gott bestraften Sünder, dessen Kinder bereits die volle Strafe ihrer Gottlosigkeit erreicht hat. Jobs früheres Glück war die schnell vorübergehende Glückseligkeit des Gottlosen, die mit jähem Sturze endet. Dass Job noch Schmerzen erduldet, erklärt sich daraus, dass er noch in Sünden und Halsstarrigkeit verbleibt. -Ijob Ijob 22 9 0 b. Job beginnt in seiner Antwort die irrtümliche Behauptung seiner Freunde unmittelbar zu bekämpfen. (9,1 - 10,22) Er wisse sehr wohl, dass der Mensch vor Gott nicht gerecht ist (V. 13), und er wolle nicht mit Gott, dem mächtigen und gerechten, streiten (V. 21), aber das müsse er abstreiten, dass nur die Gottlosen und diese allezeit durch Unglück heimgesucht werden. (V. 28) und bekennt, dass er vor dem gerechten Gott freilich nicht gerecht sei, doch vor einem menschlichen Gerichte werde er sicher gewinnen. +Ijob Ijob 22 9 0 b. Job beginnt in seiner Antwort die irrtümliche Behauptung seiner Freunde unmittelbar zu bekämpfen. (9,1 - 10,22) Er wisse sehr wohl, dass der Mensch vor Gott nicht gerecht ist (V. 13), und er wolle nicht mit Gott, dem mächtigen und gerechten, streiten (V. 21), aber das müsse er abstreiten, dass nur die Gottlosen und diese allezeit durch Unglück heimgesucht werden. (V. 28) und bekennt, dass er vor dem gerechten Gott freilich nicht gerecht sei, doch vor einem menschlichen Gerichte werde er sicher gewinnen. Ijob Ijob 22 9 1 Et respondens Job, ait: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 9 1 1 Job zeigt, dass er mit seinen Klagen und der Versicherung seiner Unschuld keineswegs Gott der Ungerechtigkeit angeklagt habe. Alsdann stellte er den Satz auf, dass Fromme und Gottlose von Unglück heimgesucht werden. Indes ist auch er überzeugt, dass Unglück als Strafe gesandt wird. Da er sich aber von Verbrechen rein weiß, auch andere Fromme in Bedrängnis sieht, kann er sich dies alles nicht anders erklären als dadurch, dass Gott, der überaus Heilige, in jedem Menschen Unvollkommenheit findet und straft. Daraus entsteht die Frage, welche Job wie eine neue Marter peinigt, warum Gott ihn nach Maßgabe einer ganz außergewöhnlichen Strenge straft. (Aug.) Ijob Ijob 22 9 2 Vere scio quod ita sit, et quod non justificetur homo compositus Deo. Wahrlich! Ich weiß, dass es so ist² und dass der Mensch, mit Gott verglichen, nicht gerecht ist.³ @@ -23507,7 +23508,7 @@ Ijob Ijob 22 9 33 32 Hebr.: Nicht wäre zwischen uns ein Richter. Ijob Ijob 22 9 34 Auferat a me virgam suam, et pavor ejus non me terreat. Er nehme seine Rute von mir weg und sein Schrecken quäle mich nicht, Ijob Ijob 22 9 35 Loquar et non timebo eum: neque enim possum metuens respondere. dann will ich reden, ohne zu fürchten; denn solange ich in Furcht bin, kann ich nicht Rede stehen.³³ Ijob Ijob 22 9 35 33 Gott möge ihn seinen Leiden, mit denen er ihn peinigt, entrücken und seiner schrecklichen Majestät sich ihm gegenüber entkleiden, denn in meinem Bewusstsein habe ich nichts, weshalb ich mich vor ihm fürchten sollte. -Ijob Ijob 22 10 0 Deshalb fragt er Gott, warum dieser ihn einer so schweren Prüfung unterworfen (V. 7), versucht, ihn zum Erbarmen zu bewegen (V. 19), und bittet demütig, er möchte ihm wenigstens vor dem Tode eine Linderung seiner Übel gewähren. +Ijob Ijob 22 10 0 Deshalb fragt er Gott, warum dieser ihn einer so schweren Prüfung unterworfen (V. 7), versucht, ihn zum Erbarmen zu bewegen (V. 19), und bittet demütig, er möchte ihm wenigstens vor dem Tode eine Linderung seiner Übel gewähren. Ijob Ijob 22 10 1 Tædet animam meam vitæ meæ, dimittam adversum me eloquium meum, loquar in amaritudine animæ meæ. Meine Seele ist meines Lebens überdrüssig,¹ ich will meiner Rede wider mich² freien Lauf lassen, will reden in der Bitterkeit meiner Seele. Ijob Ijob 22 10 1 1 Da der vorige Wunsch sich nicht erfüllen kann, bleibt Job nichts anderes übrig als sich aufs neue mit Klagen und Bitten an Gott zu wenden. Meines Lebens. Meines traurigen Lebens. Ijob Ijob 22 10 1 2 Hebr.: Meiner Klage. @@ -23545,7 +23546,7 @@ Ijob Ijob 22 10 20 Numquid non paucitas dierum meorum finietur brevi? dimitte er Ijob Ijob 22 10 21 Antequam vadam et non revertar, ad terram tenebrosam, et opertam mortis caligine: bevor ich hingehe, ohne wiederzukehren, in das finstere, mit Todesschatten bedeckte Land, Ijob Ijob 22 10 22 Terram miseriæ et tenebrarum, ubi umbra mortis, et nullus ordo, sed sempiternus horror inhabitat. das Land des Jammers und der Finsternis, wo Todesschatten und keine Ordnung ist, sondern ewiger Schrecken wohnt.¹⁵ Ijob Ijob 22 10 22 15 Zum Schlusse sucht er Gott zum Mitleid zu bewegen durch die Erinnerung an die kurze Lebensdauer und an den traurigen Zustand, der ihm in der Unterwelt bevorstehe. Das Weggehen, auf das keine Wiederkehr folgt, ist das Sterben. Die einzelnen, die Finsternis beschreibenden Ausdrücke enthalten eine Steigerung. Auch darum ist im Scheol Finsternis, weil dort Gottes Gnade nicht mehr hindringt. Job spricht hier von der Unterwelt im Allgemeinen, wie sie Guten und Bösen gemeinsam ist. -Ijob Ijob 22 11 0 C. Sophar und Job. (11,1 14,22) a. Erzürnte Beschuldigung Sophars. (11,1-20) Durch Jobs Worte gereizt, tadelt Sophar nicht nur dessen angebliche Geschwätzigkeit, sondern beschuldigt ihn auch der Anmaßung, weil er behauptet, gerecht zu sein, während er doch weniger duldet, als er verdient hat. (V. 6) Um diese Anschuldigung einigermaßen zu beweisen, feiert er Gottes Weisheit und Wissenschaft, die alles durchdringt (V. 12), und fordert Job auf, Buße zu tun, ihm in diesem Falle Glück verheißend, während der Böse untergeht. +Ijob Ijob 22 11 0 C. Sophar und Job. (11,1 14,22) a. Erzürnte Beschuldigung Sophars. (11,1-20) Durch Jobs Worte gereizt, tadelt Sophar nicht nur dessen angebliche Geschwätzigkeit, sondern beschuldigt ihn auch der Anmaßung, weil er behauptet, gerecht zu sein, während er doch weniger duldet, als er verdient hat. (V. 6) Um diese Anschuldigung einigermaßen zu beweisen, feiert er Gottes Weisheit und Wissenschaft, die alles durchdringt (V. 12), und fordert Job auf, Buße zu tun, ihm in diesem Falle Glück verheißend, während der Böse untergeht. Ijob Ijob 22 11 1 Respondens autem Sophar Naamathites, dixit: Da antwortete Sophar, der Naamathiter, und sprach:¹ Ijob Ijob 22 11 1 1 Sophar spricht im Zorne harte Worte gegen Job, ihm so eine neue Prüfung bereitend. So schildert der h. Verfasser nicht nur das Verhalten der Freunde in lebendigen Farben, sondern steigert auch zugleich fortwährend Jobs Kette der Leiden. Ijob Ijob 22 11 2 Numquid qui multa loquitur, non et audiet? aut vir verbosus justificabitur? Soll nicht, wer viel redet, auch hören, oder soll der wortreiche Mann Recht behalten?² @@ -23583,7 +23584,7 @@ Ijob Ijob 22 11 19 Requiesces, et non erit qui te exterreat: et deprecabuntur fa Ijob Ijob 22 11 19 16 Friede und Ruhe zu genießen gehört zum höchsten Glücke. [Lev 26,6] Ijob Ijob 22 11 20 Oculi autem impiorum deficient, et effugium peribit ab eis, et spes illorum abominatio animæ. Aber der Gottlosen Augen werden verschmachten und die Zuflucht ihnen schwinden und ihre Hoffnung ist das, was die Seele sonst verabscheut.¹⁷ Ijob Ijob 22 11 20 17 Er schließt (wie Baldad [Ijob 8,22]) mit großer Kunst mit einem Gegenbilde. Die Augen der Gottlosen werden in eitler Erwartung vergehen und damit jede Möglichkeit, etwas zu genießen; und was sie Böses erdulden oder fürchten, vermögen sie nicht abzuwenden. Hebr.: und ihre Hoffnung ist Aushauchen der Seele: Der Tod selbst wird ihnen Gegenstand der Hoffnung. Was Sophar von Gottes Weisheit und Gerechtigkeit gesagt hat, ist sehr schön. Da aber seine Rede immer zur Voraussetzung hat, dass Glück und Unglück stets genau der Frömmigkeit entsprechen, müssen auch die wahren Worte Job peinigen, da sie dazu dienen sollen, seine Schuld zu beweisen. Auch die Verheißung zukünftigen Glückes beruht auf der falschen Voraussetzung, mithin kann die an Job gerichtete Mahnung, Gott zu beschwichtigen, jenen nur verletzen. Dazu wird Job fortwährend von leiblichen Schmerzen gequält. -Ijob Ijob 22 12 0 b. Job antwortet auf die Anschuldigung nichts, sondern setzt in einer langen Rede seine Beantwortung des ersten Wechselgespräches fort, seine Freunde tadelnd und Gottes Barmherzigkeit anflehend. (12,1-14,22) Sich an die Freunde wendend, tadelt er sie, dass sie ihn anmaßend schelten (V. 5.), und entgegnet, es sei eine bekannte Tatsache, dass die Gottlosen oft im Glücke leben. (V. 10) Deshalb kann man den Ausspruch der alten Weisen, auf welche die Freunde sich berufen, nicht blind annehmen, da nur Gott Weisheit besitzt (V. 13) und seiner Weisheit und Macht gemäß nicht alles einzig nach seiner strafenden Gerechtigkeit ordnet, wie dies zahlreiche Beispiele zeigen. (V. 25) +Ijob Ijob 22 12 0 b. Job antwortet auf die Anschuldigung nichts, sondern setzt in einer langen Rede seine Beantwortung des ersten Wechselgespräches fort, seine Freunde tadelnd und Gottes Barmherzigkeit anflehend. (12,1-14,22) Sich an die Freunde wendend, tadelt er sie, dass sie ihn anmaßend schelten (V. 5.), und entgegnet, es sei eine bekannte Tatsache, dass die Gottlosen oft im Glücke leben. (V. 10) Deshalb kann man den Ausspruch der alten Weisen, auf welche die Freunde sich berufen, nicht blind annehmen, da nur Gott Weisheit besitzt (V. 13) und seiner Weisheit und Macht gemäß nicht alles einzig nach seiner strafenden Gerechtigkeit ordnet, wie dies zahlreiche Beispiele zeigen. (V. 25) Ijob Ijob 22 12 1 Respondens autem Job, dixit: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 12 1 1 Was Job bereits [Ijob 9,22-24] erwähnt, legt er jetzt ausführlicher dar und zeigt durch die Erfahrung, dass die Behauptungen seiner Freunde auf einem falschen Fundamente ruhen. Zugleich wächst seine Erbitterung gegen seine lästigen Tröster. [Ijob 12,2, Ijob 13,3-12] Zwar wiederholt er wie zuvor die Behauptung seiner Unschuld, ja hofft diese vor Gottes Richterstuhl erweisen zu können, indes glaubt er sich nicht frei von jedem Fehler. Er vermutet, dass ihm wegen der in der Jugend begangenen Sünden diese Strafen auferlegt werden [Ijob 13,26], und beweint den Makel, welcher aus der Erbsünde auf alle Menschen übergegangen ist. [Ijob 14,4] Erkennt er ferner auch ein Leben nach dem Tode (wie [Ijob 3,17-19] so [Ijob 14,21.22]), so sucht er dennoch keinen Trost in der Hoffnung eines anderer Lebens und des Lohnes in demselben. Er bleibt bei dem Satze stehen: Man könnte die Mühsale des Lebens ertragen, wenn der Mensch nur wieder in das Leben zurückkehrte, um für alle Übel Gutes und neue Gunstbezeigungen Gottes zu erlangen. Da dies aber nicht möglich ist, ist ihm dies Veranlassung, Gott von neuem um Erbarmen und Befreiung zu bitten. Indes, was er im Herzen erwägt [Ijob 14,13-15], ist gleichsam das Vorspiel zu der höchsten Hoffnung, die er weiter unten [Ijob 19,26] aussprechen wird. Damit er zum Bewusstsein derselben gelange, dazu müssen die Vorwürfe und Anklagen der Freunde helfen. An Job selbst zeigt sich, dass die göttliche Belohnung erst im anderen leben zu erwarten ist. Der Streit der Freunde bewirkt, dass Job selbst bekennen muss, dass erst im anderen leben eine wahre und volle Lösung aller Schwierigkeiten sich findet. Ijob Ijob 22 12 2 Ergo vos estis soli homines, et vobiscum morietur sapientia? Seid ihr denn allein Menschen² und wird mit euch die Weisheit aussterben? @@ -23631,7 +23632,7 @@ Ijob Ijob 22 12 23 21 Was Job von den verschiedenen Ständen der Menschen gesag Ijob Ijob 22 12 24 Qui immutat cor principum populi terræ, et decipit eos ut frustra incedant per invium: Er nimmt den Fürsten des Volkes die Einsicht und führt sie irre, dass sie ratlos in unwegsamer Öde dahingehen; Ijob Ijob 22 12 25 Palpabunt quasi in tenebris, et non in luce, et errare eos faciet quasi ebrios. sie tappen wie in der Finsternis und fern vom Lichte und er lässt sie irre gehen wie Trunkene.²² Ijob Ijob 22 12 25 22 Diese Regierung der Welt ist auf Gottes Macht und Weisheit zugleich zurückzuführen, also nicht alles nur nach dem Maßstabe der Gerechtigkeit zu messen. -Ijob Ijob 22 13 0 Da er dies, durch die Erfahrung belehrt, wisse (V. 2), mögen die Freunde schweigen, damit sie nicht durch den Versuch, Gott mit Lügen zu verteidigen, dessen Zorn erregen. (V. 12) Sich an Gott wendend (13,13 - 14,22), bekennt Job, dass er sein ganzes Vertrauen auf den Herrn setze, (V. 19) da er vertraue, von diesem im Gericht freigesprochen zu werden, wenn er nur nicht von dessen Majestät erdrückt werde. (V. 22) Er fleht Gott um Erbarmen an, die elende Lage beschreibend, in der er sich befindet. +Ijob Ijob 22 13 0 Da er dies, durch die Erfahrung belehrt, wisse (V. 2), mögen die Freunde schweigen, damit sie nicht durch den Versuch, Gott mit Lügen zu verteidigen, dessen Zorn erregen. (V. 12) Sich an Gott wendend (13,13 - 14,22), bekennt Job, dass er sein ganzes Vertrauen auf den Herrn setze, (V. 19) da er vertraue, von diesem im Gericht freigesprochen zu werden, wenn er nur nicht von dessen Majestät erdrückt werde. (V. 22) Er fleht Gott um Erbarmen an, die elende Lage beschreibend, in der er sich befindet. Ijob Ijob 22 13 1 Ecce omnia hæc vidit oculus meus, et audivit auris mea, et intellexi singula. Sehet, dies alles hat mein Auge gesehen und mein Ohr gehört¹ und jegliches habe ich verstanden. Ijob Ijob 22 13 1 1 Beschluss der Aufzählung. Er hat die Schöpfung betrachtet [Ijob 12,7-10] und die Aussprüche der Weisen gehört [Ijob 12,13ff], sich so eine rechte Vorstellung von Gottes Weltregierung zu bilden. Seine Freunde haben an die Erfahrung appelliert [Ijob 5,27, Ijob 8,8], diese steht auf Jobs Seite. Ijob Ijob 22 13 2 Secundum scientiam vestram et ego novi: nec inferior vestri sum. Was ihr wisset, weiß auch ich und ich stehe nicht hinter euch zurück.² @@ -23689,7 +23690,7 @@ Ijob Ijob 22 13 27 Posuisti in nervo pedem meum, et observasti omnes semitas mea Ijob Ijob 22 13 27 28 Hebr.: Und um meiner Füße Sohlen Schranken gezogen. Ijob Ijob 22 13 28 Qui quasi putredo consumendus sum, et quasi vestimentum, quod comeditur a tinea. der ich wie Moder vergehen soll und wie ein Kleid, das von den Motten zerfressen wird.²⁹ Ijob Ijob 22 13 28 29 Ich kann nicht entfliehen, denn bereits fault mein Leib und zerfällt. Insofern die gebrauchten Bilder die menschliche Gebrechlichkeit überhaupt darstellen, bereiten ihm diese den Weg zu einer allgemeinen Schilderung des menschlichen Elendes. -Ijob Ijob 22 14 0 Gott zum Erbarmen zu bewegen, weist Job auf die Schwäche und den nicht sündenfreien Ursprung des Menschen hin. (V. 6) Der Mensch lebe nur einmal (V. 10) und aus der Unterwelt gebe es keine Rückkehr. (V. 15) Flehentliche Bitte an Gott, seiner ob seiner Sünden zu schonen. +Ijob Ijob 22 14 0 Gott zum Erbarmen zu bewegen, weist Job auf die Schwäche und den nicht sündenfreien Ursprung des Menschen hin. (V. 6) Der Mensch lebe nur einmal (V. 10) und aus der Unterwelt gebe es keine Rückkehr. (V. 15) Flehentliche Bitte an Gott, seiner ob seiner Sünden zu schonen. Ijob Ijob 22 14 1 Homo natus de muliere, brevi vivens tempore, repletur multis miseriis. Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und wird mit vielem Elende erfüllt.¹ Ijob Ijob 22 14 1 1 Zu seinem besonderen Missgeschicke kommt noch das allgemeine, das mit dem Menschensein überhaupt verknüpft ist. Das menschliche Leben überhaupt ist ein trauriges nach Anfang, Verlauf und Ende. Ijob Ijob 22 14 2 Qui quasi flos egreditur et conteritur, et fugit velut umbra, et nunquam in eodem statu permanet. Wie eine Blume geht er auf und wird zertreten und flieht wie ein Schatten und bleibt nimmer in einem Stande.² [Ijob 8,9, Ps 143,4] @@ -23728,7 +23729,7 @@ Ijob Ijob 22 14 21 Sive nobiles fuerint filii ejus, sive ignobiles, non intellig Ijob Ijob 22 14 21 15 Zu dem traurigen Umstande, dass keine Rückkehr aus dem Grabe stattfindet, kommt noch der andere, dass der gestorbene für seine Hinterlassenen nicht mehr sorgen kann, ja nicht einmal von ihnen Kunde hat. Das Jenseits besitzt im Alten Testamente noch nicht das ewige Licht noch die Gemeinschaft der Heiligen. Ijob Ijob 22 14 22 Attamen caro ejus dum vivet dolebit, et anima illius super semetipso lugebit. Doch sein Leib fühlt Schmerz, solange er lebt, und über ihn trauert seine Seele.¹⁶ Ijob Ijob 22 14 22 16 Hebr.: Nur seines eigenen Fleisches Schmerz empfindet er (dass es verwest) und über ihn nur trauert seine Seele. Die Vulgata kehrt minder richtig zum beständigen Elend dieses Lebens zurück. -Ijob Ijob 22 15 0 3. Zweiter Redewechsel. (15,1 21,14) Die Freunde wenden ihren eigenen Grundsatz unmittelbar auf Job an, da dessen Sünde offenbar die Ursache seines Unglückes sei. Job zeigt, dass der Grundsatz, auf den sie sich stützen, falsch und trügerisch ist. A. Heftiger Streit zwischen Eliphaz und Job. (15,1 17,16) a. Eliphaz tadelt Job heftig und versucht ihn zu schrecken. (Kap. 15) Er beschuldigt Job der Anmaßung und Frechheit, da er gegen Gott wie die Spötter rede, (V. 6) und erklärt ihn für hochmütig, da er, obwohl viel niedriger stehend, sich anderen vorziehe (V. 13), dann wiederholt er, vor Gott sei niemand rein, (V. 16) und auf das anspielend, was Job von dem Glücke vieler Bösen gesagt, mahnt er, dass die Bösen stets von inneren Peinen heimgesucht werden. (V. 24) Endlich beschreibt er, um Job zu schrecken, in erhabener Weise die Gerechtigkeit, welche Gott gegen die Bösen übt. +Ijob Ijob 22 15 0 3. Zweiter Redewechsel. (15,1 21,14) Die Freunde wenden ihren eigenen Grundsatz unmittelbar auf Job an, da dessen Sünde offenbar die Ursache seines Unglückes sei. Job zeigt, dass der Grundsatz, auf den sie sich stützen, falsch und trügerisch ist. A. Heftiger Streit zwischen Eliphaz und Job. (15,1 17,16) a. Eliphaz tadelt Job heftig und versucht ihn zu schrecken. (Kap. 15) Er beschuldigt Job der Anmaßung und Frechheit, da er gegen Gott wie die Spötter rede, (V. 6) und erklärt ihn für hochmütig, da er, obwohl viel niedriger stehend, sich anderen vorziehe (V. 13), dann wiederholt er, vor Gott sei niemand rein, (V. 16) und auf das anspielend, was Job von dem Glücke vieler Bösen gesagt, mahnt er, dass die Bösen stets von inneren Peinen heimgesucht werden. (V. 24) Endlich beschreibt er, um Job zu schrecken, in erhabener Weise die Gerechtigkeit, welche Gott gegen die Bösen übt. Ijob Ijob 22 15 1 Respondens autem Eliphaz Themanites, dixit: Da antwortete Eliphaz, der Themaniter, und sprach:¹ Ijob Ijob 22 15 1 1 Eliphaz tadelt besonders zwei Behauptungen Jobs: dass er unschuldig leide und dass die Gottlosen im Glücke seien. Er betont dagegen, dass die Gottlosen in Schrecken leben und endlich kläglich untergehen. Damit sagt er, bei seiner Meinung hartnäckig beharrend, bereits Vorgebrachtes von neuem. (V. 10, V. 14-19, V. 29ff) Immerhin fügt er auch neues an, was einen Fortschritt ausmacht: einen psychologischen, insofern er Job mit größerer Heftigkeit angreift, ihn der Gottlosigkeit, Gotteslästerung (V. 2-6) und unzähliger Sünden (V. 16) beschuldigt und bei der Beschreibung des Gottlosen auf Job anspielt (V. 25-28.30), was alles Jobs Leiden mehrt. Auch ein philosophisch-theologischer Fortschritt ist zu beachten, denn Jobs Satz von dem Glücke der Gottlosen wird durch den entgegengesetzten von ihrem Schrecken und ihrem Untergange beleuchtet. Ijob Ijob 22 15 2 Numquid sapiens respondebit quasi in ventum loquens, et implebit ardore stomachum suum? Antwortet etwa ein Weiser, als redete er in den Wind, und erfüllt er sein Inneres mit Gluthitze?² @@ -23801,7 +23802,7 @@ Ijob Ijob 22 15 34 35 Zum Schlusse wird noch die allgemeine Erfahrungsregel aus Ijob Ijob 22 15 34 36 Die Familie. Ijob Ijob 22 15 35 Concepit dolorem, et peperit iniquitatem, et uterus ejus præparat dolos. Er hat Unheil empfangen und Freveltat geboren und sein Schoß bereitet Trug.³⁷ Ijob Ijob 22 15 35 37 Er nimmt Anschläge ins Herz auf, voll von Unrecht, führt er sie aus, so gebiert er Ungerechtigkeit und sicher auch der Empfängnis gemäß Strafe. Auch bleibt er nicht bei einer Ausgeburt stehen, sondern denkt alsbald an nicht weniger Verderbliches mit unerschöpflicher Fruchtbarkeit, doch der Erfolg von allem ist einer, den er nicht erwartet: er bereitet sich selber Täuschung, er bringt nichts zustande. -Ijob Ijob 22 16 0 b. Job antwortet hierauf weniger heftig. (16,1-17,16) Er beklagt sich, dass die Freunde, stets das gleiche wiederholend, ihm lästige Tröster seien. (V. 6) Von dem Tadel seiner Freunde geht er zur erneuten Beschreibung seiner Leiden über, die umso größer seien, als er in die Hände der Gottlosen dahingegeben und unerwartet und plötzlich der Wechsel des Schicksals eingetreten sei. (V. 17) So wünsche er denn von ganzem Herzen, man möchte sein Leiden nicht seiner Verschuldung zuschreiben, und ruft Gott als Zeugen seiner Unschuld an, seine Freunde zurückweisend, die ihn nur verhöhnen. (V. 22) Nur wenige Lebenstage seien ihm noch übrig. +Ijob Ijob 22 16 0 b. Job antwortet hierauf weniger heftig. (16,1-17,16) Er beklagt sich, dass die Freunde, stets das gleiche wiederholend, ihm lästige Tröster seien. (V. 6) Von dem Tadel seiner Freunde geht er zur erneuten Beschreibung seiner Leiden über, die umso größer seien, als er in die Hände der Gottlosen dahingegeben und unerwartet und plötzlich der Wechsel des Schicksals eingetreten sei. (V. 17) So wünsche er denn von ganzem Herzen, man möchte sein Leiden nicht seiner Verschuldung zuschreiben, und ruft Gott als Zeugen seiner Unschuld an, seine Freunde zurückweisend, die ihn nur verhöhnen. (V. 22) Nur wenige Lebenstage seien ihm noch übrig. Ijob Ijob 22 16 1 Respondens autem Job, dixit: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 16 1 1 Jobs Schmerzen werden genauer beschrieben und so wird besser zum Ausdruck gebracht, wie heldenmütig er sie erträgt. Auch fasst der Dulder Hoffnung und spricht bereits offen und unbezweifelt aus, dass Gott seiner Unschuld Rächer werde. (Angedeutet [Ijob 14,13-17], hier V. 19-21.) Ijob Ijob 22 16 2 Audivi frequenter talia, consolatores onerosi omnes vos estis. Solches habe ich oftmals gehört, lästige Tröster² seid ihr insgesamt. @@ -23852,7 +23853,7 @@ Ijob Ijob 22 16 22 Atque utinam sic judicaretur vir cum Deo, quomodo judicatur f Ijob Ijob 22 16 22 26 Wenn Gott schon jetzt sein Zeuge und Mitwisser ist, so könnte er auch jetzt schon ihm Hilfe gewähren, indem er, der ihn durch das Leiden in den Augen der Menschen als Sünder hingestellt, zu erkennen gibt, dass er kein solcher sei, sondern recht habe, wenn er seine Unschuld behaupte. So nach dem Hebr.: Zu Gott blickt mein Auge tränend empor, dass er entscheide für den Mann gegen Gott und für den Menschensohn gegenüber einem Freunde (oder: wie sein Freund). Der Gott, gegen den entschieden wird, ist der nur vorgestellte, unwirkliche, aus dem die Freunde einen gerechten machen wollten. In der Vulg. ist derselbe Sinn wie [Ijob 9,32.33, Ijob 13,19-24]. Ijob Ijob 22 16 23 Ecce enim breves anni transeunt, et semitam, per quam non revertar, ambulo. Denn siehe, die kurzen Jahre gehen vorüber und ich wandle den Pfad dahin, auf dem ich nicht zurückkommen werde.²⁷ Ijob Ijob 22 16 23 27 Gründe aus der Kürze und dem Elende des Lebens hergenommen, wie [Ijob 14,5.6]. Der erste Vers von [Ijob 17] zeigt noch mehr, wie nahe Job dem Tode ist. -Ijob Ijob 22 17 0 Job nimmt zu Gott mit voller Zuversicht seine Zuflucht (V. 3) und weist seine Freunde als Richter zurück, da ihnen die wahre Weisheit abgehe (V. 10) und sie ihm nur eitlen Trost bieten. +Ijob Ijob 22 17 0 Job nimmt zu Gott mit voller Zuversicht seine Zuflucht (V. 3) und weist seine Freunde als Richter zurück, da ihnen die wahre Weisheit abgehe (V. 10) und sie ihm nur eitlen Trost bieten. Ijob Ijob 22 17 1 Spiritus meus attenuabitur, dies mei breviabuntur, et solum mihi superest sepulcrum. Mein Geist wird kraftlos,¹ meine Tage gehen zu Ende und einzig das Grab ist mir übrig.² Ijob Ijob 22 17 1 1 Besser in der Vergangenheit: ist geworden. Ijob Ijob 22 17 1 2 Ich trage gleichsam schon seine Vorboten an mir. @@ -23889,7 +23890,7 @@ Ijob Ijob 22 17 15 Ubi est ergo nunc præstolatio mea, et patientiam meam quis c Ijob Ijob 22 17 15 19 Frage an die Freunde. Was habe ich also in Wahrheit zu erwarten? Hebr.: 15.; b: Und meine Hoffnung, wer kann sie jetzt schauen? Nämlich: Wer erschaut eine andere als die des baldigen Todes? Ijob Ijob 22 17 16 In profundissimum infernum descendent omnia mea: putasne saltem ibi erit requies mihi? In der Unterwelt tiefste Tiefen wird all das Meine hinunterfahren, werde ich wohl da wenigstens Ruhe haben?²⁰ Ijob Ijob 22 17 16 20 Er schließt mit einem Seufzer. Er sehnt sich nach Tod und Vorhölle und fürchtet doch wieder. Wenngleich Job alle seine Hoffnung auf Gott setzt [Ijob 16,18.20] und diese von neuem bezeugt hat [Ijob 17,8], so hofft er dennoch auf Erden nicht die Wiedergabe seiner Güter und Gesundheit. Obgleich er meint, dass das, was er am innigsten begehrt, ihm versagt bleibt, hält er fest an Gott. So trägt er einen glänzenden Sieg über Satans Verleumdung davon: Er dient Gott und hängt an Glauben und Religion um Gottes willen. Um dies noch mehr zu zeigen, lässt der heilige Schriftsteller Job die Freunde und ihre zeitlichen Versprechungen widerlegen. -Ijob Ijob 22 18 0 B. Zweiter Streit Baldads und Jobs. (18,1 19,29) a. Baldad ergeht sich, auf seiner irrtümlichen Meinung beharrend, von neuem über den Fall der Gottlosen. (Kap. 18): Da Eliphaz Job zugestanden zu haben schien, dass die Gottlosen nicht stets offenbar gestraft werden, sondern oft nur durch Gewissensbisse gepeinigt werden, zeiht Baldad beide der Torheit und Anmaßung. (V. 3) Dann wendet er sich an Job allein und erklärt, Gott werde seinetwegen nicht seine unwandelbaren Ratschlüsse ändern, sondern den Gottlosen sicher und offenbar dem Untergange preisgeben. (V. 7) Den vielfachen Sturz des Gottlosen beschreibend (V. 14), fügt er hinzu, dass derselbe mit dem Tode des Gottlosen nicht endet, sondern dessen ganze Familie nach sich zieht. +Ijob Ijob 22 18 0 B. Zweiter Streit Baldads und Jobs. (18,1 19,29) a. Baldad ergeht sich, auf seiner irrtümlichen Meinung beharrend, von neuem über den Fall der Gottlosen. (Kap. 18): Da Eliphaz Job zugestanden zu haben schien, dass die Gottlosen nicht stets offenbar gestraft werden, sondern oft nur durch Gewissensbisse gepeinigt werden, zeiht Baldad beide der Torheit und Anmaßung. (V. 3) Dann wendet er sich an Job allein und erklärt, Gott werde seinetwegen nicht seine unwandelbaren Ratschlüsse ändern, sondern den Gottlosen sicher und offenbar dem Untergange preisgeben. (V. 7) Den vielfachen Sturz des Gottlosen beschreibend (V. 14), fügt er hinzu, dass derselbe mit dem Tode des Gottlosen nicht endet, sondern dessen ganze Familie nach sich zieht. Ijob Ijob 22 18 1 Respondens autem Baldad Suhites, dixit: Baldad, der Suhiter, antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 18 1 1 Da Eliphaz zugestanden, dass die Strafen der Gottlosen nicht stets ganz offenbar sind, sondern bisweilen nur in Gewissensbissen bestehen, nimmt Baldad die frühere Behauptung auf, dass die Gottlosen stets einen wahrnehmbaren Untergang finden. Durch die Wiederholung seines Satzes beschreibt er Jobs Lage und stellt dessen Geduld um so mehr auf die Probe, als jener Satz bereits widerlegt war. Was er in [Ijob 8] bereits gesagt, wiederholt er von neuem; nur dass er die Qualen des Gottlosen genauer und schreckenvoller beschreibt und jede Hoffnung für Job aufgibt. Ijob Ijob 22 18 2 Usque ad quem finem verba jactabitis? intelligite prius, et sic loquamur. Bis wie lange noch werdet ihr solche Worte ausstoßen?² Werdet zuerst einsichtig, und dann wollen wir reden! @@ -23937,7 +23938,7 @@ Ijob Ijob 22 18 20 In die ejus stupebunt novissimi, et primos invadet horror. Ob Ijob Ijob 22 18 20 25 Richtiger scheint das Hebräische so wiederzugeben, dass die Späteren und Früheren dem Orte, nicht der Zeit nach verstanden werden, also: die im Westen und die im Osten Wohnenden. Ijob Ijob 22 18 21 Hæc sunt ergo tabernacula iniqui, et iste locus ejus, qui ignorat Deum. Das fürwahr sind die Wohnungen der Gottlosen und das ist die Stätte desjenigen, der Gott nicht kennen will.²⁶ Ijob Ijob 22 18 21 26 Der sich nicht um Gott kümmern will. Damit wird Job gesagt, dass somit auch sein Unglück die Strafe für verübte Frevel sei und das oben beschriebene Schicksal des Frevlers auch ihm noch bevorstehe, soweit es ihn noch nicht getroffen. -Ijob Ijob 22 19 0 b. Job betrübt darüber, dass er von seinen Freunden so ungerecht behandelt wird, richtet seinen Blick auf seinen Erlöser, durch den auch nach seinem Tode seine Unschuld sicher allen offenbart werden würde (V. 1-29): Über der Freunde Vorwürfe klagend (V. 5), bittet und fleht er sie an, da Gott nicht nach seinen gewöhnlichen Gesetzen gegen ihn verfahre (V. 7), wie dies aus dem vollständigen Verlust seines Vermögens (V. 12) und seiner gänzlichen Verlassenheit erscheine (V. 20), sollten sie doch wenigstens als seine Freunde mit seinem Schicksal Mitleid hegen. (V. 22) Doch da er sieht, dass er umsonst solche Bitten an sie richtet, drückt er die festeste Hoffnung aus, sein Erlöser, der lebt, werde bei der zukünftigen Auferstehung, die er sicher erwarte, seine Unschuld kundtun. (V. 27) Im Vertrauen auf diese Hoffnung mahnte er die Freunde, sich vor dessen Gericht sicher zu stellen. +Ijob Ijob 22 19 0 b. Job betrübt darüber, dass er von seinen Freunden so ungerecht behandelt wird, richtet seinen Blick auf seinen Erlöser, durch den auch nach seinem Tode seine Unschuld sicher allen offenbart werden würde (V. 1-29): Über der Freunde Vorwürfe klagend (V. 5), bittet und fleht er sie an, da Gott nicht nach seinen gewöhnlichen Gesetzen gegen ihn verfahre (V. 7), wie dies aus dem vollständigen Verlust seines Vermögens (V. 12) und seiner gänzlichen Verlassenheit erscheine (V. 20), sollten sie doch wenigstens als seine Freunde mit seinem Schicksal Mitleid hegen. (V. 22) Doch da er sieht, dass er umsonst solche Bitten an sie richtet, drückt er die festeste Hoffnung aus, sein Erlöser, der lebt, werde bei der zukünftigen Auferstehung, die er sicher erwarte, seine Unschuld kundtun. (V. 27) Im Vertrauen auf diese Hoffnung mahnte er die Freunde, sich vor dessen Gericht sicher zu stellen. Ijob Ijob 22 19 1 Respondens autem Job, dixit: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 19 1 1 Job beschreibt seine Leiden, unter denen bisher noch unbekannte (V. 13-20) sind, so dass des gemarterten Job Bild stets vollständiger wird. Auf neue Weise sucht Job seine Freunde zu rühren. Auch bekennt er jetzt klar seine Hoffnung auf die Auferstehung und auf zukünftigen Lohn. Ijob Ijob 22 19 2 Usquequo affligitis animam meam, et atteritis me sermonibus? Wie lange wollt ihr meine Seele betrüben² und mich zermalmen mit Reden? @@ -23996,7 +23997,7 @@ Ijob Ijob 22 19 27 28 Bisher hat Job vergebens gebeten, Gott möchte ihn für u Ijob Ijob 22 19 28 Quare ergo nunc dicitis: Persequamur eum, et radicem verbi inveniamus contra eum? Warum also sagt ihr nun: Lasset uns ihn verfolgen und einen Grund zur Anklage wider ihn finden? Ijob Ijob 22 19 29 Fugite ergo a facie gladii, quoniam ultor iniquitatum gladius est: et scitote esse judicium? Darum fliehet vor dem Schwerte, denn ein Rächer der Missetat ist das Schwert, und wisset, dass es ein Gericht gibt.²⁹ Ijob Ijob 22 19 29 29 Wenn ihr nun sagt: Wie wollen wir ihn verfolgen! Und in mir sei der Sache Grund zu finden, so fürchtet euch vor dem Schwerte, denn derlei sind Schwertesvergehungen, damit ihr erkennet, dass es ein Gericht gibt. Grund zur Anklage: die vorgebliche Sünde. Sinn: Ihr verleumdet mich gegen alle Gerechtigkeit, denket also an Gottes rächende Strafe (Schwert) am Tage des Gerichtes, wenn auch ihr auferstehen werdet. -Ijob Ijob 22 20 0 C. Neuer Kampf zwischen Sophar und Job. (20,1 21,34) a. Sophars Rede. (Kap. 20) Sophar erklärt, Jobs Mahnung zwinge ihn zu reden. (V. 3) Nicht ohne Beredsamkeit legt er von neuem, um Job zu schrecken, das Elend des Gottlosen dar, indem er mahnt, das Glück des Gottlosen werde sehr kurz sein (V. 10), sein Sturz aber sei gerecht (V. 23) und werde ein vollständiger sein. +Ijob Ijob 22 20 0 C. Neuer Kampf zwischen Sophar und Job. (20,1 21,34) a. Sophars Rede. (Kap. 20) Sophar erklärt, Jobs Mahnung zwinge ihn zu reden. (V. 3) Nicht ohne Beredsamkeit legt er von neuem, um Job zu schrecken, das Elend des Gottlosen dar, indem er mahnt, das Glück des Gottlosen werde sehr kurz sein (V. 10), sein Sturz aber sei gerecht (V. 23) und werde ein vollständiger sein. Ijob Ijob 22 20 1 Respondens autem Sophar Naamathites, dixit: Sophar, der Naamathiter, antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 20 1 1 Alle diese Beschwörungen Jobs sind wirkungslos, ja, Jobs Geduld wird durch noch härtere Anklagen weiter geprüft. Sophar wiederholt heftiger als zuvor seine Angriffe und sucht den inneren Zusammenhang der Strafe mit der Sünde nachzuweisen. Ijob Ijob 22 20 2 Idcirco cogitationes meæ variæ succedunt sibi, et mens in diversa rapitur. Darum² folgen einander in mir wechselnd die Gedanken und hierhin und dorthin wird mein Geist getragen. @@ -24054,7 +24055,7 @@ Ijob Ijob 22 20 28 Apertum erit germen domus illius, detrahetur in die furoris D Ijob Ijob 22 20 28 27 Diese Rache geht auf alles über, was mit ihm durch Verwandtschaft am Fluche teil hat. Niedergebeugt: zerrinnendes Wasser: so wird alles, was er besitzt, zerstreut. Ijob Ijob 22 20 29 Hæc est pars hominis impii a Deo, et hereditas verborum ejus a Domino. Das ist der Anteil eines gottlosen Menschen von Seiten Gottes und das von dem Herrn für seine Taten zugewiesene Erbe.²⁸ Ijob Ijob 22 20 29 28 Wie zuvor Baldad, so fasst nun auch Sophar den Inhalt des Gesagten in einen nachdrücklich bekräftigenden Satz zusammen. -Ijob Ijob 22 21 0 b. Job zeigt dem entgegen, dass jene Beschreibung mit Unrecht auf alle ausgedehnt wird (Kap. 21). Er bittet seine Freunde, sorgfältig auf das, was er ihnen sagen werde, zu achten (V. 6); durch die Erfahrung stehe fest, dass viele Gottlose unumschränkten Glückes sich erfreuen, obwohl sie wider Gott Lästerungen ausstoßen (V. 15), und dass demnach nicht die Sünden aller alsbald von Gott gestraft werden. (V. 26) Ja, noch mehr, der Gottlose werde oft nicht allein sein Leben hindurch, sondern auch nach seinem Tode von den Menschen geehrt. (V. 33) Mithin ist der Trost der Freunde nichtig und ihre Antwort streitet gegen die Wahrheit. +Ijob Ijob 22 21 0 b. Job zeigt dem entgegen, dass jene Beschreibung mit Unrecht auf alle ausgedehnt wird (Kap. 21). Er bittet seine Freunde, sorgfältig auf das, was er ihnen sagen werde, zu achten (V. 6); durch die Erfahrung stehe fest, dass viele Gottlose unumschränkten Glückes sich erfreuen, obwohl sie wider Gott Lästerungen ausstoßen (V. 15), und dass demnach nicht die Sünden aller alsbald von Gott gestraft werden. (V. 26) Ja, noch mehr, der Gottlose werde oft nicht allein sein Leben hindurch, sondern auch nach seinem Tode von den Menschen geehrt. (V. 33) Mithin ist der Trost der Freunde nichtig und ihre Antwort streitet gegen die Wahrheit. Ijob Ijob 22 21 1 Respondens autem Job, dixit: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 21 1 1 Was Job bereits früher [Ijob 9,24, Ijob 12,6] bekämpft, zeigt er jetzt durch Beispiele als falsch. Als er um Erbarmen flehte [Ijob 19,23] antwortete ihm Sophar einzig durch harte Anklagen. [Ijob 20] Dennoch erwidert Job ruhig und ohne Zorn, einzig die Wahrheit verfechtend, erhaben über seine Schmerzen, aber auch über Schmähungen. So erweist denn die folgende Rede als Heroen der Geduld. Ijob Ijob 22 21 2 Audite quæso sermones meos, et agite pnitentiam. Höret doch meine Reden² und tuet Buße!³ @@ -24122,7 +24123,7 @@ Ijob Ijob 22 21 33 Dulcis fuit glareis Cocyti, et post se omnem hominem trahet, Ijob Ijob 22 21 33 32 Hebr.: Süß sind ihm des Tales Schollen und alle Welt zieht ihm nach, wie ihm Unzählige vorangegangen. Noch nach seinem Hinscheiden erfreut er sich vieler Bewunderer und Nachahmer, wie er auch unzählige Vorgänger hat. So hat er außer dem Denkmale über seinem Grabe noch ein anderes in den Herzen der Menschen, welches noch weit mehr als jenes sein Andenken auf die Nachwelt bringt. Vulgata: Kocytus ist der Strom des Totenreiches, die Grenzscheide zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Oberwelt und Unterwelt. Am Kocytus herrscht sonst Trauer und Klage, doch den Bösen scheint oft bis an diese äußerste Grenzlinie, bis zu der man den Menschen verfolgen kann, das Glück zu folgen, so dass selbst die Unterwelt sich zu streuen scheint, einen solchen Bewohner zu erhalten. Ijob Ijob 22 21 34 Quomodo igitur consolamini me frustra, cum responsio vestra repugnare ostensa sit veritati? Wie mögt ihr mich also so eitel trösten, da sich eure Antwort als der Wahrheit widerstrebend erwiesen hat?³³ Ijob Ijob 22 21 34 33 Wenn man also von den Erwiderungen der Freunde auf seine Reden das abziehe, was den angeführten Tatsachen widerspricht, so bliebe nur Bosheit übrig, die sich in den gegen alle Wahrheit gegen Job vorgebrachten Beschuldigungen zeige. Damit aber erweisen sich die ihm gebotenen Tröstungen als nichtig und eitel. -Ijob Ijob 22 22 0 3. Dritter Streit. Eliphaz scheut sich nicht, Job die schwersten Verbrechen zur Last zu legen, doch wird der Grundsatz, auf den er sich stützt, von Job so widerlegt, dass Baldad kaum noch eine Antwort findet, Sophar aber gänzlich schweigt. (22,1 26,14) A. Scharfe Beschuldigung Eliphaz gegen Job und Jobs Antwort. (22,1 24,25) a. Eliphaz Beschuldigung. (Kp. 22) Da Eliphaz den letzten Schluss Jobs nicht zu widerlegen weiß, stellt er gleichsam als sein Fundament den Satz auf, dass Gott als einzige Richtschnur seines Handelns die strafende Gerechtigkeit hat. (V. 5) Er zählt viele Vergehen auf, durch welche Job sich das Unglück, von dem er bedrängt werde, zugezogen habe (V. 11), könne doch Gott die Sünden weder nicht sehen noch unbeachtet lassen, sondern strafe vielmehr, wie die Geschichte lehre, alle Frevel. (V. 20) Deshalb mahnt er Job, Buße zu tun, um so würdig zu werden, neue Wohltaten von Gott zu empfangen. +Ijob Ijob 22 22 0 3. Dritter Streit. Eliphaz scheut sich nicht, Job die schwersten Verbrechen zur Last zu legen, doch wird der Grundsatz, auf den er sich stützt, von Job so widerlegt, dass Baldad kaum noch eine Antwort findet, Sophar aber gänzlich schweigt. (22,1 26,14) A. Scharfe Beschuldigung Eliphaz gegen Job und Jobs Antwort. (22,1 24,25) a. Eliphaz Beschuldigung. (Kp. 22) Da Eliphaz den letzten Schluss Jobs nicht zu widerlegen weiß, stellt er gleichsam als sein Fundament den Satz auf, dass Gott als einzige Richtschnur seines Handelns die strafende Gerechtigkeit hat. (V. 5) Er zählt viele Vergehen auf, durch welche Job sich das Unglück, von dem er bedrängt werde, zugezogen habe (V. 11), könne doch Gott die Sünden weder nicht sehen noch unbeachtet lassen, sondern strafe vielmehr, wie die Geschichte lehre, alle Frevel. (V. 20) Deshalb mahnt er Job, Buße zu tun, um so würdig zu werden, neue Wohltaten von Gott zu empfangen. Ijob Ijob 22 22 1 Respondens autem Eliphaz Themanites, dixit: Eliphaz, der Themaniter, antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 22 1 1 Eliphaz versucht seine Lehre von Lohn und Strafe gleichsam a priori zu beweisen. Zudem bringt er bestimmte Anschuldigungen gegen Job vor, indem er zugleich die früheren vergrößert und so Job heftiger peinigt. Er bemüht sich, Jobs Behauptung durch das Beispiel göttlicher Rache an den Gottlosen zu widerlegen. Ijob Ijob 22 22 2 Numquid Deo potest comparari homo, etiam cum perfectæ fuerit scientiæ? Kann etwa der Mensch mit Gott sich vergleichen,² auch wenn er vollkommene Wissenschaft besitzt?³ @@ -24182,7 +24183,7 @@ Ijob Ijob 22 22 29 Qui enim humiliatus fuerit, erit in gloria: et qui inclinaver Ijob Ijob 22 22 29 28 Hebr.: Bedrängt man dich, so rufst du: Empor! Und dem Gebeugten hilft er auf. Ijob Ijob 22 22 30 Salvabitur innocens, salvabitur autem in munditia manuum suarum. Der Unschuldige wird gerettet werden, aber gerettet durch die Reinheit seiner Hände.²⁹ Ijob Ijob 22 22 30 29 Hebr.: Sogar den Nichtschuldlosen wird er retten, gerettet werden wird er durch die Reinheit seiner Hände, d.i. wenn er nur alles Unrecht von sich tut. Um deinetwillen lässt Gott auch dem Nichtschuldlosen Rettung widerfahren; ein Wort, das sich in anderem Sinne als er es gemeint, an ihm und den beiden anderen Freunden erfüllen soll. -Ijob Ijob 22 23 0 b. Antwort Jobs (23,1 24,25) Da seine Freunde seinen Worten keinen Glauben beimessen wollen, drückt Job den Wunsch aus, vor Gott seine Unschuld zu beweisen (V. 6); und da Gott ihm seine Gegenwart zu entziehen scheint (V. 9), beruft er sich auf Gottes Allwissenheit, die sein ganzes Leben kenne. (V. 17) +Ijob Ijob 22 23 0 b. Antwort Jobs (23,1 24,25) Da seine Freunde seinen Worten keinen Glauben beimessen wollen, drückt Job den Wunsch aus, vor Gott seine Unschuld zu beweisen (V. 6); und da Gott ihm seine Gegenwart zu entziehen scheint (V. 9), beruft er sich auf Gottes Allwissenheit, die sein ganzes Leben kenne. (V. 17) Ijob Ijob 22 23 1 Respondens autem Job, ait: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 23 1 1 Job gesteht, dass er mehr durch die Unkenntnis der Absichten Gottes als durch sein Leiden gequält werde. Trotz aller Anschuldigungen appelliert er mit Vertrauen an Gottes Richterstuhl und setzt selbst auseinander, welches sein Leben war. An verschiedenen Klassen von Menschen weist er nach, dass die Bösen ohne Strafe bleiben, und drängt heftiger auf eine Lösung, die seiner Freunde Reden nicht herbeigeführt haben. Wunderbar ist Jobs Ruhe, trotz aller Anklagen, seine Bescheidenheit, Würde und Geduld in der Antwort. Ijob Ijob 22 23 2 Nunc quoque in amaritudine est sermo meus, et manus plagæ meæ aggravata est super gemitum meum. Auch jetzt ist meine Rede bitter² und meiner Plage Wucht drückt schwerer als mein Seufzen.³ @@ -24216,7 +24217,7 @@ Ijob Ijob 22 23 15 15 Dieses Unbegreifliche in Gottes Ratschlusse erfüllt Job Ijob Ijob 22 23 16 Deus mollivit cor meum, et Omnipotens conturbavit me. Gott hat mein Herz verzagt gemacht und der Allmächtige hat mich in Bestürzung versetzt, Ijob Ijob 22 23 17 Non enim perii propter imminentes tenebras, nec faciem meam operuit caligo. denn nicht wegen der andringenden Finsternis kam ich um noch bedeckte Dunkel mein Antlitz.¹⁶ Ijob Ijob 22 23 17 16 Hebr.: Denn nicht des Unglücks wegen fühle ich mich vernichtet, noch wegen meiner Person, die Finsternis bedeckt hat. -Ijob Ijob 22 24 0 Gott weiß zwar, wann er Gericht halten soll, wir aber kennen die Zeit nicht (V. 1) und uns steht es nicht zu, zu urteilen, warum in dieser Welt oft die Gottlosen herrschen, während die Armen dulden müssen (V. 12), soviele Frevel im Verborgenen begangen werden, die keine Strafe zu finden scheinen, (v. 17) und die Bösen nicht immer die gebührende Strafe leiden. +Ijob Ijob 22 24 0 Gott weiß zwar, wann er Gericht halten soll, wir aber kennen die Zeit nicht (V. 1) und uns steht es nicht zu, zu urteilen, warum in dieser Welt oft die Gottlosen herrschen, während die Armen dulden müssen (V. 12), soviele Frevel im Verborgenen begangen werden, die keine Strafe zu finden scheinen, (v. 17) und die Bösen nicht immer die gebührende Strafe leiden. Ijob Ijob 22 24 1 Ab Omnipotente non sunt abscondita tempora: qui autem noverunt eum, ignorant dies illius. Vor dem Allmächtigen sind die Zeiten nicht verborgen; aber die ihn kennen, wissen seine Tage nicht.¹ Ijob Ijob 22 24 1 1 Job bespricht jetzt wieder, um dem Eliphaz mehr direkt zu antworten, die traurige Erfahrung, dass das Schicksal der Guten und Bösen ihrem moralischen Zustande nicht entspricht. Anstatt Gottes und der Frommen Widersacher und Lästerer je mit Unheil und Verderben gestraft zu sehen, werden gerade die Frommen von letzterem selbst betroffen. Ijob Ijob 22 24 2 Alii terminos transtulerunt, diripuerunt greges, et paverunt eos. Die einen verrücken die Grenzen, rauben die Herden und weiden sie;² @@ -24264,7 +24265,7 @@ Ijob Ijob 22 24 24 Elevati sunt ad modicum, et non subsistent, et humiliabuntur Ijob Ijob 22 24 24 21 Und welche ist sein Tod? Ein schrecklicher, wie Eliphaz gesagt? Hebr.: Hoch stehen sie; ein wenig nur, da sind sie dahin; sinken hin, wie alle sterben sie ab, und gleich der Ähre Spitze werden sie gemäht. Ihr Sterben unterscheidet sich von dem anderer höchstens dadurch, dass es spät oder schmerzlos erfolgt. Die Frevler stehen auf der Spitze des Glückes und werden hinweggenommen nicht vor der Zeit, sondern wie eine vollreife Ähre, erst im hohen Alter werden sie abgemäht. Ijob Ijob 22 24 25 Quod si non est ita, quis me potest arguere esse mentitum, et ponere ante Deum verba mea? Ist dem nicht so? wer kann mich Lügen strafen und meine Worte vor Gott bringen?²² Ijob Ijob 22 24 25 22 Wer wird meine Worte als Lüge vor Gottes Thron verklagen? -Ijob Ijob 22 25 0 B. Baldad und Job (25,1 26,11) a. Letzte Worte Baldads (V. 6): Was Job gegen die ungerechten Anklagen Eliphaz erwidert hat, scheint Baldad durch sein Stillschweigen gutzuheißen, da er nur kurz und in allgemeinen Umrissen Gottes Majestät beschreibt (V. 3) und von neuem darauf hinweist, dass der armselige Mensch nicht mit Gott streiten kann. +Ijob Ijob 22 25 0 B. Baldad und Job (25,1 26,11) a. Letzte Worte Baldads (V. 6): Was Job gegen die ungerechten Anklagen Eliphaz erwidert hat, scheint Baldad durch sein Stillschweigen gutzuheißen, da er nur kurz und in allgemeinen Umrissen Gottes Majestät beschreibt (V. 3) und von neuem darauf hinweist, dass der armselige Mensch nicht mit Gott streiten kann. Ijob Ijob 22 25 1 Respondens autem Baldad Suhites, dixit: Baldad, der Suhiter, antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 25 1 1 Job hat gezeigt, dass die Guten oft unterdrückt werden, die Bösen oft triumphieren. Aber noch immer bleibt die Frage: Warum leidet er selbst? Baldad also wiederholt, dass Gott über alle Begriffe gerecht ist und niemand vor ihm ohne Flecken. Da hieraus nicht folgt, dass Job nach Gottes gewöhnlicher Gerechtigkeit so Schlimmes dulden muss, sind die Freunde also zum Schweigen gebracht. Ijob Ijob 22 25 2 Potestas et terror apud eum est, qui facit concordiam in sublimibus suis. Macht und Schrecken ist bei ihm, der Eintracht schafft in seinen Höhen.² @@ -24277,7 +24278,7 @@ Ijob Ijob 22 25 4 5 Vergl. [Ijob 15,14-17]. Ijob Ijob 22 25 5 Ecce luna etiam non splendet, et stellæ non sunt mundæ in conspectu ejus: Siehe, auch der Mond scheint nicht hell und die Sterne sind nicht rein vor seinem Angesichte, Ijob Ijob 22 25 6 Quanto magis homo putredo, et filius hominis vermis? wieviel weniger der Mensch, der Moder, und des Menschen Sohn, der Wurm!⁶ Ijob Ijob 22 25 6 6 Wenn das Reinste, was wir kennen, vor Gott unrein ist, um wie viel mehr der Mensch, Moder und Gewürme? -Ijob Ijob 22 26 0 b. Job antwortet ironisch (Kap. 26): Baldads Worte treffen die Sache nicht und er bedarf dessen Belehrung nicht (V. 4); zudem habe er eine richtigere Ansicht über Gottes Größe, wie sie sich in der Unterwelt, auf der Erde und im Himmel offenbart. +Ijob Ijob 22 26 0 b. Job antwortet ironisch (Kap. 26): Baldads Worte treffen die Sache nicht und er bedarf dessen Belehrung nicht (V. 4); zudem habe er eine richtigere Ansicht über Gottes Größe, wie sie sich in der Unterwelt, auf der Erde und im Himmel offenbart. Ijob Ijob 22 26 1 Respondens autem Job, dixit: Job antwortete und sprach:¹ Ijob Ijob 22 26 1 1 Jetzt setzt Job ausführlich auseinander, welches seine Meinung von Gott ist, und reinigt sich von der Anklage der Gottlosigkeit. Er habe auch an Gott appelliert, nicht weil er dessen Majestät vergaß, sondern weil er sich seiner Unschuld bewusst war. So erscheinen stets neue Tugendstrahlen an Job. Ijob Ijob 22 26 2 Cujus adjutor es? numquid imbecillis? et sustentas brachium ejus, qui non est fortis? Wessen Helfer bist du? Etwa des Schwachen? Und stützest du den Arm dessen, der nicht stark ist?² @@ -24310,7 +24311,7 @@ Ijob Ijob 22 26 13 Spiritus ejus ornavit clos: et obstetricante manu ejus, educt Ijob Ijob 22 26 13 17 Job schließt, womit Baldad begonnen. Das Werk des vierten Tages. [Gen 1,14-19] Der nördliche Drache ist ein Schmuck des Sternenhimmels. Ijob Ijob 22 26 14 Ecce, hæc ex parte dicta sunt viarum ejus: et cum vix parvam stillam sermonis ejus audierimus, quis poterit tonitruum magnitudinis illius intueri? Siehe, das ist von einem Teile seiner Wege gesprochen; und da wir kaum ein Flüstern seiner Rede vernommen haben, wer kann den Donner seiner Größe fassen?¹⁸ Ijob Ijob 22 26 14 18 Hebr.: Siehe, dies sind nur Umrisse seiner Wege. Wie sehr ist's nur ein leiser Laut, was wir vernehmen! Doch wer erfasst die Donnersprache seiner Allgewalt! -Ijob Ijob 22 27 0 5. In zwei Selbstgesprächen, deren erstes das Gefühl des Triumphes zeigt, deren zweites gerechte Klage ist, zeigt Job, dass durch das Wechselgespräch seiner Freunde die Frage über die Ursache seines Unglückes nicht gelöst ist. (27,1-31,40) A. Gleichsam triumphierend zeigt Job im ersten Selbstgespräch, dass seine Unschuld umsonst von den Freunden in Zweifel gezogen worden sei und dass jenen die wahre Weisheit fehle, die vorgelegte Frage zu lösen. (27,1-28,28) a. Jobs Unschuld (V. 1-10): Gott weiß, dass Job nicht lügt. (V. 4) Sein Gewissen wirft ihm keine Schuld vor (V. 6), und seine Unschuld beweist seine beständige Hoffnung und sein festes Vertrauen auf Gott, wie solche die Gottlosen nicht besitzen können. (V. 10) b. Den Freunden aber geht die wahre Weisheit ab. (V. 11-23): Sie müssen ja jetzt selbst bekennen, dass die Behauptung, die sie so hartnäckig verteidigt, dass alle Gottlosen unglücklich seien und nur diese, haltlos sei. (V. 23) +Ijob Ijob 22 27 0 5. In zwei Selbstgesprächen, deren erstes das Gefühl des Triumphes zeigt, deren zweites gerechte Klage ist, zeigt Job, dass durch das Wechselgespräch seiner Freunde die Frage über die Ursache seines Unglückes nicht gelöst ist. (27,1-31,40) A. Gleichsam triumphierend zeigt Job im ersten Selbstgespräch, dass seine Unschuld umsonst von den Freunden in Zweifel gezogen worden sei und dass jenen die wahre Weisheit fehle, die vorgelegte Frage zu lösen. (27,1-28,28) a. Jobs Unschuld (V. 1-10): Gott weiß, dass Job nicht lügt. (V. 4) Sein Gewissen wirft ihm keine Schuld vor (V. 6), und seine Unschuld beweist seine beständige Hoffnung und sein festes Vertrauen auf Gott, wie solche die Gottlosen nicht besitzen können. (V. 10) b. Den Freunden aber geht die wahre Weisheit ab. (V. 11-23): Sie müssen ja jetzt selbst bekennen, dass die Behauptung, die sie so hartnäckig verteidigt, dass alle Gottlosen unglücklich seien und nur diese, haltlos sei. (V. 23) Ijob Ijob 22 27 1 Addidit quoque Job, assumens parabolam suam, et dixit: Darauf fuhr Job fort, seine Gleichnisrede wieder aufnehmend, und sprach:¹ Ijob Ijob 22 27 1 1 Nach dieser Antwort wartete Job jedenfalls auf eine Entgegnung Sophars. Da dieser schweigt, fährt der Dulder fort (Kap. 27, 28), um dann wieder eine Pause zu machen, ob vielleicht einer der drei antworten wolle. Da dies indes auch dann nicht geschieht, beschließt er seine Rede (Kap. 29-31) als Sieger über seine Freunde. Ijob Ijob 22 27 2 Vivit Deus, qui abstulit judicium meum, et Omnipotens, qui ad amaritudinem adduxit animam meam. So wahr Gott lebt, der mir mein Recht hinhält, und der Allmächtige, der meine Seele in Bitterkeit versenkt hat,² @@ -24357,7 +24358,7 @@ Ijob Ijob 22 27 22 21 Gott. Ijob Ijob 22 27 22 22 Die Vertilgung geschieht schnell und Widerstand ist nicht möglich. Ijob Ijob 22 27 23 Stringet super eum manus suas, et sibilabit super illum, intuens locum ejus. Er²³ wird über ihn in die Hände klatschen und über ihn zischen, wenn er auf seine Stätte schaut. Ijob Ijob 22 27 23 23 Das Hebräische kann auch heißen: Man klatscht über ihn und zischt ihn weg von seiner Stätte. -Ijob Ijob 22 28 0 Viel zwar vermögen die Menschen durch ihre natürliche Wissenschaft und Kunst (V. 11), doch zu der übernatürlichen Weisheit, welche über alle natürliche erhaben ist, vermögen sie nicht zu gelangen. (V. 28) +Ijob Ijob 22 28 0 Viel zwar vermögen die Menschen durch ihre natürliche Wissenschaft und Kunst (V. 11), doch zu der übernatürlichen Weisheit, welche über alle natürliche erhaben ist, vermögen sie nicht zu gelangen. (V. 28) Ijob Ijob 22 28 1 Habet argentum, venarum suarum principia: et auro locus est, in quo conflatur. Des Silbers Adern¹ haben ihren Ursprung² und das Gold einen Ort, wo man es schmelzt. Ijob Ijob 22 28 1 1 Job führt jetzt aus, was er [Ijob 27,11] verheißen. Ijob Ijob 22 28 1 2 Man weiß, wo man diese Metalle finden und hervorholen kann. @@ -24416,7 +24417,7 @@ Ijob Ijob 22 28 27 28 Unterstellt sie festen Gesetzen und durchdringt ihr tiefs Ijob Ijob 22 28 28 Et dixit homini: Ecce timor Domini, ipsa est sapientia: et recedere a malo, intelligentia. Und zu dem Menschen sprach er:²⁹ Siehe, die Furcht des Herrn,³⁰ das ist Weisheit, und das Böse meiden, ist Einsicht. Ijob Ijob 22 28 28 29 Nachdem Job erklärt, dass nur Gott die wahre Weisheit besitzt, sagt er endlich, wie der Mensch an ihr Anteil erlangen kann. Ijob Ijob 22 28 28 30 Furcht des Herrn ist ähnlich wie [Ijob 1,1] Ehrfurcht vor Gott und Verehrung Gottes und dann entsprechende Beobachtung seines Willens. Gott verehren und sich vom Bösen fernhalten, das ist wahre Weisheit, die der Mensch bewahren muss, auch wenn er Gottes Leitung nicht versteht. Und doch haben die Freunde Gottes Weltregierung einzig mit menschlichem Maße messen wollen. Job schilt indes seine Freunde nicht, sondern belehrt sie. Doch ach, er selbst weicht von dem Pfade der Vollkommenheit ab, den er gewiesen, und wendet sich Klagen und allzu neugierigem Forschen zu, was ihm Gottes Tadel zuzieht. -Ijob Ijob 22 29 0 B. In einem Klageliede vergleicht Job sein früheres Glück mit seinem gegenwärtigen Elende und bezeugt, dass er das Unglück, von dem er jetzt heimgesucht wird, nicht durch seine Schuld sich zugezogen habe. (29,1 31,40) a. Sein früheres Glück (Kap. 29): Mit großem Schmerzgefühle geht Job sein früheres Leben durch, wie er sich durch Gottes Gnade jeder Art äußerer Güter erfreuen durfte (V. 10); wegen der Barmherzigkeit, mit der er allen Notleidenden half, sei er von allen gesegnet und gepriesen (v. 17) und gleichsam sicher der steten Dauer dieses Glückes, sei er überall wie ein König geehrt worden. +Ijob Ijob 22 29 0 B. In einem Klageliede vergleicht Job sein früheres Glück mit seinem gegenwärtigen Elende und bezeugt, dass er das Unglück, von dem er jetzt heimgesucht wird, nicht durch seine Schuld sich zugezogen habe. (29,1 31,40) a. Sein früheres Glück (Kap. 29): Mit großem Schmerzgefühle geht Job sein früheres Leben durch, wie er sich durch Gottes Gnade jeder Art äußerer Güter erfreuen durfte (V. 10); wegen der Barmherzigkeit, mit der er allen Notleidenden half, sei er von allen gesegnet und gepriesen (v. 17) und gleichsam sicher der steten Dauer dieses Glückes, sei er überall wie ein König geehrt worden. Ijob Ijob 22 29 1 Addidit quoque Job, assumens parabolam suam, et dixit: Und Job fuhr fort,¹ seine Gleichnisrede wieder aufnehmend,² und sprach: Ijob Ijob 22 29 1 1 Jobs Charakteristik wird vollendet. Er versucht nun seine früheren Klagen als berechtigt zu erweisen. Wie glücklich er einst gewesen (Kap. 29), in wie tiefem Elende er sich jetzt finde [Ijob 29], wie unschuldig und gerecht er zuvor gewesen und jeder Tugend nachgelebt habe. Seine neuen Klagen zeigen zugleich, dass die allgemeine Lösung noch nicht genügt, sondern dass sein Herz sich sehnt, zu erfahren, warum er gerade so viel Böses leiden muss. So bereitet der Verfasser eine neue, vollständigere Lösung vor. Die Kapitel 29-31, welche uns das Bild eines Frommen des Alten Testamentes geben, zeigen, dass keineswegs nur äußere Übungen die Frömmigkeit nach seinem Sinne ausmachen, sondern innere Reinheit und die Liebe Gottes erfordert wird. Ijob Ijob 22 29 1 2 Job hatte den Freunden also zunächst Zeit zur Antwort verstattet. Vergl. [Ijob 27,1]. @@ -24468,7 +24469,7 @@ Ijob Ijob 22 29 24 Si quando ridebam ad eos, non credebant, et lux vultus mei no Ijob Ijob 22 29 24 25 Hebr.: Ich lächelte ihnen zu, wenn sie verzagten, und das heitere Antlitz (meine Zuversicht) trübten sie mir nie. Vulgata (V. 24): Waren sie einmal so betrübt, dass sie nicht mehr hoffen zu dürfen glaubten, und ich tröstete sie mit freundlicher Miene, so war mein Zuspruch nie ohne Erfolg. Ijob Ijob 22 29 25 Si voluissem ire ad eos, sedebam primus: cumque sederem quasi rex, circumstante exercitu, eram tamen mrentium consolator. Wenn ich zu ihnen gehen wollte, so saß ich zuoberst; und thronte ich auch wie ein König, von der Menge umgeben, so war ich dennoch ein Tröster der Betrübten.²⁶ Ijob Ijob 22 29 25 26 Überhaupt war er der möglichst höchsten Auszeichnung teilhaftig und einem Könige gleich geachtet. Ich gab den Leidenden wahren Trost, nicht so wie die Freunde mich trösten. -Ijob Ijob 22 30 0 b. Wie betrübt sei aber jetzt seine Lage! (Kap. 30) Von den Elendesten werde er jetzt verachtet und verspottet (V. 10) und finde, wenngleich Leiden von allen Seiten einstürmen, niemanden, der ihm beistehe. (V. 15) Ja, von den schlimmsten Übeln gepeinigt, scheine er selbst von Gott verlassen zu werden, obwohl er doch zuvor alle Betrübten zu trösten eifrig bemüht war. (V. 25) So sinkt er jetzt, der Trauer eine Beute, hoffnungslos dahin. +Ijob Ijob 22 30 0 b. Wie betrübt sei aber jetzt seine Lage! (Kap. 30) Von den Elendesten werde er jetzt verachtet und verspottet (V. 10) und finde, wenngleich Leiden von allen Seiten einstürmen, niemanden, der ihm beistehe. (V. 15) Ja, von den schlimmsten Übeln gepeinigt, scheine er selbst von Gott verlassen zu werden, obwohl er doch zuvor alle Betrübten zu trösten eifrig bemüht war. (V. 25) So sinkt er jetzt, der Trauer eine Beute, hoffnungslos dahin. Ijob Ijob 22 30 1 Nunc autem derident me juniores tempore, quorum non dignabar patres ponere cum canibus gregis mei: Nun aber spotten meiner solche, die jünger sind an Jahren, deren Väter ich nicht für würdig hielt, sie den Hunden meiner Herde beizugesellen;¹ Ijob Ijob 22 30 1 1 Gegensatz: Mich, einen solchen verlachen jetzt die jüngeren, und zwar aus dem elendsten Volke, deren Väter ich nicht einmal als Hunde für meine Herde gebrauchen mochte. Ijob Ijob 22 30 2 Quorum virtus manuum mihi erat pro nihilo, et vita ipsa putabantur indigni. deren Hände Kraft mir für nichts galt und die sogar des Lebens nicht wert geachtet wurden,² @@ -24525,7 +24526,7 @@ Ijob Ijob 22 30 29 24 Der Schakal (Vulg. Drache) und Strauß erheben besonders Ijob Ijob 22 30 30 Cutis mea denigrata est super me, et ossa mea aruerunt præ caumate. Meine Haut ist schwarz geworden an mir und meine Gebeine sind verdorrt vor Glut. Ijob Ijob 22 30 31 Versa est in luctum cithara mea, et organum meum in vocem flentium. Meine Zither ist zur Klage geworden und meine Schalmei zu Jammertönen.²⁵ Ijob Ijob 22 30 31 25 Von Gott sich verlassen glaubend, von den Menschen sich verachtet sehend, von den grimmigsten Schmerzen gepeinigt, welch Leidensbild bietet Job! Zither und Schalmei sind sonst Mittel zur Erheiterung und Äußerung der Freude; an ihre Stelle ist die Stimme des Wehklagens und Weinens getreten. -Ijob Ijob 22 31 0 c. Wie wenig hat er eine solche Wandlung des Schicksals verdient! (Kap. 31) Er sei frei von allen jenen Sünden, die so strenge Strafe verdienen; denn er habe weder seinen Leidenschaften die Zügel schießen lassen (V. 8) noch dem Nächsten Unrecht getan (V. 15) oder die Armen, Waisen und Witwen im Stiche gelassen. (V. 23) Auch auf Reichtümer habe er nicht seine Hoffnung gesetzt noch insgeheim Götzendienst geübt oder seine Feinde gehasst oder Heuchelei getrieben. (V. 34) Job schließt diese Klage, Gott selbst zum Zeugen für die Wahrheit dieser Behauptungen anrufend. +Ijob Ijob 22 31 0 c. Wie wenig hat er eine solche Wandlung des Schicksals verdient! (Kap. 31) Er sei frei von allen jenen Sünden, die so strenge Strafe verdienen; denn er habe weder seinen Leidenschaften die Zügel schießen lassen (V. 8) noch dem Nächsten Unrecht getan (V. 15) oder die Armen, Waisen und Witwen im Stiche gelassen. (V. 23) Auch auf Reichtümer habe er nicht seine Hoffnung gesetzt noch insgeheim Götzendienst geübt oder seine Feinde gehasst oder Heuchelei getrieben. (V. 34) Job schließt diese Klage, Gott selbst zum Zeugen für die Wahrheit dieser Behauptungen anrufend. Ijob Ijob 22 31 1 Pepigi fdus cum oculis meis ut ne cogitarem quidem de virgine. Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, nicht einmal einen Gedanken auf eine Jungfrau zu richten.¹ Ijob Ijob 22 31 1 1 Dies alles muss der dulden, der durch Tugenden sich auszeichnete. Also leidet er nicht einer Schuld wegen. Aus welchem Grunde aber? Job beginnt mit der Keuschheit, deren Bewahrung in Reichtum und Macht und unter den Vorbildern der Polygamie (Job hat nur eine Frau) umso höher zu stellen ist. Das Hebr. steht in Frageform: Wie hätte ich eine Jungfrau lüstern anblicken sollen? Mit Recht beginnt auch das Lob der Weisheit [Spr 5,6.7] mit der Keuschheit. Auch den Anblick meiden lehrt [Sir 9,5.8]. Ijob Ijob 22 31 2 Quam enim partem haberet in me Deus desuper, et heredetatem Omnipotens de excelsis? Denn welches Los bereitete mir Gott dann von oben und welches Erbe der Allmächtige aus der Höhe?² @@ -24599,7 +24600,7 @@ Ijob Ijob 22 31 39 Si fructus ejus comedi absque pecunia, et animam agricolarum Ijob Ijob 22 31 40 Pro frumento oriatur mihi tribulus et pro hordeo spina. Finita sunt verba Job. so sollen mir Disteln statt Korn wachsen und Dornengestrüpp statt Gerste.³² Ende der Worte Jobs.³³ Ijob Ijob 22 31 40 32 Er kommt auf die Hauptanklage zurück. Habe ich einen Acker weggenommen, so dass der rechtmäßige Besitzer Hunger leiden musste, so will ich die Strafe tragen, welche Gott einst den Stammeltern auferlegt. [Gen 3,18] Ijob Ijob 22 31 40 33 Die eigentlichen Streitreden sind zu Ende. -Ijob Ijob 22 32 0 III. Reden Elius, in welchen dieser zeigt, dass Gott den Frommen bisweilen Heimsuchungen zusendet als Heilsmittel, und nicht allein den Irrtum der drei Freunde, sondern auch einige Worte Jobs tadelt und berichtigt. (32,1-37,24) Geschichtliche Einleitung (V. 1-6), in der Herkunft und Stand Elius sowie die Ursache angegeben wird, warum der Jüngling, sich aus dem Kreise der Umstehenden erhebend, sich in den Streit einmischt. 1. Erste Rede. Eliu beschuldigt die Freunde Jobs der Torheit, Job der Unehrerbietigkeit gegen Gott und belehrt sie, dass Gott bisweilen über die Frommen Heimsuchungen verhängt, sie zu höherer Vollkommenheit zu erheben und von Unvollkommenheiten frei zu machen. (32,6 33,33) a. Eliu wendet sich zuerst an die drei Freunde; ihre Torheit habe ihn genötigt, seinerseits das Wort zu ergreifen (V. 6-22): Bis hierher habe er geschwiegen, um als Jüngling auf die Weisheit der Greise zu hören, aber da er sehe, dass die Weisheit nicht von der Zahl der Jahre, sondern von der göttlichen Eingebung abhänge, fühle er sich angetrieben, jetzt die seinige vorzubringen. (V. 10) Aufmerksam habe er ihrem Streite zugehört, doch gesehen, dass sie weder Job widerlegen konnten noch auf seine Frage die gebührende Antwort geben. (V. 13) So wollte er denn Job auf einem andern Wege als sie, die zum Stillschweigen gebracht sind, angreifen, einzig von der Liebe zur Wahrheit geführt und gleichsam fortgerissen. +Ijob Ijob 22 32 0 III. Reden Elius, in welchen dieser zeigt, dass Gott den Frommen bisweilen Heimsuchungen zusendet als Heilsmittel, und nicht allein den Irrtum der drei Freunde, sondern auch einige Worte Jobs tadelt und berichtigt. (32,1-37,24) Geschichtliche Einleitung (V. 1-6), in der Herkunft und Stand Elius sowie die Ursache angegeben wird, warum der Jüngling, sich aus dem Kreise der Umstehenden erhebend, sich in den Streit einmischt. 1. Erste Rede. Eliu beschuldigt die Freunde Jobs der Torheit, Job der Unehrerbietigkeit gegen Gott und belehrt sie, dass Gott bisweilen über die Frommen Heimsuchungen verhängt, sie zu höherer Vollkommenheit zu erheben und von Unvollkommenheiten frei zu machen. (32,6 33,33) a. Eliu wendet sich zuerst an die drei Freunde; ihre Torheit habe ihn genötigt, seinerseits das Wort zu ergreifen (V. 6-22): Bis hierher habe er geschwiegen, um als Jüngling auf die Weisheit der Greise zu hören, aber da er sehe, dass die Weisheit nicht von der Zahl der Jahre, sondern von der göttlichen Eingebung abhänge, fühle er sich angetrieben, jetzt die seinige vorzubringen. (V. 10) Aufmerksam habe er ihrem Streite zugehört, doch gesehen, dass sie weder Job widerlegen konnten noch auf seine Frage die gebührende Antwort geben. (V. 13) So wollte er denn Job auf einem andern Wege als sie, die zum Stillschweigen gebracht sind, angreifen, einzig von der Liebe zur Wahrheit geführt und gleichsam fortgerissen. Ijob Ijob 22 32 1 Omiserunt autem tres viri isti respondere Job, eo quod justus sibi videretur. Jene drei Männer aber antworteten Job nicht mehr, weil er sich für gerecht hielt.¹ Ijob Ijob 22 32 1 1 Job hat gezeigt, dass Gottes Absichten, wenn er den Menschen heimsucht, in seiner Weisheit verborgen liegen. Seine Klagen haben aber auch zugleich bewiesen, dass diese Antwort allein dem Herzen noch nicht genügt. Wollte der Verfasser sein Gedicht nicht ohne befriedigenden Schluss lassen, so musste noch eine andere Antwort folgen. Die Antwort Gottes [Ijob 38ff] kann nicht als solche gelten, da sie einzig darauf hinweist, dass Gottes Majestät und Weisheit die Leiden nicht ohne bestimmte Absicht verhängt. Wie sehr es aber den Menschen darnach verlangt, gerade diese im einzelnen zu kennen, hat Job gezeigt. Der Leser, wenngleich nicht die Streitenden, kennt allerdings eine aus dem Prolog: Um des Gerechten Tugend zu prüfen und zu erweisen. Da dies indes nicht allgemein die einzige ist, da zudem auch die Streitenden zur rechten Erkenntnis durchdringen mussten, wird ein vierter Freund eingeführt, Eliu, um das Rätsel zu lösen. Eliu tadelt, was Job in allzu heftiger Weise gesagt, und schränkt zu allgemein gehaltene Sätze ein. Sodann löst er die Frage dahin, dass die Gerechten bewahrt bleiben und in der Tugend und Weisheit fortschreiten. Wie wahr diese Lösung ist, hat uns der Heiland gezeigt, wenngleich der Herr noch einen dem Neuen Testamente eigenen Grund hinzufügt: damit wir seinem Bilde ähnlich werden. Doch soweit das Alte Testament die Frage lösen konnte, geschieht es von Eliu, dessen Behauptungen deshalb von Gott bestätigt werden. Ijob Ijob 22 32 2 Et iratus, indignatusque est Eliu filius Barachel Buzites, de cognatione Ram: iratus est autem adversum Job, eo quod justum se esse diceret coram Deo. Und Eliu,² der Sohn Barachels, der Buziter, vom Geschlechte Ram,³ ward zornig und ergrimmte über Job, weil dieser sich für gerecht vor Gott erklärte, @@ -24635,7 +24636,7 @@ Ijob Ijob 22 32 20 Loquar, et respirabo paululum: aperiam labia mea, et responde Ijob Ijob 22 32 21 Non accipiam personam viri, et Deum homini non æquabo. Ich werde keines Menschen Partei nehmen und werde Gott dem Menschen nicht gleichstellen,¹³ Ijob Ijob 22 32 21 13 Ich werde nicht zulassen, dass Gott von Job wie ein Mensch zur Rechtfertigung herausgefordert werde. Hebr.: Ich werde auch keinem Menschen schmeicheln, denn ich weiß nicht, ob nicht Gott mich bald vor sein Gericht beriefe. Ijob Ijob 22 32 22 Nescio enim quamdiu subsistam, et si post modicum tollat me Factor meus. denn ich weiß nicht, wie lange ich da sein werde und ob nicht über ein Kleines mein Schöpfer mich hinwegnimmt! -Ijob Ijob 22 33 0 b. Sich an Job wendend, tadelt Eliu dessen Kühnheit. (V. 1-13): Er mahnt ihn, er solle auf seine Vorwürfe antworten, wenn er könne, und ihn nicht als unebenbürtigen Gegner verachten. (V. 7). Er tadelt Job, derselbe habe nicht recht getan, als er sagte, er werde von Gott als Feind behandelt, als ob Gott nicht größer wäre als der Mensch. (V. 13) c. Diesem Vorwurfe fügt Eliu eine Belehrung an (V. 14-30): Auf verschiedene Weise erziehe Gott die Menschen, doch sie haben des nicht acht. (V. 14) Gott scheucht sie bisweilen durch nächtliche Gesichte von bösen Wegen ab (V. 18), bisweilen mahnt er sie durch Schmerzen (V. 12) und offenbart durch Boten denen, die heimgesucht werden, seine Barmherzigkeit, sie zu sich zu ziehen. (V. 30) d. Zum Schlusse bittet Eliu Job, er möge antworten, wenn er könne, sonst werde er seine Belehrung fortsetzen. +Ijob Ijob 22 33 0 b. Sich an Job wendend, tadelt Eliu dessen Kühnheit. (V. 1-13): Er mahnt ihn, er solle auf seine Vorwürfe antworten, wenn er könne, und ihn nicht als unebenbürtigen Gegner verachten. (V. 7). Er tadelt Job, derselbe habe nicht recht getan, als er sagte, er werde von Gott als Feind behandelt, als ob Gott nicht größer wäre als der Mensch. (V. 13) c. Diesem Vorwurfe fügt Eliu eine Belehrung an (V. 14-30): Auf verschiedene Weise erziehe Gott die Menschen, doch sie haben des nicht acht. (V. 14) Gott scheucht sie bisweilen durch nächtliche Gesichte von bösen Wegen ab (V. 18), bisweilen mahnt er sie durch Schmerzen (V. 12) und offenbart durch Boten denen, die heimgesucht werden, seine Barmherzigkeit, sie zu sich zu ziehen. (V. 30) d. Zum Schlusse bittet Eliu Job, er möge antworten, wenn er könne, sonst werde er seine Belehrung fortsetzen. Ijob Ijob 22 33 1 Audi igitur Job eloquia mea, et omnes sermones meos ausculta. So höre denn, Job, meine Worte und merke auf alle meine Reden! Ijob Ijob 22 33 2 Ecce aperui os meum, loquatur lingua mea in faucibus meis. Siehe, ich habe meinen Mund aufgetan, meine Zunge soll in meinem Gaumen reden. Ijob Ijob 22 33 3 Simplici corde meo sermones mei, et sententiam puram labia mea loquentur. Aus aufrichtigem Herzen sollen meine Reden kommen und meine Lippen lautere Meinung sprechen!¹ @@ -24692,7 +24693,7 @@ Ijob Ijob 22 33 32 Si autem habes quod loquaris, responde mihi, loquere: volo en Ijob Ijob 22 33 32 22 Eliu wünscht, dass Job seine Rede widerlege. Er will nicht, wie die drei Freunde, nur anklagen. Ijob Ijob 22 33 33 Quod si non habes, audi me: tace, et docebo te sapientiam. Hast du aber nichts,²³ so höre mich, schweige, und ich werde dich Weisheit lehren! Ijob Ijob 22 33 33 23 Zwischen V. 32 und 33 ist eine kurze Unterbrechung zu denken, während welcher Eliu auf Jobs Antwort wartete. -Ijob Ijob 22 34 0 2. Zweite Rede Elius: da Job im Stillschweigen verharrt, tritt Eliu für die göttliche Gerechtigkeit, welche Job durch einige kühnere Worte in Zweifel zu ziehen schien, siegreich ein. (Kap. 34) a. Eliu beschuldigt Job der Lästerung (V. 1-9): Job habe alle Weisen aufgefordert, über seine Lehre ein Urteil zu fällen (V. 4), so seien denn einige Worte Jobs wahrhaft lästerlich, wenn diese lediglich für sich betrachtet werden, da sie besagen, Gott sei für Job ein ungerechter Richter gewesen. (V. 9) b. Dagegen beweist Eliu Gottes Gerechtigkeit (V. 10-30): Bei Gott ist keine Ungerechtigkeit (V. 12), denn er regiert allein aus Liebe den Erdkreis, den er, wenn er wollte, leicht vernichten könnte (V. 15), und übt seine Gerichte ohne Parteinahme zum Schutze der Armen gegen Fürsten und Völker. (V. 20) Das Gleiche zeigt die Allwissenheit Gottes, die alles durchschauend, einer Täuschung unzulänglich ist, und seine Macht, der sich niemand entziehen kann. (V. 30) c. Zum Schlusse fordert Eliu Job von neuem auf, zu antworten, wenn er könne, und wünscht ihm, er möchte wegen seiner allzu kühnen Worte von Gott heimgesucht werden. +Ijob Ijob 22 34 0 2. Zweite Rede Elius: da Job im Stillschweigen verharrt, tritt Eliu für die göttliche Gerechtigkeit, welche Job durch einige kühnere Worte in Zweifel zu ziehen schien, siegreich ein. (Kap. 34) a. Eliu beschuldigt Job der Lästerung (V. 1-9): Job habe alle Weisen aufgefordert, über seine Lehre ein Urteil zu fällen (V. 4), so seien denn einige Worte Jobs wahrhaft lästerlich, wenn diese lediglich für sich betrachtet werden, da sie besagen, Gott sei für Job ein ungerechter Richter gewesen. (V. 9) b. Dagegen beweist Eliu Gottes Gerechtigkeit (V. 10-30): Bei Gott ist keine Ungerechtigkeit (V. 12), denn er regiert allein aus Liebe den Erdkreis, den er, wenn er wollte, leicht vernichten könnte (V. 15), und übt seine Gerichte ohne Parteinahme zum Schutze der Armen gegen Fürsten und Völker. (V. 20) Das Gleiche zeigt die Allwissenheit Gottes, die alles durchschauend, einer Täuschung unzulänglich ist, und seine Macht, der sich niemand entziehen kann. (V. 30) c. Zum Schlusse fordert Eliu Job von neuem auf, zu antworten, wenn er könne, und wünscht ihm, er möchte wegen seiner allzu kühnen Worte von Gott heimgesucht werden. Ijob Ijob 22 34 1 Pronuntians itaque Eliu, etiam hæc locutus est: Eliu fuhr also¹ fort und sprach folgendermaßen: Ijob Ijob 22 34 1 1 Seiner ausgesprochenen Absicht [Ijob 32,3.4] gemäß weist Eliu die Punkte nach, in denen Job gefehlt. Ijob Ijob 22 34 2 Audite sapientes verba mea, et eruditi auscultate me: Höret, ihr Weisen! meine Worte und ihr Verständigen, merket auf mich! @@ -24761,7 +24762,7 @@ Ijob Ijob 22 34 36 29 Hebr.: Mein Wunsch ist, Job werde immerfort geprüft, wei Ijob Ijob 22 34 36 30 Beharrt Job in seiner Anmaßung, so möchte Gott ihn durch härtere Schmerzen weich machen, ihn bis zum Ende des Lebens heimsuchen. Ijob Ijob 22 34 37 Quia addit super peccata sua blasphemiam, inter nos interim constringatur: et tunc ad judicium provocet sermonibus suis Deum. Denn er fügt zu seinen Sünden die Lästerung hinzu, er werde einstweilen von uns in die Enge getrieben; alsdann mag er Gott mit seinen Reden zur Entscheidung herausfordern.³¹ Ijob Ijob 22 34 37 31 Durch gemeinsames Urteil werde Job gerügt und gestraft, weil er außer der Sünde (hebr. Singul. Auf [Ijob 32,12] gehend) noch eines Vergehens sich schuldig gemacht hat [Ijob 34,5-9] Er hat allzu frei gegen Gott gesprochen. Von uns überführt, mag er dann an Gottes Richterstuhl appellieren (ironisch). -Ijob Ijob 22 35 0 3. Dritte Rede: Da Job weiter schweigt, weist Eliu darauf hin, dass Frömmigkeit und Gerechtigkeit für die Menschen nicht ohne Nutzen sind. (Kap. 35) a. Job hat einiges minder Richtige gesagt: Gott suche die Gerechten heim und spende den Ungerechten Güter, ja auch die Gerechten flehen bei ihrer Unterdrückung Gott umsonst um Hilfe an; Worte, aus denen man schließen konnte, dass die Frömmigkeit auf Erden unnütz ist. Hierauf also will Eliu jetzt antworten, da die Freunde dies nicht getadelt. (V. 4) b. Freilich nützen oder schaden die guten oder schlechten Handlungen der Menschen Gott nicht, da die Folgen derselben ihn nicht zu treffen vermögen, den Menschen aber sind dieselben nützlich oder schädlich. (V. 8) c. Wenn jemand klagt, er werde von den Menschen bedrückt und erhalte von Gott keine Hilfe (V. 9), so kommt dies entweder daher, dass der Bedrängte nicht zu Gott seine Zuflucht nimmt oder zwar zu ihm flieht, aber nichtsdestoweniger in seiner Bosheit beharrt (V. 13); oder daher, dass Gott es für gut hält, jetzt das Gericht zu verschieben, um es zu seiner Zeit zu üben. +Ijob Ijob 22 35 0 3. Dritte Rede: Da Job weiter schweigt, weist Eliu darauf hin, dass Frömmigkeit und Gerechtigkeit für die Menschen nicht ohne Nutzen sind. (Kap. 35) a. Job hat einiges minder Richtige gesagt: Gott suche die Gerechten heim und spende den Ungerechten Güter, ja auch die Gerechten flehen bei ihrer Unterdrückung Gott umsonst um Hilfe an; Worte, aus denen man schließen konnte, dass die Frömmigkeit auf Erden unnütz ist. Hierauf also will Eliu jetzt antworten, da die Freunde dies nicht getadelt. (V. 4) b. Freilich nützen oder schaden die guten oder schlechten Handlungen der Menschen Gott nicht, da die Folgen derselben ihn nicht zu treffen vermögen, den Menschen aber sind dieselben nützlich oder schädlich. (V. 8) c. Wenn jemand klagt, er werde von den Menschen bedrückt und erhalte von Gott keine Hilfe (V. 9), so kommt dies entweder daher, dass der Bedrängte nicht zu Gott seine Zuflucht nimmt oder zwar zu ihm flieht, aber nichtsdestoweniger in seiner Bosheit beharrt (V. 13); oder daher, dass Gott es für gut hält, jetzt das Gericht zu verschieben, um es zu seiner Zeit zu üben. Ijob Ijob 22 35 1 Igitur Eliu hæc rursum locutus est: Eliu redete abermals also:¹ Ijob Ijob 22 35 1 1 Eliu geht auf [Ijob 34,9] zurück. Der dritte Punkt wird erörtert: dem Menschen nützt oder schadet, was er tut. Eliu will ja entfernen, was in Jobs Ausspruch Anstoß erregen konnte: die Guten werden von Gott heimgesucht, die Bösen verschont. Daraus ließ sich schließen: Also ist es ganz gleichgültig, ob man gerecht oder gottlos ist. Hierauf antwortet er zunächst (V. 1-8), um dann eine nützliche Lehre anzuknüpfen, wie man leiden muss, um von Gott Hilfe zu erlangen. Diese Worte belehren Job und bereiten ihn auf jene Unterwürfigkeit vor, durch welche er würdig wird, dass Gott ihm den Sieg zuspricht. Ijob Ijob 22 35 2 Numquid æqua tibi videtur tua cogitatio, ut diceres: Justior sum Deo? Scheint dir etwa dein Gedanke berechtigt, dass du sagtest: Ich bin gerechter als Gott?² @@ -24792,7 +24793,7 @@ Ijob Ijob 22 35 14 13 Hebr.: so ist doch die Streitsache vor ihm; er ist auch, Ijob Ijob 22 35 15 Nunc enim non infert furorem suum, nec ulciscitur scelus valde. Denn jetzt verhängt er nicht seinen Grimm noch rächt er den Frevel streng.¹⁴ Ijob Ijob 22 35 15 14 Wenn Gott nicht gleich die höchste Strafe sendet, darf man doch nicht urteilen, er lasse ungestraft Verbrechen geschehen. Ijob Ijob 22 35 16 Ergo Job frusta aperit os suum, et absque scientia verba multiplicat. Darum öffnet Job seinen Mund ohne Grund und macht viel Worte ohne Einsicht. -Ijob Ijob 22 36 0 III. Vierte Rede. Eliu zeigt genauer, wie das Unglück Heilkraft hat, und bemüht sich, indem er Gottes Gerechtigkeit und Weisheit preist, Job dahin zu bringen, sein Leiden in Geduld und Demut zu tragen und nicht von Gott darüber Rechenschaft zu fordern. (36,1 37,24) a. Eliu fehlen die Gründe nicht, durch welche er Gottes Gerechtigkeit und Weisheit gegen Job verteidigen kann. (V. 4) b. Die Leiden haben heilsame Wirkungen, und so werde er auch Gottes Weise, gegen Job zu handeln, erklären (V. 5-21): Gott handelt seiner Vorsehung gemäß und lässt die heimgesuchten Gerechten nicht im Stich. (V. 7) Er führt selbst die Gottlosen oft durch Heimsuchungen zur Erkenntnis ihrer Sünden (V. 10), um dann nach ihrem Verhalten gegen sie zu handeln. (V. 14) Dieselbe Weise hält er gegen die Gerechten ein (V. 15), dieselbe gegen Job, der von seinen Heimsuchungen frei werden wird, wenn er sie in Geduld und Demut trägt und sich nicht zur Sünde fortreißen lässt. (V. 21) c. Um ihn zu dieser Stimmung des Herzens zu führen und von dem unbedachten Urteil über Gottes Handeln abzuwenden, preist Eliu die Weisheit, Gerechtigkeit und Majestät Gottes (36,22 37,13): Gott ist so groß, dass niemand seine Wege erforschen oder seine Werke oder sein ewiges Wissen erkennen kann (V. 26), leuchtet doch schon aus den Wettererscheinungen seine Macht und Weisheit hervor, durch die er die Menschen mit Strafen heimsucht und mit Wohltaten überhäuft. +Ijob Ijob 22 36 0 III. Vierte Rede. Eliu zeigt genauer, wie das Unglück Heilkraft hat, und bemüht sich, indem er Gottes Gerechtigkeit und Weisheit preist, Job dahin zu bringen, sein Leiden in Geduld und Demut zu tragen und nicht von Gott darüber Rechenschaft zu fordern. (36,1 37,24) a. Eliu fehlen die Gründe nicht, durch welche er Gottes Gerechtigkeit und Weisheit gegen Job verteidigen kann. (V. 4) b. Die Leiden haben heilsame Wirkungen, und so werde er auch Gottes Weise, gegen Job zu handeln, erklären (V. 5-21): Gott handelt seiner Vorsehung gemäß und lässt die heimgesuchten Gerechten nicht im Stich. (V. 7) Er führt selbst die Gottlosen oft durch Heimsuchungen zur Erkenntnis ihrer Sünden (V. 10), um dann nach ihrem Verhalten gegen sie zu handeln. (V. 14) Dieselbe Weise hält er gegen die Gerechten ein (V. 15), dieselbe gegen Job, der von seinen Heimsuchungen frei werden wird, wenn er sie in Geduld und Demut trägt und sich nicht zur Sünde fortreißen lässt. (V. 21) c. Um ihn zu dieser Stimmung des Herzens zu führen und von dem unbedachten Urteil über Gottes Handeln abzuwenden, preist Eliu die Weisheit, Gerechtigkeit und Majestät Gottes (36,22 37,13): Gott ist so groß, dass niemand seine Wege erforschen oder seine Werke oder sein ewiges Wissen erkennen kann (V. 26), leuchtet doch schon aus den Wettererscheinungen seine Macht und Weisheit hervor, durch die er die Menschen mit Strafen heimsucht und mit Wohltaten überhäuft. Ijob Ijob 22 36 1 Addens quoque Eliu, hæc locutus est: Weiter fuhr Eliu fort und sprach also: Ijob Ijob 22 36 2 Sustine me paululum, et indicabo tibi, adhuc enim habeo quod pro Deo loquar. Habe noch ein wenig Geduld mit mir, so will ich es dir zeigen, denn noch habe ich für Gott zu reden.¹ Ijob Ijob 22 36 2 1 Da Job noch immer keine Antwort gibt, will Eliu die Widerlegung weiterführen und vollenden, verlangt aber vorher Aufmerksamkeit, weil er zugunsten Gottes noch mehr zu sagen habe. @@ -24858,7 +24859,7 @@ Ijob Ijob 22 36 32 In manibus abscondit lucem, et præcipit ei ut rursus advenia Ijob Ijob 22 36 32 31 Hebr.: Beide Hände bedeckt er mit Licht und bestellt es als Strafverhängnis. Ijob Ijob 22 36 33 Annuntiat de ea amico suo, quod possessio ejus sit, et ad eam possit ascendere. Seinem Freunde gibt er Kunde davon, dass es sein eigen ist und dass er zu demselben aufsteigen kann.³² Ijob Ijob 22 36 33 32 Das Licht, seinen Besitz, verheißt er seinen Freunden und verkündet ihnen, dass sie nach Finsternis Licht, nach Elend das Glück schauen werden. Das hebräische wird auf verschiedene Weise übersetzt und erklärt. -Ijob Ijob 22 37 0 Gottes Weisheit und Macht zeigt sich auch in den Stürmen, Blitzen und Donnern (V. 5) wie in dem Nutzen des Schnees, der Regengüsse und der Kälte. (V. 13) d. Eliu fordert Job auf, dies alles wohl zu erwägen (V. 14), und stellt ihm ironische Fragen über die Natur der Dinge und die Ordnung der Welt, damit er erkenne, dass er nicht imstande sei, Gott und dessen Werke zu erkennen, und sich ihm in Demut unterwerfe. +Ijob Ijob 22 37 0 Gottes Weisheit und Macht zeigt sich auch in den Stürmen, Blitzen und Donnern (V. 5) wie in dem Nutzen des Schnees, der Regengüsse und der Kälte. (V. 13) d. Eliu fordert Job auf, dies alles wohl zu erwägen (V. 14), und stellt ihm ironische Fragen über die Natur der Dinge und die Ordnung der Welt, damit er erkenne, dass er nicht imstande sei, Gott und dessen Werke zu erkennen, und sich ihm in Demut unterwerfe. Ijob Ijob 22 37 1 Super hoc expavit cor meum, et emotum est de loco suo. Darüber erzittert mein Herz und bebt von seiner Stelle.¹ Ijob Ijob 22 37 1 1 Vielleicht ist dieser Vers mit dem Folgenden eng zu verbinden. Es donnert und Eliu ahnt, dass Großes bevorsteht. Ijob Ijob 22 37 2 Audite auditionem in terrore vocis ejus, et sonum de ore illius procedentem. Höret, o höret seine Stimme voll des Schreckens, den Schall, der aus seinem Munde hervorgeht. @@ -24904,7 +24905,7 @@ Ijob Ijob 22 37 23 Digne eum invenire non possumus: magnus fortitudine, et judic Ijob Ijob 22 37 23 20 Gottes Ratschlüsse neugierig zu erforschen und mit ihm zu streiten, wage niemand. Hebr.: Der groß an Stärke und Einsicht und dieser Gerechtigkeit ist, er bedrückt nicht. Ijob Ijob 22 37 24 Ideo timebunt eum viri, et non audebunt contemplari omnes, qui sibi videntur esse sapientes. Darum fürchten ihn die Männer und keiner von allen denen, die sich bedünken, weise zu sein, wagt es, ihn zu ergründen.²¹ Ijob Ijob 22 37 24 21 Hebr.: Nicht sieht er alle die Hochweisen an. Eliu hat am Schlusse die beide Sätze wiederholt, von denen alles abhing: Gott ist nicht ungerecht, aber er wendet sich ab von dem Stolzen. So muss also Job sich in demütiger Unterwerfung Gott nahen. Eliu schließt, indem er das als wahre Weisheit bezeichnet, was auch Job [Ijob 28,28], nachdem er richtig gestellt, was Job nicht genau genug von derselben gesagt. -Ijob Ijob 22 38 0 III. Zwei Reden Gottes und zwei kurze Antworten Jobs. Gott weist auf die wunderbaren Werke seiner Macht und Weisheit hin und zeigt die Unwissenheit des Menschen. Job bekennt, dass er unüberlegt gehandelt habe, als er mit Gott zu rechten wagte. (Kap. 38,1 Kap. 42,6) 1. Erste Rede Gottes und Antwort Jobs (38, 1 39,35) A. Gott tadelt Jobs Anmaßung, der nicht einmal imstande ist, die sichtbaren Werke der Schöpfung zu beurteilen, und mit ihm hat rechten wollen. (38,1 39,32) a. Gott erscheint Job im Sturme und heißt ihn, seine Rechenschaft fordernden Reden einzustellen und auf Gottes Fragen zu antworten. (V. 3) b. Vor allem fragt ihn Gott, um seinen Stolz niederzubeugen, über die Schöpfung, ob er etwa zugegen war, als die Grundlagen der Erde gelegt wurden, oder ob er selbst die Erde gegründet und dem Meere seine Grenzen zugewiesen habe. (V. 11) c. Zur gewöhnlichen Leitung der erschaffenen Dinge übergehend, fragt Gott, ob Job den täglichen Wechsel zwischen Tag und Nacht leite (V. 16), ob er die Geheimnisse der Erde, die er bewohne, und die Kräfte der Natur kenne, welche Gott alle leitet und zu den von ihm vorherbestimmten Zielen lenkt (V. 23); die Erscheinungen in der Luft, die er sehe, zu erklären wisse (V. 30) oder den Lauf der Gestirne verstehe. D. Zu den Tieren übergehend befragt Gott Job über die Lebensweise, die Natur und die Herkunft des Löwen und des Raben. +Ijob Ijob 22 38 0 III. Zwei Reden Gottes und zwei kurze Antworten Jobs. Gott weist auf die wunderbaren Werke seiner Macht und Weisheit hin und zeigt die Unwissenheit des Menschen. Job bekennt, dass er unüberlegt gehandelt habe, als er mit Gott zu rechten wagte. (Kap. 38,1 Kap. 42,6) 1. Erste Rede Gottes und Antwort Jobs (38, 1 39,35) A. Gott tadelt Jobs Anmaßung, der nicht einmal imstande ist, die sichtbaren Werke der Schöpfung zu beurteilen, und mit ihm hat rechten wollen. (38,1 39,32) a. Gott erscheint Job im Sturme und heißt ihn, seine Rechenschaft fordernden Reden einzustellen und auf Gottes Fragen zu antworten. (V. 3) b. Vor allem fragt ihn Gott, um seinen Stolz niederzubeugen, über die Schöpfung, ob er etwa zugegen war, als die Grundlagen der Erde gelegt wurden, oder ob er selbst die Erde gegründet und dem Meere seine Grenzen zugewiesen habe. (V. 11) c. Zur gewöhnlichen Leitung der erschaffenen Dinge übergehend, fragt Gott, ob Job den täglichen Wechsel zwischen Tag und Nacht leite (V. 16), ob er die Geheimnisse der Erde, die er bewohne, und die Kräfte der Natur kenne, welche Gott alle leitet und zu den von ihm vorherbestimmten Zielen lenkt (V. 23); die Erscheinungen in der Luft, die er sehe, zu erklären wisse (V. 30) oder den Lauf der Gestirne verstehe. D. Zu den Tieren übergehend befragt Gott Job über die Lebensweise, die Natur und die Herkunft des Löwen und des Raben. Ijob Ijob 22 38 1 Respondens autem Dominus Job de turbine, dixit: Da antwortete der Herr Job aus einem Wettersturm¹ und sprach: Ijob Ijob 22 38 1 1 Die Erscheinung Gottes erfolgt im Sturme. So einst bei Abraham [Gen 15,12] und auf Sinai. Vergl. [Ps 17, Ps 96, Jes 64,1, Mi 1,3]. Der Sturm ist recht geeignet, Gottes Majestät zu zeigen und die Menschen mit Ehrfurcht zu erfüllen. Der Sturm war vielleicht auch ein Bild der Bedrängnis Jobs, in welcher der Herr erscheint. Ijob Ijob 22 38 2 Quis est iste involvens sententias sermonibus imperitis? Wer ist jener,² der mit Reden ohne Einsicht den Ratschluss in Dunkelheit hüllt?³ @@ -24978,7 +24979,7 @@ Ijob Ijob 22 38 40 Quando cubant in antris, et in specubus insidiantur? wenn sie Ijob Ijob 22 38 40 31 Aber Gott steigt noch tiefer herab. Gott zeigt, wie er für die Tiere sorgt, und Job hat über seine über die Menschen waltende Vorsehung gestritten. Gott sorgt für jedes Tier nach seiner Natur. Nicht einmal für den starken Löwen und den schwachen Raben kannst du Speise schaffen, und du streitest mit Gott? Willst du vielleicht anstatt seiner die Weltregierung übernehmen? Ijob Ijob 22 38 41 Quis præparat corvo escam suam, quando pulli ejus clamant ad Deum, vagantes, eo quod non habeant cibos? Wer bereitet dem Raben seine Speise, wenn seine Jungen zu Gott schreien³² und umherirren, weil sie keine Nahrung haben? [Ps 146,9] Ijob Ijob 22 38 41 32 Durch ihr natürliches Verlangen. -Ijob Ijob 22 39 0 d. Weiter befragt Gott Job über den Steinbock (V. 4), den wilden Esel (V. 8), das Nashorn (Büffel) (V. 12), den Strauß (V. 18), das Pferd (V. 25), den Habicht und den Adler. (V. 30) e. Gott befiehlt, schließlich, Job auf alles dies zu antworten, bevor er es unternehme, mit ihm zu streiten. (V. 32) B. Job bekennt demütig, dass er unbedacht gesprochen. +Ijob Ijob 22 39 0 d. Weiter befragt Gott Job über den Steinbock (V. 4), den wilden Esel (V. 8), das Nashorn (Büffel) (V. 12), den Strauß (V. 18), das Pferd (V. 25), den Habicht und den Adler. (V. 30) e. Gott befiehlt, schließlich, Job auf alles dies zu antworten, bevor er es unternehme, mit ihm zu streiten. (V. 32) B. Job bekennt demütig, dass er unbedacht gesprochen. Ijob Ijob 22 39 1 Numquid nosti tempus partus ibicum in petris, vel parturientes cervas observasti? Kennst du¹ die Zeit der Geburt der Steinböcke auf den Felsen oder hast du acht gehabt² auf die gebärenden Hirschkühe? Ijob Ijob 22 39 1 1 Wirksam und die betreffenden Vorgänge bedingend. Ijob Ijob 22 39 1 2 Hilfe gewährend. @@ -25036,7 +25037,7 @@ Ijob Ijob 22 39 33 Respondens autem Job Domino, dixit: Da antwortete Job dem Her Ijob Ijob 22 39 34 Qui leviter locutus sum, respondere quid possum? manum meam ponam super os meum. Da ich leichtfertig geredet, was will ich antworten?²² Ich will meine Hand auf meinen Mund legen. Ijob Ijob 22 39 34 22 Hebr.: Fürwahr, zu gering bin ich. Er will nur bewundern, vergl. [Ijob 21,5, Ijob 29,9], doch er fügt Bekenntnis, Reue und Vorsatz bei, und nach Gottes zweiter Rede [Ijob 42,6] einen Ausdruck seines Schmerzes. Wie verschieden sind diese Worte von jener Zuversicht und jenem Selbstlobe, mit dem er zuvor vor Gott treten zu wollen erklärte! [Ijob 31,36.57] Er büßt es jetzt durch seine Verdemütigung. Und zu dieser haben Elius Worte ihn gebracht, die Gott bestätigt. Ijob Ijob 22 39 35 Unum locutus sum, quod utinam non dixissem: et alterum, quibus ultra non addam. Eines habe ich geredet, o hätte ich es doch nicht gesagt, und ein zweites; zu diesem will ich nichts hinzutun. -Ijob Ijob 22 40 0 2. Zweite Rede Gottes und Antwort Jobs. (40,1 42,6) A. Der Mensch darf sich nicht so rechtfertigen, dass er Gott verdammt, und dies umso weniger, ein je schwächeres Wesen der Mensch ist. (40,1 41,25) a. Job wird zurechtgewiesen, dass er, indem er sich für gerecht erklärte, fast Gott verdammte (V. 3), obwohl er doch selbst ein so schwaches Wesen sei. (V. 9) b. Damit Job sein Nichts desto besser erkenne, beschreibt ihm Gott zwei Tiere, die er zwar geschaffen, die der Mensch aber nicht zu leiten vermag, den Behemoth (Nilpferd) (V. 19) und den Leviathan (Krokodil). (40,20 41,25) +Ijob Ijob 22 40 0 2. Zweite Rede Gottes und Antwort Jobs. (40,1 42,6) A. Der Mensch darf sich nicht so rechtfertigen, dass er Gott verdammt, und dies umso weniger, ein je schwächeres Wesen der Mensch ist. (40,1 41,25) a. Job wird zurechtgewiesen, dass er, indem er sich für gerecht erklärte, fast Gott verdammte (V. 3), obwohl er doch selbst ein so schwaches Wesen sei. (V. 9) b. Damit Job sein Nichts desto besser erkenne, beschreibt ihm Gott zwei Tiere, die er zwar geschaffen, die der Mensch aber nicht zu leiten vermag, den Behemoth (Nilpferd) (V. 19) und den Leviathan (Krokodil). (40,20 41,25) Ijob Ijob 22 40 1 Respondens autem Dominus Job de turbine, dixit: Der Herr aber antwortet dem Job aus dem Wettersturme und sprach:¹ Ijob Ijob 22 40 1 1 Das Ziel der zweiten Rede Gottes ist klar aus dem Tadel gegen Job [Ijob 40,3] aus Gottes Worten [Ijob 41,1.2], aus Jobs Antwort [Ijob 42,2-6], da Job nach dieser Rede noch mehr gedemütigt erscheint und noch inständiger um Verzeihung bittet. Ijob Ijob 22 40 2 Accinge sicut vir lumbos tuos: interrogabo te: et indica mihi. Gürte als ein Mann deine Lenden,² ich will dich fragen, und du sage mir an!³ @@ -25090,7 +25091,7 @@ Ijob Ijob 22 40 26 24 Hebr.: Füllst du wohl mit Geschossen seine Haut und sein Ijob Ijob 22 40 27 Pone super eum manum tuam: memento belli, nec ultra addas loqui. Lege deine Hand an ihn! Denke aber an den Kampf, du wirst ihn nicht wieder herausfordern. Ijob Ijob 22 40 28 Ecce, spes ejus frustrabitur eum, et videntibus cunctis præcipitabitur. Siehe, seine Hoffnung täuscht ihn und vor aller Augen liegt er hingestreckt.²⁵ Ijob Ijob 22 40 28 25 Hebr.: Ja, solche Hoffnung wird getäuscht; stürzt man sich schon bei seinem Anblicke nieder? -Ijob Ijob 22 41 0 Weitere Beschreibung des Leviathan (Krokodil). +Ijob Ijob 22 41 0 Weitere Beschreibung des Leviathan (Krokodil). Ijob Ijob 22 41 1 Non quasi crudelis suscitabo eum: quis enim resistere potest vultui meo? Nicht wie ein Grausamer werde ich ihn reizen, denn wer kann meinem Antlitze widerstehen?¹ Ijob Ijob 22 41 1 1 Hebr.: So kühn ist keiner, es zu reizen, wer will denn mir sich widersetzen? Wenn schon mit einem bloßen Geschöpfe Gottes niemand zu streiten wagt, wem sollte es dann in den Sinn kommen, mit mir selbst streiten zu wollen? Im Lateinischen ist die Form der Rede derart, dass der Redende von sich sagt, was er von anderen verstanden wissen will: Ich rate niemand, so waghalsig und wild zu sein, es zu wecken; doch noch viel weniger mag jemand mich herausfordern. Die ins einzelne gehende Beschreibung war überaus geeignet, Job zu beschämen, der mit Gott zu streiten verlangt. Ijob Ijob 22 41 2 Quis ante dedit mihi, ut reddam ei? omnia quæ sub clo sunt, mea sunt. Wer hat mir zuvor etwas gegeben, dass ich es ihm vergelten müsste? Alles, was unter dem Himmel ist, ist mein.² @@ -25138,7 +25139,7 @@ Ijob Ijob 22 41 23 21 Ein glänzender grauer Wasserstreifen bezeichnet die Rich Ijob Ijob 22 41 24 Non est super terram potestas, quæ comparetur ei, qui factus est ut nullum timeret. Es ist auf Erden keine Macht, die sich mit ihm messen könnte; er ist gemacht, niemanden zu fürchten. Ijob Ijob 22 41 25 Omne sublime videt, ipse est rex super universos filios superbiæ. Er schaut auf alles Hohe, er ist der König über alle Kinder des Stolzes.²² Ijob Ijob 22 41 25 22 Alle anderen, ob auch starken Tiere verachtet es, alle anderen fürchten es. Einige heilige Väter sehen in der Wahl der Worte eine Anspielung auf den Satan. -Ijob Ijob 22 42 0 B. Job bekennt Gottes Macht und Weisheit und seine Unwissenheit und bittet Gott demütig um Vergebung. (V. 6) Epilog. Ausgang der Sache. (42,7-16) a. Gott tadelt die drei Freunde Jobs, weil sie nicht recht geredet haben, und befiehlt ihnen, um Jobs Unschuld noch mehr zu erklären, durch Job für sich ein Opfer darbringen zu lassen. (V. 9) b. Job verleiht Gott ein höheres Glück als er vor seiner Heimsuchung genossen. +Ijob Ijob 22 42 0 B. Job bekennt Gottes Macht und Weisheit und seine Unwissenheit und bittet Gott demütig um Vergebung. (V. 6) Epilog. Ausgang der Sache. (42,7-16) a. Gott tadelt die drei Freunde Jobs, weil sie nicht recht geredet haben, und befiehlt ihnen, um Jobs Unschuld noch mehr zu erklären, durch Job für sich ein Opfer darbringen zu lassen. (V. 9) b. Job verleiht Gott ein höheres Glück als er vor seiner Heimsuchung genossen. Ijob Ijob 22 42 1 Respondens autem Job Domino, dixit: Da antwortete Job dem Herrn und sprach:¹ Ijob Ijob 22 42 1 1 Jetzt hat Job eine Belehrung erhalten, die für ihn nicht bloße Erkenntnis bleibt. Ijob Ijob 22 42 2 Scio quia omnia potes, et nulla te latet cogitatio. Ich weiß, dass du alles vermagst, und kein Gedanke ist dir verborgen.² @@ -25175,7 +25176,7 @@ Ijob Ijob 22 42 15 18 Also war Job kein Israelit. Vergl. [Num 27,8]. Ijob Ijob 22 42 16 Vixit autem Job post hæc, centum quadraginta annis, et vidit filios suos, et filios filiorum suorum usque ad quartam generationem, et mortuus est senex, et plenus dierum. Und Job lebte hiernach noch hundertundvierzig Jahre¹⁹ und sah seine Söhne und die Söhne seiner Söhne bis ins vierte Geschlecht und starb alt und hochbetagt.²⁰ Ijob Ijob 22 42 16 19 Nach diesem Unglücke. Nach der Septuag lebte er im Ganzen 248 Jahre. Der Segnung, welche [Ps 127] verheißt, wird Job voll zuteil. Ijob Ijob 22 42 16 20 Nach einem langen, mit allen Gütern, welche der Mensch erlangen kann, gesegneten Leben. Vergl. [Gen 25,8, Gen 35,29]. Wer dieses Buch liest, sagt der hl. Chrysostomus, schaue auf diesen tapferen Helden als auf sein Vorbild, ahme dessen Stärke nach und wetteifere mit dessen Geduld, damit er, auf demselben Wege beharrend und tapfer gegen alle Anschläge des Teufels streitend, verdiene, jene Güter zu erlangen, die denen verheißen sind, welche Gott lieben. -Psalmen Ps 23 1 0 a. Selig der Fromme. (V. 3) b. Unselig die Gottlosen. +Psalmen Ps 23 1 0 a. Selig der Fromme. (V. 3) b. Unselig die Gottlosen. Psalmen Ps 23 1 1 BEATUS vir, qui non abiit in consilio impiorum, et in via peccatorum non stetit, et in cathedra pestilentiæ non sedit: Glückselig¹ der Mann,² der nicht wandelt³ nach dem Rate der Bösen⁴ und auf dem Wege der Sünder nicht steht und nicht sitzt auf dem Stuhle des Verderbens,⁵ Psalmen Ps 23 1 1 1 Es fehlt die Aufschrift: Psalm Davids, wohl weil das ganze erste Buch eine solche führte. Psalm 1 bildete eine Einleitung in das Buch der Psalmen. (Basil.) Er bildete nach altjüdischer Anschauung ein ganzes mit Psalm 2. (vergl. [Apg 13,33]), da letzterer zu der prophetischen Einleitung die ethische hinzufügt. Psalmen Ps 23 1 1 2 Wie die Bergpredigt das Gesetz vollendet und mit Seligpreisungen beginnt, so auch der Psalter, der das Gesetz zu etwas Innerlichem macht. @@ -25205,7 +25206,7 @@ Psalmen Ps 23 1 6 20 Begründung zu V. 5 und 3. Das Hauptgewicht liegt auf 5b. Psalmen Ps 23 1 6 21 Billigt und trägt Sorge für. Psalmen Ps 23 1 6 22 Den Lebensgang. Die Frommen suchen Gott und dieser lässt sie ihr Ziel erreichen. Psalmen Ps 23 1 6 23 Hebr.: geht zugrunde. Vergl. [Weish 5,6]. Die Kirche legt diesen Psalm dem auferstandenen Heiland in den Mund (Osteross. Mat.) -Psalmen Ps 23 2 0 a. Empörung der Völker gegen Gott und seinen Gesalbten. (V. 3) b. Gott verlacht die Anschläge der Gottlosen, da er den König auf Sion aufgestellt hat. (V. 6) c. Der Messias verkündet, dass ihm vom Vater die Herrschaft über alles Erschaffene verliehen sei und ihm das Recht zustehe, die Empörer zu strafen. (V. 9) d. Der Psalmist mahnt die Empörer, sich dem Herrn zu unterwerfen und seinen Sohn zu verehren, um dem Verderben zu entgehen. Die auf den Messias hoffen, werden selig. +Psalmen Ps 23 2 0 a. Empörung der Völker gegen Gott und seinen Gesalbten. (V. 3) b. Gott verlacht die Anschläge der Gottlosen, da er den König auf Sion aufgestellt hat. (V. 6) c. Der Messias verkündet, dass ihm vom Vater die Herrschaft über alles Erschaffene verliehen sei und ihm das Recht zustehe, die Empörer zu strafen. (V. 9) d. Der Psalmist mahnt die Empörer, sich dem Herrn zu unterwerfen und seinen Sohn zu verehren, um dem Verderben zu entgehen. Die auf den Messias hoffen, werden selig. Psalmen Ps 23 2 1 Quare fremuerunt gentes, et populi meditati sunt inania? Warum toben die Heiden¹ und sinnen die Völker Eitles?² Psalmen Ps 23 2 1 1 Der Verfasser des Psalms ist David. [Apg 4,25] Der Psalm ist messianisch und im Literalsinne von Christus und seinem geistigen Reiche zu verstehen, wie die älteren Juden, [Apg 4] und [Apg 13] und [Offb 2] und [Offb 19] zeigen. Vielleicht dichtete ihn David zur Zeit heftiger Befehdung seines eigenen Königtums, indem er sich bei seiner Gefährdung mit der messianischen Verheißung [2Sam 7,8ff] getröstete. Die Form ist eine dramatische, nacheinander reden der Dichter, der Aufrührer, der Messias, Gott und wiederum der Dichter. Psalmen Ps 23 2 1 2 Vergl. [Apg 4,25-28]. @@ -25248,7 +25249,7 @@ Psalmen Ps 23 2 13 Cum exarserit in brevi ira ejus, beati omnes, qui confidunt i Psalmen Ps 23 2 13 27 Hebr.: denn entbrennen könnte leicht. Psalmen Ps 23 2 13 28 Den Sohn. Psalmen Ps 23 2 13 29 Zu ihm ihre Zuflucht nehmen. Am schlimmsten wütete der Kampf der Feinde (Sünde, Teufel, Tod), als der Heiland am Kreuze litt. Nach der Himmelfahrt des Heilandes setzt sich der Kampf fort gegen seine Kirche. -Psalmen Ps 23 3 0 Wenn er auch von Gott fast verlassen scheint (V. 3), verzagt David dennoch nicht, eingedenk der früheren Wohltaten Gottes (V. 5), und bittet im Hinblick auf den Schutz Gottes in der ersten Nacht nach der Flucht (V. 7) mit Zuversicht, Gott wolle ihm und dem Volke auch ferner helfen. +Psalmen Ps 23 3 0 Wenn er auch von Gott fast verlassen scheint (V. 3), verzagt David dennoch nicht, eingedenk der früheren Wohltaten Gottes (V. 5), und bittet im Hinblick auf den Schutz Gottes in der ersten Nacht nach der Flucht (V. 7) mit Zuversicht, Gott wolle ihm und dem Volke auch ferner helfen. Psalmen Ps 23 3 1 Psalmus David, cum fugeret a facie Absalom filii sui. Ein Psalm¹ Davids, da er vor Absalom, seinem Sohne, floh.² [2Sam 14,15] Psalmen Ps 23 3 1 1 Lied, bestimmt zu musikalischer Begleitung, Loblied. Diese Bezeichnung kehrt in 56 Überschriften wieder. Psalmen Ps 23 3 1 2 Die heiligen Väter sehen in David ein Bild des im Garten Gethsemani jenseits des Cedron von Judas verratenen Heilandes. Vergl. auch dies 3. Nokturn des Offiziums vom Gebet des Herrn am Ölberge. @@ -25271,7 +25272,7 @@ Psalmen Ps 23 3 8 Quoniam tu percussisti omnes adversantes mihi sine causa: dent Psalmen Ps 23 3 8 12 Oder ohne Erfolg. Hebr.: denn du hast ja sonst (du schlägst ja) allen meinen Feinden den Backen geschlagen. Dies ist die äußerste Beschimpfung, vergl. [Ijob 15,10, Klgl 3,30, Mi 5,1], und mit der Zerbrechung der Zähne zugleich Unschädlichmachung. Die Feinde sind als bissige Ungetüme gedacht. Psalmen Ps 23 3 9 Domini est salus: et super populum tuum benedictio tua. Von dem Herrn kommt Heil und auf deinem Volke ruht dein Segen.¹³ Psalmen Ps 23 3 9 13 Grammatisch kann der Satz als Aussage wie als Wunsch gefasst werden. Dem Zusammenhange entsprechend fassen es die meisten Erklärer als Aussage. -Psalmen Ps 23 4 0 David ruft Gott um seine Hilfe an, die er schon oft erfahren (V. 2), und mahnt seine Gegner, von fruchtlosen Versuchen gegen ihn abzulassen und in Bußgesinnung Gott Opfer darzubringen. (V. 6a) Dem furchtsamen Freunde macht er durch sein Beispiel Mut, weil er sich jetzt mehr freut als solche, die mit zeitlichen Gütern gesegnet sind. (V. 8) Neue Bezeigung seines Vertrauens. +Psalmen Ps 23 4 0 David ruft Gott um seine Hilfe an, die er schon oft erfahren (V. 2), und mahnt seine Gegner, von fruchtlosen Versuchen gegen ihn abzulassen und in Bußgesinnung Gott Opfer darzubringen. (V. 6a) Dem furchtsamen Freunde macht er durch sein Beispiel Mut, weil er sich jetzt mehr freut als solche, die mit zeitlichen Gütern gesegnet sind. (V. 8) Neue Bezeigung seines Vertrauens. Psalmen Ps 23 4 1 In finem in carminibus, Psalmus David. Zum Ende,¹ unter den Liedern,² ein Psalm Davids.³ Psalmen Ps 23 4 1 1 Richtiger: Für den Musikmeister. Sinn der Sept. und Vulg. vielleicht: Fort und fort, für die Dauer, jederzeit zu singen. Psalmen Ps 23 4 1 2 Mit der Zither (oder dem Psalter) zu begleiten. @@ -25307,7 +25308,7 @@ Psalmen Ps 23 4 9 In pace in idipsum dormiam, et requiescam; In Frieden zumal le Psalmen Ps 23 4 9 24 In Frieden will ich mich niederlegen und alsbald einschlafen. Psalmen Ps 23 4 10 Quoniam tu Domine singulariter in spe constituisti me. denn du, o Herr! hast mich vollkommen fest gestellt in Zuversicht.²⁵ Psalmen Ps 23 4 10 25 Hebr.: du lässt mich in Abgeschiedenheit sicher wohnen. -Psalmen Ps 23 5 0 Der Psalmist bittet Gott, sein Gebet, dass er am frühen Morgen darbringt, am Morgen zu erhören. (V. 4) Ja, er vertraut, dass Gott ihn erhört, denn der Herr hasst die Sünder (V. 7), er aber tritt in das Heiligtum Gottes, flehend, der Herr wolle ihn den rechten Weg leiten ohne Wanken (V. 10) und seine Feinde strafen, damit David sich mit allen Frommen der Hilfe des Höchsten rühme. +Psalmen Ps 23 5 0 Der Psalmist bittet Gott, sein Gebet, dass er am frühen Morgen darbringt, am Morgen zu erhören. (V. 4) Ja, er vertraut, dass Gott ihn erhört, denn der Herr hasst die Sünder (V. 7), er aber tritt in das Heiligtum Gottes, flehend, der Herr wolle ihn den rechten Weg leiten ohne Wanken (V. 10) und seine Feinde strafen, damit David sich mit allen Frommen der Hilfe des Höchsten rühme. Psalmen Ps 23 5 1 In finem pro ea, quæ hereditatem consequitur, Psalmus David. Zum Ende, für die Erbin,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 5 1 1 Richtiger wohl: Für den Vorsänger. Blasinstrument. Die Teilung der Verse ist im Hebr. so, dass V. 4a der Vulgata noch zu V. 3 gehört und so fort bis V. 8 ausschließlich. V. 11 beginnt mit den Worten: Gehe mit ihnen ins Gericht. Psalmen Ps 23 5 1 2 Der Psalm gibt die Gefühle der Kirche (einer frommen Seele) wieder, welche teils bittend, teils die Sünde verwerfend, den Bräutigam anfleht, sie gegen die Anschläge ihrer Feinde zu schützen und sie zu den ewigen Wohnungen zu führen. @@ -25347,7 +25348,7 @@ Psalmen Ps 23 5 12 24 Hebr.: frohlocken. Psalmen Ps 23 5 12 25 Dich, soweit sie dich aus deiner Offenbarung kennen. Psalmen Ps 23 5 13 Quoniam tu benedices justo. Domine, ut scuto bonæ voluntatis tuæ coronasti nos. denn du segnest den Gerechten. O Herr! wie mit einem Schilde umgibst du uns mit deiner Huld.²⁶ Psalmen Ps 23 5 13 26 Die Gnade kommt dem Willen des Menschen zuvor. (Aug.) Der Parallelismus der Glieder wird im Hebr. durch bessere Verteilung klarer gewahrt: V. 4a. Vulg. gehört zu V. 3. V. 5 beginnt: denn du bist kein V. 7 beginnt: Du vertilgst alle. V. 11a der Vulg. gehört zu V. 10. -Psalmen Ps 23 6 0 David fleht zu Gott, er wolle ihn nicht nach der Strenge seiner Gerechtigkeit strafen (V. 2), und stellt, ihn zum Mitleid zu bewegen, ihm die Schwere seiner Bedrängnisse vor Augen. (V. 4) Wenn Gott ihn nicht schont, kann er dessen Barmherzigkeit vor andern nicht mehr preisen. (V. 6) Größe seiner Reue über seine Verfehlung. (V. 8) Ja, sein Gebet wird Erhörung finden, darum mögen die Feinde von ihm ablassen (V. 10), da ihr Untergang sicher ist. +Psalmen Ps 23 6 0 David fleht zu Gott, er wolle ihn nicht nach der Strenge seiner Gerechtigkeit strafen (V. 2), und stellt, ihn zum Mitleid zu bewegen, ihm die Schwere seiner Bedrängnisse vor Augen. (V. 4) Wenn Gott ihn nicht schont, kann er dessen Barmherzigkeit vor andern nicht mehr preisen. (V. 6) Größe seiner Reue über seine Verfehlung. (V. 8) Ja, sein Gebet wird Erhörung finden, darum mögen die Feinde von ihm ablassen (V. 10), da ihr Untergang sicher ist. Psalmen Ps 23 6 1 In finem in carminibus, Psalmus David, pro octava. Zum Ende unter den Liedern,¹ ein Psalm Davids,² für die Oktav. Psalmen Ps 23 6 1 1 Dem Musikmeister. Mit der Zither zu begleiten. Tiefe Stimme. Psalmen Ps 23 6 1 2 Nach vielen Erklärern bezieht sich der Psalm auf Davids Ehebruch und den Mord Urias; indes ist, wie V. 9-11 zeigen, die Folge jener Sünden, die Empörung Absaloms, Gelegenheit zu dem Liede. Der Psalm gehört zu den sogenannten sieben Bußpsalmen (von denen 6.31.37.50.142 von David, 101 und 109 von unbekannten Verfassern sind.). Die Siebenzahl sucht Cassiodor dadurch zu empfehlen, dass die Sünde auf verschiedene siebe Weisen nachgelassen werde, nämlich durch Taufe, Martyrium, Almosen, Vergebung fremder Schuld, Bekehrung anderer, reiche Liebe und Buße. @@ -25378,7 +25379,7 @@ Psalmen Ps 23 6 9 18 Von der Trauer geht er zum Triumph über. Anrede an die B Psalmen Ps 23 6 10 Exaudivit Dominus deprecationem meam, Dominus orationem meam suscepit. Der Herr hat mein Flehen erhört, der Herr hat mein Gebet angenommen. Psalmen Ps 23 6 11 Erubescant, et conturbentur vehementer omnes inimici mei: convertantur et erubescant valde velociter. Es sollen beschämt werden¹⁹ und heftig erschrecken alle meine Feinde, sie sollen zurückweichen und plötzlich beschämt werden. Psalmen Ps 23 6 11 19 Weil ihre Anschläge vereitelt sind. -Psalmen Ps 23 7 0 Fälschlich angeschuldigt und von allen verlassen, hofft der Psalmist einzig von Gott Hilfe (V. 2.3), und da Gott eine ungerechte Sache nicht schützen kann, beteuert er aus tiefstem Herzensgrunde seine Unschuld, sich alles Übel anwünschend, wenn er nicht die Wahrheit redet. (V. 6) Beruhigter fleht er, Gott wolle als gerechter Richter zwischen ihm und den Verleumdern entscheiden und ihrer Bosheit ein Ende machen. (V. 10) Im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit droht er ihnen Strafen an, wenn sie sich nicht bekehren (V. 14), denn in das Böse, das sie ihm zugedacht, werden sie selbst stürzen. +Psalmen Ps 23 7 0 Fälschlich angeschuldigt und von allen verlassen, hofft der Psalmist einzig von Gott Hilfe (V. 2.3), und da Gott eine ungerechte Sache nicht schützen kann, beteuert er aus tiefstem Herzensgrunde seine Unschuld, sich alles Übel anwünschend, wenn er nicht die Wahrheit redet. (V. 6) Beruhigter fleht er, Gott wolle als gerechter Richter zwischen ihm und den Verleumdern entscheiden und ihrer Bosheit ein Ende machen. (V. 10) Im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit droht er ihnen Strafen an, wenn sie sich nicht bekehren (V. 14), denn in das Böse, das sie ihm zugedacht, werden sie selbst stürzen. Psalmen Ps 23 7 1 Psalmus David, quem cantavit Domino pro verbis Chusi filii Jemini. Ein Psalm Davids, welchen er dem Herrn sang wegen der Worte Chusis, eines Sohnes Jeminis.¹ Psalmen Ps 23 7 1 1 Kus, Anhänger Sauls, verleumdet David. Falsch Chusi (nach Septuag). Psalmen Ps 23 7 2 Domine Deus meus in te speravi: salvum me fac ex omnibus persequentibus me, et libera me. O Herr, mein Gott! auf dich vertraue ich,² errette mich von allen meinen Verfolgern und befreie mich, @@ -25419,7 +25420,7 @@ Psalmen Ps 23 7 17 20 Zweites Bild des Unterganges. Beispiele hierfür sind Dan Psalmen Ps 23 7 18 Confitebor Domino secundum justitiam ejus: et psallam nomini Domini altissimi. Ich aber will den Herrn preisen nach seiner Gerechtigkeit²¹ und dem Namen des Herrn, des Allerhöchsten, lobsingen.²² Psalmen Ps 23 7 18 21 Da er das Gute belohnt, das Böse bestraft hat. Psalmen Ps 23 7 18 22 Die Teilung der Verse entspricht im lat. Text nicht immer dem Parallelismus der Glieder. V. 5b gehört im Hebr. zu V. 6. Das Breviergebet hat mittlerischen Charakter, wird namens der Kirche und für sie gebetet; wir flehen in diesem Psalme um den Sieg der vom Satan (dem Kuschiten) und seinem Anhange viel verfolgten und ungerecht verleumdeten Kirche. -Psalmen Ps 23 8 0 a. Die ganze Schöpfung preist Gottes Erhabenheit. Was ist der Mensch, dass ein solcher Gott sich seiner annimmt? (V. 5) b. Zwei Gründe sind es, weshalb Gott des Menschen gedenkt: derselbe steht nur wenig unter den Engeln, ist mit übernatürlicher Ähnlichkeit Gottes ausgestattet und zum König der Erde eingesetzt. (V. 9) c. Der Psalmist schließt mit demselben Aufruf, mit dem er begonnen. +Psalmen Ps 23 8 0 a. Die ganze Schöpfung preist Gottes Erhabenheit. Was ist der Mensch, dass ein solcher Gott sich seiner annimmt? (V. 5) b. Zwei Gründe sind es, weshalb Gott des Menschen gedenkt: derselbe steht nur wenig unter den Engeln, ist mit übernatürlicher Ähnlichkeit Gottes ausgestattet und zum König der Erde eingesetzt. (V. 9) c. Der Psalmist schließt mit demselben Aufruf, mit dem er begonnen. Psalmen Ps 23 8 1 In finem pro torcularibus, Psalmus David. Zum Ende, für die Keltern,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 8 1 1 Für den Vorsänger. Wohl am Laubhüttenfest zu singen. Psalmen Ps 23 8 1 2 Gelegenheit und Veranlassung unbekannt. Der Psalm ist messianisch, vergl. [Hebr 2,6ff, 1Kor 15,27ff], indes bezieht er sich nicht so im Literal- wie im eminenten geistigen Sinne auf den Messias. Haben nämlich die Worte in ihrer Weise ihre Geltung für den Menschen im Allgemeinen, so sind sie doch voll und vollkommen erst in Christus wahr. @@ -25450,7 +25451,7 @@ Psalmen Ps 23 8 9 Volucres cli, et pisces maris, qui perambulant semitas maris. Psalmen Ps 23 8 9 19 Hebr.: was, also alles vom kleinsten Tier bis zum größten Ungeheuer. Wenn der Mensch über alle lebenden Wesen als König herrscht, wie viel mehr über alle leblosen. Psalmen Ps 23 8 10 Domine Dominus noster, quam admirabile est nomen tuum in universa terra! O Herr, unser Herrscher! wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!²⁰ Psalmen Ps 23 8 10 20 Der Psalmist hat getan, was er V. 2 ausgesprochen, und kann deshalb denselben Gedanken wiederholend, gleichsam den Ring schließen. -Psalmen Ps 23 9 0 1. (V. 1-17) Lob Gottes, der sich Davids angenommen (V. 5) und seine Feinde niedergeworfen hat. (V. 9) Mahnung an die Seinigen, auch sie sollen Gottes Strafgerechtigkeit preisen. (V. 13) Doch noch ist alles Übel nicht gehoben, darum fleht David Gott von neuem um Hilfe an und schließt mit dem Lobe Gottes, der seine Gerechtigkeit offenbart hat, indem er das Böse, das die Feinde zufügen wollten, über sie selbst kommen ließ. (V. 17) 2. Bitte an Gott, er wolle die Heiden welche ihn nicht anerkennen, bezwingen (V. 21), da jene in stolzem Selbstvertrauen nicht nach Gott fragen (Psalm 9b V. 4) und Gottes Diener unterdrücken. (V. 8) Da jene wähnen, Gott sehe nicht auf seine Diener, fleht er, er wolle sich erheben (V. 12) und zeigen, dass er der Armen gedenkt, indem er ihre Unterdrücker aus dem Lande vertreibt. (V. 16) Alles zusammenfassend, spricht er die Hoffnung aus, dass die Erhörung seiner früheren Bitten das Unterpfand eines vollkommenen Sieges sein werde. +Psalmen Ps 23 9 0 1. (V. 1-17) Lob Gottes, der sich Davids angenommen (V. 5) und seine Feinde niedergeworfen hat. (V. 9) Mahnung an die Seinigen, auch sie sollen Gottes Strafgerechtigkeit preisen. (V. 13) Doch noch ist alles Übel nicht gehoben, darum fleht David Gott von neuem um Hilfe an und schließt mit dem Lobe Gottes, der seine Gerechtigkeit offenbart hat, indem er das Böse, das die Feinde zufügen wollten, über sie selbst kommen ließ. (V. 17) 2. Bitte an Gott, er wolle die Heiden welche ihn nicht anerkennen, bezwingen (V. 21), da jene in stolzem Selbstvertrauen nicht nach Gott fragen (Psalm 9b V. 4) und Gottes Diener unterdrücken. (V. 8) Da jene wähnen, Gott sehe nicht auf seine Diener, fleht er, er wolle sich erheben (V. 12) und zeigen, dass er der Armen gedenkt, indem er ihre Unterdrücker aus dem Lande vertreibt. (V. 16) Alles zusammenfassend, spricht er die Hoffnung aus, dass die Erhörung seiner früheren Bitten das Unterpfand eines vollkommenen Sieges sein werde. Psalmen Ps 23 9 1 In finem pro occultis filii, Psalmus David. Zum Ende, über die Geheimnisse des Sohnes,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 9 1 1 Für den Gesangmeister. Hohe Stimme. Psalmen Ps 23 9 1 2 Die Zeitumstände des Psalmes sind die gleichen wie die von [Ps 58]. David hat viele Feinde besiegt und sagt dafür Dank, zugleich um Hilfe flehend, damit er die noch übrigen Feinde vertreiben könne. @@ -25498,9 +25499,12 @@ Psalmen Ps 23 9 20 24 Sollen Strafe dulden vor deinem Richterstuhle. Psalmen Ps 23 9 21 Constitue Domine legislatorem super eos: ut sciant gentes quoniam homines sunt. Setze einen Gesetzgeber²⁵ über sie, o Herr! damit die Völker erkennen, dass sie Menschen sind.²⁶ Psalmen Ps 23 9 21 25 Die Sept. las wohl in ihrer Vorlage Zuchtmeister, Tyrannen. Aug., Hieron. verstehen dies vom Antichrist, während einige Ausleger eine Andeutung auf den Heiligen Geist darin finden, der sie über ihr Elend belehren soll. Hebr.: Bereite ihnen Schrecken, Jahve, lass die Völker erkennen, dass sie Menschen sind. Psalmen Ps 23 9 21 26 Sela. Die Verseinteilung ist im Hebr. einige Male passender als in der Vulgata (und Septuag) V. 15a der Vulgata gehört im Hebr. noch zu V. 14, der Anfang von V. 16 zu V. 15. Im Munde des Priesters ist [Ps 9] in seinem ersten Teile bis V. 17 ein Dankgebet für den Sieg, den Christus über den Teufel, das Christentum über das Heidentum errungen hat und in der Kirche noch fortwährend erringt. Weiterhin, besonders von V. 22 an, ist der Psalm flehendes Gebet um Sieg der Kirche über die Gottlosigkeit und um Sieg der Gläubigen in allen gefahren ihres Heils. -Psalmen Ps 23 9 22 (1.) Ut quid Domine recessisti longe, despicis in opportunitatibus, in tribulatione? +Psalmen Ps 23 9 22 (1.) Ut quid Domine recessisti longe, despicis in opportunitatibus, in tribulatione? (1.) Warum, o Herr! hast du dich zurückgezogen in die Ferne, siehest nicht her,²⁸ da es doch Zeit ist, in der Drangsal?²⁹ Psalmen Ps 23 9 22 27 [Ps 9] und [Ps 10] nach jüdischer Zählung bildeten ursprünglich einen alphabetischen Psalm, der später in zwei Teile zerlegt ward. -Psalmen Ps 23 10 0 David verliert die Zuversicht nicht, ob auch seine Freunde ihm raten, die Flucht zu ergreifen, da ihm Verderben droht, dem zu entgehen seine Aussicht ist. (V. 4) Er setzt sein Vertrauen auf den allwissenden und gerechten Richter, der die Unschuldigen schützen und die Sünder niederwerfen wird. +Psalmen Ps 23 9 22 28 Gott zieht sich zurück, verbirgt sich, sieht nicht hin, wenn er mit seiner Hilfe zögert. +Psalmen Ps 23 9 22 29 Da doch Bedrängnis hereingebrochen? +Psalmen Ps 23 9 22 27 [Ps 9] und [Ps 10] nach jüdischer Zählung bildeten ursprünglich einen alphabetischen Psalm, der später in zwei Teile zerlegt ward. +Psalmen Ps 23 10 0 David verliert die Zuversicht nicht, ob auch seine Freunde ihm raten, die Flucht zu ergreifen, da ihm Verderben droht, dem zu entgehen seine Aussicht ist. (V. 4) Er setzt sein Vertrauen auf den allwissenden und gerechten Richter, der die Unschuldigen schützen und die Sünder niederwerfen wird. Psalmen Ps 23 10 1 In finem, Psalmus David. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 10 1 1 Für den Musikmeister. Psalmen Ps 23 10 1 2 Aus der Zeit der ersten Nachstellungen seitens Saul. @@ -25529,7 +25533,7 @@ Psalmen Ps 23 10 7 18 Der ihnen gebührende Anteil. Die Mahlvorsteher weisen je Psalmen Ps 23 10 8 Quoniam justus Dominus et justitias dilexit: æquitatem vidit vultus ejus. Denn der Herr ist gerecht und liebt Rechttun, sein Auge schaut¹⁹ auf die Rechtlichkeit.²⁰ Psalmen Ps 23 10 8 19 Mit Wohlgefallen. Psalmen Ps 23 10 8 20 Hebr.: Redliche werden sein Angesicht schauen. Zunächst ist hierdurch das Wohlwollen Gottes bezeichnet. Ob auch mehr? Ob ein wirkliches Schauen? Wohl verlor sich der Ausblick der Gerechten des A. B. in der Scheol, aber dennoch sandte der Glaube auch in diese einen Hoffnungsstrahl und der Gerechte tröstet sich eines zukünftigen Schauens Gottes. [Ps 19, Ps 29] Das Neue Testament hat dies Sehnen des Alten erfüllt, als der Erlöser den Tod durch seinen Tod besiegte und die Frommen mit sich aus der Vorhölle in den Himmel emporführte. Aug. und Hieron. fassen den Psalm insbesondere als gegen die Verführungskünste der Irrlehrer gerichtet. Doch ist der Psalm auch Ausdruck des Vertrauens, dass wir, nachdem der Herr am Kreuze die Hölle besiegt hat und im Himmel thront, keinen Feind mehr zu fürchten haben. -Psalmen Ps 23 11 0 Die Welt ist voll von Verleumdern (V. 3), deshalb bittet David Gott, er wolle die Stolzen, welche einen Richter über ihre Zunge nicht anerkennen, vertilgen (V. 5), doch Gott, dessen Worte nicht trügen, verheißt ihm Hilfe, (V. 7), deshalb fürchtet er nichts mehr von dem Übermut jenes gottlosen Geschlechtes. +Psalmen Ps 23 11 0 Die Welt ist voll von Verleumdern (V. 3), deshalb bittet David Gott, er wolle die Stolzen, welche einen Richter über ihre Zunge nicht anerkennen, vertilgen (V. 5), doch Gott, dessen Worte nicht trügen, verheißt ihm Hilfe, (V. 7), deshalb fürchtet er nichts mehr von dem Übermut jenes gottlosen Geschlechtes. Psalmen Ps 23 11 1 In finem pro octava, Psalmus David. Zum Ende, für die Oktav,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 11 1 1 Für den Musikmeister. Hohe Stimme. Psalmen Ps 23 11 1 2 David wird bei Saul verleumdet. @@ -25559,7 +25563,7 @@ Psalmen Ps 23 11 8 18 Hebr.: Du, Jahve, wirst uns bewahren vor diesem Geschlech Psalmen Ps 23 11 9 In circuitu impii ambulant: secundum altitudinem tuam multiplicasti filios hominum. Ringsum wandeln die Gottlosen,¹⁹ doch hast du nach deinen tiefen Ratschlüssen die Menschenkinder zahlreich gemacht.²⁰ Psalmen Ps 23 11 9 19 Uns zu schaden. Psalmen Ps 23 11 9 20 Vulgata: Du wirst uns befreien von den Feinden, die uns schädigen, die uns umgeben, deren Zahl deine unerforschliche Weisheit sich zu mehren gestattet hat. -Psalmen Ps 23 12 0 Lange Zeit schon in der Verbannung und in Heimsuchungen klagt David, wie lange Gott ihn noch darin lassen will. (V. 3) Zum Herrn flehend, dass er ihn stärken und stützen wolle (V. 5), endet er das Lied, das er in Betrübnis begonnen, mit Jubel. +Psalmen Ps 23 12 0 Lange Zeit schon in der Verbannung und in Heimsuchungen klagt David, wie lange Gott ihn noch darin lassen will. (V. 3) Zum Herrn flehend, dass er ihn stärken und stützen wolle (V. 5), endet er das Lied, das er in Betrübnis begonnen, mit Jubel. Psalmen Ps 23 12 1 In finem, Psalmus David. Usquequo Domine oblivisceris me in finem? Usquequo avertis faciem tuam a me? Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Wie lange, Herr! wirst du meiner so ganz vergessen? Wie lange noch dein Angesicht von mir wenden?³ Psalmen Ps 23 12 1 1 Für den Musikmeister. Psalmen Ps 23 12 1 2 Aus den letzten Jahren Sauls. @@ -25581,7 +25585,7 @@ Psalmen Ps 23 12 6 Ego autem in misericordia tua speravi. Exsultabit cor meum in Psalmen Ps 23 12 6 13 Doch nein, Herr, du lässest mich nicht wanken, vertraue ich doch auf deine Erbarmung. Psalmen Ps 23 12 6 14 Wenn das Heil gekommen. Die Kirche legt den Psalm dem am Ölberge betenden Heiland in den Mund. Wir flehen den Auferstandenen an, er wolle uns im Kampfe gegen unsere verkehrte Begierlichkeit Mut und Sieg geben. Psalmen Ps 23 12 6 15 Liturgischer Zusatz aus späterer Zeit, vielleicht auch [Ps 9,3] entnommen. -Psalmen Ps 23 13 0 Die praktische Gottlosigkeit hat in dem Volke so überhand genommen, dass Gott kaum einen Gerechten mehr zu demselben zu finden vermag. (V. 3) Werden die Verführer des Volkes nie zu besserer Einsicht kommen? Ja, Gottes Gericht wird sie unerwartet ereilen inmitten der Gerechten. (V. 6) Flehen, dass der Herr seinem Volke Heil zuteil werden lasse. +Psalmen Ps 23 13 0 Die praktische Gottlosigkeit hat in dem Volke so überhand genommen, dass Gott kaum einen Gerechten mehr zu demselben zu finden vermag. (V. 3) Werden die Verführer des Volkes nie zu besserer Einsicht kommen? Ja, Gottes Gericht wird sie unerwartet ereilen inmitten der Gerechten. (V. 6) Flehen, dass der Herr seinem Volke Heil zuteil werden lasse. Psalmen Ps 23 13 1 In finem, Psalmus David. Dixit insipiens in corde suo: Non est Deus. Corrupti sunt, et abominabiles facti sunt in studiis suis: non est qui faciat bonum, non est usque ad unum. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Es spricht der Tor³ in seinem Herzen:⁴ Es ist kein Gott!⁵ Verderbt sind sie und verabscheuungswürdig sind sie geworden in ihren Anschlägen.⁶ Keiner ist, der Gutes tue, auch nicht ein einziger.⁷ Psalmen Ps 23 13 1 1 Für den Vorsänger. Psalmen Ps 23 13 1 2 Aus der Zeit der Empörung Absaloms, als das Volk den ihm von Gott gesetzten König und so auch etwa den Herrn verließ. Psalm 13 stimmt fast ganz mit [Ps 52] überein. Nur ist dort die Überschrift: Trauerlieder nach bekannter Melodie. Am bedeutendsten ist die Abweichung [Ps 52,6], wohl eine spätere Umgestaltung des Textes von 13,6, aber zugleich eine Begründung der Furcht derjenigen, die den Herrn nicht anrufen. @@ -25610,7 +25614,7 @@ Psalmen Ps 23 13 7 Quis dabit ex Sion salutare Israel? cum averterit Dominus cap Psalmen Ps 23 13 7 19 Wenn Gott in sein Heiligtum zurückkehrt, beginnt auch für Israel wieder das Heil. Psalmen Ps 23 13 7 20 Dieser Zusatz ist dem Psalme wohl in der Babylonischen Gefangenschaft beigefügt worden. Psalmen Ps 23 13 7 21 Die Namen des Stammvaters des Volkes stehen statt des Volkes selbst. Der Psalm ist für uns eine Klage über die Folgen des Sündenfalls, dass die Menschheit ihrer größeren Mehrheit nach den wahren Gott verleugnete, und die Bitte an den Heiland, er wolle der aus dem Unglauben hervorgegangenen Bosheit mehr und mehr steuern, bis die Sünde mit ihren Folgen einst ganz überwunden ist. -Psalmen Ps 23 14 0 Der Seher fragt Gott, wer unter dessen Schutz wohnen kann? (V. 1) Er antwortet sich selbst, indem er in zwei Strophen (2.3 und 4.5) den wahrhaft Gerechten so beschreibt, dass er die ihm eigenen Tugenden wie die Fehler aufzählt, von denen er sich frei bewahren muss. +Psalmen Ps 23 14 0 Der Seher fragt Gott, wer unter dessen Schutz wohnen kann? (V. 1) Er antwortet sich selbst, indem er in zwei Strophen (2.3 und 4.5) den wahrhaft Gerechten so beschreibt, dass er die ihm eigenen Tugenden wie die Fehler aufzählt, von denen er sich frei bewahren muss. Psalmen Ps 23 14 1 Psalmus David. Domine quis habitabit in tabernaculo tuo? aut quis requiescet in monte sancto tuo? Ein Psalm Davids.¹ O Herr!² wer darf weilen³ in deinem Zelte? oder wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge?⁴ Psalmen Ps 23 14 1 1 Der Psalm ist wohl eine weitere Ausführung der in [Ps 23,3.4] enthaltenen Gedanken, der bei der gleichen Gelegenheit wie jener, der Übertragung der Bundeslade, verfasst ward. Vergl. [2Sam 6]. Psalmen Ps 23 14 1 2 Der Seher wendet sich an Gott, weil nur dieser vollgültige Antwort geben kann. @@ -25627,7 +25631,7 @@ Psalmen Ps 23 14 5 Qui pecuniam suam non dedit ad usuram, et munera super innoce Psalmen Ps 23 14 5 9 Vergl. [Ex 22,25, Lev 25,36, Lk 6,35]. Psalmen Ps 23 14 5 10 Vergl. [Dtn 16,19]. Psalmen Ps 23 14 5 11 Er steht fest, von Jahve gehalten, kein Unfall kann ihn brechen, bleibt er ja in Gottes Freundschaft. Das alttestamentliche Sion und das Bundeszelt waren ein Typus des himmlischen Sion und des himmlischen Allerheiligsten, wo Gott persönlich unter seinem Volke wohnt und dieses sein Gast ist. -Psalmen Ps 23 15 0 Christus fleht vor seinem Leiden den Vater, auf den er seine Zuversicht setzt, um Schutz an. (V. 1) 1. Frucht des Leidens des Messias in den Gläubigen: Wenngleich der Vater seiner Güter (der Verdienste seines Leidens) nicht bedarf, beginnt er dennoch, auf sie schauend, das Verlangen des Erlösers an seinen Gläubigen wunderbar zu erfüllen, wenn sie ihrer Sünden ledig zu ihm eilen, ob er sie auch zu blutigen Opfern, die er verabscheut, nicht beruft. (V. 4) 2. Dem Messias selbst aus dem leiden erwachsende Frucht: Gott selbst wird sein Erbe sein und ihm die (in der Selbstentäußerung gleichsam abgelegte) Herrlichkeit wiedergeben. Deshalb preist der Erlöser den Vater, der ihm diese Frucht offenbart hat. (V. 7) 3. Durch diese Erwägungen gestärkt, sieht er voraus, dass der Vater ihm (im Leiden) beistehen wird, und wird mit Freude erfüllt, umso mehr, als er fest hofft, dass er bald von den Toten auferstehen wird. (V. 10) Schluss: Dankbare Anerkennung, dass der Vater ihm den Weg des Leidens als Weg zu Leben und Seligkeit gezeigt hat. +Psalmen Ps 23 15 0 Christus fleht vor seinem Leiden den Vater, auf den er seine Zuversicht setzt, um Schutz an. (V. 1) 1. Frucht des Leidens des Messias in den Gläubigen: Wenngleich der Vater seiner Güter (der Verdienste seines Leidens) nicht bedarf, beginnt er dennoch, auf sie schauend, das Verlangen des Erlösers an seinen Gläubigen wunderbar zu erfüllen, wenn sie ihrer Sünden ledig zu ihm eilen, ob er sie auch zu blutigen Opfern, die er verabscheut, nicht beruft. (V. 4) 2. Dem Messias selbst aus dem leiden erwachsende Frucht: Gott selbst wird sein Erbe sein und ihm die (in der Selbstentäußerung gleichsam abgelegte) Herrlichkeit wiedergeben. Deshalb preist der Erlöser den Vater, der ihm diese Frucht offenbart hat. (V. 7) 3. Durch diese Erwägungen gestärkt, sieht er voraus, dass der Vater ihm (im Leiden) beistehen wird, und wird mit Freude erfüllt, umso mehr, als er fest hofft, dass er bald von den Toten auferstehen wird. (V. 10) Schluss: Dankbare Anerkennung, dass der Vater ihm den Weg des Leidens als Weg zu Leben und Seligkeit gezeigt hat. Psalmen Ps 23 15 1 Tituli inscriptio ipsi David. Conserva me Domine, quoniam speravi in te. Aufschrift Davids. Von David.¹ Behüte mich, Herr! denn auf dich vertraue ich. Psalmen Ps 23 15 1 1 Dies bezeugten auch die Apostel Petrus und Paulus. [Apg 2,25ff, Apg 13,35] Aus dem Zeugnisse beider erhellt zudem, dass David wenigstens in dem letzten Verse nicht seine Gefühle ausspricht, sondern in der Person des Messias redet. Da nun im ganzen Psalm dieselbe Person redet, werden auch die vorhergehenden Verse mit recht als Worte des Messias aufgefasst. Nach einigen Auslegern ist der Psalm von David direkt zu verstehen und nur typisch von Christus. Überschrift hebräisch: Miktam, besondere Art eines Liedes. Psalmen Ps 23 15 2 Dixi Domino: Deus meus es tu, quoniam bonorum meorum non eges. Ich spreche zu dem Herrn: Mein Gott bist du, denn nicht bedarfst du meiner Güter.² @@ -25655,7 +25659,7 @@ Psalmen Ps 23 15 10 14 Du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen und mein Psalmen Ps 23 15 11 Notas mihi fecisti vias vitæ, adimplebis me lætitia cum vultu tuo: delectationes in dextera tua usque in finem. Du wirst mir die Wege des Lebens¹⁵ kundtun, wirst mich mit Wonne erfüllen vor deinem Angesichte, Freude zu deiner Rechten immerdar.¹⁶ Psalmen Ps 23 15 11 15 Des Lebens in Gott. Psalmen Ps 23 15 11 16 Nach der Auferstehung ging Christus den Weg des Lebens und setzte sich zur Rechten Gottes, d.i. erhielt Gottes Seligkeit und Macht. (s. [Ps 109,1]) Sein Erbe erhält mit ihm die ganze wiedergeborne Menschheit, wenn sie einst in ihm wiedererstanden sein wird. Vergl. [1Kor 15]. -Psalmen Ps 23 16 0 Von den Anhängern Sauls umringt, fleht David, Gott wolle sein Gebet erhören, da er gerecht, durch Gottes Gericht bewährt sei. (V. 4) Er bittet Gott, ihn auf dem gleichen Wege der Gerechtigkeit zu bewahren und ihn vor seinen Feinden, die auch Gottes Feinde sind, zu beschützen. (V. 8) Bosheit der Feinde und Größe der von ihnen drohenden Gefahr. (V. 12) Der Seher fleht Gott an, er wolle sich erheben und jene der Güter, deren sie sich erfreuen, berauben, ihn aber seine Herrlichkeit offenbaren. +Psalmen Ps 23 16 0 Von den Anhängern Sauls umringt, fleht David, Gott wolle sein Gebet erhören, da er gerecht, durch Gottes Gericht bewährt sei. (V. 4) Er bittet Gott, ihn auf dem gleichen Wege der Gerechtigkeit zu bewahren und ihn vor seinen Feinden, die auch Gottes Feinde sind, zu beschützen. (V. 8) Bosheit der Feinde und Größe der von ihnen drohenden Gefahr. (V. 12) Der Seher fleht Gott an, er wolle sich erheben und jene der Güter, deren sie sich erfreuen, berauben, ihn aber seine Herrlichkeit offenbaren. Psalmen Ps 23 16 1 Oratio David. Exaudi Domine justitiam meam: intende deprecationem meam. Auribus percipe orationem meam, non in labiis dolosis. Ein Gebet Davids.¹ Erhöre, Herr! meine gerechte Sache.² Merke auf mein Flehen. Vernimm mein Gebet, das von Lippen ohne Trug ausgeht. Psalmen Ps 23 16 1 1 Zur Zeit Sauls, wohl gelegentlich der [1Sam 23,25ff] berichteten Gefahr. (Theod., Athan., Basil.) Psalmen Ps 23 16 1 2 Meine gerechte Bitte gegen meine Feinde. @@ -25689,7 +25693,7 @@ Psalmen Ps 23 16 14 16 Zeitlichen Gütern, welche Gott wie in einem Schatze hin Psalmen Ps 23 16 14 17 Ihr Verlangen wird gestillt mit Gütern. Psalmen Ps 23 16 15 Ego autem in justitia apparebo conspectui tuo: satiabor cum apparuerit gloria tua. Ich aber werde in Gerechtigkeit vor deinem Angesichte erscheinen,¹⁸ mich ersättigen, wenn sich deine Herrlichkeit offenbart. Psalmen Ps 23 16 15 18 Während die Feinde der Vernichtung anheimfallen, will der Sänger an die Stätte der Verehrung Gottes kommen, um Gott zu danken, der seine Richterherrlichkeit durch die Bestrafung der Feinde als Leute dieser Welt, deren Teil in diesem Leben, und die für eine Erlösung aus irdischer Not ungewöhnliche Bezeichnung erwachen legen nahe, dass David an eine höhere Befreiung denkt, welche sich im Jenseits in der Anschauung Gottes vollendet. Was Moses [Ex 33,20] vergeblich auf Erden begehrte, wird einst sicher verliehen werden. Der Sinn ist alsdann: Befreie mich von meinen durch irdische Macht gefährlichen Feinden (V. 13, V. 14), ja du wirst mich von größeren befreien, als ich begehre (V. 15), mich einstmals beseligen durch deine Anschauung in vollkommener Seligkeit. So kann auch die Vulgata versanden werden. Der Psalm ist aus der Seele Christi zu beten oder von den Priestern gegen die Feinde zu verrichten, welche ihn von seinen priesterlichen Pflichten abziehen wollen, wie als Bittgebet um die Gnade, diesen treu zu entsprechen. -Psalmen Ps 23 17 0 Gott meine Stärke, meine Liebe. (V. 4) 1. Gottes Hilfe bei den Nachstellungen seitens Saul (V. 25): In größter Gefahr rief ich Gott an, und nicht umsonst. (V. 7) Gott hat Gerichte gehalten über meine Feinde (V. 16), doch ich selbst blieb unversehrt (V. 19) und ward um meine Gerechtigkeit willen in Sicherheit versetzt (V. 22), da Gott mir half, weil ich seine Gebote gehalten. (V. 25) Gott verhält sich ja stets gegen die Menschen, wie diese gegen ihn. (V. 28) 2. Beweis: Nur mit Gottes Hilfe hat David alle seine Feinde überwinden können (V. 49): Weil er Gott treu war, hat dieser ihm Leben und Würde erhalten (V. 31), ihm im Kampfe beigestanden (V. 32-34; 35-37), so dass er alle seine Feinde besiegte. (V. 38-40; 41-43) Die Frucht des Sieges war seine ruhige Herrschaft. (V. 46) Danksagung für alles Gute. (V. 49) Epilog: Hingerissen von der Erinnerung an Gottes Wohltaten, will er auch unter den Heiden Gott preisen, von dem er und seine Nachkommenschaft ewig dauernden Segen empfangen. +Psalmen Ps 23 17 0 Gott meine Stärke, meine Liebe. (V. 4) 1. Gottes Hilfe bei den Nachstellungen seitens Saul (V. 25): In größter Gefahr rief ich Gott an, und nicht umsonst. (V. 7) Gott hat Gerichte gehalten über meine Feinde (V. 16), doch ich selbst blieb unversehrt (V. 19) und ward um meine Gerechtigkeit willen in Sicherheit versetzt (V. 22), da Gott mir half, weil ich seine Gebote gehalten. (V. 25) Gott verhält sich ja stets gegen die Menschen, wie diese gegen ihn. (V. 28) 2. Beweis: Nur mit Gottes Hilfe hat David alle seine Feinde überwinden können (V. 49): Weil er Gott treu war, hat dieser ihm Leben und Würde erhalten (V. 31), ihm im Kampfe beigestanden (V. 32-34; 35-37), so dass er alle seine Feinde besiegte. (V. 38-40; 41-43) Die Frucht des Sieges war seine ruhige Herrschaft. (V. 46) Danksagung für alles Gute. (V. 49) Epilog: Hingerissen von der Erinnerung an Gottes Wohltaten, will er auch unter den Heiden Gott preisen, von dem er und seine Nachkommenschaft ewig dauernden Segen empfangen. Psalmen Ps 23 17 1 In finem puero Domini David, qui locutus est Domino verba cantici hujus, in die, qua eripuit eum Dominus de manu omnium inimicorum ejus, et de manu Saul, et dixit: Zum Ende,¹ von dem Diener des Herrn, David, der an den Herrn die Worte dieses Liedes an dem Tag richtete, als ihn der Herr aus der Hand aller seiner Feinde rettete und aus der Hand Sauls.² Er sprach:³ Psalmen Ps 23 17 1 1 Für den Vorsänger. Psalmen Ps 23 17 1 2 Saul wird als der schlimmste und hartnäckigste Verfolger besonders erwähnt. Die heiligen Väter (Hier., Aug.) legen den Psalm dem Heilande in den Mund (ihn so für indirekt messianisch erklärend) oder gehen demselben stellenweise eine typische Deutung auf den Erlöser. @@ -25788,7 +25792,7 @@ Psalmen Ps 23 17 49 Et ab insurgentibus in me exaltabis me: a viro iniquo eripie Psalmen Ps 23 17 50 Propterea confitebor tibi in nationibus Domine: et nomini tuo psalmum dicam. Darum will ich dich, Herr! unter den Völkern preisen und deinem Namen lobsingen, [Röm 15] Psalmen Ps 23 17 51 Magnificans salutes regis ejus, et faciens misericordiam christo suo David, et semini ejus usque in sæculum. der du seinem Könige großes Heil verleihest und seinem Gesalbten Huld erweisest, David und seinen Nachkommen in Ewigkeit.⁴⁷ Psalmen Ps 23 17 51 47 Davids Siege, vergl. [2Sam 7,16], sind eine tatsächliche Verherrlichung Gottes. Im typischen Sinn (Aug., Hier.) wird die Berufung und Bekehrung der Völker vorausgesagt [Röm 15,9], deren Vorbild die von David vollbrachte Unterwerfung der Nachbarvölker ist. Messianisch gedeutet ist der Psalm ein Danklied des in den Himmel aufgenommenen und in die Herrschaft über die Welt eingesetzten Gottmenschen für den in der Auferstehung errungenen Sieg über Sünde, Hölle, Tod. Die Priester sprechen namens Christi, der im Himmel Gott lobt, auf Erden Gottes Wort und verherrlichen ihn ob des Sieges, den er seinem Gesalbten verliehen. -Psalmen Ps 23 18 0 Zwei Herolde Gottes: die Schönheit des Himmels und die Pracht der Sonne offenbaren Gottes Herrlichkeit beständig auf der ganzen Erde. (V. 7) Lob des göttlichen Gesetzes, dessen Wirkungen David selbst erfahren. (V. 12) Bitte um Vergebung seiner Übertretungen und um Hilfe gegen die Götzendiener und sehnlicher Wunsch, seine Worte und Gedanken möchten Gott stets gefallen. +Psalmen Ps 23 18 0 Zwei Herolde Gottes: die Schönheit des Himmels und die Pracht der Sonne offenbaren Gottes Herrlichkeit beständig auf der ganzen Erde. (V. 7) Lob des göttlichen Gesetzes, dessen Wirkungen David selbst erfahren. (V. 12) Bitte um Vergebung seiner Übertretungen und um Hilfe gegen die Götzendiener und sehnlicher Wunsch, seine Worte und Gedanken möchten Gott stets gefallen. Psalmen Ps 23 18 1 In finem, Psalmus David. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 18 1 1 Für den Vorsänger. Psalmen Ps 23 18 1 2 Gelegenheit der Abfassung unbekannt. @@ -25828,7 +25832,7 @@ Psalmen Ps 23 18 14 Et ab alienis parce servo tuo. Si mei non fuerint dominati, Psalmen Ps 23 18 14 23 Lass mich nicht unter den mächtigen Einfluss der Fremden (Gottentfremdeten, Götzendiener, Sünder, Dämonen. Theod.) kommen. Nach Aug. Neutr.: Halte von Lastern fern deinen Diener, dass sie mich nicht beherrschen. Psalmen Ps 23 18 15 Et erunt ut complaceant eloquia oris mei: et meditatio cordis mei in conspectu tuo semper. Domine adjutor meus, et redemptor meus. Alsdann werden²⁴ dir die Reden meines Mundes wohlgefallen und meines Herzens Gedanken werden allezeit vor dir sein. O Herr, du mein Helfer und mein Erlöser! Psalmen Ps 23 18 15 24 Im Hebr. ist dieser Satz in Wunschform gegeben, die Vulg. fasst ihn als sichere Hoffnung. Der Sternenhimmel erinnert den Christen nicht nur an Gott als Schöpfer, sondern auch an den, der uns die Sonne der Gerechtigkeit und die Heiligen als Sterne gegeben, die diese Sonne umringen, Maria an der Spitze. -Psalmen Ps 23 19 0 1. Gott wolle den König im Kriege beschützen. (V. 5) 2. Ja, Gott wird Sieg verleihen, denn die Feinde vertrauen auf Ross und Wagen, Israel auf Gott. Schluss: Erneuerte Bitte für den König. +Psalmen Ps 23 19 0 1. Gott wolle den König im Kriege beschützen. (V. 5) 2. Ja, Gott wird Sieg verleihen, denn die Feinde vertrauen auf Ross und Wagen, Israel auf Gott. Schluss: Erneuerte Bitte für den König. Psalmen Ps 23 19 1 In finem, Psalmus David. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids. Psalmen Ps 23 19 1 1 Für den Vorsänger. Gebet des Volkes für den in den Krieg ziehenden theokratischen König. Ob David den Psalm bei einer bestimmten Gelegenheit gedichtet, vergl. [2Sam 12,27ff], steht nicht fest. Psalmen Ps 23 19 2 Exaudiat te Dominus in die tribulationis: protegat te nomen Dei Jacob. Der Herr erhöre dich am Tage der Trübsal, es schirme dich der Name des Gottes Jakobs.² @@ -25857,7 +25861,7 @@ Psalmen Ps 23 19 8 17 Vergl. [1Sam 17,45]. Psalmen Ps 23 19 9 Ipsi obligati sunt, et ceciderunt: nos autem surreximus et erecti sumus. Sie verstricken sich¹⁸ und fallen, wir aber erheben uns und stehen aufrecht. Psalmen Ps 23 19 9 18 Hebr.: sinken (sanken) in die Knie. Psalmen Ps 23 19 10 Domine salvum fac regem: exaudi nos in die, qua invocaverimus te. O Herr! hilf dem Könige und erhöre uns am Tage, da wir zu dir rufen. -Psalmen Ps 23 20 0 Danksagung für geistliche und leibliche Segnungen, welche Gott David auf seine Bitte gewährt hat und noch weiter gewährt. (V. 3) Besondere Aufzählung der von Gott gewährten Wohltaten. (V. 7) Das Vertrauen auf den Herrn hat dem König den Sieg verschafft. Möchte mit Gottes Hilfe auch die übrigen Feinde besiegen! (V. 9) Vernichtende Wirkung des Sieges. (V. 11) Dies schlimme Geschick ist die verdiente Vereitlung der bösen Anschläge der Feinde. +Psalmen Ps 23 20 0 Danksagung für geistliche und leibliche Segnungen, welche Gott David auf seine Bitte gewährt hat und noch weiter gewährt. (V. 3) Besondere Aufzählung der von Gott gewährten Wohltaten. (V. 7) Das Vertrauen auf den Herrn hat dem König den Sieg verschafft. Möchte mit Gottes Hilfe auch die übrigen Feinde besiegen! (V. 9) Vernichtende Wirkung des Sieges. (V. 11) Dies schlimme Geschick ist die verdiente Vereitlung der bösen Anschläge der Feinde. Psalmen Ps 23 20 1 In finem, Psalmus David. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 20 1 1 Für den Vorsänger. Psalmen Ps 23 20 1 2 Ist [Ps 19] ein Flehgebet des Volkes für den in den Krieg ziehenden König, so [Ps 20] Dank für den Sieg, durch welchen dem Volke recht klar geworden, dass er der theokratische König und dass auf ihm und seiner Nachkommenschaft die messianischen Verheißungen ruhen. [2Sam 7,12, Ps 88] und [Ps 131] Deshalb werden von dem Sieger im Psalme Dinge gesagt, welche streng genommen nicht auf David, sondern nur auf den Messias passen. (V. 5, V. 7) Targum, Talmud und ältere Rabbiner deuten den Psalm messianisch. @@ -25885,7 +25889,7 @@ Psalmen Ps 23 20 12 12 Hebr.: denn sie spannen gegen dich. Psalmen Ps 23 20 13 Quoniam pones eos dorsum: in reliquiis tuis præparabis vultum eorum. Denn du wirst sie zwingen, den Rücken zu wenden;¹³ denen, die du übrig lässest, wirst du auf ihr Antlitz zielen. Psalmen Ps 23 20 13 13 Hebr.: denn du wirst sie zu Flüchtigen machen, mit deinem Bogen (Sehne) zielst du gegen ihr Antlitz. Psalmen Ps 23 20 14 Exaltare Domine in virtute tua: cantabimus et psallemus virtutes tuas. Erhebe dich, Herr! in deiner Macht, so wollen wir singen und deine Stärke preisen. -Psalmen Ps 23 21 0 Exordium: Klage des Messias, dass er verlassen. (V. 2) 1. Beschreibung der Verlassenheit (V. 12): seitens Gottes (V. 7), seitens der Menschen. (V. 12) 2. Beschreibung der Kreuzigung (V. 22): A. Bei der Kreuzigung tätige Personen der Messias aller Kräfte beraubt. (V. 17b) B. Der Heiland am Kreuze. (V. 22) 3. Klage und Flehen wandeln sich in Jubel und Danksagung für die reichen Früchte des Leidens. +Psalmen Ps 23 21 0 Exordium: Klage des Messias, dass er verlassen. (V. 2) 1. Beschreibung der Verlassenheit (V. 12): seitens Gottes (V. 7), seitens der Menschen. (V. 12) 2. Beschreibung der Kreuzigung (V. 22): A. Bei der Kreuzigung tätige Personen der Messias aller Kräfte beraubt. (V. 17b) B. Der Heiland am Kreuze. (V. 22) 3. Klage und Flehen wandeln sich in Jubel und Danksagung für die reichen Früchte des Leidens. Psalmen Ps 23 21 1 In finem pro susceptione matutina, Psalmus David. Zum Ende,¹ für Hilfe am Morgen, ein Psalm Davids. Psalmen Ps 23 21 1 1 Für den Vorsänger nach Hinde der Morgenröte. Der Psalm stammt aus der Zeit der Verfolgung Sauls. Davids eigenes Ich tritt indes in demselben zurück und an die Stelle desselben tritt eine göttliche Person, vergl. [2Sam 7], für die Davids Leiden nur ein schwaches Vorbild war, die des leidenden Heilandes. Justin, Irenäus, Cyprian, Theodoret, Chrysostomus, Hieronymus, Augustinus erklären diesen Psalm als messianischen. Psalmen Ps 23 21 2 Deus Deus meus respice in me: quare me dereliquisti? longe a salute mea verba delictorum meorum. O Gott, mein Gott! schaue her auf mich,² warum hast du mich verlassen?³ Fern von Hilfe für mich rufe ich ob meiner Sünden.⁴ @@ -25939,7 +25943,8 @@ Psalmen Ps 23 21 21 29 Schwert steht für feindliche Mordwaffen im Allgemeinen. Psalmen Ps 23 21 21 30 Meine eine Seele, außer der ich keine zweite habe, das eine Leben, außer dem der Mensch kein zweites verlieren kann. Psalmen Ps 23 21 22 Salva me ex ore leonis: et a cornibus unicornium humilitatem meam. Rette mich aus dem Rachen des Löwen, mich Erniedrigten von den Hörnern der Einhorne.³¹ Psalmen Ps 23 21 22 31 Hebr.: Aus den Hörnern der Büffel (rettend) erhörst du mich. Die Büffel sind das Bild der Verfolger wie des Todes. Führe mich hervor aus der Vorhölle und gib mir den Sieg über meine Feinde, Sünde und Tod. -Psalmen Ps 23 21 23 Narrabo nomen tuum fratribus meis: in medio ecclesiæ laudabo te. +Psalmen Ps 23 21 23 Narrabo nomen tuum fratribus meis: in medio ecclesiæ laudabo te. Ich will deinen Namen meinen Brüdern³² verkünden, inmitten der Versammlung dich lobpreisen. [Hebr 2,12] +Psalmen Ps 23 21 23 32 Denen, die durch seine Erlösung Gottes Kinder geworden sind. [Mt 28,10; Joh 20,17, Gal 4,5] Psalmen Ps 23 21 24 Qui timetis Dominum laudate eum: universum semen Jacob glorificate eum: Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, lobpreiset ihn; alle Kinder Jakobs³³ verherrlichet ihn! Psalmen Ps 23 21 24 33 Die geistigen Nachkommen, alle wahren Verehrer Gottes (alle, die den Herrn fürchten). Psalmen Ps 23 21 25 Timeat eum omne semen Israel: quoniam non sprevit, neque despexit deprecationem pauperis: Nec avertit faciem suam a me: et cum clamarem ad eum exaudivit me. Es mögen ihn fürchten alle Nachkommen Israels; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht er das Flehen³⁴ des Armen und hat sein Angesicht nicht von mir abgewendet und mich erhört,³⁵ da ich zu ihm rief. @@ -25966,7 +25971,7 @@ Psalmen Ps 23 21 31 47 Hebr.: Nachkommenschaft wird ihm dienen, es wird erzähl Psalmen Ps 23 21 32 Annuntiabitur Domino generatio ventura: et annuntiabunt cli justitiam ejus populo qui nascetur, quem fecit Dominus. Dem Herrn wird angekündigt werden⁴⁸ das künftige Geschlecht und die Himmel⁴⁹ werden seine Gerechtigkeit dem Volke kundtun, das geboren werden wird, das der Herr erschaffen hat. Psalmen Ps 23 21 32 48 Durch die Kirche als sein Knecht. Oder medial: wird sich ankündigen in der Kirche. Psalmen Ps 23 21 32 49 Besser mit Septuag. und Hebr.: Sie (die Gläubigen) werden ihren Nachkommen den Gnadenratschluss Gottes erzählen. Himmel ist wohl aus ähnlich klingenden Stellen hierher geraten. Gerechtigkeit ist hier das dem Heilswillen Gottes entsprechende Verhalten gegen die Menschen, sein Gnadenratschluss. -Psalmen Ps 23 22 0 David feiert Gott als seinen Wohltäter. Gott ist sein Hirt (V. 1), der ihn weidet und vor allen Feinden schützt. (V. 4) Der Herr hat ihn zu einem herrlichen Mahle geladen, das er allezeit in dessen Hause genießen wird. +Psalmen Ps 23 22 0 David feiert Gott als seinen Wohltäter. Gott ist sein Hirt (V. 1), der ihn weidet und vor allen Feinden schützt. (V. 4) Der Herr hat ihn zu einem herrlichen Mahle geladen, das er allezeit in dessen Hause genießen wird. Psalmen Ps 23 22 1 Psalmus David. Dominus regit me, et nihil mihi deerit: Ein Psalm Davids.¹ Der Herr ist mein Hirt,² mir wird nichts mangeln; [Jes 40,11] Psalmen Ps 23 22 1 1 Der Psalm ist gedichtet zu einer Zeit, wo David sich ruhigen Glückes erfreute. In weiterem Sinne gilt er auch vom Volke Israel, dessen Hirte Gott ist. In typischem Sinne bezieht er sich auf alles, was Christus, der gute Hirt, für unser Heil getragen und gelitten hat. Psalmen Ps 23 22 1 2 Als erste haben zwei Hirten dies Bild gebraucht, Jakob [Gen 48,15] und David, doch haben es die Propheten vielleicht weiter ausgeführt. [Mi 7,14, Jer 23, Ez 34, Jes 40,11]. Am herrlichsten ist die Anwendung, welche der Heiland auf sich selbst macht. [Joh 10,1ff]. @@ -25986,7 +25991,7 @@ Psalmen Ps 23 22 5 11 Hebr.: Mein Becher ist Fülle. Ohne Bild: Mein Los. Psalmen Ps 23 22 6 Et misericordia tua subsequetur me omnibus diebus vitæ meæ: Et ut inhabitem in domo Domini, in longitudinem dierum. Deine Gnade geleitet mich¹² alle Tage meines Lebens und ich darf wohnen im Hause des Herrn¹³ immerdar. Psalmen Ps 23 22 6 12 Hebr.: Nur Glück und Gnade werden mich verfolgen. Psalmen Ps 23 22 6 13 Als Gottes Hausgenosse von ihm aufgenommen und beschützt. Das Haus des Herrn ist im geistigen Sinne der Himmel. Nirgends erscheint der Heiland offenbarer als der gute Hirt, als wenn er uns speist mit seinem Leibe und sich selbst für uns darbringt im heiligen Messopfer. -Psalmen Ps 23 23 0 1. Festzug. Gott ist der Besitzer und Schöpfer des Weltalls. (V. 2) Dem Berge, den ein so mächtiger Herr in Besitz nehmen soll, darf niemand nahen, der ihn nicht mit Reinheit und Gerechtigkeit verehrt. (V. 6) 2. Einzug. Beim Nahen der Bundeslade mahnt der Psalmist die Tore Sion, sie mögen sich erweitern, den König der Herrlichkeit zu empfangen, den Starken und Gewaltigen, den Herrn der Heerscharen. +Psalmen Ps 23 23 0 1. Festzug. Gott ist der Besitzer und Schöpfer des Weltalls. (V. 2) Dem Berge, den ein so mächtiger Herr in Besitz nehmen soll, darf niemand nahen, der ihn nicht mit Reinheit und Gerechtigkeit verehrt. (V. 6) 2. Einzug. Beim Nahen der Bundeslade mahnt der Psalmist die Tore Sion, sie mögen sich erweitern, den König der Herrlichkeit zu empfangen, den Starken und Gewaltigen, den Herrn der Heerscharen. Psalmen Ps 23 23 1 Prima sabbati, Psalmus David. Domini est terra, et plenitudo ejus: orbis terrarum, et universi, qui habitant in eo. Am ersten Tage der Woche,¹ ein Psalm Davids.² Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt;³ der Erdkreis und alle, die auf demselben wohnen.⁴ [1Kor 10,26] Psalmen Ps 23 23 1 1 Am Sonntage bei dem Morgenopfer zu singen. Diese Zeitangabe fehlt im Hebr., entspricht aber den Angaben des Talmud. Psalmen Ps 23 23 1 2 Psalm 23 wurde jedenfalls bei einer Übertragung der Bundeslade auf den heiligen Berg gesungen, wohl bei der [2Sam 6,12ff] erwähnten Gelegenheit. @@ -26016,7 +26021,7 @@ Psalmen Ps 23 23 9 Attollite portas principes vestras, et elevamini portæ æter Psalmen Ps 23 23 10 Quis est iste rex gloriæ? Dominus virtutum ipse est rex gloriæ. Wer ist dieser König der Herrlichkeit?¹⁸ Der Herr der Heerscharen ist der König der Herrlichkeit!¹⁹ Psalmen Ps 23 23 10 18 Der innere Chor fragt noch einmal, aber nicht in Unschlüssigkeit, sondern um noch weiter das Lob des großen Königs zu vernehmen. Der Hinweis: dieser macht die Frage dringlicher. Psalmen Ps 23 23 10 19 Es ist der über die himmlischen Heerscharen gebietende Herr. Nun öffnen sich die Tore und der über den Cherubim Thronende zieht in Sion ein. Die Sionsstadt und ihr heiliger Berg mit der Wohnstätte des Herrn sind ein Abbild des Himmels, in dem Gott in Majestät thront. Seit Adams Sünde waren die Himmelstore verschlossen, Jahrhunderte lang fragte die Menschheit nach dem, welcher die verschlossenen Türe des himmlischen Sion wieder öffnen konnte. Als der Heiland in die Welt trat, erscholl zum ersten Male der Ruf, nun sollten die Tore sich öffnen, denn derjenige war der Menschheit gegeben, der würdig war, dort einzuziehen. Zum zweiten Male erscholl er aus dem Munde des Herrn selbst, als der Heiland mit denen, welche er aus der Vorhölle geführt, am Tage seiner Himmelfahrt nahte, seine heiligen Wunden als Beweis seiner Würdigkeit weisend, da er die Sünde gehasst, die Gerechtigkeit geliebt. -Psalmen Ps 23 24 0 Der Psalmist vertraut auf den Herrn, der ihn nicht wolle vor seinen Feinden zuschanden werden lassen. (V. 3) Bitte, Gott wolle ihn den rechten Weg leiten und seine Sünden vergeben (V. 7) um der Güte und Milde des Herrn willen. (V. 11) Da aber Gott seine Barmherzigkeit besonders den Gerechten erzeigt, bittet der Dichter wiederum um Vergebung seiner Sünden, indem er Gott sein Elend und die Bosheit der Feinde vorstellt. (V. 19) Die allgemeine Bitte, welche den Anfang des Psalmes, bildet auch dessen Beschluss. +Psalmen Ps 23 24 0 Der Psalmist vertraut auf den Herrn, der ihn nicht wolle vor seinen Feinden zuschanden werden lassen. (V. 3) Bitte, Gott wolle ihn den rechten Weg leiten und seine Sünden vergeben (V. 7) um der Güte und Milde des Herrn willen. (V. 11) Da aber Gott seine Barmherzigkeit besonders den Gerechten erzeigt, bittet der Dichter wiederum um Vergebung seiner Sünden, indem er Gott sein Elend und die Bosheit der Feinde vorstellt. (V. 19) Die allgemeine Bitte, welche den Anfang des Psalmes, bildet auch dessen Beschluss. Psalmen Ps 23 24 1 In finem, Psalmus David. Ad te Domine levavi animam meam: Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Zu dir, Herr! erhebe ich meine Seele, Psalmen Ps 23 24 1 1 Für den Vorsänger. Psalmen Ps 23 24 1 2 Der Psalm ist alphabetisch, aber nicht ohne bedeutende Unebenheiten. Er enthält eine lose verbundene Spruchreihe. Er ist wohl zur Zeit des Aufstandes Absaloms verfasst. @@ -26061,7 +26066,7 @@ Psalmen Ps 23 24 21 Innocentes et recti adhæserunt mihi: quia sustinui te. Unsc Psalmen Ps 23 24 21 21 Vulg.: Unschuldige und Redliche (alle Gerechten) unterstützen meine Bitte. Hebr.: Redlichkeit und Rechtschaffenheit mögen mich behüten. Psalmen Ps 23 24 22 Libera Deus Israel, ex omnibus tribulationibus suis. O Gott! erlöse Israel aus allen seinen Drangsalen.²² Psalmen Ps 23 24 22 22 Liturgischer Zusatz für den öffentlichen Gottesdienst. Die Kirche betet den 24. Psalm besonders für die armen Seelen im Fegfeuer. -Psalmen Ps 23 25 0 a. Der Psalmist fleht als Verfolgter, Gott wolle ihm Recht schaffen und Rettung gewähren, begründet auch sein Verhältnis zu Gott (V. 3), wie auch sein Verhalten gegen die gottentfremdete Welt. (V. 5) b. Er begründet seine Bitte mit seiner Liebe zum Heiligtum Gottes, von dem er jetzt ohne seine Schuld fernbleiben müsse. (V. 8) c. Bitte, Gott wolle ihn nicht an dem Schicksale derer teilnehmen lassen, deren Gemeinschaft er in Handlung und Gesinnung stets gemieden. d. Epilog: Erhörungsgewisses Frohlocken. +Psalmen Ps 23 25 0 a. Der Psalmist fleht als Verfolgter, Gott wolle ihm Recht schaffen und Rettung gewähren, begründet auch sein Verhältnis zu Gott (V. 3), wie auch sein Verhalten gegen die gottentfremdete Welt. (V. 5) b. Er begründet seine Bitte mit seiner Liebe zum Heiligtum Gottes, von dem er jetzt ohne seine Schuld fernbleiben müsse. (V. 8) c. Bitte, Gott wolle ihn nicht an dem Schicksale derer teilnehmen lassen, deren Gemeinschaft er in Handlung und Gesinnung stets gemieden. d. Epilog: Erhörungsgewisses Frohlocken. Psalmen Ps 23 25 1 In finem, Psalmus David. Judica me Domine, quoniam ego in innocentia mea ingressus sum: et in Domino sperans non infirmabor. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Schaffe mir Recht, o Herr! denn ich bin in meiner Unschuld³ gewandelt, und weil ich auf den Herrn gehofft, werde ich nicht unterliegen.⁴ Psalmen Ps 23 25 1 1 Für den Vorsänger. Psalmen Ps 23 25 1 2 Der Psalm ist wohl zur Zeit der Empörung Absaloms verfasst. David hat die Bundeslade nicht mit sich fortführen wollen. [2Sam 15,25] @@ -26096,7 +26101,7 @@ Psalmen Ps 23 25 11 20 Die gesamte Richtung meines Herzens geht auf dich. Psalmen Ps 23 25 12 Pes meus stetit in directo: in ecclesiis benedicam te Domine. Mein Fuß steht auf rechtem Wege;²¹ ich will dich preisen, o Herr! in den Versammlungen.²² Psalmen Ps 23 25 12 21 Unbegrenzt, ungehemmt, befreit, erlöst. Psalmen Ps 23 25 12 22 Der Erhörung sicher verheißt der Psalmist den Herrn im Verein mit der Gottesgemeinde zu preisen. -Psalmen Ps 23 26 0 1. a. Glaubensmut inmitten der größten Gefahren. (V. 3) b. Eines nur wünscht der Psalmist, ob er gleich auch in der Fremde und Trübsal an Jahve volle Genüge hat: bei Gottes Heiligtum zu weilen, wo er auf Felsengrund allen Gefahren unnahbar Gott beständig Jubelopfer darzubringen vermag. (V. 6) 2. Die gegenwärtige Gefahr von Seiten der Feinde legt ihm die Bitte nahe, Gott wolle ihn nicht verlassen (V. 9), denn Vater und Mutter haben ihn verlassen (V. 10) und wie ein gehetztes Wild irrt er jetzt umher. Gott kann ihn so führen, dass er allen Gefahren entgeht, auch seinerseits den Sündenweg meidend. (V. 12) Selbstermutigung zu fester Glaubenszuversicht. +Psalmen Ps 23 26 0 1. a. Glaubensmut inmitten der größten Gefahren. (V. 3) b. Eines nur wünscht der Psalmist, ob er gleich auch in der Fremde und Trübsal an Jahve volle Genüge hat: bei Gottes Heiligtum zu weilen, wo er auf Felsengrund allen Gefahren unnahbar Gott beständig Jubelopfer darzubringen vermag. (V. 6) 2. Die gegenwärtige Gefahr von Seiten der Feinde legt ihm die Bitte nahe, Gott wolle ihn nicht verlassen (V. 9), denn Vater und Mutter haben ihn verlassen (V. 10) und wie ein gehetztes Wild irrt er jetzt umher. Gott kann ihn so führen, dass er allen Gefahren entgeht, auch seinerseits den Sündenweg meidend. (V. 12) Selbstermutigung zu fester Glaubenszuversicht. Psalmen Ps 23 26 1 Psalmus David priusquam liniretur. Dominus illuminatio mea, et salus mea, quem timebo? Dominus protector vitæ meæ, a quo trepidabo? Ein Psalm Davids, ehe er gesalbt ward.¹ Der Herr ist mein Licht² und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist der Beschirmer meines Lebens, vor wem sollte ich zagen? Psalmen Ps 23 26 1 1 Dieser Zusatz fehlt im Hebr. Er weist auf Sauls Zeit (wohl auf die zweite Krönung [2Sam 2,4]) hin, doch scheint die Erwähnung des Heiligtums V. 5 nach anderen auf die Absalomische Zeit hinzuweisen. Der Psalm umfasst, wie [Ps 18] und [Ps 23], zwei voneinander abweichende Teile, der Psalm schließt, mit Ermutigung zu festem Vertrauen, mit dem er begonnen. (V. 14) Psalmen Ps 23 26 1 2 Mein Licht, das alle Finsternisse verscheucht, meine Hilfe. @@ -26125,7 +26130,7 @@ Psalmen Ps 23 26 12 13 Vulg.: Sie werden zu Lügnern. Sie erlangen das Erstrebt Psalmen Ps 23 26 13 Credo videre bona Domini in terra viventium. Ich vertraue fest, dass ich die Güter des Herrn schauen werde im Lande der Lebendigen.¹⁴ Psalmen Ps 23 26 13 14 Auf dieser Erde. (Typisch kann man verstehen: im Himmel.) Psalmen Ps 23 26 14 Exspecta Dominum, viriliter age: et confortetur cor tuum, et sustine Dominum. Harre auf den Herrn, handle männlich; lass dein Herz stark sein und stehe fest im Herrn! -Psalmen Ps 23 27 0 1. Bitte. Gegen das Heiligtum gewendet, fleht David um Erhörung (V. 2): Gott wolle ihn nicht mit den Sündern umkommen lassen und die Bösen nach dem Gesetze der Wiedervergeltung strafen. (V. 5) 2. Danksagung. Der Erhörung gewiss, dankt der Psalmist jubelnd für die Hilfe, welche Gott ihm und dem Volke gewährt hat. (V. 8) Schluss: Neue Bitte für das Volk. +Psalmen Ps 23 27 0 1. Bitte. Gegen das Heiligtum gewendet, fleht David um Erhörung (V. 2): Gott wolle ihn nicht mit den Sündern umkommen lassen und die Bösen nach dem Gesetze der Wiedervergeltung strafen. (V. 5) 2. Danksagung. Der Erhörung gewiss, dankt der Psalmist jubelnd für die Hilfe, welche Gott ihm und dem Volke gewährt hat. (V. 8) Schluss: Neue Bitte für das Volk. Psalmen Ps 23 27 1 Psalmus ipsi David. Ad te Domine clamabo, Deus meus ne sileas a me: ne quando taceas a me, et assimilabor descendentibus in lacum. Ein Psalm Davids.¹ Zu dir, Herr! rufe ich, mein Gott!² schweige nicht vor mir;³ dass ich nicht, wenn du vor mir schweigst, denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren.⁴ Psalmen Ps 23 27 1 1 Vielleicht aus der Zeit der Empörung Absaloms. Psalmen Ps 23 27 1 2 Hebr.: mein Hort. @@ -26150,7 +26155,7 @@ Psalmen Ps 23 27 9 Salvum fac populum tuum Domine: et benedic hereditati tuæ: e Psalmen Ps 23 27 9 13 Eigentum. Psalmen Ps 23 27 9 14 Das Bild ist vom Hirten hergenommen, der das müde und wunde Schaf auf seine Schultern nimmt und trägt. Psalmen Ps 23 27 9 15 Die Kirche legt den Psalm dem am Ölberge betenden Heilande in den Mund wie auch am Herz - Jesu - Fest, als Ausdruck des innigsten Gottvertrauens. Im Munde der Kirche ist er ein Flehen um Beistand in Drangsalen. -Psalmen Ps 23 28 0 Machtoffenbarung Gottes. 1. Aufforderung an die Söhne Gottes, Gott zu preisen. (V. 2) 2. Schilderung der Machtoffenbarung Gottes: Gott lässt sich im Donner vernehmen und offenbart sich im Gewitter. (V. 9) 3. Gott, der die Sintflut zu senden sich auf seinen Thron gesetzt, lässt über die Feinde seines Volkes seinen Zorn herabsteigen, während er sein Volk sendet. +Psalmen Ps 23 28 0 Machtoffenbarung Gottes. 1. Aufforderung an die Söhne Gottes, Gott zu preisen. (V. 2) 2. Schilderung der Machtoffenbarung Gottes: Gott lässt sich im Donner vernehmen und offenbart sich im Gewitter. (V. 9) 3. Gott, der die Sintflut zu senden sich auf seinen Thron gesetzt, lässt über die Feinde seines Volkes seinen Zorn herabsteigen, während er sein Volk sendet. Psalmen Ps 23 28 1 Psalmus David, in consummatione tabernaculi. Afferte Domino filii Dei: afferte Domino filios arietum: Ein Psalm Davids, am Schlusse des Laubhüttenfestes.¹ Bringet dem Herrn, ihr Söhne Gottes!² bringet dem Herrn junge Widder dar.³ Psalmen Ps 23 28 1 1 Dieser liturgische Zusatz fehlt im Hebr. Psalmen Ps 23 28 1 2 Der Name kann ebenso Engel [Ps 88,7] wie Menschen [Ps 81,6] bezeichnen. Nach dem Hebr. scheinen jene angeredet zu werden, die Sept. und Vulg. verstehen den Ausdruck von den frommen Verehrern Gottes im Gegensatze zu den Weltmenschen, Menschenkindern. [Ps 4,3] Einige verstehen unter Söhnen Gottes Mächtige der Erde, Fürsten. @@ -26185,7 +26190,7 @@ Psalmen Ps 23 28 10 21 Hebr.: Der Herr saß als Richter auf der Sintflut (Genes Psalmen Ps 23 28 11 Dominus virtutem populo suo dabit: Dominus benedicet populo suo in pace. Der Herr wird seinem Volke Kraft verleihen,²² der Herr wird sein Volk mit Frieden segnen.²³ Psalmen Ps 23 28 11 22 Oder: möge verleihen. Psalmen Ps 23 28 11 23 Da Gottes Majestät den Frommen Mut einflößt, darf Israel, sein auserwähltes Volk, sich freuen, da ein so mächtiger Gott es segnet und über seine Feinde seinen Zorn ergießt. V. 11 ist vielleicht ein liturgischer Zusatz. Das Wort mit Frieden erhebt sich wie ein Regenbogen nach dem Sturm. Der Anfang des Psalmes: Ehre sei Gott, der Schluss: Friede auf Erde! In V. 3-10 sind die Wasser Sinnbild furchtbarer, feindlicher Völker, die gegen Gottes Volk anstürmen. Donner und Blitz sinnbilden die Offenbarung des Strafgerichtes über die Feinde, die Flut ist das Bild der letzteren. Am Feste der Erscheinung des Herrn fordert er alle Völker auf, die Stimme des Evangeliums zu hören, das so viele Gegner schon besiegt, und sich dem Herrn zu beugen. -Psalmen Ps 23 29 0 1. Gott hat Davids Gebet erhört (die Pest abgewendet) um ihn so gleichsam aus dem Grabe erweckt. (V. 4) 2. Aufforderung an alle Frommen, einen solchen Gott zu preisen, der nach kurzem Zürnen alsbald und lebenslänglich gnädig ist. Auf sich selbst vertrauend, ist David von Gott gedemütigt worden. (V. 8) Doch zum Herrn flehend, er wolle ihm das Leben erhalten, dass er Gott loben kann, ist er erhört worden. (V. 11) Die Trauer ist in Freude gewandelt. +Psalmen Ps 23 29 0 1. Gott hat Davids Gebet erhört (die Pest abgewendet) um ihn so gleichsam aus dem Grabe erweckt. (V. 4) 2. Aufforderung an alle Frommen, einen solchen Gott zu preisen, der nach kurzem Zürnen alsbald und lebenslänglich gnädig ist. Auf sich selbst vertrauend, ist David von Gott gedemütigt worden. (V. 8) Doch zum Herrn flehend, er wolle ihm das Leben erhalten, dass er Gott loben kann, ist er erhört worden. (V. 11) Die Trauer ist in Freude gewandelt. Psalmen Ps 23 29 1 Psalmus Cantici in dedicatione domus David. Ein Lobpsalm bei der Einweihung des Hauses, von David.¹ Psalmen Ps 23 29 1 1 Nach einigen ist der Psalm bei der Einweihung des Platzes für den nachherigen Tempel nach der Pest [2Sam 24,25, 1Chr 21,26] zum ersten Male gesungen worden, d.i. bei der Einweihung des Altars auf der Tenne Areunas. Nach anderen ist der Psalm von David noch am Tempelweihfest des Judas Makkabäus beigefügt worden. Psalmen Ps 23 29 2 Exaltabo te Domine quoniam suscepisti me: nec delectasti inimicos meos super me. Ich will dich erheben, o Herr! denn du hast mich beschirmt und hast meine Feinde² sich nicht freuen lassen über mich. @@ -26212,7 +26217,7 @@ Psalmen Ps 23 29 12 Convertisti planctum meum in gaudium mihi: conscidisti saccu Psalmen Ps 23 29 13 Ut cantet tibi gloria mea: et non compungar: Domine Deus meus in æternum confitebor tibi. auf dass dir meine Herrlichkeit¹² lobsinge und ich kein Leid habe;¹³ o Herr, mein Gott immerdar will ich dich preisen! Psalmen Ps 23 29 13 12 Seele. Psalmen Ps 23 29 13 13 Und ich nicht von Schmerz erfüllt werde und infolge dessen schweige. Hebr.: und nicht schweige. -Psalmen Ps 23 30 0 1. Von Feinden rings umgeben, nimmt David seine Zuflucht zu Gott, seinem Beschützer (V. 4) in dessen Hände er sich gänzlich übergibt und von dessen Erbarmung er Befreiung erwartet. (V. 9) 2. Seine schlimme Lage beschreibend, fleht er um Befreiung und Vernichtung seiner Feinde. (V. 19) 3. Gewiss, dass sein Flehen erhört wird, bricht er in Lobpreis der Güte Gottes aus, der ihn wie in einer festen Stadt geschützt hat (V. 23), und fordert alle Frommen auf, den zu loben, der den Seinen beisteht und die Hochmütigen zuschanden werden lässt, und Mut zu fassen. +Psalmen Ps 23 30 0 1. Von Feinden rings umgeben, nimmt David seine Zuflucht zu Gott, seinem Beschützer (V. 4) in dessen Hände er sich gänzlich übergibt und von dessen Erbarmung er Befreiung erwartet. (V. 9) 2. Seine schlimme Lage beschreibend, fleht er um Befreiung und Vernichtung seiner Feinde. (V. 19) 3. Gewiss, dass sein Flehen erhört wird, bricht er in Lobpreis der Güte Gottes aus, der ihn wie in einer festen Stadt geschützt hat (V. 23), und fordert alle Frommen auf, den zu loben, der den Seinen beisteht und die Hochmütigen zuschanden werden lässt, und Mut zu fassen. Psalmen Ps 23 30 1 In finem, Psalmus David, pro extasi. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids,² auf die Bestürzung.³ Psalmen Ps 23 30 1 1 Für den Vorsänger. Psalmen Ps 23 30 1 2 Der ganze Psalm ist von David geschichtlich zu verstehen, enthält aber auch ein Vorbild auf Christus (Hier.), da der Heiland selbst den Psalm auf sich anwendet. Einige Psalmen werden in der Liturgie der Kirche dem leidenden Heilande in den Mund gelegt. @@ -26275,8 +26280,11 @@ Psalmen Ps 23 30 24 35 Hebr.: Treue bewahrt der Herr, er bewährt sich als treu Psalmen Ps 23 30 24 36 Sich gleichsam von Gott unabhängig machen wollen. Psalmen Ps 23 30 25 Viriliter agite et confortetur cor vestrum, omnes qui speratis in Domino. Handelt mannhaft und lasset euer Herz stark sein, ihr alle, die ihr auf den Herrn hoffet!³⁷ Psalmen Ps 23 30 25 37 Nicht dauert Gottes Zorn ewig an und auf den Ruf V. 3: Sei mir ein schirmender Gott, folgt sichere Erhörung. -Psalmen Ps 23 31 0 1. Glückselig der Mensch, dem die Sünden verziehen sind. (V. 2) 2. Zur Verzeihung ist das Bekenntnis notwendig, wie David aus seiner eigenen Erfahrung erweist. (V. 5) 3. Mahnung an alle, sich zu Gott zu wenden zur Zeit, mit der Verheißung, dass alsdann kein Zorngericht sie treffen werde. (V. 7) 4. Die Menschen dürfen nicht wie das Vieh durch Zwang zum Gehorsam geführt werden, der Sünder soll nicht warten, bis Gott ihn durch harte Strafe zur Bekehrung zwingt. (V. 9) 5. Der im Bösen beharrende Sünder ist unglücklich, der vertrauensvoll um Verzeihung Flehende erlangt die Fülle der Gnaden. -Psalmen Ps 23 31 1 Ipsi David intellectus. Beati quorum remissæ sunt iniquitates: et quorum tecta sunt peccata. +Psalmen Ps 23 31 0 1. Glückselig der Mensch, dem die Sünden verziehen sind. (V. 2) 2. Zur Verzeihung ist das Bekenntnis notwendig, wie David aus seiner eigenen Erfahrung erweist. (V. 5) 3. Mahnung an alle, sich zu Gott zu wenden zur Zeit, mit der Verheißung, dass alsdann kein Zorngericht sie treffen werde. (V. 7) 4. Die Menschen dürfen nicht wie das Vieh durch Zwang zum Gehorsam geführt werden, der Sünder soll nicht warten, bis Gott ihn durch harte Strafe zur Bekehrung zwingt. (V. 9) 5. Der im Bösen beharrende Sünder ist unglücklich, der vertrauensvoll um Verzeihung Flehende erlangt die Fülle der Gnaden. +Psalmen Ps 23 31 1 Ipsi David intellectus. Beati quorum remissæ sunt iniquitates: et quorum tecta sunt peccata. Eine Unterweisung¹ von David. Glückselig diejenigen, deren Missetaten vergeben² und deren Sünden bedeckt sind!³ [Röm 4,7] +Psalmen Ps 23 31 1 1 Bezeichnung einer Liedergattung (Maskil), vielleicht Lehrpsalm. Dieser Psalm ist der zweite unter den sieben Bußpsalmen. V. 4, 5, 7 haben die Beifügung Sela. +Psalmen Ps 23 31 1 2 Hebr.: hinweggenommen. +Psalmen Ps 23 31 1 3 So dass die Sünde dem Auge des allwissenden Richters entzogen ist. Kann auch die Tat nicht ungeschehen gemacht werden, bleibt sie also auch ewig, so werden doch ihre Folgen vernichtet, Schuld und Strafe und die Tat insofern als nicht geschehen betrachtet. Psalmen Ps 23 31 2 Beatus vir, cui non imputavit Dominus peccatum, nec est in spiritu ejus dolus. Glückselig der Mann, dem der Herr seine Verschuldung nicht zurechnet⁴ und in dessen Geist kein Falsch⁵ ist! Psalmen Ps 23 31 2 4 Vom Geldverkehr entlehnter bildlicher Ausdruck. Psalmen Ps 23 31 2 5 Kein Selbstbetrug. Gegenteil: Aufrichtiges Durchdrungensein von der Schuld und Bekenntnis derselben. @@ -26285,7 +26293,8 @@ Psalmen Ps 23 31 3 6 So lange David in hochmütiger Selbsttäuschung dahinlebte Psalmen Ps 23 31 3 7 Der Körper ist wie ein Baum, die Gebeine die Äste desselben. Der stetig nagende Wurm des Gewissens schwächte die Kraft des Lebens, so lange der Sünder, sich gegen diesen Ruf sträubend, sein Vergehen nicht anerkennen wollte. Anerkennung der Sünde als Sünde ist Vorbedingung der Reue und damit der Vergebung. Ob diese Anerkennung auch als äußeres Bekenntnis Gestalt gewinnen muss, hängt von Gottes Willen ab. Ein gewisses allgemeines Bekenntnis wurde im Alten Bunde vor dem Priester gefordert. [Lev 5,6; Num 5,7] David musste seine Sünde bekennen. [2Sam 12,13], im Neuen Testament ist das Einzel-Sündenbekenntnis gefordert. Psalmen Ps 23 31 4 Quoniam die ac nocte gravata est super me manus tua: conversus sum in ærumna mea, dum configitur spina. Denn Tag und Nacht lag deine Hand schwer auf mir; in meinem Elende kehrte ich mich zu dir, während der Stachel in mir haftete.⁸ Psalmen Ps 23 31 4 8 Der Stachel ist das Leiden, das David, um ihn zur Erkenntnis zu bringen, auferlegt ward. Hebr.: Tag und Nacht lastet deine Hand auf mir, vertrocknet ist mein Mark (Lebenskraft) wie in Sonnendürre (in glühenden Ängsten). -Psalmen Ps 23 31 5 Delictum meum cognitum tibi feci: et injustitiam meam non abscondi. Dixi: Confitebor adversum me injustitiam meam Domino: et tu remisisti impietatem peccati mei. +Psalmen Ps 23 31 5 Delictum meum cognitum tibi feci: et injustitiam meam non abscondi. Dixi: Confitebor adversum me injustitiam meam Domino: et tu remisisti impietatem peccati mei. Ich bekannte dir mein Vergehen und verbarg meine Ungerechtigkeit nicht. Ich sprach: Ich will wider mich dem Herrn mein Unrecht bekennen, und du vergabst mir den Frevel meiner Sünde.⁹ [Jes 65,24] +Psalmen Ps 23 31 5 9 Noch ist das Wort nicht im Munde, da wird die Wunde schon geheilt im Herzen: (Aug.) Psalmen Ps 23 31 6 Pro hac orabit ad te omnis sanctus, in tempore opportuno. Verumtamen in diluvio aquarum multarum, ad eum non approximabunt. Darum soll jeder Heilige¹⁰ zu dir flehen zu günstiger Zeit,¹¹ und ob auch viele Wasser¹² einherfluten, werden sie ihn doch nicht erreichen. Psalmen Ps 23 31 6 10 Jeder Israelit, jetzt also jeder Christ. Psalmen Ps 23 31 6 11 Zur Gnadenzeit, ehe die Zeit der Geduld und Langmut vorübergeht. @@ -26301,7 +26310,7 @@ Psalmen Ps 23 31 10 Multa flagella peccatoris, sperantem autem in Domino miseric Psalmen Ps 23 31 10 17 Hebr.: Viele Schmerzen hat der Gottlose. Psalmen Ps 23 31 11 Lætamini in Domino et exsultate justi, et gloriamini omnes recti corde. Freuet euch in dem Herrn und frohlocket, ihr Gerechten, und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid!¹⁸ Psalmen Ps 23 31 11 18 Denn wer will, findet Verzeihung. In der alten Kirche (und noch jetzt in der griechischen) ward dieser Psalm nach der Taufe gebetet. -Psalmen Ps 23 32 0 1. Aufforderung an die Gerechten zum Lobgesang. (V. 3) 2. Begründung der Aufforderung zum Lob durch A. Darlegung der Größe und Macht Gottes: a. Als Gottes der Offenbarung im Reiche der Gnade: Sein Wort ist gerade, sein Tun in Treue und Gerechtigkeit. (V. 5) b. Als Schöpfers der Welt, insbesondere des Himmels und des Meeres. (V. 9) c. Als unwiderstehlichen Herrschers der Menschen, die er durch sein Volk zum Heile führen will. (V. 11) B. Gott ist des Lobes würdig, da er der Schatz Israels ist: der Herrscher der Menschen, ohne dessen Wissen nichts geschehen kann (V. 15), der einen stärkeren Schutz für Israel bildet als die größte irdische Macht. (V. 19) 3. Die Gemeinde bekennt sich zu dem Herrn als ihrer Hilfe, ihrem Schild, ihrem Freudenquell. +Psalmen Ps 23 32 0 1. Aufforderung an die Gerechten zum Lobgesang. (V. 3) 2. Begründung der Aufforderung zum Lob durch A. Darlegung der Größe und Macht Gottes: a. Als Gottes der Offenbarung im Reiche der Gnade: Sein Wort ist gerade, sein Tun in Treue und Gerechtigkeit. (V. 5) b. Als Schöpfers der Welt, insbesondere des Himmels und des Meeres. (V. 9) c. Als unwiderstehlichen Herrschers der Menschen, die er durch sein Volk zum Heile führen will. (V. 11) B. Gott ist des Lobes würdig, da er der Schatz Israels ist: der Herrscher der Menschen, ohne dessen Wissen nichts geschehen kann (V. 15), der einen stärkeren Schutz für Israel bildet als die größte irdische Macht. (V. 19) 3. Die Gemeinde bekennt sich zu dem Herrn als ihrer Hilfe, ihrem Schild, ihrem Freudenquell. Psalmen Ps 23 32 1 Psalmus David. Exsultate justi in Domino: rectos decet collaudatio. Ein Psalm Davids.¹ Frohlocket, ihr Gerechten, im Herrn!² den Rechtschaffenen³ ziemt⁴ Lobgesang. Psalmen Ps 23 32 1 1 Der Name Davids findet sich nur in Sept. und Vulg. Der Psalm erinnert an das Wort des Heilandes Fürchte dich nicht, du kleine Herde. [Lk 12,32] Die nächste Veranlassung des Liedes war wohl ein wunderbarer Sieg. Psalmen Ps 23 32 1 2 Über den Herrn. @@ -26348,7 +26357,7 @@ Psalmen Ps 23 32 21 Quia in eo lætabitur cor nostrum: et in nomine sancto ejus Psalmen Ps 23 32 21 23 Die beiden letzten Versen sind vielleicht Zusatz zum liturgischen Gebrauch der Gemeinde. Psalmen Ps 23 32 22 Fiat misericordia tua Domine super nos: quemadmodum speravimus in te. Deine Huld, o Herr! komme über uns, wie wir auf dich unsere Hoffnung setzen.²⁴ Psalmen Ps 23 32 22 24 Der Hoffnung derer, die Gott anrufen, entspricht sein gütiges Erhören und Gewähren. Ähnlich schließt das Te Deum: Auf dich, Herr, habe ich gehofft, ich werde ewig nicht zuschanden werden. -Psalmen Ps 23 33 0 1. a. Aufforderung zum Lobpreis Jahves an die in der Leidensschule Erprobten. (V. 4) b. Begründung des Lobpreises durch Darlegung einer erfahrenen Rettung (V. 7) und der Gnadenobhut Gottes, deren sich die Frommen erfreuen. (V. 11) 2. a. Anweisung zur Gottesfurcht. (V. 15) b. Empfehlung der Gottesfurcht durch Darlegung ihres Lohnes im Gegensatze zu den Strafen der Gottlosen. +Psalmen Ps 23 33 0 1. a. Aufforderung zum Lobpreis Jahves an die in der Leidensschule Erprobten. (V. 4) b. Begründung des Lobpreises durch Darlegung einer erfahrenen Rettung (V. 7) und der Gnadenobhut Gottes, deren sich die Frommen erfreuen. (V. 11) 2. a. Anweisung zur Gottesfurcht. (V. 15) b. Empfehlung der Gottesfurcht durch Darlegung ihres Lohnes im Gegensatze zu den Strafen der Gottlosen. Psalmen Ps 23 33 1 Davidi, cum immutavit vultum suum coram Achimelech, et dimisit eum, et abiit. Von David,¹ als er sich wahnsinnig stellte vor Achimelech² und dieser ihn von sich ließ und er fortzog. Psalmen Ps 23 33 1 1 Der Psalm ist alphabetisch, doch ist ein Buchstabe ausgelassen, während wie in [Ps 25] am Schlusse ein überzähliger Vers steht. Er bildet den Gegensatz zum vorhergehenden Vers, da sonst ein Drohwort den Psalm geschlossen hätte. Verfasser ist David, der Zusammensteller des Psalters hat dem Psalme die Umstände der Abfassung beigefügt. Psalmen Ps 23 33 1 2 Achis. [1Sam 21] Achimelech (hebr. Abimelech) war der gemeinsame Name der Philisterkönige. @@ -26397,7 +26406,7 @@ Psalmen Ps 23 33 22 23 Weil dem ersten Tode der zweite der Verdammnis folgt. He Psalmen Ps 23 33 22 24 Und verfehlen ihr Ziel. Psalmen Ps 23 33 23 Redimet Dominus animas servorum suorum: et non delinquent omnes qui sperant in eo. Der Herr erlöst die Seelen seiner Diener; und alle, die auf ihn vertrauen, werden nicht in Versündigung fallen.²⁵ Psalmen Ps 23 33 23 25 Werden nicht verdammt, sondern sind Lohnes würdig. Nach den Apostolischen Konstitutionen ward dieser Psalm in alten Zeiten während der Austeilung der heiligen Kommunion gesungen. -Psalmen Ps 23 34 0 1. a. Kriegerisch Klingender Aufruf an den Herrn, er wolle helfen. (V. 3) b. Verwünschungen über die Feinde. (V. 8) c. Ist die widergöttliche Macht gestürzt, wird der Psalmist jubeln. (V. 10) 2. Schilderung der Bosheit der Feinde, die ihm verleumden und seine Freundschaft verhöhnen (V. 16) mit Wunsch und Dank für dessen Erfüllung. (V. 18) 3. Erneuerte (aber ruhige) Schilderung der Gottlosigkeit der Feinde und Bitte um Befreiung von denselben. +Psalmen Ps 23 34 0 1. a. Kriegerisch Klingender Aufruf an den Herrn, er wolle helfen. (V. 3) b. Verwünschungen über die Feinde. (V. 8) c. Ist die widergöttliche Macht gestürzt, wird der Psalmist jubeln. (V. 10) 2. Schilderung der Bosheit der Feinde, die ihm verleumden und seine Freundschaft verhöhnen (V. 16) mit Wunsch und Dank für dessen Erfüllung. (V. 18) 3. Erneuerte (aber ruhige) Schilderung der Gottlosigkeit der Feinde und Bitte um Befreiung von denselben. Psalmen Ps 23 34 1 Ipsi David. Judica Domine nocentes me, expugna impugnantes me. Von David.¹ Richte,² Herr! die mir unrecht tun; bezwinge,³ die wider mich kämpfen. Psalmen Ps 23 34 1 1 Die Strafverkündigung über die Feinde geht in diesem Psalme wie in anderen in eine Anwünschung der Strafe über (so in [Ps 7, Ps 68, Ps 108]). Doch wenn schon David von dem Affekte der Rachsucht sich leicht abbringen ließ, vergl. [1Sam 25,32ff], wie viel mehr muss da in einem Gebetsrufe sich eine erhabene Gesinnung aussprechen. Die Psalmen sind zudem der Ausdruck der Frömmigkeit des A.T. Dass diesem die Feindesliebe nicht fremd war, zeigen [Ex 23,4ff, Lev 19,18, Spr 20,22, Spr 24,17, Spr 25,21ff, Ijob 31,29ff] weshalb die Worte des N.T. einen deutlichen Anklang an das Alte zeigen. Welcher Art Davids Gesinnung war, zeigt sein Verhalten gegen Saul und [Ps 7]. Die Strafanwünschungen haben also in selbstlosem Eifer für die Ehre Gottes ihren Ursprung. Immerhin redet das Neue Testament in etwas anderer ihm eigener Weise. ([Lk 23] Die Anatheme über die Irrlehrer und über Alexander, den Schmied, [Gal 1,9, Gal 5,12, 2Tim 4,14] gehen zunächst nur auf zeitliche Züchtigung.) Aus diesem Grunde fasst das Neue Testament auch die Worte als Weissagung, welche der Heilige Geist David eingegeben, wie [Joh 15,25] V. 19 als an dem Heilande erfüllt angeführt wird, und [Apg 1,20, Röm 11,7-10] andere Psalmen als an den Feinden Christi in Erfüllung gegangen bezeichnet werden. Insofern David in seinem Leiden Typus des Messias war, den sein Volk verwarf, ist der an sich historisch auf David bezügliche Psalm auch indirekt messianisch. Dem leidenden Erlöser legt deshalb die Kirche einzelne Verse desselben in der Passions- und Karwoche in den Mund. Psalmen Ps 23 34 1 2 Vertritt mein Recht, indem du die Feinde verurteilst. @@ -26440,7 +26449,8 @@ Psalmen Ps 23 34 16 23 Obwohl Gott sie zerstreute, kommen sie nicht zur Einsich Psalmen Ps 23 34 17 Domine quando respicies? restitue animam meam a malignitate eorum, a leonibus unicam meam. O Herr! wann wirst du herblicken? Befreie meine Seele von ihrer Bosheit, meine Verlassene von den Löwen.²⁴ Psalmen Ps 23 34 17 24 Hebr.: Wie lange willst du ruhig zusehen? Bringe zurück meine Seele aus ihrer Bosheit, meine einzige von den jungen Löwen! Psalmen Ps 23 34 18 Confitebor tibi in ecclesia magna, in populo gravi laudabo te. Ich will dir lobsingen in großer Versammlung, unter zahlreichem Volke dich rühmen. -Psalmen Ps 23 34 19 Non supergaudeant mihi qui adversantur mihi inique: qui oderunt me gratis et annuunt oculis. +Psalmen Ps 23 34 19 Non supergaudeant mihi qui adversantur mihi inique: qui oderunt me gratis et annuunt oculis. Nicht mögen sich freuen über mich die, welche mir feind sind mit Unrecht, die mich ohne Ursache hassen und mit den Augen zwinkern.²⁵ [Joh 15,25] +Psalmen Ps 23 34 19 25 Die Feinde blinzeln sich zum Zeichen der Schadenfreude gegenseitig zu. Psalmen Ps 23 34 20 Quoniam mihi quidem pacifice loquebantur: et in iracundia terræ loquentes, dolos cogitabant. Denn reden sie auch friedlich mit mir, so sinnen sie doch auf Trug im Zorne irdischer Menschen.²⁶ Psalmen Ps 23 34 20 26 Gottloser, gemeiner Weltmenschen. Hebr.: Denn nicht reden sie friedlich mit mir, sondern sinnen tückische Dinge wider die Stillen im Lande. Psalmen Ps 23 34 21 Et dilataverunt super me os suum: dixerunt: Euge, euge, viderunt oculi nostri. Sie sperren ihren Mund weit auf wider mich und rufen: Ha, ha, unser Auge hat es²⁷ gesehen. @@ -26456,7 +26466,7 @@ Psalmen Ps 23 34 27 Exsultent et lætentur qui volunt justitiam meam: et dicant Psalmen Ps 23 34 27 30 Im Hebr. lauten die folgenden Worte: Und immerdar mögen sie sprechen: Hochgepriesen sei der Herr, der seine Lust hat an der Wohlfahrt seines Dieners! Psalmen Ps 23 34 28 Et lingua mea meditabitur justitiam tuam, tota die laudem tuam. Und meine Zunge wird deine Gerechtigkeit verkünden, allezeit dein Lob.³¹ Psalmen Ps 23 34 28 31 Der Zunge, der das Reden zugehört, wird im Hebr. (und Latein.) das Sinnen, das dabei vorangegangen, mitbeigelegt; ebenso dem Munde [Ps 36,30]. -Psalmen Ps 23 35 0 1. Ist auch die Bosheit und Gewalt der Sünder groß, so dass der Gerechte in Versuchung kommen könnte zu verzagen (V. 5), 2. So ist doch Gottes Huld groß genug, um die Rechtgesinnten, die in ihm den Quell alles Lebens und Lichtes finden, mit Vertrauen zu erfüllen und sicher zu stellen. (V. 10) Von Gott beschirmt, triumphiert der Gerechte zuletzt über die Sünder. +Psalmen Ps 23 35 0 1. Ist auch die Bosheit und Gewalt der Sünder groß, so dass der Gerechte in Versuchung kommen könnte zu verzagen (V. 5), 2. So ist doch Gottes Huld groß genug, um die Rechtgesinnten, die in ihm den Quell alles Lebens und Lichtes finden, mit Vertrauen zu erfüllen und sicher zu stellen. (V. 10) Von Gott beschirmt, triumphiert der Gerechte zuletzt über die Sünder. Psalmen Ps 23 35 1 In finem servo Domini ipsi David. Zum Ende,¹ von dem Diener des Herrn, von David. Psalmen Ps 23 35 1 1 Für den Musikmeister. Psalmen Ps 23 35 2 Dixit injustus ut delinquat in semetipso: non est timor Dei ante oculos ejus. Es beschließt der Gottlose bei sich,² zu sündigen; Furcht Gottes ist nicht vor seinen Augen. @@ -26486,7 +26496,7 @@ Psalmen Ps 23 35 12 Non veniat mihi pes superbiæ: et manus peccatoris non movea Psalmen Ps 23 35 12 15 Treibe mich nicht in die Verbannung. Psalmen Ps 23 35 13 Ibi ceciderunt qui operantur iniquitatem: expulsi sunt, nec potuerunt stare. Siehe da,¹⁶ gefallen sind, die Unrecht tun; sie sind hinausgestoßen und können sich nicht erheben. Psalmen Ps 23 35 13 16 Im Geiste der Erhörung gewiss sieht er die Widersacher Gottes und der einen auf immer gestürzt. Die Zeit, auf welche der Psalm Bezug nimmt, ist wohl die gleiche wie in [Ps 13]: Absaloms Aufstand. -Psalmen Ps 23 36 0 Nimm an dem Glücke der Gottlosen kein Ärgernis, sondern harre des Herrn, denn das Glück der Gottlosen nimmt plötzlich ein Ende und der Ausgang scheidet Gerechte und Ungerechte. +Psalmen Ps 23 36 0 Nimm an dem Glücke der Gottlosen kein Ärgernis, sondern harre des Herrn, denn das Glück der Gottlosen nimmt plötzlich ein Ende und der Ausgang scheidet Gerechte und Ungerechte. Psalmen Ps 23 36 1 Psalmus ipsi David. Noli æmulari in malignantibus: neque zelaveris facientes iniquitatem. Ein Psalm von David.¹ Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifere dich nicht über die, welche Frevel verüben! Psalmen Ps 23 36 1 1 Ein alphabetischer Kranz von Sprüchen wiederholt die gleiche Wahrheit stets von neuem und schärft sie so ein. Der Dichter spricht nur von Gottes ausgleichender Gerechtigkeit im Diesseits. Wenngleich erst die Ewigkeit diese Gerechtigkeit voll bewährt, hat Gott doch im A. T. zum Troste seiner Getreuen und zum Schrecken der Sünder fast immer schon in die Zeit vorbildlich den Schatten seiner in der Ewigkeit voll ausgleichenden Gerechtigkeit fallen lassen, indem er die Frommen belohnte, die Bösen schon auf Erden mit Strafen heimsuchte. Psalmen Ps 23 36 2 Quoniam tamquam fnum velociter arescent: et quemadmodum olera herbarum cito decident. Denn wie Gras² verdorren sie schnell³ und wie grünes Kraut welken sie bald dahin. @@ -26566,7 +26576,7 @@ Psalmen Ps 23 36 39 Salus autem justorum a Domino: et protector eorum in tempore Psalmen Ps 23 36 39 38 Also seinem Ursprung entsprechend: gewisses, vollkommenes, ewig dauerndes. Psalmen Ps 23 36 40 Et adjuvabit eos Dominus, et liberabit eos: et eruet eos a peccatoribus, et salvabit eos: quia speraverunt in eo. Und der Herr hilft ihnen, befreit sie, rettet sie vor den Sündern und steht ihnen bei, denn sie haben auf ihn gehofft.³⁹ Psalmen Ps 23 36 40 39 Dieser Psalm bewog den hl. Fulgentius, mit der Welt zu brechen und sich ganz dem Herrn zu weihen. -Psalmen Ps 23 37 0 1. David fleht um Beendigung seiner Leiden: Er ist krank zur Strafe für seine Sünden. (V. 3) Dazu drückt ihn Reueschmerz nieder. (V. 11) Das physische und seelische Leiden wird noch vermehrt durch die Handlungsweise der Freunde und Verwandten (V. 12) und die Anschläge seiner Feinde. (V. 13) Ist er nicht genügend bestraft? 2. David erträgt alles mit Geduld (V. 15) in der sicheren Hoffnung (V. 19), dass Gott die Anschläge seiner Feinde vereiteln werde. (V. 21) Bitte an den Herrn, ihn nicht zu verlassen. +Psalmen Ps 23 37 0 1. David fleht um Beendigung seiner Leiden: Er ist krank zur Strafe für seine Sünden. (V. 3) Dazu drückt ihn Reueschmerz nieder. (V. 11) Das physische und seelische Leiden wird noch vermehrt durch die Handlungsweise der Freunde und Verwandten (V. 12) und die Anschläge seiner Feinde. (V. 13) Ist er nicht genügend bestraft? 2. David erträgt alles mit Geduld (V. 15) in der sicheren Hoffnung (V. 19), dass Gott die Anschläge seiner Feinde vereiteln werde. (V. 21) Bitte an den Herrn, ihn nicht zu verlassen. Psalmen Ps 23 37 1 Psalmus David, in rememorationem de sabbato. Ein Psalm Davids,¹ zur Erinnerung,² für den Sabbat.³ Psalmen Ps 23 37 1 1 Der dritte sogenannte Bußpsalm. Die Abfassung desselben fällt wohl in die Zeit nach Davids Fall (etwa vor Absaloms Verfolgung). Psalmen Ps 23 37 1 2 Erinnerung hieß ein Teil des Mincha- (Speise-) opfers, also: beim Minchaopfer zu singen. @@ -26613,7 +26623,7 @@ Psalmen Ps 23 37 21 Qui retribuunt mala pro bonis, detrahebant mihi: quoniam seq Psalmen Ps 23 37 22 Ne derelinquas me Domine Deus meus: ne discesseris a me. Verlass mich nicht, Herr, mein Gott! entferne dich nicht von mir. Psalmen Ps 23 37 23 Intende in adjutorium meum, Domine Deus salutis meæ. Habe acht auf meine Hilfe, o Herr, du Gott meines Heiles!²³ Psalmen Ps 23 37 23 23 Die wahre Buße verzweifelt nicht, wie Kain und Judas, sondern nimmt zu Gott ihre Zuflucht. Die Kirche legt diesen Psalm dem Heilande, dessen Abbild David ist, in der Matutin des Karfreitages in den Mund. -Psalmen Ps 23 38 0 1. Von den Gottlosen verspottet, nimmt David sich vor, zu schweigen. (V. 3) Doch bald bricht er, die Kürze und Eitelkeit des menschlichen Lebens erwägend, das Stillschweigen und betet zu Gott, um vor Murren bewahrt zu bleiben. (V. 7) 2. Auf Gott setzt er seine Hoffnung und fleht ihn an, ihm die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen zu stellen zur Geduld und Verhütung von Klage. (V. 10) Da das Leben schnell dahingeht, möge Gott auch das Leid von ihm nehmen. (V. 12) +Psalmen Ps 23 38 0 1. Von den Gottlosen verspottet, nimmt David sich vor, zu schweigen. (V. 3) Doch bald bricht er, die Kürze und Eitelkeit des menschlichen Lebens erwägend, das Stillschweigen und betet zu Gott, um vor Murren bewahrt zu bleiben. (V. 7) 2. Auf Gott setzt er seine Hoffnung und fleht ihn an, ihm die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen zu stellen zur Geduld und Verhütung von Klage. (V. 10) Da das Leben schnell dahingeht, möge Gott auch das Leid von ihm nehmen. (V. 12) Psalmen Ps 23 38 1 In finem, ipsi Idithun, Canticum David. Zum Ende,¹ für Idithun,² ein Gesang Davids.³ Psalmen Ps 23 38 1 1 Für den Musikmeister. Psalmen Ps 23 38 1 2 Idithun war einer der drei Gesangmeister Davids. [1Chr 16,38, 1Chr 25,1] @@ -26652,7 +26662,7 @@ Psalmen Ps 23 38 13 22 Ein Pilger ist, wer in einem Lande, das nicht seine Heim Psalmen Ps 23 38 13 23 Jeder Mensch bleibt nur so lange auf Erden, als Gott es ihm vergönnt, und auch das verheißene Land ist für Israel nur eine Gabe Gottes, die der einzelne nur für sein kurzes Leben genießt. Die Väter sind die Patriarchen. [Gen 47,9] Psalmen Ps 23 38 14 Remitte mihi, ut refrigerer prius quam abeam, et amplius non ero. Lass ab von mir, dass ich noch Erquickung finde, ehe ich hingehe und nicht mehr bin!²⁴ Psalmen Ps 23 38 14 24 Dann ist es zu spät. Vergl. [Ijob 14]. -Psalmen Ps 23 39 0 1. Aus großer Gefahr errettet, sagt der Psalmist Dank. (V. 4) 2. Selig der Mann, der sein Vertrauen auf Jahve setzt, der sich durch zahlreiche Wunderbeweise an Israel verherrlicht hat. (V. 6) 3. Groß und viel sind deine Gnadenerweise, wie soll ich dir danken? Nicht durch Opfer, sondern durch Gehorsam. (V. 9) Er hat Jahves Großtaten verkündet, so wird der Herr sich seiner erbarmen. (V. 12) 3. Begründung der Bitte: Die Folgen seiner Sünden haben ihn gefasst. Leiden umringen ihn, die Kraft hat ihn verlassen. (V. 16) 4. Aufforderung an die Frommen, sich zu freuen in Gott, von dem auch er in seinem Elend Heil erhofft. +Psalmen Ps 23 39 0 1. Aus großer Gefahr errettet, sagt der Psalmist Dank. (V. 4) 2. Selig der Mann, der sein Vertrauen auf Jahve setzt, der sich durch zahlreiche Wunderbeweise an Israel verherrlicht hat. (V. 6) 3. Groß und viel sind deine Gnadenerweise, wie soll ich dir danken? Nicht durch Opfer, sondern durch Gehorsam. (V. 9) Er hat Jahves Großtaten verkündet, so wird der Herr sich seiner erbarmen. (V. 12) 3. Begründung der Bitte: Die Folgen seiner Sünden haben ihn gefasst. Leiden umringen ihn, die Kraft hat ihn verlassen. (V. 16) 4. Aufforderung an die Frommen, sich zu freuen in Gott, von dem auch er in seinem Elend Heil erhofft. Psalmen Ps 23 39 1 In finem, Psalmus ipsi David. Zum Ende,¹ ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 39 1 1 Für den Gesangmeister. Psalmen Ps 23 39 1 2 Etwa aus der Zeit der Empörung Absaloms. @@ -26703,7 +26713,7 @@ Psalmen Ps 23 39 17 30 Die Frommen mögen in Gott, dem Ziele ihres Verlangens, Psalmen Ps 23 39 18 Ego autem mendicus sum, et pauper: Dominus sollicitus est mei. Adjutor meus, et protector meus tu es, Deus meus ne tardaveris. Ich aber,³¹ bin ich auch ein Bettler und armselig, so ist doch der Herr für mich besorgt. Du bist mein Helfer und mein Beschirmer, mein Gott, säume nicht!³² Psalmen Ps 23 39 18 31 Der Psalmist kommt auf seinen jetzigen hilflosen Zustand zurück, um diesem das Bekenntnis zuversichtlicher Hoffnung entgegenzustellen. Psalmen Ps 23 39 18 32 Die Kirche betet den Psalm am Karfreitag. -Psalmen Ps 23 40 0 1. Die Tugend der Barmherzigkeit wird von Gott schon auf Erden reich vergolten. David hat diese Tugend geübt, so darf er also vertrauensvoll sein Gebet zu Gott richten. (V. 4) 2. Bitte um Hilfe in geistiger und leiblicher Not (V. 6), weil seine Feinde seinen Untergang begierig erwarten (V. 7) und selbst sein früherer Freund ihm feindlich begegnet (V. 10), daher wolle Gott ihm beistehen, dass er seine Feinde strafe und den Thron zurückerlange, so Gottes Huld erfahre. (V. 13) Eine Doxologie schließt den ersten Teil der Psalmen. +Psalmen Ps 23 40 0 1. Die Tugend der Barmherzigkeit wird von Gott schon auf Erden reich vergolten. David hat diese Tugend geübt, so darf er also vertrauensvoll sein Gebet zu Gott richten. (V. 4) 2. Bitte um Hilfe in geistiger und leiblicher Not (V. 6), weil seine Feinde seinen Untergang begierig erwarten (V. 7) und selbst sein früherer Freund ihm feindlich begegnet (V. 10), daher wolle Gott ihm beistehen, dass er seine Feinde strafe und den Thron zurückerlange, so Gottes Huld erfahre. (V. 13) Eine Doxologie schließt den ersten Teil der Psalmen. Psalmen Ps 23 40 1 In finem, Psalmus ipsi David. Zum Ende,¹ ein Psalm von David.² Psalmen Ps 23 40 1 1 Für den Gesangmeister. Psalmen Ps 23 40 1 2 Wohl zur Zeit der Empörung Absaloms. @@ -26737,7 +26747,7 @@ Psalmen Ps 23 40 13 17 Gemäß der Verheißung [2Sam 7,16]. Psalmen Ps 23 40 14 Benedictus Dominus Deus Israel a sæculo, et usque in sæculum: fiat, fiat. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit!¹⁸ Amen, Amen!¹⁹ Psalmen Ps 23 40 14 18 Den ersten Teil der Psalmen abschließende Doxologie. Psalmen Ps 23 40 14 19 Nicht Gebetsschluss, sondern Bekräftigung der vorausgegangenen Wünsche. -Psalmen Ps 23 41 0 1. Fern vom Heiligtum beweint der Psalmist, dass er Gott nicht nahen kann, eingedenk des Jubels, mit dem er vordem zum Tempel Gottes zog; bald aber fasst er neue Hoffnung. (V. 6) 2. Durch seine Selbstermunterung gestärkt, verspricht er, Gott auch aus der Ferne zu gedenken, und wendet sich hoffnungsvoll inmitten seines Leidens zu Gott, dem er die Grausamkeit und den Übermut seiner Feinde vorstellt, um sich dann von neuem zur Hoffnung aufzumuntern. +Psalmen Ps 23 41 0 1. Fern vom Heiligtum beweint der Psalmist, dass er Gott nicht nahen kann, eingedenk des Jubels, mit dem er vordem zum Tempel Gottes zog; bald aber fasst er neue Hoffnung. (V. 6) 2. Durch seine Selbstermunterung gestärkt, verspricht er, Gott auch aus der Ferne zu gedenken, und wendet sich hoffnungsvoll inmitten seines Leidens zu Gott, dem er die Grausamkeit und den Übermut seiner Feinde vorstellt, um sich dann von neuem zur Hoffnung aufzumuntern. Psalmen Ps 23 41 1 In finem, Intellectus filiis Core. Zum Ende,¹ eine Unterweisung von den Söhnen Kores.² Psalmen Ps 23 41 1 1 Für den Gesangmeister. Psalmen Ps 23 41 1 2 Die Nachkommen des Leviten Kore waren Sänger. [Ex 6,21, 1Chr 6,22] u.a. Subjekt des Psalmes scheint David zu sein, den etwa ein Korait auf der Flucht vor Absalom [2Sam 15] verfasste. Nach der Ansicht der Mehrzahl der Ausleger gehörten [Ps 41] und [Ps 42] zusammen, da sonst die Bitte um Hilfe (die in [Ps 42] folgt) als Abschluss fehlt. Auffallend ist, dass alle Übersetzungen die beiden Psalmen trennen. @@ -26772,7 +26782,7 @@ Psalmen Ps 23 41 10 21 Mein Fels. Psalmen Ps 23 41 11 Dum confringuntur ossa mea, exprobraverunt mihi qui tribulant me inimici mei: Dum dicunt mihi per singulos dies: Ubi est Deus tuus? Indes meine Gebeine zermalmt werden, da mich meine Feinde schmähen, die mich bedrängen,²² indem sie mir alle Tage sagen: Wo ist dein Gott? Psalmen Ps 23 41 11 22 Hebr.: Gleich Zerschmetterung in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger. Psalmen Ps 23 41 12 Quare tristis es anima mea? et quare conturbas me? Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi: salutare vultus mei, et Deus meus. Warum bist du traurig, meine Seele, und warum verwirrst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott! -Psalmen Ps 23 42 0 Gott wolle die Sache des Sängers gegen seine Feinde führen und ihm Hilfe gewähren, dass er zum Heiligtum des Herrn gelangend, ihn wiederum preisen möge. (V. 4) Selbstaufforderung zum Vertrauen. +Psalmen Ps 23 42 0 Gott wolle die Sache des Sängers gegen seine Feinde führen und ihm Hilfe gewähren, dass er zum Heiligtum des Herrn gelangend, ihn wiederum preisen möge. (V. 4) Selbstaufforderung zum Vertrauen. Psalmen Ps 23 42 1 Psalmus David. Judica me Deus, et discerne causam meam de gente non sancta, ab homine iniquo, et doloso erue me. Ein Psalm Davids.¹ Schaffe mir Recht, o Gott! und entscheide meine Sache gegen ein unheiliges Volk,² von dem Manne des Unrechtes und des Truges³ rette mich. Psalmen Ps 23 42 1 1 Fehlt im Hebr. Die genannte Urheberschaft ist nicht sicher. Psalmen Ps 23 42 1 2 Hebr.: Volk ohne Liebe. @@ -26787,7 +26797,7 @@ Psalmen Ps 23 42 4 7 Steigerung: Aus der Verbannung, auf den Berg Sion, zum Hei Psalmen Ps 23 42 4 8 Präteritum. Hebr.: zum Gott meiner Jubelfreude (dessen ich mich jubelnd freuen werde). Psalmen Ps 23 42 5 Quare tristis es anima mea? et quare conturbas me? Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi: salutare vultus mei, et Deus meus. Warum bist du traurig, meine Seele, und warum verwirrst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen; er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott.⁹ Psalmen Ps 23 42 5 9 David kennt keine Freude als die von Gott ausgeht und deshalb keine höhere Sehnsucht als dahin zu kommen, wo der Quellort dieser Jubelfreude ist. -Psalmen Ps 23 43 0 1. Gott hat in alter Zeit geholfen und ist bis zur Stunde und für alle Zukunft der einzige Helfer. (V. 9) 2. Von Feinden bedrängt und von den Nachbaren verspottet, haben die Israeliten doch die Heimsuchung nicht verschuldet. (V. 20) 3. So musste denn Gott auch jetzt wieder sich als rettender Helfer erweisen. +Psalmen Ps 23 43 0 1. Gott hat in alter Zeit geholfen und ist bis zur Stunde und für alle Zukunft der einzige Helfer. (V. 9) 2. Von Feinden bedrängt und von den Nachbaren verspottet, haben die Israeliten doch die Heimsuchung nicht verschuldet. (V. 20) 3. So musste denn Gott auch jetzt wieder sich als rettender Helfer erweisen. Psalmen Ps 23 43 1 In finem, Filiis Core ad intellectum. Zum Ende von den Söhnen Kores, zur Unterweisung.¹ Psalmen Ps 23 43 1 1 Hebr.: dem Musikmeister. Ein Psalm der Söhne Kores. Verfasst zur Zeit als Sennacherib gegen Jerusalem zog? [2Kön 18,19, Jes 36, Jes 37] Psalmen Ps 23 43 2 Deus auribus nostris audivimus: patres nostri annuntiaverunt nobis. Opus, quod operatus es in diebus eorum: et in diebus antiquis. O Gott! mit unsern Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt die Großtaten, die du vollbracht in ihren Tagen und in den Tagen der Vorzeit.² @@ -26841,7 +26851,7 @@ Psalmen Ps 23 43 25 Quoniam humiliata est in pulvere anima nostra: conglutinatus Psalmen Ps 23 43 25 26 Nach Art der Trauernden und demütig Flehenden. Psalmen Ps 23 43 26 Exsurge Domine, adjuva nos: et redime nos propter nomen tuum. Erhebe dich, o Herr! hilf uns und erlöse uns um deines Namens²⁷ willen. Psalmen Ps 23 43 26 27 Hebr.: um deiner Gnade willen. -Psalmen Ps 23 44 0 Feierliche Einleitung. (V. 2) 1. Ruhm des Königs. (V. 10) a. Preis seiner geistigen Schönheit und Stärke, die für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfend alle Feinde überwindet. (V. 6) b. Ja, er ist Gott, sein Throne ewig, sein Zepter gerecht, seine Herrlichkeit unaussprechlich, besonders wegen der Menge der Völker, die er sich gleichsam als Königin anverlobt. (V. 10) 2. Preis der Vereinigung der Braut mit dem Könige. (V. 18) a. Die Braut soll alles vergessen, was sie zuvor geliebt, und sich ganz dem Könige hingeben, da er Gott ist, den alle Völker anbeten. Dann wird der König sie lieben, die mächtigsten Völker ihre Gunst suchen und ihre ganze Herrlichkeit vor dem Könige erscheinen. (V. 15a) b. Auch die Genossinnen der Königin, die bekehrten Völker, nahen dem Könige, große Nachkommenschaft wird ihnen zuteil werden, die über die Erde herrscht und ihn mit allen Völkern preisen wird. +Psalmen Ps 23 44 0 Feierliche Einleitung. (V. 2) 1. Ruhm des Königs. (V. 10) a. Preis seiner geistigen Schönheit und Stärke, die für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfend alle Feinde überwindet. (V. 6) b. Ja, er ist Gott, sein Throne ewig, sein Zepter gerecht, seine Herrlichkeit unaussprechlich, besonders wegen der Menge der Völker, die er sich gleichsam als Königin anverlobt. (V. 10) 2. Preis der Vereinigung der Braut mit dem Könige. (V. 18) a. Die Braut soll alles vergessen, was sie zuvor geliebt, und sich ganz dem Könige hingeben, da er Gott ist, den alle Völker anbeten. Dann wird der König sie lieben, die mächtigsten Völker ihre Gunst suchen und ihre ganze Herrlichkeit vor dem Könige erscheinen. (V. 15a) b. Auch die Genossinnen der Königin, die bekehrten Völker, nahen dem Könige, große Nachkommenschaft wird ihnen zuteil werden, die über die Erde herrscht und ihn mit allen Völkern preisen wird. Psalmen Ps 23 44 1 In finem, pro iis, qui commutabuntur, filiis Core, ad intellectum, Canticum pro dilecto. Zum Ende,¹ auf die, welche verwandelt werden,² von den Söhnen Kores zur Unterweisung, ein Lobgesang auf den Geliebten.³ Psalmen Ps 23 44 1 1 Hebr.: Wohl: (Melodie) die Lilien sind ein Zeugnis. Psalmen Ps 23 44 1 2 Wohl bei der Auferstehung, geistig und leiblich. @@ -26897,7 +26907,7 @@ Psalmen Ps 23 44 17 35 Ähnlich ließen die Könige Judas und Israels ihre Söh Psalmen Ps 23 44 18 Memores erunt nominis tui in omni generatione et generationem. Propterea populi confitebuntur tibi in æternum: et in sæculum sæculi. Sie werden³⁶ deines Namens gedenken von Geschlecht zu Geschlecht, darum werden die Völker dich preisen immerdar und ewig.³⁷ Psalmen Ps 23 44 18 36 Hebr.: ich werde gedenken. Der Psalmist sieht sich als Glied einer nie aufhörenden Gemeinde an. Psalmen Ps 23 44 18 37 Mit Israel werden alle Völker berufen, den Namen des Erlösers zu preisen von Geschlecht zu Geschlecht. Durch Christi Opfertod sind Braut und Bräute eines geworden. [Eph 2,14f] -Psalmen Ps 23 45 0 1. Stetes war Gott in der Vergangenheit seinem Volke hilfreich nahe, so hat dasselbe auch jetzt nichts zu befürchten, wie schreckenvoll die Gefahr auch erscheine. (V. 4) 2. Gott selbst wohnt ja inmitten seines Volkes und bringt durch seine Stimme die Völker und die ganze Erde in Verwirrung. (V. 8) 3. Aufforderung an die Israeliten, die Großtaten Gottes zu erwägen, der die Waffen der Feinde zerbricht und den Krieg fernhält, und Mahnung an die Feinde, vom Kampfe abzustehen und den wahren Gott, den Beschützer seines Volkes, anzuerkennen. +Psalmen Ps 23 45 0 1. Stetes war Gott in der Vergangenheit seinem Volke hilfreich nahe, so hat dasselbe auch jetzt nichts zu befürchten, wie schreckenvoll die Gefahr auch erscheine. (V. 4) 2. Gott selbst wohnt ja inmitten seines Volkes und bringt durch seine Stimme die Völker und die ganze Erde in Verwirrung. (V. 8) 3. Aufforderung an die Israeliten, die Großtaten Gottes zu erwägen, der die Waffen der Feinde zerbricht und den Krieg fernhält, und Mahnung an die Feinde, vom Kampfe abzustehen und den wahren Gott, den Beschützer seines Volkes, anzuerkennen. Psalmen Ps 23 45 1 In finem, Filiis Core pro arcanis, Psalmus. Zum Ende, von den Söhnen Kores, ein Psalm über die Geheimnisse.¹ Psalmen Ps 23 45 1 1 Dem Musikmeister, von den Söhnen Kores, ein Lied nach Alamoth (Melodie von Al.) Oder: für Frauenstimmen. Als Sennacherib bereits alle Städte Judas eingenommen, schien Jerusalem verloren. Mit Hohn forderte der König zur Übergabe auf, doch Gott verhieß die Stadt um seiner Wohnung willen schützen zu wollen. [Jes 37,33ff] Was der Sänger von Jerusalem sagt, gilt in vollem Maße von der Kirche. Psalmen Ps 23 45 2 Deus noster refugium, et virtus: adjutor in tribulationibus, quæ invenerunt nos nimis. Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer in Drangsalen, die uns hart betroffen.² @@ -26926,7 +26936,7 @@ Psalmen Ps 23 45 11 Vacate, et videte quoniam ego sum Deus: exaltabor in gentibu Psalmen Ps 23 45 11 15 Vom Bekriegen meines Volkes. Psalmen Ps 23 45 12 Dominus virtutum nobiscum: susceptor noster Deus Jacob. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, unser Schirm ist der Gott Jakobs.¹⁶ Psalmen Ps 23 45 12 16 Sela. -Psalmen Ps 23 46 0 1. Die Feinde sind unterlegen, so mögen die Völker Gott preisen, der seinem geliebten Volke das Erbe bestätigt hat. (V. 5) 2. Gott kehrt triumphierend in den Himmel zurück, so mögen denn die Völker jubeln, da er auch über sie seine heilige Herrschaft ausdehnen will, nachdem ihre Fürsten sich mit dem Gotte Abrahams versöhnt. +Psalmen Ps 23 46 0 1. Die Feinde sind unterlegen, so mögen die Völker Gott preisen, der seinem geliebten Volke das Erbe bestätigt hat. (V. 5) 2. Gott kehrt triumphierend in den Himmel zurück, so mögen denn die Völker jubeln, da er auch über sie seine heilige Herrschaft ausdehnen will, nachdem ihre Fürsten sich mit dem Gotte Abrahams versöhnt. Psalmen Ps 23 46 1 In finem, pro filiis Core Psalmus. Zum Ende,¹ ein Psalm von den Söhnen Kores. Psalmen Ps 23 46 1 1 Dem Musikmeister. Psalmen Ps 23 46 2 Omnes gentes plaudite manibus: jubilate Deo in voce exsultationis. Klatschet in die Hände,² ihr Völker alle, jauchzet³ Gott zu mit Jubelschall!⁴ @@ -26950,7 +26960,7 @@ Psalmen Ps 23 46 9 11 Hat sich gesetzt. Psalmen Ps 23 46 10 Principes populorum congregati sunt cum Deo Abraham: quoniam dii fortes terræ, vehementer elevati sunt. Die Fürsten der Völker versammeln sich um den Gott Abrahams,¹² denn hoch erhoben sind die mächtigen Gewalthaber der Erde.¹³ Psalmen Ps 23 46 10 12 Die Verheißung, dass in der Nachkommenschaft Abrahams alle Völker gesegnet werden, wird sich erfüllen. Hebr.: Die Fürsten der Völker versammeln sich, ein Volk des Gottes Abrahams, denn Gott sind die Schilde (Schirmer, Fürsten) der Erde, hocherhaben ist er gar sehr. Die heidnischen Fürsten werden gläubig und tun sich zusammen, sich dem Volke anzuschließen. Psalmen Ps 23 46 10 13 Die heiligen Väter deuten den Psalm auf eine Himmelfahrt Christi. Ist er nämlich auch historisch, so liegt doch in der Art, wie der inspirierte Dichter die Rückkehr Gottes in den Himmel nach errungenem Siege darstellt, ein vom Heiligen Geiste beabsichtigter Hinweis auf die Rückkehr des menschgewordenen Sohnes Gottes als Sieger in den Himmel. Vergl. [Jes 19,24]. -Psalmen Ps 23 47 0 Jerusalem, das seine Feinde vernichten wollten, preist der Sänger, da Gott es zum Jubel des Erdkreises durch die Rettung gleichsam neu gegründet. (V. 3) Er hat sich als dessen Beschützer bewährt, als er die gegen Jerusalem verschworenen Könige vernichtete, und offenbart, dass er es auf ewig gegründet. (V. 9) Darum preisen die Bewohner Gottes Erbarmen in seinem Tempel, dass er seinen Namen über die ganze Erde verherrlicht und durch sein gerechtes Gericht Sion erfreut hat. Die Stadt unversehrt erblickend, mögen sie des ewigen Königs Großtaten allen künftigen Geschlechtern verkünden. +Psalmen Ps 23 47 0 Jerusalem, das seine Feinde vernichten wollten, preist der Sänger, da Gott es zum Jubel des Erdkreises durch die Rettung gleichsam neu gegründet. (V. 3) Er hat sich als dessen Beschützer bewährt, als er die gegen Jerusalem verschworenen Könige vernichtete, und offenbart, dass er es auf ewig gegründet. (V. 9) Darum preisen die Bewohner Gottes Erbarmen in seinem Tempel, dass er seinen Namen über die ganze Erde verherrlicht und durch sein gerechtes Gericht Sion erfreut hat. Die Stadt unversehrt erblickend, mögen sie des ewigen Königs Großtaten allen künftigen Geschlechtern verkünden. Psalmen Ps 23 47 1 Psalmus Cantici filiis Core secunda sabbati. Ein Lobpsalm von den Söhnen Kores, am zweiten Wochentage.¹ Psalmen Ps 23 47 1 1 Zusatz der Septuag, wohl dem liturgischen Gebrauch der griechischen Juden entsprechend. Psalmen Ps 23 47 2 Magnus Dominus, et laudabilis nimis: in civitate Dei nostri, in monte sancto ejus. Groß ist der Herr und hoch zu preisen in der Stadt unsers Gottes auf seinem heiligen Berge. @@ -26991,7 +27001,7 @@ Psalmen Ps 23 47 14 23 Paläste. Die Türme stehen alle, die Wälle sind unvers Psalmen Ps 23 47 15 Quoniam hic est Deus, Deus noster in æternum, et in sæculum sæculi: ipse reget nos in sæcula. dass hier Gott wohnt, unser Gott auf immer und ewig;²⁴ er wird uns leiten immerdar.²⁵ Psalmen Ps 23 47 15 24 Hebr.: Dass dies (ein solcher, wie er sich erwiesen) Gott, unser Gott ist, immer und ewig wird er uns führen über den Tod hinaus. (?) Die letzten Worte waren auch den Juden rätselhaft. Sie sind vielleicht ein musikalischer Beisatz, der entweder wie [Hab 3,19] unter den Psalm geraten ist oder zum folgenden Psalme gehört. Psalmen Ps 23 47 15 25 Das wunderbar von Gott beschützte Jerusalem ist ein Typus der christlichen Kirche, des oberen [Gal 4,26] himmlischen Jerusalem auf Erden. Alle ihre Feinde müssen zurückweichen und jederzeit offenbart sich Gott in ihr herrlich. Als der Heiland in der Krippe erschien, ward ihr Grund gelegt (Matut. des Pfingstfestes), ein Werk des Heiligen Geistes (Mat. am Dreifaltigkeitssonntag). Auch jede christliche Seele ist eine solche Stadt Gottes. -Psalmen Ps 23 48 0 Aufforderung an alle Völker und Menschen, auf die Belehrung des Psalmisten achtzuhaben. (V. 5) 1. Der von den Reichen vergewaltigte Gerechte hat nichts zu fürchten, den Reichtum und Macht sind nichtig und hören mit dem Tode auf. (V. 13) 2. Die vermeintlich Unsterblichen werden in die Unterwelt gebettet, während die, welche sich zu Gott halten, von ihm erlöst werden. +Psalmen Ps 23 48 0 Aufforderung an alle Völker und Menschen, auf die Belehrung des Psalmisten achtzuhaben. (V. 5) 1. Der von den Reichen vergewaltigte Gerechte hat nichts zu fürchten, den Reichtum und Macht sind nichtig und hören mit dem Tode auf. (V. 13) 2. Die vermeintlich Unsterblichen werden in die Unterwelt gebettet, während die, welche sich zu Gott halten, von ihm erlöst werden. Psalmen Ps 23 48 1 In finem, filiis Core Psalmus, Zum Ende,¹ ein Psalm von den Söhnen Kores. Psalmen Ps 23 48 1 1 Dem Musikmeister. Psalmen Ps 23 48 2 Audite hæc omnes gentes: auribus percipite omnes, qui habitatis orbem: Höret dies, ihr Völker alle, vernehmet es alle Bewohner des Erdkreises, @@ -27033,7 +27043,7 @@ Psalmen Ps 23 48 20 18 Die Gottlosen werden als seine Familie betrachtet: jeder Psalmen Ps 23 48 21 Homo, cum in honore esset, non intellexit: comparatus est jumentis insipientibus, et similis factus est illis. Der Mensch, der in Ehren ist und es¹⁹ nicht erkennt, gleicht unvernünftigen Tieren und wird ihnen ähnlich.²⁰ Psalmen Ps 23 48 21 19 Den Unterschied zwischen Vergänglichem und Unvergänglichem, Zeit und Ewigkeit. Psalmen Ps 23 48 21 20 Hebr.: wie oben Anm. 12. -Psalmen Ps 23 49 0 1. Der Psalmist erblickt Gott, der wie einst auf dem Berge Sinai erscheint. (V. 8) Gott ruft Himmel und Erde als Zeugen zum Gerichte über das Volk, während die Gerechten gesammelt werden. (V. 6) 2. Zwei Klassen von Sündern urteilt Gott: die welche auf äußere Opfer so ihr Vertrauen setzen, als bedürfte Gott derselben, sich zu bereichern oder seinen Hunger zu stillen, und die deshalb das Opfer des Lobes und der Unterwerfung vernachlässigen (V. 15), und diejenigen, welche das Gesetz Gottes zwar immer im Munde führen, aber es nicht im Werke vollbringen. (V. 21) 3. Beiden droht Gott schwere Strafe und verheißt denen das Leben, welche die inneren Opfer des Lobes und des Gehorsams darbringen. +Psalmen Ps 23 49 0 1. Der Psalmist erblickt Gott, der wie einst auf dem Berge Sinai erscheint. (V. 8) Gott ruft Himmel und Erde als Zeugen zum Gerichte über das Volk, während die Gerechten gesammelt werden. (V. 6) 2. Zwei Klassen von Sündern urteilt Gott: die welche auf äußere Opfer so ihr Vertrauen setzen, als bedürfte Gott derselben, sich zu bereichern oder seinen Hunger zu stillen, und die deshalb das Opfer des Lobes und der Unterwerfung vernachlässigen (V. 15), und diejenigen, welche das Gesetz Gottes zwar immer im Munde führen, aber es nicht im Werke vollbringen. (V. 21) 3. Beiden droht Gott schwere Strafe und verheißt denen das Leben, welche die inneren Opfer des Lobes und des Gehorsams darbringen. Psalmen Ps 23 49 1 Psalmus Asaph. Deus deorum Dominus locutus est: et vocavit terram, A solis ortu usque ad occasum: Ein Psalm Asaphs.¹ Der Herr, der höchste Gott,² redet und ruft die Erde³ auf vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergange. Psalmen Ps 23 49 1 1 Wenn der hier erwähnte Asaph der gleiche ist wie der [1Chr 15,17] erwähnte, so stammt der Psalm aus der Zeit Davids. Psalmen Ps 23 49 1 2 Hebr: El (der Mächtige), Elohim (der gebietende Herr), Jahve (der Seiende und demgemäß völlig frei Waltende). @@ -27087,7 +27097,7 @@ Psalmen Ps 23 49 22 28 Hebr.: ich. Psalmen Ps 23 49 23 Sacrificium laudis honorificabit me: et illic iter, quo ostendam illi salutare Dei. Ein Opfer des Lobes²⁹ ehrt mich und dies ist der Weg, auf dem ich ihm das Heil von Gott zeigen will.³⁰ Psalmen Ps 23 49 23 29 Vergl. V. 14. Ein geistiges Opfer. Psalmen Ps 23 49 23 30 Hebr.: Wer Dank opfert, ehrt mich recht und bahnt den Weg (Lebensweg), auf dem ich ihm das Heil Gottes zeigen werde. Viele heilige Väter deuten den Psalm von der ersten Ankunft Christi im Fleische auf das Evangelium, das mit gewaltiger Kraft in aller Welt verkündet wird und die damit verbundene Abschaffung der alttestamentlichen Opfer wie die Einsetzung des neutestamentlichen eucharistischen Opfers. Andere verstehen ihn (besonders V. 1-7) von der zweiten Wiederkunft Christi. Auch die Rabbinen erklären den Psalm von dem Gerichte, das der Messias bei seinem Kommen halten wird. -Psalmen Ps 23 50 0 1. David bekennt seine Schuld und fleht Gott um Erbarmen an, weil der Herr barmherzig ist (V. 3) und er selbst seine Sünde bekennt und bereut. (V. 5) Doch von seinem Ursprunge an ist er in Sünden. (V. 7) 2. Bitte an Gott, er wolle ihn vollkommen rechtfertigen (V. 14), indem er ihm Vergebung der Sünden (V. 11), Erneuerung des Herzens durch die heiligmachende Gnade (V. 12), Nachlass der noch verbleibenden Strafe, endlich geistige Freude und Ruhe des Gewissens verleiht. (V. 14) 3. Aufrichtiger Vorsatz, Genugtuung zu leisten (V. 19): Er will die Gottlosen den Willen Gottes lehren und sie auf bessere Wege leiten (V. 15), Gottes Lob in der Gemeinde verkünden (V. 17), als Opfer sein zerknirschtes und gedemütigtes Herz darbringen. (V. 19) Anhang: Bitte um die Wiederherstellung Jerusalems und Versprechen heiliger Opfer. +Psalmen Ps 23 50 0 1. David bekennt seine Schuld und fleht Gott um Erbarmen an, weil der Herr barmherzig ist (V. 3) und er selbst seine Sünde bekennt und bereut. (V. 5) Doch von seinem Ursprunge an ist er in Sünden. (V. 7) 2. Bitte an Gott, er wolle ihn vollkommen rechtfertigen (V. 14), indem er ihm Vergebung der Sünden (V. 11), Erneuerung des Herzens durch die heiligmachende Gnade (V. 12), Nachlass der noch verbleibenden Strafe, endlich geistige Freude und Ruhe des Gewissens verleiht. (V. 14) 3. Aufrichtiger Vorsatz, Genugtuung zu leisten (V. 19): Er will die Gottlosen den Willen Gottes lehren und sie auf bessere Wege leiten (V. 15), Gottes Lob in der Gemeinde verkünden (V. 17), als Opfer sein zerknirschtes und gedemütigtes Herz darbringen. (V. 19) Anhang: Bitte um die Wiederherstellung Jerusalems und Versprechen heiliger Opfer. Psalmen Ps 23 50 1 In finem, Psalmus David, Zum Ende,¹ ein Psalm Davids, Psalmen Ps 23 50 1 1 Dem Musikmeister. Psalmen Ps 23 50 2 Cum venit ad eum Nathan propheta, quando intravit ad Bethsabee. als der Prophet Nathan zu ihm kam,² nachdem er zu Bethsabee eingegangen war.³ [2Sam 12] @@ -27140,7 +27150,7 @@ Psalmen Ps 23 50 21 Tunc acceptabis sacrificium justitiæ, oblationes, et holoca Psalmen Ps 23 50 21 29 Solche, wie du verlangst, die nicht allein den äußeren Vorschriften des Gesetzes entsprechen, sondern auch mit der rechten Gesinnung dargebracht werden. Psalmen Ps 23 50 21 30 Jede Art von Opfern. Hebr.: Alsdann wirst du dich erfreuen rechter Opfer. Psalmen Ps 23 50 21 31 V. 20, V. 21 sind wahrscheinlich im Babylonischen Exil dem Psalme Davids beigefügt worden, da dieser recht häufig gebetet ward. Im geistigen Sinne beziehen sie sich auf den Aufbau des neuen Jerusalem, der Kirche Christi, in welcher Gott ein in jeder Hinsicht vollkommenes Opfer dargebracht wird. -Psalmen Ps 23 51 0 Geschichtliche Einleitung. (V. 2) 1. Es ist schlecht, Böses zu tun, aber über die Maßen schlecht, sich der Bosheit als einer Heldentat zu rühmen und zu verleumden. (V. 6) 2. Androhung der göttlichen Vergeltung. (V. 9) 3. Rettung Davids durch Gottes Huld. +Psalmen Ps 23 51 0 Geschichtliche Einleitung. (V. 2) 1. Es ist schlecht, Böses zu tun, aber über die Maßen schlecht, sich der Bosheit als einer Heldentat zu rühmen und zu verleumden. (V. 6) 2. Androhung der göttlichen Vergeltung. (V. 9) 3. Rettung Davids durch Gottes Huld. Psalmen Ps 23 51 1 In finem, Intellectus David, Zum Ende,¹ Unterweisung Davids, Psalmen Ps 23 51 1 1 Dem Musikmeister. Psalmen Ps 23 51 2 Cum venit Doeg Idumæus, et nuntiavit Sauli: Venit David in domum Achimelech. als der Idumäer Doeg kam und dem Saul berichtete: David ist in das Haus Achimelechs gekommen.² [1Sam 22,9] @@ -27166,7 +27176,7 @@ Psalmen Ps 23 51 10 12 Hebr.: Grüner. Bild des fröhlichen Gedeihens im Gegens Psalmen Ps 23 51 11 Confitebor tibi in sæculum quia fecisti: et exspectabo nomen tuum, quoniam bonum est in conspectu sanctorum tuorum. Ich will dich immerdar preisen, weil du es getan hast,¹³ und will auf deinen Namen hoffen, denn er ist gütig angesichts deiner Heiligen.¹⁴ Psalmen Ps 23 51 11 13 Denen geholfen hast, die auf dich vertrauen. (Theod.) Psalmen Ps 23 51 11 14 Das Komma ist in der Vulgata besser nach bonum zu setzen. Hebr.: und harren auf (vielleicht: rühmen) deinen Namen, weil er gut ist, angesichts deiner Heiligen (Frommen). -Psalmen Ps 23 52 0 1. Die Gottlosigkeit der Assyrier (V. 4). 2. Ihre Flucht zu eben der Zeit, wo sie sich sicher dünkten. (V. 6) 3. Epilog. Bitte um vollständiges Aufhören der feindlichen Plage. +Psalmen Ps 23 52 0 1. Die Gottlosigkeit der Assyrier (V. 4). 2. Ihre Flucht zu eben der Zeit, wo sie sich sicher dünkten. (V. 6) 3. Epilog. Bitte um vollständiges Aufhören der feindlichen Plage. Psalmen Ps 23 52 1 In finem, Pro Maeleth intelligentiæ David. Dixit insipiens in corde suo: Non est Deus. Zum Ende, für Maeleth, eine Unterweisung Davids.¹ Es spricht der Tor in seinem Herzen: Es ist kein Gott. Psalmen Ps 23 52 1 1 Wohl: Für den Musikmeister. Trauerlied nach (bekannter) Melodie. Der Psalm wird David zugeschrieben, insofern mit Recht, als der Dichter eben das Lied, in dem David über Absalom und dessen Anhänger klagt, auf die Assyrier anwendet [2Kön 18,19, Jes 36, Jes 37], indem er einen Vers [Ps 13,6] auslässt und an Stelle desselben einen anderen Text setzt. [Ps 52,6b] Psalmen Ps 23 52 2 Corrupti sunt, et abominabiles facti sunt in iniquitatibus: non est qui faciat bonum. Verderbt und abscheulich sind sie² geworden in ihren Sünden; keiner ist, der Gutes tut. @@ -27179,7 +27189,7 @@ Psalmen Ps 23 52 6 Deum non invocaverunt: illic trepidaverunt timore, ubi non er Psalmen Ps 23 52 6 4 Hebr.: Denn Gott verstreut die Gebeine derer, die dich belagern, du machtest sie zuschanden, denn Gott hatte sie verworfen. Vergl. [2Chr 20,22-24, Jes 37,36]. Psalmen Ps 23 52 7 Quis dabit ex Sion salutare Israel? Cum converterit Deus captivitatem plebis suæ, exsultabit Jacob, et lætabitur Israel. O dass doch von Sion Heil für Israel käme! Wenn Gott die Gefangenschaft seines Volkes wendet, wird Jakob frohlocken und Israel sich freuen!⁵ Psalmen Ps 23 52 7 5 Hier wie in [Ps 13] kommt der Name Gottes sieben Mal vor. -Psalmen Ps 23 53 0 Historische Umstände des Psalms. (V. 2) 1. Bitte um Hilfe. (V. 5) 2. Zuversichtliche Hoffnung der Gewährung der Hilfe und Gelöbnis der Dankbarkeit. +Psalmen Ps 23 53 0 Historische Umstände des Psalms. (V. 2) 1. Bitte um Hilfe. (V. 5) 2. Zuversichtliche Hoffnung der Gewährung der Hilfe und Gelöbnis der Dankbarkeit. Psalmen Ps 23 53 1 In finem, In carminibus intellectus David, Zum Ende, unter den Unterweisungsliedern Davids,¹ Psalmen Ps 23 53 1 1 Für den Musikmeister. Mit der Zither (oder dem Psalter) zu begleiten. Psalmen Ps 23 53 2 Cum venissent Ziphæi, et dixissent ad Saul: Nonne David absconditus est apud nos? als die Ziphiter kamen und zu Saul sprachen: Hält sich David nicht bei uns verborgen?² @@ -27200,7 +27210,7 @@ Psalmen Ps 23 53 8 Voluntarie sacrificabo tibi, et confitebor nomini tuo Domine: Psalmen Ps 23 53 8 10 Gesetzliche Opfer, aber in der Gesinnung, deren Darstellung sie sind. Psalmen Ps 23 53 9 Quoniam ex omni tribulatione eripuisti me: et super inimicos meos despexit oculus meus. Denn aus aller Drangsal rettest du mich und auf meine Feinde schaut mein Auge herab.¹¹ Psalmen Ps 23 53 9 11 Hebr.: an meinen Feinden weidet sich mein Auge. Der Priester betet diesen Psalm täglich am Beginn des Tages in der Prim, sich mit demselben Gottes Schutze zu empfehlen. -Psalmen Ps 23 54 0 1. Schilderung der Not des Psalmisten. (V. 9) 2. Strafanwünschung gegen die Feinde, besonders gegen einen früheren Freund, der zum Verräter geworden, und Schilderung ihres Treibens. (V. 16) 3. Seine ganze Zuversicht auf Gott setzend, sagt der Seher voraus, dass er und alle Frommen von Gott Hilfe Erlangen, alle Bösen zugrunde gehen werden. +Psalmen Ps 23 54 0 1. Schilderung der Not des Psalmisten. (V. 9) 2. Strafanwünschung gegen die Feinde, besonders gegen einen früheren Freund, der zum Verräter geworden, und Schilderung ihres Treibens. (V. 16) 3. Seine ganze Zuversicht auf Gott setzend, sagt der Seher voraus, dass er und alle Frommen von Gott Hilfe Erlangen, alle Bösen zugrunde gehen werden. Psalmen Ps 23 54 1 In finem, In carminibus intellectus David. Zum Ende, unter den Unterweisungsliedern Davids.¹ Psalmen Ps 23 54 1 1 Hebr.: Für den Musikmeister mit Begleitung des Saitenspiels, eine Betrachtung von David. Der Psalm ist gelegentlich der Empörung Absaloms gedichtet. Psalmen Ps 23 54 2 Exaudi Deus orationem meam, et ne despexeris deprecationem meam: Erhöre mein Gebet, o Gott! und verschmähe mein Flehen nicht;² @@ -27252,7 +27262,7 @@ Psalmen Ps 23 54 23 25 Hebr.: Bürde. Psalmen Ps 23 54 23 26 Diesen Rat gibt David wie sich selbst so allen unschuldig Leidenden. Psalmen Ps 23 54 24 Tu vero Deus deduces eos, in puteum interitus. Viri sanguinum, et dolosi non dimidiabunt dies suos: ego autem sperabo in te Domine. Ja, du, o Gott! wirst sie hinabstürzen lassen in die Grube des Verderbens. Die Männer der Blutschuld und des Truges werden die Hälfte ihrer Lebenstage nicht erreichen, ich aber vertraue auf dich, o Herr!²⁷ Psalmen Ps 23 54 24 27 Was Achitophel an David, tat nachmals Judas am Heilande, gegen den gleichfalls ganz Jerusalem in Aufruhr war. Der hl. Augustin bezieht den Psalm auf jeden leidenden Christen, sowie auch auf die gesamte Kirche. -Psalmen Ps 23 55 0 1. Der Psalmist fleht Gott um Hilfe und Schutz gegen die Angriffe seiner Feinde an. (V. 4) Ist Gott für ihn, so fürchtet er die schwachen Menschen nicht. (V. 5) 2. Beschreibung der Widersacher und Voraussagung ihrer Demütigung. (V. 11) 3. In Aussicht auf sichere Rettung verheißt der Psalmist im Voraus, die Pflicht der Dankbarkeit für Gottes Beistand zu erfüllen. +Psalmen Ps 23 55 0 1. Der Psalmist fleht Gott um Hilfe und Schutz gegen die Angriffe seiner Feinde an. (V. 4) Ist Gott für ihn, so fürchtet er die schwachen Menschen nicht. (V. 5) 2. Beschreibung der Widersacher und Voraussagung ihrer Demütigung. (V. 11) 3. In Aussicht auf sichere Rettung verheißt der Psalmist im Voraus, die Pflicht der Dankbarkeit für Gottes Beistand zu erfüllen. Psalmen Ps 23 55 1 In finem, pro populo, qui a Sanctis longe factus est, David in tituli inscriptionem, cum tenuerunt eum Allophyli in Geth. Zum Ende, für das Volk, das fern ist vom Heiligtume,¹ eine Aufschrift Davids, als ihn die Philister zu Geth ergriffen. [1Sam 21,14] Psalmen Ps 23 55 1 1 Der hebr. Text ist verderbt und nicht zu erklären. Vielleicht: Dem Sangmeister nach: Taube der Verstummung unter den Fernen, ein Miktam (Liedergattung). Psalmen Ps 23 55 2 Miserere mei Deus, quoniam conculcavit me homo: tota die impugnans tribulavit me. Erbarme dich meiner, o Gott! denn es treten mich die Menschen nieder,² immerfort bedrängen sie mich und ängstigen mich.³ @@ -27287,7 +27297,7 @@ Psalmen Ps 23 55 12 19 Freiwillige Opfer außer den gelobten. Psalmen Ps 23 55 13 Quoniam eripuisti animam meam de morte, et pedes meos de lapsu: ut placeam coram Deo in lumine viventium. denn du hast meine Seele dem Tode entrissen und meine Füße dem Falle, dass ich vor Gott im Lichte der Lebendigen²⁰ Wohlgefallen finde.²¹ Psalmen Ps 23 55 13 20 Hier auf Erden. Psalmen Ps 23 55 13 21 Hebr.: wandle. -Psalmen Ps 23 56 0 1. Vertrauensvolle Bitte um Hilfe. (V. 6) 2. Den Nachstellungen der Feinde sein eigenes Gottvertrauen entgegenstellend, ermuntert sich David, Gott zu loben, wie wenn er die Offenbarung der Barmherzigkeit und der Majestät Gottes schon schaute. +Psalmen Ps 23 56 0 1. Vertrauensvolle Bitte um Hilfe. (V. 6) 2. Den Nachstellungen der Feinde sein eigenes Gottvertrauen entgegenstellend, ermuntert sich David, Gott zu loben, wie wenn er die Offenbarung der Barmherzigkeit und der Majestät Gottes schon schaute. Psalmen Ps 23 56 1 In finem, Ne disperdas, David in tituli inscriptionem, cum fugeret a facie Saul in speluncam. Zum Ende, vertilge nicht! von David; eine Aufschrift;¹ als er vor Saul in die Höhle floh.² [2Sam 22, 2Sam 24] Psalmen Ps 23 56 1 1 Für den Musikmeister. Nach der Melodie Vertilge nicht zu singen. Von David. Ein Geheimnislied. Psalmen Ps 23 56 1 2 Wohl bei der [2Sam 22] (nach anderen 24) erwähnten Gelegenheit. @@ -27312,7 +27322,7 @@ Psalmen Ps 23 56 10 Confitebor tibi in populis Domine: et psalmum dicam tibi in Psalmen Ps 23 56 11 Quoniam magnificata est usque ad clos misericordia tua, et usque ad nubes veritas tua. denn groß bis zum Himmel ist dein Erbarmen und bis zu den Wolken deine Treue.¹² Psalmen Ps 23 56 11 12 Die Offenbarung der göttlichen Gnade und Treue ist nach Inhalt und Umfang unermesslich groß, daher ein Dank, den alle Völker vernehmen. Psalmen Ps 23 56 12 Exaltare super clos Deus: et super omnem terram gloria tua. Erhebe dich über die Himmel, o Gott! und deine Herrlichkeit breite sich über die ganze Erde hin aus. -Psalmen Ps 23 57 0 1. Anklage der ungerecht richtenden Gewalthaber. (V. 3) 2. Beschreibung ihrer Bosheit. (V. 6) 3. Anwünschung und Voraussagung der Strafe der Frevler. (V. 10) 4. Folgen des göttlichen Eingreifens. +Psalmen Ps 23 57 0 1. Anklage der ungerecht richtenden Gewalthaber. (V. 3) 2. Beschreibung ihrer Bosheit. (V. 6) 3. Anwünschung und Voraussagung der Strafe der Frevler. (V. 10) 4. Folgen des göttlichen Eingreifens. Psalmen Ps 23 57 1 In finem, Ne disperdas, David in tituli inscriptionem. Zum Ende, vertilge nicht!¹ von David, eine Aufschrift. Psalmen Ps 23 57 1 1 Für den Musikmeister. Nach der Melodie Vertilge nicht zu singen. Der Psalm stammt wohl aus der Zeit Absaloms. Psalmen Ps 23 57 2 Si vere utique justitiam loquimini: recta judicate filii hominum. Wenn ihr ja in Wahrheit gerechten Spruch fällt,² so richtet, was recht ist, ihr Menschenkinder!³ @@ -27342,7 +27352,7 @@ Psalmen Ps 23 57 11 15 Hebr.: Tritte. Psalmen Ps 23 57 11 16 Bild der Befriedigung, welche dem Gerechten gewährt wird, dem Kriege entlehnt. Psalmen Ps 23 57 12 Et dicet homo: Si utique est fructus justo: utique est Deus judicans eos in terra. Und man wird sprechen: Ja, wahrlich, es gibt einen Lohn für den Gerechten; wahrlich, es ist ein Gott, der sie auf Erden richtet!¹⁷ Psalmen Ps 23 57 12 17 Dieses Bekenntnis ist die Äußerung der Rachefreude V. 11, die sich dadurch als unsträflich erweist. Konnten die Menschen zuvor etwa zweifeln, ob es eine Gerechtigkeit auf Erden gibt, so haben sie jetzt erfahren, dass das Gericht über die Frevler kommt, wenn nicht stets alsogleich, so doch sicher und dass es wirklich einen Höheren gibt über den Hohen. (V. 2) -Psalmen Ps 23 58 0 1. Bitte um Gottes Schutz gegen die Feinde des Psalmisten und um Befreiung aus der Gefahr. (V. 6) 2. Schilderung der Nachstellungen der Feinde und Beteuerung des Vertrauens auf Gottes Hilfe. (V. 11) 3. Bitte um Strafe an den Feinden, Voraussagung ihrer Beschämung und ihres Unterganges. (V. 16) 4. Versprechen, Gott aus dankbarem Herzen Lob zu singen. +Psalmen Ps 23 58 0 1. Bitte um Gottes Schutz gegen die Feinde des Psalmisten und um Befreiung aus der Gefahr. (V. 6) 2. Schilderung der Nachstellungen der Feinde und Beteuerung des Vertrauens auf Gottes Hilfe. (V. 11) 3. Bitte um Strafe an den Feinden, Voraussagung ihrer Beschämung und ihres Unterganges. (V. 16) 4. Versprechen, Gott aus dankbarem Herzen Lob zu singen. Psalmen Ps 23 58 1 In finem, Ne disperdas, David in tituli inscriptionem, quando misit Saul, et custodivit domum ejus, ut eum interficeret. Zum Ende, vertilge nicht!¹ von David; eine Aufschrift, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.² [1Sam 19] Psalmen Ps 23 58 1 1 Dem Musikmeister. Melodie: Vertilge nicht. Psalmen Ps 23 58 1 2 Nicht als ob der Psalm in jener Nacht gedichtet wäre, sondern auf jene Nacht. @@ -27382,7 +27392,7 @@ Psalmen Ps 23 58 16 Ipsi dispergentur ad manducandum: si vero non fuerint satura Psalmen Ps 23 58 16 21 Hebr.: Sie irren umher nach Speise; wenn sie nicht gesättigt werden, bleiben sie über Nacht (nach Futter gierig). Der Psalmist bleibt im Bilde: wie Hunde sind die Feinde, die sich ihren Fraß, David, nicht entgehen lassen wollen, sondern sich bemühen, ihn in ihre Gewalt zu bekommen. Doch umsonst, so kann denn David am Morgen ob des Erbarmens Gottes frohlocken, der ihn beschützt. Psalmen Ps 23 58 17 Ego autem cantabo fortitudinem tuam: et exsultabo mane misericordiam tuam. Quia factus es susceptor meus, et refugium meum, in die tribulationis meæ. Ich aber will deine Stärke besingen und am frühen Morgen ob deines Erbarmens frohlocken, denn du bist mein Schirm und meine Zuflucht geworden am Tage meiner Not. Psalmen Ps 23 58 18 Adjutor meus tibi psallam, quia Deus susceptor meus es: Deus meus misericordia mea. O mein Helfer! dir will ich lobsingen, denn du, Gott, bist mein Beschützer, mein Gott, mein Erbarmen! -Psalmen Ps 23 59 0 1. Klage, dass Gott über sein Volk Schweres hat kommen lassen, und Bitte um Hilfe. (V. 7) 2. Siegverheißender Ausspruch Gottes, der David als Herrn des Landes und zum Sieger über Moab, Edom und Philisterland hinstellt. (V. 10) 3. Erneute Bitte: Gott, der sein Volk gedemütigt, wolle ihm wieder gnädig sein, und mutiger Ausblick in die Zukunft. +Psalmen Ps 23 59 0 1. Klage, dass Gott über sein Volk Schweres hat kommen lassen, und Bitte um Hilfe. (V. 7) 2. Siegverheißender Ausspruch Gottes, der David als Herrn des Landes und zum Sieger über Moab, Edom und Philisterland hinstellt. (V. 10) 3. Erneute Bitte: Gott, der sein Volk gedemütigt, wolle ihm wieder gnädig sein, und mutiger Ausblick in die Zukunft. Psalmen Ps 23 59 1 In finem, Pro his, qui immutabuntur, in tituli inscriptionem ipsi David in doctrinam, Zum Ende, auf die, welche verwandelt werden,¹ eine Aufschrift von David zur Belehrung,² Psalmen Ps 23 59 1 1 Für den Musikmeister. Melodie: Die Lilien sind ein Zeugnis. Psalmen Ps 23 59 1 2 Hebr.: Miktam (Dichtungsart) @@ -27423,7 +27433,7 @@ Psalmen Ps 23 59 13 24 Eigentlich: so dass wir der Not ledig werden. Psalmen Ps 23 59 14 In Deo faciemus virtutem: et ipse ad nihilum deducet tribulantes nos. Mit Gott wollen wir große Taten vollbringen²⁵ und er wird unsere Bedränger zunichte machen!²⁶ Psalmen Ps 23 59 14 25 Von Gott kommt der Sieg. Psalmen Ps 23 59 14 26 Täglich haben wir zu kämpfen, täglich fühlen wir unsere Schwäche, aber erfahren auch die Hilfe Gottes. So kämpfen wir denn mutig im Ausblick auf das uns verheißene himmlische Kanaan. -Psalmen Ps 23 60 0 1. Fern vom Gezelte Gottes ruft der Psalmist den Herrn sehnsüchtig um Schutz und Kraft an, gestützt auf bereits erfahrene Gebetserhörungen und die bewährte Treue Gottes. (V. 6) 2. Bitte, Gott wolle dem Könige langes Leben und eine gesegnete Regierung geben, wofür David ihm zeitlebens sich dankbar zu erweisen verspricht. +Psalmen Ps 23 60 0 1. Fern vom Gezelte Gottes ruft der Psalmist den Herrn sehnsüchtig um Schutz und Kraft an, gestützt auf bereits erfahrene Gebetserhörungen und die bewährte Treue Gottes. (V. 6) 2. Bitte, Gott wolle dem Könige langes Leben und eine gesegnete Regierung geben, wofür David ihm zeitlebens sich dankbar zu erweisen verspricht. Psalmen Ps 23 60 1 In finem, In hymnis David. Zum Ende, aus Davids Liedern.¹ Psalmen Ps 23 60 1 1 Für den Musikmeister. Mit der Zither (oder dem Psalter) zu begleiten. Psalmen Ps 23 60 2 Exaudi Deus deprecationem meam: intende orationi meæ. Erhöre, o Gott! mein Flehen, hab acht auf mein Gebet! @@ -27448,7 +27458,7 @@ Psalmen Ps 23 60 8 13 Ermessen. Hebr.: Gnade und Treue bestelle, dass sie ihn b Psalmen Ps 23 60 9 Sic psalmum dicam nomini tuo in sæculum sæculi: ut reddam vota mea de die in diem. So¹⁴ will ich¹⁵ deinem Namen ewig lobsingen, auf dass ich meine Gelübde erfülle Tag um Tag. Psalmen Ps 23 60 9 14 Wenn du meine Hoffnung erfüllst. Psalmen Ps 23 60 9 15 David selbst ist ja der König. -Psalmen Ps 23 61 0 1. Der Psalmist, obwohl dem Anscheine nach rettungslos verloren, verzagt nicht, sondern stellt dem Ansturm seiner Feinde sein Vertrauen auf Gott entgegen. (V. 5) 2. Auf Selbsthilfe verzichtend, setzt er auf Gott sein Vertrauen und mahnt seine Anhänger zu gleichem. (V. 9) 3. Richtig ist alles Irdische, darum gilt es das Ewige zu erwägen: Gott belohnt die Guten und bestraft die Bösen. +Psalmen Ps 23 61 0 1. Der Psalmist, obwohl dem Anscheine nach rettungslos verloren, verzagt nicht, sondern stellt dem Ansturm seiner Feinde sein Vertrauen auf Gott entgegen. (V. 5) 2. Auf Selbsthilfe verzichtend, setzt er auf Gott sein Vertrauen und mahnt seine Anhänger zu gleichem. (V. 9) 3. Richtig ist alles Irdische, darum gilt es das Ewige zu erwägen: Gott belohnt die Guten und bestraft die Bösen. Psalmen Ps 23 61 1 In finem, Pro Idithun, Psalmus David. Zum Ende,¹ für Idithun, ein Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 61 1 1 Für den Musikmeister. Psalmen Ps 23 61 1 2 Es ist ungewiss, ob der Psalm auf Sauls oder auf Absaloms Zeit Bezug nimmt. @@ -27477,7 +27487,7 @@ Psalmen Ps 23 61 11 14 Die Gegner sind vernichtet. Möge niemand ähnlich verme Psalmen Ps 23 61 12 Semel locutus est Deus, duo hæc audivi, quia potestas Dei est, Einmal¹⁵ hat Gott gesprochen. Diese zwei Dinge vernahm ich: Gott gehört die Macht zu, Psalmen Ps 23 61 12 15 Einmal für immer und so unabänderlich. Psalmen Ps 23 61 13 Et tibi Domine misericordia: quia tu reddes unicuique juxta opera sua. und bei dir, o Herr! ist Erbarmen; denn du vergiltst einem jeden nach seinen Taten. [Mt 16,27, Röm 2,6, 1Kor 3,8, Gal 6,5] -Psalmen Ps 23 62 0 1. Mit Leib und Seele verlangt David in der Wüste nach Gott, den er so oft in seinem Heiligtum aufgesucht, und feiert dessen Barmherzigkeit, die besser ist als das Leben. (V. 4) 2. Mit seinen Gaben bereichert, will David stets Gottes gedenken und ihn preisen, seinen Helfer, der nicht verlässt, wen er nicht verlassen wird. (V. 9) 3. Umsonst bedrängen David seine Feinde, sie werden untergehen, während er mit den treuen Verehrern Gottes sich rühmen wird. +Psalmen Ps 23 62 0 1. Mit Leib und Seele verlangt David in der Wüste nach Gott, den er so oft in seinem Heiligtum aufgesucht, und feiert dessen Barmherzigkeit, die besser ist als das Leben. (V. 4) 2. Mit seinen Gaben bereichert, will David stets Gottes gedenken und ihn preisen, seinen Helfer, der nicht verlässt, wen er nicht verlassen wird. (V. 9) 3. Umsonst bedrängen David seine Feinde, sie werden untergehen, während er mit den treuen Verehrern Gottes sich rühmen wird. Psalmen Ps 23 62 1 Psalmus David, Cum esset in deserto Idumææ. Ein Psalm Davids, als er in der Wüste von Idumäa war.¹ Psalmen Ps 23 62 1 1 Im südlichen Teile der Wüste Juda. Dort hielt sich David sowohl zur Zeit der Verfolgung Sauls [1Sam 25,23, 1Sam 26,2], wie zur Zeit der Empörung Absaloms auf. [2Sam 17,6] Psalmen Ps 23 62 2 Deus Deus meus ad te de luce vigilo, Sitivit in te anima mea, quam multipliciter tibi caro mea. O Gott, mein Gott! zu dir erwache ich früh,² es dürstet nach dir meine Seele, wie sehr schmachtet nach dir mein Fleisch.³ @@ -27508,7 +27518,7 @@ Psalmen Ps 23 62 12 Rex vero lætabitur in Deo, laudabuntur omnes qui jurant in Psalmen Ps 23 62 12 16 Bei Gott. Wahre Verehrer Gottes stehen für seinen Gesalbten, David, ein. Psalmen Ps 23 62 12 17 Die gegen den von Gott erwählten König sich erheben, haben auch keine wahre Ehrfurcht vor Gott. Psalmen Ps 23 62 12 18 Die alte Kirche betete diesen Psalm als gottesdienstlichen Morgenpsalm. (Apost. Konstitut.) -Psalmen Ps 23 63 0 1. Bitte um Hilfe gegen die Feinde, welche im Verborgenen auflauern. (V. 6) 2. Schilderung der Hilfe in prophetischer Voraussicht: Wenn die Feinde stolz ihre Anschläge ausführen wollen, zeigt sich Gott erhaben und zerbricht ihre Waffen, dass alle, die es sehen, staunen und die Gerechten sich in Gott freuen. +Psalmen Ps 23 63 0 1. Bitte um Hilfe gegen die Feinde, welche im Verborgenen auflauern. (V. 6) 2. Schilderung der Hilfe in prophetischer Voraussicht: Wenn die Feinde stolz ihre Anschläge ausführen wollen, zeigt sich Gott erhaben und zerbricht ihre Waffen, dass alle, die es sehen, staunen und die Gerechten sich in Gott freuen. Psalmen Ps 23 63 1 In finem, Psalmus David. Zum Ende, Psalm Davids.¹ Psalmen Ps 23 63 1 1 Da historische Angaben mangeln, lässt sich die Zeit der Abfassung schwer bestimmen. Psalmen Ps 23 63 2 Exaudi Deus orationem meam cum deprecor: a timore inimici eripe animam meam. Erhöre, o Gott! mein Gebet,² da ich flehe, von dem Schrecken des Feindes rette meine Seele. @@ -27530,7 +27540,7 @@ Psalmen Ps 23 63 10 Et timuit omnis homo. Et annuntiaverunt opera Dei: et facta Psalmen Ps 23 63 11 Lætabitur justus in Domino, et sperabit in eo, et laudabuntur omnes recti corde. Der Gerechte erfreut sich in⁹ dem Herrn und vertraut auf ihn, und frohlocken werden alle, die aufrichtigen Herzens sind.¹⁰ Psalmen Ps 23 63 11 9 Über. Psalmen Ps 23 63 11 10 Der Psalm ist typisch für Christus und seine Glieder, die mit ihm leiden. (Aug.) -Psalmen Ps 23 64 0 Bitte um eine gute Ernte: 1. Gott gebührt Lob, wir wollen es entrichten, indem wir zugleich in deinem Tempel flehen. (V. 3) 2. Wir hoffen Erhörung denn a. An heiliger Stätte spendest du immerdar Versöhnung und geistige Güter. (V. 5) b. Du zeigst zu unserem Besten deine Macht, so dass die Heiden sich fürchten und dir huldigen müssen. (V. 9) c. Du gabest sonst Regen und Gedeihen unseren Feldern, so tue es auch jetzt. Ja, du wirst es tun. +Psalmen Ps 23 64 0 Bitte um eine gute Ernte: 1. Gott gebührt Lob, wir wollen es entrichten, indem wir zugleich in deinem Tempel flehen. (V. 3) 2. Wir hoffen Erhörung denn a. An heiliger Stätte spendest du immerdar Versöhnung und geistige Güter. (V. 5) b. Du zeigst zu unserem Besten deine Macht, so dass die Heiden sich fürchten und dir huldigen müssen. (V. 9) c. Du gabest sonst Regen und Gedeihen unseren Feldern, so tue es auch jetzt. Ja, du wirst es tun. Psalmen Ps 23 64 1 In finem, Psalmus David, Canticum Hieremiæ, et Ezechielis populo transmigrationis, cum inciperent exire. Zum Ende, ein Psalm Davids, das Lied von Jeremias und Ezechiel für das Volk der Übersiedlung, da sie anfingen auszuziehen.¹ Psalmen Ps 23 64 1 1 Nur in einigen Handschriften der Septuag und Vulg., nicht aber im Hebr. findet der sich hinter Davids folgende Zusatz, der wohl nach der Babylonischen Gefangenschaft hinzugekommen ist, weil die beiden Propheten und das Volk den Psalm oft gebetet. Nach dem hebr. Texte scheint eine Dürre vorausgegangen, deren Abwendung die Israeliten durch Gebet und Gelübde erfleht haben und für deren Ende sie jetzt Dank sagen. Nach der Übersetzung der Vulgata ist der Psalm eine Bitte. Psalmen Ps 23 64 2 Te decet hymnus Deus in Sion: et tibi reddetur votum in Jerusalem. Dir ziemt Lobpreis, o Gott! auf Sion und dir sollen Gelübde entrichtet werden in Jerusalem.² @@ -27566,7 +27576,7 @@ Psalmen Ps 23 64 13 19 Das Grün ist gleichsam ein Jubelgewand, mit dem sie sic Psalmen Ps 23 64 14 Induti sunt arietes ovium, et valles abundabunt frumento: clamabunt, etenim hymnum dicent. Es werden die Widder der Herden²⁰ bekleidet und die Täler haben Überfluss an Korn; alles jauchzt, ja, singt Lob.²¹ Psalmen Ps 23 64 14 20 Die Leithammel stehen für die ganze Herde. Wenn die Gräser fett, werden auch die Schafe stark. Hebr.: Bekleidet haben sich die Anger mit den Schafherden. Psalmen Ps 23 64 14 21 Durch die letzten Worte kehrt der Psalm zu seinem Beginn zurück. Der Psalm ist ein passendes Erntedanklied. -Psalmen Ps 23 65 0 1. Dank- und Loblied für die Befreiung des Volkes aus großer Gefahr. (V. 12) a. Aufforderung an die Völker, Gott wegen seiner wunderbaren Taten zu preisen. (V. 4) b. Beschreibung der herrlichen Gottestaten. (V. 7) c. Dank, dass Gott dem Volke nach harter Prüfungszeit wieder sein gnädiges Antlitz zugewendet. (V. 12) d. Versprechen, die Gelübde zu erfüllen, zu welchen die Zeit der Not bewogen hat. (V. 15) 2. Preis der von Gott erhaltenen Wohltaten und Danksagung für eine besondere Gnade. +Psalmen Ps 23 65 0 1. Dank- und Loblied für die Befreiung des Volkes aus großer Gefahr. (V. 12) a. Aufforderung an die Völker, Gott wegen seiner wunderbaren Taten zu preisen. (V. 4) b. Beschreibung der herrlichen Gottestaten. (V. 7) c. Dank, dass Gott dem Volke nach harter Prüfungszeit wieder sein gnädiges Antlitz zugewendet. (V. 12) d. Versprechen, die Gelübde zu erfüllen, zu welchen die Zeit der Not bewogen hat. (V. 15) 2. Preis der von Gott erhaltenen Wohltaten und Danksagung für eine besondere Gnade. Psalmen Ps 23 65 1 In finem, Canticum Psalmi resurrectionis. Jubilate Deo omnis terra, Zum Ende, ein Lobpsalm¹ auf die Auferstehung.² Jauchzet Gott zu, alle Lande, Psalmen Ps 23 65 1 1 Für den Musikmeister ein Psalmlied. Psalmen Ps 23 65 1 2 Dieser Zusatz ist von der Septuag. beigefügt, wohl mit Rücksicht auf V. 12 oder mit Rücksicht auf die moralische Auferstehung des Volkes Israel bei der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft. Später mögen ihn Christen auf die Auferstehung des Herrn (und seiner Gläubigen bei der Taufe) angewendet haben. @@ -27615,7 +27625,7 @@ Psalmen Ps 23 65 18 27 Überhaupt nicht. Psalmen Ps 23 65 19 Propterea exaudivit Deus, et attendit voci deprecationis meæ. Aber²⁸ Gott hat mich erhört und hat auf die Stimme meines Flehens geachtet. Psalmen Ps 23 65 19 28 Aber ich war mir keiner Sünde bewusst, und so hat Gott mein Flehen erhört. Psalmen Ps 23 65 20 Benedictus Deus, qui non amovit orationem meam, et misericordiam suam a me. Gepriesen sei Gott, der mein Gebet nicht abwies, noch mir sein Erbarmen entzog. -Psalmen Ps 23 66 0 1. Bitte, Gott möge sich in Gnaden so offenbaren, dass dadurch auch die Heiden an ihn gläubig werden. (V. 3) 2. Wunsch, die Zeit möchte bald kommen, wo alle Völker, unter der gerechten Herrschaft des Messias vereint, den Herrn preisen. Prophetischen Blickes sieht der Psalmist bereits den Segen des Messias auf der Erde ruhen. (V. 6) 3. Nochmalige Bitte um den messianischen Segen. +Psalmen Ps 23 66 0 1. Bitte, Gott möge sich in Gnaden so offenbaren, dass dadurch auch die Heiden an ihn gläubig werden. (V. 3) 2. Wunsch, die Zeit möchte bald kommen, wo alle Völker, unter der gerechten Herrschaft des Messias vereint, den Herrn preisen. Prophetischen Blickes sieht der Psalmist bereits den Segen des Messias auf der Erde ruhen. (V. 6) 3. Nochmalige Bitte um den messianischen Segen. Psalmen Ps 23 66 1 In finem, In hymnis, Psalmus Cantici David. Zum Ende, unter den Liedern, ein Loblied¹ Davids.² Psalmen Ps 23 66 1 1 Hebr.: Dem Musikmeister mit Saitenbegleitung, ein Sangpsalm. Psalmen Ps 23 66 1 2 Diese Beifügung der Septuag. und Vulg. enthält nichts Unwahrscheinliches. @@ -27636,7 +27646,7 @@ Psalmen Ps 23 66 7 Terra dedit fructum suum. Benedicat nos Deus, Deus noster, Da Psalmen Ps 23 66 7 11 Der Prophet sieht das noch in der Zukunft Liegende bereits eingetreten. Solange der Fluch noch auf der Erde lastet, gibt sie ihre, die ursprünglich ihr vorgeschriebene, Frucht noch nicht. Der hl. Hieronymus schließt die Erlösung in die Frucht ein. Vergl. [Jes 4,2] und [Jes 45,8]. In der Tat wird beides in Verbindung miteinander gebracht. Vergl. [Jes 65,21ff] Psalmen Ps 23 66 8 Benedicat nos Deus: et metuant eum omnes fines terræ. es segne uns Gott, und alle Enden der Erde sollen ihn fürchten!¹² Psalmen Ps 23 66 8 12 Dieser Psalm wird von den Vätern auf die Ankunft des Wortes im Fleische und die Berufung der Heidenvölker gedeutet. -Psalmen Ps 23 67 0 1. Der Psalmist lädt Gott ein, sich zu erheben und dahinzuziehen, ein Schrecken der Feinde und die Freude der Gerechten. Aufforderung an die Leviten, den zu preisen, der der Helfer Israels ist und selbst die Feinde zu sich heranbringt. (V. 7) 2. Preis Gottes wegen seiner Wunderzeichen in der Wüste und der unter den Richtern verliehenen Siege. (V. 13) 3. Auch jetzt erfreut Israel sich großen Glückes, das von dem Herrn sein Erbe erhalten und reiche Beute gemacht hat, ja von Gott so begnadigt ist, dass er den Berg Sion vor anderen zum Sitze seiner Macht erwählt hat, zu dem er mit besiegten Feinden und Beute zurückzukehren pflegt. (V. 19) 4. Lobpreisung Gottes, der sein Volk stets aus allen Gefahren errettet und seine Feinde vernichtet. (V. 24) 5. Beschreibung des Festzuges und Bitte, Gott wolle sein Werk vollenden und auch die Könige der Heiden zu seinem Heiligtume führen. (V. 30) 6. Gott wolle Ägypten und andere feindliche Reiche zur Unterwerfung zwingen und bewirken, dass alle Völker ihn bei seiner Rückkehr auf seinen Sitz verherrlichen. Erneuter Preis Gottes, der in seinem Heiligtum sich mächtig zeigt. +Psalmen Ps 23 67 0 1. Der Psalmist lädt Gott ein, sich zu erheben und dahinzuziehen, ein Schrecken der Feinde und die Freude der Gerechten. Aufforderung an die Leviten, den zu preisen, der der Helfer Israels ist und selbst die Feinde zu sich heranbringt. (V. 7) 2. Preis Gottes wegen seiner Wunderzeichen in der Wüste und der unter den Richtern verliehenen Siege. (V. 13) 3. Auch jetzt erfreut Israel sich großen Glückes, das von dem Herrn sein Erbe erhalten und reiche Beute gemacht hat, ja von Gott so begnadigt ist, dass er den Berg Sion vor anderen zum Sitze seiner Macht erwählt hat, zu dem er mit besiegten Feinden und Beute zurückzukehren pflegt. (V. 19) 4. Lobpreisung Gottes, der sein Volk stets aus allen Gefahren errettet und seine Feinde vernichtet. (V. 24) 5. Beschreibung des Festzuges und Bitte, Gott wolle sein Werk vollenden und auch die Könige der Heiden zu seinem Heiligtume führen. (V. 30) 6. Gott wolle Ägypten und andere feindliche Reiche zur Unterwerfung zwingen und bewirken, dass alle Völker ihn bei seiner Rückkehr auf seinen Sitz verherrlichen. Erneuter Preis Gottes, der in seinem Heiligtum sich mächtig zeigt. Psalmen Ps 23 67 1 In finem, Psalmus Cantici ipsi David. Zum Ende,¹ ein Loblied Davids.² Psalmen Ps 23 67 1 1 Dem Musikmeister. Psalmen Ps 23 67 1 2 Der Psalm feiert wohl die Rückkehr der Bundeslade [2Sam 11,11] nach dem Siege über die Ammoniter. [2Sam 12,27] Er ist typisch messianisch, wie [Eph 4,8ff] zeigt. In dem einen Siege feiert David in prophetischem Geiste Jahves Siege über die Völker im Voraus. @@ -27732,7 +27742,7 @@ Psalmen Ps 23 67 35 57 Der folgende Vers enthält die Antwort der Reichen der E Psalmen Ps 23 67 36 Mirabilis Deus in sanctis suis, Deus Israel ipse dabit virtutem, et fortitudinem plebi suæ, benedictus Deus. Wunderbar ist Gott in seinem Heiligtume,⁵⁸ der Gott Israels verleiht seinem Volke Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.⁵⁹ Psalmen Ps 23 67 36 58 Hebr.: Furchtbar ist Gott von deinem (Anrede an Israel) Heiligtume. Psalmen Ps 23 67 36 59 Die letzten Worte sind vielleicht liturgischer Zusatz. -Psalmen Ps 23 68 0 1. Klage des Gerechten, dass er, in ein Meer der Heimsuchungen versenkt, umsonst sich abmühe, um Hilfe gegen seine vielen und mächtigen Feinde zu erflehen, obwohl Gott seine Unschuld bekannt sei. (V. 6) Wunsch nach Rettung, damit die Gerechten nicht mit des Gerechten Los gehöhnt werden, da er für Gott, sein Haus und seine Verehrung geeifert und deshalb von seinen Nächsten verlassen und verspottet sei. (V. 13) 2. Der Verhöhnung setzt der Dichter zuerst fortgesetzte Bitte um Befreiung, Anrufung der Erbarmung Gottes und die Schilderung seiner leiden entgegen (V. 22) und ruft sodann Gottes gerechte Strafe auf das Haupt seiner Feinde herab. (V. 29) 3. Gottes Hilfe vorausfühlend, verheißt er Danksagung für dieselbe, über welche sich auch alle Armen freuen werden. (V. 34) Anpassung des Schlusses auf die in die Gefangenschaft Weggeführten. +Psalmen Ps 23 68 0 1. Klage des Gerechten, dass er, in ein Meer der Heimsuchungen versenkt, umsonst sich abmühe, um Hilfe gegen seine vielen und mächtigen Feinde zu erflehen, obwohl Gott seine Unschuld bekannt sei. (V. 6) Wunsch nach Rettung, damit die Gerechten nicht mit des Gerechten Los gehöhnt werden, da er für Gott, sein Haus und seine Verehrung geeifert und deshalb von seinen Nächsten verlassen und verspottet sei. (V. 13) 2. Der Verhöhnung setzt der Dichter zuerst fortgesetzte Bitte um Befreiung, Anrufung der Erbarmung Gottes und die Schilderung seiner leiden entgegen (V. 22) und ruft sodann Gottes gerechte Strafe auf das Haupt seiner Feinde herab. (V. 29) 3. Gottes Hilfe vorausfühlend, verheißt er Danksagung für dieselbe, über welche sich auch alle Armen freuen werden. (V. 34) Anpassung des Schlusses auf die in die Gefangenschaft Weggeführten. Psalmen Ps 23 68 1 In finem, pro iis, qui commutabuntur, David. Zum Ende, für die, welche umgewandelt werden,¹ von David.² Psalmen Ps 23 68 1 1 Für den Musikmeister nach der Melodie: die Lilien sind ein Zeugnis. Psalmen Ps 23 68 1 2 Einige Ausleger wollen in Jeremias den Verfasser erkennen. @@ -27811,7 +27821,7 @@ Psalmen Ps 23 68 35 40 Die belebte und die unbelebte Natur lobe Gott! V. 35ff s Psalmen Ps 23 68 36 Quoniam Deus salvam faciet Sion: et ædificabuntur civitates Juda. Et inhabitabunt ibi, et hereditate acquirent eam. Denn Gott wird Sion helfen und Judas Städte werden aufgebaut werden und sie werden daselbst wohnen und es als Erbe in Besitz nehmen. Psalmen Ps 23 68 37 Et semen servorum ejus possidebit eam, et qui diligunt nomen ejus, habitabunt in ea. Und die Nachkommen seiner Diener werden es zum Besitze erhalten, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.⁴¹ Psalmen Ps 23 68 37 41 Der Psalm ist wohl von David über einen leidenden Gerechten überhaupt verfasst, der um der Sache Gottes willen Schmach und Leiden zu erdulden hat. Verschiedene Züge hat der Psalmist alsdann aus Lagen aufgenommen, in die er selbst gekommen ist. Der Psalm ist wenigstens typisch messianisch, da die Behauptung des Theodorus von Mopsuestia, die Apostel hätten den rein historischen Psalm Christus akkommodiert, auf dem fünften allgemeinen Konzil verworfen ward. Nach einigen ist er ausschließlich messianisch (doch wäre alsdann V. 6 schwer zu erklären). Im Neuen Testamente werden angeführt: V. 5: ohne Maß hassten die Feinde des Herrn den Heiland [Joh 15,25], V. 10 als der Heiland die Verkäufer aus dem Tempel trieb. [Joh 2,17] Der Heiland trug willig, uns ein Vorbild, die Schmach V. 10b. [Röm 15,3] An Judas ging der Fluch V. 26a in Erfüllung [Apg 1,20], die derzeitige Verwerfung Israels ist in V. 23 ausgesprochen und nach [Röm 11,9ff] erfüllt. Aber weist nicht auch (um auf die Stellen zu kommen, welche im N. T. nicht angeführt werden) V. 13 auf die Verhöhnung des Heilandes [Mt 27,27ff], V. 22 auf die Darreichung von Essig und Galle [Mt 27,34] und den Schwamm [Joh 19,29]? Und blickt nicht [Joh 19,30] auf Vers 22 zurück? So hat also der heilige Geist selbst das, was David sagen wollte, zum Wort der Weissagung auf das Zukünftige gestaltet. -Psalmen Ps 23 69 0 Psalm 69 ist eine Wiederholung des letzten Teiles von [Ps 39]. (V. 15-18) mit einer (V. 2) vorausgesandten Anrufung. +Psalmen Ps 23 69 0 Psalm 69 ist eine Wiederholung des letzten Teiles von [Ps 39]. (V. 15-18) mit einer (V. 2) vorausgesandten Anrufung. Psalmen Ps 23 69 1 In finem, Psalmus David. In rememorationem, quod salvum fecerit eum Dominus. Zum Ende, ein Psalm Davids, zum Andenken, dass ihn der Herr errettet hat.¹ Psalmen Ps 23 69 1 1 Hebr.: Dem Musikvorsteher von David, zur Erinnerung (um Gott zu erinnern, dass er helfen wolle). Psalmen Ps 23 69 2 Deus in adjutorium meum intende: Domine ad adjuvandum me festina. O Gott! habe acht auf meine Hilfe, Herr! eile, mir zu helfen. @@ -27819,7 +27829,7 @@ Psalmen Ps 23 69 3 Confundantur, et revereantur, qui quærunt animam meam: Besch Psalmen Ps 23 69 4 Avertantur retrorsum, et erubescant, qui volunt mihi mala: Avertantur statim erubescentes, qui dicunt mihi: Euge, euge. Lass zurückweichen und beschämt werden, die mir Übles wollen; eilends lass zurückweichen und beschämt werden, die zu mir sprechen: Ha, ha! Psalmen Ps 23 69 5 Exsultent et lætentur in te omnes qui quærunt te, et dicant semper: Magnificetur Dominus: qui diligunt salutare tuum. Um deinetwillen aber lass frohlocken und sich freuen alle, die dich suchen; und die dein Heil lieben, mögen immerdar sprechen: Hochgelobt sei der Herr! Psalmen Ps 23 69 6 Ego vero egenus, et pauper sum: Deus adjuva me. Adjutor meus, et liberator meus es tu: Domine ne moreris. Ich aber bin elend und arm, o Gott! hilf mir. Mein Helfer und mein Erretter bist du; o Herr! säume nicht. -Psalmen Ps 23 70 0 1. Voll Vertrauen auf Gott, der von Jugend auf sein Beschützer gewesen, bittet der Dichter, der Herr wolle ihn der Macht seiner Feinde entreißen. (V. 6) Aus so vielen Gefahren zum Staunen der Menschen wunderbar errettet, hofft er zuversichtlich, auch jetzt in seinem Alter nicht verlassen zu werden, wenn auch die Feinde seinen Untergang für nahe halten. (V. 12) 2. Bitte an Gott, der Herr wolle des Sängers Feinde zuschanden werden lassen, damit dieser zu den früheren Lobpreisungen neue füge und Gottes Macht den künftigen Geschlechtern verkünde. (V. 18) Auch Gottes Gerechtigkeit, die ihn stets erhalten, will er preisen, sobald seine Feinde zuschanden geworden. +Psalmen Ps 23 70 0 1. Voll Vertrauen auf Gott, der von Jugend auf sein Beschützer gewesen, bittet der Dichter, der Herr wolle ihn der Macht seiner Feinde entreißen. (V. 6) Aus so vielen Gefahren zum Staunen der Menschen wunderbar errettet, hofft er zuversichtlich, auch jetzt in seinem Alter nicht verlassen zu werden, wenn auch die Feinde seinen Untergang für nahe halten. (V. 12) 2. Bitte an Gott, der Herr wolle des Sängers Feinde zuschanden werden lassen, damit dieser zu den früheren Lobpreisungen neue füge und Gottes Macht den künftigen Geschlechtern verkünde. (V. 18) Auch Gottes Gerechtigkeit, die ihn stets erhalten, will er preisen, sobald seine Feinde zuschanden geworden. Psalmen Ps 23 70 1 Psalmus David, Filiorum Jonadab, et priorum captivorum. In te Domine speravi, non confundar in æternum: Ein Psalm Davids, der Söhne Jonadabs und der ersten Gefangenen.¹ Auf dich, Herr! hoffe ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden,² Psalmen Ps 23 70 1 1 Der Psalm kann der ersten Überschrift entsprechend von David herstammen, da er fast ganz ein Widerhall älterer Psalmworte ist, indes fehlt im hebr. Texte die Beifügung. Der zweite Teil der Überschrift beruht wohl auf Überlieferung, nach ihm war der Psalm ein Lieblingslied der Rechabiten, vergl. [Jer 35, 2Kön 10,15], und der ersten Weggeführten (ob der assyrischen oder babylonischen, wird nicht gesagt). Aus letzterem Grunde halten manche den Psalm für ein Werk des Propheten Jeremias. Vers 1-3 ist aus [Ps 30,2-4], Vers 5,6 aus [Ps 21,10-11] entnommen. Zu V. 12 vergl. [Ps 21,12a] und [Ps 69,2]; zu V. 13 [Ps 39,15, Ps 34,4.26]. Psalmen Ps 23 70 1 2 Hebr.: so werde ich nicht zuschanden werden. @@ -27857,7 +27867,7 @@ Psalmen Ps 23 70 22 Nam et ego confitebor tibi in vasis psalmi veritatem tuam: D Psalmen Ps 23 70 23 Exsultabunt labia mea cum cantavero tibi: et anima mea, quam redemisti. Meine Lippen sollen frohlocken, wenn ich dir singe, und meine Seele, die du erlöst hast. Psalmen Ps 23 70 24 Sed et lingua mea tota die meditabitur justitiam tuam: cum confusi et reveriti fuerint qui quærunt mala mihi. Auch meine Zunge soll immerfort deine Gerechtigkeit verkünden, wenn beschämt und zuschanden werden, die mein Unglück suchen.¹³ Psalmen Ps 23 70 24 13 Psalm 70 wird von den lateinischen Vätern in typischem Sinne von dem leidenden Heilande (in seinem Todeskampfe) verstanden. -Psalmen Ps 23 71 0 1. Gerichtsamt des Messias und Früchte desselben: Gerechtigkeit und allgemeiner Friede. (V. 7) 2. Prophezeiung, dass das Reich des Messias ein alle Länder und Völker umfassendes sein wird, da alle sich ihm freiwillig unterwerfen. (V. 11) 3. Grund der freiwilligen Unterwerfung: die Güte und Milde des Messias gegen die Armen, Glück der Bürger dieses Reiches. (V. 16) Epilog: Glück, Dauer, Umfang des Messianischen Reiches. Anhang: Schluss des zweiten Buches der Psalmen: Doxologie (V. 18, 19) Unterschrift einer früheren Psalmensammlung. +Psalmen Ps 23 71 0 1. Gerichtsamt des Messias und Früchte desselben: Gerechtigkeit und allgemeiner Friede. (V. 7) 2. Prophezeiung, dass das Reich des Messias ein alle Länder und Völker umfassendes sein wird, da alle sich ihm freiwillig unterwerfen. (V. 11) 3. Grund der freiwilligen Unterwerfung: die Güte und Milde des Messias gegen die Armen, Glück der Bürger dieses Reiches. (V. 16) Epilog: Glück, Dauer, Umfang des Messianischen Reiches. Anhang: Schluss des zweiten Buches der Psalmen: Doxologie (V. 18, 19) Unterschrift einer früheren Psalmensammlung. Psalmen Ps 23 71 1 Psalmus, In Salomonem. Ein Psalm auf Salomon.¹ Psalmen Ps 23 71 1 1 Diese Übersetzung der Septuag. ist wohl minder passend, die Überschrift will Salomon als Verfasser bezeichnen. Der Psalm ist ausschließlich messianisch. So haben ihn die alten Juden, so auch fast alle Väter aufgefasst, und die in V. 5,7, 8-11 ausgesprochenen Weissagungen können auf niemand anders passen als den Messias. Einige Ausleger beziehen den Psalm auf Salomon als Typus des Messias. Wahr ist, dass der Psalm in seiner Schilderung des Messias und seines Reiches sich an die Verhältnisse der Salomonischen Regierung anschließt, die dem Dichter als entsprechendstes Vorbild der Messianischen Herrschaft erschien. Psalmen Ps 23 71 2 Deus judicium tuum regi da: et justitiam tuam filio regis: Judicare populum tuum in justitia, et pauperes tuos in judicio. O Gott! gib dem Könige² dein Gericht³ und deine Gerechtigkeit dem Königssohne,⁴ dass er dein Volk in Gerechtigkeit richte und deine Armen nach dem Rechte.⁵ @@ -27913,7 +27923,7 @@ Psalmen Ps 23 71 19 Et benedictum nomen majestatis ejus in æternum: et replebit Psalmen Ps 23 71 19 34 Vergl. [Num 14,21]. Die Doxologie wurde wohl bei der gottesdienstlichen Vorlesung mitgelesen, deshalb steht sie noch vor der Unterschrift. Psalmen Ps 23 71 20 Defecerunt laudes David filii Jesse. Hier endigen die Lobgesänge Davids, des Sohnes Jesse.³⁵ Psalmen Ps 23 71 20 35 Damit sagt der Sammler nicht, dass alle vorausgehenden Psalmen David zum Verfasser hatten. Vielleicht stammt die Unterschrift aus einer älteren Sammlung, die nur die Davidischen Psalmen enthielt. -Psalmen Ps 23 72 0 1. Gott ist gütig gegen die Frommen, aber warum geht es den Gottlosen oft so wohl, dass selbst die Frommen an der göttlichen Vorsehung zweifeln könnten? (V. 14) 2. Der Psalmist wies zwar diese Frage als unerlaubt zurück, aber da er sie selbst nicht lösen kann, offenbarte ihm Gott, dass die Glückseligkeit der Gottlosen trügerisch ist und der mithin töricht, der sie bewundert. Deshalb nimmt er sich vor, stets bei Gott zu bleiben, weil die Gottlosen dem Verderben anheimfallen, Gott aber anzuhängen ist gut. +Psalmen Ps 23 72 0 1. Gott ist gütig gegen die Frommen, aber warum geht es den Gottlosen oft so wohl, dass selbst die Frommen an der göttlichen Vorsehung zweifeln könnten? (V. 14) 2. Der Psalmist wies zwar diese Frage als unerlaubt zurück, aber da er sie selbst nicht lösen kann, offenbarte ihm Gott, dass die Glückseligkeit der Gottlosen trügerisch ist und der mithin töricht, der sie bewundert. Deshalb nimmt er sich vor, stets bei Gott zu bleiben, weil die Gottlosen dem Verderben anheimfallen, Gott aber anzuhängen ist gut. Psalmen Ps 23 72 1 Psalmus Asaph, Quam bonus Israel Deus his, qui recto sunt corde! Ein Psalm Asaphs.¹ Wie gütig ist Gott gegen Israel,² gegen die, welche lauteren Herzens sind!³ Psalmen Ps 23 72 1 1 Vergl. [1Chr 16,7]. Psalmen Ps 23 72 1 2 Oder: o Israel. @@ -27984,7 +27994,7 @@ Psalmen Ps 23 72 27 Quia ecce, qui elongant se a te, peribunt: perdidisti omnes, Psalmen Ps 23 72 28 Mihi autem adhærere Deo bonum est: ponere in Domino Deo spem meam: Ut annuntiem omnes prædicationes tuas, in portis filiæ Sion. Mir aber ist es gut Gott anzuhängen, auf Gott, den Herrn, meine Hoffnung zu setzen; auf dass ich all dein Lob in den Toren der Tochter Sion⁴¹ verkünde.⁴² Psalmen Ps 23 72 28 41 In Jerusalem. Diesen Zusatz fügt die Septuag. aus [Ps 9,15] ein. Psalmen Ps 23 72 28 42 Der Psalm enthält zumeist die Gefühle eines einzelnen, doch machen kleine Zusätze (Israel V. 1 in deiner Stadt V. 20) ihn für den Gebrauch der Gemeinde geeignet. -Psalmen Ps 23 73 0 1. Flehentliche Bitte, dass Gott sich seiner Herde, über die sein Zorngericht ergangen, wieder erbarmen wolle. (V. 3) Schilderung des am Tempel geübten Zerstörungswerkes. (V. 8) 2. Klage, dass Gott sein Volk in dieser Leidenszeit verlassen (V. 11), und flehentliche Bitte, dass Gott, der ewige König seines Volkes, der seine Macht bei dem Auszuge aus Ägypten und in den Werken der Schöpfung offenbart hat (V. 11), sich der Seinigen und seines Bundes mit ihnen erinnern, für sie eintreten und den wachsenden Hochmut der Feinde zurückweisen wolle. +Psalmen Ps 23 73 0 1. Flehentliche Bitte, dass Gott sich seiner Herde, über die sein Zorngericht ergangen, wieder erbarmen wolle. (V. 3) Schilderung des am Tempel geübten Zerstörungswerkes. (V. 8) 2. Klage, dass Gott sein Volk in dieser Leidenszeit verlassen (V. 11), und flehentliche Bitte, dass Gott, der ewige König seines Volkes, der seine Macht bei dem Auszuge aus Ägypten und in den Werken der Schöpfung offenbart hat (V. 11), sich der Seinigen und seines Bundes mit ihnen erinnern, für sie eintreten und den wachsenden Hochmut der Feinde zurückweisen wolle. Psalmen Ps 23 73 1 Intellectus Asaph. Ut quid Deus repulisti in finem: iratus est furor tuus super oves pascuæ tuæ? Eine Unterweisung¹ Asaphs.² Warum, o Gott! hast du uns auf immer³ verworfen und ist dein Zorn wider die Schafe deiner Weide entbrannt? Psalmen Ps 23 73 1 1 Maskil (Bezeichnung einer Liedergattung). Psalmen Ps 23 73 1 2 Vor einem der Nachkommen des [1Chr 16,7] erwähnten Asaph wohl bald nach der Zerstörung des Tempels durch Nabuchodonosor. Die Prophezeiung des [Jes 64,2-12] erscheint als eine Zusammenfassung dieses Psalmes. @@ -28040,7 +28050,7 @@ Psalmen Ps 23 73 21 31 Das dich anflehende Volk Israel. Psalmen Ps 23 73 21 32 Seine Sache ist ja die deine. Psalmen Ps 23 73 22 Exsurge Deus, judica causam tuam: memor esto improperiorum tuorum, eorum quæ ab insipiente sunt tota die. Erhebe dich, o Gott! entscheide deine Sache, gedenke der Schmach, die dir die Toren unaufhörlich zufügen. Psalmen Ps 23 73 23 Ne obliviscaris vocem inimicorum tuorum: superbia eorum, qui te oderunt, ascendit semper. Vergiss nicht das Geschrei deiner Feinde, der Hochmut derer, die dich hassen, steigt fort und fort. -Psalmen Ps 23 74 0 1. Der Psalmist dankt im Voraus für die richterliche Offenbarung Gottes. (V. 2) Gott erklärt deren Eintritt als bald bevorstehend. (V. 4) Der Psalmist mahnt die Feinde, von ihren gottlosen Unternehmungen abzustehen, da Gott, der Richter, sie demütigen und ihnen den Taumelkelch zu trinken geben wird. (V. 9) 2. Der Psalmist verspricht, stets Gottes Lob zu singen. +Psalmen Ps 23 74 0 1. Der Psalmist dankt im Voraus für die richterliche Offenbarung Gottes. (V. 2) Gott erklärt deren Eintritt als bald bevorstehend. (V. 4) Der Psalmist mahnt die Feinde, von ihren gottlosen Unternehmungen abzustehen, da Gott, der Richter, sie demütigen und ihnen den Taumelkelch zu trinken geben wird. (V. 9) 2. Der Psalmist verspricht, stets Gottes Lob zu singen. Psalmen Ps 23 74 1 In finem, Ne corrumpas, Psalmus Cantici Asaph. Zum Ende, verdirb nicht!¹ ein Psalmlied Asaphs.² Psalmen Ps 23 74 1 1 Dem Musikmeister. Nach der Melodie: Verdirb nicht. Psalmen Ps 23 74 1 2 Eines Nachkommen Asaphs, der zur Zeit des Ezechias und des Assyrischen Einfalls lebte [2Kön 19,20ff], als Isaias die bevorstehende Niederlage der Assyrier verkündet. [Jes 37,26ff] @@ -28075,7 +28085,7 @@ Psalmen Ps 23 74 10 21 Also wie hier gedrückt, so dort in der Herrlichkeit erh Psalmen Ps 23 74 11 Et omnia cornua peccatorum confringam: et exaltabuntur cornua justi. und alle Hörner der Sünder will ich zerbrechen,²² aber das Horn der Gerechten soll erhöht werden.²³ Psalmen Ps 23 74 11 22 In der Kraft Gottes. Psalmen Ps 23 74 11 23 Das Horn ist das Bild der Macht. Vergl. [Dtn 33,17]. -Psalmen Ps 23 75 0 Der Psalmist preist Gottes großen Namen auf Sion (V. 2), der von hier aus die Macht der Feinde vernichtet hat in seinem Gerichte, den Bedrängten Rettung schaffend, (V. 10) Der Menschen Anschläge mehren Gottes Ehre, indem er sie vereitelt. (V. 11) Aufforderung, Gott zu loben. +Psalmen Ps 23 75 0 Der Psalmist preist Gottes großen Namen auf Sion (V. 2), der von hier aus die Macht der Feinde vernichtet hat in seinem Gerichte, den Bedrängten Rettung schaffend, (V. 10) Der Menschen Anschläge mehren Gottes Ehre, indem er sie vereitelt. (V. 11) Aufforderung, Gott zu loben. Psalmen Ps 23 75 1 In finem, in Laudibus, Psalmus Asaph, Canticum ad Assyrios. Zum Ende, unter den Lobliedern,¹ ein Psalm Asaphs.² Ein Lied auf die Assyrier.³ Psalmen Ps 23 75 1 1 Dem Musikmeister. Zu Saitenspiel. Psalmen Ps 23 75 1 2 Eines Nachkommen Asaphs. @@ -28111,7 +28121,7 @@ Psalmen Ps 23 75 12 20 Aufforderung an die Heiden. Psalmen Ps 23 75 13 Et ei qui aufert spiritum principum, terribili apud reges terræ. der die Fürsten ihres Mutes beraubt,²¹ der furchtbar ist für die Könige der Erde.²² Psalmen Ps 23 75 13 21 Hebr.: der abmäht das Schnauben der Gewalttätigen. Sie müssen merken, dass sie einen Herrn über sich haben, wenn er die hohen Zedern abmäht, die sich hartnäckig weigern, ihn anzuerkennen. Psalmen Ps 23 75 13 22 Bei dem liturgischen Gebrauche des Psalmes kann man die Zeitwörter V. 3-10 in der Gegenwart verstehen: Gott schützt immer seine Stadt und sein Volk, die Kirche. -Psalmen Ps 23 76 0 1. Stets hat der Psalmist in Heimsuchungen von Gott Trost erhalten (V. 4a), doch jetzt, von härtesten Schlägen betroffen, findet er keinen Trost und zweifelt, ob Gott etwa sein Volk gänzlich verworfen hat und ihm sein Erbarmen entziehen will. (V. 10) 2. Doch ja, jenes Unglück kommt ja von Gott, deshalb richtet der Dichter den Blick auf die Wunder, welche der Herr vor alten Zeiten für sein Volk getan, besonders in Ägypten. (V. 20) 3. Einer Herde gleich leitete Gott sein Volk durch Moses und Aaron zum verheißenen Ziele. +Psalmen Ps 23 76 0 1. Stets hat der Psalmist in Heimsuchungen von Gott Trost erhalten (V. 4a), doch jetzt, von härtesten Schlägen betroffen, findet er keinen Trost und zweifelt, ob Gott etwa sein Volk gänzlich verworfen hat und ihm sein Erbarmen entziehen will. (V. 10) 2. Doch ja, jenes Unglück kommt ja von Gott, deshalb richtet der Dichter den Blick auf die Wunder, welche der Herr vor alten Zeiten für sein Volk getan, besonders in Ägypten. (V. 20) 3. Einer Herde gleich leitete Gott sein Volk durch Moses und Aaron zum verheißenen Ziele. Psalmen Ps 23 76 1 In finem, pro Idithun, Psalmus Asaph. Zum Ende,¹ für Idithun, ein Psalm Asaphs.² Psalmen Ps 23 76 1 1 Dem Musikmeister. Psalmen Ps 23 76 1 2 Eines Nachkommens Asaphs. Über die Abfassungszeit lässt sich nichts Sicheres sagen. @@ -28155,7 +28165,7 @@ Psalmen Ps 23 76 20 In mari via tua, et semitæ tuæ in aquis multis: et vestigi Psalmen Ps 23 76 20 21 Während Himmel und Erde in Aufruhr sind, schreitet Gott durch das Meer und eröffnet seinem Volke eine Straße zur Rettung. Seine Person zwar war unsichtbar, doch sichtbar die Wirkungen seines Eingreifens. Doch nachdem Gott hindurchgegangen, schlugen die Wogen wieder zusammen und so blieb keine Spur des Durchganges durch das Meer. Psalmen Ps 23 76 21 Deduxisti sicut oves populum tuum, in manu Moysi et Aaron. Du führtest dein Volk wie Schafe durch Moses und Aaron.²² [Ex 14,29] Psalmen Ps 23 76 21 22 Das erwähnt Asaph gern in seinen Psalmen. Vergl. [Ps 80]. Der Psalm wird am Gründonnerstag aus der Seele des am Ölberg geängstigten Heilandes gebetet und passt als Flehgebet für alle Seelen, die sich von Gott verlassen glauben. -Psalmen Ps 23 77 0 1. Eingang: Mahnung auf die vorzutragende Lehre zu achten. Ziel derselben: die stete Erinnerung an Gottes Großtaten. (V. 8) Die Ephraimiten haben Gottes Bund verletzt, ähnlich wie ihre Väter beim Auszuge aus Ägypten. (V. 12) 2. Hartnäckigkeit der Väter und Strafen derselben: (V. 40) Trotz aller göttlichen Wohltaten (V. 16) sündigten sie, Gott versuchend (V. 20), weshalb ihnen Gott ihrem Begehren gemäß Manna und Wachteln sandte (V. 28), sie indes zugleich strafend. (V. 31) Ja, da sie sich nicht besserten, ließ er sie alle in der Wüste sterben, doch auch in der Strafe seine Barmherzigkeit offenbarend. (V. 40) 3. Strafe für die Hartnäckigkeit der Ephraimiten (V. 72): die Ephraimiten vergaßen Gottes Taten in Ägypten (V. 52) und die Verleihung des gelobten Landes (V. 56), wendeten sich von Gott ab, Götzenbilder verehrend, und zogen ein schweres Strafgericht auf sich herab. (V. 64) Endlich erbarmte sich Gott, gleichsam aus dem Schlafe aufwachend, wieder seines Volkes und vernichtete dessen Feinde, aber verwarf zugleich das frühere Heiligtum und wählte sich den Berg Sion und verwarf den Stamm Ephraim und erwählte David seinen Diener. +Psalmen Ps 23 77 0 1. Eingang: Mahnung auf die vorzutragende Lehre zu achten. Ziel derselben: die stete Erinnerung an Gottes Großtaten. (V. 8) Die Ephraimiten haben Gottes Bund verletzt, ähnlich wie ihre Väter beim Auszuge aus Ägypten. (V. 12) 2. Hartnäckigkeit der Väter und Strafen derselben: (V. 40) Trotz aller göttlichen Wohltaten (V. 16) sündigten sie, Gott versuchend (V. 20), weshalb ihnen Gott ihrem Begehren gemäß Manna und Wachteln sandte (V. 28), sie indes zugleich strafend. (V. 31) Ja, da sie sich nicht besserten, ließ er sie alle in der Wüste sterben, doch auch in der Strafe seine Barmherzigkeit offenbarend. (V. 40) 3. Strafe für die Hartnäckigkeit der Ephraimiten (V. 72): die Ephraimiten vergaßen Gottes Taten in Ägypten (V. 52) und die Verleihung des gelobten Landes (V. 56), wendeten sich von Gott ab, Götzenbilder verehrend, und zogen ein schweres Strafgericht auf sich herab. (V. 64) Endlich erbarmte sich Gott, gleichsam aus dem Schlafe aufwachend, wieder seines Volkes und vernichtete dessen Feinde, aber verwarf zugleich das frühere Heiligtum und wählte sich den Berg Sion und verwarf den Stamm Ephraim und erwählte David seinen Diener. Psalmen Ps 23 77 1 Intellectus Asaph. Attendite popule meus legem meam: inclinate aurem vestram in verba oris mei. Eine Unterweisung Asaphs.¹ Habe acht, mein Volk! auf meine Lehre, neiget euer Ohr den Worten meines Mundes! Psalmen Ps 23 77 1 1 Maskil, bestimmte Liederform. Wohl gedichtet nach dem Aufstande der nördlichen Stämme. [2Sam 20] Psalmen Ps 23 77 2 Aperiam in parabolis os meum: loquar propositiones ab initio. Ich will meinen Mund zur Spruchrede auftun, Rätsel aussprechen von uralter Zeit.² @@ -28293,7 +28303,7 @@ Psalmen Ps 23 77 70 64 Hebr.: von hinter Säugenden weg. Vulg.: Hinter Schafen, Psalmen Ps 23 77 71 Pascere Jacob servum suum et Israel hereditatem suam: dass er seinen Diener Jakob weide, Israel, sein Erbe. Psalmen Ps 23 77 72 Et pavit eos in innocentia cordis sui: et in intellectibus manuum suarum deduxit eos. Und er weidete sie nach der Unschuld seines Herzens und leitete sie mit kundiger Hand.⁶⁵ Psalmen Ps 23 77 72 65 Schon hat David sich in den Tagen des Dichters bewährt. -Psalmen Ps 23 78 0 1. Beschreibung der Zerstörung Jerusalems. (V. 4) 2. Der Psalmist bittet Gott, seinen Zorn gegen die Feinde zu wenden, der früheren Sünden seines Volkes nicht mehr zu gedenken (V. 8) und um seines Namens willen das Seufzen seines Volkes zu erhören. (V. 12) 3. Gelöbnis, dafür Dank zu sagen. +Psalmen Ps 23 78 0 1. Beschreibung der Zerstörung Jerusalems. (V. 4) 2. Der Psalmist bittet Gott, seinen Zorn gegen die Feinde zu wenden, der früheren Sünden seines Volkes nicht mehr zu gedenken (V. 8) und um seines Namens willen das Seufzen seines Volkes zu erhören. (V. 12) 3. Gelöbnis, dafür Dank zu sagen. Psalmen Ps 23 78 1 Psalmus Asaph. Deus venerunt gentes in hereditatem tuam, polluerunt templum sanctum tuum: posuerunt Jerusalem in pomorum custodiam. Ein Psalm Asaphs.¹ O Gott! Heiden² sind in dein Erbe gekommen, haben deinen heiligen Tempel befleckt,³ Jerusalem einer Wachthütte im Baumgarten⁴ gleich gemacht. Psalmen Ps 23 78 1 1 Der Psalm scheint wie [Ps 73] wohl nach der Zerstörung (unklar welcher) Jerusalems und des Tempels verfasst zu sein. Psalmen Ps 23 78 1 2 Nach V. 6, 10 mehrere Völker. @@ -28327,7 +28337,7 @@ Psalmen Ps 23 78 12 18 In vollkommenster Weise. Psalmen Ps 23 78 12 19 Im Schoße fasst man das Dargereichte auf und hält es fest. Vergl. [Lk 6,38] Psalmen Ps 23 78 13 Nos autem populus tuus, et oves pascuæ tuæ, confitebimur tibi in sæculum: In generationem et generationem annuntiabimus laudem tuam. Doch wir, dein Volk und die Schafe deiner Weide, wollen dich ewig preisen, von Geschlecht zu Geschlecht wollen wir dein Lob verkünden.²⁰ Psalmen Ps 23 78 13 20 Schon der hl. Augustin wendet diesen Psalm auf die Verfolgungen der Kirche durch die Heiden akkommodierend an. -Psalmen Ps 23 79 0 1. Bitte, Gott wolle Israel helfen (V. 4), dem er zürnt und das seine Feinde verspotten. (V. 8) 2. Gott hat sein Volk als einen herrlichen Weinberg aus Ägypten nach Kanaan verpflanzt, wo er wohl gedieh, doch der herrliche Weinberg liegt jetzt verwüstet da. (V. 14) 3. Wiederholung der Bitte um Hilfe. +Psalmen Ps 23 79 0 1. Bitte, Gott wolle Israel helfen (V. 4), dem er zürnt und das seine Feinde verspotten. (V. 8) 2. Gott hat sein Volk als einen herrlichen Weinberg aus Ägypten nach Kanaan verpflanzt, wo er wohl gedieh, doch der herrliche Weinberg liegt jetzt verwüstet da. (V. 14) 3. Wiederholung der Bitte um Hilfe. Psalmen Ps 23 79 1 In finem, Pro iis, qui commutabuntur, testimonium Asaph, Psalmus. Zum Ende für die, welche verwandelt werden,¹ ein Zeugnis² Asaphs, ein Psalm.³ Psalmen Ps 23 79 1 1 Dem Musikmeister. Nach der Melodie: die Lilien sind ein Zeugnis. Psalmen Ps 23 79 1 2 Schwer zu deuten. @@ -28372,7 +28382,7 @@ Psalmen Ps 23 79 18 Fiat manus tua super virum dexteræ tuæ: et super filium ho Psalmen Ps 23 79 18 24 Wer zur Rechten sitzt, genießt besondere Ehre und Schutz. Als Liebling und Schützling Gottes wird hier Israel so genannt. Psalmen Ps 23 79 19 Et non discedimus a te, vivificabis nos: et nomen tuum invocabimus. Dann weichen wir nicht von dir, du wirst uns beleben; so wollen wir deinen Namen anrufen. Psalmen Ps 23 79 20 Domine Deus virtutum converte nos: et ostende faciem tuam, et salvi erimus. O Herr, Gott der Heerscharen! stelle uns wieder her, zeige dein Angesicht, so wird uns Heil werden. -Psalmen Ps 23 80 0 Der Dichter fordert Priester, Leviten und Volk von Israel auf. Mit großer Feierlichkeit den Jahresanfang zu begehen, die Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten. (V. 7) 2. Mahnung Gottes, dass er das Volk aus Ägypten geführt und ihm geboten, keinen andern Gott zu verehren, ihm unter dieser Bedingung alle Güter verheißend. (V. 11) Doch sein Volk gehorchte nicht, darum verließ auch er es. (V. 13) 3. Mahnung an das gegenwärtige Geschlecht, Gott anzuhängen, da der Herr dann dessen Feinde unterwerfen und Israel mit allen Gütern überhäufen wird. +Psalmen Ps 23 80 0 Der Dichter fordert Priester, Leviten und Volk von Israel auf. Mit großer Feierlichkeit den Jahresanfang zu begehen, die Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten. (V. 7) 2. Mahnung Gottes, dass er das Volk aus Ägypten geführt und ihm geboten, keinen andern Gott zu verehren, ihm unter dieser Bedingung alle Güter verheißend. (V. 11) Doch sein Volk gehorchte nicht, darum verließ auch er es. (V. 13) 3. Mahnung an das gegenwärtige Geschlecht, Gott anzuhängen, da der Herr dann dessen Feinde unterwerfen und Israel mit allen Gütern überhäufen wird. Psalmen Ps 23 80 1 In finem, Pro torcularibus, Psalmus ipsi Asaph. Zum Ende, für die Keltern,¹ ein Psalm Asaphs. Psalmen Ps 23 80 1 1 Dem Musikmeister. Nach der gathischen Sangweise (oder Instrument von Gath) oder: zum Laubhüttenfest. Psalmen Ps 23 80 2 Exsultate Deo adjutori nostro: jubilate Deo Jacob. Frohlocket Gott, unserm Helfer, frohlocket dem Gott Jakobs! @@ -28408,7 +28418,7 @@ Psalmen Ps 23 80 16 16 Ihm gezwungen gehorchen. Psalmen Ps 23 80 16 17 Die Israeliten würden ewig in Gnade und Glück leben. Psalmen Ps 23 80 17 Et cibavit eos ex adipe frumenti: et de petra, melle saturavit eos. und er würde sie mit dem Marke des Weizens speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.¹⁸ Psalmen Ps 23 80 17 18 Vergl. [Dtn 32,13]. Reicher Regen wird Israel zuteil, selbst der unfruchtbare Fels musste für Israel die süßeste Frucht tragen. -Psalmen Ps 23 81 0 Gott, der höchste Richter, erscheint inmitten ungerechter Richter und fordert gerechte Rechtsprechung gegen die Armen. (V. 4) Da jene keine Einsicht annehmen wollen, droht er ihnen Strafe an. (V. 7) Der Dichter bittet Gott, diese zu vollstrecken. +Psalmen Ps 23 81 0 Gott, der höchste Richter, erscheint inmitten ungerechter Richter und fordert gerechte Rechtsprechung gegen die Armen. (V. 4) Da jene keine Einsicht annehmen wollen, droht er ihnen Strafe an. (V. 7) Der Dichter bittet Gott, diese zu vollstrecken. Psalmen Ps 23 81 1 Psalmus Asaph. Deus stetit in synagoga deorum: in medio autem deos dijudicat. Ein Psalm Asaphs. Gott steht da¹ mitten in der Versammlung der Götter,² inmitten der Götter³ hält er Gericht. Psalmen Ps 23 81 1 1 Gott steht unbeweglich da, voller Majestät. Psalmen Ps 23 81 1 2 Hebr.: der Gottesgemeinde. @@ -28429,7 +28439,7 @@ Psalmen Ps 23 81 7 10 Wie ganz gewöhnliche Menschen. Psalmen Ps 23 81 7 11 Wie einer der plötzlich durch mein Gericht gestürzten Fürsten. Der Fürsten einer: nach dem hl. Augustin Lucifer. - Euer göttliches Amt soll euch nicht schützen. Psalmen Ps 23 81 8 Surge Deus, judica terram: quoniam tu hereditabis in omnibus gentibus. Erhebe dich, o Gott! richte die Erde, denn du bist immerdar Herr über alle Völker.¹² Psalmen Ps 23 81 8 12 Hebr.: Du besitzest (musst in Besitz nehmen) alle Heiden. Also auch ihre Gewalthaber sind deine Stellvertreter, sollen gerecht richten nach deinem Willen. So komme denn du selbst und richte gerecht, wenn es die Menschen nicht tun. Soll Gott alle Völker selbst gerecht richten, so ist damit auf sein Kommen als Messias hingewiesen. Auch die Priester haben richterliche Gewalt, und wenn ein Mensch in übertragener Weise Gott genannt werden kann, so der Priester, der den Herrn in dem Richterstuhl der Buße vertritt. -Psalmen Ps 23 82 0 1. Der Sänger trägt dem Allmächtigen die Anschläge der Feinde vor (V. 5), zählt dieselben auf und beschreibt die drohende Gefahr. (V. 9) 2. Bitte an Gott, er wolle sie vernichten, wie einst die Madianiter und Kanaaniter, und ihre Fürsten umkommen lassen, wie einst die Fürsten der Madianiter (V. 13), und das Feuer seines Zornes über sie kommen lassen, damit sie zur Erkenntnis seines Namens geführt werden. (V. 17) 3. Epilog. Erneute Bitte um die Vernichtung der Feinde, damit der Herr auf der ganzen Erde als der Höchste anerkannt werde. +Psalmen Ps 23 82 0 1. Der Sänger trägt dem Allmächtigen die Anschläge der Feinde vor (V. 5), zählt dieselben auf und beschreibt die drohende Gefahr. (V. 9) 2. Bitte an Gott, er wolle sie vernichten, wie einst die Madianiter und Kanaaniter, und ihre Fürsten umkommen lassen, wie einst die Fürsten der Madianiter (V. 13), und das Feuer seines Zornes über sie kommen lassen, damit sie zur Erkenntnis seines Namens geführt werden. (V. 17) 3. Epilog. Erneute Bitte um die Vernichtung der Feinde, damit der Herr auf der ganzen Erde als der Höchste anerkannt werde. Psalmen Ps 23 82 1 Canticum Psalmi Asaph. Ein Psalmlied Asaphs.¹ Psalmen Ps 23 82 1 1 Vergl. [2Chr 20,1-29]. Psalmen Ps 23 82 2 Deus, quis similis erit tibi? ne taceas, neque compescaris Deus: Gott! wer ist dir gleich?² o schweige nicht und halte nicht ein, o Gott! @@ -28468,7 +28478,7 @@ Psalmen Ps 23 82 17 18 Der Vernichtung heischende richtet sich gegen die Pläne Psalmen Ps 23 82 18 Erubescant, et conturbentur in sæculum sæculi: et confundantur, et pereant. Sie sollen beschämt und verwirrt werden auf immer und zuschanden werden und zugrunde gehen. Psalmen Ps 23 82 19 Et cognoscant quia nomen tibi Dominus: tu solus Altissimus in omni terra. Und sie sollen erkennen, dass Herr dein Name ist, dass du der Höchste allein bist auf der ganzen Erde.¹⁹ Psalmen Ps 23 82 19 19 Hebr.: und sie erkennen, dass du, dein Name Jahve allein erhaben (der höchste bist) über die ganze Erde. Der Psalmist wünscht, dass die Feinde zwar zunichte werden, aber, damit sie nicht völlig vernichtet werden, Jahve die Ehre geben. Der hl. Gregor ließ diesen Psalm zur Zeit großer Drangsale der Kirche öffentlich beten. Auch der hl. Augustin wendet ihn auf die Feinde der Kirche an, die nur im Hasse gegen Christus und die Kirche einig sind, deren schlimmster der Antichrist [Offb 13] sein wird. -Psalmen Ps 23 83 0 1. Sehnsucht nach dem Heiligtum, in dem der Sänger, wie der Vogel im Neste, Ruhe und Schutz finden möchte. (V. 5) 2. Auf Gottes Hilfe bauend, hegt er die Hoffnung, nach dorthin zurückzukehren (V. 9), und bittet Gott flehentlich um die Erfüllung derselben, weil er das Wohnen im Hause Gottes allen übrigen Gütern vorzieht und Gott denen, die unsträflich wandeln, das Gute nicht versagt. +Psalmen Ps 23 83 0 1. Sehnsucht nach dem Heiligtum, in dem der Sänger, wie der Vogel im Neste, Ruhe und Schutz finden möchte. (V. 5) 2. Auf Gottes Hilfe bauend, hegt er die Hoffnung, nach dorthin zurückzukehren (V. 9), und bittet Gott flehentlich um die Erfüllung derselben, weil er das Wohnen im Hause Gottes allen übrigen Gütern vorzieht und Gott denen, die unsträflich wandeln, das Gute nicht versagt. Psalmen Ps 23 83 1 In finem, Pro torcularibus filiis Core, Psalmus. Zum Ende, für die Keltern,¹ ein Psalm von den Söhnen Kores.² Psalmen Ps 23 83 1 1 Dem Musikmeister. (Wohl.) Am Laubhüttenfest. Psalmen Ps 23 83 1 2 Siehe [Ps 8,Anm.1]. @@ -28501,7 +28511,7 @@ Psalmen Ps 23 83 12 Quia misericordiam, et veritatem diligit Deus: gratiam, et g Psalmen Ps 23 83 12 18 Hebr.: Sonne und Schild ist Jahve. Vulg.: Gott ist eine Gnadensonne und in der Durchführung seiner Verheißungen fest wie ein Schild, ist barmherzig und treu. Psalmen Ps 23 83 13 Non privabit bonis eos, qui ambulant in innocentia: Domine virtutum, beatus homo, qui sperat in te. Nicht versagt er Gutes denen, die unsträflich wandeln; Herr der Heerscharen! glückselig ist der Mensch, der auf dich vertraut!¹⁹ Psalmen Ps 23 83 13 19 Auch wir haben Gott auf unseren Altären gegenwärtig, doch vollkommener als das Alte Testament. Wenn nun bereits in dem irdischen Tempel, in dem wir noch nicht schauen, sondern glauben, des Herrn Gegenwart bereits so glücklich macht, wie muss da erst das Schauen selbst im Himmel beglücken! Täglich betet der Priester diesen Psalm in der Vorbereitung zur heiligen Messe, welche im Offizium geboten wird. -Psalmen Ps 23 84 0 1. Danksagung, dass Gott dem Volke seine früheren Sünden nachgelassen. (V. 4) Bitte, Gott wolle nicht ferner zürnen, sondern demselben sein volles Erbarmen zeigen. (V. 8) 2. Durch das Gebet gestärkt, will der Psalmist hören, welchen Trost er von Gott empfangen wird. (V. 9) Die göttliche Antwort berichtend, sagt er dem Volke, das Gott fürchtet, neue Herrlichkeit voraus, da Gott in seiner Erbarmung seine Verheißungen erfüllen wird. +Psalmen Ps 23 84 0 1. Danksagung, dass Gott dem Volke seine früheren Sünden nachgelassen. (V. 4) Bitte, Gott wolle nicht ferner zürnen, sondern demselben sein volles Erbarmen zeigen. (V. 8) 2. Durch das Gebet gestärkt, will der Psalmist hören, welchen Trost er von Gott empfangen wird. (V. 9) Die göttliche Antwort berichtend, sagt er dem Volke, das Gott fürchtet, neue Herrlichkeit voraus, da Gott in seiner Erbarmung seine Verheißungen erfüllen wird. Psalmen Ps 23 84 1 In finem, Filiis Core, Psalmus. Zum Ende,¹ von den Söhnen Kores, ein Psalm.² Psalmen Ps 23 84 1 1 Für den Musikmeister. Psalmen Ps 23 84 1 2 Durch die Aufhebung der Gefangenschaft nahm Gott alle Schuld als nunmehr abgebüßt von seinem Volke hinweg und hörte auf zu zürnen. Doch neue Trübsale kamen über die Heimgekehrten (V. 5 ff.), für den Sänger ein Zeichen des wiedererwachten Zornes Gottes. @@ -28534,7 +28544,7 @@ Psalmen Ps 23 84 13 16 So reicher geistiger Segen ist da (V. 11, V. 12) und mus Psalmen Ps 23 84 13 17 Der Natursegen, wie die zweite Hälfte des Verses zeigt. Psalmen Ps 23 84 14 Justitia ante eum ambulabit: et ponet in via gressus suos. Gerechtigkeit geht vor ihm her und schreitet fort auf seinem Wege.¹⁸ Psalmen Ps 23 84 14 18 Sie geht feierlich wie ein Herold vor ihm her und folgt ihm unzertrennlich. Die heiligen Väter erklären des Psalm typisch messianisch. -Psalmen Ps 23 85 0 In seinem Dichter flieht der Dichter, auf seine Frömmigkeit und sein Vertrauen gestützt, zur unendlichen Barmherzigkeit Gottes (V. 5) und fleht ihn, der allmächtig, um Hilfe in seiner Not an. (V. 10) Er verheißt, Gott zu loben und zu danken, wenn er der Gefahr entrissen wird (V. 15), und schließt mit erneuter Bitte. +Psalmen Ps 23 85 0 In seinem Dichter flieht der Dichter, auf seine Frömmigkeit und sein Vertrauen gestützt, zur unendlichen Barmherzigkeit Gottes (V. 5) und fleht ihn, der allmächtig, um Hilfe in seiner Not an. (V. 10) Er verheißt, Gott zu loben und zu danken, wenn er der Gefahr entrissen wird (V. 15), und schließt mit erneuter Bitte. Psalmen Ps 23 85 1 Oratio ipsi David. Inclina Domine aurem tuam et exaudi me: quoniam inops et pauper sum ego. Ein Gebet Davids.¹ Neige, o Herr! dein Ohr und erhöre mich, denn ich bin elend und arm.² Psalmen Ps 23 85 1 1 Wohl nur aus davidischen Stellen gesammelt oder nach solchen Vorbildern gedichtet. Psalmen Ps 23 85 1 2 Vergl. [Ps 39,18]. Auch die übrigen Verse klingen an andere Psalmen an. @@ -28565,7 +28575,7 @@ Psalmen Ps 23 85 16 11 Des Knechtes, der schon von den Eltern her dein Knecht i Psalmen Ps 23 85 17 Fac mecum signum in bonum, ut videant qui oderunt me, et confundantur: quoniam tu Domine adjuvisti me, et consolatus es me. Tue an mir ein Zeichen zum Guten,¹² dass es sehen, die mich hassen, und beschämt werden, weil du, Herr! mir beigestanden und mich getröstet hast.¹³ Psalmen Ps 23 85 17 12 Tue an mir etwas, woraus die Feinde ersehen, dass du mit mir bist, und was mir zum Heile dient: Rette mich! Psalmen Ps 23 85 17 13 Manche heiligen Väter haben den Psalm typisch auf Christus gedeutet, der am Kreuze den Vater um glorreichen Sieg, um die Bekehrung aller Völker, gebeten hat. Der Psalm findet sich deshalb im Offizium des heiligsten Namens Jesu wie in dem des heiligsten Herzens Jesu. -Psalmen Ps 23 86 0 Gott liebt Sion vor allen Städten und hat Herrliches von ihr verkündet. (V. 3) Alle, die ihn erkennen, sind in Sion geboren und am Tage des Gerichtes wird der Herr alle, die Bürger von Sion geworden, als die Seinigen anerkennen. (V. 6) Beschreibung der Freude der Bürger Sions. +Psalmen Ps 23 86 0 Gott liebt Sion vor allen Städten und hat Herrliches von ihr verkündet. (V. 3) Alle, die ihn erkennen, sind in Sion geboren und am Tage des Gerichtes wird der Herr alle, die Bürger von Sion geworden, als die Seinigen anerkennen. (V. 6) Beschreibung der Freude der Bürger Sions. Psalmen Ps 23 86 1 Filiis Core, Psalmus Cantici. Fundamenta ejus in montibus sanctis: Von den Söhnen Kores, ein Psalmlied.¹ Seine Grundfesten² liegen auf heiligen Bergen,³ Psalmen Ps 23 86 1 1 Wohl gedichtet, als infolge Vernichtung des assyrischen Heeres vor Jerusalem zur Zeit des Hiskias von vielen Völkern Weihgeschenke in den Tempel gebracht wurden. [2Chr 32,23] Psalmen Ps 23 86 1 2 Seine: Gottes, die von Gott gelegten Fundamente, Gottes Gründung. @@ -28592,7 +28602,7 @@ Psalmen Ps 23 86 6 Dominus narrabit in scripturis populorum, et principum: horum Psalmen Ps 23 86 6 18 Hebr.: Jahve wird zählen, indem er die Völker aufschreibt in das Buch der Lebendigen, so ein Volk nach dem anderen als in Sion geboren (in Sion Bürgerrecht habend) anerkennend. Vulg.: der Herr wird, wenn er die Völker und Fürsten in das Buch des Lebens einschreibt, verkünden, dass sie alle in Sion geboren sind. Und dann (V. 7), wenn in Sion alle Völker zusammengeströmt sind, wird das Wohnen einzig Frohlocken sein. Einige Ausleger erklären die Vulgata: der Herr verkündet es in der alten Urkunde der Offenbarung. Psalmen Ps 23 86 7 Sicut lætantium omnium habitatio est in te. Dann wird ihr Wohnen in dir sein wie das Wohnen von lauter Frohlockenden.¹⁹ Psalmen Ps 23 86 7 19 Hebr.: Und singend und frohlockend alle, die in dir wohnen: Alle meine Quellen (Heilsquellen) sind in dir. -Psalmen Ps 23 87 0 Der Dichter fleht in todbringenden Leiden Gott um Rettung an. (V. 8) 2. Er ist verlassen von seinen Vertrauten, im Kerker der Krankheit, von Gottes strafender Hand getroffen, fleht er den Herrn an, seinen Zorn zu wenden. Gott wolle ihm wunderbar Hilfe gewähren, dann werde er ihn preisen; doch wie sollte dies geschehen, ließe der Herr ihn sterben? (V. 13) 3. Erneutes klagenvolles Flehen. +Psalmen Ps 23 87 0 Der Dichter fleht in todbringenden Leiden Gott um Rettung an. (V. 8) 2. Er ist verlassen von seinen Vertrauten, im Kerker der Krankheit, von Gottes strafender Hand getroffen, fleht er den Herrn an, seinen Zorn zu wenden. Gott wolle ihm wunderbar Hilfe gewähren, dann werde er ihn preisen; doch wie sollte dies geschehen, ließe der Herr ihn sterben? (V. 13) 3. Erneutes klagenvolles Flehen. Psalmen Ps 23 87 1 Canticum Psalmi, Filiis Core, in finem, pro Mahelet ad respondendum, intellectus Eman Ezrahitæ. Ein Psalmlied, von den Söhnen Kores, zum Ende, nach Maheleth als Wechselgesang,¹ eine Unterweisung Emans, des Ezrahiters.² Psalmen Ps 23 87 1 1 Für den Musikmeister, Chorgesang, mit gedämpfter Stimme vorzutragen (?) ein Maskil (Betrachtung?) Emans. Psalmen Ps 23 87 1 2 Die doppelte Aufschrift enthält zwei sich widersprechende Angaben. Eman, Salomons Zeitgenosse [1Kön 5,11] war aus dem Stamme Juda. [1Chr 2,6] Die zweite Überschrift ist wohl durch ein Versehen des Abschreibers aus [Ps 86] hierher geraten. Mehrfache Berührungen im Ausdruck mit dem Buche Job weisen auf die salomonische Zeit. Viele Väter haben den Psalm messianisch gedeutet, doch kann er höchstens als typisch messianisch gefasst werden. So ist er dann freilich am Kreuze des Heilandes voll erfüllt. @@ -28630,7 +28640,7 @@ Psalmen Ps 23 87 17 In me transierunt iræ tuæ: et terrores tui conturbaverunt Psalmen Ps 23 87 18 Circumdederunt me sicut aqua tota die: circumdederunt me simul. Sie haben mich umgeben wie Wasser den ganzen Tag, mich umringt allzumal. Psalmen Ps 23 87 19 Elongasti a me amicum, et proximum: et notos meos a miseria. Du hast von mir den Freund und den Nächsten entfernt und meine Bekannten von mir im Unglück.¹⁸ Psalmen Ps 23 87 19 18 Hebr.: meine Vertrauten sind finsteres Dunkel. Statt der bisherigen Vertrauten ist dies mein Vertrauter geworden. Der Sänger schweigt und harrt, dass Gott dieses Leidensrätsel löse. (Vergl. auch das Buch Job.) -Psalmen Ps 23 88 0 1. Preis der Erbarmungen des Herrn, der mit David einen Bund geschlossen. (V. 5) Gott kann und will seine Verheißungen erfüllen, dafür bürgt seine Treue und Majestät (V. 8), seine Macht (V. 11); seine allgemeine Herrschaft (V. 14), seine Gerechtigkeit und Güte. (V. 19) 2. Die Verheißung: Gott selbst hat David auserwählt und mit seiner Kraft gesalbt, ihm Hilfe versprechend (V. 22), damit er die Feinde besiegen und ein großes Reich gründen könne. (V. 26) Ja, Gott will seine Nachkommenschaft ewig erhalten (V. 30) und deshalb seine Söhne zwar strafen, wenn sie fehlen, aber ihnen nicht seine Barmherzigkeit entziehen (V. 34), und hat dies Versprechen mit einem Eidschwur bekräftigt. (V. 38) 3. Doch wie stimmt mit diesem Versprechen die jetzige Lage des Königs? Scheint nicht dieser vielmehr verworfen und Davids Krone angetastet, da die Feinde überall siegreich sind? (V. 42) Bitte, Gott wolle eilen zu helfen, seines Versprechens und Eidschwures eingedenk. +Psalmen Ps 23 88 0 1. Preis der Erbarmungen des Herrn, der mit David einen Bund geschlossen. (V. 5) Gott kann und will seine Verheißungen erfüllen, dafür bürgt seine Treue und Majestät (V. 8), seine Macht (V. 11); seine allgemeine Herrschaft (V. 14), seine Gerechtigkeit und Güte. (V. 19) 2. Die Verheißung: Gott selbst hat David auserwählt und mit seiner Kraft gesalbt, ihm Hilfe versprechend (V. 22), damit er die Feinde besiegen und ein großes Reich gründen könne. (V. 26) Ja, Gott will seine Nachkommenschaft ewig erhalten (V. 30) und deshalb seine Söhne zwar strafen, wenn sie fehlen, aber ihnen nicht seine Barmherzigkeit entziehen (V. 34), und hat dies Versprechen mit einem Eidschwur bekräftigt. (V. 38) 3. Doch wie stimmt mit diesem Versprechen die jetzige Lage des Königs? Scheint nicht dieser vielmehr verworfen und Davids Krone angetastet, da die Feinde überall siegreich sind? (V. 42) Bitte, Gott wolle eilen zu helfen, seines Versprechens und Eidschwures eingedenk. Psalmen Ps 23 88 1 Intellectus Ethan Ezrahitæ. Eine Unterweisung¹ Ethans, des Ezrahiters.² Psalmen Ps 23 88 1 1 Ein Maskil (bestimmte Liederart). Psalmen Ps 23 88 1 2 Vergl. [1Kön 4,31]. Der Psalm scheint sich auf das fünfte Jahr der Regierung Rehabeams zu beziehen, als Sesak gegen Jerusalem zog. [1Kön 14,25-28, 2Chr 12,1-12] @@ -28741,7 +28751,7 @@ Psalmen Ps 23 88 52 Quod exprobraverunt inimici tui Domine, quod exprobraverunt Psalmen Ps 23 88 52 56 Den an Davids Stelle getretenen König. Hebr.: welche dich schmähen, (als) deine Feinde, Herr, welche schmähen die Fußstapfen deines Gesalbten (deinen Gesalbten, wo immer er geht und was er tut). Psalmen Ps 23 88 53 Benedictus Dominus in æternum: fiat, fiat. Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit! Amen, Amen!⁵⁷ Psalmen Ps 23 88 53 57 Schluss des dritten Buches der Psalmen. Sofern das, was V. 20-38 von David und seinen Nachkommen gesagt ist, erst in Christus, dem gottmenschlichen Sprossen Davids, seine Erfüllung gefunden hat, ist der Psalm messianisch. Den vollen Glanz seines Reiches wird der Herr erst am Ende der Zeiten erstrahlen lassen. -Psalmen Ps 23 89 0 Gott ist stets die Zuflucht seines Volkes gewesen. (V. 1) a. Wie hinfällig und im Vergleich zur Ewigkeit Gottes kurz ist des Menschen Leben! (V. 6) Und dennoch will der Herr in seinem Zorne diesen kurzen Zeitraum noch gleichsam abschneiden? (V. 12) b. Bitte an Gott, den Übriggebliebenen wieder seine Barmherzigkeit zu erweisen und die frühere Freude wieder zu gewähren. +Psalmen Ps 23 89 0 Gott ist stets die Zuflucht seines Volkes gewesen. (V. 1) a. Wie hinfällig und im Vergleich zur Ewigkeit Gottes kurz ist des Menschen Leben! (V. 6) Und dennoch will der Herr in seinem Zorne diesen kurzen Zeitraum noch gleichsam abschneiden? (V. 12) b. Bitte an Gott, den Übriggebliebenen wieder seine Barmherzigkeit zu erweisen und die frühere Freude wieder zu gewähren. Psalmen Ps 23 89 1 Oratio Moysi hominis Dei. Domine, refugium factus es nobis: a generatione in generationem. Gebet Moses, des Mannes Gottes.¹ O Herr! du bist unsere Zuflucht² gewesen von Geschlecht zu Geschlecht. Psalmen Ps 23 89 1 1 Vergl. [Dtn 33,1, Jos 14,6]. Nach Hieron. und der jüd. Tradition hat Moses den Psalm verfasst, als das Volk sich in der Wüste gegen den Einzug nach Kanaan auflehnte und Gott zur Strafe bestimmte, dass alle, die das 20. Jahr überschritten, in der Wüste sterben sollten. [Num 14,26ff] Psalmen Ps 23 89 1 2 Hebr.: Obdach, Wohnung wo Schutz und Ruhe geboten wird. @@ -28788,7 +28798,7 @@ Psalmen Ps 23 89 17 Et sit splendor Domini Dei nostri super nos et opera manuum Psalmen Ps 23 89 17 27 Hebr.: Huld. Psalmen Ps 23 89 17 28 Augustinus: Über uns hinaus, hebe sie zu dir empor, damit wir dafür himmlischen Lohn empfangen. Psalmen Ps 23 89 17 29 Der Priester betet V. 16, V. 17 täglich in der Prim, dass Gott uns das Tag für Tag obliegende Werk der Erwerbung des himmlischen Kanaan wolle gelingen lassen. -Psalmen Ps 23 90 0 a. Wer stets bei Gott wohnt, ist sicher vor allen Gefahren. (V. 3) b. Weitere Ausführung: Gottes Treue macht mich frei von aller Furcht, ob ich auch die Sünder untergehen sehe. (V. 8) Dem Psalmisten kann kein Schaden geschehen, denn Gott hat seinen Engeln über ihn befohlen. (V. 13) c. Epilog: Verheißung des göttlichen Schutzes. +Psalmen Ps 23 90 0 a. Wer stets bei Gott wohnt, ist sicher vor allen Gefahren. (V. 3) b. Weitere Ausführung: Gottes Treue macht mich frei von aller Furcht, ob ich auch die Sünder untergehen sehe. (V. 8) Dem Psalmisten kann kein Schaden geschehen, denn Gott hat seinen Engeln über ihn befohlen. (V. 13) c. Epilog: Verheißung des göttlichen Schutzes. Psalmen Ps 23 90 1 Laus Cantici David. Qui habitat in adjutorio Altissimi, in protectione Dei cli commorabitur. Lobgesang Davids.¹ Wer unter der Hilfe des Allerhöchsten wohnt,² weilt³ unter dem Schirme des Gottes des Himmels. Psalmen Ps 23 90 1 1 Wohl in gleicher Bedeutung wie die Überschrift [Ps 47,1] u.a. Psalmen Ps 23 90 1 2 Sich niederlässt. @@ -28821,7 +28831,7 @@ Psalmen Ps 23 90 14 15 Von hier ab spricht Gott. Psalmen Ps 23 90 15 Clamabit ad me, et ego exaudiam eum: cum ipso sum in tribulatione: eripiam eum et glorificabo eum. Er wird mich anrufen und ich werde ihn erhören, ich bin bei ihm in der Not, ich werde ihn retten und ihn zu Ehren bringen: Psalmen Ps 23 90 16 Longitudine dierum replebo eum: et ostendam illi salutare meum. Mit langem Leben will ich ihn sättigen und ihn mein Heil schauen lassen.¹⁶ Psalmen Ps 23 90 16 16 Täglich betet der Priester diesen Psalm im Nachtgebet (Kompletorium), Gott für allen Schutz während des Tages zu danken und solchen auch für die Nacht zu erflehen. -Psalmen Ps 23 91 0 a. Süß ist es, Gottes Güte und Treue zu preisen und zu erheben (V. 4), denn Gott erfreut uns tausendfach durch seine Werke. Nur der Tor versteht dies nicht. (V. 7) b. Zwar geht es den Sündern zeitweise wohl, aber nur auf kurze Zeit, denn Gott, der ewige, vernichtet sie. Die Gerechten hingegen wachsen und sehen auf ihre Feinde herab (V. 13); Gott treu anhängend und in ihm blühend, verkündigen sie allzeit seine Gerechtigkeit. +Psalmen Ps 23 91 0 a. Süß ist es, Gottes Güte und Treue zu preisen und zu erheben (V. 4), denn Gott erfreut uns tausendfach durch seine Werke. Nur der Tor versteht dies nicht. (V. 7) b. Zwar geht es den Sündern zeitweise wohl, aber nur auf kurze Zeit, denn Gott, der ewige, vernichtet sie. Die Gerechten hingegen wachsen und sehen auf ihre Feinde herab (V. 13); Gott treu anhängend und in ihm blühend, verkündigen sie allzeit seine Gerechtigkeit. Psalmen Ps 23 91 1 Psalmus Cantici, In die sabbati. Ein Psalmlied, am Sabbattage. Psalmen Ps 23 91 2 Bonum est confiteri Domino: et psallere nomini tuo Altissime. Gut¹ ist es, den Herrn zu preisen und Lob zu singen deinem Namen, du Höchster! Psalmen Ps 23 91 2 1 Geziemend. @@ -28851,7 +28861,7 @@ Psalmen Ps 23 91 14 12 Die, welche den Tempel besuchen, werden dadurch unvergä Psalmen Ps 23 91 15 Adhuc multiplicabuntur in senecta uberi: et bene patientes erunt, Noch im späten Alter werden sie gedeihen und frisch sein, Psalmen Ps 23 91 16 Ut annuntient: Quoniam rectus Dominus Deus noster: et non est iniquitas in eo. um zu verkünden,¹³ dass der Herr, unser Gott, gerecht und kein Unrecht an ihm ist. Psalmen Ps 23 91 16 13 Im Rückblick auf ihr an Gerechtigkeits- und Gnadentaten Gottes reiches Leben. -Psalmen Ps 23 92 0 Gott sei Preis, der als Schöpfer sich als König erwiesen und die Herrschaft angetreten hat, die ihm von Ewigkeit her gebührt. (V. 2) Er, der erhabener ist als alles, was wunderbar ist auf Erden (V. 4), ist treu in seinen Drohungen und Verheißungen und fromm zu verehren. +Psalmen Ps 23 92 0 Gott sei Preis, der als Schöpfer sich als König erwiesen und die Herrschaft angetreten hat, die ihm von Ewigkeit her gebührt. (V. 2) Er, der erhabener ist als alles, was wunderbar ist auf Erden (V. 4), ist treu in seinen Drohungen und Verheißungen und fromm zu verehren. Psalmen Ps 23 92 1 Laus Cantici ipsi David in die ante sabbatum, quando fundata est terra. Dominus regnavit, decorem indutus est: indutus est Dominus fortitudinem, et præcinxit se. Etenim firmavit orbem terræ, qui non commovebitur. Loblied Davids, für den Tag vor dem Sabbate, da die Erde gegründet worden.¹ Der Herr ist König,² er hat sich mit Herrlichkeit bekleidet;³ der Herr hat sich mit Macht angetan und umgürtet, denn er hat den Erdkreis gefestigt, dass er nicht wanke. Psalmen Ps 23 92 1 1 Am Freitag, an dem Gott sein Schöpfungswerk durch die Erschaffung des Menschen vollendete und so über alle Geschöpfe zu herrschen begann. Psalmen Ps 23 92 1 2 Der Sinn des Hebr.: hat das Königtum angetreten und herrscht nun. @@ -28866,7 +28876,7 @@ Psalmen Ps 23 92 4 7 Das Toben des Meeres ist Bild der gottentfremdeten Heidenv Psalmen Ps 23 92 5 Testimonia tua credibilia facta sunt nimis: domum tuam decet sanctitudo Domine in longitudinem dierum. Deine Zeugnisse⁸ sind überaus treu bewährt, deinem Hause ziemt Heiligkeit, o Herr! für alle Zeiten.⁹ Psalmen Ps 23 92 5 8 Deine Zeugnisse verheißen die künftige Offenbarung seiner Herrlichkeit in deinem Reiche. Psalmen Ps 23 92 5 9 Der Psalm lässt sich auf Christus anwenden. (Aug.) -Psalmen Ps 23 93 0 a. Bitte, Gott wolle sich gegen die Sünder erheben. (V. 3) b. Aber Gott sieht nicht die stolzen Bedränger des Volkes und die ungerechten Richter? (V. 7) Eine solche Meinung ist Torheit und Wahnsinn. (V. 11) c. Selig der Gerechte, der im Unglück auf Gott vertraut, dieser wird ihn nicht verlassen und die Ungerechten richten. (V. 15) d. Nur Gott allein kann gegen die Ungerechten Schutz gewähren und hilft. (V. 19), denn er hat keine Gemeinschaft mit den Ungerechten, sondern steht den Gerechten bei und vernichtet die Bösen. +Psalmen Ps 23 93 0 a. Bitte, Gott wolle sich gegen die Sünder erheben. (V. 3) b. Aber Gott sieht nicht die stolzen Bedränger des Volkes und die ungerechten Richter? (V. 7) Eine solche Meinung ist Torheit und Wahnsinn. (V. 11) c. Selig der Gerechte, der im Unglück auf Gott vertraut, dieser wird ihn nicht verlassen und die Ungerechten richten. (V. 15) d. Nur Gott allein kann gegen die Ungerechten Schutz gewähren und hilft. (V. 19), denn er hat keine Gemeinschaft mit den Ungerechten, sondern steht den Gerechten bei und vernichtet die Bösen. Psalmen Ps 23 93 1 Psalmus ipsi David, Quarta sabbati. Deus ultionum Dominus: Deus ultionum libere egit. Psalm Davids,¹ für den vierten Wochentag. Der Gott der Rache, der Herr, der Gott der Rache handelt offenkundig.² Psalmen Ps 23 93 1 1 Einem Psalme Davids nach Inhalt oder Form ähnlich, oder: der Sammlung hinzugefügt. Psalmen Ps 23 93 1 2 Und niemand vermag ihn zu hindern, die Gottlosen zu strafen. Hebr.: Gott der Rache erscheine! @@ -28908,7 +28918,7 @@ Psalmen Ps 23 93 21 Captabunt in animam justi: et sanguinem innocentem condemnab Psalmen Ps 23 93 22 Et factus est mihi Dominus in refugium: et Deus meus in adjutorium spei meæ. Doch der Herr wird meine Zuflucht und mein Gott die Stütze meiner Hoffnung sein Psalmen Ps 23 93 23 Et reddet illis iniquitatem ipsorum: et in malitia eorum disperdet eos: disperdet illos Dominus Deus noster. und er wird ihnen ihre Ungerechtigkeit vergelten und sie in ihrer Bosheit vertilgen, vertilgen wird sie der Herr, unser Gott!¹⁸ Psalmen Ps 23 93 23 18 Die Kirche legt diesen Psalm dem leidenden Heiland in den Mund, dessen Blut die Frevler vergossen haben. -Psalmen Ps 23 94 0 Lobet Gott! (V. 2) Größer als alle Götzen ist Gott, der Schöpfer und Beherrscher der ganzen Welt und der Hirt seines Volkes. (V. 7) Mahnung, Gott, wenn er redet, nicht zu widerstehen, wie die Vorfahren sich ihm widersetzt haben und wegen ihres Ungehorsams vom verheißenen Lande ausgeschlossen wurden. +Psalmen Ps 23 94 0 Lobet Gott! (V. 2) Größer als alle Götzen ist Gott, der Schöpfer und Beherrscher der ganzen Welt und der Hirt seines Volkes. (V. 7) Mahnung, Gott, wenn er redet, nicht zu widerstehen, wie die Vorfahren sich ihm widersetzt haben und wegen ihres Ungehorsams vom verheißenen Lande ausgeschlossen wurden. Psalmen Ps 23 94 1 Laus Cantici ipsi David. Venite, exsultemus Domino: jubilemus Deo salutari nostro: Loblied Davids.¹ Kommet, lasset uns dem Herrn frohlocken, Gott jubeln, unserm Retter!² Psalmen Ps 23 94 1 1 Im Hebr. fehlt die Angabe des Verfassers. Psalmen Ps 23 94 1 2 Hebr.: Grund unseres Heils. @@ -28937,7 +28947,7 @@ Psalmen Ps 23 94 10 15 Hebr.: Hatte Ekel. Psalmen Ps 23 94 11 Et isti non cognoverunt vias meas: ut juravi in ira mea: Si introibunt in requiem meam. Sie haben meine Wege nicht erkannt, so schwur ich in meinem Zorne:¹⁶ Wahrlich, nicht sollen sie in meine Ruhe gelangen.¹⁷ [Hebr 4,3] Psalmen Ps 23 94 11 16 Der Schwur findet sich [Num 14,28ff]. Psalmen Ps 23 94 11 17 Sie erlangten nicht die Ruhe des Besitzes von Kanaan. Doch dies Land der irdischen Ruhe war der Typus der himmlischen Ruhe. [Hebr 4,1-4] Der Gehorsam gegen Gott hat auch jetzt noch den Gnadenlohn des Eingehens in Gottes Ruhe zu erwarten. Der Psalm liegt hier im lateinischen Texte nach dem Psalterium Gallicanum vor. In dieser Gestalt kommt er im Brevier nur am Feste der Erscheinung des Herrn vor. Im täglichen Offizium wird der Text des Psalterium Romanum geboten: Aufforderung im Gebete vor Gott zu treten und hingegen seine Stimme zu hören. In diesem ist in V. 3 quoniam bis plebem irrtümlich aus [Ps 93,14] genommen. V. 4: Sein Blick (der Blick des Herrschers, der winkt und geschieht) trifft die Spitzen der Berge. V. 10: Ich war nahe: mit Betrübnis, Verdruss. V. 11 quibus: denen ich dann schwur. -Psalmen Ps 23 95 0 a. Aufforderung, Gott mit neuem Liede zu preisen (V. 2), der erhaben und mächtig ist unter den Völkern. (V. 6) b. Aufforderung an diese, Gott in seinem Tempel anzubeten und zu verehren, da er auch ihr mächtiger König und Richter ist. (V. 10) c. Aufforderung an die vernunftlosen Wesen, sich mit ihm vor Gott zu freuen, der kommt, die Erde zu richten in Gerechtigkeit. +Psalmen Ps 23 95 0 a. Aufforderung, Gott mit neuem Liede zu preisen (V. 2), der erhaben und mächtig ist unter den Völkern. (V. 6) b. Aufforderung an diese, Gott in seinem Tempel anzubeten und zu verehren, da er auch ihr mächtiger König und Richter ist. (V. 10) c. Aufforderung an die vernunftlosen Wesen, sich mit ihm vor Gott zu freuen, der kommt, die Erde zu richten in Gerechtigkeit. Psalmen Ps 23 95 1 Canticum ipsi David, Quando domus ædificabatur post captivitatem. Cantate Domino canticum novum: cantate Domino omnis terra. Ein Lied Davids, als das Haus nach der Gefangenschaft gebaut ward.¹ Singet dem Herrn ein neues Lied, singet dem Herren, alle Lande! Psalmen Ps 23 95 1 1 Der Psalm ist im Hebr. ohne Überschrift. Er ist ein Teil des Liedes, das bei der Übertragung der Bundeslade auf den Berg Sion gesungen ward [1Chr 16,8-36]. [Ps 104,1-15] bietet die ersten Verse dieses Liedes, dieser Psalm den Schluss. Ob freilich V. 5, vergl. [1Chr 16,21], von David herrührt und nicht vielmehr zur Zeit des Propheten Isaias eingeschoben ist? Im Übrigen fehlt im Texte Paral. V. 1a, 2a, 13. Der Psalm ward bei der Grundsteinlegung des zweiten Tempels gesungen. Vergl. [Esra 3,10]. Psalmen Ps 23 95 2 Cantate Domino, et benedicite nomini ejus: annuntiate de die in diem salutare ejus. Singet dem Herrn und preiset seinen Namen, verkündet von einem Tage zum andern sein Heil! @@ -28962,7 +28972,7 @@ Psalmen Ps 23 95 12 Gaudebunt campi, et omnia, quæ in eis sunt. Tunc exsultabun Psalmen Ps 23 95 12 10 In der Messianischen Zeit, welche sich den Blicken des Sehers darstellt. Schon am ersten Erscheinen des Herrn hat die Natur teilgenommen, noch mehr wird sie es tun bei dem zweiten. Psalmen Ps 23 95 13 A facie Domini, quia venit: quoniam venit judicare terram. Judicabit orbem terræ in æquitate, et populos in veritate sua. vor dem Antlitze des Herrn, weil er kommt, weil er kommt, die Erde zu richten! Er wird den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten und die Völker in seiner Wahrhaftigkeit.¹¹ Psalmen Ps 23 95 13 11 Die Väter haben diesen Psalm messianisch erklärt, indem sie in demselben eine Aufforderung an alle Völker erblickten, sich des Heiles in Christus zu freuen, eine Einladung an die Heiden, sich demselben zuzuwenden, und eine Voraussagung der Freude, welche selbst die äußere Natur über die Ankunft Christi empfinden werde. -Psalmen Ps 23 96 0 1. Die ganze Erde soll Gott mit frohem Schall begrüßen. (V. 1) Beschreibung des Gerichtes Gottes unter dem Bilde eines nahenden Sturmes, der die Feinde vernichtet und Gottes Herrlichkeit allen offenbart. 2. Folge des Gerichtes: Beschämung der Heiden, Lob der Engel, Freude der Diener Gottes. (V. 11) Schluss: Nochmalige Mahnung zur Freude. +Psalmen Ps 23 96 0 1. Die ganze Erde soll Gott mit frohem Schall begrüßen. (V. 1) Beschreibung des Gerichtes Gottes unter dem Bilde eines nahenden Sturmes, der die Feinde vernichtet und Gottes Herrlichkeit allen offenbart. 2. Folge des Gerichtes: Beschämung der Heiden, Lob der Engel, Freude der Diener Gottes. (V. 11) Schluss: Nochmalige Mahnung zur Freude. Psalmen Ps 23 96 1 Huic David, Quando terra ejus restituta est. Dominus regnavit, exsultet terra: lætentur insulæ multæ. Psalm Davids,¹ als sein Land geordnet war.² Der Herr ist König, es frohlocke die Erde, es freue sich der Inseln³ Zahl!⁴ Psalmen Ps 23 96 1 1 Dieser Psalm ist wohl eine Überarbeitung von [Ps 17,8-15], die in der Zeit des Propheten Isaias entstanden ist. Der Kern des Psalmes ist also auf David zurückzuführen. Psalmen Ps 23 96 1 2 Dieselbe Zeit, in der [Ps 17] abgefasst ist, die letzten Lebenstage Davids. @@ -28987,7 +28997,7 @@ Psalmen Ps 23 96 11 Lux orta est justo, et rectis corde lætitia. Licht geht dem Psalmen Ps 23 96 11 11 Hebr.: ist dem Gerechten gesät (auf seinen Lebensweg gestreut). Psalmen Ps 23 96 12 Lætamini justi in Domino: et confitemini memoriæ sanctificationis ejus. Freuet euch, ihr Gerechten, über den Herrn und preiset das Denkmal seiner Heiligkeit.¹² Psalmen Ps 23 96 12 12 Vergl. [Ps 29,5]. Hebr.: und lobsinget seinem heiligen Namen. Nach [Hebr 1,6] ist der Psalm messianisch. Weil der Messias als Weltenrichter anerkannt ist, wird V. 7 [Hebr 1,6] auf ihn bezogen. -Psalmen Ps 23 97 0 Ein Sieg über die Feinde hat Gott als Schützer seines Volkes und als Richter seiner Feinde gezeigt. Ein Loblied soll ihn preisen (V. 3) und Jubel im Tempel erschallen (V. 6), ja auch die vernunftlosen Geschöpfe sollen einstimmen in das Lob des gerechten Richters. +Psalmen Ps 23 97 0 Ein Sieg über die Feinde hat Gott als Schützer seines Volkes und als Richter seiner Feinde gezeigt. Ein Loblied soll ihn preisen (V. 3) und Jubel im Tempel erschallen (V. 6), ja auch die vernunftlosen Geschöpfe sollen einstimmen in das Lob des gerechten Richters. Psalmen Ps 23 97 1 Psalmus ipsi David. Cantate Domino canticum novum: quia mirabilia fecit. Salvavit sibi dextera ejus: et brachium sanctum ejus. Psalm Davids.¹ Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er hat Wunder getan. Es half ihm seine Rechte und sein heiliger Arm.² Psalmen Ps 23 97 1 1 Hebr.: Psalm. Der Sinn der Septuag. und Vulg. ist: Einem Psalm Davids ähnlich, oder: Davids Liedersammlung angereiht. Psalmen Ps 23 97 1 2 Gott hat sich gegen seine Feinde mächtig erwiesen. Der Angriff auf das Volk Gottes war ein solcher auf ihn selbst. @@ -29005,7 +29015,7 @@ Psalmen Ps 23 97 8 6 Ausdruck der Freude, Huldigungsbezeigung für den König. Psalmen Ps 23 97 9 A conspectu Domini: quoniam venit judicare terram. Judicabit orbem terrarum in justitia, et populos in æquitate. vor dem Angesichte des Herrn; denn er kommt, die Erde zu richten.⁷ Er wird den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten und die Völker mit Billigkeit.⁸ Psalmen Ps 23 97 9 7 Regieren. Psalmen Ps 23 97 9 8 Sofern das alttestamentliche Strafgericht und die Rettung Israels einen typischen Charakter hatten, ist der Psalm messianisch und auf das erste und zweite Kommen des Herrn zu beziehen. -Psalmen Ps 23 98 0 Gott ist heilig: 1. Er kommt, die Völker zu belehren. (V. 3) 2. Gott waltet gerecht in Israel. (V. 5) 3. Gott hat sich als heilig bewährt in der vorköniglichen Vorzeit. +Psalmen Ps 23 98 0 Gott ist heilig: 1. Er kommt, die Völker zu belehren. (V. 3) 2. Gott waltet gerecht in Israel. (V. 5) 3. Gott hat sich als heilig bewährt in der vorköniglichen Vorzeit. Psalmen Ps 23 98 1 Psalmus ipsi David. Dominus regnavit, irascantur populi: qui sedet super Cherubim, moveatur terra. Ein Psalm Davids.¹ Der Herr ist König, es mögen² die Völker grollen; der auf den Cherubim thront,³ es bebe⁴ die Erde! Psalmen Ps 23 98 1 1 Im Hebr. ohne Aufschrift. Ist der Beisatz richtig, so bezieht sich der Inhalt auf die Zeit bald nach der Übertragung der Bundeslade auf den Sion. Psalmen Ps 23 98 1 2 Im Hebr. steht der Indikativ. Den Imperativ der Septuag. hat die Vulgata durch den Konjunktiv wiedergegeben. @@ -29031,7 +29041,7 @@ Psalmen Ps 23 98 8 14 Hebr.: Warst ein Rächer ob ihrer (der Israeliten) Taten. Psalmen Ps 23 98 9 Exaltate Dominum Deum nostrum, et adorate in monte sancto ejus: quoniam sanctus Dominus Deus noster. Erhebet den Herrn,¹⁵ unsern Gott, und betet an auf seinem heiligen Berge; denn heilig ist der Herr, unser Gott!¹⁶ Psalmen Ps 23 98 9 15 Bekennt, seine Erhabenheit anerkennend. Psalmen Ps 23 98 9 16 Im Gottmenschen hat der Typus der alttestamentlichen Gegenwart Gottes in der Wolke und in der Bundeslade sich voll und ganz erfüllt. -Psalmen Ps 23 99 0 Danket Gott und dienet ihm treu, dem Schöpfer und Hirten aller. (V. 3) Singet ihm Lob in seinem Heiligtum, den seine Barmherzigkeit und Treue währt in Ewigkeit. +Psalmen Ps 23 99 0 Danket Gott und dienet ihm treu, dem Schöpfer und Hirten aller. (V. 3) Singet ihm Lob in seinem Heiligtum, den seine Barmherzigkeit und Treue währt in Ewigkeit. Psalmen Ps 23 99 1 Psalmus in confessione. Ein Lobpsalm.¹ Psalmen Ps 23 99 1 1 Wohl: beim Dankopfer zu singen. Psalmen Ps 23 99 2 Jubilate Deo omnis terra: servite Domino in lætitia. Introite in conspectu ejus, in exsultatione. Jubelt Gott, alle Lande!² dienet dem Herrn mit Freuden, tretet vor sein Angesicht mit Jubel!³ @@ -29043,7 +29053,7 @@ Psalmen Ps 23 99 3 5 Eine Quelle des Trostes und der Mahnung. Besser aber die h Psalmen Ps 23 99 4 Introite portas ejus in confessione, atria ejus in hymnis: confitemini illi. Laudate nomen ejus: Tretet mit Lob in seine Tore ein, in seinen Vorhof mit Lobgesängen,⁶ preiset ihn, lobet seinen Namen, Psalmen Ps 23 99 4 6 Dieser Tempel soll der ganzen Welt ein Segen sein. Die Wallfahrt aller Völker nach dem heiligen Berge bedeutet die Hoffnung auf die Bekehrung aller Völker zu dem Gotte der Offenbarung und die Vereinigung aller mit dem Volke des wahren Gottes um sein Heiligtum. Psalmen Ps 23 99 5 Quoniam suavis est Dominus, in æternum misericordia ejus, et usque in generationem et generationem veritas ejus. denn gütig ist der Herr, seine Gnade währt ewig und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. -Psalmen Ps 23 100 0 Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, wenn derselbe kommt, verspricht der Psalmist zu preisen. (V. 2) Alle Ungerechtigkeit und jede Gemeinschaft mit den Verkehrten meidend (V. 5), will er nur Gerechte in seinem Hause dulden und aus der Stadt Gottes alle Sünder entfernen. +Psalmen Ps 23 100 0 Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, wenn derselbe kommt, verspricht der Psalmist zu preisen. (V. 2) Alle Ungerechtigkeit und jede Gemeinschaft mit den Verkehrten meidend (V. 5), will er nur Gerechte in seinem Hause dulden und aus der Stadt Gottes alle Sünder entfernen. Psalmen Ps 23 100 1 Psalmus ipsi David, Misericordiam, et judicium cantabo tibi Domine: Psallam, Ein Psalm Davids.¹ Von Erbarmen und Recht² will ich dir singen, o Herr! will dir lobsingen. Psalmen Ps 23 100 1 1 Diese Überschrift ist auch im Hebr. Psalmen Ps 23 100 1 2 Die Gott aus seinem Wesen und für den König, der dessen Volk regiert, vorbildlich übt und die Gott deshalb auch von dem Könige fordert. @@ -29065,7 +29075,7 @@ Psalmen Ps 23 100 8 In matutino interficiebam omnes peccatores terræ: ut disper Psalmen Ps 23 100 8 11 Jeden Morgen. Psalmen Ps 23 100 8 12 Jerusalem ist von dem Augenblicke an, wo Gott daselbst zu wohnen beginnt, also seitdem die Lade Gottes im Hause Obededoms Wohnung genommen, Gottes Stadt. Psalmen Ps 23 100 8 13 Alle unverbesserlich Bösen. -Psalmen Ps 23 101 0 1. Gott hat das Gebet des Sängers erhört (V. 2), aber dennoch suchen denselben Trübsale heim. (V. 6) Von den Feinden geschmäht, ist er gezwungen, sich zurückzuziehen, fast verzehrt von Gottes Zorn. (V. 12) 2. Mit Vertrauen fleht der Psalmist, dass die Zeit der Erbarmung gekommen sein möge, da Israel ja selbst die Trümmer Sions wieder liebt. (V. 15) Auch die Feinde werden Gott verehren, wenn sie Sion wiederhergestellt und das Gebet der Weggeführten erhört sehen (V. 18), Israel aber werde eine so große Wohltat stets preisen und Gottes Name vor den Menschen verkündet werden. (V. 23) 3. Die Bitte wiederholend, ruft der Dichter Gottes Unveränderlichkeit an (V. 28) und spricht seine Zuversicht aus, dass das Volk nicht untergehen wird. +Psalmen Ps 23 101 0 1. Gott hat das Gebet des Sängers erhört (V. 2), aber dennoch suchen denselben Trübsale heim. (V. 6) Von den Feinden geschmäht, ist er gezwungen, sich zurückzuziehen, fast verzehrt von Gottes Zorn. (V. 12) 2. Mit Vertrauen fleht der Psalmist, dass die Zeit der Erbarmung gekommen sein möge, da Israel ja selbst die Trümmer Sions wieder liebt. (V. 15) Auch die Feinde werden Gott verehren, wenn sie Sion wiederhergestellt und das Gebet der Weggeführten erhört sehen (V. 18), Israel aber werde eine so große Wohltat stets preisen und Gottes Name vor den Menschen verkündet werden. (V. 23) 3. Die Bitte wiederholend, ruft der Dichter Gottes Unveränderlichkeit an (V. 28) und spricht seine Zuversicht aus, dass das Volk nicht untergehen wird. Psalmen Ps 23 101 1 Oratio pauperis, Cum anxius fuerit, et in conspectu Domini effuderit precem suam. Gebet eines Armen, wenn er in Ängsten ist und vor dem Angesichte des Herrn seine Klage ausschüttet.¹ Psalmen Ps 23 101 1 1 Die Überschrift ist wohl liturgischen Ursprungs. V. 14ff legen die Vermutung nahe, dass er zur Zeit der Wegführung verfasst ward, als Sion in Trümmern lag. Psalmen Ps 23 101 2 Domine exaudi orationem meam: et clamor meus ad te veniat. O Herr! erhöre mein Gebet und lass mein Rufen zu dir kommen! @@ -29130,7 +29140,7 @@ Psalmen Ps 23 101 28 Tu autem idem ipse es, et anni tui non deficient. Du aber b Psalmen Ps 23 101 28 34 Die Verse 26-28 bezieht der Apostel [Hebr 1,10-12] auf Christus. Derselbe Gott, den der Dichter als den Unwandelbaren bekennt, ist der, der kommen soll, der Heiland. Psalmen Ps 23 101 29 Filii servorum tuorum habitabunt: et semen eorum in sæculum dirigetur. Die Kinder deiner Diener werden wohnen³⁵ und ihre Nachkommen werden beständig bleiben. Psalmen Ps 23 101 29 35 Zwar fiel die Ankunft des Messias nicht mit der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft zusammen, aber doch war diese ein Typus der Lösung aus der Gefangenschaft der Sünde durch den Messias und des Aufbaues des geistigen Sion, der Kirche. Was der Sänger in geringerem Maße von Gott erwartete, hat Gott, Mensch geworden, im vollsten Maße gewährt. Als Bußpsalm richtet dieser Psalm den Blick auf die schlimmen Folgen der Sünde wie auf den mächtigen Erbarmer und die Befreiung von der Sünde. -Psalmen Ps 23 102 0 A. Gott ist zu preisen, der seine Güte und Barmherzigkeit gezeigt hat. (V. 5) Zu preisen ist jene Barmherzigkeit, die, stets geneigt, Verzeihung zu gewähren, dem Menschen nicht vergilt nach seinen Sünden. (V. 10) B. Unendlich ist Gottes Erbarmen, da er die Schwäche des Menschen kennt (V. 14), sie bleibt stets die gleiche gegen diejenigen, welche Gottes Bund halten. (V. 18) Schluss: Aufforderung zum Preise des Herrn, der als höchster Herrscher im Himmel thront. +Psalmen Ps 23 102 0 A. Gott ist zu preisen, der seine Güte und Barmherzigkeit gezeigt hat. (V. 5) Zu preisen ist jene Barmherzigkeit, die, stets geneigt, Verzeihung zu gewähren, dem Menschen nicht vergilt nach seinen Sünden. (V. 10) B. Unendlich ist Gottes Erbarmen, da er die Schwäche des Menschen kennt (V. 14), sie bleibt stets die gleiche gegen diejenigen, welche Gottes Bund halten. (V. 18) Schluss: Aufforderung zum Preise des Herrn, der als höchster Herrscher im Himmel thront. Psalmen Ps 23 102 1 Ipsi David. Benedic anima mea Domino: et omnia, quæ intra me sunt, nomini sancto ejus. Von David.¹ Preise, meine Seele, den Herrn, und alles, was in mir ist,² seinen heiligen Namen! Psalmen Ps 23 102 1 1 Auch im Hebr. wohl der Tradition entsprechend. Psalmen Ps 23 102 1 2 Synonym von Seele (die Repräsentation des ganzen Menschen ist). @@ -29177,7 +29187,7 @@ Psalmen Ps 23 102 21 22 Ihr Leben geht ganz im Dienste Gottes auf. Sie bilden m Psalmen Ps 23 102 22 Benedicite Domino omnia opera ejus: in omni loco dominationis ejus, benedic anima mea Domino. Preiset den Herrn, alle seine Werke; an allen Orten seiner Herrschaft preise, meine Seele,²³ den Herrn!²⁴ Psalmen Ps 23 102 22 23 Der dreifachen Aufforderung an die Geschöpfe entspricht die dreifache Aufforderung an die eigene Seele. V. 1, 2, 22. Der Psalm kehrt am Schlusse zum Anfang zurück. Psalmen Ps 23 102 22 24 Der Psalm ist geeignet, dem himmlischen Vater unseren Dank für alle uns in Christus und durch ihn verliehenen Gnaden auszusprechen. -Psalmen Ps 23 103 0 Preise Gott, meine Seele, den erhabenen Schöpfer! (V. 1) a. Mit Licht wie mit herrlichem Gewande umgeben, hat Gott seinen Thron im Himmel aufgeschlagen und regiert von da alles. (V. 4) b. Gott hat die Erde gefestigt und den Wassern ihre Grenzen gewiesen, den lebenden Wesen Wohnung gewährt, die Erde fruchtbar gemacht. (V. 18) c. Er hat den Mond geschaffen für die Nacht und die Sonne für den Tag. (V. 23) d. Hohe Weisheit hat Gott offenbart in der Erschaffung der Tiere, er, der alles nährt und erhält. (V. 30) e. Allezeit will der Sänger den mächtigen Schöpfer preisen, voller Hoffnung, dass Gott einst die Sünder, die Verkehrer seiner Ordnung vernichtet. +Psalmen Ps 23 103 0 Preise Gott, meine Seele, den erhabenen Schöpfer! (V. 1) a. Mit Licht wie mit herrlichem Gewande umgeben, hat Gott seinen Thron im Himmel aufgeschlagen und regiert von da alles. (V. 4) b. Gott hat die Erde gefestigt und den Wassern ihre Grenzen gewiesen, den lebenden Wesen Wohnung gewährt, die Erde fruchtbar gemacht. (V. 18) c. Er hat den Mond geschaffen für die Nacht und die Sonne für den Tag. (V. 23) d. Hohe Weisheit hat Gott offenbart in der Erschaffung der Tiere, er, der alles nährt und erhält. (V. 30) e. Allezeit will der Sänger den mächtigen Schöpfer preisen, voller Hoffnung, dass Gott einst die Sünder, die Verkehrer seiner Ordnung vernichtet. Psalmen Ps 23 103 1 Ipsi David. Benedic anima mea Domino: Domine Deus meus magnificatus es vehementer. Confessionem, et decorem induisti. Von David.¹ Preise, meine Seele, den Herrn! Herr, mein Gott! du bist überaus groß, mit Lobpreis und Pracht bist du angetan, Psalmen Ps 23 103 1 1 Fehlt im Hebr. Psalmen Ps 23 103 2 Amictus lumine sicut vestimento: Extendens clum sicut pellem: bist mit Licht umhüllt wie mit einem Gewande.² Du spannst den Himmel aus wie eine Decke;³ @@ -29252,7 +29262,7 @@ Psalmen Ps 23 103 34 Jucundum sit ei eloquium meum: ego vero delectabor in Domin Psalmen Ps 23 103 35 Deficiant peccatores a terra, et iniqui ita ut non sint: benedic anima mea Domino. Mögen die Sünder von der Erde verschwinden und die Gottlosen, so dass sie nicht mehr sind;³⁸ preise, meine Seele, den Herrn!³⁹ Psalmen Ps 23 103 35 38 Sie sind dem Ziel der Schöpfung Gottes entgegen und fördern seine Ehre nicht. Psalmen Ps 23 103 35 39 Im Hebräischen wird beigefügt Alleluja (aber besser an der Spitze des folgenden Verses gesetzt), ein Gebetsruf, der außerhalb des Psalters sich nicht findet, im Psalter aber hier zum ersten Male vorkommt. Man erstaunt, sagt A. v. Humboldt über diesen Psalm, in einem Liede von so geringem Umfange mit wenigen großen Zügen Himmel und Erde geschildert zu sehen. Das allgemeine Urteil bezeichnet den Psalm als ein Meisterstück alter Poesie, das alle Oden der Griechen und Römer in Schatten stellt. Die Kirche betet diesen Psalm im Pfingstoffizium, da der von Gott gesandte Geist gleichsam eine neue Schöpfung vornahm. -Psalmen Ps 23 104 0 1. Aufforderung an die Israeliten, Gott zu loben, der durch seine Wunderwerke gezeigt hat, dass er sie auserwählt hat und besonders liebt. (V. 17) 2. Dass Gott seines Bundes mit den Patriarchen eingedenk ist, hat er durch besonderen Schutz der Israeliten bewiesen. (V. 15) 3. Noch deutlicher erschien seine Treue in dem Schicksale Josephs, durch den das Volk Israel nach Ägypten kam. (V. 25) 4. Ebenso offenbarte sie sich durch Moses, der die Plagen über Ägypten kommen ließ und das Volk herausführte. (V. 38) 5. Endlich bei dem Zuge des Volkes durch die Wüste, bis er das den Patriarchen von Gott verheißene Land erlangte. +Psalmen Ps 23 104 0 1. Aufforderung an die Israeliten, Gott zu loben, der durch seine Wunderwerke gezeigt hat, dass er sie auserwählt hat und besonders liebt. (V. 17) 2. Dass Gott seines Bundes mit den Patriarchen eingedenk ist, hat er durch besonderen Schutz der Israeliten bewiesen. (V. 15) 3. Noch deutlicher erschien seine Treue in dem Schicksale Josephs, durch den das Volk Israel nach Ägypten kam. (V. 25) 4. Ebenso offenbarte sie sich durch Moses, der die Plagen über Ägypten kommen ließ und das Volk herausführte. (V. 38) 5. Endlich bei dem Zuge des Volkes durch die Wüste, bis er das den Patriarchen von Gott verheißene Land erlangte. Psalmen Ps 23 104 1 Alleluja. Confitemini Domino, et invocate nomen ejus: annuntiate inter gentes opera ejus. Alleluja!¹ Preiset den Herrn und rufet seinen Namen an, machet unter den Völkern seine Taten kund. Psalmen Ps 23 104 1 1 Gehört im Hebr. zum vorhergehenden Psalm. In der Vulgata steht diese liturgische Formel, welche dem Ausdrucke der Freude dient, am Anfange der Psalmen 104-106; 110-118. 134. 135; 145-150; wie den Psalmen 147-150 ist sie auch Unterschrift. V. 1-15 wurden nach [1Chr 16,8ff] bei Übertragung der Bundeslade nach Sion gesungen. Der Verfasser der Paralipomena hat das Original des Liedes vor sich gehabt, dasselbe war also wohl bereits einige Zeit vor der Übertragung der Bundeslade gedichtet. Psalmen Ps 23 104 2 Cantate ei, et psallite ei: narrate omnia mirabilia ejus. Singet ihm, spielet ihm, erzählet alle seine Wunder! @@ -29335,7 +29345,7 @@ Psalmen Ps 23 104 44 Et dedit illis regiones gentium: et labores populorum posse Psalmen Ps 23 104 44 36 Kanaan. Psalmen Ps 23 104 45 Ut custodiant justificationes ejus, et legem ejus requirant. auf dass sie seine Gebote bewahrten und seine Satzungen befolgten.³⁷ Psalmen Ps 23 104 45 37 Sie sollten ein Vorbild der Völker sein und, wie der Anfang des Psalmes zeigt, die Völker durch die Verkündigung des ihnen widerfahrenen Heils mit sich und ihrem Gotte, dem Gotte des Heiles, verbinden. Das Alleluja am Anfange des folgenden Psalmes in der Vulgata steht im Hebr. am Ende dieses Psalmes. -Psalmen Ps 23 105 0 1. Aufforderung, Gottes Erbarmen zu loben, und Bitte um Hilfe. (V. 5) 2. Bekenntnis der Untreuen, durch welche das Volk in Ägypten (V. 12) bei der Wanderung durch die Wüste (V. 33) und in Kanaan zur Zeit der früheren Richter Gottes Zorn erregt hat. Schluss: Gottes Erbarmen ist ohne Ende, Gott erhört also die Bitte. (V. 47) Doxologie. +Psalmen Ps 23 105 0 1. Aufforderung, Gottes Erbarmen zu loben, und Bitte um Hilfe. (V. 5) 2. Bekenntnis der Untreuen, durch welche das Volk in Ägypten (V. 12) bei der Wanderung durch die Wüste (V. 33) und in Kanaan zur Zeit der früheren Richter Gottes Zorn erregt hat. Schluss: Gottes Erbarmen ist ohne Ende, Gott erhört also die Bitte. (V. 47) Doxologie. Psalmen Ps 23 105 1 Alleluja. Confitemini Domino quoniam bonus: quoniam in sæculum misericordia ejus. Alleluja!¹ Lobsinget dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewig!² [Jdt 13,21 (korr.Judith 31,21Judith 13,21; vgl. Allioli 1839)] Psalmen Ps 23 105 1 1 Der Psalm wurde vielleicht zur Zeit Samuels verfasst und enthält alsdann das [1Sam 7,6] angedeutete Sündenbekenntnis. Psalmen Ps 23 105 1 2 V. 1b häufig vorkommendes Responsorium. @@ -29420,7 +29430,7 @@ Psalmen Ps 23 105 46 35 Die Philister und andere. Bezieht sich das Wort auf das Psalmen Ps 23 105 47 Salvos nos fac Domine Deus noster: et congrega nos de nationibus: Ut confiteamur nomini sancto tuo: et gloriemur in laude tua. Hilf uns, o Herr, unser Gott! und sammle uns aus den Völkern, dass wir deinen heiligen Namen preisen und uns deines Lobpreises rühmen. Psalmen Ps 23 105 48 Benedictus Dominus Deus Israel a sæculo et usque in sæculum: et dicet omnis populus: Fiat, fiat. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit; und alles Volk spreche: Amen, Amen!³⁶ Psalmen Ps 23 105 48 36 Die Verse 47, 48 finden sich fast genau ebenso [1Chr 16,34ff]. V. 48 (gleichviel ob ursprünglicher Bestandteil des Psalm 105 oder nicht) bildet den Abschluss des vierten Psalmenbuches. -Psalmen Ps 23 106 0 Einleitung. Alle vom Herrn Erhaltenen sollen Gottes Erbarmen preisen. (V. 3) 1. Gefahren, denen die in der Wüste Wandernden entrissen sind. (V. 9) 2. Hilfe, die Gott denen gewährt, die wegen ihrer Sünden mit Recht gestraft, zu Gott ihre Zuflucht nahmen und aus dem Gefängnisse frei wurden. (V. 17) 3. Gefahren schwerer Krankheit. (V. 22) 4. Gefahren beschwerlicher Meerfahrt. (V. 32) 5. Gottes Hilfe für die in ödem Lande Schmachtenden und von den Fürsten Bedrückten. (V. 41) Beschluss: Erkennet Gottes Erbarmungen! +Psalmen Ps 23 106 0 Einleitung. Alle vom Herrn Erhaltenen sollen Gottes Erbarmen preisen. (V. 3) 1. Gefahren, denen die in der Wüste Wandernden entrissen sind. (V. 9) 2. Hilfe, die Gott denen gewährt, die wegen ihrer Sünden mit Recht gestraft, zu Gott ihre Zuflucht nahmen und aus dem Gefängnisse frei wurden. (V. 17) 3. Gefahren schwerer Krankheit. (V. 22) 4. Gefahren beschwerlicher Meerfahrt. (V. 32) 5. Gottes Hilfe für die in ödem Lande Schmachtenden und von den Fürsten Bedrückten. (V. 41) Beschluss: Erkennet Gottes Erbarmungen! Psalmen Ps 23 106 1 Alleluja. Confitemini Domino quoniam bonus: quoniam in sæculum misericordia ejus. Alleluja!¹ Lobsinget dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt in Ewigkeit! Psalmen Ps 23 106 1 1 Der Psalm ist eine Aufforderung an die aus der Wegführung Befreiten, die durch vier beispielsweise gewählten Fälle der Gefahren des Exils verstärkt wird. Psalmen Ps 23 106 2 Dicant qui redempti sunt a Domino, quos redemit de manu inimici: et de regionibus congregavit eos: So sollen die von dem Herrn Erlösten sprechen, die er aus der Hand des Feindes erlöst und aus den Ländern gesammelt hat, @@ -29484,7 +29494,7 @@ Psalmen Ps 23 106 42 Videbunt recti, et lætabuntur: et omnis iniquitas oppilabi Psalmen Ps 23 106 42 19 Muss schweigen vor Staunen und Beschämung. Psalmen Ps 23 106 43 Quis sapiens et custodiet hæc? Et intelliget misericordias Domini? Wer ist weise und beachtet dies und versteht die Erbarmungen des Herrn?²⁰ Psalmen Ps 23 106 43 20 Hebr.: Wer weise ist, beachte dies, und merken möge man auf die Erbarmungen des Herrn. Die Frage steht auch in der Vulg. für eine Aufforderung. Die Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft ist ein Typus der Welterlösung durch Christus und insoweit ist dieser Psalm typisch-messianisch. -Psalmen Ps 23 107 0 1. Preis Gottes und Zuversicht auf ihn. (V. 5) 2. Bitte, Gott wolle seine Verheißung erfüllen, das ganze Land Kanaan seinem Volke zu geben und ihm Hilfe gewähren. +Psalmen Ps 23 107 0 1. Preis Gottes und Zuversicht auf ihn. (V. 5) 2. Bitte, Gott wolle seine Verheißung erfüllen, das ganze Land Kanaan seinem Volke zu geben und ihm Hilfe gewähren. Psalmen Ps 23 107 1 Canticum Psalmi ipsi David. Ein Psalmlied Davids.¹ Psalmen Ps 23 107 1 1 V. 2-6 entspricht [Ps 56,8-12]. Vers 7-14 dem [Ps 50,7-14]. Psalmen Ps 23 107 2 Paratum cor meum Deus, paratum cor meum: cantabo, et psallam in gloria mea. Bereit ist mein Herz, o Gott! bereit ist mein Herz; ich will singen und spielen in meiner Ehre.² @@ -29501,7 +29511,7 @@ Psalmen Ps 23 107 11 Quis deducet me in civitatem munitam? quis deducet me usque Psalmen Ps 23 107 12 Nonne tu Deus, qui repulisti nos, et non exibis Deus in virtutibus nostris? Nicht du, o Gott! der du uns verstoßen hast? Wirst du nicht, o Gott! mit unsern Heeren ausziehen? Psalmen Ps 23 107 13 Da nobis auxilium de tribulatione: quia vana salus hominis. Schaffe uns Rettung aus der Drangsal, denn nichtig ist der Menschen Hilfe. Psalmen Ps 23 107 14 In Deo faciemus virtutem: et ipse ad nihilum deducet inimicos nostros. In Gott werden wir Großes vollbringen und er wird unsere Feinde zunichte machen. -Psalmen Ps 23 108 0 1. Gott wolle Hilfe gewähren gegen die Verleumder, die Gutes mit Bösem vergelten. (V. 5) 2. Eines Feindes insbesondere wolle Gott im Gericht nicht schonen und im frühzeitigem Tode, seine Familie dem Elende überliefern (V. 10), sein Geschlecht vernichten, selbst der Eltern Sünde an ihm strafen (V. 15), da er in seinen Sünden verhärtet ist. (V. 20) 3. Dem Sänger aber wolle Gott helfen in seinem Elende (V. 25), damit er, wenn seine Feinde beschämt sehen, dass der Herr ihn segnet, Gott seinen Helfer preisen kann. +Psalmen Ps 23 108 0 1. Gott wolle Hilfe gewähren gegen die Verleumder, die Gutes mit Bösem vergelten. (V. 5) 2. Eines Feindes insbesondere wolle Gott im Gericht nicht schonen und im frühzeitigem Tode, seine Familie dem Elende überliefern (V. 10), sein Geschlecht vernichten, selbst der Eltern Sünde an ihm strafen (V. 15), da er in seinen Sünden verhärtet ist. (V. 20) 3. Dem Sänger aber wolle Gott helfen in seinem Elende (V. 25), damit er, wenn seine Feinde beschämt sehen, dass der Herr ihn segnet, Gott seinen Helfer preisen kann. Psalmen Ps 23 108 1 In finem, Psalmus David. Zum Ende,¹ Psalm Davids. Psalmen Ps 23 108 1 1 Dem Musikmeister! Psalmen Ps 23 108 2 Deus laudem meam ne tacueris: quia os peccatoris, et os dolosi super me apertum est. O Gott! verschweige nicht mein Lob;² denn der Mund des Sünders, der Mund des Arglistigen ist über mich aufgetan. @@ -29563,7 +29573,7 @@ Psalmen Ps 23 108 30 Confitebor Domino nimis in ore meo: et in medio multorum la Psalmen Ps 23 108 31 Quia astitit a dextris pauperis, ut salvam faceret a persequentibus animam meam. Denn er steht dem Armen zur Rechten,²⁹ meine Seele von ihren Verfolgern zu erretten.³⁰ Psalmen Ps 23 108 31 29 Für ihn streitend, um Hilfe zu gewähren gegen die, welche seine Seele richten. (Hebr.) Verklagend steht der Ankläger (Satan?) zur Rechten des Peinigers, verteidigend Gott zur Rechten des Verfolgten. Der den menschlichen Richtern Überlieferte wird verurteilt und der Überlieferte von dem Richter der Richter aus Drangsal und Gericht hinweggenommen. [Jes 53,8] Psalmen Ps 23 108 31 30 Der Psalm ist indirekt (typisch) messianisch. Der leidende David war der Typus Christi, der treulose Doeg Vorbild des Judas, die übrigen, David anfeindenden Anhänger des Saul Typus der christus-feindlichen Judenschaft. Hiernach kann man den Psalm dem von Judas verratenen, von den Richtern verleumdeten (V. 2-5.20) am Kreuze verhöhnten (V. 25) Heilande in den Mund legen. Die Verwünschungen des Psalmes sind des Gottmenschen so wenig unwürdig wie Davids, denn sie gelten nur solchen, die er als Verstockte kennt. So wenig es Gottes unwürdig ist, über solche die Verstoßung (den tatsächlichen Fluch) zu verhängen, ebenso wenig war es Davids oder Christi unwürdig, diesen Fluch im Namen Gottes, dessen Sache die ihrige ist, auch in Worten auszusprechen. Für andere Sünder als die in ihrem Herzen verhärtet sind und Gott diabolisch hassen und vor ihm als unbekehrbar dastehen, betet die Kirche allezeit. Übrigens kann man auch das, was in Wunschform ausgesprochen ist, als Voraussagung dessen auffassen, was Judas, vergl. [Apg 1,20], und die verstockten Juden treffen sollte. -Psalmen Ps 23 109 0 1. David hört im Geiste, wie Gott der Vater seinen Herrn, den Messias auffordert, zu seiner Rechten sich zu setzen und über alle seine Feinde zu herrschen, wie es ihm zukomme, dem ewigen Sohne. (V. 3) 2. Gott schwört mit einem Eide dem Sohne das ewige Priestertum zu. (V. 4) 3. Der Dichter zum Herrn: Durch sein Leiden erlangt der Messias diesen Triumph über seine Feinde. +Psalmen Ps 23 109 0 1. David hört im Geiste, wie Gott der Vater seinen Herrn, den Messias auffordert, zu seiner Rechten sich zu setzen und über alle seine Feinde zu herrschen, wie es ihm zukomme, dem ewigen Sohne. (V. 3) 2. Gott schwört mit einem Eide dem Sohne das ewige Priestertum zu. (V. 4) 3. Der Dichter zum Herrn: Durch sein Leiden erlangt der Messias diesen Triumph über seine Feinde. Psalmen Ps 23 109 1 Psalmus David. Dixit Dominus Domino meo: Sede a dextris meis: Donec ponam inimicos tuos, scabellum pedum tuorum. Ein Psalm Davids. Es spricht der Herr zu meinem Herrn:¹ Setze dich zu meiner Rechten,² bis³ ich deine Feinde hinlege⁴ als Schemel deiner Füße!⁵ Psalmen Ps 23 109 1 1 Hebr.: Spruch Jahves an meinen Herrn. Der Herr ist der des Redenden, Davids. Dieser Herr kann kein bloßer Mensch sein wie V. 1b, 3, 4, 7 zeigen. Da nun das Alte Testament Schatten und Vorbedeutung des Neuen ist, weist das Wort auf den im Alten Testamente verheißenen Messias. So versteht auch das Neue Testament den Psalm. Der Heiland erklärt V. 1 bei [Mt 22,41-46] messianisch, den Herrn Davids Christus nennend. Der Psalm handelt, wie [Apg 2,32-35] zeigt und die Verheißung Christi [Mt 26,64] bestätigt, vergl. [Mk 16,19], von der Verherrlichung des Messias nach dem Leiden. Vergl. [Apg 7,55, Röm 8,34, Eph 1,20.22, Hebr 1,3.13, Hebr 8,1, Hebr 10,12.13]. Ist auch der Messias Davids Sohn, so ist er doch Gottmensch, und schaut auch David in diesem Psalm vornehmlich auf die Herrlichkeit, welche Christus seiner menschlichen Natur nach zuteil ward, so hat er diese doch durch die göttliche, als Gottmensch. Wie die Juden zur Zeit Christi den Psalm verstanden, zeigt die Beweisführung des Herrn [Mt 22,41ff], und suchten die späteren Juden auch den Psalm auf Abraham zu deuten, so haben sie sich dennoch nicht ganz der Anerkennung entziehen können. Die Erhabenheit der Sprache und die unmittelbare Vergegenwärtigung des Zukünftigen findet ein Gegenstück in Davids letzten Worten [2Sam 23,1-7]. Psalmen Ps 23 109 1 2 Von dem Könige Israels wird sonst wohl gesagt, dass er auf dem Thron Jahves sitze [1Chr 29,23], nämlich als sichtbarer Vertreter des unsichtbaren Königs. [1Chr 28,5] Doch den hier Angeredeten fordert Jahve auf, zu seiner Rechten Platz zu nehmen. Die Rechte eines Königs ist der höchste Ehrenplatz. (Jonathan saß zur Rechten Sauls, Bethsaba zur Rechten Salomons [1Kön 2,19]) Hier aber soll Christus nicht nur teilhaben an der Ehre und Würde des ewigen Königs, sondern auch an seiner Macht. Vergl. [1Kor 15,25] und [Mt 26,64]. @@ -29594,7 +29604,7 @@ Psalmen Ps 23 109 6 21 Hebr.: Voll wird es da sein von Leichen, er zerschmetter Psalmen Ps 23 109 7 De torrente in via bibet: propterea exaltabit caput. Aus dem Bache auf dem Wege wird er trinken,²² darum wird er das Haupt erheben.²³ Psalmen Ps 23 109 7 22 Der Zusammenhang fordert, dies von dem erhöhten Messias zu verstehen. Das Trinken aus dem nächstgelegenen Bache, vergl. [Ri 7,4ff], charakterisiert den gestählten Helden, den nichts aufzuhalten vermag, der sich nur soviel Zeit bei der Verfolgung seiner Feinde lässt, dass er sich aus dem nächsten Bache erquickt und dann die Verfolgung fortsetzt. Einige Väter verstehen unter dem Bache den Zustand des Leidens Christi (Tosen der feindlichen Mächte gegen Christus). Durch das Erdenleben habe er aus diesem wilden Bache getrunken und darum habe ihn Gott um Sieger gemacht und zu seiner Rechten erhöht. [Phil 2,8-11] Psalmen Ps 23 109 7 23 Einen vollkommenen Sieg über seine Feinde davontragen. Dieser Psalm wird in den Vespern des Sonntags, aller Feste des Herrn und der Heiligen gebetet. -Psalmen Ps 23 110 0 a. Gott hat durch seine Wundertaten sich eine ewige Erinnerung geschaffen. (V. 4) b. Insbesondere hat er sein Volk mit Wundertaten in die verheißene Erbschaft eingeführt (V. 7) und ihm das Gesetz gegeben. +Psalmen Ps 23 110 0 a. Gott hat durch seine Wundertaten sich eine ewige Erinnerung geschaffen. (V. 4) b. Insbesondere hat er sein Volk mit Wundertaten in die verheißene Erbschaft eingeführt (V. 7) und ihm das Gesetz gegeben. Psalmen Ps 23 110 1 Alleluja. Confitebor tibi Domine in toto corde meo: in consilio justorum, et congregatione. Alleluja!¹ Ich will dich preisen, Herr! aus ganzem Herzen, im Rate der Gerechten² und der Gemeinde. Psalmen Ps 23 110 1 1 Psalm 110 und [Ps 111] stehen in enger Verwandtschaft zueinander. Beide sind aus älteren Bestandteilen gemischt, beide spruchartig und beide alphabetisch. Jeder besteht aus 22 Zeilen mit den 22 Buchstaben des Alphabetes an der Spitze. Psalmen Ps 23 110 1 2 Mit den Frommen im Tempel. @@ -29618,7 +29628,7 @@ Psalmen Ps 23 110 9 11 Und diese Eigenschaften desselben sind Bürgschaft der U Psalmen Ps 23 110 10 Initium sapientiæ timor Domini. Intellectus bonus omnibus facientibus eum: laudatio ejus manet in sæculum sæculi. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Gute Einsicht wird allen, die sie üben;¹² sein¹³ Ruhm währt ewig! [Spr 1,7, Spr 9,10, Sir 1,16] Psalmen Ps 23 110 10 12 Welche die gute Einsicht betätigen. Hebr.: allen Pflichttreuen. Psalmen Ps 23 110 10 13 Gottes Ruhm, der sich an solchen Menschen bewährt. -Psalmen Ps 23 111 0 Glückselig ist der Fromme, denn seine Nachkommenschaft wird gesegnet und von Gott beschützt. (V. 4) Nichts darf er fürchten, da er über seine Feinde triumphieren wird (V. 8), denn des Barmherzigen Gerechtigkeit währt in Ewigkeit, doch die Hoffnung des Sünders wird vereitelt. +Psalmen Ps 23 111 0 Glückselig ist der Fromme, denn seine Nachkommenschaft wird gesegnet und von Gott beschützt. (V. 4) Nichts darf er fürchten, da er über seine Feinde triumphieren wird (V. 8), denn des Barmherzigen Gerechtigkeit währt in Ewigkeit, doch die Hoffnung des Sünders wird vereitelt. Psalmen Ps 23 111 1 Alleluja. Reversionis Aggæi, et Zachariæ. Beatus vir, qui timet Dominum: in mandatis ejus volet nimis. Alleluja! Bei der Rückkehr des Aggäus und Zacharias.¹ Glückselig der Mann, der den Herrn fürchtet, der an seinen Geboten inniges Wohlgefallen hat. Psalmen Ps 23 111 1 1 Fehlt im Hebr. und bei Hier. Bei ihrer Rückkehr verfasst und gesungen? Psalmen Ps 23 111 2 Potens in terra erit semen ejus: generatio rectorum benedicetur. Mächtig auf Erden wird seine Nachkommenschaft sein, das Geschlecht der Frommen wird gesegnet. @@ -29638,7 +29648,7 @@ Psalmen Ps 23 111 9 Dispersit, dedit pauperibus: justitia ejus manet in sæculum Psalmen Ps 23 111 9 8 Vergl. [2Kor 9,9]. Im Tischgebet wird der Vers akkommodiert auf Gott angewendet. Psalmen Ps 23 111 9 9 Seine Macht wächst, glänzend über sie siegend. Psalmen Ps 23 111 10 Peccator videbit, et irascetur, dentibus suis fremet et tabescet: desiderium peccatorum peribit. Der Sünder sieht es und zürnt, knirscht mit den Zähnen und vergeht; das Begehren der Sünder wird zunichte. -Psalmen Ps 23 112 0 Aufforderung an alle Diener Gottes, seinen Namen zu preisen. (V. 3) Erhaben ist der Herr, der, in höchsten Höhen herrschend, auch für das Geringste im Himmel und auf Erden Sorge trägt (V. 6), die Armen und Unglücklichen reich macht und glücklich. +Psalmen Ps 23 112 0 Aufforderung an alle Diener Gottes, seinen Namen zu preisen. (V. 3) Erhaben ist der Herr, der, in höchsten Höhen herrschend, auch für das Geringste im Himmel und auf Erden Sorge trägt (V. 6), die Armen und Unglücklichen reich macht und glücklich. Psalmen Ps 23 112 1 Alleluja. Laudate pueri Dominum: laudate nomen Domini. Alleluja! Lobet den Herrn, ihr Diener!¹ lobet den Namen des Herrn! Psalmen Ps 23 112 1 1 Gottes, alle wahren Israeliten. Die Übersetzung der Vulgata pueri hat den Psalm zum Begräbnispsalm der Kinder werden lassen. Psalmen Ps 23 112 2 Sit nomen Domini benedictum, ex hoc nunc, et usque in sæculum. Der Name des Herrn² sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit! @@ -29657,7 +29667,7 @@ Psalmen Ps 23 112 8 7 Erhebung aus Kummer und Schmach wird mit den eigenen Wort Psalmen Ps 23 112 9 Qui habitare facit sterilem in domo, matrem filiorum lætantem. der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt⁸ als fröhliche Mutter von Kindern.⁹ Psalmen Ps 23 112 9 8 Solange die Hausfrau noch keine Kinder hat, hat sie noch keinen festen Stand, erst wenn Gott ihr Kinder beschert, wird sie gleichsam im Hause eingewurzelt. Psalmen Ps 23 112 9 9 Mit diesem Psalm beginnt das sogenannte Hallel der Juden, das die Psalmen 112-117 (nach der Zählung der Vulgata) umfasst. Bei der Ostermahlzeit sang man es in zwei Abteilungen, und zwar die erste Abteilung vor Leerung des zweiten Bechers, die zweite unmittelbar nach Einschenkung des vierten Festbechers. An dieses (ägyptische) Hallel schloss sich dann noch das sogenannte große Hallel [Ps 135] an, worauf der vierte Becher geleert wurde. Die Worte: Nachdem sie den Lobgesang gesprochen [Mt 26,30] beziehen sich auf die Absingung des Hallel. -Psalmen Ps 23 113 0 Die Wunder bei dem Auszuge aus Ägypten und der Wanderung durch die Wüste, gleichsam Zeugnisse der Natur für die Erwählung Israels. (V. 1-4, 5-8) 2. Nicht sich noch den Götzen der Völker, sondern Gott allein sind jene Wunder von dem Volke zuzuschreiben (V. 12), deshalb sind eitel die Götzen und deren Diener. (V. 16) 3. Da Israel auf Gott vertraute und dankbar seinen Segen anerkannte, stand dieser ihm bei. (V. 13) So wolle denn der Herr durch neue Wohltaten sein Volk von neuem zum Lobe aufmuntern, da er von Toten nicht mehr gepriesen werde. +Psalmen Ps 23 113 0 Die Wunder bei dem Auszuge aus Ägypten und der Wanderung durch die Wüste, gleichsam Zeugnisse der Natur für die Erwählung Israels. (V. 1-4, 5-8) 2. Nicht sich noch den Götzen der Völker, sondern Gott allein sind jene Wunder von dem Volke zuzuschreiben (V. 12), deshalb sind eitel die Götzen und deren Diener. (V. 16) 3. Da Israel auf Gott vertraute und dankbar seinen Segen anerkannte, stand dieser ihm bei. (V. 13) So wolle denn der Herr durch neue Wohltaten sein Volk von neuem zum Lobe aufmuntern, da er von Toten nicht mehr gepriesen werde. Psalmen Ps 23 113 1 Alleluja. In exitu Israel de gypto, domus Jacob de populo barbaro: Alleluja!¹ Als Israel aus Ägypten auszog, Jakobs Geschlecht von fremdem² Volke weg, [Ex 13,3] Psalmen Ps 23 113 1 1 Bildet im Hebr. den Abschluss des vorhergehenden Psalmes. [Ps 113] findet sich in manchen hebr. Handschriften geteilt, in anderen vereinigt. Für beides lassen sich Gründe geltend machen. Psalmen Ps 23 113 1 2 Fremdsprachigen. @@ -29712,7 +29722,7 @@ Psalmen Ps 23 113 25 Non mortui laudabunt te Domine: neque omnes, qui descendunt Psalmen Ps 23 113 25 27 Im Alten Testament war der Himmel noch verschlossen, darum kennt es den ewigen Lobpreis bei der im Herrn Verstorbenen noch nicht. Psalmen Ps 23 113 26 Sed nos qui vivimus, benedicimus Domino, ex hoc nunc, et usque in sæculum. (18.) Wir aber, die da leben, wollen den Herrn preisen, von nun an bis in Ewigkeit!²⁸ Psalmen Ps 23 113 26 28 Wir Erdenkinder wollen Gott fleißig loben, die Toten vermögen es nicht mehr, darum erhalte uns lang am Leben! -Psalmen Ps 23 114 0 Gott hat die Bitten des Sängers erhört und ihn aus der Gefahr befreit. (V. 4) Preis der Barmherzigkeit Gottes und Mahnung des Psalmisten an sich selbst, nunmehr Ruhe zu finden. +Psalmen Ps 23 114 0 Gott hat die Bitten des Sängers erhört und ihn aus der Gefahr befreit. (V. 4) Preis der Barmherzigkeit Gottes und Mahnung des Psalmisten an sich selbst, nunmehr Ruhe zu finden. Psalmen Ps 23 114 1 Alleluja. Dilexi, quoniam exaudiet Dominus vocem orationis meæ. Alleluja!¹ Liebe erfüllt mich, denn der Herr hat mein lautes Flehen erhört, Psalmen Ps 23 114 1 1 Dieser Psalm bildet im Hebr. mit dem Folgenden ein Lied. Der Zusammenhang gestattet dies. Aber ebenso gerechtfertigt ist die Zweiteilung, da jeder dieser beiden Psalmen einen vollständig abgeschlossenen Gedankenkreis bildet. Psalmen Ps 23 114 2 Quia inclinavit aurem suam mihi: et in diebus meis invocabo. denn er hat mir sein Ohr zugeneigt; mein Leben lang werde ich ihn anrufen.² @@ -29733,7 +29743,7 @@ Psalmen Ps 23 114 8 9 Vers 8, V. 9 erinnern an [Ps 55,13]. Psalmen Ps 23 114 9 Placebo Domino in regione vivorum. Ich will dem Herrn¹⁰ im Lande der Lebendigen wohlgefallen.¹¹ Psalmen Ps 23 114 9 10 Hebr.: Ich werde frei wandeln vor Jahve. Psalmen Ps 23 114 9 11 Im diesseitigen Leben; ich werde auf Erden Gott wohlgefällig leben. -Psalmen Ps 23 115 0 Im Vertrauen auf Gottes Verheißungen hat der Sänger, von Menschen verlassen, Gott angerufen und Erhörung gefunden. So will er denn aus Dank öffentlich seine Gelübde erfüllen (V. 14) und preist Gott, der ihm das Leben erhalten, wie er über seine Heiligen wacht, und ihn verschont hat. Wiederholung der Bitte. +Psalmen Ps 23 115 0 Im Vertrauen auf Gottes Verheißungen hat der Sänger, von Menschen verlassen, Gott angerufen und Erhörung gefunden. So will er denn aus Dank öffentlich seine Gelübde erfüllen (V. 14) und preist Gott, der ihm das Leben erhalten, wie er über seine Heiligen wacht, und ihn verschont hat. Wiederholung der Bitte. Psalmen Ps 23 115 1 Alleluja. Credidi, propter quod locutus sum: ego autem humiliatus sum nimis. (10.) Alleluja!¹ Ich glaube, darum redete ich, doch ich war sehr gebeugt.² Psalmen Ps 23 115 1 1 Fehlt im Hebr. Psalmen Ps 23 115 1 2 Hebr.: ich glaube (Gott), auch wenn ich sprechen muss: Ich bin sehr gedrückt. Auch in größter Not ist mein Glaube (und mein Gottvertrauen) unerschütterlich. @@ -29755,13 +29765,13 @@ Psalmen Ps 23 115 9 Vota mea Domino reddam in conspectu omnis populi ejus. (18.) Psalmen Ps 23 115 9 10 Gelübdeopfer. Psalmen Ps 23 115 10 In atriis domus Domini, in medio tui Jerusalem. (19.) in den Vorhöfen des Hauses des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem!¹¹ Psalmen Ps 23 115 10 11 Die Sehnsucht nach Jerusalem weist vielleicht auf die Weggeführten. Im Hebr. folgt hier das Alleluja. -Psalmen Ps 23 116 0 Aufforderung an die Völker, Gott zu loben. +Psalmen Ps 23 116 0 Aufforderung an die Völker, Gott zu loben. Psalmen Ps 23 116 1 Alleluja. Laudate Dominum omnes gentes: laudate eum omnes populi: Alleluja!¹ Lobet den Herrn, alle Völker! lobet ihn, alle Nationen;² Psalmen Ps 23 116 1 1 Im Hebr. am Schlusse des Psalmes. Psalmen Ps 23 116 1 2 Vergl. [Röm 15,11]. Der Dichter hofft eine Bekehrung aller Völker, diese Hoffnung hat sich durch Christus verwirklicht. Psalmen Ps 23 116 2 Quoniam confirmata est super nos misericordia ejus: et veritas Domini manet in æternum. denn gewaltig erwies sich über uns seine Huld und die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.³ Psalmen Ps 23 116 2 3 Die Berufung der Heiden war ein Werk der Barmherzigkeit, die der Juden ein Werk der Treue Gottes. -Psalmen Ps 23 117 0 1. Aufforderung, Gottes Barmherzigkeit zu preisen. (V. 4) Das Volk bezeugt, dass es in allen Heimsuchungen stets bei Gott Hilfe gefunden und erkannt habe, dass es vielmehr auf Gott als auf Fürsten sein Vertrauen setzen müsse. (V. 9) Doch noch währt eine Gefahr (V. 13), so preist es Gott, der zwar zeitweise straft, aber stets hilft und nicht untergehen lässt. (V. 18) 2. Schon steht das Volk vor den Toren des Heiligtums und begehrt, in dasselbe einzutreten, um Gott zu preisen, der es zum Eckstein gemacht hat, ob es auch von den Bauleuten verworfen war. (V. 23) Neue Hilfe an diesem glücklichen Tage erbittend, verspricht das Volk, den Helfer, den Gott senden will, mit fröhlicher Festfeier zu empfangen. +Psalmen Ps 23 117 0 1. Aufforderung, Gottes Barmherzigkeit zu preisen. (V. 4) Das Volk bezeugt, dass es in allen Heimsuchungen stets bei Gott Hilfe gefunden und erkannt habe, dass es vielmehr auf Gott als auf Fürsten sein Vertrauen setzen müsse. (V. 9) Doch noch währt eine Gefahr (V. 13), so preist es Gott, der zwar zeitweise straft, aber stets hilft und nicht untergehen lässt. (V. 18) 2. Schon steht das Volk vor den Toren des Heiligtums und begehrt, in dasselbe einzutreten, um Gott zu preisen, der es zum Eckstein gemacht hat, ob es auch von den Bauleuten verworfen war. (V. 23) Neue Hilfe an diesem glücklichen Tage erbittend, verspricht das Volk, den Helfer, den Gott senden will, mit fröhlicher Festfeier zu empfangen. Psalmen Ps 23 117 1 Alleluja. Confitemini Domino quoniam bonus: quoniam in sæculum misericordia ejus. Alleluja!¹ Preiset den Herrn, denn er ist gütig; in Ewigkeit währt seine Gnade! Psalmen Ps 23 117 1 1 Am wahrscheinlichsten ist, dass der Psalm bei der Einweihung des Zorobabelschen Tempels gesungen ward. Er ist zum Wechselgesang bestimmt. Psalmen Ps 23 117 2 Dicat nunc Israel quoniam bonus: quoniam in sæculum misericordia ejus. Es sage also Israel:² Er ist gütig,³ in Ewigkeit währt seine Gnade! @@ -29815,7 +29825,7 @@ Psalmen Ps 23 117 28 Deus meus es tu, et confitebor tibi: Deus meus es tu, et ex Psalmen Ps 23 117 29 Confitemini Domino quoniam bonus: quoniam in sæculum misericordia ejus. Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewig.²³ Psalmen Ps 23 117 29 23 Auch jüdische Erklärer halten den Psalm für messianisch. Dass die Juden zur Zeit Christi ihn dafür ansahen, beweist sein Gebrauch beim Einzuge Christi. Er ist messianisch, insofern die Juden Träger der messianischen Verheißung waren und im Messias als gläubiges Volk Gottes seine höchste Blüte erlangte. Manche Ausleger legen den Psalm dem auferstandenen Heilande in den Mund. Psalmen Ps 23 118 Alleluja. ALEPH Alleluja!¹ Aleph.² -Psalmen Ps 23 118 0 Preis des Gesetzes in 176 Sätzen als Weg des Heiles, mit Einstreuung von Schutzgebetchen, welche die Bereitschaft des Herzens anzeigen, es zu beobachten, oder die Anhänglichkeit an dasselbe aussprechend Gottes Schutz erflehen, um Beseitigung der störenden Versuchungen zur Übertretung bitten oder andere fromme Anmutungen ausdrücken. +Psalmen Ps 23 118 0 Preis des Gesetzes in 176 Sätzen als Weg des Heiles, mit Einstreuung von Schutzgebetchen, welche die Bereitschaft des Herzens anzeigen, es zu beobachten, oder die Anhänglichkeit an dasselbe aussprechend Gottes Schutz erflehen, um Beseitigung der störenden Versuchungen zur Übertretung bitten oder andere fromme Anmutungen ausdrücken. Psalmen Ps 23 118 1 Beati immaculati in via: qui ambulant in lege Domini. Glückselig, deren Weg makellos, die nach dem Gesetze des Herrn wandeln! Psalmen Ps 23 118 2 Beati, qui scrutantur testimonia ejus: in toto corde exquirunt eum. Glückselig, die seine Zeugnisse durchforschen,³ ihn von ganzem Herzen suchen. Psalmen Ps 23 118 2 3 Hebr.: beachten. @@ -30120,7 +30130,7 @@ Psalmen Ps 23 118 175 Vivet anima mea, et laudabit te: et judicia tua adjuvabunt Psalmen Ps 23 118 176 Erravi, sicut ovis, quæ periit: quære servum tuum, quia mandata tua non sum oblitus. Ich gehe irre wie ein Schaf, das verloren gegangen, suche deinen Diener,¹²⁹ denn deine Gebote vergaß ich nicht.¹³⁰ Psalmen Ps 23 118 176 129 Oder das Hebr. wird gefasst: Hab ich mich verirrt, so suche wie ein verlorenes (ein in Gefahr unterzugehen schwebendes) Schaf deinen Diener. Des Dichters Verirrung ist kein Abfall, sein Heim, nach dem er sich, wenn er auf Abwege geraten, zurücksehnt, ist bei dem Herrn. Psalmen Ps 23 118 176 130 In der Priem des Breviers werden zwei Absätze (vier Achtverser), in der Terz, Sext und Non je drei wegen ihres praktischen Inhaltes und ihrer moralischen Tendenz gebetet. Die Väter sind voll des Lobes über diesen Psalm (den Aug., Ambros., Hilar., Kassiodor ausführlich erklären). -Psalmen Ps 23 119 0 Bitte um Hilfe gegen streitsüchtige Menschen (V. 2), denen der Sänger strenge Strafe voraussagt (V. 4), indem er klagt, dass er so lange unter ihnen bleiben muss, stets von ihnen angefochten, so sehr er auch begehrt, in Frieden zu leben. +Psalmen Ps 23 119 0 Bitte um Hilfe gegen streitsüchtige Menschen (V. 2), denen der Sänger strenge Strafe voraussagt (V. 4), indem er klagt, dass er so lange unter ihnen bleiben muss, stets von ihnen angefochten, so sehr er auch begehrt, in Frieden zu leben. Psalmen Ps 23 119 1 Canticum graduum. Ad Dominum cum tribularer clamavi: et exaudivit me. Stufengesang.¹ Zu dem Herrn rufe ich, da ich in Drangsal bin, und er erhört mich. Psalmen Ps 23 119 1 1 Nach einigen auf den vom Frauenhofe zum Männerhofe hinaufführenden Stufen von den Leviten, besser: von allen Israeliten an den drei großen Festzeiten beim Hinaufziehen nach Jerusalem zu singende Psalmen. Nach anderen haben die fünfzehn folgenden Psalmen ihren Namen von ihrem stufenweise fortschreitenden Gedanken-Rhythmus, der mittelst Wiederaufnahme des unmittelbar vorausgegangenen Wortes sich fortbewegenden Steigerung. Psalmen Ps 23 119 2 Domine libera animam meam a labiis iniquis, et a lingua dolosa. Herr! rette meine Seele von ungerechten Lippen und von trügerischer² Zunge!³ @@ -30137,7 +30147,7 @@ Psalmen Ps 23 119 5 8 Hebr.: Lange genug schon wohnt meine Seele bei Friedensha Psalmen Ps 23 119 6 Cum his, qui oderunt pacem, eram pacificus: cum loquebar illis, impugnabant me gratis. Bei denen, die den Frieden hassen, bin ich friedlich; wenn ich mit ihnen rede,⁹ erheben sie Streit wider mich ohne Ursache!¹⁰ Psalmen Ps 23 119 6 9 Rede: meinen Glauben bekenne. Psalmen Ps 23 119 6 10 Hebr.: Ich bin Friede (Friedensliebe erfüllt meine Seele), aber wenn ich rede, sind jene auf Krieg aus. Die Kirche legt den Psalm dem leidenden Heiland in den Mund, ebenso wie der Schmerzensmutter. -Psalmen Ps 23 120 0 Woher wird eine Hilfe kommen? Von dem Herrn, dem allmächtigen Schöpfer (V. 2), denn dieser hat stets acht auf die Seinen (V. 4), er schützt sie Tag und Nacht (V. 6) und führt sie unversehrt auf rechter Bahn. +Psalmen Ps 23 120 0 Woher wird eine Hilfe kommen? Von dem Herrn, dem allmächtigen Schöpfer (V. 2), denn dieser hat stets acht auf die Seinen (V. 4), er schützt sie Tag und Nacht (V. 6) und führt sie unversehrt auf rechter Bahn. Psalmen Ps 23 120 1 Canticum graduum. Levavi oculos meos in montes, unde veniet auxilium mihi. Stufengesang.¹ Ich hebe meine Augen zu den Bergen,² von welchen mir Hilfe kommt. [2Chr 20,17] Psalmen Ps 23 120 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Psalmen Ps 23 120 1 2 Dem Berge Sion, zu dem der Blick der nach Babylon Weggeführten sich von dort aus richtet wie auf die Höhen und Fernen des Himmels. Diese Berge sind der Richtpunkt seines Gebetes. Vergl. [Dan 6,10]. Ich erwarte von Gott aus Sion meine Hilfe. Fasst man den Satz fragend, so gibt er den Grund hierfür an: Woher kann mir anders Hilfe kommen? @@ -30156,7 +30166,7 @@ Psalmen Ps 23 120 8 Dominus custodiat introitum tuum, et exitum tuum: ex hoc nun Psalmen Ps 23 120 8 8 Hebr.: behütet. Psalmen Ps 23 120 8 9 Dich, wo du gehst und stehst, all dein Tun und Lassen. Psalmen Ps 23 120 8 10 Der Psalm ist ein Lied der Zuversicht auf unserer irdischen Pilgerfahrt. -Psalmen Ps 23 121 0 Der Freude eingedenk, mit der sie die Einladung zur Pilgerfahrt empfangen (V. 1), machen die Pilger, bei der heiligen Stadt angekommen, an ihren Toren Halt, voller Bewunderung der herrlichen Stadt, des Mittelpunktes des religiösen und politischen Lebens. (V. 5) Gegenseitige Aufmunterung, Jerusalem alles Gute und besonders Frieden zu wünschen, aus Liebe gegen seine Bewohner und insbesondere aus Liebe für das Haus Gottes. +Psalmen Ps 23 121 0 Der Freude eingedenk, mit der sie die Einladung zur Pilgerfahrt empfangen (V. 1), machen die Pilger, bei der heiligen Stadt angekommen, an ihren Toren Halt, voller Bewunderung der herrlichen Stadt, des Mittelpunktes des religiösen und politischen Lebens. (V. 5) Gegenseitige Aufmunterung, Jerusalem alles Gute und besonders Frieden zu wünschen, aus Liebe gegen seine Bewohner und insbesondere aus Liebe für das Haus Gottes. Psalmen Ps 23 121 1 Canticum graduum. Lætatus sum in his, quæ dicta sunt mihi: In domum Domini ibimus. Stufengesang.¹ Ich freute mich, als man zu mir sprach:² Lasset uns zum Hause des Herrn gehen! Psalmen Ps 23 121 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Nach dem Hebr. ist David der Verfasser, was wenig Wahrscheinlichkeit hat, vielmehr scheint das Lied in der nachexilischen Zeit entstanden und nach davidischem Muster verfasst. Psalmen Ps 23 121 1 2 Hebr.: Über die zu mir Sprechenden. @@ -30178,7 +30188,7 @@ Psalmen Ps 23 121 8 Propter fratres meos, et proximos meos, loquebar pacem de te Psalmen Ps 23 121 9 Propter domum Domini Dei nostri, quæsivi bona tibi. Um des Hauses des Herrn, unsers Gottes, willen¹¹ will ich alles Gute für dich erflehen.¹² Psalmen Ps 23 121 9 11 Der Beweggrund des Friedenswunsches ist Liebe zu den Brüdern (allen Juden) und Liebe zu dem Hause Gottes. Um der Brüder willen wünscht er Jerusalem Frieden, um des Hauses Jahves willen will er, was zum Besten Jerusalems gereicht, der Stadt erflehen. Jerusalem ist und bleibt das Herz Israels. Psalmen Ps 23 121 9 12 Das alttestamentliche Jerusalem war Typus der Kirche und des himmlischen Jerusalem. -Psalmen Ps 23 122 0 Flehen der Verbannten zu Gott, die auf ihn schauen, sein Erbarmen erwartend (V. 2), und inständig bitten, er wolle sie der unglücklichen und verachteten Lage entreißen, in der sie sich finden. +Psalmen Ps 23 122 0 Flehen der Verbannten zu Gott, die auf ihn schauen, sein Erbarmen erwartend (V. 2), und inständig bitten, er wolle sie der unglücklichen und verachteten Lage entreißen, in der sie sich finden. Psalmen Ps 23 122 1 Canticum graduum. Ad te levavi oculos meos, qui habitas in clis. Stufengesang.¹ Zu dir erhebe ich meine Augen, der du im Himmel wohnst! Psalmen Ps 23 122 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Psalmen Ps 23 122 2 Ecce sicut oculi servorum, in manibus dominorum suorum, Sicut oculi ancillæ in manibus dominæ suæ: ita oculi nostri ad Dominum Deum nostrum donec misereatur nostri. Siehe! wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Gebieterin, so schauen unsere Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er sich unser erbarmt.² @@ -30188,7 +30198,7 @@ Psalmen Ps 23 122 3 3 Oder zeitlich: seit langem. Hebr.: Satt genug sind wir vo Psalmen Ps 23 122 4 Quia multum repleta est anima nostra: opprobrium abundantibus, et despectio superbis. ja, reichlich gesättigt sind unsere Seelen, zum Gespötte sind wir⁴ den Reichen und zur Verachtung den Stolzen.⁵ Psalmen Ps 23 122 4 4 Hebr.: Zur Genüge hat unsere Seele den Hohn der Übermütigen und die Verachtung der Stolzen erfahren. Psalmen Ps 23 122 4 5 Wir erheben unsere Augen zu unserem Helfer. -Psalmen Ps 23 123 0 Wenn Gott nicht geholfen hätte, wäre das Volk verloren gewesen. (V. 5) Danksagung und Lobpreis, dass der Allmächtige sein Volk errettet. +Psalmen Ps 23 123 0 Wenn Gott nicht geholfen hätte, wäre das Volk verloren gewesen. (V. 5) Danksagung und Lobpreis, dass der Allmächtige sein Volk errettet. Psalmen Ps 23 123 1 Canticum graduum. Nisi quia Dominus erat in nobis, dicat nunc Israel: Stufengesang.¹ Wäre nicht der Herr mit uns² gewesen, so sage nun³ Israel, Psalmen Ps 23 123 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Der hebr. Text schreibt den Psalm in sehr unwahrscheinlicher Weise David zu. Psalmen Ps 23 123 1 2 Hebr.: für uns. @@ -30205,7 +30215,7 @@ Psalmen Ps 23 123 7 6 Diesen werden die Feinde wegen ihrer Hinterlist vergliche Psalmen Ps 23 123 8 Adjutorium nostrum in nomine Domini, qui fecit clum et terram. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,⁷ der Himmel und Erde gemacht hat.⁸ Psalmen Ps 23 123 8 7 Nicht Verleugnung Gottes, sondern Festhalten an ihm rettet Israel. Psalmen Ps 23 123 8 8 Und sich als dieser Allmächtige bewährt. -Psalmen Ps 23 124 0 Wie die um Sion liegenden Berge es schützen, so wird Gott die treuen Einwohner Jerusalems schirmen, damit nicht die Gerechten durch längere Bedrückung wankend werden. (V. 3) Bitte, Gott wolle über die Gerechten wachen, die Abtrünnigen aber mit den Feinden zugrunde gehen lassen. +Psalmen Ps 23 124 0 Wie die um Sion liegenden Berge es schützen, so wird Gott die treuen Einwohner Jerusalems schirmen, damit nicht die Gerechten durch längere Bedrückung wankend werden. (V. 3) Bitte, Gott wolle über die Gerechten wachen, die Abtrünnigen aber mit den Feinden zugrunde gehen lassen. Psalmen Ps 23 124 1 Canticum graduum. Qui confidunt in Domino, sicut mons Sion: non commovebitur in æternum, qui habitat Stufengesang.¹ Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Sion;² es wankt nicht in Ewigkeit, wer wohnt³ Psalmen Ps 23 124 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Psalmen Ps 23 124 1 2 Auf dem Sion thront Gott, dem sie treu anhängen. @@ -30221,7 +30231,7 @@ Psalmen Ps 23 124 4 Benefac Domine bonis, et rectis corde. Den Guten tue Gutes, Psalmen Ps 23 124 5 Declinantes autem in obligationes, adducet Dominus cum operantibus iniquitatem: pax super Israel. Doch die auf krumme Wege abbiegen, wird der Herr hinwegraffen mit den Übeltätern.⁹ Friede komme über Israel!¹⁰ Psalmen Ps 23 124 5 9 Hebr.: die aber ablenken (von deinen Geboten) ihre gewundenen Pfade, diese lasse dahinfahren (untergehen) mit den Missetätern. Die mit Abfall umgeben, mögen mit den offenbaren Sündern und Heiden umkommen. Psalmen Ps 23 124 5 10 Friede ist jegliches Gute, Freiheit um Wohlstand. -Psalmen Ps 23 125 0 Dank sei Gott für die wunderbare Befreiung des Volkes aus der Gefangenschaft, über die die Völker staunen. (V. 3) Bitte, Gott wolle den Zurückgekehrten, die auch jetzt noch im Elende schmachten, die Freude vollenden, denn noch streuen sie mit Tränen ihren Samen aus, eine fröhliche Ernte erwartend. +Psalmen Ps 23 125 0 Dank sei Gott für die wunderbare Befreiung des Volkes aus der Gefangenschaft, über die die Völker staunen. (V. 3) Bitte, Gott wolle den Zurückgekehrten, die auch jetzt noch im Elende schmachten, die Freude vollenden, denn noch streuen sie mit Tränen ihren Samen aus, eine fröhliche Ernte erwartend. Psalmen Ps 23 125 1 Canticum graduum. In convertendo Dominus captivitatem Sion: facti sumus sicut consolati: Stufengesang.¹ Als der Herr die Gefangenschaft Sions wendete,² glichen wir Getrösteten.³ Psalmen Ps 23 125 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Der Psalm ist wie [Ps 84] aus der nachexilischen Zeit, als es den Heimgekehrten hart erging. Psalmen Ps 23 125 1 2 Die Gefangenen Sions zurückführte. @@ -30235,7 +30245,7 @@ Psalmen Ps 23 125 5 Qui seminant in lacrimis, in exsultatione metent. Die mit Tr Psalmen Ps 23 125 5 6 Diese Sätze enthalten allgemeine Wahrheit, sind aber nach den damaligen Verhältnissen gebildet. Vergl. [Esra 3,12]. Allgemein gefasst, besagt es das Gleiche, was [Mt 5,4]: Selig sind die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Psalmen Ps 23 125 6 Euntes ibant et flebant, mittentes semina sua. Venientes autem venient cum exsultatione, portantes manipulos suos. Sie gehen dahin⁷ mit Weinen, ihren Samen ausstreuend, aber sie werden mit Frohlocken kommen, ihre Garben tragend. Psalmen Ps 23 125 6 7 Mühselig auf und ab. -Psalmen Ps 23 126 0 Von Gott hängt aller Segen ab, nicht vom Mühen der Menschen (V. 2), ebenso das wahre Glück des Hauses, Kindersegen. +Psalmen Ps 23 126 0 Von Gott hängt aller Segen ab, nicht vom Mühen der Menschen (V. 2), ebenso das wahre Glück des Hauses, Kindersegen. Psalmen Ps 23 126 1 Canticum graduum Salomonis. Nisi Dominus ædificaverit domum, in vanum laboraverunt qui ædificant eam. Nisi Dominus custodierit civitatem, frustra vigilat qui custodit eam. Stufengesang Salomons.¹ Wenn der Herr nicht das Haus baut, so mühen sich die Bauleute umsonst; wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Hüter umsonst. Psalmen Ps 23 126 1 1 Die Überschrift rührt von der Meinung her, dass V. 2 eine Anspielung auf den Namen Salomons enthält. Vergl. [2Sam 12,25]. Der Psalm stammt vielmehr aus der Zeit des zweiten Tempelbaues. Psalmen Ps 23 126 2 Vanum est vobis ante lucem surgere: surgite postquam sederitis, qui manducatis panem doloris. Cum dederit dilectis suis somnum: Vergeblich ist es für euch, vor Tage aufzustehen; stehet immer auf, nachdem ihr lange gesessen, die ihr das Brot der Schmerzen esset!² während er seinen Geliebten Schlaf gibt.³ @@ -30248,7 +30258,7 @@ Psalmen Ps 23 126 4 5 Was starke Pfeile in der Hand des Starken sind, sind für Psalmen Ps 23 126 5 Beatus vir qui implevit desiderium suum ex ipsis: non confundetur cum loquetur inimicis suis in porta. Glückselig der Mann, der sein Verlangen damit erfüllt sieht;⁶ er wird nicht zuschanden, wenn er mit seinen Feinden im Tore rechtet.⁷ Psalmen Ps 23 126 5 6 Mit den Söhnen. Hebr.: der seinen Köcher davon voll hat. Nicht werden sie zuschanden usw. Der Vater, umgeben von der Söhne Schar, ist unüberwindlich dem Feinde. Psalmen Ps 23 126 5 7 Sei es eine Klage abwehrend, sei es ein Unrecht vorhaltend. -Psalmen Ps 23 127 0 Glücklich in seiner Häuslichkeit der fromme Israelit (V. 3), möchte von Sion aus allen dieses Glück zuteil werden und sie dasselbe in langem Leben genießen. +Psalmen Ps 23 127 0 Glücklich in seiner Häuslichkeit der fromme Israelit (V. 3), möchte von Sion aus allen dieses Glück zuteil werden und sie dasselbe in langem Leben genießen. Psalmen Ps 23 127 1 Canticum graduum. Beati omnes, qui timent Dominum, qui ambulant in viis ejus. Stufengesang.¹ Glückselig alle, welche den Herrn fürchten, die auf seinen Wegen wandeln. Psalmen Ps 23 127 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Psalmen Ps 23 127 2 Labores manuum tuarum quia manducabis: beatus es, et bene tibi erit. Denn² was deine Hände erarbeitet, wirst du genießen;³ glücklich bist du und es wird dir wohl gehen!⁴ @@ -30264,7 +30274,7 @@ Psalmen Ps 23 127 5 7 Vom Gott des Heiles, der in Sion wohnt, kommt aller Segen Psalmen Ps 23 127 6 Et videas filios filiorum tuorum, pacem super Israel. und Kinder deiner Kinder schauen.⁸ Friede über Israel!⁹ Psalmen Ps 23 127 6 8 Der Segen des Alten Testamentes bleibt im Diesseits als dem Schatten der zukünftigen Güter. Psalmen Ps 23 127 6 9 Die Kirche bedient sich dieses Psalmes bei verschiedenen Gelegenheiten, um ihren Kindern natürlichen und übernatürlichen Segen zu wünschen. -Psalmen Ps 23 128 0 Wie oft hat Israel von Anbeginn an zu leiden gehabt von gottlosen Feinden! Doch selbst langjährige Gefangenschaft hat es nicht vernichtet, während seine Feinde untergingen. (V. 4) Wunsch, auch die Feinde der Zurückgekehrten möchten baldigen und schimpflichen Untergang finden. +Psalmen Ps 23 128 0 Wie oft hat Israel von Anbeginn an zu leiden gehabt von gottlosen Feinden! Doch selbst langjährige Gefangenschaft hat es nicht vernichtet, während seine Feinde untergingen. (V. 4) Wunsch, auch die Feinde der Zurückgekehrten möchten baldigen und schimpflichen Untergang finden. Psalmen Ps 23 128 1 Canticum graduum. Sæpe expugnaverunt me a juventute mea, dicat nunc Israel. Stufengesang.¹ Oftmals haben sie mich bedrängt von meiner Jugend² an, so spreche Israel, Psalmen Ps 23 128 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Der Psalm kommt aus der nachexilischen Zeit. Psalmen Ps 23 128 1 2 Von der Zeit der Auserwählung in Ägypten an. @@ -30281,7 +30291,7 @@ Psalmen Ps 23 128 7 De quo non implevit manum suam qui metit, et sinum suum qui Psalmen Ps 23 128 8 Et non dixerunt qui præteribant: Benedictio Domini super vos: benediximus vobis in nomine Domini. Und die Vorübergehenden sprechen nicht: Der Segen des Herrn sei über euch,⁷ wir segnen euch im Namen des Herrn.⁸ Psalmen Ps 23 128 8 7 Den Gruß an die Schnitter versagte man selbst heidnischen Schnittern nicht. Ähnlich grüßt Booz die Ruth [Rut 2,4] und erhält gleichen Gegengruß. Psalmen Ps 23 128 8 8 Gegengruß, der zurückgegeben wird. Den Gerechten steht die unter Segenswünschen vollziehende Einerntung ihrer Aussaat bevor. -Psalmen Ps 23 129 0 Gott wolle sein Volk nicht nach Maßgabe seiner strengen Gerechtigkeit strafen, sondern nach seiner Barmherzigkeit desselben schonen, seines Bundes eingedenk, auf den die Zurückgekehrten ihr Vertrauen setzen. (V. 5) Mahnung an die Israeliten, in ihrem Vertrauen zu beharren, da Gott nicht allein barmherzig sei, sondern sie auch erlösen könne und von aller Schuld und Strafe auch erlösen werde. +Psalmen Ps 23 129 0 Gott wolle sein Volk nicht nach Maßgabe seiner strengen Gerechtigkeit strafen, sondern nach seiner Barmherzigkeit desselben schonen, seines Bundes eingedenk, auf den die Zurückgekehrten ihr Vertrauen setzen. (V. 5) Mahnung an die Israeliten, in ihrem Vertrauen zu beharren, da Gott nicht allein barmherzig sei, sondern sie auch erlösen könne und von aller Schuld und Strafe auch erlösen werde. Psalmen Ps 23 129 1 Canticum graduum. De profundis clamavi ad te Domine: Stufengesang.¹ Aus der Tiefe² rufe ich zu dir, o Herr! Psalmen Ps 23 129 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Der sechste Bußpsalm. Ein Bußgebet der babylonischen Exulanten. Psalmen Ps 23 129 1 2 Abgrund, Bild des Unglücks und Jammers, innerer du äußerer Not. @@ -30299,7 +30309,7 @@ Psalmen Ps 23 129 7 7 Und nur bei ihm. Psalmen Ps 23 129 7 8 Er besitzt im reichsten Maße die Willigkeit und die Macht, Erlösung zu gewähren. Psalmen Ps 23 129 8 Et ipse redimet Israel, ex omnibus iniquitatibus ejus. Und er wird Israel erlösen von aller seiner Sündenschuld.⁹ Psalmen Ps 23 129 8 9 Und allen Folgen der Schuld. Im Sinne der Kirche richtet sich der Psalm an den Heiland. -Psalmen Ps 23 130 0 Davids Demut. (V. 2) Mahnung an Israel, in Demut nur auf Gott sein Vertrauen zu setzen. +Psalmen Ps 23 130 0 Davids Demut. (V. 2) Mahnung an Israel, in Demut nur auf Gott sein Vertrauen zu setzen. Psalmen Ps 23 130 1 Canticum graduum David. Domine non est exaltatum cor meum: neque elati sunt oculi mei. Neque ambulavi in magnis, neque in mirabilibus super me. Stufengesang Davids.¹ O Herr! mein Herz hat sich nicht erhoben und meine Augen sind nicht hoffärtig² und ich gehe nicht mit Dingen um, die zu groß und die zu wunderbar für mich sind.³ Psalmen Ps 23 130 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Zur Zeit der Verfolgung Davids durch Saul verfasst? Der letzte Vers ist aus späterer Zeit. In der Sept. fehlt die Angabe des Verfassers. Psalmen Ps 23 130 1 2 Vornehm über andere hinwegsehend. @@ -30307,7 +30317,7 @@ Psalmen Ps 23 130 1 3 Mit hohen Plänen. Psalmen Ps 23 130 2 Si non humiliter sentiebam: sed exaltavi animam meam: Sicut ablactatus est super matre sua, ita retributio in anima mea. Fürwahr! demütig war mein Sinn, nicht erhob ich mich in Stolz. Wie ein entwöhntes Kind an seiner Mutter, so ist meiner Seele Lohn.⁴ Psalmen Ps 23 130 2 4 Hebr.: Wahrlich, geebnet und gestillt habe ich meine Seele (so dass Demut ihr überall und immer gleicher Zustand ist). Gleich einem Entwöhnten bei seiner Mutter, gleich dem Entwöhnten ist in mir meine Seele. Vulg.: Wie das Entwöhnte, so ist die Gnade (der Gnadenlohn Gottes) in meiner Seele sie macht mich ruhig, frei von den Gelüsten des niederen Menschen. Psalmen Ps 23 130 3 Speret Israel in Domino, ex hoc nunc, et usque in sæculum. Hoffe Israel auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit! -Psalmen Ps 23 131 0 1. Das Volk bittet Gott, er wolle sich der Frömmigkeit Davids erinnern, der so innig begehrt, den Tempel zu bauen (V. 5), und die gleichsam vergessene Bundeslade nach Sion geführt, damit sie dort ihren beständigen Sitz zur Verehrung hätte. (V. 9) 2. Gott wolle dem gesalbten Könige Salomon gnädig sein, da er David für dessen Eifer um den Bau seines Tempels einen ewigen Thron verheißen. (V. 13) 3. Gott erhört diese Bitte und antwortet, er werde allezeit in Sion wohnen, um von dort aus das Volk zu segnen und aus Davids Haus den Messias zu erwecken. +Psalmen Ps 23 131 0 1. Das Volk bittet Gott, er wolle sich der Frömmigkeit Davids erinnern, der so innig begehrt, den Tempel zu bauen (V. 5), und die gleichsam vergessene Bundeslade nach Sion geführt, damit sie dort ihren beständigen Sitz zur Verehrung hätte. (V. 9) 2. Gott wolle dem gesalbten Könige Salomon gnädig sein, da er David für dessen Eifer um den Bau seines Tempels einen ewigen Thron verheißen. (V. 13) 3. Gott erhört diese Bitte und antwortet, er werde allezeit in Sion wohnen, um von dort aus das Volk zu segnen und aus Davids Haus den Messias zu erwecken. Psalmen Ps 23 131 1 Canticum graduum. Memento Domine David, et omnis mansuetudinis ejus: Stufengesang.¹ Gedenke,² Herr! Davids und all seiner Geduld,³ Psalmen Ps 23 131 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Der Psalm ist wohl von Salomon. Vergl. [2Chr 5,5ff]. Psalmen Ps 23 131 1 2 Man gedenkt jemanden etwas, indem man ihm vergilt oder ihm gewährt, was man verheißen. @@ -30348,7 +30358,7 @@ Psalmen Ps 23 131 17 Illuc producam cornu David, paravi lucernam Christo meo. Do Psalmen Ps 23 131 17 21 V. 17, 18 sind nach dem Zeugnis der Juden wie der Väter messianisch. Dem Hause Davids, das David als Stammvater und der zurzeit regierende Gottgesalbte vertreten, will Gott ein Horn sprossen lassen, einen mächtigen, allen Feinden niederwerfenden König. Vergl. [Lk 1,69]. Der Messias ist eine Leuchte, die nie erlischt [2Chr 21,7], die Finsternis und Elend der Sünde entfernt und das Heil bringt. Horn und Licht [Lk 2,32] werden David zuerteilt, sofern der Messias von ihm als Sohn abstammt. Psalmen Ps 23 131 18 Inimicos ejus induam confusione: super ipsum autem efflorebit sanctificatio mea. Seine Feinde will ich in Schmach hüllen, über ihm aber soll meine Heiligung²² erblühen. Psalmen Ps 23 131 18 22 Wohl Kopfschmuck des Messias, der ihn als König und Hohenpriester zugleich, als hochheilige Person erscheinen lässt. -Psalmen Ps 23 132 0 Glückseligkeit der nach Sion Pilgernden (V. 3a), wo Gott der Mittelpunkt seiner Segnungen errichtet hat. +Psalmen Ps 23 132 0 Glückseligkeit der nach Sion Pilgernden (V. 3a), wo Gott der Mittelpunkt seiner Segnungen errichtet hat. Psalmen Ps 23 132 1 Canticum graduum David. Ecce quam bonum, et quam jucundum habitare fratres in unum: Stufengesang Davids.¹ Siehe, wie gut ist es und wie lieblich, wenn Brüder in Eintracht² beisammen wohnen! Psalmen Ps 23 132 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Der Psalm ist David vielleicht nur zugeschrieben, weil er seinem Geiste entspricht. Psalmen Ps 23 132 1 2 Wenn der Verwandtschaft des Blutes die Gesinnung des Herzens entspricht. An den drei hohen Festen hatte ganz Israel, wenn auch auf kurze Zeit, diese Freude. @@ -30359,7 +30369,7 @@ Psalmen Ps 23 132 3 Sicut ros Hermon, qui descendit in montem Sion. Quoniam illi Psalmen Ps 23 132 3 5 Der Tau ist dem Sommer über die einzige Erquickung für die Pflanzen. Besonders reichlich fällt er auf dem Hermon, von dem dann ein kühlender Luftstrom nach Jerusalem weht auf die kahlen, unfruchtbaren, nach solcher Erquickung sich sehnenden Berge rings um Sion. Psalmen Ps 23 132 3 6 Warum sind die Zusammenkünfte Israels so segensreich? Weil Gott von Sion aus Segen und Leben spenden will. Psalmen Ps 23 132 3 7 Das ist Gottes unverbrüchliche, ewig währende Ordnung. -Psalmen Ps 23 133 0 Aufforderung an die Priester und Leviten, Gott auch bei Nacht zu loben (V. 2), und Gegengruß auf die Segensanwünschungen. +Psalmen Ps 23 133 0 Aufforderung an die Priester und Leviten, Gott auch bei Nacht zu loben (V. 2), und Gegengruß auf die Segensanwünschungen. Psalmen Ps 23 133 1 Canticum graduum. Ecce nunc benedicite Dominum, omnes servi Domini: Qui statis in domo Domini, in atriis domus Dei nostri, Stufengesang.¹ Auf! preiset den Herrn, ihr alle Diener des Herrn!² die ihr im Hause des Herrn stehet, in dem Vorhofe des Hauses unsers Gottes.³ Psalmen Ps 23 133 1 1 Siehe [Ps 119,Anm.1]. Psalmen Ps 23 133 1 2 Die Aaroniten, Priester und Leviten. @@ -30368,7 +30378,7 @@ Psalmen Ps 23 133 2 In noctibus extollite manus vestras in sancta, et benedicite Psalmen Ps 23 133 2 4 Der Nachdruck liegt darauf, dass auch des Nachts gebetet wird. Psalmen Ps 23 133 3 Benedicat te Dominus ex Sion, qui fecit clum et terram. Der Herr segne dich von Sion aus, der Himmel und Erde gemacht hat!⁵ Psalmen Ps 23 133 3 5 Die nach dem Tempelberge hinaufrufende Gemeinde empfängt wohl von oben den priesterlichen Gegenruf des Segens. Der Psalm wird täglich im Completorium gleichsam als Aufforderung des einzelnen Priesters an die anderen, auch in der Nacht den Herrn zu preisen, und als Segenswunsch der letzteren gebetet. Die Psalmen 119-133 bilden die Gradualpsalmen: die ersten fünf werden bezogen auf die armen Seelen, in den folgenden fünf fleht die Kirche um Sündenvergebung, in den letzten fünf wird Gottes Beistand angerufen. -Psalmen Ps 23 134 0 Mahnung, Gott zu loben, der erhaben ist über alle Götzen. (V. 5) Gott ist groß in den Werken, die er täglich vollendet, wie einst in Ägypten (V. 9) und beim Einzug des Volkes in das verheißene Land. +Psalmen Ps 23 134 0 Mahnung, Gott zu loben, der erhaben ist über alle Götzen. (V. 5) Gott ist groß in den Werken, die er täglich vollendet, wie einst in Ägypten (V. 9) und beim Einzug des Volkes in das verheißene Land. Psalmen Ps 23 134 1 Alleluja. Laudate nomen Domini, laudate servi Dominum. Alleluja! Lobet den Namen des Herrn, lobet ihr Diener den Herrn,¹ Psalmen Ps 23 134 1 1 Der Anfang ist hier wie im [Ps 133,1]. Psalmen Ps 23 134 2 Qui statis in domo Domini, in atriis domus Dei nostri. die ihr im Hause des Herrn stehet, in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes!² @@ -30404,7 +30414,7 @@ Psalmen Ps 23 134 20 Domus Levi benedicite Domino: qui timetis Dominum, benedici Psalmen Ps 23 134 20 13 Die dreifache Aufforderung [Ps 113,9-11, Ps 117,2-4] wird hier durch die Einfügung der Leviten vermehrt und der Segenswunsch [Ps 133,3] in V. 21 in Lobpreis umgewandelt. Psalmen Ps 23 134 21 Benedictus Dominus ex Sion, qui habitat in Jerusalem. Gepriesen sei der Herr von Sion aus, er, der in Jerusalem wohnt!¹⁴ Psalmen Ps 23 134 21 14 Sion ist Vorbild der Kirche. Das den Psalm im Hebr. schließende Alleluja ist in der Sept. und Vulg. an die Spitze des nächsten Psalmes gekommen. -Psalmen Ps 23 135 0 Preis der Güte, Erhabenheit, Macht Gottes (V. 4); Lob des Schöpfers (V. 9), des mächtigen Befreiers aus Ägypten (V. 15), des Gebers des verheißenen Landes (V. 22), des Schützers auch in dieser Zeit. (V. 25) Lob Gottes. +Psalmen Ps 23 135 0 Preis der Güte, Erhabenheit, Macht Gottes (V. 4); Lob des Schöpfers (V. 9), des mächtigen Befreiers aus Ägypten (V. 15), des Gebers des verheißenen Landes (V. 22), des Schützers auch in dieser Zeit. (V. 25) Lob Gottes. Psalmen Ps 23 135 1 Alleluja. Confitemini Domino quoniam bonus: quoniam in æternum misericordia ejus. Alleluja! preiset den Herrn, denn er ist gütig, denn ewig währt seine Güte!¹ Psalmen Ps 23 135 1 1 Dieser Psalm ist das älteste Vorbild unserer Litaneien. Der Dichter hat viel anderswoher entlehnt. V. 2, V. 3 ist aus [Dtn 10,17], V. 10-12 zumeist aus [Ps 134,8ff], V. 12 aus [Ex 13,9; Ex 15,16], V. 15 aus [Ex 14,27]. Psalmen Ps 23 135 2 Confitemini Deo deorum: quoniam in æternum misericordia ejus. Preiset den Gott der Götter, denn ewig währt seine Güte! @@ -30434,7 +30444,7 @@ Psalmen Ps 23 135 23 Quia in humilitate nostra memor fuit nostri: quoniam in æt Psalmen Ps 23 135 24 Et redemit nos ab inimicis nostris: quoniam in æternum misericordia ejus. Und uns von unsern Feinden erlöste, denn ewig währt seine Güte! Psalmen Ps 23 135 25 Qui dat escam omni carni: quoniam in æternum misericordia ejus. Der allem Fleische Speise gibt, denn ewig währt seine Güte! Psalmen Ps 23 135 26 Confitemini Deo cli: quoniam in æternum misericordia ejus. Confitemini Domino dominorum: quoniam in æternum misericordia ejus. Preiset den Gott des Himmels, denn ewig währt seine Güte! Preiset den Herrn der Herren, denn ewig währt seine Güte! -Psalmen Ps 23 136 0 Trauernd weigerten sich einst die Weggeführten, in Babylon freudige Sionsgesänge anzustimmen. (V. 3) Nicht können sie im fremden Lande dem Herrn Loblieder singen, als hätten sie Sions vergessen. (V. 6) Dieser Traurigkeit, von der sie einst heimgesucht, sich erinnernd, bitten die Zurückgekehrten Gott, er wolle die Idumäer, welche andere aufreizen, die Stadt Jerusalem zu zerstören, zugleich mit den Babyloniern vernichten. +Psalmen Ps 23 136 0 Trauernd weigerten sich einst die Weggeführten, in Babylon freudige Sionsgesänge anzustimmen. (V. 3) Nicht können sie im fremden Lande dem Herrn Loblieder singen, als hätten sie Sions vergessen. (V. 6) Dieser Traurigkeit, von der sie einst heimgesucht, sich erinnernd, bitten die Zurückgekehrten Gott, er wolle die Idumäer, welche andere aufreizen, die Stadt Jerusalem zu zerstören, zugleich mit den Babyloniern vernichten. Psalmen Ps 23 136 1 Psalmus David, Hieremiæ. Super flumina Babylonis, illic sedimus et flevimus: cum recordaremur Sion: Psalm Davids, von Jeremias.¹ An den Strömen Babylons,² dort saßen wir und weinten, indem wir Sions gedachten. Psalmen Ps 23 136 1 1 Diese Aufschrift fehlt im Hebr. Die Sept. schreibt den Psalm dem Inhalte desselben zuwider David zu, später kam ebenso wenig begründet (Jeremias war nie in Babylon) der weitere Zusatz hinzu. Das Lied ist wohl nicht lange nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft verfasst. Psalmen Ps 23 136 1 2 Euphrat, Tigris, Chaboras und Euläus. Vielleicht hielten sich die Weggeführten der religiösen Waschungen wegen am liebsten an den Flüssen auf. Oder soll die poetische Beschreibung nur sagen, dass Babel stromreich war? @@ -30459,7 +30469,7 @@ Psalmen Ps 23 136 8 13 Bevölkerung. Psalmen Ps 23 136 8 14 Hebr.: Verwüstet. Lebendige Voraussicht dessen, was in der Zukunft sicher geschehen wird. Das Endgeschick Babels war [Jes 13,14ff, Jes 14,21ff, Jes 21,9] vorhergesagt, also: dem Untergang geweihte. Psalmen Ps 23 136 9 Beatus, qui tenebit, et allidet parvulos tuos ad petram. Wohl dem, der deine kleinen Kinder ergreift und sie an den Fels hinschmettert!¹⁵ Psalmen Ps 23 136 9 15 Vergl. [Jes 13,16ff, Nah 3,10]. So ist Babylon auf immer vernichtet. Es ist der Eifer für Gott, der dem Dichter so harte Worte eingibt. Im mystischen Sinne genommen ist der Psalm das Seufzen der Frommen, die noch unter den Versuchungen der Begierlichkeit leiden, nach dem himmlischen Sion. -Psalmen Ps 23 137 0 1. Der Dichter verheißt, Gottes Barmherzigkeit von ganzem Herzen im Heiligtume zu preisen, da Gott ja seine Bitten erhören werde. (V. 3) 2. Er lädt auch die Könige der Heiden ein, Gott zu loben, da sie gesehen, wie getreu Gott seine Verheißungen an dem Demütigen (David) erfüllt. (V. 6) Bezeigung des Vertrauens. +Psalmen Ps 23 137 0 1. Der Dichter verheißt, Gottes Barmherzigkeit von ganzem Herzen im Heiligtume zu preisen, da Gott ja seine Bitten erhören werde. (V. 3) 2. Er lädt auch die Könige der Heiden ein, Gott zu loben, da sie gesehen, wie getreu Gott seine Verheißungen an dem Demütigen (David) erfüllt. (V. 6) Bezeigung des Vertrauens. Psalmen Ps 23 137 1 Ipsi David. Confitebor tibi Domine in toto corde meo: quoniam audisti verba oris mei. In conspectu Angelorum psallam tibi: Von David.¹ Ich will dich preisen, Herr! von ganzem Herzen, denn du hast die Worte meines Mundes erhört;² angesichts der Engel³ will ich dir lobsingen, Psalmen Ps 23 137 1 1 In der Septuag ist noch Aggäus und Zacharias beigefügt. Der Psalm ist wohl aus Davids Seele gedichtet, im Hinblick auf [2Sam 7]. Psalmen Ps 23 137 1 2 Diese Begründung fehlt im Hebr. @@ -30482,7 +30492,7 @@ Psalmen Ps 23 137 7 Si ambulavero in medio tribulationis, vivificabis me: et sup Psalmen Ps 23 137 8 Dominus retribuet pro me: Domine misericordia tua in sæculum: opera manuum tuarum ne despicias. Der Herr wird für mich vergelten.¹³ Herr! deine Barmherzigkeit währt ewig; verschmähe die Werke deiner Hände nicht!¹⁴ Psalmen Ps 23 137 8 13 Hebr.: Der Ewige führt durch meine Sache für mich (vollendet das begonnene Werk). Gott wird, was er David verheißen und schon begonnen hat zu erfüllen, seinem vollen Abschlusse in Christus entgegenführen. Vergl. [2Sam 7,12]. Die Worte umschließen den ersten und den zweiten David, insofern die Siege des ersten ein Vorbild der Triumphe des zweiten waren. Vulg.: An meinen Feinden. Psalmen Ps 23 137 8 14 Sofern David der Typus Christi war, kann man den Psalm aus der Seele des Heilandes beten, welcher dem Vater für alle Huld dankt du für sich und die Kirche um ferneren Beistand fleht. Doch besser danken wir selbst für alle Liebe unseres Herrn und flehen um fernere Hilfe, dabei wünschend, dass die ganze Welt die Großtaten Gottes in Christus anerkenne. -Psalmen Ps 23 138 0 1. Gott, der das ganze Weltall umfasst und erfüllt, kennt auch das Tun und Reden, ja die verborgensten Gedanken des Dichters. (V. 12) 2. Kann es anders sein, da ja des Menschen Sein und Leben nach Ursprung, Weg und Ziel in Gottes Händen liegt? (V. 16) 3. Anderseits aber wie schwer ist es, Gottes Gedanken und Wege zu begreifen! Unter dem vielen Unbegreiflichen aber ist besonders eines: Warum dürfen die Frevler scheinbar ungestraft Gott trotzen? Wie es damit sei, der Psalmist gehört Gott an und will mit den Frevlern nichts gemein haben. So seiner Stellung gewiss, fordert er Gott auf, ihn zu prüfen, jedoch die Bitte beifügend, ihn vor verderblichen Wegen zu bewahren und ihn auf rechten zu führen. +Psalmen Ps 23 138 0 1. Gott, der das ganze Weltall umfasst und erfüllt, kennt auch das Tun und Reden, ja die verborgensten Gedanken des Dichters. (V. 12) 2. Kann es anders sein, da ja des Menschen Sein und Leben nach Ursprung, Weg und Ziel in Gottes Händen liegt? (V. 16) 3. Anderseits aber wie schwer ist es, Gottes Gedanken und Wege zu begreifen! Unter dem vielen Unbegreiflichen aber ist besonders eines: Warum dürfen die Frevler scheinbar ungestraft Gott trotzen? Wie es damit sei, der Psalmist gehört Gott an und will mit den Frevlern nichts gemein haben. So seiner Stellung gewiss, fordert er Gott auf, ihn zu prüfen, jedoch die Bitte beifügend, ihn vor verderblichen Wegen zu bewahren und ihn auf rechten zu führen. Psalmen Ps 23 138 1 In finem, Psalmus David. Domine probasti me, et cognovisti me: Zum Ende, ein Psalm Davids.¹ Herr, du erforschest mich und erkennst mich,² Psalmen Ps 23 138 1 1 Der Inhalt des Psalmes steht damit nicht in Widerspruch. Indes schrieb man den Psalm schon früh der exilischen oder nachexilischen Zeit zu. Psalmen Ps 23 138 1 2 Vergl. [Jer 17,10]. @@ -30537,7 +30547,7 @@ Psalmen Ps 23 138 23 28 Dass ich dir gehöre. Psalmen Ps 23 138 24 Et vide, si via iniquitatis in me est: et deduc me in via æterna. und siehe, ob ich auf bösem Wege²⁹ bin, und leite mich auf ewigem Wege!³⁰ Psalmen Ps 23 138 24 29 Hebr.: auf dem Wege der Pein, - dem Wege des Bösen, auf dem das Glück des Menschen keinen Bestand hat. Psalmen Ps 23 138 24 30 Dem Wege, der ewig dauert [Ps 1,6] zu Gott, ins ewige leben führt. Insofern David der Typus des Heilandes ist, kann man den Psalm als indirekt messianisch ansehen. -Psalmen Ps 23 139 0 1. Von boshaften Menschen bedroht, welche ihre giftigen Zungen wider ihn erheben und ihm Hinterlist bereiten, bittet der Sieger um Befreiung von denselben. (V. 6) 2. Zuversichtlich wendet er sich an den Herrn, der sein starker Helfer ist und ihn sicher gegen die Feinde schirmen wird. Diese selbst wird das Unglück treffen, das sie ihm zugedacht, und ein schweres Strafgericht wird über sie hereinbrechen. Solche Menschen haben ja nicht dauerndes Glück, sondern nur Verderben zu gewärtigen. (V. 12) 3. Gott wird dem Sänger helfen, wofür dieser ihn mit allen Gerechten preisen wird, beglückt durch Gottes Huld. +Psalmen Ps 23 139 0 1. Von boshaften Menschen bedroht, welche ihre giftigen Zungen wider ihn erheben und ihm Hinterlist bereiten, bittet der Sieger um Befreiung von denselben. (V. 6) 2. Zuversichtlich wendet er sich an den Herrn, der sein starker Helfer ist und ihn sicher gegen die Feinde schirmen wird. Diese selbst wird das Unglück treffen, das sie ihm zugedacht, und ein schweres Strafgericht wird über sie hereinbrechen. Solche Menschen haben ja nicht dauerndes Glück, sondern nur Verderben zu gewärtigen. (V. 12) 3. Gott wird dem Sänger helfen, wofür dieser ihn mit allen Gerechten preisen wird, beglückt durch Gottes Huld. Psalmen Ps 23 139 1 In finem, Psalmus David. Zum Ende,¹ Psalm Davids.² Psalmen Ps 23 139 1 1 Dem Musikmeister. Psalmen Ps 23 139 1 2 Der Inhalt widerspricht dem nicht, das Lied ist verwandt mit [Ps 7, Ps 54, Ps 56, Ps 63]. @@ -30569,7 +30579,7 @@ Psalmen Ps 23 139 13 15 Hebr.: Jahve wird die Sache des Elenden durchführen, d Psalmen Ps 23 139 14 Verumtamen justi confitebuntur nomini tuo: et habitabunt recti cum vultu tuo. Doch die Gerechten werden deinen Namen preisen und die Aufrichtigen werden vor deinem Angesichte¹⁶ wohnen.¹⁷ Psalmen Ps 23 139 14 16 Unter deinem gnädigen Schutze. Psalmen Ps 23 139 14 17 Verbleiben. Die Kirche legt diesen Psalm dem leidenden Erlöser in den Mund. -Psalmen Ps 23 140 0 Bitte um Erhörung. (V. 2) Gebet um Hilfe, damit David nicht zum Murren oder zu anderen Sünden hingerissen werde, da er doch bereit ist, von Gerechten Züchtigung anzunehmen, und alle Gemeinschaft mit den Bösen verabscheut. (V. 6) Im Gebet erlangt er Sicherheit, dass die Häupter seiner Feinde umkommen und die übrigen sich bessern werden. Ist er auch zurzeit noch mit den Seinen in Todesgefahr, so bittet er doch von neuem mit Vertrauen um Hilfe. +Psalmen Ps 23 140 0 Bitte um Erhörung. (V. 2) Gebet um Hilfe, damit David nicht zum Murren oder zu anderen Sünden hingerissen werde, da er doch bereit ist, von Gerechten Züchtigung anzunehmen, und alle Gemeinschaft mit den Bösen verabscheut. (V. 6) Im Gebet erlangt er Sicherheit, dass die Häupter seiner Feinde umkommen und die übrigen sich bessern werden. Ist er auch zurzeit noch mit den Seinen in Todesgefahr, so bittet er doch von neuem mit Vertrauen um Hilfe. Psalmen Ps 23 140 1 Psalmus David. Domine clamavi ad te, exaudi me: intende voci meæ, cum clamavero ad te. Ein Psalm Davids.¹ Zu dir rufe ich, o Herr! erhöre mich;² merke auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe. Psalmen Ps 23 140 1 1 Aus der Zeit der Verfolgung Sauls? [1Sam 24,1] Psalmen Ps 23 140 1 2 Hebr.: eile zu mir. @@ -30595,7 +30605,7 @@ Psalmen Ps 23 140 9 Custodi me a laqueo, quem statuerunt mihi: et a scandalis op Psalmen Ps 23 140 10 Cadent in retiaculo ejus peccatores: singulariter sum ego donec transeam. Die Sünder mögen in ihr Netz fallen, ich aber bleibe allein,¹⁴ bis ich daran vorübergegangen.¹⁵ Psalmen Ps 23 140 10 14 Frei von Bedrängern bis ich an dem Netze (der Gefahr) vorüber bin, ohne in dasselbe zu geraten. Psalmen Ps 23 140 10 15 In den ersten christlichen Jahrhunderten wurde dieser Psalm an jedem Abend gebetet. (Ap. Constit., Chrysost.) Im Brevier legt ihn die Kirche dem leidenden Erlöser in den Mund, ebenso wie der Schmerzensmutter. V. 2-4 betet der Priester im Hochamt nach dem Offertorium, damit er Zunge und Lippen, über die das Opfer des Gebetes kommt, rein bewahre vor jeder Sünde, dass seine Gebete wohlgefällig seien. -Psalmen Ps 23 141 0 Bitte um Hilfe. (V. 3) In Todesgefahr ist der Gedanke Trost des Sängers, dass Gott seine Lage voll von Gefahren und ohne Ausweg kennt. (V. 5) Er hält sich an Gott, bittet um Beistand wider die Feinde, wofür er den Herrn mit allen, die seiner Rettung entgegensehen, preisen will. +Psalmen Ps 23 141 0 Bitte um Hilfe. (V. 3) In Todesgefahr ist der Gedanke Trost des Sängers, dass Gott seine Lage voll von Gefahren und ohne Ausweg kennt. (V. 5) Er hält sich an Gott, bittet um Beistand wider die Feinde, wofür er den Herrn mit allen, die seiner Rettung entgegensehen, preisen will. Psalmen Ps 23 141 1 Intellectus David, Cum esset in spelunca, oratio. Unterweisung¹ Davids, da er in der Höhle war, ein Gebet.² Psalmen Ps 23 141 1 1 Maskil, bestimmte Liederweise. Psalmen Ps 23 141 1 2 Am meisten scheint das [1Sam 22,1] erzählte Ereignis dem Psalme zu entsprechen. @@ -30613,7 +30623,7 @@ Psalmen Ps 23 141 8 Educ de custodia animam meam ad confitendum nomini tuo: me e Psalmen Ps 23 141 8 7 Spezialisierend (mit Anspielung auf die Höhle): Bedrängnis, Not. Psalmen Ps 23 141 8 8 Sie sehnen sich Anlass zu erhalten, mit mir vereint dich zu loben. Hebr.: es werden mich umringen die Gerechten, weil du mir wohltust. Psalmen Ps 23 141 8 9 Die Kirche legt dem leidenden Heilande diesen Psalm in den Mund, ebenso wie der Schmerzensmutter. -Psalmen Ps 23 142 0 David fleht Gott an, ihn nach seiner Treue zu erhören. (V. 2) Zwar ist die Gefahr, die ihn umgibt, groß, doch flieht er, der früheren Wohltaten Gottes eingedenk, zu seinem einzigen Beschützer (V. 6) und bittet voll Vertrauen, er wolle ihn, angesehen die Größe der Gefahr, trotz seiner Unwürdigkeit erhören und ihn nicht nur von seinen Feinden befreien, sondern auch den Weg erkennen lassen, den er vor Gott wandeln soll. (V. 10) Seiner Erhörung sicher, kündet er seine Befreiung und den Untergang der Feinde an. +Psalmen Ps 23 142 0 David fleht Gott an, ihn nach seiner Treue zu erhören. (V. 2) Zwar ist die Gefahr, die ihn umgibt, groß, doch flieht er, der früheren Wohltaten Gottes eingedenk, zu seinem einzigen Beschützer (V. 6) und bittet voll Vertrauen, er wolle ihn, angesehen die Größe der Gefahr, trotz seiner Unwürdigkeit erhören und ihn nicht nur von seinen Feinden befreien, sondern auch den Weg erkennen lassen, den er vor Gott wandeln soll. (V. 10) Seiner Erhörung sicher, kündet er seine Befreiung und den Untergang der Feinde an. Psalmen Ps 23 142 1 Psalmus David, Quando persequebatur eum Absalom filius ejus. Domine exaudi orationem meam: auribus percipe obsecrationem meam in veritate tua: exaudi me in tua justitia. Psalm Davids, als ihn sein Sohn Absalom verfolgte. [2Sam 17,12] Herr! erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen nach deiner Treue, erhöre mich nach deiner Gerechtigkeit¹ Psalmen Ps 23 142 1 1 Gerechtigkeit: Das Verhalten Gottes, durch das seine Ordnung in der Welt aufrecht erhalten wird. Hier also die den Frommen gegenüber waltende, die heilspendende Gerechtigkeit. Psalmen Ps 23 142 2 Et non intres in judicium cum servo tuo: quia non justificabitur in conspectu tuo omnis vivens. und gehe nicht ins Gericht mit deinem Diener, denn vor deinem Angesichte wird kein Lebender gerecht erfunden! @@ -30638,7 +30648,7 @@ Psalmen Ps 23 142 11 10 Siehe Anm. 1. Psalmen Ps 23 142 12 Et in misericordia tua disperdes inimicos meos. Et perdes omnes, qui tribulant animam meam: quoniam ego servus tuus sum. und nach deiner Barmherzigkeit¹¹ zerstreue meine Feinde und vernichte alle, die meine Seele bedrängen, denn ich bin dein Diener!¹² Psalmen Ps 23 142 12 11 Gegen mich. Wesentlich dasselbe, was V. 11: nach deiner Gerechtigkeit. Psalmen Ps 23 142 12 12 Den du nicht unerhört lassen kannst. Auch diesen Psalm legt die Kirche (wegen V. 4) dem am Kreuze sich verlassen fühlenden Heilande in den Mund. Dieser Psalm ist der letzte der sieben Bußpsalmen. -Psalmen Ps 23 143 0 Preis Gottes, der David alle Stämme unterworfen. (V. 2) Des Menschen Ohnmacht und Gottes Macht einander gegenüberstellend, fleht der Dichter, Gott wolle seine Macht gegen die Sünder offenbaren, seinem Erlöser neuen Lobpreis versprechend. (V. 10) Wiederholung der gleichen Bitte mit Hinweis auf die Wohlfahrt der Feinde. (V. 14) Wohl mögen andere diese Wohlfahrt für Glück erachten, er kann nur das Volk glücklich preisen, dessen Herr Gott ist. +Psalmen Ps 23 143 0 Preis Gottes, der David alle Stämme unterworfen. (V. 2) Des Menschen Ohnmacht und Gottes Macht einander gegenüberstellend, fleht der Dichter, Gott wolle seine Macht gegen die Sünder offenbaren, seinem Erlöser neuen Lobpreis versprechend. (V. 10) Wiederholung der gleichen Bitte mit Hinweis auf die Wohlfahrt der Feinde. (V. 14) Wohl mögen andere diese Wohlfahrt für Glück erachten, er kann nur das Volk glücklich preisen, dessen Herr Gott ist. Psalmen Ps 23 143 1 Psalmus David, Adversus Goliath. Benedictus Dominus Deus meus, qui docet manus meas ad prlium, et digitos meos ad bellum. Psalm Davids wider Goliath.¹ Gepriesen sei der Herr, mein Gott, der meine Hände zum Kampfe unterwies² und meine Finger zum Streite. Psalmen Ps 23 143 1 1 Der Zusatz: wider Goliath, der sich in einigen Manuskripten der Septuag und in der Vulg. findet, ist unecht und wohl durch das V. 10 erwähnte Schwert des Unheils veranlasst. Der erste Teil des Psalmes bis V. 11 besteht fast ganz aus Bruchstücken anderer Psalmen (besonders V. 18), der zweite Teil scheint ein Bruchstück eines anderen Psalmes zu sein. Psalmen Ps 23 143 1 2 Durch den Beistand, durch welchen er David zum starken Kriegshelden machte. @@ -30666,7 +30676,7 @@ Psalmen Ps 23 143 12 12 Dieser Psalm wird nur in der Vesper des Samstags gebete Psalmen Ps 23 143 13 Promptuaria eorum plena, eructantia ex hoc in illud. Oves eorum ftosæ, abundantes in egressibus suis: Ihre Speicher sind gefüllt, von einem strömt Überfluss in den anderen, ihre Schafe sind fruchtbar und zahllos auf ihren Triften, Psalmen Ps 23 143 14 Boves eorum crassæ. Non est ruina maceriæ, neque transitus: neque clamor in plateis eorum. ihre Rinder sind fett, kein Einsturz, kein Mauerriss noch Klagegeschrei ist auf ihren Gassen. Psalmen Ps 23 143 15 Beatum dixerunt populum, cui hæc sunt: beatus populus, cujus Dominus Deus ejus. Glückselig preist man ein Volk, dem solches zuteil wird, doch glückselig nur das Volk, dessen Gott der Herr ist! -Psalmen Ps 23 144 0 Einleitung: Ich will dich allezeit preisen, Gott. (V. 2) 1. Preis der Allmacht und Erhabenheit Gottes. (V. 6) 2. Lob der Barmherzigkeit und Güte Gottes. (V. 9) 3. Aufruf an alle Geschöpfe, Gottes Macht und Herrschaft zu erheben. (V. 13) 4. Preis der Güte Gottes gegen alle Armen und Bedrängten. (V. 17) 5. Stets will ich den Herrn preisen und alle Menschen einladen, das Gleiche zu tun. +Psalmen Ps 23 144 0 Einleitung: Ich will dich allezeit preisen, Gott. (V. 2) 1. Preis der Allmacht und Erhabenheit Gottes. (V. 6) 2. Lob der Barmherzigkeit und Güte Gottes. (V. 9) 3. Aufruf an alle Geschöpfe, Gottes Macht und Herrschaft zu erheben. (V. 13) 4. Preis der Güte Gottes gegen alle Armen und Bedrängten. (V. 17) 5. Stets will ich den Herrn preisen und alle Menschen einladen, das Gleiche zu tun. Psalmen Ps 23 144 1 Laudatio ipsi David. Exaltabo te deus meus rex: et benedicam nomini tuo in sæculum, et in sæculum sæculi. Ein Lobgesang Davids.¹ Ich will dich erheben, Gott, mein König! und deinen Namen immerdar und ewig preisen. Psalmen Ps 23 144 1 1 Das Wort Lobgesang (tehilla), dessen Mehrzahl die ganze Psalmensammlung bezeichnet, steht nur in diesem Psalm in der Überschrift zur Bezeichnung seines Charakters und ist wohl aus V. 21 entnommen. Es ist ein alphabetischer Psalm, doch fehlt im heutigen hebräischen Texte der Buchstabe Nun. (V. 13b) Psalmen Ps 23 144 2 Per singulos dies benedicam tibi: et laudabo nomen tuum in sæculum, et in sæculum sæculi. Ich will dich preisen jeden Tag und deinen Namen immerdar und ewig loben. @@ -30696,7 +30706,7 @@ Psalmen Ps 23 144 19 Voluntatem timentium se faciet, et deprecationem eorum exau Psalmen Ps 23 144 20 Custodit Dominus omnes diligentes se: et omnes peccatores disperdet. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, jedoch alle Sünder wird er vertilgen. Psalmen Ps 23 144 21 Laudationem Domini loquetur os meum: et benedicat omnis caro nomini sancto ejus in sæculum, et in sæculum sæculi. Es soll mein Mund des Herrn Lob verkünden und alles Fleisch soll seinen heiligen Namen preisen, immerdar und ewig!⁸ Psalmen Ps 23 144 21 8 Der Psalm wird in der Vesper des Samstags und des Herz-Jesu-Festes gebetet, als Lobpreis unseres Herrn. -Psalmen Ps 23 145 0 Der Psalmist ermuntert sich zum Lobe Gottes. Nicht auf Fürsten, die sterben, darf man seine Zuversicht setzen. (V. 4) Selig, wer einzig auf Gott vertraut, der nach seiner Macht und Treue den bedrängten Gerechten hilft, die Sünder vernichtet (V. 9), dessen Herrschaft in Ewigkeit währt. +Psalmen Ps 23 145 0 Der Psalmist ermuntert sich zum Lobe Gottes. Nicht auf Fürsten, die sterben, darf man seine Zuversicht setzen. (V. 4) Selig, wer einzig auf Gott vertraut, der nach seiner Macht und Treue den bedrängten Gerechten hilft, die Sünder vernichtet (V. 9), dessen Herrschaft in Ewigkeit währt. Psalmen Ps 23 145 1 Alleluja, Aggæi, et Zachariæ. Alleluja! von Aggäus und Zacharias!¹ Psalmen Ps 23 145 1 1 Sechs (hebräisch fünf) Alleluja-Psalmen bilden den Schluss des Psalters. Psalm 145 148 tragen in den Handschriften der Septuag. die Aufschrift: Von Aggäus und Zacharias. Diese Lieder stammen wohl aus ihrer Zeit. Psalmen Ps 23 145 2 Lauda anima mea Dominum, laudabo Dominum in vita mea: psallam Deo meo quamdiu fuero. Nolite confidere in principibus: Lobe, meine Seele, den Herrn! Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe; meinem Gott lobsingen, so lange ich lebe. Vertrauet nicht auf Fürsten, @@ -30711,7 +30721,7 @@ Psalmen Ps 23 145 8 Dominus illuminat cæcos. Dominus erigit elisos Dominus dili Psalmen Ps 23 145 9 Dominus custodit advenas, pupillum, et viduam suscipiet: et vias peccatorum disperdet. Der Herr beschützt die Fremdlinge, der Waise und der Witwe nimmt er sich an und vernichtet⁴ die Wege der Sünder. Psalmen Ps 23 145 9 4 Hebr.: Verkrümmt, - so dass er in die Irre führt und im Abgrunde verläuft. Psalmen Ps 23 145 10 Regnabit Dominus in sæcula Deus tuus Sion, in generationem et generationem. Der Herr ist König in Ewigkeit, dein Gott, o Sion! von Geschlecht zu Geschlecht. -Psalmen Ps 23 146 0 Lobet den Herrn, der das vordem zerstreute Volk in seiner Stadt wieder vereint und dessen Wunden nach seiner Weisheit, Macht und Erbarmung geheilt hat (V. 6), der auch jetzt die Vereinigten nährt und erhält, indem er zeigt, dass nicht Macht, sondern Frömmigkeit ihm gefällt. +Psalmen Ps 23 146 0 Lobet den Herrn, der das vordem zerstreute Volk in seiner Stadt wieder vereint und dessen Wunden nach seiner Weisheit, Macht und Erbarmung geheilt hat (V. 6), der auch jetzt die Vereinigten nährt und erhält, indem er zeigt, dass nicht Macht, sondern Frömmigkeit ihm gefällt. Psalmen Ps 23 146 1 Alleluja. Laudate Dominum quoniam bonus est psalmus: Deo nostro sit jucunda, decoraque laudatio. Alleluja! Lobet den Herrn, denn Lobsingen ist gut; liebliches und fröhliches Lob werde unserm Gott dargebracht.¹ Psalmen Ps 23 146 1 1 Hebr.: Lobet den Herrn, denn gut ist's Gott zu besingen, denn lieblich ist's, es ziemet Lobgesang. Gott ist des Lobes würdig, die Dankbarkeit fordert solches. Psalmen Ps 23 146 2 dificans Jerusalem Dominus: dispersiones Israelis congregabit. Der Herr erbaut Jerusalem,² er sammelt die Zerstreuten von Israel. @@ -30737,7 +30747,7 @@ Psalmen Ps 23 146 10 12 Dessen Reiter sich für unbesiegbar und, flieht er, fü Psalmen Ps 23 146 10 13 Auf denen er fest zu stehen vermeint, und die ihn, muss er weichen, vermeintlich in sichere Ferne tragen. Psalmen Ps 23 146 11 Beneplacitum est Domino super timentes eum: et in eis, qui sperant super misericordia ejus. Der Herr hat Wohlgefallen an denen, die ihn fürchten,¹⁴ und an denen, die auf seine Barmherzigkeit hoffen. Psalmen Ps 23 146 11 14 Ihre Abhängigkeit erkennen, ihm anhängen. -Psalmen Ps 23 147 0 Lobe den Herrn, Jerusalem, der deine Tore festgemacht und dich mit Frieden und Überfluss gesegnet hat. (V. 3) Durch sein Wort allein hat er dies bewirkt, wie er auch durch sein Wort den Winter vertreibt und den Frühling wieder herbeiführt (V. 7), als er Israel vor anderen Völkern sein Gesetz offenbarte. +Psalmen Ps 23 147 0 Lobe den Herrn, Jerusalem, der deine Tore festgemacht und dich mit Frieden und Überfluss gesegnet hat. (V. 3) Durch sein Wort allein hat er dies bewirkt, wie er auch durch sein Wort den Winter vertreibt und den Frühling wieder herbeiführt (V. 7), als er Israel vor anderen Völkern sein Gesetz offenbarte. Psalmen Ps 23 147 1 Alleluja. Lauda Jerusalem Dominum: lauda Deum tuum Sion. Alleluja!¹ Lobe, Jerusalem, den Herrn! lobe, Sion, deinen Gott! Psalmen Ps 23 147 1 1 Im Hebr. ist dieser Psalm mit dem vorhergehenden verbunden. In der Vulgata ist er nicht ohne Grund getrennt, da er mehr spezielles, [Ps 146] ein mehr allgemeines Gepräge hat, in [Ps 146] das Glück des Volkes erst im Entstehen (V. 2, 3, 6), in Psalm 147 dagegen vollendet ist. Von den Juden mögen beide Psalmen schon früh verbunden worden sein. Psalmen Ps 23 147 2 Quoniam confortavit seras portarum tuarum: benedixit filiis tuis in te. Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht,² deine Kinder in dir gesegnet. @@ -30758,7 +30768,7 @@ Psalmen Ps 23 147 8 Qui annuntiat verbum suum Jacob: justitias, et judicia sua I Psalmen Ps 23 147 8 10 Dieser Gott, der alle Dinge lenkt und nach seinem Willen gestaltet, ist der Gott, der Israel seine Offenbarung gegeben und ihm die Ehrenstelle unter den Völkern verliehen hat. [Dtn 4,7ff.32-34] Psalmen Ps 23 147 9 Non fecit taliter omni nationi: et judicia sua non manifestavit eis. Alleluja. Nicht also hat er irgend einem andern Volke getan und seine Rechte ihnen nicht offenbart. Alleluja!¹¹ Psalmen Ps 23 147 9 11 Freudenausruf, dass Israel einen so herrlichen Besitz hat, das Gesetz. Ist die Kirche das wahre Jerusalem, so auch das Gott geweihte Haus ein Jerusalem auf Erden. Darum wird dieser Psalm bei der Kirchweih und in der Vesper des Kirchweihfestes gebetet. Auch die heilige Jungfrau kann in ihrer Herrlichkeit mit Jerusalem verglichen werden. -Psalmen Ps 23 148 0 Aufforderung aller Geschöpfe zum Lobe Gottes: 1. Der Engel und der Himmelsmächte. (V. 6) 2. Der Erde. (V. 12) 3. Grund des Lobes: die Offenbarung des Majestät Gottes im Himmel und auf Erden und die Erhöhung seines Volkes. +Psalmen Ps 23 148 0 Aufforderung aller Geschöpfe zum Lobe Gottes: 1. Der Engel und der Himmelsmächte. (V. 6) 2. Der Erde. (V. 12) 3. Grund des Lobes: die Offenbarung des Majestät Gottes im Himmel und auf Erden und die Erhöhung seines Volkes. Psalmen Ps 23 148 1 Alleluja. Laudate Dominum de clis: laudate eum in excelsis. Alleluja! Lobet den Herrn vom Himmel her;¹ lobet ihn in den Höhen! Psalmen Ps 23 148 1 1 Der Aufruf zum Lobe beginnt bei den höchsten Höhen. Wer dort den Herrn loben soll, besagt V. 2-4. Psalmen Ps 23 148 2 Laudate eum omnes Angeli ejus: laudate eum omnes virtutes ejus. Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, alle seine Heerscharen!² @@ -30790,7 +30800,7 @@ Psalmen Ps 23 148 14 14 Die in der Natur- und Gnadenoffenbarung liegende Selbst Psalmen Ps 23 148 14 15 Hebr.: ein Horn seinem Volke, zu Lob allen seinen Frommen. Gott hat seinem Volke wieder Selbständigkeit unter den Heiden geschenkt. Psalmen Ps 23 148 14 16 So heißt es, weil es ein priesterliches als solches mit Gott nahe verbundenes Volk ist. Psalmen Ps 23 148 14 17 Diesen Psalm und die zwei folgenden bezeichnet schon Kassian als Lobpsalmen im engsten Sinne: Laudes, und nach ihnen hat man die kirchliche Gebetsstunde, in welcher sie schon seit alters vorkommen, Laudes (Frühlob) genannt. -Psalmen Ps 23 149 0 1. Israel lobe seinen König, der sein Volk liebt, mit neuem Loblied. (V. 4) 2. Blick in die Zukunft: das Volk entspreche seiner Bestimmung, die ganze Völkerwelt dem Gott Israels zu unterwerfen. +Psalmen Ps 23 149 0 1. Israel lobe seinen König, der sein Volk liebt, mit neuem Loblied. (V. 4) 2. Blick in die Zukunft: das Volk entspreche seiner Bestimmung, die ganze Völkerwelt dem Gott Israels zu unterwerfen. Psalmen Ps 23 149 1 Alleluja. Cantate Domino canticum novum: laus ejus in ecclesia sanctorum. Alleluja! Singet dem Herrn ein neues Loblied, sein Lob ertöne in der Versammlung der Heiligen!¹ Psalmen Ps 23 149 1 1 Derer, die dem Gotte und Glauben Israels treu geblieben sind. Psalmen Ps 23 149 2 Lætetur Israel in eo, qui fecit eum: et filii Sion exsultent in rege suo. Israel freue sich in seinem Schöpfer, die Kinder Sions sollen frohlocken über ihren König.² @@ -30810,7 +30820,7 @@ Psalmen Ps 23 149 9 Ut faciant in eis judicium conscriptum: gloria hæc est omni Psalmen Ps 23 149 9 8 Die Schrift ist im Allgemeinen das Zeugnis des Gesetzes und der Propheten, dass alle Reiche Gottes und seines Gesalbten werden sollen. Allerdings soll Israel durch seine Waffen dazu beitragen, die Christen durch geistigen Kampf. Psalmen Ps 23 149 9 9 Da der Gott, dem alle Völker unterworfen werden sollen, Israels Gott ist, ist diese Unterwerfung Glanz und Herrlichkeit Israels, aller ihm in Liebe Ergebenen. Psalmen Ps 23 149 9 10 In den Laudes ist der Psalm Dank für die täglichen geistigen und leiblichen Wohltaten, mit denen uns Gott überhäuft, und die Aufforderung, zum Danke dafür gegen alle christusfeindlichen Mächte zu kämpfen. -Psalmen Ps 23 150 0 Aufruf Gott zu loben (V. 2), aber mit Herzuziehung aller Instrumente, (V. 5) und nicht für Israel allein, sondern für jegliche Seele. +Psalmen Ps 23 150 0 Aufruf Gott zu loben (V. 2), aber mit Herzuziehung aller Instrumente, (V. 5) und nicht für Israel allein, sondern für jegliche Seele. Psalmen Ps 23 150 1 Alleluja. Laudate Dominum in sanctis ejus: laudate eum in firmamento virtutis ejus. Alleluja! Lobet¹ den Herrn in seinem Heiligtume, lobet ihn in seiner starken Feste!² Psalmen Ps 23 150 1 1 Bedeutsam ist, dass das Lobet zehnmal wiederholt wird. Zehn ist die Zahl der vollkommensten Vollendung, der erschöpften Möglichkeit. Psalmen Ps 23 150 1 2 Im himmlischen Heiligtum, das im Parallelismus seine starke Feste heißt. Diese (das Firmament) ist nach der Gott zugewandten Seite gefasst, da der Sänger gleichsam den Ort Gottes (nicht den Ort der Angeredeten) bezeichnen will. @@ -30828,7 +30838,7 @@ Psalmen Ps 23 150 5 9 Beckenförmige Metallinstrumente, die aneinander geschlag Psalmen Ps 23 150 6 Omnis spiritus laudet Dominum. Alleluja. Alles, was Odem hat,¹⁰ lobe den Herrn! Alleluja!¹¹ Psalmen Ps 23 150 6 10 Noch war nicht gesagt, wer das Lob anstimmen soll. Die gehäuften Musikinstrumente wiesen vorzugsweise auf Israel, doch nun fordert der Sänger alle zum Lobe auf, die von Gott den Odem des Lebens erhalten haben, alle Menschen. Psalmen Ps 23 150 6 11 Mit dem Rufe Lobet den Herrn (Alleluja) schließt das Buch der Loblieder (Psalmen) und darum schließen auch die Laudes täglich mit diesem Preisgesange auf den erhabenen Herrn und Gott. Alle Geschöpfe, zu einem Reigen geeint, und der Chor der Menschheit, mit dem Chore der Engel sich vereinigend, sind zu einer Cymbel göttlichen Lobes geworden und jauchzen Gott, dem Triumphator, das Siegeslied zu. (Hl. Greg. v. Nyssa) Lobet den Herrn! So werden sie alle rufen. Das Psalmbuch schließt ohne besondere Doxologie, weil der ganze Schlusspsalm selbst eine solche ist. -Sprichwörter Spr 24 1 0 I. Sammlung Salomons. (1,1 24,34) Einleitung. (Kap. 1, V. 1-7): Titel (V. 1), Zeil (V. 6), Zusammenfassung des Inhalts. (V. 7) 1. Erste Abteilung. (1,8 9,18) Empfehlung der wahren Weisheit. A. (Erstes Lehrgedicht Kap. 1) Allgemeine Einladung, die Weisheit zu hören. (V. 8-33) a. Mahnung, die Weisheit der Voreltern zu befolgen. (V. 9) b. Warnung vor der Gemeinschaft mit den Gottlosen, die dem Nächsten Schaden tun wollen. (V. 14), denn solche führt zum Verderben. (V. 19) c. Aufforderung, vielmehr der Einladung der Weisheit zu folgen, welche den Sündern nicht beisteht, sondern sie in schmachvolles Verderben stürzen lässt. +Sprichwörter Spr 24 1 0 I. Sammlung Salomons. (1,1 24,34) Einleitung. (Kap. 1, V. 1-7): Titel (V. 1), Zeil (V. 6), Zusammenfassung des Inhalts. (V. 7) 1. Erste Abteilung. (1,8 9,18) Empfehlung der wahren Weisheit. A. (Erstes Lehrgedicht Kap. 1) Allgemeine Einladung, die Weisheit zu hören. (V. 8-33) a. Mahnung, die Weisheit der Voreltern zu befolgen. (V. 9) b. Warnung vor der Gemeinschaft mit den Gottlosen, die dem Nächsten Schaden tun wollen. (V. 14), denn solche führt zum Verderben. (V. 19) c. Aufforderung, vielmehr der Einladung der Weisheit zu folgen, welche den Sündern nicht beisteht, sondern sie in schmachvolles Verderben stürzen lässt. Sprichwörter Spr 24 1 1 PARABOL Salomonis, filii David, regis Israel. Sprüche¹ Salomons, des Sohnes Davids,² des Königs von Israel: Sprichwörter Spr 24 1 1 1 Hebr.: Meschalim. (Einzahl: Meschal): Gleichnis oder: erhabener Ausspruch. Eigentliche Sprichwörter werden in der heiligen Schrift selten erwähnt, z.B. [1Sam 24,14, 2Sam 20,18, Ez 12,22, Ez 18,2, Lk 4,23, 2Petr 2,22] u.a. Nicht selten ist der Ausdruck: Zum Sprichwort werden. [1Kön 9,7, 2Chr 7,20] u.a. Das Buch der Sprüche enthält nur eines, und zwar als Zitat [Spr 22,6]. Das vorliegende Buch enthält eine Zusammenstellung von lehrhaften, dichterischen Spruchreden und Spruchliedern, sowie einzelnen Denksprüchen. Der Titel, den das Buch in der Vulgata führt, ist deshalb nicht sinnentsprechend, weshalb auch der Anfang desselben in ihr eine andere Übersetzung zeigt. Sprichwörter Spr 24 1 1 2 Damit erhöht er sein Ansehen. @@ -30916,7 +30926,7 @@ Sprichwörter Spr 24 1 32 52 Hebr.: ihre Sorglosigkeit, Sicherheit. Sprichwörter Spr 24 1 33 Qui autem me audierit, absque terrore requiescet, et abundantia perfruetur, timore malorum sublato. Wer aber auf mich hört, wohnt in Ruhe ohne Schrecken, genießt Fülle,⁵³ ohne Unglück fürchten zu müssen.⁵⁴ Sprichwörter Spr 24 1 33 53 Dieser Beisatz steht nur in der Vulg. Sprichwörter Spr 24 1 33 54 Hebr.: wird sicher wohnen, und hat nicht zu besorgen Schrecken des Unheils. -Sprichwörter Spr 24 2 0 B. Früchte der Weisheit. (2,1 3,35) a. Zweites Lehrgedicht. (Kap. 2) Wer die Weisheit sucht, erlangt sie (V. 9) und wird durch dieselbe vor Sündern (V. 15), insbesondere vor der Gemeinschaft mit verkehrten Frauen, bewahrt (V. 19) und erlangt so den Lohn der Gerechten. +Sprichwörter Spr 24 2 0 B. Früchte der Weisheit. (2,1 3,35) a. Zweites Lehrgedicht. (Kap. 2) Wer die Weisheit sucht, erlangt sie (V. 9) und wird durch dieselbe vor Sündern (V. 15), insbesondere vor der Gemeinschaft mit verkehrten Frauen, bewahrt (V. 19) und erlangt so den Lohn der Gerechten. Sprichwörter Spr 24 2 1 Fili mi, si susceperis sermones meos, et mandata mea absconderis penes te, Mein Sohn! wenn¹ du meine Belehrungen annimmst und meine Gebote bei dir bewahrst,² Sprichwörter Spr 24 2 1 1 Im Hebr. reicht der Vordersatz bis V. 4 einschließlich, bildet V. 5 den Nachsatz. Sprichwörter Spr 24 2 1 2 Steigernd, ähnlich wie in den folgenden drei Versen die zweite Vershälfte. @@ -30966,7 +30976,7 @@ Sprichwörter Spr 24 2 21 Qui enim recti sunt, habitabunt in terra, et simplices Sprichwörter Spr 24 2 21 26 Kanaan, das Land der Verheißung, Bild des höchsten (zunächst irdischen) Glückes. Vergl. [Dtn 25,15] und [Mt 5,5]. Sprichwörter Spr 24 2 22 Impii vero de terra perdentur: et qui inique agunt, auferentur ex ea. die Gottlosen aber werden aus dem Lande ausgerottet, und die unrecht handeln, daraus hinweggenommen werden.²⁷ [Ijob 18,17] Sprichwörter Spr 24 2 22 27 Die Ausrottung aus dem Lande der Verheißung ist bildlicher Ausdruck für die Scheidung von Gott. -Sprichwörter Spr 24 3 0 b. (Drittes Lehrgedicht V. 20) Wahre Weisheit, die in der vollen Unterwerfung unter Gottes Hand besteht, bringt alle Güter (V. 12) und ist so kostbarer als alles, was man sonst hochschätzt. (V. 20) c. (Viertes Lehrgedicht V. 35) Der Weise genießt den Schutz Gottes (V. 26), denn Gott verabscheut die Sünder und liebt die Gerechten. +Sprichwörter Spr 24 3 0 b. (Drittes Lehrgedicht V. 20) Wahre Weisheit, die in der vollen Unterwerfung unter Gottes Hand besteht, bringt alle Güter (V. 12) und ist so kostbarer als alles, was man sonst hochschätzt. (V. 20) c. (Viertes Lehrgedicht V. 35) Der Weise genießt den Schutz Gottes (V. 26), denn Gott verabscheut die Sünder und liebt die Gerechten. Sprichwörter Spr 24 3 1 Fili mi, ne obliviscaris legis meæ, et præcepta mea cor tuum custodiat. Mein Sohn!¹ vergiss meine Weisung nicht und dein Herz bewahre meine Gebote, Sprichwörter Spr 24 3 1 1 Die Mahnreden [Spr 2] werden wieder aufgenommen, daher die dreimal wiederkehrende Anrede: Mein Sohn. Sprichwörter Spr 24 3 2 Longitudinem enim dierum, et annos vitæ, et pacem apponent tibi. denn lange Lebensdauer und Jahre des Lebens² und Frieden werden sie dir bringen. @@ -31043,7 +31053,7 @@ Sprichwörter Spr 24 3 34 39 Hebr.: Demütigen, denen, die sich nicht auf ihre Sprichwörter Spr 24 3 35 Gloriam sapientes possidebunt: stultorum exaltatio, ignominia. Die Weisen werden Ehren erlangen, aber die Erhebung der Toren endet⁴⁰ in Schande.⁴¹ Sprichwörter Spr 24 3 35 40 Hebr.: hebt weg. (?) Sprichwörter Spr 24 3 35 41 Auch bei den Menschen. -Sprichwörter Spr 24 4 0 C. Empfehlung der Weisheit durch ähnliche Weisungen des Vaters des Dichters. (Fünftes Lehrgedicht V. 1-27) Als geliebter Sohn seiner Eltern (V. 3) wird er von seinem Vater gemahnt, sich die Weisheit als kostbarstes Gut zu erwerben (V. 9). So mahnt auch er, den Weg der Frömmigkeit zu wandeln und die Gemeinschaft der Sünder zu meiden, da ihr Weg zum Verderben führt (V. 19) und nicht abzuweichen weder zur Rechten noch zur Linken. +Sprichwörter Spr 24 4 0 C. Empfehlung der Weisheit durch ähnliche Weisungen des Vaters des Dichters. (Fünftes Lehrgedicht V. 1-27) Als geliebter Sohn seiner Eltern (V. 3) wird er von seinem Vater gemahnt, sich die Weisheit als kostbarstes Gut zu erwerben (V. 9). So mahnt auch er, den Weg der Frömmigkeit zu wandeln und die Gemeinschaft der Sünder zu meiden, da ihr Weg zum Verderben führt (V. 19) und nicht abzuweichen weder zur Rechten noch zur Linken. Sprichwörter Spr 24 4 1 Audite filii disciplinam patris, et attendite ut sciatis prudentiam. Höret, Söhne!¹ auf die Zucht des Vaters und merket auf, dass ihr Klugheit lernet. Sprichwörter Spr 24 4 1 1 Die Mehrzahl ist wohl wegen V. 10 gewählt. Immerhin steht die gleiche Mehrzahl der Anrede [Spr 5,7] und [Spr 7,24] sowie [Spr 8,32]. Der Inhalt dieser Reden ist vorwiegend Warnung. Insbesondere warnt der Weise vor Verführung gegen das sechste Gebot. [Spr 5,3ff, Spr 6,24ff, Spr 7,5ff] Sprichwörter Spr 24 4 2 Donum bonum tribuam vobis, legem meam ne derelinquatis. Eine gute Gabe gebe ich euch, verlasset meine Unterweisung nicht!² @@ -31103,7 +31113,7 @@ Sprichwörter Spr 24 4 27 Ne declines ad dexteram, neque ad sinistram: averte pe Sprichwörter Spr 24 4 27 30 Nicht rechts zu wandeln wird verboten, sondern vom Rechten abzuweichen. (Beda, Greg. Naz.) Sprichwörter Spr 24 4 27 31 Gute Handlungen billigt Gott, segnet er und lässt sie gelingen. (Aug.) Sprichwörter Spr 24 4 27 32 Vers 28, 29 finden sich nicht im Hebr., sondern in der Septuag. Sie enthalten eine Umschreibung von V. 26, 27. -Sprichwörter Spr 24 5 0 D. Auf das einzelne eingehend, zeigt der Weise in vier weiteren Lehrgedichten, was besonders zu meiden ist. (5,1 7,27) Ins besondere ist die Unkeuschheit zu meiden [Spr 6,35], denn a. (Sechstes Lehrgedicht Kap. 5) die Buhlerinnen schmeicheln, um den Menschen in das Verderben zu locken. (V. 6) Ihre Gemeinschaft raubt die Ehre, Kräfte, Vermögen. (V. 14) So begnüge sich jeder mit seinem Weibe (V. 20), denn Gott kennt und straft die Sünden. +Sprichwörter Spr 24 5 0 D. Auf das einzelne eingehend, zeigt der Weise in vier weiteren Lehrgedichten, was besonders zu meiden ist. (5,1 7,27) Ins besondere ist die Unkeuschheit zu meiden [Spr 6,35], denn a. (Sechstes Lehrgedicht Kap. 5) die Buhlerinnen schmeicheln, um den Menschen in das Verderben zu locken. (V. 6) Ihre Gemeinschaft raubt die Ehre, Kräfte, Vermögen. (V. 14) So begnüge sich jeder mit seinem Weibe (V. 20), denn Gott kennt und straft die Sünden. Sprichwörter Spr 24 5 1 Fili mi, attende ad sapientiam meam, et prudentiæ meæ inclina aurem tuam, Mein Sohn! habe acht auf meine Weisheit und neige meiner Klugheit dein Ohr,¹ Sprichwörter Spr 24 5 1 1 Ähnlich beginnen die Warnungen [Spr 6,20; Spr 7,1]. Sprichwörter Spr 24 5 2 Ut custodias cogitationes, et disciplinam labia tua conservent. Ne attendas fallaciæ mulieris: dass du die Überlegung behaltest² und deine Lippen Zucht bewahren.³ Merke nicht auf die Arglist des Weibes; @@ -31163,7 +31173,7 @@ Sprichwörter Spr 24 5 21 35 Hebr.: Denn vor des Herrn Augen sind die Wege des Sprichwörter Spr 24 5 22 Iniquitates suæ capiunt impium, et funibus peccatorum suorum constringitur. Den Gottlosen fangen seine Missetaten und durch die Stricke seiner Sünden wird er festgehalten. Sprichwörter Spr 24 5 23 Ipse morietur, quia non habuit disciplinam, et in multitudine stultitiæ suæ decipietur. Er wird sterben, weil er keine Zucht annahm, und wegen der Größe seiner Torheit wird er sich täuschen.³⁶ Sprichwörter Spr 24 5 23 36 Hebr.: er wird hintaumeln (vom rechten Wege abirren und stürzen). -Sprichwörter Spr 24 6 0 b. (Siebentes Lehrgedicht V. 19) Niemand übernehme leichtsinnig für einen anderen Bürgschaft (V. 5), oder überlasse sich der Trägheit (V. 11), oder schädige durch trug oder andere weise seinen Nächsten. (V. 19) c. (Achtes Lehrgedicht V. 35) Höre auf die Vorschriften deiner Eltern (V. 23), damit du, sie befolgend, die Unsittlichkeit (V. 28) und den Ehebruch fliehest, die überaus schlimme Folgen haben. +Sprichwörter Spr 24 6 0 b. (Siebentes Lehrgedicht V. 19) Niemand übernehme leichtsinnig für einen anderen Bürgschaft (V. 5), oder überlasse sich der Trägheit (V. 11), oder schädige durch trug oder andere weise seinen Nächsten. (V. 19) c. (Achtes Lehrgedicht V. 35) Höre auf die Vorschriften deiner Eltern (V. 23), damit du, sie befolgend, die Unsittlichkeit (V. 28) und den Ehebruch fliehest, die überaus schlimme Folgen haben. Sprichwörter Spr 24 6 1 Fili mi, si spoponderis pro amico tuo, defixisti apud extraneum manum tuam, Mein Sohn! hast du dich für deinen Freund¹ verbürgt, hast du einem Fremden² deinen Handschlag gegeben, Sprichwörter Spr 24 6 1 1 Hebr.: Nächsten. Sprichwörter Spr 24 6 1 2 Es ist derselbe, der im ersten Gliede Nächster heißt: für einen anderen. Durch seine Bürgschaft tritt der Bürge in die Verpflichtung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger. Es erging ihm, im Falle jener zahlungsunfähig war, wie sonst dem Schuldner. Vergl. [2Kön 4,1, Mt 18,25]. @@ -31234,7 +31244,7 @@ Sprichwörter Spr 24 6 33 34 Hebr.: Schläge (durch den Ehemann). Sprichwörter Spr 24 6 34 Quia zelus et furor viri non parcet in die vindictæ, denn die Eifersucht und der Grimm des Mannes schont nicht am Tage der Rache, Sprichwörter Spr 24 6 35 Nec acquiescet cujusquam precibus, nec suscipiet pro redemptione dona plurima. noch lässt er sich von jemand erbitten und nimmt keine Gaben als Lösegeld, wenn sie auch noch so reichlich sind.³⁵ Sprichwörter Spr 24 6 35 35 Keinerlei Lösegeld kann ihn günstig stimmen, er gibt sich nicht zufrieden, ob du ihm auch viel geben wolltest. Noch vor der Gerichtsverhandlung war eine Einigung möglich. -Sprichwörter Spr 24 7 0 d. (Neuntes Lehrgedicht Kap. 7) Auch dazu ist die Weisheit zu erwerben, damit man aller Unsittlichkeit fern bleibe. (V. 5) In einem Gleichnis zeigt der Dichter, durch welche Künste die Buhlerinnen Unvorsichtige verführen (V. 23), und schließt mit einer gewichtigen Mahnung. +Sprichwörter Spr 24 7 0 d. (Neuntes Lehrgedicht Kap. 7) Auch dazu ist die Weisheit zu erwerben, damit man aller Unsittlichkeit fern bleibe. (V. 5) In einem Gleichnis zeigt der Dichter, durch welche Künste die Buhlerinnen Unvorsichtige verführen (V. 23), und schließt mit einer gewichtigen Mahnung. Sprichwörter Spr 24 7 1 Fili mi, custodi sermones meos, et præcepta mea reconde tibi. Fili, Mein Sohn! bewahre meine Aussprüche und berge meine Gebote bei dir. Sohn, Sprichwörter Spr 24 7 2 Serva mandata mea, et vives: et legem meam quasi pupillam oculi tui: halte meine Gebote, so wirst du leben,¹ und meine Weisung wie deinen Augapfel. Sprichwörter Spr 24 7 2 1 Hebr.: lebe: so wirst du sicher leben. @@ -31285,7 +31295,7 @@ Sprichwörter Spr 24 7 26 Multos enim vulneratos dejecit, et fortissimi quique i Sprichwörter Spr 24 7 26 22 Hebr.: und zahlreich sind, die usw. Sprichwörter Spr 24 7 26 23 Zugrunde gerichtet werden. Sprichwörter Spr 24 7 27 Viæ inferi domus ejus, penetrantes in interiora mortis. Wege zur Unterwelt ist ihr Haus, die hinabgehen zu den Kammern des Todes. -Sprichwörter Spr 24 8 0 E. Mahnung, die Weisheit Gottes, das ewige Wort, vor Augen zu haben und ihm nachzuleben. (Zehntes und elftes Lehrgedicht 8,1 9,18) a. (Zehntes Lehrgedicht. Kap. 8) Einladung der ewigen Weisheit, ihr zu folgen (Kap. 8): Ihre lehre ist wahr (V. 11), sie bringt viele Güter (V. 28), sie stammt von Gott (V. 31), selig, die sie finden. +Sprichwörter Spr 24 8 0 E. Mahnung, die Weisheit Gottes, das ewige Wort, vor Augen zu haben und ihm nachzuleben. (Zehntes und elftes Lehrgedicht 8,1 9,18) a. (Zehntes Lehrgedicht. Kap. 8) Einladung der ewigen Weisheit, ihr zu folgen (Kap. 8): Ihre lehre ist wahr (V. 11), sie bringt viele Güter (V. 28), sie stammt von Gott (V. 31), selig, die sie finden. Sprichwörter Spr 24 8 1 Numquid non sapientia clamitat, et prudentia dat vocem suam? Ruft nicht¹ die Weisheit und lässt nicht die Klugheit ihre Stimme vernehmen?² Sprichwörter Spr 24 8 1 1 Die Weisheit wird hier in menschlicher Gestalt eingeführt; ähnlich wie [Spr 1] und [Sir 24, Weish 7]. Im Übrigen abstrahiert hier der Verfasser den dem Unterschiede der geschaffenen und unerschaffenen Weisheit, wie auch sonst an manchen Stellen. Demgemäß passen im Folgenden manche Worte mehr für die erschaffene Weisheit, andere können nur der unerschaffenen zuerteilt werden. Vergl. auch [Sir 24]. Sprichwörter Spr 24 8 1 2 Vergl. [Spr 1,20]. Die Septuag. hat einen hiervon ziemlich abweichenden Text. @@ -31362,7 +31372,7 @@ Sprichwörter Spr 24 8 35 38 Hebr. Plural, also hier das Leben der Gnade, dort Sprichwörter Spr 24 8 36 Qui autem in me peccaverit, lædet animam suam. Omnes, qui me oderunt, diligunt mortem. Wer sich aber gegen mich verfehlt,³⁹ schadet seiner eigenen Seele. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.⁴⁰ Sprichwörter Spr 24 8 36 39 Indem er das Gute hasst, das Böse liebt. Sprichwörter Spr 24 8 36 40 Lieben, was zum Tode führt. -Sprichwörter Spr 24 9 0 b. (Elftes Lehrgedicht. Kap. 9) Einladung zu zwei Gastmählern, dem der Weisheit (V. 12) und dem der Torheit. (V. 18) Wer der ersteren folgt, wird glücklich; unglücklich, wer der anderen sein Herz öffnet. +Sprichwörter Spr 24 9 0 b. (Elftes Lehrgedicht. Kap. 9) Einladung zu zwei Gastmählern, dem der Weisheit (V. 12) und dem der Torheit. (V. 18) Wer der ersteren folgt, wird glücklich; unglücklich, wer der anderen sein Herz öffnet. Sprichwörter Spr 24 9 1 Sapientia ædificavit sibi domum, excidit columnas septem. Die Weisheit¹ hat sich ein Haus gebaut, sich sieben Säulen ausgehauen.² Sprichwörter Spr 24 9 1 1 Das hebr. Wort hat hier die Form der Mehrheit wie das Wort Elohim, Gott. Sprichwörter Spr 24 9 1 2 Gewöhnlich brauchte man hölzerne Tragsäulen. Die Weisheit hat Säulen ausgehauen: eine Andeutung der erhabenen Würde ihres Hauses. Die Häuser hatten mindestens vier Säulen. Die Zahl sieben weist auf etwas Heiliges, einen Tempel, hin. Dies Haus der Weisheit im vollkommensten Sinne ist die Kirche (Gregor der Gr.), die sieben Pfeiler (Zahl der Vollkommenheit) die Einzelkirchen. (Aug., Greg. d. Gr.) Symbolisch ist Christus dieser Tempel, die sieben Gaben des Heiligen Geistes die Säulen desselben. Der hl. Athanasius, Greg. v. Nyssa, Aug. deuten das Haus auch auf den Leib, den der Heiland aus Maria annahm. Auch auf die hl. Jungfrau wenden einige hl. Väter dieses Bild an. @@ -31404,7 +31414,7 @@ Sprichwörter Spr 24 9 17 21 Die Torheit ladet wie die Weisheit zu einem Mahle Sprichwörter Spr 24 9 18 Et ignoravit quod ibi sint gigantes, et in profundis inferni convivæ ejus. Und er weiß nicht, dass dort Ungeheuer²² sind und in den Abgründen der Unterwelt ihre Gäste.²³ Sprichwörter Spr 24 9 18 22 Vergl. [Gen 6,2, Ijob 26,5]. Hebr.: Dass dort Schatten sind. Die, welche dem Tode sicher bald verfallen sind, sind schon jetzt so gut wie tot. Sprichwörter Spr 24 9 18 23 Jenes Haus reicht bis in den Schlund der Hölle. Die Septuag. fügt noch einige Worte der Ausmalung hinzu. -Sprichwörter Spr 24 10 0 2. Zweite Abteilung (10,1 22,16): Lebensvorschriften für den Weisen. a. Unterschied zwischen den Gottlosen und den Frommen. (Kap. 10) +Sprichwörter Spr 24 10 0 2. Zweite Abteilung (10,1 22,16): Lebensvorschriften für den Weisen. a. Unterschied zwischen den Gottlosen und den Frommen. (Kap. 10) Sprichwörter Spr 24 10 1 Filius sapiens lætificat patrem: filius vero stultus mstitia est matris suæ. Ein weiser Sohn macht seinem Vater Freude,¹ aber ein törichter Sohn ist der Kummer seiner Mutter. Sprichwörter Spr 24 10 1 1 Die Freude schließt Ehre und Nutzen ein. Sprichwörter Spr 24 10 2 Nil proderunt thesauri impietatis: justitia vero liberabit a morte. Durch Unrecht erworbene Schätze bringen keinen Nutzen,² Gerechtigkeit aber befreit vom Tode.³ [Spr 11,4] @@ -31482,7 +31492,7 @@ Sprichwörter Spr 24 10 32 Labia justi considerant placita: et os impiorum perve Sprichwörter Spr 24 10 32 43 Wissen zu reden. Sprichwörter Spr 24 10 32 44 Gott und Menschen: was recht ist. Sprichwörter Spr 24 10 32 45 Hebr.: ist eitel Verkehrtheit. -Sprichwörter Spr 24 11 0 b. Vorteile der Tugend, Nachteile des Lasters. (Kap. 11) +Sprichwörter Spr 24 11 0 b. Vorteile der Tugend, Nachteile des Lasters. (Kap. 11) Sprichwörter Spr 24 11 1 Statera dolosa, abominatio est apud Dominum: et pondus æquum, voluntas ejus. Eine betrügerische Waage ist vor dem Herrn ein Greuel, aber ein rechtes Gewicht sein Wohlgefallen. Sprichwörter Spr 24 11 2 Ubi fuerit superbia, ibi erit et contumelia: ubi autem est humilitas, ibi et sapientia. Wo Hochmut ist,¹ da wird auch Schande sein; wo aber Demut ist,² da auch Weisheit. Sprichwörter Spr 24 11 2 1 Und dieser ist Torheit. @@ -31546,7 +31556,7 @@ Sprichwörter Spr 24 11 30 30 Anspielung auf [Gen 2,9]. Sein Reden und Tun wirk Sprichwörter Spr 24 11 30 31 Besser Septuag.: dagegen das Leben raubt ungerechtes Gut. Sprichwörter Spr 24 11 31 Si justus in terra recipit, quanto magis impius et peccator? Wenn den Gerechten auf Erden vergolten wird,³² um wieviel mehr den Gottlosen und Sündern! Sprichwörter Spr 24 11 31 32 Mit Strafe? Dies legt 31b nahe. Die Septuag. gibt vielmehr eine Erklärung als Übersetzung, [1Petr 4,18] folgt ihrer Wiedergabe. -Sprichwörter Spr 24 12 0 c. Zucht, Gerechtigkeit, Belohnung des Guten, Bestrafung des Bösen. (Kap. 12) +Sprichwörter Spr 24 12 0 c. Zucht, Gerechtigkeit, Belohnung des Guten, Bestrafung des Bösen. (Kap. 12) Sprichwörter Spr 24 12 1 Qui diligit disciplinam, diligit scientiam: qui autem odit increpationes, insipiens est. Wer Zucht liebt, liebt Erkenntnis; wer aber Rüge hasst, ist ein Tor. Sprichwörter Spr 24 12 2 Qui bonus est, hauriet gratiam a Domino: qui autem confidit in cogitationibus suis, impie agit. Wer gut ist, wird von dem Herrn Gnade erlangen; wer aber auf seine eigenen Gedanken baut, handelt gottlos.¹ Sprichwörter Spr 24 12 2 1 Hebr.: Aber den Mann der Ränke verdammt er. (Jahve) @@ -31570,7 +31580,8 @@ Sprichwörter Spr 24 12 8 12 Aus seiner praktischen Lehre, Klugheit im Reden un Sprichwörter Spr 24 12 8 13 Hebr.: verschrobenen Herzens ist. Sprichwörter Spr 24 12 9 Melior est pauper et sufficiens sibi, quam gloriosus et indigens pane. Besser ist es, arm und genügsam zu sein, als groß zu tun und kein Brot zu haben. [Sir 10,30] Sprichwörter Spr 24 12 10 Novit justus jumentorum suorum animas: viscera autem impiorum crudelia. Der Gerechte kennt auch das Begehren seines Viehes, aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig. -Sprichwörter Spr 24 12 11 Qui operatur terram suam, satiabitur panibus: qui autem sectatur otium, stultissimus est. Qui suavis est in vini demorationibus, in suis munitionibus relinquit contumeliam. +Sprichwörter Spr 24 12 11 Qui operatur terram suam, satiabitur panibus: qui autem sectatur otium, stultissimus est. Qui suavis est in vini demorationibus, in suis munitionibus relinquit contumeliam. Wer sein Land baut, sättigt sich mit Brot; wer aber dem Müßiggange nachhängt, ist ein großer Tor. Wer¹⁴ seine Zeit gern bei Weingelagen verbringt, hinterlässt Schmach in seiner Wohnung. [Sir 20,30] +Sprichwörter Spr 24 12 11 14 Das Folgende ist eine vom hebr. Texte ziemlich abweichende Doppelübersetzung von V. 12. Sprichwörter Spr 24 12 12 Desiderium impii munimentum est pessimorum: radix autem justorum proficiet. Das Verlangen des Gottlosen ist ein Bollwerk für die Bösen,¹⁵ aber die Wurzel der Gerechten gedeiht. Sprichwörter Spr 24 12 12 15 Nach anderen: Der Frevel ist das Netz des Bösen, oder: die Bösen gelüstet nach dem Fange der Bösen. (Einer will dem andern seine Beute abjagen, so ist kein Friede unter ihnen.) Sprichwörter Spr 24 12 13 Propter peccata labiorum ruina proximat malo: effugiet autem justus de angustia. Wegen der Sünden der Lippen naht der Fall für den Bösen,¹⁶ der Gerechte aber entgeht der Bedrängnis.¹⁷ @@ -31602,7 +31613,7 @@ Sprichwörter Spr 24 12 26 27 Hebr.: reicher als sein Nachbar, der mit Recht un Sprichwörter Spr 24 12 27 Non inveniet fraudulentus lucrum: et substantia hominis erit auri pretium. Ein Betrüger wird keinen Gewinn finden, aber die Habe des Mannes ist Goldes wert.²⁸ Sprichwörter Spr 24 12 27 28 Hebr.: Der Lässige hascht seine Beute nicht, aber ein köstliches Gut für den Menschen ist der Fleiß. Sprichwörter Spr 24 12 28 In semita justitiæ, vita: iter autem devium ducit ad mortem. Auf dem Pfade der Gerechtigkeit ist Leben, aber der Abweg führt zum Tode. -Sprichwörter Spr 24 13 0 d. Verschiedene Lebensregeln. (Kap. 13) +Sprichwörter Spr 24 13 0 d. Verschiedene Lebensregeln. (Kap. 13) Sprichwörter Spr 24 13 1 Filius sapiens, doctrina patris: qui autem illusor est, non audit cum arguitur. Ein weiser Sohn ist die Lehre seines Vaters,¹ aber ein Spötter hört nicht, wenn er gewarnt wird. Sprichwörter Spr 24 13 1 1 Hebr.: Zucht seines Vaters. Er zeigt sie in seinen Handlungen. Sprichwörter Spr 24 13 2 De fructu oris sui homo satiabitur bonis: anima autem prævaricatorum iniqua. Von der Frucht seines Mundes sättigt sich der Mensch an Gutem, die Seele der Frevler aber ist ungerecht.² @@ -31653,7 +31664,7 @@ Sprichwörter Spr 24 13 23 24 Hebr.: Doch mancher wird hinweggerafft durch Ungl Sprichwörter Spr 24 13 24 Qui parcit virgæ, odit filium suum: qui autem diligit illum, instanter erudit. Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, hält ihn beständig in der Zucht. [Spr 23,13] Sprichwörter Spr 24 13 25 Justus comedit, et replet animam suam: venter autem impiorum insaturabilis. Der Gerechte isst, bis er satt ist; der Gottlosen Bauch aber kennt kein Genügen.²⁵ Sprichwörter Spr 24 13 25 25 Hebr.: Der Gerechte hat zu essen, dass seine Seele satt wird, aber der Gottlosen Leib hat Mangel. -Sprichwörter Spr 24 14 0 e. Lob der Klugheit in der Haushaltung und im gesellschaftlichen Leben. (Kap. 14) +Sprichwörter Spr 24 14 0 e. Lob der Klugheit in der Haushaltung und im gesellschaftlichen Leben. (Kap. 14) Sprichwörter Spr 24 14 1 Sapiens mulier ædificat domum suam: insipiens exstructam quoque manibus destruet. Eine weise Frau bringt ihr Haus empor, eine Törin reißt das emporgebrachte mit ihren eigenen Händen wieder ein. Sprichwörter Spr 24 14 2 Ambulans recto itinere, et timens Deum, despicitur ab eo, qui infami graditur via. Wer den rechten Weg wandelt und Gott fürchtet, wird von dem verachtet, der auf schändlichem Pfade geht.¹ Sprichwörter Spr 24 14 2 1 Hebr.: Wandelnd in seiner Geradheit ist, wer Jahve fürchtet, und verkehrt, wer ihn verachtet (nämlich durch die Tat). @@ -31725,7 +31736,7 @@ Sprichwörter Spr 24 14 34 34 Hebr.: aber die Schande der Leute ist die Sünde. Sprichwörter Spr 24 14 35 Acceptus est regi minister intelligens: iracundiam ejus inutilis sustinebit. Ein verständiger Diener³⁵ ist dem König angenehm, aber ein unnützer³⁶ wird seinen Zorn fühlen. Sprichwörter Spr 24 14 35 35 Ein pflichttreuer. Sprichwörter Spr 24 14 35 36 Hebr.: schandbarer. -Sprichwörter Spr 24 15 0 f. Vorteile der Klugheit und Rechtschaffenheit. Mittel, sich vor Sünden zu hüten. (Kap. 15) +Sprichwörter Spr 24 15 0 f. Vorteile der Klugheit und Rechtschaffenheit. Mittel, sich vor Sünden zu hüten. (Kap. 15) Sprichwörter Spr 24 15 1 Responsio mollis frangit iram: sermo durus suscitat furorem. Eine sanfte Antwort bricht den Zorn, harte Rede erweckt Grimm.¹ [Spr 25,15] Sprichwörter Spr 24 15 1 1 Solche Aussprüche sollen nicht nur die Tatsache feststellen, sondern auch eine Mahnung sein. Sprichwörter Spr 24 15 2 Lingua sapientium ornat scientiam: os fatuorum ebullit stultitiam. Die Zunge der Weisen ziert Erkenntnis,² der Mund der Toren sprudelt Torheit aus. @@ -31789,7 +31800,9 @@ Sprichwörter Spr 24 15 25 35 Indem er ihnen ihren Raub wieder abnimmt. Sprichwörter Spr 24 15 25 36 Verrückung der Grenzen: ein Beispiel der Gewalttaten der Frevler. Witwen und Waisen stehen unter Gottes besonderem Schutze. Sprichwörter Spr 24 15 26 Abominatio Domini cogitationes malæ: et purus sermo pulcherrimus firmabitur ab eo. Ein Greuel sind dem Herrn böse Anschläge, aber reine Rede besteht herrlich vor ihm.³⁷ Sprichwörter Spr 24 15 26 37 Hebr.: rein aber sind gütige Worte. -Sprichwörter Spr 24 15 27 Conturbat domum suam qui sectatur avaritiam: qui autem odit munera, vivet. Per misericordiam et fidem purgantur peccata: per timorem autem Domini declinat omnis a malo. +Sprichwörter Spr 24 15 27 Conturbat domum suam qui sectatur avaritiam: qui autem odit munera, vivet. Per misericordiam et fidem purgantur peccata: per timorem autem Domini declinat omnis a malo. Sein eigenes Haus zerstört, wer der Habsucht folgt; wer aber Geschenke hasst, wird leben.³⁸ Durch Barmherzigkeit und Treue wird man von Sünden rein; durch die Furcht des Herrn aber hält man sich fern vom Bösen.³⁹ [Spr 16,6] +Sprichwörter Spr 24 15 27 38 Der Vers bezieht sich wohl insbesondere auf Richter. +Sprichwörter Spr 24 15 27 39 Diese zweite Vershälfte fehlt hier im Hebräischen und findet sich dort nur [Spr 16,6]. Sprichwörter Spr 24 15 28 Mens justi meditatur obedientiam: os impiorum redundat malis. Das Herz des Gerechten sinnt⁴⁰ auf Gehorsam, der Mund der Gottlosen fließt über vom Bösen. Sprichwörter Spr 24 15 28 40 Hebr.: sinnt, um zu antworten. Sprichwörter Spr 24 15 29 Longe est Dominus ab impiis: et orationes justorum exaudiet. Fern⁴¹ ist der Herr von den Gottlosen, aber die Gebete der Gerechten erhört er. @@ -31804,7 +31817,7 @@ Sprichwörter Spr 24 15 32 45 Er liebt, ohne es zu wissen und an sich zu wollen Sprichwörter Spr 24 15 33 Timor Domini, disciplina sapientiæ: et gloriam præcedit humilitas. Die Furcht des Herrn ist die Zuchtschule der Weisheit und Demut⁴⁶ geht der Ehre voraus.⁴⁷ Sprichwörter Spr 24 15 33 46 Die Hauptäußerung der Weisheit Sprichwörter Spr 24 15 33 47 Wie Hoffart dem Falle. (Greg. Naz.) -Sprichwörter Spr 24 16 0 g. Gottes Vorsehung und weise Herrschaft. (V. 15) h. Ruhm der Weisheit. +Sprichwörter Spr 24 16 0 g. Gottes Vorsehung und weise Herrschaft. (V. 15) h. Ruhm der Weisheit. Sprichwörter Spr 24 16 1 Hominis est animam præparare: et Domini gubernare linguam. Der Mensch mag wohl im Herzen planen, aber des Herrn ist es, die Zunge zu lenken.¹ [vergl. V. 9] Sprichwörter Spr 24 16 1 1 Hebr.: Der Zunge Antwort (rechte Antwort). Wie die Flöte ohne Hauch keinen Ton gibt, so bringt das Herz nichts Gutes hervor ohne göttliche Eingebung. (Beda) Sprichwörter Spr 24 16 2 Omnes viæ hominis patent oculis ejus: spirituum ponderator est Dominus. Alle Wege des Menschen liegen vor seinen Augen offen da,² aber der Herr wägt die Geister.³ [Spr 20,24] @@ -31879,7 +31892,7 @@ Sprichwörter Spr 24 16 31 40 Langes Leben ist Lohn für die Erfüllung der Geb Sprichwörter Spr 24 16 32 Melior est patiens viro forti: et qui dominatur animo suo, expugnatore urbium. Besser ist ein Langmütiger als ein Starker, und wer sein Herz beherrscht besser als ein Städte-Eroberer. Sprichwörter Spr 24 16 33 Sortes mittuntur in sinum, sed a Domino temperantur. Die Lose werden in den Schoß geworfen, aber der Herr lenkt sie.⁴¹ Sprichwörter Spr 24 16 33 41 In Fällen, in denen sonst kein Ausweg zu finden. Vergl. [Jos 7,18, Apg 1,26]. -Sprichwörter Spr 24 17 0 i. Verschiedene einander entgegengesetzte Wirkungen der Weisheit und der Torheit, der Frömmigkeit und der Gottlosigkeit. +Sprichwörter Spr 24 17 0 i. Verschiedene einander entgegengesetzte Wirkungen der Weisheit und der Torheit, der Frömmigkeit und der Gottlosigkeit. Sprichwörter Spr 24 17 1 Melior est buccella sicca cum gaudio, quam domus plena victimis cum jurgio. Besser ist ein trockener Bissen¹ und dabei Freude als ein Haus voll Schlachtopfer² und dazu Zank. Sprichwörter Spr 24 17 1 1 Ohne Getränk und Zukost (Öl, Essig, Wasser). Sprichwörter Spr 24 17 1 2 Voll Mahlzeiten nach Opfern. Vom Friedopfer wurde nur weniges geopfert, das meiste bei festlichem Mahle verzehrt. @@ -31938,7 +31951,7 @@ Sprichwörter Spr 24 17 27 Qui moderatur sermones suos, doctus et prudens est: e Sprichwörter Spr 24 17 27 29 So die Leseweise des Hebr., besser die Schreibweise: der Kaltblütige. Sprichwörter Spr 24 17 28 Stultus quoque si tacuerit, sapiens reputabitur: et si compresserit labia sua, intelligens. Auch der Tor wird, wenn er schweigt, für weise gehalten, und wenn er³⁰ seine Lippen geschlossen hält, für verständig. Sprichwörter Spr 24 17 28 30 Hebr.: wer. -Sprichwörter Spr 24 18 0 k. Verschiedene Weisheitslehren. +Sprichwörter Spr 24 18 0 k. Verschiedene Weisheitslehren. Sprichwörter Spr 24 18 1 Occasiones quærit qui vult recedere ab amico: omni tempore erit exprobrabilis. Wer sich von einem Freunde trennen will, sucht Anlässe;¹ er ist allezeit tadelnswert.² Sprichwörter Spr 24 18 1 1 Sinngemäße Umschreibung des hebr. Textes. Sprichwörter Spr 24 18 1 2 Hebr.: Gegen alles, was frommt, ereifert er sich. @@ -31991,7 +32004,7 @@ Sprichwörter Spr 24 18 23 Cum obsecrationibus loquetur pauper: et dives effabit Sprichwörter Spr 24 18 23 27 Vorwurf gegen die Hartherzigkeit der Reichen. Sprichwörter Spr 24 18 24 Vir amabilis ad societatem, magis amicus erit, quam frater. Ein angenehmer Gesellschafter ist mehr geliebt als ein Bruder.²⁸ Sprichwörter Spr 24 18 24 28 Hebr.: Ein Mann vieler Genossen wird in sich zusammenbrechen (sich Verderben zuziehen), aber es gibt Freunde, anhänglicher als Brüder. - Viele Freunde sind nicht echte Freunde, sondern gehen auf Ausbeutung aus, ein wahrer Freund aber übertrifft an Opferwilligkeit nicht selten selbst einen Bruder. -Sprichwörter Spr 24 19 0 1. Lob der Einheit, der Redlichkeit, der Wahrhaftigkeit, der Sanftmut, der Geduld. +Sprichwörter Spr 24 19 0 1. Lob der Einheit, der Redlichkeit, der Wahrhaftigkeit, der Sanftmut, der Geduld. Sprichwörter Spr 24 19 1 Melior est pauper, qui ambulat in simplicitate sua, quam dives torquens labia sua, et insipiens. Besser ist der Arme, der in seiner Unschuld wandelt, als der Reiche, der seine Lippen verzieht¹ und ein Tor ist. Sprichwörter Spr 24 19 1 1 Der ein hinterlistiger Lügner ist. Nach anderen: der verächtlich auf den Armen herabschaut. Sprichwörter Spr 24 19 2 Ubi non est scientia animæ, non est bonum: et qui festinus est pedibus, offendet. Wo keine Einsicht in der Seele ist, ist nichts Gutes, und wessen Füße hastig sind,² der stößt an. @@ -32061,7 +32074,7 @@ Sprichwörter Spr 24 19 28 38 Besonders der falschen Zeugen. Sprichwörter Spr 24 19 28 39 Dies ist Gegenstand seiner heißesten Begier. Sprichwörter Spr 24 19 29 Parata sunt derisoribus judicia: et mallei percutientis stultorum corporibus. Den Spöttern sind Strafgerichte⁴⁰ bereitet und Hammerschläge dem Leibe der Toren. Sprichwörter Spr 24 19 29 40 Gottes. Der Spötter ist der Freigeist, der das Gute böse, das Böse gut nennt und verteidigt, der Tor der gewöhnliche Sünder. -Sprichwörter Spr 24 20 0 m. Warnung vor Trunkenheit, Empörung gegen die Obrigkeit, Ungerechtigkeit, Müßiggang. +Sprichwörter Spr 24 20 0 m. Warnung vor Trunkenheit, Empörung gegen die Obrigkeit, Ungerechtigkeit, Müßiggang. Sprichwörter Spr 24 20 1 Luxuriosa res, vinum, et tumultuosa ebrietas: quicumque his delectatur, non erit sapiens. Der Wein macht unkeusch und die Trunkenheit lärmend; wer immer an ihnen Lust findet, wird nicht weise werden.¹ Sprichwörter Spr 24 20 1 1 Hebr.: Ein Spötter (sich gegen Gott Auflehnender) ist der Wein, ein Lärmmacher der Met, wer immer davon taumelt, ist unweise. Dem Weine wird beigelegt, was seine Wirkung ist und dem Trunkenen zukommt. Der Rauschtrank [Lk 1,15], Met, war ein Ersatz für den Wein. Sprichwörter Spr 24 20 2 Sicut rugitus leonis, ita et terror regis: qui provocat eum, peccat in animam suam. Wie des Löwen Gebrüll, so ist der Schrecken des Königs; wer ihn reizt, sündigt wider sein Leben.² @@ -32124,7 +32137,7 @@ Sprichwörter Spr 24 20 29 Exsultatio juvenum, fortitudo eorum:: et dignitas sen Sprichwörter Spr 24 20 29 31 Hebr.: Zier, Ruhm. Sprichwörter Spr 24 20 30 Livor vulneris absterget mala: et plagæ in secretioribus ventris. Wundmale nehmen das Böse hinweg³² und Schläge, die bis ins Innerste des Leibes eindringen. Sprichwörter Spr 24 20 30 32 Hebr.: Striemen einer Wunde reiben Böses ab. Wie die Haut, so nehmen die Striemen, welche die Rute des Erziehers schlug, das Böse von der Seele weg. Aber nicht nur äußere Striemen, auch innere Züchtigungen läutern den Menschen. -Sprichwörter Spr 24 21 0 n. Die Vorsehung Gottes. (V. 7) o. Verschiedene Lehren. (Kap. 21,16) +Sprichwörter Spr 24 21 0 n. Die Vorsehung Gottes. (V. 7) o. Verschiedene Lehren. (Kap. 21,16) Sprichwörter Spr 24 21 1 Sicut divisones aquarum, ita cor regis in manu Domini: quocumque voluerit, inclinabit illud. Das Herz des Königs ist in der Hand des Herrn wie Wasserleitungen; wohin er irgend will, lenkt er es hin.¹ Sprichwörter Spr 24 21 1 1 Nicht nur die Folgen des Willensentschlusses beherrscht Gott, sondern auch den Entschluss selbst. Sprichwörter Spr 24 21 2 Omnis via viri recta sibi videtur: appendit autem corda Dominus. Jedem scheint sein Weg der rechte, der Herr aber wägt die Herzen ab.² [Spr 16,2, Spr 20,24] @@ -32185,9 +32198,10 @@ Sprichwörter Spr 24 21 29 28 Auf beide Seiten ist Kühnheit, aber hier Vertrau Sprichwörter Spr 24 21 30 Non est sapientia, non est prudentia, non est consilium contra Dominum. Es gibt keine Weisheit, es gibt keine Klugheit, es gibt keinen Ratschluss wider den Herrn. Sprichwörter Spr 24 21 31 Equus paratur ad diem belli: Dominus autem salutem tribuit. Das Ross wird gerüstet auf den Tag des Streites, der Herr aber verleiht den Sieg.²⁹ Sprichwörter Spr 24 21 31 29 Vergl. [Ps 19,8]. Wie der Menschen Weisheit (V. 30), so ist ihre Stärke nichts ohne Gott. -Sprichwörter Spr 24 22 0 Verschiedene Lehren. (V. 16) 3. Dritter Abschnitt. (22,17- 23,34) Wiederholte Einschärfung der gegebenen Vorschriften. 1. Mahnung, die Worte der Weisen zu hören und zu Herzen zu nehmen. (V. 21) 2. Lehrgedicht, das die Pflichten des Menschen gegen seinen Nächsten einprägt (22,22 23,14): Tue dem Armen kein Unrecht. (V. 23) b. Hüte dich vor der Gemeinschaft der Zornigen und derer, die leichtsinnig für andere Bürgschaft leisten. (V. 28) -Sprichwörter Spr 24 22 1 Melius est nomen bonum, quam divitiæ multæ: super argentum et aurum, gratia bona. -Sprichwörter Spr 24 22 2 Dives, et pauper obviaverunt sibi: utriusque operator est Dominus. +Sprichwörter Spr 24 22 0 Verschiedene Lehren. (V. 16) 3. Dritter Abschnitt. (22,17- 23,34) Wiederholte Einschärfung der gegebenen Vorschriften. 1. Mahnung, die Worte der Weisen zu hören und zu Herzen zu nehmen. (V. 21) 2. Lehrgedicht, das die Pflichten des Menschen gegen seinen Nächsten einprägt (22,22 23,14): Tue dem Armen kein Unrecht. (V. 23) b. Hüte dich vor der Gemeinschaft der Zornigen und derer, die leichtsinnig für andere Bürgschaft leisten. (V. 28) +Sprichwörter Spr 24 22 1 Melius est nomen bonum, quam divitiæ multæ: super argentum et aurum, gratia bona. Ein guter Name ist besser als vieler Reichtum, über Silber und Gold geht rechtliche Gunst. [Koh 7,2] +Sprichwörter Spr 24 22 2 Dives, et pauper obviaverunt sibi: utriusque operator est Dominus. Der Reiche und der Arme begegnen einander, der Herr ist beider Schöpfer.¹ [Spr 29,13] +Sprichwörter Spr 24 22 2 1 Gott nimmt sich beider an, darum soll der Reiche den Armen nicht bedrücken, dieser nicht gewaltsam jenem die Habe entreißen wollen. Sprichwörter Spr 24 22 3 Callidus vidit malum, et abscondit se: innocens pertransiit, et afflictus est damno. Der Kluge sieht das Unheil und verbirgt sich, der Einfältige geht weiter und wird von Schaden betroffen.² Sprichwörter Spr 24 22 3 2 Die Menschen sollen die Verschiedenheit ihrer Stellung als von Gott gesetzt erkennen und zur Tugend benutzen. Arm und Reich sind einander entgegengesetzt, aber einander notwendig, einer ist für den andern erschaffen. Der Herr hat den Reichen gemacht, damit er dem Armen helfe, den Armen, um den Reichen zu erproben. (Aug.) Sprichwörter Spr 24 22 4 Finis modestiæ timor Domini, divitiæ et gloria et vita. Die Frucht der Bescheidenheit ist die Furcht des Herrn; sie ist Reichtum, Ehre und Leben.³ @@ -32245,7 +32259,7 @@ Sprichwörter Spr 24 22 28 Ne transgrediaris terminos antiquos, quos posuerunt p Sprichwörter Spr 24 22 28 30 Hebr.: Verrücke nicht ohne Rücksicht auf fremde rechte. Dies geschieht auf anderem gebiete auch, wenn die Wahrheit in Lüge verkehrt und anders verkündet wird, als was von den Aposteln überliefert. (Hieronymus) Sprichwörter Spr 24 22 29 Vidisti virum velocem in opere suo? coram regibus stabit, nec erit ante ignobiles. Siehst du einen Mann geschickt in seinem Tun? Er möge vor Könige treten³¹ und nicht bei Unedlen weilen! Sprichwörter Spr 24 22 29 31 In des Königs Dienst treten. -Sprichwörter Spr 24 23 0 c. Mit Fürsten verkehre vorsichtig und suche keine Reichtümer. (V. 5) d. Meide den verkehr mit Neidischen und Toren. (V. 9) e. Trage für Waise und deine Söhne Sorge. (V. 14) 3. Meide die Trunkenheit. (V. 15 35) a. Wohin führt die Weisheit und wohin die Trunkenheit? (V. 21) b. Lob der Weisheit. (V. 28) c. Mahnung, die Trunkenheit zu fliehen. +Sprichwörter Spr 24 23 0 c. Mit Fürsten verkehre vorsichtig und suche keine Reichtümer. (V. 5) d. Meide den verkehr mit Neidischen und Toren. (V. 9) e. Trage für Waise und deine Söhne Sorge. (V. 14) 3. Meide die Trunkenheit. (V. 15 35) a. Wohin führt die Weisheit und wohin die Trunkenheit? (V. 21) b. Lob der Weisheit. (V. 28) c. Mahnung, die Trunkenheit zu fliehen. Sprichwörter Spr 24 23 1 Quando sederis ut comedas cum principe, diligenter attende quæ apposita sunt ante faciem tuam: Wenn du dich niedersetzest, mit einem Herrscher zu speisen,¹ so gib sorgsam acht, was vor dir aufgesetzt ist,² Sprichwörter Spr 24 23 1 1 Man speiste gern mit anderen zusammen, daher war es eine hohe Ehre, Tischgenosse von Vornehmen zu sein. Sprichwörter Spr 24 23 1 2 Iss nicht zu viel. @@ -32324,7 +32338,7 @@ Sprichwörter Spr 24 23 35 40 Der Trunkenbold wird redend eingeführt. Sprichwörter Spr 24 23 35 41 Oder er? Der Wein? Sprichwörter Spr 24 23 35 42 Infolge der Trunkenheit hatte er kein Bewusstsein von den Schmerzen, anderseits erscheint das Trinken samt dem folgenden Rausch als etwas Angenehmes. Sprichwörter Spr 24 23 35 43 Hebr.: Wenn ich aufwache, will ich ihn wieder aufsuchen. Unverbesserlichkeit des Trinkers. -Sprichwörter Spr 24 24 0 4. Nochmalige Mahnung zur Weisheit. (V. 1-22) a. Meide die Gemeinschaft der Gottlosen. (V. 2) b. Die Weisheit gewährt alle Güter und macht den Menschen so stark, dass er seinen Nächsten aus Gefahren zu retten vermag. (V. 12) c. So trachte also der Weisheit nach und füge niemanden Unrecht zu, denn Gott wird alle richten. (V. 22) 5. Anhang. Verschiedene Weisheitssätze (V. 22-34): Sei gerecht gegen den Nächsten (V. 29), verabscheue die Trägheit. +Sprichwörter Spr 24 24 0 4. Nochmalige Mahnung zur Weisheit. (V. 1-22) a. Meide die Gemeinschaft der Gottlosen. (V. 2) b. Die Weisheit gewährt alle Güter und macht den Menschen so stark, dass er seinen Nächsten aus Gefahren zu retten vermag. (V. 12) c. So trachte also der Weisheit nach und füge niemanden Unrecht zu, denn Gott wird alle richten. (V. 22) 5. Anhang. Verschiedene Weisheitssätze (V. 22-34): Sei gerecht gegen den Nächsten (V. 29), verabscheue die Trägheit. Sprichwörter Spr 24 24 1 Ne æmuleris viros malos, nec desideres esse cum eis: Eifere schlechten Leuten nicht nach¹ und wünsche nicht mit ihnen umzugehen; [Spr 23,17] Sprichwörter Spr 24 24 1 1 Hebr.: Ereifere dich nicht um (jene, die mit allen Mitteln reich zu werden trachten). Sprichwörter Spr 24 24 2 Quia rapinas meditatur mens eorum, et fraudes labia eorum loquuntur. denn ihr Herz sinnt auf Raub und ihre Lippen reden Trug.² @@ -32392,7 +32406,7 @@ Sprichwörter Spr 24 24 32 32 Das Leben des trägen Menschen ist voll Nesseln u Sprichwörter Spr 24 24 33 Parum, inquam, dormies, modicum dormitabis, pauxillum manus conseres, ut quiescas: Du schläfst ein wenig, sprach ich, du schlummerst ein wenig, du legst die Hände ein wenig zusammen, um zu ruhen, Sprichwörter Spr 24 24 34 Et veniet tibi quasi cursor egestas, et mendicitas quasi vir armatus. so kommt die Armut über dich wie ein Läufer und die Dürftigkeit wie ein gewappneter Mann.³³ Sprichwörter Spr 24 24 34 33 Vergl. [Spr 6,11]. -Sprichwörter Spr 24 25 0 Neuerliche Sammlungen von Lehrgedichten Salomons. (25,1 31,31) 1. Sprüche Salomons, gesammelt von den Männern des Ezechias (25,1 29,27): a. Verschiedene Mahnungen. +Sprichwörter Spr 24 25 0 Neuerliche Sammlungen von Lehrgedichten Salomons. (25,1 31,31) 1. Sprüche Salomons, gesammelt von den Männern des Ezechias (25,1 29,27): a. Verschiedene Mahnungen. Sprichwörter Spr 24 25 1 Hæ quoque parabolæ Salomonis, quas transtulerunt viri Ezechiæ regis Juda. Auch dies sind Sprüche Salomons, welche Männer des Ezechias, des Königs von Juda, gesammelt haben.¹ Sprichwörter Spr 24 25 1 1 Siehe die Einleitung. Ob diese Sprüche aus mündlicher Überlieferung, ob aus schriftlichen Quellen geschöpft, wird nicht angedeutet. Sprichwörter Spr 24 25 2 Gloria Dei est celare verbum, et gloria regum investigare sermonem. Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen,² und der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen.³ @@ -32459,7 +32473,7 @@ Sprichwörter Spr 24 25 27 36 Gut ist's, nach der Erkenntnis göttlicher Dinge Sprichwörter Spr 24 25 28 Sicut urbs patens et absque murorum ambitu, ita vir, qui non potest in loquendo cohibere spiritum suum. Wie eine durchbrochene Stadt ohne Ringmauern,³⁷ so ist ein Mann, der seinen Geist beim Reden nicht zu mäßigen vermag.³⁸ Sprichwörter Spr 24 25 28 37 Die infolge der Bresche ohne Ringmauern ist. Sprichwörter Spr 24 25 28 38 Die Leidenschaftliche. Beide sind der größten Gefahr ausgesetzt und leicht zu Falle zu bringen. -Sprichwörter Spr 24 26 0 b. Der Tor. (V. 12) c. Der Faule. (V. 16) d. Zeugensünden. +Sprichwörter Spr 24 26 0 b. Der Tor. (V. 12) c. Der Faule. (V. 16) d. Zeugensünden. Sprichwörter Spr 24 26 1 Quomodo nix in æstate, et pluviæ in messe: sic indecens est stulto gloria. Wie Schnee im Sommer und wie Regen in der Ernte,¹ so unpassend ist für den Toren Ehre.² Sprichwörter Spr 24 26 1 1 Regen in der Erntezeit ist in Palästina nicht erwünscht und unerhört. (Hieron., vergl. [1Sam 12,17ff]) Sprichwörter Spr 24 26 1 2 Ehre gebührt dem Toren nicht und bringt ihm Schaden. @@ -32523,7 +32537,7 @@ Sprichwörter Spr 24 26 27 33 Vergl. [Koh 10,8]. Sprichwörter Spr 24 26 27 34 Emporwälzt. Sprichwörter Spr 24 26 28 Lingua fallax non amat veritatem: et os lubricum operatur ruinas. Eine trügerische Zunge liebt die Wahrheit nicht³⁵ und ein glatter Mund richtet Verderben an. Sprichwörter Spr 24 26 28 35 Hebr.: hasst die von ihr Zermalmten (?), die Opfer ihrer Bosheit. -Sprichwörter Spr 24 27 0 e. Verschiedene Warnungen und Mahnungen. +Sprichwörter Spr 24 27 0 e. Verschiedene Warnungen und Mahnungen. Sprichwörter Spr 24 27 1 Ne glorieris in crastinum, ignorans quid superventura pariat dies. Rühme dich nicht des morgenden Tages, denn du weißt nicht, was der kommende Tag mit sich bringt.¹ Sprichwörter Spr 24 27 1 1 Im Leben der Menschen herrscht beständig Wechsel. Vergl. [Jak 4,13]. Sprichwörter Spr 24 27 2 Laudet te alienus, et non os tuum: extraneus, et non labia tua. Ein anderer mag dich loben und nicht dein eigener Mund, ein Fremder und nicht deine eigenen Lippen.² @@ -32567,7 +32581,9 @@ Sprichwörter Spr 24 27 19 Quomodo in aquis resplendent vultus prospicientium, s Sprichwörter Spr 24 27 20 Infernus et perditio nunquam implentur: similiter et oculi hominum insatiabiles: Unterwelt und Abgrund²² werden nie ausgefüllt, ebenso sind auch die Augen der Menschen unersättlich.²³ [Sir 14,9] Sprichwörter Spr 24 27 20 22 Es ist wohl Unterwelt und Hölle. Sprichwörter Spr 24 27 20 23 Insbesondere die Augenlust [1Joh 2,16]. -Sprichwörter Spr 24 27 21 Quomodo probatur in conflatorio argentum, et in fornace aurum: sic probatur homo ore laudantis. Cor iniqui inquirit mala, cor autem rectum inquirit scientiam. +Sprichwörter Spr 24 27 21 Quomodo probatur in conflatorio argentum, et in fornace aurum: sic probatur homo ore laudantis. Cor iniqui inquirit mala, cor autem rectum inquirit scientiam. Wie das Silber im Schmelztiegel und das Gold im Ofen erprobt wird, so wird ein Mann durch den Mund dessen, der ihn lobt, erprobt.²⁴ Das Herz des Ungerechten strebt nach Bösem, aber ein rechtschaffenes Herz strebt nach Weisheit.²⁵ [Spr 17,3] +Sprichwörter Spr 24 27 21 24 Wie im Schmelztiegel die Unreinigkeit des Silbers zum Vorschein kommt, so im Munde der Menschen die Fehler derer, von denen sie reden. +Sprichwörter Spr 24 27 21 25 Aus der Septuag. entlehnter Zusatz. Sprichwörter Spr 24 27 22 Si contuderis stultum in pila quasi ptisanas feriente desuper pilo, non auferetur ab eo stultitia ejus. Zerstießest du auch den Toren im Mörser, wie man Grütze mit dem Stößel zerstößt, so würde seine Torheit doch nicht von ihm genommen.²⁶ Sprichwörter Spr 24 27 22 26 Sie ist, ob du auch dem Toren in die kleinsten Teile auslösest, innigst mit seinem Wesen verbunden. Sprichwörter Spr 24 27 23 Diligenter agnosce vultum pecoris tui, tuosque greges considera: Schaue fleißig nach, wie dein Vieh aussieht, und gib auf deine Herde acht; @@ -32580,7 +32596,7 @@ Sprichwörter Spr 24 27 26 Agni ad vestimentum tuum: et hdi, ad agri pretium. Di Sprichwörter Spr 24 27 26 30 Du hast Böcke, sie für ein Stück Landes einzutauschen. Sprichwörter Spr 24 27 27 Sufficiat tibi lac caprarum in cibos tuos, et in necessaria domus tuæ: et ad victum ancillis tuis. Lass dir Ziegenmilch zu deiner Nahrung genügen,³¹ zum Bedarf für dein Haus und zur Nahrung für deine Mägde. Sprichwörter Spr 24 27 27 31 Hebr.: Genug Ziegenmilch ist da. -Sprichwörter Spr 24 28 0 f. Verschiedene Weisheitssprüche. +Sprichwörter Spr 24 28 0 f. Verschiedene Weisheitssprüche. Sprichwörter Spr 24 28 1 Fugit impius, nemine persequente: justus autem quasi leo confidens, absque terrore erit. Der Böse flieht, wenn ihn auch niemand verfolgt,¹ der Gerechte aber ist unverzagt und unerschrocken wie ein Löwe.² Sprichwörter Spr 24 28 1 1 Das böse Gewissen macht verzagt und ruhelos. Der Fluch [Lev 26,36ff] ist von dem sündigen Volke auf die einzelnen Frevler übertragen. Sprichwörter Spr 24 28 1 2 Vergl. [Gen 49,9]. @@ -32647,7 +32663,7 @@ Sprichwörter Spr 24 28 27 Qui dat pauperi, non indigebit: qui despicit deprecan Sprichwörter Spr 24 28 27 37 Hebr.: wird viel verflucht. Vergl. [Spr 11,24ff]. Sprichwörter Spr 24 28 28 Cum surrexerint impii, abscondentur homines: cum illi perierint, multiplicabuntur justi. Wenn die Gottlosen emporkommen, verbergen sich die Menschen; wenn jene aber zugrunde gehen, mehren sich³⁸ die Gerechten. Sprichwörter Spr 24 28 28 38 Oder: werden mächtig. -Sprichwörter Spr 24 29 0 Weisheitssprüche. +Sprichwörter Spr 24 29 0 Weisheitssprüche. Sprichwörter Spr 24 29 1 Viro, qui corripientem dura cervice contemnit, repentinus ei superveniet interitus: et eum sanitas non sequetur. Über einen Mann, der hartnäckig den verachtet, der ihn warnt,¹ kommt plötzliches² Verderben und es wird ihm nicht mehr zu helfen sein. Sprichwörter Spr 24 29 1 1 Hebr.: Über einen Mann der Zurechtweisungen, der halsstarrig ist. Sprichwörter Spr 24 29 1 2 Gott ist zwar langmütig, doch greift er, ist das Maß der Sünden erfüllt, oft unvermutet ein. @@ -32704,7 +32720,7 @@ Sprichwörter Spr 24 29 26 Multi requirunt faciem principis: et judicium a Domin Sprichwörter Spr 24 29 26 28 Hebr.: Aber von Jahve kommt eines jeden Recht. Gott ist der Herr aller Richter. Seine Entscheidung allein ist endgültig und maßgeblich. Stelle lieber ihm deine Sache anheim, als dass du alles von Menschen erhofft. Sprichwörter Spr 24 29 27 Abominantur justi virum impium: et abominantur impii eos, qui in recta sunt via. Verbum custodiens filius, extra perditionem erit. Die Gerechten verabscheuen den Gottlosen und die Gottlosen verabscheuen die, welche auf rechtem Wege wandeln. Der Sohn, welcher das Gesetz beobachtet, wird frei vom Verderben sein.²⁹ Sprichwörter Spr 24 29 27 29 Dieser Zusatz fehlt im Hebr. und in den alten Übersetzungen auch in einigen lateinischen Handschriften. -Sprichwörter Spr 24 30 0 2. Drei didaktische Lehrgedichte. (30,1 31,31) A. Worte Agurs, des Sohnes Jakes. (Kap. 30) Gegensatz zwischen der menschlichen und göttlichen Weisheit. (V. 6) Verschiedene Weisheitssprüche. +Sprichwörter Spr 24 30 0 2. Drei didaktische Lehrgedichte. (30,1 31,31) A. Worte Agurs, des Sohnes Jakes. (Kap. 30) Gegensatz zwischen der menschlichen und göttlichen Weisheit. (V. 6) Verschiedene Weisheitssprüche. Sprichwörter Spr 24 30 1 Verba Congregantis filii Vomentis. Visio, quam locutus est vir, cum quo est Deus, et qui Deo secum morante confortatus, ait: Worte des Sammlers, Sohnes des Spenders.¹ Gesicht,² welches der Mann aussprach, mit dem Gott ist, und der, durch Gottes Beistand gestärkt, spricht:³ Sprichwörter Spr 24 30 1 1 Der heilige Hieronymus übersetzt die Namen, sich wohl an die altrabbinische (indes weder geschichtlich noch sprachlich begründete) Ansicht anschließend, nach der Salomon das Königsgesetz [Dtn 17,17] in sich aufgenommen und wieder von sich gespieen habe. Sohn bedeutet hierbei den Träger einer Eigenschaft (wie Kinder Belials). Sprichwörter Spr 24 30 1 2 Dies Wort ist mit König zu verbinden: Sohn Jakes vom Stamme Massa. Massa ist nach [Gen 25,14] ein Sohn Ismaels, gemeint ist also eine nordarabische Landschaft oder Völkerschaft. @@ -32790,7 +32806,7 @@ Sprichwörter Spr 24 30 32 Est qui stultus apparuit postquam elevatus est in sub Sprichwörter Spr 24 30 32 51 Hebr.: Magst du töricht sein, indem du dich erhebst, oder magst du nachgedacht haben, lege die Hand auf den Mund. Brich nicht alsbald in hochmütige Worte aus, mach nicht stets sofort dein Recht geltend, übermütige und unbedachte Reden erregen Streit. - Zur Erläuterung folgen zwei Beispiele aus der täglichen Wahrnehmung. Sprichwörter Spr 24 30 33 Qui autem fortiter premit ubera ad eliciendum lac, exprimit butyrum: et qui vehementer emungit, elicit sanguinem: et qui provocat iras, producit discordias. Wer die Euter stark drückt, um Milch herauszubringen, drückt Butter heraus; und wer sich stark schneuzt, bringt Blut hervor; und wer zum Zorn reizt, erregt Zwietracht.⁵² Sprichwörter Spr 24 30 33 52 Hebr.: Denn Druck der Milch bringt Butter hervor (du darfst sie also nicht pressen, willst du sie bewahren), Druck der Nase bringt Blut hervor und Druck des Zornes bringt Streit hervor. Das letzte vor Augen zu stellen ist Ziel der Rede von V. 32 an. -Sprichwörter Spr 24 31 0 B. Worte König Lamuels: (V. 1-2) Was haben Könige zu tun, was zu meiden? C. Alphabetisches Lehrgedicht über das starkmütige Weib. (V. 10-31) Ein seinem Manne treues Weib (V. 12), besorgt für ihr Haus und sich der Armen erbarmend (V. 23), ist würdig, von Fremden, von ihren Söhnen, von ihrem Gatten gepriesen zu werden. +Sprichwörter Spr 24 31 0 B. Worte König Lamuels: (V. 1-2) Was haben Könige zu tun, was zu meiden? C. Alphabetisches Lehrgedicht über das starkmütige Weib. (V. 10-31) Ein seinem Manne treues Weib (V. 12), besorgt für ihr Haus und sich der Armen erbarmend (V. 23), ist würdig, von Fremden, von ihren Söhnen, von ihrem Gatten gepriesen zu werden. Sprichwörter Spr 24 31 1 Verba Lamuelis regis. Visio, qua erudivit eum mater sua. Worte des Königs Lamuel. Ein Gesicht,¹ mit dem ihn seine Mutter belehrte.² Sprichwörter Spr 24 31 1 1 Richtiger ist (gegen die Masorethen) zu verbinden: Worte Lamuels, Königs von Massa (Siehe [Spr 30,2]), mit denen usw. Sprichwörter Spr 24 31 1 2 Die Mutter ist vielleicht auch die Agurs, dessen Bruder alsdann Lamuel ist. @@ -32862,7 +32878,7 @@ Sprichwörter Spr 24 31 30 38 Unvergänglich und darum einzig zu preisen ist di Sprichwörter Spr 24 31 31 Date ei de fructu manuum suarum: et laudent eam in portis opera ejus. Gebet ihr von dem Ertrage ihrer Hände³⁹ und in den Torhallen mögen ihre Werke ihr Lob verkünden!⁴⁰ Sprichwörter Spr 24 31 31 39 Lasset sie selbst das Gute genießen, das sie geschafft. Sprichwörter Spr 24 31 31 40 In der Versammlung der Gemeinde am Tore soll der Lobpreis ihres Lebens und Wirkens erschallen. -Kohelet Koh 25 1 0 Eingang. (1,1-11) 1. Aufschrift des Buches. (V. 1) 2. Eingang. (V. 2-11) A. Erster Teil. (V. 2-7) Thema: Alles ist Eitelkeit. (V. 2) Während die anderen Geschöpfe beharren, muss der Mensch sterben. (V. 7) B. Nicht vermag der menschliche Verstand die Natur und ihre Gesetze zu begreifen: so hat auch das Leben der Menschen nicht Ruhm noch Weisheit. (V. 11) I. Eitelkeit des Privatlebens. (1,12 3,15) 1. Eitel ist die Weisheit. (1,12-18) A. Eitel ist die Erkenntnis der Weisheit. (V. 15) B. Eitel ist die erkannte Sache. +Kohelet Koh 25 1 0 Eingang. (1,1-11) 1. Aufschrift des Buches. (V. 1) 2. Eingang. (V. 2-11) A. Erster Teil. (V. 2-7) Thema: Alles ist Eitelkeit. (V. 2) Während die anderen Geschöpfe beharren, muss der Mensch sterben. (V. 7) B. Nicht vermag der menschliche Verstand die Natur und ihre Gesetze zu begreifen: so hat auch das Leben der Menschen nicht Ruhm noch Weisheit. (V. 11) I. Eitelkeit des Privatlebens. (1,12 3,15) 1. Eitel ist die Weisheit. (1,12-18) A. Eitel ist die Erkenntnis der Weisheit. (V. 15) B. Eitel ist die erkannte Sache. Kohelet Koh 25 1 1 VERBA Ecclesiastæ, filii David, regis Jerusalem. Worte¹ des Predigers,² des Sohnes Davids, des Königs von³ Jerusalem. Kohelet Koh 25 1 1 1 Aussprüche. Kohelet Koh 25 1 1 2 Des Redners in zahlreicher Versammlung. Indes bedeutet der hebräische Name des Buches, Koheleth, eigentlich: rufende Stimme. An dieser Stelle wird der Name dem König Salomon gegeben, der um allen Zweifel fernzuhalten, alsbald weiter beschrieben wird. @@ -32911,7 +32927,7 @@ Kohelet Koh 25 1 16 29 Hebr.: Mein Herz sah Weisheit und Erkenntnis in Fülle, Kohelet Koh 25 1 17 Dedique cor meum ut scirem prudentiam, atque doctrinam, erroresque et stultitiam: et agnovi quod in his quoque esset labor, et afflictio spiritus. Da richtete ich mein Herz darauf, Klugheit und Lehre, Irrtum und Torheit zu erforschen, und ich ward inne, dass auch darin Mühe und Geistesplage ist; Kohelet Koh 25 1 18 Eo quod in multa sapientia multa sit indignatio et qui addit scientiam, addit et laborem. denn bei vieler Weisheit ist viel Missmut und wer die Kenntnis mehrt, mehrt auch das Leid.³⁰ Kohelet Koh 25 1 18 30 Die Erklärung des Buches muss drei Dinge vor Augen haben: die poetische, affektvolle Redeweise, die Herzensstimmung der früheren Zeiten, endlich die etwa im weiteren Verlauf gegebenen Einschränkungen und Erklärungen. Da Salomon [Koh 9,13], ebenso [Koh 8,1-5, Koh 10,1-3] die Weisheit empfiehlt, muss die oben geschilderte eine andere als diese sein. Die letzte Folge der Beschränkung menschlicher Erkenntnis enthält das Geständnis [Koh 7,24]. Dass der Prediger hier ein nicht von Fehlern freies Streben beschreibt, zeigt auch der Übergang auf den Gegenstand, den [Koh 2] darstellt. -Kohelet Koh 25 2 0 2. Eitel ist die Wollust, eitel die Pracht. (Kap. 2) A. Eitel ist die Wollust. (V. 3) B. Eitel ist die Pracht, auch mit menschlicher Weisheit gepaart. (V. 11) C. Ist zwischen Torheit und Weisheit kein Unterschied? (V. 18) D. Weitere Ausführung des Satzes (V. 11): Eitel ist die Pracht. +Kohelet Koh 25 2 0 2. Eitel ist die Wollust, eitel die Pracht. (Kap. 2) A. Eitel ist die Wollust. (V. 3) B. Eitel ist die Pracht, auch mit menschlicher Weisheit gepaart. (V. 11) C. Ist zwischen Torheit und Weisheit kein Unterschied? (V. 18) D. Weitere Ausführung des Satzes (V. 11): Eitel ist die Pracht. Kohelet Koh 25 2 1 Dixi ego in corde meo: Vadam, et affluam deliciis, et fruar bonis. Et vidi quod hoc quoque esset vanitas. Ich sprach in meinem Herzen: Ich will hingehen und Freude in Fülle erlangen und das Gute genießen;¹ aber ich sah, dass auch dies Eitelkeit war. Kohelet Koh 25 2 1 1 Wenn der Menschengeist des Hohen satt ist, pflegt er sich in das Niedrigste zu versenken, um dann erst das in der Mitte Liegende zu erwählen, das die Begier der Augen ausmacht. Hebr.: Ich will dich, (nämlich mich, Selbstanrede) erproben mit (Sinnen-) Freude, genieße das Gute (ob mein Herz vielleicht darin sein Glück findet). Kohelet Koh 25 2 2 Risum reputavi errorem: et gaudio dixi: Quid frustra deciperis? Das Lachen hielt ich für Verirrung und zur Freude sprach ich: Warum täuschest du dich vergeblich?² @@ -32966,7 +32982,7 @@ Kohelet Koh 25 2 25 26 Hebr.: denn wer kann essen oder geschäftig sein? Das st Kohelet Koh 25 2 26 Homini bono in conspectu suo dedit Deus sapientiam, et scientiam, et lætitiam, peccatori autem dedit afflictionem, et curam superfluam, ut addat, et congreget, et tradat ei qui placuit Deo: sed et hoc vanitas est, et cassa sollicitudo mentis. Einem Menschen, welcher in seinen Augen gut erscheint, gibt Gott Weisheit, Erkenntnis und Freude; über den Sünder aber lässt er Trübsal kommen und übermäßige Sorge, anzuhäufen und anzusammeln und es dem zu vererben, der Gott gefällig ist,²⁷ doch auch das ist Eitelkeit und vergebliche Sorge des Herzens.²⁸ Kohelet Koh 25 2 26 27 Wenn Gott nicht bei der Verteilung der Güter viele Gründe außer dem folgenden hätte, würde er als höchster Lenker der Welt der Tugend Lohn, dem Laster Strafe vorbehalten und es würde, wer ohne maß arbeitet, vielmehr für einen anderen als für sich tätig sein, hingegen wer sich weise beschränkt, die Habe des Habsüchtigen erlangen. Hier wird, was bisweilen geschieht, als Richtschnur aufgestellt und daraus der Schluss gezogen. Kohelet Koh 25 2 26 28 Nicht Gottes Weise zu handeln ist eitel, sondern die übermäßige Sorge des Menschen ist unnütz. -Kohelet Koh 25 3 0 3. Epilog des ersten Teiles: Die Zeit regiert alles, auch gegen den Willen des Menschen. (V. 15) II. Eitelkeit des öffentlichen Lebens. (3,16 7,30) 1. Eitel ist der Schmerz der Entrüstung und des eifernden Neides. (3,16 4,6) A. Eitel ist der Schmerz derer, die sich entrüsten über die Ungerechtigkeit auf Erden. +Kohelet Koh 25 3 0 3. Epilog des ersten Teiles: Die Zeit regiert alles, auch gegen den Willen des Menschen. (V. 15) II. Eitelkeit des öffentlichen Lebens. (3,16 7,30) 1. Eitel ist der Schmerz der Entrüstung und des eifernden Neides. (3,16 4,6) A. Eitel ist der Schmerz derer, die sich entrüsten über die Ungerechtigkeit auf Erden. Kohelet Koh 25 3 1 Omnia tempus habent, et suis spatiis transeunt universa sub clo. Alles¹ hat seine Zeit,² alles unter dem Himmel geht vorüber nach seiner Zeit.³ Kohelet Koh 25 3 1 1 Alles im menschlichen Leben. Kohelet Koh 25 3 1 2 Bei aller Verschiedenheit der menschlichen Dinge ist doch das eine ihnen gemeinsam, dass alles zu einem bestimmten Zeitpunkt geschieht, so dass das Leben den Wechsel der in der Natur einander folgenden Erscheinungen nachzuahmen scheint. (V. 18) Was erreicht also der Mensch durch seine Anstrengungen und vermag er durch seine Bemühungen etwas gegen Gottes Willen? (V. 9) Nein, deshalb mäßige deine Bestrebungen und genieße in sittlich erlaubter Weise die Güter des Lebens. Dasselbe legt auch die Unveränderlichkeit der von Gott, dem höchsten Leiter des All, gesetzten Ordnung nahe, da der Mensch über die von ihm gesetzte Ordnung hinaus nichts vermag. Vergl. [Koh 1,4-7], klarer [Koh 1,8-11]. @@ -33021,7 +33037,7 @@ Kohelet Koh 25 3 21 30 Vor allem ist festzuhalten, dass hier die Unsterblichkei Kohelet Koh 25 3 22 Et deprehendi nihil esse melius quam lætari hominem in opere suo, et hanc esse partem illius. Quis enim eum adducet, ut post se futura cognoscat? So fand ich, dass nichts besser ist, als dass der Mensch sich an seinem Tun³¹ freue und dass dies sein Anteil sei. Denn wer wird ihn dahinbringen, dass er erkenne, was nach ihm sein wird?³² Kohelet Koh 25 3 22 31 Der ihm gestellten Aufgabe. Kohelet Koh 25 3 22 32 Ergib dich in deine gegenwärtige Lage, dass die Gerechten oft unterdrückt werden, die Bosheit auf Erden oft triumphiert, und in Gottes Willen. Warte auf die vorherbestimmte Zeit des Gerichtes im anderen Leben und forsche nicht neugierig, wann es statthaben soll und wie lange du in der Unterwelt demselben entgegenharren musst. -Kohelet Koh 25 4 0 B. Eitel ist der Schmerz der Neidischen. (V. 6) 2. Eitel ist die Menschenflucht (V. 16), sei es aus Habsucht (V. 8), sei es aus Hochmut. 2. Wiederholung und Nutzanwendung derselben Wahrheiten. (4,17 5,7) A. Die sich über die Ungerechtigkeit auf Erden Entrüstenden. (4,17 5,7) +Kohelet Koh 25 4 0 B. Eitel ist der Schmerz der Neidischen. (V. 6) 2. Eitel ist die Menschenflucht (V. 16), sei es aus Habsucht (V. 8), sei es aus Hochmut. 2. Wiederholung und Nutzanwendung derselben Wahrheiten. (4,17 5,7) A. Die sich über die Ungerechtigkeit auf Erden Entrüstenden. (4,17 5,7) Kohelet Koh 25 4 1 Verti me ad alia, et vidi calumnias, quæ sub sole geruntur, et lacrimas innocentium, et neminem consolatorem: nec posse resistere eorum violentiæ, cunctorum auxilio destitutos. Ich wandte mich zu andern Dingen und sah die Bedrückungen, welche unter der Sonne vorgehen, die Tränen der Unschuldigen und dass sie keinen Tröster haben und deren Gewalttätigkeit nicht widerstehen können, allerseits der Hilfe beraubt. Kohelet Koh 25 4 2 Et laudavi magis mortuos, quam viventes: Da pries ich die Toten glücklicher als die Lebendigen,¹ Kohelet Koh 25 4 2 1 Ähnliche Klagen sind bei den Klassikern besonders häufig. Bei solchen Aussprüchen ist besonders der Affekt zu beachten, der im Ausdruck über das rechte Maß hinausgeht. Aber gerade dies will der Prediger zeigen, dass der Affekt zu mäßigen ist. @@ -33062,7 +33078,7 @@ Kohelet Koh 25 4 16 21 Also auch die Weisheit des Jünglings. (V. 13) Kohelet Koh 25 4 17 Custodi pedem tuum ingrediens domum Dei, et appropinqua ut audias. Multo enim melior est obedientia, quam stultorum victimæ, qui nesciunt quid faciunt mali. Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und nahe dich, um zu hören; denn viel besser ist Gehorsam als die Opfer der Toren,²² die nicht wissen, was sie Schlimmes tun.²³ [1Sam 15,22, Hos 6,6] Kohelet Koh 25 4 17 22 Wenn du in Gottes Gegenwart trittst. Vergl. [Gen 28,17]. Komme nicht unvorbereitet vor sein Antlitz. Besser ist es, Gott um Worte der Gebote zu bitten als alle Werke der Frömmigkeit der Toren zu erfüllen. Kohelet Koh 25 4 17 23 Hebr. allenfalls: Gott weiß nicht. Der Plural bezeichnet alsdann Gottes Majestät: Gott weiß nichts Böses zu tun. -Kohelet Koh 25 5 0 B. Die Habgierigen. (5,7-19) +Kohelet Koh 25 5 0 B. Die Habgierigen. (5,7-19) Kohelet Koh 25 5 1 Ne temere quid loquaris, neque cor tuum sit velox ad proferendum sermonem coram Deo. Deus enim in clo, et tu super terram: idcirco sint pauci sermones tui. Rede nichts unbedachtsam und dein Herz übereile sich nicht, vor Gott ein Wort auszusprechen;¹ denn Gott ist im Himmel und du bist auf Erden, darum lass deiner Worte wenige sein.² Kohelet Koh 25 5 1 1 V. 1, 2, 5, 6 enthalten Warnungen betreffs der Rede, also auch V. 3, 4. Hebr.: Sei nicht schnell mit deinem Munde und eile nicht, ein Wort auszusprechen vor Gott (aus Zorn oder ähnlicher Gemütsbewegung). Kohelet Koh 25 5 1 2 Vergl. [Koh 4,17]. Wage nicht mit Gott zu rechten, als ob er Böses täte, schuldige nicht die göttliche Vorsehung an, rede nicht gegen Gott. Vergl. [Spr 10,18ff]. @@ -33107,7 +33123,7 @@ Kohelet Koh 25 5 18 Et omni homini, cui dedit Deus divitias, atque substantiam, Kohelet Koh 25 5 18 24 Fast das Gleich wie V. 17. Doch dort ist von dem vorher Geschilderten die Rede, hier von allen Menschen. Mäßiger Genuss des Reichtums wird empfohlen dem Ziele des Buches gemäß: Zügle alle Leidenschaften. Kohelet Koh 25 5 19 Non enim satis recordabitur dierum vitæ suæ, eo quod Deus occupet deliciis cor ejus. Denn ein solcher wird nicht viel an die Tage seines Lebens denken, weil Gott sein Herz mit Freuden erfüllt.²⁵ Kohelet Koh 25 5 19 25 Wer sich von Habsucht frei hält, wird, es sei denn, dass Gott ihn mit außerordentlichem Unglück heimsucht, seine Güter in Ruhe genießend, sich einer glücklichen Sorglosigkeit erfreuen und in steter Freude leben. Nicht als ob er untätig sein sollte, aber er sorgt nicht um den nächsten Tag und lässt jedem Tag seine eigene Plage genügen. [Mt 6,34] Hebr.: Gott antwortet ihm: - ihm nämlich so große Freude gewährend als die Arbeit groß war, ja noch reichlichere, wie in harmonischer Musik die Töne um so höher sich erheben, je tiefer sie zuvor herabgestiegen waren. -Kohelet Koh 25 6 0 C. Der genusslose König. (V. 6) 3. Rhetorische Ausführung. (6,7-7,30) A. Der Ratschluss des göttlichen Willens. (6,7-7,1) +Kohelet Koh 25 6 0 C. Der genusslose König. (V. 6) 3. Rhetorische Ausführung. (6,7-7,30) A. Der Ratschluss des göttlichen Willens. (6,7-7,1) Kohelet Koh 25 6 1 Est et aliud malum, quod vidi sub sole, et quidem frequens apud homines: Noch ein anderes¹ Übel gibt es, das ich unter der Sonne sah und das häufig² ist bei den Menschen.³ Kohelet Koh 25 6 1 1 Anderes: Zusatz der Vulg. Die Ähnlichkeit mit dem vorigen ist in der Menschenscheu. Kohelet Koh 25 6 1 2 Besser: hart, schwer lastet es auf den Menschen. @@ -33139,7 +33155,7 @@ Kohelet Koh 25 6 10 18 Gott. Kohelet Koh 25 6 11 Verba sunt plurima, multamque in disputando habentia vanitatem. In vielen Worten¹⁹ ist viel Eitelkeit, wenn man darüber streitet.²⁰ Kohelet Koh 25 6 11 19 In V. 7 nur angedeuteter Grund. Was der Mensch außerhalb der von Gott gesetzten Grenze sucht, bringt keinen wahren Frieden, Gott hat alles nach seinem Willen zuvor geordnet und leitet und lenkt alles auch gegen den Willen der Menschen zu seinem Ziele. Kohelet Koh 25 6 11 20 Streit mit Gott. Im Hebr. schließt sich [Koh 7,1] der Vulg. noch an [Koh 6] an. -Kohelet Koh 25 7 0 B. Gegen den Leichtsinn. (V. 7) C. Gegen den Zornmut. (V. 15) D. Der goldene Mittelweg. (V. 22) E. Das Verderben durch Frauen. +Kohelet Koh 25 7 0 B. Gegen den Leichtsinn. (V. 7) C. Gegen den Zornmut. (V. 15) D. Der goldene Mittelweg. (V. 22) E. Das Verderben durch Frauen. Kohelet Koh 25 7 1 Quid necesse est homini majora se quærere, cum ignoret quid conducat sibi in vita sua numero dierum peregrinationis suæ, et tempore, quod velut umbra præterit? Aut quis ei poterit indicare quid post eum futurum sub sole sit? Was braucht der Mensch nach Dingen zu forschen, die für ihn zu hoch sind, da er nicht weiß, was ihm frommt in seinem Leben für die wenigen Tage seiner Wanderschaft, in der Zeit, welche wie ein Schatten vorübergeht? Oder wer kann ihm Kunde geben von dem,¹ was nach ihm² unter der Sonne sein wird?³ Kohelet Koh 25 7 1 1 Grund, warum der Mensch nicht weiß, was ihm frommt, sondern gern annehmen muss, was Gott bestimmt. Wollte er sich nach seiner eigenen Klugheit leiten, so müsste er wissen, was bleibende Frucht aus seiner Arbeit gewährt und wer sein Erbe sein wird. [Koh 2,19.21] Kohelet Koh 25 7 1 2 Nicht erst nach dem Tode. @@ -33211,7 +33227,7 @@ Kohelet Koh 25 7 30 38 Mann wie Weib. Kohelet Koh 25 7 30 39 Die Stammeltern haben die Begier, Höheres zu erkennen und zu begehren als ihnen gewährt, nicht bezähmt, da sie ein neues Mittel suchten, ewig selig zu leben. Der Ausgang des Versuches war Eitelkeit, wie das ganze Buch zeigt. Kohelet Koh 25 7 30 40 Diese Worte gehören im Hebr. mit Recht zum folgenden Kapitel. Kohelet Koh 25 7 30 41 Ihm ähnlich. Der Prediger will den Schein meiden, als ob er sich die [Koh 7,24] erwähnte Kenntnis zuschriebe. -Kohelet Koh 25 8 0 III. Lösung der Fragen. (8,1 12,8) 1. Beachte die Zeit des höchsten Königs. (V. 8) 2. Siehst du in der Welt Bosheit, halte an dich. (V. 15) 3. Schränke deine Begierde zu wissen ein. [Koh 9,2] +Kohelet Koh 25 8 0 III. Lösung der Fragen. (8,1 12,8) 1. Beachte die Zeit des höchsten Königs. (V. 8) 2. Siehst du in der Welt Bosheit, halte an dich. (V. 15) 3. Schränke deine Begierde zu wissen ein. [Koh 9,2] Kohelet Koh 25 8 1 Sapientia hominis lucet in vultu ejus, et potentissimus faciem illius commutabit. Die Weisheit des Menschen leuchtet aus seinem Antlitze hervor, aber der Mächtige kann dessen Angesicht ändern.¹ [Koh 2,14] Kohelet Koh 25 8 1 1 Hebr.: Und seines Antlitzes Härte wird gemildert (durch die Weisheit). Kohelet Koh 25 8 2 Ego os regis observo, et præcepta juramenti Dei. Ich merke auf den Mund des Königs und auf die Verbindlichkeit des bei Gott geleisteten Eides.² @@ -33246,7 +33262,7 @@ Kohelet Koh 25 8 16 Et apposui cor meum ut scirem sapientiam, et intelligerem di Kohelet Koh 25 8 16 16 Hebr.: 16. Als ich mein Herz darauf richtete, zu erkennen Weisheit und zu sehen die Mühseligkeiten, die auf Erden vorkommen, - denn weder bei Tag noch bei Nacht bekommen sie Schlaf in ihre Augen zu sehen. 17. Da sah ich alles Werk Gottes, dass der Mensch nicht zu ergründen vermag das Werk, das sich vollzieht unter der Sonne, wie sehr auch der Mensch sich abzumühen sucht; aber es wird doch nicht ergründet, auch wenn der Weise gedachte es zu erkennen, er kann es nicht erkennen. Kohelet Koh 25 8 17 Et intellexi quod omnium operum Dei nullam possit homo invenire rationem eorum, quæ fiunt sub sole: et quanto plus laboraverit ad quærendum, tanto minus inveniat: etiam si dixerit sapiens se nosse, non poterit reperire. Da lernte ich einsehen, dass der Mensch nicht imstande ist, für alles den richtigen Grund aufzufinden von dem, was unter der Sonne geschieht; und je mehr er sich Mühe gibt, nachzuforschen, desto weniger findet er; mag auch der Weise sagen, er habe es erkannt, so kann er es doch nicht erreichen.¹⁷ Kohelet Koh 25 8 17 17 Gott hält den Menschen in beständiger Unwissenheit und Ohnmacht. -Kohelet Koh 25 9 0 Die menschliche Weisheit vermag aus sich nicht, Gott zu finden. (V. 2) 4. Von aller eitler Begierde frei, freue dich des Lebens. (V. 12) 5. Suche die wahre Weisheit. [Koh 10,3] +Kohelet Koh 25 9 0 Die menschliche Weisheit vermag aus sich nicht, Gott zu finden. (V. 2) 4. Von aller eitler Begierde frei, freue dich des Lebens. (V. 12) 5. Suche die wahre Weisheit. [Koh 10,3] Kohelet Koh 25 9 1 Omnia hæc tractavi in corde meo, ut curiose intelligerem: Sunt justi atque sapientes, et opera eorum in manu Dei: et tamen nescit homo utrum amore, an odio dignus sit: Dies alles¹ habe ich in meinem Herzen erwogen, um es genau zu verstehen. Es gibt Gerechte und Weise und ihre Werke sind in der Hand Gottes und doch² weiß der Mensch nicht, ob er der Liebe oder des Hasses würdig ist,³ Kohelet Koh 25 9 1 1 Hebr.: Den alles dies habe ich in meinem Herzen erwogen, alles dies suchte ich zu ergründen. Denn: Begründung, warum das am Ende des vorigen Kapitels Gesagte wahr ist, dass also die letzte Ursache von allem nicht zu ergründen ist. Kohelet Koh 25 9 1 2 Doch fehlt im Hebr. @@ -33293,7 +33309,7 @@ Kohelet Koh 25 9 17 26 Worte von Weisen in Ruhe gesprochen sind besser als das Kohelet Koh 25 9 18 Melior est sapientia, quam arma bellica: et qui in uno peccaverit, multa bona perdet. Besser ist Weisheit als Kriegswaffen²⁷ und wer sich in einem Stücke verfehlt, richtet viel Gutes zugrunde.²⁸ [Koh 7,20] Kohelet Koh 25 9 18 27 In V. 18 10,3 vergl. [Koh 2,12] usw. Kohelet Koh 25 9 18 28 Hebr.: ein Sünder verdirbt dieses Gute. -Kohelet Koh 25 10 0 Suche die wahre Weisheit. (V. 3) 5. Meide das Murren gegen die göttliche Vorsehung. (V. 15) 6. Im Übrigen sei eifrig tätig. [Koh 11,6] +Kohelet Koh 25 10 0 Suche die wahre Weisheit. (V. 3) 5. Meide das Murren gegen die göttliche Vorsehung. (V. 15) 6. Im Übrigen sei eifrig tätig. [Koh 11,6] Kohelet Koh 25 10 1 Muscæ morientes perdunt suavitatem unguenti. Pretiosior est sapientia et gloria, parva et ad tempus stultitia. Tote Fliegen¹ verderben die Annehmlichkeit der Salbe.² Teurer als Weisheit und Ehre kommt eine geringe und zeitweilige Torheit zu stehen.³ Kohelet Koh 25 10 1 1 Hebr.: Fliegen des Todes. Diese verderben durch ihre modernden Leichen oder durch Gift, das sie mitbringen, die Salbe. (Vergl. 18b) Kohelet Koh 25 10 1 2 Welches Verderben also bringt selbst eine kleine Torheit! @@ -33337,7 +33353,7 @@ Kohelet Koh 25 10 19 21 Hebr.: Zur Belustigung hält man Mahlzeiten und Wein er Kohelet Koh 25 10 20 In cogitatione tua regi ne detrahas, et in secreto cubiculi tui ne maledixeris diviti: quia et aves cli portabunt vocem tuam, et qui habet pennas annuntiabit sententiam. Schmähe den König nicht in deinen Gedanken und fluche dem Reichen nicht in geheimer Kammer,²² denn die Vögel²³ des Himmels könnten deine Worte forttragen und der Geflügelte das Gesprochene verraten. Kohelet Koh 25 10 20 22 Dem der Weisheit Beflissenen wird die Tätigkeit empfohlen; da dieser, die Verkehrtheit in der Welt betrachtend, leicht den Mut verliert und die göttliche Vorsehung anklagt, wird er gewarnt, dass die Arbeit der Menschen nicht stets nach Verdienst gelohnt wird. Der König ist Gott wie V. 5 und [Koh 8,2]. Kohelet Koh 25 10 20 23 Wohl die Engel. -Kohelet Koh 25 11 0 Sei eifrig tätig. (V. 6) 8. Befleißige dich der Frömmigkeit von deiner Jugend an. [Koh 11] +Kohelet Koh 25 11 0 Sei eifrig tätig. (V. 6) 8. Befleißige dich der Frömmigkeit von deiner Jugend an. [Koh 11] Kohelet Koh 25 11 1 Mitte panem tuum super transeuntes aquas: quia post tempora multa invenies illum. Lege dein Brot auf das vorbeifließende Wasser,¹ so wirst du es nach langer Zeit² wieder finden. Kohelet Koh 25 11 1 1 Man muss standhaft arbeiten, stets etwas versuchen, wie auf ungewisse Hoffnung hin, und Gott den Ausgang der Sache überlassen, der jedem Dinge seine Zeit bestimmt hat. Sei also beständig im Gutestun. Die Wohltätigkeit ist eine der lobenswertesten Handlungen. Das hier gebrauchte Bild bezeichnet große Freigebigkeit und Vernachlässigung sicherer Hoffnung (nicht aber Torheit im Verteilen). Die Brote waren dünne, flache Kuchen, die mit Leichtigkeit auf dem Flusse fortschwammen. Kohelet Koh 25 11 1 2 Warte die von Gott vorherbestimmte Zeit ab und du wirst sehen, dass deine Mühe nicht untergegangen ist, sondern vielen, zum wenigsten dir genützt hat und du sie mit Zinsen von Gott zurückerhältst. Wann diese Zeit ist, wird nicht gesagt, aber aus anderen Stellen ist zu schließen, dass es das Gericht ist (obwohl das diesseitige leben nicht gänzlich ausgeschlossen ist). @@ -33361,7 +33377,7 @@ Kohelet Koh 25 11 9 11 Grund, warum fromm zu leben ist. Kohelet Koh 25 11 10 Aufer iram a corde tuo, et amove malitiam a carne tua. Adolescentia enim et voluptas vana sunt. Verbanne den Zorn¹² aus deinem Herzen und halte das Böse von deinem Leibe fern,¹³ denn Jugend und Wollust sind eitel. Kohelet Koh 25 11 10 12 Das Wort Zorn umfasst alle Verwirrung des Herzens. Kohelet Koh 25 11 10 13 Murre nicht gegen Gottes Vorsehung, sondern erinnere dich an die drohende Strafe seitens des höchsten Richters. -Kohelet Koh 25 12 0 Befleißige dich der Frömmigkeit von deiner Jugend an. (V. 8) Epilog +Kohelet Koh 25 12 0 Befleißige dich der Frömmigkeit von deiner Jugend an. (V. 8) Epilog Kohelet Koh 25 12 1 Memento Creatoris tui in diebus juventutis tuæ, antequam veniat tempus afflictionis, et appropinquent anni, de quibus dicas: Non mihi placent, Sei deines Schöpfers eingedenk in den Tagen deiner Jugend, bevor die Zeit der Trübsal kommt und die Jahre herannahen, von denen du sagen musst; Sie gefallen mir nicht!¹ Kohelet Koh 25 12 1 1 Des Alters mit seinen Folgen. Kohelet Koh 25 12 2 Antequam tenebrescat sol, et lumen, et luna, et stellæ, et revertantur nubes post pluviam: bevor die Sonne und das Licht und Mond und Sterne sich verdunkeln und die Wolken nach dem Regen wiederkehren;² @@ -33410,7 +33426,7 @@ Kohelet Koh 25 12 13 32 Nach dem Hebr. vielmehr: Lasset uns den Inhalt der ganz Kohelet Koh 25 12 13 33 Lebe der Ewigkeit, nicht der Zeit! Kohelet Koh 25 12 14 Et cuncta, quæ fiunt, adducet Deus in judicium pro omni errato, sive bonum, sive malum illud sit. und alles, was man tut, es sei gut oder böse, wird Gott vor Gericht ziehen, das über jede Verirrung gehalten wird.³⁴ Kohelet Koh 25 12 14 34 Hebr.: Denn jede Tat wird Gott bringen in das Gericht über alles verborgene, Gutes wie Böses. Den Epilog, den auch die alten Juden Salomon zuschrieben, fügte derselbe dem Buche vielleicht als Schluss seiner gesamten Schriften bei. -Hohelied Hld 26 1 0 I. Zurüstung der Braut. (1,1 3,5) Erstes Bild: Der Bräutigam besucht, dem Wunsche der Braut entsprechend, dieselbe und tröstet sie mit süßen Schmeichelworten. [Hld 2,7] +Hohelied Hld 26 1 0 I. Zurüstung der Braut. (1,1 3,5) Erstes Bild: Der Bräutigam besucht, dem Wunsche der Braut entsprechend, dieselbe und tröstet sie mit süßen Schmeichelworten. [Hld 2,7] Hohelied Hld 26 1 1 Osculetur me osculo oris sui: quia meliora sunt ubera tua vino, Er küsse mich² mit dem Kusse seines Mundes;³ denn lieblicher als Wein sind deine Brüste,⁴ Hohelied Hld 26 1 1 2 Die heiligen Väter verwerfen und verurteilen einstimmig jede rein historische Auslegung und halten hier wie im Folgenden die allegorische für die einzig der Wahrheit entsprechende. Damit steht im Einklang, dass nach der Gewohnheit der Hebräer die Braut nicht zuerst reden durfte. Vergl. [Hld 8,8, Jdt 14,7], die Sehnsucht der Braut nach dem Geliebten eine viel stärkere ist im ganzen Gedichte, als die des Bräutigams nach der Braut (weil die Kirche Gottes Hilfe bedarf), dass in V. 1 und 3 unvermittelt von der dritten und in die erste Person übergegangen, während doch die Gegenwart des Bräutigams erst in V. 8 mitgeteilt wird. Weiter ist derjenige, dessen Name wie ausgegossenes Öl ist (V. 2), der Messias (Christus), nicht ein irdischer König, ja bis [Hld 3,7] würden wir anders ohnedies nicht wissen, von wem die Rede ist. Unerklärlich wäre anderenfalls die Mehrzahl der Personen V. 2, V. 3, die Schwärze der Königsbraut (V. 4), das Weiden des Königs (V. 6) ebenso V. 15, [Hld 2,5-7] u.a.m. Im Hohenliede ist nichts gewöhnlich, nichts körperlich, nichts irdisch. (Ambros.) So sind also die Küsse gleichsam Farben, mit denen göttliche Dinge dargestellt werden sollen. (Greg. Nyss.) Gottesliebe erfülle die Seele, so wird der Friede des Herrn [Hld 8,10] in sie herabsteigen. Vergl. [Joh 20,21-23]. Hohelied Hld 26 1 1 3 So beten die auserwählten Seelen des Volkes Gottes, Simeon, Anna, Zacharias, Elisabeth, Johannes, Maria, Joseph, alle, die den Heiland als wahren Hirten kennen und seine Gegenwart ersehnen, jene Synagoge, aus der die Apostel hervorgingen, die Säulen der Kirche, die Kirche selbst bei ihrem Übergange aus dem Alten in den Neuen Bund. (Beda) Vielleicht auch ist die Rede nicht von dem noch erwarteten, sondern von dem schon gesandten, aber zeitweilig abwesenden Messias. Diese Kirche redet ihren göttlichen Freund an (noch Freund, denn erst nach dem Verlöbnis wird sie [Hld 4,8] und weiterhin Braut genannt), während sie noch Freundin, schöne Taube angeredet wird. Die Kirche tritt gleichsam mit ihren Begleiterinnen (V. 2-4) auf, sich nach Christus sehnend, ehe sie ihn anredet. Da dieser aber seiner Gottheit nach überall zugegen ist, wird V. 3 die zweite Person in die dritte umgewandelt, ein Zeichen der glühenden Liebe. Daraus folgt nicht, dass Christus plötzlich erscheint (ähnliche Übergänge: [Gen 49,9, Jes 42,24, Ps 80,17, Ri 5,31, 2Sam 14,20, Mi 1,2, Ijob 12,4, Ijob 17,10]). Es ist genug, dass er gleichsam anwesend alles hört, zumal er V. 6 wirklich abwesend ist. Der Bräutigam wird nicht genannt, obwohl die Braut doch von ihren Begleiterinnen verstanden werden will. Die Braut ersehnt die gewohnten Küsse des Gottmenschen. Darum hebr.: Er küsse mich mit seines Mundes Küssen. @@ -33470,7 +33486,7 @@ Hohelied Hld 26 1 15 Ecce tu pulcher es dilecte mi, et decorus. Lectulus noster Hohelied Hld 26 1 15 43 Hebr.: und auch unser Lager ist grün. Sie befinden sich an anmutigem Orte. Hohelied Hld 26 1 16 Tigna domorum nostrarum cedrina, laquearia nostra cypressina. Die Balken unserer Häuser sind von Zedernholz, unser Getäfel von Zypressen.⁴⁴ Hohelied Hld 26 1 16 44 Hebr.: Die Balken unserer Häuser sind Cedern, unser Getäfel Cypressen. Vergl. [Jes 60,13]. Der Bräutigam gewährt Größeres als die Braut zu bieten vermag. (Orig.) -Hohelied Hld 26 2 0 Der Bräutigam tröstet die Braut. (V. 8) 2. Zweites Bild: Von neuem die Braut besuchend, leitet der Bräutigam sie zur Arbeit an. +Hohelied Hld 26 2 0 Der Bräutigam tröstet die Braut. (V. 8) 2. Zweites Bild: Von neuem die Braut besuchend, leitet der Bräutigam sie zur Arbeit an. Hohelied Hld 26 2 1 Ego flos campi, et lilium convallium. Ich¹ bin eine Blume des Feldes und eine Lilie² der Täler.³ Hohelied Hld 26 2 1 1 Aber was bin ich? Bin ich nicht einzig nur eine Blume des Feldes? Die Braut lobt sich (Thom.), aber mit großer Bescheidenheit, so dass der Bräutigam sie V. 2 gleichsam verbessert. Hohelied Hld 26 2 1 2 Häufig und wild wachsende Lilienart ([Mt 6,28], lilium rubens). Ich bin eine zwar anmutige Blume, aber nicht würdig deiner Beachtung. @@ -33520,7 +33536,7 @@ Hohelied Hld 26 2 16 30 Die Braut nimmt den Befehl mit Freuden entgegen. Sie w Hohelied Hld 26 2 17 Donec aspiret dies, et inclinentur umbræ. Revertere: similis esto, dilecte mi, capreæ, hinnuloque cervorum super montes Bether. bis der Tag sich kühlt und die Schatten sich neigen.³¹ Kehre um, mein Geliebter! sei gleich dem Reh und dem jungen Hirschen auf den Bergen Bethers.³² Hohelied Hld 26 2 17 31 Hebr.: fliehen, sich weit ausdehnen und in die Nacht verschwinden. Die Verbindung der Vulgata entspricht nicht dem Hebräischen: Bis der Tag kühl wird und die Schatten fliehen, kehre um, geh fort, kehre zu dem Geschäft zurück, das dich hielt, ehe du hierher kamest. (V. 8) Wenn die Kirche sich anschickt, aus allen Kräften tätig zu sein, lässt sie gleichsam den himmlischen Bräutigam von sich, entbehrt sie die Süßigkeit, welche die Beschauung gewährt; der Bräutigam geht ihr gleichsam mit dem Vorbild der Arbeit voran. Die Braut ist im Weinberge tätig, der Bräutigam weidet. Vergl. die Verteilung der Beschäftigungen 1, 5 und 6 ebenso [Hld 6,1ff] und [Hld 6,10] mit [Hld 7,12]. - Ohne in Einzelheiten einzutreten, kann an das öffentliche Leben des Herrn gedacht werden. Hohelied Hld 26 2 17 32 Auf zerklüfteten Bergen. -Hohelied Hld 26 3 0 3. Drittes Bild: Der Bräutigam prüft und tröstet die Braut. (V. 5) II. Verlöbnis. (3,6 5,1) (Viertes Bild.) +Hohelied Hld 26 3 0 3. Drittes Bild: Der Bräutigam prüft und tröstet die Braut. (V. 5) II. Verlöbnis. (3,6 5,1) (Viertes Bild.) Hohelied Hld 26 3 1 In lectulo meo per noctes quæsivi quem diligit anima mea: quæsivi illum, et non inveni. Auf meinem Lager ruhend suchte ich¹ in den Nächten,² den meine Seele liebt; ich suchte ihn und fand ihn nicht. Hohelied Hld 26 3 1 1 Die Kirche wird durch Einsamkeit, Sehnsucht, Schmerz geprüft. Sich erhebend, sucht sie den Geliebten im Dunkel der Nacht, bis er ihr begegnet und sie in die Arme schließt, dass sie sich wie [Hld 2,6.7] seiner Gegenwart erfreut. Der Fortschritt der Handlung besteht in der peinvollen Sehnsucht und dem angstvollen Suchen. Der Süßigkeit der Liebe, bis [Hld 2,7], ist die Anstrengung, bis [Hld 2,17], gefolgt; jetzt tritt der Schmerz hinzu und vollendet die Liebe und und lässt sie reifen, so dass V. 6 passend die Vermählung folgt. Die Liebe selbst ist die gleiche wie [Hld 1,1ff]. Doch das Begehren ist ein anderes, dort freudvoll, hier mit leidvollem Sehnen durch schlaflose Nächte und mit mühevollem Suchen verbunden. (V. 2-3) Hohelied Hld 26 3 1 2 Einsamkeit und Dunkelheit, verbunden mit Schlaflosigkeit, verursachen Beängstigung des Herzens. Vergl. [Klgl 1,2]. Der Heiland ist nicht allein den Sinnen fern, selbst seine Gnade scheint zu fehlen und so herrscht Nacht. @@ -33552,7 +33568,7 @@ Hohelied Hld 26 3 11 Egredimini et videte filiæ Sion regem Salomonem in diadema Hohelied Hld 26 3 11 18 Die Krone trägt er als Bräutigam. Es kommt insbesondere der Mutter zu, diesen Schmuck zu geben. Aber wer ist die Mutter des himmlischen Salomon? er Apostel nennt die mystische Stadt Jerusalem unsere Mutter [Gal 4,26], ähnlich ist V. 4 die Mutter der Braut sein himmlisches Vaterland. Hohelied Hld 26 3 11 19 Die Krone ist aber zugleich königliches Diadem. Hohelied Hld 26 3 11 20 An dem die Töchter Sions, deren Königin die Braut ist, Himmelsbräute werden sollen. Diese Töchter sollen den Bräutigam, dem sie bisher alle entgegengegangen, begrüßen. [Hld 4] Was hier [Hld 3,6-11] gesagt wird, legt der Dichter wohl einer oder einigen von den Begleiterinnen der Braut in den Mund, welche, den himmlischen Salomon erwartend, ihn von weitem sehen und ihre Genossinnen samt der Braut aus dem Hause herausrufen. -Hohelied Hld 26 4 0 Verlöbnis +Hohelied Hld 26 4 0 Verlöbnis Hohelied Hld 26 4 1 Quam pulchra es amica mea, quam pulchra es! Oculi tui columbarum, absque eo, quod intrinsecus latet. Capilli tui sicut greges caprarum, quæ ascenderunt de monte Galaad. Wie bist du schön, meine Freundin! wie bist du schön!¹ Deine Augen sind Taubenaugen, ungesehen das, was innen verborgen ist.² Dein Haar gleicht einer Ziegenherde, die am Berge Galaad heraufkommt.³ Hohelied Hld 26 4 1 1 Es ist die Sache des Bräutigams, die Braut freundlich anzureden und ihre Einwilligung zu erlangen. Die gleichen Worte [Hld 1,14] von Seiten der Braut. Hohelied Hld 26 4 1 2 Hebr.: Tauben, hinter deinem Schleier hervor. Vulg.: Was innen, unter dem Schleier, verborgen ist, besonders die Augen. @@ -33600,7 +33616,7 @@ Hohelied Hld 26 4 15 29 Die Quelle aller dieser Fruchtbarkeit des Lustgartens i Hohelied Hld 26 4 15 30 Vom (Anti-) Libanon strömt der Jordan herab, gleichsam jenen Brunnenquell erfüllend, von dem das Land bewässert wird und dessen Wasser stets fließt und nie versiegt. Vergl. [Hld 7,4ff]. So ist die Freigebigkeit Christi gegen seine Kirche, insbesondere aber seine Liebe und Vertraulichkeit gegen dieselbe, geschildert. Sie ist ein Duft Christi [2Kor 2,15], ihre Liebe der des Heilandes ähnlich (V. 10), vergl. mit [Hld 1,1-3], ist ein sicher umschlossener Garten Gottes, in dessen Mitte ein Quell in ewige Leben fließt, diese Erde in ein Paradies wandelnd. Der Libanon wird genannt, weil die Braut über die Grenzen des Vaterlandes dem Bräutigam entgegen hinausgegangen ist. Jenseits des Gebietes der Zwölfstämme haben sie sich getroffen und sind von dort an den Ort des Gastmahles [Hld 5,1] herabgestiegen. Vergl. [Mt 25,1]. Hohelied Hld 26 4 16 Surge aquilo, et veni auster, perfla hortum meum, et fluant aromata illius. Erhebe dich, Nordwind! und komm her, Südwind! durchwehe meinen Garten, auf dass seine Düfte ausströmen.³¹ Hohelied Hld 26 4 16 31 Wiederum unterbricht die Braut die Lobpreisung des Bräutigams. Sie übergibt wohl jetzt ihren Garten dem Geliebten. Vergl. [Hld 5,1]. Alle Winde, auch die einander entgegengesetzten ruft sie inzwischen an, den Duft zu verbreiten, den der Bräutigam gelobt, so wird der Bräutigam in diesen Garten kommen, der nun der seine. Im Hebr. gehört der erste Satz von [Hld 5,1] der Vulgata mit Recht zu [Hld 4] -Hohelied Hld 26 5 0 Verlöbnis. (V. 1) III. Vervollkommnung und Fruchtbarkeit der Braut. (5,2.8-14) 1. Fünftes Bild. Die Braut wird berufen, für Christus zu leiden, mit inniger Liebe erfüllt und erlangt die besondere Gunst des Bräutigams. +Hohelied Hld 26 5 0 Verlöbnis. (V. 1) III. Vervollkommnung und Fruchtbarkeit der Braut. (5,2.8-14) 1. Fünftes Bild. Die Braut wird berufen, für Christus zu leiden, mit inniger Liebe erfüllt und erlangt die besondere Gunst des Bräutigams. Hohelied Hld 26 5 1 Veniat dilectus meus in hortum suum, et comedat fructum pomorum suorum. Veni in hortum meum soror mea sponsa, messui myrrham meam cum aromatibus meis: comedi favum cum melle meo, bibi vinum meum cum lacte meo: comedite amici, et bibite, et inebriamini carissimi. Mein Geliebter komme in seinen Garten und genieße die Frucht seiner Äpfel. Ich kam in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut! ich habe meine Myrrhe gepflückt samt meinen Gewürzen, den Honigseim genossen samt meinem Honig, meinen Wein getrunken mit meiner Milch;¹ esset, Freunde, und trinket und berauschet euch, meine Geliebten!² Hohelied Hld 26 5 1 1 Die Szene wir mit einem Gastmahle beschlossen, ein passender Abschluss der Verlobung. Vergl. [Offb 19,9, Ri 10,14.17, Tob 11,21]. Hohelied Hld 26 5 1 2 Da er die Freunde mit sich gebracht, sollen diese am gleichen Mahle teilnehmen. Im Hebr. kann das letzte Wort auch Liebe bedeuten wie [Hld 1,2.4, Hld 4,10, Hld 7,13] also: Berauschet euch mit Liebe. Die Vermählung ist die Volle Gründung der Kirche am Pfingstfeste. Demgemäß stellen Kap. 5-8 die Ausbreitung und Früchte der Kirche dar. @@ -33647,7 +33663,7 @@ Hohelied Hld 26 5 16 27 Seine Rede, die gleichsam der Hauch seiner Seele ist, Hohelied Hld 26 5 16 28 Diese hatten sie veranlasst, von ihrem Bräutigam zu reden. Hohelied Hld 26 5 17 Quo abiit dilectus tuus o pulcherrima mulierum? quo declinavit dilectus tuus, et quæremus eum tecum? Wohin ist dein Geliebter gegangen, du schönste unter den Frauen? Wohin hat sich dein Geliebter gewendet? so wollen wir ihn mit dir suchen!²⁹ Hohelied Hld 26 5 17 29 Die Schilderung der Braut hat sie entflammt. Doch vergeblich würden sie ihn suchen, käme er ihnen nicht selbst entgegen. Vergl. [Hld 3,3]. -Hohelied Hld 26 6 0 Die Braut erlangt die besondere Gunst des Bräutigams. (V. 8) 2. Sechstes Bild. (6,9 8,4) Der Bräutigam besucht die Kirche, welche bereits reiche Frucht aus ihren Mühen erlangt hat, in ungewohnter Erscheinung. +Hohelied Hld 26 6 0 Die Braut erlangt die besondere Gunst des Bräutigams. (V. 8) 2. Sechstes Bild. (6,9 8,4) Der Bräutigam besucht die Kirche, welche bereits reiche Frucht aus ihren Mühen erlangt hat, in ungewohnter Erscheinung. Hohelied Hld 26 6 1 Dilectus meus descendit in hortum suum ad areolam aromatum, ut pascatur in hortis, et lilia colligat. Mein Geliebter ist in seinen Garten hinabgegangen zu den würzigen Kräutern,¹ um in dem Garten zu weiden und Lilien zu pflücken. Hohelied Hld 26 6 1 1 Die Braut sieht ihn in seinem Garten, seiner Wohnstätte, und ruft wie [Hld 4,16] und [Hld 5,1] nach ihm verlangend. Hohelied Hld 26 6 2 Ego dilecto meo, et dilectus meus mihi qui pascitur inter lilia. Ich bin sein und mein Geliebter ist mein, er weidet unter den Lilien,² @@ -33679,7 +33695,7 @@ Hohelied Hld 26 6 11 17 Dramatische Darstellung dessen, was geschehen, in Form Hohelied Hld 26 6 11 18 Hebr.: Amminadib, Gott, der Fürst. Gottes Erhabenheit wird durch den Namen angedeutet. Wegen ist von der Vulgata beigefügt, also besser: Da verstörte mich meine Seele. Die Wagen Aminadabs! Einen ähnlichen Namen führt die Sunamitin [Hld 7,1]. (Septuag: Tochter Aminadab.) Hohelied Hld 26 6 12 Revertere, revertere Sulamitis: revertere revertere, ut intueamur te. Kehre um, kehre um, Sulamith! kehre um, kehre um, dass wir¹⁹ dich schauen können! Hohelied Hld 26 6 12 19 Die Braut ist erschreckt durch die Erscheinung, doch will der Bräutigam sie erfreuen. Das Zeitwort in der Mehrzahl bezeichnet wie [Hld 1,10] die Majestät oder schließt die Gefährten ein. (Heerlager V. 9; vergl. [Hld 3,7]) Die Braut wird mit ihrem Namen gerufen: Sulamith, Friedliche. Dieser Name, der sie dem himmlischen Salomon ähnlich erklärt [Hld 8,10], wird ihr erst hier gegeben. Der Bräutigam ist ja vollkommen, er bringt Friede und Heil, die Braut erhält diese, doch erst jetzt entspricht sie dem Namen voll und wird darum erst hier mit demselben angeredet. -Hohelied Hld 26 7 0 Der Bräutigam überhäuft die Kirche mit Lobsprüchen. +Hohelied Hld 26 7 0 Der Bräutigam überhäuft die Kirche mit Lobsprüchen. Hohelied Hld 26 7 1 Quid videbis in Sulamite, nisi choros castrorum? Quam pulchri sunt gressus tui in calceamentis, filia principis? Juncturæ femorum tuorum, sicut monilia, quæ fabricata sunt manu artificis. Was willst du schauen an Sulamith, als Reigen der Heerlager?¹ Wie schön sind deine Schritte in den Schuhen, o Fürstentochter! Die Wölbungen deiner Hüften sind wie Halsgeschmeide, verfertigt von Künstlerhand.² Hohelied Hld 26 7 1 1 Die Braut nimmt den Namen an und antwortet bescheiden. Nach dem Hebr. ist der erste Teil allein Frage, der zweite die Antwort: den Reigen von Mahanaim (der Heerlager Gottes, der Engel. [Gen 32,2]). Hohelied Hld 26 7 1 2 Neue Beschreibung der Braut, die mit den Füßen beginnt und zu den Hüften emporsteigt, die bei der Bewegung des Menschen besonders beachtet werden. Aber wie an dem Bräutigam [Hld 5,14] ein Kunstwerk von Elfenbein, so wird bei der Braut ein Werk der Kunst beschrieben, damit der Leser erinnert werde, dass es sich um eine Vorstellung höherer Art handelt. @@ -33712,7 +33728,7 @@ Hohelied Hld 26 7 11 18 Viele Orte sind in Augenschein zu nehmen, an jedem werd Hohelied Hld 26 7 12 Mane surgamus ad vineas, videamus si floruit vinea, si flores fructus parturiunt, si floruerunt mala punica: ibi dabo tibi ubera mea. Früh Morgens wollen wir in die Weinberge gehen, dass wir sehen, ob der Weinstock schon erblüht, ob die Blüten sich aufgetan, ob die Granatäpfel blühen; dort will ich dir meine Liebe weihen.¹⁹ Hohelied Hld 26 7 12 19 Der Garten [Hld 4,12, Hld 6,10] bezeichnet Palästina. Doch unter den Heiden hat sich die Kirche insbesondere abgemüht, dort hat sie zahlreiche Früchte geerntet und will dem Bräutigam die Größe ihrer Liebe weisen. Hohelied Hld 26 7 13 Mandragoræ dederunt odorem. In portis nostris omnia poma: nova et vetera, dilecte mi, servavi tibi. Die Alraunen geben ihren Duft; in unserm Hause sind allerlei Früchte, neue und alte, die ich für dich, mein Geliebter! aufbewahrt habe. -Hohelied Hld 26 8 0 Der Bräutigam erfreut die Kirche durch innige Vertraulichkeit. (V. 8) 3. Siebentes Bild. Die Kirche wird in das himmlische Brautgemach des Bräutigams aufgenommen. +Hohelied Hld 26 8 0 Der Bräutigam erfreut die Kirche durch innige Vertraulichkeit. (V. 8) 3. Siebentes Bild. Die Kirche wird in das himmlische Brautgemach des Bräutigams aufgenommen. Hohelied Hld 26 8 1 Quis mihi det te fratrem meum sugentem ubera matris meæ, ut inveniam te foris, et deosculer te, et jam me nemo despiciat? O möchte ich¹ dich doch zu meinem Bruder haben, der meiner Mutter Brüste gesogen, dass ich dich draußen finden und küssen dürfte und hinfort niemand mich verhöhne!² Hohelied Hld 26 8 1 1 Sie gehen nicht alsbald fort, denn [Hld 7,12] ist gesagt: Frühmorgens. Da nun also die Früchte noch nicht übergeben werden, geht die Rede wieder auf die Liebe zurück. Hohelied Hld 26 8 1 2 Kühner als zuvor bittet die Braut, sie möchte die Vertraulichkeit des Bräutigams genießen dürfen. Doch nicht in allem, was gesagt wird, ist etwas Neues. Vergl. [Hld 3,4]. Neu ist der Name Bruder, Zwar hat der Bräutigam die Braut Schwester genannt, doch hat sie den Namen Bruder nicht gebraucht. Was für einen Bruder sie wünscht, erklärt sie: der meiner Mutter Brüste gesogen; sie wünscht, er möge wie (hebr.) ein leiblicher Bruder sein und als solcher in ihrer Mutter Hause weilen als solcher ihr stets gegenwärtig sein. Sie scheint zu fühlen, dass, wenn die Früchte gesammelt, nach der Arbeit der Ernte die beständige Vertraulichkeit brüderlichen Verkehrs mit dem Bräutigam und die Ruhe der Beschaulichkeit fern ist (dort solltest du mich lehren). Der Bräutigam soll sie nicht verlassen, wie zuvor, sondern bei der Mutter, also in ihrem Hause, bleiben. Wenn der Bräutigam ihr Bruder sein will, kann sie sich seiner zu jeder Zeit und an jedem Orte erfreuen, denn auch draußen darf sie ihn ohne Scheu küssen, zu Hause seiner Lehre lauschen und Liebe für Liebe vergelten. Zuerst spricht sie von draußen, weil die Arbeit, die besonders draußen geleistet wird, wie [Hld 3,4] der Ruhe im Hause vorangeht. @@ -33748,7 +33764,7 @@ Hohelied Hld 26 8 13 19 Sie wohnte in den Gärten und hat die Herrlichkeit verd Hohelied Hld 26 8 14 Fuge dilecte mi, et assimilare capreæ, hinnuloque cervorum super montes aromatum. Fliehe, mein Geliebter²⁰ und werde gleich der Gazelle und dem jungen Hirsche auf den Balsam-Bergen.²¹ Hohelied Hld 26 8 14 20 Sie begehrt, mit dem Bräutigam schnell zu den ewigen Hügeln zu eilen. Hohelied Hld 26 8 14 21 Mit fast den gleichen Worten beschließt der Prophet Habakuk die Beschreibung des Heiles, das er sich und dem auserwählten Volke Gottes wünscht und verheißt. Schlusswort. Das Hohelied konnte von den Israeliten des Alten Testamentes angewendet werden. Ist es auch eigentlich eine Prophezeiung von der Kirche Christi, so hatte Gott doch die Synagoge mit gleicher Liebe erwählt und ausgestattet und leitete sie. Salomon wollte durch eine Weissagung über die Zukunft trösten und durch dunklen Hinweis auf die Gegenwart erfreuen. Noch hatte das auserwählte Volk nicht volles Heil erlangt, sondern ersehnte es nur, oft gewährte ihm Gott seine Hilfe. (1,8 2,7) Es hatte sein Arbeitsfeld. [Hld 2,8-17] Die vierte Szene kann auf die Gesetzgebung am Sinai angewendet werden, die fünfte auf die ägyptische Knechtschaft. Indes ist die Beschreibung des Bräutigams in der fünften Szene [Hld 5,10ff] oder das Lob der Braut in der sechsten (6,9 8,4) dem Alten Testamente ungewöhnlich. Der zweite Teil des Hohenliedes von [Hld 3,6] an lässt sich in keiner Weise auf die Synagoge zuwenden. Wenn wir fragen, wie das Hohelied auf die Zeiten der Kirche verteilt werden kann, so fand die Vermählung nach [Eph 5,25] und der gewöhnlichen Annahme am Kreuze statt, als das Herz des Heilandes durchbohrt ward. Demgemäß wird [Hld 3,7-10] auf das Kreuz und [Hld 3,11] auf die Dornenkrone des Heilandes im Offizium und der Messe am Feste der Dornenkrone und des heiligsten Herzens Jesu angewendet. So kann auch das Mahl [Hld 5,1] auf die Einsetzung der heiligen Eucharistie und anderes auf die Frucht es Leidens und des heiligen Messopfers angewendet werden. [Hld 3] kann auf den auferstandenen Heiland angewendet werden. [Hld 5] enthält die erste Zeit nach der vollendeten Gründung der Kirche. Alsdann ist die Rückkehr des Bräutigams [Hld 6,1-3] der der Kirche unter Konstantin zuteil gewordene Friede. Im siebenten Kapitel wird die Fruchtbarkeit der Kirche beschrieben und die Bekehrung der Heiden angedeutet. Die ersten Kapitel lassen sich auf das öffentliche Leben des Heilandes deuten. Das Hohelied wird auf die heilige Jungfrau angewendet als Braut desselben. Wenn nämlich das, was von der göttlichen Weisheit in der Heiligen Schrift gesagt wird, bisweilen mit gebührender Maßhaltung auf die Muttergottes angewendet wird, wie viel mehr darf man in der poetischen Braut des Hohenliedes auch die heilige Jungfrau sehen! Denn was ist jene Braut als die Kirche, was aber die heilige Jungfrau anders als eine einzig vollkommene Blume der Kirche, einzig würdig die unbefleckte Braut Christi, die Kirche, darzustellen? (Vergl. die Offizien der Unbefleckten Empfängnis, der Geburt, Vermählung Marias, des heiligsten Herzens Marias, der Himmelfahrt Marias, des Lauretan. Hauses). Einzig ist sie ja vom Herrn geliebt, ohne allen Makel und von Liebe glühend, darum kommt ihr alles Lob zu, das der Braut zuteil wird, besitzt sie alle Tugenden, alle Sehnsucht der Liebe derselben. Dunkler zwar lässt sich in der Prüfung und Tätigkeit der Braut eine Parallele finden, doch kann man den Anfang des Hohenliedes auf die Sehnsucht der heiligen Jungfrau nach der Ankunft des Messias anwenden und auf ihren Aufenthalt im Tempel. Die Szene der Arbeit entspricht ihrer häuslichen, mit Beschaulichkeit verbundenen Arbeit, die dritte den Heimsuchungen Marias, die Vermählung ist Marias Auserwählung, die mit dem Scheiden des Heilandes ihren Abschluss findet. Der zweite Teil des Hohenliedes findet auf die Zeiten Anwendung, wo Maria die Mutter und Nährerin der Kirche war und derselben, sei es auf Erden lebend, sei es im Himmel herrschend, hilfreich beistand. Das letzte Kapitel bezieht man dann entweder auf ihre Himmelfahrt oder auf den Triumphzug derer, die durch ihr Dazwischentreten gerettet als volle Ernte in den Himmel gebracht werden. Doch in dieser Akkommodation hängt alles von der Erleuchtung des Schriftstellers ab. Auch auf jede fromme Seele lässt sich das Hohelied anwenden und dies ist von alters her geschehen. Diese Auslegung dient dazu, den Eifer und die Liebe der Christen zu entflammen. Einige sehen in der Braut die eifrigen Seelen. Mit Recht, da die Kirche selbst, die unbefleckte Braut, im Hohenliede gefeiert wird und die Lobsprüche nicht auf minder vollkommene Seelen passen. Christi Seele selbst, die Seele der heiligen Jungfrau, jede wahrhaft von Liebe erfüllte Seele ist dem göttlichen Worte vermählt. Mit Recht mahnt der hl. Ambrosius besonders die Jungfrauen, im Hohenliede ihr Spiegelbild zu sehen, und mehrere heilige Jungfrauen sind ja vom Heilande selbst mit dem Namen Braut geehrt worden. Doch auch die Seelen der Priester und Ordensleute sind durch einen besonderen Liebesbund mit dem göttlichen Bräutigam verbunden. Ja, in jede Seele, welche sich der heiligmachenden Gnade erfreut, hat sich die Liebe ausgegossen und jene ist der Hochzeit des Lammes nicht fremd, ja keine Seele ist, die nicht durch die Güte des Bräutigams wenigstens zu derselben berufen und eingeladen wäre. Was soll eine solche Seele bei ihrer Vermählung tun? Insbesondere wechselweise betrachten und arbeiten. Der göttliche Bräutigam wird bisweilen abwesend scheinen, dann ersehne und suche sie seine Gegenwart innigst, sie wird sie finden, auch wenn der himmlische Bräutigam die Seele wieder mit seinem Troste verlässt. Da nun in diesem Leben die Zeit des Trostes eine geringere ist, so arbeite die Seele inzwischen im Weinberge des Herrn [Hld 2,10ff] oder ertrage die Verlassenheit [Hld 3,1ff] oder selbst den Schmerz [Hld 5,7]. Durch Verdienst muss die Gnade des göttlichen Bräutigams erkauft werden [Hld 7,13; Hld 8,11.12]. Doch mit seiner Hilfe wird alles einen glücklichen Verlauf nehmen, bis der Tag kommt, wo die Seele zur Hochzeit des Lammes berufen wird. [Hld 8, Offb 19,7-9] Die Größe der Liebe, welche die Seele haben soll, wird an der Braut auf das herrlichste gezeigt, ebenso wie die natürliche Unwürdigkeit des Menschen. Die hohe Würde, zu der der Heiland uns erhebt, leuchtet uns aus dem Hohenliede entgegen, ebenso wie die Schönheit, Güte, Freigebigkeit des himmlischen Bräutigams gegen alle Auserwählten. Alle Worte hauchen gleichsam einen Gottesduft aus, kein Wunder, wenn die heiligen Väter und die Kirche selbst diese Worte süßer als Honig oft anführen, ja im Hohenliede alle Aszese und Mystik eine bleibende Stätte sucht. -Weisheit Weish 27 1 0 I. Mahnung des Verfassers an die Fürsten, der Weisheit zu leben. (1,1 6,23) 1. Nach der Mahnung, die Weisheit zu suchen (V. 1), wird geschildert, was zu ihrer Erlangung gefordert wird. (1,2 2,25) a. Man muss sich fern halten von verkehrter Gesinnung. (V. 5) b. Von verkehrten Reden, die den Tod herbeiführen. (V. 11) c. Von bösen Werken, die den Tod beschleunigen. +Weisheit Weish 27 1 0 I. Mahnung des Verfassers an die Fürsten, der Weisheit zu leben. (1,1 6,23) 1. Nach der Mahnung, die Weisheit zu suchen (V. 1), wird geschildert, was zu ihrer Erlangung gefordert wird. (1,2 2,25) a. Man muss sich fern halten von verkehrter Gesinnung. (V. 5) b. Von verkehrten Reden, die den Tod herbeiführen. (V. 11) c. Von bösen Werken, die den Tod beschleunigen. Weisheit Weish 27 1 1 DILIGITE justitiam, qui judicatis terram. Sentite de Domino in bonitate, et in simplicitate cordis quærite illum: Liebet die Gerechtigkeit,¹ ihr Richter der Erde!² Denket über den Herrn in Rechtschaffenheit³ und in Einfalt des Herzens⁴ suchet ihn.⁵ [1Kön 3,9, Jes 56,1] Weisheit Weish 27 1 1 1 Übereinstimmung des Willens mit dem, was Gott will. Weisheit Weish 27 1 1 2 Richten bezeichnet alle Herrschergewalt. (Rhab.) Indes ergehen die folgenden Belehrungen an alle Menschen. (Vergl. Kap. 2 5). @@ -33809,7 +33825,7 @@ Weisheit Weish 27 1 16 41 Bild der Sehnsucht. Verblendet, suchen ihn durch Werk Weisheit Weish 27 1 16 42 Griech.: zerschmelzen vor Liebe zu ihm. Weisheit Weish 27 1 16 43 Um ihn ja immer bei sich zu haben und nie zu verlieren. (Alle Ausdrücke verraten den schärfsten Sarkasmus.) Weisheit Weish 27 1 16 44 Da sie ihn gleichsam zur Grundlage und Richtschnur ihres Lebens machen, verdienen sie ihr ewiges Verderben. -Weisheit Weish 27 2 0 d. Die Sünder, welche die Unsterblichkeit leugnen und sich allen Lastern hingeben (V. 9), den Gerechten bedrücken und ihn dem schimpflichsten Tode überliefern wollen (V. 20), sind in schwerem Irrtum, da sie nicht erkennen, dass der Mensch für die ewige Seligkeit geschaffen, der zweite Tod aber erst durch den Neid des Teufels in die Welt gekommen ist. +Weisheit Weish 27 2 0 d. Die Sünder, welche die Unsterblichkeit leugnen und sich allen Lastern hingeben (V. 9), den Gerechten bedrücken und ihn dem schimpflichsten Tode überliefern wollen (V. 20), sind in schwerem Irrtum, da sie nicht erkennen, dass der Mensch für die ewige Seligkeit geschaffen, der zweite Tod aber erst durch den Neid des Teufels in die Welt gekommen ist. Weisheit Weish 27 2 1 Dixerunt enim cogitantes apud se non recte: Exiguum, et cum tædio est tempus vitæ nostræ, et non est refrigerium in fine hominis, et non est qui agnitus sit reversus ab inferis: Sie¹ denken nämlich² bei sich verkehrt und sagen: Kurz und verdrießlich³ ist die Zeit unsers Lebens und es gibt keine Rettung beim Ende des Menschen,⁴ auch ist keiner bekannt, der aus dem Totenreiche zurückgekehrt wäre.⁵ [Ijob 7,1, Ijob 14,1, 1Kor 15,32] Weisheit Weish 27 2 1 1 Die Gottlosen. [Weish 1,16] Weisheit Weish 27 2 1 2 Dass sie würdig sind, dem Tode zu verfallen, zeigen ihre Gedanken und Worte. @@ -33880,7 +33896,7 @@ Weisheit Weish 27 2 24 43 Der Gott um die Ehre, die er von den Menschen erhielt Weisheit Weish 27 2 25 Imitantur autem illum qui sunt ex parte illius. diesen aber ahmen alle nach,⁴⁴ die auf seiner Seite stehen.⁴⁵ Weisheit Weish 27 2 25 44 Griech.: versuchen ihn, suchen ihn, den Verlust der seligen Unsterblichkeit, sich selbst zu bereiten. Diese Ähnlichkeit der Handlungsweise mit dem Teufel gibt die Vulg. in ihrer Übersetzung wieder. Weisheit Weish 27 2 25 45 Die sich ihm gleichsam als Eigentum verkauft haben. -Weisheit Weish 27 3 0 2. Empfehlung der Weisheit durch den Vergleich zwischen dem Lose der Gerechten und der Sünder. (3,1 6,23) a. Die Gerechten sind glücklich zu preisen, auch wenn sie durch die Sünder Heimsuchung erleiden, denn ihr Tod ist nur Übergang zum seligen Leben, die Gottlosen aber werden gestraft werden. (V. 10) b. Ja, schon in diesem Leben müssen die Gottlosen Strafe leiden, da ihre Arbeiten der Früchte entbehren und ihre Familie verflucht ist, während die Frommen, auch wenn sie etwa keine Nachkommen haben, glücklich sind und reich an Früchten. [Weish 4,9] +Weisheit Weish 27 3 0 2. Empfehlung der Weisheit durch den Vergleich zwischen dem Lose der Gerechten und der Sünder. (3,1 6,23) a. Die Gerechten sind glücklich zu preisen, auch wenn sie durch die Sünder Heimsuchung erleiden, denn ihr Tod ist nur Übergang zum seligen Leben, die Gottlosen aber werden gestraft werden. (V. 10) b. Ja, schon in diesem Leben müssen die Gottlosen Strafe leiden, da ihre Arbeiten der Früchte entbehren und ihre Familie verflucht ist, während die Frommen, auch wenn sie etwa keine Nachkommen haben, glücklich sind und reich an Früchten. [Weish 4,9] Weisheit Weish 27 3 1 Justorum autem animæ in manu Dei sunt, et non tanget illos tormentum mortis. Aber die Seelen der Gerechten sind in der Hand Gottes¹ und nicht berührt sie des Todes² Pein. [Dtn 33,3, Weish 5,4] Weisheit Weish 27 3 1 1 Die Gottlosen glaubten umsonst, die Gerechten ganz vernichten zu können. Weisheit Weish 27 3 1 2 Sinngemäßer Zusatz der Vulgata. Vergl. [Weish 2,20]. Ein Ende der Schmerzen bringen nicht so die Qualen als die Kronen. (Cyr.) @@ -33930,7 +33946,7 @@ Weisheit Weish 27 3 18 Et si celerius defuncti fuerint, non habebunt spem, nec i Weisheit Weish 27 3 18 29 Auf den Himmel. Weisheit Weish 27 3 19 Nationis enim iniquæ diræ sunt consummationes. Denn ein sündiges Geschlecht nimmt ein unglückliches Ende.³⁰ Weisheit Weish 27 3 19 30 Zusammenfassung des Gesagten und Thema des Folgenden [Weish 4,3ff]. -Weisheit Weish 27 4 0 Glück der Frommen. (V. 6) c. Aber sterben nicht manche Frommen in der Blüte der Jahre? Gewiss, indes dieser Tod ist glückselig, nicht vorzeitig, unzeitig oder verächtlich, der Tod der Sünder dagegen ist in jeder Beziehung unglücklich. +Weisheit Weish 27 4 0 Glück der Frommen. (V. 6) c. Aber sterben nicht manche Frommen in der Blüte der Jahre? Gewiss, indes dieser Tod ist glückselig, nicht vorzeitig, unzeitig oder verächtlich, der Tod der Sünder dagegen ist in jeder Beziehung unglücklich. Weisheit Weish 27 4 1 O quam pulchra est casta generatio cum claritate: immortalis est enim memoria illius: quoniam et apud Deum nota est, et apud homines. O wie schön ist ein keusches Geschlecht¹ in seiner Herrlichkeit! denn unsterblich² ist sein Andenken, bei Gott ist es gekannt³ und bei den Menschen. Weisheit Weish 27 4 1 1 Gegensatz zu [Weish 3,19]. Die Beziehung zu [Weish 3,14.15] tritt im griech. Texte hervor: Besser ist Kinderlosigkeit, verbunden mit Tugend (Keuschheit). Weisheit Weish 27 4 1 2 Gegensatz zu [Weish 3,16] und [Weish 4,4]. @@ -33985,7 +34001,7 @@ Weisheit Weish 27 4 19 32 Alle Kräfte der Seele und des Leibes empfinden die E Weisheit Weish 27 4 19 33 In Schmerz und Weh an Leib und Seele. Weisheit Weish 27 4 20 Venient in cogitatione peccatorum suorum timidi, et traducent illos ex adverso iniquitates ipsorum. Furchtsam werden sie daherkommen zur Abrechnung ihrer Sünden und ihre Missetaten werden ihre Ankläger sein, die gegen sie auftreten.³⁴ Weisheit Weish 27 4 20 34 Vergl. 17,10 und [Röm 2,15]. -Weisheit Weish 27 5 0 d. Das Los der abgeschiedenen Gerechten wird ruhmvoll sein, schrecklich aber das Los der Sünder, die bekennen müssen, dass ihr Urteil über das Leben der Gerechten wie über den Wert der menschlichen Dinge ein Irrtum war (V. 15): Während die Gerechten belohnt werden, trifft die Gottlosen Gottes Zorn. +Weisheit Weish 27 5 0 d. Das Los der abgeschiedenen Gerechten wird ruhmvoll sein, schrecklich aber das Los der Sünder, die bekennen müssen, dass ihr Urteil über das Leben der Gerechten wie über den Wert der menschlichen Dinge ein Irrtum war (V. 15): Während die Gerechten belohnt werden, trifft die Gottlosen Gottes Zorn. Weisheit Weish 27 5 1 Tunc stabunt justi in magna constantia adversus eos, qui se angustiaverunt, et qui abstulerunt labores eorum. Alsdann¹ werden die Gerechten mit großer Standhaftigkeit² denen gegenüberstehen,³ von welchen sie bedrängt und der Frucht ihrer Arbeiten beraubt wurden.⁴ Weisheit Weish 27 5 1 1 Nach dem [Weish 4,19] angegebenen Zeitpunkt. Weisheit Weish 27 5 1 2 Griech.: Zuversicht. @@ -34045,7 +34061,7 @@ Weisheit Weish 27 5 23 Et a petrosa ira plenæ mittentur grandines, excandescet Weisheit Weish 27 5 23 34 Griech.: von der Steinschleuder des Zornes. So geschah es einst in Ägypten. Alle Elemente tragen zur Bestrafung der Sünder bei. Weisheit Weish 27 5 24 Contra illos stabit spiritus virtutis, et tamquam turbo venti dividet illos: et ad eremum perducet omnem terram iniquitas illorum, et malignitas evertet sedes potentium. Der Hauch seiner Macht wird sich wider sie erheben und wie ein Wirbelwind sie zerteilen. Ihre Bosheit wird die ganze Erde zur Wüste machen und ihre Ruchlosigkeit die Throne der Machthaber umstürzen.³⁵ Weisheit Weish 27 5 24 35 Das Buch ist mit Rücksicht auf Verfolgungen von Seiten der Machthaber geschrieben. Der Zweck der Strafe der Gottlosen ist ein dreifacher: Wiederherstellung der gestörten sittlichen Ordnung, Besserung der Fehlenden, Verhütung der Nachahmung durch ähnliche Sünden. Der Mensch hat die Geschöpfe zur Sünde gebraucht, Gott gebraucht sie strafend gegen ihn. Der Verfasser verlegt diese Strafgerichte auf die Erde, in das irdische Leben. -Weisheit Weish 27 6 0 e. Alles dies geht insbesondere die Fürsten an, so muss es ihnen denn insbesondere am Herzen liegen, nach Weisheit zu trachten. (V. 23) II. Salomon wird redend eingeführt und preist die Weisheit. (6,24 19,20) Was ist die Weisheit? Welches ihr Ursprung? Welches ihre Geheimnisse? +Weisheit Weish 27 6 0 e. Alles dies geht insbesondere die Fürsten an, so muss es ihnen denn insbesondere am Herzen liegen, nach Weisheit zu trachten. (V. 23) II. Salomon wird redend eingeführt und preist die Weisheit. (6,24 19,20) Was ist die Weisheit? Welches ihr Ursprung? Welches ihre Geheimnisse? Weisheit Weish 27 6 1 Melior est sapientia quam vires: et vir prudens quam fortis. Besser ist Weisheit als Kraft und ein kluger Mann besser als ein starker.¹ [Koh 9,18] Weisheit Weish 27 6 1 1 Das im [Weish 5] geschilderte Strafgericht kommt über die Bösen, weil sie die Gerechtigkeit der von Gott beschirmten Guten nicht besitzen. Säßen sie selbst auf Thronen, sie werden vernichtet, während Gott die Weisen (Gerechten) beschützt und belohnt. Darum ist Weisheit (Gerechtigkeit) besser als Macht und Herrschergewalt. Weisheit Weish 27 6 2 Audite ergo reges, et intelligite, discite judices finium terræ. Höret also, ihr Könige! und nehmet Einsicht an, lernet ihr Richter der Erde weitum! @@ -34108,7 +34124,7 @@ Weisheit Weish 27 6 25 34 Ich will nicht mit der Mitteilung zurückhalten, umso Weisheit Weish 27 6 26 Multitudo autem sapientium sanitas est orbis terrarum: et rex sapiens stabilimentum populi est. Der Weisen große Zahl ist das Heil des Erdkreises und ein weiser König ist die Stütze des Volkes.³⁵ Weisheit Weish 27 6 26 35 Grund, die Geheimnisse der Weisheit nicht zu verbergen. Weisheit Weish 27 6 27 Ergo accipite disciplinam per sermones meos, et proderit vobis. Darum nehmet Zucht an durch meine Worte, und es wird euch frommen. -Weisheit Weish 27 7 0 1. Wie hat Salomon selbst die Weisheit erlangt? (7,1 9,19) a. Ein Mensch ist dem anderen gleich, also hat Salomon die Weisheit nicht von Natur (V. 6), sondern erflehte sie als eine über alles begehrenswerte Sache von Gott und erlangte mit ihr alles. (V. 10) b. Bitte an Gott um die Gnade, würdig von der Weisheit reden zu können (V. 21), und Beschreibung derselben nach ihren Eigenschaften und Früchten. [Weish 8,1] +Weisheit Weish 27 7 0 1. Wie hat Salomon selbst die Weisheit erlangt? (7,1 9,19) a. Ein Mensch ist dem anderen gleich, also hat Salomon die Weisheit nicht von Natur (V. 6), sondern erflehte sie als eine über alles begehrenswerte Sache von Gott und erlangte mit ihr alles. (V. 10) b. Bitte an Gott um die Gnade, würdig von der Weisheit reden zu können (V. 21), und Beschreibung derselben nach ihren Eigenschaften und Früchten. [Weish 8,1] Weisheit Weish 27 7 1 Sum quidem et ego mortalis homo, similis omnibus, et ex genere terreni illius, qui prior factus est, et in ventre matris figuratus sum caro. Auch ich bin zwar ein sterblicher Mensch, gleich allen, und aus dem Geschlechte jenes erstgeschaffenen Erdensohnes,¹ und ward im Mutterleibe zu Fleisch² gestaltet, [Ijob 10,10] Weisheit Weish 27 7 1 1 Also von geringer Herkunft. Weisheit Weish 27 7 1 2 Fleisch bedeutet den ganzen Menschen mit der Nebenbedeutung der Schwäche und Niedrigkeit. @@ -34192,7 +34208,7 @@ Weisheit Weish 27 7 29 Est enim hæc speciosior sole, et super omnem disposition Weisheit Weish 27 7 29 52 Gott liebt die Weisheit wegen ihrer Schönheit und so auch die, welche gleichsam vom Reflexe ihres Strahlenkranzes getroffen werden. Weisheit Weish 27 7 30 Illi enim succedit nox, sapientiam autem non vincit malitia. Denn auf dieses folgt die Nacht, aber gegen die Weisheit⁵³ vermag die Bosheit nichts. Weisheit Weish 27 7 30 53 Wie gegen die göttliche nicht, so auch nicht gegen die dem Menschen mitgeteilte Weisheit (Heiligkeit. Bernh.) -Weisheit Weish 27 8 0 c. Genauere Darlegung, warum Salomon Gott um die Weisheit gebeten: Belehrt, dass sie auf das innigste mit Gott verbunden ist (V. 4), andere Güter enthält oder übertrifft (V. 8), besonders den Königen von höchstem Nutzen ist (V. 16), hat er sie begehrt und, da er wusste, dass Gott allein sie geben kann, von ihm erbeten. +Weisheit Weish 27 8 0 c. Genauere Darlegung, warum Salomon Gott um die Weisheit gebeten: Belehrt, dass sie auf das innigste mit Gott verbunden ist (V. 4), andere Güter enthält oder übertrifft (V. 8), besonders den Königen von höchstem Nutzen ist (V. 16), hat er sie begehrt und, da er wusste, dass Gott allein sie geben kann, von ihm erbeten. Weisheit Weish 27 8 1 Attingit ergo a fine usque ad finem fortiter, et disponit omnia suaviter. Sie reicht also mit Kraft von einem Ende zum andern¹ und ordnet alles mit Sanftmut.² Weisheit Weish 27 8 1 1 Vom höchsten Himmel bis in die Tiefen der Erde, vom Anfang der Schöpfung bis an ihr Ende, vom höchsten Engel bis zum kleinsten Wurm. (Bernh.) Weisheit Weish 27 8 1 2 Die Kraft befähigt, das Ziel zu erreichen, die Sanftmut, solche Mittel zu gebrauchen, die der Natur der mitwirkenden Dinge entsprechen. (Aug.) @@ -34245,7 +34261,7 @@ Weisheit Weish 27 8 20 Et cum essem magis bonus, veni ad corpus incoinquinatum. Weisheit Weish 27 8 20 30 Da ich an sittlichem Werte der Seele zunahm, kam ich zu einem keuschen Leibe (bewahrte ich den Leib unbefleckt). Andere übersetzen das Griechische: Oder vielmehr, weil ich gut war. Also: Ich hatte von Natur eine glückliche Anlage und eine schöne Seele erhalten, nein, besser gesagt, gerade weil die Seele gut war, wurde ihr auch ein entsprechender Leib gegeben und so kam erst die glückliche Anlage zustande. Weisheit Weish 27 8 21 Et ut scivi quoniam aliter non possem esse continens, nisi Deus det, et hoc ipsum erat sapientiæ, scire cujus esset hoc donum: adii Dominum, et deprecatus sum illum, et dixi ex totis præcordiis meis: Indem ich aber erkannte, dass ich nicht anders ihrer mächtig³¹ sein könnte, es würde mir denn von Gott gegeben und das war schon Weisheit zu wissen, von wem diese Gabe kommt, - so trat ich vor den Herrn und bat ihn und sprach von ganzem Herzen: Weisheit Weish 27 8 21 31 Teilhaftig der Weisheit. Vergl. [Sir 6,27]. Die Weisheit steht Salomon immer als Braut vor Augen. Auch das folgende Gebet geht nicht auf die Enthaltsamkeit, sondern auf die Weisheit. -Weisheit Weish 27 9 0 d. Wiedergabe der an Gott gerichteten Bitte um Weisheit. (V. 19) +Weisheit Weish 27 9 0 d. Wiedergabe der an Gott gerichteten Bitte um Weisheit. (V. 19) Weisheit Weish 27 9 1 Deus patrum meorum, et Domine misericordiæ, qui fecisti omnia verbo tuo, Gott meiner Väter¹ und Herr der Barmherzigkeit!² der du alles durch dein Wort geschaffen [1Kön 3,9] Weisheit Weish 27 9 1 1 Abraham, Isaak, Jakob. Vergl. [Weish 3,6, 2Chr 1,9]. Gott wird an seine Verheißung gemahnt und an die Verdienste der Väter erinnert. Weisheit Weish 27 9 1 2 Hat Gott sich auch durch den Bund mit den Vätern zur Hilfe verpflichtet, so ist doch alles, was er gibt, Geschenk seiner Gnade und Liebe. @@ -34290,7 +34306,7 @@ Weisheit Weish 27 9 18 Et sic correctæ sint semitæ eorum, qui sunt in terris, Weisheit Weish 27 9 18 24 Im Griech. endet die Frage mit V. 17. Weisheit Weish 27 9 19 Nam per sapientiam sanati sunt quicumque placuerunt tibi Domine a principio. Denn die dir, o Herr! von Anbeginn her gefällig waren,²⁵ ihnen wurde nur durch die Weisheit Heil. Weisheit Weish 27 9 19 25 Der jetzige griechische Text ist davon etwas verschieden. -Weisheit Weish 27 10 0 2. Nachweis aus der Geschichte, wie nützlich die Weisheit ist. (10,1-19,20) a. Das Beispiel Adams und Kains, Noes, Abrahams, Loths, Jakobs, Josephs zeigt, wie die Weisheit die Gerechten glücklich macht, die Torheit Strafen herabzieht. (V. 14) +Weisheit Weish 27 10 0 2. Nachweis aus der Geschichte, wie nützlich die Weisheit ist. (10,1-19,20) a. Das Beispiel Adams und Kains, Noes, Abrahams, Loths, Jakobs, Josephs zeigt, wie die Weisheit die Gerechten glücklich macht, die Torheit Strafen herabzieht. (V. 14) Weisheit Weish 27 10 1 Hæc illum, qui primus formatus est a Deo pater orbis terrarum, cum solus esset creatus, custodivit, Sie hat jenen bewahrt,¹ der zuerst von Gott zum Vater des Erdkreises geschaffen worden, da er noch allein² erschaffen war; [Gen 1,27] Weisheit Weish 27 10 1 1 Vor jedem Übel und jeder Unvollkommenheit, durch die ursprüngliche Gerechtigkeit. Weisheit Weish 27 10 1 2 Wiewohl er allein dastand. An sich kann im Griech. auch allein zu Vater gezogen werden: zum alleinigen Vater dem also die Erziehung des ganzen Menschengeschlechtes oblag. @@ -34349,7 +34365,7 @@ Weisheit Weish 27 10 19 36 Von dieser Ausplünderung wird zwar im Exodus nichts Weisheit Weish 27 10 20 Et decantaverunt Domine nomen sanctum tuum, et victricem manum tuam laudaverunt pariter: und priesen, o Herr! deinen heiligen Namen und lobten einmütig deine siegreiche Hand, [Ex 12,35] Weisheit Weish 27 10 21 Quoniam sapientia aperuit os mutorum, et linguas infantium fecit disertas. denn die Weisheit öffnete den Mund der Stummen und machte die Zungen der Unmündigen beredt.³⁷ Weisheit Weish 27 10 21 37 Einige erklären: Die Juden, welche gleich Stummen und Säuglingen unter der ägyptischen Tyrannei das Lob des Herrn nicht singen durften. Andere: Moses, der eine schwere Zunge hatte. [Ex 6,12.30] Im Übrigen vergl. [Ps 8,3]. -Weisheit Weish 27 11 0 Besondere Erwägung der Gegensätze. 1. Welchen Gegensatz bilden zu den Israel zuteil gewordenen Gnadenerweisen die Strafen der Ägypter, in denen sich die Gerechtigkeit Gottes und zugleich seine Barmherzigkeit offenbarten. [Weish 12,2] +Weisheit Weish 27 11 0 Besondere Erwägung der Gegensätze. 1. Welchen Gegensatz bilden zu den Israel zuteil gewordenen Gnadenerweisen die Strafen der Ägypter, in denen sich die Gerechtigkeit Gottes und zugleich seine Barmherzigkeit offenbarten. [Weish 12,2] Weisheit Weish 27 11 1 Direxit opera eorum in manibus prophetæ sancti. Sie leitete ihre Werke durch die Hand des heiligen Propheten.¹ [Ex 16,1] Weisheit Weish 27 11 1 1 Moses. [Dtn 34,10ff] Weisheit Weish 27 11 2 Iter fecerunt per deserta, quæ non habitabantur: et in locis desertis fixerunt casas. Sie durchzogen unwohnliche Wüsten² und schlugen ihre Gezelte an öden Orten auf. @@ -34409,7 +34425,7 @@ Weisheit Weish 27 11 26 30 Vergl. [Ps 103,29ff, Ps 138]. Weisheit Weish 27 11 27 Parcis autem omnibus: quoniam tua sunt Domine, qui amas animas. Du schonst aber alles, weil es dein Eigentum ist,³¹ o Herr! der du die Seelen³² liebst. Weisheit Weish 27 11 27 31 Vergl. V. 25. Weisheit Weish 27 11 27 32 Diese sind vollkommenere Abbilder der göttlichen Güte, während die anderen Geschöpfe nur Spuren derselben aufweisen; der Gnade nach aber geht ihre Ebenbildlichkeit so weit, dass sie an der göttlichen Natur teilhaben und Kinder Gottes werden, die einst in der Ewigkeit zu noch größerer Vollendung geführt werden sollen. Durch sie auch dienen die anderen Geschöpfe (in Erkenntnis Gottes und im Gebrauch nach seinem Willen) erst zur Verherrlichung Gottes. -Weisheit Weish 27 12 0 2. Der Segen der Weisheit und das Unglück der Torheit zeigen sich auch im Untergang der Kananiter, der auch Gottes Barmherzigkeit zeigte, die jenen Zeit zur Buße ließ und sie zur Erkenntnis des einen wahren Gottes führen wollte. +Weisheit Weish 27 12 0 2. Der Segen der Weisheit und das Unglück der Torheit zeigen sich auch im Untergang der Kananiter, der auch Gottes Barmherzigkeit zeigte, die jenen Zeit zur Buße ließ und sie zur Erkenntnis des einen wahren Gottes führen wollte. Weisheit Weish 27 12 1 O quam bonus et suavis est Domine spiritus tuus in omnibus! O Herr, wie gut und lieblich ist dein Geist in allem!¹ Weisheit Weish 27 12 1 1 Wie gütig und nachsichtig also bist du mit allen Geschöpfen! Griech.: Denn dein unvergänglicher Geist ist in allem, d.i. Gott durchdringt vermöge seiner Unermesslichkeit alles. Unvergänglich ist der Hauch (Geist) Gottes in allen, weil durch ihn die symbolisierte Seele teilhat an der Unvergänglichkeit Gottes. Die Übersetzung der Vulgata ist eine freiere. Weisheit Weish 27 12 2 Ideoque eos, qui exerrant, partibus corripis: et de quibus peccant, admones et alloqueris: ut relicta malitia, credant in te Domine. Daher züchtigst du diejenigen, die fehlen, nicht nach Verdienst,² weisest sie über das, wodurch sie sich versündigt haben, mahnend zurecht, damit sie von der Bosheit ablassen und an dich glauben,³ o Herr! @@ -34477,7 +34493,7 @@ Weisheit Weish 27 12 25 39 Sie ließen sich wie Kinder in törichter Weise betr Weisheit Weish 27 12 26 Qui autem ludibriis et increpationibus non sunt correcti, dignum Dei judicium experti sunt. Sie aber, durch Spott und strafende Mahnung nicht gebessert, erfuhren ein Gericht, Gottes würdig. Weisheit Weish 27 12 27 In quibus enim patientes indignabantur, per hæc quos putabant deos, in ipsis cum exterminarentur videntes, illum, quem olim negabant se nosse, verum Deum agnoverunt: propter quod et finis condemnationis eorum venit super illos. Denn durch eben die Dinge, über die sie sich in ihrem Leiden erbosten, nämlich durch eben das, was sie für Gottheiten hielten, sahen sie sich vertilgt und sie, welche vorher Gott nicht zu kennen behaupteten, erkannten ihn als wahren Gott.⁴⁰ Deshalb brach dann die Vollendung ihrer Verdammnis über sie herein. Weisheit Weish 27 12 27 40 In der [Weish 11,14] bezeichneten und [Weish 10,19] angegebenen, hier auch am Schlusse wiederholten Weise: Sie erkannten ihn, aber diese Erkenntnis war für sie ohne Frucht, deshalb kam die Vollendung des Gerichtes über sie. Griech.: Denn an denselben, über die sie sich betrübten, als sie dadurch litten, nämlich an denselben, die sie für Götter hielten, sahen sie, als sie durch sie gestraft wurden, den, welchen sie vorher nicht zu kennen behauptet und erkannten ihn als wahren Gott. -Weisheit Weish 27 13 0 c. Die Erwähnung des ägyptischen und kananitischen Götzendienstes gibt dem Verfasser Veranlassung, sich über den Ursprung, die Natur, die Torheit und Strafe des Götzendienstes weitläufiger zu verbreiten. (13,1 15,19) 1. Schilderung des ersten Götzendienstes: die Verehrung der Elemente und Sterne (V. 9), des ferneren, der Verehrung der eigenen Gebilde in seiner Torheit und Bosheit. [Weish 14,7] +Weisheit Weish 27 13 0 c. Die Erwähnung des ägyptischen und kananitischen Götzendienstes gibt dem Verfasser Veranlassung, sich über den Ursprung, die Natur, die Torheit und Strafe des Götzendienstes weitläufiger zu verbreiten. (13,1 15,19) 1. Schilderung des ersten Götzendienstes: die Verehrung der Elemente und Sterne (V. 9), des ferneren, der Verehrung der eigenen Gebilde in seiner Torheit und Bosheit. [Weish 14,7] Weisheit Weish 27 13 1 Vani autem sunt omnes homines, in quibus non subest scientia Dei: et de his, quæ videntur bona, non potuerunt intelligere eum, qui est, neque operibus attendentes agnoverunt quis esset artifex: Nichtig¹ sind alle Menschen, welche keine Erkenntnis Gottes haben und² welche aus den sichtbaren Gütern³ den nicht zu erkennen vermochten,⁴ der da ist,⁵ noch, auf die Werke acht habend, deren Werkmeister erkannten; [Röm 1,28] Weisheit Weish 27 13 1 1 Griech.: von Natur von Naturanlage, an Herz und Geist; sie verkehren gleichsam ihre vernünftige Natur (und im Gefolge davon die niederen Kräfte), um in der Unkenntnis Gottes zu bleiben. Weisheit Weish 27 13 1 2 Das ist. @@ -34523,7 +34539,7 @@ Weisheit Weish 27 13 18 Et pro sanitate quidem infirmum deprecatur, et pro vita Weisheit Weish 27 13 18 25 Griech.: Unerfahrenste. Weisheit Weish 27 13 19 Et pro itinere petit ab eo, qui ambulare non potest: et de acquirendo, et de operando, et de omnium rerum eventu petit ab eo, qui in omnibus est inutilis. und erbittet von dem eine glückliche Reise, was nicht gehen kann; und um Gewinn, Geschäft und guten Erfolg in allen Dingen fleht er das an, was zu allem unnütz ist.²⁶ Weisheit Weish 27 13 19 26 Griech.: das Kraftloseste an Händen. -Weisheit Weish 27 14 0 Torheit der Verehrung selbstgemachter Götzen. (V. 7) Zukünftige Strafen des Götzendienstes. (V. 11) 2. Ursprung der göttlichen Verehrung von Bildern von Menschen. (V. 20) Schaden dieser Verehrung für die Sitten. +Weisheit Weish 27 14 0 Torheit der Verehrung selbstgemachter Götzen. (V. 7) Zukünftige Strafen des Götzendienstes. (V. 11) 2. Ursprung der göttlichen Verehrung von Bildern von Menschen. (V. 20) Schaden dieser Verehrung für die Sitten. Weisheit Weish 27 14 1 Iterum alius navigare cogitans, et per feros fluctus iter facere incipiens, ligno portante se, fragilius lignum invocat. Wieder ein anderer denkt eine Seefahrt zu unternehmen und im Begriff, die Reise durch die wilden Fluten anzutreten, ruft er ein Holzstück an, gebrechlicher als das ist, welches ihn trägt. Weisheit Weish 27 14 2 Illud enim cupiditas acquirendi excogitavit, et artifex sapientia fabricavit sua. Denn dieses Holz hat die Gier nach Erwerb erdacht und der Künstler mit seiner Geschicklichkeit hergestellt;¹ Weisheit Weish 27 14 2 1 Ursachen, weshalb das Schiff fester gemacht ist: weil man durch die Fahrt desselben möglichst große Schätze sammeln will, sodann weil Gottes Hand das Schiff lenkt, da hier der Mensch seine Kräfte den Absichten Gottes entsprechend entwickelt. Das Götzenbild aber ist ohne Kunst und Anstrengung und ohne so ernsten Zweck verfertigt und ist ein Abscheu vor Gott. @@ -34585,7 +34601,7 @@ Weisheit Weish 27 14 30 28 Für ihren Götzendienst und ihren Meineid. Weisheit Weish 27 14 30 29 Griech.: mit Hinterlist schwörend in Verachtung der Heiligkeit (des Eides). Weisheit Weish 27 14 31 Non enim juratorum virtus, sed peccantium pna perambulat semper injustorum prævaricationem. Denn nicht die Macht derjenigen, bei denen man schwört, sondern die den Sündern bestimmte Strafe wird stets über die Übertretung der Ungerechten kommen.³⁰ Weisheit Weish 27 14 31 30 Die Meineidigen werden gestraft wegen der Bosheit ihres dem Gewissen widerstehenden Herzens. -Weisheit Weish 27 15 0 Gegensatz zum Schaden der göttlichen Verehrung von Menschen: Nutzen der Erkenntnis des wahren Gottes. (V. 6) 3. Erneute Schilderung der Torheit des Götzendienstes. +Weisheit Weish 27 15 0 Gegensatz zum Schaden der göttlichen Verehrung von Menschen: Nutzen der Erkenntnis des wahren Gottes. (V. 6) 3. Erneute Schilderung der Torheit des Götzendienstes. Weisheit Weish 27 15 1 Tu autem Deus noster, suavis et verus es, patiens, et in misericordia disponens omnia. Du aber, unser Gott!¹ bist gütig und wahrhaft, langmütig und über alles voll Erbarmen waltend. Weisheit Weish 27 15 1 1 Der Gegensatz gilt wohl nicht nur der Erkenntnis an sich, sondern auch den Folgen desselben. Hat der Götzendienst Verderben im Gefolge, so die Verehrung des wahren Gottes vollendete Gerechtigkeit und Wurzel der Unsterblichkeit. (V. 3) Weisheit Weish 27 15 2 Etenim si peccaverimus, tui sumus, scientes magnitudinem tuam: et si non peccaverimus, scimus quoniam apud te sumus computati. Denn² wenn wir auch sündigen, sind wir doch dein, deine Größe³ wohl kennend; und wenn wir nicht sündigen, so wissen wir, dass wir dir zugehören.⁴ @@ -34631,7 +34647,7 @@ Weisheit Weish 27 15 18 24 Oder: die Tiere, das Verächtlichste. Weisheit Weish 27 15 18 25 Es ist unsinniger, ein Tier zu verehren als ein Götzenbild. Weisheit Weish 27 15 19 Sed nec aspectu aliquis ex his animalibus bona potest conspicere. Effugerunt autem Dei laudem, et benedictionem ejus. Nicht einmal ihr Anblick vermag dem Beschauer ein Wohlgefallen zu gewähren, sondern sie sind dem Lobe Gottes und dessen Segen entzogen.²⁶ Weisheit Weish 27 15 19 26 Sie werden dem Dienste Gottes entzogen und zum Bösen gemissbraucht. Demgemäß ist V. 18 die verächtlichen Tiere nicht von der natürlichen Hässlichkeit, sondern von der Abscheulichkeit zu verstehen, die sie durch die Verehrung bekommen. -Weisheit Weish 27 16 0 d. Rückkehr zum Gegenstande: Aus dem verschiedenartigen Schicksal der Israeliten und der Ägypter erhellt die Frucht der Weisheit und der Torheit. (16,1 19,20) 1. Die Ägypter, welche Tiere anbeteten, werden gestraft; den Israeliten brachten die Tiere Nutzen, und als die Schlangen sie bissen, ließ Gott ihnen Hilfe zuteil werden. (V. 14) 2. Die Ägypter wurden durch Regen und Eis gestraft, den Israeliten kam Manna vom Himmel zu. +Weisheit Weish 27 16 0 d. Rückkehr zum Gegenstande: Aus dem verschiedenartigen Schicksal der Israeliten und der Ägypter erhellt die Frucht der Weisheit und der Torheit. (16,1 19,20) 1. Die Ägypter, welche Tiere anbeteten, werden gestraft; den Israeliten brachten die Tiere Nutzen, und als die Schlangen sie bissen, ließ Gott ihnen Hilfe zuteil werden. (V. 14) 2. Die Ägypter wurden durch Regen und Eis gestraft, den Israeliten kam Manna vom Himmel zu. Weisheit Weish 27 16 1 Propter hæc, et per his similia passi sunt digne tormenta, et per multitudinem bestiarum exterminati sunt. Deshalb¹ haben sie durch dergleichen Dinge verdiente Züchtigung erlitten und sind durch eine Menge von Tieren gepeinigt worden. Weisheit Weish 27 16 1 1 Rückkehr zum [Weish 11] begonnenen Gegenstande. Wegen der Verehrung der Tiere. Weisheit Weish 27 16 2 Pro quibus tormentis bene disposuisti populum tuum, quibus dedisti concupiscentiam delectamenti sui novum saporem, escam parans eis ortygometram: Statt solcher Züchtigung erzeigtest du deinem Volke Gutes und gabst ihnen nach ihrem lüsternen Verlangen eine neue Speise voll Wohlgeschmack und bereitetest ihnen die Wachteln;² [Num 11,31] @@ -34683,7 +34699,7 @@ Weisheit Weish 27 16 28 Ut notum omnibus esset, quoniam oportet prævenire solem Weisheit Weish 27 16 28 21 Dass eine übernatürliche Speise das höhere Wesen des Menschen erhält, ersieht man daraus, dass den Israeliten bei der Spendung des Manna, welches ihren Leib nährte, auch eine Belehrung über die Erhaltung des geistigen Lebens in Danksagung und Frühgebet gegeben wurde. Weisheit Weish 27 16 28 22 Im bildlichen Sinne: Wie Dankbarkeit neuer Wohltaten würdig macht, so kann der Undankbare nichts mehr erwarten. Weisheit Weish 27 16 29 Ingrati enim spes tamquam hibernalis glacies tabescet, et disperiet tamquam aqua supervacua. Denn die Hoffnung des Undankbaren zerschmilzt wie winterliches Eis und verrinnt gleich unbrauchbarem Wasser. -Weisheit Weish 27 17 0 3. Die Ägypter glaubten, ihre Sünden verheimlichen zu können, und wurden mit Finsternis gestraft, Während den Israeliten das hellste Licht strahlte. [Weish 18,4] +Weisheit Weish 27 17 0 3. Die Ägypter glaubten, ihre Sünden verheimlichen zu können, und wurden mit Finsternis gestraft, Während den Israeliten das hellste Licht strahlte. [Weish 18,4] Weisheit Weish 27 17 1 Magna sunt enim judicia tua Domine, et inenarrabilia verba tua: propter hoc indisciplinatæ animæ erraverunt. Denn groß sind deine Gerichte,¹ o Herr! und unaussprechlich deine Ratschlüsse;² darum fielen ungelehrige Seelen³ in Irrtum, Weisheit Weish 27 17 1 1 Der heilige Verfasser denkt wohl besonders an die Verstockung Pharaos. Vergl. [Röm 11,33]. Demnach ist die Begründung auf [Weish 16,29] zu beziehen, da Pharao das schlimmste Beispiel von Undank gewesen. Weisheit Weish 27 17 1 2 Nähere Erklärung. Fehlt im Griech. @@ -34726,7 +34742,7 @@ Weisheit Weish 27 17 18 Aut sonus validus præcipitatarum petrarum, aut ludentiu Weisheit Weish 27 17 19 Omnis enim orbis terrarum limpido illuminabatur lumine, et non impeditis operibus continebatur. Ja, der ganze Erdkreis war von strahlendem Lichte erleuchtet und jeder war ungehindert bei seiner Arbeit begriffen; Weisheit Weish 27 17 20 Solis autem illis superposita erat gravis nox, imago tenebrarum, quæ superventura illis erat. Ipsi ergo sibi erant graviores tenebris. nur über jene allein war drückende Nacht gelagert, das Vorbild der Finsternis, die über sie hereinbrechen sollte.²² Sie waren sich selbst alsbald unerträglicher als die Finsternis. Weisheit Weish 27 17 20 22 Ein Bild der ewigen Finsternis, besonders durch die schrecklichen Erscheinungen, die der Unterwelt entsprungen schienen. (V. 13) -Weisheit Weish 27 18 0 Den Israeliten strahlte das hellste Licht, Während die Ägypter in Finsternis begraben waren. (V. 4) 4. Die Ägypter, welche die Söhne der Israeliten hatten töten wollen, verloren ihre Erstgeborenen (V. 19) und wenngleich das Volk Israel auch in der Wüste wegen der Empörung der Rotte Kore etwas zu leiden hatte, dauerte der Zorn Gottes doch nur kurze Zeit. +Weisheit Weish 27 18 0 Den Israeliten strahlte das hellste Licht, Während die Ägypter in Finsternis begraben waren. (V. 4) 4. Die Ägypter, welche die Söhne der Israeliten hatten töten wollen, verloren ihre Erstgeborenen (V. 19) und wenngleich das Volk Israel auch in der Wüste wegen der Empörung der Rotte Kore etwas zu leiden hatte, dauerte der Zorn Gottes doch nur kurze Zeit. Weisheit Weish 27 18 1 Sanctis autem tuis maxima erat lux, et horum quidem vocem audiebant, sed figuram non videbant. Et quia non et ipsi eadem passi erant, magnificabant te: Aber bei deinen Heiligen war die größte Helligkeit und sie hörten zwar deren Stimme, aber sahen ihre Gestalt nicht, und weil sie nicht das Gleiche zu leiden hatten, priesen sie dich; [Ex 10,23] Weisheit Weish 27 18 2 Et qui ante læsi erant, quia non lædebantur, gratias agebant: et ut esset differentia, donum petebant. und die zuvor gelitten hatten, dankten, dass sie jetzt nicht mehr litten, und baten um die Gnade, dass die Scheidung noch ferner bleiben möge.¹ Weisheit Weish 27 18 2 1 Die Übersetzung der Vulgata gibt den Sinn des Griechischen nicht ganz wieder. Besser wohl: Aber über deinen Heiligen war die größte Helligkeit. Deren Stimme zwar hörend, aber die Gestalt nicht sehend, priesen sie (die Ägypter) dieselben glücklich wegen allem, was immer auch jene gelitten hatten. Aber dass sie (die Juden), obgleich von ihnen mit Unrecht überhäuft, jenen nicht schadeten, dafür dankten sie und verlangten Gnade wegen der Entzweiung. Die Leiden der Israeliten waren nicht so schrecklich gewesen wie die der Ägypter, zudem hatten sie unschuldig gelitten, ja als geliebtes Volk Gottes, für das er jetzt solche Wunder tat; die Ägypter aber zur Strafe, vom eigenen Gewissen gequält, von Gott gezüchtigt. @@ -34780,7 +34796,7 @@ Weisheit Weish 27 18 24 26 V. 24 ist eine weitere Ausführung des in V. 21, V. Weisheit Weish 27 18 24 27 Vergl. [Ex 28]. Weisheit Weish 27 18 24 28 Die Namen der zwölf Stämme. Weisheit Weish 27 18 25 His autem cessit qui exterminabat, et hæc extimuit: erat enim sola tentatio iræ sufficiens. Vor diesen wich der Würger und fürchtete sich davor, denn die bloße Probe des Zornes war schon hinreichend. -Weisheit Weish 27 19 0 5. Während die Israeliten das Rote Meer trockenen Fußes durchschritten, kamen die Ägypter in demselben um. Die Ägypter wurden von aus dem Wasser kommenden Tieren gepeinigt, den Israeliten kamen vom Meere her Vögel, ihnen zur Nahrung zu dienen. (V. 12) 6. Die Ägypter haben alles dies gelitten, weil sie unmenschlicher waren als die Sodomiter, und wurden mit derselben Blindheit geschlagen wie jene, den Israeliten aber diente (weil sie Gott dienten und solange sie es taten), alles zum Besten. +Weisheit Weish 27 19 0 5. Während die Israeliten das Rote Meer trockenen Fußes durchschritten, kamen die Ägypter in demselben um. Die Ägypter wurden von aus dem Wasser kommenden Tieren gepeinigt, den Israeliten kamen vom Meere her Vögel, ihnen zur Nahrung zu dienen. (V. 12) 6. Die Ägypter haben alles dies gelitten, weil sie unmenschlicher waren als die Sodomiter, und wurden mit derselben Blindheit geschlagen wie jene, den Israeliten aber diente (weil sie Gott dienten und solange sie es taten), alles zum Besten. Weisheit Weish 27 19 1 Impiis autem usque in novissimum sine misericordia ira supervenit. Præsciebat enim et futura illorum: Aber auf den Gottlosen lastete unerbittlicher Zorn bis ans Ende;¹ denn Er sah voraus, was sie bald tun würden,² Weisheit Weish 27 19 1 1 Nicht zeitweise, wie auf Israel. Es ist aber auch an die höchste Strafe zu denken. Weisheit Weish 27 19 1 2 Trotz seiner Abmahnungen. @@ -34834,7 +34850,7 @@ Weisheit Weish 27 19 20 30 Siehe [Weish 16,18]. Weisheit Weish 27 19 20 31 Etymologisch bedeutet das griechische Wort ambrosisch: unsterblich, hier also wohl himmlisch. Weisheit Weish 27 19 20 32 Oder: verlassen. Weisheit Weish 27 19 20 33 Also auch jetzt wirst du uns gegen unsere Bedränger wie einst in jenen herrlichen Zeiten zu Hilfe kommen. -Sirach Sir 28 1 0 Einleitung. (Kap. 1) 1. Ursprung und Erhabenheit der Weisheit. (V. 10) 2. Die Weisheit wird durch Frömmigkeit erworben. (V. 25) 3. Was ist zu tun, was zu meiden? +Sirach Sir 28 1 0 Einleitung. (Kap. 1) 1. Ursprung und Erhabenheit der Weisheit. (V. 10) 2. Die Weisheit wird durch Frömmigkeit erworben. (V. 25) 3. Was ist zu tun, was zu meiden? Sirach Sir 28 1 1 OMNIS sapientia a Domino Deo est, et cum illo fuit semper, et est ante ævum. Alle Weisheit¹ kommt von dem Herrn, von Gott;² bei ihm war sie allezeit und ist von Ewigkeit her.³ Sirach Sir 28 1 1 1 Alle wahre Weisheit, jeder Akt und jedes Objekt derselben. Das Wort Weisheit ist hier in allgemeiner Bedeutung zu verstehen: einmal als unerschaffene Weisheit, die eine ewige Eigenschaft der drei göttlichen Personen und in dem Sohne Gottes selbst personifiziert ist; dann als erschaffene Weisheit, welche Gott den vernünftigen Wesen mitteilt. Ebenso ist im weiteren Sinne das Wort Weisheit auch in den Sprüchen Salomons und in dem Buche der Weisheit gefasst. Daher erklärt sich, warum einiges von dem Folgenden nur auf die unerschaffene, einiges nur auf die erschaffene Weisheit, manches auf beide bezogen werden kann. Sirach Sir 28 1 1 2 V. 1, 4, 5 handeln vom Ursprung der Weisheit, V. 2, 3, 6, 7 von ihrer Erhabenheit. Im Griech. fehlt V. 3, 5, 7 der Vulgata. @@ -34916,7 +34932,7 @@ Sirach Sir 28 1 37 Ne fueris hypocrita in conspectu hominum, et non scandalizeri Sirach Sir 28 1 38 Attende in illis, ne forte cadas, et adducas animæ tuæ inhonorationem, Habe acht auf dieselben, dass du nicht fallest und Schande über deine Seele bringest Sirach Sir 28 1 39 Et revelet Deus absconsa tua, et in medio synagogæ elidat te: und Gott das, was du verbirgst, enthülle und dich inmitten der Gemeinde zu Falle bringe, Sirach Sir 28 1 40 Quoniam accessisti maligne ad Dominum, et cor tuum plenum est dolo et fallacia. weil du dich dem Herrn heuchlerisch genaht und dein Herz voll Trug und Falschheit war. -Sirach Sir 28 2 0 1. Weisungen über die Übung der Weisheit. (Kap. 2,1 Kap. 43,37) Mahnungen für die Zeit der Versuchung. (V. 6) Mahnung zum Gottvertrauen. (V. 13) Verschiedenes Schicksal der auf bösen Wegen Wandelnden und der Gottvertrauenden. +Sirach Sir 28 2 0 1. Weisungen über die Übung der Weisheit. (Kap. 2,1 Kap. 43,37) Mahnungen für die Zeit der Versuchung. (V. 6) Mahnung zum Gottvertrauen. (V. 13) Verschiedenes Schicksal der auf bösen Wegen Wandelnden und der Gottvertrauenden. Sirach Sir 28 2 1 Fili accedens ad servitutem Dei, sta in justitia, et timore, et præpara animam tuam ad tentationem. Sohn,¹ willst du dich dem Dienste Gottes ergeben,² so stehe fest in Gerechtigkeit und Furcht³ und mache dich auf Anfechtung gefasst.⁴ [Mt 4,1.2, 2Tim 3,13] Sirach Sir 28 2 1 1 Nur in der Vulgata war diese Anrede bereits [Sir 1,33] gebraucht; hier kommt sie zum ersten Male im Griech. vor. Hiernach ist [Sir 1] eine Art Einleitung, eine Mahnung, auf die folgenden Weisungen zu hören. Sirach Sir 28 2 1 2 Das erste, was der, welcher sich Gottes Dienste weiht, empfindet, ist eine gewisse Schwierigkeit, die aus verschiedenen Gründen hervorgeht. @@ -34965,7 +34981,7 @@ Sirach Sir 28 2 21 24 Bis er wieder auf sie schaut und sie tröstet. Sirach Sir 28 2 22 Dicentes: Si pnitentiam non egerimus, incidemus in manus Domini, et non in manus hominum. indem sie sprechen: Wenn wir nicht Buße tun, werden wir in die Hände des Herrn fallen und nicht in die Hände der Menschen. Sirach Sir 28 2 23 Secundum enim magnitudinem ipsius, sic et misericordia illius cum ipso est. Wie seine Größe, so ist auch sein Erbarmen.²⁵ Sirach Sir 28 2 23 25 Der Vordersatz: Wenn wir fehlt im Griech. So groß Gottes furchtbare Majestät ist, ebenso groß ist seine Barmherzigkeit, welche Hoffnung weckt. So ist es also besser, Gott unterworfen zu sein als den Menschen. -Sirach Sir 28 3 0 Erstes Gebot, das auf die Menschen Bezug hat, die Pflichten gegen die Eltern: A. Was zu tun ist. (V. 2-11) B. Was zu meiden ist. (V. 18) Vorschriften über die Bescheidenheit. (V. 26) Das harte Herz und das weiche Herz. +Sirach Sir 28 3 0 Erstes Gebot, das auf die Menschen Bezug hat, die Pflichten gegen die Eltern: A. Was zu tun ist. (V. 2-11) B. Was zu meiden ist. (V. 18) Vorschriften über die Bescheidenheit. (V. 26) Das harte Herz und das weiche Herz. Sirach Sir 28 3 1 Filii sapientiæ, ecclesia justorum: et natio illorum, obedientia et dilectio. Söhne der Weisheit¹ sind die Gemeinde der Gerechten und ihr Geschlecht ist Gehorsam und Liebe.² Sirach Sir 28 3 1 1 Fehlt im Syr. und Griech. Nach den Geboten, welche sich auf Gott beziehen, folgt das erste, das auf die Menschen Bezug hat. - Söhne der Weisheit: diejenigen, welche von der Weisheit recht belehrt werden und sie hochschätzen. Sirach Sir 28 3 1 2 Diese Tugenden sind ihnen gänzlich eigen. @@ -35049,7 +35065,7 @@ Sirach Sir 28 3 33 47 Vertreibt es und lasst es nicht ein. Sirach Sir 28 3 34 Et Deus prospector est ejus qui reddit gratiam: meminit ejus in posterum, et in tempore casus sui inveniet firmamentum. und Gott ist der Beschützer dessen, der Barmherzigkeit übt,⁴⁸ er gedenkt seiner in Zukunft und zur Zeit eines Unfalls findet er eine feste Stütze.⁴⁹ Sirach Sir 28 3 34 48 Die Sünde fordert gleichsam Strafe, doch Barmherzigkeit besänftigt Gott, dass er sie nicht verhängt. Sirach Sir 28 3 34 49 Hebr.: wird er ihm entgegen kommen auf seinen Wegen. -Sirach Sir 28 4 0 Verschiedene Art des Verhaltens gegen verschiedene Menschenklassen. (V. 11) Früchte der Weisheit. (V. 22) Mahnungen gegen die falsche Scham. (V. 33) Verschiedene Dinge, die zu meiden sind. [Sir 6,4] +Sirach Sir 28 4 0 Verschiedene Art des Verhaltens gegen verschiedene Menschenklassen. (V. 11) Früchte der Weisheit. (V. 22) Mahnungen gegen die falsche Scham. (V. 33) Verschiedene Dinge, die zu meiden sind. [Sir 6,4] Sirach Sir 28 4 1 Fili eleemosynam pauperis ne defraudes, et oculos tuos ne transvertas a paupere. Sohn,¹ entziehe den Armen nicht das Almosen² und wende dein Auge nicht von dem Dürftigen ab.³ [Tob 4,7] Sirach Sir 28 4 1 1 Anrede des Nachdrucks und der Liebe. Sirach Sir 28 4 1 2 Das, worum er bittet oder was er zum Leben nötig hat. @@ -35136,7 +35152,7 @@ Sirach Sir 28 4 35 Noli esse sicut leo in domo tua, evertens domesticos tuos, et Sirach Sir 28 4 35 49 Hund? (Hebr.) wie ein Hund, der durch das Haus läuft und alle anbellt und beißt. Sirach Sir 28 4 35 50 Griech.: Gib dich nicht unbegründetem Verdachte gegen deine Hausgenossen hin. Sirach Sir 28 4 36 Non sit porrecta manus tua ad accipiendum, et ad dandum collecta. Lass deine Hand nicht ausgestreckt sein zum Nehmen und geschlossen zum Geben. -Sirach Sir 28 5 0 Verschiedene Dinge, die zu meiden sind. [Sir 6,4] +Sirach Sir 28 5 0 Verschiedene Dinge, die zu meiden sind. [Sir 6,4] Sirach Sir 28 5 1 Noli attendere ad possessiones iniquas, et ne dixeris: Est mihi sufficiens vita: nihil enim proderit in tempore vindictæ et obductionis. Verlass dich nicht auf ungerechte¹ Güter und sage nicht: Ich habe genug für mein Leben,² denn zur Zeit der Rache und Trübsal wird es dir nichts nützen.³ Sirach Sir 28 5 1 1 Fehlt im Griech. und Hebr. und ist aus V. 10 hierher geraten. Sirach Sir 28 5 1 2 Vergl. [Lk 12,19]. @@ -35177,7 +35193,7 @@ Sirach Sir 28 5 17 20 Des guten Namens und der Ehre. Sirach Sir 28 5 17 21 Erklärung der Vulg. zu dem Worte Dieb. Sirach Sir 28 5 18 Justifica pusillum, et magnum similiter. Verschaffe dem Kleinen Recht gleichwie dem Großen.²² Sirach Sir 28 5 18 22 Griech.: Weder im Großen noch im Kleinen vergehe dich. -Sirach Sir 28 6 0 Verschiedene Dinge, die zu meiden sind. (V. 4) Wahre und falsche Freunde. (V. 17) Das Streben nach Weisheit. +Sirach Sir 28 6 0 Verschiedene Dinge, die zu meiden sind. (V. 4) Wahre und falsche Freunde. (V. 17) Das Streben nach Weisheit. Sirach Sir 28 6 1 Noli fieri pro amico inimicus proximo: improperium enim et contumeliam malus hereditabit, et omnis peccator invidus et bilinguis. Werde deinem Nächsten nicht aus einem Freunde ein Feind;¹ denn Schimpf und Schande wird einem bösen Menschen² zuteil, gleichwie jedem neidischen und doppelzüngigen Sünder. Sirach Sir 28 6 1 1 Hüte dich, einem dritten heimlich nachzureden, indem du schmeichelnd zu deinem Freunde sprichst. Sirach Sir 28 6 1 2 Der wegen seines Nachredens berüchtigt ist. @@ -35257,7 +35273,7 @@ Sirach Sir 28 6 37 Cogitatum tuum habe in præceptis Dei, et in mandatis illius Sirach Sir 28 6 37 40 Es ist nicht genug, viel zu hören und häufig mit den Weisen umzugehen, man muss es auch erwägen. Sirach Sir 28 6 37 41 Denn Weisheit ist Furcht des Herrn. Sirach Sir 28 6 37 42 Griech.: Er wird dein Herz fest machen. -Sirach Sir 28 7 0 Mahnungen, gewisse Sünden zu meiden. (V. 19) Verschiedenes Verhalten gegen verschiedene Menschen. +Sirach Sir 28 7 0 Mahnungen, gewisse Sünden zu meiden. (V. 19) Verschiedenes Verhalten gegen verschiedene Menschen. Sirach Sir 28 7 1 Noli facere mala, et non te apprehendent. Tue nichts Böses, so widerfährt dir nichts Böses. Sirach Sir 28 7 2 Discede ab iniquo, et deficient mala abs te. Halte dich fern vom Unrechten, so wird das Böse¹ von dir lassen. Sirach Sir 28 7 2 1 Das, was du dir nicht angetan wünschest. @@ -35354,7 +35370,7 @@ Sirach Sir 28 7 39 Non te pigeat visitare infirmum: ex his enim in dilectione fi Sirach Sir 28 7 39 55 Du wirst von Gott und Menschen geliebt werden. Hebr.: Sei nicht grob gegen deinen Freund. Sirach Sir 28 7 40 In omnibus operibus tuis memorare novissima tua, et in æternum non peccabis. Bei allem, was du tust, gedenke an dein Ende,⁵⁶ so wirst du in Ewigkeit nicht sündigen. Sirach Sir 28 7 40 56 Tod und Gericht. Vergl. [Koh 11,9, Koh 12,14]. -Sirach Sir 28 8 0 Regeln der Klugheit. +Sirach Sir 28 8 0 Regeln der Klugheit. Sirach Sir 28 8 1 Non litiges cum homine potente, ne forte incidas in manus illius. Streite nicht¹ mit einem mächtigen Manne, dass du nicht in seine Hände fallest. Sirach Sir 28 8 1 1 Weder im Privatstreit noch vor Gericht. Sirach Sir 28 8 2 Non contendas cum viro locuplete, ne forte contra te constituat litem tibi. Hadere nicht mit einem reichen Manne, dass er nicht etwa Streit mit dir beginne;² [Mt 25,25] @@ -35399,7 +35415,7 @@ Sirach Sir 28 8 21 Coram extraneo ne facias consilium: nescis enim quid pariet. Sirach Sir 28 8 21 21 Griech.: Über etwas, was verborgen bleiben soll. Sirach Sir 28 8 22 Non omni homini cor tuum manifestes: ne forte inferat tibi gratiam falsam, et convitietur tibi. Nicht jedem Menschen öffne dein Herz, damit er dir nicht etwa schlechten Dank wisse und²² über dich schmähe. Sirach Sir 28 8 22 22 Erklärender Zusatz der Vulgata. -Sirach Sir 28 9 0 Regeln für den Umgang mit Frauen. (V. 13) Vorschriften für das Verhalten gegen verschiedene Menschen. (V. 23) Über Fürsten und Ungebühr. +Sirach Sir 28 9 0 Regeln für den Umgang mit Frauen. (V. 13) Vorschriften für das Verhalten gegen verschiedene Menschen. (V. 23) Über Fürsten und Ungebühr. Sirach Sir 28 9 1 Non zeles mulierem sinus tui, ne ostendat super te malitiam doctrinæ nequam. Sei nicht eifersüchtig auf das Weib an deinem Busen,¹ damit sie die böse Lehre, die du ihr gibst, nicht gegen dich übe. Sirach Sir 28 9 1 1 Dein Weib. Sirach Sir 28 9 2 Non des mulieri potestatem animæ tuæ, ne ingrediatur in virtutem tuam, et confundaris. Gib deinem Weibe nicht Gewalt über deine Seele,² dass sie sich nicht gegen deine Gewalt erhebe³ und⁴ du zuschanden werdest. @@ -35452,7 +35468,7 @@ Sirach Sir 28 9 24 25 Von hier ab wendet sich der Weise der Frage zu, wovon Hei Sirach Sir 28 9 24 26 Zusatz der Vulgata. Sirach Sir 28 9 25 Terribilis est in civitate sua homo linguosus: et temerarius in verbo suo odibilis erit. Ein Schwätzer ist in seiner Stadt ein Schrecken und wer in seinen Worten voreilig ist, macht sich verhasst.²⁷ Sirach Sir 28 9 25 27 Alle fürchten sich vor seiner Zunge. -Sirach Sir 28 10 0 Über Fürsten und Ungebühr. (V. 22) Wahres Lob verschafft einzig die Furcht Gottes. [Sir 11,6] +Sirach Sir 28 10 0 Über Fürsten und Ungebühr. (V. 22) Wahres Lob verschafft einzig die Furcht Gottes. [Sir 11,6] Sirach Sir 28 10 1 Judex sapiens judicabit populum suum, et principatus sensati stabilis erit. Ein weiser Richter spricht seinem Volke Recht und die Herrschaft des Verständigen hat Bestand. Sirach Sir 28 10 2 Secundum judicem populi, sic et ministri ejus: et qualis rector est civitatis, tales et inhabitantes in ea. Wie der Richter des Volkes, so sind auch seine Diener; und wie der Vorsteher einer Stadt, so sind auch ihre Bewohner. [Spr 29,12] Sirach Sir 28 10 3 Rex insipiens perdet populum suum: et civitates inhabitabuntur per sensum potentium. Ein unweiser König richtet sein Volk zugrunde,¹ aber durch die Weisheit der Herrscher werden die Städte volkreich. [1Kön 12,13] @@ -35516,7 +35532,7 @@ Sirach Sir 28 10 32 Peccantem in animam suam quis justificabit? et quis honorifi Sirach Sir 28 10 33 Pauper gloriatur per disciplinam et timorem suum: et est homo qui honorificatur propter substantiam suam. Der Arme steht wegen seiner Einsicht und Furcht in Ehren und manche werden wegen ihres Reichtums geehrt.²⁹ Sirach Sir 28 10 33 29 Doch solche Ehre ist sehr hinfällig. Sirach Sir 28 10 34 Qui autem gloriatur in paupertate, quanto magis in substantia? et qui gloriatur in substantia, paupertatem vereatur. Wer aber schon in seiner Armut geehrt wird, wie viel mehr im Reichtume? Und wer seinen Ruhm in Reichtum setzt, möge die Armut fürchten. -Sirach Sir 28 11 0 Wahres Lob verschafft einzig die Furcht Gottes. (V. 11) Man muss Maß halten und auf Gott vertrauen. (V. 30) Empfehlung der Klugheit in mancherlei Lebenslagen. [Sir 12,19] +Sirach Sir 28 11 0 Wahres Lob verschafft einzig die Furcht Gottes. (V. 11) Man muss Maß halten und auf Gott vertrauen. (V. 30) Empfehlung der Klugheit in mancherlei Lebenslagen. [Sir 12,19] Sirach Sir 28 11 1 Sapientia humiliati exaltabit caput illius, et in medio magnatorum consedere illum faciet. Die Weisheit hebt das Haupt des Demütigen empor und bereitet ihm einen Sitz mitten unter den Fürsten.¹ Sirach Sir 28 11 1 1 Beispiele hierfür sind Joseph in Ägypten und Daniel. Sirach Sir 28 11 2 Non laudes virum in specie sua, neque spernas hominem in visu suo. Lobe keinen Menschen seiner Schönheit wegen und verachte Niemanden wegen seiner Gestalt.² [1Sam 16,7] @@ -35599,7 +35615,7 @@ Sirach Sir 28 11 34 45 Griech.: So lauert ein hinterlistiger Mensch auf Blut. Sirach Sir 28 11 35 Attende tibi a pestifero, fabricat enim mala: ne forte inducat super te subsannationem in perpetuum. Hüte dich vor einem Bösewichte, denn er schmiedet Böses, dass er nicht etwa auf ewig Schimpf über dich bringe. Sirach Sir 28 11 36 Admitte ad te alienigenam, et subvertet te in turbine, et abalineabit te a tuis propriis. Nimmst du einen Fremden⁴⁶ in dein Haus auf, so wird er dich in Unruhe stürzen und dich um dein Eigentum bringen. Sirach Sir 28 11 36 46 Dessen Charakter du nicht kennst. -Sirach Sir 28 12 0 Empfehlung der Klugheit in mancherlei Lebenslagen. +Sirach Sir 28 12 0 Empfehlung der Klugheit in mancherlei Lebenslagen. Sirach Sir 28 12 1 Si benefeceris, scito cui feceris, et erit gratia in bonis tuis multa. Willst du Wohltaten erzeigen, so siehe zu, wem du sie erweisest;¹ dann wirst du für deine Wohltaten vielen Dank ernten. Sirach Sir 28 12 1 1 Wer derselben bedarf und zugleich würdig ist. Sirach Sir 28 12 2 Benefac justo, et invenies retributionem magnam: et si non ab ipso, certe a Domino. Tue dem Gerechten wohl, so wirst du reiche² Vergeltung finden; wenn nicht von ihm selbst,³ so doch von dem Herrn. @@ -35646,7 +35662,7 @@ Sirach Sir 28 12 19 24 Höhnend. Sirach Sir 28 12 19 25 Vor Freude. Sirach Sir 28 12 19 26 Verwünschungen und Beschimpfungen. Sirach Sir 28 12 19 27 Vorher hat er geweint, jetzt jauchzt er; vorher hat er Freundschaft vorgegeben, jetzt offenbart er sich als Feind. -Sirach Sir 28 13 0 Belehrung über das Zusammenleben mit den Menschen. (V. 29) Weisungen über den Gebrauch des Reichtums. [Sir 14,20] +Sirach Sir 28 13 0 Belehrung über das Zusammenleben mit den Menschen. (V. 29) Weisungen über den Gebrauch des Reichtums. [Sir 14,20] Sirach Sir 28 13 1 Qui tetigerit picem, inquinabitur ab ea: et qui communicaverit superbo induet superbiam. Wer Pech anrührt, besudelt sich damit und wer mit einem Hochmütigen Umgang hat, wird auch hochmütig werden.¹ [Dtn 7,2] Sirach Sir 28 13 1 1 Im Hebr. fehlt das Bild des Vergleiches. Sirach Sir 28 13 2 Pondus super se tollet qui honestiori se communicat. Et ditiori te ne socius fueris. Eine Last bürdet sich auf, wer mit einem Angeseheneren als er ist Gemeinschaft macht,² auch geselle dich nicht zu einem Reicheren als du bist.³ @@ -35710,7 +35726,7 @@ Sirach Sir 28 13 31 Cor hominis immutat faciem illius, sive in bona, sive in mal Sirach Sir 28 13 31 30 Man kann eine Zeitlang vielleicht sein Aussehen verstellen, doch bald wird dieses das Herz in seiner Betrübnis oder Freude wiederspiegeln. Sirach Sir 28 13 32 Vestigium cordis boni, et faciem bonam difficile invenies, et cum labore. Das Anzeichen eines guten Herzens, ein heiteres Angesicht, wirst du schwer und mit Mühe finden.³¹ Sirach Sir 28 13 32 31 Bei einem Menschen immer und stets finden. Nicht lange währt die Ruhe des Herzens ungetrübt. Griech. hebr.: Anzeichen eines Herzens im Glück ist ein heiteres Antlitz, aber mühsame Gedanken fordert das Aussinnen von Sprüchen. -Sirach Sir 28 14 0 Weisungen über den Gebrauch des Reichtums. (V. 21) Das Suchen nach der Weisheit und ihre Güter. [Sir 15,21] +Sirach Sir 28 14 0 Weisungen über den Gebrauch des Reichtums. (V. 21) Das Suchen nach der Weisheit und ihre Güter. [Sir 15,21] Sirach Sir 28 14 1 Beatus vir, qui non est lapsus verbo ex ore suo, et non est stimulatus in tristitia delicti. Glückselig¹ der Mann, der sich in keinem Worte aus seinem Munde verfehlt und der nicht von Reue über eine Sünde gequält wird. [Sir 19,17] Sirach Sir 28 14 1 1 Wessen Herz ist stets heiter? [Sir 13,31] Antwort. Sirach Sir 28 14 2 Felix, qui non habuit animi sui tristitiam, et non excidit a spe sua. Wohl dem, dem sein Herz keine traurigen Vorwürfe macht und der die Hoffnung² nicht sinken lässt. @@ -35766,7 +35782,7 @@ Sirach Sir 28 14 24 Qui respicit per fenestras illius, et in januis illius audie Sirach Sir 28 14 25 Qui requiescit juxta domum illius, et in parietibus illius figens palum statuet casulam suam ad manus illius, et requiescent in casula illius bona per ævum: der nahe bei ihrem Hause wohnt und den Zeltpfahl bei ihren Wänden einschlägt, um seine Wohnung an ihrer Seite aufzurichten. Auf ewig wird in seinem Hause das Glück wohnen. Sirach Sir 28 14 26 Statuet filios suos sub tegmine illius, et sub ramis ejus morabitur: Er stellt seine Kinder unter ihren Schutz und lagert unter ihren Zweigen. Sirach Sir 28 14 27 Protegetur sub tegmine illius a fervore, et in gloria ejus requiescet. Unter ihrem Schirme ist er geschützt vor Hitze und findet Ruhe in ihrer Herrlichkeit. -Sirach Sir 28 15 0 Das Suchen nach Weisheit und Güter. +Sirach Sir 28 15 0 Das Suchen nach Weisheit und Güter. Sirach Sir 28 15 1 Qui timet Deum, faciet bona: et qui continens est justitiæ, apprehendet illam. Wer Gott fürchtet, tut Gutes¹ und wer sich an die Gerechtigkeit hält, wird ihrer teilhaftig werden. Sirach Sir 28 15 1 1 Hebr.: also. Ebenso viele lat. Codd. Sirach Sir 28 15 2 Et obviabit illi quasi mater honorificata, et quasi mulier a virginitate suscipiet illum. Sie wird ihm entgegenkommen wie eine ehrwürdige Mutter und wie eine jugendliche Gattin ihn aufnehmen. @@ -35809,7 +35825,7 @@ Sirach Sir 28 15 20 Oculi Domini ad timentes eum, et ipse agnoscit omnem operam Sirach Sir 28 15 20 20 Auf sie schaut er mit besonderer Fürsorge. Sirach Sir 28 15 21 Nemini mandavit impie agere, et nemini dedit spatium peccandi: Er gebietet niemanden, gottlos zu handeln, und gibt niemanden Erlaubnis zu sündigen, Sirach Sir 28 15 22 Non enim concupiscit multitudinem filiorum infidelium et inutilium. denn er verlangt nicht nach vielen Kindern, wenn diese untreu und unnütz sind. -Sirach Sir 28 16 0 Gott straft die Sünder. (V. 23) Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. [Sir 18,14] +Sirach Sir 28 16 0 Gott straft die Sünder. (V. 23) Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. [Sir 18,14] Sirach Sir 28 16 1 Ne jucunderis in filiis impiis, si multiplicentur: nec oblecteris super ipsos, si non est timor Dei in illis. Freue dich nicht über gottlose Kinder, mögen ihrer auch viele sein;¹ freue dich nicht über sie, wenn nicht die Furcht Gottes sie erfüllt.² Sirach Sir 28 16 1 1 Kindermenge galt als besonderer Segen. [Sir 15,22] der Vulgata gehört im Hebr. und Griech. Bereits zu diesem Kapitel und zu dieser Mahnung. Sirach Sir 28 16 1 2 Gottlose Kinder ziehen Gottes Strafe herab und bereiten den Eltern Schmerz. @@ -35873,7 +35889,7 @@ Sirach Sir 28 16 30 30 Vergl. [Gen 1,9-13]. Sirach Sir 28 16 30 31 Mit lebenden Wesen, als deren Herrscher er den Menschen einsetzte. Sirach Sir 28 16 31 Anima omnis vitalis denuntiavit ante faciem ipsius, et in ipsam iterum reversio illorum. Alle lebenden Wesen verkünden dies auf der Oberfläche derselben³² und zu ihr kehren sie wieder zurück. Sirach Sir 28 16 31 32 Das Wort: verkünden ist in der Vulgata wohl Fehler eines Abschreibers. Griech.: Allerlei lebende Wesen bedeckten ihre Oberfläche. -Sirach Sir 28 17 0 Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. [Sir 18,14] +Sirach Sir 28 17 0 Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. [Sir 18,14] Sirach Sir 28 17 1 Deus creavit de terra hominem et secundum imaginem suam fecit illum. Gott schuf den Menschen aus Erde und machte ihn nach seinem Bilde. [Gen 1,27, Gen 5,1] Sirach Sir 28 17 2 Et iterum convertit illum in ipsam, et secundum se vestivit illum virtute. Er ließ ihn wieder zu ihr zurückkehren und rüstete ihn nach seinem Vorbilde mit Kraft aus.¹ Sirach Sir 28 17 2 1 Griech. V. 1, V. 2 kürzer und passender: Der Herr hat den Menschen aus Erde geschaffen und lässt ihn wieder zu ihr zurückkehren. Die Vulgata fügt die Geistigkeit und Unsterblichkeit der Seele bei. @@ -35950,7 +35966,7 @@ Sirach Sir 28 17 30 43 Die Verderbnis der Natur ist Ursache des Bösen. Sirach Sir 28 17 30 44 Zusatz der Vulgata: Nicht Notwendigkeit zwingt den Menschen zum Bösen, sein freier Wille lässt ihn dasselbe vollbringen. Sirach Sir 28 17 31 Virtutem altitudinis cli ipse conspicit: et omnes homines terra et cinis. Die Heere des hohen Himmels überschaut sie,⁴⁵ aber die Menschen alle sind nur Erde und Staub. Sirach Sir 28 17 31 45 Obwohl die Sonne gleichsam über die Gestirne herrscht, leuchtet sie doch nicht immer. Wie also sollte der Mensch, Staub und Asche, nie fehlen? So vertraue er also auf Gottes Barmherzigkeit! -Sirach Sir 28 18 0 Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. (V. 14) Weisungen über die Klugheit im Handeln. +Sirach Sir 28 18 0 Gottes Weisheit bei der Schöpfung und in der Leitung der Menschen. (V. 14) Weisungen über die Klugheit im Handeln. Sirach Sir 28 18 1 Qui vivit in æternum, creavit omnia simul. Deus solus justificabitur, et manet invictus rex in æternum. Der ewig Lebende hat alles zumal¹ erschaffen. Gott allein wird gerecht erfunden und² bleibt unüberwindlicher König in Ewigkeit.³ Sirach Sir 28 18 1 1 Ohne Ausnahme. Sirach Sir 28 18 1 2 Zusatz der Vulgata. @@ -36020,7 +36036,7 @@ Sirach Sir 28 18 32 34 Griech. hebr.: Ergötze dich nicht an vielem Schwelgen u Sirach Sir 28 18 33 Ne fueris mediocris in contentione ex fnore, et est tibi nihil in sacculo: eris enim invidus vitæ tuæ. Werde nicht mittellos, indem du auf Wucher borgst,³⁵ so dass du nichts im Beutel hast; denn du wirst des Lebens überdrüssig werden.³⁶ Sirach Sir 28 18 33 35 Um anderen gleichzukommen. Griech.: Mache dich nicht arm, indem du Schmäuse gibst für geliehenes Geld und hast nichts in deinem eigenen Beutel. Sirach Sir 28 18 33 36 Es wird so scheinen, als gönntest du dir selbst kein ruhiges Leben. -Sirach Sir 28 19 0 Zügellosigkeit und Bezähmung der Zunge. (V. 17) Kennzeichen der wahren Weisheit. (V. 27) Vergleichung der Toren mit den Weisen. [Sir 20, Sir 34] +Sirach Sir 28 19 0 Zügellosigkeit und Bezähmung der Zunge. (V. 17) Kennzeichen der wahren Weisheit. (V. 27) Vergleichung der Toren mit den Weisen. [Sir 20, Sir 34] Sirach Sir 28 19 1 Operarius ebriosus non locupletabitur: et qui spernit modica, paulatim decidet. Ein Arbeiter, der dem Trunke ergeben ist, wird nicht reich; und wer weniges¹ gering achtet, geht nach und nach zugrunde. Sirach Sir 28 19 1 1 Wie er täglich gewinnt. Im Hebr. schließt sich der Vers an das Vorhergehende an: Wer solches tut, wir nicht reich werden, und wer Kleines gering schätzt, wird der Armut anheimfallen. Wein und Weiber verführen das Herz und eine sündige Seele stürzt ihren Herrn in das Verderben. Sirach Sir 28 19 2 Vinum et mulieres apostatare faciunt sapientes, et arguent sensatos: Wein und Weiber machen Weise abwendig und machen Verständige strafbar. [Gen 19,33, 1Kön 11,1] @@ -36080,7 +36096,7 @@ Sirach Sir 28 19 27 Amictus corporis, et risus dentium, et ingressus hominis enu Sirach Sir 28 19 28 Est correptio mendax in ira contumeliosi: et est judicium, quod non probatur esse bonum: et est tacens, et ipse est prudens. Trügerisch³⁰ ist die Zurechtweisung, wenn jemand im Zorne schmäht. Es gibt Urteile, die man nicht gutheißen kann;³¹ mancher aber schweigt und das ist der Kluge. Sirach Sir 28 19 28 30 Sei es, dass sie Falsches anklagt, sei es, dass Zorn, nicht Liebe sie hervorruft. Sirach Sir 28 19 28 31 Zusatz der Vulgata. Der Tor bringt sein Urteil überall vor. -Sirach Sir 28 20 0 Vergleichung der Toren mit den Weisen. +Sirach Sir 28 20 0 Vergleichung der Toren mit den Weisen. Sirach Sir 28 20 1 Quam bonum est arguere, quam irasci, et confitentem in oratione non prohibere! Wie viel besser ist es, zur Rede zu stellen, als zu grollen, und den, der seine Fehler gesteht, nicht an der Abbitte zu hindern. Sirach Sir 28 20 2 Concupiscentia spadonis devirginabit juvenculam: Wie die Begierde eines Verschnittenen¹ eine Jungfrau entehrt, [Sir 30,21] Sirach Sir 28 20 2 1 Die kein rechtmäßiges Ziel haben kann und dieses nie erreicht. @@ -36145,7 +36161,7 @@ Sirach Sir 28 20 32 29 Vergl. [Mt 25,26]. Sirach Sir 28 20 33 Melior est qui celat insipientiam suam, quam homo qui abscondit sapientiam suam. Besser ist, wer seine Torheit verhehlt,³⁰ als wer seine Weisheit verbirgt.³¹ Sirach Sir 28 20 33 30 Der erstere handelt hierbei wenigstens weise. Sirach Sir 28 20 33 31 Wenn er aus Liebe oder Gerechtigkeit verpflichtet war, anderen damit Nutzen zu bringen. -Sirach Sir 28 21 0 Warnung vor der Sünde. (V. 11) Unterschied des Weisen und des Toren. +Sirach Sir 28 21 0 Warnung vor der Sünde. (V. 11) Unterschied des Weisen und des Toren. Sirach Sir 28 21 1 Fili peccasti? non adjicias iterum: sed et de pristinis deprecare ut tibi dimittantur. Mein Sohn! hast du gesündigt, so tue es nicht wieder¹ und bitte auch wegen der früheren um Verzeihung, dass sie dir vergeben werden.² Sirach Sir 28 21 1 1 Damit du dich nicht an die Sünde gewöhnst und Gottes Zorn noch mehr hervorrufest. Sirach Sir 28 21 1 2 Im Folgenden zeigt er besonders, welche Sünden zu fliehen sind. @@ -36199,7 +36215,7 @@ Sirach Sir 28 21 30 Dum maledicit impius diabolum, maledicit ipse animam suam. W Sirach Sir 28 21 30 21 Hebr.: den Widersacher. Denn wenn er wollte und nicht zustimmte, könnte ihn jener nicht zur Sünde verführen. Indem er jenen anklagt, klagt er sich an, indem er jenem flucht, flucht er sich, da er sich jenem überlassen. Sirach Sir 28 21 31 Susurro coinquinabit animam suam, et in omnibus odietur: et qui cum eo manserit, odiosus erit: tacitus et sensatus honorabitur. Der Ohrenbläser befleckt sich selbst und ist bei allen verhasst, und wer bei ihm weilt, wird gehasst, der Verschwiegene und Verständige wird geehrt.²² Sirach Sir 28 21 31 22 Glied 2, 3 Zusätze der Vulgata. -Sirach Sir 28 22 0 Verhalten gegen den Toren. (V. 23) Bewahrung der Freundschaft. (V. 32) Gebet zu Gott. [Sir 23,6] +Sirach Sir 28 22 0 Verhalten gegen den Toren. (V. 23) Bewahrung der Freundschaft. (V. 32) Gebet zu Gott. [Sir 23,6] Sirach Sir 28 22 1 In lapide luteo lapidatus est piger, et omnes loquentur super aspernationem illius. Der Faule ist wie mit einem beschmutzten Steine getroffen¹ und alle reden² über seine Schande. Sirach Sir 28 22 1 1 Griech.: Einem beschmutzten Stein gleicht der Faule. Vulg.: Er ist würdig, damit geworfen zu werden. Sirach Sir 28 22 1 2 Griech.: zischen ihn aus. @@ -36253,7 +36269,7 @@ Sirach Sir 28 22 31 Amicum salutare non confundar, a facie illius non me abscond Sirach Sir 28 22 32 Omnis qui audiet, cavebit se ab eo. Jeder, der es hört, wird sich vor ihm hüten.²⁰ Sirach Sir 28 22 32 20 So wird, was er mir getan, ihn zum Schaden gereichen. Der Weise zeigt in den letzten Versen, was zu meiden und was zu tun ist dem Freunde gegenüber. Sirach Sir 28 22 33 Quis dabit ori meo custodiam, et super labia mea signaculum certum, ut non cadam ab ipsis, et lingua mea perdat me? O dass ich vor meinem Munde eine Wache hätte und auf meinen Lippen ein unverbrüchliches Siegel, dass ich durch dieselben nicht zu Falle komme und meine Zunge mich nicht ins Verderben stürze! [Ps 140,3] -Sirach Sir 28 23 0 Gebet zu Gott. (V. 6) Die Sünden der Zunge, der Ehebruch. +Sirach Sir 28 23 0 Gebet zu Gott. (V. 6) Die Sünden der Zunge, der Ehebruch. Sirach Sir 28 23 1 Domine pater, et dominator vitæ meæ, ne derelinquas me in consilio eorum: nec sinas me cadere in illis. Herr, Vater und Gebieter meines Lebens! überlass mich nicht ihren¹ Anschlägen und lass mich nicht durch sie zu Falle kommen! Sirach Sir 28 23 1 1 Des Mundes und der Zunge. Sirach Sir 28 23 2 Quis superponet in cogitatu meo flagella, et in corde meo doctrinam sapientiæ, ut ignorationibus eorum non parcant mihi, et non appareant delicta eorum, O dass doch Geißeln über meine Gedanken geschwungen würden und vor meinem Herzen die Lehre der Weisheit stände, auf dass meiner bei ihrer² Unwissenheit nicht geschont werde und ihre Sünden nicht offenbar werden;³ @@ -36325,7 +36341,7 @@ Sirach Sir 28 23 36 Derelinquet in maledictum memoriam ejus, et dedecus illius n Sirach Sir 28 23 37 Et agnoscent qui derelicti sunt, quoniam nihil melius est quam timor Dei: et nihil dulcius, quam respicere in mandatis Domini. So werden die Zurückbleibenden dann erkennen, dass nichts besser ist als Gottesfurcht und nichts süßer als die Gebote des Herrn zu betrachten. Sirach Sir 28 23 38 Gloria magna est sequi Dominum: longitudo enim dierum assumetur ab eo. Großer Ruhm ist es, dem Herrn zu folgen; denn dadurch wird die Fülle der Tage³³ erlangt. Sirach Sir 28 23 38 33 Der Schutz Gottes und so die Fülle der Tage. Der Text der Vulgata ist wohl verderbt: assumi te ab eo, das ist die Fülle der Tage, dass du von ihm angenommen wirst. -Sirach Sir 28 24 0 Lob der Weisheit. (Kap. 24) +Sirach Sir 28 24 0 Lob der Weisheit. (Kap. 24) Sirach Sir 28 24 1 Sapientia laudabit animam suam, et in Deo honorabitur, et in medio populi sui gloriabitur, Die Weisheit lobt sich selbst¹ und findet Ehre durch Gott² und rühmt sich inmitten seines Volkes,³ Sirach Sir 28 24 1 1 Im Griech. finden sich V. 3, 4, 5b, 6a, 11 nicht. Vers 3, 4 der Vulgata ist Wiederholung der ersten beiden Verse. Sirach Sir 28 24 1 2 Sie preist sich zu Gottes Ehre. Im Griech. fehlt dieser Zusatz. @@ -36436,7 +36452,7 @@ Sirach Sir 28 24 46 Adhuc doctrinam quasi prophetiam effundam, et relinquam illa Sirach Sir 28 24 46 62 Unter der Eingebung des Geistes Gottes. Sirach Sir 28 24 46 63 Zusatz der Vulgata. Sirach Sir 28 24 47 Videte quoniam non soli mihi laboravi, sed omnibus exquirentibus veritatem. Sehet, dass ich mich nicht für mich allein abmühe, sondern für alle, welche nach Wahrheit trachten. [Sir 33,18] -Sirach Sir 28 25 0 Was verdient Lob. (V. 16) Das böse und das gute Weib. [Sir 26,24] +Sirach Sir 28 25 0 Was verdient Lob. (V. 16) Das böse und das gute Weib. [Sir 26,24] Sirach Sir 28 25 1 In tribus placitum est spiritui meo, quæ sunt probata coram Deo, et hominibus: An drei Dingen habe ich Wohlgefallen und diese werden von Gott und den Menschen gutgeheißen: Sirach Sir 28 25 2 Concordia fratrum, et amor proximorum, et vir et mulier bene sibi consentientes. Eintracht unter Brüdern, Liebe gegen den Nächsten und gutes Einverständnis zwischen Mann und Frau. Sirach Sir 28 25 3 Tres species odivit anima mea, et aggravor valde animæ illorum: Drei Dinge hasst meine Seele und deren Leben ist mir sehr zuwider:¹ @@ -36509,7 +36525,7 @@ Sirach Sir 28 25 35 34 Deiner Leitung folgt, dir eine wirkliche Gehilfin ist. Sirach Sir 28 25 36 A carnibus tuis abscinde illam, ne semper te abutatur. Trenne sie von deinem Leibe,³⁵ damit sie dich nicht immer missbrauche.³⁶ Sirach Sir 28 25 36 35 Anspielung auf [Gen 2,24]. Entlasse sie mit dem Scheidebriefe. 35b und 36b fehlen im Griech. Sirach Sir 28 25 36 36 Eine Ursache zur Ehescheidung ist also nach Ekklesiastikus im Alten Testamente die hartnäckige Widersetzlichkeit der Frau gegen die Herrschaft des Mannes. -Sirach Sir 28 26 0 Das böse und das gute Weib. (V. 24) Verschiedene Sünden und ihre Folgen. [Sir 28,30] +Sirach Sir 28 26 0 Das böse und das gute Weib. (V. 24) Verschiedene Sünden und ihre Folgen. [Sir 28,30] Sirach Sir 28 26 1 Mulieris bonæ beatus vir: numerus enim annorum illius duplex. Glückselig der Mann, der ein gutes Weib hat, denn die Zahl seiner Jahre verdoppelt sich.¹ Sirach Sir 28 26 1 1 Ruhige und zufriedene Jahre werden gleichsam doppelt gerechnet. Sirach Sir 28 26 2 Mulier fortis oblectat virum suum, et annos vitæ illius in pace implebit. Eine wackere Frau macht ihrem Manne Freude und er bringt die Jahre seines Lebens in Frieden zu. @@ -36563,7 +36579,7 @@ Sirach Sir 28 26 27 Et qui transgreditur a justitia ad peccatum, Deus paravit eu Sirach Sir 28 26 27 24 Vergl. [Ps 62,11]. Sirach Sir 28 26 28 Duæ species difficiles et periculosæ mihi apparuerunt, difficile exuitur negotians a negligentia: et non justificabitur caupo a peccatis labiorum. Zwei Dinge scheinen mir schwer und gefährlich zu sein:²⁵ Nur schwer wird ein Kaufmann von Vergehung freibleiben und ein Krämer erhält sich nicht von Zungensünden frei. Sirach Sir 28 26 28 25 Diese Einleitung findet sich nur in der Vulgata. -Sirach Sir 28 27 0 Verschiedene Sünden und ihre Folgen. [Sir 28,30] +Sirach Sir 28 27 0 Verschiedene Sünden und ihre Folgen. [Sir 28,30] Sirach Sir 28 27 1 Propter inopiam multi deliquerunt et qui quærit locupletari, avertit oculum suum. Aus Mangel¹ sündigen viele und wer reich zu werden sucht, wendet sein Auge² ab.³ Sirach Sir 28 27 1 1 Griech.: Wegen dessen, was gleichgültig ist: den Reichtum nannten die Stoiker so. Vergl. [Sir 7,20]. Sirach Sir 28 27 1 2 Vom Rechten und Guten, von Gott. @@ -36636,7 +36652,7 @@ Sirach Sir 28 27 31 38 Doch mögen sie nicht wähnen, dass ihre Anschläge geli Sirach Sir 28 27 32 Laqueo peribunt qui oblectantur casu justorum: dolor autem consumet illos antequam moriantur. In der eigenen Schlinge kommen die um, welche sich über den Fall der Gerechten freuen; und Schmerz zehrt sie auf, noch bevor sie sterben. Sirach Sir 28 27 33 Ira et furor, utraque exsecrabilia sunt, et vir peccator continens erit illorum. Zorn³⁹ und Wut sind beide verabscheuungswürdig, aber der Sünder hegt sie. Sirach Sir 28 27 33 39 V. 33 gehört dem Sinne nach bereits zum nächsten Kapitel: Griech.: Groll und Zorn, auch das sind Greuel. -Sirach Sir 28 28 0 Verschiedene Sünden und ihre Folgen. Der Zorn und seine Folgen. (V. 14) Verleumdung und Nachrede. +Sirach Sir 28 28 0 Verschiedene Sünden und ihre Folgen. Der Zorn und seine Folgen. (V. 14) Verleumdung und Nachrede. Sirach Sir 28 28 1 Qui vindicari vult, a Domino inveniet vindictam, et peccata illius servans servabit. Wer Rache sucht, an dem wird der Herr Rache üben und seine Sünden sicher aufbehalten. [Dtn 32,35, Mt 6,14, Mk 11,25, Röm 12,19] Sirach Sir 28 28 2 Relinque proximo tuo nocenti te: et tunc deprecanti tibi peccata solventur. Vergib deinem Nächsten, wenn er dir Unrecht getan; so¹ werden auch dir, wenn du darum bittest, deine Sünden nachgelassen. Sirach Sir 28 28 2 1 Unter dieser Bedingung. @@ -36702,7 +36718,7 @@ Sirach Sir 28 28 29 33 Falsche Übersetzung, vielmehr: Bewahre mit aller Sorgfa Sirach Sir 28 28 29 34 Und mit derselben Sorgfalt habe acht auf deine Worte, mach dir eine Waage und Gewichte und erwäge alle Worte sorgfältig, ehe du redest. Sirach Sir 28 28 30 Et attende ne forte labaris in lingua, et cadas in conspectu inimicorum insidiantium tibi, et sit casus tuus insanabilis in mortem. Hüte dich, dass du nicht durch deine Zunge strauchelst und vor den Feinden, die dir nachstellen, zu Falle kommest und dein Fall unheilbar sei zum Tode.³⁵ Sirach Sir 28 28 30 35 Diese Worte fehlen in den anderen Texten. -Sirach Sir 28 29 0 Verleihen und Bürgschaft leisten. +Sirach Sir 28 29 0 Verleihen und Bürgschaft leisten. Sirach Sir 28 29 1 Qui facit misericordiam, fneratur proximo suo: et qui prævalet manu, mandata servat. Wer Barmherzigkeit übt,¹ leiht seinem Nächsten,² und wer mit seiner Hand hilfreich ist, hält die Gebote.³ Sirach Sir 28 29 1 1 In der Vulgata sind V. 21, 23 beigefügt wie auch V. 6, 7, 9, 26, 31, 31 Zusätze enthalten. Sirach Sir 28 29 1 2 Wenn dieser es bedarf. @@ -36781,7 +36797,7 @@ Sirach Sir 28 29 34 Exi a facie honoris amicorum meorum: necessitudine domus me Sirach Sir 28 29 34 44 Nachdem er mit dem Seinen die Gäste des Hausherrn bewirtet hat, muss er selbst weichen unter dem Vorwande, es sei ein Würdiger oder dem Hausherrn näher Stehender gekommen. Sirach Sir 28 29 35 Gravia hæc homini habenti sensum: Correptio domus, et improperium fneratoris. Hart sind für einen Mann, der Gefühl hat, Vorwürfe wegen der Beherbergung und Beschimpfung von einem Gläubiger.⁴⁵ Sirach Sir 28 29 35 45 Zwei Dinge: Beschimpfung wegen Aufnahme in einem Hause und Vorwürfe seitens eines Gläubigers. Durch nüchternes und eingezogenes Leben entgeht man beidem. -Sirach Sir 28 30 0 Erziehung. (V. 13) Wahrung der Gesundheit. [Sir 31,2] +Sirach Sir 28 30 0 Erziehung. (V. 13) Wahrung der Gesundheit. [Sir 31,2] Sirach Sir 28 30 1 Qui diligit filium suum, assiduat illi flagella, ut lætetur in novissimo suo, et non palpet proximorum ostia. Wer¹ seinen Sohn lieb² hat, hält ihn beständig unter der Rute,³ damit er am Ende Freude an ihm erlebe und⁴ nicht an der Nachbarn Türen klopfen müsse.⁵ [Spr 13,24; Spr 23,13] Sirach Sir 28 30 1 1 Warnung vor blinder Liebe der Eltern gegen die Kinder. Sirach Sir 28 30 1 2 Ihn wahrhaft lieb hat, ihm Gutes und Glück verschaffen will. @@ -36841,7 +36857,7 @@ Sirach Sir 28 30 26 Zelus et iracundia minuunt dies, et ante tempus senectam add Sirach Sir 28 30 26 31 Vergl. [Sir 11,10]. Sirach Sir 28 30 27 Splendidum cor, et bonum in epulis est: epulæ enim illius diligenter fiunt. Ein freigebiges und fröhliches Herz bewährt sich beim Mahle, denn es trägt für seine Speisen Sorge.³² Sirach Sir 28 30 27 32 Die Vulgata teilt das Griech. in zwei Sätze. Das Hebräische stimmt hiermit nicht ganz überein. -Sirach Sir 28 31 0 Der Reichtum. (V. 11) Gastmähler. [Sir 32,17] +Sirach Sir 28 31 0 Der Reichtum. (V. 11) Gastmähler. [Sir 32,17] Sirach Sir 28 31 1 Vigilia honestatis tabefaciet carnes, et cogitatus illius auferet somnum. Wachen um Reichtums willen verzehrt den Leib und Sorge um denselben verscheucht den Schlaf.¹ Sirach Sir 28 31 1 1 Und macht so den Leib schwach. Sirach Sir 28 31 2 Cogitatus præscientiæ avertit sensum, et infirmitas gravis sobriam facit animam. Die Sorge um künftige Dinge verkehrt den Sinn und eine schwere Krankheit macht den Geist nüchtern.² @@ -36930,7 +36946,7 @@ Sirach Sir 28 31 41 In convivio vini non arguas proximum: et non despicias eum i Sirach Sir 28 31 41 45 Ein Weingelage ist dazu keine passende Gelegenheit; sei auch kein grämlicher Richter, wenn jemand bei solchem fröhlich ist. Sirach Sir 28 31 41 46 Dies ist keine dazu geeignete Zeit. Der Wein ist zur Mehrung der Fröhlichkeit gegeben. Sirach Sir 28 31 42 Verba improperii non dicas illi: et non premas illum in repetendo. Stoße kein beschimpfendes Wort gegen ihn aus und bedränge ihn nicht mit Zurückforderungen. -Sirach Sir 28 32 0 Gastmähler. (V. 17) Der Unterschied zwischen Frommen und Gottlosen. [Sir 33,6] +Sirach Sir 28 32 0 Gastmähler. (V. 17) Der Unterschied zwischen Frommen und Gottlosen. [Sir 33,6] Sirach Sir 28 32 1 Rectorem te posuerunt: noli extolli: esto in illis quasi unus ex ipsis. Hat man dich zum Vorstande¹ gewählt, so überhebe dich nicht, sondern sei unter ihnen wie einer aus ihrer Mitte. Sirach Sir 28 32 1 1 Der Verfasser, der in Ägypten lebt, redet nach der damals herrschenden griechischen Sitte. Man wählte bei größeren Mahlen einen Gastmeister, Mahlkönig. Vergl. [Joh 2,8]: Speisemeister. Sirach Sir 28 32 2 Curam illorum habe, et sic conside, et omni cura tua explicita recumbe: Trage für sie Sorge und dann erst setze dich nieder und nimm Platz, nachdem du alle Sorgfalt angewendet, @@ -36988,7 +37004,7 @@ Sirach Sir 28 32 26 28 Fehlt im Griechischen. Sirach Sir 28 32 26 29 Wem man trauen soll, folgt in Vers 27. Sirach Sir 28 32 27 In omni opere tuo crede ex fide animæ tuæ: hoc est enim conservatio mandatorum. In allem deinem Tun vertraue gläubig deinem Gewissen, denn das heißt in Gottes Geboten wandeln. Sirach Sir 28 32 28 Qui credit Deo, attendit mandatis: et qui confidit in illo, non minorabitur. Wer Gott glaubt, achtet auf die Gebote, und wer auf ihn vertraut, wird an nichts Mangel haben. -Sirach Sir 28 33 0 Der Unterschied zwischen Frommen und Gottlosen. (V. 6) Gottes wunderbare Vorsehung. (V. 15) Mahnungen für den Familienvater. +Sirach Sir 28 33 0 Der Unterschied zwischen Frommen und Gottlosen. (V. 6) Gottes wunderbare Vorsehung. (V. 15) Mahnungen für den Familienvater. Sirach Sir 28 33 1 Timenti Dominum non occurrent mala, sed in tentatione Deus illum conservabit, et liberabit a malis. Dem, der den Herrn fürchtet, widerfährt nichts Böses,¹ sondern in der Anfechtung beschützt ihn Gott und befreit ihn vom Bösen. Sirach Sir 28 33 1 1 Denn Gott beschützt ihn in besonderer Weise und bewirkt, dass ihm alles zum Besten dient. Vergl. [Ps 90,10]. Sirach Sir 28 33 2 Sapiens non odit mandata et justitias, et non illidetur quasi in procella navis. Der Weise hasst die Gebote und die Gerechtigkeit nicht² und wird nicht zerschellt wie das Schiff im Sturme.³ @@ -37061,7 +37077,7 @@ Sirach Sir 28 33 31 38 Vergl. [Phlm 1,10.12]. Sirach Sir 28 33 31 39 Als Menschen, die dir gleich, da er dasselbe Leben hat. Im Griech. folgt noch: so wirst du wie deine Seele ihn an dich fesseln. Sirach Sir 28 33 32 Si læseris eum injuste, in fugam convertetur: Wenn du ihn aber ungerecht misshandelst, so wird er die Flucht ergreifen; Sirach Sir 28 33 33 Et si extollens discesserit; quem quæras, et in qua via quæras illum, nescis. und hat er sich aufgemacht und ist er davongegangen, so weißt du nicht, wen du fragen oder auf welchem Wege du ihn suchen sollst. -Sirach Sir 28 34 0 Mittel, sicheren Schutz zu erwerben. (V. 20) Opfer und Gebet. [Sir 35,26] +Sirach Sir 28 34 0 Mittel, sicheren Schutz zu erwerben. (V. 20) Opfer und Gebet. [Sir 35,26] Sirach Sir 28 34 1 Vana spes, et mendacium viro insensato: et somnia extollunt imprudentes. Eitle und trügerische Hoffnung hegt der Unverständige und Träume machen die Toren stolz.¹ Sirach Sir 28 34 1 1 Was im Träume erscheint, ist nichts Solides, außer dem Menschen Bestehendes. Vergl. [Spr 27,19]. Sirach Sir 28 34 2 Quasi qui apprehendit umbram, et persequitur ventum: sic et qui attendit ad visa mendacia. Wie einer, der nach dem Schatten greifen und den Wind haschen will, so ist, wer auf trügerische Träume hält. @@ -37119,7 +37135,7 @@ Sirach Sir 28 34 29 Unus orans, et unus maledicens: cujus vocem exaudiet Deus? D Sirach Sir 28 34 30 Qui baptizatur a mortuo, et iterum tangit eum, quid proficit lavatio illius? Wer sich wäscht,²⁶ wenn er einen Toten angerührt hat, und denselben doch wieder anrührt, was hilft dem seine Waschung? Sirach Sir 28 34 30 26 Nach der Vorschrift, [Num 19,11-19]. Sirach Sir 28 34 31 Sic homo qui jejunat in peccatis suis: et iterum eadem faciens, quid proficit humiliando se? orationem illius quis exaudiet? So ist der Mensch, welcher seiner Sünden wegen fastet und dieselben dennoch wiederum begeht; was hat er durch seine Verdemütigung gewonnen? Wer wird sein Gebet erhören? [2Petr 2,22] -Sirach Sir 28 35 0 Opfer und Gebet. +Sirach Sir 28 35 0 Opfer und Gebet. Sirach Sir 28 35 1 Qui conservat legem, multiplicat oblationem. Wer das Gesetz hält, bringt reichliche Opfer dar.¹ Sirach Sir 28 35 1 1 Das Opfer ist eine Anerkennung der höchsten Herrschaft Gottes, eine solche ist ebenso die Beobachtung des Gesetzes. Sirach Sir 28 35 2 Sacrificium salutare est attendere mandatis, et discedere ab omni iniquitate. Ein Heilsopfer ist es, auf die Gebote acht zu haben und² sich aller Sünden zu enthalten. [1Sam 15,22] @@ -37166,7 +37182,7 @@ Sirach Sir 28 35 24 Donec reddat hominibus secundum actus suos, et secundum oper Sirach Sir 28 35 25 Donec judicet judicium plebis suæ, et oblectabit justos misericordia sua. bis er Gericht hält und seinem Volke Recht verschafft und die Gerechten durch sein Erbarmen erfreut. Sirach Sir 28 35 26 Speciosa misericordia Dei, in tempore tribulationis, quasi nubes pluviæ in tempore siccitatis. Lieblich ist das Erbarmen Gottes zur Zeit der Not, wie Regenwolken zur Zeit der Trockenheit.²⁰ Sirach Sir 28 35 26 20 Was wird zur Zeit der Trockenheit mehr ersehnt als Regen? -Sirach Sir 28 36 0 Flehen um Gottes Erbarmen. (V. 19) Richtige Wahl. +Sirach Sir 28 36 0 Flehen um Gottes Erbarmen. (V. 19) Richtige Wahl. Sirach Sir 28 36 1 Miserere nostri Deus omnium, et respice nos, et ostende nobis lucem miserationum tuarum: Erbarme dich unser, du Gott über alles! und schau auf uns und¹ zeige uns das Licht deiner Erbarmungen Sirach Sir 28 36 1 1 Dieser Zusatz fehlt in den anderen Texten. Sirach Sir 28 36 2 Et immitte timorem tuum super gentes, quæ non exquisierunt te, ut cognoscant quia non est Deus nisi tu, et enarrent magnalia tua. und sende Furcht über die Völker, welche dich nicht suchen,² damit sie erkennen, dass kein anderer Gott ist außer dir, und deine großen Taten verkünden. @@ -37229,7 +37245,7 @@ Sirach Sir 28 36 27 32 Hebr.: Weinberg. Sirach Sir 28 36 27 33 Ist der Mann umherschweifend und flüchtig. Wer allein ist und keine Familie hat, wandert leicht von Ort zu Ort. Ein solch unsteter Mensch genießt aber bei den Menschen nicht die nötige Achtung. Sirach Sir 28 36 28 Quis credit ei, qui non habet nidum, et deflectens ubicumque obscuraverit, quasi succinctus latro exsiliens de civitate in civitatem? Wer traut dem, der kein Nest³⁴ hat und überall einkehrt, wo es dunkel wird? Er ist wie ein gegürteter Räuber, der von einer Stadt zur anderen eilt. Sirach Sir 28 36 28 34 Festen Wohnsitz. -Sirach Sir 28 37 0 Wahl der Freunde (V. 6), der Ratgeber. (V. 19) Nichts ist ohne guten Rat zu beginnen. (V. 36) Sorge für die Gesundheit. [Sir 38,15] +Sirach Sir 28 37 0 Wahl der Freunde (V. 6), der Ratgeber. (V. 19) Nichts ist ohne guten Rat zu beginnen. (V. 36) Sorge für die Gesundheit. [Sir 38,15] Sirach Sir 28 37 1 Omnis amicus dicet: Et ego amicitiam copulavi: sed est amicus solo nomine amicus. Nonne tristitia inest usque ad mortem? Jeder Freund spricht: Auch ich habe Freundschaft geschlossen! Aber mancher ist nur dem Namen nach Freund. Bringt es nicht Gram bis zum Tode, Sirach Sir 28 37 2 Sodalis autem et amicus ad inimicitiam convertentur. wenn ein Genosse und Freund zum Feinde wird? Sirach Sir 28 37 3 O præsumptio nequissima, unde creata es cooperire aridam malitia, et dolositate illius? O böse Vermessenheit, woher bist du hereingebrochen,¹ die Erde mit Bosheit und Falschheit zu bedecken? @@ -37304,7 +37320,7 @@ Sirach Sir 28 37 32 Noli avidus esse in omni epulatione, et non te effundas supe Sirach Sir 28 37 32 40 Sei nicht gierig nach irgend einem Genusse. Sirach Sir 28 37 33 In multis enim escis erit infirmitas, et aviditas appropinquabit usque ad choleram. denn auf den Genuss vieler Speisen entsteht Beschwerde und die Unmäßigkeit führt zum Erbrechen. Sirach Sir 28 37 34 Propter crapulam multi obierunt: qui autem abstinens est, adjiciet vitam. Durch Unmäßigkeit sind schon viele gestorben; wer aber enthaltsam ist, verlängert sein Leben. -Sirach Sir 28 38 0 Sorge für die Gesundheit. (V. 15) Trauerfeier. (V. 24) Streben nach Weisheit. [Sir 39,15] +Sirach Sir 28 38 0 Sorge für die Gesundheit. (V. 15) Trauerfeier. (V. 24) Streben nach Weisheit. [Sir 39,15] Sirach Sir 28 38 1 Honora medicum propter necessitatem: etenim illum creavit Altissimus. Ehre den Arzt um des Bedürfnisses willen,¹ denn der Allerhöchste hat ihn geschaffen.² Sirach Sir 28 38 1 1 Nach dem Hebr. ist vielmehr zu lesen: bevor du seiner bedarfst. Die ärztliche Kunst scheint damals wenig angesehen gewesen zu sein, dass der Weise mahnen muss, man solle den Arzt ehren, noch bevor man seiner bedarf, nicht nur in der Not. Sirach Sir 28 38 1 2 Hebr.: Der Arzt wird weise von dem Herrn. @@ -37388,7 +37404,7 @@ Sirach Sir 28 38 39 Sed creaturam ævi confirmabunt, et deprecatio illorum in op Sirach Sir 28 38 39 42 Das der Menschheit so großen Nutzen bringt. Sirach Sir 28 38 39 43 Auf nichts Höheres, sondern einzig auf Erfolg in ihrer Kunst. Sirach Sir 28 38 39 44 Diese Worte gehören bereits zum folgenden Kapitel. Griech.: dagegen wer seine Seele darauf richtet und nachsinnt über das Gesetz des Höchsten, der erforscht die Weisheit der Alten usw. Die gleiche Teilung zeigt der syrische Text. -Sirach Sir 28 39 0 Streben nach Weisheit. (V. 15) Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und die Bösen. [Sir 42,14] +Sirach Sir 28 39 0 Streben nach Weisheit. (V. 15) Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und die Bösen. [Sir 42,14] Sirach Sir 28 39 1 Sapientiam omnium antiquorum exquiret sapiens, et in prophetis vacabit. Der Weise erforscht die Weisheit aller Alten¹ und beschäftigt sich mit den Propheten. Sirach Sir 28 39 1 1 Diese soll ja al seine Art Erbschaft an die Späteren übergehen. Vergl. [Ijob 12,12]. Wer diese Alten sind, wird im Folgenden erklärt. An erster Stelle stehen die Propheten. Sirach Sir 28 39 2 Narrationem virorum nominatorum conservabit, et in versutias parabolarum simul introibit. Er behält die Erzählungen berühmter Männer und dringt zugleich in den Sinn ihrer Gleichnisreden ein. @@ -37481,7 +37497,7 @@ Sirach Sir 28 39 40 49 Je nachdem man den Nutzen einer Sache kennt, einer ander Sirach Sir 28 39 40 50 In seinem Nutzen. Sirach Sir 28 39 41 Et nunc in omni corde et ore collaudate, et benedicite nomen Domini. Lobet also nun⁵¹ mit ganzem Herzen und Munde und preiset den Namen des Herrn! Sirach Sir 28 39 41 51 Nach Erwägung alles dessen. -Sirach Sir 28 40 0 Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und die Bösen. +Sirach Sir 28 40 0 Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und die Bösen. Sirach Sir 28 40 1 Occupatio magna creata est omnibus hominibus, et jugum grave super filios Adam, a die exitus de ventre matris eorum, usque in diem sepulturæ, in matrem omnium. Große Mühseligkeit ist für alle Menschen geschaffen¹ und ein schweres Joch liegt auf den Kindern Adams von dem Tage an, wo sie aus dem Mutterleibe hervorgehen, bis auf den Tag, wo sie in der Erde, unser aller Mutter,² begraben werden.³ Sirach Sir 28 40 1 1 Vergl. [Ijob 7,1; Ijob 14,1; Koh 2,23]. Sirach Sir 28 40 1 2 Weil Adam dem Leibe nach von der Erde genommen ist. [Gen 2,7], vergl. [Sir 17,1]. @@ -37557,7 +37573,7 @@ Sirach Sir 28 40 32 In ore imprudentis condulcabitur inopia, et in ventre ejus i Sirach Sir 28 40 32 41 Es ist in der Vulgata vielmehr zu lesen impudentis: des Unverschämten. Einem andern kann solches Leben nicht gefallen. Sirach Sir 28 40 32 42 Er muss auch Strafe und Schaden der Bettelhaftigkeit empfinden. Sirach Sir 28 40 32 43 Er will nicht arbeiten und so Vorsorge treffen, dass er nie Hunger leide, er halt es für sich süßer zu betteln, darum muss er auch bisweilen hungern. -Sirach Sir 28 41 0 Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und auf die Bösen. [Sir 42,14] +Sirach Sir 28 41 0 Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und auf die Bösen. [Sir 42,14] Sirach Sir 28 41 1 O mors quam amara est memoria tua homini pacem habenti in substantiis suis: O Tod! wie bitter ist die Erinnerung an dich für einen Menschen, der seinen Frieden in seinem Reichtume findet;¹ Sirach Sir 28 41 1 1 Hebr.: Der mit Reichtümern ausgestattet ist, die ihm gestatten, Vergnügen zu genießen. Griech.: für den ruhig in seinem Eigentum Lebenden. Sirach Sir 28 41 2 Viro quieto, et cujus viæ directæ sunt in omnibus, et adhuc valenti accipere cibum! für einen sorgenfreien Mann, dem es wohl geht in allen Dingen und der noch imstande ist, Speise zu sich zu nehmen!² @@ -37617,7 +37633,7 @@ Sirach Sir 28 41 27 29 Besser griech.: deiner. Sirach Sir 28 41 28 Ab amicis de sermonibus improperii: et cum dederis, ne improperes. Schäme dich vor Freunden über Schmähreden.³⁰ Hast du etwas geschenkt, so rücke es nicht vor.³¹ Sirach Sir 28 41 28 30 Gegen dieselben. Sirach Sir 28 41 28 31 Sonst hört das Geschenkte auf, eine Wohltat zu sein. -Sirach Sir 28 42 0 Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und auf die Bösen. (V. 14) Lob Gottes aus den Geschöpfen. [Sir 43,37] +Sirach Sir 28 42 0 Betrachtung der Werke Gottes in Rücksicht auf die Guten und auf die Bösen. (V. 14) Lob Gottes aus den Geschöpfen. [Sir 43,37] Sirach Sir 28 42 1 Non duplices sermonem auditus, de revelatione sermonis absconditi, et eris vere sine confusione, et invenies gratiam in conspectu omnium hominum: ne pro his omnibus confundaris, et ne accipias personam ut delinquas. Erzähle nicht weiter, was du gehört hast, und offenbare nicht Geheimnisse;¹ so wirst du wahrlich nicht zuschanden werden, sondern bei allen Menschen Gunst finden.² Aller dieser Dinge schäme dich nicht und sündige nicht aus Rücksicht auf irgend jemand.³ [Lev 19,15; Dtn 1,17; Dtn 16,19; Spr 24,23; Jak 2,1] Sirach Sir 28 42 1 1 Die dir anvertraut sind. Sirach Sir 28 42 1 2 Griech.: so wirst du in Wahrheit schamhaft sein und bei allen usw. Dieser Satz ist besser noch zum vorigen Kapitel zu ziehen. @@ -37680,7 +37696,7 @@ Sirach Sir 28 42 25 34 Verschieden voneinander (hebr.), so zwei Geschlechter, b Sirach Sir 28 42 26 Uniuscujusque confirmavit bona. Et quis satiabitur videns gloriam ejus? Er erhält in jedem, was gut ist.³⁵ Und wer mag sich satt schauen an seiner Herrlichkeit?³⁶ Sirach Sir 28 42 26 35 Diese Verschiedenheit ist notwendig, wie sie schön ist, ein Wesen stützt das Wohlergehen des anderen. Sirach Sir 28 42 26 36 Wie sie sich in der Natur offenbart. -Sirach Sir 28 43 0 Lob Gottes aus den Geschöpfen. +Sirach Sir 28 43 0 Lob Gottes aus den Geschöpfen. Sirach Sir 28 43 1 Altitudinis firmamentum pulchritudo ejus est, species cli in visione gloriæ. Das Himmelsgewölbe in der Höhe ist sein Prachtwerk, die Schönheit des Himmels eine Kundgebung seiner Herrlichkeit. Sirach Sir 28 43 2 Sol in aspectu annuntians in exitu, vas admirabile opus excelsi. Die Sonne verkündet ihn bei ihrem Aufgange durch ihr Erscheinen als ein wunderbares Gebilde, ein Werk des Allerhöchsten. Sirach Sir 28 43 3 In meridiano exurit terram, et in conspectu ardoris ejus quis poterit sustinere? Fornacem custodiens in operibus ardoris: Am Mittage brennt sie auf die Erde hernieder und wer kann ihre Glut ertragen?¹ Man unterhält² den Ofen zur Arbeit in der Glut, @@ -37754,7 +37770,7 @@ Sirach Sir 28 43 36 34 Als das wenige, was wir erkennen. Sirach Sir 28 43 36 35 Vergl. [Ijob 26,14]. Sirach Sir 28 43 37 Omnia autem Dominus fecit, et pie agentibus dedit sapientiam. Alles aber hat der Herr geschaffen und denen, die gottselig leben, hat er Weisheit verliehen.³⁶ Sirach Sir 28 43 37 36 Durch diese aber erlangen wir die wahre Erkenntnis der Dinge, durch welche wir uns zur Erkenntnis und Liebe Gottes erheben. -Sirach Sir 28 44 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] a. Die Väter. +Sirach Sir 28 44 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] a. Die Väter. Sirach Sir 28 44 1 Laudemus viros gloriosos, et parentes nostros in generatione sua. Lasset uns loben¹ die ruhmvollen Männer, die Ahnen unseres Geschlechtes.² Sirach Sir 28 44 1 1 Im Hebr. lautet der Titel: Lob der Väter. Bis V. 15 wird das Lob im Allgemeinen verkündet, alsdann werden einzelne gepriesen. Sirach Sir 28 44 1 2 Die Vorfahren in den einzelnen Geschlechtern. @@ -37810,7 +37826,7 @@ Sirach Sir 28 44 26 26 Segen der Erstgeburt. Sirach Sir 28 44 26 27 Das dem Erstgeborenen zukam. Sirach Sir 28 44 27 Et conservavit illi homines misericordiæ, invenientes gratiam in oculis omnis carnis. Und er ließ aus ihm Männer²⁸ der Begnadigung hervorgehen, die in den Augen aller Menschen Gnade fanden. Sirach Sir 28 44 27 28 Griech. Hebr.: einen Mann (Moses). Demgemäß wird im Griech. [Sir 45,1] auf das engste an [Sir 44,27] angeschlossen. -Sirach Sir 28 45 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] b. Moses, Aaron, Phinees. +Sirach Sir 28 45 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] b. Moses, Aaron, Phinees. Sirach Sir 28 45 1 Dilectus Deo, et hominibus Moyses: cujus memoria in benedictione est. Moses war von Gott und Menschen geliebt, sein Gedächtnis ist im Segen. [Ex 11,3] Sirach Sir 28 45 2 Similem illum fecit in gloria sanctorum, et magnificavit eum in timore inimicorum, et in verbis suis monstra placavit. Ihn hat Gott den Heiligen¹ gleich verherrlicht, ihn erhöht zum Schrecken der Feinde² und auf sein Wort ließ Er die Wunderzeichen aufhören.³ Sirach Sir 28 45 2 1 Den heiligen Patriarchen, die zuvor genannt sind. @@ -37874,7 +37890,7 @@ Sirach Sir 28 45 30 Ideo statuit illi testamentum pacis, principem sanctorum et Sirach Sir 28 45 31 Et testamentum David regi filio Jessæ de tribu Juda, hereditas ipsi et semini ejus, ut daret sapientiam in cor nostrum judicare gentem suam in justitia, ne abolerentur bona ipsorum, et gloriam ipsorum in gentem eorum æternam fecit. Wie³¹ der Bund, den Er mit David, dem Könige, dem Sohne Jesses aus dem Stamme Juda, schloss, als Erbe für jenen und seine Nachkommen, dass Er unserem Herzen Weisheit verleihen wolle, um Sein Volk gerecht zu richten, damit ihre Wohlfahrt nicht schwinde, sondern ihre Herrlichkeit bei ihrem Volke ewig bleibe.³² Sirach Sir 28 45 31 31 Wie das Hohepriestertum auf ewig einer Familie und einem in derselben übertragen ist, so einer Familie die Königswürde, die einer innehaben soll. Sirach Sir 28 45 31 32 Das Hebr. und Griech. schließt mit einer Aufforderung an die Priester, Gott zu preisen. Im Griech. lautet V. 31: Wie die Bundesverheißung Davids, des Isai Sohn, aus dem Stamme Juda, war, dass das Königserbe nur von Sohn zu Sohn gehen sollte, so gehört das priesterliche Erbe Aaron und seiner Nachkommenschaft. Der Herr gebe euch Weisheit in euer Herz, sein Volk zu richten in Gerechtigkeit, dass ihr Heil nicht verschwinde und ihre Herrlichkeit ihren Geschlechtern. -Sirach Sir 28 46 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] c. Josue, Kaleb, Richter, Samuel. +Sirach Sir 28 46 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] c. Josue, Kaleb, Richter, Samuel. Sirach Sir 28 46 1 Fortis in bello Jesus Nave successor Moysi in prophetis, qui fuit magnus secundum nomen suum. Ein Held im Kriege war Josue, der Sohn Naves, der Nachfolger Moses im Prophetenamte,¹ groß seinem Namen gemäß;² Sirach Sir 28 46 1 1 [Num 27,16-23] Sirach Sir 28 46 1 2 Jahve ist Heil. @@ -37916,7 +37932,7 @@ Sirach Sir 28 46 22 16 Dem König. Sirach Sir 28 46 22 17 [2Sam 12,3] Sirach Sir 28 46 23 Et post hoc dormivit, et notum fecit regi, et ostendit illi finem vitæ suæ, et exaltavit vocem suam de terra in prophetia delere impietatem gentis. Und darnach, als er schon entschlafen war, gab er dem Könige Kunde und zeigte ihm seines Lebens Ende an und erhob aus der Erde seine Stimme zur Weissagung, des Volkes gottloses Wesen zu vertilgen.¹⁸ Sirach Sir 28 46 23 18 [1Sam 28,11ff] -Sirach Sir 28 47 0 Gottes Lob in seinen Heiligen [Sir 50,26] d. Nathan, David, Salomon. +Sirach Sir 28 47 0 Gottes Lob in seinen Heiligen [Sir 50,26] d. Nathan, David, Salomon. Sirach Sir 28 47 1 Post hæc surrexit Nathan propheta in diebus David. Hierauf trat Nathan als Prophet auf in den Tagen Davids. [2Sam 12,1] Sirach Sir 28 47 2 Et quasi adeps separatus a carne, sic David a filiis Israel. Wie das Fettstück, das vom Fleische ausgesondert wird,¹ so war David unter den Söhnen Israels. Sirach Sir 28 47 2 1 Das Fettstück allein wurde vom Friedopfer auf dem Altare verbrannt. So war David in ganz besonderer Weise Gott geweiht und genehm. @@ -37978,7 +37994,7 @@ Sirach Sir 28 47 29 29 Vergl. [2Kön 17,7-18]. Sirach Sir 28 47 30 Valde averterunt illos a terra sua. Durch diese wurden sie weit aus ihrem Lande weggeführt. Sirach Sir 28 47 31 Et quæsivit omnes nequitias usque dum perveniret ad illos defensio, et ab omnibus peccatis liberavit eos. Sie sannen auf jeglichen Frevel, bis die Rache über sie kam und allen ihren Sünden ein Ende machte.³⁰ Sirach Sir 28 47 31 30 Der letzte Teil dieses Verses fehlt in den anderen Texten. -Sirach Sir 28 48 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] f. Elias, Eliseus, Ezechias, Isaias. +Sirach Sir 28 48 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] f. Elias, Eliseus, Ezechias, Isaias. Sirach Sir 28 48 1 Et surrexit Elias propheta, quasi ignis, et verbum ipsius quasi facula ardebat. Und¹ es erhob sich der Prophet Elias, dem Feuer gleich und sein Wort brannte gleich einer Fackel.² [1Kön 17,1] Sirach Sir 28 48 1 1 Hebr.: Bis. Auch wird der Name am Anfange nicht genannt. Sirach Sir 28 48 1 2 Vergl. [Mal 4,1]. @@ -38032,7 +38048,7 @@ Sirach Sir 28 48 26 In diebus ipsius retro rediit sol, et addidit regi vitam. In Sirach Sir 28 48 27 Spiritu magno vidit ultima, et consolatus est lugentes in Sion. Usque in sempiternum. Mit erhabenem Geiste schaute er die ferne Zukunft und tröstete die Betrübten in Sion.²⁵ Bis zur Ewigkeit hin Sirach Sir 28 48 27 25 Der Weise hat hier den zweiten Teil der Prophezeiung Isaias im Auge. Sirach Sir 28 48 28 Ostendit futura et abscondita antequam evenirent. verkündigte er, was künftig geschehen wird, und das Verborgene, ehe es geschah. -Sirach Sir 28 49 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] g. Josias, Jeremias, Ezechiel, die zwölf kleinen Propheten Josue (Sohn Josedeks), Nehemias, Henoch, Joseph, Seth, Sem, Adam. +Sirach Sir 28 49 0 Gottes Lob in seinen Heiligen. [Sir 50,26] g. Josias, Jeremias, Ezechiel, die zwölf kleinen Propheten Josue (Sohn Josedeks), Nehemias, Henoch, Joseph, Seth, Sem, Adam. Sirach Sir 28 49 1 Memoria Josiæ in compositionem odoris facta opus pigmentarii. Das Andenken des Josias ist wie eine Mischung von Wohlgerüchen, bereitet vom Salbenmischer. [2Kön 22,1] Sirach Sir 28 49 2 In omni ore quasi mel indulcabitur ejus memoria, et ut musica in convivio vini. In jedem Munde ist das Andenken an ihn süß wie Honig und wie Musik bei einem Weingelage. Sirach Sir 28 49 3 Ipse est directus divinitus in pnitentiam gentis, et tulit abominationes impietatis. Er war von Gott zur Bekehrung des Volkes bestimmt und schaffte die Greuel der Gottlosigkeit ab. @@ -38062,7 +38078,7 @@ Sirach Sir 28 49 18 8 [Gen 50,26, Ex 13,19] Sirach Sir 28 49 18 9 Diesen Zusatz hat einzig die Vulgata. Gemeint ist wohl die Erfüllung der Voraussagung [Gen 50,25]. Sirach Sir 28 49 19 Seth, et Sem apud homines gloriam adepti sunt: et super omnem animam in origine Adam. Seth und Sem wurden unter den Menschen berühmt,¹⁰ doch über alle lebenden Wesen ist Adam durch seine Erschaffung erhaben. [Gen 4,25] Sirach Sir 28 49 19 10 Der syr. Text fügt als dritten Enos bei. Seth war der Vater der Frommen, der Söhne Gottes. [Gen 4,25; Gen 6,1] Enos begann den Namen des Herrn anzurufen. [Gen 4,26] Sem ist der Vater aller Söhne Hebers, der Semiten. [Gen 10,21] -Sirach Sir 28 50 0 Gottes Lob in seinen Heiligen: Simon, Sohn des Onias. (V. 26) Drei verabscheute Völker. +Sirach Sir 28 50 0 Gottes Lob in seinen Heiligen: Simon, Sohn des Onias. (V. 26) Drei verabscheute Völker. Sirach Sir 28 50 1 Simon Oniæ filius, sacerdos magnus, qui in vita sua suffulsit domum, et in diebus suis corroboravit templum. Simon, der Sohn des Onias, der Hohepriester, stützte bei seinen Lebzeiten das Haus des Herrn und festigte in seinen Tagen den Tempel. Sirach Sir 28 50 2 Templi etiam altitudo ab ipso fundata est, duplex ædificatio et excelsi parietes templi. Durch ihn ward der Grund zum Hochbau des Tempels gelegt, der Doppelbau und die hohe Ummauerung des Tempels. Sirach Sir 28 50 3 In diebus ipsius emanaverunt putei aquarum, et quasi mare adimpleti sunt supra modum. In seinen Tagen flossen die Wasserbrunnen über und füllten sich übervoll gleich dem Meere.¹ @@ -38111,7 +38127,7 @@ Sirach Sir 28 50 29 Doctrinam sapientiæ et disciplinæ scripsit in codice isto Sirach Sir 28 50 29 17 Hebr.: Simon, der Sohn Jesus, des Sohnes Eleazars, des Sohnes Sira. Sirach Sir 28 50 30 Beatus, qui in istis versatur bonis: qui ponit illa in corde suo, sapiens erit semper. Glückselig ist, wer in diesem Guten wandelt; wer es zu Herzen nimmt, wird immer weise sein. Sirach Sir 28 50 31 Si enim hæc fecerit, ad omnia valebit: quia lux Dei, vestigium ejus est. Denn wenn er darnach handelt, wird er zu allem tüchtig sein, da das Licht Gottes sein Wegweiser ist. -Sirach Sir 28 51 0 Gebet Jesus, des Sohnes Sirachs. +Sirach Sir 28 51 0 Gebet Jesus, des Sohnes Sirachs. Sirach Sir 28 51 1 Oratio Jesu filii Sirach: Confitebor tibi Domine rex, et collaudabo te Deum salvatorem meum. Gebet Jesus', des Sohnes Sirachs:¹ Ich preise dich, o Herr und König! und lobe dich, Gott, meinen Retter!² Sirach Sir 28 51 1 1 Der Weise redet in der Person des Volkes Gottes. (Rhaban) Sirach Sir 28 51 1 2 Mit solchem Preise beginnt auch David die Danksagung für seine Befreiung. [Ps 17; 2Sam 22] @@ -38168,7 +38184,7 @@ Sirach Sir 28 51 38 Operamini opus vestrum ante tempus, et dabit vobis mercedem Sirach Sir 28 51 38 16 Im Lobe der Weisheit, das mein ganzes Buch enthält. Sirach Sir 28 51 38 17 Gott. Sirach Sir 28 51 38 18 Im Hebr. folgt noch eine Doxologie, der Name des Verfassers und eine zweite Lobpreisung Gottes. -Jesaja Jes 29 1 0 I. Erster Teil. Kap. 1-37 Vorrede. (Kap. 1) A. Undank und Frevel des Volkes. (V. 9) B. Strafe: Verwerfung der Opfer. (Vers 20) C. Gottes Gerichte gereichen zur Auferstehung und zum Falle. +Jesaja Jes 29 1 0 I. Erster Teil. Kap. 1-37 Vorrede. (Kap. 1) A. Undank und Frevel des Volkes. (V. 9) B. Strafe: Verwerfung der Opfer. (Vers 20) C. Gottes Gerichte gereichen zur Auferstehung und zum Falle. Jesaja Jes 29 1 1 VISIO Isaiæ filii Amos, quam vidit super Judam et Jerusalem in diebus Oziæ, Joathan, Achaz, et Ezechiæ regum Juda. Gesicht¹ Isaias', des Sohnes des Amos, welches er über Juda² und Jerusalem³ geschaut, in den Tagen Ozias', Joathans, Achaz' und Ezechias', der Könige von Juda. Jesaja Jes 29 1 1 1 Die Propheten schauten mit dem Auge des Geistes die Zukunft. (Cyr., Al.) Der Name Seher deutet die Sicherheit und Gewissheit der Weissagung an. Jesaja Jes 29 1 1 2 Das auserwählte Volk bildet den von Gott gesetzten Mittelpunkt der Weltgeschichte. @@ -38234,7 +38250,7 @@ Jesaja Jes 29 1 30 32 Die Verödung der Kultusstätte findet ein Spiegelbild in Jesaja Jes 29 1 31 Et erit fortitudo vestra, ut favilla stuppæ, et opus vestrum quasi scintilla: et succendetur utrumque simul, et non erit qui exstinguat. Und eure Kraft³³ wird wie glimmende Wergasche sein und euer Tun wie ein Funke!³⁴ beide werden zumal entbrennen und niemand wird sein, der lösche. Jesaja Jes 29 1 31 33 Der Inbegriff alles dessen, worauf ihre eure Hoffnung setzt, soll sich als nichtig erweisen und euer Tun selbst das unabwendbare Unglück aus sich erzeugen. Jesaja Jes 29 1 31 34 Hebr.: Und es wird der Vermögende zum Werge und sein Werk zum Funken. -Jesaja Jes 29 2 0 1. Erste Reihe von Weissagungen. (Kap. 2-5) A. Der Berg des Herrn. (V. 4) B. Das Haus Israel ist fern vom Gottesbunde. (V. 9) C. Der über alles erhabene Tag des Herrn. +Jesaja Jes 29 2 0 1. Erste Reihe von Weissagungen. (Kap. 2-5) A. Der Berg des Herrn. (V. 4) B. Das Haus Israel ist fern vom Gottesbunde. (V. 9) C. Der über alles erhabene Tag des Herrn. Jesaja Jes 29 2 1 Verbum, quod vidit Isaias, filius Amos, super Juda et Jerusalem. Das Wort,¹ welches Isaias schaute, der Sohn des Amos, über Juda und Jerusalem.² Jesaja Jes 29 2 1 1 Hebräismus: Gegenstand, Inhalt der Vision. Für die Vermittlung der Ideen mussten an dem Seher schon bekannte Dinge und Zustände angeknüpft werden, doch kann die Darstellung eines Gedankens von den Schranken der Zeit und des Raumes absehen. Jesaja Jes 29 2 1 2 Juda und Jerusalem sind hier in ihrer historischen und typischen Bedeutung gefasst. (Cyr. Alex.) @@ -38286,7 +38302,7 @@ Jesaja Jes 29 2 20 28 Den Tierdienst. (Ephr., Theodor) Die gewählten Tiere zei Jesaja Jes 29 2 21 Et ingredietur scissuras petrarum, et in cavernas saxorum a facie formidinis Domini, et a gloria majestatis ejus, cum surrexerit percutere terram. und werden sich verbergen in die Steinklüfte und Felsenhöhlen vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich erhebt, das Land zu schlagen. Jesaja Jes 29 2 22 Quiescite ergo ab homine, cujus spiritus in naribus ejus, est, quia excelsus reputatus est ipse. Darum lasset ab von dem Menschen, dessen Lebenshauch in seiner Nase ist,²⁹ denn er ist erhaben geachtet. Jesaja Jes 29 2 22 29 Der letzte Teil ist dem Hebr. wie dem Zusammenhange gemäß unbedingt als Frage zu fassen: O lasset doch fahren den Menschen, in dessen Nase ein Hauch ist, denn wofür ist er geachtet? (Hebr.) Hängt das Leben an einem schwachen Hauche, wie leicht kann man es ersticken! So höret denn auf, euch den Menschen sklavisch zu unterwerfen! (Chald.) -Jesaja Jes 29 3 0 D. Das Gericht über Juda und Jerusalem. (V. 11) E. Das Gericht über die Fürsten und die Frauen. (3,12 4,1) +Jesaja Jes 29 3 0 D. Das Gericht über Juda und Jerusalem. (V. 11) E. Das Gericht über die Fürsten und die Frauen. (3,12 4,1) Jesaja Jes 29 3 1 Ecce enim dominator Dominus exercituum auferet a Jerusalem, et a Juda validum et fortem, omne robur panis, et omne robur aquæ: Denn siehe, der Allherrscher, der Herr der Heerscharen, wird von Jerusalem und Juda Starke und Tapfere nehmen, jede Stütze an Brot und jede Stütze an Wasser, Jesaja Jes 29 3 2 Fortem, et virum bellatorem, judicem, et prophetam, et ariolum, et senem: Helden und Krieger, Richter und Propheten, Wahrsager und Älteste,¹ Jesaja Jes 29 3 2 1 Krieg und Kampf soll Israel nicht retten, die Krieger fallen oder werden von den Feinden in Gefangenschaft fortgeführt und auch die Rechtspflege und das ganze Volkswesen löst sich auf. Weder Propheten noch Wahrsager werden helfen können, jene nicht, entweder weil Gott keine erweckt [Ps 73,9] oder zur Strafe des Volkes ihnen keine Antwort erteilt [Klgl 2,9], oder weil die warnende Stimme vergebens verhallt; [Jer 43,2ff] Zauberer und Wahrsager können nicht helfen, weil sie durch die Ereignisse Lügen gestraft und dem Verderben anheimgefallen sind. @@ -38336,7 +38352,7 @@ Jesaja Jes 29 3 24 Et erit pro suavi odore ftor, et pro zona funiculus, et pro c Jesaja Jes 29 3 25 Pulcherrimi quoque viri tui gladio cadent, et fortes tui in prlio. Auch deine schönsten Männer werden durch das Schwert fallen und deine Tapferen im Kampfe. Jesaja Jes 29 3 26 Et mrebunt atque lugebunt portæ ejus, et desolata in terra sedebit. Und seine Tore werden trauern und klagen und es wird trostlos auf dem Boden sitzen.²³ Jesaja Jes 29 3 26 23 Die Trauer der Frauen zusammenfassend, erblickt der Seher in ihr in poetischer Weise die Trauer der gemeinsamen Mutter, der Hauptstadt Jerusalem. Daher V. 25: deine Männer. -Jesaja Jes 29 4 0 F. Der Spross des Herrn in Herrlichkeit. +Jesaja Jes 29 4 0 F. Der Spross des Herrn in Herrlichkeit. Jesaja Jes 29 4 1 Et apprehendent septem mulieres virum unum in die illa, dicentes: Panem nostrum comedemus, et vestimentis nostris operiemur: tantummodo invocetur nomen tuum super nos, aufer opprobrium nostrum. Und sieben¹ Weiber werden in jener Zeit einen Mann festhalten² und sprechen:³ Wir wollen unser eigenes Brot essen und uns mit unsern eigenen Gewändern kleiden, nur lass uns nach deinem Namen heißen⁴ und nimm unsere Schmach hinweg!⁵ Jesaja Jes 29 4 1 1 Bestimmte Zahl für die unbestimmte. Jesaja Jes 29 4 1 2 Sie wollen dem Fluche [Dtn 7,14] entgehen. @@ -38357,7 +38373,7 @@ Jesaja Jes 29 4 5 12 Während im Alten Bunde Gott nur bei der Bundeslade gegenw Jesaja Jes 29 4 5 13 Dieser Schutz wird V. 6 näher beschrieben. Jesaja Jes 29 4 6 Et tabernaculum erit in umbraculum diei ab æstu, et in securitatem, et absconsionem a turbine, et a pluvia. Und ein Gezelt wird da sein zum Schatten bei Tage gegen die Hitze und zur Zuflucht und zum Verbergen vor Unwetter und Regen.¹⁴ Jesaja Jes 29 4 6 14 Auch dem neuen Gottesvolke werden schlimme Feinde auflauern, deren Angriffe der sengenden Gluthitze, dem Gewittersturme und dem überschwemmenden Regen verglichen werden. Doch machtlos prallen sie alle ab vom Gezelte Gottes. Vergl. [Mt 16,18]. So sind die fortdauernde Gnadengegenwart Gottes, die derselben entsprechende und der Kirche wesentlich bleibende Heiligkeit und die Unüberwindlichkeit als Kennzeichen der Kirche genannt. -Jesaja Jes 29 5 0 G. Gleichnislied vom Weinberge. (V. 7) Anwendung des Gleichnisses: H. Wehe den Habsüchtigen und üppigen Lebemännern. (V. 17) J. Wehe den hochmütigen Verächtern Gottes und den ungerechten Richtern. (V. 23) K. Verwüstung des Weinberges. +Jesaja Jes 29 5 0 G. Gleichnislied vom Weinberge. (V. 7) Anwendung des Gleichnisses: H. Wehe den Habsüchtigen und üppigen Lebemännern. (V. 17) J. Wehe den hochmütigen Verächtern Gottes und den ungerechten Richtern. (V. 23) K. Verwüstung des Weinberges. Jesaja Jes 29 5 1 Cantabo dilecto meo canticum patruelis mei vineæ suæ. Vinea facta est dilecto meo in cornu filio olei. Ich will meinem Geliebten singen, ein Lied meines Geliebten von seinem Weinberge.¹ Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel.² [Jer 2,21] Jesaja Jes 29 5 1 1 Der Prophet ist als vertrauter Freund Gottes Mitwisser seiner Gedanken. Er singt, was er von Gott gehört, und seine Rede gilt dem Preise des Geliebten, des Herrn der Heerscharen. Jesaja Jes 29 5 1 2 Eigentlich auf einem Horne, einem einzeln aufragenden Hügel. @@ -38423,7 +38439,7 @@ Jesaja Jes 29 5 29 Rugitus ejus ut leonis, rugiet ut catuli leonum: et frendet, Jesaja Jes 29 5 29 34 Der Löwe ist das Bild der unwiderstehlichen Macht, die bei aller Wildheit noch eine gewisse erhabene Majestät des Schreckens um sich verbreitet. Das Unwiderstehliche und Allgemeine bringt noch insbesondere V. 30 zum Ausdruck. Jesaja Jes 29 5 30 Et sonabit super eum in die illa sicut sonitus maris: aspiciemus in terram, et ecce tenebræ tribulationis, et lux obtenebrata est in caligine ejus. Es braust über selbes an jenem Tage, wie Meerestosen. Wir schauen auf das Land, siehe da Finsternis der Drangsal und das Licht ist erloschen in deren Dunkel.³⁵ Jesaja Jes 29 5 30 35 Die Gleichnisrede bringt symbolisch den ganzen Verlauf der Geschichte des auserwählten Volkes zur Darstellung: es ist die Verwerfung der treulosen Synagoge ausgedrückt. An der Herbeiführung dieses Ergebnisses beteiligen sich die Weltmächte nacheinander, Assyrier, Babylonier, Römer, die es endlich durch Zerstörung des Tempels zum Abschluss bringen. -Jesaja Jes 29 6 0 Die Berufungsvision. (Kap. 6) A. Beschreibung der Theophanie. (V. 4) B. Isaias Einführung ins Prophetenamt. (V. 7) C. Gegenstand und Erfolg der Sendung. +Jesaja Jes 29 6 0 Die Berufungsvision. (Kap. 6) A. Beschreibung der Theophanie. (V. 4) B. Isaias Einführung ins Prophetenamt. (V. 7) C. Gegenstand und Erfolg der Sendung. Jesaja Jes 29 6 1 In anno, quo mortuus est rex Ozias, vidi Dominum sedentem super solium excelsum et elevatum: et ea, quæ sub ipso erant, replebant templum: Im Jahre, in dem der König Ozias starb,¹ sah ich den Herrn auf einem hohen und erhabenen Throne sitzen² und das, was unter ihm war,³ erfüllte den Tempel.⁴ Jesaja Jes 29 6 1 1 757 v. Chr. (nach anderen anders). Jesaja Jes 29 6 1 2 Als König des Weltalls. @@ -38459,7 +38475,7 @@ Jesaja Jes 29 6 12 20 Das Volk ist reif für das [Lev 26,31] angedrohte Gericht Jesaja Jes 29 6 13 Et adhuc in ea decimatio, et convertetur, et erit in ostensionem sicut terebinthus, et sicut quercus, quæ expandit ramos suos: semen sanctum erit id, quod steterit in ea. Und ist daselbst noch ein Zehnteil, so wird es wiederkehren²¹ und zur Schau sein wie eine Terebinthe und wie eine Eiche, die ihre Äste²² ausbreitet; ein heiliger Same wird sein, was daselbst übrigbleibt. Jesaja Jes 29 6 13 21 Der lateinische Text ist hier aus der alten Übersetzung beibehalten. Den Sinn gibt die Übersetzung in Übereinstimmung mit dem Hebr. und Griech. wieder. Jesaja Jes 29 6 13 22 Ihre abgestorbenen Äste. Hebr.: Und ist darin noch ein Zehnteil, so fällt auch dieses der Vernichtung anheim, gleich der Terebinthe und gleich der Eiche, von welcher beim Fällen ein Wurzelstumpf bleibt ein heiliger Same ist sein Wurzelstock. Sion wird durch Gericht erlöst. [Jes 1,27] -Jesaja Jes 29 7 0 2. Zweite Reihe der Prophezeiungen. (Kap. 7-12) A. Erster Abschnitt. (7,1-25) a. Der Plan der Feinde wird keinen Bestand haben. (V. 9) b. Das Gotteszeichen: Emanuel, der Sohn der Jungfrau. (V. 16) c. Die seitens der Assyrier bevorstehenden Heimsuchungen. +Jesaja Jes 29 7 0 2. Zweite Reihe der Prophezeiungen. (Kap. 7-12) A. Erster Abschnitt. (7,1-25) a. Der Plan der Feinde wird keinen Bestand haben. (V. 9) b. Das Gotteszeichen: Emanuel, der Sohn der Jungfrau. (V. 16) c. Die seitens der Assyrier bevorstehenden Heimsuchungen. Jesaja Jes 29 7 1 Et factum est in diebus Achaz filii Joathan, filii Oziæ regis Juda, ascendit Rasin rex Syriæ, et Phacee, filius Romeliæ rex Israel, in Jerusalem, ad prliandum contra eam: et non potuerunt debellare eam. Und¹ es geschah in den Tagen Achaz',² des Sohnes Joathans, des Sohnes des Ozias, des Königs von Juda, zogen Rasin, der König von Syrien, und Phakee, der Sohn Romelias, der König von Israel, heran gegen Jerusalem, um dasselbe anzugreifen; aber sie vermochten es nicht zu erobern.³ Jesaja Jes 29 7 1 1 Zwischen Ozias und Achaz liegen sechzehn Jahre. Isaias hat Während derselben den Befehl des Herrn erfüllt. Jesaja Jes 29 7 1 2 Rasin und Phakee haben es auf den Sturz der davidischen Dynastie abgesehen und rüsten sich nach den [2Kön 16,6] und [2Chr 28,5.6] berichteten Siegen zum letzten Entscheidungskampfe. @@ -38527,7 +38543,7 @@ Jesaja Jes 29 7 24 Cum sagittis et arcu ingredientur illuc: vepres enim et spin Jesaja Jes 29 7 24 41 Bei der Verödung nehmen wilde Tiere überhand, so dass man die Weinberge nur mit Waffen betreten, ja daselbst jagen kann. Da der geistige Weinberg Judas so verkommen ist, wird auch das Land die Spuren des Gerichtes zeigen. Jesaja Jes 29 7 25 Et omnes montes, qui in sarculo sarrientur, non veniet illuc terror spinarum et veprium, et erit in pascua bovis, et in conculcationem pecoris. Und um alle Berge, die man mit der Hacke umzuhacken pflegte, wird keine Sorge mehr sein vor Disteln und Dornen, zur Weide für Rinder wird es dienen und zertreten werden durch das Kleinvieh.⁴² Jesaja Jes 29 7 25 42 Früher schützte man die bebauten Stellen gegen Unkraut; in Zukunft wird keine solche ängstliche Sorge stattfinden. -Jesaja Jes 29 8 0 B. Zweiter Abschnitt. (8,1 9,7) a. Es wird ein Zeichen in dem Sohne des Isaias gegeben. (V. 4) b. Die Überflutung der Feinde und Emanuel. (V. 10) c. Darausfolgende Lehre für die Zeit des Unglücks. +Jesaja Jes 29 8 0 B. Zweiter Abschnitt. (8,1 9,7) a. Es wird ein Zeichen in dem Sohne des Isaias gegeben. (V. 4) b. Die Überflutung der Feinde und Emanuel. (V. 10) c. Darausfolgende Lehre für die Zeit des Unglücks. Jesaja Jes 29 8 1 Et dixit Dominus ad me: Sume tibi librum grandem, et scribe in eo stylo hominis: Velociter spolia detrahe, cito prædare. Und der Herr sprach zu mir:¹ Nimm dir eine große Tafel² und schreibe darauf mit Menschengriffel:³ Nimm eilends Beute, raube geschwind!⁴ Jesaja Jes 29 8 1 1 Gegensatz zu [Jes 7,14]. Dort wird die Empfängnis Emanuels, hier die Empfängnis und Geburt des Sohnes Isaias beschrieben. An beiden Stellen ist von der Empfängnis eines Sohnes die Rede, doch der Unterschied der Schilderung lässt das Göttliche in [Jes 7,14] desto besser hervortreten. Dort handelt es sich um ein dem Hause Davids um seiner selbst willen gegebenes Zeichen [Jes 7,13], hier um ein Zeichen für das Volk. Dort wird kein Vater erwähnt, nur die Jungfrau als Empfangende und Gebärende, hier der gewöhnliche Akt der Zeugung genannt und V. 3 der Vater nachdrucksvoll erwähnt. Auch der Name des Sohnes wie die Zeit (hier Gegenwart, dort Zukunft) werden unterschieden, so dass der Prophet nachdrucksvoll auf eine andere Ordnung der Dinge und andere Ereignisse hinweist. Jesaja Jes 29 8 1 2 Die Veranstaltung und Ankündigung soll auffällig und recht deutlich sein. @@ -38583,7 +38599,7 @@ Jesaja Jes 29 8 21 Et transibit per eam, corruet, et esuriet: et cum esurierit, Jesaja Jes 29 8 21 32 Ohnmächtig fluchen sie in ihrem Elende allem, was Menschen heilig, der göttlichen und menschlichen Ordnung. Jesaja Jes 29 8 22 Et ad terram intuebitur, et ecce tribulatio et tenebræ, dissolutio et angustia, et caligo persequens, et non poterit avolare de angustia sua. und blickt man zur Erde, siehe, da ist Bedrängnis und Finsternis, Zerrüttung, Drangsal und anhaltende Finsternis und man wird seiner Bedrängnis nicht entfliehen.³³ Jesaja Jes 29 8 22 33 Die Ausdrücke sind gehäuft, damit der Gegensatz sich desto schärfer abhebe. -Jesaja Jes 29 9 0 c. Das Licht des Messias. (V. 5) d. Der Emanuel und seine Herrschaft. C. Dritter Abschnitt. (9,8 12,6) a. Die Hand ist noch ausgestreckt (9,8 10,4): 1. Ephraims Übermut und Strafen. (V. 12) 2. Die allgemeine Verderbtheit und ihre Strafe. (V. 17) 3. Innere Zwistigkeiten. +Jesaja Jes 29 9 0 c. Das Licht des Messias. (V. 5) d. Der Emanuel und seine Herrschaft. C. Dritter Abschnitt. (9,8 12,6) a. Die Hand ist noch ausgestreckt (9,8 10,4): 1. Ephraims Übermut und Strafen. (V. 12) 2. Die allgemeine Verderbtheit und ihre Strafe. (V. 17) 3. Innere Zwistigkeiten. Jesaja Jes 29 9 1 Primo tempore alleviata est terra Zabulon, et terra Nephthali: et novissimo aggravata est via maris trans Jordanem Galilææ gentium. In der früheren Zeit¹ war das Land Zabulon und das Land Nephthali verachtet, in der letzten Zeit aber ist der Weg am Meere² jenseits des Jordans³ in Galiläa der Heiden hochgeehrt.⁴ [Mt 4,15] Jesaja Jes 29 9 1 1 Im Gegensatz zur letzten, der messianischen Zeit, die vormessianische Zeit, insbesondere hier die Zeit des Propheten. Jesaja Jes 29 9 1 2 An der Westseite des See Genesareth. @@ -38644,7 +38660,7 @@ Jesaja Jes 29 9 20 37 Die Namen bezeichnen innige Verwandtschaft; es sind die b Jesaja Jes 29 9 20 38 Die Feindschaft gegen Juda und das rechtmäßige Herrscherhaus ist die Grundsünde. Jesaja Jes 29 9 21 In omnibus his non est aversus furor ejus, sed adhuc manus ejus extenta. Bei alledem wendet sich sein Zorn nicht ab, sondern seine Hand bleibt noch ausgestreckt.³⁹ Jesaja Jes 29 9 21 39 Dieses Parteigetriebe im Reiche Israel war zweifelsohne in besonderer Weise tätig, als Osee auf dieselbe Weise den Phakee tötete und sich des Thrones bemächtigte, wie Phakee es seinem Vorgänger Phakeia getan hatte. [2Kön 15,30] -Jesaja Jes 29 10 0 4. Ungerechtigkeit und Bedrückung. (V. 4) b. Der Überfall der Assyrier gegen Juda und ihre Niederlage. (10,5-34) 1) Gottes Plan. Der Übermut der Assyrier. (V. 19) 2) Aus der Bedrängnis Heil. (V. 27) 3) Der Angriff und die Niederlage der Assyrier. +Jesaja Jes 29 10 0 4. Ungerechtigkeit und Bedrückung. (V. 4) b. Der Überfall der Assyrier gegen Juda und ihre Niederlage. (10,5-34) 1) Gottes Plan. Der Übermut der Assyrier. (V. 19) 2) Aus der Bedrängnis Heil. (V. 27) 3) Der Angriff und die Niederlage der Assyrier. Jesaja Jes 29 10 1 Væ qui condunt leges iniquas: et scribentes, injustitiam scripserunt: Wehe denen, die ungerechte Gesetze geben und, Beschlüsse fassend, Ungerechtigkeit niederschreiben, Jesaja Jes 29 10 2 Ut opprimerent in judicio pauperes, et vim facerent causæ humilium populi mei: ut essent viduæ præda eorum, et pupillos diriperent. um die Armen im Gerichte zu unterdrücken und der Sache der Geringen in meinem Volke Gewalt anzutun,¹ auf dass die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen ausrauben können! Jesaja Jes 29 10 2 1 Schlimm ist bewusste Ungerechtigkeit, noch schlimmer ist sie, wenn sie sich in sogenannte Rechtssätze kleidet und das Gericht missbraucht. Das Ziel wird im Hebr. angegeben: Um wegzudrängen vom Gericht (von der Rechtsanrufung) die Geringen und zu rauben das Recht (Rechtsanspruch) den Bedrängten meines Volkes. In der Benennung meines Volkes bricht Gottes liebende Sorge durch. @@ -38717,7 +38733,7 @@ Jesaja Jes 29 10 33 Ecce dominator Dominus exercituum confringet lagunculam in t Jesaja Jes 29 10 33 37 Die kurze Redeweise geht hier in eine feierliche über: Sion und Jerusalem, an welche sich so viele Verheißungen knüpfen. Es ist, als wollte der Prophet dem Feinde bedeuten, ob er auch wisse, gegen wen er die Hand ausstrecke. Das Lateinische: das Gefäß ist entweder Vergleich oder Anspielung auf Gedeons Sieg. Jesaja Jes 29 10 34 Et subvertentur condensa saltus ferro: et Libanus cum excelsis cadet. Das Dickicht des Waldes wird mit Eisen niedergeschlagen werden und der Libanon wird samt seinen Hochragenden fallen.³⁸ Jesaja Jes 29 10 34 38 Hebr.: Siehe der Herr, Jahve der Heerscharen, haut ab die Äste mit Schreckensgewalt und die vom emporragenden Wuchse sind umgehauen und die Hohen werden erniedrigt. Und er fällt die Dickichte des Waldes mit dem Eisen und der Libanon stürzt durch einen Mächtigen. In fünffacher Wendung schildert der Prophet die plötzliche und gewaltige Katastrophe, die über Assur hereinbricht in dem Augenblicke, da es ausholt zum Vernichtungsschlage. -Jesaja Jes 29 11 0 c. Der Emanuel und seine Herrschaft. (11,1 12,6) 1) Der König Messias. (V. 5) 2) Symbol des Messianischen Friedens. (V. 9) 3) Ausdehnung des Messianischen Reiches. +Jesaja Jes 29 11 0 c. Der Emanuel und seine Herrschaft. (11,1 12,6) 1) Der König Messias. (V. 5) 2) Symbol des Messianischen Friedens. (V. 9) 3) Ausdehnung des Messianischen Reiches. Jesaja Jes 29 11 1 Et egredietur virga de radice Jesse, et flos de radice ejus ascendet. Und es wird ein Reis hervorgehen aus der Wurzel Jesses¹ und eine Blüte wird aufsteigen aus seinem Wurzelstock. [Apg 13,23] Jesaja Jes 29 11 1 1 Gegensatz: Die Weltmacht, ein Libanon an Pracht, wird durch einen Wink des Herrn gestürzt. Doch aus dem unscheinbaren, abgehauenen Stumpfe Jesses sprießt ein Reis empor und ein Schössling aus seiner Wurzel bringt Frucht und wird zum Panier für alle Völker. Hebr.: Ein Reis aus dem Stumpfe Isais (der unter der Erde in Verborgenheit noch kümmerlich fortlebt) und ein Schössling aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Christus, ein zweiter David, geht aus der Niedrigkeit hervor, so bringt die Wurzel Jesse Frucht, den zweiten David, der ein ewiges Reich gründet. Die Wurzel Jesse erinnert an Bethlehem. Vergl. [Mi 5,2]. Jesaja Jes 29 11 2 Et requiescet super eum spiritus Domini: spiritus sapientiæ, et intellectus, spiritus consilii, et fortitudinis, spiritus scientiæ, et pietatis, Und der Geist des Herrn wird sich auf ihn niederlassen,² der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit, @@ -38762,7 +38778,7 @@ Jesaja Jes 29 11 15 26 Anspielung auf [Ex 14,21]. Die Aufnahme in das Messiasre Jesaja Jes 29 11 15 27 In viele Rinnsale. Jesaja Jes 29 11 16 Et erit via residuo populo meo, qui relinquetur ab Assyriis: sicut fuit Israeli in die illa, quæ ascendit de terra gypti. Und es wird ein Weg sein für den Rest meines Volkes, welcher übriggelassen ward von den Assyriern, wie für Israel ein solcher war an dem Tage, da es aus dem Lande Ägypten heraufzog.²⁸ Jesaja Jes 29 11 16 28 Der Herr will auf dem Wege Führer und Schützer sein, wie er es einst seinem Volke in der Wüste gewesen. -Jesaja Jes 29 12 0 4) Lob- und Dankgesang. +Jesaja Jes 29 12 0 4) Lob- und Dankgesang. Jesaja Jes 29 12 1 Et dices in die illa: Confitebor tibi Domine, quoniam iratus es mihi: conversus est furor tuus, et consolatus es me. Und du¹ wirst an demselben Tage sagen: Ich preise dich, Herr! denn du zürntest mir, aber dein Zorn hat sich gewendet und du hast mich getröstet. Jesaja Jes 29 12 1 1 Der Prophet betrachtet das Volk immer als ein moralisches Ganzes. Dieses wird in das Exil verstoßen, dieses auch zu Gnaden aufgenommen und begrüßt den Messias jubelnd. Jesaja Jes 29 12 2 Ecce Deus salvator meus, fiducialiter agam, et non timebo: quia fortitudo mea, et laus mea Dominus, et factus est mihi in salutem. Siehe, Gott ist mein Heiland, ich will vertrauensvoll handeln und mich nicht fürchten; denn meine Stärke und mein Preis ist der Herr und er ist mir zum Heil geworden.² [Ex 15,2; Ps 117,14] @@ -38776,7 +38792,7 @@ Jesaja Jes 29 12 5 Cantate Domino quoniam magnifice fecit: annuntiate hoc in uni Jesaja Jes 29 12 5 6 Die gleiche doppelte Forderung. Jesaja Jes 29 12 6 Exsulta, et lauda habitatio Sion: quia magnus in medio tui sanctus Israel. Frohlocket und jauchzet, ihr Bewohner Sions! denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels.⁷ Jesaja Jes 29 12 6 7 Von dem Messias strahlt die Erhabenheit des Herrn aus, durch ihn und sein Reich also erfüllt sich jenes dreimalige Heilig usw. von [Jes 6,3]. -Jesaja Jes 29 13 0 3. Dritte Reihe der Prophezeiungen. Prophezeiungen gegen die Heiden. (Kap. 13 27) A. Prophezeiung über Babel. (13,1 14,27) a. Gott ruft seine Streiter zusammen. (V. 5) b. Der Tag Gottes voll des Schreckens. (V. 13) c. Der Sturz Babylons. (V. 22) +Jesaja Jes 29 13 0 3. Dritte Reihe der Prophezeiungen. Prophezeiungen gegen die Heiden. (Kap. 13 27) A. Prophezeiung über Babel. (13,1 14,27) a. Gott ruft seine Streiter zusammen. (V. 5) b. Der Tag Gottes voll des Schreckens. (V. 13) c. Der Sturz Babylons. (V. 22) Jesaja Jes 29 13 1 Onus Babylonis, quod vidit Isaias filius Amos. Last über Babylon,¹ welche Isaias, der Sohn des Amos, schaute. Jesaja Jes 29 13 1 1 Achaz will sich an die Weltmacht anschließen. Dem gegenüber verkündet der Seher, dass alle gottwidrige Weltmacht vernichtet werden soll und Größe und Heil einzig bei Jahve und seinem Gesalbten ist. Vergl. [Dan 2,44]. Demnach ist Babel nicht so fast individuelle Weltmacht als weit mehr Inbegriff und Typus der gesamten gottwidrigen Macht mit ihrem diabolischen Untergrunde. Babylon ist gewählt, weil Nimrod es als gottfeindliches Weltreich gegründet [Gen 10,10] und es sich als solches gegen das Volk, besonders durch Zerstörung der Stadt und des Tempels gezeigt hat. Last: Gewöhnlich vom richterlichen Gottesspruch gebraucht. Jesaja Jes 29 13 2 Super montem caliginosum levate signum, exaltate vocem, levate manum, et ingrediantur portas duces. Auf dunkelm Berge pflanzet ein Zeichen auf, erhebet eure Stimmen, schwinget die Hand, und einziehen sollen durch die Tore die Fürsten!² @@ -38825,7 +38841,7 @@ Jesaja Jes 29 13 21 24 Hebr.: Von Heulenden d.i. Eulen. Jesaja Jes 29 13 21 25 Hebr.: Böcke, griech.: Waldteufel. Jesaja Jes 29 13 22 Et respondebunt ibi ululæ in ædibus ejus, et sirenes in delubris voluptatis. und Eulen werden sich da antworten in ihren Palästen und Sirenen in den Hallen der Wollust.²⁶ Jesaja Jes 29 13 22 26 Hebr.: Und Schakale heulen in ihren Schlössern und Goldhunde in den Palästen der Wollust. Der Ort wird ein Tummelplatz der Teufel und verschiedener Spukgestalten. -Jesaja Jes 29 14 0 d. Die Wiederherstellung Israels. (V. 2) e. Triumphgesang über den Unterdrücker. (V. 21) f. Bestätigung des Sturzes Babylons. (V. 27) B. Weissagung über die benachbarten Völker (14,28 - 17,14) a. Weissagung über Philisthäa. (V. 28-32) +Jesaja Jes 29 14 0 d. Die Wiederherstellung Israels. (V. 2) e. Triumphgesang über den Unterdrücker. (V. 21) f. Bestätigung des Sturzes Babylons. (V. 27) B. Weissagung über die benachbarten Völker (14,28 - 17,14) a. Weissagung über Philisthäa. (V. 28-32) Jesaja Jes 29 14 1 Prope est ut veniat tempus ejus, et dies ejus non elongabuntur. Miserebitur enim Dominus Jacob, et eliget adhuc de Israel, et requiescere eos faciet super humum suam: adjungetur advena ad eos, et adhærebit domui Jacob. Nahe ist die Ankunft seiner Zeit¹ und seine Tage sind nicht weit entfernt, denn der Herr wird sich über Jakob erbarmen² und Israel wieder erwählen und sie wieder wohnen lassen in ihrem Lande; die Fremdlinge werden sich ihnen anschließen und sich dem Hause Jakob verbinden.³ Jesaja Jes 29 14 1 1 Der Unglückstage Babylons. Nahe im Verglich zu sonst gewöhnlicher Dauer eines so blühenden Reiches. Babel wird über alle Erwartung rasch seiner Herrschaft verlustig gehen. Jesaja Jes 29 14 1 2 Das Gericht über die Weltmacht ist ein Akt der Erbarmung und Gnade für das Volk Gottes. Gott erwählt es von neuem und gibt ihm als Unterpfand der Erwählung, wie einst nach dem Bündnis auf Sinai, den Besitz des heiligen Landes. @@ -38899,7 +38915,7 @@ Jesaja Jes 29 14 32 Et quid respondebitur nuntiis gentis? Quia Dominus fundavit Jesaja Jes 29 14 32 39 Assurs Boten oder Boten auswärtiger Völker, die sich nach dem Kriege erkundigen, oder: man wird den Überbringern er Nachricht von Gottes Allmacht und Schutz so antworten. Jesaja Jes 29 14 32 40 Die festen Tore der Philister unterliegen, anders Juda. Jesaja Jes 29 14 32 41 Wiederum erwähnt der Prophet nachdrucksvoll der Armen. -Jesaja Jes 29 15 0 Weissagung gegen Moab. (15,1 16,14) 1. Fall Moabs. (V. 4) Trauer über Moab. +Jesaja Jes 29 15 0 Weissagung gegen Moab. (15,1 16,14) 1. Fall Moabs. (V. 4) Trauer über Moab. Jesaja Jes 29 15 1 Onus Moab. Quia nocte vastata est Ar Moab, conticuit: quia nocte vastatus est murus Moab, conticuit. Last über Moab.¹ Ja, zur Nacht² ist Ar-Moab verwüstet, ist es verstummt; ja zur Nacht ist die Mauer Moabs vernichtet und es ist verstummt.³ Jesaja Jes 29 15 1 1 Von den Philistern wendet sich der Prophet nach dem Osten des toten Meeres und des Jordans, nach Moab. (Kap. 15) [Jes 16] Die Moabiter hatten wohl nach der Wegführung der Stämme Gad und Ruben deren Ländereien besetzt. Der Grundgedanke ist auch hier: Moab hat sich stolz erhöht, daher soll es ebenso tief gedemütigt werden. Jesaja Jes 29 15 1 2 Das Schreckensvolle steigert sich, weil die Verwüstung zur Nacht eintritt. @@ -38929,7 +38945,7 @@ Jesaja Jes 29 15 8 18 Ganz Moab vom Norden (Elim) bis zum Süden (Gallim), durc Jesaja Jes 29 15 9 Quia aquæ Dibon repletæ sunt sanguine: ponam enim super Dibon additamenta: his, qui fugerint de Moab leonem, et reliquiis terræ. Sind doch die Wasser von Dibon¹⁹ voll Blut, verhänge ich doch über Dibon noch ferneres Unheil, den Flüchtigen aus Moab einen Löwen und den Übriggebliebenen im Lande.²⁰ Jesaja Jes 29 15 9 19 Die Fluten des Arnon verkünden, vom Blute der Erschlagenen gerötet, Moabs Unglück. (Hebr.: Dimon) Jesaja Jes 29 15 9 20 Über den Rest wir der Herr noch fernere Übel verhängen, Tod und Verderben. -Jesaja Jes 29 16 0 Die Moabiter sollen Israel um Errettung anrufen. (V. 5) 2. Schreckliche Heimsuchung Moabs (V. 12) 3. Zeit des Gerichtes über Moab. +Jesaja Jes 29 16 0 Die Moabiter sollen Israel um Errettung anrufen. (V. 5) 2. Schreckliche Heimsuchung Moabs (V. 12) 3. Zeit des Gerichtes über Moab. Jesaja Jes 29 16 1 Emitte agnum Domine dominatorem terræ, de Petra deserti ad montem filiæ Sion. Herr! sende das Lamm, den Beherrscher der Erde, aus Petra in der Wüste nach dem Berge der Tochter Sion.¹ Jesaja Jes 29 16 1 1 Hebr.: Sendet landesherrliche Lämmer von Petra wüstenwärts zum Berge der Tochter Sion. Sendet landesherrlichen Lämmertribut. Petra, die odomitische Hauptstadt, lag drei bis vier Tagereisen von Jericho; von dort bis nach Judäa erstreckte sich eine Wüste. Herr der Vulgata ist eine Glosse. Dereinst hatten die Moabiter dem König David Tribut [2Sam 8,2] und auch später reichen Lämmer- und Widdertribut an Israel entrichten müssen. [2Kön 3,4] An dieses Verhältnis erinnert sie der Prophet mit der Aufforderung, dem Hause Davids diese Unterwerfung entgegenzubringen. Nur im Anschluss an Sion ist Heil und Rettung. Emanuel ist keine Vernichtung der Völker, sondern Zerstörung des Bösen, Bringung des Heils. Die Worte der Vulgata kann man sensu accommodato auf den Messias anwenden. So geschieht es in der Liturgie, wo ja oft Worte der heiligen Schriften in freier Anwendung ohne alle Beziehung auf den Sinn und Zusammenhang der Grundstelle gebraucht werden. Jesaja Jes 29 16 2 Et erit: Sicut avis fugiens, et pulli de nido avolantes, sic erunt filiæ Moab in transcensu Arnon. Und es wird geschehen: Wie ein flüchtiger Vogel und eine aus dem Nest aufgescheuchte Brut, so werden die Töchter Moabs bei dem Übergang über den Arnon sein.² @@ -38963,7 +38979,7 @@ Jesaja Jes 29 16 13 17 Es ist nicht die, sondern nur eine Erfüllung, da Jeremi Jesaja Jes 29 16 14 Et nunc locutus est Dominus, dicens: In tribus annis quasi anni mercenarii auferetur gloria Moab super omni populo multo, et relinquetur parvus et modicus, nequaquam multus. jetzt aber hat der Herr also geredet und gesprochen:¹⁸ In drei Jahren, wie die Jahre eines Taglöhners,¹⁹ wird die Herrlichkeit Moabs von seinem ganzen zahlreichen Volke hinweggenommen und der Überrest wird klein und gering und durchaus nicht groß sein. Jesaja Jes 29 16 14 18 Das Wort des Herrn erfüllt sich, wenn auch nur in allmählicher Stufenfolge. Die ältere Prophezeiung gibt in zusammenfassender Weise Gottes Ratschluss. Isaias bestimmt den Zeitpunkt, an dem Moabs Demütigung beginnen soll. Jeremias hat nochmals Gelegenheit, den Moabitern die alte Prophetie ins Gedächtnis zurückzurufen; von Nabuchodonosor an verlieren sie alle Selbständigkeit. Sie dienen den jeweiligen Herrn der Welt, Babyloniern, Persern usw. Der Makkabäer Alexander Jannäus (90 v. Chr.) unterwarf sie den Juden; bald verschwindet ihr Name aus der Weltgeschichte. Über den Anfang dieser Jahre wissen wir nichts Genaueres, ebenso wenig über die Erfüllung. Jesaja Jes 29 16 14 19 Bestimmte, genau abgemessene Zeit, an der nichts fehlt noch etwas darüber ist. -Jesaja Jes 29 17 0 c. Weissagung gegen Damaskus und Israel. (Kap. 17) 1. Der Untergang beider Reiche. (V. 8) 2. Durch Vergessenheit Gottes ist das Verderben herbeigeführt. (V. 11) 3. Niederlage der Assyrier. +Jesaja Jes 29 17 0 c. Weissagung gegen Damaskus und Israel. (Kap. 17) 1. Der Untergang beider Reiche. (V. 8) 2. Durch Vergessenheit Gottes ist das Verderben herbeigeführt. (V. 11) 3. Niederlage der Assyrier. Jesaja Jes 29 17 1 Onus Damasci. Ecce Damascus desinet esse civitas, et erit sicut acervus lapidum in ruina. Last über Damaskus.¹ Siehe,² Damaskus wird aufhören, eine Stadt zu sein und wie ein zerfallener Steinhaufen bei Trümmern werden.³ Jesaja Jes 29 17 1 1 Die Prophezeiung wendet sich jetzt nach Norden gegen Damaskus und das mit demselben verbündete Israel. Damaskus ist im Kampfe gegen Juda die treibende und anführende Macht, an die Israel sich nur anlehnt, um durch seinen Schutz seinen Hass gegen Juda ausüben zu können. Indem Damaskus vernichtet wird, wird auch Israel mitgetroffen. Jesaja Jes 29 17 1 2 Siehe soll auf das gewisse und staunenerregende hinweisen. @@ -38997,7 +39013,7 @@ Jesaja Jes 29 17 13 Sonabunt populi sicut sonitus aquarum inundantium, et increp Jesaja Jes 29 17 13 18 Malerischer und tonvoller als jede Übersetzung ist das Hebräische. Die Leichtigkeit, mit Gott den brausenden Angriff vernichtet, wird durch zwei Vergleiche in schöner Steigerung veranschaulicht: Wie Staub, der auf den Bergen, wo die Winde heftiger toben, gejagt wird, wie Staubgewirbel, das ein Orkan vor sich herpeitscht. Jesaja Jes 29 17 14 In tempore vespere, et ecce turbatio: in matutino, et non subsistet: hæc est pars eorum, qui vastaverunt nos, et sors diripientium nos. Zur Abendzeit siehe da, Bestürzung! Am Morgen, und sie sind nicht mehr. Das ist der Anteil derer, die uns geplündert, und das Los derer, die uns beraubt haben.¹⁹ Jesaja Jes 29 17 14 19 Die Erfüllung kommt hier der sprichwörtlichen Ausdrucksweise [Ps 29,6; Ps 89,6] u.a. völlig gleich. Das einzelne Ereignis wird als ein Ring an der Kette der göttlichen Wohltaten angesehen. -Jesaja Jes 29 18 0 C. Weissagungen über die entfernteren Völker (18,1 23,18) a. Weissagung gegen Äthiopien. (Kap. 18) 1. Siegesgesang des Herrn. (V. 3) 2. Die Verherrlichung des Herrn durch die Niederlage der Äthiopier. +Jesaja Jes 29 18 0 C. Weissagungen über die entfernteren Völker (18,1 23,18) a. Weissagung gegen Äthiopien. (Kap. 18) 1. Siegesgesang des Herrn. (V. 3) 2. Die Verherrlichung des Herrn durch die Niederlage der Äthiopier. Jesaja Jes 29 18 1 Væ terræ cymbalo alarum, quæ est trans flumina thiopiæ, Wehe dem Land¹ mit schwirrendem Fittich,² welches jenseits der Ströme Äthiopiens ist,³ Jesaja Jes 29 18 1 1 Der Gegenstand des Kapitels ist Gottes Verherrlichung in weite Gegenden durch Assurs Sturz. Jesaja Jes 29 18 1 2 Dunkel und mannigfach gedeutet ist die Bezeichnung des Landes. Heeresflügel? Stromflügel? Oder ist das Wort von dem Geräusche zu verstehen: Flügelgeschwirr (der Insekten) oder: Zymbel der Stromesflügel? Am besten scheint es an den geflügelten Schwirrer zu denken als Emblem der die ganze Kraft aufbietenden äthiopischen Macht. @@ -39018,7 +39034,7 @@ Jesaja Jes 29 18 6 11 Dies ist die größte Schmach für die Gefallenen. Jesaja Jes 29 18 6 12 Wie ungeheuer muss die Zahl der Hingestreckten da sein! Dieser plastische Zug ist nicht wörtlich zu nehmen. Nach [Jes 37,36] waren es 185000 Leichen. Jesaja Jes 29 18 7 In tempore illo deferetur munus Domino exercituum a populo divulso et dilacerato: a populo terribili, post quem non fuit alius, a gente exspectante, exspectante et conculcata, cujus diripuerunt flumina terram ejus, ad locum nominis Domini exercituum montem Sion. Zu jener Zeit werden dem Herrn der Heerscharen Gaben dargebracht werden von dem erregten und zerrissenen Volk, von dem furchtbaren Volk, hinter welchem kein anderes mehr ist, von dem harrenden, dem harrenden und zertretenen Volk, dessen Land die Flüsse durchschneiden, bis zur Stätte des Namens des Herrn der Heerscharen, dem Berge Sion.¹³ Jesaja Jes 29 18 7 13 Dem auf Sion thronenden Herrn der Heerscharen, der sich als solchen erwiesen und als allmächtigen Hort seines auserwählten Volkes, wird von dem fernen und gewaltigen Äthiopiervolke Huldigung dargebracht. Ähnlich ist das ja allgemein das Ziel aller Gerichtstaten Gottes. -Jesaja Jes 29 19 0 b. Weissagung über Ägypten. (19,1 -20,6) 1. Strafe Ägyptens. (V. 11) 2. Strafe des Stolzes. (V. 17) 3. Endliche Beizählung der Ägypter zum Volke Gottes. +Jesaja Jes 29 19 0 b. Weissagung über Ägypten. (19,1 -20,6) 1. Strafe Ägyptens. (V. 11) 2. Strafe des Stolzes. (V. 17) 3. Endliche Beizählung der Ägypter zum Volke Gottes. Jesaja Jes 29 19 1 Onus gypti. Ecce Dominus ascendet super nubem levem, et ingredietur gyptum, et commovebuntur simulacra gypti a facie ejus, et cor gypti tabescet in medio ejus. Last über Ägypten.¹ Siehe, der Herr steigt auf eine leichte Wolke² und kommt nach Ägypten, da erbeben die Götzenbilder Ägyptens vor seinem Antlitz und der Ägypter Herz³ verzagt in ihrem Innern. Jesaja Jes 29 19 1 1 Wolken bilden den Thron des zur Erde niedersteigenden Richters. So [Ps 17,10; 2Sam 22,11; Ps 96,2]. Jesaja Jes 29 19 1 2 Die leichte Wolke ist ein Symbol seiner eilenden, unaufhaltbaren, richterlichen Ankunft. Sie gilt der Weltmacht Ägypten, wie dreimal hervorgehoben wird. @@ -39081,7 +39097,7 @@ Jesaja Jes 29 19 24 35 Die Eigenschaft, Volk Gottes zu sein, ist über beide au Jesaja Jes 29 19 25 Cui benedixit Dominus exercituum, dicens: Benedictus populus meus gypti, et opus manuum mearum Assyrio: hereditas autem mea Israel. denn der Herr der Heerscharen segnet sie und spricht:³⁶ Gesegnet sei mein Volk Ägypten und meiner Hände Werk für den Assyrier, Israel aber mein Erbe!³⁷ Jesaja Jes 29 19 25 36 Der dreifache priesterliche Segen, der bisher von der Bundeslade aus und nach dem Opfer über Israel gesprochen wurde, wird nunmehr von Gott über die Erde gesprochen, und zwar so, dass die bisherigen Ehrentitel Israels sich über sie verbreiten. Jesaja Jes 29 19 25 37 Wenn Gott einen Namen gibt, verleiht er auch die in demselben liegende Eigenschaft. Wenn er also spricht: Gesegnet du, mein Volk Ägypten, so sind das wirksame Worte einer neuen Gnadenschöpfung. Ebenso bedeuten die Worte: Und du meiner Hände Werk Assur (Hebr.) die Umschaffung Assurs und seine Aufnahme in den Gottesbund ist seiner Hände Werk. Israel behält den Ehrentitel Erbe des Herrn, der ihm mit der Bundesschließung auf Sinai unverlierbar verliehen und in den Patriarchen bereits grundgelegt wurde. -Jesaja Jes 29 20 0 4. Bestätigung der Drohweissagungen durch die baldige Niederlage. +Jesaja Jes 29 20 0 4. Bestätigung der Drohweissagungen durch die baldige Niederlage. Jesaja Jes 29 20 1 In anno, quo ingressus est Tharthan in Azotum, cum misisset eum Sargon rex Assyriorum, et pugnasset contra Azotum, et cepisset eam: In dem Jahre, in dem Tharthan¹ nach Azot² kam, als ihn Sargon, der König der Assyrier, gesandt hatte und er gegen Azot kämpfte und es einnahm, Jesaja Jes 29 20 1 1 Assyrischer Amtsname des Oberfeldherrn. Jesaja Jes 29 20 1 2 Der Kampf gegen Azot ist nur eine Episode aus den Anstrengungen, die Assyrien machte, um die vorderasiatischen Völker zu unterwerfen und deren von Ägypten aus geschürten Widerstand zu brechen. @@ -39095,7 +39111,7 @@ Jesaja Jes 29 20 5 Et timebunt, et confundentur ab thiopia spe sua, et ab gypto Jesaja Jes 29 20 6 Et dicet habitator insulæ hujus in die illa: Ecce hæc erat spes nostra, ad quos confugimus in auxilium, ut liberarent nos a facie regis Assyriorum: et quomodo effugere poterimus nos? Und die Bewohner dieses Küstenlandes⁶ werden an jenem Tage sprechen: Sehet, auf diese setzten wir unsere Hoffnung und zu ihnen flohen wir um Hilfe, dass sie uns vor dem Könige von Assyrien erretteten; wie sollten wir entrinnen können?⁷ Jesaja Jes 29 20 6 6 Das Küstenland ist wohl ganz Palästina, dessen verschiedene Völkerschaften von Ägypten aus die Vernichtung der assyrischen Herrschaft hofften. Der Seher hat Juda freilich insbesondere im Auge. Jesaja Jes 29 20 6 7 Ägyptens Niederlage lehrt sie ein Zweifaches: die Torheit der Hoffnung auf Menschen, und dass sie ein gleiches Los erwartet, wenn nicht Gottes Hand helfend eingreift. -Jesaja Jes 29 21 0 c. Weissagung über Babylon. (V. 1-10) 1. Babylon wird hart bedrängt. (V. 5) 2. Babylon wird erobert. (V. 10) d. Weissagung gegen Edom. (V. 10-12) e. Weissagung gegen Arabien. +Jesaja Jes 29 21 0 c. Weissagung über Babylon. (V. 1-10) 1. Babylon wird hart bedrängt. (V. 5) 2. Babylon wird erobert. (V. 10) d. Weissagung gegen Edom. (V. 10-12) e. Weissagung gegen Arabien. Jesaja Jes 29 21 1 Onus deserti maris. Sicut turbines ab Africo veniunt, de deserto venit, de terra horribili. Last über die Meereswüste.¹ Wie Wirbelwinde aus dem Süden kommen, so kommt es aus der Wüste herauf,² aus grauenvollem Lande.³ Jesaja Jes 29 21 1 1 Gemeint ist Babel. Der Name Meer steht wohl für den Euphrat. Durch die Benennung soll Babels Prunk gerichtet und ihm gezeigt werden, welche Geltung es in Gottes Augen hat. Jesaja Jes 29 21 1 2 Ein Sturmgewitter, alles vor sich herfegend, braust heran, vernichtend und schrecklich. Die Wüstenwinde gelten als besonders gefährlich, ebenso die Südstürme. @@ -39139,7 +39155,7 @@ Jesaja Jes 29 21 16 Quoniam hæc dicit Dominus ad me: Adhuc in uno anno, quasi i Jesaja Jes 29 21 16 25 Wie bei Moab und dann bei Ägypten [Jes 20] fügt der Seher einen bestimmten Termin bei für den nächsten Anfang der Gerichtsvollstreckung und weist nachdrücklich hin auf die von Gott verhängte Fügung. Jesaja Jes 29 21 16 26 Dies ist nur die erste Etappe der hereinbrechenden Gerichte. Nach Jahresfrist wird sich die Voraussagung erfüllen. Die Kedaraner, ein ismaelitischer Stamm [Gen 25,13], nomadisierten bis an den älamitischen Golf hin. Jesaja Jes 29 21 17 Et reliquiæ numeri sagittariorum fortium de filiis Cedar imminuentur: Dominus enim Deus Israel locutus est. Und die Überbleibsel von der Zahl der tapfern Bogenschützen aus den Söhnen Kedars werden gering sein, denn der Herr, der Gott Israels, hat gesprochen. -Jesaja Jes 29 22 0 f. Weissagung gegen Jerusalem. (Kap. 22) 1. Der Tag der Rache an Jerusalem. (V. 5) 2. Ursachen der Zerstörung. (V. 14) 3. Beispiel des frevelnden Trotzes. (V. 19) 4. Auserwählung des frommen Dieners des königlichen Hauses. +Jesaja Jes 29 22 0 f. Weissagung gegen Jerusalem. (Kap. 22) 1. Der Tag der Rache an Jerusalem. (V. 5) 2. Ursachen der Zerstörung. (V. 14) 3. Beispiel des frevelnden Trotzes. (V. 19) 4. Auserwählung des frommen Dieners des königlichen Hauses. Jesaja Jes 29 22 1 Onus vallis visionis. Quidnam quoque tibi est, quia ascendisti et tu omnis in tecta? Last über das Schautal.¹ Was ist denn auch dir, dass auch du insgesamt auf die Dächer gestiegen bist? Jesaja Jes 29 22 1 1 Zu den von Babylon Gezüchtigten gehört auch Juda und Jerusalem. Sie haben sich durch ihre Politik, den Götzendienst und dessen Laster, den Heiden zugesellt, so soll es inmitten der Heiden erscheinen und sein Gericht vernehmen. (Cyr. U., Hier.) Der Name Schautal ist symbolischer Name für Jerusalem, die Hauptstadt und Mutter der Propheten. Der Seher sieht die durch so viele Propheten und Weissagungen begnadigte Stadt als Gegenstand seines Schauens unter sich ausgebreitet. Alle Gesichte und Weissagungen waren vergebens, Jerusalem ist mit offenen Augen seinem Unheile entgegengeeilt. Ganz Jerusalem ist wegen der Annäherung der Feinde in Angst und Aufregung, alles ist auf die flachen Dächer gestiegen. Die Frage des Propheten ist verwundernd. Jesaja Jes 29 22 2 Clamoris plena, urbs frequens, civitas exsultans: interfecti tui, non interfecti gladio, nec mortui in bello. Du lärmerfüllte, volkesreiche, frohlockende Stadt! deine Erschlagenen sind nicht durch das Schwert gefallen, nicht im Kriege getötet. @@ -39193,7 +39209,7 @@ Jesaja Jes 29 22 24 26 Hebr.: Und sie hängen an ihn alle Herrlichkeit des Haus Jesaja Jes 29 22 25 In die illa dicit Dominus exercituum: Auferetur paxillus, qui fixus fuerat in loco fideli: et frangetur, et cadet, et peribit quod pependerat in eo, quia Dominus locutus est. An jenem Tage,²⁷ spricht der Herr der Heerscharen, wird der Pfahl²⁸ hinweggenommen, der an sicherem Orte befestigt war, wird zerbrochen werden und fallen und, was an ihm hing, wird zugrunde gehen; denn der Herr hat gesprochen. Jesaja Jes 29 22 25 27 An die Zeit der Erhöhung des Eliakim wird nochmals der Sturz Sobnas angeknüpft. Jesaja Jes 29 22 25 28 Auch Sobna konnte ein Stütz- und Glanzpunkt sein, denn was konnte sicherer sein als einem Hause dienen, dem die göttliche Verheißung ewiger Herrschaft zuteil geworden? Allein dieser Pfahl erhält ein ganz anderes Los. (Cyr. U., Theodor.) -Jesaja Jes 29 23 0 g. Weissagung gegen Tyrus. (Kap. 23) 1. Wehklage über den Untergang von Tyrus. (V. 7) 2. Gott wirft den Hochmut Tyrus in den Staub. (V. 14) 3. Tyrus wird das Heil angeboten. +Jesaja Jes 29 23 0 g. Weissagung gegen Tyrus. (Kap. 23) 1. Wehklage über den Untergang von Tyrus. (V. 7) 2. Gott wirft den Hochmut Tyrus in den Staub. (V. 14) 3. Tyrus wird das Heil angeboten. Jesaja Jes 29 23 1 Onus Tyri. Ululate naves maris: quia vastata est domus, unde venire consueverant: de terra Cethim revelatum est eis. Last über Tyrus.¹ Heulet, ihr Schiffe des Meeres,² denn das Haus ist verwüstet, aus dem sie zu kommen pflegten; vom Lande Kethim aus ist es ihnen kund geworden. Jesaja Jes 29 23 1 1 Es erübrigt noch die stolze Macht im Westen, die Beherrscherin der Meere, die Repräsentantin des Weltpompes und des Weltverderbens, Phönizien, der Feind des Reiches Gottes durch den Materialismus. Jesaja Jes 29 23 1 2 Das Endresultat ist hier des Affektes wegen an die Spitze gestellt. Die Schiffe: hebr.: Tharsisschiffe. Während diese aus dem fernen Westen hoffnungsfroh heransegeln, dringt ihnen bereits von Zypern (von den westlichen Küstenvölkern) die Unglücksbotschaft entgegen: Es ist verwüstet worden, so dass kein Eingang mehr. (Hebr.) @@ -39235,7 +39251,7 @@ Jesaja Jes 29 23 17 Et erit post septuaginta annos: Visitabit Dominus Tyrum, et Jesaja Jes 29 23 17 22 Hebr.: Und es kommt wieder zu seinem Lohne. Jesaja Jes 29 23 18 Et erunt negotiationes ejus, et mercedes ejus sanctificatæ Domino: non condentur, neque reponentur: quia his, qui habitaverint coram Domino, erit negotiatio ejus, ut manducent in saturitatem, et vestiantur usque ad vetustatem. Und sein Handel und seine Gewinste werden dem Herrn geheiligt sein, man wird sie nicht aufspeichern noch zurücklegen; denn denen, die vor dem Herrn wohnen, wird Gewinn zuteil, dass sie essen bis zur Sättigung und sich bis ins Greisenalter kleiden können.²³ Jesaja Jes 29 23 18 23 Dies ist der Plan Gottes auch für Tyrus. Keine menschliche Tätigkeit darf sich in sich selbst abschließen. Selbst die scheinbar ganz im Irdischen aufgehende dafür ist Tyrus das passende Urbild entbehrt nicht einer höheren Beziehung, vermöge deren sie den übernatürlichen Plänen Gottes dienstbar gemacht werden soll, sie soll Gott geheiligt sein. Diese Bestimmung, Gottes Heilungsplan zu fördern, zeichnet der Seher konkret durch das Sinnbild der Weihegeschenke und Spenden, die man den Priestern und den treuen Dienern des Herrn darbringt. Im Hebräischen lauten die letzten Worte: und sich kleiden in Pracht. Eine vorspielartige Erfüllung [Esra 3,7], auch die erste Christengemeinde in Tyrus ist eine Erfüllung. (Euseb.) Ob die volle? -Jesaja Jes 29 24 0 D. Gottes allgemeines Weltgericht und die Herrschaft seiner Herrlichkeit. (24,1 27,13) a. Die Verheerung der Erde. (V. 16) b. Die Strafen der Sünder. +Jesaja Jes 29 24 0 D. Gottes allgemeines Weltgericht und die Herrschaft seiner Herrlichkeit. (24,1 27,13) a. Die Verheerung der Erde. (V. 16) b. Die Strafen der Sünder. Jesaja Jes 29 24 1 Ecce Dominus dissipabit terram, et nudabit eam, et affliget faciem ejus, et disperget habitatores ejus. Siehe,¹ der Herr wird die Erde leer machen und kahl, wird ihr Angesicht verstören² und ihre Bewohner zerstreuen. Jesaja Jes 29 24 1 1 In diesem Kapitel erweitert sich der Ausblick des Sehers vor den Einzelgerichten zum Gesamtgerichte (Hier., Eus., Thom.), von dem jene Vorbereitungen waren. Die gottesfeindliche Macht wird ein für allemal gerichtet und verworfen, Gottes Heilsplan, wie er sich in der Weltgeschichte offenbarte, wird vor der ganzen Welt dargelegt, und das Reich des Messias tritt in das Stadium ewiger Verklärung. Ines flicht der Seher in die Darstellung auch Züge ein, welche dem Stadium der werdenden Entwicklung, nicht dem alles für eine Ewigkeit vollendenden Abschluss eigen. Jesaja Jes 29 24 1 2 Die sichtbare Schöpfung und der Mensch sind in Lohn und Strafe eng miteinander verbunden, wie das Paradies, die Verfluchung der Erde nach der Sünde, die sündige Pentapolis, die Prophezeiungen gegen Ninive, Babel u.a. zeigen und auch [Röm 8,20.21] sowie [2Petr 3,13] vor Augen stellen. @@ -39281,7 +39297,7 @@ Jesaja Jes 29 24 22 Et congregabuntur in congregatione unius fascis in lacum, et Jesaja Jes 29 24 22 21 Der Satz ist rückschauend und zusammenfassend: Nachdem jene lange Zeit ihr Unwesen getrieben, nachdem die Sündenmacht lange üppig gewuchert; nämlich seit Gründung der Welt. (Cyr., Theod.) Jesaja Jes 29 24 23 Et erubescet luna, et confundetur sol, cum regnaverit Dominus exercituum in monte Sion, et in Jerusalem, et in conspectu senum suorum fuerit glorificatus. Und der Mond wird erröten und die Sonne zuschanden werden, wenn der Herr der Heerscharen herrscht auf dem Berge Sion und zu Jerusalem und angesichts seiner Ältesten verherrlicht wird.²² Jesaja Jes 29 24 23 22 Selbst das Weltall wird in Mitleidenschaft gezogen. Vergl. die ähnliche Schilderung [Mt 24,29; Mk 13,24; Lk 21,25; Apg 2,20; Joel 2,31]. Durch das Gericht kommt Gottes Reich zur Vollendung: seine königliche Herrschaft hat jetzt ihren Gipfelpunkt erreicht und wird angesichts der Erwählten glorreich verherrlicht. Hebr.: Und angesichts seiner Ältesten ist seine Herrlichkeit: vor ihnen liegt die Herrlichkeit Gottes aufgeschlossen und diese überkleidet sie selbst mit Herrlichkeit. Die Einzelgerichte gründen Gottes Reich auf Sion und von Sion aus, die Vollendung wird in analoger Weise mit jenen zusammen, also auch als in Sion sich verwirklichend, geschaut. -Jesaja Jes 29 25 0 c. Frucht der Gerichte Gottes. 1. Lobgesang der Erretteten. (V. 5) 2. Mitteilung der göttlichen Güter. (V. 9) 3. Demütigung der Gottlosen. +Jesaja Jes 29 25 0 c. Frucht der Gerichte Gottes. 1. Lobgesang der Erretteten. (V. 5) 2. Mitteilung der göttlichen Güter. (V. 9) 3. Demütigung der Gottlosen. Jesaja Jes 29 25 1 Domine Deus meus es tu, exaltabo te, et confitebor nomini tuo: quoniam fecisti mirabilia, cogitationes antiquas fideles, amen. Herr! du bist mein Gott, ich will dich erheben und deinen Namen preisen; denn du hast Wunderbares vollbracht, längst gefasste Beschlüsse, getreue.¹ Amen. Jesaja Jes 29 25 1 1 Durch das Gericht kommt Gottes Verherrlichung zur Offenbarung [Jes 6,3]; dies anerkennen die Erwählten; daher singen sie ähnlich wie die Verklärten [Offb 4,11; Offb 5,12]. Die Gerichte sind Wunder, weil sie die größten Reiche gestürzt, und dies zum Teil durch Wundertaten wie gegen Assur vor Jerusalem. Noch mehr gilt dies von der Niederwerfung der Feinde des Messias und der Ausrichtung seines Reiches in der Menschheit, auf welche alle Völkergerichte schließlich abzielten. Sie sind ferner Ratschlüsse von fern her, Wahrhaftigkeit, Wahrheit (hebr.), die von Gott von Ewigkeit gefasst, durch seine Propheten vorherverkündigt und die er, der wahrhaftige und getreue Gott, in vollem Umfang ausgeführt. Gottes Gedanken sind von fernher: ewig, sie sind in sich Wahrheit und drängen deshalb zur Verwirklichung. Jesaja Jes 29 25 2 Quia posuisti civitatem in tumulum, urbem fortem in ruinam, domum alienorum: ut non sit civitas, et in sempiternum non ædificetur. Denn du hast die Stadt² zu einem Steinhaufen gemacht, die starke Stadt, zu Trümmern das Haus der Fremden, so dass sie keine Stadt mehr ist und nimmermehr erbaut wird.³ @@ -39308,7 +39324,7 @@ Jesaja Jes 29 25 11 Et extendet manus suas sub eo, sicut extendit natans ad nata Jesaja Jes 29 25 11 13 Die Hand, welche sich gegen das Reich Gottes erhebt, wird zerschmettert werden. Das Messianische Reich ist Kämpfen ausgesetzt, aber bewährt seine Unbesiegbarkeit. Jesaja Jes 29 25 12 Et munimenta sublimium murorum tuorum concident, et humiliabuntur, et detrahentur in terram usque ad pulverem. Die Festen deiner hochragenden Mauern werden zusammenstürzen und erniedrigt und zu Boden niedergeworfen werden bis in den Staub.¹⁴ Jesaja Jes 29 25 12 14 Je mehr die Weltmacht sich aufbläht gegen das Messiasreich, desto gewaltiger und vernichtender ist ihr Sturz. Die Anrede geht an den auf Sion thronenden Gott. [Jes 24,23] -Jesaja Jes 29 26 0 d. Jubel der Gerechten über die Erhöhung. (V. 11) Jubel der Gerechten über Gottes Machterweisung. (V. 19) e. Praktischer Schluss: Der Weg zum Heile. (26,20 27,6) +Jesaja Jes 29 26 0 d. Jubel der Gerechten über die Erhöhung. (V. 11) Jubel der Gerechten über Gottes Machterweisung. (V. 19) e. Praktischer Schluss: Der Weg zum Heile. (26,20 27,6) Jesaja Jes 29 26 1 In die illa cantabitur canticum istud in terra Juda: Urbs fortitudinis nostræ Sion salvator, ponetur in ea murus et antemurale. An jenem Tage wird man im Lande Juda¹ dies Lied singen: Die Stadt unserer Stärke ist Sion, der Heiland steht in ihr da als Mauer und Vormauer.² Jesaja Jes 29 26 1 1 Hier in messianischer, ideeller, nicht geographischer Bedeutung. Die ganze Erde soll ja ein Land des Herrn, also nach alttestamentlicher Anschauung ein Land Juda werden. Jesaja Jes 29 26 1 2 Der Ausruf ist die Antwort auf die Siegesverheißung Gottes [Jes 25,10] der Ausdruck des Bewusstseins der Rettung und des über die Gottesstadt waltenden Schutzes. Der Beisatz Sion ist eine Glosse, die im Hebräischen, Griechischen, Syrischen und im Kommentar des heiligen Hieronymus fehlt. Hebr.: Eine feste Stadt ist uns, Heil setzt er als Mauer und Bollwerk. @@ -39360,7 +39376,7 @@ Jesaja Jes 29 26 20 Vade populus meus, intra in cubicula tua, claude ostia tua s Jesaja Jes 29 26 20 29 Praktischer Rat für die Zeit der Bedrängnisse. Das Bild ist vom Sturme entlehnt, in dem man sich in das schützende Haus zurückzieht. In stiller Gebetseinsamkeit [Mt 6,6] sollen sie mit Demut und Vertrauen auf den Herrn harren. Die Redeweise erinnert an Noe, hinter dem der Herr die Türe der Arche schloss, oder an das Verweilen der Israeliten im Hause, während der Zornengel Ägypten durchschritt. [Ex 12,12] Die Zeit des Zorngerichtes wird als ein Augenblick bezeichnet, freilich bemessen mit dem Maßstabe der Ewigkeit oder mit Hinsicht auf die gesamte Entwicklung des Reiches Gottes in der Weltgeschichte. Jesaja Jes 29 26 21 Ecce enim Dominus egredietur de loco suo, ut visitet iniquitatem habitatoris terræ contra eum et revelabit terra sanguinem suum, et non operiet ultra interfectos suos. Denn siehe, der Herr wird ausziehen von seiner Stätte, um die Bosheit der Erdenbewohner gegen ihn zu strafen; und die Erde wird ihr Blut aufdecken und nicht fernerhin ihre Getöteten bergen.³⁰ Jesaja Jes 29 26 21 30 Das richterliche Einschreiten Gottes wird oft als das Sicherheben, ein Herabsteigen usw. bezeichnet. Gegenstand des Gerichtes ist die Bosheit der Erdenbewohner, zunächst wie V. 18 (nach der Vulg.) aber auch mit Hinweis auf das sündige Volk Israel, an dem freilich die Weltmacht als Strafrute Gottes zuerst Gericht zu üben hat. Gegen ihn: Hebr. an ihnen. Sünde und Unrecht schlagen den eigenen Herrn. Die Erde selbst, der Schauplatz der Verbrechen, stellt an den Herrn diese Forderung, indem sie das Blut, das sie trinken musste, offen darlegt und Strafe heischt. Vergl. [Gen 4,10.11]. Das zweite Glied besagt, dass die Erde die schuldlos Gemordeten gleichsam aus ihrem Schoße entsendet als Zeugen und Ankläger der Mörder. (Hier.) -Jesaja Jes 29 27 0 Der Weg zum Heile. (V. 6) f. Gottes wohlwollende Absichten gegen sein Volk. +Jesaja Jes 29 27 0 Der Weg zum Heile. (V. 6) f. Gottes wohlwollende Absichten gegen sein Volk. Jesaja Jes 29 27 1 In die illa visitabit Dominus in gladio suo duro, et grandi, et forti, super Leviathan serpentem vectem, et super Leviathan serpentem tortuosum, et occidet cetum, qui in mari est. An jenem Tage wird der Herr mit seinem harten, großen und starken Schwerte¹ den Leviathan heimsuchen, die Ringelschlange² und den Leviathan,³ die gekrümmte Schlange,⁴ und wird das Ungetüm, das im Meere ist, töten.⁵ Jesaja Jes 29 27 1 1 Das Schwert ist hart und stark, dass es dem Schuppenpanzer des Leviathan gewachsen ist; dazu groß. Das Schwert ist Sinnbild der Strafmacht Gottes. Jesaja Jes 29 27 1 2 Hebr.: die flüchtige Schlange. @@ -39401,7 +39417,7 @@ Jesaja Jes 29 27 13 Et erit: In die illa clangetur in tuba magna, et venient qui Jesaja Jes 29 27 13 25 Gott selbst wird das Signal zur Heimkehr geben, hier mit der Posaune, sonst wird ein Panier aufgerichtet. Jesaja Jes 29 27 13 26 Assur und Ägypten waren auch die beiden Mächte, zwischen denen das untheokratische Judäa hin und her schwankte, und die es daher züchtigten. Jesaja Jes 29 27 13 27 Sion ist auch hier der Einigungspunkt wie [Jes 24,23]. -Jesaja Jes 29 28 0 4. Vierte Reihe von Weissagungen. (Kap. 28 37) A. Erster Abschnitt: Sechs Wehe. (Kap. 28 33) a. Erstes Weh. (Kap. 28) 1) Samarias Sturz wird verkündet. (V. 6) 2) Entrüstung gegen die Verächter. (V. 13) 3) Der in Sion zu legende kostbare Eckstein. 4) Gleichnisrede über Gottes weise und wohlwollende Absicht in der Lenkung der Völkergeschicke. +Jesaja Jes 29 28 0 4. Vierte Reihe von Weissagungen. (Kap. 28 37) A. Erster Abschnitt: Sechs Wehe. (Kap. 28 33) a. Erstes Weh. (Kap. 28) 1) Samarias Sturz wird verkündet. (V. 6) 2) Entrüstung gegen die Verächter. (V. 13) 3) Der in Sion zu legende kostbare Eckstein. 4) Gleichnisrede über Gottes weise und wohlwollende Absicht in der Lenkung der Völkergeschicke. Jesaja Jes 29 28 1 Væ coronæ superbiæ, ebriis Ephraim, et flori decidenti, gloriæ exsultationis ejus, qui erant in vertice vallis pinguissimæ, errantes a vino. Wehe¹ der Krone des Hochmutes, den Trunkenen Ephraims,² der welkenden Blume³ seines Rühmens, denen, die auf dem Gipfel des üppigsten Tales waren,⁴ taumelnd von Wein. Jesaja Jes 29 28 1 1 Die niedergeschriebenen Reden bieten gleichsam nur den Rahmen, innerhalb dessen seine Wirksamkeit sich bewegte. Jesaja Jes 29 28 1 2 Hebr.: Wehe der Krone des Hochmutes (der stolzen Krone) der Trunkenen Ephraims übermannt vom Wein. Das Weh gilt der Hauptstadt Samaria, die reich war an Weingärten und Ölpflanzungen. Sie ist der Stolz der den schwelgerischen Genüssen und dem Übermute dahingegebenen israelitischen Großen. @@ -39472,7 +39488,7 @@ Jesaja Jes 29 28 28 Panis autem comminuetur: verum non in perpetuum triturans tr Jesaja Jes 29 28 29 Et hoc a Domino Deo exercituum exivit, ut mirabile faceret consilium, et magnificaret justitiam. Und dies ging von dem Herrn, dem Gott der Heerscharen, aus,⁴⁰ dass er seine Ratschlüsse wunderbar mache und seine Gerechtigkeit verherrliche!⁴¹ Jesaja Jes 29 28 29 40 Schlussfolgerung wie V. 26. Natur und natürliche Vernunft sollen als Spiegel dienen, in dem wir das Höhere ahnend schauen. Jesaja Jes 29 28 29 41 Hebr.: Er macht wunderbar den Rat, macht groß die Weisheit offenbart dies in der Leitung der Geschicke. -Jesaja Jes 29 29 0 B. Das zweite Wehe. (V. 14) a. Ängste und Befreiung der Stadt. (V. 8) b. Beschämung der Spötter. (V. 14) Das dritte Weh. (V. 15 24) +Jesaja Jes 29 29 0 B. Das zweite Wehe. (V. 14) a. Ängste und Befreiung der Stadt. (V. 8) b. Beschämung der Spötter. (V. 14) Das dritte Weh. (V. 15 24) Jesaja Jes 29 29 1 Væ Ariel, Ariel civitas, quam expugnavit David: additus est annus ad annum: solemnitates evolutæ sunt. Wehe¹ Ariel, Ariel, Stadt, die David eroberte!² Ist ein Jahr zum Jahr gefügt und haben die Feste ihren Umlauf vollendet,³ Jesaja Jes 29 29 1 1 Das zweite Wehe gilt Jerusalem. Es führt die in [Jes 28] angedeutete Bedrängnis (V. 15, 17-20) konkreter aus, damit menschliche Rat- und Hilflosigkeit und göttliches Eingreifen umso besser erkannt werde. Jesaja Jes 29 29 1 2 Hebr.: Ariel Burg, wo David sich niederließ, füget ein Jahr zum Jahre, die Feste mögen kreisen. Löwe, Gotteslöwe heißt die Stadt als unbesiegliche durch Gottes Gnade, als Königin und Herrscherin über die Völker der Verheißung nach. Was Löwe besagt, ist noch bestimmter gefasst in dem Zusatze, der auf David, den Träger des ewigen Königtums, geht: seinetwegen hat Gott schon oft Strafe und Vernichtung abgewendet. Vergl. [1Kön 11,11-13-13 usw.; 1Kön 15,4.5; 2Kön 8,19] u.a.. Wie diese erhabenen Benennungen das Unnatürliche des Verhältnisses zeigen, dass Jerusalem unter feindlichem Drucke stöhnt (hierdurch aber auch die Tiefe der Schuld des Abfalls), so geben sie auch zugleich Bürgschaft und Unterpfand der Rettung. Mit Rücksicht auf [Jes 31,9] ist indes hier wohl Herd Gottes zu erklären, gottgeweihte Kultstätte. Und dieser Herd Gottes ist mit Davids Hause und Reich unlöslich verbunden. @@ -39520,7 +39536,7 @@ Jesaja Jes 29 29 23 Sed cum viderit filios suos, opera manuum mearum in medio su Jesaja Jes 29 29 23 22 Das Haus Jakob wird nicht beschämt, es wird keine Kinder, die als Söhne der Verheißung und als Volk der Auserwählung und Gnadenführung Gottes (wegen Isaak, wegen der Befreiung aus Ägypten usw.) mit Recht Werke er Hände heißen, noch erblicken als solche, die Gott heiligen und seinen Namen durch Wort und Tat verherrlichen in ihrer Mitte. Geschieht dies, so werden sie selbst und somit das Haus Jakob verherrlicht werden. Dann wird also das Gegenteil der Schmach eintreten: sie werden Gott heiligen und verkündigen und darum kann Jakob nicht zuschanden werden. Etwas anderes das Hebräische: Denn wenn es sieht seine Kinder, das Werk meiner Hände in seiner Mitte, werden sie meinen Namen heiligen und den Heiligen Jakobs heiligen sie und den Gott Jakobs fürchten sie. Jesaja Jes 29 29 24 Et scient errantes spiritu intellectum, et mussitatores discent legem. Dann werden die, welche verwirrten Geistes waren, Einsicht erlangen und die Widerspenstigen das Gesetz lernen.²³ Jesaja Jes 29 29 24 23 Die abirren im Verlangen ihres Geistes von der Theokratischen Norm, die jetzt noch den prophetischen Warnungen und Mahnungen widerstreiten. -Jesaja Jes 29 30 0 D. Das vierte Wehe. (Kap. 30) 1) Das Vertrauen auf Ägypten wird zuschanden werden. (V. 7) 2) Sie werden sich durch ihre eigenen Anschläge ins Verderben bringen. (V. 17) 3) Gott aber wird die Seinigen mit der Fülle der Güter bereichern. (V. 26) 4) Gott für seine Feinde schrecklich, für die Seinigen gütig. +Jesaja Jes 29 30 0 D. Das vierte Wehe. (Kap. 30) 1) Das Vertrauen auf Ägypten wird zuschanden werden. (V. 7) 2) Sie werden sich durch ihre eigenen Anschläge ins Verderben bringen. (V. 17) 3) Gott aber wird die Seinigen mit der Fülle der Güter bereichern. (V. 26) 4) Gott für seine Feinde schrecklich, für die Seinigen gütig. Jesaja Jes 29 30 1 Væ filii desertores, dicit Dominus, ut faceretis consilium, et non ex me: et ordiremini telam, et non per spiritum meum, ut adderetis peccatum super peccatum: Wehe euch, ihr abtrünnigen Söhne,¹ spricht der Herr, die ihr einen Plan betreibt, aber nicht auf mein Geheiß, und ein Gewebe anzettelt, aber nicht durch meinen Geist, damit ihr Sünde auf Sünde häuft!² Jesaja Jes 29 30 1 1 Sie sind das auserwählte Volk. Dieser Ehrentitel lässt das Unwürdige ihres Gebahrens umso schärfer hervortreten. Jesaja Jes 29 30 1 2 Sie handeln gegen das Grundgesetz der Theokratie auf eigene Faust und setzen den Gottkönig geflissentlich beiseite in der Absicht, zu den früheren Sünden neue hinzuzufügen. @@ -39609,7 +39625,7 @@ Jesaja Jes 29 30 32 53 Hebr.: In Kämpfen des Schwingens bekämpft er sie; - n Jesaja Jes 29 30 33 Præparata est enim ab heri Topheth, a rege præparata, profunda, et dilatata. Nutrimenta ejus, ignis et ligna multa: flatus Domini sicut torrens sulphuris succendens eam. Denn von ehegestern her ist ein Topheth⁵⁴ bereitet, von dem Könige⁵⁵ zubereitet, tief und weit. Seine Nahrung ist Feuer und Holz in Fülle, der Odem des Herrn setzt es in Brand wie ein Schwefelstrom. Jesaja Jes 29 30 33 54 Tophet ist die Stätte im Tale Hinnom (der Gehenna) an der Südseite der Stadt, wo die jüdischen Abgötter ihre Kinder dem Moloch im Feuer opferten, vergl. [2Kön 23,10, Jer 7,31, Jer 19,6], ein Verbrechen, dessen sich auch Achaz schuldig gemacht hatte. [2Chr 28,3] Der Name besagt Greuelstätte. Die Brandstätte des Molochfeuers ward Bezeichnung des ewigen Feuers, in dem die Dämone und Götzenanbeter brennen; ähnlich wie im Neues Testamente das Wort Gehenna. Jesaja Jes 29 30 33 55 Eine solche Stätte des Greuels und der Verfluchung und des Brandes ist von Gott auch für den Großkönig der Assyrier, den König der Könige [Jes 36,4] bereitet. Im Hebräischen wird Tophet zuerst allgemein als Ort für Gottes Gegner bezeichnet, sodann für den Großkönig, der sich so übermütig gebärdet, zugerichtet ist. -Jesaja Jes 29 31 0 E. Fünftes Wehe. (Kap. 31,1 Kap. 32,20) 1) Nicht Ägypten wird Hilfe bringen, sondern Gott. +Jesaja Jes 29 31 0 E. Fünftes Wehe. (Kap. 31,1 Kap. 32,20) 1) Nicht Ägypten wird Hilfe bringen, sondern Gott. Jesaja Jes 29 31 1 Væ qui descendunt in gyptum ad auxilium, in equis sperantes, et habentes fiduciam super quadrigis, quia multæ sunt: et super equitibus, quia prævalidi nimis: et non sunt confisi super sanctum Israel, et Dominum non requisierunt. Wehe denen, die nach Ägypten um Hilfe hinabziehen, die auf Rosse ihre Hoffnung setzen¹ und auf Wagen ihr Vertrauen, dass ihrer viele sind, auf Reiter, dass sie sehr stark sind;² und die nicht auf den Heiligen Israels ihr Vertrauen setzen und den Herrn nicht suchen.³ Jesaja Jes 29 31 1 1 Siehe [Jes 30,16]. Jesaja Jes 29 31 1 2 Juda hatte keine Wagen und Reiter, vergl. [Jes 36,8], anders Ägypten. @@ -39633,7 +39649,7 @@ Jesaja Jes 29 31 8 12 Auf dreifache Weise wird zuerst Assur im Allgemeinen der Jesaja Jes 29 31 9 Et fortitudo ejus a terrore transibit, et pavebunt fugientes principes ejus: dixit Dominus: cujus ignis est in Sion, et caminus ejus in Jerusalem. seine Stärke wird vor Schrecken vergehen¹³ und seine flüchtigen Fürsten werden beben,¹⁴ spricht der Herr, dessen Feuer in Sion ist, dessen Glutofen in Jerusalem. Jesaja Jes 29 31 9 13 Der Kern des assyrischen Heeres, der Pomp Assurs. Jesaja Jes 29 31 9 14 Der Grund ist, weil Sion (das davidische Königtum) und Jerusalem, die Hauptstadt des auserwählten Volkes ist, die Stätte seiner Offenbarung und Verheißungen. So ist sein eiferndes Zornesfeuer gleichsam in der auserwählten Stadt konzentriert. -Jesaja Jes 29 32 0 2) Verheißung reichen Glückes. (V. 8) 3. Durch schmerzliche Trübsal führt der Weg zur Glückseligkeit. +Jesaja Jes 29 32 0 2) Verheißung reichen Glückes. (V. 8) 3. Durch schmerzliche Trübsal führt der Weg zur Glückseligkeit. Jesaja Jes 29 32 1 Ecce in justitia regnabit rex, et principes in judicio præerunt. Siehe, in Gerechtigkeit wird der König herrschen und die Fürsten werden nach dem Rechten gebieten.¹ Jesaja Jes 29 32 1 1 Gottes Norm und Gesetz kommen in den leitenden Kreisen zur Geltung. Auch in dieser Schilderung der Herrschaft des Ezechias ist der messianische Abglanz zu erkennen. Jesaja Jes 29 32 2 Et erit vir sicut qui absconditur a vento, et celat se a tempestate, sicut rivi aquarum in siti, et umbra petræ prominentis in terra deserta. Ein jeder wird sein wie ein vor dem Winde Geborgener, wie ein vor dem Sturme Geschützter, wie Wasserbäche bei der Dürre, wie der Schatten eines überhängenden Felsens in der Wüste.² @@ -39674,7 +39690,7 @@ Jesaja Jes 29 32 19 Grando autem in descensione saltus, et humilitate humiliabit Jesaja Jes 29 32 19 19 Ehe es zu der herrlichen Entfaltung kommen kann, muss das Gericht eintreten über Assur und die jüdischen Feinde Gottes. Das Bild des Hagels findet sich [Jes 28,17; Jes 30,30], des Waldes, der in seiner Herrlichkeit gefällt wird, als Sinnbild für Assurs Untergang bereits [Jes 10,34] Die Stadt, deren stolzes, untheokratisches Vertrauen gebrochen wird und die in hilfloser. Tiefster Erniedrigung gedemütigt werden soll, ist Jerusalem. [Jes 29,1-4] Jesaja Jes 29 32 20 Beati, qui seminatis super omnes aquas, immittentes pedem bovis et asini. Glückselig ihr, die ihr an allen Gewässern säet und die Füße der Rinder und Esel frei dahingehen lasset!²⁰ Jesaja Jes 29 32 20 20 Wiederholung des Bildes [Jes 30,23.24]. -Jesaja Jes 29 33 0 F. Sechstes Wehe. (Kap. 33) 1) Die Niederlage der Assyrier und Gottes Verherrlichung. (V. 6) 2) Aus der Trübsal Heil. (V. 17) 3) Nach der Drangsal ist die Erinnerung süß und fröhlich die Hoffnung. +Jesaja Jes 29 33 0 F. Sechstes Wehe. (Kap. 33) 1) Die Niederlage der Assyrier und Gottes Verherrlichung. (V. 6) 2) Aus der Trübsal Heil. (V. 17) 3) Nach der Drangsal ist die Erinnerung süß und fröhlich die Hoffnung. Jesaja Jes 29 33 1 Væ qui prædaris, nonne et ipse prædaberis? et qui spernis, nonne et ipse sperneris? cum consummaveris deprædationem, deprædaberis: cum fatigatus desieris contemnere, contemneris. Wehe dir, du Räuber! wirst nicht auch du beraubt werden? Du Verächter! wirst du nicht auch selbst verachtet werden? Wenn du deinen Raub vollendet, so wirst du beraubt werden; wenn du, müde geworden, vom Verhöhnen ablassen wirst, wirst du verhöhnt werden.¹ Jesaja Jes 29 33 1 1 Aufruf an Gottes Gerechtigkeit: Trotz des begangenen Frevels hat Assur noch keine Strafe gefunden. Hebr.: Wehe Verwüster und selbst nicht verwüstet, und Bedrücker, und sie bedrücken dich nicht Wenn du vollendet hast verwüstend, wirst du verwüstet; wenn du erreicht hast zu bedrücken, wirst du bedrückt. Jesaja Jes 29 33 2 Domine miserere nostri: te enim exspectavimus: esto brachium nostrum in mane, et salus nostra in tempore tribulationis. Herr! erbarme dich unser, denn auf dich harren wir; sei unser Arm² früh morgens³ und unser Heil zur Zeit der Drangsal.⁴ @@ -39738,7 +39754,7 @@ Jesaja Jes 29 33 24 Nec dicet vicinus: Elangui: populus qui habitat in ea, aufer Jesaja Jes 29 33 24 37 Bewohner. Jesaja Jes 29 33 24 38 Die Katastrophe hat die Sünde teils hinweggenommen, teils gebessert. Das Volk ist seinem Gotte treu, so wird es nie sprechen müssen: Ich bin schwach. Jesaja Jes 29 33 24 39 Alle Veranstaltungen Gottes laufen darauf hinaus, dass ein Wechsel der Zeiten und Ereignisse der eine unverlierbare Mittelpunkt die geistige Erlösung ist. -Jesaja Jes 29 34 0 B. Zweiter Abschnitt: Ungleiches Los der Gottlosen und der Frommen. (Kap. 34, [Jes 35]) a. Gericht über die Heiden und den Erdkreis. (V. 4) b. Vorbild des Gerichtes an Edom gezeigt. +Jesaja Jes 29 34 0 B. Zweiter Abschnitt: Ungleiches Los der Gottlosen und der Frommen. (Kap. 34, [Jes 35]) a. Gericht über die Heiden und den Erdkreis. (V. 4) b. Vorbild des Gerichtes an Edom gezeigt. Jesaja Jes 29 34 1 Accedite gentes, et audite, et populi attendite: audiat terra, et plenitudo ejus, orbis, et omne germen ejus. Kommet herzu, ihr Völker,¹ und höret, und ihr Nationen, merket auf; es höre die Erde² und ihre Fülle, der Erdkreis und all sein Sprossen! Jesaja Jes 29 34 1 1 Ein Gesetz, ein unentfliehbares, gilt für alle Völker. Jesaja Jes 29 34 1 2 Auch die Natur wird beim Gerichte in Mitleidenschaft gezogen. @@ -39781,7 +39797,7 @@ Jesaja Jes 29 34 15 24 Die Verwüstung Edoms soll ein warnendes Beispiel sein, Jesaja Jes 29 34 16 Requirite diligenter in libro Domini, et legite: unum ex eis non defuit, alter alterum non quæsivit: quia quod ex ore meo procedit, ille mandavit, et spiritus ejus ipse congregavit ea. Forschet emsig im Buche des Herrn und leset!²⁵ keines von diesen Dingen bleibt aus, keines vermisst das andere; denn was aus meinem Munde kommt, hat er befohlen, und sein Geist selber ist es, der es zusammengebracht hat. Jesaja Jes 29 34 16 25 Was er mündlich verkündet, legt er zum bleibenden Zeugnis auch in sein Weissagungsbuch nieder, das eben, weil er Gottes Aussprüche und Aufträge enthält, das Buch des Herrn ist. Die schriftliche Abfassung dient den Zeitgenossen als Zeichen der Zuversicht und zweifellosen Gewissheit seitens des Propheten, den Späteren als augenscheinlicher Beweis der gottverkündeten, weil pünktlich eingetretenen Ereignisse, beiden zugleich als Maßstab und Richtschnur zum richtigen Urteil über ihre Gegenwart und über Gottes Normen. Jesaja Jes 29 34 17 Et ipse misit eis sortem, et manus ejus divisit eam illis in mensuram: usque in æternum possidebunt eam, in generationem et generationem habitabunt in ea. Er selbst hat ihnen das Los geworfen und seine Hand es ihnen zum Maßteil gegeben, auf ewig werden sie es innehaben und von Geschlecht zu Geschlecht darin hausen. -Jesaja Jes 29 35 0 c. Heil der Frommen. (Kap. 35) +Jesaja Jes 29 35 0 c. Heil der Frommen. (Kap. 35) Jesaja Jes 29 35 1 Lætabitur deserta et invia, et exsultabit solitudo, et florebit quasi lilium. Es wird sich die Öde und Wüste freuen und aufjubeln die Einöde und blühen wie eine Lilie.¹ Jesaja Jes 29 35 1 1 Gottes Herrlichkeit verklärt und erleuchtet das Geschöpf, so dass dieses selbst mit Gottes Glanz und Schimmer wie umkleidet erstrahlt. Der Seher schreitet von der innern Heilserfahrung der seligen Freude zu deren äußeren Betätigung, dem Jubel und dann zu der vom Heile zu erwartenden Herrlichkeit vor. Jesaja Jes 29 35 2 Germinans germinabit, et exsultabit lætabunda et laudans: gloria Libani data est ei: decor Carmeli, et Saron, ipsi videbunt gloriam Domini, et decorem Dei nostri. Üppig wird sie sprossen und jauchzend und frohlockend aufjubeln; des Libanons Herrlichkeit ist ihr verliehen, die Pracht des Karmel und Saron;² sie werden die Herrlichkeit des Herrn schauen und den Glanz unseres Gottes. @@ -39798,7 +39814,7 @@ Jesaja Jes 29 35 8 5 Die Öde und Wildnis ist gangbar geworden: eine heilige St Jesaja Jes 29 35 9 Non erit ibi leo, et mala bestia non ascendet per eam, nec invenietur ibi: et ambulabunt qui liberati fuerint. Nicht wird ein Löwe dort sein und kein wildes Tier dorthin kommen noch daselbst angetroffen werden, sondern die Erlösten werden darauf wallen. Jesaja Jes 29 35 10 Et redempti a Domino convertentur, et venient in Sion cum laude: et lætitia sempiterna super caput eorum: gaudium et lætitiam obtinebunt, et fugiet dolor et gemitus. Und die vom Herrn Erlösten werden heimkehren und nach Sion ziehen unter Lobgesang; ewige Freude krönt ihr Haupt, Wonne und Freude erlangen sie, es fliehen Schmerz und Jammer!⁶ Jesaja Jes 29 35 10 6 Der krönende Abschluss der Heilsschilderung zeigt die Schar der Erlösten in ewiger Freude und Wonne. Sion glänzt auch hier als der gottgewollte Mittelpunkt, an den Gottes Verheißung geknüpft erscheint, wie in Edom sich das gottwidrige Streben konzentrierte. Also entweder Edom und sein Fluch, oder Sion und sein wonnereicher Segen. Soll die Wahl für Juda schwer sein? Aber sie muss sich in der Gesinnung betätigen. Welche Wahl hat Juda tatsächlich getroffen und welches war die Frucht der prophetischen Bemühungen seit [Jes 28]? Darauf antwortet der geschichtliche Bericht in [Jes 36] und [Jes 37]. -Jesaja Jes 29 36 0 Dritter Abschnitt: Die Niederlage der Assyrier. (Historische Darstellung) (Kap. 36 37) a. Rede des Rabsakes an die Gesandten Ezechias. (V. 10) b. Rede an das Volk. (V. 20) c. Gesandtschaft an Isaias. (36,21 37,7) +Jesaja Jes 29 36 0 Dritter Abschnitt: Die Niederlage der Assyrier. (Historische Darstellung) (Kap. 36 37) a. Rede des Rabsakes an die Gesandten Ezechias. (V. 10) b. Rede an das Volk. (V. 20) c. Gesandtschaft an Isaias. (36,21 37,7) Jesaja Jes 29 36 1 Et factum est in quarto decimo anno regis Ezechiæ, ascendit Sennacherib rex Assyriorum super omnes civitates Juda munitas, et cepit eas. Und es geschah¹ im vierzehnten Jahre² des Königs Ezechias, dass Sennacherib, der König von Assyrien, heraufzog gegen alle befestigten Städte Judas und sie einnahm.³ Jesaja Jes 29 36 1 1 Derselbe Stoff mit Ausnahme des Dankesliedes des Ezechias. [2Kön 18,13; 2Kön 20,19] Jesaja Jes 29 36 1 2 Diese Zeitbestimmung verursacht nicht leicht zu lösende Schwierigkeiten. Ist es ein Schreibfehler? Hat es im Königsbuche ursprünglich bei der Erzählung über die Krankheit gestanden? @@ -39851,7 +39867,7 @@ Jesaja Jes 29 36 21 28 Das Volk. Vergl. [2Kön 18,36]. Jesaja Jes 29 36 21 29 Der Glaube des Volkes, das dem erhabenen Beispiele und Gebote seines Gottes folgt, bewährt sich herrlich. Jesaja Jes 29 36 22 Et ingressus est Eliacim filius Helciæ, qui erat super domum, et Sobna scriba, et Joahe filius Asaph a commentariis ad Ezechiam scissis vestibus, et nuntiaverunt ei verba Rabsacis. Da kehrten Eliakim, der Sohn des Helkias, der über das königliche Haus gesetzt war, und Sobna, der Schreiber, und Joahe, der Sohn Asaphs, der Schreiber der Jahrbücher, zu Ezechias mit zerrissenen Kleidern³⁰ zurück und meldeten ihm die Worte Rabsakes. Jesaja Jes 29 36 22 30 Das Zerreißen der Kleider hatte wegen der Gotteslästerung des Rabsakes stattgefunden oder war Zeichen des Unmutes, des Schmerzes und der Betrübnis bei der übermütigen Forderung und dem Hohne. -Jesaja Jes 29 37 0 c. Gesandtschaft an Isaias. (V. 7) d. Zweite Gesandtschaft Sennacheribs an Ezechias. (V. 20) e. Isaias antwortet im Namen Gottes. (V. 35) f. Niederlage der Assyrier. +Jesaja Jes 29 37 0 c. Gesandtschaft an Isaias. (V. 7) d. Zweite Gesandtschaft Sennacheribs an Ezechias. (V. 20) e. Isaias antwortet im Namen Gottes. (V. 35) f. Niederlage der Assyrier. Jesaja Jes 29 37 1 Et factum est, cum audisset rex Ezechias, scidit vestimenta sua, et obvolutus est sacco, et intravit in domum Domini. Und es begab sich, als der König Ezechias dies gehört hatte, zerriss er seine Kleider, hüllte sich in ein Bußgewand und ging in das Haus des Herrn.¹ [2Kön 19,1] Jesaja Jes 29 37 1 1 Die Verheißung Gottes, dass er retten werde, machte das demütige Flehen und die Bußgesinnung des Königs so wenig überflüssig (erheischte sie vielmehr nach dem Willen Gottes) als im Neuen Bunde die Zusage des Sieges der Kirche das Gebet um denselben ausschließt. Gott fordert, dass der Mensch sich für den Empfang der verheißenen Gnade disponiere und seinerseits auch dem Herrn entgegenkomme. Jesaja Jes 29 37 2 Et misit Eliacim, qui erat super domum, et Sobnam scribam, et seniores de sacerdotibus opertos saccis ad Isaiam filium Amos prophetam, Und er sandte Eliakim, der über das königliche Haus gesetzt war, und Sobna, den Schreiber, und die Ältesten aus den Priestern in Bußgewändern zu Isaias, dem Sohne des Amos, dem Propheten² @@ -39925,7 +39941,7 @@ Jesaja Jes 29 37 37 Et egressus est, et abiit, et reversus est Sennacherib rex A Jesaja Jes 29 37 37 34 Unternahm keinen weiteren Feldzug gegen Juda. Jesaja Jes 29 37 38 Et factum est, cum adoraret in templo Nesroch deum suum, Adramelech, et Sarasar filii ejus percusserunt eum gladio: fugeruntque in terram Ararat, et regnavit Asarhaddon filius ejus pro eo. Und es begab sich, als er im Tempel Nesroch, seinen Gott, anbetete, erschlugen ihn Adramelech und Sarasar, seine Söhne, mit dem Schwerte, und sie flohen in das Land Ararat. Sein Sohn Asarhaddon aber herrschte an seiner Statt.³⁵ Jesaja Jes 29 37 38 35 Geschichtlich weit auseinanderliegende Ereignisse werden, je nach dem Zwecke des Schriftstellers, unmittelbar aneinander gereiht. Nach den assyrischen Berichten herrschte Sennacherib bis 680, lebte also noch lange nach seiner Niederlage. Diese abschließende Notiz kann an dieser Stelle leicht aus [2Kön 19] eingeschaltet sein, um so mehr, da sie die vorhergehende Prophezeiung passend bestätigt und die Geschichte selbst abrundet. -Jesaja Jes 29 38 0 II. Teil. (Kap. 38 66) 1. Umstände der Verkündigung des Babylonischen Exils (Kap. 38, 39) A. Ezechias Krankheit und Genesung. (V. 8) B. Ezechias Klage in seiner Krankheit. (V. 17) C. Ezechias Danksagung nach seiner Genesung. +Jesaja Jes 29 38 0 II. Teil. (Kap. 38 66) 1. Umstände der Verkündigung des Babylonischen Exils (Kap. 38, 39) A. Ezechias Krankheit und Genesung. (V. 8) B. Ezechias Klage in seiner Krankheit. (V. 17) C. Ezechias Danksagung nach seiner Genesung. Jesaja Jes 29 38 1 In diebus illis ægrotavit Ezechias usque ad mortem: et introivit ad eum Isaias filius Amos propheta, et dixit ei: Hæc dicit Dominus: Dispone domui tuæ, quia morieris tu, et non vives. In jenen Tagen¹ erkrankte Ezechias bis zum Tode. Da kam Isaias, der Sohn des Amos, der Prophet, zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der Herr: Bestelle dein Haus,² denn du wirst sterben und nicht leben! [2Kön 20; 2Chr 32,24] Jesaja Jes 29 38 1 1 Vergl. Vers 6 und [Jes 39,1]. Der Ausdruck ist unbestimmt genug, um eine dem assyrischen Einfall vorhergehende kürzere oder längere Zeit bezeichnen zu können. Jesaja Jes 29 38 1 2 Hebr.: Befiehl deinem Hause. @@ -39977,7 +39993,7 @@ Jesaja Jes 29 38 20 28 Der König spricht in seinem und seines Volkes Namen. Jesaja Jes 29 38 21 Et jussit Isaias ut tollerent massam de ficis, et cataplasmarent super vulnus, et sanaretur. Und Isaias befahl, einen Feigenkuchen zu bringen und auf die Wunde zu legen, damit er gesund würde. Jesaja Jes 29 38 22 Et dixit Ezechias: Quod erit signum quia ascendam in domum Domini? Ezechias aber sprach: Was wird das Zeichen sein, dass ich hinaufgehen werde in das Haus des Herrn?²⁹ Jesaja Jes 29 38 22 29 Diese beiden Verse 21, 22 sind an eine falsche Stelle geraten, da sie vor dem Wunderzeichen stehen mussten, wie [2Kön 20] zeigt. (Hier.) Wie Abraham und Gedeon bittet er um ein Zeichen, was umso mehr zur Festigung des Glaubens dienlich war, als der Prophet binnen kurzer Zeit zwei so entgegengesetzte Bescheide gegeben, und beide im Namen des Herrn. -Jesaja Jes 29 39 0 D. Die Gesandtschaft aus Babylon. +Jesaja Jes 29 39 0 D. Die Gesandtschaft aus Babylon. Jesaja Jes 29 39 1 In tempore illo misit Merodach Baladan filius Baladan rex Babylonis, libros et munera ad Ezechiam: audierat enim quod ægrotasset, et convaluisset. In jener Zeit¹ sandte Merodach Baladan, der Sohn Baladans, König von Babylon, Briefe und Geschenke an Ezechias; denn er hatte gehört, dass er erkrankt und wieder genesen sei.² [2Kön 20,12] Jesaja Jes 29 39 1 1 712 v. Chr. Zur Zeit der Regierung Sargons von Assyrien, gegen den Merodach Baladan ein Bündnis zustande bringen möchte. Jesaja Jes 29 39 1 2 Durch [Jes 38] ist die äußere Veranlassung mitgeteilt, welche der Babylonier als Deckmantel seiner Gesandtschaft benützte, und Ezechias ist durch die erfahrene Wohltat und die Gesinnung, mit der er sie aufnimmt, als Liebling des Herrn ausgezeichnet. Doch leider vergisst er nun auf des Herrn Ehre und Willen. @@ -39998,7 +40014,7 @@ Jesaja Jes 29 39 8 Et dixit Ezechias ad Isaiam: Bonum verbum Domini quod locutus Jesaja Jes 29 39 8 10 Der König erkennt seine Schuld an und unterwirft sich mit Demut und Ergebung dem Drohworte des Herrn. Jesaja Jes 29 39 8 11 Bei anderer Gelegenheit. Jesaja Jes 29 39 8 12 Vergl. [2Chr 32,26]. Es ist, als ob er sagte: Die Strafe ist gnädig, geringer als meine Versündigungen. Friede und Treue: der von Gottes Wahrhaftigkeit und Treue zugesicherte friedliche und feste Bestand. -Jesaja Jes 29 40 0 2. Erste Reihe von Reden. Zu Ende ist die Mühsal. (Kap. 40 -48) 1) Erste Rede (Kap. 40,3-31): a. Die Befreiung des Volkes. (V. 11) b. Gottes Macht und Weisheit. (V. 17) c. Drohungen gegen die Götzendiener und Zweifelnden. +Jesaja Jes 29 40 0 2. Erste Reihe von Reden. Zu Ende ist die Mühsal. (Kap. 40 -48) 1) Erste Rede (Kap. 40,3-31): a. Die Befreiung des Volkes. (V. 11) b. Gottes Macht und Weisheit. (V. 17) c. Drohungen gegen die Götzendiener und Zweifelnden. Jesaja Jes 29 40 1 Consolamini, consolamini popule meus, dicit Deus vester. Tröstet euch, tröstet euch, mein Volk!¹ spricht euer Gott. Jesaja Jes 29 40 1 1 Da die Darstellung der letzten Unterwerfung des jüdischen Landes und der Einnahme von Jerusalem selbst Erwähnung tat, bringt der Prophet jetzt passend und notwendig den nach dem Unglück von Gott gespendeten Trost: Israels Erlösung. (Cyr. U.) Nach dem Hebräischen ergeht die Anrede an die Propheten: Tröstet, tröstet mein Volk, spricht der Herr. Jesaja Jes 29 40 2 Loquimini ad cor Jerusalem, et advocate eam: quoniam completa est malitia ejus, dimissa est iniquitas illius: suscepit de manu Domini duplicia pro omnibus peccatis suis. Sprechet Jerusalem zum Herzen und rufet ihm zu, dass seine Mühsal vollendet,² seine Verschuldung vergeben ist,³ dass es Doppeltes⁴ aus der Hand des Herrn empfangen hat für alle seine Sünden.⁵ @@ -40078,7 +40094,7 @@ Jesaja Jes 29 40 30 46 Die natürliche Kraft, die in ihnen dargestellt wird. Jesaja Jes 29 40 30 47 Ehe das Ziel erreicht ist. Anders, die auf den Herrn vertrauen! Jesaja Jes 29 40 31 Qui autem sperant in Domino, mutabunt fortitudinem, assument pennas sicut aquilæ, current et non laborabunt, ambulabunt et non deficient. die aber auf den Herrn hoffen, erneuern ihre Kraft, heben ihre Schwingen gleich Adlern,⁴⁸ laufen und werden nicht müde, schreiten voran und werden nicht matt. Jesaja Jes 29 40 31 48 Im Texte ist von der Hebung der Schwingen die Rede (doch denken einige Ausleger auch an die Verjüngung, weil der Adler seine Federn jährlich wechselt.) -Jesaja Jes 29 41 0 2) Zweite Rede. (Kap. 41) a. Der von Osten kommende Held. (V. 5) b. Schrecken der Völker, Vertrauen der Israeliten. (V. 13) c. Erhöhung des Volkes Gottes. (V. 20) d. Rechtsstreit über Gottes Machterweise. +Jesaja Jes 29 41 0 2) Zweite Rede. (Kap. 41) a. Der von Osten kommende Held. (V. 5) b. Schrecken der Völker, Vertrauen der Israeliten. (V. 13) c. Erhöhung des Volkes Gottes. (V. 20) d. Rechtsstreit über Gottes Machterweise. Jesaja Jes 29 41 1 Taceant ad me insulæ, et gentes mutent fortitudinem: accedant, et tunc loquantur, simul ad judicium propinquemus. Es mögen schweigend auf mich achten die Inseln und Kräfte sammeln die Völker,¹ sie mögen herantreten und dann reden, wir wollen zusammen in den Rechtsstreit eintreten!² Jesaja Jes 29 41 1 1 Die gesamte Heidenwelt: Küstenstriche und fernste Inseln mit den großen weltbeherrschenden Völkern und den Bewohnern der weiten Länderstriche. Jesaja Jes 29 41 1 2 Vergl. [Jes 8,9]. @@ -40138,7 +40154,7 @@ Jesaja Jes 29 41 27 Primus ad Sion dicet: Ecce adsunt, et Jerusalem evangelistam Jesaja Jes 29 41 28 Et vidi, et non erat neque ex istis quisquam qui iniret consilium, et interrogatus responderet verbum. Und ich sah zu und es war niemand unter ihnen, der einen Rat gewusst und, wenn man ihn fragte, eine Antwort gegeben hätte. Jesaja Jes 29 41 29 Ecce omnes injusti, et vana opera eorum: ventus et inane simulacra eorum. Siehe, alle sind im Unrecht³⁰ und eitel sind ihre Werke, ein Hauch und ein Nichts sind ihre Bilder! Jesaja Jes 29 41 29 30 Gegensatz V. 26. Das Wort ist also im Sinne er gerichtlichen Aburteilung zu nehmen; diese Gerichtsszene ist die poetische Einkleidung der auch im Edikte des Cyrus ausgesprochenen Wahrheit, dass durch die Siege des Cyrus und sein Verhalten gegen die Juden der wahre Gott seine lebendig eingreifende Macht der Heidenwelt in klar erkennbarer Weise kundgibt, da er diese Ereignisse vorherverkündet. -Jesaja Jes 29 42 0 3) Dritte Rede. (Kap. 42,1-12) a. Der Knecht Gottes sanft und mild. (V. 4) b. Die Handlungsweise des Knechtes Gottes. (V. 9) c. Lobpreisung Gottes. (V. 12) 4) Vierte Rede. (Kap 42,13 Kap. 44,23) a. Gott kämpft für sein Volk. (V. 17) b. Gott straft die Störrigen. +Jesaja Jes 29 42 0 3) Dritte Rede. (Kap. 42,1-12) a. Der Knecht Gottes sanft und mild. (V. 4) b. Die Handlungsweise des Knechtes Gottes. (V. 9) c. Lobpreisung Gottes. (V. 12) 4) Vierte Rede. (Kap 42,13 Kap. 44,23) a. Gott kämpft für sein Volk. (V. 17) b. Gott straft die Störrigen. Jesaja Jes 29 42 1 Ecce servus meus, suscipiam eum: electus meus complacuit sibi in illo anima mea: dedi spiritum meum super eum, judicium gentibus proferet. Siehe,¹ mein Knecht, ich halte ihn aufrecht; mein Auserwählter, an ihm hat meine Seele Wohlgefallen; ich legte meinen Geist auf ihn, Recht wird er den Völkern bringen.² Jesaja Jes 29 42 1 1 Dies Wort weist nachdrucksvoll die Aufmerksamkeit erregend auf das Folgende hin. Jesaja Jes 29 42 1 2 Der Knecht des Herrn, von Gottes Macht getragen, von Gottes Liebe umfangen, ein Gegenstand des einzigen göttlichen Wohlgefallens, und von Gottes Geist ganz und gar durchdringen, wird den Völkern das Rechte, die von Gott eingesetzte Norm des Rechtes, also die von Gott gegebene Religion bringen, die alle Verhältnisse nach den ewigen Rechtsnormen regelt. Dieses Recht wird Vers 3,4 durch Wahrheit und Gesetz näher bestimmt, V. 6 als Licht der Heiden, V. 10, 12 als dessen Folgen Lob und Ehre für Gott bezeichnet. Es ist also hier direkt vom Messias die Rede. (Chld., Paraphr., Griech. vergl. [Mt 3,17; Joh 3,34; 2Petr 1,17]). @@ -40197,7 +40213,7 @@ Jesaja Jes 29 42 24 Quis dedit in direptionem Jacob, et Israel vastantibus? nonn Jesaja Jes 29 42 25 Et effudit super eum indignationem furoris sui, et forte bellum, et combussit eum in circuitu, et non cognovit: et succendit eum, et non intellexit. So ergoss er über dasselbe den Grimm seines Zornes³² und gewaltigen Krieg und dieser versengte es ringsum, aber es kam nicht zur Einsicht; er steckte es in Brand,³³ aber es kam nicht zum Verständnisse. Jesaja Jes 29 42 25 32 Das Exil ist Strafe der Sünden. Weil sie Gott nicht gehorchten, hat er die Schale seines Zorngerichtes ausgegossen. Jesaja Jes 29 42 25 33 Der im Exil noch fortdauert. -Jesaja Jes 29 43 0 e. Herrliche Verheißungen für die Frommen. (V. 13) d. Die Befreiung des Volkes ist reine Gnade. +Jesaja Jes 29 43 0 e. Herrliche Verheißungen für die Frommen. (V. 13) d. Die Befreiung des Volkes ist reine Gnade. Jesaja Jes 29 43 1 Et nunc hæc dicit Dominus creans te Jacob, et formans te Israel: Noli timere, quia redemi te, et vocavi te nomine tuo: meus es tu. Und nun, also spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, der dich gebildet hat, Israel:¹ Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst und dich bei deinem Namen gerufen, mein bist du! Jesaja Jes 29 43 1 1 Gott wird zur Bekundung seiner unwandelbaren Treue, die er auch dem abgefallenen Volke wahrt, der Schöpfer und Bildner Israels, der Erwecker der Nachkommenschaft in Abraham, [Jes 51,1] der Erwähler und Heranbilder des Volkes Gottes genannt. Israels Vergangenheit trägt in sich die Bürgschaft der Zukunft. Jesaja Jes 29 43 2 Cum transieris per aquas, tecum ero, et flumina non operient te: cum ambulaveris in igne, non combureris, et flamma non ardebit in te: Wenn du Gewässer durchschreitest, will ich bei dir sein und die Ströme werden dich nicht überfluten; wenn du durch Feuer gehst, wirst du nicht verbrennen und die Flamme wird dich nicht sengen.² @@ -40256,7 +40272,7 @@ Jesaja Jes 29 43 26 29 Wie der Herr sich bisher vor den Heiden gerechtfertigt, Jesaja Jes 29 43 27 Pater tuus primus peccavit, et interpretes tui prævaricati sunt in me. Dein erster Vater hat gesündigt und deine Verkündiger haben gegen mich gefrevelt. Jesaja Jes 29 43 28 Et contaminavi principes sanctos, dedi ad internecionem Jacob, et Israel in blasphemiam. Und ich entweihte heilige Fürsten und gab Jakob zum Untergange hin und Israel zur Lästerung.³⁰ Jesaja Jes 29 43 28 30 Die Sünde herrschte von Anfang an in Israel, die leiblichen wie die geistlichen Väter des Volkes (die erste Generation der aus Ägypten Geführten und die Priester und Fürsten) waren davon infiziert; ja die Sünde wucherte so üppig fort, dass Gott sich genötigt sah, die ihm heiligen, ihm geweihten Fürsten seines Volkes der profanierenden Behandlung durch die Heiden preiszugeben und das gesamte Volk dem Hohne und der Lästerung der Feinde zu überlassen. -Jesaja Jes 29 44 0 e. Gottes Bild der Herrlichkeit. (V. 8) f. Drohungen gegen die Götzendiener. (V. 23) 5) Fünfte Rede. (Kap. 44,24 Kap. 45,26) a. Der Beruf des Cyrus. +Jesaja Jes 29 44 0 e. Gottes Bild der Herrlichkeit. (V. 8) f. Drohungen gegen die Götzendiener. (V. 23) 5) Fünfte Rede. (Kap. 44,24 Kap. 45,26) a. Der Beruf des Cyrus. Jesaja Jes 29 44 1 Et nunc audi Jacob serve meus, et Israel quem elegi: Und jetzt¹ höre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich erkoren! [Jer 50,10; Jer 46,27] Jesaja Jes 29 44 1 1 Trotz dieser Sündhaftigkeit, die Israel über und über bedeckt, in seiner Wurzel gründet und seine Spitze vergiftet, bewahrt ihm der Herr die Treue und tröstet es. Jesaja Jes 29 44 2 Hæc dicit Dominus faciens et formans, ab utero auxiliator tuus: noli timere serve meus Jacob, et rectissime, quem elegi. So spricht der Herr, der dich erschaffen und gebildet,² dein Hort vom Mutterleibe³ an: Fürchte dich nicht, mein Knecht, Jakob, du Bevorzugter,⁴ den ich erkoren! @@ -40320,7 +40336,7 @@ Jesaja Jes 29 44 28 32 Der erste Befreier wird hier mit seinem Namen eingeführ Jesaja Jes 29 44 28 33 Cyrus soll Hirte des Volkes Gottes sein, d.h. das seiner eigenen Weide entrissene und im fremden Lande wie in der Wüste schmachtende Volk in seine Heimatgefilde zurückführen. Das Bild des Hirten ist in der heiligen Schrift ein sehr häufiges. Jesaja Jes 29 44 28 34 Von Gott zum Hirten bestellt, wird Cyrus den Willen Gottes erfüllen, d.h.: Gottes Plan betreffs seines Volkes ausführen. Jesaja Jes 29 44 28 35 Dies wird der Herr durch Cyrus tun lassen. -Jesaja Jes 29 45 0 b. Die Verherrlichung Gottes durch Cyrus. (V. 10) c. Gottes Absicht bei der Befreiung des Volkes. (V. 47) d. Vor der Erfüllung ergangene Weissagungen sind der Erweis göttlicher Macht und Herrlichkeit. +Jesaja Jes 29 45 0 b. Die Verherrlichung Gottes durch Cyrus. (V. 10) c. Gottes Absicht bei der Befreiung des Volkes. (V. 47) d. Vor der Erfüllung ergangene Weissagungen sind der Erweis göttlicher Macht und Herrlichkeit. Jesaja Jes 29 45 1 Hæc dicit Dominus christo meo Cyro, cujus apprehendi dexteram, ut subjiciam ante faciem ejus gentes, et dorsa regum vertam, et aperiam coram eo januas, et portæ non claudentur. So spricht der Herr zu meinem Gesalbten,¹ Cyrus, dessen Rechte ich erfasse,² um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Rücken der Könige zu beugen³ und Pforten vor ihm zu öffnen, und die Tore sollen nicht geschlossen werden.⁴ Jesaja Jes 29 45 1 1 Cyrus ist der einzige Heidenkönig, der den theokratischen Namen Christus, Gesalbter, trägt. Er heißt so, weil sein Beruf und seine Aufgabe theokratischen Charakter hat: er ist berufen und von Gottes wegen eingesetzt zum König, um Gottes Willen an den Heiden und an Israel zu vollbringen, Israel zu befreien. Wie also in der Befreiung aus Babylon Vorspiel und Vorbild des Messiaswerkes ist, so wird auch im Namen selbst die typische Bedeutung und die gottgewollte Stellung des Cyrus zu Israel kundgegeben. Jesaja Jes 29 45 1 2 Die Hand erfassen ist stärken, wirksam befähigen. @@ -40383,7 +40399,7 @@ Jesaja Jes 29 45 24 35 Hierin besteht diese Gerechtigkeitssatzung, dieses unfeh Jesaja Jes 29 45 25 Ergo in Domino, dicet, meæ sunt justitiæ et imperium: ad eum venient, et confundentur omnes qui repugnant ei. Also bei dem Herrn, wird man sprechen, ist Gerechtigkeit für mich und Macht; zu ihm kommt man und beschämt werden alle, die sich ihm widersetzen. Jesaja Jes 29 45 26 In Domino justificabitur, et laudabitur omne semen Israel. Im Herrn wird gerechtfertigt und verherrlicht werden alle Nachkommenschaft Israels.³⁶ Jesaja Jes 29 45 26 36 Der Herr ist lebendig anerkannt als Quelle und Born der Gerechtigkeiten, die dem einzelnen nur durch ihn zukommen, als Hort und Inbegriff aller Macht und Stärke, bei dem also ewiges, unverlierbares Heil zu finden ist. Wem diese Erkenntnis aufgeht, der kommt zum Herrn, schließt sich ihm an; die Widerstrebenden ereilt Beschämung und Untergang. Gott ist wie die Quelle des Heiles, so allein der wahre und einzige Ruhm Israels. -Jesaja Jes 29 46 0 6) Sechste Rede. (Kap. 46) a. Was vermögen die Götzenbilder? Was Gott? (V. 4) b. Gott allein also muss man anhängen. +Jesaja Jes 29 46 0 6) Sechste Rede. (Kap. 46) a. Was vermögen die Götzenbilder? Was Gott? (V. 4) b. Gott allein also muss man anhängen. Jesaja Jes 29 46 1 Confractus est Bel, contritus est Nabo: facta sunt simulacra eorum bestiis et jumentis, onera vestra gravi pondere usque ad lassitudinem. Zerbrochen ist Bel, zertrümmert ist Nabo, ihre Götzenbilder lud man auf Tiere und Saumtiere; eure Lasten sind schwer an Bürde bis zur Ermüdung.¹ Jesaja Jes 29 46 1 1 Hebr.: Es sinkt zusammen Bel, es fällt (krümmt sich) Nebo eure Getragenen werden aufgeladen, eine Last den Müden. D.i.: Die Bildsäulen der Götter werden Lasttieren, Kamelen und Eseln zum Transport aufgeladen, die unter der verächtlichen Bürde seufzen, wurden von den Persern als Siegestrophäen weggeführt. Bel ist in den altbabylonischen Inschriften häufig erwähnt. Er führt die Titel: der Erhabene, der Vater des Gottes, der Schöpfer, Leuchte der Götter, Vater der Götter, Herr der Länder, Fürst des Alls u.a. Nebo, Nabo, der Verkündiger wird als erhabener Geist des Bel in Zauberformeln angerufen. Er galt wohl als besonderer Schutzgott des späteren chaldäischen Reiches und Königshauses. So symbolisieren die beiden Götter die Macht und die Weisheit und Kunde der Zukunft. Das Hinsinken dieser beiden und ihre Verspottung ist ein passendes Bild des Falles Babylons. Jesaja Jes 29 46 2 Contabuerunt, et contrita sunt simul: non potuerunt salvare portantem, et anima eorum in captivitatem ibit. Sie sind hingeschwunden und zusammengesunken allzumal, sie vermochten nicht ihren Träger² zu retten und sie selbst³ wandern in die Gefangenschaft. @@ -40411,7 +40427,7 @@ Jesaja Jes 29 46 11 13 Indem der Prophet in V. 11 die Weissagung über Cyrus in Jesaja Jes 29 46 12 Audite me duro corde, qui longe estis a justitia. Höret mich, ihr Hartherzigen! die ihr fern seid von der Gerechtigkeit:¹⁴ Jesaja Jes 29 46 12 14 Fern von dem durch Gott zu verwirklichenden Zustande sind sie in dem Maße, als sie an heidnischem Wesen Gefallen finden und gegen die Theokratie und ihre Herstellung sich gleichgültig verhalten. Jesaja Jes 29 46 13 Prope feci justitiam meam, non elongabitur, et salus mea non morabitur. Dabo in Sion salutem, et in Israel gloriam meam. Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht, sie wird nicht zurückweichen und mein Heil wird nicht säumen. In Sion gebe ich Heil und in Israel meine Herrlichkeit. -Jesaja Jes 29 47 0 7) Siebente Rede. (Kap. 47) a. Schmach Babels. (V. 7) b. Nichtigkeit der Götzen Babels. +Jesaja Jes 29 47 0 7) Siebente Rede. (Kap. 47) a. Schmach Babels. (V. 7) b. Nichtigkeit der Götzen Babels. Jesaja Jes 29 47 1 Descende, sede in pulvere virgo filia Babylon, sede in terra: non est solium filiæ Chaldæorum, quia ultra non vocaberis mollis et tenera. Steige herunter, setze dich in den Staub, Jungfrau, Tochter Babylon!¹ setze dich hin auf die Erde; kein Thron ist mehr für die Tochter der Chaldäer, denn fernerhin wird man dich nicht mehr Weichliche und Zarte heißen. Jesaja Jes 29 47 1 1 Jungfrau heißt Babylon als bisher unbezwungene siegreiche Herrscherin. Tochter: Personifikation der Bewohnerschaft. Der stolzen Gebieterin ist die Herrschaft entwunden, sie soll sich wie ein verächtliches, der Dienstbarkeit überantwortetes Weib in den Staub setzen. Statt des weichlichen Müßigganges steht ihr jetzt beschwerliche Sklavenarbeit bevor, statt der bewundernden Huldigung Entehrung und Schmach der empfindlichsten Art. Jesaja Jes 29 47 2 Tolle molam, et mole farinam: denuda turpitudinem tuam, discooperi humerum, revela crura, transi flumina. Nimm die Mühle und mahle Mehl;² entblöße deine Schande, decke auf deine Schultern, mache bloß die Füße, durchwate die Ströme!³ @@ -40450,7 +40466,7 @@ Jesaja Jes 29 47 14 21 Wie die Weisheit Babylons vernichtet ist, vermag auch de Jesaja Jes 29 47 15 Sic facta sunt tibi in quibuscumque laboraveras: negotiatores tui ab adolescentia tua, unusquisque in via sua erraverunt: non est qui salvet te. So geht es dir mit allem, womit du dich abgemüht hast; deine Handelsgenossen von deiner Jugend an zerstreuen sich, ein jeder nach seiner Richtung hin,²² und es gibt keinen, der dich rettete.²³ Jesaja Jes 29 47 15 22 Weisheit und Handel waren Babylons Stolz seit dem Bestande des Reiches (V. 12), dies ist der Gegenstand des Abmühens. Und die Frucht dieser Mühe? Alles wird zunichte werden. Die Fremden, welche sich in Babylon Handels halber aufhalten, fliehen bei der Annäherung der Gefahr und lassen Babylon im Stich. Vergl. [Jes 13,14]. Jesaja Jes 29 47 15 23 Rekapitulation des Grundgedankens des ganzen Kapitels. Wohl trat die volle Erniedrigung Babels nicht plötzlich ein, auch nicht durch Cyrus, aber Babylon geht mit seinen Götzen dem Sturze entgegen und wird schließlich ganz verschwinden, das ist es, was der Seher betont. -Jesaja Jes 29 48 0 8) Achte Rede. (Kap. 48) a. Warum hat Gott Weissagungen gegeben und gibt solche? (V. 11) b. Der Herr ist gütig und erlöst. +Jesaja Jes 29 48 0 8) Achte Rede. (Kap. 48) a. Warum hat Gott Weissagungen gegeben und gibt solche? (V. 11) b. Der Herr ist gütig und erlöst. Jesaja Jes 29 48 1 Audite hæc domus Jacob, qui vocamini nomine Israel, et de aquis Juda existis, qui juratis in nomine Domini, et Dei Israel recordamini non in veritate, neque in justitia. Höret dies, Haus Jakobs!¹ die ihr genannt werdet nach dem Namen Israels und aus den Quellen Judas² geflossen seid, die ihr schwöret bei dem Namen des Herrn und den des Gottes Israels bekennt,³ aber nicht in Wahrheit und Gerechtigkeit. Jesaja Jes 29 48 1 1 Die Titel und Namen sind zugleich die Begründung der Aufforderung. Als Söhne des glaubensstarken Jakob, des Gotteskämpfers, als Nachkommen Judas, dem das Herrscherzepter zugesagt ist [Gen 49,10] als ein königliches Geschlecht, das sich der Herr auserwählt hat, sollen sie wohl mit Fug und Recht auf die Stimme der Prophetie hören und den Inhalt und Gehalt des Vorgelegten, das alleinige Heil im Herrn, sich zu eigen machen. Dies umso mehr, da sie ja den Herrn anerkennen, seiner preisend gedenken, ob auch nur mit den Lippen, nicht in wahrer Herzensgesinnung, nicht in gerechter, dem Bekenntnisse entsprechender und das Leben normierender Handlungsweise. Jesaja Jes 29 48 1 2 Der Stammvater wird mit einer Quelle verglichen, die Rede geht also besonders an den herrschenden Stamm Juda und in ihm an das Reich Juda. @@ -40507,7 +40523,7 @@ Jesaja Jes 29 48 21 32 Wie ihnen damals nichts mangelte und Gottes Macht und Li Jesaja Jes 29 48 22 Non est pax impiis, dicit Dominus. Aber die Frevler haben keinen Frieden,³³ spricht der Herr.³⁴ [Jes 57,21] Jesaja Jes 29 48 22 33 Friede ist ein anderer Ausdruck für das Heil, insbesondere das messianische. Jesaja Jes 29 48 22 34 Es gibt keinen Mittelweg: entweder unermessliches Heil auf dem Wege des Herrn oder ungemessenes Unglück und Verderben. Blicken wir zurück, so stellt sich uns der letzte Abschnitt 43,3 49,22 in drei Gruppen dar: 1. Gott kann die Befreiung herbeiführen, er hat die Macht dazu. [Jes 40] 2. Zwei Befreier, zwei Arten von Befreiung werden mit den entsprechenden Folgen geschildert. (41 44,23) 3. Der Befreier und sein im Auftrage Gottes zu vollziehendes Werk und dessen Folgen für die Ungläubigen und Gläubigen. (44,24 48,22) -Jesaja Jes 29 49 0 3. Zweite Reihe von Reden: Die Bosheit ist gesühnt. (Kap. 49 57) A. Erste Rede. (Kap. 49) a. Klage des Knechtes Gottes. (V. 4) b. Frucht der Mühen des Knechtes Gottes. (V. 7) c. Erneuerung und Wiederherstellung durch den Knecht Gottes. (V. 14) d. Gott tröstet Sion. (V. 21) e. Sion von den Völkern geehrt und von Gott beschützt. +Jesaja Jes 29 49 0 3. Zweite Reihe von Reden: Die Bosheit ist gesühnt. (Kap. 49 57) A. Erste Rede. (Kap. 49) a. Klage des Knechtes Gottes. (V. 4) b. Frucht der Mühen des Knechtes Gottes. (V. 7) c. Erneuerung und Wiederherstellung durch den Knecht Gottes. (V. 14) d. Gott tröstet Sion. (V. 21) e. Sion von den Völkern geehrt und von Gott beschützt. Jesaja Jes 29 49 1 Audite insulæ, et attendite populi de longe: Dominus ab utero vocavit me, de ventre matris meæ recordatus est nominis mei. Höret, ihr Inseln,¹ und merket auf, ihr Völker der Ferne! Der Herr hat mich berufen vom Mutterleibe an, von meiner Mutter Schoße an meines Namens gedacht. [Jer 1,5; Gal 1,15] Jesaja Jes 29 49 1 1 Die ganze Erde, das Erbe des Messias, wird aufgefordert, Zeuge seiner Klage zu sein, die er, als von den Seinen verschmähter Lehrer, auszuschütten hat. Er ist der Messias, der hier redet. Es folgen die Gründe, weshalb er Gehör und Gehorsam zu heischen hat: Sein ihm von Gott gegebener Beruf und seine Ausrüstung. (V. 2) Sein Beruf allein ist Grund seiner menschlichen Existenz; vergl. [Lk 1,31; Mt 1,21]. (Eus., Cyr., Hier.) Die Existenz des Messias ist im vorzüglichen Sinne eine Gottestat, und zwar eine längst und deutlich verkündete (Theod.), also hat der Messias umso mehr Recht und Anspruch auf Gehorsam. Jesaja Jes 29 49 2 Et posuit os meum quasi gladium acutum: in umbra manus suæ protexit me, et posuit me sicut sagittam electam: in pharetra sua abscondit me. Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, im Schatten seiner Hand beschützte er mich und machte mich zu einem auserlesenen Pfeile, in seinem Köcher verbarg er mich.² @@ -40572,7 +40588,7 @@ Jesaja Jes 29 49 25 Quia hæc dicit Dominus: Equidem, et captivitas a forti toll Jesaja Jes 29 49 25 37 Über den Gewaltigen kommt ein noch Gewaltigerer. Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Jesaja Jes 29 49 26 Et cibabo hostes tuos carnibus suis: et quasi musto, sanguine suo inebriabuntur: et sciet omnis caro, quia ego Dominus salvans te, et redemptor tuus fortis Jacob. Ich werde deine Feinde ihr eigenes Fleisch verzehren lassen³⁸ und wie vom Weine sollen sie vom eigenen Blute trunken werden und alles Fleisch wird erfahren, dass ich der Herr bin, dein Heiland, und dass dein Erretter der Starke Jakobs ist. Jesaja Jes 29 49 26 38 Die Feinde Israels sollen sich durch innere Zwistigkeiten aufreiben. Es folgt ein für das Volk müheloser, ohne sein Zutun kommender Sieg. -Jesaja Jes 29 50 0 B. Zweite Rede. (Kap. 50) a. Der Ungehorsam des Volkes. (V. 3) b. Der Gehorsam des Knechtes Gottes. (V. 7) c. Der Sieg des Knechtes Gottes. +Jesaja Jes 29 50 0 B. Zweite Rede. (Kap. 50) a. Der Ungehorsam des Volkes. (V. 3) b. Der Gehorsam des Knechtes Gottes. (V. 7) c. Der Sieg des Knechtes Gottes. Jesaja Jes 29 50 1 Hæc dicit Dominus: Quis est hic liber repudii matris vestræ, quo dimisi eam? aut quis est creditor meus, cui vendidi vos? ecce in iniquitatibus vestris venditi estis, et in sceleribus vestris dimisi matrem vestram. So spricht der Herr:¹ Welches ist dieser Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entlassen habe? Oder wer ist mein Gläubiger, dem ich euch verkauft habe?² Sehet,³ um eurer Missetaten willen seid ihr verkauft worden und um eurer Frevel willen habe ich eure Mutter verstoßen.⁴ Jesaja Jes 29 50 1 1 Die Rede beginnt, wie [Jes 49,14] geschah, mit der über Israel verhängten Strafe. Diese trat ein wegen Israels Ungehorsam und Halsstarrigkeit. Im Gegensatze zu diesem Volke tritt nun der Messias auf, seinen Gehorsam und seine vertrauensvolle Hingabe an Gott schildernd. Er sühnt jene Schuld durch seine Willfährigkeit und seinen Gehorsam, mit dem er sich dem Leiden unterzieht. (V. 1-6) In diesem Bewusstsein ist er stark und siegesgewiss. (V. 7-9) Wohl denen, die ihn hören und ihm folgen, aber Wehe seinen Widersachern. (V. 10, 11) Jesaja Jes 29 50 1 2 Das Volk klagt, als hätte der Herr es verstoßen. Der Herr aber antwortet: Nicht ich habe euch und eure Mutter, die Synagoge, verstoßen, durch eure Sünden seid ihr selbst ins Elend gekommen. Ein Mann konnte sich von der Frau durch einen Scheidebrief trennen oder sie aus Not dem Gläubiger zum Ersatze überlassen. Die Juden können keinen Scheidebrief aufweisen, und wo wäre der Gläubiger, dem Gott etwas schuldete? (Cyr., Hieron.) @@ -40603,7 +40619,7 @@ Jesaja Jes 29 50 10 17 Lehre und Beispiel des Messias soll ihnen in der Nacht d Jesaja Jes 29 50 11 Ecce vos omnes accendentes ignem accincti flammis, ambulate in lumine ignis vestri, et in flammis, quas succendistis: de manu mea factum est hoc vobis, in doloribus dormietis. Sehet, ihr alle, die ihr Feuer anzündet und euch mit Flammen umgürtet,¹⁸ wandelt nur in der Glut eures Feuers und in den Flammen, die ihr entfacht habt!¹⁹ Von meiner Hand widerfährt euch dieses, in Qualen sollt ihr gebettet sein. Jesaja Jes 29 50 11 18 Hebr.: Mit Brandpfeilen umgürtet. Jesaja Jes 29 50 11 19 Die Widersacher trifft eine ihrer Bosheit und ihren schmählichen Angriffen auf den Messias entsprechende Strafe. Feuerbrandpfeile dienen zur Bezeichnung der Verfolgungen, Lästerungen, mit denen sie dem Messias zusetzen (ebenso wie seinen Angehörigen). Sie müssen die Folgen des eigenen Gebahrens tragen: Fort in die Glut eures Feuers! Die Hand des Herrn trifft sie, das Zornesfeuer, mit welchem sie den Knecht des Herrn verfolgten, kehrt sich wider sie als Feuer göttlicher Rache und bettet sie in Qualen. Eine Weissagung für die Feinde des Messias: wie hat sie sich schon hier auf Erden am Volke und der Stadt Jerusalem verwirklicht! -Jesaja Jes 29 51 0 C. Dritte Rede. (Kap. 51,1 52,12) a. Wiederherstellung und ewiges Heil. (V. 6) b. Aus dieser Botschaft entsteht Sehnsucht und Vertrauen. (V. 16) c. Die Schmach wird von Jerusalem genommen werden. +Jesaja Jes 29 51 0 C. Dritte Rede. (Kap. 51,1 52,12) a. Wiederherstellung und ewiges Heil. (V. 6) b. Aus dieser Botschaft entsteht Sehnsucht und Vertrauen. (V. 16) c. Die Schmach wird von Jerusalem genommen werden. Jesaja Jes 29 51 1 Audite me qui sequimini quod justum est, et quæritis Dominum: attendite ad petram unde excisi estis, et ad cavernam laci, de qua præcisi estis. Höret auf mich, die ihr dem nachgehet, was recht ist, und den Herrn sucht; achtet auf den Felsen, aus dem ihr gehauen seid,¹ und auf die gehöhlte Grube, aus der ihr gegraben seid. Jesaja Jes 29 51 1 1 Der Hinweis auf den Stammvater Abraham soll den Frommen zeigen, dass sie im Glauben und Geiste Abrahams die Verheißungen Gottes aufnehmen müssen, für die ja Abrahams Geschichte selbst und dessen zahllose Nachkommen Bürgschaft ablegen. Die Abstammung von Abraham soll es ihnen auch ins Gedächtnis zurückrufen, dass sie jenem gegebenen Verheißungen eben ihr Eigentum sind und dass sie in Abrahams Segen und der zahlreichen Nachkommenschaft ihre erste Bekräftigung haben. Abraham heißt Felsen wohl in Erinnerung an die bereits erstorbene Zeugungskraft Abrahams. (Cyrill, Thom.) Das gleiche Bild bei Sara, die einer Steingrube verglichen wird, aus der Steine herausgegraben werden. Abraham musste lange auf die Anfänge der Erfüllung warten, so mögen den auch seine Kinder sich gläubig hoffend gedulden, wenn der Herr zu zögern scheint. Jesaja Jes 29 51 2 Attendite ad Abraham patrem vestrum, et ad Saram, quæ peperit vos: quia unum vocavi eum, et benedixi ei, et multiplicavi eum. Achtet auf Abraham, euern Vater, und auf Sara, die euch geboren; denn als Einzelnen habe ich ihn berufen und ihn gesegnet und ihn gemehrt. @@ -40656,7 +40672,7 @@ Jesaja Jes 29 51 22 27 Der Herr nimmt sich seines Volkes an, verschafft ihm Rec Jesaja Jes 29 51 22 28 Das neue Sion soll heilig und seinem Gott treu, ein Strafgericht wird nicht mehr notwendig sein. Jesaja Jes 29 51 23 Et ponam illum in manu eorum, qui te humiliaverunt, et dixerunt animæ tuæ: Incurvare, ut transeamus: et posuisti ut terram corpus tuum, et quasi viam transeuntibus. Und ich werde ihn in die Hand derer geben, die dich erniedrigten und zu deiner Seele²⁹ sprachen: Beuge dich, dass wir über dich dahinschreiten! und du machtest wie zum Boden deinen Leib und wie zum Wege für die darüber Schreitenden. Jesaja Jes 29 51 23 29 Deines innersten Wesens, deines Heiligtums nicht schonten, sondern Jerusalem in die tiefste Seele hinein verdemütigten. -Jesaja Jes 29 52 0 d. Herrlichkeit Jerusalems. (V. 6) e. Jubel über die Nähe des Heiles. (V. 12) D. Vierte Rede (Kap. 52,13 Kap. 53,12): a. Inhaltsangabe der Rede. +Jesaja Jes 29 52 0 d. Herrlichkeit Jerusalems. (V. 6) e. Jubel über die Nähe des Heiles. (V. 12) D. Vierte Rede (Kap. 52,13 Kap. 53,12): a. Inhaltsangabe der Rede. Jesaja Jes 29 52 1 Consurge, consurge, induere fortitudine tua Sion, induere vestimentis gloriæ tuæ Jerusalem civitas sancti: quia non adjiciet ultra ut pertranseat per te incircumcisus et immundus. Erhebe dich, erhebe dich, kleide dich in deine Macht, Sion! Kleide dich in die Gewänder deiner Herrlichkeit, Jerusalem, du Stadt des Heiligtums!¹ denn hinfort soll kein Unbeschnittener und Unreiner² dich betreten.³ Jesaja Jes 29 52 1 1 Hebr.: Heilige Stadt, als die Stadt des Heiligen, in der er seinen Bund verwirklicht. Dieser Titel ist die Grundlage der Erlösung Sions, ihm entspricht es, dass Sion sich in heiligen Schmuck kleide, in Macht, teilnehmend an Gottes Stärke und Unüberwindlichkeit, in Herrlichkeit, in Gottes Lichtglanz. Diese Teilnahme gebührt ihr ihres Berufes wegen, ist ihr von Gott zugedacht und vorherbestimmt, daher deine. Jesaja Jes 29 52 1 2 Die Beschneidung war das Zeichen des Bundes, des Gottesvolkes, zugleich Symbol der Hingabe an Gott. Der levitisch Unreine war ausgeschlossen vom Nahen zu Gott, der Teilnahme am Opfer usw. @@ -40697,7 +40713,7 @@ Jesaja Jes 29 52 15 22 Schilderung der aus der Leidensschmach entstehenden Erl Jesaja Jes 29 52 15 23 Besprengen ist ein dem Opferritual entlehntes Wort, dessen Sinn demgemäß entsühnen, heiligen, weihen ist und zwar durch die Besprengung mit Opferblut und als Folge einer priesterlichen Opferdarbringung. Die Blutbesprengung war der Zentralakt des Opfers und eine Handlung, welche nur der Priester verrichten konnte. Die Blutbesprengung vollendete das Opfer und ordnete es an den Altar hin. Da an dieser Stelle von einer Besprengung der Völker die Rede ist, da ferner der Messias schon als Bund des Volkes dargestellt ist, auch sonst im Alten Bunde als Stifter eines neuen Bundes erwartet wurde, so ist wohl an die bei der mosaischen Bundesstiftung stattgehabte Besprengung des Volkes als das dieser Stelle zugrunde liegende hauptsächliche Vorbild zu denken. Vergl. [Ex 24,6-8]. Der Messias ist hier also als Priester und Opferer durch die Sache selbst bezeichnet, es ist ihm eine Handlung zugeschrieben, die nur ein Priester in Kraft des eben dargebrachten Opfers vollziehen konnte. Darin liegt die Bedeutung dieser Stelle. Wie der Messias [Jes 49,2] als Lehrer und Prophet geschildert ist, so hier als Priester und priesterlicher Bundesvermittler, der aber, hinausragend über Moses, nicht ein Volk, sondern alle Völker mit dem Bundesblute besprengt. Und mit welchem Bundesblute? Hier ist noch nicht ausdrücklich gesagt, dass es sein eigenes ist. Man mag es an der Schilderung V. 14 ahnen, deutlich wird es im folgenden Kapitel geweissagt. Jesaja Jes 29 52 15 24 Ausdruck hohen Grades der Bewunderung und des Staunens, der Ehrfurcht und der demütigen Unterwerfung derart, dass Worte versagen. Hiermit wird das zweite, die Erhöhung des Messias, angedeutet. Jesaja Jes 29 52 15 25 Das Folgende gibt nach der Vulgata einen weiteren Grund der staunenden Ehrfurcht an: selbst jene, die bisher nichts vom Messias wussten, erkennen ihn an, seien Kenntnis verbreitet sich unter alle Völker. -Jesaja Jes 29 53 0 b. Der leidende und verachtete Knecht Gottes. (V. 3) c. Der Knecht Gottes leistet durch seine Leiden für uns Genugtuung. (V. 6) d. Er leidet aus freiem Entschlusse, stirbt, wird begraben. (V. 9) e. Lohn, der dem Knechte Gottes zuteil wird. +Jesaja Jes 29 53 0 b. Der leidende und verachtete Knecht Gottes. (V. 3) c. Der Knecht Gottes leistet durch seine Leiden für uns Genugtuung. (V. 6) d. Er leidet aus freiem Entschlusse, stirbt, wird begraben. (V. 9) e. Lohn, der dem Knechte Gottes zuteil wird. Jesaja Jes 29 53 1 Quis credidit auditui nostro: et brachium Domini cui revelatum est? Wer glaubte¹ unserer Verkündigung?² Und der Arm des Herrn,³ wem ist er offenbar geworden? Jesaja Jes 29 53 1 1 Wenige sind es unter Juden und Heiden, die sich nicht an dieser Kunde des leidenden Messias ärgern, die ihr Glauben schenken. Den Grund bringt das folgende Glied: Man kann und will im Leiden des Messias nicht den Arm, die Macht und Größe Gottes erkennen. Freilich, um imstande zu sein, hierin Gottes Machterweis [1Kor 1,24] anzuerkennen, bedarf es einer besonderen Gnade Gottes. Jesaja Jes 29 53 1 2 Botschaft, Verkündigung, das man gehört wird. Wer aber sind die Sprechenden? Isaias zugleich mit seinem Volke Unsere Verkündigung ist also die an uns ergangene Kunde. @@ -40738,7 +40754,7 @@ Jesaja Jes 29 53 12 Ideo dispertiam ei plurimos: et fortium dividet spolia, pro Jesaja Jes 29 53 12 26 Dieses Glied erklärt die Nachkommen in V. 10. Vergl. [Ps 2,8]. Wie Gott ihm seinerseits die vielen zuteilt, so unterwirft er sich auch vermöge eigener Kraft die Mächtigen der Erde, die Weltmächte und deren diabolischen Untergrund, den Satan. Hebr.: Er teilt mit Gewaltigen Beute, hat Genossen seines Kampfes und seiner messianischen Arbeit, mit denen er die Errungenschaften des Sieges teilt. Jesaja Jes 29 53 12 27 Gegensätzlich: aber er trug, während er doch die Sünden vieler trug. Jesaja Jes 29 53 12 28 Der Grund der messianischen Beuteteilung: Der Tod des Messias, die Schmach, die er auf sich nahm, die Sühne und stellvertretende Genugtuung, die er leistete, endlich die Kraft und der Segen seines Gebetes für die Sünder. Zur Erfüllung vergl. [Mk 15,28; Lk 22,37; Lk 23,34; Joh 18,30]. Wenn man [Jes 42,1-12] mit dem vorliegenden Abschnitt vergleicht, ergibt sich ein vollständiger Parallelismus. Nun ist aber der Knecht des Herrn [Jes 42,1-12] so beschrieben, dass genau die gleiche Charakteristik mit dem in [Jes 11] Geschilderten gegeben wird; ist also in diesem der Messias Gegenstand der Darstellung, so auch in [Jes 42, Jes 49] und folgenden. -Jesaja Jes 29 54 0 E. Fünfte Rede. (Kap. 54) a. Die Menge der Söhne des neuen Sion. (V. 3) b. Der Gegensatz zwischen dem alten und dem neuen Gottesreiche. (V. 10) c. Die Herrlichkeit und Sicherheit des neuen Gottesreiches. +Jesaja Jes 29 54 0 E. Fünfte Rede. (Kap. 54) a. Die Menge der Söhne des neuen Sion. (V. 3) b. Der Gegensatz zwischen dem alten und dem neuen Gottesreiche. (V. 10) c. Die Herrlichkeit und Sicherheit des neuen Gottesreiches. Jesaja Jes 29 54 1 Lauda sterilis quæ non paris: decanta laudem, et hinni quæ non pariebas: quoniam multi filii desertæ magis quam ejus, quæ habet virum, dicit Dominus. Lobsinge,¹ Unfruchtbare,² die du nicht gebarst; juble in Lobliedern und jauchze,³ die du nicht gebarst! denn die Verlassene⁴ hat mehr Söhne als die, welche einen Mann hat,⁵ spricht der Herr. [Lk 23,29; Gal 4,27] Jesaja Jes 29 54 1 1 Kap. 54 führt das Thema [Jes 53,10.11] durch: Er wird langdauernde Nachkommenschaft schauen... er wird viele gerecht machen. Jesaja Jes 29 54 1 2 Unfruchtbare, weil der Alte Bund aus sich die neuschaffende und Kinder Gottes erzeugende Gnade nicht hatte, und zudem überhaupt ganz der sakramentalen Gnadenmittel entbehrte, mithin mit jener ex opere operato wirkenden Kraft der Neuschaffung nicht ausgestattet war, d.i. mit der Taufe, vermöge derer das messianische Sion dem Herrn zahllose Kinder gebiert. @@ -40780,7 +40796,7 @@ Jesaja Jes 29 54 16 22 Da der Herr sowohl den Verfertiger der Waffen als den, d Jesaja Jes 29 54 17 Omne vas quod fictum est contra te, non dirigetur: et omnem linguam resistentem tibi in judicio, judicabis. Hæc est hereditas servorum Domini: et justitia eorum apud me, dicit Dominus. Keine Waffe, die gegen dich geschmiedet ist, wird Erfolg haben und jede Zunge, die dir im Gerichte widersteht, wirst du richten.²³ Das ist das Erbe der Knechte des Herrn und ihr Rechtsbestand bei mir, spricht der Herr.²⁴ Jesaja Jes 29 54 17 23 Dem neuen Sion, dem messianischen Reiche, der Kirche Christi, wird Indefektibilität und Unfehlbarkeit verheißen. Nur das letztere bedarf eines Nachweises. Die Zunge erhebt sich in Unbotmäßigkeit, Auflehnung, Widerreden gegen die lehren und Einrichtungen des messianischen Reiches; in diesem Streite wird Sion richten (hebr. schärfer: verurteilen). Soll nun Sion jede Zunge mit Erfolg verurteilen, so muss sein Urteil ein gerechtes, wahres, die Kirche unfehlbar sein. Jeder materielle und jeder geistige Angriff gegen Sion zerschellt, das ist die Verheißung, welche der Heilige Geist hier gibt. Im Gerichte: Die Tätigkeit des Messias wird oft als eine richterliche gefasst. In der Tat ist die Überführung der Welt von der Sünde und dem Irrtum ein Gericht, das gehalten wird, um wer diesem widerstreitet, soll als Frevler gelten. Jesaja Jes 29 54 17 24 Beide Prärogative der Kirche, die Indefektibilität und die Unfehlbarkeit, werden als der Kirche dauernd und wesentlich innewohnend zugesagt auf Grund ihrer engen Zugehörigkeit zum Messias. Der hier geschilderte Glanz des messianischen Sion ist der Glanz und der Siegespreis des Messias. Das vorstehende Kapitel hat die Schilderung der Allgemeinheit (V. 2, 3) der Heiligkeit (V. 4-14), der Unzerstörbarkeit (V. 9, 10, 16, 17) und der Unfehlbarkeit der Kirche (V. 17), des mystischen Leibes Christi, geboten. -Jesaja Jes 29 55 0 F. Sechste Rede. (Kap. 55) a. Das Heil ist bei dem Herrn zu suchen. (V. 5) b. Wie und warum ist der Herr zu suchen? +Jesaja Jes 29 55 0 F. Sechste Rede. (Kap. 55) a. Das Heil ist bei dem Herrn zu suchen. (V. 5) b. Wie und warum ist der Herr zu suchen? Jesaja Jes 29 55 1 Omnes sitientes venite ad aquas: et qui non habetis argentum, properate, emite, et comedite: venite, emite absque argento, et absque ulla commutatione vinum et lac. Alle, die ihr dürstet, kommet zu den Wassern,¹ und die ihr kein Silber habt, eilet, kaufet und esset; kommet, kaufet ohne Silber und ohne allen Entgelt Wein und Milch!² [Sir 51,33; Offb 22,17] Jesaja Jes 29 55 1 1 Es sind darunter die messianischen Heilsgüter zu verstehen. Diese sind reine Gnaden und übernatürlicher Ordnung, daher werden sie ohne einen Kaufpreis verabreicht und können durch keinen Tausch erhoben werden. Diese Stelle findet [Joh 4,13.14; Joh 7,31] ihre volle Erklärung, wo der Messias sich selbst als das Wasser des Heiles bezeichnet (Cyr., Hier.); ebenso [Offb 7,17; Offb 22,1], und hat ihr Abbild in dem Hungern und Dürsten nach der Gerechtigkeit. [Mt 5,6] Jesaja Jes 29 55 1 2 Der Aufruf gilt auch den Exulanten und so ist er eine Aufforderung, dem Rufe Gottes zur Rückkehr Folge zu leisten, weil dieser Gehorsam ein Anschluss war an dem Bundesgott, die Rückkehr selbst eine Vorbereitung des messianischen Heils. @@ -40807,7 +40823,7 @@ Jesaja Jes 29 55 12 Quia in lætitia egrediemini, et in pace deducemini: montes Jesaja Jes 29 55 13 Pro saliunca ascendet abies, et pro urtica crescet myrtus: et erit Dominus nominatus in signum æternum, quod non auferetur. Statt Gestrüpp werden Tannen¹² aufwachsen, statt der Brennesseln wird Myrte wachsen und der Herr wird genannt werden¹³ zum ewigen Zeichen, das nicht weggenommen wird. Jesaja Jes 29 55 13 12 Hebräisch und griechisch: Zypressen. Jesaja Jes 29 55 13 13 Hebr.: und es wird dem Herrn zum Namen sein. Der neugeschaffene Zustand des Heiles, der (in seiner Vollendung) über die Menschheit und die Geschöpfe seinen Verklärungsglanz ergießt, gereicht zum ewigen Ruhm und zum unvergänglichen Denkmal für den Herrn. So ist [Jes 49,3] erfüllt und hat [Jes 53,11]: er wird viele gerecht machen eine neue Erläuterung und Bestätigung erhalten. -Jesaja Jes 29 56 0 G. Siebte Rede. (Kap. 56, V. 1 Kap. 57, V. 21) a. Die Grenzen, welche das mosaische Gesetz gehabt, werden aufgehoben. (V. 8) b. Strafrede gegen die untreuen Führer. (56,9 57,2) +Jesaja Jes 29 56 0 G. Siebte Rede. (Kap. 56, V. 1 Kap. 57, V. 21) a. Die Grenzen, welche das mosaische Gesetz gehabt, werden aufgehoben. (V. 8) b. Strafrede gegen die untreuen Führer. (56,9 57,2) Jesaja Jes 29 56 1 Hæc dicit Dominus: Custodite judicium, et facite justitiam: quia juxta est salus mea ut veniat, et justitia mea ut reveletur. So spricht der Herr:¹ Beobachtet das Recht und übet Gerechtigkeit; denn nahe ist mein Heil,² dass es komme, und meine Gerechtigkeit,³ dass sie enthüllt werde. [Weish 1,1] Jesaja Jes 29 56 1 1 Der Seher erschaut in der ersten Befreiung die zweite und will durch die Verkündigung der zweiten Sein Volk auch für die Annahme der ersten vorbereiten. Das Exil ist eine Zeit der Sichtung und sein Ende wieder ein wichtiger Moment in der Geschichte Israels. Jesaja Jes 29 56 1 2 Heil, Gerechtigkeit des Herrn sind Ausdrücke für die messianischen Verheißungen, die einen Zustand, wie er vor dem Herrn Recht ist, allseitig herbeiführen werden. @@ -40838,7 +40854,7 @@ Jesaja Jes 29 56 11 Et canes impudentissimi nescierunt saturitatem: ipsi pastore Jesaja Jes 29 56 11 17 In unersättlicher Gier trachten sie nach Gewinn. Auf diesen ihren Weg sind sie erpicht, dahin lenken sie ab, weg von Gottes Pfaden, das allgemeine Beste kümmert sie nicht. Die Bedrückung und Aussaugung des Volkes muss ihnen die Mittel liefern zum Schlemmerleben, das V. 12 schildert. Jesaja Jes 29 56 12 Venite, sumamus vinum, et impleamur ebrietate: et erit sicut hodie, sic et cras, et multo amplius. Kommet,¹⁸ lasst uns Wein holen und vollauf trunken werden; und wie heute, so sei es auch morgen und noch viel mehr! Jesaja Jes 29 56 12 18 Hebr.: Kommt, ich will Wein holen, und lasset uns Rauschtrank zechen, und es soll sein wie dieser der morgige Tag, groß ist der Überfluss sehr! Bei solcher Gesinnung ist es begreiflich, dass erhabene sittliche Erscheinungen auf sie keinen Eindruck machen und dass sie bei Ereignissen, welche das Nachdenken anregen sollten, leichtfertig in ihrem gewissenlosen Treiben verharren. -Jesaja Jes 29 57 0 b. Strafrede gegen die untreuen Führer. (V. 2) c. Strafrede gegen die gottlose Menge. (V. 11) d. Den Bösen wird Strafe, den Guten Gnade verkündet. +Jesaja Jes 29 57 0 b. Strafrede gegen die untreuen Führer. (V. 2) c. Strafrede gegen die gottlose Menge. (V. 11) d. Den Bösen wird Strafe, den Guten Gnade verkündet. Jesaja Jes 29 57 1 Justus perit, et non est qui recogitet in corde suo: et viri misericordiæ colliguntur, quia non est qui intelligat, a facie enim malitiæ collectus est justus. Der Gerechte kommt um und niemand ist, der es im Herzen bedächte,¹ und Männer der Barmherzigkeit werden dahingerafft, weil niemand Einsicht hat; denn angesichts des Verderbens² wird der Gerechte dahingerafft.³ Jesaja Jes 29 57 1 1 Gott ruft die Gerechten aus dem Leben ab, um sie dem hereinbrechenden Unglück zu entziehen. Vergl. [2Kön 22,20], aber niemand bedenkt dies. Jesaja Jes 29 57 1 2 Bevor es eintritt. @@ -40905,7 +40921,7 @@ Jesaja Jes 29 57 20 Impii autem quasi mare fervens, quod quiescere non potest, e Jesaja Jes 29 57 20 44 Hebr.: Denn ruhen kann es nicht und seine Wasser treiben Schlamm und Kot. Jesaja Jes 29 57 21 Non est pax impiis, dicit Dominus Deus. Es gibt keinen Frieden für die Gottlosen,⁴⁵ spricht der Herr, Gott. [Jes 48,22] Jesaja Jes 29 57 21 45 Ähnlich der Heiland. [Mt 7,27] Es wohnt der Gottlosigkeit in der Tat eine unheimliche und drängende Hast inne, ein Trieb zur Zerstörung und Begeisterung alles Idealen, eine tiefe Unruhe und widergöttliche Tätigkeit. -Jesaja Jes 29 58 0 4. Dritte Reihe von Reden: (Kap. 58 66) A. Erste Rede. (Kap. 58) a. Welches Fasten ist Gott wohlgefällig? (V. 7) b. Güter, welche der Frömmigkeit zuteil werden. +Jesaja Jes 29 58 0 4. Dritte Reihe von Reden: (Kap. 58 66) A. Erste Rede. (Kap. 58) a. Welches Fasten ist Gott wohlgefällig? (V. 7) b. Güter, welche der Frömmigkeit zuteil werden. Jesaja Jes 29 58 1 Clama, ne cesses, quasi tuba exalta vocem tuam, et annuntia populo meo scelera eorum, et domui Jacob peccata eorum. Rufe, lasse nicht ab,¹ wie eine Posaune erhebe deine Stimme und verkündige meinem Volke ihre Frevel und dem Hause Jakobs ihre Sünden! Jesaja Jes 29 58 1 1 Im Hebr. Rufe aus voller Kehle. Jesaja Jes 29 58 2 Me etenim de die in diem quærunt, et scire vias meas volunt: quasi gens, quæ justitiam fecerit, et judicium Dei sui non dereliquerit: rogant me judicia justitiæ: appropinquare Deo volunt. Denn Tag für Tag fragen sie mich und wollen meine Wege wissen, wie ein Volk, das Gerechtigkeit geübt und das Recht seines Gottes nicht verlassen hat; sie fordern von mir Gerichte der Gerechtigkeit, sie wollen Gott nahen.² @@ -40942,7 +40958,7 @@ Jesaja Jes 29 58 13 20 Gleichsam das dem Herrn geweihte Gebiet nicht mit profan Jesaja Jes 29 58 13 21 Der Sabbat soll nicht durch Geschäfte und profane Unternehmungen, die dem eigenen Willen behagen, auch nicht durch Hader und Streit entweiht werden. Er ist positiv zu heiligen. Der Sabbat steht auch hier als der Mittelpunkt der öffentlichen Gottesverehrung. Jesaja Jes 29 58 14 Tunc delectaberis super Domino, et sustollam te super altitudines terræ, et cibabo te hereditate Jacob patris tui: os enim Domini locutum est. dann wirst du Freude haben am Herrn und ich will dich über die Höhen der Erde erheben und dich nähren mit dem Erbe Jakobs, deines Vaters.²² Denn der Mund des Herrn hat gesprochen. Jesaja Jes 29 58 14 22 Die Verheißung weist auf die vom Herrn zu erwartende Wonne, mit der er es lohnt, wenn man seinen Tag als einen Wonnetag liebt und ehrt, sowie auf die siegreiche Erhebung und Erhöhung, mit der er sein Volk ehren will, falls dieses seinen Tag ehrt. Der Ausdruck spielt auf [Dtn 32,13] an. Das Volk soll das Land siegreich behaupten, über seine Feinde triumphierend, und die den Patriarchen gegebenen Zusagen will Gott erfüllen. -Jesaja Jes 29 59 0 B. Zweite Rede. (Kap. 59) a. Die Sünden sind ein Hindernis des Heiles. (V. 8) b. Demütiges Bekenntnis der Vergehen. (V. 15) c. Der Herr wird sich als Retter zeigen. +Jesaja Jes 29 59 0 B. Zweite Rede. (Kap. 59) a. Die Sünden sind ein Hindernis des Heiles. (V. 8) b. Demütiges Bekenntnis der Vergehen. (V. 15) c. Der Herr wird sich als Retter zeigen. Jesaja Jes 29 59 1 Ecce non est abbreviata manus Domini ut salvare nequeat, neque aggravata est auris ejus ut non exaudiat: Sehet,¹ die Hand des Herrn ist nicht verkürzt, dass er nicht zu retten vermöchte, und nicht taub sein Ohr, dass er nicht hörte;² Jesaja Jes 29 59 1 1 Diese Antwort setzt noch die [Jes 58,3] beschriebene Stimmung im Volke voraus. Man sucht sich durch bloß äußeren Kult mit dem Herrn und seinen Anforderungen abzufinden und wundert sich dabei, dass die Verhältnisse sich immer drohender gestalten. Jesaja Jes 29 59 1 2 Gott hat keine Einbuße an seiner früher oft bewiesenen Macht erlitten und weiß um die Nöte seines Volkes, auch hat sein Gnadenwille sich nicht verloren; er ist der alte Gott, unveränderlich in Macht und Liebe. @@ -40993,7 +41009,7 @@ Jesaja Jes 29 59 20 Et venerit Sion redemptor, et eis, qui redeunt ab iniquitate Jesaja Jes 29 59 20 28 Wirkung des Auftretens Gottes für sein Volk. Nach der allgemeinen in V.17, V.19 liegenden Zusage erfolgt noch eine spezielle für Israel, kraft welcher der heilige Paulus die schließliche Bekehrung Israels, nachdem die Fülle der Heiden eingegangen ist, folgert. [Röm 11,26] Das Wort des Herrn bleibt stets für die in Kraft, die zurückkehren von der Bosheit. Die Zusage muss aber auch eine reichlichere Bekehrung erwirken als beim Eintritt des Messiasreiches, wo die große Masse Israels sich feindlich von ihm abwandte. Als Erlöser geht er einen neuen Bund ein mit seinem Volke, ähnlich wie nach der Errettung aus Ägypten. Jesaja Jes 29 59 21 Hoc fdus meum cum eis, dicit Dominus: Spiritus meus, qui est in te, et verba mea, quæ posui in ore tuo, non recedent de ore tuo, et de ore seminis tui, et de ore seminis seminis tui, dicit Dominus, amodo et usque in sempiternum. Dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der Herr: Mein Geist, der in dir ist, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, werden nicht weichen aus deinem Munde und aus dem Munde deiner Nachkommen und aus dem Munde der Nachkommen deiner Nachkommen, spricht der Herr, von nun an bis in Ewigkeit.²⁹ Jesaja Jes 29 59 21 29 Das neue Gottesvolk hat den Geist und die Worte Gottes unverlierbar auf ewige Zeiten in sich. Der Geist Gottes ist aber Heiligkeit, seine Worte sind seine Offenbarungen, daher ist im Messiasreiche, in der Kirche, die Heiligkeit und die Verkündigung der Wahrheit bleibend, unverlierbar. Die Form der Verheißung drückt zugleich die innigste Lebensgemeinschaft aus, die zwischen dem Messias und seiner Kirche herrscht. Vergl. [Joh 1,16]. Der Geist Gottes, der einst alles Geschaffene in Harmonie, Ordnung und Schönheit ins Dasein rief, bewirkt auch jetzt die Neuschöpfung aus der Sünde, sich dem erkorenen Geschlechte belebend und kräftigend einsenkend. Durch diese Einwohnung des Geistes ist die Unüberwindlichkeit der Kirche (ihre Indefektibilität und Unfehlbarkeit [Jes 54,17]) bedingt. -Jesaja Jes 29 60 0 C. Dritte Rede. (Kap. 60) a. Die Völker eilen zur Herrlichkeit Gottes in Sion. (V. 9) b. Der Glanz Jerusalems. (V. 17) c. Die Heiligkeit Jerusalems. +Jesaja Jes 29 60 0 C. Dritte Rede. (Kap. 60) a. Die Völker eilen zur Herrlichkeit Gottes in Sion. (V. 9) b. Der Glanz Jerusalems. (V. 17) c. Die Heiligkeit Jerusalems. Jesaja Jes 29 60 1 Surge illuminare Jerusalem: quia venit lumen tuum, et gloria Domini super te orta est. Stehe auf, werde licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf.¹ Jesaja Jes 29 60 1 1 Jerusalem sitzt noch trauernd auf dem Boden, ihre Verlassenheit und frühere Untreue beweinend und die Strafe dafür tragend, da ergeht das Wort des Trostes. Wie ein neues Werde ergeht der Ruf an die Niedergeworfenen von Jerusalem, sich zu erheben, um nie wieder zu sinken, um groß und mächtig zu bleiben, dazustehen, als ein Zeichen unter den Völkern für alle Zeiten, der Ruf, zu leuchten und zu strahlen, um nie zu erlöschen, sondern die unversiegliche Lichtquelle, die glänzende Sonne zu bleiben in der erlösten Schöpfung. Der Grund ist, weil wie die Glanzwolke einst über dem Zelte Gottes ruhte, so die Herrlichkeit des Herrn aufglänzt über Jerusalem und diese sein Licht ist. Jesaja Jes 29 60 2 Quia ecce tenebræ operient terram, et caligo populos: super te autem orietur Dominus, et gloria ejus in te videbitur. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde² und Dunkel die Völker, über dir aber geht der Herr auf und seine Herrlichkeit erscheint in dir. @@ -41048,7 +41064,7 @@ Jesaja Jes 29 60 21 30 Das im Verlauf der Weissagung öfter angedeutete Ideal J Jesaja Jes 29 60 22 Minimus erit in mille, et parvulus in gentem fortissimam: ego Dominus in tempore ejus subito faciam istud. Der Kleinste wird zu tausend und der Geringste zum mächtigsten Volke werden;³¹ ich, der Herr, vollbringe dies zu seiner Zeit schnell.³² Jesaja Jes 29 60 22 31 Aus kleinen Anfängen wächst rasch ein zahlreiches Gottesvolk zusammen, das neue Sion ist die stets fruchtbare Braut Gottes. Vergl. [Jes 54,5]: Dein Schöpfer ist dein Gemahl. (Hebr.) Jesaja Jes 29 60 22 32 Es ist Gottes Werk, ist Gnade; kein Mensch kann zu dessen Erfüllung oder Beschleunigung von sich aus wirksam beitragen. Die Hervorhebung. ich, der Herr, ist zugleich Unterpfand der sicheren Erfüllung. Zu seiner Zeit: Niemand weiß ja die Zeiten und Augenblicke, die der Vater in seiner Macht festgesetzt, und auch die Propheten forschten, auf welche oder wie gestaltete Zeiten der Geist Christi in ihnen hinweise. [1Petr 1,11] Der Herr wird es beschleunigen (hebr.): Wann einmal die festgesetzte Zeit, die Fülle der Zeit gekommen ist, wird der Herr sein Werk mit göttlicher Tatkraft, also in überraschend schneller und durchgreifender Wirksamkeit, ins Leben rufen. -Jesaja Jes 29 61 0 D. Vierte Rede. (Kap. 61) a. Das Wort der Erlösung durch den Messias. (V. 3) b. Die Wiederherstellung und die Herrlichkeit des Gottesreiches. (V. 4) c. Jubel des theokratischen Volkes. +Jesaja Jes 29 61 0 D. Vierte Rede. (Kap. 61) a. Das Wort der Erlösung durch den Messias. (V. 3) b. Die Wiederherstellung und die Herrlichkeit des Gottesreiches. (V. 4) c. Jubel des theokratischen Volkes. Jesaja Jes 29 61 1 Spiritus Domini super me, eo quod unxerit Dominus me: ad annuntiandum mansuetis misit me, ut mederer contritis corde, et prædicarem captivis indulgentiam, et clausis apertionem: Der Geist des Herrn¹ ist über mir,² weil der Herr mich gesalbt hat;³ um Botschaft den Sanftmütigen⁴ zu bringen, sandte er mich, um zu heilen, die zerknirschten Herzens⁵ sind, und den Gefangenen Nachlass, den Eingeschlossenen Befreiung zu verkünden; Jesaja Jes 29 61 1 1 Zur Vollbringung des Werkes ist dem redenden die Ausrüstung mit dem Geiste Gottes gegeben. Es liegt in den Worten eine Hinweisung auf [Jes 11,2; Jes 42,2]. Jesaja Jes 29 61 1 2 Diese Rede ist eine Vervollständigung der vorhergehenden und schließt sich eng an dieselbe an. Der redende ist der Messias. Auf ihn allein weisen alle Aussagen hin, ebenso wie [Jes 49,1]. (Cyr., Theod., Hier.) @@ -41087,7 +41103,7 @@ Jesaja Jes 29 61 10 25 Für das heilige Volk des Messias ist Grund der Freude u Jesaja Jes 29 61 10 26 Hebräisch: Wie der Bräutigam, der priesterlich macht den Kopfbund d.i. diesen so formt und anlegt, wie der Priester sich mit priesterlichem Schmuck ziert. Die von Gott verliehenen Gnaden sind das Brautgeschmeide, mit dem er seine auserkorene Braut schmückt. So ist denn der einsame Witwenstand Sions, [Jes 50,1] u.a., glänzend gehoben. Jesaja Jes 29 61 11 Sicut enim terra profert germen suum, et sicut hortus semen suum germinat, sic Dominus Deus germinabit justitiam, et laudem coram universis gentibus. Denn wie die Erde ihre Keime hervorbringt und der Garten seinen Samen aufgehen lässt, so wird Gott, der Herr, Gerechtigkeit und Lobpreisung vor allen Völkern hervorsprossen lassen.²⁷ Jesaja Jes 29 61 11 27 Folge und Frucht des neuen Bundes ist, dass Gerechtigkeit und Lobpreis überall aufsprosst. Israel ist kein undankbares Erdreich, kein unfruchtbarer Weinberg mehr, er nimmt in sich die Gerechtigkeit auf und bringt entsprechende Früchte derselben, zu denen auch der Lobpreis, die dankbar freudige Anerkennung des Heiles, zählt. Damit ist die fortdauernde Heiligkeit der Kirche von neuem. Vergl. den Schluss der vorigen Rede [Jes 60,3]. -Jesaja Jes 29 62 0 E. Fünfte Rede. (Kap. 62) a. Erneute Verheißung herrlichen Heiles. (V. 5) b. Dieses Heil ist mit Sehnsucht zu erflehen. +Jesaja Jes 29 62 0 E. Fünfte Rede. (Kap. 62) a. Erneute Verheißung herrlichen Heiles. (V. 5) b. Dieses Heil ist mit Sehnsucht zu erflehen. Jesaja Jes 29 62 1 Propter Sion non tacebo, et propter Jerusalem non quiescam, donec egrediatur ut splendor justus ejus, et salvator ejus ut lampas accendatur. Um Sions willen¹ will ich nicht schweigen² und um Jerusalems willen nicht rasten, bis wie Sonnenglanz sein Gerechter aufgeht, und sein Heiland³ wie eine Fackel leuchtet. Jesaja Jes 29 62 1 1 Zeugnis des warmen Interesses, das der Prophet an seinem Volke nimmt. Jesaja Jes 29 62 1 2 Ich wie [Jes 59,9ff]. Der Seher zeigt durch sein eigenes Beispiel am Volke den Weg. @@ -41124,7 +41140,7 @@ Jesaja Jes 29 62 12 Et vocabunt eos, Populus sanctus, redempti a Domino. Tu aute Jesaja Jes 29 62 12 22 Heilig als Heiligtum des Herrn, das er sich ausgeschieden aus den Völkern, damit er, der Heilige Israels, sich in ihm verherrliche. Wie er einst die Erlösten aus Ägypten zu seinem Erbteile auserwählte und sie ein heiliges Volk wurden, so führt er jetzt eine zweite und dritte Befreiung herbei, infolge deren sie wieder Eigentum des Herrn werden und heilig, wenngleich in höherem Sinne. Jesaja Jes 29 62 12 23 Zum Zeichen der ihm innewohnenden Heiligkeit als Unterpfand der unverlierbaren Huld Gottes. Das innere Wesen tut sich im Namen kund. Jesaja Jes 29 62 12 24 Weil der Herr seine Gunst Sion zuwendet, ist die Stadt auch von den Völkern gesucht; alle strömen dorthin, um des Heiles und Segens teilhaftig zu werden. -Jesaja Jes 29 63 0 F. Sechste Rede. (Kap. 63,1 64,12) a. Der messianische Sieger kommt aus Edom. (V. 6) b. Danksagung für die erwiesenen Wohltaten. (V. 14) c. Inniges Flehen um Gottes Erbarmen. +Jesaja Jes 29 63 0 F. Sechste Rede. (Kap. 63,1 64,12) a. Der messianische Sieger kommt aus Edom. (V. 6) b. Danksagung für die erwiesenen Wohltaten. (V. 14) c. Inniges Flehen um Gottes Erbarmen. Jesaja Jes 29 63 1 Quis est iste, qui venit de Edom, tinctis vestibus de Bosra? iste formosus in stola sua, gradiens in multitudine fortitudinis suæ. Ego, qui loquor justitiam, et propugnator sum ad salvandum. Wer ist dieser,¹ der von Edom kommt,² in geröteten Kleidern von Bosra?³ Dieser, prangend⁴ in seinem Gewande, einherschreitend in der Fülle seiner Kraft? Ich bin es,⁵ der ich Gerechtigkeit rede und Vorkämpfer bin zum Heile. Jesaja Jes 29 63 1 1 Die Frage regt die Aufmerksamkeit an und gibt zugleich der Bewunderung und dem entzückenden Staunen Ausdruck, von denen der Seher beim geistigen Schauen der erhabenen Gestalt des Messias erfüllt ist. Jesaja Jes 29 63 1 2 Der messianische Sieger kommt von Edom; hier wie [Jes 34] ist Edom als Repräsentant aller feindlichen Völker, aller Gottesfeinde gesetzt. (Vergl. V. 3, V. 6) @@ -41181,7 +41197,7 @@ Jesaja Jes 29 63 18 35 Als wären wir ein wertloses Nichts in deinen Augen, so Jesaja Jes 29 63 18 36 Das Land und die Stätte der Wohnung des Herrn. Jesaja Jes 29 63 19 Facti sumus quasi in principio, cum non dominareris nostri, neque invocaretur nomen tuum super nos. Wir sind geworden wie im Anfange, da du nicht unser Herr warst³⁷ noch dein Name über uns angerufen ward. Jesaja Jes 29 63 19 37 Wie einst in Ägypten vor dem Bundesschlusse. -Jesaja Jes 29 64 0 d. Wie glühend das Verlangen nach der Hilfe Gottes sein muss. (V. 5) e. Wie demütig und reuevoll Vergebung erbeten werden muss. +Jesaja Jes 29 64 0 d. Wie glühend das Verlangen nach der Hilfe Gottes sein muss. (V. 5) e. Wie demütig und reuevoll Vergebung erbeten werden muss. Jesaja Jes 29 64 1 Utinam dirumperes clos, et descenderes: a facie tua montes defluerent. O dass du die Himmel zerrissest und herabstiegest! Vor deinem Antlitze würden die Berge zergehen, Jesaja Jes 29 64 2 Sicut exustio ignis tabescerent, aquæ arderent igni, ut notum fieret nomen tuum inimicis tuis: a facie tua gentes turbarentur. wie vom Feuer verzehrt schwänden sie dahin, die Wasser wallten auf in der Glut, damit dein Name deinen Feinden kund würde, vor deinem Antlitze erbebten die Völker!¹ Jesaja Jes 29 64 2 1 Wenn Gott zum Gerichte zur Erde herniedersteigt, erbebt die gesamte Kreatur: die Berge zittern, zerfließen, die Meere wallen auf vor dem Zornesfeuer des Herrn, die Nationen erbeben. Die unvernünftige und die vernunftbegabte Schöpfung fühlt in ihrer Weise Gottes Majestät und gibt ihr Zeugnis. Die Schilderung ist teils der Geschichte der Offenbarungen Gottes entlehnt, teils einzelnen Strafgerichten, teils werden diese Ereignisse nach Christi Vorhersagung bei Jüngsten Gerichte in die Wirklichkeit treten. Aus diesem dreifachen Grunde kann jede Gerichtsoffenbarung Gottes in diesen Farben und mit diesen Emblemen gezeichnet werden. Die partiellen Gerichte Gottes ergehen ja al seine Folge des sinaitischen Bundes über die Bedränger Israels; sie sind als partielle Gerichte Vorläufer und Anbahnungen der allgemeinen Weltabrechnung und bilden mit dieser das eine große Gottesgericht, deshalb kann der Seher sie in der Beleuchtung des jüngsten Tages vorführen. @@ -41211,7 +41227,7 @@ Jesaja Jes 29 64 11 15 Die Stätte der Sühne. Jesaja Jes 29 64 11 16 Der Ort, zu dem auch fremde Könige Weihegaben brachten [2Chr 32,23], der geheiligt ist durch so viele Erinnerungen, ist durch Feuer zerstört. Jesaja Jes 29 64 12 Numquid super his continebis te Domine, tacebis, et affliges nos vehementer? Wirst du bei solchem dich zurückhalten, Herr!¹⁷ wirst du ruhig bleiben und uns gewaltig niederdrücken? Jesaja Jes 29 64 12 17 Du kannst dich nicht teilnahmslos zurückhalten! So endet das Gebet mit dem Ausdrucke sichersten Vertrauens, nachdem es den kräftigsten Appell an Gottes Vaterherz erhoben hat. -Jesaja Jes 29 65 0 G. Siebte Rede. (Kap. 65) a. Die Bekehrung der Völker, Israels Empörung. (V. 7) b. Verschiedenes Schicksal der Guten und der Bösen. (V. 16) c. Reiches Maß des neuen Glückes. +Jesaja Jes 29 65 0 G. Siebte Rede. (Kap. 65) a. Die Bekehrung der Völker, Israels Empörung. (V. 7) b. Verschiedenes Schicksal der Guten und der Bösen. (V. 16) c. Reiches Maß des neuen Glückes. Jesaja Jes 29 65 1 Quæsierunt me qui ante non interrogabant, invenerunt qui non quæsierunt me; dixi: Ecce ego, ecce ego ad gentem, quæ non invocabat nomen meum. Mich suchen,¹ die vorher nicht nach mir fragten, es finden mich, die mich nicht suchten. Ich spreche: Hier bin ich, hier bin ich, zu einem Volke, das meinen Namen nicht anrief. [Röm 10,20] Jesaja Jes 29 65 1 1 Antwort des Herrn auf das Gebet des Propheten. Jesaja Jes 29 65 2 Expandi manus meas tota die ad populum incredulum, qui graditur in via non bona post cogitationes suas. Ich breite meine Hände den ganzen Tag aus nach einem ungläubigen Volke, das auf einem Wege wandelt, der nicht gut ist, nach seinen Gelüsten.² @@ -41239,7 +41255,9 @@ Jesaja Jes 29 65 10 14 Das Tal Achor, bekannt durch Achans Steinigung [Jos 7,24 Jesaja Jes 29 65 11 Et vos, qui dereliquistis Dominum, qui obliti estis montem sanctum meum, qui ponitis Fortunæ mensam, et libatis super eam. Und ihr, die ihr den Herrn verließet, die ihr meinen heiligen Berg vergaßet,¹⁵ die ihr dem Glück einen Tisch herrichtet und über ihn Trankopfer ausgießt,¹⁶ Jesaja Jes 29 65 11 15 Diejenigen, welche aus dem Exil nicht heimkehren wollten und vorher schon alle, die, uneingedenk der großen, an den Berg Gottes geknüpften Verheißungen, von Gott abfielen. Der Vers gibt die immer geltende Norm des göttlichen Handelns an. Jesaja Jes 29 65 11 16 Im Hebräischen werden zwei Namen genannt, dem Gad wird der Tisch bereitet, Meni erhält Mischtrank. Gad heißt Glück, in dem Ortsnamen Baal-Gad ist das Wort Beiname des Baal. Dieser ist also wohl gemeint. Meni ist eine Göttin: des Planeten Venus? Des Mondes? -Jesaja Jes 29 65 12 Numerabo vos in gladio, et omnes in cæde corruetis: pro eo quod vocavi, et non respondistis: locutus sum, et non audistis: et faciebatis malum in oculis meis, et quæ nolui, elegistis. +Jesaja Jes 29 65 12 Numerabo vos in gladio, et omnes in cæde corruetis: pro eo quod vocavi, et non respondistis: locutus sum, et non audistis: et faciebatis malum in oculis meis, et quæ nolui, elegistis. euch will ich dem Schwerte hingeben¹⁷ und ihr sollt alle im Gemetzel stürzen;¹⁸ deswegen weil ich rief und ihr antwortetet nicht; ich sprach und ihr hörtet nicht und verübtet Böses unter meinen Augen, und was ich nicht wollte, erwähltet ihr. [Spr 1,24; Jes 66,4] +Jesaja Jes 29 65 12 17 Im Hebr. emphatisch: Ihr opfert dem Geschicke – schicken will ich euch das Schwert. +Jesaja Jes 29 65 12 18 Dass der Tod durch das Schwert nur als eine Form des göttlichen Strafgerichtes gelten soll, zeigt das Folgende. Jesaja Jes 29 65 13 Propter hoc hæc dicit Dominus Deus: Ecce servi mei comedent, et vos esurietis: ecce servi mei bibent, et vos sitietis: Deswegen spricht der Herr, Gott, also: Sehet, meine Knechte werden essen und ihr werdet hungern; sehet, meine Knechte werden trinken und ihr werdet dürsten. Jesaja Jes 29 65 14 Ecce servi mei lætabuntur, et vos confundemini: ecce servi mei laudabunt præ exsultatione cordis, et vos clamabitis præ dolore cordis, et præ contritione spiritus ululabitis. Sehet, meine Knechte werden sich freuen und ihr werdet zuschanden werden; sehet, meine Knechte werden aufjubeln vor Herzenswonne und ihr werdet schreien vor Schmerz des Herzens und heulen vor Herzensbetrübnis!¹⁹ Jesaja Jes 29 65 14 19 Die Gegensätze machen die Wahrheit klar, dass für die Gottlosen kein Friede ist, d.i. keine Sättigung, keine Freude, sondern Qual, Schande und entsetzlicher Jammer, Unglück und Leid für Körper und Seele, weil der Fluch des Herrn den ganzen Menschen mit seiner Wucht trifft. Vergl. [Röm 2,7-10]. @@ -41269,7 +41287,7 @@ Jesaja Jes 29 65 24 Eritque antequam clament, ego exaudiam: adhuc illis loquenti Jesaja Jes 29 65 24 33 Diesem Geschlechte der Gesegneten des Herrn kommt auch Gott mit bereitwilligster Huld zuvor. Jesaja Jes 29 65 25 Lupus et agnus pascentur simul, leo et bos comedent paleas: et serpenti pulvis panis ejus: non nocebunt, neque occident in omni monte sancto meo, dicit Dominus. Wolf und Lamm werden miteinander weiden, Löwe und Rind werden Stroh fressen und der Schlange Nahrung wird Staub sein; sie werden nicht schaden noch töten auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.³⁴ Jesaja Jes 29 65 25 34 Das messianische Heil wird seinen verklärenden Schimmer auch über die Natur ausgießen, Christus stellt, den über die Natur ausgesprochenen Fluch aufhebend, die gesamte Schöpfung wieder her und führt sie dem Ziele der Verklärung zu. Was hier gesagt wird, ist plastischer Ausdruck für die Idee des Friedensreiches durch Bilder. Es wird selbst der Schlange Erwähnung getan mit deutlicher Beziehung auf [Gen 3,14]. Satan brauchte die Naturkräfte zu seinem Dienste, Christus gießt als Sieger seinen Frieden auch auf die Natur aus. Im Bereiche des Reiches Christi wird durch die Sakramentalien und Weihungen der Kirche auch die leblose Natur den Einwirkungen des Satans entzogen und zu einem Werkzeuge des Segens umgeschaffen. Wolf und Löwe weiden friedlich und die Schlange ist unschädlich; d.i. ohne Symbol: Die Macht des Bösen ist gebrochen, die Natur ist seinem Einflusse entzogen; im messianischen Reiche ist die objektive Kraft vorhanden, das Friede sei mit euch allseitig zur Wahrheit zu machen. -Jesaja Jes 29 66 0 H. Achte Rede. (Kap. 66) a. Gott schaut auf die Frommen und verabscheut die Greuel der Gottlosen. (V. 4) b. Gott wird Vergeltung üben und sein Reich errichten. (V. 9) c. Ungleiches Schicksal der Frommen und der Gottlosen. (V. 18) d. Die ganze Erde ist voll der Herrlichkeit des Herrn. +Jesaja Jes 29 66 0 H. Achte Rede. (Kap. 66) a. Gott schaut auf die Frommen und verabscheut die Greuel der Gottlosen. (V. 4) b. Gott wird Vergeltung üben und sein Reich errichten. (V. 9) c. Ungleiches Schicksal der Frommen und der Gottlosen. (V. 18) d. Die ganze Erde ist voll der Herrlichkeit des Herrn. Jesaja Jes 29 66 1 Hæc dicit Dominus: Clum sedes mea, terra autem scabellum pedum meorum: quæ est ista domus, quam ædificabitis mihi? et quis est iste locus quietis meæ? So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron, die Erde aber der Schemel meiner Füße; was ist das für ein Haus, welches ihr mir bauen wollt,¹ und welches der Ort meiner Ruhestätte?² [Apg 7,49; Apg 17,24] Jesaja Jes 29 66 1 1 Entweder allgemein: Wo wäre denn ein Haus, das ihr mir bautet, das meiner völlig würdig wäre und auf das ich wegen seiner Pracht wohlgefällig blicken müsste? Oder: Wie könntet ihr den Tempel so herstellen? Jesaja Jes 29 66 1 2 Sie sollen nicht stolz sein auf den Tempel und ihre Bemühungen, ihn würdig auszustatten, nicht einseitig hoch anschlagen, oder gar in heidnischer Anschauung besangen, wähnen, ihm ein Haus einzurichten, das ihn einschlösse! Der hohe unausmessbare Himmel ist sein Thronsitz, die Erde sein Fußschemel; was ist diesen gegenüber das Tempelhaus? @@ -41330,7 +41348,7 @@ Jesaja Jes 29 66 22 35 Die Heiligkeit der Kirche ist ausgedrückt, da die vorde Jesaja Jes 29 66 23 Et erit mensis ex mense, et sabbatum ex sabbato: veniet omnis caro ut adoret coram facie mea, dicit Dominus. Und es wird Monat um Monat und Sabbat um Sabbat sein, alles Fleisch wird kommen, um vor meinem Angesicht anzubeten, spricht der Herr. Jesaja Jes 29 66 24 Et egredientur, et videbunt cadavera virorum, qui prævaricati sunt in me: vermis eorum non morietur, et ignis eorum non exstinguetur: et erunt usque ad satietatem visionis omni carni. Und man wird hinausgehen und die Leichname der Männer schauen, die gegen mich gefrevelt haben; ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen und sie werden ein Abscheu sein allen Menschen.³⁶ Jesaja Jes 29 66 24 36 Die Grundlage der Darstellung von V. 23, V. 24 ist der heilige Berg Jerusalems V. 20 und der Tempel des Herrn. Dort wird ununterbrochen Fest auf Fest gefeiert, wie Monde auf Monde, Wochen auf Wochen unaufhaltsam und unabänderlich voranrollen, und alles Fleisch, die erlöste Menschheit aus allen Ländern, betet an im heiligen Tempel vor Gottes Antlitz. Außerhalb der heiligen Stadt aber ist das Tophet, die Brandstätte der Gehenna; da liegen die Leichen der Feinde des Herrn. Aber es sind keine entseelten Leichname, denn ihr Wurm stirbt nicht, und da brennen sie im Feuer, ein Abscheu allem Fleische. Es ist V. 23 vom messianischen Jerusalem die Rede. Wenn der neue Himmel und die neue Erde eintritt, ist die gesamte Menschheit in zwei Klassen geteilt: die Bürger des Gottesreiches, die vor Gottes Angesicht beten, und diejenigen, welche, ausgestoßen aus Gottes Reiche, dem ewigen Wurm und unauslöschlichen Feuer überantwortet werden. So findet der Abschluss der einzelnen Abschnitte: Es ist kein Friede für die Gottlosen hier am Schlusse seine für die Ewigkeit geltende schauerliche Erfüllung, falls der Gottlose die Gnadenzeit verstreichen lässt und als Gottloser von der Ewigkeit erfasst wird. -Jeremia Jer 30 1 0 Die Berufung des Jeremias. (Kap. 1) 1. Jeremias wird zum Prophetenamte berufen. (V. 10) 2. Dem Propheten wird seine Aufgabe durch Symbole kundgegeben. (V. 16) 3. Der Seher wird belehrt, was er verkünden soll, wem und wie. +Jeremia Jer 30 1 0 Die Berufung des Jeremias. (Kap. 1) 1. Jeremias wird zum Prophetenamte berufen. (V. 10) 2. Dem Propheten wird seine Aufgabe durch Symbole kundgegeben. (V. 16) 3. Der Seher wird belehrt, was er verkünden soll, wem und wie. Jeremia Jer 30 1 1 VERBA Jeremiæ filii Helciæ, de sacerdotibus, qui fuerunt in Anathoth, in terra Benjamin. Worte des Jeremias, des Sohnes Helkias', eines der Priester, welche zu Anathoth, im Lande Benjamin, waren.¹ Jeremia Jer 30 1 1 1 Das Buch der Prophezeiungen wird mit denselben Worten bezeichnet wie [Jer 36,10]. Jeremia Jer 30 1 2 Quod factum est verbum Domini ad eum in diebus Josiæ filii Amon regis Juda, in tertio decimo anno regni ejus. Wort des Herrn,² das an ihn³ in den Tagen Josias', des Sohnes Amons, des Königs von Juda, im dreizehnten Jahre seiner Regierung ergangen ist @@ -41377,7 +41395,7 @@ Jeremia Jer 30 1 18 25 Hauptsächlichster Grund, weshalb er nicht fürchten dar Jeremia Jer 30 1 18 26 Dein Auftrag ist gefahrvoll, alle Stände werden dir feindlich gesinnt sein, allen musst du allein Widerstand leisten. Doch deine Kraft vermögen sie nicht zu überwinden, diese feste Stadt nicht zu erobern; diese eiserne Säule trägt jede Last, an dieser ehernen Mauer brechen sich alle Kriegsstürme. Jeremia Jer 30 1 19 Et bellabunt adversum te, et non prævalebunt: quia ego tecum sum, ait Dominus, ut liberem te. Wenn sie wider dich kämpfen werden, so werden sie doch nichts über dich vermögen, denn ich bin mit dir, spricht der Herr, dich zu erretten.²⁷ Jeremia Jer 30 1 19 27 Zugleich mit dem Kampfe zeigt Gott dem Propheten den sicheren Sieg. Vergl. V. 8. -Jeremia Jer 30 2 0 I. Mahnung zur Buße und Androhung des Unterganges. (Kap. 2-10) 1. Erste Rede. (2,1 3,5) A. Gottes Wohltaten, die Bosheit des Volkes. (V. 8) B. Übel ist es, den Herrn verlassen zu haben. (V. 19) C. Unsinnige Abgötterei der Israeliten. (V. 28) D. Erneuerte Mahnung an die Verstockten. +Jeremia Jer 30 2 0 I. Mahnung zur Buße und Androhung des Unterganges. (Kap. 2-10) 1. Erste Rede. (2,1 3,5) A. Gottes Wohltaten, die Bosheit des Volkes. (V. 8) B. Übel ist es, den Herrn verlassen zu haben. (V. 19) C. Unsinnige Abgötterei der Israeliten. (V. 28) D. Erneuerte Mahnung an die Verstockten. Jeremia Jer 30 2 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich also: Jeremia Jer 30 2 2 Vade, et clama in auribus Jerusalem, dicens: Hæc dicit Dominus: Recordatus sum tui, miserans adolescentiam tuam, et caritatem desponsationis tuæ, quando secuta es me in deserto, in terra, quæ non seminatur. Gehe hin und rufe vor den Ohren Jerusalems und sprich: So spricht der Herr: Ich habe deiner gedacht, mich deiner Jugend erbarmend¹ und der Liebe deines Brautstandes, da du mir durch die Wüste folgtest, durch unbesätes Land. Jeremia Jer 30 2 2 1 Hebr.: Ich habe dir gedacht der Liebe deiner Jugend. Das Volk in Ägypten war gleichsam die Braut des Herrn, die er einlud, jenes Land zu verlassen und ihm durch die Wüste an den Berg Sinai zu folgen, wo der heilige Ehebund geschlossen ward. Gott lobt die Bereitwilligkeit, mit welcher er seinem Boten Moses gefolgt ist. @@ -41471,7 +41489,7 @@ Jeremia Jer 30 2 36 Quam vilis facta es nimis, iterans vias tuas: et ab gypto co Jeremia Jer 30 2 36 55 Hebr.: Was läufst du so eifrig, deinen Weg zu wechseln? Warum wendest du dich bald an die Assyrier, bald an die Ägypter um Hilfe? Jeremia Jer 30 2 37 Nam et ab ista egredieris, et manus tuæ erunt super caput tuum: quoniam obtrivit Dominus confidentiam tuam, et nihil habebis prosperum in ea. Denn auch von jenem wirst du weggehen, die Hände über den Kopf zusammenschlagend;⁵⁶ denn der Herr zerbricht die Stütze, auf die du dein Vertrauen setzest, und es wird dir mit derselben nichts gelingen. Jeremia Jer 30 2 37 56 Zeichen der Trauer. [2Sam 13,19] Assur ließ Israel zuschanden werden u.a. unter Achaz. [2Chr 28,21] Sennacherib bedrückte das Reich, bis es endlich zerstört ward. Welches Bündnis mit Ägypten der Prophet vor Augen hat, ist nicht klar. -Jeremia Jer 30 3 0 E. Der Herr fordert Buße, auch wenn dieselbe spät erfolgt. (V. 5) 2. Zweite Rede. (3,6-4,31) A. Der Prophet zeigt den Sündern ihre Schuld und den Weg der Buße. (V. 13) B. Aufforderung zur Buße durch Verheißungen. (V. 18) C. Art der geforderten Buße. +Jeremia Jer 30 3 0 E. Der Herr fordert Buße, auch wenn dieselbe spät erfolgt. (V. 5) 2. Zweite Rede. (3,6-4,31) A. Der Prophet zeigt den Sündern ihre Schuld und den Weg der Buße. (V. 13) B. Aufforderung zur Buße durch Verheißungen. (V. 18) C. Art der geforderten Buße. Jeremia Jer 30 3 1 Vulgo dicitur: Si dimiserit vir uxorem suam, et recedens ab eo, duxerit virum alterum: numquid revertetur ad eam ultra? numquid non polluta, et contaminata erit mulier illa? tu autem fornicata es cum amatoribus multis: tamen revertere ad me, dicit Dominus, et ego suscipiam te. Allgemein heißt es:¹ Wenn ein Mann sein Weib entlässt und sie geht weg von ihm und nimmt einen andern Mann, darf er dann wohl wieder zu ihr zurückkehren? Wird eine solche Frau² nicht befleckt und entweiht sein? Auch du hast mit vielen Liebhabern gebuhlt; aber kehre zu mir zurück,³ spricht der Herr, so will ich dich aufnehmen.⁴ Jeremia Jer 30 3 1 1 In der Vulgata fordert Gott V. 1 und 4 das Volk zur Rückkehr auf, im Hebräischen verwundert er sich vielmehr, dass das Volk meint, es könne so leicht umkehren, und dass es mit Worten zum Herrn ruft, in der Tat aber in seiner Bosheit verharrt. Beide Texte drücken dieselbe Wahrheit, aber auf verschiedene Weise, aus. Während der lateinische Text mehr Gottes Milde und Gnade empfiehlt, mit welcher er das rebellische Volk einladet, zu ihm zurückzukehren, ist im Hebräischen diese Aufforderung eine mehr indirekte: das Volk wird von Gott ermahnt, der so zeigt, dass er dessen Bekehrung wünscht. Jeremia Jer 30 3 1 2 Hebr.: wurde nicht dieses Land diese Wendung gibt das Gesetz [Dtn 24,4] treuer wieder. @@ -41539,7 +41557,7 @@ Jeremia Jer 30 3 24 40 Durch von Gott Gesandte Heimsuchungen, Strafen und Krieg Jeremia Jer 30 3 25 Dormiemus in confusione nostra, et operiet nos ignominia nostra: quoniam Domino Deo nostro peccavimus nos, et patres nostri ab adolescentia nostra usque ad diem hanc: et non audivimus vocem Domini Dei nostri. Wir wollen uns niederlegen in unserer Schmach und unsere Schande soll uns einhüllen;⁴¹ denn wir haben gegen den Herrn, unsern Gott, gesündigt, wie unsere Väter, von unserer Jugend an bis auf den heutigen Tag, und haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört.⁴² Jeremia Jer 30 3 25 41 Wir wollen Strafe leiden, solange es Gott gefällt. So sollen sie beten. Vergl. [Mi 7,9]. Das Sichniederwerfen zur Erde ist Zeichen des Schmerzes, der Ruf: Unsere Schande soll und einhüllen! die Erklärung, dass sie auch die härteste Strafe zu ertragen bereit sind. Jeremia Jer 30 3 25 42 In V. 22 stellt der Prophet die einladende und auffordernde Gnade Gottes vor Augen, von welcher allein die Bekehrung ihren Ausgang nehmen kann; V. 23 weist auf seine höchste Herrschaft als auf den Grund, der veranlasst zu Gehorsam zurückzukehren. Weiter wird die Torheit und das Verderben der Sünde erkannt und beweint und anerkannt, dass die Verirrten reuig und in Gott ihr Heil finden können. Endlich nehmen sie, um für ihre Sünden genugzutun, die von Gott verhängten Strafen voller Schmerz über ihre Sünden mit vollen Herzen an. So beschreibt der Prophet Weg und Wesen wahrer Buße. Dass seine Belehrung nicht umsonst gegeben ist, zeigen Stellen, wie [Dan 9,5; Bar 1,15; Bar 2,6.18; Bar 3,4] da das Volk in der Verbannung in dieser Weise Gott um Erbarmen anfleht. -Jeremia Jer 30 4 0 D. Welche Besserung wird gefordert? (V. 4) E. Die bevorstehende Züchtigung. (V. 9) F. Klage über den bevorstehenden Untergang und Schilderung desselben. +Jeremia Jer 30 4 0 D. Welche Besserung wird gefordert? (V. 4) E. Die bevorstehende Züchtigung. (V. 9) F. Klage über den bevorstehenden Untergang und Schilderung desselben. Jeremia Jer 30 4 1 Si reverteris Israel, ait Dominus ad me convertere: si abstuleris offendicula tua a facie mea, non commoveberis. Wenn du umkehrst, Israel! spricht der Herr, so kehre dich zu mir;¹ wenn du deine Greuel mir aus den Augen schaffst, so wirst du nicht wanken Jeremia Jer 30 4 1 1 Mit Nachdruck von ganzem Herzen. Als ersten Beweis davon entferne die Greuel (die Götzen) von meinem Angesichte. Alsdann sollst du beständig in deinem Vaterlande bleiben. Jeremia Jer 30 4 2 Et jurabis: Vivit Dominus in veritate, et in judicio, et in justitia: et benedicent eum gentes, ipsumque laudabunt. und du wirst alsdann in Wahrheit mit Recht und Gerechtigkeit schwören:² So wahr der Herr lebt! und die Völker werden ihn segnen und ihn preisen.³ @@ -41626,7 +41644,7 @@ Jeremia Jer 30 4 31 Vocem enim quasi parturientis audivi, angustias ut puerperæ Jeremia Jer 30 4 31 53 Hebr.: Erstgebärenden. Die Schmerzen einer solchen pflegen heftiger zu sein. Jeremia Jer 30 4 31 54 Hebr.: Die aufstöhnt. Jeremia Jer 30 4 31 55 So wird es kommen, der Drohung [Jer 4,4] gemäß, wenn sie sich nicht bekehre. Der Prophet weist auf Nabuchodonosor hin, wie er [Jer 25,9] selbst sagt. Dies entspricht auch den Prophezeiungen des Isaias [Jes 36,6] und Michäas [Mi 4,10]. -Jeremia Jer 30 5 0 3. Dritte Rede. (5,1 6,30) A. Die vielfache Bosheit des Volkes und der Angesehensten (V. 9) B. Die vielfache Bosheit wird ihrer Strafe nicht entgehen. (V. 25) C. Die Ruchlosigkeit der Vornehmen und die Strafe für dieselben. +Jeremia Jer 30 5 0 3. Dritte Rede. (5,1 6,30) A. Die vielfache Bosheit des Volkes und der Angesehensten (V. 9) B. Die vielfache Bosheit wird ihrer Strafe nicht entgehen. (V. 25) C. Die Ruchlosigkeit der Vornehmen und die Strafe für dieselben. Jeremia Jer 30 5 1 Circuite vias Jerusalem, et aspicite, et considerate, et quærite in plateis ejus, an inveniatis virum facientem judicium, et quærentem fidem: et propitius ero ei. Durchstreifet die Straßen Jerusalems, schauet und spähet, forschet auf ihren Plätzen,¹ ob ihr jemand findet, der Recht übe und nach Treue frage,² so will ich Jerusalem gnädig sein!³ Jeremia Jer 30 5 1 1 Gott will sich erbarmen, wenn auch nur ein Gerechter sich findet, doch umsonst wird ein solcher gesucht. Die Häufung der Ausdrücke macht die Rede eindrucksvoller. Jeremia Jer 30 5 1 2 Hebr.: Und um Treue sich mühe. Ein Mann, der die Richtschnur des Rechts und des Rechten mit unerschütterlicher Standhaftigkeit und vollkommener Treue wahrt. @@ -41697,7 +41715,7 @@ Jeremia Jer 30 5 30 Stupor et mirabilia facta sunt in terra: Entsetzliches und S Jeremia Jer 30 5 30 38 Kurzes Schlusswort der ganzen Rede. Jeremia Jer 30 5 31 Prophetæ prophetabant mendacium, et sacerdotes applaudebant manibus suis: et populus meus dilexit talia: quid igitur fiet in novissimo ejus? Die Propheten weissagen Lügen und die Priester klatschen dazu in die Hände und mein Volk liebt es so.³⁹ Was wird denn mit ihm am Ende geschehen? Jeremia Jer 30 5 31 39 Das Volk wendet sich von den Propheten ab, welche Gott sendet und schenkt den falschen Propheten Glauben, welche ihm Gutes verheißen und seine Laster nicht rügen. Die Priester stehen mit den falschen Propheten im Bunde. So freut man sich daran, sich gegenseitig zu täuschen. Vergl. [Mi 2,11]. -Jeremia Jer 30 6 0 D. Erneute Verkündigung der Strafe wegen der immer schlimmeren Verhärtung des Volkes. (V. 19) E. Die aufzuerlegende Strafe. +Jeremia Jer 30 6 0 D. Erneute Verkündigung der Strafe wegen der immer schlimmeren Verhärtung des Volkes. (V. 19) E. Die aufzuerlegende Strafe. Jeremia Jer 30 6 1 Confortamini filii Benjamin in medio Jerusalem, et in Thecua clangite buccina, et super Bethacarem levate vexillum: quia malum visum est ab aquilone, et contritio magna. Raffet euch auf,¹ ihr Söhne Benjamins! mitten aus Jerusalem und stoßet in die Posaune zu Thekua² und über Bethakarem³ richtet ein Panier auf,⁴ denn Unglück zeigt sich von Norden her und gewaltige Zerstörung. Jeremia Jer 30 6 1 1 Zur Flucht. Jeremia Jer 30 6 1 2 Da der Feind von Norden naht, sollen sie nach Süden fliehen. Die Benjamiter werden besonders erwähnt, weil die Grenze zwischen Juda und Benjamin durch das Tal Hinnom im Süden der Stadt ging. Zudem waren sie aufgefordert worden, nach Sion zu fliehen, jetzt ist selbst in der heiligen Stadt keine Sicherheit mehr. @@ -41769,7 +41787,7 @@ Jeremia Jer 30 6 29 Defecit sufflatorium, in igne consumptum est plumbum, frustr Jeremia Jer 30 6 29 40 Hebr.: Hat geschnauft (angestrengt gearbeitet), aus ihrer Feuerung (der Schmelzung, welche der Prophet vornehmen sollte) gab es Blei (statt des gehofften Edelmetalls). Vergeblich hat man geläutert und geläutert, da die Schlechten sich nicht ausscheiden ließen. Jeremia Jer 30 6 30 Argentum reprobum vocate eos, quia Dominus projecit illos. Nennet sie verworfenes Silber, denn der Herr hat sie verworfen.⁴¹ Jeremia Jer 30 6 30 41 Die Rede fällt also nicht an den Anfang der Tätigkeit des Propheten. Außer dem Götzendienst hat der Prophet den Ehebruch gerügt [Jer 5,7], die Verachtung der Gesandten Gottes [Jer 5,11.12] und damit Gottes [Jer 5,22-25], die Bosheit voller Ungerechtigkeit. [Jer 5,27ff] Es werden die Sünden der Vornehmen, der Priester, der falschen Propheten gerügt [Jer 5,30.31; Jer 6,13-15] des Volkes täglich sich erneuernde Schlechtigkeit [Jer 6], die alle Mahnungen zurückweist, ja nicht einmal hören will [Jer 6,10] Absichtlich verhärten sie sich, Gottes Gesetz und die Stimme des Propheten macht keinen Eindruck auf ihr Herz. So sind alle Bemühungen Gottes umsonst [Jer 6,27-30] Die Strafen werden im Einzelnen angegeben. Hebr.: Die Verwüstung [Jer 5,6] in ihrer Ausdehnung und Wirkung [Jer 5,15-18], Jerusalem selbst wird der Wut der Feinde überliefert [Jer 6,1-6], das ganze Reich wiederholt heimgesucht [Jer 6,9]. Alles dies wird mit besonderem Nachdrucke [Jer 6,21-26] vereint dargestellt. -Jeremia Jer 30 7 0 4. Vierte Rede. (7,1 8,22) A. Das Vertrauen auf das Tempelgebäude ist eitel. (V. 15) B. Erneuerter Vorwurf wegen des Götzendienstes und der Bosheit Judas. (V. 28) C. Trauer ist zu halten über Untergang und Schmach. [Jer 8,3] +Jeremia Jer 30 7 0 4. Vierte Rede. (7,1 8,22) A. Das Vertrauen auf das Tempelgebäude ist eitel. (V. 15) B. Erneuerter Vorwurf wegen des Götzendienstes und der Bosheit Judas. (V. 28) C. Trauer ist zu halten über Untergang und Schmach. [Jer 8,3] Jeremia Jer 30 7 1 Verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino, dicens: Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, also lautend:¹ Jeremia Jer 30 7 1 1 Da Jeremias seine Mahnung öfters ergehen ließ, ist hier wohl von einer solchen unter Josias die Rede. Jeremia Jer 30 7 2 Sta in porta domus Domini, et prædica ibi verbum istud, et dic: Audite verbum Domini omnis Juda, qui ingredimini per portas has, ut adoretis Dominum. Tritt in das Tor des Hauses des Herrn² und verkünde daselbst diesen Ausspruch und sage: Höret das Wort des Herrn, ganz Juda, die ihr durch diese Tore eintretet, um den Herrn anzubeten! @@ -41837,7 +41855,7 @@ Jeremia Jer 30 7 33 31 Ob der Furchtbarkeit dieses Ereignisses wird alles Früh Jeremia Jer 30 7 33 32 Der Drohung Moses gemäß [Dtn 28,26]. Dass der Leichnam den Vögeln des Himmels preisgegeben ward, war der höchste Schimpf. Vergl. [1Sam 17,44.46]. Jeremia Jer 30 7 34 Et quiescere faciam de urbibus Juda, et de plateis Jerusalem vocem gaudii, et vocem lætitiæ, vocem sponsi, et vocem sponsæ: in desolationem enim erit terra. Und ich werde in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems den Laut der Freude und den Laut des Jubels, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut verstummen lassen,³³ denn das Land wird zur Wüstenei werden. [Ez 26,13] Jeremia Jer 30 7 34 33 Nicht wird mehr eine Hochzeit gehalten. Kaum ist noch ein armer Bewohner im Lande übrig. Doch damit ist die Rache Gottes noch nicht vollendet, selbst gegen die Toten soll Krieg geführt werden. [Jer 8,1] -Jeremia Jer 30 8 0 D. Umsonst rühmen sie sich des Gesetzes. (V. 13) E. Unvermeidliches Verderben droht. +Jeremia Jer 30 8 0 D. Umsonst rühmen sie sich des Gesetzes. (V. 13) E. Unvermeidliches Verderben droht. Jeremia Jer 30 8 1 In illo tempore, ait Dominus: Ejicient ossa regum Juda, et ossa principum ejus, et ossa sacerdotum, et ossa prophetarum, et ossa eorum, qui habitaverunt Jerusalem, de sepulcris suis: Zu jener Zeit, spricht der Herr, wird man die Gebeine der Könige von Juda und die Gebeine seiner Fürsten, die Gebeine der Priester und die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bewohner von Jerusalem aus ihren Gräbern herauswerfen Jeremia Jer 30 8 2 Et expandent ea ad solem, et lunam, et omnem militiam cli, quæ dilexerunt, et quibus servierunt, et post quæ ambulaverunt, et quæ quæsierunt, et adoraverunt: non colligentur, et non sepelientur: in sterquilinium super faciem terræ erunt. und sie hinstreuen vor der Sonne und dem Monde und dem ganzen Himmelsheere, welche sie geliebt und denen sie gedient, denen sie nachgewandelt sind und die sie aufgesucht und angebetet haben;¹ nicht sollen sie wieder aufgesammelt und nicht begraben werden, sondern sollen zu Dünger auf der Oberfläche der Erde werden. Jeremia Jer 30 8 2 1 Die Strafe ist beschämend ebenso für die Götter, welche ihre Verehrer nicht vor dieser Schmach zu bewahren vermochten, wie für ihre Anhänger. Jetzt senden sie nicht mehr Wohlgerüche, sondern Gestank zum Heere des Himmels empor, und Sonne, Mond und Sterne zeigen gleichsam mit ihrem Lichte, wieviel Unreinheit mit elenden Leichnamen innewohnt. Vergl. [Bar 2,24]. @@ -41890,7 +41908,7 @@ Jeremia Jer 30 8 21 28 Der Prophet wird über das Schicksal seines Volkes von S Jeremia Jer 30 8 22 Numquid resina non est in Galaad? aut medicus non est ibi? quare igitur non est obducta cicatrix filiæ populi mei? Ist denn kein Balsam mehr in Galaad?²⁹ oder ist kein Arzt mehr dort? Warum ward die Wunde der Tochter meines Volkes nicht verbunden?³⁰ Jeremia Jer 30 8 22 29 Sprichwort. Als Ort ist statt Galaad hier Sion einzusetzen. Jeremia Jer 30 8 22 30 Gott hat nichts unterlassen, Sion zu heilen, er gab Heilmittel und sandte solche, welche dieselben anwenden sollten, doch die Judäer verschlossen ihr Ohr der Predigt. (Ephr.) Die Worte beziehen sich auf die Zeit und die Stadt des Exils, welches das Volk nicht hat abwenden wollen. (V. 19) -Jeremia Jer 30 9 0 5. Trauerklage. (Kap. 9) A. Schmerz des Propheten über Bosheit und Unglück des Volkes. (V. 9) +Jeremia Jer 30 9 0 5. Trauerklage. (Kap. 9) A. Schmerz des Propheten über Bosheit und Unglück des Volkes. (V. 9) Jeremia Jer 30 9 1 Quis dabit capiti meo aquam, et oculis meis fontem lacrimarum? et plorabo die ac nocte interfectos filiæ populi mei. Wer gibt meinem Haupte Wasser und meinen Augen eine Tränenquelle?¹ so wollte ich Tag und Nacht die Erschlagenen der Tochter meines Volkes beweinen! Jeremia Jer 30 9 1 1 Hebr.: Dass doch mein Haupt Wasser wäre und meine Augen ein Brunnquell von Tränen! dass ich gleichsam in Tränen zerflöße. Doch indem er den Blick auf die Ursachen des Unglücks wendet, geht er auf einen andern Affekt über. Jeremia Jer 30 9 2 Quis dabit me in solitudine diversorium viatorum, et derelinquam populum meum, et recedam ab eis? quia omnes adulteri sunt, ctus prævaricatorum. O hätte ich in der Wüste eine Herberge, wie die der Wanderer, so wollte ich mein Volk verlassen und von ihnen hinweggehen!² Denn alle sind Ehebrecher,³ eine Rotte von Treulosen.⁴ @@ -41948,7 +41966,7 @@ Jeremia Jer 30 9 25 29 Das Hebräische ist entweder zu übersetzen: An alle Bes Jeremia Jer 30 9 26 Super gyptum, et super Juda, et super Edom, et super filios Ammon, et super Moab, et super omnes qui attonsi sunt in comam, habitantes in deserto: quia omnes gentes habent præputium, omnis autem domus Israel incircumcisi sunt corde. Ägypten, Juda, Edom, die Kinder Ammons, Moab und alle, deren Haar gestutzt ist,³⁰ die Bewohner der Wüste; denn alle Völker haben die Vorhaut, das ganze Haus Israel aber ist unbeschnittenen Herzens.³¹ Jeremia Jer 30 9 26 30 Mit gestutzter Schläfe. Gemeint sind die Kedarener. Jeremia Jer 30 9 26 31 Heiden und Israeliten sind unrein vor Gott und ihm ungehorsam, deshalb wird Gottes Strafe über alle kommen. -Jeremia Jer 30 10 0 6. Mahnungen an die Weggeführten. (Kap. 10) a. Was sind die Götzenbilder, was Gott? (V. 10) b. Was sollen die Israeliten die Heiden lehren? (V. 16) c. Mit welcher Gesinnung sollen die Frommen die Wegführung ertragen? +Jeremia Jer 30 10 0 6. Mahnungen an die Weggeführten. (Kap. 10) a. Was sind die Götzenbilder, was Gott? (V. 10) b. Was sollen die Israeliten die Heiden lehren? (V. 16) c. Mit welcher Gesinnung sollen die Frommen die Wegführung ertragen? Jeremia Jer 30 10 1 Audite verbum, quod locutus est Dominus super vos domus Israel. Höret das Wort, welches der Herr über euch geredet hat, Haus Israel!¹ Jeremia Jer 30 10 1 1 Der ehrenvolle Name Israel ruft Glaube, Gehorsam und Sehnsucht nach dem Segen des Patriarchen ins Gedächtnis zurück. Jeremia Jer 30 10 2 Hæc dicit Dominus: Juxta vias gentium nolite discere: et a signis cli nolite metuere, quæ timent gentes: So spricht der Herr: Gewöhnet euch nicht an die Weise² der Völker und erschrecket nicht vor den Zeichen des Himmels, vor denen die Völker sich fürchten!³ @@ -42023,7 +42041,7 @@ Jeremia Jer 30 10 24 47 Nach der Richtschnur des Wahren und Rechten, so dass du Jeremia Jer 30 10 24 48 Als Volk. Hebr.: gering machest. Jeremia Jer 30 10 25 Effunde indignationem tuam super gentes, quæ non cognoverunt te, et super provincias, quæ nomen tuum non invocaverunt: quia comederunt Jacob, et devoraverunt eum, et consumpserunt illum, et decus ejus dissipaverunt. Gieße deinen Zorn über die Völker aus, welche dich nicht kennen, und über die Länder, welche deinen Namen nicht anrufen; denn sie haben Jakob verzehrt und ihn verschlungen, sie haben ihn vernichtet und seine Herrlichkeit verwüstet.⁴⁹ [Ps 78,6] Jeremia Jer 30 10 25 49 Gott wird sein Volk wiederherstellen. Doch dazu wird gefordert, dass er zugleich über die Völker Gericht halte: Sie verehren Gott nicht und suchen das Volk Gottes, dessen Land sie verwüstet haben, zu vernichten. -Jeremia Jer 30 11 0 II. Teil. Besondere Ereignisse und deren Bedeutung. (Kap. 11-20) 1. Erste Rede. (Kap. 11) A. Mahnung, den Mund zu wahren. (V. 10) B. Strafen derjenigen, welche zur Bosheit zurückkehren. (V. 17) C. Die Bosheit der Bewohner von Anathoth. +Jeremia Jer 30 11 0 II. Teil. Besondere Ereignisse und deren Bedeutung. (Kap. 11-20) 1. Erste Rede. (Kap. 11) A. Mahnung, den Mund zu wahren. (V. 10) B. Strafen derjenigen, welche zur Bosheit zurückkehren. (V. 17) C. Die Bosheit der Bewohner von Anathoth. Jeremia Jer 30 11 1 Verbum, quod factum est a Domino ad Jeremiam, dicens: Wort, das an Jeremias von dem Herrn erging, also lautend:¹ Jeremia Jer 30 11 1 1 Nachdem das Buch des Gesetzes gefunden, rief Josias die Ältesten von Juda und Jerusalem zusammen und schloss einen Bund vor dem Herrn, dem sie alle mit einem Eidschwur beitraten. [2Chr 34,29ff] Zum Abschlusse dieses Bundes trug Jeremias sicher viel bei (V. 6), ebenso wie die Fürsten und Leviten zur Zeit Josaphats. [2Chr 17,7-9] Jeremia Jer 30 11 2 Audite verba pacti hujus, et loquimini ad viros Juda, et habitatores Jerusalem. Höret die Worte dieses Bundes und redet² sie zu den Männern von Juda und zu den Bewohnern von Jerusalem @@ -42080,7 +42098,7 @@ Jeremia Jer 30 11 21 Propterea hæc dicit Dominus ad viros Anathoth, qui quærun Jeremia Jer 30 11 22 Propterea hæc dicit Dominus exercituum: Ecce ego visitabo super eos: juvenes morientur in gladio, filii eorum, et filiæ eorum morientur in fame. Darum spricht der Herr der Heerscharen also: Siehe, ich will es an ihnen ahnden: Ihre Jünglinge sollen durch das Schwert umkommen, ihre Söhne und Töchter sollen Hungers sterben. Jeremia Jer 30 11 23 Et reliquiæ non erunt ex eis: inducam enim malum super viros Anathoth, annum visitationis eorum. Und niemand von ihnen soll übrigbleiben, denn ich werde Unglück über die Männer von Anathoth bringen, ein Jahr der Heimsuchung für sie.³³ Jeremia Jer 30 11 23 33 Drei Dinge planten sie gegen den Propheten: Ihn zu verderben, die von ihm überlieferte Lehre (Frucht) zu vernichten, sein Gedächtnis auszutilgen. Alles dies wird ihnen nun zuteil. Sie selbst kommen um, ihre Kinder rafft der Hunger weg, ihr Name und Andenken wird vernichtet. -Jeremia Jer 30 12 0 2. Zweite Rede. (Kap. 12) A. Dem klagenden Propheten werden größere Heimsuchungen offenbart. (V. 6) B. Die Gottlosen werden der Strafe nicht entgehen. (V. 13) C. Wozu kommt das Unglück? +Jeremia Jer 30 12 0 2. Zweite Rede. (Kap. 12) A. Dem klagenden Propheten werden größere Heimsuchungen offenbart. (V. 6) B. Die Gottlosen werden der Strafe nicht entgehen. (V. 13) C. Wozu kommt das Unglück? Jeremia Jer 30 12 1 Justus quidem tu es Domine, si disputem tecum: verumtamen justa loquar ad te: Quare via impiorum prosperatur: bene est omnibus, qui prævaricantur, et inique agunt? Gerecht bist du, Herr! wenn ich mit dir rechten wollte; gleichwohl aber möchte ich vom richterlichen Walten mit dir reden. Warum geht es den Gottlosen wohl, wohl allen, die treulos sind und Unrecht tun?¹ Jeremia Jer 30 12 1 1 Obwohl ich weiß, dass du dich gerecht erweisest, wenn ich mit dir streite, vermag ich dennoch nicht zu begreifen, wie das Wohlergehen der Bösen sich mit deiner Gerechtigkeit vereinigen lässt. Jeremia Jer 30 12 2 Plantasti eos, et radicem miserunt: proficiunt et faciunt fructum: prope es tu ori eorum, et longe a renibus eorum. Du hast sie gepflanzt und sie schlugen Wurzeln, sie wachsen und tragen Frucht; nahe bist du ihrem Munde, aber fern von ihrem Innern.² @@ -42128,7 +42146,7 @@ Jeremia Jer 30 12 16 Et erit: si eruditi didicerint vias populi mei, ut jurent i Jeremia Jer 30 12 16 29 Wenn jene Völker die Verehrung Gottes annehmen und ihn frei bekennen, werden sie glücklich sein, reich an Gut und Nachkommenschaft, dem Volke Israel gleichgehalten, so wie dieses ein wahrhaft theokratisches Volk. Auch jene werden im Reiche Gottes ihren Anteil erhalten, welche wie die Moabiter und Ammoniter von der mosaischen Gemeinschaft ausgeschlossen waren. [Dtn 23,3] Das Schwören bei Gottes Namen ist Bekenntnis zu ihm, den sie als allmächtig und Rächer anerkennen. Da von so vielen Völkern die Rede ist, können diese nicht als in Palästina angesiedelt gefasst werden, sondern inmitten meines Volkes ist von dem über die ganze Erde zu verbreitenden Gottesreiche zu verstehen, dem sich alle Völker anschließen sollen, an welchem Orte sie sich auch finden. Die Worte des heiligen Paulus [Röm 11,17ff] beleuchten diesen Ausspruch durch einen passenden Vergleich. Jeremia Jer 30 12 17 Quod si non audierint, evellam gentem illam evulsione et perditione, ait Dominus. Wenn sie aber nicht hören, so werde ich dieses Volk gänzlich ausreißen und vernichten,³⁰ spricht der Herr. Jeremia Jer 30 12 17 30 Nur im Gottesreiche ist Heil. -Jeremia Jer 30 13 0 3. Dritte Rede. (Kap. 13) A. Der faulende Gürtel. (V. 11) B. Das Volk wird vernichtet werden, wenn es nicht von seinem Stolze lässt. (V. 17) C. Gericht über die Unverbesserlichen. +Jeremia Jer 30 13 0 3. Dritte Rede. (Kap. 13) A. Der faulende Gürtel. (V. 11) B. Das Volk wird vernichtet werden, wenn es nicht von seinem Stolze lässt. (V. 17) C. Gericht über die Unverbesserlichen. Jeremia Jer 30 13 1 Hæc dicit Dominus ad me: Vade, et posside tibi lumbare lineum, et pones illud super lumbos tuos, et in aquam non inferes illud. So spricht der Herr zu mir: Gehe hin und kaufe dir einen leinenen Gürtel¹ und lege ihn um deine Hüften, aber bringe ihn nicht ins Wasser! Jeremia Jer 30 13 1 1 Das Folgende führte der Prophet wirklich aus (Ephr., Theod., Thom.), wie schon daraus hervorgeht, dass der Prophet feierlich Gott als Urheber seines Verhaltens und Tuns angibt. Was der Gürtel bedeutet, wird V. 11 gesagt. Er ist das Sinnbild des Volkes und der Prophet stellt das dar, was Gott dem Volke gegeben oder bald geben wird. Der Gürtel schließt sich an ihn an, so hat Gott sich das Volk zuerst mit verschiedenen Wundern erkauft, dann durch den Bund sich in innigster Liebe vereint. Der Gürtel ist ein Schmuck, so hat Gott gewollt, dass das Volk ihm zum Ruhme und zur Ehre gereichte. Linnen ist der Gürtel, weil die Priesterkleider linnen waren; so bezeichnet er also das Volk als priesterliches Reich. [Ex 19,6] Wie der Prophet den Gürtel nie ablegen soll, nicht einmal beim Baden, so hat Gott sein Volk nie verlassen. Beim Baden soll er den Gürtel nicht ablegen, wenn derselbe auch schmutzig geworden, sondern derselbe soll schmutzig bleiben und noch schmutziger werden, ein Bild der Sünden, welche dem auserwählten Volke anhaften. Wohl hat Gott Propheten gesendet und durch Strafen gemahnt, aber eine bleibende Besserung ist nicht erfolgt, im Gegenteil hat die Bosheit des Volkes stets zugenommen. Jeremia Jer 30 13 2 Et possedi lumbare juxta verbum Domini, et posui circa lumbos meos. Da kaufte ich mir einen Gürtel, wie der Herr befohlen, und legte ihn um meine Hüften. @@ -42192,7 +42210,7 @@ Jeremia Jer 30 13 26 34 Hebr.: Darum werde ich deine Schleppe aufdecken über d Jeremia Jer 30 13 27 Adulteria tua, et hinnitus tuus scelus fornicationis tuæ: super colles in agro vidi abominationes tuas. Væ tibi Jerusalem, non mundaberis post me: usquequo adhuc? denn ich habe deine Ehebrüche, dein Wiehern³⁵ und den Frevel deiner Buhlerei, deine Greuel auf den Hügeln im Felde gesehen. Wehe dir, Jerusalem! wie lange wird es noch währen, bis du rein wirst und mir anhängst, wie lange noch?³⁶ Jeremia Jer 30 13 27 35 Geiles Buhlen, dieses war mit den Götzendiensten verbunden. Jeremia Jer 30 13 27 36 Hebr.: Nicht wirst du rein werden, nach wie langer Zeit noch? -Jeremia Jer 30 14 0 4. Vierte Rede. (Kap. 14 [Jer 15]) A. Umsonst legt der Prophet für das Volk Fürbitte ein. (V. 12) B. Gott lässt keine Entschuldigung zu. (V. 18) C. Von neuem bittet der Prophet vergeblich für das Volk. [Jer 15,9] +Jeremia Jer 30 14 0 4. Vierte Rede. (Kap. 14 [Jer 15]) A. Umsonst legt der Prophet für das Volk Fürbitte ein. (V. 12) B. Gott lässt keine Entschuldigung zu. (V. 18) C. Von neuem bittet der Prophet vergeblich für das Volk. [Jer 15,9] Jeremia Jer 30 14 1 Quod factum est verbum Domini ad Jeremiam de sermonibus siccitatis. Wort des Herrn, das an Jeremias erging aus Anlass der Dürre.¹ Jeremia Jer 30 14 1 1 Diese Rede fällt in die letzte Zeit, in welcher Gott den Untergang des Volkes und der Stadt bereits unbedingt beschlossen hat. Jeremia Jer 30 14 2 Luxit Judæa, et portæ ejus corruerunt, et obscuratæ sunt in terra, et clamor Jerusalem ascendit. Es trauert das Land von Juda,² seine Tore liegen in düsterer Trauer zu Boden³ und das Klagegeschrei Jerusalems steigt empor. @@ -42254,7 +42272,7 @@ Jeremia Jer 30 14 21 37 Gottes Treue und Wahrhaftigkeit stellt er dem rächende Jeremia Jer 30 14 22 Numquid sunt in sculptilibus gentium qui pluant? aut cli possunt dare imbres? nonne tu es Dominus Deus noster, quem exspectavimus? tu enim fecisti omnia hæc. Gibt es etwa unter den Götzen der Heiden solche, die Regen spenden, oder können die Himmel von selbst Regen geben? Bist nicht du es, Herr, unser Gott, auf den wir hoffen?³⁸ Denn du hast alles dies gemacht.³⁹ Jeremia Jer 30 14 22 38 Letzter Grund: Zu wem sollen wir fliehen? Du allein kannst helfen, also musst du dich endlich erbarmen. Hebr. Jeremia Jer 30 14 22 39 Du allein hast erschaffen, also liebst du auch alles, sonst hättest du es nicht erschaffen. Zwei Gründe (V. 38, V. 39) -Jeremia Jer 30 15 0 D. Von neuem legt Jeremias vergeblich Fürbitte für das Volk ein. (V. 9) E. Gott tröstet den betrübten Propheten. +Jeremia Jer 30 15 0 D. Von neuem legt Jeremias vergeblich Fürbitte für das Volk ein. (V. 9) E. Gott tröstet den betrübten Propheten. Jeremia Jer 30 15 1 Et dixit Dominus ad me: Si steterit Moyses, et Samuel coram me, non est anima mea ad populum istum: ejice illos a facie mea, et egrediantur. Da sprach der Herr zu mir: Wenn auch Moses und Samuel vor mich hinträten,¹ so würde mein Herz sich doch nicht diesem Volke zuneigen;² treib sie hinweg von meinem Angesichte, dass sie von dannen gehen! Jeremia Jer 30 15 1 1 Beide haben sich dem göttlichen Zorne entgegengestellt und den Untergang von dem Volke abgewendet. Vor Gott hintreten, ist also für das Volk beten. Wenn Gott nicht einmal die Fürbitte dieser beiden zulässt, kann der Prophet sich nicht gekränkt fühlen, wenn der Herr auch die seine nicht annimmt. Jeremia Jer 30 15 1 2 Nicht einmal jene würden imstande sein, Gott zur Güte für das Volk zu bestimmen, denn wenn sie einst den Herrn dazu gebracht, das Volk zu verschonen, so war damals die gemeinsame Schuld des Volkes noch keine so große, die Verhärtung in der Sünde keine so furchtbare, nicht so viele Mittel endlich vergeblich angewendet. Vergl. [Ez 14,14]. Nur die Verhärtung des Volkes im Bösen ist Ursache, dass die Fürbitte der gottgefälligen Männer nichts vermag. Aus dieser Stelle geht hervor, dass Moses und Samuels und damit aller Heiligen Fürbitte bei Gott viel vermag, wenngleich Gott die Hartnäckigkeit des Volkes durchaus durch eine zeitliche Strafe brechen und so heilen will. @@ -42317,7 +42335,7 @@ Jeremia Jer 30 15 19 40 Hebr.: Und wenn du Echtes hervorbringst ohne Unedles, s Jeremia Jer 30 15 20 Et dabo te populo huic in murum æreum, fortem: et bellabunt adversum te, et non prævalebunt: quia ego tecum sum ut salvem te, et eruam te, dicit Dominus. Ich will dich diesem Volke gegenüber zu einer ehernen, festen Mauer machen; kämpfen sie wider dich, so werden sie nichts über dich vermögen; denn ich bin mit dir, um dir zu helfen und dich zu erretten, spricht der Herr. Jeremia Jer 30 15 21 Et liberabo te de manu pessimorum, et redimam te de manu fortium. Und ich will dich aus der Hand der Bösen befreien und dich aus der Hand der Gewalttätigen erlösen.⁴¹ Jeremia Jer 30 15 21 41 Zu einer Zeit, welche Gott selbst erwählt. Der Prophet soll in Geduld und Hoffnung harren. -Jeremia Jer 30 16 0 5. Fünfte Rede. (Kap. 16 [Jer 17]) A. Weissagung durch das Vorbild der Lebensschicksale des Propheten. (V. 18) B. Wehe den Gottlosen, Heil denen, die auf Gott vertrauen! [Jer 17,18] +Jeremia Jer 30 16 0 5. Fünfte Rede. (Kap. 16 [Jer 17]) A. Weissagung durch das Vorbild der Lebensschicksale des Propheten. (V. 18) B. Wehe den Gottlosen, Heil denen, die auf Gott vertrauen! [Jer 17,18] Jeremia Jer 30 16 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich, also: Jeremia Jer 30 16 2 Non accipies uxorem, et non erunt tibi filii, et filiæ in loco isto. Nimm dir an diesem Orte kein Weib und zeuge weder Söhne noch Töchter,¹ Jeremia Jer 30 16 2 1 Im Alten Testamente, zu dessen vorzüglichsten Segnungen zahlreiche Nachkommenschaft gehörte, ja Unfruchtbarkeit als Fluch galt, vergl. [Dtn 17,14], war diese Vorschrift eine harte. Der Prophet soll ein Vorbild derer werden, welche nach dem Rate des Herrn um des Evangeliums willen unbeweibt bleiben. Die Einzelaufzählung zeigt dem Propheten, wessen allen er entbehren soll. Ähnlich wird Abraham das Opfer vor Augen gestellt, das Gott von ihm fordert. [Gen 12,1] @@ -42364,7 +42382,7 @@ Jeremia Jer 30 16 19 24 Was oben die Israeliten, durch die Strafe belehrt, [Jer Jeremia Jer 30 16 20 Numquid faciet sibi homo deos, et ipsi non sunt dii? Kann wohl ein Mensch sich Götter machen? denn solche sind doch keine Götter! Jeremia Jer 30 16 21 Idcirco ecce ego ostendam eis per vicem hanc, ostendam eis manum meam, et virtutem meam: et scient quia nomen mihi Dominus. Darum sehet, tue ich ihnen diesmal kund, tue ihnen meine Hand und meine Macht kund, damit sie erfahren, dass mein Name Herr ist!²⁵ Jeremia Jer 30 16 21 25 Sie sollen erfahren, dass mein Name Jahve von Stein abgeleitet ist, dass ich alles, was ich androhe oder verheiße, zur Wirklichkeit werden lasse. Der Götzendienst hat bei dem auserwählten Volke alles überwuchert, darum ist ein solches Strafgericht notwendig. [Jer 17,1] -Jeremia Jer 30 17 0 Wehe den Gottlosen, Heil denen, die auf Gott vertrauen! (V. 18) C. Weg zur Rettung. +Jeremia Jer 30 17 0 Wehe den Gottlosen, Heil denen, die auf Gott vertrauen! (V. 18) C. Weg zur Rettung. Jeremia Jer 30 17 1 Peccatum Juda scriptum est stylo ferreo in ungue adamantino, exaratum super latitudinem cordis eorum, et in cornibus ararum eorum. Die Sünde Judas ist aufgezeichnet mit eisernem Griffel und mit diamantener Spitze, eingegraben auf die Tafel ihres Herzens und auf die Hörner¹ ihrer² Altäre. Jeremia Jer 30 17 1 1 Die durch die Götzenopfer befleckten Altäre geben von der Sünde Zeugnis. Beim Götzendienst wurde wohl ein ähnlicher Brauch beobachtet wie bei den dem Herrn dargebrachten Opfern, dass das Blut an die Hörner des Brandopfer- und Rauchopfer-Altars gestrichen ward. Jeremia Jer 30 17 1 2 Hebr.: Eurer, der Götzen allein. @@ -42426,7 +42444,7 @@ Jeremia Jer 30 17 26 32 Die Gegend am Mittelmeere von Joppe bis Gaza. Die Beif Jeremia Jer 30 17 26 33 Hebr.: Lobopfer. Diese blutigen und unblutigen Opfer sollen als Danksagung in den Tempel gebracht werden. Jeremia Jer 30 17 27 Si autem non audieritis me ut sanctificetis diem sabbati, et ne portetis onus, et ne inferatis per portas Jerusalem in die sabbati: succendam ignem in portis ejus, et devorabit domos Jerusalem, et non exstinguetur. Wenn ihr aber nicht auf mich hört, dass ihr den Sabbattag heiligen und keine Last tragen und am Sabbattage durch die Tore Jerusalems hereinbringen sollt, so will ich ein Feuer an seinen Toren anzünden, das die Häuser Jerusalems verzehren soll und nicht erlöschen wird.³⁴ Jeremia Jer 30 17 27 34 Gehorchen die Juden, so verheißt er ihnen drei Dinge, welche ihre Königsstadt schmücken sollen, die Königswürde, zahlreiche Bewohner, Verehrung des Tempels; doch wenn die Verehrung Gottes gleichsam von Amts wegen vernachlässigt, ja selbst verachtet wird, fällt das Reich selbst mit Recht dem Feuer anheim und noch vielmehr geht die Theokratie unter. Diesen Untergang vermag menschliche Klugheit und Hilfe weder abzuwenden noch wieder gutzumachen. Auf diese Drohung und ihre Erfüllung weist [Neh 13,17.18] hin. -Jeremia Jer 30 18 0 6. Sechste Rede. (Kap. 18-20) A. Gottes Weise, die Prophezeiungen zu erfüllen. (V. 10) B. Den Hartnäckigen wird die Strafe verkündet. (V. 17) C. Der Prophet wünscht den Tag der Rache Gottes herbei. +Jeremia Jer 30 18 0 6. Sechste Rede. (Kap. 18-20) A. Gottes Weise, die Prophezeiungen zu erfüllen. (V. 10) B. Den Hartnäckigen wird die Strafe verkündet. (V. 17) C. Der Prophet wünscht den Tag der Rache Gottes herbei. Jeremia Jer 30 18 1 Verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino, dicens: Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, also lautend: Jeremia Jer 30 18 2 Surge, et descende in domum figuli, et ibi audies verba mea. Mache dich auf und gehe hinab in das Haus des Töpfers;¹ daselbst will ich dich meine Worte vernehmen lassen. Jeremia Jer 30 18 2 1 In eines der Täler der Stadt. @@ -42474,7 +42492,7 @@ Jeremia Jer 30 18 22 22 Zeige durch deine Strafen, dass deine Drohungen Wahrhei Jeremia Jer 30 18 23 Tu autem Domine scis omne consilium eorum adversum me in mortem: ne propitieris iniquitati eorum, et peccatum eorum a facie tua non deleatur: fiant corruentes in conspectu tuo, in tempore furoris tui abutere eis. Du aber, o Herr! kennst alle ihre Mordanschläge, lass ihre Missetat nicht ungestraft und ihre Sünde werde vor deinem Angesichte nicht getilgt;²³ lass sie vor deinen Augen zu Falle kommen und strafe sie zur Zeit deines Zornes!²⁴ Jeremia Jer 30 18 23 23 Indem du ihnen etwa die gerechte Strafe schenkst, welche du ihnen angedroht. Jeremia Jer 30 18 23 24 Hebr.: Zur Zeit deines Zornes richte es an ihnen aus; vergilt ihnen nach Verdienst, ihren Werken und deinen Voraussetzungen entsprechend. Wenn jene die Zeit der Barmherzigkeit ungenützt vorübergehen lassen, so zeige deine Gerechtigkeit! ist der Wunsch des Propheten. Er wünschte ihnen die Strafe wahrhaft an (Thom.), aber in dem Sinne, in welchem Ähnliches auch im Neuen Testamente [Apg 8,20; Apg 23,3; Gal 1,9; Gal 5,12; 2Tim 4,14] geschieht. (Hier.) -Jeremia Jer 30 19 0 D. Ankündigung der Strafe durch eine symbolische Handlung. (Kap. 19) +Jeremia Jer 30 19 0 D. Ankündigung der Strafe durch eine symbolische Handlung. (Kap. 19) Jeremia Jer 30 19 1 Hæc dicit Dominus: Vade, et accipe lagunculam figuli testeam a senioribus populi, et a senioribus sacerdotum: So spricht der Herr:¹ Gehe hin und kaufe dir einen irdenen Krug vom Töpfer und nimm etliche von den Ältesten des Volkes und von den Ältesten der Priester mit dir Jeremia Jer 30 19 1 1 Was man nicht nur hört, sondern auch sieht, dringt tiefer in die Seele ein. Die Führer des Volkes aus beiden Ständen, dem Laien- und dem Priesterstande, sollen Zeugen der Verkündigung des Unterganges sein. Jeremia Jer 30 19 2 Et egredere ad vallem filii Ennom quæ est juxta introitum portæ fictilis: et prædicabis ibi verba, quæ ego loquar ad te. und gehe hinaus in das Tal des Sohnes Ennoms,² das am Eingange des Scherbentors³ liegt, und verkündige dort die Worte, welche ich zu dir reden werde. @@ -42511,7 +42529,7 @@ Jeremia Jer 30 19 14 Venit autem Jeremias de Topheth, quo miserat eum Dominus ad Jeremia Jer 30 19 14 20 Allen Ständen eröffnet der Prophet das Gericht Gottes. Dass er im Vorhofe des Tempels redet, zeigt, dass das Volk äußerlich dem Dienste Gottes noch anhing, indes auf die [Jer 7,10.21] getadelte Weise. Jeremia Jer 30 19 15 Hæc dicit Dominus exercituum Deus Israel: Ecce ego inducam super civitatem hanc, et super omnes urbes ejus universa mala, quæ locutus sum adversum eam: quoniam induraverunt cervicem suam ut non audirent sermones meos. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich will über diese Stadt und über alle ihre Städte all das Unglück kommen lassen, das ich ihr angedroht habe, denn sie waren halsstarrig²¹ und wollten nicht auf meine Worte hören. Jeremia Jer 30 19 15 21 Nach vielen Freveltaten gemahnt, wollten sie sich dennoch nicht bekehren. -Jeremia Jer 30 20 0 E. Der Prophet wird geschlagen und in den Block geworfen. (V. 6) F. Jeremias Klage. +Jeremia Jer 30 20 0 E. Der Prophet wird geschlagen und in den Block geworfen. (V. 6) F. Jeremias Klage. Jeremia Jer 30 20 1 Et audivit Phassur filius Emmer sacerdos, qui constitutus erat princeps in domo Domini, Jeremiam prophetantem sermones istos. Als nun Phassur, der Sohn Emmers, der Priester, der zum Obersten im Hause des Herrn bestellt war,¹ den Jeremias diese Worte weissagen hörte, Jeremia Jer 30 20 1 1 Er hatte die Oberaufsicht über den Tempel, ähnlich wie der [Apg 4,1] und [Jer 5,24] erwähnte Beamte. Der Sohn Emmers: etwa ein Abkömmling der Familie Immers, der 16. Priesterordnung [1Chr 24,14]? Doch nach [Jer 21,1] war er wohl in der Tat der Sohn Immers. Jeremia Jer 30 20 2 Et percussit Phassur Jeremiam prophetam, et misit eum in nervum, quod erat in porta Benjamin superiori, in domo Domini. schlug Phassur den Propheten Jeremias und legte ihn in den Block,² der am oberen Benjaminstore,³ am Hause des Herrn war. @@ -42549,7 +42567,7 @@ Jeremia Jer 30 20 16 18 Sodoma und Gomorrha. Jeremia Jer 30 20 17 Qui non me interfecit a vulva, ut fieret mihi mater mea sepulcrum, et vulva ejus conceptus æternus. weil er mich nicht tötete im Mutterleibe, dass meine Mutter mir zum Grabe geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre! Jeremia Jer 30 20 18 Quare de vulva egressus sum, ut viderem laborem et dolorem, et consumerentur in confusione dies mei? Warum bin ich doch aus dem Mutterleibe hervorgegangen, dass ich Mühsal und Schmerz schaue und sich meine Tage in Schmach verzehren?¹⁹ Jeremia Jer 30 20 18 19 Sein Schmerz wird durch das Unglück seines Volkes gemehrt. Vergl. [1Makk 2,7]. Ohne Zweifel darf man bei den Männer des Alten Bundes nicht die Vollkommenheit des Neuen suchen, die nur das Vorbild Christi und seine Gnade den Aposteln verleihen konnte. Dass der Schmerz in heftigeren Worten seinen Ausdruck findet, ist die Sitte des Orients (Ephr.), wie auch das Zerreißen der Kleider, das sich mit Staub Bestreuen und Ähnliches der größeren Lebhaftigkeit der Morgenländer entspricht. -Jeremia Jer 30 21 0 III. Strafen der einzelnen Stände. (Kap. 21 Kap. 29) 1. Erste Rede. (Kap. 21) Verkündigung des Unterganges des Reiches. +Jeremia Jer 30 21 0 III. Strafen der einzelnen Stände. (Kap. 21 Kap. 29) 1. Erste Rede. (Kap. 21) Verkündigung des Unterganges des Reiches. Jeremia Jer 30 21 1 Verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino, quando misit ad eum rex Sedecias Phassur filium Melchiæ, et Sophoniam filium Maasiæ sacerdotem, dicens: Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, als der König Sedekias Phassur, den Sohn Melchias, und Sophonias, den Sohn Maasias, den Priester, zu ihm sandte¹ und sagen ließ: Jeremia Jer 30 21 1 1 Eine ähnliche Sendung [Jer 37,3]. Diese Phassur ist ein anderer als der [Jer 20,1] genannte, jedenfalls ein vornehmer Mann. Jeremia Jer 30 21 2 Interroga pro nobis Dominum, quia Nabuchodonosor rex Babylonis prliatur adversum nos: si forte faciat Dominus nobiscum secundum omnia mirabilia sua, et recedat a nobis. Befrage² den Herrn für uns, denn Nabuchodonosor, der König von Babylon, kämpft wider uns; vielleicht handelt der Herr gegen uns allen seinen Wundertaten gemäß und macht, dass jener von uns abziehen muss.³ @@ -42583,7 +42601,7 @@ Jeremia Jer 30 21 13 17 Jerusalem, von Bergen rings umgebene Stadt. Hebr.: Fels Jeremia Jer 30 21 13 18 Hebr.: Wer sollte über uns herabsteigen? Diesem Trotze stellt Gott seine Allmacht entgegen. Jeremia Jer 30 21 14 Et visitabo super vos juxta fructum studiorum vestrorum, dicit Dominus: et succendam ignem in saltu ejus: et devorabit omnia in circuitu ejus. Und ich will euch, spricht der Herr, der Frucht eurer Bestrebungen gemäß heimsuchen und werde ein Feuer an ihren Wald¹⁹ legen, das alles ringsherum verzehren wird. Jeremia Jer 30 21 14 19 Die Häuser, insbesondere die von David, Salomo und anderen Königen aus Zedern des Libanon erbauten. Ich nicht der König der Chaldäer. Die Erfüllung der Weissagung siehe [2Kön 25,9; 2Chr 39,19; Jer 52,13]. -Jeremia Jer 30 22 0 2. Zweite Rede. (22,1-23,8) A. Mahnung an das Königshaus. (V. 12) B. Verkündigung über Joakim. (V. 19) C. Verkündigung des Strafgerichtes über die Stadt und Jechonias. +Jeremia Jer 30 22 0 2. Zweite Rede. (22,1-23,8) A. Mahnung an das Königshaus. (V. 12) B. Verkündigung über Joakim. (V. 19) C. Verkündigung des Strafgerichtes über die Stadt und Jechonias. Jeremia Jer 30 22 1 Hæc dicit Dominus: Descende in domum regis Juda, et loqueris ibi verbum hoc, So spricht der Herr:¹ Gehe hinab² zum Hause des Königs von Juda und sprich daselbst dieses Wort Jeremia Jer 30 22 1 1 Da die erste Mahnung allgemein an den König gerichtet ist, wurde sie wohl von dem Propheten zu verschiedenen Zeiten wiederholt. Jeremia Jer 30 22 1 2 Vom Tempel. @@ -42661,7 +42679,7 @@ Jeremia Jer 30 22 29 45 V. 28 enthielt gleichzeitig mit der Bezeigung des Schme Jeremia Jer 30 22 30 Hæc dicit Dominus: Scribe virum istum sterilem, virum, qui in diebus suis non prosperabitur: nec enim erit de semine ejus vir, qui sedeat super solium David et potestatem habeat ultra in Juda. So spricht der Herr: Schreibe⁴⁶ diesen Mann ein als kinderlos, als einen Mann, der kein Glück haben wird zeit seines Lebens; denn keinem seiner Nachkommen wird es zuteil werden, auf dem Throne Davids zu sitzen und fernerhin die Herrschaft inne zu haben über Juda.⁴⁷ Jeremia Jer 30 22 30 46 Hebr.: Schreibet. Die Erinnerung daran soll eine beständige sein, zugleich der Beschluss Gottes als unwiderruflich bezeichnet werden. Jeremia Jer 30 22 30 47 In der Tat erlangte nach ihm sein Oheim Sedekias die Herrschaft. Zorobabel wird zwar [1Chr 3,19] der Sohn Phadaias genannt, indes stammt er nicht unmittelbar von Salathiel, dem Sohne Jechonias [1Chr 3,17], sondern ist nur nach dem Gesetze der Leviratsehe Sohn Salathiels. Zwar wurde dieselbe auch diesem genommen, aber mit der Hoffnung, siehe [Jer 23,5.6], dass sie von Gott dem wieder zurückzustellen sei, der allein ein Recht auf dieselbe hat, der messianische König. [Ez 21,27] So soll die Barmherzigkeit Gottes dem Herrscherstamme erhalten bleiben. [2Sam 7,15] -Jeremia Jer 30 23 0 D. Gott wird den Messias König erwecken. (V. 8) 3. Dritte Rede. (Kap. 23,9-40) A. Drohungen gegen die falschen Propheten. (V. 15) B. Warnung vor den falschen Propheten. (V. 22) C. Charakteristik der falschen Propheten. (V. 32) D. Die Last des Herrn. +Jeremia Jer 30 23 0 D. Gott wird den Messias König erwecken. (V. 8) 3. Dritte Rede. (Kap. 23,9-40) A. Drohungen gegen die falschen Propheten. (V. 15) B. Warnung vor den falschen Propheten. (V. 22) C. Charakteristik der falschen Propheten. (V. 32) D. Die Last des Herrn. Jeremia Jer 30 23 1 Væ pastoribus, qui disperdunt et dilacerant gregem pascuæ meæ, dicit Dominus. Wehe¹ den Hirten,² welche die Herde meiner Weide zugrunde richten und zerfleischen!³ spricht der Herr. [Ez 13,3; Ez 34,2] Jeremia Jer 30 23 1 1 Nach einzelnen Strafreden an die Könige Sedekias, Joachaz, Joakim, Jechonias, folgt eine solche über alle zugleich. (Der Drohung Gottes [2Sam 7,14] gemäß). Jeremia Jer 30 23 1 2 Den Königen. @@ -42747,7 +42765,7 @@ Jeremia Jer 30 23 38 Si autem onus Domini dixeritis: propter hoc hæc dicit Domi Jeremia Jer 30 23 39 Propterea ecce ego tollam vos portans, et derelinquam vos, et civitatem, quam dedi vobis, et patribus vestris a facie mea. darum will ich euch aufheben und aus meinen Augen schaffen, samt der Stadt, die ich euch und euern Vätern gegeben habe.⁴⁵ Jeremia Jer 30 23 39 45 Wollen sie nicht einmal darin Gott gehorchen, so geben sie einen offenkundigen Beweis, dass ihr Herz gänzlich gottentfremdet ist, und zur Strafe für ihren Abfall und ihre Verachtung Gottes soll die Wegführung über sie kommen. Da das Wort Last bei den Propheten Ezechiel, Malachias, Zacharias dennoch wiederholt wiederkehrt, ist das von Gott hier gegebene Verbot wohl aus besonderer Ursache und für eine bestimmte Gelegenheit erlassen, so lange es noch zum Spotte gebraucht wurde. Jeremia Jer 30 23 40 Et dabo vos in opprobrium sempiternum, et in ignominiam æternam, quæ nunquam oblivione delebitur. Und ich werde ewige Schmach und immerwährende Schande über euch bringen, die nimmer in Vergessenheit kommen soll. [Jer 20,11] -Jeremia Jer 30 24 0 4. Vierte Rede. Das Symbol der Feigenkörbe. (Kap. 24) +Jeremia Jer 30 24 0 4. Vierte Rede. Das Symbol der Feigenkörbe. (Kap. 24) Jeremia Jer 30 24 1 Ostendit mihi Dominus: et ecce duo calathi pleni ficis, positi ante templum Domini, postquam transtulit Nabuchodonosor rex Babylonis Jechoniam filium Joakim regem Juda, et principes ejus, Et fabrum, et inclusorem de Jerusalem, et adduxit eos in Babylonem. Der Herr ließ mich schauen;¹ und siehe, da waren zwei Körbe voll Feigen vor dem Tempel des Herrn aufgestellt, nachdem Nabuchodonosor, der König von Babylon, Jechonias, den Sohn Joakims, den König von Juda, seine Fürsten und die Werkleute und Schlosser von Jerusalem weggeführt und nach Babylon gebracht hatte.² Jeremia Jer 30 24 1 1 Trost für die bereits Weggeführten und Belehrung der übrigen, dass Gott bei der Strafe eine gütige Absicht hat. Jeremia Jer 30 24 1 2 Diese geschichtlichen Tatsachen werden [2Kön 24,14-17; 2Chr 36,10; Est 2,6; Est 11,4] berichtet. @@ -42769,7 +42787,7 @@ Jeremia Jer 30 24 8 10 Mit den Erstgenannten will Gott die verwerfen, welche au Jeremia Jer 30 24 9 Et dabo eos in vexationem, afflictionemque omnibus regnis terræ: in opprobrium, et in parabolam, et in proverbium, et in maledictionem in universis locis, ad quæ ejeci eos. Ich will sie zur Misshandlung und Heimsuchung allen Reichen der Erde hingeben, zur Schmach, zum Spott, zum Sprichwort und zum Fluche an allen Orten, wohin ich sie verstoßen werde. Jeremia Jer 30 24 10 Et mittam in eis gladium, et famem, et pestem: donec consumantur de terra, quam dedi eis, et patribus eorum. Ich will Schwert, Hunger und Pest gegen sie aussenden, bis sie aus dem Lande ausgerottet sind, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe.¹¹ Jeremia Jer 30 24 10 11 Wiederholung der [Dtn 28,37] angedrohten Strafen. -Jeremia Jer 30 25 0 5. Fünfte Rede. (Kap. 25) A. Verkündigung der Unterjochung. (V. 14) B. Der Zornkelch des Herrn. (V. 26) C. Das Gericht ist unausweichlich. +Jeremia Jer 30 25 0 5. Fünfte Rede. (Kap. 25) A. Verkündigung der Unterjochung. (V. 14) B. Der Zornkelch des Herrn. (V. 26) C. Das Gericht ist unausweichlich. Jeremia Jer 30 25 1 Verbum, quod factum est ad Jeremiam de omni populo Juda in anno quarto Joakim filii Josiæ regis Juda, (ipse est annus primus Nabuchodonosor regis Babylonis). Wort, welches an Jeremias erging über das ganze Volk Juda im vierten Jahre Joakims, des Sohnes Josias', des Königs von Juda (das ist das erste Jahr Nabuchodonosors, des Königs von Babylon,)¹ Jeremia Jer 30 25 1 1 In diesem Jahre hatte die Schlacht bei Charkamis statt, in der König Nechao von Nabuchodonosor besiegt, die babylonische Herrschaft in Asien gefestigt, die Unterwerfung Ägyptens selbst vorbereitet ward. Schon stand Nabuchodonosor an den Grenzen Ägyptens, als er die Nachricht erhielt, dass Nabopolassar gestorben und er selbst König geworden sei. Das Jahr dieses Kampfes gilt als das erste Nabuchodonosors, es war das vierte Joakims. [Jer 46,2] Jeremia Jer 30 25 2 Quod locutus est Jeremias propheta ad omnem populum Juda, et ad universos habitatores Jerusalem, dicens: welches Jeremias, der Prophet, zu dem ganzen Volke² Juda redete und zu allen Bewohnern Jerusalems, also lautend:³ @@ -42863,7 +42881,7 @@ Jeremia Jer 30 25 37 53 Keine Frucht tragend und von Mensch und Tier verlassen. Jeremia Jer 30 25 38 Dereliquit quasi leo umbraculum suum, quia facta est terra eorum in desolationem a facie iræ columbæ, et a facie iræ furoris Domini. Er⁵⁴ hat gleich einem Löwen sein Dickicht verlassen, denn ihr Land ist zur Wüstenei geworden vor dem Zorne der Taube⁵⁵ und vor dem grimmigen Dräuen des Herrn. Jeremia Jer 30 25 38 54 Gott. (Hier., Thom.) Jeremia Jer 30 25 38 55 Wer das Unheil bringen will, beschreibt der Prophet in zweifacher Weise: Menschen und Gott. Hebr.: Vor dem gewalttätigen Schwerte und vor der Glut des Zornes des Herrn. -Jeremia Jer 30 26 0 6. Sechste Rede. (Kap. 26) A. Jeremias wird des Todes schuldig erklärt. (V. 11) B. Jeremias Verteidigung. C. Die Tötung des Propheten Urias. +Jeremia Jer 30 26 0 6. Sechste Rede. (Kap. 26) A. Jeremias wird des Todes schuldig erklärt. (V. 11) B. Jeremias Verteidigung. C. Die Tötung des Propheten Urias. Jeremia Jer 30 26 1 In principio regni Joakim filii Josiæ regis Juda, factum est verbum istud a Domino, dicens: Im Anfange der Herrschaft Joakims,¹ des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging dies Wort vom Herrn, also lautend: Jeremia Jer 30 26 1 1 Die Zeitumstände mussten selbst zu den Herzen der Bewohner von Juda sprechen. Nechao, der König von Ägypten, hatte den König Joachaz, der vor dem Herrn Böses getan, in Ketten nach Ägypten weggeführt und dem Volke eine Brandschätzung auferlegt. [2Kön 23,32ff] Sollte nicht Juda nun alles tun, weitere Strafe von sich abzuwenden? Jeremia Jer 30 26 2 Hæc dicit Dominus: Sta in atrio domus Domini, et loqueris ad omnes civitates Juda, de quibus veniunt ut adorent in domo Domini universos sermones, quos ego mandavi tibi ut loquaris ad eos: noli subtrahere verbum. So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof des Hauses des Herrn und sprich zu allen Städten Judas, aus denen man kommt, um im Hause des Herrn anzubeten,² alle Worte, die ich dir befohlen habe, zu ihnen zu reden. Nimm kein Wort davon hinweg!³ @@ -42916,7 +42934,7 @@ Jeremia Jer 30 26 24 Igitur manus Ahicam filii Saphan fuit cum Jeremia, ut non t Jeremia Jer 30 26 24 26 Da Joakim so rachsüchtig war, musste es als eine besondere Tat Gottes erscheinen, wenn Jeremias ihm entging. Jeremia Jer 30 26 24 27 Schutz, Einfluss. Ahikam wird [2Kön 22,12] erwähnt. Jeremia Jer 30 26 24 28 Ahikam beruhigte wohl einen Aufstand des Volkes. -Jeremia Jer 30 27 0 7. Siebte Rede. (Kap. 27) A. Die Herrschaft der Chaldäer. (V. 11) B. Mahnung an Juda, sich den Babyloniern zu unterwerfen. +Jeremia Jer 30 27 0 7. Siebte Rede. (Kap. 27) A. Die Herrschaft der Chaldäer. (V. 11) B. Mahnung an Juda, sich den Babyloniern zu unterwerfen. Jeremia Jer 30 27 1 In principio regni Joakim filii Josiæ regis Juda, factum est verbum istud ad Jeremiam a Domino, dicens: Im Anfange der Regierung Joakims,¹ des Sohnes Josias', des Königs von Juda, erging dieses Wort an Jeremias vom Herrn also: Jeremia Jer 30 27 1 1 Irrtum der Abschreiber. Besser ist zu lesen: des Sedekias, wie V. 3 und [Jer 28,1] zeigen. Jeremia Jer 30 27 2 Hæc dicit Dominus ad me: Fac tibi vincula, et catenas: et pones eas in collo tuo. So spricht der Herr zu mir: Mache dir Bande und Ketten² und lege sie um deinen Nacken.³ @@ -42962,7 +42980,7 @@ Jeremia Jer 30 27 20 Quæ non tulit Nabuchodonosor rex Babylonis, cum transferre Jeremia Jer 30 27 20 23 Die Erfüllung siehe [Jer 52,17; 2Kön 25,13; 2Chr 36,18]. Doch wird die Wiederherstellung nur verheißen, deren Geschichte siehe [Esra 1,7; Esra 6,5]. Jeremia Jer 30 27 21 Quia hæc dicit Dominus exercituum Deus Israel ad vasa, quæ derelicta sunt in domo Domini, et in domo regis Juda et Jerusalem: ja, so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, über die Geräte, welche im Hause des Herrn und im Hause des Königs von Juda und Jerusalem übriggeblieben sind: Jeremia Jer 30 27 22 In Babylonem transferentur, et ibi erunt usque ad diem visitationis suæ, dicit Dominus, et afferri faciam ea, et restitui in loco isto. Nach Babylon sollen sie gebracht werden und daselbst bleiben bis auf den Tag, da ich wieder nach ihnen sehe, spricht der Herr, und sie herbringe und wieder an diesen Ort zurückführen lasse. -Jeremia Jer 30 28 0 8. Achte Rede. (Kap. 28) A. Anmaßung des Hananias. (V. 11) B. Strafe des Hananias. +Jeremia Jer 30 28 0 8. Achte Rede. (Kap. 28) A. Anmaßung des Hananias. (V. 11) B. Strafe des Hananias. Jeremia Jer 30 28 1 Et factum est in anno illo, in principio regni Sedeciæ regis Juda in anno quarto, in mense quinto, dixit ad me Hananias filius Azur propheta de Gabaon, in domo Domini coram sacerdotibus et omni populo, dicens: Und es geschah in jenem Jahre, im Anfange der Herrschaft Sedekias', des Königs von Juda, im vierten Jahre,¹ im fünften Monate, da sprach Hananias, der Sohn Azurs, der Prophet aus Gabaon,² zu mir, im Hause des Herrn, in Gegenwart der Priester und des ganzen Volkes, also:³ Jeremia Jer 30 28 1 1 Der griechische Text der Septuag. lautet kurz: Und es geschah im vierten Jahre des Sedekias. Damit ist jede Schwierigkeit und Dunkelheit, welche die doppelte Zeitangabe schafft, beseitigt. Jeremia Jer 30 28 1 2 Gabaon war eine Priesterstadt. [Jos 21,17] @@ -42998,7 +43016,7 @@ Jeremia Jer 30 28 16 Idcirco hæc dicit Dominus: Ecce ego mittam te a facie terr Jeremia Jer 30 28 16 17 Hebr.: Denn Abfall hast du gepredigt wider Jahve. Du hast das Volk durch deine Voraussagung in der Sünde gefestigt, das hauptsächlichste Kennzeichen des falschen Propheten offenbart [Dtn 13,5] die Strafe [Dtn 18,20] Jeremia Jer 30 28 17 Et mortuus est Hananias propheta in anno illo, mense septimo. Und der Prophet Hananias starb in demselben Jahre, im siebenten Monate.¹⁸ Jeremia Jer 30 28 17 18 So hat Gott seine Verheißung [Jer 1,19] erfüllt. Für jedes fälschlich verheißene Jahr wird ihm ein Monat zur Buße gewährt. Doch das traurige Ende des Hananias dient den anderen nicht zur Warnung. -Jeremia Jer 30 29 0 9. Neunte Rede. (Kap. 29) A. Die Wegführung wird eine langdauernde sein. (V. 14) B. Strafgericht über die Lügenpropheten. +Jeremia Jer 30 29 0 9. Neunte Rede. (Kap. 29) A. Die Wegführung wird eine langdauernde sein. (V. 14) B. Strafgericht über die Lügenpropheten. Jeremia Jer 30 29 1 Et hæc sunt verba libri, quem misit Jeremias propheta de Jerusalem ad reliquias seniorum transmigrationis, et ad sacerdotes, et ad prophetas, et ad omnem populum, quem traduxerat Nabuchodonosor de Jerusalem in Babylonem: Dies sind die Worte des Schreibens, welches der Prophet Jeremias von Jerusalem sandte an die unter den Weggeführten übriggebliebenen Ältesten,¹ an die Priester und an die Propheten² und an das gesamte Volk, welches Nabuchodonosor von Jerusalem nach Babylon weggeführt hatte, Jeremia Jer 30 29 1 1 Welche die Entbehrungen der Reise und der Gefangenschaft nicht getötet. Die Weissagung [Jer 23,3] ist in Erfüllung gegangen. Dass Juda auch in der Gefangenschaft eigene Älteste hatte, erhellt aus [Dan 13,5]. Jeremia Jer 30 29 1 2 Nach dem Griech.: Die falschen Propheten. @@ -43064,7 +43082,7 @@ Jeremia Jer 30 29 31 Mitte ad omnem transmigrationem, dicens: Hæc dicit Dominus Jeremia Jer 30 29 32 Idcirco hæc dicit Dominus: Ecce ego visitabo super Semeiam Nehelamiten, et super semen ejus: non erit ei vir sedens in medio populi hujus, et non videbit bonum, quod ego faciam populo meo, ait Dominus: quia prævaricationem locutus est adversus Dominum. darum sagt der Herr also: Sehet, ich will es an Semejas, dem Nehelamiter, und seinen Nachkommen ahnden; nicht soll ein Nachkomme von ihm unter diesem Volke wohnen und nicht soll er das Gute schauen, das ich meinem Volke verleihen werde,³² spricht der Herr; denn er hat Abfall wider den Herrn geredet.³³ Jeremia Jer 30 29 32 32 Die Zurückführung und Wiederherstellung. Jeremia Jer 30 29 32 33 Indem er durch seine Lügen das Volk von der Verehrung Gottes entfernte und in ihren Sünden bestärkte. -Jeremia Jer 30 30 0 IV. Vierter Teil. Strafe, Bekehrung, Zurückführung des Volkes. (Kap. 30 33) 1. Die Wiederherstellung. (Kap. 30 [Jer 31]) A. Strafe und Vergeltung. (V. 11) B. Wunde und Heilung. (V. 22) C. Sturm und Heiterkeit. [Jer 31,14] +Jeremia Jer 30 30 0 IV. Vierter Teil. Strafe, Bekehrung, Zurückführung des Volkes. (Kap. 30 33) 1. Die Wiederherstellung. (Kap. 30 [Jer 31]) A. Strafe und Vergeltung. (V. 11) B. Wunde und Heilung. (V. 22) C. Sturm und Heiterkeit. [Jer 31,14] Jeremia Jer 30 30 1 Hoc verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino, dicens: Dies das Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, also lautend: Jeremia Jer 30 30 2 Hæc dicit Dominus Deus Israel, dicens: Scribe tibi omnia verba, quæ locutus sum ad te, in libro. So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreibe dir alle Worte, welche ich zu dir geredet habe, in ein Buch!¹ Jeremia Jer 30 30 2 1 Was überaus wichtig oder durch mehrere Geschlechter im Gedächtnisse zu bewahren ist, wird aufgehoben. Das Folgende soll den Weggeführten ein Trost, späteren Geschlechtern eine Erinnerung sein. @@ -43119,7 +43137,7 @@ Jeremia Jer 30 30 23 Ecce turbo Domini, furor egrediens, procella ruens, in capi Jeremia Jer 30 30 23 29 Das gottlose Reich Juda soll durch einen Sturmwind vernichtet werden. Indes auch hierbei hat Gott Gedanken des Heils. (V. 24) Jeremia Jer 30 30 24 Non avertet iram indignationis Dominus, donec faciat et compleat cogitationem cordis sui: in novissimo dierum intelligetis ea. Nicht wird der Herr seinem grimmen Zorne wehren, bis er seines Herzens Gedanken ausgeführt und erfüllt; am Ende der Tage werdet ihr dessen inne werden.³⁰ Jeremia Jer 30 30 24 30 Die ihr bisher nicht einsichtig sein wolltet. -Jeremia Jer 30 31 0 C. Sturm und Heiterkeit. (V. 14) D. Schmerz und Trost. (V. 26) E. Weitere Schilderung des Heils. +Jeremia Jer 30 31 0 C. Sturm und Heiterkeit. (V. 14) D. Schmerz und Trost. (V. 26) E. Weitere Schilderung des Heils. Jeremia Jer 30 31 1 In tempore illo, dicit Dominus: Ero Deus universis cognationibus Israel, et ipsi erunt mihi in populum. Zu derselben Zeit, spricht der Herr, werde ich der Gott für alle Geschlechter Israels¹ sein und sie werden mein Volk sein. Jeremia Jer 30 31 1 1 Wie [Jer 30,18] Jakob. Der Mittelpunkt des ganzen Volkes ist Sion. [Jer 30,17] und [Jer 31,6] Jeremia Jer 30 31 2 Hæc dicit Dominus: Invenit gratiam in deserto populus, qui remanserat a gladio: vadet ad requiem suam Israel. So spricht der Herr: Gnade hat in der Wüste das Volk gefunden, das dem Schwert entrann, Israel wird in seine Ruhe eingehen.² @@ -43213,7 +43231,7 @@ Jeremia Jer 30 31 39 Et exibit ultra norma mensuræ in conspectu ejus super coll Jeremia Jer 30 31 39 52 Hebr.: wird wiederum geradeaus gehen über den Hügel Gareb und sie sich nach Goah wenden. Beide sind westlich zu suchen. Jeremia Jer 30 31 40 Et omnem vallem cadaverum, et cineris, et universam regionem mortis, usque ad torrentem Cedron, et usque ad angulum portæ equorum orientalis, Sanctum Domini: non evelletur, et non destruetur ultra in perpetuum. und das ganze Leichen- und Aschental⁵³ und das ganze Totengefilde bis zum Bache Kedron und bis an die Ecke des Rosstors gegen Sonnenaufgang soll dem Herrn heilig sein; nicht mehr soll es zerstört noch verwüstet werden auf ewig. Jeremia Jer 30 31 40 53 Das Tal der Leichen und Asche ist das Tal Hinnom. Es wird mit jenem Namen bezeichnet, weil seit Josias dasselbe durch Götzendienst befleckt [2Kön 23,10], aller Auskehricht der Stadt dorthin geworfen ward. Die Stadt ist nach der Beschreibung gegen Osten und Süden ausgedehnt, insofern sie die zuvor gesetzlich (wie den Hügel der Aussätzigen) oder wegen Götzendienst unreinen Orte (wie das Tal Hinnom) als rein und Gott geweiht miteinbegreift. Der geistige Charakter der Wiederherstellung wird dargestellt und die zuvor unreinen und mit Gottes Fluch belasteten Orte sind nun ihm geweiht und entsühnt. So weist auch die Stadt die Erfüllung der Verheißung V. 34 auf. Jerusalem ist hier als Sitz und Mittelpunkt des Gottesreiches hingestellt, also nicht sowohl die aus Steinen erbaute Stadt als vielmehr der Sitz des Gottesreiches. -Jeremia Jer 30 32 0 2. Erzählung von dem Kaufe eines Ackers. (Kap. 32) A. Der Kauf des Ackers. (V. 14) B. Gebet des Propheten. (V. 25) C. Antwort Gottes. +Jeremia Jer 30 32 0 2. Erzählung von dem Kaufe eines Ackers. (Kap. 32) A. Der Kauf des Ackers. (V. 14) B. Gebet des Propheten. (V. 25) C. Antwort Gottes. Jeremia Jer 30 32 1 Verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino in anno decimo Sedeciæ regis Juda: ipse est annus decimus octavus Nabuchodonosor. Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging im zehnten Jahre Sedekias', des Königs von Juda, welches das achtzehnte Jahr Nabuchodonosors ist.¹ Jeremia Jer 30 32 1 1 Nicht lange vor der Eroberung der Stadt. Sedekias soll elf Jahre regiert haben; am zehnten Tage des neunten Monats im neunten Jahre seiner Herrschaft begannen die Chaldäer um Jerusalem Befestigungen aufzuwerfen. [2Kön 25,1] Das Jahr des Königs von Babylon wird beigefügt, den Grund siehe [Jer 25,1]. Jeremia Jer 30 32 2 Tunc exercitus regis Babylonis obsidebat Jerusalem: et Jeremias propheta erat clausus in atrio carceris, qui erat in domo regis Juda. Damals belagerte das Heer des Königs von Babylon Jerusalem und der Prophet Jeremias war eingeschlossen im Hofe des Kerkers,² der sich im Hause des Königs von Juda befand. @@ -43299,7 +43317,7 @@ Jeremia Jer 30 32 42 40 Inzwischen sollen sie sich mit der sicheren Hoffnung tr Jeremia Jer 30 32 43 Et possidebuntur agri in terra ista: de qua vos dicitis quod deserta sit, eo quod non remanserit homo et jumentum, et data sit in manus Chaldæorum. Und man wird Äcker in diesem Lande erwerben, von dem ihr sagt, es sei verwüstet, weil weder Mensch noch Vieh darin übriggeblieben und es in die Hand der Chaldäer überliefert sei. Jeremia Jer 30 32 44 Agri ementur pecunia, et scribentur in libro, et imprimetur signum, et testis adhibebitur: in terra Benjamin, et in circuitu Jerusalem, in civitatibus Juda, et in civitatibus montanis, et in civitatibus campestribus, et in civitatibus, quæ ad austrum sunt: quia convertam captivitatem eorum, ait Dominus. Man wird Äcker um Geld kaufen⁴¹ und Kaufbriefe darüber schreiben und sie versiegeln und Zeugen dazu beiziehen, im Lande Benjamin und in den Umgebungen Jerusalems, in den Städten von Juda und in den Städten der Niederung und in den Städten gegen Mittag; denn ich will ihre Gefangenen zurückführen, spricht der Herr. Jeremia Jer 30 32 44 41 Ausdrücklich wird nun beigefügt, womit die Wiederherstellung beginnen wird, und so kehrt Gottes Rede, nachdem der Charakter des Gottesreiches in allgemeinen Umrissen V. 37ff dargestellt ist, zu dem zurück, was der Prophet V. 25 zunächst erbeten, und erklärt ihm die Bedeutung des gekauften Ackers. Wenngleich jetzt alles der Gewalt der Fremden preisgegeben ist, wird dennoch das jüdische Volk zu seinen Sitzen und seinem Eigentume wieder zurückkehren und hier ein Leben nach seinen Gesetzen und Rechten führen. Was [Jer 31,24] allgemein gesagt ist, wird durch die Aufzählung der Einzelheiten wirksamer eingeprägt. V. 43, V. 44 besagen dasselbe, was V. 15. -Jeremia Jer 30 33 0 3. Bekräftigung der Verheißungen. (Kap. 33) A. Verheißung der Wiederherstellung. (V. 13) B. Ewiges Reich und Priestertum. +Jeremia Jer 30 33 0 3. Bekräftigung der Verheißungen. (Kap. 33) A. Verheißung der Wiederherstellung. (V. 13) B. Ewiges Reich und Priestertum. Jeremia Jer 30 33 1 Et factum est verbum Domini ad Jeremiam secundo, cum adhuc clausus esset in atrio carceris, dicens: Und das Wort des Herrn erging an Jeremias zum zweiten Male, während er noch im Hofe des Gefängnisses eingeschlossen war, also: Jeremia Jer 30 33 2 Hæc dicit Dominus qui facturus est, et formaturus illud, et paraturus, Dominus nomen ejus. So spricht der Herr, der solches tun, schaffen und zubereiten wird,¹ Herr ist sein Name!² Jeremia Jer 30 33 2 1 Hebr.: Jahve, der es auch vollführt, Jahve, der es ausdenkt, dass er es auch zuwege bringe nämlich das Heil, die Wiederherstellung. Jerusalems Untergang war [Jer 32,29] ausdrücklich vorherverkündet, seine Wiederherstellung nur in der allgemeinen Verheißung eingeschlossen. @@ -43351,7 +43369,7 @@ Jeremia Jer 30 33 25 Hæc dicit Dominus: Si pactum meum inter diem et noctem, et Jeremia Jer 30 33 25 24 Vergl. V. 20 und [Gen 8,22]. Jeremia Jer 30 33 26 Equidem et semen Jacob et David servi mei projiciam, ut non assumam de semine ejus principes seminis Abraham, Isaac, et Jacob: reducam enim conversionem eorum, et miserebor eis. so werde ich auch die Nachkommenschaft Jakobs und meines Dieners David verwerfen, so dass ich nicht mehr aus seiner Nachkommenschaft Herrscher entnehme über die Nachkommenschaft Abrahams, Isaaks und Jakobs;²⁵ denn ich werde ihre Weggeführten zurückführen und mich ihrer erbarmen. Jeremia Jer 30 33 26 25 Das Volk wird nicht verworfen werden, sonst würden die David und den Patriarchen gemachten Verheißungen nichtig, was gegen [Ex 3,15] ist. Die Herrscher aus dem Stamme Davids sind die [Jer 23,4] erwähnten Hirten; vergl. auch Anmerkung 21. In der Septuag. fehlt der Text V. 14 26, weil derselbe entweder in ihrer Vorlage mangelte oder in der Übersetzung ausfiel. Theodotion bietet denselben in seiner Übersetzung. In der Tat ist dieser Abschnitt unentbehrlich. Wenn irgendwo, musste hier das Vers 3 Verheißene stehen. [Jer 30,21] wird der König und Priester bereits erwähnt, wie könnte er hier bei der Schilderung des Gottesreiches unerwähnt bleiben? -Jeremia Jer 30 34 0 5. Fünfter Teil. (Kap. 34 Kap. 45) 1. Erster Bericht. (Kap. 34. 35). Das Schicksal Sedekias wir vorausgesagt. (V. 7) B. Die Vorschriften über die Leibeigenen sind nicht beobachtet. +Jeremia Jer 30 34 0 5. Fünfter Teil. (Kap. 34 Kap. 45) 1. Erster Bericht. (Kap. 34. 35). Das Schicksal Sedekias wir vorausgesagt. (V. 7) B. Die Vorschriften über die Leibeigenen sind nicht beobachtet. Jeremia Jer 30 34 1 Verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino, quando Nabuchodonosor rex Babylonis, et omnis exercitus ejus, universaque regna terræ, quæ erant sub potestate manus ejus, et omnes populi bellabant contra Jerusalem, et contra omnes urbes ejus, dicens: Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, als Nabuchodonosor, der König von Babylon, und dessen ganzes Heer und alle Reiche der Erde, die seiner Herrschaft unterworfen waren, und alle Völker gegen Jerusalem und gegen alle dazu gehörigen Städte¹ kämpften, also lautend:² Jeremia Jer 30 34 1 1 Besonders gegen Lachis und Azecha. (V. 7) Jeremia Jer 30 34 1 2 Die [Jer 1,15] und [Jer 4,7ff] vorausgesagten Ereignisse nahen. @@ -43394,7 +43412,7 @@ Jeremia Jer 30 34 21 Et Sedeciam regem Juda, et principes ejus dabo in manus ini Jeremia Jer 30 34 21 19 Auch Sedekias soll der Strafe nicht entgehen, da er zwar gut begonnen, doch bald die Verletzung des Bundes zugelassen hat. Jeremia Jer 30 34 22 Ecce ego præcipio, dicit Dominus, et reducam eos in civitatem hanc, et prliabuntur adversus eam, et capient eam, et incendent igni: et civitates Juda dabo in solitudinem, eo quod non sit habitator. Sehet, ich befehle, spricht der Herr, und werde sie vor diese Stadt zurückbringen, dass sie wider dieselbe kämpfen und sie einnehmen und in Brand stecken; und ich werde die Städte von Juda zur Wüstenei machen, dass niemand darin wohnen soll.²⁰ Jeremia Jer 30 34 22 20 Als die Ägypter nahten, unterbrachen die Chaldäer die Belagerung der Stadt und zogen gegen jene [Jer 37,5-8], indes hatten die Bewohner von Juda keinen Nutzen von Ägypten, die Chaldäer kamen wieder und eroberten die Stadt. Wie töricht also handelten die Einwohner von Jerusalem, dass sie, den Bund brechend, Gottes Strafgericht herausforderten, töricht wähnend, mit dem zeitweiligen Abzuge der Chaldäer habe alle Gefahr aufgehört und sie dürften ungestraft zu ihren Sünden zurückkehren. -Jeremia Jer 30 35 0 C. Treue Beobachtung der väterlichen Sitte seitens der Rechabiten. (V. 11) D. Heftiger Tadel der Treulosigkeit der Judäer. +Jeremia Jer 30 35 0 C. Treue Beobachtung der väterlichen Sitte seitens der Rechabiten. (V. 11) D. Heftiger Tadel der Treulosigkeit der Judäer. Jeremia Jer 30 35 1 Verbum, quod factum est ad Jeremiam a Domino in diebus Joakim filii Josiæ regis Juda, dicens: Wort, welches an Jeremias von dem Herrn in den Tagen Joakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging, also lautend:¹ Jeremia Jer 30 35 1 1 Dass der Prophet nicht so die Zeitfolge beobachtet als die innere Ordnung, zeigt das nachfolgende Beispiel. Der Prophet fügt die Erzählung, deren Inhalt den Tagen König Joakims angehört, zur Zeit des Einfalls Nabuchodonosors in Palästina, also nicht vor der Schlacht bei Charkamis im vierten Jahre Joakims, deshalb hier ein, um den Bewohnern von Juda ein beschämendes Gegenbild vor Augen zu stellen. Jeremia Jer 30 35 2 Vade ad domum Rechabitarum: et loquere eis, et introduces eos in domum Domini in unam exedram thesaurorum, et dabis eis bibere vinum. Gehe hin zu dem Hause der Rechabiten² und rede mit ihnen und führe sie in das Haus des Herrn, in eine der Schatzkammern, und gib ihnen Wein zu trinken! @@ -43432,7 +43450,7 @@ Jeremia Jer 30 35 17 17 Die Bewohner Jerusalems werden besonders erwähnt, weil Jeremia Jer 30 35 18 Domui autem Rechabitarum dixit Jeremias: Hæc dicit Dominus exercituum Deus Israel: Pro eo quod obedistis præcepto Jonadab patris vestri, et custodistis omnia mandata ejus, et fecistis universa, quæ præcepit vobis: Aber zum Hause der Rechabiten sprach Jeremias: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebote Jonadabs, eures Vaters, gehorsam gewesen seid und alle seine Gebote gehalten und alles getan habt, was er euch geboten hat, Jeremia Jer 30 35 19 Propterea hæc dicit Dominus exercituum Deus Israel: Non deficiet vir de stirpe Jonadab filii Rechab, stans in conspectu meo cunctis diebus. darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, also: Es soll dem Stamme Jonadabs, des Sohnes Rechabs, nicht ein Mann fehlen, der vor meinem Antlitze allezeit stehe.¹⁸ Jeremia Jer 30 35 19 18 Vor dem Angesichte jemandes stehen bedeutet entweder als Diener für jeden Wink bereit stehen oder vor Gott im Tempel ein frommes Leben führen, oder endlich wird das Wort für den Dienst der Priester und Leviten im Heiligtum gesetzt. Das letzte ist hier ausgeschlossen. Es wird den Rechabiten also verheißen, dass ihr Stamm stets (die Zeit wird nicht umgrenzt) bestehen und dessen Angehörige allezeit Gott ergeben und angenehm sein werden. Wie sich ihr Vater Jonadab unter Jehu gegen die Götzendiener ausgezeichnet, so werden die Nachkommen diesem Vorbilde treu sein. -Jeremia Jer 30 36 0 2. Zweite Erzählung. (Kap. 36) A. Die aufgezeichneten Prophezeiungen werden Volk und Fürsten vorgelesen. (V. 19) B. Dieselben werden dem Könige vorgelesen. +Jeremia Jer 30 36 0 2. Zweite Erzählung. (Kap. 36) A. Die aufgezeichneten Prophezeiungen werden Volk und Fürsten vorgelesen. (V. 19) B. Dieselben werden dem Könige vorgelesen. Jeremia Jer 30 36 1 Et factum est in anno quarto Joakim filii Josiæ regis Juda: factum est verbum hoc ad Jeremiam a Domino, dicens: Und es begab sich im vierten Jahre Joakims,¹ des Sohnes Josias, des Königs von Juda, dass dieses Wort an Jeremias von dem Herrn erging: Jeremia Jer 30 36 1 1 Schon [Jer 25,1.3ff] hat Jeremias im vierten Jahre Joakims erwähnt, wie er durch 23 Jahre seine Mahnungen an das Volk gerichtet. Hier berichtet er uns einen um die gleiche Zeit gemachten anderen Versuch, die Hartnäckigkeit des Volkes zu brechen. Jeremia Jer 30 36 2 Tolle volumen libri, et scribes in eo omnia verba, quæ locutus sum tibi adversum Israel et Judam, et adversum omnes gentes: a die, qua locutus sum ad te ex diebus Josiæ usque ad diem hanc: Nimm eine Buchrolle² und schreib alle Worte in dieselbe, die ich zu dir wider Israel und Juda³ und wider alle Völker⁴ gesprochen habe von dem Tage an, da ich zu dir geredet habe, von den Tagen Josias⁵ an bis auf diesen Tag. @@ -43503,7 +43521,7 @@ Jeremia Jer 30 36 30 37 Die früheren Drohungen [Jer 22,18.19] werden wiederhol Jeremia Jer 30 36 31 Et visitabo contra eum, et contra semen ejus, et contra servos ejus iniquitates suas, et adducam super eos et super habitatores Jerusalem, et super viros Juda omne malum, quod locutus sum ad eos, et non audierunt. Und ich will an ihm und seiner Nachkommenschaft und seinen Dienern ihre Frevel ahnden und will über sie und über die Bewohner Jerusalems und über die Männer von Juda all das Unheil kommen lassen, welches ich ihnen angedroht habe, ohne dass sie darauf hörten. Jeremia Jer 30 36 32 Jeremias autem tulit volumen aliud, et dedit illud Baruch filio Neriæ scribæ: qui scripsit in eo ex ore Jeremiæ omnes sermones libri, quem combusserat Joakim rex Juda igni: et insuper additi sunt sermones multo plures, quam antea fuerant. Jeremias aber nahm eine andere Rolle und gab sie Baruch, dem Sohne Nerias', dem Schreiber. Dieser schrieb in dieselbe nach dem Ausspruche Jeremias alle Worte des Buches, welches Joakim, der König von Juda, im Feuer verbrannt hatte, und noch viel mehr Worte als zuvor gewesen, wurden hinzugefügt.³⁸ Jeremia Jer 30 36 32 38 Hebr.: Und es wurden noch viele Worte gleicher Art hinzugetan. Vergeblich hat der König versucht, Gottes Aussprüche zu vernichten, der sie eingegeben, trug auch für ihre Erhaltung Sorge, während der König sich nur schwerere Strafen zuzog. -Jeremia Jer 30 37 0 3. Dritter Bericht. (Kap. 37. 38) A. Antwort an die Abgesandten Sedekias. (V. 9) B. Jeremias wird ins Gefängnis geworfen. +Jeremia Jer 30 37 0 3. Dritter Bericht. (Kap. 37. 38) A. Antwort an die Abgesandten Sedekias. (V. 9) B. Jeremias wird ins Gefängnis geworfen. Jeremia Jer 30 37 1 Et regnavit rex Sedecias filius Josiæ pro Jechonia filio Joakim: quem constituit regem Nabuchodonosor rex Babylonis in terra Juda: Und Sedekias, der Sohn Josias, ward König¹ an Jechonias, des Sohnes Joakims, Statt, welchen Nabuchodonosor, der König von Babylon, zum Könige im Lande Juda eingesetzt hatte. [2Kön 24,17; Jer 52,1; 2Chr 36,15] Jeremia Jer 30 37 1 1 Siehe [2Kön 24,17]. Schon die Redeweise zeigt, dass es wahr ist, was er bereits im vierten Jahre Joakims verkündet, dass man dem Könige von Babylon dienstbar sein muss [Jer 25,9-11]. Der König von Babylon beraubt nach Belieben den einen König des Thrones und setzt einen anderen ein, indem er dessen Namen zum Zeichen seiner Unterwerfung ändert. Und dies geschieht im Lande Juda, in dem theokratischen Reiche! Jeremia Jer 30 37 2 Et non obedivit ipse, et servi ejus, et populus terræ verbis Domini, quæ locutus est in manu Jeremiæ prophetæ. Aber weder er noch seine Diener noch das Volk im Lande hörten auf die Worte des Herrn, welche er durch den Propheten Jeremias redete.² @@ -43552,7 +43570,7 @@ Jeremia Jer 30 37 20 25 Nach dem Hebr. eine Scheibe. Jeremia Jer 30 37 20 26 Hebr.: Aus der Bäckergasse. Jeremia Jer 30 37 20 27 Siehe [Jer 38,9; Jer 52,6]. Jeremia Jer 30 37 20 28 Ohne bittere Worte gegen seine Verfolger erzählt Jeremias nur die Tatsachen. Weil er den Menschen nicht geschmeichelt und treu Gottes Aufträge verkündet, musste er vieles leiden, ein Beispiel für das Wort des heiligen Stephanus: Welchen Propheten haben sie nicht verfolgt? [Apg 7,52] -Jeremia Jer 30 38 0 C. Jeremias wird aus Todesgefahr befreit. (V. 13) D. Letztes Gespräch des Propheten mit dem Könige. +Jeremia Jer 30 38 0 C. Jeremias wird aus Todesgefahr befreit. (V. 13) D. Letztes Gespräch des Propheten mit dem Könige. Jeremia Jer 30 38 1 Audivit autem Saphatias filius Mathan, et Gedelias filius Phassur, et Juchal filius Selemiæ, et Phassur filius Melchiæ, sermones, quos Jeremias loquebatur ad omnem populum, dicens: Es vernahmen aber Saphatias, der Sohn Mathans, und Gedelias, der Sohn Phassurs,¹ und Juchal,² der Sohn Selemias und Phassur, der Sohn Melchias', die Worte, welche Jeremias zu dem gesamten Volke redete, indem er sprach: Jeremia Jer 30 38 1 1 Vergl. [Jer 21,1]. Jeremia Jer 30 38 1 2 Vergl. [Jer 37,3]. Die Feindschaft gegen den Propheten entstand wohl erst, als er nach der Erneuerung der Belagerung durch die Chaldäer fortwährend wiederholte, die Verteidigung der Stadt werde ihr Verderben sein. @@ -43605,7 +43623,7 @@ Jeremia Jer 30 38 27 Venerunt ergo omnes principes ad Jeremiam, et interrogaveru Jeremia Jer 30 38 27 23 Sie gehen schweigend von dannen, da die Bitte V. 26 ihre Ungerechtigkeit und Grausamkeit brandmarkte. Jeremia Jer 30 38 28 Mansit vero Jeremias in vestibulo carceris usque ad diem, quo capta est Jerusalem: et factum est ut caperetur Jerusalem. Jeremias aber blieb im Vorhofe des Gefängnisses bis zu dem Tage, wo Jerusalem eingenommen ward. Und es geschah, dass Jerusalem eingenommen ward.²⁴ Jeremia Jer 30 38 28 24 Diese Worte gehören zu [Jer 39], so dass V. 1, V. 2 eine Parenthese bilden, V. 3 den Nachsatz. -Jeremia Jer 30 39 0 4. Vierter Bericht. (Kap. 39) A. Los des Sedekias und des Volkes. (V. 10) B. Jeremias wird in Freiheit gesetzt. +Jeremia Jer 30 39 0 4. Vierter Bericht. (Kap. 39) A. Los des Sedekias und des Volkes. (V. 10) B. Jeremias wird in Freiheit gesetzt. Jeremia Jer 30 39 1 Anno nono Sedeciæ regis Juda, mense decimo, venit Nabuchodonosor rex Babylonis, et omnis exercitus ejus ad Jerusalem, et obsidebant eam. Im neunten Jahre Sedekias', des Königs von Juda, im zehnten Monate, kam Nabuchodonosor, der König von Babylon, mit seiner ganzen Heeresmacht vor Jerusalem und sie belagerten es.¹ Jeremia Jer 30 39 1 1 Ausführlicher [Jer 52,4] und [2Kön 25,1]. Jeremia Jer 30 39 2 Undecimo autem anno Sedeciæ, mense quarto, quinta mensis aperta est civitas. Im elften Jahre Sedekias aber, im vierten Monat, am fünften des Monats, ward die Stadt geöffnet.² @@ -43642,7 +43660,7 @@ Jeremia Jer 30 39 16 17 Doch während die anderen umkommen, soll er gerettet we Jeremia Jer 30 39 17 Et liberabo te in die illa, ait Dominus: et non traderis in manus virorum, quos tu formidas: Dich aber will ich an jenem Tage erretten, spricht der Herr, und du sollst nicht in die Hand der Männer überliefert werden, die du fürchtest; Jeremia Jer 30 39 18 Sed eruens liberabo te, et gladio non cades: sed erit tibi anima tua in salutem, quia in me habuisti fiduciam, ait Dominus. denn ich will dich erretten und befreien und du sollst nicht durch das Schwert fallen, sondern dein Leben soll erhalten bleiben, weil du auf mich dein Vertrauen gesetzt hast, spricht der Herr.¹⁸ Jeremia Jer 30 39 18 18 Hebr.: Du wirst deine Seele (dein Leben) zur Beute haben. Vergl. [Jer 21,9; Jer 38,2]. Der Fremde glaubte und vertraute Gott, so dass er sich dem Zorne des Königs aussetzte. Gott schaut nicht auf die Person und die Abstammung, sondern auf das Herz. [Apg 10,34.35] -Jeremia Jer 30 40 0 5. Fünfter erzählender Bericht. (Kap. 40 43) A. Godolias Statthalterschaft. (V. 12) B. Ismahels Schandtaten. [Jer 41,16] +Jeremia Jer 30 40 0 5. Fünfter erzählender Bericht. (Kap. 40 43) A. Godolias Statthalterschaft. (V. 12) B. Ismahels Schandtaten. [Jer 41,16] Jeremia Jer 30 40 1 Sermo, qui factus est ad Jeremiam a Domino, postquam dimissus est a Nabuzardan magistro militiæ de Rama, quando tulit eum vinctum catenis in medio omnium, qui migrabant de Jerusalem et Juda, et ducebantur in Babylonem. Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, nachdem ihn Nabuzardan, der Oberste der Leibwache, von Rama freigelassen, als er ihn mit Ketten gebunden aus der Mitte aller hatte holen lassen, die von Jerusalem und Juda auszogen und nach Babylon geführt wurden.¹ Jeremia Jer 30 40 1 1 Überschrift zu dem nun folgenden zweiten Teile der Weissagungen. [Jer 42ff] Vorausgeschickt wird der Bericht der Ereignisse, welche zu denselben Anlass gegeben. Jeremia Jer 30 40 2 Tollens ergo princeps militiæ Jeremiam, dixit ad eum: Dominus Deus tuus locutus est malum hoc super locum istum, Es ließ nämlich der Anführer der Leibwache den Jeremias holen² und sprach zu ihm: Der Herr, dein Gott, hat über diesen Ort dies Unheil angedroht @@ -43676,7 +43694,7 @@ Jeremia Jer 30 40 14 16 Dieser, aus königlichem Geschlechte stammend, ist wohl Jeremia Jer 30 40 15 Johanan autem filius Caree dixit ad Godoliam seorsum in Masphath, loquens: Ibo, et percutiam Ismahel filium Nathaniæ nullo sciente, ne interficiat animam tuam, et dissipentur omnes Judæi, qui congregati sunt ad te, et peribunt reliquiæ Juda. Da sprach Johanan, der Sohn Karees, insgeheim in Masphath zu Godolias, also: Ich will hingehen und Ismahel, den Sohn Nathanias, erschlagen, ohne dass jemand es weiß, dass er dich nicht töte und dass nicht alle Juden, die sich um dich gesammelt haben, sich zerstreuen und was von Juda übriggeblieben ist, zugrunde gehe. Jeremia Jer 30 40 16 Et ait Godolias filius Ahicam ad Johanan filium Caree: Noli facere verbum hoc: falsum enim tu loqueris de Ismahel. Godolias aber, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohne Karees: Tue dies nicht! denn du redest Lügen über Ismahel.¹⁷ Jeremia Jer 30 40 16 17 Johanan sieht die Folgen der Ermordung Godolias wohl voraus, darum will er, um die Juden vor der Rache der Babylonier zu bewahren, den Ruhestörer beseitigen, indes nur mit Gutheißung des Statthalters. Leider vernachlässigt dieser jede Untersuchung und trifft keine Vorsichtsmaßregeln, ein Mangel an aller Klugheit, der sich bitter rächen sollte. -Jeremia Jer 30 41 0 B. Ismahels Schandtaten. (V. 16) C. Die Juden befragen den Propheten, ob sie nach Ägypten auswandern sollen. [Jer 42,22] +Jeremia Jer 30 41 0 B. Ismahels Schandtaten. (V. 16) C. Die Juden befragen den Propheten, ob sie nach Ägypten auswandern sollen. [Jer 42,22] Jeremia Jer 30 41 1 Et factum est in mense septimo, venit Ismahel filius Nathaniæ, filii Elisama de semine regali, et optimates regis, et decem viri cum eo, ad Godoliam filium Ahicam in Masphath: et comederunt ibi panes simul in Masphath. Und es geschah im siebenten Monate,¹ dass Ismahel, der Sohn Nathanias, des Sohnes Elisamas² vom königlichen Geschlechte, mit einigen Großen des Königs³ und zehn Männern zu Godolias, dem Sohne Ahikams, nach Masphath kam, und sie hielten daselbst mit ihm ein Mahl in Masphath. Jeremia Jer 30 41 1 1 Also drei Monate nach Eroberung der Stadt. [Jer 39,2] Jeremia Jer 30 41 1 2 Unbekannt. @@ -43715,7 +43733,7 @@ Jeremia Jer 30 41 17 Et abierunt, et sederunt peregrinantes in Chamaam, quæ est Jeremia Jer 30 41 17 19 Da die Juden durch wiederholte Aufstände die Chaldäer gegen sich erbittert hatten, mussten sie eine harte Strafe für die neueste Freveltat fürchten. Deshalb wagt Johanan nicht, nach Masphath zurückzukehren, sondern will in Ägypten eine Zuflucht suchen. Jeremia Jer 30 41 17 20 Jamaam, der Sohn des Berzellai [2Sam 19,37], hatte eine öffentliche Herberge, vielleicht zu unentgeltlicher Benutzung errichtet. Jeremia Jer 30 41 18 A facie Chaldæorum: timebant enim eos, quia percusserat Ismahel filius Nathaniæ Godoliam filium Ahicam, quem præposuerat rex Babylonis in terra Juda. aus dem Bereiche der Chaldäer fort; denn sie fürchteten sich vor diesen, weil Ismahel, der Sohn Nathanias, Godolias, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, welcher von dem Könige von Babylon als Statthalter über das Land Juda gesetzt worden war. -Jeremia Jer 30 42 0 C. Die Juden befragen den Propheten, ob sie nach Ägypten auswandern sollen. (Kap. 42) +Jeremia Jer 30 42 0 C. Die Juden befragen den Propheten, ob sie nach Ägypten auswandern sollen. (Kap. 42) Jeremia Jer 30 42 1 Et accesserunt omnes principes bellatorum, et Johanan filius Caree, et Jezonias filius Osaiæ, et reliquum vulgus a parvo usque ad magnum: Da traten alle Führer der Scharen herzu, Johanan, der Sohn Karees, und Jezonias,¹ der Sohn Osaias, und das ganze übrige Volk, klein und groß,² Jeremia Jer 30 42 1 1 Siehe [Jer 40,8]. Da [Jer 43,2] Azarias erwähnt wird und die Septuag denselben bereits hier liest, ist dieser wohl an beiden Stellen mit Johanan genannt. Jeremia Jer 30 42 1 2 Das ganze Volk fordert demütig eine Entscheidung Gottes. Damit tritt ihre nachmalige Halsstarrigkeit desto schroffer hervor. @@ -43756,7 +43774,7 @@ Jeremia Jer 30 42 21 Et annuntiavi vobis hodie, et non audistis vocem Domini Dei Jeremia Jer 30 42 22 Nunc ergo scientes scietis quia gladio, et fame, et peste moriemini in loco, ad quem voluistis intrare ut habitaretis ibi. Darum wisset nun wohl,¹⁷ dass ihr durch Schwert,¹⁸ Hunger und Seuche an dem Orte umkommen werdet, an den zu ziehen es euch gelüstet, um daselbst zu wohnen. Jeremia Jer 30 42 22 17 Dritte Ankündigung. Jeremia Jer 30 42 22 18 Über dieses eingehender [Jer 43,10; Jer 44,12.27]. Die Septuag gibt nur trocken und kurz den Sinn der Rede wieder, was den tief mit dem Volke mitfühlenden und gewaltig redenden Propheten nicht in seiner erhabenen Gestalt erscheinen lässt. -Jeremia Jer 30 43 0 Das Volk zieht gegen den Willen des Propheten nach Ägypten. (Kap. 43) +Jeremia Jer 30 43 0 Das Volk zieht gegen den Willen des Propheten nach Ägypten. (Kap. 43) Jeremia Jer 30 43 1 Factum est autem, cum complesset Jeremias loquens ad populum universos sermones Domini Dei eorum, pro quibus miserat eum Dominus Deus eorum ad illos, omnia verba hæc: Es geschah aber, nachdem Jeremias zum Volke alle Worte des Herrn, ihres Gottes, gesprochen, welche ihm der Herr, ihr Gott, an sie entboten, alle diese Worte, Jeremia Jer 30 43 2 Dixit Azarias filius Osaiæ, et Johanan filius Caree, et omnes viri superbi, dicentes ad Jeremiam: Mendacium tu loqueris: non misit te Dominus Deus noster, dicens: Ne ingrediamini gyptum ut habitetis illic. sprach Azarias, der Sohn Osajas und Johanan, der Sohn Karees, samt allen frechen Männern¹ also zu Jeremias:² Du redest Lügen; denn der Herr, unser Gott, hat dich nicht gesandt, uns zu sagen: Ziehet nicht nach Ägypten, um daselbst zu wohnen; Jeremia Jer 30 43 2 1 Die Führer des Volkes scheinen die zehn Tage [Jer 42,7] dazu benützt zu haben, das Volk auf ihre Seite zu ziehen. Sie fürchteten sich vor der Rache der Chaldäer und hatten nicht genügenden Glauben, um den von ihnen verheißenen Schutz Gottes höher zu stellen als die Macht jener. Vergl. [Jes 7] und [Jes 2837]. Die mehrtägige Erwartung trug wohl gleichfalls dazu bei, sie in Unruhe zu versetzen. @@ -43787,7 +43805,7 @@ Jeremia Jer 30 43 12 15 So leicht und so schnell. Jeremia Jer 30 43 12 16 Obwohl die Beute seinen Zug durch die Behinderung desselben größerer Gefahr aussetzt, wird er in Frieden abziehen, ein Beweis, dass die Götzen der Ägypter nichts sind. Jeremia Jer 30 43 13 Et conteret statuas domus Solis, quæ sunt in terra gypti: et delubra deorum gypti comburet igni. Und er wird die Säulen des Sonnenhauses¹⁷ im Lande Ägypten zerbrechen und die Tempel der Götter Ägyptens in Flammen aufgehen lassen. Jeremia Jer 30 43 13 17 Septuag: von Heliopolis in On. In vielen Städten war ein Sonnenhaus Pi Ra und in den Tempeln ein dem Ra, dem Sonnengott, gewidmetes Heiligtum. Die Statuen sind also solche, welche in diesen Tempeln aufgestellt sind. Eine babylonische Urkunde berichtet, dass Nabuchodonosor im siebenunddreißigsten Jahre seiner Herrschaft nach Ägypten gekommen, den König besiegt und reiche Beute gemacht habe. Auf diesem Zuge (im Jahre 568) kam er bis nach Syene. -Jeremia Jer 30 44 0 6. Sechste Erzählung. (Kap. 44. 45) A. Das Unglück kommt wegen des Götzendienstes. (V. 14) B. Vergeblich werden die Widerspenstigen gemahnt. +Jeremia Jer 30 44 0 6. Sechste Erzählung. (Kap. 44. 45) A. Das Unglück kommt wegen des Götzendienstes. (V. 14) B. Vergeblich werden die Widerspenstigen gemahnt. Jeremia Jer 30 44 1 Verbum, quod factum est per Jeremiam ad omnes Judæos, qui habitabant in terra gypti, habitantes in Magdalo, et in Taphnis, et in Memphis, et in terra Phatures, dicens: Wort, welches durch Jeremias über alle Juden erging, welche im Lande Ägypten,¹ die in Magdalum,² in Taphnis, in Memphis und im Lande Phatures³ wohnten, also lautend: Jeremia Jer 30 44 1 1 Schon im eigenen Vaterlande haben die Juden, ob auch von den anderen Völkern mehr geschieden, dennoch den Götzendienst der benachbarten Völkerschaften angenommen, wie viel größer war die Gefahr, dass sie in Ägypten den dortigen Götzendienst pflegten. Vor diesem will der Prophet sie um jeden Preis bewahren. Seine Anstrengungen schildert dieses Kapitel. Jeremia Jer 30 44 1 2 Hebr.: Migdal (Turm) eine Grenzstadt im Nordosten Ägyptens. @@ -43847,7 +43865,7 @@ Jeremia Jer 30 44 28 28 In verschiedenen Kriegen Ägyptens mit Persien waren Ju Jeremia Jer 30 44 29 Et hoc vobis signum, ait Dominus, quod visitem ego super vos in loco isto: ut sciatis quia vere complebuntur sermones mei contra vos in malum. Und dies sei euch zum Zeichen, spricht der Herr, dass ich euch an diesem Orte strafen werde, damit ihr erkennet, dass meine Worte gegen euch sich zu eurem Unglücke erfüllen. Jeremia Jer 30 44 30 Hæc dicit Dominus: Ecce ego tradam Pharaonem Ephree regem gypti in manu inimicorum ejus, et in manu quærentium animam illius: sicut tradidi Sedeciam regem Juda in manu Nabuchodonosor regis Babylonis inimici sui, et quærentis animam ejus. So spricht der Herr: Sehet, ich will Pharao Ephree,²⁹ den König von Ägypten, in die Hand seiner Feinde und in die Hand derer überliefern, die ihm nach dem Leben trachten, so wie ich Sedekias, den König von Juda, in die Hand Nabuchodonosors, des Königs von Babylon, seines Feindes, überliefert habe, der ihm nach dem Leben trachtete. Jeremia Jer 30 44 30 29 Hebr.: Hophra. Vergl. [Jer 37,4]. Die Prophezeiung Jeremias konnte in der vollständigen Niederlage bei dem Flecken Irasa in Cyrene ihre Erfüllung erlangt haben und den Juden ein Zeichen und Unterpfand ihres Schicksals sein. Wie ein erst in der Zukunft zu erfüllendes Zeichen schon durch seine Verkündigung ein Unterpfand und Zeichen sein kann, siehe [Jes 7,14]. -Jeremia Jer 30 45 0 C. Wort des Herrn an Baruch. (Kap. 45) +Jeremia Jer 30 45 0 C. Wort des Herrn an Baruch. (Kap. 45) Jeremia Jer 30 45 1 Verbum, quod locutus est Jeremias propheta ad Baruch filium Neriæ, cum scripsisset verba hæc in libro ex ore Jeremiæ, anno quarto Joakim filii Josiæ regis Juda, dicens: Wort, welches der Prophet Jeremias zu Baruch, dem Sohne Nerias', redete, als derselbe die Worte, wie Jeremias sie aussprach, in ein Buch schrieb,¹ im vierten Jahre Joakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, also lautend: Jeremia Jer 30 45 1 1 Wohl während er sie schrieb. Der Ausdruck diese Worte macht es wahrscheinlich, dass diese Weissagung einst sich an die Reden gegen Juda anschloss, die er im vierten Jahre Joakims aufschrieb. Jeremia Jer 30 45 2 Hæc dicit Dominus Deus Israel ad te Baruch: So spricht der Herr, der Gott Israels, über dich, Baruch: @@ -43856,7 +43874,7 @@ Jeremia Jer 30 45 3 2 Da ich immer neue Drohungen schreiben muss. Auch die Furc Jeremia Jer 30 45 4 Hæc dicit Dominus: Sic dices ad eum: Ecce quos ædificavi, ego destruo: et quos plantavi, ego evello, et universam terram hanc. So spricht der Herr: Also sprich zu ihm: Siehe, die, welche ich aufgebaut habe, reiße ich nieder und die, welche ich gepflanzt habe, reiße ich aus und zwar dieses ganze Land! Jeremia Jer 30 45 5 Et tu quæris tibi grandia? Noli quærere: quia ecce ego adducam malum super omnem carnem, ait Dominus: et dabo tibi animam tuam in salutem in omnibus locis, ad quæcumque perrexeris. Und du verlangst für dich so Großes? Verlange dies nicht! Denn siehe, ich bringe Unglück über alles Fleisch, spricht der Herr; deinem Leben aber gewähre ich Sicherheit an allen Orten, an die du dich begibst.³ Jeremia Jer 30 45 5 3 Vergl. [Jer 12,7ff]. Auch der Herr eröffnet Baruch seinen Schmerz, dass er sein Werk, das er mit solcher Sorgfalt gegründet und so weit fortgeführt hat, genötigt ist, zu zerstören; so darf sein Diener also nicht ein Leben suchen, das von aller Heimsuchung frei ist. Ist zudem das Übel ein gemeinsames, so muss auch jeder am Ertragen seinen Anteil haben. Das Große, das Baruch für sich verlangt, sind Friede, Sicherheit, Glück. Doch wenn Baruch auch nicht vor dem Unglück bewahrt und von demselben ausgenommen wird, soll er wenigstens nicht sein Leben durch gewaltsamen Tod verlieren. Hebr.: Ich gebe dir deine Seele zur Beute. -Jeremia Jer 30 46 0 VI. Sechster Teil. (Kap. 46 51) 1. Weissagung über Ägypten. (Kap. 46) A. Das ägyptische Heer wird in die Flucht geschlagen werden. (V. 12) B. Ägypten wird von den Babyloniern verwüstet werden. +Jeremia Jer 30 46 0 VI. Sechster Teil. (Kap. 46 51) 1. Weissagung über Ägypten. (Kap. 46) A. Das ägyptische Heer wird in die Flucht geschlagen werden. (V. 12) B. Ägypten wird von den Babyloniern verwüstet werden. Jeremia Jer 30 46 1 Quod factum est verbum Domini ad Jeremiam prophetam contra gentes Wort des Herrn, welches an den Propheten Jeremias über alle Völker erging,¹ Jeremia Jer 30 46 1 1 Schon [Jer 25,17-26] hat der Prophet den neun oder zehn Völkern allgemein das Gleiche vorausgesagt. In gleicher Ordnung werden die Völker hier aufgeführt. An der Spitze steht das Südreich, Ägypten, am Schlusse Babylonien. Auf Ägypten folgen wie [Jer 25,20] die Philister, denen Idumäa, die den Juden verwandten Völker, ihre Aussprüche; es folgt Damaskus, dann, wie [Jer 25,24], die arabischen Stämme und, wie [Jer 25,25], Älam. Diese Weissagungen zeigen, dass Gott der Schöpfer und Herrscher aller Völker ist. Sie wehren auf das wirksamste der Meinung, als ob Jahve der Gott der Juden allein sei, und zeigen im Gegenteil, dass er der Gott aller, der allgemeine Richter und Herr ist, von dessen Vorsehung und Urteil der gesamte Erdkreis abhängt und der die Schicksale aller Völker nach seinen weisen Absichten lenkt und leitet. Jeremia Jer 30 46 2 Ad gyptum adversum exercitum Pharaonis Nechao regis gypti, qui erat juxta fluvium Euphraten in Charcamis, quem percussit Nabuchodonosor rex Babylonis, in quarto anno Joakim filii Josiæ regis Juda. über Ägypten, wider das Heer Pharao Nechaos, des Königs von Ägypten,² das am Strome Euphrat bei Charkamis³ stand, das Nabuchodonosor, der König von Babylon, im vierten Jahre Joakims,⁴ des Sohnes Josias, des Königs von Juda, schlug.⁵ @@ -43919,7 +43937,7 @@ Jeremia Jer 30 46 27 Et tu ne Timeas serve meus Jacob, et ne paveas Israel: quia Jeremia Jer 30 46 27 33 Wenn Gott sein Volk auch straft, verwirft er es doch nicht, sondern will durch die Züchtigung es der Rettung würdig machen. Der Prophet gebraucht schon bekannte Worte [Jer 30,10], weil er nur schon gegebene Weissagungen ins Gedächtnis zurückrufen will, damit das Volk Gottes nicht minder von Gott geliebt erscheint, wenn Ägypten eine bessere Zukunft vorausgesagt ist. Es ist indes nur die Rede von dem Volke, das aus der Gefangenschaft zurückkehrt, so dass die, welche in Ägypten zurückbleiben, jenes Glück nicht erhoffen dürfen, da nicht Ägypten, sondern Babylon Land der Gefangenschaft ist. Das Volk soll nicht untergehen, hat der Prophet [Jer 31,37; Jer 32,40; Jer 33,20] verheißen, doch mögen die einzelnen zusehen, dass sie nicht durch ihre Schuld des Heiles verlustig gehen. Doch auch den in Ägypten Weilenden steht der Zugang zum Heile offen. V. 28 Jeremia Jer 30 46 28 Et tu noli timere serve meus Jacob, ait Dominus: quia tecum ego sum, quia ego consumam cunctas gentes, ad quas ejeci te: te vero non consumam, sed castigabo te in judicio, nec quasi innocenti parcam tibi. Ja, fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob! spricht der Herr; denn ich bin mit dir und will alle Völker vernichten, unter welche ich dich verstoßen habe; dich aber werde ich nicht vernichten, sondern dich nach Recht züchtigen, wenn ich dich auch nicht ungestraft lasse.³⁴ Jeremia Jer 30 46 28 34 Hebr.: nicht ganz ungestraft lassen. Eher würde ich alle Völker vernichten, alle verwerfen als dich. -Jeremia Jer 30 47 0 2. Weissagung über die Philister. (Kap. 47) +Jeremia Jer 30 47 0 2. Weissagung über die Philister. (Kap. 47) Jeremia Jer 30 47 1 Quod factum est verbum Domini ad Jeremiam prophetam contra Palæsthinos, antequam percuteret Pharao Gazam: Wort des Herrn, das an den Propheten Jeremias wider die Philister erging, bevor Pharao Gaza schlug.¹ Jeremia Jer 30 47 1 1 Wann diese Weissagung gegeben war, lässt sich nicht genau feststellen. Nur eines ist sicher: sie ist vor der Schlacht des Charkamis gegeben, da Pharao nach derselben Gaza nicht mehr einnehmen konnte. Jeremia Jer 30 47 2 Hæc dicit Dominus: Ecce aquæ ascendunt ab aquilone, et erunt quasi torrens inundans, et operient terram, et plenitudinem ejus, urbem et habitatores ejus: clamabunt homines, et ululabunt omnes habitatores terræ So spricht der Herr: Siehe, Wasser steigen herauf von Norden² und werden zum überströmenden Fluss und bedecken das Land und was darin ist, die Städte und deren Bewohner; es schreien die Menschen und alle Bewohner des Landes heulen³ @@ -43941,7 +43959,7 @@ Jeremia Jer 30 47 6 12 Wenn das Schwert wütet, glüht es. Der Herr wird als Ur Jeremia Jer 30 47 7 Quomodo quiescet cum Dominus præceperit ei adversus Ascalonem, et adversus maritimas ejus regiones, ibique condixerit illi? Wie sollte es¹³ rasten, da doch der Herr es entboten hat wider Askalon und wider dessen Gestade am Meere? Dorthin hat er es beschieden!¹⁴ Jeremia Jer 30 47 7 13 Hebr.: Du. Jeremia Jer 30 47 7 14 Das Unheil ist unwiderruflich beschlossen, keine Fürbitte wird mehr zugelassen. Nabuchodonosor ist nicht das Schwert, als etwa insofern er den Anfang des Gerichtes bildet. -Jeremia Jer 30 48 0 3. Weissagung über Moab. (Kap. 48) A. Verwüstung und Flucht steht bevor. (V. 15) B. Der Untergang und seine Ursache. C. Mitleidige Klage des Propheten über Moabs Los. +Jeremia Jer 30 48 0 3. Weissagung über Moab. (Kap. 48) A. Verwüstung und Flucht steht bevor. (V. 15) B. Der Untergang und seine Ursache. C. Mitleidige Klage des Propheten über Moabs Los. Jeremia Jer 30 48 1 Ad Moab hæc dicit Dominus exercituum Deus Israel: Væ super Nabo, quoniam vastata est, et confusa: capta est Cariathaim: confusa est fortis, et tremuit. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels,¹ zu Moab: Wehe über Nabo!² denn es ist verwüstet und zuschanden geworden; eingenommen ist Kariathaim,³ zuschanden geworden ist die Feste⁴ und bestürzt.⁵ Jeremia Jer 30 48 1 1 Der mächtige Gott, der Gott, der in besonderer Weise der Gott Israels ist. Seine Macht tritt dem Übermut Moabs entgegen (V. 27) und alle Völker sollen wissen, dass der Gott, den Israel verehrt, der Gott aller ist. Jeremia Jer 30 48 1 2 Siehe [Jes 15,2]. @@ -44054,7 +44072,7 @@ Jeremia Jer 30 48 46 63 Hebr.: untergegangen ist das Volk des Chamos, denn wegg Jeremia Jer 30 48 47 Et convertam captivitatem Moab in novissimis diebus, ait Dominus. Hucusque judicia Moab. Doch am Ende der Tage werde ich die Gefangenschaft Moabs wenden,⁶⁴ spricht der Herr. Bis hierher das Strafgericht⁶⁵ über Moab. Jeremia Jer 30 48 47 64 Auch ihnen soll die Hoffnung auf Befreiung bleiben, wenn sie sich derselben würdig machen. Der Herr ist der Gott aller Menschen, sich aller erbarmend, die ihn anrufen. (Theod.) Jeremia Jer 30 48 47 65 Das von Gott verhängte Strafgericht. Fünf Jahre nach der Zerstörung Jerusalems unterwarf Nabuchodonosor Moab und Ammon. (Flav. Jos.) -Jeremia Jer 30 49 0 4. Weissagung über Ammon. (V. 1-6) 5. Weissagung über Edom. (V. 22) 6. Weissagung über Damaskus. (V. 22) 7. Weissagung über Kedar und Asor. (V. 33) 8. Weissagung über Älam. +Jeremia Jer 30 49 0 4. Weissagung über Ammon. (V. 1-6) 5. Weissagung über Edom. (V. 22) 6. Weissagung über Damaskus. (V. 22) 7. Weissagung über Kedar und Asor. (V. 33) 8. Weissagung über Älam. Jeremia Jer 30 49 1 Ad filios Ammon. Hæc dicit Dominus: Numquid non filii sunt Israel? aut heres non est ei? Cur igitur hereditate possedit Melchom, Gad: et populus ejus in urbibus ejus habitavit? Über die Söhne Ammons.¹ So spricht der Herr: Hat denn Israel keine Söhne, oder hat es keine Erben?² Warum hat denn Melchom³ Gad in Besitz genommen und sein Volk sich in dessen Städten niedergelassen? Jeremia Jer 30 49 1 1 Theglathphalasar übersiedelte die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse und die Ammoniter nahmen deren Land in Besitz, als ob es mit Israel aus wäre. Jeremia Jer 30 49 1 2 Nicht alle Israeliten sind fortgeführt. @@ -44158,7 +44176,7 @@ Jeremia Jer 30 49 38 Et ponam solium meum in lam, et perdam inde reges, et princ Jeremia Jer 30 49 38 63 Wieder bezeichnet Gott selbst sich als Urheber der Heimsuchung. Je weiter Älam entfernt lag, desto weniger erschien es den Älamitern glaubwürdig, dass der Gott, dessen Macht sie auf Palästina beschränkt wähnten, etwas wider sie vermöge. Jeremia Jer 30 49 39 In novissimis autem diebus reverti faciam captivos lam, dicit Dominus. Doch in der Folge der Tage⁶⁴ werde ich die Gefangenen Älams wieder zurückführen, spricht der Herr. Jeremia Jer 30 49 39 64 Die Niederwerfung des menschlichen Hochmutes soll Gottes Ehre fördern. Die Folge der Tage ist die Zeit des Messias. Älamiter werden [Apg 2,9] erwähnt. Persien war reich an christlichen Märtyrern. -Jeremia Jer 30 50 0 9. Weissagung über Babel. (Kap. 50. 51) A. Babel kommt zu Falle, Israel wird frei. (V. 13) B. Babel muss Strafe erdulden, Israel erlangt Verzeihung. (V. 32) C. Schwert, Verwüstung, Schrecken über Babel. +Jeremia Jer 30 50 0 9. Weissagung über Babel. (Kap. 50. 51) A. Babel kommt zu Falle, Israel wird frei. (V. 13) B. Babel muss Strafe erdulden, Israel erlangt Verzeihung. (V. 32) C. Schwert, Verwüstung, Schrecken über Babel. Jeremia Jer 30 50 1 Verbum, quod locutus est Dominus de Babylone, et de terra Chaldæorum in manu Jeremiæ prophetæ. Wort, welches der Herr über Babylon und über das Land der Chaldäer durch den Propheten Jeremias gesprochen. Jeremia Jer 30 50 2 Annuntiate in gentibus, et auditum facite: levate signum, prædicate, et nolite celare: dicite: Capta est Babylon, confusus est Bel, victus est Merodach, confusa sunt sculptilia ejus, superata sunt idola eorum. Verkündet es unter den Völkern und lasset es hören,¹ richtet ein Panier auf, machet es kund,² verhehlet es nicht, sprechet:³ Erobert ist Babylon, zuschanden geworden Bel, besiegt Merodach,⁴ zuschanden geworden sind seine Bildsäulen, überwunden seine Götzen! Jeremia Jer 30 50 2 1 Zuerst wird das Strafgericht selbst als schön geschehen verkündet, dann die Weise, wie dasselbe zur Vollstreckung kommt, beschrieben. @@ -44268,7 +44286,7 @@ Jeremia Jer 30 50 44 62 Vergl. [Jer 49,19]. Wie Gott der Führer der Chaldäer Jeremia Jer 30 50 45 Propterea audite consilium Domini, quod mente concepit adversum Babylonem: et cogitationes ejus, quas cogitavit super terram Chaldæorum: Nisi detraxerint eos parvuli gregum, nisi dissipatum fuerit cum ipsis habitaculum eorum. Darum vernehmet den Ratschluss des Herrn, den er wider Babylon gefasst, und seine Gedanken, die er über das Land der Chaldäer beschlossen: Wahrlich, die Knaben der Herde sollen sie zu Boden werfen, wahrlich, ihre Wohnung soll verwüstet werden mit ihnen! Jeremia Jer 30 50 46 A voce captivitatis Babylonis commota est terra, et clamor inter gentes auditus est. Von dem Rufe, dass⁶³ Babylon eingenommen ist, erzittert die Erde und Wehegeschrei wird unter den Völkern vernommen. Jeremia Jer 30 50 46 63 Hebr.: Babylon ist eingenommen! Babylon war der Sammelplatz vieler Völker, die nun nach allen Richtungen hin fliehen. -Jeremia Jer 30 51 0 D. Unheilbarer Sturz. (V. 10) E. Die Meder werden als Rächer gesendet. (V. 26) F. Gott rächt sein Volk an den Babyloniern. (V. 40) G. Mahnungen an Israel. (V. 57) H. Bekräftigung der Weissagung. +Jeremia Jer 30 51 0 D. Unheilbarer Sturz. (V. 10) E. Die Meder werden als Rächer gesendet. (V. 26) F. Gott rächt sein Volk an den Babyloniern. (V. 40) G. Mahnungen an Israel. (V. 57) H. Bekräftigung der Weissagung. Jeremia Jer 30 51 1 Hæc dicit Dominus: Ecce ego suscitabo super Babylonem et super habitatores ejus, qui cor suum levaverunt contra me, quasi ventum pestilentem. So spricht der Herr: Siehe, ich erwecke wider Babylon und wider dessen Bewohner, die ihr Herz gegen mich erhoben,¹ gleichsam todbringenden Wind. Jeremia Jer 30 51 1 1 Der jetzige Text hebr.: Und über die Bewohner von Leb Kamai. (Sept.: Chaldäer): Meiner Gegner, dies ich im Herzen gegen mich erheben. Jeremia Jer 30 51 2 Et mittam in Babylonem ventilatores, et ventilabunt eam et demolientur terram ejus: quoniam venerunt super eam undique in die afflictionis ejus. Und ich will Worfler über Babylon senden, dass sie es worfeln und sein Land verwüsten;² ja, sie kommen über dasselbe von allen Seiten am Tage seines Unheils. @@ -44408,7 +44426,7 @@ Jeremia Jer 30 51 63 Cumque compleveris legere librum istum, ligabis ad eum lapi Jeremia Jer 30 51 64 Et dices: Sic submergetur Babylon, et non consurget a facie afflictionis, quam ego adduco super eam, et dissolvetur. Hucusque verba Jeremiæ. und sprich: So wird Babylon versinken und nicht wieder emporkommen aus dem Unheil, das ich über dasselbe bringe, und es soll untergehen!⁷⁴ Bis hierher die Worte Jeremias.⁷⁵ Jeremia Jer 30 51 64 74 Hebr.: sie sollen ermatten. Der Stein wird an das Buch gebunden, damit dieses versinkend ein Sinnbild des Unterganges Babylons sei. Jeremia Jer 30 51 64 75 Die Prophezeiungen Jeremias Zusatz der Sammler, der im Griechischen fehlt. Durch denselben soll angedeutet werden, dass das folgende Kapitel aus dem vierten Buche der Könige herübergenommen ist zum Beweise, dass Jeremias Weissagungen gegen Jerusalem und seinen König genau in Erfüllung gegangen sind. -Jeremia Jer 30 52 0 10. Erfüllung der Weissagungen über die Stadt. (Kap. 52) A. Los des Königs Sedekias und der Fürsten. (V. 11) B. Los des Tempels, der Stadt, des Volkes. C. Vorbedeutung besserer Zeit. +Jeremia Jer 30 52 0 10. Erfüllung der Weissagungen über die Stadt. (Kap. 52) A. Los des Königs Sedekias und der Fürsten. (V. 11) B. Los des Tempels, der Stadt, des Volkes. C. Vorbedeutung besserer Zeit. Jeremia Jer 30 52 1 Filius viginti et unius anni erat Sedecias cum regnare cpisset: et undecim annis regnavit in Jerusalem, et nomen matris ejus Amital, filia Jeremiæ, de Lobna. Einundzwanzig Jahre war Sedekias alt, als er König ward, und elf Jahre herrschte er in Jerusalem; der Name seiner Mutter war Amital, eine Tochter Jeremias von Lobna.¹ Jeremia Jer 30 52 1 1 Vergl. [Jes 37,8]. Sedekias war also der Bruder des Joachaz, der die gleiche Mutter hatte [2Kön 23,31], aber er hatte nur den gleichen Vater wie Joakim. [2Kön 23,36] Jeremia Jer 30 52 2 Et fecit malum in oculis Domini, juxta omnia quæ fecerat Joakim. Er tat, was böse war in den Augen des Herrn, ganz wie es Joakim getan hatte. @@ -44474,7 +44492,7 @@ Jeremia Jer 30 52 33 Et mutavit vestimenta carceris ejus, et comedebat panem cor Jeremia Jer 30 52 34 Et cibaria ejus, cibaria perpetua dabantur ei a rege Babylonis statuta per singulos dies, usque ad diem mortis suæ cunctis diebus vitæ ejus. Und sein Unterhalt, der beständige Lebensunterhalt, ward ihm vom König von Babylon gegeben, für jeden Tag festgesetzt, bis zum Tage seines Todes, alle Tage seines Lebens.³⁰ Jeremia Jer 30 52 34 30 Joachin kehrte wohl in dieser langen Gefangenschaft (etwa 597 560) von seiner Missetat [2Kön 24,9] von ganzem Herzen um und wendete sich wieder dem Gotte seines Vaters David zu, weshalb auch dieser ihm nach [2Sam 7,14.15] Barmherzigkeit erwies, insbesondere durch die Wiederherstellung der Theokratie und die Aufrichtung des ewigen Thrones im Hause David, vergl. [Jer 3033; Jer 33,17] von der die Erhebung seines Hauptes ein Vorbild und Unterpfand war. Klagelieder Klgl 31 1 ALEPH. Aleph.¹ -Klagelieder Klgl 31 1 0 1. Erstes Klagelied. (Kap. 1) A. Der Prophet beweint die Verwüstung Jerusalems. (V. 11) B. Sion beweint sein Elend. +Klagelieder Klgl 31 1 0 1. Erstes Klagelied. (Kap. 1) A. Der Prophet beweint die Verwüstung Jerusalems. (V. 11) B. Sion beweint sein Elend. Klagelieder Klgl 31 1 1 QUOMODO sedet sola civitas plena populo: facta est quasi vidua domina gentium: princeps provinciarum facta est sub tributo. BETH. Wie sitzt² so einsam die Stadt, einst an Volk so reich; wie eine Witwe³ ist die Gebieterin der Völker geworden, die Fürstin unter den Ländern ist dienstbar geworden!⁴ Beth. Klagelieder Klgl 31 1 1 2 Nach Weise der Trauernden. Klagelieder Klgl 31 1 1 3 Vom Herrn verworfen und seiner Fürsorge beraubt. @@ -44561,7 +44579,7 @@ Klagelieder Klgl 31 1 22 Ingrediatur omne malum eorum coram te: et vindemia eos Klagelieder Klgl 31 1 22 63 Hebr.: und tue ihnen, gleichwie du mir getan. Klagelieder Klgl 31 1 22 64 Grund für die Bitte, dass Gott das Elend ansehen und Sion das Mitleid schenken wolle, das die Menschen ihr versagen. Klagelieder Klgl 31 2 ALEPH. Aleph. -Klagelieder Klgl 31 2 0 2. Zweites Klagelied. (Kap. 2) A. Das furchtbare Gottesgericht. (V. 10) B. Wehklagen über das Elend. (V. 17) C. Aufforderung zum Gebet. Flehen zu Gott. +Klagelieder Klgl 31 2 0 2. Zweites Klagelied. (Kap. 2) A. Das furchtbare Gottesgericht. (V. 10) B. Wehklagen über das Elend. (V. 17) C. Aufforderung zum Gebet. Flehen zu Gott. Klagelieder Klgl 31 2 1 Quomodo obtexit caligine in furore suo Dominus filiam Sion: projecit de clo in terram inclytam Israel, et non est recordatus scabelli pedum suorum in die furoris sui. BETH. Wie hat der Herr in seinem Grimme¹ die Tochter Sion mit Finsternis² umhüllt! vom Himmel warf er zur Erde nieder die Zier Israels³ und gedachte des Schemels seiner Füße nicht am Tage seines Zornes.⁴ Beth. Klagelieder Klgl 31 2 1 1 Die Umstände kennzeichnen das furchtbare Strafgericht Gottes: die dichte Finsternis, das Niederwerfen vom Himmel zur Erde, der Untergang der Bundeslade. Klagelieder Klgl 31 2 1 2 Die Finsternis ist das Bild des Unglückes. Einst bedeckte Gottes Herrlichkeit die Bundeslade in leuchtender Wolke, jetzt hat er die Stadt in Finsternis gehüllt und sie in seinem Zorne mit Sturm heimgesucht. @@ -44635,7 +44653,7 @@ Klagelieder Klgl 31 2 21 49 Ohne Schonung für Alter und Geschlecht sind die Ei Klagelieder Klgl 31 2 22 Vocasti quasi ad diem solemnem, qui terrerent me de circuitu, et non fuit in die furoris Domini qui effugeret, et relinqueretur: quos educavi, et enutrivi, inimicus meus consumpsit eos. Du beriefst, wie zu einem Festtage, die, welche mich schrecken sollten ringsum und niemand war am Tage des Grimmes des Herrn, der entrann und übrigblieb; die ich gepflegt und großgezogen, mein Feind hat sie vernichtet.⁵⁰ Klagelieder Klgl 31 2 22 50 Dieser Anblick wird Gott, so hofft Sion, zum Mitleid bewegen. Klagelieder Klgl 31 3 ALEPH. Aleph. -Klagelieder Klgl 31 3 0 3. Drittes Klagelied. (Kap. 3) A. Die vielfachen Heimsuchungen. (V. 18) B. Grund der Hoffnung. (V. 39) C. Gottes Erbarmen ist anzurufen. +Klagelieder Klgl 31 3 0 3. Drittes Klagelied. (Kap. 3) A. Die vielfachen Heimsuchungen. (V. 18) B. Grund der Hoffnung. (V. 39) C. Gottes Erbarmen ist anzurufen. Klagelieder Klgl 31 3 1 Ego vir videns paupertatem meam in virga indignationis ejus. ALEPH. Ich bin der Mann, der sein Elend sah unter Seines Grimmes Rute. Aleph. Klagelieder Klgl 31 3 2 Me minavit, et adduxit in tenebras, et non in lucem. ALEPH. Mich¹ drängte er und führte mich in Finsternis und nicht zum Lichte. Aleph. Klagelieder Klgl 31 3 2 1 Er hat das Unglück nicht allein vorhergesagt, sondern auch geschaut und erfahren. Deshalb steht mich mit Nachdruck voran. Ja, ihn allein züchtigt der Herr. (V. 3) @@ -44754,7 +44772,7 @@ Klagelieder Klgl 31 3 65 50 Hebr.: Dein Fluch über sie! Klagelieder Klgl 31 3 66 Persequeris in furore, et conteres eos sub clis Domine. Verfolge sie mit Grimm und tilge sie hinweg unter dem Himmel, o Herr!⁵¹ Klagelieder Klgl 31 3 66 51 Hebr.: unter des Herrn Himmel weg: so dass sie, die nun unter dem Himmel des Herrn sind, von diesem Orte weggerissen werden. Dieser Wunsch ist von demselben Sinne zu fassen, wie wir jetzt beten: dass du die Feinde deiner Kirche demütigen wollest! Vergl. auch [Jer 18,21ff]. Klagelieder Klgl 31 4 ALEPH. Aleph. -Klagelieder Klgl 31 4 0 4. Viertes Klagelied. (Kap. 4) A. Größe des Unglückes im Vergleich zu dem früheren Glücke. (V. 10) B. Ursachen der Strafen. +Klagelieder Klgl 31 4 0 4. Viertes Klagelied. (Kap. 4) A. Größe des Unglückes im Vergleich zu dem früheren Glücke. (V. 10) B. Ursachen der Strafen. Klagelieder Klgl 31 4 1 Quomodo obscuratum est aurum, mutatus est color optimus, dispersi sunt lapides sanctuarii in capite omnium platearum? BETH. O wie ist das Gold verdunkelt,¹ verändert der schönste Glanz!² Zerstreut liegen die Steine des Heiligtums an der Ecke aller Straßen. Beth. Klagelieder Klgl 31 4 1 1 Einst war das Volk das Erbe Gottes und ein priesterliches Reich. [Ex 19,5.6] Gott hatte es erhöht. [Jer 3,19; Jer 13,11] Doch wie anders ist jetzt sein Zustand durch die Belagerung und Eroberung seitens der Chaldäer! (Ephr., Theod., Thom.) Klagelieder Klgl 31 4 1 2 Synonymum von Gold. Die Erklärung des Bildes folgt in V. 2. @@ -44811,7 +44829,7 @@ Klagelieder Klgl 31 4 21 32 Ironisch. Klagelieder Klgl 31 4 21 33 Auch an dich wird die Reihe kommen, den Zornkelch Gottes zu trinken, er wird dich berauschen, vergl. [Jer 25,27], gefangen und beraubt wirst du trauern. Über das Land Hus siehe [Jer 25,20; Ijob 1,1]. Edom stellt dar, was alle Feinde Gottes und seines Reiches treffen soll. Doch während diese dahinsinken, geht für das Volk Gottes die Hoffnung auf. Klagelieder Klgl 31 4 22 Completa est iniquitas tua filia Sion, non addet ultra ut transmigret te: visitavit iniquitatem tuam filia Edom, discooperuit peccata tua. Zu Ende ist deine Verschuldung,³⁴ Tochter Sion! nicht wird er dich ferner wegführen lassen; deine Verschuldung, Tochter Edom! wird er heimsuchen, deine Sünden aufdecken. Klagelieder Klgl 31 4 22 34 Für dich ist von Gott ein Ende für Schuld und Strafe gesetzt. Vergl. [Jer 30,3Jer 31]. Doch Edoms Strafe wird zeigen, wie furchtbar es gesündigt. So schließt auch dies Lied mit der Niederlage der Feinde Gottes und dem Triumphe seines Volkes. -Klagelieder Klgl 31 5 0 5. Gebet des Propheten Jeremias. (Kap. 5) +Klagelieder Klgl 31 5 0 5. Gebet des Propheten Jeremias. (Kap. 5) Klagelieder Klgl 31 5 1 RECORDARE Domine quid acciderit nobis: intuere, et respice opprobrium nostrum. Gedenke,² o Herr! was uns widerfahren, schau und siehe unsere Schmach!³ Klagelieder Klgl 31 5 1 1 Diese Überschrift fehlt im Hebr. und in der Septuag. Klagelieder Klgl 31 5 1 2 Der Herr soll gedenken, um schnell zu helfen. @@ -44864,7 +44882,7 @@ Klagelieder Klgl 31 5 21 28 Wohl konnte das Volk aus eigener Kraft Gott verlass Klagelieder Klgl 31 5 21 29 Wie du vor alters bewirkt, dass die ersten Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob dir in Glaube, Hoffnung und Liebe ergeben waren, so gewähre auch uns, dass wir dir treu und ergeben seien. Erneuere deinen Bund, wie du ihn in der Vorzeit geschlossen. Dies wird bestätigt durch den Zusatz: Bei Gott ist es beschlossen, sein Volk nicht auf ewig zu verwerfen. Aus V. 21 und [Sach 1,3] folgt die Lehre von der zuvorkommenden Gnade. (Trid. Konz. Sitz 6 Kap. 5) Klagelieder Klgl 31 5 22 Sed projiciens repulisti nos, iratus es contra nos vehementer. Doch du hast uns verstoßen und verworfen, bist überaus auf uns erzürnt.³⁰ Klagelieder Klgl 31 5 22 30 Hebr.: Oder solltest du etwa uns ganz verwerfen, auf uns zürnen allzusehr? Vergl. [Jer 14,19]. Nein, du kannst es nicht, also bleibt uns sichere Hoffnung. -Baruch Bar 32 1 0 Einleitung. I. Flehen des Volkes. (1,15 3,8) 1. Sündenbekenntnis. (1,15 2,10) +Baruch Bar 32 1 0 Einleitung. I. Flehen des Volkes. (1,15 3,8) 1. Sündenbekenntnis. (1,15 2,10) Baruch Bar 32 1 1 Et hæc verba libri, quæ scripsit Baruch filius Neriæ, filii Maasiæ, filii Sedeciæ, filii Sedei, filii Helciæ in Babylonia, Dies sind die Worte des Buches,¹ welche Baruch, der Sohn Nerias', des Sohnes Maasias', des Sohnes Sedekias', des Sohnes Sedeis,² des Sohnes Helkias', in Babylon³ geschrieben hat, Baruch Bar 32 1 1 1 Wie [Jer 36,32]. Baruch Bar 32 1 1 2 Septuag.: Asadias. @@ -44920,7 +44938,7 @@ Baruch Bar 32 1 21 Et non audivimus vocem Domini Dei nostri secundum omnia verba Baruch Bar 32 1 21 32 Wie der Ausdruck: heftete sich V. 20 auf mehrfaches Unglück hinweist, so die Erwähnung der Propheten auf mehrere Geschlechter. Baruch Bar 32 1 22 Et abivimus unusquisque in sensum cordis nostri maligni, operari diis alienis, facientes mala ante oculos Domini Dei nostri. sondern sind hingegangen, ein jeder nach dem Sinne seines bösen Herzens, um fremden Göttern zu dienen und zu tun, was böse ist in den Augen des Herrn, unsers Gottes.³³ Baruch Bar 32 1 22 33 Der selbst unter uns wohnte. -Baruch Bar 32 2 0 Bekenntnis der Sünden. (V. 10) 2. Flehen um Erbarmung. +Baruch Bar 32 2 0 Bekenntnis der Sünden. (V. 10) 2. Flehen um Erbarmung. Baruch Bar 32 2 1 Propter quod statuit Dominus Deus noster verbum suum, quod locutus est ad nos, et ad judices nostros, qui judicaverunt Israel, et ad reges nostros, et ad principes nostros, et ad omnem Israel, et Juda: Darum hat der Herr, unser Gott, sein Wort in Erfüllung gehen lassen, das er wider uns und wider unsere Richter, welche Israel richteten, und wider unsere Könige und wider unsere Fürsten und wider ganz Israel und Juda gesprochen,¹ Baruch Bar 32 2 1 1 Die Aufzählung der einzelnen Stände erinnert daran, dass ein jeder derselben von den Propheten gemahnt war. Baruch Bar 32 2 2 Ut adduceret Dominus super nos mala magna, quæ non sunt facta sub clo, quemadmodum facta sunt in Jerusalem, secundum quæ scripta sunt in lege Moysi, so dass er ein großes Unheil über uns kommen ließ, wie es unter dem Himmel noch nicht geschehen, nun aber Jerusalem betroffen hat, so wie es im Gesetze Moses geschrieben ist, [Dtn 28,53] @@ -44984,7 +45002,7 @@ Baruch Bar 32 2 34 Et revocabo illos in terram, quam juravi patribus eorum Abrah Baruch Bar 32 2 34 27 Rückkehr, ruhiger Besitz des Landes, Vermehrung des Volkes Gottes werden verheißen. Vergl. [Dtn 30,3.5; Jer 30,3]. Baruch Bar 32 2 35 Et statuam illis testamentum alterum sempiternum, ut sim illis in Deum, et ipsi erunt mihi in populum: et non movebo amplius populum meum, filios Israel a terra, quam dedi illis. Und ich will mit ihnen einen anderen, ewigen Bund schließen, so dass ich ihr Gott und sie mein Volk sein werden, und nicht mehr will ich mein Volk, die Kinder Israels, aus dem Lande vertreiben, welches ich ihnen gegeben habe.²⁸ Baruch Bar 32 2 35 28 Beschreibung des Messianischen Reiches, zu dem die Rückkehr nach Palästina gleichsam der erste Schritt und die Vorbereitung war. -Baruch Bar 32 3 0 3. Beschluss des Gebetes mit innigem Flehen. (V. 8) II. Lob der Weisheit und Weg des Heiles. (3,9 5,9) A. Aus sich kann der Mensch die Weisheit nicht erlangen. (V. 28) B. Wo ist die wahre Weisheit? +Baruch Bar 32 3 0 3. Beschluss des Gebetes mit innigem Flehen. (V. 8) II. Lob der Weisheit und Weg des Heiles. (3,9 5,9) A. Aus sich kann der Mensch die Weisheit nicht erlangen. (V. 28) B. Wo ist die wahre Weisheit? Baruch Bar 32 3 1 Et nunc Domine omnipotens, Deus Israel, anima in angustiis, et spiritus anxius clamat ad te: Und nun, allmächtiger Herr,¹ Gott Israels! eine geängstete Seele und ein bekümmerter Geist ruft zu dir.² Baruch Bar 32 3 1 1 Jahve Sabaoth, Herr der Heerscharen. Er, der Mächtige, kann seinem betrübten Volke die Hilfe nicht versagen. Baruch Bar 32 3 1 2 Sie bringen zwei Gründe dar, weshalb sie Barmherzigkeit erlangen müssen: Gottes Erbarmen und ihr Bekenntnis. @@ -45068,7 +45086,7 @@ Baruch Bar 32 3 37 43 Dieses Volk hat er sich in besonderer Weise zu seinem Die Baruch Bar 32 3 38 Post hæc in terris visus est, et cum hominibus conversatus est. Darnach ward er auf Erden gesehen⁴⁴ und ist unter den Menschen gewandelt.⁴⁵ Baruch Bar 32 3 38 44 Griech.: Hiernach (nachdem Gott seinem Volk Gesetz und Offenbarung gegeben) war sie auf Erden gesehen und verkehrte unter den Menschen. Israel überliefert, ward sie von dessen gesamter Nachkommenschaft gesehen und gekannt. Und da die göttliche Offenbarung in der Sendung des Sohnes Gottes ihren Höhepunkt erreichte und das ganze Alte Bund eine Vorbereitung auf diese erhabene Selbstoffenbarung Gottes war, zudem jene Weisheit, von der [Spr 8,12; Weish 7,22; Sir 24,5ff] handeln, wahrhaft der Sohn Gottes ist, wird in der lateinischen Übersetzung mit recht die höchste und vollkommenste Offenbarung bezeichnet, durch welche der, welcher das Gesetz auf dem Sinai durch die Engel gegeben und der durch den Engel das Volk begleitet hat in der Wüste, zuletzt selbst erschien in Person. Baruch Bar 32 3 38 45 Die Form des Satzes zielt auf Gott selbst, den Quell und den Spender der Weisheit. Wohl wurde das im Texte Gesagte in gewisser Weise gewährt auf dem Berge Sinai, in der Wüste, wo Gott dem Volke vierzig Jahre nahe war, im Tempel, wo er über dem Cherubim thronte [1Sam 4,4; 2Sam 6,2] aber alles dies war nur ein Vorspiel auf die höchste Offenbarung Gottes in der Menschwerdung. (Cypr., Laktant., Hilar., August., Orig., Cyrill v. Jerus., Epiph., Chrysost.) -Baruch Bar 32 4 0 B. Wo ist die wahre Weisheit? (V. 4) C. Ansprache Jerusalems an die Weggeführten. (V. 29) D. Die Herrlichkeit der Wiederherstellung. [Bar 5,9] +Baruch Bar 32 4 0 B. Wo ist die wahre Weisheit? (V. 4) C. Ansprache Jerusalems an die Weggeführten. (V. 29) D. Die Herrlichkeit der Wiederherstellung. [Bar 5,9] Baruch Bar 32 4 1 Hic liber mandatorum Dei, et lex, quæ est in æternum: omnes, qui tenent eam, pervenient ad vitam: qui autem dereliquerunt eam, in mortem. Diese¹ ist das Buch der Gebote Gottes und das Gesetz, das in Ewigkeit gilt;² alle, die an ihr festhalten, gelangen zum Leben, die sie³ aber verlassen, fallen dem Tode anheim. Baruch Bar 32 4 1 1 Diese Weisheit ist das Buch, ist enthalten in dem Buche der Gebote Gottes und im Gesetze. [Dtn 4,6] Baruch Bar 32 4 1 2 Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit, und wie im Gesetze die Offenbarung der Weisheit enthalten ist, so bleibt und gilt dieses auf ewig. @@ -45150,7 +45168,7 @@ Baruch Bar 32 4 36 Circumspice Jerusalem ad orientem, et vide jucunditatem a Deo Baruch Bar 32 4 36 43 Auf den Sturz Babylons folgt die Wiederherstellung Israels. Baruch Bar 32 4 37 Ecce enim veniunt filii tui, quos dimisisti dispersos, veniunt collecti ab oriente usque ad occidentem, in verbo sancti gaudentes in honorem Dei. Denn siehe, es kommen deine Söhne, die du in die Zerstreuung ziehen ließest; sie kommen geschart vom Sonnenaufgang bis zum Niedergange auf das Wort des Heiligen,⁴⁴ sich freuend ob der Herrlichkeit Gottes. Baruch Bar 32 4 37 44 Nach seinen Verheißungen und in Kraft seines Wortes, der heilige Gott will sich ein heiliges Volk schaffen. -Baruch Bar 32 5 0 5. Gebet des Propheten Jeremias. (Kap. 5) +Baruch Bar 32 5 0 5. Gebet des Propheten Jeremias. (Kap. 5) Baruch Bar 32 5 1 Exue te Jerusalem stola luctus, et vexationis tuæ: et indue te decore, et honore ejus quæ a Deo tibi est sempiternæ gloriæ. Lege ab, Jerusalem! das Kleid deiner Trauer und Pein und ziehe an die Zier und die Ehre der ewigen Herrlichkeit,¹ welche dir von Gott verliehen wird. Baruch Bar 32 5 1 1 Dieser Schmuck und diese Herrlichkeit wird dir auf ewig gegeben. Die Stadt wird als Mittelpunkt des ewigen, heiligen und herrlichen Gottesreiches aufgefasst. Baruch Bar 32 5 2 Circumdabit te Deus diploide justitiæ, et imponet mitram capiti honoris æterni. Gott wird dich mit dem Gewande der Gerechtigkeit umgeben² und wird auf dein Haupt die Krone der ewigen Herrlichkeit setzen. @@ -45175,7 +45193,7 @@ Baruch Bar 32 5 8 13 Ihr Grün und ihre Anmut wird die Israeliten erfreuen, ihr Baruch Bar 32 5 9 Adducet enim Deus Israel cum jucunditate in lumine majestatis suæ, cum misericordia, et justitia, quæ est ex ipso. Denn Gott wird Israel geleiten mit Freuden im Lichte seiner Herrlichkeit, mit Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, die er verleiht.¹⁴ Baruch Bar 32 5 9 14 Der Würde des Gottesvolkes gemäß wird Gott ihm einen Stand verleihen, der mit seiner Heiligkeit im Einklang ist. Die Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft ist das Bild der Freiheit, die Christus bringt. In geistiger Weise kommt all das hier beschriebene Gute der Seele zu, welche aus der Knechtschaft der Sünde oder aus der Finsternis des Unglaubens zu Gott zurückkehrt, wie der Seele, die aus diesem Jammertale in den Himmel eingeht. Baruch Bar 32 6 Exemplar epistolæ, quam misit Jeremias ad abducendos captivos in Babyloniam a rege Babyloniorum, ut annuntiaret illis secundum quod præceptum est illi a Deo. Abschrift des Briefes, welchen Jeremias an jene gesandt hat, welche vom Könige von Babylon gefangen nach Babylon weggeführt werden sollten, ihnen zu verkündigen, was ihm von Gott war aufgetragen worden.¹ [Jer 25,9] -Baruch Bar 32 6 0 III. Brief Jeremias. (Kap. 6) A. Die Götzen sind ohnmächtig. (V. 15) B. Die Götzen sind bewegungslose Klötze. (V. 26) C. Die Götzen werden von ihren eigenen Verehrern verachtet. (V. 44) D. Von Menschen werden die Götzenbilder gemacht und erhalten. (V. 58) E. Nichts ist verächtlicher als ein Götzenbild. +Baruch Bar 32 6 0 III. Brief Jeremias. (Kap. 6) A. Die Götzen sind ohnmächtig. (V. 15) B. Die Götzen sind bewegungslose Klötze. (V. 26) C. Die Götzen werden von ihren eigenen Verehrern verachtet. (V. 44) D. Von Menschen werden die Götzenbilder gemacht und erhalten. (V. 58) E. Nichts ist verächtlicher als ein Götzenbild. Baruch Bar 32 6 1 PROPTER peccata, quæ peccastis ante Deum, abducemini in Babyloniam captivi a Nabuchodonosor rege Babyloniorum. Um der Sünden willen, die ihr vor Gott begangen habt, werdet ihr von Nabuchodonosor, dem Könige von Babylon, gefangen nach Babylon weggeführt. Baruch Bar 32 6 2 Ingressi itaque in Babylonem, eritis ibi annis plurimis, et temporibus longis usque ad generationes septem: post hoc autem educam vos inde cum pace. Wenn ihr nun angekommen seid in Babylon, werdet ihr daselbst viele Jahre und lange Zeit bleiben, bis in das siebente Geschlecht,² darnach aber werde ich euch von dort herausführen im Frieden. Baruch Bar 32 6 2 2 Vergl. [Jer 25,11]. Geschlecht entspricht in spezieller Ausdrucksweise dem aller Wahrscheinlichkeit nach im Hebräischen gesetzten Worte, das Zeitabschnitt bedeutet, so dass das Maß desselben aus dem Zusammenhang erschlossen werden muss. So wird das Wort [Gen 15,16] in V. 13 als Jahrhundert erklärt, ähnlich [Ijob 42,16]. Die Schwierigkeit der Stelle hat verschiedene Erklärungen gefunden. Soviel ist klar, dass Jeremias den ohnehin schon bestimmten und bekannten Zeitraum von siebzig Jahren bezeichnet. @@ -45301,7 +45319,7 @@ Baruch Bar 32 6 71 A purpura quoque et murice, quæ supra illos tineant, scietis Baruch Bar 32 6 71 53 Wenn man ein Götzenbild sieht, dem Nase oder Ohr weggefressen ist. Baruch Bar 32 6 72 Melior est homo justus, qui non habet simulacra: nam erit longe ab opprobriis. Besser ist der Gerechte, der keine Götzen hat, denn er wird fernbleiben von Schmach.⁵⁴ Baruch Bar 32 6 72 54 Ja, sogar Gott, das höchste und unendliche Gut besitzen. -Ezechiel Ez 33 1 0 I. Der Prophet wird über seine Berufung und sein Amt belehrt. (Kap. 1 Kap. 3,21) A. Die Zeit der Berufung. (V. 3) B. Beschreibung der Theophanie. +Ezechiel Ez 33 1 0 I. Der Prophet wird über seine Berufung und sein Amt belehrt. (Kap. 1 Kap. 3,21) A. Die Zeit der Berufung. (V. 3) B. Beschreibung der Theophanie. Ezechiel Ez 33 1 1 ET factum est in trigesimo anno, in quarto, in quinta mensis, cum essem in medio captivorum juxta fluvium Chobar, aperti sunt cli, et vidi visiones Dei. Und es geschah¹ im dreißigsten Jahre,² am fünften des vierten Monats, während ich mich unter den Gefangenen am Flusse Chobar³ befand, öffnete sich der Himmel⁴ und ich sah Gesichte von Gott.⁵ [Ez 10,20; Ez 43,3] Ezechiel Ez 33 1 1 1 Fünfmal werden die Zeitumstände berichtet, weil der Prophet nicht ohne Staunen erkennt, dass Gott in unreinem Lande und in der Verbannung des Volkes so erscheint, wie er sich in seinem Tempel zu offenbaren pflegt; ein besonderer Gnadenerweis Gottes. Den Propheten will Gott durch die Erscheinung über seine Berufung und sein Amt gewiss machen. Eine solche Gewissheit war erforderlich, damit er inmitten aller Schwierigkeiten seines Amtes unerschüttert und standhaft walten konnte, vom Herrn getröstet und gestärkt. Ezechiel Ez 33 1 1 2 In welchem dreißigsten Jahre? Und V. 2 in welchem Monate? Wohl am fünften Tage des vierten Monats des fünften Jahres der Wegführung Joachins, 594 oder 592 vor Chr. @@ -45364,7 +45382,7 @@ Ezechiel Ez 33 1 27 Et vidi quasi speciem electri, velut aspectum ignis, intrins Ezechiel Ez 33 1 27 33 Besser Hieronym.: Der obere Teil glänzte wie Glanzerz, unten erschien er wie Feuer. Das Glanzerz hat innen und außen das Ansehen von Feuer. Damit stimmt [Ez 8,2] überein. Der Glanz deutet die verborgene göttliche Natur an. Wenn das Auge nicht vermag in das Licht der Sonne am Himmelsgewölbe zu sehen, wie viel weniger vermag der Mensch das unzugängliche Licht Gottes zu schauen! (Theod.) Ezechiel Ez 33 1 28 Velut aspectum arcus cum fuerit in nube in die pluviæ: hic erat aspectus splendoris per gyrum. wie der Regenbogen anzusehen, wenn er sich in den Wolken zur Zeit des Regens zeigt,³⁴ so war der Glanz ringsum anzuschauen! Ezechiel Ez 33 1 28 34 Vergl. [Offb 4,3]. -Ezechiel Ez 33 2 0 C. Erklärung der Theophanie. (V. 1) D. Der Prophet wird über seinen Beruf und sein Amt belehrt. (V. 2,1 3,7) +Ezechiel Ez 33 2 0 C. Erklärung der Theophanie. (V. 1) D. Der Prophet wird über seinen Beruf und sein Amt belehrt. (V. 2,1 3,7) Ezechiel Ez 33 2 1 Hæc visio similitudinis gloriæ Domini: et vidi, et cecidi in faciem meam, et audivi vocem loquentis. Et dixit ad me: Fili hominis sta super pedes tuos, et loquar tecum. Dies war die Erscheinung des Bildes der Herrlichkeit des Herrn.¹ Und da ich es erblickte, fiel ich auf mein Angesicht² und hörte die Stimme eines Redenden. Er sprach zu mir: Menschensohn!³ stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden. Ezechiel Ez 33 2 1 1 Herrlichkeit hieß die Offenbarung der göttlichen Majestät zwischen den Cherubim der Bundeslade. Jene Offenbarung ist ein Vorbild der hier erfolgenden. Indem Gott in fremdem Lande erscheint, zeigt er, dass er sein Volk nicht gänzlich verworfen hat, sondern auch die Verbannten noch als sein Volk anerkennt und bereit ist, ihnen die Bundesgüter zu spenden. Die Erscheinung dient also als Erweis, dass Gott seinen Bund treu hält. Indes erscheint Gott hier doch anders als im Tempel. Die Symbole, mit denen er sich umgeben, sind nach ähnlichen Einrichtungen des Gottesdienstes oder nach Ereignissen der Geschichte des auserwählten Volkes zu erklären. Alle Wohltaten Gottes flossen aus der Herrlichkeit Gottes her, der sich als treuen Bundesgott zeigte, so in Ägypten, am Sinai, in der Wüste. Dieses alles rief die Erscheinung also ins Gedächtnis zurück, indem sie zugleich andeutete, dass Gott seinen früheren Beweisen der Huld eine neue Gunst hinzufügen wolle. Die Symbole, von denen Gott hier umgeben ist, erscheinen sonst wohl einzeln, hier aber vereinigt und vermehrt. Wind: [Ez 1,4]. Zeichen der Ankunft des göttlichen Richters und der Strafe. (So häufig in den Psalmen und bei den Propheten.) Von Norden [Ez 1,4; Jer 4,6; Jer 6,1; Jer 10,22] wie [Jer 1,13.14]. Feuer und Glanz sind Kennzeichnung der göttlichen Majestät, welche in unzugänglichem Lichte wohnt und gegen die Gottlosen wie ein verzehrendes Feuer ist. [Dtn 4,24] Oft ist auch Gott im Feuer erschienen und in den Psalmen, bei Isaias und Jeremias wird das Feuer oft als das Symbol des Gerichtes genannt. Das Firmament [Ez 1,22] hatten Moses, Aaron und die Ältesten gesehen. [Ex 24,10] Der Thron bezeichnet die erhabene Gewalt. Vergl. [Jes 6,1]. Dass die Cherubim denselben tragen, ist aus dem, was die geschichtlichen Bücher über die Herrlichkeit des Herrn sagen, genugsam bekannt. Der Regenbogen bezeichnet nach [Gen 9,9ff] die göttliche Barmherzigkeit und Gnade. Die Cherubim sind wirkliche Wesen, wie [Gen 3,22.24] u.a. (Vergl. [Ez 28,14ff]) zeigen, Engel [Offb 4,6], das Wort Cherub bedeutet im Assyrischen Erhaben, Gesegnet. Sie heißen im Hebr. lebende Wesen, ein Name, durch den wohl ihre besondere Teilnahme am Leben, das Gott ist, bezeichnet wird. Sie stehen an Gottes Thron, der Leben spendet, und haben, wie ihre Stellung vor dem Paradiese und an der Versöhnungsstätte zeigt, eine gewisse Beziehung zu dem Leben der Gnade, der Unsterblichkeit und der Verherrlichung des Menschen. Diese Fülle des Lebens, welche den Wesen innewohnt, wird durch jene Gestalt ausgedrückt, welche alles, was die sichtbaren, erschaffenen Wesen in sich Vorzügliches besitzen, vereinigt. Die gewählten Wesen sind gleichsam Könige: der Mensch der König der ganzen sichtbaren Schöpfung, der Löwe unter den wilden Tieren, der Stier unter den Herdentieren, der Adler unter den Vögeln. So besitzen die Cherubim die höchste Einsicht, die höchste Macht und Kraft und eine wunderbare Schnelligkeit. Auch an den Gefäßen des Tempels finden sich die Bilder des Stieres und der Löwen. Im Tempel wurden die Cherubim mit zwei Flügeln dargestellt, hier mit vier, wohl um auch dadurch die Fülle des Lebens anzudeuten. Vier Räder zeigen sich, weil die Cherubim gleichsam den Wagen Gottes bilden, der Gottes Herrlichkeit, die sonst in Sion wohnt, gleichsam in ein fremdes Land bringt. So heißt auch die Bundeslade [Ps 67,18] Wagen Gottes, ebenso [1Chr 28,18]. Die vier Räder sind den vier Himmelsrichtungen zugekehrt, um die Größe von Gottes Herrschaft und Macht anzudeuten, welche alles gleichmäßig umfasst. Die Pracht der Räder entspricht der Majestät Gottes. Die Augen bedeuten seine geistige Schönheit. Vier an Zahl sind die Cherubim, weil vier die Zahl der Allgemeinheit ist: der Bundesgott ist zugleich der Gott des Alls und der Bund Gottes ist zuletzt für die ganze Welt bestimmt. Vergl. [Ez 7,2; Jes 11,12; Sach 6,1-5; Offb 7,1]. Dass Gott in menschlicher Gestalt erscheint, ist gleichsam ein Vorspiel der Menschwerdung. Mit einem Worte: Gott offenbart sich dem Propheten als der Gott des Bundes, voll der Majestät, bereit diesen Bund des Lebens und der Gnade zu schützen und auszuführen. In diesem Gesichte ist gleichsam der ganze Inhalt des Buches gegeben. Es ist für den Propheten eine Belehrung, aber zugleich das Unterpfand seiner Berufung und Auserwählung zum Propheten amte. Die Bilder der Cherubim werden vielfach auf die Evangelisten angewendet, durch welche Christus gleichsam der Welt gebracht ward. Ezechiel Ez 33 2 1 2 Aus Furcht, wie Abraham [Gen 17,3], vergl. [Jes 6,5; Dan 10,8] und [Dan 7,15]; ebenso aus Ehrfurcht. @@ -45389,7 +45407,7 @@ Ezechiel Ez 33 2 8 Tu autem fili hominis audi quæcumque loquor ad te: et noli e Ezechiel Ez 33 2 9 Et vidi, et ecce manus missa ad me, in qua erat involutus liber: et expandit illum coram me, qui erat scriptus intus, et foris: et scriptæ erant in eo lamentationes, et carmen, et væ. Da schaute ich und siehe, eine Hand war gegen mich ausgestreckt, in der eine Buchrolle lag; und er breitete sie vor mir aus: sie war innen und außen beschrieben¹⁴ und Klagen, Trauerlieder und Weh waren darin geschrieben.¹⁵ [Offb 5,1] Ezechiel Ez 33 2 9 14 Auf beiden Seiten beschrieben, also waren die Weissagungen zahlreich. Ezechiel Ez 33 2 9 15 So wird die schwarze Wolke, der Sturmwind und das Feuer in dem Gesichte erklärt. -Ezechiel Ez 33 3 0 D. Der Prophet wird über seinen Beruf und sein Amt belehrt. (2,1 3,7) E. Belehrung über die Weise, wie der Prophet sein Amt üben soll. (V. 21) II. Die Gerichte Gottes. (Kap. 3,22 Kap. 32,32) 1. Erste Reihe der Gerichte. (3,22 7,27) A. Prophezeiung durch Handlungen. (3,22 5,4) a. Die symbolische Handlung bedeutet jede Art von Unglück voraus. (V. 22 27) +Ezechiel Ez 33 3 0 D. Der Prophet wird über seinen Beruf und sein Amt belehrt. (2,1 3,7) E. Belehrung über die Weise, wie der Prophet sein Amt üben soll. (V. 21) II. Die Gerichte Gottes. (Kap. 3,22 Kap. 32,32) 1. Erste Reihe der Gerichte. (3,22 7,27) A. Prophezeiung durch Handlungen. (3,22 5,4) a. Die symbolische Handlung bedeutet jede Art von Unglück voraus. (V. 22 27) Ezechiel Ez 33 3 1 Et dixit ad me: Fili hominis quodcumque inveneris comede: comede volumen istud, et vadens loquere ad filios Israel. Und er sprach zu mir: Menschensohn! alles, was du vorfindest, iss! Iss diese Rolle und alsdann gehe hin und rede zu den Söhnen Israels.¹ Ezechiel Ez 33 3 1 1 Vergl. [Offb 10,9]. Was der Prophet in sein Herz aufnimmt, soll er auch aus dem Herzen und mit Innigkeit reden. Ezechiel Ez 33 3 2 Et aperui os meum, et cibavit me volumine illo: Da öffnete ich meinen Mund und er gab mir jene Rolle zu essen @@ -45439,7 +45457,7 @@ Ezechiel Ez 33 3 26 Et linguam tuam adhærere faciam palato tuo, et eris mutus, Ezechiel Ez 33 3 26 21 Sie sind so halsstarrig, dass ihre Aufmerksamkeit nur durch symbolische Handlungen geweckt werden kann. Am Anfange soll der Prophet sie noch nicht schelten. Ezechiel Ez 33 3 27 Cum autem locutus fuero tibi, aperiam os tuum, et dices ad eos: Hæc dicit Dominus Deus: Qui audit, audiat: et qui quiescit, quiescat: quia domus exasperans est. Wenn ich aber zu dir reden werde, will ich deinen Mund öffnen und du sollst zu ihnen sprechen: So spricht der Herr, Gott: Wer hört, der höre: und wer es unterlässt, unterlasse es! denn es ist ein widerspenstiges Haus.²² Ezechiel Ez 33 3 27 22 Wie [Ez 2,5.7]. -Ezechiel Ez 33 4 0 Symbolische Darstellung der Belagerung Jerusalems. (Kap. 4) +Ezechiel Ez 33 4 0 Symbolische Darstellung der Belagerung Jerusalems. (Kap. 4) Ezechiel Ez 33 4 1 Et tu fili hominis sume tibi laterem, et pones eum coram te: et describes in eo civitatem Jerusalem. Und du, o Menschensohn! nimm dir einen Ziegelstein und lege ihn vor dich hin und zeichne auf denselben die Stadt Jerusalem.¹ Ezechiel Ez 33 4 1 1 Sedekias war vom Könige von Babel als Herrscher eingesetzt. Deshalb schien es wenig wahrscheinlich, dass Babylon die Stadt Jerusalem zerstören sollte. Ezechiel Ez 33 4 2 Et ordinabis adversus eam obsidionem, et ædificabis munitiones, et comportabis aggerem, et dabis contra eam castra, et pones arietes in gyro. Und stelle² eine Belagerung um dieselbe an und baue Bollwerke und wirf einen Damm auf und lass ein Heer sich wider sie lagern und stelle ringsum Sturmböcke auf! @@ -45474,7 +45492,7 @@ Ezechiel Ez 33 4 15 16 Getrockneter Rindermist wird im Orient häufig als Nahru Ezechiel Ez 33 4 16 Et dixit ad me: Fili hominis: Ecce ego conteram baculum panis in Jerusalem: et comedent panem in pondere, et in sollicitudine: et aquam in mensura, et in angustia bibent: Alsdann sprach er zu mir: Menschensohn! siehe, ich will die Stütze des Brotes¹⁷ in Jerusalem zerbrechen und sie sollen das Brot nach dem Gewicht und in Ängsten essen und das Wasser nach bestimmtem Maß und in Bangen trinken, [Ez 5,16; Ez 14,13] Ezechiel Ez 33 4 16 17 Das die Kräfte erhaltende Brot. Ezechiel Ez 33 4 17 Ut deficientibus pane et aqua, corruat unusquisque ad fratrem suum: et contabescant in iniquitatibus suis. dass sie aus Mangel an Brot und Wasser einer an des andern Seite hinstürzen und ob ihrer Verschuldungen verschmachten. -Ezechiel Ez 33 5 0 c. Ein geringer Rest wird gerettet werden. (V. 4) B. Durch Worte ausgedrückte Prophezeiungen (5,5 7,27) a. Gott wird an denen, welche ihn verachtet, Rache nehmen. +Ezechiel Ez 33 5 0 c. Ein geringer Rest wird gerettet werden. (V. 4) B. Durch Worte ausgedrückte Prophezeiungen (5,5 7,27) a. Gott wird an denen, welche ihn verachtet, Rache nehmen. Ezechiel Ez 33 5 1 Et tu fili hominis sume tibi gladium acutum, radentem pilos: et assumes eum, et duces per caput tuum, et per barbam tuam: et assumes tibi stateram ponderis, et divides eos. Und du, Menschensohn!¹ nimm dir ein scharfes Schwert als Schermesser, dasselbe nimm und fahre damit über dein Haupt und über deinen Bart;² sodann nimm eine Waagschale³ und teile die Haare ab. Ezechiel Ez 33 5 1 1 Wie [Ez 4] wird die Belagerung und Eroberung der Stadt mit dem Elende der Verbannung innig vereinigt. Ezechiel Ez 33 5 1 2 Haupthaar und Bart sind Schmuck des Mannes, jenes als Zeichen der Freiheit und des Adels (Absalom), dieser als Zeichen der Mannhaftigkeit. @@ -45508,7 +45526,7 @@ Ezechiel Ez 33 5 15 15 Die Völker sollen lernen, dass Gott das Böse nicht ung Ezechiel Ez 33 5 16 Ego Dominus locutus sum: Quando misero sagittas famis pessimas in eos: quæ erunt mortiferæ, et quas mittam ut disperdam vos: et famem congregabo super vos, et conteram in vobis baculum panis. Ich, der Herr, habe es gesprochen. Wenn ich die schlimmen todbringenden Pfeile des Hungers auf sie entsende, die ich senden werde, um euch zu verderben, so will ich den Hunger über euch häufen und die Stütze des Brotes bei euch zerbrechen. Ezechiel Ez 33 5 17 Et immittam in vos famem, et bestias pessimas usque ad internecionem: et pestilentia, et sanguis transibunt per te, et gladium inducam super te: ego Dominus locutus sum. Ja, den Hunger und schlimme wilde Tiere werde ich wider euch senden, bis ihr vernichtet seid; und Seuche und Blut sollen bei dir hindurchziehen und ich will das Schwert über dich kommen lassen.¹⁶ Ich, der Herr, habe es geredet. Ezechiel Ez 33 5 17 16 Vier Mittel des Gerichtes: Zahl der Allgemeinheit. -Ezechiel Ez 33 6 0 b. Das Gericht über den Götzendienst. +Ezechiel Ez 33 6 0 b. Das Gericht über den Götzendienst. Ezechiel Ez 33 6 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also: Ezechiel Ez 33 6 2 Fili hominis pone faciem tuam ad montes Israel, et prophetabis ad eos, Menschensohn! richte dein Angesicht¹ gegen die Berge Israels² und weissage wider sie Ezechiel Ez 33 6 2 1 Erzürnt. @@ -45532,7 +45550,7 @@ Ezechiel Ez 33 6 13 Et scietis quia ego Dominus, cum fuerint interfecti vestri i Ezechiel Ez 33 6 14 Et extendam manum meam super eos: et faciam terram desolatam, et destitutam a deserto Deblatha in omnibus habitationibus eorum: et scient quia ego Dominus. Und ich werde meine Hand wider sie ausstrecken⁸ und werde ihr Land zur Wüstenei und verlassen machen von der Wüste Deblatha an⁹ in allen ihren Wohnsitzen und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. Ezechiel Ez 33 6 14 8 Wie einst gegen die Feinde des Volkes. [Ex 3,20] u.a. Gott wird seine strafende Macht auf besondere Weise zeigen. Ezechiel Ez 33 6 14 9 Hebr.: Von der Wüste bis nach Ribla: von Süden bis nach Norden. (Hieron.) -Ezechiel Ez 33 7 0 c. Das Gericht wird furchtbar und schrecklich sein. +Ezechiel Ez 33 7 0 c. Das Gericht wird furchtbar und schrecklich sein. Ezechiel Ez 33 7 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also: Ezechiel Ez 33 7 2 Et tu fili hominis, hæc dicit Dominus Deus terræ Israel: Finis venit, venit finis super quatuor plagas terræ. Menschensohn! so spricht der Herr, Gott, zu dem Lande Israel:¹ Das Ende kommt, es kommt das Ende über die vier Seiten des Landes. Ezechiel Ez 33 7 2 1 So wird das Land allgemeiner genannt, obwohl die Rede an Juda geht. @@ -45585,7 +45603,7 @@ Ezechiel Ez 33 7 26 Conturbatio super conturbationem veniet, et auditus super au Ezechiel Ez 33 7 27 Rex lugebit, et princeps induetur mrore, et manus populi terræ conturbabuntur. Secundum viam eorum faciam eis, et secundum judicia eorum judicabo eos: et scient quia ego Dominus. Der König wird trauern, der Fürst sich in Gram kleiden und die Hände des Volkes im Lande werden vor Schrecken verzagen.²⁴ Ihrem Wandel gemäß will ich ihnen tun und sie ihren Rechten gemäß²⁵ richten und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. Ezechiel Ez 33 7 27 24 Alle Stände sind ratlos. Ezechiel Ez 33 7 27 25 Nach ihrem Verdienste. -Ezechiel Ez 33 8 0 2. Zweite Reihe von Strafgerichten. (8,1 11,25) A. Die Verbrechen des Götzendienstes. (Kap. 8) +Ezechiel Ez 33 8 0 2. Zweite Reihe von Strafgerichten. (8,1 11,25) A. Die Verbrechen des Götzendienstes. (Kap. 8) Ezechiel Ez 33 8 1 Et factum est in anno sexto, in sexto mense, in quinta mensis: ego sedebam in domo mea, et senes Juda sedebant coram me, et cecidit ibi super me manus Domini Dei. Und es geschah im sechsten Jahre, im sechsten Monat, am fünften des Monats,¹ als ich in meinem Hause saß und die Ältesten Judas vor mir saßen, kam daselbst die Hand Gottes, des Herrn, über mich. Ezechiel Ez 33 8 1 1 Ein Jahr und sechs Monate nach der Berufung zum Prophetenamte. Ezechiel Ez 33 8 2 Et vidi, et ecce similitudo quasi aspectus ignis: ab aspectu lumborum ejus, et deorsum, ignis: et a lumbis ejus, et sursum, quasi aspectus splendoris, ut visio electri. Und ich schaute und siehe da! eine Gestalt,² wie Feuer anzusehen; von seinen Lenden an abwärts war es wie Feuer anzusehen und von seinen Lenden aufwärts wie Schimmer von Glanzerz. @@ -45626,7 +45644,7 @@ Ezechiel Ez 33 8 17 Et dixit ad me: Certe vidisti fili hominis: numquid leve est Ezechiel Ez 33 8 17 21 Welche abgöttische Sitte der Prophet hier meint, ist nicht leicht zu bestimmen. Ezechiel Ez 33 8 18 Ergo et ego faciam in furore: non parcet oculus meus, nec miserebor: et cum clamaverint ad aures meas voce magna, non exaudiam eos. So will auch ich denn im Grimme handeln; mein Auge soll nicht schonen und ich werde kein Erbarmen haben, und wenn sie noch so laut zu meinen Ohren rufen, werde ich sie nicht erhören.²² Ezechiel Ez 33 8 18 22 Damit sie erst durch die Übel gezwungen werden einzusehen, was sie getan. -Ezechiel Ez 33 9 0 B. Darstellung der Strafe, welche das Volk treffen soll. +Ezechiel Ez 33 9 0 B. Darstellung der Strafe, welche das Volk treffen soll. Ezechiel Ez 33 9 1 Et clamavit in auribus meis voce magna, dicens: Appropinquaverunt visitationes urbis, et unusquisque vas interfectionis habet in manu sua. Dann rief er vor meinen Ohren mit lauter Stimme¹ also: Es nahen die Heimsuchungen der Stadt und ein jeder² hat eine Mordwaffe in seiner Hand. Ezechiel Ez 33 9 1 1 Zeichen der Erregung und des Unwillens. Ezechiel Ez 33 9 1 2 Ein jeder Engel. @@ -45655,7 +45673,7 @@ Ezechiel Ez 33 9 9 16 Da Gott den Propheten für sein Volk weinen und über die Ezechiel Ez 33 9 10 Igitur et meus non parcet oculus, neque miserebor: viam eorum super caput eorum reddam. So soll denn auch mein Auge nicht schonen und ich will kein Erbarmen üben, ihren Wandel will ich auf ihr Haupt zurückbringen. Ezechiel Ez 33 9 11 Et ecce vir, qui erat indutus lineis, qui habebat atramentarium in dorso suo, respondit verbum, dicens: Feci sicut præcepisti mihi. Und siehe, der Mann, der in Linnen gekleidet war und das Schreibzeug an seiner Seite hatte, brachte Bescheid, indem er sprach: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast!¹⁷ Ezechiel Ez 33 9 11 17 Während der Seher Gott seine Klage vorlegt und der Herr auf dieselbe antwortet, haben die Engel das Strafurteil ausgeführt. -Ezechiel Ez 33 10 0 C. Darstellung der Strafe, welche Stadt und Tempel treffen soll. (Kap. 10) +Ezechiel Ez 33 10 0 C. Darstellung der Strafe, welche Stadt und Tempel treffen soll. (Kap. 10) Ezechiel Ez 33 10 1 Et vidi, et ecce in firmamento, quod erat super caput cherubim, quasi lapis sapphirus, quasi species similitudinis solii, apparuit super ea. Und ich schaute,¹ siehe, auf der Wölbung, welche über dem Haupte der Cherube war, erschien etwas, das wie ein Saphirstein aussah² und die Gestalt eines Thrones hatte. Ezechiel Ez 33 10 1 1 Die Herrlichkeit des Herrn, welche von der Schwelle des Tempels aus das Strafurteil der Zerstörung gesprochen, war hierauf auf ihren Thron zurückgekehrt. Dort nimmt sie die Nachricht von der Ausführung des Urteils entgegen. Ezechiel Ez 33 10 1 2 Die menschliche Sprache vermag die Erscheinung Gottes nur unvollkommen zu schildern. Wenn eine den Sinnen wahrnehmbare symbolische Erscheinung bereits so erhaben ist, was muss erst das Schauen Gottes selbst sein! @@ -45695,7 +45713,7 @@ Ezechiel Ez 33 10 20 16 Die gleiche Erscheinung hat er an dem Orte der Verbannu Ezechiel Ez 33 10 21 Quatuor vultus uni, et quatuor alæ uni: et similitudo manus hominis sub alis eorum. Ein jeder hatte vier Gesichter und ein jeder vier Flügel und etwas wie eine Menschenhand war unter ihren Flügeln. Ezechiel Ez 33 10 22 Et similitudo vultuum eorum, ipsi vultus quos videram juxta fluvium Chobar, et intuitus eorum, et impetus singulorum ante faciem suam ingredi. Und die Gestalt ihrer Gesichter war ganz wie die Gesichter, welche ich am Flusse Chobar gesehen hatte;¹⁷ so auch ihre Erscheinung und die Bewegung eines jeden gerade vor sich hin. Ezechiel Ez 33 10 22 17 Die Gestalt der Gesichter war die gleiche wie die, welche er zuvor gesehen, die ganze Erscheinung zeigte, dass es die gleichen Wesen waren. -Ezechiel Ez 33 11 0 D. Das Gericht über die Führer. (V. 12) E. Gott tröstet den Propheten in dessen Betrübnis. +Ezechiel Ez 33 11 0 D. Das Gericht über die Führer. (V. 12) E. Gott tröstet den Propheten in dessen Betrübnis. Ezechiel Ez 33 11 1 Et elevavit me spiritus, et introduxit me ad portam domus Domini orientalem, quæ respicit ad solis ortum: et ecce in introitu portæ viginti quinque viri: et vidi in medio eorum Jezoniam filium Azur, et Pheltiam filium Banajæ, principes populi. Da hob mich der Geist empor und führte mich zum Osttor am Hause des Herrn, das gegen Sonnenaufgang liegt;¹ siehe, da waren am Eingange des Tores fünfundzwanzig Männer; in ihrer Mitte sah ich Jezonias, den Sohn Azurs und Pheltias, den Sohn Banajas, die Fürsten des Volkes.² Ezechiel Ez 33 11 1 1 Die Vision lässt die zeitliche Ordnung und Aufeinanderfolge zurücktreten. Was in [Ez 10] in einem gemeinsamen Emblem und Symbol dargestellt war, wird jetzt in besonderer Weise beleuchtet. Aus dem allgemeinen Bilde werden einzelne Züge losgelöst und eingehender gewiesen. Ezechiel Ez 33 11 1 2 Es sind nicht dieselben wie [Ez 8,16]. Warum fünfundzwanzig (oder griechisch: etwa fünfundzwanzig), ist nicht klar. Jezonias und Pheltias waren als Haupturheber der Pläne bekannt, welche Gott verwarf. @@ -45746,7 +45764,7 @@ Ezechiel Ez 33 11 24 Et spiritus levavit me, adduxitque in Chaldæam et transmig Ezechiel Ez 33 11 24 24 Auf dieselbe Weise, wie er entrückt war, wird der Prophet dem gewöhnlichen Stande seines Geistes zurückgegeben. Ezechiel Ez 33 11 25 Et locutus sum ad transmigrationem omnia verba Domini, quæ ostenderat mihi. Und ich sprach zu den Weggeführten alle Worte²⁵ des Herrn, die er mir kundgegeben hatte. Ezechiel Ez 33 11 25 25 Werke. -Ezechiel Ez 33 12 0 3. Dritte Reihe von Strafgerichten Gottes. (Kap. 12,1 19,14) A. Das künftige Schicksal des Königs und des Volkes wird vor Augen gestellt. (Kap. 12) +Ezechiel Ez 33 12 0 3. Dritte Reihe von Strafgerichten Gottes. (Kap. 12,1 19,14) A. Das künftige Schicksal des Königs und des Volkes wird vor Augen gestellt. (Kap. 12) Ezechiel Ez 33 12 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und das Wort des Herrn erging an mich also:¹ Ezechiel Ez 33 12 1 1 Die [Ez 4] beschriebene Lage, welche die Belagerung und Eroberung der Stadt darstellte, hat ihr Ende gefunden. Passend folgt, was nach der Eroberung eintritt, zuerst das Los des Königs, das der Herzenshärtigkeit der Zuhörer wegen durch eine Handlung sinnbildlich dargestellt wird. Ezechiel Ez 33 12 2 Fili hominis in medio domus exasperantis tu habitas: qui oculos habent ad videndum, et non vident: et aures ad audiendum, et non audiunt: quia domus exasperans est. Menschensohn! du wohnst inmitten des widerspenstigen Hauses, die Augen haben, um zu sehen, und nicht sehen, Ohren, um zu hören, und nicht hören; denn sie sind ein widerspenstiges Haus.² @@ -45796,7 +45814,7 @@ Ezechiel Ez 33 12 26 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an Ezechiel Ez 33 12 27 Fili hominis, ecce domus Israel dicentium: Visio, quam hic videt, in dies multos: et in tempora longa iste prophetat. Menschensohn! siehe, die vom Hause Israel sagen: Das Gesicht, welches er schaut, geht auf eine ferne Zukunft und er weissagt auf ferne Zeiten. Ezechiel Ez 33 12 28 Propterea dic ad eos: Hæc dicit Dominus Deus: Non prolongabitur ultra omnis sermo meus: verbum quod locutus fuero, complebitur, dicit Dominus Deus. Darum sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Gott: Nicht werden sich alle meine Worte weit hinausziehen; das Wort, welches ich spreche, soll in Erfüllung gehen,²¹ spricht der Herr, Gott. Ezechiel Ez 33 12 28 21 Während du noch lebst, der zu ihnen redest, und jene, die dein Wort hören. -Ezechiel Ez 33 13 0 B. Weissagungen gegen die falschen Propheten. (V. 16) C. Weissagungen gegen die falschen Wahrsagerinnen. +Ezechiel Ez 33 13 0 B. Weissagungen gegen die falschen Propheten. (V. 16) C. Weissagungen gegen die falschen Wahrsagerinnen. Ezechiel Ez 33 13 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also: Ezechiel Ez 33 13 2 Fili hominis, vaticinare ad prophetas Israel, qui prophetant: et dices prophetantibus de corde suo: Audite verbum Domini: Menschensohn! weissage wider die Propheten Israels, die da weissagen, und sprich zu denen, welche aus ihrem eigenen Herzen weissagen: Höret das Wort des Herrn! Ezechiel Ez 33 13 3 Hæc dicit Dominus Deus: Væ prophetis insipientibus, qui sequuntur spiritum suum, et nihil vident. So spricht der Herr, Gott: Wehe über die törichten Propheten, welche ihrem eigenen Geiste folgen¹ und nichts schauen! [Jer 23,1; Ez 14,9] @@ -45849,7 +45867,7 @@ Ezechiel Ez 33 13 22 Pro eo quod mrere fecistis cor justi mendaciter, quem ego n Ezechiel Ez 33 13 22 28 Nicht allein der Tod, sondern auch Tränen, Seufzen und Betrübnis der heiligen werden von Gott hochgeachtet; nicht allein für das Leben, selbst für die Betrübnis, welche der Gottlose dem Gerechten ohne Ursache zugefügt, fordert Gott Rechenschaft von jenem. Ezechiel Ez 33 13 23 Propterea vana non videbitis, et divinationes non divinabitis amplius, et eruam populum meum de manu vestra: et scietis quia ego Dominus. darum sollt ihr nicht ferner Nichtiges schauen und eure Wahrsagerei soll ein Ende haben; denn ich will mein Volk aus eurer Hand retten²⁹ und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin. Ezechiel Ez 33 13 23 29 Indem ich euch mit dem Tode strafe. -Ezechiel Ez 33 14 0 D. Weissagungen gegen die Götzendiener. (V. 11) E. Keine Fürsprache wird ferner zugelassen. +Ezechiel Ez 33 14 0 D. Weissagungen gegen die Götzendiener. (V. 11) E. Keine Fürsprache wird ferner zugelassen. Ezechiel Ez 33 14 1 Et venerunt ad me viri seniorum Israel, et sederunt coram me. Es kamen aber Männer von den Ältesten Israels¹ zu mir und setzten sich vor mir nieder. Ezechiel Ez 33 14 1 1 Unter den Weggeführten. Ezechiel Ez 33 14 2 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Da erging das Wort des Herrn an mich also:² @@ -45897,7 +45915,7 @@ Ezechiel Ez 33 14 22 Tamen relinquetur in ea salvatio educentium filios, et fili Ezechiel Ez 33 14 22 23 Jene aus dem Lande Gottes Vertriebenen werden überall Zeugen sein von der Zerstörung des Reiches. Die Erkenntnis indes, dass jene durch ihr schlimmes Verhalten Gottes Strafe auf sich gezogen, wird einen Trost gewähren. Ezechiel Ez 33 14 23 Et consolabuntur vos, cum videritis viam eorum, et adinventiones eorum: et cognoscetis quod non frustra fecerim omnia, quæ feci in ea, ait Dominus Deus. Und sie werden euer Trost sein, wenn ihr ihren Wandel und ihr Tun seht; und ihr werdet erkennen, dass ich alles, was ich an ihr getan, nicht ohne Ursache getan habe, spricht der Herr, Gott.²⁴ Ezechiel Ez 33 14 23 24 Wenn ihr deren Gottlosigkeit schaut, werdet ihr die Strafe nicht mehr zu hart befinden. Aus diesem Grunde aber werde ich nicht alle vernichten, sondern einige übriglassen, an denen alle erkennen mögen, wie gerecht das Verderben verhängt ward. (Hier., Theod.) -Ezechiel Ez 33 15 0 F. Die Verderbnis des Volkes. (Kap. 15) +Ezechiel Ez 33 15 0 F. Die Verderbnis des Volkes. (Kap. 15) Ezechiel Ez 33 15 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also: Ezechiel Ez 33 15 2 Fili hominis, quid fiet de ligno vitis ex omnibus lignis nemorum, quæ sunt inter ligna silvarum? Menschensohn! was soll aus dem Rebholz werden unter allem anderen Holze, das unter den Bäumen des Waldes ist?¹ Ezechiel Ez 33 15 2 1 Hebr.: Worin wird das Rebholz einen Vorzug haben vor allen Bäumen des Waldes? Es wird nicht nur keinen Vorzug haben, sondern minderwertiger und schlechter sein. Das auserwählte Volk wird im Alten Testamente oft mit einem Weinstock oder mit einem Weinberge verglichen. @@ -45913,7 +45931,7 @@ Ezechiel Ez 33 15 7 5 Auch diejenigen, welche in die Verbannung abgeführt werd Ezechiel Ez 33 15 7 6 Sie sind bereits von einem Brande ergriffen gewesen und durch jenes Gericht bestraft worden, nämlich durch die Zerstörung der Stadt und des Reiches. Ezechiel Ez 33 15 8 Et dedero terram inviam, et desolatam: eo quod prævaricatores exstiterint, dicit Dominus Deus. und das Land unzugänglich und öde mache, weil sie Treubruch begangen haben,⁷ spricht der Herr, Gott. Ezechiel Ez 33 15 8 7 Indem Gott sie treulose Sünder nennt, werden sie als unnützes Holz des Weinstockes bezeichnet. -Ezechiel Ez 33 16 0 G. Gleichnis von der Auserwählung des Volkes. (V. 14) H. Gleichnis von der Treulosigkeit des Volkes. (V. 34) J. Die den Verbrechen gebührende Strafe. (V. 52) K. Verheißung der Wiederherstellung. +Ezechiel Ez 33 16 0 G. Gleichnis von der Auserwählung des Volkes. (V. 14) H. Gleichnis von der Treulosigkeit des Volkes. (V. 34) J. Die den Verbrechen gebührende Strafe. (V. 52) K. Verheißung der Wiederherstellung. Ezechiel Ez 33 16 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also:¹ Ezechiel Ez 33 16 1 1 Damit durch diese Gerichte jene Frucht der Besserung, die Gott wünscht, erlangt werde, ist es vor allem notwendig, dass das Volk erkenne und anerkenne, wie sehr es sich versündigt und warum Gott jene Züchtigungen über dasselbe hat kommen lassen. Ezechiel Ez 33 16 2 Fili hominis notas fac Jerusalem abominationes suas: Menschensohn! tue der Stadt Jerusalem² ihre Greuel kund @@ -46053,7 +46071,7 @@ Ezechiel Ez 33 16 62 Et suscitabo ego pactum meum tecum: et scies quia ego Domin Ezechiel Ez 33 16 63 Ut recorderis, et confundaris, et non sit tibi ultra aperire os præ confusione tua, cum placatus tibi fuero in omnibus, quæ fecisti, ait Dominus Deus. damit du dich erinnerst und schamrot werdest und vor Beschämung hinfort deinen Mund nicht mehr auftun mögest,⁷⁵ wenn ich dir alles das verzeihe, was du getan hast, spricht der Herr, Gott.⁷⁶ Ezechiel Ez 33 16 63 75 Nichts bleibt für Jerusalem übrig, als dass es in Demut bekennt, dass jene großen Gunsterweisungen Gottes ihm nur aus freier Gnade Gottes unverdient zukommen. Ezechiel Ez 33 16 63 76 Wie Israel zu dem ersten Bunde nur durch das Erbarmen Gottes auserwählt war, so wird es auch zur zweiten Bundesschließung mir durch Gottes Gnade zugelassen, nachdem es den ersten Bund gebrochen. So verwirft der Prophet schon jene pharisäische Anmaßung [Mt 3,9] u.a.: Wir sind Kinder Abrahams und bereitet die Predigt des hl. Johannes vor: Tuet Buße. [Mt 3,17; Mk 1,15] Welch herrlichen Ausblick aber gewährt zugleich der Schluss dieses Kapitels: die Braut des Herrn als Mutter der Völker, alle Völker in eine Familie Gottes vereint. -Ezechiel Ez 33 17 0 Gleichnis von der Treulosigkeit gegen den König von Babylon. (V. 10) M. Erklärung des Gleichnisses. +Ezechiel Ez 33 17 0 Gleichnis von der Treulosigkeit gegen den König von Babylon. (V. 10) M. Erklärung des Gleichnisses. Ezechiel Ez 33 17 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also:¹ Ezechiel Ez 33 17 1 1 Gott hatte bereits durch den Propheten Jeremias den Befehl gegeben, dass das Reich Juda sich Nabuchodonosor unterwerfen sollte. So im vierten Jahre des Königs Joakim. [Jer 25,11] Nur unter dieser Bedingung sollte die Stadt vor der Zerstörung bewahrt bleiben. [Jer 21,8; Jer 38,2.17.18] Umsonst mahnte Jeremias, Sedekias setzte sein Vertrauen auf Ägypten. Doch die Empörung und die Untreue gegen den König von Babylon war zugleich ein Ungehorsam gegen den Herrn, den sie dadurch zum Zorne reizten. Ezechiel Ez 33 17 2 Fili hominis propone ænigma, et narra parabolam ad domum Israel, Menschensohn! lege dem Hause Israel einen Rätselspruch vor, rede in einem Gleichnisse @@ -46103,7 +46121,7 @@ Ezechiel Ez 33 17 23 In monte sublimi Israel plantabo illud, et erumpet in germe Ezechiel Ez 33 17 23 24 Die Metapher schließt sich an V. 3, V. 4 an. Wenn der König von Babylon auch den König wegführt und das Reich zerstört, wird Gott dennoch von dem höchsten seiner Zweige ein zartes Reis wegnehmen und auf seinem erhabenen Berge pflanzen. Das Haus David wird nicht untergehen, Gott erhält ihm Nachkommen, aber in demütiger und niedriger Lage, bis er aus dieser Nachkommenschaft den hervorgehen lässt, der ein allumfassendes Reich begründen und unter seinem Zepter alle Völker vereinigen wird. Die Erniedrigung des Hauses David ist die Strafe für die gottlosen Könige, die Wahrung eines Reises, das zur erhabenen Zeder wird, die Erbarmung, welche Gott dem Hause David nicht entzieht. [2Sam 7,14.15] Vergl. [Lk 1,22.23]. Das Zepter wird nicht von Juda genommen werden, bis der es annimmt, der da kommen soll und es in Ewigkeit festhält. Das Bild von dem Reise entspricht der Weissagung [Am 9,11; Jes 4,2; Jes 11,1; Jes 53,2]. Die Niedrigkeit des Messias und seine Erhöhung wird angedeutet. Der Heiland wendet das Gleichnis [Mt 13,31] u.a. auf sein Reich an. Ezechiel Ez 33 17 24 Et scient omnia ligna regionis, quia ego Dominus humiliavi lignum sublime, et exaltavi lignum humile: et siccavi lignum viride, et frondere feci lignum aridum. Ego Dominus locutus sum, et feci. Und alle Bäume des Gefildes werden erkennen, dass ich, der Herr, den hohen Baum erniedrigt und den niedrigen Baum erhöht habe und dass ich den grünenden Baum saftlos werden ließ und den dürren Baum sprossend gemacht habe.²⁵ Ich, der Herr, habe es gesprochen und vollbracht. Ezechiel Ez 33 17 24 25 Allgemeine Norm des Messianischen Reiches. -Ezechiel Ez 33 18 0 N. Ein jeder wird die Strafe für seine Verschuldung leiden. (Kap. 18) +Ezechiel Ez 33 18 0 N. Ein jeder wird die Strafe für seine Verschuldung leiden. (Kap. 18) Ezechiel Ez 33 18 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also: Ezechiel Ez 33 18 2 Quid est quod inter vos parabolam vertitis in proverbium istud in terra Israel, dicentes: Patres comederunt uvam acerbam, et dentes filiorum obstupescunt? Was soll dies, dass ihr gleichnisweise das Sprichwort unter euch im Lande Israel brauchet und sprechet: Die Väter haben sauere Trauben gegessen und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden?¹ Ezechiel Ez 33 18 2 1 Die Zeitgenossen sollen die Heimsuchungen Gottes nicht allein den Verschuldungen der Väter zuschreiben, sondern sich selbst als Sünder und Strafwürdige anerkennen. Hebr.: essen: ein allgemeines, stets geltendes Gesetz. [Ex 20,5; Dtn 5,9] sagt Gott nicht, er werde allgemein die Sünden der Väter an den Kindern heimsuchen, sondern beschränkt diese Drohung auf die, welche ihn hassen, und [Lev 26,39.40] will er die Sünder strafen wegen der Vergehungen ihrer Väter und ihrer eigenen, bis sie ihre eigenen und die Missetaten ihrer Vorfahren bekennen. @@ -46150,7 +46168,7 @@ Ezechiel Ez 33 18 30 13 Eine wahrhaft väterliche Mahnung. Gottes Zorn richtet Ezechiel Ez 33 18 31 Projicite a vobis omnes prævaricationes vestras, in quibus prævaricati estis, et facite vobis cor novum, et spiritum novum: et quare moriemini domus Israel? Werfet von euch all eure Untreue, durch die ihr euch vergangen habt, und machet euch ein neues Herz und einen neuen Geist; denn warum wollt ihr sterben, Haus Israel?¹⁴ Ezechiel Ez 33 18 31 14 Gott zeigt ihnen den Weg zur Rettung und drängt sie, denselben zu beschreiten. Warum wollt ihr durchaus sterben? Warum nehmt ihr das Heil nicht an, das ich euch darbiete? Nur eines macht euch schuldig des Todes: wenn ihr euch nicht bekehren wollt. Ezechiel Ez 33 18 32 Quia nolo mortem morientis, dicit Dominus Deus, revertimini, et vivite. Ich will ja nicht den Tod dessen, der stirbt, spricht der Herr, Gott, bekehret euch und lebet! [V. 23] [Ez 33,11; 2Petr 3,9] -Ezechiel Ez 33 19 0 O. Klagelied über den Untergang des jüdischen Reiches. (Kap. 19) +Ezechiel Ez 33 19 0 O. Klagelied über den Untergang des jüdischen Reiches. (Kap. 19) Ezechiel Ez 33 19 1 Et tu assume planctum super principes Israel, Du aber stimme ein Klagelied an über die Fürsten Israels¹ Ezechiel Ez 33 19 1 1 Zuerst beweint er den Schaden, der schon zugefügt ist, und die den davidischen Königen angetane Schmach, um dann zu zeigen, dass dies nicht mehr zu bessern, und zu schließen, dass das ganze Reich dem Untergange geweiht sei. Ezechiel Ez 33 19 2 Et dices: Quare mater tua leæna inter leones cubavit, in medio leunculorum enutrivit catulos suos? und sprich: Warum lag deine Mutter, die Löwin, unter den Löwen und zog ihre Jungen auf in der Mitte junger Löwen?² @@ -46181,7 +46199,7 @@ Ezechiel Ez 33 19 14 Et egressus est ignis de virga ramorum ejus, qui fructum ej Ezechiel Ez 33 19 14 14 Von dem, der das Zepter hält, wird dies letzte Verderben ausgehen: Von Sedekias, der durch seine Treulosigkeit gegen Nabuchodonosor der Stadt und des Reiches verschuldete. Ezechiel Ez 33 19 14 15 Kein davidischer König bleibt mehr, der das Zepter führte. Mehr darüber unter [Ez 21,26.27]. Wie trotzdem das Zepter nicht von Juda weicht, hat der Seher bereits [Ez 17,22] berührt und erklärt er [Ez 21,27]. Vergl. [Jer 23,5]. Ezechiel Ez 33 19 14 16 Siegel und Bekräftigung des Klageliedes: das ganze Lied ist Klage und Weh und wird in seiner Erfüllung als Jammer allen kund werden. -Ezechiel Ez 33 20 0 4. Vierte Reihe von Strafgerichten. (Kap. 20,1 24,27) A. Wie hat das Volk sich gezeigt? (V. 31) B. Gott wird das Volk durch seine Züchtigung bessern. (V. 44) C. Gleichnisse über die hereinbrechende Verwüstung. (20,45 21,17) +Ezechiel Ez 33 20 0 4. Vierte Reihe von Strafgerichten. (Kap. 20,1 24,27) A. Wie hat das Volk sich gezeigt? (V. 31) B. Gott wird das Volk durch seine Züchtigung bessern. (V. 44) C. Gleichnisse über die hereinbrechende Verwüstung. (20,45 21,17) Ezechiel Ez 33 20 1 Et factum est in anno septimo, in quinto, in decima mensis: venerunt viri de senioribus Israel ut interrogarent Dominum, et sederunt coram me. Und es geschah¹ im siebten Jahr, im fünften Monat, am zehnten des Monats,² dass Männer von den Ältesten Israels kamen, um den Herrn zu befragen, und sie setzten sich vor mir nieder. Ezechiel Ez 33 20 1 1 Kap. 20 24 enthalten eine Erweiterung der Strafreden. Kap. 14 19 Ezechiel Ez 33 20 1 2 Diese Weissagung wurde dem Propheten zuteil zwei Jahre, einen Monat, fünf Tage nach der Berufung zum Prophetenamt [Ez 1,2] und zwei Jahre fünf Monate vor dem Beginne der Belagerung Jerusalems [Ez 24,1], nämlich im siebten Jahre nach der Wegführung des Königs Joachin. [2Kön 24,15] Die Vornehmen und die Amtspersonen bitten um einen Spruch des Herrn, der Prophet musste also bereits hohes Ansehen genießen. Doch Gottes Antwort ist die gleiche wie [Ez 14,3]. @@ -46282,7 +46300,7 @@ Ezechiel Ez 33 20 47 50 Alle Menschen. - Ezechiel Ez 33 20 48 Et videbit universa caro quia ego Dominus succendi eam, nec exstinguetur. Und alles Fleisch soll sehen, dass ich, der Herr, es entzündet habe und dass es nicht erlöschen wird. Ezechiel Ez 33 20 49 Et dixi: A a a, Dominus Deus: ipsi dicunt de me: Numquid non per parabolas loquitur iste? Da sprach ich: Ach, ach, ach,⁵¹ Herr, Gott! Sie sagen von mir: Redet dieser nicht in lauter Gleichnissen? Ezechiel Ez 33 20 49 51 Hebr.: Ach, Herr. -Ezechiel Ez 33 21 0 C. Gleichnisse über die hereinbrechende Verwüstung. (V. 17) D. Das Schwert des Herrn durch den König von Babylon. +Ezechiel Ez 33 21 0 C. Gleichnisse über die hereinbrechende Verwüstung. (V. 17) D. Das Schwert des Herrn durch den König von Babylon. Ezechiel Ez 33 21 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Da erging an mich das Wort des Herrn also:¹ Ezechiel Ez 33 21 1 1 Da das Volk das Gleichnis wegen seiner Dunkelheit nicht beachtet, wird nun dessen Bedeutung in klaren Worten angezeigt. Ezechiel Ez 33 21 2 Fili hominis, pone faciem tuam ad Jerusalem, et stilla ad sanctuaria, et propheta contra humum Israel: Menschensohn! wende dein Angesicht nach Jerusalem hin und ergieße deine Rede gegen das Heiligtum und weissage wider das Land Israel.² @@ -46354,7 +46372,7 @@ Ezechiel Ez 33 21 32 Igni eris cibus, sanguis tuus erit in medio terræ, oblivio Ezechiel Ez 33 21 32 37 Das Feuer bewirkt die schlimmste, schnellste, schrecklichste Zerstörung. Ezechiel Ez 33 21 32 38 Das Leben des ganzen Volkes wird ausgetilgt. Ezechiel Ez 33 21 32 39 All dein Ruhm und der Glanz deines Namens wird untergehen. Die meisten Erklärer verstehen V. 30ff nicht von den Ammonitern (wie Ephr.), sondern von den Chaldäern. (Hier., Theod.) Sie nehmen an, dass in V. 30 die Rede an dasselbe Schwert sich richtet, von dem V. 28 gesprochen wird. Da indes die Überschrift lautet: So spricht der Herr über die Söhne Ammons (V. 28) und da V. 32 schließt: Ich, der Herr, habe es geredet müssen die dazwischenliegenden Verse auf die Ammoniter bezogen werden, da es doch nicht angeht, dass nur ein kleiner Teil der Weissagung ihnen gelten soll. In V. 30 wird also den Ammonitern geboten, das Schwert in die Scheide zu stecken, das sie zu ihrer Verteidigung zücken; umsonst, wie V. 30ff zeigt. Wie aber eine längere Weissagung gegen die Chaldäer, ohne dass dies irgendwie angedeutet wird, hier anzunehmen sein soll, ist nicht klar. -Ezechiel Ez 33 22 0 E. Notwendigkeit der Strafe. (V. 16) F. Das Haus Israel ist in Schlacken gewandelt. +Ezechiel Ez 33 22 0 E. Notwendigkeit der Strafe. (V. 16) F. Das Haus Israel ist in Schlacken gewandelt. Ezechiel Ez 33 22 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und das Wort des Herrn erging an mich also: Ezechiel Ez 33 22 2 Et tu fili hominis nonne judicas, nonne judicas civitatem sanguinum? Du, o Menschensohn! willst du nicht Gericht halten,¹ nicht Gericht halten über die Stadt des Blutvergießens?² Ezechiel Ez 33 22 2 1 Schelten, Vorwürfe machen, rechten. @@ -46419,7 +46437,7 @@ Ezechiel Ez 33 22 30 Et quæsivi de eis virum, qui interponeret sepem, et staret Ezechiel Ez 33 22 30 32 Die Gerechten pflegen den andern als Schutz zu dienen. Vergl. [Gen 18,32; Jer 5,1]. Auch [Jer 38,17] weist darauf hin. Ezechiel Ez 33 22 30 33 Gewiss doch aber stellten sich Jeremias, Baruch und andere als Mauer vor die Sünder? Doch sie sind niemand im Vergleich zu der unendlichen Menge der letzteren. [Ps 13,1-3] Wieviel das Gebet der Gerechten vermag, zeigt diese Stelle, ebenso [Ex 32,10]. Gott will die Stadt verschonen, wenn ein gerechter zwischen ihn und diese tritt, doch da die Bosheit zunimmt, erklärt er bald, dass kein Bitten ihn mehr zu besänftigen vermag. [Jer 7,16; Jer 11,14; Jer 14,11; Jer 15,1; Ez 14,14ff]. Ezechiel Ez 33 22 31 Et effudi super eos indignationem meam, in igne iræ meæ consumpsi eos: viam eorum in caput eorum reddidi, ait Dominus Deus. Darum werde ich meinen Unwillen über sie ausschütten und sie durch das Feuer meines Zornes verzehren, ich werde ihren Wandel auf ihr Haupt zurückgeben, spricht Gott, der Herr. -Ezechiel Ez 33 23 0 G. Die Freveltaten Samarias und Jerusalems. (V. 35) H. Die Strafen für die Ehebrecherin und Mörderin. +Ezechiel Ez 33 23 0 G. Die Freveltaten Samarias und Jerusalems. (V. 35) H. Die Strafen für die Ehebrecherin und Mörderin. Ezechiel Ez 33 23 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich also: Ezechiel Ez 33 23 2 Fili hominis, duæ mulieres filiæ matris unius fuerunt, Menschensohn! Zwei Frauen waren die Töchter einer Mutter:¹ Ezechiel Ez 33 23 2 1 Aus einem Stamme, ja von einer Mutter, gingen zwei Völker hervor. @@ -46516,7 +46534,7 @@ Ezechiel Ez 33 23 47 Et lapidentur lapidibus populorum, et confodiantur gladiis Ezechiel Ez 33 23 48 Et auferam scelus de terra, et discent omnes mulieres ne faciant secundum scelus earum. So will ich die Lasterhaftigkeit aus dem Lande schaffen und alle Frauen sollen lernen, nicht Unzucht zu begehen gleich jenen. Ezechiel Ez 33 23 49 Et dabunt scelus vestrum super vos, et peccata idolorum vestrorum portabitis: et scietis quia ego Dominus Deus. Und sie werden eure Unzucht über euch kommen lassen und ihr werdet die mit euren Götzen begangenen Sünden tragen müssen; damit ihr erkennet, dass ich der Herr, Gott, bin!⁴⁷ Ezechiel Ez 33 23 49 47 Dies alles soll geschehen, damit die Bosheit hinweggenommen werde von der Erde und alle Städte und Provinzen lernen, sich vor ähnlichen Freveln zu hüten. Und ihr, wenn ihr empfangen, was euer Götzendienst euch zugezogen, erkennet, dass ich der Herr bin. (Hier.) Wenngleich das Reich Israel bereits längst zerstört war (722 v. Chr.), verkündigt der Prophet doch beiden Schwestern ihre Strafe, da er das ganze Volk zusammenfasst. Zudem ward durch die Zerstörung des Reiches Juda jener Untergang eines Teiles des Gesamtvolkes Israel vollendet, so dass nun das Volk Jakob nur noch eine Ruine bildete. Diese Heimsuchung Judas war zur Zeit, wo der Prophet redete, noch zukünftig. -Ezechiel Ez 33 24 0 I. Gleichnis über die Not der Belagerung. (V. 14) K. Die Trauer um den Untergang des Reiches wird nicht gehalten werden dürfen. +Ezechiel Ez 33 24 0 I. Gleichnis über die Not der Belagerung. (V. 14) K. Die Trauer um den Untergang des Reiches wird nicht gehalten werden dürfen. Ezechiel Ez 33 24 1 Et factum est verbum Domini ad me in anno nono, in mense decimo, decima die mensis, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich im neunten Jahre,¹ im zehnten Monate, am zehnten Tage des Monats, also lautend: Ezechiel Ez 33 24 1 1 Das neunte Jahr nach der Wegführung des Königs Joachin [Ez 1,2] ist zugleich das neunte Jahr des an die Stelle jenes getretenen Königs Sedekias. Der gleiche Tag wird erwähnt [2Kön 25,1] und [Jer 39,1] und [Jer 52,4]. Ezechiel Ez 33 24 2 Fili hominis scribe tibi nomen diei hujus, in qua confirmatus est rex Babylonis adversum Jerusalem hodie. Menschensohn! schreibe dir den Namen dieses Tages auf, denn² heute nimmt der König von Babylon feste Stellung wider Jerusalem. @@ -46577,7 +46595,7 @@ Ezechiel Ez 33 24 25 32 Töricht war ihr Rühmen und ihr Vertrauen auf den Temp Ezechiel Ez 33 24 26 In die illa cum venerit fugiens ad te, ut annuntiet tibi: wenn an dem Tage ein Flüchtling zu dir kommt, um dir Kunde zu bringen, Ezechiel Ez 33 24 27 In die, inquam, illa aperietur os tuum cum eo, qui fugit: et loqueris, et non silebis ultra: erisque eis in portentum, et scietis quia ego Dominus. an jenem Tage, sage ich, wird dein Mund aufgetan werden zugleich mit dem des Flüchtlings;³³ du sollst reden und nicht mehr schweigen und du wirst ihnen zum Wahrzeichen sein und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin! Ezechiel Ez 33 24 27 33 Bis dahin redete der Prophet, wie [Ez 3,26.27] zeigt, nur auf besonderen Befehl Gottes zeitweise zum Volke; wenn aber jener Bote kommt, wird er frei reden. Die Ankunft des Boten siehe [Ez 33,21]. Die rechte Frucht der Wegführung, deren Reisen das Vertrauen auf Stadt und Reich noch hindert, wird erst nach dem Falle des Reiches sich zeigen. -Ezechiel Ez 33 25 0 5. Fünfte Reihe von Weissagungen. (Kap. 25,1 Kap. 32,32) A. Weissagungen gegen benachbarte Völker. (V. 1 17) a. Gegen Ammon und Moab. (V. 11) b. Gegen Edom und die Philister. +Ezechiel Ez 33 25 0 5. Fünfte Reihe von Weissagungen. (Kap. 25,1 Kap. 32,32) A. Weissagungen gegen benachbarte Völker. (V. 1 17) a. Gegen Ammon und Moab. (V. 11) b. Gegen Edom und die Philister. Ezechiel Ez 33 25 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich also:¹ Ezechiel Ez 33 25 1 1 Die vorhergehenden Gerichte sind dem auserwählten Volke verkündet. Es folgen Verkündigungen gegen andere Völker. Vergl. [Jer 25,15ff]. Gott tut sich durch dieselben als Herr und Herrscher aller Völker kund, der alle zu dem Reiche des Heiles beruft. Ezechiel Ez 33 25 2 Fili hominis pone faciem tuam contra filios Ammon, et prophetabis de eis. Menschensohn! richte dein Angesicht wider die Söhne Ammons und weissage über sie.² @@ -46614,7 +46632,7 @@ Ezechiel Ez 33 25 15 18 Wahrscheinlich waren nach der Einnahme der Stadt einige Ezechiel Ez 33 25 16 Propterea hæc dicit Dominus Deus: Ecce ego extendam manum meam super Palæstinos, et interficiam interfectores, et perdam reliquias maritimæ regionis: darum spricht der Herr, Gott, also: Siehe, ich werde meine Hand über die Philister ausstrecken und die Mörder töten und die Überbleibsel an der Meeresküste vertilgen¹⁹ Ezechiel Ez 33 25 16 19 Hebr.: Ausrotten die Kreter (Kerether, Südstamm der Philister), vergl. [1Sam 30,14], und untergehen lassen den Überrest am Gestade des Meeres. Das ganze Volk soll untergehen. Ezechiel Ez 33 25 17 Faciamque in eis ultiones magnas arguens in furore: et scient quia ego Dominus, cum dedero vindictam meam super eos. und ich will an ihnen gewaltige Rache üben und sie im Grimme strafen und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Rache an ihnen übe. -Ezechiel Ez 33 26 0 B. Weissagungen gegen die Phönizier. (Kap. 26 28) a. Der Untergang von Tyrus. (V. 15) b. Der durch den Untergang von Tyrus verursachte Schrecken. +Ezechiel Ez 33 26 0 B. Weissagungen gegen die Phönizier. (Kap. 26 28) a. Der Untergang von Tyrus. (V. 15) b. Der durch den Untergang von Tyrus verursachte Schrecken. Ezechiel Ez 33 26 1 Et factum est in undecimo anno, prima mensis, factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es geschah im elften Jahre,¹ am ersten des Monats, erging das Wort des Herrn an mich also: Ezechiel Ez 33 26 1 1 Im elften Jahre nach der Wegführung des Jechonias, das zugleich das elfte des Königs Sedekias ist. Die Zahl des Monats ist in den Handschriften ausgefallen. Ezechiel Ez 33 26 2 Fili hominis, pro eo quod dixit Tyrus de Jerusalem: Euge confractæ sunt portæ populorum, conversa est ad me: implebor, deserta est. Menschensohn! dafür, dass Tyrus² über Jerusalem gerufen: Ha, zerbrochen ist die Pforte der Völker,³ es⁴ wendet sich mir zu; ich werde mächtig werden, jenes ist verödet, @@ -46659,7 +46677,7 @@ Ezechiel Ez 33 26 20 21 Dem längst verschollenen Volke, das nur noch in der vo Ezechiel Ez 33 26 20 22 Während aber der Pomp der Stadt Tyrus in Dunkelheit versinkt, offenbart Gott seine Herrlichkeit im Lande der Lebenden, spendet seine Wohltaten und breitet seine Herrschaft aus. Was den Menschen erhaben erscheint, verdemütigt Gott, nur was bei ihm hoch steht, die ewigen Gaben, die er den Menschen verleiht, sind wahre Güter. Ezechiel Ez 33 26 21 In nihilum redigam te, et non eris, et requisita non invenieris ultra in sempiternum, dicit Dominus Deus. dann werde ich dich vernichten²³ und du wirst nicht mehr sein; man wird dich suchen, aber du wirst in Ewigkeit nicht mehr gefunden, spricht der Herr, Gott. Ezechiel Ez 33 26 21 23 Hebr.: Ein jähes Ende will ich mit dir machen. -Ezechiel Ez 33 27 0 c. Der Reichtum der Stadt Tyrus. (V. 11) d. Der Handel und die Macht von Tyrus. (V. 25) e. Der Schiffbruch der Stadt Tyrus. +Ezechiel Ez 33 27 0 c. Der Reichtum der Stadt Tyrus. (V. 11) d. Der Handel und die Macht von Tyrus. (V. 25) e. Der Schiffbruch der Stadt Tyrus. Ezechiel Ez 33 27 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich also: Ezechiel Ez 33 27 2 Tu ergo fili hominis assume super Tyrum lamentum: Stimme denn, o Menschensohn! ein Klagelied an über Tyrus Ezechiel Ez 33 27 3 Et dices Tyro, quæ habitat in introitu maris, negotiationi populorum ad insulas multas: Hæc dicit Dominus Deus: O Tyre, tu dixisti: perfecti decoris ego sum, und sprich zu Tyrus, das am Zugange des Meeres wohnt,¹ das Handel treibt mit den Völkern nach vielen Inseln hin: Also spricht der Herr, Gott: O Tyrus! du sprachest: Ich bin der Schönheit Vollendung @@ -46744,7 +46762,7 @@ Ezechiel Ez 33 27 35 46 Hebr.: schaudern gewaltig, finsteren Angesichts. Der Un Ezechiel Ez 33 27 36 Negotiatores populorum sibilaverunt super te: ad nihilum deducta es, et non eris usque in perpetuum. Die Handel trieben unter den Völkern, zischen über dich,⁴⁷ zu nichts bist du geworden und wirst nicht mehr sein in Ewigkeit!⁴⁸ Ezechiel Ez 33 27 36 47 Gebärde des Staunens, doch mischt sich hier die Schadenfreude in das Grausen ob dem Gerichte Gottes. Ezechiel Ez 33 27 36 48 Vergl. [Jer 9,23.24]. -Ezechiel Ez 33 28 0 f. Der Stolz des Königs von Tyrus wird gedemütigt. (V. 10) g. Trauergesang. (V. 19) h. Drohungen gegen Sidon. +Ezechiel Ez 33 28 0 f. Der Stolz des Königs von Tyrus wird gedemütigt. (V. 10) g. Trauergesang. (V. 19) h. Drohungen gegen Sidon. Ezechiel Ez 33 28 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn also:¹ Ezechiel Ez 33 28 1 1 Der innerste Grund wird angegeben, warum Gott Tyrus stürzen wird. Es ist der gleiche, der Ninive und Babylons Untergang herbeigeführt [Jes 14,13; Jes 47,7; Zef 2,15] der Stolz, sich selbst für eine Gottheit zu halten. Ezechiel Ez 33 28 2 Fili hominis, dic principi Tyri: Hæc dicit Dominus Deus: Eo quod elevatum est cor tuum, et dixisti: deus ego sum, et in cathedra Dei sedi in corde maris: cum sis homo, et non Deus, et dedisti cor tuum quasi cor Dei. Menschensohn! sprich zu den Fürsten von Tyrus: So spricht der Herr, Gott: Weil dein Herz sich erhoben und du gesprochen hast: Ich bin Gott und sitze auf dem Throne Gottes im Herzen des Meeres, während du doch ein Mensch bist und nicht Gott, und weil du dein Herz dem Herzen Gottes gleichgestellt hast;² - @@ -46803,7 +46821,7 @@ Ezechiel Ez 33 28 25 30 Gott wird sich heilig und als Liebhaber der Heiligkeit Ezechiel Ez 33 28 26 Et habitabunt in ea securi: et ædificabunt domos, et plantabunt vineas, et habitabunt confidenter, cum fecero judicia in omnibus, qui adversantur eis per circuitum: et scient quia ego Dominus Deus eorum. Und sie sollen ungestört darin wohnen, Häuser bauen und Weinberge anpflanzen und in Sicherheit wohnen,³¹ wenn ich Gericht an allen geübt, die ringsum ihnen feind sind, und sie sollen erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin!³² Ezechiel Ez 33 28 26 31 Nach der Norm des Alten Testamentes bedeutet dies, dass wahre Frömmigkeit unter dem Volke herrschen wird. Vergl. [Jes 65,21; Am 9,13; Mi 7,14]. Ezechiel Ez 33 28 26 32 Der Gott, der die verheißenen Bundesgüter reich gewährt, seinen Freunden zur Glückseligkeit, seinen Feinden zum Schrecken und zum Untergange. So werden beide durch die Tat das erfahren, was Gottes Name Jahve bedeutet. -Ezechiel Ez 33 29 0 C. Weissagungen gegen Ägypten. (Kap. 29 Kap. 32) a. Der Stolz des Königs wird gedemütigt werden. (V. 16) b. Der König von Babylon wird als Rächer von Gott über Ägypten kommen. +Ezechiel Ez 33 29 0 C. Weissagungen gegen Ägypten. (Kap. 29 Kap. 32) a. Der Stolz des Königs wird gedemütigt werden. (V. 16) b. Der König von Babylon wird als Rächer von Gott über Ägypten kommen. Ezechiel Ez 33 29 1 In anno decimo, decimo mense, undecima die mensis, factum est verbum Domini ad me, dicens: Im zehnten Jahre, im zehnten Monat, am elften Tage des Monats,¹ erging das Wort des Herrn an mich, also lautend: Ezechiel Ez 33 29 1 1 Die Weissagungen gegen Ägypten sind sieben an der Zahl. Die erste, vierte und fünfte sind kurz vor der Eroberung von Jerusalem vom Propheten verkündet, die sechste und siebte bald nach derselben; die zweite und wohl auch die dritte einige Zeit vor dem Zuge des Nabuchodonosor gegen Ägypten, der um das Jahr 568 oder 567 vor Chr. statthatte. Warum der Prophet so viele Weissagungen gegen Ägypten verkündete, erklärte die Zeitumstände. Die Juden um Jerusalem und mit ihnen die nach Babylon Weggeführten hofften, die Ägypter würden Assyrien besiegen oder wenigstens werde sich das Reich Juda mit Hilfe Ägyptens vom Joche Babylons befreien. Vergl. [Ez 17,7; Jer 2,36; Jer 37,6] u.a. Ezechiel mahnt die Weggeführten, sich voll und ganz ohne törichte Hoffnungen der Herrschaft der Chaldäer zu unterwerfen, bis Gott ihnen zu seiner Zeit einen Befreier senden und die Theokratie herstellen werde. [Mi 7,9] Der König von Ägypten Ephree versuchte, Jerusalem zu Hilfe zu kommen, als die Chaldäer es belagerten. Als hierauf zwischen den Bewohnern von Cyrene und von Libyen Feindschaft entstand, riefen diese den König von Ägypten zu Hilfe, doch ward Ephree mit seinem Heere geschlagen und musste, um in eigenen Lande Unruhen zu vermeiden, seinen Verwandten Amasis und Mitkönige annehmen. Beide regierten etwa 570 564 gemeinsam in Ägypten. Um diese Zeit (568 oder 567) fiel Nabuchodonosor in Ägypten ein und drang erfolgreich bis Syene vor. Amasis (564 526) führte einen Krieg gegen die Araber, unterwarf sich auf einige Zeit die Städte auf Cypern und verband sich mit Krösus. Nach dessen Niederlage indes wagte er nichts gegen die Perser zu unternehmen. Unter seiner Herrschaft war Ägypten auf das Gebiet vom Niltal am Mittelländischen Meer bis zu den Katarakten von Assuan beschränkt, so dass es unter dem letzten Könige sich nur so weit ausdehnte wie unter dem ersten Menes. Nach Amasis herrschte durch einige Monate Psammetich III., bis Kambyses von Persien Ägypten unterwarf. Das zehnte Jahr ist das zehnte nach der Wegführung Joachins, also auch das zehnte des Königs Sedekias. Etwa sechs Monate vor der Zerstörung Jerusalems erhält der Prophet den Befehl, den Untergang Ägyptens zu verkünden. Ezechiel Ez 33 29 2 Fili hominis, pone faciem tuam contra Pharaonem regem gypti, et prophetabis de eo, et de gypto universa: Menschensohn! richte dein Angesicht gegen Pharao, den König von Ägypten, und weissage über ihn und über ganz Ägypten. @@ -46848,7 +46866,7 @@ Ezechiel Ez 33 29 20 Et operi, quo servivit adversus eam: dedi ei terram gypti, Ezechiel Ez 33 29 20 22 Hebr.: Als seinen Werklohn, um den er gedient hat, gebe ich ihm das Land Ägypten. Der König beginnt sein Unternehmen aus Stolz und Herrschsucht, Gott aber bestimmt, dass ihm Ägyptens Schätze zuteil werden sollen. Manches ordnet Gott selbst an, anderes lässt er zu, bald dem freien Willen des Menschen Raum lassend, bald zulassend, dass die, welche Strafe verdienen, solche durch andere erdulden. Um zu zeigen, dass der König durch seine Zulassung so mächtig ist, verheißt Gott, ihn zu belohnen. (Theod.) Den Juden wie den Heiden wurde durch diese Weissagungen gezeigt, dass Gott der Herrscher über alle Völker ist, nicht ein Landes- und Nationalgott. Ezechiel Ez 33 29 21 In die illo pullulabit cornu domui Israel, et tibi dabo apertum os in medio eorum: et scient quia ego Dominus. An jenem Tage wird dem Hause Israel ein Horn sprossen²³ und ich werde dich mitten unter ihnen frei reden lassen und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin! Ezechiel Ez 33 29 21 23 Hebr.: An jenem Tage will ich ein Horn sprossen lassen dem Hause Israel. Das Horn ist das Bild der Macht, Stärke oder auch der Herrschaft. Wenn Gott Ägypten demütigt, ist dies für die Israeliten ein Unterpfand, dass auch die übrigen Weissagungen über die Wiederherstellung des Volkes erfüllt werden, dass Israels Macht und Reich wieder erblühen werden. Einen vorbedeutenden Anfang davon sehen viele Erklärer, nicht mit Unrecht, in der Erhöhung des Jechonias. [2Kön 25,37; Jer 52,31] An jenem Tage: Mag alles zusammenbrechen, Gottes Verheißungen an sein Volk werden bestehen bleiben, ja, die Demütigung der anderen wird gleichsam eine Vorbereitung sein auf die Wiederherstellung des Reiches Israel. Wenn die Prophezeiung über Ägypten in Erfüllung gegangen, wird auch niemand mehr wagen, die weiteren Weissagungen des durch göttliches Zeugnis empfohlenen Propheten in Zweifel zu ziehen. -Ezechiel Ez 33 30 0 c. Weitere Beschreibung der Strafe Ägyptens. (V. 19) d. Der Arm Pharaos wird gebrochen. +Ezechiel Ez 33 30 0 c. Weitere Beschreibung der Strafe Ägyptens. (V. 19) d. Der Arm Pharaos wird gebrochen. Ezechiel Ez 33 30 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn, lautend: Ezechiel Ez 33 30 2 Fili hominis propheta, et dic: Hæc dicit Dominus Deus: Ululate, væ, væ diei: Menschensohn! weissage und sprich: So spricht der Herr, Gott: Klaget:¹ Wehe, wehe, ob des Tages!² Ezechiel Ez 33 30 2 1 Der Seher schreitet von der letzten Weissagung über eine Verwüstung dazu fort, den Untergang Ägyptens im Allgemeinen zu beklagen, wie ähnliches bei den Propheten nicht selten ist. Wie furchtbar das Gericht sein wird, geht daraus hervor, dass der Herr selbst befiehlt, eine große Wehklage anzustellen. @@ -46911,7 +46929,7 @@ Ezechiel Ez 33 30 24 Et confortabo brachia regis Babylonis, daboque gladium meum Ezechiel Ez 33 30 24 36 Hebr.: Singular. Der König von Ägypten wird vor dem Könige von Babylon seufzen wie ein vom Schwerte Durchbohrter, also gleichsam schmerzvoll sein Leben aushauchen: Ägypten wird schwere Niederlagen erleiden und fast untergehen. Ezechiel Ez 33 30 25 Et confortabo brachia regis Babylonis, et brachia Pharaonis concident: et scient quia ego Dominus, cum dedero gladium meum in manu regis Babylonis, et extenderit eum super terram gypti. Ja, die Arme des Königs von Babylon will ich stärken, doch die Arme Pharaos sollen erlahmen und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich dem Könige von Babylon mein Schwert in die Hand gebe, dass er es wider das Land Ägypten schwinge. Ezechiel Ez 33 30 26 Et dispergam gyptum in nationes, et ventilabo eos in terras, et scient quia ego Dominus. Und ich werde Ägypten unter die Völker zerstreuen und sie unter die Länder worfeln und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. -Ezechiel Ez 33 31 0 e. Die hohe Zeder, Assyrien, wird umgehauen, ein Vorbild für den Sturz Ägyptens. +Ezechiel Ez 33 31 0 e. Die hohe Zeder, Assyrien, wird umgehauen, ein Vorbild für den Sturz Ägyptens. Ezechiel Ez 33 31 1 Et factum est in anno undecimo, tertio mense, una mensis, factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es geschah im elften Jahre, im dritten Monat, am ersten des Monats, da erging an mich das Wort des Herrn also: Ezechiel Ez 33 31 2 Fili hominis dic Pharaoni regi gypti, et populo ejus: Cui similis factus es in magnitudine tua? Menschensohn! sprich zu Pharao, dem Könige von Ägypten, und zu seinem Volke: Wem bist du gleich geworden in deiner Größe?¹ Ezechiel Ez 33 31 2 1 Anspielung auf die ungeheure Meinung, welche Ägypten von seiner Macht und Größe hatte. Aber war nicht auch Assur ein altes und mächtiges Reich und ging dennoch kläglich zugrunde? @@ -46954,7 +46972,7 @@ Ezechiel Ez 33 31 18 21 Hebr.: In Herrlichkeit und Größe unter den Bäumen Ed Ezechiel Ez 33 31 18 22 Edens. Ezechiel Ez 33 31 18 23 Die Unbeschnittenen sind den Juden verächtlich. Auch aus dem Sinne der Ägypter kann das Wort gewählt sein, da diese großes Gewicht auf die Beschneidung legten. Ezechiel Ez 33 31 18 24 Und nicht gebührend ehrenvoll bestattet. -Ezechiel Ez 33 32 0 f. Klagelied über Pharao. (V. 16) g. Der Untergang der Feinde Gottes. +Ezechiel Ez 33 32 0 f. Klagelied über Pharao. (V. 16) g. Der Untergang der Feinde Gottes. Ezechiel Ez 33 32 1 Et factum est, duodecimo anno, in mense duodecimo, in una mensis, factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es geschah im zwölften Jahre,¹ im zwölften Monat, am ersten des Monats, da erging an mich das Wort des Herrn, also lautend: Ezechiel Ez 33 32 1 1 Manche hebräische Handschriften dienten das elfte Jahr. Ezechiel Ez 33 32 2 Fili hominis assume lamentum super Pharaonem regem gypti, et dices ad eum: Leoni gentium assimilatus es, et draconi, qui est in mari: et ventilabas cornu in fluminibus tuis, et conturbabas aquas pedibus tuis, et conculcabas flumina eorum. Menschensohn! stimme ein Klagelied an über Pharao, den König von Ägypten, und sprich zu ihm: Du warst wie ein Löwe unter den Völkern, wie ein Drache im Meere,² du schwangest das Horn in deinen Strömen,³ trübtest die Wasser mit deinen Füßen und wühltest ihre Fluten auf. @@ -47029,7 +47047,7 @@ Ezechiel Ez 33 32 31 Vidit eos Pharao, et consolatus est super universa multitud Ezechiel Ez 33 32 31 41 Pharao mag sich in der Unterwelt mit dem Schicksal der anderen trösten, wie diese es mit dem seinigen tun nach [Ez 31,16]. Ezechiel Ez 33 32 32 Quia dedi terrorem meum in terra viventium, et dormivit in medio incircumcisorum cum interfectis gladio: Pharao et omnis multitudo ejus: ait Dominus Deus. Denn ich lasse meinen Schrecken kommen über das Land der Lebenden,⁴² Pharao mit all seinem Volke muss unter den Unbeschnittenen bei den durch das Schwert Erschlagenen ruhen, spricht der Herr, Gott. Ezechiel Ez 33 32 32 42 Gott will durch die Strafe, welche er über die Missetäter verhängt, die Menschen Furcht vor seiner Herrschaft lehren. -Ezechiel Ez 33 33 0 III. Wiederherstellung der Theokratie. (Kap. 33 Kap. 48) 1. Erste Reihe von Weissagungen. (Kap. 33 Kap. 38) A. Einleitung zu den Verheißungen. (Kap. 33) a. Die Aufgabe des prophetischen Amtes. (V. 20) Mahnung an die in Palästina Zurückgebliebenen. +Ezechiel Ez 33 33 0 III. Wiederherstellung der Theokratie. (Kap. 33 Kap. 48) 1. Erste Reihe von Weissagungen. (Kap. 33 Kap. 38) A. Einleitung zu den Verheißungen. (Kap. 33) a. Die Aufgabe des prophetischen Amtes. (V. 20) Mahnung an die in Palästina Zurückgebliebenen. Ezechiel Ez 33 33 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich also:¹ Ezechiel Ez 33 33 1 1 Nachdem der Prophet die Gerichte Gottes über Israel und die anderen Völker verkündet, folgt nun die Verheißung der Wiederherstellung, da Jahve, der Bundesgott, in besonderer Weise Sems Gott ist, so dass zuletzt auch Japhet in den Hütten Sems wohnen (seines Friedens und seiner Güter teilhaftig werden) soll. [Gen 9,26.27] Da in der Nachkommenschaft Abrahams, Isaaks und Jakobs alle Völker gesegnet werden sollen, kann Gottes Reich, das in dieser Familie errichtet, nicht gänzlich untergehen, sondern muss, selbst wenn es durch die Bosheit der Menschen unterdrückt und fast vernichtet wird, Gottes Wahrhaftigkeit und Treue gemäß wiederhergestellt und endlich zu der Stufe der Vollkommenheit emporgeführt werden, dass es durch keine Bosheit der Menschen mehr verdunkelt zu werden vermag. Eben dies folgt aus den Verheißungen über das ewige Reich und Zepter, die dem Stamme Juda zuteil geworden und nochmals an das Haus und den Thron Davids feierlichst gebunden worden sind. [Gen 49,10; 2Sam 7,14ff; Ps 88,37ff] Deshalb ist es stehende Gewohnheit der Propheten, dass sie, wenn sie die Heimsuchung und den Sturz verkündet haben, alsbald dazu übergehen, die glückliche Wiederherstellung zu beschreiben. Doch, wenn auch Gottes Reich wiederhergestellt wird, wird das Volk, welches nach Herkunft und Beruf wohl die erste Stelle in demselben einnehmen sollte, auch diese wirklich Erlangen? Von Israels Eifer, Gott zu gehorchen, wird dies abhängen, wie bereits Moses gemahnt [Dtn 30,1.10.17]. Ezechiel Ez 33 33 2 Fili hominis loquere ad filios populi tui, et dices ad eos: Terra cum induxero super eam gladium, et tulerit populus terræ virum unum de novissimis suis, et constituerit eum super se speculatorem: Menschensohn! rede zu den Söhnen deines Volkes und sprich zu ihnen: Wenn ich das Schwert über ein Land herführe und das Volk des Landes nimmt aus seinen Geringsten² einen Mann und stellt ihn für sich zum Wächter auf @@ -47094,7 +47112,7 @@ Ezechiel Ez 33 33 32 Et es eis quasi carmen musicum, quod suavi, dulcique sono c Ezechiel Ez 33 33 32 30 Was der Prophet von der künftigen Wiederherstellung sagt, hören sie gern, aber was sie tun sollen, sich auf jene vorzubereiten und ihrer würdig zu machen, weisen sie zurück. Ezechiel Ez 33 33 33 Et cum venerit quod prædictum est (ecce enim venit) tunc scient quod prophetes fuerit inter eos. Aber wenn das eintrifft, was vorhergesagt ist (und siehe, es trifft ein), dann werden sie erkennen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.³¹ Ezechiel Ez 33 33 33 31 Der Prophet soll sich durch den geringen Erfolg, den er zurzeit hat, nicht entmutigen zu lassen, denn wenigstens aus der Erfüllung seiner Weissagung wird man erkennen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen. Ein unwiderlegliches Zeugnis wird da sein, das Gott die höchste Ehre bringt. Die Erfüllung beweist ja, dass Gott allwissend ist und dass er der höchste Lenker aller Dinge ist, der sich durch seine Offenbarung den Menschen mitgeteilt. Wenn die Israeliten auch jetzt die Drohungen gegen die ungebesserten Glieder des Volkes zu leicht nehmen, so wird doch eine Zeit kommen, wo sie erkennen, wie ernstlich alles gemeint war. -Ezechiel Ez 33 34 0 B. Verheißung des guten Hirten. (Kap. 34) a. Schlechte Hirten haben die Herde zugrunde gehen lassen. (V. 10) b. Gott selbst wird seine Herde wahren. (V. 22) c. Der Messias, der gute Hirt. +Ezechiel Ez 33 34 0 B. Verheißung des guten Hirten. (Kap. 34) a. Schlechte Hirten haben die Herde zugrunde gehen lassen. (V. 10) b. Gott selbst wird seine Herde wahren. (V. 22) c. Der Messias, der gute Hirt. Ezechiel Ez 33 34 1 Et factum est verbum Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich also:¹ Ezechiel Ez 33 34 1 1 Die bis zu [Ez 40] folgenden Weissagungen haben keine Zeitangabe. Die Prophezeiungen, welche Ezechiel zwischen dem zwölften [Ez 33,21] und fünfundzwanzigsten Jahre der Wegführung des Jechonias [Ez 40] verkündete, werden hier ihrem wesentlichsten Inhalte nach wiedergegeben. Ezechiel Ez 33 34 2 Fili hominis propheta de pastoribus Israel: propheta, et dices pastoribus: Hæc dicit Dominus Deus: Væ pastoribus Israel, qui pascebant semetipsos: nonne greges a pastoribus pascuntur? Menschensohn! weissage über die Hirten Israels, weissage und verkünde den Hirten: So spricht der Herr, Gott: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weideten!² Sollten nicht die Herden von den Hirten geweidet werden? [Jer 23,1; Ez 13,3] @@ -47161,7 +47179,7 @@ Ezechiel Ez 33 34 30 Et scient quia ego Dominus Deus eorum cum eis, et ipsi popu Ezechiel Ez 33 34 30 34 Jahve ist der, der da ist, der treue Bundesgott. Ezechiel Ez 33 34 31 Vos autem greges mei, greges pascuæ meæ homines estis: et ego Dominus Deus vester, dicit Dominus Deus. Ihr aber seid meine Herde, die Herde meiner Weide, Menschen,³⁵ und ich, der Herr, bin euer Gott, spricht der Herr, Gott. [Joh 10,11] Ezechiel Ez 33 34 31 35 Alle diese Güter werden ihnen zuteil werden, weil der Herr, ihr gütiger Hirt, für seine Herde Sorge tragen wird und seiner Allmacht und Liebe gemäß dies gewähren kann und will. Das Wort Menschen fehlt in der Septuag und im Chald. Will man es beibehalten, so wird durch die Einfügung der große Unterschied betont, der zwischen Gott und den Menschen besteht: Nicht von der Menschen eigenen Kraft sind jene Güter zu erwarten, sondern Gottes Macht allein vermag die Kinder Adams so hoch zu erheben. -Ezechiel Ez 33 35 0 C. Zwei Unterpfänder der Wiederherstellung. (Kap. 35,1 Kap. 37,28) a. Weissagung gegen Edom. +Ezechiel Ez 33 35 0 C. Zwei Unterpfänder der Wiederherstellung. (Kap. 35,1 Kap. 37,28) a. Weissagung gegen Edom. Ezechiel Ez 33 35 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging das Wort des Herrn an mich also:¹ Ezechiel Ez 33 35 1 1 Als Vorspiel und Anfang der Wiederherstellung gilt bei den Propheten die Rückkehr nach Palästina. Ein Hindernis für diese lag darin, dass ein Teil des Landes von fremden Völkern besetzt war, dieses also muss beseitigt werden, sollen die Herzen sich der Verheißung mit aller Zuversicht zuwenden. Die Weissagung über Edom soll dem Volke Trost bringen und zugleich ihm einen Beweis geben, wie ernstlich die Verheißung der Rückkehr von Gott gemeint ist. Ezechiel Ez 33 35 2 Fili hominis pone faciem tuam adversum montem Seir, et prophetabis de eo, et dices illi: Menschensohn! richte dein Angesicht gegen das Gebirge Seir² und weissage über dasselbe und sprich zu ihm: @@ -47193,7 +47211,7 @@ Ezechiel Ez 33 35 14 Hæc dicit Dominus Deus: Lætante universa terra, in solitu Ezechiel Ez 33 35 14 15 Wie du dich über das Unglück anderer gefreut, so soll die ganze Erde über deinen Untergang, des Sitzes der größten Ruchlosigkeit, sich freuen. Niemand wird mit dir Mitleid haben. Ezechiel Ez 33 35 15 Sicuti gavisus es super hereditatem domus Israel, eo quod fuerit dissipata, sic faciam tibi: dissipatus eris mons Seir, et Idumæa omnis: et scient quia ego Dominus. Wie du dich freutest über das Erbe des Hauses Israel, weil es verödet war, so werde ich auch dir tun;¹⁶ du wirst verödet werden, Gebirge Seir und du ganz Idumäa! und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. Ezechiel Ez 33 35 15 16 Strafe der Wiedervergeltung. -Ezechiel Ez 33 36 0 b. Wiederherstellung Israels. (V. 15) c. Israel wird zurückkehren, nicht seiner Verdienste halber, sondern Gottes Ehre wegen. +Ezechiel Ez 33 36 0 b. Wiederherstellung Israels. (V. 15) c. Israel wird zurückkehren, nicht seiner Verdienste halber, sondern Gottes Ehre wegen. Ezechiel Ez 33 36 1 Tu autem fili hominis propheta super montes Israel, et dices: Montes Israel audite verbum Domini. Du aber, Menschensohn! weissage über die Berge Israels und sprich: Berge Israels, hört das Wort des Herrn! Ezechiel Ez 33 36 2 Hæc dicit Dominus Deus: Eo quod dixerit inimicus de vobis: Euge, altitudines sempiternæ in hereditatem datæ sunt nobis: So spricht der Herr, Gott: Weil der Feind über euch gerufen hat: Ha, die ewigen Höhen¹ sind uns als Erbbesitz eigen geworden! Ezechiel Ez 33 36 2 1 Vielleicht liegt in dem Ausdruck ewige Höhen ein Spott über die Verheißungen eines ewigen Bündnisses, durch welche der Herr das Volk Israel zu seinem Volke gemacht. @@ -47271,7 +47289,7 @@ Ezechiel Ez 33 36 37 37 Viele Juden waren im Kriege umgekommen, wenige in Palä Ezechiel Ez 33 36 37 38 Der Vergleich soll eine schnelle Vermehrung in kurzer Zeit veranschaulichen. Ezechiel Ez 33 36 38 Ut gregem sanctum, ut gregem Jerusalem in solemnitatibus ejus: Sic erunt civitates desertæ, plenæ gregibus hominum: et scient quia ego Dominus. wie eine geweihte Herde, wie die Herde in Jerusalem an dessen hohen Festen,³⁹ so sollen die verödeten Städte voll werden von Menschenherden, und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. Ezechiel Ez 33 36 38 39 Wie Jerusalem zu den drei Festzeiten des Jahres mit Schafherden, die zum Opfer bestimmt sind, angefüllt ist, vergl. z.B. [2Chr 35,7-9], so werden die Städte voll sein. Diese Vermehrung es theokratischen Volkes wird besonders von der Zeit des Messias vorausgesagt. Vergl. [Jes 66,8; Jer 3,16; Jer 30,19; Jer 33,22; Hos 1,10; Mi 2,12]. -Ezechiel Ez 33 37 0 d. Das bereits verstorbene Volk wird zum Leben zurückgerufen. (V. 14) e. Das neue theokratische Volk. +Ezechiel Ez 33 37 0 d. Das bereits verstorbene Volk wird zum Leben zurückgerufen. (V. 14) e. Das neue theokratische Volk. Ezechiel Ez 33 37 1 Facta est super me manus Domini, et eduxit me in spiritu Domini: et dimisit me in medio campi, qui erat plenus ossibus: Die Hand des Herrn kam über mich und führte mich hinaus im Geiste des Herrn¹ und ließ mich nieder inmitten eines Feldes, das voll von Gebeinen war. Ezechiel Ez 33 37 1 1 Hebr.: Und Jahve führte mich hinaus im Geiste. Nicht körperlich ward ich versetzt, sondern das Folgende ward mir im Gesichte Gezeigt. Es war mir, als ob ich hinausging auf ein Feld usw. Ezechiel Ez 33 37 2 Et circumduxit me per ea in gyro: erant autem multa valde super faciem campi, siccaque vehementer. Und er führte mich an ihnen ringsum vorüber, es waren ihrer aber sehr viele über das Feld hin zerstreut und sie waren ganz dürr.² @@ -47326,7 +47344,7 @@ Ezechiel Ez 33 37 27 Et erit tabernaculum meum in eis: et ero eis Deus, et ipsi Ezechiel Ez 33 37 27 25 Zur Zeit des Messias wird alles dies vollkommen eintreffen, zumal ja der Bund Gottes mit seinem Volke seiner ganzen Natur nach jene abzielt. Ezechiel Ez 33 37 28 Et scient gentes quia ego Dominus sanctificator Israel, cum fuerit sanctificatio mea in medio eorum in perpetuum. So sollen die Völker dann erkennen, dass ich, der Herr, Israel heilige, wenn mein Heiligtum auf immer in ihrer Mitte sein wird.²⁶ Ezechiel Ez 33 37 28 26 Auch die Heiden werden zur Erkenntnis Gottes kommen und Gottes Ehre, das letzte Ziel seiner Werke, die Herrschaft erlangen. Gott wird selbst sein Volk zu aller Heiligkeit leiten. (Wohnung V. 27) Die Völker aber werden, wenn Gott sein Reich gegründet, erkennen, dass er, Jahve, das im Werke vollbracht hat, was er mit Verbürgung seines heiligsten Namens verheißen. -Ezechiel Ez 33 38 0 D. Die letzte Niederlage der Feinde des Gottesreiches. (Kap. 38, Kap. 39) a. Das Heer Gogs. (V. 9) b. Der Angriff und die Niederlage Gogs und seiner Bundesgenossen. +Ezechiel Ez 33 38 0 D. Die letzte Niederlage der Feinde des Gottesreiches. (Kap. 38, Kap. 39) a. Das Heer Gogs. (V. 9) b. Der Angriff und die Niederlage Gogs und seiner Bundesgenossen. Ezechiel Ez 33 38 1 Et factus est sermo Domini ad me, dicens: Und es erging an mich das Wort des Herrn, also:¹ Ezechiel Ez 33 38 1 1 Das Reich Gottes scheint den Völkern schwach und ohne Kraft, da es dessen entbehrt, was von den Menschen am höchsten für ein solches geschätzt wird, Waffen und Burgen. Deshalb glauben sie es ungestraft angreifen zu können. Also auch das messianische Gottesreich hat noch Anfeindungen und Kämpfe zu bestehen. Vergl. [Joel 3,9ff]. Doch Gott steht seinem Reiche bei. Wie er den Ansturm der Feinde zulässt, so wird er ihn auch brechen zu seiner Ehre und zum Heile seines Volkes. Ist nicht dies, wie die ganze Kirchengeschichte lehrt, allezeit das Schicksal der Braut Christi gewesen? Und wenn hier die letzten Feinde, vergl. [Ez 38,8; Offb 20,7], vor Augen gestellt werden, so sind sie nur ein Beispiel für die Absichten und das Anstürmen der Feinde, für deren Niederlage zu Gottes Ehre und zur Förderung seines Reiches. Ezechiel Ez 33 38 2 Fili hominis pone faciem tuam contra Gog, terram Magog, principem capitis Mosoch, et Thubal: et vaticinare de eo, Menschensohn! richte dein Angesicht wider Gog, das Land² Magog, den obersten Fürsten von Mosoch und Thubal, und weissage über ihn @@ -47377,7 +47395,7 @@ Ezechiel Ez 33 38 21 26 Verschiedene Arten von Strafen. Alle Gerichte, die Gott Ezechiel Ez 33 38 22 Et judicabo eum peste, et sanguine, et imbre vehementi, et lapidibus immensis: ignem et sulphur pluam super eum, et super exercitum ejus, et super populos multos, qui sunt cum eo. Und ich werde an ihm Gericht halten mit Seuche und Blutvergießen, mit heftigem Platzregen und gewaltigen Hagelsteinen, Feuer und Schwefel werde ich auf ihn, auf sein Heer und auf die vielen Völker regnen lassen, welche bei ihm sind.²⁷ Ezechiel Ez 33 38 22 27 Wie einst die Madianiter, die Philister, Ammoniter, Moabiter und Edomiter [Ri 7,22; 1Sam 14,20; 2Chr 20,23] werden sie sich gegenseitig töten, während andere durch Seuche und Schwert umkommen, siehe [Ez 5,17; Ez 14,19; Ez 28,23] wie einst die Ägypter und Assyrier und wie Gott den Hochmut des König David gestraft, vergl. [Ex 12,29; 2Kön 19,35; 2Sam 24,15], andere durch heftige Platzregen, wie es in der Sündflut geschehen, andere durch Steine oder Hagel, wie die Feinde zur Zeit Moses und Josues [Ex 9,24; Jos 10,11] und wie es den falschen Propheten angedroht ist [Ez 13,11.13]. Vergl. [Weish 5,23; Sir 46,6; Offb 16,21]. Über andere wiederum lässt Gott Feuer und Schwefel herabfallen, wie einst über die Fünfstädte, die Knechte des gottlosen Ochozias und wie es allgemein den Sündern angedroht wird. Vergl. [Gen 19,24; 2Kön 1,10ff; Ps 10,7; Offb 20,9]. Das gleiche Ende finden die, welche sich mit Gog verbunden und fröhlich mit ihm gezogen sind. Ezechiel Ez 33 38 23 Et magnificabor, et sanctificabor: et notus ero in oculis multarum gentium, et scient quia ego Dominus. Und ich werde mich groß und heilig erweisen und mich vor den Augen vieler Völker kundmachen, und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. -Ezechiel Ez 33 39 0 d. Furchtbarkeit der Niederlage der Feinde Gottes. (V. 16) e. Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. +Ezechiel Ez 33 39 0 d. Furchtbarkeit der Niederlage der Feinde Gottes. (V. 16) e. Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. Ezechiel Ez 33 39 1 Tu autem fili hominis vaticinare adversum Gog, et dices: Hæc dicit Dominus Deus: Ecce ego super te Gog principem capitis Mosoch, et Thubal: Du aber, o Menschensohn! weissage wider Gog und sprich: So spricht der Herr, Gott: Siehe, ich will an dich, Gog! du oberster Fürst von Mosoch und Thubal,¹ Ezechiel Ez 33 39 1 1 Oder: Den Fürsten von Ros, Mosoch und Thubal. (Sept.: vergl. [Ez 38,1].) Ezechiel Ez 33 39 2 Et circumagam te, et educam te, et ascendere te faciam de lateribus aquilonis: et adducam te super montes Israel. und ich will dich umhertreiben und dich hinwegführen² und herkommen lassen von ferner Mitternacht her und dich herbeiführen auf die Berge Israels.³ @@ -47437,7 +47455,7 @@ Ezechiel Ez 33 39 28 Et scient quia ego Dominus Deus eorum, eo quod transtulerim Ezechiel Ez 33 39 28 29 Gott hat keinen zurückgelassen, insofern die Einladung und die Möglichkeit zur Rückkehr allen angeboten wird und weil bei jenem Sieben auch nicht ein Korn verloren gehen wird. [Am 9,9] hebr. Ezechiel Ez 33 39 29 Et non abscondam ultra faciem meam ab eis, eo quod effuderim spiritum meum super omnem domum Israel, ait Dominus Deus. Und ich will fortan mein Angesicht nicht vor ihnen verbergen, denn ich habe meinen Geist³⁰ ausgegossen über das ganze Haus Israel, spricht der Herr, Gott. Ezechiel Ez 33 39 29 30 Der Besitz des [Ez 36,27] nach seiner Wirkung gekennzeichneten göttlichen Geistes sichert ihnen ungetrübtes Wohlgefallen und ununterbrochene göttliche Gnadenerweisung. Es werden vorzüglich geistige Güter verheißen. -Ezechiel Ez 33 40 0 Zweite Reihe von Verheißungen. (Kap. 40 48) Der neue Tempel. (Kap. 40 43) a. Der Prophet erhält ein Gesicht. (V. 4) b. Beschreibung des Osttores. (V. 16) c. Der äußere Hof und seine Tore. (V. 27) d. Der innere Hof. (V. 47) e. Die Vorhalle und die Maße des Tempels. (40,48 41,4) +Ezechiel Ez 33 40 0 Zweite Reihe von Verheißungen. (Kap. 40 48) Der neue Tempel. (Kap. 40 43) a. Der Prophet erhält ein Gesicht. (V. 4) b. Beschreibung des Osttores. (V. 16) c. Der äußere Hof und seine Tore. (V. 27) d. Der innere Hof. (V. 47) e. Die Vorhalle und die Maße des Tempels. (40,48 41,4) Ezechiel Ez 33 40 1 In vigesimo quinto anno transmigrationis nostræ, in exordio anni, decima mensis, quarto decimo anno postquam percussa est civitas: in ipsa hac die facta est super me manus Domini, et adduxit me illuc. Im fünfundzwanzigsten Jahre unserer Wegführung im Anfange des Jahres, am Zehnten des Monats, im vierzehnten Jahre nach der Eroberung der Stadt, an eben diesem Tage,¹ kam die Hand des Herrn über mich und führte mich dorthin.² Ezechiel Ez 33 40 1 1 Die Zeitbestimmung lehnt sich an ein doppeltes Ereignis an. Über dieselbe vergl. [Ez 1,2] und [Ez 33,21]. Die Erwähnung derselben ist umso passender, als das dem Propheten gezeigte Bild die Besserung des durch die Gefangenschaft des Volkes und die Zerstörung der Stadt verursachten Schadens bedeutet. Im Anfange des Jahres ist wohl nach [Ex 12,2] zu verstehen vom Monat Nisan. Am 10. Desselben wurde das Osterlamm ausgewählt, fand also die nächste Vorbereitung auf die Gedächtnisfeier der Befreiung aus Ägypten statt, welche Typus und Bild der messianischen Befreiung war. An eben diesem Tage zog einst auch das Volk vom Jordan herauf, das verheißene Land einzunehmen. [Jos 4,19] So war derselbe ein passendes Bild und Unterpfand einer Befreiung und Besitznahme des verheißenen Landes in höherem Sinne. Der heilige Hieronymus weist auf Theodotion hin, der übersetzt: Im neuen Jahre. So heiß der siebte Monat, dessen zehnter Tag ein Tag des Fastens und der Versöhnung war, ein geeignetes Vorbild für die Wiederherstellung. Ines ist es sehr zweifelhaft, ob die Juden damals bereits das neue Jahr mit dem siebten Monate begannen; und sodann ist es nicht wahrscheinlich, dass der Prophet von der mosaischen Zählweise abweicht, um der nach dem Ackerbau berechneten zu folgen. Ezechiel Ez 33 40 1 2 Die Hand des Herrn führt den Seher im Geiste in das Reich Israel, während er dem Leibe nach in Babylon bleibt. Dorthin: nach Jerusalem. @@ -47547,7 +47565,7 @@ Ezechiel Ez 33 40 48 58 Demgemäß hatte die innere Vorhalle 14 + 3 + 3 d.i. 20 Ezechiel Ez 33 40 49 Longitudinem autem vestibuli viginti cubitorum, et latitudinem undecim cubitorum, et octo gradibus ascendebatur ad eam. Et columnæ erant in frontibus: una hinc, et altera inde. Die Länge der Vorhalle aber war zwanzig Ellen, die Breite elf⁵⁹ Ellen, acht⁶⁰ Stufen bildeten den Aufstieg zu derselben. Zwei Säulen aber waren an den Vorsprüngen, die eine hüben, die andere drüben. Ezechiel Ez 33 40 49 59 Septuag. besser: zwölf. Ezechiel Ez 33 40 49 60 Septuag.: zehn. Diese Zahl ist vorzuziehen, denn eine höhere Zahl deutet die größere Heiligkeit an. Zu dem äußeren Hofe steigt man auf sieben Stufen empor, zu dem inneren Hof auf acht, zum Heiligtum selbst auf zehn. -Ezechiel Ez 33 41 0 e. Die Vorhalle und die Maße des Tempels. (V. 4) f. Beschreibung des Tempelgebäudes. (V. 15) g. Der Schmuck des Tempels. +Ezechiel Ez 33 41 0 e. Die Vorhalle und die Maße des Tempels. (V. 4) f. Beschreibung des Tempelgebäudes. (V. 15) g. Der Schmuck des Tempels. Ezechiel Ez 33 41 1 Et introduxit me in templum, et mensus est frontes, sex cubitos latitudinis hinc, et sex cubitos inde, latitudinem tabernaculi. Und er führte mich zum Tempelhause und maß die Vorsprünge:¹ sechs Ellen in der Breite auf dieser und sechs Ellen auf der anderen Seite war die Breite der Wohnung.² Ezechiel Ez 33 41 1 1 Diese Vorsprünge im Heiligtume waren also eine Elle breiter als die Vorsprünge der Vorhalle. Ezechiel Ez 33 41 1 2 Statt dessen bietet die Septuag. besser: der Vorsprünge. @@ -47605,7 +47623,7 @@ Ezechiel Ez 33 41 25 Et cælata erant in ipsis ostiis templi cherubim, et sculpt Ezechiel Ez 33 41 25 30 Das Hebräische wird verschieden erklärt. Ezechiel Ez 33 41 26 Super quæ fenestræ obliquæ, et similitudo palmarum hinc atque inde in humerulis vestibuli: secundum latera domus, latitudinemque parietum. Darüber³¹ waren schiefabfallende Fenster und oben auf beiden Seiten der Vorhalle, an den Seitenwänden des Hauses und nach der Breite der Wände waren Nachbildungen von Palmen. Ezechiel Ez 33 41 26 31 Fehlt im Hebräischen wie im Griechischen. -Ezechiel Ez 33 42 0 h. Die Schatzkammern. (V. 14) i. Maß der Fläche im Umkreise des Tempels. +Ezechiel Ez 33 42 0 h. Die Schatzkammern. (V. 14) i. Maß der Fläche im Umkreise des Tempels. Ezechiel Ez 33 42 1 Et eduxit me in atrium exterius per viam ducentem ad aquilonem, et introduxit me in gazophylacium, quod erat contra separatum ædificium, et contra ædem vergentem ad aquilonem. Sodann führte er mich in der Richtung nach Norden in den äußeren Vorhof¹ und brachte mich in die Schatzkammer, welche dem abgesonderten Anbau und dem Bau gegenüber nach Mitternacht lag.² Ezechiel Ez 33 42 1 1 Zu beiden Seiten des Tempels, im Norden und im Süden, lagen zwei andere Gebäude, welche den Raum des inneren Hofes von dem Sperrraum bis zum äußeren Hofe einnahmen. In diese waren verschiedene Kammern, die einen, um den Priestern als Speisezimmer für die ihnen von den Opfern zukommenden Anteile zu dienen, die anderen, damit die Priester dort die heiligen Gewänder an- und ablegten. Der nach Norden gelegene Anbau wird zuerst beschrieben. Ezechiel Ez 33 42 1 2 Aus dem inneren Hofe wird der Seher durch das Nordtor in den äußeren Hof geführt, von wo aus man in die Schatzkammer (d.i. das Gebäude mit den Schatzkammern) gelangte. Diese lag zwischen dem abgeschlossenen Platze und der Umfassungsmauer. @@ -47648,7 +47666,7 @@ Ezechiel Ez 33 42 18 21 Dies fehlt im Hebr. hier. Dafür: Und er wandte sich. Ezechiel Ez 33 42 19 Et ad ventum occidentalem mensus est quingentos calamos in calamo mensuræ. Und er maß die Abendseite: fünfhundert Ruten mit der Messrute. Ezechiel Ez 33 42 20 Per quatuor ventos mensus est murum ejus undique per circuitum longitudinem quingentorum cubitorum, et latitudinem quingentorum cubitorum dividentem inter sanctuarium et vulgi locum. Nach allen vier Richtungen maß er die Mauer daselbst auf allen Seiten, in der Länge fünfhundert Ellen²² und in der Breite fünfhundert Ellen, sie schied das Heiligtum von dem dem Volke zugewiesenen Raum. Ezechiel Ez 33 42 20 22 Diese Bestimmung der Maßeinheit fehlt im Hebräischen, ebenso wie bei der Breite. Nach Analogie von V. 16 19 ist zu ergänzen Ruten, wie der hl. Hieronymus selbst mahnt. -Ezechiel Ez 33 43 0 k. Die Herrlichkeit des Herrn zieht in den Tempel ein. (V. 12) 1. Der Brandopferaltar. +Ezechiel Ez 33 43 0 k. Die Herrlichkeit des Herrn zieht in den Tempel ein. (V. 12) 1. Der Brandopferaltar. Ezechiel Ez 33 43 1 Et duxit me ad portam, quæ respiciebat ad viam orientalem. Und er führte mich zu dem Tore, das gegen Morgen liegt. Ezechiel Ez 33 43 2 Et ecce gloria Dei Israel ingrediebatur per viam orientalem: et vox erat ei quasi vox aquarum multarum, et terra splendebat a majestate ejus. Siehe, da nahte die Herrlichkeit des Gottes Israels von der Morgenseite her¹ und Brausen gleich dem Brausen mächtiger Wasser und die Erde erglänzte von seiner Herrlichkeit.² Ezechiel Ez 33 43 2 1 Das Tempelgebäude, das Symbol der Wiederherstellung der Theokratie, ist dem Propheten gezeigt. Wie er einst den Sturz desselben im Gesichte geschaut (Kap. 9 11), so sieht er jetzt dessen Aufstehen aus den Ruinen. Nachdem der Tempel beschrieben, muss er die Herrlichkeit des Herrn, wie er denselben früher verlassen gesehen [Ez 10,19; Ez 11,23], erwähnen, Als Moses die Hütte erbaute, erfüllte Gottes Herrlichkeit dieselbe, sie erfüllte auch den Tempel Salomons bei der Weihe, so erscheint den auch in diesem Bau dieselbe und erfüllt sie mit ihrer Kraft. (Theod.) @@ -47705,7 +47723,7 @@ Ezechiel Ez 33 43 26 Septem diebus expiabunt altare, et mundabunt illud: et impl Ezechiel Ez 33 43 26 28 Der hebr. Ausdruck (der im Lat. wiedergegeben ist) ist der Weihe Aarons und seiner Söhne [Lev 8,27.28] entlehnt, denen die Opfergaben in die Hand gegeben wurden, sie vor dem Herrn zu erheben. Ezechiel Ez 33 43 27 Expletis autem diebus, in die octava et ultra, facient sacerdotes super altare holocausta vestra, et quæ pro pace offerunt: et placatus ero vobis, ait Dominus Deus. Und wenn diese Tage um sind, sollen die Priester am achten Tage und weiterhin eure Brandopfer und was man als Friedopfer darbringt,²⁹ auf dem Altare opfern; so werde ich euch huldreich werden, spricht der Herr, Gott. Ezechiel Ez 33 43 27 29 Hebr.: euere Friedensopfer (Lob- und Dankopfer). -Ezechiel Ez 33 44 0 B. Das neue Priestertum. (Kap. 44,4-31) +Ezechiel Ez 33 44 0 B. Das neue Priestertum. (Kap. 44,4-31) Ezechiel Ez 33 44 1 Et convertit me ad viam portæ sanctuarii exterioris, quæ respiciebat ad orientem: et erat clausa. Hierauf führte mich der Mann¹ wieder zu dem äußern Tore des Heiligtums, das nach Morgen zu liegt, dieses aber war geschlossen. Ezechiel Ez 33 44 1 1 Der Engel führte ihn zurück nach dem äußeren Osttore zu. Warum dasselbe geschlossen ist, erklärt er ihm im Namen Jahves. Ezechiel Ez 33 44 2 Et dixit Dominus ad me: Porta hæc clausa erit: non aperietur, et vir non transibit per eam: quoniam Dominus Deus Israel ingressus est per eam, eritque clausa Da sprach der Herr zu mir: Dies Tor soll verschlossen bleiben, es wird nicht geöffnet werden und niemand soll durch dasselbe eintreten; denn der Herr, der Gott Israels, ist durch dasselbe eingezogen und darum soll es geschlossen bleiben @@ -47772,7 +47790,7 @@ Ezechiel Ez 33 44 30 33 Die Erstlinge: die besten Teile der Erstlingsgabe, der Ezechiel Ez 33 44 30 34 Auf das Flehen des Priesters will Gott seinen Segen spenden. Eine wie hohe Würde wird den Priestern zuerteilt! (Hier.) Zwischen Volk und Priestern soll eine gegenseitige Mitteilung der Güter bestehen; diese geben dem Volke das Geistige, jenes bietet den Priestern das zum Unterhalt Notwendige. Vergl. [1Kor 9,11]. Ezechiel Ez 33 44 31 Omne morticinum, et captum a bestia de avibus et de pecoribus non comedent sacerdotes. Nichts Gefallenes oder von Tieren Zerrissenes, unter Vögeln oder Vierfüßern, sollen die Priester essen.³⁵ Ezechiel Ez 33 44 31 35 Der Grund wird [Dtn 14,21] angegeben: Weil du das heilige Volk deines Gottes bist. Durch solche Speise zog man sich Befleckung zu, die bis zum Abend dauerte. -Ezechiel Ez 33 45 0 C. Vorschriften über Darbringungen und Opfer (45,1 46,24) a. Verteilung des Landes: Zum Gottesdienst an den Fürsten. (V. 7) Der Fürst soll zukünftig das Volk nicht mit Abgaben belasten. (V. 12) b. Abgaben des Volkes an den Fürsten zu Opfern. (V. 17) c. Opfer an Festtagen. +Ezechiel Ez 33 45 0 C. Vorschriften über Darbringungen und Opfer (45,1 46,24) a. Verteilung des Landes: Zum Gottesdienst an den Fürsten. (V. 7) Der Fürst soll zukünftig das Volk nicht mit Abgaben belasten. (V. 12) b. Abgaben des Volkes an den Fürsten zu Opfern. (V. 17) c. Opfer an Festtagen. Ezechiel Ez 33 45 1 Cumque cperitis terram dividere sortito, separate primitias Domino, sanctificatum de terra, longitudine viginti quinque millia, et latitudine decem millia: sanctificatum erit in omni termino ejus per circuitum. Wenn ihr das Land durch das Los zu verteilen beginnt, sollt ihr als Erstlinge dem Herrn eine geheiligte Gabe vom Lande absondern, fünfundzwanzigtausend¹ in der Länge und zehntausend² in der Breite, es soll geheiligt sein in seinem ganzen Umfange ringsum. Ezechiel Ez 33 45 1 1 Ruten, wie [Ez 42,16] zeigte. Ezechiel Ez 33 45 1 2 Nach der Septuag. 20000, eine Zahl, die in V. 3 und 5 offenbar vorausgesetzt ist. @@ -47825,7 +47843,7 @@ Ezechiel Ez 33 45 24 Et sacrificium ephi per vitulum, et ephi per arietem faciet Ezechiel Ez 33 45 24 26 Feines Mehl, wie [Num 15,4; Num 28,5] und für Ostern [Num 28,20] zeigen. Ezechiel Ez 33 45 24 27 Den sechsten Teil eines Bath. Ezechiel Ez 33 45 25 Septimo mense, quinta decima die mensis in solemnitate faciet sicut supra dicta sunt per septem dies: tam pro peccato, quam pro holocausto, et in sacrificio, et in oleo. Im siebten Monate, am fünfzehnten Tage des Monats, am Laubhüttenfeste soll er das gleiche, wie oben gesagt ward, sieben Tage lang tun, sowohl was Sündopfer wie Brandopfer, Speiseopfer und das Öl betrifft. -Ezechiel Ez 33 46 0 Opfer an Sabbaten und Neumonden und anderen Tagen. (V 15) Gaben des Fürsten. (V. 18) Orte, an denen Opfermahlzeiten bereitet werden sollen. +Ezechiel Ez 33 46 0 Opfer an Sabbaten und Neumonden und anderen Tagen. (V 15) Gaben des Fürsten. (V. 18) Orte, an denen Opfermahlzeiten bereitet werden sollen. Ezechiel Ez 33 46 1 Hæc dicit Dominus Deus: Porta atrii interioris, quæ respicit ad orientem, erit clausa sex diebus, in quibus opus fit: die autem Sabbati aperietur, sed et in die Calendarum aperietur. So spricht der Herr, Gott: Das Tor des innern Vorhofes, das nach Morgen zu liegt, soll die sechs Werktage hindurch verschlossen sein; aber am Sabbate und am Tage des Neumonds werde es geöffnet. Ezechiel Ez 33 46 2 Et intrabit princeps per viam vestibuli portæ deforis, et stabit in limine portæ: et facient sacerdotes holocaustum ejus, et pacifica ejus: et adorabit super limen portæ, et egredietur: porta autem non claudetur usque ad vesperam. Und der Fürst trete durch die äußere Halle des Tores ein und bleibe an der Schwelle des Tores stehen,¹ dann sollen die Priester sein Brandopfer und seine Friedopfer darbringen, er aber soll auf der Schwelle des Tores anbeten und darnach wieder herausgehen. Das Tor soll nicht eher geschlossen werden als am Abende. Ezechiel Ez 33 46 2 1 Das Osttor des äußeren Hofes soll immer verschlossen bleiben. Auf seiner Schwelle soll der Fürst seinen Opferanteil verzehren. [Ez 44,2.3] Hier wird angegeben, wo der Fürst anbeten und der heiligen Opferhandlung beiwohnen soll. An den Sabbaten und Neumonden wird nämlich das Tor des inneren Hofes geöffnet, der Fürst tritt aus dem äußeren Hofe an die Schwelle des inneren Hofes und steht dort an den Pfosten des Tores. (Hebr.) @@ -47871,7 +47889,7 @@ Ezechiel Ez 33 46 23 19 [Ex 39,10] übersetzt der hl. Hieronymus das gleiche he Ezechiel Ez 33 46 24 Et dixit ad me: Hæc est domus culinarum, in qua coquent ministri domus Domini victimas populi. Und er sprach zu mir: Dies ist das Kochhaus, in dem die Diener des Hauses²⁰ des Herrn die Schlachtopfer des Volkes²¹ kochen sollen. Ezechiel Ez 33 46 24 20 Die Leviten. Von den Priestern heißt es: sie dienen dem Herrn. [Ez 44,15] Ezechiel Ez 33 46 24 21 Opfermahlzeiten hielt das Volk mit seinen Familien bei Friedopfern, d.i. bei Lob- oder Dankopfern, freiwilligen und Gelübdeopfern. Bei diesen ist der Mensch gleichsam von Gott zu Tisch geladen und empfängt ein Unterpfand der Gnade und Freundschaft, in die Gott ihn, die Versöhnung annehmend, aufgenommen hat. Des Opfers teilhaftig, wird er zugleich zur Anteilnahme an den Gütern Gottes zugelassen. -Ezechiel Ez 33 47 0 D Umwandlung und Neuverteilung des gelobten Landes. (47,1 48,35) a. Umwandlung des Landes. (V. 12) b. Neuverteilung des Landes. +Ezechiel Ez 33 47 0 D Umwandlung und Neuverteilung des gelobten Landes. (47,1 48,35) a. Umwandlung des Landes. (V. 12) b. Neuverteilung des Landes. Ezechiel Ez 33 47 1 Et convertit me ad portam domus, et ecce aquæ egrediebantur subter limen domus ad orientem: facies enim domus respiciebat ad orientem: aquæ autem descendebant in latus templi dextrum ad meridiem altaris. Dann führte er mich wieder zum Tore des Hauses,¹ siehe, da floss Wasser hervor² unterhalb der Schwelle des Hauses gegen Morgen zu,³ denn die Vorderseite des Hauses war gegen Morgen gerichtet; das Wasser aber floss an der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar. Ezechiel Ez 33 47 1 1 Von dem äußeren Hofe, wo der Engel ihm die Küchen gezeigt, wird er zu dem Tore des Tempels zurückgeführt. Ezechiel Ez 33 47 1 2 Gott wohnt in seinem Tempel [Ez 43,1ff], das Volk aber verehrt ihn in gebührender Weise und großer Frömmigkeit. (44,1 46,15) Deshalb strömt aus dem Heiligtume Gottes die größte Fruchtbarkeit über das Land ringsherum. Als Bild derselben dient die Quelle, welche aus dem Tempel hervorgeht, wächst und Leben spendet. Dieses Bild zeigt sogleich, dass Glück und Seligkeit nur vom Herrn kommen kann und auf das innigste mit seinem Tempel zusammenhängt. Im Tempel Gottes ruhen alle Schätze seligen Lebens und werden einem jeden zuteil, je nachdem er mit wahrer Frömmigkeit Gottes Heiligtum naht und ihn eifrig verehrt. Das Wasser ist für den sonst dürren und toten Orient das Bild des Lebens, ein Symbol, das bei den Propheten häufig wiederkehrt. @@ -47923,7 +47941,7 @@ Ezechiel Ez 33 47 21 Et dividetis terram istam vobis per tribus Israel: Dieses L Ezechiel Ez 33 47 22 Et mittetis eam in hereditatem vobis, et advenis, qui accesserint ad vos, qui genuerint filios in medio vestrum: et erunt vobis sicut indigenæ inter filios Israel: vobiscum divident possessionem in medio tribuum Israel. Und zwar sollt ihr es als Erbteil verlosen an euch und an die Fremdlinge,²⁸ welche sich euch anschließen und Kinder unter euch zeugen werden; sie sollen euch wie die Einheimischen unter den Söhnen Israels gelten, sie sollen mit euch den Besitz inmitten der Stämme Israels teilen. Ezechiel Ez 33 47 22 28 Also eine andere Ordnung hat statt als die [Dtn 23,2-8] aufgestellte. Das Erbe soll Juden und Heiden gemeinsam, zwischen ihnen also kein Unterschied mehr sein. [Röm 10,12] Da dies unter Esdras und Nehemias nicht geschah, gilt es für eine andere Ordnung und Zeit. Ezechiel Ez 33 47 23 In tribu autem quacumque fuerit advena, ibi dabitis possessionem illi, ait Dominus Deus. In dem Stamme, in welchem immer der Fremdling weilen wird, dort gebet ihm einen Erbbesitz, spricht der Herr, Gott. -Ezechiel Ez 33 48 0 c. Genauere Bestimmung der Verteilung es Landes: Sieben Städte im Norden. (V. 7) Raum für Tempel und Stadt, Priester und Leviten und Fürst. (V. 22) Für Benjamin bestimmter Teil. (V. 29) d. Beschreibung der neuen Stadt. +Ezechiel Ez 33 48 0 c. Genauere Bestimmung der Verteilung es Landes: Sieben Städte im Norden. (V. 7) Raum für Tempel und Stadt, Priester und Leviten und Fürst. (V. 22) Für Benjamin bestimmter Teil. (V. 29) d. Beschreibung der neuen Stadt. Ezechiel Ez 33 48 1 Et hæc nomina tribuum a finibus aquilonis juxta viam Hethalon pergentibus Emath, atrium Enan terminus Damasci ad aquilonem juxta viam Emath. Et erit ei plaga orientalis Mare, Dan una. Dies sind die Namen der Stämme.¹ An der Nordseite, an der Straße von Hethalon nach Emath hin, der Hof Enan,² an der Grenze von Damaskus nach Norden hin an der Straße von Emath. Dies gehöre ihm von der Ostseite bis zum Meere: Anteil Dans. Ezechiel Ez 33 48 1 1 Der Tempel mit dem für den Herrn und die Stadt vorbehaltenen Teile nimmt die Mitte des Landes ein. Wie einst, empfangen Juda und Benjamin ihr Los in der Nähe des Tempels. Die Stämme, welche von den Söhnen der Mägde abstammen, sind in der weitesten Entfernung vom Tempel. Juda und Benjamin nehmen neben dem abgeteilten heiligen Anteil ihre Plätze ein, den Juda hat die Verheißung ewiger Herrschaft [Gen 49,10; 2Sam 7,14ff] Benjamin aber ist der Lieblingssohn Jakobs. Ruben hat das Recht der Erstgeburt verloren, das Joseph erhalten, doch nimmt er die zweite Stelle vom Tempel nach Juda ein. Ezechiel Ez 33 48 1 2 Hebr.: Hazer Enon. @@ -47981,7 +47999,7 @@ Ezechiel Ez 33 48 34 20 Die übrigen Söhne der Mägde. Die zwei ersten sind S Ezechiel Ez 33 48 35 Per circuitum, decem et octo millia: et nomen civitatis ex illa die, Dominus ibidem. Ringsum achtzehntausend, und der Name der Stadt sei von jenem Tage an:²¹ Der Herr ist daselbst.²² Ezechiel Ez 33 48 35 21 Wenn die neue Ordnung der Dinge eingetreten. Ezechiel Ez 33 48 35 22 Jahve ist daselbst, der Gott des Bundes mit allen seinen Gütern, und dies auf ewig. So ist denn die neue Theokratie unvergänglich, heilig, von Gott geschützt. So stellt der Seher aus weiter Ferne bereits die Weissagung Christi vor Augen: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende, und beschreibt jene Himmelsstadt, die der heilige Johannes sah: die Wohnung Gottes (wörtlich?) bei den Menschen, er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und er wird ihr Gott mit ihnen sein. Der Sinn des ganzen Gesichtes ist ein symbolischer. Wie der zweite Teil des gesamten prophetischen Buches von der Wiederherstellung handelt, beschließt er denselben mit einer symbolischen Darstellung. Die einzelnen Züge derselben auszudeuten ist nicht möglich, wie bereits der heilige Hieronymus klagt. Immerhin ist klar, dass den Juden in dem Gesichte gewisse Dinge nicht gezeigt werden, welche dem Alten Bunde angehören, damit sie sehen, dass hier nicht eine Wiederherstellung der alten Ordnung geboten wird; während andere Dinge vor Augen gestellt werden, welche so, wie sie dargestellt sind, nicht unmittelbare Wirklichkeit werden können. Was der Seher mit eigenen Worten [Ez 37,26] ausgesprochen, wird im Bilde plastisch dargestellt: Gottes Heiligkeit zieht in den Tempel ein, der Tempel wird in der Mitte des Landes erbaut und die Stämme scharen sich in bestimmter Reihenfolge um denselben. Das [Ez 37,26] verheißene Friedensbündnis wird [Ez 47] dargestellt; was [Ez 37,23] gesagt ist, durch die Vorschrift [Ez 44,6-9] wiederholt und durch die Strafe [Ez 44,10-14] beleuchtet. Wenn auch vieles der Ordnung des Alten Testamentes entspricht, ist doch vieles davon verschieden und neu. Indes soll keineswegs gesagt werden, dass alles, was z.B. [Ez 47; Ez 48] dargestellt ist, auch so ausgeführt werden soll, wie es in der Vision gezeigt ist. Was von den Opfern gesagt wird, ist also ebenso zu verstehen wie die Voraussagungen der übrigen Propheten. [Jes 60,7; Jer 33,18] Opfer sind Verehrung Gottes und Anbetung und Anerkennung der höchsten Majestät Gottes durch ein äußeres und sichtbares Zeichen. Die Vorschriften für die Priester zeigen, wie weit der von irdischen Dingen entfernt sein muss, der den heiligen Dienst würdig versehen will. Auch heilige Kleider sind im heiligen Dienste anzuwenden. Eines Hohenpriesters wird nicht Erwähnung getan, wohl aus dem [Hebr 9,7-15] angegebenen Grunde. Wird auch Wiederherstellung des Tempels versprochen, so wird dieser selbst doch so dargestellt, dass die Verschiedenheit der neuen Ordnung in die Augen fällt. Wie Salomon ein Vorbild des Messias, so war der Salomonische Tempel ein Vorbild der Kirche, die durch den Messias gestiftet wird, deren Glieder die Gläubigen sind. Auf hohem Berge ist die Kirche überall sichtbar, von dem nicht geweihten Bereiche getrennt, heilig, in heiliger Einsamkeit verehrungswürdig. [Ez 45,1ff] Eine feste Mauer umgibt sie, Gottes Schutz. An der katholischen Kirche wird zur Wahrheit, was Ezechiel vom zukünftigen Tempel vorausgesagt. -Daniel Dan 34 1 0 Einleitung: Daniel wird am Königshofe erzogen. +Daniel Dan 34 1 0 Einleitung: Daniel wird am Königshofe erzogen. Daniel Dan 34 1 1 ANNO tertio regni Joakim regis Juda, venit Nabuchodonosor rex Babylonis in Jerusalem, et obsedit eam: Im dritten Jahre der Herrschaft Joakims, des Königs von Juda, zog Nabuchodonosor, der König von Babylon, gegen Jerusalem und belagerte es.¹ Daniel Dan 34 1 1 1 Im vierten Jahre des Eliakim, des Sohnes des Königs Josias, den der König Nechao von Ägypten unter dem Namen Joakim auf den Thron gesetzt, zog Nabuchodonosor an den Euphrat und besiegte bei Charkamis das ägyptische Heer. Hierauf zog er gegen Jerusalem und zwang Joakim zur Unterwerfung. Schon war er von da weiter gezogen, um in Ägypten einzufallen, als er die Nachricht erhielt, sein Vater Nabopolassar sei gestorben. Er übergab also die gefangenen Juden, Phönizier, Syrier und Ägypter seinen Freunden, dieselben nach Babylon zu führen. Doch wenn nach [Jer 46,2] die Schlacht bei Charkamis in das vierte Jahr Joakims fällt, bezeichnet Daniel, der in Babylon wohnte, wohl das dritte als dasjenige, in dem Nabuchodonosor von Babylon zu jener Expedition aufbrach, in deren Verlauf er auch Jerusalem belagerte. Demgemäß bezieht sich die Zeitbestimmung nur auf das erste Verbum: zog. Über diesen Zug vergl. [2Kön 24,1.2; 2Chr 36,6; Jer 35,1-11]. Nabuchodonosor heißt hier König von Babylon, entweder weil er schon, wie viele annehmen, im Jahre 607 von seinem Vater als Mitregent angenommen war, oder weil er hier mit dem ihm später zugefallenen Titel in der Erzählung bezeichnet wird. Daniel Dan 34 1 2 Et tradidit Dominus in manu ejus Joakim regem Juda, et partem vasorum domus Dei: et asportavit ea in terram Sennaar in domum dei sui, et vasa intulit in domum thesauri dei sui. Und der Herr gab Joakim, den König von Juda, und einen Teil der Gefäße des Hauses Gottes in seine Hand² und er führte sie in das Land Sennaar³ hinweg, in das Haus seines Gottes, und brachte die Gefäße in das Schatzhaus seines Gottes.⁴ @@ -48026,7 +48044,7 @@ Daniel Dan 34 1 20 21 Der Weisheit und ihrer praktischen Anwendung. Daniel Dan 34 1 20 22 So wird Gott durch seine treuen Diener bekannt und am Königshofe verherrlicht. Daniel Dan 34 1 21 Fuit autem Daniel usque ad annum primum Cyri regis. Daniel aber lebte dort bis zum ersten Jahre des Königs Cyrus.²³ [Dan 6,28] Daniel Dan 34 1 21 23 Als Ratgeber bei Nabuchodonosor und seinen Nachfolgern. Es wird also nicht gesagt, er sei im ersten Jahre des Cyrus gestorben. (Vergl. auch [Dan 6,29] aram.: Und es ging Daniel gut im Reiche des Darius und im Reiche des Persers Cyrus.) -Daniel Dan 34 2 0 I. Teil. (Kap. 2-6) 1. Traumgesicht des Königs Nabuchodonosor von vier Reichen. (Kap. 2) A. Nabuchodonosor verlangt von den Magiern, sie sollen den Traum, den er vergessen, berichten und erklären. Da sie dies nicht können, verurteilt er sie zum Tode. (V. 13) B. Daniel wird auf sein Gebet der Traum von Gott mitgeteilt; er ruft ihn dem Könige ins Gedächtnis zurück (V. 35) und gibt dessen Deutung: die zukünftigen Reiche bis zum Reiche des Messias. (V. 45) Der König belohnt ihn. +Daniel Dan 34 2 0 I. Teil. (Kap. 2-6) 1. Traumgesicht des Königs Nabuchodonosor von vier Reichen. (Kap. 2) A. Nabuchodonosor verlangt von den Magiern, sie sollen den Traum, den er vergessen, berichten und erklären. Da sie dies nicht können, verurteilt er sie zum Tode. (V. 13) B. Daniel wird auf sein Gebet der Traum von Gott mitgeteilt; er ruft ihn dem Könige ins Gedächtnis zurück (V. 35) und gibt dessen Deutung: die zukünftigen Reiche bis zum Reiche des Messias. (V. 45) Der König belohnt ihn. Daniel Dan 34 2 1 In anno secundo regni Nabuchodonosor vidit Nabuchodonosor somnium, et conterritus est spiritus ejus, et somnium ejus fugit ab eo. Im zweiten¹ Jahre der Herrschaft Nabuchodonosors sah Nabuchodonosor ein Traumgesicht,² über das sein Geist erschrak, und sein Traum entschwand ihm.³ Daniel Dan 34 2 1 1 Vielleicht ist ein Zahlenbuchstabe ausgefallen? Etwa im zwölften Jahre? Die Würde, zu der Daniel erhoben wird, scheint ein reiferes Alter zu fordern? Zweiten: eigentlich ist es das dritte Jahr, da die Babylonier die Jahre der Herrschaft erst mit dem Beginne des neuen Kalenderjahres zu zählen begannen und dies diesen vorhergehende Zeit Anfang seiner Herrschaft nannten. Trifft der Traum gegen das Ende des zweiten Jahres der Herrschaft Nabuchodonosors, so war dies das dritte der Erziehung Daniels, da das erste in den Anfang der Herrschaft Nabuchodonosors fiel. Daniel Dan 34 2 1 2 So wenig Pharao selbst einst verdiente, die Zukunft zu schauen, ebenso wenig sind Nabuchodonosors Verdienste die Ursache des Traumgesichtes, sondern Gott will durch die Auslegung desselben durch seinen Diener verherrlicht werden und den ihm in der Gefangenschaft treu Gebliebenen Trost gewähren. @@ -48139,7 +48157,7 @@ Daniel Dan 34 2 48 Tunc rex Danielem in sublime extulit, et munera multa, et mag Daniel Dan 34 2 48 62 Aram.: übertrug ihm die Herrschaft über die ganze Provinz Babel. Daniel Dan 34 2 49 Daniel autem postulavit a rege: et constituit super opera provinciæ Babylonis, Sidrach, Misach, et Abdenago: Ipse autem Daniel erat in foribus regis. Auf die Bitte Daniels aber übergab der König die Verwaltung der Provinz Babylon Sidrach, Misach und Abdenago; Daniel selbst aber blieb an dem Hofe des Königs.⁶³ Daniel Dan 34 2 49 63 So erlangten die frommen Jünglinge eine zweite und höhere Belohnung für ihre Frömmigkeit. Vergl. [Dan 1,19.20]. -Daniel Dan 34 3 0 2. Die drei Jünglinge im Feuerofen. a. Errichtung der Bildsäule. (V. 6) b. Frömmigkeit und Festigkeit der Jünglinge. (V. 23) c. Gebet des Azarias. (V. 45) d. Gesang der drei Jünglinge im Feuerofen. (V. 90) e. Der König staunt über die Macht Gottes. +Daniel Dan 34 3 0 2. Die drei Jünglinge im Feuerofen. a. Errichtung der Bildsäule. (V. 6) b. Frömmigkeit und Festigkeit der Jünglinge. (V. 23) c. Gebet des Azarias. (V. 45) d. Gesang der drei Jünglinge im Feuerofen. (V. 90) e. Der König staunt über die Macht Gottes. Daniel Dan 34 3 1 Nabuchodonosor rex fecit statuam auream altitudine cubitorum sexaginta, latitudine cubitorum sex, et statuit eam in campo Dura provinciæ Babylonis. Der König Nabuchodonosor ließ eine goldene¹ Bildsäule machen,² sechzig Ellen in der Höhe,³ sechs Ellen in der Breite,⁴ und stellte sie in der Provinz Babylon in der Ebene Dura⁵ auf. Daniel Dan 34 3 1 1 Eine mit dünnen Goldplatten belegte, aus Holz oder Metall gefertigte Statue. Daniel Dan 34 3 1 2 Über den Zeitpunkt dieses Ereignisses lässt sich nichts Sicheres sagen, jedenfalls liegt er hinter der Eroberung Jerusalems. Vergl. [Dan 3,38]. Wahrscheinlich wollte der König durch die Errichtung einer herrlichen Statue den Schutzgöttern Dank sagen und ein Ruhmesdenkmal seiner Herrschaft errichten. @@ -48321,7 +48339,7 @@ Daniel Dan 34 3 98 80 Dieser Vers ist der Anfang eines königlichen Schreibens, Daniel Dan 34 3 99 Signa, et mirabilia fecit apud me Deus excelsus. Placuit ergo mihi prædicare Der höchste Gott hat Wunder und Zeichen an mir getan. Darum gefiel es mir, Daniel Dan 34 3 100 Signa ejus, quia magna sunt: et mirabilia ejus, quia fortia: et regnum ejus regnum sempiternum, et potestas ejus in generationem et generationem. seine Zeichen bekannt zu machen, wie groß sie sind, und seine Wunder, wie mächtig sie sind. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.⁸¹ [Dan 4,31; Dan 7,14] Daniel Dan 34 3 100 81 Diese Worte hat er wohl von Daniel erfahren, den er befragt, wie er von jenem Gott reden solle. -Daniel Dan 34 4 0 3. Traumgesicht und Wahnsinn des Königs Nabuchodonosor. (3,98 4,34) a. Das Traumgesicht des Königs. (3,98 4,15) b. Auslegung des Traumes. (V. 24) c. Wahnsinn und Heilung des Königs. +Daniel Dan 34 4 0 3. Traumgesicht und Wahnsinn des Königs Nabuchodonosor. (3,98 4,34) a. Das Traumgesicht des Königs. (3,98 4,15) b. Auslegung des Traumes. (V. 24) c. Wahnsinn und Heilung des Königs. Daniel Dan 34 4 1 Ego Nabuchodonosor quietus eram in domo mea, et florens in palatio meo: Ich, Nabuchodonosor, lebte sorglos in meinem Hause und glücklich in meinem Palaste; Daniel Dan 34 4 2 Somnium vidi, quod perterruit me: et cogitationes meæ in strato meo, et visiones capitis mei conturbaverunt me. da hatte ich ein Traumgesicht, das mich erschreckte, und meine Gedanken auf meinem Lager, und die Gesichte meines Hauptes¹ beängstigten mich. Daniel Dan 34 4 2 1 Er gebraucht die Mehrzahl, weil er in einem Traumgesichte vieles sah, was sein Herz verschiedenartig bewegte und ängstigte. @@ -48390,7 +48408,7 @@ Daniel Dan 34 4 33 In ipso tempore sensus meus reversus est ad me, et ad honorem Daniel Dan 34 4 33 33 Chald.: Alsbald kehrte dieser zu mir zurück. Daniel Dan 34 4 34 Nunc igitur ego Nabuchodonosor laudo, et magnifico, et glorifico regem cli: quia omnia opera ejus vera, et viæ ejus judicia, et gradientes in superbia potest humiliare. Darum lobe und verherrliche und preise ich, Nabuchodonosor, nun den König des Himmels, denn alle seine Taten sind wahrhaft und seine Wege gerecht, und die in Hoffart wandeln, vermag er zu demütigen.³⁴ Daniel Dan 34 4 34 34 Auch in erhaltenen Inschriften zeigt der König große Ehrfurcht vor den Göttern. -Daniel Dan 34 5 0 König Baltassars Gastmahl und Tod. (Kap. 5) a. Erscheinung der schreibenden Hand, Berufung Daniels. (V. 12) b. Erklärung des Zeichens. (V. 29) c. Tod des Königs. +Daniel Dan 34 5 0 König Baltassars Gastmahl und Tod. (Kap. 5) a. Erscheinung der schreibenden Hand, Berufung Daniels. (V. 12) b. Erklärung des Zeichens. (V. 29) c. Tod des Königs. Daniel Dan 34 5 1 Baltassar rex fecit grande convivium optimatibus suis mille: et unusquisque secundum suam bibebat ætatem. Der König Baltassar¹ veranstaltete ein großes Gastmahl für seine tausend Vornehmsten und ein jeder trank nach seinem Alter.² Daniel Dan 34 5 1 1 Auf Nabuchodonosor folgt dessen Sohn Evilmerodach (Avil-Marduk, Mann, Diener des Gottes Marduk), der wegen seiner Tyrannei von dem Schwiegersohne Nabuchodonosors Neriglissor (Nergul-sar-usur, Nergal behüte den König) getötet ward. Neriglissor regierte vier Jahre (560 556). Da er den König von Babylon seinen Vater nennt, verwaltete er das Reich wohl während dessen Wahnsinn. Sein Sohn Laborosoarchos (der Name wird verschieden wiedergegeben) wurde neun Monate nach dem Tode des Vaters von Nabonidus getötet, der an seiner Statt König ward und siebzehn Jahre regierte (555 538). Nabonidus hatte einen Sohn Bil-sar-usur (Bel schirme den König Belsazar, Baltassar). Zur Zeit des Krieges mit den Medern war Baltassar Mitregent. Als Nabonidus im Kriege mit Cyrus bei Rutu geschlagen war, zog der Satrap Ugbaru (Gobrynas) mit einem Heere gegen Babylon, wo Baltassar als Mitregent das Heer befehligte. Aus dieser Stellung Baltassars erklärt sich auch, warum Daniel zur dritten Würde erhoben werden soll. (V. 16) Daniel Dan 34 5 1 2 Richtiger: Und trank in Gegenwart der Tausend Wein. Die hohe Zahl kennzeichnet Pracht und Macht des Königs. In Gegenwart: der König saß auf höherem Sitze und die Gäste nach Rang und Würden. (Vulgata) @@ -48447,7 +48465,7 @@ Daniel Dan 34 5 30 Eadem nocte interfectus est Baltassar rex Chaldæus. In derse Daniel Dan 34 5 30 24 Zwischen dem Juli und dem Oktober drangen die Meder in die Stadt ein. Daniel Dan 34 5 31 Et Darius Medus successit in regnum annos natus sexaginta duos. und Darius, der Meder,²⁵ folgte ihm in der Herrschaft, als er zweiundsechzig Jahre alt war. Daniel Dan 34 5 31 25 Text: Darius erhielt das Reich. Hier ist wohl der Name Darius als ein bekannterer für einen anderen (Kambuzia) eingesetzt. Der König, welcher auf Baltassar als Herrscher folgte, war Cyaxares II., Sohn des Astyages. (Flav. Joseph, Hieron.) Cyrus führte nach Xenophon als dessen Feldherr Krieg gegen Babylon und rüstete ihm dort einen Palast zu. Die übrigen in dem genannten Schriftsteller angeführten Züge passen auf Cyaxares gleichfalls. Die Septuag. gibt neben dem Namen des Darius noch den des Artaxerxes, was den Verdacht bestärkt, dass auch im Urtexte der Name Darius nicht echt ist. -Daniel Dan 34 6 0 5. Daniel wird in die Löwengrube geworfen und von Gott wunderbar errettet. (Kap. 6) a. Daniel werden Nachstellungen bereitet. (V. 17) b. Daniel wird in der Löwengrube von Gott geschützt, der Herr wird geehrt. +Daniel Dan 34 6 0 5. Daniel wird in die Löwengrube geworfen und von Gott wunderbar errettet. (Kap. 6) a. Daniel werden Nachstellungen bereitet. (V. 17) b. Daniel wird in der Löwengrube von Gott geschützt, der Herr wird geehrt. Daniel Dan 34 6 1 Placuit Dario, et constituit super regnum satrapas centum viginti ut essent in toto regno suo. Es gefiel aber Darius, über das Reich hundertundzwanzig Statthalter zu setzen, welche seinem ganzen Reiche vorstehen sollten.¹ Daniel Dan 34 6 1 1 Schon unter Nabuchodonosor war das Reich in verschiedene Provinzen geteilt. [Dan 2,48.49] und [Dan 3,2] Daniel Dan 34 6 2 Et super eos principes tres, ex quibus Daniel unus erat: ut satrapæ illis redderent rationem, et rex non sustineret molestiam. Über diese setzte er drei Gewalthaber, von welchen Daniel einer war,² damit die Statthalter ihnen Rechenschaft ablegen sollten und der König der Mühe überhoben wäre. @@ -48507,7 +48525,7 @@ Daniel Dan 34 6 27 Ipse liberator, atque salvator, faciens signa, et mirabilia i Daniel Dan 34 6 27 30 Text: Aus der Gewalt der Löwen. Daniel Dan 34 6 28 Porro Daniel perseveravit usque ad regnum Darii, regnumque Cyri Persæ. Daniel aber blieb in Ehren³¹ unter der Regierung des Darius und unter der Regierung des Persers Cyrus. [Dan 1,21; Dan 13,65] Daniel Dan 34 6 28 31 Text: Erging es wohl. -Daniel Dan 34 7 0 II. Teil. (Kap. 7-12) 1. Erste Weissagung über die vier Reiche. (Kap. 7) a. Das Gesicht von den vier Tieren. (V. 8) b. Gottes Gericht und Reich. (V. 14) c. Deutung und Erklärung des Gesichtes. +Daniel Dan 34 7 0 II. Teil. (Kap. 7-12) 1. Erste Weissagung über die vier Reiche. (Kap. 7) a. Das Gesicht von den vier Tieren. (V. 8) b. Gottes Gericht und Reich. (V. 14) c. Deutung und Erklärung des Gesichtes. Daniel Dan 34 7 1 Anno primo Baltassar regis Babylonis, Daniel somnium vidit: visio autem capitis ejus in cubili suo: et somnium scribens, brevi sermone comprehendit: summatimque perstringens, ait: Im ersten Jahre Baltassars,¹ des Königs von Babylon, hatte Daniel ein Traumgesicht, ein Gesicht seines Hauptes auf seinem Lager, und er schrieb das Traumgesicht auf und fasste es in wenige Worte zusammen² und sprach es kurz also aus: Daniel Dan 34 7 1 1 Es war dies wohl das zwölfte des Narbonibus, d.i. das Jahr 542 vor Chr. Daniel Dan 34 7 1 2 Die folgenden Worte sind eine Doppelübersetzung desselben Textes. @@ -48566,7 +48584,7 @@ Daniel Dan 34 7 27 Regnum autem, et potestas, et magnitudo regni, quæ est subte Daniel Dan 34 7 27 29 Text: er reiche. Alle Reiche und Herrschaften werden dem Gottesreiche alsdann unterworfen, es wird ein Hirt und eine Herde sein. Daniel Dan 34 7 28 Hucusque finis verbi. Ego Daniel multum cogitationibus meis conturbabar, et facies mea mutata est in me: verbum autem in corde meo conservavi. Hier war das Ende der Rede.³⁰ Ich, Daniel, ward hierüber in meinen Gedanken sehr bestürzt und mein Aussehen veränderte sich, aber ich bewahrte die Rede in meinem Herzen. Daniel Dan 34 7 28 30 Des Gesichtes und der Erklärung. -Daniel Dan 34 8 0 2. Gesicht über das zweite und dritte Reich. (Kap. 8) a. Gesicht über Widder und Bock. (V. 14) b. Erklärung des Gesichtes durch den Engel. +Daniel Dan 34 8 0 2. Gesicht über das zweite und dritte Reich. (Kap. 8) a. Gesicht über Widder und Bock. (V. 14) b. Erklärung des Gesichtes durch den Engel. Daniel Dan 34 8 1 Anno tertio regni Baltassar regis, visio apparuit mihi. Ego Daniel post id, quod videram in principio, Im dritten Jahre der Herrschaft des Königs Baltassar¹ hatte ich ein Gesicht.² Ich, Daniel, schaute nach dem, was ich früher gesehen³ Daniel Dan 34 8 1 1 Von hier an ist das Buch wieder in hebräischer Sprache geschrieben. Daniel Dan 34 8 1 2 Dieses Gesichte erklärt einiges, was in dem früheren nur kurz berührt war. Über das erste Reich wird nichts beigefügt, denn dies ging bereits seinem Ende zu, als Baltassar, der Sohn des Nabonidus, zum Mitregenten gemacht wurde. Doch was [Dan 7,5.6] von dem zweiten und dritten Reiche gesagt war, wird weiter ausgeführt. @@ -48630,7 +48648,7 @@ Daniel Dan 34 8 26 Et visio vespere et mane, quæ dicta est, vera est: tu ergo v Daniel Dan 34 8 26 35 Auch hier ist der Text zu verstehen wie V. 14, dass bqr für 2300 gesetzt ist, also: Das Gesicht von den 2300 Tagen. Daniel Dan 34 8 26 36 Bewahre es sorgfältig und sicher, damit andere daraus Nutzen ziehen. Daniel Dan 34 8 27 Et ego Daniel langui, et ægrotavi per dies: cumque surrexissem, faciebam opera regis, et stupebam ad visionem, et non erat qui interpretaretur. Und ich, Daniel, ward schwach und eine Reihe von Tagen hindurch krank. Als ich wieder aufgestanden und den Dienst des Königs besorgte, war ich voller Schrecken über das Gesicht; doch niemand war, der es auszulegen verstand. -Daniel Dan 34 9 0 3. Weissagung von den siebzig Wochen (Kap. 9) a. Gebet für die Sünder. (V. 14) b. Gebet um Erbarmen. (V. 19) c. Daniel wird über den Zeitpunkt belehrt, in dem die messianischen Güter zuteil werden sollen. (V. 24) d. Die Zeit des Messias und seines Todes. (V. 26) e. Ersetzung des Alten Bundes durch den Neuen. +Daniel Dan 34 9 0 3. Weissagung von den siebzig Wochen (Kap. 9) a. Gebet für die Sünder. (V. 14) b. Gebet um Erbarmen. (V. 19) c. Daniel wird über den Zeitpunkt belehrt, in dem die messianischen Güter zuteil werden sollen. (V. 24) d. Die Zeit des Messias und seines Todes. (V. 26) e. Ersetzung des Alten Bundes durch den Neuen. Daniel Dan 34 9 1 In anno primo Darii filii Assueri de semine Medorum, qui imperavit super regnum Chaldæorum: Im ersten Jahre des Darius, des Sohnes des Assuerus,¹ aus dem Geschlechte der Meder, welcher über das Reich der Chaldäer König geworden war,² Daniel Dan 34 9 1 1 Über Darius, Enkel des Cyaxares I., siehe [Dan 5,Anm.25]. Daniel Dan 34 9 1 2 Als König eingesetzt war, wie [Dan 5,31]. @@ -48703,7 +48721,7 @@ Daniel Dan 34 9 27 42 Es ist jetzt ausdrücklich von der siebzigsten Woche die Daniel Dan 34 9 27 43 Die blutigen und unblutigen Opfer des Alten Bundes. Die siebzigste Woche beginnt mit der Taufe Christi, das öffentliche Leben das Herrn umfasst etwa dreieinhalb Jahre (vier Paschafeste). Das erste [Joh 2,13], das zweite [Lk 6,1], das dritte [Joh 6,4] und [Lk 9,10], das vierte ist das Osterfest des Leidens, der Tod Christi, welcher den Alten Bund aufhebt [Röm 7,4], fällt also wirklich in die Mitte der Woche. Daniel Dan 34 9 27 44 Wie in V. 26 an den Tod des Messias die Zerstörung von Stadt und Tempel angeschlossen wird, welche die Folge desselben sind, so wird hier der Abschaffung der alten Opfer die Zerstörung des Tempels und seine Vernichtung auf ewig beigefügt. Ist der einzige Ort, wo die Opfer statthaft waren, nicht mehr vorhanden, so ist es jedem klar, dass auch die Opfer selbst abgeschafft sind. Die Greuel sind die von den Zeloten verübten Frevel und die Aufstellung von Götzenbildern im Tempel durch die Römer, wie die Schändung derselben. (Ephr., Theod.) Daniel Dan 34 9 27 45 Wie V. 26. Die Abschaffung der Opfer soll auch durch die ewig dauernde Zerstörung des Tempels vor Augen gestellt werden. Der Masor. Text ist (wenn er nicht verdorben ist) in gleichem Sinne zu erklären. Christus selbst bezieht sich auf die vorliegende Prophezeiung. [Dan 9,27; Mt 24,15; Mk 13,14] -Daniel Dan 34 10 0 4. Prophezeiungen über das dritte Reich. (10,1 12,13) a. Umstände und Weise der Erscheinung des Engels. (V. 11) b. Der Engel tröstet den Propheten. (10,12 11,1) +Daniel Dan 34 10 0 4. Prophezeiungen über das dritte Reich. (10,1 12,13) a. Umstände und Weise der Erscheinung des Engels. (V. 11) b. Der Engel tröstet den Propheten. (10,12 11,1) Daniel Dan 34 10 1 Anno tertio Cyri regis Persarum, verbum revelatum est Danieli cognomento Baltassar, et verbum verum, et fortitudo magna: intellexitque sermonem: intelligentia enim est opus in visione. Im dritten Jahre des Cyrus, des Königs von Persien,¹ ward dem Daniel, dessen Zuname Baltassar ist,² ein Ausspruch geoffenbart und der Ausspruch ist wahrhaft und deutet auf große Mühsal,³ und er verstand den Ausspruch, denn Verständnis ist bei dem Gesichte notwendig.⁴ Daniel Dan 34 10 1 1 Im ersten Jahre des Cyrus ward den Juden die Erlaubnis zuteil, in ihr Vaterland zurückzukehren. [Esra 1,1] Im zweiten Monate des zweiten Jahres nach ihrer Ankunft wurde der Grund zum Tempel mit großer Feierlichkeit gelegt [Esra 3,8], doch bald hinderten die Feinde die Fortsetzung des Baues. [Esra 4,1ff] Gewiss erfuhr Daniel davon und die schlimmen Nachrichten sind wohl Ursache seiner Trauer. [Dan 10,2.3] Doch warum ist Daniel selbst in Babylon geblieben und nicht mit den übrigen nach Jerusalem gezogen trotz der von Isaias [Jes 48,20; Jes 52,11; Jes 65,11] gegebenen Mahnungen? Er wurde wohl, wie später Nehemias von Artaxerxes, vom Könige zurückgehalten. Gottes Vorsehung ordnete es wohl so, dass er und andere Fromme zurückblieben, damit schon damals einige Auserwählte aus Jakob wie ein Tau des Herrn unter den Heiden weilten. [Mi 5,7] Daniel Dan 34 10 1 2 Diese Einleitung gilt für das Folgende bis [Dan 12,13]. Der Prophet will sich als derselbe bezeichnen, von dem zuvor die Rede war. Passend sind beide Namen genannt, da im Folgenden ebenso von den Heiden wie vom auserwählten Gottesvolke die Rede ist. @@ -48757,7 +48775,7 @@ Daniel Dan 34 10 20 Et ait: Numquid scis quare venerim ad te? Et nunc revertar u Daniel Dan 34 10 20 31 Nach Mitteilung der Weissagung werde ich zurückkehren, weiter die Sache der Juden gegen den Schutzengel von Persien vertretend. Doch ist mit ihm die Sache geendet, so tritt mir ein anderer Schutzengel, der von Javan, Griechenland, entgegen. Hebr.: Und wenn ich hinausgehe, siehe, so ist schon der Schutzengel von Griechenland (zum Kampfe) gekommen. Auf das Perserreich folgte das griechische, auch unter diesem verheißt der Engel, sich der Sache des Volkes Gottes anzunehmen. Daniel Dan 34 10 21 Verumtamen annuntiabo tibi quod expressum est in scriptura veritatis: et nemo est adjutor meus in omnibus his, nisi Michael princeps vester. Doch will ich dir kundtun, was im Buche der Wahrheit³² aufgezeichnet ist, und niemand steht mir zur Seite bei allem diesem, als Michael, euer Fürst. Daniel Dan 34 10 21 32 Die Ratschlüsse Gottes, welche bei Gott versiegelt ruhen. Vergl. [Dan 7,10; Dtn 32,34; Ps 138,16] Der Erzengel Michael ist in besonderer Weise der Beschützer und Helfer des Volkes Gottes, mit Recht also gilt er als vorzüglichster Schützer und Verteidiger der Kirche, welche die Erbin der Messianischen Güter und dem Alten Bunde gefolgt ist. Michael bringt dem Engel so Hilfe, wie der Engel im ersten Jahre des Darius. [Dan 11,1] -Daniel Dan 34 11 0 c. Die Anfänge des griechischen Reiches. (V. 4) d. Kriege zwischen Ägypten und Syrien. (V. 20) e. Der König-Verfolger. +Daniel Dan 34 11 0 c. Die Anfänge des griechischen Reiches. (V. 4) d. Kriege zwischen Ägypten und Syrien. (V. 20) e. Der König-Verfolger. Daniel Dan 34 11 1 Ego autem ab anno primo Darii Medi stabam ut confortaretur, et roboraretur. Ich aber war bei Darius, dem Meder, vom ersten Jahre seiner Regierung an, ihm¹ beizustehen und zu helfen. Daniel Dan 34 11 1 1 Dem Darius oder dem Engel. Die Absicht ist, Darius für das Volk Gottes günstig zu stimmen. Daniel Dan 34 11 2 Et nunc veritatem annuntiabo tibi. Ecce adhuc tres reges stabunt in Perside, et quartus ditabitur opibus nimiis super omnes: et cum invaluerit divitiis suis, concitabit omnes adversum regnum Græciæ. Und nun werde ich dir die Wahrheit kundtun. Siehe, noch drei Könige werden in Persien auftreten und der vierte wird größere Reichtümer erwerben als alle anderen;² und wenn er durch seinen Reichtum zu großer Macht gekommen ist, wird er alle gegen das Griechenreich aufbieten.³ @@ -48877,7 +48895,7 @@ Daniel Dan 34 11 45 Et figet tabernaculum suum Apadno inter maria, super montem Daniel Dan 34 11 45 72 Seines Palastes Gezelt. Daniel Dan 34 11 45 73 Vielleicht: Der sein Palastzelt, seine Gewalt zwischen dem Toten Meere und dem Mittelländischen Meere am heiligen Tempelberge (durch zurückgelassene Besatzungen) begründen wollte, der den Tempel geschändet, starb elend und niemand vermochte ihn von dem vorzeitigen Tode zu befreien. Daniel Dan 34 11 45 74 Von Antiochus verstehen V. 40-45 Ephr., Chrysost. mit Recht, denn die hier geschilderten Züge und [Dan 8] entsprechen sich vollständig. Ferner wäre es unbegreiflich, wenn der Engel bald von Antiochus, bald von dem Antichrist reden sollte, ohne dies dem Propheten zu erkennen zu geben. Indes Antiochus ist das Abbild des Antichrist. Dies zeigt sich endlich aus der Ähnlichkeit in der Darstellung beider [Dan 7] und [Dan 8]. Vergl. [Dan 7,11.21.25] und [Dan 8,10-12; 23-25]. -Daniel Dan 34 12 0 f. Der Sieg des Volkes Gottes. (V. 4) g. Beschluss der Weissagungen. +Daniel Dan 34 12 0 f. Der Sieg des Volkes Gottes. (V. 4) g. Beschluss der Weissagungen. Daniel Dan 34 12 1 In tempore autem illo consurget Michael princeps magnus, qui stat pro filiis populi tui: et veniet tempus quale non fuit ab eo ex quo gentes esse cperunt usque ad tempus illud. Et in tempore illo salvabitur populus tuus, omnis qui inventus fuerit scriptus in libro. Zu jener Zeit¹ aber wird Michael, der große Fürst, der für die Söhne deines Volkes einsteht,² sich erheben;³ denn es wird eine Zeit⁴ kommen, wie keine gewesen, seitdem Völker sind, bis zu jener Zeit.⁵ Zur selben Zeit werden von deinem Volke alle errettet werden, die im Buche aufgeschrieben erfunden werden.⁶ Daniel Dan 34 12 1 1 Nachdem der Engel die Heimsuchung und das Leiden verkündet, stellt er auch den Trost vor Augen: der heilige Michael wird dem Volke Hilfe bringen und Gott in der Ewigkeit volle Wiedervergeltung spenden, den Frommen ewiges Leben, den Abtrünnigen ewige Strafe und Schmach. Hebr.: Und zu jener Zeit. Das Folgende wird mit dem Vorhergehenden eng verknüpft. Daniel Dan 34 12 1 2 Dessen Amt dies ist. @@ -48921,7 +48939,7 @@ Daniel Dan 34 12 12 Beatus, qui exspectat, et pervenit usque ad dies mille trece Daniel Dan 34 12 12 29 Als Trost fügt der Engel bei, wie lange Zeit die Wut der Verfolgung dauern wird. Das beständige Opfer; öffentliche, beständige, Gott zu erweisende Dienst. Siehe zu [Dan 8,13]. Dieser wird zur Zeit der Verfolgung aufhören, damit (Hebr.) der Greuel aufgestellt werde. Es ist hier von der Verfolgung des Antiochus die Rede (Ephr.), nicht vom Antichrist. In der Tat unterscheidet der Engel zwei Zeiten und zwei Verfolgungen [Dan 12,1]. V. 6-8 spricht er von der [Dan 7,25] erwähnten, von V. 9 an kommt er auf die zurück, welche [Dan 8,11] und [Dan 11,31ff] vor Augen gestellt ist. Wie [Dan 8,14] nach Erwähnung der Abschaffung der ewigen Verehrung eine bestimmte Zahl gesetzt ist, so hier, ein weiterer Beweis dafür, dass an beiden Stellen von demselben Ereignisse die Rede ist. Die Zahl der Tage ist auch hier eine bestimmte, aber verschieden von der oben gegebenen. Während nämlich [Dan 8,14] in 2300 Tagen die ganze Zeit der Bedrängnis angegeben wird, ist hier wohl in den 43 Monaten (wenn wir 30 Tage auf einen Monat rechnen) die schlimmste Verfolgung bedeutet. Daher glücklich, wer durch 45 Tage oder 1 Monat länger lebt. Der Ausgangspunkt der Zeit ist der [1Makk 1,57] genannte, 168 vor Chr.: die Tage also sind vom Dezember dieses Jahres an zu rechnen. Bis auf die neue Tempelweihe an fünfundzwanzigsten Tage des neunten Monats 165 vor Chr. ist die Zahl von 1290 Tagen noch nicht erreicht, es fehlen noch 185 oder 188 Tage. Nicht dieses Ereignis also wird vorausgesetzt. Also wohl der Tod des Antiochus Epiphanes 164 vor Chr.? Doch mit diesem war die Verfolgung noch nicht zu Ende. Vielleicht also bezieht sich die Voraussagung auf das [2Makk 13,14] erzählte Ereignis, infolge dessen die Juden im Jahre 163 vor Chr. von Lysias volle Freiheit erhielten, nach dem Gesetze zu leben. [1Makk 6,55-62; 2Makk 13,23-26] Daniel Dan 34 12 13 Tu autem vade ad præfinitum: et requiesces, et stabis in sorte tua in finem dierum. Hucusque Danielem in Hebræo volumine legimus. Quæ sequuntur usque ad finem libri, die Theodotionis editione translata sunt. Du aber wirst zu dem dir bestimmten Ende gelangen und ruhen, doch am Ende der Tage zu deinem Lose auferstehen.³⁰ Bis hierher liest man Daniel in dem hebräischen Originale. Was nun folgt, bis zum Ende des Buches, ist aus der Ausgabe des Theodotion übersetzt. Daniel Dan 34 12 13 30 Du wirst zwar dem allen bestimmten Ziele, dem Tode, zuwandern und im Grabe ruhen, doch am Ende der Tage wirst du auferstehen zu deinem Lose in das Reich Gottes, dessen Vorbild Chanaan war, das den Juden durch das Los zuerteilt wurde. Zugleich wird dem Propheten bedeutet, dass er sterben werde, bevor jene Tage des Unglückes hereinbrechen. (Ephr.) -Daniel Dan 34 13 0 Anhang 1. Geschichte der Susanna. (Kap. 13,64) 1. Susannas Tugenden. (V. 27) 2. Das falsche Zeugnis gegen Susanna. (V. 44) 3. Susannas Unschuld wird offenbar gemacht. (V. 64) Anhang 2. Bel und der Drache. (13,65 14,42) 1. Der Bel. (13,65 14,21) +Daniel Dan 34 13 0 Anhang 1. Geschichte der Susanna. (Kap. 13,64) 1. Susannas Tugenden. (V. 27) 2. Das falsche Zeugnis gegen Susanna. (V. 44) 3. Susannas Unschuld wird offenbar gemacht. (V. 64) Anhang 2. Bel und der Drache. (13,65 14,42) 1. Der Bel. (13,65 14,21) Daniel Dan 34 13 1 Et erat vir habitans in Babylone, et nomen ejus Joakim: Ein Mann wohnte zu Babylon, mit Namen Joakim.¹ Daniel Dan 34 13 1 1 Wann Joakim weggeführt ward, steht nicht fest. Vielleicht zu derselben Zeit wie Daniel, vielleicht auch mit Jechonias. [2Kön 24,14] Nehmen wir das letztere an, so ist die Erzählung der Zeit nach hinter [Dan 2] zu versetzen, was vielleicht auch durch V. 64 geraten wird. Dass Joakim Haus und Garten besaß, ist nach der Aufforderung des Jeremias [Jer 29,5] nicht wunderbar; umso mehr als Nabuchodonosor, der vornehme, jüdische Jüngling an seinen Hof zog, doch wohl auch vornehme Juden durch Gunsterweise an sich zu fesseln suchte. Daniel Dan 34 13 2 Et accepit uxorem nomine Susannam, filiam Helciæ pulchram nimis, et timentem Deum: Dieser nahm ein Weib, Susanna mit Namen, eine Tochter Helkias',² die sehr schön war und Gott fürchtete.³ @@ -49026,7 +49044,7 @@ Daniel Dan 34 13 63 38 Die Eltern sahen die Frucht der frommen Erziehung, welch Daniel Dan 34 13 64 Daniel autem factus est magnus in conspectu populi a die illa, et deinceps. Und Daniel ward vor dem Volke groß von dem Tage an und fernerhin. Daniel Dan 34 13 65 Et rex Astyages appositus est ad patres suos, et suscepit Cyrus Perses regnum ejus. Der König Astyages aber ward zu seinen Vätern beigesetzt, und Cyrus, der Perser, überkam dessen Herrschaft.³⁹ Daniel Dan 34 13 65 39 Theodotion sowie die anderen Übersetzungen außer der Vulgata verbinden diesen Vers mit Recht mit der folgenden Geschichte, da Daniel nicht mehr wie [Dan 13,45] ein Jüngling genannt werden kann. Cyrus besiegte den Astyages und nahm ihn gefangen im Jahre 550 v. Chr., Daniel aber wurde nach Babylon im Jahre 605 weggeführt. Cyrus ließ dem Astyages eine gewisse Herrschaft, so dass er nach dessen Tode als Nachfolger beim Volke gelten konnte. Vom Tode des Astyages bis zur Einnahme des Babylonischen Reiches durch Cyrus waren viele Jahre vergangen. Die Septuaginta hat diesen Vers nicht, doch pflegt sie auch sonst den Text des Propheten freier zu behandeln. -Daniel Dan 34 14 0 1. Der Bel. (13,65 14,21) 2. Der Drache. +Daniel Dan 34 14 0 1. Der Bel. (13,65 14,21) 2. Der Drache. Daniel Dan 34 14 1 Erat autem Daniel conviva regis, et honoratus super omnes amicos ejus. Daniel aber war des Königs Tischgenosse und höher in Ehren gehalten als alle Freunde desselben.¹ Daniel Dan 34 14 1 1 Cyrus hatte die Herrschaft im Jahre 539 oder 538 v. Chr. angetreten. Daniel, der den Übergang der Herrschaft auf die Meder und Perser geweissagt [Dan 5,28], war durch Gottes den Juden gnädige Vorsehung auch Cyrus Freund geworden. Nach der Septuag. ist von einem anderen Daniel die Rede. Daniel Dan 34 14 2 Erat quoque idolum apud Babylonios nomine Bel: et impendebantur in eo per dies singulos similæ artabæ duodecim, et oves quadraginta, vinique amphoræ sex. Nun hatten die Babylonier ein Götzenbild, namens Bel;² auf dasselbe wurden täglich zwölf Scheffel³ Weizenmehl, vierzig Schafe und sechs Maß⁴ Wein aufgewendet. @@ -49093,7 +49111,7 @@ Daniel Dan 34 14 41 Porro illos, qui perditionis ejus causa fuerant, intromisit Daniel Dan 34 14 41 23 Nach dem Gesetze der Wiedervergeltung. Nach der Sept. V. 29 war es Sitte, die, welche dem König nachstellten, in die Löwengrube zu werfen. Alsdann war Daniel auch unter ähnlichem Vorwande den Löwen übergeben, während andere seinen Tod forderten, weil er die Götter verunehrt. Doch Gottes wunderbarer Schutz reinigt ihn von beiden Anklagen und zeigt ihn allen sichtbar als Freund der Gottheit. So wurden seine Feinde als Lügner und Feinde der Gottheit erklärt, die ihre Verleumdung und Feindschaft, durch welche sie Daniel zu verderben gesucht, mit Recht mit dem Tode büßten. Daniel Dan 34 14 42 Tunc rex ait: Paveant omnes habitantes in universa terra Deum Danielis: quia ipse est Salvator, faciens signa et mirabilia in terra: qui liberavit Danielem de lacu leonum. Da sprach der König: Alle Bewohner der ganzen Erde sollen den Gott Daniels fürchten, denn er ist der Retter, der Zeichen und Wunder tut auf Erden, der Daniel aus der Löwengrube befreit hat.²⁴ Daniel Dan 34 14 42 24 So war den Heiden Gottes Macht und Größe wieder durch einen herrlichen Beweis offenbart. Der König erkennt jene öffentlich an. So lernte er auch, dass nicht die Ohnmacht des Gottes der Juden Ursache war, dass diese in die Gefangenschaft der Babylonier kamen, sondern ahnte seine Größe. Wann die Ereignisse mit dem Bel und dem Drachen stattgehabt, lässt sich nicht sicher feststellen. Doch ist es wahrscheinlich, dass der Aufruhr der Babylonier eher in die Anfangszeit der Regierung des Cyrus fällt, in der er es noch für besser hielt, sich die Herzen durch Nachgiebigkeit zu gewinnen. -Hosea Hos 35 1 0 I. Teil (Kap. 1 Kap. 3) A. Ehe des Propheten und seine drei Kinder. (V. 9) B. Verheißung der Wiederherstellung. (1,10 2,1) +Hosea Hos 35 1 0 I. Teil (Kap. 1 Kap. 3) A. Ehe des Propheten und seine drei Kinder. (V. 9) B. Verheißung der Wiederherstellung. (1,10 2,1) Hosea Hos 35 1 1 VERBUM Domini, quod factum est ad Osee filium Beeri, in diebus Oziæ, Joathan, Achaz, Ezechiæ regum Juda, et in diebus Jeroboam filii Joas regis Israel. Wort des Herrn,¹ welches an Osee, den Sohn Beeris erging in den Tagen des Ozias, Joathan, Achaz, Ezechias, der Könige von Juda, und in den Tagen Jeroboams, des Sohnes Joas', des Königs von Israel.² Hosea Hos 35 1 1 1 Die Redeformeln: Wort des Herrn, Gesicht, der Herr sprach, geben Zeugnis davon, wie sehr die Propheten überzeugt waren, dass sie das, was sie verkündeten, von Gott empfangen hatten und einzig unter seinem Einfluss handelten. Vergl. [Jer 1,1; Joel 1,1; Mi 1,1; Zef 1,1] Ebenso [Jes 1,1; Am 1,1; Obd 1; Nah 1,1]. Hosea Hos 35 1 1 2 Die Überschrift wie die gedrängte Redeweise im Folgenden zeigen, dass das Buch nur den Hauptinhalt der Reden Osees kurz zusammenfasst als einen Beweis der Güte und Vorsehung Gottes über sein Volk. Die Könige aus dem Hause David werden an erster Stelle genannt in Erinnerung an die Verheißung [2Sam 7,14]. Der König von Israel wird zum Zeugnis genannt, dass die Prophezeiung auch gegen ihn gerichtet ist und sein Götzendienst so unentschuldbar wird. Jeroboam nennt er als König, nicht allein, weil derselbe tatsächlich einundvierzig Jahre herrschte, sondern auch weil Jehu der Thron Israels bis zum vierten Geschlechte von Gott zugesagt war. [2Kön 10,30] Jeroboam starb um das siebenundzwanzigste Jahre es Ozias. Nach ihm trat wohl ein Zwischenreich von elf Jahren ein. Im achtunddreißigsten Jahre des Ozias gelangte Zacharias für sechs Monate auf den Thron; die folgenden Könige waren Aufrührer, weshalb der Prophet keinen von ihnen mit dem ehrenvollen Namen eines Königs anführt. @@ -49129,7 +49147,7 @@ Hosea Hos 35 1 10 22 Doch es sagt vielleicht jemand: Was wird aus Gottes Verhei Hosea Hos 35 1 10 23 Die fern waren von Gott, werden Söhne des lebendigen Gottes werden und bekannt werden: Staunend werden die Völker Gott den Lebendigen nennen, euch Kinder des lebendigen Gottes. Hosea Hos 35 1 11 Et congregabuntur filii Juda, et filii Israel pariter: et ponent sibimet caput unum, et ascendent de terra: quia magnus dies Jezrahel. Und die Söhne Juda und die Söhne Israel werden sich zumal zusammenscharen und sich ein Oberhaupt setzen und aus dem Lande heraufziehen, denn gewaltig wird der Tag von Jezrahel sein.²⁴ Hosea Hos 35 1 11 24 Die Rückkehr aus dem Exil ist ein Vorspiel und eine Vorbereitung auf die Erfüllung der höheren, messianischen Verheißungen, deshalb werden beide oft bei den Propheten vereinigt. Wie sie unter Zorobabel aus Babel zurückkehrend ein Reich ausmachten (Ephr., Cyr., Theoph.), so werden sie unter dem Hirten Gottes vereint werden. [Ez 34,23] Hinaufziehen wird von dem Wege nach Jerusalem gesagt. Gewaltig wird der Tag sein, weil dieses Elend, das er mit sich bringt, die Vorbereitung eines besseren Loses ist. Voll wird die Verheißung erst zur Zeit des Evangeliums erfüllt. [Röm 9,29] -Hosea Hos 35 2 0 C. Israel, das ungetreue Weib. (V. 7) D. Strafen, welche dem ungetreuen Weibe angedroht werden. (V. 13) E. Verheißung des Heiles. +Hosea Hos 35 2 0 C. Israel, das ungetreue Weib. (V. 7) D. Strafen, welche dem ungetreuen Weibe angedroht werden. (V. 13) E. Verheißung des Heiles. Hosea Hos 35 2 1 Dicite fratribus vestris: Populus meus: et sorori vestræ, Misericordiam consecuta. Sprechet zu euern Brüdern: Mein Volk! und zu eurer Schwester: Begnadigte!¹ Hosea Hos 35 2 1 1 Dieser Vers gehört dem Sinne nach zum vorigen Kapitel. Beide Geschlechter werden genannt, um die Allgemeinheit des Heiles zu kennzeichnen. Zu den Brüdern aus allen Völkern sprechet mit Frohlocken: Wir sind nicht mehr Gott entfremdet! Hosea Hos 35 2 2 Judicate matrem vestram, judicate: quoniam ipsa non uxor mea, et ego non vir ejus: auferat fornicationes suas a facie sua, et adulteria sua de medio uberum suorum. Rechtet mit eurer Mutter, rechtet,² denn sie ist nicht meine Gattin und ich bin nicht ihr Mann.³ Lasset sie ihre Buhlereien von ihrem Angesichte hinwegschaffen und ihre Ehebrüche aus ihres Busens Mitte,⁴ @@ -49197,7 +49215,7 @@ Hosea Hos 35 2 23 41 Sorge für sie tragen, ihr Gedeihen geben. Im Lande: die R Hosea Hos 35 2 24 Et dicam Non populo meo: Populus meus es tu: et ipse dicet: Deus meus es tu. und zu Nicht-mein-Volk sagen: Mein Volk bist du!⁴² und dieses wird sagen: Mein Gott bist du!⁴³ Hosea Hos 35 2 24 42 Wie die Sünde und ihre Folge mit unheilvollen Namen, so werden die jenen entgegengesetzten geistigen Güter mit glückverheißenden Namen bezeichnet. Hosea Hos 35 2 24 43 Hebr.: Mein Gott! -Hosea Hos 35 3 0 F. Der Weg zur Wiederherstellung. +Hosea Hos 35 3 0 F. Der Weg zur Wiederherstellung. Hosea Hos 35 3 1 Et dixit Dominus ad me: Adhuc vade, et dilige mulierem dilectam amico et adulteram: sicut diligit Dominus filios Israel, et ipsi respiciunt ad deos alienos, et diligunt vinacia uvarum. Und der Herr sprach zu mir:¹ Gehe nochmals hin und liebe eine Frau,² die vom Freunde³ geliebt wird, aber die Ehe bricht;⁴ gleichwie der Herr die Söhne Israels liebt, sie sich aber fremden Göttern zuwenden⁵ und Traubenkuchen lieben.⁶ Hosea Hos 35 3 1 1 Wie der Prophet durch die erste Ehe Gottes Erbarmen gegen sein Volk gekennzeichnet hat, das er aus tiefstem Elende erhebt, so soll die zweite Eheschließung die Untreue und Strafe des Volkes zum Ausdruck bringen. Hosea Hos 35 3 1 2 Eine andere als Gomer. (Hier., Cyr., Theoph.) Wenn du dies Weib genommen, wirst du sie zwar lieben, sie aber die Ehe brechen. @@ -49223,7 +49241,7 @@ Hosea Hos 35 3 5 17 Ihm anhängen. Hosea Hos 35 3 5 18 In der Messianischen Zeit, gewöhnliche Bezeichnung derselben bei dem Propheten: die Zeit der Gründung der Kirche. [Hebr 1,1; 1Joh 2,18] Eine noch vollkommenere Erfüllung wird am Ende der Zeiten statthaben. Wie V. 3, V. 4 in der Sache [Hos 1,9] und [Hos 2,6.7.9.11] entspricht, so auch V. 5 denselben Verheißungen. Hosea Hos 35 3 5 19 Wegen ihrer Unwürdigkeit. Hosea Hos 35 3 5 20 Dem Quelle aller Glückseligkeit. -Hosea Hos 35 4 0 II. Teil. (Kap. 4,1 Kap. 9,9) 1. Erster Tadel über die Versündigungen. (Kap. 4) a. Die Sünden und deren Strafe. (V. 3) b. Betrüger und Betrogene werden zu Falle kommen. (V. 10) c. Der Götzendienst und die mit demselben verbundenen Frevel. (V. 14) d. Aufforderung, den Götzendienst zu verlassen. +Hosea Hos 35 4 0 II. Teil. (Kap. 4,1 Kap. 9,9) 1. Erster Tadel über die Versündigungen. (Kap. 4) a. Die Sünden und deren Strafe. (V. 3) b. Betrüger und Betrogene werden zu Falle kommen. (V. 10) c. Der Götzendienst und die mit demselben verbundenen Frevel. (V. 14) d. Aufforderung, den Götzendienst zu verlassen. Hosea Hos 35 4 1 Audite verbum Domini filii Israel, quia judicium Domino cum habitatoribus terræ: non est enim veritas, et non est misericordia, et non est scientia Dei in terra. Vernehmet das Wort des Herrn, ihr Söhne Israels!¹ denn der Herr geht ins Gericht mit den Bewohnern des Landes; denn es ist keine Wahrhaftigkeit,² kein Erbarmen³ und keine Erkenntnis Gottes⁴ im Lande. Hosea Hos 35 4 1 1 Gewöhnliche Weise, die Aufmerksamkeit zu erregen. Vergl. [Dtn 32,1; Jes 1,2; Mi 1,2; Mi 3,1; Mi 6,1]. Der Prophet redet nur, was Gott in seinen Mund legt. [Dtn 18,18] Die Anrede soll sie aneifern, dem erhabenen Beispiele des Glaubens und des Gehorsams, das ihr Stammvater gegeben, nachzueifern. Hosea Hos 35 4 1 2 Und Treue. @@ -49286,7 +49304,7 @@ Hosea Hos 35 4 18 41 Kein Verkehr und keine Festlichkeit ist mit ihnen gemein. Hosea Hos 35 4 18 42 Hebr.: ihrer Schilde, der Fürsten, die ihre Beschützer sein sollten. Hosea Hos 35 4 19 Ligavit eum spiritus in alis suis, et confundentur a sacrificiis suis. Der Wind hat sie mit seinen Fittichen erfasst und sie werden zuschanden ob ihrer Opfer.⁴³ Hosea Hos 35 4 19 43 Ihr Kult wird sich als eitel und Ursache aller Übel erweisen. Hebr.: der Wind packt sie an ihren Säumen. Die Erwähnung der Opfer bahnt ihm den Weg zur Vorhaltung an die Priester, die Begünstiger und Urheber des Verderbens. -Hosea Hos 35 5 0 2. Zweiter Tadel, besonders an die Führer gerichtet. (Kap. 5,1 Kap. 6,3) a. Frevel der Führer. (V. 6) b. Unglück und Untergang wird von Gott verhängt werden. (V. 14) c. Aus dem Unglück Heil. [Hos 6,3] +Hosea Hos 35 5 0 2. Zweiter Tadel, besonders an die Führer gerichtet. (Kap. 5,1 Kap. 6,3) a. Frevel der Führer. (V. 6) b. Unglück und Untergang wird von Gott verhängt werden. (V. 14) c. Aus dem Unglück Heil. [Hos 6,3] Hosea Hos 35 5 1 Audite hoc sacerdotes, et attendite domus Israel, et domus regis auscultate: quia vobis judicium est, quoniam laqueus facti estis speculationi, et rete expansum super Thabor. Vernehmet¹ dies, ihr Priester! und merke auf, Haus Israel!² Haus des Königs,³ habet acht! denn euch gilt das Gericht, weil ihr ein Fallstrick gewesen seid für die Warte und ein ausgespanntes Netz auf Thabor.⁴ Hosea Hos 35 5 1 1 Die dreimalige Wiederholung dieser Aufforderung lässt etwas Furchtbares erwarten. Hosea Hos 35 5 1 2 Betrüger und Betrogene redet er an, weil beide schuldig und weil das böse Volk die böse Hinterlist und Verdorbenheit der oberen Stände kennen lernen soll. Priester: nicht die aus der Familie Aarons, sondern alle, die so vom Volke genannt werden, unter denen auch ein wahrer sein kann. @@ -49336,7 +49354,7 @@ Hosea Hos 35 5 15 31 Doch die Vernichtung der alten Theokratie ist nur der Weg Hosea Hos 35 5 15 32 Gott, der wie ein Krieger ausgezogen ist zum Kampfe und zur Vernichtung, vergl. [Jes 42,13], kehrt in den Himmel zurück. (Hier.) Hosea Hos 35 5 15 33 Gott will sie in ihrem Unglücke dahinschmachten lassen, ohne sich ihrer anzunehmen. Vom Himmel war Gott gleichsam herabgestiegen, den Bund mit dem Volke zu schließen, und hatte in der Hütte und Bundeslade gewohnt, jetzt hat er das Volk verlassen und ist in den Himmel zurückgekehrt. Hebr.: Bis ihr die Strafe gelitten. Hosea Hos 35 5 15 34 In Buße und Gebet. -Hosea Hos 35 6 0 c. Aus Unglück Heil. (V. 3) d. 3. Dritte Strafrede gegen die Unbußfertigen. (6,4 7,16) a. Vergebens hat Gott über die Ungehorsamen Strafe verhängt. +Hosea Hos 35 6 0 c. Aus Unglück Heil. (V. 3) d. 3. Dritte Strafrede gegen die Unbußfertigen. (6,4 7,16) a. Vergebens hat Gott über die Ungehorsamen Strafe verhängt. Hosea Hos 35 6 1 In tribulatione sua mane consurgent ad me: Venite, et revertamur ad Dominum: Wenn sie in Trübsal sind, werden sie sich frühzeitig zu mir aufmachen:¹ Kommet, lasset uns zu dem Herrn zurückkehren; Hosea Hos 35 6 1 1 Die gegenseitige Aneiferung zeigt, wie jeder, mit seiner Bekehrung nicht zufrieden, andere mit gleichem Eifer zu erfüllen bemüht ist. Jetzt erkennen sie Gott und messen alle Dinge nach seinem Maßstab. Hosea Hos 35 6 2 Quia ipse cepit, et sanabit nos: percutiet, et curabit nos. denn er hat uns erfasst,² so wird er uns auch heilen; er hat geschlagen, so wird er uns auch pflegen. @@ -49371,7 +49389,7 @@ Hosea Hos 35 6 10 21 Mit diesem dreifachen Gliede ist die Anklage beendet. Hosea Hos 35 6 11 Sed et Juda pone messem tibi, cum convertero captivitatem populi mei. Aber auch du, Juda! halte dich zur Ernte²² bereit, wenn ich die Gefangenschaft meines Volkes wenden will.²³ Hosea Hos 35 6 11 22 Das Ende entspricht dem Anfange. V. 4. Die Ernte ist das Bild des Gerichtes, in dem die Halme geschnitten werden. Es ist die Wegführung nach Babylon. Hosea Hos 35 6 11 23 Was soll dies an dieser Stelle? Die Worte bedeuten ja eine Wiederherstellung und Erlösung. Am besten wird also dieses Glied zum folgenden Kapitel gezogen, in der gleichen Bedeutung, wie: Als ich Israel heilen wollte, d.i.: während ich das Volk von seinem Elende befreien wollte, versenkte es sich immer tiefer in seine Laster. Ich wollte seine Gefangenschaft abwenden, doch Juda hinderte dies durch seine Gottlosigkeit. -Hosea Hos 35 7 0 Die Laster Israels sind ein mächtig brennendes Feuer. (V. 7) c. Vergebens suchen sie Hilfe bei Auswärtigen. (V. 12) d. Gott flehen sie nicht um Hilfe an. +Hosea Hos 35 7 0 Die Laster Israels sind ein mächtig brennendes Feuer. (V. 7) c. Vergebens suchen sie Hilfe bei Auswärtigen. (V. 12) d. Gott flehen sie nicht um Hilfe an. Hosea Hos 35 7 1 Cum sanare vellem Israel, revelata est iniquitas Ephraim, et malitia Samariæ, quia operati sunt mendacium: et fur ingressus est spolians, latrunculus foris. Als ich Israel heilen wollte, ward die Missetat Ephraims offenbar und die Verschuldung Samarias,¹ denn sie üben Trug.² Diebe brechen ein und rauben, es streifen Räuber auf den Straßen.³ Hosea Hos 35 7 1 1 Gott sandte die Propheten als Mahner und suchte die abgöttischen Könige und das Volk mit vielem Unglück heim: doch alles war umsonst. Vergl. [Jer 5,3]. Hosea Hos 35 7 1 2 Götzendienst, denn dieser widerspricht der ersten Wahrheit. @@ -49427,7 +49445,7 @@ Hosea Hos 35 7 16 36 Der ungeeignet ist, weil die Sehnen schlaff oder er die Pf Hosea Hos 35 7 16 37 Die Fürsten, welche Urheber und Führer der Verbrechen und des Abfalles gewesen, sollen nach Gottes gerechtem Gerichte durch das Schwert der Feinde fallen. Hosea Hos 35 7 16 38 Jene Lügen (V. 13), die sie wider Gott geredet. Hosea Hos 35 7 16 39 Die Ägypter, welche sie um Hilfe gebeten, werden sie verhöhnen und verlachen. -Hosea Hos 35 8 0 4. Vierte Strafrede gegen die von Gott Abtrünnigen. (8,1 9,9) a. Sie haben den Bund Gottes verworfen. (V. 6) b. Sturm und Untergang steht ihnen bevor. +Hosea Hos 35 8 0 4. Vierte Strafrede gegen die von Gott Abtrünnigen. (8,1 9,9) a. Sie haben den Bund Gottes verworfen. (V. 6) b. Sturm und Untergang steht ihnen bevor. Hosea Hos 35 8 1 In gutture tuo sit tuba quasi aquila super domum Domini: pro eo quod transgressi sunt fdus meum, et legem meam prævaricati sunt. An deine Kehle die Posaune!¹ Wie ein Adler² stürzt er³ auf das Haus des Herrn,⁴ weil sie meinen Bund übertreten und gegen mein Gesetz gefrevelt haben. Hosea Hos 35 8 1 1 Gottes Befehl an den Propheten, der ein Wächter sein soll über das Volk. Der Klang der Posaune ist Zeichen des Krieges und der Gefahr. Hosea Hos 35 8 1 2 Der schnelle und raubgierige Adler ist das Bild eines verheerenden und plündernden Feindes. @@ -49479,7 +49497,7 @@ Hosea Hos 35 8 13 35 Ägypten ist das Vorbild der Gefangenschaft, in welche sie Hosea Hos 35 8 14 Et oblitus est Israel factoris sui, et ædificavit delubra: et Judas multiplicavit urbes munitas: et mittam ignem in civitates ejus, et devorabit ædes illius. Israel hat seines Schöpfers vergessen und Götzentempel gebaut, Judas hat die festen Städte gemehrt;³⁶ so will ich denn Feuer wider seine Städte entsenden, das seine Paläste verzehren soll.³⁷ Hosea Hos 35 8 14 36 Israel wird wegen seines Götzendienstes angeklagt, Judas wegen seines Mangels an Vertrauen und seines Bemühens, sich, nachdem er Gott verachtet, nach Art der Heiden selbst zu schützen. Hosea Hos 35 8 14 37 Bei den Gerichten Gottes wird, seit [Gen 3,14], mit dem Menschen auch die Erde gestraft. -Hosea Hos 35 9 0 c. Das Exil und seine Schrecken. (V. 9) III. Teil (Kap. 9,10 14,10) Aus der Züchtigung wird Heil entsprießen. 1. Erste Verkündigung. (9,10 10,15) a. Gutes vergelten sie mit Bösem. +Hosea Hos 35 9 0 c. Das Exil und seine Schrecken. (V. 9) III. Teil (Kap. 9,10 14,10) Aus der Züchtigung wird Heil entsprießen. 1. Erste Verkündigung. (9,10 10,15) a. Gutes vergelten sie mit Bösem. Hosea Hos 35 9 1 Noli lætari Israel, noli exsultare sicut populi: quia fornicatus es a Deo tuo, dilexisti mercedem super omnes areas tritici. Freue dich nicht, Israel!¹ frohlocke nicht gleich den Völkern;² denn buhlend hast du deinen Gott verlassen, hast Buhllohn geliebt auf allen Weizentennen.³ Hosea Hos 35 9 1 1 Vielmehr trauern. Hosea Hos 35 9 1 2 Wie die Völker sich jubelnd freuen über die Ernte. (Cyr., Theod.) @@ -49536,7 +49554,7 @@ Hosea Hos 35 9 16 Percussus est Ephraim, radix eorum exsiccata est: fructum nequ Hosea Hos 35 9 16 38 Ephraim als Pflanzung Gottes. Alle Hoffnung, dass sie wieder aufwächst, ist menschlicherweise weggenommen. Andere verstehen darunter die Königswürde. Hosea Hos 35 9 17 Abjiciet eos Deus meus, quia non audierunt eum: et erunt vagi in nationibus. Verstoßen wird sie mein Gott, denn sie haben nicht auf ihn gehört,³⁹ und sie werden unstet umherirren unter den Völkern. Hosea Hos 35 9 17 39 Dies war die Bedingung des Bundes Gottes mit dem Volke, dass dies auf die Stimme Gottes hörte. [Ex 19,6] Brachen sie diese, so mussten sie verworfen und ausgestoßen unter allen Völkern sein, so Gottes Strafgericht denselben offenbarend. -Hosea Hos 35 10 0 b. Durch den Götzendienst geht alles zugrunde. (V. 10) c. Die Strafen bereiten das Insichgehen vor. +Hosea Hos 35 10 0 b. Durch den Götzendienst geht alles zugrunde. (V. 10) c. Die Strafen bereiten das Insichgehen vor. Hosea Hos 35 10 1 Vitis frondosa Israel, fructus adæquatus est ei: secundum multitudinem fructus sui multiplicavit altaria, juxta ubertatem terræ suæ exuberavit simulacris. Ein üppiger Weinstock¹ war Israel und seine Frucht² war ihm gleich, aber so zahlreich seine Früchte waren, so viele Altäre baute es, so fruchtbar sein Land war, so zahlreich machte es seine Götzen.³ Hosea Hos 35 10 1 1 Reich an Schätzen und Macht. Israel ist Gottes Weinberg, den er mit aller Sorgfalt umzäunt und gepflegt hat. Hosea Hos 35 10 1 2 Das Volk hatte wirklich Überfluss an Menschen und Gütern, zeitlichen und geistigen. @@ -49593,7 +49611,7 @@ Hosea Hos 35 10 14 39 Siehe [Ri 8,10]. Hosea Hos 35 10 14 40 Gedeon. [Ri 6,25] Die Vulgata folgt in diesem Teile dem griechischen Texte. Hebr.: Wie Salmana Gewalt übte an Beth Arbel am Kampfestage. Es handelt sich hier um ein in der Heiligen Schrift nicht erwähntes, aber den Zeitgenossen des Propheten wohlbekanntes Ereignis. In den Keilinschriften ist die Rede von einem Könige von Moab Salamanu, dieser verheerte also wohl Arbela in so grausamer Weise. Es gab zwei Arbela, eines in Galiläa, das andere jenseits des Jordans. Hosea Hos 35 10 15 Sic fecit vobis Bethel, a facie malitiæ nequitiarum vestrarum. Dies wird er euch, Bethel, tun, um eures großen Frevels willen.⁴¹ Hosea Hos 35 10 15 41 Eure Verehrung des Kalbes zeigt euch als der Verwüstung, der Grausamkeit und dem Hinschlachten durch die Feinde geweiht und überliefert. Hebr.: wegen der Schlechtigkeit euerer Schlechtigkeit; wegen eurer überaus großen Bosheit. Das Folgende zieht die Vulgata zu [Hos 11], es gehört aber hierher. -Hosea Hos 35 11 0 2. Zweite Verkündigung. (Kap. 11) a. Die erhabensten Wohltaten haben sie verachtet. (V. 7) b. Gott wird sich erbarmend die Zerstreuten vereinen. +Hosea Hos 35 11 0 2. Zweite Verkündigung. (Kap. 11) a. Die erhabensten Wohltaten haben sie verachtet. (V. 7) b. Gott wird sich erbarmend die Zerstreuten vereinen. Hosea Hos 35 11 1 Sicut mane transiit, pertransiit rex Israel. Quia puer Israel, et dilexi eum: et ex gypto vocavi filium meum. Wie der Morgen¹ vergeht, wird der König von Israel dahingehen.² Da Israel jung war,³ liebte ich es, aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.⁴ Hosea Hos 35 11 1 1 Die Morgenröte. Hosea Hos 35 11 1 2 Schnell und ohne eine Spur zu hinterlassen. Dasselbe hatte er [Hos 10,7] gesagt. @@ -49638,7 +49656,7 @@ Hosea Hos 35 11 11 30 In dreifacher nach den verschiedenen Zeiten verschiedener Hosea Hos 35 11 11 31 Der Ausspruch Gottes bestätigt die Wahrheit wie ein Siegel durch die göttliche Wahrhaftigkeit und Macht. Der Seher sagt die Rückkehr nach Palästina voraus und den geistigen Charakter der Wiederherstellung, die in der Beobachtung des Gesetzes Gottes besteht. In einem Bilde zeigt er die gesamte Theokratie, das, was in verschiedenen Zeiten auseinanderliegt und allmählich wächst, oder das, wodurch es vorbereitet wird, nicht voneinander trennend. Viele dienten nach der Rückkehr Gott treu, bis aus den Anfängen und der Vorbereitung jenes allgemeine Gottesreich gegründet ward und alle Völker in seinen Schoß aufnahm. Hosea Hos 35 11 12 Circumdedit me in negatione Ephraim, et in dolo domus Israel: Judas autem testis descendit cum Deo, et cum sanctis fidelis. Von allen Seiten hat Ephraim mich mit Verleugnung umgeben und das Haus Israel mit Trug, Juda aber wandelte einher als Zeuge mit Gott und mit den Heiligen als Getreuer.³² Hosea Hos 35 11 12 32 Sept.: In Lüge hat mich Ephraim umgeben und in Gottlosigkeit das Haus Israel und Juda; jetzt kennt der Herr sie und es wird ein heiliges Volk Gottes genannt werden. Lüge ist der Abfall von Gott, Götzendienst, weil Verleugnung des Bündnisses. Mit diesen Verbrechen haben sie den Herrn gleichsam bedeckt und befleckt. So war der frühere Zustand des Volkes. Doch was ist diesem gefolgt? Gott hat sein Volk nicht verworfen, sondern erkennt es als das seine an und schmückt es mit seinen Gaben und seiner Liebe (Gegensatz zu [Hos 1,6, Hos 4,6; Hos 5,6; Hos 8,4; Hos 9,15.17]), so dass es sein auserwähltes Volk ist und von allen als solches anerkannt wird, heilig, wie es dem Volke Gottes ziemt, in dessen Mitte der Heilige ist. Die Sept. bietet wohl den richtigen Text. Derselbe schließt sich passend an das Vorhergehende an, während der hebräische Text nach dem Bekenntnis der Rabbiner, ebenso derjenige der Vulgata: unverständlich ist. Hebr.: Rings umgeben mit Verleugnungen hat mich Ephraim, und Judas ist noch herabgestiegen (in sein Land; andere: herrscht) und mit den Heiligen treu. -Hosea Hos 35 12 0 3. Dritte Verkündigung. (12,1 13,15) a. Sie sind abgewichen von Jakobs Vorbild. (V. 6) b. Sie rühmen sich ihrer Bosheit. (V. 9) c. Wohltaten vergelten sie mit Sünden. +Hosea Hos 35 12 0 3. Dritte Verkündigung. (12,1 13,15) a. Sie sind abgewichen von Jakobs Vorbild. (V. 6) b. Sie rühmen sich ihrer Bosheit. (V. 9) c. Wohltaten vergelten sie mit Sünden. Hosea Hos 35 12 1 Ephraim pascit ventum, et sequitur æstum: tota die mendacium, et vastitatem multiplicat: et fdus cum Assyriis iniit, et oleum in gyptum ferebat. Ephraim weidet Sturmwind und jagt dem Glutwinde nach,¹ den ganzen Tag² häuft es Lüge³ und Verheerung,⁴ mit den Assyriern schließt es ein Bündnis und nach Ägypten führt es Öl.⁵ Hosea Hos 35 12 1 1 Der Prophet legt drei Dinge vor: die Beschäftigung mit unnützen Dingen (in einem Bild), die Erklärung des Bildes und das Gericht. Sturmwind weiden sprichwörtlich für: Unnützes tun, wie wenn jemand den Wind wie ein Schaf weiden wollte. Der Glutwind ist Menschen, Tieren und Pflanzen sehr schädlich, ja tödlich. Hosea Hos 35 12 1 2 Durch die ganze Zeit, in der das Reich bestand. @@ -49686,7 +49704,7 @@ Hosea Hos 35 12 13 31 Der Stammvater floh, das Volk wird durch Moses, den Gott Hosea Hos 35 12 14 Ad iracundiam me provocavit Ephraim in amaritudinibus suis, et sanguis ejus super eum veniet, et opprobrium ejus restituet ei Dominus suus. Ephraim hat mich zum Zorne gereizt durch seine bitteren Kränkungen; darum wird seine Blutschuld über ihn kommen³² und seine Schande wird ihm sein Herr vergelten.³³ Hosea Hos 35 12 14 32 Er selbst ist sich Ursache. Hebr.: Es wird ihm seine Blutschulden aufdrängen. Hosea Hos 35 12 14 33 Den dem Herrn angetanen Schimpf lässt er auf das Volk zurückfallen. Die Sünde erzeugt notwendig Strafe; Gott wird zulassen, dass sie die ihr gebührende Folge erlange. -Hosea Hos 35 13 0 d. Die Niedergeworfenen verwirft der Herr indes nicht ganz. (V. 5) e. Die Verlassenen wird der Herr nicht verlassen. (V. 15a) 4. Vierte Verkündigung (13,15 13,10) a. Im Unglück muss man Gott anflehen. (13,15 14,4) +Hosea Hos 35 13 0 d. Die Niedergeworfenen verwirft der Herr indes nicht ganz. (V. 5) e. Die Verlassenen wird der Herr nicht verlassen. (V. 15a) 4. Vierte Verkündigung (13,15 13,10) a. Im Unglück muss man Gott anflehen. (13,15 14,4) Hosea Hos 35 13 1 Loquente Ephraim, horror invasit Israel, et deliquit in Baal, et mortuus est. Wenn Ephraim nur redete, fiel Schrecken auf Israel,¹ doch es verschuldete sich durch Baal und ward des Todes!² Hosea Hos 35 13 1 1 Hebr.: Wie Ephraim nur redete, so zitterte man; hoch ragte er in Israel. Der Prophet hat die Zeit der Richter vor Augen, besonders [Hos 8,1]. Hosea Hos 35 13 1 2 Doch bald befleckte es sich mit Götzendienst, daher legte es den Grund zu seinem Untergange. Die Gerechtigkeit ist die Grundlage der Reiche, die Sünde aber macht die Völker elend. (Vergl. [1Sam 4] durch welches Ereignis Ephraim die Anführung verlor.) @@ -49738,7 +49756,7 @@ Hosea Hos 35 13 15 33 Der Wind wird von Gott gesendet, insofern er als dessen D Hosea Hos 35 13 15 34 Aus schrecklicher Gegend, Tod und Verderben bringend. Der Ostwind brachte viel heißen Sand mit sich. Hosea Hos 35 13 15 35 So dass alle Fruchtbarkeit verschwindet. Hosea Hos 35 13 15 36 Was nur wertvoll ist, wir der Verwüster rauben. Die Wohltaten Gottes, welche sie gemissbraucht, werden ihnen genommen werden. Wer unter dem Bilde des Glutwindes dargestellt ist, zeigt [Hos 14,1]. -Hosea Hos 35 14 0 4. Vierte Verkündigung. (13,15 14,10) a. Im Unglücke muss man zu Gott flehen. (13,15 -14,4) b. Das zukünftige Heil. +Hosea Hos 35 14 0 4. Vierte Verkündigung. (13,15 14,10) a. Im Unglücke muss man zu Gott flehen. (13,15 -14,4) b. Das zukünftige Heil. Hosea Hos 35 14 1 Pereat Samaria, quoniam ad amaritudinem concitavit Deum suum: in gladio pereant, parvuli eorum elidantur, et ftæ ejus discindantur. Samaria wird zugrunde gehen,¹ weil es seinen Gott zum Zorne gereizt; durch das Schwert werden sie umkommen, ihre Kinder sollen zerschmettert, ihre Schwangern aufgeschlitzt werden.² Hosea Hos 35 14 1 1 Dem Bilde der Verwüstung folgt diese selbst. Hebr.: Samaria muss es büßen, dass es gegen seinen Gott widerspenstig war. Vulg.: Samaria möge zugrunde gehen. Es ist insofern gestattet, die Strafe der Sünder zu wünschen, als diese dadurch zur Besinnung kommen oder als durch ihre Bestrafung andere gebessert werden oder sofern wenigstens Gottes Gerechtigkeit und Macht offenbart wird. (Thom.) Hosea Hos 35 14 1 2 So sollen gleichsam die Quellen des Lebens versiegen. [Hos 13,15] @@ -49775,7 +49793,7 @@ Hosea Hos 35 14 9 24 Ohne mich vermögt ihr nichts zu tun. Schon ist der Weinbe Hosea Hos 35 14 10 Quis sapiens, et intelliget ista? Intelligens, et sciet hæc? Quia rectæ viæ Domini, et justi ambulabunt in eis: prævaricatores vero corruent in eis. Wer ist weise, dass er dieses versteht? wer einsichtsvoll, dass er dies erkennt?²⁵ Ja, gerade sind die Wege des Herrn und Gerechte wandeln auf ihnen aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Falle.²⁶ Hosea Hos 35 14 10 25 Welches ist der Erfolg der prophetischen Mahnung? Viele sind berufen, aber wenige auserwählt, und Gottes Gerichte sind in sich gerechtfertigt. Der Prophet klagt, dass so wenige in Israel seine Worte erwägen. Hosea Hos 35 14 10 26 Die Wege des Herrn sind die Drohungen und Verheißungen, welche der Prophet verkündet hat. Wer Gottes Willen kennt und ihn nicht tut, wird härter gestraft werden; so werden eben diese Verkündigungen den Hartnäckigen zu größerer Strafe gereichen, den gehorchenden zum Heile. Durch die Doppelfrage und die vierfache Erklärung, was Weisheit, was Einsicht ist, hat er die Wichtigkeit der Sache vor Augen gestellt und gezeigt, wie sehr er wünscht, dass alle derselben ihr Herz zuwenden. -Joel Joel 36 1 0 I. Teil. (Kap. 1,1 Kap. 2,17) A. Die Heimsuchung schweren Unglücks durch die Heuschrecken. (V. 13) +Joel Joel 36 1 0 I. Teil. (Kap. 1,1 Kap. 2,17) A. Die Heimsuchung schweren Unglücks durch die Heuschrecken. (V. 13) Joel Joel 36 1 1 VERBUM Domini, quod factum est ad Joel filium Phatuel. Wort des Herrn, welches an Joel, den Sohn Phatuels, erging.¹ Joel Joel 36 1 1 1 Der Prophet gibt seine Sendung von Gott kund und das Ansehen seiner Worte als von Gott eingegeben. Joel Joel 36 1 2 Audite hoc senes, et auribus percipite omnes habitatores terræ: si factum est istud in diebus vestris, aut in diebus patrum vestrorum? Höret dies, ihr Greise! und vernehmet es, alle Bewohner des Landes! Ist wohl solches in euern Tagen geschehen oder in den Tagen eurer Väter?² @@ -49824,7 +49842,7 @@ Joel Joel 36 1 19 Ad te Domine clamabo: quia ignis comedit speciosa deserti, et Joel Joel 36 1 19 27 Folgerung aus der Aufzählung und Erwägung dieses Elendes. Joel Joel 36 1 19 28 Trockenheit. Vergl. V. 20. Joel Joel 36 1 20 Sed et bestiæ agri, quasi area sitiens imbrem, suspexerunt ad te: quoniam exsiccati sunt fontes aquarum, et ignis devoravit speciosa deserti. Auch die Tiere des Feldes blicken auf zu dir, wie ein Land, das nach Regen dürstet; denn die Wasserquellen sind ausgetrocknet und Feuer hat die schöne Trift verzehrt. -Joel Joel 36 2 0 Die Diener der Strafe Gottes. (V. 11) d. Die Buße. (V. 17) II. Teil. (2,18 3,21) A. Verheißung großer Gnadengaben. +Joel Joel 36 2 0 Die Diener der Strafe Gottes. (V. 11) d. Die Buße. (V. 17) II. Teil. (2,18 3,21) A. Verheißung großer Gnadengaben. Joel Joel 36 2 1 Canite tuba in Sion, ululate in monte sancto meo, conturbentur omnes habitatores terræ: Quia venit dies Domini, quia prope est. Stoßet in die Posaune auf Sion, erhebet Klagegeschrei auf meinem heiligen Berge,¹ dass alle Bewohner des Landes erbeben! Denn es kommt der Tag des Herrn, ja, er ist nahe,² Joel Joel 36 2 1 1 Wohl ist das Gericht nahe [Joel 1,15], indes kann es doch durch Buße Aufschub erfahren oder gänzlich aufgehoben werden. Vergl. [Jer 26,19] und [Joel 2,14.17]. Gott redet. Die Aufforderung ist an die Priester gerichtet. Vergl. [Num 10,1ff]. Die auf Moria in die Posaune stoßen sollen. Joel Joel 36 2 1 2 Schon hat Gott mannigfache Strafen verhängt, andere werden folgen, so ein allgemeines Gericht herbeiführend. @@ -49914,7 +49932,7 @@ Joel Joel 36 2 32 54 An Gott, den Urheber des übernatürlichen Bundes, glauben Joel Joel 36 2 32 55 Diese Anrufung zum Heile muss in Sion und in Jerusalem statthaben und wird gewährt, indem der Herr selbst ruft und einlädt. Wie Sion und Jerusalem die sichtbaren Sitze des alttestamentlichen Gottesreiches sind, so sind sie auch Symbol des erhabenen Gottesreiches, das durch die Ausgießung des Heiligen Geistes über die ganze Menschheit gegründet werden wird, derart, dass wer selig werden will, mit Herz und Geist Bürger und Einwohner jener Stadt und jenes Reiches Gottes sein muss. [Ps 88,4-6] Was Isaias und Michäas Berg Gottes [Jes 2,2; Mi 4,1], was Isaias durch den Bau, Umfang und Schmuck der Stadt [Jes 49,17; Jes 54,1] vorbildlich betreffs des Neuen Bundes lehrt, das wird hier gesagt: Auf dem Berge Sion und zu Jerusalem soll Rettung sein. Joel Joel 36 2 32 56 Ähnliche Worte [Obd 1,17] und [Jes 37,32]. Joel Joel 36 2 32 57 Auch die, welche anderen vorhergehenden Gerichten des Herrn entgehen, sollen des Heiles teilhaftig werden, wenn sie nur von Gott berufen werden. Gott also zieht innerlich alle, die zum Heile gelangen. Vergl. [Jes 10,21.22]. Fassen wir kurz das gesagte zusammen: a. Eine Zeit der Vorbereitung geht der messianischen Zeit voraus. b. Diese wird durch eine reichliche und allgemeine Ausgießung der Gaben Gottes ausgezeichnet. c. Sie schließt mit dem großen und schrecklichen Tag des Herrn, dem gewaltige Umwälzungen auf Erden und am Himmel vorausgehen. d. Diejenigen werden gerettet, welche dem Herrn in Glauben und Liebe anhängen. e. Das Heil ist in Sion und Gott verleiht es durch innere Berufung und Hilfe. f. Wenige werden auserwählt sein. Bei Isaias steigt der Geist Gottes auf den Messias herab. [Jes 11,2] Joel bezeugt, dass auch die Glieder Christi mit dem Geiste Gottes erfüllt und gesalbt werden, Ezechiel bezeichnet reines Wasser als eine Mittelsursache und als seine Wirkung innere Erneuerung und Heiligung. [Ez 36,25-28] Dass ein neues Volk Gottes gleichsam aus Gott geboren werden soll, deutet Isaias an. [Jes 66,8.9] -Joel Joel 36 3 0 B. Weitere Darlegung der göttlichen Segnungen. (Kap. 3) a. Bestrafung der Feinde Sions. (V. 8) b. Bestrafung der Feinde Gottes. (V. 16) c. Der Herr der Erlöser in Sion. +Joel Joel 36 3 0 B. Weitere Darlegung der göttlichen Segnungen. (Kap. 3) a. Bestrafung der Feinde Sions. (V. 8) b. Bestrafung der Feinde Gottes. (V. 16) c. Der Herr der Erlöser in Sion. Joel Joel 36 3 1 Quia ecce in diebus illis, et in tempore illo cum convertero captivitatem Juda, et Jerusalem: Denn sehet, in jenen Tagen und zu jener Zeit,¹ wenn ich die Gefangenschaft von Juda und Jerusalem wenden werde,² Joel Joel 36 3 1 1 Grund, warum auf dem Berge Sion und in Jerusalem das Heil sein wird. Was Gott [Joel 2,18] gesagt, soll auch in der Zukunft gelten, auch wenn das Volk durch neue Untreue Gottes Strafe auf sich zieht. Joel Joel 36 3 1 2 Die Gefangenschaft wenden ist nicht notwendig nur auf die Fortführung zu beziehen, sondern bedeutet in einen früheren blühenden Zustand aus gegenwärtigem Elende zurückversetzen. Gewiss waren auch viele Israeliten gefangen und verkauft. (V. 3) Die Erlösung Jerusalems ist mit einem Gerichte über die Völker verbunden, in welchem Gott wegen des jenem angetanen Unrechts Rechenschaft fordert. @@ -49969,7 +49987,7 @@ Joel Joel 36 3 20 31 So ward es David durch Nathan versprochen. [2Sam 7,14] Auc Joel Joel 36 3 21 Et mundabo sanguinem eorum, quem non mundaveram: et Dominus commorabitur in Sion. Und ich werde ihr Blut sühnen, welches ich noch nicht gesühnt habe,³² und der Herr wird auf Sion wohnen.³³ Joel Joel 36 3 21 32 Hebr.: Ich werde ihr Blut hochheilig halten, das ich noch nicht hochheilig gehalten. Gott wird die Bedrückung seines Volkes nicht ferner, wie im Alten Testamente, zulassen. Hieraus folgt die gewöhnliche Übersetzung: Und ich werde ihr Blut rächen, das ich noch nicht gerächt habe. Gott wird im Neuen Bunde sorgfältiger über die Seinen wachen und jedes Unrecht alsbald rächen. Oder die Worte beziehen sich auf V. 19. Joel Joel 36 3 21 33 Seinen beständigen Wohnsitz aufschlagen. -Amos Am 37 1 0 I. Gottes Urteil über die Feinde und das auserwählte Volk. (Kap. 1, Kap. 2) Einleitung. (V. 2) A. Verkündigung des Gerichtes über die Syrer, die Philister und die Tyrier. (V. 10) B. Verkündigung des Gerichtes über die Edomiter, die Ammoniter und die Moabiter. [Am 2,3] +Amos Am 37 1 0 I. Gottes Urteil über die Feinde und das auserwählte Volk. (Kap. 1, Kap. 2) Einleitung. (V. 2) A. Verkündigung des Gerichtes über die Syrer, die Philister und die Tyrier. (V. 10) B. Verkündigung des Gerichtes über die Edomiter, die Ammoniter und die Moabiter. [Am 2,3] Amos Am 37 1 1 VERBA Amos, qui fuit in pastoribus de Thecue: quæ vidit super Israel in diebus Oziæ regis Juda, et in diebus Jeroboam filii Joas regis Israel ante duos annos terræmotus. Worte des Amos, eines der Hirten von Thekua, die er über Israel schaute¹ in den Tagen Ozias, des Königs von Juda,² und in den Tagen Jeroboams, des Sohnes Joas, des Königs von Israel, zwei Jahre vor dem Erdbeben.³ Amos Am 37 1 1 1 Im Gesichte. Über Israel: weil Juda nun nebenher erwählt und nur um Israels willen genannt wird. Amos Am 37 1 1 2 Der König von Juda wird als theokratischer König an erster Stelle genannt. Warum auch Jeroboam genannt wird, siehe [Hos 1,Anm.2]. @@ -50009,7 +50027,7 @@ Amos Am 37 1 14 22 Ammonitische Hauptstadt. Amos Am 37 1 15 Et ibit Melchom in captivitatem, ipse, et principes ejus simul, dicit Dominus. Und Melchom²³ soll in die Gefangenschaft wandern, er und seine Fürsten zumal,²⁴ spricht der Herr. Amos Am 37 1 15 23 Oder Milkom, Malkom, wohl dasselbe wie Moloch. Die Heiden schrieben ihre Taten und Siege ihren Götzen zu, wird ein Volk besiegt, so ist sein Gott unterlegen. Amos Am 37 1 15 24 Die Götter galten als Väter und Herrn des Landes. -Amos Am 37 2 0 B. Verkündigung des Gerichtes über die Moabiter. (V. 3) C. Ankündigung des Gerichtes über Juda und Israel. +Amos Am 37 2 0 B. Verkündigung des Gerichtes über die Moabiter. (V. 3) C. Ankündigung des Gerichtes über Juda und Israel. Amos Am 37 2 1 Hæc dicit Dominus: Super tribus sceleribus Moab, et super quatuor non convertam eum: eo quod incenderit ossa regis Idumææ usque ad cinerem. So spricht der Herr: Wegen der drei, ja vier Missetaten Moabs werde ich dies nicht abwenden, weil es die Gebeine des Königs von Idumäa zu Asche verbrannt hat.¹ Amos Am 37 2 1 1 Über diesen Frevel ist nichts weiter bekannt. Wenn er auch gegen den König von Idumäa verübt war, muss er doch auch ein Schimpf für Israel gewesen sein, da in allen Anklagen Frevel gegen die Israeliten gerügt werden. Die jüdisch Tradition denkt an [2Kön 3,7ff]. Amos Am 37 2 2 Et mittam ignem in Moab, et devorabit ædes Carioth: et morietur in sonitu Moab, in clangore tubæ: Ich will Feuer über Moab senden, das die Paläste Karioths² verzehren soll, und Moab wird im Getümmel umkommen bei dem Schalle der Posaune.³ @@ -50049,7 +50067,7 @@ Amos Am 37 2 15 Et tenens arcum non stabit, et velox pedibus suis non salvabitur Amos Am 37 2 16 Et robustus corde inter fortes nudus fugiet in illa die, dicit Dominus. und selbst der herzhafteste unter den Helden an jenem Tage nackt flieht,²² spricht der Herr.²³ Amos Am 37 2 16 22 Keine menschliche Macht und Kraft vermag das von Gott verhängte Verderben zu verhindern. Selbst die Tapfersten werden schimpflich fliehen. Amos Am 37 2 16 23 Gleichsam Siegel und Bekräftigung der göttlichen Voraussagung. Hebr.: Spruch Jahves. -Amos Am 37 3 0 II. Tadel und Drohungen gegen Israel. (Kap. 3 Kap. 6) 1. Erste Rede: Ankündigung der Strafe. (Kap. 3) a. Das schreckliche Gericht ist unabwendbar. (V. 8) b. Die Verschuldungen sind Ursache der Verwüstung. +Amos Am 37 3 0 II. Tadel und Drohungen gegen Israel. (Kap. 3 Kap. 6) 1. Erste Rede: Ankündigung der Strafe. (Kap. 3) a. Das schreckliche Gericht ist unabwendbar. (V. 8) b. Die Verschuldungen sind Ursache der Verwüstung. Amos Am 37 3 1 Audite verbum, quod locutus est Dominus super vos, filii Israel: super omnem cognationem, quam eduxi de terra gypti, dicens: Höret das Wort, welches der Herr über euch redet, ihr Söhne Israel! über das ganze Geschlecht, das ich aus dem Lande Ägypten geführt, also lautend: Amos Am 37 3 2 Tantummodo vos cognovi ex omnibus cognationibus terræ: idcirco visitabo super vos omnes iniquitates vestras. Nur euch kenne ich¹ von allen Geschlechtern der Erde, darum² werde ich an euch alle eure Verschuldungen heimsuchen.³ Amos Am 37 3 2 1 Das Kennen ist in der Heiligen Schrift stets ein praktisches, das eine Tat einschließt. Ich erwählte es, euer Gott zu heißen. @@ -50089,7 +50107,7 @@ Amos Am 37 3 15 Et percutiam domum hiemalem cum domo æstiva: et peribunt domus Amos Am 37 3 15 22 Rüge gegen den Luxus der Israeliten. Amos Am 37 3 15 23 Mit Elfenbein ausgelegte Häuser, wie sich Achab erbaut. [1Kön 22,39] Amos Am 37 3 15 24 Mit dem Könige werden die Untergebenen umkommen. -Amos Am 37 4 0 2. Zweite Rede: Hartnäckigkeit des Volkes. (Kap. 4) a. Die Frevel der Frauen. b. Vergeblich gesendete Züchtigungen. +Amos Am 37 4 0 2. Zweite Rede: Hartnäckigkeit des Volkes. (Kap. 4) a. Die Frevel der Frauen. b. Vergeblich gesendete Züchtigungen. Amos Am 37 4 1 Audite verbum hoc vaccæ pingues, quæ estis in monte Samariæ: quæ calumniam facitis egenis, et confringitis pauperes: quæ dicitis dominis vestris: Afferte, et bibemus. Höret dies Wort, ihr fetten Kühe¹ auf dem Berge Samarias, die ihr die Geringen bedrückt und die Armen niedertretet, die ihr euern Eheherrn zurufet: Schaffet herbei, lasset uns zechen!² Amos Am 37 4 1 1 Ihr Frauen. (Theod., Theod. Gr., Ephr.) Hebr.: Kühe von Basan. Dort war die beste Weide. Übertragen: sittenlose, zügellose. Amos Am 37 4 1 2 Sie stimmen mit den Männern überein, ja treiben diese zu immer neuen Schandtaten an. @@ -50127,7 +50145,7 @@ Amos Am 37 4 13 Quia ecce formans montes, et creans ventum, et annuntians homini Amos Am 37 4 13 22 Die Erde, deren Fundamente die Berge sind, hat er geschaffen und lenkt alles in der Schöpfung, wie an einem Beispiele gezeigt wird (Wind). Amos Am 37 4 13 23 Ihm kundtut, was im Menschen ist. Amos Am 37 4 13 24 Drei beweise der Allmacht Gottes werden hebr. beigefügt: der das Morgenrot, der die Finsternis schafft, der über die Höhen der Erde dahinschreitet. Gott gibt Licht und Glück, Finsternis und Unglück und alles ist ihm unterworfen. Nach der feierlichen Aufzählung von sechs Erhabenheiten Gottes stellt der Prophet dessen Majestät in einer feierlichen Formel vor Augen: Der ewige, unveränderliche, vollkommene Gott, der zugleich der Bundesgott ist, ist jener, dem alle Heere Himmels und der Erde dienstbar sind. Damit drückt er gleichsam das Siegel auf die Drohungen. -Amos Am 37 5 0 3. Dritte Rede (Kap. 5, Kap. 6): Untergang Israels und Ursachen des Unterganges. a. Allgemeines Bild des Unterganges. (V. 3) b. Gott und seine Gerechtigkeit haben sie verachtet. (V. 13) c. Die das Gute verschmähen, wird Trauer heimsuchen. (V. 17) d. Der schreckliche Tag des Herrn. +Amos Am 37 5 0 3. Dritte Rede (Kap. 5, Kap. 6): Untergang Israels und Ursachen des Unterganges. a. Allgemeines Bild des Unterganges. (V. 3) b. Gott und seine Gerechtigkeit haben sie verachtet. (V. 13) c. Die das Gute verschmähen, wird Trauer heimsuchen. (V. 17) d. Der schreckliche Tag des Herrn. Amos Am 37 5 1 Audite verbum istud, quod ego levo super vos planctum. Domus Israel cecidit, et non adjiciet ut resurgat. Höret dies Wort, das Klagelied, das ich über euch erhebe!¹ Gefallen ist das Haus Israel und steht nicht wieder auf.² Amos Am 37 5 1 1 Er will dem Hause Israel nach der Weise des Vaterlandes einen Grabgesang singen. Amos Am 37 5 1 2 Geschehen ist, was er [Am 4,12] gedroht. Hebr.: Höret diesen Spruch, den ich als Totenklage über euch anhebe, Haus Israel. Steht nicht wieder auf: Unter eigenen Königen. @@ -50196,7 +50214,7 @@ Amos Am 37 5 26 39 Hebr. wahrscheinlich: Ihr truget die Hütte eures Königs un Amos Am 37 5 27 Et migrare vos faciam trans Damascum, dicit Dominus, Deus exercituum nomen ejus. Darum will ich euch über Damaskus hinaus in die Verbannung führen,⁴⁰ spricht der Herr, Gott der Heerscharen ist sein Name.⁴¹ Amos Am 37 5 27 40 Ich will das Reich untergehen und euch in die Verbannung führen lassen. Vergl. [Apg 7,43]. Amos Am 37 5 27 41 Dieser Gott führt die Feinde als Diener seiner Rache herbei. -Amos Am 37 6 0 e. Wehe den Fürsten des Volkes. (V. 7) f. Die Drohungen werden erneuert. +Amos Am 37 6 0 e. Wehe den Fürsten des Volkes. (V. 7) f. Die Drohungen werden erneuert. Amos Am 37 6 1 Væ qui opulenti estis in Sion, et confiditis in monte Samariæ: optimates capita populorum, ingredientes pompatice domum Israel. Wehe euch, ihr Reichen in Sion,¹ die ihr eure Zuversicht auf den Berg Samaria setzt, euch, ihr Vornehmen, Häupter der Völker,² die ihr mit Pomp in das Haus Israel zu kommen pflegt!³ Amos Am 37 6 1 1 Vergl. [Ez 34,1-5]. Mit Israel wird Juda gerügt; da ein gleicher Geist beide erfüllte, wird ihr Schicksal das gleiche sein. Die Erwähnung der Wüstenwanderung [Am 5,25] lässt ihn jetzt das gesamte auserwählte Volk anreden. Amos Am 37 6 1 2 Unter König Jeroboam II. hatte das Reich neuen Glanz erlangt, der dies Vertrauen auf die Sicherheit mehrte. Doch Pflicht des Propheten ist es, den unter der glänzenden Oberfläche wuchernden Krebsschaden aufzuzeigen und warnend vorauszusagen, welches das Ende sein wird. @@ -50239,7 +50257,7 @@ Amos Am 37 6 14 25 Hörner sind das Bild der Kraft und Stärke, mit denen die F Amos Am 37 6 15 Ecce enim suscitabo super vos domus Israel, dicit Dominus Deus exercituum, gentem: et conteret vos ab introitu Emath, usque ad torrentem deserti. Sehet, ich will, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, wider euch, Haus Israel! ein Volk aufstehen lassen,²⁶ das euch vom Eingange nach Emath bis zum Flusse der Wüste²⁷ vernichten soll. Amos Am 37 6 15 26 Wiederholung der Prophezeiung V. 12. Diese Drohung bildet die Zusammenfassung von [Am 2,13-16; Am 3,11-15; Am 5,1.3.9.11.16ff.27] Amos Am 37 6 15 27 Dies war die Ausdehnung des Reiches Israel unter Jeroboam. [1Kön 14,25] Während das Reich in höchster Blüte steht, verkündet der Prophet dessen Untergang, ähnlich wie Isaias dem Reiche Juda. [Am 6] -Amos Am 37 7 0 III. Symbolische Gesichte über den Untergang Israels. (Kap. 7 Kap. 9) 1. Fürbitte des Propheten für das Volk. (V. 6) 2. Zwei Gesichte über den bevorstehenden Untergang. (7,7 8,14) A. Gesicht von dem Drehrad des Töpfers und Verfolgung des Propheten. +Amos Am 37 7 0 III. Symbolische Gesichte über den Untergang Israels. (Kap. 7 Kap. 9) 1. Fürbitte des Propheten für das Volk. (V. 6) 2. Zwei Gesichte über den bevorstehenden Untergang. (7,7 8,14) A. Gesicht von dem Drehrad des Töpfers und Verfolgung des Propheten. Amos Am 37 7 1 Hæc ostendit mihi Dominus Deus: et ecce fictor locustæ in principio germinantium serotini imbris, et ecce serotinus post tonsionem regis. Folgendes ließ mich der Herr, Gott, schauen:¹ Siehe, er bildet Heuschrecken zu Anfang,² als das Spätregengras aufsprosste, und siehe, der Spätregen kam nach dem Mähen des Königs.³ Amos Am 37 7 1 1 Damit das Volk nicht meint, das Gericht, das der Prophet verkündet, werde schnell vorübergehen, stellt ihm der Prophet die Bilder vor, die er geschaut, und zeigt, wie eifrig er für dasselbe betet, dass niemand ihn der Gefühllosigkeit beschuldige. Wie es die Aufgabe der Propheten war, dem Volke Gottes Drohungen und Verheißungen zu verkünden, so waren sie auch berufen, für das Volk bei Gott als Fürbitter einzutreten. Amos Am 37 7 1 2 Wenn alles grünt und schon Früchte verheißt. @@ -50281,7 +50299,7 @@ Amos Am 37 7 16 22 Hebr.: Haus Isaak. Amos Am 37 7 17 Propter hoc hæc dicit Dominus: Uxor tua in civitate fornicabitur: et filii tui, et filiæ tuæ in gladio cadent, et humus tua funiculo metietur: et tu in terra polluta morieris, et Israel captivus migrabit de terra sua. Deswegen spricht der Herr also: Dein Weib soll in der Stadt zur Buhlerin werden, deine Söhne und Töchter aber werden durch das Schwert fallen und dein Land wird mit der Messschnur verteilt werden, du selbst sollst auf entweihtem Boden sterben²³ und Israel soll in die Gefangenschaft wandern aus seinem Lande.²⁴ Amos Am 37 7 17 23 So strafte Gott im Alten Bunde die Verhinderung der Ausübung der geistlichen Gewalt. Als Gatte, als Vater, als hervorragendes Mitglied des Reiches Israel soll Amasias Schreckliches schauen, ehe er selbst auf entweihtem Boden in fremdem Lande stirbt. Wann über Amasias die Strafe kam, ist nicht genau zu sagen, wahrscheinlich wohl unter Theglathphalasar. [2Kön 15,29] Nach dem Römischen Martyrologium hatte Amos viel von Amasias zu leiden und ward von ihm zuletzt dem Tode überliefert. Amos Am 37 7 17 24 Die letzten Worte klingen an V. 11 an als Mahnung, dass Gott seine Drohung nicht ändert noch zurücknimmt. -Amos Am 37 8 0 B. Gesicht über das Ende: Anklage der Ungerechtigkeit. (V. 6) C. Ankündigung der Zerstreuung. +Amos Am 37 8 0 B. Gesicht über das Ende: Anklage der Ungerechtigkeit. (V. 6) C. Ankündigung der Zerstreuung. Amos Am 37 8 1 Hæc ostendit mihi Dominus Deus: et ecce uncinus pomorum. Folgendes ließ der Herr, Gott, mich schauen: Siehe, da war ein Obsthaken.¹ Amos Am 37 8 1 1 Unter dem Bilde der Ernte wird dem Propheten gezeigt, dass das Volk reif geworden zur Strafe durch seine Frevel und dass die Früchte derselben bereits gesammelt und gekostet werden müssen. Amos Am 37 8 2 Et dixit: Quid tu vides Amos? Et dixi: Uncinum pomorum. Et dixit Dominus ad me: Venit finis super populum meum Israel: non adjiciam ultra ut pertranseam eum. Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich sprach: Einen Obsthaken. Da sprach der Herr zu mir: Es kommt das Ende² über mein Volk Israel, nicht länger mehr will ich seiner schonen! @@ -50318,7 +50336,7 @@ Amos Am 37 8 14 Qui jurant in delicto Samariæ, et dicunt: Vivit Deus tuus Dan: Amos Am 37 8 14 20 Ursache es Unterganges: weil sie die vom Könige in Samaria aufgestellten und geweihten Kälber mit göttlicher Anbetung verehren. [1Kön 12,28] Amos Am 37 8 14 21 Sie schwören bei der Pilgerschaft nach Bersabee, die sie als etwas Hochheiliges ansehen. Amos Am 37 8 14 22 Wie sie Gott verlassen haben, wird Gott sie verlassen und verwerfen. Sie werden stürzen und nicht wieder auferstehen! Wie furchtbar ist dies an den Zehnstämmen in Erfüllung gegangen! -Amos Am 37 9 0 3. Nach dem Sturze Wiederaufrichtung des Gottesreiches. (Kap. 9) a. Der Sturz ist unabwendbar. B. Die Wiederherstellung. +Amos Am 37 9 0 3. Nach dem Sturze Wiederaufrichtung des Gottesreiches. (Kap. 9) a. Der Sturz ist unabwendbar. B. Die Wiederherstellung. Amos Am 37 9 1 Vidi Dominum stantem super altare, et dixit: Percute cardinem, et commoveantur superliminaria: avaritia enim in capite omnium, et novissimum eorum in gladio interficiam: non erit fuga eis. Fugient, et non salvabitur ex eis qui fugerit. Ich sah den Herrn über dem Altar¹ stehen und er sprach: Zerschlage die Türangeln, dass die Schwellen erbeben,² denn alle beherrscht die Habsucht.³ Ihre Überreste will ich mit dem Schwert erschlagen, ohne dass Flucht für sie möglich ist. Sie werden fliehen, doch keiner von ihnen, der sich flüchtet, wird gerettet werden. Amos Am 37 9 1 1 Hebr.: über dem Brandopferaltare. Es ist der Altar in Jerusalem gemeint. (Hier., Theod. Gr.) Amos Am 37 9 1 2 Hebr.: Schlage den Säulenknauf, dass die Schwellen erbeben, und zerschmettere sie auf ihrer aller Haupt. Gemeint sind die Oberschwellen, die über dem Pfeiler befindlichen Querbalken, welche durch seine Zertrümmerung ihre Stützen verlieren und auf die versammelte Menge niederfallen. @@ -50359,7 +50377,7 @@ Amos Am 37 9 14 Et convertam captivitatem populi mei Israel: et ædificabunt civ Amos Am 37 9 14 24 Besser nach dem Hebr.: Dann will ich mein Volk Israel wiederherstellen. Amos Am 37 9 15 Et plantabo eos super humum suam: et non evellam eos ultra de terra sua, quam dedi eis, dicit Dominus Deus tuus. Und ich will sie auf ihren Boden pflanzen und nicht mehr herausreißen²⁵ aus ihrem Lande, das ich ihnen gegeben, spricht der Herr, dein Gott. Amos Am 37 9 15 25 Wie das Glück, so wird noch vielmehr die Heiligkeit eine beständige sein. Hebr.: Nicht sollen sie mehr ausgerissen werden. Das Gottesreich kennt kein Aufhören. -Obadja Obd 38 1 0 Einleitung 1. Die Niederlage der Edomiter. (V. 9) 2. Die Unbilden der Edomiter gegen die Juden. (V. 16) 3. In Sion Heil. +Obadja Obd 38 1 0 Einleitung 1. Die Niederlage der Edomiter. (V. 9) 2. Die Unbilden der Edomiter gegen die Juden. (V. 16) 3. In Sion Heil. Obadja Obd 38 1 1 VISIO Abdiæ. Hæc dicit Dominus Deus ad Edom: Auditum audivimus a Domino, et legatum ad gentes misit: Surgite, et consurgamus adversus eum in prlium. Gesicht¹ des Abdias. So spricht der Herr, Gott, über Edom: Eine Kunde haben wir vom Herrn vernommen² und einen Boten hat er unter die Völker entsendet:³ Auf, lasset uns zusammen wider Edom uns zum Kampfe erheben!⁴ Obadja Obd 38 1 1 1 Der Name bedeutet allgemein Offenbarung, also den Ursprung derselben von Gott und die klare, dadurch vermittelte Wissenschaft, welche von diesem dem Propheten mitgeteilt ist. Obadja Obd 38 1 1 2 Nach der Sept.: habe ich vom Herrn vernommen. (Vergl. [Jer 49,14]) Der Plural ist von der Mehrzahl der Propheten zu erklären, welche wie Amos die Niederlage der Edomiter vorausgesagt. @@ -50426,7 +50444,7 @@ Obadja Obd 38 1 21 Et ascendent salvatores in montem Sion judicare montem Esau: Obadja Obd 38 1 21 43 Zusammenfassung der gesamten Prophezeiung. Obadja Obd 38 1 21 44 Wie einst die Richter; so Othoniel [Ri 3,9]; Aod. Ebenda V. 15. Vergl. [1Kön 13,5, Neh 9,27]. Solche Retter waren Zorobabel, Esdras, Nehemias, die Makkabäer. Obadja Obd 38 1 21 45 So schließt der Prophet mit der Verkündigung, dass das Heil für alle in Sion ist und von da über die ganze Erde die Heiligung ausgehen wird durch das heilbringende Kreuz. Das Reich wird des Herrn sein, das ist der Gipfelpunkt aller Prophezeiung, dies das Ziel aller Einrichtungen des Alten Bundes, dies das Glück, auf das alle Ereignisse vorbereiten. Dieses Reich Gottes soll auf jenem Gehorsam der Völker beruhen, den sie dem Zepter Judas darbringen [Gen 49,10], das David versprochene ewige Reich sein. [2Kön 7,14] Dies hat Hosea verkündet [Hos 1,11, Hos 3,5, Hos 14,5-9], mit der Vorausverkündigung desselben schließt Joel seine Prophezeiung [Joel 3,17-21], mit dieser frohen Botschaft endet auch Amos [Am 9,11-15]; mit derselben krönt Abdias seine an Worten winzige, an Inhalt reiche Verkündigung. -Jona Jona 39 1 0 I. Jonas versucht vergeblich, sich Gottes Befehl zu entziehen. (Kapitel 1, V. 1 Kapitel 2, V. 11) 1. Jonas' Ungehorsam. A. Jonas flieht. (V. 3) b. Der Sturm. (V. 4) c. Jonas wird durch das Los getroffen (V. 7) und bekennt seine Schuld. +Jona Jona 39 1 0 I. Jonas versucht vergeblich, sich Gottes Befehl zu entziehen. (Kapitel 1, V. 1 Kapitel 2, V. 11) 1. Jonas' Ungehorsam. A. Jonas flieht. (V. 3) b. Der Sturm. (V. 4) c. Jonas wird durch das Los getroffen (V. 7) und bekennt seine Schuld. Jona Jona 39 1 1 ET factum est verbum Domini ad Jonam filium Amathi, dicens. Und es erging¹ das Wort des Herrn an Jonas, den Sohn Amathis, also lautend: Jona Jona 39 1 1 1 Die Zeitform: und es geschah (Vajahi) wird im Hebr. so gebraucht, dass das Bewusstsein der Partikel gänzlich schwindet. Aus diesem Grunde beginnen mehrere Bücher mit diesem Worte. [Jos 1,1, Ri 1,1, 1Sam 1,1, Rut 1,1, Est 1,1, Ez 1,1] Jona Jona 39 1 2 Surge, et vade in Niniven civitatem grandem, et prædica in ea: quia ascendit malitia ejus coram me. Mache dich auf und² gehe nach Ninive,³ der großen Stadt,⁴ und predige daselbst,⁵ denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.⁶ @@ -50475,7 +50493,7 @@ Jona Jona 39 1 15 Et tulerunt Jonam, et miserunt in mare: et stetit mare a fervo Jona Jona 39 1 15 31 Nicht: sie stürzten sich auf ihn, sondern gleichsam mit Ehrerbietung warfen sie ihn ins Meer, indem er ihnen dabei willfährig ist. (Hieron.) Jona Jona 39 1 16 Et timuerunt viri timore magno Dominum, et immolaverunt hostias Domino, et voverunt vota. Die Männer aber gerieten in große Furcht vor dem Herrn³² und brachten dem Herrn Schlachtopfer dar und machten Gelübde. Jona Jona 39 1 16 32 Wie es den Menschen stets ergeht, wenn sie Zeugen des Eingreifens Gottes sind. -Jona Jona 39 2 0 2. Jonas Reue und Rettung. (Kap. 2) a. Jonas wird von einem großen Fische lebendig verschlungen. (V. 1) b. Das Gebet des Jonas. (V. 10) c. Auf Gottes Befehl wird Jonas von dem Fische auf auf das Land ausgeworfen. +Jona Jona 39 2 0 2. Jonas Reue und Rettung. (Kap. 2) a. Jonas wird von einem großen Fische lebendig verschlungen. (V. 1) b. Das Gebet des Jonas. (V. 10) c. Auf Gottes Befehl wird Jonas von dem Fische auf auf das Land ausgeworfen. Jona Jona 39 2 1 Et præparavit Dominus piscem grandem ut deglutiret Jonam: et erat Jonas in ventre piscis tribus diebus, et tribus noctibus. Der Herr aber entbot einen großen Fisch, Jonas zu verschlingen.¹ Und Jonas war im Bauche des Fisches drei Tage und drei Nächte.² Jona Jona 39 2 1 1 Die Septuag nennt den Fisch Walfisch, wie er auch [Mt 12,40] genannt wird. Die Neueren vermuten in dem Fische einen Hai (canis carcharia). Jona Jona 39 2 1 2 Dieses Verweilen im Bauche des Fisches durch drei Tage und drei Nächte lässt sich ohne ein Wunder nicht erklären. Wahrlich, tausend Mittel standen Gott zu Gebote, durch welche er den Propheten zum Gehorsam bringen konnte, doch er wählt dieses als Vorbedeutung auf ein noch größeres Wunder. Der dem Kinde im Mutterleibe das Leben gibt und erhält (Cyr.), kann er auch gegen die Gesetze der Natur bewahren und erhalten. - Die Redeweise drei Tage und drei Nächte bedeutet nicht einen Zeitraum von zweiundsiebzig Stunden, sondern besagt nur, dass, wenn Jonas z.B. am Freitage ins Meer geworfen ward, er den noch übrigen Teil dieses Tages im Bauche des Fisches verblieb, alsdann den ganzen Samstag, und dass er erst am Sonntage befreit sei. Dies ist die gewöhnliche Redeweise der Hebräer, dass sie jeden Teil eines Nacht-Tages als einen Nacht- (und einen) Tag zählten. Vergl. [Est 4,16] und [Est 5,1]. @@ -50505,7 +50523,7 @@ Jona Jona 39 2 10 16 Ein ähnliches Gelöbnis legte Ezechias vor [1Kön 20,5, J Jona Jona 39 2 11 Et dixit Dominus pisci: et evomuit Jonam in aridam. Da gebot der Herr dem Fische¹⁷ und dieser spie Jonas an das Land.¹⁸ Jona Jona 39 2 11 17 Ein zweites Wunder. (Cyr.) Der Prophet hat nicht umsonst so Schweres erduldet. Jona Jona 39 2 11 18 Jedenfalls Palästina. -Jona Jona 39 3 0 II. Jonas in Ninive. (Kap. 3 und 4) 1. Die Predigt des Propheten in Ninive und deren Erfolg. (Kap. 3) a. Die Predigt des Propheten. (V. 4) b. Buße und Rettung der Niniviten. +Jona Jona 39 3 0 II. Jonas in Ninive. (Kap. 3 und 4) 1. Die Predigt des Propheten in Ninive und deren Erfolg. (Kap. 3) a. Die Predigt des Propheten. (V. 4) b. Buße und Rettung der Niniviten. Jona Jona 39 3 1 Et factum est verbum Domini ad Jonam secundo, dicens: Hierauf erging zum zweiten Male das Wort des Herrn an Jonas, also lautend:¹ Jona Jona 39 3 1 1 Jonas wartet mit Recht auf eine neue Weisung Gottes, da er fürchten musste, dass er sich durch seine Widersetzlichkeit der Würde eines Gesandten Gottes beraubt und dass Gott einen anderen an seiner Stelle senden werde. Jona Jona 39 3 2 Surge, et vade in Niniven civitatem magnam: et prædica in ea prædicationem, quam ego loquor ad te. Mache dich auf² und begib dich nach Ninive, der großen Stadt,³ und verkünde daselbst die Botschaft, welche ich dir mitteile! @@ -50526,7 +50544,7 @@ Jona Jona 39 3 9 Quis scit si convertatur, et ignoscat Deus, et revertatur a fur Jona Jona 39 3 9 9 Gott ist nicht verpflichtet, die Buße so anzunehmen, dass er außer der Schuld der Sünde auch die zeitliche Strafe erlässt. Vergleiche das Lob, das der Heiland dieser Buße spendet. [Mt 12,40] Jona Jona 39 3 10 Et vidit Deus opera eorum, quia conversi sunt de via sua mala: et misertus est Deus super malitiam, quam locutus fuerat ut faceret eis, et non fecit. Da sah Gott auf ihr Tun, dass sie sich bekehrten von ihrem bösen Wandel, und Gott erbarmte sich und wandte das Übel ab, das er ihnen angedroht hatte, und ließ es nicht hereinbrechen.¹⁰ Jona Jona 39 3 10 10 Gott verharrt vielmehr bei seinem Vorsatze, sich zu erbarmen, den er von Anfang an gehegt, denn hätte er unbedingt strafen wollen, so hätte er nicht zuvor das androhen lassen, was er tun wollte. (Hier.) Gott freut sich, wenn er retten kann, darum droht er Unglück an, damit er es nicht verhängen muss. (Theod.) Das Tun, auf das Gott sieht, ist der Glaube (V. 5), die Abkehr von den Sünden zur Gerechtigkeit (V. 8), das Gebet, das Zeichen ihres Vertrauens auf Gott (V. 8), endlich die Bußwerke. (V. 5) Die Prophezeiung war keine absolute, obwohl sie der Form nach als solche erscheint, sondern, wie die Sache selbst anzeigt, eine bedingte. Gott handelt der Norm gemäß. Die er [Jer 18,7] selbst ausgesprochen und aufgestellt. -Jona Jona 39 4 0 2. Jonas' Zorn und Zurechtweisung. (Kap. 4) a. Jonas zürnt. (V. 4) b. Jonas wird belehrt. +Jona Jona 39 4 0 2. Jonas' Zorn und Zurechtweisung. (Kap. 4) a. Jonas zürnt. (V. 4) b. Jonas wird belehrt. Jona Jona 39 4 1 Et afflictus est Jonas afflictione magna, et iratus est: Dies verdross Jonas sehr¹ und er ward zornig Jona Jona 39 4 1 1 Nicht weil Gott Ninive nicht strafte, denn das war ja der Grund seiner Flucht gewesen, dass er wusste, dass Gott sich erbarmt, wenn er Reue wahrnimmt. V. 10 zeigt, dass Jonas den Untergang der Stadt wünschte, die seinem Volke feindlich war und ihm Böses angetan hatte. Jona Jona 39 4 2 Et oravit ad Dominum, et dixit: Obsecro Domine, numquid non hoc est verbum meum, cum adhuc essem in terra mea? Propter hoc præoccupavi ut fugerem in Tharsis: scio enim quia tu Deus Clemens, et misericors es, patiens, et multæ miserationis, et ignoscens super malitia. und rief zu dem Herrn und sprach: Ach, Herr! war es nicht das, was ich sagte, da ich noch in meiner Heimat war? Deshalb wollte ich zuvorkommen, indem ich nach Tharsis floh; denn ich weiß, dass du ein gütiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Erbarmung, der das Böse vergibt. [Ps 85,5, Joel 2,13] @@ -50551,7 +50569,7 @@ Jona Jona 39 4 9 12 Damit hat er sich selbst gefangen und verurteilt. Jona Jona 39 4 10 Et dixit Dominus: Tu doles super hederam, in qua non laborasti, neque fecisti ut cresceret: quæ sub una nocte nata est, et sub una nocte periit. Der Herr aber sprach: Dir ist es leid um den Efeu, mit dem du doch keine Mühe gehabt, den du auch nicht hast wachsen lassen, der in einer Nacht geworden und in einer Nacht zugrunde gegangen ist, Jona Jona 39 4 11 Et ego non parcam Ninive civitati magnæ, in qua sunt plus quam centum viginti millia hominum, qui nesciunt quid sit inter dexteram et sinistram suam, et jumenta multa? und ich sollte kein Mitleiden haben mit Ninive, der großen Stadt, in welcher sich mehr als hundert und zwanzigtausend Menschen befinden, welche den Unterschied zwischen ihrer Rechten und Linken nicht kennen, und viele Tiere?¹³ Jona Jona 39 4 11 13 Sei selbst Richter. Ist es recht, dass du dich über den Ricinus betrübst, den du nicht gebaut hast, ich aber so viele Menschen ohne Erbarmen untergehen lassen soll, die ich geschaffen? (Theod., Cyr.) In dieser Stadt sind zudem viele, welche noch nicht den Gebrauch der Vernunft haben und deshalb noch nicht Sünden begehen konnten. Ein einziger Mensch ist mehr wert als 120000 Ricinusse, und du betrübst dich nicht über den Untergang so vieler Menschen? Dass auch des Viehes gedacht wird, zeigt Gottes Liebe gegen alle Geschöpfe. Nach der Zahl der kleinen Kinder berechnen die einen die Zahl der Einwohner auf zwei Millionen, andere auf 600000. Die Erzählung bricht ab. Doch sicher erfüllte nun Beschämung Jonas, er betete Gott an und nahm Gottes Gesinnung gegen die Heiden, vergl. [Weish 11,24.25], auch in sein Herz auf. -Micha Mi 40 1 0 I. Erste Rede. (Kap. 1, 2) Überschrift des Buches. (V. 1) a. Die Erhabenheit Gottes. (V. 5) b. Die Strafe der Vernichtung. (V. 9) c. Das Juda zerfressende Übel. +Micha Mi 40 1 0 I. Erste Rede. (Kap. 1, 2) Überschrift des Buches. (V. 1) a. Die Erhabenheit Gottes. (V. 5) b. Die Strafe der Vernichtung. (V. 9) c. Das Juda zerfressende Übel. Micha Mi 40 1 1 VERBUM Domini, quod factum est ad Michæam Morasthiten, in diebus Joathan, Achaz, et Ezechiæ regum Juda: quod vidit super Samariam, et Jerusalem. Wort des Herrn,¹ welches an Michäas, den Morasthiten, erging, in den Tagen Joathans, Achaz' und Ezechias', der Könige von Juda, welches er über Samaria und Jerusalem schaute.² Micha Mi 40 1 1 1 Also hat der Prophet ein recht zu fordern, dass man auf ihn höre. Micha Mi 40 1 1 2 Eine Vision wird dargeboten, demnach ist das Bild und das durch dasselbe Bezeichnete wohl zu unterscheiden. Die zwei Hauptstädte stellen gleichsam Volk und Reich von Juda und Israel dar. Da der Prophet die Wiederherstellung durch den Messias schaut und sie als Erhöhung des Berges Gottes schildert [Mi 4,1] und als Rückkehr der Herrschaft nach Jerusalem [Mi 7,11] und Aufbau der Stadt, gibt der Name Jerusalem gleichsam eine Zusammenfassung der ganzen Prophezeiung. @@ -50598,7 +50616,7 @@ Micha Mi 40 1 15 28 Die Vornehmsten Israels werden sich gezwungen sehen, nach O Micha Mi 40 1 16 Decalvare, et tondere super filios deliciarum tuarum: dilata calvitium tuum sicut aquila: quoniam captivi ducti sunt ex te. Schere dir Haar und Bart um deiner geliebten Kinder willen, mache deine Glatze breit wie die eines Adlers²⁹ denn gefangen sind sie von dir weggeführt.³⁰ Micha Mi 40 1 16 29 Besser: eines Geiers, vultur barbatus und vultur puenopterus. Wie die Eltern sich über zahlreiche Kinder freuen, so die Hauptstadt über Zahl, Pracht und Macht der Städte. Micha Mi 40 1 16 30 In die Babylonische Gefangenschaft. -Micha Mi 40 2 0 d. Wegen der Ungerechtigkeit steht das Gericht bevor. (V. 5) e. Das auserwählte Volk soll sich nicht mit eitler Hoffnung trösten. (V. 11) f. Verheißung der Wiederherstellung. +Micha Mi 40 2 0 d. Wegen der Ungerechtigkeit steht das Gericht bevor. (V. 5) e. Das auserwählte Volk soll sich nicht mit eitler Hoffnung trösten. (V. 11) f. Verheißung der Wiederherstellung. Micha Mi 40 2 1 Væ qui cogitatis inutile, et operamini malum in cubilibus vestris: in luce matutina faciunt illud, quoniam contra Deum est manus eorum. Wehe euch, die ihr auf Eitles sinnet und Böses übt auf euern Lagern;¹ beim Morgengrauen vollführen sie es,² denn wider Gott ist ihr Tun!³ Micha Mi 40 2 1 1 Die zur Kräftigung bestimmte Nacht, die den Menschen durch ihre Ruhe frommstimmt, missbrauchen jene zur Ausübung von Schlechtigkeiten. Micha Mi 40 2 1 2 Als ob es keinen Aufschub duldete. @@ -50639,7 +50657,7 @@ Micha Mi 40 2 13 Ascendet enim pandens iter ante eos: divident, et transibunt po Micha Mi 40 2 13 25 Nachdem er das Glück der neuen Herde des Herrn beschrieben, gibt er an, wie dasselbe herbeigeführt wird. Hebr.: Heraufziehen wird der Durchbrecher vor ihnen her: der, welcher die Hindernisse niederwirft und die Gefängnisse öffnet. Micha Mi 40 2 13 26 Unter seiner Führung durchbrechen und durchschreiten (auch die Gefangenen) das Tor und ziehen ein. Sie durchbrechen: sie müssen mit dem Herrn, dem Befreier und Sieger nach Hause zurückkehren. Vergl. [Jes 52,12]. Micha Mi 40 2 13 27 Wie einst beim Auszuge aus Ägypten. Die Rückkehr unter Zorobabel war ein Schwacher Anfang der Erfüllung dieser Verheißung, doch die volle und wahre Erfüllung ist erst durch den Erlöser zuteil geworden, der unser Erzhirt ist. Vergl. [Hebr 12,2]. Auch die [Röm 11,25] erwähnte letzte Zurückführung des Volkes Israel gehört hierher. -Micha Mi 40 3 0 2. Zweite Rede. (Kap. 3-5) a. Versündigungen und Strafen der Fürsten. (V. 4) b. Tadel über die falschen Propheten. (V. 8) c. Untergang der Theokratie. +Micha Mi 40 3 0 2. Zweite Rede. (Kap. 3-5) a. Versündigungen und Strafen der Fürsten. (V. 4) b. Tadel über die falschen Propheten. (V. 8) c. Untergang der Theokratie. Micha Mi 40 3 1 Et dixi: Audite principes Jacob, et duces domus Israel: Numquid non vestrum est scire judicium, Wieder sprach ich:¹ Höret, ihr Häupter Jakobs, ihr Führer des Hauses Israel! Ist es nicht eure Sache zu wissen, was recht ist?² Micha Mi 40 3 1 1 Was der Seher [Mi 2,1ff] getadelt, zeigt er jetzt im einzelnen an den verschiedenen Ständen. Micha Mi 40 3 1 2 Und es zu üben im Gericht und in Verwaltung? @@ -50673,7 +50691,7 @@ Micha Mi 40 3 11 19 Von Verbrechen gleichsam erfüllt, versprechen sie sich in Micha Mi 40 3 12 Propter hoc, causa vestri, Sion quasi ager arabitur, et Jerusalem quasi acervus lapidum erit, et mons templi in excelsa silvarum. Darum²⁰ wird eurethalben Sion wie ein Feld umgepflügt und Jerusalem wird zum Trümmerhaufen und der Tempelberg bewaldete Höhen werden.²¹ Micha Mi 40 3 12 20 Wegen der V. 9-11 angegebenen Ursachen. Nachdrücklich fügt er hinzu: eurethalben. Micha Mi 40 3 12 21 Die drei Drohungen besagen den Untergang der Theokratie. Sion ist die Burg und das Haus des Königs; wird diese zerstört und dem Erdboden gleichgemacht, so hört also die königliche Gewalt auf, die Stadt wird zum Trümmerhaufen, der Berg Moria, einst berühmt als Tempelberg, wird wieder, was er einst gewesen, ein Wald. Wie genau dies alles in Erfüllung gegangen, zeigt Jeremias [Klgl 5,18]. Vergl. auch [1Makk 4,38]. Diese Prophezeiung ist zugleich eine Erklärung für [Mi 1,9; Mi 2,3.4.10]. Und heute noch sind wir Zeugen der Erfüllung. -Micha Mi 40 4 0 d. Erhöhung des Berges Gottes. (V. 5) e. Wiederherstellung des Volkes und der königlichen Gewalt. (V. 8) f. Der Weg zur Wiederherstellung. +Micha Mi 40 4 0 d. Erhöhung des Berges Gottes. (V. 5) e. Wiederherstellung des Volkes und der königlichen Gewalt. (V. 8) f. Der Weg zur Wiederherstellung. Micha Mi 40 4 1 Et erit: In novissimo dierum erit mons domus Domini præparatus in vertice montium, et sublimis super colles: et fluent ad eum populi. Und es wird geschehen,¹ in der letzten Zeit² wird der Berg des Hauses des Herrn auf dem Gipfel der Berge stehen und erhaben sein über die Hügel³ und die Völker werden zu ihm strömen. Micha Mi 40 4 1 1 Nach den bereits gegebenen Weissagungen kann die Theokratie nicht auf ewig darniederliegen. Gottes Bund ist ein ewiger und er selbst hat ein ewiges Reich in dem Hause David eingesetzt, deshalb muss aus Zerstörung und Fall sich eine neue Form erheben. Diese Erneuerung beschreibt der Prophet so, dass er dem dreifachen Untergang [Mi 3,12] eine dreifache Erneuerung in umgekehrter Folge entgegenstellt. Micha Mi 40 4 1 2 Hebr.: In der letzten Zeit aber wird der Berg des Hauses Jahves fest gegründet stehen als der höchste unter den Bergen und erhaben sein über die Höhen. Die letzte Zeit ist im Sprachgebrauch der Heiligen Schrift diejenige Zeit, welche der Zeit, um die es handelt, nachfolgt, mag dieselbe vor dem Messias oder hinter dessen Erscheinen fallen, die Zeit des Messias oder das Ende der Welt sein. Wann die Zeit des Messias gemeint ist, wann eine andere bedeutet wird, ist aus der Sache, sowie aus dem, was im Kontexte vorangeht und folgt, zu schließen. Die letzte Zeit ist also nicht so Superlativ als Komparativ. Vergl. [Gen 49]. Bei den Propheten indes wird diese Redeform nach dem Zugeständnis selbst der Nationalisten stets von jener Periode gebraucht, welche durch die vorgehende Zeit vorbereitet wird und der keine weitere Entwicklung folgen wird, der messianischen Zeit. Vergl. [Hebr 9,11]. Ebenso ist [1Petr 1,5.20; 2Petr 3,3; 1Joh 2,18; Jud 1,18] aufzufassen. Diese ist das Ende der Zeiten, insofern Christus das Ende des Gesetzes. [1Kor 10,11; Röm 10,4] In ihr wird der Tempelberg, dessen Verwüstung der Prophet soeben vorhergesagt, fest und dauernd gegründet sein. Der Seher braucht hier die gleichen Worte, mit welchen [2Sam 7,26] und [1Kön 2,45] der Thron Davids als auf ewig gegründet bezeichnet wird. @@ -50715,7 +50733,7 @@ Micha Mi 40 4 13 Surge, et tritura filia Sion: quia cornu tuum ponam ferreum, et Micha Mi 40 4 13 26 Betrübt hat Sion auf der Erde gesessen. Jetzt soll es Mut fassen und Kräfte sammeln. Micha Mi 40 4 13 27 Bild der Kraft, wenngleich dies mit dem anderen Bilde des Dreschens nicht in Verbindung gebracht wird. Micha Mi 40 4 13 28 Die Völker sollen niedergeworfen werden, damit die Beute Gott geweiht werde. Das ist die Eigenart des Sieges Sions, dass alles in Gottesdienst übergeht, dem jene vom Volke Gottes zu weihen ist. Es ist von der Zeit des Messias die Rede; doch wird ein allgemeines Gesetz ausgesprochen, das zu allen Zeiten des Gottesreiches Geltung hat. -Micha Mi 40 5 0 g. Aus Bethlehem kommt der Herrscher. (V. 3) h. Seine Herrschaft ist glückselig und siegreich. (V. 8) i. Kriegswaffen und Aberglauben werden vernichtet. +Micha Mi 40 5 0 g. Aus Bethlehem kommt der Herrscher. (V. 3) h. Seine Herrschaft ist glückselig und siegreich. (V. 8) i. Kriegswaffen und Aberglauben werden vernichtet. Micha Mi 40 5 1 Nunc vastaberis filia latronis: obsidionem posuerunt super nos, in virga percutient maxillam judicis Israel. Nunmehr wirst du verheert werden, du Mördertochter!¹ Belagerung haben sie wider uns bereitet, mit dem Stecken werden sie dem Richter Israels Backenstreiche geben.² Micha Mi 40 5 1 1 Hebr.: Nunmehr wirst du dich drängen müssen, Scharentochter: Sion, sammle dein Heer und verteidige dich. Vulg.: Du hast mein Haus zur Räuberhöhle gemacht. Micha Mi 40 5 1 2 Die höchste Schmach soll dir angetan werden, deinem höchsten Würdenträger. Die Stadt ist erobert und der Willkür der Feinde überliefert. @@ -50758,7 +50776,7 @@ Micha Mi 40 5 13 Et evellam lucos tuos de medio tui: et conteram civitates tuas. Micha Mi 40 5 13 27 Ascheren, baumartige Sinnbilder der Göttin Astarte (Istar.) Aschera: Glückbringend, daher Göttin des Glückes, Genossin des Baal. An den meisten Stellen der heiligen Schrift steht der Name indes für das Götzenbild oder den es vorstellenden Baum. Neben solchen Kultstätten waren meist Haine, weshalb die Vulgata diese einsetzt. Wie schmutzig der Dienst der Astarte war, zeigt [1Sam 14,23; 1Sam 15,12-14; 2Sam 23,7]. Micha Mi 40 5 14 Et faciam in furore et in indignatione ultionem in omnibus gentibus, quæ non audierunt. Und ich werde in Zorn und Grimm²⁸ Rache üben an allen Völkern, welche mir nicht gehorsam gewesen sind. Micha Mi 40 5 14 28 Ohne Erbarmen. Die messianische Zeit ist auch die Zeit des Gerichtes über die Völker, insoferne das ihnen angebotene Heil ihnen zur Auferstehung oder zum Falle gereicht. -Micha Mi 40 6 0 3. Dritte Rede. (Kap. 6, 7) a. Gottes Wohltaten und der Undank des Volkes. (V. 5) b. Wie soll man sich dankbar erweisen? (V. 8) c. Den Ungerechten und Gottlosen droht Strafe. +Micha Mi 40 6 0 3. Dritte Rede. (Kap. 6, 7) a. Gottes Wohltaten und der Undank des Volkes. (V. 5) b. Wie soll man sich dankbar erweisen? (V. 8) c. Den Ungerechten und Gottlosen droht Strafe. Micha Mi 40 6 1 Audite quæ Dominus loquitur: Surge, contende judicio adversum montes, et audiant colles vocem tuam. Vernehmet, was der Herr spricht: Auf und übe Gericht gegen die Berge hin und die Hügel mögen deine Stimme hören!¹ Micha Mi 40 6 1 1 Die Aufmerksamkeit des Volkes wird geweckt. Es soll auf den Rechtsstreit merken, den Gott mit dem Volke führt, der nicht nur ein Bild ist, das der Prophet sich ausgedacht. Berge und Hügel sollen als Zeugen des Rechtsstreites zugegen sein. (Ephr., Theoph.) Da sie Zeugen der Wohltaten sind, welche Gott dem Volke erwiesen, der Gesetzgebung, des Bundesschlusses, der Versprechung des Volkes, es Zuges durch die Wüste und der Wunder Gottes usw. Ähnlich schon Moses [Dtn 4,26, Dtn 30,19, Dtn 31,28]. Micha Mi 40 6 2 Audiant montes judicium Domini, et fortia fundamenta terræ: quia judicium Domini cum populo suo, et cum Israel dijudicabitur. Die Berge mögen das Gericht des Herrn hören und die starken Grundfesten der Erde, denn der Herr geht ins Gericht mit seinem Volke und mit Israel rechtet er. @@ -50810,7 +50828,7 @@ Micha Mi 40 6 16 32 [1Kön 16,30] Welches Verderben sie und Achabs Tochter Atha Micha Mi 40 6 16 33 Du wusstest ja, dass ich auf das Verbrechen die Strafe muss folgen lassen. Micha Mi 40 6 16 34 Wie das Vergehen dreifach geschildert war, so auch die Strafe, Untergang und zwar schmachvoller und lange andauernder. Micha Mi 40 6 16 35 Weil ihr mein Volk seid, werden die Heiden euch mit besonderer Schadenfreude Schmach antun, wie ich euch vordem gedroht. -Micha Mi 40 7 0 d. Die Strafe entspricht den Vergehungen. (V. 6) e. Die Hoffnung auf eine Wiederherstellung gewährt Trost. (V. 10) f. Die messianische Wiederherstellung. (V. 17) g. Schilderung der geistigen Wiederherstellung. +Micha Mi 40 7 0 d. Die Strafe entspricht den Vergehungen. (V. 6) e. Die Hoffnung auf eine Wiederherstellung gewährt Trost. (V. 10) f. Die messianische Wiederherstellung. (V. 17) g. Schilderung der geistigen Wiederherstellung. Micha Mi 40 7 1 Væ mihi, quia factus sum sicut qui colligit in autumno racemos vindemiæ: non est botrus ad comedendum, præcoquas ficus desideravit anima mea. Wehe mir! denn es ist mir ergangen wie einem, der im Herbste nach der Lese Trauben sammelt; keine Traube ist mehr da zum Essen,¹ nach Frühfeigen verlangt meine Seele.² Micha Mi 40 7 1 1 Alle meine Mahnungen sind vergeblich gewesen. Das Volk ist der Weinberg des Herrn [Ps 79,9; Jes 5,1] doch, ach, er hat keine Frucht getragen. Micha Mi 40 7 1 2 Frühfeigen sind die besten. @@ -50874,7 +50892,7 @@ Micha Mi 40 7 19 41 Hebr.: Niedertreten. Micha Mi 40 7 19 42 Um noch wirksamer die volle Hinwegnahme der Sünden zu bezeichnen, fügt der Prophet bei: In die Tiefe des Meeres versenken. Dieses Bild bedeutet, dass auch die letzten Spuren und jedes Angedenken an die Sünden vertilgt werden soll. Wie Gott bei der ersten Befreiung die verfolgenden Feinde ins Meer versenkte, damit sie sein Volk nicht in die Knechtschaft schleppten, so lässt er bei der zweiten gleichsam die Sünden vom Meere bedecken (und durch die Taufe abwaschen), damit die Gläubigen von geistiger Knechtschaft frei die Würde der Kinder Gottes haben. Micha Mi 40 7 20 Dabis veritatem Jacob, misericordiam Abraham: quæ jurasti patribus nostris a diebus antiquis. Du wirst Jakob Wahrheit geben, Abraham Gnade, wie du unsern Vätern von alters her zugeschworen.⁴³ Micha Mi 40 7 20 43 Der Grund, warum Gott die Sünden nachlassen und die Erneuerung gewähren wird, sind seine den Vätern gegebenen Verheißungen. Dass Gott dieses Reich erfülle, darum fleht der Prophet. Wahrheit und Gnade charakterisieren das Reich des Messias trefflich. Vergl. [Joh 1,17]. Er bittet für den Neuen Bund um reichlichere Offenbarung und reichere Gnade für die, welche nach Gottes Bund nach dem Namen Jakobs und Abrahams genannt werden. Erst als sie zu Gottes Anschauung zugelassen wurden, erlangten die Patriarchen für ihre Person volle Kenntnis der Wahrheit und in der Seligkeit vollen Genuss der Liebe Gottes. Vergl. [Hebr 11,39.40]. Doch auch ihren Nachkommen sind Wahrheit und Gnade verheißen. Dass diese Gaben sicher zu erwarten, beweist Gottes Eidschwur, vergl. [Hebr 6,18. Gen 22,16; Dtn 7,12] So geht der Seher von dem Messianischen Reiche zurück bis zu den ersten Grundlagen und Verheißungen desselben, damit der Blick auf alle Zeiten zugleich uns mit Ehrfurcht und Dankbarkeit gegen Gottes Vorsehung erfülle. -Nahum Nah 41 1 0 I. Erste Rede. (Kap. 1) Aufschrift. (V. 1) 1. Des rächenden Gottes Macht und Schrecken. (V. 8) 2. Ninive wird untergehen, Sion wird frohlocken. +Nahum Nah 41 1 0 I. Erste Rede. (Kap. 1) Aufschrift. (V. 1) 1. Des rächenden Gottes Macht und Schrecken. (V. 8) 2. Ninive wird untergehen, Sion wird frohlocken. Nahum Nah 41 1 1 ONUS Ninive: Liber visionis Nahum Elcesæi. Last¹ über Ninive:² Buch des Gesichtes³ Nahums, des Elkesiten.⁴ Nahum Nah 41 1 1 1 Last trauervoller und drohender Weissagung. Nahum Nah 41 1 1 2 Vergl. [Jona 1,2, Jona 3,3]. @@ -50925,7 +50943,7 @@ Nahum Nah 41 1 15 32 Wie V. 7, V. 12, V. 13 so fügt der Seher hier bei, welche Nahum Nah 41 1 15 33 Von Norden kommen Boten über die Gebirge, Ninives Züchtigung und Fall zu verkündigen. Auf den Bergen waren in alten Zeiten Kundschafter aufgestellt. Nahum Nah 41 1 15 34 Der Bösewicht, der Abtrünnige, der Heillose. Nahum Nah 41 1 15 35 Bei [Jes 52,7] werden diese Worte von dem messianischen Heile gesagt, hier von einer Vorbereitung desselben. So oft Juda einer Gefahr von Gott entrissen wird, geschieht dies mit Hinblick auf das messianische Werk, das in ihm seine Vollendung finden soll, und wenn eine Gott feindliche Macht vernichtet wird, so deshalb, weil im jüdischen Volke Emmanuel erscheinen soll. [Jes 8,9.10] -Nahum Nah 41 2 0 2. Zweite Rede. (Kap. 2) a. Eroberung und Fall Ninives. (V. 8) b. Plünderung und Verwüstung der Stadt. +Nahum Nah 41 2 0 2. Zweite Rede. (Kap. 2) a. Eroberung und Fall Ninives. (V. 8) b. Plünderung und Verwüstung der Stadt. Nahum Nah 41 2 1 Ascendit qui dispergat coram te, qui custodiat obsidionem: contemplare viam, conforta lumbos, robora virtutem valde. Es zieht herauf¹ vor dir der Zerstörer,² der Wache hält und dich einschließt;³ spähe aus auf den Weg,⁴ gürte die Lenden,⁵ strenge deine ganze Kraft an. Nahum Nah 41 2 1 1 Nachdem der Prophet den Fall Ninives und dessen Ursache in der ersten Rede mehr allgemein vor Augen gestellt, geht er jetzt zu Einzelheiten über. Nahum Nah 41 2 1 2 Hebr.: Es rückt der Zerstörer gegen dich heran gegen dich und zugleich vor dir, so dass du mit Schrecken Zeuge bist des feindlichen Einfalls. @@ -50974,7 +50992,7 @@ Nahum Nah 41 2 12 33 Im Hebr. wird angedeutet, dass dies seine Gewohnheit war. Nahum Nah 41 2 13 Ecce ego ad te, dicit Dominus exercituum, et succendam usque ad fumum quadrigas tuas, et leunculos tuos comedet gladius: et exterminabo de terra prædam tuam, et non audietur ultra vox nuntiorum tuorum. Siehe, ich will an dich,³⁴ spricht der Herr der Heerscharen,³⁵ ich will deine Streitwagen in Rauch aufgehen lassen, deine jungen Löwen soll das Schwert fressen und deinen Raub will ich von der Erde vertilgen und der Ruf deiner Boten soll fortan nicht mehr vernommen werden. Nahum Nah 41 2 13 34 Häufige Redeweise bei den Propheten, um auszudrücken, dass Gott ein großes und sicheres Unheil alsbald will hereinbrechen lassen. Nahum Nah 41 2 13 35 Dem Himmel und Erde dienen. -Nahum Nah 41 3 0 3. Dritte Rede. (Kap. 3) a. Verkündigung der Vergehungen und der Strafe. B. Der Fall Ninives wird durch das Schicksal Thebens bekräftigt. (V. 13) c. Die Zerstörung wird unwiderbringlich sein. +Nahum Nah 41 3 0 3. Dritte Rede. (Kap. 3) a. Verkündigung der Vergehungen und der Strafe. B. Der Fall Ninives wird durch das Schicksal Thebens bekräftigt. (V. 13) c. Die Zerstörung wird unwiderbringlich sein. Nahum Nah 41 3 1 Væ civitas sanguinum, universa mendacii dilaceratione plena: non recedet a te rapina. Wehe der Stadt der Blutschuld, ganz angefüllt von Trug und Gewalttat, nicht hört in dir das Rauben auf.¹ Nahum Nah 41 3 1 1 Wie furchtbare Grausamkeiten die Assyrer bei ihren Kriegen begingen, zeigen ihre Denkmäler, auf denen stets angegeben wird, dass viele Tausende erschlagen, andere an das Kreuz geheftet, unzählige Gefangene fortgeführt, Städte dem Erdboden gleichgemacht, fruchtbare Bäume abgehauen sind usw. Trug, falsche Versprechungen und Eidbruch waren ihre anderen Waffen. Nahum Nah 41 3 2 Vox flagelli, et vox impetus rotæ, et equi frementis, et quadrigæ ferventis, et equitis ascendentis: Horch!² Peitschenknall und Rädergerassel, der Rosse Wiehern, der Wagen Rollen,³ anstürmende Reiter,⁴ @@ -51039,7 +51057,7 @@ Nahum Nah 41 3 19 Non est obscura contritio tua, pessima est plaga tua: omnes qu Nahum Nah 41 3 19 43 Nach der Vulgata: Offen liegt vor aller Augen dein Sturz. Hebr.: Keine Linderung gibt es für deinen Schaden. Nahum Nah 41 3 19 44 Vor Freude, in Jubel. Nahum Nah 41 3 19 45 Es gibt kein Volk, keinen Stand, der deine Tyrannei nicht erfahren. Das ist das Ende der Gottlosen, dies die Last, welche Gott Ninive auferlegt hat, unter der es zusammenstürzen und auf ewig begraben bleiben wird. Was Nahum an einem Reiche gezeigt, ist bleibende Richtschnur für Gottes Eingreifen: Wer ihm nicht dienen will, muss zugrunde gehen [Jes 60,12]. Christus aber muss herrschen, bis er alle Feinde ihm unter die Füße legt. [1Kor 15,25] Die Prophezeiungen des dritten Kapitels erfüllen, was [Nah 1,8.9.10.14.15, Nah 2,11.13, Nah 3,7.15.17] vorausgesagt; und dass alles so eingetroffen, bezeugt die Geschichte. Die Zerstörung der Stadt ist etwa in das Jahr 606 vor Christus zu setzen, in dem Meder und Babylonier es zerstörten, nachdem sie es, durch eine Überschwemmung begünstigt, eingenommen. -Habakuk Hab 42 1 0 I. Zwiegespräch zwischen dem Propheten und Gott. (Kap. 1.2) A. Klagen über die Verkehrtheit der Gottlosen. (V. 4) B. Die Chaldäer Rächer. +Habakuk Hab 42 1 0 I. Zwiegespräch zwischen dem Propheten und Gott. (Kap. 1.2) A. Klagen über die Verkehrtheit der Gottlosen. (V. 4) B. Die Chaldäer Rächer. Habakuk Hab 42 1 1 ONUS, quod vidit Habacuc propheta. Last,¹ welche der Prophet Habakuk schaute. Habakuk Hab 42 1 1 1 Von Gott geoffenbartes Gesicht voller Drohungen und Strafen. Siehe [Nah 1,Anm.1]. Habakuk Hab 42 1 2 Usquequo Domine clamabo, et non exaudies? Vociferabor ad te vim patiens, et non salvabis? Wie lange, Herr! soll ich rufen² und du hörst nicht? soll ich vor dir über Gewalt klagen, die ich leide, und du hilfst nicht?³ @@ -51086,7 +51104,7 @@ Habakuk Hab 42 1 16 Propterea immolabit sagenæ suæ, et sacrificabit reti suo: Habakuk Hab 42 1 16 28 Seiner eigenen Kraft bringt er göttliche Ehren dar. Habakuk Hab 42 1 17 Propter hoc ergo expandit sagenam suam, et semper interficere gentes non parcet. Darum also breitet er sein Netz aus und würgt immerfort Völker ohne Schonung.²⁹ Habakuk Hab 42 1 17 29 Der leichte und glänzende Erfolg wird die Assyrier antreiben, auch andere Völker zu unterjochen; kann Gott dies gleichfalls ruhig ansehen? Hebr.: Sollte er darum sein Netz leeren (und ausbreiten). Wohl hatte der Prophet Gott gebeten, den Frevlern Einhalt zu tun [Hab 1,2-4], doch Gottes Drohungen haben ihn über alles Maß erschreckt und so fleht er den Herrn an, dem Wüten der Chaldäer Grenzen zu setzen. -Habakuk Hab 42 2 0 C. Gott offenbart dem Propheten das Maß seines Gerichtes. (V. 5) D. Wehe über den Räuber. (V. 11) E. Wehe über den Unterdrücker, Spötter, Götzendiener. +Habakuk Hab 42 2 0 C. Gott offenbart dem Propheten das Maß seines Gerichtes. (V. 5) D. Wehe über den Räuber. (V. 11) E. Wehe über den Unterdrücker, Spötter, Götzendiener. Habakuk Hab 42 2 1 Super custodiam meam stabo, et figam gradum super munitionem: et contemplabor, ut videam quid dicatur mihi, et quid respondeam ad arguentem me. Ich will mich auf meine Warte stellen und meinen Fuß auf die Feste setzen und schauen, damit ich sehe, was er mir sagt¹ und was ich dem antworten könne, der mich straft.² Habakuk Hab 42 2 1 1 Der Prophet ist überzeugt, dass er von Gott Antwort erhalten wird. Er will sich auf die Zinne begeben, auf der er als Prophet Ausblick hält, sich vor den Menschen in die Einsamkeit zurückziehen und mit Gott verkehren. Habakuk Hab 42 2 1 2 Mir selbst auf meine Aufforderung von Gott und meine Klage. Hebr.: Was ich erwidern soll auf meine Einrede, meine Klage. @@ -51140,7 +51158,7 @@ Habakuk Hab 42 2 19 Væ qui dicit ligno: Expergiscere: Surge, lapidi tacenti: nu Habakuk Hab 42 2 19 32 Das Götzenbild hat kein Leben, seine ganze Gottheit besteht darin, dass es ein mit Gold oder Silber bedecktes Holz ist. Wer also einen solchen Gott um Hilfe bittet, verurteilt sich selbst durch seinen unentschuldbaren Irrtum, darum: Wehe über ihn! Habakuk Hab 42 2 20 Dominus autem in templo sancto suo: sileat a facie ejus omnis terra. Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel, es schweige vor ihm die ganze Erde!³³ Habakuk Hab 42 2 20 33 In erhabener Weise preist der Prophet Gottes Größe: Jahve, der Gott, der das Sein ist in seinem heiligen Tempel: im Himmel (Hieron.), dessen Glanz die Sterne versinnbildlichen vor Ehrfurcht schweige die Erde, stumm seine Erhabenheit anbetend, die eigene Nichtigkeit bekennend. Das Stillschweigen ist auch Zeichen der Unterwerfung und des Dienstes. Die letzten Worte bereiten die Offenbarung des Triumphes Gottes vor, welche der zweite Teil der Prophezeiung enthält. -Habakuk Hab 42 3 0 II. Gesang Habakuks. a. Aufschrift und Bitte. (V. 2) b. Gott offenbart sich. (V. 7) c. Symbolische Beschreibung des Gerichtes. (V. 11) d. Vernichtung der Feinde. (V. 15) e. Gottes Gericht ist mit Furcht und Hoffnung zu erwarten. +Habakuk Hab 42 3 0 II. Gesang Habakuks. a. Aufschrift und Bitte. (V. 2) b. Gott offenbart sich. (V. 7) c. Symbolische Beschreibung des Gerichtes. (V. 11) d. Vernichtung der Feinde. (V. 15) e. Gottes Gericht ist mit Furcht und Hoffnung zu erwarten. Habakuk Hab 42 3 1 Oratio Habacuc prophet pro ignorantiis. Gebet¹ des Propheten Habakuk für die Sünden der Unwissenheit.² Habakuk Hab 42 3 1 1 Eine ähnliche Aufschrift haben [Ps 16; Ps 85; Ps 89; Ps 101; Ps 141] Gebet beginnt, Gebet beschließt den Gesang; die Beschreibung des Gerichtes ist eine objektive. Das Wort Gebet bezeichnet jede Erhebung des Herzens zu Gott, hier also besonders Lob. Habakuk Hab 42 3 1 2 Der Prophet fleht, Gott wolle erfüllen, was er verheißen, und um der Sünden der Juden willen nicht die Erfüllung verschieben. @@ -51209,7 +51227,7 @@ Habakuk Hab 42 3 19 46 Jahve. Habakuk Hab 42 3 19 47 Wenn das Volk sich ganz Gott anvertraut, gibt dieser ihm die Schnelligkeit von Hirschen, der die Chaldäer nicht gleichkommen können. Habakuk Hab 42 3 19 48 Vulgata: Gott, Sieger und Triumphator über die Feinde, versetzt die den Feinden entrissene Beute, sein Volk, in ihr Land, in ein gutes Land, in sichere und befestigte Plätze, während sie die Wiederherstellung der Theokratie mit dankbaren Lobgesängen feiern. Hebr.: Er lässt mich einherschreiten auf den Höhen. Ähnlich [Dtn 32,13]. Habakuk Hab 42 3 19 49 Hebr.: dem Sangmeister, auf meinem Saitenspiel. Diese Worte, welche sich auch in den Aufschriften einiger Psalmen finden, bedeuten wohl, dass das Lied zum Dienste im Heiligtume zu singen ist. Die Septuag. und Hieron. haben das Wort meinen nicht. Die Lesart der Vulgata: der Sieger ist wohl nach Analogie der sonstigen Übersetzung des Wortes in den Psalmen zu ändern in: dem Sieger. -Zefanja Zef 43 1 0 I. Androhung eines allgemeinen Vernichtungsgerichtes. (Kap. 1) a. Gericht über Erde und Stadt. (V. 6) b. Alle Stände trifft das Gericht. (V. 13) c. Der Schrecken des göttlichen Gerichtes. +Zefanja Zef 43 1 0 I. Androhung eines allgemeinen Vernichtungsgerichtes. (Kap. 1) a. Gericht über Erde und Stadt. (V. 6) b. Alle Stände trifft das Gericht. (V. 13) c. Der Schrecken des göttlichen Gerichtes. Zefanja Zef 43 1 1 VERBUM Domini, quod factum est ad Sophoniam filium Chusi, filii Godoliæ, filii Amariæ, filii Ezeciæ, in diebus Josiæ filii Amon regis Judæ. Wort des Herrn, welches an Sophonias erging,¹ den Sohn Chusis, des Sohnes Godolias', des Sohnes Amarias', des Sohnes Ezekias',² in den Tagen des Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda. Zefanja Zef 43 1 1 1 Indem Gott seinen Geist erleuchtete. Zefanja Zef 43 1 1 2 Die Verschiedenheit der Aufschrift bei den verschiedenen Propheten spricht dafür, dass jeder einzelne diese selbst verfasst hat. @@ -51264,7 +51282,7 @@ Zefanja Zef 43 1 18 Sed et argentum eorum, et aurum eorum non poterit liberare e Zefanja Zef 43 1 18 34 So mögen denn die Reichen sich nicht mit falscher Zuversicht schmeicheln. Zefanja Zef 43 1 18 35 Unerwartet. Zefanja Zef 43 1 18 36 Vergl. [Zef 1,2]. -Zefanja Zef 43 2 0 II. Mahnung zur inneren Einkehr. (Kap. 2 Kap. 3,8) a. Mahnung zur Buße. (V. 3) b. Das Gericht über die Philister. (V. 7) c. Das Gericht über die Moabiter und Ammoniter. (V. 11) d. Das Gericht über die Äthiopier und Assyrier. +Zefanja Zef 43 2 0 II. Mahnung zur inneren Einkehr. (Kap. 2 Kap. 3,8) a. Mahnung zur Buße. (V. 3) b. Das Gericht über die Philister. (V. 7) c. Das Gericht über die Moabiter und Ammoniter. (V. 11) d. Das Gericht über die Äthiopier und Assyrier. Zefanja Zef 43 2 1 Convenite, congregamini gens non amabilis: Scharet euch zusammen, scharet euch zusammen,¹ Volk, unwürdig der Liebe!² Zefanja Zef 43 2 1 1 Um durch gemeinsames Flehen Gottes Zorn abzuwenden. Zefanja Zef 43 2 1 2 Vielmehr des Hasses würdig. @@ -51309,7 +51327,7 @@ Zefanja Zef 43 2 15 Hæc est civitas gloriosa habitans in confidentia: quæ dice Zefanja Zef 43 2 15 27 Hebr.: die ausgelassene. Zefanja Zef 43 2 15 28 Sie forderte göttliche Ehren, sie genügte sich allein und keine andere Stadt war würdig, mit ihr verglichen zu werden. Zefanja Zef 43 2 15 29 In höhnischer Schadenfreude. -Zefanja Zef 43 3 0 e. Gericht über Jerusalem. (V. 5) f. Hat die Mahnung keine Frucht, so folgt die Strafe. (V. 8) III. Ziel der Gerichte Gottes: Wiederherstellung Sions. (3,9-20) a. Heiligkeit der messianischen Zeit ohne Prunk. (V. 13) b. Freude und Herrlichkeit des messianischen Volkes. +Zefanja Zef 43 3 0 e. Gericht über Jerusalem. (V. 5) f. Hat die Mahnung keine Frucht, so folgt die Strafe. (V. 8) III. Ziel der Gerichte Gottes: Wiederherstellung Sions. (3,9-20) a. Heiligkeit der messianischen Zeit ohne Prunk. (V. 13) b. Freude und Herrlichkeit des messianischen Volkes. Zefanja Zef 43 3 1 Væ provocatrix, et redempta civitas, columba. Wehe der zum Zorne herausfordernden, der erlösten Stadt,¹ der Taube!² Zefanja Zef 43 3 1 1 Dies mehrt die Schuld. Zefanja Zef 43 3 1 2 Sie ist eine verführte, herzlose Taube. Hebr.: Wehe über die widerspenstige und befleckte, die gewalttätige Stadt. @@ -51373,7 +51391,7 @@ Zefanja Zef 43 3 19 Ecce ego interficiam omnes, qui afflixerunt te in tempore il Zefanja Zef 43 3 19 42 Auch die mächtigsten Feinde Gottes sollen untergehen; das Gottes aber, wenn auch vielfach heimgesucht und zerstreut wie eine hinkende und zerstreute Herde, soll zum Staunen aller blühen, so dass alle Völker, unter denen das Volk Gottes vordem die Schmach der Gefangenschaft getragen, Zeugen davon sind. Diese Worte zeigen klar, dass das neue Gottesreich nicht auf die engen Grenzen Palästinas beschränkt sein, sondern sich auf alle Völker erstrecken wird, allen sichtbar und verehrungswürdig. Zefanja Zef 43 3 20 In tempore illo, quo adducam vos: et in tempore, quo congregabo vos: dabo enim vos in nomen, et in laudem omnibus populis terræ, cum convertero captivitatem vestram coram oculis vestris, dicit Dominus. Zu jener Zeit will ich euch herbeiführen, zu der Zeit, da ich euch sammle; denn ich werde euch zum Ruhm und Lobpreis machen bei allen Völkern der Erde, wenn ich eure Gefangenschaft vor euern Augen wende, spricht der Herr.⁴³ Zefanja Zef 43 3 20 43 Der Prophet verkündet die Gefangenschaft und die Befreiung. Vor euren Augen: Ganz sicher und offenbar, so dass es vor aller Augen klar daliegt. Der Prophet sieht die messianische Zeit mit der Befreiung aus der Gefangenschaft verbunden, die letztere als ein Vorspiel der ersteren. Der Herr: Jahve, der ist, der seinen Worten Erfüllung schafft. Auch die zuletzt erfolgende Bekehrung Israels am Ende der Zeiten, vergl. [Röm 11,25], ist wohl in dieser Verheißung enthalten. -Haggai Hag 44 1 0 1. Erste Ermahnung und Erfolg derselben. (1,1 2,1) A. Saumseligkeit des Volkes und Strafe desselben. (V. 6) B. Ursache des Unglückes und Heilmittel für dasselbe. (V. 11) C. Erfolg der Ermahnung. [Hag 2,1] +Haggai Hag 44 1 0 1. Erste Ermahnung und Erfolg derselben. (1,1 2,1) A. Saumseligkeit des Volkes und Strafe desselben. (V. 6) B. Ursache des Unglückes und Heilmittel für dasselbe. (V. 11) C. Erfolg der Ermahnung. [Hag 2,1] Haggai Hag 44 1 1 IN anno secundo Darii regis, in mense sexto, in die una mensis, factum est verbum Domini in manu Aggæi prophetæ ad Zorobabel filium Salathiel, ducem Juda, et ad Jesum, filium Josedec, sacerdotem magnum, dicens: Im zweiten Jahre¹ des Königs Darius,² im sechsten Monat,³ am ersten Tage des Monats,⁴ erging das Wort des Herrn durch Aggäus, den Propheten, an Zorobabel,⁵ den Sohn Salathiels, den Fürsten von Juda, und an Jesus, den Sohn Josedeks, den Hohenpriester,⁶ also: Haggai Hag 44 1 1 1 Bereits die Überschrift zeigt, dass die Prophezeiung in einer Zeit ergeht, wo die Hütte Davids verfallen ist und die Juden ihres Königs beraubt sind. Vergl. [Ez 21,26.27]. Freilich bleibt die Krone Davids dem gewahrt, der das Recht auf sie hat. Vergl. [Ez 21,27]. Haggai Hag 44 1 1 2 Des Darius (von dar innehaben, halten) Hystaspis (521 486). @@ -51410,7 +51428,7 @@ Haggai Hag 44 1 13 Et dixit Aggæus nuntius Domini de nuntiis Domini, populo dic Haggai Hag 44 1 14 Et suscitavit Dominus spiritum Zorobabel filii Salathiel, ducis Juda, et spiritum Jesu filii Josedec sacerdotis magni, et spiritum reliquorum de omni populo: et ingressi sunt, et faciebant opus in domo Domini exercituum Dei sui. Und der Herr weckte den Geist²¹ Zorobabels, des Sohnes Salathiels, des Fürsten von Juda, und den Geist Jesus', des Sohnes Josedeks, des Hohenpriesters, sowie den Geist des ganzen übrigen Volkes, dass sie kamen und am Hause des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes, arbeiteten.²² Haggai Hag 44 1 14 21 Erfüllte ihm mit großem Eifer Auch Zorobabel war wohl zu nachgiebig gewesen gegen das Volk. Haggai Hag 44 1 14 22 Am vierundzwanzigsten Tage des Monats, an dessen erstem die Mahnung des Herrn an sie ergangen. Der erste Vers des folgenden Kapitels gehörte nach Hieron., Cyr., Theod. u.a. zu diesem Kapitel und war auch von Hugo a. S. Caro, der zuerst die heutige Kapiteleinteilung einführte, zu Kap. 1 geschrieben, weshalb es sonderbar ist, dass er in der heutigen Vulgata das zweite Kapitel beginnt. -Haggai Hag 44 2 0 2. Zweite Ermahnung, die künftige Herrlichkeit des Tempels betreffend. (2,2-10) A. Der Prophet macht durch die Verheißung Gottes, sie zu schützen, den Betrübten Mut. (V. 6) B. Die größere Herrlichkeit des Tempels. (V. 10) 3. Die dritte Mahnung über die Ursache der Heimsuchungen und Segensverheißung. +Haggai Hag 44 2 0 2. Zweite Ermahnung, die künftige Herrlichkeit des Tempels betreffend. (2,2-10) A. Der Prophet macht durch die Verheißung Gottes, sie zu schützen, den Betrübten Mut. (V. 6) B. Die größere Herrlichkeit des Tempels. (V. 10) 3. Die dritte Mahnung über die Ursache der Heimsuchungen und Segensverheißung. Haggai Hag 44 2 1 In die vigesima et quarta mensis, in sexto mense, in anno secundo Darii regis. Am vierundzwanzigsten Tage des sechsten Monats, im zweiten Jahre des Königs Darius. Haggai Hag 44 2 2 In septimo mense, vigesima et prima mensis, factum est verbum Domini in manu Aggæi prophetæ, dicens: Im siebenten Monat,¹ am einundzwanzigsten des Monats, erging das Wort des Herrn durch Aggäus, den Propheten, also: Haggai Hag 44 2 2 1 Im zweiten Jahre des Königs Darius. @@ -51462,7 +51480,7 @@ Haggai Hag 44 2 23 Et subvertam solium regnorum, et conteram fortitudinem regni Haggai Hag 44 2 23 26 Hebr.: den Thron der Reiche umstürzen. Haggai Hag 44 2 24 In die illa, dicit Dominus exercituum, assumam te Zorobabel fili Salathiel serve meus, dicit Dominus: et ponam te quasi signaculum, quia te elegi, dicit Dominus exercituum. An jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, werde ich dich nehmen, Zorobabel, Sohn Salathiels, mein Diener! spricht der Herr, und ich werde dich einem Siegelringe gleichmachen,²⁷ denn ich habe dich auserwählt, spricht der Herr der Heerscharen. Haggai Hag 44 2 24 27 Je furchtbarer das Gericht ist das über die Völker kommt, desto mehr wird Gottes Schutz über das Haus David offenbar. Das Bild des Siegelringes ist umso passender, als der Großvater Zorobabels, vergl. [1Chr 3,17], mit den Worten verworfen war: So wahr ich lebe, spricht der Herr, wenn Jechonias ein Siegelring an meiner Rechten sein sollte, will ich ihn von dort fortreißen [Jer 22,24] und unter Jechonias ward die zeitliche Herrschaft des Hause David auf immer genommen. [Jer 22,30] Deshalb wird dasselbe Bild bei dem Enkel passend wiederaufgenommen. Die Wiederherstellung des Tempels bedeutet die Wiederherstellung der Theokratie. Nun war nach [2Sam 7,14] diese mit dem Hause Davids auf das innigste verbunden, dem ein ewiger Thron verheißen war, eine Verheißung, die allezeit festbleiben sollte. Bleibt auch die Krone weggenommen [Ez 21,27], so wird doch die Verheißung in Kraft bleiben und als Anzeichen dessen ist Zorobabel einer von denen, welche durch die Wiederherstellung des Tempels das Reich des Messias vorbereiten und an der Spitze des Volkes stehen. Doch wie Zacharias [Sach 3,8] vom Hohenpriester und dessen Freunden sagt, dass sie vorbedeutend, Schatten der Zukunft seien, so ist auch Zorobabels theokratischer Würde die hier gemachte Verheißung zuteil geworden. Jenes Haus, dessen Vertreter Zorobabel jetzt ist, wird Bestand haben und dem Herrn wie eine kostbare Sache, ein Werkzeug der göttlichen Autorität und des göttlichen Willens sein; und dies weil ich dich auserwählt habe, weil David eine ewige Herrschaft verheißen ist. [Ps 88,36]; vergl. [Lk 1,32]. Darum ist Zorobabel das Bild des Messias auf den die ganze Weltgeschichte abzielt, der der Trost aller Zeiten ist. -Sacharja Sach 45 1 0 Eingang. (1,1-6) Tuet Buße. I. Kap. I-VI. 1. Erstes Gesicht: Vernichtung der Macht der Heiden. (1,7-21) A. Noch ist keine Erschütterung der Erde und der Völker eingetreten. (V. 13) B. Gütige und tröstende Worte. (V. 17) Der Ansturm der Feinde wird gebrochen werden. +Sacharja Sach 45 1 0 Eingang. (1,1-6) Tuet Buße. I. Kap. I-VI. 1. Erstes Gesicht: Vernichtung der Macht der Heiden. (1,7-21) A. Noch ist keine Erschütterung der Erde und der Völker eingetreten. (V. 13) B. Gütige und tröstende Worte. (V. 17) Der Ansturm der Feinde wird gebrochen werden. Sacharja Sach 45 1 1 IN mense octavo in anno secundo Darii regis, factum est verbum Domini ad Zachariam, filium Barachiæ filii Addo, prophetam, dicens: Im achten Monat¹ im zweiten Jahre des Königs Darius erging das Wort des Herrn an Zacharias, den Sohn Barachias', des Sohnes Addos, den Propheten, also: Sacharja Sach 45 1 1 1 Im achten Monate von Nisan an gerechnet. Sacharja Sach 45 1 2 Iratus est Dominus super patres vestros iracundia. Von gewaltigem Zorne ist² der Herr entbrannt über eure Väter. @@ -51516,7 +51534,7 @@ Sacharja Sach 45 1 20 Et ostendit mihi Dominus quatuor fabros. Sodann zeigte der Sacharja Sach 45 1 21 Et dixi: Quid isti veniunt facere? Qui ait, dicens: Hæc sunt cornua, quæ ventilaverunt Judam per singulos viros, et nemo eorum levavit caput suum: et venerunt isti deterrere ea, ut dejiciant cornua gentium, quæ levaverunt cornu super terram Juda ut dispergerent eam. Da sprach ich: Was wollen diese tun? Er aber antwortete mir: Dies sind die Hörner, welche Juda Mann für Mann geworfelt³¹ haben, so dass niemand von ihnen sein Haupt erhob; diese aber sind gekommen, um sie in Schrecken zu setzen und die Hörner der Völker niederzuschlagen, welche das Horn wider das Land Juda erhoben, um es zu zerstreuen.³² Sacharja Sach 45 1 21 31 Verstreut. Sacharja Sach 45 1 21 32 Den vier eisernen Hörnern stellt Gott vier Schmiede entgegen, jene zu schrecken, dann auch gänzlich zu vernichten: Jene werden sie nicht überwältigen. Unbesiegt wird das Gottesreich den Untergang der Feinde überleben. Das Gesicht von den vier Schmieden hängt innig mit dem Gesichte von Reitern zusammen. Wenn die Feinde auch jetzt noch in Sicherheit leben, werden sie dennoch unzweifelhaft niedergeworfen werden. Das, was in dem ersten Gesichte Trauriges enthalten war, wird jetzt durch den frohen Sieg, den Gott vor Augen stellt, und die fröhliche Hoffnung gehoben. -Sacharja Sach 45 2 0 2. Zweites Gesicht: Herrliche Wiederherstellung der Stadt. (Kap. 2,1-13) A. Größe und Schutz der Stadt. (V. 5) B. Die Herrlichkeit Sions. +Sacharja Sach 45 2 0 2. Zweites Gesicht: Herrliche Wiederherstellung der Stadt. (Kap. 2,1-13) A. Größe und Schutz der Stadt. (V. 5) B. Die Herrlichkeit Sions. Sacharja Sach 45 2 1 Et levavi oculos meos, et vidi, et ecce vir, et in manu ejus funiculus mensorum. Und ich erhob meine Augen und schaute:¹ siehe, da war ein Mann,² der hatte in seiner Hand eine Messschnur. Sacharja Sach 45 2 1 1 Bestätigung der Verheißung, dass die Stadt wieder aufgebaut werden soll, der Mittelpunkt der Theokratie. Sacharja Sach 45 2 1 2 Der Engel erschien in Gestalt eines Mannes. Welcher Engel, ist ungewiss. @@ -51556,7 +51574,7 @@ Sacharja Sach 45 2 12 24 Von der Zeit des Messias kommt der Engel auf die näch Sacharja Sach 45 2 13 Sileat omnis caro a facie Domini: quia consurrexit de habitaculo sancto suo. Still, alles Fleisch, vor dem Herrn!²⁵ denn er hat sich aus seiner heiligen Wohnung erhoben.²⁶ Sacharja Sach 45 2 13 25 Da Gott sich anschickt, so Großes zu tun, was geziemt sich mehr, als dass die Menschen die Erhabenheit der Ratschlüsse Gottes und seine Güte anbetend verehren? Sacharja Sach 45 2 13 26 Gott schien zu schlummern, da er uns in Gefangenschaft geraten ließ. Jetzt erwacht er gleichsam und erhebt sich in Macht. Das Stillschweigen wie das Sicherheben zeigen die Größe des Ereignisses. In der Tat, was ist erhabener als das Reich Gottes, das sich aus kleinen Anfängen bei der Wiederherstellung des Tempels und der Stadt erhebt und zur Zeit des Messias unendlich wachsen und durch beständige Gunstbezeigungen Gottes gefördert und verherrlicht wird. -Sacharja Sach 45 3 0 3. Drittes Gesicht: Wiederherstellung der Heiligkeit des Priestertums. (Kap. 3) A. Die Heiligkeit des Priestertums wird wiederhergestellt. (V. 5) B. Bedeutung dieser Wiederherstellung. +Sacharja Sach 45 3 0 3. Drittes Gesicht: Wiederherstellung der Heiligkeit des Priestertums. (Kap. 3) A. Die Heiligkeit des Priestertums wird wiederhergestellt. (V. 5) B. Bedeutung dieser Wiederherstellung. Sacharja Sach 45 3 1 Et ostendit mihi Dominus Jesum sacerdotem magnum stantem coram Angelo Domini: et satan stabat a dextris ejus ut adversaretur ei. Und¹ der Herr ließ mich Jesus, den Hohenpriester, schauen, wie er vor dem Engel des Herrn² stand,³ und zu seiner Rechten stand Satan, ihn anzufeinden.⁴ Sacharja Sach 45 3 1 1 Nachdem die Niederwerfung der Feinde verheißen und die Wiederherstellung der Stadt dargestellt ist, geht der Prophet zu dem über, was die Theokratie in ihrem eigensten Wesen begründet und dessen Wohltaten auf andere überleitet. Unter diesen Mitteln nimmt das Priestertum den ersten Platz ein. Dies zeigt schon die Aufgabe des Priestertums, Vermittler zu sein zwischen Gott und den Menschen, Gott durch Gebete und Opfer zu versöhnen, die Menschen dazu anzuleiten, Gott zu dienen und so die Wohltaten Gottes diesen zu vermitteln. Doch die Priester haben das Volk vielfach statt zum Guten zu führen, zum Bösen verführt und ihr heiliges Amt befleckt. Sacharja Sach 45 3 1 2 Dem Patrone und Schützer der alttestamentlichen Kirche, dem heiligen Michael. @@ -51593,7 +51611,7 @@ Sacharja Sach 45 3 9 24 Auf der Theokratie, wie sie zur Zeit Jesus bereits best Sacharja Sach 45 3 9 25 Das alte Priestertum konnte Gott nicht voll versöhnen, er will also die Schuld durch seinen Diener, den Spross, hinwegnehmen. Von diesem also geht auch die Kraft der Reinigung aus, welche Jesus im Gesichte zuteil wird und ihn für sein Amt geeignet und tauglich macht, ein Vorbild des Messias zu sein. Sacharja Sach 45 3 10 In die illa, dicit Dominus exercituum, vocabit vir amicum suum subter vitem, et subter ficum. An jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, wird ein Freund den andern einladen unter seinen Weinstock und unter seinen Feigenbaum.²⁶ Sacharja Sach 45 3 10 26 In der von Gott gebildeten Theokratie, welche die wahre Vergebung der Sünden gewährt, wird Eintracht und Friede herrschen. Das hierfür gebrauchte Bild ist der Zeit Salomos entlehnt [1Kön 4,25], recht passend auf den wahren Friedensfürsten. Der geistige Charakter der Theokratie wird von den Propheten klar vor Augen gestellt. -Sacharja Sach 45 4 0 4. Viertes Gesicht: Der Tempelbau. (Kap. 4) A. Geistige Waffen sind anzuwenden. (V. 7) B. Der Tempelbau. +Sacharja Sach 45 4 0 4. Viertes Gesicht: Der Tempelbau. (Kap. 4) A. Geistige Waffen sind anzuwenden. (V. 7) B. Der Tempelbau. Sacharja Sach 45 4 1 Et reversus est Angelus, qui loquebatur in me, et suscitavit me, quasi virum, qui suscitatur de somno suo. Da kam der Engel, der mit mir redete, wieder¹ und weckte mich² wie einen Mann, der aus seinem Schlafe geweckt wird. Sacharja Sach 45 4 1 1 Besser: Der in mir redete. Den er vorher neben sich gesehen, tritt wieder in seine Seele zurück. Vergl. [Sach 2,3]. Alsbald gibt der Engel einen Beweis seiner Gegenwart, indem er den Propheten aus seinem Staunen weckt. Sacharja Sach 45 4 1 2 Der Prophet ist noch ganz versunken in die Betrachtung des Gesichtes. Deshalb wird er von dem Engel auf ein neues Gesicht vorbereitet. @@ -51630,7 +51648,7 @@ Sacharja Sach 45 4 13 20 Der Engel verwundert sich. Sacharja Sach 45 4 14 Et dixit: Isti sunt duo filii olei, qui assistunt Dominatori universæ terræ. Da sprach er: Dies sind die zwei Gesalbten,²¹ welche vor dem Herrn der ganzen Erde stehen.²² Sacharja Sach 45 4 14 21 Die zwei, welche durch die Berufung Gottes und die Salbung des Heiligen Geistes zu einem theokratischen Amte berufen werden. Sacharja Sach 45 4 14 22 Zum Dienste bereit. Wie Jesus, der Hohepriester, indem dritten Gesichte, so wird Zorobabel im vierten über seinen Beruf belehrt. -Sacharja Sach 45 5 0 Fünftes Gesicht: Hinwegnahme der Sünde des Volkes. (Kap. 5) A. Die Gottlosen werden untergehen. (V. 4) B. Die Gottlosigkeit wird aus dem theokratischen Lande entfernt. +Sacharja Sach 45 5 0 Fünftes Gesicht: Hinwegnahme der Sünde des Volkes. (Kap. 5) A. Die Gottlosen werden untergehen. (V. 4) B. Die Gottlosigkeit wird aus dem theokratischen Lande entfernt. Sacharja Sach 45 5 1 Et conversus sum, et levavi oculos meos: et vidi, et ecce volumen volans. Und wieder erhob ich meine Augen und schaute:¹ siehe, da war eine fliegende Schriftrolle.² Sacharja Sach 45 5 1 1 Die sich in Jesus, dem Hohenpriester, und Zorobabel, dem Führer, wiederspiegelnde Heiligkeit muss auch auf das Volk übergehen, da nur wahre Heiligkeit, nicht leibliche Abstammung, einem jeden Anteil gewährt an den Wohltaten der wiederhergestellten Theokratie. Deshalb wird den Gottlosen Untergang verkündet. Sacharja Sach 45 5 1 2 Eine fliegende, ausgebreitete Schriftrolle. @@ -51655,7 +51673,7 @@ Sacharja Sach 45 5 9 12 Hebr.: Storchsittiche. Sacharja Sach 45 5 10 Et dixi ad Angelum, qui loquebatur in me: Quo istæ deferunt amphoram? Da sprach ich zu dem Engel, der mit mir redete: Wohin bringen diese das Maß? Sacharja Sach 45 5 11 Et dixit ad me: Ut ædificetur ei domus in terra Sennaar, et stabiliatur, et ponatur ibi super basem suam. Er antwortete mir: Dass ihm eine Wohnung gebaut werde im Lande Sennaar,¹³ dort wird es aufgerichtet und niedergelassen werden auf sein Gestell. Sacharja Sach 45 5 11 13 Das Land Sennaar ist das Land des ersten Reiches, das in der Heiligen Schrift erwähnt wird. [Gen 10,8-10] Dort ward der Turm Babel gebaut, deshalb ist Sennaar ein geeignetes Sinnbild für ein Gott entfremdetes und für die Feinde Gottes bestimmtes Land. Zudem gehrt Sennaar zum unteren Teil von Babylon, so dass der Name die Verbannung und das Joch der Gefangenschaft ins Gedächtnis zurückruft. Also auch nach der Wiederherstellung der Theokratie steht den Sündern eine andere beständige Verbannung bevor, indem sie, von dem Volke Gottes abgeschnitten, unter den Feinden des Herrn in feindlichem Lande zu weilen gezwungen werden. So wird Gott seine Tenne reinigen und diejenigen, welche den Geist seines Reiches nicht annehmen, durch die Engel zu jenen weisen lassen, denen ewiger Untergang sicher ist. Das Weib im Epha ist das Bild der Sünder, welche im Gottesreiche über andere zu herrschen suchen, bis der Herr ihnen Einhalt tut durch die Engel. Die beiden Frauen haben Flügel, um leichter ihren Dienst zu verrichten, die Gottlosigkeit hinwegzunehmen. Ob Frauen als diejenigen gewählt sind, welche die Gottlosigkeit aus dem heiligen Lande entfernen, um anzudeuten, dass die Gottlosen durch ihre Gottlosigkeit die gerechte Strafe finden und sich durch dieselbe den Untergang bereiten? Zwei sind es, um die Schwere der Strafe zu bezeichnen oder um auszudrücken, dass Gott nicht die Mittel fehlen, jede Bosheit leicht zurückzudrängen und zu vernichten. Da nun die Gottlosigkeit nach Sennaar verbannt wird, liegt darin eine wirksame Ermunterung an die zur Zeit in Babylon weilenden Juden, aus dem dem Fluche Gottes verfallenen Lande in das Gott geweihte Land zu fliehen. Manche Erklärer verstehen dieses Gesicht von der Vergangenheit, der Wegführung der Israeliten. Doch wozu sollte alsdann eine solche Prophezeiung über eine Sache, die nicht mehr zu ändern war, dienen? Vielmehr bezieht sich das Gesicht auf die Zukunft, doch nimmt es seine Züge aus der Vergangenheit, um seine Belehrung zu bieten. Es wird ein allgemein gültiges Gesetz Gottes verkündet: Gott wird stets für die Heiligkeit seines Reiches Sorge tragen und Sünder in demselben nicht dulden. Wie sehr dies Gesetz an den Juden nach der Tötung des Messias Erfüllung gefunden, zeigt die Geschichte der Jahrhunderte. -Sacharja Sach 45 6 0 6. Sechstes Gesicht: Gericht über die Völker, Glück des Volkes Gottes. (Kap. 6) A. Gericht über die Völker. (V. 8) B. Der Messias König und Priester. +Sacharja Sach 45 6 0 6. Sechstes Gesicht: Gericht über die Völker, Glück des Volkes Gottes. (Kap. 6) A. Gericht über die Völker. (V. 8) B. Der Messias König und Priester. Sacharja Sach 45 6 1 Et conversus sum, et levavi oculos meos, et vidi: et ecce quatuor quadrigæ egredientes de medio duorum montium: et montes, montes ærei. Wiederum erhob ich meine Augen und schaute:¹ siehe, da erschienen vier Wagen zwischen den beiden Bergen,² die Berge aber waren Berge von Erz.³ Sacharja Sach 45 6 1 1 Werden die Feinde Gottes ein ruhiges Leben führen? In keiner Weise. Dies zeigt das nunmehr folgende Gesicht. Dasselbe entspricht dem Gesichte [Sach 1,8-11] so, dass es die Zeit des beginnenden Messianischen Reiches beschreibt. In dem Gesichte [Sach 1] melden die ausgesandten Boten, dass die ganze Erde der Ruhe genießt, noch keine Erschütterung bemerkbar ist, wie sie das Messianische Reich begleiten soll. In diesem Gesichte eilen die Wagen Gottes bereits hervor und vollstrecken das Zorngericht Gottes, das mit dem Messianischen Reiche auf das innigste verbunden ist. Sacharja Sach 45 6 1 2 Da in V. 6 und 8 das Land gegen Mitternacht erwähnt wird, Assyrien oder Babylonien, so gehen diese Wagen wohl von Jerusalem aus über die ganze Erde hin. Die beiden Berge sind alsdann der Berg Sion und der Ölberg. @@ -51692,7 +51710,7 @@ Sacharja Sach 45 6 15 Et qui procul sunt, venient, et ædificabunt in templo Dom Sacharja Sach 45 6 15 19 Was von den fernwohnenden Juden für den Bau des Hauses Gottes geschieht, ist ein Vorspiel und ein Bild dessen, was die Völker zum Bau des Reiches Gottes beitragen werden. Da hier dasselbe Wort im Hebräischen für Tempel angewendet wird, wie V. 12, V. 13 von dem messianischen Werke, während Zorobabel das Haus des Herrn bauen soll, ist vorzugsweise von der messianischen Erfüllung die Rede. Sacharja Sach 45 6 15 20 Den Engel. Sacharja Sach 45 6 15 21 Die Erfüllung ist sicher, der Tempel wird gebaut werden, doch Umfang, Schnelligkeit und andere Umstände hängen von der Mitwirkung der Juden ab. Das Gleiche gilt für das Messianische Reih: dieses wird errichtet und keine Bosheit der Menschen vermag ein Hindernis zu sein, aber in welcher Fülle Gottes Segen kommt usw. hängt von der Beobachtung der Gebote ab, insbesondere seitens derer, welche Gott zu Helfern und Dienern seines Werkes beruft. -Sacharja Sach 45 7 0 II. Die rechte Vorbereitung zur Erlangung der Verheißungen. (Kap. 7, 8) A. Nicht Fasten, sondern Gehorsam fordert Gott. (V. 7) B. Der Ungehorsam macht unglückselig. +Sacharja Sach 45 7 0 II. Die rechte Vorbereitung zur Erlangung der Verheißungen. (Kap. 7, 8) A. Nicht Fasten, sondern Gehorsam fordert Gott. (V. 7) B. Der Ungehorsam macht unglückselig. Sacharja Sach 45 7 1 Et factum est in anno quarto Darii regis, factum est verbum Domini ad Zachariam, in quarta mensis noni, qui est Casleu. Und es geschah im vierten Jahre des Königs Darius, erging das Wort des Herrn an Zacharias, am vierten des neunten Monats, des Kasleu.¹ Sacharja Sach 45 7 1 1 Die Israeliten hatten es sich zum Gesetz gemacht, gewisse Tage, an welche sich eine trauervolle Erinnerung knüpfte, mit Fasten zu begehen, so den zehnten Tag des fünften Monats, an dem Tempel und Stadt in Flammen aufgingen [Jer 52,12.13], den dritten Tag des siebten Monats wegen der Tötung des Godolias [2Kön 25,25; Jer 42,2], den neunten Tag des vierten Monats wegen der Einnahme von Jerusalem unter Sedekias [Jer 39,2; Jer 52,6] endlich den zehnten Tag des zehnten Monats wegen des Beginnes der Belagerung der Stadt durch Nabuchodonosor. [Jer 52,1] Nachdem im vierten Jahre des Darius der Tempelbau bereits zwei Jahre gefördert war, schien es an der Zeit, an die Stelle der Trauer die Freude treten zu lassen. Indes wagen die Juden nicht, das freiwillig übernommene Fasten auch eigenmächtig zu unterlassen, und wenden sich an die Ausleger des göttlichen Willens. Der hier erwähnte Monat entspricht zum Teil unserm November. Sacharja Sach 45 7 2 Et miserunt ad domum Dei Sarasar, et Rogommelech, et viri, qui erant cum eo ad deprecandam faciem Domini: Es sandten nämlich Sarasar,² Rogommelech und die Männer, welche bei ihm waren, zum Hause Gottes,³ um vor dem Angesichte des Herrn zu flehen @@ -51722,7 +51740,7 @@ Sacharja Sach 45 7 13 Et factum est sicut locutus est, et non audierunt: sic cla Sacharja Sach 45 7 13 14 Strafe der Wiedervergeltung. Vergl. [Jes 65,12; Jes 66,4; Spr 1,24-30] Sacharja Sach 45 7 14 Et dispersi eos per omnia regna, quæ nesciunt: et terra desolata est ab eis, eo quod non esset transiens et revertens: et posuerunt terram desiderabilem in desertum. Und ich habe sie in alle Reiche zerstreut, die sie nicht kannten; und das Land ward von ihnen verlassen, so dass niemand hin- und herzog, und sie wandelten das herrliche Land in eine Wüste.¹⁵ Sacharja Sach 45 7 14 15 Hebr.: Ich will sie hinauswerfen unter alle Völker, die ihnen unbekannt waren, und das köstliche Land soll, nachdem sie aus demselben vertrieben, eine Wüste werden, so dass niemand es hin und her durchzieht. So wird das Land durch seine Gestalt die Strafe Gottes an den Rebellen verkünden. Diese Drohung zeigt, aus welchen Gründen sie hätten fasten sollen, der Tadel des Fastens aber, dass es nicht darum beobachtet ward. -Sacharja Sach 45 8 0 C. Gott verheißt Sion Gnade und Glück. (V. 8) D. So mögen die Israeliten also Mut fassen, gewiss des Segens Gottes. (V. 17) E. Verheißung großer Freude und der Bekehrung der Heiden. +Sacharja Sach 45 8 0 C. Gott verheißt Sion Gnade und Glück. (V. 8) D. So mögen die Israeliten also Mut fassen, gewiss des Segens Gottes. (V. 17) E. Verheißung großer Freude und der Bekehrung der Heiden. Sacharja Sach 45 8 1 Et factum est verbum Domini exercituum, dicens: Wieder erging das Wort des Herrn der Heerscharen, also lautend:¹ Sacharja Sach 45 8 1 1 Nach der Heimsuchung folgt die Wiederherstellung. Wie der Seher durch die Erinnerung an den früheren Ungehorsam und Gottes Strafen Schrecken eingeflößt, so versucht er jetzt durch die Schilderung der Liebe Gottes und des Glückes der Wiederherstellung zu wahrer Frömmigkeit und zum Gehorsam zu bewegen. Darum legt er die zehn Worte Gottes, welche dies enthalten, mit besonderem Nachdrucke vor. Sacharja Sach 45 8 2 Hæc dicit Dominus exercituum: Zelatus sum Sion zelo magno, et indignatione magna zelatus sum eam. So spricht der Herr der Heerscharen: Ich bin voll großen Eifers für Sion und eifre mit großem Zorne für dasselbe.² @@ -51773,7 +51791,7 @@ Sacharja Sach 45 8 22 Et venient populi multi, et gentes robustæ ad quærendum Sacharja Sach 45 8 23 Hæc dicit Dominus exercituum: In diebus illis, in quibus apprehendent decem homines ex omnibus linguis gentium, et apprehendent fimbriam viri Judæi, dicentes: Ibimus vobiscum: audivimus enim quoniam Deus vobiscum est. So spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen werden zehn Menschen aus allen Sprachen der Völker die Hand ausstrecken²⁶ und den Saum eines jüdischen Mannes ergreifen²⁷ und sagen: Wir wollen mit euch ziehen; denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist. Sacharja Sach 45 8 23 26 Hebr.: In jenen Tagen wird es geschehen, dass zehn Männer. Ergreifen. Die Zahl zehn steht öfter für die Mehrzahl. Da alle Sprachen der Völker zu dem Gottesreiche gehören, greift dieses über die Grenzen der Völker hinaus, sind alle vereinigt in einem Schafstalle. Sacharja Sach 45 8 23 27 Gleichsam sich an denselben haltend, um gegen Irrtum gesichert zu sein. Die wahren Juden sind, wie das Neue Testament zeigt, die, welche Gott mit wahrer Frömmigkeit dienen. Die wahre Theokratie ist ein Ölbaum [Röm 11,17-21], die wahren Juden alle, die zu demselben gehören, an ihm gewachsen oder eingepfropft. Daher beziehen die Verfasser der Bücher des Neuen Testamentes die den Juden gegebenen Verheißungen auf die aus den verschiedenen Völkern gesammelten Christen. Vergl. [Gal 3,7.29], denen die Worte des heiligen Johannes, des Vorläufers des Herrn, gelten: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams erwecken. [Mt 3,9] Die, welche nur durch leibliche Abstammung Abrahams Kinder sind, nicht aber seinen Glauben und seine Frömmigkeit nachahmen, haben den Tempel zum Vater. [Joh 8,39; Röm 4,12] -Sacharja Sach 45 9 0 III. Die Zeit des Messias, ihre Güter und Gerichte. (Kap. 9-14) 1. Das Gericht über die Heiden. (Kap. 9-11) A. Das Gericht über die benachbarten Völker. (V. 7) +Sacharja Sach 45 9 0 III. Die Zeit des Messias, ihre Güter und Gerichte. (Kap. 9-14) 1. Das Gericht über die Heiden. (Kap. 9-11) A. Das Gericht über die benachbarten Völker. (V. 7) Sacharja Sach 45 9 1 Onus verbi Domini in terra Hadrach, et Damasci requiei ejus: quia Domini est oculus hominis, et omnium tribuum Israel. Last¹ des Wortes des Herrn über das Land Hadrach² und dessen Ruhepunkt Damaskus,³ denn der Herr richtet sein Auge auf die Menschen und auf alle Stämme Israels.⁴ Sacharja Sach 45 9 1 1 Unglückbedeutende Weissagung. Sacharja Sach 45 9 1 2 Die Hauptstadt Hadrach und deren Bezirk. @@ -51838,7 +51856,7 @@ Sacharja Sach 45 9 16 45 Der Tempel, durch die Siege mit neuem Glanze verklärt Sacharja Sach 45 9 17 Quid enim bonum ejus est, et quid pulchrum ejus, nisi frumentum electorum, et vinum germinans virgines? Was ist denn seine⁴⁶ Güte und was seine Schönheit, wenn nicht Getreide der Auserwählten und Wein, der Jungfrauen sprossen macht?⁴⁷ Sacharja Sach 45 9 17 46 Des Volkes. Doch bleibt der gleiche Sinn, wenn man dies Wort auf Gott bezieht. Sacharja Sach 45 9 17 47 Hebr.: Ja, wie groß ist sein Glück, wie herrlich seine Schönheit! Der Weizen lässt Jünglinge und der Wein Jungfrauen gedeihen. Der glückliche Stand des Volkes nach errungenem Siege wird nach alttestamentlicher Weise beschrieben: die Jugend blüht, das Land ist fruchtbar; wie die Sünde frühzeitigen Tod und Dürre zur Folge zu haben pflegt. Das Glück des Volkes ist also das Spiegelbild seiner inneren Heiligkeit und das Sinnbild der göttlichen Gnade, die gleichfalls in diesen Gaben eingeschlossen ist. -Sacharja Sach 45 10 0 B. Bittet Jahve um Heil! (V. 2) C. Gott wird ruhmvolles Heil gewähren. (V. 7) D. Die Zerstreuten werden gesammelt werden. +Sacharja Sach 45 10 0 B. Bittet Jahve um Heil! (V. 2) C. Gott wird ruhmvolles Heil gewähren. (V. 7) D. Die Zerstreuten werden gesammelt werden. Sacharja Sach 45 10 1 Petite a Domino pluviam in tempore serotino, et Dominus faciet nives, et pluviam imbris dabit eis, singulis herbam in agro. Bittet den Herrn um Regen in der Spätzeit, und der Herr wird Schnee schaffen¹ und ihnen reichlichen Regen verleihen, einer jeden Pflanze auf dem Felde. Sacharja Sach 45 10 1 1 Lehre für die Zeitgenossen und Anwendung der Weissagung auf sie. In Palästina sind zwei Regenzeiten, nach der Aussaat und vor der Ernte. Denen, welche seine Gebote beobachten, hatte Gott diesen Regen verheißen. [Dtn 11,13-15] Zum Gebet muss die Beobachtung der Gebote hinzukommen, soll jenes Erhörung finden. Schnee: hebr.: Jahve spendet Wetterstrahlen (die Vorboten des Regens) und Gussregen. Ihn, der solchen gewähren kann, sollen sie um Regen bitten. Sacharja Sach 45 10 2 Quia simulacra locuta sunt inutile, et divini viderunt mendacium, et somniatores locuti sunt frustra: vane consolabantur: idcirco abducti sunt quasi grex: affligentur, quia non est eis pastor. Denn die Götzenbilder geben nichtige Aussprüche, die Wahrsager sehen Lügen, die Träumer verkünden Eitles, ihre Tröstungen sind leer; darum ziehen sie hin wie eine Herde, in Trübsal, denn sie haben keinen Hirten.² @@ -51875,7 +51893,7 @@ Sacharja Sach 45 10 11 22 Anspielung auf [Ex 14,21; Ex 15,8; Jos 8,13-16]. Sacharja Sach 45 10 11 23 Die Reiche im Norden wie im Süden wird Gott zwingen, deinem Volke die Freiheit zu gewähren. Sacharja Sach 45 10 12 Confortabo eos in Domino, et in nomine ejus ambulabunt, dicit Dominus. Ich werde sie stark machen durch den Herrn und sie werden in seinem Namen²⁴ wandeln, spricht der Herr. Sacharja Sach 45 10 12 24 Die Verehrer Gottes, die Juden, werden, vom Herrn gestärkt und durch seinen Schutz gesichert, ihr Leben nach seinem Willen einrichten. Die Verheißungen Gottes sind in ihrer Erfüllung an eine Bedingung gebunden: wenn die Zurückkehrenden in seinem Namen wandeln. Der Prophet redet von der Wiederherstellung der Theokratie im Allgemeinen, von der die Zeiten der Machabäer ein Anfang und Vorspiel sind, die deshalb eingeschlossen werden. -Sacharja Sach 45 11 0 E. Gericht über die Widerspenstigen. (V. 3) F. Ihre alte Widerspenstigkeit gegen den guten Hirten. (V. 11) G. Höchste Undankbarkeit gegen den guten Hirten. +Sacharja Sach 45 11 0 E. Gericht über die Widerspenstigen. (V. 3) F. Ihre alte Widerspenstigkeit gegen den guten Hirten. (V. 11) G. Höchste Undankbarkeit gegen den guten Hirten. Sacharja Sach 45 11 1 Aperi Libane portas tuas, et comedat ignis cedros tuas. Öffne, Libanon! deine Pforten und Feuer verzehre deine Zedern!¹ Sacharja Sach 45 11 1 1 Nachdem der Prophet Gottes wohlwollende Absichten dargelegt, zeigt er nun, was den Verächtern der Güte desselben droht. Die Absichten Gottes für die Landschaft am Libanon sind [Sach 10,10] berührt; werden diese vom Volke verworfen, so soll der Libanon seine Tore (im Norden des Landes) öffnen und mit Beseitigung aller Hindernisse die Feinde und Feuer aufnehmen, das seine Herrlichkeit vernichtet. Sacharja Sach 45 11 2 Ulula abies, quia cecidit cedrus, quoniam magnifici vastati sunt: ululate quercus Basan, quoniam succisus est saltus munitus. Wehklage, Tanne,² denn die Zeder ist gefallen, die Herrlichsten sind ausgerottet;³ wehklaget, ihr Eichen Basans!⁴ denn die hohe Waldburg⁵ wird umgehauen. @@ -51929,7 +51947,7 @@ Sacharja Sach 45 11 16 34 Alle Pflichten des guten Hirten wird er vernachlässi Sacharja Sach 45 11 17 O pastor, et idolum, derelinquens gregem: gladius super brachium ejus, et super oculum dextrum ejus: brachium ejus ariditate siccabitur, et oculus dexter ejus tenebrescens obscurabitur. O Hirt und Götzenbild,³⁵ welcher die Herde verlässt; auf, Schwert, über seinen Arm und sein rechtes Auge!³⁶ Sein Arm soll vertrocknen und verdorren und sein rechtes Auge sich verfinstern und erblinden! Sacharja Sach 45 11 17 35 Hebr.: Wehe, du nichtsnutziger Hirt. Sacharja Sach 45 11 17 36 Mit Arm und Auge, Schutz und Wachsamkeit sollte er der Herde beistehen. (Cyr., Theod. Gr.) -Sacharja Sach 45 12 0 2. Last des Wortes des Herrn über Israel. (Kap. 12-14) A. Die Theokratie wird von allen Völkern angegriffen. (V. 4) B. Gott gewährt überreiche Hilfe. (V. 8) C. Gott verleiht reiche Gnade. +Sacharja Sach 45 12 0 2. Last des Wortes des Herrn über Israel. (Kap. 12-14) A. Die Theokratie wird von allen Völkern angegriffen. (V. 4) B. Gott gewährt überreiche Hilfe. (V. 8) C. Gott verleiht reiche Gnade. Sacharja Sach 45 12 1 Onus verbi Domini super Israel. Dicit Dominus extendens clum, et fundans terram, et fingens spiritum hominis in eo: Last des Wortes des Herrn über Israel.¹ Es spricht der Herr, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet und des Menschen Geist in diesem geschaffen hat:² Sacharja Sach 45 12 1 1 Wird der Unglaube einiger die Verheißungen Gottes unwirksam machen? [Röm 3,3] Nein, nie wird ein Volk Gottes gänzlich fehlen. Was [Hos 1,10] gesagt, dass der Herr sich ein neues Israel bilden werde, bezeugt hier auch Zacharias. Doch wie der Messias geringgeschätzt ist, so wird auch sein Reich angefeindet werden. Israel, der Ehrenname des Volkes Gottes, wird hier das Messiasreich genannt. Dass nicht allein Israeliten dasselbe bilden werden, bezeugen die Propheten unzweideutig, wie sie auch die Ausdehnung des Reiches auf die Heiden immer von neuem verheißen. Sacharja Sach 45 12 1 2 Damit kein Diener Gottes sich fürchte, wenn er das Wort Last hört, mahnt der Prophet, dass Gott die Herrschaft über Himmel und Erde und alles Lebende innehat. Er, der alles erschaffen, kann auch so Großes leisten, wie der Prophet verkünden will. Die Last enthält bereits Sieg und Triumph. @@ -51979,7 +51997,7 @@ Sacharja Sach 45 12 13 Familiæ domus Nathan seorsum, et mulieres eorum seorsum: Sacharja Sach 45 12 13 34 Nathan ist der Sohn Davids, von dem Zorobabel abstammt. Sacharja Sach 45 12 13 35 Semeis Familie stammt von Gerson, dem Sohne Levis, ab. Das königliche und das priesterliche Haus wird erwähnt und beiden eine andere Familie beigefügt. Den Priestern geziemt es sich insbesondere, Christi Leiden zu gedenken. Die Erwähnung der Frauen ruft die um den sterbenden Heiland stehenden Frauen ins Gedächtnis zurück und alle jene, welche durch so viele Jahrhunderte im Kloster frommer Betrachtung ihr Leben geweiht. Sacharja Sach 45 12 14 Omnes familiæ reliquæ, familiæ et familiæ seorsum, et mulieres eorum seorsum. alle übrigen Familien, jede einzelne Familie besonders und ihre Frauen besonders. -Sacharja Sach 45 13 0 D. Hinweggenommen werden die Sünden. (V. 6) E. Mit dem Hirten wird die Herde geschlagen. +Sacharja Sach 45 13 0 D. Hinweggenommen werden die Sünden. (V. 6) E. Mit dem Hirten wird die Herde geschlagen. Sacharja Sach 45 13 1 In die illa erit fons patens domui David, et habitantibus Jerusalem in ablutionem peccatoris, et menstruatæ. An jenem Tage wird sich dem Hause Davids und den Bewohnern Jerusalems eine Quelle öffnen zur Abwaschung des Sünders und der Befleckten.¹ Sacharja Sach 45 13 1 1 Hebr.: Für die Bewohner Jerusalems, für Sünde und Uneinigkeit. Anspielung auf die levitischen Reinigungen. [Num 8,7; Num 19,9] Wie [Sach 12,10] verheißen ist, dass der Seele die Gnade zuteil werden soll, so wird hier angedeutet, dass in der Kirche eine Abwaschung und Mittel allezeit geboten werden, selbst die schwersten Sündenmakel hinwegzunehmen. Dieses Wasser des Heils wird mit dem durchbohrten Messias in engste Verbindung gebracht. Da das Wasser des Heiles als Heilmittel gegen die Sünden genannt wird, ist die zweite Tafel nach dem Schiffbruche damit bezeichnet, die mühevolle Taufe, (Tertull.) das Sakrament der Buße und alles, was die Kirche Christi besitzt zur Tilgung der Sünden. Das kriegerische Bild [Sach 12,5-8] wird auf den geistigen Sieg über die Feinde des Gottesreiches übertragen. Sacharja Sach 45 13 2 Et erit in die illa, dicit Dominus exercituum: Disperdam nomina idolorum de terra, et non memorabuntur ultra: et pseudoprophetas, et spiritum immundum auferam de terra. Und es wird an jenem Tage geschehen, spricht der Herr der Heerscharen: Ich werde die Namen der Götzen aus dem Lande ausrotten, damit ihrer fortan nicht mehr gedacht werde,² und ich werde die falschen Propheten und den unreinen Geist wegschaffen aus dem Lande.³ @@ -52004,7 +52022,7 @@ Sacharja Sach 45 13 8 13 Hebr.: Zwei Teile werden darin ausgerottet werden, nur Sacharja Sach 45 13 9 Et ducam tertiam partem per ignem, et uram eos sicut uritur argentum: et probabo eos sicut probatur aurum. Ipse vocabit nomen meum, et ego exaudiam eum. Dicam: Populus meus es, et ipse dicet: Dominus Deus meus. Aber auch den dritten Teil werde ich durchs Feuer führen und ihn schmelzen, wie man Silber schmilzt, und ihn läutern, wie man Gold läutert.¹⁴ Er wird meinen Namen anrufen¹⁵ und ich werde ihn erhören. Ich werde sagen: Mein Volk bist du! und er wird sagen: Der Herr ist mein Gott! Sacharja Sach 45 13 9 14 Auch der dritte, dem Untergange entrissene Teil der Herde muss nach dem Vorbilde des Hirten durch viele Heimsuchungen und Prüfungen in das Himmelreich eingehen. Das Feuer der Prüfungen offenbart ihre Tugend und ihre Liebe zu Gott. Sacharja Sach 45 13 9 15 Den Namen Jahve, Gott gleichsam erinnernd, dass er sich als gegenwärtiger, helfender Gott des Bundes erweise, der seine Verheißungen erfüllt. Vers 8 wird von vielen mit großer Wahrscheinlichkeit von der Zeit der Belagerung Jerusalems durch die Römer verstanden. (Hier., Cyr.) -Maleachi Mal 46 1 0 Eingang. (V. 1-5) I. Tadel über die Priester. (1,6 2,9) A. Die Priester verachten den Herrn. (V. 9) B. Ein neues reines Opfer wird Gott dargebracht werden. (V. 11) C. Über die Verächter wird Strafe kommen. +Maleachi Mal 46 1 0 Eingang. (V. 1-5) I. Tadel über die Priester. (1,6 2,9) A. Die Priester verachten den Herrn. (V. 9) B. Ein neues reines Opfer wird Gott dargebracht werden. (V. 11) C. Über die Verächter wird Strafe kommen. Maleachi Mal 46 1 1 ONUS verbi Domini ad Israel in manu Malachiæ. Last¹ des Wortes des Herrn an Israel² durch Malachias. Maleachi Mal 46 1 1 1 Über die Bedeutung des Wortes Last siehe [Nah 1,1]. Die Prophezeiung hält eine Rüge des Volkes und die Drohungen Gottes, wenngleich auch manches Freudige verkündet wird. Maleachi Mal 46 1 1 2 Der Name Israel wird von den Zurückgekehrten gebraucht, welche doch besonders aus dem Stamme Juda und Benjamin waren. Der dem Patriarchen wegen seines Glaubens und seiner Standhaftigkeit von Gott verliehene Name wird auf das ganze theokratische Volk ausgedehnt, leiten doch alle Stämme ihren Ursprung von ihm her. @@ -52056,7 +52074,7 @@ Maleachi Mal 46 1 14 Maledictus dolosus, qui habet in grege suo masculum, et vot Maleachi Mal 46 1 14 35 Tadel über alle. Der Fluch Gottes belastet mit allen Übeln, wie sein Segen alles Gute bringt. Maleachi Mal 46 1 14 36 Nach dem Hebräischen wird ein doppeltes Vergehen getadelt: Wenn jemand nach dem Gesetze ein männliches Tier opfern soll und behauptet, er habe ein solches nicht, und Gott deshalb ein schlechteres darbringt; und wenn jemand ein Gelübde macht und dann ein recht schwaches weibliches Tier (weibliche Tiere konnten der Verpflichtung durch Gelübde genügen) darbringt. Maleachi Mal 46 1 14 37 Verehrungswürdig, doch schrecklich für diejenigen, welche seine Rache herausfordern. -Maleachi Mal 46 2 0 Über die Verächter wird Strafe kommen. (V. 4) D. Die Priester ein Zerrbild ihres Berufes. (V. 9) II. Strafrede über das Volk. (2,10 6,4) A. Die Ehen mit Fremden. (V. 12) B. Die Ehescheidungen. C. Der Messias als Richter. [Mal 3,6] +Maleachi Mal 46 2 0 Über die Verächter wird Strafe kommen. (V. 4) D. Die Priester ein Zerrbild ihres Berufes. (V. 9) II. Strafrede über das Volk. (2,10 6,4) A. Die Ehen mit Fremden. (V. 12) B. Die Ehescheidungen. C. Der Messias als Richter. [Mal 3,6] Maleachi Mal 46 2 1 Et nunc ad vos mandatum hoc, o sacerdotes. An euch ergeht demnach dies Gebot, ihr Priester! Maleachi Mal 46 2 2 Si nolueritis audire, et si nolueritis ponere super cor ut detis gloriam nomini meo, ait Dominus exercituum: mittam in vos egestatem, et maledicam benedictionibus vestris, et maledicam illis: quoniam non posuistis super cor. Wenn ihr nicht hören und es nicht zu Herzen nehmen wollt, meinem Namen die Ehre zu geben,¹ spricht der Herr der Heerscharen, so will ich unter euch Mangel senden und euren Segnungen fluchen;² ja, fluchen will ich ihnen,³ denn ihr habt es nicht zu Herzen genommen. Maleachi Mal 46 2 2 1 So will ich zeitliche Übel über euch verhängen und noch Schlimmeres über euch kommen lassen. @@ -52110,7 +52128,7 @@ Maleachi Mal 46 2 16 Cum odio habueris, dimitte, dicit Dominus Deus Israel: oper Maleachi Mal 46 2 16 35 Hebr.: Denn ich hasse die Scheidung, spricht der Herr, der Gott Israels, und wer solches tut, bedeckt mit Freveltat sein Gewand erscheint offen als mit Frevel belastet. Dies widerspricht nicht [Dtn 24,1]. Da an dieser Stelle die Scheidung nicht völlig freigestellt, sondern nur aus gewichtigster Ursache, die das sechste Gebot betrifft, gestattet wird. Zudem ist auch diese Gestattung den Juden nur wegen ihrer Herzenshärte zuteil geworden. Der Text der Vulgata ist schwieriger. Welcher Art muss die Abneigung sein? Gerechte Abneigung wegen Ehebruchs? (Cyr., Theod. Gr.) Oder: Eher als dass du sie misshandelst und quälst, entlasse sie? Oder ironisch? In jedem Falle aber wird die Bosheit vor aller Augen liegen und dich ganz und gar umgeben wie ein Kleid. Maleachi Mal 46 2 17 Laborare fecistis Dominum in sermonibus vestris, et dixistis: In quo eum fecimus laborare? In eo quod dicitis: Omnis qui facit malum, bonus est in conspectu Domini, et tales ei placent: aut certe ubi est Deus judicii? Ihr kränkt den Herrn durch eure Reden und ihr sprecht: Worin haben wir ihn gekränkt? Dadurch dass ihr sprecht: Jeder, der Böses tut, ist gut vor dem Herrn, und solche gefallen Gottes Auge wohl; oder doch: Wo ist denn der Gott des Gerichtes?³⁶ Maleachi Mal 46 2 17 36 Die Juden empfinden es bitter, dass die herrlichen Voraussagungen der Propheten über die Wiederherstellung der Stadt noch nicht erfüllt sind und sie von ihren Feinden bedrängt werden, über welche doch das Gericht kommen sollte. Der Prophet antwortet ihnen: Der Richter wird kommen, aber sehet wohl zu, ob ihr denn auf seine Ankunft recht vorbereitet seid, dass er nicht auch euch strafe! Der Messias wird kommen als Richter. -Maleachi Mal 46 3 0 Der Messias als Richter. (V. 6) D. Wegen ihrer Nachlässigkeit kommt Heimsuchung über sie. (V. 12) E. Verschiedenes Los der Bösen und der Guten. [Mal 4,3] +Maleachi Mal 46 3 0 Der Messias als Richter. (V. 6) D. Wegen ihrer Nachlässigkeit kommt Heimsuchung über sie. (V. 12) E. Verschiedenes Los der Bösen und der Guten. [Mal 4,3] Maleachi Mal 46 3 1 Ecce ego mitto angelum meum, et præparabit viam ante faciem meam: et statim veniet ad templum suum Dominator quem vos quæritis, et angelus testamenti quem vos vultis. Ecce venit, dicit Dominus exercituum. Sehet, ich sende meinen Boten, dass er den Weg vor mir her bereite.¹ Und alsbald² wird zu seinem Tempel der Herrscher³ kommen, den ihr suchet, und der Engel des Bundes,⁴ nach dem ihr verlangt. Sehet, er kommt, spricht der Herr der Heerscharen. Maleachi Mal 46 3 1 1 Der Prophet ruft zuerst die Weissagung Isaias [Jes 40,3] ins Gedächtnis zurück. Gott wird einen Vorläufer senden. Dieser ist der heilige Johannes der Täufer, wie die Evangelien bezeugen. Maleachi Mal 46 3 1 2 Hebr.: Gar plötzlich. @@ -52165,114 +52183,115 @@ Maleachi Mal 46 3 17 34 Hebr.: den ich veranstalte, der Tag des Gerichtes. Maleachi Mal 46 3 17 35 Zwei Gründe sichern ihnen am Tage des Gerichtes Gottes Barmherzigkeit: dass sie Gottes Söhne sind und dass sie ihm gehorsam und treu gedient haben. Maleachi Mal 46 3 18 Et convertemini, et videbitis quid sit inter justum, et impium: et inter servientem Deo, et non servientem ei. Dann werdet ihr wiederum sehen,³⁶ was für ein Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient. Maleachi Mal 46 3 18 36 Nicht immer lässt Gott hier auf Erden durch die äußeren Lebensschicksale und Wechselfälle erkennen, wie verschieden das Los der Guten und der Bösen ist, doch bisweilen zeigt er den Unterschied offenbar, wie die Geschichte der Israeliten zeigt. Vergl. [Ex 11,7]. Welches aber der Unterschied einst sein wird, zeigt der Prophet noch mehr in [Mal 4,1-3]. -Markus Mk 48 1 0 Einleitung. (V. 13) I. 1,14 9,49. 1. Beginn der Predigt Jesu Christi. (1. V. 14 45) Der Heiland wird am Jordan getauft, in der Wüste vom Teufel versucht (V. 13) und beruft die ersten vier Jünger. (V. 20) Christus treibt einen unreinen Geist aus (V. 28) und heilt die Schwiegermutter des Petrus. (V. 34) Der Heiland verlässt Kapharnaum (V. 39) und heilt einen Aussätzigen. -Matthäus Mt 47 1 0 I. 1 -4, 11. 1. Jesus Sohn Davids (V. 17) von Maria der Jungfrau geboren. -Matthäus Mt 47 1 1 LIBER generationis Jesu Christi filii David, filii Abraham. Buch der Abstammung² Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.³ +Markus Mk 48 1 0 Einleitung. (V. 13) I. 1,14 9,49. 1. Beginn der Predigt Jesu Christi. (1. V. 14 45) Der Heiland wird am Jordan getauft, in der Wüste vom Teufel versucht (V. 13) und beruft die ersten vier Jünger. (V. 20) Christus treibt einen unreinen Geist aus (V. 28) und heilt die Schwiegermutter des Petrus. (V. 34) Der Heiland verlässt Kapharnaum (V. 39) und heilt einen Aussätzigen. +Matthäus Mt 48 1 0 I. 1 -4, 11. 1. Jesus Sohn Davids (V. 17) von Maria der Jungfrau geboren. +Matthäus Mt 48 1 1 LIBER generationis Jesu Christi filii David, filii Abraham. Buch der Abstammung² Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.³ Markus Mk 48 1 1 INITIUM Evangelii Jesu Christi, Filii Dei. Der Anfang des Evangeliums¹ Jesu Christi,² des Sohnes Gottes.³ Markus Mk 48 1 1 1 Der Dolmetscher des heil. Petrus hält die Ordnung inne, welche der Apostelfürst selbst [Apg 10,37] andeutet. Markus Mk 48 1 1 2 Der von Gott für das Heil aller verheißene Messias. -Matthäus Mt 47 1 1 2 Der heilige Matthäus wollte den Juden zeigen, dass Jesus, der als Messias unter ihnen aufgetreten war, wirklich von jenem Geschlechte sei, aus welchem nach den Propheten der Messias hervorgehen sollte (Chrysost.). Vergl. [Lk 3,23-38] +Matthäus Mt 48 1 1 2 Der heilige Matthäus wollte den Juden zeigen, dass Jesus, der als Messias unter ihnen aufgetreten war, wirklich von jenem Geschlechte sei, aus welchem nach den Propheten der Messias hervorgehen sollte (Chrysost.). Vergl. [Lk 3,23-38] Markus Mk 48 1 1 3 Der göttlichen Natur nach, da das Evangelium aus den Wundern die Gottheit Christi erweisen will, während der Name Jesus auf die menschliche Natur hinweist. -Matthäus Mt 47 1 1 3 Nach [Gen 12,3, Gen 18,18, Gen 22,18] sollte der Messias ein Nachkömmling Abrahams und nach [2Sam 7,14ff, Jes 11,1ff,Jer 23,5.6] zugleich ein Sprössling Davids sein. +Matthäus Mt 48 1 1 3 Nach [Gen 12,3, Gen 18,18, Gen 22,18] sollte der Messias ein Nachkömmling Abrahams und nach [2Sam 7,14ff, Jes 11,1ff,Jer 23,5.6] zugleich ein Sprössling Davids sein. Markus Mk 48 1 2 Sicut scriptum est in Isaia propheta: Ecce ego mitto Angelum meum ante faciem tuam, qui præparabit viam tuam ante te. Wie geschrieben steht⁴ bei dem Propheten Isaias:⁵ Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesichte her, welcher deinen Weg vor dir bereiten wird. -Matthäus Mt 47 1 2 Abraham, genuit Isaac. Isaac autem genuit Jacob. Jacob autem genuit Judam, et fratres ejus. Abraham zeugte den Isaak, Isaak aber zeugte den Jakob; Jakob aber zeugte den Judas und dessen Brüder;⁴ [Gen 21,2ff,Gen 25, Gen 26, Gen 29, Gen 35]. +Matthäus Mt 48 1 2 Abraham, genuit Isaac. Isaac autem genuit Jacob. Jacob autem genuit Judam, et fratres ejus. Abraham zeugte den Isaak, Isaak aber zeugte den Jakob; Jakob aber zeugte den Judas und dessen Brüder;⁴ [Gen 21,2ff,Gen 25, Gen 26, Gen 29, Gen 35]. Markus Mk 48 1 2 4 So ist es eingetreten (Ir., Orig., Epiph., Euth.). -Matthäus Mt 47 1 2 4 Judas ist (wie vorher Isaak und Jakob) vor den übrigen Brüdern genannt, weil aus seiner Familie Jesus entspringen sollte. S. [Gen 49,10]. Die Brüder werden als Stammväter des auserwählten Volkes, für das der Messias vorerst kommen wird, genannt. +Matthäus Mt 48 1 2 4 Judas ist (wie vorher Isaak und Jakob) vor den übrigen Brüdern genannt, weil aus seiner Familie Jesus entspringen sollte. S. [Gen 49,10]. Die Brüder werden als Stammväter des auserwählten Volkes, für das der Messias vorerst kommen wird, genannt. Markus Mk 48 1 2 5 Das Zeugnis des Malachias wird hier dem Isaias zugeschrieben, weil der erstere auf Isaias verwies und das, was er selbst außerdem hat, mehr eine Einleitung zur Hauptprophezeiung ist. Markus Mk 48 1 3 Vox clamantis in deserto: Parate viam Domini, rectas facite semitas ejus. Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade!⁶ [Mal 3,1, Jes 40,3] -Matthäus Mt 47 1 3 Judas autem genuit Phares, et Zaram de Thamar. Phares autem genuit Esron. Esron autem genuit Aram. +Matthäus Mt 48 1 3 Judas autem genuit Phares, et Zaram de Thamar. Phares autem genuit Esron. Esron autem genuit Aram. Judas aber zeugte den Phares und den Zara von der Thamar,⁵ Phares aber zeugte den Esron; Esron aber zeugte den Aram. [Gen 38,29, 1Chr 2,5, Rut 4,18]. +Matthäus Mt 48 1 3 5 [Gen 38,13] Phares gehört - als gesetzlicher Sohn des Her - zum Geschlechtsregister. Markus Mk 48 1 3 6 Der heil. Johannes wendete diese Stelle selbst auf sich an [Mt 3,3]. Markus Mk 48 1 4 Fuit Joannes in deserto baptizans, et prædicans baptismum pnitentiæ in remissionem peccatorum. Es war Johannes, der in der Wüste taufte⁷ und Bußtaufe predigte⁸ zur Vergebung der Sünden. [Lk 3,3]. -Matthäus Mt 47 1 4 Aram autem genuit Aminadab, Aminadab autem genuit Naasson. Naasson autem genuit Salmon. Aram aber zeugte den Aminadab: Aminadab aber zeugte den Naasson; Naasson aber zeugte den Salmon. [Num 7,12]. +Matthäus Mt 48 1 4 Aram autem genuit Aminadab, Aminadab autem genuit Naasson. Naasson autem genuit Salmon. Aram aber zeugte den Aminadab: Aminadab aber zeugte den Naasson; Naasson aber zeugte den Salmon. [Num 7,12]. Markus Mk 48 1 4 7 Dies und die Predigt der Buße war sein Beruf. Vergl. Matth. a. a. Q. Markus Mk 48 1 4 8 Mit Macht und Würde, als Gesandter des ewigen Königs. -Matthäus Mt 47 1 5 Salmon autem genuit Booz de Rahab. Booz autem genuit Obed ex Ruth. Obed autem genuit Jesse. Jesse autem genuit David regem. Salmon aber zeugte den Booz von der Rahab;⁶ Booz aber zeugte den Obed mit der Ruth;⁷ Obed aber zeugte den Jesse; Jesse aber zeugte David, den König.⁸ [Rut 4,21.22]. +Matthäus Mt 48 1 5 Salmon autem genuit Booz de Rahab. Booz autem genuit Obed ex Ruth. Obed autem genuit Jesse. Jesse autem genuit David regem. Salmon aber zeugte den Booz von der Rahab;⁶ Booz aber zeugte den Obed mit der Ruth;⁷ Obed aber zeugte den Jesse; Jesse aber zeugte David, den König.⁸ [Rut 4,21.22]. Markus Mk 48 1 5 Et egrediebatur ad eum omnis Judææ regio, et Jerosolymitæ universi, et baptizabantur ab illo in Jordanis flumine, confitentes peccata sua. Und es ging das ganze Land Judäa und alle Einwohner Jerusalems⁹ zu ihm hinaus und wurden von ihm im Flusse Jordan getauft, indem sie ihre Sünden¹⁰ bekannten. [Mt 3,5.6]. -Matthäus Mt 47 1 5 6 [Jos 2,1]. Bei Gott gilt also nicht die leibliche Abstammung von Abraham, sondern der Glaube. (vergl. [Apg 10,35]) Rahab und Ruth sind ein Beweis, dass der Heiland auch für die Heiden kommt. -Matthäus Mt 47 1 5 7 [Rut 1,16] -Matthäus Mt 47 1 5 8 Mit David kam das Zepter [Gen 49,10] an Juda und wird ihm auf ewig verheißen [2Sam 7,14]. David ist zugleich ein Bild des ewigen Königs. +Matthäus Mt 48 1 5 6 [Jos 2,1]. Bei Gott gilt also nicht die leibliche Abstammung von Abraham, sondern der Glaube. (vergl. [Apg 10,35]) Rahab und Ruth sind ein Beweis, dass der Heiland auch für die Heiden kommt. +Matthäus Mt 48 1 5 7 [Rut 1,16] +Matthäus Mt 48 1 5 8 Mit David kam das Zepter [Gen 49,10] an Juda und wird ihm auf ewig verheißen [2Sam 7,14]. David ist zugleich ein Bild des ewigen Königs. Markus Mk 48 1 5 9 Landleute und vornehme Städter. Die Ausdrücke ganz und alle sind nicht zu streng zu nehmen. Sinn: der größere Teil. Markus Mk 48 1 5 10 Siehe [Mt 3,Anm.12]. Markus Mk 48 1 6 Et erat Joannes vestitus pilis cameli, et zona pellicea circa lumbos ejus, et locustas, et mel silvestre edebat. Et prædicabat dicens: Johannes aber hatte eine Kleidung von Kamelhaaren, und einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und Waldhonig.¹¹ Und er predigte und sprach:¹² [Mt 3,4, Lev 11,22] -Matthäus Mt 47 1 6 David autem rex genuit Salomonem ex ea, quæ fuit Uriæ. David aber, der König, zeugte den Salomon mit der, welche des Urias Weib gewesen. [2Sam 12,24]. +Matthäus Mt 48 1 6 David autem rex genuit Salomonem ex ea, quæ fuit Uriæ. David aber, der König, zeugte den Salomon mit der, welche des Urias Weib gewesen. [2Sam 12,24]. Markus Mk 48 1 6 11 Der zur Buße auffordert, bietet selbst das Bild eines Büßers. Markus Mk 48 1 6 12 Er gibt eine Prophezeiung, deren Richtigkeit die Zeitgenossen selbst bald werden feststellen können, sich so als wahren Propheten erweisend nach [Dtn 18,22]. Markus Mk 48 1 7 Venit fortior me post me: cujus non sum dignus procumbens solvere corrigiam calceamentorum ejus. Es kommt nach mir, der stärker ist als ich; dem ich nicht würdig bin, mich niederbeugend die Riemen seiner Schuhe zu lösen.¹³ [Mt 3,11, Lk 3,16, Joh 1,27] -Matthäus Mt 47 1 7 Salomon autem genuit Roboam. Roboam autem genuit Abiam. Abias autem genuit Asa. Salomon aber zeugte den Roboam; Roboam aber zeugte den Abias; Abias aber zeugte den Asa. [1Kön 11,43. 1Kön 14,31. 1Kön 15,8]. +Matthäus Mt 48 1 7 Salomon autem genuit Roboam. Roboam autem genuit Abiam. Abias autem genuit Asa. Salomon aber zeugte den Roboam; Roboam aber zeugte den Abias; Abias aber zeugte den Asa. [1Kön 11,43. 1Kön 14,31. 1Kön 15,8]. Markus Mk 48 1 7 13 Welche Demut! Die Sandalen zu lösen war Sache der niedrigsten Diener. Markus Mk 48 1 8 Ego baptizavi vos aqua, ille vero baptizabit vos Spiritu sancto. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem heiligen Geiste taufen.¹⁴ [Apg 1,5, Apg 2,4, Apg 11,16, Apg 19,4] -Matthäus Mt 47 1 8 Asa autem genuit Josaphat. Josaphat autem genuit Joram. Joram autem genuit Oziam. Asa aber zeugte den Josaphat; Josaphat aber zeugte den Joram; Joram aber zeugte den Ozias.⁹ -Matthäus Mt 47 1 8 9 Eigentlich zeugte Joram den Ochozias [2Kön 8,24], dieser den Joas [2Kön 11,2], dieser den Amastas [2Kön 12,21] und dieser erst den Ozias [2Chr 26; 2Chr 26,1]. Matthäus scheint diese Könige ausgelassen zu haben als ausgestoßen aus Israel und der Genealogie Christi wegen ihrer Verbindung mit Jezrahel. S. [1Kön 21,21]. +Matthäus Mt 48 1 8 Asa autem genuit Josaphat. Josaphat autem genuit Joram. Joram autem genuit Oziam. Asa aber zeugte den Josaphat; Josaphat aber zeugte den Joram; Joram aber zeugte den Ozias.⁹ +Matthäus Mt 48 1 8 9 Eigentlich zeugte Joram den Ochozias [2Kön 8,24], dieser den Joas [2Kön 11,2], dieser den Amastas [2Kön 12,21] und dieser erst den Ozias [2Chr 26; 2Chr 26,1]. Matthäus scheint diese Könige ausgelassen zu haben als ausgestoßen aus Israel und der Genealogie Christi wegen ihrer Verbindung mit Jezrahel. S. [1Kön 21,21]. Markus Mk 48 1 8 14 Die von [Jes 44,3. Ez 36,26.27, Joel 2,28] gemachten Verheißungen für die Zeit des Messias. Die Worte gelten nicht allein von der Taufe, sondern von allen Mitteilungen der Gnade. Vergl. [Apg 1,5]. Mit dem Worte: Ich habe getauft, deutet er an, dass seine Tauftätigkeit bald ein Ende haben wird. -Matthäus Mt 47 1 9 Ozias autem genuit Joatham. Joatham autem genuit Achaz. Achaz autem genuit Ezechiam. Ozias aber zeugte den Joatham; Joatham aber zeugte den Achaz; Achaz aber zeugte den Ezechias. [2Chr 26,23. 2Chr 27,9. 2Chr 28,27]. +Matthäus Mt 48 1 9 Ozias autem genuit Joatham. Joatham autem genuit Achaz. Achaz autem genuit Ezechiam. Ozias aber zeugte den Joatham; Joatham aber zeugte den Achaz; Achaz aber zeugte den Ezechias. [2Chr 26,23. 2Chr 27,9. 2Chr 28,27]. Markus Mk 48 1 9 Et factum est: in diebus illis venit Jesus a Nazareth Galilææ: et baptizatus est a Joanne in Jordane. Und es begab sich: In jenen Tagen kam Jesus von Nazareth aus Galiläa, und ward von Johannes im Jordan getauft. [Mt 3,13]. -Matthäus Mt 47 1 10 Ezechias autem genuit Manassen. Manasses autem genuit Amon. Amon autem genuit Josiam. Ezechias aber zeugte den Manasses; Manasses aber zeugte den Amon; Amon aber zeugte den Josias. [2Chr 32,33, 2Chr 33,20.25]. +Matthäus Mt 48 1 10 Ezechias autem genuit Manassen. Manasses autem genuit Amon. Amon autem genuit Josiam. Ezechias aber zeugte den Manasses; Manasses aber zeugte den Amon; Amon aber zeugte den Josias. [2Chr 32,33, 2Chr 33,20.25]. Markus Mk 48 1 10 Et statim ascendens de aqua, vidit clos apertos, et Spiritum tamquam columbam descendentem, et manentem in ipso. Und sofort aus dem Wasser heraufsteigend, sah er den Himmel offen, und den heiligen Geist wie eine Taube¹⁵ herabkommen und auf sich bleiben. [Mt 3,16, Lk 3,22, Joh 1,32] Markus Mk 48 1 10 15 Der heil. Geist bringt der Welt Frieden und Gnade, wie einst sinnbildlich die Taube nach der Sündflut. So wird [Jes 11,11] und [Jes 61,1] erfüllt. -Matthäus Mt 47 1 11 Josias autem genuit Jechoniam, et fratres ejus in transmigratione Babylonis. Josias aber zeugte den Jechonias und dessen Brüder um die Zeit der Übersiedlung nach Babylon.¹⁰ [2Chr 36,1.2]. +Matthäus Mt 48 1 11 Josias autem genuit Jechoniam, et fratres ejus in transmigratione Babylonis. Josias aber zeugte den Jechonias und dessen Brüder um die Zeit der Übersiedlung nach Babylon.¹⁰ [2Chr 36,1.2]. Markus Mk 48 1 11 Et vox facta est de clis: Tu es filius meus dilectus, in te complacui. Und eine Stimme erscholl vom Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen!¹⁶ [Mt 3,17]. -Matthäus Mt 47 1 11 10 Jostas erzeugte eigentlich den Joakim (Eliakim), und dieser den Joachim oder Jechonias. S. [2Chr 36,4.8]. Joakim ist vielleicht deshalb ausgelassen, weil ihn Pharao zum Könige gemacht. Die Brüder, d.i. Vettern, werden erwähnt, zum Zeichen, dass die ganze kön. Familie der Herrschaft beraubt wurde [Ez 19,14]. Die Wegführung nach Babylon fällt in das Jahr 598 oder 597 v. Chr. +Matthäus Mt 48 1 11 10 Jostas erzeugte eigentlich den Joakim (Eliakim), und dieser den Joachim oder Jechonias. S. [2Chr 36,4.8]. Joakim ist vielleicht deshalb ausgelassen, weil ihn Pharao zum Könige gemacht. Die Brüder, d.i. Vettern, werden erwähnt, zum Zeichen, dass die ganze kön. Familie der Herrschaft beraubt wurde [Ez 19,14]. Die Wegführung nach Babylon fällt in das Jahr 598 oder 597 v. Chr. Markus Mk 48 1 11 16 In der Taufe des Herrn wird das Geheimnis der heil. Dreifaltigkeit offenbart und es werden uns die Güter gezeigt, die uns in der Taufe und bei der Rechtfertigung zuteil werden. Es steht der Himmel offen (Beda), der heil. Geist steigt auf uns herab (Theoph., Bed.) und die Versicherung wird uns gegeben, dass wir Gottes Kinder sind [Röm 8,15.16] und dass Gott an uns sein Wohlgefallen hat, da wir Christus angezogen haben [Gal 3,27]. Markus Mk 48 1 12 Et statim Spiritus expulit eum in desertum. Und alsbald trieb ihn der Geist hinaus in die Wüste.¹⁷ [Mt 4,1, Lk 4,1] -Matthäus Mt 47 1 12 Et post transmigrationem Babylonis: Jechonias genuit Salathiel. Salathiel autem genuit Zorobabel. Und nach der Übersiedlung nach Babylon zeugte Jechonias den Salathiel; Salathiel aber zeugte den Zorobabel.¹¹ -Matthäus Mt 47 1 12 11 [1Chr 3,19], heißt Zorobabel Sohn des Phadaja, was wohl einem Schreibfehler der Abschreiber beizumessen ist. +Matthäus Mt 48 1 12 Et post transmigrationem Babylonis: Jechonias genuit Salathiel. Salathiel autem genuit Zorobabel. Und nach der Übersiedlung nach Babylon zeugte Jechonias den Salathiel; Salathiel aber zeugte den Zorobabel.¹¹ +Matthäus Mt 48 1 12 11 [1Chr 3,19], heißt Zorobabel Sohn des Phadaja, was wohl einem Schreibfehler der Abschreiber beizumessen ist. Markus Mk 48 1 12 17 Christi heilige Menschheit folgt jeder Weisung Gottes. -Matthäus Mt 47 1 13 Zorobabel autem genuit Abiud. Abiud autem genuit Eliacim. Eliacim autem genuit Azor. Zorobabel aber zeugte den Abiud;¹² Abiud aber zeugte den Eliacim; Eliacim aber zeugte den Azor. +Matthäus Mt 48 1 13 Zorobabel autem genuit Abiud. Abiud autem genuit Eliacim. Eliacim autem genuit Azor. Zorobabel aber zeugte den Abiud;¹² Abiud aber zeugte den Eliacim; Eliacim aber zeugte den Azor. Markus Mk 48 1 13 Et erat in deserto quadraginta diebus, et quadraginta noctibus: et tentabatur a satana: eratque cum bestiis, et Angeli ministrabant illi. Und er war in der Wüste vierzig Tage und vierzig Nächte. Und er ward von dem Satan versucht¹⁸ und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.¹⁹ -Matthäus Mt 47 1 13 12 Siehe [1Chr 3,19]. Die von Zorobabel abwärts folgenden Namen der Voreltern Josephs (V. 16) werden in der heiligen Schrift des Alten Test. nicht mehr erwähnt. So viel ist gewiss, dass der heilige Matthäus das Geschlechtsregister genau wissen musste, wenn er sich nicht den Vorwürfen der Juden aussetzen wollte, zumal die Stammregister der Familie Davids wohl im Tempelarchiv aufbewahrt und fortgesetzt wurden. +Matthäus Mt 48 1 13 12 Siehe [1Chr 3,19]. Die von Zorobabel abwärts folgenden Namen der Voreltern Josephs (V. 16) werden in der heiligen Schrift des Alten Test. nicht mehr erwähnt. So viel ist gewiss, dass der heilige Matthäus das Geschlechtsregister genau wissen musste, wenn er sich nicht den Vorwürfen der Juden aussetzen wollte, zumal die Stammregister der Familie Davids wohl im Tempelarchiv aufbewahrt und fortgesetzt wurden. Markus Mk 48 1 13 18 Christus war gekommen, der Schlange den Kopf zu zertreten, deshalb besiegt er den Versucher sogleich im Beginne seiner Laufbahn. Vergl. [Mt 4,Anm.15]. Markus Mk 48 1 13 19 Wann die Engel erschienen, siehe [Mt 4,11]. Markus Mk 48 1 14 Postquam autem traditus est Joannes, venit Jesus in Galilæam, prædicans Evangelium regni Dei. Nachdem aber Johannes überliefert war,²⁰ kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium vom Reiche Gottes, [Mt 4,12, Lk 4,14, Joh 4,43]. -Matthäus Mt 47 1 14 Azor autem genuit Sadoc. Sadoc autem genuit Achim. Achim autem genuit Eliud. Azor aber zeugte den Sadok; Sadok aber zeugte den Achim; Achim aber zeugte den Eliud. +Matthäus Mt 48 1 14 Azor autem genuit Sadoc. Sadoc autem genuit Achim. Achim autem genuit Eliud. Azor aber zeugte den Sadok; Sadok aber zeugte den Achim; Achim aber zeugte den Eliud. Markus Mk 48 1 14 20 Siehe [Mt 4,12]. Vergl. [Joh 4,1]. Die Galiläer hatten die Wunder Jesu am Feste gesehen [Joh 4,45] und so konnte der Heiland unter ihnen mit minderer Gefahr sein Amt ausüben. Zudem stand Galiläa unter Herodes, einem Feinde des Pilatus, so dass die Juden eine Auslieferung des Heilandes an den Landpfleger nicht hätten erreichen können Markus Mk 48 1 15 Et dicens: Quoniam impletum est tempus, et appropinquavit regnum Dei: pnitemini, et credite Evangelio. und sprach: Erfüllet ist die Zeit,²¹ und das Reich Gottes²² hat sich genahet; tuet Buße, und glaubet dem Evangelium! -Matthäus Mt 47 1 15 Eliud autem genuit Eleazar. Eleazar autem genuit Mathan, Mathan autem genuit Jacob. Eliud aber zeugte den Eleazar; Eleazar aber zeugte den Mathan; Mathan aber zeugte den Jakob. +Matthäus Mt 48 1 15 Eliud autem genuit Eleazar. Eleazar autem genuit Mathan, Mathan autem genuit Jacob. Eliud aber zeugte den Eleazar; Eleazar aber zeugte den Mathan; Mathan aber zeugte den Jakob. Markus Mk 48 1 15 21 Welche Gott bestimmt hat. Ob Christus auf [Dan 9,24] hinweist? Markus Mk 48 1 15 22 Das die Propheten vorherverkündet: [Dan 2,44, Dan 7,13.14]. Die zwei Teile dieses Satzes zeigen, was Gott dem Volke bietet, es folgt, was Gott fordert: Abkehr von den Geschöpfen und Hingabe an Gott, deren Grundlage der Glaube ist, welcher aus der Predigt des Evangeliums hervorgeht. -Matthäus Mt 47 1 16 Jacob autem genuit Joseph virum Mariæ, de qua natus est Jesus, qui vocatur Christus. Jakob aber zeugte den Joseph, den Mann Marias, von welcher geboren ward Jesus, der genannt wird Christus.¹³ +Matthäus Mt 48 1 16 Jacob autem genuit Joseph virum Mariæ, de qua natus est Jesus, qui vocatur Christus. Jakob aber zeugte den Joseph, den Mann Marias, von welcher geboren ward Jesus, der genannt wird Christus.¹³ Markus Mk 48 1 16 Et præteriens secus Mare Galilææ, vidit Simonem, et Andream fratrem ejus, mittentes retia in mare, (erant enim piscatores) Als er nun längs des galiläischen Meeres hinwandelte, sah er Simon und Andreas, dessen Bruder,²³ welche eben ihre Netze in das Meer auswarfen (denn sie waren Fischer). [Mt 4,18, Lk 5,2]. -Matthäus Mt 47 1 16 13 Der heilige Matthäus schreibt nicht wie in den vorhergehenden Gliedern: Joseph zeugte Jesus; sondern nennt Joseph nur den Gemahl Marias, weil Jesus durch den Heiligen Geist auf übernatürliche Weise in Maria empfangen wurde, wie der heil. Lukas ausführlicher erzählt [Lk 1,31-35]. Das Geschlechtsregister des heiligen Joseph wird gegeben, weil auch Maria aus der Familie Davids stammt [Röm 1,3]. Geschlechtsregister von Frauen pflegt die heil. Schrift nicht zu bieten. Nach [Lk 2,4.5] war Maria eine Erbtochter, d. i. eine solche, die bei Ermanglung unmittelbarer männlicher Erben in das Erbe des Vaters eintrat. Da nun die Erbtöchter Männer aus ihrem Stamme und ihrer Familie heiraten mussten [Num 36,6], so folgt, dass Maria aus dem Stamm Juda und der Familie Davids war. Nach [Lk 1,34] hatte sie aber Keuschheit gelobt. Wenn sie nun trotzdem mit Joseph eine Ehe eingeht, so ist es deshalb, weil das Gesetz sie zwingt. So wird also die Stammtafel des heil. Joseph auch deshalb geboten, weil Christus in einer rechtmäßigen Ehe Josephs mit Maria geboren wird und Joseph viel mehr noch der gesetzliche Vater Christi ist, als wenn er ihn adoptiert hätte. Auf Grund dieser gesetzlichen Ehe nennt die heilige Jungfrau den heiligen Joseph Vater Christi [Lk 2,48]. Über Jesus siehe V. 21., über Christus V.1. +Matthäus Mt 48 1 16 13 Der heilige Matthäus schreibt nicht wie in den vorhergehenden Gliedern: Joseph zeugte Jesus; sondern nennt Joseph nur den Gemahl Marias, weil Jesus durch den Heiligen Geist auf übernatürliche Weise in Maria empfangen wurde, wie der heil. Lukas ausführlicher erzählt [Lk 1,31-35]. Das Geschlechtsregister des heiligen Joseph wird gegeben, weil auch Maria aus der Familie Davids stammt [Röm 1,3]. Geschlechtsregister von Frauen pflegt die heil. Schrift nicht zu bieten. Nach [Lk 2,4.5] war Maria eine Erbtochter, d. i. eine solche, die bei Ermanglung unmittelbarer männlicher Erben in das Erbe des Vaters eintrat. Da nun die Erbtöchter Männer aus ihrem Stamme und ihrer Familie heiraten mussten [Num 36,6], so folgt, dass Maria aus dem Stamm Juda und der Familie Davids war. Nach [Lk 1,34] hatte sie aber Keuschheit gelobt. Wenn sie nun trotzdem mit Joseph eine Ehe eingeht, so ist es deshalb, weil das Gesetz sie zwingt. So wird also die Stammtafel des heil. Joseph auch deshalb geboten, weil Christus in einer rechtmäßigen Ehe Josephs mit Maria geboren wird und Joseph viel mehr noch der gesetzliche Vater Christi ist, als wenn er ihn adoptiert hätte. Auf Grund dieser gesetzlichen Ehe nennt die heilige Jungfrau den heiligen Joseph Vater Christi [Lk 2,48]. Über Jesus siehe V. 21., über Christus V.1. Markus Mk 48 1 16 23 Die ersten Jünger sendet Johannes der Täufer dem Heilande zu. [Joh 1,35]. -Matthäus Mt 47 1 17 Omnes itaque generationes ab Abraham usque ad David, generationes quatuordecim; et a David usque ad transmigrationem Babylonis, generationes quatuordecim: et a transmigratione Babylonis usque ad Christum, generationes quatuordecim. Alle Geschlechter somit von Abraham bis auf David sind vierzehn Geschlechter; und von David bis zur Übersiedlung nach Babylon vierzehn Geschlechter; und von der Übersiedlung nach Babylon bis auf Christus vierzehn Geschlechter.¹⁴ +Matthäus Mt 48 1 17 Omnes itaque generationes ab Abraham usque ad David, generationes quatuordecim; et a David usque ad transmigrationem Babylonis, generationes quatuordecim: et a transmigratione Babylonis usque ad Christum, generationes quatuordecim. Alle Geschlechter somit von Abraham bis auf David sind vierzehn Geschlechter; und von David bis zur Übersiedlung nach Babylon vierzehn Geschlechter; und von der Übersiedlung nach Babylon bis auf Christus vierzehn Geschlechter.¹⁴ Markus Mk 48 1 17 Et dixit eis Jesus: Venite post me, et faciam vos fieri piscatores hominum. Da sprach Jesus zu ihnen: Folget mir nach, und ich werde machen, dass ihr Menschenfischer werdet.²⁴ [Mt 4,19]. -Matthäus Mt 47 1 17 14 Die Zahl zweimal sieben steht als heilige Zahl. Warum eine bestimmte Zahl? Damit die Leser erkennen, dass die ausgelassenen Glieder nicht vergessen, sondern übergangen sind, um diese Zahl zu erhalten. Warum die gleiche Zahl? Um aufmerksam zu machen, dass nach je 14 Gliedern eine neue Ordnung beginnt: Von Abraham bis zum König David Entwicklung des Reiches. Dann nach abermal vierzehn Geschlechtern großer Umsturz. Wiederum sind vierzehn Geschlechter einander gefolgt, so ist also auch jetzt eine Änderung bevorstehend, sicher keine andere als die [Am 9,11, Ez 21,27] verheißene. Jechonias schließt die zweite Reihe als König und beginnt die dritte gleichsam als Privatmann. +Matthäus Mt 48 1 17 14 Die Zahl zweimal sieben steht als heilige Zahl. Warum eine bestimmte Zahl? Damit die Leser erkennen, dass die ausgelassenen Glieder nicht vergessen, sondern übergangen sind, um diese Zahl zu erhalten. Warum die gleiche Zahl? Um aufmerksam zu machen, dass nach je 14 Gliedern eine neue Ordnung beginnt: Von Abraham bis zum König David Entwicklung des Reiches. Dann nach abermal vierzehn Geschlechtern großer Umsturz. Wiederum sind vierzehn Geschlechter einander gefolgt, so ist also auch jetzt eine Änderung bevorstehend, sicher keine andere als die [Am 9,11, Ez 21,27] verheißene. Jechonias schließt die zweite Reihe als König und beginnt die dritte gleichsam als Privatmann. Markus Mk 48 1 17 24 Die ersten Umrisse des Gleichnisses [Mt 13,47-50]. Christus wählt unwissende Fischer, aber verheißt sie mit allem auszurüsten, was sie für ihren neuen Beruf brauchen. Markus Mk 48 1 18 Et protinus relictis retibus, secuti sunt eum. Und alsogleich verließen sie ihre Netze, und folgten ihm.²⁵ -Matthäus Mt 47 1 18 Christi autem generatio sic erat: Cum esset desponsata mater ejus Maria Joseph, antequam convenirent, inventa est in utero habens de Spiritu sancto. Mit der Geburt Christi aber verhielt es sich also: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war,¹⁵ erschien es, ehe sie zusammenkamen, dass sie empfangen hatte vom heiligen Geiste.¹⁶ -Matthäus Mt 47 1 18 15 So sollte das Geheimnis der Menschwerdung nicht sofort offenbar werden, die Ehre der heil. Jungfrau gewahrt und ihr in der Person des heil. Joseph eine Hilfe und ein Trost gewährt werden. Auf die Verlobung folgte nach einiger Zeit die feierliche Hochzeit und die Heimführung der Braut. -Matthäus Mt 47 1 18 16 Vor der Heimführung, bald nach der Botschaft des Engels, ging Maria zu Elisabeth, wo sie etwa drei Monate verblieb. Den Zusatz: Vom heiligen Geiste macht der Evangelist für den Leser vorweg. Wenngleich alle Wirksamkeit nach außen der heiligen Dreifaltigkeit gemeinsam ist, werden den einzelnen Personen dennoch gewisse Werke in besonderer Weise zugeschrieben, welche mit ihren persönlichen Eigentümlichkeiten eine Ähnlichkeit in sich tragen. Die Menschwerdung ist ein Werk der Liebe Gottes, die Menschheit Jesu Christi wird einzig aus Gnaden zur Einheit der Person vom Sohne Gottes angenommen, der Mensch Christus soll Gottes Sohn sein, dies sind die Gründe, weshalb die Menschwerdung dem heiligen Geiste, welcher der Heilige ist, soll zugeeignet werden. (Thom.) Der heil. Geist ergänzte und bewirkte mit seiner Allmacht und Schöpferkraft, was zur Empfängnis erforderlich war. +Matthäus Mt 48 1 18 Christi autem generatio sic erat: Cum esset desponsata mater ejus Maria Joseph, antequam convenirent, inventa est in utero habens de Spiritu sancto. Mit der Geburt Christi aber verhielt es sich also: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war,¹⁵ erschien es, ehe sie zusammenkamen, dass sie empfangen hatte vom heiligen Geiste.¹⁶ +Matthäus Mt 48 1 18 15 So sollte das Geheimnis der Menschwerdung nicht sofort offenbar werden, die Ehre der heil. Jungfrau gewahrt und ihr in der Person des heil. Joseph eine Hilfe und ein Trost gewährt werden. Auf die Verlobung folgte nach einiger Zeit die feierliche Hochzeit und die Heimführung der Braut. +Matthäus Mt 48 1 18 16 Vor der Heimführung, bald nach der Botschaft des Engels, ging Maria zu Elisabeth, wo sie etwa drei Monate verblieb. Den Zusatz: Vom heiligen Geiste macht der Evangelist für den Leser vorweg. Wenngleich alle Wirksamkeit nach außen der heiligen Dreifaltigkeit gemeinsam ist, werden den einzelnen Personen dennoch gewisse Werke in besonderer Weise zugeschrieben, welche mit ihren persönlichen Eigentümlichkeiten eine Ähnlichkeit in sich tragen. Die Menschwerdung ist ein Werk der Liebe Gottes, die Menschheit Jesu Christi wird einzig aus Gnaden zur Einheit der Person vom Sohne Gottes angenommen, der Mensch Christus soll Gottes Sohn sein, dies sind die Gründe, weshalb die Menschwerdung dem heiligen Geiste, welcher der Heilige ist, soll zugeeignet werden. (Thom.) Der heil. Geist ergänzte und bewirkte mit seiner Allmacht und Schöpferkraft, was zur Empfängnis erforderlich war. Markus Mk 48 1 18 25 Sie sollen nicht sofort auf immer alles verlassen, sondern zunächst durch einige Zeit Zeugen der Wunder Christi sein: [Joh 2,2ff.17.23, Joh 3,22, Joh 4,39]. -Matthäus Mt 47 1 19 Joseph autem vir ejus cum esset justus, et nollet eam traducere: voluit occulte dimittere eam. Joseph aber, ihr Mann, weil er gerecht war¹⁷ und sie nicht in üblen Ruf bringen wollte, gedachte sie im Stillen zu entlassen.¹⁸ +Matthäus Mt 48 1 19 Joseph autem vir ejus cum esset justus, et nollet eam traducere: voluit occulte dimittere eam. Joseph aber, ihr Mann, weil er gerecht war¹⁷ und sie nicht in üblen Ruf bringen wollte, gedachte sie im Stillen zu entlassen.¹⁸ Markus Mk 48 1 19 Et progressus inde pusillum, vidit Jacobum Zebedæi, et Joannem fratrem ejus, et ipsos componentes retia in navi: Als er nun von dort ein wenig weiter gegangen war, sah er den Jakobus,²⁶ den Sohn des Zebedäus, und Johannes,²⁷ seinen Bruder, die eben auch im Schiffe ihre Netze zurichteten. [Mt 4,21]. -Matthäus Mt 47 1 19 17 Gerecht ist, wer den Weg der Gebote Gottes wandelt und sie in seinem Leben zum Ausdruck bringt. Der heil. Joseph ist zugleich milden Herzens, deshalb will er Maria, deren Heiligkeit er verehrt, deren Geheimnis er sich aber nicht zu erklären weiß, dem Gesetze gehorsam, entlassen, aber heimlich. Vielleicht wollte er selbst sein Vaterland verlassen. -Matthäus Mt 47 1 19 18 Maria überlässt alles der Leitung der göttlichen Vorsehung, überzeugt, dass Gott, der der heil. Elisabeth das hohe Geheimnis offenbart, sich vorbehalte, es kund zu tun, wem er wolle. +Matthäus Mt 48 1 19 17 Gerecht ist, wer den Weg der Gebote Gottes wandelt und sie in seinem Leben zum Ausdruck bringt. Der heil. Joseph ist zugleich milden Herzens, deshalb will er Maria, deren Heiligkeit er verehrt, deren Geheimnis er sich aber nicht zu erklären weiß, dem Gesetze gehorsam, entlassen, aber heimlich. Vielleicht wollte er selbst sein Vaterland verlassen. +Matthäus Mt 48 1 19 18 Maria überlässt alles der Leitung der göttlichen Vorsehung, überzeugt, dass Gott, der der heil. Elisabeth das hohe Geheimnis offenbart, sich vorbehalte, es kund zu tun, wem er wolle. Markus Mk 48 1 19 26 Den älteren [Apg 12,2]. Markus Mk 48 1 19 27 Den Evangelisten. -Matthäus Mt 47 1 20 Hæc autem eo cogitante, ecce Angelus Domini apparuit in somnis ei, dicens: Joseph fili David, noli timere accipere Mariam conjugem tuam: quod enim in ea natum est, de Spiritu sancto est: Während er aber mit diesem Gedanken umging,¹⁹ siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traume und sprach: Joseph, Sohn Davids!²⁰ fürchte dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen, denn was in ihr erzeugt worden, ist vom heiligen Geiste. +Matthäus Mt 48 1 20 Hæc autem eo cogitante, ecce Angelus Domini apparuit in somnis ei, dicens: Joseph fili David, noli timere accipere Mariam conjugem tuam: quod enim in ea natum est, de Spiritu sancto est: Während er aber mit diesem Gedanken umging,¹⁹ siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traume und sprach: Joseph, Sohn Davids!²⁰ fürchte dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen, denn was in ihr erzeugt worden, ist vom heiligen Geiste. Markus Mk 48 1 20 Et statim vocavit illos. Et relicto patre suo Zebedæo in navi cum mercenariis, secuti sunt eum. Und alsogleich rief er sie. Und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit den Taglöhnern im Schiffe, und folgten ihm. -Matthäus Mt 47 1 20 19 Wie der Zweifel des heil. Thomas unseren Glauben an die Auferstehung, so festigt das Bedenken des heil. Joseph unseren Glauben an Christi wunderbare Empfängnis (Chrys.). Der Engel ist wohl Gabriel, der auch Daniel [Dan 9,24] und der heil. Jungfrau die Botschaft von der Menschwerdung gebracht. -Matthäus Mt 47 1 20 20 Sohn Davids: So bereitet der Engel die Ankündigung vor, dass die David gemachte Verheißung jetzt erfüllt werden wird. - Maria wohnte noch nicht bei Joseph. S. V. 18.24. -Matthäus Mt 47 1 21 Pariet autem filium: et vocabis nomen ejus JESUM: ipse enim salvum faciet populum suum a peccatis eorum. Sie wird aber einen Sohn gebären; und du wirst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.²¹ +Matthäus Mt 48 1 20 19 Wie der Zweifel des heil. Thomas unseren Glauben an die Auferstehung, so festigt das Bedenken des heil. Joseph unseren Glauben an Christi wunderbare Empfängnis (Chrys.). Der Engel ist wohl Gabriel, der auch Daniel [Dan 9,24] und der heil. Jungfrau die Botschaft von der Menschwerdung gebracht. +Matthäus Mt 48 1 20 20 Sohn Davids: So bereitet der Engel die Ankündigung vor, dass die David gemachte Verheißung jetzt erfüllt werden wird. - Maria wohnte noch nicht bei Joseph. S. V. 18.24. +Matthäus Mt 48 1 21 Pariet autem filium: et vocabis nomen ejus JESUM: ipse enim salvum faciet populum suum a peccatis eorum. Sie wird aber einen Sohn gebären; und du wirst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.²¹ Markus Mk 48 1 21 Et ingrediuntur Capharnaum: et statim sabbatis ingressus in synagogam, docebat eos. Sie begaben sich nun nach Kapharnaum;²⁸ und sogleich am Sabbate ging er in die Synagoge, und lehrte sie. [Lk 4,31-37, Mt 4,13]. -Matthäus Mt 47 1 21 21 Der heilige Joseph soll das Vaterrecht haben über den Messias und Haupt der heil. Familie sein. Jesus (hebr.: Jeschuah): Gott ist Heil, Heiland. Sein Volk sind alle Gläubigen (Chrys.) +Matthäus Mt 48 1 21 21 Der heilige Joseph soll das Vaterrecht haben über den Messias und Haupt der heil. Familie sein. Jesus (hebr.: Jeschuah): Gott ist Heil, Heiland. Sein Volk sind alle Gläubigen (Chrys.) Markus Mk 48 1 21 28 Von Nazareth [Lk 4,30.31]. Vergl. [Mt 4,Anm.18]. -Matthäus Mt 47 1 22 Hoc autem totum factum est, ut adimpleretur quod dictum est a Domino per Prophetam dicentem: Dies alles aber ist geschehen, auf dass erfüllet würde, was von dem Herrn durch den Propheten gesagt worden, der da spricht:²² +Matthäus Mt 48 1 22 Hoc autem totum factum est, ut adimpleretur quod dictum est a Domino per Prophetam dicentem: Dies alles aber ist geschehen, auf dass erfüllet würde, was von dem Herrn durch den Propheten gesagt worden, der da spricht:²² Markus Mk 48 1 22 Et stupebant super doctrina ejus: erat enim docens eos, quasi potestatem habens, et non sicut Scribæ. Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Macht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.²⁹ [Mt 7,28, Lk 4,32]. -Matthäus Mt 47 1 22 22 Der größte Teil der Ausleger hält diesen Vers für eine Bemerkung des Evangelisten. Die nachfolgende Weissagung wurde gegeben, weil die Begebenheit, die sie zum Gegenstand hatte, geschehen sollte, und die Vorsehung Gottes führte die Begebenheit mit allen ihren Umständen herbei, um die Wahrheit seiner Verheißung zu bekräftigen. +Matthäus Mt 48 1 22 22 Der größte Teil der Ausleger hält diesen Vers für eine Bemerkung des Evangelisten. Die nachfolgende Weissagung wurde gegeben, weil die Begebenheit, die sie zum Gegenstand hatte, geschehen sollte, und die Vorsehung Gottes führte die Begebenheit mit allen ihren Umständen herbei, um die Wahrheit seiner Verheißung zu bekräftigen. Markus Mk 48 1 22 29 Siehe [Mt 7,Anm.32.33]. Markus Mk 48 1 23 Et erat in synagoga eorum homo in spiritu immundo: et exclamavit, Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch, der einen unreinen³⁰ Geist hatte. Dieser schrie,³¹ -Matthäus Mt 47 1 23 Ecce virgo in utero habebit, et pariet filium: et vocabunt nomen ejus Emmanuel, quod est interpretatum Nobiscum Deus. Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären; und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen, was verdolmetschet heißt: Gott mit uns!²³ -Matthäus Mt 47 1 23 23 S. über diese Weissagung [Jes 7,14]. Der Name eines Dingens ist die Bezeichnung seines Wesens. Der Name Gott mit uns drückt somit die göttliche und menschliche Natur Christi aus. Der heil. Josef gehorcht sofort und genau. +Matthäus Mt 48 1 23 Ecce virgo in utero habebit, et pariet filium: et vocabunt nomen ejus Emmanuel, quod est interpretatum Nobiscum Deus. Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären; und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen, was verdolmetschet heißt: Gott mit uns!²³ +Matthäus Mt 48 1 23 23 S. über diese Weissagung [Jes 7,14]. Der Name eines Dingens ist die Bezeichnung seines Wesens. Der Name Gott mit uns drückt somit die göttliche und menschliche Natur Christi aus. Der heil. Josef gehorcht sofort und genau. Markus Mk 48 1 23 30 Wer eine vom Gesetze bezeichnete Makel hatte, durfte dem Heiligtume nicht nahen; so ist der böse Geist unrein, weil er von dem Himmel ausgeschlossen ist. Markus Mk 48 1 23 31 Er ließ den Besessenen rufen; die Gegenwart des Herrn peinigte den bösen Geist. -Matthäus Mt 47 1 24 Exsurgens autem Joseph a somno, fecit sicut præcepit ei Angelus Domini, et accepit conjugem suam. Da nun Joseph vom Schlafe erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm sein Weib zu sich. +Matthäus Mt 48 1 24 Exsurgens autem Joseph a somno, fecit sicut præcepit ei Angelus Domini, et accepit conjugem suam. Da nun Joseph vom Schlafe erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm sein Weib zu sich. Markus Mk 48 1 24 Dicens: Quid nobis, et tibi Jesu Nazarene: venisti perdere nos? scio qui sis, Sanctus Dei. und sprach: Was haben wir³² mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? bist du gekommen, uns zu verderben?³³ Ich weiß, wer du bist: der Heilige³⁴ Gottes! Markus Mk 48 1 24 32 Jesus ist der Feind der gesamten Hölle. Der lateinische (griechische) Ausdruck besagt im Allgemeinen, dass die Gemeinschaft mit jemanden verneint wird. Indes enthalten die Worte nicht stets einen Vorwurf, sondern können auch eine Bitte in sich schließen. Der Sinn muss also aus dem Zusammenhange erschlossen werden. Vergl. [Joh 2,4]. Markus Mk 48 1 24 33 In die Hölle zu verstoßen. Markus Mk 48 1 24 34 Der von Gott in besonderer Weise und zu besonderem Werke Auserwählte. Der böse Geist gibt den Gegensatz zu erkennen, der zwischen ihm und dem Herrn besteht, da er selbst von Gott fern, ja verdammt, nur Schlechtes sinnt und tut. -Matthäus Mt 47 1 25 Et non cognoscebat eam donec peperit filium suum primogenitum: et vocavit nomen ejus Jesum. Und er erkannte sie nicht, bis sie ihren Sohn, den Erstgebornen, gebar;²⁴ und er nannte seinen Namen Jesus. +Matthäus Mt 48 1 25 Et non cognoscebat eam donec peperit filium suum primogenitum: et vocavit nomen ejus Jesum. Und er erkannte sie nicht, bis sie ihren Sohn, den Erstgebornen, gebar;²⁴ und er nannte seinen Namen Jesus. Markus Mk 48 1 25 Et comminatus est ei Jesus, dicens: Obmutesce, et exi de homine. Jesus aber bedrohte ihn, und sprach: Verstumme, und fahr aus von dem Menschen!³⁵ -Matthäus Mt 47 1 25 24 Die Absicht des Evangelisten ist, die Geburt Christi zu beschreiben. Deshalb soll die Partikel bis die Jungfräulichkeit Marias vor der Geburt des Heilandes anzeigen. Alles Weitere ist also aus anderen Stellen zu entnehmen. (Chrys.). Wenn aber Maria lieber der Ehre entsagen wollte, Mutter Gottes zu werden als ihre Jungfrauschaft zu verlieren [Lk 1,34], sollte sie da nach der Geburt des göttlichen Sohnes diesen Willen aufgeben? Das gesamte christliche Altertum antwortete mit der katholischen Kirche: Nein. Wenn ferner der heil. Joseph bis zur Geburt des Heilandes aus Ehrfurcht gegen die Botschaft des Engels in vollkommener Keuschheit lebt, wie viel mehr nach allen der Geburt folgenden Wundern! Der Zweck dieser Ehe ist V. 20,21. angegeben. Auf gleicher Weise wird auch an anderen Stellen, wo das Wörtchen bis vorkommt, die Handlung nicht als gesetzt, sondern als verneint nach dem angegebenen Zeitpunkt gedacht. Der Rabe [Gen 8,7] von dem es heißt, dass er nicht zurückkehrte, bis die Erde trocken war, kam nicht zurück, als die Erde trocken war, sondern er kam gar nicht mehr zur Arche zurück, eben weil die Erde trocken war. Michol [2Kön 6,23], die nicht gebar bis zu ihrem Tode, gebar nicht nach ihrem Tode (Hier., Aug.). Ebenso [Ps 109,1]. - Aber ihr Sohn Jesus heißt doch hier der Erstgeborene? Erstgeborener heißt der, vor dem kein Anderer geboren ist (Hieron.), auch der Einziggeborene, wie Machir der einziggeborene Sohn des Manasses [Jos 17,1]. +Matthäus Mt 48 1 25 24 Die Absicht des Evangelisten ist, die Geburt Christi zu beschreiben. Deshalb soll die Partikel bis die Jungfräulichkeit Marias vor der Geburt des Heilandes anzeigen. Alles Weitere ist also aus anderen Stellen zu entnehmen. (Chrys.). Wenn aber Maria lieber der Ehre entsagen wollte, Mutter Gottes zu werden als ihre Jungfrauschaft zu verlieren [Lk 1,34], sollte sie da nach der Geburt des göttlichen Sohnes diesen Willen aufgeben? Das gesamte christliche Altertum antwortete mit der katholischen Kirche: Nein. Wenn ferner der heil. Joseph bis zur Geburt des Heilandes aus Ehrfurcht gegen die Botschaft des Engels in vollkommener Keuschheit lebt, wie viel mehr nach allen der Geburt folgenden Wundern! Der Zweck dieser Ehe ist V. 20,21. angegeben. Auf gleicher Weise wird auch an anderen Stellen, wo das Wörtchen bis vorkommt, die Handlung nicht als gesetzt, sondern als verneint nach dem angegebenen Zeitpunkt gedacht. Der Rabe [Gen 8,7] von dem es heißt, dass er nicht zurückkehrte, bis die Erde trocken war, kam nicht zurück, als die Erde trocken war, sondern er kam gar nicht mehr zur Arche zurück, eben weil die Erde trocken war. Michol [2Kön 6,23], die nicht gebar bis zu ihrem Tode, gebar nicht nach ihrem Tode (Hier., Aug.). Ebenso [Ps 109,1]. - Aber ihr Sohn Jesus heißt doch hier der Erstgeborene? Erstgeborener heißt der, vor dem kein Anderer geboren ist (Hieron.), auch der Einziggeborene, wie Machir der einziggeborene Sohn des Manasses [Jos 17,1]. Markus Mk 48 1 25 35 Weil er geschrien, wird ihm Schweigen auferlegt; weil er gequält, wird er ausgetrieben. Christus will von dem Vater der Lüge kein Zeugnis, und nimmt den Pharisäern jeden Vorwand zur Verleumdung. Vielleicht will er auch seine Gottheit zur Zeit noch nicht offenbar werden lassen. Markus Mk 48 1 26 Et discerpens eum spiritus immundus, et exclamans voce magna exiit ab eo. Und indem der unreine Geist ihn hin und her riss,³⁶ und mit lauter Stimme schrie, fuhr er aus von ihm. Markus Mk 48 1 26 36 Christus gestattet dies, damit es offenbar werde, dass der böse Geist den Menschen besessen und aus ihm geredet wird. Zugleich zeigt sich die Macht des Herrn, da der böse Geist durch sein Geschrei zeigt, wie ungern er ausfährt. @@ -52315,106 +52334,106 @@ Markus Mk 48 1 44 54 Der Heiland will nicht, dass die Kunde von der Heilung den Markus Mk 48 1 44 55 Die Erklärung des Priesters gab ihn der Gemeinschaft der Menschen zurück [Lev 14,2]. folg. Vergl. [Mt 8,Anm.7]. Markus Mk 48 1 45 At ille egressus cpit prædicare, et diffamare sermonem, ita ut jam non posset manifeste introire in civitatem, sed foris in desertis locis esset, et conveniebant ad eum undique. Er aber ging fort und fing an, die Sache⁵⁶ zu verkündigen und auszubreiten, so dass Jesus nun nicht mehr öffentlich in die Stadt gehen konnte, sondern draußen an einsamen Orten blieb; aber sie kamen von allen Seiten zu ihm. Markus Mk 48 1 45 56 Die Heilung. Es konnte nicht verborgen bleiben, dass er geheilt war, und vielleicht fasste er das Verbot Christi auch so auf, dass er schweigen sollte, bis er sich den Priestern gezeigt. -Markus Mk 48 2 0 2. Der Hass der Pharisäer gegen den Herrn. (2,1 3,6) Die Heilung des Gelähmten. (V. 12) Der Heiland beruft den Matthäus. (V. 13) Die Pharisäer und die Jünger des heil. Johannes befragen den Herrn über das Fasten. (V. 22) Versuchung Christi seitens der Pharisäer. (Kap. 3 V. 6) -Matthäus Mt 47 2 0 2. Jesus wird von Fremden gesucht: Die Weisen aus dem Morgenlande. (V. 12.) Von den Seinigen verworfen: Flucht nach Ägypten. (V. 15.) Bethlehemitischer Kindermord. (V. 18.) Rückkehr aus Ägypten. +Markus Mk 48 2 0 2. Der Hass der Pharisäer gegen den Herrn. (2,1 3,6) Die Heilung des Gelähmten. (V. 12) Der Heiland beruft den Matthäus. (V. 13) Die Pharisäer und die Jünger des heil. Johannes befragen den Herrn über das Fasten. (V. 22) Versuchung Christi seitens der Pharisäer. (Kap. 3 V. 6) +Matthäus Mt 48 2 0 2. Jesus wird von Fremden gesucht: Die Weisen aus dem Morgenlande. (V. 12.) Von den Seinigen verworfen: Flucht nach Ägypten. (V. 15.) Bethlehemitischer Kindermord. (V. 18.) Rückkehr aus Ägypten. Markus Mk 48 2 1 Et iterum intravit Capharnaum post dies, Nach einigen Tagen kam er wieder nach Kapharnaum.¹ [Mt 9,1] -Matthäus Mt 47 2 1 Cum ergo natus esset Jesus in Bethlehem Juda in diebus Herodis regis, ecce Magi ab Oriente venerunt Jerosolymam, Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im Stamme Juda¹ in den Tagen des Königs Herodes,² siehe, da kamen Weise aus dem Morgenlande nach Jerusalem,³ +Matthäus Mt 48 2 1 Cum ergo natus esset Jesus in Bethlehem Juda in diebus Herodis regis, ecce Magi ab Oriente venerunt Jerosolymam, Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im Stamme Juda¹ in den Tagen des Königs Herodes,² siehe, da kamen Weise aus dem Morgenlande nach Jerusalem,³ Markus Mk 48 2 1 1 Unbemerkt. -Matthäus Mt 47 2 1 1 Ein anderes Bethlehem lag in Galiläa. [Jos 19,15]. Die näheren Umstände der Geburt siehe bei [Lk 2,1-7]. -Matthäus Mt 47 2 1 2 Des sogenannten Großen, des Idumäers, der von den Römern 39 v. Chr. Die Herrschaft über Judäa und die angrenzenden Provinzen erhielt, und der erste Nicht-Jude ist, der im Judenlande König war. S. das Ende des zweiten Buches der Machabäer. -Matthäus Mt 47 2 1 3 Die Nennung von Rahab und Ruth, der Nichtisraelitinnen, hatte angedeutet, dass Christus das Heil aller ist. Das Gleiche zeigt der Evangelist durch die Ankunft und Anbetung der Weisen, der Erstlinge der Heiden (Aug.). In den Hirten hat sich der Heiland Israel offenbart, jetzt geht Simeons Prophezeiung [Lk 2,32] in Erfüllung. Was Christus später [Mt 8,11; Mt 21,31.43] den Juden zum Vorwurf macht, eben dies nimmt hier schon seinen Anfang. +Matthäus Mt 48 2 1 1 Ein anderes Bethlehem lag in Galiläa. [Jos 19,15]. Die näheren Umstände der Geburt siehe bei [Lk 2,1-7]. +Matthäus Mt 48 2 1 2 Des sogenannten Großen, des Idumäers, der von den Römern 39 v. Chr. Die Herrschaft über Judäa und die angrenzenden Provinzen erhielt, und der erste Nicht-Jude ist, der im Judenlande König war. S. das Ende des zweiten Buches der Machabäer. +Matthäus Mt 48 2 1 3 Die Nennung von Rahab und Ruth, der Nichtisraelitinnen, hatte angedeutet, dass Christus das Heil aller ist. Das Gleiche zeigt der Evangelist durch die Ankunft und Anbetung der Weisen, der Erstlinge der Heiden (Aug.). In den Hirten hat sich der Heiland Israel offenbart, jetzt geht Simeons Prophezeiung [Lk 2,32] in Erfüllung. Was Christus später [Mt 8,11; Mt 21,31.43] den Juden zum Vorwurf macht, eben dies nimmt hier schon seinen Anfang. Markus Mk 48 2 2 Et auditum est quod in domo esset, et convenerunt multi, ita ut non caperet neque ad januam, et loquebatur eis verbum. Und als es bekannt ward, dass er im Hause² sei, kamen viele zusammen, so dass sie sogar der Platz vor der Türe³ nicht fasste, und er redete zu ihnen das Wort. -Matthäus Mt 47 2 2 Dicentes. Ubi est qui natus est rex Judæorum? vidimus enim stellam ejus in Oriente, et venimus adorare eum. und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen,⁴ und sind gekommen, ihn anzubeten. +Matthäus Mt 48 2 2 Dicentes. Ubi est qui natus est rex Judæorum? vidimus enim stellam ejus in Oriente, et venimus adorare eum. und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen,⁴ und sind gekommen, ihn anzubeten. Markus Mk 48 2 2 2 Des heil. Petrus, wie [Mk 1,29] angedeutet wird. Markus Mk 48 2 2 3 Das griechische Wort bezeichnet auch den Raum an der Türe, die Vorhalle. -Matthäus Mt 47 2 2 4 Der Stern ist zugleich eine Verherrlichung des Erlösers. Die Weisen, Magier, waren Gelehrte, die sich insbesondere mit dem Studium der Weisheit und der Sternkunde beschäftigten, aus der Klasse derer, welcher bei den Persern Ratgeber der Könige zu sein pflegten. Sie waren nicht selbst Könige, da hierfür jeder Anhalt im Evangelium und jede Nachricht aus dem Altertume fehlt. Auch ihre Zahl steht nicht fest. Gewöhnlich gibt man sie wegen der Dreizahl der Geschenke als drei an. Die Namen werden zuerst im 9. Jahrhundert beigegeben. Die Zeit ihrer Ankunft lässt sich aus dem V. 16 bemessen: Weniger als zwei Jahre nach der Geburt des Erlösers. Dies ist die Meinung vieler heil. Väter und jetzt allgemein angenommen. Nach der Darstellung im Tempel siedelte die heilige Familie also bald nach Bethlehem über, von wo sie nach der Abreise der Weisen nach Ägypten floh. Die Erwartung eines Erlösers der Menschen war damals allgemein. Da die Weisen die Sternkunst üben, fällt ihnen das Erscheinen eines neuen Sternes auf. Gottes Gnade erleuchtet sie, damit sie erkennen, was der ungewohnte Glanz zu bedeuten hat (Leo). Der Stern erschien ihnen im Osten, führte sie aber nicht nach Jerusalem, sonst hätten sie nicht darüber geschwiegen. (Paschal). Die heiligen Väter sind über die Gegend, aus der jene kamen, nicht ganz einig. Im allgemeinen stimmen sie für Gegenden in der Nähe des Euphrat, für Arabien, Persien u. +Matthäus Mt 48 2 2 4 Der Stern ist zugleich eine Verherrlichung des Erlösers. Die Weisen, Magier, waren Gelehrte, die sich insbesondere mit dem Studium der Weisheit und der Sternkunde beschäftigten, aus der Klasse derer, welcher bei den Persern Ratgeber der Könige zu sein pflegten. Sie waren nicht selbst Könige, da hierfür jeder Anhalt im Evangelium und jede Nachricht aus dem Altertume fehlt. Auch ihre Zahl steht nicht fest. Gewöhnlich gibt man sie wegen der Dreizahl der Geschenke als drei an. Die Namen werden zuerst im 9. Jahrhundert beigegeben. Die Zeit ihrer Ankunft lässt sich aus dem V. 16 bemessen: Weniger als zwei Jahre nach der Geburt des Erlösers. Dies ist die Meinung vieler heil. Väter und jetzt allgemein angenommen. Nach der Darstellung im Tempel siedelte die heilige Familie also bald nach Bethlehem über, von wo sie nach der Abreise der Weisen nach Ägypten floh. Die Erwartung eines Erlösers der Menschen war damals allgemein. Da die Weisen die Sternkunst üben, fällt ihnen das Erscheinen eines neuen Sternes auf. Gottes Gnade erleuchtet sie, damit sie erkennen, was der ungewohnte Glanz zu bedeuten hat (Leo). Der Stern erschien ihnen im Osten, führte sie aber nicht nach Jerusalem, sonst hätten sie nicht darüber geschwiegen. (Paschal). Die heiligen Väter sind über die Gegend, aus der jene kamen, nicht ganz einig. Im allgemeinen stimmen sie für Gegenden in der Nähe des Euphrat, für Arabien, Persien u. Markus Mk 48 2 3 Et venerunt ad eum ferentes paralyticum, qui a quatuor portabatur. Da kamen einige zu ihm, und brachten einen Gelähmten, der von vieren getragen wurde. [Lk 5,18] -Matthäus Mt 47 2 3 Audiens autem Herodes rex, turbatus est, et omnis Jerosolyma cum illo. Als aber der König Herodes dies hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm.⁵ -Matthäus Mt 47 2 3 5 Herodes fürchtet den Thron zu verlieren. Mit ihm erschrecken besonders die Herodianer [Mt 22,16] und Sadducäer. Der Fürst und ein großer Teil des Volkes erklären sich schon jetzt gegen den Messias. Er kam zu den Seinen und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Selbst die Hüter des Heiligtumes nehmen keinen Anteil an der Freudenbotschaft. Sie gleichen Wegweisern, die selbst nie das Ziel erreichen, nach dem sie zeigen (Aug.). +Matthäus Mt 48 2 3 Audiens autem Herodes rex, turbatus est, et omnis Jerosolyma cum illo. Als aber der König Herodes dies hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm.⁵ +Matthäus Mt 48 2 3 5 Herodes fürchtet den Thron zu verlieren. Mit ihm erschrecken besonders die Herodianer [Mt 22,16] und Sadducäer. Der Fürst und ein großer Teil des Volkes erklären sich schon jetzt gegen den Messias. Er kam zu den Seinen und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Selbst die Hüter des Heiligtumes nehmen keinen Anteil an der Freudenbotschaft. Sie gleichen Wegweisern, die selbst nie das Ziel erreichen, nach dem sie zeigen (Aug.). Markus Mk 48 2 4 Et cum non possent offerre eum illi præ turba, nudaverunt tectum ubi erat: et patefacientes submiserunt grabatum, in quo paralyticus jacebat. Und weil sie ihn vor der Volksmenge nicht zu ihm bringen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war; und indem sie eine Öffnung machten, ließen sie das Bett hinab, auf dem der Gelähmte lag.⁴ -Matthäus Mt 47 2 4 Et congregans omnes principes sacerdotum, et Scribas populi, sciscitabatur ab eis ubi Christus nasceretur. Und er versammelte alle Hohenpriester⁶ und die Schriftgelehrten des Volkes,⁷ und befragte sie, wo Christus geboren werden sollte. +Matthäus Mt 48 2 4 Et congregans omnes principes sacerdotum, et Scribas populi, sciscitabatur ab eis ubi Christus nasceretur. Und er versammelte alle Hohenpriester⁶ und die Schriftgelehrten des Volkes,⁷ und befragte sie, wo Christus geboren werden sollte. Markus Mk 48 2 4 4 Eine Außentreppe führt auf das Dach. -Matthäus Mt 47 2 4 6 Den Hohenpriester und die Vorsteher der 24 Priesterklassen vergl. [1Chr 24,3-20] mit [2Chr 36,14], welche auch den Titel Hohepriester führten. Auch gab es abgetretene Hohepriester. -Matthäus Mt 47 2 4 7 Die Schriftgelehrten waren Gesetzeskundige, welche die Erklärung des Gesetzes und seine Anwendung auf praktische Fälle zum Studium wählten. Ein solcher war Gamaliel [Apg 5,34]. Sie ließen sich Rabbi anreden. Ihre Autorität erhält auch aus [Mt 23,2.3]. Wie sie ihre eigene Gerechtigkeit aufstellten und sich der Gerechtigkeit vor Gott entzogen s. [Mt 23,4ff]. +Matthäus Mt 48 2 4 6 Den Hohenpriester und die Vorsteher der 24 Priesterklassen vergl. [1Chr 24,3-20] mit [2Chr 36,14], welche auch den Titel Hohepriester führten. Auch gab es abgetretene Hohepriester. +Matthäus Mt 48 2 4 7 Die Schriftgelehrten waren Gesetzeskundige, welche die Erklärung des Gesetzes und seine Anwendung auf praktische Fälle zum Studium wählten. Ein solcher war Gamaliel [Apg 5,34]. Sie ließen sich Rabbi anreden. Ihre Autorität erhält auch aus [Mt 23,2.3]. Wie sie ihre eigene Gerechtigkeit aufstellten und sich der Gerechtigkeit vor Gott entzogen s. [Mt 23,4ff]. Markus Mk 48 2 5 Cum autem vidisset Jesus fidem illorum, ait paralytico: Fili, dimittuntur tibi peccata tua. Als nun Jesus ihren Glauben⁵ sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn!⁶ deine Sünden werden dir vergeben. [Mt 9,2] -Matthäus Mt 47 2 5 At illi dixerunt ei: In Bethlehem Judæ: Sic enim scriptum est per Prophetam: Jene aber sprachen zu ihm: Zu Bethlehem im Stamme Juda; denn so ist geschrieben durch den Propheten: +Matthäus Mt 48 2 5 At illi dixerunt ei: In Bethlehem Judæ: Sic enim scriptum est per Prophetam: Jene aber sprachen zu ihm: Zu Bethlehem im Stamme Juda; denn so ist geschrieben durch den Propheten: Markus Mk 48 2 5 5 Der Träger und des Gelähmten (Theoph.). Siehe [Mt 9,2] Markus Mk 48 2 5 6 Welche Liebe! Christus vergibt aus eigener Machtvollkommenheit die Sünden, so verstehen ihn die Pharisäer, so bezeugt er selbst V. 10. -Matthäus Mt 47 2 6 Et tu Bethlehem terra Juda, nequaquam minima es in principibus Juda: ex te enim exiet dux, qui regat populum meum Israel. Und du, Bethlehem im Lande Juda! bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Juda's; denn aus dir wird hervorgehen ein Führer, der meinem Volke Israel ein Hirt sein wird.⁸ +Matthäus Mt 48 2 6 Et tu Bethlehem terra Juda, nequaquam minima es in principibus Juda: ex te enim exiet dux, qui regat populum meum Israel. Und du, Bethlehem im Lande Juda! bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Juda's; denn aus dir wird hervorgehen ein Führer, der meinem Volke Israel ein Hirt sein wird.⁸ Markus Mk 48 2 6 Erant autem illic quidam de Scribis sedentes, et cogitantes in cordibus suis: Es saßen aber einige von den Schriftgelehrten daselbst, und dachten in ihren Herzen:⁷ Markus Mk 48 2 6 7 Die Wunder hätten ihnen sagen müssen, dass Christus von Gott gesandt ist. Ebenso kannten sie das Zeugnis des heil. Johannes von Christus. -Matthäus Mt 47 2 6 8 Diese Weissagung gab der Prophet Michäas nicht ganz wörtlich so, wie die Priester hier sagen, aber dem Sinne nach. Siehe die Anmerkungen zu Michäas 5,7ff. Heiden und Juden belehren sich gegenseitig. Welche Stärkung im Glauben bietet den Weisen die alte Prophezeiung! -Matthäus Mt 47 2 7 Tunc Herodes clam vocatis Magis diligenter didicit ab eis tempus stellæ, quæ apparuit eis: Da berief Herodes die Weisen insgeheim, und erfuhr von ihnen genau die Zeit des Sternes, der ihnen erschienen war. +Matthäus Mt 48 2 6 8 Diese Weissagung gab der Prophet Michäas nicht ganz wörtlich so, wie die Priester hier sagen, aber dem Sinne nach. Siehe die Anmerkungen zu Michäas 5,7ff. Heiden und Juden belehren sich gegenseitig. Welche Stärkung im Glauben bietet den Weisen die alte Prophezeiung! +Matthäus Mt 48 2 7 Tunc Herodes clam vocatis Magis diligenter didicit ab eis tempus stellæ, quæ apparuit eis: Da berief Herodes die Weisen insgeheim, und erfuhr von ihnen genau die Zeit des Sternes, der ihnen erschienen war. Markus Mk 48 2 7 Quid hic sic loquitur? blasphemat. Quis potest dimittere peccata, nisi solus Deus? Was redet dieser⁸ so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben, als Gott allein? [Ijob 14,4, Jes 43,25] Markus Mk 48 2 7 8 Mit Verachtung. Markus Mk 48 2 8 Quo statim cognito Jesus spiritu suo quia sic cogitarent intra se, dicit illis: Quid ista cogitatis in cordibus vestris? Da Jesus alsbald in seinem Geist erkannte, dass sie so bei sich dachten, sprach er zu ihnen: Warum denkt ihr solches in eueren Herzen?⁹ -Matthäus Mt 47 2 8 Et mittens illos in Bethlehem, dixit: Ite, et interrogate diligenter de puero: et cum inveneritis, renuntiate mihi, ut et ego veniens adorem eum. Und er wies sie nach Bethlehem und sprach: Gehet hin, und erkundiget euch sorgfältig nach dem Kinde; und wenn ihr es gefunden habt, so verkündet es mir, damit auch ich komme und es anbete.⁹ +Matthäus Mt 48 2 8 Et mittens illos in Bethlehem, dixit: Ite, et interrogate diligenter de puero: et cum inveneritis, renuntiate mihi, ut et ego veniens adorem eum. Und er wies sie nach Bethlehem und sprach: Gehet hin, und erkundiget euch sorgfältig nach dem Kinde; und wenn ihr es gefunden habt, so verkündet es mir, damit auch ich komme und es anbete.⁹ Markus Mk 48 2 8 9 Da Christus ihnen die Geheimnisse ihrer Herzen offenbart, zeigt er ihnen, dass er Gott ist. Vergl. [1Kön 8,39, 1Chr 28,9, Ps 7,10] Er erkennt das Verborgene in seinem Geiste. -Matthäus Mt 47 2 8 9 Herodes wollte nach der Zeit der Erscheinung des Sternes das Alter des neugeborenen Königs bestimmen. Er beruft die Weisen heimlich und trägt Sorge, dass sie allein nach Bethlehem gehen, damit die Aufmerksamkeit des Volkes nicht auf den Messias gelenkt werde. Er sagt aus Neid: Nach dem Kinde sehen, nicht nach dem Könige. Entweder glaubte Herodes an die Prophezeiung, wie durfte er da hoffen, sie zu Schanden zu machen? oder er glaubte nicht daran, was fürchtet er dann seitens des Kindes? (Chrys.) +Matthäus Mt 48 2 8 9 Herodes wollte nach der Zeit der Erscheinung des Sternes das Alter des neugeborenen Königs bestimmen. Er beruft die Weisen heimlich und trägt Sorge, dass sie allein nach Bethlehem gehen, damit die Aufmerksamkeit des Volkes nicht auf den Messias gelenkt werde. Er sagt aus Neid: Nach dem Kinde sehen, nicht nach dem Könige. Entweder glaubte Herodes an die Prophezeiung, wie durfte er da hoffen, sie zu Schanden zu machen? oder er glaubte nicht daran, was fürchtet er dann seitens des Kindes? (Chrys.) Markus Mk 48 2 9 Quid est facilius dicere paralytico: Dimittuntur tibi peccata: an dicere: Surge, tolle grabatum tuum, et ambula? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben oder zu sagen: Stehe auf, nimm dein Bett, und wandle?¹⁰ -Matthäus Mt 47 2 9 Qui cum audissent regem, abierunt: et ecce stella, quam viderant in oriente, antecedebat eos, usquedum veniens staret supra ubi erat puer. Nachdem sie nun den König gehört hatten, zogen sie von dannen. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen voraus, bis er ankam, und still stand über dem Orte,¹⁰ wo das Kind war.¹¹ +Matthäus Mt 48 2 9 Qui cum audissent regem, abierunt: et ecce stella, quam viderant in oriente, antecedebat eos, usquedum veniens staret supra ubi erat puer. Nachdem sie nun den König gehört hatten, zogen sie von dannen. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen voraus, bis er ankam, und still stand über dem Orte,¹⁰ wo das Kind war.¹¹ Markus Mk 48 2 9 10 Beides erfordert göttliche Macht. Vermag ich das eine, wie es sogleich vor euren Augen sich zeigen wird, so sind auch meine Worte von der Sündenvergebung nicht eitel. -Matthäus Mt 47 2 9 10 Da der Stern das Haus zeigt, war er ein sternartiges Licht in der Nähe der Erde. -Matthäus Mt 47 2 9 11 Der Stern war ihnen vorausgeeilt und erwartete sie über dem Hause stehend. In Jerusalem war ihr Glaube auf eine harte Probe gestellt worden, wo man den König nicht kannte, dann erschrack und es endlich nicht für nötig hielt, ihn zu suchen. Zudem könnten sie wegen der Armuth des Königs an ihm irre werden. Der Stern stärkt ihren Glauben derart, dass sie das Kind anbeten. -Matthäus Mt 47 2 10 Videntes autem stellam gavisi sunt gaudio magno valde. Da sie aber den Stern sahen,¹² hatten sie eine überaus große Freude.¹³ +Matthäus Mt 48 2 9 10 Da der Stern das Haus zeigt, war er ein sternartiges Licht in der Nähe der Erde. +Matthäus Mt 48 2 9 11 Der Stern war ihnen vorausgeeilt und erwartete sie über dem Hause stehend. In Jerusalem war ihr Glaube auf eine harte Probe gestellt worden, wo man den König nicht kannte, dann erschrack und es endlich nicht für nötig hielt, ihn zu suchen. Zudem könnten sie wegen der Armuth des Königs an ihm irre werden. Der Stern stärkt ihren Glauben derart, dass sie das Kind anbeten. +Matthäus Mt 48 2 10 Videntes autem stellam gavisi sunt gaudio magno valde. Da sie aber den Stern sahen,¹² hatten sie eine überaus große Freude.¹³ Markus Mk 48 2 10 Ut autem sciatis quia Filius hominis habet potestatem in terra dimittendi peccata, (ait paralytico) Damit ihr aber wisset, dass der Menschensohn¹¹ Macht hat auf Erden Sünden zu vergeben, - sagte er zu dem Gelähmten: Markus Mk 48 2 10 11 Jetzt können die Schriftgelehrten nicht mehr zweifeln, wer er ist. [Dan 7,13.14] -Matthäus Mt 47 2 10 12 Am frühesten Morgen bei der Annäherung gen Bethlehem. -Matthäus Mt 47 2 10 13 Selig, wer Gott zum Führer hat; geh' er auch auf harten Wegen, er kann sich der Erreichung seines Zieles freuen. +Matthäus Mt 48 2 10 12 Am frühesten Morgen bei der Annäherung gen Bethlehem. +Matthäus Mt 48 2 10 13 Selig, wer Gott zum Führer hat; geh' er auch auf harten Wegen, er kann sich der Erreichung seines Zieles freuen. Markus Mk 48 2 11 Tibi dico: Surge, tolle grabatum tuum, et vade in domum tuam. Ich sage dir: Stehe auf, nimm dein Bett,¹² und gehe in dein Haus! -Matthäus Mt 47 2 11 Et intrantes domum, invenerunt puerum cum Maria matre ejus, et procidentes adoraverunt eum: et apertis thesauris suis obtulerunt ei munera, aurum, thus, et myrrham. Und in das Haus eintretend, fanden sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an.¹⁴ Und sie öffneten ihre Schätze, und brachten ihm Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhen.¹⁵ [Ps 71,10] +Matthäus Mt 48 2 11 Et intrantes domum, invenerunt puerum cum Maria matre ejus, et procidentes adoraverunt eum: et apertis thesauris suis obtulerunt ei munera, aurum, thus, et myrrham. Und in das Haus eintretend, fanden sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an.¹⁴ Und sie öffneten ihre Schätze, und brachten ihm Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhen.¹⁵ [Ps 71,10] Markus Mk 48 2 11 12 Zum Zeichen, dass er nicht allein geheilt, sondern sogar die Kräfte wiedergewonnen hat. -Matthäus Mt 47 2 11 14 Sie beten in dem Kinde Gott an. Dahin weist auch die Gabe des Weihrauches. Sieh', sagt der heil. Julgentius, was sie schenkten, so weißt du, was sie glaubten. - Beugt sich auch unsere Weisheit vor dem göttlichen Christentum, und ärgert sie sich nicht an seiner scheinbaren Kleinheit, Armuth und Kindlichkeit? -Matthäus Mt 47 2 11 15 Die Gabe des Weihrauches ist eine Anerkennung der Gottheit (Ign. Hil. Orig.). Seiner Königswürde gilt das Gold, die Myrrhe ist eine Beigabe zum Golde, versinnbildlicht aber zugleich den Heiland als sterblichen Menschen und sein Begräbnis. Die Weisen empfangen alsdann ein Unterpfand, dass dies Kind wahrhaft Gott ist und seine Vorsehung über ihnen wacht. Indem Herodes sieht, dass die Weisen nicht wiederkehren, erhält er eine göttliche Mahnung, dass seine Anschläge zu nichts führen. +Matthäus Mt 48 2 11 14 Sie beten in dem Kinde Gott an. Dahin weist auch die Gabe des Weihrauches. Sieh', sagt der heil. Julgentius, was sie schenkten, so weißt du, was sie glaubten. - Beugt sich auch unsere Weisheit vor dem göttlichen Christentum, und ärgert sie sich nicht an seiner scheinbaren Kleinheit, Armuth und Kindlichkeit? +Matthäus Mt 48 2 11 15 Die Gabe des Weihrauches ist eine Anerkennung der Gottheit (Ign. Hil. Orig.). Seiner Königswürde gilt das Gold, die Myrrhe ist eine Beigabe zum Golde, versinnbildlicht aber zugleich den Heiland als sterblichen Menschen und sein Begräbnis. Die Weisen empfangen alsdann ein Unterpfand, dass dies Kind wahrhaft Gott ist und seine Vorsehung über ihnen wacht. Indem Herodes sieht, dass die Weisen nicht wiederkehren, erhält er eine göttliche Mahnung, dass seine Anschläge zu nichts führen. Markus Mk 48 2 12 Et statim surrexit ille: et, sublato grabato, abiit coram omnibus, ita ut mirarentur omnes, et honorificarent Deum, dicentes: Quia numquam sic vidimus. Und sogleich stand dieser auf, nahm sein Bett, und ging vor den Augen aller davon,¹³ so dass sich alle verwunderten, Gott lobpriesen, und sprachen: Niemals haben wir so etwas gesehen! -Matthäus Mt 47 2 12 Et responso accepto in somnis ne redirent ad Herodem, per aliam viam reversi sunt in regionem suam. Und nachdem sie im Traumgesicht die Weisung erhalten, nicht mehr zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Wege in ihr Land zurück. +Matthäus Mt 48 2 12 Et responso accepto in somnis ne redirent ad Herodem, per aliam viam reversi sunt in regionem suam. Und nachdem sie im Traumgesicht die Weisung erhalten, nicht mehr zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Wege in ihr Land zurück. Markus Mk 48 2 12 13 Die Heilung ist eine sofortige: sogleich; eine kraftspendende: er trägt sein Bett; eine offenbare: vor allen. -Matthäus Mt 47 2 13 Qui cum recessissent, ecce Angelus Domini apparuit in somnis Joseph, dicens: Surge, et accipe puerum, et matrem ejus, et fuge in gyptum, et esto ibi usque dum dicam tibi. Futurum est enim ut Herodes quærat puerum ad perdendum eum. Da sie nun hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traumgesicht und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und fliehe nach Ägypten, und bleibe allda, bis ich es dir sage. Denn Herodes geht damit um, das Kind zu suchen, um es zu töten. +Matthäus Mt 48 2 13 Qui cum recessissent, ecce Angelus Domini apparuit in somnis Joseph, dicens: Surge, et accipe puerum, et matrem ejus, et fuge in gyptum, et esto ibi usque dum dicam tibi. Futurum est enim ut Herodes quærat puerum ad perdendum eum. Da sie nun hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traumgesicht und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und fliehe nach Ägypten, und bleibe allda, bis ich es dir sage. Denn Herodes geht damit um, das Kind zu suchen, um es zu töten. Markus Mk 48 2 13 Et egressus est rursus ad mare: omnisque turba veniebat ad eum, et docebat eos. Er ging nun wiederum hinaus an das Meer,¹⁴ und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. [Mt 9,9] Markus Mk 48 2 13 14 Wie [Mk 1,16] -Matthäus Mt 47 2 14 Qui consurgens accepit puerum, et matrem ejus nocte, et secessit in gyptum: Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter des Nachts, und zog hinweg nach Ägypten.¹⁶ +Matthäus Mt 48 2 14 Qui consurgens accepit puerum, et matrem ejus nocte, et secessit in gyptum: Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter des Nachts, und zog hinweg nach Ägypten.¹⁶ Markus Mk 48 2 14 Et cum præteriret, vidit Levi Alphæi sedentem ad telonium, et ait illi: Sequere me. Et surgens secutus est eum. Im Vorbeigehen sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen,¹⁵ und sprach zu ihm: Folge mir nach!¹⁶ Und er stand auf, und folgte ihm. [Mt 9,9, Lk 5,27] Markus Mk 48 2 14 15 Wohl am Meere. Markus Mk 48 2 14 16 Der Heiland beruft einen Mann zum Apostelamte aus dem Stande, der ganz besonders von den Juden verachtet wurde. Wie ganz anders handelt der Herr als die Führer des Volkes, die ihn anfeinden! -Matthäus Mt 47 2 14 16 Christus offenbart sich als wahren Menschen, die Prophezeiung des Simeon [Lk 2,34] findet ihre Erfüllung, uns selbst wird ein Vorbild gegeben. - Nach Ägypten: In 5-6 Tagen wird die heil. Familie dort sein, wo bereits viele Juden wohnen. Wie lange sie dort blieb, steht nicht fest. Da der Tod des Herodes bald darauf erfolgte, war die Verbannung eine kurze. Der Ort des Aufenthaltes ist unbekannt, eine unsichere Überlieferung nennt Matarea in der Nähe von Memphis oder Leontopolis. +Matthäus Mt 48 2 14 16 Christus offenbart sich als wahren Menschen, die Prophezeiung des Simeon [Lk 2,34] findet ihre Erfüllung, uns selbst wird ein Vorbild gegeben. - Nach Ägypten: In 5-6 Tagen wird die heil. Familie dort sein, wo bereits viele Juden wohnen. Wie lange sie dort blieb, steht nicht fest. Da der Tod des Herodes bald darauf erfolgte, war die Verbannung eine kurze. Der Ort des Aufenthaltes ist unbekannt, eine unsichere Überlieferung nennt Matarea in der Nähe von Memphis oder Leontopolis. Markus Mk 48 2 15 Et factum est, cum accumberet in domo illius, multi publicani, et peccatores simul discumbebant cum Jesu, et discipulis ejus: erant enim multi, qui et sequebantur eum. Und es begab sich, da er in dessen Hause¹⁷ zu Tische saß, dass viele Zöllner und Sünder zugleich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische saßen; denn es waren ihrer viele,¹⁸ die ihm auch nachfolgten. [Lk 5,29] -Matthäus Mt 47 2 15 Et erat ibi usque ad obitum Herodis: ut adimpleretur quod dictum est a Domino per Prophetam dicentem: Ex gypto vocavi filium meum. Und er blieb daselbst bis zum Tode des Herodes, damit erfüllet würde, was von dem Herrn durch den Propheten gesagt worden ist, der da spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.¹⁷ +Matthäus Mt 48 2 15 Et erat ibi usque ad obitum Herodis: ut adimpleretur quod dictum est a Domino per Prophetam dicentem: Ex gypto vocavi filium meum. Und er blieb daselbst bis zum Tode des Herodes, damit erfüllet würde, was von dem Herrn durch den Propheten gesagt worden ist, der da spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.¹⁷ Markus Mk 48 2 15 17 Des Matthäus. Christus zeigt, wie lieb ihm diejenigen sind, welche von den Sorgen dieser Welt und dem Wege der Sünde zu ihm kommen. -Matthäus Mt 47 2 15 17 S. [Hos 11,1]. +Matthäus Mt 48 2 15 17 S. [Hos 11,1]. Markus Mk 48 2 15 18 Jünger. -Matthäus Mt 47 2 16 Tunc Herodes videns quoniam illusus esset a Magis, iratus est valde, et mittens occidit omnes pueros, qui erant in Bethlehem, et in omnibus finibus ejus a bimatu et infra secundum tempus, quod exquisierat a Magis. Als nun Herodes sah, dass er von den Weisen getäuscht war, wurde er sehr zornig, und schickte aus, und tötete in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiete alle Knaben von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, welche er von den Weisen erkundet hatte.¹⁸ +Matthäus Mt 48 2 16 Tunc Herodes videns quoniam illusus esset a Magis, iratus est valde, et mittens occidit omnes pueros, qui erant in Bethlehem, et in omnibus finibus ejus a bimatu et infra secundum tempus, quod exquisierat a Magis. Als nun Herodes sah, dass er von den Weisen getäuscht war, wurde er sehr zornig, und schickte aus, und tötete in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiete alle Knaben von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, welche er von den Weisen erkundet hatte.¹⁸ Markus Mk 48 2 16 Et Scribæ, et Pharisæi videntes quia manducaret cum publicanis, et peccatoribus, dicebant discipulis ejus: Quare cum publicanis, et peccatoribus manducat et bibit Magister vester? Da sahen die Schriftgelehrten und Pharisäer, dass er mit den Zöllnern und Sündern aß, und sie sprachen zu seinen Jüngern:¹⁹ Warum isst und trinkt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? -Matthäus Mt 47 2 16 18 Der Stern war den Weisen zur Zeit der Geburt Christi erschienen. 15, höchstens 20 Kinder fallen zum Opfer und werden in ihrem Blute getauft. So hat Christus Genossen der Verfolgung von Anfang an. Dieser Mord war unter dem Volke laut kundig [Apg 4,27]. Die Prosanschriftsteller schweigen davon, weil er unter die minderen Grausamkeiten dieses Tyrannen gehörte. +Matthäus Mt 48 2 16 18 Der Stern war den Weisen zur Zeit der Geburt Christi erschienen. 15, höchstens 20 Kinder fallen zum Opfer und werden in ihrem Blute getauft. So hat Christus Genossen der Verfolgung von Anfang an. Dieser Mord war unter dem Volke laut kundig [Apg 4,27]. Die Prosanschriftsteller schweigen davon, weil er unter die minderen Grausamkeiten dieses Tyrannen gehörte. Markus Mk 48 2 16 19 Sie fürchten den Heiland, deshalb wenden sie sich an die Jünger, die sie ihm abspenstig machen wollen. -Matthäus Mt 47 2 17 Tunc adimpletum est quod dictum est per Jeremiam prophetam dicentem: Damals ward erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: +Matthäus Mt 48 2 17 Tunc adimpletum est quod dictum est per Jeremiam prophetam dicentem: Damals ward erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Markus Mk 48 2 17 Hoc audito Jesus ait illis: Non necesse habent sani medico, sed qui male habent: non enim veni vocare justos, sed peccatores. Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes,²⁰ sondern die Kranken; denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.²¹ [Mt 9,13, 1Tim 1,15] Markus Mk 48 2 17 20 Also ist er der Arzt des Menschengeschlechtes. Vergl. [Jes 35,4]. und [Jes 53,5]. Markus Mk 48 2 17 21 Hieraus erhellt, wer die Gesunden und wer die Kranken sind. Sünder sind alle Menschen (Aug.). -Matthäus Mt 47 2 18 Vox in Rama audita est ploratus, et ululatus multus: Rachel plorans filios suos, et noluit consolari, quia non sunt. Eine Stimme ward gehöret zu Rama,¹⁹ Weinens und Wehklagens viel; Rachel,²⁰ die ihre Kinder beweinet, und sich nicht will trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.²¹ +Matthäus Mt 48 2 18 Vox in Rama audita est ploratus, et ululatus multus: Rachel plorans filios suos, et noluit consolari, quia non sunt. Eine Stimme ward gehöret zu Rama,¹⁹ Weinens und Wehklagens viel; Rachel,²⁰ die ihre Kinder beweinet, und sich nicht will trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.²¹ Markus Mk 48 2 18 Et erant discipuli Joannis, et Pharisæi jejunantes: et veniunt, et dicunt illi: Quare discipuli Joannis, et Pharisæorum jejunant, tui autem discipuli non jejunant? Nun pflegten die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten.²² Und sie kommen²³ und sprechen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes und jene der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? [Mt 9,14, Lk 5,33]. -Matthäus Mt 47 2 18 19 6000 Schritte im N. von Jerusalem. -Matthäus Mt 47 2 18 20 Rachel, die Mutter des ägyptischen Joseph, die Ahnfrau eines vorzüglichen Theiles des israelitischen Volkes, steht hier für dieses Volk selbst. -Matthäus Mt 47 2 18 21 Siehe über die Art und Weise der Erfüllung dieser Weissagung [Jer 31,15]. +Matthäus Mt 48 2 18 19 6000 Schritte im N. von Jerusalem. +Matthäus Mt 48 2 18 20 Rachel, die Mutter des ägyptischen Joseph, die Ahnfrau eines vorzüglichen Theiles des israelitischen Volkes, steht hier für dieses Volk selbst. +Matthäus Mt 48 2 18 21 Siehe über die Art und Weise der Erfüllung dieser Weissagung [Jer 31,15]. Markus Mk 48 2 18 22 Eine strenge Lebensweise flößt dem Volke Hochachtung ein. Zudem hat der heil. Johannes, den das Volk so hoch verehrte, eine solche geübt und seine Jünger gelehrt. Der Angriff der Pharisäer ist also geschickt. Markus Mk 48 2 18 23 Einige von den Gästen (Aug., Bed., Theoph.). Der bei [Mt 9,14] erzählte Streit ist entweder ein anderer, oder beide fragen, Johannesjünger und Gäste. Markus Mk 48 2 19 Et ait illis Jesus: Numquid possunt filii nuptiarum, quamdiu sponsus cum illis est, jejunare? Quanto tempore habent secum sponsum, non possunt jejunare. Und Jesus sprach zu ihnen: Können denn die Hochzeitsleute fasten,²⁴ so lange der Bräutigam bei ihnen ist? So lange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten.²⁵ [Mt 9,15] -Matthäus Mt 47 2 19 Defuncto autem Herode, ecce Angelus Domini apparuit in somnis Joseph in gypto, Nachdem aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien ein Engel des Herrn im Traume dem Joseph in Ägypten, +Matthäus Mt 48 2 19 Defuncto autem Herode, ecce Angelus Domini apparuit in somnis Joseph in gypto, Nachdem aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien ein Engel des Herrn im Traume dem Joseph in Ägypten, Markus Mk 48 2 19 24 Christus antwortet durch das Zeugnis des heil. Johannes [Joh 3,29]. Auch bei den Propheten wird die Zeit des Messias als Hochzeit beschrieben [Hos 2,19, Jes 61,60]. Markus Mk 48 2 19 25 Fasten heißt im A. T. seine Seele betrüben [Lev 16,31, Lev 23,27.32, Num 29,7]. Markus Mk 48 2 20 Venient autem dies cum auferetur ab eis sponsus: et tunc jejunabunt in illis diebus. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird; und dann werden sie fasten in jenen Tagen.²⁶ [Lk 5,35] -Matthäus Mt 47 2 20 Dicens: Surge, et accipe puerum, et matrem ejus, et vade in terram Israel: defuncti sunt enim, qui quærebant animam pueri. und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn gestorben sind, die dem Kinde nach dem Leben strebten.²² -Matthäus Mt 47 2 20 22 Die Mehrzahl steht wie oft für die Einzahl: Herodes. +Matthäus Mt 48 2 20 Dicens: Surge, et accipe puerum, et matrem ejus, et vade in terram Israel: defuncti sunt enim, qui quærebant animam pueri. und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn gestorben sind, die dem Kinde nach dem Leben strebten.²² +Matthäus Mt 48 2 20 22 Die Mehrzahl steht wie oft für die Einzahl: Herodes. Markus Mk 48 2 20 26 Zum ersten Male spricht Christus von seinem Tode, indem er [Jes 53,8] auf sich anwendet. Dreimal hebt er diese Zeit hervor: Es werden Tage kommen, dann: in jenen Tagen. Wie der Heiland [Mt 6,17] das Fasten empfiehlt, so sagt er hier die Übung desselben seitens der Seinigen voraus. Mit Recht also hat die Kirche für dasselbe bestimmte Zeiten festgesetzt zum Andenken an das Leiden Christi und zur Erinnerung daran, dass wir hier auf Erden noch fern von ihm uns in mancherlei Gefahr der Sünde befinden. So zeigt der Heiland den Pharisäern zugleich, dass er seine Jünger keineswegs zu einem unabgetöteten Leben erzieht. -Matthäus Mt 47 2 21 Qui consurgens, accepit puerum, et matrem ejus, et venit in terram Israel. Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter, und kam in das Land Israel. +Matthäus Mt 48 2 21 Qui consurgens, accepit puerum, et matrem ejus, et venit in terram Israel. Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter, und kam in das Land Israel. Markus Mk 48 2 21 Nemo assumentum panni rudis assuit vestimento veteri: alioquin aufert supplementum novum a veteri, et major scissura fit. Niemand näht einen Fleck von neuem Tuche auf ein altes Kleid, sonst reißt das neue Stück von dem alten ab und ein ärgerer Riss entsteht.²⁷ [Mt 9,16]. Markus Mk 48 2 21 27 Christus benutzt den Vorwurf, um anzudeuten, dass das messianische Reich sich nicht innerhalb der Grenzen des A. B. hält. Markus Mk 48 2 22 Et nemo mittit vinum novum in utres veteres: alioquin dirumpet vinum utres, et vinum effundetur, et utres peribunt: sed vinum novum in utres novos mitti debet. Und niemand gießt neuen Wein in alte Schläuche, sonst wird der Wein die Schläuche zerreißen, der Wein wird auslaufen, und die Schläuche werden verderben; sondern neuer Wein muss in neue Schläuche gefasst werden.²⁸ -Matthäus Mt 47 2 22 Audiens autem quod Archelaus regnaret in Judæa pro Herode patre suo, timuit illo ire: et admonitus in somnis, secessit in partes Galilææ. Als er aber hörte, dass Archelaus in Judäa regiere anstatt des Herodes, seines Vaters, fürchtete er sich, dorthin zu ziehen;²³ und im Traumgesicht unterwiesen, zog er in das Gebiet von Galiläa. -Matthäus Mt 47 2 22 23 Nach dem Tode des Herodes wurde Palästina zufolge dessen letztem Willen und des römischen Kaisers Augustus Anordnung unter drei seiner Söhne geteilt. Archelaus erhielt Judäa, Samaria und Idumäa mit dem Titel Volksfürst, weil er den größten Theil des Volkes beherrschte; Herodes Antipas bekam Galiläa und Peräa; Philippus Batanäa, Trachonitis und Auranitis; beide mit dem Titel von Tretarchen (d. i. Fürsten des vierten und überhaupt kleineren Theil des Volkes). Da Archelaus in Judäa herrschte, ward Joseph nicht sofort nach dem Tode des Herodes, 2 n. Chr. G., vom Engel ermahnt in das Land Israel, die Stätte der göttlichen Verheißungen [Hos 12,4], zurückzukehren. +Matthäus Mt 48 2 22 Audiens autem quod Archelaus regnaret in Judæa pro Herode patre suo, timuit illo ire: et admonitus in somnis, secessit in partes Galilææ. Als er aber hörte, dass Archelaus in Judäa regiere anstatt des Herodes, seines Vaters, fürchtete er sich, dorthin zu ziehen;²³ und im Traumgesicht unterwiesen, zog er in das Gebiet von Galiläa. +Matthäus Mt 48 2 22 23 Nach dem Tode des Herodes wurde Palästina zufolge dessen letztem Willen und des römischen Kaisers Augustus Anordnung unter drei seiner Söhne geteilt. Archelaus erhielt Judäa, Samaria und Idumäa mit dem Titel Volksfürst, weil er den größten Theil des Volkes beherrschte; Herodes Antipas bekam Galiläa und Peräa; Philippus Batanäa, Trachonitis und Auranitis; beide mit dem Titel von Tretarchen (d. i. Fürsten des vierten und überhaupt kleineren Theil des Volkes). Da Archelaus in Judäa herrschte, ward Joseph nicht sofort nach dem Tode des Herodes, 2 n. Chr. G., vom Engel ermahnt in das Land Israel, die Stätte der göttlichen Verheißungen [Hos 12,4], zurückzukehren. Markus Mk 48 2 22 28 Sonst würde er weder die Güter des Alten noch die des Neuen Bundes erlangen. (Tert.) -Matthäus Mt 47 2 23 Et veniens habitavit in civitate, quæ vocatur Nazareth: ut adimpleretur quod dictum est per prophetas: Quoniam Nazaræus vocabitur. Und er kam, und wohnte in einer Stadt, welche Nazareth genannt wird; damit erfüllet würde, was durch die Propheten gesagt worden: Er wird Nazaräer genannt werden.²⁴ +Matthäus Mt 48 2 23 Et veniens habitavit in civitate, quæ vocatur Nazareth: ut adimpleretur quod dictum est per prophetas: Quoniam Nazaræus vocabitur. Und er kam, und wohnte in einer Stadt, welche Nazareth genannt wird; damit erfüllet würde, was durch die Propheten gesagt worden: Er wird Nazaräer genannt werden.²⁴ Markus Mk 48 2 23 Et factum est iterum cum Dominus sabbatis ambularet per sata, et discipuli ejus cperunt progredi, et vellere spicas. Und es geschah wiederum, da der Herr am Sabbate²⁹ durch die Saatfelder wandelte, begannen seine Jünger im Dahingehen Ähren³⁰ abzubrechen. [Mt 12,1, Lk 6,1] -Matthäus Mt 47 2 23 24 Alles, was den Juden anstößig sein kann, erhellt der Evangelist durch Prophezeiungen, so die Flucht nach Ägypten, so den Aufenthalt in Nazareth. Auch bei anderen Propheten heißt er Reis, Sprosse. [Jer 23,5, Jer 33,15, Sach 3,8, Sach 6,12, Ez 17,22] +Matthäus Mt 48 2 23 24 Alles, was den Juden anstößig sein kann, erhellt der Evangelist durch Prophezeiungen, so die Flucht nach Ägypten, so den Aufenthalt in Nazareth. Auch bei anderen Propheten heißt er Reis, Sprosse. [Jer 23,5, Jer 33,15, Sach 3,8, Sach 6,12, Ez 17,22] Markus Mk 48 2 23 29 An einem Sabbat. Markus Mk 48 2 23 30 Eine oder die andere. Markus Mk 48 2 24 Pharisæi autem dicebant ei: Ecce, quid faciunt sabbatis quod non licet? Da sagten die Pharisäer zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbate, was nicht erlaubt ist? @@ -52425,89 +52444,89 @@ Markus Mk 48 2 27 Et dicebat eis: Sabbatum propter hominem factum est, et non ho Markus Mk 48 2 27 32 Das Gesetz steht im Range dem Menschen selbst nach. Wäre der Mensch für den Sabbat geschaffen, so müsste er eher den Tod erdulden als diesen nicht beobachten. Nun aber ist der Sabbat für das Seelenheil und das körperliche Wohlsein des Menschen bestimmt. Für sie Seele, damit der Mensch durch die Feier des Sabbats bekenne, dass Gott Himmel und Erde geschaffen hat [Ex 20,11, Dtn 5,12]; für den Leib, damit der Mensch nach der Arbeit der sechs Wochentage ruhe. Mithin ist der Sabbat so zu beobachten, dass er weder dem Heile der Seele, noch des Leibes schade. So gibt der Heiland zugleich eine allgemeine Richtschnur zur Auslegung der positiven Gesetze. Markus Mk 48 2 28 Itaque Dominus est Filius hominis, etiam sabbati. Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.³³ Markus Mk 48 2 28 33 Ist der Sabbat wegen der Menschen da, so ist der Herr aller Menschen [Dan 7,13.14] auch der Herr alles dessen, was zu ihrem Heile geordnet ist. -Markus Mk 48 3 0 Weitere Versuchungen seitens der Pharisäer; Heilung der verdorrten Hand. (V. 6) 3. Auserwählung und Aussendung der Apostel. (3,7 6,29). Die Auserwählung der Apostel. (V. 19) Der Heiland wird von den Pharisäern der Gemeinschaft mit Beelzebub beschuldigt. (V. 30) Christus erklärt, wen er als nahestehend anerkennt. -Matthäus Mt 47 3 0 3. Johannes, der Täufer, predigt Buße. (V. 12.) 4. Jesus lässt sich unter den Sündern taufen, und wird durch Gott den heiligen Geist, und den Vater verherrlicht. -Matthäus Mt 47 3 1 In diebus autem illis venit Joannes Baptista prædicans in deserto Judææ, In jenen Tagen¹ aber kam Johannes, der Täufer, und predigte in der Wüste von Judäa,² +Markus Mk 48 3 0 Weitere Versuchungen seitens der Pharisäer; Heilung der verdorrten Hand. (V. 6) 3. Auserwählung und Aussendung der Apostel. (3,7 6,29). Die Auserwählung der Apostel. (V. 19) Der Heiland wird von den Pharisäern der Gemeinschaft mit Beelzebub beschuldigt. (V. 30) Christus erklärt, wen er als nahestehend anerkennt. +Matthäus Mt 48 3 0 3. Johannes, der Täufer, predigt Buße. (V. 12.) 4. Jesus lässt sich unter den Sündern taufen, und wird durch Gott den heiligen Geist, und den Vater verherrlicht. +Matthäus Mt 48 3 1 In diebus autem illis venit Joannes Baptista prædicans in deserto Judææ, In jenen Tagen¹ aber kam Johannes, der Täufer, und predigte in der Wüste von Judäa,² Markus Mk 48 3 1 Et introivit iterum in synagogam: et erat ibi homo habens manum aridam. Und¹ er ging abermals² in die Synagoge; und es war daselbst ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. [Mt 12,9.10, Lk 6,6] Markus Mk 48 3 1 1 Die Pharisäer suchen das Ansehen des Heilandes bei dem Volke zu untergraben, [Joh 9,16] -Matthäus Mt 47 3 1 1 Um diese Zeit. Diese Worte knüpfen an [Mt 2,23] an: Als Jesus noch in Nazareth weilte. Nach [Lk 3,1] trug sich das Folgende im fünfzehnten Jahre des Kaisers Tiberius zu, nach der gewöhnlichen Zeitrechnung im achtundzwanzigsten Lebensjahre Jesu. Vgl. zu [Mt 3,1-12, Mk 1,2-8, Lk 3,1-18]. +Matthäus Mt 48 3 1 1 Um diese Zeit. Diese Worte knüpfen an [Mt 2,23] an: Als Jesus noch in Nazareth weilte. Nach [Lk 3,1] trug sich das Folgende im fünfzehnten Jahre des Kaisers Tiberius zu, nach der gewöhnlichen Zeitrechnung im achtundzwanzigsten Lebensjahre Jesu. Vgl. zu [Mt 3,1-12, Mk 1,2-8, Lk 3,1-18]. Markus Mk 48 3 1 2 Schon [Mt 1,21] wird gesagt, dass Jesus dort predigte. -Matthäus Mt 47 3 1 2 In der milden, wenig bewohnten Gegend zwischen Thekoa und dem roten Meere und im gleichartigen Jordantale. Der heilige Johannes predigt Buße und Bekehrung, wie einst die alten Propheten. [Jer 3,21ff, Ez 16,61, Dan 9,5] Nur Buße öffnet den Zugang zum Himmelreiche. Der Evangelist nennt ihn Johannes den Täufer, wie er von den Juden genannt ward. (Joseph) +Matthäus Mt 48 3 1 2 In der milden, wenig bewohnten Gegend zwischen Thekoa und dem roten Meere und im gleichartigen Jordantale. Der heilige Johannes predigt Buße und Bekehrung, wie einst die alten Propheten. [Jer 3,21ff, Ez 16,61, Dan 9,5] Nur Buße öffnet den Zugang zum Himmelreiche. Der Evangelist nennt ihn Johannes den Täufer, wie er von den Juden genannt ward. (Joseph) Markus Mk 48 3 2 Et observabant eum, si sabbatis curaret, ut accusarent illum. Sie aber gaben acht auf ihn, ob er am Sabbate heilen würde, damit sie ihn anklagen könnten.³ -Matthäus Mt 47 3 2 Et dicens: Pnitentiam agite: appropinquavit enim regnum clorum. und sprach: Tut Buße! denn das Himmelreich hat sich genahet.³ [Mk 1,4, Lk 3,3]. +Matthäus Mt 48 3 2 Et dicens: Pnitentiam agite: appropinquavit enim regnum clorum. und sprach: Tut Buße! denn das Himmelreich hat sich genahet.³ [Mk 1,4, Lk 3,3]. Markus Mk 48 3 2 3 Sie haben den Kranken vielleicht selbst hergeführt. -Matthäus Mt 47 3 2 3 Das Himmelreich, so wird, vielleicht im Gegensatze zu den irdischen Erwartungen der Juden, das Reich des Messias genannt. In der Tat, der Ursprung ist himmlisch und die Mittel sind es, welche von Menschen geboten werden, um hier himmlisch zu leben und einst in den Himmel zu gelangen. Es naht das Himmelreich der Zeit, der Erkenntnis, der Liebe, der Erreichbarkeit nach, alle sollen sich durch Buße auf die Erlangung desselben vorbereiten. [Mt 12,18] heißt dies Reich Reich Gottes, auf Erden ist es die streitende Kirche. -Matthäus Mt 47 3 3 Hic est enim, qui dictus est per Isaiam prophetam dicentem: Vox clamantis in deserto: Parate viam Domini: rectas facite semitas ejus. Dieser nämlich ist es,⁴ welcher verkündet ward von dem Propheten Isaias, wenn er spricht:⁵ Stimme eines Rufenden in der Wüste:⁶ Bereitet den Weg des Herrn; machet eben seine Pfade!⁷ [Mk 1,3, Lk 3,4]. +Matthäus Mt 48 3 2 3 Das Himmelreich, so wird, vielleicht im Gegensatze zu den irdischen Erwartungen der Juden, das Reich des Messias genannt. In der Tat, der Ursprung ist himmlisch und die Mittel sind es, welche von Menschen geboten werden, um hier himmlisch zu leben und einst in den Himmel zu gelangen. Es naht das Himmelreich der Zeit, der Erkenntnis, der Liebe, der Erreichbarkeit nach, alle sollen sich durch Buße auf die Erlangung desselben vorbereiten. [Mt 12,18] heißt dies Reich Reich Gottes, auf Erden ist es die streitende Kirche. +Matthäus Mt 48 3 3 Hic est enim, qui dictus est per Isaiam prophetam dicentem: Vox clamantis in deserto: Parate viam Domini: rectas facite semitas ejus. Dieser nämlich ist es,⁴ welcher verkündet ward von dem Propheten Isaias, wenn er spricht:⁵ Stimme eines Rufenden in der Wüste:⁶ Bereitet den Weg des Herrn; machet eben seine Pfade!⁷ [Mk 1,3, Lk 3,4]. Markus Mk 48 3 3 Et ait homini habenti manum aridam: Surge in medium. Da sprach er zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Stehe auf, und tritt hierher in die Mitte!⁴ Markus Mk 48 3 3 4 Wenn alle die vertrocknete Hand sehen, fühlen sie Mitleid und verabscheuen die Bosheit der Pharisäer. -Matthäus Mt 47 3 3 4 Anmerkung des heil. Matthäus. -Matthäus Mt 47 3 3 5 [Jes 40,3]. Im hebräischen ist Jahwe der Weg zu bereiten, ein Name, der allein Gott eigen, also wird der Heiland hier als Gott bezeichnet. -Matthäus Mt 47 3 3 6 Johannes ist nicht das göttliche Wort, das zu Kindern Gottes umschafft, sondern nur eine weckende Stimme. -Matthäus Mt 47 3 3 7 Durch Wegräumung aller Hindernisse des Heils, durch Ablegung aller bösen Gewohnheiten, Neigungen u. -Matthäus Mt 47 3 4 Ipse autem Joannes habebat vestimentum de pilis camelorum, et zonam pelliceam circa lumbos suos: esca autem ejus erat locustæ, et mel silvestre. Johannes aber selbst hatte ein Kleid von Kamelhaaren⁸ und einen ledernen Gürtel um seine Lenden, seine Nahrung aber waren Heuschrecken und Waldhonig. +Matthäus Mt 48 3 3 4 Anmerkung des heil. Matthäus. +Matthäus Mt 48 3 3 5 [Jes 40,3]. Im hebräischen ist Jahwe der Weg zu bereiten, ein Name, der allein Gott eigen, also wird der Heiland hier als Gott bezeichnet. +Matthäus Mt 48 3 3 6 Johannes ist nicht das göttliche Wort, das zu Kindern Gottes umschafft, sondern nur eine weckende Stimme. +Matthäus Mt 48 3 3 7 Durch Wegräumung aller Hindernisse des Heils, durch Ablegung aller bösen Gewohnheiten, Neigungen u. +Matthäus Mt 48 3 4 Ipse autem Joannes habebat vestimentum de pilis camelorum, et zonam pelliceam circa lumbos suos: esca autem ejus erat locustæ, et mel silvestre. Johannes aber selbst hatte ein Kleid von Kamelhaaren⁸ und einen ledernen Gürtel um seine Lenden, seine Nahrung aber waren Heuschrecken und Waldhonig. Markus Mk 48 3 4 Et dicit eis: Licet sabbatis benefacere, an male? animam salvam facere, an perdere? At illi tacebant. Und er sprach zu ihnen: Ist es erlaubt, am Sabbate Gutes zu tun, oder Böses? ein Leben zu retten, oder zu verderben?⁵ Sie aber schwiegen.⁶ Markus Mk 48 3 4 5 Durch Verweigerung der Hilfe. Markus Mk 48 3 4 6 Sie fürchten für ihr Ansehen, wenn sie der Heilung Widerspruch entgegenstellen. -Matthäus Mt 47 3 4 8 Was er lehrt, zeigt der heilige Johannes durch die Tat, in Kleidung und Nahrung ein Büßer. Ein Bußkleid, der Gurt ähnlich dem des Elias [2Kön 1,8], die Speise Heuschrecken und aus den Bäumen tropfender Saft. -Matthäus Mt 47 3 5 Tunc exibat ad eum Jerosolyma, et omnis Judæa, et omnis regio circa Jordanem; Da ging Jerusalem zu ihm hinaus,⁹ und ganz Judäa, und die ganze Gegend am Jordan.¹⁰ [Mk 1,5]. +Matthäus Mt 48 3 4 8 Was er lehrt, zeigt der heilige Johannes durch die Tat, in Kleidung und Nahrung ein Büßer. Ein Bußkleid, der Gurt ähnlich dem des Elias [2Kön 1,8], die Speise Heuschrecken und aus den Bäumen tropfender Saft. +Matthäus Mt 48 3 5 Tunc exibat ad eum Jerosolyma, et omnis Judæa, et omnis regio circa Jordanem; Da ging Jerusalem zu ihm hinaus,⁹ und ganz Judäa, und die ganze Gegend am Jordan.¹⁰ [Mk 1,5]. Markus Mk 48 3 5 Et circumspiciens eos cum ira, contristatus super cæcitate cordis eorum, dicit homini: Extende manum tuam. Et extendit, et restituta est manus illi. Und er sah sie ringsherum zürnend an,⁷ betrübt über die Blindheit ihres Herzens, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand ward wieder gesund.⁸ Markus Mk 48 3 5 7 Christus will ihr Gewissen wecken. Markus Mk 48 3 5 8 So gibt Christus die Lösung der Frage. -Matthäus Mt 47 3 5 9 Seit Malachias war kein Prophet gekommen, das Volk aber sehnte sich nach einem solchen. S. [1Makk 4,46, 1Makk 14,41]. Johannes Erscheinung und die Zahl der von Daniel verkündeten Jahre mehren die Sehnsucht. Die Bewegung verbreitet sich von der Hauptstadt in das Tal zu beiden Seiten des Jordan, jetzt el Chor genannt. -Matthäus Mt 47 3 5 10 Der Zulauf zum Reiche Gottes ist groß; aber wenigen ist es ernst, und die wenigsten harren aus. +Matthäus Mt 48 3 5 9 Seit Malachias war kein Prophet gekommen, das Volk aber sehnte sich nach einem solchen. S. [1Makk 4,46, 1Makk 14,41]. Johannes Erscheinung und die Zahl der von Daniel verkündeten Jahre mehren die Sehnsucht. Die Bewegung verbreitet sich von der Hauptstadt in das Tal zu beiden Seiten des Jordan, jetzt el Chor genannt. +Matthäus Mt 48 3 5 10 Der Zulauf zum Reiche Gottes ist groß; aber wenigen ist es ernst, und die wenigsten harren aus. Markus Mk 48 3 6 Exeuntes autem Pharisæi, statim cum Herodianis consilium faciebant adversus eum quomodo eum perderent. Die Pharisäer aber gingen hinaus, und hielten sogleich⁹ mit den Herodianern Rat wider ihn, wie sie ihn töten könnten. [Mt 12,14] -Matthäus Mt 47 3 6 Et baptizabantur ab eo in Jordane, confitentes peccata sua. Und sie wurden von ihm im Jordan getauft,¹¹ und bekannten ihre Sünden.¹² +Matthäus Mt 48 3 6 Et baptizabantur ab eo in Jordane, confitentes peccata sua. Und sie wurden von ihm im Jordan getauft,¹¹ und bekannten ihre Sünden.¹² Markus Mk 48 3 6 9 Und mehrfach. Christus befand sich im Gebiete des Herodes. Die Pharisäer wählen ihre sonstigen Gegner als Bundesgenossen, wenn es gilt, ihren Hass zu befriedigen. Diese fünf Erzählungen haben gezeigt, wie ungeeignet die Führer des Volkes für das messianische Reich sind. Welchen Erfolg wird der Heiland bei einem Volke haben, das solchen Führern folgt? -Matthäus Mt 47 3 6 11 Zwar gab es im Mos. Gesetz mancherlei Waschungen, indes die Taufe des heil. Johannes ist neu. Er taucht die Sünder im Jordan unter, weil seine Taufe nicht gesetzliche Unreinheit heben soll, sondern auf den Nachlass der Sünden abzielt, ein Sündenbekenntnis erheischt und den Glauben fordert an den, der nach Johannes kommen soll. Deshalb schreibt Johannes den Ursprung dieser Taufe Gott zu. [Joh 1,33]. Daher auch die Frage des hohen Rates [Joh 1,25]. -Matthäus Mt 47 3 6 12 Einzelne, bestimmte (Cyrill. Jerus.). Indes erlies diese Taufe die Sünden nicht durch sich. -Matthäus Mt 47 3 7 Videns autem multos Pharisæorum, et Sadducæorum venientes ad baptismum suum, dixit eis: Progenies viperarum, quis demonstravit vobis fugere a ventura ira? Als er aber viele von den Pharisäern und Sadducäern zu seiner Taufe kommen sah,¹³ sprach er zu ihnen: Ihr Natterngezücht!¹⁴ wer hat euch gelehret, dem zukünftigen Zorne zu entfliehen?¹⁵ [Lk 3,7]. +Matthäus Mt 48 3 6 11 Zwar gab es im Mos. Gesetz mancherlei Waschungen, indes die Taufe des heil. Johannes ist neu. Er taucht die Sünder im Jordan unter, weil seine Taufe nicht gesetzliche Unreinheit heben soll, sondern auf den Nachlass der Sünden abzielt, ein Sündenbekenntnis erheischt und den Glauben fordert an den, der nach Johannes kommen soll. Deshalb schreibt Johannes den Ursprung dieser Taufe Gott zu. [Joh 1,33]. Daher auch die Frage des hohen Rates [Joh 1,25]. +Matthäus Mt 48 3 6 12 Einzelne, bestimmte (Cyrill. Jerus.). Indes erlies diese Taufe die Sünden nicht durch sich. +Matthäus Mt 48 3 7 Videns autem multos Pharisæorum, et Sadducæorum venientes ad baptismum suum, dixit eis: Progenies viperarum, quis demonstravit vobis fugere a ventura ira? Als er aber viele von den Pharisäern und Sadducäern zu seiner Taufe kommen sah,¹³ sprach er zu ihnen: Ihr Natterngezücht!¹⁴ wer hat euch gelehret, dem zukünftigen Zorne zu entfliehen?¹⁵ [Lk 3,7]. Markus Mk 48 3 7 Jesus autem cum discipulis suis secessit ad mare: et multa turba a Galilæa, et Judæa secuta est eum, Jesus aber entwich mit seinen Jüngern an das Meer;¹⁰ und viel Volk von Galiläa und Judäa folgte ihm, Markus Mk 48 3 7 10 Weil die Zeit seines Leidens noch nicht gekommen war und er den Pharisäern Zeit zur Buße lassen will. -Matthäus Mt 47 3 7 13 Das Volk kommt mit frommem Herzen, nicht so die Führer. Die Pharisäer (Abgesonderte) wollten nicht nur das Gesetz Moses, sondern auch viele Überlieferungen beobachtet wissen. Die Sadduzäer, zu denen die Vornehmsten und Reichsten des Volkes gehörten, erkannten nur das Gesetz an und verwarfen die Erklärungen der Pharisäer. Ihre Lebensweise verriet wenig Strenge. Nach [Apg 5,17] und [Apg 23,9] gehörte auch der Hohepriester zur Sekte der Sadducäer. -Matthäus Mt 47 3 7 14 Ihr habt die Bosheit gleichsam als Erbteil: Anderen schädliche und verstockte Menschen [Jes 59,5, Ps 57,5]. Welche Gegner hat das nahende Himmelreich! -Matthäus Mt 47 3 7 15 Wer? Niemand. -Matthäus Mt 47 3 8 Facite ergo fructum dignum pnitentiæ. Bringet denn würdige Früchte der Buße!¹⁶ +Matthäus Mt 48 3 7 13 Das Volk kommt mit frommem Herzen, nicht so die Führer. Die Pharisäer (Abgesonderte) wollten nicht nur das Gesetz Moses, sondern auch viele Überlieferungen beobachtet wissen. Die Sadduzäer, zu denen die Vornehmsten und Reichsten des Volkes gehörten, erkannten nur das Gesetz an und verwarfen die Erklärungen der Pharisäer. Ihre Lebensweise verriet wenig Strenge. Nach [Apg 5,17] und [Apg 23,9] gehörte auch der Hohepriester zur Sekte der Sadducäer. +Matthäus Mt 48 3 7 14 Ihr habt die Bosheit gleichsam als Erbteil: Anderen schädliche und verstockte Menschen [Jes 59,5, Ps 57,5]. Welche Gegner hat das nahende Himmelreich! +Matthäus Mt 48 3 7 15 Wer? Niemand. +Matthäus Mt 48 3 8 Facite ergo fructum dignum pnitentiæ. Bringet denn würdige Früchte der Buße!¹⁶ Markus Mk 48 3 8 Et ab Jerosolymis, et ab Idumæa, et trans Jordanem: et qui circa Tyrum, et Sidonem, multitudo magna, audientes, quæ faciebat, venerunt ad eum. auch von Jerusalem und Idumäa,¹¹ und von jenseits des Jordans; und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kam eine große Menge zu ihm,¹² als sie von seinen Taten hörten. Markus Mk 48 3 8 11 Zwischen Südpalästina und dem peträischen Arabien. Markus Mk 48 3 8 12 Wohl auch viele Heiden. -Matthäus Mt 47 3 8 16 In der Buße ist die Hoffnung des Heiles. -Matthäus Mt 47 3 9 Et ne velitis dicere intra vos: Patrem habemus Abraham. Dico enim vobis quoniam potens est Deus de lapidibus istis suscitare filios Abrahæ. Lasset euch nicht bedünken, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater;¹⁷ denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen hier Kinder erwecken.¹⁸ [Joh 8,39]. +Matthäus Mt 48 3 8 16 In der Buße ist die Hoffnung des Heiles. +Matthäus Mt 48 3 9 Et ne velitis dicere intra vos: Patrem habemus Abraham. Dico enim vobis quoniam potens est Deus de lapidibus istis suscitare filios Abrahæ. Lasset euch nicht bedünken, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater;¹⁷ denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen hier Kinder erwecken.¹⁸ [Joh 8,39]. Markus Mk 48 3 9 Et dixit discipulis suis ut navicula sibi deserviret propter turbam, ne comprimerent eum. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten der Volksmenge wegen ein Schifflein für ihn bereit halten, damit sie ihn nicht erdrückten; -Matthäus Mt 47 3 9 17 Die Verheißungen Gottes sind Abraham und seinen Nachkommen gegeben. S. [Joh 8,33]. Welchen aber? Ismael, Esau und andere Beispiele zeigen, dass nicht die fleischliche Nachkommenschaft zu Kindern des Segens macht. S. [Joh 8,39, Röm 9,7]. -Matthäus Mt 47 3 9 18 Menschen bilden und sie zu geistigen Kindern Abrahams machen. S. [Röm 9,7, Gal 3,7]. +Matthäus Mt 48 3 9 17 Die Verheißungen Gottes sind Abraham und seinen Nachkommen gegeben. S. [Joh 8,33]. Welchen aber? Ismael, Esau und andere Beispiele zeigen, dass nicht die fleischliche Nachkommenschaft zu Kindern des Segens macht. S. [Joh 8,39, Röm 9,7]. +Matthäus Mt 48 3 9 18 Menschen bilden und sie zu geistigen Kindern Abrahams machen. S. [Röm 9,7, Gal 3,7]. Markus Mk 48 3 10 Multos enim sanabat ita, ut irruerent in eum, ut illum tangerent, quotquot habebant plagas. denn er heilte viele, so dass alle, die mit Gebrechen¹³ behaftet waren, mit Gewalt zu ihm hindrangen, um ihn anzurühren. -Matthäus Mt 47 3 10 Jam enim securis ad radicem arborum posita est. Omnis ergo arbor, quæ non facit fructum bonum, excidetur, et in ignem mittetur. Denn schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum also, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und in's Feuer geworfen.¹⁹ +Matthäus Mt 48 3 10 Jam enim securis ad radicem arborum posita est. Omnis ergo arbor, quæ non facit fructum bonum, excidetur, et in ignem mittetur. Denn schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum also, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und in's Feuer geworfen.¹⁹ Markus Mk 48 3 10 13 Das latein. Wort deutet darauf hin, dass Gott oft Krankheiten als Strafe für die Sünden sendet. -Matthäus Mt 47 3 10 19 An die Wurzel: So dass keine Lebenshoffnung bleibt. Es genügt nicht, sich vom Bösen zu enthalten. Gott ist schon bereit euch das Reich Gottes hier und dort zu entziehen, und euch der Hölle (unt. 25,41.46. Apos. 20) zu übergeben. Vergl. [Lk 13,7]. +Matthäus Mt 48 3 10 19 An die Wurzel: So dass keine Lebenshoffnung bleibt. Es genügt nicht, sich vom Bösen zu enthalten. Gott ist schon bereit euch das Reich Gottes hier und dort zu entziehen, und euch der Hölle (unt. 25,41.46. Apos. 20) zu übergeben. Vergl. [Lk 13,7]. Markus Mk 48 3 11 Et spiritus immundi, cum illum videbant, procidebant ei: et clamabant dicentes: Und wenn die unreinen Geister ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder, schrien und sprachen: -Matthäus Mt 47 3 11 Ego quidem baptizo vos in aqua in pnitentiam: qui autem post me venturus est, fortior me est, cujus non sum dignus calceamenta portare: ipse vos baptizabit in Spiritu sancto, et igni. Ich zwar taufe euch in Wasser zur Buße, der aber nach mir kommen wird, ist stärker als ich, dessen Schuhe zu tragen ich nicht würdig bin;²⁰ dieser wird euch in heiligem Geiste und Feuer taufen.²¹ [Mk 1,8, Lk 3,16, Joh 1,26.27]. -Matthäus Mt 47 3 11 20 Ich bin nicht würdig, ihm die niedrigsten Knechtesdienste zu leisten. Die Schuhe bestanden in Fußsohlen, welche mit Riemen an den Fuß gebunden wurden. Sie anzubinden, abzulösen, und beim Eintritt in das Haus zu tragen, war Geschäft der Sklaven. Johannes hatte ein ungeheures Ansehen, wie mussten also solche Worte wirken. -Matthäus Mt 47 3 11 21 Das Bild von der Geistestaufe bei [Jes 43,3, Joel 2,28]. Die Mitteilung des heil. Geistes beschränkt sich bei den Christen nicht auf die Taufe, wie [Apg 1,5] und [Apg 11,5] zeigen. Johannes bezeugt wiederum die Gottheit Christi, denn die Ausgießung des hl. Geistes gehört Gott zu. Da die Gnade das Böse verzehrt, die Seele reinigt und zum Guten entflammt, wird sie dem Feuer verglichen. +Matthäus Mt 48 3 11 Ego quidem baptizo vos in aqua in pnitentiam: qui autem post me venturus est, fortior me est, cujus non sum dignus calceamenta portare: ipse vos baptizabit in Spiritu sancto, et igni. Ich zwar taufe euch in Wasser zur Buße, der aber nach mir kommen wird, ist stärker als ich, dessen Schuhe zu tragen ich nicht würdig bin;²⁰ dieser wird euch in heiligem Geiste und Feuer taufen.²¹ [Mk 1,8, Lk 3,16, Joh 1,26.27]. +Matthäus Mt 48 3 11 20 Ich bin nicht würdig, ihm die niedrigsten Knechtesdienste zu leisten. Die Schuhe bestanden in Fußsohlen, welche mit Riemen an den Fuß gebunden wurden. Sie anzubinden, abzulösen, und beim Eintritt in das Haus zu tragen, war Geschäft der Sklaven. Johannes hatte ein ungeheures Ansehen, wie mussten also solche Worte wirken. +Matthäus Mt 48 3 11 21 Das Bild von der Geistestaufe bei [Jes 43,3, Joel 2,28]. Die Mitteilung des heil. Geistes beschränkt sich bei den Christen nicht auf die Taufe, wie [Apg 1,5] und [Apg 11,5] zeigen. Johannes bezeugt wiederum die Gottheit Christi, denn die Ausgießung des hl. Geistes gehört Gott zu. Da die Gnade das Böse verzehrt, die Seele reinigt und zum Guten entflammt, wird sie dem Feuer verglichen. Markus Mk 48 3 12 Tu es Filius Dei. Et vehementer comminabatur eis ne manifestarent illum. Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, ihn nicht offenbar zu machen.¹⁴ -Matthäus Mt 47 3 12 Cujus ventilabrum in manu sua: et permundabit aream suam: et congregabit triticum suum in horreum, paleas autem comburet igni inexstinguibili. Seine Wurfschaufel hat er in seiner Hand und wird seine Tenne reinigen;²² seinen Weizen wird er in die Scheuer sammeln, die Spreu aber verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.²³ +Matthäus Mt 48 3 12 Cujus ventilabrum in manu sua: et permundabit aream suam: et congregabit triticum suum in horreum, paleas autem comburet igni inexstinguibili. Seine Wurfschaufel hat er in seiner Hand und wird seine Tenne reinigen;²² seinen Weizen wird er in die Scheuer sammeln, die Spreu aber verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.²³ Markus Mk 48 3 12 14 Das Volk war noch nicht genügend vorbereitet auf diese Wahrheit. -Matthäus Mt 47 3 12 22 Er wird die Guten von den Bösen scheiden. Das ausgebrochene Getreide wird im Morgenlande mit einer Wurfschaufel gegen den Wind geworfen, wobei die guten Körner zu Boden fallen, die Spreu von dem Winde beiseits geführt wird. Christus ist Heiland, aber auch Richter. Seine Wurfschaufel: seine eigene. Ihm gehört das Gericht zu. [vergl. Mt 13,30]. Die Tenne ist Israel, dann auch die Völker. Die Predigt Johannes des Täufers ist wahrhaft eine Vorläuferin der Predigt Christi. -Matthäus Mt 47 3 12 23 Die Guten werden in des Herrn Wohnungen aufgenommen, die Bösen einem Feuer übergeben werden, das nie erlischt. Vergl. [Mk 9,43.45, Mt 25,46]. -Matthäus Mt 47 3 13 Tunc venit Jesus a Galilæa in Jordanem ad Joannem, ut baptizaretur ab eo. Damals kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um von ihm getauft zu werden.²⁴ [Mk 1,9, Lk 3,21] +Matthäus Mt 48 3 12 22 Er wird die Guten von den Bösen scheiden. Das ausgebrochene Getreide wird im Morgenlande mit einer Wurfschaufel gegen den Wind geworfen, wobei die guten Körner zu Boden fallen, die Spreu von dem Winde beiseits geführt wird. Christus ist Heiland, aber auch Richter. Seine Wurfschaufel: seine eigene. Ihm gehört das Gericht zu. [vergl. Mt 13,30]. Die Tenne ist Israel, dann auch die Völker. Die Predigt Johannes des Täufers ist wahrhaft eine Vorläuferin der Predigt Christi. +Matthäus Mt 48 3 12 23 Die Guten werden in des Herrn Wohnungen aufgenommen, die Bösen einem Feuer übergeben werden, das nie erlischt. Vergl. [Mk 9,43.45, Mt 25,46]. +Matthäus Mt 48 3 13 Tunc venit Jesus a Galilæa in Jordanem ad Joannem, ut baptizaretur ab eo. Damals kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um von ihm getauft zu werden.²⁴ [Mk 1,9, Lk 3,21] Markus Mk 48 3 13 Et ascendens in montem vocavit ad se quos voluit ipse: et venerunt ad eum. Und er stieg auf den Berg¹⁵ und berief zu sich,¹⁶ die er selbst wollte;¹⁷ und sie kamen zu ihm.¹⁸ [Lk 6,12, Mt 10,1] Markus Mk 48 3 13 15 Es ist der Berg der Seligkeiten am See Tiberias. Dort betet Christus [Lk 6,12], wohl seinem Vater die Apostel und die Kirche empfehlend. Markus Mk 48 3 13 16 Da die Führer des Volkes den Herrn anfeinden, das Volk aber die Unterweisung bedarf, wählt Christus die Apostel, damit sie die Führer seines Volke seien. Da er einige aus den Jüngern zu höherem Range, zu Aposteln auswählt, schafft er eine hierarchische Ordnung. Markus Mk 48 3 13 17 Ohne ihr Verdienst und kraft seiner Machtvollkommenheit. Markus Mk 48 3 13 18 Mit großer Bereitwilligkeit. Der Heiland erklärte ihnen wohl die Obliegenheiten ihres Amtes. -Matthäus Mt 47 3 13 24 Da die Erwartung allgemein, tritt Christus auf. Der hl. Johannes soll ihm Zeugnis geben und der himmlische Vater dasselbe bestätigen. Johannes hatte den Heiland noch nicht gesehen. [Joh 1,31.33]. Er fühlte einst Christi Gegenwart im Mutterleibe, soll er ihn jetzt nicht erkennen, da er ihn ersehnt? Vielleicht spricht eine innere Stimme zu ihm, wie einst zu Samuel [1Kön 16,12]. -Matthäus Mt 47 3 14 Joannes autem prohibebat eum, dicens: Ego a te debeo baptizari, et tu venis ad me? Johannes aber wehrte es ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?²⁵ +Matthäus Mt 48 3 13 24 Da die Erwartung allgemein, tritt Christus auf. Der hl. Johannes soll ihm Zeugnis geben und der himmlische Vater dasselbe bestätigen. Johannes hatte den Heiland noch nicht gesehen. [Joh 1,31.33]. Er fühlte einst Christi Gegenwart im Mutterleibe, soll er ihn jetzt nicht erkennen, da er ihn ersehnt? Vielleicht spricht eine innere Stimme zu ihm, wie einst zu Samuel [1Kön 16,12]. +Matthäus Mt 48 3 14 Joannes autem prohibebat eum, dicens: Ego a te debeo baptizari, et tu venis ad me? Johannes aber wehrte es ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?²⁵ Markus Mk 48 3 14 Et fecit ut essent duodecim cum illo: et ut mitteret eos prædicare. Und er bestellte zwölf,¹⁹ dass sie um ihn seien, und dass er sie zum Predigen ausschickte, Markus Mk 48 3 14 19 Sie sind gleichsam die zwölf Patriarchen des Neuen Volkes Gottes. Übrigens kommt die Zahl 12 häufig in der heiligen Geschichte vor. -Matthäus Mt 47 3 14 25 Er bekennt Christus als den, von dem er (V. 11) geredet. -Matthäus Mt 47 3 15 Respondens autem Jesus, dixit ei: Sine modo: sic enim decet nos implere omnem justitiam. Tunc dimisit eum. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lasse es jetzt geschehen; denn also geziemt es sich uns, jegliche Gerechtigkeit zu erfüllen.²⁶ Dann ließ er ihn hinzu. +Matthäus Mt 48 3 14 25 Er bekennt Christus als den, von dem er (V. 11) geredet. +Matthäus Mt 48 3 15 Respondens autem Jesus, dixit ei: Sine modo: sic enim decet nos implere omnem justitiam. Tunc dimisit eum. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lasse es jetzt geschehen; denn also geziemt es sich uns, jegliche Gerechtigkeit zu erfüllen.²⁶ Dann ließ er ihn hinzu. Markus Mk 48 3 15 Et dedit illis potestatem curandi infirmitates, et ejiciendi dæmonia. und gab ihnen die Macht, die Krankheiten zu heilen und die bösen Geister auszutreiben. -Matthäus Mt 47 3 15 26 Uns: Mir und dir. Gerechtigkeit ist das, was Gott an den Menschen wünscht, also besonders, dass sie tun, was Gott will. Es war also der Wunsch des himmlischen Vaters, dass Christus sich taufen ließ. Christus, dem Zeremonialgesetz sich unterwerfend, den Sündern gleich geworden außer der Sünde, gibt durch die Taufe kund, dass er unsere Sünden auf sich nimmt. Da das Untertauchen den Tod bedeutet, zeigt der Herr seinen Willen, für uns zu sterben. Er wird als Messias offenbart, billigt die Taufe des Johannes, heiligt das Wasser, gibt uns ein Beispiel der Demut. +Matthäus Mt 48 3 15 26 Uns: Mir und dir. Gerechtigkeit ist das, was Gott an den Menschen wünscht, also besonders, dass sie tun, was Gott will. Es war also der Wunsch des himmlischen Vaters, dass Christus sich taufen ließ. Christus, dem Zeremonialgesetz sich unterwerfend, den Sündern gleich geworden außer der Sünde, gibt durch die Taufe kund, dass er unsere Sünden auf sich nimmt. Da das Untertauchen den Tod bedeutet, zeigt der Herr seinen Willen, für uns zu sterben. Er wird als Messias offenbart, billigt die Taufe des Johannes, heiligt das Wasser, gibt uns ein Beispiel der Demut. Markus Mk 48 3 16 Et imposuit Simoni nomen Petrus: Und er legte dem Simon den Namen Petrus bei,²⁰ -Matthäus Mt 47 3 16 Baptizatus autem Jesus, confestim ascendit de aqua. Et ecce aperti sunt ei cli: et vidit Spiritum Dei descendentem sicut columbam, et venientem super se. Als aber Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, es öffneten sich ihm die Himmel, und er²⁷ sah den Geist Gottes herabkommen über ihn und wie eine Taube herabsteigen. [Lk 3,22, Lk 9,35, 2Petr 1,17]. +Matthäus Mt 48 3 16 Baptizatus autem Jesus, confestim ascendit de aqua. Et ecce aperti sunt ei cli: et vidit Spiritum Dei descendentem sicut columbam, et venientem super se. Als aber Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, es öffneten sich ihm die Himmel, und er²⁷ sah den Geist Gottes herabkommen über ihn und wie eine Taube herabsteigen. [Lk 3,22, Lk 9,35, 2Petr 1,17]. Markus Mk 48 3 16 20 Bisher hatte der Evangelist den heil. Petrus nur Simon genannt; von dieser Stelle ab nennt er ihn ausschließlich mit dem neuen Namen. Vergl. [Apg 13,9] wo der Name Saulus gebraucht wird, der nicht weiter vorkommt. Ob Christus den Namen schon jetzt gab (Aug., Bed.) oder erst später, steht nicht fest. -Matthäus Mt 47 3 16 27 Christus und Johannes sehen [Joh 1,34] nach allgemeiner Meinung auch die übrigen, damit sie wissen, wer es ist, der eben getauft, und welchen Beruf er hat: In ihm will der Vater mit der Welt versöhnt werden. Durch seinen Gehorsam wird der durch Adams Ungehorsam verschlossene Himmel geöffnet. Die ganze heilige Dreifaltigkeit offenbart sich hier. Der heil. Geist erscheint in Gestalt einer Taube: Sinnbild des Friedens und der Einfalt. Es ist gleichsam eine zweite Epiphanie: Bisher für einen aus dem Volke gehalten, beginnt Christus jetzt sein Werk. Christus, nimmt nicht innerlich zu durch das Herabkommen des heil. Geistes, sondern es wird offenbar, dass dieser in ihm wohnt. Die Taufe Christi ist auch ein Bild der Güter, welche uns in der Taufe zuteil werden: Der Himmel wird uns eröffnet und wir werden Kinder Gottes. +Matthäus Mt 48 3 16 27 Christus und Johannes sehen [Joh 1,34] nach allgemeiner Meinung auch die übrigen, damit sie wissen, wer es ist, der eben getauft, und welchen Beruf er hat: In ihm will der Vater mit der Welt versöhnt werden. Durch seinen Gehorsam wird der durch Adams Ungehorsam verschlossene Himmel geöffnet. Die ganze heilige Dreifaltigkeit offenbart sich hier. Der heil. Geist erscheint in Gestalt einer Taube: Sinnbild des Friedens und der Einfalt. Es ist gleichsam eine zweite Epiphanie: Bisher für einen aus dem Volke gehalten, beginnt Christus jetzt sein Werk. Christus, nimmt nicht innerlich zu durch das Herabkommen des heil. Geistes, sondern es wird offenbar, dass dieser in ihm wohnt. Die Taufe Christi ist auch ein Bild der Güter, welche uns in der Taufe zuteil werden: Der Himmel wird uns eröffnet und wir werden Kinder Gottes. Markus Mk 48 3 17 Et Jacobum Zebedæi, et Joannem fratrem Jacobi, et imposuit eis nomina Boanerges, quod est, filii tonitrui: und berief Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen er den Namen Boanerges, das ist Donnerkinder, gab;²¹ -Matthäus Mt 47 3 17 Et ecce vox de clis dicens: Hic est Filius meus dilectus in quo mihi complacui. Und siehe, eine Stimme vom Himmel sprach: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an welchem ich Wohlgefallen habe! +Matthäus Mt 48 3 17 Et ecce vox de clis dicens: Hic est Filius meus dilectus in quo mihi complacui. Und siehe, eine Stimme vom Himmel sprach: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an welchem ich Wohlgefallen habe! Markus Mk 48 3 17 21 Die Reihenfolge [Mt 10,2] und [Lk 6,14] ist eine andere. Der heil. Markus fügt dem heil. Petrus diejenigen zunächst an, deren Namen der Heiland veränderte. Ähnlich [Apg 1,13]. Boanerges aramäische Aussprache für Ben Regesch. Ihr Charakter und demnach auch ihre Predigt (Greg. Naz., Theod.) entsprechen wohl diesem Namen. Markus Mk 48 3 18 Et Andream, et Philippum, et Bartholomæum, et Matthæum, et Thomam, et Jacobum Alphæi, et Thaddæum, et Simonem Cananæum, und Andreas, und Philippus, und Bartholomäus,²² und Matthäus, und Thomas,²³ und Jakobus, den Sohn des Alphäus,²⁴ und Thaddäus,²⁵ und Simon, den Kananäer,²⁶ Markus Mk 48 3 18 22 Nathanael [Joh 1,45, Joh 21,2]. @@ -52547,111 +52566,111 @@ Markus Mk 48 3 33 40 Wer sind die, welche ich als Messias am meisten liebe und Markus Mk 48 3 34 Et circumspiciens eos, qui in circuitu ejus sedebant, ait: Ecce mater mea, et fratres mei. Und indem er die, welche um ihn her saßen, ringsum anblickte, sprach er: Siehe da meine Mutter, und meine Brüder! Markus Mk 48 3 35 Qui enim fecerit voluntatem Dei, hic frater meus, et soror mea, et mater est. Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder, meine Schwester, und meine Mutter.⁴¹ Markus Mk 48 3 35 41 Vergl. [Joh 4,34]. Ich schätze den Willen Gottes über alles. Also ist mir am nächsten verwandt, wer am genauesten Gottes Willen tut. Diese geistig Verwandten, denen jetzt meine Sorge gilt, darf ich um der leiblichen Verwandten willen nicht verlassen, der ich meine Apostel ermahnt habe, alles zu verlassen. Jesus leugnet nicht, dass Maria, seine Mutter, noch auch, dass sie ihm geistig am nächsten steht, sondern spricht nur aus, dass ihm die geistige Verwandtschaft über die leibliche geht. -Markus Mk 48 4 0 Das Gleichnis vom Sämann (V. 20) und andere Gleichnisse vom Reiche Gottes. (V. 34) Die Stillung des Seesturmes. -Matthäus Mt 47 4 0 5. Versuchung Christi (V. 11) II. 4,12-13, 58. 1. Anfang der Predigt Christi und Berufung der Apostel. -Matthäus Mt 47 4 1 Tunc Jesus ductus est in desertum a Spiritu, ut tentaretur a diabolo. Da ward Jesus vom Geiste¹ in die Wüste geführt,² damit er von dem Teufel versucht würde.³ [Mk 1,12, Lk 4,1]. +Markus Mk 48 4 0 Das Gleichnis vom Sämann (V. 20) und andere Gleichnisse vom Reiche Gottes. (V. 34) Die Stillung des Seesturmes. +Matthäus Mt 48 4 0 5. Versuchung Christi (V. 11) II. 4,12-13, 58. 1. Anfang der Predigt Christi und Berufung der Apostel. +Matthäus Mt 48 4 1 Tunc Jesus ductus est in desertum a Spiritu, ut tentaretur a diabolo. Da ward Jesus vom Geiste¹ in die Wüste geführt,² damit er von dem Teufel versucht würde.³ [Mk 1,12, Lk 4,1]. Markus Mk 48 4 1 Et iterum cpit docere ad mare: et congregata est ad eum turba multa, ita ut navim ascendens sederet in mari, et omnis turba circa mare super terram erat: Und er fing abermals¹ an, am Meere zu lehren; und es sammelte sich zu ihm eine große² Schar, so dass er in das Schiff stieg, und so auf dem Meere saß, das ganze Volk aber war auf dem Lande am Meere entlang. [Mt 13,1.2, Lk 8,4] Markus Mk 48 4 1 1 Wie [Mk 2,13] und gewiss auch [Mk 3,7], obwohl an letzter Stelle nur Heilungen berichtet werden. -Matthäus Mt 47 4 1 1 Christus ist als Messias offenbart. Der Messias ist der Begründer des Neuen Bundes [Jer 31,32], Sieger des Satans [Gen 3,15]. Wie Moses, der Mittler des Alten Bundes, vierzig Tage in der Einsamkeit dem Gebete oblag, so Christus, der Mittler des Neuen. Der dreifache Sieg über den Versucher zeigt, dass er denselben vollkommen besiegen und sein Reich zerstören wird. So ist auch die Versuchung ein Vorspiel des messianischen Werkes. Da der heil. Geist den Herrn in die Wüste führt, steht Großes bevor; Christus folgt gern um des Heiles des Menschen willen. +Matthäus Mt 48 4 1 1 Christus ist als Messias offenbart. Der Messias ist der Begründer des Neuen Bundes [Jer 31,32], Sieger des Satans [Gen 3,15]. Wie Moses, der Mittler des Alten Bundes, vierzig Tage in der Einsamkeit dem Gebete oblag, so Christus, der Mittler des Neuen. Der dreifache Sieg über den Versucher zeigt, dass er denselben vollkommen besiegen und sein Reich zerstören wird. So ist auch die Versuchung ein Vorspiel des messianischen Werkes. Da der heil. Geist den Herrn in die Wüste führt, steht Großes bevor; Christus folgt gern um des Heiles des Menschen willen. Markus Mk 48 4 1 2 Griech.: Sehr zahlreiche Schar. Ein Fortschritt gegen [Mk 3,7.8]. -Matthäus Mt 47 4 1 2 In die grauenvolle Wüste Quarantania, zwischen Jericho und Jerusalem, wie die Überlieferung besagt. -Matthäus Mt 47 4 1 3 Was der Vorläufer lehrte, übt Christus, die Buße. +Matthäus Mt 48 4 1 2 In die grauenvolle Wüste Quarantania, zwischen Jericho und Jerusalem, wie die Überlieferung besagt. +Matthäus Mt 48 4 1 3 Was der Vorläufer lehrte, übt Christus, die Buße. Markus Mk 48 4 2 Et docebat eos in parabolis multa, et dicebat illis in doctrina sua: Und er lehrte³ sie vieles in Gleichnissen, und sprach zu ihnen in seiner Lehre:⁴ -Matthäus Mt 47 4 2 Et cum jejunasset quadraginta diebus, et quadraginta noctibus, postea esuriit. Und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,⁴ darnach hungerte ihn⁵. +Matthäus Mt 48 4 2 Et cum jejunasset quadraginta diebus, et quadraginta noctibus, postea esuriit. Und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,⁴ darnach hungerte ihn⁵. Markus Mk 48 4 2 3 Oft. Von den sieben bei [Mt 13] wiedergegebenen Gleichnissen berichtet Markus nur zwei, ein drittes sonst nirgends erwähntes V. 26 hinzufügend. Markus Mk 48 4 2 4 Unter dem, was er lehrte, war auch dieses Gleichnis. -Matthäus Mt 47 4 2 4 So lange fastete Moses [Dtn 9,9.18], Elias [1Kön 19,8]; vierzig Jahre weilte Israel als Bild der sündigen Menschheit in der Wüste [Ps 94,10]. Jesus aß während dieser Tage nach [Lk 4,2] gar nichts. -Matthäus Mt 47 4 2 5 Die übernatürliche Sättigung durch Betrachtung und Gebet brachte das natürliche Gefühl von Hunger auf einige Zeit, die erwähnten vierzig Tage, ganz zum Schweigen, bis es nach Verfluss derselben auf Gottes Willen wieder eintrat. -Matthäus Mt 47 4 3 Et accedens tentator dixit ei: Si filius Dei es, dic ut lapides isti panes fiant. Und es trat der Versucher zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn,⁶ so sprich, dass diese Steine Brot werden!⁷ +Matthäus Mt 48 4 2 4 So lange fastete Moses [Dtn 9,9.18], Elias [1Kön 19,8]; vierzig Jahre weilte Israel als Bild der sündigen Menschheit in der Wüste [Ps 94,10]. Jesus aß während dieser Tage nach [Lk 4,2] gar nichts. +Matthäus Mt 48 4 2 5 Die übernatürliche Sättigung durch Betrachtung und Gebet brachte das natürliche Gefühl von Hunger auf einige Zeit, die erwähnten vierzig Tage, ganz zum Schweigen, bis es nach Verfluss derselben auf Gottes Willen wieder eintrat. +Matthäus Mt 48 4 3 Et accedens tentator dixit ei: Si filius Dei es, dic ut lapides isti panes fiant. Und es trat der Versucher zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn,⁶ so sprich, dass diese Steine Brot werden!⁷ Markus Mk 48 4 3 Audite: ecce exiit seminans ad seminandum. Höret! Siehe, es ging der Säemann aus, zu säen. [Mt 13,3] -Matthäus Mt 47 4 3 6 Der Hunger veranlasst den Versucher zum Angriffe. Er weiß, was Johannes vom Heiland gepredigt und die Stimme vom Himmel bezeugt hat; er will erproben, ob Jesus wirklich der Sohn Gottes ist und ihn, wo möglich, zur Sünde verführen. -Matthäus Mt 47 4 3 7 Der Versucher will Christus dahin bringen, dass er aus eigenem Willen endet, was er nach des Vaters Willen (V. 1) begonnen. So besiegte jener einst Eva, so verführte er die Israeliten in der Wüste [Ex 16,3, Num 11,33]. -Matthäus Mt 47 4 4 Qui respondens dixit: Scriptum est: Non in solo pane vivit homo, sed in omni verbo, quod procedit de ore Dei. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben:⁸ Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes hervorgeht.⁹ [Lk 4,4]. +Matthäus Mt 48 4 3 6 Der Hunger veranlasst den Versucher zum Angriffe. Er weiß, was Johannes vom Heiland gepredigt und die Stimme vom Himmel bezeugt hat; er will erproben, ob Jesus wirklich der Sohn Gottes ist und ihn, wo möglich, zur Sünde verführen. +Matthäus Mt 48 4 3 7 Der Versucher will Christus dahin bringen, dass er aus eigenem Willen endet, was er nach des Vaters Willen (V. 1) begonnen. So besiegte jener einst Eva, so verführte er die Israeliten in der Wüste [Ex 16,3, Num 11,33]. +Matthäus Mt 48 4 4 Qui respondens dixit: Scriptum est: Non in solo pane vivit homo, sed in omni verbo, quod procedit de ore Dei. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben:⁸ Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes hervorgeht.⁹ [Lk 4,4]. Markus Mk 48 4 4 Et dum seminat, aliud cecidit circa viam, et venerunt volucres cli, et comederunt illud. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg hin; da kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. -Matthäus Mt 47 4 4 8 Der Teufel hat die Ehre des Vaters angegriffen, diese also verteidigt Christus. Zugleich braucht er, ebenso wie bei den folgenden Versuchungen, solche Worte, welche dem Teufel nichts offenbaren. -Matthäus Mt 47 4 4 9 Gott kann dem Menschen das Leben erhalten nicht nur durch Brot, sondern auf welche Weise er will. [Dtn 8,3] Christus besiegt den Bösen durch Demut, uns zum Vorbilde, indem er verbirgt, dass er der Sohn Gottes ist, und sich weigert, ein Wunder zu tun. (Greg.) -Matthäus Mt 47 4 5 Tunc assumpsit eum diabolus in sanctam civitatem, et statuit eum super pinnaculum templi, Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels,¹⁰ +Matthäus Mt 48 4 4 8 Der Teufel hat die Ehre des Vaters angegriffen, diese also verteidigt Christus. Zugleich braucht er, ebenso wie bei den folgenden Versuchungen, solche Worte, welche dem Teufel nichts offenbaren. +Matthäus Mt 48 4 4 9 Gott kann dem Menschen das Leben erhalten nicht nur durch Brot, sondern auf welche Weise er will. [Dtn 8,3] Christus besiegt den Bösen durch Demut, uns zum Vorbilde, indem er verbirgt, dass er der Sohn Gottes ist, und sich weigert, ein Wunder zu tun. (Greg.) +Matthäus Mt 48 4 5 Tunc assumpsit eum diabolus in sanctam civitatem, et statuit eum super pinnaculum templi, Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels,¹⁰ Markus Mk 48 4 5 Aliud vero cecidit super petrosa, ubi non habuit terram multam: et statim exortum est, quoniam non habebat altitudinem terræ: Einiges fiel auf den felsigen Grund, wo es nicht viel Erde hatte; es ging zwar sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte; -Matthäus Mt 47 4 5 10 Der Versucher erschien in sichtbarer Gestalt, zumal er eine innerliche Versuchung bei dem Heilande nicht erregen konnte. Christus lässt es zu, dass er versetzt und auf eines der Dächer der Tempelgebäude gestellt wird. (Hier., Greg., Thom. u.a.), wohl das Dach jenes Säulenganges, an welchem das tiefste Tal des Tempelberges lag. Dass der Heiland dies an sich geschehen ließ, darf nicht auffallen, da er sich von den Werkzeugen des Satans sogar kreuzigen ließ. Die erste Versuchung hat Jesus durch Gottvertrauen besiegt; der Teufel gibt ihm Gelegenheit, dasselbe zu üben. Christus hatte den Versucher durch die Schrift widerlegt, so greift er mit dieser an, die er, wie einst die Worte Gottes im Paradiese, verdreht. +Matthäus Mt 48 4 5 10 Der Versucher erschien in sichtbarer Gestalt, zumal er eine innerliche Versuchung bei dem Heilande nicht erregen konnte. Christus lässt es zu, dass er versetzt und auf eines der Dächer der Tempelgebäude gestellt wird. (Hier., Greg., Thom. u.a.), wohl das Dach jenes Säulenganges, an welchem das tiefste Tal des Tempelberges lag. Dass der Heiland dies an sich geschehen ließ, darf nicht auffallen, da er sich von den Werkzeugen des Satans sogar kreuzigen ließ. Die erste Versuchung hat Jesus durch Gottvertrauen besiegt; der Teufel gibt ihm Gelegenheit, dasselbe zu üben. Christus hatte den Versucher durch die Schrift widerlegt, so greift er mit dieser an, die er, wie einst die Worte Gottes im Paradiese, verdreht. Markus Mk 48 4 6 Et quando exortus est sol, exæstuavit: et eo quod non habebat radicem, exaruit. als aber die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. -Matthäus Mt 47 4 6 Et dixit ei: Si filius Dei es, mitte te deorsum. Scriptum est enim: Quia angelis suis mandavit de te, et in manibus tollent te, ne forte offendas ad lapidem pedem tuum. und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er hat seinen Engeln Befehl gegeben deinetwegen, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest. [Ps 90,11]. +Matthäus Mt 48 4 6 Et dixit ei: Si filius Dei es, mitte te deorsum. Scriptum est enim: Quia angelis suis mandavit de te, et in manibus tollent te, ne forte offendas ad lapidem pedem tuum. und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er hat seinen Engeln Befehl gegeben deinetwegen, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest. [Ps 90,11]. Markus Mk 48 4 7 Et aliud cecidit in spinas: et ascenderunt spinæ, et suffocaverunt illud, et fructum non dedit. Und einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf, und erstickten es, so dass es keine Frucht gab. -Matthäus Mt 47 4 7 Ait illi Jesus: Rursum scriptum est: Non tentabis Dominum Deum tuum. Jesus aber sprach zu ihm:¹¹ Es steht aber auch geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!¹² -Matthäus Mt 47 4 7 11 Christus antwortet, wie jeder Fromme es kann. Das Maß dessen, was wir von Gott hoffen dürfen, bieten seine Versprechungen. Wer dies Maß nicht erreicht oder darüber hinausgeht, versucht Gott. Der Böse will den Herrn zugleich zur Eitelkeit verleiten: Er soll gleichsam vom Himmel herabschweben. -Matthäus Mt 47 4 7 12 [Dtn 6,16]. -Matthäus Mt 47 4 8 Iterum assumpsit eum diabolus in montem excelsum valde: et ostendit ei omnia regna mundi, et gloriam eorum, Wiederum nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit, +Matthäus Mt 48 4 7 Ait illi Jesus: Rursum scriptum est: Non tentabis Dominum Deum tuum. Jesus aber sprach zu ihm:¹¹ Es steht aber auch geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!¹² +Matthäus Mt 48 4 7 11 Christus antwortet, wie jeder Fromme es kann. Das Maß dessen, was wir von Gott hoffen dürfen, bieten seine Versprechungen. Wer dies Maß nicht erreicht oder darüber hinausgeht, versucht Gott. Der Böse will den Herrn zugleich zur Eitelkeit verleiten: Er soll gleichsam vom Himmel herabschweben. +Matthäus Mt 48 4 7 12 [Dtn 6,16]. +Matthäus Mt 48 4 8 Iterum assumpsit eum diabolus in montem excelsum valde: et ostendit ei omnia regna mundi, et gloriam eorum, Wiederum nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit, Markus Mk 48 4 8 Et aliud cecidit in terram bonam: et dabat fructum ascendentem, et crescentem, et afferebat unum triginta, unum sexaginta, et unum centum. Einiges aber fiel in gutes Erdreich und brachte Frucht, welche aufging und sich mehrte, so dass eines dreißigfältig, eines sechzigfältig, eines hundertfältig trug.⁵ Markus Mk 48 4 8 5 Bei Matthäus umgekehrt: Hundertfältig, sechzigfältig usw. In der Sache stimmen beide Evangelisten überein. Die aufsteigende Ordnung bei Markus ist natürlicher, weil Jesus etwas Großes schildern will. -Matthäus Mt 47 4 9 Et dixit ei: Hæc omnia tibi dabo, si cadens adoraveris me. und sprach zu ihm: Dieses alles werde ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.¹³ +Matthäus Mt 48 4 9 Et dixit ei: Hæc omnia tibi dabo, si cadens adoraveris me. und sprach zu ihm: Dieses alles werde ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.¹³ Markus Mk 48 4 9 Et dicebat: Qui habet aures audiendi, audiat. Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!⁶ Markus Mk 48 4 9 6 Wer in sich das Verlangen fühlt, aus diesem Gleichnisse Nutzen zu ziehen, vernachlässige die Einladung der göttlichen Gnade nicht. -Matthäus Mt 47 4 9 13 Dem Messias ist die Herrschaft über alle Reiche verheißen [Ps 2,8, Ps 71,8], indes soll er sie durch Leiden und Mühen erwerben [Jes 49,7, Jes 50,4, Jes 53,2]. Der Versucher zeigt einen anderen Weg, indem er dem Heiland Trugbilder vorführt. Ja, er gibt wohl sogar vor, selbst Gottes Sohn zu sein. [Lk 4,6] Ist Jesus Gottes Sohn, so wird er es ja jetzt sagen, denkt der Böse. -Matthäus Mt 47 4 10 Tunc dicit ei Jesus: Vade satana: Scriptum est enim: Dominum Deum tuum adorabis, et illi soli servies. Da sprach Jesus zu ihm: Weiche, Satan! denn es steht geschrieben: Den Herrn deinen Gott sollst du anbeten und ihm allein dienen!¹⁴ +Matthäus Mt 48 4 9 13 Dem Messias ist die Herrschaft über alle Reiche verheißen [Ps 2,8, Ps 71,8], indes soll er sie durch Leiden und Mühen erwerben [Jes 49,7, Jes 50,4, Jes 53,2]. Der Versucher zeigt einen anderen Weg, indem er dem Heiland Trugbilder vorführt. Ja, er gibt wohl sogar vor, selbst Gottes Sohn zu sein. [Lk 4,6] Ist Jesus Gottes Sohn, so wird er es ja jetzt sagen, denkt der Böse. +Matthäus Mt 48 4 10 Tunc dicit ei Jesus: Vade satana: Scriptum est enim: Dominum Deum tuum adorabis, et illi soli servies. Da sprach Jesus zu ihm: Weiche, Satan! denn es steht geschrieben: Den Herrn deinen Gott sollst du anbeten und ihm allein dienen!¹⁴ Markus Mk 48 4 10 Et cum esset singularis, interrogaverunt eum hi, qui cum eo erant duodecim, parabolam. Und als er allein war, fragten ihn die zwölf, die um ihn waren, über dieses Gleichnis.⁷ Markus Mk 48 4 10 7 Nach [Lk 8,9, Mt 13,10] stellten sie noch eine andere Frage. Griech.: Welche mit den zwölf bei ihm waren, also waren außer den Aposteln auch noch andere Jünger da. -Matthäus Mt 47 4 10 14 [Dtn 6,13] So lange Satan nur ihn beleidigt, antwortet der Heiland in Ruhe; da derselbe auch gegen Gott offen auftritt, vertreibt er ihn: Ich werde nicht tun, was Gott nicht will. -Matthäus Mt 47 4 11 Tunc reliquit eum diabolus: et ecce Angeli accesserunt, et ministrabant ei. Hierauf verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.¹⁵ +Matthäus Mt 48 4 10 14 [Dtn 6,13] So lange Satan nur ihn beleidigt, antwortet der Heiland in Ruhe; da derselbe auch gegen Gott offen auftritt, vertreibt er ihn: Ich werde nicht tun, was Gott nicht will. +Matthäus Mt 48 4 11 Tunc reliquit eum diabolus: et ecce Angeli accesserunt, et ministrabant ei. Hierauf verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.¹⁵ Markus Mk 48 4 11 Et dicebat eis: Vobis datum est nosse mysterium regni Dei: illis autem, qui foris sunt, in parabolis omnia fiunt. Und er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben,⁸ das Geheimnis des Reiches Gottes zu verstehen; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen vorgelegt, Markus Mk 48 4 11 8 Vom himmlischen Vater bestimmt, denn die Jünger glauben und sind besorgt um das Verständnis. Siehe [Mt 13,16] -Matthäus Mt 47 4 11 15 Viele Engel kommen, um den Heiland mehr zu ehren und den Versucher zu beschämen. - Drei Versuchungen: Sinnenlust, eitle Ehre, Habgier, wie einst bei den Stammeltern (Greg.) und Israel in der Wüste [Ex 16,21, Dtn 8,3, Ex 17,7, Dtn 6,16, Num 21,4, Dtn 6,13]. Christus ließ sich versuchen, um uns Hilfe zu bringen, indem er den Versucher besiegte, uns zu mahnen, dass niemand von Versuchungen ausgenommen ist (Ehrns., Hil., Ambr.), uns die Weise zu lehren, zu kämpfen und zu siegen und uns Vertrauen zu ihm selbst einzuflößen. [Hebr 4,15] Er wird versucht, ehe er das Evangelium verkündet: Nur der ist als sein Herold berufen, der die dreifache Begierde bereits überwunden hat. - Die Ordnung der Versuchung ist bei Lukas (nach dem [Lk 1,3] gegebenen Versprechen) historisch, wohl auch passender. +Matthäus Mt 48 4 11 15 Viele Engel kommen, um den Heiland mehr zu ehren und den Versucher zu beschämen. - Drei Versuchungen: Sinnenlust, eitle Ehre, Habgier, wie einst bei den Stammeltern (Greg.) und Israel in der Wüste [Ex 16,21, Dtn 8,3, Ex 17,7, Dtn 6,16, Num 21,4, Dtn 6,13]. Christus ließ sich versuchen, um uns Hilfe zu bringen, indem er den Versucher besiegte, uns zu mahnen, dass niemand von Versuchungen ausgenommen ist (Ehrns., Hil., Ambr.), uns die Weise zu lehren, zu kämpfen und zu siegen und uns Vertrauen zu ihm selbst einzuflößen. [Hebr 4,15] Er wird versucht, ehe er das Evangelium verkündet: Nur der ist als sein Herold berufen, der die dreifache Begierde bereits überwunden hat. - Die Ordnung der Versuchung ist bei Lukas (nach dem [Lk 1,3] gegebenen Versprechen) historisch, wohl auch passender. Markus Mk 48 4 12 Ut videntes videant, et non videant: et audientes audiant, et non intelligant: nequando convertantur, et dimittantur eis peccata. damit sie es mit Augen schauen, und doch nicht sehen, und mit Ohren hören, und doch nicht verstehen; damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen die Sünden vergeben werden. [Jes 6,9, Mt 13,14, Joh 12,40, Apg 28,26, Röm 11,8] -Matthäus Mt 47 4 12 Cum autem audisset Jesus quod Joannes traditus esset, secessit in Galilæam: Da aber Jesus hörte, dass Johannes überantwortet worden war,¹⁶ zog er sich zurück nach Galiläa.¹⁷ [Mk 1,14, Lk 4,14, Joh 4,43]. -Matthäus Mt 47 4 12 16 Hier ist ausgelassen, was bei [Joh 1,194,54] erzählt wird. -Matthäus Mt 47 4 12 17 In Galiläa wohnen viele Heiden: Es wird angedeutet, dass das Reich von den Juden auf sie übergehen wird. -Matthäus Mt 47 4 13 Et relicta civitate Nazareth, venit, et habitavit in Capharnaum maritima, in finibus Zabulon, et Nephthalim: Und er verließ die Stadt Nazareth, und kam und wohnte in Kapharnaum, welches am Meere gelegen ist,¹⁸ an den Grenzen Zabulons und Nephthalims,¹⁹ +Matthäus Mt 48 4 12 Cum autem audisset Jesus quod Joannes traditus esset, secessit in Galilæam: Da aber Jesus hörte, dass Johannes überantwortet worden war,¹⁶ zog er sich zurück nach Galiläa.¹⁷ [Mk 1,14, Lk 4,14, Joh 4,43]. +Matthäus Mt 48 4 12 16 Hier ist ausgelassen, was bei [Joh 1,194,54] erzählt wird. +Matthäus Mt 48 4 12 17 In Galiläa wohnen viele Heiden: Es wird angedeutet, dass das Reich von den Juden auf sie übergehen wird. +Matthäus Mt 48 4 13 Et relicta civitate Nazareth, venit, et habitavit in Capharnaum maritima, in finibus Zabulon, et Nephthalim: Und er verließ die Stadt Nazareth, und kam und wohnte in Kapharnaum, welches am Meere gelegen ist,¹⁸ an den Grenzen Zabulons und Nephthalims,¹⁹ Markus Mk 48 4 13 Et ait illis: Nescitis parabolam hanc? et quomodo omnes parabolas cognoscetis? Und er sprach zu ihnen: Verstehet ihr dieses Gleichnis nicht, wie werdet ihr dann alle Gleichnisse verstehen?⁹ Markus Mk 48 4 13 9 Diese Frage führt die Jünger auf das zurück, um was sie V. 10 gebeten. Sie enthält keinen Tadel, sondern soll die Aufmerksamkeit der Jünger auf das lenken, womit das Gespräch V. 10 begonnen hat. Ihr versteht dieses Gleichnis nicht und wisst überhaupt nicht, wie ihr die Gleichnisse (V. 2) verstehen sollt? Durch dieses Gleichnis werden die Apostel belehrt, dass die Verkündigung des Evangeliums nicht bei allen Hörern jene Früchte tragen wird, welche es seiner inneren Kraft nach hervorbringen sollte. So werden die Apostel bei ihrer Tätigkeit nicht den Mut verlieren. Zugleich werden ihnen die Gründe gezeigt, weshalb ihre Predigt bei manchen unfruchtbar bleibt, damit sie die geeigneten Gegenmittel anwenden können. Endlich erkennen sie, dass sie selbst von denen, welche Frucht tragen, nicht das gleiche Maß erwarten und fordern dürfen. -Matthäus Mt 47 4 13 18 Am See von Genesareth, am galiläischen Meere, im A.T. nicht erwähnt. -Matthäus Mt 47 4 13 19 Die Gebiete der Stämme Zabulon und Nephtali lagen an dem genannten Meere, der erstere südlich, der andere nördlich. -Matthäus Mt 47 4 14 Ut adimpleretur quod dictum est per Isaiam prophetam: damit erfüllt würde, was durch den Propheten Isaias gesagt worden:²⁰ +Matthäus Mt 48 4 13 18 Am See von Genesareth, am galiläischen Meere, im A.T. nicht erwähnt. +Matthäus Mt 48 4 13 19 Die Gebiete der Stämme Zabulon und Nephtali lagen an dem genannten Meere, der erstere südlich, der andere nördlich. +Matthäus Mt 48 4 14 Ut adimpleretur quod dictum est per Isaiam prophetam: damit erfüllt würde, was durch den Propheten Isaias gesagt worden:²⁰ Markus Mk 48 4 14 Qui seminat, verbum seminat. Der Säemann sät das Wort.¹⁰ Markus Mk 48 4 14 10 Das Wort Gottes. -Matthäus Mt 47 4 14 20 S. [Jes 9,1.2]. -Matthäus Mt 47 4 15 Terra Zabulon, et terra Nephtalim, via maris trans Jordanem, Galilæa gentium: Das Land Zabulon und das Land Nephthalim, Weg am Meere jenseits des Jordan,²¹ Galiläa der Heiden, +Matthäus Mt 48 4 14 20 S. [Jes 9,1.2]. +Matthäus Mt 48 4 15 Terra Zabulon, et terra Nephtalim, via maris trans Jordanem, Galilæa gentium: Das Land Zabulon und das Land Nephthalim, Weg am Meere jenseits des Jordan,²¹ Galiläa der Heiden, Markus Mk 48 4 15 Hi autem sunt, qui circa viam, ubi seminatur verbum, et cum audierint, confestim venit satanas, et aufert verbum, quod seminatum est in cordibus eorum. Jene aber am Wege sind diejenigen, welche, wenn das Wort gesäet wird, es zwar hören; dann kommt aber sogleich der Satan, und nimmt das Wort hinweg, das in ihre Herzen gesät ist. -Matthäus Mt 47 4 15 21 Weg: die Gegend gegen das Meer zu. -Matthäus Mt 47 4 16 Populus, qui sedebat in tenebris, vidit lucem magnam: et sedentibus in regione umbræ mortis, lux orta est eis. das Volk, das in Finsternissen saß, sah ein großes Licht; und denen, die im Bereich des Todesschattens sitzen, strahlte ein Licht auf.²² +Matthäus Mt 48 4 15 21 Weg: die Gegend gegen das Meer zu. +Matthäus Mt 48 4 16 Populus, qui sedebat in tenebris, vidit lucem magnam: et sedentibus in regione umbræ mortis, lux orta est eis. das Volk, das in Finsternissen saß, sah ein großes Licht; und denen, die im Bereich des Todesschattens sitzen, strahlte ein Licht auf.²² Markus Mk 48 4 16 Et hi sunt similiter, qui super petrosa seminantur: qui cum audierint verbum, statim cum gaudio accipiunt illud: Desgleichen sind auch die, welche auf felsigen Grund gesäet werden; wenn diese das Wort gehört haben, nehmen sie es alsbald mit Freuden auf; -Matthäus Mt 47 4 16 22 Die Ausdrücke Finsternis und Todesschatten (aus der Hölle gleichsam auf die Erde fallend) sind Bilder der Unwissenheit und Sündhaftigkeit der unter den Heiden lebenden Galiläer. -Matthäus Mt 47 4 17 Exinde cpit Jesus prædicare, et dicere: Pnitentiam agite: appropinquavit enim regnum clorum. Von dieser Zeit an begann Jesus zu predigen²³ und zu sagen: Tuet Buße! denn das Himmelreich hat sich genahet.²⁴ [Mk 1,14-21, Lk 5,2-11] +Matthäus Mt 48 4 16 22 Die Ausdrücke Finsternis und Todesschatten (aus der Hölle gleichsam auf die Erde fallend) sind Bilder der Unwissenheit und Sündhaftigkeit der unter den Heiden lebenden Galiläer. +Matthäus Mt 48 4 17 Exinde cpit Jesus prædicare, et dicere: Pnitentiam agite: appropinquavit enim regnum clorum. Von dieser Zeit an begann Jesus zu predigen²³ und zu sagen: Tuet Buße! denn das Himmelreich hat sich genahet.²⁴ [Mk 1,14-21, Lk 5,2-11] Markus Mk 48 4 17 Et non habent radicem in se, sed temporales sunt: deinde orta tribulatione et persecutione propter verbum, confestim scandalizantur. sie haben aber keine Wurzel in sich, sondern sind unbeständig; und wenn dann Drangsal und Verfolgung um des Wortes willen entsteht, so nehmen sie alsbald Anstoß.¹¹ Markus Mk 48 4 17 11 Die erste Ursache des mangelnden Erfolges ist der Satan (V. 15), die zweite die Welt mit ihren Verfolgungen (V. 17), die dritte das Fleisch. (V. 19) -Matthäus Mt 47 4 17 23 Von dieser Zeit an: V. 13 begann Jesus dort als Prediger aufzutreten. Seine Amtsgewalt wird angedeutet. -Matthäus Mt 47 4 17 24 S. oben 3,2. Jesus knüpft seinen Vortrag an die Predigt seines Vorläufers an und tritt auf, nachdem dieser abgetreten war, wie die Sonne nach der Morgenröte. - Buße und Glaube ist der Text jeder Predigt. +Matthäus Mt 48 4 17 23 Von dieser Zeit an: V. 13 begann Jesus dort als Prediger aufzutreten. Seine Amtsgewalt wird angedeutet. +Matthäus Mt 48 4 17 24 S. oben 3,2. Jesus knüpft seinen Vortrag an die Predigt seines Vorläufers an und tritt auf, nachdem dieser abgetreten war, wie die Sonne nach der Morgenröte. - Buße und Glaube ist der Text jeder Predigt. Markus Mk 48 4 18 Et alii sunt, qui in spinis seminantur: hi sunt, qui verbum audiunt, Die anderen, die unter die Dornen gesäet sind, das sind die, welche zwar das Wort hören, -Matthäus Mt 47 4 18 Ambulans autem Jesus juxta mare Galilææ, vidit duos fratres, Simonem, qui vocatur Petrus, et Andream fratrem ejus, mittentes rete in mare, (erant enim piscatores.) Als aber Jesus längs des galiläischen Meeres wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird,²⁵ und Andreas, seinen Bruder, wie sie eben das Netz in's Meer warfen; denn sie waren Fischer. -Matthäus Mt 47 4 18 25 Jesus beruft Helfer zur Gründung seines Reiches. Hierzu waren nach dem, was schon Johannes gesagt, die Oberen der Schulen nicht geeignet. Der Herr wählte einfache, an Arbeit gewöhnte Galiläer, weil ihm die Demut gefällt und der Glaube nicht als Frucht menschlicher Beredsamkeit gelten soll. -Matthäus Mt 47 4 19 Et ait illis: Venite post me, et faciam vos fieri piscatores hominum. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen!²⁶ +Matthäus Mt 48 4 18 Ambulans autem Jesus juxta mare Galilææ, vidit duos fratres, Simonem, qui vocatur Petrus, et Andream fratrem ejus, mittentes rete in mare, (erant enim piscatores.) Als aber Jesus längs des galiläischen Meeres wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird,²⁵ und Andreas, seinen Bruder, wie sie eben das Netz in's Meer warfen; denn sie waren Fischer. +Matthäus Mt 48 4 18 25 Jesus beruft Helfer zur Gründung seines Reiches. Hierzu waren nach dem, was schon Johannes gesagt, die Oberen der Schulen nicht geeignet. Der Herr wählte einfache, an Arbeit gewöhnte Galiläer, weil ihm die Demut gefällt und der Glaube nicht als Frucht menschlicher Beredsamkeit gelten soll. +Matthäus Mt 48 4 19 Et ait illis: Venite post me, et faciam vos fieri piscatores hominum. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen!²⁶ Markus Mk 48 4 19 Et ærumnæ sæculi, et deceptio divitiarum, et circa reliqua concupiscentiæ intrountes suffocant verbum, et sine fructu efficitur. aber die Sorgen der Welt, der Trug¹² des Reichtums, und die Begierden nach den übrigen Dingen¹³ schleichen sich ein, und ersticken das Wort, so dass es ohne Frucht bleibt. [1Tim 6,17] Markus Mk 48 4 19 12 Der Reichtum verspricht, was er nicht geben kann: Zufriedenheit und festen Besitz und zieht den Willen vom Streben nach dem Heile ab. Markus Mk 48 4 19 13 Ehrsucht, Rachsucht, Vergnügungssucht usw. Also auch wenn jemand sein Leben nach den Vorschriften des Evangeliums eingerichtet hat, ist er noch nicht sicher. -Matthäus Mt 47 4 19 26 Es ist die zweite Berufung: zu Aposteln. Die erste: zu Jüngern wird [Joh 1,37] erzählt. Durch die erste waren sie noch nicht fest an den Herrn gebunden. Erst nachdem sie Zeugen seiner Taten gewesen [Joh 4,45], werden sie zur vollkommenen Nachfolge aufgefordert. Zwei Brüder, wie einst Moses und Aaron (Thom.). - Ein Lehrer muss einen göttlichen Beruf haben. Seid bei mir als meine Jünger. So war es bei dem Rabbi Sitte. Erst später sollen sie das Amt üben, nämlich Menschen dem Verderben der Welt zu entziehen und dem Himmel zu gewinnen. S. [Jer 16,16, Ez 47,10]. +Matthäus Mt 48 4 19 26 Es ist die zweite Berufung: zu Aposteln. Die erste: zu Jüngern wird [Joh 1,37] erzählt. Durch die erste waren sie noch nicht fest an den Herrn gebunden. Erst nachdem sie Zeugen seiner Taten gewesen [Joh 4,45], werden sie zur vollkommenen Nachfolge aufgefordert. Zwei Brüder, wie einst Moses und Aaron (Thom.). - Ein Lehrer muss einen göttlichen Beruf haben. Seid bei mir als meine Jünger. So war es bei dem Rabbi Sitte. Erst später sollen sie das Amt üben, nämlich Menschen dem Verderben der Welt zu entziehen und dem Himmel zu gewinnen. S. [Jer 16,16, Ez 47,10]. Markus Mk 48 4 20 Et hi sunt, qui super terram bonam seminati sunt, qui audiunt verbum, et suscipiunt, et fructificant, unum triginta, unum sexaginta, et unum centum. Die endlich auf ein gutes Erdreich gesäet sind, sind die, welche das Wort hören und auffassen, und Frucht bringen lassen, eines dreißigfältig, eines sechzigfältig, und eines hundertfältig. -Matthäus Mt 47 4 20 At illi continuo relictis retibus secuti sunt eum. Sie aber verließen alsbald ihre Netze und folgten ihm.²⁷ -Matthäus Mt 47 4 20 27 Welche Wirkung haben die Worte Christi! Wie groß ist der Glaube und er Gehorsam dieser Jünger, ausgezeichnet durch Schnelligkeit, Vollständigkeit (Verlassen der Netze) und Ziel (Nachfolge)! -Matthäus Mt 47 4 21 Et procedens inde, vidit alios duos, fratres, Jacobum Zebedæi, et Joannem fratrem ejus in navi cum Zebedæo patre eorum, reficientes retia sua: et vocavit eos. Und als er von dort weiter ging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus,²⁸ und Johannes, seinen Bruder, welche in dem Schiffe mit Zebedäus, ihrem Vater, ihre Netze ausbesserten; und er berief sie. +Matthäus Mt 48 4 20 At illi continuo relictis retibus secuti sunt eum. Sie aber verließen alsbald ihre Netze und folgten ihm.²⁷ +Matthäus Mt 48 4 20 27 Welche Wirkung haben die Worte Christi! Wie groß ist der Glaube und er Gehorsam dieser Jünger, ausgezeichnet durch Schnelligkeit, Vollständigkeit (Verlassen der Netze) und Ziel (Nachfolge)! +Matthäus Mt 48 4 21 Et procedens inde, vidit alios duos, fratres, Jacobum Zebedæi, et Joannem fratrem ejus in navi cum Zebedæo patre eorum, reficientes retia sua: et vocavit eos. Und als er von dort weiter ging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus,²⁸ und Johannes, seinen Bruder, welche in dem Schiffe mit Zebedäus, ihrem Vater, ihre Netze ausbesserten; und er berief sie. Markus Mk 48 4 21 Et dicebat illis: Numquid venit lucerna ut sub modio ponatur, aut sub lecto? nonne ut super candelabrum ponatur? Und er sprach zu ihnen: Bringt man etwa das Licht, damit es unter den Scheffel gestellt werde oder unter das Bett? Und nicht vielmehr, damit es auf den Leuchter gestellt werde?¹⁴ [Mt 5,15, Lk 8,16, Lk 11,33] Markus Mk 48 4 21 14 Das Licht des Evangeliums wird von Christus entzündet, damit die Apostel durch dasselbe die Finsternisse der Welt zerstreuen. -Matthäus Mt 47 4 21 28 Zwei andere Brüder. Jakobus der ältere, während Jakobus, der Sohn des Alphäus, der jüngere heißt. Die hier erzählte Berufung ist wohl identisch mit [Lk 5,1]. +Matthäus Mt 48 4 21 28 Zwei andere Brüder. Jakobus der ältere, während Jakobus, der Sohn des Alphäus, der jüngere heißt. Die hier erzählte Berufung ist wohl identisch mit [Lk 5,1]. Markus Mk 48 4 22 Non est enim aliquid absconditum, quod non manifestetur: nec factum est occultum, sed ut in palam veniat. Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar würde; und nichts geschieht heimlich, sondern damit es an den Tag komme.¹⁵ [Mt 10,26, Lk 8,17] -Matthäus Mt 47 4 22 Illi autem statim relictis retibus et patre, secuti sunt eum. Sie aber verließen alsogleich die Netze und ihren Vater,²⁹ und folgten ihm. +Matthäus Mt 48 4 22 Illi autem statim relictis retibus et patre, secuti sunt eum. Sie aber verließen alsogleich die Netze und ihren Vater,²⁹ und folgten ihm. Markus Mk 48 4 22 15 Der Herr will, dass das, was er tut, seiner Zeit offenbar werde, ganz besonders das Geheimnis des Reiches Gottes. -Matthäus Mt 47 4 22 29 Die natürlichen Pflichten sind unauflösliche, aber sie müssen dem Zuge der Gnade sich unterordnen. (Hilar.) +Matthäus Mt 48 4 22 29 Die natürlichen Pflichten sind unauflösliche, aber sie müssen dem Zuge der Gnade sich unterordnen. (Hilar.) Markus Mk 48 4 23 Si quis habet aures audiendi, audiat. Wer Ohren hat zu hören, der höre!¹⁶ -Matthäus Mt 47 4 23 Et circuibat Jesus totam, Galilæam, docens in synagogis eorum, et prædicans evangelium regni: et sanans omnem languorem, et omnem infirmitatem in populo. Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, indem er in ihren Synagogen lehrte,³⁰ und das Evangelium des Reiches predigte, und alle Krankheiten und jegliches Gebrechen unter dem Volke heilte.³¹ +Matthäus Mt 48 4 23 Et circuibat Jesus totam, Galilæam, docens in synagogis eorum, et prædicans evangelium regni: et sanans omnem languorem, et omnem infirmitatem in populo. Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, indem er in ihren Synagogen lehrte,³⁰ und das Evangelium des Reiches predigte, und alle Krankheiten und jegliches Gebrechen unter dem Volke heilte.³¹ Markus Mk 48 4 23 16 Erwäget wohl, eine wie heilige Pflicht euch obliegt, und bereitet euch in meiner Schule recht vor, dieselbe zu erfüllen. -Matthäus Mt 47 4 23 30 Einleitung für Kapitel 5-7: Christus, das Haupt der Propheten. Wie diese, beweist Christus seine Sendung durch Wunder, aber durch solche, wie sie niemand vor ihm getan. [Jes 35,5.6] Nach der Berufung der Jünger zeigt ihnen Christus, wie man Menschen fängt. In den Synagogen, Bet- und Versammlungshäusern wurden seit den Zeiten des Cyrils am Sabbate Stücke aus dem Gesetze und den Propheten gelesen; jeder Gesetzeslehrer konnte, eine Erklärung anknüpfend, sich auf einem erhöhten Sitze niederlassen. Außer dieser hergebrachten übt Christus eine andere Lehrweise außerhalb der Synagogen als Gesandter Gottes. -Matthäus Mt 47 4 23 31 Wie Wunder die Gesetzgebung auf Sinai und andere große Zeiten einleiteten, so weisen sie jetzt auf eine solche hin. Nach den Voraussagungen der Propheten bedeuten diese Zeichen jetzt die Ankunft des Messias. +Matthäus Mt 48 4 23 30 Einleitung für Kapitel 5-7: Christus, das Haupt der Propheten. Wie diese, beweist Christus seine Sendung durch Wunder, aber durch solche, wie sie niemand vor ihm getan. [Jes 35,5.6] Nach der Berufung der Jünger zeigt ihnen Christus, wie man Menschen fängt. In den Synagogen, Bet- und Versammlungshäusern wurden seit den Zeiten des Cyrils am Sabbate Stücke aus dem Gesetze und den Propheten gelesen; jeder Gesetzeslehrer konnte, eine Erklärung anknüpfend, sich auf einem erhöhten Sitze niederlassen. Außer dieser hergebrachten übt Christus eine andere Lehrweise außerhalb der Synagogen als Gesandter Gottes. +Matthäus Mt 48 4 23 31 Wie Wunder die Gesetzgebung auf Sinai und andere große Zeiten einleiteten, so weisen sie jetzt auf eine solche hin. Nach den Voraussagungen der Propheten bedeuten diese Zeichen jetzt die Ankunft des Messias. Markus Mk 48 4 24 Et dicebat illis: Videte quid audiatis. In qua mensura mensi fueritis, remetietur vobis, et adjicietur vobis. Und er sprach zu ihnen: Habet acht, was ihr hört! Mit dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden, und es wird euch noch darüber gegeben werden.¹⁷ [Mt 7,2, Lk 6,38] -Matthäus Mt 47 4 24 Et abiit opinio ejus in totam Syriam, et obtulerunt ei omnes male habentes, variis languoribus, et tormentis comprehensos, et qui dæmonia habebant, et lunaticos, et paralyticos, et curavit eos: Und das Gerücht von ihm breitete sich aus durch ganz Syrien, und sie brachten zu ihm alle Leidenden, mit allerlei Krankheiten und Qualen Behaftete, Besessene,³² Mondsüchtige,³³ und Gelähmte,³⁴ und er heilte sie. +Matthäus Mt 48 4 24 Et abiit opinio ejus in totam Syriam, et obtulerunt ei omnes male habentes, variis languoribus, et tormentis comprehensos, et qui dæmonia habebant, et lunaticos, et paralyticos, et curavit eos: Und das Gerücht von ihm breitete sich aus durch ganz Syrien, und sie brachten zu ihm alle Leidenden, mit allerlei Krankheiten und Qualen Behaftete, Besessene,³² Mondsüchtige,³³ und Gelähmte,³⁴ und er heilte sie. Markus Mk 48 4 24 17 Gott wird euren Eifer reich belohnen. -Matthäus Mt 47 4 24 32 Die Besessenen sind nicht bloße Kranke (Hinfallende, Hypochondrische, Melancholische), wie die Geschichte mit den Schweinen [Mt 8,31.32] lehrt. -Matthäus Mt 47 4 24 33 Mit der fallenden Sucht behaftete. -Matthäus Mt 47 4 24 34 Die durch Schwäche der Nerven oder Schlagfluss teilweise oder ganz Gelähmten. +Matthäus Mt 48 4 24 32 Die Besessenen sind nicht bloße Kranke (Hinfallende, Hypochondrische, Melancholische), wie die Geschichte mit den Schweinen [Mt 8,31.32] lehrt. +Matthäus Mt 48 4 24 33 Mit der fallenden Sucht behaftete. +Matthäus Mt 48 4 24 34 Die durch Schwäche der Nerven oder Schlagfluss teilweise oder ganz Gelähmten. Markus Mk 48 4 25 Qui enim habet, dabitur illi: et qui non habet, etiam quod habet auferetur ab eo. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden.¹⁸ [Mt 13,12, Mt 25,29, Lk 8,18, Lk 19,26] -Matthäus Mt 47 4 25 Et secutæ sunt eum turbæ multæ de Galilæa, et Decapoli, et de Jerosolymis, et de Judæa et de trans Jordanem. Auch folgten ihm viel Scharen Volkes aus Galiläa, und aus dem Gebiete der zehn Städte,³⁵ und aus Jerusalem, und von Judäa, und von jenseits des Jordan her. [Mk 3,7, Lk 6,17] +Matthäus Mt 48 4 25 Et secutæ sunt eum turbæ multæ de Galilæa, et Decapoli, et de Jerosolymis, et de Judæa et de trans Jordanem. Auch folgten ihm viel Scharen Volkes aus Galiläa, und aus dem Gebiete der zehn Städte,³⁵ und aus Jerusalem, und von Judäa, und von jenseits des Jordan her. [Mk 3,7, Lk 6,17] Markus Mk 48 4 25 18 Sprichwort. Leicht mehrt der Reiche seinen Reichtum, wie der Arme leicht immer ärmer wird. So viel jemand für das Wort Gottes Empfänglichkeit zeigt, wird seine Erkenntnis zunehmen, der Lässige verliert auch die geringe Erkenntnis, die er besitzt (Bitt., Theoph., Euth.). -Matthäus Mt 47 4 25 35 Östlich vom galiläischen Meere war ein Bezirk von Städten, die größtenteils von Heiden bewohnt wurden. +Matthäus Mt 48 4 25 35 Östlich vom galiläischen Meere war ein Bezirk von Städten, die größtenteils von Heiden bewohnt wurden. Markus Mk 48 4 26 Et dicebat: Sic est regnum Dei, quemadmodum si homo jaciat sementem in terram, Er sprach auch:¹⁹ Mit dem Reiche Gottes²⁰ ist es, wie wenn ein Mensch Samen auf das Land streut. Markus Mk 48 4 26 19 Zu dem Volke. Markus Mk 48 4 26 20 Mit der Kirche. @@ -52687,338 +52706,338 @@ Markus Mk 48 4 39 36 Wie der Befehl ein Doppelglied hatte, so die Erfüllung. B Markus Mk 48 4 40 Et ait illis: Quid timidi estis? necdum habetis fidem? Et timuerunt timore magno, et dicebant ad alterutrum: Quis, putas, est iste, quia et ventus et mare obediunt ei? Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?³⁷ Sie aber fürchteten sich sehr, und sprachen zueinander: Wer ist wohl dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?³⁸ Markus Mk 48 4 40 37 Nach so vielen Wundern. Markus Mk 48 4 40 38 Noch war ihr Glaube, dass Christus Gott sei, nicht fest. Der Heiland schläft als Mensch und gebietet als Gott dem Winde und dem Meere Ruhe (Beda). Dieser Sturm ist das Bild der Stürme, welche die Kirche Christi durch alle Jahrhunderte zu erdulden hat. -Markus Mk 48 5 0 Jesus heilt einen Besessenen (V. 20) und ein blutflüssiges Weib (V. 34) und erweckt die Tochter des Jairus vom Tode. -Matthäus Mt 47 5 0 2. Bergpredigt. (5-7) Die acht Seligkeiten. (V. 10) Anforderungen Christi an die Seinen. (V. 16) Christus ist gekommen, das Gesetz zu erfüllen. (V. 20) Auslegung des fünften Gebotes, (V. 26) des sechsten Gebotes, (V. 32) der Eidespflicht, (V. 37) der Feindesliebe. -Matthäus Mt 47 5 1 Videns autem Jesus turbas, ascendit in montem, et cum sedisset, accesserunt ad eum discipuli ejus. Als aber Jesus die Scharen sah, stieg er den Berg hinan,¹ und als er sich niedergesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm.² +Markus Mk 48 5 0 Jesus heilt einen Besessenen (V. 20) und ein blutflüssiges Weib (V. 34) und erweckt die Tochter des Jairus vom Tode. +Matthäus Mt 48 5 0 2. Bergpredigt. (5-7) Die acht Seligkeiten. (V. 10) Anforderungen Christi an die Seinen. (V. 16) Christus ist gekommen, das Gesetz zu erfüllen. (V. 20) Auslegung des fünften Gebotes, (V. 26) des sechsten Gebotes, (V. 32) der Eidespflicht, (V. 37) der Feindesliebe. +Matthäus Mt 48 5 1 Videns autem Jesus turbas, ascendit in montem, et cum sedisset, accesserunt ad eum discipuli ejus. Als aber Jesus die Scharen sah, stieg er den Berg hinan,¹ und als er sich niedergesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm.² Markus Mk 48 5 1 Et venerunt trans fretum maris in regionem Gerasenorum. Und sie kamen über das Meer in die Gegend der Gerasener.¹ [Mt 8,28, Lk 8,26] Markus Mk 48 5 1 1 Auch in dieser Erzählung bringt der heil. Markus einige Einzelheiten, welche bei den anderen Evangelisten fehlen. Übrigens spricht er hier nur von einem der zwei, welche der Heiland heilte. -Matthäus Mt 47 5 1 1 Verg. [Lk 6,17-49]. Jesus hat die Nacht auf dem Berge gebetet und steigt herab, dem am Fuße versammelten Volke zu predigen, dann aber, als die Scharen des Volkes sich mehren, die Anhöhe wieder weiter hinan, um zu denselben verständlicher reden zu können. Der Berg wird heutzutage in der Höhe von Genesareth gezeigt, und heißt Berg der Seligkeiten. (Kurum Hattin.) -Matthäus Mt 47 5 1 2 Die gewählten Apostel. Sie waren bei ihm zur Auszeichnung, und dienten auch, dem Andrange des Volkes zu wehren. +Matthäus Mt 48 5 1 1 Verg. [Lk 6,17-49]. Jesus hat die Nacht auf dem Berge gebetet und steigt herab, dem am Fuße versammelten Volke zu predigen, dann aber, als die Scharen des Volkes sich mehren, die Anhöhe wieder weiter hinan, um zu denselben verständlicher reden zu können. Der Berg wird heutzutage in der Höhe von Genesareth gezeigt, und heißt Berg der Seligkeiten. (Kurum Hattin.) +Matthäus Mt 48 5 1 2 Die gewählten Apostel. Sie waren bei ihm zur Auszeichnung, und dienten auch, dem Andrange des Volkes zu wehren. Markus Mk 48 5 2 Et exeunti ei de navi, statim occurrit de monumentis homo in spiritu immundo, Und als er aus dem Schiffe trat, kam ihm sogleich aus den Grabhöhlen ein Mensch entgegen, der von einem unreinen Geiste besessen war. -Matthäus Mt 47 5 2 Et aperiens os suum docebat eos, dicens: Und er tat seinen Mund auf,³ lehrte sie, und sprach:⁴ -Matthäus Mt 47 5 2 3 Auf einem Berge ward durch Engel das Gesetz gegeben, hier redet der Herr selbst. In jenem wurden Strafen angedroht, in dem neuen Gesetze werden Belohnungen verheißen. Christus tut seinen Mund auf: S. [Ez 29,21]. Die Reden sind an die Jünger und an das Volk gerichtet [Mt 7,28]. -Matthäus Mt 47 5 2 4 Die nachfolgende Rede wurde nicht gleich zu Anfang des Lehramtes Christi, sondern später gehalten; der heil. Matthäus gibt sie hier, um seinen Lesern aus den Juden sogleich zu zeigen, was sie von dem neuen Gesetze zu erwarten haben, und wie es sich von dem alten unterscheidet. Die ganze Rede ist wie eine große Pforte anzusehen, durch welche der heilige Evangelist in den eigentümlichen Geist des Evangeliums einführt. +Matthäus Mt 48 5 2 Et aperiens os suum docebat eos, dicens: Und er tat seinen Mund auf,³ lehrte sie, und sprach:⁴ +Matthäus Mt 48 5 2 3 Auf einem Berge ward durch Engel das Gesetz gegeben, hier redet der Herr selbst. In jenem wurden Strafen angedroht, in dem neuen Gesetze werden Belohnungen verheißen. Christus tut seinen Mund auf: S. [Ez 29,21]. Die Reden sind an die Jünger und an das Volk gerichtet [Mt 7,28]. +Matthäus Mt 48 5 2 4 Die nachfolgende Rede wurde nicht gleich zu Anfang des Lehramtes Christi, sondern später gehalten; der heil. Matthäus gibt sie hier, um seinen Lesern aus den Juden sogleich zu zeigen, was sie von dem neuen Gesetze zu erwarten haben, und wie es sich von dem alten unterscheidet. Die ganze Rede ist wie eine große Pforte anzusehen, durch welche der heilige Evangelist in den eigentümlichen Geist des Evangeliums einführt. Markus Mk 48 5 3 Qui domicilium habebat in monumentis, et neque catenis jam quisquam poterat eum ligare: Dieser hatte seine Wohnung in den Grabhöhlen, und niemand konnte ihn binden, selbst nicht mit Ketten. -Matthäus Mt 47 5 3 Beati pauperes spiritu: quoniam ipsorum est regnum clorum. Selig die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich!⁵ [Lk 6,20]. -Matthäus Mt 47 5 3 5 Die Jünger haben alles verlassen, das Volk ist arm und elend. Die Welt preist die Reichen selig. Seligkeit ist Inbegriff alles Guten (Greg. Rnff.). Der Zusatz: Im Geiste fehlt [Lk 6,20], ändert also den Sinn nicht: Armut aus Tugend, diejenigen, welche nicht im Reichtume ihren Trost suchen [Lk 6,24]. Die Armut ist die erste Stufe der Vollkommenheit. S. [Mt 19,21] und [Mt 13,22]. Ein Armer ist auch demütig. (Bas.). Aus dieser Armut entspringt die Sehnsucht nach geistlichen Gütern. [Vergl. Lk 6,24]. +Matthäus Mt 48 5 3 Beati pauperes spiritu: quoniam ipsorum est regnum clorum. Selig die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich!⁵ [Lk 6,20]. +Matthäus Mt 48 5 3 5 Die Jünger haben alles verlassen, das Volk ist arm und elend. Die Welt preist die Reichen selig. Seligkeit ist Inbegriff alles Guten (Greg. Rnff.). Der Zusatz: Im Geiste fehlt [Lk 6,20], ändert also den Sinn nicht: Armut aus Tugend, diejenigen, welche nicht im Reichtume ihren Trost suchen [Lk 6,24]. Die Armut ist die erste Stufe der Vollkommenheit. S. [Mt 19,21] und [Mt 13,22]. Ein Armer ist auch demütig. (Bas.). Aus dieser Armut entspringt die Sehnsucht nach geistlichen Gütern. [Vergl. Lk 6,24]. Markus Mk 48 5 4 Quoniam sæpe compedibus et catenis vinctus, dirupisset catenas, et compedes comminuisset, et nemo poterat eum domare. Denn schon oft, wenn er mit Fußfesseln und Ketten gebunden war, hatte er die Ketten zerrissen und die Fesseln zerbrochen, und niemand konnte ihn bändigen. -Matthäus Mt 47 5 4 Beati mites: quoniam ipsi possidebunt terram. Selig die Sanftmütigen;⁶ denn sie werden das Land besitzen!⁷ [Ps 36,11]. -Matthäus Mt 47 5 4 6 Sanftmütig sind die Geduldigen und Demütigen. -Matthäus Mt 47 5 4 7 Schon im A.T. werden ihnen Lobsprüche erteilt, ihnen besonders gelten die messianischen Verheißungen [Jes 11,4, Jes 29,19, Ps 36,9ff]. +Matthäus Mt 48 5 4 Beati mites: quoniam ipsi possidebunt terram. Selig die Sanftmütigen;⁶ denn sie werden das Land besitzen!⁷ [Ps 36,11]. +Matthäus Mt 48 5 4 6 Sanftmütig sind die Geduldigen und Demütigen. +Matthäus Mt 48 5 4 7 Schon im A.T. werden ihnen Lobsprüche erteilt, ihnen besonders gelten die messianischen Verheißungen [Jes 11,4, Jes 29,19, Ps 36,9ff]. Markus Mk 48 5 5 Et semper die ac nocte in monumentis, et in montibus erat, clamans, et concidens se lapidibus. Immerfort, Tag und Nacht, hielt er sich in den Grabhöhlen und in den Bergen auf, schrie und schlug sich selbst mit Steinen. -Matthäus Mt 47 5 5 Beati, qui lugent: quoniam ipsi consolabuntur. Selig die Trauernden;⁸ denn sie werden getröstet werden!⁹ [Jes 61,1.3]. -Matthäus Mt 47 5 5 8 Die Trauernden: [Jes 61,3]. Von ihnen sprach Christus bei seinem ersten Auftreten [Lk 4,16]. Es ist heilige Trauer zu verstehen wegen alles Übels in der Welt und aus Sehnsucht nach den himmlischen Gütern. Vergl. [Lk 5,35, Lk 19,41]. -Matthäus Mt 47 5 5 9 Bei den Propheten wird der Trost durch den Messias verheißen, der auch bei den jüdischen Schriftstellern der Tröster heißt. Vollkommener Trost ist erst im Himmel. [Offb 7,17, Offb 21,4]. +Matthäus Mt 48 5 5 Beati, qui lugent: quoniam ipsi consolabuntur. Selig die Trauernden;⁸ denn sie werden getröstet werden!⁹ [Jes 61,1.3]. +Matthäus Mt 48 5 5 8 Die Trauernden: [Jes 61,3]. Von ihnen sprach Christus bei seinem ersten Auftreten [Lk 4,16]. Es ist heilige Trauer zu verstehen wegen alles Übels in der Welt und aus Sehnsucht nach den himmlischen Gütern. Vergl. [Lk 5,35, Lk 19,41]. +Matthäus Mt 48 5 5 9 Bei den Propheten wird der Trost durch den Messias verheißen, der auch bei den jüdischen Schriftstellern der Tröster heißt. Vollkommener Trost ist erst im Himmel. [Offb 7,17, Offb 21,4]. Markus Mk 48 5 6 Videns autem Jesum a longe, cucurrit, et adoravit eum: Als er aber Jesus von ferne sah, lief er hinzu,² warf sich vor ihm nieder, -Matthäus Mt 47 5 6 Beati, qui esuriunt, et sitiunt justitiam: quoniam ipsi saturabuntur. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;¹⁰ denn sie werden gesättiget werden! +Matthäus Mt 48 5 6 Beati, qui esuriunt, et sitiunt justitiam: quoniam ipsi saturabuntur. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;¹⁰ denn sie werden gesättiget werden! Markus Mk 48 5 6 2 Da er so wütend war, konnte ihn niemand zu Jesus führen. Der Heiland kommt selbst. -Matthäus Mt 47 5 6 10 Gerechtigkeit ist die vollkommene Erfüllung des göttlichen Willens. Wir sollen stets nach ihr hungern. (Hieron.) Wer nach ihr hungert, soll zum Heilande kommen [Joh 7,37], der ihr Vorbild ist. [Joh 4,34]. +Matthäus Mt 48 5 6 10 Gerechtigkeit ist die vollkommene Erfüllung des göttlichen Willens. Wir sollen stets nach ihr hungern. (Hieron.) Wer nach ihr hungert, soll zum Heilande kommen [Joh 7,37], der ihr Vorbild ist. [Joh 4,34]. Markus Mk 48 5 7 Et clamans voce magna dixit: Quid mihi, et tibi, Jesu Fili Dei altissimi? adjuro te per Deum, ne me torqueas. schrie mit lauter Stimme,³ und sprach: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!⁴ -Matthäus Mt 47 5 7 Beati misericordes: quoniam ipsi misericordiam consequentur. Selig die Barmherzigen,¹¹ denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! +Matthäus Mt 48 5 7 Beati misericordes: quoniam ipsi misericordiam consequentur. Selig die Barmherzigen,¹¹ denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! Markus Mk 48 5 7 3 Er leidet durch Christi Gegenwart. Der böse Geist bekennt, was auch die Stillung des Sturmes bezeugt hat: Christi Gottheit. Markus Mk 48 5 7 4 Er weiß, dass er selbst keine Gründe vorbringen kann. -Matthäus Mt 47 5 7 11 Die Pharisäer sahen in jedem Unglücke nur eine Strafe [Joh 9,34] und verachteten in ihrem Gerechtigkeitsdünkel alle Elenden. Im A. T. heißt Gott oft der Barmherzige, und vom Messias wird besonders diese Tugend gerühmt. Barmherzig ist, wer im Herzen bemitleidet und vergibt, und in der Tat hilft. Wie Großes hat dieses Wort in der Kirche gewirkt! +Matthäus Mt 48 5 7 11 Die Pharisäer sahen in jedem Unglücke nur eine Strafe [Joh 9,34] und verachteten in ihrem Gerechtigkeitsdünkel alle Elenden. Im A. T. heißt Gott oft der Barmherzige, und vom Messias wird besonders diese Tugend gerühmt. Barmherzig ist, wer im Herzen bemitleidet und vergibt, und in der Tat hilft. Wie Großes hat dieses Wort in der Kirche gewirkt! Markus Mk 48 5 8 Dicebat enim illi: Exi spiritus immunde ab homine. Denn er sprach zu ihm: Fahre aus von diesem Menschen, du unreiner Geist! -Matthäus Mt 47 5 8 Beati mundo corde: quoniam ipsi Deum videbunt. Selig, die reinen Herzens sind,¹² denn sie werden Gott schauen!¹³ [Ps 23,4] -Matthäus Mt 47 5 8 12 Die ihr Herz nicht mit Sünde beflecken. [Mt 23,25], vergl. [Mt 15,19]. -Matthäus Mt 47 5 8 13 Im anderen Leben von Angesicht zu Angesicht, doch auch in diesem durch die Erkenntnis besser als andere. In den alten Tempel traten die levitisch-reinen, im neuen Bunde treten nur die reinen Herzens sind, vor Gott. +Matthäus Mt 48 5 8 Beati mundo corde: quoniam ipsi Deum videbunt. Selig, die reinen Herzens sind,¹² denn sie werden Gott schauen!¹³ [Ps 23,4] +Matthäus Mt 48 5 8 12 Die ihr Herz nicht mit Sünde beflecken. [Mt 23,25], vergl. [Mt 15,19]. +Matthäus Mt 48 5 8 13 Im anderen Leben von Angesicht zu Angesicht, doch auch in diesem durch die Erkenntnis besser als andere. In den alten Tempel traten die levitisch-reinen, im neuen Bunde treten nur die reinen Herzens sind, vor Gott. Markus Mk 48 5 9 Et interrogabat eum: Quod tibi nomen est? Et dicit ei: Legio mihi nomen est, quia multi sumus. Er fragte ihn⁵ auch: Wie heißest du? Und er sprach zu ihm: Legion ist mein Name, denn unser sind viele. -Matthäus Mt 47 5 9 Beati pacifici: quoniam filii Dei vocabuntur. Selig die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden!¹⁴ +Matthäus Mt 48 5 9 Beati pacifici: quoniam filii Dei vocabuntur. Selig die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden!¹⁴ Markus Mk 48 5 9 5 Den, der gesprochen, den bösen Geist, welcher die Zunge des Menschen zur Rede gebraucht (Euth.). Der Heiland will die Erklärung für die Raserei des Besessenen geben und die Größe seines Wunders zeigen. -Matthäus Mt 47 5 9 14 Gemäß den Prophezeiungen vom messianischen Reiche. Vergl. [Jes 52,7]: Friede mit Gott. Kinder und Erben Gottes [2Kor 13,11]. +Matthäus Mt 48 5 9 14 Gemäß den Prophezeiungen vom messianischen Reiche. Vergl. [Jes 52,7]: Friede mit Gott. Kinder und Erben Gottes [2Kor 13,11]. Markus Mk 48 5 10 Et deprecabatur eum multum, ne se expelleret extra regionem. Und er bat ihn sehr, dass er ihn nicht aus dieser Gegend vertreiben möchte.⁶ -Matthäus Mt 47 5 10 Beati, qui persecutionem patiuntur propter justitiam: quoniam ipsorum est regnum clorum. Selig, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden,¹⁵ denn ihrer ist das Himmelreich! [1Petr 2,19, 1Petr 3,14, 1Petr 4,14] +Matthäus Mt 48 5 10 Beati, qui persecutionem patiuntur propter justitiam: quoniam ipsorum est regnum clorum. Selig, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden,¹⁵ denn ihrer ist das Himmelreich! [1Petr 2,19, 1Petr 3,14, 1Petr 4,14] Markus Mk 48 5 10 6 Wohl hat der böse Geist die ungeheure Zahl seiner Genossen (die römische Legion hatte etwa 6000 Mann) genannt, doch sogleich bekennt er auch seine Ohnmacht dem Herrn gegenüber. -Matthäus Mt 47 5 10 15 Vergl. [Apg 7,52, Mt 23,37]. Das messianische Reich wird Verfolgung leiden, doch nicht jeder, der Verfolgung leidet, wird selig gepriesen, sondern wer um der Gerechtigkeit wegen leidet. Gerechtigkeit: Siehe V. 6. Dieselbe Lehre [1Petr 2,20, 1Petr 4,15]. Die Verheißung wie V. 3. Reich: Herrschaft und Herrlichkeit. Himmel: Größe und Beständigkeit dieser Herrschaft. Siehe [Röm 8,12, 2Kor 4,17]. +Matthäus Mt 48 5 10 15 Vergl. [Apg 7,52, Mt 23,37]. Das messianische Reich wird Verfolgung leiden, doch nicht jeder, der Verfolgung leidet, wird selig gepriesen, sondern wer um der Gerechtigkeit wegen leidet. Gerechtigkeit: Siehe V. 6. Dieselbe Lehre [1Petr 2,20, 1Petr 4,15]. Die Verheißung wie V. 3. Reich: Herrschaft und Herrlichkeit. Himmel: Größe und Beständigkeit dieser Herrschaft. Siehe [Röm 8,12, 2Kor 4,17]. Markus Mk 48 5 11 Erat autem ibi circa montem grex porcorum magnus, pascens. Es war aber daselbst am Berge eine große Herde Schweine auf der Weide.⁷ -Matthäus Mt 47 5 11 Beati estis cum maledixerint vobis, et persecuti vos fuerint, et dixerint omne malum adversum vos mentientes, propter me: Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen, und alles Böse mit Unwahrheit wider euch reden um meinetwillen!¹⁶ +Matthäus Mt 48 5 11 Beati estis cum maledixerint vobis, et persecuti vos fuerint, et dixerint omne malum adversum vos mentientes, propter me: Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schmähen und verfolgen, und alles Böse mit Unwahrheit wider euch reden um meinetwillen!¹⁶ Markus Mk 48 5 11 7 Ein Teil auf dem Berge. [Lk 8,32] (Aug.). -Matthäus Mt 47 5 11 16 Mit V. 11 beginnt die besondere Anwendung. Christus erklärt zum Trost der Seinen die letzte Seligkeit ausführlicher. Aber zwei Bedingungen hat dieselbe: die böse Nachrede darf sich nicht auf Wahrheit stützen, und sie muss uns zustoßen, weil wir die christliche Gerechtigkeit üben. Da Christus die Gerechtigkeit ist, heißt es bald: Um der Gerechtigkeit, bald: Um Christi willen. -Matthäus Mt 47 5 12 Gaudete, et exsultate, quoniam merces vestra copiosa est in clis. Sic enim persecuti sunt prophetas, qui fuerunt ante vos. Freuet euch, und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel! Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.¹⁷ +Matthäus Mt 48 5 11 16 Mit V. 11 beginnt die besondere Anwendung. Christus erklärt zum Trost der Seinen die letzte Seligkeit ausführlicher. Aber zwei Bedingungen hat dieselbe: die böse Nachrede darf sich nicht auf Wahrheit stützen, und sie muss uns zustoßen, weil wir die christliche Gerechtigkeit üben. Da Christus die Gerechtigkeit ist, heißt es bald: Um der Gerechtigkeit, bald: Um Christi willen. +Matthäus Mt 48 5 12 Gaudete, et exsultate, quoniam merces vestra copiosa est in clis. Sic enim persecuti sunt prophetas, qui fuerunt ante vos. Freuet euch, und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel! Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.¹⁷ Markus Mk 48 5 12 Et deprecabantur eum spiritus, dicentes: Mitte nos in porcos ut in eos introamus. Und die Geister baten ihn, und sprachen: Lasse uns in die Schweine, dass wir in sie hineinfahren! -Matthäus Mt 47 5 12 17 Vergl. [Apg 5,41, Jak 1,2]. Zwei Gründe: Der Lohn ohne Ende (also können wir bei Gott Verdienste sammeln!) und das Vorbild der Propheten, denen der Lohn so sicher. [Vergl. Mt 10,41]. Die Anrede richtet sich an alle Anhänger Christi, an jeden nach seiner Stellung. -Matthäus Mt 47 5 13 Vos estis sal terræ. Quod si sal evanuerit, in quo salietur? ad nihilum valet ultra, nisi ut mittatur foras, et conculcetur ab hominibus. Ihr seid das Salz der Erde; wenn nun das Salz seine Kraft verliert, womit soll man es salzen? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Menschen zertreten werde.¹⁸ [Mk 9,49, Lk 14,34] +Matthäus Mt 48 5 12 17 Vergl. [Apg 5,41, Jak 1,2]. Zwei Gründe: Der Lohn ohne Ende (also können wir bei Gott Verdienste sammeln!) und das Vorbild der Propheten, denen der Lohn so sicher. [Vergl. Mt 10,41]. Die Anrede richtet sich an alle Anhänger Christi, an jeden nach seiner Stellung. +Matthäus Mt 48 5 13 Vos estis sal terræ. Quod si sal evanuerit, in quo salietur? ad nihilum valet ultra, nisi ut mittatur foras, et conculcetur ab hominibus. Ihr seid das Salz der Erde; wenn nun das Salz seine Kraft verliert, womit soll man es salzen? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Menschen zertreten werde.¹⁸ [Mk 9,49, Lk 14,34] Markus Mk 48 5 13 Et concessit eis statim Jesus. Et exeuntes spiritus immundi intoirunt in porcos: et magno impetu grex præcipitatus est in mare ad duo millia, et suffocati sunt in mari. Und Jesus erlaubte es ihnen sogleich. Und die unreinen Geister fuhren aus, und fuhren in die Schweine; und mit großem Ungestüme stürzte sich die Herde in's Meer, es waren bei zweitausend, und sie ertranken im Meere.⁸ Markus Mk 48 5 13 8 Gegen den Willen der bösen Geister, deren Absicht so vereitelt wird, da sie in die Hölle zurückkehren müssen. Wie ohnmächtig sind sie! -Matthäus Mt 47 5 13 18 Die Tugenden der Führer zum Heile. Die Propheten waren nur für Israel tätig, anders die mit den V. 3-12 beschriebenen Eigenschaften Ausgestatteten. Das Salz (Bild der Beständigkeit) [Lev 2,13] hindert die Verderbnis der Speisen und macht sie wohlschmeckend. Vergl. [Kol 4,6]. Deshalb ward es auch dem Opfer beigegeben als Ausdruck des Wunsches, dieses möge Gott gefallen. -Matthäus Mt 47 5 14 Vos estis lux mundi. Non potest civitas abscondi supra montem posita: Ihr seid das Licht der Welt.¹⁹ Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben.²⁰ +Matthäus Mt 48 5 13 18 Die Tugenden der Führer zum Heile. Die Propheten waren nur für Israel tätig, anders die mit den V. 3-12 beschriebenen Eigenschaften Ausgestatteten. Das Salz (Bild der Beständigkeit) [Lev 2,13] hindert die Verderbnis der Speisen und macht sie wohlschmeckend. Vergl. [Kol 4,6]. Deshalb ward es auch dem Opfer beigegeben als Ausdruck des Wunsches, dieses möge Gott gefallen. +Matthäus Mt 48 5 14 Vos estis lux mundi. Non potest civitas abscondi supra montem posita: Ihr seid das Licht der Welt.¹⁹ Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben.²⁰ Markus Mk 48 5 14 Qui autem pascebant eos, fugerunt, et nuntiaverunt in civitatem, et in agros. Et egressi sunt videre quid esset factum: Diejenigen aber, die sie weideten, flohen davon, und verkündeten es in der Stadt und auf dem Lande. Und die Leute gingen heraus, um zu sehen, was geschehen war. -Matthäus Mt 47 5 14 19 Das Licht gibt Glanz und Schönheit, ist zum Leben notwendig und allen angenehm. Christus: [Joh 1,9, Joh 8,12, Jes 42,6, Jes 49,6]. Wer ihm angehört, nimmt an seinen Eigenschaften teil, er bringt das Licht der Lehre und wahres Glück. Auch den Gläubigen kommt dies einigermaßen zu. [Phil 2,15, Eph 5,8]. -Matthäus Mt 47 5 14 20 Vergl. [Jes 4,1]. Die Kirche und ihre Vorsteher. Christi Gaben sollen Früchte tragen. -Matthäus Mt 47 5 15 Neque accendunt lucernam, et ponunt eam sub modio, sed super candelabrum ut luceat omnibus, qui in domo sunt. Auch zündet man keine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel,²¹ sondern auf den Leuchter, damit sie allen leuchte, die im Hause sind. [Mk 4,21, Lk 8,16, Lk 11,33], +Matthäus Mt 48 5 14 19 Das Licht gibt Glanz und Schönheit, ist zum Leben notwendig und allen angenehm. Christus: [Joh 1,9, Joh 8,12, Jes 42,6, Jes 49,6]. Wer ihm angehört, nimmt an seinen Eigenschaften teil, er bringt das Licht der Lehre und wahres Glück. Auch den Gläubigen kommt dies einigermaßen zu. [Phil 2,15, Eph 5,8]. +Matthäus Mt 48 5 14 20 Vergl. [Jes 4,1]. Die Kirche und ihre Vorsteher. Christi Gaben sollen Früchte tragen. +Matthäus Mt 48 5 15 Neque accendunt lucernam, et ponunt eam sub modio, sed super candelabrum ut luceat omnibus, qui in domo sunt. Auch zündet man keine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel,²¹ sondern auf den Leuchter, damit sie allen leuchte, die im Hause sind. [Mk 4,21, Lk 8,16, Lk 11,33], Markus Mk 48 5 15 Et veniunt ad Jesum: et vident illum, qui a dæmonio vexabatur, sedentem, vestitum, et sanæ mentis, et timuerunt. Und sie kamen zu Jesus, und sahen denjenigen, der von dem bösen Geiste geplagt war, wie er da saß, angekleidet und bei gesundem Verstande, und sie fürchteten sich.⁹ Markus Mk 48 5 15 9 Sie fühlen das Walten einer höheren Macht. -Matthäus Mt 47 5 15 21 Scheffel für jedwedes Gefäß, mit dem man das Licht bedecken kann. -Matthäus Mt 47 5 16 Sic luceat lux vestra coram hominibus: ut videant opera vestra bona, et glorificent patrem vestrum, qui in clis est. So leuchte euer Licht vor den Menschen, auf dass sie eure guten Werke sehen, und euern Vater preisen, der im Himmel ist.²² [1Petr 2,12] +Matthäus Mt 48 5 15 21 Scheffel für jedwedes Gefäß, mit dem man das Licht bedecken kann. +Matthäus Mt 48 5 16 Sic luceat lux vestra coram hominibus: ut videant opera vestra bona, et glorificent patrem vestrum, qui in clis est. So leuchte euer Licht vor den Menschen, auf dass sie eure guten Werke sehen, und euern Vater preisen, der im Himmel ist.²² [1Petr 2,12] Markus Mk 48 5 16 Et narraverunt illis, qui viderant, qualiter factum esset ei, qui dæmonium habuerat, et de porcis. Die aber zugesehen hatten, erzählten ihnen, wie es sich mit dem Besessenen begeben und von den Schweinen. -Matthäus Mt 47 5 16 22 Die rechte Weise sein Licht leuchten zu lassen. Welches die guten Werke sind, ist in den Seligkeiten gesagt. Euren Vater: Gute Söhne suchen gern die Ehre des Vaters. Gott gebührt Preis, da er der Herr des Himmels ist. -Matthäus Mt 47 5 17 Nolite putare quoniam veni solvere legem, aut prophetas: non veni solvere, sed adimplere. Glaubet nicht,²³ dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen,²⁴ sie aufzuheben, sondern zu erfüllen.²⁵ +Matthäus Mt 48 5 16 22 Die rechte Weise sein Licht leuchten zu lassen. Welches die guten Werke sind, ist in den Seligkeiten gesagt. Euren Vater: Gute Söhne suchen gern die Ehre des Vaters. Gott gebührt Preis, da er der Herr des Himmels ist. +Matthäus Mt 48 5 17 Nolite putare quoniam veni solvere legem, aut prophetas: non veni solvere, sed adimplere. Glaubet nicht,²³ dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen,²⁴ sie aufzuheben, sondern zu erfüllen.²⁵ Markus Mk 48 5 17 Et rogare cperunt eum ut discederet de finibus eorum. Da fingen sie an, ihn zu bitten, er möge sich aus ihrem Gebiete fortbegeben.¹⁰ Markus Mk 48 5 17 10 Wohl, damit sie nicht noch schwereren Schaden litten. Es waren auch viele Heiden dabei. Der Heiland sendet ihnen wenigstens einen Verkünder der Wunder und Macht Gottes. -Matthäus Mt 47 5 17 23 Nach der allgemeinen Darlegung seiner Lehre geht der Heiland auf besondere Dinge über und zeigt den Weg zur Erlangung jener Vollkommenheit. Glaubet nicht: Vielleicht hatten sie eine falsche Meinung. Vergl. [Lk 4,18, Lk 5,37, Joh 3,7, Joh 4,21]. Zudem hatte der Herr nach der Meinung der Rabbiner den Sabbat verletzt, war nicht von Rabbinern erzogen und verwarf viele ihrer Lehren. Diese Rede ist nach dem zweiten Osterfeste des öffentlichen Lebens gehalten. Vergl. [Lk 6,1] Die gleiche Anklage gegen seine Jünger [Apg 6,14, Apg 21,21]. -Matthäus Mt 47 5 17 24 Andeutung der Messiaswürde. [Mt 11,3, Lk 7,19] -Matthäus Mt 47 5 17 25 Der Heiland erfüllte das Gesetz durch vollkommenere Beobachtung, bessere Erklärung und Gewährung der notwendigen Gnade. Das Moralgesetz wird vervollkommnet, an die Stelle des Zeremonialgesetzes tritt der christliche Kult, für das Gericht wird die Hierarchie eingesetzt. Vergl. [Jes 2,2, Mi 4,1]. +Matthäus Mt 48 5 17 23 Nach der allgemeinen Darlegung seiner Lehre geht der Heiland auf besondere Dinge über und zeigt den Weg zur Erlangung jener Vollkommenheit. Glaubet nicht: Vielleicht hatten sie eine falsche Meinung. Vergl. [Lk 4,18, Lk 5,37, Joh 3,7, Joh 4,21]. Zudem hatte der Herr nach der Meinung der Rabbiner den Sabbat verletzt, war nicht von Rabbinern erzogen und verwarf viele ihrer Lehren. Diese Rede ist nach dem zweiten Osterfeste des öffentlichen Lebens gehalten. Vergl. [Lk 6,1] Die gleiche Anklage gegen seine Jünger [Apg 6,14, Apg 21,21]. +Matthäus Mt 48 5 17 24 Andeutung der Messiaswürde. [Mt 11,3, Lk 7,19] +Matthäus Mt 48 5 17 25 Der Heiland erfüllte das Gesetz durch vollkommenere Beobachtung, bessere Erklärung und Gewährung der notwendigen Gnade. Das Moralgesetz wird vervollkommnet, an die Stelle des Zeremonialgesetzes tritt der christliche Kult, für das Gericht wird die Hierarchie eingesetzt. Vergl. [Jes 2,2, Mi 4,1]. Markus Mk 48 5 18 Cumque ascenderet navim, cpit illum deprecari, qui a dæmonio vexatus fuerat, ut esset cum illo, Als er nun in das Schiff stieg, fing jener, der vom bösen Geiste geplagt gewesen war, an, ihn zu bitten, dass er bei ihm bleiben dürfte.¹¹ -Matthäus Mt 47 5 18 Amen quippe dico vobis, donec transeat clum et terra, iota unum, aut unus apex non præteribit a lege, donec omnia fiant. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht ein Strichlein oder ein Punkt vom Gesetze vergehen, bis alles geschieht!²⁶ [Lk 16,17] +Matthäus Mt 48 5 18 Amen quippe dico vobis, donec transeat clum et terra, iota unum, aut unus apex non præteribit a lege, donec omnia fiant. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht ein Strichlein oder ein Punkt vom Gesetze vergehen, bis alles geschieht!²⁶ [Lk 16,17] Markus Mk 48 5 18 11 Als Jünger. Er hat erfahren, wie gut es ist, bei Jesus zu sein. (Bed.) Indes der Beruf ist keine Sache der Menschen, sondern Gottes. -Matthäus Mt 47 5 18 26 Ein zweifacher Vordersatz: bis. Über das Ende der Welt siehe [2Petr 3,13]. -Matthäus Mt 47 5 19 Qui ergo solverit unum de mandatis istis minimis, et docuerit sic homines, minimus vocabitur in regno clorum: qui autem fecerit et docuerit, hic magnus vocabitur in regno clorum. Wer also etwa eines von diesen mindesten Geboten aufhebt und die Menschen so lehrt, wird der Mindeste genannt werden im Himmelreiche;²⁷ wer sie aber hält und lehrt, der wird ein Großer genannt werden im Himmelreiche.²⁸ [Jak 2,10] +Matthäus Mt 48 5 18 26 Ein zweifacher Vordersatz: bis. Über das Ende der Welt siehe [2Petr 3,13]. +Matthäus Mt 48 5 19 Qui ergo solverit unum de mandatis istis minimis, et docuerit sic homines, minimus vocabitur in regno clorum: qui autem fecerit et docuerit, hic magnus vocabitur in regno clorum. Wer also etwa eines von diesen mindesten Geboten aufhebt und die Menschen so lehrt, wird der Mindeste genannt werden im Himmelreiche;²⁷ wer sie aber hält und lehrt, der wird ein Großer genannt werden im Himmelreiche.²⁸ [Jak 2,10] Markus Mk 48 5 19 Et non admisit eum, sed ait illi: Vade in domum tuam ad tuos, et annuntia illis quanta tibi Dominus fecerit, et misertus sit tui. Aber er ließ es nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe hin in dein Haus zu den Deinigen, und verkünde ihnen, was der Herr Großes an dir getan, und wie er sich deiner erbarmet hat!¹² Markus Mk 48 5 19 12 Der Heiland schreibt dem Vater das Wunder zu. So müssen auch wir alle guten Werke auf Gott und seine Ehre zurückführen (Euth., Theoph.). In Judäa verbietet Christus, den Ruf seiner Wunder zu verbreiten, damit derselbe nicht etwa eine falsche Erwartung nähre; in einem zum großen Teile heidnischen Gegend müssen Gottes Großtaten verkündigt werden, um seiner Erkenntnis und der Verkündigung des Evangeliums den Weg zu bereiten. -Matthäus Mt 47 5 19 27 Aufheben: wie V. 17. Die mindesten Gebote sind V. 18 beschrieben. Beispiele siehe [1Kor 9,9, Gal 4,29.30]. Nicht allein die Würde eines Lehrers geht einem solchen verloren, sondern er wird auch ganz unten sitzen. Vergl. [1Kor 3,11.15]. -Matthäus Mt 47 5 19 28 Wird großer Ehre im messianischen Reiche teilhaftig. +Matthäus Mt 48 5 19 27 Aufheben: wie V. 17. Die mindesten Gebote sind V. 18 beschrieben. Beispiele siehe [1Kor 9,9, Gal 4,29.30]. Nicht allein die Würde eines Lehrers geht einem solchen verloren, sondern er wird auch ganz unten sitzen. Vergl. [1Kor 3,11.15]. +Matthäus Mt 48 5 19 28 Wird großer Ehre im messianischen Reiche teilhaftig. Markus Mk 48 5 20 Et abiit, et cpit prædicare in Decapoli, quanta sibi fecisset Jesus: et omnes mirabantur. Da ging er hin, und fing an, in den zehn Städten kund zu machen, was Jesus an ihm Großes getan. Und alle verwunderten sich.¹³ -Matthäus Mt 47 5 20 Dico enim vobis, quia nisi abundaverit justitia vestra plus quam Scribarum, et Pharisæorum, non intrabitis in regnum clorum. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer,²⁹ so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen. [Lk 11,39] +Matthäus Mt 48 5 20 Dico enim vobis, quia nisi abundaverit justitia vestra plus quam Scribarum, et Pharisæorum, non intrabitis in regnum clorum. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer,²⁹ so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen. [Lk 11,39] Markus Mk 48 5 20 13 Der Geheilte verkündet dankbar auch des Heilandes Ruhm (Euth.). Er ist das Bild der Heiden (Hier.) und jedes Sünders. -Matthäus Mt 47 5 20 29 Bei der Hervorhebung so großer Gesetzestreue (V. 18) mochten die Zuhörer wohl an die Pharisäer denken. +Matthäus Mt 48 5 20 29 Bei der Hervorhebung so großer Gesetzestreue (V. 18) mochten die Zuhörer wohl an die Pharisäer denken. Markus Mk 48 5 21 Et cum transcendisset Jesus in navi rursum trans fretum, convenit turba multa ad eum, et erat circa mare. Und als Jesus im Schiffe wieder über das Meer gefahren war,¹⁴ versammelte sich viel Volk bei ihm, und er war am Meere. -Matthäus Mt 47 5 21 Audistis quia dictum est antiquis: Non occides: qui autem occiderit, reus erit judicio. Ihr habt gehört,³⁰ dass den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber getötet hat, wird dem Gerichte verfallen sein! [Ex 20,13, Dtn 5,17] +Matthäus Mt 48 5 21 Audistis quia dictum est antiquis: Non occides: qui autem occiderit, reus erit judicio. Ihr habt gehört,³⁰ dass den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber getötet hat, wird dem Gerichte verfallen sein! [Ex 20,13, Dtn 5,17] Markus Mk 48 5 21 14 Auf das Westufer, von dem er [Mk 4,35] gekommen. -Matthäus Mt 47 5 21 30 Bei der Vorlesung in der Synagoge. +Matthäus Mt 48 5 21 30 Bei der Vorlesung in der Synagoge. Markus Mk 48 5 22 Et venit quidam de archisynagogis nomine Jairus: et videns eum, procidit ad pedes ejus, Da kam¹⁵ einer von den Vorstehern der Synagoge mit Namen Jairus; und als dieser ihn sah, fiel er ihm zu Füßen, [Mt 9,18, Lk 8,41] -Matthäus Mt 47 5 22 Ego autem dico vobis: quia omnis, qui irascitur fratri suo, reus erit judicio. Qui autem dixerit fratri suo, raca: reus erit concilio. Qui autem dixerit, fatue: reus erit gehennæ ignis. Ich aber sage euch:³¹ Jeder, der seinem Bruder zürnt,³² wird dem Gerichte verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! wird dem Rate verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! wird dem höllischen Feuer verfallen sein.³³ +Matthäus Mt 48 5 22 Ego autem dico vobis: quia omnis, qui irascitur fratri suo, reus erit judicio. Qui autem dixerit fratri suo, raca: reus erit concilio. Qui autem dixerit, fatue: reus erit gehennæ ignis. Ich aber sage euch:³¹ Jeder, der seinem Bruder zürnt,³² wird dem Gerichte verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! wird dem Rate verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! wird dem höllischen Feuer verfallen sein.³³ Markus Mk 48 5 22 15 Sogleich. Der Name Synagogenvorsteher kam sowohl dem wirklichen Vorsteher wie den ihm zur Seite stehenden Ratspersonen zu. Des Heilandes Ruf ist so gewachsen, dass nicht allein das Volk zu ihm kommt. Obwohl Christus niemals von den Menschen Lob und Ehre begehrte, weist er dennoch die Zeichen ihrer Verehrung nicht zurück. (Vergleiche dagegen [Apg 14,14]). -Matthäus Mt 47 5 22 31 So sprach kein Prophet. -Matthäus Mt 47 5 22 32 Bruder zürnt: dem Bruder gebührt Liebe. -Matthäus Mt 47 5 22 33 Gehenna: Das Tal Hinnon, eine Felsenschlucht im Süden Jerusalems, in welcher dem Moloch einst Kinder geopfert wurden. [2Kön 23,10, Jer 7,31] Später bezeichnete man mit diesem Namen die Hölle. Der Heiland hat drei Abstufungen unterschieden: Hass im Herzen hegen, zu Schmähungen fortschreiten: du bist ohne Vernunft wie ein Tier; der Ungerechtigkeit beschuldigen: Gottesverächter! Die Vergleiche zeigen, dass es sich um keine leichte Sache handelt. -Matthäus Mt 47 5 23 Si ergo offers munus tuum ad altare, et ibi recordatus fueris quia frater tuus habet aliquid adversum te: Wenn du daher deine Gabe zu dem Altare bringest, und du erinnerst dich daselbst, dass dein Bruder etwas wider dich hat, +Matthäus Mt 48 5 22 31 So sprach kein Prophet. +Matthäus Mt 48 5 22 32 Bruder zürnt: dem Bruder gebührt Liebe. +Matthäus Mt 48 5 22 33 Gehenna: Das Tal Hinnon, eine Felsenschlucht im Süden Jerusalems, in welcher dem Moloch einst Kinder geopfert wurden. [2Kön 23,10, Jer 7,31] Später bezeichnete man mit diesem Namen die Hölle. Der Heiland hat drei Abstufungen unterschieden: Hass im Herzen hegen, zu Schmähungen fortschreiten: du bist ohne Vernunft wie ein Tier; der Ungerechtigkeit beschuldigen: Gottesverächter! Die Vergleiche zeigen, dass es sich um keine leichte Sache handelt. +Matthäus Mt 48 5 23 Si ergo offers munus tuum ad altare, et ibi recordatus fueris quia frater tuus habet aliquid adversum te: Wenn du daher deine Gabe zu dem Altare bringest, und du erinnerst dich daselbst, dass dein Bruder etwas wider dich hat, Markus Mk 48 5 23 Et deprecabatur eum multum, dicens: Quoniam filia mea in extremis est, Veni, impone manum super eam, ut salva sit, et vivat. bat ihn inständig, und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen, komm und lege ihr die Hand auf,¹⁶ damit sie gesund werde, und lebe. Markus Mk 48 5 23 16 So hatte Christus wohl viele geheilt. -Matthäus Mt 47 5 24 Relinque ibi munus tuum ante altare, et vade prius reconciliari fratri tuo: et tunc veniens offeres munus tuum. so lass deine Gabe allda vor dem Altare, und gehe hin, und versöhne dich zuvor mit deinem Bruder; und dann komm, und opfere deine Gabe!³⁴ +Matthäus Mt 48 5 24 Relinque ibi munus tuum ante altare, et vade prius reconciliari fratri tuo: et tunc veniens offeres munus tuum. so lass deine Gabe allda vor dem Altare, und gehe hin, und versöhne dich zuvor mit deinem Bruder; und dann komm, und opfere deine Gabe!³⁴ Markus Mk 48 5 24 Et abiit cum illo, et sequèbatur eum turba multa, et comprimebant eum. Da ging er mit ihm, und es folgte ihm viel Volk, und drängte ihn.¹⁷ Markus Mk 48 5 24 17 Jesus gibt einen anderen Beweis seiner Allwissenheit, seiner Allmacht und seines Erbarmens. -Matthäus Mt 47 5 24 34 Aus welchem Grunde immer jemand etwas gegen uns hat, wir sollen die Gabe (welche die Israeliten nur bis vor den Altar brachten) zurücklassen und die Liebe höher stellen als die unmittelbare Vollendung der Opferhandlung. +Matthäus Mt 48 5 24 34 Aus welchem Grunde immer jemand etwas gegen uns hat, wir sollen die Gabe (welche die Israeliten nur bis vor den Altar brachten) zurücklassen und die Liebe höher stellen als die unmittelbare Vollendung der Opferhandlung. Markus Mk 48 5 25 Et mulier, quæ erat in profluvio sanguinis annis duodecim, Ein Weib aber, das mit einem Blutflusse behaftet war seit zwölf Jahren, -Matthäus Mt 47 5 25 Esto consentiens adversario tuo cito dum es in via cum eo: ne forte tradat te adversarius judici, et judex tradat te ministro: et in carcerem mittaris. Sei deinem Widersacher³⁵ willfährig ohne zögern, so lange du mit ihm auf dem Wege bist, damit dich nicht der Widersacher dem Richter überantworte, und der Richter dich dem Schergen übergebe, und du in den Kerker geworfen werdest. [Lk 12,58] -Matthäus Mt 47 5 25 35 Widersacher ist der, der verletzt ist. Im A. T. konnte der Ankläger den Angeklagten vor Gericht führen [Dtn 21,19]. Durch das Beispiel empfiehlt der Heiland Höheres. Widersacher ist was vor Gott dem Richter gegen uns stehen kann. +Matthäus Mt 48 5 25 Esto consentiens adversario tuo cito dum es in via cum eo: ne forte tradat te adversarius judici, et judex tradat te ministro: et in carcerem mittaris. Sei deinem Widersacher³⁵ willfährig ohne zögern, so lange du mit ihm auf dem Wege bist, damit dich nicht der Widersacher dem Richter überantworte, und der Richter dich dem Schergen übergebe, und du in den Kerker geworfen werdest. [Lk 12,58] +Matthäus Mt 48 5 25 35 Widersacher ist der, der verletzt ist. Im A. T. konnte der Ankläger den Angeklagten vor Gericht führen [Dtn 21,19]. Durch das Beispiel empfiehlt der Heiland Höheres. Widersacher ist was vor Gott dem Richter gegen uns stehen kann. Markus Mk 48 5 26 Et fuerat multa perpessa a compluribus medicis: et erogaverat omnia sua, nec quidquam profecerat, sed magis deterius habebat: und von mehreren Ärzten vieles ausgestanden und all das Ihrige aufgewendet, und keine Hilfe gefunden hatte, sondern vielmehr ärger herabgekommen war,¹⁸ -Matthäus Mt 47 5 26 Amen dico tibi, non exies inde, donec reddas novissimum quadrantem. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast!³⁶ +Matthäus Mt 48 5 26 Amen dico tibi, non exies inde, donec reddas novissimum quadrantem. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast!³⁶ Markus Mk 48 5 26 18 Ihr Unglück wird durch vier Umstände dargelegt. Sie hatte nur von Jesus gehört, doch wie groß ist ihr Glaube! Die Art der Krankheit hält sie davon zurück, ihn öffentlich um Heilung zu bitten. -Matthäus Mt 47 5 26 36 Der vierte Teil vom Aß, etwa 2 Pfennige. Der Heiland lässt es unbestimmt, ob die Zahlung statthat. Sicherlich nicht, wenn es sich um Todsünden handelt, wohl aber, wenn lässliche Sünden zu büßen sind. Vorzugsweise ist wohl von der Hölle die Rede. Vergl. [Mt 18,34]. Der Heiland spricht wie die Gleichnisse zeigen, von schwereren Sünden. Auch die Partikel bis (im Sinne von niemals) scheint darauf hinzudeuten. (H. Aug.) +Matthäus Mt 48 5 26 36 Der vierte Teil vom Aß, etwa 2 Pfennige. Der Heiland lässt es unbestimmt, ob die Zahlung statthat. Sicherlich nicht, wenn es sich um Todsünden handelt, wohl aber, wenn lässliche Sünden zu büßen sind. Vorzugsweise ist wohl von der Hölle die Rede. Vergl. [Mt 18,34]. Der Heiland spricht wie die Gleichnisse zeigen, von schwereren Sünden. Auch die Partikel bis (im Sinne von niemals) scheint darauf hinzudeuten. (H. Aug.) Markus Mk 48 5 27 Cum audisset de Jesu, venit in turba retro, et tetigit vestimentum ejus: kam, da sie von Jesus gehört hatte, unter dem Volke von rückwärts hinzu, und rührte sein Kleid an; -Matthäus Mt 47 5 27 Audistis quia dictum est antiquis: Non mchaberis. Ihr habt gehört, dass den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen! [Ex 20,14] -Matthäus Mt 47 5 28 Ego autem dico vobis: quia omnis, qui viderit mulierem ad concupiscendum eam, jam mchatus est eam in corde suo. Ich aber sage euch: Ein jeder, der ein Weib,³⁷ um es zu begehren,³⁸ ansieht, hat schon an ihr Ehebruch begangen in seinem Herzen. +Matthäus Mt 48 5 27 Audistis quia dictum est antiquis: Non mchaberis. Ihr habt gehört, dass den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen! [Ex 20,14] +Matthäus Mt 48 5 28 Ego autem dico vobis: quia omnis, qui viderit mulierem ad concupiscendum eam, jam mchatus est eam in corde suo. Ich aber sage euch: Ein jeder, der ein Weib,³⁷ um es zu begehren,³⁸ ansieht, hat schon an ihr Ehebruch begangen in seinem Herzen. Markus Mk 48 5 28 Dicebat enim: Quia si vel vestimentum ejus tetigero, salva ero. denn sie sprach: Wenn ich auch nur sein Kleid berühre, so wird mir geholfen sein. -Matthäus Mt 47 5 28 37 Weib: Dies Wort bezeichnet hier das Geschlecht, nicht den Ehestand. -Matthäus Mt 47 5 28 38 Überlegt und mit Zustimmung des Willens. -Matthäus Mt 47 5 29 Quod si oculus tuus dexter scandalizat te, erue eum, et projice abs te: expedit enim tibi ut pereat unum membrorum tuorum, quam totum corpus tuum mittatur in gehennam. Wenn aber dein rechtes Auge dich ärgert,³⁹ so reiße es aus, und wirf es von dir;⁴⁰ denn es ist dir besser, dass von deinen Gliedern eines verloren gehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. [Mt 18,9, Mk 9,46] +Matthäus Mt 48 5 28 37 Weib: Dies Wort bezeichnet hier das Geschlecht, nicht den Ehestand. +Matthäus Mt 48 5 28 38 Überlegt und mit Zustimmung des Willens. +Matthäus Mt 48 5 29 Quod si oculus tuus dexter scandalizat te, erue eum, et projice abs te: expedit enim tibi ut pereat unum membrorum tuorum, quam totum corpus tuum mittatur in gehennam. Wenn aber dein rechtes Auge dich ärgert,³⁹ so reiße es aus, und wirf es von dir;⁴⁰ denn es ist dir besser, dass von deinen Gliedern eines verloren gehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. [Mt 18,9, Mk 9,46] Markus Mk 48 5 29 Et confestim siccatus est fons sanguinis ejus: et sensit corpore quia sanata esset a plaga. Und sogleich war ihr Blutgang gestillt; und sie fühlte es an ihrem Körper, dass sie von der Plage geheilet sei. -Matthäus Mt 47 5 29 39 Gelegenheit zur Sünde und zum Falle ist. Das rechte Auge wird genannt, weil die rechten Glieder höher geschätzt und nützlicher zu sein pflegen. -Matthäus Mt 47 5 29 40 Mit welcher Emphase redet Christus! Wie lieb dir auch etwas sei, trenne dich davon und wirf es von dir, wenn es dich zur Sünde verführt! Dazu soll uns das Andenken an die Hölle helfen. +Matthäus Mt 48 5 29 39 Gelegenheit zur Sünde und zum Falle ist. Das rechte Auge wird genannt, weil die rechten Glieder höher geschätzt und nützlicher zu sein pflegen. +Matthäus Mt 48 5 29 40 Mit welcher Emphase redet Christus! Wie lieb dir auch etwas sei, trenne dich davon und wirf es von dir, wenn es dich zur Sünde verführt! Dazu soll uns das Andenken an die Hölle helfen. Markus Mk 48 5 30 Et statim Jesus in semetipso cognoscens virtutem, quæ exierat de illo, conversus ad turbam, ajebat: Quis tetigit vestimenta mea? Und sogleich wandte sich Jesus, da er in sich erkannte, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war,¹⁹ zum Volke, und sprach: Wer hat meine Kleider angerühret?²⁰ -Matthäus Mt 47 5 30 Et si dextra manus tua scandalizat te, abscide eam, et projice abs te: expedit enim tibi ut pereat unum membrorum tuorum, quam totum corpus tuum eat in gehennam. Und wenn deine rechte Hand dich ärgert, so haue sie ab, und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass von deinen Gliedern eines verloren sei, als dass dein ganzer Leib in die Hölle fahre. +Matthäus Mt 48 5 30 Et si dextra manus tua scandalizat te, abscide eam, et projice abs te: expedit enim tibi ut pereat unum membrorum tuorum, quam totum corpus tuum eat in gehennam. Und wenn deine rechte Hand dich ärgert, so haue sie ab, und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass von deinen Gliedern eines verloren sei, als dass dein ganzer Leib in die Hölle fahre. Markus Mk 48 5 30 19 Sich mitgeteilt hatte. Von der Frau sagt der Evangelist: Sie fühlte; vom Heilande: Er erkannte in sich. Markus Mk 48 5 30 20 Der Heiland will, dass alle aufmerken. Markus Mk 48 5 31 Et dicebant ei discipuli sui: Vides turbam comprimentem te, et dicis: Quis me tetigit? Und seine Jünger sprachen zu ihm:²¹ Du siehst, wie dich das Volk dränget, und fragst: Wer hat mich angerühret?²² -Matthäus Mt 47 5 31 Dictum est autem: Quicumque dimiserit uxorem suam, det ei libellum repudii. Es ist auch gesagt worden: Wer immer sein Weib entlässt, gebe ihr einen Scheidebrief.⁴¹ [Dtn 24,1, Mt 19,7]. +Matthäus Mt 48 5 31 Dictum est autem: Quicumque dimiserit uxorem suam, det ei libellum repudii. Es ist auch gesagt worden: Wer immer sein Weib entlässt, gebe ihr einen Scheidebrief.⁴¹ [Dtn 24,1, Mt 19,7]. Markus Mk 48 5 31 21 Die Jünger sind noch nicht weit fortgeschritten, da sie nicht einsahen, dass Jesus keine unnötige Frage stellen kann. Markus Mk 48 5 31 22 Jesus will den Glauben der Frau anderen als Vorbild hinstellen, sie selbst noch mehr belehren und den Glauben des Vorstehers mehren. -Matthäus Mt 47 5 31 41 Der Scheidebrief war erlaubt, so weit die Scheidung gestattet war, und geboten, insofern die Scheidung nur so stattfinden durfte. +Matthäus Mt 48 5 31 41 Der Scheidebrief war erlaubt, so weit die Scheidung gestattet war, und geboten, insofern die Scheidung nur so stattfinden durfte. Markus Mk 48 5 32 Et circumspiciebat videre eam, quæ hoc fecerat. Und er blickte umher, um die zu sehen, welche es getan hatte. -Matthäus Mt 47 5 32 Ego autem dico vobis: Quia omnis, qui dimiserit uxorem suam, excepta fornicationis causa, facit eam mchari: et qui dimissam duxerit, adulterat. Ich aber sage euch: Jeder, der sein Weib entlässt, außer um des Ehebruches willen, macht, dass sie die Ehe bricht;⁴² und wer eine Entlassene zur Ehe nimmt, bricht die Ehe.⁴³ [Mk 10,11, Lk 16,18, 1Kor 7,10]. -Matthäus Mt 47 5 32 42 Auch die Entlassene bleibt Ehegattin. Im Falle eines Ehebruches darf die Gattin entlassen werden, weil die Ehe ihrerseits schon gebrochen ist. -Matthäus Mt 47 5 32 43 Wer eine, ob auch wegen Ehebruches Entlassene nimmt, begeht Ehebruch. Die vorher gemachte Ausnahme für die Entlassung lässt sich nicht hierher ziehen, sonst würde der Ehebruch gleichsam eine Belohnung erhalten. Die Erklärung dieser Stelle siehe [1Kor 7,11]: Scheidung ohne Lösung des Ehebandes. Da nun im A. T. gleiches Recht statthat für Mann und Frau, hat V. 32 für beide Geltung. Christus erlaubt Trennung wegen Ehebruches, aber ordnet sie nicht an. (Herm. Justin Athenag. Drig. Chrys. Basil.) +Matthäus Mt 48 5 32 Ego autem dico vobis: Quia omnis, qui dimiserit uxorem suam, excepta fornicationis causa, facit eam mchari: et qui dimissam duxerit, adulterat. Ich aber sage euch: Jeder, der sein Weib entlässt, außer um des Ehebruches willen, macht, dass sie die Ehe bricht;⁴² und wer eine Entlassene zur Ehe nimmt, bricht die Ehe.⁴³ [Mk 10,11, Lk 16,18, 1Kor 7,10]. +Matthäus Mt 48 5 32 42 Auch die Entlassene bleibt Ehegattin. Im Falle eines Ehebruches darf die Gattin entlassen werden, weil die Ehe ihrerseits schon gebrochen ist. +Matthäus Mt 48 5 32 43 Wer eine, ob auch wegen Ehebruches Entlassene nimmt, begeht Ehebruch. Die vorher gemachte Ausnahme für die Entlassung lässt sich nicht hierher ziehen, sonst würde der Ehebruch gleichsam eine Belohnung erhalten. Die Erklärung dieser Stelle siehe [1Kor 7,11]: Scheidung ohne Lösung des Ehebandes. Da nun im A. T. gleiches Recht statthat für Mann und Frau, hat V. 32 für beide Geltung. Christus erlaubt Trennung wegen Ehebruches, aber ordnet sie nicht an. (Herm. Justin Athenag. Drig. Chrys. Basil.) Markus Mk 48 5 33 Mulier vero timens et tremens, sciens quod factum esset in se, venit et procidit ante eum, et dixit ei omnem veritatem. Da kam das Weib, voll Bangigkeit²³ und zitternd, wohl wissend, was an ihr geschehen war, fiel vor ihm nieder, und sagte ihm alles nach der Wahrheit. -Matthäus Mt 47 5 33 Iterum audistis quia dictum est antiquis: Non perjurabis: reddes autem Domino juramenta tua. Wiederum habt ihr gehört, dass den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, sollst aber dem Herrn halten, was du geschworen hast. [Ex 20,7, Lev 19,12, Dtn 5,11].⁴⁴ +Matthäus Mt 48 5 33 Iterum audistis quia dictum est antiquis: Non perjurabis: reddes autem Domino juramenta tua. Wiederum habt ihr gehört, dass den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, sollst aber dem Herrn halten, was du geschworen hast. [Ex 20,7, Lev 19,12, Dtn 5,11].⁴⁴ Markus Mk 48 5 33 23 Sie möchte nicht recht gehandelt haben und vielleicht zur Strafe wieder krank werden (Theoph.). Sie legt also eine demütige, furchtsame und allgemeine Beichte ab. -Matthäus Mt 47 5 33 44 Zweites Gebot. Vergl. [Mt 23,16]. Die Eidesformeln [2Kön 3,9, Jer 38,16, Jer 42,5]. +Matthäus Mt 48 5 33 44 Zweites Gebot. Vergl. [Mt 23,16]. Die Eidesformeln [2Kön 3,9, Jer 38,16, Jer 42,5]. Markus Mk 48 5 34 Ille autem dixit ei: Filia, fides tua te salvam fecit: vade in pace, et esto sana a plaga tua. Er aber sprach zu ihr: Tochter!²⁴ dein Glaube²⁵ hat dir geholfen; gehe hin im Frieden, und sei geheilet von deiner Plage. [Lk 7,50, Lk 8,48] -Matthäus Mt 47 5 34 Ego autem dico vobis non jurare omnino, neque per clum, quia thronus Dei est: Ich aber sage euch: Ihr sollet überhaupt nicht schwören,⁴⁵ weder bei dem Himmel, weil er der Thron Gottes ist, +Matthäus Mt 48 5 34 Ego autem dico vobis non jurare omnino, neque per clum, quia thronus Dei est: Ich aber sage euch: Ihr sollet überhaupt nicht schwören,⁴⁵ weder bei dem Himmel, weil er der Thron Gottes ist, Markus Mk 48 5 34 24 Dies eine Wort nimmt alle Furcht und lässt des Heilandes Herz erkennen. Markus Mk 48 5 34 25 So empfiehlt der Heiland den Glauben und zeigt, dass nicht die Berührung des Kleides an sich die Gesundheit zurückgab. Diese Geschichte ist auch das Bild der Seele. -Matthäus Mt 47 5 34 45 Nicht jeder Eid wird untersagt. Vergl. [Röm 1,9, 2Kor 1,23, Hebr 6,16]. Wie bei dem fünften Gebot wird auch hier besonders die Neigung verboten, da die Christen auch ohne Eid von der Lüge fern sein sollen. -Matthäus Mt 47 5 35 Neque per terram, quia scabellum est pedum ejus: neque per Jerosolymam, quia civitas est magni regis: noch bei der Erde, weil sie der Schemel seiner Füße ist, noch bei Jerusalem, weil sie die Stadt des großen Königs ist.⁴⁶ [Jak 5,12]. +Matthäus Mt 48 5 34 45 Nicht jeder Eid wird untersagt. Vergl. [Röm 1,9, 2Kor 1,23, Hebr 6,16]. Wie bei dem fünften Gebot wird auch hier besonders die Neigung verboten, da die Christen auch ohne Eid von der Lüge fern sein sollen. +Matthäus Mt 48 5 35 Neque per terram, quia scabellum est pedum ejus: neque per Jerosolymam, quia civitas est magni regis: noch bei der Erde, weil sie der Schemel seiner Füße ist, noch bei Jerusalem, weil sie die Stadt des großen Königs ist.⁴⁶ [Jak 5,12]. Markus Mk 48 5 35 Adhuc eo loquente, veniunt ab archisynagogo, dicentes: Quia filia tua mortua est: quid ultra vexas Magistrum? Als er noch redete, kamen Leute von dem Synagogenvorsteher, und sprachen:²⁶ Deine Tochter ist gestorben; warum bemühst du den Meister noch? Markus Mk 48 5 35 26 Vor dem Wunder an der blutflüssigen Frau melden die Boten den Tod der Tochter des Vorstehers. Gott fügt es so, damit der Glaube des letzteren gefestigt werde. -Matthäus Mt 47 5 35 46 Die geschaffenen Dinge werden auf Gott als ihren Schöpfer und Erhalter bezogen, so weit er in ihnen gegenwärtig ist und sich offenbart. Dies gilt noch mehr von den Dingen, welche ein besonderer Gegenstand der göttlichen Vorsehung sind. -Matthäus Mt 47 5 36 Neque per caput tuum juraveris, quia non potes unum capillum album facere, aut nigrum. Auch bei deinem Haupte sollst du nicht schwören,⁴⁷ weil du nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen kannst. +Matthäus Mt 48 5 35 46 Die geschaffenen Dinge werden auf Gott als ihren Schöpfer und Erhalter bezogen, so weit er in ihnen gegenwärtig ist und sich offenbart. Dies gilt noch mehr von den Dingen, welche ein besonderer Gegenstand der göttlichen Vorsehung sind. +Matthäus Mt 48 5 36 Neque per caput tuum juraveris, quia non potes unum capillum album facere, aut nigrum. Auch bei deinem Haupte sollst du nicht schwören,⁴⁷ weil du nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen kannst. Markus Mk 48 5 36 Jesus autem audito verbo, quod dicebatur, ait archisynagogo: Noli timere: tantummodo crede. Als aber Jesus diese Rede hörte, sprach er zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht; glaube nur! -Matthäus Mt 47 5 36 47 Was man einsetzen kann, ist Gottes Macht unterworfen und so geht der Schwur auf Gott zurück. -Matthäus Mt 47 5 37 Sit autem sermo vester, est, est: non, non: quod autem his abundantius est, a malo est. Es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein! Was aber darüber hinaus geht, ist vom Bösen.⁴⁸ [Jak 5,12]. +Matthäus Mt 48 5 36 47 Was man einsetzen kann, ist Gottes Macht unterworfen und so geht der Schwur auf Gott zurück. +Matthäus Mt 48 5 37 Sit autem sermo vester, est, est: non, non: quod autem his abundantius est, a malo est. Es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein! Was aber darüber hinaus geht, ist vom Bösen.⁴⁸ [Jak 5,12]. Markus Mk 48 5 37 Et non admisit quemquam se sequi nisi Petrum, et Jacobum, et Joannem fratrem Jacobi. Und er gestattete nicht, dass jemand ihm folgte, außer Petrus, und Jakobus, und Johannes, der Bruder des Jakobus. -Matthäus Mt 47 5 37 48 Der Christ soll einfach aussagen. Was darüber hinausgeht, hat seinen Ursprung in einer üblen Quelle, der Lügenhaftigkeit. +Matthäus Mt 48 5 37 48 Der Christ soll einfach aussagen. Was darüber hinausgeht, hat seinen Ursprung in einer üblen Quelle, der Lügenhaftigkeit. Markus Mk 48 5 38 Et veniunt in domum archisynagogi, et videt tumultum, et flentes, et ejulantes multum. Und sie kamen in das Haus des Synagogenvorstehers. Da gewahrte er das Getümmel, und solche, die weinten und gar sehr wehklagten.²⁷ -Matthäus Mt 47 5 38 Audistis quia dictum est: Oculum pro oculo, et dentem pro dente. Ihr habt gehört, dass gesagt worden: Auge um Auge, Zahn um Zahn.⁴⁹ [Lev 24,20]. +Matthäus Mt 48 5 38 Audistis quia dictum est: Oculum pro oculo, et dentem pro dente. Ihr habt gehört, dass gesagt worden: Auge um Auge, Zahn um Zahn.⁴⁹ [Lev 24,20]. Markus Mk 48 5 38 27 In vornehmen Häusern übten zahlreiche Frauen die Totenklage, dazu kamen noch die Verwandten. -Matthäus Mt 47 5 38 49 Christus erklärt den Sinn von V. 4. 9. 10. Die hier angeführte auf dem Naturrecht fußende Regel galt für Gerichte zur Beschränkung der Rache und als Abschreckungsmittel. +Matthäus Mt 48 5 38 49 Christus erklärt den Sinn von V. 4. 9. 10. Die hier angeführte auf dem Naturrecht fußende Regel galt für Gerichte zur Beschränkung der Rache und als Abschreckungsmittel. Markus Mk 48 5 39 Et ingressus, ait illis: Quid turbamini, et ploratis? puella non est mortua, sed dormit. Und er ging hinein, und sprach zu ihnen: Warum lärmet ihr und weinet? Das Mägdlein ist nicht tot, sondern schläft.²⁸ -Matthäus Mt 47 5 39 Ego autem dico vobis, non resistere malo: sed si quis te percusserit in dexteram maxillam tuam, præbe illi et alteram: Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Böswilligen nicht widerstehen;⁵⁰ sondern wenn dich jemand auf die rechte Wange geschlagen hat,⁵¹ so biete ihm auch die andere dar. [Lk 6,29]. +Matthäus Mt 48 5 39 Ego autem dico vobis, non resistere malo: sed si quis te percusserit in dexteram maxillam tuam, præbe illi et alteram: Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Böswilligen nicht widerstehen;⁵⁰ sondern wenn dich jemand auf die rechte Wange geschlagen hat,⁵¹ so biete ihm auch die andere dar. [Lk 6,29]. Markus Mk 48 5 39 28 Sie steht nicht am Ende ihrer irdischen Laufbahn. Ähnlich [Joh 11,11]. -Matthäus Mt 47 5 39 50 Der höchste Grad der Vollkommenheit ist es, solche Gesinnung zu hegen, und Christus wünscht dieselbe in seinen Jüngern, ohne ein Gebot zu geben. Eine dreifache Unbilde: Gegen den Leib, die Güter, Ehre und Freiheit. -Matthäus Mt 47 5 39 51 Die rechte Wange ist edler. Geschlagen zu werden ist besonders schmachvoll. +Matthäus Mt 48 5 39 50 Der höchste Grad der Vollkommenheit ist es, solche Gesinnung zu hegen, und Christus wünscht dieselbe in seinen Jüngern, ohne ein Gebot zu geben. Eine dreifache Unbilde: Gegen den Leib, die Güter, Ehre und Freiheit. +Matthäus Mt 48 5 39 51 Die rechte Wange ist edler. Geschlagen zu werden ist besonders schmachvoll. Markus Mk 48 5 40 Et irridebant eum. Ipse vero ejectis omnibus assumit patrem, et matrem puellæ, et qui secum erant, et ingreditur ubi puella erat jacens. Und sie lachten ihn aus. Er aber schaffte alle hinaus,²⁹ nahm den Vater und die Mutter des Mägdleins, und jene, die bei ihm waren, mit sich, und ging hinein, wo das Mägdlein lag.³⁰ -Matthäus Mt 47 5 40 Et ei, qui vult tecum judicio contendere, et tunicam tuam tollere, dimitte ei et pallium; Und will jemand mit dir vor Gericht streiten, und dir deinen Rock nehmen, so lass ihm auch den Mantel.⁵² +Matthäus Mt 48 5 40 Et ei, qui vult tecum judicio contendere, et tunicam tuam tollere, dimitte ei et pallium; Und will jemand mit dir vor Gericht streiten, und dir deinen Rock nehmen, so lass ihm auch den Mantel.⁵² Markus Mk 48 5 40 29 Einzig die drei vertrautesten Jünger des Herrn und die Eltern der Verstorbenen werden zugelassen. Markus Mk 48 5 40 30 Jesus beobachtet eine gewisse Feierlichkeit, so die Erwartung spannend, aber auch die Andacht anregend. -Matthäus Mt 47 5 40 52 Der Mantel diente den Ärmeren als Decke in der Nacht und musste vor derselben, selbst wenn er mit Recht weggenommen war, zurückgegeben werden. [Ex 22,25] Bei [Lk 6,29] wird die Ordnung innegehalten, in welcher die Kleider weggenommen waren, indes bleibt der Sinn ein gleicher, da das innere Kleid nach Verlust des Mantels um so notwendiger ist. +Matthäus Mt 48 5 40 52 Der Mantel diente den Ärmeren als Decke in der Nacht und musste vor derselben, selbst wenn er mit Recht weggenommen war, zurückgegeben werden. [Ex 22,25] Bei [Lk 6,29] wird die Ordnung innegehalten, in welcher die Kleider weggenommen waren, indes bleibt der Sinn ein gleicher, da das innere Kleid nach Verlust des Mantels um so notwendiger ist. Markus Mk 48 5 41 Et tenens manum puellæ, ait illi: Talitha cumi, quod est interpretatum: Puella (tibi dico) surge. Da fasste er das Mägdlein bei der Hand, und sprach zu ihr: Talitha kumi, das ist verdolmetschet: Mägdlein, (ich sage dir) stehe auf! -Matthäus Mt 47 5 41 Et quicumque te angariaverit mille passus, vade cum illo et alia duo. Und wenn dich jemand auf tausend Schritte zum Frondienst zwingt, so geh noch zwei andere tausend mit ihm.⁵³ [1Kor 6,7]. -Matthäus Mt 47 5 41 53 Griech.: noch tausend Schritte. -Matthäus Mt 47 5 42 Qui petit a te, da ei; et volenti mutuari a te, ne avertaris. Dem, der dich bittet, gib; und von dem, der von dir borgen will, wende dich nicht ab. +Matthäus Mt 48 5 41 Et quicumque te angariaverit mille passus, vade cum illo et alia duo. Und wenn dich jemand auf tausend Schritte zum Frondienst zwingt, so geh noch zwei andere tausend mit ihm.⁵³ [1Kor 6,7]. +Matthäus Mt 48 5 41 53 Griech.: noch tausend Schritte. +Matthäus Mt 48 5 42 Qui petit a te, da ei; et volenti mutuari a te, ne avertaris. Dem, der dich bittet, gib; und von dem, der von dir borgen will, wende dich nicht ab. Markus Mk 48 5 42 Et confestim surrexit puella, et ambulabat: erat autem annorum duodecim: et obstupuerunt stupore magno. Und sogleich stand das Mägdlein auf, und ging umher; es war aber zwölf Jahre alt, und sie entsetzten sich in großem Erstaunen. Markus Mk 48 5 43 Et præcepit illis vehementer ut nemo id sciret: et dixit dari illi manducare. Dann gebot er ihnen nachdrücklich, dass niemand es erführe,³¹ und sagte, man möge ihr zu essen geben. -Matthäus Mt 47 5 43 Audistis quia dictum est: Diliges proximum tuum, et odio habebis inimicum tuum. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben, und deinen Feind hassen.⁵⁴ +Matthäus Mt 48 5 43 Audistis quia dictum est: Diliges proximum tuum, et odio habebis inimicum tuum. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben, und deinen Feind hassen.⁵⁴ Markus Mk 48 5 43 31 Das Volk soll nicht wie um Krankenheilungen, so um Totenerweckungen bitten. So wird auch die Familie gemahnt, vor allem an Gott zu denken und ihm Dank zu sagen. -Matthäus Mt 47 5 43 54 Die Krone des Ganzen. Der Nächste ist für die Juden Stammesgenosse. Mit diesen Worten steht der Ausspruch nicht im Gesetz, doch ließen Stellen, wie [Ex 17,14, Dtn 23,6, Ex 23,22, Dtn 23,19] u.a. einen solchen Schluss machen, so weit Gott den Verkehr seines Volkes mit anderen Völkern untersagte, nämlich um die Reinheit der Religion und des Sittengesetzes zu erhalten. Die Pharisäer stellten vielleicht den Hass selbst als heilige Sache dar. Christus nennt drei Gattungen von Feinden, denen dreifache Wohltaten zu erweisen sind: Schenket ihnen euer Herz und zum Beweise dessen erzeiget ihnen zeitliche Wohltaten, falls ihr dies nicht könnt oder sie es nicht bedürfen, betet für sie. -Matthäus Mt 47 5 44 Ego autem dico vobis: Diligite inimicos vestros, benefacite his, qui oderunt vos: et orate pro persequentibus, et calumniantibus vos: Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tuet Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, welche euch verfolgen und verläumden;⁵⁵ [Lk 6,27, Röm 12,20, Lk 23,34, Apg 7,59]. -Matthäus Mt 47 5 44 55 Da Schweres befohlen wird, müssen große Beweggründe zu Hilfe kommen. Werdet dem himmlischen Vater ähnlich, damit er euch als seine Kinder erkenne. -Matthäus Mt 47 5 45 Ut sitis filii patris vestri, qui in clis est: qui solem suum oriri facit super bonos, et malos, et pluit super justos et injustos. auf dass ihr Kinder seid eures Vaters, der im Himmel ist, welcher seine Sonne⁵⁶ über die Guten und Bösen aufgehen lässt, und regnen über Gerechte und Ungerechte. -Matthäus Mt 47 5 45 56 Die Sonne, die er erschaffen. Wie viel mehr müssen wir Gutes tun mit dem, was wir empfangen. Welch Abstand ferner zwischen Gott und uns, und doch wird uns als Lohn Ähnlichkeit mit ihm verheißen! -Matthäus Mt 47 5 46 Si enim diligitis eos, qui vos diligunt, quam mercedem habebitis? nonne et publicani hoc faciunt? Denn wenn ihr die liebet, welche euch lieben, welchen Lohn werdet ihr haben? Tun dies nicht auch die Zöllner?⁵⁷ -Matthäus Mt 47 5 46 57 Die Unter-Zollpächter galten, selbst wenn sie Israeliten waren, wegen ihrer Verbindung mit den Römern, denen tributpflichtig zu sein den Juden als höchstes Unrecht erschien, gleich den Heiden [Mt 18,17] und ärgsten Sündern, als ausgeschlossen von der Kirchengemeinschaft und unfähig zur Zeugenschaft vor Gericht. Wolltet ihr so tief stehen bleiben? -Matthäus Mt 47 5 47 Et si salutaveritis fratres vestros tantum, quid amplius facitis? nonne et ethnici hoc faciunt? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßet, was tut ihr da mehr? Tun dies nicht auch die Heiden?⁵⁸ -Matthäus Mt 47 5 47 58 Auch die Heiden galten als Sünder und Gottlose. Nicht Zöllner und Heiden sind nachzuahmen, sondern Gott. -Matthäus Mt 47 5 48 Estote ergo vos perfecti, sicut et Pater vester clestis perfectus est. Seiet also ihr vollkommen,⁵⁹ wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist. -Matthäus Mt 47 5 48 59 Vergl. [Joh 17,21] -Markus Mk 48 6 0 Jesus wird in seinem Vaterlande nicht geehrt. (V. 6) Aussendung der Apostel. (V. 13) Tod Johannes des Täufers. 4. Verschiedene Reisen Jesu und fernere Unterweisung der Apostel. (6,30 9,49) Jesus speist 5000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen. (V. 44) Jesus wandelt auf dem Meere. -Matthäus Mt 47 6 0 Über die Weise Almosen zu geben, (V. 4) zu beten, (V. 15) zu fasten. (V. 18) Warnung vor allzu großer Sorge um zeitliche Dinge. +Matthäus Mt 48 5 43 54 Die Krone des Ganzen. Der Nächste ist für die Juden Stammesgenosse. Mit diesen Worten steht der Ausspruch nicht im Gesetz, doch ließen Stellen, wie [Ex 17,14, Dtn 23,6, Ex 23,22, Dtn 23,19] u.a. einen solchen Schluss machen, so weit Gott den Verkehr seines Volkes mit anderen Völkern untersagte, nämlich um die Reinheit der Religion und des Sittengesetzes zu erhalten. Die Pharisäer stellten vielleicht den Hass selbst als heilige Sache dar. Christus nennt drei Gattungen von Feinden, denen dreifache Wohltaten zu erweisen sind: Schenket ihnen euer Herz und zum Beweise dessen erzeiget ihnen zeitliche Wohltaten, falls ihr dies nicht könnt oder sie es nicht bedürfen, betet für sie. +Matthäus Mt 48 5 44 Ego autem dico vobis: Diligite inimicos vestros, benefacite his, qui oderunt vos: et orate pro persequentibus, et calumniantibus vos: Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tuet Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, welche euch verfolgen und verläumden;⁵⁵ [Lk 6,27, Röm 12,20, Lk 23,34, Apg 7,59]. +Matthäus Mt 48 5 44 55 Da Schweres befohlen wird, müssen große Beweggründe zu Hilfe kommen. Werdet dem himmlischen Vater ähnlich, damit er euch als seine Kinder erkenne. +Matthäus Mt 48 5 45 Ut sitis filii patris vestri, qui in clis est: qui solem suum oriri facit super bonos, et malos, et pluit super justos et injustos. auf dass ihr Kinder seid eures Vaters, der im Himmel ist, welcher seine Sonne⁵⁶ über die Guten und Bösen aufgehen lässt, und regnen über Gerechte und Ungerechte. +Matthäus Mt 48 5 45 56 Die Sonne, die er erschaffen. Wie viel mehr müssen wir Gutes tun mit dem, was wir empfangen. Welch Abstand ferner zwischen Gott und uns, und doch wird uns als Lohn Ähnlichkeit mit ihm verheißen! +Matthäus Mt 48 5 46 Si enim diligitis eos, qui vos diligunt, quam mercedem habebitis? nonne et publicani hoc faciunt? Denn wenn ihr die liebet, welche euch lieben, welchen Lohn werdet ihr haben? Tun dies nicht auch die Zöllner?⁵⁷ +Matthäus Mt 48 5 46 57 Die Unter-Zollpächter galten, selbst wenn sie Israeliten waren, wegen ihrer Verbindung mit den Römern, denen tributpflichtig zu sein den Juden als höchstes Unrecht erschien, gleich den Heiden [Mt 18,17] und ärgsten Sündern, als ausgeschlossen von der Kirchengemeinschaft und unfähig zur Zeugenschaft vor Gericht. Wolltet ihr so tief stehen bleiben? +Matthäus Mt 48 5 47 Et si salutaveritis fratres vestros tantum, quid amplius facitis? nonne et ethnici hoc faciunt? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßet, was tut ihr da mehr? Tun dies nicht auch die Heiden?⁵⁸ +Matthäus Mt 48 5 47 58 Auch die Heiden galten als Sünder und Gottlose. Nicht Zöllner und Heiden sind nachzuahmen, sondern Gott. +Matthäus Mt 48 5 48 Estote ergo vos perfecti, sicut et Pater vester clestis perfectus est. Seiet also ihr vollkommen,⁵⁹ wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist. +Matthäus Mt 48 5 48 59 Vergl. [Joh 17,21] +Markus Mk 48 6 0 Jesus wird in seinem Vaterlande nicht geehrt. (V. 6) Aussendung der Apostel. (V. 13) Tod Johannes des Täufers. 4. Verschiedene Reisen Jesu und fernere Unterweisung der Apostel. (6,30 9,49) Jesus speist 5000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen. (V. 44) Jesus wandelt auf dem Meere. +Matthäus Mt 48 6 0 Über die Weise Almosen zu geben, (V. 4) zu beten, (V. 15) zu fasten. (V. 18) Warnung vor allzu großer Sorge um zeitliche Dinge. Markus Mk 48 6 1 Et egressus inde, abiit in patriam suam: et sequebantur eum discipuli sui: Von da ging er hinweg, und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm.¹ [Mt 13,54, Lk 4,16] -Matthäus Mt 47 6 1 Attendite ne justitiam vestram faciatis coram hominibus, ut videamini ab eis: alioquin mercedem non habebitis apud patrem vestrum, qui in clis est. Habet acht, dass ihr eure Gerechtigkeit¹ nicht übet vor den Menschen, um von ihnen gesehen zu werden, sonst werdet ihr keinen Lohn haben bei eurem Vater, welcher im Himmel ist.² +Matthäus Mt 48 6 1 Attendite ne justitiam vestram faciatis coram hominibus, ut videamini ab eis: alioquin mercedem non habebitis apud patrem vestrum, qui in clis est. Habet acht, dass ihr eure Gerechtigkeit¹ nicht übet vor den Menschen, um von ihnen gesehen zu werden, sonst werdet ihr keinen Lohn haben bei eurem Vater, welcher im Himmel ist.² Markus Mk 48 6 1 1 Zur Unterweisung der Jünger war es notwendig, dass sie auch durch eigene Erfahrung sahen, dass die Predigt des Evangeliums nicht überall gute Aufnahme findet. Das Ereignis ist ein anderes als das bei [Lk 4,16] erzählte. -Matthäus Mt 47 6 1 1 Was [Mt 5,20] gesagt, wird weiter ausgeführt. Die Gerechtigkeit besteht in den Werken der Tugend. -Matthäus Mt 47 6 1 2 Unsere guten Werke dürfen von den Menschen gesehen werden [Mt 5,16], aber ist dies unser Ziel, so verlieren wir den Lohn. Der Gedanke, dass Gott unser Vater ist, soll unseren Eifer anstacheln. Nunmehr geht Christus auf Einzelnes über: Almosen, Gebet, Fasten. Dies sind die drei gewöhnlichen äußeren Tugendakte und zugleich der dreifachen Quelle der Fehler entgegengesetzt (Thom.), Wie leicht bei denselben die Eitelkeit sich einschleicht, zeigt [Lk 18,11]. +Matthäus Mt 48 6 1 1 Was [Mt 5,20] gesagt, wird weiter ausgeführt. Die Gerechtigkeit besteht in den Werken der Tugend. +Matthäus Mt 48 6 1 2 Unsere guten Werke dürfen von den Menschen gesehen werden [Mt 5,16], aber ist dies unser Ziel, so verlieren wir den Lohn. Der Gedanke, dass Gott unser Vater ist, soll unseren Eifer anstacheln. Nunmehr geht Christus auf Einzelnes über: Almosen, Gebet, Fasten. Dies sind die drei gewöhnlichen äußeren Tugendakte und zugleich der dreifachen Quelle der Fehler entgegengesetzt (Thom.), Wie leicht bei denselben die Eitelkeit sich einschleicht, zeigt [Lk 18,11]. Markus Mk 48 6 2 Et facto sabbato cpit in synagoga docere: et multi audientes admirabantur in doctrina ejus, dicentes: Unde huic hæc omnia? et quæ est sapientia, quæ data est illi: et virtutes tales, quæ per manus ejus efficiuntur? Und als der Sabbat gekommen war, fing er an, in der Synagoge zu lehren. Und viele, die ihn hörten, verwunderten sich über seine Lehre, und sprachen: Woher kommt diesem² das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Wunder, die durch seine Hände gewirkt werden? -Matthäus Mt 47 6 2 Cum ergo facis eleemosynam, noli tuba canere ante te, sicut hypocritæ faciunt in synagogis, et in vicis, ut honorificentur ab hominibus: Amen dico vobis, receperunt mercedem suam. Wenn du daher Almosen gibst, so posaune³ nicht vor dir her, wie die Heuchler⁴ in den Synagogen und auf den Straßen tun, um von den Menschen geehrt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen!⁵ +Matthäus Mt 48 6 2 Cum ergo facis eleemosynam, noli tuba canere ante te, sicut hypocritæ faciunt in synagogis, et in vicis, ut honorificentur ab hominibus: Amen dico vobis, receperunt mercedem suam. Wenn du daher Almosen gibst, so posaune³ nicht vor dir her, wie die Heuchler⁴ in den Synagogen und auf den Straßen tun, um von den Menschen geehrt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen!⁵ Markus Mk 48 6 2 2 Den wir kennen, der aus einer armen Familie stammt und gelebt hat wie andere. Sie zählen sofort sie einzelnen persönlichen Umstände auf. (V. 2, V. 3) -Matthäus Mt 47 6 2 3 Jeder Wunsch, dass dein Werk bekannt werde. (Aug.) In der Synagoge wurden Sonnabends Almosen gesammelt und ausgeteilt. -Matthäus Mt 47 6 2 4 Heuchler ist, wer etwas scheinen will, was er nicht bestrebt ist zu sein. -Matthäus Mt 47 6 2 5 Sie haben, was sie suchten, ihren, nicht Gottes Lohn. -Matthäus Mt 47 6 3 Te autem faciente eleemosynam, nesciat sinistra tua quid faciat dextera tua: Wenn du aber Almosen⁶ gibst, so wisse deine Linke nicht, was deine Rechte tut, +Matthäus Mt 48 6 2 3 Jeder Wunsch, dass dein Werk bekannt werde. (Aug.) In der Synagoge wurden Sonnabends Almosen gesammelt und ausgeteilt. +Matthäus Mt 48 6 2 4 Heuchler ist, wer etwas scheinen will, was er nicht bestrebt ist zu sein. +Matthäus Mt 48 6 2 5 Sie haben, was sie suchten, ihren, nicht Gottes Lohn. +Matthäus Mt 48 6 3 Te autem faciente eleemosynam, nesciat sinistra tua quid faciat dextera tua: Wenn du aber Almosen⁶ gibst, so wisse deine Linke nicht, was deine Rechte tut, Markus Mk 48 6 3 Nonne hic est faber, filius Mariæ, frater Jacobi, et Joseph, et Judæ, et Simonis? nonne et sorores ejus hic nobiscum sunt? Et scandalizabantur in illo. Ist er nicht der Zimmermann?³ Der Sohn Marias? Ein Bruder des Jakobus, Joseph, Judas und Simon? Und sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns?⁴ Und sie nahmen Anstoß an ihm.⁵ [Joh 6,42] Markus Mk 48 6 3 3 Der allen bekannte Zimmermann? Markus Mk 48 6 3 4 Über die Brüder siehe [Mt 13,Anm.55] Jakobus und Judas waren Apostel, Simon nach dem Tode des heil. Jakobus Bischof von Jerusalem. Markus Mk 48 6 3 5 Sie konnten es nicht ertragen und wurden neidisch, dass Gott ihm soviel gegeben. -Matthäus Mt 47 6 3 6 Das Almosen hatte ein besonderes Lob im Gesetze und ist leichter der Gefahr eitlen Ruhmes ausgesetzt. -Matthäus Mt 47 6 4 Ut sit eleemosyna tua in abscondito, et Pater tuus, qui videt in abscondito, reddet tibi. damit dein Almosen im Verborgenen sei; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir vergelten.⁷ +Matthäus Mt 48 6 3 6 Das Almosen hatte ein besonderes Lob im Gesetze und ist leichter der Gefahr eitlen Ruhmes ausgesetzt. +Matthäus Mt 48 6 4 Ut sit eleemosyna tua in abscondito, et Pater tuus, qui videt in abscondito, reddet tibi. damit dein Almosen im Verborgenen sei; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir vergelten.⁷ Markus Mk 48 6 4 Et dicebat illis Jesus: Quia non est propheta sine honore nisi in patria sua, et in domo sua, et in cognatione sua. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends ungeehrt, außer in seiner Vaterstadt, und in seinem Hause, und in seiner Verwandtschaft.⁶ [Mt 13,57, Lk 4,24, Joh 4,44] Markus Mk 48 6 4 6 Neid und Vertrautheit sind Hindernisse. -Matthäus Mt 47 6 4 7 Dein Lohn sei dein Gewissen, das Gott ansieht (Aug.). Die gute Meinung ist Gebot, die Warnung zeigt den Weg, auf dem wir der Gefahr entgehen. +Matthäus Mt 48 6 4 7 Dein Lohn sei dein Gewissen, das Gott ansieht (Aug.). Die gute Meinung ist Gebot, die Warnung zeigt den Weg, auf dem wir der Gefahr entgehen. Markus Mk 48 6 5 Et non poterat ibi virtutem ullam facere, nisi paucos infirmos impositis manibus curavit: Und er konnte daselbst keine Wunder tun,⁷ außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte, und sie heilte. -Matthäus Mt 47 6 5 Et cum oratis, non eritis sicut hypocritæ, qui amant in synagogis, et in angulis platearum stantes orare, ut videantur ab hominibus: amen dico vobis, receperunt mercedem suam. Und wenn ihr betet, seid nicht wie die Heuchler, welche es lieben,⁸ in den Synagogen und an den Straßenecken stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen!⁹ +Matthäus Mt 48 6 5 Et cum oratis, non eritis sicut hypocritæ, qui amant in synagogis, et in angulis platearum stantes orare, ut videantur ab hominibus: amen dico vobis, receperunt mercedem suam. Und wenn ihr betet, seid nicht wie die Heuchler, welche es lieben,⁸ in den Synagogen und an den Straßenecken stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen!⁹ Markus Mk 48 6 5 7 Kein größeres Wunder. Der Glaube, den Gottes Vorsehung erheischt, fehlte. -Matthäus Mt 47 6 5 8 Die Pharisäer schrieben vor, man müsse am Orte, wo man zur gebotenen (3. 6. 9.) Stunde sei, beten und standen nach Jerusalem gewendet. Sie suchten von der Pflicht auf der Straße überrascht zu werden. -Matthäus Mt 47 6 5 9 Sie beten lügenhaft und haben bei Gott keinen Lohn. -Matthäus Mt 47 6 6 Tu autem cum oraveris, intra in cubiculum tuum, et clauso ostio, ora Patrem tuum in abscondito: et Pater tuus qui videt in abscondito, reddet tibi. Du aber,¹⁰ wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Türe, und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.¹¹ +Matthäus Mt 48 6 5 8 Die Pharisäer schrieben vor, man müsse am Orte, wo man zur gebotenen (3. 6. 9.) Stunde sei, beten und standen nach Jerusalem gewendet. Sie suchten von der Pflicht auf der Straße überrascht zu werden. +Matthäus Mt 48 6 5 9 Sie beten lügenhaft und haben bei Gott keinen Lohn. +Matthäus Mt 48 6 6 Tu autem cum oraveris, intra in cubiculum tuum, et clauso ostio, ora Patrem tuum in abscondito: et Pater tuus qui videt in abscondito, reddet tibi. Du aber,¹⁰ wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Türe, und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.¹¹ Markus Mk 48 6 6 Et mirabatur propter incredulitatem eorum, et circuibat castella in circuitu docens. Und er verwunderte sich⁸ über ihren Unglauben,⁹ und zog durch die Flecken ringsherum, und lehrte.¹⁰ Markus Mk 48 6 6 8 Dem Heiland kommt es unerwartet? So wusste er es nicht voraus? Er äußert seine Missbilligung in der Weise eines Menschen, der sich verwundert. Markus Mk 48 6 6 9 Da so viele Gründe sie zum Glauben riefen. Markus Mk 48 6 6 10 Ähnlich handeln die Apostel [Apg 13,46]. -Matthäus Mt 47 6 6 10 Die Einzahl, zu der Christus übergeht, zeigt, dass er vom Privatgebet redet. Der Herr tadelt den gemeinsamen Gottesdienst nicht, den schon die Natur fordert, das A. T. pflegte und das Christentum von Anbeginn an übte. [Apg 1,14.24, Apg 2,42, Apg 4,24] -Matthäus Mt 47 6 6 11 Dafür, dass wir Gott um etwas bitten, will er uns belohnen, als ob er dadurch unser Schuldner geworden wäre. -Matthäus Mt 47 6 7 Orantes autem, nolite multum loqui, sicut ethnici; putant enim, quod in multiloquio suo exaudiantur. Indem ihr aber betet, machet nicht viel Worte, wie die Heiden; denn sie meinen, dass sie erhört werden, wenn sie viele Worte machen.¹² +Matthäus Mt 48 6 6 10 Die Einzahl, zu der Christus übergeht, zeigt, dass er vom Privatgebet redet. Der Herr tadelt den gemeinsamen Gottesdienst nicht, den schon die Natur fordert, das A. T. pflegte und das Christentum von Anbeginn an übte. [Apg 1,14.24, Apg 2,42, Apg 4,24] +Matthäus Mt 48 6 6 11 Dafür, dass wir Gott um etwas bitten, will er uns belohnen, als ob er dadurch unser Schuldner geworden wäre. +Matthäus Mt 48 6 7 Orantes autem, nolite multum loqui, sicut ethnici; putant enim, quod in multiloquio suo exaudiantur. Indem ihr aber betet, machet nicht viel Worte, wie die Heiden; denn sie meinen, dass sie erhört werden, wenn sie viele Worte machen.¹² Markus Mk 48 6 7 Et vocavit duodecim: et cpit eos mittere binos, et dabat illis potestatem spirituum immundorum. Und er berief die Zwölf, und fing an, sie auszusenden,¹¹ je zwei und zwei,¹² und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. [Mt 10,1] Markus Mk 48 6 7 11 Eine neue Lehrschule für die Apostel, die Predigt. Markus Mk 48 6 7 12 Zu gegenseitigem Troste und Hilfe. -Matthäus Mt 47 6 7 12 Nicht die Übung des Herzens, sondern der Zunge wird verworfen. Ein Beispiel für solches Beten [1Kön 18,27]. Dass wir im Gebet verharren müssen, lehrt Christus [Lk 11,5-13, Lk 18,1ff, Lk 22,43]. Auch die Wiederholung derselben Worte wird nicht verboten, wenn nur die Erhebung des Herzens andauert, wie [Ps 106, Ps 117] und die im [Ps 135]. Psalm 26 Mal wiederholten Worte denn seine Barmherzigkeit währet in Ewigkeit beweisen. Zudem spricht der Herr selbst drei Mal dasselbe Gebet. Die Heiden suchten ihre Götter zu unterrichten von dem, was diese nicht wussten. -Matthäus Mt 47 6 8 Nolite ergo assimilari eis: scit enim Pater vester, quid opus sit vobis, antequam petatis eum. Werdet also nicht ihnen gleich; denn euer Vater weiß schon vorher, wessen ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.¹³ +Matthäus Mt 48 6 7 12 Nicht die Übung des Herzens, sondern der Zunge wird verworfen. Ein Beispiel für solches Beten [1Kön 18,27]. Dass wir im Gebet verharren müssen, lehrt Christus [Lk 11,5-13, Lk 18,1ff, Lk 22,43]. Auch die Wiederholung derselben Worte wird nicht verboten, wenn nur die Erhebung des Herzens andauert, wie [Ps 106, Ps 117] und die im [Ps 135]. Psalm 26 Mal wiederholten Worte denn seine Barmherzigkeit währet in Ewigkeit beweisen. Zudem spricht der Herr selbst drei Mal dasselbe Gebet. Die Heiden suchten ihre Götter zu unterrichten von dem, was diese nicht wussten. +Matthäus Mt 48 6 8 Nolite ergo assimilari eis: scit enim Pater vester, quid opus sit vobis, antequam petatis eum. Werdet also nicht ihnen gleich; denn euer Vater weiß schon vorher, wessen ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.¹³ Markus Mk 48 6 8 Et præcepit eis ne quid tollerent in via, nisi virgam tantum: non peram, non panem, neque in zona æs. Er befahl ihnen auch, nichts mit sich zu nehmen auf den Weg außer einzig einen Stab, nicht eine Tasche, nicht Brot, noch Geld in dem Gürtel.¹³ [Mt 10,9.10] Markus Mk 48 6 8 13 Nichts was zur Erhaltung des Lebens notwendig ist; sie sollen gänzlich auf Gottes Vorsehung vertrauen. -Matthäus Mt 47 6 8 13 Wir aber sind keine Erzähler, sondern Bittende (Hier.). Das Gebet soll das Menschenherz vom Irdischen ab- und dem Ewigen zuwenden. Gott ist immer bereit, uns Licht und Hilfe zu gewähren, aber wir sind nicht immer bereit, sie anzunehmen. Das Gebet macht uns empfänglich und würdig. (Aug.) -Matthäus Mt 47 6 9 Sic ergo vos orabitis: Pater noster, qui es in clis: sanctificetur nomen tuum. Ihr sollt daher also beten:¹⁴ Vater unser,¹⁵ der du bist im Himmel!¹⁶ Geheiliget werde dein Name!¹⁷ [Lk 11,2]. +Matthäus Mt 48 6 8 13 Wir aber sind keine Erzähler, sondern Bittende (Hier.). Das Gebet soll das Menschenherz vom Irdischen ab- und dem Ewigen zuwenden. Gott ist immer bereit, uns Licht und Hilfe zu gewähren, aber wir sind nicht immer bereit, sie anzunehmen. Das Gebet macht uns empfänglich und würdig. (Aug.) +Matthäus Mt 48 6 9 Sic ergo vos orabitis: Pater noster, qui es in clis: sanctificetur nomen tuum. Ihr sollt daher also beten:¹⁴ Vater unser,¹⁵ der du bist im Himmel!¹⁶ Geheiliget werde dein Name!¹⁷ [Lk 11,2]. Markus Mk 48 6 9 Sed calceatos sandaliis, et ne induerentur duabus tunicis. Sondern sich zu beschuhen mit Sandalen,¹⁴ und nicht zwei Röcke anzuziehen. [Apg 12,8] Markus Mk 48 6 9 14 Schuhe, welche die Fußsohlen decken, aber keine Stiefel. Diese Vorschriften enthalten zugleich die Verheißung, dass es ihnen an nichts fehlen werde. -Matthäus Mt 47 6 9 14 Ihr, die ihr seine vielredende Heiden seid, sollt so beten, d. h. wenn je mit anderen Worten, so um diese Dinge und nach dieser Ordnung. Dass wir nicht einzig diese Worte zu gebrauchen haben, zeigt Christi und der Apostel Beispiel [Mt 26,39, Mt 11,25, Joh 17,1, Apg 4,24] und die im A. T. enthaltenen Gebete, die der Herr nicht verwirft [Mt 27,46], sowie endlich die Natur des Gebetes selbst: Erhebung des Herzens zu Gott. Christi Empfehlung erhöht unsere Andacht und unser Vertrauen, dass der Vater die Worte erhört, welche der Sohn gelehrt. In drei Bitten erflehen wir was Gottes ist, so aber, dass für uns daraus ein Segen erwächst, in vier, was unser; die Anrede soll gleichsam das Wohlwollen wecken. -Matthäus Mt 47 6 9 15 Das Wort Vater ist an die ganze Dreieinigkeit gerichtet, denn wir nennen Gott Vater: Welche Familie, alle Mitglieder derselben sollen wir lieben. -Matthäus Mt 47 6 9 16 Diese Worte weisen auf Gottes Macht und Herrlichkeit hin und mahnen uns zur Verehrung und Liebe. -Matthäus Mt 47 6 9 17 Der Name bezeichnet die Wesenheit. Wie die Engel im Himmel sollen wir Gott auf Erden verehren. +Matthäus Mt 48 6 9 14 Ihr, die ihr seine vielredende Heiden seid, sollt so beten, d. h. wenn je mit anderen Worten, so um diese Dinge und nach dieser Ordnung. Dass wir nicht einzig diese Worte zu gebrauchen haben, zeigt Christi und der Apostel Beispiel [Mt 26,39, Mt 11,25, Joh 17,1, Apg 4,24] und die im A. T. enthaltenen Gebete, die der Herr nicht verwirft [Mt 27,46], sowie endlich die Natur des Gebetes selbst: Erhebung des Herzens zu Gott. Christi Empfehlung erhöht unsere Andacht und unser Vertrauen, dass der Vater die Worte erhört, welche der Sohn gelehrt. In drei Bitten erflehen wir was Gottes ist, so aber, dass für uns daraus ein Segen erwächst, in vier, was unser; die Anrede soll gleichsam das Wohlwollen wecken. +Matthäus Mt 48 6 9 15 Das Wort Vater ist an die ganze Dreieinigkeit gerichtet, denn wir nennen Gott Vater: Welche Familie, alle Mitglieder derselben sollen wir lieben. +Matthäus Mt 48 6 9 16 Diese Worte weisen auf Gottes Macht und Herrlichkeit hin und mahnen uns zur Verehrung und Liebe. +Matthäus Mt 48 6 9 17 Der Name bezeichnet die Wesenheit. Wie die Engel im Himmel sollen wir Gott auf Erden verehren. Markus Mk 48 6 10 Et dicebat eis: Quocumque introieritis in domum: illic manete donec exeatis inde: Und er sprach zu ihnen: Wo ihr immer in einem Hause einkehret, da bleibet, bis ihr von da weiter gehet. [Mt 10,12]. -Matthäus Mt 47 6 10 Adveniat regnum tuum. Fiat voluntas tua, sicut in clo, et in terra. Zukomme uns dein Reich!¹⁸ Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden!¹⁹ -Matthäus Mt 47 6 10 18 Die vorzüglichste Weise, Gottes Ehre zu verbreiten, ist die Ausbreitung seines Reiches. Einst im Paradiese gestiftet, warf es seinen Schatten wieder voraus in der Erwählung Abrahams und des Volkes Israel, bis es seine Vollkommenheit in der Kirche Christi erlangte, um im Himmel vollendet zu werden. Möchte die ganze Erde ein Gottesreich werden. -Matthäus Mt 47 6 10 19 Möchte Gottes befehlender und ratender Wille auf Erden an uns und von uns so erfüllt werden, wie an und von den Engeln und Heiligen des Himmels! -Matthäus Mt 47 6 11 Panem nostrum supersubstantialem da nobis hodie. Unser tägliches Brot gib uns heute.²⁰ +Matthäus Mt 48 6 10 Adveniat regnum tuum. Fiat voluntas tua, sicut in clo, et in terra. Zukomme uns dein Reich!¹⁸ Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden!¹⁹ +Matthäus Mt 48 6 10 18 Die vorzüglichste Weise, Gottes Ehre zu verbreiten, ist die Ausbreitung seines Reiches. Einst im Paradiese gestiftet, warf es seinen Schatten wieder voraus in der Erwählung Abrahams und des Volkes Israel, bis es seine Vollkommenheit in der Kirche Christi erlangte, um im Himmel vollendet zu werden. Möchte die ganze Erde ein Gottesreich werden. +Matthäus Mt 48 6 10 19 Möchte Gottes befehlender und ratender Wille auf Erden an uns und von uns so erfüllt werden, wie an und von den Engeln und Heiligen des Himmels! +Matthäus Mt 48 6 11 Panem nostrum supersubstantialem da nobis hodie. Unser tägliches Brot gib uns heute.²⁰ Markus Mk 48 6 11 Et, quicumque non receperint vos, nec audierint vos, exeuntes inde, excutite pulverem de pedibus vestris in testimonium illis. Wer immer euch nicht aufnimmt, noch anhört, von dem gehet hinaus, und schüttelt den Staub von euern Füßen, zum Zeugnisse für ihn.¹⁵ [Mt 10,14, Lk 9,5, Apg 13,51] Markus Mk 48 6 11 15 Vergl. [Apg 13,51] und [Apg 18,6]. Durch diese sinnbildliche Handlung wird jede Gemeinschaft für aufgehoben erklärt. Sie war ein Zeugnis, dass jene die ihnen angebotene Gnade zurückwiesen und in den Aposteln den, der sie gesandt, verwarfen. -Matthäus Mt 47 6 11 20 In dem was uns angeht, folgt Christus nicht der Würde der Dinge; Brot steht in der heiligen Schrift für jede Speise. Unser: das uns von Gottes Vorsehung bestimmte und benötigte; und zwar das tägliche, damit wir immer von neuem darum bitten und zugleich damit wir nicht um die Zukunft besorgt seien [Lk 11,3] und hier Text Aug. Ehrns. u. a. Der heilige Hieronymus übersetzte überwesentlich, d. h. wendete die Bitte auf die hl. Kommunion an. +Matthäus Mt 48 6 11 20 In dem was uns angeht, folgt Christus nicht der Würde der Dinge; Brot steht in der heiligen Schrift für jede Speise. Unser: das uns von Gottes Vorsehung bestimmte und benötigte; und zwar das tägliche, damit wir immer von neuem darum bitten und zugleich damit wir nicht um die Zukunft besorgt seien [Lk 11,3] und hier Text Aug. Ehrns. u. a. Der heilige Hieronymus übersetzte überwesentlich, d. h. wendete die Bitte auf die hl. Kommunion an. Markus Mk 48 6 12 Et exeuntes prædicabant ut pnitentiam agerent: Und sie gingen aus, und predigten, dass man Buße tun solle.¹⁶ -Matthäus Mt 47 6 12 Et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. Und vergib uns unsere Schulden,²¹ wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. +Matthäus Mt 48 6 12 Et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. Und vergib uns unsere Schulden,²¹ wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Markus Mk 48 6 12 16 Wie Johannes der Täufer und Christus. -Matthäus Mt 47 6 12 21 Die Sünden heißen Schulden, um uns an die Pflicht der Zahlung und unsere Unzulänglichkeit zu mahnen. Gott, der uns lehrt, um Vergebung zu bitten, zeigt sich bereit, dieselbe zu gewähren. Aber unter einer Bedingung: Wenn und in dem Maße, wie wir unseren Schuldigern vergeben [siehe Mt 18,23]. Wie sehr Christus auf diese Bedingung hält, geht daraus hervor, dass er sie V. 14, 15 erklärt und einschärft. -Matthäus Mt 47 6 13 Et ne nos inducas in tentationem. Sed libera nos a malo. Amen. Und führe uns nicht in Versuchung,²² sondern erlöse uns von dem Übel.²³ Amen. +Matthäus Mt 48 6 12 21 Die Sünden heißen Schulden, um uns an die Pflicht der Zahlung und unsere Unzulänglichkeit zu mahnen. Gott, der uns lehrt, um Vergebung zu bitten, zeigt sich bereit, dieselbe zu gewähren. Aber unter einer Bedingung: Wenn und in dem Maße, wie wir unseren Schuldigern vergeben [siehe Mt 18,23]. Wie sehr Christus auf diese Bedingung hält, geht daraus hervor, dass er sie V. 14, 15 erklärt und einschärft. +Matthäus Mt 48 6 13 Et ne nos inducas in tentationem. Sed libera nos a malo. Amen. Und führe uns nicht in Versuchung,²² sondern erlöse uns von dem Übel.²³ Amen. Markus Mk 48 6 13 Et dæmonia multa ejiciebant, et ungebant oleo multos ægros, et sanabant. Und sie trieben auch viele böse Geister aus, und salbten viele Kranke mit Öl, und heilten sie.¹⁷ Markus Mk 48 6 13 17 Das Öl war ein Sinnbild der Kraft, welche von Christus, dem Gesalbten, den Kranken mitgeteilt wird. Das Öl bedeutet die Barmherzigkeit Gottes und die Gnade des heil. Geistes, durch welche wir von Mühsalen befreit, Licht und Freude empfangen. Wie die Heilung der Krankheiten ein Bild der Heilung der Seele von ihren Gebrechen ist, so ist auch die äußere Weise der Krankenheilung ein Bild der letzten Ölung, die bei Markus andeutet, von dem heil. Jakobus anempfohlen und bekannt gemacht worden ist. (Konz. v. Trid. Sitzg. 14 Kap 1) -Matthäus Mt 47 6 13 22 Versuchung ist alles, was zur Sünde lockt. Diese Bitte erinnert uns an unsere Gebrechlichkeit und gibt uns Vertrauen auf Gottes Hilfe. -Matthäus Mt 47 6 13 23 Zunächst alles moralisch Böse, dann auch zeitliche Übel, so weit diese ein Hindernis sind im Dienste Gottes. -Matthäus Mt 47 6 14 Si enim dimiseritis hominibus peccata eorum: dimittet et vobis pater vester clestis delicta vestra. Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehen vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch eure Sünden vergeben. [Sir 28,3.4.5, Mt 18,35, Mk 11,25] +Matthäus Mt 48 6 13 22 Versuchung ist alles, was zur Sünde lockt. Diese Bitte erinnert uns an unsere Gebrechlichkeit und gibt uns Vertrauen auf Gottes Hilfe. +Matthäus Mt 48 6 13 23 Zunächst alles moralisch Böse, dann auch zeitliche Übel, so weit diese ein Hindernis sind im Dienste Gottes. +Matthäus Mt 48 6 14 Si enim dimiseritis hominibus peccata eorum: dimittet et vobis pater vester clestis delicta vestra. Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehen vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch eure Sünden vergeben. [Sir 28,3.4.5, Mt 18,35, Mk 11,25] Markus Mk 48 6 14 Et audivit rex Herodes, (manifestum enim factum est nomen ejus) et dicebat: Quia Joannes Baptista resurrexit a mortuis: et propterea virtutes operantur in illo. Da hörte der König Herodes¹⁸ davon (denn sein Name ward bekannt), und sprach: Johannes, der Täufer, ist von den Toten auferstanden, und darum wirken die Wunderkräfte in ihm.¹⁹ [Mt 14,1.2, Lk 9,7]. Markus Mk 48 6 14 18 So weit ist der Ruf von den Wundern Christi gedrungen, dass selbst Herodes, der sich sonst um Religion und göttliche Dinge wenig bekümmerte, fast gegen seinen Willen davon hörte. Er heißt hier König, wohl weil sein Vater diesen Titel gehabt, er selbst war nur Vierfürst. Markus Mk 48 6 14 19 Johannes hatte sein Wunder getan. -Matthäus Mt 47 6 15 Si autem non dimiseritis hominibus: nec Pater vester dimittet vobis peccata vestra. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Sünden auch nicht vergeben.²⁴ [Mt 18,35, Mk 11,25] +Matthäus Mt 48 6 15 Si autem non dimiseritis hominibus: nec Pater vester dimittet vobis peccata vestra. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Sünden auch nicht vergeben.²⁴ [Mt 18,35, Mk 11,25] Markus Mk 48 6 15 Alii autem dicebant: Quia Elias est. Alii vero dicebant: Quia propheta est, quasi unus ex prophetis. Andere aber sagten: Er ist Elias; und wieder andere sagten: Er ist ein Prophet, wie einer von den Propheten. -Matthäus Mt 47 6 15 24 V. 12 wird weiter erläutert. Nach dem Gebete erwähnt Christus wieder dieses gute Werk und sucht durch Androhung von Strafe und Verheißung von Belohnung zur Beobachtung desselben zu führen. +Matthäus Mt 48 6 15 24 V. 12 wird weiter erläutert. Nach dem Gebete erwähnt Christus wieder dieses gute Werk und sucht durch Androhung von Strafe und Verheißung von Belohnung zur Beobachtung desselben zu führen. Markus Mk 48 6 16 Quo audito Herodes ait: Quem ego decollavi Joannem, hic a mortuis resurrexit. Als Herodes dies hörte, sprach er: Johannes, den ich enthaupten ließ, dieser ist von den Toten auferstanden.²⁰ -Matthäus Mt 47 6 16 Cum autem jejunatis, nolite fieri sicut hypocritæ tristes: exterminant enim facies suas, ut appareant hominibus jejunantes. Amen dico vobis, quia receperunt mercedem suam. Wenn ihr aber fastet,²⁵ so werdet nicht, wie die Heuchler finster blickend; denn sie entstellen ihr Gesicht, damit die Menschen sehen, dass sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen! +Matthäus Mt 48 6 16 Cum autem jejunatis, nolite fieri sicut hypocritæ tristes: exterminant enim facies suas, ut appareant hominibus jejunantes. Amen dico vobis, quia receperunt mercedem suam. Wenn ihr aber fastet,²⁵ so werdet nicht, wie die Heuchler finster blickend; denn sie entstellen ihr Gesicht, damit die Menschen sehen, dass sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen! Markus Mk 48 6 16 20 Das böse Gewissen redet aus ihm. Bei [Lk 9,7.9] spricht er zuerst zweifelnd und schwankend (Aug.). Siehe über den Tod des heil. Johannes [Mt 14]. -Matthäus Mt 47 6 16 25 Im Gesetze war ein Tag als Fasttag bestimmt [Lev 16,29, Lev 23,27,Num 29,7]. Indes fastete man auch zum Zeichen der Buße [2Sam 12,16], zur Reinigung der Seele und Sinne [Ex 24,18] und um tiefe Trauer kundzutun. Wer freiwillig fastete, kleidete sich in Bußgewänder und bestreute sein Haupt mit Asche. Die Pharisäer pflegten jeden Donnerstag zu fasten, weil Moses an diesem Tage auf den Sinai gestiegen, und jeden Montag, da er an einem solchen herabgestiegen sein sollte. Auch Christus empfiehlt das Fasten, indem er seinen Wert bei Gott und seine Weise lehrt. -Matthäus Mt 47 6 17 Tu autem,cum jejunas, unge caput tuum, et faciem tuam lava, Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt, und wasche dein Angesicht,²⁶ +Matthäus Mt 48 6 16 25 Im Gesetze war ein Tag als Fasttag bestimmt [Lev 16,29, Lev 23,27,Num 29,7]. Indes fastete man auch zum Zeichen der Buße [2Sam 12,16], zur Reinigung der Seele und Sinne [Ex 24,18] und um tiefe Trauer kundzutun. Wer freiwillig fastete, kleidete sich in Bußgewänder und bestreute sein Haupt mit Asche. Die Pharisäer pflegten jeden Donnerstag zu fasten, weil Moses an diesem Tage auf den Sinai gestiegen, und jeden Montag, da er an einem solchen herabgestiegen sein sollte. Auch Christus empfiehlt das Fasten, indem er seinen Wert bei Gott und seine Weise lehrt. +Matthäus Mt 48 6 17 Tu autem,cum jejunas, unge caput tuum, et faciem tuam lava, Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt, und wasche dein Angesicht,²⁶ Markus Mk 48 6 17 Ipse enim Herodes misit, ac tenuit Joannem, et vinxit eum in carcere propter Herodiadem uxorem Philippi fratris sui, quia duxerat eam. Er selbst, nämlich Herodes, hatte hingesandt und den Johannes ergreifen und gefesselt im Gefängnisse halten lassen wegen der Herodias, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie zum Weibe genommen hatte. [Lk 3,19] -Matthäus Mt 47 6 17 26 Dies tat man an Festtagen und bei Einladungen zu Gastmählern. [Vergl. Lk 7,46]. Bildlich wie V. 3.6 die Hände: verbirg es, dass du fastest. -Matthäus Mt 47 6 18 Ne videaris hominibus jejunans, sed Patri tuo, qui est in abscondito, et Pater tuus, qui videt in abscondito, reddet tibi. damit du nicht den Menschen als fastend erscheinest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. +Matthäus Mt 48 6 17 26 Dies tat man an Festtagen und bei Einladungen zu Gastmählern. [Vergl. Lk 7,46]. Bildlich wie V. 3.6 die Hände: verbirg es, dass du fastest. +Matthäus Mt 48 6 18 Ne videaris hominibus jejunans, sed Patri tuo, qui est in abscondito, et Pater tuus, qui videt in abscondito, reddet tibi. damit du nicht den Menschen als fastend erscheinest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Markus Mk 48 6 18 Dicebat enim Joannes Herodi: Non licet tibi habere uxorem fratris tui. Denn Johannes sagte zu Herodes: Es ist dir nicht erlaubt, das Weib deines Bruders zu haben! [Lev 18,16] -Matthäus Mt 47 6 19 Nolite thesaurizare vobis thesauros in terra: ubi ærugo, et tinea demolitur: et ubi fures effodiunt, et furantur. Häufet euch keine Schätze²⁷ auf Erden an, wo sie Rost und Motte verzehrt, und wo die Diebe einbrechen und stehlen; +Matthäus Mt 48 6 19 Nolite thesaurizare vobis thesauros in terra: ubi ærugo, et tinea demolitur: et ubi fures effodiunt, et furantur. Häufet euch keine Schätze²⁷ auf Erden an, wo sie Rost und Motte verzehrt, und wo die Diebe einbrechen und stehlen; Markus Mk 48 6 19 Herodias autem insidiabatur illi: et volebat occidere eum, nec poterat. Die Herodias aber stellte ihm nach, und wollte ihn töten, allein sie konnte es nicht;²¹ Markus Mk 48 6 19 21 Sie konnte von Herodes nicht erlangen, dass er das Todesurteil sprach. -Matthäus Mt 47 6 19 27 Nachdem der Herr die wahre Gerechtigkeit beschrieben und verschiedene Gebote erklärt hat, suchte er die Seelen vor eitler Ehre zu bewahren. Jetzt geht er zur Warnung vor einem zweiten Fehler über, der Habsucht und der damit verwandten zu großen Sorge. Drei Gründe gegen das Streben nach Reichtümern V. 19.: Sie sind vergänglich, V. 22.: sie verfinstern die Seele, V. 24.: sie ziehen von Gott ab. -Matthäus Mt 47 6 20 Thesaurizate autem vobis thesauros in clo: ubi neque ærugo, neque tinea demolitur, et ubi fures non effodiunt, nec furantur. sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo sie weder Rost noch Motte verzehrt, und wo Diebe nicht einbrechen noch stehlen.²⁸ [Lk 12,33, 1Tim 6,19] +Matthäus Mt 48 6 19 27 Nachdem der Herr die wahre Gerechtigkeit beschrieben und verschiedene Gebote erklärt hat, suchte er die Seelen vor eitler Ehre zu bewahren. Jetzt geht er zur Warnung vor einem zweiten Fehler über, der Habsucht und der damit verwandten zu großen Sorge. Drei Gründe gegen das Streben nach Reichtümern V. 19.: Sie sind vergänglich, V. 22.: sie verfinstern die Seele, V. 24.: sie ziehen von Gott ab. +Matthäus Mt 48 6 20 Thesaurizate autem vobis thesauros in clo: ubi neque ærugo, neque tinea demolitur, et ubi fures non effodiunt, nec furantur. sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo sie weder Rost noch Motte verzehrt, und wo Diebe nicht einbrechen noch stehlen.²⁸ [Lk 12,33, 1Tim 6,19] Markus Mk 48 6 20 Herodes enim metuebat Joannem, sciens eum virum justum et sanctum: et custodiebat eum, et audito eo multa faciebat, et libenter eum audiebat. denn Herodes fürchtete den Johannes,²² da er ihn als einen gerechten und heiligen Mann kannte; und er nahm ihn in Schutz, und tat vieles, nachdem er ihn angehört hatte, und hörte ihn gerne. Markus Mk 48 6 20 22 Seine Heiligkeit bewundernd. -Matthäus Mt 47 6 20 28 Die Motte verzehrt kostbare Kleider, die Fäulnis (so nach dem Griech. statt Rost. Euth.) Früchte, die Diebe rauben Gold und Silber. Christus will nicht, dass wir kein Begehr haben, aber dasselbe soll himmlisch sein. -Matthäus Mt 47 6 21 Ubi enim est thesaurus tuus, ibi est et cor tuum. Denn²⁹ wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. +Matthäus Mt 48 6 20 28 Die Motte verzehrt kostbare Kleider, die Fäulnis (so nach dem Griech. statt Rost. Euth.) Früchte, die Diebe rauben Gold und Silber. Christus will nicht, dass wir kein Begehr haben, aber dasselbe soll himmlisch sein. +Matthäus Mt 48 6 21 Ubi enim est thesaurus tuus, ibi est et cor tuum. Denn²⁹ wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Markus Mk 48 6 21 Et cum dies opportunus accidisset, Herodes natalis sui cnam fecit principibus, et tribunis, et primis Galilææ; Als nun ein gelegener Tag²³ gekommen war, gab Herodes zur Feier seines Geburtstages den Großen, den Kriegsobersten und den Vornehmsten von Galiläa ein Gastmahl. Markus Mk 48 6 21 23 Für die schlimmen Absichten der Herodias. -Matthäus Mt 47 6 21 29 Warum das eine zu meiden, das andere zu tun ist. Was du schätzest, liebst du auch. -Matthäus Mt 47 6 22 Lucerna corporis tui est oculus tuus. Si oculus tuus fuerit simplex: totum corpus tuum lucidum erit. Die Leuchte deines Leibes ist dein Auge: ist nun dein Auge unverdorben, so wird dein ganzer Leib licht sein;³⁰ [Lk 11,34] +Matthäus Mt 48 6 21 29 Warum das eine zu meiden, das andere zu tun ist. Was du schätzest, liebst du auch. +Matthäus Mt 48 6 22 Lucerna corporis tui est oculus tuus. Si oculus tuus fuerit simplex: totum corpus tuum lucidum erit. Die Leuchte deines Leibes ist dein Auge: ist nun dein Auge unverdorben, so wird dein ganzer Leib licht sein;³⁰ [Lk 11,34] Markus Mk 48 6 22 Cumque introisset filia ipsius Herodiadis, et saltasset, et placuisset Herodi, simulque recumbentibus; rex ait puellæ: Pete a me quod vis, et dabo tibi: Da trat eben der Herodias Tochter herein, und tanzte, und gefiel dem Herodes und seinen Tischgenossen wohl;²⁴ und der König sprach zu dem Mädchen: Verlange von mir, was du willst, und ich werde es dir geben. Markus Mk 48 6 22 24 In ihrem Tanze. -Matthäus Mt 47 6 22 30 Ist das Auge einfach, seiner Natur gemäß, frei von schädlichen Säften, so hat der ganze Körper solches Licht, dass alle Glieder ungefährdet ihre Aufgabe erfüllen können. Das Auge steht für das Herz, das Gott erleuchtet und bewegt, dass es im Himmel Schätze erwerbe (Ehrns.). -Matthäus Mt 47 6 23 Si autem oculus tuus fuerit nequam: totum corpus tuum tenebrosum erit. Si ergo lumen, quod in te est. tenebræ sunt: ipsæ tenebræ quantæ erunt? ist aber dein Auge schlecht, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist,³¹ Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis selbst sein! +Matthäus Mt 48 6 22 30 Ist das Auge einfach, seiner Natur gemäß, frei von schädlichen Säften, so hat der ganze Körper solches Licht, dass alle Glieder ungefährdet ihre Aufgabe erfüllen können. Das Auge steht für das Herz, das Gott erleuchtet und bewegt, dass es im Himmel Schätze erwerbe (Ehrns.). +Matthäus Mt 48 6 23 Si autem oculus tuus fuerit nequam: totum corpus tuum tenebrosum erit. Si ergo lumen, quod in te est. tenebræ sunt: ipsæ tenebræ quantæ erunt? ist aber dein Auge schlecht, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist,³¹ Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis selbst sein! Markus Mk 48 6 23 Et juravit illi: Quia quidquid petieris dabo tibi, licet dimidium regni mei. Und er schwur ihr: Was du immer von mir verlangen wirst, ich will es dir geben, und sollte es auch die Hälfte meines Reiches sein!²⁵ [Est 5,6] Markus Mk 48 6 23 25 Er will recht freigebig erscheinen. -Matthäus Mt 47 6 23 31 Das dir das Licht gegeben. Ein Herz, in dem das Licht des Glaubens und der Gnade verdunkelt ist, wird nichts für Gott tun. Vergl. [1Tim 6,9 und Mt 15,19]. +Matthäus Mt 48 6 23 31 Das dir das Licht gegeben. Ein Herz, in dem das Licht des Glaubens und der Gnade verdunkelt ist, wird nichts für Gott tun. Vergl. [1Tim 6,9 und Mt 15,19]. Markus Mk 48 6 24 Quæ cum exisset, dixit matri suæ: Quid petam? At illa dixit: Caput Joannis Baptistæ. Da ging sie hinaus, und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich verlangen? Diese aber sprach: Das Haupt Johannes, des Täufers! -Matthäus Mt 47 6 24 Nemo potest duobus dominis servire: aut enim unum odio habebit, et alterum diliget: aut unum sustinebit, et alterum contemnet. Non potestis Deo servire, et mammonæ. Niemand kann zwei Herren dienen;³² denn entweder wird er den einen hassen, und den andern lieben; oder er wird dem einen anhangen,³³ und den andern verschmähen. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. [Lk 16,13] -Matthäus Mt 47 6 24 32 Man kann nicht Schätze hier für die Erde und den Himmel sammeln. Das Dienen umfasst alle Kräfte des Menschen. Die beiden Herren befehlen Entgegengesetztes (Ehrns.). -Matthäus Mt 47 6 24 33 Anhängen, seine Befehle tun. Christus sagt nicht: Reichtümer besitzen ist dem Dienste Gottes entgegengesetzt, sondern ihr Diener sein. Reichtümer hatten auch Abraham und Job (Ehrns.). -Matthäus Mt 47 6 25 Ideo dico vobis, ne solliciti sitis animæ vestræ quid manducetis, neque corpori vestro quid induamini. Nonne anima plus est quam esca: et corpus plus quam vestimentum? Darum sage ich euch: Seid nicht ängstlich besorgt für euer Leben, was ihr essen sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen möget. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung?³⁴ [Ps 54,23, Lk 12,22, Phil 4,6, 1Tim 6,7] +Matthäus Mt 48 6 24 Nemo potest duobus dominis servire: aut enim unum odio habebit, et alterum diliget: aut unum sustinebit, et alterum contemnet. Non potestis Deo servire, et mammonæ. Niemand kann zwei Herren dienen;³² denn entweder wird er den einen hassen, und den andern lieben; oder er wird dem einen anhangen,³³ und den andern verschmähen. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. [Lk 16,13] +Matthäus Mt 48 6 24 32 Man kann nicht Schätze hier für die Erde und den Himmel sammeln. Das Dienen umfasst alle Kräfte des Menschen. Die beiden Herren befehlen Entgegengesetztes (Ehrns.). +Matthäus Mt 48 6 24 33 Anhängen, seine Befehle tun. Christus sagt nicht: Reichtümer besitzen ist dem Dienste Gottes entgegengesetzt, sondern ihr Diener sein. Reichtümer hatten auch Abraham und Job (Ehrns.). +Matthäus Mt 48 6 25 Ideo dico vobis, ne solliciti sitis animæ vestræ quid manducetis, neque corpori vestro quid induamini. Nonne anima plus est quam esca: et corpus plus quam vestimentum? Darum sage ich euch: Seid nicht ängstlich besorgt für euer Leben, was ihr essen sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen möget. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung?³⁴ [Ps 54,23, Lk 12,22, Phil 4,6, 1Tim 6,7] Markus Mk 48 6 25 Cumque introisset statim cum festinatione ad regem, petivit dicens: Volo ut protinus des mihi in disco caput Joannis Baptistæ. Und sogleich ging sie eilends hinein zu dem Könige, und stellte ihr Verlangen, indem sie sprach: Ich will, dass du mir auf der Stelle auf einer Schüssel das Haupt Johannes, des Täufers, gebest.²⁶ Markus Mk 48 6 25 26 Damit es ihm nicht vielleicht wieder leid würde. Sie fügt Bestimmungen hinzu; die sie über die Ausführung sicher stellen. -Matthäus Mt 47 6 25 34 Die Arbeit ist zu üben, die Sorge zu entfernen, welche aus dem Misstrauen gegen Gott entspringt (Ehrns.). -Matthäus Mt 47 6 26 Respicite volatilia cli, quoniam non serunt, neque metunt, neque congregant in horrea: et Pater vester clestis pascit illa. Nonne vos magis pluris estis illis? Schauet auf die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheuern; und euer himmlischer Vater ernähret sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie?³⁵ +Matthäus Mt 48 6 25 34 Die Arbeit ist zu üben, die Sorge zu entfernen, welche aus dem Misstrauen gegen Gott entspringt (Ehrns.). +Matthäus Mt 48 6 26 Respicite volatilia cli, quoniam non serunt, neque metunt, neque congregant in horrea: et Pater vester clestis pascit illa. Nonne vos magis pluris estis illis? Schauet auf die Vögel des Himmels! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheuern; und euer himmlischer Vater ernähret sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie?³⁵ Markus Mk 48 6 26 Et contristatus est rex: propter jusjurandum, et propter simul discumbentes noluit eam contristare: Da ward der König traurig;²⁷ aber wegen des Eides und der Tischgenossen wollte er sie nicht betrüben,²⁸ Markus Mk 48 6 26 27 Herodes verehrt den heil. Johannes und fürchtet einen Aufstand, wenn die Sache ruchbar wird. Markus Mk 48 6 26 28 Griech.: Zurückweisen. -Matthäus Mt 47 6 26 35 Christus beginnt bei dem Himmel und endet auf Erden. Gott ist der Herr der Tiere, aber unser Vater. +Matthäus Mt 48 6 26 35 Christus beginnt bei dem Himmel und endet auf Erden. Gott ist der Herr der Tiere, aber unser Vater. Markus Mk 48 6 27 Sed misso spiculatore præcepit afferri caput ejus in disco. Et decollavit eum in carcere. sondern schickte einen Trabanten hin, und befahl, sein Haupt auf einer Schüssel zu bringen. Und dieser enthauptete ihn im Gefängnisse, -Matthäus Mt 47 6 27 Quis autem vestrum cogitans potest adjicere ad staturam suam cubitum unum? Wer unter euch kann mit seinen Sorgen³⁶ seiner Leibeslänge³⁷ eine Elle zusetzen? -Matthäus Mt 47 6 27 36 Die Sorge ist unnütz. -Matthäus Mt 47 6 27 37 Besser: seiner Lebenslänge. -Matthäus Mt 47 6 28 Et de vestimento quid solliciti estis? Considerate lilia agri quomodo crescunt: non laborant, neque nent. Und warum sorget ihr ängstlich um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes,³⁸ wie sie wachsen! sie arbeiten nicht, und spinnen nicht; +Matthäus Mt 48 6 27 Quis autem vestrum cogitans potest adjicere ad staturam suam cubitum unum? Wer unter euch kann mit seinen Sorgen³⁶ seiner Leibeslänge³⁷ eine Elle zusetzen? +Matthäus Mt 48 6 27 36 Die Sorge ist unnütz. +Matthäus Mt 48 6 27 37 Besser: seiner Lebenslänge. +Matthäus Mt 48 6 28 Et de vestimento quid solliciti estis? Considerate lilia agri quomodo crescunt: non laborant, neque nent. Und warum sorget ihr ängstlich um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes,³⁸ wie sie wachsen! sie arbeiten nicht, und spinnen nicht; Markus Mk 48 6 28 Et attulit caput ejus in disco: et dedit illud puellæ, et puella dedit matri suæ. und brachte sein Haupt auf einer Schüssel, und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter. -Matthäus Mt 47 6 28 38 Nicht etwa der Gärten. +Matthäus Mt 48 6 28 38 Nicht etwa der Gärten. Markus Mk 48 6 29 Quo audito, discipuli ejus venerunt, et tulerunt corpus ejus: et posuerunt illud in monumento. Als dies seine Jünger gehört, kamen sie und nahmen seine Leiche, und legten sie in ein Grab.²⁹ [Mt 14,12]. -Matthäus Mt 47 6 29 Dico autem vobis, quoniam nec Salomon in omni gloria sua coopertus est sicut unum ex istis. ich sage euch aber, auch Salomon in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von diesen.³⁹ +Matthäus Mt 48 6 29 Dico autem vobis, quoniam nec Salomon in omni gloria sua coopertus est sicut unum ex istis. ich sage euch aber, auch Salomon in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von diesen.³⁹ Markus Mk 48 6 29 29 Sein Grab soll in Samaria gewesen sein (Hier.). Es wurde zur Zeit Julians des Abtrünnigen entweiht und die Gebeine des Heiligen zerstreut. -Matthäus Mt 47 6 29 39 Und doch haben sie dasselbe Schicksal wie das Gras. -Matthäus Mt 47 6 30 Si autem fnum agri quod hodie est, et cras in clibanum mittitur, Deus sic vestit: quanto magis vos modicæ fidei? Wenn nun Gott das Gras des Feldes,⁴⁰ welches heute ist, und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wie viel mehr euch, Kleingläubige! +Matthäus Mt 48 6 29 39 Und doch haben sie dasselbe Schicksal wie das Gras. +Matthäus Mt 48 6 30 Si autem fnum agri quod hodie est, et cras in clibanum mittitur, Deus sic vestit: quanto magis vos modicæ fidei? Wenn nun Gott das Gras des Feldes,⁴⁰ welches heute ist, und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wie viel mehr euch, Kleingläubige! Markus Mk 48 6 30 Et convenientes Apostoli ad Jesum, renuntiaverunt ei omnia, quæ egerant, et docuerant. Und die Apostel sammelten sich zu Jesus,³⁰ und berichteten ihm alles, was sie getan³¹ und gelehrt hatten. [Lk 9,10] Markus Mk 48 6 30 30 Die Aussendung der Apostel hatte etwa zwei Jahre nach ihrer Berufung statt. Wie lange sie ausblieben, steht nicht fest. Der Name Apostel findet sich bei Markus nur an dieser Stelle, die recht geeignet gewählt ist. Markus Mk 48 6 30 31 Besonders über die Wunder (V. 7). Sie freuen sich über den Erfolg wie die 72 Jünger [Lk 10,17]. Aller Erfolg der Apostel ist Christus zuzuschreiben, wie auch das Ziel ihrer Tätigkeit seine Ehre ist. -Matthäus Mt 47 6 30 40 Die Blumen im Grase. -Matthäus Mt 47 6 31 Nolite ergo solliciti esse, dicentes: Quid manducabimus, aut quid bibemus, aut quo operiemur? Seid also nicht ängstlich besorgt, und saget nicht: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden? +Matthäus Mt 48 6 30 40 Die Blumen im Grase. +Matthäus Mt 48 6 31 Nolite ergo solliciti esse, dicentes: Quid manducabimus, aut quid bibemus, aut quo operiemur? Seid also nicht ängstlich besorgt, und saget nicht: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden? Markus Mk 48 6 31 Et ait illis: Venite seorsum in desertum locum, et requiescite pusillum. Erant enim qui veniebant et redibant multi: et nec spatium manducandi habebant. Er aber sprach zu ihnen: Kommet³² abseits³³ an einen einsamen Ort, und ruhet ein wenig aus. Denn derer, die ab- und zugingen, waren viele, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen.³⁴ [Mt 14,13, Lk 9,10, Joh 6,1]. Markus Mk 48 6 31 32 Ihr, die ihr so viel gearbeitet. Markus Mk 48 6 31 33 Bei Bethsaida [Lk 9,10], unweit der Mündung des Jordans in den See Genesareth. Markus Mk 48 6 31 34 Weil Ostern nahe war. -Matthäus Mt 47 6 32 Hæc enim omnia gentes inquirunt. Scit enim Pater vester, quia his omnibus indigetis. Denn nach allem diesem trachten die Heiden. Euer Vater⁴¹ weiß ja, dass ihr alles dessen bedürfet. +Matthäus Mt 48 6 32 Hæc enim omnia gentes inquirunt. Scit enim Pater vester, quia his omnibus indigetis. Denn nach allem diesem trachten die Heiden. Euer Vater⁴¹ weiß ja, dass ihr alles dessen bedürfet. Markus Mk 48 6 32 Et ascendentes in navim, abierunt in desertum locum seorsum. Da traten sie in ein Schiff, und begaben sich an einen einsamen Ort abseits. [Mt 14,13, Lk 9,10]. -Matthäus Mt 47 6 32 41 Bedeutung wie oben Anm.15, 16. -Matthäus Mt 47 6 33 Quærite ergo primum regnum Dei, et justitiam ejus: et hæc omnia adjicientur vobis. Suchet also zuerst⁴² das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; und dieses alles wird euch zugegeben werden. +Matthäus Mt 48 6 32 41 Bedeutung wie oben Anm.15, 16. +Matthäus Mt 48 6 33 Quærite ergo primum regnum Dei, et justitiam ejus: et hæc omnia adjicientur vobis. Suchet also zuerst⁴² das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; und dieses alles wird euch zugegeben werden. Markus Mk 48 6 33 Et viderunt eos abeuntes, et cognoverunt multi: et pedestres de omnibus civitatibus concurrerunt illuc, et prævenerunt eos. Und die Leute sahen sie hinwegfahren, und viele erfuhren es, und liefen zu Lande aus allen Städten dahin zusammen, und kamen ihnen zuvor. -Matthäus Mt 47 6 33 42 Mit Unterordnung alles Anderen. -Matthäus Mt 47 6 34 Nolite ergo solliciti esse in crastinum. Crastinus enim dies sollicitus erit sibi ipsi: sufficit diei malitia sua. Mithin sorget nicht ängstlich für den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jedem Tage genügt seine Plage.⁴³ +Matthäus Mt 48 6 33 42 Mit Unterordnung alles Anderen. +Matthäus Mt 48 6 34 Nolite ergo solliciti esse in crastinum. Crastinus enim dies sollicitus erit sibi ipsi: sufficit diei malitia sua. Mithin sorget nicht ängstlich für den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jedem Tage genügt seine Plage.⁴³ Markus Mk 48 6 34 Et exiens vidit turbam multam Jesus: et misertus est super eos, quia erant sicut oves non habentes pastorem, et cpit illos docere multa. Als nun Jesus ausstieg,³⁵ sah er eine große Volksmenge; und er erbarmte sich über sie, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben, und er hob an, sie vieles zu lehren.³⁶ [Mt 9,36, Mt 14,14]. Markus Mk 48 6 34 35 Siehe [Mt 14,13]. Markus Mk 48 6 34 36 Christus wird nicht unwillig, dass sie ihn nicht allein lassen und entzieht sich dem Volke nicht, sondern verlässt die Einsamkeit und spendet ihnen Lehre und Heilung, ein Vorbild für alle Hirten! -Matthäus Mt 47 6 34 43 Sorge u. s. s. Wir haben also für alles Notwendige Sorge zu tragen. Vergl. [Apg 11,29 und Spr 6,6, Spr 30,25]. Welcher Art aber diese Sorge sein soll, ist hier gesagt. +Matthäus Mt 48 6 34 43 Sorge u. s. s. Wir haben also für alles Notwendige Sorge zu tragen. Vergl. [Apg 11,29 und Spr 6,6, Spr 30,25]. Welcher Art aber diese Sorge sein soll, ist hier gesagt. Markus Mk 48 6 35 Et cum jam hora multa fieret, accesserunt discipuli ejus, dicentes: Desertus est locus hic, et jam hora præteriit: Da es aber schon spät geworden war, traten seine Jünger zu ihm, und sprachen: Dieser Ort ist öde, und die Tageszeit ist vorgerückt. Markus Mk 48 6 36 Dimitte illos, ut euntes in proximas villas, et vicos, emant sibi cibos, quos manducent: Entlasse sie, damit sie in die nächsten Dörfer und Flecken gehen, und sich Speise kaufen zu essen. [Lk 9,12]. Markus Mk 48 6 37 Et respondens ait illis: Date illis vos manducare. Et dixerunt ei: Euntes emamus ducentis denariis panes, et dabimus illis manducare. Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen!³⁷ Und sie sagten zu ihm: Sollen wir hingehen, und um zweihundert Denare Brot kaufen, und ihnen zu essen geben?³⁸ @@ -53054,115 +53073,117 @@ Markus Mk 48 6 54 48 Die Leute aus der Umgebung. Markus Mk 48 6 55 Et percurrentes universam regionem illam, cperunt in grabatis eos, qui se male habebant, circumferre, ubi audiebant eum esse. und liefen in jener ganzen Gegend umher, und fingen an, die Kranken auf Betten herumzutragen, dahin, wo sie hörten, dass er sei. Markus Mk 48 6 56 Et quocumque introibat, in vicos, vel in villas, aut civitates, in plateis ponebant infirmos, et deprecabantur eum, ut vel fimbriam vestimenti ejus tangerent, et quotquot tangebant eum, salvi fiebant. Und wo er immer hinkam in Flecken, oder Dörfer, oder Städte, da legten sie die Kranken auf die Gassen, und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Kleides⁴⁹ berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden gesund. Markus Mk 48 6 56 49 Der Saum (die Quasten) hatte eine heilige Bedeutung und war Wahrzeichen der Frömmigkeit. Siehe [Mt 23,Anm.7.8]. -Markus Mk 48 7 0 Streit der Pharisäer mit Jesus betreffs ihrer Überlieferungen. (V. 23) Jesus begibt sich in das Gebiet von Thyrus und Sidon und heilt die Tochter einer Heidin (V. 37) und einen Taubstummen. -Matthäus Mt 47 7 0 Warnung vor freventlichen Urteilen. (V. 6) Weg zur Erlangung dieser Gerechtigkeit. (V. 11) Notwendigkeit der Anstrengung und der Wachsamkeit. (V. 23) Schlusswort. -Matthäus Mt 47 7 1 Nolite judicare, ut non judicemini. Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!¹ [Lk 6,37, Röm 2,1] +Markus Mk 48 7 0 Streit der Pharisäer mit Jesus betreffs ihrer Überlieferungen. (V. 23) Jesus begibt sich in das Gebiet von Thyrus und Sidon und heilt die Tochter einer Heidin (V. 37) und einen Taubstummen. +Matthäus Mt 48 7 0 Warnung vor freventlichen Urteilen. (V. 6) Weg zur Erlangung dieser Gerechtigkeit. (V. 11) Notwendigkeit der Anstrengung und der Wachsamkeit. (V. 23) Schlusswort. +Matthäus Mt 48 7 1 Nolite judicare, ut non judicemini. Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!¹ [Lk 6,37, Röm 2,1] Markus Mk 48 7 1 Et conveniunt ad eum Pharisæi, et quidam de Scribis, venientes ab Jerosolymis. Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und einige von den Schriftgelehrten, die von Jerusalem kamen.¹ [Mt 15,1] Markus Mk 48 7 1 1 Wohl vom hohen Rate gesendet. -Matthäus Mt 47 7 1 1 Der dritte der wahren Gerechtigkeit entgegengesetzte Fehler: die Kritiksucht. Belohnung: Ihr werdet nicht gerichtet werden. -Matthäus Mt 47 7 2 In quo enim judicio judicaveritis, judicabimini: et in qua mensura mensi fueritis, remetietur vobis. Denn mit welchem Gerichte ihr richtet, werdet ihr auch gerichtet werden;² und mit welchem Maße ihr messet, wird euch wieder gemessen werden. [Mk 4,24]. +Matthäus Mt 48 7 1 1 Der dritte der wahren Gerechtigkeit entgegengesetzte Fehler: die Kritiksucht. Belohnung: Ihr werdet nicht gerichtet werden. +Matthäus Mt 48 7 2 In quo enim judicio judicaveritis, judicabimini: et in qua mensura mensi fueritis, remetietur vobis. Denn mit welchem Gerichte ihr richtet, werdet ihr auch gerichtet werden;² und mit welchem Maße ihr messet, wird euch wieder gemessen werden. [Mk 4,24]. Markus Mk 48 7 2 Et cum vidissent quosdam ex discipulis ejus communibus manibus, id est non lotis, manducare panes, vituperaverunt. Als sie nun sahen, wie einige seiner Jünger mit unreinen,² das ist mit ungewaschenen Händen Speise nahmen, rügten sie es. [Mt 15,2] Markus Mk 48 7 2 2 Die Händewaschung galt als eine religiöse Handlung, durch die alle gesetzliche Unreinigkeit hinweggenommen wird. Die Vorschrift verdankt den Rabbinern ihren Ursprung. (V. 3) -Matthäus Mt 47 7 2 2 Bei Gott. Vergl. [Mt 6,Anm.21]. -Matthäus Mt 47 7 3 Quid autem vides festucam in oculo fratris tui: et trabem in oculo tuo non vides? Was aber siehest du den Splitter in dem Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge siehest du nicht?³ +Matthäus Mt 48 7 2 2 Bei Gott. Vergl. [Mt 6,Anm.21]. +Matthäus Mt 48 7 3 Quid autem vides festucam in oculo fratris tui: et trabem in oculo tuo non vides? Was aber siehest du den Splitter in dem Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge siehest du nicht?³ Markus Mk 48 7 3 Pharisæi enim, et omnes Judæi, nisi crebro laverint manus, non manducant, tenentes traditionem seniorum: Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, ohne sich öfter die Hände gewaschen zu haben,³ indem sie festhalten an den Überlieferungen der Alten. Markus Mk 48 7 3 3 Eine bessere griechische Leseart hat: Mit der Faust die Hand gerieben und gewaschen zu haben. -Matthäus Mt 47 7 3 3 Vergleiche [Mt 23]. +Matthäus Mt 48 7 3 3 Vergleiche [Mt 23]. Markus Mk 48 7 4 Et a foro nisi baptizentur, non comedunt: et alia multa sunt, quæ tradita sunt illis servare, baptismata calicum, et urceorum, et æramentorum, et lectorum: Auch essen sie nicht, wenn sie vom Markte kommen, ohne sich zuvor zu baden. Und so gibt es noch viele andere Dinge, die zu beobachten sie von den Vorfahren überkommen haben: Abwaschen von Bechern und Krügen und Kupfergeschirren und Betten.⁴ -Matthäus Mt 47 7 4 Aut quomodo dicis fratri tuo: Sine ejiciam festucam de oculo tuo: et ecce trabs est in oculo tuo? Oder wie sprichst du zu deinem Bruder: Wart, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? +Matthäus Mt 48 7 4 Aut quomodo dicis fratri tuo: Sine ejiciam festucam de oculo tuo: et ecce trabs est in oculo tuo? Oder wie sprichst du zu deinem Bruder: Wart, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? Markus Mk 48 7 4 4 Mit Wasser zu besprengen. Gewisse Waschungen wurden [Lev 15,2-18] und [Lev 11,32-37] vorgeschrieben. Die Pharisäer wollten, dass man dieselben selbst dann vornahm, wenn nur die Möglichkeit einer Verunreinigung vorlag. -Matthäus Mt 47 7 5 Hypocrita, ejice primum trabem de oculo tuo, et tunc videbis ejicere festucam de oculo fratris tui. Heuchler! Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und darnach siehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen kannst.⁴ +Matthäus Mt 48 7 5 Hypocrita, ejice primum trabem de oculo tuo, et tunc videbis ejicere festucam de oculo fratris tui. Heuchler! Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und darnach siehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen kannst.⁴ Markus Mk 48 7 5 Et interrogabant eum Pharisæi, et Scribæ: Quare discipuli tui non ambulant juxta traditionem seniorum, sed communibus manibus manducant panem? Daher fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten:⁵ Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Satzung der Alten, sondern essen ihre Speisen mit ungewaschenen Händen? -Matthäus Mt 47 7 5 4 Wenn es dir um Tugend und Gerechtigkeit geht, beginne bei dir selbst das Werk der Besserung. +Matthäus Mt 48 7 5 4 Wenn es dir um Tugend und Gerechtigkeit geht, beginne bei dir selbst das Werk der Besserung. Markus Mk 48 7 5 5 Nach dieser Erklärung kehrt der Evangelist zu V. 2 zurück. Eine andere Anklage also hatten die Pharisäer nicht vorbringen können. -Matthäus Mt 47 7 6 Nolite dare sanctum canibus: neque mittatis margaritas vestras ante porcos, ne forte conculcent eas pedibus suis, et conversi dirumpant vos. Gebet das Heilige⁵ nicht den Hunden, und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine⁶ hin, damit sie dieselben nicht etwa mit ihren Füßen zertreten, und sich umwenden, und euch zerreißen. +Matthäus Mt 48 7 6 Nolite dare sanctum canibus: neque mittatis margaritas vestras ante porcos, ne forte conculcent eas pedibus suis, et conversi dirumpant vos. Gebet das Heilige⁵ nicht den Hunden, und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine⁶ hin, damit sie dieselben nicht etwa mit ihren Füßen zertreten, und sich umwenden, und euch zerreißen. Markus Mk 48 7 6 At ille respondens, dixit eis: Bene prophetavit Isaias de vobis hypocritis, sicut scriptum est: Populus hic labiis me honorat, cor autem eorum longe est a me; Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Treffend hat Isaias von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehret mich mit den Lippen, ihr Herz aber ist fern von mir. [Jes 29,13] -Matthäus Mt 47 7 6 5 Das Heilige ist alles, was seinem Wesen nach ohne Verbrechen nicht entheiligt werden kann (Aug.). Das Wort Perle kennzeichnet Schönheit und Wert. -Matthäus Mt 47 7 6 6 Hunde sind Menschen, welche wie Hunde anbellen; Schweine, die sich wie diese im Schmutze wälzen. Die Bosheit kann so groß sein, dass es besser ist, ihr das Heilige nicht zu zeigen. Hunde und Schweine waren die verachtesten Tiere [2Kön 3,8, Spr 11,22, Spr 26,11]. -Matthäus Mt 47 7 7 Petite, et dabitur vobis: quærite, et invenietis: pulsate, et aperietur vobis. Bittet, und es wird euch gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.⁷ [Mt 21,22, Mk 11,24, Lk 11,9, Joh 14,13, Jak 1,6] +Matthäus Mt 48 7 6 5 Das Heilige ist alles, was seinem Wesen nach ohne Verbrechen nicht entheiligt werden kann (Aug.). Das Wort Perle kennzeichnet Schönheit und Wert. +Matthäus Mt 48 7 6 6 Hunde sind Menschen, welche wie Hunde anbellen; Schweine, die sich wie diese im Schmutze wälzen. Die Bosheit kann so groß sein, dass es besser ist, ihr das Heilige nicht zu zeigen. Hunde und Schweine waren die verachtesten Tiere [2Kön 3,8, Spr 11,22, Spr 26,11]. +Matthäus Mt 48 7 7 Petite, et dabitur vobis: quærite, et invenietis: pulsate, et aperietur vobis. Bittet, und es wird euch gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.⁷ [Mt 21,22, Mk 11,24, Lk 11,9, Joh 14,13, Jak 1,6] Markus Mk 48 7 7 In vanum autem me colunt, docentes doctrinas, et præcepta hominum. Vergeblich aber ehren sie mich, weil sie Lehre und Satzungen von Menschen lehren.⁶ Markus Mk 48 7 7 6 Wenn sie diese Antwort vorhergesehen hätten, würden sie wohl ihre Frage nicht gestellt haben. Wie jene Gott mit den Lippen ehren, im Herzen aber fern von ihm sind, so ihr. Vergl. [Apg 28,25, Apg 7,51]. Das ganze Volk ist für den Propheten wie eine Person, deshalb gelten seine Worte auch für die Zeitgenossen Christi, obwohl er diese nicht im besonderen vor Augen hatte. Ähnlich [Mi 6,3.4]. -Matthäus Mt 47 7 7 7 Der Heiland hat seine Lehre vorgelegt, jetzt zeigt er den Weg zu ihrer Erfüllung. Drei Mal befiehlt er und jedes Mal verheißt er. Suchen: Mit Ausdauer und Eifer. Klopfen: Mit heftigem Begehren. Die Häufung der Ausdrücke deutet die Beständigkeit im Bitten an. +Matthäus Mt 48 7 7 7 Der Heiland hat seine Lehre vorgelegt, jetzt zeigt er den Weg zu ihrer Erfüllung. Drei Mal befiehlt er und jedes Mal verheißt er. Suchen: Mit Ausdauer und Eifer. Klopfen: Mit heftigem Begehren. Die Häufung der Ausdrücke deutet die Beständigkeit im Bitten an. Markus Mk 48 7 8 Relinquentes enim mandatum Dei, tenetis traditionem hominum, baptismata urceorum, et calicum: et alia similia his facitis multa. Denn während ihr das Gebot Gottes hintansetzet, haltet ihr die Überlieferung der Menschen, Waschungen von Krügen und Bechern; und anderes derart tut ihr vieles.⁷ -Matthäus Mt 47 7 8 Omnis enim, qui petit accipit: et qui quærit, invenit: et pulsanti aperietur. Denn ein jeder, der bittet, empfängt;⁸ und wer suchet, findet; und dem, der anklopft, wird aufgetan werden. +Matthäus Mt 48 7 8 Omnis enim, qui petit accipit: et qui quærit, invenit: et pulsanti aperietur. Denn ein jeder, der bittet, empfängt;⁸ und wer suchet, findet; und dem, der anklopft, wird aufgetan werden. Markus Mk 48 7 8 7 Christus zeigt, dass er diese Worte mit Recht auf sie anwendet: Ihr vernachlässigt Gottes Gebote über euren Überlieferungen (V. 8), ihr verkehrt Gottes Gebote und macht sie unwirksam. (V. 9 folg.) -Matthäus Mt 47 7 8 8 Der Heiland sagt nicht, was, noch auch wann. +Matthäus Mt 48 7 8 8 Der Heiland sagt nicht, was, noch auch wann. Markus Mk 48 7 9 Et dicebat illis: Bene irritum facitis præceptum Dei, ut traditionem vestram servetis. Und er sprach zu ihnen: Schön lasset ihr das Gebot Gottes nichts gelten, damit⁸ ihr euere Überlieferung wahret. [Mt 15,3] -Matthäus Mt 47 7 9 Aut quis est ex vobis homo, quem si petierit filius suus panem, numquid lapidem porriget ei? Oder ist wohl ein Mensch unter euch, der seinem Sohne, wenn er um Brot bäte, einen Stein darreichen wird? [Lk 11,11]. +Matthäus Mt 48 7 9 Aut quis est ex vobis homo, quem si petierit filius suus panem, numquid lapidem porriget ei? Oder ist wohl ein Mensch unter euch, der seinem Sohne, wenn er um Brot bäte, einen Stein darreichen wird? [Lk 11,11]. Markus Mk 48 7 9 8 Da sie den Erfolg sehen und dennoch ihr Verhalten nicht ändern wollen (z. B. V. 11. 13), ist ihnen die Folge als beabsichtigt zuzuschreiben. Markus Mk 48 7 10 Moyses enim dixit: Honora patrem tuum, et matrem tuam. Et: Qui maledixerit patri, vel matri, morte moriatur. Denn Moses hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter. Und: Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben. [Ex 20,12, Dtn 5,16, Eph 6,2, Mt 15,4, Ex 21,17, Lev 20,9, Spr 20,20] -Matthäus Mt 47 7 10 Aut si piscem petierit, numquid serpentem porriget ei? Oder wenn er um einen Fisch bäte, wird er ihm etwa eine Schlange darreichen?⁹ -Matthäus Mt 47 7 10 9 Gott gibt nichts Unnützes noch Schädliches. +Matthäus Mt 48 7 10 Aut si piscem petierit, numquid serpentem porriget ei? Oder wenn er um einen Fisch bäte, wird er ihm etwa eine Schlange darreichen?⁹ +Matthäus Mt 48 7 10 9 Gott gibt nichts Unnützes noch Schädliches. Markus Mk 48 7 11 Vos autem dicitis: Si dixerit homo patri, aut matri, Corban, (quod est donum) quodcumque ex me, tibi profuerit: Ihr aber saget: Wenn einer zum Vater oder zur Mutter sagt: Korban, das heißt Weihegeschenk, sei alles, was dir von mir zu Gute kommt,⁹ -Matthäus Mt 47 7 11 Si ergo vos, cum sitis mali, nostis bona data dare filiis vestris: quanto magis Pater vester, qui in clis est, dabit bona petentibus se? Wenn nun ihr, obgleich ihr böse seid,¹⁰ euern Kindern gute Gaben zu geben wisset; wie viel mehr wird euer Vater, der im Himmel ist,¹¹ denen Gutes geben, die ihn bitten? +Matthäus Mt 48 7 11 Si ergo vos, cum sitis mali, nostis bona data dare filiis vestris: quanto magis Pater vester, qui in clis est, dabit bona petentibus se? Wenn nun ihr, obgleich ihr böse seid,¹⁰ euern Kindern gute Gaben zu geben wisset; wie viel mehr wird euer Vater, der im Himmel ist,¹¹ denen Gutes geben, die ihn bitten? Markus Mk 48 7 11 9 Durch das dir von mir Hilfe zuteil werden könnte. Siehe [Mt 15,Anm.6]. Die Anordnung der Sätze ist bei Matthäus eine geeignetere, da die Pharisäer dort erst nach der Beweisführung Heuchler genannt werden und der Text der Propheten auf sie angewendet wird. -Matthäus Mt 47 7 11 10 Weil niemand frei ist von Sünde. -Matthäus Mt 47 7 11 11 Der Zusatz weist auf Gottes Güte, Macht und Schätze hin. -Matthäus Mt 47 7 12 Omnia ergo quæcumque vultis ut faciant vobis homines, et vos facite illis. Hæc est enim lex, et prophetæ. Alles also,¹² was ihr immer wollet, dass euch die Leute tun, tuet auch ihr ihnen.¹³ Denn dies ist das Gesetz, und die Propheten.¹⁴ [Lk 6,31] +Matthäus Mt 48 7 11 10 Weil niemand frei ist von Sünde. +Matthäus Mt 48 7 11 11 Der Zusatz weist auf Gottes Güte, Macht und Schätze hin. +Matthäus Mt 48 7 12 Omnia ergo quæcumque vultis ut faciant vobis homines, et vos facite illis. Hæc est enim lex, et prophetæ. Alles also,¹² was ihr immer wollet, dass euch die Leute tun, tuet auch ihr ihnen.¹³ Denn dies ist das Gesetz, und die Propheten.¹⁴ [Lk 6,31] Markus Mk 48 7 12 Et ultra non dimittitis eum, quidquam facere patri suo, aut matri. da lasset ihr ihn nichts mehr für seinen Vater oder seine Mutter tun, -Matthäus Mt 47 7 12 12 Schluss aus der ganzen Rede. -Matthäus Mt 47 7 12 13 Gesetz und Propheten enthalten unsere Pflichten gegen Gott, uns und andere. -Matthäus Mt 47 7 12 14 Christus beweist, dass er Gesetz und Propheten nicht aufhebt. +Matthäus Mt 48 7 12 12 Schluss aus der ganzen Rede. +Matthäus Mt 48 7 12 13 Gesetz und Propheten enthalten unsere Pflichten gegen Gott, uns und andere. +Matthäus Mt 48 7 12 14 Christus beweist, dass er Gesetz und Propheten nicht aufhebt. Markus Mk 48 7 13 Rescindentes verbum Dei per traditionem vestram, quam tradidistis: et similia hujusmodi multa facitis. indem ihr das Wort Gottes für ungültig erklärt durch euere Überlieferung, die ihr gegeben habt; und ähnliches derart tut ihr vieles. -Matthäus Mt 47 7 13 Intrate per angustam portam: quia lata porta, et spatiosa via est, quæ ducit ad perditionem, et multi sunt qui intrant per eam. Gehet ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte, und breit der Weg, welcher in das Verderben führt, und viele sind, die durch dieselbe eingehen.¹⁵ [Lk 13,24]. -Matthäus Mt 47 7 13 15 Dreifache Gefahr und dreifache Versuchung: Schwierigkeit seitens der Natur, Lockungen der Bösen, Beispiel vieler. Deshalb [Lk 13,24]: Bemühet euch mit aller Anstrengung. -Matthäus Mt 47 7 14 Quam angusta porta, et arcta via est, quæ ducit ad vitam: et pauci sunt, qui inveniunt eam! Wie enge ist die Pforte, und wie schmal der Weg,¹⁶ der zum Leben führt; und wenige sind, die ihn finden!¹⁷ +Matthäus Mt 48 7 13 Intrate per angustam portam: quia lata porta, et spatiosa via est, quæ ducit ad perditionem, et multi sunt qui intrant per eam. Gehet ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte, und breit der Weg, welcher in das Verderben führt, und viele sind, die durch dieselbe eingehen.¹⁵ [Lk 13,24]. +Matthäus Mt 48 7 13 15 Dreifache Gefahr und dreifache Versuchung: Schwierigkeit seitens der Natur, Lockungen der Bösen, Beispiel vieler. Deshalb [Lk 13,24]: Bemühet euch mit aller Anstrengung. +Matthäus Mt 48 7 14 Quam angusta porta, et arcta via est, quæ ducit ad vitam: et pauci sunt, qui inveniunt eam! Wie enge ist die Pforte, und wie schmal der Weg,¹⁶ der zum Leben führt; und wenige sind, die ihn finden!¹⁷ Markus Mk 48 7 14 Et advocans iterum turbam, dicebat illis: Audite me omnes, et intelligite. Und er rief abermals das Volk herbei,¹⁰ und sprach zu ihnen: Höret mich alle, und verstehet es wohl! [Mt 15,10] Markus Mk 48 7 14 10 Das Volk war wohl aus Ehrfurcht etwas zurückgewichen. Der Heiland will seine Jünger verteidigen und die Richtigkeit der pharisäischen Überlieferungen nachweisen. -Matthäus Mt 47 7 14 16 Weg und Tor stehen für dasselbe. Christus weiß, dass der Weg schwer ist, also seien wir getrost, er wird helfen. -Matthäus Mt 47 7 14 17 Christus spricht zunächst von den damals Lebenden, Pharisäern, Sadducäern und Volk. Ob es seitdem viel besser ist? +Matthäus Mt 48 7 14 16 Weg und Tor stehen für dasselbe. Christus weiß, dass der Weg schwer ist, also seien wir getrost, er wird helfen. +Matthäus Mt 48 7 14 17 Christus spricht zunächst von den damals Lebenden, Pharisäern, Sadducäern und Volk. Ob es seitdem viel besser ist? Markus Mk 48 7 15 Nihil est extra hominem introiens in eum, quod possit eum coinquinare, sed quæ de homine procedunt, illa sunt, quæ communicant hominem. Nichts ist außerhalb des Menschen, was in denselben eingehend ihn unrein machen könnte, aber was von dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt. -Matthäus Mt 47 7 15 Attendite a falsis prophetis, qui veniunt ad vos in vestimentis ovium, intrinsecus autem sunt lupi rapaces. Hütet euch vor den falschen Propheten,¹⁸ welche in Schafskleidern¹⁹ zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. -Matthäus Mt 47 7 15 18 Zweite Gefahr. Da Christus hier zu allen Gläubigen redet, spricht er von jenen Lehrern, von denen [Apg 20,29] -Matthäus Mt 47 7 15 19 Als wären sie wahre Schafe aus dem Schafstall Christi. +Matthäus Mt 48 7 15 Attendite a falsis prophetis, qui veniunt ad vos in vestimentis ovium, intrinsecus autem sunt lupi rapaces. Hütet euch vor den falschen Propheten,¹⁸ welche in Schafskleidern¹⁹ zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. +Matthäus Mt 48 7 15 18 Zweite Gefahr. Da Christus hier zu allen Gläubigen redet, spricht er von jenen Lehrern, von denen [Apg 20,29] +Matthäus Mt 48 7 15 19 Als wären sie wahre Schafe aus dem Schafstall Christi. Markus Mk 48 7 16 Si quis habet aures audiendi, audiat. Wer Ohren hat zu hören, der höre!¹¹ -Matthäus Mt 47 7 16 A fructibus eorum cognoscetis eos. Numquid colligunt de spinis uvas, aut de tribulis ficus? An ihren Früchten²⁰ werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa von den Dornen Trauben, oder von den Disteln Feigen? [Lk 6,44] +Matthäus Mt 48 7 16 A fructibus eorum cognoscetis eos. Numquid colligunt de spinis uvas, aut de tribulis ficus? An ihren Früchten²⁰ werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa von den Dornen Trauben, oder von den Disteln Feigen? [Lk 6,44] Markus Mk 48 7 16 11 Er bleibe nicht bei den Worten allein stehen, sondern frage nach dem Ziele derselben. -Matthäus Mt 47 7 16 20 Die Früchte der Seele sind die Taten. -Matthäus Mt 47 7 17 Sic omnis arbor bona fructus bonos facit: mala autem arbor malos fructus facit. So bringt jeder gute Baum gute Früchte; der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte.²¹ +Matthäus Mt 48 7 16 20 Die Früchte der Seele sind die Taten. +Matthäus Mt 48 7 17 Sic omnis arbor bona fructus bonos facit: mala autem arbor malos fructus facit. So bringt jeder gute Baum gute Früchte; der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte.²¹ Markus Mk 48 7 17 Et cum introisset in domum a turba, interrogabant eum discipuli ejus parabolam. Als er nun vom Volke weggehend in ein Haus eingetreten war, befragten ihn seine Jünger über das Gleichnis. -Matthäus Mt 47 7 17 21 Die Bosheit wird sich sicher kundgeben. Sinn des Gleichnisses: [Lk 6,45]. Kann nicht: Moralisch zu reden, also allgemein und in den vorzüglichsten Akten. -Matthäus Mt 47 7 18 Non potest arbor bona malos fructus facere: neque arbor mala bonos fructus facere. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein schlechter Baum gute Früchte bringen. +Matthäus Mt 48 7 17 21 Die Bosheit wird sich sicher kundgeben. Sinn des Gleichnisses: [Lk 6,45]. Kann nicht: Moralisch zu reden, also allgemein und in den vorzüglichsten Akten. +Matthäus Mt 48 7 18 Non potest arbor bona malos fructus facere: neque arbor mala bonos fructus facere. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein schlechter Baum gute Früchte bringen. Markus Mk 48 7 18 Et ait illis: Sic et vos imprudentes estis? Non intelligitis quia omne extrinsecus introiens in hominem, non potest eum communicare: Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so ohne Verständnis? Sehet ihr nicht ein, dass alles, was von außen in den Menschen eingeht, ihn nicht verunreinigen kann, Markus Mk 48 7 19 Quia non intrat in cor ejus, sed in ventrem vadit, et in secessum exit, purgans omnes escas? weil es nicht in sein Herz eingeht,¹² sondern in den Leib kommt, und den natürlichen Ausgang nimmt, der alle Speisen ausscheidet? -Matthäus Mt 47 7 19 Omnis arbor, quæ non facit fructum bonum, excidetur et in ignem mittetur. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird umgehauen, und in's Feuer geworfen werden.²² +Matthäus Mt 48 7 19 Omnis arbor, quæ non facit fructum bonum, excidetur et in ignem mittetur. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird umgehauen, und in's Feuer geworfen werden.²² Markus Mk 48 7 19 12 Die Speise hat an sich nichts mit Verstand und Willen gemein. Die in V. 18. 19 enthaltene Wahrheit galt auch im A. T. Nicht eine Speise machte den Menschen unrein (machte ihm den Zutritt zum Heiligtume unerlaubt), sondern die Übertretung des Gesetzes, das gewisse Speisen verbot. Mithin enthält Gottes Wort durchaus nichts was gegen das katholische Abstinenzgebot vorgebracht werden könnte. Die kirchliche Vorschrift soll an die Notwendigkeit der Buße erinnern und ist gegeben, damit das Wort Christi [Mk 2,20] erfüllt werde. Deshalb war auch das erste Gebot, das Gott selbst gab, ein Abstinenzgebot. Auch die von dem Heilande unterwiesenen Apostel erließen ein solches für bestimmte Kirchen [Apg 15,23.29]. -Matthäus Mt 47 7 19 22 Vergleiche die Predigt Johannes des Täufers [Mt 3,10]. Zugleich eine Strafandrohnung für Israel [Mt 21,43]. -Matthäus Mt 47 7 20 Igitur ex fructibus eorum cognoscetis eos. Also an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.²³ [Mt 12,33] +Matthäus Mt 48 7 19 22 Vergleiche die Predigt Johannes des Täufers [Mt 3,10]. Zugleich eine Strafandrohnung für Israel [Mt 21,43]. +Matthäus Mt 48 7 20 Igitur ex fructibus eorum cognoscetis eos. Also an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.²³ [Mt 12,33] Markus Mk 48 7 20 Dicebat autem, quoniam quæ de homine exeunt, illa communicant hominem. Was aber, sprach er, von dem Menschen ausgeht, das macht den Menschen unrein. -Matthäus Mt 47 7 20 23 Wiederholung von V. 17, 18. -Matthäus Mt 47 7 21 Non omnis, qui dicit mihi, Domine, Domine, intrabit in regnum clorum: sed qui facit voluntatem Patris mei, qui in clis est, ipse intrabit in regnum clorum. Nicht Jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters²⁴ tut, der im Himmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen.²⁵ [Mt 25,11, Lk 6,46] +Matthäus Mt 48 7 20 23 Wiederholung von V. 17, 18. +Matthäus Mt 48 7 21 Non omnis, qui dicit mihi, Domine, Domine, intrabit in regnum clorum: sed qui facit voluntatem Patris mei, qui in clis est, ipse intrabit in regnum clorum. Nicht Jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters²⁴ tut, der im Himmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen.²⁵ [Mt 25,11, Lk 6,46] Markus Mk 48 7 21 Ab intus enim de corde hominum malæ cogitationes procedunt, adulteria, fornicationes, homicidia. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Ehebrüche, Unzucht, Mordtaten, [Gen 6,5] -Matthäus Mt 47 7 21 24 Christus nennt hier Gott zum ersten Male seinen Vater. -Matthäus Mt 47 7 21 25 Allgemeine Regel für alle. (Ehrns. Hier.) Vergl. [Lk 6,46]. Die Wiederholung des Namens Herr soll einen gewissen Eifer ausdrücken. Ohne Werke ist der Glaube unzureichend. -Matthäus Mt 47 7 22 Multi dicent mihi in illa die: Domine, Domine, nonne in nomine tuo prophetavimus, et in nomine tuo dæmonia ejecimus, et in nomine tuo virtutes multas fecimus? Viele werden an jenem Tage²⁶ zu mir sagen: Herr, Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, und in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und in deinem Namen viele Wunder getan?²⁷ [Apg 19,13]. +Matthäus Mt 48 7 21 24 Christus nennt hier Gott zum ersten Male seinen Vater. +Matthäus Mt 48 7 21 25 Allgemeine Regel für alle. (Ehrns. Hier.) Vergl. [Lk 6,46]. Die Wiederholung des Namens Herr soll einen gewissen Eifer ausdrücken. Ohne Werke ist der Glaube unzureichend. +Matthäus Mt 48 7 22 Multi dicent mihi in illa die: Domine, Domine, nonne in nomine tuo prophetavimus, et in nomine tuo dæmonia ejecimus, et in nomine tuo virtutes multas fecimus? Viele werden an jenem Tage²⁶ zu mir sagen: Herr, Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, und in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und in deinem Namen viele Wunder getan?²⁷ [Apg 19,13]. Markus Mk 48 7 22 Furta, avaritiæ, nequitiæ, dolus, impudicitiæ, oculus malus, blasphemia, superbia, stultitia. Diebstähle, Geiz, Bosheit, Betrug, Schamlosigkeit, Scheelsucht, Gotteslästerung, Hoffart und Torheit.¹³ Markus Mk 48 7 22 13 Toren heißen in der heiligen Schrift die schlimmsten Sünder. -Matthäus Mt 47 7 22 26 Am Tage des Gerichtes. -Matthäus Mt 47 7 22 27 Solche Gaben wurden den ersten Christen häufiger verliehen. +Matthäus Mt 48 7 22 26 Am Tage des Gerichtes. +Matthäus Mt 48 7 22 27 Solche Gaben wurden den ersten Christen häufiger verliehen. Markus Mk 48 7 23 Omnia hæc mala ab intus procedunt, et communicant hominem. All dies Böse kommt von innen heraus, und verunreinigt den Menschen. -Matthäus Mt 47 7 23 Et tunc confitebor illis: Quia nunquam novi vos: discedite a me, qui operamini iniquitatem. Alsdann werde ich ihnen²⁸ kundtun: Niemals habe ich euch gekannt; weichet von mir hinweg, ihr Übeltäter! [Ps 6,9, Mt 25,41, Lk 13,27]. -Matthäus Mt 47 7 23 28 Vor allen werde ich ihnen erklären: Ich habe euch nie als die meinigen angesehen. Vergl. [1Kor 13,2]. Christus offenbart sich als Gott, da Gott als Richter kommen soll. -Matthäus Mt 47 7 24 Omnis ergo, qui audit verba mea hæc, et facit ea, assimilabitur viro sapienti, qui ædificavit domum suam supra petram, Jeder also,²⁹ der diese meine Worte hört, und sie tut, ist mit einem weisen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf einen Felsen gebaut hat. [Lk 6,48, Röm 2,13, Jak 1,22]. -Markus Mk 48 7 24 Et inde surgens abiit in fines Tyri, et Sidonis: et ingressus domum, neminem voluit scire, et non potuit latere. -Matthäus Mt 47 7 24 29 Da dies die wahre Lehre vom Himmelreiche ist, wird der sie übt, einem weisen Manne gleich werden [Mt 6,8]. +Matthäus Mt 48 7 23 Et tunc confitebor illis: Quia nunquam novi vos: discedite a me, qui operamini iniquitatem. Alsdann werde ich ihnen²⁸ kundtun: Niemals habe ich euch gekannt; weichet von mir hinweg, ihr Übeltäter! [Ps 6,9, Mt 25,41, Lk 13,27]. +Matthäus Mt 48 7 23 28 Vor allen werde ich ihnen erklären: Ich habe euch nie als die meinigen angesehen. Vergl. [1Kor 13,2]. Christus offenbart sich als Gott, da Gott als Richter kommen soll. +Matthäus Mt 48 7 24 Omnis ergo, qui audit verba mea hæc, et facit ea, assimilabitur viro sapienti, qui ædificavit domum suam supra petram, Jeder also,²⁹ der diese meine Worte hört, und sie tut, ist mit einem weisen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf einen Felsen gebaut hat. [Lk 6,48, Röm 2,13, Jak 1,22]. +Markus Mk 48 7 24 Et inde surgens abiit in fines Tyri, et Sidonis: et ingressus domum, neminem voluit scire, et non potuit latere. Und von da machte er sich auf,¹⁴ und zog in das Gebiet von Tyrus und Sidon. Und er trat in ein Haus, und wollte, dass es niemand erfahren sollte;¹⁵ er konnte aber nicht verborgen bleiben. [Mt 15,21] +Markus Mk 48 7 24 14 Um den Aposteln einige Ruhe zu verschaffen und jene Lehre zu geben, zu welcher das heidnische Weib Gelegenheit bietet. +Markus Mk 48 7 24 15 Der Evangelist redet nach menschlicher Weise. +Matthäus Mt 48 7 24 29 Da dies die wahre Lehre vom Himmelreiche ist, wird der sie übt, einem weisen Manne gleich werden [Mt 6,8]. Markus Mk 48 7 25 Mulier enim statim ut audivit de eo, cujus filia habebat spiritum immundum, intravit, et procidit ad pedes ejus. Denn kaum hatte ein Weib, deren Tochter einen unreinen Geist hatte, von ihm gehört, so ging sie sogleich hinein, und fiel ihm zu Füßen.¹⁶ -Matthäus Mt 47 7 25 Et descendit pluvia, et venerunt flumina, et flaverunt venti, et irruerunt in domum illam, et non cecidit: fundata enim erat super petram. Es fiel der Regen und die Ströme brachen herein, es wehten die Winde, und stürmten ein auf jenes Haus, aber es fiel nicht zusammen; denn es war auf einen Felsen gegründet.³⁰ +Matthäus Mt 48 7 25 Et descendit pluvia, et venerunt flumina, et flaverunt venti, et irruerunt in domum illam, et non cecidit: fundata enim erat super petram. Es fiel der Regen und die Ströme brachen herein, es wehten die Winde, und stürmten ein auf jenes Haus, aber es fiel nicht zusammen; denn es war auf einen Felsen gegründet.³⁰ Markus Mk 48 7 25 16 Nach Matthäus tat sie dies auch schon auf dem Wege. Matthäus nennt sie eine Kananäerin, weil Kanaan Stammvater der Phönizier war [Gen 10,15.19]. -Matthäus Mt 47 7 25 30 Als ob sich die Elemente gegen alle Teile des Hauses verschworen hätten: Die Versuchungen und Anfechtungen dieses Lebens. -Matthäus Mt 47 7 26 Et omnis, qui audit verba mea hæc, et non facit ea, similis erit viro stulto, qui ædificavit domum suam super arenam. Und jeder, der diese meine Worte hört, und sie nicht vollbringt, wird einem törichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand gebaut hat. -Markus Mk 48 7 26 Erat enim mulier gentilis, Syrophnissa genere. Et rogabat eum ut dæmonium ejiceret de filia ejus. +Matthäus Mt 48 7 25 30 Als ob sich die Elemente gegen alle Teile des Hauses verschworen hätten: Die Versuchungen und Anfechtungen dieses Lebens. +Matthäus Mt 48 7 26 Et omnis, qui audit verba mea hæc, et non facit ea, similis erit viro stulto, qui ædificavit domum suam super arenam. Und jeder, der diese meine Worte hört, und sie nicht vollbringt, wird einem törichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand gebaut hat. +Markus Mk 48 7 26 Erat enim mulier gentilis, Syrophnissa genere. Et rogabat eum ut dæmonium ejiceret de filia ejus. Das Weib aber war eine Heidin, aus Syrophönicien gebürtig. Und sie bat ihn, dass er den bösen Geist von ihrer Tochter austreiben möchte. [Mt 15,25] Markus Mk 48 7 27 Qui dixit illi: Sine prius saturari filios: non est enim bonum sumere panem filiorum, et mittere canibus. Er aber sprach zu ihr: Lass zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen, und es den Hunden vorzuwerfen. -Matthäus Mt 47 7 27 Et descendit pluvia, et venerunt flumina, et flaverunt venti, et irruerunt in domum illam, et cecidit, et fuit ruina illius magna. Es fiel der Regen, die Ströme brachen herein, es wehten die Winde, und stürmten ein auf jenes Haus, und es stürzte ein, und sein Fall war groß.³¹ -Matthäus Mt 47 7 27 31 Solche Stürme kommen im Oriente öfter vor. Vergl. [Ez 13,11, Jes 28,17]. Welch erschütternde Warnung, besonders für die Juden, wenn sie Christus nicht als Fundament wählen! -Matthäus Mt 47 7 28 Et factum est: cum consummasset Jesus verba hæc, admirabantur turbæ super doctrina ejus. Und es begab sich, als Jesus diese Reden vollendet hatte, erstaunte das Volk über seine Lehre; +Matthäus Mt 48 7 27 Et descendit pluvia, et venerunt flumina, et flaverunt venti, et irruerunt in domum illam, et cecidit, et fuit ruina illius magna. Es fiel der Regen, die Ströme brachen herein, es wehten die Winde, und stürmten ein auf jenes Haus, und es stürzte ein, und sein Fall war groß.³¹ +Matthäus Mt 48 7 27 31 Solche Stürme kommen im Oriente öfter vor. Vergl. [Ez 13,11, Jes 28,17]. Welch erschütternde Warnung, besonders für die Juden, wenn sie Christus nicht als Fundament wählen! +Matthäus Mt 48 7 28 Et factum est: cum consummasset Jesus verba hæc, admirabantur turbæ super doctrina ejus. Und es begab sich, als Jesus diese Reden vollendet hatte, erstaunte das Volk über seine Lehre; Markus Mk 48 7 28 At illa respondit, et dixit illi: Utique Domine, nam et catelli comedunt sub mensa de micis puerorum. Sie aber antwortete, und sprach zu ihm: Ja Herr! denn auch die Hündlein essen unter dem Tische von den Brosamen der Kinder.¹⁷ Markus Mk 48 7 28 17 Nichts wird den Kindern (den Juden) genommen, ja es geziemt sich sogar, so zu handeln. Welcher Glaube, welche Geduld, welche Demut! Markus Mk 48 7 29 Et ait illi: Propter hunc sermonem vade, exiit dæmonium a filia tua. Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen gehe hin, der böse Geist ist ausgefahren von deiner Tochter.¹⁸ -Matthäus Mt 47 7 29 Erat enim docens eos sicut potestatem habens, et non sicut Scribæ eorum, et Pharisæi. denn er lehrte sie wie einer, der da Macht hat,³² und nicht wie ihre Schriftgelehrten und die Pharisäer.³³ [Mk 1,22, Lk 4,32]. +Matthäus Mt 48 7 29 Erat enim docens eos sicut potestatem habens, et non sicut Scribæ eorum, et Pharisæi. denn er lehrte sie wie einer, der da Macht hat,³² und nicht wie ihre Schriftgelehrten und die Pharisäer.³³ [Mk 1,22, Lk 4,32]. Markus Mk 48 7 29 18 Die Jünger werden ermuntert, für ihr Volk eifrig zu arbeiten, aber lernen zugleich, dass die Heiden durch den Glauben würdig werden, Gottes Wohltaten zu empfangen, da der Glaube des Weibes den Heiland gleichsam wider seinen Willen zu einem Wunder zwingt. -Matthäus Mt 47 7 29 32 Jesus stellt sich als Autorität über das Gesetz und reißt durch seine persönliche Erscheinung und den Inhalt seiner Rede fort. -Matthäus Mt 47 7 29 33 Die Schriftgelehrten, deren Wort unwirksam war, beschäftigten sich mit der Anwendung des Gesetzes und vielfach mit unnützen Dingen [Mk 7,3-13]. +Matthäus Mt 48 7 29 32 Jesus stellt sich als Autorität über das Gesetz und reißt durch seine persönliche Erscheinung und den Inhalt seiner Rede fort. +Matthäus Mt 48 7 29 33 Die Schriftgelehrten, deren Wort unwirksam war, beschäftigten sich mit der Anwendung des Gesetzes und vielfach mit unnützen Dingen [Mk 7,3-13]. Markus Mk 48 7 30 Et cum abiisset domum suam, invenit puellam jacentem supra lectum, et dæmonium exiisse. Und als sie in ihr Haus kam, fand sie das Mädchen auf dem Bette liegen, und den bösen Geist ausgefahren. Markus Mk 48 7 31 Et iterum exiens de finibus Tyri, venit per Sidonem ad Mare Galilææ inter medios fines Decapoleos. Und er ging wieder weg von den Grenzen von Tyrus, und kam durch Sidon an das galiläische Meer, mitten durch das Gebiet der Zehn-Städte.¹⁹ Markus Mk 48 7 31 19 Siehe [Mt 4,Anm.35]. Von den vielen dort geschehenen Wundern [Mt 15,30], führt Markus nur eines an. @@ -53179,151 +53200,153 @@ Markus Mk 48 7 35 25 Obgleich er nie andere sprechen gehört. Markus Mk 48 7 36 Et præcepit illis ne cui dicerent. Quanto autem eis præcipiebat, tanto magis plus prædicabant: Da gebot er ihnen, sie sollten es niemanden sagen.²⁶ Aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr breiteten sie es aus; Markus Mk 48 7 36 26 Christus will nicht, dass das Volk ihn als zeitlichen König begrüße und gibt uns ein Vorbild der Bescheidenheit. Markus Mk 48 7 37 Et eo amplius admirabantur, dicentes: Bene omnia fecit: et surdos fecit audire, et mutos loqui. und desto mehr gerieten sie außer sich vor Verwunderung, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht, die Tauben macht er hörend und die Stummen redend! -Markus Mk 48 8 0 Zweite wunderbare Brotvermehrung: Jesus speist 4000 Menschen mit sieben Broten und einigen Fischen. (V. 9) Der Heiland warnt vor dem Sauerteig der Pharisäer. (V. 21) Heilung eines Blinden. (V. 26) Petrus bekennt die Gottheit Christi. Jesus sagt sein Leiden voraus und weist den heil. Petrus zurecht. -Matthäus Mt 47 8 0 3. Jesus der Wundertäter. (8-9,43) Christus heilt einen Aussätzigen, (V. 4) den Knecht eines Hauptmannes (V. 13) und die Schwiegermutter des Petrus. (V. 15) Bedingungen der Nachfolge Jesu. (V. 22) Christus zeigt seine Gewalt über das Meer und die bösen Geister. +Markus Mk 48 8 0 Zweite wunderbare Brotvermehrung: Jesus speist 4000 Menschen mit sieben Broten und einigen Fischen. (V. 9) Der Heiland warnt vor dem Sauerteig der Pharisäer. (V. 21) Heilung eines Blinden. (V. 26) Petrus bekennt die Gottheit Christi. Jesus sagt sein Leiden voraus und weist den heil. Petrus zurecht. +Matthäus Mt 48 8 0 3. Jesus der Wundertäter. (8-9,43) Christus heilt einen Aussätzigen, (V. 4) den Knecht eines Hauptmannes (V. 13) und die Schwiegermutter des Petrus. (V. 15) Bedingungen der Nachfolge Jesu. (V. 22) Christus zeigt seine Gewalt über das Meer und die bösen Geister. Markus Mk 48 8 1 In diebus illis iterum cum turba multa esset, nec haberent quod manducarent: convocatis discipulis, ait illis: In jenen Tagen, als wiederum viel Volk beisammen war,¹ und nichts zu essen hatte, rief er seine Jünger zu sich, und sagte zu ihnen:² [Mt 15,32] -Matthäus Mt 47 8 1 Cum autem descendisset de monte, secutæ sunt eum turbæ multæ: Als er aber vom Berge herabgestiegen war, folgte ihm eine große Menge Volkes nach.¹ +Matthäus Mt 48 8 1 Cum autem descendisset de monte, secutæ sunt eum turbæ multæ: Als er aber vom Berge herabgestiegen war, folgte ihm eine große Menge Volkes nach.¹ Markus Mk 48 8 1 1 Wie die Verschiedenartigkeit der Umstände allein schon zeigt, ist dies ein anderes Wunder, als das [Mk 6,35] erzählte. -Matthäus Mt 47 8 1 1 Nachdem der Evangelist die Lehre Christi dargestellt, schildert er ihn als Wundertäter, solche Wunder wählend, in denen nicht allein seine Macht, sondern auch seine Güte sich offenbart und die Herzen an sich zieht. Der Evangelist hatte [Mt 4,23] zwei Dinge vorgestellt: Lehre und Heilungen. Jetzt also gibt er Beispiele von diesen. +Matthäus Mt 48 8 1 1 Nachdem der Evangelist die Lehre Christi dargestellt, schildert er ihn als Wundertäter, solche Wunder wählend, in denen nicht allein seine Macht, sondern auch seine Güte sich offenbart und die Herzen an sich zieht. Der Evangelist hatte [Mt 4,23] zwei Dinge vorgestellt: Lehre und Heilungen. Jetzt also gibt er Beispiele von diesen. Markus Mk 48 8 1 2 Er will ihre Aufmerksamkeit auf das nachfolgende Wunder lenken. Markus Mk 48 8 2 Misereor super turbam: quia ecce jam triduo sustinent me, nec habent quod manducent. Mich erbarmet des Volkes; denn siehe, schon drei Tage harren sie bei mir aus, und haben nichts zu essen. -Matthäus Mt 47 8 2 Et ecce leprosus veniens, adorabat eum, dicens: Domine, si vis, potes me mundare. Und siehe, ein Aussätziger kam, betete ihn an, und sprach: Herr!² wenn du willst, so kannst du mich rein machen. [Mk 1,40]. -Matthäus Mt 47 8 2 2 Wollte er ihn damit als Gott anerkennen (Ehrns.), so geschah dies durch eine besondere Erleuchtung. +Matthäus Mt 48 8 2 Et ecce leprosus veniens, adorabat eum, dicens: Domine, si vis, potes me mundare. Und siehe, ein Aussätziger kam, betete ihn an, und sprach: Herr!² wenn du willst, so kannst du mich rein machen. [Mk 1,40]. +Matthäus Mt 48 8 2 2 Wollte er ihn damit als Gott anerkennen (Ehrns.), so geschah dies durch eine besondere Erleuchtung. Markus Mk 48 8 3 Et si dimisero eos jejunos in domum suam, deficient in via: quidam enim ex eis de longe venerunt. Und wenn ich sie ungespeiset nach Hause gehen lasse, so werden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige von ihnen sind weit hergekommen.³ -Matthäus Mt 47 8 3 Et extendens Jesus manum, tetigit eum, dicens: Volo. Mundare. Et confestim mundata est lepra ejus. Und Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn,³ und sprach: Ich will, werde rein!⁴ Und sogleich war er rein von seinem Aussatze.⁵ +Matthäus Mt 48 8 3 Et extendens Jesus manum, tetigit eum, dicens: Volo. Mundare. Et confestim mundata est lepra ejus. Und Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn,³ und sprach: Ich will, werde rein!⁴ Und sogleich war er rein von seinem Aussatze.⁵ Markus Mk 48 8 3 3 Nichts derartiges wird von den Bewohnern Judäas und Galiläas erzählt. Dieses Ereignis ist ein Vorzeichen der Freude, mit welcher die Heiden den Glauben annehmen werden. Vergl. [Mk 6,52] indes erkennen sie die Ursache der Frage wohl nicht (Euth.), dass sie nämlich sich an das frühere Wunder erinnernd, ihn um ein neues bitten sollen. -Matthäus Mt 47 8 3 3 Wie in den Sakramenten, so vereint sich hier Wort und äußeres Zeichen. (Thom.) Christus zeigt die übernatürliche Kraft seiner heiligen Menschheit. -Matthäus Mt 47 8 3 4 Ich will; anders die Apostel [Apg 3,12]. -Matthäus Mt 47 8 3 5 Im A. T. ward jener unrein, der einen Aussätzigen berührte, hier wird der Aussätzige selber rein, weil der reinste der Reinen ihn berührt (Ehrns.). +Matthäus Mt 48 8 3 3 Wie in den Sakramenten, so vereint sich hier Wort und äußeres Zeichen. (Thom.) Christus zeigt die übernatürliche Kraft seiner heiligen Menschheit. +Matthäus Mt 48 8 3 4 Ich will; anders die Apostel [Apg 3,12]. +Matthäus Mt 48 8 3 5 Im A. T. ward jener unrein, der einen Aussätzigen berührte, hier wird der Aussätzige selber rein, weil der reinste der Reinen ihn berührt (Ehrns.). Markus Mk 48 8 4 Et responderunt ei discipuli sui: Unde illos quis poterit hic saturare panibus in solitudine? Da antworteten ihm seine Jünger: Woher sollte jemand hier in der Wüste Brot bekommen können, sie zu sättigen? -Matthäus Mt 47 8 4 Et ait illi Jesus: Vide, nemini dixeris: sed vade, ostende te sacerdoti, et offer munus, quod præcepit Moyses, in testimonium illis. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, dass du es niemanden sagest;⁶ sondern gehe hin, zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, welche Moses verordnet hat,⁷ ihnen zum Zeugnisse.⁸ -Matthäus Mt 47 8 4 6 Der Grund [Mk 1,45] u. a. Q. -Matthäus Mt 47 8 4 7 Da das mosaische Gesetz erst durch den Tod Christi aufgehoben ward, schärft Christus die Beobachtung von [Lev 14,2] ein. Wie unmittelbar göttliche Tat und die Heilung gewesen, der Geheilte wird an seine Kirche und deren Ritus gewiesen, zum Zeichen, dass auch in der Kirche des Herrn alle außerordentlichen Wege mit den ordentlichen Mitteln und Institutionen des Reiches der Gnade in Einklang bleiben müssen. -Matthäus Mt 47 8 4 8 Die Priester sollen erkennen, dass Christus, mächtiger als Johannes, der ist, welcher nach ihm kommen sollte [Joh 1,15], dem also nach [Dtn 18,15] alle zu gehorchen haben. Weisen sie alles von sich, so wird eben dies ein Zeugnis sein für ihre Halsstarrigkeit. +Matthäus Mt 48 8 4 Et ait illi Jesus: Vide, nemini dixeris: sed vade, ostende te sacerdoti, et offer munus, quod præcepit Moyses, in testimonium illis. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, dass du es niemanden sagest;⁶ sondern gehe hin, zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, welche Moses verordnet hat,⁷ ihnen zum Zeugnisse.⁸ +Matthäus Mt 48 8 4 6 Der Grund [Mk 1,45] u. a. Q. +Matthäus Mt 48 8 4 7 Da das mosaische Gesetz erst durch den Tod Christi aufgehoben ward, schärft Christus die Beobachtung von [Lev 14,2] ein. Wie unmittelbar göttliche Tat und die Heilung gewesen, der Geheilte wird an seine Kirche und deren Ritus gewiesen, zum Zeichen, dass auch in der Kirche des Herrn alle außerordentlichen Wege mit den ordentlichen Mitteln und Institutionen des Reiches der Gnade in Einklang bleiben müssen. +Matthäus Mt 48 8 4 8 Die Priester sollen erkennen, dass Christus, mächtiger als Johannes, der ist, welcher nach ihm kommen sollte [Joh 1,15], dem also nach [Dtn 18,15] alle zu gehorchen haben. Weisen sie alles von sich, so wird eben dies ein Zeugnis sein für ihre Halsstarrigkeit. Markus Mk 48 8 5 Et interrogavit eos: Quot panes habetis? Qui dixerunt: Septem. Und er fragte sie: Wie viele Brote habet ihr? Sie sprachen: Sieben. -Matthäus Mt 47 8 5 Cum autem introisset Capharnaum, accessit ad eum Centurio, rogans eum, Als er aber in Kapharnaum einzog, trat ein Hauptmann⁹ zu ihm, bat ihn, [Lk 7,1]. -Matthäus Mt 47 8 5 9 Lukas erzählt, dass andere den Heiland gebeten, nach diesen tritt also der Hauptmann wohl herzu. Der Herr hat den Juden wohlgetan, jetzt zeigt er den Heiden seine Güte. Der Hauptmann stand unter Herodes dem Vierfürsten und war ein Heide, vielleicht Proselyt, da die Juden für ihn bitten. Der Hauptmann fügt aus Ehrfurcht und Demut seine Bitte hinzu, denn eine solche lag bereits in der Anrede und der ganzen Erzählung. Des Hauptmannes Beispiel ist auch ein Vorbild für das Verhalten der Herren gegen ihre Diener. +Matthäus Mt 48 8 5 Cum autem introisset Capharnaum, accessit ad eum Centurio, rogans eum, Als er aber in Kapharnaum einzog, trat ein Hauptmann⁹ zu ihm, bat ihn, [Lk 7,1]. +Matthäus Mt 48 8 5 9 Lukas erzählt, dass andere den Heiland gebeten, nach diesen tritt also der Hauptmann wohl herzu. Der Herr hat den Juden wohlgetan, jetzt zeigt er den Heiden seine Güte. Der Hauptmann stand unter Herodes dem Vierfürsten und war ein Heide, vielleicht Proselyt, da die Juden für ihn bitten. Der Hauptmann fügt aus Ehrfurcht und Demut seine Bitte hinzu, denn eine solche lag bereits in der Anrede und der ganzen Erzählung. Des Hauptmannes Beispiel ist auch ein Vorbild für das Verhalten der Herren gegen ihre Diener. Markus Mk 48 8 6 Et præcepit turbæ discumbere super terram. Et accipiens septem panes, gratias agens fregit, et dabat discipulis suis ut apponerent, et apposuerunt turbæ. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde niederzulassen. Dann nahm er die sieben Brote, dankte, brach dieselben, und gab sie seinen Jüngern, dass sie vorlegten; und sie legten dem Volke vor. -Matthäus Mt 47 8 6 Et dicens: Domine, puer meus jacet in domo paralyticus, et male torquetur. und sprach: Herr! mein Knecht liegt zu Hause gelähmt, und leidet große Qual. +Matthäus Mt 48 8 6 Et dicens: Domine, puer meus jacet in domo paralyticus, et male torquetur. und sprach: Herr! mein Knecht liegt zu Hause gelähmt, und leidet große Qual. Markus Mk 48 8 7 Et habebant pisciculos paucos: et ipsos benedixit, et jussit apponi. Sie hatten auch wenige Fischlein; auch diese segnete er, und ließ sie vorlegen.⁴ -Matthäus Mt 47 8 7 Et ait illi Jesus: Ego veniam, et curabo eum. Und Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn heilen.¹⁰ +Matthäus Mt 48 8 7 Et ait illi Jesus: Ego veniam, et curabo eum. Und Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn heilen.¹⁰ Markus Mk 48 8 7 4 Vielleicht beginnen die Apostel jetzt zu ahnen, was der Heiland tun will. Vergl. übrigens [Mt 6,Anm.40]. -Matthäus Mt 47 8 7 10 Der Heiland will mehr tun, nicht allein heilen, sondern selbst kommen, was er dem Höhergestellten nicht gewährt [Joh 4,47]. Der Kenner der Herzen gibt dem Hauptmanne Gelegenheit zur Beschämung der Juden die Größe seines Glaubens und seiner Demut zu zeigen. Vergl. [Mk 7,26]. -Matthäus Mt 47 8 8 Et respondens Centurio, ait: Domine non sum dignus ut intres sub tectum meum: sed tantum dic verbo, et sanabitur puer meus. Und der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr! ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht geheilt sein.¹¹ [Lk 7,6]. +Matthäus Mt 48 8 7 10 Der Heiland will mehr tun, nicht allein heilen, sondern selbst kommen, was er dem Höhergestellten nicht gewährt [Joh 4,47]. Der Kenner der Herzen gibt dem Hauptmanne Gelegenheit zur Beschämung der Juden die Größe seines Glaubens und seiner Demut zu zeigen. Vergl. [Mk 7,26]. +Matthäus Mt 48 8 8 Et respondens Centurio, ait: Domine non sum dignus ut intres sub tectum meum: sed tantum dic verbo, et sanabitur puer meus. Und der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr! ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht geheilt sein.¹¹ [Lk 7,6]. Markus Mk 48 8 8 Et manducaverunt, et saturati sunt, et sustulerunt quod superaverat de fragmentis, septem sportas. Und sie aßen und wurden satt; und hoben auf, was von den Stücken übriggeblieben war, sieben Körbe. -Matthäus Mt 47 8 8 11 Welche Demut und welche Ehrfurcht gegen den Heiland! So sprach auch Petrus [Lk 5,8]. Welch Gegensatz gegen den Hochmut der Gesetzeslehrer! Diese Demut verdiente nicht nur die Erhörung von Christus, sondern auch die große Ehre, dass die Kirche die Worte des Hauptmannes allen Gläubigen in den Mund legt, wenn der Herr im allerheiligsten Altarssakramente in das Haus ihrer Seele eingehen will. -Matthäus Mt 47 8 9 Nam et ego homo sum sub potestate constitutus, habens sub me milites, et dico huic: Vade, et vadit: et alii, Veni, et venit: et servo meo, Fac hoc, et facit. Denn auch ich bin ein Mann, der Obrigkeit unterworfen, und habe Soldaten unter mir; und sage ich zu diesem: Geh! und er geht; und zu einem andern: Komm her! und er kommt; und zu meinem Knechte: Tu das! und er tut es.¹² +Matthäus Mt 48 8 8 11 Welche Demut und welche Ehrfurcht gegen den Heiland! So sprach auch Petrus [Lk 5,8]. Welch Gegensatz gegen den Hochmut der Gesetzeslehrer! Diese Demut verdiente nicht nur die Erhörung von Christus, sondern auch die große Ehre, dass die Kirche die Worte des Hauptmannes allen Gläubigen in den Mund legt, wenn der Herr im allerheiligsten Altarssakramente in das Haus ihrer Seele eingehen will. +Matthäus Mt 48 8 9 Nam et ego homo sum sub potestate constitutus, habens sub me milites, et dico huic: Vade, et vadit: et alii, Veni, et venit: et servo meo, Fac hoc, et facit. Denn auch ich bin ein Mann, der Obrigkeit unterworfen, und habe Soldaten unter mir; und sage ich zu diesem: Geh! und er geht; und zu einem andern: Komm her! und er kommt; und zu meinem Knechte: Tu das! und er tut es.¹² Markus Mk 48 8 9 Erant autem qui manducaverunt, quasi quatuor millia: et dimisit eos. Es waren aber derer, die gegessen hatten, bei viertausend; und er entließ sie. -Matthäus Mt 47 8 9 12 Der Hauptmann wohnte in Kapharnaum und hatte also von den Wundern, die Christus daselbst getan [Joh 4,50, Lk 4,33, Lk 4,39-41], Kunde. Was der Heide aus Christi Werken gelernt, wollten jene nicht erkennen, die durch das Gesetz erzogen von Johannes dem Täufer über die Ankunft des Messias belehrt waren. +Matthäus Mt 48 8 9 12 Der Hauptmann wohnte in Kapharnaum und hatte also von den Wundern, die Christus daselbst getan [Joh 4,50, Lk 4,33, Lk 4,39-41], Kunde. Was der Heide aus Christi Werken gelernt, wollten jene nicht erkennen, die durch das Gesetz erzogen von Johannes dem Täufer über die Ankunft des Messias belehrt waren. Markus Mk 48 8 10 Et statim ascendens navim cum discipulis suis, venit in partes Dalmanutha. Und sofort stieg er mit seinen Jüngern in ein Schiff, und kam in die Gegend von Dalmanutha.⁵ -Matthäus Mt 47 8 10 Audiens autem Jesus miratus est, et sequentibus se dixit: Amen dico vobis, non inveni tantam fidem in Israel. Da nun Jesus das hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm folgten: Wahrlich, ich sage euch, so großen Glauben habe ich nicht gefunden in Israel!¹³ +Matthäus Mt 48 8 10 Audiens autem Jesus miratus est, et sequentibus se dixit: Amen dico vobis, non inveni tantam fidem in Israel. Da nun Jesus das hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm folgten: Wahrlich, ich sage euch, so großen Glauben habe ich nicht gefunden in Israel!¹³ Markus Mk 48 8 10 5 Wahrscheinlich südwestlich vom See Genesareth (Hier.). -Matthäus Mt 47 8 10 13 Christus lernt den Glauben des Hauptmannes und die Lässigkeit der Juden durch die Erfahrung kennen und verwundert sich. Solchen Glauben hat er seit Beginn seiner Predigt im Volke nicht gefunden. +Matthäus Mt 48 8 10 13 Christus lernt den Glauben des Hauptmannes und die Lässigkeit der Juden durch die Erfahrung kennen und verwundert sich. Solchen Glauben hat er seit Beginn seiner Predigt im Volke nicht gefunden. Markus Mk 48 8 11 Et exierunt Pharisæi, et cperunt conquirere cum eo, quærentes ab illo signum de clo, tentantes eum. Da kamen die Pharisäer heraus, und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn zu versuchen.⁶ [Mt 16,1, Lk 11,53] -Matthäus Mt 47 8 11 Dico autem vobis, quod multi ab Oriente, et Occidente venient, et recumbent cum Abraham, et Isaac, et Jacob in regno clorum: Ich sage euch aber, viele werden von Aufgang und Niedergang kommen,¹⁴ und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Tische sitzen;¹⁵ [Mal 1,11] +Matthäus Mt 48 8 11 Dico autem vobis, quod multi ab Oriente, et Occidente venient, et recumbent cum Abraham, et Isaac, et Jacob in regno clorum: Ich sage euch aber, viele werden von Aufgang und Niedergang kommen,¹⁴ und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche zu Tische sitzen;¹⁵ [Mal 1,11] Markus Mk 48 8 11 6 Als ob die bisherigen Zeichen nicht ausreichten. -Matthäus Mt 47 8 11 14 Der Glaube des Hauptmannes war gleichsam ein Vorspiel des Glaubens der Heiden, weshalb Christus einiges über die Berufung der Heiden und die Verwerfung der Juden beifügt. -Matthäus Mt 47 8 11 15 Das Opfermahl ist ein Pfand der göttlichen Freundschaft, zu ihm lässt Gott seine Freunde zu und teilt ihnen seine Güter mit. Unter diesem Bilde denken sich auch die Pharisäer das Himmelreich [Lk 14,15] und Christus gebraucht dies Gleichnis [Mt 22,1, Lk 14,16, Offb 19,9.17]. Mit Abraham Gott nannte sich ein Gott Abrahams u. s. s., um kundzugeben, dass sein Bündnis sich nicht auf ihre Lebenszeit beschränkte, sondern auch die selige Ewigkeit umfasst. Deshalb führen die Patriarchen gleichsam den Vorsitz am Himmelstische [Vergl. Röm 11,17]. -Matthäus Mt 47 8 12 Filii autem regni ejicientur in tenebras exteriores: ibi erit fletus, et stridor dentium. die Kinder des Reiches aber werden in die Finsternis draußen hinausgeworfen werden;¹⁶ dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.¹⁷ [Mt 22,13] +Matthäus Mt 48 8 11 14 Der Glaube des Hauptmannes war gleichsam ein Vorspiel des Glaubens der Heiden, weshalb Christus einiges über die Berufung der Heiden und die Verwerfung der Juden beifügt. +Matthäus Mt 48 8 11 15 Das Opfermahl ist ein Pfand der göttlichen Freundschaft, zu ihm lässt Gott seine Freunde zu und teilt ihnen seine Güter mit. Unter diesem Bilde denken sich auch die Pharisäer das Himmelreich [Lk 14,15] und Christus gebraucht dies Gleichnis [Mt 22,1, Lk 14,16, Offb 19,9.17]. Mit Abraham Gott nannte sich ein Gott Abrahams u. s. s., um kundzugeben, dass sein Bündnis sich nicht auf ihre Lebenszeit beschränkte, sondern auch die selige Ewigkeit umfasst. Deshalb führen die Patriarchen gleichsam den Vorsitz am Himmelstische [Vergl. Röm 11,17]. +Matthäus Mt 48 8 12 Filii autem regni ejicientur in tenebras exteriores: ibi erit fletus, et stridor dentium. die Kinder des Reiches aber werden in die Finsternis draußen hinausgeworfen werden;¹⁶ dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.¹⁷ [Mt 22,13] Markus Mk 48 8 12 Et ingemiscens spiritu, ait: Quid generatio ista signum quærit? Amen dico vobis, si dabitur generatio isti signum. Er aber seufzte im Geiste,⁷ und sprach: Was sucht dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, nimmermehr⁸ wird diesem Geschlechte ein Zeichen gegeben werden! Markus Mk 48 8 12 7 Im innersten Herzen, indem er erwog, was er schon für sie getan und was er noch bereit war für sie zu tun und zu leiden, und alles ohne Nutzen für sie. Markus Mk 48 8 12 8 Die Partikel wenn, welche im griech. und lat. Texte steht, leitet einen Schwur ein. Vergl. [Hebr 4,3]. -Matthäus Mt 47 8 12 16 Die durch zeremonielle Aufnahme dem Gottesreiche geweihten Juden. Die Mahlzeiten wurden abends gehalten und die dazu Eingeladenen mit Fackeln abgeholt. Im Festsaale ist es hell, draußen dunkel. Dasselbe Gleichnis lehrt wieder [Mt 22,13]. Da zudem Gott Licht ist und im Lichte sich offenbart, ist sein Reich ein Reich des Lichtes und wer außerhalb desselben ist, bleibt in der Finsternis begraben. -Matthäus Mt 47 8 12 17 Hinausgeworfen werden in die Finsternis ist die Strafe des Verlustes, zu der das Weinen und Zähneknirschen hinzukommt. Siehe da den Ruin derer, die nicht auf Christus bauen [Mt 7,26]. -Matthäus Mt 47 8 13 Et dixit Jesus Centurioni: Vade, et sicut credidisti, fiat tibi. Et sanatus est puer in illa hora. Und Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Gehe hin, und wie¹⁸ du geglaubt hast, geschehe dir! Und der Knecht ward gesund zu derselben Stunde. +Matthäus Mt 48 8 12 16 Die durch zeremonielle Aufnahme dem Gottesreiche geweihten Juden. Die Mahlzeiten wurden abends gehalten und die dazu Eingeladenen mit Fackeln abgeholt. Im Festsaale ist es hell, draußen dunkel. Dasselbe Gleichnis lehrt wieder [Mt 22,13]. Da zudem Gott Licht ist und im Lichte sich offenbart, ist sein Reich ein Reich des Lichtes und wer außerhalb desselben ist, bleibt in der Finsternis begraben. +Matthäus Mt 48 8 12 17 Hinausgeworfen werden in die Finsternis ist die Strafe des Verlustes, zu der das Weinen und Zähneknirschen hinzukommt. Siehe da den Ruin derer, die nicht auf Christus bauen [Mt 7,26]. +Matthäus Mt 48 8 13 Et dixit Jesus Centurioni: Vade, et sicut credidisti, fiat tibi. Et sanatus est puer in illa hora. Und Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Gehe hin, und wie¹⁸ du geglaubt hast, geschehe dir! Und der Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Markus Mk 48 8 13 Et dimittens eos, ascendit iterum navim, et abiit trans fretum. Und er verließ sie, stieg wieder in das Schiff,⁹ und fuhr hinüber.¹⁰ Markus Mk 48 8 13 9 Gott verlässt, die ihn verlassen (Vikt.). Der heil. Markus lässt die [Mt 16,4] berichtete Prophezeiung vom Zeichen des Jonas aus, da die Zuhörer des heil. Petrus die Schriften des A. T. nicht kannten. Markus Mk 48 8 13 10 Auf das Westufer. -Matthäus Mt 47 8 13 18 Der Glaube ist das Maß des Geschenkes. Vergl. [Jak 1,6]. -Markus Mk 48 8 14 Et obliti sunt panes sumere: et nisi unum panem non habebant secum in navi. -Matthäus Mt 47 8 14 Et cum venisset Jesus in domum Petri, vidit socrum ejus jacentem, et febricitantem: Und als Jesus in das Haus des Petrus kam,¹⁹ fand er die Schwiegermutter desselben²⁰ bettlägerig und fieberkrank. -Matthäus Mt 47 8 14 19 Nach [Mk 1,29 und Lk 4,38] geschah dies kurz nach der Rückkehr Jesu nach Galiläa [Vergl. Joh 4,3] und nach Kapharnaum an einem Sabbate, nachdem er in der Synagoge einen unreinen Geist ausgetrieben. Noch haben die Apostel nicht alles verlassen. -Matthäus Mt 47 8 14 20 Zur Zeit seiner Berufung zum Apostelamt war der heil. Petrus verheiratet. In der christlichen Überlieferung wird die Schwiegermutter des heil. Petrus Johanna genannt, seine Frau Conkordia (auch Maria), seine Tochter Petronilla. Die beiden letzteren starben den Martyrertod. Christus sucht eine arme Hütte auf, um seinen Jünger zu ehren, seine Geringschätzung des Reichtums kundzugeben und zu heilen. -Matthäus Mt 47 8 15 Et tetigit manum ejus, et dimisit eam febris, et surrexit, et ministrabat eis. Da berührte er ihre Hand,²¹ und das Fieber verließ sie; und sie stand auf, und bediente sie.²² +Matthäus Mt 48 8 13 18 Der Glaube ist das Maß des Geschenkes. Vergl. [Jak 1,6]. +Markus Mk 48 8 14 Et obliti sunt panes sumere: et nisi unum panem non habebant secum in navi. Und sie vergaßen Brot mitzunehmen, und hatten nicht mehr als ein Brot bei sich im Schiffe. [Mt 16,5] +Matthäus Mt 48 8 14 Et cum venisset Jesus in domum Petri, vidit socrum ejus jacentem, et febricitantem: Und als Jesus in das Haus des Petrus kam,¹⁹ fand er die Schwiegermutter desselben²⁰ bettlägerig und fieberkrank. +Matthäus Mt 48 8 14 19 Nach [Mk 1,29 und Lk 4,38] geschah dies kurz nach der Rückkehr Jesu nach Galiläa [Vergl. Joh 4,3] und nach Kapharnaum an einem Sabbate, nachdem er in der Synagoge einen unreinen Geist ausgetrieben. Noch haben die Apostel nicht alles verlassen. +Matthäus Mt 48 8 14 20 Zur Zeit seiner Berufung zum Apostelamt war der heil. Petrus verheiratet. In der christlichen Überlieferung wird die Schwiegermutter des heil. Petrus Johanna genannt, seine Frau Conkordia (auch Maria), seine Tochter Petronilla. Die beiden letzteren starben den Martyrertod. Christus sucht eine arme Hütte auf, um seinen Jünger zu ehren, seine Geringschätzung des Reichtums kundzugeben und zu heilen. +Matthäus Mt 48 8 15 Et tetigit manum ejus, et dimisit eam febris, et surrexit, et ministrabat eis. Da berührte er ihre Hand,²¹ und das Fieber verließ sie; und sie stand auf, und bediente sie.²² Markus Mk 48 8 15 Et præcipiebat eis, dicens: Videte, et cavete a fermento Pharisæorum, et fermento Herodis. Und er ermahnte sie, und sagte: Sehet zu, und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer,¹¹ und vor dem Sauerteige des Herodes!¹² Markus Mk 48 8 15 11 Vor ihrem Beispiele und ihrer Verkehrtheit. Markus Mk 48 8 15 12 Herodes war der Beschützer der Sadducäer und wünschte Palästina von den Römern zu befreien. Der Heiland warnt die Apostel vor der Einmischung in Politik und Parteikämpfe. Eine ähnliche Warnung siehe [Tit 3,10]. -Matthäus Mt 47 8 15 21 Siehe oben V.3. -Matthäus Mt 47 8 15 22 [Mk 1,29]. Ein Zeichen vollkommener Wiederherstellung. -Matthäus Mt 47 8 16 Vespere autem facto, obtulerunt ei multos dæmonia habentes: et ejiciebat spiritus verbo: et omnes male habentes curavit. Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister durch ein Wort aus, und heilte alle Kranken;²³ [Mk 1,32] +Matthäus Mt 48 8 15 21 Siehe oben V.3. +Matthäus Mt 48 8 15 22 [Mk 1,29]. Ein Zeichen vollkommener Wiederherstellung. +Matthäus Mt 48 8 16 Vespere autem facto, obtulerunt ei multos dæmonia habentes: et ejiciebat spiritus verbo: et omnes male habentes curavit. Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister durch ein Wort aus, und heilte alle Kranken;²³ [Mk 1,32] Markus Mk 48 8 16 Et cogitabant ad alterutrum, dicentes: Quia panes non habemus. Da dachten sie, und sprachen zueinander: Es ist, weil wir kein Brot haben!¹³ Markus Mk 48 8 16 13 Der Evangelist verbirgt nichts. Desto sicherer sind wir, dass die erzählten Wunder wahr sind. -Matthäus Mt 47 8 16 23 Vergl. [Mk 1,33]. Keine Krankheit und kein böser Geist ist, der ihm nicht untertan wäre. -Matthäus Mt 47 8 17 Ut adimpleretur quod dictum est per Isaiam prophetam, dicentem: Ipse infirmitates nostras accepit: et ægrotationes nostras portavit. damit erfüllet werde, was durch den Propheten Isaias gesagt ist, der da spricht: Er hat unsere Gebrechen auf sich genommen, und unsere Krankheiten getragen.²⁴ [1Petr 2,24] +Matthäus Mt 48 8 16 23 Vergl. [Mk 1,33]. Keine Krankheit und kein böser Geist ist, der ihm nicht untertan wäre. +Matthäus Mt 48 8 17 Ut adimpleretur quod dictum est per Isaiam prophetam, dicentem: Ipse infirmitates nostras accepit: et ægrotationes nostras portavit. damit erfüllet werde, was durch den Propheten Isaias gesagt ist, der da spricht: Er hat unsere Gebrechen auf sich genommen, und unsere Krankheiten getragen.²⁴ [1Petr 2,24] Markus Mk 48 8 17 Quo cognito, ait illis Jesus: Quid cogitatis, quia panes non habetis? nondum cognoscitis nec intelligitis? adhuc cæcatum habetis cor vestrum? Als Jesus dies erkannte, sagte er zu ihnen: Warum macht ihr euch Gedanken, dass ihr kein Brot habet? Erkennet und begreifet ihr denn noch nicht? Habt ihr noch immer ein verblendetes Herz? -Matthäus Mt 47 8 17 24 So muss es offenbar sein, dass hier mehr ist als ein Prophet. Die Worte des Propheten sind nach dem hebräischen Texte gegeben. Alle Übel haben ihren Ursprung in der Sünde. Kann der Heiland die Krankheiten hinwegnehmen, so vermag er auch die Quelle derselben zu heben, die Sünde. Da Christus durch die menschliche Natur Genugtuung für die Sünden leistet, heilt er auch durch die äußere Berührung. -Matthäus Mt 47 8 18 Videns autem Jesus turbas multas circum se, jussit ire trans fretum. Da aber Jesus große Schaaren um sich sah, befahl er, über den See zu fahren.²⁵ +Matthäus Mt 48 8 17 24 So muss es offenbar sein, dass hier mehr ist als ein Prophet. Die Worte des Propheten sind nach dem hebräischen Texte gegeben. Alle Übel haben ihren Ursprung in der Sünde. Kann der Heiland die Krankheiten hinwegnehmen, so vermag er auch die Quelle derselben zu heben, die Sünde. Da Christus durch die menschliche Natur Genugtuung für die Sünden leistet, heilt er auch durch die äußere Berührung. +Matthäus Mt 48 8 18 Videns autem Jesus turbas multas circum se, jussit ire trans fretum. Da aber Jesus große Schaaren um sich sah, befahl er, über den See zu fahren.²⁵ Markus Mk 48 8 18 Oculos habentes non videtis? et aures habentes non auditis? Nec recordamini. Habt ihr Augen, und sehet nicht? Und habt ihr Ohren, und höret nicht? Und erinnert ihr euch nicht? -Matthäus Mt 47 8 18 25 Auf der Ostseite des Sees. Christus will sich dem Begehren des Volkes nach einem irdischen König entziehen. +Matthäus Mt 48 8 18 25 Auf der Ostseite des Sees. Christus will sich dem Begehren des Volkes nach einem irdischen König entziehen. Markus Mk 48 8 19 Quando quinque panes fregi in quinque millia: quot cophinos fragmentorum plenos sustulistis? Dicunt ei: Duodecim. Als ich die fünf Brote brach für die Fünftausend, wie viele Körbe voll Stücklein habt ihr da aufgehoben? Sie sprachen zu ihm: Zwölf. [Mk 6,41, Joh 6,11]. -Matthäus Mt 47 8 19 Et accedens unus Scriba, ait illi: Magister, sequar te, quocumque ieris. Und es trat ein Schriftgelehrter hinzu, und sprach zu ihm: Meister!²⁶ ich will dir nachfolgen, wohin du immer gehst.²⁷ -Matthäus Mt 47 8 19 26 So reden auch Pharisäer den Heiland an [Mt 9,11, Mt 12,38, Mt 22,16]. Vielleicht will er seines Berufes halber Christi Gesetzeskenntnis loben. Zudem war es angesichts so großer Wunder ehrenvoll, den Herrn zu begleiten. Doch wer Christus folgen will, darf weder Reichtümer, noch Ehren, oder andere menschliche Eitelkeit suchen, wie der Evangelist mit zwei Beispielen zeigt. Das Ereignis scheint nicht das gleiche wie [Lk 9,57], da das hier erzählte mit der Fahrt in das Gebiet der Gerasener eng verbunden erscheint und die V. 18 begonnene Erzählung unterbrochen wird. -Matthäus Mt 47 8 19 27 Der Schriftgelehrte will aufrichtig dem Herrn folgen, deshalb eröffnet ihm der Heiland die Schwierigkeiten. In diese Art der Nachfolge hatte jener also nicht gedacht und Christi Antwort entspricht seinem Sinne: Du suchst Reichtümer. Christus zeigt, dass er die Herzensgeheimnisse kennt, aber er beschämt nicht durch rücksichtslose Offenbarung, sondern bietet Gelegenheit zur Besserung und weist den Schriftgelehrten nicht ab. Was der Herr [Mt 6,20] gelehrt, übt er jetzt. Dass er die Armut frei gewählt, zeigt er durch die Wunder. Vergl. [2Kor 8,9]. +Matthäus Mt 48 8 19 Et accedens unus Scriba, ait illi: Magister, sequar te, quocumque ieris. Und es trat ein Schriftgelehrter hinzu, und sprach zu ihm: Meister!²⁶ ich will dir nachfolgen, wohin du immer gehst.²⁷ +Matthäus Mt 48 8 19 26 So reden auch Pharisäer den Heiland an [Mt 9,11, Mt 12,38, Mt 22,16]. Vielleicht will er seines Berufes halber Christi Gesetzeskenntnis loben. Zudem war es angesichts so großer Wunder ehrenvoll, den Herrn zu begleiten. Doch wer Christus folgen will, darf weder Reichtümer, noch Ehren, oder andere menschliche Eitelkeit suchen, wie der Evangelist mit zwei Beispielen zeigt. Das Ereignis scheint nicht das gleiche wie [Lk 9,57], da das hier erzählte mit der Fahrt in das Gebiet der Gerasener eng verbunden erscheint und die V. 18 begonnene Erzählung unterbrochen wird. +Matthäus Mt 48 8 19 27 Der Schriftgelehrte will aufrichtig dem Herrn folgen, deshalb eröffnet ihm der Heiland die Schwierigkeiten. In diese Art der Nachfolge hatte jener also nicht gedacht und Christi Antwort entspricht seinem Sinne: Du suchst Reichtümer. Christus zeigt, dass er die Herzensgeheimnisse kennt, aber er beschämt nicht durch rücksichtslose Offenbarung, sondern bietet Gelegenheit zur Besserung und weist den Schriftgelehrten nicht ab. Was der Herr [Mt 6,20] gelehrt, übt er jetzt. Dass er die Armut frei gewählt, zeigt er durch die Wunder. Vergl. [2Kor 8,9]. Markus Mk 48 8 20 Quando et septem panes in quatuor millia: quot sportas fragmentorum tulistis? Et dicunt ei: Septem. Und da ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll Stücklein habt ihr aufgehoben? Sie sagten zu ihm: Sieben. -Matthäus Mt 47 8 20 Et dicit ei Jesus: Vulpes foveas habent, et volucres cli nidos: filius autem hominis non habet ubi caput reclinet. Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn²⁸ aber hat nicht, wo er sein Haupt niederlege. [Lk 9,58] -Matthäus Mt 47 8 20 28 Durch die Bezeichnung Menschensohn, deren dogmatische Bedeutung der Schriftgelehrte kennen musste, hebt Jesus im Gegensatze zu dem bloßen Titel Meister seine Würde hervor. Das Wort Menschensohn entspricht dem neutestamentlichen Gottmensch, beide drücken das Geheimnis der Menschwerdung aus. Der Heiland nennt sich im Evangelium 50 Mal (mit den Parallelstellen 78 Mal) Gottmensch. In welchem Sinne, offenbart er selbst, indem er [Joh 5,27 und Mt 26,64] auf [Dan 7,13.14] verweist. An dieser Stelle spricht der Prophet vom Messias. [Vergl. Mt 16,27, Mt 19,28, Mt 25,31, Offb 1,7]. So erklärt sich der Heiland also hier als Messias, wenn auch nur dunkel, da auch die Werke reden sollen. Da der Menschensohn hier erscheint, wie Gott zu erscheinen pflegt, d. i. in den Wolken des Himmels, so kommt ihm göttliche und menschliche Natur zu. +Matthäus Mt 48 8 20 Et dicit ei Jesus: Vulpes foveas habent, et volucres cli nidos: filius autem hominis non habet ubi caput reclinet. Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn²⁸ aber hat nicht, wo er sein Haupt niederlege. [Lk 9,58] +Matthäus Mt 48 8 20 28 Durch die Bezeichnung Menschensohn, deren dogmatische Bedeutung der Schriftgelehrte kennen musste, hebt Jesus im Gegensatze zu dem bloßen Titel Meister seine Würde hervor. Das Wort Menschensohn entspricht dem neutestamentlichen Gottmensch, beide drücken das Geheimnis der Menschwerdung aus. Der Heiland nennt sich im Evangelium 50 Mal (mit den Parallelstellen 78 Mal) Gottmensch. In welchem Sinne, offenbart er selbst, indem er [Joh 5,27 und Mt 26,64] auf [Dan 7,13.14] verweist. An dieser Stelle spricht der Prophet vom Messias. [Vergl. Mt 16,27, Mt 19,28, Mt 25,31, Offb 1,7]. So erklärt sich der Heiland also hier als Messias, wenn auch nur dunkel, da auch die Werke reden sollen. Da der Menschensohn hier erscheint, wie Gott zu erscheinen pflegt, d. i. in den Wolken des Himmels, so kommt ihm göttliche und menschliche Natur zu. Markus Mk 48 8 21 Et dicebat eis: Quomodo nondum intelligitis? Und er sprach zu ihnen: Wie, verstehet ihr auch jetzt noch nicht? -Matthäus Mt 47 8 21 Alius autem de discipulis ejus ait illi: Domine, permitte me primum ire, et sepelire patrem meum. Ein anderer aber von seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr! erlaube mir zuvor hinzugehen, und meinen Vater zu begraben. -Matthäus Mt 47 8 22 Jesus autem ait illi: Sequere me, et dimitte mortuos sepelire mortuos suos. Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir, und lass die Toten ihre Toten begraben.²⁹ +Matthäus Mt 48 8 21 Alius autem de discipulis ejus ait illi: Domine, permitte me primum ire, et sepelire patrem meum. Ein anderer aber von seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr! erlaube mir zuvor hinzugehen, und meinen Vater zu begraben. +Matthäus Mt 48 8 22 Jesus autem ait illi: Sequere me, et dimitte mortuos sepelire mortuos suos. Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir, und lass die Toten ihre Toten begraben.²⁹ Markus Mk 48 8 22 Et veniunt Bethsaidam, et adducunt ei cæcum, et rogabant eum ut illum tangeret. Und sie kamen nach Bethsaida.¹⁴ Da brachte man einen Blinden zu ihm, und bat ihn, dass er denselben berühren möchte. Markus Mk 48 8 22 14 Es gab zwei Bethsaida; es ist wohl das nahe bei Kapharnaum gelegene zu verstehen. -Matthäus Mt 47 8 22 29 Zweites Beispiel, wie sehr an dem göttlichen Berufe festzuhalten ist. Das Begräbnis fand, wenn möglich, am Todestage selbst statt [vergl. Apg 5,7] und die Pflicht, für dasselbe Sorge zu tragen, war für die Söhne eine so strenge, dass selbst Gebet und Gesetzesstudium hinten anstehen mussten. Der Jünger fordert also nur kurzen Aufschub, und das um frommer Ursache willen. Da er den Heiland Herrn genannt, hat er eine genügende Erkenntnis, um der Einladung Christi folgen zu müssen. Der Vater ist tot dem Leibe nach, andere der Seele nach, diejenigen, welche fern sind von Christus. Lass die Sorge um irdische Dinge anderen, dein Sinn sei auf himmlische gerichtet. Alles ist der von Christus gestellten Aufgabe nachzusetzen und jede entgegengesetzte Gemütsregung zu entfernen [Lk 14,33]. -Matthäus Mt 47 8 23 Et ascendente eo in naviculam, secuti sunt eum discipuli ejus: Und als er in das Schifflein stieg,³⁰ folgten ihm seine Jünger.³¹ [Mk 4,36, Lk 8,22]. +Matthäus Mt 48 8 22 29 Zweites Beispiel, wie sehr an dem göttlichen Berufe festzuhalten ist. Das Begräbnis fand, wenn möglich, am Todestage selbst statt [vergl. Apg 5,7] und die Pflicht, für dasselbe Sorge zu tragen, war für die Söhne eine so strenge, dass selbst Gebet und Gesetzesstudium hinten anstehen mussten. Der Jünger fordert also nur kurzen Aufschub, und das um frommer Ursache willen. Da er den Heiland Herrn genannt, hat er eine genügende Erkenntnis, um der Einladung Christi folgen zu müssen. Der Vater ist tot dem Leibe nach, andere der Seele nach, diejenigen, welche fern sind von Christus. Lass die Sorge um irdische Dinge anderen, dein Sinn sei auf himmlische gerichtet. Alles ist der von Christus gestellten Aufgabe nachzusetzen und jede entgegengesetzte Gemütsregung zu entfernen [Lk 14,33]. +Matthäus Mt 48 8 23 Et ascendente eo in naviculam, secuti sunt eum discipuli ejus: Und als er in das Schifflein stieg,³⁰ folgten ihm seine Jünger.³¹ [Mk 4,36, Lk 8,22]. Markus Mk 48 8 23 Et apprehensa manu cæci, eduxit eum extra vicum: et exspuens in oculos ejus impositis manibus suis, interrogavit eum si quid videret. Und er fasste den Blinden bei der Hand, führte ihn vor den Flecken hinaus, benetzte seine Augen mit Speichel, legte ihm seine Hände auf, und fragte ihn, ob er etwas sehe. -Matthäus Mt 47 8 23 30 Das Schiff, das er öfter zu gebrauchen pflegte. -Matthäus Mt 47 8 23 31 Jünger heißen gewöhnlich die zwölf Apostel. Indes kommt der Name Apostel selten vor, einmal bei [Mt 10,2] und bei [Mk 6,30] und bei [Joh 13,16] sieben Male bei Lukas und öfter in der Apostelgeschichte. Der Heiland will Müdigkeit an sich erfahren [Hebr 4,15], doch zugleich hat er eine höhere Absicht, weshalb er den Schlaf zulässt. -Matthäus Mt 47 8 24 Et ecce motus magnus factus est in mari ita ut navicula operiretur fluctibus, ipse vero dormiebat. Und³² siehe,³³ ein großer Sturm erhob sich auf dem Meere, so dass das Schifflein von Wellen bedeckt ward; er aber schlief. +Matthäus Mt 48 8 23 30 Das Schiff, das er öfter zu gebrauchen pflegte. +Matthäus Mt 48 8 23 31 Jünger heißen gewöhnlich die zwölf Apostel. Indes kommt der Name Apostel selten vor, einmal bei [Mt 10,2] und bei [Mk 6,30] und bei [Joh 13,16] sieben Male bei Lukas und öfter in der Apostelgeschichte. Der Heiland will Müdigkeit an sich erfahren [Hebr 4,15], doch zugleich hat er eine höhere Absicht, weshalb er den Schlaf zulässt. +Matthäus Mt 48 8 24 Et ecce motus magnus factus est in mari ita ut navicula operiretur fluctibus, ipse vero dormiebat. Und³² siehe,³³ ein großer Sturm erhob sich auf dem Meere, so dass das Schifflein von Wellen bedeckt ward; er aber schlief. Markus Mk 48 8 24 Et aspiciens, ait: Video homines velut arbores ambulantes. Da blickte er auf, und sprach: Ich sehe die Menschen wie Bäume¹⁵ wandeln. Markus Mk 48 8 24 15 Er erkennt aus der Bewegung, dass es Menschen sind. -Matthäus Mt 47 8 24 32 Der heil. Matthäus hält sich nicht an die Zeitfolge, wie [Mk 4,35] und [Lk 8,32] zeigen. -Matthäus Mt 47 8 24 33 Etwas Unerwartetes. Es war also vorher schönes Wetter. -Matthäus Mt 47 8 25 Et accesserunt ad eum discipuli ejus, et suscitaverunt eum, dicentes: Domine, salva nos, perimus. Da traten seine Jünger zu ihm, weckten ihn, und sprachen: Herr!³⁴ rette uns,³⁵ wir gehen zu Grunde. +Matthäus Mt 48 8 24 32 Der heil. Matthäus hält sich nicht an die Zeitfolge, wie [Mk 4,35] und [Lk 8,32] zeigen. +Matthäus Mt 48 8 24 33 Etwas Unerwartetes. Es war also vorher schönes Wetter. +Matthäus Mt 48 8 25 Et accesserunt ad eum discipuli ejus, et suscitaverunt eum, dicentes: Domine, salva nos, perimus. Da traten seine Jünger zu ihm, weckten ihn, und sprachen: Herr!³⁴ rette uns,³⁵ wir gehen zu Grunde. Markus Mk 48 8 25 Deinde iterum imposuit manus super oculos ejus: et cpit videre: et restitutus est ita ut clare videret omnia. Darnach legte er ihm die Hände noch einmal auf seine Augen; da fing er zu sehen an, und ward so hergestellt, dass er alles deutlich sah.¹⁶ Markus Mk 48 8 25 16 Viele Erklärer meinen, der Heiland habe ihn wegen seines Mangels an Glauben nur allmählich geheilt (Euth., Vikt., Theoph.). Der Heiland gibt auch uns seine Gaben nach und nach, um unseren Glauben und unser Verlangen zu mehren. -Matthäus Mt 47 8 25 34 Die Jünger sollen fest werden im Glauben. Sie fürchten, dass der Herr im Schlafe für sie nicht sorge und dass der Heiland und die er erwählt, mit ihm, noch ehe das Werk begonnen, zu Grunde gehen. -Matthäus Mt 47 8 25 35 Das Wort Rette uns offenbart einigen Glauben, das andere die Winzigkeit desselben. +Matthäus Mt 48 8 25 34 Die Jünger sollen fest werden im Glauben. Sie fürchten, dass der Herr im Schlafe für sie nicht sorge und dass der Heiland und die er erwählt, mit ihm, noch ehe das Werk begonnen, zu Grunde gehen. +Matthäus Mt 48 8 25 35 Das Wort Rette uns offenbart einigen Glauben, das andere die Winzigkeit desselben. Markus Mk 48 8 26 Et misit illum in domum suam, dicens: Vade in domum tuam: et si in vicum introieris, nemini dixeris. Und er schickte ihn nach Hause, und sprach: Gehe in dein Haus, und wenn du in den Flecken hineinkommst, sage es niemanden! -Matthäus Mt 47 8 26 Et dicit eis Jesus: Quid timidi estis, modicæ fidei? Tunc surgens, imperavit ventis, et mari, et facta est tranquillitas magna. Jesus sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, Kleingläubige? Alsdann stand er auf, gebot³⁶ den Winden und dem Meere, und es ward eine große Stille.³⁷ -Matthäus Mt 47 8 26 36 Griech: schalt. Dies ist die Sache Gottes [Ps 17,16, Ps 103,7] u. a. -Matthäus Mt 47 8 26 37 Im Schlafe war er als Mensch offenbar, jetzt zeigt er sich als Gott. Die Menschen staunen. Nach [Mk 4,36] waren auch andere Schiffe daselbst. In diesem Schifflein sehen wir das Bild der Kirche (Tert. Hilar. u. a.) -Matthäus Mt 47 8 27 Porro homines mirati sunt, dicentes: Qualis est hic, quia venti et mare obediunt ei? Die Leute aber³⁸ staunten und sprachen: Wer ist wohl dieser, dass ihm die Winde und das Meer gehorchen? -Markus Mk 48 8 27 Et egressus est Jesus, et discipuli ejus in castella Cæsareæ Philippi: et in via interrogabat discipulos suos, dicens eis: Quem me dicunt esse homines? -Matthäus Mt 47 8 27 38 Die leblose Natur ist Christus untertan. Die Menschen fragen: Wer ist das? Die Dämonen antworten, da seine bloße Gegenwart ihnen unerträglich ist (Hieron.). +Matthäus Mt 48 8 26 Et dicit eis Jesus: Quid timidi estis, modicæ fidei? Tunc surgens, imperavit ventis, et mari, et facta est tranquillitas magna. Jesus sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, Kleingläubige? Alsdann stand er auf, gebot³⁶ den Winden und dem Meere, und es ward eine große Stille.³⁷ +Matthäus Mt 48 8 26 36 Griech: schalt. Dies ist die Sache Gottes [Ps 17,16, Ps 103,7] u. a. +Matthäus Mt 48 8 26 37 Im Schlafe war er als Mensch offenbar, jetzt zeigt er sich als Gott. Die Menschen staunen. Nach [Mk 4,36] waren auch andere Schiffe daselbst. In diesem Schifflein sehen wir das Bild der Kirche (Tert. Hilar. u. a.) +Matthäus Mt 48 8 27 Porro homines mirati sunt, dicentes: Qualis est hic, quia venti et mare obediunt ei? Die Leute aber³⁸ staunten und sprachen: Wer ist wohl dieser, dass ihm die Winde und das Meer gehorchen? +Markus Mk 48 8 27 Et egressus est Jesus, et discipuli ejus in castella Cæsareæ Philippi: et in via interrogabat discipulos suos, dicens eis: Quem me dicunt esse homines? Jesus aber zog mit seinen Jüngern fort in die Ortschaften von Cäsarea Philippi.¹⁷ Auf dem Wege fragte er seine Jünger, und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute? [Mt 16,13, Lk 9,18] +Markus Mk 48 8 27 17 Siehe [Mt 16,Anm.14]. +Matthäus Mt 48 8 27 38 Die leblose Natur ist Christus untertan. Die Menschen fragen: Wer ist das? Die Dämonen antworten, da seine bloße Gegenwart ihnen unerträglich ist (Hieron.). Markus Mk 48 8 28 Qui responderunt illi, dicentes: Joannem Baptistam, alii Eliam, alii vero quasi unum de prophetis. Sie antworteten ihm, und sprachen: Für Johannes, den Täufer; andere für Elias;¹⁸ andere aber für einen von den Propheten. -Matthäus Mt 47 8 28 Et cum venissent trans fretum in regionem Gerasenorum, occurrerunt ei duo habentes dæmonia, de monumentis exeuntes, sævi nimis, ita ut nemo posset transire per viam illam. Als sie nun über den See in das Gebiet der Gerasener gekommen waren, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die aus den Grabhöhlen kamen und überaus wütend waren, so dass niemand dieses Weges gehen konnte, [Mk 5,1, Lk 8,26]. +Matthäus Mt 48 8 28 Et cum venissent trans fretum in regionem Gerasenorum, occurrerunt ei duo habentes dæmonia, de monumentis exeuntes, sævi nimis, ita ut nemo posset transire per viam illam. Als sie nun über den See in das Gebiet der Gerasener gekommen waren, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die aus den Grabhöhlen kamen und überaus wütend waren, so dass niemand dieses Weges gehen konnte, [Mk 5,1, Lk 8,26]. Markus Mk 48 8 28 18 Man erwartete also damals allgemein das Reich des Messias. Markus Mk 48 8 29 Tunc dicit illis: Vos vero quem me esse dicitis? Respondens Petrus, ait ei: Tu es Christus. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete, und sprach zu ihm: Du bist Christus!¹⁹ -Matthäus Mt 47 8 29 Et ecce clamaverunt, dicentes: Quid nobis, et tibi, Jesu fili Dei? Venisti huc ante tempus torquere nos? Und siehe, sie schrieen und sprachen: was haben wir mit dir Jesus, du Sohn Gottes?³⁹ Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu quälen?⁴⁰ +Matthäus Mt 48 8 29 Et ecce clamaverunt, dicentes: Quid nobis, et tibi, Jesu fili Dei? Venisti huc ante tempus torquere nos? Und siehe, sie schrieen und sprachen: was haben wir mit dir Jesus, du Sohn Gottes?³⁹ Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu quälen?⁴⁰ Markus Mk 48 8 29 19 Der heil. Petrus lässt in seinen Predigten das fort, was zu seinem Lobe dient, darum fehlt auch hier die Verheißung des Heilandes (Euseb.). -Matthäus Mt 47 8 29 39 Die Teufel wissen, dass das Gericht ihnen bevorsteht [2Petr 2,4], und sie dann mehr leiden werden. Daher ihre Bitte [Lk 8,31]: Was hast du jetzt schon mit uns? Sie wollen den Menschen noch schaden. Sohn Gottes: Hier hören seine Jünger ausdrücklich, was schon die Stillung des Meeres genugsam verkündet (Ehrns.). -Matthäus Mt 47 8 29 40 Die bösen Geister betrachten die Gegend der Heiden als die ihre [Mk 5,10]. Sie wollen den Menschen schaden und die Tiere quälen. Auch in der kleinsten Sache vermögen sie nichts ohne Erlaubnis, weshalb also sollten wir sie fürchten? +Matthäus Mt 48 8 29 39 Die Teufel wissen, dass das Gericht ihnen bevorsteht [2Petr 2,4], und sie dann mehr leiden werden. Daher ihre Bitte [Lk 8,31]: Was hast du jetzt schon mit uns? Sie wollen den Menschen noch schaden. Sohn Gottes: Hier hören seine Jünger ausdrücklich, was schon die Stillung des Meeres genugsam verkündet (Ehrns.). +Matthäus Mt 48 8 29 40 Die bösen Geister betrachten die Gegend der Heiden als die ihre [Mk 5,10]. Sie wollen den Menschen schaden und die Tiere quälen. Auch in der kleinsten Sache vermögen sie nichts ohne Erlaubnis, weshalb also sollten wir sie fürchten? Markus Mk 48 8 30 Et comminatus est eis, ne cui dicerent de illo. Und er verbot ihnen streng, dass sie dies von ihm niemand sagen sollten.²⁰ [Mt 16,20] -Matthäus Mt 47 8 30 Erat autem non longe ab illis grex multorum porcorum pascens. Es war aber nicht weit von ihnen eine Herde vieler Schweine auf der Weide. [Mk 5,11, Lk 8,32]. +Matthäus Mt 48 8 30 Erat autem non longe ab illis grex multorum porcorum pascens. Es war aber nicht weit von ihnen eine Herde vieler Schweine auf der Weide. [Mk 5,11, Lk 8,32]. Markus Mk 48 8 30 20 Damit das Volk nicht falsche Hoffnungen hegte und allmählich auf sein Leiden vorbereitet werden konnte (Euth., Bed.). Zuvor musste die Auferstehung des Herrn das Ärgernis des Kreuzes beseitigen, ehe die Predigt von dem leidenden und sich für uns aufopfernden Messias ohne Gefahr verkündet werden konnte. Markus Mk 48 8 31 Et cpit docere eos quoniam oportet Filium hominis pati multa, et reprobari a senioribus, et a summis sacerdotibus, et Scribis, et occidi: et post tres dies resurgere. Nun fing er an sie zu belehren, dass der Menschensohn vieles²¹ leiden, von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten²² verworfen, getötet werden, und nach drei Tagen²³ wieder auferstehen müsse. -Matthäus Mt 47 8 31 Dæmones autem rogabant eum, dicentes: Si ejicis nos hinc, mitte nos in gregem porcorum. Die bösen Geister aber baten ihn, und sprachen: Wenn du uns von hinnen austreibest, so lass uns in die Schweineherde fahren.⁴¹ +Matthäus Mt 48 8 31 Dæmones autem rogabant eum, dicentes: Si ejicis nos hinc, mitte nos in gregem porcorum. Die bösen Geister aber baten ihn, und sprachen: Wenn du uns von hinnen austreibest, so lass uns in die Schweineherde fahren.⁴¹ Markus Mk 48 8 31 21 Ehe er zu der [Dan 7,13] beschriebenen Herrlichkeit einging. Markus Mk 48 8 31 22 Von der höchsten Behörde, von denen, welche die Prophezeiungen über den Messias am besten kennen und am höchsten schätzen mussten. Markus Mk 48 8 31 23 Siehe [Mt 12,Anm.46]. -Matthäus Mt 47 8 31 41 Nach [Mk 5,13] waren es 2000 Schweine. Dieselben stürzen sich in das Meer, sobald die bösen Geister in sie fahren, und so müssen viele wieder in die Hölle. Nicht einmal die Schweine vermochten die Teufel vor dem Untergange zu bewahren. +Matthäus Mt 48 8 31 41 Nach [Mk 5,13] waren es 2000 Schweine. Dieselben stürzen sich in das Meer, sobald die bösen Geister in sie fahren, und so müssen viele wieder in die Hölle. Nicht einmal die Schweine vermochten die Teufel vor dem Untergange zu bewahren. Markus Mk 48 8 32 Et palam verbum loquebatur. Et apprehendens eum Petrus, cpit increpare eum. Und er redete dieses Wort unverhohlen. Da nahm ihn Petrus bei Seite,²⁴ und fing an es ihm zu verweisen.²⁵ -Matthäus Mt 47 8 32 Et ait illis: Ite. At illi exeuntes abierunt in porcos, et ecce impetu abiit totus grex per præceps in mare: et mortui sunt in aquis. Er sprach zu ihnen: Gehet!⁴² Sie aber gingen aus, und fuhren in die Schweine, und siehe, die ganze Herde stürzte sich mit Ungestüm den Abhang hinab in das Meer, und kamen um im Wasser. +Matthäus Mt 48 8 32 Et ait illis: Ite. At illi exeuntes abierunt in porcos, et ecce impetu abiit totus grex per præceps in mare: et mortui sunt in aquis. Er sprach zu ihnen: Gehet!⁴² Sie aber gingen aus, und fuhren in die Schweine, und siehe, die ganze Herde stürzte sich mit Ungestüm den Abhang hinab in das Meer, und kamen um im Wasser. Markus Mk 48 8 32 24 Alle Jünger sind erschüttert. Nur Petrus wagt zu reden, aber auch nicht vor allen (Vikt.), damit er nicht dem Meister vor ihnen zu widersprechen scheine. Markus Mk 48 8 32 25 Voll kindlicher Anhänglichkeit und Liebe: Das kann nicht geschehen und ich kann es nicht hören, dass der Messias, der Sohn Gottes, soll getötet werden (Beda.). Vielleicht meint er auch, der Heiland stelle nur eine Vermutung auf, was von dem Hasse der Pharisäer zu befürchten sei. -Matthäus Mt 47 8 32 42 Christus ist Herr aller Dinge und darf so wohl über die Schweine verfügen wie er eine verheerende Krankheit senden kann. Zudem soll der Verlust eine Prüfung sein, ob die Gerasener die so sichtbare Ankunft des Reiches Gottes und die Überwindung der Gewalt des Bösen für ein größeres Gut halten, als den Besitz ihrer zeitlichen Güter. +Matthäus Mt 48 8 32 42 Christus ist Herr aller Dinge und darf so wohl über die Schweine verfügen wie er eine verheerende Krankheit senden kann. Zudem soll der Verlust eine Prüfung sein, ob die Gerasener die so sichtbare Ankunft des Reiches Gottes und die Überwindung der Gewalt des Bösen für ein größeres Gut halten, als den Besitz ihrer zeitlichen Güter. Markus Mk 48 8 33 Qui conversus, et videns discipulos suos, comminatus est Petro, dicens: Vade retro me satana, quoniam non sapis quæ Dei sunt, sed quæ sunt hominum. Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an, drohte dem Petrus, und sprach: Weiche zurück hinter mich, Satan!²⁶ denn du hast keinen Sinn für das, was Gottes ist, sondern für das, was der Menschen ist.²⁷ -Matthäus Mt 47 8 33 Pastores autem fugerunt: et venientes in civitatem, nuntiaverunt omnia, et de eis, qui dæmonia habuerant. Die Hirten aber flohen, und als sie in die Stadt kamen, erzählten sie alles, auch was mit den Besessenen geschehen. +Matthäus Mt 48 8 33 Pastores autem fugerunt: et venientes in civitatem, nuntiaverunt omnia, et de eis, qui dæmonia habuerant. Die Hirten aber flohen, und als sie in die Stadt kamen, erzählten sie alles, auch was mit den Besessenen geschehen. Markus Mk 48 8 33 26 Siehe [Mt 16,Anm.37]. Markus Mk 48 8 33 27 Gottes Absicht: [1Kor 1,21-24] und [Hebr 2,10-18]. -Matthäus Mt 47 8 34 Et ecce tota civitas exiit obviam Jesu: et viso eo rogabant, ut transiret a finibus eorum. Und siehe, die ganze Stadt ging hinaus, Jesus entgegen; und da sie ihn sahen, baten sie ihn, dass er sich wegbegebe aus ihrem Gebiete.⁴³ [Mk 5,17, Lk 8,37]. +Matthäus Mt 48 8 34 Et ecce tota civitas exiit obviam Jesu: et viso eo rogabant, ut transiret a finibus eorum. Und siehe, die ganze Stadt ging hinaus, Jesus entgegen; und da sie ihn sahen, baten sie ihn, dass er sich wegbegebe aus ihrem Gebiete.⁴³ [Mk 5,17, Lk 8,37]. Markus Mk 48 8 34 Et convocata turba cum discipulis suis, dixit eis: Si quis vult me sequi, deneget semetipsum: et tollat crucem suam, et sequatur me. Dann rief er das Volk und seine Jünger herbei, und sprach zu ihnen:²⁸ Will²⁹ mir jemand nachfolgen, so verleugne er sich selbst,³⁰ und nehme sein Kreuz auf sich,³¹ und folge mir.³² [Mt 10,38, Mt 16,24, Lk 9,23, Lk 14,27] Markus Mk 48 8 34 28 Die Folge des vom Heilande selbst V. 31 gesagtem. Markus Mk 48 8 34 29 Der Heiland lädt ein, indem er auf den Schaden hinweist, den die Weigerung nach sich zieht und den Nutzen zeigt, welchen der Gehorsam bringt. (Drei Gründe: V. 35, V. 36,37 und V. 38). Markus Mk 48 8 34 30 Sich selbst gleichsam verlassend und zum Heilande übergehend; nur auf das schauend, was Gott gefällt. Markus Mk 48 8 34 31 Wie ich das meinige. Vergl. [Mt 10,Anm.67]. Markus Mk 48 8 34 32 Nach einigen ist dies eine dritte Bedingung (Vikt., Theoph.): den Heiland nachahmen. Vergl. [Mt 16,Anm.43]. -Matthäus Mt 47 8 34 43 Sie fürchten sich, darum bitten sie den Herrn, er möchte von ihnen gehen. Wir lesen nicht, dass Christus zu ihnen zurückgekehrt sei, doch ließ er ihnen die Geheilten als Verkündiger des an ihnen geschehenen Wunders zurück. -Markus Mk 48 8 35 Qui enim voluerit animam suam salvam facere, perdet eam: qui autem perdiderit animam suam propter me, et Evangelium, salvam faciet eam. +Matthäus Mt 48 8 34 43 Sie fürchten sich, darum bitten sie den Herrn, er möchte von ihnen gehen. Wir lesen nicht, dass Christus zu ihnen zurückgekehrt sei, doch ließ er ihnen die Geheilten als Verkündiger des an ihnen geschehenen Wunders zurück. +Markus Mk 48 8 35 Qui enim voluerit animam suam salvam facere, perdet eam: qui autem perdiderit animam suam propter me, et Evangelium, salvam faciet eam. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber um meinet- und des Evangeliums willen sein Leben verliert, der wird es retten.³³ [Lk 17,33, Joh 12,25] +Markus Mk 48 8 35 33 Wer sich weigert, für Christus zu sterben, wenn dieser das Opfer des Lebens fordert, wird in das ewige Verderben stürzen. Markus Mk 48 8 36 Quid enim proderit homini, si lucretur mundum totum: et detrimentum animæ suæ faciat? Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet?³⁴ Markus Mk 48 8 36 34 Wie niemand sein Leben selbst für alle Güter dieser Erde hingibt, weil diese ihm alsdann nichts mehr nützen könnten, da er das Leben nicht wiedergewinnen kann, so ist es noch viel törichter, seine Seele für zeitliche Güter preiszugeben, da ihm diese nach diesem Leben nichts mehr nützen und die einmal verlorene Seele nicht wiedergewonnen werden kann. (Ewigkeit der Höllenstrafen. Theoph.). V. 35 handelt besonders von der Zeit der Verfolgung, V. 37 von der des Friedens. Markus Mk 48 8 37 Aut quid dabit homo commutationis pro anima sua? Oder was kann ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele? @@ -53331,188 +53354,188 @@ Markus Mk 48 8 38 Qui enim me confusus fuerit, et verba mea in generatione ista Markus Mk 48 8 38 35 Siehe [Mt 10,Anm.63]. Markus Mk 48 8 39 Et dicebat illis: Amen dico vobis, quia sunt quidam de hic stantibus, qui non gustabunt mortem donec videant regnum Dei veniens in virtute. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es sind einige von den hier Stehenden, die den Tod nicht kosten werden, bis sie das Reich Gottes sehen, wie es kommt in seiner Kraft!³⁶ [Mt 16,28, Lk 9,27] Markus Mk 48 8 39 36 Die Jünger des Herrn waren noch nicht derart vom Geiste Christi durchdrungen, dass der Herr ihnen einzig das Himmelreich verheißen konnte; er musste ihnen auch etwas für das gegenwärtige Leben versprechen, damit sie von dem, was sie sahen, zu jenem aufstiegen, was sie hofften (Greg.). Die Erklärungen gehen auseinander: Die einen verstehen die Verheißung von der Verklärung Christi, andere von dem Gerichte über Jerusalem; die wahrscheinlichste Auslegung ist indes, dass der Heiland von der Gründung und Ausbreitung seiner Kirche auf Erden redet. -Markus Mk 48 9 0 Christus wird verklärt (V. 12) und heilt einen besessenen Knaben. (V. 28) Der Heiland sagt sein Leiden voraus und empfiehlt den Jüngern Demut. (V. 36) Die Apostel zeigen unklugen Eifer und werden von Christus über das Ärgernis belehrt. -Matthäus Mt 47 9 0 Barmherzigkeit Jesu gegen die Sünder. (V. 13) Jesus bekämpft falsche Meinungen der Juden. (V. 17) Andere Wundertaten des Herrn. (V. 34) 4. Jesus der Stifter des messianischen Reiches. (9,35-13) A: Berufung und Unterweisung der Apostel. (9,35-10) Berufung der Apostel. (K. 10 V. 4) +Markus Mk 48 9 0 Christus wird verklärt (V. 12) und heilt einen besessenen Knaben. (V. 28) Der Heiland sagt sein Leiden voraus und empfiehlt den Jüngern Demut. (V. 36) Die Apostel zeigen unklugen Eifer und werden von Christus über das Ärgernis belehrt. +Matthäus Mt 48 9 0 Barmherzigkeit Jesu gegen die Sünder. (V. 13) Jesus bekämpft falsche Meinungen der Juden. (V. 17) Andere Wundertaten des Herrn. (V. 34) 4. Jesus der Stifter des messianischen Reiches. (9,35-13) A: Berufung und Unterweisung der Apostel. (9,35-10) Berufung der Apostel. (K. 10 V. 4) Markus Mk 48 9 1 Et post dies sex assumit Jesus Petrum, et Jacobum, et Joannem: et ducit illos in montem excelsum seorsum solos, et transfiguratus est coram ipsis. Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus, Jakobus und Johannes mit sich, und führte sie allein abseits auf einen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen.¹ [Mt 17,1, Lk 9,28]. -Matthäus Mt 47 9 1 Et ascendens in naviculam, transfretavit, et venit in civitatem suam. Und er stieg in ein Schiff, fuhr über, und kam in seine Stadt.¹ +Matthäus Mt 48 9 1 Et ascendens in naviculam, transfretavit, et venit in civitatem suam. Und er stieg in ein Schiff, fuhr über, und kam in seine Stadt.¹ Markus Mk 48 9 1 1 Christus wird verklärt, während er betet. Die Verklärung soll den Aposteln das Ärgernis des Kreuzes beseitigen und der gesamten Kirche die Herrlichkeit offenbaren, welche derselben von ihrem Haupte zuteil werden soll. Vergl. auch [Mt 17,1, Lk 9,28, 1Joh 1,14, 2Petr 1,6]. Der Herr heißt verklärt, weil er nicht wie sonst in menschlicher Erscheinung, sondern in göttlicher Klarheit sich zeigt. -Matthäus Mt 47 9 1 1 Nach Kapharnaum. Der Evangelist erzählt nicht nach der zeitlichen Reihenfolge. +Matthäus Mt 48 9 1 1 Nach Kapharnaum. Der Evangelist erzählt nicht nach der zeitlichen Reihenfolge. Markus Mk 48 9 2 Et vestimenta ejus facta sunt splendentia, et candida nimis velut nix, qualia fullo non potest super terram candida facere. Seine Kleider wurden glänzend und überaus weiß wie der Schnee, so wie sie kein Walker auf Erden weiß machen kann. -Matthäus Mt 47 9 2 Et ecce offerebant ei paralyticum jacentem in lecto. Et videns Jesus fidem illorum, dixit paralytico: Confide fili, remittuntur tibi peccata tua. Und siehe, sie brachten zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah,² sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, Sohn!³ deine Sünden werden dir vergeben,⁴ [Mk 2,3, Lk 5,18]. -Matthäus Mt 47 9 2 2 Der Glaube ist hier die Überzeugung von der Macht Christi und seiner Güte, aus welcher dann Vertrauen entspringt. -Matthäus Mt 47 9 2 3 Welches innige Vertrauen muss diese Anrede erwecken! -Matthäus Mt 47 9 2 4 Der Gelähmte wollte doch aber gesund werden? Jesu Gegenwart und Heiligkeit hat in dem Kranken Schmerz über seine Sünden und Verachtung seiner selbst erweckt. Vergl. [Gen 17,3, Jes 6,5, Dan 7,15] Darum entspricht Jesus zuerst dem Herzensbedürfnisse, über das jener sein leibliches Leiden fast vergisst. So wie hier Jesus hat noch nie ein Prophet gesprochen. Christus zeigt, dass die Zeit des Messias gekommen und dass er es ist, wie [Joh 1,29] gesagt. -Matthäus Mt 47 9 3 Et ecce quidam de Scribis dixerunt intra se: Hic blasphemat. Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott! +Matthäus Mt 48 9 2 Et ecce offerebant ei paralyticum jacentem in lecto. Et videns Jesus fidem illorum, dixit paralytico: Confide fili, remittuntur tibi peccata tua. Und siehe, sie brachten zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah,² sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, Sohn!³ deine Sünden werden dir vergeben,⁴ [Mk 2,3, Lk 5,18]. +Matthäus Mt 48 9 2 2 Der Glaube ist hier die Überzeugung von der Macht Christi und seiner Güte, aus welcher dann Vertrauen entspringt. +Matthäus Mt 48 9 2 3 Welches innige Vertrauen muss diese Anrede erwecken! +Matthäus Mt 48 9 2 4 Der Gelähmte wollte doch aber gesund werden? Jesu Gegenwart und Heiligkeit hat in dem Kranken Schmerz über seine Sünden und Verachtung seiner selbst erweckt. Vergl. [Gen 17,3, Jes 6,5, Dan 7,15] Darum entspricht Jesus zuerst dem Herzensbedürfnisse, über das jener sein leibliches Leiden fast vergisst. So wie hier Jesus hat noch nie ein Prophet gesprochen. Christus zeigt, dass die Zeit des Messias gekommen und dass er es ist, wie [Joh 1,29] gesagt. +Matthäus Mt 48 9 3 Et ecce quidam de Scribis dixerunt intra se: Hic blasphemat. Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott! Markus Mk 48 9 3 Et apparuit illis Elias cum Moyse: et erant loquentes cum Jesu. Und es erschien ihnen Elias mit Moses;² und sie redeten mit Jesus. [Lk 9,31]. Markus Mk 48 9 3 2 Die Apostel erkennen die Personen vielleicht durch innere Erleuchtung. Markus Mk 48 9 4 Et respondens Petrus, ait Jesu: Rabbi, bonum est nos hic esse: et faciamus tria tabernacula, Tibi unum, et Moysi unum, et Eliæ unum. Da nahm Petrus das Wort, und sprach zu Jesus: Meister,³ es ist für uns gut, hier zu sein; wir wollen drei Hütten bauen, dir eine, Moses eine, und Elias eine. -Matthäus Mt 47 9 4 Et cum vidisset Jesus cogitationes eorum, dixit: Ut quid cogitatis mala in cordibus vestris? Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er:⁵ Warum denket ihr Böses in euren Herzen?⁶ +Matthäus Mt 48 9 4 Et cum vidisset Jesus cogitationes eorum, dixit: Ut quid cogitatis mala in cordibus vestris? Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er:⁵ Warum denket ihr Böses in euren Herzen?⁶ Markus Mk 48 9 4 3 Der heil. Petrus pflegte das hebräische Wort wohl bei seiner Erzählung beizubehalten. -Matthäus Mt 47 9 4 5 Gott allein kennt die Herzensgeheimnisse [Jer 17,10, Ps 7,10], also gibt der Herr seine Gottheit kund. -Matthäus Mt 47 9 4 6 Sie mussten ihn erkennen. -Matthäus Mt 47 9 5 Quid est facilius dicere: Dimittuntur tibi peccata tua: an dicere: Surge, et ambula? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden werden dir vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandle?⁷ +Matthäus Mt 48 9 4 5 Gott allein kennt die Herzensgeheimnisse [Jer 17,10, Ps 7,10], also gibt der Herr seine Gottheit kund. +Matthäus Mt 48 9 4 6 Sie mussten ihn erkennen. +Matthäus Mt 48 9 5 Quid est facilius dicere: Dimittuntur tibi peccata tua: an dicere: Surge, et ambula? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden werden dir vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandle?⁷ Markus Mk 48 9 5 Non enim sciebat quid diceret: erant enim timore exterriti: Er wusste nämlich nicht, was er sagte, denn sie waren vor Schrecken außer sich.⁴ Markus Mk 48 9 5 4 Diese Furcht schließt indes eine große geistige Freude nicht ganz aus: Es ist gut für uns. Die Herrlichkeit der Erscheinung erfüllt seine Seele. Er möchte dies Glück immer genießen. In seinem Eifer kann er nicht schweigen, aber bedenkt auch nicht, wie wenig es sich ziemt, eine gebrechliche Hütte für den verklärten Heiland und die ihm von Gott gesandten Zeugen zu errichten. Was wäre zudem aus dem messianischen Werke geworden? -Matthäus Mt 47 9 5 7 Beides ist gleich schwer, doch erscheint das eine den Augen der Menschen, das andere bleibt verborgen. Beides erfordert göttliche, gleichsam schöpferische Macht. So tut denn Christus ein äußeres Werk, das innere zu beweisen. (Hier.) -Matthäus Mt 47 9 6 Ut autem sciatis, quia Filius hominis habet potestatem in terra dimittendi peccata, tunc ait paralytico: Surge, tolle lectum tuum, et vade in domum tuam. Damit ihr aber wisset, dass der Menschensohn Gewalt hat auf Erden, die Sünden zu vergeben,⁸ sprach er dann zu dem Gelähmten: Stehe auf, nimm dein Bett, und geh in dein Haus!⁹ +Matthäus Mt 48 9 5 7 Beides ist gleich schwer, doch erscheint das eine den Augen der Menschen, das andere bleibt verborgen. Beides erfordert göttliche, gleichsam schöpferische Macht. So tut denn Christus ein äußeres Werk, das innere zu beweisen. (Hier.) +Matthäus Mt 48 9 6 Ut autem sciatis, quia Filius hominis habet potestatem in terra dimittendi peccata, tunc ait paralytico: Surge, tolle lectum tuum, et vade in domum tuam. Damit ihr aber wisset, dass der Menschensohn Gewalt hat auf Erden, die Sünden zu vergeben,⁸ sprach er dann zu dem Gelähmten: Stehe auf, nimm dein Bett, und geh in dein Haus!⁹ Markus Mk 48 9 6 Et facta est nubes obumbrans eos: et venit vox de nube, dicens: Hic est filius meus carissimus: audite illum. Und es kam eine Wolke,⁵ die sie überschattete; und es erscholl eine Stimme aus der Wolke, und sprach: Dies ist mein geliebtester Sohn;⁶ ihn sollt ihr hören! Markus Mk 48 9 6 5 Die Wolke bezeugt, dass es Gott ist, der redet (Vikt.). Markus Mk 48 9 6 6 Der sein Leiden vorhergesagt hat. -Matthäus Mt 47 9 6 8 Der Messias übt sein Amt auf Erden in sichtbarer Weise, wie noch jetzt im heil. Bußsakrament. -Matthäus Mt 47 9 6 9 Die Betten sind im Morgenlande sehr leicht. Er soll das Bett nehmen als Zeichen, dass er wahrhaft gesund ist, und nach Hause gehen, damit auch die Abwesenden Kunde von der Heilung erlangen. -Matthäus Mt 47 9 7 Et surrexit, et abiit in domum suam. Und er stand auf, und ging fort in sein Haus. +Matthäus Mt 48 9 6 8 Der Messias übt sein Amt auf Erden in sichtbarer Weise, wie noch jetzt im heil. Bußsakrament. +Matthäus Mt 48 9 6 9 Die Betten sind im Morgenlande sehr leicht. Er soll das Bett nehmen als Zeichen, dass er wahrhaft gesund ist, und nach Hause gehen, damit auch die Abwesenden Kunde von der Heilung erlangen. +Matthäus Mt 48 9 7 Et surrexit, et abiit in domum suam. Und er stand auf, und ging fort in sein Haus. Markus Mk 48 9 7 Et statim circumspicientes, neminem amplius viderunt, nisi Jesum tantum secum. Und plötzlich, da sie um sich schauten, sahen sie niemand mehr, als Jesus allein mit ihnen. -Matthäus Mt 47 9 8 Videntes autem turbæ timuerunt, et glorificaverunt Deum, qui dedit potestatem talem hominibus. Da aber das Volk dieses sah, fürchtete es sich, und pries Gott,¹⁰ der solche Macht den Menschen gegeben. +Matthäus Mt 48 9 8 Videntes autem turbæ timuerunt, et glorificaverunt Deum, qui dedit potestatem talem hominibus. Da aber das Volk dieses sah, fürchtete es sich, und pries Gott,¹⁰ der solche Macht den Menschen gegeben. Markus Mk 48 9 8 Et descendentibus illis de monte, præcepit illis ne cuiquam quæ vidissent, narrarent: nisi cum Filius hominis a mortuis resurrexerit. Während sie nun vom Berge herabstiegen, gebot ihnen Jesus, sie sollten niemandem erzählen, was sie gesehen hätten, als nachdem der Menschensohn von den Toten würde auferstanden sein.⁷ [Mt 17,9] Markus Mk 48 9 8 7 Je größere Dinge von Jesus gesagt wurden, desto schwerer fanden sie Glauben und vermehrten das Ärgernis des Kreuzes (Vikt.). -Matthäus Mt 47 9 8 10 Die Pharisäer schweigen. Die sich für gerecht hielten und der Vergebung nicht bedürftig, erweisen sich als ungeeignet für das Reich Gottes. Das Volk fühlt Gottes Hand. +Matthäus Mt 48 9 8 10 Die Pharisäer schweigen. Die sich für gerecht hielten und der Vergebung nicht bedürftig, erweisen sich als ungeeignet für das Reich Gottes. Das Volk fühlt Gottes Hand. Markus Mk 48 9 9 Et verbum continuerunt apud se: conquirentes quid esset: cum a mortuis resurrexerit. Und sie hielten dieses Wort bei sich, und fragten sich einander, was das wäre: Nachdem er von den Toten würde auferstanden sein.⁸ -Matthäus Mt 47 9 9 Et, cum transiret inde Jesus, vidit hominem sedentem in telonio, Matthæum nomine. Et ait illi: Sequere me. Et surgens, secutus est eum. Als Jesus von da weiter ging,¹¹ sah er einen Mann an der Zollstätte sitzen, Matthäus mit Namen.¹² Und er sprach zu ihm: Folge mir!¹³ Da stand er auf, und folgte ihm. [Mk 2,14, Lk 5,27]. +Matthäus Mt 48 9 9 Et, cum transiret inde Jesus, vidit hominem sedentem in telonio, Matthæum nomine. Et ait illi: Sequere me. Et surgens, secutus est eum. Als Jesus von da weiter ging,¹¹ sah er einen Mann an der Zollstätte sitzen, Matthäus mit Namen.¹² Und er sprach zu ihm: Folge mir!¹³ Da stand er auf, und folgte ihm. [Mk 2,14, Lk 5,27]. Markus Mk 48 9 9 8 Sie können noch nicht an seinen Tod glauben. -Matthäus Mt 47 9 9 11 Von dem Orte, an dem er den Gelähmten geheilt. -Matthäus Mt 47 9 9 12 Jesus geht noch weiter, er beruft einen Sünder in seine Nachfolge. Matthäus (Theodor, Gottesgabe) wird von den anderen Evangelisten Levi genannt. Die Zollpächter, Zöllner genannt, waren verachtet, weil sie gleichsam Helfer der Römer waren, von denen sich die Juden gegen Gottes Gesetz bedrückt glaubten. Matthäus erzählt seine Geschichte im Anschluss an die Heilung, als ob auch er von Schwachheit und Unreinheit geheilt ward. -Matthäus Mt 47 9 9 13 Vergl. [Mt 4,19.21] Er hatte wohl schon viel von Jesus gehört und seiner Predigt beigewohnt, Wunder geschaut usw. Zudem trifft ihn ein Strahl der Gottheit, die durch die heil. Menschheit des Herrn hindurchleuchtet. +Matthäus Mt 48 9 9 11 Von dem Orte, an dem er den Gelähmten geheilt. +Matthäus Mt 48 9 9 12 Jesus geht noch weiter, er beruft einen Sünder in seine Nachfolge. Matthäus (Theodor, Gottesgabe) wird von den anderen Evangelisten Levi genannt. Die Zollpächter, Zöllner genannt, waren verachtet, weil sie gleichsam Helfer der Römer waren, von denen sich die Juden gegen Gottes Gesetz bedrückt glaubten. Matthäus erzählt seine Geschichte im Anschluss an die Heilung, als ob auch er von Schwachheit und Unreinheit geheilt ward. +Matthäus Mt 48 9 9 13 Vergl. [Mt 4,19.21] Er hatte wohl schon viel von Jesus gehört und seiner Predigt beigewohnt, Wunder geschaut usw. Zudem trifft ihn ein Strahl der Gottheit, die durch die heil. Menschheit des Herrn hindurchleuchtet. Markus Mk 48 9 10 Et interrogabant eum, dicentes: Quid ergo dicunt Pharisæi, et Scribæ, quia Eliam oportet venire primum? Und sie fragten ihn, und sprachen: Warum sagen denn die Pharisäer und Schriftgelehrten, dass Elias zuvor kommen muss? [Mal 4,5]. -Matthäus Mt 47 9 10 Et factum est discumbente eo in domo, ecce multi publicani, et peccatores venientes discumbebant cum Jesu, et discipulis ejus. Und es geschah, als er im Hause zu Tische war, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder¹⁴ und setzten sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische. -Matthäus Mt 47 9 10 14 Matthäus gibt ein Mahl, Christus nimmt die Einladung an und zieht durch seine Güte viele Sünder herbei. Sünder hießen bei den Pharisäern alle, welche die Riten und Gewohnheiten der Juden nicht genau beobachteten, z. B. mit Heiden verkehrten. Solche mieden die Schriftgelehrten wie Aussätzige. +Matthäus Mt 48 9 10 Et factum est discumbente eo in domo, ecce multi publicani, et peccatores venientes discumbebant cum Jesu, et discipulis ejus. Und es geschah, als er im Hause zu Tische war, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder¹⁴ und setzten sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische. +Matthäus Mt 48 9 10 14 Matthäus gibt ein Mahl, Christus nimmt die Einladung an und zieht durch seine Güte viele Sünder herbei. Sünder hießen bei den Pharisäern alle, welche die Riten und Gewohnheiten der Juden nicht genau beobachteten, z. B. mit Heiden verkehrten. Solche mieden die Schriftgelehrten wie Aussätzige. Markus Mk 48 9 11 Qui respondens, ait illis: Elias cum venerit primo, restituet omnia: et quo modo scriptum est in Filium hominis, ut multa patiatur et contemnatur. Er antwortete, und sprach zu ihnen: Elias wird allerdings zuerst kommen, und alles wieder herstellen; gleichwie auch von dem Menschensohne geschrieben steht, dass er vieles leiden und verachtet werden müsse.⁹ [Jes 53,3.4] -Matthäus Mt 47 9 11 Et videntes Pharisæi, dicebant discipulis ejus: Quare cum publicanis, et peccatoribus manducat Magister vester? Da die Pharisäer dies sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern:¹⁵ Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? +Matthäus Mt 48 9 11 Et videntes Pharisæi, dicebant discipulis ejus: Quare cum publicanis, et peccatoribus manducat Magister vester? Da die Pharisäer dies sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern:¹⁵ Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Markus Mk 48 9 11 9 Christus zeigt ihnen, dass Elias nicht vor seinem Leiden kommen kann: Elias wird die Juden bekehren; nach der Schrift muss der Menschensohn vieles leiden, also kommt Elias nicht vor dem Leiden (Theoph., Euth.). -Matthäus Mt 47 9 11 15 Bei den Jüngern hoffen sie auf leichteren Sieg. +Matthäus Mt 48 9 11 15 Bei den Jüngern hoffen sie auf leichteren Sieg. Markus Mk 48 9 12 Sed dico vobis quia et Elias venit (et fecerunt illi quæcumque voluerunt) sicut scriptum est de eo. Aber ich sage euch: Auch Elias ist schon gekommen, (und sie taten ihm, was sie nur wollten), wie es von ihm¹⁰ geschrieben steht. [Mt 17,12]. -Matthäus Mt 47 9 12 At Jesus audiens, ait: Non est opus valentibus medicus, sed male habentibus. Jesus aber hörte es, und sprach: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.¹⁶ +Matthäus Mt 48 9 12 At Jesus audiens, ait: Non est opus valentibus medicus, sed male habentibus. Jesus aber hörte es, und sprach: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.¹⁶ Markus Mk 48 9 12 10 Von Elias. Ähnliches taten sie dem heil. Johannes an. Vergl. [1Kön 19,1] (Theoph., Euth.). -Matthäus Mt 47 9 12 16 Es wäre zu tadeln, wollte der Arzt nur die Gesunden aufsuchen. Christus erklärt sich als Arzt der Menschheit, besonders der Leidenden. [Ez 34,16] -Matthäus Mt 47 9 13 Euntes autem discite quid est: Misericordiam volo, et non sacrificium. Non enim veni vocare justos, sed peccatores. Gehet aber hin,¹⁷ und lernet, was es heißt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer;¹⁸ denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen,¹⁹ sondern Sünder. [Hos 6,6, Mt 12,7]. +Matthäus Mt 48 9 12 16 Es wäre zu tadeln, wollte der Arzt nur die Gesunden aufsuchen. Christus erklärt sich als Arzt der Menschheit, besonders der Leidenden. [Ez 34,16] +Matthäus Mt 48 9 13 Euntes autem discite quid est: Misericordiam volo, et non sacrificium. Non enim veni vocare justos, sed peccatores. Gehet aber hin,¹⁷ und lernet, was es heißt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer;¹⁸ denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen,¹⁹ sondern Sünder. [Hos 6,6, Mt 12,7]. Markus Mk 48 9 13 Et veniens ad discipulos suos, vidit turbam magnam circa eos, et Scribas conquirentes cum illis. Und da er zu seinen Jüngern kam, sah er viel Volk um sie her, und Schriftgelehrte mit ihnen im Streite.¹¹ Markus Mk 48 9 13 11 Die Ursache V. 15. Die boshaften Pharisäer greifen die Jünger in der Abwesenheit ihres Meisters an, um sie vor dem Volke zu beschämen und so auch über ihren Meister zu siegen (Vikt., Euth., Theoph.). -Matthäus Mt 47 9 13 17 Eine in rabbinischen Disputationen häufig wiederkehrende Redeweise. -Matthäus Mt 47 9 13 18 [Hos 6,6] -Matthäus Mt 47 9 13 19 Alle sind Sünder, also alle will ich rufen. Welche Sanftmut selbst gegen die böswilligen Pharisäer! -Matthäus Mt 47 9 14 Tunc accesserunt ad eum discipuli Joannis, dicentes: Quare nos, et Pharisæi jejunamus frequenter: discipuli autem tui non jejunant? Alsdann traten die Jünger des Johannes²⁰ zu ihm, und sprachen:²¹ Warum fasten wir und die Pharisäer oft, deine Jünger aber fasten nicht? [Mk 2,18, Lk 5,33]. +Matthäus Mt 48 9 13 17 Eine in rabbinischen Disputationen häufig wiederkehrende Redeweise. +Matthäus Mt 48 9 13 18 [Hos 6,6] +Matthäus Mt 48 9 13 19 Alle sind Sünder, also alle will ich rufen. Welche Sanftmut selbst gegen die böswilligen Pharisäer! +Matthäus Mt 48 9 14 Tunc accesserunt ad eum discipuli Joannis, dicentes: Quare nos, et Pharisæi jejunamus frequenter: discipuli autem tui non jejunant? Alsdann traten die Jünger des Johannes²⁰ zu ihm, und sprachen:²¹ Warum fasten wir und die Pharisäer oft, deine Jünger aber fasten nicht? [Mk 2,18, Lk 5,33]. Markus Mk 48 9 14 Et confestim omnis populus videns Jesum, stupefactus est, et expaverunt, et accurrentes salutabant eum. Sobald aber das ganze Volk Jesus erblickte, erstaunte es und erschrak,¹² lief hinzu, und grüßte ihn. Markus Mk 48 9 14 12 Wegen seines plötzlichen Erscheinens. -Matthäus Mt 47 9 14 20 Die Pharisäer greifen jetzt den Meister selbst an. Selbst die Wunder vermögen nicht sie zu überzeugen, dass Gott der Führer des Herrn ist. -Matthäus Mt 47 9 14 21 Sie haben sich die Hilfe der Jünger des heil. Johannes gesichert, da sie dessen Ansehen beim Volke kennen. Wie töricht sind diese Jünger, dass sie sich denen zugesellen, die ihr Meister verwirft! +Matthäus Mt 48 9 14 20 Die Pharisäer greifen jetzt den Meister selbst an. Selbst die Wunder vermögen nicht sie zu überzeugen, dass Gott der Führer des Herrn ist. +Matthäus Mt 48 9 14 21 Sie haben sich die Hilfe der Jünger des heil. Johannes gesichert, da sie dessen Ansehen beim Volke kennen. Wie töricht sind diese Jünger, dass sie sich denen zugesellen, die ihr Meister verwirft! Markus Mk 48 9 15 Et interrogavit eos: Quid inter vos conquiritis? Und er fragte sie:¹³ Worüber streitet ihr miteinander? [Lk 9,38] -Matthäus Mt 47 9 15 Et ait illis Jesus: Numquid possunt filii sponsi lugere, quamdiu cum illis est sponsus? Venient autem dies cum auferetur ab eis sponsus: et tunc jejunabunt. Jesus sprach zu ihnen: Können wohl die Freunde des Bräutigams trauern, so lange der Bräutigam bei ihnen ist?²² Es werden aber Tage kommen, da ihnen der Bräutigam genommen wird²³ und alsdann werden sie fasten.²⁴ +Matthäus Mt 48 9 15 Et ait illis Jesus: Numquid possunt filii sponsi lugere, quamdiu cum illis est sponsus? Venient autem dies cum auferetur ab eis sponsus: et tunc jejunabunt. Jesus sprach zu ihnen: Können wohl die Freunde des Bräutigams trauern, so lange der Bräutigam bei ihnen ist?²² Es werden aber Tage kommen, da ihnen der Bräutigam genommen wird²³ und alsdann werden sie fasten.²⁴ Markus Mk 48 9 15 13 Der Heiland fragt, um zu dem Wunder Gelegenheit zu bieten, die Jünger von der Belästigung zu befreien und ihren Glauben zu stärken. -Matthäus Mt 47 9 15 22 Christus antwortet mit den Worten des heil. Johannes. [Joh 3,29]. Wie das Bündnis am Sinai, so wird das messianische Reich oft einer Hochzeitsfeier verglichen. Da nun Gott der Bräutigam ist, offenbart der Herr seine Gottheit. Eine Hochzeit dauerte eine Woche und während dieser Zeit waren die Teilnehmer nach rabbinischer Vorschrift vom Fasten frei, selbst wenn der Versöhnungstag in dieselbe fiel. Die Teilnehmer sollten die Freude der Brautleute mehren helfen. -Matthäus Mt 47 9 15 23 Hier deutet der Heiland zum ersten Male seinen bitteren Tod an. -Matthäus Mt 47 9 15 24 Christus sagt voraus, was geschehen wird, aber ordnet es selbst an. Also ist das Fasten von der Kirche mit Recht vorgeschrieben. -Matthäus Mt 47 9 16 Nemo autem immittit commissuram panni rudis in vestimentum vetus: tollit enim plenitudinem ejus a vestimento, et pejor scissura fit. Niemand aber setzt einen Fleck von neuem Tuch auf ein altes Kleid;²⁵ denn der neue Fleck reißt vom Kleide ab, was er braucht zu seiner Ausfüllung, und der Riss wird ärger.²⁶ +Matthäus Mt 48 9 15 22 Christus antwortet mit den Worten des heil. Johannes. [Joh 3,29]. Wie das Bündnis am Sinai, so wird das messianische Reich oft einer Hochzeitsfeier verglichen. Da nun Gott der Bräutigam ist, offenbart der Herr seine Gottheit. Eine Hochzeit dauerte eine Woche und während dieser Zeit waren die Teilnehmer nach rabbinischer Vorschrift vom Fasten frei, selbst wenn der Versöhnungstag in dieselbe fiel. Die Teilnehmer sollten die Freude der Brautleute mehren helfen. +Matthäus Mt 48 9 15 23 Hier deutet der Heiland zum ersten Male seinen bitteren Tod an. +Matthäus Mt 48 9 15 24 Christus sagt voraus, was geschehen wird, aber ordnet es selbst an. Also ist das Fasten von der Kirche mit Recht vorgeschrieben. +Matthäus Mt 48 9 16 Nemo autem immittit commissuram panni rudis in vestimentum vetus: tollit enim plenitudinem ejus a vestimento, et pejor scissura fit. Niemand aber setzt einen Fleck von neuem Tuch auf ein altes Kleid;²⁵ denn der neue Fleck reißt vom Kleide ab, was er braucht zu seiner Ausfüllung, und der Riss wird ärger.²⁶ Markus Mk 48 9 16 Et respondens unus de turba, dixit: Magister, attuli filium meum ad te habentem spiritum mutum: Da antwortete einer¹⁴ aus dem Volke, und sprach: Meister! ich habe meinen Sohn zu dir hergebracht, der einen stummen Geist hat. [Mt 17,14] Markus Mk 48 9 16 14 Der Vater, was am natürlichsten war. -Matthäus Mt 47 9 16 25 Die Jünger Johannes irrten in ihrer Voraussetzung, dass im Reiche des Herrn das alte Gesetz fortdauern werde. Christus hebt den Irrtum durch ein doppeltes Gleichnis. -Matthäus Mt 47 9 16 26 Wenn das Tuch nass wird, zieht sich der neue Fleck zusammen und reißt das alte Kleid entzwei. +Matthäus Mt 48 9 16 25 Die Jünger Johannes irrten in ihrer Voraussetzung, dass im Reiche des Herrn das alte Gesetz fortdauern werde. Christus hebt den Irrtum durch ein doppeltes Gleichnis. +Matthäus Mt 48 9 16 26 Wenn das Tuch nass wird, zieht sich der neue Fleck zusammen und reißt das alte Kleid entzwei. Markus Mk 48 9 17 Qui ubicumque eum apprehenderit, allidit illum, et spumat, et stridet dentibus, et arescit: et dixi discipulis tuis ut ejicerent illum, et non potuerunt. Wo dieser immer ihn ergreift, reißt er ihn nieder; auch schäumet er, und knirscht mit den Zähnen, und zehret ab. Und ich sprach zu deinen Jüngern, dass sie ihn austreiben möchten; sie konnten es aber nicht.¹⁵ -Matthäus Mt 47 9 17 Neque mittunt vinum novum in utres veteres, alioquin rumpuntur utres, et vinum effunditur, et utres pereunt. Sed vinum novum in utres novos mittunt, et ambo conservantur. Auch gießt man nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst bersten die Schläuche, und der Wein läuft aus, und die Schläuche gehen zu Grunde;²⁷ sondern man gießt neuen Wein in neue Schläuche, und so werden beide erhalten.²⁸ +Matthäus Mt 48 9 17 Neque mittunt vinum novum in utres veteres, alioquin rumpuntur utres, et vinum effunditur, et utres pereunt. Sed vinum novum in utres novos mittunt, et ambo conservantur. Auch gießt man nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst bersten die Schläuche, und der Wein läuft aus, und die Schläuche gehen zu Grunde;²⁷ sondern man gießt neuen Wein in neue Schläuche, und so werden beide erhalten.²⁸ Markus Mk 48 9 17 15 Trotz der [Mk 3,15] empfangenen Gewalt. -Matthäus Mt 47 9 17 27 Der Wein wird im Morgenlande in ledernen Schläuchen, deren narbige Seite nach innen gekehrt ist, aufbewahrt und transportiert. [Joh 9,4] -Matthäus Mt 47 9 17 28 Der größere Schaden und was zu tun ist, wird im zweiten Gleichnis erklärt. Der Geist, welchen der Erlöser bringt, darf nicht unter das Joch des Gesetzes gebeugt werden. Der heil. Paulus erklärt den Gegensatz beider Testamente [Gal 4,1, Kol 2,17, Röm 8,15, Hebr 8,9]. Einige Ausleger, unter ihnen Hieron., beziehen die Worte alte Schläuche auf die Pharisäer. +Matthäus Mt 48 9 17 27 Der Wein wird im Morgenlande in ledernen Schläuchen, deren narbige Seite nach innen gekehrt ist, aufbewahrt und transportiert. [Joh 9,4] +Matthäus Mt 48 9 17 28 Der größere Schaden und was zu tun ist, wird im zweiten Gleichnis erklärt. Der Geist, welchen der Erlöser bringt, darf nicht unter das Joch des Gesetzes gebeugt werden. Der heil. Paulus erklärt den Gegensatz beider Testamente [Gal 4,1, Kol 2,17, Röm 8,15, Hebr 8,9]. Einige Ausleger, unter ihnen Hieron., beziehen die Worte alte Schläuche auf die Pharisäer. Markus Mk 48 9 18 Qui respondens eis, dixit: O generatio incredula, quamdiu apud vos ero? quamdiu vos patiar? afferte illum ad me. Da antwortete er ihnen, und sprach: O du ungläubiges Geschlecht!¹⁶ Wie lange noch werde ich bei euch sein? Wie lange euch noch ertragen? Bringet ihn zu mir. -Matthäus Mt 47 9 18 Hæc illo loquente ad eos, ecce princeps unus accessit, et adorabat eum, dicens: Domine, filia mea modo defuncta est: sed veni, impone manum tuam super eam, et vivet. Während er dieses zu ihnen redete,²⁹ siehe, da trat ein Vorsteher³⁰ herzu, betete ihn an,³¹ und sprach: Herr! meine Tochter ist so eben gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, und sie wird leben.³² [Mk 5,22, Lk 8,41]. +Matthäus Mt 48 9 18 Hæc illo loquente ad eos, ecce princeps unus accessit, et adorabat eum, dicens: Domine, filia mea modo defuncta est: sed veni, impone manum tuam super eam, et vivet. Während er dieses zu ihnen redete,²⁹ siehe, da trat ein Vorsteher³⁰ herzu, betete ihn an,³¹ und sprach: Herr! meine Tochter ist so eben gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, und sie wird leben.³² [Mk 5,22, Lk 8,41]. Markus Mk 48 9 18 16 Besonders der Vater; indes gilt der Vorwurf allen, selbst die Apostel nicht ausgenommen. -Matthäus Mt 47 9 18 29 Weitere Schilderung der Macht und Güte Christi, des wachsenden Glaubens im Volke, des zunehmenden Hasses der Pharisäer. Die weiteren Umstände siehe [Mk 5,22, Lk 8,41]. Die einleitenden Worte zeigen, dass der heil. Matthäus hier die Zeitfolge einhält, also fällt die ähnliche Erzählung bei Markus und Lukas nicht mit dieser zusammen. -Matthäus Mt 47 9 18 30 Jairua (Luk.) Vorsteher der Synagoge (Luk., Mark.). -Matthäus Mt 47 9 18 31 Fiel ihm zu Füßen. -Matthäus Mt 47 9 18 32 Der Vorsteher hatte wohl schon viele Heilungen gesehen. Seine Bitte ist nicht so vollkommen wie die des Hauptmanns [Mt 8,10] -Matthäus Mt 47 9 19 Et surgens Jesus sequebatur eum, et discipuli ejus. Und Jesus stand auf, und folgte ihm mit seinen Jüngern.³³ +Matthäus Mt 48 9 18 29 Weitere Schilderung der Macht und Güte Christi, des wachsenden Glaubens im Volke, des zunehmenden Hasses der Pharisäer. Die weiteren Umstände siehe [Mk 5,22, Lk 8,41]. Die einleitenden Worte zeigen, dass der heil. Matthäus hier die Zeitfolge einhält, also fällt die ähnliche Erzählung bei Markus und Lukas nicht mit dieser zusammen. +Matthäus Mt 48 9 18 30 Jairua (Luk.) Vorsteher der Synagoge (Luk., Mark.). +Matthäus Mt 48 9 18 31 Fiel ihm zu Füßen. +Matthäus Mt 48 9 18 32 Der Vorsteher hatte wohl schon viele Heilungen gesehen. Seine Bitte ist nicht so vollkommen wie die des Hauptmanns [Mt 8,10] +Matthäus Mt 48 9 19 Et surgens Jesus sequebatur eum, et discipuli ejus. Und Jesus stand auf, und folgte ihm mit seinen Jüngern.³³ Markus Mk 48 9 19 Et attulerunt eum. Et cum vidisset eum, statim spiritus conturbavit illum: et elisus in terram, volutabatur spumans. Und sie brachten ihn hin. Und als er ihn sah,¹⁷ zerrte ihn der Geist sogleich; und zur Erde niederstürzend, wälzte er sich schäumend. Markus Mk 48 9 19 17 Der böse Geist. Der Heiland lässt es zu, damit seine ganze Bosheit offenbar werde. -Matthäus Mt 47 9 19 33 Anders als der Herr [Joh 4,48] handelt. Er will zugleich dem blutflüssigen Weibe Gelegenheit geben, ihm zu nahen. +Matthäus Mt 48 9 19 33 Anders als der Herr [Joh 4,48] handelt. Er will zugleich dem blutflüssigen Weibe Gelegenheit geben, ihm zu nahen. Markus Mk 48 9 20 Et interrogavit patrem ejus: Quantum temporis est ex quo ei hoc accidit? At ille ait: Ab infantia: Da fragte er seinen Vater: Wie lange Zeit ist es, dass ihm dieses widerfahren ist?¹⁸ Dieser aber sprach: Von Kindheit an. -Matthäus Mt 47 9 20 Et ecce mulier, quæ sanguinis fluxum patiebatur duodecim annis, accessit retro, et tetigit fimbriam vestimenti ejus. Und siehe, ein Weib, das seit zwölf Jahren am Blutflusse litt,³⁴ trat von hinten hinzu,³⁵ und berührte den Saum seines Kleides;³⁶ [Mk 5,25, Lk 8,43]. +Matthäus Mt 48 9 20 Et ecce mulier, quæ sanguinis fluxum patiebatur duodecim annis, accessit retro, et tetigit fimbriam vestimenti ejus. Und siehe, ein Weib, das seit zwölf Jahren am Blutflusse litt,³⁴ trat von hinten hinzu,³⁵ und berührte den Saum seines Kleides;³⁶ [Mk 5,25, Lk 8,43]. Markus Mk 48 9 20 18 Der Heiland zeigt seine Teilnahme. -Matthäus Mt 47 9 20 34 Um so größer das Wunder. -Matthäus Mt 47 9 20 35 Die Krankheit zog levitische Unreinheit nach sich [Lev 15,25]. -Matthäus Mt 47 9 20 36 Die Hebräer mussten nach [Num 15,38] vier Quäschen an den vier Ecken des Oberkleides tragen, um immer an die Gebote Gottes erinnert zu werden. +Matthäus Mt 48 9 20 34 Um so größer das Wunder. +Matthäus Mt 48 9 20 35 Die Krankheit zog levitische Unreinheit nach sich [Lev 15,25]. +Matthäus Mt 48 9 20 36 Die Hebräer mussten nach [Num 15,38] vier Quäschen an den vier Ecken des Oberkleides tragen, um immer an die Gebote Gottes erinnert zu werden. Markus Mk 48 9 21 Et frequenter eum in ignem, et in aquas misit ut eum perderet; sed si quid potes, adjuva nos, misertus nostri. Oft schon hat er ihn in's Feuer und in's Wasser geworfen, um ihn umzubringen.¹⁹ Vermagst du nun etwas,²⁰ so hilf uns, und erbarme dich unser!²¹ -Matthäus Mt 47 9 21 Dicebat enim intra se: Si tetigero tantum vestimentum ejus: salva ero. denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid berühre, so wird mir geholfen sein. +Matthäus Mt 48 9 21 Dicebat enim intra se: Si tetigero tantum vestimentum ejus: salva ero. denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid berühre, so wird mir geholfen sein. Markus Mk 48 9 21 19 So schien es dem Vater, indes wollte der böse Geist sich sicher nicht selbst seiner Wohnung berauben, wie [Mt 8,31, Mk 5,10] und [Lk 8,31] hinreichend zeigen. Markus Mk 48 9 21 20 In diesem, wie es scheint, hoffnungslosen Falle. Markus Mk 48 9 21 21 Das Elend des Knaben ist auch das Seine. Markus Mk 48 9 22 Jesus autem ait illi: Si potes credere, omnia possibilia sunt credenti: Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst!²² Alles ist dem möglich, der glaubt. [Mt 17,19] -Matthäus Mt 47 9 22 At Jesus conversus, et videns eam, dixit: Confide filia, fides tua te salvam fecit. Et salva facta est mulier ex illa hora. Jesus aber wandte sich um, sah sie, und sprach:³⁷ Sei getrost,³⁸ Tochter! dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund von derselben Stunde an. +Matthäus Mt 48 9 22 At Jesus conversus, et videns eam, dixit: Confide filia, fides tua te salvam fecit. Et salva facta est mulier ex illa hora. Jesus aber wandte sich um, sah sie, und sprach:³⁷ Sei getrost,³⁸ Tochter! dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund von derselben Stunde an. Markus Mk 48 9 22 22 Griech.: Was das angeht: wenn du kannst; dem, der glaubt, ist alles möglich. Indes schweigt der Herr über seine Macht und weist einzig auf die Notwendigkeit des Glaubens hin. -Matthäus Mt 47 9 22 37 Aus der Heilung und dem Lobe Christi folgt das Recht der Verehrung aller Reliquien Christi, und aus ähnlichen Gründen auch der Heiligen. -Matthäus Mt 47 9 22 38 Lob und Güte. Vergl. [Mt 9,2]. Christus will ihren Glauben offenbar machen, damit andere ihn nachahmen, besonders der Vorsteher. Gleichzeitig offenbart sich der Herr als Kenner aller Herzensgeheimnisse wie [Mt 9,4]. -Matthäus Mt 47 9 23 Et cum venisset Jesus in domum principis, et vidisset tibicines et turbam tumultuantem, dicebat: Als nun Jesus in das Haus des Vorstehers kam, und die Flötenspieler und die lärmende Menge sah,³⁹ sprach er: +Matthäus Mt 48 9 22 37 Aus der Heilung und dem Lobe Christi folgt das Recht der Verehrung aller Reliquien Christi, und aus ähnlichen Gründen auch der Heiligen. +Matthäus Mt 48 9 22 38 Lob und Güte. Vergl. [Mt 9,2]. Christus will ihren Glauben offenbar machen, damit andere ihn nachahmen, besonders der Vorsteher. Gleichzeitig offenbart sich der Herr als Kenner aller Herzensgeheimnisse wie [Mt 9,4]. +Matthäus Mt 48 9 23 Et cum venisset Jesus in domum principis, et vidisset tibicines et turbam tumultuantem, dicebat: Als nun Jesus in das Haus des Vorstehers kam, und die Flötenspieler und die lärmende Menge sah,³⁹ sprach er: Markus Mk 48 9 23 Et continuo exclamans pater pueri, cum lacrymis aiebat: Credo, Domine: adjuva incredulitatem meam. Und sogleich rief der Vater des Knaben, und sagte weinend: Ich glaube, Herr! hilf meinem Unglauben.²³ Markus Mk 48 9 23 23 Ich glaube, dass du es kannst, doch wenn mein Glaube nicht ausreicht (er nennt ihn deshalb Unglaube), wolle deine Barmherzigkeit gewähren, worum ich bitte. -Matthäus Mt 47 9 23 39 Zwei Flötenbläser und eine Klagefrau erschienen bei dem Leichenbegräbnisse selbst des ärmsten. Die Verwandten sind gleichfalls zugegen. -Matthäus Mt 47 9 24 Recedite: non est enim mortua puella, sed dormit. Et deridebant eum. Weichet!⁴⁰ denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft.⁴¹ Doch sie verlachten ihn.⁴² +Matthäus Mt 48 9 23 39 Zwei Flötenbläser und eine Klagefrau erschienen bei dem Leichenbegräbnisse selbst des ärmsten. Die Verwandten sind gleichfalls zugegen. +Matthäus Mt 48 9 24 Recedite: non est enim mortua puella, sed dormit. Et deridebant eum. Weichet!⁴⁰ denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft.⁴¹ Doch sie verlachten ihn.⁴² Markus Mk 48 9 24 Et cum videret Jesus concurrentem turbam, comminatus est spiritui immundo, dicens illi: Surde, et mute spiritus, ego præcipio tibi, exi ab eo: et amplius ne introeas in eum. Da nun Jesus sah, dass das Volk zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist, und sprach zu ihm: Tauber und stummer Geist! ich²⁴ gebiete dir, fahre aus von ihm, und geh hinfort nicht mehr in ihn ein. Markus Mk 48 9 24 24 Den du kennst. -Matthäus Mt 47 9 24 40 Die Klage darf nur denen gelten, welche tot bleiben. -Matthäus Mt 47 9 24 41 Weil sie aufzuerwecken ist. Ähnlich [Joh 11,11]. -Matthäus Mt 47 9 24 42 So wird einst ein großer Teil des Volkes den Erlöser von sich weisen. +Matthäus Mt 48 9 24 40 Die Klage darf nur denen gelten, welche tot bleiben. +Matthäus Mt 48 9 24 41 Weil sie aufzuerwecken ist. Ähnlich [Joh 11,11]. +Matthäus Mt 48 9 24 42 So wird einst ein großer Teil des Volkes den Erlöser von sich weisen. Markus Mk 48 9 25 Et exclamans, et multum discerpens, eum, exiit ab eo, et factus est sicut mortuus, ita ut multi dicerent: Quia mortuus est. Da schrie er, zerrte ihn heftig, und fuhr aus von ihm; und er ward wie tot,²⁵ so dass viele sagten: Er ist gestorben! -Matthäus Mt 47 9 25 Et cum ejecta esset turba, intravit: et tenuit manum ejus. Et surrexit puella. Nachdem aber das Volk hinausgeschafft war, ging er hinein, und nahm es bei der Hand.⁴³ Und das Mädchen stand auf. +Matthäus Mt 48 9 25 Et cum ejecta esset turba, intravit: et tenuit manum ejus. Et surrexit puella. Nachdem aber das Volk hinausgeschafft war, ging er hinein, und nahm es bei der Hand.⁴³ Und das Mädchen stand auf. Markus Mk 48 9 25 25 Christus gestattet es, damit er zeige, wie bösartig der Geist ist und wie ungern er dem Befehle gehorcht. So handelt der böse Geist oft, wenn er aus einem Herzen ausgetrieben wird, das er besaß (Greg., Bed.). -Matthäus Mt 47 9 25 43 Über die äußere Berührung siehe [Mt 8,3]. Auch die Toten müssen die Stimme dessen hören, der Herr ist über Leben und Tod. [Joh 5,25]. +Matthäus Mt 48 9 25 43 Über die äußere Berührung siehe [Mt 8,3]. Auch die Toten müssen die Stimme dessen hören, der Herr ist über Leben und Tod. [Joh 5,25]. Markus Mk 48 9 26 Jesus autem tenens manum ejus, elevavit eum, et surrexit. Jesus aber fasste ihn bei der Hand, und richtete ihn auf; und er stand auf.²⁶ -Matthäus Mt 47 9 26 Et exiit fama hæc in universam terram illam. Und der Ruf davon ging aus in jene ganze Gegend.⁴⁴ +Matthäus Mt 48 9 26 Et exiit fama hæc in universam terram illam. Und der Ruf davon ging aus in jene ganze Gegend.⁴⁴ Markus Mk 48 9 26 26 Der Heiland zeigt seine Macht und Güte. Welche Gegensätze: das Toben und Quälen des bösen Geistes und Christi Ruhe, Würde und Wohlwollen. -Matthäus Mt 47 9 26 44 Um so größer ist ihre Schuld, als [Dtn 18,19] deutlich zu ihnen sprach. -Matthäus Mt 47 9 27 Et transeunte inde Jesu, secuti sunt eum duo cæci, clamantes, et dicentes: Miserere nostri, Fili David. Als nun Jesus von dannen weiter ging, folgten ihm zwei Blinde,⁴⁵ die riefen und sprachen: Erbarme dich unser,⁴⁶ Sohn Davids!⁴⁷ +Matthäus Mt 48 9 26 44 Um so größer ist ihre Schuld, als [Dtn 18,19] deutlich zu ihnen sprach. +Matthäus Mt 48 9 27 Et transeunte inde Jesu, secuti sunt eum duo cæci, clamantes, et dicentes: Miserere nostri, Fili David. Als nun Jesus von dannen weiter ging, folgten ihm zwei Blinde,⁴⁵ die riefen und sprachen: Erbarme dich unser,⁴⁶ Sohn Davids!⁴⁷ Markus Mk 48 9 27 Et cum introisset in domum, discipuli ejus secreto interrogabant eum: Quare nos non potuimus ejicere eum? Und als er nach Hause gekommen war, fragten ihn seine Jünger allein: Warum haben wir ihn nicht austreiben können? -Matthäus Mt 47 9 27 45 Einige beginnen zu glauben, so die beiden Blinden. -Matthäus Mt 47 9 27 46 Sie zweifeln nicht an seiner Macht. -Matthäus Mt 47 9 27 47 Messias. Vergl. [Mt 22,42, Joh 7,42]. +Matthäus Mt 48 9 27 45 Einige beginnen zu glauben, so die beiden Blinden. +Matthäus Mt 48 9 27 46 Sie zweifeln nicht an seiner Macht. +Matthäus Mt 48 9 27 47 Messias. Vergl. [Mt 22,42, Joh 7,42]. Markus Mk 48 9 28 Et dixit illis: Hoc genus in nullo potest exire, nisi in oratione, et jejunio. Er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausgetrieben werden, als durch Gebet und Fasten.²⁷ -Matthäus Mt 47 9 28 Cum autem venisset domum, accesserunt ad eum cæci. Et dicit eis Jesus: Creditis quia hoc possum facere vobis? Dicunt ei: Utique, Domine. Als er aber nach Hause⁴⁸ gekommen war, traten die Blinden zu ihm, und Jesus sprach zu ihnen:⁴⁹ Glaubet ihr, dass ich euch dieses tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!⁵⁰ +Matthäus Mt 48 9 28 Cum autem venisset domum, accesserunt ad eum cæci. Et dicit eis Jesus: Creditis quia hoc possum facere vobis? Dicunt ei: Utique, Domine. Als er aber nach Hause⁴⁸ gekommen war, traten die Blinden zu ihm, und Jesus sprach zu ihnen:⁴⁹ Glaubet ihr, dass ich euch dieses tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!⁵⁰ Markus Mk 48 9 28 27 Einer schlimmeren Art von bösen Geistern ist auch größere Frömmigkeit entgegenzustellen, ebenso seitens des Besessenen wie seitens des Austreibenden. -Matthäus Mt 47 9 28 48 Wohl das Haus des heil. Petrus. -Matthäus Mt 47 9 28 49 Der Heiland prüft und mehrt ihren Glauben, dass er aus eigener Kraft helfen könne. -Matthäus Mt 47 9 28 50 Der Heiland lehrt uns alle Schaustellung fliehen und anhalten im Gebet. -Matthäus Mt 47 9 29 Tunc tetigit oculos eorum, dicens: Secundum fidem vestram fiat vobis. Da berührte er ihre Augen, und sprach: Nach eurem Glauben geschehe euch! +Matthäus Mt 48 9 28 48 Wohl das Haus des heil. Petrus. +Matthäus Mt 48 9 28 49 Der Heiland prüft und mehrt ihren Glauben, dass er aus eigener Kraft helfen könne. +Matthäus Mt 48 9 28 50 Der Heiland lehrt uns alle Schaustellung fliehen und anhalten im Gebet. +Matthäus Mt 48 9 29 Tunc tetigit oculos eorum, dicens: Secundum fidem vestram fiat vobis. Da berührte er ihre Augen, und sprach: Nach eurem Glauben geschehe euch! Markus Mk 48 9 29 Et inde profecti prætergrediebantur Galilæam: nec volebat quemquam scire. Und von da gingen sie weiter, und zogen vorüber durch Galiläa;²⁸ und er wollte nicht, dass es jemand wisse.²⁹ Markus Mk 48 9 29 28 Griech.: Ohne Aufenthalt. Markus Mk 48 9 29 29 Der Heiland will die Jünger lehren. -Matthäus Mt 47 9 30 Et aperti sunt oculi eorum: et comminatus est illis Jesus, dicens, Videte ne quis sciat. Und ihre Augen wurden aufgetan.⁵¹ Und Jesus gebot ihnen ernstlich, und sprach: Sehet zu, dass es niemand erfahre!⁵² +Matthäus Mt 48 9 30 Et aperti sunt oculi eorum: et comminatus est illis Jesus, dicens, Videte ne quis sciat. Und ihre Augen wurden aufgetan.⁵¹ Und Jesus gebot ihnen ernstlich, und sprach: Sehet zu, dass es niemand erfahre!⁵² Markus Mk 48 9 30 Docebat autem discipulos suos, et dicebat illis: Quoniam Filius hominis tradetur in manus hominum, et occident eum, et occisus tertia die resurget. Er lehrte³⁰ aber seine Jünger, und sprach zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen überliefert werden, und sie werden ihn töten; nachdem er aber getötet worden, wird er am dritten Tage wieder auferstehen. [Mt 17,21] Markus Mk 48 9 30 30 Öfter auf dieser Weise. -Matthäus Mt 47 9 30 51 Die Augen der Blinden gelten als geschlossene. -Matthäus Mt 47 9 30 52 Christus will sich nicht der Gehässigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten aussetzen und verbietet ihnen zu verbreiten, dass er der Messias ist. (Vergl. [Lk 4,41, Mk 1,34]). Den Grund siehe [Mt 8,4]. Trotz alledem ward er später angeklagt, er wiegele das Volk auf. [Lk 23,5]. -Matthäus Mt 47 9 31 Illi autem exeuntes diffamaverunt eum in tota terra illa. Sie aber gingen hinaus, und verbreiteten seinen Ruf in jener ganzen Gegend. +Matthäus Mt 48 9 30 51 Die Augen der Blinden gelten als geschlossene. +Matthäus Mt 48 9 30 52 Christus will sich nicht der Gehässigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten aussetzen und verbietet ihnen zu verbreiten, dass er der Messias ist. (Vergl. [Lk 4,41, Mk 1,34]). Den Grund siehe [Mt 8,4]. Trotz alledem ward er später angeklagt, er wiegele das Volk auf. [Lk 23,5]. +Matthäus Mt 48 9 31 Illi autem exeuntes diffamaverunt eum in tota terra illa. Sie aber gingen hinaus, und verbreiteten seinen Ruf in jener ganzen Gegend. Markus Mk 48 9 31 At illi ignorabant verbum: et timebant interrogare eum. Sie aber verstanden das Wort³¹ nicht, und fürchteten sich ihn zu fragen. Markus Mk 48 9 31 31 Die im Worte offenbarte Sache: Wie der Sohn Gottes seiner Unwürdiges leiden könnte. Markus Mk 48 9 32 Et venerunt Capharnaum. Qui cum domi essent, interrogabat eos: Quid in via tractabatis? Und sie kamen nach Kapharnaum. Da sie nun zu Hause³² waren, fragte er sie: Was habt ihr auf dem Wege besprochen? -Matthäus Mt 47 9 32 Egressis autem illis, ecce obtulerunt ei hominem mutum, dæmonium habentem. Als nun diese hinweggegangen waren, siehe, brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und von einem bösen Geiste besessen war.⁵³ [Mt 12,22, Lk 11,14]. +Matthäus Mt 48 9 32 Egressis autem illis, ecce obtulerunt ei hominem mutum, dæmonium habentem. Als nun diese hinweggegangen waren, siehe, brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und von einem bösen Geiste besessen war.⁵³ [Mt 12,22, Lk 11,14]. Markus Mk 48 9 32 32 Wohl im Hause des heil. Petrus. -Matthäus Mt 47 9 32 53 Der böse Geist machte ihn stumm. -Matthäus Mt 47 9 33 Et ejecto dæmonio, locutus est mutus, et miratæ sunt turbæ, dicentes: Numquam apparuit sic in Israel. Und als der böse Geist ausgetrieben war, redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich,⁵⁴ und sprach: Niemals⁵⁵ hat man solches in Israel gesehen! +Matthäus Mt 48 9 32 53 Der böse Geist machte ihn stumm. +Matthäus Mt 48 9 33 Et ejecto dæmonio, locutus est mutus, et miratæ sunt turbæ, dicentes: Numquam apparuit sic in Israel. Und als der böse Geist ausgetrieben war, redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich,⁵⁴ und sprach: Niemals⁵⁵ hat man solches in Israel gesehen! Markus Mk 48 9 33 At illi tacebant: siquidem in via inter se disputaverant, quis eorum major esset. Sie aber schwiegen;³³ denn sie hatten auf dem Wege miteinander gestritten, wer von ihnen der Größte wäre. [Mt 18,1, Lk 9,46] Markus Mk 48 9 33 33 Sie wussten, dass ein solcher Streit dem Herrn nicht gefallen könnte. -Matthäus Mt 47 9 33 54 Die Menge, Größe und Leichtigkeit der Wunderwerke setzt das Volk in Erstaunen. -Matthäus Mt 47 9 33 55 Dass mit einem einzigen Worte die bösen Geister ausgetrieben werden. -Matthäus Mt 47 9 34 Pharisæi autem dicebant: In principe dæmoniorum ejicit dæmones. Die Pharisäer aber sprachen: Durch den Obersten der bösen Geister treibt er die bösen Geister aus!⁵⁶ +Matthäus Mt 48 9 33 54 Die Menge, Größe und Leichtigkeit der Wunderwerke setzt das Volk in Erstaunen. +Matthäus Mt 48 9 33 55 Dass mit einem einzigen Worte die bösen Geister ausgetrieben werden. +Matthäus Mt 48 9 34 Pharisæi autem dicebant: In principe dæmoniorum ejicit dæmones. Die Pharisäer aber sprachen: Durch den Obersten der bösen Geister treibt er die bösen Geister aus!⁵⁶ Markus Mk 48 9 34 Et residens vocavit duodecim, et ait illis: Si quis vult primus esse, erit omnium novissimus, et omnium minister. Da setzte er sich nieder,³⁴ rief die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so wird er der Letzte von allen, und der Diener aller sein.³⁵ [Mt 20,26.27] Markus Mk 48 9 34 34 Ein Zeichen, dass es sich um ernste Sache handelt und dass er als Richter redet. Markus Mk 48 9 34 35 Wer im Himmel hoch stehen will, demütige sich auf Erden. Die Worte finden auch auf den Anwendung, der dem Range nach hier der erste ist. -Matthäus Mt 47 9 34 56 Er ist selbst ein Genosse der bösen Geister. Über Beelzebub siehe [Mt 10,25 und Mt 12,34]. Das Volk soll nicht allein von Christus abgewendet werden, es soll auch gegen ihn aufgereizt werden. Die Pharisäer sündigen gegen den heiligen Geist. Vielleicht sprechen sie so in Christi Abwesenheit, da erst [Mt 12,25] eine Antwort hierauf folgt. Wie töricht sind sie! Christus trieb ja nicht nur böse Geister aus, sondern heilte auch Aussätzige, erweckte Tote, beruhigte das Meer, ließ Sünden nach u. s. s. (Ehrns.) Die Pharisäer sind ein Vorbild aller, die sich der Pflicht zu glauben zu entziehen suchen. -Matthäus Mt 47 9 35 Et circuibat Jesus omnes civitates, et castella, docens in synagogis eorum, et prædicans evangelium regni, et curans omnem languorem, et omnem infirmitatem. Und Jesus zog umher durch alle Städte und Flecken, indem er in ihren Synagogen lehrte und das Evangelium vom Reiche predigte,⁵⁷ und jegliche Krankheit und jegliches Siechtum heilte. [Mk 6,6]. +Matthäus Mt 48 9 34 56 Er ist selbst ein Genosse der bösen Geister. Über Beelzebub siehe [Mt 10,25 und Mt 12,34]. Das Volk soll nicht allein von Christus abgewendet werden, es soll auch gegen ihn aufgereizt werden. Die Pharisäer sündigen gegen den heiligen Geist. Vielleicht sprechen sie so in Christi Abwesenheit, da erst [Mt 12,25] eine Antwort hierauf folgt. Wie töricht sind sie! Christus trieb ja nicht nur böse Geister aus, sondern heilte auch Aussätzige, erweckte Tote, beruhigte das Meer, ließ Sünden nach u. s. s. (Ehrns.) Die Pharisäer sind ein Vorbild aller, die sich der Pflicht zu glauben zu entziehen suchen. +Matthäus Mt 48 9 35 Et circuibat Jesus omnes civitates, et castella, docens in synagogis eorum, et prædicans evangelium regni, et curans omnem languorem, et omnem infirmitatem. Und Jesus zog umher durch alle Städte und Flecken, indem er in ihren Synagogen lehrte und das Evangelium vom Reiche predigte,⁵⁷ und jegliche Krankheit und jegliches Siechtum heilte. [Mk 6,6]. Markus Mk 48 9 35 Et accipiens puerum, statuit eum in medio eorum: quem cum complexus esset, ait illis: Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie, schloss es in seine Arme,³⁶ und sprach zu ihnen: Markus Mk 48 9 35 36 Wie liebt der Heiland die Unschuld, Einfalt und Demut der Kinder und wie müssen ihm diejenigen wohlgefallen, welche den Kindern hierin nacheifern (Beda)! -Matthäus Mt 47 9 35 57 Ob Christus diese Reden zu gleicher Zeit hielt? Der Herr pflegt mit der Aufgabe der Gegenwart einen Ausblick in die Zukunft zu verbinden vergl. [Mt 24], wenn er auch die einzelnen Stücke bei geeigneter Gelegenheit wieder besonders einschärft. Überall entdeckt der Heiland gleiche Vernachlässigung durch die Schuld der Pharisäer und Schriftgelehrten. Auch in kleinen Flecken verkündet er die Lehre des Heils (Hier.) und offenbart seine Güte und Macht, um die, welche seine Predigt nicht gewonnen, durch Werke zu überzeugen. -Matthäus Mt 47 9 36 Videns autem turbas, misertus est eis: quia erant vexati, et jacentes sicut oves non habentes pastorem. Als er aber die Volksscharen sah, erbarmte es ihn derselben,⁵⁸ denn sie waren geplagt und darniederliegend wie Schafe, die keinen Hirten haben.⁵⁹ +Matthäus Mt 48 9 35 57 Ob Christus diese Reden zu gleicher Zeit hielt? Der Herr pflegt mit der Aufgabe der Gegenwart einen Ausblick in die Zukunft zu verbinden vergl. [Mt 24], wenn er auch die einzelnen Stücke bei geeigneter Gelegenheit wieder besonders einschärft. Überall entdeckt der Heiland gleiche Vernachlässigung durch die Schuld der Pharisäer und Schriftgelehrten. Auch in kleinen Flecken verkündet er die Lehre des Heils (Hier.) und offenbart seine Güte und Macht, um die, welche seine Predigt nicht gewonnen, durch Werke zu überzeugen. +Matthäus Mt 48 9 36 Videns autem turbas, misertus est eis: quia erant vexati, et jacentes sicut oves non habentes pastorem. Als er aber die Volksscharen sah, erbarmte es ihn derselben,⁵⁸ denn sie waren geplagt und darniederliegend wie Schafe, die keinen Hirten haben.⁵⁹ Markus Mk 48 9 36 Quisquis unum ex hujusmodi pueris receperit in nomine meo, me recipit: et quicumque me susceperit, non me suscipit, sed eum qui misit me. Wer eines von diesen Kindern in meinem Namen³⁷ aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.³⁸ Markus Mk 48 9 36 37 Griech.: So dass dieser Name Ursache ist. Markus Mk 48 9 36 38 Der Vater sieht es so an, als geschähe es ihm. -Matthäus Mt 47 9 36 58 Griech.: Ward er von tiefstem Mitleid gerührt. -Matthäus Mt 47 9 36 59 Das Volk Gottes heißt oft im A. T. seine Herde. Geplagt: vergl. [Mi 3,2]. Gerade die Schafe bedürfen am meisten der Fürsorge. Vergleiche zu der Schilderung [Ez 34,3-6]. -Matthäus Mt 47 9 37 Tunc dicit discipulis suis: Messis quidem multa, operarii autem pauci. Da sprach er zu seinen Jüngern:⁶⁰ Die Ernte ist zwar groß, der Arbeiter aber sind wenige.⁶¹ +Matthäus Mt 48 9 36 58 Griech.: Ward er von tiefstem Mitleid gerührt. +Matthäus Mt 48 9 36 59 Das Volk Gottes heißt oft im A. T. seine Herde. Geplagt: vergl. [Mi 3,2]. Gerade die Schafe bedürfen am meisten der Fürsorge. Vergleiche zu der Schilderung [Ez 34,3-6]. +Matthäus Mt 48 9 37 Tunc dicit discipulis suis: Messis quidem multa, operarii autem pauci. Da sprach er zu seinen Jüngern:⁶⁰ Die Ernte ist zwar groß, der Arbeiter aber sind wenige.⁶¹ Markus Mk 48 9 37 Respondit illi Joannes, dicens: Magister, vidimus quemdam in nomine tuo ejicientem dæmonia, qui non sequitur nos, et prohibuimus eum. Da nahm Johannes das Wort, und sprach:³⁹ Meister! wir sahen jemanden, der in deinem Namen⁴⁰ Teufel austreibt, der uns nicht nachfolgt,⁴¹ und wir verwehrten es ihm. [Lk 9,49]. Markus Mk 48 9 37 39 Die Worte: in meinem Namen, geben dem heil. Johannes wohl Veranlassung zur Frage. Markus Mk 48 9 37 40 So dass der Name das Mittel ist. Markus Mk 48 9 37 41 Er hat sich ein Recht angemaßt, dass du allein verleihen kannst. -Matthäus Mt 47 9 37 60 Die Jünger sollen von Mitleid erfüllt sich der Sorge für das Heil derselben weihen. -Matthäus Mt 47 9 37 61 Das Volk ist zum Zeichen Gottes berufen. -Matthäus Mt 47 9 38 Rogate ergo Dominum messis, ut mittat operarios in messem suam. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.⁶² +Matthäus Mt 48 9 37 60 Die Jünger sollen von Mitleid erfüllt sich der Sorge für das Heil derselben weihen. +Matthäus Mt 48 9 37 61 Das Volk ist zum Zeichen Gottes berufen. +Matthäus Mt 48 9 38 Rogate ergo Dominum messis, ut mittat operarios in messem suam. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.⁶² Markus Mk 48 9 38 Jesus autem ait: Nolite prohibere eum; nemo est enim qui faciat virtutem in nomine meo, et possit cito male loqui de me. Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht! denn niemand ist, der in meinem Namen⁴² ein Wunder wirkt, und so bald übles von mir reden könnte. [1Kor 12,3] Markus Mk 48 9 38 42 Ein Mensch, der die Kraft meines Namens so erfahren, kann nicht lästern und zu meinen Feinden übergehen. Ist er auch nicht mein Jünger, so breitet er dennoch meine Ehre aus und bereitet meiner Lehre den Weg. Es ist nicht zuerst zu fragen, durch wen das Gute geschieht, sondern vielmehr vor allem zu sorgen, dass es geschieht. Ähnlich [Num 11,29]. Diese vom Heilande gewünschte Gesinnung offenbart der heil. Paulus [Phil 1,18]. -Matthäus Mt 47 9 38 62 Von seiten der Pharisäer droht Gefahr. Die Jünger sollen beten: Es ist Gottes gute Hirten zu geben und auch die Gläubigen können die Ausbreitung des Reiches Gottes durch ihr Gebet fördern. Der Herr der Ernte ist Gott der Vater. Vergl. [Joh 15,1]. +Matthäus Mt 48 9 38 62 Von seiten der Pharisäer droht Gefahr. Die Jünger sollen beten: Es ist Gottes gute Hirten zu geben und auch die Gläubigen können die Ausbreitung des Reiches Gottes durch ihr Gebet fördern. Der Herr der Ernte ist Gott der Vater. Vergl. [Joh 15,1]. Markus Mk 48 9 39 Qui enim non est adversum vos, pro vobis est. Denn wer nicht wider euch ist, ist für euch.⁴³ Markus Mk 48 9 39 43 Dieser Ausspruch wie der andere [Mt 12,30] zeigen, dass man mit Christus oder gegen ihn stehen muss. Markus Mk 48 9 40 Quisquis enim potum dederit vobis calicem aquæ in nomine meo, quia Christi estis: amen dico vobis, non perdet mercedem suam. Und wer euch einen Becher Wassers zu trinken reicht in meinem Namen, darum weil ihr Christus angehöret, wahrlich, ich sage euch, er wird seinen Lohn nicht verlieren!⁴⁴ [Mt 10,42] @@ -53536,203 +53559,203 @@ Markus Mk 48 9 48 52 Die letzten Worte enthalten eine Hinweisung auf [Lev 2,13] Markus Mk 48 9 49 Bonum est sal: quod si sal insulsum fuerit: in quo illud condietis? Habete in vobis sal, et pacem habete inter vos. Das Salz ist gut; wenn aber das Salz seine Kraft verliert, womit werdet ihr es würzen?⁵³ Habet Salz in euch, und habet Frieden untereinander!⁵⁴ [Mt 5,13, Lk 14,34] Markus Mk 48 9 49 53 Siehe [Mt 5,Anm.18]. Markus Mk 48 9 49 54 Christus kehrt zur Veranlassung der Rede V. 33 zurück. -Markus Mk 48 10 0 II. 10, 1-15, 47 1. Der Heiland erklärt einige Lehrpunkte (Kap. 10): Die Unauflöslichkeit des Ehebandes. (V. 16) Die Gefahren des Reichtums und der Lohn der freiwilligen Armut. (V. 31) Christus sagt sein Leiden voraus, weist die Söhne des Zebedäus zurecht und zeigt den Aposteln den Wert der Demut. (V. 45) 2. Jesu Aufenthalt in Jerusalem vor seinem Leiden. (10,46 12,44) Ein Blinder wird nahe bei Jericho geheilt. -Matthäus Mt 47 10 0 Unterweisung der Apostel über das Predigtamt. (V. 15) Über die Verfolgungen. (V. 31) Folgen der Predigt. +Markus Mk 48 10 0 II. 10, 1-15, 47 1. Der Heiland erklärt einige Lehrpunkte (Kap. 10): Die Unauflöslichkeit des Ehebandes. (V. 16) Die Gefahren des Reichtums und der Lohn der freiwilligen Armut. (V. 31) Christus sagt sein Leiden voraus, weist die Söhne des Zebedäus zurecht und zeigt den Aposteln den Wert der Demut. (V. 45) 2. Jesu Aufenthalt in Jerusalem vor seinem Leiden. (10,46 12,44) Ein Blinder wird nahe bei Jericho geheilt. +Matthäus Mt 48 10 0 Unterweisung der Apostel über das Predigtamt. (V. 15) Über die Verfolgungen. (V. 31) Folgen der Predigt. Markus Mk 48 10 1 Et inde exsurgens venit in fines Judææ ultra Jordanem: et conveniunt iterum turbæ ad eum: et sicut consueverat, iterum docebat illos. Und von da¹ machte er sich auf, und kam an die Grenzen von Judäa jenseits des Jordans;² und das Volk versammelte sich wieder³ bei ihm, und wiederum lehrte er sie, wie er gewohnt war. [Mt 19,1] -Matthäus Mt 47 10 1 Et convocatis duodecim discipulis suis, dedit illis potestatem spirituum immundorum, ut ejicerent eos, et curarent omnem languorem, et omnem infirmitatem. Und er rief seine zwölf Jünger¹ zusammen, und gab ihnen Gewalt über unreine Geister, dass sie dieselben austrieben, und jegliche Krankheit und jegliches Gebrechen heilten. [Mk 3,13, Lk 6,13, Lk 9,1]. +Matthäus Mt 48 10 1 Et convocatis duodecim discipulis suis, dedit illis potestatem spirituum immundorum, ut ejicerent eos, et curarent omnem languorem, et omnem infirmitatem. Und er rief seine zwölf Jünger¹ zusammen, und gab ihnen Gewalt über unreine Geister, dass sie dieselben austrieben, und jegliche Krankheit und jegliches Gebrechen heilten. [Mk 3,13, Lk 6,13, Lk 9,1]. Markus Mk 48 10 1 1 Von Kapharnaum oder Galiläa. [Mk 9,32]. -Matthäus Mt 47 10 1 1 Die Apostel. Wie das Volk Israel von zwölf Vätern seinen Ursprung herleitete, so sollten zwölf geistliche Väter das Volk des Neuen Bundes stiften. Vergl. [1Kor 4,15] u. a. Gesandte pflegen Mittel zu erhalten, welche ihnen Autorität sichern. So gibt Christus den Aposteln, was nur Gott verleihen kann. Über die Weise, wie der Herr diese Macht mitteilte, wird nichts gesagt. Christus betet nicht zuvor zum Vater, so erscheint seine höchste Gewalt aller Augen. +Matthäus Mt 48 10 1 1 Die Apostel. Wie das Volk Israel von zwölf Vätern seinen Ursprung herleitete, so sollten zwölf geistliche Väter das Volk des Neuen Bundes stiften. Vergl. [1Kor 4,15] u. a. Gesandte pflegen Mittel zu erhalten, welche ihnen Autorität sichern. So gibt Christus den Aposteln, was nur Gott verleihen kann. Über die Weise, wie der Herr diese Macht mitteilte, wird nichts gesagt. Christus betet nicht zuvor zum Vater, so erscheint seine höchste Gewalt aller Augen. Markus Mk 48 10 1 2 Durch Peräa. Unten V. 46. Markus Mk 48 10 1 3 Er hatte sich ihm [Mk 9,26] entzogen. Welch Unterschied zwischen dem Volke und den Pharisäern. Markus Mk 48 10 2 Et accedentes Pharisæi interrogabant eum: Si licet viro uxorem dimittere: tentantes eum. Da traten die Pharisäer hinzu, versuchten ihn⁴ und fragten: Ist es einem Manne erlaubt, sein Weib zu entlassen? -Matthäus Mt 47 10 2 Duodecim autem Apostolorum nomina sunt hæc. Primus: Simon, qui dicitur Petrus, et Andreas frater ejus, Der zwölf Apostel² Namen aber sind diese. Der erste:³ Simon, welcher Petrus genannt wird, und⁴ Andreas,⁵ sein Bruder; -Matthäus Mt 47 10 2 2 Apostel d. i. Sendboten. -Matthäus Mt 47 10 2 3 Bei allen Evangelisten steht der heil. Petrus in der Aufzählung voran mit dem besonderen Zusatze: der erste. Dies kann keinen anderen Sinn haben, als dass Petrus einen Vorrang oder Primat über die anderen Apostel hatte, dass er ihr Haupt war. Das Wort der erste kann nicht eine bloße Aufzählung sein, sonst müsste es bei den folgenden Aposteln heißen: der zweite usw. Ebenso wenig bezeichnet es die Zeit der Berufung zum Apostelamte, denn Andreas wurde vor Petrus berufen. Der heil. Petrus zeigt sich auch überall wie schon zu Lebzeiten Jesu, so noch mehr nach seiner Himmelfahrt als Haupt der Apostel. +Matthäus Mt 48 10 2 Duodecim autem Apostolorum nomina sunt hæc. Primus: Simon, qui dicitur Petrus, et Andreas frater ejus, Der zwölf Apostel² Namen aber sind diese. Der erste:³ Simon, welcher Petrus genannt wird, und⁴ Andreas,⁵ sein Bruder; +Matthäus Mt 48 10 2 2 Apostel d. i. Sendboten. +Matthäus Mt 48 10 2 3 Bei allen Evangelisten steht der heil. Petrus in der Aufzählung voran mit dem besonderen Zusatze: der erste. Dies kann keinen anderen Sinn haben, als dass Petrus einen Vorrang oder Primat über die anderen Apostel hatte, dass er ihr Haupt war. Das Wort der erste kann nicht eine bloße Aufzählung sein, sonst müsste es bei den folgenden Aposteln heißen: der zweite usw. Ebenso wenig bezeichnet es die Zeit der Berufung zum Apostelamte, denn Andreas wurde vor Petrus berufen. Der heil. Petrus zeigt sich auch überall wie schon zu Lebzeiten Jesu, so noch mehr nach seiner Himmelfahrt als Haupt der Apostel. Markus Mk 48 10 2 4 Sie wollen sehen, ob seine Antwort sich nicht gegen ihn gebrauchen lässt. -Matthäus Mt 47 10 2 4 Je zwei werden verbunden, vielleicht wie sie Jesus paarweise aussandte. -Matthäus Mt 47 10 2 5 Der Name Andreas ist griechisch. In Bethsaida war diese Sprache ziemlich gebräuchlich. -Matthäus Mt 47 10 3 Jacobus Zebedæi, et Joannes frater ejus, Philippus, et Bartholomæus, Thomas, et Matthæus, publicanus, Jacobus Alphæi, et Thaddæus, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder;⁶ Philippus und Bartholomäus;⁷ Thomas⁸ und Matthäus, der Zöllner; Jakobus,⁹ der Sohn des Alphäus,¹⁰ und Thaddäus;¹¹ +Matthäus Mt 48 10 2 4 Je zwei werden verbunden, vielleicht wie sie Jesus paarweise aussandte. +Matthäus Mt 48 10 2 5 Der Name Andreas ist griechisch. In Bethsaida war diese Sprache ziemlich gebräuchlich. +Matthäus Mt 48 10 3 Jacobus Zebedæi, et Joannes frater ejus, Philippus, et Bartholomæus, Thomas, et Matthæus, publicanus, Jacobus Alphæi, et Thaddæus, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder;⁶ Philippus und Bartholomäus;⁷ Thomas⁸ und Matthäus, der Zöllner; Jakobus,⁹ der Sohn des Alphäus,¹⁰ und Thaddäus;¹¹ Markus Mk 48 10 3 At ille respondens, dixit eis: Quid vobis præcepit Moyses? Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Was hat euch Moses geboten? -Matthäus Mt 47 10 3 6 Die Familie war ziemlich wohlhabend, da Zebedäus Gehilfen hat [Mk 1,20] und Johannes mit dem Hohenpriester bekannt ist [Joh 8,15]. -Matthäus Mt 47 10 3 7 Wohl Nathanael [Joh 1,45 und Joh 21,2]. -Matthäus Mt 47 10 3 8 D. h. Zwilling [Joh 11,16]. -Matthäus Mt 47 10 3 9 Jakobus der jüngere, der Bruder des Herrn. -Matthäus Mt 47 10 3 10 Derselbe, der auch Kleophas heißt -Matthäus Mt 47 10 3 11 Auch Lebbäus, Tapferherz, genannt. -Matthäus Mt 47 10 4 Simon Cananæus, et Judas Iscariotes, qui et tradidit eum. Simon, der Kananäer,¹² und Judas Iskariot,¹³ derselbe, der ihn auch überantwortet hat.¹⁴ +Matthäus Mt 48 10 3 6 Die Familie war ziemlich wohlhabend, da Zebedäus Gehilfen hat [Mk 1,20] und Johannes mit dem Hohenpriester bekannt ist [Joh 8,15]. +Matthäus Mt 48 10 3 7 Wohl Nathanael [Joh 1,45 und Joh 21,2]. +Matthäus Mt 48 10 3 8 D. h. Zwilling [Joh 11,16]. +Matthäus Mt 48 10 3 9 Jakobus der jüngere, der Bruder des Herrn. +Matthäus Mt 48 10 3 10 Derselbe, der auch Kleophas heißt +Matthäus Mt 48 10 3 11 Auch Lebbäus, Tapferherz, genannt. +Matthäus Mt 48 10 4 Simon Cananæus, et Judas Iscariotes, qui et tradidit eum. Simon, der Kananäer,¹² und Judas Iskariot,¹³ derselbe, der ihn auch überantwortet hat.¹⁴ Markus Mk 48 10 4 Qui dixerunt: Moyses permisit libellum repudii scribere, et dimittere. Sie sprachen: Moses hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben, und das Weib zu entlassen. [Dtn 24,1] -Matthäus Mt 47 10 4 12 Der Eiferer (für das Gesetz). -Matthäus Mt 47 10 4 13 Judas aus Karioth im Stamme Juda. Die anderen scheinen alle aus Galiläa zu stammen. [Apg 2,7] Der Evangelist erzählt, wie die Sache liegt, ohne Feindschaft oder Hass auszudrücken (Ehrns.). Als Judas berufen ward, war er gut (Cyrill.). Warum erwählte ihn aber der Herr, da er seinen Verrat voraussah? Man könnte ebenso fragen: Warum schuf Gott die Engel, welche dann von ihm abfielen, Adam, dessen Sünde er vorhersah, jene Menschen, die einst der Verdammnis anheimfallen? Es sei uns genug, zu wissen, dass Gott keinen Engel oder Menschen geschaffen, damit er Böses tue. Der böse Wille des Geschöpfes führt zur Sünde, Gott aber benutzt das Böse zum Guten, wie den Verrat des Judas und den Hass der Juden. -Matthäus Mt 47 10 4 14 Welch Vorbild bietet Christus im Verkehr mit Judas! +Matthäus Mt 48 10 4 12 Der Eiferer (für das Gesetz). +Matthäus Mt 48 10 4 13 Judas aus Karioth im Stamme Juda. Die anderen scheinen alle aus Galiläa zu stammen. [Apg 2,7] Der Evangelist erzählt, wie die Sache liegt, ohne Feindschaft oder Hass auszudrücken (Ehrns.). Als Judas berufen ward, war er gut (Cyrill.). Warum erwählte ihn aber der Herr, da er seinen Verrat voraussah? Man könnte ebenso fragen: Warum schuf Gott die Engel, welche dann von ihm abfielen, Adam, dessen Sünde er vorhersah, jene Menschen, die einst der Verdammnis anheimfallen? Es sei uns genug, zu wissen, dass Gott keinen Engel oder Menschen geschaffen, damit er Böses tue. Der böse Wille des Geschöpfes führt zur Sünde, Gott aber benutzt das Böse zum Guten, wie den Verrat des Judas und den Hass der Juden. +Matthäus Mt 48 10 4 14 Welch Vorbild bietet Christus im Verkehr mit Judas! Markus Mk 48 10 5 Quibus respondens Jesus, ait: Ad duritiam cordis vestri scripsit vobis præceptum istud. Jesus antwortete ihnen, und sprach: Wegen der Härte eueres Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben.⁵ -Matthäus Mt 47 10 5 Hos duodecim misit Jesus: præcipiens eis, dicens: In viam gentium ne abieritis, et in civitates Samaritanorum ne intraveritis: Diese Zwölf sandte Jesus aus, indem er ihnen gebot¹⁵ und sprach: Auf den Weg zu den Heiden gehet nicht, und tretet nicht ein in die Städte der Samariter;¹⁶ +Matthäus Mt 48 10 5 Hos duodecim misit Jesus: præcipiens eis, dicens: In viam gentium ne abieritis, et in civitates Samaritanorum ne intraveritis: Diese Zwölf sandte Jesus aus, indem er ihnen gebot¹⁵ und sprach: Auf den Weg zu den Heiden gehet nicht, und tretet nicht ein in die Städte der Samariter;¹⁶ Markus Mk 48 10 5 5 Diese Erlaubnis erfolgte der Unvollkommenheit des A. B., da das Gesetz keine wahre Heiligkeit verlieh und jene Mittel nicht gewährte, welche im A. B. helfen, alle bösen Neigungen des Herzens zu überwinden. -Matthäus Mt 47 10 5 15 Acht Vorschriften. Es ist dies nur eine vorbereitende Sendung. -Matthäus Mt 47 10 5 16 Die Samaritaner waren die Bewohner eines Gebietes zwischen Judäa und Galiläa, Nachkommen jener wenigen Israeliten, welche der assyrische König Salmanasar nach der Wegführung des Volkes Israel im Lande zurückgelassen und die sich mit heidnischen Völkern vermischt hatten. Sie waren von den Juden verabscheut, so wie auch sie hinwiederum die Juden hassten, vergl. [2Kön 17] -Matthäus Mt 47 10 6 Sed potius ite ad oves, quæ perierunt domus Israel. sondern gehet vielmehr zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.¹⁷ [Apg 13,46]. +Matthäus Mt 48 10 5 15 Acht Vorschriften. Es ist dies nur eine vorbereitende Sendung. +Matthäus Mt 48 10 5 16 Die Samaritaner waren die Bewohner eines Gebietes zwischen Judäa und Galiläa, Nachkommen jener wenigen Israeliten, welche der assyrische König Salmanasar nach der Wegführung des Volkes Israel im Lande zurückgelassen und die sich mit heidnischen Völkern vermischt hatten. Sie waren von den Juden verabscheut, so wie auch sie hinwiederum die Juden hassten, vergl. [2Kön 17] +Matthäus Mt 48 10 6 Sed potius ite ad oves, quæ perierunt domus Israel. sondern gehet vielmehr zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.¹⁷ [Apg 13,46]. Markus Mk 48 10 6 Ab initio autem creaturæ masculum, et feminam fecit eos Deus. Vom Anfange der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Weib geschaffen. [Gen 1,27] -Matthäus Mt 47 10 6 17 Wie Christus selbst. Israel waren die Verheißungen gegeben, dieses musste also zuerst zum Eintritt in das Reich eingeladen werden [Apg 13,46, Röm 1,16]. Gegen die Juden war diese Einladung Pflicht der Gerechtigkeit [Röm 15,8], gegen die Heiden Barmherzigkeit [Röm 11,17]. (Thom.) So werden die Juden unentschuldbar (Hier.). Auch nach der Auferstehung Christi beginnen die Apostel, zu allen Völkern gesendet, mit den Juden. [Apg 1,8]. Auch hier wird die spätere Sendung zu den Heiden angedeutet (vielmehr). +Matthäus Mt 48 10 6 17 Wie Christus selbst. Israel waren die Verheißungen gegeben, dieses musste also zuerst zum Eintritt in das Reich eingeladen werden [Apg 13,46, Röm 1,16]. Gegen die Juden war diese Einladung Pflicht der Gerechtigkeit [Röm 15,8], gegen die Heiden Barmherzigkeit [Röm 11,17]. (Thom.) So werden die Juden unentschuldbar (Hier.). Auch nach der Auferstehung Christi beginnen die Apostel, zu allen Völkern gesendet, mit den Juden. [Apg 1,8]. Auch hier wird die spätere Sendung zu den Heiden angedeutet (vielmehr). Markus Mk 48 10 7 Propter hoc relinquet homo patrem suum, et matrem, et adhærebit ad uxorem suam: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und seinem Weibe anhangen. [Gen 2,24, Mt 19,5, 1Kor 7,10, Eph 5,31] -Matthäus Mt 47 10 7 Euntes autem prædicate, dicentes: Quia appropinquavit regnum clorum. Indem ihr aber hingehet, prediget und sprechet:¹⁸ Das Himmelreich hat sich genaht. -Matthäus Mt 47 10 7 18 Wie Hirten, so sind die Apostel Mitarbeiter des Messias. Sie bringen dieselbe Botschaft, welche der heil. Johannes und der Heiland verkündet [Mt 3,2, Mt 4,17]. -Matthäus Mt 47 10 8 Infirmos curate, mortuos suscitate, leprosos mundate, dæmones ejicite: gratis accepistis, gratis date. Heilet die Kranken, erwecket die Toten, machet die Aussätzigen rein, treibet die Teufel aus;¹⁹ umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet.²⁰ +Matthäus Mt 48 10 7 Euntes autem prædicate, dicentes: Quia appropinquavit regnum clorum. Indem ihr aber hingehet, prediget und sprechet:¹⁸ Das Himmelreich hat sich genaht. +Matthäus Mt 48 10 7 18 Wie Hirten, so sind die Apostel Mitarbeiter des Messias. Sie bringen dieselbe Botschaft, welche der heil. Johannes und der Heiland verkündet [Mt 3,2, Mt 4,17]. +Matthäus Mt 48 10 8 Infirmos curate, mortuos suscitate, leprosos mundate, dæmones ejicite: gratis accepistis, gratis date. Heilet die Kranken, erwecket die Toten, machet die Aussätzigen rein, treibet die Teufel aus;¹⁹ umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet.²⁰ Markus Mk 48 10 8 Et erunt duo in carne una. Itaque jam non sunt duo, sed una caro. Und es werden zwei in einem Fleische sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.⁶ [1Kor 6,16] Markus Mk 48 10 8 6 Ein Prinzip für das von Gott gewollte Ziel, die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes. -Matthäus Mt 47 10 8 19 Dritte Vorschrift. Die Herzen der Menschen sollen durch Wohltaten gewonnen und die Lehre durch das göttliche Siegel der Wunder bekräftigt werden. (Hier.) Wer durch sein bloßes Wort solche Gewalt geben kann, zeigt sich bereits als Herr des Lebens und Sieger über Tod und Teufel. -Matthäus Mt 47 10 8 20 Alles Geistliche wird verächtlich, wenn Lohn dafür zu zahlen ist. Ihr habt es umsonst empfangen, seid also nicht Herren darüber. +Matthäus Mt 48 10 8 19 Dritte Vorschrift. Die Herzen der Menschen sollen durch Wohltaten gewonnen und die Lehre durch das göttliche Siegel der Wunder bekräftigt werden. (Hier.) Wer durch sein bloßes Wort solche Gewalt geben kann, zeigt sich bereits als Herr des Lebens und Sieger über Tod und Teufel. +Matthäus Mt 48 10 8 20 Alles Geistliche wird verächtlich, wenn Lohn dafür zu zahlen ist. Ihr habt es umsonst empfangen, seid also nicht Herren darüber. Markus Mk 48 10 9 Quod ergo Deus conjunxit, homo non separet. Was nun Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen. -Matthäus Mt 47 10 9 Nolite possidere aurum, neque argentum, neque pecuniam in zonis vestris: Besitzet weder Gold noch Silber, noch (anderes) Geld in euern Gürteln,²¹ [Lk 9,3, Lk 10,4]. -Matthäus Mt 47 10 9 21 Im Gürtel wurde Geld getragen. -Matthäus Mt 47 10 10 Non peram in via, neque duas tunicas, neque calceamenta, neque virgam: dignus enim est operarius cibo suo. auch keine Tasche²² auf dem Wege, noch zwei Kleider,²³ nicht Schuhe,²⁴ noch Stab;²⁵ denn der Arbeiter ist seines Unterhaltes wert.²⁶ +Matthäus Mt 48 10 9 Nolite possidere aurum, neque argentum, neque pecuniam in zonis vestris: Besitzet weder Gold noch Silber, noch (anderes) Geld in euern Gürteln,²¹ [Lk 9,3, Lk 10,4]. +Matthäus Mt 48 10 9 21 Im Gürtel wurde Geld getragen. +Matthäus Mt 48 10 10 Non peram in via, neque duas tunicas, neque calceamenta, neque virgam: dignus enim est operarius cibo suo. auch keine Tasche²² auf dem Wege, noch zwei Kleider,²³ nicht Schuhe,²⁴ noch Stab;²⁵ denn der Arbeiter ist seines Unterhaltes wert.²⁶ Markus Mk 48 10 10 Et in domo iterum discipuli ejus de eodem interrogaverunt eum. Und zu Hause fragten ihn seine Jünger noch einmal darüber.⁷ Markus Mk 48 10 10 7 Die Sache schien ihnen so neu und schwer, dass sie nicht wussten, ob sie den Herrn recht verstanden. -Matthäus Mt 47 10 10 22 Die Tasche diente zur Aufbewahrung von Speisen für eine längere Reise. -Matthäus Mt 47 10 10 23 Innere Kleider. -Matthäus Mt 47 10 10 24 Nur Sandalen also. Schuhe dienten für eine längere Reise. -Matthäus Mt 47 10 10 25 Beim heiligen Markus wird ein Stab erlaubt. Der Sinn ist derselbe, diesen gaben beide Evangelisten. -Matthäus Mt 47 10 10 26 Gott wird Sorge tragen, dass es ihm nicht am Nötigsten fehle. Diese Gebote galten in ihrer Wesenheit für alle Missionen, in Einzelheiten nur für diese, da sie jetzt zu bekannten und durch die Predigt und die Wunder vorbereiteten Menschen gehen. Vergl. [1Kor 9,5, Apg 20,33]. -Matthäus Mt 47 10 11 In quamcumque autem civitatem, aut castellum intraveritis, interrogate quis in ea dignus sit: et ibi manete donec exeatis. In welche Stadt aber, oder in welchen Flecken ihr immer kommen werdet, da fraget, wer darin würdig sei,²⁷ und bleibet da, bis ihr fort gehet.²⁸ +Matthäus Mt 48 10 10 22 Die Tasche diente zur Aufbewahrung von Speisen für eine längere Reise. +Matthäus Mt 48 10 10 23 Innere Kleider. +Matthäus Mt 48 10 10 24 Nur Sandalen also. Schuhe dienten für eine längere Reise. +Matthäus Mt 48 10 10 25 Beim heiligen Markus wird ein Stab erlaubt. Der Sinn ist derselbe, diesen gaben beide Evangelisten. +Matthäus Mt 48 10 10 26 Gott wird Sorge tragen, dass es ihm nicht am Nötigsten fehle. Diese Gebote galten in ihrer Wesenheit für alle Missionen, in Einzelheiten nur für diese, da sie jetzt zu bekannten und durch die Predigt und die Wunder vorbereiteten Menschen gehen. Vergl. [1Kor 9,5, Apg 20,33]. +Matthäus Mt 48 10 11 In quamcumque autem civitatem, aut castellum intraveritis, interrogate quis in ea dignus sit: et ibi manete donec exeatis. In welche Stadt aber, oder in welchen Flecken ihr immer kommen werdet, da fraget, wer darin würdig sei,²⁷ und bleibet da, bis ihr fort gehet.²⁸ Markus Mk 48 10 11 Et ait illis: Quicumque dimiserit uxorem suam, et aliam duxerit, adulterium committit super eam. Er sprach zu ihnen: Wer immer sein Weib entlässt, und eine andere nimmt, der begeht an ihr einen Ehebruch. -Matthäus Mt 47 10 11 27 Die Predigt darf nicht verächtlich erscheinen, deshalb muss ein geachteter Gastfreund erwählt werden (Hier. Ehrns.) -Matthäus Mt 47 10 11 28 Die Apostel sollen nicht leichtfertig und unbeständig erscheinen. -Matthäus Mt 47 10 12 Intrantes autem in domum, salutate eam, dicentes: Pax huic domui. Indem ihr aber in ein Haus tretet, begrüßet es, und saget: Friede sei mit diesem Hause!²⁹ +Matthäus Mt 48 10 11 27 Die Predigt darf nicht verächtlich erscheinen, deshalb muss ein geachteter Gastfreund erwählt werden (Hier. Ehrns.) +Matthäus Mt 48 10 11 28 Die Apostel sollen nicht leichtfertig und unbeständig erscheinen. +Matthäus Mt 48 10 12 Intrantes autem in domum, salutate eam, dicentes: Pax huic domui. Indem ihr aber in ein Haus tretet, begrüßet es, und saget: Friede sei mit diesem Hause!²⁹ Markus Mk 48 10 12 Et si uxor dimiserit virum suum, et alii nupserit, mchatur. Und wenn ein Weib ihren Mann entlässt, und einen anderen heiratet, so bricht sie die Ehe.⁸ Markus Mk 48 10 12 8 Dieselbe Lehre [Lk 16,18, 1Kor 7,10.11]. -Matthäus Mt 47 10 12 29 Der Friede des Messias. -Matthäus Mt 47 10 13 Et si quidem fuerit domus illa digna, veniet pax vestra super eam: si autem non fuerit digna, pax vestra revertetur ad vos. Wenn nun das Haus dessen würdig ist,³⁰ so wird euer Friede über dasselbe kommen; ist es aber dessen nicht würdig, so wird euer Friede auf euch zurückkehren.³¹ +Matthäus Mt 48 10 12 29 Der Friede des Messias. +Matthäus Mt 48 10 13 Et si quidem fuerit domus illa digna, veniet pax vestra super eam: si autem non fuerit digna, pax vestra revertetur ad vos. Wenn nun das Haus dessen würdig ist,³⁰ so wird euer Friede über dasselbe kommen; ist es aber dessen nicht würdig, so wird euer Friede auf euch zurückkehren.³¹ Markus Mk 48 10 13 Et offerebant illi parvulos ut tangeret illos. Discipuli autem comminabantur offerentibus. Und sie brachten Kindlein zu ihm, dass er sie berühren möchte. Die Jünger aber fuhren die hart an, welche sie brachten.⁹ [Mt 19,13] Markus Mk 48 10 13 9 Es war bei den Juden Sitte, Kinder zu angesehenen Lehrern zu führen, damit sie dieselben segneten. Vergl. [Mt 19,Anm.20]. -Matthäus Mt 47 10 13 30 Das Haus ist würdig, wenn es fromme Bewohner hat. Sind die Bewohner hartnäckig, so erlangen sie das Gut nicht, das er ihnen wünscht. -Matthäus Mt 47 10 13 31 Wie [Jes 45,23, Jes 55,11]. Nicht der Erfolg, sondern die Art der Arbeit bestimmt den Lohn [1Kor 3,8]. +Matthäus Mt 48 10 13 30 Das Haus ist würdig, wenn es fromme Bewohner hat. Sind die Bewohner hartnäckig, so erlangen sie das Gut nicht, das er ihnen wünscht. +Matthäus Mt 48 10 13 31 Wie [Jes 45,23, Jes 55,11]. Nicht der Erfolg, sondern die Art der Arbeit bestimmt den Lohn [1Kor 3,8]. Markus Mk 48 10 14 Quos cum videret Jesus, indigne tulit, et ait illis: Sinite parvulos venire ad me, et ne prohibueritis eos: talium enim est regnum Dei. Da Jesus sie sah, ward er unwillig, und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn für solche¹⁰ ist das Reich Gottes. -Matthäus Mt 47 10 14 Et quicumque non receperit vos, neque audierit sermones vestros: exeuntes foras de domo vel civitate, excutite pulverem de pedibus vestris. Und wer immer euch nicht aufnimmt, und eure Reden nicht anhört, da gehet hinaus aus dessen Hause oder aus der Stadt, und schüttelt den Staub von euern Füßen.³² +Matthäus Mt 48 10 14 Et quicumque non receperit vos, neque audierit sermones vestros: exeuntes foras de domo vel civitate, excutite pulverem de pedibus vestris. Und wer immer euch nicht aufnimmt, und eure Reden nicht anhört, da gehet hinaus aus dessen Hause oder aus der Stadt, und schüttelt den Staub von euern Füßen.³² Markus Mk 48 10 14 10 Nicht für diese, sondern für alle, die ihnen ähnlich sind. -Matthäus Mt 47 10 14 32 Achte Vorschrift. Bei [Mk 6,11] wird hinzugefügt: Zum Zeugnis für sie. Ebenso [Lk 9,5]. Dies taten die Apostel: [Apg 13,51 und Apg 18,6]. -Matthäus Mt 47 10 15 Amen dico vobis: Tolerabilius erit terræ Sodomorum, et Gomorrhæorum in die judicii, quam illi civitati. Wahrlich, ich sage euch, erträglicher wird es dem Lande der Sodomiter und Gomorrhiter ergehen am Tage des Gerichtes, als jener Stadt!³³ +Matthäus Mt 48 10 14 32 Achte Vorschrift. Bei [Mk 6,11] wird hinzugefügt: Zum Zeugnis für sie. Ebenso [Lk 9,5]. Dies taten die Apostel: [Apg 13,51 und Apg 18,6]. +Matthäus Mt 48 10 15 Amen dico vobis: Tolerabilius erit terræ Sodomorum, et Gomorrhæorum in die judicii, quam illi civitati. Wahrlich, ich sage euch, erträglicher wird es dem Lande der Sodomiter und Gomorrhiter ergehen am Tage des Gerichtes, als jener Stadt!³³ Markus Mk 48 10 15 Amen dico vobis: Quisquis non receperit regnum Dei velut parvulus, non intrabit in illud. Wahrlich, sage ich euch, wer das Reich Gottes nicht aufnimmt wie ein Kind,¹¹ wird in dasselbe nicht eingehen! [Mt 18,3] Markus Mk 48 10 15 11 An Demut, Einfalt, Unschuld usw. -Matthäus Mt 47 10 15 33 Zur Sünde wird Erkenntnis und Freiheit des Willens erfordert. Je größer beide sind, desto schwerer ist das Verbrechen. Mit welcher Autorität spricht Christus! Er gibt den Aposteln die höchste Gewalt, versichert sie, es werde ihnen an nichts fehlen, verheißt ihren Gebeten Segen, bedroht mit den schwersten Strafen diejenigen, welche sie zurückweisen! +Matthäus Mt 48 10 15 33 Zur Sünde wird Erkenntnis und Freiheit des Willens erfordert. Je größer beide sind, desto schwerer ist das Verbrechen. Mit welcher Autorität spricht Christus! Er gibt den Aposteln die höchste Gewalt, versichert sie, es werde ihnen an nichts fehlen, verheißt ihren Gebeten Segen, bedroht mit den schwersten Strafen diejenigen, welche sie zurückweisen! Markus Mk 48 10 16 Et complexans eos, et imponens manus super illos, benedicebat eos. Und er schloss sie in seine Arme, legte ihnen die Hände auf, und segnete sie.¹² -Matthäus Mt 47 10 16 Ecce ego mitto vos sicut oves in medio luporum. Estote ergo prudentes sicut serpentes, et simplices sicut columbæ. Sehet,³⁴ ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen. Seid daher klug wie die Schlangen, und einfältig wie die Tauben!³⁵ [Lk 10,3]. +Matthäus Mt 48 10 16 Ecce ego mitto vos sicut oves in medio luporum. Estote ergo prudentes sicut serpentes, et simplices sicut columbæ. Sehet,³⁴ ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen. Seid daher klug wie die Schlangen, und einfältig wie die Tauben!³⁵ [Lk 10,3]. Markus Mk 48 10 16 12 Nur zwei Mal zeigte der Heiland seine Zuneigung durch äußere Liebkosung: [Mk 9,35] und hier. -Matthäus Mt 47 10 16 34 Zwei Dinge können den Verkündern des Evangeliums besonders schaden: Habsucht und Furcht vor dem Tode und ähnlichen Übeln. Gegen die erstere hat Christus die Apostel bereits gewaffnet. Schauet auf meine Macht, so wird euch die Größe der Gefahr nicht schrecken. -Matthäus Mt 47 10 16 35 Seid einfältig ohne List und Rachsucht (Basil. Ehrns.), aber auch klug die Gefahren zu meiden, keine Gelegenheit zu übler Nachrede zu geben, die Lehre in passender Weise vorzulegen (Basil.). +Matthäus Mt 48 10 16 34 Zwei Dinge können den Verkündern des Evangeliums besonders schaden: Habsucht und Furcht vor dem Tode und ähnlichen Übeln. Gegen die erstere hat Christus die Apostel bereits gewaffnet. Schauet auf meine Macht, so wird euch die Größe der Gefahr nicht schrecken. +Matthäus Mt 48 10 16 35 Seid einfältig ohne List und Rachsucht (Basil. Ehrns.), aber auch klug die Gefahren zu meiden, keine Gelegenheit zu übler Nachrede zu geben, die Lehre in passender Weise vorzulegen (Basil.). Markus Mk 48 10 17 Et cum egressus esset in viam, procurrens quidam genu flexo ante eum, rogabat eum: Magister bone, quid faciam ut vitam æternam percipiam? Und als er auf die Straße hinausgegangen war, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder, und fragte ihn: Guter Meister! was soll ich tun, dass ich das ewige Leben erlange?¹³ [Mt 19,16, Lk 18,18] -Matthäus Mt 47 10 17 Cavete autem ab hominibus. Tradent enim vos in conciliis, et in synagogis suis flagellabunt vos: Nehmet euch aber in Acht vor den Menschen;³⁶ denn sie werden euch an Gerichtshöfe überantworten, und in ihren Synagogen euch geißeln.³⁷ +Matthäus Mt 48 10 17 Cavete autem ab hominibus. Tradent enim vos in conciliis, et in synagogis suis flagellabunt vos: Nehmet euch aber in Acht vor den Menschen;³⁶ denn sie werden euch an Gerichtshöfe überantworten, und in ihren Synagogen euch geißeln.³⁷ Markus Mk 48 10 17 13 Sein Eifer und seine Ehrerbietigkeit zeigen, dass er es aufrichtig meint. Andere suchen Heilung, er das ewige Leben. -Matthäus Mt 47 10 17 36 Besondere Dinge: Nehmet euch in Acht vor den Menschen, die Feinde der Wahrheit und des Reiches Gottes sind. -Matthäus Mt 47 10 17 37 Dass in Synagogen gegeißelt wurde, erhellt aus [Apg 22,19, Apg 26,11]. Es gab zwei Arten von Geißelung: Nur die Geißelung bis zu 39 Streichen, [2Kor 11,24] nicht die Geißelung bis zum Tode konnte von den jüdischen Gerichten verhängt werden. +Matthäus Mt 48 10 17 36 Besondere Dinge: Nehmet euch in Acht vor den Menschen, die Feinde der Wahrheit und des Reiches Gottes sind. +Matthäus Mt 48 10 17 37 Dass in Synagogen gegeißelt wurde, erhellt aus [Apg 22,19, Apg 26,11]. Es gab zwei Arten von Geißelung: Nur die Geißelung bis zu 39 Streichen, [2Kor 11,24] nicht die Geißelung bis zum Tode konnte von den jüdischen Gerichten verhängt werden. Markus Mk 48 10 18 Jesus autem dixit ei: Quid me dicis bonum? Nemo bonus, nisi unus Deus. Jesus aber sprach zu ihm: Was nennest du mich gut? Niemand ist gut, als nur¹⁴ einer, Gott. [Lk 18,19] -Matthäus Mt 47 10 18 Et ad præsides, et ad reges ducemini propter me in testimonium illis, et gentibus. Und vor Statthalter und vor Könige³⁸ werdet ihr geführt werden um meinetwillen,³⁹ ihnen und den Heiden zum Zeugnisse.⁴⁰ +Matthäus Mt 48 10 18 Et ad præsides, et ad reges ducemini propter me in testimonium illis, et gentibus. Und vor Statthalter und vor Könige³⁸ werdet ihr geführt werden um meinetwillen,³⁹ ihnen und den Heiden zum Zeugnisse.⁴⁰ Markus Mk 48 10 18 14 Zeigen dir die Gründe, aus denen du mich gut genannt hast, nicht noch mehr, meine Gottheit? (Bed., Vikt., Theoph.) -Matthäus Mt 47 10 18 38 Wie Paulus von Agrippa, [Apg 25,23], Petrus und Paulus vor Nero, Johannes vor Domitian. -Matthäus Mt 47 10 18 39 Trost. So [Apg 4,7, Apg 5,18.40]. -Matthäus Mt 47 10 18 40 Zum Zeugnisse eurer Beharrlichkeit und eurer Rechtfertigung auch vor Gott, wenn sie euch zurückweisen. +Matthäus Mt 48 10 18 38 Wie Paulus von Agrippa, [Apg 25,23], Petrus und Paulus vor Nero, Johannes vor Domitian. +Matthäus Mt 48 10 18 39 Trost. So [Apg 4,7, Apg 5,18.40]. +Matthäus Mt 48 10 18 40 Zum Zeugnisse eurer Beharrlichkeit und eurer Rechtfertigung auch vor Gott, wenn sie euch zurückweisen. Markus Mk 48 10 19 Præcepta nosti: Ne adulteres, Ne occidas, Ne fureris, Ne falsum testimonium dixeris, Ne fraudem feceris, Honora patrem tuum et matrem. Die Gebote kennst du: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugnis geben; du sollst nicht übervorteilen; du sollst Vater und Mutter ehren. [Ex 20,13] -Matthäus Mt 47 10 19 Cum autem tradent vos, nolite cogitare quomodo, aut quid loquamini: dabitur enim vobis in illa hora, quid loquamini. Wenn sie euch aber überantworten, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollet; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollet.⁴¹ [Lk 12,11]. -Matthäus Mt 47 10 19 41 Wie erhaben wird das Zeugnis sein! Beunruhigt euch nicht wegen der Worte und der Weise. Gottes Sache ist es, um die es sich handelt. -Matthäus Mt 47 10 20 Non enim vos estis qui loquimini, sed Spiritus Patris vestri, qui loquitur in vobis. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet.⁴² +Matthäus Mt 48 10 19 Cum autem tradent vos, nolite cogitare quomodo, aut quid loquamini: dabitur enim vobis in illa hora, quid loquamini. Wenn sie euch aber überantworten, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollet; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollet.⁴¹ [Lk 12,11]. +Matthäus Mt 48 10 19 41 Wie erhaben wird das Zeugnis sein! Beunruhigt euch nicht wegen der Worte und der Weise. Gottes Sache ist es, um die es sich handelt. +Matthäus Mt 48 10 20 Non enim vos estis qui loquimini, sed Spiritus Patris vestri, qui loquitur in vobis. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet.⁴² Markus Mk 48 10 20 At ille respondens, ait illi: Magister, hæc omnia observavi a juventute mea. Jener aber antwortete, und sprach zu ihm: Meister! dies alles habe ich beobachtet von meiner Jugend an. -Matthäus Mt 47 10 20 42 Der Heiland spricht wie von einer gegenwärtigen Sache, so gibt er eine auf immer gültige Verheißung. Ihr seid nur die Werkzeuge (Thom.). Eures Vaters: Welcher Trost! -Matthäus Mt 47 10 21 Tradet autem frater fratrem in mortem, et pater filium: et insurgent filii in parentes et morte eos afficient: Es wird aber ein Bruder den andern in den Tod liefern, und der Vater das Kind; und die Kinder werden sich auflehnen gegen die Eltern, und sie um's Leben bringen.⁴³ +Matthäus Mt 48 10 20 42 Der Heiland spricht wie von einer gegenwärtigen Sache, so gibt er eine auf immer gültige Verheißung. Ihr seid nur die Werkzeuge (Thom.). Eures Vaters: Welcher Trost! +Matthäus Mt 48 10 21 Tradet autem frater fratrem in mortem, et pater filium: et insurgent filii in parentes et morte eos afficient: Es wird aber ein Bruder den andern in den Tod liefern, und der Vater das Kind; und die Kinder werden sich auflehnen gegen die Eltern, und sie um's Leben bringen.⁴³ Markus Mk 48 10 21 Jesus autem intuitus eum, dilexit eum, et dixit ei: Unum tibi deest: vade, quæcumque habes vende, et da pauperibus, et habebis thesaurum in clo: et veni, sequere me. Jesus aber blickte ihn an, gewann ihn lieb, und sprach zu ihm: Eines fehlt dir noch; gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir!¹⁵ Markus Mk 48 10 21 15 Als Jünger und durch Nachahmung. -Matthäus Mt 47 10 21 43 Damit sie sich nicht verwundern. Jedes Band wird gelöst, aber Christi Kraft triumphiert auch über diese Prüfung. +Matthäus Mt 48 10 21 43 Damit sie sich nicht verwundern. Jedes Band wird gelöst, aber Christi Kraft triumphiert auch über diese Prüfung. Markus Mk 48 10 22 Qui contristatus in verbo, abiit mrens: erat enim habens multas possessiones. Da ward er traurig über dieses Wort,¹⁶ und ging betrübt davon; denn er hatte viele Besitztümer. -Matthäus Mt 47 10 22 Et eritis odio omnibus propter nomen meum: qui autem perseveraverit usque in finem, hic salvus erit. Und ihr werdet gehasst werden von allen⁴⁴ um meines Namens willen;⁴⁵ wer aber ausharret bis an's Ende,⁴⁶ der wird gerettet werden. +Matthäus Mt 48 10 22 Et eritis odio omnibus propter nomen meum: qui autem perseveraverit usque in finem, hic salvus erit. Und ihr werdet gehasst werden von allen⁴⁴ um meines Namens willen;⁴⁵ wer aber ausharret bis an's Ende,⁴⁶ der wird gerettet werden. Markus Mk 48 10 22 16 Wegen der Rede; der Preis scheint ihm zu hoch. -Matthäus Mt 47 10 22 44 Von allen Verächtern der Wahrheit. -Matthäus Mt 47 10 22 45 Trost und Verheißung der Hilfe. -Matthäus Mt 47 10 22 46 Der Verfolgungen, wohl auch des Lebens. +Matthäus Mt 48 10 22 44 Von allen Verächtern der Wahrheit. +Matthäus Mt 48 10 22 45 Trost und Verheißung der Hilfe. +Matthäus Mt 48 10 22 46 Der Verfolgungen, wohl auch des Lebens. Markus Mk 48 10 23 Et circumspiciens Jesus, ait discipulis suis: Quam difficile qui pecunias habent, in regnum Dei introibunt! Und Jesus blickte um sich, und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer ist es, dass die, welche viel Geld haben, in das Reich Gottes eingehen! -Matthäus Mt 47 10 23 Cum autem persequentur vos in civitate ista, fugite in aliam. Amen dico vobis, non consummabitis civitates Israel, donec veniat Filius hominis. Wenn sie euch aber verfolgen werden in dieser Stadt,⁴⁷ so fliehet in die andere;⁴⁸ wahrlich, ich sage euch, ihr werdet nicht mit allen Städten Israels zu Ende gekommen sein, bis der Sohn des Menschen kommen wird!⁴⁹ -Matthäus Mt 47 10 23 47 Wohl soll der Hirt sein Leben lassen für seine Schafe [Joh 10,11], aber die Apostel haben den ganzen Erdkreis zu weiden. Zudem entstand eine Verfolgung in der Regel erst, nachdem in einer Stadt eine christliche Gemeinde begründet und Vorsteher eingesetzt waren. Die Flucht ist also kein Verrat an der Sache Christi, sondern eine Gelegenheit zur Ausbreitung des Reiches. Wer nur einen Teil der Herde Christi weidet, muss bei diesem bleiben, wenn es notwendig ist, um den Verfolgenden nicht Ursache zu deren Verdammnis zu werden. (Greg. Naz.) -Matthäus Mt 47 10 23 48 In denen Juden wohnen. -Matthäus Mt 47 10 23 49 Zum Gerichte. Vergl. [Röm 11,25] -Matthäus Mt 47 10 24 Non est discipulus super magistrum, nec servus super dominum suum: Ein Jünger ist nicht über dem Meister, noch ein Knecht über seinem Herrn.⁵⁰ [Lk 6,40, Joh 13,16, Joh 15,20]. +Matthäus Mt 48 10 23 Cum autem persequentur vos in civitate ista, fugite in aliam. Amen dico vobis, non consummabitis civitates Israel, donec veniat Filius hominis. Wenn sie euch aber verfolgen werden in dieser Stadt,⁴⁷ so fliehet in die andere;⁴⁸ wahrlich, ich sage euch, ihr werdet nicht mit allen Städten Israels zu Ende gekommen sein, bis der Sohn des Menschen kommen wird!⁴⁹ +Matthäus Mt 48 10 23 47 Wohl soll der Hirt sein Leben lassen für seine Schafe [Joh 10,11], aber die Apostel haben den ganzen Erdkreis zu weiden. Zudem entstand eine Verfolgung in der Regel erst, nachdem in einer Stadt eine christliche Gemeinde begründet und Vorsteher eingesetzt waren. Die Flucht ist also kein Verrat an der Sache Christi, sondern eine Gelegenheit zur Ausbreitung des Reiches. Wer nur einen Teil der Herde Christi weidet, muss bei diesem bleiben, wenn es notwendig ist, um den Verfolgenden nicht Ursache zu deren Verdammnis zu werden. (Greg. Naz.) +Matthäus Mt 48 10 23 48 In denen Juden wohnen. +Matthäus Mt 48 10 23 49 Zum Gerichte. Vergl. [Röm 11,25] +Matthäus Mt 48 10 24 Non est discipulus super magistrum, nec servus super dominum suum: Ein Jünger ist nicht über dem Meister, noch ein Knecht über seinem Herrn.⁵⁰ [Lk 6,40, Joh 13,16, Joh 15,20]. Markus Mk 48 10 24 Discipuli autem obstupescebant in verbis ejus. At Jesus rursus respondens ait illis: Filioli, quam difficile est, confidentes in pecuniis, in regnum Dei introire! Die Jünger aber erstaunten über seine Worte.¹⁷ Da hob Jesus abermals an, und sprach zu ihnen: Kindlein,¹⁸ wie schwer ist es, dass die, welche auf das Geld ihr Vertrauen setzen, in das Reich Gottes eingehen!¹⁹ Markus Mk 48 10 24 17 Die Lehre des Heilandes scheint ihnen unbegreiflich, deshalb wiederholt der Herr seine Worte. Markus Mk 48 10 24 18 Die freundliche Anrede zeigt, dass Christus sie weder täuschen, noch unnützerweise erschrecken will, sondern ihnen eine Lehre von großer Wichtigkeit zu ihrem Besten vorlegt. Markus Mk 48 10 24 19 Gott gibt den Reichtum, damit er eine Hilfe zur Erlangung seines Reiches sei, doch die ungezähmte Anhänglichkeit des Herzens schafft Schwierigkeit. -Matthäus Mt 47 10 24 50 Verstärkung durch dreifachen Vergleich. -Matthäus Mt 47 10 25 Sufficit discipulo, ut sit sicut magister ejus: et servo, sicut dominus ejus. Si Patrem familias Beelzebub vocaverunt: quanto magis domesticos ejus? Es ist genug für den Jünger, zu sein wie sein Meister, und für den Knecht, zu sein wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebub⁵¹ geheißen, um wie viel mehr seine Hausgenossen? +Matthäus Mt 48 10 24 50 Verstärkung durch dreifachen Vergleich. +Matthäus Mt 48 10 25 Sufficit discipulo, ut sit sicut magister ejus: et servo, sicut dominus ejus. Si Patrem familias Beelzebub vocaverunt: quanto magis domesticos ejus? Es ist genug für den Jünger, zu sein wie sein Meister, und für den Knecht, zu sein wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebub⁵¹ geheißen, um wie viel mehr seine Hausgenossen? Markus Mk 48 10 25 Facilius est, camelum per foramen acus transire, quam divitem intrare in regnum Dei. Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr durchgehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingehe!²⁰ Markus Mk 48 10 25 20 Sprichwort, um eine sehr schwere Sache zu bezeichnen. -Matthäus Mt 47 10 25 51 Herr der Fliegen. Diesen Namen führt der Götze von Assaron [2Kön 1,2]. Vielleicht haben die Juden ihn so genannt, vielleicht ist auch zu verstehen: Sie haben ihn den Beelzebub, d. i. die Gemeinschaft mit demselben vorgeworfen. Zu letzterer Auslegung passt [Mt 9,34 und Mt 12,24, Mk 3,22, Lk 11,15]. +Matthäus Mt 48 10 25 51 Herr der Fliegen. Diesen Namen führt der Götze von Assaron [2Kön 1,2]. Vielleicht haben die Juden ihn so genannt, vielleicht ist auch zu verstehen: Sie haben ihn den Beelzebub, d. i. die Gemeinschaft mit demselben vorgeworfen. Zu letzterer Auslegung passt [Mt 9,34 und Mt 12,24, Mk 3,22, Lk 11,15]. Markus Mk 48 10 26 Qui magis admirabantur, dicentes ad semetipsos: Et quis potest salvus fieri? Da verwunderten sie sich noch mehr, und sprachen zueinander: Wer kann wohl selig werden?²¹ -Matthäus Mt 47 10 26 Ne ergo timueritis eos: Nihil enim est opertum, quod non revelabitur: et occultum, quod non scietur. Darum⁵² fürchtet sie nicht; denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was nicht kund werden wird. [Mk 4,22, Lk 8,17, Lk 12,2]. +Matthäus Mt 48 10 26 Ne ergo timueritis eos: Nihil enim est opertum, quod non revelabitur: et occultum, quod non scietur. Darum⁵² fürchtet sie nicht; denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was nicht kund werden wird. [Mk 4,22, Lk 8,17, Lk 12,2]. Markus Mk 48 10 26 21 Sie sind für die anderen Menschen besorgt. -Matthäus Mt 47 10 26 52 Da ihr mit mir so vereint seid im Leiden, werdet ihr es auch in der Herrlichkeit sein. Wie Christus einst von vielen geringgeschätzt und nun doch von allen Guten verehrt wird, so wird auch der Feinde Bosheit und die Tugend der Jünger offenbar werden. -Matthäus Mt 47 10 27 Quod dico vobis in tenebris, dicite in lumine: et quod in aure auditis, prædicate super tecta. Was ich euch im Finstern sage,⁵³ das redet im Lichte; und was ihr in's Ohr höret,⁵⁴ das prediget auf den Dächern.⁵⁵ +Matthäus Mt 48 10 26 52 Da ihr mit mir so vereint seid im Leiden, werdet ihr es auch in der Herrlichkeit sein. Wie Christus einst von vielen geringgeschätzt und nun doch von allen Guten verehrt wird, so wird auch der Feinde Bosheit und die Tugend der Jünger offenbar werden. +Matthäus Mt 48 10 27 Quod dico vobis in tenebris, dicite in lumine: et quod in aure auditis, prædicate super tecta. Was ich euch im Finstern sage,⁵³ das redet im Lichte; und was ihr in's Ohr höret,⁵⁴ das prediget auf den Dächern.⁵⁵ Markus Mk 48 10 27 Et intuens illos Jesus, ait: Apud homines impossibile est, sed non apud Deum: omnia enim possibilia sunt apud Deum. Und Jesus blickte sie an,²² und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott ist alles möglich.²³ [Mt 19,26] Markus Mk 48 10 27 22 Durch seinen Blick sie tröstend. Markus Mk 48 10 27 23 Gott kann alle Hindernisse beseitigen. -Matthäus Mt 47 10 27 53 In einem entlegenen Winkel Palästinas. -Matthäus Mt 47 10 27 54 Was ihr im Privatgespräch höret. -Matthäus Mt 47 10 27 55 Die Dächer waren flach und niedrig und eigneten sich zu Ansprachen an eine Menge. -Matthäus Mt 47 10 28 Et nolite timere eos, qui occidunt corpus, animam autem non possunt occidere: sed potius timete eum, qui potest et animam, et corpus perdere in gehennam. Und fürchtet euch nicht vor denen, welche den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; sondern fürchtet vielmehr denjenigen, der Seele und Leib in's Verderben der Hölle stürzen kann.⁵⁶ +Matthäus Mt 48 10 27 53 In einem entlegenen Winkel Palästinas. +Matthäus Mt 48 10 27 54 Was ihr im Privatgespräch höret. +Matthäus Mt 48 10 27 55 Die Dächer waren flach und niedrig und eigneten sich zu Ansprachen an eine Menge. +Matthäus Mt 48 10 28 Et nolite timere eos, qui occidunt corpus, animam autem non possunt occidere: sed potius timete eum, qui potest et animam, et corpus perdere in gehennam. Und fürchtet euch nicht vor denen, welche den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; sondern fürchtet vielmehr denjenigen, der Seele und Leib in's Verderben der Hölle stürzen kann.⁵⁶ Markus Mk 48 10 28 Et cpit ei Petrus dicere: Ecce nos, dimisimus omnia, et secuti sumus te. Da begann Petrus, und sprach zu ihm: Siehe wir haben alles verlassen, und sind dir gefolgt!²⁴ [Mt 19,27, Lk 18,28] Markus Mk 48 10 28 24 Petrus will genauer wissen, was für ein Schatz ihnen im Himmel hinterlegt ist. -Matthäus Mt 47 10 28 56 Die Furcht vor Gott besiege die Menschenfurcht. Der gleiche Gedanke muss jeden frommen Christen erfüllen. Zugleich steht ihnen Gottes väterliche Vorsehung zur Seite; so muss alle Furcht weichen. +Matthäus Mt 48 10 28 56 Die Furcht vor Gott besiege die Menschenfurcht. Der gleiche Gedanke muss jeden frommen Christen erfüllen. Zugleich steht ihnen Gottes väterliche Vorsehung zur Seite; so muss alle Furcht weichen. Markus Mk 48 10 29 Respondens Jesus, ait: Amen dico vobis: Nemo est, qui reliquerit domum, aut fratres, aut sorores, aut patrem, aut matrem, aut filios, aut agros propter me, et propter Evangelium, Jesus antwortete, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es ist niemand, der Haus, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Kinder, oder Äcker verlassen hat um meinet- und des Evangeliums wegen, -Matthäus Mt 47 10 29 Nonne duo passeres asse veneunt: et unus ex illis non cadet super terram sine Patre vestro? Sind nicht zwei Sperlinge zu kaufen um einen Pfennig?⁵⁷ und nicht ein einziger von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euern Vater. -Matthäus Mt 47 10 29 57 Ein Assarion, der zehnte Teil eines As, eine kleine Kupfermünze. -Matthäus Mt 47 10 30 Vestri autem capilli capitis omnes numerati sunt. An euch aber sind die Haare des Hauptes alle gezählt.⁵⁸ [2Sam 14,11, Apg 27,34]. +Matthäus Mt 48 10 29 Nonne duo passeres asse veneunt: et unus ex illis non cadet super terram sine Patre vestro? Sind nicht zwei Sperlinge zu kaufen um einen Pfennig?⁵⁷ und nicht ein einziger von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euern Vater. +Matthäus Mt 48 10 29 57 Ein Assarion, der zehnte Teil eines As, eine kleine Kupfermünze. +Matthäus Mt 48 10 30 Vestri autem capilli capitis omnes numerati sunt. An euch aber sind die Haare des Hauptes alle gezählt.⁵⁸ [2Sam 14,11, Apg 27,34]. Markus Mk 48 10 30 Qui non accipiat centies tantum, nunc in tempore hoc: domos, et fratres, et sorores, et matres, et filios, et agros, cum persecutionibus, et in sæculo futuro vitam æternam. der nicht hundertmal so viel empfinge,²⁵ jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder, und Schwestern und Mütter und Kinder, und Äcker, inmitten von Verfolgungen, und in der zukünftigen Welt das ewige Leben! Markus Mk 48 10 30 25 Die geistlichen Güter sind hundertfach mehr wert als alle zeitlichen, welche sie verlassen (Ambr., Hier., Greg.). Auch auf Erden erhalten sie hundertfaches, dies zeigt die Liebe der ersten Christen [Apg 2,44] (Vikt., Theoph., Euth.) und das Leben der Ordensleute. Auch die Verfolgungen werden dies nicht hindern können (Cassian., Theoph.). -Matthäus Mt 47 10 30 58 Ein Sprichwort, dessen Sinn: Ihr werdet auch nicht den geringsten Schaden leiden. Vergl. [1Sam 14,45, 2Sam 14,11, Apg 27,34] -Matthäus Mt 47 10 31 Nolite ergo timere: multis passeribus meliores estis vos. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. +Matthäus Mt 48 10 30 58 Ein Sprichwort, dessen Sinn: Ihr werdet auch nicht den geringsten Schaden leiden. Vergl. [1Sam 14,45, 2Sam 14,11, Apg 27,34] +Matthäus Mt 48 10 31 Nolite ergo timere: multis passeribus meliores estis vos. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Markus Mk 48 10 31 Multi autem erunt primi novissimi, et novissimi primi. Viele der Ersten aber werden die Letzten, und viele der Letzten die Ersten sein.²⁶ [Mt 19,30] Markus Mk 48 10 31 26 Die alles verlassen haben, werden indes nicht darum allein schon die ersten Sitze im Himmel inne haben, so wenig wie das Maß der Zeit allein die Größe der Belohnung bestimmt [Mt 20,1-16]. Judas war vor dem guten Schächer berufen und doch gingen nicht beide in das Reich ein (Beda). -Matthäus Mt 47 10 32 Omnis ergo, qui confitebitur me coram hominibus, confitebor et ego eum coram Patre meo, qui in clis est: Ein jeder also,⁵⁹ der mich⁶⁰ vor den Menschen⁶¹ bekennen wird, den will auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist;⁶² [Mk 8,38, Lk 9,26, Lk 12,8, 2Tim 2,12]. +Matthäus Mt 48 10 32 Omnis ergo, qui confitebitur me coram hominibus, confitebor et ego eum coram Patre meo, qui in clis est: Ein jeder also,⁵⁹ der mich⁶⁰ vor den Menschen⁶¹ bekennen wird, den will auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist;⁶² [Mk 8,38, Lk 9,26, Lk 12,8, 2Tim 2,12]. Markus Mk 48 10 32 Erant autem in via ascendentes Jerosolymam: et præcedebat illos Jesus, et stupebant: et sequentes timebant. Et assumens iterum duodecim, cpit illis dicere quæ essent ei eventura. Sie waren nun auf dem Wege, und zogen nach Jerusalem hinauf; Jesus ging vor ihnen her, sie aber folgten staunend voller Bangigkeit.²⁷ Und er nahm abermals die Zwölf zu sich, und fing an ihnen zu sagen, was ihm widerfahren würde.²⁸ [Mt 20,17, Lk 18,31] Markus Mk 48 10 32 27 Die Apostel fürchten sich, denn sie haben zu wiederholten Male gehört, was in der Stadt bevorsteht. Der Heiland eilt dem Leiden entgegen, bereit, Gottes Willen zu tun (Theoph.). Markus Mk 48 10 32 28 Christus sagt zum dritten Male sein Leiden voraus. -Matthäus Mt 47 10 32 59 Folgerungen, die sich an alle Gläubigen richten, um alle anzueifern. -Matthäus Mt 47 10 32 60 Griech.: in mir, gleichsam eines geworden mit Christus. -Matthäus Mt 47 10 32 61 Also nicht allein im Herzen [Röm 10,10]. -Matthäus Mt 47 10 32 62 Christus will für ihn gutes Zeugnis vor seinem Vater geben, damit er Lohn erhalte. -Matthäus Mt 47 10 33 Qui autem negaverit me coram hominibus, negabo et ego eum coram Patre meo, qui in clis est. wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den will auch ich vor meinem Vater verleugnen, der im Himmel ist.⁶³ +Matthäus Mt 48 10 32 59 Folgerungen, die sich an alle Gläubigen richten, um alle anzueifern. +Matthäus Mt 48 10 32 60 Griech.: in mir, gleichsam eines geworden mit Christus. +Matthäus Mt 48 10 32 61 Also nicht allein im Herzen [Röm 10,10]. +Matthäus Mt 48 10 32 62 Christus will für ihn gutes Zeugnis vor seinem Vater geben, damit er Lohn erhalte. +Matthäus Mt 48 10 33 Qui autem negaverit me coram hominibus, negabo et ego eum coram Patre meo, qui in clis est. wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den will auch ich vor meinem Vater verleugnen, der im Himmel ist.⁶³ Markus Mk 48 10 33 Quia ecce ascendimus Jerosolymam, et Filius hominis tradetur principibus sacerdotum, et Scribis, et senioribus, et damnabunt eum morte, et tradent eum gentibus: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten überliefert werden; sie werden ihn zum Tode verurteilen, und den Heiden überliefern; -Matthäus Mt 47 10 33 63 Der Herr wird bestreiten, dass sie zu ihm gehören und so werden sie von seiner Erbschaft ausgeschlossen das [Mt 8,12] beschriebene Los haben. -Matthäus Mt 47 10 34 Nolite arbitrari quia pacem venerim mittere in terram: non veni pacem mittere, sed gladium. Glaubet nicht, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.⁶⁴ [Lk 12,51]. +Matthäus Mt 48 10 33 63 Der Herr wird bestreiten, dass sie zu ihm gehören und so werden sie von seiner Erbschaft ausgeschlossen das [Mt 8,12] beschriebene Los haben. +Matthäus Mt 48 10 34 Nolite arbitrari quia pacem venerim mittere in terram: non veni pacem mittere, sed gladium. Glaubet nicht, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.⁶⁴ [Lk 12,51]. Markus Mk 48 10 34 Et illudent ei, et conspuent eum, et flagellabunt eum, et interficient eum: et tertia die resurget. und werden ihn verspotten, und anspeien, und geißeln und töten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.²⁹ [Mt 20,19] Markus Mk 48 10 34 29 Jesus offenbart seine Kenntnis von dem Leiden und seinen Willen, es auf sich zu nehmen, damit die Apostel nicht irre werden, wenn sie ihn leiden sehen, was des Messias unwürdig zu sein scheint. -Matthäus Mt 47 10 34 64 Wie V. 21. Die Apostel sollen keinen Anstoß daran nehmen, wenn der böse Wille der Menschen Zwiespalt erregt. -Matthäus Mt 47 10 35 Veni enim separare hominem adversus patrem suum, et filiam adversus matrem suam, et nurum adversus socrum suam: Denn ich bin gekommen, zu entzweien den Menschen wider seinen Vater, die Tochter wider die Mutter, und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter; +Matthäus Mt 48 10 34 64 Wie V. 21. Die Apostel sollen keinen Anstoß daran nehmen, wenn der böse Wille der Menschen Zwiespalt erregt. +Matthäus Mt 48 10 35 Veni enim separare hominem adversus patrem suum, et filiam adversus matrem suam, et nurum adversus socrum suam: Denn ich bin gekommen, zu entzweien den Menschen wider seinen Vater, die Tochter wider die Mutter, und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter; Markus Mk 48 10 35 Et accedunt ad eum Jacobus, et Joannes filii Zebedæi, dicentes: Magister, volumus ut quodcumque petierimus, facias nobis. Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm, und sprachen: Meister! wir möchten, dass du uns gewährtest, um was immer wir bitten.³⁰ [Mt 20,20] Markus Mk 48 10 35 30 Die Veranlassung zu der Bitte, siehe [Mt 19,28]. Sie scheuen sich, sogleich um das zu bitten, was ihnen im Sinne liegt. -Matthäus Mt 47 10 36 Et inimici hominis, domestici ejus. und des Menschen Hausgenossen⁶⁵ werden seine Feinde sein. [Mi 7,6]. +Matthäus Mt 48 10 36 Et inimici hominis, domestici ejus. und des Menschen Hausgenossen⁶⁵ werden seine Feinde sein. [Mi 7,6]. Markus Mk 48 10 36 At ille dixit eis: Quid vultis ut faciam vobis? Er aber sprach zu ihnen: Was wollet ihr, dass ich euch tun soll? -Matthäus Mt 47 10 36 65 Der eine nimmt den Glauben an, der andere verfolgt. -Matthäus Mt 47 10 37 Qui amat patrem, aut matrem plus quam me, non est me dignus: et qui amat filium, aut filiam super me, non est me dignus. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer den Sohn oder die Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.⁶⁶ [Lk 14,26]. +Matthäus Mt 48 10 36 65 Der eine nimmt den Glauben an, der andere verfolgt. +Matthäus Mt 48 10 37 Qui amat patrem, aut matrem plus quam me, non est me dignus: et qui amat filium, aut filiam super me, non est me dignus. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer den Sohn oder die Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.⁶⁶ [Lk 14,26]. Markus Mk 48 10 37 Et dixerunt: Da nobis ut unus ad dexteram tuam, et alius ad sinistram tuam sedeamus in gloria tua. Sie sprachen: Gib uns, dass wir, einer zu deiner Rechten, und einer zu deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit!³¹ Markus Mk 48 10 37 31 Ihre Bitte ist nicht frei von Ehrgeiz, wie die Antwort des Heilandes V. 42 zeigt. -Matthäus Mt 47 10 37 66 Als Jünger und Erben. +Matthäus Mt 48 10 37 66 Als Jünger und Erben. Markus Mk 48 10 38 Jesus autem ait eis: Nescitis quid petatis: potestis bibere calicem, quem ego bibo: aut baptismo, quo ego baptizor, baptizari? Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet.³² Könnet ihr den Kelch³³ trinken, den ich trinke? oder getauft werden mit der Taufe,³⁴ mit der ich getauft werde? -Matthäus Mt 47 10 38 Et qui non accipit crucem suam, et sequitur me, non est me dignus. Und wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, und mir nachfolget, ist meiner nicht wert.⁶⁷ [Mt 16,24, Mk 8,34, Lk 9,23, Lk 14,27]. +Matthäus Mt 48 10 38 Et qui non accipit crucem suam, et sequitur me, non est me dignus. Und wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, und mir nachfolget, ist meiner nicht wert.⁶⁷ [Mt 16,24, Mk 8,34, Lk 9,23, Lk 14,27]. Markus Mk 48 10 38 32 Jesus rügt ihre Unwissenheit, dass sie nicht wissen, dass er seine Herrlichkeit nicht auf Erden offenbart. Oder aber der Heiland verweist ihnen (wenn seine Antwort sich auf die höchste Stelle im Himmel bezieht) die Unkenntnis der Wege, welche die göttliche Vorsehung innehält. Markus Mk 48 10 38 33 Das von Gott zuerteilte Los. Siehe [Mt 20,Anm.18]. Markus Mk 48 10 38 34 Leiden und Heimsuchungen, in die er gleichsam untergetaucht werden soll. Große Trübsale werden in der heiligen Schrift mit einer Überschwemmung verglichen [Ps 68,2.16] u. a. -Matthäus Mt 47 10 38 67 Das Kreuz war die härteste und schimpflichste (von den Römern eingeführte) Art der Hinrichtung, bezeichnet also jede Art von Pein und Schmach. Die zum Kreuzestode Verurteilten mussten das Kreuz selbst zur Richtstätte tragen. Christus deutet durch die Worte: mir folgt, bereits dunkel seinen Tod an. -Matthäus Mt 47 10 39 Qui invenit animam suam, perdet illam: et qui perdiderit animam suam propter me, inveniet eam. Wer sein Leben gewonnen hat,⁶⁸ wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es gewinnen.⁶⁹ [Lk 9,24, Lk 17,33, Joh 12,25]. +Matthäus Mt 48 10 38 67 Das Kreuz war die härteste und schimpflichste (von den Römern eingeführte) Art der Hinrichtung, bezeichnet also jede Art von Pein und Schmach. Die zum Kreuzestode Verurteilten mussten das Kreuz selbst zur Richtstätte tragen. Christus deutet durch die Worte: mir folgt, bereits dunkel seinen Tod an. +Matthäus Mt 48 10 39 Qui invenit animam suam, perdet illam: et qui perdiderit animam suam propter me, inveniet eam. Wer sein Leben gewonnen hat,⁶⁸ wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es gewinnen.⁶⁹ [Lk 9,24, Lk 17,33, Joh 12,25]. Markus Mk 48 10 39 At illi dixerunt ei: Possumus. Jesus autem ait eis: Calicem quidem, quem ego bibo, bibetis, et baptismo, quo ego baptizor, baptizabimini: Sie aber sprachen zu ihm: Wir können es.³⁵ Da sprach Jesus zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und mit der Taufe getauft werden, womit ich getauft werde; Markus Mk 48 10 39 35 Sie beteuern dem Herrn ihre Bereitwilligkeit, aus Liebe mit ihm zu leiden, wie später Petrus [Lk 22,32]. Wie weit sind die Apostel schon fortgeschritten gegen [Mt 16,22]! Im Übrigen vergl. [Mt 20,Anm.19.20]. -Matthäus Mt 47 10 39 68 Durch Lossagung von Christus. Das Wort leben wird zu einem sinnvollen Wortspiel gebraucht: Zeitliches ewiges Leben. (Das Ganze erläutert V. 14 des 7. Kap.) -Matthäus Mt 47 10 39 69 Welche hohe Würde der Apostel, welch Antrieb für die Gläubigen! Christus sorgt für seine Jünger, die seine Person vertreten. So eröffnet er ihnen alle Häuser des Erdreiches. +Matthäus Mt 48 10 39 68 Durch Lossagung von Christus. Das Wort leben wird zu einem sinnvollen Wortspiel gebraucht: Zeitliches ewiges Leben. (Das Ganze erläutert V. 14 des 7. Kap.) +Matthäus Mt 48 10 39 69 Welche hohe Würde der Apostel, welch Antrieb für die Gläubigen! Christus sorgt für seine Jünger, die seine Person vertreten. So eröffnet er ihnen alle Häuser des Erdreiches. Markus Mk 48 10 40 Sedere autem ad dexteram meam, vel ad sinistram, non est meum dare vobis, sed quibus paratum est. aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken steht nicht bei mir, euch zu geben, sondern denen, welchen es bereitet ist. -Matthäus Mt 47 10 40 Qui recipit vos, me recipit: et qui me recipit, recipit eum, qui me misit. Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt denjenigen auf, welcher mich gesandt hat.⁷⁰ [Lk 10,16, Joh 13,20]. -Matthäus Mt 47 10 40 70 Daran nehmen alle teil, welche die Genossen und Helfer der Apostel werden. -Matthäus Mt 47 10 41 Qui recipit prophetam in nomine prophetæ, mercedem prophetæ accipiet: et qui recipit justum in nomine justi, mercedem justi accipiet. Wer einen Propheten⁷¹ aufnimmt auf den Namen eines Propheten hin, wird Prophetenlohn empfangen; und wer einen Gerechten⁷² aufnimmt auf den Namen eines Gerechten hin, wird eines Gerechten Lohn empfangen. +Matthäus Mt 48 10 40 Qui recipit vos, me recipit: et qui me recipit, recipit eum, qui me misit. Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt denjenigen auf, welcher mich gesandt hat.⁷⁰ [Lk 10,16, Joh 13,20]. +Matthäus Mt 48 10 40 70 Daran nehmen alle teil, welche die Genossen und Helfer der Apostel werden. +Matthäus Mt 48 10 41 Qui recipit prophetam in nomine prophetæ, mercedem prophetæ accipiet: et qui recipit justum in nomine justi, mercedem justi accipiet. Wer einen Propheten⁷¹ aufnimmt auf den Namen eines Propheten hin, wird Prophetenlohn empfangen; und wer einen Gerechten⁷² aufnimmt auf den Namen eines Gerechten hin, wird eines Gerechten Lohn empfangen. Markus Mk 48 10 41 Et audientes decem cperunt indignari de Jacobo, et Joanne. Als die Zehn dieses hörten, fingen sie an, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden.³⁶ Markus Mk 48 10 41 36 Die übrigen Apostel fehlen in demselben Punkte wie Jakobus und Johannes. -Matthäus Mt 47 10 41 71 Wer einen Propheten aufnimmt, weil er Prophet, von Gott gesandt ist usw. (Ehrns. Hier.) Vergl. [1Sam 30,24] -Matthäus Mt 47 10 41 72 Es wurden im Reiche des Messias verschiedene Stufen von Würden und Verdiensten sein. Apostel und Propheten haben eine besondere Sendung von Gott, der Gerechte ist eine Privatperson. +Matthäus Mt 48 10 41 71 Wer einen Propheten aufnimmt, weil er Prophet, von Gott gesandt ist usw. (Ehrns. Hier.) Vergl. [1Sam 30,24] +Matthäus Mt 48 10 41 72 Es wurden im Reiche des Messias verschiedene Stufen von Würden und Verdiensten sein. Apostel und Propheten haben eine besondere Sendung von Gott, der Gerechte ist eine Privatperson. Markus Mk 48 10 42 Jesus autem vocans eos, ait illis: Scitis quia hi, qui videntur principari gentibus, dominantur eis: et principes eorum potestatem habent ipsorum. Jesus aber rief sie zu sich,³⁷ und sprach zu ihnen: Ihr wisset, dass die, welche als Fürsten der Völker angesehen werden, Gewaltherrscher sind über sie, und dass ihre Großen Gewalt über sie üben; [Lk 22,25] -Matthäus Mt 47 10 42 Et quicumque potum dederit uni ex minimis istis calicem aquæ frigidæ tantum in nomine discipuli: amen dico vobis, non perdet mercedem suam. Und wer einem von diesen Geringsten⁷³ nur⁷⁴ einen Becher kalten Wassers zu trinken reicht auf den Jüngernamen hin, wahrlich, ich sage euch, er wird seines Lohnes nicht verlustig gehen! [Mk 9,40]. +Matthäus Mt 48 10 42 Et quicumque potum dederit uni ex minimis istis calicem aquæ frigidæ tantum in nomine discipuli: amen dico vobis, non perdet mercedem suam. Und wer einem von diesen Geringsten⁷³ nur⁷⁴ einen Becher kalten Wassers zu trinken reicht auf den Jüngernamen hin, wahrlich, ich sage euch, er wird seines Lohnes nicht verlustig gehen! [Mk 9,40]. Markus Mk 48 10 42 37 Die beiden Brüder waren zuvor allein herangetreten. -Matthäus Mt 47 10 42 73 Die Apostel und Jünger sind klein vor der Welt [1Kor 1,27]. Auch ein Trunk Wasser kann in jenen Gegenden etwas Wertvolles sein, die eigene Armut aber kann kein Hindernis sein, einen solchen Dienst zu erweisen. Verachten wir auch Geringes nicht, wenn wir es für den Heiland tun können, denn auch hierfür wird uns Lohn verheißen. -Matthäus Mt 47 10 42 74 Wenn auch nur einen Becher kalten Wassers. Indes ist eine gute Meinung notwendig: Auf den Namen eines Jüngers hin. Vergl. [Röm 2,7] +Matthäus Mt 48 10 42 73 Die Apostel und Jünger sind klein vor der Welt [1Kor 1,27]. Auch ein Trunk Wasser kann in jenen Gegenden etwas Wertvolles sein, die eigene Armut aber kann kein Hindernis sein, einen solchen Dienst zu erweisen. Verachten wir auch Geringes nicht, wenn wir es für den Heiland tun können, denn auch hierfür wird uns Lohn verheißen. +Matthäus Mt 48 10 42 74 Wenn auch nur einen Becher kalten Wassers. Indes ist eine gute Meinung notwendig: Auf den Namen eines Jüngers hin. Vergl. [Röm 2,7] Markus Mk 48 10 43 Non ita est autem in vobis, sed quicumque voluerit fieri major, erit vester minister: nicht so aber ist es unter euch, sondern wer da größer werden will, wird euer Diener sein; Markus Mk 48 10 44 Et quicumque voluerit in vobis primus esse, erit omnium servus. Und wer unter euch der Erste sein will, wird aller Knecht sein;³⁸ Markus Mk 48 10 44 38 Der gütige Meister tadelt weder die Brüder noch die anderen Apostel, sondern zeigt, dass der Streit unnütz ist und weist auf den Weg zur Größe in seinem Reiche (Hier.). @@ -53755,682 +53778,685 @@ Markus Mk 48 10 51 47 Der Heiland will so seinen Glauben kundtun. Markus Mk 48 10 51 48 Christus will, dass wir um das bitten, was er schon kennt und bereit ist zu geben, um uns so zum Gebete zu ermuntern (Greg.). Markus Mk 48 10 52 Jesus autem ait illi: Vade, fides tua te salvum fecit. Et confestim vidit, et sequebatur eum in via. Da sprach Jesus zu ihm: Gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen!⁴⁹ Und sogleich sah er, und folgte ihm auf dem Wege. Markus Mk 48 10 52 49 Ein lebendiges Zeugnis der Macht Jesu. Das Volk begleitet den Heiland wohl aus Dankbarkeit in die Stadt. [Lk 18,43] Der Blinde und seine Heilung ist das Bild jedes Menschen, der die Wahrheit nicht kennt (Greg.). -Markus Mk 48 11 0 Jesus hält seinen feierlichen Einzug in Jerusalem. (V. 11) Christus verflucht den unfruchtbaren Feigenbaum und sagt die Zerstörung des Tempels vorher. (V. 26) Die Pharisäer fragen den Herrn nach seiner Vollmacht. -Matthäus Mt 47 11 0 Zeugnis des heil. Johannes und Verstockung des Volkes. (11.) Sendung des heil. Johannes des Täufers an Jesus (V. 6) Zeugnis Christi von Johannes. (V. 15) Unbußfertigkeit des Volkes: Strafdrohungen. (V. 34) Wer ist zum messianischen Reiche berufen? -Matthäus Mt 47 11 1 Et factum est, cum consummasset Jesus, præcipiens duodecim discipulis suis, transiit inde ut doceret, et prædicaret in civitatibus eorum. Und es begab sich,¹ als Jesus die Weisungen an seine zwölf Jünger vollendet hatte, ging er von da² weg, um in ihren Städten zu lehren³ und zu predigen.⁴ +Markus Mk 48 11 0 Jesus hält seinen feierlichen Einzug in Jerusalem. (V. 11) Christus verflucht den unfruchtbaren Feigenbaum und sagt die Zerstörung des Tempels vorher. (V. 26) Die Pharisäer fragen den Herrn nach seiner Vollmacht. +Matthäus Mt 48 11 0 Zeugnis des heil. Johannes und Verstockung des Volkes. (11.) Sendung des heil. Johannes des Täufers an Jesus (V. 6) Zeugnis Christi von Johannes. (V. 15) Unbußfertigkeit des Volkes: Strafdrohungen. (V. 34) Wer ist zum messianischen Reiche berufen? +Matthäus Mt 48 11 1 Et factum est, cum consummasset Jesus, præcipiens duodecim discipulis suis, transiit inde ut doceret, et prædicaret in civitatibus eorum. Und es begab sich,¹ als Jesus die Weisungen an seine zwölf Jünger vollendet hatte, ging er von da² weg, um in ihren Städten zu lehren³ und zu predigen.⁴ Markus Mk 48 11 1 Et cum appropinquarent Jerosolymæ, et Bethaniæ ad montem Olivarum, mittit duos ex discipulis suis, Und als sie sich Jerusalem und Bethanien am Ölberge näherten,¹ sandte er zwei von seinen Jüngern ab,² [Mt 21,1, Lk 19,29] Markus Mk 48 11 1 1 Über die Zeit, siehe [Mt 21,1]. -Matthäus Mt 47 11 1 1 Der heil. Johannes gibt dem Herrn vor dem Volke Zeugnis, doch vergebens. Christus weist strafend auf die mannigfachen Weisen hin, wie Gott das Volk gerufen, doch auch dies umsonst. Nach [Lk 9] wurden die Apostel erst nach der Gesandtschaft des heil. Johannes ausgesendet. +Matthäus Mt 48 11 1 1 Der heil. Johannes gibt dem Herrn vor dem Volke Zeugnis, doch vergebens. Christus weist strafend auf die mannigfachen Weisen hin, wie Gott das Volk gerufen, doch auch dies umsonst. Nach [Lk 9] wurden die Apostel erst nach der Gesandtschaft des heil. Johannes ausgesendet. Markus Mk 48 11 1 2 Von Bethphage aus [Mt 21,1] -Matthäus Mt 47 11 1 2 Von einem Orte Galiläas [Mt 9,35]. -Matthäus Mt 47 11 1 3 Während die Apostel ausgesendet sind, lehrt auch Christus öffentlich oder privatim. -Matthäus Mt 47 11 1 4 Wie ein Gesandter, der Vollmacht hat. -Matthäus Mt 47 11 2 Joannes autem cum audisset in vinculis opera Christi, mittens duos de discipulis suis. Als aber Johannes im Gefängnisse⁵ die Werke Christi⁶ vernahm, sandte er zwei aus seinen Jüngern [Lk 7,18]. +Matthäus Mt 48 11 1 2 Von einem Orte Galiläas [Mt 9,35]. +Matthäus Mt 48 11 1 3 Während die Apostel ausgesendet sind, lehrt auch Christus öffentlich oder privatim. +Matthäus Mt 48 11 1 4 Wie ein Gesandter, der Vollmacht hat. +Matthäus Mt 48 11 2 Joannes autem cum audisset in vinculis opera Christi, mittens duos de discipulis suis. Als aber Johannes im Gefängnisse⁵ die Werke Christi⁶ vernahm, sandte er zwei aus seinen Jüngern [Lk 7,18]. Markus Mk 48 11 2 Et ait illis: Ite in castellum, quod contra vos est, et statim introeuntes illuc, invenietis pullum ligatum, super quem nemo adhuc hominum sedit: solvite illum, et adducite. und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt,³ und sogleich, wenn ihr in denselben hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch kein Mensch gesessen ist; bindet es los, und bringet es. Markus Mk 48 11 2 3 Wohin, steht nicht fest. -Matthäus Mt 47 11 2 5 In einem Castelle im Süden Peräas, nicht weit von Kiriathaim. Seine Jünger hatten unschwer Zugang zu ihm. -Matthäus Mt 47 11 2 6 Die Wunder [Joh 5,36; Lk 7,38] des Messias. So hält der Evangelist die Meinung fern, der heil. Johannes wisse nicht, wer der sei, auf den er doch selbst als das Lamm Gottes gewiesen den er den Bräutigam genannt. [Mt 9,15] (Hier., Aug., Chrys.) Wenn Johannes aber nicht zweifelt, wozu die Frage? Wie der Heiland fragt, wo sie Lazarus hingelegt (Hil.), so fragt Johannes seiner Jünger halber [Mt 9,14] und um gleichsam durch Testament dem Volke die Mahnung zu lassen, den Messias anzuerkennen und ihm zu folgen. Da nämlich seine Jünger ihm von den Wundern Jesu berichteten, mussten sie auch von dem Verhalten des Volkes etwas sagen. Johannes sieht die Gefahr, in der er schwebt, und will es retten durch eine öffentliche Erklärung Christi, dass er der Messias sei. (Orig.) +Matthäus Mt 48 11 2 5 In einem Castelle im Süden Peräas, nicht weit von Kiriathaim. Seine Jünger hatten unschwer Zugang zu ihm. +Matthäus Mt 48 11 2 6 Die Wunder [Joh 5,36; Lk 7,38] des Messias. So hält der Evangelist die Meinung fern, der heil. Johannes wisse nicht, wer der sei, auf den er doch selbst als das Lamm Gottes gewiesen den er den Bräutigam genannt. [Mt 9,15] (Hier., Aug., Chrys.) Wenn Johannes aber nicht zweifelt, wozu die Frage? Wie der Heiland fragt, wo sie Lazarus hingelegt (Hil.), so fragt Johannes seiner Jünger halber [Mt 9,14] und um gleichsam durch Testament dem Volke die Mahnung zu lassen, den Messias anzuerkennen und ihm zu folgen. Da nämlich seine Jünger ihm von den Wundern Jesu berichteten, mussten sie auch von dem Verhalten des Volkes etwas sagen. Johannes sieht die Gefahr, in der er schwebt, und will es retten durch eine öffentliche Erklärung Christi, dass er der Messias sei. (Orig.) Markus Mk 48 11 3 Et si quis vobis dixerit: Quid facitis? dicite, quia Domino necessarius est: et continuo illum dimittet huc. Und wenn euch jemand sagt: Was tut ihr? so saget: Der Herr bedarf seiner. Und sogleich wird er es hierher lassen.⁴ -Matthäus Mt 47 11 3 Ait illi: Tu es, qui venturus es, an alium exspectamus? und ließ ihm sagen: Bist du der, der da kommen soll,⁷ oder haben wir einen andern zu erwarten? +Matthäus Mt 48 11 3 Ait illi: Tu es, qui venturus es, an alium exspectamus? und ließ ihm sagen: Bist du der, der da kommen soll,⁷ oder haben wir einen andern zu erwarten? Markus Mk 48 11 3 4 Der Heiland löst die Schwierigkeit, welche sich die Jünger wohl stellten. Wie viel Wunder vereinigen sich hier! (Vikt., Theoph.) -Matthäus Mt 47 11 3 7 Nach [Gen 49,10, Ez 21,27] und wegen der allgemeinen Erwartung. -Matthäus Mt 47 11 4 Et respondens Jesus ait illis: Euntes renuntiate Joanni quæ audistis, et vidistis. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Gehet hin, und verkündet dem Johannes, was ihr gehört und gesehen habt: +Matthäus Mt 48 11 3 7 Nach [Gen 49,10, Ez 21,27] und wegen der allgemeinen Erwartung. +Matthäus Mt 48 11 4 Et respondens Jesus ait illis: Euntes renuntiate Joanni quæ audistis, et vidistis. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Gehet hin, und verkündet dem Johannes, was ihr gehört und gesehen habt: Markus Mk 48 11 4 Et abeuntes invenerunt pullum ligatum ante januam foris in bivio: et solvunt eum. Da gingen sie hin, und fanden das Füllen, angebunden an der Türe, draußen an der Wegscheide;⁵ und sie banden es los. Markus Mk 48 11 4 5 In der das Haus umgebenden Straße. Markus Mk 48 11 5 Et quidam de illic stantibus dicebant illis: Quid facitis solventes pullum? Und einige von denen, die dastanden, sagten zu ihnen: Was tut ihr, dass ihr das Füllen losbindet? -Matthäus Mt 47 11 5 Cæci vident, claudi ambulant, leprosi mundantur, surdi audiunt, mortui resurgunt, pauperes evangelizantur: Blinde sind sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird frohe Botschaft verkündet;⁸ [Jes 35,5, Jes 61,1]. -Matthäus Mt 47 11 5 8 Wie sonst, so weist Christus hier auf die Werke hin, welche von ihm Zeugnis geben, da [Jes 35,1, Jes 61,1] dieselben vorhergesagt. Christus heilt die Folgen der Sünde, um sich als Erlöser von derselben zu offenbaren. +Matthäus Mt 48 11 5 Cæci vident, claudi ambulant, leprosi mundantur, surdi audiunt, mortui resurgunt, pauperes evangelizantur: Blinde sind sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird frohe Botschaft verkündet;⁸ [Jes 35,5, Jes 61,1]. +Matthäus Mt 48 11 5 8 Wie sonst, so weist Christus hier auf die Werke hin, welche von ihm Zeugnis geben, da [Jes 35,1, Jes 61,1] dieselben vorhergesagt. Christus heilt die Folgen der Sünde, um sich als Erlöser von derselben zu offenbaren. Markus Mk 48 11 6 Qui dixerunt eis sicut præceperat illis Jesus, et dimiserunt eis. Sie aber sprachen, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und diese überließen es ihnen. -Matthäus Mt 47 11 6 Et beatus est, qui non fuerit scandalizatus in me. und selig ist, wer sich an mir nicht ärgert!⁹ -Matthäus Mt 47 11 6 9 Weil ich in Demut, Armut und Leiden erscheine. Vergl. [Jes 53,1.4]. -Matthäus Mt 47 11 7 Illis autem abeuntibus, cpit Jesus dicere ad turbas de Joanne: Quid existis in desertum videre? arundinem vento agitatam? Während aber diese hinweggingen, fing Jesus an, zu dem Volke von Johannes zu reden: Was¹⁰ seid ihr in die Wüste hinausgegangen¹¹ zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde hin und her bewegt wird?¹² [Lk 7,24]. +Matthäus Mt 48 11 6 Et beatus est, qui non fuerit scandalizatus in me. und selig ist, wer sich an mir nicht ärgert!⁹ +Matthäus Mt 48 11 6 9 Weil ich in Demut, Armut und Leiden erscheine. Vergl. [Jes 53,1.4]. +Matthäus Mt 48 11 7 Illis autem abeuntibus, cpit Jesus dicere ad turbas de Joanne: Quid existis in desertum videre? arundinem vento agitatam? Während aber diese hinweggingen, fing Jesus an, zu dem Volke von Johannes zu reden: Was¹⁰ seid ihr in die Wüste hinausgegangen¹¹ zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde hin und her bewegt wird?¹² [Lk 7,24]. Markus Mk 48 11 7 Et duxerunt pullum ad Jesum: et imponunt illi vestimenta sua, et sedit super eum. Da führten sie das Füllen zu Jesus, und sie legten ihre Oberkleider darüber, und er setzte sich auf dasselbe. [Joh 12,14] -Matthäus Mt 47 11 7 10 Johannes Absicht wird durch die Strafrede Christi an das Volk offenbar. -Matthäus Mt 47 11 7 11 Habt ihr euch die Mühe gemacht. -Matthäus Mt 47 11 7 12 Zur Zeit jener großen Bewegung, als Johannes am Jordan auftrat. [Mt 3,5] Am Ufer des Jordans wuchs viel Schilf. Andere erklären: Ihr habt gesehen, dass Johannes kein solches Rohr ist, d. i. er sandte seine Jünger nicht, weil er zweifelte. -Matthäus Mt 47 11 8 Sed quid existis videre? hominem mollibus vestitum? Ecce qui mollibus vestiuntur, in domibus regum sunt. Oder,¹³ was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichlichen Kleidern angetan? Siehe, die da weichliche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. +Matthäus Mt 48 11 7 10 Johannes Absicht wird durch die Strafrede Christi an das Volk offenbar. +Matthäus Mt 48 11 7 11 Habt ihr euch die Mühe gemacht. +Matthäus Mt 48 11 7 12 Zur Zeit jener großen Bewegung, als Johannes am Jordan auftrat. [Mt 3,5] Am Ufer des Jordans wuchs viel Schilf. Andere erklären: Ihr habt gesehen, dass Johannes kein solches Rohr ist, d. i. er sandte seine Jünger nicht, weil er zweifelte. +Matthäus Mt 48 11 8 Sed quid existis videre? hominem mollibus vestitum? Ecce qui mollibus vestiuntur, in domibus regum sunt. Oder,¹³ was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichlichen Kleidern angetan? Siehe, die da weichliche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. Markus Mk 48 11 8 Multi autem vestimenta sua straverunt in via: alii autem frondes cædebant de arboribus, et sternebant in via. Viele aber breiteten ihre Oberkleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg.⁶ Markus Mk 48 11 8 6 Bei öffentlichen feierlichen Prozessionen pflegte man grüne Zweige zu tragen. Vergl. [1Makk 13,51, 2Makk 10,7]. -Matthäus Mt 47 11 8 13 Wenn nicht dazu, wozu also? Der Heiland stellt Fragen, damit sie in sich gehen und sich die Antwort geben -Matthäus Mt 47 11 9 Sed quid existis videre? prophetam? Etiam dico vobis, et plus quam prophetam. Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten?¹⁴ Ja, ich sage euch, einen, der mehr ist als ein Prophet.¹⁵ +Matthäus Mt 48 11 8 13 Wenn nicht dazu, wozu also? Der Heiland stellt Fragen, damit sie in sich gehen und sich die Antwort geben +Matthäus Mt 48 11 9 Sed quid existis videre? prophetam? Etiam dico vobis, et plus quam prophetam. Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten?¹⁴ Ja, ich sage euch, einen, der mehr ist als ein Prophet.¹⁵ Markus Mk 48 11 9 Et qui præibant, et qui sequebantur, clamabant, dicentes: Hosanna: Und die vorangingen, und die nachfolgten, schrien und sprachen: Hosanna! [Mt 21,9] -Matthäus Mt 47 11 9 14 Wenn also einen Propheten, wie seid ihr zu entschuldigen, dass ihr ihm nicht gefolgt? -Matthäus Mt 47 11 9 15 [Lk 7,28]. An Würde über den Propheten. Dies zeigt sich auch in Allem, was das Evangelium von ihm erzählt. -Matthäus Mt 47 11 10 Hic est enim, de quo scriptum est: Ecce ego mitto angelum meum ante faciem tuam, qui præparabit viam tuam ante te. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir her bereiten soll. [Mk 1,2, Lk 7,27]. +Matthäus Mt 48 11 9 14 Wenn also einen Propheten, wie seid ihr zu entschuldigen, dass ihr ihm nicht gefolgt? +Matthäus Mt 48 11 9 15 [Lk 7,28]. An Würde über den Propheten. Dies zeigt sich auch in Allem, was das Evangelium von ihm erzählt. +Matthäus Mt 48 11 10 Hic est enim, de quo scriptum est: Ecce ego mitto angelum meum ante faciem tuam, qui præparabit viam tuam ante te. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir her bereiten soll. [Mk 1,2, Lk 7,27]. Markus Mk 48 11 10 Benedictus, qui venit in nomine Domini: benedictum quod venit regnum patris nostri David: Hosanna in excelsis. Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn; hochgelobt sei das Reich unseres Vaters David,⁷ das da kommt! Hosanna in der Höhe! [Ps 117,26, Mt 21,9, Lk 19,38] Markus Mk 48 11 10 7 Gott segne das Reich des Messias. Markus Mk 48 11 11 Et introivit Jerosolymam in templum: et circumspectis omnibus, cum jam vespera esset hora, exiit in Bethaniam cum duodecim. Und er zog ein in Jerusalem, und ging in den Tempel.⁸ Und nachdem er alles ringsherum angesehen hatte,⁹ ging er, als bereits der Abend gekommen war, hinaus nach Bethanien¹⁰ mit den Zwölfen. [Mt 21,9] -Matthäus Mt 47 11 11 Amen dico vobis, non surrexit inter natos mulierum major Joanne Baptista: qui autem minor est in regno clorum, major est illo. Wahrlich, ich sage euch, unter den von Weibern geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes, der Täufer; der Geringste aber im Himmelreich ist größer als er!¹⁶ +Matthäus Mt 48 11 11 Amen dico vobis, non surrexit inter natos mulierum major Joanne Baptista: qui autem minor est in regno clorum, major est illo. Wahrlich, ich sage euch, unter den von Weibern geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes, der Täufer; der Geringste aber im Himmelreich ist größer als er!¹⁶ Markus Mk 48 11 11 8 Christus zeigt, welcher Art das messianische Reich ist. Markus Mk 48 11 11 9 Als Herr (Euth.). Markus Mk 48 11 11 10 Dort hatte man ihm dauernde Gastfreundschaft gewährt. -Matthäus Mt 47 11 11 16 Im Reiche, das Johannes angekündigt und Christus verkündet, also im messianischen Reiche. Die Würde und der Stand des alten und des neuen Reiches werden verglichen. Vergl. [Gal 4,1-7, Gal 4,22-31]. Johannes starb, ehe Christus seine Kirche begründete. +Matthäus Mt 48 11 11 16 Im Reiche, das Johannes angekündigt und Christus verkündet, also im messianischen Reiche. Die Würde und der Stand des alten und des neuen Reiches werden verglichen. Vergl. [Gal 4,1-7, Gal 4,22-31]. Johannes starb, ehe Christus seine Kirche begründete. Markus Mk 48 11 12 Et alia die cum exirent a Bethania, esuriit. Des andern Tages aber, da sie von Bethanien fortgingen, hungerte ihn. -Matthäus Mt 47 11 12 A diebus autem Joannis Baptistæ usque nunc, regnum clorum vim patitur, et violenti rapiunt illud. Aber¹⁷ von den Tagen Johannes, des Täufers, an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt brauchen, reißen es an sich.¹⁸ -Matthäus Mt 47 11 12 17 Im Gegensatz zu den Vorhergehenden. -Matthäus Mt 47 11 12 18 Die Ausleger erklären diesen Text verschieden. Die einen fassen das Wort Gewalt leiden in dem Sinne von: bekämpft werden. Dass das Himmelreich in der Tat seit dem Auftreten des heil. Johannes Anfeindungen ausgesetzt war, geht aus [Mt 3,7-10] und aus V. 18 dieses Kap. Hervor. Zudem sprach Christus zuvor von dem Reiche Gottes auf Erden, nicht im Himmel. Andere erklären die Worte in gutem Sinne: Das Reich Gottes wird denen zuteil, welche es mit Eifer suchen (Chrys., Cyrill., Aller., Ambr., Hier.). Die es an sich reißen, sind die Sünder, Zöllner und Heiden, welche es den Juden gleichsam wegnehmen und sich aneignen. (Hil., Ambr., Greg.) -Matthäus Mt 47 11 13 Omnes enim prophetæ, et lex usque ad Joannem prophetaverunt: Denn alle Propheten und das Gesetz bis auf Johannes¹⁹ haben geweissaget; +Matthäus Mt 48 11 12 A diebus autem Joannis Baptistæ usque nunc, regnum clorum vim patitur, et violenti rapiunt illud. Aber¹⁷ von den Tagen Johannes, des Täufers, an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt brauchen, reißen es an sich.¹⁸ +Matthäus Mt 48 11 12 17 Im Gegensatz zu den Vorhergehenden. +Matthäus Mt 48 11 12 18 Die Ausleger erklären diesen Text verschieden. Die einen fassen das Wort Gewalt leiden in dem Sinne von: bekämpft werden. Dass das Himmelreich in der Tat seit dem Auftreten des heil. Johannes Anfeindungen ausgesetzt war, geht aus [Mt 3,7-10] und aus V. 18 dieses Kap. Hervor. Zudem sprach Christus zuvor von dem Reiche Gottes auf Erden, nicht im Himmel. Andere erklären die Worte in gutem Sinne: Das Reich Gottes wird denen zuteil, welche es mit Eifer suchen (Chrys., Cyrill., Aller., Ambr., Hier.). Die es an sich reißen, sind die Sünder, Zöllner und Heiden, welche es den Juden gleichsam wegnehmen und sich aneignen. (Hil., Ambr., Greg.) +Matthäus Mt 48 11 13 Omnes enim prophetæ, et lex usque ad Joannem prophetaverunt: Denn alle Propheten und das Gesetz bis auf Johannes¹⁹ haben geweissaget; Markus Mk 48 11 13 Cumque vidisset a longe ficum habentem folia, venit si quid forte inveniret in ea: et cum venisset ad eam, nihil invenit præter folia: non enim erat tempus ficorum. Und da er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hinzu, ob er wohl¹¹ etwas an ihm fände; als er aber zu ihm hinkam, fand er nichts als Blätter; es war nämlich nicht die Feigenzeit. [Mt 21,19] Markus Mk 48 11 13 11 Griech.: also, nämlich weil der Baum schon Blätter trug; es ist der Monat April, während die Bäume gewöhnlich im Juni und August trugen. -Matthäus Mt 47 11 13 19 Mit Johannes hört die Verkündigung auf. -Matthäus Mt 47 11 14 Et si vultis recipere, ipse est Elias, qui venturus est. und wenn ihr es annehmen wollet,²⁰ er selber ist Elias, der da kommen soll. [Mal 4,5]. +Matthäus Mt 48 11 13 19 Mit Johannes hört die Verkündigung auf. +Matthäus Mt 48 11 14 Et si vultis recipere, ipse est Elias, qui venturus est. und wenn ihr es annehmen wollet,²⁰ er selber ist Elias, der da kommen soll. [Mal 4,5]. Markus Mk 48 11 14 Et respondens dixit ei: Jam non amplius in æternum ex te fructum quisquam manducet. Et audiebant discipuli ejus. Und er hob an, und sprach zu ihm: Niemals mehr esse in Ewigkeit jemand eine Frucht von dir!¹² Und seine Jünger hörten es. Markus Mk 48 11 14 12 Die Worte sind bedeutungsvoll für den Baum und für das, was er vorstellt, die Synagoge, das Volk Israel. Vergl. [Mt 21,Anm.38] -Matthäus Mt 47 11 14 20 Christus bequemt sich der Fassungskraft der Juden so an, dass sie erkennen müssen, wie er sich als Messias kundgibt. Siehe [Mt 17,10 und Mk 9,10]. Die Meinung der Juden entstammt [Mal 4,5]. Der Zusatz Wenn ihr wollt zeigt, dass Johannes nicht im eigentlichen, sondern im uneigentlichen Sinne Elias ist. Elias soll vor der zweiten Ankunft Christi kommen; Johannes kam vor der ersten, die gleichfalls ein Gericht war, weshalb er den Messias auch als Richter verkündet [Mt 3,12]. Elias bekehrt die Abgefallenen, ebenso Johannes [Lk 1,17]. -Matthäus Mt 47 11 15 Qui habet aures audiendi, audiat. Wer Ohren hat zu hören, der höre!²¹ +Matthäus Mt 48 11 14 20 Christus bequemt sich der Fassungskraft der Juden so an, dass sie erkennen müssen, wie er sich als Messias kundgibt. Siehe [Mt 17,10 und Mk 9,10]. Die Meinung der Juden entstammt [Mal 4,5]. Der Zusatz Wenn ihr wollt zeigt, dass Johannes nicht im eigentlichen, sondern im uneigentlichen Sinne Elias ist. Elias soll vor der zweiten Ankunft Christi kommen; Johannes kam vor der ersten, die gleichfalls ein Gericht war, weshalb er den Messias auch als Richter verkündet [Mt 3,12]. Elias bekehrt die Abgefallenen, ebenso Johannes [Lk 1,17]. +Matthäus Mt 48 11 15 Qui habet aures audiendi, audiat. Wer Ohren hat zu hören, der höre!²¹ Markus Mk 48 11 15 Et veniunt Jerosolymam. Et cum introisset in templum, cpit ejicere vendentes, et ementes in templo: et mensas nummulariorum, et cathedras vendentium columbas evertit. Und sie kamen nach Jerusalem. Und da er in den Tempel¹³ gegangen war, fing er an, die Verkäufer und Käufer im Tempel auszutreiben; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenhändler warf er um. Markus Mk 48 11 15 13 In die äußere Vorhalle, wie das Folgende zeigt. -Matthäus Mt 47 11 15 21 Bezieht sich auf V. 14 und von da rückwärts bis V. 7. +Matthäus Mt 48 11 15 21 Bezieht sich auf V. 14 und von da rückwärts bis V. 7. Markus Mk 48 11 16 Et non sinebat ut quisquam transferret vas per templum: Und er ließ nicht zu, dass jemand ein Gefäß durch den Tempel hindurchtrug.¹⁴ -Matthäus Mt 47 11 16 Cui autem similem æstimabo generationem istam? Similis est pueris sedentibus in foro: qui clamantes coæqualibus. Wem aber soll ich dieses Geschlecht vergleichen?²² Es ist Kindern gleich, die auf dem Markte sitzen, und ihren Gespielen zurufen, +Matthäus Mt 48 11 16 Cui autem similem æstimabo generationem istam? Similis est pueris sedentibus in foro: qui clamantes coæqualibus. Wem aber soll ich dieses Geschlecht vergleichen?²² Es ist Kindern gleich, die auf dem Markte sitzen, und ihren Gespielen zurufen, Markus Mk 48 11 16 14 Als ob der Tempel ein Durchgang sei. -Matthäus Mt 47 11 16 22 Sie bedürfen der Mahnung. Der Herr nimmt den V. 7 begonnenen Tadel auf, indem er die Unverbesserlichkeit der Juden zeigt. +Matthäus Mt 48 11 16 22 Sie bedürfen der Mahnung. Der Herr nimmt den V. 7 begonnenen Tadel auf, indem er die Unverbesserlichkeit der Juden zeigt. Markus Mk 48 11 17 Et docebat, dicens eis: Nonne scriptum est: Quia domus mea, domus orationis vocabitur omnibus gentibus? Vos autem fecistis eam speluncam latronum. Und er lehrte, und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes heißen¹⁵ für alle Völker? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.¹⁶ [Mt 21,13] -Matthäus Mt 47 11 17 Dicunt: Cecinimus vobis, et non saltastis: lamentavimus, et non planxistis. und sagen: Wir haben euch geflötet,²³ und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geklagt.²⁴ +Matthäus Mt 48 11 17 Dicunt: Cecinimus vobis, et non saltastis: lamentavimus, et non planxistis. und sagen: Wir haben euch geflötet,²³ und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geklagt.²⁴ Markus Mk 48 11 17 15 Wird sein und soll sein [Jes 56,7]. Markus Mk 48 11 17 16 Weil die Kaufleute oft ungerechten Gewinn suchten (Vikt., Theoph.) und dies am heiligen Orte, ohne dass die Priester es hinderten. Ähnlich [Jer 7,11]. Dem heil. Hieronymus scheint dies das größte aller Wunder, dass niemand dem Heilande zu widerstehen wagt. -Matthäus Mt 47 11 17 23 Wie bei einer Hochzeit. -Matthäus Mt 47 11 17 24 Was auch die einen tun, die anderen haben immer etwas zu tadeln. -Matthäus Mt 47 11 18 Venit enim Joannes neque manducans, neque bibens, et dicunt: Dæmonium habet. Denn Johannes kam, er aß und trank nicht,²⁵ und sie sagen: Er hat den Teufel!²⁶ +Matthäus Mt 48 11 17 23 Wie bei einer Hochzeit. +Matthäus Mt 48 11 17 24 Was auch die einen tun, die anderen haben immer etwas zu tadeln. +Matthäus Mt 48 11 18 Venit enim Joannes neque manducans, neque bibens, et dicunt: Dæmonium habet. Denn Johannes kam, er aß und trank nicht,²⁵ und sie sagen: Er hat den Teufel!²⁶ Markus Mk 48 11 18 Quo audito principes sacerdotum, et Scribæ quærebant quomodo eum perderent: timebant enim eum, quoniam universa turba admirabatur super doctrina ejus. Als die Hohenpriester und Schriftgelehrten dies hörten, suchten sie, wie sie ihn verderben könnten;¹⁷ denn sie fürchteten ihn, weil das ganze Volk von Bewunderung ergriffen war über seine Lehre. Markus Mk 48 11 18 17 Siehe [Mt 21,46]. Gleichzeitig zeigt sich wie ohnmächtig sie sind. -Matthäus Mt 47 11 18 25 Aß kein Brot und trank keinen Wein. [Lk 7,33]. -Matthäus Mt 47 11 18 26 Diesen Vorwurf lesen wir nur hier. -Matthäus Mt 47 11 19 Venit Filius hominis manducans, et bibens, et dicunt: Ecce homo vorax, et potator vini, publicanorum, et peccatorum amicus. Et justificata est sapientia a filiis suis. Der Menschensohn kam, er isst und trinkt,²⁷ und sie sagen: Sehet,²⁸ er ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und die Weisheit ward von ihren Kindern gerechtfertiget.²⁹ +Matthäus Mt 48 11 18 25 Aß kein Brot und trank keinen Wein. [Lk 7,33]. +Matthäus Mt 48 11 18 26 Diesen Vorwurf lesen wir nur hier. +Matthäus Mt 48 11 19 Venit Filius hominis manducans, et bibens, et dicunt: Ecce homo vorax, et potator vini, publicanorum, et peccatorum amicus. Et justificata est sapientia a filiis suis. Der Menschensohn kam, er isst und trinkt,²⁷ und sie sagen: Sehet,²⁸ er ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und die Weisheit ward von ihren Kindern gerechtfertiget.²⁹ Markus Mk 48 11 19 Et cum vespera facta esset, egrediebatur de civitate. Da es nun Abend geworden war, ging er zur Stadt hinaus.¹⁸ Markus Mk 48 11 19 18 Die Reinigung des Tempels fand also nicht am Tage des Einzuges statt. -Matthäus Mt 47 11 19 27 Führt das gewöhnliche Leben anderer. -Matthäus Mt 47 11 19 28 Was kann von ihm Gutes kommen? Vergl. [Joh 9,16.24] Der heil. Johannes tat keine Wunder, deshalb musste eine aller Augen sichtbare Heiligkeit seinen Worten Glauben verschaffen, Christus bezeugt seine Sendung durch Wunder aller Art. (Thom.) Der Täufer predigte Buße und musste also selbst das Vorbild derselben geben, Christus lädt zum Eintritt in das Reich Gottes ein und gewährt Friede und Freude, einen Vorgeschmack der künftigen Glückseligkeit. (Cyr., Al.) Johannes endlich war nur berufen Zeugnis zu geben von dem Lichte, Christus will alle an sich ziehen und allen ein Vorbild sein. -Matthäus Mt 47 11 19 29 Die von Gott belehrt waren, alle Gläubigen, erkannten in beiden Gottes weise Absicht. Wer diese sind, erklärt V. 25-27. -Matthäus Mt 47 11 20 Tunc cpit exprobrare civitatibus, in quibus factæ sunt plurimæ virtutes ejus, quia non egissent pnitentiam. Alsdann³⁰ fing er an,³¹ die Städte zu strafen, in welchen sehr viele Wunder geschehen waren, darum dass sie nicht Buße getan hatten.³² +Matthäus Mt 48 11 19 27 Führt das gewöhnliche Leben anderer. +Matthäus Mt 48 11 19 28 Was kann von ihm Gutes kommen? Vergl. [Joh 9,16.24] Der heil. Johannes tat keine Wunder, deshalb musste eine aller Augen sichtbare Heiligkeit seinen Worten Glauben verschaffen, Christus bezeugt seine Sendung durch Wunder aller Art. (Thom.) Der Täufer predigte Buße und musste also selbst das Vorbild derselben geben, Christus lädt zum Eintritt in das Reich Gottes ein und gewährt Friede und Freude, einen Vorgeschmack der künftigen Glückseligkeit. (Cyr., Al.) Johannes endlich war nur berufen Zeugnis zu geben von dem Lichte, Christus will alle an sich ziehen und allen ein Vorbild sein. +Matthäus Mt 48 11 19 29 Die von Gott belehrt waren, alle Gläubigen, erkannten in beiden Gottes weise Absicht. Wer diese sind, erklärt V. 25-27. +Matthäus Mt 48 11 20 Tunc cpit exprobrare civitatibus, in quibus factæ sunt plurimæ virtutes ejus, quia non egissent pnitentiam. Alsdann³⁰ fing er an,³¹ die Städte zu strafen, in welchen sehr viele Wunder geschehen waren, darum dass sie nicht Buße getan hatten.³² Markus Mk 48 11 20 Et cum mane transirent, viderunt ficum aridam factam a radicibus. Und als sie des Morgens am Feigenbaume vorübergingen, sahen sie, dass er von der Wurzel an verdorrt war.¹⁹ Markus Mk 48 11 20 19 Christus sagt ihnen noch nichts von der Bedeutung des Wunders, da sie nicht darnach fragen. -Matthäus Mt 47 11 20 30 Dieser Ausdruck kehrt bei Matthäus etwa 90 Mal wieder und bezeichnet nicht notwendig die Zeitfolge (Aug.). -Matthäus Mt 47 11 20 31 Er tat es also öfter. Zugleich will der Evangelist mit größerem Nachdruck erzählen. -Matthäus Mt 47 11 20 32 Vergl. [Mt 4,17]. -Matthäus Mt 47 11 21 Væ tibi Corozain, væ tibi Bethsaida: quia si in Tyro, et Sidone factæ essent virtutes, quæ factæ sunt in vobis, olim in cilicio, et cinere pnitentiam egissent. Wehe³³ dir, Korozain! wehe dir, Bethsaida!³⁴ denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, welche in euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche³⁵ Buße getan.³⁶ [Lk 10,13]. +Matthäus Mt 48 11 20 30 Dieser Ausdruck kehrt bei Matthäus etwa 90 Mal wieder und bezeichnet nicht notwendig die Zeitfolge (Aug.). +Matthäus Mt 48 11 20 31 Er tat es also öfter. Zugleich will der Evangelist mit größerem Nachdruck erzählen. +Matthäus Mt 48 11 20 32 Vergl. [Mt 4,17]. +Matthäus Mt 48 11 21 Væ tibi Corozain, væ tibi Bethsaida: quia si in Tyro, et Sidone factæ essent virtutes, quæ factæ sunt in vobis, olim in cilicio, et cinere pnitentiam egissent. Wehe³³ dir, Korozain! wehe dir, Bethsaida!³⁴ denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, welche in euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche³⁵ Buße getan.³⁶ [Lk 10,13]. Markus Mk 48 11 21 Et recordatus Petrus, dixit ei: Rabbi, ecce ficus, cui maledixisti, aruit. Da erinnerte sich Petrus, und sprach zu ihm: Meister! siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorret. -Matthäus Mt 47 11 21 33 Jesus, der gekommen war, selig zu machen, ruft Wehe. Mit welchem Rechte, zeigen die für das auserwählte Volk so beschämenden Vergleiche. Die anderen Völker gelten ihm als Sünder und Blinde, sich selbst hält es für den Lehrer derselben. -Matthäus Mt 47 11 21 34 Beide Städte liegen nicht weit von Kapharnaum. Aus Bethsaida stammten Petrus, Andreas und Philippus [Joh 1,44]. -Matthäus Mt 47 11 21 35 In Bußkleidern auf dem Boden sitzend und das Haupt mit Asche bestreut. -Matthäus Mt 47 11 21 36 Buße tun ist nach dem griech. Worte im Herzen tun, was die geschilderten Taten besagen: sich von der Sünde abwenden und sich selbst strafen. Christus wusste sicher und unfehlbar, was geschehen wäre, wenn die Bedingung ihre Verwirklichung gefunden hätte. Warum aber hat der Herr dann nicht in Thyrus und Sidon gepredigt und Wunder getan? Weil er dazu nicht verpflichtet war, da Wunder außerordentliche Gnaden sind, jene Städte aber ausreichende Gnaden hatten, um dem Verderben zu entgehen. -Matthäus Mt 47 11 22 Verumtamen dico vobis: Tyro, et Sidoni remissius erit in die judicii, quam vobis. Allein ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichtes, als euch.³⁷ +Matthäus Mt 48 11 21 33 Jesus, der gekommen war, selig zu machen, ruft Wehe. Mit welchem Rechte, zeigen die für das auserwählte Volk so beschämenden Vergleiche. Die anderen Völker gelten ihm als Sünder und Blinde, sich selbst hält es für den Lehrer derselben. +Matthäus Mt 48 11 21 34 Beide Städte liegen nicht weit von Kapharnaum. Aus Bethsaida stammten Petrus, Andreas und Philippus [Joh 1,44]. +Matthäus Mt 48 11 21 35 In Bußkleidern auf dem Boden sitzend und das Haupt mit Asche bestreut. +Matthäus Mt 48 11 21 36 Buße tun ist nach dem griech. Worte im Herzen tun, was die geschilderten Taten besagen: sich von der Sünde abwenden und sich selbst strafen. Christus wusste sicher und unfehlbar, was geschehen wäre, wenn die Bedingung ihre Verwirklichung gefunden hätte. Warum aber hat der Herr dann nicht in Thyrus und Sidon gepredigt und Wunder getan? Weil er dazu nicht verpflichtet war, da Wunder außerordentliche Gnaden sind, jene Städte aber ausreichende Gnaden hatten, um dem Verderben zu entgehen. +Matthäus Mt 48 11 22 Verumtamen dico vobis: Tyro, et Sidoni remissius erit in die judicii, quam vobis. Allein ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichtes, als euch.³⁷ Markus Mk 48 11 22 Et respondens Jesus ait illis: Habete fidem Dei. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Habet Glauben an Gott! -Matthäus Mt 47 11 22 37 Wo größere Erkenntnis, da ist auch die Verstockung sträflicher. Vergl. [Jer 3,11, Ez 16,48.51]. -Matthäus Mt 47 11 23 Et tu Capharnaum, numquid usque in clum exaltaberis? usque in infernum descendes: quia, si in Sodomis factæ fuissent virtutes, quæ factæ sunt in te, forte mansissent usque in hanc diem. Und du, Kapharnaum! wirst du etwa bis in den Himmel erhöht werden?³⁸ Bis in die Hölle wirst du hinabsteigen; denn wenn in Sodoma³⁹ die Wunder geschehen wären, welche in dir geschehen sind, es stünde wohl⁴⁰ bis auf diesen Tag. +Matthäus Mt 48 11 22 37 Wo größere Erkenntnis, da ist auch die Verstockung sträflicher. Vergl. [Jer 3,11, Ez 16,48.51]. +Matthäus Mt 48 11 23 Et tu Capharnaum, numquid usque in clum exaltaberis? usque in infernum descendes: quia, si in Sodomis factæ fuissent virtutes, quæ factæ sunt in te, forte mansissent usque in hanc diem. Und du, Kapharnaum! wirst du etwa bis in den Himmel erhöht werden?³⁸ Bis in die Hölle wirst du hinabsteigen; denn wenn in Sodoma³⁹ die Wunder geschehen wären, welche in dir geschehen sind, es stünde wohl⁴⁰ bis auf diesen Tag. Markus Mk 48 11 23 Amen dico vobis, quia quicumque dixerit huic monti: Tollere, et mittere in mare, et non hæsitaverit in corde suo, sed crediderit, quia quodcumque dixerit, fiat, fiet ei. Wahrlich, ich sage euch, wer immer zu diesem Berge spricht: Hebe dich, und stürze dich in's Meer! und er zweifelt nicht in seinem Herzen, sondern glaubt, dass alles, was er sagt, geschehen werde; es wird ihm geschehen.²⁰ [Mt 21,21] Markus Mk 48 11 23 20 Sprichwort, so schon [Sach 4,7]. Dieser Glaube, der alles Schwanken ausschließt, ist ein besonderes Geschenk Gottes, dessen Gewährung zugleich Unterpfand der Erhörung ist. -Matthäus Mt 47 11 23 38 Du wirst dich doch nicht etwa (vielleicht durch Teilnahme an der Herrlichkeit des Messias) bis zum Himmel erheben? Nein, sondern Man weiß nicht mehr, wo die Stadt gestanden, die Einwohner aber sind in der Verdammnis. -Matthäus Mt 47 11 23 39 Durch die Beifügung von Sodoma wird die Anklage schwerer. -Matthäus Mt 47 11 23 40 Der heil. Hieronymus übersetzt so eine griechische Partikel, die aber im Griechischen keinen Zweifel andeutet und die er sonst, z. B. V. 21, oft mit Recht weglässt. -Matthäus Mt 47 11 24 Verumtamen dico vobis, quia terræ Sodomorum remissius erit in die judicii, quam tibi. Jedoch ich sage euch, dem Lande der Sodomiter wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichtes als dir. +Matthäus Mt 48 11 23 38 Du wirst dich doch nicht etwa (vielleicht durch Teilnahme an der Herrlichkeit des Messias) bis zum Himmel erheben? Nein, sondern Man weiß nicht mehr, wo die Stadt gestanden, die Einwohner aber sind in der Verdammnis. +Matthäus Mt 48 11 23 39 Durch die Beifügung von Sodoma wird die Anklage schwerer. +Matthäus Mt 48 11 23 40 Der heil. Hieronymus übersetzt so eine griechische Partikel, die aber im Griechischen keinen Zweifel andeutet und die er sonst, z. B. V. 21, oft mit Recht weglässt. +Matthäus Mt 48 11 24 Verumtamen dico vobis, quia terræ Sodomorum remissius erit in die judicii, quam tibi. Jedoch ich sage euch, dem Lande der Sodomiter wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichtes als dir. Markus Mk 48 11 24 Propterea dico vobis, omnia quæcumque orantes petitis, credite quia accipietis, et evenient vobis. Darum sage ich euch: Alles was ihr immer im Gebete erbittet, glaubet, dass ihr es erhalten werdet, so wird es euch werden. [Mt 7,7, Mt 21,22, Lk 11,9] -Matthäus Mt 47 11 25 In illo tempore respondens Jesus dixit: Confiteor tibi Pater, Domine cli et terræ, quia abscondisti, hæc a sapientibus, et prudentibus, et revelasti ea parvulis. Zu jener Zeit⁴¹ nahm Jesus das Wort,⁴² und sprach: Ich preise dich,⁴³ Vater, Herr des Himmels und der Erde! dass du dieses vor Weisen⁴⁴ und Klugen⁴⁵ verborgen, Einfältigen⁴⁶ aber offenbaret hast.⁴⁷ +Matthäus Mt 48 11 25 In illo tempore respondens Jesus dixit: Confiteor tibi Pater, Domine cli et terræ, quia abscondisti, hæc a sapientibus, et prudentibus, et revelasti ea parvulis. Zu jener Zeit⁴¹ nahm Jesus das Wort,⁴² und sprach: Ich preise dich,⁴³ Vater, Herr des Himmels und der Erde! dass du dieses vor Weisen⁴⁴ und Klugen⁴⁵ verborgen, Einfältigen⁴⁶ aber offenbaret hast.⁴⁷ Markus Mk 48 11 25 Et cum stabitis ad orandum, dimittite si quid habetis adversus aliquem: ut et Pater vester qui in clis est, dimittat vobis peccata vestra. Und wenn ihr stehet,²¹ um zu beten, so vergebet, wenn ihr etwas gegen jemand habet, damit auch euer Vater, der im Himmel ist, euch eure Sünden vergebe. [Mt 6,14, Mt 18,35] Markus Mk 48 11 25 21 Die Juden standen meistens beim Beten, indes warfen sie sich auch zur Erde, wie Christus [Mt 26,39]. Christus wählt unter den verschiedenen Bedingungen des Gebetes eine aus, wie er von den Bitten des Vaterunser die fünfte ausführlich erklärt [Mt 6,14.15]. -Matthäus Mt 47 11 25 41 Als Christus und die Apostel predigten. -Matthäus Mt 47 11 25 42 Dies Wort wird gebraucht, wenn etwas im Anschluss an Worte oder Taten gesagt wird, was jenen entspricht und ihnen gleichsam seinen Ursprung verdankt. -Matthäus Mt 47 11 25 43 So übersetzten Chrys., Bed., Thom. und erklärt es Hieron. -Matthäus Mt 47 11 25 44 Den Weisen nach dem Fleische, die Paulus beschreibt [Röm 2,17]. -Matthäus Mt 47 11 25 45 Die sich selbst dafür halten und deshalb Christi Lehre verschmähen, wie ihre Väter die Mahnungen der Propheten. -Matthäus Mt 47 11 25 46 Den Aposteln und Gläubigen. -Matthäus Mt 47 11 25 47 Christi messianische Würde (V. 27). Diese Worte des Herrn gelten übrigens für alle Zeiten. Vor den Weisen und Klugen hat Gott nicht im eigentlichen Sinne die Hoheit Christi verborgen, denn Jesus tat Wunder wie kein Mensch. Aber da sie den Gnaden, die ihnen Gott gewährte, widerstanden, gab ihnen der Herr keine größeren, welche ihre Bosheit überwanden, sondern überließ sie ihrer Verblendung. +Matthäus Mt 48 11 25 41 Als Christus und die Apostel predigten. +Matthäus Mt 48 11 25 42 Dies Wort wird gebraucht, wenn etwas im Anschluss an Worte oder Taten gesagt wird, was jenen entspricht und ihnen gleichsam seinen Ursprung verdankt. +Matthäus Mt 48 11 25 43 So übersetzten Chrys., Bed., Thom. und erklärt es Hieron. +Matthäus Mt 48 11 25 44 Den Weisen nach dem Fleische, die Paulus beschreibt [Röm 2,17]. +Matthäus Mt 48 11 25 45 Die sich selbst dafür halten und deshalb Christi Lehre verschmähen, wie ihre Väter die Mahnungen der Propheten. +Matthäus Mt 48 11 25 46 Den Aposteln und Gläubigen. +Matthäus Mt 48 11 25 47 Christi messianische Würde (V. 27). Diese Worte des Herrn gelten übrigens für alle Zeiten. Vor den Weisen und Klugen hat Gott nicht im eigentlichen Sinne die Hoheit Christi verborgen, denn Jesus tat Wunder wie kein Mensch. Aber da sie den Gnaden, die ihnen Gott gewährte, widerstanden, gab ihnen der Herr keine größeren, welche ihre Bosheit überwanden, sondern überließ sie ihrer Verblendung. Markus Mk 48 11 26 Quod si vos non dimiseritis: nec Pater vester, qui in clis est, dimittet vobis peccata vestra. Wenn aber ihr nicht vergebet, so wird auch euer Vater, der im Himmel ist, euch eure Sünden nicht vergeben. -Matthäus Mt 47 11 26 Ita Pater: quoniam sic fuit placitum ante te. Ja,⁴⁸ Vater! weil es also wohlgefällig gewesen ist vor dir. -Matthäus Mt 47 11 26 48 Ich preise dich. -Matthäus Mt 47 11 27 Omnia mihi tradita sunt a Patre meo. Et nemo novit Filium, nisi Pater: neque Patrem quis novit, nisi Filius, et cui voluerit Filius revelare. Alles ist mir von meinem Vater übergeben;⁴⁹ und niemand kennt⁵⁰ den Sohn außer der Vater; und auch den Vater kennet niemand außer der Sohn, und wem es der Sohn offenbaren will. [Joh 6,46, Joh 7,28, Joh 8,19, Joh 10,15]. +Matthäus Mt 48 11 26 Ita Pater: quoniam sic fuit placitum ante te. Ja,⁴⁸ Vater! weil es also wohlgefällig gewesen ist vor dir. +Matthäus Mt 48 11 26 48 Ich preise dich. +Matthäus Mt 48 11 27 Omnia mihi tradita sunt a Patre meo. Et nemo novit Filium, nisi Pater: neque Patrem quis novit, nisi Filius, et cui voluerit Filius revelare. Alles ist mir von meinem Vater übergeben;⁴⁹ und niemand kennt⁵⁰ den Sohn außer der Vater; und auch den Vater kennet niemand außer der Sohn, und wem es der Sohn offenbaren will. [Joh 6,46, Joh 7,28, Joh 8,19, Joh 10,15]. Markus Mk 48 11 27 Et veniunt rursus Jerosolymam. Et cum ambularet in templo, accedunt ad eum summi sacerdotes, et Scribæ, et seniores: Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte,²² traten die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und Ältesten zu ihm, [Mt 21,23] Markus Mk 48 11 27 22 Lehrend. [Mt 21,23, Lk 20,1] -Matthäus Mt 47 11 27 49 Der menschlichen Natur nach. -Matthäus Mt 47 11 27 50 Nach dem Griech.: Vollkommen, gleichsam der Natur nach (Chrys., Hil., Hier.). -Matthäus Mt 47 11 28 Venite ad me omnes, qui laboratis, et onerati estis, et ego reficiam vos. Kommet zu mir alle, die ihr mühselig und beladen⁵¹ seid, und ich werde euch erquicken!⁵² +Matthäus Mt 48 11 27 49 Der menschlichen Natur nach. +Matthäus Mt 48 11 27 50 Nach dem Griech.: Vollkommen, gleichsam der Natur nach (Chrys., Hil., Hier.). +Matthäus Mt 48 11 28 Venite ad me omnes, qui laboratis, et onerati estis, et ego reficiam vos. Kommet zu mir alle, die ihr mühselig und beladen⁵¹ seid, und ich werde euch erquicken!⁵² Markus Mk 48 11 28 Et dicunt ei: In qua potestate hæc facis? et quis dedit tibi hanc potestatem ut ista facias? und sprachen zu ihm: Kraft welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, solches zu tun?²³ [Lk 20,1] Markus Mk 48 11 28 23 Sie zielen besonders auf den Einzug und die Tempelreinigung. Die Antwort soll ihnen eine Waffe zu neuem Angriffe geben. -Matthäus Mt 47 11 28 51 Womit beladen, wird mannigfaltig erklärt: mit Sünden (Chrys., Hier., Aug.), mit der Last der pharisäischen Satzungen (Theophyl.), mit den Leiden und Versuchungen des Lebens. Den Gegensatz zu diesen bilden die Weisen und Klugen V. 25. -Matthäus Mt 47 11 28 52 Wozu soll die Erquickung dienen? -Matthäus Mt 47 11 29 Tollite jugum meum super vos, et discite a me, quia mitis sum, et humilis corde: et invenietis requiem animabus vestris. Nehmet mein Joch auf euch,⁵³ und lernet von mir;⁵⁴ denn ich bin sanftmütig und demütigen Herzens; so werdet ihr Ruhe finden⁵⁵ für eure Seelen,⁵⁶ [Jer 6,16]. +Matthäus Mt 48 11 28 51 Womit beladen, wird mannigfaltig erklärt: mit Sünden (Chrys., Hier., Aug.), mit der Last der pharisäischen Satzungen (Theophyl.), mit den Leiden und Versuchungen des Lebens. Den Gegensatz zu diesen bilden die Weisen und Klugen V. 25. +Matthäus Mt 48 11 28 52 Wozu soll die Erquickung dienen? +Matthäus Mt 48 11 29 Tollite jugum meum super vos, et discite a me, quia mitis sum, et humilis corde: et invenietis requiem animabus vestris. Nehmet mein Joch auf euch,⁵³ und lernet von mir;⁵⁴ denn ich bin sanftmütig und demütigen Herzens; so werdet ihr Ruhe finden⁵⁵ für eure Seelen,⁵⁶ [Jer 6,16]. Markus Mk 48 11 29 Jesus autem respondens, ait illis: Interrogabo vos et ego unum verbum, et respondete mihi: et dicam vobis in qua potestate hæc faciam. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein Wort fragen;²⁴ antwortet mir darauf, so will ich euch sagen, kraft welcher Vollmacht ich dies tue. Markus Mk 48 11 29 24 Die Frage Jesu enthält die Antwort auf ihre Frage. -Matthäus Mt 47 11 29 53 Das Joch wird beschrieben im zweiten Teile: -Matthäus Mt 47 11 29 54 Und lernet. Seine Lehre also sollen sie annehmen und üben (Euth., Hil., Bed., Thom.). Traget kein Bedenken, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, ich verachte Niemanden und komme gern jedem zu Hilfe (Hil.). Wer möchte sich einen Augenblick besinnen, sich einem Lehrer anzuschließen, der bei seiner Allmacht und höchsten Weisheit so lieb und hilfsbereit ist? Einige erklären: Lernet von mir, dass ich sanftmütig bin usw. Aber Christus erklärt hier nicht, welches seine Lehre ist, sondern welcher Lehrer er ist. -Matthäus Mt 47 11 29 55 Zweiter Grund, weshalb wir uns ihm anschließen sollen: Jeder will glücklich sein; nur bei ihm ist wahres Glück zu finden. -Matthäus Mt 47 11 29 56 Hebraismus: für euch. -Matthäus Mt 47 11 30 Jugum enim meum suave est, et onus meum leve. denn mein Joch ist süß, und meine Bürde leicht.⁵⁷ +Matthäus Mt 48 11 29 53 Das Joch wird beschrieben im zweiten Teile: +Matthäus Mt 48 11 29 54 Und lernet. Seine Lehre also sollen sie annehmen und üben (Euth., Hil., Bed., Thom.). Traget kein Bedenken, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, ich verachte Niemanden und komme gern jedem zu Hilfe (Hil.). Wer möchte sich einen Augenblick besinnen, sich einem Lehrer anzuschließen, der bei seiner Allmacht und höchsten Weisheit so lieb und hilfsbereit ist? Einige erklären: Lernet von mir, dass ich sanftmütig bin usw. Aber Christus erklärt hier nicht, welches seine Lehre ist, sondern welcher Lehrer er ist. +Matthäus Mt 48 11 29 55 Zweiter Grund, weshalb wir uns ihm anschließen sollen: Jeder will glücklich sein; nur bei ihm ist wahres Glück zu finden. +Matthäus Mt 48 11 29 56 Hebraismus: für euch. +Matthäus Mt 48 11 30 Jugum enim meum suave est, et onus meum leve. denn mein Joch ist süß, und meine Bürde leicht.⁵⁷ Markus Mk 48 11 30 Baptismus Joannis, de clo erat, an ex hominibus? Respondete mihi. Die Taufe des Johannes war sie vom Himmel, oder von Menschen? Antwortet mir! -Matthäus Mt 47 11 30 57 Dritter Grund: Es ist das Joch eines wohlwollenden Lehrers. Vergl. [Apg 15,10]. Leicht wird Verzeihung erlangt und Gnade wird gespendet, die alles süß macht. Dem steht also [Mt 7,13.14] und [Mt 10,38] nicht entgegen. Die vorstehende Erzählung findet sich nur bei Matthäus. Dieser Umstand, wie das zwei Mal gebrauchte Wort Joch lassen die Worte besonders vom alten durch die Pharisäer noch schwerer gemachten Bunde und dem neuen des Heilandes verstehen. +Matthäus Mt 48 11 30 57 Dritter Grund: Es ist das Joch eines wohlwollenden Lehrers. Vergl. [Apg 15,10]. Leicht wird Verzeihung erlangt und Gnade wird gespendet, die alles süß macht. Dem steht also [Mt 7,13.14] und [Mt 10,38] nicht entgegen. Die vorstehende Erzählung findet sich nur bei Matthäus. Dieser Umstand, wie das zwei Mal gebrauchte Wort Joch lassen die Worte besonders vom alten durch die Pharisäer noch schwerer gemachten Bunde und dem neuen des Heilandes verstehen. Markus Mk 48 11 31 At illi cogitabant secum, dicentes: Si dixerimus, de clo, dicet, Quare ergo non credidistis ei? Sie aber dachten bei sich,²⁵ und sprachen: Sagen wir: Vom Himmel, so wird er sagen: Warum also habt ihr ihm nicht geglaubt? Markus Mk 48 11 31 25 Sich zurückziehend. Markus Mk 48 11 32 Si dixerimus, Ex hominibus, timemus populum: omnes enim habebant Joannem quia vere propheta esset. Sagen wir: Von Menschen,²⁶ so fürchten wir das Volk. Denn alle hielten den Johannes für einen wahren Propheten. Markus Mk 48 11 32 26 Griech.: Aber sagen wir: Aus den Menschen? So fürchteten sie das Volk. Sie fragen nicht: Was ist wahr? Sondern widerstehen der erkannten Wahrheit, sobald diese dem Heilande günstig ist. Ebenso verächtlich macht sie ihre Furcht vor dem Volke. Urteilt dieses falsch, so ist es ihre strengste Pflicht, es zu belehren. Markus Mk 48 11 33 Et respondentes dicunt Jesu: Nescimus. Et respondens Jesus ait illis: Neque ego dico vobis in qua potestate hæc faciam. Daher antworteten sie Jesus, und sprachen: Wir wissen es nicht. Und Jesus erwiderte, und sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, kraft welcher Vollmacht ich dieses tue. -Markus Mk 48 12 0 Der Heiland legt den Pharisäern das Gleichnis vom Weinberge vor. (V. 12) Pharisäer und Herodianer befragen Jesus über die Steuerpflicht, (V. 17) die Sadducäer über die Auferstehung (V. 27), ein Schriftgelehrter über das größte Gebot. (V. 34) Die letzte Rede des Heilandes im Tempel. -Matthäus Mt 47 12 0 C Verstockung der Führer des Volkes. (12.) Jesu Jünger raufen Ähren aus. (V. 8) Heilung einer verdorrten Hand (V. 21) und eines Besessenen. (V. 37) Schriftgelehrte und Pharisäer fordern ein Zeichen. (V. 45) Die wahren Anhänger Christi. -Matthäus Mt 47 12 1 In illo tempore abiit Jesus per sata sabbato: discipuli autem ejus esurientes cperunt vellere spicas, et manducare. +Markus Mk 48 12 0 Der Heiland legt den Pharisäern das Gleichnis vom Weinberge vor. (V. 12) Pharisäer und Herodianer befragen Jesus über die Steuerpflicht, (V. 17) die Sadducäer über die Auferstehung (V. 27), ein Schriftgelehrter über das größte Gebot. (V. 34) Die letzte Rede des Heilandes im Tempel. +Matthäus Mt 48 12 0 C Verstockung der Führer des Volkes. (12.) Jesu Jünger raufen Ähren aus. (V. 8) Heilung einer verdorrten Hand (V. 21) und eines Besessenen. (V. 37) Schriftgelehrte und Pharisäer fordern ein Zeichen. (V. 45) Die wahren Anhänger Christi. +Matthäus Mt 48 12 1 In illo tempore abiit Jesus per sata sabbato: discipuli autem ejus esurientes cperunt vellere spicas, et manducare. Zu jener Zeit¹ ging Jesus am Sabbate durch die Saaten hin; seine Jünger aber waren hungrig, und fingen an, Ähren zu pflücken, und zu essen. [Mk 2,23, Lk 6,1]. +Matthäus Mt 48 12 1 1 Es war im Gesetze verboten, am Sabbate ein Werk zu tun. Welche Werke unter dies Verbot fielen, lässt sich aus [Ex 34,21, Ex 35,3, Num 15,32, Jer 17,21, Am 8,5, Neh 10,31, Neh 13,15.19] erkennen. Die Pharisäer hatten indes noch viele Zusätze gemacht, über deren Beobachtung sie eifersüchtig wachten. Christus selbst sieht voraus, was geschehen wird, und führt seine Jünger durch die Saaten. Zu jener Zeit: Als Jesus lehrte. Nach [Lk 6,1] fällt das Ereignis hinter das zweite Osterfest im öffentlichen Leben Jesu. Was die Jünger tun, ist nach [Dtn 23,25] gestattet, da nur das Ernten oder Mitnehmen verboten war. In einer wie harten Schule der Armut übt der Heiland seine Jünger! Markus Mk 48 12 1 Et cpit illis in parabolis loqui: Vineam pastinavit homo, et circumdedit sepem, et fodit lacum, et ædificavit turrim, et locavit eam agricolis, et peregre profectus est. Und er fing an, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg, umgab ihn mit einem Zaune, grub eine Kelter, baute einen Turm, verpachtete ihn an Winzer, und reiste in ein fernes Land. [Jes 5,1, Jer 2,21, Mt 21,33, Lk 20,9] -Matthäus Mt 47 12 2 Pharisæi autem videntes, dixerunt ei: Ecce discipuli tui faciunt quod non licet facere sabbatis. Als aber die Pharisäer das sahen,² sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbate zu tun nicht erlaubt ist. +Matthäus Mt 48 12 2 Pharisæi autem videntes, dixerunt ei: Ecce discipuli tui faciunt quod non licet facere sabbatis. Als aber die Pharisäer das sahen,² sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbate zu tun nicht erlaubt ist. Markus Mk 48 12 2 Et misit ad agricolas in tempore servum ut ab agricolis acciperet de fructu vineæ. Und er schickte zu den Winzern, da die Zeit kam,¹ einen Knecht, um von den Winzern etwas von dem Ertrage des Weinberges in Empfang zu nehmen. Markus Mk 48 12 2 1 Zur Zeit der Lese, da er sich einen Teil der Ernte als Pachtzins ausbedungen hat. -Matthäus Mt 47 12 2 2 Die Pharisäer erklären dies für eine verbotene Arbeit. Bei [Lk 6,2] reden sie die Jünger an, wohl ein Teil von ihnen diese, ein Teil von ihnen den Herrn selbst. Christus weist den auf ihre Wissenschaft Stolzen Unkenntnis des Gesetzes nach. +Matthäus Mt 48 12 2 2 Die Pharisäer erklären dies für eine verbotene Arbeit. Bei [Lk 6,2] reden sie die Jünger an, wohl ein Teil von ihnen diese, ein Teil von ihnen den Herrn selbst. Christus weist den auf ihre Wissenschaft Stolzen Unkenntnis des Gesetzes nach. Markus Mk 48 12 3 Qui apprehensum eum ceciderunt, et dimiserunt vacuum. Diese ergriffen und schlugen ihn, und schickten ihn leer von dannen. -Matthäus Mt 47 12 3 At ille dixit eis: Non legistis quid fecerit David, quando esuriit, et qui cum eo erant: -Matthäus Mt 47 12 4 Quomodo intravit in domum Dei, et panes propositionis comedit, quos non licebat ei edere, neque his, qui cum eo erant, nisi solis sacerdotibus? +Matthäus Mt 48 12 3 At ille dixit eis: Non legistis quid fecerit David, quando esuriit, et qui cum eo erant: Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan, als ihn hungerte, samt denen, die bei ihm waren; [1Sam 21,6]. +Matthäus Mt 48 12 4 Quomodo intravit in domum Dei, et panes propositionis comedit, quos non licebat ei edere, neque his, qui cum eo erant, nisi solis sacerdotibus? wie er in das Haus Gottes³ eintrat, und die Schaubrote⁴ aß, welche zu essen ihm nicht erlaubt war, noch auch denen, die bei ihm waren, sondern einzig den Priestern? [Lev 24,9]. +Matthäus Mt 48 12 4 3 In das Bundeszelt, das damals in Nobe war [1Sam 21,1]. +Matthäus Mt 48 12 4 4 Die Schaubrote sind zwölf ungesäuerte Brote, welche mit Weihrauch und Salz bestreut im Heiligtume auf einem Tische vor dem Allerheiligsten lagen und jede Woche gewechselt wurden. Sie fielen dann den Priestern zu, welche sie an heiliger Stätte genießen mussten. [Lev 24,5.9, Ex 29,32f] Weder David noch der Priester werden in der heiligen Schrift getadelt, dass sie so in der Not gehandelt, also wird das, was viel geringer ist, aus gleichem Grunde gestattet sein (Chrys., Theoph.). Markus Mk 48 12 4 Et iterum misit ad illos alium servum: et illum in capite vulneraverunt, et contumeliis affecerunt. Und abermals sandte er zu ihnen² einen andern Knecht; denselben verwundeten sie am Kopfe, und taten ihm Schmach an. Markus Mk 48 12 4 2 Ihr Zorn wäschst, da der Herr seine Forderung wiederholt. Da bei Isaias die Bedeutung des Gleichnisses beigefügt ist, kann ihnen der Sinn der Worte des Heilandes nicht zweifelhaft sein. Vergl. [Mt 21,45]. Der Herr sendet seine Knechte zu dreien Malen, wie er [Lk 13,7] dem unfruchtbaren Feigenbaume drei Jahre Zeit lässt (Vikt.). Dreimal für: oftmals. Markus Mk 48 12 5 Et rursum alium misit, et illum occiderunt: et plures alios, quosdam cædentes, alios vero occidentes. Und wiederum sandte er einen andern, denselben töteten sie; und mehrere andere, von denen sie einige schlugen, andere aber töteten. -Matthäus Mt 47 12 5 Aut non legistis in lege quia sabbatis sacerdotes in templo sabbatum violant, et sine crimine sunt? Oder habet ihr nicht gelesen in dem Gesetze, dass die Priester am Sabbate im Tempel den Sabbat brechen, und ohne Schuld sind?⁵ -Matthäus Mt 47 12 5 5 Am heiligen Orte selbst werden an allen Sabbaten Opfer geschlachtet und zubereitet, und das von den Priestern selbst. Also gibt es Ausnahmen von der Strenge des Sabbatgesetzes. -Matthäus Mt 47 12 6 Dico autem vobis, quia templo major est hic. Ich sage euch aber: Ein Größerer als der Tempel ist hier.⁶ +Matthäus Mt 48 12 5 Aut non legistis in lege quia sabbatis sacerdotes in templo sabbatum violant, et sine crimine sunt? Oder habet ihr nicht gelesen in dem Gesetze, dass die Priester am Sabbate im Tempel den Sabbat brechen, und ohne Schuld sind?⁵ +Matthäus Mt 48 12 5 5 Am heiligen Orte selbst werden an allen Sabbaten Opfer geschlachtet und zubereitet, und das von den Priestern selbst. Also gibt es Ausnahmen von der Strenge des Sabbatgesetzes. +Matthäus Mt 48 12 6 Dico autem vobis, quia templo major est hic. Ich sage euch aber: Ein Größerer als der Tempel ist hier.⁶ Markus Mk 48 12 6 Adhuc ergo unum habens filium carissimum: et illum misit ad eos novissimum, dicens: Quia reverebuntur filium meum. Noch hatte er einen einzigen Sohn, den er überaus liebte; auch diesen schickte er zuletzt an sie, und sprach: Sie werden Ehrfurcht vor meinem Sohne haben! -Matthäus Mt 47 12 6 6 Christus offenbart seine Gottheit. In meinem Dienste haben die Apostel dies getan. Ist es gestattet, für den Tempel das Sabbatgebot hintanzusetzen, wie viel mehr also dies Gebot, rein menschliche Vorschriften unberücksichtigt zu lassen, damit sie keine Not leiden, welche dem dienen, der mehr ist als der Tempel. -Matthäus Mt 47 12 7 Si autem sciretis quid est: Misericordiam volo, et non sacrificium: numquam condemnassetis innocentes: Wenn ihr aber wüsstet, was es heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer; nimmermehr würdet ihr die Schuldlosen verdammt haben.⁷ [1Sam 15,22, Sir 4,17, Hos 6,6, Mt 9,13]. +Matthäus Mt 48 12 6 6 Christus offenbart seine Gottheit. In meinem Dienste haben die Apostel dies getan. Ist es gestattet, für den Tempel das Sabbatgebot hintanzusetzen, wie viel mehr also dies Gebot, rein menschliche Vorschriften unberücksichtigt zu lassen, damit sie keine Not leiden, welche dem dienen, der mehr ist als der Tempel. +Matthäus Mt 48 12 7 Si autem sciretis quid est: Misericordiam volo, et non sacrificium: numquam condemnassetis innocentes: Wenn ihr aber wüsstet, was es heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer; nimmermehr würdet ihr die Schuldlosen verdammt haben.⁷ [1Sam 15,22, Sir 4,17, Hos 6,6, Mt 9,13]. Markus Mk 48 12 7 Coloni autem dixerunt ad invicem: Hic est heres: venite, occidamus eum: et nostra erit hæreditas. Die Winzer aber sprachen zueinander: Dieser ist der Erbe; kommet, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein! -Matthäus Mt 47 12 7 7 Der Herr weist weiter ihre Unkenntnis nach. So hat Achimelech gehandelt (Hier.). Die Barmherzigkeit will Gott um ihrer selbst willen, weil es eine innere Tugend ist, das Opfer aber kann als äußeres Werk schlecht und gut dargebracht werden. Ist nun des Opfers halber am Sabbat etwas gestattet, wie viel mehr um der Barmherzigkeit willen. +Matthäus Mt 48 12 7 7 Der Herr weist weiter ihre Unkenntnis nach. So hat Achimelech gehandelt (Hier.). Die Barmherzigkeit will Gott um ihrer selbst willen, weil es eine innere Tugend ist, das Opfer aber kann als äußeres Werk schlecht und gut dargebracht werden. Ist nun des Opfers halber am Sabbat etwas gestattet, wie viel mehr um der Barmherzigkeit willen. Markus Mk 48 12 8 Et apprehendentes eum occiderunt: et ejecerunt extra vineam. Und sie ergriffen ihn, töteten ihn, und warfen ihn hinaus aus dem Weinberge. -Matthäus Mt 47 12 8 Dominus enim est Filius hominis etiam sabbati. Denn der Menschensohn⁸ ist auch über den Sabbat Herr. -Matthäus Mt 47 12 8 8 Siehe [Mt 8,20]. Der Sabbat ist Gott geweiht. Christus weist wiederum auf seine Gottheit hin. Der Herr des Sabbats hat die Jünger nicht getadelt, also sind sie nicht tadelnswert. +Matthäus Mt 48 12 8 Dominus enim est Filius hominis etiam sabbati. Denn der Menschensohn⁸ ist auch über den Sabbat Herr. +Matthäus Mt 48 12 8 8 Siehe [Mt 8,20]. Der Sabbat ist Gott geweiht. Christus weist wiederum auf seine Gottheit hin. Der Herr des Sabbats hat die Jünger nicht getadelt, also sind sie nicht tadelnswert. Markus Mk 48 12 9 Quid ergo faciet Dominus vineæ? Veniet, et perdet colonos: et dabit vineam aliis. Was wird nun der Herr³ des Weinberges tun? Er wird kommen, und die Winzer töten, und den Weinberg anderen geben. -Matthäus Mt 47 12 9 Et cum inde transisset, venit in synagogam eorum. Als er nun von da fortgegangen war, kam er in ihre Synagoge. +Matthäus Mt 48 12 9 Et cum inde transisset, venit in synagogam eorum. Als er nun von da fortgegangen war, kam er in ihre Synagoge. Markus Mk 48 12 9 3 Die Pharisäer mussten ihn aus dem Zeugnisse des heil. Johannes kennen. Zudem wussten sie aus Isaias, dass Gott der Herr des Weinberges ist; oft aber hatten sie gehört, dass der Heiland sich Gottes Sohn genannt. Doch sie hoffen durch ihren bösen Anschlag die Bewahrung ihres Ansehens zu sichern. Das Gleichnis vom Weinberge lässt sich leicht auf die Seele des Menschen anwenden. Markus Mk 48 12 10 Nec scripturam hanc legistis: Lapidem, quem reprobaverunt ædificantes, hic factus est in caput anguli: Habt ihr diese Schriftstelle nicht gelesen:⁴ Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Ecksteine geworden?⁵ [Ps 117,22, Jes 28,16, Mt 21,42, Apg 4,11, Röm 9,33, 1Petr 2,7] -Matthäus Mt 47 12 10 Et ecce homo manum habens aridam, et interrogabant eum, dicentes: Si licet sabbatis curare? ut accusarent eum. Und siehe, da war ein Mann, der eine verdorrte Hand hatte; und sie fragten ihn, und sagten: Ist es gestattet, am Sabbate zu heilen?⁹ damit sie ihn anklagen könnten.¹⁰ [Mk 3,1, Lk 6,6]. +Matthäus Mt 48 12 10 Et ecce homo manum habens aridam, et interrogabant eum, dicentes: Si licet sabbatis curare? ut accusarent eum. Und siehe, da war ein Mann, der eine verdorrte Hand hatte; und sie fragten ihn, und sagten: Ist es gestattet, am Sabbate zu heilen?⁹ damit sie ihn anklagen könnten.¹⁰ [Mk 3,1, Lk 6,6]. Markus Mk 48 12 10 4 Das Gleichnis ging bis zum Strafgerichte. Doch der Heiland will noch zeigen, dass der Sohn sein Erbe dennoch nicht verliert. Markus Mk 48 12 10 5 Die Priester sind Gesetzeslehrer. Christus verbindet Juden und Heiden zu einem Tempel Gottes. -Matthäus Mt 47 12 10 9 Nach den rabbinischen Vorschriften durfte nur in Lebensgefahr am Sabbate ärztliche Hilfe geleistet werden. So legten jene Gesetzeslehrer ein unerträgliches Joch auf. Jesus verwarf diese Torheiten, deshalb verfolgen sie ihn mit unversöhnlichem Hasse. Nach [Lk 6,6] geschah das Folgende an einem anderen Sabbate. -Matthäus Mt 47 12 10 10 Sie sehen daraus, dass Christus den Kranken heilen wird. -Matthäus Mt 47 12 11 Ipse autem dixit illis: Quis erit ex vobis homo, qui habeat ovem unam, et si ceciderit hæc sabbatis in foveam, nonne tenebit, et levabit eam? Er aber sprach zu ihnen:¹¹ Wer wird unter euch der Mann sein, der ein einziges Schaf hat, und wenn dieses am Sabbate in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht? [Dtn 22,4]. +Matthäus Mt 48 12 10 9 Nach den rabbinischen Vorschriften durfte nur in Lebensgefahr am Sabbate ärztliche Hilfe geleistet werden. So legten jene Gesetzeslehrer ein unerträgliches Joch auf. Jesus verwarf diese Torheiten, deshalb verfolgen sie ihn mit unversöhnlichem Hasse. Nach [Lk 6,6] geschah das Folgende an einem anderen Sabbate. +Matthäus Mt 48 12 10 10 Sie sehen daraus, dass Christus den Kranken heilen wird. +Matthäus Mt 48 12 11 Ipse autem dixit illis: Quis erit ex vobis homo, qui habeat ovem unam, et si ceciderit hæc sabbatis in foveam, nonne tenebit, et levabit eam? Er aber sprach zu ihnen:¹¹ Wer wird unter euch der Mann sein, der ein einziges Schaf hat, und wenn dieses am Sabbate in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht? [Dtn 22,4]. Markus Mk 48 12 11 A Domino factum est istud, et est mirabile in oculis nostris? Vom Herrn ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen? -Matthäus Mt 47 12 11 11 Nach Markus und Lukas gehen andere Umstände voraus. Aus Habsucht verleugnet ihr eure eigene Auslegung, aus Neid wollt ihr nicht zugeben, dass jemand geheilt werde. -Matthäus Mt 47 12 12 Quanto magis melior est homo ove? Itaque licet sabbatis benefacere. Um wie viel besser ist ein Mensch als ein Schaf? Es ist also erlaubt, am Sabbate Gutes zu erweisen.¹² +Matthäus Mt 48 12 11 11 Nach Markus und Lukas gehen andere Umstände voraus. Aus Habsucht verleugnet ihr eure eigene Auslegung, aus Neid wollt ihr nicht zugeben, dass jemand geheilt werde. +Matthäus Mt 48 12 12 Quanto magis melior est homo ove? Itaque licet sabbatis benefacere. Um wie viel besser ist ein Mensch als ein Schaf? Es ist also erlaubt, am Sabbate Gutes zu erweisen.¹² Markus Mk 48 12 12 Et quærebant eum tenere: et timuerunt turbam: cognoverunt enim quoniam ad eos parabolam hanc dixerit. Et relicto eo abierunt. Da suchten sie ihn zu ergreifen,⁶ aber sie fürchteten das Volk; denn sie verstanden wohl, dass er dieses Gleichnis auf sie geredet habe. Und sie verließen ihn, und gingen davon. Markus Mk 48 12 12 6 Nicht einmal die Enthüllung ihrer Pläne vermag sie zur Umkehr zu bringen. -Matthäus Mt 47 12 12 12 Es ist die Antwort auf die [Mk 3,4, Lk 6,9] erwähnte Frage. Christus stellt gleichzeitig die Sache in das rechte Licht: Gutes zu erweisen. -Matthäus Mt 47 12 13 Tunc ait homini: Extende manum tuam. Et extendit, et restituta est sanitati sicut altera. Dann sagte er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus!¹³ Und er streckte sie aus, und sie wurde wieder hergestellt, gesund wie die andere. +Matthäus Mt 48 12 12 12 Es ist die Antwort auf die [Mk 3,4, Lk 6,9] erwähnte Frage. Christus stellt gleichzeitig die Sache in das rechte Licht: Gutes zu erweisen. +Matthäus Mt 48 12 13 Tunc ait homini: Extende manum tuam. Et extendit, et restituta est sanitati sicut altera. Dann sagte er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus!¹³ Und er streckte sie aus, und sie wurde wieder hergestellt, gesund wie die andere. Markus Mk 48 12 13 Et mittunt ad eum quosdam ex Pharisæis, et Herodianis, ut eum caperent in verbo. Und sie sandten an ihn einige Pharisäer⁷ und Herodianer, dass sie ihn in der Rede fangen sollten.⁸ [Mt 22,15, Lk 20,20] Markus Mk 48 12 13 7 Ihre Jünger. [Mt 25,15]. Über die Herodianer siehe [Mt 22,Anm.22]. Markus Mk 48 12 13 8 Siehe [Mt 22,Anm.20]. -Matthäus Mt 47 12 13 13 Christus prüft den Glauben des Mannes. Glaubt er nicht, so wird er auch nicht versuchen, die Hand auszustrecken. +Matthäus Mt 48 12 13 13 Christus prüft den Glauben des Mannes. Glaubt er nicht, so wird er auch nicht versuchen, die Hand auszustrecken. Markus Mk 48 12 14 Qui venientes dicunt ei: Magister, scimus quia verax es, et non curas quemquam: nec enim vides in faciem hominum, sed in veritate viam Dei doces: licet dari tributum Cæsari, an non dabimus? Diese kamen, und sprachen zu ihm: Meister! wir wissen, dass du wahrhaft bist, und nach niemanden frägst; denn du siehest nicht auf das Ansehen der Menschen, sondern nach der Wahrheit lehrest du den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder sollen wir sie nicht geben? -Matthäus Mt 47 12 14 Exeuntes autem Pharisæi, consilium faciebant adversus eum, quomodo perderent eum. Die Pharisäer aber gingen hinaus, und hielten einen Rat wider ihn, wie sie ihn um's Leben bringen könnten.¹⁴ -Matthäus Mt 47 12 14 14 Je barmherziger der Herr ist, desto mehr wächst der Hass der Pharisäer. Sie gehen mit ihren sonstigen Feinden ein Bündnis gegen Christus ein. Wie ungeeignet sind sie für das Reich des Messias! +Matthäus Mt 48 12 14 Exeuntes autem Pharisæi, consilium faciebant adversus eum, quomodo perderent eum. Die Pharisäer aber gingen hinaus, und hielten einen Rat wider ihn, wie sie ihn um's Leben bringen könnten.¹⁴ +Matthäus Mt 48 12 14 14 Je barmherziger der Herr ist, desto mehr wächst der Hass der Pharisäer. Sie gehen mit ihren sonstigen Feinden ein Bündnis gegen Christus ein. Wie ungeeignet sind sie für das Reich des Messias! Markus Mk 48 12 15 Qui sciens versutiam illorum, ait illis: Quid me tentatis? afferte mihi denarium ut videam. Er aber erkannte ihre Arglist, und sprach zu ihnen: Warum versuchet ihr mich? Bringet mir einen Denar her, dass ich ihn sehe! -Matthäus Mt 47 12 15 Jesus autem sciens recessit inde: et secuti sunt eum multi, et curavit eos omnes: Jesus aber wusste es, und entfernte sich von da;¹⁵ und es folgten ihm viele, und er heilte sie alle; -Matthäus Mt 47 12 15 15 Christus übt hier, was er [Mt 10,23] seinen Jüngern vorgeschrieben. -Matthäus Mt 47 12 16 Et præcepit eis, ne manifestum eum facerent. und er gebot ihnen, dass sie ihn nicht offenbaren sollten,¹⁶ +Matthäus Mt 48 12 15 Jesus autem sciens recessit inde: et secuti sunt eum multi, et curavit eos omnes: Jesus aber wusste es, und entfernte sich von da;¹⁵ und es folgten ihm viele, und er heilte sie alle; +Matthäus Mt 48 12 15 15 Christus übt hier, was er [Mt 10,23] seinen Jüngern vorgeschrieben. +Matthäus Mt 48 12 16 Et præcepit eis, ne manifestum eum facerent. und er gebot ihnen, dass sie ihn nicht offenbaren sollten,¹⁶ Markus Mk 48 12 16 At illi attulerunt ei. Et ait illis: Cujus est imago hæc, et inscriptio? Dicunt ei: Cæsaris. Da brachten sie ihm einen,⁹ und er sprach zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Markus Mk 48 12 16 9 Vom Wechsler? So hielten sie es für Unrecht, eine Münze mit dem Bilde des Kaisers bei sich zu tragen? -Matthäus Mt 47 12 16 16 Während er den Elenden hilft, will er dem Hass der Pharisäer keine Nahrung gewähren. -Matthäus Mt 47 12 17 Ut adimpleretur quod dictum est per Isaiam prophetam, dicentem: damit erfüllet würde, was durch den Propheten Isaias gesagt ward, da er spricht: +Matthäus Mt 48 12 16 16 Während er den Elenden hilft, will er dem Hass der Pharisäer keine Nahrung gewähren. +Matthäus Mt 48 12 17 Ut adimpleretur quod dictum est per Isaiam prophetam, dicentem: damit erfüllet würde, was durch den Propheten Isaias gesagt ward, da er spricht: Markus Mk 48 12 17 Respondens autem Jesus dixit illis: Reddite igitur quæ sunt Cæsaris, Cæsari: et quæ sunt Dei, Deo. Et mirabantur super eo. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihnen: Gebet also dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Und sie verwunderten sich über ihn. [Röm 13,7] Markus Mk 48 12 18 Et venerunt ad eum Sadducæi, qui dicunt resurrectionem non esse: et interrogabant eum dicentes: Und es kamen Sadducäer zu ihm, welche sagen, es gebe keine Auferstehung. Diese fragten ihn, und sprachen: [Mt 22,23, Lk 20,27] -Matthäus Mt 47 12 18 Ecce puer meus, quem elegi, dilectus meus, in quo bene complacuit animæ meæ. Ponam spiritum meum super eum, et judicium Gentibus nuntiabit. Siehe, mein Knecht, den ich auserwählet habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern Recht¹⁷ verkünden. -Matthäus Mt 47 12 18 17 Was vor Gott recht ist. -Matthäus Mt 47 12 19 Non contendet, neque clamabit, neque audiet aliquis in plateis vocem ejus: Er wird nicht zanken, noch schreien, noch wird jemand seine Stimme auf den Gassen hören.¹⁸ +Matthäus Mt 48 12 18 Ecce puer meus, quem elegi, dilectus meus, in quo bene complacuit animæ meæ. Ponam spiritum meum super eum, et judicium Gentibus nuntiabit. Siehe, mein Knecht, den ich auserwählet habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern Recht¹⁷ verkünden. +Matthäus Mt 48 12 18 17 Was vor Gott recht ist. +Matthäus Mt 48 12 19 Non contendet, neque clamabit, neque audiet aliquis in plateis vocem ejus: Er wird nicht zanken, noch schreien, noch wird jemand seine Stimme auf den Gassen hören.¹⁸ Markus Mk 48 12 19 Magister, Moyses nobis scripsit, ut si cujus frater mortuus fuerit, et dimiserit uxorem, et filios non reliquerit, accipiat frater ejus uxorem ipsius, et resuscitet semen fratri suo. Meister! Moses hat uns vorgeschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt, und hinterlässt ein Weib ohne Kinder, so soll sein Bruder dessen Weib nehmen, und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken. [Dtn 25,5] -Matthäus Mt 47 12 19 18 Er wird mild sein und fern von allem Pompe. +Matthäus Mt 48 12 19 18 Er wird mild sein und fern von allem Pompe. Markus Mk 48 12 20 Septem ergo fratres erant: et primus accepit uxorem, et mortuus est non relicto semine. Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm ein Weib, und starb, ohne Nachkommenschaft zu hinterlassen. -Matthäus Mt 47 12 20 Arundinem quassatam non confringet, et linum fumigans non exstinguet, donec ejiciat ad victoriam judicium: Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht nicht auslöschen,¹⁹ bis er das Recht zum Siege bringt;²⁰ -Matthäus Mt 47 12 20 19 Christus spricht besonders von der Schwachheit im Glauben. -Matthäus Mt 47 12 20 20 Bis das göttliche Recht in allen und überall Sieger ist. +Matthäus Mt 48 12 20 Arundinem quassatam non confringet, et linum fumigans non exstinguet, donec ejiciat ad victoriam judicium: Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht nicht auslöschen,¹⁹ bis er das Recht zum Siege bringt;²⁰ +Matthäus Mt 48 12 20 19 Christus spricht besonders von der Schwachheit im Glauben. +Matthäus Mt 48 12 20 20 Bis das göttliche Recht in allen und überall Sieger ist. Markus Mk 48 12 21 Et secundus accepit eam, et mortuus est: et nec iste reliquit semen. Et tertius similiter. Da nahm sie der zweite, und starb; und auch er hinterließ keine Nachkommenschaft. Ebenso der dritte. -Matthäus Mt 47 12 21 Et in nomine ejus Gentes sperabunt. und auf seinen Namen werden die Völker hoffen. -Matthäus Mt 47 12 22 Tunc oblatus est ei dæmonium habens, cæcus, et mutus, et curavit eum ita ut loqueretur, et videret. Da²¹ ward ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war; und er heilte ihn, so dass derselbe redete und sah. +Matthäus Mt 48 12 21 Et in nomine ejus Gentes sperabunt. und auf seinen Namen werden die Völker hoffen. +Matthäus Mt 48 12 22 Tunc oblatus est ei dæmonium habens, cæcus, et mutus, et curavit eum ita ut loqueretur, et videret. Da²¹ ward ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war; und er heilte ihn, so dass derselbe redete und sah. Markus Mk 48 12 22 Et acceperunt eam similiter septem: et non reliquerunt semen. Novissima omnium defuncta est et mulier. Und es nahmen sie in gleicher Weise die sieben,¹⁰ und hinterließen keine Nachkommenschaft. Zuletzt von allen starb auch das Weib. Markus Mk 48 12 22 10 Damit die Geschichte schwieriger erschien. -Matthäus Mt 47 12 22 21 Ohne genaue Zeitbestimmung. +Matthäus Mt 48 12 22 21 Ohne genaue Zeitbestimmung. Markus Mk 48 12 23 In resurrectione ergo cum resurrexerint, cujus de his erit uxor? septem enim habuerunt eam uxorem. Bei der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen, wem von ihnen wird das Weib zugehören? Denn alle sieben haben sie zum Weibe gehabt. -Matthäus Mt 47 12 23 Et stupebant omnes turbæ, et dicebant: Numquid hic est filius David? Und alles Volk geriet außer sich vor Verwunderung,²² und sprach: Ist dieser etwa der Sohn Davids?²³ -Matthäus Mt 47 12 23 22 Das dreifache Wunder lässt das Volk staunen. -Matthäus Mt 47 12 23 23 Das Volk, seiner kaum mächtig, naht dem Glauben. -Matthäus Mt 47 12 24 Pharisæi autem audientes, dixerunt: Hic non ejicit dæmones nisi in Beelzebub principe dæmoniorum. Da es aber die Pharisäer hörten, sprachen sie: Dieser treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebub,²⁴ den Obersten der bösen Geister. [Mt 9,34, Mk 3,22, Lk 11,15] +Matthäus Mt 48 12 23 Et stupebant omnes turbæ, et dicebant: Numquid hic est filius David? Und alles Volk geriet außer sich vor Verwunderung,²² und sprach: Ist dieser etwa der Sohn Davids?²³ +Matthäus Mt 48 12 23 22 Das dreifache Wunder lässt das Volk staunen. +Matthäus Mt 48 12 23 23 Das Volk, seiner kaum mächtig, naht dem Glauben. +Matthäus Mt 48 12 24 Pharisæi autem audientes, dixerunt: Hic non ejicit dæmones nisi in Beelzebub principe dæmoniorum. Da es aber die Pharisäer hörten, sprachen sie: Dieser treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebub,²⁴ den Obersten der bösen Geister. [Mt 9,34, Mk 3,22, Lk 11,15] Markus Mk 48 12 24 Et respondens Jesus, ait illis: Nonne ideo erratis, non scientes Scripturas, neque virtutem Dei? Da antwortete Jesus, und sprach zu ihnen: Irret ihr nicht deswegen, weil ihr weder die Schrift kennt,¹¹ noch die Kraft Gottes verstehet? Markus Mk 48 12 24 11 In der heil. Schrift ist enthalten, was als notwendige Folgerung aus ihren Worten fließt. -Matthäus Mt 47 12 24 24 Über Beelzebub siehe [Mt 10,25] Die Pharisäer tun dies heimlich. -Matthäus Mt 47 12 25 Jesus autem sciens cogitationes eorum, dixit eis: Omne regnum divisum contra se, desolabitur: et omnis civitas, vel domus divisa contra se, non stabit. Jesus wusste aber ihre Gesinnungen und sprach zu ihnen:²⁵ Jedes Reich, das wider sich selbst uneins ist, wird verwüstet werden, und jede Stadt, oder jedes Haus, das wider sich selbst uneins ist, wird keinen Bestand haben.²⁶ [Lk 11,17] +Matthäus Mt 48 12 24 24 Über Beelzebub siehe [Mt 10,25] Die Pharisäer tun dies heimlich. +Matthäus Mt 48 12 25 Jesus autem sciens cogitationes eorum, dixit eis: Omne regnum divisum contra se, desolabitur: et omnis civitas, vel domus divisa contra se, non stabit. Jesus wusste aber ihre Gesinnungen und sprach zu ihnen:²⁵ Jedes Reich, das wider sich selbst uneins ist, wird verwüstet werden, und jede Stadt, oder jedes Haus, das wider sich selbst uneins ist, wird keinen Bestand haben.²⁶ [Lk 11,17] Markus Mk 48 12 25 Cum enim a mortuis resurrexerint, neque nubent, neque nubentur, sed sunt sicut Angeli in clis. Denn wenn sie von den Toten auferstehen, werden sie weder heiraten, noch verheiratet werden, sondern sie sind wie die Engel im Himmel. -Matthäus Mt 47 12 25 25 Christus bleibt mild. -Matthäus Mt 47 12 25 26 Drei Kreise, auf welche alle Gewalt beschränkt bleibt. -Matthäus Mt 47 12 26 Et si satanas satanam ejicit, adversus se divisus est: quomodo ergo stabit regnum ejus? Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so ist er wider sich selbst entzweit; wie also wird sein Reich²⁷ Bestand haben? +Matthäus Mt 48 12 25 25 Christus bleibt mild. +Matthäus Mt 48 12 25 26 Drei Kreise, auf welche alle Gewalt beschränkt bleibt. +Matthäus Mt 48 12 26 Et si satanas satanam ejicit, adversus se divisus est: quomodo ergo stabit regnum ejus? Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so ist er wider sich selbst entzweit; wie also wird sein Reich²⁷ Bestand haben? Markus Mk 48 12 26 De mortuis autem quod resurgant, non legistis in libro Moysi, super rubum quomodo dixerit illi Deus, inquiens: Ego sum Deus Abraham, et Deus Isaac, et Deus Jacob? Was aber die Toten betrifft, dass sie auferstehen, habt ihr nicht im Buche Moses gelesen, in der Geschichte vom Dornbusche, wie Gott zu ihm sprach, und sagte: Ich bin der Gott Abrahams, und der Gott Isaaks, und der Gott Jakobs? [Ex 3,6, Mt 22,32] -Matthäus Mt 47 12 26 27 Das Reich des Satans ist die Herrschaft alles Bösen (Hier.). Jede Handlung, die Christus vollbringt, zielt auf die Zerstörung des Bösen ab. +Matthäus Mt 48 12 26 27 Das Reich des Satans ist die Herrschaft alles Bösen (Hier.). Jede Handlung, die Christus vollbringt, zielt auf die Zerstörung des Bösen ab. Markus Mk 48 12 27 Non est Deus mortuorum, sed vivorum. Vos ergo multum erratis. Er ist nicht der Gott von Toten, sondern von Lebendigen.¹² Ihr irret also sehr. -Matthäus Mt 47 12 27 Et si ego in Beelzebub ejicio dæmones, filii vestri in quo ejiciunt? Ideo ipsi judices vestri erunt. Und wenn ich durch Beelzebub die bösen Geister austreibe, durch wen²⁸ treiben denn eure Söhne²⁹ sie aus? Darum werden sie selbst eure Richter sein. +Matthäus Mt 48 12 27 Et si ego in Beelzebub ejicio dæmones, filii vestri in quo ejiciunt? Ideo ipsi judices vestri erunt. Und wenn ich durch Beelzebub die bösen Geister austreibe, durch wen²⁸ treiben denn eure Söhne²⁹ sie aus? Darum werden sie selbst eure Richter sein. Markus Mk 48 12 27 12 Siehe [Mt 22,Anm.41]. -Matthäus Mt 47 12 27 28 Christus zeigt nunmehr die Bosheit und den Widerspruch seiner Ankläger. Dass es auch bei den Juden solche gab, welche Teufel austrieben, geht aus [Mk 9,37, Apg 19,13] hervor. -Matthäus Mt 47 12 27 29 Nach jüdischem Sprachgebrauch die Jünger. Da ihr in euren Jüngern die Kraft Gottes anerkennt, werden sie euch der hässlichsten Schmähung überführen. -Matthäus Mt 47 12 28 Si autem ego in spiritu Dei ejicio dæmones, igitur pervenit in vos regnum Dei. Wenn ich aber durch den Geist Gottes die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.³⁰ +Matthäus Mt 48 12 27 28 Christus zeigt nunmehr die Bosheit und den Widerspruch seiner Ankläger. Dass es auch bei den Juden solche gab, welche Teufel austrieben, geht aus [Mk 9,37, Apg 19,13] hervor. +Matthäus Mt 48 12 27 29 Nach jüdischem Sprachgebrauch die Jünger. Da ihr in euren Jüngern die Kraft Gottes anerkennt, werden sie euch der hässlichsten Schmähung überführen. +Matthäus Mt 48 12 28 Si autem ego in spiritu Dei ejicio dæmones, igitur pervenit in vos regnum Dei. Wenn ich aber durch den Geist Gottes die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.³⁰ Markus Mk 48 12 28 Et accessit unus de Scribis, qui audierat illos conquirentes, et videns quoniam bene illis responderit, interrogavit eum quod esset primum omnium mandatum. Und es trat einer der Schriftgelehrten hinzu, der ihren Streit angehört hatte, und da er sah, dass er ihnen treffend geantwortet habe, fragte er ihn,¹³ welches das erste aller Gebote sei? [Mt 22,35] Markus Mk 48 12 28 13 Er hat Christi Weisheit aus der Antwort an die Sadducäer erkannt, deren Schwierigkeit wohl bis dahin als unlöslich galt, und will den Heiland weiter erproben, aber da er ohne Bosheit kommt, wird er auch durch Christi Antwort gewonnen. -Matthäus Mt 47 12 28 30 Das Reich des Bösen wird überall vernichtet, wohin Christus kommt. Die wahrnehmbare Austreibung des bösen Geistes geschah, damit alle erkannten, dass Jesus es ist, der in den Seelen die Herrschaft des Bösen brechen will. +Matthäus Mt 48 12 28 30 Das Reich des Bösen wird überall vernichtet, wohin Christus kommt. Die wahrnehmbare Austreibung des bösen Geistes geschah, damit alle erkannten, dass Jesus es ist, der in den Seelen die Herrschaft des Bösen brechen will. Markus Mk 48 12 29 Jesus autem respondit ei: Quia primum omnium mandatum est: Audi Israel, Dominus Deus tuus, Deus unus est: Jesus aber antwortete ihm: Das erste aller Gebote ist: Höre Israel! der Herr, dein Gott, ist ein Gott. [Dtn 6,4] -Matthäus Mt 47 12 29 Aut quomodo potest quisquam intrare in domum fortis, et vasa ejus diripere, nisi prius alligaverit fortem? et tunc domum illius diripiet. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineinkommen, und dessen Hausgerät rauben, wenn er nicht vorher den Starken gebunden hat?³¹ Alsdann wird er dessen Haus ausrauben. -Matthäus Mt 47 12 29 31 Also hat Christus schon den Starken überwunden. Das Hausgerät sind die Menschen, welche der Heiland dem Satan entreißt. (Chrys., Aug., Hier.,) -Matthäus Mt 47 12 30 Qui non est mecum, contra me est: et qui non congregat mecum, spargit. Wer nicht mit mir ist, ist wider mich;³² und wer nicht mit mir³³ sammelt, zerstreuet. +Matthäus Mt 48 12 29 Aut quomodo potest quisquam intrare in domum fortis, et vasa ejus diripere, nisi prius alligaverit fortem? et tunc domum illius diripiet. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineinkommen, und dessen Hausgerät rauben, wenn er nicht vorher den Starken gebunden hat?³¹ Alsdann wird er dessen Haus ausrauben. +Matthäus Mt 48 12 29 31 Also hat Christus schon den Starken überwunden. Das Hausgerät sind die Menschen, welche der Heiland dem Satan entreißt. (Chrys., Aug., Hier.,) +Matthäus Mt 48 12 30 Qui non est mecum, contra me est: et qui non congregat mecum, spargit. Wer nicht mit mir ist, ist wider mich;³² und wer nicht mit mir³³ sammelt, zerstreuet. Markus Mk 48 12 30 Et diliges Dominum Deum tuum ex toto corde tuo, et ex tota anima tua, et ex tota mente tua, et ex tota virtute tua. Hoc est primum mandatum. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Gemüte, und aus allen deinen Kräften. Das ist das erste Gebot.¹⁴ Markus Mk 48 12 30 14 Siehe [Mt 22,Anm.50]. -Matthäus Mt 47 12 30 32 Da der Messias Sieger ist und die Menschen dem Teufel entreißt, um Gottes Reich in ihnen zu begründen, darf niemand unentschieden bleiben, sonst hindert er das Werk Christi in sich und anderen. Also auch zwischen Christus und den Pharisäern ist zu wählen. Dieser Ausspruch widerspricht nicht dem anderen [Lk 9,59]. So weit dieser Mann im Namen Jesu Wunder tat, war er kein Gegner. -Matthäus Mt 47 12 30 33 Hier schreibt sich der Herr das Amt des guten Hirten zu, [Ez 34,12 und Joh 10,11]. Gleichzeitig ruft er alle, besonders die Führer Israels, auf, mit ihm zu sammeln. Wie gerecht werden die Halsstarrigen verworfen! +Matthäus Mt 48 12 30 32 Da der Messias Sieger ist und die Menschen dem Teufel entreißt, um Gottes Reich in ihnen zu begründen, darf niemand unentschieden bleiben, sonst hindert er das Werk Christi in sich und anderen. Also auch zwischen Christus und den Pharisäern ist zu wählen. Dieser Ausspruch widerspricht nicht dem anderen [Lk 9,59]. So weit dieser Mann im Namen Jesu Wunder tat, war er kein Gegner. +Matthäus Mt 48 12 30 33 Hier schreibt sich der Herr das Amt des guten Hirten zu, [Ez 34,12 und Joh 10,11]. Gleichzeitig ruft er alle, besonders die Führer Israels, auf, mit ihm zu sammeln. Wie gerecht werden die Halsstarrigen verworfen! Markus Mk 48 12 31 Secundum autem simile est illi: Diliges proximum tuum tamquam teipsum. Majus horum aliud mandatum non est. Ein zweites aber ist diesem ähnlich:¹⁵ Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.¹⁶ Größer¹⁷ als dieses, ist kein anderes Gebot.¹⁸ [Lev 19,18, Mt 22,39, Röm 13,9, Gal 5,14, Jak 2,8] -Matthäus Mt 47 12 31 Ideo dico vobis: Omne peccatum et blasphemia remittetur hominibus, spiritus autem blasphemia non remittetur. Darum³⁴ sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen nachgelassen; aber die Lästerung wider den (heiligen) Geist wird nicht nachgelassen werden.³⁵ [Mk 3,28.29]. +Matthäus Mt 48 12 31 Ideo dico vobis: Omne peccatum et blasphemia remittetur hominibus, spiritus autem blasphemia non remittetur. Darum³⁴ sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen nachgelassen; aber die Lästerung wider den (heiligen) Geist wird nicht nachgelassen werden.³⁵ [Mk 3,28.29]. Markus Mk 48 12 31 15 Im geliebten Gegenstande: Der Nächste ist das Bild Gottes. In der Tugend: Sie ist die gleiche wie die Gottesliebe. Im Ziele: für Gott. Markus Mk 48 12 31 16 Dies hatte noch niemand gelehrt. Siehe [Mt 5,Anm.54]. Markus Mk 48 12 31 17 An Allgemeinheit, da die Gottesliebe die erste Tafel, die Nächstenliebe die zweite Tafel der zehn Gebote enthält. Ebenso an Würde [Mt 22,40] und ewiger Geltung. Markus Mk 48 12 31 18 Deine Frage ist beantwortet. -Matthäus Mt 47 12 31 34 Wegen des V. 25-30 Gesagten. -Matthäus Mt 47 12 31 35 Eine Lästerung wider den heiligen Geist begehen alle, welche, wie die Pharisäer, die Werke, die im Geiste Gottes geschehen und als solche nicht verkannt werden können, aus Bosheit und Hass gegen Christus dem Satan zuschreiben, so dass durch diese Schmähung das Werk des heiligen Geistes in den Herzen des Volkes behindert und zerstört wird. -Matthäus Mt 47 12 32 Et quicumque dixerit verbum contra Filium hominis, remittetur ei: qui autem dixerit contra Spiritum sanctum, non remittetur ei neque in hoc sæculo, neque in futuro. Und wer ein Wort wider den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden;³⁶ wer aber wider den heiligen Geist redet,³⁷ dem wird weder in dieser noch in der zukünftigen Welt³⁸ vergeben werden. [Lk 12,10]. +Matthäus Mt 48 12 31 34 Wegen des V. 25-30 Gesagten. +Matthäus Mt 48 12 31 35 Eine Lästerung wider den heiligen Geist begehen alle, welche, wie die Pharisäer, die Werke, die im Geiste Gottes geschehen und als solche nicht verkannt werden können, aus Bosheit und Hass gegen Christus dem Satan zuschreiben, so dass durch diese Schmähung das Werk des heiligen Geistes in den Herzen des Volkes behindert und zerstört wird. +Matthäus Mt 48 12 32 Et quicumque dixerit verbum contra Filium hominis, remittetur ei: qui autem dixerit contra Spiritum sanctum, non remittetur ei neque in hoc sæculo, neque in futuro. Und wer ein Wort wider den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden;³⁶ wer aber wider den heiligen Geist redet,³⁷ dem wird weder in dieser noch in der zukünftigen Welt³⁸ vergeben werden. [Lk 12,10]. Markus Mk 48 12 32 Et ait illi Scriba: Bene Magister, in veritate dixisti, quia unus est Deus, et non est alius præter eum. Der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Trefflich, Meister! nach der Wahrheit¹⁹ hast du gesagt, dass nur ein Gott ist, und kein anderer außer ihm. Markus Mk 48 12 32 19 Die Worte: trefflich und nach der Wahrheit bilden einen Gedanken. -Matthäus Mt 47 12 32 36 Da der Menschensohn in Demut erscheint und dem Leiden unterworfen, ist es zwar nicht ohne Sünde gegen ihn ein Wort zu reden, aber doch entschuldbarer (Hier., Chrys.). Solche Worte sind z. B. [Mt 11,9] und die Schmähungen des am Kreuze sterbenden Heilandes. -Matthäus Mt 47 12 32 37 Welches eine solche Rede ist, folgt aus V. 24 und wird [Mk 3,29] hinzugesetzt. Es ist eine Lästerung und nur von dieser, nicht von allen Sünden gegen den heiligen Geist sagt der Heiland, sie werden nicht nachgelassen (Hier., Ambr., Basil.). Der Heiland sagt nicht: diese Sünde kann nicht nachgelassen werden (Beda), sondern erklärt nur, was geschehen wird, dass nämlich Gott durch ein gerechtes Strafgericht solche in ihrer Unbußfertigkeit bis zum Tode verharren lässt, wenn er ihnen auch zureichende Gnaden zur Bekehrung nicht versagt (Hil., Chrys.). So lange jemand lebt, ist nicht zu verzweifeln, da Gott nicht den Tod des Sünders will, sondern dass er lebe (Aug.). -Matthäus Mt 47 12 32 38 Es gibt also für gewisse Sünden auch im anderen Leben Vergebung. Aus dieser Stelle folgt das Dasein des Fegefeuers (Aug., Greg.), aber auch, dass es ewige Strafen gibt. +Matthäus Mt 48 12 32 36 Da der Menschensohn in Demut erscheint und dem Leiden unterworfen, ist es zwar nicht ohne Sünde gegen ihn ein Wort zu reden, aber doch entschuldbarer (Hier., Chrys.). Solche Worte sind z. B. [Mt 11,9] und die Schmähungen des am Kreuze sterbenden Heilandes. +Matthäus Mt 48 12 32 37 Welches eine solche Rede ist, folgt aus V. 24 und wird [Mk 3,29] hinzugesetzt. Es ist eine Lästerung und nur von dieser, nicht von allen Sünden gegen den heiligen Geist sagt der Heiland, sie werden nicht nachgelassen (Hier., Ambr., Basil.). Der Heiland sagt nicht: diese Sünde kann nicht nachgelassen werden (Beda), sondern erklärt nur, was geschehen wird, dass nämlich Gott durch ein gerechtes Strafgericht solche in ihrer Unbußfertigkeit bis zum Tode verharren lässt, wenn er ihnen auch zureichende Gnaden zur Bekehrung nicht versagt (Hil., Chrys.). So lange jemand lebt, ist nicht zu verzweifeln, da Gott nicht den Tod des Sünders will, sondern dass er lebe (Aug.). +Matthäus Mt 48 12 32 38 Es gibt also für gewisse Sünden auch im anderen Leben Vergebung. Aus dieser Stelle folgt das Dasein des Fegefeuers (Aug., Greg.), aber auch, dass es ewige Strafen gibt. Markus Mk 48 12 33 Et ut diligatur ex toto corde, et ex toto intellectu, et ex tota anima, et ex tota fortitudine: et diligere proximum tamquam seipsum, majus est omnibus holocautomatibus, et sacrificiis. Und ihn zu lieben aus ganzem Herzen, aus ganzem Verstande, aus ganzer Seele, und aus aller Kraft, und den Nächsten lieben wie sich selbst; das ist mehr als alle Brandopfer, und andere Opfer.²⁰ -Matthäus Mt 47 12 33 Aut facite arborem bonam, et fructum ejus bonum: aut facite arborem malam, et fructum ejus malum: siquidem ex fructu arbor agnoscitur. Entweder machet den Baum³⁹ gut und auch seine Frucht gut, oder machet den Baum schlecht und auch seine Frucht schlecht; denn an der Frucht erkennet man den Baum. +Matthäus Mt 48 12 33 Aut facite arborem bonam, et fructum ejus bonum: aut facite arborem malam, et fructum ejus malum: siquidem ex fructu arbor agnoscitur. Entweder machet den Baum³⁹ gut und auch seine Frucht gut, oder machet den Baum schlecht und auch seine Frucht schlecht; denn an der Frucht erkennet man den Baum. Markus Mk 48 12 33 20 Er ist fern davon, die Religion nur in äußeren Zeremonien zu suchen. -Matthäus Mt 47 12 33 39 Die Pharisäer (Aug., Thom.). So wird der folgende Vers vorbereitet. Die Früchte geben Zeugnis von dem Baume. -Matthäus Mt 47 12 34 Progenies viperarum, quomodo potestis bona loqui, cum sitis mali? ex abundantia enim cordis os loquitur. Ihr Natternbrut!⁴⁰ wie könnet ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. [Lk 6,45]. +Matthäus Mt 48 12 33 39 Die Pharisäer (Aug., Thom.). So wird der folgende Vers vorbereitet. Die Früchte geben Zeugnis von dem Baume. +Matthäus Mt 48 12 34 Progenies viperarum, quomodo potestis bona loqui, cum sitis mali? ex abundantia enim cordis os loquitur. Ihr Natternbrut!⁴⁰ wie könnet ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. [Lk 6,45]. Markus Mk 48 12 34 Jesus autem videns quod sapienter respondisset, dixit illi: Non es longe a regno Dei. Et nemo jam audebat eum interrogare. Da aber Jesus sah, dass er weise geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht ferne vom Reiche Gottes!²¹ Und niemand wagte es mehr, ihn zu befragen.²² Markus Mk 48 12 34 21 Er gehört noch nicht zum Reiche Gottes, weil er noch nicht an Jesus glaubt. Markus Mk 48 12 34 22 Versuchend. -Matthäus Mt 47 12 34 40 Erklärung des Vorhergehenden. Ihr habt nicht aus Übereilung so geredet, sondern in eurem Herzen ist eine noch viel größere Bosheit. +Matthäus Mt 48 12 34 40 Erklärung des Vorhergehenden. Ihr habt nicht aus Übereilung so geredet, sondern in eurem Herzen ist eine noch viel größere Bosheit. Markus Mk 48 12 35 Et respondens Jesus dicebat, docens in templo: Quomodo dicunt Scribæ Christum filium esse David? Und Jesus hob an, und sprach im Tempel lehrend: Wie sagen die Schriftgelehrten, dass Christus Davids Sohn ist?²³ -Matthäus Mt 47 12 35 Bonus homo de bono thesauro profert bona: et malus homo de malo thesauro profert mala. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze Gutes hervor; und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatze Böses hervor.⁴¹ +Matthäus Mt 48 12 35 Bonus homo de bono thesauro profert bona: et malus homo de malo thesauro profert mala. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze Gutes hervor; und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatze Böses hervor.⁴¹ Markus Mk 48 12 35 23 Es kann nicht seine einzige Würde sein, den Thron Davids zu besteigen. -Matthäus Mt 47 12 35 41 Ihr könnt in einer Sache, in der ihr böse seid, nichts Gutes reden, so lange ihr in der Bosheit verharrt. +Matthäus Mt 48 12 35 41 Ihr könnt in einer Sache, in der ihr böse seid, nichts Gutes reden, so lange ihr in der Bosheit verharrt. Markus Mk 48 12 36 Ipse enim David dicit in Spiritu sancto: Dixit Dominus Domino meo, sede a dextris meis, donec ponam inimicos tuos scabellum pedum tuorum. David sagt ja selbst²⁴ im heiligen Geiste: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege! [Ps 109,1, Mt 22,44, Lk 20,42] -Matthäus Mt 47 12 36 Dico autem vobis quoniam omne verbum otiosum, quod locuti fuerint homines reddent rationem de eo in die judicii. Ich sage euch aber, die Menschen werden über ein jedes unnütze Wort,⁴² das sie reden, am Tage des Gerichtes Rechenschaft geben müssen. +Matthäus Mt 48 12 36 Dico autem vobis quoniam omne verbum otiosum, quod locuti fuerint homines reddent rationem de eo in die judicii. Ich sage euch aber, die Menschen werden über ein jedes unnütze Wort,⁴² das sie reden, am Tage des Gerichtes Rechenschaft geben müssen. Markus Mk 48 12 36 24 Der ein so großes Ansehen hat. Der Nachdruck wird noch gemehrt durch den Zusatz: Im heiligen Geiste. -Matthäus Mt 47 12 36 42 Da die Worte die Beschaffenheit des Herzens kundgeben, werden sie mit Recht vor Gottes Gericht geprüft werden. Ein unnützes Wort ist ein Wort, das gesprochen wird, ohne dass der Redende seinen eigenen oder eines anderen Nutzen dabei im Auge hat. (Aug., Thom.) +Matthäus Mt 48 12 36 42 Da die Worte die Beschaffenheit des Herzens kundgeben, werden sie mit Recht vor Gottes Gericht geprüft werden. Ein unnützes Wort ist ein Wort, das gesprochen wird, ohne dass der Redende seinen eigenen oder eines anderen Nutzen dabei im Auge hat. (Aug., Thom.) Markus Mk 48 12 37 Ipse ergo David dicit eum Dominum, et unde est filius ejus? Et multa turba eum libenter audivit. David selbst also nennt ihn Herr. Wie ist er denn sein Sohn?²⁵ Und die Menge des Volkes hörte ihn gerne. [Mt 23,1, Lk 20,45] -Matthäus Mt 47 12 37 Ex verbis enim tuis justificaberis, et ex verbis tuis condemnaberis. Denn aus deinen Worten⁴³ wirst du gerechtfertiget, und aus deinen Worten wirst du verurteilt werden. +Matthäus Mt 48 12 37 Ex verbis enim tuis justificaberis, et ex verbis tuis condemnaberis. Denn aus deinen Worten⁴³ wirst du gerechtfertiget, und aus deinen Worten wirst du verurteilt werden. Markus Mk 48 12 37 25 Nur sein Sohn, nur ein irdischer König? -Matthäus Mt 47 12 37 43 Wie aus den Werken. -Matthäus Mt 47 12 38 Tunc responderunt ei quidam de Scribis et Pharisæis dicentes: Magister, volumus a te signum videre. Dann redeten einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern zu ihm, und sprachen: Meister! wir möchten von dir ein Zeichen sehen.⁴⁴ +Matthäus Mt 48 12 37 43 Wie aus den Werken. +Matthäus Mt 48 12 38 Tunc responderunt ei quidam de Scribis et Pharisæis dicentes: Magister, volumus a te signum videre. Dann redeten einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern zu ihm, und sprachen: Meister! wir möchten von dir ein Zeichen sehen.⁴⁴ Markus Mk 48 12 38 Et dicebat eis in doctrina sua: Cavete a Scribis, qui volunt in stolis ambulare, et salutari in foro, Und er sprach zu ihnen in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, welche es lieben, in langen Kleidern²⁶ einherzugehen, und gegrüßt sein wollen auf den Plätzen, [Mt 23,5, Lk 11,43, Lk 20,46] Markus Mk 48 12 38 26 Lange Kleider waren das Kennzeichen vornehmer Personen; das Volk trug kürzere Kleider, um bei der Arbeit nicht behindert zu sein. Markus beschreibt für die Römer einfacher, was [Mt 23,5] mit einer nur den Juden verständlichen Genauigkeit schildert. -Matthäus Mt 47 12 38 44 Ein anderes Beispiel von der Verstockung der Pharisäer. Nicht zufrieden mit so viel Wundern, fordern sie noch ein Zeichen. Christus sagt seinen Tod und seine Auferstehung voraus. Aber so groß und so unwidersprechlich auch dies Wunder sein wird, dennoch werden viele auch diesem Zeichen nicht glauben. Die Pharisäer reden den Herrn schmeichelnd Meister an, als wollten sie von ihm lernen. Ähnlich [Joh 6,30]. -Matthäus Mt 47 12 39 Qui respondens ait illis: Generatio mala, et adultera signum quærit: et signum non dabitur ei, nisi signum Jonæ prophetæ. Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht⁴⁵ verlangt ein Zeichen; und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, als das Zeichen Jonas, des Propheten. [Mt 16,4, Lk 11,29, 1Kor 1,22]. +Matthäus Mt 48 12 38 44 Ein anderes Beispiel von der Verstockung der Pharisäer. Nicht zufrieden mit so viel Wundern, fordern sie noch ein Zeichen. Christus sagt seinen Tod und seine Auferstehung voraus. Aber so groß und so unwidersprechlich auch dies Wunder sein wird, dennoch werden viele auch diesem Zeichen nicht glauben. Die Pharisäer reden den Herrn schmeichelnd Meister an, als wollten sie von ihm lernen. Ähnlich [Joh 6,30]. +Matthäus Mt 48 12 39 Qui respondens ait illis: Generatio mala, et adultera signum quærit: et signum non dabitur ei, nisi signum Jonæ prophetæ. Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht⁴⁵ verlangt ein Zeichen; und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, als das Zeichen Jonas, des Propheten. [Mt 16,4, Lk 11,29, 1Kor 1,22]. Markus Mk 48 12 39 Et in primis cathedris sedere in synagogis, et primos discubitus in cnis: in den Synagogen gerne obenansitzen, und bei Gastmählern die ersten Plätze suchen, -Matthäus Mt 47 12 39 45 Dieses Bildes bedienten sich die Propheten oft. Jenes Geschlecht glaubt weder Moses noch Christus. Der Herr nannte sich [Mt 9,15] Bräutigam; die Braut verschmäht ihn und fordert ein Zeichen. Aber dasjenige, dass sie etwa wünscht, wird ihr nicht zuteil werden, sondern nur eines, das der Herr erwählt. -Matthäus Mt 47 12 40 Sicut enim fuit Jonas in ventre ceti tribus diebus, et tribus noctibus; sic erit Filius hominis in corde terræ tribus diebus, et tribus noctibus. Denn gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte in dem Bauche des Fisches war, so wird auch der Sohn des Menschen im Herzen der Erde drei Tage und drei Nächte sein.⁴⁶ [Jona 2,1]. +Matthäus Mt 48 12 39 45 Dieses Bildes bedienten sich die Propheten oft. Jenes Geschlecht glaubt weder Moses noch Christus. Der Herr nannte sich [Mt 9,15] Bräutigam; die Braut verschmäht ihn und fordert ein Zeichen. Aber dasjenige, dass sie etwa wünscht, wird ihr nicht zuteil werden, sondern nur eines, das der Herr erwählt. +Matthäus Mt 48 12 40 Sicut enim fuit Jonas in ventre ceti tribus diebus, et tribus noctibus; sic erit Filius hominis in corde terræ tribus diebus, et tribus noctibus. Denn gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte in dem Bauche des Fisches war, so wird auch der Sohn des Menschen im Herzen der Erde drei Tage und drei Nächte sein.⁴⁶ [Jona 2,1]. Markus Mk 48 12 40 Qui devorant domos viduarum sub obtentu prolixæ orationis: hi accipient prolixius judicium. welche die Häuser der Witwen aufzehren unter dem Vorwande langer Gebete;²⁷ über diese wird ein schwereres Gericht ergehen. Markus Mk 48 12 40 27 Zum Hochmut gesellt sich die Habsucht. -Matthäus Mt 47 12 40 46 Viele verstehen die Worte Christi von seiner Grabesruhe (Chrys., Euth., Beda), andere, wie es scheint, richtiger, von dem Absteigen Christi zu den Toten (Tert., Iren., Ephr.). Drei Tage sind nach jüdischem Sprachgebrauch nicht ein Zeitraum von 72 Stunden, sondern jeder Teil eines Tages steht für diesen selbst. So verstanden auch die Hohenpriester und Pharisäer diese Worte [Mt 27,63.64]. -Matthäus Mt 47 12 41 Viri Ninivitæ surgent in judicio cum generatione ista, et condemnabunt eam: quia pnitentiam egerunt in prædicatione Jonæ. Et ecce plus quam Jonas hic. Die Männer⁴⁷ von Ninive werden in dem Gerichte mit⁴⁸ diesem Geschlechte auftreten, und werden es verdammen;⁴⁹ denn sie taten Buße auf die Predigt des Jonas. Und siehe, mehr als Jonas ist hier! [Jona 3,5]. +Matthäus Mt 48 12 40 46 Viele verstehen die Worte Christi von seiner Grabesruhe (Chrys., Euth., Beda), andere, wie es scheint, richtiger, von dem Absteigen Christi zu den Toten (Tert., Iren., Ephr.). Drei Tage sind nach jüdischem Sprachgebrauch nicht ein Zeitraum von 72 Stunden, sondern jeder Teil eines Tages steht für diesen selbst. So verstanden auch die Hohenpriester und Pharisäer diese Worte [Mt 27,63.64]. +Matthäus Mt 48 12 41 Viri Ninivitæ surgent in judicio cum generatione ista, et condemnabunt eam: quia pnitentiam egerunt in prædicatione Jonæ. Et ecce plus quam Jonas hic. Die Männer⁴⁷ von Ninive werden in dem Gerichte mit⁴⁸ diesem Geschlechte auftreten, und werden es verdammen;⁴⁹ denn sie taten Buße auf die Predigt des Jonas. Und siehe, mehr als Jonas ist hier! [Jona 3,5]. Markus Mk 48 12 41 Et sedens Jesus contra gazophylacium, aspiciebat quomodo turba jactaret æs in gazophylacium, et multi divites jactabant multa. Und²⁸ Jesus saß dem Opferkasten gegenüber, und sah zu, wie das Volk Geld in den Opferkasten warf;²⁹ und viele Reiche warfen viel hinein. [Lk 21,1] Markus Mk 48 12 41 28 Gegensatz zu den Pharisäern. Markus Mk 48 12 41 29 Im Vorhofe der Frauen, bis wohin diese gehen durften, war ein großer Behälter mit dreizehn trompetenförmigen Öffnungen zur Aufnahme milder Gaben aufgestellt. -Matthäus Mt 47 12 41 47 Als Ankläger, diese stehen, der Richter sitzt. -Matthäus Mt 47 12 41 48 Beide Parteien stehen vor dem Gerichte. -Matthäus Mt 47 12 41 49 Werden durch ihr Zeugnis die Verdammung herbeiführen. Die Heiden glaubten dem Worte des Propheten, das auserwählte Volk blieb taub gegen Gottes Stimme. -Matthäus Mt 47 12 42 Regina austri surget in judicio cum generatione ista, et condemnabit eam: quia venit a finibus terræ audire sapientiam Salomonis, et ecce plus quam Salomon hic. Eine Königin aus Mittag wird im Gerichte mit diesem Geschlechte auftreten, und es verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde,⁵⁰ um die Weisheit Salomons zu hören; und siehe, mehr als Salomon ist hier! [2Chr 9,1ff]. +Matthäus Mt 48 12 41 47 Als Ankläger, diese stehen, der Richter sitzt. +Matthäus Mt 48 12 41 48 Beide Parteien stehen vor dem Gerichte. +Matthäus Mt 48 12 41 49 Werden durch ihr Zeugnis die Verdammung herbeiführen. Die Heiden glaubten dem Worte des Propheten, das auserwählte Volk blieb taub gegen Gottes Stimme. +Matthäus Mt 48 12 42 Regina austri surget in judicio cum generatione ista, et condemnabit eam: quia venit a finibus terræ audire sapientiam Salomonis, et ecce plus quam Salomon hic. Eine Königin aus Mittag wird im Gerichte mit diesem Geschlechte auftreten, und es verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde,⁵⁰ um die Weisheit Salomons zu hören; und siehe, mehr als Salomon ist hier! [2Chr 9,1ff]. Markus Mk 48 12 42 Cum venisset autem vidua una pauper, misit duo minuta, quod est quadrans. Da kam auch eine arme Witwe, und legte zwei kleine Stücke, das ist einen Pfennig,³⁰ hinein.³¹ Markus Mk 48 12 42 30 Griech.: Lepton, eine dünne Münze, im Werte von As, d. i. einen halben Pfennig. Markus Mk 48 12 42 31 Jedes Wort ist mit Nachdruck gesagt. -Matthäus Mt 47 12 42 50 Wie Menschen zu Menschen reden, wählt der Heiland einen energischen Ausdruck. Die Königin war eine Heidin, eine mächtige Königin, und wollte die Weisheit Salomons hören, ob er auch nur ein sterblicher Mensch war. Die Pharisäer und Gesetzeslehrer nehmen den Sohn Gottes, der selbst zu ihnen kommt, nicht auf, ob er gleich Schätze der Weisheit bietet und Zeichen tut. Ein zweiter Grund, warum die Führer des Volkes böse sind, ist in V. 41, 42 gegeben. +Matthäus Mt 48 12 42 50 Wie Menschen zu Menschen reden, wählt der Heiland einen energischen Ausdruck. Die Königin war eine Heidin, eine mächtige Königin, und wollte die Weisheit Salomons hören, ob er auch nur ein sterblicher Mensch war. Die Pharisäer und Gesetzeslehrer nehmen den Sohn Gottes, der selbst zu ihnen kommt, nicht auf, ob er gleich Schätze der Weisheit bietet und Zeichen tut. Ein zweiter Grund, warum die Führer des Volkes böse sind, ist in V. 41, 42 gegeben. Markus Mk 48 12 43 Et convocans discipulos suos, ait illis: Amen dico vobis, quoniam vidua hæc pauper plus omnibus misit, qui miserunt in gazophylacium. Und er rief seine Jünger herbei, und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr hineingelegt als alle, die in den Opferkasten etwas geworfen haben! -Matthäus Mt 47 12 43 Cum autem immundus spiritus exierit ab homine, ambulat per loca arida, quærens requiem et non invenit. Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist,⁵¹ wandert er durch dürre Orte, Ruhe suchend, und er findet sie nicht. [Lk 11,24]. -Matthäus Mt 47 12 43 51 Was diejenigen erwartet, welche selbst nach dem Zeichen des Jonas noch verstockt bleiben. Christus weist hier auch auf die vorhergehende Austreibung des bösen Geistes hin. Das Gleichnis zeigt, wie sehr der böse Geist begehrt, diejenigen, welche er einmal getäuscht, von neuem in seine Gewalt zu bringen. -Matthäus Mt 47 12 44 Tunc dicit: Revertar in domum meam, unde exivi. Et veniens invenit eam vacantem, scopis mundatam, et ornatam. Alsdann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgegangen bin.⁵² Und er kommt, findet es leer,⁵³ mit Besen gereiniget, und geschmückt.⁵⁴ +Matthäus Mt 48 12 43 Cum autem immundus spiritus exierit ab homine, ambulat per loca arida, quærens requiem et non invenit. Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist,⁵¹ wandert er durch dürre Orte, Ruhe suchend, und er findet sie nicht. [Lk 11,24]. +Matthäus Mt 48 12 43 51 Was diejenigen erwartet, welche selbst nach dem Zeichen des Jonas noch verstockt bleiben. Christus weist hier auch auf die vorhergehende Austreibung des bösen Geistes hin. Das Gleichnis zeigt, wie sehr der böse Geist begehrt, diejenigen, welche er einmal getäuscht, von neuem in seine Gewalt zu bringen. +Matthäus Mt 48 12 44 Tunc dicit: Revertar in domum meam, unde exivi. Et veniens invenit eam vacantem, scopis mundatam, et ornatam. Alsdann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgegangen bin.⁵² Und er kommt, findet es leer,⁵³ mit Besen gereiniget, und geschmückt.⁵⁴ Markus Mk 48 12 44 Omnes enim ex eo, quod abundabat illis, miserunt: hæc vero de penuria sua omnia quæ habuit misit totum victum suum. Denn alle haben von ihrem Überflusse hineingeworfen; diese aber warf von ihrer Armut hinein alles, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt.³² Markus Mk 48 12 44 32 Die anderen haben aus ihrem Überflusse gespendet, sie hat aus ihrer Armut gegeben; jene das, wessen sie nicht bedurften, sie von dem Notwendigen. Welche Armut und welche Liebe! Wie der Heiland in dem Gleichnisse von den Arbeitern im Weinberge [Mt 20,1] gezeigt hat, dass die Länge der Arbeit nicht an sich Anspruch gibt auf größeren Lohn, so weist er hier darauf hin, dass nicht die Gabe, sondern das Herz des Gebenden vor Gott über den Wert des Dargebrachten entscheidet. Welche Lehre zudem für die Jünger, keinen der Geringsten zu verachten! -Matthäus Mt 47 12 44 52 In seinem Stolze will er es sich nicht einmal selbst gestehen, dass er ausgetrieben worden ist. -Matthäus Mt 47 12 44 53 Nicht verteidigt durch Gottes Schutz. -Matthäus Mt 47 12 44 54 Mit schlechten Besen gekehrt und mit dem geschmückt, was dem bösen Geiste gefällt (Cyr., Bed., Thom.). -Matthäus Mt 47 12 45 Tunc vadit, et assumit septem alios spiritus secum nequiores se, et intrantes habitant ibi: et fiunt novissima hominis illius pejora prioribus. Sic erit et generationi huic pessimæ. Dann geht er hin, nimmt sieben⁵⁵ andere Geister zu sich, ärgere als er, und sie ziehen ein, und wohnen daselbst, und es werden die letzten Dinge dieses Menschen ärger als die ersten. Ebenso wird es auch diesem überaus argen Geschlechte ergehen.⁵⁶ [2Petr 2,20]. -Matthäus Mt 47 12 45 55 Gegensatz zu [Jes 11,2] (Hier., Ambr., Theoph.). Man muss Gott dienen oder dem Teufel. Das Volk Israel wollte Gott, dem Urheber alles Guten, nicht gehorchen und fiel unsäglichem Unheil anheim, wie Zerstörung der Stadt und des Tempels, Zerstreuung usw., einem Unglück, schlimmer als einst die babylonische Gefangenschaft (Chrys.). Der Sinn ist indes noch allgemeiner; der Heiland erklärt wie [Ez 15,1] das Sprichwort: Das schlimmste Übel ist die Verkehrung dessen, was das Beste war. -Matthäus Mt 47 12 45 56 Von den Juden ward der böse Geist ausgetrieben, als das Gesetz gegeben ward und Israel das Volk Gottes wurde, und als die Propheten zu ihm gesendet wurden. Bei diesem Geschlechte nun hat der Heiland mit seinen Aposteln alles aufgeboten, es zu Gott zu führen. Dennoch ist das Volk nicht gänzlich verworfen; auch aus ihm wird es Christus nicht an Jüngern fehlen. Der Übergang zu dem Folgenden ist ähnlich wie [Mt 11,25]. -Matthäus Mt 47 12 46 Adhuc eo loquente ad turbas, ecce mater ejus, et fratres stabant foris, quærentes loqui ei. Während⁵⁷ er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter⁵⁸ und seine Brüder⁵⁹ draußen, und suchten mit ihm zu reden.⁶⁰ [Lk 8,19] -Matthäus Mt 47 12 46 57 Als Christus einmal zu dem Volke redete. [Lk 8,19]. -Matthäus Mt 47 12 46 58 Der Grund wird nicht angegeben. Da aber die Mutter Jesu mit den anderen Verwandten kommt, war dieser Grund sicherlich ein guter. -Matthäus Mt 47 12 46 59 Brüder heißen bei den Hebräern alle nahen Blutsverwandten. Vergl. [Gen 14,16, Gen 13,9, Gen 24,48, Gen 29,12, 2Kön 10,13]. -Matthäus Mt 47 12 46 60 Sie schickten zu Jesus. -Matthäus Mt 47 12 47 Dixit autem ei quidam: Ecce mater tua, et fratres tui foris stant quærentes te. Es sagte aber jemand zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, und suchen dich. -Matthäus Mt 47 12 48 At ipse respondens dicenti sibi, ait: Quæ est mater mea, et qui sunt fratres mei? Er aber antwortete, und sprach zu dem, welcher es ihm sagte: Wer ist meine Mutter,⁶¹ und wer sind meine Brüder?⁶² -Matthäus Mt 47 12 48 61 Nicht dass der Heiland das vierte Gebot gering achtet, sondern wie er [Lk 2,49] seinem himmlischen Vater gehorcht, so lässt er auch jetzt nicht, aus Rücksicht auf seine Mutter, von der Predigt ab. -Matthäus Mt 47 12 48 62 Nicht die Geburt, sondern der Beruf zur Kirche entscheidet im Reiche Gottes. Vergl. [Gal 3,28]. Die rein leibliche Verwandtschaft bringt keinen übernatürlichen Segen und verleiht dem Heilande gegenüber kein Recht, so lange kein übernatürliches Band mit ihm verbindet. Welches dieses ist, wird im nächsten Verse gesagt. -Matthäus Mt 47 12 49 Et extendens manum in discipulos suos, dixit: Ecce mater mea, et fratres mei. Und die Hand nach seinen Jüngern ausstreckend, sprach er: Sehet da meine Mutter und meine Brüder! -Matthäus Mt 47 12 50 Quicumque enim fecerit voluntatem Patris mei, qui in clis est: ipse meus frater, et soror, et mater est. Denn wer immer den Willen meines Vaters tut, welcher im Himmel ist, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.⁶³ -Matthäus Mt 47 12 50 63 Christus kam in die Welt, den Willen seines Vaters zu tun. Darauf zielte sein erstes Gebet ab, dies übte er bis zum Tode, dies lehrte er seine Jünger. Diejenigen, welche einen gleichen Gehorsam üben, erkennt er als seine Verwandten an, die er so lieb hat, wie sonst die Menschen Bruder, Schwester und Mutter. Der Heiland vergleicht also seine Liebe zu den Gehorsamen mit der Liebe des Menschen zu den teuersten Personen. Er leugnet nicht, dass Maria seine Mutter, noch dass sie die getreueste Erfüllerin des göttlichen Willens ist, sondern sieht hier vom ersteren ab. Das böse und ehebrecherische Geschlecht (V. 39) bleibt von dieser Verwandtschaft mit Christus ausgeschlossen. -Markus Mk 48 13 0 3. Christi letzte Rede. (Kap. 13) Der Heiland sagt mancherlei Heimsuchungen voraus (V. 13) und verkündet den Untergang der Stadt (V. 19) und seine zweite Wiederkunft. (V. 31) Mahnung zur Wachsamkeit. -Matthäus Mt 47 13 0 4. Natur und Wirksamkeit des messianischen Reiches. (Kap. 13) Gleichnis vom Sämann. (V. 9) Warum Christus in Gleichnissen redet. (V. 17) Erklärung des Gleichnisses vom Sämann. (V. 23) Gleichnis vom Unkraut. (V. 30) Gleichnisse von der Wirksamkeit des Reiches Christi. (V. 35) Vom Senfkörnlein. (V. 32) Vom Sauerteige. (V. 33) Erklärung des Gleichnisses vom Unkraute. (V. 43) Gleichnisse von den Segnungen des messianischen Reiches. (V. 46) Vom verborgenen Schatze. (V. 44) Von der Perle. (V. 46) Gleichnis vom Netze. (V. 52) Die Seinen nehmen den Heiland nicht auf. -Matthäus Mt 47 13 1 In illo die exiens Jesus de domo, sedebat secus mare. An jenem Tage ging Jesus aus dem Hause¹ und setzte sich am Meere nieder. [Mk 4,1, Lk 8,4]. +Matthäus Mt 48 12 44 52 In seinem Stolze will er es sich nicht einmal selbst gestehen, dass er ausgetrieben worden ist. +Matthäus Mt 48 12 44 53 Nicht verteidigt durch Gottes Schutz. +Matthäus Mt 48 12 44 54 Mit schlechten Besen gekehrt und mit dem geschmückt, was dem bösen Geiste gefällt (Cyr., Bed., Thom.). +Matthäus Mt 48 12 45 Tunc vadit, et assumit septem alios spiritus secum nequiores se, et intrantes habitant ibi: et fiunt novissima hominis illius pejora prioribus. Sic erit et generationi huic pessimæ. Dann geht er hin, nimmt sieben⁵⁵ andere Geister zu sich, ärgere als er, und sie ziehen ein, und wohnen daselbst, und es werden die letzten Dinge dieses Menschen ärger als die ersten. Ebenso wird es auch diesem überaus argen Geschlechte ergehen.⁵⁶ [2Petr 2,20]. +Matthäus Mt 48 12 45 55 Gegensatz zu [Jes 11,2] (Hier., Ambr., Theoph.). Man muss Gott dienen oder dem Teufel. Das Volk Israel wollte Gott, dem Urheber alles Guten, nicht gehorchen und fiel unsäglichem Unheil anheim, wie Zerstörung der Stadt und des Tempels, Zerstreuung usw., einem Unglück, schlimmer als einst die babylonische Gefangenschaft (Chrys.). Der Sinn ist indes noch allgemeiner; der Heiland erklärt wie [Ez 15,1] das Sprichwort: Das schlimmste Übel ist die Verkehrung dessen, was das Beste war. +Matthäus Mt 48 12 45 56 Von den Juden ward der böse Geist ausgetrieben, als das Gesetz gegeben ward und Israel das Volk Gottes wurde, und als die Propheten zu ihm gesendet wurden. Bei diesem Geschlechte nun hat der Heiland mit seinen Aposteln alles aufgeboten, es zu Gott zu führen. Dennoch ist das Volk nicht gänzlich verworfen; auch aus ihm wird es Christus nicht an Jüngern fehlen. Der Übergang zu dem Folgenden ist ähnlich wie [Mt 11,25]. +Matthäus Mt 48 12 46 Adhuc eo loquente ad turbas, ecce mater ejus, et fratres stabant foris, quærentes loqui ei. Während⁵⁷ er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter⁵⁸ und seine Brüder⁵⁹ draußen, und suchten mit ihm zu reden.⁶⁰ [Lk 8,19] +Matthäus Mt 48 12 46 57 Als Christus einmal zu dem Volke redete. [Lk 8,19]. +Matthäus Mt 48 12 46 58 Der Grund wird nicht angegeben. Da aber die Mutter Jesu mit den anderen Verwandten kommt, war dieser Grund sicherlich ein guter. +Matthäus Mt 48 12 46 59 Brüder heißen bei den Hebräern alle nahen Blutsverwandten. Vergl. [Gen 14,16, Gen 13,9, Gen 24,48, Gen 29,12, 2Kön 10,13]. +Matthäus Mt 48 12 46 60 Sie schickten zu Jesus. +Matthäus Mt 48 12 47 Dixit autem ei quidam: Ecce mater tua, et fratres tui foris stant quærentes te. Es sagte aber jemand zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, und suchen dich. +Matthäus Mt 48 12 48 At ipse respondens dicenti sibi, ait: Quæ est mater mea, et qui sunt fratres mei? Er aber antwortete, und sprach zu dem, welcher es ihm sagte: Wer ist meine Mutter,⁶¹ und wer sind meine Brüder?⁶² +Matthäus Mt 48 12 48 61 Nicht dass der Heiland das vierte Gebot gering achtet, sondern wie er [Lk 2,49] seinem himmlischen Vater gehorcht, so lässt er auch jetzt nicht, aus Rücksicht auf seine Mutter, von der Predigt ab. +Matthäus Mt 48 12 48 62 Nicht die Geburt, sondern der Beruf zur Kirche entscheidet im Reiche Gottes. Vergl. [Gal 3,28]. Die rein leibliche Verwandtschaft bringt keinen übernatürlichen Segen und verleiht dem Heilande gegenüber kein Recht, so lange kein übernatürliches Band mit ihm verbindet. Welches dieses ist, wird im nächsten Verse gesagt. +Matthäus Mt 48 12 49 Et extendens manum in discipulos suos, dixit: Ecce mater mea, et fratres mei. Und die Hand nach seinen Jüngern ausstreckend, sprach er: Sehet da meine Mutter und meine Brüder! +Matthäus Mt 48 12 50 Quicumque enim fecerit voluntatem Patris mei, qui in clis est: ipse meus frater, et soror, et mater est. Denn wer immer den Willen meines Vaters tut, welcher im Himmel ist, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.⁶³ +Matthäus Mt 48 12 50 63 Christus kam in die Welt, den Willen seines Vaters zu tun. Darauf zielte sein erstes Gebet ab, dies übte er bis zum Tode, dies lehrte er seine Jünger. Diejenigen, welche einen gleichen Gehorsam üben, erkennt er als seine Verwandten an, die er so lieb hat, wie sonst die Menschen Bruder, Schwester und Mutter. Der Heiland vergleicht also seine Liebe zu den Gehorsamen mit der Liebe des Menschen zu den teuersten Personen. Er leugnet nicht, dass Maria seine Mutter, noch dass sie die getreueste Erfüllerin des göttlichen Willens ist, sondern sieht hier vom ersteren ab. Das böse und ehebrecherische Geschlecht (V. 39) bleibt von dieser Verwandtschaft mit Christus ausgeschlossen. +Markus Mk 48 13 0 3. Christi letzte Rede. (Kap. 13) Der Heiland sagt mancherlei Heimsuchungen voraus (V. 13) und verkündet den Untergang der Stadt (V. 19) und seine zweite Wiederkunft. (V. 31) Mahnung zur Wachsamkeit. +Matthäus Mt 48 13 0 4. Natur und Wirksamkeit des messianischen Reiches. (Kap. 13) Gleichnis vom Sämann. (V. 9) Warum Christus in Gleichnissen redet. (V. 17) Erklärung des Gleichnisses vom Sämann. (V. 23) Gleichnis vom Unkraut. (V. 30) Gleichnisse von der Wirksamkeit des Reiches Christi. (V. 35) Vom Senfkörnlein. (V. 32) Vom Sauerteige. (V. 33) Erklärung des Gleichnisses vom Unkraute. (V. 43) Gleichnisse von den Segnungen des messianischen Reiches. (V. 46) Vom verborgenen Schatze. (V. 44) Von der Perle. (V. 46) Gleichnis vom Netze. (V. 52) Die Seinen nehmen den Heiland nicht auf. +Matthäus Mt 48 13 1 In illo die exiens Jesus de domo, sedebat secus mare. An jenem Tage ging Jesus aus dem Hause¹ und setzte sich am Meere nieder. [Mk 4,1, Lk 8,4]. Markus Mk 48 13 1 Et cum egrederetur de templo, ait illi unus ex discipulis suis: Magister, aspice quales lapides, et quales structuræ. Als er aus dem Tempel heraustrat, sagte¹ einer seiner Jünger² zu ihm: Siehe doch, Meister, welche Steine und welche Bauwerke! [Mt 24,1] Markus Mk 48 13 1 1 Die Veranlassung dazu berichtet [Mt 23,38], die Bestätigung des beim Einzug gesagtem [Lk 19,43] -Matthäus Mt 47 13 1 1 Es ist wohl das Haus des heil. Petrus in Kapharnaum. Das Ufer erhob sich amphitheatralisch. +Matthäus Mt 48 13 1 1 Es ist wohl das Haus des heil. Petrus in Kapharnaum. Das Ufer erhob sich amphitheatralisch. Markus Mk 48 13 1 2 Wohl der heil. Petrus. Markus Mk 48 13 2 Et respondens Jesus, ait illi: Vides has omnes magnas ædificationes? Non relinquetur lapis super lapidem, qui non destruatur. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Siehst du alle diese großen Bauwerke?³ Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht abgebrochen würde. [Lk 19,44, Lk 21,6] -Matthäus Mt 47 13 2 Et congregatæ sunt ad eum turbæ multæ, ita ut in naviculam ascendens sederet: et omnis turba stabat in littore, Und es versammelte sich viel Volk um ihn, so dass er in ein Schiff stieg und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer. +Matthäus Mt 48 13 2 Et congregatæ sunt ad eum turbæ multæ, ita ut in naviculam ascendens sederet: et omnis turba stabat in littore, Und es versammelte sich viel Volk um ihn, so dass er in ein Schiff stieg und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer. Markus Mk 48 13 2 3 Damit sie die Verkündigung des Gerichtes Gottes über das abtrünnige Volk desto tiefer in's Herz aufnehmen. -Matthäus Mt 47 13 3 Et locutus est eis multa in parabolis, dicens: Ecce exiit qui seminat, seminare. Und er redete viel zu ihnen in Gleichnissen,² und sprach: Siehe,³ der Sämann ging aus, zu säen. +Matthäus Mt 48 13 3 Et locutus est eis multa in parabolis, dicens: Ecce exiit qui seminat, seminare. Und er redete viel zu ihnen in Gleichnissen,² und sprach: Siehe,³ der Sämann ging aus, zu säen. Markus Mk 48 13 3 Et cum sederet in monte Olivarum contra templum, interrogabant eum separatim Petrus, et Jacobus, et Joannes, et Andreas: Und als er auf dem Ölberge saß, gegen den Tempel gewendet, fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas noch insbesondere: -Matthäus Mt 47 13 3 2 Ein Gleichnis ist die Erzählung einer erdichteten Geschichte in der Absicht aus dem, was im gewöhnlichen Leben geschieht, etwas Höheres zu erklären und zu beweisen. Diese Lehrweise war bei den Orientalen sehr beliebt. -Matthäus Mt 47 13 3 3 Die Aufmerksamkeit wird erweckt, damit dem Folgenden besondere Beachtung geschenkt werde. -Matthäus Mt 47 13 4 Et dum seminat, quædam ceciderunt secus viam, et venerunt volucres cli, et comederunt ea. Und während er säete, fiel einiges an den Weg hin, und es kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. +Matthäus Mt 48 13 3 2 Ein Gleichnis ist die Erzählung einer erdichteten Geschichte in der Absicht aus dem, was im gewöhnlichen Leben geschieht, etwas Höheres zu erklären und zu beweisen. Diese Lehrweise war bei den Orientalen sehr beliebt. +Matthäus Mt 48 13 3 3 Die Aufmerksamkeit wird erweckt, damit dem Folgenden besondere Beachtung geschenkt werde. +Matthäus Mt 48 13 4 Et dum seminat, quædam ceciderunt secus viam, et venerunt volucres cli, et comederunt ea. Und während er säete, fiel einiges an den Weg hin, und es kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. Markus Mk 48 13 4 Dic nobis, quando ista fient? et quod signum erit, quando hæc omnia incipient consummari? Sage uns, wann wird dies geschehen, und welches wird das Zeichen sein,⁴ wann die Vollendung von allem diesem herankommen soll? Markus Mk 48 13 4 4 Wann wird der Tempel zerstört? Und welches ist das Zeichen deiner Ankunft und des Weltendes? Sie glauben wohl beides zeitlich einander nahe. Ehe der Heiland antwortet (V. 14, V. 21), gibt er einige nötige Belehrungen. Markus Mk 48 13 5 Et respondens Jesus cpit dicere illis: Videte ne quis vos seducat: Jesus antwortete, und fing an, ihnen zu sagen: Sehet zu, dass euch niemand verführe! [Eph 5,6, 2Thess 2,3] -Matthäus Mt 47 13 5 Alia autem ceciderunt in petrosa, ubi non habebant terram multam: et continuo exorta sunt, quia non habebant altitudinem terræ. Anderes aber fiel auf felsigen Grund, wo es nicht viel Erdreich hatte, und es ging alsbald auf, weil es keinen tiefen Grund hatte. -Matthäus Mt 47 13 6 Sole autem orto æstuaverunt: et quia non habebant radicem, aruerunt. Als aber die Sonne aufgegangen war, ward es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. +Matthäus Mt 48 13 5 Alia autem ceciderunt in petrosa, ubi non habebant terram multam: et continuo exorta sunt, quia non habebant altitudinem terræ. Anderes aber fiel auf felsigen Grund, wo es nicht viel Erdreich hatte, und es ging alsbald auf, weil es keinen tiefen Grund hatte. +Matthäus Mt 48 13 6 Sole autem orto æstuaverunt: et quia non habebant radicem, aruerunt. Als aber die Sonne aufgegangen war, ward es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Markus Mk 48 13 6 Multi enim venient in nomine meo dicentes, quia ego sum: et multos seducent. Denn es werden viele unter meinem Namen kommen,⁵ und sagen: Ich bin es, und werden viele verführen. Markus Mk 48 13 6 5 Zunächst solche, die sich als Erlöser des auserwählten Volkes von der Knechtschaft ausgeben, dann aber auch andere durch die Jahrhunderte. Markus Mk 48 13 7 Cum audieritis autem bella, et opiniones bellorum, ne timueritis: oportet enim hæc fieri; sed nondum finis. Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten höret, so erschrecket nicht; denn das muss geschehen,⁶ aber noch ist es nicht das Ende.⁷ -Matthäus Mt 47 13 7 Alia autem ceciderunt in spinas: et creverunt spinæ, et suffocaverunt ea. Wieder anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. +Matthäus Mt 48 13 7 Alia autem ceciderunt in spinas: et creverunt spinæ, et suffocaverunt ea. Wieder anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. Markus Mk 48 13 7 6 Weil nicht alle Christi Lehre annehmen. Markus Mk 48 13 7 7 Alle Verfolgungen sind nur Vorläufer der größten und letzten Heimsuchung. Markus Mk 48 13 8 Exsurget enim gens contra gentem, et regnum super regnum, et erunt terræmotus per loca, et fames. Initium dolorum hæc. Denn es wird Volk wider Volk, und Reich wider Reich sich erheben; und es werden Erdbeben sein von Ort zu Ort, und Hungersnot wird kommen. Das ist der Anfang der Wehen.⁸ -Matthäus Mt 47 13 8 Alia autem ceciderunt in terram bonam: et dabant fructum, aliud centesimum, aliud sexagesimum, aliud trigesimum. Anderes aber fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, einiges hundertfältig, einiges sechzigfältig, einiges dreißigfältig.⁴ -Matthäus Mt 47 13 8 4 Wie drei Teile des Samens umsonst ausgestreut werden, so wird auch eine dreifache Frucht unterschieden. +Matthäus Mt 48 13 8 Alia autem ceciderunt in terram bonam: et dabant fructum, aliud centesimum, aliud sexagesimum, aliud trigesimum. Anderes aber fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, einiges hundertfältig, einiges sechzigfältig, einiges dreißigfältig.⁴ +Matthäus Mt 48 13 8 4 Wie drei Teile des Samens umsonst ausgestreut werden, so wird auch eine dreifache Frucht unterschieden. Markus Mk 48 13 8 8 Gott will die Menschen läutern und für das Reich der Herrlichkeit geeignet machen. Markus Mk 48 13 9 Videte autem vosmetipsos. Tradent enim vos in conciliis, et in synagogis vapulabitis, et ante præsides, et reges stabitis propter me, in testimonium illis. Habet aber acht auf euch selbst!⁹ Denn sie werden euch an die Gerichte überliefern, und ihr werdet in den Synagogen gegeißelt, und vor Statthalter und Könige gestellt werden um meinetwillen, zum Zeugnisse für sie.¹⁰ -Matthäus Mt 47 13 9 Qui habet aures audiendi, audiat. Wer Ohren hat zu hören, der höre!⁵ -Matthäus Mt 47 13 9 5 In diesem Gleichnisse sind wichtige Wahrheiten enthalten, daher die Mahnung. +Matthäus Mt 48 13 9 Qui habet aures audiendi, audiat. Wer Ohren hat zu hören, der höre!⁵ +Matthäus Mt 48 13 9 5 In diesem Gleichnisse sind wichtige Wahrheiten enthalten, daher die Mahnung. Markus Mk 48 13 9 9 Außer diesen gemeinsamen Verfolgungen der Jünger Christi stehen besondere für die Apostel bevor seitens der Juden und Heiden. Markus Mk 48 13 9 10 So dass ihnen das Evangelium bekannt wird und sie unentschuldbar sind, wenn sie es nicht annehmen. (Vikt., Theoph., Euth.) Indes wird dadurch die Sendung der Apostel nicht vereitelt. V. 10 (Theoph.) Markus Mk 48 13 10 Et in omnes gentes primum oportet prædicari Evangelium. Und das Evangelium muss zuvor¹¹ allen Völkern gepredigt werden. [Mt 24,14] -Matthäus Mt 47 13 10 Et accedentes discipuli dixerunt ei: Quare in parabolis loqueris eis? Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?⁶ -Matthäus Mt 47 13 10 6 Christus erklärt dem Volke die Gleichnisse nicht. Ein solches Vorgehen war ungewöhnlich, daher die Frage der Jünger. +Matthäus Mt 48 13 10 Et accedentes discipuli dixerunt ei: Quare in parabolis loqueris eis? Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?⁶ +Matthäus Mt 48 13 10 6 Christus erklärt dem Volke die Gleichnisse nicht. Ein solches Vorgehen war ungewöhnlich, daher die Frage der Jünger. Markus Mk 48 13 10 11 Gegenüber V.7. -Matthäus Mt 47 13 11 Qui respondens, ait illis: Quia vobis datum est nosse mysteria regni clorum: illis autem non est datum. Er antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse⁷ des Himmelreiches zu verstehen, jenen aber ist es nicht gegeben.⁸ +Matthäus Mt 48 13 11 Qui respondens, ait illis: Quia vobis datum est nosse mysteria regni clorum: illis autem non est datum. Er antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse⁷ des Himmelreiches zu verstehen, jenen aber ist es nicht gegeben.⁸ Markus Mk 48 13 11 Et cum duxerint vos tradentes, nolite præcogitare quid loquamini: sed quod datum vobis fuerit in illa hora, id loquimini: non enim vos estis loquentes, sed Spiritus sanctus. Wenn sie euch nun hinführen und überliefern, so seid nicht zum Voraus besorgt, was ihr reden sollet, sondern was euch eingegeben wird in jener Stunde, das redet; denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist. [Mt 10,19, Lk 12,11, Lk 21,14] -Matthäus Mt 47 13 11 7 Lehren, welche der Mensch durch die natürliche Vernunft nicht zu erwerben vermag, die Gott offenbart und die ohne seinen Beistand nicht geglaubt werden können. -Matthäus Mt 47 13 11 8 Zwei Klassen von Menschen, die einen für den Himmel geeignet, die anderen ungeeignet, weil die letzteren Christus nicht als den Gesandten Gottes anerkennen. +Matthäus Mt 48 13 11 7 Lehren, welche der Mensch durch die natürliche Vernunft nicht zu erwerben vermag, die Gott offenbart und die ohne seinen Beistand nicht geglaubt werden können. +Matthäus Mt 48 13 11 8 Zwei Klassen von Menschen, die einen für den Himmel geeignet, die anderen ungeeignet, weil die letzteren Christus nicht als den Gesandten Gottes anerkennen. Markus Mk 48 13 12 Tradet autem frater fratrem in mortem, et pater filium: et consurgent filii in parentes, et morte afficient eos. Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode ausliefern, und der Vater den Sohn; und Kinder werden sich erheben wider ihre Eltern,¹² und sie um's Leben bringen.¹³ -Matthäus Mt 47 13 12 Qui enim habet, dabitur, ei, et abundabit: qui autem non habet, et quod habet auferetur ab eo. Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden.⁹ [Mt 25,29] -Matthäus Mt 47 13 12 9 Das widerfuhr den Juden. Da sie nicht glaubten, verloren sie auch das Verständnis des Gesetzes und der Propheten. Wer Gottes Gnaden gut anwendet, erlangt größere; wer sie verachtet, dem werden sie entzogen. +Matthäus Mt 48 13 12 Qui enim habet, dabitur, ei, et abundabit: qui autem non habet, et quod habet auferetur ab eo. Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden.⁹ [Mt 25,29] +Matthäus Mt 48 13 12 9 Das widerfuhr den Juden. Da sie nicht glaubten, verloren sie auch das Verständnis des Gesetzes und der Propheten. Wer Gottes Gnaden gut anwendet, erlangt größere; wer sie verachtet, dem werden sie entzogen. Markus Mk 48 13 12 12 Damit sie sich nicht wundern, dass Juden und Heiden sie verfolgen, zeigt der Heiland, dass selbst die heiligsten Familienbande sich lösen. Markus Mk 48 13 12 13 Nicht einmal den Lauf des Gerichtes abwartend. -Matthäus Mt 47 13 13 Ideo in parabolis loquor eis: quia videntes non vident, et audientes non audiunt, neque intelligunt. Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören, und nicht verstehen.¹⁰ +Matthäus Mt 48 13 13 Ideo in parabolis loquor eis: quia videntes non vident, et audientes non audiunt, neque intelligunt. Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören, und nicht verstehen.¹⁰ Markus Mk 48 13 13 Et eritis odio omnibus propter nomen meum. Qui autem sustinuerit in finem, hic salvus erit. Und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen;¹⁴ wer aber ausharret bis an's Ende, der wird selig werden. -Matthäus Mt 47 13 13 10 Die Führer des Volkes sehen die Wunder, welche in der Zeit des Messias geschehen sollten, und bekennen Christus nicht als den verheißenen Erlöser. Sie haben das Zeugnis des Johannes gehört und Christi Zeugnis von sich selbst vernommen, aber widerstehen der inneren Gnade. Das Volk kommt lediglich bis zu unfruchtbarer Verwunderung, aber weigert sich gleichfalls, Christus zu folgen. +Matthäus Mt 48 13 13 10 Die Führer des Volkes sehen die Wunder, welche in der Zeit des Messias geschehen sollten, und bekennen Christus nicht als den verheißenen Erlöser. Sie haben das Zeugnis des Johannes gehört und Christi Zeugnis von sich selbst vernommen, aber widerstehen der inneren Gnade. Das Volk kommt lediglich bis zu unfruchtbarer Verwunderung, aber weigert sich gleichfalls, Christus zu folgen. Markus Mk 48 13 13 14 Das sei euer Trost in der dreifachen Verfolgung. Vergl. [Mt 5,11.12]. Es genügt indes nicht, gut zu beginnen. -Matthäus Mt 47 13 14 Et adimpletur in eis prophetia Isaiæ dicentis: Auditu audietis, et non intelligetis: et videntes videbitis, et non videbitis. Und es erfüllt sich an ihnen die Weissagung des Isaias, der da spricht: Mit den Ohren werdet ihr hören, und nicht verstehen; ihr werdet mit den Augen schauen, und nicht sehen.¹¹ [Jes 6,9, Mk 4,12, Lk 8,10, Joh 12,40] +Matthäus Mt 48 13 14 Et adimpletur in eis prophetia Isaiæ dicentis: Auditu audietis, et non intelligetis: et videntes videbitis, et non videbitis. Und es erfüllt sich an ihnen die Weissagung des Isaias, der da spricht: Mit den Ohren werdet ihr hören, und nicht verstehen; ihr werdet mit den Augen schauen, und nicht sehen.¹¹ [Jes 6,9, Mk 4,12, Lk 8,10, Joh 12,40] Markus Mk 48 13 14 Cum autem videritis abominationem desolationis stantem, ubi non debet, qui legit, intelligat: tunc qui in Judæa sunt, fugiant in montes: Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung da stehen sehet, wo er nicht stehen soll,¹⁵ - wer das liest, der merke darauf! dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; [Dan 9,27, Mt 24,15, Lk 21,20] -Matthäus Mt 47 13 14 11 Wieder geschieht, was Isaias von seinen Zeitgenossen durch die Offenbarung Gottes gesagt. Vergl. [Apg 28,25] +Matthäus Mt 48 13 14 11 Wieder geschieht, was Isaias von seinen Zeitgenossen durch die Offenbarung Gottes gesagt. Vergl. [Apg 28,25] Markus Mk 48 13 14 15 Die Greuel der Aufrührer vor der Zerstörung des Tempels. -Matthäus Mt 47 13 15 Incrassatum est enim cor populi hujus, et auribus graviter audierunt, et oculos suos clauserunt: ne quando videant oculis, et auribus audiant, et corde intelligant, et convertantur, et sanem eos. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und sie hörten schwer mit den Ohren, und schlossen ihre Augen, damit sie nicht etwa sehen mit den Augen, und hören mit den Ohren, und mit dem Herzen es verstehen, und sich bekehren, und ich sie heile.¹² [Röm 11,8] +Matthäus Mt 48 13 15 Incrassatum est enim cor populi hujus, et auribus graviter audierunt, et oculos suos clauserunt: ne quando videant oculis, et auribus audiant, et corde intelligant, et convertantur, et sanem eos. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und sie hörten schwer mit den Ohren, und schlossen ihre Augen, damit sie nicht etwa sehen mit den Augen, und hören mit den Ohren, und mit dem Herzen es verstehen, und sich bekehren, und ich sie heile.¹² [Röm 11,8] Markus Mk 48 13 15 Et qui super tectum, ne descendat in domum, nec introeat ut tollat quid de domo sua: und wer auf dem Dache ist, steige nicht in das Haus hinab, und gehe auch nicht hinein, um etwas aus seinem Hause zu holen. -Matthäus Mt 47 13 15 12 Aus der Septuag. entweder von Matthäus selbst entnommen, da diese Übersetzung in Palästina bekannt war, oder von seinem Übersetzer an die Stelle des hebr. Textes gesetzt. Der Prophet soll zu dem Volke reden, auch wenn es durch seine Mahnungen erbittert, sich noch mehr verhärtet. Die Gleichnisse sollten das Volk zu weiterem Forschen anregen und enthalten manche leicht verständliche Mahnung, das Gute zu tun und das Böse zu fliehen. -Matthäus Mt 47 13 16 Vestri autem beati oculi quia vident, et aures vestræ quia audiunt. Selig aber eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören!¹³ +Matthäus Mt 48 13 15 12 Aus der Septuag. entweder von Matthäus selbst entnommen, da diese Übersetzung in Palästina bekannt war, oder von seinem Übersetzer an die Stelle des hebr. Textes gesetzt. Der Prophet soll zu dem Volke reden, auch wenn es durch seine Mahnungen erbittert, sich noch mehr verhärtet. Die Gleichnisse sollten das Volk zu weiterem Forschen anregen und enthalten manche leicht verständliche Mahnung, das Gute zu tun und das Böse zu fliehen. +Matthäus Mt 48 13 16 Vestri autem beati oculi quia vident, et aures vestræ quia audiunt. Selig aber eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören!¹³ Markus Mk 48 13 16 Et qui in agro erit, non revertatur retro tollere vestimentum suum. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, sein Kleid zu holen. -Matthäus Mt 47 13 16 13 Propheten und Heilige haben diese Zeit ersehnt. [Joh 8,56, 1Petr 1,10-12]. Die Jünger sind also glücklicher als die Propheten und Heiligen, die von ihnen mit großer Andacht verehrt warden! Und dies sagt der ihnen, der ebenso wahrhaft wie mächtig ist! Wie muss ihr Herz von neuer Liebe zum Heilande erglühen! Vergl. [Hebr 11,13.40] +Matthäus Mt 48 13 16 13 Propheten und Heilige haben diese Zeit ersehnt. [Joh 8,56, 1Petr 1,10-12]. Die Jünger sind also glücklicher als die Propheten und Heiligen, die von ihnen mit großer Andacht verehrt warden! Und dies sagt der ihnen, der ebenso wahrhaft wie mächtig ist! Wie muss ihr Herz von neuer Liebe zum Heilande erglühen! Vergl. [Hebr 11,13.40] Markus Mk 48 13 17 Væ autem prægnantibus, et nutrientibus in illis diebus. Wehe aber den Schwangeren und Säugenden in jenen Tagen!¹⁶ -Matthäus Mt 47 13 17 Amen quippe dico vobis, quia multi prophetæ, et justi cupierunt videre quæ videtis, et non viderunt: et audire quæ auditis, et non audierunt. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und sahen es nicht, und zu hören, was ihr höret, und hörten es nicht! [Lk 10,24] +Matthäus Mt 48 13 17 Amen quippe dico vobis, quia multi prophetæ, et justi cupierunt videre quæ videtis, et non viderunt: et audire quæ auditis, et non audierunt. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und sahen es nicht, und zu hören, was ihr höret, und hörten es nicht! [Lk 10,24] Markus Mk 48 13 17 16 Die kraftlos sind oder ein Kind zu tragen haben. -Matthäus Mt 47 13 18 Vos ergo audite parabolam seminantis. So höret ihr nun das Gleichnis vom Sämanne.¹⁴ +Matthäus Mt 48 13 18 Vos ergo audite parabolam seminantis. So höret ihr nun das Gleichnis vom Sämanne.¹⁴ Markus Mk 48 13 18 Orate vero ut hieme non fiant. Bittet nur, dass es nicht im Winter geschehe. -Matthäus Mt 47 13 18 14 Der Same ist die Predigt vom Reiche. Durch die Predigt wird das Reich Gottes begründet und ausgebreitet. -Matthäus Mt 47 13 19 Omnis, qui audit verbum regni, et non intelligit, venit malus, et rapit quod seminatum est in corde ejus: hic est qui secus viam seminatus est. Wenn jemand das Wort von dem Reiche hört, und es nicht versteht,¹⁵ so kommt der Böse,¹⁶ und raubt¹⁷ das, was in seinem Herzen gesäet worden ist; dies ist der an den Weg hingesäete. +Matthäus Mt 48 13 18 14 Der Same ist die Predigt vom Reiche. Durch die Predigt wird das Reich Gottes begründet und ausgebreitet. +Matthäus Mt 48 13 19 Omnis, qui audit verbum regni, et non intelligit, venit malus, et rapit quod seminatum est in corde ejus: hic est qui secus viam seminatus est. Wenn jemand das Wort von dem Reiche hört, und es nicht versteht,¹⁵ so kommt der Böse,¹⁶ und raubt¹⁷ das, was in seinem Herzen gesäet worden ist; dies ist der an den Weg hingesäete. Markus Mk 48 13 19 Erunt enim dies illi tribulationes tales, quales non fuerunt ab initio creaturæ, quam condidit Deus usque nunc, neque fient. Denn in jenen Tagen werden solche Drangsale sein, dergleichen vom Anfange der Schöpfung, die Gott geschaffen hat, nicht gewesen sind bis jetzt,¹⁷ noch je sein werden. -Matthäus Mt 47 13 19 15 Oberflächlich hört und sich nicht bemüht, zu verstehen. -Matthäus Mt 47 13 19 16 Der Teufel. +Matthäus Mt 48 13 19 15 Oberflächlich hört und sich nicht bemüht, zu verstehen. +Matthäus Mt 48 13 19 16 Der Teufel. Markus Mk 48 13 19 17 So spricht auch Fl. Joseph. Jüd. Krieg 5,10.5 -Matthäus Mt 47 13 19 17 Wie die Vögel die Samenkörner: Er sorgt, dass die, wenn auch nur auf die Oberfläche der Seele gefallenen, religiösen Wahrheiten bald verfliegen. -Matthäus Mt 47 13 20 Qui autem super petrosa seminatus est, hic est, qui verbum audit, et continuo cum gaudio accipit illud: Der aber auf den felsigen Grund gesäet ist, ist der, welcher das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt. +Matthäus Mt 48 13 19 17 Wie die Vögel die Samenkörner: Er sorgt, dass die, wenn auch nur auf die Oberfläche der Seele gefallenen, religiösen Wahrheiten bald verfliegen. +Matthäus Mt 48 13 20 Qui autem super petrosa seminatus est, hic est, qui verbum audit, et continuo cum gaudio accipit illud: Der aber auf den felsigen Grund gesäet ist, ist der, welcher das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt. Markus Mk 48 13 20 Et nisi breviasset Dominus dies, non fuisset salva omnis caro: sed propter electos, quos elegit, breviavit dies. Und wenn der Herr diese Tage nicht abgekürzt hätte, so würde kein Mensch gerettet werden, aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage abgekürzt.¹⁸ Markus Mk 48 13 20 18 Die letzte Heimsuchung vor dem Gerichte (vergl. V. 24) gilt besonders den Christen. -Matthäus Mt 47 13 21 Non habet autem in se radicem, sed est temporalis: facta autem tribulatione et persecutione propter verbum, continuo scandalizatur. Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern dauert nur eine Zeitlang; und wenn um des Wortes willen Trübsal und Verfolgung entsteht, so nimmt er alsbald Anstoß.¹⁸ +Matthäus Mt 48 13 21 Non habet autem in se radicem, sed est temporalis: facta autem tribulatione et persecutione propter verbum, continuo scandalizatur. Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern dauert nur eine Zeitlang; und wenn um des Wortes willen Trübsal und Verfolgung entsteht, so nimmt er alsbald Anstoß.¹⁸ Markus Mk 48 13 21 Et tunc si quis vobis dixerit: Ecce hic est Christus, ecce illic, ne credideritis. Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist Christus, siehe dort! so glaubet es nicht. [Mt 24,23, Lk 17,23, Lk 21,8] -Matthäus Mt 47 13 21 18 Das Reich Christi wird von Stürmen der Anfeindung heimgesucht, ist also keine Weltherrschaft, wie sie die Juden erhofften. -Matthäus Mt 47 13 22 Qui autem seminatus est in spinis, hic est, qui verbum audit, et sollicitudo sæculi istius, et fallacia divitiarum suffocat verbum, et sine fructu efficitur. Der aber unter die Dornen gesäet ist, ist derjenige, welcher das Wort hört; aber die Sorge dieser Welt, und der Trug des Reichtums¹⁹ ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar. +Matthäus Mt 48 13 21 18 Das Reich Christi wird von Stürmen der Anfeindung heimgesucht, ist also keine Weltherrschaft, wie sie die Juden erhofften. +Matthäus Mt 48 13 22 Qui autem seminatus est in spinis, hic est, qui verbum audit, et sollicitudo sæculi istius, et fallacia divitiarum suffocat verbum, et sine fructu efficitur. Der aber unter die Dornen gesäet ist, ist derjenige, welcher das Wort hört; aber die Sorge dieser Welt, und der Trug des Reichtums¹⁹ ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar. Markus Mk 48 13 22 Exsurgent enim pseudochristi, et pseudoprophetæ, et dabunt signa, et portenta ad seducendos, si fieri potest, etiam electos. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen, und Zeichen und Wunder tun, um, wenn es möglich ist, auch die Auserwählten zu verführen. -Matthäus Mt 47 13 22 19 Der Heiland sagt nicht: Welt und Reichtum, sondern Sorge dieser Welt und Trug des Reichtums. Sorge: Was ein Herz allzu sehr außer dem Reiche Gottes sucht. Herzen, welche die Beute dieser Feinde werden, sterben für das Himmlische ab. +Matthäus Mt 48 13 22 19 Der Heiland sagt nicht: Welt und Reichtum, sondern Sorge dieser Welt und Trug des Reichtums. Sorge: Was ein Herz allzu sehr außer dem Reiche Gottes sucht. Herzen, welche die Beute dieser Feinde werden, sterben für das Himmlische ab. Markus Mk 48 13 23 Vos ergo videte: ecce prædixi vobis omnia. Nehmet euch also in acht! Sehet, ich habe euch alles vorhergesagt. -Matthäus Mt 47 13 23 Qui vero in terram bonam seminatus est, hic est qui audit verbum, et intelligit, et fructum affert, et facit aliud quidem centesimum, aliud autem sexagesimum, aliud vero trigesimum. Der endlich auf ein gutes Erdreich²⁰ gesäet ist, ist der, welcher das Wort hört, und versteht, und Frucht bringt, und hundertfältig, oder sechzigfältig, oder aber dreißigfältig²¹ trägt. -Matthäus Mt 47 13 23 20 Gut nicht nur von Natur, sondern auch durch Pflege. Bild und bezeichnete Sache werden hier schön zusammengestellt. Wer ist der Sämann? V. 37 antwortet hierauf. Der Heiland zeigt seinen Jüngern gleichzeitig, dass sie den Mut nicht verlieren sollen, wenn ihre Predigt nicht mehr Wirkung hat als die des Meisters. -Matthäus Mt 47 13 23 21 Wie die schlechten Hörer der Predigt vom Reiche drei Klassen bilden, so auch diejenigen, bei denen das Wort Frucht trägt. +Matthäus Mt 48 13 23 Qui vero in terram bonam seminatus est, hic est qui audit verbum, et intelligit, et fructum affert, et facit aliud quidem centesimum, aliud autem sexagesimum, aliud vero trigesimum. Der endlich auf ein gutes Erdreich²⁰ gesäet ist, ist der, welcher das Wort hört, und versteht, und Frucht bringt, und hundertfältig, oder sechzigfältig, oder aber dreißigfältig²¹ trägt. +Matthäus Mt 48 13 23 20 Gut nicht nur von Natur, sondern auch durch Pflege. Bild und bezeichnete Sache werden hier schön zusammengestellt. Wer ist der Sämann? V. 37 antwortet hierauf. Der Heiland zeigt seinen Jüngern gleichzeitig, dass sie den Mut nicht verlieren sollen, wenn ihre Predigt nicht mehr Wirkung hat als die des Meisters. +Matthäus Mt 48 13 23 21 Wie die schlechten Hörer der Predigt vom Reiche drei Klassen bilden, so auch diejenigen, bei denen das Wort Frucht trägt. Markus Mk 48 13 24 Sed in illis diebus post tribulationem illam sol contenebrabitur, et luna non dabit splendorem suum: In jenen Tagen aber nach dieser Trübsal wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht geben.¹⁹ [Jes 13,10, Ez 32,7] -Matthäus Mt 47 13 24 Aliam parabolam proposuit illis, dicens: Simile factum est regnum clorum homini, qui seminavit bonum semen in agro suo. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor, und sprach:²² Das Himmelreich ist gleich geworden einem Manne, der guten Samen auf seinen Acker säete. [Mk 4,26] +Matthäus Mt 48 13 24 Aliam parabolam proposuit illis, dicens: Simile factum est regnum clorum homini, qui seminavit bonum semen in agro suo. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor, und sprach:²² Das Himmelreich ist gleich geworden einem Manne, der guten Samen auf seinen Acker säete. [Mk 4,26] Markus Mk 48 13 24 19 Wie? Wird nicht gesagt. -Matthäus Mt 47 13 24 22 Das Gleichnis vom Acker stellte die Stiftung des Reiches Gottes, seine Ausbreitung durch die Predigt und seine Frucht dar. Indes auch die dem Gottesreich angehören, sind nicht außer aller Gefahr, da in der Kirche Gute mit Bösen gemischt sind und der Feind Gottes durch seine List die Menschen in's Verderben zu stürzen sucht. Darüber dürfen die Gläubigen sich nicht verwundern, wohl aber hat jeder zu wachen, dass der böse Feind ihm keinen Schaden tue. +Matthäus Mt 48 13 24 22 Das Gleichnis vom Acker stellte die Stiftung des Reiches Gottes, seine Ausbreitung durch die Predigt und seine Frucht dar. Indes auch die dem Gottesreich angehören, sind nicht außer aller Gefahr, da in der Kirche Gute mit Bösen gemischt sind und der Feind Gottes durch seine List die Menschen in's Verderben zu stürzen sucht. Darüber dürfen die Gläubigen sich nicht verwundern, wohl aber hat jeder zu wachen, dass der böse Feind ihm keinen Schaden tue. Markus Mk 48 13 25 Et stellæ cli erunt decidentes, et virtutes, quæ in clis sunt, movebuntur. Die Sterne des Himmels werden herabfallen,²⁰ und die Kräfte, die am Himmel sind,²¹ erschüttert werden. [Joel 2,10] -Matthäus Mt 47 13 25 Cum autem dormirent homines, venit inimicus ejus, et superseminavit zizania in medio tritici, et abiit. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säte Unkraut mitten unter den Weizen,²³ und ging davon. +Matthäus Mt 48 13 25 Cum autem dormirent homines, venit inimicus ejus, et superseminavit zizania in medio tritici, et abiit. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säte Unkraut mitten unter den Weizen,²³ und ging davon. Markus Mk 48 13 25 20 Bildlich? Markus Mk 48 13 25 21 Sterne. -Matthäus Mt 47 13 25 23 Der Feind sucht das zu verderben, was gut begonnen. Der Zusatz Während die Leute schliefen bezeichnet einfach die Zeit. +Matthäus Mt 48 13 25 23 Der Feind sucht das zu verderben, was gut begonnen. Der Zusatz Während die Leute schliefen bezeichnet einfach die Zeit. Markus Mk 48 13 26 Et tunc videbunt filium hominis venientem in nubibus cum virtute multa, et gloria. Dann werden sie den Menschensohn in Wolken kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit.²² -Matthäus Mt 47 13 26 Cum autem crevisset herba, et fructum fecisset, tunc apparuerunt et zizania. Als aber der Halm ausschoss, und Frucht ansetzte, da erschien auch das Unkraut.²⁴ +Matthäus Mt 48 13 26 Cum autem crevisset herba, et fructum fecisset, tunc apparuerunt et zizania. Als aber der Halm ausschoss, und Frucht ansetzte, da erschien auch das Unkraut.²⁴ Markus Mk 48 13 26 22 Den sie in seiner Erniedrigung nicht hören wollten. (Greg.) -Matthäus Mt 47 13 26 24 Lollium tremul., das vom Getreide nicht zu unterscheiden ist, solange es noch keine Ähren angesetzt hat. +Matthäus Mt 48 13 26 24 Lollium tremul., das vom Getreide nicht zu unterscheiden ist, solange es noch keine Ähren angesetzt hat. Markus Mk 48 13 27 Et tunc mittet Angelos suos, et congregabit electos suos a quatuor ventis, a summo terræ usque ad summum cli. Und dann wird er seine Engel²³ aussenden, und seine Auserwählten von den vier Winden versammeln, vom Ende der Erde bis zur Höhe des Himmels.²⁴ [Mt 24,31] -Matthäus Mt 47 13 27 Accedentes autem servi patrisfamilias, dixerunt ei: Domine, nonne bonum semen seminasti in agro tuo? Unde ergo habet zizania? Da traten die Knechte²⁵ des Hausvaters herzu, und sprachen zu ihm: Herr! hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er also das Unkraut? +Matthäus Mt 48 13 27 Accedentes autem servi patrisfamilias, dixerunt ei: Domine, nonne bonum semen seminasti in agro tuo? Unde ergo habet zizania? Da traten die Knechte²⁵ des Hausvaters herzu, und sprachen zu ihm: Herr! hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er also das Unkraut? Markus Mk 48 13 27 23 Siehe [Mt 24,Anm.56]. Markus Mk 48 13 27 24 Er ist also Gott. Wie? [1Thess 4,15.16, 1Kor 15,52] -Matthäus Mt 47 13 27 25 Die Diener werden nur der Antwort ihres Herrn halber genannt. -Matthäus Mt 47 13 28 Et ait illis: Inimicus homo hoc fecit. Servi autem dixerunt ei: Vis, imus, et colligimus ea? Und er sprach zu ihnen: Ein feindlicher Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, dass wir hingehen und es einsammeln? +Matthäus Mt 48 13 27 25 Die Diener werden nur der Antwort ihres Herrn halber genannt. +Matthäus Mt 48 13 28 Et ait illis: Inimicus homo hoc fecit. Servi autem dixerunt ei: Vis, imus, et colligimus ea? Und er sprach zu ihnen: Ein feindlicher Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, dass wir hingehen und es einsammeln? Markus Mk 48 13 28 A ficu autem discite parabolam. Cum jam ramus ejus tener fuerit, et nata fuerint folia, cognoscitis quia in proximo sit æstas: Vom Feigenbaume aber lernet das Gleichnis.²⁵ Wenn seine Zweige schon zart geworden, und die Blätter gewachsen sind, so erkennet ihr, dass der Sommer nahe ist. Markus Mk 48 13 28 25 Ähnlichkeit. Markus Mk 48 13 29 Sic et vos cum videritis hæc fieri, scitote quod in proximo sit in ostiis. So also auch, wenn ihr dies geschehen sehet,²⁶ so wisset, dass es ganz nahe vor der Türe ist. -Matthäus Mt 47 13 29 Et ait: Non: ne forte colligentes zizania, eradicetis simul cum eis et triticum. Und er sprach: Nein! damit ihr nicht etwa, indem ihr das Unkraut sammelt, zugleich mit demselben auch den Weizen ausreißet.²⁶ +Matthäus Mt 48 13 29 Et ait: Non: ne forte colligentes zizania, eradicetis simul cum eis et triticum. Und er sprach: Nein! damit ihr nicht etwa, indem ihr das Unkraut sammelt, zugleich mit demselben auch den Weizen ausreißet.²⁶ Markus Mk 48 13 29 26 Das, was V. 22, 24 gesagt ist. Es wird also kein großer Zeitraum zwischen diesen Zeichen und ihrer Erfüllung liegen. Diese Zeichen müssen sicher und notwendig vorhergehen, und der Zeitpunkt der Erlösung für die Guten naht nach denselben, wie der Sommer dem Winter folgt. -Matthäus Mt 47 13 29 26 Christus kommt in seiner Antwort nicht darauf zurück, indes enthält dies Wort eine wichtige Mahnung: Die Bösen sind zu dulden, wenn die Guten sonst in Gefahr kämen. Im Übrigen gilt das [1Kor 5,13] Gesagte. -Matthäus Mt 47 13 30 Sinite utraque crescere usque ad messem, et in tempore messis dicam messoribus: Colligite primum zizania, et alligate ea in fasciculos, ad comburendum, triticum autem congregate in horreum meum. Lasset beides wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Büschel zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheuer. +Matthäus Mt 48 13 29 26 Christus kommt in seiner Antwort nicht darauf zurück, indes enthält dies Wort eine wichtige Mahnung: Die Bösen sind zu dulden, wenn die Guten sonst in Gefahr kämen. Im Übrigen gilt das [1Kor 5,13] Gesagte. +Matthäus Mt 48 13 30 Sinite utraque crescere usque ad messem, et in tempore messis dicam messoribus: Colligite primum zizania, et alligate ea in fasciculos, ad comburendum, triticum autem congregate in horreum meum. Lasset beides wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Büschel zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheuer. Markus Mk 48 13 30 Amen dico vobis, quoniam non transibit generatio hæc, donec omnia ista fiant. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht²⁷ wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht! Markus Mk 48 13 30 27 Das jüdische Volk (Hier.): Die Zeitgenossen Christi für die Zerstörung Jerusalems, das Volk im Allgemeinen für das Ende der Welt. Markus Mk 48 13 31 Clum, et terra transibunt, verba autem mea non transibunt. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen. -Matthäus Mt 47 13 31 Aliam parabolam proposuit eis, dicens: Simile est regnum clorum grano sinapis, quod accipiens homo seminavit in agro suo: Ein anderes Gleichnis²⁷ legte er ihnen vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkörnlein, welches ein Mensch nahm, und auf seinen Acker säte. [Mk 4,31, Lk 13,19] -Matthäus Mt 47 13 31 27 Da Christus gesagt, es gehe von den Samen manches verloren, konnte die Furcht erstehen, es möchten nur wenige Gläubige übrig bleiben. Diese Furcht wird durch das folgende Gleichnis beseitigt, das die Ausbreitung des Himmelreiches aus bescheidenen Anfängern schildert. Der Heiland erscheint in Niedrigkeit und erwählt zwölf arme Apostel, und doch gewinnt er die ganze Erde für seine Lehre. -Matthäus Mt 47 13 32 Quod minimum quidem est omnibus seminibus: cum autem creverit, majus est omnibus oleribus, et fit arbor, ita ut volucres cli veniant, et habitent in ramis ejus. Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern,²⁸ wenn es aber herangewachsen ist, ist es größer als alle Gartengewächse, und wird zu einem Baume, so dass die Vögel des Himmels kommen, und in seinen Zweigen wohnen. +Matthäus Mt 48 13 31 Aliam parabolam proposuit eis, dicens: Simile est regnum clorum grano sinapis, quod accipiens homo seminavit in agro suo: Ein anderes Gleichnis²⁷ legte er ihnen vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkörnlein, welches ein Mensch nahm, und auf seinen Acker säte. [Mk 4,31, Lk 13,19] +Matthäus Mt 48 13 31 27 Da Christus gesagt, es gehe von den Samen manches verloren, konnte die Furcht erstehen, es möchten nur wenige Gläubige übrig bleiben. Diese Furcht wird durch das folgende Gleichnis beseitigt, das die Ausbreitung des Himmelreiches aus bescheidenen Anfängern schildert. Der Heiland erscheint in Niedrigkeit und erwählt zwölf arme Apostel, und doch gewinnt er die ganze Erde für seine Lehre. +Matthäus Mt 48 13 32 Quod minimum quidem est omnibus seminibus: cum autem creverit, majus est omnibus oleribus, et fit arbor, ita ut volucres cli veniant, et habitent in ramis ejus. Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern,²⁸ wenn es aber herangewachsen ist, ist es größer als alle Gartengewächse, und wird zu einem Baume, so dass die Vögel des Himmels kommen, und in seinen Zweigen wohnen. Markus Mk 48 13 32 De die autem illo, vel hora nemo scit, neque Angeli in clo, neque Filius, nisi Pater. Über jenen Tag aber, oder die Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel im Himmel, noch der Sohn,²⁸ sondern nur der Vater. Markus Mk 48 13 32 28 Wie [Mt 20,23] Christus weiß es auch als Mensch, wie V. 33 zeigt: Ihr wisset nicht. (Hier., Beda.) [Mt 11,27], aber nicht mitteilbar, d. i. er weiß es nicht, soweit er der Gesandte Gottes an die Menschen ist (Hil., Aug., Chrys., Soph.) -Matthäus Mt 47 13 32 28 Sprichwort der Hebräer. Das Senfkorn wächst bis zu drei Meter Höhe und erscheint wie ein Baum. Christus deutet auf [Ez 17,23] hin. Die Kirche ist das Abbild Christi, der in Erniedrigung begann, um zur Herrlichkeit ewiger Glorie zu gelangen. +Matthäus Mt 48 13 32 28 Sprichwort der Hebräer. Das Senfkorn wächst bis zu drei Meter Höhe und erscheint wie ein Baum. Christus deutet auf [Ez 17,23] hin. Die Kirche ist das Abbild Christi, der in Erniedrigung begann, um zur Herrlichkeit ewiger Glorie zu gelangen. Markus Mk 48 13 33 Videte, vigilate, et orate: nescitis enim quando tempus sit. Sehet zu, wachet und betet;²⁹ denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist! [Mt 24,42] -Matthäus Mt 47 13 33 Aliam parabolam locutus est eis. Simile est regnum clorum fermento, quod acceptum mulier abscondit in farinæ satis tribus donec fermentatum est totum. Ein anderes Gleichnis²⁹ sagte er ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Maß³⁰ Mehl einmengte, bis das Ganze durchsäuert war. [Lk 13,21] +Matthäus Mt 48 13 33 Aliam parabolam locutus est eis. Simile est regnum clorum fermento, quod acceptum mulier abscondit in farinæ satis tribus donec fermentatum est totum. Ein anderes Gleichnis²⁹ sagte er ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Maß³⁰ Mehl einmengte, bis das Ganze durchsäuert war. [Lk 13,21] Markus Mk 48 13 33 29 Der Grund, warum der Heiland will, dass sie den Tag nicht kennen (Hil., Bed., Vikt.). Vergl. [1Thess 5,6ff] -Matthäus Mt 47 13 33 29 Das vorhergehende Gleichnis stellte die äußere Ausdehnung des Gottesreiches dar, das gegenwärtige seine innere Kraft. -Matthäus Mt 47 13 33 30 Ein Maß = Epha, fasste 144 Eier, etwa sieben Liter. Der Heiland wählt die Zahl drei, vielleicht mit Rücksicht auf [Gen 18,6, Ri 6,19, 1Sam 1,24]. Dies scheint das Maß bei Festmahlen gewesen zu sein. Der Sauerteig gibt dem gleichsam toten Mehl Leben, Wachstum und Geschmack. Im Übrigen zeigt uns der Augenschein, wie das Christentum die Gestalt der Erde verändert hat. +Matthäus Mt 48 13 33 29 Das vorhergehende Gleichnis stellte die äußere Ausdehnung des Gottesreiches dar, das gegenwärtige seine innere Kraft. +Matthäus Mt 48 13 33 30 Ein Maß = Epha, fasste 144 Eier, etwa sieben Liter. Der Heiland wählt die Zahl drei, vielleicht mit Rücksicht auf [Gen 18,6, Ri 6,19, 1Sam 1,24]. Dies scheint das Maß bei Festmahlen gewesen zu sein. Der Sauerteig gibt dem gleichsam toten Mehl Leben, Wachstum und Geschmack. Im Übrigen zeigt uns der Augenschein, wie das Christentum die Gestalt der Erde verändert hat. Markus Mk 48 13 34 Sicut homo, qui peregre profectus reliquit domum suam, et dedit servis suis potestatem cujusque operis, et janitori præcepit ut vigilet. Es ist, wie bei einem Menschen, der verreiste, und sein Haus verließ, und seinen Knechten Gewalt gab zu einem jeglichen Werke, und dem Türhüter auftrug, wachsam zu sein.³⁰ [Mt 24,45] -Matthäus Mt 47 13 34 Hæc omnia locutus est Jesus in parabolis ad turbas: et sine parabolis non loquebatur eis: Alles dieses redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volke, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen;³¹ +Matthäus Mt 48 13 34 Hæc omnia locutus est Jesus in parabolis ad turbas: et sine parabolis non loquebatur eis: Alles dieses redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volke, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen;³¹ Markus Mk 48 13 34 30 Der Vergleich ist nicht zu Ende geführt, wie [Mt 25,14]: Wie er zu wachen befiehlt, so sage ich euch: Wachet. -Matthäus Mt 47 13 34 31 Wie Christus V. 13 gesagt, warum er die Gleichnisse dem Volk nicht erkläre, so offenbart er jetzt, warum er diese Lehrweise übt. Er redete nicht: nämlich damals (vergl. V. 10). +Matthäus Mt 48 13 34 31 Wie Christus V. 13 gesagt, warum er die Gleichnisse dem Volk nicht erkläre, so offenbart er jetzt, warum er diese Lehrweise übt. Er redete nicht: nämlich damals (vergl. V. 10). Markus Mk 48 13 35 Vigilate ergo, (nescitis enim quando dominus domus veniat: sero an media nocte, an galli cantu, an mane) Seid also wachsam (denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, am Abend oder um Mitternacht, beim Hahnenschrei oder morgens),³¹ -Matthäus Mt 47 13 35 Ut impleretur quod dictum erat per Prophetam dicentem: Aperiam in parabolis os meum, eructabo abscondita a constitutione mundi. damit erfüllet würde,³² was durch den Propheten gesagt worden, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen, und aussprechen, was verborgen war³³ von Gründung der Welt an. [Ps 77,2, Mk 4,34] +Matthäus Mt 48 13 35 Ut impleretur quod dictum erat per Prophetam dicentem: Aperiam in parabolis os meum, eructabo abscondita a constitutione mundi. damit erfüllet würde,³² was durch den Propheten gesagt worden, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen, und aussprechen, was verborgen war³³ von Gründung der Welt an. [Ps 77,2, Mk 4,34] Markus Mk 48 13 35 31 Seit der Zeit des Pompejus hatten die Juden die römische Zählweise der Machtwachen angenommen. Siehe [Mt 14,Anm.32]. -Matthäus Mt 47 13 35 32 Der Evangelist zeigt, wie Christus alle Vorbilder des A. T. erfüllt und somit Herr der Propheten ist. -Matthäus Mt 47 13 35 33 Der Psalmist erzählt Gottes wunderbare Führungen, die er dann Gleichnisse nennt, weil sie eine Lehre enthalten. Verborgen: Unter der äußeren Hülle der geschichtlichen Tatsachen verbirgt sich ein geheimer Sinn, die Beschreibung der Schicksale des Gottesreiches. Was dem Psalmisten als Propheten zukam, muss noch viel mehr Christus, dem Haupte der Propheten, zukommen. -Matthäus Mt 47 13 36 Tunc, dimissis turbis, venit in domum: et accesserunt ad eum discipuli ejus, dicentes: Edissere nobis parabolam zizaniorum agri. Alsdann entließ Jesus das Volk und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm, und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis von dem Unkraute des Ackers!³⁴ +Matthäus Mt 48 13 35 32 Der Evangelist zeigt, wie Christus alle Vorbilder des A. T. erfüllt und somit Herr der Propheten ist. +Matthäus Mt 48 13 35 33 Der Psalmist erzählt Gottes wunderbare Führungen, die er dann Gleichnisse nennt, weil sie eine Lehre enthalten. Verborgen: Unter der äußeren Hülle der geschichtlichen Tatsachen verbirgt sich ein geheimer Sinn, die Beschreibung der Schicksale des Gottesreiches. Was dem Psalmisten als Propheten zukam, muss noch viel mehr Christus, dem Haupte der Propheten, zukommen. +Matthäus Mt 48 13 36 Tunc, dimissis turbis, venit in domum: et accesserunt ad eum discipuli ejus, dicentes: Edissere nobis parabolam zizaniorum agri. Alsdann entließ Jesus das Volk und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm, und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis von dem Unkraute des Ackers!³⁴ Markus Mk 48 13 36 Ne cum venerit repente, inveniat vos dormientes. damit er, wenn er ganz plötzlich kommt, euch nicht schlafend finde.³² Markus Mk 48 13 36 32 Der Mensch, der sich auf die Reise begibt, ist Christus, der in den Himmel auffährt (Vikt., Euth.). Alle Gläubigen sind seine Diener, auch der Pförtner (V. 37). Auch zu den einzelnen Menschen kommt der Herr, wenn er sie durch den Tod vor seinen Richterstuhl ruft; auch für diese Stunde also gilt die Mahnung. -Matthäus Mt 47 13 36 34 Vergl. [Mt 24,31, 1Thess 4,15]. +Matthäus Mt 48 13 36 34 Vergl. [Mt 24,31, 1Thess 4,15]. Markus Mk 48 13 37 Quod autem vobis dico, omnibus dico: Vigilate. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet! -Matthäus Mt 47 13 37 Qui respondens ait illis: Qui seminat bonum semen, est Filius hominis. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen aussäet, ist der Menschensohn. -Matthäus Mt 47 13 38 Ager autem est mundus. Bonum vero semen, hi sunt filii regni. Zizania autem, filii sunt nequam. Der Acker aber ist die Welt; der gute Same hingegen das sind die Kinder des Reiches, und das Unkraut sind die Kinder des Bösen. -Matthäus Mt 47 13 39 Inimicus autem, qui seminavit ea, est diabolus. Messis vero consummatio sæculi est. Messores autem Angeli sunt. Der Feind aber, der es gesäet hat, ist der Teufel. Die Ernte aber ist das Ende der Welt, die Schnitter hinwieder sind die Engel. [Offb 14,15] -Matthäus Mt 47 13 40 Sicut ergo colliguntur zizania, et igni comburuntur: sic erit in consummatione sæculi. Wie nun das Unkraut gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein. -Matthäus Mt 47 13 41 Mittet Filius hominis Angelos suos, et colligent de regno ejus omnia scandala, et eos, qui faciunt iniquitatem: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse³⁵ sammeln,³⁶ und³⁷ jene, die Unrecht tun, -Matthäus Mt 47 13 41 35 Diejenigen, welche anderen durch ihren bösen Wandel Ursache zum Falle sind. -Matthäus Mt 47 13 41 36 Und entfernen. -Matthäus Mt 47 13 41 37 Wohl erklärend: Und zwar. So hat Christus das Gericht [Mt 7,23] beschrieben. -Matthäus Mt 47 13 42 Et mittent eos in caminum ignis. Ibi erit fletus, et stridor dentium. und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Matthäus Mt 47 13 43 Tunc justi fulgebunt sicut sol in regno Patris eorum. Qui habet aures audiendi, audiat. Alsdann werden die Gerechten leuchten³⁸ wie die Sonne im Reiche ihres³⁹ Vaters.⁴⁰ Wer Ohren hat zu hören, der höre! [Weish 3,7, Dan 12,3] -Matthäus Mt 47 13 43 38 Vergl. [Weish 3,7, 1Kor 15,41]. Das Licht ist das Bild der Herrlichkeit und Seligkeit. Das Licht der Sonne ist das schönste, das die Menschen kennen. -Matthäus Mt 47 13 43 39 Ihres Vaters: Wie lieb hat Gott sie! Welch ein Gegensatz, dort Kinder des Satans, hier Kinder Gottes! Beide sind es in Ewigkeit und werden dem, dessen Kinder sie sind, im Lose ähnlich. Das ist es, worauf der Herr die Aufmerksamkeit lenkt. Vergl. [Mt 11,15]. -Matthäus Mt 47 13 43 40 Christus übergibt nach dem letzten Gerichte das Reich Gottes dem Vater. [1Kor 15,24] -Matthäus Mt 47 13 44 Simile est regnum clorum thesauro abscondito in agro: quem qui invenit homo, abscondit, et præ gaudio illius vadit, et vendit universa quæ habet, et emit agrum illum. Das Himmelreich⁴¹ ist gleich einem Schatze,⁴² der im Acker verborgen ist; wenn diesen ein Mensch findet, hält er ihn geheim,⁴³ und geht in der Freude darüber hin, und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.⁴⁴ -Matthäus Mt 47 13 44 41 Dieses Gleichnis zeigt den Wert und die Fülle der Güter, das Folgende die Schönheit des Himmelreiches und wie sehr wir uns bemühen müssen, dasselbe zu erlangen. Das Himmelreich wird irdischen Dingen verglichen, weil das Herz durch das, was es aus Erfahrung kennt, das nicht Bekannte lieben lernt. In dem ersten Gleichnis wird es gefunden, im zweiten gesucht, weil Gott es den einen von selbst anbietet, während andere es mit vieler Mühe suchen müssen, ehe sie zugelassen werden. -Matthäus Mt 47 13 44 42 Einer ungeheueren Menge von Gold oder Silber. -Matthäus Mt 47 13 44 43 Er sagt niemanden davon. -Matthäus Mt 47 13 44 44 So wenig wie [Lk 16,8] die Handlungsweise des ungerechten Haushalters empfohlen wird, wird hier gesagt, ob es an sich recht sei, so zu handeln. -Matthäus Mt 47 13 45 Iterum simile est regnum clorum homini negotiatori, quærenti bonas margaritas. Abermal ist das Himmelreich gleich einem Kaufmanne, der gute Perlen sucht. -Matthäus Mt 47 13 46 Inventa autem una pretiosa margarita, abiit, et vendidit omnia quæ habuit, et emit eam. Wenn er aber eine⁴⁵ kostbare Perle findet, geht er hin, verkauft alles, was er hat, und kauft sie. -Matthäus Mt 47 13 46 45 Nur eine ist die kostbare Perle. Nicht alle wissen sie zu schätzen, und doch ist für dieselbe alles daranzugeben. -Matthäus Mt 47 13 47 Iterum simile est regnum clorum sagenæ missæ in mare, et ex omni genere piscium congreganti. Abermal ist das Himmelreich gleich einem Netze, das in's Meer⁴⁶ geworfen wird und aller Art Fische einfängt. -Matthäus Mt 47 13 47 46 Die Welt. Vergl. [Mt 4,19] -Matthäus Mt 47 13 48 Quam, cum impleta esset, educentes, et secus littus sedentes, elegerunt bonos in vasa, malos autem foras miserunt. Wenn es angefüllt ist,⁴⁷ zieht man es heraus, setzt sich an das Ufer, und sammelt die guten in Gefäße, die schlechten aber wirft man hinaus. -Matthäus Mt 47 13 48 47 Wenn allen Völkern das Evangelium gepredigt ist. Ob aber auch alle Menschen sich bekehren? Die Scheidung tritt erst ein, wenn das Gottesreich auf Erden endet. -Matthäus Mt 47 13 49 Sic erit in consummatione sæculi: exibunt Angeli, et separabunt malos de medio justorum. So⁴⁸ wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen, und die Bösen aus der Mitte der Gerechten absondern, -Matthäus Mt 47 13 49 48 Wie V. 39-42 gesagt ist. Wie oft spricht Christus von der ewigen Strafe! [Mt 5,29, Mt 10,28, Mt 12,32, Mt 13,42-50] -Matthäus Mt 47 13 50 Et mittent eos in caminum ignis: ibi erit fletus, et stridor dentium. und sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Matthäus Mt 47 13 51 Intellexistis hæc omnia? Dicunt ei: Etiam. Habt ihr das alles verstanden? Sie⁴⁹ sprachen zu ihm: Ja! -Matthäus Mt 47 13 51 49 Die, welchen das V. 11 benannte Geschenk Gottes zuteil geworden ist. -Matthäus Mt 47 13 52 Ait illis: Ideo omnis scriba doctus in regno clorum, similis est homini patrifamilias, qui profert de thesauro suo nova et vetera. Und er sprach zu ihnen: Darum⁵⁰ ist jeder Schriftgelehrte, der über das Himmelreich unterrichtet ist, einem Hausvater gleich, der aus seinem Schatze⁵¹ Neues und Altes hervorbringt. -Matthäus Mt 47 13 52 50 Weil ihr die Geheimnisse des Himmelreiches verstanden habt. (Chrys.) Diese Geheimnisse sind neu, alt aber, was der Heiland aus dem Leben vorbringt. Da nun die Jünger die Lehre Jesu verstanden haben und auf dieselbe Weise lehren werden, sind sie und jeder vom Himmelreiche recht Unterwiesene einem solchen Familienvater ähnlich. Einen wie großen Schatz muss sich also jeder Lehrer erwerben und wie sehr bestrebt sein, ihn täglich zu mehren! -Matthäus Mt 47 13 52 51 Ein reicher und freigebiger Familienvater bringt mancherlei aus seinem Vorrate, um dem verschiedenen Geschmacke Genüge zu tun, Altes und Neues. Vielleicht eine sprichwörtliche Redeweise, vergl. [Hld 7,13], welche die Fülle andeutet. -Matthäus Mt 47 13 53 Et factum est, cum consummasset Jesus parabolas istas, transiit inde. Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dort hinweg.⁵² -Matthäus Mt 47 13 53 52 Der Heiland geht wegen des Unglaubens des Volkes hinweg, zu dem er in Gleichnissen gesprochen, weil sie die unverhüllte Wahrheit nicht gefasst hätten. Diesen Unglauben zeigt der Evangelist an einem Beispiele. Zwischen dem Vorhergehenden und dem Folgenden liegt wohl das [Mk 4Mk 6,1] Erzählte. -Matthäus Mt 47 13 54 Et veniens in patriam suam, docebat eos in synagogis eorum, ita ut mirarentur, et dicerent: Unde huic sapientia hæc, et virtutes? Und er kam in seine Vaterstadt⁵³ und lehrte sie in ihren Synagogen, so dass sie sich verwunderten und sprachen: Woher kommt diesem⁵⁴ solche Weisheit und die Wunderkräfte? [Mk 6,1, Lk 4,16] -Matthäus Mt 47 13 54 53 Nicht unmittelbar nach Vorlegung der Gleichnisse. Das [Lk 4,16] erzählte Ereignis ist zwar ähnlich, doch ein anderes, denn die Umstände sind mehrfach verschieden. Vergl. auch [Mt 4,13]. Vaterstadt Christi heißt Nazareth, weil der Herr daselbst aufgewachsen war und dort seine Mutter und seine Verwandten wohnten [Lk 4,16]. -Matthäus Mt 47 13 54 54 Den wir so lange kennen. Also hatte Christus seine göttliche Natur und sein Amt vor dem dort nicht offenbart. -Matthäus Mt 47 13 55 Nonne hic est fabri filius? Nonne mater ejus dicitur Maria, et fratres ejus, Jacobus, et Joseph, et Simon, et Judas: Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Brüder Jakob, Joseph, Simon und Judas?⁵⁵ [Joh 6,42] -Matthäus Mt 47 13 55 55 Da Joseph nicht erwähnt wird, scheint aus dieser Stelle die alte Überlieferung bestätigt, dass er bereits gestorben war. Brüder Jesu werden auch sonst, Schwestern nur hier und [Mk 6,3] erwähnt. In welchem Sinne, siehe 1. Anm. 24. Die Brüder Jesu sind die Kinder einer halbbürtigen Schwester der Mutter Christi, die Söhne der Maria, Frau des Alphäus. -Matthäus Mt 47 13 56 Et sorores ejus, nonne omnes apud nos sunt? Unde ergo huic omnia ista? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn dieses alles? -Matthäus Mt 47 13 57 Et scandalizabantur in eo. Jesus autem dixit eis: Non est propheta sine honore nisi in patria sua, et in domo sua. Und sie nahmen Anstoß an ihm.⁵⁶ Jesus aber sprach zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet weniger geehrt als in seinem Vaterlande und in seinem Hause.⁵⁷ -Matthäus Mt 47 13 57 56 Seine Wunder, sein Ansehen u. a. wurden ihnen Anlass zum Neide und zur Verweigerung des Glaubens. -Matthäus Mt 47 13 57 57 So auch David [1Kön 16,11, 1Sam 17,28]. Niemand schätzt einen Propheten so gering wie die, welche zuvor mit ihm vertraulichen Umgang gehabt. -Matthäus Mt 47 13 58 Et non fecit ibi virtutes multas propter incredulitatem illorum. Und er wirkte daselbst nicht viele Wunder ihres Unglaubens wegen.⁵⁸ -Matthäus Mt 47 13 58 58 Der Glaube ist die Voraussetzung, unter der Christus Wunder tut. -Matthäus Mt 47 14 0 III. 14-20. 1. Der Tod Johannes des Täufers. (V. 12) 2. Die Apostel werden über den Charakter Jesu und der Pharisäer unterwiesen. (14,13-16, 12) Wunderbare Brotvermehrung. (V. 21) Jesus wandelt auf dem Meere. (V. 33) Heuchelei der Pharisäer. (Kap. 15.9) -Markus Mk 48 14 0 4. Leidensgeschichte Christi (Kap. 14, 15) Christus speist in Bethanien im Hause des Simon und wird von einem Weibe gesalbt. (V. 9) Verrat des Judas. (V. 11) Letztes Ostermahl des Herrn. (V. 26) Christi Leiden im Garten Gethsemani. (V. 42) Die Gefangennahme des Herrn. (V. 52) Jesus steht vor dem hohen Rate. (V. 65) Petrus verleugnet den Herrn zu dreien Malen. -Matthäus Mt 47 14 1 In illo tempore audivit Herodes tetrarcha famam Jesu: In jener Zeit¹ vernahm Herodes, der Vierfürst,² den Ruf von Jesus,³ [Mk 6,14, Lk 9,7]. +Matthäus Mt 48 13 37 Qui respondens ait illis: Qui seminat bonum semen, est Filius hominis. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen aussäet, ist der Menschensohn. +Matthäus Mt 48 13 38 Ager autem est mundus. Bonum vero semen, hi sunt filii regni. Zizania autem, filii sunt nequam. Der Acker aber ist die Welt; der gute Same hingegen das sind die Kinder des Reiches, und das Unkraut sind die Kinder des Bösen. +Matthäus Mt 48 13 39 Inimicus autem, qui seminavit ea, est diabolus. Messis vero consummatio sæculi est. Messores autem Angeli sunt. Der Feind aber, der es gesäet hat, ist der Teufel. Die Ernte aber ist das Ende der Welt, die Schnitter hinwieder sind die Engel. [Offb 14,15] +Matthäus Mt 48 13 40 Sicut ergo colliguntur zizania, et igni comburuntur: sic erit in consummatione sæculi. Wie nun das Unkraut gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein. +Matthäus Mt 48 13 41 Mittet Filius hominis Angelos suos, et colligent de regno ejus omnia scandala, et eos, qui faciunt iniquitatem: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse³⁵ sammeln,³⁶ und³⁷ jene, die Unrecht tun, +Matthäus Mt 48 13 41 35 Diejenigen, welche anderen durch ihren bösen Wandel Ursache zum Falle sind. +Matthäus Mt 48 13 41 36 Und entfernen. +Matthäus Mt 48 13 41 37 Wohl erklärend: Und zwar. So hat Christus das Gericht [Mt 7,23] beschrieben. +Matthäus Mt 48 13 42 Et mittent eos in caminum ignis. Ibi erit fletus, et stridor dentium. und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. +Matthäus Mt 48 13 43 Tunc justi fulgebunt sicut sol in regno Patris eorum. Qui habet aures audiendi, audiat. Alsdann werden die Gerechten leuchten³⁸ wie die Sonne im Reiche ihres³⁹ Vaters.⁴⁰ Wer Ohren hat zu hören, der höre! [Weish 3,7, Dan 12,3] +Matthäus Mt 48 13 43 38 Vergl. [Weish 3,7, 1Kor 15,41]. Das Licht ist das Bild der Herrlichkeit und Seligkeit. Das Licht der Sonne ist das schönste, das die Menschen kennen. +Matthäus Mt 48 13 43 39 Ihres Vaters: Wie lieb hat Gott sie! Welch ein Gegensatz, dort Kinder des Satans, hier Kinder Gottes! Beide sind es in Ewigkeit und werden dem, dessen Kinder sie sind, im Lose ähnlich. Das ist es, worauf der Herr die Aufmerksamkeit lenkt. Vergl. [Mt 11,15]. +Matthäus Mt 48 13 43 40 Christus übergibt nach dem letzten Gerichte das Reich Gottes dem Vater. [1Kor 15,24] +Matthäus Mt 48 13 44 Simile est regnum clorum thesauro abscondito in agro: quem qui invenit homo, abscondit, et præ gaudio illius vadit, et vendit universa quæ habet, et emit agrum illum. Das Himmelreich⁴¹ ist gleich einem Schatze,⁴² der im Acker verborgen ist; wenn diesen ein Mensch findet, hält er ihn geheim,⁴³ und geht in der Freude darüber hin, und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.⁴⁴ +Matthäus Mt 48 13 44 41 Dieses Gleichnis zeigt den Wert und die Fülle der Güter, das Folgende die Schönheit des Himmelreiches und wie sehr wir uns bemühen müssen, dasselbe zu erlangen. Das Himmelreich wird irdischen Dingen verglichen, weil das Herz durch das, was es aus Erfahrung kennt, das nicht Bekannte lieben lernt. In dem ersten Gleichnis wird es gefunden, im zweiten gesucht, weil Gott es den einen von selbst anbietet, während andere es mit vieler Mühe suchen müssen, ehe sie zugelassen werden. +Matthäus Mt 48 13 44 42 Einer ungeheueren Menge von Gold oder Silber. +Matthäus Mt 48 13 44 43 Er sagt niemanden davon. +Matthäus Mt 48 13 44 44 So wenig wie [Lk 16,8] die Handlungsweise des ungerechten Haushalters empfohlen wird, wird hier gesagt, ob es an sich recht sei, so zu handeln. +Matthäus Mt 48 13 45 Iterum simile est regnum clorum homini negotiatori, quærenti bonas margaritas. Abermal ist das Himmelreich gleich einem Kaufmanne, der gute Perlen sucht. +Matthäus Mt 48 13 46 Inventa autem una pretiosa margarita, abiit, et vendidit omnia quæ habuit, et emit eam. Wenn er aber eine⁴⁵ kostbare Perle findet, geht er hin, verkauft alles, was er hat, und kauft sie. +Matthäus Mt 48 13 46 45 Nur eine ist die kostbare Perle. Nicht alle wissen sie zu schätzen, und doch ist für dieselbe alles daranzugeben. +Matthäus Mt 48 13 47 Iterum simile est regnum clorum sagenæ missæ in mare, et ex omni genere piscium congreganti. Abermal ist das Himmelreich gleich einem Netze, das in's Meer⁴⁶ geworfen wird und aller Art Fische einfängt. +Matthäus Mt 48 13 47 46 Die Welt. Vergl. [Mt 4,19] +Matthäus Mt 48 13 48 Quam, cum impleta esset, educentes, et secus littus sedentes, elegerunt bonos in vasa, malos autem foras miserunt. Wenn es angefüllt ist,⁴⁷ zieht man es heraus, setzt sich an das Ufer, und sammelt die guten in Gefäße, die schlechten aber wirft man hinaus. +Matthäus Mt 48 13 48 47 Wenn allen Völkern das Evangelium gepredigt ist. Ob aber auch alle Menschen sich bekehren? Die Scheidung tritt erst ein, wenn das Gottesreich auf Erden endet. +Matthäus Mt 48 13 49 Sic erit in consummatione sæculi: exibunt Angeli, et separabunt malos de medio justorum. So⁴⁸ wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen, und die Bösen aus der Mitte der Gerechten absondern, +Matthäus Mt 48 13 49 48 Wie V. 39-42 gesagt ist. Wie oft spricht Christus von der ewigen Strafe! [Mt 5,29, Mt 10,28, Mt 12,32, Mt 13,42-50] +Matthäus Mt 48 13 50 Et mittent eos in caminum ignis: ibi erit fletus, et stridor dentium. und sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneknirschen sein. +Matthäus Mt 48 13 51 Intellexistis hæc omnia? Dicunt ei: Etiam. Habt ihr das alles verstanden? Sie⁴⁹ sprachen zu ihm: Ja! +Matthäus Mt 48 13 51 49 Die, welchen das V. 11 benannte Geschenk Gottes zuteil geworden ist. +Matthäus Mt 48 13 52 Ait illis: Ideo omnis scriba doctus in regno clorum, similis est homini patrifamilias, qui profert de thesauro suo nova et vetera. Und er sprach zu ihnen: Darum⁵⁰ ist jeder Schriftgelehrte, der über das Himmelreich unterrichtet ist, einem Hausvater gleich, der aus seinem Schatze⁵¹ Neues und Altes hervorbringt. +Matthäus Mt 48 13 52 50 Weil ihr die Geheimnisse des Himmelreiches verstanden habt. (Chrys.) Diese Geheimnisse sind neu, alt aber, was der Heiland aus dem Leben vorbringt. Da nun die Jünger die Lehre Jesu verstanden haben und auf dieselbe Weise lehren werden, sind sie und jeder vom Himmelreiche recht Unterwiesene einem solchen Familienvater ähnlich. Einen wie großen Schatz muss sich also jeder Lehrer erwerben und wie sehr bestrebt sein, ihn täglich zu mehren! +Matthäus Mt 48 13 52 51 Ein reicher und freigebiger Familienvater bringt mancherlei aus seinem Vorrate, um dem verschiedenen Geschmacke Genüge zu tun, Altes und Neues. Vielleicht eine sprichwörtliche Redeweise, vergl. [Hld 7,13], welche die Fülle andeutet. +Matthäus Mt 48 13 53 Et factum est, cum consummasset Jesus parabolas istas, transiit inde. Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dort hinweg.⁵² +Matthäus Mt 48 13 53 52 Der Heiland geht wegen des Unglaubens des Volkes hinweg, zu dem er in Gleichnissen gesprochen, weil sie die unverhüllte Wahrheit nicht gefasst hätten. Diesen Unglauben zeigt der Evangelist an einem Beispiele. Zwischen dem Vorhergehenden und dem Folgenden liegt wohl das [Mk 4Mk 6,1] Erzählte. +Matthäus Mt 48 13 54 Et veniens in patriam suam, docebat eos in synagogis eorum, ita ut mirarentur, et dicerent: Unde huic sapientia hæc, et virtutes? Und er kam in seine Vaterstadt⁵³ und lehrte sie in ihren Synagogen, so dass sie sich verwunderten und sprachen: Woher kommt diesem⁵⁴ solche Weisheit und die Wunderkräfte? [Mk 6,1, Lk 4,16] +Matthäus Mt 48 13 54 53 Nicht unmittelbar nach Vorlegung der Gleichnisse. Das [Lk 4,16] erzählte Ereignis ist zwar ähnlich, doch ein anderes, denn die Umstände sind mehrfach verschieden. Vergl. auch [Mt 4,13]. Vaterstadt Christi heißt Nazareth, weil der Herr daselbst aufgewachsen war und dort seine Mutter und seine Verwandten wohnten [Lk 4,16]. +Matthäus Mt 48 13 54 54 Den wir so lange kennen. Also hatte Christus seine göttliche Natur und sein Amt vor dem dort nicht offenbart. +Matthäus Mt 48 13 55 Nonne hic est fabri filius? Nonne mater ejus dicitur Maria, et fratres ejus, Jacobus, et Joseph, et Simon, et Judas: Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Brüder Jakob, Joseph, Simon und Judas?⁵⁵ [Joh 6,42] +Matthäus Mt 48 13 55 55 Da Joseph nicht erwähnt wird, scheint aus dieser Stelle die alte Überlieferung bestätigt, dass er bereits gestorben war. Brüder Jesu werden auch sonst, Schwestern nur hier und [Mk 6,3] erwähnt. In welchem Sinne, siehe 1. Anm. 24. Die Brüder Jesu sind die Kinder einer halbbürtigen Schwester der Mutter Christi, die Söhne der Maria, Frau des Alphäus. +Matthäus Mt 48 13 56 Et sorores ejus, nonne omnes apud nos sunt? Unde ergo huic omnia ista? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn dieses alles? +Matthäus Mt 48 13 57 Et scandalizabantur in eo. Jesus autem dixit eis: Non est propheta sine honore nisi in patria sua, et in domo sua. Und sie nahmen Anstoß an ihm.⁵⁶ Jesus aber sprach zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet weniger geehrt als in seinem Vaterlande und in seinem Hause.⁵⁷ +Matthäus Mt 48 13 57 56 Seine Wunder, sein Ansehen u. a. wurden ihnen Anlass zum Neide und zur Verweigerung des Glaubens. +Matthäus Mt 48 13 57 57 So auch David [1Kön 16,11, 1Sam 17,28]. Niemand schätzt einen Propheten so gering wie die, welche zuvor mit ihm vertraulichen Umgang gehabt. +Matthäus Mt 48 13 58 Et non fecit ibi virtutes multas propter incredulitatem illorum. Und er wirkte daselbst nicht viele Wunder ihres Unglaubens wegen.⁵⁸ +Matthäus Mt 48 13 58 58 Der Glaube ist die Voraussetzung, unter der Christus Wunder tut. +Matthäus Mt 48 14 0 III. 14-20. 1. Der Tod Johannes des Täufers. (V. 12) 2. Die Apostel werden über den Charakter Jesu und der Pharisäer unterwiesen. (14,13-16, 12) Wunderbare Brotvermehrung. (V. 21) Jesus wandelt auf dem Meere. (V. 33) Heuchelei der Pharisäer. (Kap. 15.9) +Markus Mk 48 14 0 4. Leidensgeschichte Christi (Kap. 14, 15) Christus speist in Bethanien im Hause des Simon und wird von einem Weibe gesalbt. (V. 9) Verrat des Judas. (V. 11) Letztes Ostermahl des Herrn. (V. 26) Christi Leiden im Garten Gethsemani. (V. 42) Die Gefangennahme des Herrn. (V. 52) Jesus steht vor dem hohen Rate. (V. 65) Petrus verleugnet den Herrn zu dreien Malen. +Matthäus Mt 48 14 1 In illo tempore audivit Herodes tetrarcha famam Jesu: In jener Zeit¹ vernahm Herodes, der Vierfürst,² den Ruf von Jesus,³ [Mk 6,14, Lk 9,7]. Markus Mk 48 14 1 Erat autem Pascha et Azyma post biduum: et quærebant summi sacerdotes, et Scribæ quomodo eum dolo tenerent, et occiderent. Nach zwei Tagen aber war Ostern und das Fest der ungesäuerten Brote;¹ und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten möchten. Markus Mk 48 14 1 1 Der 14. Nisan, von dem an durch acht Tage nur ungesäuertes Brot gegessen werden durfte. Jetzt suchen sie das auszuführen, was sie seit drei Monaten beschlossen. -Matthäus Mt 47 14 1 1 Der Evangelist hat bereits Hindeutungen Christi auf seinen Tod berichtet. [Mt 10,38, Mt 12,39], wie auch, dass die Pharisäer Ursache desselben sein werden [Mt 12,14]. Der Tod des heil. Johannes ist eine neue Vorbedeutung. Vergl. [Mt 17,12] Nach [Joh 4,1] hatten die Pharisäer auch zur Gefangennehmung des heil. Johannes beigetragen. -Matthäus Mt 47 14 1 2 Herodes Antipas, Sohn Herodes I. und der Malthake, Tetrach von Galiläa und Peräa. -Matthäus Mt 47 14 1 3 Damals besonders. -Matthäus Mt 47 14 2 Et ait pueris suis: Hic est Joannes Baptista: ipse surrexit a mortuis, et ideo virtutes operantur in eo. und er sprach⁴ zu seinen Dienern: Dies ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, und darum⁵ wirken die Wunderkräfte in ihm. +Matthäus Mt 48 14 1 1 Der Evangelist hat bereits Hindeutungen Christi auf seinen Tod berichtet. [Mt 10,38, Mt 12,39], wie auch, dass die Pharisäer Ursache desselben sein werden [Mt 12,14]. Der Tod des heil. Johannes ist eine neue Vorbedeutung. Vergl. [Mt 17,12] Nach [Joh 4,1] hatten die Pharisäer auch zur Gefangennehmung des heil. Johannes beigetragen. +Matthäus Mt 48 14 1 2 Herodes Antipas, Sohn Herodes I. und der Malthake, Tetrach von Galiläa und Peräa. +Matthäus Mt 48 14 1 3 Damals besonders. +Matthäus Mt 48 14 2 Et ait pueris suis: Hic est Joannes Baptista: ipse surrexit a mortuis, et ideo virtutes operantur in eo. und er sprach⁴ zu seinen Dienern: Dies ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, und darum⁵ wirken die Wunderkräfte in ihm. Markus Mk 48 14 2 Dicebant autem: Non in die festo, ne forte tumultus fieret in populo. Sie sagten aber: Nicht am Feste,² damit nicht etwa unter dem Volke ein Aufruhr entstehe. Markus Mk 48 14 2 2 Als sie den Heiland ergreifen wollten, vermochten sie es nicht; an dem Tage, wo sie es nicht wollen, bietet er sich ihnen von selbst (Theoph., Vikt.). -Matthäus Mt 47 14 2 4 Das böse Gewissen peinigt ihn. -Matthäus Mt 47 14 2 5 Herodes meint, der heil. Johannes habe zum Lohn für seine Tugend die Gabe der Wunder erhalten. -Matthäus Mt 47 14 3 Herodes enim tenuit Joannem, et alligavit eum: et posuit in carcerem propter Herodiadem uxorem fratris sui. Herodes nämlich hatte den Johannes ergreifen und fesseln lassen und in's Gefängnis gesetzt wegen Herodias, der Frau seines Bruders.⁶ [Mk 6,17, Lk 3,19] +Matthäus Mt 48 14 2 4 Das böse Gewissen peinigt ihn. +Matthäus Mt 48 14 2 5 Herodes meint, der heil. Johannes habe zum Lohn für seine Tugend die Gabe der Wunder erhalten. +Matthäus Mt 48 14 3 Herodes enim tenuit Joannem, et alligavit eum: et posuit in carcerem propter Herodiadem uxorem fratris sui. Herodes nämlich hatte den Johannes ergreifen und fesseln lassen und in's Gefängnis gesetzt wegen Herodias, der Frau seines Bruders.⁶ [Mk 6,17, Lk 3,19] Markus Mk 48 14 3 Et cum esset Bethaniæ in domo Simonis leprosi, et recumberet: venit mulier habens alabastrum unguenti nardi spicati pretiosi, et fracto alabastro, effudit super caput ejus. Und als er zu Bethanien war im Hause Simons, des Aussätzigen,³ und zu Tische saß, kam ein Weib mit einem alabasternen Gefäße voll kostbaren Salböls von echter Narde, und zerbrach das Gefäß, und goss das Salböl auf sein Haupt.⁴ [Mt 26,6, Joh 12,3] Markus Mk 48 14 3 3 Siehe [Mt 26,Anm.10]. Markus Mk 48 14 3 4 Je mehr Salböl man gebrauchte, desto mehr ehrte man den Gast. -Matthäus Mt 47 14 3 6 Herodes hatte zunächst eine Tochter des Königs der Araber, Aretas, zur Frau gehabt. Auf einer Reise nach Rom kehrte er bei seinem Stiefbruder mütterlicherseits, Herodes Philippus, ein, dem Sohn der Marianne, Tochter des Hohenpriesters Simon. Von Leidenschaft gegen Herodias entbrannt (sie war eine Tochter des Aristobulus und der Berenice), wagte er ihr von einer Ehe mit ihm zu reden. Da sie sehr ehrgeizig war, erklärte sie sich bereit, ihm, wenn er aus Rom zurückgekehrt sein würde, in sein Haus zu folgen, falls er die Tochter des Aretas verstoßen wolle. So nahm Antipas sie zu Lebzeiten seines Bruders Philippus, dem Herodias bereits eine Tochter, Salome, geboren, zur Frau. +Matthäus Mt 48 14 3 6 Herodes hatte zunächst eine Tochter des Königs der Araber, Aretas, zur Frau gehabt. Auf einer Reise nach Rom kehrte er bei seinem Stiefbruder mütterlicherseits, Herodes Philippus, ein, dem Sohn der Marianne, Tochter des Hohenpriesters Simon. Von Leidenschaft gegen Herodias entbrannt (sie war eine Tochter des Aristobulus und der Berenice), wagte er ihr von einer Ehe mit ihm zu reden. Da sie sehr ehrgeizig war, erklärte sie sich bereit, ihm, wenn er aus Rom zurückgekehrt sein würde, in sein Haus zu folgen, falls er die Tochter des Aretas verstoßen wolle. So nahm Antipas sie zu Lebzeiten seines Bruders Philippus, dem Herodias bereits eine Tochter, Salome, geboren, zur Frau. Markus Mk 48 14 4 Erant autem quidam indigne ferentes intra semetipsos, et dicentes: Ut quid perditio ista unguenti facta est? Es wurden aber einige unwillig, und sprachen zueinander: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen? -Matthäus Mt 47 14 4 Dicebat enim illi Joannes: Non licet tibi habere eam. Denn Johannes sagte zu ihm: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben.⁷ -Matthäus Mt 47 14 4 7 Eine solche Verbindung war durch das Gesetz verboten [Lev 18,16, Lev 20,21] Johannes hatte seinen Tadel wohl öffentlich ausgesprochen. +Matthäus Mt 48 14 4 Dicebat enim illi Joannes: Non licet tibi habere eam. Denn Johannes sagte zu ihm: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben.⁷ +Matthäus Mt 48 14 4 7 Eine solche Verbindung war durch das Gesetz verboten [Lev 18,16, Lev 20,21] Johannes hatte seinen Tadel wohl öffentlich ausgesprochen. Markus Mk 48 14 5 Poterat enim unguentum istud venumdari plus quam trecentis denariis, et dari pauperibus. Et fremebant in eam. Man hätte diese Salbe um mehr als dreihundert Denare⁵ verkaufen, und den Armen geben können. Und sie murrten über sie.⁶ -Matthäus Mt 47 14 5 Et volens illum occidere, timuit populum: quia sicut prophetam eum habebant. Und obgleich Willens ihn zu töten, fürchtete er das Volk, weil sie ihn für einen Propheten hielten.⁸ [Mt 21,26] +Matthäus Mt 48 14 5 Et volens illum occidere, timuit populum: quia sicut prophetam eum habebant. Und obgleich Willens ihn zu töten, fürchtete er das Volk, weil sie ihn für einen Propheten hielten.⁸ [Mt 21,26] Markus Mk 48 14 5 5 195 200 Mark. Wie großen Wert diese Summe hatte, ist daraus zu schließen, dass die Jünger 200 Denare für ausreichend hielten, um für 5000 Menschen, ungerechnet Frauen und Kinder, Brot zu kaufen. Vergl. [Mk 6,37] Ein Denar war der Lohn eines Tages. [Mt 20,2] Markus Mk 48 14 5 6 Die anderen Apostel nicht aus bösem Herzen, wie Judas, aber in unkluger Weise. -Matthäus Mt 47 14 5 8 Es hing ihm als einem Propheten an. +Matthäus Mt 48 14 5 8 Es hing ihm als einem Propheten an. Markus Mk 48 14 6 Jesus autem dixit: Sinite eam, quid illi molesti estis? Bonum opus operata est in me. Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum belästiget ihr sie? Sie hat ein gutes Werk⁷ an mir getan. -Matthäus Mt 47 14 6 Die autem natali Herodis saltavit filia Herodiadis in medio, et placuit Herodi. An dem Geburtstage⁹ des Herodes aber tanzte die Tochter der Herodias¹⁰ in der Mitte,¹¹ und sie gefiel dem Herodes. +Matthäus Mt 48 14 6 Die autem natali Herodis saltavit filia Herodiadis in medio, et placuit Herodi. An dem Geburtstage⁹ des Herodes aber tanzte die Tochter der Herodias¹⁰ in der Mitte,¹¹ und sie gefiel dem Herodes. Markus Mk 48 14 6 7 Griech.: Eine herrliche Tat. Aus Liebe und Ehrfurcht brachte sie mir das Beste dar, umso mehr, da sie öfter gehört, dass das Ende meiner irdischen Tätigkeit naht. -Matthäus Mt 47 14 6 9 Geburtstage feiern hatte etwas Heidnisches an sich; nur von Pharao und Herodes berichtet die Schrift eine solche Feier, also von Verfolgern der Kinder Gottes. (Hier., Thom.) -Matthäus Mt 47 14 6 10 Salome. -Matthäus Mt 47 14 6 11 In der Mitte des Festsaales. Es war bei den Babyloniern, Persern und Griechen Sitte, dass Tänzerinnen während des Gastmahles auftraten. Für ein edles Mädchen war es ungeziemend, etwas derartiges zu tun. Vielleicht beabsichtigte sie das, was wirklich eintraf. -Matthäus Mt 47 14 7 Unde cum juramento pollicitus est ei dare quodcumque postulasset ab eo. Darum verhieß er ihr mit einem Eidschwure, er wolle ihr geben, was sie immer von ihm begehren würde.¹² +Matthäus Mt 48 14 6 9 Geburtstage feiern hatte etwas Heidnisches an sich; nur von Pharao und Herodes berichtet die Schrift eine solche Feier, also von Verfolgern der Kinder Gottes. (Hier., Thom.) +Matthäus Mt 48 14 6 10 Salome. +Matthäus Mt 48 14 6 11 In der Mitte des Festsaales. Es war bei den Babyloniern, Persern und Griechen Sitte, dass Tänzerinnen während des Gastmahles auftraten. Für ein edles Mädchen war es ungeziemend, etwas derartiges zu tun. Vielleicht beabsichtigte sie das, was wirklich eintraf. +Matthäus Mt 48 14 7 Unde cum juramento pollicitus est ei dare quodcumque postulasset ab eo. Darum verhieß er ihr mit einem Eidschwure, er wolle ihr geben, was sie immer von ihm begehren würde.¹² Markus Mk 48 14 7 Semper enim pauperes habetis vobiscum: et cum volueritis, potestis illis benefacere: me autem non semper habetis. Denn die Armen habet ihr immer bei euch, und könnet ihnen, wann ihr wollet, Gutes tun; mich aber habet ihr nicht allezeit. -Matthäus Mt 47 14 7 12 Genauer [Mk 6,22.23] Der Wein spricht aus ihm. +Matthäus Mt 48 14 7 12 Genauer [Mk 6,22.23] Der Wein spricht aus ihm. Markus Mk 48 14 8 Quod habuit hæc, fecit: prævenit ungere corpus meum in sepulturam. Diese tat, was sie konnte; schon zum voraus hat sie⁸ meinen Leib zum Begräbnisse gesalbt. -Matthäus Mt 47 14 8 At illa præmonita a matre sua, Da mihi, inquit, hic in disco caput Joannis Baptistæ. Sie aber, von ihrer Mutter angeleitet, sagte: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!¹³ +Matthäus Mt 48 14 8 At illa præmonita a matre sua, Da mihi, inquit, hic in disco caput Joannis Baptistæ. Sie aber, von ihrer Mutter angeleitet, sagte: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!¹³ Markus Mk 48 14 8 8 Sie selbst hat dies wohl nicht gedacht. -Matthäus Mt 47 14 8 13 Sogleich, damit er sich nicht später weigere. -Matthäus Mt 47 14 9 Et contristatus est rex: propter juramentum autem, et eos, qui pariter recumbebant, jussit dari. Da ward der König¹⁴ betrübt; allein um des Eidschwures und derer willen, die mit zu Tische saßen, befahl er es zu geben. +Matthäus Mt 48 14 8 13 Sogleich, damit er sich nicht später weigere. +Matthäus Mt 48 14 9 Et contristatus est rex: propter juramentum autem, et eos, qui pariter recumbebant, jussit dari. Da ward der König¹⁴ betrübt; allein um des Eidschwures und derer willen, die mit zu Tische saßen, befahl er es zu geben. Markus Mk 48 14 9 Amen dico vobis: Ubicumque prædicatum fuerit Evangelium istud in universo mundo, et quod fecit hæc, narrabitur in memoriam ejus. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt wird gepredigt werden, da wird auch das, was sie getan hat, erzählet werden zu ihrem Gedächtnisse.⁹ Markus Mk 48 14 9 9 Christus offenbart seine Allwissenheit. -Matthäus Mt 47 14 9 14 Der Herrscher. S. [Mk 6,20] Die Teilnehmer sind des Gastgebers würdig, keiner verwendet sich für den Heiligen. -Matthäus Mt 47 14 10 Misitque et decollavit Joannem in carcere. Und er sandte hin und ließ Johannes im Kerker enthaupten. +Matthäus Mt 48 14 9 14 Der Herrscher. S. [Mk 6,20] Die Teilnehmer sind des Gastgebers würdig, keiner verwendet sich für den Heiligen. +Matthäus Mt 48 14 10 Misitque et decollavit Joannem in carcere. Und er sandte hin und ließ Johannes im Kerker enthaupten. Markus Mk 48 14 10 Et Judas Iscariotes unus de duodecim abiit ad summos sacerdotes, ut proderet eum illis. Da ging Judas Iskariot,¹⁰ einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn ihnen zu verraten.¹¹ [Mt 26,14] Markus Mk 48 14 10 10 Über Judas siehe [Mt 26,Anm.21ff]. Markus Mk 48 14 10 11 Er denkt nicht an das, was nach dem Verrate geschehen wird und welchem Lose er den Heiland preisgibt. Markus Mk 48 14 11 Qui audientes gavisi sunt: et promiserunt ei pecuniam se daturos. Et quærebat quomodo illum opportune traderet. Als diese es hörten, freuten sie sich, und versprachen, ihm Geld zu geben; er aber suchte, wie er ihn zu gelegener Zeit verraten könnte. -Matthäus Mt 47 14 11 Et allatum est caput ejus in disco, et datum est puellæ, et attulit matri suæ. Und sein Haupt ward auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter.¹⁵ -Matthäus Mt 47 14 11 15 Herodias durchbohrte die Zunge des heil. Johannes (Hier.). Es war bei den orientalischen Völkern Sitte, dass der Scharfrichter das Haupt der Getöteten zeigte. +Matthäus Mt 48 14 11 Et allatum est caput ejus in disco, et datum est puellæ, et attulit matri suæ. Und sein Haupt ward auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter.¹⁵ +Matthäus Mt 48 14 11 15 Herodias durchbohrte die Zunge des heil. Johannes (Hier.). Es war bei den orientalischen Völkern Sitte, dass der Scharfrichter das Haupt der Getöteten zeigte. Markus Mk 48 14 12 Et primo die Azymorum quando Pascha immolabant, dicunt ei discipuli: Quo vis eamus, et paremus tibi ut manduces Pascha? Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Osterlamm schlachtete,¹² sprachen die Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen, und zurichten für dich, dass du das Osterlamm essest? [Mt 26,17, Lk 22,7] -Matthäus Mt 47 14 12 Et accedentes discipuli ejus, tulerunt corpus ejus, et sepelierunt illud: et venientes nuntiaverunt Jesu. Und seine Jünger kamen herzu, nahmen seinen Leib, und bestatteten ihn; und kamen, es Jesus zu melden.¹⁶ +Matthäus Mt 48 14 12 Et accedentes discipuli ejus, tulerunt corpus ejus, et sepelierunt illud: et venientes nuntiaverunt Jesu. Und seine Jünger kamen herzu, nahmen seinen Leib, und bestatteten ihn; und kamen, es Jesus zu melden.¹⁶ Markus Mk 48 14 12 12 Siehe [Mt 26,Anm.24]. -Matthäus Mt 47 14 12 16 So starb der, welcher im Mutterleibe bereits geheiligt, der größte unter den Propheten war. Nicht irdisches Wohlsein, sondern Verfolgung für Wahrheit und Gerechtigkeit ist die Belohnung derer, welche das Reich Gottes lieben. Was also steht dem König der Propheten bevor? Herodias stachelte Herodes Antipas auf, sich um den Königstitel zu bewerben. Von seinem Bruder in Rom verdächtigt, wurde er indes nach Lyon verbannt, 39 n. Chr. Herodias folgte ihm dorthin. Salome brach auf dem Eise ein und dasselbe trennte ihr den Kopf vom Rumpfe (Niceph.). -Matthäus Mt 47 14 13 Quod cum audisset Jesus, secessit inde in navicula, in locum desertum seorsum: et cum audissent turbæ, secutæ sunt eum pedestres de civitatibus. Als nun Jesus dies vernommen,¹⁷ begab er sich von dort zu Schiff an einen öden Ort, allein;¹⁸ und als das Volk es erfuhr, folgte es ihm zu Fuße von den Städten.¹⁹ [Mk 6,31, Lk 9,10, Joh 6,3] +Matthäus Mt 48 14 12 16 So starb der, welcher im Mutterleibe bereits geheiligt, der größte unter den Propheten war. Nicht irdisches Wohlsein, sondern Verfolgung für Wahrheit und Gerechtigkeit ist die Belohnung derer, welche das Reich Gottes lieben. Was also steht dem König der Propheten bevor? Herodias stachelte Herodes Antipas auf, sich um den Königstitel zu bewerben. Von seinem Bruder in Rom verdächtigt, wurde er indes nach Lyon verbannt, 39 n. Chr. Herodias folgte ihm dorthin. Salome brach auf dem Eise ein und dasselbe trennte ihr den Kopf vom Rumpfe (Niceph.). +Matthäus Mt 48 14 13 Quod cum audisset Jesus, secessit inde in navicula, in locum desertum seorsum: et cum audissent turbæ, secutæ sunt eum pedestres de civitatibus. Als nun Jesus dies vernommen,¹⁷ begab er sich von dort zu Schiff an einen öden Ort, allein;¹⁸ und als das Volk es erfuhr, folgte es ihm zu Fuße von den Städten.¹⁹ [Mk 6,31, Lk 9,10, Joh 6,3] Markus Mk 48 14 13 Et mittit duos ex discipulis suis, et dicit eis: Ite in civitatem: et occurret vobis homo lagenam aquæ bajulans, sequimini eum: Da sandte er zwei seiner Jünger, und sprach zu ihnen:¹³ Gehet hin in die Stadt: da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folget ihm, Markus Mk 48 14 13 13 Christus zeigt wiederum, dass er alles Zukünftige voraus weiß. (Beda) Nach anderen wollte der Heiland verhüten, dass Judas ihn vor der Zeit verriet (Euth.). -Matthäus Mt 47 14 13 17 Der Evangelist kehrt zu V. 2 zurück. -Matthäus Mt 47 14 13 18 Christus will eine Bewegung des Volkes in Galiläa verhüten und Herodes keine Gelegenheit bieten zur Verfolgung. Nach [Lk 9,10] begab der Heiland sich in die Ebene von Bethsaida, nahe der Einmündung des Jordan in den See Genesareth. Diese Stadt unterstand dem Vierfürsten Philippus. -Matthäus Mt 47 14 13 19 Sie hielten den Herrn wenigstens für einen großen Propheten. Diesen Glauben und ihren Eifer ließ Christus nicht ohne Lohn. +Matthäus Mt 48 14 13 17 Der Evangelist kehrt zu V. 2 zurück. +Matthäus Mt 48 14 13 18 Christus will eine Bewegung des Volkes in Galiläa verhüten und Herodes keine Gelegenheit bieten zur Verfolgung. Nach [Lk 9,10] begab der Heiland sich in die Ebene von Bethsaida, nahe der Einmündung des Jordan in den See Genesareth. Diese Stadt unterstand dem Vierfürsten Philippus. +Matthäus Mt 48 14 13 19 Sie hielten den Herrn wenigstens für einen großen Propheten. Diesen Glauben und ihren Eifer ließ Christus nicht ohne Lohn. Markus Mk 48 14 14 Et quocumque introierit, dicite domino domus, quia magister dicit: Ubi est refectio mea, ubi Pascha cum discipulis meis manducem? und wo er hineingeht, da saget zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist das Gemach für mich, in dem ich das Osterlamm mit meinen Jüngern essen kann? -Matthäus Mt 47 14 14 Et exiens vidit turbam multam, et misertus est eis, et curavit languidos eorum. Und da er hervorkam,²⁰ sah er das viele Volk, und erbarmte sich über sie, und heilte ihre Kranken. -Matthäus Mt 47 14 14 20 Aus der V. 13 genannten Zurückgezogenheit. -Matthäus Mt 47 14 15 Vespere autem facto, accesserunt ad eum discipuli ejus, dicentes: Desertus est locus, et hora jam præteriit: dimitte turbas, ut euntes in castella, emant sibi escas. Als es aber Abend²¹ geworden war, traten seine Jünger zu ihm, und sprachen: Der Ort ist eine Wüste, und die Tageszeit²² ist vorüber; entlasse das Volk, dass es in die Ortschaften gehe und sich Speise kaufe. +Matthäus Mt 48 14 14 Et exiens vidit turbam multam, et misertus est eis, et curavit languidos eorum. Und da er hervorkam,²⁰ sah er das viele Volk, und erbarmte sich über sie, und heilte ihre Kranken. +Matthäus Mt 48 14 14 20 Aus der V. 13 genannten Zurückgezogenheit. +Matthäus Mt 48 14 15 Vespere autem facto, accesserunt ad eum discipuli ejus, dicentes: Desertus est locus, et hora jam præteriit: dimitte turbas, ut euntes in castella, emant sibi escas. Als es aber Abend²¹ geworden war, traten seine Jünger zu ihm, und sprachen: Der Ort ist eine Wüste, und die Tageszeit²² ist vorüber; entlasse das Volk, dass es in die Ortschaften gehe und sich Speise kaufe. Markus Mk 48 14 15 Et ipse vobis demonstrabit cnaculum grande, stratum: et illic parate nobis. Und er wird euch einen großen eingerichteten Speisesaal¹⁴ zeigen; daselbst richtet für uns zu. Markus Mk 48 14 15 14 Ein Gemach im oberen Teile des Hauses. -Matthäus Mt 47 14 15 21 Nach V. 23 der erste Abend, d. i. Nachmittag. -Matthäus Mt 47 14 15 22 Die Zeit, in der das Volk hätte entlassen werden sollen, um in die benachbarten Flecken zu gelangen. -Matthäus Mt 47 14 16 Jesus autem dixit eis: Non habent necesse ire: date illis vos manducare. Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nötig wegzugehen; gebet ihr ihnen zu essen!²³ +Matthäus Mt 48 14 15 21 Nach V. 23 der erste Abend, d. i. Nachmittag. +Matthäus Mt 48 14 15 22 Die Zeit, in der das Volk hätte entlassen werden sollen, um in die benachbarten Flecken zu gelangen. +Matthäus Mt 48 14 16 Jesus autem dixit eis: Non habent necesse ire: date illis vos manducare. Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nötig wegzugehen; gebet ihr ihnen zu essen!²³ Markus Mk 48 14 16 Et abierunt discipuli ejus, et venerunt in civitatem: et invenerunt sicut dixerat illis, et paraverunt Pascha. Und seine Jünger gingen hin, und kamen in die Stadt, und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte,¹⁵ und bereiteten das Ostermahl. Markus Mk 48 14 16 15 Die Bewohner von Jerusalem vermieteten Fremden solche Säle zur Osterfeier. -Matthäus Mt 47 14 16 23 Der Heiland erinnert sie an die ihnen [Mt 10,8] verliehene Macht und ihre Erfahrungen bei der ersten Aussendung. Die Worte Christi [Joh 6] wurden nach den obigen gesprochen. Der heil. Matthäus berichtet oft summatisch. +Matthäus Mt 48 14 16 23 Der Heiland erinnert sie an die ihnen [Mt 10,8] verliehene Macht und ihre Erfahrungen bei der ersten Aussendung. Die Worte Christi [Joh 6] wurden nach den obigen gesprochen. Der heil. Matthäus berichtet oft summatisch. Markus Mk 48 14 17 Vespere autem facto, venit cum duodecim. Da es nun Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen.¹⁶ [Mt 26,20, Lk 22,14] -Matthäus Mt 47 14 17 Responderunt ei: Non habemus hic nisi quinque panes, et duos pisces. Sie antworteten ihm: Wir haben hier nichts außer fünf Brote und zwei Fische. [Joh 6,9] +Matthäus Mt 48 14 17 Responderunt ei: Non habemus hic nisi quinque panes, et duos pisces. Sie antworteten ihm: Wir haben hier nichts außer fünf Brote und zwei Fische. [Joh 6,9] Markus Mk 48 14 17 16 Wohl aus Bethanien. -Matthäus Mt 47 14 18 Qui ait eis: Afferte mihi illos huc. Er sprach zu ihnen: Bringet sie mir hierher! +Matthäus Mt 48 14 18 Qui ait eis: Afferte mihi illos huc. Er sprach zu ihnen: Bringet sie mir hierher! Markus Mk 48 14 18 Et discumbentibus eis, et manducantibus, ait Jesus: Amen dico vobis, quia unus ex vobis tradet me, qui manducat mecum. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch, einer von euch, der mit mir isst, wird mich verraten!¹⁷ [Joh 13,21] Markus Mk 48 14 18 17 Christus bezeugt, dass er seinen Verräter kennt, weist darauf hin, wie unwürdig es ist, dass einer seiner Vertrauten sein Verräter wird und bedroht ihn mit furchtbarer ewiger Strafe. Solche Worte sollten doch jeden von einem so entsetzlichen Frevel abschrecken. -Matthäus Mt 47 14 19 Et cum jussisset turbam discumbere super fnum, acceptis quinque panibus, et duobus piscibus, aspiciens in clum benedixit, et fregit, et dedit discipulis panes, discipuli autem turbis. Nachdem er nun dem Volke befohlen hatte, sich auf den Rasen niederzulassen, nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf gen Himmel,²⁴ segnete sie, brach die Brote,²⁵ und gab sie den Jüngern, die Jünger aber gaben sie dem Volke. +Matthäus Mt 48 14 19 Et cum jussisset turbam discumbere super fnum, acceptis quinque panibus, et duobus piscibus, aspiciens in clum benedixit, et fregit, et dedit discipulis panes, discipuli autem turbis. Nachdem er nun dem Volke befohlen hatte, sich auf den Rasen niederzulassen, nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf gen Himmel,²⁴ segnete sie, brach die Brote,²⁵ und gab sie den Jüngern, die Jünger aber gaben sie dem Volke. Markus Mk 48 14 19 At illi cperunt contristari, et dicere ei singulatim: Numquid ego? Sie aber wurden traurig, und fingen an, einer um den andern, ihn zu fragen: Doch nicht ich? -Matthäus Mt 47 14 19 24 Wie [Joh 11,41]. Diese Brotvermehrung ist Vorbereitung auf eine harte Rede [Joh 6]. Christus sagt dem himmlischen Vater Dank, dass er jetzt verherrlicht wird, und betet, dass die Apostel glauben. Gottes Segnung bewirkt, was sie ausspricht, wie [Gen 1,22] (Thom.). -Matthäus Mt 47 14 19 25 Die Brote waren dünn wie Kuchen und hart, weshalb man sie zu brechen pflegte. Unter den Händen des Heilandes und der Jünger findet die Vermehrung statt. +Matthäus Mt 48 14 19 24 Wie [Joh 11,41]. Diese Brotvermehrung ist Vorbereitung auf eine harte Rede [Joh 6]. Christus sagt dem himmlischen Vater Dank, dass er jetzt verherrlicht wird, und betet, dass die Apostel glauben. Gottes Segnung bewirkt, was sie ausspricht, wie [Gen 1,22] (Thom.). +Matthäus Mt 48 14 19 25 Die Brote waren dünn wie Kuchen und hart, weshalb man sie zu brechen pflegte. Unter den Händen des Heilandes und der Jünger findet die Vermehrung statt. Markus Mk 48 14 20 Qui ait illis: Unus ex duodecim, qui intingit mecum manum in catino. Und er sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir die Hand in die Schüssel eintaucht!¹⁸ -Matthäus Mt 47 14 20 Et manducaverunt omnes, et saturati sunt. Et tulerunt reliquias, duodecim cophinos fragmentorum plenos. Und sie aßen alle und wurden gesättigt. Und sie hoben auf, was von den Stücken übrig war, zwölf Körbe voll.²⁶ +Matthäus Mt 48 14 20 Et manducaverunt omnes, et saturati sunt. Et tulerunt reliquias, duodecim cophinos fragmentorum plenos. Und sie aßen alle und wurden gesättigt. Und sie hoben auf, was von den Stücken übrig war, zwölf Körbe voll.²⁶ Markus Mk 48 14 20 18 Dasselbe wie V. 18, doch wird die Vertraulichkeit des nahesten Umganges hervorgehoben. -Matthäus Mt 47 14 20 26 Ein Beweis der Vollkommenheit der Stärkung und Sättigung ist die Fülle der Überbleibsel (Thom.). Jeder Apostel füllte einen Korb, wie man sie auf Reisen mit sich zu führen pflegte. Ein Vorbild des sakramentalen Opfers und jener Speisung, welche im eucharistischen Brote durch alle Jahrhunderte als Wunder der Allmacht und Güte Gottes aus den Händen des Sohnes Gottes sich in den Händen der Priester fortsetzt. -Matthäus Mt 47 14 21 Manducantium autem fuit numerus, quinque millia virorum, exceptis mulieribus, et parvulis. Die Zahl der Essenden aber war fünftausend Männer, ungerechnet Weiber und Kinder. +Matthäus Mt 48 14 20 26 Ein Beweis der Vollkommenheit der Stärkung und Sättigung ist die Fülle der Überbleibsel (Thom.). Jeder Apostel füllte einen Korb, wie man sie auf Reisen mit sich zu führen pflegte. Ein Vorbild des sakramentalen Opfers und jener Speisung, welche im eucharistischen Brote durch alle Jahrhunderte als Wunder der Allmacht und Güte Gottes aus den Händen des Sohnes Gottes sich in den Händen der Priester fortsetzt. +Matthäus Mt 48 14 21 Manducantium autem fuit numerus, quinque millia virorum, exceptis mulieribus, et parvulis. Die Zahl der Essenden aber war fünftausend Männer, ungerechnet Weiber und Kinder. Markus Mk 48 14 21 Et Filius quidem hominis vadit sicut scriptum est de eo: væ autem homini illi, per quem Filius hominis tradetur: bonum erat ei, si non esset natus homo ille. Der Menschensohn geht zwar hin,¹⁹ wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch welchen der Menschensohn verraten wird; es wäre jenem Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre! [Ps 40,10, Apg 1,16] Markus Mk 48 14 21 19 Aus dem Leben. Jetzt hat Judas keinen Vorwand mehr zur Verminderung seiner Schuld. -Matthäus Mt 47 14 22 Et statim compulit Jesus discipulos ascendere in naviculam, et præcedere eum trans fretum, donec dimitteret turbas. Und alsogleich nötigte²⁷ Jesus seine Jünger in das Schiff zu steigen, und vor ihm über den See zu fahren, bis er das Volk entlassen hätte.²⁸ [Mk 6,45, Joh 6,15] +Matthäus Mt 48 14 22 Et statim compulit Jesus discipulos ascendere in naviculam, et præcedere eum trans fretum, donec dimitteret turbas. Und alsogleich nötigte²⁷ Jesus seine Jünger in das Schiff zu steigen, und vor ihm über den See zu fahren, bis er das Volk entlassen hätte.²⁸ [Mk 6,45, Joh 6,15] Markus Mk 48 14 22 Et manducantibus illis, accepit Jesus panem: et benedicens fregit, et dedit eis, et ait: Sumite, hoc est corpus meum. Und während sie aßen,²⁰ nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es,²¹ gab es ihnen, und sprach: Nehmet hin, dies ist mein Leib! [Mt 26,26, 1Kor 11,24] Markus Mk 48 14 22 20 Während sie noch bei Tisch saßen (wie V. 18). Das Osterlamm wurde nicht allein geopfert, sondern auch verzehrt und war also nicht einzig ein Vorbild des Heilandes als Opfer, sondern auch als Speise. Markus Mk 48 14 22 21 Die Brote waren dünn wie eine Messerschneide und rund. -Matthäus Mt 47 14 22 27 Der Grund [Joh 6,15]. Das Volk will den Herrn zum Könige machen und den Jüngern scheint dies nicht zu missfallen. -Matthäus Mt 47 14 22 28 Zweite Vorbereitung auf die Rede Christi über die heil. Eucharistie [Joh 6,26] Wie der Herr in der Brotvermehrung seine Herrschaft über alle geschaffenen Dinge beweist, so zeigt er hier, dass sein heiliger Leib nicht den irdischen Gesetzen unterworfen ist, wenn nicht Jesus selbst es will. -Matthäus Mt 47 14 23 Et dimissa turba, ascendit in montem solus orare. Vespere autem facto solus erat ibi. Und nachdem er das Volk entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um in der Einsamkeit²⁹ zu beten;³⁰ da es aber Abend geworden,³¹ war er allein daselbst. +Matthäus Mt 48 14 22 27 Der Grund [Joh 6,15]. Das Volk will den Herrn zum Könige machen und den Jüngern scheint dies nicht zu missfallen. +Matthäus Mt 48 14 22 28 Zweite Vorbereitung auf die Rede Christi über die heil. Eucharistie [Joh 6,26] Wie der Herr in der Brotvermehrung seine Herrschaft über alle geschaffenen Dinge beweist, so zeigt er hier, dass sein heiliger Leib nicht den irdischen Gesetzen unterworfen ist, wenn nicht Jesus selbst es will. +Matthäus Mt 48 14 23 Et dimissa turba, ascendit in montem solus orare. Vespere autem facto solus erat ibi. Und nachdem er das Volk entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um in der Einsamkeit²⁹ zu beten;³⁰ da es aber Abend geworden,³¹ war er allein daselbst. Markus Mk 48 14 23 Et accepto calice, gratias agens dedit eis: et biberunt ex illo omnes. Und er nahm den Kelch, dankte, und gab ihnen denselben; und sie tranken daraus alle.²² Markus Mk 48 14 23 22 Was im Kelche war, wird V. 24 gesagt. -Matthäus Mt 47 14 23 29 Christus war zwar allezeit mit seinem Vater vereint, dennoch wählte er oft besondere Zeiten zum Beten, uns zur Lehre, dass das Gebet die erste Pflicht des Christen ist. Er bietet uns auch das Vorbild des rechten Gebetes: Ruhe des Herzens (er entlässt das Volk), Erhebung des Geistes (er geht auf einen Berg), Einsamkeit (Thom.). Zugleich zeigt der Herr, dass sein Reich anderer Art ist. -Matthäus Mt 47 14 23 30 Als Hoherpriester betet der Heiland für uns. (Chrys.) Er betet zudem vor jeder wichtigen Handlung, vor der Erwählung der Apostel [Lk 6,12], vor der Verheißung des Primates [Lk 9,18], hier vor der Rede über die heil. Eucharistie [Joh 6,35], welche zugleich eine Prüfung seiner Apostel sein wird. -Matthäus Mt 47 14 23 31 Nach Untergang der Sonne. -Matthäus Mt 47 14 24 Navicula autem in medio mari jactabatur fluctibus: erat enim contrarius ventus. Das Schiff aber wurde mitten auf dem Meere von den Wellen hin und her geworfen; denn der Wind war widrig. +Matthäus Mt 48 14 23 29 Christus war zwar allezeit mit seinem Vater vereint, dennoch wählte er oft besondere Zeiten zum Beten, uns zur Lehre, dass das Gebet die erste Pflicht des Christen ist. Er bietet uns auch das Vorbild des rechten Gebetes: Ruhe des Herzens (er entlässt das Volk), Erhebung des Geistes (er geht auf einen Berg), Einsamkeit (Thom.). Zugleich zeigt der Herr, dass sein Reich anderer Art ist. +Matthäus Mt 48 14 23 30 Als Hoherpriester betet der Heiland für uns. (Chrys.) Er betet zudem vor jeder wichtigen Handlung, vor der Erwählung der Apostel [Lk 6,12], vor der Verheißung des Primates [Lk 9,18], hier vor der Rede über die heil. Eucharistie [Joh 6,35], welche zugleich eine Prüfung seiner Apostel sein wird. +Matthäus Mt 48 14 23 31 Nach Untergang der Sonne. +Matthäus Mt 48 14 24 Navicula autem in medio mari jactabatur fluctibus: erat enim contrarius ventus. Das Schiff aber wurde mitten auf dem Meere von den Wellen hin und her geworfen; denn der Wind war widrig. Markus Mk 48 14 24 Et ait illis: Hic est sanguis meus novi testamenti, qui pro multis effundetur. Und er sprach zu ihnen: Dieses ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele wird vergossen werden!²³ Markus Mk 48 14 24 23 Diese Worte entsprechen in der Höhe des Neuen Bundes den Worten Moses [Ex 24,8]. Über das Wort: viele [Mt 26,Anm.48]. Wie die Apostel diese Worte verstanden haben, nämlich im eigentlichen Sinne, zeigt Paulus [1Kor 11,23] und die übereinstimmende Lehre der heil. Väter. Der Heiland setzt die heil. Eucharistie nach dem Paschamahl ein, um seinen letzten Liebeserweis den Herzen der Jünger tiefer einzuprägen. (Aug.) Es hat dem heil. Geiste gefallen, dass, um ein so großes Sakrament zu ehren, keine andere Speise vor dem Leibe des Herrn in den Mund der Christen eintrete, denn aus diesem Grunde wird eine solche Sitte auf dem ganzen Erdboden beobachtet (Aug.). -Matthäus Mt 47 14 25 Quarta autem vigilia noctis, venit ad eos ambulans super mare. In der vierten Nachtwache aber³² kam er zu ihnen, über das Meer hinwandelnd. +Matthäus Mt 48 14 25 Quarta autem vigilia noctis, venit ad eos ambulans super mare. In der vierten Nachtwache aber³² kam er zu ihnen, über das Meer hinwandelnd. Markus Mk 48 14 25 Amen dico vobis, quia jam non bibam de hoc genimine vitis usque in diem illum, cum illud bibam novum in regno Dei. Wahrlich, ich sage euch, ich werde nicht mehr trinken von diesem Gewächse des Weinstockes bis zu jenem Tage, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes!²⁴ Markus Mk 48 14 25 24 Was dies ist, zeigt der Heiland selbst [Lk 22,29.30]. Christus sagt dies nicht erst bei der Einsetzung der heil. Eucharistie (die er nach der Meinung zahlreicher Erklärer auch selbst nahm). -Matthäus Mt 47 14 25 32 Christus lässt seine Jünger heute allein einen Sturm bestehen. Die Juden unterschieden drei Nachtwachen, zu denen sie nach römischer Sitte auch die Zeit nach dem Hahnenschrei früh als vierte hinzufügten. Der Herr betet also lange und überlässt die Jünger lange der Prüfung. -Matthäus Mt 47 14 26 Et videntes eum super mare ambulantem, turbati sunt, dicentes: Quia phantasma est. Et præ timore clamaverunt. Und als sie ihn auf dem Meere wandeln sahen, entsetzten sie sich, und sprachen: Es ist ein Gespenst! Und sie schrien vor Furcht. +Matthäus Mt 48 14 25 32 Christus lässt seine Jünger heute allein einen Sturm bestehen. Die Juden unterschieden drei Nachtwachen, zu denen sie nach römischer Sitte auch die Zeit nach dem Hahnenschrei früh als vierte hinzufügten. Der Herr betet also lange und überlässt die Jünger lange der Prüfung. +Matthäus Mt 48 14 26 Et videntes eum super mare ambulantem, turbati sunt, dicentes: Quia phantasma est. Et præ timore clamaverunt. Und als sie ihn auf dem Meere wandeln sahen, entsetzten sie sich, und sprachen: Es ist ein Gespenst! Und sie schrien vor Furcht. Markus Mk 48 14 26 Et hymno dicto exierunt in montem Olivarum. Und nachdem sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg. -Matthäus Mt 47 14 27 Statimque Jesus locutus est eis, dicens: Habete fiduciam: ego sum, nolite timere. Sogleich aber redete Jesus sie an, und sprach: Habet Vertrauen, ich bin es! Fürchtet euch nicht! +Matthäus Mt 48 14 27 Statimque Jesus locutus est eis, dicens: Habete fiduciam: ego sum, nolite timere. Sogleich aber redete Jesus sie an, und sprach: Habet Vertrauen, ich bin es! Fürchtet euch nicht! Markus Mk 48 14 27 Et ait eis Jesus: Omnes scandalizabimini in me in nocte ista: quia scriptum est: Percutiam pastorem, et dispergentur oves. Und Jesus sprach zu ihnen: Alle werdet ihr euch an mir ärgern in dieser Nacht; denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden. [Mt 26,31, Joh 16,32, Sach 13,7] Markus Mk 48 14 28 Sed postquam resurrexero, præcedam vos in Galilæam. Nachdem ich aber auferstanden sein werde,²⁵ will ich euch vorausgehen nach Galiläa.²⁶ [Mk 16,7] -Matthäus Mt 47 14 28 Respondens autem Petrus dixit: Domine, si tu es, jube me ad te venire super aquas. Da antwortete ihm Petrus, und sprach: Herr, wenn du es bist, so heiße mich zu dir kommen über das Wasser hin. +Matthäus Mt 48 14 28 Respondens autem Petrus dixit: Domine, si tu es, jube me ad te venire super aquas. Da antwortete ihm Petrus, und sprach: Herr, wenn du es bist, so heiße mich zu dir kommen über das Wasser hin. Markus Mk 48 14 28 25 Sie sollen nicht meinen, dass er sie deshalb verstößt. Markus Mk 48 14 28 26 Dem widerspricht nicht [Lk 24,36] oder [Joh 20,19], da der Heiland weder sagt, er werde sich nach der Auferstehung sofort nach Galiläa begeben, noch, er werde sich dort zuerst seinen Jüngern offenbaren. Markus Mk 48 14 29 Petrus autem ait illi: Et si omnes scandalizati fuerint in te: sed non ego. Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern sollten, doch ich nicht.²⁷ -Matthäus Mt 47 14 29 At ipse ait: Veni. Et descendens Petrus de navicula, ambulabat super aquam ut veniret ad Jesum. Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiffe, und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen.³³ +Matthäus Mt 48 14 29 At ipse ait: Veni. Et descendens Petrus de navicula, ambulabat super aquam ut veniret ad Jesum. Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiffe, und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen.³³ Markus Mk 48 14 29 27 So sehr auch die Liebe ihn erfüllt, er ist nicht frei von zu großem Selbstvertrauen. Er hätte aus früheren Ereignissen [Mt 14,30] lernen und den Voraussagungen der Propheten, sowie den wiederholten Versicherungen des Heilandes glauben sollen. Es kommt ihm auch nicht in den Sinn, den Heiland um Abwendung der Gefahr zu bitten. -Matthäus Mt 47 14 29 33 Petrus ist in seinem Feuereifer stets allen voran. Er hofft durch den Willen des Meisters das zu können, was die Natur nicht vermag. Ein solches Wunder war noch nicht erhört, wie groß also musste der Glaube des heil. Petrus sein! -Matthäus Mt 47 14 30 Videns vero ventum validum, timuit: et cum cpisset mergi, clamavit dicens: Domine, salvum me fac. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich; und da er anfing zu sinken,³⁴ rief er, und sprach: Herr! rette mich. +Matthäus Mt 48 14 29 33 Petrus ist in seinem Feuereifer stets allen voran. Er hofft durch den Willen des Meisters das zu können, was die Natur nicht vermag. Ein solches Wunder war noch nicht erhört, wie groß also musste der Glaube des heil. Petrus sein! +Matthäus Mt 48 14 30 Videns vero ventum validum, timuit: et cum cpisset mergi, clamavit dicens: Domine, salvum me fac. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich; und da er anfing zu sinken,³⁴ rief er, und sprach: Herr! rette mich. Markus Mk 48 14 30 Et ait illi Jesus: Amen dico tibi, quia tu hodie in nocte hac, priusquam gallus vocem bis dederit, ter me es negaturus. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich,²⁸ ich sage dir, heute²⁹ in dieser Nacht, noch ehe der Hahn zweimal gekräht hat, wirst du mich dreimal verleugnen! Markus Mk 48 14 30 28 Damit Petrus nicht glaubte, der Heiland spreche nur eine Vermutung aus. Markus Mk 48 14 30 29 Der Tag beginnt mit dem Abend, also nach unserer Redeweise: vor Tagesanbruch, ehe der Hahn zwei Mal kräht (V. 68, V. 72). Der heil. Petrus fühlt sich angetrieben, noch Größeres zu versprechen. -Matthäus Mt 47 14 30 34 Sobald sein Glaube nachlässt, beginnt er zu sinken. Er muss erkennen, dass nur Christi Kraft ihn über den Wassern erhielt. Doch auch in der Bestürzung der Furcht offenbart er seinen Glauben. -Matthäus Mt 47 14 31 Et continuo Jesus extendens manum, apprehendit eum: et ait illi: Modicæ fidei, quare dubitasti? Alsbald streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn, und sprach zu ihm: Kleingläubiger! warum hast du gezweifelt?³⁵ +Matthäus Mt 48 14 30 34 Sobald sein Glaube nachlässt, beginnt er zu sinken. Er muss erkennen, dass nur Christi Kraft ihn über den Wassern erhielt. Doch auch in der Bestürzung der Furcht offenbart er seinen Glauben. +Matthäus Mt 48 14 31 Et continuo Jesus extendens manum, apprehendit eum: et ait illi: Modicæ fidei, quare dubitasti? Alsbald streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn, und sprach zu ihm: Kleingläubiger! warum hast du gezweifelt?³⁵ Markus Mk 48 14 31 At ille amplius loquebatur: Et si oportuerit me simul commori tibi, non te negabo: Similiter autem et omnes dicebant. Er aber redete noch weiter: Und wenn ich auch zugleich mit dir sterben müsste, so werde ich dich doch nicht verleugnen. Desgleichen sagten sie alle.³⁰ Markus Mk 48 14 31 30 Bald lernen sie alle, nicht auf sich zu vertrauen, sondern bei Gott Hilfe zu suchen. Christus nimmt die Bezeugungen ihrer Liebe gütig auf. -Matthäus Mt 47 14 31 35 Nicht die Gewalt des Sturmes, sondern dein geringer Glaube hat dich sinken lassen. (Chrys.) +Matthäus Mt 48 14 31 35 Nicht die Gewalt des Sturmes, sondern dein geringer Glaube hat dich sinken lassen. (Chrys.) Markus Mk 48 14 32 Et veniunt in prædium, cui nomen Gethsemani. Et ait discipulis suis: Sedete hic donec orem. Und sie kamen an einen Meierhof, der Gethsemani hieß; und er sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, während ich bete!³¹ [Mt 26,36, Lk 22,40] -Matthäus Mt 47 14 32 Et cum ascendissent in naviculam, cessavit ventus. Und da sie in das Schiff getreten waren, legte sich der Wind. +Matthäus Mt 48 14 32 Et cum ascendissent in naviculam, cessavit ventus. Und da sie in das Schiff getreten waren, legte sich der Wind. Markus Mk 48 14 32 31 Vor jeder wichtigen Angelegenheit pflegt der Heiland zu beten. -Matthäus Mt 47 14 33 Qui autem in navicula erant, venerunt, et adoraverunt eum, dicentes: Vere Filius Dei es. Die aber im Schifflein waren, kamen und beteten ihn an,³⁶ und sprachen: Wahrlich, du bist Gottes Sohn!³⁷ +Matthäus Mt 48 14 33 Qui autem in navicula erant, venerunt, et adoraverunt eum, dicentes: Vere Filius Dei es. Die aber im Schifflein waren, kamen und beteten ihn an,³⁶ und sprachen: Wahrlich, du bist Gottes Sohn!³⁷ Markus Mk 48 14 33 Et assumit Petrum, et Jacobum, et Joannem secum: et cpit pavere, et tædere. Und er nahm den Petrus, Jakobus und Johannes mit sich, und fing an sich zu ängstigen und Trauer zu empfinden.³² Markus Mk 48 14 33 32 Bevor der Heiland seinen heiligsten Leib den Peinigern überliefert, will er in seiner Seele die härtesten Schmerzen erdulden. -Matthäus Mt 47 14 33 36 Die Frucht der Selbstoffenbarung Christi. -Matthäus Mt 47 14 33 37 Wohl im eigentlichen Sinne. Die Arbeit der Jünger ist die Arbeit der Kirche, das Meer ist die Welt, die Fluten die Verfolgungen, den Wind entfesselt der Teufel. (Ans., Hilar., Hier.) -Matthäus Mt 47 14 34 Et cum transfretassent, venerunt in terram Genesar. Und als sie hinübergefahren waren,³⁸ kamen sie in die Landschaft Genesar.³⁹ [Mk 6,53] +Matthäus Mt 48 14 33 36 Die Frucht der Selbstoffenbarung Christi. +Matthäus Mt 48 14 33 37 Wohl im eigentlichen Sinne. Die Arbeit der Jünger ist die Arbeit der Kirche, das Meer ist die Welt, die Fluten die Verfolgungen, den Wind entfesselt der Teufel. (Ans., Hilar., Hier.) +Matthäus Mt 48 14 34 Et cum transfretassent, venerunt in terram Genesar. Und als sie hinübergefahren waren,³⁸ kamen sie in die Landschaft Genesar.³⁹ [Mk 6,53] Markus Mk 48 14 34 Et ait illis: Tristis est anima mea usque ad mortem: sustinete hic, et vigilate. Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis zum Tode.³³ Bleibet hier, und wachet! Markus Mk 48 14 34 33 Der Tod träte ein, wenn der Herr ihn nicht durch ein Wunder fern hielte. -Matthäus Mt 47 14 34 38 Nach [Joh 6,60] hielt der Heiland seine Rede über die Eucharistie in der Synagoge von Kapharnaum, also wohl am Sabbat. Nach [Joh 6,22] fand die Brotvermehrung am Donnerstag abends statt, in der folgenden Nacht zeigte der heil. Petrus seine Schwäche und seinen Glauben. So vermehrte also Christus die Brote an einem Donnerstage, als Ostern nahe war. Wiederum nach einem Jahre segnet, bricht und wandelt er das Brot und vervielfacht seine Anwesenheit im eucharistischen Brote. In eben dieser Nacht beteuert der heil. Petrus die Festigkeit seines Glaubens, fällt durch menschliche Schwäche und wird von Christus wieder aufgerichtet. (Hil., Ded., Theoph.) -Matthäus Mt 47 14 34 39 Genesar oder Genesareth, eine Landfläche von dreißig Stadien in der Länge und zwanzig in der Breite am gleichnamigen See. +Matthäus Mt 48 14 34 38 Nach [Joh 6,60] hielt der Heiland seine Rede über die Eucharistie in der Synagoge von Kapharnaum, also wohl am Sabbat. Nach [Joh 6,22] fand die Brotvermehrung am Donnerstag abends statt, in der folgenden Nacht zeigte der heil. Petrus seine Schwäche und seinen Glauben. So vermehrte also Christus die Brote an einem Donnerstage, als Ostern nahe war. Wiederum nach einem Jahre segnet, bricht und wandelt er das Brot und vervielfacht seine Anwesenheit im eucharistischen Brote. In eben dieser Nacht beteuert der heil. Petrus die Festigkeit seines Glaubens, fällt durch menschliche Schwäche und wird von Christus wieder aufgerichtet. (Hil., Ded., Theoph.) +Matthäus Mt 48 14 34 39 Genesar oder Genesareth, eine Landfläche von dreißig Stadien in der Länge und zwanzig in der Breite am gleichnamigen See. Markus Mk 48 14 35 Et cum processisset paululum, procidit super terram: et orabat, ut si fieri posset, transiret ab eo hora: Dann ging er ein wenig weiter, fiel auf die Erde nieder,³⁴ und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde³⁵ vor ihm vorüberginge.³⁶ -Matthäus Mt 47 14 35 Et cum cognovissent eum viri loci illius, miserunt in universam regionem illam, et obtulerunt ei omnes male habentes: Da nun die Leute dieses Ortes ihn erkannten, schickten sie in die ganze Umgegend, brachten alle Kranken zu ihm, +Matthäus Mt 48 14 35 Et cum cognovissent eum viri loci illius, miserunt in universam regionem illam, et obtulerunt ei omnes male habentes: Da nun die Leute dieses Ortes ihn erkannten, schickten sie in die ganze Umgegend, brachten alle Kranken zu ihm, Markus Mk 48 14 35 34 Bald kniend [Lk 22,41], bald niedergeworfen. Markus Mk 48 14 35 35 Was in der Stunde geschehen sollte. Markus Mk 48 14 35 36 Nicht eintrete. -Matthäus Mt 47 14 36 Et rogabant eum ut vel fimbriam vestimenti ejus tangerent. Et quicumque tetigerunt, salvi facti sunt. und baten ihn, nur den Saum seines Kleides berühren zu dürfen. Und alle, die denselben anrührten, wurden geheilt.⁴⁰ [Mt 9,20] +Matthäus Mt 48 14 36 Et rogabant eum ut vel fimbriam vestimenti ejus tangerent. Et quicumque tetigerunt, salvi facti sunt. und baten ihn, nur den Saum seines Kleides berühren zu dürfen. Und alle, die denselben anrührten, wurden geheilt.⁴⁰ [Mt 9,20] Markus Mk 48 14 36 Et dixit: Abba pater, omnia tibi possibilia sunt, transfer calicem hunc a me, sed non quod ego volo, sed quod tu. Und er sprach: Abba, Vater!³⁷ dir ist alles möglich,³⁸ nimm diesen Kelch³⁹ weg von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Markus Mk 48 14 36 37 Der heilige Markus gibt wohl für die Römer die Übersetzung bei. Markus Mk 48 14 36 38 Du kannst gestatten, dass die Erlösung auf eine andere Weise vollbracht werde. [Lk 22,42]: Wenn du willst. Markus Mk 48 14 36 39 Von dem [Joh 18,11]. Dass Christus alle dem Kreuzestode vorangehenden und die denselben begleitenden Qualen gefürchtet habe, bezeugen Joh. Damascen., Vikt., Thom. Aquin u. a. Zu den Ursachen seiner Traurigkeit gehört auch das Vorherwissen, dass für viele sein Leiden umsonst ist, und sein Abscheu vor den Sünden der Menschen. Aus alle dem folgt, dass Christus wahrer Mensch war (Just., Hil., Orig., Hier.). -Matthäus Mt 47 14 36 40 Das Volk will gern zeitliche Wohltaten von Christus empfangen, aber die Lehre des Herrn geht ihm nicht zu Herzen. Die Obersten des Volkes wollen es vom Glauben an Christus und von seiner Verehrung abhalten, wie im Folgenden erzählt wird. +Matthäus Mt 48 14 36 40 Das Volk will gern zeitliche Wohltaten von Christus empfangen, aber die Lehre des Herrn geht ihm nicht zu Herzen. Die Obersten des Volkes wollen es vom Glauben an Christus und von seiner Verehrung abhalten, wie im Folgenden erzählt wird. Markus Mk 48 14 37 Et venit, et invenit eos dormientes. Et ait Petro: Simon, dormis? non potuisti una hora vigilare? Und er kam, und fand sie⁴⁰ schlafend. Da sprach er zu Petrus: Simon! du schläfst? Konntest du nicht eine Stunde wachen?⁴¹ Markus Mk 48 14 37 40 Die V. 33 genannten drei. Markus Mk 48 14 37 41 Ihr hattet doch versprochen mit mir zu sterben, und ihr könnt nicht einmal dem Schlafe widerstehen? Der heil. Petrus schweigt beschämt. @@ -54509,168 +54535,168 @@ Markus Mk 48 14 71 Ille autem cpit anathematizare, et jurare: Quia nescio homine Markus Mk 48 14 71 80 Wie eitel sind die besten Vorsätze, wenn jemand auf sich vertraut und Gott nicht um seinen Beistand anfleht. Markus Mk 48 14 72 Et statim gallus iterum cantavit. Et recordatus est Petrus verbi, quod dixerat ei Jesus: Prius quam gallus cantet bis, ter me negabis. Et cpit flere. Und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Male. Da erinnerte sich Petrus an das Wort, welches Jesus ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.⁸¹ Und er fing an zu weinen. [Mt 26,75, Joh 13,38] Markus Mk 48 14 72 81 Der Heiland sah ihn an [Lk 22,61]. Petrus lernte Demut und Mitleid mit den Schwachen und ward uns eine Mahnung zur Demut und Buße. -Markus Mk 48 15 0 Der Heiland wird vor Pilatus geführt. (V. 15) Christus wird verspottet und gekreuzigt. (V. 28) Der Herr wird am Kreuze verhöhnt und stirbt. (V. 39) Das Begräbnis des Heilandes. -Matthäus Mt 47 15 0 Blinde Führer von Blinden. (V. 20) Das kananäische Weib. (V. 28) Zweite wunderbare Brotvermehrung. -Matthäus Mt 47 15 1 Tunc accesserunt ad eum ab Jerosolymis Scribæ, et Pharisæi, dicentes: Dann¹ kamen Schriftgelehrte und Pharisäer zu ihm aus Jerusalem² und sprachen: [Mk 7,1] +Markus Mk 48 15 0 Der Heiland wird vor Pilatus geführt. (V. 15) Christus wird verspottet und gekreuzigt. (V. 28) Der Herr wird am Kreuze verhöhnt und stirbt. (V. 39) Das Begräbnis des Heilandes. +Matthäus Mt 48 15 0 Blinde Führer von Blinden. (V. 20) Das kananäische Weib. (V. 28) Zweite wunderbare Brotvermehrung. +Matthäus Mt 48 15 1 Tunc accesserunt ad eum ab Jerosolymis Scribæ, et Pharisæi, dicentes: Dann¹ kamen Schriftgelehrte und Pharisäer zu ihm aus Jerusalem² und sprachen: [Mk 7,1] Markus Mk 48 15 1 Et confestim, mane consilium facientes summi sacerdotes cum senioribus, et Scribis, et universo concilio vincientes Jesum, duxerunt, et tradiderunt Pilato. Und sogleich gegen Morgen hielten die Hohenpriester Rat¹ mit den Ältesten und den Schriftgelehrten und dem ganzen hohen Rate, ließen Jesus binden und fortführen, und überlieferten ihn an Pilatus.² [Mt 27,1, Lk 22,66, Joh 18,28] Markus Mk 48 15 1 1 Sie befragen den Heiland noch einmal [Lk 22,66] und beraten sodann, wie sie ihn bei Pilatus verklagen sollen [Mt 27,1] und hier V. 2. -Matthäus Mt 47 15 1 1 Als Christus so viele und große Wunder tat. Der Evangelist will die Bosheit der Pharisäer in das rechte Licht stellen. +Matthäus Mt 48 15 1 1 Als Christus so viele und große Wunder tat. Der Evangelist will die Bosheit der Pharisäer in das rechte Licht stellen. Markus Mk 48 15 1 2 Wie Christus [Mk 10,34] vorausgesagt. Über Pilatus siehe [Mt 27,Anm.4]. -Matthäus Mt 47 15 1 2 Also von der höchsten Behörde zur Untersuchung gesendet. Die Anklage ist gegen die Jünger gerichtet und allgemein, um den Meister zu treffen. Wie hoch die Überlieferungen galten, siehe [Gal 1,14]. Man hatte den Satz aufgestellt: die Worte der Alten sind ebenso gewichtig, wie die Worte der Propheten. -Matthäus Mt 47 15 2 Quare discipuli tui transgrediuntur traditionem seniorum? non enim lavant manus suas cum panem manducant. Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.³ +Matthäus Mt 48 15 1 2 Also von der höchsten Behörde zur Untersuchung gesendet. Die Anklage ist gegen die Jünger gerichtet und allgemein, um den Meister zu treffen. Wie hoch die Überlieferungen galten, siehe [Gal 1,14]. Man hatte den Satz aufgestellt: die Worte der Alten sind ebenso gewichtig, wie die Worte der Propheten. +Matthäus Mt 48 15 2 Quare discipuli tui transgrediuntur traditionem seniorum? non enim lavant manus suas cum panem manducant. Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.³ Markus Mk 48 15 2 Et interrogavit eum Pilatus: Tu es rex Judæorum? At ille respondens, ait illi: Tu dicis. Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete, und sprach zu ihm: Du sagst es!³ Markus Mk 48 15 2 3 Zugleich erklärt er, welcher Art sein Reich ist [Joh 18,33-38]. V. 9, V. 12, V. 14 zeigen, dass Pilatus ihm Glauben schenkt. -Matthäus Mt 47 15 2 3 Sie führen ein Beispiel an. Also bei so vielen und so großen Wundern bleiben sie so blind, dass sie nur an solche Dinge denken! (Hier.) Die Vorschrift leiteten sie aus [Lev 15,11] her. -Matthäus Mt 47 15 3 Ipse autem respondens ait illis: Quare et vos transgredimini mandatum Dei propter traditionem vestram? Nam Deus dixit: Er aber antwortete und sprach zu ihnen:⁴ Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes wegen eurer Überlieferung? Denn Gott hat gesagt: +Matthäus Mt 48 15 2 3 Sie führen ein Beispiel an. Also bei so vielen und so großen Wundern bleiben sie so blind, dass sie nur an solche Dinge denken! (Hier.) Die Vorschrift leiteten sie aus [Lev 15,11] her. +Matthäus Mt 48 15 3 Ipse autem respondens ait illis: Quare et vos transgredimini mandatum Dei propter traditionem vestram? Nam Deus dixit: Er aber antwortete und sprach zu ihnen:⁴ Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes wegen eurer Überlieferung? Denn Gott hat gesagt: Markus Mk 48 15 3 Et accusabant eum summi sacerdotes in multis. Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor.⁴ [Mt 27,12, Lk 23,2, Joh 18,33] Markus Mk 48 15 3 4 Die erste Anklage hat keinen Erfolg. -Matthäus Mt 47 15 3 4 Der Herr sagt nicht, ob die Jünger recht tun, um nicht Gelegenheit zu weiterem Streite zu geben, aber er tadelt sie auch nicht, so wenig wie die, welche die Überlieferung geschaffen, sondern beschämt seine Ankläger durch eine wirklich berechtigte Anklage. Die Überlieferungen der Pharisäer waren zum Teil Erfindungen jüdischer Lehrer, anders als die Überlieferung der Kirche, welche eine Quelle der göttlichen Offenbarung ist. Die Vorschriften der jüdischen Lehrer waren zuweilen dem Geiste des göttlichen Gesetzes zuwider; die Gebote der Kirche haben den Zweck, die Gebote Gottes bestimmter und gewisser in Vollzug zu bringen; ist doch die Kirche die Stellvertreterin Christi auf Erden, welche nur das befiehlt und tut, was der heil. Geist ihr eingibt. +Matthäus Mt 48 15 3 4 Der Herr sagt nicht, ob die Jünger recht tun, um nicht Gelegenheit zu weiterem Streite zu geben, aber er tadelt sie auch nicht, so wenig wie die, welche die Überlieferung geschaffen, sondern beschämt seine Ankläger durch eine wirklich berechtigte Anklage. Die Überlieferungen der Pharisäer waren zum Teil Erfindungen jüdischer Lehrer, anders als die Überlieferung der Kirche, welche eine Quelle der göttlichen Offenbarung ist. Die Vorschriften der jüdischen Lehrer waren zuweilen dem Geiste des göttlichen Gesetzes zuwider; die Gebote der Kirche haben den Zweck, die Gebote Gottes bestimmter und gewisser in Vollzug zu bringen; ist doch die Kirche die Stellvertreterin Christi auf Erden, welche nur das befiehlt und tut, was der heil. Geist ihr eingibt. Markus Mk 48 15 4 Pilatus autem rursum interrogavit eum, dicens: Non respondes quidquam? vide in quantis te accusant. Pilatus aber fragte ihn abermals, und sprach: Antwortest du nichts? Sieh, welch große Dinge sie wider dich vorbringen! -Matthäus Mt 47 15 4 Honora patrem, et matrem, et: Qui maledixerit patri, vel matri, morte moriatur. Ehre Vater und Mutter!⁵ und: Wer seinem Vater oder seiner Mutter fluchet, soll des Todes sterben. [Eph 6,2, Spr 20,20] -Matthäus Mt 47 15 4 5 Hierzu gehört es, den bedürftigen Eltern den Unterhalt zu gewähren. -Matthäus Mt 47 15 5 Vos autem dicitis: Quicumque dixerit patri, vel matri, munus quodcumque est ex me, tibi proderit. Ihr aber sagt: Wer immer zum Vater oder zur Mutter spricht: Alles, was von mir geopfert wird,⁶ wird dir zum Nutzen gereichen, +Matthäus Mt 48 15 4 Honora patrem, et matrem, et: Qui maledixerit patri, vel matri, morte moriatur. Ehre Vater und Mutter!⁵ und: Wer seinem Vater oder seiner Mutter fluchet, soll des Todes sterben. [Eph 6,2, Spr 20,20] +Matthäus Mt 48 15 4 5 Hierzu gehört es, den bedürftigen Eltern den Unterhalt zu gewähren. +Matthäus Mt 48 15 5 Vos autem dicitis: Quicumque dixerit patri, vel matri, munus quodcumque est ex me, tibi proderit. Ihr aber sagt: Wer immer zum Vater oder zur Mutter spricht: Alles, was von mir geopfert wird,⁶ wird dir zum Nutzen gereichen, Markus Mk 48 15 5 Jesus autem amplius nihil respondit, ita ut miraretur Pilatus. Jesus aber antwortete nichts mehr,⁵ so dass Pilatus sich verwunderte. Markus Mk 48 15 5 5 Der Heiland hatte dem heidnischen Richter die Sache zur Genüge erklärt. -Matthäus Mt 47 15 5 6 Der Gebrauch einer geopferten Sache ist bestimmten Personen, also hier den Eltern, bei Strafe des Gottesfrevels untersagt. +Matthäus Mt 48 15 5 6 Der Gebrauch einer geopferten Sache ist bestimmten Personen, also hier den Eltern, bei Strafe des Gottesfrevels untersagt. Markus Mk 48 15 6 Per diem autem festum solebat dimittere illis unum ex vinctis, quemcumque petissent. Auf das Fest aber pflegte er ihnen einen von den Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten.⁶ -Matthäus Mt 47 15 6 Et non honorificabit patrem suum, aut matrem suam: et irritum fecistis mandatum Dei propter traditionem vestram. so mag er immer seinen Vater und seine Mutter nicht ehren;⁷ und ihr habt so Gottes Gebot aufgehoben wegen eurer Überlieferung. +Matthäus Mt 48 15 6 Et non honorificabit patrem suum, aut matrem suam: et irritum fecistis mandatum Dei propter traditionem vestram. so mag er immer seinen Vater und seine Mutter nicht ehren;⁷ und ihr habt so Gottes Gebot aufgehoben wegen eurer Überlieferung. Markus Mk 48 15 6 6 Er fürchtet die vornehmen Juden, da bietet sich ein Ausweg. -Matthäus Mt 47 15 6 7 D. i. nicht unterstützen. -Matthäus Mt 47 15 7 Hypocritæ, bene prophetavit de vobis Isaias, dicens: Ihr Heuchler!⁸ Treffend hat Isaias von euch geweissagt, wenn er spricht:⁹ +Matthäus Mt 48 15 6 7 D. i. nicht unterstützen. +Matthäus Mt 48 15 7 Hypocritæ, bene prophetavit de vobis Isaias, dicens: Ihr Heuchler!⁸ Treffend hat Isaias von euch geweissagt, wenn er spricht:⁹ Markus Mk 48 15 7 Erat autem qui dicebatur Barabbas, qui cum seditiosis erat vinctus, qui in seditione fecerat homicidium. Nun war einer, Barabbas genannt,⁷ der mit den Aufständischen gefangen worden war,⁸ und in dem Aufruhre einen Mord begangen hatte. Markus Mk 48 15 7 7 Unter diesem Namen bekannt. Markus Mk 48 15 7 8 In welchem Aufstande ist unbekannt. -Matthäus Mt 47 15 7 8 Christus weist die falsche Anschuldigung durch eine wahrheitsgemäße Antwort zurück. Ihr wollt strenge Beobachter und Hüter auch der geringsten Vorschrift des Gesetzes scheinen, übertretet aber um eurer Überlieferungen willen schwer verpflichtende Gebote Gottes. -Matthäus Mt 47 15 7 9 Isaias klagt über seine Zeitgenossen, indes passen seine Worte auch auf die Pharisäer. (Vergl. [Apg 7,51]) -Matthäus Mt 47 15 8 Populus hic labiis me honorat: cor autem eorum longe est a me. Dieses Volk ehret mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. [Jes 29,13, Mk 7,6] +Matthäus Mt 48 15 7 8 Christus weist die falsche Anschuldigung durch eine wahrheitsgemäße Antwort zurück. Ihr wollt strenge Beobachter und Hüter auch der geringsten Vorschrift des Gesetzes scheinen, übertretet aber um eurer Überlieferungen willen schwer verpflichtende Gebote Gottes. +Matthäus Mt 48 15 7 9 Isaias klagt über seine Zeitgenossen, indes passen seine Worte auch auf die Pharisäer. (Vergl. [Apg 7,51]) +Matthäus Mt 48 15 8 Populus hic labiis me honorat: cor autem eorum longe est a me. Dieses Volk ehret mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. [Jes 29,13, Mk 7,6] Markus Mk 48 15 8 Et cum ascendisset turba cpit rogare, sicut semper faciebat illis. Und als das Volk hinaufkam, fing es an zu bitten, er möchte ihnen tun, wie er immer getan hatte. -Matthäus Mt 47 15 9 Sine causa autem colunt me, docentes doctrinas, et mandata hominum. Vergeblich¹⁰ aber ehren sie mich, indem sie Lehren und Satzungen von Menschen lehren. +Matthäus Mt 48 15 9 Sine causa autem colunt me, docentes doctrinas, et mandata hominum. Vergeblich¹⁰ aber ehren sie mich, indem sie Lehren und Satzungen von Menschen lehren. Markus Mk 48 15 9 Pilatus autem respondit eis, et dixit: Vultis dimittam vobis regem Judæorum? Pilatus aber antwortete ihnen, und sprach: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden⁹ losgebe? Markus Mk 48 15 9 9 Er meint: Den, der als solcher angeklagt ist. -Matthäus Mt 47 15 9 10 Ohne Gottes Wohlgefallen zu gewinnen, weil sie nicht Gebote lehren und beobachten, sondern Menschensatzungen. Die Worte sind nach der Septuag. gegeben. Durch diesen Tadel werden auch die Apostel vor den Pharisäern gewarnt und diese von neuem als für das Himmelreich ungeeignet bezeichnet. +Matthäus Mt 48 15 9 10 Ohne Gottes Wohlgefallen zu gewinnen, weil sie nicht Gebote lehren und beobachten, sondern Menschensatzungen. Die Worte sind nach der Septuag. gegeben. Durch diesen Tadel werden auch die Apostel vor den Pharisäern gewarnt und diese von neuem als für das Himmelreich ungeeignet bezeichnet. Markus Mk 48 15 10 Sciebat enim quod per invidiam tradidissent eum summi sacerdotes. Denn er wusste, dass die Hohenpriester ihn aus Neid überantwortet hatten. -Matthäus Mt 47 15 10 Et convocatis ad se turbis, dixit eis: Audite, et intelligite. Und er rief das Volk zu sich¹¹ und sprach zu ihnen: Höret, und verstehet wohl! -Matthäus Mt 47 15 10 11 Während Christus mit den Pharisäern sprach, war das Volk ehrfurchtsvoll zurückgewichen. Der Herr will dasselbe nun gleichfalls vor den falschen Lehrern warnen. +Matthäus Mt 48 15 10 Et convocatis ad se turbis, dixit eis: Audite, et intelligite. Und er rief das Volk zu sich¹¹ und sprach zu ihnen: Höret, und verstehet wohl! +Matthäus Mt 48 15 10 11 Während Christus mit den Pharisäern sprach, war das Volk ehrfurchtsvoll zurückgewichen. Der Herr will dasselbe nun gleichfalls vor den falschen Lehrern warnen. Markus Mk 48 15 11 Pontifices autem concitaverunt turbam, ut magis Barabbam dimitteret eis. Die Hohenpriester aber reizten das Volk auf, dass er ihnen vielmehr den Barabbas losgebe. -Matthäus Mt 47 15 11 Non quod intrat in os, coinquinat hominem: sed quod procedit ex ore, hoc coinquinat hominem. Nicht was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen.¹² -Matthäus Mt 47 15 11 12 An sich ist keine Speise unrein. Vergl. [1Tim 4,4] Also verunreinigt es nicht, mit ungewaschenen Händen zu essen. Indes kann das Essen den Menschen verunreinigen, wenn er nämlich aus ungeordneter Esslust, Verachtung, Menschenfurcht und ähnlichen im verdorbenen Herzen wuchernden Leidenschaften ein göttliches oder kirchliches Fastengebot übertritt. -Matthäus Mt 47 15 12 Tunc accedentes discipuli ejus, dixerunt ei: Scis quia Pharisæi audito verbo hoc, scandalizati sunt? Darauf traten seine Jünger hinzu, und sprachen zu ihm: Weißt du, dass die Pharisäer geärgert wurden, da sie diese Rede hörten?¹³ +Matthäus Mt 48 15 11 Non quod intrat in os, coinquinat hominem: sed quod procedit ex ore, hoc coinquinat hominem. Nicht was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen.¹² +Matthäus Mt 48 15 11 12 An sich ist keine Speise unrein. Vergl. [1Tim 4,4] Also verunreinigt es nicht, mit ungewaschenen Händen zu essen. Indes kann das Essen den Menschen verunreinigen, wenn er nämlich aus ungeordneter Esslust, Verachtung, Menschenfurcht und ähnlichen im verdorbenen Herzen wuchernden Leidenschaften ein göttliches oder kirchliches Fastengebot übertritt. +Matthäus Mt 48 15 12 Tunc accedentes discipuli ejus, dixerunt ei: Scis quia Pharisæi audito verbo hoc, scandalizati sunt? Darauf traten seine Jünger hinzu, und sprachen zu ihm: Weißt du, dass die Pharisäer geärgert wurden, da sie diese Rede hörten?¹³ Markus Mk 48 15 12 Pilatus autem iterum respondens, ait illis: Quid ergo vultis faciam regi Judæorum? Da entgegnete Pilatus wiederum, und sprach zu ihnen: Was wollt ihr also, dass ich mit dem Könige der Juden tue? [Mt 27,22, Lk 23,14, Joh 18,39] -Matthäus Mt 47 15 12 13 Die Pharisäer nehmen an, Christus erkläre den gesetzlich gebotenen Unterschied der Speisen für unnütz. Die Jünger werden ebenfalls unruhig (Chrys., Theoph.). Die Pharisäer besitzen noch immer bei ihnen einige Hochachtung, und Christi Worte scheinen fast das Gesetz selbst zu verwerfen. +Matthäus Mt 48 15 12 13 Die Pharisäer nehmen an, Christus erkläre den gesetzlich gebotenen Unterschied der Speisen für unnütz. Die Jünger werden ebenfalls unruhig (Chrys., Theoph.). Die Pharisäer besitzen noch immer bei ihnen einige Hochachtung, und Christi Worte scheinen fast das Gesetz selbst zu verwerfen. Markus Mk 48 15 13 At illi iterum clamaverunt: Crucifige eum. Sie riefen abermals:¹⁰ Kreuzige ihn! -Matthäus Mt 47 15 13 At ille respondens ait: Omnis plantatio, quam non plantavit Pater meus clestis, eradicabitur. Er aber antwortete und sprach: Jegliche Pflanzung,¹⁴ welche mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgereutet werden.¹⁵ [Joh 15,2] +Matthäus Mt 48 15 13 At ille respondens ait: Omnis plantatio, quam non plantavit Pater meus clestis, eradicabitur. Er aber antwortete und sprach: Jegliche Pflanzung,¹⁴ welche mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgereutet werden.¹⁵ [Joh 15,2] Markus Mk 48 15 13 10 Wie V. 11. Vergl. [Mt 27,21]. -Matthäus Mt 47 15 13 14 Die Pharisäer (Orig., Hier.) und ihre Lehre (Chrys., Paschas.). -Matthäus Mt 47 15 13 15 Siehe schon [Jes 5,5.6]. -Matthäus Mt 47 15 14 Sinite illos: cæci sunt, et duces cæcorum: cæcus autem si cæco ducatum præstet, ambo in foveam cadunt. Lasset sie!¹⁶ sie sind Blinde¹⁷ und Führer von Blinden.¹⁸ Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube. [Lk 6,39] +Matthäus Mt 48 15 13 14 Die Pharisäer (Orig., Hier.) und ihre Lehre (Chrys., Paschas.). +Matthäus Mt 48 15 13 15 Siehe schon [Jes 5,5.6]. +Matthäus Mt 48 15 14 Sinite illos: cæci sunt, et duces cæcorum: cæcus autem si cæco ducatum præstet, ambo in foveam cadunt. Lasset sie!¹⁶ sie sind Blinde¹⁷ und Führer von Blinden.¹⁸ Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube. [Lk 6,39] Markus Mk 48 15 14 Pilatus vero dicebat illis: Quid enim mali fecit? At illi magis clamabant: Crucifige eum. Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Allein sie schrien noch mehr: Kreuzige ihn!¹¹ Markus Mk 48 15 14 11 Pilatus hat dies nicht erwartet. Sie suchen nun durch Geschrei zu erlangen, was sie wünschen. -Matthäus Mt 47 15 14 16 Achtet nicht darauf, dass sie Ärgernis genommen haben. -Matthäus Mt 47 15 14 17 Gegen das Licht Gottes. -Matthäus Mt 47 15 14 18 Indem sie das Volk mit ihrer Lehre verblenden und mit Feindschaft gegen Christus erfüllen. -Matthäus Mt 47 15 15 Respondens autem Petrus dixit ei: Edissere nobis parabolam istam. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichnis!¹⁹ [Mk 7,17] +Matthäus Mt 48 15 14 16 Achtet nicht darauf, dass sie Ärgernis genommen haben. +Matthäus Mt 48 15 14 17 Gegen das Licht Gottes. +Matthäus Mt 48 15 14 18 Indem sie das Volk mit ihrer Lehre verblenden und mit Feindschaft gegen Christus erfüllen. +Matthäus Mt 48 15 15 Respondens autem Petrus dixit ei: Edissere nobis parabolam istam. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichnis!¹⁹ [Mk 7,17] Markus Mk 48 15 15 Pilatus autem volens populo satisfacere, dimisit illis Barabbam, et tradidit Jesum flagellis cæsum, ut crucifigeretur. Da nun Pilatus dem Volke willfahren wollte, gab er ihnen den Barabbas los, Jesus aber übergab er, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, zur Kreuzigung.¹² Markus Mk 48 15 15 12 Die Juden haben den Heiland den Römern übergeben, diese geben ihn den Juden zurück. -Matthäus Mt 47 15 15 19 Die Jünger können sich über das V. 11 Gesagte noch immer nicht beruhigen. +Matthäus Mt 48 15 15 19 Die Jünger können sich über das V. 11 Gesagte noch immer nicht beruhigen. Markus Mk 48 15 16 Milites autem duxerunt eum in atrium prætorii, et convocant totam cohortem. Die Kriegsknechte führten ihn nun¹³ in den Hof des Richthauses, und riefen die ganze Cohorte zusammen, [Mt 27,27, Joh 19,2] -Matthäus Mt 47 15 16 At ille dixit: Adhuc et vos sine intellectu estis? Er aber sprach: Seid auch ihr noch ohne Einsicht?²⁰ +Matthäus Mt 48 15 16 At ille dixit: Adhuc et vos sine intellectu estis? Er aber sprach: Seid auch ihr noch ohne Einsicht?²⁰ Markus Mk 48 15 16 13 Von der Geißelsäule in den inneren Hof. -Matthäus Mt 47 15 16 20 Worin die wahre Reinheit besteht. -Matthäus Mt 47 15 17 Non intelligitis quia omne, quod in os intrat, in ventrem vadit et in secessum emittitur? Sehet ihr nicht ein, dass alles,²¹ was zu dem Munde eingeht, in den Magen kommt, und seinen natürlichen Ausgang nimmt? +Matthäus Mt 48 15 16 20 Worin die wahre Reinheit besteht. +Matthäus Mt 48 15 17 Non intelligitis quia omne, quod in os intrat, in ventrem vadit et in secessum emittitur? Sehet ihr nicht ein, dass alles,²¹ was zu dem Munde eingeht, in den Magen kommt, und seinen natürlichen Ausgang nimmt? Markus Mk 48 15 17 Et induunt eum purpura, et imponunt ei plectentes spineam coronam. und legten ihm ein Purpurkleid um, und flochten eine Dornenkrone, und setzten sie ihm auf. -Matthäus Mt 47 15 17 21 Christus sagt nicht: die ganze, sondern: etwas von jeder Speise hat seinen natürlichen Lauf. Die Speise nährt das leibliche Leben und hat an sich keine Beziehung zu den Sitten. -Matthäus Mt 47 15 18 Quæ autem procedunt de ore, de corde exeunt, et ea coinquinant hominem: Was aber aus dem Munde herausgeht, kommt aus dem Herzen,²² und dies verunreinigt den Menschen; +Matthäus Mt 48 15 17 21 Christus sagt nicht: die ganze, sondern: etwas von jeder Speise hat seinen natürlichen Lauf. Die Speise nährt das leibliche Leben und hat an sich keine Beziehung zu den Sitten. +Matthäus Mt 48 15 18 Quæ autem procedunt de ore, de corde exeunt, et ea coinquinant hominem: Was aber aus dem Munde herausgeht, kommt aus dem Herzen,²² und dies verunreinigt den Menschen; Markus Mk 48 15 18 Et cperunt salutare eum: Ave rex Judæorum. Und sie fingen an ihn zu begrüßen: Sei gegrüßt, König der Juden!¹⁴ Markus Mk 48 15 18 14 Die Soldaten lassen zugleich ihren Hass gegen das jüdische Volk an ihm aus. -Matthäus Mt 47 15 18 22 Das Herz gilt bei den Hebräern als Mittelpunkt des Denkens und Wollens. +Matthäus Mt 48 15 18 22 Das Herz gilt bei den Hebräern als Mittelpunkt des Denkens und Wollens. Markus Mk 48 15 19 Et percutiebant caput ejus arundine: et conspuebant eum, et ponentes genua, adorabant eum. Und sie schlugen sein Haupt mit einem Rohre, und spieen ihn an, und die Knie beugend, beteten sie ihn an. -Matthäus Mt 47 15 19 De corde enim exeunt cogitationes malæ, homicidia, adulteria, fornicationes, furta, falsa testimonia, blasphemiæ. denn aus dem Herzen gehen hervor böse Gedanken,²³ Mordtaten, Ehebrüche, Unzucht, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Gotteslästerungen.²⁴ -Matthäus Mt 47 15 19 23 Das erste sind die schlechten Gedanken. Es folgen die Sünden gegen das 5. 6. 7. 8. Gebot. -Matthäus Mt 47 15 19 24 Vielleicht folgt diese Sünde hier, weil falsches Zeugnis oft durch Meineid, eine Art Gotteslästerung, bestätigt zu werden pflegt. -Matthäus Mt 47 15 20 Hæc sunt, quæ coinquinant hominem. Non lotis autem manibus manducare, non coinquinat hominem. Das sind Dinge, welche den Menschen verunreinigen; mit ungewaschenen Händen aber zu essen, verunreinigt den Menschen nicht.²⁵ +Matthäus Mt 48 15 19 De corde enim exeunt cogitationes malæ, homicidia, adulteria, fornicationes, furta, falsa testimonia, blasphemiæ. denn aus dem Herzen gehen hervor böse Gedanken,²³ Mordtaten, Ehebrüche, Unzucht, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Gotteslästerungen.²⁴ +Matthäus Mt 48 15 19 23 Das erste sind die schlechten Gedanken. Es folgen die Sünden gegen das 5. 6. 7. 8. Gebot. +Matthäus Mt 48 15 19 24 Vielleicht folgt diese Sünde hier, weil falsches Zeugnis oft durch Meineid, eine Art Gotteslästerung, bestätigt zu werden pflegt. +Matthäus Mt 48 15 20 Hæc sunt, quæ coinquinant hominem. Non lotis autem manibus manducare, non coinquinat hominem. Das sind Dinge, welche den Menschen verunreinigen; mit ungewaschenen Händen aber zu essen, verunreinigt den Menschen nicht.²⁵ Markus Mk 48 15 20 Et postquam illuserunt ei, exuerunt illum purpura, et induerunt eum vestimentis suis: et educunt illum ut crucifigerent eum. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie ihm das Purpurkleid ab, und zogen ihm seine eigenen Kleider an,¹⁵ und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. Markus Mk 48 15 20 15 In seiner gewöhnlichen Kleidung wird er leichter von allen erkannt. -Matthäus Mt 47 15 20 25 Da nicht einmal die Speisen an sich unrein machen. -Matthäus Mt 47 15 21 Et egressus inde Jesus secessit in partes Tyri, et Sidonis. Und Jesus ging von dort²⁶ hinweg, und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon²⁷ zurück.²⁸ [Mk 7,24] +Matthäus Mt 48 15 20 25 Da nicht einmal die Speisen an sich unrein machen. +Matthäus Mt 48 15 21 Et egressus inde Jesus secessit in partes Tyri, et Sidonis. Und Jesus ging von dort²⁶ hinweg, und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon²⁷ zurück.²⁸ [Mk 7,24] Markus Mk 48 15 21 Et angariaverunt prætereuntem quempiam, Simonem Cyrenæum venientem de villa, patrem Alexandri, et Rufi, ut tolleret crucem ejus. Und sie zwangen einen Vorübergehenden, Simon von Cyrene, der vom Lande kam,¹⁶ den Vater des Alexander und Rufus, sein Kreuz auf sich zu nehmen.¹⁷ [Mt 27,32, Lk 23,26] Markus Mk 48 15 21 16 Von einer Arbeit auf dem Acker. Seine Söhne waren den Christen, wohl auch den Römern bekannt. Markus Mk 48 15 21 17 Nachdem der Heiland das Kreuz eine Zeit lang getragen, trägt es jetzt Simon und zwar allein. (Hier., Aug., Leo.). -Matthäus Mt 47 15 21 26 Das nun folgende Ereignis zeigt, dass Jesus trotz des V. 13, 14 Gesagten voller Liebe ist gegen Israel. -Matthäus Mt 47 15 21 27 Phönizien, dessen bedeutendste Städte dies sind. Das Land wurde von den Römern verwaltet. -Matthäus Mt 47 15 21 28 Christus begibt sich wegen der Pharisäer und des Herodes an einen sicheren Ort. +Matthäus Mt 48 15 21 26 Das nun folgende Ereignis zeigt, dass Jesus trotz des V. 13, 14 Gesagten voller Liebe ist gegen Israel. +Matthäus Mt 48 15 21 27 Phönizien, dessen bedeutendste Städte dies sind. Das Land wurde von den Römern verwaltet. +Matthäus Mt 48 15 21 28 Christus begibt sich wegen der Pharisäer und des Herodes an einen sicheren Ort. Markus Mk 48 15 22 Et perducunt illum in Golgotha locum: quod est interpretatum Calvariæ locus. Und sie führten ihn an den Ort Golgotha,¹⁸ was verdolmetschet ist: Schädelstätte. -Matthäus Mt 47 15 22 Et ecce mulier Chananæa a finibus illis egressa clamavit, dicens ei: Miserere mei Domine fili David: filia mea male a dæmonio vexatur. Und siehe, ein kananäisches Weib kam aus jenen Grenzstrichen²⁹ her, und rief und sprach zu ihm: Erbarme dich meiner,³⁰ Herr, Sohn Davids!³¹ meine Tochter wird arg von einem bösen Geiste geplagt. +Matthäus Mt 48 15 22 Et ecce mulier Chananæa a finibus illis egressa clamavit, dicens ei: Miserere mei Domine fili David: filia mea male a dæmonio vexatur. Und siehe, ein kananäisches Weib kam aus jenen Grenzstrichen²⁹ her, und rief und sprach zu ihm: Erbarme dich meiner,³⁰ Herr, Sohn Davids!³¹ meine Tochter wird arg von einem bösen Geiste geplagt. Markus Mk 48 15 22 18 So sprachen die Juden das Wort damals aus. -Matthäus Mt 47 15 22 29 Vergl. [Gen 10,15]. Die Kananäer, die alten Einwohner Palästinas, waren von den Hebräern nach Norden zurückgedrängt. Ehe der Heiland noch in ihr Gebiet kommt, eilt ihm der Ruf voraus. -Matthäus Mt 47 15 22 30 Welche Liebe der Mutter gegen ihr Kind: Ich leide! (Chrys.) Sie hatte von den wunderbaren Heilungen durch die Hand Jesu gehört. -Matthäus Mt 47 15 22 31 Sie hat gehört, dass Christus so gegrüßt ward und wusste wohl, dass die Juden den Messias erwarteten. -Matthäus Mt 47 15 23 Qui non respondit ei verbum. Et accedentes discipuli ejus rogabant eum dicentes: Dimitte eam: quia clamat post nos. Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Und seine Jünger traten hinzu, baten ihn, und sprachen: Entlasse sie! denn sie schreiet hinter uns her.³² +Matthäus Mt 48 15 22 29 Vergl. [Gen 10,15]. Die Kananäer, die alten Einwohner Palästinas, waren von den Hebräern nach Norden zurückgedrängt. Ehe der Heiland noch in ihr Gebiet kommt, eilt ihm der Ruf voraus. +Matthäus Mt 48 15 22 30 Welche Liebe der Mutter gegen ihr Kind: Ich leide! (Chrys.) Sie hatte von den wunderbaren Heilungen durch die Hand Jesu gehört. +Matthäus Mt 48 15 22 31 Sie hat gehört, dass Christus so gegrüßt ward und wusste wohl, dass die Juden den Messias erwarteten. +Matthäus Mt 48 15 23 Qui non respondit ei verbum. Et accedentes discipuli ejus rogabant eum dicentes: Dimitte eam: quia clamat post nos. Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Und seine Jünger traten hinzu, baten ihn, und sprachen: Entlasse sie! denn sie schreiet hinter uns her.³² Markus Mk 48 15 23 Et dabant ei bibere myrrhatum vinum: et non accepit. Da reichten sie ihm Wein, mit Myrrhen gemischt, zu trinken; er aber nahm ihn nicht. -Matthäus Mt 47 15 23 32 Die Jünger verwenden sich, indes nicht allein das Mitleid bewegt sie zu ihrer Bitte, der Herr wolle helfen. -Matthäus Mt 47 15 24 Ipse autem respondens ait: Non sum missus nisi ad oves, quæ perierunt domus Israel. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.³³ [Joh 10,3] +Matthäus Mt 48 15 23 32 Die Jünger verwenden sich, indes nicht allein das Mitleid bewegt sie zu ihrer Bitte, der Herr wolle helfen. +Matthäus Mt 48 15 24 Ipse autem respondens ait: Non sum missus nisi ad oves, quæ perierunt domus Israel. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.³³ [Joh 10,3] Markus Mk 48 15 24 Et crucifigentes eum, diviserunt vestimenta ejus, mittentes sortem super eis, quis quid tolleret. Und nachdem sie ihn gekreuziget hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los darüber warfen, was ein jeder nehmen sollte. -Matthäus Mt 47 15 24 33 Der Heiland ist von Gott zum Hause Israel gesandt, weil diesem nach der Verheißung der Messias zuerst offenbart werden sollte. Christus zeigt sich dem Vater gehorsam und voll unendlicher Liebe für das Heil der Juden. +Matthäus Mt 48 15 24 33 Der Heiland ist von Gott zum Hause Israel gesandt, weil diesem nach der Verheißung der Messias zuerst offenbart werden sollte. Christus zeigt sich dem Vater gehorsam und voll unendlicher Liebe für das Heil der Juden. Markus Mk 48 15 25 Erat autem hora tertia: et crucifixerunt eum. Es war aber die dritte Stunde,¹⁹ da sie ihn kreuzigten. -Matthäus Mt 47 15 25 At illa venit, et adoravit eum, dicens: Domine, adjuva me. Sie aber kam,³⁴ betete ihn an,³⁵ und sprach: Herr! hilf mir. +Matthäus Mt 48 15 25 At illa venit, et adoravit eum, dicens: Domine, adjuva me. Sie aber kam,³⁴ betete ihn an,³⁵ und sprach: Herr! hilf mir. Markus Mk 48 15 25 19 Ungefähr. Christus ist lange vor der sechsten Stunde, zu welcher die Finsternis begann, gekreuzigt worden. Deshalb sagt der heil. Johannes [Joh 19,4], es sei um die sechste Stunde gewesen. Es war eine besondere Fügung der göttlichen Vorsehung, dass die messianische Würde des Herrn am Kreuze aufgeschrieben ward. Nach der Prophezeihung [Ez 21,31.32] konnten die Juden keinen König mehr erwarten als den Messias. Daher verkündet der Engel [Lk 1,32] den Heiland als den, welchen Gott den Thron seines Vaters David geben will. -Matthäus Mt 47 15 25 34 Wenn sie die Worte des Herrn vernommen hat, ist ihre Beharrlichkeit um so bewundernswerter. -Matthäus Mt 47 15 25 35 Im Hause, in das er sich begeben. Der Hauptmann [Mt 8,6] lebte inmitten der Juden und war vielleicht selbst Proselyt, zudem baten die Juden für ihn; alles dies fehlt der Kananäerin. -Matthäus Mt 47 15 26 Qui respondens ait: Non est bonum sumere panem filiorum, et mittere canibus. Und er entgegnete und sprach: Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen, und es den Hündchen vorzuwerfen.³⁶ +Matthäus Mt 48 15 25 34 Wenn sie die Worte des Herrn vernommen hat, ist ihre Beharrlichkeit um so bewundernswerter. +Matthäus Mt 48 15 25 35 Im Hause, in das er sich begeben. Der Hauptmann [Mt 8,6] lebte inmitten der Juden und war vielleicht selbst Proselyt, zudem baten die Juden für ihn; alles dies fehlt der Kananäerin. +Matthäus Mt 48 15 26 Qui respondens ait: Non est bonum sumere panem filiorum, et mittere canibus. Und er entgegnete und sprach: Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen, und es den Hündchen vorzuwerfen.³⁶ Markus Mk 48 15 26 Et erat titulus causæ ejus inscriptus: REX Judæorum. Auch war die Ursache seines Todes angeschrieben: Der König der Juden. -Matthäus Mt 47 15 26 36 Auf die neue Bitte folgt eine neue Abweisung. Christus folgt der gewöhnlichen Sprechweise der Juden in der Bezeichnung des Verhältnisses der in Laster versenkten Heiden zu dem auserwählten Volke. Die Phönizierin weiß das, was zu ihrer Verdemütigung gereicht, zur Empfehlung ihrer Bitte zu wenden. Sie bestätigt die ganze Rede des Herrn, fügt aber zu dem Bilde einen neuen Zug hinzu (denn). +Matthäus Mt 48 15 26 36 Auf die neue Bitte folgt eine neue Abweisung. Christus folgt der gewöhnlichen Sprechweise der Juden in der Bezeichnung des Verhältnisses der in Laster versenkten Heiden zu dem auserwählten Volke. Die Phönizierin weiß das, was zu ihrer Verdemütigung gereicht, zur Empfehlung ihrer Bitte zu wenden. Sie bestätigt die ganze Rede des Herrn, fügt aber zu dem Bilde einen neuen Zug hinzu (denn). Markus Mk 48 15 27 Et cum eo crucifigunt duos latrones: unum a dextris, et alium a sinistris ejus. Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten, und den andern zu seiner Linken.²⁰ -Matthäus Mt 47 15 27 At illa dixit: Etiam Domine: nam et catelli edunt de micis, quæ cadunt de mensa dominorum suorum. Sie aber sprach! Ja, Herr! denn auch die Hündlein essen von den Brosamen, die von dem Tische ihrer Herren fallen. +Matthäus Mt 48 15 27 At illa dixit: Etiam Domine: nam et catelli edunt de micis, quæ cadunt de mensa dominorum suorum. Sie aber sprach! Ja, Herr! denn auch die Hündlein essen von den Brosamen, die von dem Tische ihrer Herren fallen. Markus Mk 48 15 27 20 Das Kreuz war die übliche Todesart für die Räuber. -Matthäus Mt 47 15 28 Tunc respondens Jesus, ait illi: O mulier, magna est fides tua: fiat tibi sicut vis. Et sanata est filia ejus ex illa hora. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib! dein Glaube ist groß;³⁷ dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter war genesen von derselben Stunde an. +Matthäus Mt 48 15 28 Tunc respondens Jesus, ait illi: O mulier, magna est fides tua: fiat tibi sicut vis. Et sanata est filia ejus ex illa hora. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib! dein Glaube ist groß;³⁷ dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter war genesen von derselben Stunde an. Markus Mk 48 15 28 Et impleta est scriptura, quæ dicit: Et cum iniquis reputatus est. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Übeltäter gezählt²¹ worden. [Jes 53,12] Markus Mk 48 15 28 21 Alle verspotten ihn, Hohe und Niedrige, Juden und Heiden, Priester und Volk. -Matthäus Mt 47 15 28 37 Wie der Hauptmann gelobt wird [Mt 8,10]. Wie der Heiland einst auf die Bitte seiner Mutter die Zeit seiner Offenbarung beschleunigte, indem er in Kana das Wunder wirkte [Joh 2,4], so tat er hier auf die demütige und standhafte Bitte der Heidin in außerordentlicher Weise ein Wunder +Matthäus Mt 48 15 28 37 Wie der Hauptmann gelobt wird [Mt 8,10]. Wie der Heiland einst auf die Bitte seiner Mutter die Zeit seiner Offenbarung beschleunigte, indem er in Kana das Wunder wirkte [Joh 2,4], so tat er hier auf die demütige und standhafte Bitte der Heidin in außerordentlicher Weise ein Wunder Markus Mk 48 15 29 Et prætereuntes blasphemabant eum, moventes capita sua, et dicentes: Vah qui destruis templum Dei, et in tribus diebus reædificas: Die Vorübergehenden aber²² lästerten ihn, indem sie ihre Häupter schüttelten, und sprachen: Ha,²³ der du den Tempel Gottes abbrichst, und in drei Tagen wieder aufbauest, [Joh 2,19] -Matthäus Mt 47 15 29 Et cum transisset inde Jesus, venit secus mare Galilææ: et ascendens in montem, sedebat ibi. Als Jesus von dort weiter gegangen war,³⁸ kam er an das Meer von Galiläa, und er stieg auf den Berg, und setzte sich daselbst. +Matthäus Mt 48 15 29 Et cum transisset inde Jesus, venit secus mare Galilææ: et ascendens in montem, sedebat ibi. Als Jesus von dort weiter gegangen war,³⁸ kam er an das Meer von Galiläa, und er stieg auf den Berg, und setzte sich daselbst. Markus Mk 48 15 29 22 Zur Osterzeit kamen bis zu 2.700.000 Fremde nach Jerusalem (Flav. Joseph.). Markus Mk 48 15 29 23 Eigentlich Ausruf der Bewunderung, hier Ironie. -Matthäus Mt 47 15 29 38 Der Herr begibt sich auf die Ostseite des Sees von Genesareth, um den Juden seine Wohltaten zu spenden. +Matthäus Mt 48 15 29 38 Der Herr begibt sich auf die Ostseite des Sees von Genesareth, um den Juden seine Wohltaten zu spenden. Markus Mk 48 15 30 Salvum fac temetipsum descendens de cruce. hilf dir selbst, und steige herab vom Kreuze! -Matthäus Mt 47 15 30 Et accesserunt ad eum turbæ multæ, habentes secum mutos, cæcos, claudos, debiles, et alios multos: et projecerunt eos ad pedes ejus, et curavit eos: Und es kam viel Volk zu ihm, das Stumme, Blinde, Lahme, Krüppel und viele andere bei sich hatte; und sie legten sie³⁹ zu seinen Füßen, und er heilte sie,⁴⁰ [Jes 35,5] -Matthäus Mt 47 15 30 39 Sie eilen, vielleicht aus Furcht, Christus möchte sich, wie oft, der Menge entziehen. -Matthäus Mt 47 15 30 40 Wie viele Wunder liegen in diesem einen Worte beschlossen! (Orig.) +Matthäus Mt 48 15 30 Et accesserunt ad eum turbæ multæ, habentes secum mutos, cæcos, claudos, debiles, et alios multos: et projecerunt eos ad pedes ejus, et curavit eos: Und es kam viel Volk zu ihm, das Stumme, Blinde, Lahme, Krüppel und viele andere bei sich hatte; und sie legten sie³⁹ zu seinen Füßen, und er heilte sie,⁴⁰ [Jes 35,5] +Matthäus Mt 48 15 30 39 Sie eilen, vielleicht aus Furcht, Christus möchte sich, wie oft, der Menge entziehen. +Matthäus Mt 48 15 30 40 Wie viele Wunder liegen in diesem einen Worte beschlossen! (Orig.) Markus Mk 48 15 31 Similiter et summi sacerdotes illudentes, ad alterutrum cum Scribis dicebant: Alios salvos fecit, seipsum non potest salvum facere. Gleicherweise verspotteten ihn auch die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und sprachen zueinander:²⁴ Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen!²⁵ -Matthäus Mt 47 15 31 Ita ut turbæ mirarentur videntes mutos loquentes, claudos ambulantes, cæcos videntes: et magnificabant Deum Israel. so dass das Volk sich wunderte, da sie die Stummen reden, die Lahmen wandeln und die Blinden sehend schauten; und sie priesen den Gott Israels.⁴¹ +Matthäus Mt 48 15 31 Ita ut turbæ mirarentur videntes mutos loquentes, claudos ambulantes, cæcos videntes: et magnificabant Deum Israel. so dass das Volk sich wunderte, da sie die Stummen reden, die Lahmen wandeln und die Blinden sehend schauten; und sie priesen den Gott Israels.⁴¹ Markus Mk 48 15 31 24 So verdammen sie sich selbst, indem sie die Wunder des Herrn anerkennen. Markus Mk 48 15 31 25 Wie töricht, da er ihnen im Garten gesagt, dass er sich ihnen überliefere [Mk 14,49]! -Matthäus Mt 47 15 31 41 Der Evangelist sagt nicht, dass das Volk an Christus geglaubt habe. Immerhin aber preist es den wahren Gott in einem vielfach von Heiden bewohnten Landstriche. -Matthäus Mt 47 15 32 Jesus autem, convocatis discipulis suis, dixit: Misereor turbæ, quia triduo jam perseverant mecum, et non habent quod manducent: et dimittere eos jejunos nolo, ne deficiant in via. Jesus aber rief seine Jünger zu sich und sprach:⁴² Mich erbarmet⁴³ des Volkes, denn drei Tage schon harren sie bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht⁴⁴ ungespeiset von mir lassen, damit sie nicht auf dem Wege erliegen. [Mk 8,2] +Matthäus Mt 48 15 31 41 Der Evangelist sagt nicht, dass das Volk an Christus geglaubt habe. Immerhin aber preist es den wahren Gott in einem vielfach von Heiden bewohnten Landstriche. +Matthäus Mt 48 15 32 Jesus autem, convocatis discipulis suis, dixit: Misereor turbæ, quia triduo jam perseverant mecum, et non habent quod manducent: et dimittere eos jejunos nolo, ne deficiant in via. Jesus aber rief seine Jünger zu sich und sprach:⁴² Mich erbarmet⁴³ des Volkes, denn drei Tage schon harren sie bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht⁴⁴ ungespeiset von mir lassen, damit sie nicht auf dem Wege erliegen. [Mk 8,2] Markus Mk 48 15 32 Christus rex Israel descendat nunc de cruce, ut videamus, et credamus. Et qui cum eo crucifixi erant, convitiabantur ei. Christus, der König von Israel, steige nun herab vom Kreuze,²⁶ dass wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuziget wurden, schmähten ihn. Markus Mk 48 15 32 26 Sie geben ihrer grausamen Freude Ausdruck, ihn an demselben zu sehen. -Matthäus Mt 47 15 32 42 Christus sorgt für alle Bedürfnisse. -Matthäus Mt 47 15 32 43 Griech. Auf's innigste. -Matthäus Mt 47 15 32 44 Sie verdienen Barmherzigkeit aus drei Gründen: Wegen ihrer Standhaftigkeit, wegen ihres Bedürfnisses, wegen der drohenden Gefahr. Der Heiland will den Glauben der Jünger prüfen und mehren, da dieser noch so klein ist (Chrys.). +Matthäus Mt 48 15 32 42 Christus sorgt für alle Bedürfnisse. +Matthäus Mt 48 15 32 43 Griech. Auf's innigste. +Matthäus Mt 48 15 32 44 Sie verdienen Barmherzigkeit aus drei Gründen: Wegen ihrer Standhaftigkeit, wegen ihres Bedürfnisses, wegen der drohenden Gefahr. Der Heiland will den Glauben der Jünger prüfen und mehren, da dieser noch so klein ist (Chrys.). Markus Mk 48 15 33 Et facta hora sexta, tenebræ factæ sunt per totam terram usque in horam nonam. Als aber die sechste Stunde gekommen war, entstand eine Finsternis über das ganze Land hin bis zur neunten Stunde.²⁷ -Matthäus Mt 47 15 33 Et dicunt ei discipuli: Unde ergo nobis in deserto panes, tantos, ut saturemus turbam tantam? Da sprachen seine Jünger zu ihm: Woher nehmen wir hier in der Wüste so viele Brote, um so viel Volk zu sättigen?⁴⁵ +Matthäus Mt 48 15 33 Et dicunt ei discipuli: Unde ergo nobis in deserto panes, tantos, ut saturemus turbam tantam? Da sprachen seine Jünger zu ihm: Woher nehmen wir hier in der Wüste so viele Brote, um so viel Volk zu sättigen?⁴⁵ Markus Mk 48 15 33 27 Die Finsternis trat ein gerade um Mittag, also da, wo es nicht Mittag war, geschah dies Wunder nicht. Sie ward von Gott für die Juden gesendet (Orig.). Die Finsternis ist ein Bild des göttlichen Zornes, der Verblendung der Juden und der Verlassenheit des Heilandes. -Matthäus Mt 47 15 33 45 Das klare Wort des Herrn: Ich will nicht hätte ihnen eine andere Antwort nahe legen sollen. Aber die Jünger haben das vorhergehende Wunder vergessen, ähnlich wie [Mt 16,7]. +Matthäus Mt 48 15 33 45 Das klare Wort des Herrn: Ich will nicht hätte ihnen eine andere Antwort nahe legen sollen. Aber die Jünger haben das vorhergehende Wunder vergessen, ähnlich wie [Mt 16,7]. Markus Mk 48 15 34 Et hora nona exclamavit Jesus voce magna, dicens: Eloi, eloi, lamma sabacthani? quod est interpretatum: Deus meus, Deus meus, ut quid dereliquisti me? Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme, und sprach: Eloi, Eloi,²⁸ lamma sabakthani? Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen? [Ps 21,2, Mt 27,46] -Matthäus Mt 47 15 34 Et ait illis Jesus: Quot habetis panes? At illi dixerunt: Septem, et paucos pisciculos. Jesus sprach zu ihnen:⁴⁶ Wie viele Brote habet ihr? Sie aber sprachen: Sieben, und wenige Fischlein.⁴⁷ +Matthäus Mt 48 15 34 Et ait illis Jesus: Quot habetis panes? At illi dixerunt: Septem, et paucos pisciculos. Jesus sprach zu ihnen:⁴⁶ Wie viele Brote habet ihr? Sie aber sprachen: Sieben, und wenige Fischlein.⁴⁷ Markus Mk 48 15 34 28 Aramäisch für das hebräische Eli. -Matthäus Mt 47 15 34 46 Die Wahrheit und Größe des Wunders wird so den Aposteln offenbarer. -Matthäus Mt 47 15 34 47 Dies war der Reisevorrat für die Apostelschar. +Matthäus Mt 48 15 34 46 Die Wahrheit und Größe des Wunders wird so den Aposteln offenbarer. +Matthäus Mt 48 15 34 47 Dies war der Reisevorrat für die Apostelschar. Markus Mk 48 15 35 Et quidam de circumstantibus audientes, dicebant: Ecce Eliam vocat. Und als dies einige der Umstehenden hörten, sagten sie:²⁹ Sehet, er ruft den Elias! -Matthäus Mt 47 15 35 Et præcepit turbæ, ut discumberent super terram. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde zu lagern. +Matthäus Mt 48 15 35 Et præcepit turbæ, ut discumberent super terram. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde zu lagern. Markus Mk 48 15 35 29 Die Urheber sind wohl die Priester. -Matthäus Mt 47 15 36 Et accipiens septem panes, et pisces, et gratias agens, fregit, et dedit discipulis suis, et discipuli dederunt populo. Dann nahm er die sieben Brote und die Fische, dankte, brach, und gab seinen Jüngern, und die Jünger gaben dem Volke.⁴⁸ +Matthäus Mt 48 15 36 Et accipiens septem panes, et pisces, et gratias agens, fregit, et dedit discipulis suis, et discipuli dederunt populo. Dann nahm er die sieben Brote und die Fische, dankte, brach, und gab seinen Jüngern, und die Jünger gaben dem Volke.⁴⁸ Markus Mk 48 15 36 Currens autem unus, et implens spongiam aceto, circumponensque calamo, potum dabat ei, dicens: Sinite, videamus si veniat Elias ad deponendum eum. Einer aber lief hin,³⁰ füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn an ein Rohr, und gab ihm zu trinken, indem er sprach: Lasset, sehen wir, ob Elias kommt, ihn herabzunehmen. Markus Mk 48 15 36 30 Nachdem der Heiland gesagt: Ich dürste. -Matthäus Mt 47 15 36 48 Wie [Mt 14,19]. +Matthäus Mt 48 15 36 48 Wie [Mt 14,19]. Markus Mk 48 15 37 Jesus autem emissa voce magna exspiravit. Jesus aber rief mit lauter Stimme, und gab den Geist auf. -Matthäus Mt 47 15 37 Et comederunt omnes, et saturati sunt. Et quod superfuit de fragmentis, tulerunt septem sportas plenas. Und alle aßen und wurden satt. Und was von den Stücken übrig blieb, hoben sie auf, sieben volle Körbe.⁴⁹ -Matthäus Mt 47 15 37 49 So viele Körbe, wie Brote waren. +Matthäus Mt 48 15 37 Et comederunt omnes, et saturati sunt. Et quod superfuit de fragmentis, tulerunt septem sportas plenas. Und alle aßen und wurden satt. Und was von den Stücken übrig blieb, hoben sie auf, sieben volle Körbe.⁴⁹ +Matthäus Mt 48 15 37 49 So viele Körbe, wie Brote waren. Markus Mk 48 15 38 Et velum templi scissum est in duo, a summo usque deorsum. Da riss der Vorhang des Tempels entzwei von oben bis unten.³¹ -Matthäus Mt 47 15 38 Erant autem qui manducaverunt, quatuor millia hominum, extra parvulos, et mulieres. Derer aber, die gegessen hatten, waren viertausend Männer, außer den Kindern und den Frauen. +Matthäus Mt 48 15 38 Erant autem qui manducaverunt, quatuor millia hominum, extra parvulos, et mulieres. Derer aber, die gegessen hatten, waren viertausend Männer, außer den Kindern und den Frauen. Markus Mk 48 15 38 31 Das Heiligtum war das Bild des Verhältnisses, in dem das jüdische Volk zu Gott stand. Wie der Zugang zum Allerheiligsten verschlossen war, so konnte niemand in das himmlische Heiligtum vor das Angesicht Gottes gelangen. Erst Christi Opfer am Kreuze eröffnet den Erlösten den Zugang zum Himmel. Zugleich beginnt der Neue Bund, das alte Gesetz hört auf, die Synagoge macht der Kirche Platz (Leo., Ambr.). Markus Mk 48 15 39 Videns autem centurio, qui ex adverso stabat, quia sic clamans exspirasset, ait: Vere hic homo Filius Dei erat. Als aber der Hauptmann, welcher ihm gegenüber stand, sah, dass er so laut rufend den Geist aufgab, sprach er: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn!³² -Matthäus Mt 47 15 39 Et, dimissa turba, ascendit in naviculam: et venit in fines Magedan. Und nachdem er das Volk entlassen, trat er in das Schiff, und kam in das Gebiet von Magedan.⁵⁰ +Matthäus Mt 48 15 39 Et, dimissa turba, ascendit in naviculam: et venit in fines Magedan. Und nachdem er das Volk entlassen, trat er in das Schiff, und kam in das Gebiet von Magedan.⁵⁰ Markus Mk 48 15 39 32 Das Reich Gottes soll den Juden genommen und den Heiden gegeben werden. -Matthäus Mt 47 15 39 50 Am Westufer des Sees Genesareth. +Matthäus Mt 48 15 39 50 Am Westufer des Sees Genesareth. Markus Mk 48 15 40 Erant autem et mulieres de longe aspicientes: inter quas erat Maria Magdalene, et Maria Jacobi minoris, et Joseph mater, et Salome: Es waren aber auch Frauen da, die von ferne zusahen. Unter diesen war Maria Magdalena, und Maria, die Mutter Jakobus, des Jüngern, und Josephs, und Salome, [Mt 27,55] Markus Mk 48 15 41 Et cum esset in Galilæa, sequebantur eum, et ministrabant ei, et aliæ multæ, quæ simul cum eo ascenderant Jerosolymam. welche ihm, da er in Galiläa war, auch nachgefolgt waren und gedient hatten,³³ und viele andere, die zugleich mit ihm nach Jerusalem hinaufgegangen waren. [Lk 8,2] Markus Mk 48 15 41 33 Bei den Juden erregte es keinen Anstoß, dass fromme Personen den Lehrern mit ihren Mitteln beistanden, anders bei den Heiden. [1Kor 9,5] @@ -54685,1421 +54711,1435 @@ Markus Mk 48 15 46 Joseph autem mercatus sindonem, et deponens eum involvit sind Markus Mk 48 15 46 37 Nicht allein; von den Jüngern war wenigstens der heil. Johannes dabei. Markus Mk 48 15 47 Maria autem Magdalene, et Maria Joseph aspiciebant ubi poneretur. Maria Magdalena aber, und Maria, des Joseph Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde.³⁸ Markus Mk 48 15 47 38 Wenn in der heil. Schrift diejenigen gelobt werden, welche die Toten begraben (Tobias, die Männer von Jabes Galaad), wie viel größer ist da das Verdienst des Joseph, des Nikodemos und der frommen Frauen! -Markus Mk 48 16 0 III 16. Die Auferstehung des Herrn. Ein Engel verkündet die Auferstehung des Herrn. (V. 8) Der Heiland zeigt sich nach seiner Auferstehung Maria Magdalena, zwei Jüngern auf dem Wege und den elf Aposteln. Er sendet seine Jünger in die ganze Welt aus (V. 15) und fährt gen Himmel. -Matthäus Mt 47 16 0 Der Sauerteig der Pharisäer. (V. 12) 3. Dem heil. Petrus wird die Oberleitung der Kirche verheißen. (V. 13-20) 4. Christus belehrt seine Apostel über sein Leiden. (16,21 17,26) Christi Leiden und unsere Selbstverleugnung. +Markus Mk 48 16 0 III 16. Die Auferstehung des Herrn. Ein Engel verkündet die Auferstehung des Herrn. (V. 8) Der Heiland zeigt sich nach seiner Auferstehung Maria Magdalena, zwei Jüngern auf dem Wege und den elf Aposteln. Er sendet seine Jünger in die ganze Welt aus (V. 15) und fährt gen Himmel. +Matthäus Mt 48 16 0 Der Sauerteig der Pharisäer. (V. 12) 3. Dem heil. Petrus wird die Oberleitung der Kirche verheißen. (V. 13-20) 4. Christus belehrt seine Apostel über sein Leiden. (16,21 17,26) Christi Leiden und unsere Selbstverleugnung. Markus Mk 48 16 1 Et cum transisset sabbatum Maria Magdalene, et Maria Jacobi, et Salome emerunt aromata ut venientes ungerent Jesum. Als nun der Sabbat vorüber war,¹ kauften Maria Magdalena, Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Specereien, um hinzugehen, und ihn zu salben. [Mt 28,1, Lk 24,1, Joh 20,1] -Matthäus Mt 47 16 1 Et accesserunt ad eum Pharisæi, et Sadducæi tentantes: et rogaverunt eum ut signum de clo ostenderet eis. Da traten die Pharisäer und Sadducäer zu ihm, um ihn zu versuchen;¹ und sie baten ihn, er möchte ihnen ein Zeichen vom Himmel zeigen. [Mk 8,11] +Matthäus Mt 48 16 1 Et accesserunt ad eum Pharisæi, et Sadducæi tentantes: et rogaverunt eum ut signum de clo ostenderet eis. Da traten die Pharisäer und Sadducäer zu ihm, um ihn zu versuchen;¹ und sie baten ihn, er möchte ihnen ein Zeichen vom Himmel zeigen. [Mk 8,11] Markus Mk 48 16 1 1 Schon am Freitag Abend begannen sie die Zurüstung. [Lk 23,56] -Matthäus Mt 47 16 1 1 Die Wunder der Krankenheilungen und Totenerweckungen genügten nicht. Sie fordern ein Wunder, um ihn zu schmähen, wenn er nicht nach ihrem Willen tut, ihm nicht zu glauben, wenn er ihrer Forderung entspricht. +Matthäus Mt 48 16 1 1 Die Wunder der Krankenheilungen und Totenerweckungen genügten nicht. Sie fordern ein Wunder, um ihn zu schmähen, wenn er nicht nach ihrem Willen tut, ihm nicht zu glauben, wenn er ihrer Forderung entspricht. Markus Mk 48 16 2 Et valde mane una sabbatorum, veniunt ad monumentum, orto jam sole. Und früh am Morgen des ersten Wochentages kamen sie zum Grabe, als die Sonne schon aufgegangen war.² -Matthäus Mt 47 16 2 At ille respondens, ait illis: Facto vespere dicitis: Serenum erit, rubicundum est enim clum. Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Wenn es Abend geworden, saget ihr: Es wird schönes Wetter werden, denn der Himmel rötet sich. [Lk 12,54] +Matthäus Mt 48 16 2 At ille respondens, ait illis: Facto vespere dicitis: Serenum erit, rubicundum est enim clum. Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Wenn es Abend geworden, saget ihr: Es wird schönes Wetter werden, denn der Himmel rötet sich. [Lk 12,54] Markus Mk 48 16 2 2 Die Morgendämmerung, während der sie ausgegangen, ist in jenen Ländern sehr kurz. -Matthäus Mt 47 16 3 Et mane: Hodie tempestas, rutilat enim triste clum. Und am Morgen: Heute wird stürmisches Wetter sein, denn der Himmel rötet sich trüb.² +Matthäus Mt 48 16 3 Et mane: Hodie tempestas, rutilat enim triste clum. Und am Morgen: Heute wird stürmisches Wetter sein, denn der Himmel rötet sich trüb.² Markus Mk 48 16 3 Et dicebant ad invicem: Quis revolvet nobis lapidem ab ostio monumenti? Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Türe des Grabes wegwälzen?³ -Matthäus Mt 47 16 3 2 Aus trüglichen Zeichen schließt ihr auf schönes Wetter oder Regen, meine Wunder weisen euch vergeblich auf die Zeit der Heimsuchung, obwohl bereits die Propheten deren Bedeutung verkündet. +Matthäus Mt 48 16 3 2 Aus trüglichen Zeichen schließt ihr auf schönes Wetter oder Regen, meine Wunder weisen euch vergeblich auf die Zeit der Heimsuchung, obwohl bereits die Propheten deren Bedeutung verkündet. Markus Mk 48 16 3 3 Sie haben noch nichts von den Wächtern und der Versiegelung des Grabes gehört. Die Jünger konnten ihnen die Nachricht nicht bringen, da sie selbst aus Furcht vor den Juden sich verborgen hielten. -Matthäus Mt 47 16 4 Faciem ergo cli dijudicare nostis? signa autem temporum non potestis scire? Generatio mala et adultera signum quærit: et signum non dabitur ei, nisi signum Jonæ prophetæ. Et relictis illis, abiit. Das Aussehen also des Himmels wisset ihr zu beurteilen; aber die Zeichen der Zeit könnet ihr nicht verstehen?³ Das böse⁴ und ehebrecherische⁵ Geschlecht verlangt ein Zeichen; und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, als das Zeichen des Propheten Jonas. Und er verließ sie, und ging hinweg. [Joh 2,1] +Matthäus Mt 48 16 4 Faciem ergo cli dijudicare nostis? signa autem temporum non potestis scire? Generatio mala et adultera signum quærit: et signum non dabitur ei, nisi signum Jonæ prophetæ. Et relictis illis, abiit. Das Aussehen also des Himmels wisset ihr zu beurteilen; aber die Zeichen der Zeit könnet ihr nicht verstehen?³ Das böse⁴ und ehebrecherische⁵ Geschlecht verlangt ein Zeichen; und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, als das Zeichen des Propheten Jonas. Und er verließ sie, und ging hinweg. [Joh 2,1] Markus Mk 48 16 4 Et respicientes viderunt revolutum lapidem. Erat quippe magnus valde. Als sie aber hinblickten,⁴ sahen sie, dass der Stein weggewälzt war;⁵ er war nämlich sehr groß. -Matthäus Mt 47 16 4 3 Wie [Mt 12,39]. +Matthäus Mt 48 16 4 3 Wie [Mt 12,39]. Markus Mk 48 16 4 4 Griech.: Aufschauten. -Matthäus Mt 47 16 4 4 Weil sie ein Wunder wünschen, um ihn zu versuchen. +Matthäus Mt 48 16 4 4 Weil sie ein Wunder wünschen, um ihn zu versuchen. Markus Mk 48 16 4 5 Das Grab hatte zwei Kammern (Cyrill v. Jer.). -Matthäus Mt 47 16 4 5 Gott verlassende. +Matthäus Mt 48 16 4 5 Gott verlassende. Markus Mk 48 16 5 Et introeuntes in monumentum viderunt juvenem sedentem in dextris, coopertum stola candida, et obstupuerunt. Und da sie in das Grab hineingingen, sahen sie einen Jüngling⁶ zur Rechten sitzen, angetan mit einem weißen Kleide,⁷ und sie erschraken. [Mt 28,5, Joh 20,12] -Matthäus Mt 47 16 5 Et cum venissent discipuli ejus trans fretum, obliti sunt panes accipere. Und als die Jünger über den See gekommen waren,⁶ hatten sie vergessen, Brot mit sich zu nehmen. +Matthäus Mt 48 16 5 Et cum venissent discipuli ejus trans fretum, obliti sunt panes accipere. Und als die Jünger über den See gekommen waren,⁶ hatten sie vergessen, Brot mit sich zu nehmen. Markus Mk 48 16 5 6 In dieser Gestalt erschien ihnen der Engel. -Matthäus Mt 47 16 5 6 Auf die wenig bewohnte Ostseite des Sees Tiberias. Als sie übersetzten, vergaßen sie wohl, Brot mit sich zu nehmen, weil Christus den Befehl zur Überfahrt so unvorhergesehen gab. Zum dritten Male zieht sich der Herr auf das Ostufer zurück. Vergl. [Mt 14,13, Mt 15,29]. +Matthäus Mt 48 16 5 6 Auf die wenig bewohnte Ostseite des Sees Tiberias. Als sie übersetzten, vergaßen sie wohl, Brot mit sich zu nehmen, weil Christus den Befehl zur Überfahrt so unvorhergesehen gab. Zum dritten Male zieht sich der Herr auf das Ostufer zurück. Vergl. [Mt 14,13, Mt 15,29]. Markus Mk 48 16 5 7 Der Bote des Lichtes und der überirdischen Herrlichkeit trägt ein Kleid, das deren Symbol ist. -Matthäus Mt 47 16 6 Qui dixit illis: Intuemini, et cavete a fermento Pharisæorum, et Sadducæorum. Er sprach zu ihnen: Sehet wohl zu, und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer! [Mk 8,15, Lk 12,1] +Matthäus Mt 48 16 6 Qui dixit illis: Intuemini, et cavete a fermento Pharisæorum, et Sadducæorum. Er sprach zu ihnen: Sehet wohl zu, und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer! [Mk 8,15, Lk 12,1] Markus Mk 48 16 6 Qui dicit illis: Nolite expavescere: Jesum quæritis Nazarenum, crucifixum: surrexit, non est hic, ecce locus ubi posuerunt eum. Dieser aber sprach zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth,⁸ den Gekreuzigten;⁹ er ist auferstanden, er ist nicht hier, sehet da den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. Markus Mk 48 16 6 8 So nennt sich auch der Heiland selbst [Apg 22,8]. Das Wort bezeugt, dass er wahrhaft Mensch ist. Markus Mk 48 16 6 9 Die Bitterkeit des Kreuzes ist vorüber, die Blüte des Lebens ist mit ihren Früchten aus dem Kreuze hervorgesprossen. Markus Mk 48 16 7 Sed ite, dicite discipulis ejus, et Petro quia præcedit vos in Galilæam: ibi eum videbitis, sicut dixit vobis. Aber gehet hin,¹⁰ saget seinen Jüngern und dem Petrus,¹¹ dass er euch vorausgeht nach Galiläa; daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. [Mk 14,28] -Matthäus Mt 47 16 7 At illi cogitabant intra se dicentes: Quia panes non accepimus. Da überlegten sie untereinander⁷ und sagten: Wir haben kein Brot⁸ mitgenommen.⁹ -Matthäus Mt 47 16 7 7 Griech: Sie sprachen unter sich. Vergl. [Mk 8,16]. -Matthäus Mt 47 16 7 8 Nämlich der Pharisäer oder Juden. -Matthäus Mt 47 16 7 9 Ergänze: deshalb sagt er dies. +Matthäus Mt 48 16 7 At illi cogitabant intra se dicentes: Quia panes non accepimus. Da überlegten sie untereinander⁷ und sagten: Wir haben kein Brot⁸ mitgenommen.⁹ +Matthäus Mt 48 16 7 7 Griech: Sie sprachen unter sich. Vergl. [Mk 8,16]. +Matthäus Mt 48 16 7 8 Nämlich der Pharisäer oder Juden. +Matthäus Mt 48 16 7 9 Ergänze: deshalb sagt er dies. Markus Mk 48 16 7 10 Er unterbricht sich, um zur Ermahnung überzugehen. Gleichsam der erste Gedanke des auferstandenen Heilandes gilt den Jüngern. Markus Mk 48 16 7 11 Er soll der Verzeihung sicher sein (Greg., Vikt., Euth., Bed.), vielleicht auch wird er seiner höheren Würde wegen besonders genannt (Theoph.). -Matthäus Mt 47 16 8 Sciens autem Jesus, dixit: Quid cogitatis intra vos modicæ fidei, quia panes non habetis? Jesus aber wusste dies, und sprach: Was überlegt ihr untereinander, Kleingläubige, dass ihr kein Brot habet?¹⁰ +Matthäus Mt 48 16 8 Sciens autem Jesus, dixit: Quid cogitatis intra vos modicæ fidei, quia panes non habetis? Jesus aber wusste dies, und sprach: Was überlegt ihr untereinander, Kleingläubige, dass ihr kein Brot habet?¹⁰ Markus Mk 48 16 8 At illæ exeuntes, fugerunt de monumento: invaserat enim eas tremor et pavor: et nemini quidquam dixerunt: timebant enim. Sie aber gingen hinaus, und flohen vom Grabe; denn es hatte sie Schrecken und Entsetzen ergriffen, und sie sagten niemanden etwas;¹² denn sie fürchteten sich. -Matthäus Mt 47 16 8 10 Doppelter Tadel: Sie verstanden fleischlich, was von dem Sauerteige der Pharisäer gesagt war, obwohl ihnen Christus gesagt hatte: Nicht was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen [Mt 15,11], und waren besorgt um die Speise. Christus zeigt ihnen ihren Irrtum, erinnert sie an das Vergangene und eröffnet ihnen das rechte Verständnis. +Matthäus Mt 48 16 8 10 Doppelter Tadel: Sie verstanden fleischlich, was von dem Sauerteige der Pharisäer gesagt war, obwohl ihnen Christus gesagt hatte: Nicht was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen [Mt 15,11], und waren besorgt um die Speise. Christus zeigt ihnen ihren Irrtum, erinnert sie an das Vergangene und eröffnet ihnen das rechte Verständnis. Markus Mk 48 16 8 12 Nicht sofort, sondern erst später verkünden sie die Botschaft, und zwar mit Freuden. Markus Mk 48 16 9 Surgens autem mane, prima sabbati, apparuit primo Mariæ Magdalene, de qua ejecerat septem dæmonia. Am Morgen aber des ersten Tages der Woche auferstanden, erschien er zuerst¹³ der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte.¹⁴ [Joh 20,16, Lk 8,2] -Matthäus Mt 47 16 9 Nondum intelligitis, neque recordamini quinque panum in quinque millia hominum, et quot cophinos sumpsistis. Habt ihr noch keine Einsicht, und erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote für die fünftausend Mann, und wie viele Körbe ihr aufhobet? [Mt 14,17, Joh 6,9] +Matthäus Mt 48 16 9 Nondum intelligitis, neque recordamini quinque panum in quinque millia hominum, et quot cophinos sumpsistis. Habt ihr noch keine Einsicht, und erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote für die fünftausend Mann, und wie viele Körbe ihr aufhobet? [Mt 14,17, Joh 6,9] Markus Mk 48 16 9 13 Unter denen, von welchen der Evangelist berichten will. Denn zu allererst erschien Jesus sicher seiner heiligsten Mutter (Sedul., Ign. Loy., Bened. XIV., fast alle katholischen Erklärer). Markus Mk 48 16 9 14 Schon [Mk 15,40.47, Mk 16,1] geschah ihrer Erwähnung. Hier ist der Zusatz beigegeben, um Christi Herablassung in helleres Licht zu stellen. -Matthäus Mt 47 16 10 Neque septem panum in quatuor millia hominum, et quot sportas sumpsistis? Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend Mann, und wie viele Körbe ihr aufhobet? [Mt 15,34] +Matthäus Mt 48 16 10 Neque septem panum in quatuor millia hominum, et quot sportas sumpsistis? Auch nicht an die sieben Brote für die viertausend Mann, und wie viele Körbe ihr aufhobet? [Mt 15,34] Markus Mk 48 16 10 Illa vadens nuntiavit his, qui cum eo fuerant, lugentibus, et flentibus. Diese ging hin, und verkündete es denen, welche mit ihm gewesen waren,¹⁵ und trauerten und weinten. Markus Mk 48 16 10 15 Apostel und andere Jünger. -Matthäus Mt 47 16 11 Quare non intelligitis, quia non de pane dixi vobis: Cavete a fermento Pharisæorum, et Sadducæorum? Wie seht ihr nicht ein,¹¹ dass ich nicht in Bezug auf Brot euch gesagt habe: Hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer? +Matthäus Mt 48 16 11 Quare non intelligitis, quia non de pane dixi vobis: Cavete a fermento Pharisæorum, et Sadducæorum? Wie seht ihr nicht ein,¹¹ dass ich nicht in Bezug auf Brot euch gesagt habe: Hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer? Markus Mk 48 16 11 Et illi audientes quia viveret, et visus esset ab ea, non crediderunt. Da sie aber hörten, dass er lebe, und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht. -Matthäus Mt 47 16 11 11 Wie wenig verstehen wir Gottes Gedanken, so lange sein Geist unser Herz nicht umschafft! -Matthäus Mt 47 16 12 Tunc intellexerunt quia non dixerit cavendum a fermento panum, sed a doctrina Pharisæorum, et Sadducæorum. Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich vor dem Sauerteige des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadducäer hüten.¹² +Matthäus Mt 48 16 11 11 Wie wenig verstehen wir Gottes Gedanken, so lange sein Geist unser Herz nicht umschafft! +Matthäus Mt 48 16 12 Tunc intellexerunt quia non dixerit cavendum a fermento panum, sed a doctrina Pharisæorum, et Sadducæorum. Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich vor dem Sauerteige des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadducäer hüten.¹² Markus Mk 48 16 12 Post hæc autem duobus ex his ambulantibus ostensus est in alia effigie, euntibus in villam: Und darnach offenbarte er sich in einer andern Gestalt zweien von ihnen auf dem Wege, da sie nach einem Marktflecken gingen.¹⁶ [Lk 24,13] -Matthäus Mt 47 16 12 12 So weit dieselbe falsch war, von Christus abzog und die wahre Frömmigkeit behinderte. +Matthäus Mt 48 16 12 12 So weit dieselbe falsch war, von Christus abzog und die wahre Frömmigkeit behinderte. Markus Mk 48 16 12 16 Emmaus. -Matthäus Mt 47 16 13 Venit autem Jesus in partes Cæsareæ Philippi: et interrogabat discipulos suos, dicens: Quem dicunt homines esse Filium hominis? Es kam aber Jesus¹³ in die Gegend von Cäsarea Philippi,¹⁴ und er fragte seine Jünger, und sprach: Wofür halten die Leute¹⁵ den Menschensohn? [Mk 8,27] +Matthäus Mt 48 16 13 Venit autem Jesus in partes Cæsareæ Philippi: et interrogabat discipulos suos, dicens: Quem dicunt homines esse Filium hominis? Es kam aber Jesus¹³ in die Gegend von Cäsarea Philippi,¹⁴ und er fragte seine Jünger, und sprach: Wofür halten die Leute¹⁵ den Menschensohn? [Mk 8,27] Markus Mk 48 16 13 Et illi euntes nuntiaverunt ceteris: nec illis crediderunt. Auch diese gingen hin, und verkündeten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht.¹⁷ -Matthäus Mt 47 16 13 13 Nach [Lk 9,18] betet Christus vorher, wie vor der Erwählung der Apostel. -Matthäus Mt 47 16 13 14 Einst Paneas genannt, am Fuße des Hermon gelegen. Der Vierfürst Philippus hatte die Stadt vergrößert und zu Ehren des Tiberius Cäsarea genannt. Man gab ihr den Beinamen Philippi, um sie von anderen zu unterscheiden. In einer großenteils heidnischen Landschaft wird Christi Gottheit bekannt und der Fels der Kirche erwählt, eine Vorbedeutung, dass das messianische Reich von den Juden verworfen auf die Heiden übergehen wird. Wohl hat Nathanael den Heiland bereits einmal Sohn Gottes genannt [Joh 1,49], ebenso Simon Petrus [Joh 6,70], desgleichen die Leute im Schiffe, als der Herr auf dem Meer wandelte [Mt 14,33], indes alle wohl mehr aus einer augenblicklichen inneren Bewegung heraus, als in Folge klarer und fester Überzeugung. In der Einsamkeit sollen die Apostel diese durch Gottes Gnade gewinnen. -Matthäus Mt 47 16 13 15 Nicht die Pharisäer. +Matthäus Mt 48 16 13 13 Nach [Lk 9,18] betet Christus vorher, wie vor der Erwählung der Apostel. +Matthäus Mt 48 16 13 14 Einst Paneas genannt, am Fuße des Hermon gelegen. Der Vierfürst Philippus hatte die Stadt vergrößert und zu Ehren des Tiberius Cäsarea genannt. Man gab ihr den Beinamen Philippi, um sie von anderen zu unterscheiden. In einer großenteils heidnischen Landschaft wird Christi Gottheit bekannt und der Fels der Kirche erwählt, eine Vorbedeutung, dass das messianische Reich von den Juden verworfen auf die Heiden übergehen wird. Wohl hat Nathanael den Heiland bereits einmal Sohn Gottes genannt [Joh 1,49], ebenso Simon Petrus [Joh 6,70], desgleichen die Leute im Schiffe, als der Herr auf dem Meer wandelte [Mt 14,33], indes alle wohl mehr aus einer augenblicklichen inneren Bewegung heraus, als in Folge klarer und fester Überzeugung. In der Einsamkeit sollen die Apostel diese durch Gottes Gnade gewinnen. +Matthäus Mt 48 16 13 15 Nicht die Pharisäer. Markus Mk 48 16 13 17 Sie glauben nicht so fest, dass sie nicht bald wieder einem Zweifel zugänglich sind: [Lk 24,37] Markus Mk 48 16 14 Novissime recumbentibus illis undecim apparuit: et exprobravit incredulitatem eorum et duritiam cordis: quia iis, qui viderant eum resurrexisse, non crediderunt. Zuletzt¹⁸ erschien er den Elf,¹⁹ als sie zu Tische saßen; und er verwies ihnen ihren Unglauben und ihre Herzenshärtigkeit, dass sie denen nicht geglaubt, welche ihn auferstanden gesehen hatten.²⁰ -Matthäus Mt 47 16 14 At illi dixerunt: Alii Joannem Baptistam, alii autem Eliam, alii vero Jeremiam, aut unum ex prophetis. Sie aber sprachen: Einige für Johannes, den Täufer, andere für Elias, andere aber für Jeremias oder einen der Propheten.¹⁶ [Mk 8,28, Lk 9,19] -Matthäus Mt 47 16 14 16 Ebenso irrte Herodes [Mt 14,2]. Elias sollte vor dem Messias kommen [Mal 4,5.6, vergleiche Kap. 11 Anm 20]. Jeremias: vielleicht in Folge der Erzählung [2Makk 2,5ff] und 4 Esdr. 2,18. Einer der Propheten: Das Volk meinte wohl, wie Herodes [Mt 14,2], die Propheten seien nach der Auferstehung mächtiger in Wunderwerken. Es bestand eine allgemeine Erwartung, dass der Messias kommen werde, aber man erwartete ihn in Herrlichkeit und Macht. Da Jesus ohne Prunk und Glanz erscheint, halten sie ihn nicht für den Messias. Andererseits haben die Verleumdungen der Pharisäer es noch nicht dahin gebracht, dass das Volk ihn nicht wegen seiner Wunder für einen Propheten hält. Noch ein Jahr muss vergehen, bis auch das Volk auf das Anstiften der Pharisäer den Tod Jesu fordert. +Matthäus Mt 48 16 14 At illi dixerunt: Alii Joannem Baptistam, alii autem Eliam, alii vero Jeremiam, aut unum ex prophetis. Sie aber sprachen: Einige für Johannes, den Täufer, andere für Elias, andere aber für Jeremias oder einen der Propheten.¹⁶ [Mk 8,28, Lk 9,19] +Matthäus Mt 48 16 14 16 Ebenso irrte Herodes [Mt 14,2]. Elias sollte vor dem Messias kommen [Mal 4,5.6, vergleiche Kap. 11 Anm 20]. Jeremias: vielleicht in Folge der Erzählung [2Makk 2,5ff] und 4 Esdr. 2,18. Einer der Propheten: Das Volk meinte wohl, wie Herodes [Mt 14,2], die Propheten seien nach der Auferstehung mächtiger in Wunderwerken. Es bestand eine allgemeine Erwartung, dass der Messias kommen werde, aber man erwartete ihn in Herrlichkeit und Macht. Da Jesus ohne Prunk und Glanz erscheint, halten sie ihn nicht für den Messias. Andererseits haben die Verleumdungen der Pharisäer es noch nicht dahin gebracht, dass das Volk ihn nicht wegen seiner Wunder für einen Propheten hält. Noch ein Jahr muss vergehen, bis auch das Volk auf das Anstiften der Pharisäer den Tod Jesu fordert. Markus Mk 48 16 14 18 Eigentlich: nachher. Es ist nicht die letzte Erscheinung, denn bis zu dieser blieben sie doch noch schwankend. Vielmehr passt der Vorwurf des Heilandes auf die erste Erscheinung am Abende des Auferstehungstages [Joh 20,19, Lk 24,36.43]. Markus Mk 48 16 14 19 Der Apostelchor, auch wenn einer fehlt. Zwischen V. 14 und 15 liegt wohl ebenso ein großer Zwischenraum wie zwischen V. 19 und 20. Markus Mk 48 16 14 20 Markus erwähnt nur eine der Offenbarungen Jesu vor den Aposteln. Markus Mk 48 16 15 Et dixit eis: Euntes in mundum universum prædicate Evangelium omni creaturæ. Und er sprach zu ihnen:²¹ Gehet hin in die ganze Welt, und prediget das Evangelium allen Geschöpfen! -Matthäus Mt 47 16 15 Dicit illis Jesus: Vos autem quem me esse dicitis? Jesus sprach zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?¹⁷ -Matthäus Mt 47 16 15 17 Die zweite Frage zeigt, dass die anderen Antworten seiner Würde nicht entsprechen. Der, welcher vor einiger Zeit, als viele den Herrn verließen, ein herrliches Zeugnis des Glaubens abgelegt [Joh 6,70], sieht seine Mitjünger zögern, was sie sagen sollen und allen voraus eilend, verhindert er, dass sie etwa minder Geziemendes sagen (Chrysost.). Dass er aber das Rechte trifft, ist Sache Gottes. +Matthäus Mt 48 16 15 Dicit illis Jesus: Vos autem quem me esse dicitis? Jesus sprach zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?¹⁷ +Matthäus Mt 48 16 15 17 Die zweite Frage zeigt, dass die anderen Antworten seiner Würde nicht entsprechen. Der, welcher vor einiger Zeit, als viele den Herrn verließen, ein herrliches Zeugnis des Glaubens abgelegt [Joh 6,70], sieht seine Mitjünger zögern, was sie sagen sollen und allen voraus eilend, verhindert er, dass sie etwa minder Geziemendes sagen (Chrysost.). Dass er aber das Rechte trifft, ist Sache Gottes. Markus Mk 48 16 15 21 Der Evangelist gibt die Zeit nicht an. Der heil. Petrus wählt wohl aus den Reden des Heilandes dasjenige aus, was den Römern das Wichtigste sein musste. -Matthäus Mt 47 16 16 Respondens Simon Petrus dixit ei: Tu es Christus, Filius Dei vivi. Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!¹⁸ [Joh 6,70] +Matthäus Mt 48 16 16 Respondens Simon Petrus dixit ei: Tu es Christus, Filius Dei vivi. Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!¹⁸ [Joh 6,70] Markus Mk 48 16 16 Qui crediderit, et baptizatus fuerit, salvus erit: qui vero non crediderit, condemnabitur. Wer glaubt²² und sich taufen lässt, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. [Joh 3,18.36] -Matthäus Mt 47 16 16 18 Hier bekennt er, dass der Heiland wahrer Sohn Gottes, wahrer Gott ist, wie aus der Antwort Christi hervorgeht: Mein Vater, der im Himmel ist, hat es dir (nicht allen) geoffenbart. Spricht Petrus im Namen aller Jünger? Gewiss nicht, Sonst würde er es andeuten, wie z. B. [Joh 6,69.70], und nicht er allein, sondern alle Apostel würden vom Heilande selig gepriesen und belohnt. Zudem wusste Petrus doch kaum, was sie vorher gedacht, wenn sie auch jetzt von Herzen beistimmten. +Matthäus Mt 48 16 16 18 Hier bekennt er, dass der Heiland wahrer Sohn Gottes, wahrer Gott ist, wie aus der Antwort Christi hervorgeht: Mein Vater, der im Himmel ist, hat es dir (nicht allen) geoffenbart. Spricht Petrus im Namen aller Jünger? Gewiss nicht, Sonst würde er es andeuten, wie z. B. [Joh 6,69.70], und nicht er allein, sondern alle Apostel würden vom Heilande selig gepriesen und belohnt. Zudem wusste Petrus doch kaum, was sie vorher gedacht, wenn sie auch jetzt von Herzen beistimmten. Markus Mk 48 16 16 22 Der wahre Glaube ist der, welcher in den Sitten dem nicht widerspricht, was die Worte bekennen. (Greg.) Vergl. [1Joh 2,4]. Markus Mk 48 16 17 Signa autem eos, qui crediderint, hæc sequentur: In nomine meo dæmonia ejicient: linguis loquentur novis: Es werden aber denen, die da glauben, diese Wunder folgen: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben;²³ in neuen Sprachen²⁴ reden; [Apg 16,18, Apg 2,4, Apg 10,46] -Matthäus Mt 47 16 17 Respondens autem Jesus, dixit ei: Beatus es Simon Bar Jona: quia caro, et sanguis non revelavit tibi, sed Pater meus, qui in clis est. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihm: Selig¹⁹ bist du Simon, Sohn des Jonas! denn Fleisch und Blut hat es dir nicht geoffenbaret, sondern mein Vater, der im Himmel ist.²⁰ -Matthäus Mt 47 16 17 19 Selig werden diejenigen genannt, welchen eine besondere Gnade Gottes zuteil wird. Wenn es nun das ewige Leben ist, dass wir Gott erkennen und den er gesandt hat [Joh 17,3], wie sehr kommt Petrus dieses Glück zu! -Matthäus Mt 47 16 17 20 Siehe [Mt 11,27]. +Matthäus Mt 48 16 17 Respondens autem Jesus, dixit ei: Beatus es Simon Bar Jona: quia caro, et sanguis non revelavit tibi, sed Pater meus, qui in clis est. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihm: Selig¹⁹ bist du Simon, Sohn des Jonas! denn Fleisch und Blut hat es dir nicht geoffenbaret, sondern mein Vater, der im Himmel ist.²⁰ +Matthäus Mt 48 16 17 19 Selig werden diejenigen genannt, welchen eine besondere Gnade Gottes zuteil wird. Wenn es nun das ewige Leben ist, dass wir Gott erkennen und den er gesandt hat [Joh 17,3], wie sehr kommt Petrus dieses Glück zu! +Matthäus Mt 48 16 17 20 Siehe [Mt 11,27]. Markus Mk 48 16 17 23 Des Heilandes Macht über die bösen Geister wird in diesem Evangelium besonders hervorgehoben. Markus Mk 48 16 17 24 Welche die Redenden bis dahin nicht gesprochen. Markus Mk 48 16 18 Serpentes tollent: et si mortiferum quid biberint, non eis nocebit: super ægros manus imponent, et bene habebunt. Schlangen aufheben;²⁵ und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden;²⁶ Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.²⁷ [Apg 28,5.8] -Matthäus Mt 47 16 18 Et ego dico tibi, quia tu es Petrus, et super hanc petram ædificabo ecclesiam meam, et portæ inferi non prævalebunt adversus eam. Und ich²¹ sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche²² bauen,²³ und die Pforten der Hölle werden sie²⁴ nicht überwältigen.²⁵ -Matthäus Mt 47 16 18 21 Wie mein Vater, der im Himmel ist, dir meine Gottheit geoffenbart hat, so tue ich dir deinen Vorzug kund (Leo.). -Matthäus Mt 47 16 18 22 Da der Heiland aramäisch redete, sagte er: Du bist ein Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche erbauen. Den Namen Fels versprach ihm Jesus, als Petrus zu ihm geführt ward [Joh 1,42], jetzt gibt er ihn zum Lohne, wie er einst dem Vater der Gläubigen, Abraham seinen Namen gab. Im A. T. wird Gott oft ein Fels genannt: [Dtn 32,15] Fels des Heiles und [Dtn 32,4] Fels, [2Sam 23,3] Fels Israels, ebenso [Jes 30,29]. Von David wird Gott ein Fels genannt, [Ps 18,3.47, Ps 19,15, Ps 31,3], Fels meines Herzens [Ps 73,26]. Fels meines Heiles heißt der Herr [2Sam 22,47, Ps 89,28] usw. Da Gott das unabänderliche Fundament seines Volkes ist, muss dieser Name, wenn er vom Heilande dem heil. Petrus beigelegt wird, die erhabene Würde desselben als Grundsteines des Reiches Christi kundtun. Von Petrus also erhält die Kirche ihre Festigkeit wie das Haus [Mt 7,24]. -Matthäus Mt 47 16 18 23 Dies Wort wird im A. T. häufig für die Theokratie des A. B. gebraucht. An seiner Stelle steht auch bisweilen das andere: Haus Gottes, so dass der Gedanke des Bauens nahe lag. -Matthäus Mt 47 16 18 24 Die Kirche mit ihrem Fundamente. (Orig.) Die dem heil. Petrus mitgeteilte Kraft überwindet jeden Feind. Zu erklären nach [Mt 7,25]. Der Kirche steht eine andere Feste entgegen, der Teufel mit allen denen, die seine Macht bilden (Orig.), ganz besonders die Häresien (Orig., Hier.). Aus dieser Verheißung folgt die Unfehlbarkeit der Kirche, mithin des Papstes, der ihr Fundament ist, ein Felsen. Vergl. [Mt 7,25]. +Matthäus Mt 48 16 18 Et ego dico tibi, quia tu es Petrus, et super hanc petram ædificabo ecclesiam meam, et portæ inferi non prævalebunt adversus eam. Und ich²¹ sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche²² bauen,²³ und die Pforten der Hölle werden sie²⁴ nicht überwältigen.²⁵ +Matthäus Mt 48 16 18 21 Wie mein Vater, der im Himmel ist, dir meine Gottheit geoffenbart hat, so tue ich dir deinen Vorzug kund (Leo.). +Matthäus Mt 48 16 18 22 Da der Heiland aramäisch redete, sagte er: Du bist ein Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche erbauen. Den Namen Fels versprach ihm Jesus, als Petrus zu ihm geführt ward [Joh 1,42], jetzt gibt er ihn zum Lohne, wie er einst dem Vater der Gläubigen, Abraham seinen Namen gab. Im A. T. wird Gott oft ein Fels genannt: [Dtn 32,15] Fels des Heiles und [Dtn 32,4] Fels, [2Sam 23,3] Fels Israels, ebenso [Jes 30,29]. Von David wird Gott ein Fels genannt, [Ps 18,3.47, Ps 19,15, Ps 31,3], Fels meines Herzens [Ps 73,26]. Fels meines Heiles heißt der Herr [2Sam 22,47, Ps 89,28] usw. Da Gott das unabänderliche Fundament seines Volkes ist, muss dieser Name, wenn er vom Heilande dem heil. Petrus beigelegt wird, die erhabene Würde desselben als Grundsteines des Reiches Christi kundtun. Von Petrus also erhält die Kirche ihre Festigkeit wie das Haus [Mt 7,24]. +Matthäus Mt 48 16 18 23 Dies Wort wird im A. T. häufig für die Theokratie des A. B. gebraucht. An seiner Stelle steht auch bisweilen das andere: Haus Gottes, so dass der Gedanke des Bauens nahe lag. +Matthäus Mt 48 16 18 24 Die Kirche mit ihrem Fundamente. (Orig.) Die dem heil. Petrus mitgeteilte Kraft überwindet jeden Feind. Zu erklären nach [Mt 7,25]. Der Kirche steht eine andere Feste entgegen, der Teufel mit allen denen, die seine Macht bilden (Orig.), ganz besonders die Häresien (Orig., Hier.). Aus dieser Verheißung folgt die Unfehlbarkeit der Kirche, mithin des Papstes, der ihr Fundament ist, ein Felsen. Vergl. [Mt 7,25]. Markus Mk 48 16 18 25 Ohne Furcht. Ein Beispiel [Apg 28,3-6]. So hatte Christus schon früher verheißen [Lk 10,19] -Matthäus Mt 47 16 18 25 Was das Fundament zu leisten hat, sagt der Herr selbst [Mt 7,25]: Die Festigkeit. Doch zugleich gibt das Fundament den Teilen ihre Einheit, da alles, was außerhalb desselben gebaut ist, nicht eines mit dem Hause ist. Da nun Christi Kirche eine Vereinigung von Menschen ist, erhält diese ihre Festigkeit und Einheit durch ihre Verbindung mit dem heil. Petrus. Mithin haben sich alle seiner Autorität zu unterwerfen. In den Worten des Herrn ist zugleich die Verheißung enthalten, dass er Sorge tragen werde, damit Petrus wirklich die Festigkeit und Einheit erhalte und seine Aufgabe als Fundament erfülle. Wodurch? Durch den Glauben, den er bekennt. Da nun die von Christus gegründete Kirche durch alle Zeiten bestehen soll: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen, so muss dieses Fundament ebenso beständig sein wie die Kirche. Christus ist selbst das Hauptfundament der Kirche. [1Kor 3,11] Aber wie es Gott allein eigen ist, die Sünden zu vergeben und er diese Gewalt dennoch den Aposteln mitteilt, so will Christus, das erste Fundament, auch dem heil. Petrus seine Festigkeit mitteilen. (Chrys., Leo.) +Matthäus Mt 48 16 18 25 Was das Fundament zu leisten hat, sagt der Herr selbst [Mt 7,25]: Die Festigkeit. Doch zugleich gibt das Fundament den Teilen ihre Einheit, da alles, was außerhalb desselben gebaut ist, nicht eines mit dem Hause ist. Da nun Christi Kirche eine Vereinigung von Menschen ist, erhält diese ihre Festigkeit und Einheit durch ihre Verbindung mit dem heil. Petrus. Mithin haben sich alle seiner Autorität zu unterwerfen. In den Worten des Herrn ist zugleich die Verheißung enthalten, dass er Sorge tragen werde, damit Petrus wirklich die Festigkeit und Einheit erhalte und seine Aufgabe als Fundament erfülle. Wodurch? Durch den Glauben, den er bekennt. Da nun die von Christus gegründete Kirche durch alle Zeiten bestehen soll: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen, so muss dieses Fundament ebenso beständig sein wie die Kirche. Christus ist selbst das Hauptfundament der Kirche. [1Kor 3,11] Aber wie es Gott allein eigen ist, die Sünden zu vergeben und er diese Gewalt dennoch den Aposteln mitteilt, so will Christus, das erste Fundament, auch dem heil. Petrus seine Festigkeit mitteilen. (Chrys., Leo.) Markus Mk 48 16 18 26 Gott will sie vor boshaften Nachstellungen beschützen. Markus Mk 48 16 18 27 Vergl. [Mt 17,20, Mt 21,21, Lk 17,6]. Diese Verheißung Christi verbürgt der Kirche, dass in ihr die Wundergabe nie versiegen wird. -Matthäus Mt 47 16 19 Et tibi dabo claves regni clorum. Et quodcumque ligaveris super terram, erit ligatum et in clis: et quodcumque solveris super terram, erit solutum et in clis. Und dir werde ich die Schlüssel des Himmelreiches geben.²⁶ Was du immer binden wirst auf Erden, das wird auch im Himmel gebunden sein; und was du immer lösen wirst auf Erden, wird auch im Himmel gelöst sein.²⁷ +Matthäus Mt 48 16 19 Et tibi dabo claves regni clorum. Et quodcumque ligaveris super terram, erit ligatum et in clis: et quodcumque solveris super terram, erit solutum et in clis. Und dir werde ich die Schlüssel des Himmelreiches geben.²⁶ Was du immer binden wirst auf Erden, das wird auch im Himmel gebunden sein; und was du immer lösen wirst auf Erden, wird auch im Himmel gelöst sein.²⁷ Markus Mk 48 16 19 Et Dominus quidem Jesus postquam locutus est eis, assumptus est in clum, et sedet a dextris Dei. Und nachdem der Herr Jesus²⁸ zu ihnen gesprochen hatte,²⁹ ward er in den Himmel aufgenommen, und sitzet zur Rechten Gottes. [Lk 24,51] -Matthäus Mt 47 16 19 26 Jemanden die Schlüssel eines Hauses usw. übergeben bedeutet, ihm die Gewalt über das Haus usw. übertragen. Christus verheißt also dem heil. Petrus die höchste Gewalt über die Kirche nach der seinigen, denn er hat die Schlüssel von Tod und Hölle und den Schlüssel Davids. [Offb 1,18, Offb 3,7] vergl. [Jes 22,22]. -Matthäus Mt 47 16 19 27 Der Heiland erklärt die verliehene Gewalt eingehender. Die gesetzgebende und die notwendigerweise damit verbundene richterliche Gewalt wird verheißen, und zwar eine ganz allgemeine: Was immer, nämlich der Aufgabe der Kirche gemäß. Jede Entscheidung wird als Gott genehm bezeichnet. Da der heil. Matthäus aramäisch schrieb, bedeutete binden und lösen nach damaligem Sprachgebrauche alles, was auf Religion und heilige Schrift Bezug hatte, endgültig vorschreiben. Die höchste Gewalt auf diesem Gebiet umfasst auch die Macht, Sünden zu vergeben. +Matthäus Mt 48 16 19 26 Jemanden die Schlüssel eines Hauses usw. übergeben bedeutet, ihm die Gewalt über das Haus usw. übertragen. Christus verheißt also dem heil. Petrus die höchste Gewalt über die Kirche nach der seinigen, denn er hat die Schlüssel von Tod und Hölle und den Schlüssel Davids. [Offb 1,18, Offb 3,7] vergl. [Jes 22,22]. +Matthäus Mt 48 16 19 27 Der Heiland erklärt die verliehene Gewalt eingehender. Die gesetzgebende und die notwendigerweise damit verbundene richterliche Gewalt wird verheißen, und zwar eine ganz allgemeine: Was immer, nämlich der Aufgabe der Kirche gemäß. Jede Entscheidung wird als Gott genehm bezeichnet. Da der heil. Matthäus aramäisch schrieb, bedeutete binden und lösen nach damaligem Sprachgebrauche alles, was auf Religion und heilige Schrift Bezug hatte, endgültig vorschreiben. Die höchste Gewalt auf diesem Gebiet umfasst auch die Macht, Sünden zu vergeben. Markus Mk 48 16 19 28 Von dem Herrn in seiner Glorie redet der Evangelist feierlicher. Markus Mk 48 16 19 29 Nach allen Unterweisungen, welche er nach seiner Auferstehung den Aposteln gegeben. -Matthäus Mt 47 16 20 Tunc præcepit discipulis suis ut nemini dicerent quia ipse esset Jesus Christus. Dann gebot er seinen Jüngern, sie sollten niemanden sagen, dass er Jesus, der Christus, sei.²⁸ +Matthäus Mt 48 16 20 Tunc præcepit discipulis suis ut nemini dicerent quia ipse esset Jesus Christus. Dann gebot er seinen Jüngern, sie sollten niemanden sagen, dass er Jesus, der Christus, sei.²⁸ Markus Mk 48 16 20 Illi autem profecti prædicaverunt ubique Domino cooperante, et sermonem confirmante, sequentibus signis. Sie aber gingen hin,³⁰ und predigten überall, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort³¹ durch die darauf folgenden Wunder.³² -Matthäus Mt 47 16 20 28 Inzwischen sollen die Apostel den Schatz noch verbergen, welchen der himmlische Vater ihnen gewiesen hat, damit das Volk, erfahrend, dass er der Messias ist, nicht etwa hingerissen werde zu dem Versuche, ein irdisches Reich aufzurichten. +Matthäus Mt 48 16 20 28 Inzwischen sollen die Apostel den Schatz noch verbergen, welchen der himmlische Vater ihnen gewiesen hat, damit das Volk, erfahrend, dass er der Messias ist, nicht etwa hingerissen werde zu dem Versuche, ein irdisches Reich aufzurichten. Markus Mk 48 16 20 30 Nicht sofort. Markus Mk 48 16 20 31 Die Predigt des Evangeliums. Markus Mk 48 16 20 32 Was der Herr in V. 17, V. 18 verheißen, erfüllte er treu. -Matthäus Mt 47 16 21 Exinde cpit Jesus ostendere discipulis suis, quia oporteret eum ire Jerosolymam, et multa pati a senioribus, et Scribis, et principibus sacerdotum, et occidi, et tertia die resurgere. Von dieser Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen,²⁹ dass er hingehen müsse³⁰ nach Jerusalem, und von den Ältesten und Schriftgelehrten und Hohenpriestern³¹ vieles leiden, und getötet werden, und am dritten Tage wieder auferstehen.³² -Matthäus Mt 47 16 21 29 Der Heiland sagt neun oder zehn Monate vorher sein Leiden und seine Auferstehung voraus, nachdem die Jünger ihn als wahren Gott erkannt haben. -Matthäus Mt 47 16 21 30 Nach Gottes in den Prophezeiungen offenbartem Ratschluss, wie der Heiland selbst [Mt 26,54, Lk 24,25-27, Joh 3,14] erklärt. In Jerusalem, wo das alte Gottesreich Schatten und Abbild des neuen gewesen, soll auch das messianische Reich begründet werden. -Matthäus Mt 47 16 21 31 Sie werden den Messias töten und der größere Teil des Volkes wird sich von ihm abwenden. -Matthäus Mt 47 16 21 32 Christus sagt auch seine Auferstehung voraus. Vergl. [Mk 9,31]. -Matthäus Mt 47 16 22 Et assumens eum Petrus, cpit increpare illum dicens: Absit a te, Domine: non erit tibi hoc. Und Petrus nahm ihn zu sich, und fing an,³³ es ihm zu verweisen, und sprach: Das sei ferne von dir, Herr! das wird dir nicht widerfahren.³⁴ -Matthäus Mt 47 16 22 33 Weil der Herr ihn alsbald unterbrach. -Matthäus Mt 47 16 22 34 Mit welchem Eifer redet er stets! In dem, was dem heil. Petrus offenbart war, sagte er das Rechte und irrte in dem, was ihm nicht offenbart war. (Theoph.) -Matthäus Mt 47 16 23 Qui conversus, dixit Petro: Vade post me satana, scandalum es mihi: quia non sapis ea, quæ Dei sunt, sed ea, quæ hominum. Er aber wandte sich³⁵ und sprach zu Petrus: Weiche zurück hinter mich,³⁶ Satan!³⁷ du bist mir zum Ärgernisse; denn du hast nicht Sinn für das, was Gottes ist,³⁸ sondern für das, was der Menschen ist.³⁹ [Mk 8,33] -Matthäus Mt 47 16 23 35 Wohl mit Unwillen. -Matthäus Mt 47 16 23 36 Mir aus dem Gesichte. -Matthäus Mt 47 16 23 37 Wie der Teufel [Mt 4,3-9] den Heiland von dem Wege abzulenken suchte, den der himmlische Vater ihm vorgeschrieben, um ihm einen leichteren zu raten, so hier der böse Geist dem Petrus. (Euth.) -Matthäus Mt 47 16 23 38 Du willst mich hindern, den Willen meines Vaters zu tun. -Matthäus Mt 47 16 23 39 Die Menschen halten es für etwas unwürdiges, vor anderen leiden zu müssen. Des Heilandes Werk ist göttlich, und menschliche Klugheit vermag er nicht zu erfassen. Siehe [Hebr 2,10] -Matthäus Mt 47 16 24 Tunc Jesus dixit discipulis suis: Si quis vult post me venire, abneget semetipsum, et tollat crucem suam, et sequatur me. Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn mir jemand nachfolgen will,⁴⁰ verleugne er sich selbst,⁴¹ und nehme sein Kreuz,⁴² und folge mir.⁴³ [Mt 10,38, Lk 9,23, Lk 14,27] -Matthäus Mt 47 16 24 40 Wenn der König leiden musste, was dürfen die Untertanen für sich erwarten? -Matthäus Mt 47 16 24 41 Vergl. [Gal 2,20] (Hier., Chrys.). -Matthäus Mt 47 16 24 42 Siehe [Mt 10,Anm.67]. -Matthäus Mt 47 16 24 43 So auch [Hebr 12,2-4 und 1Petr 2,21]. Die beiden vorhergehenden Glieder bilden die Nachfolge Christi. -Matthäus Mt 47 16 25 Qui enim voluerit animam suam salvam facere, perdet eam: qui autem perdiderit animam suam propter me, inveniet eam. Denn⁴⁴ wer sein Leben retten will,⁴⁵ wird es verlieren;⁴⁶ wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. [Lk 17,33, Joh 12,25] -Matthäus Mt 47 16 25 44 Um uns zur Nachfolge aufzumuntern, legt Christus drei Gründe vor: das Heil der Seele. Den Nutzen, die Sicherheit. -Matthäus Mt 47 16 25 45 Indem er Christus und die Tugend preisgibt. -Matthäus Mt 47 16 25 46 Am Gerichtstage, wie V. 27 zeigt. -Matthäus Mt 47 16 26 Quid enim prodest homini, si mundum universum lucretur, animæ vero suæ detrimentum patiatur? Aut quam dabit homo commutationem pro anima sua? Denn was nützet es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber an seiner Seele Schaden litte?⁴⁷ Oder was wird ein Mensch geben,⁴⁸ als Entgelt für seine Seele? -Matthäus Mt 47 16 26 47 Wenn er die ewige Seligkeit verlöre. -Matthäus Mt 47 16 26 48 Vielleicht könnte es nützlich sein, die ganze Welt zu gewinnen und Einbuße zu leiden an seiner Seele, wenn der Mensch seine Seele bei dem ewigen Richter auslösen könnte. -Matthäus Mt 47 16 27 Filius enim hominis venturus est in gloria Patris sui cum Angelis suis: et tunc reddet unicuique secundum opera ejus. Denn des Menschen Sohn wird in der Herrlichkeit seines Vaters⁴⁹ mit seinen Engeln kommen, und dann einem jeglichen vergelten⁵⁰ nach seinen Werken.⁵¹ [Apg 17,31, Röm 2,6] -Matthäus Mt 47 16 27 49 Die dem Vater eigen ist, also der Gottheit. Vergl. [Joh 17,5, Mt 24,30]. -Matthäus Mt 47 16 27 50 [Mt 25,31-41 und Röm 2,9.10] -Matthäus Mt 47 16 27 51 Also ist der Schaden an der Seele unwiderbringlich, denn es handelt sich nur um die Werke, doch die ganze Welt (V. 27) könnte die bösen Werke nicht zu guten machen. -Matthäus Mt 47 16 28 Amen dico vobis, sunt quidam de hic stantibus, qui non gustabunt mortem, donec videant Filium hominis venientem in regno suo. Wahrlich, ich sage euch, es sind einige von denen, die hier stehen, welche den Tod nicht kosten werden, bis sie des Menschen Sohn kommen⁵² sehen⁵³ in seinem Reiche!⁵⁴ [Mk 8,39, Lk 9,27] -Matthäus Mt 47 16 28 52 Das Folgende wird beigefügt, um anzudeuten, dass ein gewisses Kommen schon vor dem letzten Gerichte statthaben werde. Der Lohn zur Nachfolge. -Matthäus Mt 47 16 28 53 Welche schon vor ihrem Tode mich verherrlicht sehen werden. -Matthäus Mt 47 16 28 54 Welche Ankunft hier gemeint ist, darüber sind die Erklärer verschiedener Ansicht. Es ist wohl das Gericht über Tempel und Stadt durch die Zerstörung derselben gemeint. Vergl. [Mt 24,3]. -Matthäus Mt 47 17 0 Verklärung Christi. (V. 13) Heilung eines Mondsüchtigen. (V. 20) Christus sagt sein Leiden vorher und offenbart seine Macht. -Matthäus Mt 47 17 1 Et post dies sex assumpsit Jesus Petrum, et Jacobum, et Joannem fratrem ejus, et ducit illos in montem excelsum seorsum. Nach sechs Tagen¹ nahm Jesus den Petrus, Jakobus und Johannes, Bruder desselben,² zu sich, und führte³ sie allein auf einen hohen Berg.⁴ [Mk 9,1, Lk 9,28] -Matthäus Mt 47 17 1 1 Bald nach der ersten Ankündigung seines Leidens, damit die Apostel an Christi Kreuz nicht Anstoß nehmen. Nach Lukas, welcher den Tag, auf welchen die Kapitel 16 erzählten Ereignisse trafen, und der Tag des Aufsteigens auf den Berg zuzählt, sind es acht Tage. -Matthäus Mt 47 17 1 2 Diese drei Apostel ehrt Christus vor allen. Ihnen gab er besondere Namen, sie ließ er als Zeugen zu bei der Auferweckung der Tochter des Jairus und bei seinem Leiden im Garten Gethsemani. Petrus hatte seine Gottheit bekannt und war das Haupt der Apostel; Jakobus sollte einst der erste Märtyrer sein; der heil. Johannes war dem Herrn besonders lieb wegen seiner Jungfräulichkeit. -Matthäus Mt 47 17 1 3 Nach [Lk 9,28.37] scheint die Verklärung in der Nacht stattgehabt zu haben. -Matthäus Mt 47 17 1 4 Nach der Überlieferung war es der Tabor. -Matthäus Mt 47 17 2 Et transfiguratus est ante eos. Et resplenduit facies ejus sicut sol: vestimenta autem ejus facta sunt alba sicut nix. Und er ward vor ihnen verklärt;⁵ und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie der Schnee.⁶ -Matthäus Mt 47 17 2 5 Die Gestalt blieb unverändert, aber alle Linien nahmen die Farbe des herrlichen Lichtes an. (Cyr.) -Matthäus Mt 47 17 2 6 Griech: Wie Licht. Der Glanz ist das Sinnbild der himmlischen Herrlichkeit und göttlichen Majestät. Wohl hätte Christi heiliger Leib immer verherrlicht sein sollen, da seine Seele mit Gott in seliger Anschauung verbunden und seine h. Menschheit mit der Gottheit in einer Person vereinigt war, indes der Herr ließ dies, weil er in Knechtsgestalt erscheinen wollte, nicht zu. Die Verklärung des Herrn ist ein Vorbild der Klarheit, welche einst die in Gott versenkte Seele im Himmel dem Leibe mitteilt. Die Apostel sollen erkennen, dass der Heiland sich ganz freiwillig dem Leiden unterwirft. Welchen Eindruck sie von diesem Ereignisse mit sich nahmen, siehe [2Petr 1,16-18]. -Matthäus Mt 47 17 3 Et ecce apparuerunt illis Moyses, et Elias cum eo loquentes. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und Elias, die mit ihm redeten.⁷ -Matthäus Mt 47 17 3 7 Was der Herr den Pharisäern und Sadducäern um ihres hartnäckigen Unglaubens willen versagt hat, ein Zeichen vom Himmel, gewährt er den Aposteln. Wie die Verklärung die Gottheit Christi bewies, welche der heil. Petrus vor wenigen Tagen bekannt, so traten Moses und Elias als Zeugen für seine messianische Würde auf. Sie vertreten das Gesetz und die Propheten, welche den Messias vorherverkündet und auf ihn vorbereitet haben. Moses Gegenwart bezeugt, dass Christus nicht gekommen ist, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen; Elias, des Eiferes für die Ehre Gottes, dass alle Erhabenheit des A. B. auf Christi Verkündigung abzielt. Elias kommt von dem Orte, an den Gott ihn versetzt hat, Moses aus der Vorhölle; Elias, der noch nicht gestorben ist, erscheint im eigenen Leibe, Moses in einem Scheinleibe, wie die Engel (Thom.). Wie die Apostel sie erkannten, gibt das Evangelium nicht an. Worüber Christus mit ihnen sprach, sagt [Lk 9,31]: über sein Leiden. Was die Apostel vor wenigen Tagen vom Heilande gehört und was ihnen des Herrn so unwürdig schien, wiederholen jetzt die Männer Gottes. Vergl. [Lk 22,44] So lernen die Jünger, was Christi Leiden bei Gott gilt. -Matthäus Mt 47 17 4 Respondens autem Petrus, dixit ad Jesum: Domine, bonum est nos hic esse: si vis, faciamus hic tria tabernacula, tibi unum, Moysi unum, et Eliæ unum. Petrus aber nahm das Wort und sprach zu Jesus:⁸ Herr! hier ist gut sein für uns; wenn du willst, so möchten wir hier drei Hütten bauen, dir eine, dem Moses eine, und dem Elias eine. -Matthäus Mt 47 17 4 8 Petrus sieht, dass die Vertreter des A. B. Jesus verlassen wollen. Wenn der heilige Apostel von der Verklärung Christi so beseligt wird, dass er auf immer eine Süßigkeit, die sie gewährt, genießen möchte, wie unbeschreiblich groß wird da die Seligkeit des Himmels sein! -Matthäus Mt 47 17 5 Adhuc eo loquente, ecce nubes lucida obumbravit eos. Et ecce vox de nube, dicens. Hic est Filius meus dilectus, in quo mihi bene complacui: ipsum audite. Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke.⁹ Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an welchem ich mein Wohlgefallen habe; ihn sollt ihr hören.¹⁰ -Matthäus Mt 47 17 5 9 Durch die Wolke pflegte Gott im A. T. seine Gegenwart kundzugeben. [Ex 16,10, 2Sam 8,10 u. a. Q.]. Diese Wolke ist glanzumstrahlt und entzieht den Heiland, Moses und Elias den Augen der Apostel. Von neuem wird durch ein göttliches Zeugnis das Bekenntnis des heiligen Petrus [Mt 16,16] bestätigt. Vergl. [2Petr 1,17]. Über die Worte siehe [Mt 3,17]. -Matthäus Mt 47 17 5 10 Besonders in dem, was er euch über sein Leiden und seine Auferstehung gesagt hat [Mt 16,24-26]. Was Gott einst betreffs der Propheten vorgeschrieben [Dtn 18,15], befiehlt er jetzt hinsichtlich des Hauptes der Propheten. Vergl. [Apg 3,22] -Matthäus Mt 47 17 6 Et audientes discipuli ceciderunt in faciem suam, et timuerunt valde. Als die Jünger dies hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.¹¹ -Matthäus Mt 47 17 6 11 Himmlische Erscheinungen pflegen die Menschen mit Schrecken zu erfüllen. Siehe [Jes 6,5, Ez 2,1, Dan 7,15, Dan 10,8, Lk 1,29] -Matthäus Mt 47 17 7 Et accessit Jesus, et tetigit eos: dixitque eis: Surgite, et nolite timere. Und Jesus trat hinzu, berührte sie, und sprach zu ihnen: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! -Matthäus Mt 47 17 8 Levantes autem oculos suos, neminem viderunt, nisi solum Jesum. Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. -Matthäus Mt 47 17 9 Et descendentibus illis de monte, præcepit eis Jesus, dicens: Nemini dixeritis visionem, donec Filius hominis a mortuis resurgat. Und während sie von dem Berge herabstiegen, befahl ihnen Jesus und sprach: Sprechet zu niemand von dieser Erscheinung, bis der Sohn des Menschen von den Toten auferstanden ist.¹² -Matthäus Mt 47 17 9 12 Wie Christus [Mt 16,20] es den Aposteln untersagte zu verkünden, dass er Gottes Sohn ist, so ergeht hier ein gleiches Verbot, bis das Werk der Erlösung vollbracht, die Kirche gegründet und damit die Zeit gekommen ist, alle Geheimnisse des Lebens Christi öffentlich zu verkünden. -Matthäus Mt 47 17 10 Et interrogaverunt eum discipuli, dicentes: Quid ergo Scribæ dicunt quod Eliam oporteat primum venire? Da fragten ihn die Jünger und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse zuvor kommen?¹³ [Mk 9,10] -Matthäus Mt 47 17 10 13 Die Apostel haben die Worte Christi: von den Toten auferstehen, wohl dahin verstanden, dass Jesus in seiner Herrlichkeit kommen wird, und nahmen an, dass diese Ankunft des Herrn bald bevorstehe. Soll Elias dem Volke predigen, weshalb verließ er den Herrn so bald? Und wenn er nicht kommt, warum lehren die Schriftgelehrten denn seine Ankunft? -Matthäus Mt 47 17 11 At ille respondens, ait eis: Elias quidem venturus est, et restituet omnia. Er aber antwortete und sprach zu ihnen:¹⁴ Elias wird zwar kommen und wird alles wieder herstellen;¹⁵ -Matthäus Mt 47 17 11 14 Der Heiland belehrt die Apostel über seine erste und zweite Ankunft. -Matthäus Mt 47 17 11 15 Wird alles Verkehrte bessern [Mal 4,5.6] und die Juden zu Gott zurückführen. [Röm 11,25] Wie [Mal 3,1 und Mal 4,5] von einem doppelten Tage des Herrn und von zwei Vorläufern spricht, so auch der Heiland, indem er sagt, Elias werde kommen, und das Vorbild des Elias sei schon gekommen und habe die erste Ankunft des Messias verkündet (Chrys., Aug.) Über das Verhalten der Pharisäer gegen den ersten Vorboten Christi siehe [Mt 11,16]. -Matthäus Mt 47 17 12 Dico autem vobis, quia Elias jam venit, et non cognoverunt eum, sed fecerunt in eo quæcumque voluerunt. Sic et Filius hominis passurus est ab eis. ich sage euch aber, dass Elias schon gekommen ist, und sie erkannten ihn nicht, sondern taten an ihm, was sie nur wollten. So¹⁶ wird auch der Menschensohn zu leiden haben von ihnen. [Mt 11,14, Mt 14,10] -Matthäus Mt 47 17 12 16 Der Tod des heil. Johannes ist eine Vorbedeutung des Todes Christi. Siehe [Mt 14,1]. -Matthäus Mt 47 17 13 Tunc intellexerunt discipuli, quia de Joanne Baptista dixisset eis. Da verstanden¹⁷ die Jünger, dass er von Johannes, dem Täufer, zu ihnen gesprochen habe. -Matthäus Mt 47 17 13 17 Nach dem V. 12 gesagten. -Matthäus Mt 47 17 14 Et cum venisset ad turbam, accessit ad eum homo genibus provolutus ante eum, dicens: Domine, miserere filio meo, quia lunaticus est, et male patitur: nam sæpe cadit in ignem, et crebro in aquam. Und als er zum Volke gekommen war,¹⁸ trat ein Mann zu ihm, fiel vor ihm auf die Kniee,¹⁹ und sprach: Herr! erbarme dich meines Sohnes, denn er ist mondsüchtig, und wird übel geplagt; oft nämlich fällt er in das Feuer, und oft in das Wasser.²⁰ [Mk 9,16, Lk 9,38] -Matthäus Mt 47 17 14 18 Am anderen Tage nach [Lk 9,37]. Auf dem Gipfel des Berges hat Christus seine Herrlichkeit geoffenbart, am Fuße übt der böse Geist seine Herrschaft aus über einen armen Knaben und weicht nicht einmal den Jüngern Christi. -Matthäus Mt 47 17 14 19 Welche Demut und welch großer Eifer! -Matthäus Mt 47 17 14 20 Ein Epileptiker, der zugleich besessen ist. Der böse Geist mehrt den Einfluss der Krankheit. -Matthäus Mt 47 17 15 Et obtuli eum discipulis tuis, et non potuerunt curare eum. Ich brachte ihn zu deinen Jüngern, und sie vermochten nicht, ihn zu heilen.²¹ -Matthäus Mt 47 17 15 21 Die neun Jünger, welche Christus am Fuße des Berges zurückgelassen. Er wusste also, dass die Jünger des Herrn mehrfach Krankenheilungen vorgenommen. Wie [Mt 10,8]. -Matthäus Mt 47 17 16 Respondens autem Jesus, ait: O generatio incredula, et perversa, quousque ero vobiscum? usquequo patiar vos? Afferte huc illum ad me. Jesus aber antwortete, und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange werde ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen?²² Bringet ihn hierher zu mir! -Matthäus Mt 47 17 16 22 Die Pharisäer benutzen die Gelegenheit, gegen den Heiland zu reden. [Mk 9,13] Jesus tadelt das Volk, den Vater und die Apostel. (Pasch.) Das Volk, weil es nach so vielen Wundern noch den Verleumdern sein Ohr leiht, den Vater, weil sein Glaube nicht groß genug ist, die Jünger, weil auch in ihr Herz des Herrn Worte noch nicht tief genug eingedrungen sind. Der Heiland zeigt durch diesen Verweis, wie sehr ihm ihr Heil am Herzen liegt. Alsdann vollbringt er die Heilung, um alle zum vollkommenen Glauben zu führen. -Matthäus Mt 47 17 17 Et increpavit illum Jesus, et exiit ab eo dæmonium, et curatus est puer ex illa hora. Und Jesus bedrohte ihn,²³ und der böse Geist fuhr aus von ihm, und von derselben Stunde an war der Knabe geheilt. -Matthäus Mt 47 17 17 23 Den bösen Geist. [Mk 9,24, Lk 9,43] -Matthäus Mt 47 17 18 Tunc accesserunt discipuli ad Jesum secreto, et dixerunt: Quare nos non potuimus ejicere illum? Da traten die Jünger allein²⁴ zu Jesus herzu, und sprachen: Warum vermochten wir ihn nicht auszutreiben? -Matthäus Mt 47 17 18 24 Sie sind beschämt, die Demütigung macht sie geeignet, die Mahnung des Heilandes in ihr Herz aufzunehmen. -Matthäus Mt 47 17 19 Dixit illis Jesus: Propter incredulitatem vestram. Amen quippe dico vobis, si habueritis fidem, sicut granum sinapis, dicetis monti huic, Transi hinc illuc, et transibit, et nihil impossibile erit vobis. Jesus sprach zu ihnen: Wegen eures Unglaubens.²⁵ Denn wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habet wie ein Senfkörnlein,²⁶ so könnt ihr zu diesem Berge sagen: Geh von da hinweg dorthin! Und er wird hinweggehen, und nichts wird euch unmöglich sein.²⁷ [Lk 17,6] -Matthäus Mt 47 17 19 25 Wegen der Schwäche eures Glaubens. Der böse Geist hatte wohl derart getobt, dass sie sich fürchteten, wagt er doch auch in Christi Gegenwart zu wüten -Matthäus Mt 47 17 19 26 Ein kleines Samenkorn. Vergl. [1Kor 1,25], Wenn der Glaube auch so klein ist wie dieses, vermag er doch das Größte, vermag er selbst Berge zu versetzen. (Hil., Chrys.) Aus dem Glauben, der sich auf Gottes Allmacht und Wahrhaftigkeit stützt, muss das Vertrauen hervorwachsen, dass Gott im gegebenen Falle selbst ein Wunder wirken werde. Den Weg zu diesem Vertrauen zeigt der Heiland im folgenden Verse. -Matthäus Mt 47 17 19 27 Christus steht zu den Füßen eines hohen Berges. So macht sein Wort noch mehr Eindruck. Die Redeweise ist wohl eine sprichwörtliche. Der Berg bedeutet jedes große Hindernis, wie [Sach 4,7]. -Matthäus Mt 47 17 20 Hoc autem genus non ejicitur nisi per orationem, et jejunium. Diese Gattung aber wird nicht ausgetrieben, es sei denn durch Gebet und Fasten.²⁸ -Matthäus Mt 47 17 20 28 Die schlimmste Art. So wollte es Gott, aber die Bosheit dieser Teufel erforderte ein solches Mittel oder die Herzensbeschaffenheit des Besessenen war eine ungeeignete. [Apg 16,18] werden andere böse Geister durch das bloße Geheiß ausgetrieben. Ebenso [Lk 10,17] u. a. Durch das Gebet wird das Herz mit Gott verbunden, erkennt ihn besser und gewinnt höheres Vertrauen. Dem Gebete hat Gott zudem Erhörung verheißen [Mt 7,7-11], und gut ist das Gebet mit Fasten. [Tob 12,8, Dan 9,3] Der Glaube ist oft länger zu üben und durch die Bußwerke gleichsam zu stärken, wie auch das Gebet anhalten muss. -Matthäus Mt 47 17 21 Conversantibus autem eis in Galilæa, dixit illis Jesus: Filius hominis tradendus est in manus hominum: Als sie nun in Galiläa umherwanderten, sprach Jesus zu ihnen:²⁹ Es steht bevor, dass der Menschensohn in die Hände³⁰ der Menschen überliefert wird. [Mt 20,18, Mk 9,30, Lk 9,44] -Matthäus Mt 47 17 21 29 Als guter Lehrer will der Heiland die Apostel immer mehr an den Gedanken gewöhnen, dass er leiden müsse, aber zugleich den Anstoß des Kreuzes beseitigen. [Mt 16,22] -Matthäus Mt 47 17 21 30 Der Sohn Gottes wird der Willkür der sterblichen Menschen überliefert werden. -Matthäus Mt 47 17 22 Et occident eum, et tertia die resurget. Et contristati sunt vehementer. Und sie werden ihn töten; und am dritten Tage wird er auferstehen. Da wurden sie sehr betrübt.³¹ -Matthäus Mt 47 17 22 31 Die Betrübnis ist ein Fortschritt gegen [Mt 16,22]. Die Jünger verstanden nicht, wie das, was sie von dem Herrn glaubten, mit seinem Leiden zu vereinbaren war. -Matthäus Mt 47 17 23 Et cum venissent Capharnaum, accesserunt qui didrachma accipiebant, ad Petrum, et dixerunt ei: Magister vester non solvit didrachma? Und als sie nach Kapharnaum gekommen waren,³² traten die Einnehmer der Doppeldrachme zu Petrus und sprachen zu ihm: Bezahlt euer Meister nicht die Doppeldrachme?³³ -Matthäus Mt 47 17 23 32 An die Ankündigung des Todes wird als Gegengewicht die Offenbarung seiner erhabenen Würde angefügt. -Matthäus Mt 47 17 23 33 Eine Doppeldrachme = eine halbe Sikel (1,25 Mark). Jeder über 20 Jahre alte Israelit musste [Neh 10,33 ein Drittel], später einen halben Sikel als Tempelsteuer, als Abgabe an Gott entrichten. Die Einnehmer wenden sich an Petrus, weil sie vor dem Herrn zu große Ehrfurcht haben, um von ihm den Zoll einzufordern. Ob sie die Frage stellen, um Christus zu versuchen oder aber um auf freundlichere Weise die Abgabe einzuziehen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Da Christus ihnen keinen Anstoß geben will, ist das Letztere wahrscheinlicher. -Matthäus Mt 47 17 24 Ait: Etiam, Et cum intrasset in domum, prævenit eum Jesus, dicens: Quid tibi videtur Simon? Reges terræ a quibus accipiunt tributum vel censum? a filiis suis, an ab alienis? Er sprach: Ja. Als er nun in das Haus getreten war, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünket dir, Simon! Von wem nehmen die Könige der Erde Zoll oder Steuer? Von ihren Söhnen, oder von den Fremden?³⁴ -Matthäus Mt 47 17 24 34 Durch die Form der Frage ist angedeutet, dass der heil. Petrus voreilig gehandelt hat. Der Apostel ersieht aus der Frage, dass Christus alles weiß, was gesprochen wurde. Jesus umfasst alles, um dem heil. Petrus das in's Gedächtnis zurückzurufen, was dieser vor einigen Tagen von ihm bekannt [Mt 16,16] und in seiner Antwort außer acht gelassen hat. -Matthäus Mt 47 17 25 Et ille dixit: Ab alienis. Dixit illi Jesus: Ergo liberi sunt filii. Und er sprach: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: Mithin sind die Söhne frei.³⁵ -Matthäus Mt 47 17 25 35 Also bin auch noch vielmehr ich, Sohn des ewigen Königs, frei von der Tempelabgabe (Chrys., Hil., Hier.). Da der Herr indes seine Würde noch nicht öffentlich verkünden will, zahlt er die Abgabe, damit es nicht den Anschein habe, als ob er die alte Gewohnheit gering schätze und den Tempel verachte. -Matthäus Mt 47 17 26 Ut autem non scandalizemus eos, vade ad mare, et mitte hamum: et eum piscem, qui primus ascenderit, tolle, et aperto ore ejus, invenies staterem: illum sumens, da eis pro me, et te. Damit wir³⁶ sie aber nicht ärgern,³⁷ so geh hin an das Meer, und wirf die Angel aus, und den Fisch, der zuerst heraufkommt, ergreife; und wenn du ihm den Mund öffnest, wirst du einen Stater³⁸ finden; diesen nimm, und gib ihnen für mich und dich.³⁹ -Matthäus Mt 47 17 26 36 Die Mehrzahl bedeutet wohl, dass der Heiland auch den heil. Petrus in die Befreiung einschließt, weil es für ihn, den Grundstein des neutestamentlichen Reiches, nicht geziemend war, die Steuer des A. T. zu zahlen, das ja nur der Schatten des Neuen ist. Das Verhalten Christi lehrt, dass es nicht angezeigt ist, zu jeder Zeit von seinem Rechte Gebrauch zu machen ohne Rücksicht auf etwa entstehendes Ärgernis. -Matthäus Mt 47 17 26 37 Der Heiland zahlt die Abgabe, aber durch die Art, wie er sie gibt, zeigt er, wer er ist. -Matthäus Mt 47 17 26 38 Ein Sikel oder vier Drachmen also etwa 270 Pfen. -Matthäus Mt 47 17 26 39 Petri Gehorsam ist ein Bekenntnis seines Glaubens an Christi Gottheit. Diesen Glauben zu festigen, tut Christus ein Wunder, da das Geld sonst nicht zur Hand ist. Petrus ist wieder der Bevorzugte. (Chrys.) Beachte Christi Armut, milde Fürsorge, Sanftmut in der Zurechtweisung. (Thom.) -Matthäus Mt 47 18 0 5. Christus belehrt seine Jünger über das Apostelamt. [Mt 20, Mt 28] Die Demut und die Obsorge für die Kinder. (V. 14) Vollmacht über die Sünder. (V. 20) Wie oft muss man vergeben? -Matthäus Mt 47 18 1 In illa hora accesserunt discipuli ad Jesum, dicentes: Quis putas, major est in regno clorum? In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl¹ der Größte im Himmelreiche? [Mk 9,33, Lk 9,46] -Matthäus Mt 47 18 1 1 Griech.: also. Die Geschichte fällt wohl vor die Bezahlung der Tempelabgabe. Warum fragen die Jünger? War [Mt 16,18] nicht klar genug? Gewiss, deshalb fragen sie auch nicht, ob Petrus der größte sei, sondern allgemein. (Chrys.) -Matthäus Mt 47 18 2 Et advocans Jesus parvulum, statuit eum in medio eorum, Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie,² [Mt 19,14] -Matthäus Mt 47 18 2 2 Christus will nicht allein durch Worte lehren, sondern auch durch Taten, wie die Propheten. -Matthäus Mt 47 18 3 Et dixit: Amen dico vobis, nisi conversi fueritis, et efficiamini sicut parvuli, non intrabitis in regnum clorum. und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr euch nicht bekehret und nicht werdet wie die Kinder,³ werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen!⁴ [1Kor 14,20] -Matthäus Mt 47 18 3 3 Ohne Ehrgeiz, einfach und den Kindern ähnlich. In der Tat, um zur Kirche zu gehören, müssen wir glauben. Wie kann der Glaube aber bestehen ohne Demut? Um in der Kirche zu verbleiben, ist die Demut des Gehorsams notwendig. Vergl. [1Kor 3,18, 2Kor 10,5]. -Matthäus Mt 47 18 3 4 Siehe da das Vorbild für alle, die Christus angehören wollen. -Matthäus Mt 47 18 4 Quicumque ergo humiliaverit se sicut parvulus iste, hic est major in regno clorum. Wer also immer sich verdemütigt wie dieses Kind, der ist der Größere im Himmelreiche.⁵ -Matthäus Mt 47 18 4 5 Ist Kindesdemut vor allem notwendig, um ein wahres Gotteskind zu sein, so folgt daraus, dass jeder um so größer ist, je demütiger er ist. -Matthäus Mt 47 18 5 Et qui susceperit unum parvulum talem in nomine meo, me suscipit. Und⁶ wer ein einziges solches Kind⁷ in meinem Namen⁸ aufnimmt,⁹ nimmt mich auf.¹⁰ -Matthäus Mt 47 18 5 6 Um noch weiter zur Nachahmung der Kinder aufzumuntern, zeigt der Herr, wie teuer ihm die Kinder sind. -Matthäus Mt 47 18 5 7 Die Kinder bedürfen besonders der Hilfe, um die ihnen gewidmeten Dienste bringen nicht Ruhm, noch Ehre. Das gleiche gilt betreffs derer, welche von den Menschen geringgeschätzt werden und der Fürsorge bedürfen. -Matthäus Mt 47 18 5 8 Name steht für Person: Wer einen solchen aufnimmt um meinetwillen. -Matthäus Mt 47 18 5 9 Ein Wohlwollen irgend welcher Art beweist durch Sorge für Leib oder Seele. -Matthäus Mt 47 18 5 10 Vergl. [Mt 25,40]. -Matthäus Mt 47 18 6 Qui autem scandalizaverit unum de pusillis istis, qui in me credunt, expedit ei ut suspendatur mola asinaria in collo ejus, et demergatur in profundum maris. Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben,¹¹ Ärgernis gibt,¹² dem gebührt es, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er in die Tiefe des Meeres versenkt werde.¹³ [Mk 9,41, Lk 17,2] -Matthäus Mt 47 18 6 11 Wie sehr dem Heilande diese Sorge am Herzen liegt, zeigt die strenge Strafe. -Matthäus Mt 47 18 6 12 Ursache zum Fallen bieten. -Matthäus Mt 47 18 6 13 Kleine Mühlsteine wurden mit der Hand, größere durch einen Esel in Bewegung gesetzt. Wer Ärgernis gibt, soll, um sicher unterzugehen, mit dem schweren Steine belastet und da in's Meer geworfen werden, wo es am tiefsten ist. Diese Todesart war bei den Juden nicht gewöhnlich, also weist die außerordentliche Strafe auf die Schwere des Verbrechens hin, da die Art der Todesstrafe im A. T. eine solche anzudeuten pflegte. Ähnlich hat der Heiland [Mt 5,22] gesprochen. -Matthäus Mt 47 18 7 Væ mundo a scandalis. Necesse est enim ut veniant scandala: verumtamen væ homini illi, per quem scandalum venit. Wehe der Welt wegen der Ärgernisse!¹⁴ Denn es ist notwendig,¹⁵ dass Ärgernisse kommen, wehe aber dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt! -Matthäus Mt 47 18 7 14 Der Heiland beklagt es, dass die Welt so viel zum Bösen versucht und mahnt zur Wachsamkeit. -Matthäus Mt 47 18 7 15 In dem durch die Sünde herbeigeführten Stande der Menschheit steht dies ganz sicher bevor. -Matthäus Mt 47 18 8 Si autem manus tua, vel pes tuus scandalizat te: abscide eum, et projice abs te: bonum tibi est ad vitam ingredi debilem, vel claudum, quam duas manus, vel duos pedes habentem mitti in ignem æternum. Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert,¹⁶ so haue sie ab, und wirf sie von dir; es ist dir besser, dass du verkrüppelt oder lahm in das Leben eingehst, als zwei Hände oder zwei Füße zu haben, und in das ewige Feuer geworfen zu werden. [Mt 5,30, Mk 9,42] -Matthäus Mt 47 18 8 16 Wie oben [Mt 5,29.30]. Wie sehr müssen wir besorgt sein, ein so strafwürdiges Übel zu meiden! -Matthäus Mt 47 18 9 Et si oculus tuus scandalizat te, erue eum, et projice abs te: bonum tibi est cum uno oculo in vitam intrare, quam duos oculos habentem mitti in gehennam ignis. Und wenn dein Auge dich ärgert, so reiß es aus, und wirf es von dir; es ist dir besser, mit einem Auge in das Leben einzugehen, als zwei Augen zu haben, und in das höllische Feuer geworfen zu werden. -Matthäus Mt 47 18 10 Videte ne contemnatis unum ex his pusillis: dico enim vobis, quia Angeli eorum in clis semper vident faciem Patris mei, qui in clis est. Sehet zu, dass ihr nicht eines von diesen Kleinen verachtet;¹⁷ denn ich sage euch,¹⁸ ihre Engel im Himmel schauen immerfort das Angesicht meines Vaters, welcher im Himmel ist. [Ps 33,8] -Matthäus Mt 47 18 10 17 Für nichts achtet. -Matthäus Mt 47 18 10 18 Erster Grund. Wer von Gott würdig geachtet wird, einen Engel zum Schutze zu erhalten, darf von Menschen nicht für Nichts geachtet werden. Die Engel sind selig in der Anschauung Gottes und wünschen auch die ihnen zum Schutze übergebenen Seelen zu gleichem Glücke zu führen. Aus dem A. T. steht fest, dass Völker und Provinzen ihren Schutzengel haben [Ex 23,20, 1Kön 19,5, Tob 3,25, Jdt 13,20, Ps 90,11, Dan 3,49, Ex 11,6]. Aus vorstehender Stelle geht hervor, dass einem jeden Menschen ein Schutzengel zur Seite steht (Chrys.). -Matthäus Mt 47 18 11 Venit enim Filius hominis salvare quod perierat. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu retten, was verloren war.¹⁹ [Lk 19,10] -Matthäus Mt 47 18 11 19 Zweiter Grund. Christus will erlösen und bewahren, was ohne ihn verloren ginge. Wer die Kleinen für nichts achtet, hindert dies Werk Christi. -Matthäus Mt 47 18 12 Quid vobis videtur? si fuerint alicui centum oves, et erraverit una ex eis: nonne relinquit nonaginta novem in montibus, et vadit quærere eam, quæ erravit? Was dünket euch? Wenn jemand hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, und gehet hin, das verirrte zu suchen?²⁰ [Lk 15,4] -Matthäus Mt 47 18 12 20 Was also ziemt einem Seelenhirten? -Matthäus Mt 47 18 13 Et si contigerit ut inveniat eam: amen dico vobis, quia gaudet super eam magis quam super nonaginta novem, quæ non erraverunt. Und wenn es sich trifft, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freuet sich mehr über dasselbe als über die neunundneunzig, welche nicht irre gegangen sind!²¹ -Matthäus Mt 47 18 13 21 Das Gleichnis soll lehren, die Kleinen nicht zu verachten. -Matthäus Mt 47 18 14 Sic non est voluntas ante Patrem vestrum, qui in clis est, ut pereat unus de pusillis istis. Also ist es nicht der Wille eures Vaters, der im Himmel ist,²² dass eines von diesen Kleinen verloren gehe. -Matthäus Mt 47 18 14 22 Das Beispiel des himmlischen Vaters muss die Apostel aufmuntern. -Matthäus Mt 47 18 15 Si autem peccaverit in te frater tuus, vade, et corripe eum inter te, et ipsum solum: si te audierit, lucratus eris fratrem tuum. Wenn aber dein Bruder²³ wider dich²⁴ gesündiget hat, so gehe hin, und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein.²⁵ Wenn er auf dich hört,²⁶ so hast du deinen Bruder gewonnen;²⁷ [Lk 17,3, Jak 5,19] -Matthäus Mt 47 18 15 23 Dieser Name allein schon weckt den Willen, dem Nächsten zu helfen. Da im Folgenden von der Kirche die Rede ist, spricht der Heiland von denen, welche zu ihr gehören. -Matthäus Mt 47 18 15 24 Nach dem heil. Pasch. fehlt dieser Zusatz in vielen Handschriften und die meisten Ausleger lassen ihn mit Recht unberücksichtigt, da die folgenden Worte Christi für jede Sünde Geltung haben. Da das Gebot positiv ist, verbindet es zu seiner Beobachtung nicht in jedem Augenblicke, sondern unter bestimmten Bedingungen, welche die christliche Sittenlehre nachweist. -Matthäus Mt 47 18 15 25 Mancher verliert alle Scheu vor dem Bösen, wenn sein Vergehen kund wird (Chrys., Thom.). Wir müssen bestrebt sein, nicht zu beschämen, sondern zu bessern. (Aug.) -Matthäus Mt 47 18 15 26 Wenn er dir folgt. -Matthäus Mt 47 18 15 27 Dem Heile seiner Seele. Des Bruders Rettung soll uns als eigener Gewinn erscheinen (Hier., Pasch., Thom.). -Matthäus Mt 47 18 16 Si autem te non audierit, adhibe tecum adhuc unum, vel duos, ut in ore duorum, vel trium testium stet omne verbum. wenn er aber nicht auf dich hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage zweier oder dreier Zeugen feststehe.²⁸ [Joh 8,17, 2Kor 13,1, Hebr 10,28] -Matthäus Mt 47 18 16 28 Da es sich darum handelt, den Bruder Gott wieder zu gewinnen und das Heil seiner Seele zu wirken, sollen wir nicht nach dem ersten Versuche alsbald abstehen. Warum zwei oder drei, siehe [Dtn 19,5]. Er soll leichter überredet werden durch so viele, die bezeugen, dass er gesündigt hat, und wirksamer durch sie zur Besserung angeregt werden. -Matthäus Mt 47 18 17 Quod si non audierit eos: dic Ecclesiæ: si autem Ecclesiam non audierit: sit tibi sicut ethnicus, et publicanus. Wenn er auch auf diese nicht hört, so sage es der Kirche;²⁹ wenn er aber auf die Kirche³⁰ nicht hört, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner.³¹ [2Thess 3,14] -Matthäus Mt 47 18 17 29 Es handelt sich um eine schwere Versündigung, welche anderen zugleich zum Anstoß gereicht. -Matthäus Mt 47 18 17 30 Die Vorsteher der Kirche (Chrys., Euth., Theoph.). Auch in der Synagoge gehörte die Gewalt, unwürdige Mitglieder auszuschließen, den Vorstehern zu, so dass Christus, wenn er eine Demokratie hätte schaffen wollen, dies unbedingt sagen musste. -Matthäus Mt 47 18 17 31 Die Gemeinschaft mit Heiden und Zöllnern befleckte nach der Meinung der Juden, deshalb waren jene von der Synagoge ausgeschlossen, und Juden, welche ein Zollamt übernahmen, wurden aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Ein solcher Mensch soll nicht andere mit seinem Gifte anstecken und kommt durch diese Maßregel leichter zur Besinnung und Umkehr. Vergl. [1Kor 5,5, 1Kor 6,13, 2Kor 2,6.7] Die Strafe der Exkommunikation hat also im Heiland ihren Urheber. -Matthäus Mt 47 18 18 Amen dico vobis, quæcumque alligaveritis super terram, erunt ligata et in clo: et quæcumque solveritis super terram, erunt soluta et in clo. Wahrlich, ich sage euch,³² was ihr immer auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein; und was ihr³³ immer auf Erden lösen werdet,³⁴ wird auch im Himmel gelöst sein!³⁵ [Joh 20,23] -Matthäus Mt 47 18 18 32 Gemeint sind die Apostel, denn euch bezieht sich auf die Gegenwärtigen, im Gegensatze zu dem allgemeinen: Du, dich, dein (V. 15ff). -Matthäus Mt 47 18 18 33 Wie Petrus, das Haupt der Kirche, [Mt 16,18] eine göttliche Vollmacht erhalten, so hier die übrigen Apostel. Durch die den Aposteln verliehene Gewalt wird aber die dem heil. Petrus gemachte Verheißung nicht widerrufen. Da dem heil. Petrus die Oberleitung der Kirche und die höchste Gewalt verheißen wurde, so ist die den Aposteln verliehene Gewalt jener untergeordnet. Da aber die Kirche Christi sich über die ganze Erde verbreiten soll, kann einer nicht alles richten, sondern bedarf der Mithelfer. -Matthäus Mt 47 18 18 34 Siehe zu [Mt 16,9]. -Matthäus Mt 47 18 18 35 Ein Sünder wird den Hirten der Kirche angezeigt. Diese schreiben bestimmte Mittel vor, das Ärgernis zu heben, und dem Sünder liegt die Pflicht ob, zu gehorchen. Weigert er sich, so wird er als ein faules Glied abgeschnitten und hinausgeworfen. Befehl und Strafe sind im Himmel bestätigt. Wer gehorcht, wird von der Sünde gelöst und mit Gott versöhnt. Da Gott diese Lösung genehm hält, haben die Apostel also die Gewalt, Sünden zu vergeben. -Matthäus Mt 47 18 19 Iterum dico vobis, quia si duo ex vobis consenserint super terram, de omni re quamcumque petierint, fiet illis a Patre meo, qui in clis est. Abermals sage ich euch: Wenn zwei aus euch³⁶ auf Erden eines Sinnes sein werden über was immer für eine Sache, um die sie bitten wollen, so wird sie ihnen von meinem Vater, der im Himmel ist, zuteil werden.³⁷ -Matthäus Mt 47 18 19 36 Dieselben wie V. 18, die Apostel. Da aber der V. 20 angegebene Grund allgemein ist, gilt diese Verheißung nicht für die Vorsteher allein. -Matthäus Mt 47 18 19 37 Wenn zwei alles von Gott erlangen, um was sie bitten, wie viel mehr wird er das Urteil der Kirche billigen, besonders wenn ein allgemeines Konzil über den Glauben oder die Sitten oder über die Leitung der Kirche eine Entscheidung trifft (Greg.). -Matthäus Mt 47 18 20 Ubi enim sunt duo, vel tres congregati in nomine meo, ibi sum in medio eorum. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen,³⁸ dort bin ich mitten unter ihnen.³⁹ -Matthäus Mt 47 18 20 38 Dem Ziele gemäß, das Christus wünscht und erstrebt. -Matthäus Mt 47 18 20 39 Durch besondere Gnade und zugleich zu ihren Gebeten mein Ansehen hinzufügend, so denselben bei dem Vater neue Wirksamkeit verleihend. Vergl. [Röm 8,26]. Weshalb also bleiben viele Gebete ohne Erhörung? Wir bitten entweder nicht um das Rechte oder nicht auf die rechte Weise (Chrys.). -Matthäus Mt 47 18 21 Tunc accedens Petrus ad eum, dixit: Domine quoties peccabit in me frater meus, et dimittam ei? usque septies? Alsdann trat Petrus zu ihm und sprach:⁴⁰ Herr! wie oft soll ich meinem Bruder vergeben,⁴¹ wenn er wider mich sündigt? Bis zu sieben Malen?⁴² [Lk 17,4] -Matthäus Mt 47 18 21 40 Petrus ist wohl durch das V. 15 Gesagte zu dieser Frage veranlasst. -Matthäus Mt 47 18 21 41 Die Aufnahme eines Bruders, der Buße tut. -Matthäus Mt 47 18 21 42 Der heil. Petrus glaubt etwas Großes zu sagen. Die Rabbiner folgerten bisweilen aus [Am 2,4 und Ijob 33,29], man müsse dreimal verzeihen. Die Zahl 7 wählt der heil. Petrus vielleicht, weil sie in der heil. Schrift so häufig als besonders, bedeutungsvoll empfohlen wird. -Matthäus Mt 47 18 22 Dicit illi Jesus: Non dico tibi usque septies: sed usque septuagies septies. Jesus sprach zu ihm: Nicht sage ich dir: Bis zu sieben Malen, sondern bis zu siebenzigmal sieben Malen.⁴³ -Matthäus Mt 47 18 22 43 Ohne Maß und Zahl. -Matthäus Mt 47 18 23 Ideo assimilatum est regnum clorum homini regi, qui voluit rationem ponere cum servis suis. Darum⁴⁴ ist das Himmelreich einem Könige⁴⁵ gleich, der mit seinen Knechten Abrechnung halten wollte. -Matthäus Mt 47 18 23 44 Deine Barmherzigkeit ist stets gering, wenn du Gottes Güte erwägst, die deine Zuflucht sei, wenn er dich richtet (Chrys.). -Matthäus Mt 47 18 23 45 Einen irdischen Könige im Gegensatz zu Gott. -Matthäus Mt 47 18 24 Et cum cpisset rationem ponere, oblatus est ei unus, qui debebat ei decem millia talenta. Und als er angefangen zu rechnen, wurde ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente schuldig war.⁴⁶ -Matthäus Mt 47 18 24 46 Vielleicht ist dieser Diener des Königs Vorsteher einer Provinz, der die Steuern für mehrere Jahre zu zahlen hatte. Ein attisches Talent zählte damals 6000 Drachmen, mithin betrug die ganze Summe etwa 45 Mill. Mark. Sind hebräische Talente zu verstehen (nach denen man aber damals nicht rechnete), so beträgt die Schuld das Doppelte. Wie schwer wiegt jede Beleidigung Gottes! Wie groß aber ist auch Gottes Barmherzigkeit, da er bereit ist, selbst eine so ungeheure Schuld dem nachzulassen, der ihn darum bittet! -Matthäus Mt 47 18 25 Cum autem non haberet unde redderet, jussit eum dominus ejus venumdari, et uxorem ejus, et filios, et omnia, quæ habebat, et reddi. Da dieser aber nichts hatte, womit er bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib, und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen, und zu bezahlen.⁴⁷ -Matthäus Mt 47 18 25 47 Vergl. [2Kön 4,1 und Lev 25,39.47]. Die orientalischen Herrscher pflegten die ganze Familie derer, welche sich vergangen, zu bestrafen. Siehe [Dan 6,24, Est 16,18]. -Matthäus Mt 47 18 26 Procidens autem servus ille, orabat eum, dicens: Patientiam habe in me, et omnia reddam tibi. Da fiel jener Knecht vor ihm nieder, bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich werde dir alles bezahlen!⁴⁸ -Matthäus Mt 47 18 26 48 Er bekennt sich schuldig und verspricht, allen Schaden wieder gut zu machen. Er verheißt in seiner Angst mehr als er erfüllen kann. -Matthäus Mt 47 18 27 Misertus autem dominus servi illius, dimisit eum, et debitum dimisit ei. Der Herr aber erbarmte sich über diesen Knecht, entließ ihn, und schenkte ihm die Schuld. -Matthäus Mt 47 18 28 Egressus autem servus ille invenit unum de conservis suis, qui debebat ei centum denarios: et tenens suffocabat eum, dicens: Redde quod debes. Nachdem⁴⁹ aber jener Knecht hinausgegangen war,⁵⁰ fand er einen seiner Mitknechte, welcher ihm hundert Denare⁵¹ schuldete; und er packte ihn, würgte ihn, und sprach: Bezahle, was du schuldig bist!⁵² -Matthäus Mt 47 18 28 49 Der Herr bewilligt nicht nur den Aufschub, sondern schenkt die ganze Schuld. -Matthäus Mt 47 18 28 50 Gewiss sollte nur Freude dein Herz erfüllen und ihn gegen andere barmherzig stimmen, doch er ist weit entfernt von solchen Gefühlen. -Matthäus Mt 47 18 28 51 Der 60. Teil eines Talentes, nichts im Vergleich zu der ihm erlassenen Summe. -Matthäus Mt 47 18 28 52 Griech.: Wenn du etwas schuldig bist; hohnvolle Worte. -Matthäus Mt 47 18 29 Et procidens conservus ejus, rogabat eum, dicens: Patientiam habe in me, et omnia reddam tibi. Da fiel ihm sein Mitknecht zu Füßen,⁵³ bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich werde dir alles bezahlen! -Matthäus Mt 47 18 29 53 Das Bild, das er selbst wenige Augenblicke zuvor geboten. -Matthäus Mt 47 18 30 Ille autem noluit: sed abiit, et misit eum in carcerem donec redderet debitum. Er aber wollte nicht, sondern ging hin,⁵⁴ und ließ ihn in's Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hätte. -Matthäus Mt 47 18 30 54 Seinen Schuldner mit sich schleppend, wie V. 31 zeigt. -Matthäus Mt 47 18 31 Videntes autem conservi ejus quæ fiebant, contristati sunt valde: et venerunt, et narraverunt domino suo omnia, quæ facta fuerant. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschah, wurden sie sehr betrübt; und sie kamen, und erzählten ihrem Herrn alles, was geschehen war.⁵⁵ -Matthäus Mt 47 18 31 55 Wie viel Gegensätze! Den bösen Knecht rührt weder die demütige Haltung des Mitknechtes, noch das Flehen, das doch auch ihn vor schwerem Unglück bewahrt hat. Er selbst war für Talente, dieser für Denare, er für 10000, dieser für 100 bedroht. Er hat seinen Herrn, dieser bittet seinen Mitknecht um Erbarmen; der Herr erließ ihm die ungeheure Schuld, er will seinem Mitknechte nicht einmal Aufschub gewähren. (Euth.) -Matthäus Mt 47 18 32 Tunc vocavit illum dominus suus: et ait illi: Serve nequam, omne debitum dimisi tibi quoniam rogasti me: Da rief ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! die ganze Schuld habe ich dir erlassen,⁵⁶ weil du mich gebeten hast; -Matthäus Mt 47 18 32 56 Zuerst wirft er ihm seine Bosheit vor, alsdann die ihm erzeigte Barmherzigkeit, endlich zeigt er, was der Knecht hätte tun sollen. (Thom.) -Matthäus Mt 47 18 33 Nonne ergo oportuit et te misereri conservi tui, sicut et ego tui misertus sum? hättest denn nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmen sollen,⁵⁷ so wie auch ich mich deiner erbarmt habe? -Matthäus Mt 47 18 33 57 Die Barmherzigkeit, welche ich dir erwiesen, musste dir Anlass sein, auch deinem Mitknechte alles zu erlassen. -Matthäus Mt 47 18 34 Et iratus dominus ejus tradidit eum tortoribus, quoadusque redderet universum debitum. Und erzürnt übergab ihn sein Herr den Peinigern,⁵⁸ bis er die ganze Schuld abbezahlt haben würde.⁵⁹ -Matthäus Mt 47 18 34 58 Solche Strafen wurden bei den Römern den Schuldnern auferlegt. [Lk 16,28]. -Matthäus Mt 47 18 34 59 Er wird niemals im Stande sein zu zahlen, also dauert die Strafe ewig (Chrys., Euth., Theoph., Pasch., Thom.). Damit geht die Parabel in die Wirklichkeit über, denn eine ewige Strafe wird nur von Gott, nicht von einem irdischen Könige auferlegt. -Matthäus Mt 47 18 35 Sic et Pater meus clestis faciet vobis, si non remiseritis unusquisque fratri suo de cordibus vestris. So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht,⁶⁰ ein jeder seinem Bruder, von Herzen⁶¹ vergebet. -Matthäus Mt 47 18 35 60 Wie [Mt 6,12.14.15]. Aus diesem Gleichnisse lernen wir auch, welch unendlicher Unterschied ist zwischen 10000 Talenten und dem 60. Teile eines Talentes. Zugleich wird gezeigt, wie wir aus uns selbst unfähig sind, Gott Genugtuung zu leisten und uns nichts übrig bleibt, als Gott demütig um Verzeihung anzuflehen. In jedem Gleichnisse ist alles nach dem Ziele desselben zu bemessen. Nach V. 2, 22, 35 will der Heiland lehren, dass man stets vergeben muss. Mithin ist manches, was im Gleichnis nur zur Ausschmückung und Wahrscheinlichkeitsmachung der Handlung dient, nicht immer in der Anwendung wiederzugeben. (Euth.) So dient also, was V. 25 und 31 gesagt wird, sowie auch dass der König die 10000 Talente zuerst erlässt und nachher fordert, nur zur Ausschmückung. -Matthäus Mt 47 18 35 61 Aufrichtig. Gott will, dass ein fester und dauernder Friede zu Stande komme. -Matthäus Mt 47 19 0 Ehe und Jungfräulichkeit. (V. 12) Jesu Liebe zu den Kindern. (V. 15) Die freiwillige Armut. -Matthäus Mt 47 19 1 Et factum est, cum consummasset Jesus sermones istos, migravit a Galilæa, et venit in fines Judææ trans Jordanem, Und es geschah, als Jesus diese Reden vollendet hatte, begab er sich weg aus Galiläa, und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.¹ [Mk 10,1] -Matthäus Mt 47 19 1 1 Der Heiland geht durch Peräa (jenseits des Jordans) nach Judäa. (Orig.) -Matthäus Mt 47 19 2 Et secutæ sunt eum turbæ multæ, et curavit eos ibi. Und es folgten ihm viele Scharen nach, und er heilte sie daselbst.² -Matthäus Mt 47 19 2 2 Obgleich Christus wenig Glauben fand, hörte er dennoch nicht auf, freigebig seine Wohltaten zu spenden. -Matthäus Mt 47 19 3 Et accesserunt ad eum Pharisæi tentantes eum, et dicentes: Si licet homini dimittere uxorem suam, quacumque ex causa? Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn, und sprachen:³ Ist es einem Manne erlaubt, sein Weib aus was immer für einer Ursache zu entlassen? -Matthäus Mt 47 19 3 3 Sie wollen jeder Antwort, welche immer sie sei, eine boshafte Erklärung geben. Die vorgelegte Frage wurde bei den damaligen Juden viel erörtert. Die Schüler des Rabbi Hillel erklärten [Dtn 24,1], dass jede Sache, welche dem Manne missfiel, genüge, um die Frau entlassen zu können, eine Erklärung, die viel Anklang fand. Die Schule R. Schamais forderte als Grund ein Vergehen gegen die Treue. Jede Antwort Christi bot Gelegenheit zu ihrer Bestreitung. Sagte der Herr, die Trennung sei aus jeder Ursache gestattet, war er dann noch der Vorkämpfer der strengsten Sittlichkeit? Verneinte er die Frage, so war er ein Gegner des Moses. (Hier.) Zudem weilte der Heiland im Gebiete des Herodes Antipas. Verneinte er die Frage, so gab er Gelegenheit zu der Verleumdung, er reize das Volk gegen den Vierfürsten auf, und konnte vielleicht beseitigt werden. Vergl. [Mt 14,1]. -Matthäus Mt 47 19 4 Qui respondens, ait eis: Non legistis, quia qui fecit hominem ab initio, masculum, et feminam fecit eos? et dixit: Er antwortete und sprach zu ihnen:⁴ Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher im Anbeginne den Menschen erschaffen, als Mann und Weib sie geschaffen und gesagt hat: [Gen 1,27] -Matthäus Mt 47 19 4 4 Der Heiland weicht der Schlinge aus und stellt die heilige Schrift und das Gesetz Gottes der zweiten Anordnung entgegen, welche nicht Gottes bestimmenden Willen entsprang, sondern eine mildernde Rücksicht für die Sünder war. (Hier.) -Matthäus Mt 47 19 5 Propter hoc dimittet homo patrem, et matrem, et adhærebit uxori suæ, et erunt duo in carne una. Deshalb wird ein Mann den Vater und die Mutter verlassen, und seinem Weibe anhangen, und werden die Zwei ein Fleisch⁵ sein? [Eph 5,31, 1Kor 6,16, Gen 2,24] -Matthäus Mt 47 19 5 5 Als gemeinsames Prinzip zum Zwecke der Ehe und wegen der gegenseitigen Gewalt über den Leib. [Gen 2,4] sind die Worte von Adam ausgesprochen, der als von Gott erleuchteter Prophet redet, oder sind ein Zusatz des Verfassers, der Gottes Absicht bei der Erschaffung Evas darlegt. -Matthäus Mt 47 19 6 Itaque jam non sunt duo, sed una caro. Quod ergo Deus conjunxit, homo non separet. Demnach sind sie nicht mehr Zwei, sondern ein Fleisch.⁶ Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen. -Matthäus Mt 47 19 6 6 Wie ein Leib nicht in zwei Leiber geteilt werden darf, eben so wenig dürfen Mann und Frau getrennt werden, Gott kann scheiden, es bleibt aber zu prüfen, wann und unter welchen Bedingungen er auch jetzt noch eine Scheidung gestattet. -Matthäus Mt 47 19 7 Dicunt illi: Quid ergo Moyses mandavit dare libellum repudii, et dimittere? Sie sprachen zu ihm: Warum hat denn Moses befohlen, einen Scheidebrief zu geben, und das Weib zu entlassen? -Matthäus Mt 47 19 8 Ait illis: Quoniam Moyses ad duritiam cordis vestri permisit vobis dimittere uxores vestras: ab initio autem non fuit sic. Er sprach zu ihnen: Weil Moses euch eurer Herzenshärtigkeit wegen erlaubt hat, eure Weiber zu entlassen;⁷ im Anfange aber war es nicht so.⁸ -Matthäus Mt 47 19 8 7 Um größeres Übel zu verhüten, (die schlechte Behandlung missfälliger Frauen) gestattete Moses die Trennung, schrieb aber für den Fall derselben den Scheidebrief vor. -Matthäus Mt 47 19 8 8 Der Messias soll große Heiligkeit der Sitten herbeiführen [Jes 11,4-9] u. a. Im N. T. muss die Härte der Gnade weichen, also ist kein Grund mehr zur Scheidung, und der ursprüngliche Wille Gottes greift Platz. -Matthäus Mt 47 19 9 Dico autem vobis, quia quicumque dimiserit uxorem suam, nisi ob fornicationem, et aliam duxerit, mchatur: et qui dimissam duxerit, mchatur. Ich sage euch aber:⁹ Wer immer sein Weib entlässt, es sei denn um des Ehebruchs willen,¹⁰ und eine andere nimmt, bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene nimmt, bricht die Ehe. [Mt 5,32, Lk 16,18] -Matthäus Mt 47 19 9 9 Der Heiland gibt ein neues Gesetz, vollkommener als das alte. Vergl. [Mt 5,22.28.32.34.39.44]. -Matthäus Mt 47 19 9 10 Wo Ehebruch vorliegt, ist die Trennung gestattet, indes so, dass, während die erste Gattin lebt, niemand eine neue Ehe schließen kann. (Hier.) Daher fehlt [Mk 10,11, Lk 16,18, 1Kor 7,10] diese Einschränkung. Nur so wird das Wort der Jünger verständlich: Es ist nicht gut zu heiraten. Denn die Lehre Christi war ihnen etwas Neues. Könnte zudem das Eheband selbst wegen Ehebruchs gelöst werden, so wäre dies leicht Veranlassung zur Untreue und das untreue Weib wäre nach der Verstoßung in besserer Lage, als eine ohne Schuld entlassene Frau. -Matthäus Mt 47 19 10 Dicunt ei discipuli ejus: Si ita est causa hominis cum uxore, non expedit nubere. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Wenn die Sache des Mannes mit dem Weibe sich so verhält, so ist es nicht gut zu heiraten.¹¹ -Matthäus Mt 47 19 10 11 Über diese Sache ist in V. 3 die Frage gestellt worden. Der Heiland hat durch seine Lösung fast vom Eingehen der Ehe abgeschreckt. -Matthäus Mt 47 19 11 Qui dixit illis: Non omnes capiunt verbum istud, sed quibus datum est. Er sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern die, denen es gegeben ist.¹² -Matthäus Mt 47 19 11 12 So dass der Verstand es als das Bessere erkennt und der Wille sich angetrieben fühlt, diesen Stand zu ergreifen. Darum sagt Christus: Denen es gegeben ist. Wem? Denen, die Gott darum bitten. (Hier., Euth.) -Matthäus Mt 47 19 12 Sunt enim eunuchi, qui de matris utero sic nati sunt: et sunt eunuchi, qui facti sunt ab hominibus: et sunt eunuchi, qui seipsos castraverunt propter regnum clorum. Qui potest capere capiat. Denn es gibt Verschnittene, welche vom Mutterleibe so geboren sind; ¹³ und es gibt Verschnittene, die von Menschen dazu gemacht wurden;¹⁴ und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben¹⁵ um des Himmelreiches willen.¹⁶ Wer es fassen kann, fasse es! -Matthäus Mt 47 19 12 13 Die zur Ehelosigkeit gezwungen oder geneigt sind. -Matthäus Mt 47 19 12 14 Auch die durch menschliches Gebot zur Ehelosigkeit Verpflichteten. -Matthäus Mt 47 19 12 15 Diese Worte sind so wenig von Selbstverstümmelung zu verstehen, wie [Mt 5,29.30, Mt 18,9]. Eine physische Unmöglichkeit bringt weder an sich selber dem Himmel näher, noch unterstützt sie das Apostelamt. Der Heiland spricht also von denen, welche deswegen von aller Sorge für die Familie frei bleiben wollen, um Gott ungehinderter dienen zu können. Vergl. [1Kor 7,32-36]. -Matthäus Mt 47 19 12 16 Diese Worte erklärt der heil. Paulus an anderer Quelle. Die Jünger hatten V. 10 nur auf die irdische Schwierigkeit geschaut, welche die Ehe auferlegt, Christus richtet ihren Blick auf höhere Dinge. Dass der Heiland hier von einem unabänderlichen Stande redet, geht aus dem Worte: sich verschnitten haben hervor. Aus den Worten: Es gibt Verschnittene, die sich selbst , folgt, dass es in der Kirche Gottes stets solche geben wird und dass Christus dies will. Diesen Stand zu erwählen, ruft der Heiland auf, aber nicht jeder ist zu demselben berufen. Wer indes in sich die nötige Kraft fühlt, wird Gottes Gnade erlangen, die ihm, wenn er mit derselben mitwirkt, auch in dem Stande erhält. Vergl. auch [Jes 56,3-5]. -Matthäus Mt 47 19 13 Tunc oblati sunt ei parvuli, ut manus eis imponeret, et oraret. Discipuli autem increpabant eos. Alsdann¹⁷ wurden Kinder zu ihm gebracht, dass er ihnen die Hände auflege und über sie bete.¹⁸ Die Jünger aber fuhren sie¹⁹ hart an. [Mk 10,13, Lk 18,15] -Matthäus Mt 47 19 13 17 Ob sogleich nach dem Erzählten, geht aus diesem Ausdrucke nicht hervor. -Matthäus Mt 47 19 13 18 Die Eltern hatten die Wunder des Herrn, welche durch Handauflegung geschahen, gesehen. (Pasch., Thom.) -Matthäus Mt 47 19 13 19 Diejenigen, welche die Kinder zu Jesus brachten. Die Jünger wollten dem Herrn die Anstrengung ersparen (Bed., Thom.), oder hielten die Zumutung für seiner unwürdig. (Chrys., Theoph.) Sie erinnern sich nicht an das, was Christus [Mt 18,2] gesagt. -Matthäus Mt 47 19 14 Jesus vero ait eis: Sinite parvulos, et nolite eos prohibere ad me venire: talium est enim regnum clorum. Jesus aber sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein, und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen;²⁰ denn solcher ist das Himmelreich.²¹ [Mt 18,3] -Matthäus Mt 47 19 14 20 Wie süßen Trost empfinden die Eltern, da der Heiland die Kinder so einlädt, zu ihm zu kommen, um so süßeren, als die Mütter zuvor von den Jüngern abgewehrt waren. -Matthäus Mt 47 19 14 21 Auch die Kinder können das Himmelreich erlangen, wenn andere sie darbringen. Indes schließt das Wort: solcher auch diejenigen ein, welche durch ihren guten Willen das sind, was die Kinder von Natur, unschuldig, demütig usw. (Chrys., Theoph., Euth.) Vergl. [Mt 18,3]. -Matthäus Mt 47 19 15 Et cum imposuisset eis manus, abiit inde. Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte,²² ging er von da hinweg.²³ -Matthäus Mt 47 19 15 22 Welche Beweise von Liebe der Herr den Kindern ferner gegeben, siehe [Mk 10,17]. Durch sein Beispiel bekräftigt er, was er V. 14 mit Worten gesagt. Da Christi Segen nicht ohne Wirkung bleiben kann, sind auch die Kinder fähig, übernatürliche Gaben von Gott zu empfangen, also auch die Taufgnade. -Matthäus Mt 47 19 15 23 Nach [Mk 10,17] scheint Christus in einem Hause gewesen zu sein. -Matthäus Mt 47 19 16 Et ecce unus accedens, ait illi: Magister bone, quid boni faciam ut habeam vitam æternam? Und siehe, es trat einer²⁴ hinzu, und sprach zu ihm: Guter Meister! was soll ich Gutes²⁵ tun, damit ich das ewige Leben erlange? [Mk 10,17, Lk 18,18] -Matthäus Mt 47 19 16 24 Nach Lukas ein Vorsteher, wahrscheinlich ein Synagogenvorsteher. -Matthäus Mt 47 19 16 25 Er hat schon Gutes getan und dennoch noch nicht den vollen Frieden des Herzens gefunden. Er hat Christus als einen großen Lehrer aus seinen Wundern erkannt, und die Sorge, was er in seinen Umständen noch zu tun habe, um der Seligkeit nicht verlustig zu gehen, treibt ihn zu dem Herrn. (Chrys.) Hätte er den Heiland nur versuchen wollen, es wäre dies, wie sonst stets, im Evangelium gesagt, und der Jüngling wäre nicht betrübt fortgegangen. -Matthäus Mt 47 19 17 Qui dixit ei: Quid me interrogas de bono? Unus est bonus, Deus. Si autem vis ad vitam ingredi, serva mandata. Er aber sprach zu ihm: Was frägst du mich über das Gute? Einer ist gut, Gott.²⁶ Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.²⁷ -Matthäus Mt 47 19 17 26 In vielen griechischen Handschriften steht: Was nennst du mich gut? Vergl. [Mk 10,18] Vergl. Markus und Lukas. Am besten werden beide Fragen vereint. (Aug.) Zu dem Hinweise: Einer ist gut, Gott vergl. [Ps 5,14]. Der Sinn unserer Lesart ist wohl: Wenn du um das Gute frägst, musst du zu Gott gehen, der das höchste Gut, ja eigentlich allein gut ist. -Matthäus Mt 47 19 17 27 Christus verpflichtet die Menschen feierlich zur Haltung der zehn Gebote. -Matthäus Mt 47 19 18 Dicit illi: Quæ? Jesus autem dixit: Non homicidium facies: Non adulterabis: Non facies furtum: Non falsum testimonium dices: Er sprach zu ihm: Welche?²⁸ Jesus aber sprach: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben! [Ex 20,13] -Matthäus Mt 47 19 18 28 Der Jüngling will, wie V. 16 bereits andeutet, eine besondere Vorschrift erhalten. Christus nennt einige Gebote, welche die Pflichten der Menschen gegeneinander betreffen. Da der Jüngling weiß, woher diese entnommen sind, kennt er auch die anderen, welche nicht weniger treu zu beobachten sind. Warum erwähnt Christus diese Gebote? Vielleicht aus dem Grunde, den der heil. Johannes [1Joh 4,20] gibt. Frömmigkeit gegen Gott kann jemand leichter erheucheln, in seinem Verhalten gegen den Nächsten offenbart sich sein Herz. -Matthäus Mt 47 19 19 Honora patrem tuum, et matrem tuam, et diliges proximum tuum sicut teipsum. Ehre deinen Vater und deine Mutter, und liebe deinen Nächsten wie dich selbst! -Matthäus Mt 47 19 20 Dicit illi adolescens: Omnia hæc custodivi a juventute mea, quid adhuc mihi deest? Da sprach der Jüngling zu ihm: Dies alles hab' ich von meiner Jugend an beobachtet, was fehlt mir noch?²⁹ -Matthäus Mt 47 19 20 29 Der Jüngling sagt die Wahrheit: siehe [Mk 10,21]. Er will sich inniger mit Gott vereinen und ihm die höchste Liebe zeigen. -Matthäus Mt 47 19 21 Ait illi Jesus: Si vis perfectus esse, vade, vende quæ habes, et da pauperibus, et habebis thesaurum in clo: et veni, sequere me. Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!³⁰ -Matthäus Mt 47 19 21 30 Die beiden Aussprüche Christi V. 17 und V. 21 stellen zwei verschiedene Stände im Reiche Gottes dar: Der erste enthält die Pflicht aller Christen, der andere lädt zu dem Stande der Vollkommenheit, sagt der Heiland V. 21, so verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen. Der Jüngling liebte den Reichtum, deshalb verheißt der Herr ihm einen Schatz im Himmel und zeigt ihm das höchste Ziel der Vollkommenheit: Folge mir, werde ein Apostel. Der Heiland zeigt uns hier die Grundsäulen des Ordensstandes: Armut, Keuschheit denn wer möchte, wenn er alle seine Habe den Armen gegeben, an den Ehestand denken? und vollkommenen Gehorsam. -Matthäus Mt 47 19 22 Cum audisset autem adolescens verbum, abiit tristis: erat enim habens multas possessiones. Als aber der Jüngling dieses Wort gehört hatte, ging er traurig davon; er hatte nämlich viele Besitztümer.³¹ -Matthäus Mt 47 19 22 31 Der Jüngling wünschte wohl vollkommen zu werden, aber der Preis schien ihm zu hoch. Was Christus [Mt 13,22] vom Reichtum gesagt, zeigt sich hier erfüllt. Nicht nach Reichtümern streben, sagt der heil. Augustin, ist dasselbe, wie wenn jemand sich eine Speise versagen soll, sie verlassen, als ob er ein Glied verlieren sollte. Wie viel Böses aus der Anhänglichkeit an den Reichtum hervorgeht, zeigt der Apostel [1Tim 6,17] -Matthäus Mt 47 19 23 Jesus autem dixit discipulis suis: Amen dico vobis, quia dives difficile intrabit in regnum clorum. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich in das Himmelreich eingehen!³² -Matthäus Mt 47 19 23 32 Die Jünger sollen vor den Gefahren der Habsucht bewahrt werden und sich der Armut nicht schämen, deshalb erklärt der Heiland ihnen den Grund, weshalb es ihnen nicht gestattet ist, etwas zu besitzen. (Chrys.) -Matthäus Mt 47 19 24 Et iterum dico vobis: Facilius est camelum per foramen acus transire, quam divitem intrare in regnum clorum. Ja, ich sage euch abermals: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgehe, als dass ein Reicher in das Himmelreich eingehe.³³ -Matthäus Mt 47 19 24 33 Die Ausdrucksweise ist in solchen sprichwörtlichen Vergleichen stets eine etwas stärkere. Vergl. [Spr 17,12, Koh 22,18, Jer 13,23] Der Sinn ist: Es ist für einen reichen sehr schwer, in das Himmelreich einzugehen. Die Schwierigkeiten, welche anderen Lastern einzeln eigen sind, finden sich in der Habsucht vereint. Ist es schwer, mit einem Feinde im eigenen Herzen sein Heil zu wirken, wie viel mehr, wenn eine ganze Schar von solchen das Herz besitzt. (Hil., Orig.). -Matthäus Mt 47 19 25 Auditis autem his, discipuli mirabantur valde, dicentes: Quis ergo poterit salvus esse? Da die Jünger dies hörten, verwunderten sie sich sehr, und sprachen: Wer also kann selig werden?³⁴ -Matthäus Mt 47 19 25 34 Die Jünger wussten, dass die meisten Menschen von der Anhänglichkeit an irdische Dinge nicht frei sind, deshalb bangen sie für ihre Brüder. Der Heiland beeilt sich, ihnen Trost zu spenden. -Matthäus Mt 47 19 26 Aspiciens autem Jesus, dixit illis: Apud homines hoc impossibile est: apud Deum autem omnia possibilia sunt. Jesus aber blickte sie an, und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich; bei Gott aber ist alles möglich.³⁵ -Matthäus Mt 47 19 26 35 Gott muss ein neues Herz geben, aus sich allein vermag der Mensch nichts für den Himmel. -Matthäus Mt 47 19 27 Tunc respondens Petrus, dixit ei: Ecce nos reliquimus omnia, et secuti sumus te: quid ergo erit nobis? Darauf antwortete³⁶ Petrus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir gefolgt; was wird uns also zuteil werden?³⁷ -Matthäus Mt 47 19 27 36 Nahm aus den Worten des Heilandes Anlass zu einer Frage. -Matthäus Mt 47 19 27 37 Wir haben getan, was du von dem Jüngling gefordert. Was also wird uns als Lohn zuteil werden? (Hier.) Petrus war ein Fischer und hatte von seiner Hände Arbeit gelebt (Hier.), aber mit solcher Herzensstimmung alles verlassen, dass er ebenso die ganze Welt für Gott dahingegeben hätte (Orig.). Viel hat der verlassen, der nichts für sich begehrt (Greg.). -Matthäus Mt 47 19 28 Jesus autem dixit illis: Amen dico vobis, quod vos, qui secuti estis me, in regeneratione cum sederit filius hominis in sede majestatis suæ, sedebitis et vos super, sedes duodecim, judicantes duodecim tribus Israel. Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich,³⁸ ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid,³⁹ werdet bei der Wiedergeburt,⁴⁰ wenn der Menschensohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird,⁴¹ auch auf zwölf⁴² Thronen sitzen, und die zwölf Stämme Israels richten!⁴³ -Matthäus Mt 47 19 28 38 Wie erfreut der Herr die Apostel durch seine so feierliche Versicherung! -Matthäus Mt 47 19 28 39 Christus sagt nicht: die ihr alles verlassen habt, sondern: die ihr mir nachgefolgt seid, denn das erstere ist in dem letzteren enthalten. -Matthäus Mt 47 19 28 40 Über diese siehe [Jes 65,17, Jes 66,22, 2Petr 3,13, Offb 21,1, Röm 8,19]. Diese Wiedergeburt beginnt mit der Auferstehung der Toten. (Hier., Pasch.) -Matthäus Mt 47 19 28 41 Seine jetzt verborgene Majestät als Richter offenbarend. -Matthäus Mt 47 19 28 42 Weder wird Judas eingeschlossen noch Paulus ausgeschlossen. Die Zahl zwölf bedeutet den Apostelchor. -Matthäus Mt 47 19 28 43 Siehe da den Lohn der Vollkommenheit! (Thom.) Die Apostel waren die ersten, die alles verlassen hatten und dem Herrn gefolgt und seine ersten Herolde geworden waren, deshalb soll ihnen auch ein besonderes Vorrecht zuteil werden. Sie sollen mit dem Heilande über das auserwählte Volk als Richter gesetzt werden, höher an Würde sein als die Patriarchen. Wenn sie schon das Volk richten, dem das messianische Reich vor allen anderen verheißen war, wie viel mehr also werden sie Mitrichter Christi sein über die übrigen Völker, besonders aber über die Gläubigen (Beda., Rab., Alb., Thom.). Die anderen Christen, welche den Stand der Vollkommenheit erwählen, verheißene Belohnung enthält V. 29. -Matthäus Mt 47 19 29 Et omnis, qui reliquerit domum, vel fratres, aut sorores, aut patrem, aut matrem, aut uxorem, aut filios, aut agros propter nomen meum, centuplum accipiet, et vitam æternam possidebit. Und jeder, der sein Haus, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Äcker verlässt um meines Namens willen, wird hundertfältiges empfangen, und ewiges Leben ererben.⁴⁴ -Matthäus Mt 47 19 29 44 Nach Markus und Lukas verheißt der Heiland in diesem Leben hundertfältiges und dazu das ewige Leben nach dem Tode. Hundertfältiges heißen die geistlichen Güter, welche der Herr verleiht, und die hundertfältig mehr wert sind als alle zeitlichen Güter (Hier., Beda.). Von zeitlichen Segnungen erklärt Origenes den Lohn: Die Hirten der Kirche werden seine Väter, alle Christen seine Brüder und Schwestern sein. Dieser Ausspruch unseres Heilandes zeigt auch, dass gute Werke verdienstlich sind. -Matthäus Mt 47 19 30 Multi autem erunt primi novissimi, et novissimi primi. Viele aber, welche die Ersten sind, werden Letzte, und welche die Letzten sind, werden Erste sein.⁴⁵ [Mt 20,16, Mk 10,31, Lk 13,30] -Matthäus Mt 47 19 30 45 Um des ewigen Lebens teilhaftig zu werden, muss man ausharren bis zum Ende. Viele, welche jetzt die ersten sind, werden einst die letzten sein. Ähnlich [Mt 8,11.12]. -Matthäus Mt 47 20 0 Die göttliche Gnade, Ursache der Verdienste: Gleichnis von den Arbeitern im Weinberge. (V. 16) Christus sagt sein Leiden voraus und empfiehlt die Demut. (V. 28) IV. 20,29 28,20. 1. Heilung zweier Blinden (V. 29 34) -Matthäus Mt 47 20 1 Simile est regnum clorum homini patrifamilias, qui exiit primo mane conducere operarios in vineam suam. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater,¹ der am frühen Morgen ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen. -Matthäus Mt 47 20 1 1 Damit ein gutes Werk bei Gott Anerkennung finde und auf Belohnung Anspruch habe, muss es durch die Gnade geadelt sein. Das Gleichnis ist eine Erklärung zu [Mt 19,30]. -Matthäus Mt 47 20 2 Conventione autem facta cum operariis ex denario diurno, misit eos in vineam suam. Nachdem er nun mit den Arbeitern um einen Denar² für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg. -Matthäus Mt 47 20 2 2 Ein Denar (siehe 17, Anm. 33) war damals der gewöhnliche Tageslohn. -Matthäus Mt 47 20 3 Et egressus circa horam tertiam, vidit alios stantes in foro otiosos, Und als er um die dritte Stunde³ ausging, sah er andere auf dem Markte müßig stehen, -Matthäus Mt 47 20 3 3 Der Familienvater geht zur dritten, sechsten, neunten, elften Stunde nach Sonnenaufgang aus. -Matthäus Mt 47 20 4 Et dixit illis: Ite et vos in vineam meam, et quod justum fuerit dabo vobis. und sprach zu ihnen: Gehet auch ihr in meinen Weinberg, und was recht ist, werde ich euch geben. -Matthäus Mt 47 20 5 Illi autem abierunt. Iterum autem exiit circa sextam, et nonam horam: et fecit similiter. Sie aber gingen hin. Abermals ging er um die sechste und neunte Stunde aus, und tat ebenso. -Matthäus Mt 47 20 6 Circa undecimam vero exiit, et invenit alios stantes, et dicit illis: Quid hic statis tota die otiosi. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? -Matthäus Mt 47 20 7 Dicunt ei: Quia nemo nos conduxit. Dicit illis: Ite et vos in vineam meam. Sie antworteten ihm: Weil uns niemand gedungen hat. Da sprach er zu ihnen: Gehet auch ihr in meinen Weinberg. -Matthäus Mt 47 20 8 Cum sero autem factum esset, dicit dominus vineæ procuratori suo: Voca operarios, et redde illis mercedem incipiens a novissimis usque ad primos. Als es nun Abend geworden, sagte der Herr des Weinberges zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter, und gib ihnen den Lohn, von den letzten anfangend, bis zu den ersten. -Matthäus Mt 47 20 9 Cum venissent ergo qui circa undecimam horam venerant, acceperunt singulos denarios. Da nun die kamen, welche um die elfte Stunde eingetreten waren, empfingen sie jeder einen Denar. -Matthäus Mt 47 20 10 Venientes autem et primi, arbitrati sunt quod plus essent accepturi: acceperunt autem et ipsi singulos denarios. Wie aber auch die ersten kamen, meinten sie, dass sie mehr empfangen würden, aber auch sie erhielten jeder einen Denar. -Matthäus Mt 47 20 11 Et accipientes murmurabant adversus patremfamilias, Und da sie ihn empfingen, murrten sie wider den Hausvater, -Matthäus Mt 47 20 12 Dicentes: Hi novissimi una hora fecerunt, et pares illos nobis fecisti, qui portavimus pondus diei, et æstus. und sprachen: Diese letzten haben eine einzige Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gehalten, die wir die Last und Hitze des Tages getragen haben. -Matthäus Mt 47 20 13 At ille respondens uni eorum, dixit: Amice non facio tibi injuriam: nonne ex denario convenisti mecum? Er aber antwortete einem aus ihnen, und sprach: Freund! ich tue dir nicht Unrecht; bist du nicht auf einen Denar mit mir eins geworden? -Matthäus Mt 47 20 14 Tolle quod tuum est, et vade: volo autem et huic novissimo dare sicut et tibi. Nimm, was dein ist, und gehe hin; ich will aber auch diesem letzten geben, wie dir. -Matthäus Mt 47 20 15 Aut non licet mihi quod volo, facere? an oculus tuus nequam est, quia ego bonus sum? Oder ist es mir nicht erlaubt zu tun, was ich will? Ist etwa dein Auge darum böse, weil ich gut bin?⁴ -Matthäus Mt 47 20 15 4 Der Hausvater ist Gott, der Weinberg das Reich Gottes. Der alte Bund wird bereits [Dtn 32,32, Jes 5,2, Jer 2,21, Ez 15,2, Hos 10,1] mit einem Weinberge verglichen. Die verschiedenen Stunden bedeuten das verschiedene Alter, in welchem die einzelnen Menschen berufen werden. (Chry., Basil., Euth., Aug.) Kein Sünder darf verzweifeln, noch im letzten Augenblicke gewann der gute Schächer den Himmel. Der Denar ist das ewige Leben. Der Abend ist also das Ende des Lebens. Diejenigen, welche nur eine Stunde gearbeitet haben, haben auf den gleichen Lohn Anspruch wie die, welche die Last und Hitze des Tages getragen haben, da nicht die Zeitdauer der Arbeit über ihren Wert entscheidet, sondern die von Gott frei in größerem oder geringerem Maße verliehene Gnade und die Mitwirkung mit derselben (Hier., Pasch.). Das Murren ist im Gleichnisse eingefügt, um zur Antwort des Hausvaters Gelegenheit zu bieten (Chrys., Theoph.). -Matthäus Mt 47 20 16 Sic erunt novissimi primi, et primi novissimi: multi enim sunt vocati, pauci vero electi. So werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein;⁵ denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt!⁶ [Mt 19,30, Mk 10,31, Lk 13,30] -Matthäus Mt 47 20 16 5 Sie werden gleich im Lohne, ob sie auch zu verschiedenen Zeiten berufen wurden. Auch können die ersten in der Erlangung der Seligkeit die letzten werden; so ging der bußfertige Schächer vor Petrus in den Himmel ein. (Greg.) -Matthäus Mt 47 20 16 6 Viele erhalten die gewöhnlichen Gnaden, mit denen sie nicht gebührend mitwirken, wenige außergewöhnliche, mit denen sie treu mitwirken. Bei den Berufenen waltet die Gerechtigkeit, bei den Auserwählten die Gnade vor. -Matthäus Mt 47 20 17 Et ascendens Jesus Jerosolymam, assumpsit duodecim discipulos secreto, et ait illis: Als nun Jesus nach Jerusalem hinaufzog,⁷ nahm er die zwölf Jünger zu sich beiseits,⁸ und sprach zu ihnen:⁹ -Matthäus Mt 47 20 17 7 Die Stadt lag höher. -Matthäus Mt 47 20 17 8 Der Heiland wollte nicht, dass seine Worte dem Volke kund wurden, denn wenn sie schon die Apostel in Verwirrung bringen, wie viel mehr hätten sie diese Wirkung auf das Volk ausgeübt. -Matthäus Mt 47 20 17 9 Der Heiland spricht wieder von seinem Leiden, wie [Mt 16,21, Mt 17,21]. -Matthäus Mt 47 20 18 Ecce ascendimus Jerosolymam, et Filius hominis tradetur principibus sacerdotum, et Scribis, et condemnabunt eum morte. Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten übergeben werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen,¹⁰ [Mk 10,32, Lk 18,31] -Matthäus Mt 47 20 18 10 Dies ist die Zeit, die ich vorausgesagt habe. Der Heiland zeigt, dass er sein Leiden vollkommen frei erwählt und bereitet seine Jünger auf die bevorstehende Prüfung vor. (Chrys.) -Matthäus Mt 47 20 19 Et tradent eum Gentibus ad illudendum, et flagellandum. Et crucifigendum, et tertia die resurget und werden ihn den Heiden¹¹ überliefern zur Verhöhnung und Geißelung und Kreuzigung,¹² und am dritten Tage wird er auferstehen.¹³ -Matthäus Mt 47 20 19 11 Wer nicht Jude war, wurde Heide genannt. -Matthäus Mt 47 20 19 12 Vorher hatte der Heiland nur allgemein gesagt, dass er leiden werde. -Matthäus Mt 47 20 19 13 Der Ankündigung seines Leidens fügt der Heiland stets die Voraussagung seiner Verherrlichung bei. -Matthäus Mt 47 20 20 Tunc accessit ad eum mater filiorum Zebedæi cum filiis suis, adorans et petens aliquid ab eo. Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus¹⁴ mit ihren Söhnen zu ihm, vor ihm niederfallend, und ihn um etwas bittend. [Mk 10,35] -Matthäus Mt 47 20 20 14 Salome [Mt 27,56, Mk 15,40]. Sie gehörte zu den Frauen, welche dem Heiland dienten. Sie naht dem Herrn mit größter Ehrfurcht. -Matthäus Mt 47 20 21 Qui dixit ei: Quid vis? Ait illi: Dic ut sedeant hi duo filii mei, unus ad dexteram tuam, et unus ad sinistram in regno tuo. Er aber sprach zu ihr: Was willst du?¹⁵ Sie antwortete ihm: Sprich, dass diese meine zwei Söhne in deinem Reiche, einer zu deiner Rechten, und der andere zu deiner Linken, sitzen sollen!¹⁶ -Matthäus Mt 47 20 21 15 Sie soll offenbaren, was sie will. -Matthäus Mt 47 20 21 16 Die beiden Jünger waren schon vielfach den anderen vorgezogen worden. So waren sie mit Petrus bei der Auferweckung der Tochter des Jairus zugegen gewesen [Mk 5,37], ebenso bei der Verklärung des Herrn. Sie fürchten vielleicht, dass ihnen der heil. Petrus vorgezogen wird (Pasch., Thom.). Der Heiland hatte diese Reise als seine letzte nach Jerusalem bezeichnet (V. 18); dort musste sein Reich aufgerichtet werden und so schien es hohe Zeit, sich einen hohen Platz zu sichern. Die beiden Apostel haben noch nicht die rechte Erkenntnis von der Beschaffenheit dieses Reiches (Chrys., Theoph.) und lassen ihre Mutter für sich eintreten (Hier., Aug., Greg.). -Matthäus Mt 47 20 22 Respondens autem Jesus, dixit: Nescitis quid petatis. Potestis bibere calicem, quem ego bibiturus sum? Dicunt ei: Possumus. Jesus aber antwortete, und sprach: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet.¹⁷ Könnet ihr den Kelch trinken, welchen ich trinken werde?¹⁸ Sie sprachen zu ihm: Wir können es.¹⁹ -Matthäus Mt 47 20 22 17 Der Heiland trägt die Unvollkommenheit seiner Jünger mit Geduld und rügt nur ihren Mangel an Erkenntnis, dass sie nicht wissen, dass Christi Reich kein irdisches ist und dass die Würden in demselben nicht anders als nach Anordnung Gottes verteilt werden. -Matthäus Mt 47 20 22 18 Mein Leiden. Das Bild des Kelches ist in der heil. Schrift sehr häufig. Der Familienvater pflegte bei Tische einem jeden seinen Teil zuzuweisen. Wer im Reiche Christi zu Ehren gelangen will, muss zuvor sich selbst prüfen, ob er bereit ist, Kreuz und Schmach auf sich zu nehmen, ja selbst den Tod für den Herrn zu leiden. Da der Mensch dies aber aus eigenen Kräften nicht vermag, muss Gottes Gnade ihn unterstützen, damit er Anteil an der Herrlichkeit des Heilandes erhalte. -Matthäus Mt 47 20 22 19 Aus übergroßer Begier, ihr Ziel zu erreichen, erklären sie sich bereit in der Hoffnung, die nötigsten Kräfte zu besitzen. Jesus lobt ihre Bereitwilligkeit und verheißt ihnen das Martyrium (Orig., Chrys., Hier.). In der Tat ward Jakobus von Herodes mit dem Schwerte getötet [Apg 12,2], der heil. Johannes von den Juden gegeißelt [Apg 5,40.41] und in Rom in siedendes Öl geworfen. Wenn aber die Apostel auch an dem Leiden Christi ihren Anteil erhalten sollen, werden sie deshalb noch nicht die ersten Sitze einnehmen. Wie der Heiland im vorhergehenden Gleichnisse gezeigt hat, dass der Lohn besonders von der Gnade abhängt, so deutet er hier an, dass Gott die vorzüglicheren Gnaden nach seiner freien Wahl verleiht. -Matthäus Mt 47 20 23 Ait illis: Calicem quidem meum bibetis: sedere autem ad dexteram meam vel sinistram non est meum dare vobis, sed quibus paratum est a Patre meo. Da sprach er zu ihnen: Meinen Kelch zwar werdet ihr trinken; das Sitzen aber zu meiner Rechten oder Linken steht nicht bei mir euch²⁰ zu geben, sondern denen, welchen es bereitet ist von meinem Vater.²¹ -Matthäus Mt 47 20 23 20 Dies Wort fehlt im Griech. Und in der Tat ist der Ausspruch ein ganz allgemeiner. -Matthäus Mt 47 20 23 21 Die Werke der Macht und Vorsehung pflegen dem Vater zugeschrieben zu werden. Vergl. [Mt 6,44, Mt 17,11.16]. So hatte der Herr auch die Offenbarung der Wahrheit dem Vater zugeschrieben [Mt 11,25, Mt 16,17], Christus redet hier von sich, so weit er in seiner menschlichen Natur das ihm vom Vater aufgetragene Werk vollbringt (Aug.). Anders [Joh 17,10, Lk 22,29.30]. Der Gegensatz im Texte bezieht sich also in seiner strengsten Fassung nicht auf die Geber, sondern auf die Empfänger. Vergl. [Lk 22,29] -Matthäus Mt 47 20 24 Et audientes decem, indignati sunt de duobus fratribus. Als das die zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder.²² [Mk 10,41] -Matthäus Mt 47 20 24 22 Die anderen Jünger fürchten wohl, dass Jakobus und Johannes das zuteil werde, was sie für sich selbst erhoffen (Chrys., Theoph.). So hat also die [Mt 18,2] ihnen zuteil gewordene Belehrung ihr Herz noch nicht durchdrungen! Christus zeigt ihnen, dass Bitte und Streit nutzlos sind, da zu höherem Range im Himmel nur die Demut führt (Hier.). Damit sie nun diesen Weg wirklich beschreiten, stellt er ihnen sein Vorbild vor Augen. (V. 28) -Matthäus Mt 47 20 25 Jesus autem vocavit eos ad se, et ait: Scitis quia principes gentium dominantur eorum: et qui majores sunt, potestatem exercent in eos. Jesus aber rief sie zu sich, und sprach: Ihr wisset, dass die Fürsten der Völker über dieselben herrschen,²³ und die Großen Gewalt über sie ausüben.²⁴ [Lk 22,25] -Matthäus Mt 47 20 25 23 Mit Härte. -Matthäus Mt 47 20 25 24 Ihre Gewalt missbrauchend. -Matthäus Mt 47 20 26 Non ita erit inter vos: sed quicumque voluerit inter vos major fieri, sit vester minister: Nicht so wird es unter euch sein; sondern wer immer unter euch ein Großer werden will, der sei euer Diener; -Matthäus Mt 47 20 27 Et qui voluerit inter vos primus esse, erit vester servus. und wer unter euch der Erste sein will, sei euer Knecht; -Matthäus Mt 47 20 28 Sicut filius hominis non venit ministrari, sed ministrare, et dare animam suam, redemptionem pro multis. gleichwie des Menschen Sohn nicht gekommen ist,²⁵ bedient zu werden, sondern zu dienen, und sein Leben als Lösegeld²⁶ für viele²⁷ hinzugeben. [Phil 2,7] -Matthäus Mt 47 20 28 25 In die Welt, zur öffentlichen Lehrtätigkeit, zu Kreuz und Leiden. -Matthäus Mt 47 20 28 26 Christus hat uns von dem göttlichen Zorne und dem ewigen Tode losgekauft [1Petr 1,18.19]. -Matthäus Mt 47 20 28 27 Genügend für alle, fruchtreich für viele (Thom.). Nicht alle, für die Christus gestorben, erlangen die Seligkeit in der Tat. -Matthäus Mt 47 20 29 Et egredientibus illis ab Jericho, secuta est eum turba multa, Als sie nun von Jericho weggingen, folgte ihm viel Volk; [Mk 10,46, Lk 18,35] -Matthäus Mt 47 20 30 Et ecce duo cæci sedentes secus viam, audierunt, quia Jesus transiret: et clamaverunt, dicentes: Domine miserere nostri, fili David. und siehe, zwei Blinde,²⁸ die am Wege saßen, hörten, dass Jesus vorüberkomme; und sie riefen laut, und sprachen: Herr, erbarme dich unser, du Sohn Davids! -Matthäus Mt 47 20 30 28 Die Blinden erkennen und bekennen den Herrn als Messias und geben dem Volke gleichsam das Beispiel, wie es den Heiland bei seinem Einzuge in Jerusalem ehren und begrüßen soll. Ob die hier erzählte Heilung dieselbe ist, von der [Lk 18,35 und Mk 10,46] berichtet wird, steht unter den Auslegern nicht fest. Christus kommt auf der [Mt 19,1] erwähnten Reise in die Stadt Jericho, 60 Stadien (4 Stunden) von Jerusalem. Die Osterzeit war nahe und alle zu der Hauptstadt führenden Wege voller Pilger. Zudem reist Jesus von zahlreichem Gefolge begleitet. -Matthäus Mt 47 20 31 Turba autem increpabat eos ut tacerent. At illi magis clamabant, dicentes: Domine, miserere nostri, fili David. Das Volk aber fuhr sie an, dass sie schweigen sollten.²⁹ Sie aber schrieen noch lauter, und sprachen: Herr, erbarme dich unser, du Sohn Davids!³⁰ -Matthäus Mt 47 20 31 29 Ihr Eifer soll allen kund werden, deshalb gestattet Jesus, dass ihnen Stillschweigen geboten wird (Chrys.). Manche vermeinten wohl, es sei gegen die Ehre des Herrn, wenn Bettler ihm lästig fielen, andere geboten ihnen aus anderen Gründen Stillschweigen. -Matthäus Mt 47 20 31 30 Weder ihre Armut noch ihre Blindheit noch auch der Tadel der Menschen hemmt ihren Eifer, sie rufen noch lauter. Ihr Beispiel lehrt uns, nicht abzulassen vom Gebete, wenn Gott die Erhörung desselben verschiebt. (Chrys.) -Matthäus Mt 47 20 32 Et stetit Jesus, et vocavit eos, et ait: Quid vultis ut faciam vobis? Und Jesus stand still, rief sie zu sich, und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tue?³¹ -Matthäus Mt 47 20 32 31 Wenn die Blinden ihr Gebrechen kundtun und um Heilung bitten, vermag niemand das Wunder in Zweifel zu ziehen oder die Absicht des Heilandes zu verdächtigen. -Matthäus Mt 47 20 33 Dicunt illi: Domine, ut aperiantur oculi nostri. Sie sprachen zu ihm: Herr! dass unsere Augen geöffnet werden.³² -Matthäus Mt 47 20 33 32 Auch unser Gebet soll die Kundgebung unseres Begehrens und unserer Bedürftigkeit vor Gott sein. Dass der Heiland die Blinden berührte, war das Werk seiner heiligen Menschheit, dass sie sehend wurden, der Gottheit (Thom.). Vergl. [Mt 8,3]. -Matthäus Mt 47 20 34 Misertus autem eorum Jesus, tetigit oculos eorum. Et confestim viderunt, et secuti sunt eum. Jesus aber erbarmte sich über sie, und berührte ihre Augen, und sogleich sahen sie, und folgten ihm nach. -Matthäus Mt 47 21 0 Streit mit den Pharisäern. (21,1-23) Feierlicher Einzug Jesu in Jerusalem. (V. 11) Zorn der Hohenpriester und Pharisäer über Christi Wunder. (V. 17) Der vertrocknete Feigenbaum (V. 22) Die Verachtung der Predigt Johannes des Täufers. (V. 32) Gleichnis von den ungetreuen Winzern. -Matthäus Mt 47 21 1 Et cum appropinquassent Jerosolymis, et venissent Bethphage ad Montem oliveti: tunc Jesus misit duos discipulos, Als sie sich nun Jerusalem nahten,¹ und² nach Bethphage³ an den Ölberg kamen, da⁴ sandte Jesus zwei Jünger ab, [Mk 11,1, Lk 19,29, Joh 12,12-19] -Matthäus Mt 47 21 1 1 Christus offenbart sich als Messias und wird als solcher vom Volke begrüßt. Die Führer des Volkes erwarteten einen glorreichen Messias, Christus erzeigt sich als solchen; sie verwerfen ihn dennoch, ja feinden ihn um so mehr an, sich härterer Strafe würdig machend. Der Einzug des Herrn fand am ersten Wochentage, am zehnten Tage des Monats Nisan statt. An diesem Tage wurde das Osterlamm ausgewählt. [Ex 12,3] Am gleichen Wochentage wird der Heiland bald als König der Ewigkeit triumphierend aus dem Grabe hervorgehen. Am zehnten Nisan hatte auch Josue einst mit dem Volke das gelobte Land betreten. -Matthäus Mt 47 21 1 2 Der Heiland kommt aus Bethanien. [Joh 12,1] -Matthäus Mt 47 21 1 3 Feigenhaus. Der Ölberg lag 5 Stadien (20 Min.) östlich von Jerusalem. -Matthäus Mt 47 21 1 4 Der Evangelist macht bedeutungsvoll auf die Zeit aufmerksam. Wer die beiden Jünger waren, sagt das Evangelium nicht. -Matthäus Mt 47 21 2 Dicens eis: Ite in castellum, quod contra vos est, et statim invenietis asinam alligatam, et pullum cum ea: solvite, et adducite mihi: und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt,⁵ und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden, und ein Füllen bei ihr; bindet sie los, und führet sie zu mir.⁶ -Matthäus Mt 47 21 2 5 Bethphage. -Matthäus Mt 47 21 2 6 Bisher hatte Christus alle seine Reisen zu Fuß gemacht, der Einzug in Jerusalem soll feierlich sein. -Matthäus Mt 47 21 3 Et si quis vobis aliquid dixerit, dicite quia Dominus his opus habet: et confestim dimittet eos. Und wenn euch jemand etwas sagt,⁷ so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und sofort wird er sie gehen lassen. -Matthäus Mt 47 21 3 7 Was tut ihr? Es geschah dies in der Tat [Mk 11,5, Lk 19,31.33] Der Herr weiß nicht allein das Zukünftige voraus, er lenkt auch die Herzen nach seinem Willen. -Matthäus Mt 47 21 4 Hoc autem totum factum est, ut adimpleretur quod dictum est per Prophetam dicentem: Dies alles aber geschah, damit erfüllet würde, was durch den Propheten gesagt ist, der da spricht:⁸ -Matthäus Mt 47 21 4 8 Die Stelle aus Zacharias wird dem Sinne nach angeführt. Auch die Juden verstanden dieselbe vom Messias. -Matthäus Mt 47 21 5 Dicite filiæ Sion: Ecce rex tuus venit tibi mansuetus, sedens super asinam, et pullum filium subjugalis. Saget der Tochter Sion:⁹ Siehe, dein König¹⁰ kommt zu dir,¹¹ sanftmütig¹² reitend auf einer Eselin, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres! [Jes 62,11, Sach 9,9, Joh 12,15] -Matthäus Mt 47 21 5 9 Die Einwohner einer Stadt sind gleichsam die Söhne derselben. -Matthäus Mt 47 21 5 10 Der dir verheißene [Ez 21,27] -Matthäus Mt 47 21 5 11 Für dich, dich mit allen Gütern zu überhäufen. -Matthäus Mt 47 21 5 12 Wie der Einzug selbst zeigt. -Matthäus Mt 47 21 6 Euntes autem discipuli, fecerunt sicut præcepit illis Jesus. Die Jünger aber gingen, und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. -Matthäus Mt 47 21 7 Et adduxerunt asinam, et pullum; et imposuerunt super eos vestimenta sua, et eum desuper sedere fecerunt. Und sie führten die Eselin und das Füllen¹³ herbei, und legten ihre Kleider auf dieselben, und setzten ihn darauf.¹⁴ -Matthäus Mt 47 21 7 13 Die Jünger wussten entweder nicht, welches Tier der Heiland wünschte, oder es ziemte sich, dass der Feierlichkeit wegen beide geschmückt einhergingen. Auch ging das Füllen williger, wenn das Muttertier dabei war. -Matthäus Mt 47 21 7 14 Auf die Kleider. Das Füllen hat noch niemand getragen: Gott sind die Erstlinge darzubringen. Deshalb wurden auch im A. T. zum Tragen heiliger Dinge nur Lasttiere verwendet, welche noch keinen anderen Dienst getan. Vergl. [Num 19,2, Dtn 21,3, 1Sam 6,7] Die heiligen Väter geben verschiedene symbolische Erklärungen dieses Ereignisses Vornehme Leute ritten in alten Zeiten auf einem Esel, so Abraham [Gen 22,3, Moses Ex 4,20, Balaam Num 22,21] Vergl. [Ri 5,10]. In späteren Zeiten bedienten die Könige sich der Pferde, der Tiere des Krieges [1Kön 4,26, 1Kön 16,28 u. a.] -Matthäus Mt 47 21 8 Plurima autem turba straverunt vestimenta sua in via: alii autem cædebant ramos de arboribus, et sternebant in via: Sehr viel Volk aber breitete¹⁵ seine Kleider¹⁶ auf den Weg; und andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg.¹⁷ -Matthäus Mt 47 21 8 15 Welche wunderbare Herrschaft übt Christus über die Herzen, da er ohne jede äußere Anregung das Volk dazu bewegt, ihn zu ehren und im Triumphe in die Stadt zu geleiten. -Matthäus Mt 47 21 8 16 So ehrte das Volk einst Jehu [2Kön 9,12.13] -Matthäus Mt 47 21 8 17 Eine bei festlichen Aufzügen häufige Übung. [1Makk 13,51, 2Makk 10,7 u. a.] -Matthäus Mt 47 21 9 Turbæ autem, quæ præcedebant, et quæ sequebantur, clamabant, dicentes: Hosanna filio David: benedictus, qui venit in nomine Domini: hosanna in altissimis. Die Scharen aber, welche ihm voran zogen und welche nachfolgten,¹⁸ schrien und sprachen: Hosanna dem Sohne Davids;¹⁹ gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn;²⁰ Hosanna in der Höhe!²¹ [Ps 117,26, Mk 11,10, Lk 19,38] -Matthäus Mt 47 21 9 18 Auch aus der Stadt kommt dem Heilande eine jubelnde Schar entgegen. -Matthäus Mt 47 21 9 19 Gib ihm deine Hilfe, wir flehen dich an, nämlich zum messianischen Werke, damit auch wir frei werden von allem Unheil! Er sei gesegnet von Gott, damit auch wir des Segens teilhaftig werden! -Matthäus Mt 47 21 9 20 In Vereinigung mit Gott, der sich den Menschen offenbart. -Matthäus Mt 47 21 9 21 Von deinem Throne herab verleihe ihm Heil! Wenngleich die Psalmenworte der Menge bekannt waren, bedurfte es doch einer göttlichen Eingebung, damit sie dieselben jetzt riefen und mit ihnen Jesus als Messias begrüßten. In diesem allen zeigt sich die Macht des Herrn, während seine Demut sich in den äußeren Umständen des Einzuges offenbart. -Matthäus Mt 47 21 10 Et cum intrasset Jerosolymam, commota est universa civitas, dicens: Quis est hic? Als er nun in Jerusalem eingezogen war, kam die ganze Stadt in Bewegung, und sprach: Wer ist dieser?²² -Matthäus Mt 47 21 10 22 Ein großer Teil der Bewohner von Jerusalem, insbesondere die Vornehmen, werden von Neid und Eifersucht ergriffen. Als ob sie den Heiland noch nie gesehen, fragen sie: Wer ist das? Woher ihm solche Ehre? Auch der Eifer der Volksscharen scheint dadurch gemindert zu werden, da sie in der Antwortung der Messiaswürde des Herrn keine Erwähnung tun. So endet der Triumphzug mit traurigen Vorzeichen und Christi Wort [Mt 20,18] wird von neuem bestätigt. -Matthäus Mt 47 21 11 Populi autem dicebant: Hic est Jesus propheta a Nazareth Galilææ. Die Scharen aber sprachen: Dies ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa. -Matthäus Mt 47 21 12 Et intravit Jesus in templum Dei, et ejiciebat omnes vendentes, et ementes in templo, et mensas numulariorum, et cathedras vendentium columbas evertit: Und Jesus ging²³ in den Tempel Gottes,²⁴ trieb alle hinaus, die im Tempel²⁵ verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler²⁶ und die Sitze der Taubenhändler um.²⁷ [Mk 11,15, Lk 19,45, Joh 2,14] -Matthäus Mt 47 21 12 23 Jesus zeigt seine messianische Würde, indem er den Tempel reinigt, Blinde und Lahme heilt und von den Kindern als Messias begrüßt wird. Je mehr aber der Heiland seine erhabene Würde offenbart, desto mehr wächst die Feindschaft der Pharisäer. -Matthäus Mt 47 21 12 24 Der Heiland hatte sich nach dem Einzuge im Tempel als Messias kundgegeben [Mal 3,1] und war dann nach Bethanien gegangen. [Mk 11,11] Die Reinigung des Tempels fand also an einem anderen Tage statt. Die Reinigung des Tempels entsprach der Prophezeiung [Mal 3,1.3], auf die auch der heil. Johannes hinwies, [Mt 3,12]. Dasselbe hatte der Heiland beim Beginn seiner Lehrtätigkeit getan. [Joh 2,13] -Matthäus Mt 47 21 12 25 In dem äußeren Vorhofe, auch Vorhof der Heiden genannt. Die Nähe des Osterfestes hatte noch mehr Verkäufer als sonst hierhergeführt. Der Lärm störte die Andacht und gab den Fremden Ärgernis. -Matthäus Mt 47 21 12 26 Die Israeliten mussten einen halben Sikel als Tempelsteuer zahlen (siehe 17, Anm. 33) und zwar in hebräischer Münze. Die Fremden mussten also ihr ausländisches Geld umwechseln. -Matthäus Mt 47 21 12 27 Die Priester handelten unrecht, indem sie an heiliger Stätte solchen Handel duldeten. Alle fühlen Christi göttliche Majestät, und niemand wagt zu widerstehen. -Matthäus Mt 47 21 13 Et dicit eis: Scriptum est: Domus mea domus orationis vocabitur: vos autem fecistis illam speluncam latronum. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Haus des Gebetes heißen;²⁸ ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.²⁹ [Jes 56,7, Jer 7,11, Lk 19,46] -Matthäus Mt 47 21 13 28 Wird sein und soll als solches geehrt werden. -Matthäus Mt 47 21 13 29 Vergl. [Jer 7,11]. Betrug und ungerechter Gewinn schändete die heiligsten Dinge, Opfer und Tempelsteuer. -Matthäus Mt 47 21 14 Et accesserunt ad eum cæci, et claudi in templo: et sanavit eos. Und es traten zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie.³⁰ -Matthäus Mt 47 21 14 30 So streng der Heiland gegen die Bösen verfährt, so mild zeigt er sich gegen Fromme und Unglückliche. Die Zeichen beweisen, dass die Zeit des Messias gekommen ist [Jes 35,5.6, Mt 11,5] und offenbaren die Würde unseres Herrn. Doch die Hohenpriester und Schriftgelehrten bleiben verstockt. -Matthäus Mt 47 21 15 Videntes autem principes sacerdotum, et Scribæ mirabilia, quæ fecit, et pueros clamantes in templo, et dicentes: Hosanna filio David: indignati sunt. Da aber die Hohenpriester³¹ und Schriftgelehrten die Wunder sahen, welche er tat,³² und die Knaben, die im Tempel riefen und sprachen: Hosanna dem Sohne Davids! wurden sie unwillig, -Matthäus Mt 47 21 15 31 Siehe 2, Anm. 6 -Matthäus Mt 47 21 15 32 Was Vers 12-14 erzählt ist. Da auch die Kinder jene Worte rufen, mit denen die Erwachsenen jubelnd den Heiland begrüßt, erscheint die Einwirkung des heil. Geistes noch heller, der den Kleinen offenbart, was die Kenner des Gesetzes und der Propheten auch nach so vielen Wundern nicht erkennen wollten. -Matthäus Mt 47 21 16 Et dixerunt ei: Audis quid isti dicunt? Jesus autem dixit eis: Utique: numquam legistis: Quia ex ore infantium, et lactentium perfecisti laudem? und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen?³³ Jesus aber sprach zu ihnen: Ja. Habt ihr niemals gelesen: Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du Lob bereitet?³⁴ [Ps 8,3] -Matthäus Mt 47 21 16 33 Sie beschuldigen den Heiland, er dulde eine Gotteslästerung. Wie weit sind sie vom Glauben an Christus entfernt! Gute Menschen werden durch die guten Werke anderer im Guten bestärkt, verkehrte Herzen werden von Neid ergriffen und noch verkehrter. -Matthäus Mt 47 21 16 34 Ja, ich höre es sehr wohl und billige es. Aber wie könnt ihr euch verwundern? Was [Ps 8,3]. sagt, findet auch hier seine Geltung. Die Pharisäer mussten unwillkürlich an die folgenden Worte des Psalmes erinnert werden: Um den Feind und Rachgierigen zu stürzen. Darin lag für sie eine Warnung und Drohung. -Matthäus Mt 47 21 17 Et relictis illis, abiit foras extra Civitatem in Bethaniam: ibique mansit. Und er verließ sie, und ging fort aus der Stadt hinaus nach Bethanien,³⁵ und blieb daselbst.³⁶ -Matthäus Mt 47 21 17 35 Haus des Gehorsams (Orig., Hier., Bed.), 15 Stadien, kaum eine kleine Stunde von Jerusalem. -Matthäus Mt 47 21 17 36 Er übernachtet in Bethanien. In der Stadt hätte wohl niemand gewagt ihn aufzunehmen, da die Pharisäer bereits zur Zeit des Laubhüttenfestes (im Oktober) bestimmt hatten, dass jeder, der sich zu Christus bekennen würde, aus der Synagoge ausgestoßen werden sollte. [Joh 9,22]. Das nachfolgend berichtete Wunder ist eine Vorbedeutung für die Juden und für alle, welche nicht Früchte der Buße und guter Werke tragen. Trotz allen Undankes kehrte Christus am nächsten Tage nach Jerusalem zurück. -Matthäus Mt 47 21 18 Mane autem revertens in Civitatem, esuriit. Als er aber am Morgen in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn.³⁷ -Matthäus Mt 47 21 18 37 So wahr wie [Mt 4,2]. Wie viele Handlungen der Propheten im A. T. ist das Verhalten Christi symbolisch. Christus offenbart seinen Hunger, um zu zeigen, dass er nach dem Heile des Volkes hungert. Er wusste, dass er nichts finden werde, dennoch handelt er nach Art der Menschen, welche aus dem Vorhandensein der Blätter auf das Dasein von Früchten schließen, da diese den Blättern voran zu gehen pflegen. Andere Bäume hatten noch keine Blätter. [Mk 11,13]. -Matthäus Mt 47 21 19 Et videns fici arborem unam secus viam, venit ad eam: et nihil invenit in ea nisi folia tantum, et ait illi: Numquam ex te fructus nascatur in sempiternum. Et arefacta est continuo ficulnea. Und da er einen Feigenbaum am Wege sah, ging er auf denselben zu, und fand nichts an ihm als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nimmermehr komme von dir Frucht in Ewigkeit! Und alsbald verdorrte der Feigenbaum.³⁸ [Mk 11,13] -Matthäus Mt 47 21 19 38 Der Saft hörte auf zu fließen. Die Jünger bemerkten die äußeren Anzeichen davon erst am folgenden Tage. Der Feigenbaum war das Bild des jüdischen Volkes. (Orig.) So viele Gaben (Blätter) hatte Gott demselben verliehen, um es auf den Messias vorzubereiten. Doch da derselbe kam, nahmen ihn die seinigen nicht auf. Was die Juden dafür erwartet, hat Christus oft mit Worten verkündet [Mt 8,12, Mt 10,15, Mt 11,21, Mt 12,41-45], hier stellt er es durch eine Tat vor Augen. -Matthäus Mt 47 21 20 Et videntes discipuli, mirati sunt, dicentes: Quomodo continuo aruit? Da dies die Jünger sahen, verwunderten sie sich, und sagten: Wie ist er auf der Stelle verdorrt?³⁹ [Mk 11,20] -Matthäus Mt 47 21 20 39 Die Apostel fehlen, sofern sie nur fragen, wie der Baum vertrocknet ist, nicht aber nach dem tieferen Grunde forschen. Deshalb begnügt sich Christus mit einer Ermahnung, welche sich an das äußere Ereignis anschließt. -Matthäus Mt 47 21 21 Respondens autem Jesus, ait eis: Amen dico vobis, si habueritis fidem, et non hæsitaveritis, non solum de ficulnea facietis, sed et si monti huic dixeritis, Tolle, et jacta te in mare, fiet. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben haben und nicht zweifeln werdet, so werdet ihr nicht nur tun, was an dem Feigenbaume geschah, sondern auch wenn ihr zu diesem Berge⁴⁰ saget: Hebe dich, und stürze dich in's Meer! so wird es geschehen.⁴¹ -Matthäus Mt 47 21 21 40 Der Herr zeigt wohl auf den Ölberg. Das Bild ist sprichwörtlich. Vergl. [Sach 4,7]. -Matthäus Mt 47 21 21 41 Aus diesem Ereignisse ersehen die Jünger, dass Christus auch seine Feinde zu vernichten vermag (Hier., Chrys.). An den Menschen zeigt Jesus, indem er den Leib heilt, was er den Seelen Gutes tun will; will er Strafen vor Augen stellen, so wählt er dazu leblose Wesen (Hilar., Chrys.). Die symbolische Handlung des Herrn zielt zunächst auf die Synagoge, findet aber auch auf jede Menschenseele Anwendung (Orig., Chrys.). -Matthäus Mt 47 21 22 Et omnia quæcumque petieritis in oratione credentes, accipietis. Und alles, um was ihr immer bitten werdet im Gebete mit Glauben, das werdet ihr empfangen. [Mk 11,24] -Matthäus Mt 47 21 23 Et cum venisset in templum, accesserunt ad eum docentem, principes sacerdotum, et seniores populi, dicentes: In qua potestate hæc facis? Et quis tibi dedit hanc potestatem? -Matthäus Mt 47 21 24 Respondens Jesus dixit eis: Interrogabo vos et ego unum sermonem: quem si dixeritis mihi, et ego vobis dicam in qua potestate hæc facio. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Ich will euch auch um etwas fragen; wenn ihr mir dies beantwortet, werde ich euch auch sagen, in welcher Gewalt ich diese Dinge tue.⁴⁶ [Lk 20,3] -Matthäus Mt 47 21 24 46 Der Heiland legt ihnen eine solche Frage vor, dass Antwort, wie Stillschweigen sie in Verlegenheit bringt. Johannes war gesandt zu taufen; diese Taufe war die Vorbereitung auf das Erscheinen des Gottesreiches. Johannes hatte von Christus Zeugnis abgelegt; war der Täufer, von Gott gesendet, so ist Jesus der Messias. So knüpft Christi Frage an die Frage der Pharisäer an. -Matthäus Mt 47 21 25 Baptismus Joannis unde erat? e clo, an ex hominibus? At illi cogitabant inter se, dicentes: Die Taufe des Johannes, woher war sie? Vom Himmel, oder von Menschen? Sie aber gingen miteinander zu Rate und sprachen: -Matthäus Mt 47 21 26 Si dixerimus, e cælo, dicet nobis: Quare ergo non credidistis illi? Si autem dixerimus, ex hominibus, timemus turbam: omnes enim habebant Joannem sicut prophetam. -Matthäus Mt 47 21 27 Et respondentes Jesu, dixerunt: Necimus. Ait illis et ipse: Nec ego dico vobis in qua potestate hæc facio. Sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht.⁴⁷ Da sprach auch er zu ihnen: Auch ich sage euch nicht, in welcher Gewalt ich dies tue. -Matthäus Mt 47 21 27 47 Sie suchen in einer so überaus wichtigen Sache nicht die Wahrheit, sondern einzig einen Ausweg, sich vor den Vorwürfen des Herrn und des Volkes sicher zu stellen. Sie lügen also, dass sie das nicht wissen, was nach ihrem eigenen Bekenntnisse das Volk weiß und was sie vor allem als berufene Lehrer desselben wissen müssen. Sie lügen, denn sie hatten ja eine Gesandtschaft zu Johannes gesendet [Joh 1,19], und der Täufer hatte sich als Vorläufer des Messias bekannt. Johannes gab Prophezeiungen [Joh 1,27.30, Mt 3,11], mithin hatten sie nach [Dtn 18,21.22] die Pflicht, die Wahrheit derselben zu prüfen. Darum die Antwort: Ihr wollt es nicht wissen, daher werde auch ich nicht antworten. Ihr gebt Unwissenheit vor, weil ihr nicht glauben wollt, obgleich ihr euch den Anschein von Glauben und Gehorsam gebt, während andere, Heiden und Sünder, zuerst offen beides verweigern, dann aber aufrichtig das Reich Gottes suchen. -Matthäus Mt 47 21 28 Quid autem vobis videtur? Homo quidam habebat duos filios, et accedens ad primum dixit: Fili, vade hodie, operare in vinea mea. Was dünket euch aber? Ein Mann hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten, und sprach: Sohn! geh heut hin, und arbeite in meinem Weinberge. -Matthäus Mt 47 21 29 Ille autem respondens, ait: Nolo. Postea autem, pnitentia motus, abiit. Der aber antwortete, und sprach: Ich will nicht. Nachher aber reute es ihn, und er ging hin. -Matthäus Mt 47 21 30 Accedens autem ad alterum, dixit similiter. At ille respondens, ait: Eo, domine, et non ivit. Er ging aber zu dem andern, und redete in gleicher Weise. Dieser aber antwortete, und sprach: Ja, Herr! ich gehe,⁴⁸ und ging nicht. -Matthäus Mt 47 21 30 48 Er heuchelt große Ehrfurcht und Gehorsam. -Matthäus Mt 47 21 31 Quis ex duobus fecit voluntatem patris? Dicunt ei: Primus. Dicit illis Jesus: Amen dico vobis, quia publicani, et meretrices præcedent vos in regnum Dei. Welcher von den beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da sagte ihnen Jesus: Wahrlich, ich sage euch, die Zöllner und die Buhlerinnen⁴⁹ werden eher in das Reich Gottes kommen als ihr!⁵⁰ -Matthäus Mt 47 21 31 49 Die Zöllner und Buhlerinnen haben sich auf Johannes des Täufers Predigt bekehrt, anders als die Pharisäer, die alles versprechen und nichts tun. -Matthäus Mt 47 21 31 50 In das Reich Gottes, das bereits zu euch gekommen ist. Eine solche Sünderin ist die, deren Geschichte [Lk 7,50] erzählt wird; ein solcher Zöllner findet sich unter den Aposteln selbst. -Matthäus Mt 47 21 32 Venit enim ad vos Joannes in via justitiæ, et non credidistis ei: publicani autem, et meretrices crediderunt ei: vos autem videntes nec pnitentiam habuistis postea, ut crederetis ei. Denn Johannes kam zu euch auf dem Wege der Gerechtigkeit,⁵¹ und ihr habt ihm nicht geglaubt;⁵² die Zöllner und die Buhlerinnen aber haben ihm geglaubt. Ihr aber, obgleich ihr es sahet, wurdet auch dann nicht reuigen Sinnes, so dass ihr ihm geglaubt hättet. -Matthäus Mt 47 21 32 51 Johannes hatte das Amt, den Weg zu weisen, den die Gerechtigkeit fordert. Siehe [Mt 3,8] -Matthäus Mt 47 21 32 52 Ihr habt euch nicht bekehrt, denn die Predigt des heil. Johannes bestand besonders in der Aufforderung: Tuet Buße. -Matthäus Mt 47 21 33 Aliam parabolam audite: Homo erat paterfamilias, qui plantavit vineam, et sepem circumdedit ei, et fodit in ea torcular, et ædificavit turrim, et locavit eam agricolis, et peregre profectus est. -Matthäus Mt 47 21 34 Cum autem tempus fructuum appropinquasset, misit servos suos ad agricolas, ut acciperent fructus ejus. Als aber die Zeit der Früchte genaht war, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.⁵⁷ -Matthäus Mt 47 21 34 57 Einen Teil der Früchte als Mietslohn. Die Knechte sind die Propheten. -Matthäus Mt 47 21 35 Et agricolæ, apprehensis servis ejus, alium ceciderunt, alium occiderunt, alium vero lapidaverunt. Doch die Winzer ergriffen seine Knechte, schlugen den einen, töteten den andern, einen dritten aber steinigten sie.⁵⁸ -Matthäus Mt 47 21 35 58 Vergl. [Apg 7,52, Jer 2,30, Hebr 11] (Hier.) -Matthäus Mt 47 21 36 Iterum misit alios servos plures prioribus, et fecerunt illis similiter. Wiederum schickte er andere Knechte, und zwar mehrere als die ersten, und sie verfuhren mit ihnen ebenso.⁵⁹ -Matthäus Mt 47 21 36 59 Dies bezeugt Gott selbst zum öfteren im A. T., z. B. [Jer 7,25, Hos 6,5]. -Matthäus Mt 47 21 37 Novissime autem misit ad eos filium suum, dicens: Verebuntur filium meum. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen, indem er sagte: Sie werden vor meinem Sohne Scheu tragen! -Matthäus Mt 47 21 38 Agricolæ autem videntes filium dixerunt intra se: Hic est hæres, venite, occidamus eum, et habebimus hæreditatem ejus. Als aber die Winzer den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Dieser ist der Erbe, lasset uns ihn töten, und wir werden sein Erbteil besitzen!⁶⁰ [Mt 26,3, Joh 11,53] -Matthäus Mt 47 21 38 60 Christus spricht jetzt von sich, die Zukunft vorverkündend. So taten die Pharisäer und Schriftgelehrten nach der Auferweckung des Lazarus [Joh 11,47.48.50] -Matthäus Mt 47 21 39 Et apprehensum eum ejecerunt extra vineam, et occiderunt. Und sie ergriffen ihn, und warfen ihn hinaus aus dem Weinberge, und töteten ihn.⁶¹ -Matthäus Mt 47 21 39 61 Als ob er nicht zum auserwählten Volke gehörte, wird der Herr den Heiden übergeben werden. -Matthäus Mt 47 21 40 Cum ergo venerit dominus vineæ, quid faciet agricolis illis? Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Winzern tun?⁶² -Matthäus Mt 47 21 40 62 Auf diese Frage antworteten sie V. 41 ohne Zaudern, weil sie nicht merken, dass sie selbst gemeint sind. Das Gleichnis lässt sich auch auf jeden Menschen anwenden (Orig., Ambros.). -Matthäus Mt 47 21 41 Ajunt illi: Malos male perdet: et vineam suam locabit aliis agricolis, qui reddant ei fructum temporibus suis. Sie sagten zu ihm:⁶³ Er wird sie als Elende elendiglich verderben, und seinen Weinberg wird er an andere Winzer verpachten, die ihm zu ihrer Zeit die Früchte abliefern.⁶⁴ -Matthäus Mt 47 21 41 63 Sie sprechen sich selbst ihr Urteil. In der Tat ward Gott und Stadt von den Römern vernichtet. (Theoph.) -Matthäus Mt 47 21 41 64 Christus wird seinem Volke andere Hirten geben, vergl. [Mt 10,2ff, Mt 16,18, Mt 18,18], nämlich die Apostel (Orig., Hil.), von denen der Herr [Joh 15,16] Zeugnis gibt. Es ist kein Widerspruch mit Markus und Lukas, wo der Herr, nicht die Pharisäer die Worte: Er wird usw. spricht. Der Vorgang war wohl der folgende: Christus fragt (V. 40), sie antworten (V. 41), dann wiederholt Christus ihre Worte [Lk 20,16], jedoch so, dass sie merken, sie seien gemeint. Darum sagen sie: Das sei ferne! Nämlich dass wir dem Verderben anheimfallen usw. Daran schließt sich passend V. 42 hier: Das sei ferne! ruft ihr? Doch es wird geschehen, denn die Schrift sagt usw. -Matthäus Mt 47 21 42 Dicit illis Jesus: Nunquam legistis in Scripturis: Lapidem, quem reprobaverunt ædificantes, hic factus est in caput anguli? A Domino factum est istud, et est mirabile in oculis nostris: -Matthäus Mt 47 21 43 Ideo dico vobis, quia auferetur a vobis regnum Dei, et dabitur genti facienti fructus ejus. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch hinweg genommen, und einem Volke gegeben werden, welches die Früchte desselben hervorbringt.⁶⁷ -Matthäus Mt 47 21 43 67 Weil die Führer der Synagoge solche Menschen sind, wie sie in den drei Gleichnissen beschrieben worden. Christus sagt die Berufung der Heiden vorher. Vergl. [Gal 5,22, Eph 5,9]. -Matthäus Mt 47 21 44 Et qui ceciderit super lapidem istum, confringetur: super quem vero ceciderit, conteret eum. Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden;⁶⁸ auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.⁶⁹ -Matthäus Mt 47 21 44 68 Wer immer den Heiland verwirft, wem Christi Demut ein Ärgernis ist. So erklärt Christus die von ihm [Lk 2,34] gegebene Weissagung. -Matthäus Mt 47 21 44 69 Der Heiland ändert das Bild, indem er sich als Richter zeigt, wie Johannes der Täufer ihn [Mt 3,12] verkündet. Das doppelte Bild zeigt, dass keiner von denen, welche den Messias verwerfen, der Strafe entgehen wird. Vergl. [Apg 4,11.12]. -Matthäus Mt 47 21 45 Et cum audissent principes sacerdotum, et Pharisæi parabolas ejus, cognoverunt quod de ipsis diceret. Als nun die Hohenpriester und Pharisäer⁷⁰ seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er von ihnen rede.⁷¹ -Matthäus Mt 47 21 45 70 Wohl dieselben, die V. 23 die Ältesten des Volkes genannt werden. -Matthäus Mt 47 21 45 71 Jetzt verstehen die Vorsteher der Synagoge alles, aber anstatt sich zu bekehren, beschließen sie, Rache zu nehmen, und einzig die Furcht zwingt sie, die Ausführung ihres bösen Vorhabens zu verschieben. -Matthäus Mt 47 21 46 Et quærentes eum tenere, timuerunt turbas: quoniam sicut prophetam eum habebant. Und sie suchten ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt. -Matthäus Mt 47 22 0 Das Gleichnis von der königlichen Hochzeit. (V. 14) Frage über die Steuer (V. 22), über die Auferstehung (V. 33), über das größte Gebot und Christus den Sohn Davids. -Matthäus Mt 47 22 1 Et respondens Jesus: dixit iterum in parabolis eis, dicens: Und Jesus fing abermals an,¹ in Gleichnissen zu ihnen zu reden, und sprach: -Matthäus Mt 47 22 1 1 Der Heiland fährt in der begonnenen Belehrung fort. In dem vorhergehenden Gleichnisse zeigte Christus die Verwerfung der Lehrer; jetzt führt er auch das Strafgericht über das Volk demselben vor Augen. In den vorhergehenden Gleichnisse erklärte Jesus ferner, dass die Heiden zum messianischen Reiche berufen sind; hier zeigt er, dass es nicht genug ist, in dasselbe einzutreten. -Matthäus Mt 47 22 2 Simile factum est regnum clorum homini regi, qui fecit nuptias filio suo. Das Himmelreich ist einem Könige gleich, der seinem Sohne Hochzeit machte.² [Offb 19,9] -Matthäus Mt 47 22 2 2 Das messianische Reich ist in seiner Gründung und Ausbreitung einem König ähnlich usw. Der König ist Gott, der Bräutigam der Messias. Siehe [Ps 44, Joh 3,29, sowie Mt 9,15] Wie das auserwählte Volk oft im A. T. eine Braut Gottes genannt wird, so wird auch die Aufrichtung des messianischen Reiches bisweilen als eine Art heiliger Ehe dargestellt. [Hos 2,19] Auch die Kirche Christi heißt seine Braut [2Kor 11,2, Eph 5,25-27], die Gott, der Vater, dem Sohne bestimmt. Vergl. [Joh 2,44, Joh 17,6.9.11.12.24] -Matthäus Mt 47 22 3 Et misit servos suos vocare invitatos ad nuptias, et nolebant venire. Und er sandte seine Knechte aus, um die zur Hochzeit Geladenen zu berufen, doch sie wollten nicht kommen.³ -Matthäus Mt 47 22 3 3 In die Kirche Christi, welche die Braut des Sohnes ist, werden als die ersten die berufen, welche bereits im A. B. angehörten. Durch die Abraham gegebene Verheißung und den auf dem Berge Sinai geschlossenen Bund waren die Israeliten ein Volk Gottes geworden, berufen, in der Fülle der Zeiten in das neue Gottesreich einzutreten. Sie sind durch die Propheten geladen und zu diesen bereits Geladenen werden der heilige Johannes und die Jünger gesendet (Greg., Chrys., Euth., Hil.), um sie aufzufordern, an Christus zu glauben. Doch der größte Teil von ihnen weigert sich, der Botschaft Folge zu leisten. -Matthäus Mt 47 22 4 Iterum misit alios servos, dicens; Dicite invitatis: Ecce prandium meum paravi, tauri mei, et altilia occisa sunt, et omnia parata: venite ad nuptias. Abermals sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Geladenen: Sehet, ich habe mein Mahl bereitet, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommet zur Hochzeit!⁴ -Matthäus Mt 47 22 4 4 Bei der ersten Einladung wurden sie zur Hochzeit berufen, bei der zweiten wird ihnen kundgetan, dass alles bereit und ein großes Gastmahl zugerichtet ist. Als Christus gen Himmelgefahren, verkündeten die Apostel, dass nun alles vollbracht sei, was zur Erlösung des Menschengeschlechtes notwendig war, und luden ein, sich der durch die Erlösung erworbenen Güter teilhaftig zu machen. -Matthäus Mt 47 22 5 Illi autem neglexerunt: et abierunt, alius in villam suam, alius vero ad negotiationem suam: Sie aber achteten es nicht, und gingen hin, der eine auf sein Landgut, der andere seinem Gewerbe nach.⁵ -Matthäus Mt 47 22 5 5 Sie schätzten die Einladung gering und andere Sorgen ziehen sie von Gottes Reich ab. Andere handeln noch schlimmer (V. 6). So erscheint die Langmut und Güte des Königs in hellerem Lichte. Vergl. [Apg 5,40.41, Apg 8,1, Apg 9,24.29, Apg 13,50] u.a. [1Thess 2,14-16] -Matthäus Mt 47 22 6 Reliqui vero tenuerunt servos ejus, et contumeliis affectos occiderunt. Die übrigen aber ergriffen seine Knechte, taten ihnen Schmach an, und töteten sie. -Matthäus Mt 47 22 7 Rex autem cum audisset, iratus est: et missis exercitibus suis, perdidit homicidas illos, et civitatem illorum succendit. Als der König dies hörte, ward er zornig, und sandte seine Heere⁶ aus, vernichtete jene Mörder, und steckte ihre Stadt in Brand. -Matthäus Mt 47 22 7 6 Die Römer (Orig., Chrys.) heißen hier die Heere Gottes, sofern sie das Werkzeug seiner Rache sind. Ähnlich werden die Meder [Jes 13,3] und Nabuchodonoser [Ez 29,18] genannt. -Matthäus Mt 47 22 8 Tunc ait servis suis: Nuptiæ quidem paratæ sunt, sed qui invitati erant, non fuerunt digni. Dann sprach er zu seinen Knechten:⁷ Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Geladenen waren nicht würdig.⁸ -Matthäus Mt 47 22 8 7 Vergl. [Apg 13,46]. -Matthäus Mt 47 22 8 8 Vergl. [Röm 10,3]. -Matthäus Mt 47 22 9 Ite ergo ad exitus viarum, et quoscumque inveneritis, vocate ad nuptias. Gehet also an die Ausgänge der Straßen,⁹ und ladet zur Hochzeit, wen ihr immer findet. -Matthäus Mt 47 22 9 9 Wo mehr Menschen zusammenkommen. Weil die Juden in ihrem Pochen auf die leibliche Zugehörigkeit zum Volke Gottes sich schon gerecht glaubten, verschmähten sie von Christus gebotene Gerechtigkeit. -Matthäus Mt 47 22 10 Et egressi servi ejus in vias, congregaverunt omnes, quos invenerunt, malos et bonos: et impletæ sunt nuptiæ discumbentium. Und seine Knechte gingen hinaus auf die Straßen, und führten alle zusammen, die sie fanden, Böse und Gute;¹⁰ und die Hochzeit füllte sich mit Gästen.¹¹ -Matthäus Mt 47 22 10 10 Ohne anderen Unterschied als ob sie die Einladung annehmen, oder nicht. Gott kann durch seine Gnade alle Menschen berufen. -Matthäus Mt 47 22 10 11 Es geht der Hochzeit nichts dadurch ab, dass die zuerst Geladenen nicht kommen wollten. Vergl. [Röm 11,11.12]. -Matthäus Mt 47 22 11 Intravit autem rex ut videret discumbentes, et vidit ibi hominem non vestitum veste nuptiali. Der König aber trat herein, um die Gäste zu beschauen, und er sah dort einen Menschen,¹² welcher nicht mit einem hochzeitlichen Gewande angetan war.¹³ -Matthäus Mt 47 22 11 12 Es ist nicht genug, in die Kirche einzutreten. -Matthäus Mt 47 22 11 13 Wie es sich für eine solche Feierlichkeit ziemte. Der Mensch muss auch seinerseits etwas tun, um die Taufgnade zu bewahren, ein seiner Berufung zur Kirche entsprechendes Leben führen. (Greg.) Mehrfach wird ein tugendhaftes Leben in der heil. Schrift durch das Bild des Kleides bezeichnet. [Offb 3,17.18, Eph 4,24, Kol 3,9.10]. Wie genau prüft der König, dass in einer so großen Menge nicht ein einziger seinen Blicken entgeht! -Matthäus Mt 47 22 12 Et ait illi: Amice, quomodo huc intrasti, non habens vestem nuptialem? At ille obmutuit. Und er sprach zu ihm: Freund!¹⁴ wie bist du hier hereingekommen, ohne ein hochzeitliches Gewand zu haben? Er aber verstummte.¹⁵ -Matthäus Mt 47 22 12 14 Das griechische Wort bedeutet nicht immer: lieb. Im Deutschen entspricht ihm etwa: guter Freund, guter Mann. -Matthäus Mt 47 22 12 15 Obwohl die Sache klar ist, will der König dennoch nicht eher Strafe verhängen, als bis der Sünder sich selbst das Urteil gesprochen. (Chrys.) Durch sein Stillschweigen verdammt er sich selbst. -Matthäus Mt 47 22 13 Tunc dixit rex ministris: Ligatis manibus, et pedibus ejus, mittite eum in tenebras exteriores: ibi erit fletus, et stridor dentium. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn hinaus in die Finsternis draußen, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein!¹⁶ [Mt 8,12, Mt 13,42] -Matthäus Mt 47 22 13 16 Vergl. [Mt 8,12, Mt 13,42]. Wer jetzt freiwillig in den Banden des Lasters liegt, wird einst in ewige Bande geworfen werden. (Greg.) Was [Lk 16,24] die Flammen, sind hier die Fesseln. -Matthäus Mt 47 22 14 Multi enim sunt vocati, pauci vero electi. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.¹⁷ -Matthäus Mt 47 22 14 17 Denn bezieht sich auf die ganze Parabel, nicht auf den Ausgeschlossenen. Die Berufenen sind diejenigen, zu welchen die Knechte geschickt worden sind, die Auserwählten die, welche dem Rufe Folge leisteten. Alle Juden waren berufen, wenige folgten dem Gnadenrufe des Herrn. Was die Propheten vorhergesagt [Jes 10,21, Am 3,12] und Paulus als eingetreten bezeugt [Röm 11,15] sagt auch der Heiland hier voraus: Nur wenige aus dem auserwählten Volke kommen zur Hochzeit des Messias. (Orig., Theoph.) -Matthäus Mt 47 22 15 Tunc abeuntes Pharisæi, consilium inierunt ut caperent eum in sermone. Darauf gingen die Pharisäer hin und hielten Rat,¹⁸ wie sie ihn in einer Rede¹⁹ fangen könnten.²⁰ [Mk 12,13, Lk 20,20] -Matthäus Mt 47 22 15 18 Die Juden trugen das Joch der Römer nur unwillig. Vergl. [Joh 8,33] Jahwe war ihr König, und einen irdischen König sollten sie einzig aus ihrem eigenen Volke haben [Dtn 17,15]. So konnte sich ihr Wunsch, die Herrschaft der Römer abzuschütteln, unter dem Mantel der Frömmigkeit verbergen. Sie vergaßen, dass die Zeiten andere geworden und das jüdische Volk bereits mehrfach von Gott anderen Völkern unterworfen ward. Die Meinung, das auserwählte Volk dürfe den Heiden keinen Tribut zahlen, war damals eine sehr verbreitete. (Hier.) Es war für Christus gleich gefährlich, auf die gestellte Frage mit Ja oder mit Nein zu antworten. Im ersten Falle ward er bei dem Volke als falscher Prophet verdächtigt, im zweiten den Römern angezeigt. Gewiss meinen sie, Christus werde die Frage verneinen, aber im Herzen wünschen sie das Gegenteil, damit sie den Herrn seines Ansehens bei dem Volke berauben können. (Orig., Euth., Chrys., Thom.) -Matthäus Mt 47 22 15 19 In einer Antwort. -Matthäus Mt 47 22 15 20 Sie haben die Gleichnisse verstanden und wollen den lästigen Mahner in's Verderben bringen. -Matthäus Mt 47 22 16 Et mittunt ei discipulos suos cum Herodianis dicentes: Magister, scimus quia verax es, et viam Dei in veritate doces, et non est tibi cura de aliquo: non enim respicis personam hominum: Und sie schickten ihre Jünger²¹ mit den Herodianern²² zu ihm und sagten: Meister! wir wissen, dass du wahrhaft bist, und den Weg Gottes in Wahrheit lehrest, und dich um niemand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen.²³ -Matthäus Mt 47 22 16 21 Ihre Jünger sind weniger verdächtig und können leichter vorgeben, dass sie von einem so heiligen und berühmten Lehrer etwas lernen wollen. -Matthäus Mt 47 22 16 22 Die Herodianer waren Anhänger der Familie des Herodes, dessen Herrschaft den Pharisäern verhasst war. Um Christus zu verderben, verbünden die Pharisäer sich mit ihren Feinden. -Matthäus Mt 47 22 16 23 Lügnerische Schmeicheleien. -Matthäus Mt 47 22 17 Dic ergo nobis quid tibi videtur, licet censum dare Cæsari, an non? Sage uns also, was scheint dir: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer²⁴ zu geben, oder nicht? -Matthäus Mt 47 22 17 24 Kopfsteuer -Matthäus Mt 47 22 18 Cognita autem Jesus nequitia eorum, ait: Quid me tentatis hypocritæ? Da aber Jesus ihre Bosheit kannte, sprach er: Was versuchet ihr mich, Heuchler?²⁵ -Matthäus Mt 47 22 18 25 Heuchelei begeht, wer sich den Anschein gibt, etwas zu sein, was er doch nicht ist, bei dem Wort und Tat im bewussten Gegensatze stehen. Christus antwortet dem Stande ihres Gewissens gemäß, er beschämt sie, um sie auf den rechten Weg zurückzuführen, wie jene schmeicheln, um zu verderben. (Chrys.) Der Herr hätte ihnen wegen ihrer Heuchelei jede Antwort verweigern können, er fängt sie aber in ihren eigenen Worten. -Matthäus Mt 47 22 19 Ostendite mihi numisma census. At illi obtulerunt ei denarium. Zeiget mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Denar²⁶ hin. -Matthäus Mt 47 22 19 26 Zehn As, wie der Name andeutet. Ein vollwichtiger Denar hatte einen Silberwert von 67 Pfennig. Vergl. 16, Anm. 38. -Matthäus Mt 47 22 20 Et ait illis Jesus: Cujus est imago hæc, et superscriptio? Da sprach Jesus zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?²⁷ -Matthäus Mt 47 22 20 27 Christus fragt, um seine Gegenrede nach ihrer Antwort einzurichten. -Matthäus Mt 47 22 21 Dicunt ei: Cæsaris. Tunc ait illis: Reddite ergo quæ sunt Cæsaris, Cæsari: et quæ sunt Dei, Deo. Sie antworteten ihm: Des Kaisers.²⁸ Da sprach er zu ihnen: Gebet mithin, was des Kaisers ist, dem Kaiser, und was Gottes ist, Gott.²⁹ [Röm 13,7] -Matthäus Mt 47 22 21 28 Da damals bei den Juden die römische Münze in Brauch war, zeigten sie selbst, dass sie dem Kaiser untertan waren und ihm mithin Steuern zu zahlen verpflichtet waren. Das Münzrecht war das erste Hoheitsrecht. -Matthäus Mt 47 22 21 29 Der Heiland entscheidet nicht, welche Steuer gerecht ist, sondern stellt nur einen Satz auf, den niemand angreifen kann: Was gerechter Weise dem Kaiser gebührt, gebet ihm. Damit aber seine Feinde ihn nicht der Nichtachtung Gottes beschuldigen können, fügt er hinzu: und Gott, was Gottes ist, so zeigend, dass die Unterwerfung unter den Kaiser kein Hindernis ist, Gott das zu geben, was ihm geschuldet ist. So weit ist dem Kaiser zu gehorchen, als die Pflichten gegen Gott nicht darunter leiden, sonst wird nicht dem Kaiser, sondern dem Teufel Steuer entrichtet (Chrys.). -Matthäus Mt 47 22 22 Et audientes mirati sunt, et relicto eo abierunt. Als sie das hörten, verwunderten sie sich, und verließen ihn, und gingen hinweg. -Matthäus Mt 47 22 23 In illo die accesserunt ad eum Sadducæi, qui dicunt non esse resurrectionem: et interrogaverunt eum, An demselben Tage³⁰ kamen zu ihm Sadducäer, welche sagen, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn, [Apg 23,8] -Matthäus Mt 47 22 23 30 Zuerst hatte an diesem Tage der hohe Rat den Heiland versucht, dann die Schüler der Pharisäer, jetzt treten die Sadducäer auf. Über die Sadduzäer siehe 3, Anm. 13. Dieselben leugneten selbst das Fortleben der Seele nach dem Tode und die Ewigkeit der Strafen (Jos. Alterth. 18,1.4, Jüd. Krieg 2,8.14). Sie entlehnen ihren Einwurf [Dtn 25,5] -Matthäus Mt 47 22 24 Dicentes: Magister, Moyses dixit: Si quis mortuus fuerit non habens filium, ut ducat frater ejus uxorem illius, et suscitet semen fratri suo. und sprachen: Meister!³¹ Moses hat gesagt: Wenn jemand stirbt, ohne Kinder zu haben, so soll sein Bruder das Weib desselben heiraten und seinem Bruder³² Nachkommenschaft erwecken. [Dtn 25,5.6, Mk 12,19, Lk 20,28] -Matthäus Mt 47 22 24 31 Vielleicht ironisch, indem sie hoffen, er werde nicht antworten können. -Matthäus Mt 47 22 24 32 Aus [Gen 38,8]. Das Andenken des Vaters und sein Erbteil soll im auserwählten Volke erhalten bleiben. -Matthäus Mt 47 22 25 Erant autem apud nos septem fratres: et primus, uxore ducta, defunctus est: et non habens semen, reliquit uxorem suam fratri suo. Nun waren bei uns sieben³³ Brüder. Und der erste nahm ein Weib und starb; und da er keine Nachkommenschaft hatte, hinterließ er sein Weib seinem Bruder. -Matthäus Mt 47 22 25 33 Sieben, damit die Frage verwickelter erscheine. -Matthäus Mt 47 22 26 Similiter secundus, et tertius usque ad septimum. Gleicherweise tat auch der zweite, und der dritte bis zum siebenten. -Matthäus Mt 47 22 27 Novissime autem omnium et mulier defuncta est. Zuletzt aber von allen starb auch das Weib. -Matthäus Mt 47 22 28 In resurrectione ergo cujus erit de septem uxor? omnes enim habuerunt eam. Wem von den sieben nun wird das Weib bei der Auferstehung angehören? Denn alle haben sie gehabt.³⁴ -Matthäus Mt 47 22 28 34 So wenig sie einem zu Teil werden kann, so wenig kann es eine Auferstehung geben. -Matthäus Mt 47 22 29 Respondens autem Jesus, ait illis: Erratis nescientes Scripturas, neque virtutem Dei. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret, da ihr die Schrift³⁵ nicht kennt, noch auch die Kraft Gottes.³⁶ -Matthäus Mt 47 22 29 35 Die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Leibes wird gelehrt [Ijob 19,25-27, Jes 29,16, Ez 37,3ff, Dan 12,2], und das selige Leben im Himmel anders dargestellt als das Leben auf Erden. Vergl. [Ps 15,11, Ps 48,16, Jes 35,10, Jes 51,6 u.a.] -Matthäus Mt 47 22 29 36 Gott kann die Toten erwecken ohne die früheren Beziehungen, die nur der Erde angehörten. -Matthäus Mt 47 22 30 In resurrectione enim neque nubent, neque nubentur: sed erunt sicut Angeli Dei in clo. Denn bei der Auferstehung werden sie weder heiraten, noch verheiratet werden; sondern sein, wie die Engel Gottes³⁷ im Himmel. -Matthäus Mt 47 22 30 37 Welche als reine Geister keine Ehe kennen. Im Übrigen aber bleiben die Menschen Menschen, so dass der Apostel ein Apostel, Maria Maria ist. (Hier.) -Matthäus Mt 47 22 31 De resurrectione autem mortuorum non legistis quod dictum est a Deo dicente vobis: Über die Auferstehung aber der Toten habt ihr nicht gelesen,³⁸ was gesagt ist von Gott, da er zu euch³⁹ spricht: -Matthäus Mt 47 22 31 38 Und zwar gerade im Pentateuch, der euch als die höchste Richtschnur des Glaubens und der Sitten gilt. Ihr glaubt fälschlich, in ihm sei die Lehre von der Auferstehung nicht enthalten, und darum seien alle anderen Schriftsteller nicht von der eigentlichen Auferstehung zu verstehen. Die vom Heilande gewählte Stelle wurde als höchste Lobpreisung des israelitischen Volkes angesehen, da Gott sich in derselben als Beschützer, Wohltäter und Vergelter, kurz als höchstes Gut Israels bekennt. -Matthäus Mt 47 22 31 39 Um euch zu belehren, weil die heil. Schrift nicht nur erzählt, sondern belehrend und zur Tugend ermunternd zu allen redet. -Matthäus Mt 47 22 32 Ego sum Deus Abraham, et Deus Isaac, et Deus Jacob? Non est Deus mortuorum, sed viventium. Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs?⁴⁰ Gott ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden.⁴¹ [Ex 3,6] -Matthäus Mt 47 22 32 40 Gutes spendend und seine Verheißungen erfüllend. -Matthäus Mt 47 22 32 41 Also leben die Patriarchen noch, und da Gott sich mit den Worten: Abrahams usw. als Gott des ganzen Volkes Israel erklärt, leben auch alle diejenigen noch, welche diese Erde verlassen haben. Mithin sind die Seelen unsterblich. (Hier., Pasch.) Nun war im Glauben der Juden das Fortleben der Seele auf das engste mit der Lehre von der Auferstehung verbunden, derart, dass beides als eines galt, wie z. B. [2Makk 12,43-46] zeigt. Gott hat den Tod nicht geschaffen, sondern dieser ist die Strafe der Sünde. Da nun Gott die volle Vergebung der Sünden verheißt, muss auch die Strafe für dieselben alsdann ein Ende haben. Ebenso kann Gott nicht zulassen, dass sein Werk durch den Tod vernichtet werde, den der Neid des Teufels in die Welt brachte. Vielleicht geht die Antwort des Herrn auch dahin: Ihr sagt, Gott sei kein Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn Toten verheiße und verleihe Gott keine Güter. Nun hat Gott aber dem Abraham, Isaak und Jakob Verheißungen gegeben, also irrt ihr, wenn ihr wähnt, sie leben nicht. -Matthäus Mt 47 22 33 Et audientes turbæ, mirabantur in doctrina ejus. Da das Volk dies hörte, verwunderte es sich über seine Lehre.⁴² -Matthäus Mt 47 22 33 42 Der Heiland hat wohl besonders des Volkes wegen geantwortet, denn die Sadducäer hatten die Lehre von der Auferstehung nur lächerlich machen und den Heiland versuchen wollen. -Matthäus Mt 47 22 34 Pharisæi autem audientes quod silentium imposuisset Sadducæis, convenerunt in unum. Als aber die Pharisäer vernahmen,⁴³ dass er die Sadducäer zum Schweigen gebracht habe,⁴⁴ kamen sie zusammen; [Mk 12,28, Lk 10,25] -Matthäus Mt 47 22 34 43 Die Niederlage der Sadducäer reizt die Pharisäer an, dem Heilande von neuem nachzustellen, um sein Ansehen bei dem Volke, das er durch seine Antwort gewonnen, zu mindern. -Matthäus Mt 47 22 34 44 Da sie nichts zu erwidern wussten. -Matthäus Mt 47 22 35 Et interrogavit eum unus ex eis legis doctor, tentans eum: und einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, fragte ihn, um ihn zu versuchen:⁴⁵ -Matthäus Mt 47 22 35 45 Nach [Mk 12,32.33] lobt der Gesetzeslehrer den Heiland und wird von dem Herrn gelobt. Wie also kommt er versuchend? Er kommt in böser Absicht, doch die Antwort des Herrn bessert ihn. (Aug., Theoph., Euth., Pasch., Thom.). -Matthäus Mt 47 22 36 Magister, quod est mandatum magnum in lege? Meister! welches ist das größte Gebot im Gesetze? -Matthäus Mt 47 22 37 Ait illi Jesus: Diliges Dominum Deum tuum ex toto corde tuo, et in tota anima tua, et in tota mente tua. Jesus aber⁴⁶ sprach zu ihm:⁴⁷ Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, aus deinem ganzen Herzen, und mit deiner ganzen Seele, und mit deinem ganzen Gemüte.⁴⁸ [Dtn 6,5] -Matthäus Mt 47 22 37 46 Die Rabbiner unterscheiden große und kleine Gebote. Der Sinn der Frage ist entweder ein doppelter: Welches sind die Bedingungen, damit ein Gebot als ein großes anzusehen ist? Und welches Gebot ist groß vor allen anderen? Oder die Frage beabsichtigt, nur eine Antwort auf den zweiten Teil des Satzes herbeizuführen. Was aber der Herr auch antwortet, stets wird die Entscheidung einer Meinung der Pharisäer entgegengesetzt sein. Soll der Heiland der Zeit nach entscheiden, in der die Gebote gegeben sind, so geht der Sabbat der Beschneidung voran; wenn er nach der Feierlichkeit der Gesetzgebung die Gebote unterscheidet, so stehen die zehn Gebote der beiden Tafeln obenan; wenn nach der Wichtigkeit der Sache, so sind die Meinungen ebenfalls geteilt. -Matthäus Mt 47 22 37 47 Jesus antwortet so, dass jeder seine Entscheidung als richtig anerkennen muss. -Matthäus Mt 47 22 37 48 Was nur an Liebe in die Seele eingehen kann, ist auf den zu beziehen, dem alles in uns zugehören soll, Gott (Aug.). Wir sollen nichts lieben gegen Gott, nichts über Gott, nichts wie Gott, sondern alles weniger als Gott und um Gottes willen. -Matthäus Mt 47 22 38 Hoc est maximum, et primum mandatum. Dieses ist das größte⁴⁹ und erste⁵⁰ Gebot. -Matthäus Mt 47 22 38 49 Größer als die anderen. -Matthäus Mt 47 22 38 50 An Würde und Notwendigkeit. -Matthäus Mt 47 22 39 Secundum autem simile est huic: Diliges proximum tuum, sicut teipsum. Ein zweites aber ist diesem ähnlich:⁵¹ Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.⁵² [Lev 19,18, Mk 12,31] -Matthäus Mt 47 22 39 51 Weil der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. (Orig., Alb., Thom.), ist er wegen Gott zu lieben. Dies Gebot ist nicht gleich, weil der Mensch erst nach Gott zu lieben, aber ähnlich, weil der Mensch vor allen anderen Geschöpfen und um Gottes willen, also aus demselben Beweggrunde zu lieben ist. -Matthäus Mt 47 22 39 52 Dass wir den Nächsten wünschen, was uns selbst, und ihn um Gottes willen so lieben wie uns. Diese Regel hatte der Herr schon in [Mt 7,12] aufgestellt. -Matthäus Mt 47 22 40 In his duobus mandatis universa lex pendet, et prophetæ. An diesen zwei Geboten hängt⁵³ das ganze Gesetz und die Propheten.⁵⁴ -Matthäus Mt 47 22 40 53 Siehe über dies Bild [Jes 22,23-25]. Wie eine Sache sofort fällt, wenn man den Stützpunkt derselben entfernt, so verlieren alle Vorschriften ihre Kraft, wenn man das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe wegnimmt. -Matthäus Mt 47 22 40 54 Soweit die Propheten Sittengebote enthalten. Die Erfüllung des Gesetzes ist die Liebe. [Röm 13,10]. -Matthäus Mt 47 22 41 Congregatis autem Pharisæis, interrogavit eos Jesus, Da aber die Pharisäer versammelt waren,⁵⁵ fragte Jesus sie -Matthäus Mt 47 22 41 55 Unterdessen sind die Pharisäer wohl hinzugetreten, um zu sehen, welchen Ausgang die Sache nehmen werde und wie sie die Antwort des Heilandes angreifen können. Der Herr legt ihnen eine Lebensfrage ihres Glaubens vor. Sie stellen dem Heilande nach, weil er sich zum Messias erklärt hat; wissen sie denn aber, wer und was der Messias sein soll? -Matthäus Mt 47 22 42 Dicens: Quid vobis videtur de Christo? cujus filius est? Dicunt ei: David. und sprach: Was dünket euch von Christus? Wessen Sohn ist⁵⁶ er? Sie sprachen: Davids.⁵⁷ -Matthäus Mt 47 22 42 56 Muss er sein, um als Messias zu gelten? -Matthäus Mt 47 22 42 57 Siehe [2Sam 23,3-5] nach dem hebräischen Texte. Zudem erwartete man allgemein den Messias als Sohn Davids [Joh 7,42], freilich als einen, der den Thron seines Vaters wieder aufrichtete, die Bedrücker des Volkes verjagte und alle Völker den Juden unterwarf. Christus zeigt den Pharisäern durch seine Frage, dass sie vom Messias nur wenig wissen und bietet ihnen Gelegenheit, ein besseres Verständnis der Prophezeiungen zu gewinnen. -Matthäus Mt 47 22 43 Ait illis: Quomodo ergo David in spiritu vocat eum Dominum, dicens: Da sprach er zu ihnen: Wie nennt ihn dann David im Geiste⁵⁸ Herrn, da er sagt: [Lk 20,41, Ps 109,1] -Matthäus Mt 47 22 43 58 Vergl. [2Petr 1,21] -Matthäus Mt 47 22 44 Dixit Dominus Domino meo: sede a dextris meis, donec ponam inimicos tuos scabellum pedum tuorum? Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege? -Matthäus Mt 47 22 45 Si ergo David vocat eum Dominum, quomodo filius ejus est? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn?⁵⁹ -Matthäus Mt 47 22 45 59 Wie kann David seinen eigenen Sprössling seinen Herrn nennen, wenn derselbe nicht mehr ist als David, also mehr als ein Mensch, mehr als ein irdischer König? Christus wählt diesen Psalm, weil in demselben der Messias als Priester beschrieben wird, also als seine Aufgabe die Tilgung der Sünden und die Versöhnung der Sünder mit Gott hingestellt wird. Der Herr erscheint als zur Rechten Gottes in der Herrlichkeit sitzend, während hier auf Erden seine Feinde gegen ihn kämpfen, bis sie ihm von Gott untergeben werden. So wird die Vorstellung von einem irdischen Reiche des Messias gänzlich zerstört. -Matthäus Mt 47 22 46 Et nemo poterat ei respondere verbum: neque ausus fuit quisquam ex illa die eum amplius interrogare. Und niemand konnte ihm ein Wort entgegnen, noch auch wagte es jemand von jenem Tage an, ihm weiter eine Frage zu stellen.⁶⁰ -Matthäus Mt 47 22 46 60 Es war ein letzter Ruf der Gnade, nicht gegen den Ratschlusse der Bosheit zu fassen, der seine Feinde einst alle gedemütigt sehen wird. Die Pharisäer bleiben verstockt. Doch sie sind wenigstens zum Schweigen gebracht, und der Heiland richtet seine weitere Belehrung an das Volk. -Matthäus Mt 47 23 0 Die Heuchelei und Ehrsucht der Pharisäer. (V. 12) Achtfaches Weh über Schriftgelehrte und Pharisäer. (V. 33) Christi Trauer über Jerusalem. -Matthäus Mt 47 23 1 Tunc Jesus locutus est ad turbas, et ad discipulos suos, Dann redete Jesus zu dem Volke und zu seinen Jüngern, [Mk 12,38-40, Lk 20,45ff] -Matthäus Mt 47 23 2 Dicens: Super cathedram Moysi sederunt Scribæ, et Pharisæi. und sprach:¹ Auf den Stuhl des Moses haben sich die Schriftgelehrten und Pharisäer² gesetzt. [Neh 8,4] -Matthäus Mt 47 23 2 1 Nachdem Christus den Pharisäern und Schriftgelehrten Stillschweigen auferlegt, zeigt er dem Volke und den Jüngern, dass jene an einer unheilbaren Krankheit leiden. -Matthäus Mt 47 23 2 2 Christus gesteht dem hohen Rate, in welchem die Pharisäer besonders zahlreich vertreten sind, das Recht zu, das Gesetz zu erklären. -Matthäus Mt 47 23 3 Omnia ergo quæcumque dixerint vobis, servate, et facite: secundum opera vero eorum nolite facere: dicunt enim, et non faciunt. Alles also, was sie immer euch sagen,³ haltet und tuet; nach ihren Werken aber tuet nicht; denn sie sagen, und tun nicht. -Matthäus Mt 47 23 3 3 Was die Mehrheit vorgeschrieben und die Gewohnheit geheiligt hat. Diese Vorschriften bezogen sich auf die äußere Gottesverehrung, die Opfer, Waschungen, Tempelsteuer usw. Solange das A. Gesetz rechtmäßig bestand, galt auch die Autorität des hohen Rates und hatte dieser Anspruch auf Gehorsam. So ist Christus also keineswegs ein Verächter des Gesetzes und der Obrigkeit. Dieser Stuhl, nicht der ihrige, sondern der des Moses, zwang sie, Gutes zu sagen, auch wenn sie nichts Gutes taten. (Aug.) Das Gleiche gilt nicht von den bloßen Schulmeinungen, die niemand eine geheiligte Verpflichtung aufzulegen vermochten und gegen welche der Heiland mehrfach auftrat. -Matthäus Mt 47 23 4 Alligant enim onera gravia, et importabilia, et imponunt in humeros hominum: digito autem suo nolunt ea movere. Sie binden nämlich schwere und unerträgliche Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen;⁴ mit ihrem Finger aber wollen sie dieselben nicht bewegen.⁵ [Lk 11,46] -Matthäus Mt 47 23 4 4 Sie stellen viele und schwer zu ertragende lästige Vorschriften auf. -Matthäus Mt 47 23 4 5 Gegen andere hart, wollen sie die Lasten, welche sie jenen auferlegen, selbst nicht tragen, ja sie nicht einmal berühren. (Aug.) Das mosaische Gesetz war schon an sich eine schwere Last [Apg 15,10], wurde aber durch die Auslegungen und Anwendungen, die einem um das Gesetz gezogenen Schutzzaune gleichen sollten, unerträglich. -Matthäus Mt 47 23 5 Omnia vero opera sua faciunt ut videantur ab hominibus: dilatant enim phylacteria sua, et magnificant fimbrias. Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden; denn⁶ sie machen ihre Spruchbänder breit,⁷ und die Quasten groß.⁸ [Dtn 6,8, Dtn 22,12, Num 15,38] -Matthäus Mt 47 23 5 6 Es folgen nun einige Beispiele dieser Gefallsucht. -Matthäus Mt 47 23 5 7 Die Juden trugen, um der [Dtn 6,8] gegebenen Vorschrift zu genügen, Pergamenttafeln, welche in kleinen Schachteln auf der Stirn und am linken Arme befestigt wurden. Diese Täfelchen enthielten die nachstehenden Teile des Gesetzes: [Ex 13,1-10, Ex 13,11-16, Dtn 6,4-9, Dtn 11,13-21] Griechisch hießen dieselben Phylakterien, Bewahrer, weil sie die Erinnerung an das Gesetz wach erhalten sollten. Nach der Vorschrift der Rabbiner sollten dieselben besonders beim Morgengebete getragen warden. Die Rabbiner selbst trugen möglichst breite Spruchbänder, um durch die äußere Form die Größe ihres Eifers für das Gesetz vor Augen zu stellen. Den Gebrauch an sich tadelt Christus nicht, indes war [Dtn 6,8] nichts derartiges vorgeschrieben. (Hier., Pasch., Theoph.) -Matthäus Mt 47 23 5 8 Von den vier Ecken des Mantels herabhängende Streifen aus zusammengedrehten Wollfäden. -Matthäus Mt 47 23 6 Amant autem primos recubitus in cnis, et primas cathedras in synagogis, Sie lieben die ersten Plätze bei den Gastmählern, und die ersten Stühle in den Synagogen.⁹ [Mk 12,39, Lk 11,43, Lk 20,46] -Matthäus Mt 47 23 6 9 Für ihre außerordentliche Frömmigkeit beanspruchten sie, überall geehrt zu werden. -Matthäus Mt 47 23 7 Et salutationes in foro, et vocari ab hominibus Rabbi. Sie lassen sich gerne auf dem Markte grüßen und von den Leuten Rabbi nennen.¹⁰ -Matthäus Mt 47 23 7 10 Mein Herr. Diese Anredeform (auch statt ihrer: Rabbon, vergl. [Joh 20,16]) war zur Zeit Christi noch neu. Der Sinn des Verbotes Christi ist: Trachtet nicht darnach, aus eitler Ehrsucht so genannt zu werden. -Matthäus Mt 47 23 8 Vos autem nolite vocari Rabbi: unus est enim Magister vester, omnes autem vos fratres estis. Ihr aber lasset euch nicht Rabbi nennen; denn einer ist euer Lehrer, ihr aber seid Brüder.¹¹ [Jak 3,1] -Matthäus Mt 47 23 8 11 Zwei Gründe: Christus allein besitzt alle Schätze der Erkenntnis und Weisheit und er allein vermag die notwendige Kraft zu verleihen, damit ihr das ewige Leben erlanget. Zweitens: Da Christus euer gemeinsamer Lehrer ist, wer möchte sich über die anderen erheben? Vergl. [1Kor 4,7]. -Matthäus Mt 47 23 9 Et patrem nolite vocare vobis super terram: unus est enim Pater vester, qui in clis est. Auch nennet keinen auf Erden Vater; denn einer ist euer Vater,¹² der im Himmel ist.¹³ [Mal 1,6] -Matthäus Mt 47 23 9 12 Die Rabbiner ließen sich von ihren Jüngern auch Vater nennen, wie es damals üblich war. Jede Schule nämlich nannte ihren Lehrer Vater, mit Geringschätzung der Häupter anderer Schulen. -Matthäus Mt 47 23 9 13 Gott allein ist wahrhaft und im vollsten Sinne euer Vater, der alle Ehre verdient. [Mal 1,6] -Matthäus Mt 47 23 10 Nec vocemini magistri: quia Magister vester unus est, Christus. Und lasset euch nicht Meister¹⁴ nennen; weil einer euer Meister ist, Christus.¹⁵ -Matthäus Mt 47 23 10 14 Führer, die den Weg weisen. Es war dies der höchste Titel, der besonders zwei Lehrern. Hillel und Schamai, eigen war, deren Schulen damals miteinander im Streit lagen. -Matthäus Mt 47 23 10 15 Christus allein ist Fürst und Führer des Glaubens und des Lebens. -Matthäus Mt 47 23 11 Qui major est vestrum, erit minister vester. Wer der Größere unter euch ist, wird euer Diener sein.¹⁶ -Matthäus Mt 47 23 11 16 Siehe [Mt 18,4, Mt 20,25]. Vergl. [1Kor 3,5] -Matthäus Mt 47 23 12 Qui autem se exaltaverit, humiliabitur: et qui se humiliaverit, exaltabitur. Wer aber sich selbst erhöhet, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöhet werden.¹⁷ [Lk 14,11, Lk 18,14] -Matthäus Mt 47 23 12 17 Die Demut ist der Weg zu wahrer Ehre, jener Weg, den auch der Heiland selbst gegangen ist. [Phil 2,8.9] -Matthäus Mt 47 23 13 Væ autem vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia clauditis regnum clorum ante homines: vos enim non intratis, nec intrountes sinitis intrare. Wehe aber euch,¹⁸ ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr das Himmelreich vor den Menschen verschließet. Denn ihr selbst gehet nicht hinein, und auch die hinein wollen, lasset ihr nicht hineingehen.¹⁹ -Matthäus Mt 47 23 13 18 Acht Wehe über die Pharisäer, die sich nicht bessern wollen, ein Gegensatz zu den acht Seligpreisungen am Anfange der Lehrtätigkeit Christi. Schon bei einer anderen Gelegenheit (Aug.) hat der Herr ähnlich gesprochen: [Lk 11,39] -Matthäus Mt 47 23 13 19 Das Reich Gottes ist gleichsam ein weit geöffneter Königssaal, in den alle eintreten sollen. Wer andere am Eintritte behindert, schließt diesen Saal vor den Menschen, die eintreten sollen. -Matthäus Mt 47 23 14 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia comeditis domos viduarum, orationes longas orantes: propter hoc amplius accipietis judicium. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr die Häuser der Witwen verzehret, indem ihr lange Gebete sprechet; deshalb werdet ihr ein strengeres Gericht erfahren.²⁰ [Mk 12,40, Lk 20,47] -Matthäus Mt 47 23 14 20 Witwen haben keinen Berater und Frauen werden leichter unter dem Scheine des Guten zum Geben bewogen. Ihr sündigt gegen die Frömmigkeit und gegen die Gerechtigkeit, indem ihr unter dem Deckmantel der Frömmigkeit die schädigt, deren Schutz in der heiligen Schrift allen besonders an's Herz gelegt wird. [Ex 22,22, Dtn 14,29 u. a.] Vielleicht ist V. 14 aus einem anderen Evangelium durch die Abschreiber übernommen. Wenn nicht, so steht er jedenfalls passender vor V. 13, da V. 13 und 15 eng zusammengehören. -Matthäus Mt 47 23 15 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia circuitis mare, et aridam, ut faciatis unum proselytum: et cum fuerit factus, facitis eum filium gehennæ duplo quam vos. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr das Meer und das Festland durchziehet, um einen einzigen Bekehrten²¹ zu machen; und wenn er es geworden ist, so machet ihr ihn zum Kinde der Hölle, zweifach mehr als ihr.²² -Matthäus Mt 47 23 15 21 Diejenigen Bekehrten, welche sich zur Verehrung des wahren Gottes verpflichteten und die Beobachtung der nach Könige genannten Vorschriften auf sich nahmen (Haltung des sechsten Gebotes, Enthaltung vom Blutgenusse usw.), siehe [Apg 15,20], hießen Propheten des Tores. Diejenigen, welche das Judentum annahmen und sich dem Zeremonialgesetze unterwarfen, wurden Proselyten der Gerechtigkeit genannt. Die Zahl der Proselyten war in allen Ländern eine sehr große. -Matthäus Mt 47 23 15 22 Der Höllenstrafen würdig, zweifach mehr denn ihr. Zu den heidnischen Lastern, die sie nicht abgelegt, kommt die Heuchelei, welche sie von euch lernen. -Matthäus Mt 47 23 16 Væ vobis duces cæci, qui dicitis: Quicumque juraverit per templum, nihil est: qui autem juraverit in auro templi, debet. Wehe euch, ihr blinden Führer!²³ die ihr saget: Wenn jemand beim Tempel geschworen hat, das ist nichts;²⁴ wer aber beim Golde des Tempels geschworen hat, ist verpflichtet.²⁵ -Matthäus Mt 47 23 16 23 Vergl. [Mt 15,14]. -Matthäus Mt 47 23 16 24 Verpflichtet nicht. -Matthäus Mt 47 23 16 25 Dass zu tun, was er geschworen. Das dem Tempelschatze geopferte Gold (Hier., Bed., Pasch.) schien ihnen vielleicht in näherer Beziehung zu Gott zu stehen als die verschiedenen Tempelräume. -Matthäus Mt 47 23 17 Stulti, et cæci: Quid enim majus est, aurum, an templum, quod sanctificat aurum? Ihr Toren und Blinde! Was ist denn größer? das Gold oder der Tempel, welcher das Gold heiligt?²⁶ -Matthäus Mt 47 23 17 26 Der Tempel gehört Gott, also geht vom Tempel die Heiligkeit auf die anderen Dinge über, die ihm zugehören. -Matthäus Mt 47 23 18 Et quicumque juraverit in altari, nihil est: quicumque autem juraverit in dono, quod est super illud, debet. Und wer da beim Altare geschworen hat, das ist nichts; wer aber geschworen hat bei der Gabe, welche auf demselben liegt, ist verpflichtet. -Matthäus Mt 47 23 19 Cæci: Quid enim majus est, donum, an altare, quod sanctificat donum? Ihr Blinde! Was ist denn größer? die Gabe oder der Altar, welcher die Gabe heiligt?²⁷ -Matthäus Mt 47 23 19 27 Eine an sich nicht heilige Sache wird geheiligt, wenn sie auf dem Gott geweihten Altare dargebracht wird; also ist der Altar die Quelle der Heiligung. -Matthäus Mt 47 23 20 Qui ergo jurat in altari, jurat in eo, et in omnibus, quæ super illud sunt. Wer also bei dem Altare schwöret, schwöret bei demselben, und bei allem, was auf demselben ist.²⁸ -Matthäus Mt 47 23 20 28 Mithin verpflichtet der Eid bei dem Altare nicht nur in gleicher Weise, sondern noch mehr als der Eid bei dem Geschenke. -Matthäus Mt 47 23 21 Et quicumque juraverit in templo, jurat in illo, et in eo, qui habitat in ipso: Und wer bei dem Tempel schwört, schwört bei diesem, und bei dem, welcher in demselben seine Wohnung hat. -Matthäus Mt 47 23 22 Et qui jurat in clo, jurat in throno Dei, et in eo, qui sedet super eum. Und wer bei dem Himmel schwört, schwört bei dem Throne Gottes, und bei dem, der auf demselben sitzet.²⁹ -Matthäus Mt 47 23 22 29 Der Eid bei den Geschöpfen steht notwendig in Beziehung zu Gott, da ein lebloses Wesen nicht Zeuge und Rächer des Eides sein kann. -Matthäus Mt 47 23 23 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: qui decimatis mentham, et anethum, et cyminum, et reliquistis quæ graviora sunt legis, judicium, et misericordiam, et fidem: hæc oportuit facere, et illa non omittere. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! die ihr die Krausemünze, Fenchel und Kümmel verzehntet,³⁰ aber was das Wichtigere des Gesetzes³¹ ist, die Gerechtigkeit,³² die Barmherzigkeit³³ und die Treue habt fallen lassen. Dieses hättet ihr tun, und jenes nicht unterlassen sollen.³⁴ [Lk 11,42] -Matthäus Mt 47 23 23 30 Nach [Lev 27,30 und Dtn 14,22] war vom Getreide und von Früchten der Zehnten zu zahlen; die Pharisäer gaben, um ihren Eifer für das Gesetz kund zu geben, denselben auch von den kleinsten Pflanzen. -Matthäus Mt 47 23 23 31 Was von größerer Bedeutung ist und was von Gott im Sittengesetze geboten ist. -Matthäus Mt 47 23 23 32 Dass man jedem das Seine gibt. -Matthäus Mt 47 23 23 33 Dass man auch da, wo man sein Recht sucht, die Liebe bewahrt und den Armen gern zu Hilfe kommt. -Matthäus Mt 47 23 23 34 Nicht gebotene gute Werke werden empfohlen, indes so, dass man zuerst die gebotenen tut. -Matthäus Mt 47 23 24 Duces cæci, excolantes culicem, camelum autem glutientes. Ihr blinden Führer! die ihr eine Mücke durchseihet, das Kamel aber verschlucket.³⁵ -Matthäus Mt 47 23 24 35 Die kleinsten und unbedeutendsten Dinge beobachtet ihr, die wichtigsten vernachlässigt ihr ohne alles Bedenken; kleine Fehler meidend, begeht ihr frech ungeheure Sünden. Die Mücke galt als ein unreines Tier; um also nicht etwa eine solche zu verschlucken, gossen sie den Wein durch Leinwand, aber ein ungeheures Kamel (dessen Fleisch zu essen gleichfalls verboten ist [Dtn 14,7]) verschlucken sie (im übertragenen Sinne) gleichmütig. -Matthäus Mt 47 23 25 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia mundatis quod deforis est calicis, et paropsidis: intus autem pleni estis rapina, et immunditia. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget, innen aber voll des Raubes und der Unlauterkeit seid.³⁶ -Matthäus Mt 47 23 25 36 Griech.: Becher und Schüssel aber sind voll von dem, was Raub und Habsucht erworben. Die Übersetzung der Vulgata enthält einen Vergleich: Ihr handelt ähnlich, wie wenn jemand die Becher und Schüsseln von außen reinigt usw. -Matthäus Mt 47 23 26 Pharisæe cæce, munda prius quod intus est calicis, et paropsidis, ut fiat id, quod deforis est, mundum. Du blinder Pharisäer! reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit die Außenseite derselben rein werde.³⁷ -Matthäus Mt 47 23 26 37 Das Ziel der Worte wie V. 25 -Matthäus Mt 47 23 27 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia similes estis sepulcris dealbatis, quæ aforis parent hominibus speciosa, intus vero plena sunt ossibus mortuorum, et omni spurcitia. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr übertünchten Gräbern gleichet, welche von außen her den Leuten zwar schön erscheinen, inwendig aber voll sind von Totengebeinen und jeglicher Unreinigkeit.³⁸ -Matthäus Mt 47 23 27 38 Nach [Num 16,19] war derjenige, der ein Grab berührte, durch sieben Tage unrein. Um zu verhüten, dass jemand sie berührte und unrein wurde, bewarf man die Gräber alljährlich mit Kalk und weißte sie. -Matthäus Mt 47 23 28 Sic et vos aforis quidem paretis hominibus justi, intus autem pleni estis hypocrisi, et iniquitate. So erscheint auch ihr zwar von außen als Gerechte vor den Menschen, inwendig aber seid ihr voll Heuchelei und Schlechtigkeit. -Matthäus Mt 47 23 29 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ, qui ædificatis sepulcra prophetarum, et ornatis monumenta justorum, Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! die ihr die Gräber der Propheten bauet, und die Denkmäler der Gerechten schmücket,³⁹ -Matthäus Mt 47 23 29 39 Sie tragen eine große Verehrung gegen die Propheten zur Schau, aber um die Mahnungen derselben tragen sie keine Sorge. Sie haben dem heil. Johannes dem Täufer nicht geglaubt und verfolgen den Heiland, der sich durch so viele Wunder bezeugt hat. Weit entfernt, dem Propheten, den Gott ihnen [Dtn 18,15] verheißen, zu folgen, wollen sie ihn viel mehr töten. -Matthäus Mt 47 23 30 Et dicitis: Si fuissemus in diebus patrum nostrorum, non essemus socii eorum in sanguine prophetarum. und sagt: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, so wären wir nicht ihre Mitschuldigen an dem Blute der Propheten gewesen. -Matthäus Mt 47 23 31 Itaque testimonio estis vobismetipsis, quia filii estis eorum, qui prophetas occiderunt. So gebet ihr wider euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne⁴⁰ derer seid, welche die Propheten gemordet haben. -Matthäus Mt 47 23 31 40 Die Propheten wären von euch besser behandelt worden, als von euren Vätern? Ihr gesteht also, dass ihr leiblich von Prophetenmördern abstammt, doch seid ihr deren Nachkömmlinge auch durch die Nachahmung ihrer Bosheit. (Chrys.) -Matthäus Mt 47 23 32 Et vos implete mensuram patrum vestrorum. So machet denn ihr nur das Maß eurer Väter voll!⁴¹ -Matthäus Mt 47 23 32 41 Der Heiland spricht zu ihnen in heiliger Entrüstung. Jene haben die Diener getötet, ihr kreuzigt den Herrn; jene die Propheten, ihr denjenigen, den die Propheten verkündet haben. -Matthäus Mt 47 23 33 Serpentes genimina viperarum, quomodo fugietis a judicio gehennæ? Ihr Schlangen, Natterngezücht!⁴² wie werdet ihr dem Gerichte⁴³ der Hölle entrinnen? [Mt 3,7] -Matthäus Mt 47 23 33 42 Christus ruft ihnen die Drohungen des heil. Johannes über sie in's Gedächtnis zurück, da sie nicht Buße getan, sondern Sünde auf Sünde gehäuft haben. -Matthäus Mt 47 23 33 43 Das euch zur Hölle verdammt. -Matthäus Mt 47 23 34 Ideo ecce ego mitto ad vos prophetas, et sapientes, et scribas, et ex illis occidetis, et crucifigetis, et ex eis flagellabitis in synagogis vestris, et persequemini de civitate in civitatem: Darum sehet, ich sende⁴⁴ zu euch Propheten,⁴⁵ und Weise,⁴⁶ und Schriftgelehrte;⁴⁷ und ihr werdet einen Teil von ihnen töten und kreuzigen; und einen Teil werdet ihr geißeln in euren Synagogen, und von Stadt zu Stadt verfolgen; -Matthäus Mt 47 23 34 44 Darum: Weil ihr so böse seid, tötet ihr die von mir gesendeten Propheten. Nur Gott sendet die Propheten, so offenbart also Christus seine Gottheit. Ich werde senden, ihr werdet töten, denn ihr seid Schlangenbrut, im Bösen verhärtet, und werdet der Verdammnis nicht entgehen. -Matthäus Mt 47 23 34 45 Die unter der Leitung des heil. Geistes lehren. -Matthäus Mt 47 23 34 46 Denen der heil. Geist die Gabe der Weisheit in der Rede verleiht. -Matthäus Mt 47 23 34 47 Lehrer der Heilswissenschaft (Bed., Pasch., Alb., Thom.). Der Heiland braucht, um besser verstanden zu werden, aus dem A. T. entlehnte Bezeichnungen. Wie sehr die Juden gegen die Anhänger Christi gewütet, zeigt die Apostelgeschichte, der heil. Paulus [2Kor 11,24], sowie die Kirchengeschichte. -Matthäus Mt 47 23 35 Ut veniat super vos omnis sanguis justus, qui effusus est super terram, a sanguine Abel justi usque ad sanguinem Zachariæ, filii Barachiæ, quem occidistis inter templum et altare. damit alles gerechte Blut,⁴⁸ welches auf Erden vergossen ward,⁴⁹ über euch komme,⁵⁰ vom Blute Abels, des Gerechten, an bis zum Blute Zacharias,⁵¹ des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altare⁵² gemordet habt. [Gen 4,8, Hebr 11,4, 2Chr 24,22] -Matthäus Mt 47 23 35 48 Ihr tut, als ob ich durchaus alle Blutschuld auf euch laden wolltet. Oder: Deswegen sendet Gott Propheten usw. (V. 34), damit eure Werke offenbar werden (Pasch.) und Gottes Gericht gerecht erfunden werde. (Thom.) -Matthäus Mt 47 23 35 49 Als ob es noch um Rache riefe. Vergl. [Ijob 16,19, Jes 26,21]. -Matthäus Mt 47 23 35 50 Diese Worte stehen zu der Mahnung V. 34 in Beziehung. Eure Werke sollen erscheinen und gegen euch zeugen (Pasch.), damit Gottes Gericht gerecht erfunden werde (Thom.). Gott lässt die Sünde des Menschen zu, weil er ihm einen freien Willen gegeben hat, aber was aus der Sünde notwendig folgt, die Strafe, will Gott nur, nachdem der Mensch seinen freien Willen gemissbraucht hat und nicht in sich gegangen ist. -Matthäus Mt 47 23 35 51 Der Sohn des Jojada, wie das Evangelium der Nazarener hinzufügte (Hier.), das nach dem aramäischen Texte des heil. Matthäus ausgearbeitet war. Jojada wurde auf Befehl des Königs im Vorhofe des Tempels gesteinigt. (Hier., Bed., Pasch., Thom.) Sein Tod hatte bei den Juden eine besondere Berühmtheit. -Matthäus Mt 47 23 35 52 Also im Vorhofe der Priester, vor dem Tempel selbst, an heiliger Stätte. Diese beiden Morde werden in der heil. Schrift als um Rache rufend angeführt [Gen 4,10, 2Chr 24,22]. -Matthäus Mt 47 23 36 Amen dico vobis, venient hæc omnia super generationem istam. Wahrlich, ich sage euch, dies alles⁵³ wird über dieses Geschlecht kommen!⁵⁴ -Matthäus Mt 47 23 36 53 Die Strafe für die V. 35 genannten Verbrechen. Der Heiland spricht jetzt von der göttlichen Strafe, welche die Verbrechen der Vorfahren und ihre eigenen ihnen zuziehen. Auch der Vorfahren Verbrechen müssen sie büßen. Die Strafe ist gerecht, denn die Nation wird für die Sünden der Nation gestraft, die einzelnen aber nicht mehr wie sie selbst verdienen, weil sie diese nicht wieder gut gemacht. (Orig.) Übrigens trifft eine solche Strafe zu einer bestimmten Zeit, nämlich wenn das Maß der göttlichen Langmut erschöpft ist, ein Geschlecht nur, wenn es auch durch eigene Schuld sich derselben würdig gemacht hat. -Matthäus Mt 47 23 36 54 Weil es sich trotz so vieler Mahnungen und Beispiele der göttlichen Gerechtigkeit nicht bekehrt. (Chrys., Theoph., Euth.) -Matthäus Mt 47 23 37 Jerusalem, Jerusalem, quæ occidis prophetas, et lapidas eos, qui ad te missi sunt, quoties volui congregare filios tuos, quemadmodum gallina congregat pullos suos sub alas, et noluisti? Jerusalem, Jerusalem!⁵⁵ die du die Propheten mordest,⁵⁶ und steinigest die, welche zu dir gesandt worden, wie oft⁵⁷ wollte ich deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, du aber hast nicht gewollt!⁵⁸ -Matthäus Mt 47 23 37 55 Warum verschmähst du meine Liebe und forderst meinen Zorn heraus? (Chrys.) -Matthäus Mt 47 23 37 56 Gewohnheitsmäßig mordest und steinigst. -Matthäus Mt 47 23 37 57 Christus war also mehrmals in Jerusalem gewesen, wie das Evangelium des heil. Johannes zeigt. (Hier.) Ja, auch außerhalb der heiligen Stadt hatte der Herr die Juden gewarnt, da ihm viele bis nach Galiläa folgten. Der Heiland wollte die Stadt vor dem drohenden Untergange schützen. (Chrys., Euth.) -Matthäus Mt 47 23 37 58 Du konntest tun, was zu deinem Heile diente. Da du aber nicht gehalten, was dein Volk [Ex 19,8] verheißen, kommt eine furchtbare Strafe über dich. -Matthäus Mt 47 23 38 Ecce relinquetur vobis domus vestra deserta. Sehet,⁵⁹ euer Haus wird euch verödet gelassen werden!⁶⁰ -Matthäus Mt 47 23 38 59 Im Griech. Bestimmter: Ist verödet gelassen. -Matthäus Mt 47 23 38 60 Wird der Hauptstadt der Schutz Gottes entzogen, so noch viel mehr den anderen Städten. Jetzt erst geht die Prophezeiung [Mt 2,18] ganz in Erfüllung. -Matthäus Mt 47 23 39 Dico enim vobis, non me videbitis amodo, donec dicatis: Benedictus, qui venit in nomine Domini. Denn ich sage euch: Von nun an werdet ihr mich nicht mehr sehen,⁶¹ bis dass ihr sprechet: Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!⁶² -Matthäus Mt 47 23 39 61 Der Heiland beschließt sein Lehramt am Dienstage der stillen Woche mit einer Mahnung an das Volk. Dasselbe beharrt in seiner Bosheit, deshalb tritt ein, was der Herr V. 38 vorausgesagt. Aber auch so noch bleibt Jesus der sorgende, lehrende und heilende Messias, der ihm das Heil gewähren will, sobald es sich zu ihm bekehrt. -Matthäus Mt 47 23 39 62 Es sind die Worte, welche das Volk [Mt 21,9] rief. Kein Jude wird das Heil finden, als der mich als gottgesandten Messias anerkennt. -Matthäus Mt 47 24 0 Die Heuchelei und Ehrsucht der Pharisäer. (V. 12) Achtfaches Weh über Schriftgelehrte und Pharisäer. (V. 33) Christi Trauer über Jerusalem. -Matthäus Mt 47 24 1 Et egressus Jesus de templo, ibat. Et accesserunt discipuli ejus, ut ostenderent ei ædificationes templi. Und Jesus begab sich aus dem Tempel¹ und ging fort. Da traten seine Jünger zu ihm, um ihm die Bauwerke des Tempels² zu zeigen. [Mk 13,1, Lk 21,5] -Matthäus Mt 47 24 1 1 So seinen Unwillen über die Hüter desselben offenbarend. Vergl. [Mt 23,38]. Der Heiland begibt sich wohl auf den Ölberg. -Matthäus Mt 47 24 1 2 Sie wollten wohl sagen: Fällt die Stadt, so fällt auch der Tempel; so nimm also dein Wort zurück. -Matthäus Mt 47 24 2 Ipse autem respondens dixit illis: Videtis hæc omnia? Amen dico vobis, non relinquetur hic lapis super lapidem, qui non destruatur. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet ihr dies alles?³ Wahrlich, ich sage euch, kein Stein wird hier auf dem andern gelassen werden, der nicht abgebrochen würde.⁴ [Lk 19,44] -Matthäus Mt 47 24 2 3 Sehet es an; doch so großartig alles ist, es wird zu Grunde gehen. Die Erfüllung der Prophezeiung erzählt Fl. Josephus Jüd. Krieg 7,11. Die vollständige Erfüllung trat bei dem verunglückten Tempelaufbau unter Julian ein. -Matthäus Mt 47 24 2 4 Nach [Ez 11,23] sollte die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen, zum Zeichen, dass derselbe samt der Stadt zum ersten Male zu Grunde gehen werde. So verlässt auch der Heiland, in dem die Fülle der Herrlichkeit Gottes erschien und unter uns wohnte, den Tempel und verkündet vom Ölberg den erneuerten Untergang der Stadt und die Zerstörung des Heiligtumes. -Matthäus Mt 47 24 3 Sedente autem eo super montem Oliveti, accesserunt ad eum discipuli secreto dicentes: Dic nobis, quando hæc erunt? et quod signum adventus tui, et consummationis sæculi? Als er sich nun auf dem Ölberge niedersetzte, traten die Jünger allein⁵ zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen? Und was wird das Zeichen deiner Ankunft,⁶ und des Endes der Welt⁷ sein? -Matthäus Mt 47 24 3 5 Allein, ohne Zeugen. -Matthäus Mt 47 24 3 6 Die glorreiche Wiederkehr Christi. -Matthäus Mt 47 24 3 7 Christus hat von derselben bereits [Mt 16,27, Mt 13,40.49, Mt 19,28] gesprochen. Die Jünger glaubten, dass die Zerstörung des Tempels und das Weltgericht zeitlich zusammentreffen würden. (Euth., Pasch., Thom.) Werden im Nachfolgenden die Zeichen angegeben für die bevorstehende Zerstörung Jerusalems, oder für das Weltgericht, oder für beides? Alle drei Erklärungen haben Schwierigkeiten. Am richtigsten ist es wohl zu sagen: Christus gibt hier überhaupt keine bestimmten Vorzeichen an, sondern mahnt, die Apostel und alle Christen sollen jederzeit und bei allen Trübsalen und Versuchungen der Verführung feststehen. -Matthäus Mt 47 24 4 Et respondens Jesus, dixit eis: Videte ne quis vos seducat. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch niemand verführe!⁸ [Eph 5,6, Kol 2,18] -Matthäus Mt 47 24 4 8 Der Heiland antwortet nicht sofort auf die Frage, sondern sagt zuerst das, was die Jünger zuvor wissen müssen, weil es vorher eintreffen soll. (Euth.) So wiederholt der Herr auch mit anderen Worten, was er [Mt 10,21] gesagt. -Matthäus Mt 47 24 5 Multi enim venient in nomine meo, dicentes: Ego sum Christus: et multos seducent. Denn⁹ viele werden unter meinem Namen kommen¹⁰ und sagen: Ich bin Christus!¹¹ und sie werden viele verführen.¹² -Matthäus Mt 47 24 5 9 Gründe, warum zu wachen ist. -Matthäus Mt 47 24 5 10 Indem sie sagen: Ich bin Christus. -Matthäus Mt 47 24 5 11 Falsche Lehrer verheißen das Heil durch ihre falsche Lehre, oder leugnen zu verschiedenen Zeiten. -Matthäus Mt 47 24 5 12 Da der Heiland sagt: viele, meint er verschiedene zu verschiedenen Zeiten. -Matthäus Mt 47 24 6 Audituri enim estis prlia, et opiniones prliorum. Videte ne turbemini: oportet enim hæc fieri, sed nondum est finis. Ihr werdet von Kriegen¹³ und Kriegsgerüchten¹⁴ hören; sehet zu, dass ihr euch nicht verwirren lasset; denn¹⁵ alles dies muss geschehen,¹⁶ aber noch ist es nicht das Ende.¹⁷ -Matthäus Mt 47 24 6 13 In dem Kampfe mit den Verführern kommen die Nachstellungen durch äußere nahe Feinde. -Matthäus Mt 47 24 6 14 Kriege wüten ebenso in der Ferne. -Matthäus Mt 47 24 6 15 Griech.: aber. Es wird etwas Neues gesagt. -Matthäus Mt 47 24 6 16 Die Ursachen davon sind die Bosheit, die Habsucht und andere Laster der Menschen. -Matthäus Mt 47 24 6 17 Christus deutet an, dass er jetzt weder auf die eine, noch auf die andere Frage (V. 3) antwortet. -Matthäus Mt 47 24 7 Consurget enim gens in gentem, et regnum in regnum, et erunt pestilentiæ, et fames, et terræmotus per loca. Denn es wird Volk wider Volk aufstehen, und Reich wider Reich, und es werden Seuchen, Hungersnöte und Erdbeben sein, Ort für Ort. -Matthäus Mt 47 24 8 Hæc autem omnia initia sunt dolorum. Dies alles aber ist nur ein Anfang der Wehen. -Matthäus Mt 47 24 9 Tunc tradent vos in tribulationem, et occident vos: et eritis odio omnibus gentibus propter nomen meum. Dann¹⁸ werden sie euch in Bedrängnisse überantworten, und werden euch töten; und ihr werdet gehasst werden von allen Völkern um meines Namens willen. [Mt 10,17, Lk 21,12, Joh 15,20, Joh 16,2] -Matthäus Mt 47 24 9 18 Zur Zeit jener Heimsuchungen, welche in V. 7,8 beschrieben sind. Der Heiland schildert das Schicksal seiner Gläubigen, welche den Erdkreis erfüllen. -Matthäus Mt 47 24 10 Et tunc scandalizabuntur multi, et invicem tradent, et odio habebunt invicem. Und dann werden viele Ärgernis nehmen,¹⁹ und einander verraten, und einander hassen. -Matthäus Mt 47 24 10 19 Sie verstehen nicht, warum Gott die Seinigen so viel leiden lässt, und beherzigen die Mahnungen und Voraussagungen Christi nicht. So verleugnen sie den Glauben, oder lassen in der Frömmigkeit nach. -Matthäus Mt 47 24 11 Et multi pseudoprophetæ surgent, et seducent multos. Und viele falsche Propheten²⁰ werden aufstehen und viele verführen. -Matthäus Mt 47 24 11 20 Falsche Lehrer, Häretiker. Vergl. [2Kor 11,13.15]. -Matthäus Mt 47 24 12 Et quoniam abundavit iniquitas, refrigescet caritas multorum. Und weil die Bosheit²¹ überhandnimmt, wird die Liebe²² der meisten erkalten.²³ -Matthäus Mt 47 24 12 21 Die Ursachen derselben siehe V. 6, 11. -Matthäus Mt 47 24 12 22 Die Liebe gegen Gott (Hier., Thom.), wie sie der Herr [Mt 22,37] beschrieben. -Matthäus Mt 47 24 12 23 Vergl. [Offb 3,16]. -Matthäus Mt 47 24 13 Qui autem perseveraverit usque in finem, hic salvus erit. Wer aber ausharret bis an's Ende,²⁴ der wird das Heil erlangen. -Matthäus Mt 47 24 13 24 Des Lebens. Es wird also stets solche in der Kirche geben, in welchen die Liebe nicht erkaltet, stets wird die Kirche heilig sein. -Matthäus Mt 47 24 14 Et prædicabitur hoc Evangelium regni in universo orbe, in testimonium omnibus gentibus: et tunc veniet consummatio. Und es wird dieses Evangelium²⁵ vom Reiche in der ganzen Welt gepredigt werden,²⁶ allen Völkern zum Zeugnisse,²⁷ und alsdann²⁸ wird das Ende kommen. -Matthäus Mt 47 24 14 25 Diese frohe Botschaft vom Himmelreich, welche Christus bringt und auch jetzt verkündet. -Matthäus Mt 47 24 14 26 Die Jünger Christi werden also durch alle diese Heimsuchungen nicht gebrochen. -Matthäus Mt 47 24 14 27 So dass alle Völker das Zeugnis von Christus hören; denen, die es nicht annehmen, wird es gleichfalls ein Zeugnis sein, nämlich zur Anklage. -Matthäus Mt 47 24 14 28 Nicht eher als bis das Evangelium überall verkündet ist. Doch wird nicht gesagt, dass das Ende sogleich nachher kommt. (Aug.) -Matthäus Mt 47 24 15 Cum ergo videritis abominationem desolationis, quæ dicta est a Daniele propheta, stantem in loco sancto, qui legit, intelligat: Wenn²⁹ ihr nun³⁰ den Greuel der Verwüstung,³¹ welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, an heiliger Stätte³² stehen sehet, - wer es liest, verstehe es wohl! [Mk 13,14, Lk 21,20, Dan 9,27]³³ - -Matthäus Mt 47 24 15 29 Christus hat auf die Frage nach der Zeit des Weltendes mit mancherlei Mahnungen geantwortet und geht jetzt auf die vorzüglichere Frage der Jünger nach der Zeit, zu der die Zerstörung Jerusalems zu erwarten ist, über. -Matthäus Mt 47 24 15 30 Damit gibt der Heiland zu erkennen, dass er nach der Abschweifung zur Beantwortung der gestellten Frage kommt. -Matthäus Mt 47 24 15 31 Worin sie bestehen wird, sagt der Heiland nicht, es sind wohl die von den Eiferern im Tempel verübten Greueltaten gemeint. -Matthäus Mt 47 24 15 32 Im Tempel. (Orig., Hier.) -Matthäus Mt 47 24 15 33 Erwäge die Prophezeiung Daniels, damit er bei dem Eintritte der Ereignisse dieselben als die vorausverkündeten erkenne. -Matthäus Mt 47 24 16 Tunc qui in Judæa sunt, fugiant ad montes: dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge;³⁴ -Matthäus Mt 47 24 16 34 Die Berge Palästinas sind reich an Höhlen, in denen das Volk oft seine Zuflucht gefunden. [Ri 6,2, 1Kön 13,6, 1Kön 22,1] -Matthäus Mt 47 24 17 Et qui in tecto, non descendat tollere aliquid de domo sua: Und wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu holen;³⁵ -Matthäus Mt 47 24 17 35 Sondern steige nur herab, um zu fliehen. Die Dächer waren flach und dienten oft als Wohnung. -Matthäus Mt 47 24 18 Et qui in agro, non revertatur tollere tunicam suam. und wer auf dem Felde ist,³⁶ kehre nicht zurück, um sein Oberkleid zu holen.³⁷ -Matthäus Mt 47 24 18 36 Auf dem Acker arbeitete man ohne Oberkleid, nur im Unterkleide. -Matthäus Mt 47 24 18 37 Nicht einmal sein Kleid soll er aufnehmen, so schnelle Flucht ist notwendig. Die Christen verließen vor dem Kriege, in welchem die Stadt zerstört ward, Judäa. (Euseb. 3,5). -Matthäus Mt 47 24 19 Væ autem prægnantibus, et nutrientibus in illis diebus. Wehe aber den Schwangern und Säugenden in jenen Tagen!³⁸ -Matthäus Mt 47 24 19 38 Weil dieselben nicht schnell genug fliehen können. Diese Worte zeigen gleichzeitig die Furchtbarkeit des Unglückes. -Matthäus Mt 47 24 20 Orate autem ut non fiat fuga vestra in hieme, vel sabbato. Betet aber, dass eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbate geschehe.³⁹ [Apg 1,12] -Matthäus Mt 47 24 20 39 Im Winter sind die Tage kürzer und die Wege weniger gangbar. Am Sabbate zu fliehen, konnte jemand Bedenken tragen. Christus stellt das Unglück so dar, wie die Jünger es nach ihren Lebensgewohnheiten am besten verstehen können. Was der Herr in diesem Verse sagt, zeigt, dass alles übrige unfehlbar eintreffen wird, da Gott nur um eines zu bitten ist, um eine zur Flucht geeignete Zeit. -Matthäus Mt 47 24 21 Erit enim tunc tribulatio magna, qualis non fuit ab initio mundi usque modo, neque fiet. Denn es wird alsdann eine große Bedrängnis sein, wie sie vom Anfang der Welt bis jetzt nicht war, noch auch sein wird.⁴⁰ -Matthäus Mt 47 24 21 40 Vergl. Flav. Joseph. (Chrys.) Die Prophezeiung des Herrn ist so schreckenvoll, dass sie nicht von der Zerstörung Jerusalems allein gelten kann; war doch die Sündflut schlimmer und werden einst die Zeiten des Antichristes noch furchtbarer sein. Indem Christus die Heimsuchung der Juden beschreibt, geht er, wie die Propheten dies gleichfalls öfter tun, von einem besonderen Gerichte Gottes auf das allgemeine über. Liegen auch die Dinge in weitem Zeitraume auseinander, so sind sie doch innerlich verwandt, wie das Bild mit dem, was es darstellt, der erste Anfang und die Vollendung einer Sache. Dass dies der Sinn ist, ergibt sich auch aus V. 22: Die Tage werden wegen der Auserwählten abgekürzt. Weder sind, soweit uns bekannt, die Tage der Belagerung Jerusalems abgekürzt worden, noch waren Gläubige in der Stadt, um deretwillen dies geschehen sollte. -Matthäus Mt 47 24 22 Et nisi breviati fuissent dies illi, non fieret salva omnis caro: sed propter electos breviabuntur dies illi. Und wenn jene Tage⁴¹ nicht abgekürzt wären,⁴² würde kein Mensch⁴³ gerettet werden; aber um der Auserwählten⁴⁴ willen werden jene Tage abgekürzt werden. -Matthäus Mt 47 24 22 41 Christus beantwortet nunmehr die zweite Frage seiner Jünger, welches die Zeichen seiner zweiten Ankunft sind. -Matthäus Mt 47 24 22 42 Die Tage sind schon abgekürzt, obwohl erst in der Zukunft eintretend, weil die Abkürzung von Ewigkeit beschlossen ist. -Matthäus Mt 47 24 22 43 Kein Mensch bliebe am Leben, oder: Kein Gläubiger bliebe standhaft. -Matthäus Mt 47 24 22 44 Gott will nicht, dass sie allzu viel dulden und dadurch zum Abfall gebracht werden; deshalb mindert er die Zeit der Verfolgung. So wird auch den Bösen Gutes zuteil um der Guten willen, wie [Gen 18,32]. -Matthäus Mt 47 24 23 Tunc si quis vobis dixerit: Ecce hic est Christus, aut illic: nolite credere. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Sehet, hier ist Christus, oder dort! so glaubet es nicht. [Mk 13,21, Lk 17,23] -Matthäus Mt 47 24 24 Surgent enim pseudochristi, et pseudoprophetæ: et dabunt signa magna, et prodigia, ita ut in errorem inducantur (si fieri potest) etiam electi. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen; und sie werden große Zeichen und Wunder tun, so dass auch die Auserwählten (wenn es möglich wäre) irre geführt würden.⁴⁵ -Matthäus Mt 47 24 24 45 Über diese Zeit siehe [2Thess 2,9.10]. Der heil. Paulus nennt die falschen Propheten Diener des Satans [2Kor 11,15], weil sie mit seiner Hilfe, wenn Gott es zulässt, Dinge vollbringen, die uns wunderbar erscheinen. Wie wunderbar sagt V. 25. So sprach der Herr V. 5 nicht, mithin ist hier von einer anderen Zeit die Rede als von der der Heiland dort spricht. -Matthäus Mt 47 24 25 Ecce prædixi vobis. Sehet, ich habe es euch vorhergesagt! -Matthäus Mt 47 24 26 Si ergo dixerint vobis: Ecce in deserto est, nolite exire: ecce in penetralibus, nolite credere. Wenn sie euch also sagen: Sehet, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; sehet, er ist in den Gemächern, so glaubet es nicht!⁴⁶ -Matthäus Mt 47 24 26 46 Wie V. 23. In der Wüste lebten Propheten, wie der heil. Johannes der Täufer, in den Gemächern, in Städten, in gewöhnlichen Verhältnissen die Mehrzahl der Menschen, auch der Heiland. Der Sinn ist also: Mag man sagen: Christus kommt als bußstrenger Prophet, oder: er erscheint in dieser oder jener Lebensweise, alles ist unrichtig. -Matthäus Mt 47 24 27 Sicut enim fulgur exit ab Oriente, et paret usque in Occidentem: ita erit et adventus Filii hominis. Denn wie der Blitz vom Aufgange ausgehet, und hinleuchtet⁴⁷ bis zum Niedergange, so wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. -Matthäus Mt 47 24 27 47 Der Blitz sendet keinen Boten voraus, weil sein Glanz sich allen kund gibt. (Chrys.) Der Herr wird im Glanze seiner Herrlichkeit kommen. (Hier., Pasch.) -Matthäus Mt 47 24 28 Ubicumque fuerit corpus, illic congregabuntur et aquilæ. Wo immer ein Aas ist, da werden sich auch die Adler versammeln.⁴⁸ [Lk 17,37] -Matthäus Mt 47 24 28 48 Sprichwort, vielleicht aus [Ijob 39,30] entnommen. Bestätigung des Vorhergehenden. Wie die Adler auf weithin das Aas wittern, so warden die Gläubigen durch übernatürliche Erleuchtung sofort erkennen, dass Christus naht. (Hier.) -Matthäus Mt 47 24 29 Statim autem post tribulationem dierum illorum sol obscurabitur, et luna non dabit lumen suum, et stellæ cadent de clo, et virtutes clorum commovebuntur: Sogleich⁴⁹ aber nach der Bedrängnis jener Tage⁵⁰ wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne⁵¹ werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.⁵² [Jes 13,10, Ez 32,7, Joel 2,10, Mk 13,24, Lk 21,25] -Matthäus Mt 47 24 29 49 Sogleich nach den Verfolgungen, welche der Antichrist erregt. V. 24. Vergl. [2Thess 2,9.10]. -Matthäus Mt 47 24 29 50 Die im Bilde im Schicksale Jerusalems V. 21ff. beschrieben sind. -Matthäus Mt 47 24 29 51 Sie weichen aus ihrer früheren Lage. Wohl nur die mit der Erde zu einem System verbundenen Sterne (Pasch., Aug.) -Matthäus Mt 47 24 29 52 Wie, sagt der Heiland nicht. Vergl. [Röm 8,19-22, 2Petr 3,12.13]. Die Propheten sagten, von besonderen Gerichten Gottes redend, mehrfach Ähnliches. Vergl. [Jes 13,9ff, Jes 34,4ff, Jer 4,28]. Die geschaffenen Dinge sind Gottes Diener bei der Verhängung von Strafen. Den Tag des Herrn beschreiben [Jes 24,1ff, Joel 2,30, Zef 1,15 u.a.], deren Schilderung der König der Propheten hier bestätigt. -Matthäus Mt 47 24 30 Et tunc parebit signum Filii hominis in clo: et tunc plangent omnes tribus terræ: et videbunt Filium hominis venientem in nubibus cli cum virtute multa, et majestate. Und alsdann wird das Zeichen des Menschensohnes⁵³ am Himmel erscheinen; und es werden dann alle Geschlechter der Erde⁵⁴ wehklagen, und werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels⁵⁵ mit großer Macht und Herrlichkeit. [Offb 1,7] -Matthäus Mt 47 24 30 53 Nach dem heil. Cyrill von Jerusalem u. a., sowie dem römischen Brevier (3. Mai) das Zeichen des heil. Kreuzes. -Matthäus Mt 47 24 30 54 Die Lebenden. Vergl. [Lk 21,26] -Matthäus Mt 47 24 30 55 Siehe [Dan 7,13, 1Thess 4,15, 2Thess 1,7.10, Offb 1,7]. Vergl. [Apg 1,11.9] -Matthäus Mt 47 24 31 Et mittet Angelos suos cum tuba, et voce magna: et congregabunt electos ejus a quatuor ventis, a summis clorum usque ad terminos eorum. -Matthäus Mt 47 24 32 Ab arbore autem fici discite parabolam; cum jam ramus ejus tener fuerit, et folia nata, scitis quia prope est æstas: Vom Feigenbaume aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich⁵⁹ wird und die Blätter hervorkommen, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. -Matthäus Mt 47 24 32 59 Mit Saft erfüllt, was die Rinde zeigt. -Matthäus Mt 47 24 33 Ita et vos cum videritis hæc omnia, scitote quia prope est in januis. So auch ihr, wenn ihr dies alles⁶⁰ sehet, so wisset, dass es nahe vor der Türe ist.⁶¹ -Matthäus Mt 47 24 33 60 Was von V. 21-29 oder was von V. 14 an gesagt ist. -Matthäus Mt 47 24 33 61 Das, was durch diese Zeichen vorbedeutet wird, wenn diese Worte sich auf V. 15 folg. beziehen, oder die Ankunft Christi. -Matthäus Mt 47 24 34 Amen dico vobis, quia non præteribit generatio hæc, donec omnia hæc fiant. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht⁶² wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht!⁶³ -Matthäus Mt 47 24 34 62 Das Volk der Juden, das bis zur zweiten Ankunft des Herrn fortbestehen wird (Hier.). -Matthäus Mt 47 24 34 63 Ein Teil des Judenvolkes sah die Zerstörung Jerusalems, der andere (das Volk) wird bis zur zweiten Ankunft Christi leben. -Matthäus Mt 47 24 35 Clum, et terra transibunt, verba autem mea non præteribunt. Himmel und Erde werden vergehen,⁶⁴ meine Worte aber werden nicht vergehen.⁶⁵ [Mk 13,31] -Matthäus Mt 47 24 35 64 Eine nicht sicher bevorstehende Sache macht den Menschen nachlässig, deshalb bekräftigt der Heiland seine Vorhersagungen feierlich. -Matthäus Mt 47 24 35 65 Sie werden vorübergehen, wenn sie nur ein leerer Laut wären und nicht Erfüllung fänden. Vergl. [Jes 51,6]. -Matthäus Mt 47 24 36 De die autem illa, et hora nemo scit, neque Angeli clorum, nisi solus Pater. Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand,⁶⁶ auch die Engel des Himmels⁶⁷ nicht, nur der Vater allein.⁶⁸ -Matthäus Mt 47 24 36 66 Die Zeichen zeigen wohl im Allgemeinen das Bevorstehen der Ankunft an, bestimmen die Zeit derselben indes nicht genauer. -Matthäus Mt 47 24 36 67 Die doch alle Zeit das Angesicht Gottes schauen. [Mt 18,10]. -Matthäus Mt 47 24 36 68 Die drei göttlichen Personen haben alles gemeinsam, was der göttlichen Wesenheit zugehört, also auch das göttliche Vorherwissen: Nur Gott weiß diesen Tag. Mithin ist Sohn und heiliger Geist von der Kenntnis jenes Tages nicht ausgeschlossen. Christus weiß diesen Tag freilich auch als Mensch, aber für sich, nicht, soweit er zu den Menschen gesandt ist. -Matthäus Mt 47 24 37 Sicut autem in diebus No, ita erit et adventus Filii hominis. Wie es aber in den Tagen des Noe war, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. [Gen 7,7, Lk 17,26] -Matthäus Mt 47 24 38 Sicut enim erant in diebus ante diluvium comedentes et bibentes, nubentes et nuptui tradentes, usque ad eum diem, quo intravit No in arcam. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, zur Ehe nahmen und zur Ehe gaben, bis zu dem Tage, an welchem Noe in die Arche ging, -Matthäus Mt 47 24 39 Et non cognoverunt donec venit diluvium, et tulit omnes: ita erit et adventus Filii hominis. und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle hinwegnahm: so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.⁶⁹ -Matthäus Mt 47 24 39 69 Dass der Tag trotz der vorausgehenden Zeichen unerwartet eintreten werde, beweist Christus durch den Vergleich mit der Sündflut. In welchem Punkte die Ähnlichkeit liegt, wird V. 38 gesagt (Chrys.): Die Menschen leben in die Dinge dieser Welt versenkt ohne Besorgnis dahin. -Matthäus Mt 47 24 40 Tunc duo erunt in agro: unus assumetur, et unus relinquetur: Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird aufgenommen,⁷⁰ und einer wird zurückgelassen werden. -Matthäus Mt 47 24 40 70 Von den Engeln unter die Auserwählten gestellt. -Matthäus Mt 47 24 41 Duæ molentes in mola: una assumetur, et una relinquetur. Zwei werden mahlen in der Mühle; die eine wird aufgenommen, die andere zurückgelassen werden.⁷¹ -Matthäus Mt 47 24 41 71 In den Häusern und außerhalb denselben gehen die Menschen ihren gewohnten Geschäften nach ohne eine Ahnung von dem bevorstehenden Gerichte. Plötzlich und ehe sie noch Versöhnung mit Gott suchen können, werden die Sünder vor sein Gericht gezogen. -Matthäus Mt 47 24 42 Vigilate ergo, quia nescitis qua hora Dominus vester venturus sit. Wachet also, weil ihr nicht wisset,⁷² zu welcher Stunde euer Herr kommen wird! [Mk 13,33] -Matthäus Mt 47 24 42 72 Der Herr sagt nicht: Wir wissen nicht, sondern: Ihr wisset nicht (Hier.). Vergl. [1Thess 5,2]. -Matthäus Mt 47 24 43 Illud autem scitote, quoniam si sciret paterfamilias qua hora fur venturus esset, vigilaret utique, et non sineret perfodi domum suam. Das aber sollet ihr wissen:⁷³ Wenn der Hausvater wüsste, zu welcher Stunde⁷⁴ der Dieb kommt, würde er sicherlich wach bleiben und in sein Haus nicht einbrechen lassen.⁷⁵ [Lk 12,39] -Matthäus Mt 47 24 43 73 Erwäget, was folgendes Beispiel euch lehren soll. -Matthäus Mt 47 24 43 74 Griech.: In welcher Nachtwache, in welchem von den vier Teilen der Nacht. Vergl. [Mk 13,35]. -Matthäus Mt 47 24 43 75 Griech.: Er würde wach geblieben sein und hätte nicht in sein Haus einbrechen lassen. Seiet also weiser, da ich euch gewarnt habe. -Matthäus Mt 47 24 44 Ideo et vos estote parati: quia qua nescitis hora Filius hominis venturus est. Darum seid auch ihr bereit;⁷⁶ denn zu einer Stunde, die ihr nicht wisset, wird der Menschensohn kommen. -Matthäus Mt 47 24 44 76 Hierin besteht das Wachen: Die Seele in dem Stande bewahren, dass, wenn der Herr unvorhergesehen kommt, wir von den Engeln zu den Auserwählten versammelt werden. Dieselbe Warnung gilt für jeden einzelnen betreffs seines Lebensendes (Chrys.). -Matthäus Mt 47 24 45 Quis, putas, est fidelis servus, et prudens, quem constituit dominus suus super familiam suam, ut det illis cibum in tempore? Wer ist wohl⁷⁷ der getreue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Hausgesinde⁷⁸ gesetzt hat, dass er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit? -Matthäus Mt 47 24 45 77 Die äußere Form der Frage weckt die Aufmerksamkeit: Die Jünger sollen aus dem, was der Herr gesagt, selbst den Schluss ziehen. -Matthäus Mt 47 24 45 78 Zunächst die Apostel, dann die Bischöfe und Priester (Orig., Chrys.). Diese wachen und sind bereit, wenn sie ihr Amtsrecht verwalten. Dazu ist zunächst notwendig, dass sie treu sind, d. h. den Willen des Herrn als Richtschnur für ihren Willen nehmen und ihn erfüllen. Sodann wird erfordert, dass sie klug sind und die ihnen anvertrauten Güter nach Zeit und Umständen gebührend verwalten (Chrys.). -Matthäus Mt 47 24 46 Beatus ille servus, quem cum venerit dominus ejus, invenerit sic facientem. Selig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also handeln findet.⁷⁹ [Offb 16,19] -Matthäus Mt 47 24 46 79 Nur wer beständig wacht, ist sicher, vom Herrn wachend gefunden zu werden. -Matthäus Mt 47 24 47 Amen dico vobis, quoniam super omnia Bona sua constituet eum. Wahrlich, ich sage euch, über alle seine Besitztümer wird er ihn setzen!⁸⁰ -Matthäus Mt 47 24 47 80 Dieser Lohn im Himmel wird zunächst den Aposteln und ihren Nachfolgern, dann auch allen anderen versprochen, denn einem jeden Menschen ist Amt und Lebensstellung von Gott anvertraut, damit er sich als treuen und klugen Diener erweise, der die ihm anvertrauten Talente zu Gottes Ehre verwendet. -Matthäus Mt 47 24 48 Si autem dixerit malus servus ille in corde suo: Moram facit dominus meus venire: Wenn aber jener Knecht böse wäre und in seinem Herzen spräche: Mein Herr säumt zu kommen; -Matthäus Mt 47 24 49 Et cperit percutere conservos suos, manducet autem, et bibat cum ebriosis: und anfinge, seine Mitknechte zu schlagen, mit den Zechern aber äße und tränke,⁸¹ -Matthäus Mt 47 24 49 81 Zwei Vergehen: Tyrannei gegen diejenigen, denen er Speise mitteilen sollte, und lasterhaftes Leben. Er verabreicht den Mitknechten Schläge statt der Speisen und verschleudert die Güter seines Herrn. Wehe, wenn ein Diener Christi diesem Bilde gleicht! -Matthäus Mt 47 24 50 Veniet dominus servi illius in die, qua non sperat, et hora, qua ignorat: so wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an welchem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, zu der er es nicht weiß,⁸² -Matthäus Mt 47 24 50 82 Er hoffte vielleicht noch alles in Ordnung bringen zu können. Wie gefährlich ist es, die Buße zu verschieben! -Matthäus Mt 47 24 51 Et dividet eum, partemque ejus ponet cum hypocritis: illic erit fletus, et stridor dentium. und wird ihn entzweihauen⁸³ und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. [Mt 13,42, Mt 25,30] -Matthäus Mt 47 24 51 83 Was dies Bild bedeutet, sagt der zweite Satz: Sein Los wird das der Heuchler sein. Über Heulen und Zähneknirschen vergl. 8 Anm. 17. -Matthäus Mt 47 25 0 Gleichnis von den zehn Jungfrauen. (V. 13) Gleichnis von den Talenten. (V. 30) Das letzte Gericht. -Matthäus Mt 47 25 1 Tunc simile erit regnum clorum decem virginibus: quæ accipientes lampades suas exierunt obviam sponso, et sponsæ. Dann¹ wird das Himmelreich gleich sein² zehn³ Jungfrauen, welche ihre Lampen nahmen und ausgingen,⁴ dem Bräutigam⁵ und der Braut⁶ entgegen.⁷ -Matthäus Mt 47 25 1 1 Wenn Christus wiederkommt. -Matthäus Mt 47 25 1 2 Es wird etwas Ähnliches geschehen wie im folgenden Gleichnis. -Matthäus Mt 47 25 1 3 Zehn ist die Zahl der Allgemeinheit. Diese Zahl wurde von den Juden gewählt, um eine nicht genau zu bestimmende Menge anzudeuten. Alle Christen sind hier vorbedeutet. (Bed., Pasch., Aug., Greg.) -Matthäus Mt 47 25 1 4 Bei den Juden pflegte das Hochzeitsmahl im Hause des Bräutigams gehalten zu werden, - hier nach der älteren Sitte, im Hause der Braut. Vergl. [Ri 14,10]. Auch pflegten die Jungfrauen nicht dem Bräutigam entgegen zu gehen. Der Heiland deutet durch die Veränderung in der Darstellung an, dass er von einem Bräutigam anderer Art spricht, dem größere Ehrenbezeugungen zu erweisen sind. Christus kommt, um sich die Kirche zu verloben und diejenigen Seelen, welche ihm mit brennenden Lampen, d. i. mit der heiligmachenden Gnade und guten Werken, entgegenkommen, in die himmlische Hochzeit einzuführen. -Matthäus Mt 47 25 1 5 Die Gläubigen werden in der Taufe und der Buße mit der heiligmachenden Gnade beschenkt, um mit ihrem Glanze geschmückt dem Heilande entgegen zu gehen und seine Ankunft zu erwarten. Tragen sie dieses Himmelslicht in sich, so werden sie zur Hochzeit des Lammes zugelassen; ist dasselbe in letzter Stunde in ihnen erloschen, so müssen sie vom Herrn hören: Ich kenne euch nicht. -Matthäus Mt 47 25 1 6 Dieser Zusatz fehlt in vielen Handschriften und passt in der Tat nicht zum Bilde. Die Jungfrauen bildeten nämlich die Begleitung der Braut, konnten ihr also nicht entgegengehen. Sie bedeuten alle Gläubigen, also die Kirche, welche die Braut Christi ist. Siehe [2Kor 11,2]. -Matthäus Mt 47 25 1 7 Dass die Jungfrauen dem Bräutigam entgegen kommen, zeigt, dass alle mehr bereit sein müssen, als wenn die den Bräutigam im Hause erwarten dürften. -Matthäus Mt 47 25 2 Quinque autem ex eis erant fatuæ, et quinque prudentes: Fünf aber von ihnen waren töricht, und fünf klug.⁸ -Matthäus Mt 47 25 2 8 Je nachdem sie für die Zukunft Sorge tragen. -Matthäus Mt 47 25 3 Sed quinque fatuæ, acceptis lampadibus. Non sumpserunt oleum secum: Aber die fünf törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber nahmen kein Öl mit sich.⁹ -Matthäus Mt 47 25 3 9 Außer dem Öl in der Lampe. -Matthäus Mt 47 25 4 Prudentes vero acceperunt oleum in vasis suis cum lampadibus. Die Klugen dagegen nahmen samt den Lampen auch Öl mit in ihren Gefäßen.¹⁰ -Matthäus Mt 47 25 4 10 Sie erwägen, dass die Stunde der Ankunft des Bräutigams ungewiss ist. Das Öl nährt die Flamme; so muss der Mensch auch alles tun, was erforderlich ist, damit er die göttliche Gnade bewahre oder wiedergewinne, muss Tugenden üben und gute Werke tun. (Hil., Hier., Orig.) -Matthäus Mt 47 25 5 Moram autem faciente sponso, dormitaverunt omnes et dormierunt. Da aber der Bräutigam verzog,¹¹ wurden alle schläfrig und schlummerten ein.¹² -Matthäus Mt 47 25 5 11 Wie [Mt 24,48]. -Matthäus Mt 47 25 5 12 Der Schlaf erklärt, warum die törichten Jungfrauen nicht eher bemerken, dass es ihnen an Öl gebricht. Wenn der Schlaf für die Erzählung eine besondere Bedeutung hat, so soll er vielleicht andeuten, dass niemand allezeit an die Ankunft Christi denkt. -Matthäus Mt 47 25 6 Media autem nocte clamor factus est: Ecce sponsus venit, exite obviam ei. Um Mitternacht¹³ aber erhob sich ein Geschrei:¹⁴ Sehet, der Bräutigam kommt, gehet heraus ihm entgegen! -Matthäus Mt 47 25 6 13 So dachten sich die Juden die Ankunft des Messias nach dem Bilde der letzten Nacht in Ägypten. Bedeutung: Zu einer Zeit, da man es nicht weiß, noch erwartet (Aug., Theoph.). -Matthäus Mt 47 25 6 14 Von solchen, die den Hochzeitszug kommen sahen. -Matthäus Mt 47 25 7 Tunc surrexerunt omnes virgines illæ, et ornaverunt lampades suas. Da standen alle jene Jungfrauen auf und richteten ihre Lampen zu. -Matthäus Mt 47 25 8 Fatuæ autem sapientibus dixerunt: Date nobis de oleo vestro: quia lampades nostræ exstinguuntur. Die törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebet uns von eurem Öle; denn unsere Lampen erlöschen. -Matthäus Mt 47 25 9 Responderunt prudentes, dicentes: Ne forte non sufficiat nobis, et vobis, ite potius ad vendentes, et emite vobis. Die Klugen antworteten und sprachen: Es möchte nicht zureichen für uns und euch;¹⁵ gehet vielmehr hin zu den Krämern und kaufet für euch. -Matthäus Mt 47 25 9 15 An jenem Tage kann niemand dem anderen helfen (Hier., Chrys.). -Matthäus Mt 47 25 10 Dum autem irent emere, venit sponsus: et quæ paratæ erant, intraverunt cum eo ad nuptias, et clausa est janua. Während sie nun hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren,¹⁶ gingen mit ihm ein zur Hochzeit,¹⁷ und die Türe ward verschlossen.¹⁸ -Matthäus Mt 47 25 10 16 Nicht lassen sich mehr gute Werke tun, sondern über das verflossene Leben muss Rechenschaft abgelegt werden (Hier.). Vergl. [Joh 9,4]. -Matthäus Mt 47 25 10 17 Die Hochzeit, von der [Offb 19,7.9] die Rede ist. -Matthäus Mt 47 25 10 18 Die Zeit der Gnade ist vorüber. -Matthäus Mt 47 25 11 Novissime vero veniunt et reliquæ virgines, dicentes: Domine, Domine, aperi nobis. Zuletzt aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr! tue uns auf. -Matthäus Mt 47 25 12 At ille respondens, ait: Amen dico vobis, nescio vos. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht!¹⁹ -Matthäus Mt 47 25 12 19 Gott kennt nur die (und neigt sich nur denen mit Wohlgefallen zu), welche das Licht der heiligmachenden Gnade besitzen, und ihm dadurch ähnlich und Christi Freunde sind. -Matthäus Mt 47 25 13 Vigilate itaque, quia nescitis diem, neque horam. Wachet also, weil ihr weder den Tag wisset, noch die Stunde!²⁰ [Mk 13,33]. -Matthäus Mt 47 25 13 20 Die Zeit der Wiederkunft Christi zum allgemeinen Gerichte, aber auch diejenige seiner Ankunft zum besonderen. Ein ähnliches Gleichnis [Lk 19,12-26]. -Matthäus Mt 47 25 14 Sicut enim homo peregre proficiscens, vocavit servos suos, et tradidit illis bona sua. Denn wie ein Mann, im Begriffe fortzureisen,²¹ seine Knechte²² rief, und ihnen seine Güter übergab. [Lk 19,12]. -Matthäus Mt 47 25 14 21 Christus bei seiner Himmelfahrt. -Matthäus Mt 47 25 14 22 Die Apostel, Bischöfe und Priester, jeder Christ. Die Talente bezeichnen mithin alles, was jemand hat, Kräfte des Geistes, irdischen Besitz u. a. -Matthäus Mt 47 25 15 Et uni dedit quinque talenta, alii autem duo, alii vero unum, unicuique secundum propriam virtutem, et profectus est statim. Dem einen gab er fünf Talente, dem andern aber zwei, dem dritten aber eines,²³ einem jeden nach seiner Befähigung,²⁴ und reiste²⁵ alsobald²⁶ fort. -Matthäus Mt 47 25 15 23 Ein reicher Herr. Wie viel ein Talent ausmacht, siehe 18, Anm. 46. Ein jeder soll für seinen Herrn Gewinn suchen. -Matthäus Mt 47 25 15 24 Dies gehört zur Ausschmückung des Gleichnisses, nicht zur Belehrung. Die verschiedene Zahl der Talente weist auf die Freiheit hin, welche Gott bei der Verteilung seiner Gaben und Gnaden sich wahrt. Vergl. [Mt 20,13.14]. -Matthäus Mt 47 25 15 25 Die Zeitdauer der Abwesenheit ist der Zeitraum, den uns Gott für dieses Leben zumisst. (Hil.) -Matthäus Mt 47 25 15 26 Manche Handschriften und mehrere Väter ziehen dies Wort zum nächsten Verse. Der Sinn ist dann: Die Knechte machten sich mit Eifer an die Ausführung des ihnen zuteil gewordenen Auftrages. Zwei benutzen die Gaben ihres Herrn gut, und ihre Bemühungen fehlt der Erfolg nicht. Aber nur mit den erhaltenen Talenten erwerben sie neuen Gewinn, weil wir aus uns allein nichts vermögen zu Gottes Ehre und zu unserem und anderer Seelenheile. Der dritte Knecht ist das Bild derer, welche die Gnade Gottes umsonst empfangen [2Kor 6,1], welche sie weder selbst benutzen, noch anderen von den Erhaltenen mitteilen (Hil.), oder nie Herz und Sinn über die Dinge dieser Welt hinaus auf Höheres richten (Greg., Theoph.). -Matthäus Mt 47 25 16 Abiit autem qui quinque talenta acceperat, et operatus est in eis, et lucratus est alia quinque. Der aber, welcher die fünf Talente empfangen hatte, ging hin, und wirtschaftete mit denselben, und gewann andere fünf. -Matthäus Mt 47 25 17 Similiter et qui duo acceperat, lucratus est alia duo. Desgleichen gewann auch der, welcher die zwei empfangen hatte, andere zwei. -Matthäus Mt 47 25 18 Qui autem unum acceperat, abiens fodit in terram, et abscondit pecuniam domini sui. Derjenige aber, welcher das eine empfangen hatte, ging hin, und grub es in die Erde, und verbarg das Geld seines Herrn. -Matthäus Mt 47 25 19 Post multum vero temporis venit dominus servorum illorum, et posuit rationem cum eis. Nach langer Zeit aber²⁷ kam der Herr jener Knechte, und hielt Abrechnung mit ihnen. -Matthäus Mt 47 25 19 27 Wie [Mt 24,48] und [Mt 25,5]. Sie haben viel empfangen und es ist ihnen viel Zeit gelassen worden, ihren Eifer und ihre Treue zu zeigen. Wer mehr empfangen, wird auch mehr zu verantworten haben (Greg.). -Matthäus Mt 47 25 20 Et accedens qui quinque talenta acceperat, obtulit alia quinque talenta, dicens: Domine, quinque talenta tradidisti mihi, ecce alia quinque superlucratus sum. Und es trat derjenige hinzu, welcher die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente, und sagte: Herr! fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, ich habe noch fünf andere dazu gewonnen.²⁸ -Matthäus Mt 47 25 20 28 Der Knecht erwähnt nicht den Gewinn zuerst, sondern das, was er empfangen. Nicht seiner Arbeit schreibt er das Erreichte vor allem zu, sondern der Wohltat seines Herrn, den anvertrauten Talenten, ohne die er nichts erreicht hätte. Die Frucht muss zudem im Verhältnis zur Aussaat stehen. -Matthäus Mt 47 25 21 Ait illi dominus ejus: Euge serve bone, et fidelis, quia super pauca fuisti fidelis, super multa te constituam, intra in gaudium domini tui. Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen;²⁹ gehe ein in die Freude deines Herrn!³⁰ -Matthäus Mt 47 25 21 29 Der Heiland geht von dem Gleichnisse zur Anwendung über. Deshalb nennt er fünf Talente weniges, denn alles Irdische ist nichts im Vergleich zu dem ewigen Lohne. [1Kor 2,9]. -Matthäus Mt 47 25 21 30 Die Freude, welche der Herr genießt, soll auch dir zuteil werden. Wenn wir uns über etwas freuen, was weniger ist als unser Herz, tritt die Freude in dieses ein (Thom.). -Matthäus Mt 47 25 22 Accessit autem et qui duo talenta acceperat, et ait: Domine, duo talenta tradidisti mihi, ecce alia duo lucratus sum. Es trat aber auch derjenige hinzu, welcher zwei Talente empfangen hatte, und sagte: Herr! zwei Talente hast du mir übergeben, siehe, ich habe andere zwei gewonnen.³¹ -Matthäus Mt 47 25 22 31 Wie er mit nicht geringerer Zuversicht kommt als der erste, so ist auch sein Lob und sein Lohn nicht geringer. Beide Knechte werden wegen der Treue gelobt, nicht wegen der Größe des anvertrauten Gutes. Anders [Lk 19,16], wo die Ungleichheit des Verdienstes dargestellt wird. -Matthäus Mt 47 25 23 Ait illi dominus ejus: Euge serve bone, et fidelis, quia super pauca fuisti fidelis, super multa te constituam, intra in gaudium domini tui. Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn! -Matthäus Mt 47 25 24 Accedens autem et qui unum talentum acceperat, ait: Domine, scio quia homo durus es, metis ubi non seminasti, et congregas ubi non sparsisti: Es trat aber auch derjenige hinzu, welcher das eine Talent empfangen hatte, und sagte: Herr! ich weiß, dass du ein harter Mann bist,³² du erntest, wo du nicht gesäet, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; -Matthäus Mt 47 25 24 32 Er hat ein böses Gewissen und beginnt deshalb mit Vorwürfen und Klagen über die Härte seines Herrn, anstatt reumütig seine Schuld zu bekennen und um Verzeihung zu bitten (Hier., Bed.). -Matthäus Mt 47 25 25 Et timens abii, et abscondi talentum tuum in terra, ecce habes quod tuum est, und in Furcht ging ich hinweg, und verbarg dein Talent in die Erde.³³ Siehe, da hast du, was dein ist!³⁴ -Matthäus Mt 47 25 25 33 Ich fürchtete, es könnte, wenn ich damit Handel triebe, durch einen Zufall verloren gehen und ich dafür von dir hart behandelt werden. -Matthäus Mt 47 25 25 34 Mehr kannst du nicht verlangen, nämlich, dass ich dir das deinige noch vermehre. Gibt es nicht auch kleinherzige Christen, die aus Furcht, Gott werde über alles Gute, das sie tun, einst Rechenschaft fordern, das Gute unterlassen? -Matthäus Mt 47 25 26 Respondens autem dominus ejus, dixit ei: Serve male, et piger, sciebas quia meto ubi non semino, et congrego ubi non sparsi: Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du schlechter³⁵ und fauler³⁶ Knecht! du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesäet, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe;³⁷ -Matthäus Mt 47 25 26 35 Du trägst kein Bedenken, deinen Herrn anzuklagen, um dich zu entschuldigen? -Matthäus Mt 47 25 26 36 Das ist die Ursache, warum du nur ein Talent bringst. -Matthäus Mt 47 25 26 37 Hier ist ein Fragezeichen zu setzen, denn der Herr will nicht sagen: Ich bin so hart, wie du mich geschildert, sondern will ihm zeigen, dass er sich durch seine Anklage selbst das Urteil spricht: Die Furcht, welche du vorgibst, ist nur ein Deckmantel für deine Trägheit. Du hattest ein sicheres und leichtes Mittel, das Geld fruchttragend anzulegen. -Matthäus Mt 47 25 27 Oportuit ergo te committere pecuniam meam nummulariis, et veniens ego recepissem utique quod meum est cum usura. du hättest mithin mein Geld den Wechslern übergeben sollen, und bei meiner Ankunft würde ich dann doch das Meinige mit Zins wieder erhalten haben.³⁸ -Matthäus Mt 47 25 27 38 Die Unterlassung des Guten und die Nachlässigkeit im rechten Gebrauche der Gaben Gottes verdient diesen Tadel. -Matthäus Mt 47 25 28 Tollite itaque ab eo talentum, et date ei, qui habet decem talenta. Nehmet ihm also das Talent³⁹ und gebet es dem, welcher die zehn Talente hat!⁴⁰ -Matthäus Mt 47 25 28 39 Erste Strafe: Dieselbe hat bei manchen Gaben Gottes, z. B. den Gnaden des Beistandes, statt. -Matthäus Mt 47 25 28 40 So pflegen die Menschen zu handeln. In der Anwendung ist indes nur Ähnlichkeit, nicht Gleichheit, als ob Gott nämlich die einem Trägen entzogene Gnade einem Eifrigen gäbe. -Matthäus Mt 47 25 29 Omni enim habenti dabitur, et abundabit: ei autem, qui non habet, et quod videtur habere, auferetur ab eo. Denn jedem, der da hat, wird gegeben werden, und er wird in Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er zu haben scheint, genommen werden.⁴¹ [Mt 13,12, Mk 4,25] -Matthäus Mt 47 25 29 41 Da im Gerichte niemand etwas empfängt, findet dieser Satz nicht auf das Gericht, sondern auf das Leben seine Anwendung. Wer mit Gottes Gnaden mitwirkt, erhält hier größere Gnaden und reicheren Trost, während der lässige Christ ohne Freude dahinlebt und die Gnade verliert. -Matthäus Mt 47 25 30 Et inutilem servum ejicite in tenebras exteriores: illic erit fletus, et stridor dentium. Und den unnützen Knecht werfet in die Finsternis draußen hinaus, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.⁴² -Matthäus Mt 47 25 30 42 Zweite Strafe: Bei dieser geht der Heiland vom Gleichnis zur Anwendung über. Siehe über dieselbe [Mt 8,12, Mt 13,42, Mt 22,13, Mt 24,51]. Der faule Knecht wird verdammt, weil er nichts Gutes getan hat. Wohl ist es eine schwere Last zu predigen, zu belehren, zu strafen, zu erbauen, für jeden zu eifern, und wer möchte solche Anstrengungen nicht fliehen? Doch das Evangelium bedroht die Säumigen mit Strafe (Aug.). Aber auch von den Gläubigen wird, was sie von den Hirten vernahmen, mit Gewinn zurückgefordert (Greg.). Wenn der Knecht so hart gestraft wird, der das Geld seines Herrn immerhin bewahrt hat, was haben da diejenigen zu erwarten, welche es verschleudern? (Aug.) Der böse Knecht hat nur ein Talent empfangen und verbirgt es, als ob es der Mühe nicht wert wäre, daraus Gewinn zu ziehen, aber er ward schwer gestraft; ein unscheinbares (er verbarg es V. 26), also darf niemand deshalb untätig bleiben, weil die ihm verliehenen Gaben minder glänzend sind. Wer aber mehr empfangen und dennoch seinem Herrn keinen Gewinn darbringt, was erwartet diesen? -Matthäus Mt 47 25 31 Cum autem venerit Filius hominis in majestate sua, et omnes Angeli cum eo, tunc sedebit super sedem majestatis suæ: Wenn aber der Menschensohn⁴³ in seiner Herrlichkeit kommen wird,⁴⁴ und alle Engel⁴⁵ mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen;⁴⁶ -Matthäus Mt 47 25 31 43 Siehe [Joh 5,27]. -Matthäus Mt 47 25 31 44 Vergl. [Mt 16,27]. Die Mahnung zur Wachsamkeit erhält durch die Beschreibung der Art seiner Wiederkunft neues Gewicht. Zudem war es notwendig, die Jünger, welche Zeugen so vieler Verfolgungen gewesen sind und nach zwei Tagen noch Schrecklicheres erleben sollen, durch den Hinweis auf seine Verherrlichung beim Weltgerichte im Glauben und in der Hoffnung zu bestärken (Hier.). -Matthäus Mt 47 25 31 45 Als der seiner Majestät gebührende Hofstaat und um zu erklären, wie viel sie selbst in seinem Auftrage für das Heil der Menschen getan. -Matthäus Mt 47 25 31 46 Wohl eine leuchtende Wolke. -Matthäus Mt 47 25 32 Et congregabuntur ante eum omnes gentes, et separabit eos ab invicem, sicut pastor segregat oves ab hdis: und es werden alle Völker⁴⁷ vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden,⁴⁸ wie der Hirt die Schafe scheidet von den Böcken. -Matthäus Mt 47 25 32 47 Alle ohne Ausnahme (Chrys., Bed., Thom.). Wie Christus für alle Völker gestorben ist, so ist er auch als Richter über alle gesetzt. Der Heiland sagt: Völker, nicht Menschen, weil seine Majestät so erhabener erscheint. -Matthäus Mt 47 25 32 48 Er wird sie leicht und irrtumslos voneinander scheiden und trennen. -Matthäus Mt 47 25 33 Et statuet oves quidem a dextris suis, hdos autem a sinistris. Die Schafe wird er zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen.⁴⁹ -Matthäus Mt 47 25 33 49 Vergl. [Ez 34,17]. Die rechte Seite ist die Ehrenvolle. Die Guten sind sanfte, unschuldige und gehorsame Schafe, Christus ist ihr Hirt; die Bösen sind mit unfruchtbaren Böcken verglichen wegen ihres Mangels an guten Werken (Chrys., Theoph., Hil.) und wegen ihrer Begierlichkeit und anderer hässlicher Eigenschaften (Hier., Euth.). Den Ort, wo das Gericht stattfinden wird, offenbart Christus nicht. -Matthäus Mt 47 25 34 Tunc dicet rex his, qui a dextris ejus erunt: Venite benedicti Patris mei, possidete paratum vobis regnum a constitutione mundi. Alsdann wird der König⁵⁰ zu denen, welche zu seiner Rechten sein werden, sprechen: Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters!⁵¹ Nehmet das Reich in Besitz, welches euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an.⁵² -Matthäus Mt 47 25 34 50 Zuvor hat sich der Heiland Menschensohn und Hirt genannt, jetzt nennt er sich König, da das Gericht dem Könige zugehört und es des Königs Recht ist, in sein Reich aufzunehmen oder von demselben auszuschließen. -Matthäus Mt 47 25 34 51 Wegen der unendlichen Segensfülle, die ihnen vom Vater zuteil werden soll. -Matthäus Mt 47 25 34 52 Als euer euch gebührendes Eigentum (Chrys.), dass euch von mir erworben [Röm 8,17], von Ewigkeit her bestimmt und seit der Erschaffung bereitet ist. -Matthäus Mt 47 25 35 Esurivi enim, et dedistis mihi manducare: sitivi, et dedistis mihi bibere: hospes eram, et collegistis me: Denn ich war hungrig, und ihr habt mich gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt; [Jes 58,7] -Matthäus Mt 47 25 36 Nudus, et cooperuistis me: infirmus, et visitastis me: in carcere eram, et venistis ad me. ich war nackt,⁵³ und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Kerker, und ihr seid zu mir gekommen.⁵⁴ [Sir 7,39] -Matthäus Mt 47 25 36 53 Schlecht gekleidet, eines geziemenden Kleides bedürftig. -Matthäus Mt 47 25 36 54 Der Heiland gibt, wie es in Beispielen geschieht, nur eine Klasse von guten Werken an. Er wählt die Werke der Liebe, weil seine wahren Jünger an dieser Tugend erkannt werden sollen (Chrys.). Da der Mensch ferner schon von Natur geneigt ist, anderen im Elende zu helfen, sind diese Worte von minderer Bedeutung für die Verheißung der Belohnung; was also wird für heroische Tugenden als Lohn zuteil werden? -Matthäus Mt 47 25 37 Tunc respondebunt ei justi, dicentes: Domine, quando te vidimus esurientem, et pavimus te: sitientem, et dedimus tibi potum? Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr! wann haben wir dich hungrig gesehen, und dich gespeist? oder durstig, und dich getränkt? -Matthäus Mt 47 25 38 Quando autem te vidimus hospitem, et collegimus te: aut nudum, et cooperuimus te? Wann haben wir dich fremd gesehen, und dich beherbergt? oder nackt, und dich bekleidet? -Matthäus Mt 47 25 39 Aut quando te vidimus infirmum: aut in carcere, et venimus ad te? Oder wann haben wir dich krank gesehen, oder im Kerker, und sind zu dir gekommen?⁵⁵ -Matthäus Mt 47 25 39 55 Man braucht nicht anzunehmen, dass die Gerechten wirklich diese Fragen stellen werden, denn sie wissen, dass der Heiland alle Werke der Nächstenliebe als ihm erwiesen ansehen will. Vergl. [Dan 7,13, Mt 10,40, Apg 9,4] Pasch. Nach dem heil. Aug. und Thom. lässt Gott alle, die vor seinem Gerichte stehen, in einem Augenblick alles erkennen, was sie selbst und andere angeht, so dass das ganze Gericht im Herzen und Gewissen stattfindet. Dieses Erleuchten von Seiten Gottes und das Erkennen von Seiten der Gerechten stellt der Heiland in der Form von Rede und Gegenrede lebhaft vor Augen. -Matthäus Mt 47 25 40 Et respondens rex, dicet illis: Amen dico vobis, quamdiu fecistis uni ex his fratribus meis minimis, mihi fecistis. Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, so weit ihr es einem dieser meiner geringsten⁵⁶ Brüder⁵⁷ getan habt, habt ihr es mir getan! -Matthäus Mt 47 25 40 56 Arme, bei den Menschen Verachtete (Chrys., Hil.). -Matthäus Mt 47 25 40 57 So schon [Mt 10,40]. Alle Gläubigen sind Glieder Christi [1Kor 16,15], seine Brüder und Schwestern [Mt 12,50] Thom. -Matthäus Mt 47 25 41 Tunc dicet et his, qui a sinistris erunt: Discedite a me maledicti in ignem æternum, qui paratus est diabolo, et angelis ejus. Dann wird er auch zu denen auf der Linken sprechen: Weichet von mir, ihr Verfluchten!⁵⁸ in das ewige Feuer,⁵⁹ welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.⁶⁰ [Mt 7,23, Lk 13,27, Ps 6,9] -Matthäus Mt 47 25 41 58 Die Strafe des Verlustes. Alles Gute wird ihnen genommen und mit dem Fluche der Verdammnis belastet gehen sie in die Strafe der Sinne ein. Beide Strafen werden verhängt, weil sie die Liebe gegen den Nächsten nicht geübt haben. Wie kann Christus die als die Seinen anerkennen, welche die diese unterscheidende Tugend nicht besaßen? Und wie konnten die Gott lieben, die den Bruder nicht geliebt haben? Welcher Gegensatz zu V. 34 in allen Teilen des Urteils! -Matthäus Mt 47 25 41 59 Kein von dieser Erde hergenommener Begriff vermag uns ein treueres Bild der Leiden, welche die Verdammten erdulden, zu geben als der Ausdruck Feuer. Es ist zwar ein anderes Feuer als das irdische, aber ein ebenso wahres wie dieses (H. H. Väter.). -Matthäus Mt 47 25 41 60 Hier ist eine Abweichung von dem Gegensatze zu V. 34 zu bemerken. Ihr waret geschaffen, einst selig zu werden. Durch die Sünde habt ihr euch dem Teufel zugesellt und seid der ihm bestimmten Strafe verfallen (Orig., Pasch.). Deshalb gibt auch der Herr nicht hinzu, von wem sie verflucht sind: Nicht von Gott, sondern durch ihre eigenen Taten (Chrys.). -Matthäus Mt 47 25 42 Esurivi enim, et non dedistis mihi manducare: sitivi, et non dedistis mihi potum: Denn ich war hungrig, und ihr habt mich nicht gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich nicht getränkt; -Matthäus Mt 47 25 43 Hospes eram, et non collegistis me: nudus, et non cooperuistis me: infirmus, et in carcere, et non visitastis me. ich war fremd, und ihr habt mich nicht beherbergt; ich war nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; ich war krank und im Kerker,⁶¹ und ihr habt mich nicht besucht. -Matthäus Mt 47 25 43 61 Alles fordert die Verdammnis: Die Leichtigkeit des guten Werkes, die Lage des Bedürftigen, das natürliche Mitleid, die Größe der verheißenen Belohnung und der angedrohten Strafe, die Würde dessen, der die Wohltat als ihm erwiesen ansehen wollte, Gott (Chrys.). -Matthäus Mt 47 25 44 Tunc respondebunt ei et ipsi, dicentes: Domine, quando te vidimus esurientem, aut sitientem, aut hospitem, aut nudum, aut infirmum, aut in carcere, et non ministravimus tibi? Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr! wann haben wir dich hungrig oder durstig, oder fremd, oder nackt, oder krank, oder im Kerker gesehen, und haben dir nicht gedient?⁶² -Matthäus Mt 47 25 44 62 Die Gerechten wiederholen die Worte des Richters eines nach dem anderen, die Bösen fassen dieselben beschämt kurz zusammen. Christus lehrt uns, dass alle Werke und die Ursachen der Seligkeit und der Verdammnis offenbar werden. Sicherlich wird der Herr den Verdammten nicht gestatten, lange mit ihm zu rechten, zumal sie bereits im besonderen Gerichte die Ursache ihrer Verdammnis erfahren haben. Das Bild soll uns also mahnen, dass wir jetzt so leben, dass wir einst nicht das Urteil der Verdammnis hören. -Matthäus Mt 47 25 45 Tunc respondebit illis, dicens: Amen dico vobis: Quamdiu non fecistis uni de minoribus his, nec mihi fecistis. Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, sofern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan! -Matthäus Mt 47 25 46 Et ibunt hi in supplicium æternum: justi autem in vitam æternam. Und diese werden in ewige Pein gehen, die Gerechten aber in ewiges⁶³ Leben. [Dan 12,2, Joh 5,29] -Matthäus Mt 47 25 46 63 In die ewige, selige Unsterblichkeit. Der Ausdruck: ewig bedeutet endlose Dauer, denn bei [Lk 1,33] heißt das Reich Jesu ein Reich ohne Ende, und nach [Joh 11,26] werden die Gerechten niemals sterben. In derselben Bedeutung muss ewig auch im ersten Versgliede genommen werden; einmal weil sich die Ausdrücke in beiden Versgliedern aufeinander beziehen; dann weil nach [Mt 3,12, Offb 20,10, Joh 3,36] die Strafe der Gottlosen nicht minder endlos genannt ist. Wie könnten die Verdammten auch je sich bekehren, da ihnen die Gnade Gottes für immer entzogen ist, nachdem sie dieselbe in der Zeit des Lebens, in welcher sie ihnen allein gegeben worden ist, nicht zu ihrem Heile angewandt haben? So wenig die Finsternis je Licht werden kann, oder das Feuer aus einer Schlacke je Silber oder Gold hervorrufen kann, ebenso wenig vermag die Hölle je dem Himmel sich zu nähern. Alle heiligen Väter haben diese Endlosigkeit der Strafen gelehrt, und die unfehlbare Kirche hat den Irrtum, dass die Strafen der Teufel und Verdammten einmal ein Ende haben, verdammt. (II. Konzil von Konstantinopel Kan. 12) Hasse, o Mensch! Nicht diese Strafe, denn sie ist gerecht; hasse die Sünde. Wer nur die Strafe verabscheut, verfällt in Sünde und Strafe. Durch Unglauben entrückest du dir zwar das Andenken der Hölle, aber nicht die Hölle selbst; du verbindest dir die Augen, um den Abgrund nicht zu sehen, aber desto gewisser fällst du hinein. Die Hölle mit gläubigen Augen schon von ferne schauen, schreckt dich vom Wege weg, der zur Hölle führt. Außerhalb der Höllenpforte kann man noch umkehren, aber aus der Hölle ist keine Erlösung; die Türe ist ewig geschlossen und mit der Ewigkeit verriegelt. Wie ein zweiter Moses, Stifter und Gesetzgeber des Neuen Bundes, beschließt Christus seine öffentliche Lehrtätigkeit mit Verheißung und Drohung. [Dtn 30,15.19]. -Matthäus Mt 47 26 0 4. Letztes Abendmahl und Leiden Christi. (K. 26-27) Das Mahl in Bethanien. (V. 16) Das Paschamahl (V. 25) Einsetzung des heil. Altarssakramentes. (V. 29) Vorhersagung des Ärgernisses der Jünger. (V. 35) Christi Gebet im Garten Gethsemani. (V. 46) Gefangennehmung des Heilandes (V. 56) Jesus vor Kaiphas. (V. 68) Dreifache Verleugnung des heil. Petrus. -Matthäus Mt 47 26 1 Et factum est: cum consummasset Jesus sermones hos omnes, dixit discipulis suis: Und es geschah, als Jesus alle diese Reden vollendet hatte,¹ sprach er zu seinen Jüngern:² [Mk 14,1.2, Lk 22,1.2, Joh 1317]. -Matthäus Mt 47 26 1 1 Die er in den beiden letzten Tagen gehalten. -Matthäus Mt 47 26 1 2 Christus belehrt seine Jünger, dass er den Tod und die Weise desselben aus freien Stücken erwählt. -Matthäus Mt 47 26 2 Scitis quia post biduum Pascha fiet, et Filius hominis tradetur ut crucifigatur. Ihr wisset, dass nach zwei Tagen³ Ostern⁴ ist, und der Menschensohn überliefert werden wird, um gekreuzigt zu werden. -Matthäus Mt 47 26 2 3 Christus sagt dies am Dienstage der Leidenswoche (Euth., Thom.) gegen Abend. -Matthäus Mt 47 26 2 4 Pascha, Vorübergang, [Ex 12,48, Num 9,4] u. a. Christus deutet also an, dass er das wahre Osterlamm ist und dass der Tag seines Todes gerade derjenige sein wird, den seine Feinde vermeiden wollen. (V. 5) So offenbart der Herr sein göttliches Vorherwissen und Vorherbestimmen. Schon mehrmals hatten die Feinde den Heiland zu töten gedacht, aber erst nach der Auferweckung des Lazarus war ein dahin zielender Beschluss gefasst worden [Joh 11,47-53]. Die Ereignisse der letzten Tage haben die Gegner des Erlösers auf's äußerste gereizt und wiederum wird der Hohe Rat zusammen berufen -Matthäus Mt 47 26 3 Tunc congregati sunt principes sacerdotum, et seniores populi in atrium principis sacerdotum, qui dicebatur Caiphas: Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes⁵ in dem Hofe des Hohenpriesters, welcher Kaiphas hieß. -Matthäus Mt 47 26 3 5 Bei Markus und Lukas werden die Schriftgelehrten hinzugefügt, also der ganze Hohe Rat versammelt sich. Über die Hohenpriester siehe 2, Anm. 6. Der Hohepriester leitet die Versammlung. Kaiphas, eigentlich Joseph, war von dem römischen Prokurator Balerius Gratus zum Hohenpriester gemacht worden und verwaltete sein Amt durch 17 Jahre (18-36 nach Chr. Geburt). -Matthäus Mt 47 26 4 Et consilium fecerunt ut Jesum dolo tenerent, et occiderent. Und sie hielten Rat, um Jesus mit List⁶ zu ergreifen und zu töten.⁷ -Matthäus Mt 47 26 4 6 Heimlich. -Matthäus Mt 47 26 4 7 Sie bestätigen den früher [Joh 11,49] gefassten Beschluss, indes halten sie daran fest, dass die Ausführung insgeheim vor sich gehen soll und nicht während der sieben Tage, durch welche das Fest der ungesäuerten Brote dauert. -Matthäus Mt 47 26 5 Dicebant autem: Non in die festo, ne forte tumultus fieret in populo. Sie sagten aber: Nur nicht am Festtage, damit nicht etwa ein Aufruhr unter dem Volke entstehe.⁸ -Matthäus Mt 47 26 5 8 Sie urteilen wohl besonders nach dem, was sie am Palmsonntage gesehen; auch sind viele Galiläer, darunter zahlreiche Anhänger Jesu, zum Feste gekommen. Die ungerechten Richter fürchten nicht Gott, sondern nur das Volk. Doch ein Apostel bietet sich dem hohen Rate als Verräter an und sie schließen vielleicht daraus, dass Jesus nicht so viel Anhänger habe, wie sie befürchtet, und dass alles ihnen gelingen werde, wenn sie nur wagen. Wie richtig, ach! War ihre Voraussicht! Diese Beratung fand am Mittwoch statt, weshalb in der alten Kirche zur Erinnerung daran an jedem Mittwoch gefastet wurde, wie der Freitag ein Fasttag ist zum Andenken an das Leiden Christi (Aug., Theoph.). So geschah es denn, dass Christus an dem Tage litt, der an sich schon offenbarte, dass Christus ein Opferlamm für die Sünden ist. -Matthäus Mt 47 26 6 Cum autem Jesus esset in Bethania in domo Simonis leprosi, Als aber Jesus in Bethanien war⁹ im Hause Simons, des Aussätzigen,¹⁰ [Mk 14,3-9, Joh 12,1-8] -Matthäus Mt 47 26 6 9 Dies soll keineswegs besagen, das nun Folgende sei nach dem vom V. 1 an Erzählten geschehen, sondern ist eine ganz allgemeine Zeitangabe, welche nach [Joh 12,2ff] näher zu bestimmen ist. Nach dem heil. Johannes aber fällt das Ereignis auf den Vorabend des Palmsonntags. Der heil. Matthäus bringt die Erzählung an dieser Stelle, weil er bereits durch V. 2 gezeigt hat, dass Christus freiwillig in den Tod geht, dies aber wiederum durch die folgende Erzählung bestätigt wird. Da er ferner V. 14 den schmählichen Handel des Judas berichten will, schickt er diese Erzählung voraus, welche den Verrat leichter erklärt, und sodann wohl auch, weil er die Salbung des Herrn und den Verrat des Judas erzählen will. -Matthäus Mt 47 26 6 10 Vielleicht hatte ihn der Heiland geheilt und er hatte diesen Namen zum Andenken daran beibehalten. -Matthäus Mt 47 26 7 Accessit ad eum mulier habens alabastrum unguenti pretiosi, et effudit super caput ipsius recumbentis. trat zu ihm ein Weib,¹¹ das hatte ein Gefäß von Alabaster mit kostbarem Salböle, und sie goss es über sein Haupt aus, während er zu Tische war.¹² [Mk 14,3, Joh 11,2, Joh 12,3] -Matthäus Mt 47 26 7 11 Nach dem übereinstimmenden Zeugnisse der Überlieferung, Maria, die Schwester des Lazarus. [Joh 12,3]. -Matthäus Mt 47 26 7 12 So pflegte man Gäste zu ehren. Judas schätzte den Wert des Salböls auf über 180 Mark. -Matthäus Mt 47 26 8 Videntes autem discipuli, indignati sunt dicentes: Ut quid perditio hæc? Als das die Jünger sahen, wurden sie unwillig, und sprachen: Wozu diese Verschwendung?¹³ -Matthäus Mt 47 26 8 13 Der Verräter murrt, weil er ein Dieb ist. [Joh 12,6]. Die anderen Jünger lassen sich von ihm überreden, den Armen sei eine große Wohltat entzogen worden, umso mehr, da sie wussten, wie sehr der Herr allen Luxus verabscheute. -Matthäus Mt 47 26 9 Potuit enim istud venumdari multo, et dari pauperibus. Denn es hätte dies teuer verkauft und den Armen gegeben werden können. -Matthäus Mt 47 26 10 Sciens autem Jesus, ait illis: Quid molesti estis huic mulieri? opus enim bonum operata est in me. Jesus aber wusste es und sprach zu ihnen: Was behelligt¹⁴ ihr dieses Weib? sie hat ja ein gutes Werk an mir getan.¹⁵ -Matthäus Mt 47 26 10 14 Durch öffentlichen Tadel ihrer Handlung. -Matthäus Mt 47 26 10 15 Sie bekannte vor allen, dass Christus der höchsten Ehre würdig ist. In V. 11 erklärt der Heiland, warum er am Abschlusse seines Lebens diese Ehre annimmt, ein zweiter Grund folgt V. 12. -Matthäus Mt 47 26 11 Nam semper pauperes habetis vobiscum: me autem non semper habetis. Denn die Armen habet ihr allezeit bei euch; mich aber habet ihr nicht allezeit. -Matthäus Mt 47 26 12 Mittens enim hæc unguentum hoc in corpus meum: ad sepeliendum me fecit. Denn indem sie diese Salbe über meinen Leib ausgoss, hat sie es zu meinem Begräbnisse getan.¹⁶ -Matthäus Mt 47 26 12 16 So wurden die Leichen der Reichen geehrt. Die Prophezeiung [Jes 53,9] beginnt in Erfüllung zu gehen. -Matthäus Mt 47 26 13 Amen dico vobis, ubicumque prædicatum fuerit hoc evangelium in toto mundo, dicetur et quod hæc fecit in memoriam ejus. Wahrlich, ich sage euch, wo man immer in der ganzen Welt dies Evangelium¹⁷ verkünden wird, wird auch, was sie getan hat,¹⁸ zu ihrem Gedächtnisse gesagt werden. -Matthäus Mt 47 26 13 17 Die frohe und heilbringende Botschaft von dem messianischen Reiche. -Matthäus Mt 47 26 13 18 Für die kleine Beschämung seitens der Jünger hat Maria ewiges Lob eingetauscht, dass ihr überall zuteil wird, wohin die Predigt vom Reiche Gottes dringt. -Matthäus Mt 47 26 14 Tunc abiit unus de duodecim, qui dicebatur Judas Iscariotes, ad principes sacerdotum: Damals¹⁹ ging einer von den Zwölfen,²⁰ welcher Judas Iskariot hieß, zu den Hohenpriestern, [Mk 14,10, Lk 22,4]. -Matthäus Mt 47 26 14 19 Nach der Sitzung des Hohen Rates. (Aug., Bed., Thom.) -Matthäus Mt 47 26 14 20 Welch Abgrund von Verworfenheit. -Matthäus Mt 47 26 15 Et ait illis: Quid vultis mihi dare, et ego vobis eum tradam? At illi constituerunt ei triginta argenteos. und sprach zu ihnen: Was wollet ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern?²¹ Sie aber setzten ihm²² dreißig Silberlinge²³ aus. -Matthäus Mt 47 26 15 21 Judas will den Schaden ausgleichen, den die Salbung des Heilandes ihm seiner Meinung nach verursacht hat. Dennoch fordert er keine bestimmte Summe, sondern überlässt es den Feinden Christi, den Preis des Verrates zu bestimmen, wie wenn er einen verächtlichen Sklaven verkaufte! (Hier.) -Matthäus Mt 47 26 15 22 Nach Zach., den der Evangelist anführt: Sie wogen ihm zu. -Matthäus Mt 47 26 15 23 Sikel, und zwar, da sie aus dem Tempelschatze entnommen werden, von größerem Gewichte. Ein Sikel wird auf etwa 2,6 M. geschätzt, mithin erhielt Judas etwa 70 bis 78 Mark. Der heil. Matthäus erzählt dieses Ereignis in kurzer Zusammenfassung. Nach [Mk 14,11] und [Lk 22,5] wurde ihm jetzt das Geld erst versprochen (wie auch die Vulg. hier übersetzt) und erst ausgehändigt, als er sich anbot, die Häscher zu führen, oder als er den Heiland in ihre Hände überliefert hatte. War diese Summe nicht zu klein? Nach [Joh 11,56] war vom Hohen Rate einem jeden die Verpflichtung auferlegt worden, den Heiland zu überliefern, deshalb schien Judas nun eigentlich seine Schuldigkeit zu tun und wird der Preis nicht nach dem Werte, den Christi Gefangennehmung für den hohen Rat hat, sondern hauptsächlich nach der Mühe usw. bestimmt, welche der Verräter auf sich nimmt. Nach [Ex 21,32] waren 30 Sikel zu bezahlen, wenn ein fremder Ochse die Magd oder den Knecht eines Israeliten stieß, und um diesen Preis wurden auch die Sklaven verkauft. So ging in Erfüllung, was [Sach 11,12] gesagt worden. Vergl. [Phil 2,7] Bereits ein Jahr vor dem Tage des Verrates ward Judas von dem Heilande ein Teufel genannt, als er den Glauben an Christus von sich geworfen. Nur zeitlicher Vorteil hatte ihn also noch an den Heiland gefesselt. Je mehr aber die Geldgier zunahm, desto blinder wurde Judas. Als er nichts mehr von Christus zu hoffen zu können glaubte, dachte er daran, sich für die Zukunft sicher zu stellen, ehe er den Heiland verließ. Da er die 300 Denare nicht hatte rauben können, gab ihm der Teufel in's Herz, er solle sich mit dem Hohen Rate verständigen, so werde er Geld und Gunst erlangen. Vielleicht dachte Judas nicht einmal an alle Folgen seines Verrates, denn nach Vollbringung desselben verzweifelte er. -Matthäus Mt 47 26 16 Et exinde quærebat opportunitatem ut eum traderet. Und von da an suchte er Gelegenheit, ihn zu überliefern. -Matthäus Mt 47 26 17 Prima autem die Azymorum accesserunt discipuli ad Jesum, dicentes: Ubi vis paremus tibi comedere Pascha? Am ersten Tage aber der ungesäuerten Brote,²⁴ traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Osterlamm zu essen bereiten? [Mk 14,12, Lk 22,7] -Matthäus Mt 47 26 17 24 Nach [Joh 18,28] hatten die Juden das Osterlamm noch nicht gegessen, als sie den Heiland vor Pilatus brachten, wollten es aber am Abend genießen, da Rüsttag war [Joh 19,42]. Da nun die anderen Evangelisten berichten, das Abendmahl sei am ersten Tage der ungesäuerten Brote, also am 14. Nisan, gehalten, die Juden das Fest aber einen Tag später feierten als der Herr (Eus. Caes., Epiph.), so erhebt sich die Frage, warum die Juden so handelten. Zwar sagt die heil. Schrift den Grund nicht, indes war es nicht das erste Mal, dass es geschah. Vergl. [Num 9,10] und [2Chr 30,2.3]. Vielleicht wurde der Ostertag, wenn er auf einen Freitag (15) fiel, auf den folgenden Sabbat verlegt. Andere suchen die Schwierigkeit dadurch zu heben, dass sie die aramäische Wendung des Matthäus (dem Markus und Lukas folgen): am ersten Tage der ungesäuerten Brote als vor dem Tage usw. erklären, was auch vom griechischen Texte gelte. (Euthym. zu [Lk 22,7] Chrys.) -Matthäus Mt 47 26 18 At Jesus dixit: Ite in civitatem ad quemdam, et dicite ei: Magister dicit: Tempus meum prope est, apud te facio Pascha cum discipulis meis. Jesus aber sprach: Gehet in die Stadt²⁵ zu einem gewissen Manne,²⁶ und saget zu ihm: Der Meister²⁷ spricht: Meine Zeit²⁸ ist nahe; bei dir halte ich Ostern mit meinen Jüngern.²⁹ -Matthäus Mt 47 26 18 25 Christus war also nicht in der Stadt, sondern in Bethanien oder auf dem Wege. -Matthäus Mt 47 26 18 26 Christus nennt den Betreffenden nicht, gibt aber nach den anderen Synoptikern ein Erkennungszeichen an, so von neuem kundgebend, wie genau er sein Leiden voraussieht und vorherbestimmt. -Matthäus Mt 47 26 18 27 Der Betreffende war also wohl ein Jünger. -Matthäus Mt 47 26 18 28 Des Todes. -Matthäus Mt 47 26 18 29 Jede Paschagenossenschaft musste wenigstens zehn Glieder zählen. Sie sind 13. -Matthäus Mt 47 26 19 Et fecerunt discipuli sicut constituit illis Jesus, et paraverunt Pascha. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus aufgetragen hatte, und bereiteten das Ostermahl. -Matthäus Mt 47 26 20 Vespere autem facto, discumbebat cum duodecim discipulis suis. Als es aber Abend geworden war,³⁰ ließ er sich mit seinen zwölf Jüngern zu Tische nieder.³¹ -Matthäus Mt 47 26 20 30 V. 17 war der Tag genannt, jetzt wird die vorgeschriebene Zeit erwähnt. -Matthäus Mt 47 26 20 31 Das erste Mahl hatten die Israeliten das Mahl stehend genommen, später nahm man es in bequemerer Stellung, zum Zeichen der schon erlangten Freiheit. -Matthäus Mt 47 26 21 Et edentibus illis, dixit: Amen dico vobis quia unus vestrum me traditurus est. Und da sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch, einer von euch wird mich verraten!³² [Joh 13,21] -Matthäus Mt 47 26 21 32 Der Heiland weiß, was ihm bevorsteht, und hindert es nicht, ein neuer Beweis der Freiwilligkeit seines Leidens. Der Herr trauert, dass es einer der Zwölf ist und mahnt ihn zur Umkehr. -Matthäus Mt 47 26 22 Et contristati valde, cperunt singuli dicere: Numquid ego sum Domine? Da wurden sie sehr betrübt, und einer um den andern fing an zu fragen: Ich bin es doch nicht, Herr?³³ -Matthäus Mt 47 26 22 33 Jeder wünscht, er möchte nicht der Verräter sein; obgleich sie sich nicht schuldig wissen, glauben sie dem Meister mehr als sich und fürchten ihre Gebrechlichkeit. -Matthäus Mt 47 26 23 At ipse respondens, ait: Qui intingit mecum manum in paropside, hic me tradet. Er aber antwortete, und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel tunket, dieser wird mich überantworten.³⁴ -Matthäus Mt 47 26 23 34 Der Heiland weist darauf hin, wie unwürdig der Verrat von Seiten eines Vertrauten ist, wohl auf [Ps 40,10] und [Ps 54,14] anspielend. Sie tauchten das Brot wohl zu dreien oder vieren zusammen ein. Dass Judas dem Heilande nahe war, wird aus V. 25 wahrscheinlich. -Matthäus Mt 47 26 24 Filius quidem hominis vadit, sicut scriptum est de illo: væ autem homini illi, per quem Filius hominis tradetur: bonum erat ei, si natus non fuisset homo ille. Der Menschensohn zwar geht hin,³⁵ wie von ihm geschrieben ist;³⁶ wehe aber jenem Menschen, durch welchen der Menschensohn überliefert wird; es wäre gut für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren wäre!³⁷ -Matthäus Mt 47 26 24 35 Der Tod ist eine Wanderung. -Matthäus Mt 47 26 24 36 Wohl [Ps 40,10] -Matthäus Mt 47 26 24 37 Die Strafe ist furchtbar: die Hölle. Christus will ihn durch diese Drohung zur Buße bewegen; denn nicht weil es vorher bestimmt war, hat Judas den Verrat geübt, sondern weil Judas den Verrat übte und Gott indes vorher wusste, war der Verrat von Gott zu den Leiden Christi hinzugefügt worden (Euth.). -Matthäus Mt 47 26 25 Respondens autem Judas, qui tradidit eum, dixit: Numquid ego sum Rabbi? Ait illi: Tu dixisti. Judas aber, der ihn verraten hat, erwiderte, und sprach: Ich bin es doch nicht,³⁸ Rabbi?³⁹ Er antwortete ihm: Du hast es gesagt.⁴⁰ -Matthäus Mt 47 26 25 38 Da die übrigen fragen, kann Judas nicht allein schweigen. Auch er fragt, um zu erfahren, ob der Herr wirklich seinen Verräter kennt. -Matthäus Mt 47 26 25 39 Gewöhnlicher Titel. Die anderen Jünger sagen: Herr. -Matthäus Mt 47 26 25 40 Die gebräuchliche Form der Bejahung. Vergl. [Mt 26,64] und [Mt 27,4]. Die anderen Apostel hören die Worte des Herrn wohl nicht, da Jesus den Verräter nicht bloßstellen und noch warnen will. -Matthäus Mt 47 26 26 Cnantibus autem eis, accepit Jesus panem, et benedixit, ac fregit, deditque discipulis suis, et ait: Accipite, et comedite: hoc est corpus meum. Während sie aber aßen,⁴¹ nahm Jesus Brot, segnete⁴² und brach es,⁴³ gab es seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, und esset, dies⁴⁴ ist mein Leib! [1Kor 11,24] -Matthäus Mt 47 26 26 41 Nach Vollendung des Paschamahles [Lk 22,20] opfert Christus, während sie noch bei Tische sind, da, wo das vorbedeutende Lamm verzehrt war (Chrys., Euth.), seinen Leib und sein Blut in unblutiger Weise als Priester nach der Ordnung Melchisedechs (Hier., Pasch.). Da es der Tag der ungesäuerten Brote war und nur solche beim Abendessen gegessen werden durften [Ex 12,18], brauchte der Herr bei dieser Feier ungesäuertes Brot (Chrys.). -Matthäus Mt 47 26 26 42 Rief Gottes heilbringenden Segen herab, das Brot so gleichsam für die Konsekration vorbereitend. Da die Gestalt des Brotes bleiben sollte, wurde ihr durch diese Segnung eine gewisse Weihe und Würde verliehen. Der Ritus, den Christus nunmehr vornahm, war bereits bei dem Paschamahle zum Teil beobachtet: Der Familienvater brach die ungesäuerten Brote und verteilte sie. Da Christus nach dem Mahle diesen Ritus wiederholt, werden die Apostel auf dessen Wesen als Vorbedeutung aufmerksam gemacht. -Matthäus Mt 47 26 26 43 Wohl musste Christus das Brot brechen, damit alle empfingen, zugleich aber ist das Brechen das Bild des Todes, in den er seinen Leib dahingibt. -Matthäus Mt 47 26 26 44 Dies: Das hinzeigende Fürwort zeigt auf das Wesen der Sache, nicht auf die äußere Erscheinung derselben hin, also: Das, was unter der Brotsgestalt verborgen ist, ist mein Leib. Damit diese Worte wahr seien, muss nach der Vollendung der Worte nicht mehr Brot, sondern der Leib Christi gegenwärtig sein. Die Jünger sind auf dies Wunder durch die Rede, welche der Heiland ein Jahr zuvor in Karpharnaum gehalten hat [Joh 6,45] vorbereitet, denn solche Ereignisse, wie das dort erlebte, pflegt man nicht zu vergessen. Zudem fügt der Herr nach [Lk 22,19] hinzu: Der für euch hingegeben wird Worte, die in keiner Weise etwas anderem als seinem heil. Leib zukommen können. Ferner kann das Brot nicht einmal gleichnisweise der Leib des Herrn genannt werden. Was endlich anderes konnte der Heiland nach einer so feierlichen Verheißung [Joh 6] und nach der Forderung des Glaubens an seinen heil. Leib und sein heil. Blut geben wenn nicht seinen wahren Leib und sein wahres Blut? Was wäre Hartes darin, Brot zu essen und dabei an Christus zu denken? Nein, als Christus das Brot in die Hand nahm, war es wahrhaft Brot, nicht sein Leib; da er die Worte gesprochen: Dies ist mein Leib, war es wahrhaft sein Leib, mithin wurde es durch seine Worte gewandelt in seinen Leib. Als Gott die Welt schuf, sprach er nur: Es werde, und alles ward; sollte sein Wort nicht mehr die allmächtige Kraft haben, zu bewirken, was es besagt? -Matthäus Mt 47 26 27 Et accipiens calicem gratias egit: et dedit illis, dicens: Bibite ex hoc omnes. Und er nahm den Kelch,⁴⁵ dankte,⁴⁶ und gab ihnen denselben, indem er sprach: Trinket alle daraus;⁴⁷ -Matthäus Mt 47 26 27 45 Bei dem Paschamahle waren vier Kelche nach Vorschrift zu trinken. Bei welchen von diesen der Herr die heil. Eucharistie einsetzten, steht nicht fest. Der Wein wurde mit Wasser gemischt, eine Gewohnheit, die auch jetzt noch bei dem heil. Messopfer beibehalten ist. -Matthäus Mt 47 26 27 46 Christus sagte vor jedem Wunder Dank, weil durch ein jedes Wunder Gottes des Vaters Herrlichkeit offenbart, Christus als wahrer Gesandter Gottes beglaubigt, den Menschen vielfacher Segen zuteil ward. In wie höherem Grade denn je galten hier diese Gründe! -Matthäus Mt 47 26 27 47 Diese Aufforderung richtet sich an die Apostel (V. 20), die um den Tisch, den eucharistischen Altar des Herrn gereiht sind. Da Christus hier das Andenken an seinen Tod, also an die gewaltsame Trennung von Fleisch und Blut einsetzen wollte. Vergl [1Kor 11,26], reicht er seinen heil. Leib und sein Blut unter diesen Gestalten. Er setzt hier nicht nur das Sakrament, sondern auch das Opfer ein, welches unter beiden Gestalten gefeiert wird; also folgt daraus nichts für die irrige Lehre, dass alle Christen unter beiden Gestalten kommunizieren müssten. -Matthäus Mt 47 26 28 Hic est enim sanguis meus novi testamenti, qui pro multis effundetur in remissionem peccatorum. denn dieses ist mein Blut des neuen Testamentes, welches für viele⁴⁸ vergossen werden wird⁴⁹ zur Vergebung der Sünden.⁵⁰ -Matthäus Mt 47 26 28 48 Der Absicht und dem Willen des Herrn nach für alle, dem segensvollen Erfolge nach für viele. -Matthäus Mt 47 26 28 49 Griech.: Vergossen wird. Die Vergießung des Blutes zur Vergebung der Sünden wird in der heil. Schrift stets von einem Gott dargebrachten Opfer gebraucht. Diese Darbringung durfte nur von dem Priester vollzogen werden. Vergl. [Lev 17,11 u. a.]. Christus nennt sein heil. Blut des Neuen Testamentes, also Opferblut in höherer Bedeutung als einst das Blut des Bundes, den Moses schloss [Ex 24,8]. (Euth., Rab.) In dem Kelche war also das wahre Blut Jesu Christi. Denn wenn das A. T. der Schatten des Neuen ist, wie könnte dem vorbedeutenden Blute der Tiere, welches doch wahres Blut war, in vollkommeneren Neuen Bunde nur Wein gegenüber gestellt werden? Dieser neue Bund ist verheißen worden [Jer 31,31, Ez 16,60, Offb 2,19 u. a.]. Das Blut Christi erwirbt als Blut des Neuen Testamentes eine Erbschaft, die nach dem Kreuzestode Christi unser eigen wird. -Matthäus Mt 47 26 28 50 Das Blut Christi am Kreuze und auf dem Altare hat also gleiche Würde und Wirkung, obgleich die Art, wie durch das Messopfer die Sünden nachgelassen werden, eine andere ist als beim Kreuzopfer. Schön spricht über das heil. Mahl der heil. Kirchenrat von Trient (Sitz. 13. Kap. 2): Unser Heiland setzte dieses Sakrament ein, in das er gleichsam die ganze Fülle seiner Liebe zu den Menschen und den Reichtum seiner Wunderkraft ausgoss. Bei der Empfangung desselben hieß er uns sein Andenken feiern, und seinen Tod verkünden, bis er kommen würde, die Welt zu richten. Er hieß uns dieses Sakrament empfangen als geistliche Speise der Seele, durch welche diejenigen genähret und gekräftiget werden, die das Leben dessen leben, der sprach: Wer mich isset, wird leben um meinetwillen. Er hieß es uns empfangen als eine Quelle des Heils zur Abwaschung der täglichen Schuld und zur Bewahrung vor der Todsünde. Auch sollte es uns sein ein Unterpfand der künftigen Herrlichkeit und ewigen Seligkeit, ein Band der Einheit jenes Leibes (der Kirche), dessen Haupt er ist, und mit dem wir durch das engste Band des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe zu ihm und zueinander vereint sein sollen. -Matthäus Mt 47 26 29 Dico autem vobis: non bibam amodo de hoc genimine vitis usque in diem illum, cum illud bibam vobiscum novum in regno Patris mei. Ich sage euch aber: Ich werde von nun an nicht mehr⁵¹ trinken von diesem Gewächse des Weinstocks,⁵² bis zu jenem Tage, da ich es erneuert mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.⁵³ -Matthäus Mt 47 26 29 51 Hier auf Erden. -Matthäus Mt 47 26 29 52 Dies ist nicht der eucharistische Kelch, denn im Himmel, im Reiche des Vaters, wird der Heiland weder im eigentlichen, noch im uneigentlichen Sinne sein Blut trinken. Der Herr spricht hier im bildlichen Sinne von dem Genusse der Seligkeit, von jenem Weine, von dem [Ps 35,9] die Rede ist. -Matthäus Mt 47 26 29 53 Der Heiland deutet an, dass die Zeit seines Heimganges zum Vater da ist, wie er [Lk 22,16] zuvor vom Pascha gesprochen. Doch er fügt den Abschieds- ein Trostwort bei. Oft schon hat er vom Himmel als einem Freudenmahle gesprochen, z. B. [Mt 22,2, Lk 12,37], auch am heutigen Abende. [Lk 22,30]. So verheißt er seinen Aposteln denn auch hier, dass sie stets seine Freunde bleiben und immerdar seine Freundschaft genießen werden, freilich nicht wie auf Erden, sondern auf neue Weise. Die heilige Schrift deutet an, dass der Heiland seinen heiligsten Leib und sein heiligstes Blut selbst nicht nahm. Denn aus diesem Sakramente wird das Leben geschöpft, durch dasselbe bleiben die Genießenden mit Christus vereint. Christus aber, der selbst das Leben ist, kann es nicht aus dem Sakramente schöpfen, noch sich durch dasselbe mit sich selbst vereinigen. Ob Judas die heil. Eucharistie empfing? Siehe [Joh 13,30]. Ging die Fußwaschung der Einsetzung des heil. Altarssakramentes und des heil. Opfers voraus, wie die meisten Ausleger annehmen, so war Judas bereits fortgegangen. Zudem wird Christus, wenn er nachdrücklich befiehlt: Trinket alle daraus, nicht Judas in den Befehl eingeschlossen haben. (Tat., Ephr., Apost. Konst., Hil., Cyr., Aller.). Die [Lk 22,21] berichteten Worte sind nicht der Zeitfolge nach eingereiht, so wenig wie der Streit der Jünger und [Mt 21 V. 37. 38]. Indes auch die Ansicht, dass Judas die heil. Kommunion empfangen hat, hat viele gewichtige Vertreter. -Matthäus Mt 47 26 30 Et hymno dicto, exierunt in montem Oliveti. Und nachdem sie den Lobgesang⁵⁴ gesprochen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg. -Matthäus Mt 47 26 30 54 Vielleicht [Ps 135], mit dem die Paschafeier beschlossen wurde. -Matthäus Mt 47 26 31 Tunc dicit illis Jesus: Omnes vos scandalum patiemini in me, in ista nocte. Scriptum est enim: Percutiam pastorem, et dispergentur oves gregis. Da sprach Jesus zu ihnen:⁵⁵ In dieser Nacht werdet ihr alle an mir Anstoß nehmen,⁵⁶ denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.⁵⁷ [Mk 14,27, Joh 16,32] -Matthäus Mt 47 26 31 55 Petrus wurde wenigstens zwei Mal, nach Aug. und Pasch. Drei Mal, gewarnt. -Matthäus Mt 47 26 31 56 Meine Demütigungen werden euren Glauben in's Schwanken bringen und euch in Furcht setzen. Der Heiland sagt dies vorher, damit sie, wenn es geschehen, nicht verzweifeln, sondern Buße tun (Hier.). Die zukünftigen Lehrer der Kirche lernen Demut und Geduld, und andere schöpfen aus ihrem Beispiel Mut zur Umkehr (Pasch.). -Matthäus Mt 47 26 31 57 [Sach 13,7]. Der Evangelist wendet die allgemeine Prophezeiung auf einen Teil der Herde, die Apostel, an. Die Jünger des Herrn konnten nicht verstehen, wie der, welcher Tote auferweckt und so viele andere und große Wunder getan, einem so schmachvollen Tode überliefert werden soll. -Matthäus Mt 47 26 32 Postquam autem resurrexero, præcedam vos in Galilæam. Nachdem ich aber auferstanden sein werde,⁵⁸ werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.⁵⁹ [Mk 14,28, Mk 16,7] -Matthäus Mt 47 26 32 58 Der Heiland mildert die Trauer. -Matthäus Mt 47 26 32 59 Die Erwähnung des Vaterlandes und das Versprechen der Wiederkehr tröstet die Betrübten und beseitigt die Furcht vor den Juden (Cyr., Thom.). Der Heiland gestattet ihnen, sofort Judäa zu verlassen, indes bleiben die Jünger auch nach der Auferstehung des Herrn aus Liebe zu ihm noch in Jerusalem, weshalb der Herr sich ihnen auch hier offenbart. -Matthäus Mt 47 26 33 Respondens autem Petrus, ait illi: Et si omnes scandalizati fuerint in te, ego nunquam scandalizabor. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Und wenn alle an dir Anstoß nehmen, ich werde niemals Anstoß nehmen.⁶⁰ -Matthäus Mt 47 26 33 60 Seine glühende Liebe und sein fester Glaube scheinen ihm unerschütterlich. Dennoch fehlt er in drei Stücken: Er widerspricht dem Herrn, er zieht sich anderen vor, er vertraut zu sehr auf sich selbst (Chrys., Pasch., Thom.). -Matthäus Mt 47 26 34 Ait illi Jesus: Amen dico tibi, quia in hac nocte antequam gallus cantet ter me negabis. Jesus aber sagte zu ihm: Wahrlich,⁶¹ ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen! [Mk 14,30, Joh 13,38] -Matthäus Mt 47 26 34 61 Christus redet überaus feierlich. Ehe der Hahn zum zweiten Mal kräht, ehe die Hahnenstunde kommt, welche dem Ende der Mitternacht folgt, wirst du drei Mal leugnen, mich zu kennen. [Lk 22,34] -Matthäus Mt 47 26 35 Ait illi Petrus: Etiamsi oportuerit me mori tecum, non te negabo, Similiter et omnes discipuli dixerunt. Da sprach Petrus zu ihm: Wenn ich auch mit dir sterben müsste, werde ich dich doch nicht verleugnen.⁶² In gleicher Weise sprachen auch alle Jünger.⁶³ [Mk 14,31, Lk 22,33] -Matthäus Mt 47 26 35 62 Vielleicht fasst der heil. Petrus die Worte Christi nicht als eine bestimmte Vorhersagung, sondern als Besorgnis auf. Je nachdrücklicher Christus indes seinen Fall voraussagt, desto eifriger beteuert Petrus seine Festigkeit (Euth.) Dass Petrus aus seinem Falle lernte, zeigte [Joh 21,15-17]. -Matthäus Mt 47 26 35 63 Alle urteilen nach der Stimmung des Augenblickes. Vielleicht fassen sie auch die Worte des Herrn als Prüfung auf, nicht als Voraussagung. -Matthäus Mt 47 26 36 Tunc venit Jesus cum illis in villam, quæ dicitur Gethsemani, et dixit discipulis suis: Sedete hic donec vadam illuc, et orem. Da kam Jesus mit ihnen in einen Meierhof, Gethsemani genannt,⁶⁴ und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. [Mk 14,32, Lk 22,40, Joh 18,1-27] -Matthäus Mt 47 26 36 64 Ölpresse. Dorthin begab sich der Heiland oftmals, vielleicht war der Besitzer ein Jünger Jesu. Gethsemani lag am Fuße des Ölberges; noch jetzt stehen dort acht alte Bäume, wohl einst Zeugen der Todesangst des Herrn. -Matthäus Mt 47 26 37 Et assumpto Petro, et duobus filiis Zebedæi, cpit contristari et mstus esse. Und er nahm⁶⁵ den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus⁶⁶ mit sich, und fing an, sich zu betrüben und zu bangen.⁶⁷ -Matthäus Mt 47 26 37 65 Nicht alle sollen Zeugen der Todesangst sein, sondern nur diejenigen, welche Zeugen seiner Verklärung und der Auferweckung der Tochter des Jairus gewesen sind; können diese jetzt doch nicht so leicht an seiner Gottheit zweifeln wie jene. (Orig., Pasch.) -Matthäus Mt 47 26 37 66 Johannes und Jakobus. -Matthäus Mt 47 26 37 67 Als er es wollte und weil er wollte. -Matthäus Mt 47 26 38 Tunc ait illis: Tristis est anima mea usque ad mortem: sustinete hic, et vigilate mecum. Da sprach er zu ihnen:⁶⁸ Meine Seele ist betrübt bis in den Tod;⁶⁹ bleibet hier und wachet mit mir!⁷⁰ -Matthäus Mt 47 26 38 68 Was äußerlich erscheint, erklärt der Heiland seinen Jüngern auch selbst. -Matthäus Mt 47 26 38 69 Meine Betrübnis ist so groß, dass sie allein zureichte, mich zum Sterben zu bringen. Vergl. [Ps 68,4.9]. Anders Orig., Hier.: Die Trauer wird meine Seele bis zum Augenblicke des Todes erfüllen. -Matthäus Mt 47 26 38 70 Wie zeigt sich hier klar, dass der Heiland wahrhaft Mensch ist! Wer in Angst und Schrecken ist, richtet Auge und Herz auf andere, dass sie mit ihm die Last tragen. Indes das Wachen verlangt der Heiland nicht für sich, sondern für sie selbst ist dasselbe notwendig. Wie der Heiland bald seinen heiligsten Leib alles leiden lässt, was er nur leiden kann, so hier seine Seele (Thom.). Woher die Betrübnis und Angst? Aus dem Leiden, dass Christus vor sich sieht; aus der Menge und Schwere der Sünden, deren Gewicht niemand besser fühlt als er; endlich aus der Voraussicht, dass sein Opfer für viele fruchtlos sein werde. Welchen vollkommenen Gehorsam zeigt der Heiland gegen den himmlischen Vater, welch unendliche Liebe gegen uns, da er dies alles auf sich nimmt! Welch Trost für uns, dass Christus auf dem Leidenswege uns vorangeht, uns leiden lehrt und dem Tode seinen Schrecken nimmt (Aug.). -Matthäus Mt 47 26 39 Et progressus pusillum, procidit in faciem suam, orans, et dicens: Pater mi, si possibile est, transeat a me calix iste: verumtamen non sicut ego volo, sed sicut tu. Und nachdem er ein wenig vorwärts gegangen war, fiel er auf sein Angesicht, betete, und sprach:⁷¹ Mein Vater!⁷² wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch⁷³ an mir vorüber; jedoch nicht wie ich will, sondern wie du.⁷⁴ -Matthäus Mt 47 26 39 71 Wie unendlich ist das Meer der Betrübnis, welche die Seele des Herrn erfüllt! Noch niemals hat der Heiland so gebetet. -Matthäus Mt 47 26 39 72 Ein zärtliches Wort, geeignet, Erhörung der Bitte zu Erlangen (Hier.). -Matthäus Mt 47 26 39 73 Das Leiden. Siehe [Mt 21,22]. Der Herr kennt zwar den Ratschluss des Vaters und hat sich selbst dargeboten, ihn zu erfüllen, ja hat diese Stunde herbeigesehnt, aber er lässt jetzt den äußersten Widerwillen in seiner Seele entstehen, um das Leiden heldenmütiger und verdienstlicher zu machen. -Matthäus Mt 47 26 39 74 Er weiß, dass er allezeit erhört wird. (V. 53) -Matthäus Mt 47 26 40 Et venit ad discipulos suos, et invenit eos dormientes, et dicit Petro: Sic non potuistis una hora vigilare mecum? Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend,⁷⁵ und sprach zu Petrus:⁷⁶ So vermochtet ihr nicht eine Stunde⁷⁷ mit mir zu wachen? -Matthäus Mt 47 26 40 75 Petrus und Johannes waren durch die Vorbereitungen auf das Paschamahl müde, alle drei Jünger aber traurig. So setzten sie der Versuchung zum Schlafe keinen großen Widerstand entgegen. -Matthäus Mt 47 26 40 76 Ihn spricht er namentlich an, weil Petrus sich (V. 35) besonders seiner Standhaftigkeit und Treue gerühmt. Die Jünger bieten ihm keinen Trost. -Matthäus Mt 47 26 40 77 Eine kurze Zeit. Vergl. [Offb 17,12, Offb 18,10.17.19]. -Matthäus Mt 47 26 41 Vigilate, et orate ut non intretis in tentationem. Spiritus quidem promptus est, caro autem infirma. Wachet und betet,⁷⁸ damit ihr nicht in Versuchung geratet!⁷⁹ Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber ist schwach.⁸⁰ -Matthäus Mt 47 26 41 78 Diese Aufforderung gilt hier von der leiblichen Wachsamkeit, indes wird hieraus mit Recht die Notwendigkeit geistlicher Wachsamkeit für alle Gläubigen hergeleitet. Zu der Wachsamkeit muss der Gebetseifer und die durch das Gebet erlangte Gnade Gottes kommen. -Matthäus Mt 47 26 41 79 Dass ihr nicht versucht werdet. Wie [Mt 6,13] (Orig., Thom.). -Matthäus Mt 47 26 41 80 Die Jünger haben die Bereitschaft des Geistes kundgegeben, aber die Natur flieht vor Verfolgung und Leiden und ist sich selbst überlassen zu schwach, sie heilsam zu ertragen. Damit also nicht Geist und Wille von dieser Schwäche ergriffen werden, ist das Gebet von Nöten, das Gottes Hilfe erlangt. So groß auch unser Vertrauen auf unseren Eifer ist, stets müssen wir die Gebrechlichkeit des Fleisches fürchten (Hieron.). -Matthäus Mt 47 26 42 Iterum secundo abiit, et oravit, dicens: Pater mi, si non potest hic calix transire nisi bibam illum, fiat voluntas tua. Wiederum ging er zum zweiten Male hinweg, betete, und sprach:⁸¹ Mein Vater! wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke,⁸² so geschehe dein Wille. -Matthäus Mt 47 26 42 81 Der Heiland lehrt uns, dass man in der Trübsal noch inständiger und anhaltender beten muss. -Matthäus Mt 47 26 42 82 Ganz, bis zur Hefe, mit allen seinen Schrecken und der geringen Frucht für die Juden und für so viele andere. -Matthäus Mt 47 26 43 Et venit iterum, et invenit eos dormientes: erant enim oculi eorum gravati. Und er kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren schwer geworden.⁸³ -Matthäus Mt 47 26 43 83 Der Heiland fühlt Mitleid mit ihnen und tadelt sie nicht. -Matthäus Mt 47 26 44 Et relictis illis, iterum abiit, et oravit tertio, eumdem sermonem dicens. Da verließ er sie,⁸⁴ ging wieder hinweg, und betete zum dritten Male, indem er die nämlichen Worte sprach.⁸⁵ -Matthäus Mt 47 26 44 84 Ohne Trost gefunden zu haben. Vergl. [Jes 63,5, Ps 68,21]. -Matthäus Mt 47 26 44 85 Der Heiland lehrt die Beharrlichkeit im Gebete, die allein Hilfe erlangt. Dreimal betet der Heiland, weil drei die Zahl der Vollkommenheit ist. Stets ist Trost der Lohn des gottergebenen Gebetes. -Matthäus Mt 47 26 45 Tunc venit ad discipulos suos, et dicit illis: Dormite jam, et requiescite: ecce appropinquavit hora, et Filius hominis tradetur in manus peccatorum. Dann kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Schlafet nunmehr und ruhet!⁸⁶ Sehet, die Stunde ist herbeigekommen, da der Menschensohn in die Hände der Sünder⁸⁷ überliefert wird. -Matthäus Mt 47 26 45 86 Bei [Mk 14,41] wird beigefügt: Es ist genug. Der Herr ließ also seine Jünger noch etwas schlafen und Kräfte sammeln, bis er den Verräter nahen sah (Aug., Bed., Pasch.). -Matthäus Mt 47 26 45 87 Der Hohenpriester und Pharisäer, der Führer des auserwählten Volkes, die im Begriffe sind, das größte Verbrechen zu begehen, den verheißenen Messias zu töten. -Matthäus Mt 47 26 46 Surgite eamus: ecce appropinquavit qui me tradet. Stehet auf, lasset uns gehen! Sehet, er ist genaht, der mich verraten wird!⁸⁸ -Matthäus Mt 47 26 46 88 Welche Stärke offenbart sich in diesen Worten des Herrn! -Matthäus Mt 47 26 47 Adhuc eo loquente, ecce Judas unus de duodecim venit, et cum eo turba multa cum gladiis, et fustibus, missi a principibus sacerdotum, et senioribus populi. Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm ein großer Haufe⁸⁹ mit Schwertern und Knütteln, gesendet von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. -Matthäus Mt 47 26 47 89 Wohl auch römische Soldaten, welche sich die Feinde Jesu erbeten haben. Mitglieder des hohen Rates fehlen nicht, wie [Lk 22,52] zeigt und die Worte Christi V. 55 andeuten. Noch fürchten sie das Volk. Auch Laternen sind mitgebracht, wenn der Mond vielleicht von Wolken bedeckt sein sollte. Der Verräter will es mit beiden Parteien halten, deshalb hat er mit den Feinden Jesu ein Zeichen verabredet, das seinen Verrat zu verbergen geeignet ist, die gewöhnliche Begrüßung, einen Kuss, als ob er von der Ausführung eines Auftrages zurückkehrte. -Matthäus Mt 47 26 48 Qui autem tradidit eum, dedit illis signum, dicens: Quemcumque osculatus fuero, ipse est, tenete eum. Der aber, welcher ihn verriet, gab ihnen ein Zeichen,⁹⁰ und sagte: Den ich küssen werde, der ist es, ergreifet ihn! -Matthäus Mt 47 26 48 90 Die Soldaten kannten den Herrn wohl nicht von Angesicht, zudem war es dunkel und deshalb allen ein Zeichen erwünscht. -Matthäus Mt 47 26 49 Et confestim accedens ad Jesum, dixit: Ave Rabbi. Et osculatus est eum. Und alsogleich trat er zu Jesus hinzu und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi!⁹¹ Und er küsste ihn.⁹² -Matthäus Mt 47 26 49 91 Der gewöhnliche Gruß bei den Juden war: Friede sei mit dir. Ähnlich wie Judas handelte einst Joab [2Kön 20,9.10]. -Matthäus Mt 47 26 49 92 Nach dem Griech.: lang und viel. Meister und Jünger küssten sich bei den Juden häufig. Mit dem Unterpfande der Liebe schlägt Judas Wunden und vergießt Blut mit dem Zeichen der Freundschaft, mit dem Zeichen des Friedens bringt er den Tod. Der Knecht verrät seinen Herrn, der Jünger den Meister, der unter vielen Auserwählte seinen Schöpfer. (Ambr.). -Matthäus Mt 47 26 50 Dixitque illi Jesus: Amice, ad quid venisti? Tunc accesserunt, et manus injecerunt in Jesum, et tenuerunt eum. Jesus aber sprach zu ihm: Freund!⁹³ wozu bist du gekommen? Da traten sie hinzu, und legten Hand an Jesus, und ergriffen ihn.⁹⁴ -Matthäus Mt 47 26 50 93 Siehe [Mt 22,Anm.14]. Der Heiland empfängt ihn mit Güte, hält ihm aber sein Verbrechen vor. -Matthäus Mt 47 26 50 94 Der Evangelist übergeht hier der Kürze halber, was [Lk 22,48], und [Joh 18,4-9] berichtet wird. -Matthäus Mt 47 26 51 Et ecce unus ex his, qui erant cum Jesu, extendens manum, exemit gladium suum, et percutiens servum principis sacerdotum amputavit auriculam ejus. Und siehe, einer⁹⁵ von denen, welche mit Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert, und schlug den Knecht des Hohenpriesters, und hieb ihm ein Ohr ab. -Matthäus Mt 47 26 51 95 Der heil. Matthäus nennt den Namen nicht, es ist der heil. Petrus. -Matthäus Mt 47 26 52 Tunc ait illi Jesus: Converte gladium tuum in locum suum; omnes enim, qui acceperint gladium, gladio peribunt. Da sprach Jesus zu ihm:⁹⁶ Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. [Gen 9,6, Offb 13,10] -Matthäus Mt 47 26 52 96 Der Heiland hat drei Gründe, sich nicht selbst zu verteidigen: V. 52, 53, 54. -Matthäus Mt 47 26 53 An putas, quia non possum rogare Patrem meum, et exhibebit mihi modo plus quam duodecim legiones Angelorum? Oder meinst du, ich kann meinen Vater nicht bitten, und er wird mir sogleich mehr als zwölf⁹⁷ Legionen Engel zu Gebote stellen? -Matthäus Mt 47 26 53 97 Jesus wählt die Zahl 12 wegen der zwölf Apostel. Eine Legion hatte 6000 Mann. Was ein Engel vermag, siehe [2Kön 19,35]. -Matthäus Mt 47 26 54 Quomodo ergo implebuntur Scripturæ, quia sic oportet fieri? Wie wird dann aber die Schrift erfüllet werden, dass es so geschehen muss? -Matthäus Mt 47 26 55 In illa hora dixit Jesus turbis: Tamquam ad latronem existis cum gladiis, et fustibus comprehendere me: quotidie apud vos sedebam docens in templo, et non me tenuistis. In jener Stunde sprach Jesus zu den Scharen:⁹⁸ Gleich wie auf einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knütteln, mich gefangen zu nehmen. Täglich saß ich bei euch, und lehrte im Tempel, und ihr ergriffet mich nicht. -Matthäus Mt 47 26 55 98 Der Heiland wendet sich an die gegenwärtigen Pharisäer und Priester. Wie töricht, den mit Stangen und Schwertern und durch den Verräter zu suchen, der sich selbst in euere Hände gibt und täglich im Tempel gelehrt hat (Hier.). Wie majestätisch ist die Ruhe des Heilandes! -Matthäus Mt 47 26 56 Hoc autem totum factum est, ut adimplerentur Scripturæ prophetarum. Tunc discipuli omnes, relicto eo, fugerunt. Dies alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden.⁹⁹ Da verließen ihn alle Jünger und entflohen.¹⁰⁰ -Matthäus Mt 47 26 56 99 Der Tod des Messias wird vorausgesagt [Ps 21, Jes 53, Sach 12,10, Sach 13,7]. -Matthäus Mt 47 26 56 100 An sich stand ihnen dies frei, besonders nach dem Worte des Heilandes: Lasset diese gehen. Von jeder Schuld des Ärgernisses entschuldigt die Apostel ihre Bestürzung. -Matthäus Mt 47 26 57 At illi tenentes Jesum, duxerunt ad Caipham principem sacerdotum, ubi Scribæ et seniores convenerant. Jene aber, welche Jesus ergriffen hatten, führten ihn zu Kaiphas,¹⁰¹ dem Hohenpriester, wo sich die Schriftgelehrten und Ältesten versammelt hatten. [Lk 22,54] -Matthäus Mt 47 26 57 101 Derselbe, der gesagt hat, es sei besser, dass ein Mensch sterbe [Joh 11,50, Joh 18,14]. Der Heiland wird zu einem Richter geführt, bei dem alles bereits entschieden ist und der Ankläger und Richter zugleich ist. Das Gleiche gilt von den Schriftgelehrten und Ältesten. -Matthäus Mt 47 26 58 Petrus autem sequebatur eum a longe, usque in atrium principis sacerdotum. Et ingressus intro, sedebat cum ministris, ut videret finem. Petrus aber folgte ihm von ferne bis zu dem Hofe des Hohenpriesters.¹⁰² Und in das Innere eingetreten, setzte er sich zu den Dienern, um den Ausgang zu sehen. -Matthäus Mt 47 26 58 102 Zuerst war Petrus geflohen, dann dachte er an sein Versprechen, und von seiner Liebe zum Heilande getrieben, kommt er, zu sehen, welchen Ausgang die Sache nehmen werde. -Matthäus Mt 47 26 59 Principes autem sacerdotum, et omne concilium quærebant falsum testimonium contra Jesum, ut eum morti traderent: Die Hohenpriester aber und der gesamte Rat¹⁰³ suchten falsches Zeugnis wider Jesus,¹⁰⁴ damit sie ihn in den Tod brächten; -Matthäus Mt 47 26 59 103 So viele zusammengekommen waren. Joseph von Arimathäa und vielleicht auch andere waren nicht zugegen. S. [Lk 23,51]. -Matthäus Mt 47 26 59 104 Bewussterweise. Sie wussten, dass mit der Wahrheit nichts gegen den Heiland auszurichten war (Orig.). Kein Zeuge ist da für den Angeklagten, weil Jesus so plötzlich gefangen genommen ist, dass seine Freunde noch keine Kunde davon haben. Wären sie übrigens von solchen Richtern angehört worden? -Matthäus Mt 47 26 60 Et non invenerunt, cum multi falsi testes accessissent. Novissime autem venerunt duo falsi testes, doch sie fanden keines, obwohl viele falsche Zeugen aufgetreten waren.¹⁰⁵ Zuletzt aber kamen zwei falsche Zeugen, -Matthäus Mt 47 26 60 105 In wie hellem Lichte strahlt die Heiligkeit und Unschuld Christi! -Matthäus Mt 47 26 61 Et dixerunt: Hic dixit: Possum destruere templum Dei, et post triduum reædificare illud. und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen, und nach drei Tagen ihn wieder aufbauen.¹⁰⁶ [Joh 2,19] -Matthäus Mt 47 26 61 106 Die Worte werden unrichtig und unvollständig wiedergegeben. Wurden sie aber auch von dem Tempel verstanden, so waren dieselben noch kein Grund, der den römischen Prokurator zu einem Todesurteil veranlassen konnte. -Matthäus Mt 47 26 62 Et surgens princeps sacerdotum, ait illi: Nihil respondes ad ea, quæ isti adversum te testificantur? Da stand der Hohepriester auf, und sprach zu ihm: Du antwortest nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?¹⁰⁷ -Matthäus Mt 47 26 62 107 Das Zeugnis war nicht geeignet oder nicht ausreichend. Gottes Vorsehung will, dass es ganz offenbar ist, dass Christus sich als den Sohn Gottes bekannt hat und deshalb von seinem Volke zum Tode verurteilt ist. -Matthäus Mt 47 26 63 Jesus autem tacebat. Et princeps sacerdotum ait illi: Adjuro te per Deum vivum, ut dicas nobis si tu es Christus filius Dei. Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre¹⁰⁸ dich bei Gott, dem Lebendigen, dass du uns sagest,¹⁰⁹ ob du Christus, der Sohn Gottes,¹¹⁰ bist! -Matthäus Mt 47 26 63 108 Ich lege dir einen Eid auf. -Matthäus Mt 47 26 63 109 Eidlich. -Matthäus Mt 47 26 63 110 Gott gleich, wie der Heiland oft gesagt (Euth.) und wie die Antwort des Herrn zeigt. -Matthäus Mt 47 26 64 Dicit illi Jesus: Tu dixisti: verumtamen dico vobis, amodo videbitis filium hominis sedentem a dextris virtutis Dei, et venientem in nubibus cli. Jesus sprach zu ihm: Du hast es gesagt!¹¹¹ Ich sage euch aber: Von nun an werdet¹¹² ihr den Menschensohn¹¹³ sehen, sitzend zur Rechten der Kraft Gottes,¹¹⁴ und kommend auf den Wolken des Himmels.¹¹⁵ [Mt 16,27, Röm 14,10, 1Thess 4,15] -Matthäus Mt 47 26 64 111 Ich bin der, den du nennst. Vergl. V. 25. Der Heiland will die Amtsgewalt des Hohenpriesters ehren und den Juden jede Entschuldigung ihres Unglaubens nehmen. Gleichzeitig fügt er, der sich schon durch so viele Wunder als von Gott gesendet erwiesen, einen Beweisgrund hinzu, der in ganz kurzer Zeit die Wahrheit seiner Worte bestätigen wird. -Matthäus Mt 47 26 64 112 Bald, in ganz kurzem werdet ihr es erfahren durch meine Auferstehung, die Predigt der Apostel, die Ausbreitung der Kirche und die Zerstörung des Tempels. -Matthäus Mt 47 26 64 113 Siehe [Mt 8,Anm.28]. -Matthäus Mt 47 26 64 114 [Ps 109, Dan 7,13]. Nach jüdischem Sprachgebrauch bedeutet dies, mit Gott herrschen, seine Allmacht teilen. -Matthäus Mt 47 26 64 115 Im letzten Gerichte. -Matthäus Mt 47 26 65 Tunc princeps sacerdotum scidit vestimenta sua, dicens: Blasphemavit: quid adhuc egemus testibus? ecce nunc audistis blasphemiam: Da zerriss der Hohepriester seine Kleider,¹¹⁶ und sprach: Er hat Gott gelästert! Was haben wir noch Zeugen nötig?¹¹⁷ Siehe, nun habt ihr die Gotteslästerung gehört.¹¹⁸ -Matthäus Mt 47 26 65 116 Auf diese Weise pflegte man große Trauer zu erkennen zu geben. So trauerte Jakob über Josephs vermeintlichen Tod [Gen 37,34], Thamar [2Sam 13,19], die Gesandten des Ezechias [2Kön 18,37], Ezechias selbst [2Kön 19,1], der Hohenpriester Jonathas [1Makk 11,71]. Die Zerreißung wurde stehend, etwa auf eine Handbreite weit, von oben an allen Kleidern außer Hemd und Mantel vorgenommen. -Matthäus Mt 47 26 65 117 So offenbart er froh aufjubelnd seine ganze Heuchelei bei der Gerichtsverhandlung. -Matthäus Mt 47 26 65 118 Eine Gotteslästerung [Lev 24,15], sowie die Anmaßung der Prophetenwürde [Dtn 18,20] war mit dem Tode zu strafen. Kaiphas hat bereits durch sein Verhalten den übrigen den Weg gewiesen. Übrigens durfte nach jüdischem Rechte kein Angeklagter einzig auf seine eigene Aussage hin zum Tode verurteilt werden. -Matthäus Mt 47 26 66 Quid vobis videtur? At illi respondentes dixerunt: Reus est mortis. Was dünket euch? Sie aber antworteten, und sprachen: Er ist des Todes schuldig! -Matthäus Mt 47 26 67 Tunc exspuerunt in faciem ejus, et colaphis eum ceciderunt, alii autem palmas in faciem ejus dederunt, Dann spieen sie in sein Angesicht,¹¹⁹ und schlugen ihn mit Fäusten, andere aber gaben ihm Backenstreiche, [Jes 50,6, Mk 14,65] -Matthäus Mt 47 26 67 119 Ein Zeichen der höchsten Verachtung. Vergl. [Num 12,14, Dtn 25,9]. -Matthäus Mt 47 26 68 Dicentes: Prophetiza nobis Christe, quis est qui te percussit? und sprachen: Weissage uns, Christus! wer ist's, der dich geschlagen hat?¹²⁰ -Matthäus Mt 47 26 68 120 Nach [Mk 14,65] verhüllten sie ihm das Haupt. Die Knechte und die Mitglieder des Hohen Rates wollen ihren Abscheu vor der Gotteslästerung heuchlerisch zu erkennen geben. Es wird erfüllt, was [Jes 50,6] gesagt (Chrys., Hier.). Christus leistet für uns Genugtuung. -Matthäus Mt 47 26 69 Petrus vero sedebat foris in atrio: et accessit ad eum una ancilla, dicens: Et tu cum Jesu Galilæo eras. Petrus¹²¹ aber saß draußen in dem Hofe;¹²² und eine Magd¹²³ trat zu ihm hin,¹²⁴ und sprach: Du warest auch bei Jesus, dem Galiläer! [Lk 22,56, Joh 18,17] -Matthäus Mt 47 26 69 121 Der heil. Evangelist kehrt zu Petrus zurück, von dem er V. 58 zu berichten begonnen. -Matthäus Mt 47 26 69 122 Nicht da, wo Jesus vor den Richtern stand. -Matthäus Mt 47 26 69 123 Sie hatte ihn mit dem heil. Johannes eintreten sehen, zudem machte ihn wohl seine Haltung verdächtig. -Matthäus Mt 47 26 69 124 Er war bei den Dienern am Feuer. -Matthäus Mt 47 26 70 At ille negavit coram omnibus, dicens: Nescio quid dicis. Doch er leugnete vor allen, und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst.¹²⁵ -Matthäus Mt 47 26 70 125 Ich bin so wenig der, für den du mich hältst, dass ich nicht einmal verstehe, was du sagst. Wie es im Eifer der Verteidigung zu geschehen pflegt, wiederholt der heil. Petrus dasselbe in verschiedener Weise, siehe [Lk 22,57] und [Mk 14,68]. Die festeste Säule wankt bei einem Windhauche, wo ist jetzt das Selbstvertrauen und das Versprechen für den Heiland zu sterben? (Aug.) -Matthäus Mt 47 26 71 Exeunte autem illo januam, vidit eum alia ancilla, et ait his, qui erant ibi: Et hic erat cum Jesu Nazareno. Als er aber durch den Torweg¹²⁶ hinausging, sah ihn eine andere Magd, und sprach zu denen, die dort waren: Auch dieser war bei Jesus, dem Nazarener! -Matthäus Mt 47 26 71 126 In die Vorhalle, durch das zur Vorhalle führende Tor. -Matthäus Mt 47 26 72 Et iterum negavit cum juramento: Quia non novi hominem. Doch er leugnete abermals mit einem Eidschwure: Ich kenne den Menschen nicht!¹²⁷ -Matthäus Mt 47 26 72 127 Ich bin so wenig sein Jünger, dass ich ihn nicht einmal kenne. Er nennt den gefangenen Heiland geringschätzig den Menschen und versucht mit einem Eide sich Glauben zu verschaffen. -Matthäus Mt 47 26 73 Et post pusillum accesserunt qui stabant, et dixerunt Petro: Vere et tu ex illis es: nam et loquela tua manifestum te facit. Und nach einer kleinen Weile traten die Umstehenden hinzu, und sagten zu Petrus: Wahrlich, auch du bist einer von ihnen; denn auch deine Sprache macht dich kenntlich!¹²⁸ -Matthäus Mt 47 26 73 128 Petrus will nicht fortgehen, um nicht Verdacht zu erwecken, und zugleich ist er begierig zu erfahren, was mit seinem Meister geschehen wird. Deshalb geht er unruhig hin und her und spricht mit den Dienern, sich dessen noch nicht bewusst, was er getan. Wieder erkennt ihn jemand und wiederum wird er von anderen gefragt, ob es wahr ist, was jener sagt. -Matthäus Mt 47 26 74 Tunc cpit detestari, et jurare quia non novisset hominem. Et continuo gallus cantavit. Da fing er an, Verwünschungen auszusprechen und zu schwören, dass er den Menschen nicht kenne.¹²⁹ Und alsbald krähte der Hahn. -Matthäus Mt 47 26 74 129 Wohl mehrmals wiederholend. Zuerst hat der heil. Petrus nur geleugnet, dann geschworen, endlich mit Verwünschungen und einem Meineide den Herrn verleugnet. Mit dem Verharren in der bösen Gelegenheit fällt er immer tiefer. -Matthäus Mt 47 26 75 Et recordatus est Petrus verbi Jesu, quod dixerat: Prius quam gallus cantet, ter me negabis. Et egressus foras, flevit amare. Da erinnerte sich Petrus des Wortes Jesu, wie er gesagt hatte: Ehe der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen.¹³⁰ Und er ging hinaus und weinte bitterlich. -Matthäus Mt 47 26 75 130 Da der Heiland ihn barmherzig anblickte. [Lk 22,60.61]. Jesus wurde also in diesem Augenblicke von den Dienern in die Vorhalle geführt, um auch hier verspottet [Lk 22,64.65] oder die Nacht hindurch gefangen gehalten zu werden. Wie wunderbar hat die göttliche Vorsehung alles geordnet! Wie oft hat auch uns der Heiland liebevoll angeblickt! (Hier.) Die Sünde des heiligen Petrus war eine schwere Verletzung der Pflicht, den Glauben zu bekennen (Hier.), nicht eine Versündigung gegen den Glauben selbst (Hil., Aug., Leo). Der Hirt der Kirche lernt mit den schwachen Schafen Mitleid fühlen, da er selbst gefallen (Greg.) und wird allen ein Beweis, dass niemand auf sich selbst vertrauen darf (Ambr., Leo), aber alle auf die Buße ihre Hoffnung gründen müssen (Leo). -Matthäus Mt 47 27 0 Der Blutacker. (V. 10) Jesus vor Pilatus. (V. 26) Jesus wird mit Dornen gekrönt. (V. 31) Der Heiland wird gekreuzigt und verhöhnt. (V. 44) Jesus gibt seinen Geist auf. (V. 56) Das Begräbnis des Herrn. -Matthäus Mt 47 27 1 Mane autem facto, consilium inierunt omnes principes sacerdotum, et seniores populi adversus Jesum, ut eum morti traderent. Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes Rat¹ wider Jesus, um ihn zu Tode zu bringen.² -Matthäus Mt 47 27 1 1 Eine zweite Sitzung. Siehe [Mk 15,1] -Matthäus Mt 47 27 1 2 Sie hatten nicht das Recht, selbst ein Todesurteil zu vollstrecken [Joh 18,31] und suchten also einen Grund, der Pilatus zur Verurteilung bestimmen musste. Der heil. Stephanus und der heil. Jakobus wurden zwar von Juden, aber in einem Tumulte getötet. -Matthäus Mt 47 27 2 Et vinctum adduxerunt eum, et tradiderunt Pontio Pilato præsidi. Und sie führten ihn gebunden hin³ und übergaben ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.⁴ [Mk 15,1ff, Lk 23,1ff, Joh 18,28ff] -Matthäus Mt 47 27 2 3 Vielleicht waren die Fesseln während des Verhöres abgenommen worden. -Matthäus Mt 47 27 2 4 So hatte der Heiland es vorausgesagt [Mt 20,18.19]. Pilatus war Prokurator von Judäa von 26 bis 36 n. Chr., ein harter und grausamer Mensch. Von den Juden vor Bitellius, dem Statthalter von Syrien, verklagt, musste er sich nach Rom zum Kaiser begeben, um sich zu rechtfertigen. In Ungnade gefallen, soll er sich selbst das Leben genommen haben. -Matthäus Mt 47 27 3 Tunc videns Judas, qui eum tradidit, quod damnatus esset; pnitentia ductus, retulit triginta argenteos principibus sacerdotum, et senioribus, Da Judas, der ihn verraten hatte, jetzt sah, dass er verurteilt war, ward er von Reue ergriffen, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück,⁵ -Matthäus Mt 47 27 3 5 Ob Judas Zeuge der Szenen im Hause des Kaiphas gewesen? Jedenfalls scheint seine Reue erst zu beginnen, nachdem er den Heiland an Pilatus ausgeliefert sieht. Jetzt möchte er alles ungeschehen machen und selbst das Geld ist ihm zur Last. Er will in den Tempel, zu den Mitgliedern des Hohen Rates, welche das Priesteramt versehen (Thom.). -Matthäus Mt 47 27 4 Dicens: Peccavi, tradens sanguinem justum. At illi dixerunt: Quid ad nos? tu videris. indem er sprach: Ich habe gesündigt, da ich unschuldiges Blut verraten habe. Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu!⁶ -Matthäus Mt 47 27 4 6 Was geht es uns an, wenn du gesündigt hast? Mit Härte und Hohn weisen sie das Werkzeug ihrer Bosheit ab, als ob sie selbst nichts Böses getan hätten (Pasch.). -Matthäus Mt 47 27 5 Et projectis argenteis in templo, recessit: et abiens laqueo se suspendit. Da⁷ warf er die Silberlinge in den Tempel hin,⁸ entfernte sich, ging hin, und erhängte sich mit einem Stricke.⁹ [Apg 1,18] -Matthäus Mt 47 27 5 7 Judas gerät in die höchste Wut und Verzweiflung. -Matthäus Mt 47 27 5 8 Wohl in einem der Vorhöfe. -Matthäus Mt 47 27 5 9 Vor der Verübung einer bösen Tat pflegt der Teufel zu verblenden, so dass ihre Bosheit gering erscheint, nach derselben aber ihre Bosheit als so ungeheuer darzustellen, als ob sie keine Vergebung finden könnte. Judas verzweifelt, wie Kain [Gen 4,13]. Wie er, tat einst Achitophel [2Sam 17,23]. Bekenntnis und Tod des Verräters sind neue Beweise für die Unschuld des Heilandes (Chrys.). Was nach dem Tode des Judas geschah, erzählt Petrus [Apg 1,18]. -Matthäus Mt 47 27 6 Principes autem sacerdotum, acceptis argenteis, dixerunt: Non licet eos mittere in corbonam: quia pretium sanguinis est. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu legen, da es Blutgeld ist.¹⁰ -Matthäus Mt 47 27 6 10 [Dtn 23,18] verbot, Sündenlohn in den Tempelschatz zu legen; die Priester betrachten also das Judas gegebene Geld als Sündenlohn und wagen nicht, das Tempelgeld mit demselben zu verunreinigen. Sie verschlucken Kamele und seihen Mücken (Hier., Pasch.). Was den Tempelschatz schändet, darf ihr Herz belasten, welche Heuchelei! (Leo) -Matthäus Mt 47 27 7 Consilio autem inito, emerunt ex illis agrum figuli, in sepulturam peregrinorum. Sie hielten also Rat, und kauften für dieselben den Acker des Töpfers zum Begräbnisse für die Fremden.¹¹ -Matthäus Mt 47 27 7 11 Bei dem großen Zusammenflusse von Pilgern starben viele. Der Acker hatte wohl einem Töpfer gehört, der von dort seinen Ton bezogen hatte. -Matthäus Mt 47 27 8 Propter hoc vocatus est ager ille, Haceldama, hoc est, ager sanguinis, usque in hodiernum diem. -Matthäus Mt 47 27 9 Tunc impletum est quod Dictum est per Jeremiam prophetam, dicentem: Et acceperunt triginta argenteos pretium appretiati, quem appretiaverunt a filiis Isral: Da ward erfüllt, was durch den Propheten Jeremias gesprochen worden, da er sagt:¹³ Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis des Geschätzten, welchen sie geschätzt hatten von seiten der Söhne Israels,¹⁴ [Sach 11,13] -Matthäus Mt 47 27 9 13 Der Evangelist vereinigt [Jer 32,6] und [Sach 11,12.13], nennt aber nur den Propheten Jeremias, der hauptsächlich von dem Kaufe des Ackers spricht. -Matthäus Mt 47 27 9 14 Die Kinder Israels hatten ihn geschätzt, diejenigen, welche das Geld gegeben, sind ihre Vertreter. Bei Zachar. 30 Silberlinge, der Preis für die Dienste, welche der Prophet als Hirt von dem Volke erhielt. Es war die Summe, die man für einen Sklaven zahlte. Der Prophet bringt die erlittene Unbill vor Gottes Richterstuhl als Vertreter Gottes, des Messias selbst, des wahren Hirten. Ebenso konnte Christus bei dem himmlischen Vater klagen. So ward die Prophezeiung erfüllt. -Matthäus Mt 47 27 10 Et dederunt eos in agrum figuli, sicut constituit mihi Dominus. und gaben sie hin für den Acker des Töpfers, wie der Herr mir aufgetragen hat.¹⁵ -Matthäus Mt 47 27 10 15 Ehe das Volk in die Verbannung geführt ward, musste Jeremias einen Acker kaufen. Dies bedeutete: Das Land wird von meinem Volke lange nicht mehr bebaut werden, da es in die Verbannung abgeführt wird. Doch will ich das Land nicht Fremden überlassen, sondern es bleibt, durch Kauf erworben, mein Eigentum, das ich bis zur Rückkehr meines Volkes bewahre. Der Zusammenhang zwischen der Prophezeiung und dem hier erzählten Ereignis ist: Bei Jeremias befahl Gott selbst, den Acker zu kaufen, hier ist zwar der Käufer ein anderer, nämlich der hohe Rat, doch ist auch mittelbar wieder Gott der Besitzer des Ackers, ist doch der Kaufpreis der gleiche, der bei dem Propheten von Gott gezahlt ward, so dass Gott der Besitzer des Kaufpreises oder das, was gleichwertig, des dafür gekauften Ackers ist. Wie bei Jeremias der Kauf der Zerstreuung des Volkes vorausgeht und sie vorbedeutet, so kündet auch dieser Kauf für 30 Silberlinge, durch den die Führer des Volkes ihr Verbrechen bekennen, eine zweite Zerstreuung an. Soweit der Kauf bei Jeremias eine Verheißung der Barmherzigkeit in sich schließt, ist hier der Sinn aus [Röm 11,25-31] zu entnehmen. Da endlich der Acker für einen Preis gekauft wird, zu dem Gott selbst abgeschätzt ist und da für diesen Preis das unschuldige Blut Christi dahingegeben ist, bedeutet der Acker auch noch etwas mehr: Die ganze Welt (Hil., Bed.). -Matthäus Mt 47 27 11 Jesus autem stetit ante præsidem, et interrogavit eum præses, dicens: Tu es Rex Judæorum? Dicit illi Jesus: Tu dicis. Jesus aber stand vor dem Landpfleger,¹⁶ und der Landpfleger fragte ihn, und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es!¹⁷ [Mk 15,2, Lk 23,3] -Matthäus Mt 47 27 11 16 Der Evangelist fährt fort, wo er V. 2 aufgehört. Die Juden klagen den Heiland an, dass er sich den Königstitel angemaßt habe; hatte er sich ja als Messias und damit als König erklärt. Sie klagen Jesus wegen einer Sache an, die sie am Messias gerade am meisten wünschen und wegen derer sie auch den Heiland anerkannt hätten, wäre er auf ihre Absichten eingegangen. Dies wusste Pilatus wohl, und darum ist ihm ihre Fürsorge für die Herrschaft der Römer verdächtig. Das vom hohen Rate gefällte Todesurteil galt bei Pilatus nichts, darum musste hier ein neues Prozessverfahren eingeleitet werden. -Matthäus Mt 47 27 11 17 Der Heiland sagt ihm aber zugleich, dass ein Reich ein geistiges ist, das dem römischen Kaiser nicht gefährlich wird. [Joh 18,34-38] -Matthäus Mt 47 27 12 Et cum accusaretur a principibus sacerdotum, et senioribus, nihil respondit. Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts.¹⁸ -Matthäus Mt 47 27 12 18 Vergl. [1Petr 2,23]. -Matthäus Mt 47 27 13 Tunc dicit illi Pilatus: Non audis quanta adversum te dicunt testimonia? Da sagte Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, welch große Dinge sie wider dich bezeugen? -Matthäus Mt 47 27 14 Et non respondit ei ad ullum verbum, ita ut miraretur præses vehementer. Doch er antwortete ihm nicht auf sein Wort, so dass der Landpfleger sich sehr verwunderte.¹⁹ -Matthäus Mt 47 27 14 19 Was der Richter wissen musste, hatte der Heiland ihm gesagt, es blieb also einzig eine Freilassung übrig. Das majestätische Stillschweigen des Herrn inmitten des tosenden Sturmes setzt Pilatus in Verwunderung. Doch die Furcht, der ganze Hass, der gegen den Heiland anstürmt, möchte sich gegen ihn wenden und ihm bei dem Kaiser Ungelegenheiten bereiten, hält ihn ab, zu tun, was seines Amtes ist und lässt ihn einen Ausweg suchen. Zuerst hatte er den Heiland zu Herodes gesendet [Lk 23,6], doch vergeblich. Jetzt sucht er bei dem Volke Schutz gegen die Wut der Hohenpriester und Ältesten, wozu ihm das Fest Gelegenheit gibt. Um leichter zu dem erwünschten Ziele zu kommen, lässt er die Wahl einzig zwischen Christus dem Unschuldigen und Barabbas, dem Mörder und Aufrührer. -Matthäus Mt 47 27 15 Per diem autem solemnem consueverat præses populo dimittere unum vinctum, quem voluissent. Auf den hohen Festtag aber war der Landpfleger gewohnt, dem Volke einen Gefangenen frei zu geben, welchen sie wollten.²⁰ -Matthäus Mt 47 27 15 20 Es war jüdische Sitte [Joh 18,39] zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten (Orig., Bed.). -Matthäus Mt 47 27 16 Habebat autem tunc vinctum insignem, qui dicebatur Barabbas. Nun hatte er damals einen berüchtigten Gefangenen, der Barabbas hieß. -Matthäus Mt 47 27 17 Congregatis ergo illis, dixit. Pilatus: Quem vultis dimittam vobis: Barabbam, an Jesum, qui dicitur Christus? Da sie also versammelt waren, sprach Pilatus: Welchen wollt ihr, soll ich euch freigeben? Den Barabbas, oder Jesus, der Christus genannt wird? -Matthäus Mt 47 27 18 Sciebat enim quod per invidiam tradidissent eum. Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten. -Matthäus Mt 47 27 19 Sedente autem illo pro tribunali, misit ad eum uxor ejus, dicens: Nihil tibi, et justo illi: multa enim passa sum hodie per visum propter eum. Während er aber auf dem Richterstuhle²¹ saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ sagen: Mache dir nichts mit diesem Gerechten zu schaffen; vieles habe ich heute im Traume gelitten um seinetwillen.²² -Matthäus Mt 47 27 19 21 Unter freiem Himmel, auf erhöhtem Platze vor dem Prätorium. -Matthäus Mt 47 27 19 22 Mische dich nicht in diese Sache, verurteile ihn nicht, damit das nicht eintrete, was ich gesehen. Das Traumgesicht war ihr von Gott gesendet (Orig., Chrys., Hier.) und blieb wohl bei ihr nicht ohne Frucht für ihr Heil. Ihr Name soll Prokula gewesen sein. Das griechische Menologium zählt sie unter die Heiligen. -Matthäus Mt 47 27 20 Principes autem sacerdotum, et seniores persuaserunt populis ut peterent Barabbam, Jesum vero perderent. Allein die Hohenpriester und die Ältesten überredeten²³ das Volk, den Barabbas zu begehren, Jesus aber zu verderben. [Mk 15,11, Lk 23,18, Joh 18,40, Apg 3,14] -Matthäus Mt 47 27 20 23 Mit Geld, Verheißungen, Drohungen. Wo sind die Freunde Jesu? Wo die, welche er geheilt? Niemand wagt für den Herrn einzutreten. Wie die Apostel geflohen sind, so verbergen sich auch die anderen Anhänger des Herrn. Der Heiland hatte dem Volke oft seinen Unglauben vorgeworfen [Mt 10,14, Mt 11,16-24, Mt 13,11-15.58, Mt 15,14]. Pilatus sieht, dass durch seinen Appell an das Volk die Schwierigkeiten sich mehren. -Matthäus Mt 47 27 21 Respondens autem præses, ait illis: Quem vultis vobis de duobus dimitti? At illi dixerunt: Barabbam. Der Landpfleger aber entgegnete, und sprach zu ihnen: Welchen von den zweien wollet ihr euch freigegeben haben? Sie sagten: Den Barabbas.²⁴ -Matthäus Mt 47 27 21 24 Vergl. [Apg 3,14]. -Matthäus Mt 47 27 22 Dicit illis Pilatus: Quid igitur faciam de Jesu, qui dicitur Christus? Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich also mit Jesus machen, der Christus genannt wird? -Matthäus Mt 47 27 23 Dicunt omnes: Crucifigatur. Ait illis præses: Quid enim mali fecit? At illi magis clamabant dicentes: Crucifigatur. Da riefen alle: Er soll gekreuziget werden!²⁵ Der Landpfleger sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan?²⁶ Sie aber schrieen noch mehr,²⁷ und sprachen: Er soll gekreuziget werden!²⁸ -Matthäus Mt 47 27 23 25 Eine solche Antwort hat Pilatus nicht erwartet. Seine Absicht ist vereitelt. Doch sein Verhalten war unklug gewesen, da er den Heiland für unschuldig erklärt hat und von seinem Weibe gewarnt ist und hiernach gleichsam dem Richteramt entsagt und das Volk befragt hat, was mit Jesus geschehen soll. -Matthäus Mt 47 27 23 26 Warum wollt ihr, dass er gekreuzigt werde? Was nützt es, die nach Gründen zu fragen, welche nach Blut dürsten. -Matthäus Mt 47 27 23 27 Griech.: Über alle Maßen und immer von neuem. Hier ein feiger Richter, dort blutgierige wütende Wölfe, wie kann da der Ausgang zweifelhaft sein? -Matthäus Mt 47 27 23 28 Die grausamste und schmählichste Todesart, die nur über Sklaven und die schlimmsten Verbrecher verhängt ward und bei den Juden nicht üblich war. -Matthäus Mt 47 27 24 Videns autem Pilatus quia nihil proficeret, sed magis tumultus fieret: accepta aqua, lavit manus coram populo, dicens: Innocens ego sum a sanguine justi hujus: vos videritis. Als nun Pilatus sah, dass er nichts ausrichte, sondern der Lärm größer werde, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor dem Volke, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu!²⁹ -Matthäus Mt 47 27 24 29 Diese Zeremonie war bei den Juden vorgeschrieben, wenn jemand sich als an einem Morde unschuldig erklären wollte. [Dtn 21,6] Pilatus folgt wohl der jüdischen Sitte, da er sich den Juden verständlich machen will und auch ihre rituellen Worte gebraucht: Wenn Gott etwa straft, ihr habt die Strafe zu tragen, allein aus Furcht vor euch fälle ich das Urteil über den, den ich als unschuldig erkannt. Das Volk zeigt sofort, dass es die Bedeutung dieser Handlung verstanden hat und alle Schuld und ihre Folgen auf sich nimmt (V. 25). -Matthäus Mt 47 27 25 Et respondens universus populus, dixit: Sanguis ejus super nos, et super filios nostros. Und das ganze Volk antwortete, und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!³⁰ -Matthäus Mt 47 27 25 30 Dies hatte Christus gedroht [Mt 23,25.36]. Einst hieß Israel das Volk des Segens, jetzt ist es ein Volk des Fluches geworden. Die Juden wollen Pilatus Mut machen, damit er das ungerechte Urteil fälle. -Matthäus Mt 47 27 26 Tunc dimisit illis Barabbam: Jesum autem flagellatum tradidit eis ut crucifigeretur. Alsdann gab er ihnen den Barabbas frei; Jesus aber ließ er geißeln,³¹ und überlieferte ihnen³² denselben, damit er gekreuziget würde. -Matthäus Mt 47 27 26 31 Die Geißelung war eine furchtbare Strafe. Die Werkzeuge derselben bestanden aus Stricken und Lederriemen, die mit Draht durchflochten waren und Hacken hatten, bisweilen wurden auch Bleikugeln und Skorpionen hinzugefügt. Die Geißelung wurde von acht Liktoren oder zahlreichen Soldaten an einer Geißelsäule vollzogen. Der Heiland wurde überaus hart geschlagen, denn Pilatus wollte das Mitleid des Volkes erregen. [Lk 23,16] (Aug., Euth.). Wie viel litt Christus besonders für die Sünden des Fleisches, mit denen die Menschen Gott beleidigen. -Matthäus Mt 47 27 26 32 Ihrem Mutwillen. -Matthäus Mt 47 27 27 Tunc milites præsidis suscipientes Jesum in prætorium, congregaverunt ad eum universam cohortem: Da nahmen die Soldaten des Landpflegers Jesus zu sich hinein in das Richthaus,³³ und versammelten um ihn die ganze Schar.³⁴ [Mk 15,16, Ps 21,17] -Matthäus Mt 47 27 27 33 Wie durch die Geißelung der ganze Leib, so litt durch die Dornenkrone das heiligste Haupt des Herrn. So beginnt die Prophezeiung [Jes 53,2.3] sich zu erfüllen. Diese Verspottung scheinen die Soldaten aus eigenem Antriebe vorgenommen zu haben. -Matthäus Mt 47 27 27 34 So weit sie nicht beschäftigt war. Eine Cohorte hatte 500 Mann. In dieser waren wohl viele Samaritaner. -Matthäus Mt 47 27 28 Et exuentes eum, chlamydem coccineam circumdederunt ei. Und sie zogen ihn aus, und legten ihm einen scharlachroten Mantel um,³⁵ -Matthäus Mt 47 27 28 35 Ein alter purpurähnlicher Mantel. Wie das Diadem, war der Purpur Abzeichen der Würde eines Fürsten und Königs. -Matthäus Mt 47 27 29 Et plectentes coronam de spinis, posuerunt super caput ejus, et arundinem in dextera ejus. Et genu flexo ante eum, illudebant ei, dicentes: Ave rex Judæorum. und flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie auf sein Haupt,³⁶ und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand.³⁷ Und sie bogen das Knie vor ihm, verspotteten ihn, und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! [Joh 19,2] -Matthäus Mt 47 27 29 36 Siehe da das Bild der Strafe für die Frevel, welche die Erde des Fleisches hat reifen lassen (Tert.). Durch diese Dornenkrone wird der alte Fluch [Gen 3,18] aufgehoben. (Bed., Pasch.) -Matthäus Mt 47 27 29 37 Einen festen Stab, da sie auch sein Haupt V. 30 damit schlagen. -Matthäus Mt 47 27 30 Et exspuentes in eum, acceperunt arundinem, et percutiebant caput ejus. Und sie spieen ihn an,³⁸ nahmen das Rohr, und schlugen ihn auf das Haupt damit. -Matthäus Mt 47 27 30 38 Sie ahmen den Kuss nach, mit dem man dem Könige seine Verehrung darbrachte. So küsste Samuel den Saul [1Sam 10,1]. Vergl. [Ps 2,12]. Wieder geht hier in Erfüllung, was [Jes 50,6] vorausgesagt ist. -Matthäus Mt 47 27 31 Et postquam illuserunt ei, exuerunt eum chlamyde, et induerunt eum vestimentis ejus, et duxerunt eum ut crucifigerent. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab, legten ihm seine Kleider³⁹ an, und führten ihn fort, um ihn zu kreuzigen.⁴⁰ -Matthäus Mt 47 27 31 39 Die Oberkleider. Vorher ward der Heiland dem Volke dargestellt. [Joh 19,5] -Matthäus Mt 47 27 31 40 Der Heiland behielt nach dem Zeugnisse der Überlieferung die Dornenkrone (Tertull.). So wurde auch die Inschrift des Kreuzes gleichsam erklärt. -Matthäus Mt 47 27 32 Exeuntes autem invenerunt hominem Cyrenæum, nomine Simonem: hunc angariaverunt ut tolleret crucem ejus. Als sie aber hinausgingen, fanden sie einen Mann von Cyrene,⁴¹ mit Namen Simon; diesen nötigten sie, sein Kreuz zu tragen. [Mk 15,21, Lk 23,26] -Matthäus Mt 47 27 32 41 Die Verurteilten pflegten ihr Kreuz den ganzen Weg oder einen Teil desselben zu tragen; so auch Jesus. [Joh 19,17] Damit der Heiland nicht auf dem Wege erlag, zwangen die Schergen Simon aus Cyrene, in Lybien, das Kreuz auf sich zu nehmen und es allein zu tragen (Hil., Hier., Ambr., Bened. XIV), während Christus vorausging. Auch wir müssen dem Heilande folgen, unser Kreuz tragend (Orig., Ambr., Bed.). Wie viel Schritte der Kreuzesweg ausmachte, wird verschieden berechnet, von 820 1220 Schritten. -Matthäus Mt 47 27 33 Et venerunt in locum, qui dicitur Golgotha, quod est Calvariæ locus. Und sie kamen an einen Ort, welcher Golgotha, das ist Schädelstätte, genannt wird.⁴² [Mk 15,22, Lk 23,33, Joh 19,17] -Matthäus Mt 47 27 33 42 Nach der schädelähnlichen Gestalt des Ortes. -Matthäus Mt 47 27 34 Et dederunt ei vinum bibere cum felle mistum. Et cum gustasset, noluit bibere. Und sie gaben ihm Wein, der mit Galle vermischt war, zu trinken.⁴³ Und als er davon gekostet hatte, wollte er nicht trinken. -Matthäus Mt 47 27 34 43 Nach jüdischer Sitte wurde den Hinzurichtenden Wein mit Myrrhen gemischt gegeben [Mk 15,23], um sie teilweise des Bewusstseins zu berauben. Nach einer Überlieferung ward dieser Trank von frommen Frauen gereicht, ihretwegen kostet der Herr, aber da er aus Liebe zu uns alle Schmerzen dulden will, trinkt er den Wein nicht. Er will den Kelch, welchen ihm sein Vater reicht, in seiner ganzen Bitterkeit leeren. -Matthäus Mt 47 27 35 Postquam autem crucifixerunt eum, diviserunt vestimenta ejus, sortem mittentes: ut impleretur quod dictum est per Prophetam dicentem: Diviserunt sibi vestimenta mea, et super vestem meam miserunt sortem. Nachdem sie ihn aber gekreuziget hatten,⁴⁴ verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los darüber warfen,⁴⁵ damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt worden, da er spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. [Mk 15,24, Lk 23,34, Joh 19,23, Ps 21,19] -Matthäus Mt 47 27 35 44 Das Kreuz hatte stets eine von drei Formen: T oder . Das Kreuz Christi hatte die letzte Form, da der Titel unter demselben angebracht wurde. Auf eine solche Form weisen zudem die meisten Zeugnisse des christlichen Altertums. (Just., Tertull. siehe auch Baronius zum Jahre 34 und Bened. XIV). Ob Christus zuerst gekreuzigt und dann am Kreuz erhöht ward, oder ob er zuerst das Kreuz bestieg und an dasselbe geheftet ward, steht nicht fest. Das erstere meinen viele Väter und Benedikt XIV hält es für wahrscheinlicher. Ganz sicher ist, dass die Hände und Füße des Heilandes mit Nägeln durchbohrt wurden, wie die heil. Schrift [Lk 24,39] und das ganze Altertum bezeugen. Da nie beide Füße mit einem Nagel durchbohrt wurden, waren es vier Nägel. Der Herr war am Kreuze nicht ganz entblößt, sondern mit einem Leinentuch um die Hüften bedeckt. So ist es der römischen Sitte nach wahrscheinlich und noch mehr forderte dies das Gefühl der Juden. Das Gewicht des Körpers wurde durch ein Querholz in der Mitte des Kreuzes gehalten (Just., Iren., Tert.). Einen Stand für die Füße erwähnt erst der heil. Gregor v. Tours. -Matthäus Mt 47 27 35 45 Die Kleider gehörten den Henkern. Es war das ungenähte Kleid [Joh 19,23], der Mantel, das Unterkleid, der Gurt, die Sandalen. Die vier wachthabenen Soldaten warfen das Los zwei Mal; einmal um die übrigen Kleider [Mk 15,34], das andere Mal um das ungenähte Kleid. -Matthäus Mt 47 27 36 Et sedentes servabant eum. Und sie setzten sich nieder und bewachten ihn. -Matthäus Mt 47 27 37 Et imposuerunt super caput ejus causam ipsius scriptam: HIC EST JESUS REX Judæorum. Und über seinem Haupte hefteten sie seine Schuld an als Inschrift:⁴⁶ Dieser ist Jesus, der König der Juden.⁴⁷ -Matthäus Mt 47 27 37 46 Diese Tafel wurde bei dem Todesgange voran oder von den Verurteilten am Halse getragen. Es war nicht Sitte, dieselbe am Kreuze anzuheften. In demselben Sinne, in dem Pilatus zu den Juden gesprochen [Joh 19,14.15], befahl er auch den Titel zu schreiben. Die Juden hatten den Heiland angeklagt, dass er sich für einen König ausgebe; der Herr hatte erklärt, er sei ein König, und in der Tat war er als solcher vor wenigen Tagen in Jerusalem eingezogen. Da nun der Heiland am Kreuze hing, und zwar unter dieser Aufschrift, hatte sich Pilatus gegen die [Joh 19,12] ausgesprochene Drohung sichergestellt. Zugleich wollte der Landpfleger die Juden, welche ihm die Verurteilung abgezwungen, ärgern, denn es war ein furchtbarer Hohn, ihnen zu sagen: Euer König hängt am Kreuze. -Matthäus Mt 47 27 37 47 Bei Johannes wird noch das Wort Nazarener hinzugefügt, das wohl nur dem hebräischen Texte eigen war. Vielleicht gibt der heil. Matthäus den griechischen, Markus den lateinischen Titel; oder aber der heil. Johannes bietet denselben vollständig, die anderen gekürzt. -Matthäus Mt 47 27 38 Tunc crucifixi sunt cum eo duo latrones: unus a dextris, et unus a sinistris. Da wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt,⁴⁸ einer zur Rechten, und der andere zur Linken.⁴⁹ -Matthäus Mt 47 27 38 48 So wird [Jes 53,12] erfüllt (Cyr., Pasch., Thom.). -Matthäus Mt 47 27 38 49 Als ob Jesus der größte Verbrecher unter ihnen war. -Matthäus Mt 47 27 39 Prætereuntes autem blasphemabant eum moventes capita sua, Die Vorübergehenden aber lästerten ihn,⁵⁰ schüttelten ihre Köpfe,⁵¹ -Matthäus Mt 47 27 39 50 Da sie nicht mehr mit ihren Händen verwunden können, senden sie auf ihn die Pfeile der Zunge ab (Leo.). -Matthäus Mt 47 27 39 51 Zeichen der Verhöhnung. Vergl. [Ijob 16,4, Jes 37,22]. Es war dies [Ps 21,8] vorhergesagt. -Matthäus Mt 47 27 40 Et dicentes: Vah qui destruis templum Dei, et in triduo illud reædificas: salva temetipsum: si Filius Dei es, descende de cruce. und sprachen: Ha, du, der du den Tempel Gottes abbrichst und ihn in drei Tagen wieder aufbauest, hilf dir selbst; wenn du der Sohn Gottes bist, steige herab von dem Kreuze! [Joh 2,19] -Matthäus Mt 47 27 41 Similiter et principes sacerdotum illudentes cum Scribis, et senioribus dicebant: Gleicherweise höhnten auch die Hohenpriester,⁵² samt den Schriftgelehrten und Ältesten, und sprachen: -Matthäus Mt 47 27 41 52 Unter denen viele zur Sekte der Pharisäer gehörten. -Matthäus Mt 47 27 42 Alios salvos fecit, seipsum non potest salvum facere: si rex Isral est, descendat nunc de cruce, et credimus ei: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Ist er der König von Israel, so steige er nun herab vom Kreuze, und wir glauben ihm.⁵³ -Matthäus Mt 47 27 42 53 Auch gegen ihren Willen bekennen sie, dass er alles gesund gemacht; wie töricht also, wenn sie meinen, er könne sich selbst nicht helfen (Hier.). Da sie von Pilatus die Änderung des Titels König der Juden nicht erlangen können, wollen sie wenigstens durch ihren Spott beweisen, dass er kein König ist: Wenn er König von Israel ist, so steige er herab. Also kann der König von Israel nach ihrer eigenen Auffassung sich vom Tode befreien und auf Grund dieser wunderbaren Macht Glauben beanspruchen! Warum glaubten sie also nicht, dass er von den Toten auferstand? War dies nicht mehr als wenn er vom Kreuze herabstieg? (Paschal.) -Matthäus Mt 47 27 43 Confidit in Deo: liberet nunc, si vult eum: dixit enim: Quia filius Dei sum. Er vertraute auf Gott, er befreie ihn nun,⁵⁴ wenn er ein Wohlgefallen an ihm hat;⁵⁵ denn er sagte ja: Ich bin Gottes Sohn! [Ps 21,9] -Matthäus Mt 47 27 43 54 Selbst in ihrem Spotte geben sie Zeugnis, dass er auf Gott vertraut und sich selbst als Sohn Gottes bekannt hat. -Matthäus Mt 47 27 43 55 Nach [Ps 21,9]. -Matthäus Mt 47 27 44 Idipsum autem et latrones, qui crucifixi erant cum eo, improperabant ei. Dasselbe warfen ihm auch die Räuber⁵⁶ vor, die mit ihm gekreuziget worden waren. -Matthäus Mt 47 27 44 56 Nach [Lk 23,39-43] nur einer von ihnen. Die Mehrzahl steht wohl als Bezeichnung der Klasse, wie [Hebr 11,37], oder wie jemand sagt: Die Diebe haben mich bestohlen, wenn einer es getan hat (Aug.). In der Tat scheint der rechte Schächer an der Schmähung des Herrn keinen Anteil gehabt zu haben, da er sonst dem anderen nicht Vorwürfe machen durfte (Bened. XIV). In den beiden Räubern tritt uns gleichsam die Verkörperung der lästernden Juden und der sich zum Heilande belehrenden Heiden entgegen. Mit welcher Geduld erträgt der Herr alle Unbilden! Wenn daher unser Herz im Zorn entbrennt, machen wir das Kreuzzeichen und stellen wir uns im Geiste unter das Kreuz: Hier ist der Herr, du bist der Diener; er leidet um deinetwillen, du aus eigener Schuld (Chrys.). -Matthäus Mt 47 27 45 A sexta autem hora tenebræ factæ sunt super universam terram usque ad horam nonam. Von der sechsten Stunde an aber entstand eine Finsternis⁵⁷ über die ganze Erde⁵⁸ bis zur neunten Stunde. -Matthäus Mt 47 27 45 57 Von Mittag bis gegen 3 Uhr Nachmittags, nachdem der Heiland schon viel am Kreuze gelitten. So zeigt Gott seinen Zorn über das Verbrechen der Juden und verherrlicht das Licht der Welt, das die Juden in ihrer Verblendung, deren Bild die Sonnenfinsternis ist, nicht erkennen. -Matthäus Mt 47 27 45 58 Entweder das Land, in dem dies geschieht (Orig., Cyr. u. a., auch der griechische Ausdruck weist darauf hin), oder, was weniger wahrscheinlich, fast die ganze Hemisphäre (Chrys., Theoph., Pasch., Baron.). -Matthäus Mt 47 27 46 Et circa horam nonam clamavit Jesus voce magna, dicens: Eli, Eli, lamma sabacthani? Hoc est: Deus meus, Deus meus ut quid dereliquisti me? Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eli, Eli, lamma, sabakthani? Das ist: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen?⁵⁹ [Ps 21,2] -Matthäus Mt 47 27 46 59 [Ps 21,1] In der Weise, wie es der Psalm selbst, besonders V. 5, 6 sagt: Ohne Trost gelassen. Der Heiland will die Größe seines Schmerzes kundgeben. Und in der Tat, wer vermöchte Jesu Leiden zu beschreiben? Zu den schrecklichen Qualen des Leibes kommt das Leiden der Seele, das dieselbe wie ein Meer überflutet. [Ps 68,2] Vielleicht auch wagt der Satan ihn anzugreifen, da jetzt die Stunde der Finsternisse ist. [Lk 22,53] -Matthäus Mt 47 27 47 Quidam autem illic stantes, et audientes dicebant: Eliam vocat iste. Einige aber, welche dort standen und dies hörten, sprachen: Den Elias ruft dieser da.⁶⁰ -Matthäus Mt 47 27 47 60 Sogar die Seufzer des Heilandes werden verspottet. Elias galt als Vorläufer des Messias (siehe 17, Anm. 13) und es war allgemeiner Glaube, dass er den Betrübten und Notleidenden Hilfe bringe. -Matthäus Mt 47 27 48 Et continuo currens unus ex eis acceptam spongiam implevit aceto, et imposuit arundini, et dabat ei bibere. Und alsbald lief einer von ihnen,⁶¹ nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig,⁶² steckte ihn an ein Rohr,⁶³ und gab ihm zu trinken. -Matthäus Mt 47 27 48 61 Der Heiland hatte gerufen: Ich dürste, und betete wohl den Psalm zu Ende, dessen Anfangsworte er V. 46 laut gerufen hatte, in dessen V. 18 dem Sinne nach dies Wort vorkommt, wie der Schluss des Psalmes mit dem letzten Worte Christi übereinstimmt. -Matthäus Mt 47 27 48 62 Mit herbem Weine, der für die Soldaten als Trunk vorbereitet war. -Matthäus Mt 47 27 48 63 Das Kreuz war also nicht hoch, da ein Ysopstab nur bis zu einem halben Meter misst. -Matthäus Mt 47 27 49 Ceteri vero dicebant: Sine videamus an veniat Elias liberans eum. Die übrigen aber sprachen:⁶⁴ Halt, wir wollen sehen, ob Elias kommt, ihn zu befreien. -Matthäus Mt 47 27 49 64 Lass es sein, tue es nicht, sondern warte, ob etwa Elias ihm hilft. Nach [Mk 15,36] sagt der, welcher den sauren Wein anbietet: Lasset mich, d. i. hindert mich nicht, er könnte sonst sterben, ehe Elias kommt. -Matthäus Mt 47 27 50 Jesus autem iterum clamans voce magna, emisit spiritum. Jesus aber rief wiederum mit lauter Stimme⁶⁵ und gab den Geist auf. -Matthäus Mt 47 27 50 65 Nach [Joh 19,30]: Es ist vollbracht, und nach [Lk 23,46]: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Wie die übrigen Wunder, so zeigt auch die Stärke der Stimme, dass Christus nicht bloßer Mensch ist, wie auch der Eindruck des Rufes auf den Hauptmann beweist. [Mk 15,39] Jetzt erst gestattet der Heiland, dass die Wunden und die Entkräftung ihre natürliche Wirkung üben. Vergl. [Jes 53,12]. -Matthäus Mt 47 27 51 Et ecce velum templi scissum est in duas partes a summo usque deorsum, et terra mota est, et petræ scissæ sunt, Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei Stücke von oben bis unten;⁶⁶ und die Erde bebte,⁶⁷ und die Felsen spalteten sich,⁶⁸ [2Chr 3,14] -Matthäus Mt 47 27 51 66 Gott selbst bezeugt, dass dieser Tod den Zugang zum himmlischen Heiligtum eröffnet. Vergl. [Hebr 9,9, Hebr 10,19]. Ist aber für alle der Vorhang, welcher vom Heiligsten trennt, beseitigt (dieser zerriss wahrscheinlich, nicht aber der vor dem Heiligtume, Cyr., Leo., Bened. XVI), so hört auch der alte Bund auf, welcher diese Schranke aufgerichtet hatte. Vergl. [Hebr 9,10]. -Matthäus Mt 47 27 51 67 Gott offenbart sich so im A. B. als Gesetzgeber und Richter. So gibt also Gott, der Vater, den Sohn als Gesetzgeber und Richter kund, der in seine Herrlichkeit eingegangen ist. -Matthäus Mt 47 27 51 68 Zur Zeit des heil. Cyrill von Jerusalem waren die Spuren dieses Ereignisses noch sichtbar. Das Erdbeben war das Bild der Kraft, welche dem Tode Christi innewohnt, die alle Hindernisse überwindet und auch die härtesten Herzen erweichen kann. -Matthäus Mt 47 27 52 Et monumenta aperta sunt: et multa corpora sanctorum, qui dormierant, surrexerunt. und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf.⁶⁹ -Matthäus Mt 47 27 52 69 Durch den Tod Christi ist unser Tod überwunden. Die Toten stehen erst nach der Auferstehung Christi auf, wie V. 53 zeigt. Es sind wohl kürzlich Verstorbene, denn wenn solche ihren Bekannten erschienen, war jeder Zweifel ausgeschlossen, dass man wirklich mit Auferstandenen zu tun habe, und war ihr Zeugnis, dass Christus wieder lebe, durchaus glaubwürdig. -Matthäus Mt 47 27 53 Et exeuntes de monumentis post resurrectionem ejus, venerunt in sanctam civitatem, et apparuerunt multis. Und nach seiner Auferstehung gingen sie aus den Gräbern hervor, kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen.⁷⁰ -Matthäus Mt 47 27 53 70 Sie waren nicht auferweckt wie einst Lazarus, sondern nach der Ähnlichkeit Christi, in einem geistigen Leibe [1Kor 15,44]. Sie fuhren wohl mit dem Heilande gen Himmel (Ambr., Hier., Epiph., Cyr.). Hätten sie wieder sterben sollen, so war die Auferweckung keine Wohltat, da sie aus dem glorreichen Zustand wieder zum Grabe zurückkehren mussten. -Matthäus Mt 47 27 54 Centurio autem, et qui cum eo erant, custodientes Jesum, viso terræmotu et his, quæ fiebant, timuerunt valde, dicentes: Vere Filius Dei erat iste. Da aber der Hauptmann und diejenigen, welche bei ihm waren und Jesus bewachten, das Erdbeben und das, was sonst geschah, sahen, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrlich, dieser war Gottes Sohn!⁷¹ -Matthäus Mt 47 27 54 71 Sie sahen, dass ein Verbrechen begangen war und dass sie Teil daran hatten. Dieses Bekenntnis ist eine Wirkung der Gnade, die Gnade aber eine Frucht des Gebetes Christi: Vater, vergib ihnen! Und seines Todes. Der Hauptmann preist Gott [Lk 23,47, Mk 15,39]. Er hatte von denen, welche den Herrn verspottet, gehört, für wen er gehalten werden wollte, und die unzweifelhaften Wunder weckten in ihm den Glauben. Selbst die Volksmenge schlägt an die Brust, nur die Pharisäer und Hohenpriester bleiben halsstarrig, wie V. 63 und [Mt 28,12] zeigen. -Matthäus Mt 47 27 55 Erant autem ibi mulieres multæ a longe, quæ secutæ erant Jesum a Galilæa, ministrantes ei. Es waren aber dort viele Frauen von ferne, welche Jesus aus Galiläa gefolgt waren, um ihn zu bedienen. -Matthäus Mt 47 27 56 Inter quas erat Maria Magdalene, et Maria Jacobi, et Joseph mater, et mater filiorum Zebedæi. Unter diesen war Maria Magdalena,⁷² Maria, die Mutter des Jakobus und Joseph, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. -Matthäus Mt 47 27 56 72 Maria aus Magdala. Nach [Joh 19,25] war auch die Mutter des Herrn und der heil. Johannes bei dem Kreuze. Welche Gefühle mögen das Herz der frommen Frauen bei dem Leiden Jesu erfüllt haben! Wie hier, so geht es fort durch die Jahrhunderte. Viele Vornehme und viele aus dem Volke verachten den gekreuzigten Heiland und verspotten ihn, doch finden sich auch immer auserwählte Seelen, welche in der Schmach Christi ihre Ehre finden und in Andacht unter dem Kreuze stehen. Der Heiland hat das Kreuz gewählt, um seinen vollkommenen Gehorsam gegen den Vater und seine unendliche Liebe gegen uns zu zeigen. Das Holz brachte einst den Fluch, vom Holze ward uns der Segen zu Teil (Leo.). Ein anderer Grund [Gal 3,13]. Darum enthält das A. T. so viele Vorbilder: Die Arche, der Stab Moses, die eherne Schlange, Jakob mit gekreuzten Händen Joseph segnend, Moses ebenso für den Sieg Israels betend, endlich das Opferlamm, das an kreuzweis gelegten Hölzern gebraten ward. -Matthäus Mt 47 27 57 Cum autem sero factum esset, venit quidam homo dives ab Arimathæa, nomine Joseph, qui et ipse discipulus erat Jesu. Als es aber Abend geworden war,⁷³ kam ein reicher Mann⁷⁴ von Arimathäa,⁷⁵ mit Namen Joseph, welcher auch selber ein Jünger Jesu war.⁷⁶ [Mk 15,42, Lk 23,50, Joh 19,38] -Matthäus Mt 47 27 57 73 Zwischen 3 und 6 Uhr Nachmittags. -Matthäus Mt 47 27 57 74 Hierdurch wird sein Ansehen erklärt und vielleicht auf die Erfüllung von [Jes 53,9] hingewiesen, wo nach dem Hebr. gesagt wird, das Grab Christi werde bei einem Reichen sein. Auch der heiligste Leib Christi soll seine Verehrung erhalten. -Matthäus Mt 47 27 57 75 Wohl derselbe Ort wie Namathaim [1Sam 1,1]. -Matthäus Mt 47 27 57 76 Bisher im Verborgenen [Joh 19,38]. Joseph, ein vornehmes Mitglied des hohen Rates, scheute sich nicht, den Leichnam des von geistlicher und weltlicher Obrigkeit Verurteilten zu erbitten, um ihn ehrenvoll zu bestatten; eine neue Frucht der aus dem Tode Christi kommenden Gnade. -Matthäus Mt 47 27 58 Hic accessit ad Pilatum, et petiit corpus Jesu. Tunc Pilatus jussit reddi corpus. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, den Leichnam herauszugeben.⁷⁷ -Matthäus Mt 47 27 58 77 Nach römischem Gebrauche wurden die Leichen der Verurteilten den Verwandten überlassen, wenn diese darum nachsuchten. -Matthäus Mt 47 27 59 Et accepto corpore, Joseph involvit illud in sindone munda. Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand,⁷⁸ -Matthäus Mt 47 27 59 78 Die er erst gekauft [Mk 15,46]. Die priesterlichen Gewänder waren aus Leinwand, so wird auch der Leib unseres Hohenpriesters mit Leinwand bekleidet. Aus diesem Grunde wird in der Liturgie der Kirche der heiligste Leib des Herrn auf ein Linnen, Corporale, gelegt. -Matthäus Mt 47 27 60 Et posuit illud in monumento suo novo, quod exciderat in petra. Et advolvit saxum magnum ad ostium monumenti, et abiit. und legte ihn in sein neues Grab,⁷⁹ welches er in dem Felsen hatte aushauen lassen. Und er wälzte einen großen Stein vor die Türe des Grabes⁸⁰ und ging hinweg. -Matthäus Mt 47 27 60 79 Joseph hatte in der nächsten Nähe einen Garten, in dem er sich ein Grab in den Felsen hatte hauen lassen. -Matthäus Mt 47 27 60 80 So war auch Lazarus Grab geschlossen gewesen. [Joh 11,38] Christus wollte begraben werden, damit an seinem wirklichen Tode kein Zweifel war. Er wollte auch in allem uns ähnlich werden, au0er der Sünde, und darum auch das Grab heiligen. -Matthäus Mt 47 27 61 Erat autem ibi Maria Magdalene, et altera Maria, sedentes contra sepulcrum. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria, und saßen dem Grabe gegenüber. -Matthäus Mt 47 27 62 Altera autem die, quæ est post Parasceven, convenerunt principes sacerdotum, et Pharisæi ad Pilatum, Am andern Tage aber, welcher auf den Rüsttag folgt,⁸¹ versammelten sich die Hohenpriester und Pharisäer bei Pilatus⁸² -Matthäus Mt 47 27 62 81 Der Todestag Christi ist für den Evangelisten so denkwürdig, dass ihm gegenüber selbst der jüdische Sabbat keine Bedeutung hat. Zur Zeit, wo der heil. Evangelist dies schrieb, wurde wohl der Todestag Christi schon Parascene genannt. (Vorbereitung auf den Sabbat.) -Matthäus Mt 47 27 62 82 Sie waren derart mit der Verurteilung und der Kreuzigung des Heilandes beschäftigt gewesen, dass sie darüber vergaßen, was nach der Voraussagung des Herrn später sich ereignen sollte. Zudem haben die den Tod Christi begleitenden Zeichen sie in Verwirrung gebracht. Jetzt erregt Josephs Auftreten und Bitte ihren Argwohn und sie erinnern sich an das, was Christus [Mt 12,39.40] und [Mt 16,4] gesagt hat (Euth., Theoph., Rab., Thom.). Auch hatten sie wohl von anderen gehört, wie oft der Heiland von seiner Auferstehung zu den Jüngern gesprochen hatte. Die Bosheit hat nie Ruhe, auch wenn sie ihr Ziel erreicht hat. So wollen sie jetzt die Herrlichkeit der Auferstehung des Herrn verdunkeln, aber Gott bedient sich ihrer Maßregeln zu seiner Ehre und zur Beschämung der Juden. -Matthäus Mt 47 27 63 Dicentes: Domine, recordati sumus, quia seductor ille dixit adhuc vivens: Post tres dies resurgam. und sprachen: Herr! wir haben uns erinnert, dass jener Verführer,⁸³ als er noch lebte, gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich auferstehen! -Matthäus Mt 47 27 63 83 Wie sie ihn als Verführer des Volkes angeklagt, so hoffen sie durch diese Redeweise den römischen Prokurator auch jetzt leicht auf ihre Seite zu ziehen. -Matthäus Mt 47 27 64 Jube ergo custodiri sepulcrum usque in diem tertium: ne forte veniant discipuli ejus, et furentur eum, et dicant plebi: Surrexit a mortuis: et erit novissimus error pejor priore. Befiehl also, dass man das Grab bis zum dritten Tage bewache, damit nicht etwa seine Jünger kommen und ihn stehlen, und dem Volke sagen: Er ist von den Toten auferstanden! und es wird der letzte Betrug⁸⁴ schlimmer sein als der erste. -Matthäus Mt 47 27 64 84 Sie wollen Pilatus schrecken, als ob das Volk zum Aufstande gereizt werden solle, und stellen sich, als wären sie Freunde des Kaisers. -Matthäus Mt 47 27 65 Ait illis Pilatus: Habetis custodiam, ite, custodite sicut scitis. Pilatus⁸⁵ sprach zu ihnen: Ihr habt eine Wache;⁸⁶ gehet, haltet Wache, wie es euch gut dünkt.⁸⁷ -Matthäus Mt 47 27 65 85 Pilatus spricht offenbar kurz; er will nicht länger mit ihnen verhandeln. -Matthäus Mt 47 27 65 86 Die sie am Donnerstage erhalten; zudem hatten sie für die Festtage eine Wache am Tempel. -Matthäus Mt 47 27 65 87 Wie ihr könnt. -Matthäus Mt 47 27 66 Illi autem abeuntes, munierunt sepulcrum, signantes lapidem, cum custodibus. Sie aber gingen hin und verwahrten das Grab mittelst der Wächter, nachdem sie den Stein versiegelt.⁸⁸ -Matthäus Mt 47 27 66 88 Diese Maßregel war gegen die Wächter gerichtet, damit diese sich nicht von den Jüngern bestechen ließen. Man zog Stricke über die Tür und versiegelte die Enden derselben. Je sorgfältiger die Juden verfahren, desto mehr nützen sie unseren Glauben (Hier.); denn wenn kein Betrug vorgekommen ist und dennoch das Grab leer gefunden wird, so ist also Christus wahrhaft auferstanden (Chrys.). -Matthäus Mt 47 28 0 5. Christi Auferstehung und die Aussendung der Apostel. (28, V. 1-20) Christi Auferstehung. (V. 10) Die Bosheit der Juden. (V. 15) Die Aussendung der Apostel. -Matthäus Mt 47 28 1 Vespere autem sabbati, quæ lucescit in prima sabbati, venit Maria Magdalene, et altera Maria videre sepulcrum. Nach¹ Ablauf des Sabbates aber,² als der Morgen am ersten Tage der Woche anbrach,³ kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu schauen. [Mk 16,1, Joh 20,1] -Matthäus Mt 47 28 1 1 Das Evangelium beweist die Auferstehung Christi nicht lange, da die Apostel selbst der beste Beweis sind. Wie in der Tat hätten sie an einem Toten festhalten sollen? Welchen Lohn hatten sie von ihm zu erwarten? Sie verließen den Lebenden bei seiner Gefangennehmung, wie sollten sie nach seinem Tode für ihn eintreten, wenn er nicht auferstanden war? Weder wollten, noch konnten sie die Auferstehung erdichten. Hatte ihr Meister sie getäuscht und in Gefahr gebracht, würden sie jetzt wohl noch seinen Ruhm verbreitet haben? Dass sie aber nichts erdichten konnten, ist ebenso klar (Chrys.). Was hätte eine solche Erdichtung genützt, und wie lange wäre sie unenthüllt geblieben? -Matthäus Mt 47 28 1 2 Griech.: Spät. -Matthäus Mt 47 28 1 3 Der Sabbat wird hier nicht, wie sonst, von Abend zu Abend, sondern als natürlicher Tag gerechnet. -Matthäus Mt 47 28 2 Et ecce terræmotus factus est magnus. Angelus enim Domini descendit de clo: et accedens revolvit lapidem, et sedebat super eum: Und siehe,⁴ ein großes Erdbeben⁵ entstand, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein hinweg, und setzte sich darauf.⁶ -Matthäus Mt 47 28 2 4 Dieses Wörtchen macht auf etwas nun folgendes Wunderbare aufmerksam. -Matthäus Mt 47 28 2 5 Das Erdbeben bedeutet die Anwesenheit Gottes oder der Engel, wie bei der Verkündigung des Gesetzes; es ist ein Beweis der Macht und Herrlichkeit des Herrschers über Himmel und Erde. So werden auch die Wächter belehrt, dass ein Wunder geschehen ist. Wie ferner der Tod Christi am Kreuze, so ziemte es sich, dass die Auferstehung des Herrn, sein Sieg über die Hölle und die Erneuerung der Erde durch ein Erdbeben kundgetan ward. Ein Engel ist der Bote der Auferstehung, wie ein Engel der Bote der Menschwerdung und der Geburt Christi gewesen, wie die Engel ihm in der Wüste gedient und ein Engel ihm im Todeskampfe gestärkt hat (Hier.). Nach Christi Himmelfahrt verkünden Engel die Herrlichkeit, zu der er eingegangen, wie sie einst seine glorreiche Wiederkehr kundtun werden [1Thess 4,15]. Der Engel wälzt den Stein von der Tür des Grabes, damit alle sehen, dass das Grab leer und Christus auferstanden ist. Der Engel setzt sich auf den Stein wie ein Lehrer aus dem Himmel, um den Gläubigen die Gewissheit des Glaubens zu spenden (Pasch.). Er sitzt, um anzudeuten, dass auch der Heiland jetzt seinen Thron eingenommen hat. -Matthäus Mt 47 28 2 6 Dies geschah, ehe die Frauen zum Grabe kamen, da sie nach [Mk 16,4] den Stein schon vom Grabe weggewälzt finden. -Matthäus Mt 47 28 3 Erat autem aspectus ejus sicut fulgur: et vestimentum ejus sicut nix. Sein Anblick aber war wie der Blitz, und sein Gewand weiß wie der Schnee.⁷ -Matthäus Mt 47 28 3 7 Seine Erscheinung war leuchtend und glanzvoll, weil er den glorreich Auferstandenen verkündete, welcher schrecklich ist in seinem Verdammungsurteil über die Bösen, gütig als Belohner der Frommen. -Matthäus Mt 47 28 4 Præ timore autem ejus exterriti sunt custodes, et facti sunt velut mortui. Aus Furcht vor ihm aber bebten die Wächter und wurden wie tot.⁸ -Matthäus Mt 47 28 4 8 Wenn sogar die Frommen bei überirdischen Erscheinungen anfangs einen heiligen Schrecken empfinden [Jes 6,5, Ez 2,1, Dan 7,15, Lk 1,30], wie viel mehr die von einer Christus feindlichen Nacht aufgestellten Soldaten, die erfahren sollen, dass eine höhere Macht hier handelnd auftritt. -Matthäus Mt 47 28 5 Respondens autem Angelus dixit mulieribus: Nolite timere vos: scio enim, quod Jesum, qui crucifixus est, quæritis: Der Engel aber redete zu den Frauen⁹ und sprach: Fürchtet ihr euch nicht!¹⁰ denn ich weiß, dass ihr Jesus, welcher gekreuzigt worden ist,¹¹ suchet. -Matthäus Mt 47 28 5 9 Als die Frauen kamen, waren die Wächter nicht mehr da und der Engel saß nicht mehr auf dem Steine. Kaum sah Maria Magdalena, dass der Stein weggewälzt sei, als die zu Petrus und Johannes eilte, um ihnen zu berichten, dass man den Leib des Herrn aus dem Grabe genommen habe. [Joh 20,1.2]. Beim Eintritte in das Grab sehen die Frauen zwei Engel im Grabe. Die weiteren Umstände [Mk 16,5, Lk 24,4]. Wann war Christus auferstanden? Wohl sogleich nach dem Erscheinen der Morgenröte des Sonntages, als es zu tagen begann. (Viele mit Bened. XIV) -Matthäus Mt 47 28 5 10 Nicht ihr habt euch zu fürchten, sondern diejenigen, welche den Herrn gekreuzigt haben (Chrys.) und die im Unglauben beharren (Hier.). -Matthäus Mt 47 28 5 11 Dies betont der Engel, weil der Kreuzestod für Christus der Weg zur Herrlichkeit, für uns die Quelle aller Güter ist (Chrys.). -Matthäus Mt 47 28 6 Non est hic: surrexit enim, sicut dixit: venite, et videte locum, ubi positus erat Dominus. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat;¹² kommet und sehet den Ort, wo man den Herrn hingelegt hatte.¹³ -Matthäus Mt 47 28 6 12 Ein leiser Tadel, dass sie sich seiner Vorhersagung nicht erinnern. Noch deutlicher [Lk 24,5]. -Matthäus Mt 47 28 6 13 Sie sollen beim Anblicke des leeren Grabes an die Auferstehung glauben (Hier., Chrys.). -Matthäus Mt 47 28 7 Et cito euntes, dicite discipulis ejus quia surrexit: et ecce præcedit vos in Galilæam: ibi eum videbitis: ecce prædixi vobis. Und gehet eilends hin, und saget seinen Jüngern, dass er auferstanden ist;¹⁴ und sehet, er geht euch voraus nach Galiläa;¹⁵ daselbst werdet ihr ihn sehen.¹⁶ Sehet, ich habe es euch vorhergesagt.¹⁷ -Matthäus Mt 47 28 7 14 So erhalten die Jünger die Zusicherung, dass der Herr ihnen wegen ihrer Schwäche zur Zeit seines Leidens nicht zürnt. Wie der auferstandene Heiland den Betrübten Trost spendet, so auch die Engel. -Matthäus Mt 47 28 7 15 Es muss ihnen lieb sein, nach den Ereignissen der letzten Tage Judäa zu verlassen. In Galiläa waren sie einst vom Heilande berufen; dort hatte derselbe meist seine Lehrtätigkeit geübt und wohl auch die meisten Gläubigen gefunden, denen er sich zeigen will [1Kor 15,6]. Wie muss ihr Mut und ihre Freude wachsen, da der Heiland selbst dorthin vorausgehen will! -Matthäus Mt 47 28 7 16 Wie der Heiland am Donnerstage gesagt [Mt 26,32]. Diese Botschaft dient zugleich als Beglaubigung, dass die Frauen wahrhaft von einem Himmelsboten belehrt und gesandt sind, anderswoher konnten sie es nicht wissen, da jene Verheißung des Erscheinens in Galiläa den Jüngern allein gegeben war. -Matthäus Mt 47 28 7 17 Dies ist sicher wahr, haltet daran fest! -Matthäus Mt 47 28 8 Et exierunt cito de monumento cum timore, et gaudio magno, currentes nuntiare discipulis ejus. Und sie gingen eilends heraus aus dem Grabe mit Furcht und großer Freude, und liefen, es seinen Jüngern zu verkünden. -Matthäus Mt 47 28 9 Et ecce Jesus occurrit illis, dicens: Avete. Illæ autem accesserunt, et tenuerunt pedes ejus, et adoraverunt eum. Und siehe, Jesus begegnete ihnen¹⁸ und sprach: Seid gegrüßt!¹⁹ Sie aber traten hinzu, und umfassten seine Füße, und beteten ihn an.²⁰ -Matthäus Mt 47 28 9 18 Bach einiger Zeit, wie. [Mk 16,8] zeigt. -Matthäus Mt 47 28 9 19 Dies bedeutet eigentlich: Freuet euch! Was der Heiland mit Worten ausspricht, verleiht er gleichzeitig, den Herzen die Freude. Welcher Lohn für die Treue der Frauen unter dem Kreuze! -Matthäus Mt 47 28 9 20 Sie zweifeln nicht wie einige Jünger, und Christus braucht ihnen nicht zu beweisen, dass er derselbe ist, der gekreuzigt wurde. Die Liebe schärft ihre Augen, dass sie ihn sogleich erkennen, wie später der heil. Johannes [Joh 21,7]. -Matthäus Mt 47 28 10 Tunc ait illis Jesus: Nolite timere; ite, nuntiate fratribus meis ut eant in Galilæam, ibi me videbunt. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin und verkündet meinen Brüdern,²¹ dass sie nach Galiläa gehen, daselbst werden sie mich sehen.²² -Matthäus Mt 47 28 10 21 So hat der Heiland die Apostel noch nie zuvor genannt. Dies Wort allein genügt, ihnen zu zeigen, wie lieb Christus sie hat und wie hoch er sie stellt. Auf Erden wandelnd nannte er sie seine Freunde, der himmlischen Herrschaft teilhaftig nennt er sie seine Brüder, als der Erstgeborene unter vielen [Röm 8,29]. -Matthäus Mt 47 28 10 22 Siehe [Mt 26,Anm.59]. Der Heiland zeigt sich zuerst den Frauen, so ihren frommen Eifer und ihre Standhaftigkeit belohnend (Hier.) und dieselbe den Jüngern in's Gedächtnis zurückrufend. Durch die Begrüßung und die Entsendung des Frauen gibt Jesus zu erkennen, dass der Fluch, den Eva über die Menschen gebracht, aufgehoben ist. Wie das Weib die erste Ursache des Todes war, soll es auch als an erster Stelle die Herrlichkeit der Auferstehung sehen, kosten und verkünden (Hil., Pasch.). -Matthäus Mt 47 28 11 Quæ cum abiissent, ecce quidam de custodibus venerunt in civitatem, et nuntiaverunt principibus sacerdotum omnia, quæ facta fuerant. Als diese nun hingegangen waren, siehe, da kamen einige von den Wächtern in die Stadt und meldeten den Hohenpriestern²³ alles, was sich zugetragen hatte. -Matthäus Mt 47 28 11 23 Weil die Wächter von diesen bei dem Grabe aufgestellt waren. Wie groß war die Verlegenheit des hohen Rates! Was die Soldaten meldeten, war nicht weg zu streiten, eine Verletzung der Pflicht nicht nachzuweisen. Wenn die Kunde von dem Geschehenen sich verbreitete, musste die Auferstehung Christi überall Glauben finden. So offenbaren die Juden denn jetzt den ganzen Abgrund ihrer Bosheit. Wie sie früher die offenbarten Wunder des Herrn dem Teufel zugeschrieben, so wollen sie jetzt das Zeugnis Gottes mit Lügen unterdrücken. Wie sie das Blut des Heilandes, als er noch auf Erden wandelte, gekauft, so wollen sie die Nachricht von seiner Auferstehung durch Geld aus der Welt schaffen (Chrys.). -Matthäus Mt 47 28 12 Et congregati cum senioribus consilio accepto, pecuniam copiosam dederunt militibus, Und diese versammelten sich mit den Ältesten, hielten Rat und gaben den Soldaten reichliches Geld, -Matthäus Mt 47 28 13 Dicentes: Dicite quia discipuli ejus nocte venerunt, et furati sunt eum, nobis dormientibus. indem sie sprachen: Saget: Seine Jünger sind bei der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.²⁴ -Matthäus Mt 47 28 13 24 O unglückselige Arglist, schlafende Zeugen rufst du an? Wahrlich, du selbst bist in Schlaf versunken (Aug.). -Matthäus Mt 47 28 14 Et si hoc auditum fuerit a præside, nos suadebimus ei, et securos vos faciemus. Und wenn dieses²⁵ dem Landpfleger zu Ohren kommen sollte, so werden wir ihn beschwichtigen und euch sicher stellen.²⁶ -Matthäus Mt 47 28 14 25 Dass ihr geschlafen hättet. -Matthäus Mt 47 28 14 26 Damit die Soldaten nicht fürchten, die Lüge werde ihnen Schaden bringen, versprechen diejenigen, welche sie an das Grab gestellt und in deren Interesse sie gewacht, für sie einzutreten. Dem Pilatus lag wenig an der Sache, zumal ihn seine Nachgiebigkeit bei der Verurteilung des Herrn reute [Mt 27,65]. Die Hohenpriester aber wussten wohl, warum es nicht geraten war, die Wächter zu verklagen. -Matthäus Mt 47 28 15 At illi accepta pecunia, fecerunt sicut erant edocti. Et divulgatum est verbum istud apud Judæos, usque in hodiernum diem. Jene also nahmen das Geld und taten, wie man sie angewiesen hatte; und es verbreitete sich diese Sage unter den Juden bis auf den heutigen Tag. -Matthäus Mt 47 28 16 Undecim autem discipuli abierunt in Galilæam in montem, ubi constituerat illis Jesus. Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin²⁷ sie Jesus beschieden hatte. -Matthäus Mt 47 28 16 27 Hatte Jesus ihnen einen solchen Auftrag erteilt, so war er schon vor der jetzt zu erzählenden Erscheinung zu den Jüngern gekommen. Also setzt Matthäus mehrere Erscheinungen voraus, die Lukas und Johannes ausdrücklich berichten. -Matthäus Mt 47 28 17 Et videntes eum adoraverunt: quidam autem dubitaverunt. Und da sie ihn sahen, beteten sie ihn an; einige aber zweifelten.²⁸ -Matthäus Mt 47 28 17 28 Da nur die Apostel anwesend sind, kann ein Zweifel einzig darüber in ihnen erwachen, ob es der Herr ist. Deshalb wird V. 18 gesagt, dass Jesus hinzutrat. Ähnlich erkennen [Joh 21,7] nicht alle gleichzeitig den Heiland. -Matthäus Mt 47 28 18 Et accedens Jesus locutus est eis, dicens: Data est mihi omnis potestas in clo, et in terra. Und Jesus trat herzu, redete zu ihnen, und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden.²⁹ -Matthäus Mt 47 28 18 29 Bevor der Heiland die Apostel aussendet, zeigt er ihnen gleichsam seine Vollmachten als Mensch, Erlöser und Sieger. Da das Reich Gottes auf Erden beginnt und im Himmel vollendet wird, erstreckt sich die königliche Gewalt des Herrn über Himmel und Erde, jene Gewalt, von der [Ps 2,8, Dan 7,14, Phil 2,9] berichtet wird. -Matthäus Mt 47 28 19 Euntes ergo docete omnes gentes: baptizantes eos in nomine Patris, et Filii, et Spiritus sancti: Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes;³⁰ [Mk 16,15] -Matthäus Mt 47 28 19 30 Griech.: Auf den Namen, so dass sie diesem geweiht und seiner Herrschaft unterworfen werden. Vergl. [1Kor 1,12]. Der Name bedeutet das, was Gott von sich offenbart hat. Durch die Taufe werden wir also der heil. Dreifaltigkeit geweiht, wie sie sich uns offenbart hat, treten in Gemeinschaft mit ihr, soweit sie uns einer solchen würdigt, und unterwerfen uns ihr im Gehorsam gegen alles, was sie von uns fordert. Die äußere Form der Taufe beschreibt Christus nicht, weil dieselbe aus der Taufe Johannes und seiner Jünger bekannt war [Joh 4,2]. Von den Zeiten an war außer der Untertauchung auch die jetzt noch übliche dreimalige Übergießung in Übung (Apostellehre). Die Worte, welche der Herr hier anwendet, sind bei der Taufe notwendig zu sprechen, wie die gesamte Überlieferung bezeugt. -Matthäus Mt 47 28 20 Docentes eos servare omnia quæcumque mandavi vobis: et ecce ego vobiscum sum omnibus diebus, usque ad consummationem sæculi. und lehret sie alles halten, was ich euch³¹ geboten habe; und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.³² -Matthäus Mt 47 28 20 31 So bestätigt der Heiland, die den Aposteln [Mt 18,18] verliehene gesetzgebende Gewalt und setzt jetzt ein lebendiges Lehramt ein, welches die Gläubigen in allem, was der Herr den Aposteln befohlen, zu leiten und zu lehren hat. Weder Christus selbst hinterließ diese Gebote schriftlich, noch übergaben die Apostel sie den Kirchen schriftlich, sondern sie lehrten die Gläubigen durch Wort und Predigt, was der Heiland ihnen aufgetragen. Die Christen sollen eines sein [Joh 17,21]; wie aber können sie eines sein in Glauben und Sitten, wenn sie nicht wissen, was Christus gelehrt und geboten hat? Wie aber können sie es wissen, wenn nicht in der Kirche ein Lehramt besteht, von dem jeder Irrtum allezeit fern bleibt? Dass Christus will, dass seine Gebote und Anordnungen immer und überall bestehen bleiben und beobachtet werden, folgt aus dem den Aposteln gegebenen Auftrage, ebenso wie aus der Verheißung des Beistandes bis an das Ende der Zeiten. Denn wenn er seinen göttlichen Beistand verheißt, kann niemand vorschützen, es sei unmöglich, das Aufgetragene zu erfüllen. -Matthäus Mt 47 28 20 32 Also ist die Verheißung Christi nicht den Aposteln allein gegeben, denn diese lebten nur kurze Zeit, sondern auch ihren Nachfolgern. Immerdar also wird die Kirche die Lehre des Heilandes rein und unverfälscht bewahren bis zum Tage des Gerichtes. Wo aber ist diese Kirche? Nur die katholische Kirche rühmt sich dessen, dass sie alles hält, was Christus befohlen. Nimm die katholische Kirche hinweg, so sind Christi Worte nicht mehr wahr, denn keine der vielen Sekten, welche sich christlich nennen, wagt es im Ernste, zu sagen, sie sei allein jene Kirche, welche alles halten lehrt, was Christus aufgetragen hat. Nun aber steht und bleibt Christi Wort und darum auch seine Kirche. Wie Matthäus am Anfange des Evangeliums in der Geschichte der Weisen aus dem Morgenlande Jesus als den Heiland aller Völker gezeigt hat, so schließt er auch mit der Aussendung der Apostel an alle Völker, damit alle des Heiles teilhaftig werden. -Lukas Lk 49 1 0 Einleitung 1, V. 1-4 I. 1,5 4,13 1. Geschichte der Kindheit Jesu 1,5 2. Verkündigung der Geburt des Vorläufers (V. 25) und der Geburt des Heilandes. (V. 38) Besuch der heil. Jungfrau bei Elisabeth. (V. 56) Geburt des heil. Johannes. (V. 66) Lobgesang des Zacharias. +Matthäus Mt 48 16 21 Exinde cpit Jesus ostendere discipulis suis, quia oporteret eum ire Jerosolymam, et multa pati a senioribus, et Scribis, et principibus sacerdotum, et occidi, et tertia die resurgere. Von dieser Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen,²⁹ dass er hingehen müsse³⁰ nach Jerusalem, und von den Ältesten und Schriftgelehrten und Hohenpriestern³¹ vieles leiden, und getötet werden, und am dritten Tage wieder auferstehen.³² +Matthäus Mt 48 16 21 29 Der Heiland sagt neun oder zehn Monate vorher sein Leiden und seine Auferstehung voraus, nachdem die Jünger ihn als wahren Gott erkannt haben. +Matthäus Mt 48 16 21 30 Nach Gottes in den Prophezeiungen offenbartem Ratschluss, wie der Heiland selbst [Mt 26,54, Lk 24,25-27, Joh 3,14] erklärt. In Jerusalem, wo das alte Gottesreich Schatten und Abbild des neuen gewesen, soll auch das messianische Reich begründet werden. +Matthäus Mt 48 16 21 31 Sie werden den Messias töten und der größere Teil des Volkes wird sich von ihm abwenden. +Matthäus Mt 48 16 21 32 Christus sagt auch seine Auferstehung voraus. Vergl. [Mk 9,31]. +Matthäus Mt 48 16 22 Et assumens eum Petrus, cpit increpare illum dicens: Absit a te, Domine: non erit tibi hoc. Und Petrus nahm ihn zu sich, und fing an,³³ es ihm zu verweisen, und sprach: Das sei ferne von dir, Herr! das wird dir nicht widerfahren.³⁴ +Matthäus Mt 48 16 22 33 Weil der Herr ihn alsbald unterbrach. +Matthäus Mt 48 16 22 34 Mit welchem Eifer redet er stets! In dem, was dem heil. Petrus offenbart war, sagte er das Rechte und irrte in dem, was ihm nicht offenbart war. (Theoph.) +Matthäus Mt 48 16 23 Qui conversus, dixit Petro: Vade post me satana, scandalum es mihi: quia non sapis ea, quæ Dei sunt, sed ea, quæ hominum. Er aber wandte sich³⁵ und sprach zu Petrus: Weiche zurück hinter mich,³⁶ Satan!³⁷ du bist mir zum Ärgernisse; denn du hast nicht Sinn für das, was Gottes ist,³⁸ sondern für das, was der Menschen ist.³⁹ [Mk 8,33] +Matthäus Mt 48 16 23 35 Wohl mit Unwillen. +Matthäus Mt 48 16 23 36 Mir aus dem Gesichte. +Matthäus Mt 48 16 23 37 Wie der Teufel [Mt 4,3-9] den Heiland von dem Wege abzulenken suchte, den der himmlische Vater ihm vorgeschrieben, um ihm einen leichteren zu raten, so hier der böse Geist dem Petrus. (Euth.) +Matthäus Mt 48 16 23 38 Du willst mich hindern, den Willen meines Vaters zu tun. +Matthäus Mt 48 16 23 39 Die Menschen halten es für etwas unwürdiges, vor anderen leiden zu müssen. Des Heilandes Werk ist göttlich, und menschliche Klugheit vermag er nicht zu erfassen. Siehe [Hebr 2,10] +Matthäus Mt 48 16 24 Tunc Jesus dixit discipulis suis: Si quis vult post me venire, abneget semetipsum, et tollat crucem suam, et sequatur me. Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn mir jemand nachfolgen will,⁴⁰ verleugne er sich selbst,⁴¹ und nehme sein Kreuz,⁴² und folge mir.⁴³ [Mt 10,38, Lk 9,23, Lk 14,27] +Matthäus Mt 48 16 24 40 Wenn der König leiden musste, was dürfen die Untertanen für sich erwarten? +Matthäus Mt 48 16 24 41 Vergl. [Gal 2,20] (Hier., Chrys.). +Matthäus Mt 48 16 24 42 Siehe [Mt 10,Anm.67]. +Matthäus Mt 48 16 24 43 So auch [Hebr 12,2-4 und 1Petr 2,21]. Die beiden vorhergehenden Glieder bilden die Nachfolge Christi. +Matthäus Mt 48 16 25 Qui enim voluerit animam suam salvam facere, perdet eam: qui autem perdiderit animam suam propter me, inveniet eam. Denn⁴⁴ wer sein Leben retten will,⁴⁵ wird es verlieren;⁴⁶ wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. [Lk 17,33, Joh 12,25] +Matthäus Mt 48 16 25 44 Um uns zur Nachfolge aufzumuntern, legt Christus drei Gründe vor: das Heil der Seele. Den Nutzen, die Sicherheit. +Matthäus Mt 48 16 25 45 Indem er Christus und die Tugend preisgibt. +Matthäus Mt 48 16 25 46 Am Gerichtstage, wie V. 27 zeigt. +Matthäus Mt 48 16 26 Quid enim prodest homini, si mundum universum lucretur, animæ vero suæ detrimentum patiatur? Aut quam dabit homo commutationem pro anima sua? Denn was nützet es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber an seiner Seele Schaden litte?⁴⁷ Oder was wird ein Mensch geben,⁴⁸ als Entgelt für seine Seele? +Matthäus Mt 48 16 26 47 Wenn er die ewige Seligkeit verlöre. +Matthäus Mt 48 16 26 48 Vielleicht könnte es nützlich sein, die ganze Welt zu gewinnen und Einbuße zu leiden an seiner Seele, wenn der Mensch seine Seele bei dem ewigen Richter auslösen könnte. +Matthäus Mt 48 16 27 Filius enim hominis venturus est in gloria Patris sui cum Angelis suis: et tunc reddet unicuique secundum opera ejus. Denn des Menschen Sohn wird in der Herrlichkeit seines Vaters⁴⁹ mit seinen Engeln kommen, und dann einem jeglichen vergelten⁵⁰ nach seinen Werken.⁵¹ [Apg 17,31, Röm 2,6] +Matthäus Mt 48 16 27 49 Die dem Vater eigen ist, also der Gottheit. Vergl. [Joh 17,5, Mt 24,30]. +Matthäus Mt 48 16 27 50 [Mt 25,31-41 und Röm 2,9.10] +Matthäus Mt 48 16 27 51 Also ist der Schaden an der Seele unwiderbringlich, denn es handelt sich nur um die Werke, doch die ganze Welt (V. 27) könnte die bösen Werke nicht zu guten machen. +Matthäus Mt 48 16 28 Amen dico vobis, sunt quidam de hic stantibus, qui non gustabunt mortem, donec videant Filium hominis venientem in regno suo. Wahrlich, ich sage euch, es sind einige von denen, die hier stehen, welche den Tod nicht kosten werden, bis sie des Menschen Sohn kommen⁵² sehen⁵³ in seinem Reiche!⁵⁴ [Mk 8,39, Lk 9,27] +Matthäus Mt 48 16 28 52 Das Folgende wird beigefügt, um anzudeuten, dass ein gewisses Kommen schon vor dem letzten Gerichte statthaben werde. Der Lohn zur Nachfolge. +Matthäus Mt 48 16 28 53 Welche schon vor ihrem Tode mich verherrlicht sehen werden. +Matthäus Mt 48 16 28 54 Welche Ankunft hier gemeint ist, darüber sind die Erklärer verschiedener Ansicht. Es ist wohl das Gericht über Tempel und Stadt durch die Zerstörung derselben gemeint. Vergl. [Mt 24,3]. +Matthäus Mt 48 17 0 Verklärung Christi. (V. 13) Heilung eines Mondsüchtigen. (V. 20) Christus sagt sein Leiden vorher und offenbart seine Macht. +Matthäus Mt 48 17 1 Et post dies sex assumpsit Jesus Petrum, et Jacobum, et Joannem fratrem ejus, et ducit illos in montem excelsum seorsum. Nach sechs Tagen¹ nahm Jesus den Petrus, Jakobus und Johannes, Bruder desselben,² zu sich, und führte³ sie allein auf einen hohen Berg.⁴ [Mk 9,1, Lk 9,28] +Matthäus Mt 48 17 1 1 Bald nach der ersten Ankündigung seines Leidens, damit die Apostel an Christi Kreuz nicht Anstoß nehmen. Nach Lukas, welcher den Tag, auf welchen die Kapitel 16 erzählten Ereignisse trafen, und der Tag des Aufsteigens auf den Berg zuzählt, sind es acht Tage. +Matthäus Mt 48 17 1 2 Diese drei Apostel ehrt Christus vor allen. Ihnen gab er besondere Namen, sie ließ er als Zeugen zu bei der Auferweckung der Tochter des Jairus und bei seinem Leiden im Garten Gethsemani. Petrus hatte seine Gottheit bekannt und war das Haupt der Apostel; Jakobus sollte einst der erste Märtyrer sein; der heil. Johannes war dem Herrn besonders lieb wegen seiner Jungfräulichkeit. +Matthäus Mt 48 17 1 3 Nach [Lk 9,28.37] scheint die Verklärung in der Nacht stattgehabt zu haben. +Matthäus Mt 48 17 1 4 Nach der Überlieferung war es der Tabor. +Matthäus Mt 48 17 2 Et transfiguratus est ante eos. Et resplenduit facies ejus sicut sol: vestimenta autem ejus facta sunt alba sicut nix. Und er ward vor ihnen verklärt;⁵ und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie der Schnee.⁶ +Matthäus Mt 48 17 2 5 Die Gestalt blieb unverändert, aber alle Linien nahmen die Farbe des herrlichen Lichtes an. (Cyr.) +Matthäus Mt 48 17 2 6 Griech: Wie Licht. Der Glanz ist das Sinnbild der himmlischen Herrlichkeit und göttlichen Majestät. Wohl hätte Christi heiliger Leib immer verherrlicht sein sollen, da seine Seele mit Gott in seliger Anschauung verbunden und seine h. Menschheit mit der Gottheit in einer Person vereinigt war, indes der Herr ließ dies, weil er in Knechtsgestalt erscheinen wollte, nicht zu. Die Verklärung des Herrn ist ein Vorbild der Klarheit, welche einst die in Gott versenkte Seele im Himmel dem Leibe mitteilt. Die Apostel sollen erkennen, dass der Heiland sich ganz freiwillig dem Leiden unterwirft. Welchen Eindruck sie von diesem Ereignisse mit sich nahmen, siehe [2Petr 1,16-18]. +Matthäus Mt 48 17 3 Et ecce apparuerunt illis Moyses, et Elias cum eo loquentes. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und Elias, die mit ihm redeten.⁷ +Matthäus Mt 48 17 3 7 Was der Herr den Pharisäern und Sadducäern um ihres hartnäckigen Unglaubens willen versagt hat, ein Zeichen vom Himmel, gewährt er den Aposteln. Wie die Verklärung die Gottheit Christi bewies, welche der heil. Petrus vor wenigen Tagen bekannt, so traten Moses und Elias als Zeugen für seine messianische Würde auf. Sie vertreten das Gesetz und die Propheten, welche den Messias vorherverkündet und auf ihn vorbereitet haben. Moses Gegenwart bezeugt, dass Christus nicht gekommen ist, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen; Elias, des Eiferes für die Ehre Gottes, dass alle Erhabenheit des A. B. auf Christi Verkündigung abzielt. Elias kommt von dem Orte, an den Gott ihn versetzt hat, Moses aus der Vorhölle; Elias, der noch nicht gestorben ist, erscheint im eigenen Leibe, Moses in einem Scheinleibe, wie die Engel (Thom.). Wie die Apostel sie erkannten, gibt das Evangelium nicht an. Worüber Christus mit ihnen sprach, sagt [Lk 9,31]: über sein Leiden. Was die Apostel vor wenigen Tagen vom Heilande gehört und was ihnen des Herrn so unwürdig schien, wiederholen jetzt die Männer Gottes. Vergl. [Lk 22,44] So lernen die Jünger, was Christi Leiden bei Gott gilt. +Matthäus Mt 48 17 4 Respondens autem Petrus, dixit ad Jesum: Domine, bonum est nos hic esse: si vis, faciamus hic tria tabernacula, tibi unum, Moysi unum, et Eliæ unum. Petrus aber nahm das Wort und sprach zu Jesus:⁸ Herr! hier ist gut sein für uns; wenn du willst, so möchten wir hier drei Hütten bauen, dir eine, dem Moses eine, und dem Elias eine. +Matthäus Mt 48 17 4 8 Petrus sieht, dass die Vertreter des A. B. Jesus verlassen wollen. Wenn der heilige Apostel von der Verklärung Christi so beseligt wird, dass er auf immer eine Süßigkeit, die sie gewährt, genießen möchte, wie unbeschreiblich groß wird da die Seligkeit des Himmels sein! +Matthäus Mt 48 17 5 Adhuc eo loquente, ecce nubes lucida obumbravit eos. Et ecce vox de nube, dicens. Hic est Filius meus dilectus, in quo mihi bene complacui: ipsum audite. Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke.⁹ Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an welchem ich mein Wohlgefallen habe; ihn sollt ihr hören.¹⁰ +Matthäus Mt 48 17 5 9 Durch die Wolke pflegte Gott im A. T. seine Gegenwart kundzugeben. [Ex 16,10, 2Sam 8,10 u. a. Q.]. Diese Wolke ist glanzumstrahlt und entzieht den Heiland, Moses und Elias den Augen der Apostel. Von neuem wird durch ein göttliches Zeugnis das Bekenntnis des heiligen Petrus [Mt 16,16] bestätigt. Vergl. [2Petr 1,17]. Über die Worte siehe [Mt 3,17]. +Matthäus Mt 48 17 5 10 Besonders in dem, was er euch über sein Leiden und seine Auferstehung gesagt hat [Mt 16,24-26]. Was Gott einst betreffs der Propheten vorgeschrieben [Dtn 18,15], befiehlt er jetzt hinsichtlich des Hauptes der Propheten. Vergl. [Apg 3,22] +Matthäus Mt 48 17 6 Et audientes discipuli ceciderunt in faciem suam, et timuerunt valde. Als die Jünger dies hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.¹¹ +Matthäus Mt 48 17 6 11 Himmlische Erscheinungen pflegen die Menschen mit Schrecken zu erfüllen. Siehe [Jes 6,5, Ez 2,1, Dan 7,15, Dan 10,8, Lk 1,29] +Matthäus Mt 48 17 7 Et accessit Jesus, et tetigit eos: dixitque eis: Surgite, et nolite timere. Und Jesus trat hinzu, berührte sie, und sprach zu ihnen: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! +Matthäus Mt 48 17 8 Levantes autem oculos suos, neminem viderunt, nisi solum Jesum. Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. +Matthäus Mt 48 17 9 Et descendentibus illis de monte, præcepit eis Jesus, dicens: Nemini dixeritis visionem, donec Filius hominis a mortuis resurgat. Und während sie von dem Berge herabstiegen, befahl ihnen Jesus und sprach: Sprechet zu niemand von dieser Erscheinung, bis der Sohn des Menschen von den Toten auferstanden ist.¹² +Matthäus Mt 48 17 9 12 Wie Christus [Mt 16,20] es den Aposteln untersagte zu verkünden, dass er Gottes Sohn ist, so ergeht hier ein gleiches Verbot, bis das Werk der Erlösung vollbracht, die Kirche gegründet und damit die Zeit gekommen ist, alle Geheimnisse des Lebens Christi öffentlich zu verkünden. +Matthäus Mt 48 17 10 Et interrogaverunt eum discipuli, dicentes: Quid ergo Scribæ dicunt quod Eliam oporteat primum venire? Da fragten ihn die Jünger und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse zuvor kommen?¹³ [Mk 9,10] +Matthäus Mt 48 17 10 13 Die Apostel haben die Worte Christi: von den Toten auferstehen, wohl dahin verstanden, dass Jesus in seiner Herrlichkeit kommen wird, und nahmen an, dass diese Ankunft des Herrn bald bevorstehe. Soll Elias dem Volke predigen, weshalb verließ er den Herrn so bald? Und wenn er nicht kommt, warum lehren die Schriftgelehrten denn seine Ankunft? +Matthäus Mt 48 17 11 At ille respondens, ait eis: Elias quidem venturus est, et restituet omnia. Er aber antwortete und sprach zu ihnen:¹⁴ Elias wird zwar kommen und wird alles wieder herstellen;¹⁵ +Matthäus Mt 48 17 11 14 Der Heiland belehrt die Apostel über seine erste und zweite Ankunft. +Matthäus Mt 48 17 11 15 Wird alles Verkehrte bessern [Mal 4,5.6] und die Juden zu Gott zurückführen. [Röm 11,25] Wie [Mal 3,1 und Mal 4,5] von einem doppelten Tage des Herrn und von zwei Vorläufern spricht, so auch der Heiland, indem er sagt, Elias werde kommen, und das Vorbild des Elias sei schon gekommen und habe die erste Ankunft des Messias verkündet (Chrys., Aug.) Über das Verhalten der Pharisäer gegen den ersten Vorboten Christi siehe [Mt 11,16]. +Matthäus Mt 48 17 12 Dico autem vobis, quia Elias jam venit, et non cognoverunt eum, sed fecerunt in eo quæcumque voluerunt. Sic et Filius hominis passurus est ab eis. ich sage euch aber, dass Elias schon gekommen ist, und sie erkannten ihn nicht, sondern taten an ihm, was sie nur wollten. So¹⁶ wird auch der Menschensohn zu leiden haben von ihnen. [Mt 11,14, Mt 14,10] +Matthäus Mt 48 17 12 16 Der Tod des heil. Johannes ist eine Vorbedeutung des Todes Christi. Siehe [Mt 14,1]. +Matthäus Mt 48 17 13 Tunc intellexerunt discipuli, quia de Joanne Baptista dixisset eis. Da verstanden¹⁷ die Jünger, dass er von Johannes, dem Täufer, zu ihnen gesprochen habe. +Matthäus Mt 48 17 13 17 Nach dem V. 12 gesagten. +Matthäus Mt 48 17 14 Et cum venisset ad turbam, accessit ad eum homo genibus provolutus ante eum, dicens: Domine, miserere filio meo, quia lunaticus est, et male patitur: nam sæpe cadit in ignem, et crebro in aquam. Und als er zum Volke gekommen war,¹⁸ trat ein Mann zu ihm, fiel vor ihm auf die Kniee,¹⁹ und sprach: Herr! erbarme dich meines Sohnes, denn er ist mondsüchtig, und wird übel geplagt; oft nämlich fällt er in das Feuer, und oft in das Wasser.²⁰ [Mk 9,16, Lk 9,38] +Matthäus Mt 48 17 14 18 Am anderen Tage nach [Lk 9,37]. Auf dem Gipfel des Berges hat Christus seine Herrlichkeit geoffenbart, am Fuße übt der böse Geist seine Herrschaft aus über einen armen Knaben und weicht nicht einmal den Jüngern Christi. +Matthäus Mt 48 17 14 19 Welche Demut und welch großer Eifer! +Matthäus Mt 48 17 14 20 Ein Epileptiker, der zugleich besessen ist. Der böse Geist mehrt den Einfluss der Krankheit. +Matthäus Mt 48 17 15 Et obtuli eum discipulis tuis, et non potuerunt curare eum. Ich brachte ihn zu deinen Jüngern, und sie vermochten nicht, ihn zu heilen.²¹ +Matthäus Mt 48 17 15 21 Die neun Jünger, welche Christus am Fuße des Berges zurückgelassen. Er wusste also, dass die Jünger des Herrn mehrfach Krankenheilungen vorgenommen. Wie [Mt 10,8]. +Matthäus Mt 48 17 16 Respondens autem Jesus, ait: O generatio incredula, et perversa, quousque ero vobiscum? usquequo patiar vos? Afferte huc illum ad me. Jesus aber antwortete, und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange werde ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen?²² Bringet ihn hierher zu mir! +Matthäus Mt 48 17 16 22 Die Pharisäer benutzen die Gelegenheit, gegen den Heiland zu reden. [Mk 9,13] Jesus tadelt das Volk, den Vater und die Apostel. (Pasch.) Das Volk, weil es nach so vielen Wundern noch den Verleumdern sein Ohr leiht, den Vater, weil sein Glaube nicht groß genug ist, die Jünger, weil auch in ihr Herz des Herrn Worte noch nicht tief genug eingedrungen sind. Der Heiland zeigt durch diesen Verweis, wie sehr ihm ihr Heil am Herzen liegt. Alsdann vollbringt er die Heilung, um alle zum vollkommenen Glauben zu führen. +Matthäus Mt 48 17 17 Et increpavit illum Jesus, et exiit ab eo dæmonium, et curatus est puer ex illa hora. Und Jesus bedrohte ihn,²³ und der böse Geist fuhr aus von ihm, und von derselben Stunde an war der Knabe geheilt. +Matthäus Mt 48 17 17 23 Den bösen Geist. [Mk 9,24, Lk 9,43] +Matthäus Mt 48 17 18 Tunc accesserunt discipuli ad Jesum secreto, et dixerunt: Quare nos non potuimus ejicere illum? Da traten die Jünger allein²⁴ zu Jesus herzu, und sprachen: Warum vermochten wir ihn nicht auszutreiben? +Matthäus Mt 48 17 18 24 Sie sind beschämt, die Demütigung macht sie geeignet, die Mahnung des Heilandes in ihr Herz aufzunehmen. +Matthäus Mt 48 17 19 Dixit illis Jesus: Propter incredulitatem vestram. Amen quippe dico vobis, si habueritis fidem, sicut granum sinapis, dicetis monti huic, Transi hinc illuc, et transibit, et nihil impossibile erit vobis. Jesus sprach zu ihnen: Wegen eures Unglaubens.²⁵ Denn wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habet wie ein Senfkörnlein,²⁶ so könnt ihr zu diesem Berge sagen: Geh von da hinweg dorthin! Und er wird hinweggehen, und nichts wird euch unmöglich sein.²⁷ [Lk 17,6] +Matthäus Mt 48 17 19 25 Wegen der Schwäche eures Glaubens. Der böse Geist hatte wohl derart getobt, dass sie sich fürchteten, wagt er doch auch in Christi Gegenwart zu wüten +Matthäus Mt 48 17 19 26 Ein kleines Samenkorn. Vergl. [1Kor 1,25], Wenn der Glaube auch so klein ist wie dieses, vermag er doch das Größte, vermag er selbst Berge zu versetzen. (Hil., Chrys.) Aus dem Glauben, der sich auf Gottes Allmacht und Wahrhaftigkeit stützt, muss das Vertrauen hervorwachsen, dass Gott im gegebenen Falle selbst ein Wunder wirken werde. Den Weg zu diesem Vertrauen zeigt der Heiland im folgenden Verse. +Matthäus Mt 48 17 19 27 Christus steht zu den Füßen eines hohen Berges. So macht sein Wort noch mehr Eindruck. Die Redeweise ist wohl eine sprichwörtliche. Der Berg bedeutet jedes große Hindernis, wie [Sach 4,7]. +Matthäus Mt 48 17 20 Hoc autem genus non ejicitur nisi per orationem, et jejunium. Diese Gattung aber wird nicht ausgetrieben, es sei denn durch Gebet und Fasten.²⁸ +Matthäus Mt 48 17 20 28 Die schlimmste Art. So wollte es Gott, aber die Bosheit dieser Teufel erforderte ein solches Mittel oder die Herzensbeschaffenheit des Besessenen war eine ungeeignete. [Apg 16,18] werden andere böse Geister durch das bloße Geheiß ausgetrieben. Ebenso [Lk 10,17] u. a. Durch das Gebet wird das Herz mit Gott verbunden, erkennt ihn besser und gewinnt höheres Vertrauen. Dem Gebete hat Gott zudem Erhörung verheißen [Mt 7,7-11], und gut ist das Gebet mit Fasten. [Tob 12,8, Dan 9,3] Der Glaube ist oft länger zu üben und durch die Bußwerke gleichsam zu stärken, wie auch das Gebet anhalten muss. +Matthäus Mt 48 17 21 Conversantibus autem eis in Galilæa, dixit illis Jesus: Filius hominis tradendus est in manus hominum: Als sie nun in Galiläa umherwanderten, sprach Jesus zu ihnen:²⁹ Es steht bevor, dass der Menschensohn in die Hände³⁰ der Menschen überliefert wird. [Mt 20,18, Mk 9,30, Lk 9,44] +Matthäus Mt 48 17 21 29 Als guter Lehrer will der Heiland die Apostel immer mehr an den Gedanken gewöhnen, dass er leiden müsse, aber zugleich den Anstoß des Kreuzes beseitigen. [Mt 16,22] +Matthäus Mt 48 17 21 30 Der Sohn Gottes wird der Willkür der sterblichen Menschen überliefert werden. +Matthäus Mt 48 17 22 Et occident eum, et tertia die resurget. Et contristati sunt vehementer. Und sie werden ihn töten; und am dritten Tage wird er auferstehen. Da wurden sie sehr betrübt.³¹ +Matthäus Mt 48 17 22 31 Die Betrübnis ist ein Fortschritt gegen [Mt 16,22]. Die Jünger verstanden nicht, wie das, was sie von dem Herrn glaubten, mit seinem Leiden zu vereinbaren war. +Matthäus Mt 48 17 23 Et cum venissent Capharnaum, accesserunt qui didrachma accipiebant, ad Petrum, et dixerunt ei: Magister vester non solvit didrachma? Und als sie nach Kapharnaum gekommen waren,³² traten die Einnehmer der Doppeldrachme zu Petrus und sprachen zu ihm: Bezahlt euer Meister nicht die Doppeldrachme?³³ +Matthäus Mt 48 17 23 32 An die Ankündigung des Todes wird als Gegengewicht die Offenbarung seiner erhabenen Würde angefügt. +Matthäus Mt 48 17 23 33 Eine Doppeldrachme = eine halbe Sikel (1,25 Mark). Jeder über 20 Jahre alte Israelit musste [Neh 10,33 ein Drittel], später einen halben Sikel als Tempelsteuer, als Abgabe an Gott entrichten. Die Einnehmer wenden sich an Petrus, weil sie vor dem Herrn zu große Ehrfurcht haben, um von ihm den Zoll einzufordern. Ob sie die Frage stellen, um Christus zu versuchen oder aber um auf freundlichere Weise die Abgabe einzuziehen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Da Christus ihnen keinen Anstoß geben will, ist das Letztere wahrscheinlicher. +Matthäus Mt 48 17 24 Ait: Etiam, Et cum intrasset in domum, prævenit eum Jesus, dicens: Quid tibi videtur Simon? Reges terræ a quibus accipiunt tributum vel censum? a filiis suis, an ab alienis? Er sprach: Ja. Als er nun in das Haus getreten war, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünket dir, Simon! Von wem nehmen die Könige der Erde Zoll oder Steuer? Von ihren Söhnen, oder von den Fremden?³⁴ +Matthäus Mt 48 17 24 34 Durch die Form der Frage ist angedeutet, dass der heil. Petrus voreilig gehandelt hat. Der Apostel ersieht aus der Frage, dass Christus alles weiß, was gesprochen wurde. Jesus umfasst alles, um dem heil. Petrus das in's Gedächtnis zurückzurufen, was dieser vor einigen Tagen von ihm bekannt [Mt 16,16] und in seiner Antwort außer acht gelassen hat. +Matthäus Mt 48 17 25 Et ille dixit: Ab alienis. Dixit illi Jesus: Ergo liberi sunt filii. Und er sprach: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: Mithin sind die Söhne frei.³⁵ +Matthäus Mt 48 17 25 35 Also bin auch noch vielmehr ich, Sohn des ewigen Königs, frei von der Tempelabgabe (Chrys., Hil., Hier.). Da der Herr indes seine Würde noch nicht öffentlich verkünden will, zahlt er die Abgabe, damit es nicht den Anschein habe, als ob er die alte Gewohnheit gering schätze und den Tempel verachte. +Matthäus Mt 48 17 26 Ut autem non scandalizemus eos, vade ad mare, et mitte hamum: et eum piscem, qui primus ascenderit, tolle, et aperto ore ejus, invenies staterem: illum sumens, da eis pro me, et te. Damit wir³⁶ sie aber nicht ärgern,³⁷ so geh hin an das Meer, und wirf die Angel aus, und den Fisch, der zuerst heraufkommt, ergreife; und wenn du ihm den Mund öffnest, wirst du einen Stater³⁸ finden; diesen nimm, und gib ihnen für mich und dich.³⁹ +Matthäus Mt 48 17 26 36 Die Mehrzahl bedeutet wohl, dass der Heiland auch den heil. Petrus in die Befreiung einschließt, weil es für ihn, den Grundstein des neutestamentlichen Reiches, nicht geziemend war, die Steuer des A. T. zu zahlen, das ja nur der Schatten des Neuen ist. Das Verhalten Christi lehrt, dass es nicht angezeigt ist, zu jeder Zeit von seinem Rechte Gebrauch zu machen ohne Rücksicht auf etwa entstehendes Ärgernis. +Matthäus Mt 48 17 26 37 Der Heiland zahlt die Abgabe, aber durch die Art, wie er sie gibt, zeigt er, wer er ist. +Matthäus Mt 48 17 26 38 Ein Sikel oder vier Drachmen also etwa 270 Pfen. +Matthäus Mt 48 17 26 39 Petri Gehorsam ist ein Bekenntnis seines Glaubens an Christi Gottheit. Diesen Glauben zu festigen, tut Christus ein Wunder, da das Geld sonst nicht zur Hand ist. Petrus ist wieder der Bevorzugte. (Chrys.) Beachte Christi Armut, milde Fürsorge, Sanftmut in der Zurechtweisung. (Thom.) +Matthäus Mt 48 18 0 5. Christus belehrt seine Jünger über das Apostelamt. [Mt 20, Mt 28] Die Demut und die Obsorge für die Kinder. (V. 14) Vollmacht über die Sünder. (V. 20) Wie oft muss man vergeben? +Matthäus Mt 48 18 1 In illa hora accesserunt discipuli ad Jesum, dicentes: Quis putas, major est in regno clorum? In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl¹ der Größte im Himmelreiche? [Mk 9,33, Lk 9,46] +Matthäus Mt 48 18 1 1 Griech.: also. Die Geschichte fällt wohl vor die Bezahlung der Tempelabgabe. Warum fragen die Jünger? War [Mt 16,18] nicht klar genug? Gewiss, deshalb fragen sie auch nicht, ob Petrus der größte sei, sondern allgemein. (Chrys.) +Matthäus Mt 48 18 2 Et advocans Jesus parvulum, statuit eum in medio eorum, Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie,² [Mt 19,14] +Matthäus Mt 48 18 2 2 Christus will nicht allein durch Worte lehren, sondern auch durch Taten, wie die Propheten. +Matthäus Mt 48 18 3 Et dixit: Amen dico vobis, nisi conversi fueritis, et efficiamini sicut parvuli, non intrabitis in regnum clorum. und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr euch nicht bekehret und nicht werdet wie die Kinder,³ werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen!⁴ [1Kor 14,20] +Matthäus Mt 48 18 3 3 Ohne Ehrgeiz, einfach und den Kindern ähnlich. In der Tat, um zur Kirche zu gehören, müssen wir glauben. Wie kann der Glaube aber bestehen ohne Demut? Um in der Kirche zu verbleiben, ist die Demut des Gehorsams notwendig. Vergl. [1Kor 3,18, 2Kor 10,5]. +Matthäus Mt 48 18 3 4 Siehe da das Vorbild für alle, die Christus angehören wollen. +Matthäus Mt 48 18 4 Quicumque ergo humiliaverit se sicut parvulus iste, hic est major in regno clorum. Wer also immer sich verdemütigt wie dieses Kind, der ist der Größere im Himmelreiche.⁵ +Matthäus Mt 48 18 4 5 Ist Kindesdemut vor allem notwendig, um ein wahres Gotteskind zu sein, so folgt daraus, dass jeder um so größer ist, je demütiger er ist. +Matthäus Mt 48 18 5 Et qui susceperit unum parvulum talem in nomine meo, me suscipit. Und⁶ wer ein einziges solches Kind⁷ in meinem Namen⁸ aufnimmt,⁹ nimmt mich auf.¹⁰ +Matthäus Mt 48 18 5 6 Um noch weiter zur Nachahmung der Kinder aufzumuntern, zeigt der Herr, wie teuer ihm die Kinder sind. +Matthäus Mt 48 18 5 7 Die Kinder bedürfen besonders der Hilfe, um die ihnen gewidmeten Dienste bringen nicht Ruhm, noch Ehre. Das gleiche gilt betreffs derer, welche von den Menschen geringgeschätzt werden und der Fürsorge bedürfen. +Matthäus Mt 48 18 5 8 Name steht für Person: Wer einen solchen aufnimmt um meinetwillen. +Matthäus Mt 48 18 5 9 Ein Wohlwollen irgend welcher Art beweist durch Sorge für Leib oder Seele. +Matthäus Mt 48 18 5 10 Vergl. [Mt 25,40]. +Matthäus Mt 48 18 6 Qui autem scandalizaverit unum de pusillis istis, qui in me credunt, expedit ei ut suspendatur mola asinaria in collo ejus, et demergatur in profundum maris. Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben,¹¹ Ärgernis gibt,¹² dem gebührt es, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er in die Tiefe des Meeres versenkt werde.¹³ [Mk 9,41, Lk 17,2] +Matthäus Mt 48 18 6 11 Wie sehr dem Heilande diese Sorge am Herzen liegt, zeigt die strenge Strafe. +Matthäus Mt 48 18 6 12 Ursache zum Fallen bieten. +Matthäus Mt 48 18 6 13 Kleine Mühlsteine wurden mit der Hand, größere durch einen Esel in Bewegung gesetzt. Wer Ärgernis gibt, soll, um sicher unterzugehen, mit dem schweren Steine belastet und da in's Meer geworfen werden, wo es am tiefsten ist. Diese Todesart war bei den Juden nicht gewöhnlich, also weist die außerordentliche Strafe auf die Schwere des Verbrechens hin, da die Art der Todesstrafe im A. T. eine solche anzudeuten pflegte. Ähnlich hat der Heiland [Mt 5,22] gesprochen. +Matthäus Mt 48 18 7 Væ mundo a scandalis. Necesse est enim ut veniant scandala: verumtamen væ homini illi, per quem scandalum venit. Wehe der Welt wegen der Ärgernisse!¹⁴ Denn es ist notwendig,¹⁵ dass Ärgernisse kommen, wehe aber dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt! +Matthäus Mt 48 18 7 14 Der Heiland beklagt es, dass die Welt so viel zum Bösen versucht und mahnt zur Wachsamkeit. +Matthäus Mt 48 18 7 15 In dem durch die Sünde herbeigeführten Stande der Menschheit steht dies ganz sicher bevor. +Matthäus Mt 48 18 8 Si autem manus tua, vel pes tuus scandalizat te: abscide eum, et projice abs te: bonum tibi est ad vitam ingredi debilem, vel claudum, quam duas manus, vel duos pedes habentem mitti in ignem æternum. Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert,¹⁶ so haue sie ab, und wirf sie von dir; es ist dir besser, dass du verkrüppelt oder lahm in das Leben eingehst, als zwei Hände oder zwei Füße zu haben, und in das ewige Feuer geworfen zu werden. [Mt 5,30, Mk 9,42] +Matthäus Mt 48 18 8 16 Wie oben [Mt 5,29.30]. Wie sehr müssen wir besorgt sein, ein so strafwürdiges Übel zu meiden! +Matthäus Mt 48 18 9 Et si oculus tuus scandalizat te, erue eum, et projice abs te: bonum tibi est cum uno oculo in vitam intrare, quam duos oculos habentem mitti in gehennam ignis. Und wenn dein Auge dich ärgert, so reiß es aus, und wirf es von dir; es ist dir besser, mit einem Auge in das Leben einzugehen, als zwei Augen zu haben, und in das höllische Feuer geworfen zu werden. +Matthäus Mt 48 18 10 Videte ne contemnatis unum ex his pusillis: dico enim vobis, quia Angeli eorum in clis semper vident faciem Patris mei, qui in clis est. Sehet zu, dass ihr nicht eines von diesen Kleinen verachtet;¹⁷ denn ich sage euch,¹⁸ ihre Engel im Himmel schauen immerfort das Angesicht meines Vaters, welcher im Himmel ist. [Ps 33,8] +Matthäus Mt 48 18 10 17 Für nichts achtet. +Matthäus Mt 48 18 10 18 Erster Grund. Wer von Gott würdig geachtet wird, einen Engel zum Schutze zu erhalten, darf von Menschen nicht für Nichts geachtet werden. Die Engel sind selig in der Anschauung Gottes und wünschen auch die ihnen zum Schutze übergebenen Seelen zu gleichem Glücke zu führen. Aus dem A. T. steht fest, dass Völker und Provinzen ihren Schutzengel haben [Ex 23,20, 1Kön 19,5, Tob 3,25, Jdt 13,20, Ps 90,11, Dan 3,49, Ex 11,6]. Aus vorstehender Stelle geht hervor, dass einem jeden Menschen ein Schutzengel zur Seite steht (Chrys.). +Matthäus Mt 48 18 11 Venit enim Filius hominis salvare quod perierat. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu retten, was verloren war.¹⁹ [Lk 19,10] +Matthäus Mt 48 18 11 19 Zweiter Grund. Christus will erlösen und bewahren, was ohne ihn verloren ginge. Wer die Kleinen für nichts achtet, hindert dies Werk Christi. +Matthäus Mt 48 18 12 Quid vobis videtur? si fuerint alicui centum oves, et erraverit una ex eis: nonne relinquit nonaginta novem in montibus, et vadit quærere eam, quæ erravit? Was dünket euch? Wenn jemand hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, und gehet hin, das verirrte zu suchen?²⁰ [Lk 15,4] +Matthäus Mt 48 18 12 20 Was also ziemt einem Seelenhirten? +Matthäus Mt 48 18 13 Et si contigerit ut inveniat eam: amen dico vobis, quia gaudet super eam magis quam super nonaginta novem, quæ non erraverunt. Und wenn es sich trifft, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freuet sich mehr über dasselbe als über die neunundneunzig, welche nicht irre gegangen sind!²¹ +Matthäus Mt 48 18 13 21 Das Gleichnis soll lehren, die Kleinen nicht zu verachten. +Matthäus Mt 48 18 14 Sic non est voluntas ante Patrem vestrum, qui in clis est, ut pereat unus de pusillis istis. Also ist es nicht der Wille eures Vaters, der im Himmel ist,²² dass eines von diesen Kleinen verloren gehe. +Matthäus Mt 48 18 14 22 Das Beispiel des himmlischen Vaters muss die Apostel aufmuntern. +Matthäus Mt 48 18 15 Si autem peccaverit in te frater tuus, vade, et corripe eum inter te, et ipsum solum: si te audierit, lucratus eris fratrem tuum. Wenn aber dein Bruder²³ wider dich²⁴ gesündiget hat, so gehe hin, und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein.²⁵ Wenn er auf dich hört,²⁶ so hast du deinen Bruder gewonnen;²⁷ [Lk 17,3, Jak 5,19] +Matthäus Mt 48 18 15 23 Dieser Name allein schon weckt den Willen, dem Nächsten zu helfen. Da im Folgenden von der Kirche die Rede ist, spricht der Heiland von denen, welche zu ihr gehören. +Matthäus Mt 48 18 15 24 Nach dem heil. Pasch. fehlt dieser Zusatz in vielen Handschriften und die meisten Ausleger lassen ihn mit Recht unberücksichtigt, da die folgenden Worte Christi für jede Sünde Geltung haben. Da das Gebot positiv ist, verbindet es zu seiner Beobachtung nicht in jedem Augenblicke, sondern unter bestimmten Bedingungen, welche die christliche Sittenlehre nachweist. +Matthäus Mt 48 18 15 25 Mancher verliert alle Scheu vor dem Bösen, wenn sein Vergehen kund wird (Chrys., Thom.). Wir müssen bestrebt sein, nicht zu beschämen, sondern zu bessern. (Aug.) +Matthäus Mt 48 18 15 26 Wenn er dir folgt. +Matthäus Mt 48 18 15 27 Dem Heile seiner Seele. Des Bruders Rettung soll uns als eigener Gewinn erscheinen (Hier., Pasch., Thom.). +Matthäus Mt 48 18 16 Si autem te non audierit, adhibe tecum adhuc unum, vel duos, ut in ore duorum, vel trium testium stet omne verbum. wenn er aber nicht auf dich hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage zweier oder dreier Zeugen feststehe.²⁸ [Joh 8,17, 2Kor 13,1, Hebr 10,28] +Matthäus Mt 48 18 16 28 Da es sich darum handelt, den Bruder Gott wieder zu gewinnen und das Heil seiner Seele zu wirken, sollen wir nicht nach dem ersten Versuche alsbald abstehen. Warum zwei oder drei, siehe [Dtn 19,5]. Er soll leichter überredet werden durch so viele, die bezeugen, dass er gesündigt hat, und wirksamer durch sie zur Besserung angeregt werden. +Matthäus Mt 48 18 17 Quod si non audierit eos: dic Ecclesiæ: si autem Ecclesiam non audierit: sit tibi sicut ethnicus, et publicanus. Wenn er auch auf diese nicht hört, so sage es der Kirche;²⁹ wenn er aber auf die Kirche³⁰ nicht hört, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner.³¹ [2Thess 3,14] +Matthäus Mt 48 18 17 29 Es handelt sich um eine schwere Versündigung, welche anderen zugleich zum Anstoß gereicht. +Matthäus Mt 48 18 17 30 Die Vorsteher der Kirche (Chrys., Euth., Theoph.). Auch in der Synagoge gehörte die Gewalt, unwürdige Mitglieder auszuschließen, den Vorstehern zu, so dass Christus, wenn er eine Demokratie hätte schaffen wollen, dies unbedingt sagen musste. +Matthäus Mt 48 18 17 31 Die Gemeinschaft mit Heiden und Zöllnern befleckte nach der Meinung der Juden, deshalb waren jene von der Synagoge ausgeschlossen, und Juden, welche ein Zollamt übernahmen, wurden aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Ein solcher Mensch soll nicht andere mit seinem Gifte anstecken und kommt durch diese Maßregel leichter zur Besinnung und Umkehr. Vergl. [1Kor 5,5, 1Kor 6,13, 2Kor 2,6.7] Die Strafe der Exkommunikation hat also im Heiland ihren Urheber. +Matthäus Mt 48 18 18 Amen dico vobis, quæcumque alligaveritis super terram, erunt ligata et in clo: et quæcumque solveritis super terram, erunt soluta et in clo. Wahrlich, ich sage euch,³² was ihr immer auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein; und was ihr³³ immer auf Erden lösen werdet,³⁴ wird auch im Himmel gelöst sein!³⁵ [Joh 20,23] +Matthäus Mt 48 18 18 32 Gemeint sind die Apostel, denn euch bezieht sich auf die Gegenwärtigen, im Gegensatze zu dem allgemeinen: Du, dich, dein (V. 15ff). +Matthäus Mt 48 18 18 33 Wie Petrus, das Haupt der Kirche, [Mt 16,18] eine göttliche Vollmacht erhalten, so hier die übrigen Apostel. Durch die den Aposteln verliehene Gewalt wird aber die dem heil. Petrus gemachte Verheißung nicht widerrufen. Da dem heil. Petrus die Oberleitung der Kirche und die höchste Gewalt verheißen wurde, so ist die den Aposteln verliehene Gewalt jener untergeordnet. Da aber die Kirche Christi sich über die ganze Erde verbreiten soll, kann einer nicht alles richten, sondern bedarf der Mithelfer. +Matthäus Mt 48 18 18 34 Siehe zu [Mt 16,9]. +Matthäus Mt 48 18 18 35 Ein Sünder wird den Hirten der Kirche angezeigt. Diese schreiben bestimmte Mittel vor, das Ärgernis zu heben, und dem Sünder liegt die Pflicht ob, zu gehorchen. Weigert er sich, so wird er als ein faules Glied abgeschnitten und hinausgeworfen. Befehl und Strafe sind im Himmel bestätigt. Wer gehorcht, wird von der Sünde gelöst und mit Gott versöhnt. Da Gott diese Lösung genehm hält, haben die Apostel also die Gewalt, Sünden zu vergeben. +Matthäus Mt 48 18 19 Iterum dico vobis, quia si duo ex vobis consenserint super terram, de omni re quamcumque petierint, fiet illis a Patre meo, qui in clis est. Abermals sage ich euch: Wenn zwei aus euch³⁶ auf Erden eines Sinnes sein werden über was immer für eine Sache, um die sie bitten wollen, so wird sie ihnen von meinem Vater, der im Himmel ist, zuteil werden.³⁷ +Matthäus Mt 48 18 19 36 Dieselben wie V. 18, die Apostel. Da aber der V. 20 angegebene Grund allgemein ist, gilt diese Verheißung nicht für die Vorsteher allein. +Matthäus Mt 48 18 19 37 Wenn zwei alles von Gott erlangen, um was sie bitten, wie viel mehr wird er das Urteil der Kirche billigen, besonders wenn ein allgemeines Konzil über den Glauben oder die Sitten oder über die Leitung der Kirche eine Entscheidung trifft (Greg.). +Matthäus Mt 48 18 20 Ubi enim sunt duo, vel tres congregati in nomine meo, ibi sum in medio eorum. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen,³⁸ dort bin ich mitten unter ihnen.³⁹ +Matthäus Mt 48 18 20 38 Dem Ziele gemäß, das Christus wünscht und erstrebt. +Matthäus Mt 48 18 20 39 Durch besondere Gnade und zugleich zu ihren Gebeten mein Ansehen hinzufügend, so denselben bei dem Vater neue Wirksamkeit verleihend. Vergl. [Röm 8,26]. Weshalb also bleiben viele Gebete ohne Erhörung? Wir bitten entweder nicht um das Rechte oder nicht auf die rechte Weise (Chrys.). +Matthäus Mt 48 18 21 Tunc accedens Petrus ad eum, dixit: Domine quoties peccabit in me frater meus, et dimittam ei? usque septies? Alsdann trat Petrus zu ihm und sprach:⁴⁰ Herr! wie oft soll ich meinem Bruder vergeben,⁴¹ wenn er wider mich sündigt? Bis zu sieben Malen?⁴² [Lk 17,4] +Matthäus Mt 48 18 21 40 Petrus ist wohl durch das V. 15 Gesagte zu dieser Frage veranlasst. +Matthäus Mt 48 18 21 41 Die Aufnahme eines Bruders, der Buße tut. +Matthäus Mt 48 18 21 42 Der heil. Petrus glaubt etwas Großes zu sagen. Die Rabbiner folgerten bisweilen aus [Am 2,4 und Ijob 33,29], man müsse dreimal verzeihen. Die Zahl 7 wählt der heil. Petrus vielleicht, weil sie in der heil. Schrift so häufig als besonders, bedeutungsvoll empfohlen wird. +Matthäus Mt 48 18 22 Dicit illi Jesus: Non dico tibi usque septies: sed usque septuagies septies. Jesus sprach zu ihm: Nicht sage ich dir: Bis zu sieben Malen, sondern bis zu siebenzigmal sieben Malen.⁴³ +Matthäus Mt 48 18 22 43 Ohne Maß und Zahl. +Matthäus Mt 48 18 23 Ideo assimilatum est regnum clorum homini regi, qui voluit rationem ponere cum servis suis. Darum⁴⁴ ist das Himmelreich einem Könige⁴⁵ gleich, der mit seinen Knechten Abrechnung halten wollte. +Matthäus Mt 48 18 23 44 Deine Barmherzigkeit ist stets gering, wenn du Gottes Güte erwägst, die deine Zuflucht sei, wenn er dich richtet (Chrys.). +Matthäus Mt 48 18 23 45 Einen irdischen Könige im Gegensatz zu Gott. +Matthäus Mt 48 18 24 Et cum cpisset rationem ponere, oblatus est ei unus, qui debebat ei decem millia talenta. Und als er angefangen zu rechnen, wurde ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente schuldig war.⁴⁶ +Matthäus Mt 48 18 24 46 Vielleicht ist dieser Diener des Königs Vorsteher einer Provinz, der die Steuern für mehrere Jahre zu zahlen hatte. Ein attisches Talent zählte damals 6000 Drachmen, mithin betrug die ganze Summe etwa 45 Mill. Mark. Sind hebräische Talente zu verstehen (nach denen man aber damals nicht rechnete), so beträgt die Schuld das Doppelte. Wie schwer wiegt jede Beleidigung Gottes! Wie groß aber ist auch Gottes Barmherzigkeit, da er bereit ist, selbst eine so ungeheure Schuld dem nachzulassen, der ihn darum bittet! +Matthäus Mt 48 18 25 Cum autem non haberet unde redderet, jussit eum dominus ejus venumdari, et uxorem ejus, et filios, et omnia, quæ habebat, et reddi. Da dieser aber nichts hatte, womit er bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib, und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen, und zu bezahlen.⁴⁷ +Matthäus Mt 48 18 25 47 Vergl. [2Kön 4,1 und Lev 25,39.47]. Die orientalischen Herrscher pflegten die ganze Familie derer, welche sich vergangen, zu bestrafen. Siehe [Dan 6,24, Est 16,18]. +Matthäus Mt 48 18 26 Procidens autem servus ille, orabat eum, dicens: Patientiam habe in me, et omnia reddam tibi. Da fiel jener Knecht vor ihm nieder, bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich werde dir alles bezahlen!⁴⁸ +Matthäus Mt 48 18 26 48 Er bekennt sich schuldig und verspricht, allen Schaden wieder gut zu machen. Er verheißt in seiner Angst mehr als er erfüllen kann. +Matthäus Mt 48 18 27 Misertus autem dominus servi illius, dimisit eum, et debitum dimisit ei. Der Herr aber erbarmte sich über diesen Knecht, entließ ihn, und schenkte ihm die Schuld. +Matthäus Mt 48 18 28 Egressus autem servus ille invenit unum de conservis suis, qui debebat ei centum denarios: et tenens suffocabat eum, dicens: Redde quod debes. Nachdem⁴⁹ aber jener Knecht hinausgegangen war,⁵⁰ fand er einen seiner Mitknechte, welcher ihm hundert Denare⁵¹ schuldete; und er packte ihn, würgte ihn, und sprach: Bezahle, was du schuldig bist!⁵² +Matthäus Mt 48 18 28 49 Der Herr bewilligt nicht nur den Aufschub, sondern schenkt die ganze Schuld. +Matthäus Mt 48 18 28 50 Gewiss sollte nur Freude dein Herz erfüllen und ihn gegen andere barmherzig stimmen, doch er ist weit entfernt von solchen Gefühlen. +Matthäus Mt 48 18 28 51 Der 60. Teil eines Talentes, nichts im Vergleich zu der ihm erlassenen Summe. +Matthäus Mt 48 18 28 52 Griech.: Wenn du etwas schuldig bist; hohnvolle Worte. +Matthäus Mt 48 18 29 Et procidens conservus ejus, rogabat eum, dicens: Patientiam habe in me, et omnia reddam tibi. Da fiel ihm sein Mitknecht zu Füßen,⁵³ bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich werde dir alles bezahlen! +Matthäus Mt 48 18 29 53 Das Bild, das er selbst wenige Augenblicke zuvor geboten. +Matthäus Mt 48 18 30 Ille autem noluit: sed abiit, et misit eum in carcerem donec redderet debitum. Er aber wollte nicht, sondern ging hin,⁵⁴ und ließ ihn in's Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hätte. +Matthäus Mt 48 18 30 54 Seinen Schuldner mit sich schleppend, wie V. 31 zeigt. +Matthäus Mt 48 18 31 Videntes autem conservi ejus quæ fiebant, contristati sunt valde: et venerunt, et narraverunt domino suo omnia, quæ facta fuerant. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschah, wurden sie sehr betrübt; und sie kamen, und erzählten ihrem Herrn alles, was geschehen war.⁵⁵ +Matthäus Mt 48 18 31 55 Wie viel Gegensätze! Den bösen Knecht rührt weder die demütige Haltung des Mitknechtes, noch das Flehen, das doch auch ihn vor schwerem Unglück bewahrt hat. Er selbst war für Talente, dieser für Denare, er für 10000, dieser für 100 bedroht. Er hat seinen Herrn, dieser bittet seinen Mitknecht um Erbarmen; der Herr erließ ihm die ungeheure Schuld, er will seinem Mitknechte nicht einmal Aufschub gewähren. (Euth.) +Matthäus Mt 48 18 32 Tunc vocavit illum dominus suus: et ait illi: Serve nequam, omne debitum dimisi tibi quoniam rogasti me: Da rief ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! die ganze Schuld habe ich dir erlassen,⁵⁶ weil du mich gebeten hast; +Matthäus Mt 48 18 32 56 Zuerst wirft er ihm seine Bosheit vor, alsdann die ihm erzeigte Barmherzigkeit, endlich zeigt er, was der Knecht hätte tun sollen. (Thom.) +Matthäus Mt 48 18 33 Nonne ergo oportuit et te misereri conservi tui, sicut et ego tui misertus sum? hättest denn nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmen sollen,⁵⁷ so wie auch ich mich deiner erbarmt habe? +Matthäus Mt 48 18 33 57 Die Barmherzigkeit, welche ich dir erwiesen, musste dir Anlass sein, auch deinem Mitknechte alles zu erlassen. +Matthäus Mt 48 18 34 Et iratus dominus ejus tradidit eum tortoribus, quoadusque redderet universum debitum. Und erzürnt übergab ihn sein Herr den Peinigern,⁵⁸ bis er die ganze Schuld abbezahlt haben würde.⁵⁹ +Matthäus Mt 48 18 34 58 Solche Strafen wurden bei den Römern den Schuldnern auferlegt. [Lk 16,28]. +Matthäus Mt 48 18 34 59 Er wird niemals im Stande sein zu zahlen, also dauert die Strafe ewig (Chrys., Euth., Theoph., Pasch., Thom.). Damit geht die Parabel in die Wirklichkeit über, denn eine ewige Strafe wird nur von Gott, nicht von einem irdischen Könige auferlegt. +Matthäus Mt 48 18 35 Sic et Pater meus clestis faciet vobis, si non remiseritis unusquisque fratri suo de cordibus vestris. So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht,⁶⁰ ein jeder seinem Bruder, von Herzen⁶¹ vergebet. +Matthäus Mt 48 18 35 60 Wie [Mt 6,12.14.15]. Aus diesem Gleichnisse lernen wir auch, welch unendlicher Unterschied ist zwischen 10000 Talenten und dem 60. Teile eines Talentes. Zugleich wird gezeigt, wie wir aus uns selbst unfähig sind, Gott Genugtuung zu leisten und uns nichts übrig bleibt, als Gott demütig um Verzeihung anzuflehen. In jedem Gleichnisse ist alles nach dem Ziele desselben zu bemessen. Nach V. 2, 22, 35 will der Heiland lehren, dass man stets vergeben muss. Mithin ist manches, was im Gleichnis nur zur Ausschmückung und Wahrscheinlichkeitsmachung der Handlung dient, nicht immer in der Anwendung wiederzugeben. (Euth.) So dient also, was V. 25 und 31 gesagt wird, sowie auch dass der König die 10000 Talente zuerst erlässt und nachher fordert, nur zur Ausschmückung. +Matthäus Mt 48 18 35 61 Aufrichtig. Gott will, dass ein fester und dauernder Friede zu Stande komme. +Matthäus Mt 48 19 0 Ehe und Jungfräulichkeit. (V. 12) Jesu Liebe zu den Kindern. (V. 15) Die freiwillige Armut. +Matthäus Mt 48 19 1 Et factum est, cum consummasset Jesus sermones istos, migravit a Galilæa, et venit in fines Judææ trans Jordanem, Und es geschah, als Jesus diese Reden vollendet hatte, begab er sich weg aus Galiläa, und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.¹ [Mk 10,1] +Matthäus Mt 48 19 1 1 Der Heiland geht durch Peräa (jenseits des Jordans) nach Judäa. (Orig.) +Matthäus Mt 48 19 2 Et secutæ sunt eum turbæ multæ, et curavit eos ibi. Und es folgten ihm viele Scharen nach, und er heilte sie daselbst.² +Matthäus Mt 48 19 2 2 Obgleich Christus wenig Glauben fand, hörte er dennoch nicht auf, freigebig seine Wohltaten zu spenden. +Matthäus Mt 48 19 3 Et accesserunt ad eum Pharisæi tentantes eum, et dicentes: Si licet homini dimittere uxorem suam, quacumque ex causa? Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn, und sprachen:³ Ist es einem Manne erlaubt, sein Weib aus was immer für einer Ursache zu entlassen? +Matthäus Mt 48 19 3 3 Sie wollen jeder Antwort, welche immer sie sei, eine boshafte Erklärung geben. Die vorgelegte Frage wurde bei den damaligen Juden viel erörtert. Die Schüler des Rabbi Hillel erklärten [Dtn 24,1], dass jede Sache, welche dem Manne missfiel, genüge, um die Frau entlassen zu können, eine Erklärung, die viel Anklang fand. Die Schule R. Schamais forderte als Grund ein Vergehen gegen die Treue. Jede Antwort Christi bot Gelegenheit zu ihrer Bestreitung. Sagte der Herr, die Trennung sei aus jeder Ursache gestattet, war er dann noch der Vorkämpfer der strengsten Sittlichkeit? Verneinte er die Frage, so war er ein Gegner des Moses. (Hier.) Zudem weilte der Heiland im Gebiete des Herodes Antipas. Verneinte er die Frage, so gab er Gelegenheit zu der Verleumdung, er reize das Volk gegen den Vierfürsten auf, und konnte vielleicht beseitigt werden. Vergl. [Mt 14,1]. +Matthäus Mt 48 19 4 Qui respondens, ait eis: Non legistis, quia qui fecit hominem ab initio, masculum, et feminam fecit eos? et dixit: Er antwortete und sprach zu ihnen:⁴ Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher im Anbeginne den Menschen erschaffen, als Mann und Weib sie geschaffen und gesagt hat: [Gen 1,27] +Matthäus Mt 48 19 4 4 Der Heiland weicht der Schlinge aus und stellt die heilige Schrift und das Gesetz Gottes der zweiten Anordnung entgegen, welche nicht Gottes bestimmenden Willen entsprang, sondern eine mildernde Rücksicht für die Sünder war. (Hier.) +Matthäus Mt 48 19 5 Propter hoc dimittet homo patrem, et matrem, et adhærebit uxori suæ, et erunt duo in carne una. Deshalb wird ein Mann den Vater und die Mutter verlassen, und seinem Weibe anhangen, und werden die Zwei ein Fleisch⁵ sein? [Eph 5,31, 1Kor 6,16, Gen 2,24] +Matthäus Mt 48 19 5 5 Als gemeinsames Prinzip zum Zwecke der Ehe und wegen der gegenseitigen Gewalt über den Leib. [Gen 2,4] sind die Worte von Adam ausgesprochen, der als von Gott erleuchteter Prophet redet, oder sind ein Zusatz des Verfassers, der Gottes Absicht bei der Erschaffung Evas darlegt. +Matthäus Mt 48 19 6 Itaque jam non sunt duo, sed una caro. Quod ergo Deus conjunxit, homo non separet. Demnach sind sie nicht mehr Zwei, sondern ein Fleisch.⁶ Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen. +Matthäus Mt 48 19 6 6 Wie ein Leib nicht in zwei Leiber geteilt werden darf, eben so wenig dürfen Mann und Frau getrennt werden, Gott kann scheiden, es bleibt aber zu prüfen, wann und unter welchen Bedingungen er auch jetzt noch eine Scheidung gestattet. +Matthäus Mt 48 19 7 Dicunt illi: Quid ergo Moyses mandavit dare libellum repudii, et dimittere? Sie sprachen zu ihm: Warum hat denn Moses befohlen, einen Scheidebrief zu geben, und das Weib zu entlassen? +Matthäus Mt 48 19 8 Ait illis: Quoniam Moyses ad duritiam cordis vestri permisit vobis dimittere uxores vestras: ab initio autem non fuit sic. Er sprach zu ihnen: Weil Moses euch eurer Herzenshärtigkeit wegen erlaubt hat, eure Weiber zu entlassen;⁷ im Anfange aber war es nicht so.⁸ +Matthäus Mt 48 19 8 7 Um größeres Übel zu verhüten, (die schlechte Behandlung missfälliger Frauen) gestattete Moses die Trennung, schrieb aber für den Fall derselben den Scheidebrief vor. +Matthäus Mt 48 19 8 8 Der Messias soll große Heiligkeit der Sitten herbeiführen [Jes 11,4-9] u. a. Im N. T. muss die Härte der Gnade weichen, also ist kein Grund mehr zur Scheidung, und der ursprüngliche Wille Gottes greift Platz. +Matthäus Mt 48 19 9 Dico autem vobis, quia quicumque dimiserit uxorem suam, nisi ob fornicationem, et aliam duxerit, mchatur: et qui dimissam duxerit, mchatur. Ich sage euch aber:⁹ Wer immer sein Weib entlässt, es sei denn um des Ehebruchs willen,¹⁰ und eine andere nimmt, bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene nimmt, bricht die Ehe. [Mt 5,32, Lk 16,18] +Matthäus Mt 48 19 9 9 Der Heiland gibt ein neues Gesetz, vollkommener als das alte. Vergl. [Mt 5,22.28.32.34.39.44]. +Matthäus Mt 48 19 9 10 Wo Ehebruch vorliegt, ist die Trennung gestattet, indes so, dass, während die erste Gattin lebt, niemand eine neue Ehe schließen kann. (Hier.) Daher fehlt [Mk 10,11, Lk 16,18, 1Kor 7,10] diese Einschränkung. Nur so wird das Wort der Jünger verständlich: Es ist nicht gut zu heiraten. Denn die Lehre Christi war ihnen etwas Neues. Könnte zudem das Eheband selbst wegen Ehebruchs gelöst werden, so wäre dies leicht Veranlassung zur Untreue und das untreue Weib wäre nach der Verstoßung in besserer Lage, als eine ohne Schuld entlassene Frau. +Matthäus Mt 48 19 10 Dicunt ei discipuli ejus: Si ita est causa hominis cum uxore, non expedit nubere. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Wenn die Sache des Mannes mit dem Weibe sich so verhält, so ist es nicht gut zu heiraten.¹¹ +Matthäus Mt 48 19 10 11 Über diese Sache ist in V. 3 die Frage gestellt worden. Der Heiland hat durch seine Lösung fast vom Eingehen der Ehe abgeschreckt. +Matthäus Mt 48 19 11 Qui dixit illis: Non omnes capiunt verbum istud, sed quibus datum est. Er sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern die, denen es gegeben ist.¹² +Matthäus Mt 48 19 11 12 So dass der Verstand es als das Bessere erkennt und der Wille sich angetrieben fühlt, diesen Stand zu ergreifen. Darum sagt Christus: Denen es gegeben ist. Wem? Denen, die Gott darum bitten. (Hier., Euth.) +Matthäus Mt 48 19 12 Sunt enim eunuchi, qui de matris utero sic nati sunt: et sunt eunuchi, qui facti sunt ab hominibus: et sunt eunuchi, qui seipsos castraverunt propter regnum clorum. Qui potest capere capiat. Denn es gibt Verschnittene, welche vom Mutterleibe so geboren sind; ¹³ und es gibt Verschnittene, die von Menschen dazu gemacht wurden;¹⁴ und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben¹⁵ um des Himmelreiches willen.¹⁶ Wer es fassen kann, fasse es! +Matthäus Mt 48 19 12 13 Die zur Ehelosigkeit gezwungen oder geneigt sind. +Matthäus Mt 48 19 12 14 Auch die durch menschliches Gebot zur Ehelosigkeit Verpflichteten. +Matthäus Mt 48 19 12 15 Diese Worte sind so wenig von Selbstverstümmelung zu verstehen, wie [Mt 5,29.30, Mt 18,9]. Eine physische Unmöglichkeit bringt weder an sich selber dem Himmel näher, noch unterstützt sie das Apostelamt. Der Heiland spricht also von denen, welche deswegen von aller Sorge für die Familie frei bleiben wollen, um Gott ungehinderter dienen zu können. Vergl. [1Kor 7,32-36]. +Matthäus Mt 48 19 12 16 Diese Worte erklärt der heil. Paulus an anderer Quelle. Die Jünger hatten V. 10 nur auf die irdische Schwierigkeit geschaut, welche die Ehe auferlegt, Christus richtet ihren Blick auf höhere Dinge. Dass der Heiland hier von einem unabänderlichen Stande redet, geht aus dem Worte: sich verschnitten haben hervor. Aus den Worten: Es gibt Verschnittene, die sich selbst , folgt, dass es in der Kirche Gottes stets solche geben wird und dass Christus dies will. Diesen Stand zu erwählen, ruft der Heiland auf, aber nicht jeder ist zu demselben berufen. Wer indes in sich die nötige Kraft fühlt, wird Gottes Gnade erlangen, die ihm, wenn er mit derselben mitwirkt, auch in dem Stande erhält. Vergl. auch [Jes 56,3-5]. +Matthäus Mt 48 19 13 Tunc oblati sunt ei parvuli, ut manus eis imponeret, et oraret. Discipuli autem increpabant eos. Alsdann¹⁷ wurden Kinder zu ihm gebracht, dass er ihnen die Hände auflege und über sie bete.¹⁸ Die Jünger aber fuhren sie¹⁹ hart an. [Mk 10,13, Lk 18,15] +Matthäus Mt 48 19 13 17 Ob sogleich nach dem Erzählten, geht aus diesem Ausdrucke nicht hervor. +Matthäus Mt 48 19 13 18 Die Eltern hatten die Wunder des Herrn, welche durch Handauflegung geschahen, gesehen. (Pasch., Thom.) +Matthäus Mt 48 19 13 19 Diejenigen, welche die Kinder zu Jesus brachten. Die Jünger wollten dem Herrn die Anstrengung ersparen (Bed., Thom.), oder hielten die Zumutung für seiner unwürdig. (Chrys., Theoph.) Sie erinnern sich nicht an das, was Christus [Mt 18,2] gesagt. +Matthäus Mt 48 19 14 Jesus vero ait eis: Sinite parvulos, et nolite eos prohibere ad me venire: talium est enim regnum clorum. Jesus aber sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein, und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen;²⁰ denn solcher ist das Himmelreich.²¹ [Mt 18,3] +Matthäus Mt 48 19 14 20 Wie süßen Trost empfinden die Eltern, da der Heiland die Kinder so einlädt, zu ihm zu kommen, um so süßeren, als die Mütter zuvor von den Jüngern abgewehrt waren. +Matthäus Mt 48 19 14 21 Auch die Kinder können das Himmelreich erlangen, wenn andere sie darbringen. Indes schließt das Wort: solcher auch diejenigen ein, welche durch ihren guten Willen das sind, was die Kinder von Natur, unschuldig, demütig usw. (Chrys., Theoph., Euth.) Vergl. [Mt 18,3]. +Matthäus Mt 48 19 15 Et cum imposuisset eis manus, abiit inde. Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte,²² ging er von da hinweg.²³ +Matthäus Mt 48 19 15 22 Welche Beweise von Liebe der Herr den Kindern ferner gegeben, siehe [Mk 10,17]. Durch sein Beispiel bekräftigt er, was er V. 14 mit Worten gesagt. Da Christi Segen nicht ohne Wirkung bleiben kann, sind auch die Kinder fähig, übernatürliche Gaben von Gott zu empfangen, also auch die Taufgnade. +Matthäus Mt 48 19 15 23 Nach [Mk 10,17] scheint Christus in einem Hause gewesen zu sein. +Matthäus Mt 48 19 16 Et ecce unus accedens, ait illi: Magister bone, quid boni faciam ut habeam vitam æternam? Und siehe, es trat einer²⁴ hinzu, und sprach zu ihm: Guter Meister! was soll ich Gutes²⁵ tun, damit ich das ewige Leben erlange? [Mk 10,17, Lk 18,18] +Matthäus Mt 48 19 16 24 Nach Lukas ein Vorsteher, wahrscheinlich ein Synagogenvorsteher. +Matthäus Mt 48 19 16 25 Er hat schon Gutes getan und dennoch noch nicht den vollen Frieden des Herzens gefunden. Er hat Christus als einen großen Lehrer aus seinen Wundern erkannt, und die Sorge, was er in seinen Umständen noch zu tun habe, um der Seligkeit nicht verlustig zu gehen, treibt ihn zu dem Herrn. (Chrys.) Hätte er den Heiland nur versuchen wollen, es wäre dies, wie sonst stets, im Evangelium gesagt, und der Jüngling wäre nicht betrübt fortgegangen. +Matthäus Mt 48 19 17 Qui dixit ei: Quid me interrogas de bono? Unus est bonus, Deus. Si autem vis ad vitam ingredi, serva mandata. Er aber sprach zu ihm: Was frägst du mich über das Gute? Einer ist gut, Gott.²⁶ Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.²⁷ +Matthäus Mt 48 19 17 26 In vielen griechischen Handschriften steht: Was nennst du mich gut? Vergl. [Mk 10,18] Vergl. Markus und Lukas. Am besten werden beide Fragen vereint. (Aug.) Zu dem Hinweise: Einer ist gut, Gott vergl. [Ps 5,14]. Der Sinn unserer Lesart ist wohl: Wenn du um das Gute frägst, musst du zu Gott gehen, der das höchste Gut, ja eigentlich allein gut ist. +Matthäus Mt 48 19 17 27 Christus verpflichtet die Menschen feierlich zur Haltung der zehn Gebote. +Matthäus Mt 48 19 18 Dicit illi: Quæ? Jesus autem dixit: Non homicidium facies: Non adulterabis: Non facies furtum: Non falsum testimonium dices: Er sprach zu ihm: Welche?²⁸ Jesus aber sprach: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben! [Ex 20,13] +Matthäus Mt 48 19 18 28 Der Jüngling will, wie V. 16 bereits andeutet, eine besondere Vorschrift erhalten. Christus nennt einige Gebote, welche die Pflichten der Menschen gegeneinander betreffen. Da der Jüngling weiß, woher diese entnommen sind, kennt er auch die anderen, welche nicht weniger treu zu beobachten sind. Warum erwähnt Christus diese Gebote? Vielleicht aus dem Grunde, den der heil. Johannes [1Joh 4,20] gibt. Frömmigkeit gegen Gott kann jemand leichter erheucheln, in seinem Verhalten gegen den Nächsten offenbart sich sein Herz. +Matthäus Mt 48 19 19 Honora patrem tuum, et matrem tuam, et diliges proximum tuum sicut teipsum. Ehre deinen Vater und deine Mutter, und liebe deinen Nächsten wie dich selbst! +Matthäus Mt 48 19 20 Dicit illi adolescens: Omnia hæc custodivi a juventute mea, quid adhuc mihi deest? Da sprach der Jüngling zu ihm: Dies alles hab' ich von meiner Jugend an beobachtet, was fehlt mir noch?²⁹ +Matthäus Mt 48 19 20 29 Der Jüngling sagt die Wahrheit: siehe [Mk 10,21]. Er will sich inniger mit Gott vereinen und ihm die höchste Liebe zeigen. +Matthäus Mt 48 19 21 Ait illi Jesus: Si vis perfectus esse, vade, vende quæ habes, et da pauperibus, et habebis thesaurum in clo: et veni, sequere me. Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!³⁰ +Matthäus Mt 48 19 21 30 Die beiden Aussprüche Christi V. 17 und V. 21 stellen zwei verschiedene Stände im Reiche Gottes dar: Der erste enthält die Pflicht aller Christen, der andere lädt zu dem Stande der Vollkommenheit, sagt der Heiland V. 21, so verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen. Der Jüngling liebte den Reichtum, deshalb verheißt der Herr ihm einen Schatz im Himmel und zeigt ihm das höchste Ziel der Vollkommenheit: Folge mir, werde ein Apostel. Der Heiland zeigt uns hier die Grundsäulen des Ordensstandes: Armut, Keuschheit denn wer möchte, wenn er alle seine Habe den Armen gegeben, an den Ehestand denken? und vollkommenen Gehorsam. +Matthäus Mt 48 19 22 Cum audisset autem adolescens verbum, abiit tristis: erat enim habens multas possessiones. Als aber der Jüngling dieses Wort gehört hatte, ging er traurig davon; er hatte nämlich viele Besitztümer.³¹ +Matthäus Mt 48 19 22 31 Der Jüngling wünschte wohl vollkommen zu werden, aber der Preis schien ihm zu hoch. Was Christus [Mt 13,22] vom Reichtum gesagt, zeigt sich hier erfüllt. Nicht nach Reichtümern streben, sagt der heil. Augustin, ist dasselbe, wie wenn jemand sich eine Speise versagen soll, sie verlassen, als ob er ein Glied verlieren sollte. Wie viel Böses aus der Anhänglichkeit an den Reichtum hervorgeht, zeigt der Apostel [1Tim 6,17] +Matthäus Mt 48 19 23 Jesus autem dixit discipulis suis: Amen dico vobis, quia dives difficile intrabit in regnum clorum. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich in das Himmelreich eingehen!³² +Matthäus Mt 48 19 23 32 Die Jünger sollen vor den Gefahren der Habsucht bewahrt werden und sich der Armut nicht schämen, deshalb erklärt der Heiland ihnen den Grund, weshalb es ihnen nicht gestattet ist, etwas zu besitzen. (Chrys.) +Matthäus Mt 48 19 24 Et iterum dico vobis: Facilius est camelum per foramen acus transire, quam divitem intrare in regnum clorum. Ja, ich sage euch abermals: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgehe, als dass ein Reicher in das Himmelreich eingehe.³³ +Matthäus Mt 48 19 24 33 Die Ausdrucksweise ist in solchen sprichwörtlichen Vergleichen stets eine etwas stärkere. Vergl. [Spr 17,12, Koh 22,18, Jer 13,23] Der Sinn ist: Es ist für einen reichen sehr schwer, in das Himmelreich einzugehen. Die Schwierigkeiten, welche anderen Lastern einzeln eigen sind, finden sich in der Habsucht vereint. Ist es schwer, mit einem Feinde im eigenen Herzen sein Heil zu wirken, wie viel mehr, wenn eine ganze Schar von solchen das Herz besitzt. (Hil., Orig.). +Matthäus Mt 48 19 25 Auditis autem his, discipuli mirabantur valde, dicentes: Quis ergo poterit salvus esse? Da die Jünger dies hörten, verwunderten sie sich sehr, und sprachen: Wer also kann selig werden?³⁴ +Matthäus Mt 48 19 25 34 Die Jünger wussten, dass die meisten Menschen von der Anhänglichkeit an irdische Dinge nicht frei sind, deshalb bangen sie für ihre Brüder. Der Heiland beeilt sich, ihnen Trost zu spenden. +Matthäus Mt 48 19 26 Aspiciens autem Jesus, dixit illis: Apud homines hoc impossibile est: apud Deum autem omnia possibilia sunt. Jesus aber blickte sie an, und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich; bei Gott aber ist alles möglich.³⁵ +Matthäus Mt 48 19 26 35 Gott muss ein neues Herz geben, aus sich allein vermag der Mensch nichts für den Himmel. +Matthäus Mt 48 19 27 Tunc respondens Petrus, dixit ei: Ecce nos reliquimus omnia, et secuti sumus te: quid ergo erit nobis? Darauf antwortete³⁶ Petrus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir gefolgt; was wird uns also zuteil werden?³⁷ +Matthäus Mt 48 19 27 36 Nahm aus den Worten des Heilandes Anlass zu einer Frage. +Matthäus Mt 48 19 27 37 Wir haben getan, was du von dem Jüngling gefordert. Was also wird uns als Lohn zuteil werden? (Hier.) Petrus war ein Fischer und hatte von seiner Hände Arbeit gelebt (Hier.), aber mit solcher Herzensstimmung alles verlassen, dass er ebenso die ganze Welt für Gott dahingegeben hätte (Orig.). Viel hat der verlassen, der nichts für sich begehrt (Greg.). +Matthäus Mt 48 19 28 Jesus autem dixit illis: Amen dico vobis, quod vos, qui secuti estis me, in regeneratione cum sederit filius hominis in sede majestatis suæ, sedebitis et vos super, sedes duodecim, judicantes duodecim tribus Israel. Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich,³⁸ ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid,³⁹ werdet bei der Wiedergeburt,⁴⁰ wenn der Menschensohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird,⁴¹ auch auf zwölf⁴² Thronen sitzen, und die zwölf Stämme Israels richten!⁴³ +Matthäus Mt 48 19 28 38 Wie erfreut der Herr die Apostel durch seine so feierliche Versicherung! +Matthäus Mt 48 19 28 39 Christus sagt nicht: die ihr alles verlassen habt, sondern: die ihr mir nachgefolgt seid, denn das erstere ist in dem letzteren enthalten. +Matthäus Mt 48 19 28 40 Über diese siehe [Jes 65,17, Jes 66,22, 2Petr 3,13, Offb 21,1, Röm 8,19]. Diese Wiedergeburt beginnt mit der Auferstehung der Toten. (Hier., Pasch.) +Matthäus Mt 48 19 28 41 Seine jetzt verborgene Majestät als Richter offenbarend. +Matthäus Mt 48 19 28 42 Weder wird Judas eingeschlossen noch Paulus ausgeschlossen. Die Zahl zwölf bedeutet den Apostelchor. +Matthäus Mt 48 19 28 43 Siehe da den Lohn der Vollkommenheit! (Thom.) Die Apostel waren die ersten, die alles verlassen hatten und dem Herrn gefolgt und seine ersten Herolde geworden waren, deshalb soll ihnen auch ein besonderes Vorrecht zuteil werden. Sie sollen mit dem Heilande über das auserwählte Volk als Richter gesetzt werden, höher an Würde sein als die Patriarchen. Wenn sie schon das Volk richten, dem das messianische Reich vor allen anderen verheißen war, wie viel mehr also werden sie Mitrichter Christi sein über die übrigen Völker, besonders aber über die Gläubigen (Beda., Rab., Alb., Thom.). Die anderen Christen, welche den Stand der Vollkommenheit erwählen, verheißene Belohnung enthält V. 29. +Matthäus Mt 48 19 29 Et omnis, qui reliquerit domum, vel fratres, aut sorores, aut patrem, aut matrem, aut uxorem, aut filios, aut agros propter nomen meum, centuplum accipiet, et vitam æternam possidebit. Und jeder, der sein Haus, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Äcker verlässt um meines Namens willen, wird hundertfältiges empfangen, und ewiges Leben ererben.⁴⁴ +Matthäus Mt 48 19 29 44 Nach Markus und Lukas verheißt der Heiland in diesem Leben hundertfältiges und dazu das ewige Leben nach dem Tode. Hundertfältiges heißen die geistlichen Güter, welche der Herr verleiht, und die hundertfältig mehr wert sind als alle zeitlichen Güter (Hier., Beda.). Von zeitlichen Segnungen erklärt Origenes den Lohn: Die Hirten der Kirche werden seine Väter, alle Christen seine Brüder und Schwestern sein. Dieser Ausspruch unseres Heilandes zeigt auch, dass gute Werke verdienstlich sind. +Matthäus Mt 48 19 30 Multi autem erunt primi novissimi, et novissimi primi. Viele aber, welche die Ersten sind, werden Letzte, und welche die Letzten sind, werden Erste sein.⁴⁵ [Mt 20,16, Mk 10,31, Lk 13,30] +Matthäus Mt 48 19 30 45 Um des ewigen Lebens teilhaftig zu werden, muss man ausharren bis zum Ende. Viele, welche jetzt die ersten sind, werden einst die letzten sein. Ähnlich [Mt 8,11.12]. +Matthäus Mt 48 20 0 Die göttliche Gnade, Ursache der Verdienste: Gleichnis von den Arbeitern im Weinberge. (V. 16) Christus sagt sein Leiden voraus und empfiehlt die Demut. (V. 28) IV. 20,29 28,20. 1. Heilung zweier Blinden (V. 29 34) +Matthäus Mt 48 20 1 Simile est regnum clorum homini patrifamilias, qui exiit primo mane conducere operarios in vineam suam. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater,¹ der am frühen Morgen ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen. +Matthäus Mt 48 20 1 1 Damit ein gutes Werk bei Gott Anerkennung finde und auf Belohnung Anspruch habe, muss es durch die Gnade geadelt sein. Das Gleichnis ist eine Erklärung zu [Mt 19,30]. +Matthäus Mt 48 20 2 Conventione autem facta cum operariis ex denario diurno, misit eos in vineam suam. Nachdem er nun mit den Arbeitern um einen Denar² für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg. +Matthäus Mt 48 20 2 2 Ein Denar (siehe 17, Anm. 33) war damals der gewöhnliche Tageslohn. +Matthäus Mt 48 20 3 Et egressus circa horam tertiam, vidit alios stantes in foro otiosos, Und als er um die dritte Stunde³ ausging, sah er andere auf dem Markte müßig stehen, +Matthäus Mt 48 20 3 3 Der Familienvater geht zur dritten, sechsten, neunten, elften Stunde nach Sonnenaufgang aus. +Matthäus Mt 48 20 4 Et dixit illis: Ite et vos in vineam meam, et quod justum fuerit dabo vobis. und sprach zu ihnen: Gehet auch ihr in meinen Weinberg, und was recht ist, werde ich euch geben. +Matthäus Mt 48 20 5 Illi autem abierunt. Iterum autem exiit circa sextam, et nonam horam: et fecit similiter. Sie aber gingen hin. Abermals ging er um die sechste und neunte Stunde aus, und tat ebenso. +Matthäus Mt 48 20 6 Circa undecimam vero exiit, et invenit alios stantes, et dicit illis: Quid hic statis tota die otiosi. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? +Matthäus Mt 48 20 7 Dicunt ei: Quia nemo nos conduxit. Dicit illis: Ite et vos in vineam meam. Sie antworteten ihm: Weil uns niemand gedungen hat. Da sprach er zu ihnen: Gehet auch ihr in meinen Weinberg. +Matthäus Mt 48 20 8 Cum sero autem factum esset, dicit dominus vineæ procuratori suo: Voca operarios, et redde illis mercedem incipiens a novissimis usque ad primos. Als es nun Abend geworden, sagte der Herr des Weinberges zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter, und gib ihnen den Lohn, von den letzten anfangend, bis zu den ersten. +Matthäus Mt 48 20 9 Cum venissent ergo qui circa undecimam horam venerant, acceperunt singulos denarios. Da nun die kamen, welche um die elfte Stunde eingetreten waren, empfingen sie jeder einen Denar. +Matthäus Mt 48 20 10 Venientes autem et primi, arbitrati sunt quod plus essent accepturi: acceperunt autem et ipsi singulos denarios. Wie aber auch die ersten kamen, meinten sie, dass sie mehr empfangen würden, aber auch sie erhielten jeder einen Denar. +Matthäus Mt 48 20 11 Et accipientes murmurabant adversus patremfamilias, Und da sie ihn empfingen, murrten sie wider den Hausvater, +Matthäus Mt 48 20 12 Dicentes: Hi novissimi una hora fecerunt, et pares illos nobis fecisti, qui portavimus pondus diei, et æstus. und sprachen: Diese letzten haben eine einzige Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gehalten, die wir die Last und Hitze des Tages getragen haben. +Matthäus Mt 48 20 13 At ille respondens uni eorum, dixit: Amice non facio tibi injuriam: nonne ex denario convenisti mecum? Er aber antwortete einem aus ihnen, und sprach: Freund! ich tue dir nicht Unrecht; bist du nicht auf einen Denar mit mir eins geworden? +Matthäus Mt 48 20 14 Tolle quod tuum est, et vade: volo autem et huic novissimo dare sicut et tibi. Nimm, was dein ist, und gehe hin; ich will aber auch diesem letzten geben, wie dir. +Matthäus Mt 48 20 15 Aut non licet mihi quod volo, facere? an oculus tuus nequam est, quia ego bonus sum? Oder ist es mir nicht erlaubt zu tun, was ich will? Ist etwa dein Auge darum böse, weil ich gut bin?⁴ +Matthäus Mt 48 20 15 4 Der Hausvater ist Gott, der Weinberg das Reich Gottes. Der alte Bund wird bereits [Dtn 32,32, Jes 5,2, Jer 2,21, Ez 15,2, Hos 10,1] mit einem Weinberge verglichen. Die verschiedenen Stunden bedeuten das verschiedene Alter, in welchem die einzelnen Menschen berufen werden. (Chry., Basil., Euth., Aug.) Kein Sünder darf verzweifeln, noch im letzten Augenblicke gewann der gute Schächer den Himmel. Der Denar ist das ewige Leben. Der Abend ist also das Ende des Lebens. Diejenigen, welche nur eine Stunde gearbeitet haben, haben auf den gleichen Lohn Anspruch wie die, welche die Last und Hitze des Tages getragen haben, da nicht die Zeitdauer der Arbeit über ihren Wert entscheidet, sondern die von Gott frei in größerem oder geringerem Maße verliehene Gnade und die Mitwirkung mit derselben (Hier., Pasch.). Das Murren ist im Gleichnisse eingefügt, um zur Antwort des Hausvaters Gelegenheit zu bieten (Chrys., Theoph.). +Matthäus Mt 48 20 16 Sic erunt novissimi primi, et primi novissimi: multi enim sunt vocati, pauci vero electi. So werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein;⁵ denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt!⁶ [Mt 19,30, Mk 10,31, Lk 13,30] +Matthäus Mt 48 20 16 5 Sie werden gleich im Lohne, ob sie auch zu verschiedenen Zeiten berufen wurden. Auch können die ersten in der Erlangung der Seligkeit die letzten werden; so ging der bußfertige Schächer vor Petrus in den Himmel ein. (Greg.) +Matthäus Mt 48 20 16 6 Viele erhalten die gewöhnlichen Gnaden, mit denen sie nicht gebührend mitwirken, wenige außergewöhnliche, mit denen sie treu mitwirken. Bei den Berufenen waltet die Gerechtigkeit, bei den Auserwählten die Gnade vor. +Matthäus Mt 48 20 17 Et ascendens Jesus Jerosolymam, assumpsit duodecim discipulos secreto, et ait illis: Als nun Jesus nach Jerusalem hinaufzog,⁷ nahm er die zwölf Jünger zu sich beiseits,⁸ und sprach zu ihnen:⁹ +Matthäus Mt 48 20 17 7 Die Stadt lag höher. +Matthäus Mt 48 20 17 8 Der Heiland wollte nicht, dass seine Worte dem Volke kund wurden, denn wenn sie schon die Apostel in Verwirrung bringen, wie viel mehr hätten sie diese Wirkung auf das Volk ausgeübt. +Matthäus Mt 48 20 17 9 Der Heiland spricht wieder von seinem Leiden, wie [Mt 16,21, Mt 17,21]. +Matthäus Mt 48 20 18 Ecce ascendimus Jerosolymam, et Filius hominis tradetur principibus sacerdotum, et Scribis, et condemnabunt eum morte. Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten übergeben werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen,¹⁰ [Mk 10,32, Lk 18,31] +Matthäus Mt 48 20 18 10 Dies ist die Zeit, die ich vorausgesagt habe. Der Heiland zeigt, dass er sein Leiden vollkommen frei erwählt und bereitet seine Jünger auf die bevorstehende Prüfung vor. (Chrys.) +Matthäus Mt 48 20 19 Et tradent eum Gentibus ad illudendum, et flagellandum. Et crucifigendum, et tertia die resurget und werden ihn den Heiden¹¹ überliefern zur Verhöhnung und Geißelung und Kreuzigung,¹² und am dritten Tage wird er auferstehen.¹³ +Matthäus Mt 48 20 19 11 Wer nicht Jude war, wurde Heide genannt. +Matthäus Mt 48 20 19 12 Vorher hatte der Heiland nur allgemein gesagt, dass er leiden werde. +Matthäus Mt 48 20 19 13 Der Ankündigung seines Leidens fügt der Heiland stets die Voraussagung seiner Verherrlichung bei. +Matthäus Mt 48 20 20 Tunc accessit ad eum mater filiorum Zebedæi cum filiis suis, adorans et petens aliquid ab eo. Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus¹⁴ mit ihren Söhnen zu ihm, vor ihm niederfallend, und ihn um etwas bittend. [Mk 10,35] +Matthäus Mt 48 20 20 14 Salome [Mt 27,56, Mk 15,40]. Sie gehörte zu den Frauen, welche dem Heiland dienten. Sie naht dem Herrn mit größter Ehrfurcht. +Matthäus Mt 48 20 21 Qui dixit ei: Quid vis? Ait illi: Dic ut sedeant hi duo filii mei, unus ad dexteram tuam, et unus ad sinistram in regno tuo. Er aber sprach zu ihr: Was willst du?¹⁵ Sie antwortete ihm: Sprich, dass diese meine zwei Söhne in deinem Reiche, einer zu deiner Rechten, und der andere zu deiner Linken, sitzen sollen!¹⁶ +Matthäus Mt 48 20 21 15 Sie soll offenbaren, was sie will. +Matthäus Mt 48 20 21 16 Die beiden Jünger waren schon vielfach den anderen vorgezogen worden. So waren sie mit Petrus bei der Auferweckung der Tochter des Jairus zugegen gewesen [Mk 5,37], ebenso bei der Verklärung des Herrn. Sie fürchten vielleicht, dass ihnen der heil. Petrus vorgezogen wird (Pasch., Thom.). Der Heiland hatte diese Reise als seine letzte nach Jerusalem bezeichnet (V. 18); dort musste sein Reich aufgerichtet werden und so schien es hohe Zeit, sich einen hohen Platz zu sichern. Die beiden Apostel haben noch nicht die rechte Erkenntnis von der Beschaffenheit dieses Reiches (Chrys., Theoph.) und lassen ihre Mutter für sich eintreten (Hier., Aug., Greg.). +Matthäus Mt 48 20 22 Respondens autem Jesus, dixit: Nescitis quid petatis. Potestis bibere calicem, quem ego bibiturus sum? Dicunt ei: Possumus. Jesus aber antwortete, und sprach: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet.¹⁷ Könnet ihr den Kelch trinken, welchen ich trinken werde?¹⁸ Sie sprachen zu ihm: Wir können es.¹⁹ +Matthäus Mt 48 20 22 17 Der Heiland trägt die Unvollkommenheit seiner Jünger mit Geduld und rügt nur ihren Mangel an Erkenntnis, dass sie nicht wissen, dass Christi Reich kein irdisches ist und dass die Würden in demselben nicht anders als nach Anordnung Gottes verteilt werden. +Matthäus Mt 48 20 22 18 Mein Leiden. Das Bild des Kelches ist in der heil. Schrift sehr häufig. Der Familienvater pflegte bei Tische einem jeden seinen Teil zuzuweisen. Wer im Reiche Christi zu Ehren gelangen will, muss zuvor sich selbst prüfen, ob er bereit ist, Kreuz und Schmach auf sich zu nehmen, ja selbst den Tod für den Herrn zu leiden. Da der Mensch dies aber aus eigenen Kräften nicht vermag, muss Gottes Gnade ihn unterstützen, damit er Anteil an der Herrlichkeit des Heilandes erhalte. +Matthäus Mt 48 20 22 19 Aus übergroßer Begier, ihr Ziel zu erreichen, erklären sie sich bereit in der Hoffnung, die nötigsten Kräfte zu besitzen. Jesus lobt ihre Bereitwilligkeit und verheißt ihnen das Martyrium (Orig., Chrys., Hier.). In der Tat ward Jakobus von Herodes mit dem Schwerte getötet [Apg 12,2], der heil. Johannes von den Juden gegeißelt [Apg 5,40.41] und in Rom in siedendes Öl geworfen. Wenn aber die Apostel auch an dem Leiden Christi ihren Anteil erhalten sollen, werden sie deshalb noch nicht die ersten Sitze einnehmen. Wie der Heiland im vorhergehenden Gleichnisse gezeigt hat, dass der Lohn besonders von der Gnade abhängt, so deutet er hier an, dass Gott die vorzüglicheren Gnaden nach seiner freien Wahl verleiht. +Matthäus Mt 48 20 23 Ait illis: Calicem quidem meum bibetis: sedere autem ad dexteram meam vel sinistram non est meum dare vobis, sed quibus paratum est a Patre meo. Da sprach er zu ihnen: Meinen Kelch zwar werdet ihr trinken; das Sitzen aber zu meiner Rechten oder Linken steht nicht bei mir euch²⁰ zu geben, sondern denen, welchen es bereitet ist von meinem Vater.²¹ +Matthäus Mt 48 20 23 20 Dies Wort fehlt im Griech. Und in der Tat ist der Ausspruch ein ganz allgemeiner. +Matthäus Mt 48 20 23 21 Die Werke der Macht und Vorsehung pflegen dem Vater zugeschrieben zu werden. Vergl. [Mt 6,44, Mt 17,11.16]. So hatte der Herr auch die Offenbarung der Wahrheit dem Vater zugeschrieben [Mt 11,25, Mt 16,17], Christus redet hier von sich, so weit er in seiner menschlichen Natur das ihm vom Vater aufgetragene Werk vollbringt (Aug.). Anders [Joh 17,10, Lk 22,29.30]. Der Gegensatz im Texte bezieht sich also in seiner strengsten Fassung nicht auf die Geber, sondern auf die Empfänger. Vergl. [Lk 22,29] +Matthäus Mt 48 20 24 Et audientes decem, indignati sunt de duobus fratribus. Als das die zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder.²² [Mk 10,41] +Matthäus Mt 48 20 24 22 Die anderen Jünger fürchten wohl, dass Jakobus und Johannes das zuteil werde, was sie für sich selbst erhoffen (Chrys., Theoph.). So hat also die [Mt 18,2] ihnen zuteil gewordene Belehrung ihr Herz noch nicht durchdrungen! Christus zeigt ihnen, dass Bitte und Streit nutzlos sind, da zu höherem Range im Himmel nur die Demut führt (Hier.). Damit sie nun diesen Weg wirklich beschreiten, stellt er ihnen sein Vorbild vor Augen. (V. 28) +Matthäus Mt 48 20 25 Jesus autem vocavit eos ad se, et ait: Scitis quia principes gentium dominantur eorum: et qui majores sunt, potestatem exercent in eos. Jesus aber rief sie zu sich, und sprach: Ihr wisset, dass die Fürsten der Völker über dieselben herrschen,²³ und die Großen Gewalt über sie ausüben.²⁴ [Lk 22,25] +Matthäus Mt 48 20 25 23 Mit Härte. +Matthäus Mt 48 20 25 24 Ihre Gewalt missbrauchend. +Matthäus Mt 48 20 26 Non ita erit inter vos: sed quicumque voluerit inter vos major fieri, sit vester minister: Nicht so wird es unter euch sein; sondern wer immer unter euch ein Großer werden will, der sei euer Diener; +Matthäus Mt 48 20 27 Et qui voluerit inter vos primus esse, erit vester servus. und wer unter euch der Erste sein will, sei euer Knecht; +Matthäus Mt 48 20 28 Sicut filius hominis non venit ministrari, sed ministrare, et dare animam suam, redemptionem pro multis. gleichwie des Menschen Sohn nicht gekommen ist,²⁵ bedient zu werden, sondern zu dienen, und sein Leben als Lösegeld²⁶ für viele²⁷ hinzugeben. [Phil 2,7] +Matthäus Mt 48 20 28 25 In die Welt, zur öffentlichen Lehrtätigkeit, zu Kreuz und Leiden. +Matthäus Mt 48 20 28 26 Christus hat uns von dem göttlichen Zorne und dem ewigen Tode losgekauft [1Petr 1,18.19]. +Matthäus Mt 48 20 28 27 Genügend für alle, fruchtreich für viele (Thom.). Nicht alle, für die Christus gestorben, erlangen die Seligkeit in der Tat. +Matthäus Mt 48 20 29 Et egredientibus illis ab Jericho, secuta est eum turba multa, Als sie nun von Jericho weggingen, folgte ihm viel Volk; [Mk 10,46, Lk 18,35] +Matthäus Mt 48 20 30 Et ecce duo cæci sedentes secus viam, audierunt, quia Jesus transiret: et clamaverunt, dicentes: Domine miserere nostri, fili David. und siehe, zwei Blinde,²⁸ die am Wege saßen, hörten, dass Jesus vorüberkomme; und sie riefen laut, und sprachen: Herr, erbarme dich unser, du Sohn Davids! +Matthäus Mt 48 20 30 28 Die Blinden erkennen und bekennen den Herrn als Messias und geben dem Volke gleichsam das Beispiel, wie es den Heiland bei seinem Einzuge in Jerusalem ehren und begrüßen soll. Ob die hier erzählte Heilung dieselbe ist, von der [Lk 18,35 und Mk 10,46] berichtet wird, steht unter den Auslegern nicht fest. Christus kommt auf der [Mt 19,1] erwähnten Reise in die Stadt Jericho, 60 Stadien (4 Stunden) von Jerusalem. Die Osterzeit war nahe und alle zu der Hauptstadt führenden Wege voller Pilger. Zudem reist Jesus von zahlreichem Gefolge begleitet. +Matthäus Mt 48 20 31 Turba autem increpabat eos ut tacerent. At illi magis clamabant, dicentes: Domine, miserere nostri, fili David. Das Volk aber fuhr sie an, dass sie schweigen sollten.²⁹ Sie aber schrieen noch lauter, und sprachen: Herr, erbarme dich unser, du Sohn Davids!³⁰ +Matthäus Mt 48 20 31 29 Ihr Eifer soll allen kund werden, deshalb gestattet Jesus, dass ihnen Stillschweigen geboten wird (Chrys.). Manche vermeinten wohl, es sei gegen die Ehre des Herrn, wenn Bettler ihm lästig fielen, andere geboten ihnen aus anderen Gründen Stillschweigen. +Matthäus Mt 48 20 31 30 Weder ihre Armut noch ihre Blindheit noch auch der Tadel der Menschen hemmt ihren Eifer, sie rufen noch lauter. Ihr Beispiel lehrt uns, nicht abzulassen vom Gebete, wenn Gott die Erhörung desselben verschiebt. (Chrys.) +Matthäus Mt 48 20 32 Et stetit Jesus, et vocavit eos, et ait: Quid vultis ut faciam vobis? Und Jesus stand still, rief sie zu sich, und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tue?³¹ +Matthäus Mt 48 20 32 31 Wenn die Blinden ihr Gebrechen kundtun und um Heilung bitten, vermag niemand das Wunder in Zweifel zu ziehen oder die Absicht des Heilandes zu verdächtigen. +Matthäus Mt 48 20 33 Dicunt illi: Domine, ut aperiantur oculi nostri. Sie sprachen zu ihm: Herr! dass unsere Augen geöffnet werden.³² +Matthäus Mt 48 20 33 32 Auch unser Gebet soll die Kundgebung unseres Begehrens und unserer Bedürftigkeit vor Gott sein. Dass der Heiland die Blinden berührte, war das Werk seiner heiligen Menschheit, dass sie sehend wurden, der Gottheit (Thom.). Vergl. [Mt 8,3]. +Matthäus Mt 48 20 34 Misertus autem eorum Jesus, tetigit oculos eorum. Et confestim viderunt, et secuti sunt eum. Jesus aber erbarmte sich über sie, und berührte ihre Augen, und sogleich sahen sie, und folgten ihm nach. +Matthäus Mt 48 21 0 Streit mit den Pharisäern. (21,1-23) Feierlicher Einzug Jesu in Jerusalem. (V. 11) Zorn der Hohenpriester und Pharisäer über Christi Wunder. (V. 17) Der vertrocknete Feigenbaum (V. 22) Die Verachtung der Predigt Johannes des Täufers. (V. 32) Gleichnis von den ungetreuen Winzern. +Matthäus Mt 48 21 1 Et cum appropinquassent Jerosolymis, et venissent Bethphage ad Montem oliveti: tunc Jesus misit duos discipulos, Als sie sich nun Jerusalem nahten,¹ und² nach Bethphage³ an den Ölberg kamen, da⁴ sandte Jesus zwei Jünger ab, [Mk 11,1, Lk 19,29, Joh 12,12-19] +Matthäus Mt 48 21 1 1 Christus offenbart sich als Messias und wird als solcher vom Volke begrüßt. Die Führer des Volkes erwarteten einen glorreichen Messias, Christus erzeigt sich als solchen; sie verwerfen ihn dennoch, ja feinden ihn um so mehr an, sich härterer Strafe würdig machend. Der Einzug des Herrn fand am ersten Wochentage, am zehnten Tage des Monats Nisan statt. An diesem Tage wurde das Osterlamm ausgewählt. [Ex 12,3] Am gleichen Wochentage wird der Heiland bald als König der Ewigkeit triumphierend aus dem Grabe hervorgehen. Am zehnten Nisan hatte auch Josue einst mit dem Volke das gelobte Land betreten. +Matthäus Mt 48 21 1 2 Der Heiland kommt aus Bethanien. [Joh 12,1] +Matthäus Mt 48 21 1 3 Feigenhaus. Der Ölberg lag 5 Stadien (20 Min.) östlich von Jerusalem. +Matthäus Mt 48 21 1 4 Der Evangelist macht bedeutungsvoll auf die Zeit aufmerksam. Wer die beiden Jünger waren, sagt das Evangelium nicht. +Matthäus Mt 48 21 2 Dicens eis: Ite in castellum, quod contra vos est, et statim invenietis asinam alligatam, et pullum cum ea: solvite, et adducite mihi: und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt,⁵ und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden, und ein Füllen bei ihr; bindet sie los, und führet sie zu mir.⁶ +Matthäus Mt 48 21 2 5 Bethphage. +Matthäus Mt 48 21 2 6 Bisher hatte Christus alle seine Reisen zu Fuß gemacht, der Einzug in Jerusalem soll feierlich sein. +Matthäus Mt 48 21 3 Et si quis vobis aliquid dixerit, dicite quia Dominus his opus habet: et confestim dimittet eos. Und wenn euch jemand etwas sagt,⁷ so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und sofort wird er sie gehen lassen. +Matthäus Mt 48 21 3 7 Was tut ihr? Es geschah dies in der Tat [Mk 11,5, Lk 19,31.33] Der Herr weiß nicht allein das Zukünftige voraus, er lenkt auch die Herzen nach seinem Willen. +Matthäus Mt 48 21 4 Hoc autem totum factum est, ut adimpleretur quod dictum est per Prophetam dicentem: Dies alles aber geschah, damit erfüllet würde, was durch den Propheten gesagt ist, der da spricht:⁸ +Matthäus Mt 48 21 4 8 Die Stelle aus Zacharias wird dem Sinne nach angeführt. Auch die Juden verstanden dieselbe vom Messias. +Matthäus Mt 48 21 5 Dicite filiæ Sion: Ecce rex tuus venit tibi mansuetus, sedens super asinam, et pullum filium subjugalis. Saget der Tochter Sion:⁹ Siehe, dein König¹⁰ kommt zu dir,¹¹ sanftmütig¹² reitend auf einer Eselin, auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres! [Jes 62,11, Sach 9,9, Joh 12,15] +Matthäus Mt 48 21 5 9 Die Einwohner einer Stadt sind gleichsam die Söhne derselben. +Matthäus Mt 48 21 5 10 Der dir verheißene [Ez 21,27] +Matthäus Mt 48 21 5 11 Für dich, dich mit allen Gütern zu überhäufen. +Matthäus Mt 48 21 5 12 Wie der Einzug selbst zeigt. +Matthäus Mt 48 21 6 Euntes autem discipuli, fecerunt sicut præcepit illis Jesus. Die Jünger aber gingen, und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. +Matthäus Mt 48 21 7 Et adduxerunt asinam, et pullum; et imposuerunt super eos vestimenta sua, et eum desuper sedere fecerunt. Und sie führten die Eselin und das Füllen¹³ herbei, und legten ihre Kleider auf dieselben, und setzten ihn darauf.¹⁴ +Matthäus Mt 48 21 7 13 Die Jünger wussten entweder nicht, welches Tier der Heiland wünschte, oder es ziemte sich, dass der Feierlichkeit wegen beide geschmückt einhergingen. Auch ging das Füllen williger, wenn das Muttertier dabei war. +Matthäus Mt 48 21 7 14 Auf die Kleider. Das Füllen hat noch niemand getragen: Gott sind die Erstlinge darzubringen. Deshalb wurden auch im A. T. zum Tragen heiliger Dinge nur Lasttiere verwendet, welche noch keinen anderen Dienst getan. Vergl. [Num 19,2, Dtn 21,3, 1Sam 6,7] Die heiligen Väter geben verschiedene symbolische Erklärungen dieses Ereignisses Vornehme Leute ritten in alten Zeiten auf einem Esel, so Abraham [Gen 22,3, Moses Ex 4,20, Balaam Num 22,21] Vergl. [Ri 5,10]. In späteren Zeiten bedienten die Könige sich der Pferde, der Tiere des Krieges [1Kön 4,26, 1Kön 16,28 u. a.] +Matthäus Mt 48 21 8 Plurima autem turba straverunt vestimenta sua in via: alii autem cædebant ramos de arboribus, et sternebant in via: Sehr viel Volk aber breitete¹⁵ seine Kleider¹⁶ auf den Weg; und andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg.¹⁷ +Matthäus Mt 48 21 8 15 Welche wunderbare Herrschaft übt Christus über die Herzen, da er ohne jede äußere Anregung das Volk dazu bewegt, ihn zu ehren und im Triumphe in die Stadt zu geleiten. +Matthäus Mt 48 21 8 16 So ehrte das Volk einst Jehu [2Kön 9,12.13] +Matthäus Mt 48 21 8 17 Eine bei festlichen Aufzügen häufige Übung. [1Makk 13,51, 2Makk 10,7 u. a.] +Matthäus Mt 48 21 9 Turbæ autem, quæ præcedebant, et quæ sequebantur, clamabant, dicentes: Hosanna filio David: benedictus, qui venit in nomine Domini: hosanna in altissimis. Die Scharen aber, welche ihm voran zogen und welche nachfolgten,¹⁸ schrien und sprachen: Hosanna dem Sohne Davids;¹⁹ gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn;²⁰ Hosanna in der Höhe!²¹ [Ps 117,26, Mk 11,10, Lk 19,38] +Matthäus Mt 48 21 9 18 Auch aus der Stadt kommt dem Heilande eine jubelnde Schar entgegen. +Matthäus Mt 48 21 9 19 Gib ihm deine Hilfe, wir flehen dich an, nämlich zum messianischen Werke, damit auch wir frei werden von allem Unheil! Er sei gesegnet von Gott, damit auch wir des Segens teilhaftig werden! +Matthäus Mt 48 21 9 20 In Vereinigung mit Gott, der sich den Menschen offenbart. +Matthäus Mt 48 21 9 21 Von deinem Throne herab verleihe ihm Heil! Wenngleich die Psalmenworte der Menge bekannt waren, bedurfte es doch einer göttlichen Eingebung, damit sie dieselben jetzt riefen und mit ihnen Jesus als Messias begrüßten. In diesem allen zeigt sich die Macht des Herrn, während seine Demut sich in den äußeren Umständen des Einzuges offenbart. +Matthäus Mt 48 21 10 Et cum intrasset Jerosolymam, commota est universa civitas, dicens: Quis est hic? Als er nun in Jerusalem eingezogen war, kam die ganze Stadt in Bewegung, und sprach: Wer ist dieser?²² +Matthäus Mt 48 21 10 22 Ein großer Teil der Bewohner von Jerusalem, insbesondere die Vornehmen, werden von Neid und Eifersucht ergriffen. Als ob sie den Heiland noch nie gesehen, fragen sie: Wer ist das? Woher ihm solche Ehre? Auch der Eifer der Volksscharen scheint dadurch gemindert zu werden, da sie in der Antwortung der Messiaswürde des Herrn keine Erwähnung tun. So endet der Triumphzug mit traurigen Vorzeichen und Christi Wort [Mt 20,18] wird von neuem bestätigt. +Matthäus Mt 48 21 11 Populi autem dicebant: Hic est Jesus propheta a Nazareth Galilææ. Die Scharen aber sprachen: Dies ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa. +Matthäus Mt 48 21 12 Et intravit Jesus in templum Dei, et ejiciebat omnes vendentes, et ementes in templo, et mensas numulariorum, et cathedras vendentium columbas evertit: Und Jesus ging²³ in den Tempel Gottes,²⁴ trieb alle hinaus, die im Tempel²⁵ verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler²⁶ und die Sitze der Taubenhändler um.²⁷ [Mk 11,15, Lk 19,45, Joh 2,14] +Matthäus Mt 48 21 12 23 Jesus zeigt seine messianische Würde, indem er den Tempel reinigt, Blinde und Lahme heilt und von den Kindern als Messias begrüßt wird. Je mehr aber der Heiland seine erhabene Würde offenbart, desto mehr wächst die Feindschaft der Pharisäer. +Matthäus Mt 48 21 12 24 Der Heiland hatte sich nach dem Einzuge im Tempel als Messias kundgegeben [Mal 3,1] und war dann nach Bethanien gegangen. [Mk 11,11] Die Reinigung des Tempels fand also an einem anderen Tage statt. Die Reinigung des Tempels entsprach der Prophezeiung [Mal 3,1.3], auf die auch der heil. Johannes hinwies, [Mt 3,12]. Dasselbe hatte der Heiland beim Beginn seiner Lehrtätigkeit getan. [Joh 2,13] +Matthäus Mt 48 21 12 25 In dem äußeren Vorhofe, auch Vorhof der Heiden genannt. Die Nähe des Osterfestes hatte noch mehr Verkäufer als sonst hierhergeführt. Der Lärm störte die Andacht und gab den Fremden Ärgernis. +Matthäus Mt 48 21 12 26 Die Israeliten mussten einen halben Sikel als Tempelsteuer zahlen (siehe 17, Anm. 33) und zwar in hebräischer Münze. Die Fremden mussten also ihr ausländisches Geld umwechseln. +Matthäus Mt 48 21 12 27 Die Priester handelten unrecht, indem sie an heiliger Stätte solchen Handel duldeten. Alle fühlen Christi göttliche Majestät, und niemand wagt zu widerstehen. +Matthäus Mt 48 21 13 Et dicit eis: Scriptum est: Domus mea domus orationis vocabitur: vos autem fecistis illam speluncam latronum. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Haus des Gebetes heißen;²⁸ ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.²⁹ [Jes 56,7, Jer 7,11, Lk 19,46] +Matthäus Mt 48 21 13 28 Wird sein und soll als solches geehrt werden. +Matthäus Mt 48 21 13 29 Vergl. [Jer 7,11]. Betrug und ungerechter Gewinn schändete die heiligsten Dinge, Opfer und Tempelsteuer. +Matthäus Mt 48 21 14 Et accesserunt ad eum cæci, et claudi in templo: et sanavit eos. Und es traten zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie.³⁰ +Matthäus Mt 48 21 14 30 So streng der Heiland gegen die Bösen verfährt, so mild zeigt er sich gegen Fromme und Unglückliche. Die Zeichen beweisen, dass die Zeit des Messias gekommen ist [Jes 35,5.6, Mt 11,5] und offenbaren die Würde unseres Herrn. Doch die Hohenpriester und Schriftgelehrten bleiben verstockt. +Matthäus Mt 48 21 15 Videntes autem principes sacerdotum, et Scribæ mirabilia, quæ fecit, et pueros clamantes in templo, et dicentes: Hosanna filio David: indignati sunt. Da aber die Hohenpriester³¹ und Schriftgelehrten die Wunder sahen, welche er tat,³² und die Knaben, die im Tempel riefen und sprachen: Hosanna dem Sohne Davids! wurden sie unwillig, +Matthäus Mt 48 21 15 31 Siehe 2, Anm. 6 +Matthäus Mt 48 21 15 32 Was Vers 12-14 erzählt ist. Da auch die Kinder jene Worte rufen, mit denen die Erwachsenen jubelnd den Heiland begrüßt, erscheint die Einwirkung des heil. Geistes noch heller, der den Kleinen offenbart, was die Kenner des Gesetzes und der Propheten auch nach so vielen Wundern nicht erkennen wollten. +Matthäus Mt 48 21 16 Et dixerunt ei: Audis quid isti dicunt? Jesus autem dixit eis: Utique: numquam legistis: Quia ex ore infantium, et lactentium perfecisti laudem? und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen?³³ Jesus aber sprach zu ihnen: Ja. Habt ihr niemals gelesen: Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du Lob bereitet?³⁴ [Ps 8,3] +Matthäus Mt 48 21 16 33 Sie beschuldigen den Heiland, er dulde eine Gotteslästerung. Wie weit sind sie vom Glauben an Christus entfernt! Gute Menschen werden durch die guten Werke anderer im Guten bestärkt, verkehrte Herzen werden von Neid ergriffen und noch verkehrter. +Matthäus Mt 48 21 16 34 Ja, ich höre es sehr wohl und billige es. Aber wie könnt ihr euch verwundern? Was [Ps 8,3]. sagt, findet auch hier seine Geltung. Die Pharisäer mussten unwillkürlich an die folgenden Worte des Psalmes erinnert werden: Um den Feind und Rachgierigen zu stürzen. Darin lag für sie eine Warnung und Drohung. +Matthäus Mt 48 21 17 Et relictis illis, abiit foras extra Civitatem in Bethaniam: ibique mansit. Und er verließ sie, und ging fort aus der Stadt hinaus nach Bethanien,³⁵ und blieb daselbst.³⁶ +Matthäus Mt 48 21 17 35 Haus des Gehorsams (Orig., Hier., Bed.), 15 Stadien, kaum eine kleine Stunde von Jerusalem. +Matthäus Mt 48 21 17 36 Er übernachtet in Bethanien. In der Stadt hätte wohl niemand gewagt ihn aufzunehmen, da die Pharisäer bereits zur Zeit des Laubhüttenfestes (im Oktober) bestimmt hatten, dass jeder, der sich zu Christus bekennen würde, aus der Synagoge ausgestoßen werden sollte. [Joh 9,22]. Das nachfolgend berichtete Wunder ist eine Vorbedeutung für die Juden und für alle, welche nicht Früchte der Buße und guter Werke tragen. Trotz allen Undankes kehrte Christus am nächsten Tage nach Jerusalem zurück. +Matthäus Mt 48 21 18 Mane autem revertens in Civitatem, esuriit. Als er aber am Morgen in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn.³⁷ +Matthäus Mt 48 21 18 37 So wahr wie [Mt 4,2]. Wie viele Handlungen der Propheten im A. T. ist das Verhalten Christi symbolisch. Christus offenbart seinen Hunger, um zu zeigen, dass er nach dem Heile des Volkes hungert. Er wusste, dass er nichts finden werde, dennoch handelt er nach Art der Menschen, welche aus dem Vorhandensein der Blätter auf das Dasein von Früchten schließen, da diese den Blättern voran zu gehen pflegen. Andere Bäume hatten noch keine Blätter. [Mk 11,13]. +Matthäus Mt 48 21 19 Et videns fici arborem unam secus viam, venit ad eam: et nihil invenit in ea nisi folia tantum, et ait illi: Numquam ex te fructus nascatur in sempiternum. Et arefacta est continuo ficulnea. Und da er einen Feigenbaum am Wege sah, ging er auf denselben zu, und fand nichts an ihm als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nimmermehr komme von dir Frucht in Ewigkeit! Und alsbald verdorrte der Feigenbaum.³⁸ [Mk 11,13] +Matthäus Mt 48 21 19 38 Der Saft hörte auf zu fließen. Die Jünger bemerkten die äußeren Anzeichen davon erst am folgenden Tage. Der Feigenbaum war das Bild des jüdischen Volkes. (Orig.) So viele Gaben (Blätter) hatte Gott demselben verliehen, um es auf den Messias vorzubereiten. Doch da derselbe kam, nahmen ihn die seinigen nicht auf. Was die Juden dafür erwartet, hat Christus oft mit Worten verkündet [Mt 8,12, Mt 10,15, Mt 11,21, Mt 12,41-45], hier stellt er es durch eine Tat vor Augen. +Matthäus Mt 48 21 20 Et videntes discipuli, mirati sunt, dicentes: Quomodo continuo aruit? Da dies die Jünger sahen, verwunderten sie sich, und sagten: Wie ist er auf der Stelle verdorrt?³⁹ [Mk 11,20] +Matthäus Mt 48 21 20 39 Die Apostel fehlen, sofern sie nur fragen, wie der Baum vertrocknet ist, nicht aber nach dem tieferen Grunde forschen. Deshalb begnügt sich Christus mit einer Ermahnung, welche sich an das äußere Ereignis anschließt. +Matthäus Mt 48 21 21 Respondens autem Jesus, ait eis: Amen dico vobis, si habueritis fidem, et non hæsitaveritis, non solum de ficulnea facietis, sed et si monti huic dixeritis, Tolle, et jacta te in mare, fiet. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben haben und nicht zweifeln werdet, so werdet ihr nicht nur tun, was an dem Feigenbaume geschah, sondern auch wenn ihr zu diesem Berge⁴⁰ saget: Hebe dich, und stürze dich in's Meer! so wird es geschehen.⁴¹ +Matthäus Mt 48 21 21 40 Der Herr zeigt wohl auf den Ölberg. Das Bild ist sprichwörtlich. Vergl. [Sach 4,7]. +Matthäus Mt 48 21 21 41 Aus diesem Ereignisse ersehen die Jünger, dass Christus auch seine Feinde zu vernichten vermag (Hier., Chrys.). An den Menschen zeigt Jesus, indem er den Leib heilt, was er den Seelen Gutes tun will; will er Strafen vor Augen stellen, so wählt er dazu leblose Wesen (Hilar., Chrys.). Die symbolische Handlung des Herrn zielt zunächst auf die Synagoge, findet aber auch auf jede Menschenseele Anwendung (Orig., Chrys.). +Matthäus Mt 48 21 22 Et omnia quæcumque petieritis in oratione credentes, accipietis. Und alles, um was ihr immer bitten werdet im Gebete mit Glauben, das werdet ihr empfangen. [Mk 11,24] +Matthäus Mt 48 21 23 Et cum venisset in templum, accesserunt ad eum docentem, principes sacerdotum, et seniores populi, dicentes: In qua potestate hæc facis? Et quis tibi dedit hanc potestatem? Als er nun in den Tempel gekommen war,⁴² traten, während er lehrte, die Hohenpriester und Ältesten des Volkes⁴³ zu ihm, und sprachen: In welcher Gewalt⁴⁴ tust du dieses?⁴⁵ Und wer hat dir diese Gewalt gegeben? [Mk 11,28] +Matthäus Mt 48 21 23 42 Am zweiten Tage nach dem Palmsonntage. [Mk 11,11.12.19.20.27] +Matthäus Mt 48 21 23 43 Und die Schriftgelehrten [Mk 11,27, Lk 20,19], also die drei alle religiöse und zivile Gewalt in Jerusalem vertretenden Stände, der höchste Gerichtshof. Wahrscheinlich senden dieselben Abgeordneten in ihrem Namen, ähnlich wie [Joh 1,19]. Sie haben ein Recht zu fragen, welche Befugnis jemand zum Lehren hat und zu prüfen, ob er von Gott gesendet ist, aber nach dem wiederholten Zeugnisse des heil. Johannes über Christus und den vielen Wundern, die Zeugnis geben von ihm und seiner Lehre, nach so vielen Niederlagen seiner Gegner durch die Wahrheit, welche der Herr verkündete, endlich zu einer Zeit, wo sich der Herr so glänzend durch seine Taten offenbart hatte, war es böswillige Vermessenheit, ihn nach den Rechtfertigungsbeweisen seiner Autorität zu fragen. +Matthäus Mt 48 21 23 44 Von uns hast du keine Vollmacht, also maßest du dir das Recht an. Antwortet der Heiland, er sei vom Vater gesendet, so verurteilen sie ihn wegen Gotteslästerung; sagt er, er sei der Messias, so überantworten sie ihn den Heiden wegen Anmaßung der Königswürde; antwortet er gar nicht, so machen sie ihn dem Volke verdächtig als falschen Propheten, der die gesetzliche Obrigkeit verachtet. +Matthäus Mt 48 21 23 45 Das Lehramt, der feierliche Einzug, die Reinigung des Tempels usw. Christi Weisheit schlägt die Klugen. Er antwortet so, dass sie ihn nicht anschuldigen können, dass sie hören müssen, als wen Jesus sich bekennt, und erkennen, dass ihre Bosheit zu Schanden wird. +Matthäus Mt 48 21 24 Respondens Jesus dixit eis: Interrogabo vos et ego unum sermonem: quem si dixeritis mihi, et ego vobis dicam in qua potestate hæc facio. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Ich will euch auch um etwas fragen; wenn ihr mir dies beantwortet, werde ich euch auch sagen, in welcher Gewalt ich diese Dinge tue.⁴⁶ [Lk 20,3] +Matthäus Mt 48 21 24 46 Der Heiland legt ihnen eine solche Frage vor, dass Antwort, wie Stillschweigen sie in Verlegenheit bringt. Johannes war gesandt zu taufen; diese Taufe war die Vorbereitung auf das Erscheinen des Gottesreiches. Johannes hatte von Christus Zeugnis abgelegt; war der Täufer, von Gott gesendet, so ist Jesus der Messias. So knüpft Christi Frage an die Frage der Pharisäer an. +Matthäus Mt 48 21 25 Baptismus Joannis unde erat? e clo, an ex hominibus? At illi cogitabant inter se, dicentes: Die Taufe des Johannes, woher war sie? Vom Himmel, oder von Menschen? Sie aber gingen miteinander zu Rate und sprachen: +Matthäus Mt 48 21 26 Si dixerimus, e cælo, dicet nobis: Quare ergo non credidistis illi? Si autem dixerimus, ex hominibus, timemus turbam: omnes enim habebant Joannem sicut prophetam. Sagen wir vom Himmel, so wird er uns sagen: Warum habt ihr ihm also nicht geglaubt? Sagen wir aber von Menschen, so haben wir das Volk zu fürchten; denn alle hielten den Johannes für einen Propheten. [Mt 14,5] +Matthäus Mt 48 21 27 Et respondentes Jesu, dixerunt: Necimus. Ait illis et ipse: Nec ego dico vobis in qua potestate hæc facio. Sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht.⁴⁷ Da sprach auch er zu ihnen: Auch ich sage euch nicht, in welcher Gewalt ich dies tue. +Matthäus Mt 48 21 27 47 Sie suchen in einer so überaus wichtigen Sache nicht die Wahrheit, sondern einzig einen Ausweg, sich vor den Vorwürfen des Herrn und des Volkes sicher zu stellen. Sie lügen also, dass sie das nicht wissen, was nach ihrem eigenen Bekenntnisse das Volk weiß und was sie vor allem als berufene Lehrer desselben wissen müssen. Sie lügen, denn sie hatten ja eine Gesandtschaft zu Johannes gesendet [Joh 1,19], und der Täufer hatte sich als Vorläufer des Messias bekannt. Johannes gab Prophezeiungen [Joh 1,27.30, Mt 3,11], mithin hatten sie nach [Dtn 18,21.22] die Pflicht, die Wahrheit derselben zu prüfen. Darum die Antwort: Ihr wollt es nicht wissen, daher werde auch ich nicht antworten. Ihr gebt Unwissenheit vor, weil ihr nicht glauben wollt, obgleich ihr euch den Anschein von Glauben und Gehorsam gebt, während andere, Heiden und Sünder, zuerst offen beides verweigern, dann aber aufrichtig das Reich Gottes suchen. +Matthäus Mt 48 21 28 Quid autem vobis videtur? Homo quidam habebat duos filios, et accedens ad primum dixit: Fili, vade hodie, operare in vinea mea. Was dünket euch aber? Ein Mann hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten, und sprach: Sohn! geh heut hin, und arbeite in meinem Weinberge. +Matthäus Mt 48 21 29 Ille autem respondens, ait: Nolo. Postea autem, pnitentia motus, abiit. Der aber antwortete, und sprach: Ich will nicht. Nachher aber reute es ihn, und er ging hin. +Matthäus Mt 48 21 30 Accedens autem ad alterum, dixit similiter. At ille respondens, ait: Eo, domine, et non ivit. Er ging aber zu dem andern, und redete in gleicher Weise. Dieser aber antwortete, und sprach: Ja, Herr! ich gehe,⁴⁸ und ging nicht. +Matthäus Mt 48 21 30 48 Er heuchelt große Ehrfurcht und Gehorsam. +Matthäus Mt 48 21 31 Quis ex duobus fecit voluntatem patris? Dicunt ei: Primus. Dicit illis Jesus: Amen dico vobis, quia publicani, et meretrices præcedent vos in regnum Dei. Welcher von den beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da sagte ihnen Jesus: Wahrlich, ich sage euch, die Zöllner und die Buhlerinnen⁴⁹ werden eher in das Reich Gottes kommen als ihr!⁵⁰ +Matthäus Mt 48 21 31 49 Die Zöllner und Buhlerinnen haben sich auf Johannes des Täufers Predigt bekehrt, anders als die Pharisäer, die alles versprechen und nichts tun. +Matthäus Mt 48 21 31 50 In das Reich Gottes, das bereits zu euch gekommen ist. Eine solche Sünderin ist die, deren Geschichte [Lk 7,50] erzählt wird; ein solcher Zöllner findet sich unter den Aposteln selbst. +Matthäus Mt 48 21 32 Venit enim ad vos Joannes in via justitiæ, et non credidistis ei: publicani autem, et meretrices crediderunt ei: vos autem videntes nec pnitentiam habuistis postea, ut crederetis ei. Denn Johannes kam zu euch auf dem Wege der Gerechtigkeit,⁵¹ und ihr habt ihm nicht geglaubt;⁵² die Zöllner und die Buhlerinnen aber haben ihm geglaubt. Ihr aber, obgleich ihr es sahet, wurdet auch dann nicht reuigen Sinnes, so dass ihr ihm geglaubt hättet. +Matthäus Mt 48 21 32 51 Johannes hatte das Amt, den Weg zu weisen, den die Gerechtigkeit fordert. Siehe [Mt 3,8] +Matthäus Mt 48 21 32 52 Ihr habt euch nicht bekehrt, denn die Predigt des heil. Johannes bestand besonders in der Aufforderung: Tuet Buße. +Matthäus Mt 48 21 33 Aliam parabolam audite: Homo erat paterfamilias, qui plantavit vineam, et sepem circumdedit ei, et fodit in ea torcular, et ædificavit turrim, et locavit eam agricolis, et peregre profectus est. Höret ein anderes Gleichnis:⁵³ Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg, und umgab ihn mit einem Zaune,⁵⁴ grub in ihm eine Kelter, baute einen Turm,⁵⁵ und verpachtete ihn an Winzer, und reiste dann fort in die Ferne.⁵⁶ [Jes 5,2, Jer 2,21, Mk 12,1, Lk 20,9] +Matthäus Mt 48 21 33 53 Der Heiland zeigt in einem ähnlichen Gleichnisse aus [Jes 5] die Strafe, welche die Juden für die Verwerfung des Messias erwartet. +Matthäus Mt 48 21 33 54 Damit die wilden Tiere ihn nicht verwüsteten. +Matthäus Mt 48 21 33 55 Für die Wächter. +Matthäus Mt 48 21 33 56 Der Vergleich des Volkes Gottes mit einem Weinberge ist in der heil. Schrift nicht selten. Die Absicht des Heilandes ist aus [Jes 5,2] klar. Der Hausvater ist Gott, der sich das Volk Israel unter allen Völkern auserwählt und ihm gibt, was ihm heilsam sein kann: Einen Zaun – Gesetz und Propheten (Theoph., Euth.) oder eine besondere Leitung seiner Vorsehung (Ambr., Orig.); einen Turm – den Tempel (Orig., Hier., Chrys.) oder die Erhabenheit des Gesetzes (Hil.). Diesen Weinberg übergab er der geistlichen und bürgerlichen Obrigkeit, indem er verschiedene heilsame Vorschriften hinzufügte. +Matthäus Mt 48 21 34 Cum autem tempus fructuum appropinquasset, misit servos suos ad agricolas, ut acciperent fructus ejus. Als aber die Zeit der Früchte genaht war, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.⁵⁷ +Matthäus Mt 48 21 34 57 Einen Teil der Früchte als Mietslohn. Die Knechte sind die Propheten. +Matthäus Mt 48 21 35 Et agricolæ, apprehensis servis ejus, alium ceciderunt, alium occiderunt, alium vero lapidaverunt. Doch die Winzer ergriffen seine Knechte, schlugen den einen, töteten den andern, einen dritten aber steinigten sie.⁵⁸ +Matthäus Mt 48 21 35 58 Vergl. [Apg 7,52, Jer 2,30, Hebr 11] (Hier.) +Matthäus Mt 48 21 36 Iterum misit alios servos plures prioribus, et fecerunt illis similiter. Wiederum schickte er andere Knechte, und zwar mehrere als die ersten, und sie verfuhren mit ihnen ebenso.⁵⁹ +Matthäus Mt 48 21 36 59 Dies bezeugt Gott selbst zum öfteren im A. T., z. B. [Jer 7,25, Hos 6,5]. +Matthäus Mt 48 21 37 Novissime autem misit ad eos filium suum, dicens: Verebuntur filium meum. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen, indem er sagte: Sie werden vor meinem Sohne Scheu tragen! +Matthäus Mt 48 21 38 Agricolæ autem videntes filium dixerunt intra se: Hic est hæres, venite, occidamus eum, et habebimus hæreditatem ejus. Als aber die Winzer den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Dieser ist der Erbe, lasset uns ihn töten, und wir werden sein Erbteil besitzen!⁶⁰ [Mt 26,3, Joh 11,53] +Matthäus Mt 48 21 38 60 Christus spricht jetzt von sich, die Zukunft vorverkündend. So taten die Pharisäer und Schriftgelehrten nach der Auferweckung des Lazarus [Joh 11,47.48.50] +Matthäus Mt 48 21 39 Et apprehensum eum ejecerunt extra vineam, et occiderunt. Und sie ergriffen ihn, und warfen ihn hinaus aus dem Weinberge, und töteten ihn.⁶¹ +Matthäus Mt 48 21 39 61 Als ob er nicht zum auserwählten Volke gehörte, wird der Herr den Heiden übergeben werden. +Matthäus Mt 48 21 40 Cum ergo venerit dominus vineæ, quid faciet agricolis illis? Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Winzern tun?⁶² +Matthäus Mt 48 21 40 62 Auf diese Frage antworteten sie V. 41 ohne Zaudern, weil sie nicht merken, dass sie selbst gemeint sind. Das Gleichnis lässt sich auch auf jeden Menschen anwenden (Orig., Ambros.). +Matthäus Mt 48 21 41 Ajunt illi: Malos male perdet: et vineam suam locabit aliis agricolis, qui reddant ei fructum temporibus suis. Sie sagten zu ihm:⁶³ Er wird sie als Elende elendiglich verderben, und seinen Weinberg wird er an andere Winzer verpachten, die ihm zu ihrer Zeit die Früchte abliefern.⁶⁴ +Matthäus Mt 48 21 41 63 Sie sprechen sich selbst ihr Urteil. In der Tat ward Gott und Stadt von den Römern vernichtet. (Theoph.) +Matthäus Mt 48 21 41 64 Christus wird seinem Volke andere Hirten geben, vergl. [Mt 10,2ff, Mt 16,18, Mt 18,18], nämlich die Apostel (Orig., Hil.), von denen der Herr [Joh 15,16] Zeugnis gibt. Es ist kein Widerspruch mit Markus und Lukas, wo der Herr, nicht die Pharisäer die Worte: Er wird usw. spricht. Der Vorgang war wohl der folgende: Christus fragt (V. 40), sie antworten (V. 41), dann wiederholt Christus ihre Worte [Lk 20,16], jedoch so, dass sie merken, sie seien gemeint. Darum sagen sie: Das sei ferne! Nämlich dass wir dem Verderben anheimfallen usw. Daran schließt sich passend V. 42 hier: Das sei ferne! ruft ihr? Doch es wird geschehen, denn die Schrift sagt usw. +Matthäus Mt 48 21 42 Dicit illis Jesus: Nunquam legistis in Scripturis: Lapidem, quem reprobaverunt ædificantes, hic factus est in caput anguli? A Domino factum est istud, et est mirabile in oculis nostris: Da sprach Jesus zu ihnen: Habt ihr niemals in der Schrift gelesen: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Ecksteine geworden.⁶⁵ Vom Herrn ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen“?⁶⁶ [Ps 117,22, Apg 4,11, Röm 9,33, 1Petr 2,7] +Matthäus Mt 48 21 42 65 Der Stein, welcher zwei Mauern miteinander verbindet und so dem Gebäude Halt und Festigkeit gibt. Die Vorsteher der Synagoge sind die berufenen Bauleute des Hauses Gottes, der Eckstein ist Christus (Orig.), der alle Völker in der Einheit des Glaubens sammelt (Hil.). Haben ihn die Bauleute verworfen und er hat dennoch eine solche Stellung erlangt, so ist es also Gott gewesen, der sie ihm verliehen. +Matthäus Mt 48 21 42 66 Dass diejenigen, welchen der Messias verheißen war, die ihn erwarteten und von Gott auf seine Ankunft vorbereitet wurden, ihn nicht anerkennen wollten, da er kam, und dass er nun dennoch so erhöht ward. Dass [Ps 117,22] von dem Messias spricht, geben auch spätere Juden zu. +Matthäus Mt 48 21 43 Ideo dico vobis, quia auferetur a vobis regnum Dei, et dabitur genti facienti fructus ejus. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch hinweg genommen, und einem Volke gegeben werden, welches die Früchte desselben hervorbringt.⁶⁷ +Matthäus Mt 48 21 43 67 Weil die Führer der Synagoge solche Menschen sind, wie sie in den drei Gleichnissen beschrieben worden. Christus sagt die Berufung der Heiden vorher. Vergl. [Gal 5,22, Eph 5,9]. +Matthäus Mt 48 21 44 Et qui ceciderit super lapidem istum, confringetur: super quem vero ceciderit, conteret eum. Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden;⁶⁸ auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.⁶⁹ +Matthäus Mt 48 21 44 68 Wer immer den Heiland verwirft, wem Christi Demut ein Ärgernis ist. So erklärt Christus die von ihm [Lk 2,34] gegebene Weissagung. +Matthäus Mt 48 21 44 69 Der Heiland ändert das Bild, indem er sich als Richter zeigt, wie Johannes der Täufer ihn [Mt 3,12] verkündet. Das doppelte Bild zeigt, dass keiner von denen, welche den Messias verwerfen, der Strafe entgehen wird. Vergl. [Apg 4,11.12]. +Matthäus Mt 48 21 45 Et cum audissent principes sacerdotum, et Pharisæi parabolas ejus, cognoverunt quod de ipsis diceret. Als nun die Hohenpriester und Pharisäer⁷⁰ seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er von ihnen rede.⁷¹ +Matthäus Mt 48 21 45 70 Wohl dieselben, die V. 23 die Ältesten des Volkes genannt werden. +Matthäus Mt 48 21 45 71 Jetzt verstehen die Vorsteher der Synagoge alles, aber anstatt sich zu bekehren, beschließen sie, Rache zu nehmen, und einzig die Furcht zwingt sie, die Ausführung ihres bösen Vorhabens zu verschieben. +Matthäus Mt 48 21 46 Et quærentes eum tenere, timuerunt turbas: quoniam sicut prophetam eum habebant. Und sie suchten ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt. +Matthäus Mt 48 22 0 Das Gleichnis von der königlichen Hochzeit. (V. 14) Frage über die Steuer (V. 22), über die Auferstehung (V. 33), über das größte Gebot und Christus den Sohn Davids. +Matthäus Mt 48 22 1 Et respondens Jesus: dixit iterum in parabolis eis, dicens: Und Jesus fing abermals an,¹ in Gleichnissen zu ihnen zu reden, und sprach: +Matthäus Mt 48 22 1 1 Der Heiland fährt in der begonnenen Belehrung fort. In dem vorhergehenden Gleichnisse zeigte Christus die Verwerfung der Lehrer; jetzt führt er auch das Strafgericht über das Volk demselben vor Augen. In den vorhergehenden Gleichnisse erklärte Jesus ferner, dass die Heiden zum messianischen Reiche berufen sind; hier zeigt er, dass es nicht genug ist, in dasselbe einzutreten. +Matthäus Mt 48 22 2 Simile factum est regnum clorum homini regi, qui fecit nuptias filio suo. Das Himmelreich ist einem Könige gleich, der seinem Sohne Hochzeit machte.² [Offb 19,9] +Matthäus Mt 48 22 2 2 Das messianische Reich ist in seiner Gründung und Ausbreitung einem König ähnlich usw. Der König ist Gott, der Bräutigam der Messias. Siehe [Ps 44, Joh 3,29, sowie Mt 9,15] Wie das auserwählte Volk oft im A. T. eine Braut Gottes genannt wird, so wird auch die Aufrichtung des messianischen Reiches bisweilen als eine Art heiliger Ehe dargestellt. [Hos 2,19] Auch die Kirche Christi heißt seine Braut [2Kor 11,2, Eph 5,25-27], die Gott, der Vater, dem Sohne bestimmt. Vergl. [Joh 2,44, Joh 17,6.9.11.12.24] +Matthäus Mt 48 22 3 Et misit servos suos vocare invitatos ad nuptias, et nolebant venire. Und er sandte seine Knechte aus, um die zur Hochzeit Geladenen zu berufen, doch sie wollten nicht kommen.³ +Matthäus Mt 48 22 3 3 In die Kirche Christi, welche die Braut des Sohnes ist, werden als die ersten die berufen, welche bereits im A. B. angehörten. Durch die Abraham gegebene Verheißung und den auf dem Berge Sinai geschlossenen Bund waren die Israeliten ein Volk Gottes geworden, berufen, in der Fülle der Zeiten in das neue Gottesreich einzutreten. Sie sind durch die Propheten geladen und zu diesen bereits Geladenen werden der heilige Johannes und die Jünger gesendet (Greg., Chrys., Euth., Hil.), um sie aufzufordern, an Christus zu glauben. Doch der größte Teil von ihnen weigert sich, der Botschaft Folge zu leisten. +Matthäus Mt 48 22 4 Iterum misit alios servos, dicens; Dicite invitatis: Ecce prandium meum paravi, tauri mei, et altilia occisa sunt, et omnia parata: venite ad nuptias. Abermals sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Geladenen: Sehet, ich habe mein Mahl bereitet, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommet zur Hochzeit!⁴ +Matthäus Mt 48 22 4 4 Bei der ersten Einladung wurden sie zur Hochzeit berufen, bei der zweiten wird ihnen kundgetan, dass alles bereit und ein großes Gastmahl zugerichtet ist. Als Christus gen Himmelgefahren, verkündeten die Apostel, dass nun alles vollbracht sei, was zur Erlösung des Menschengeschlechtes notwendig war, und luden ein, sich der durch die Erlösung erworbenen Güter teilhaftig zu machen. +Matthäus Mt 48 22 5 Illi autem neglexerunt: et abierunt, alius in villam suam, alius vero ad negotiationem suam: Sie aber achteten es nicht, und gingen hin, der eine auf sein Landgut, der andere seinem Gewerbe nach.⁵ +Matthäus Mt 48 22 5 5 Sie schätzten die Einladung gering und andere Sorgen ziehen sie von Gottes Reich ab. Andere handeln noch schlimmer (V. 6). So erscheint die Langmut und Güte des Königs in hellerem Lichte. Vergl. [Apg 5,40.41, Apg 8,1, Apg 9,24.29, Apg 13,50] u.a. [1Thess 2,14-16] +Matthäus Mt 48 22 6 Reliqui vero tenuerunt servos ejus, et contumeliis affectos occiderunt. Die übrigen aber ergriffen seine Knechte, taten ihnen Schmach an, und töteten sie. +Matthäus Mt 48 22 7 Rex autem cum audisset, iratus est: et missis exercitibus suis, perdidit homicidas illos, et civitatem illorum succendit. Als der König dies hörte, ward er zornig, und sandte seine Heere⁶ aus, vernichtete jene Mörder, und steckte ihre Stadt in Brand. +Matthäus Mt 48 22 7 6 Die Römer (Orig., Chrys.) heißen hier die Heere Gottes, sofern sie das Werkzeug seiner Rache sind. Ähnlich werden die Meder [Jes 13,3] und Nabuchodonoser [Ez 29,18] genannt. +Matthäus Mt 48 22 8 Tunc ait servis suis: Nuptiæ quidem paratæ sunt, sed qui invitati erant, non fuerunt digni. Dann sprach er zu seinen Knechten:⁷ Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Geladenen waren nicht würdig.⁸ +Matthäus Mt 48 22 8 7 Vergl. [Apg 13,46]. +Matthäus Mt 48 22 8 8 Vergl. [Röm 10,3]. +Matthäus Mt 48 22 9 Ite ergo ad exitus viarum, et quoscumque inveneritis, vocate ad nuptias. Gehet also an die Ausgänge der Straßen,⁹ und ladet zur Hochzeit, wen ihr immer findet. +Matthäus Mt 48 22 9 9 Wo mehr Menschen zusammenkommen. Weil die Juden in ihrem Pochen auf die leibliche Zugehörigkeit zum Volke Gottes sich schon gerecht glaubten, verschmähten sie von Christus gebotene Gerechtigkeit. +Matthäus Mt 48 22 10 Et egressi servi ejus in vias, congregaverunt omnes, quos invenerunt, malos et bonos: et impletæ sunt nuptiæ discumbentium. Und seine Knechte gingen hinaus auf die Straßen, und führten alle zusammen, die sie fanden, Böse und Gute;¹⁰ und die Hochzeit füllte sich mit Gästen.¹¹ +Matthäus Mt 48 22 10 10 Ohne anderen Unterschied als ob sie die Einladung annehmen, oder nicht. Gott kann durch seine Gnade alle Menschen berufen. +Matthäus Mt 48 22 10 11 Es geht der Hochzeit nichts dadurch ab, dass die zuerst Geladenen nicht kommen wollten. Vergl. [Röm 11,11.12]. +Matthäus Mt 48 22 11 Intravit autem rex ut videret discumbentes, et vidit ibi hominem non vestitum veste nuptiali. Der König aber trat herein, um die Gäste zu beschauen, und er sah dort einen Menschen,¹² welcher nicht mit einem hochzeitlichen Gewande angetan war.¹³ +Matthäus Mt 48 22 11 12 Es ist nicht genug, in die Kirche einzutreten. +Matthäus Mt 48 22 11 13 Wie es sich für eine solche Feierlichkeit ziemte. Der Mensch muss auch seinerseits etwas tun, um die Taufgnade zu bewahren, ein seiner Berufung zur Kirche entsprechendes Leben führen. (Greg.) Mehrfach wird ein tugendhaftes Leben in der heil. Schrift durch das Bild des Kleides bezeichnet. [Offb 3,17.18, Eph 4,24, Kol 3,9.10]. Wie genau prüft der König, dass in einer so großen Menge nicht ein einziger seinen Blicken entgeht! +Matthäus Mt 48 22 12 Et ait illi: Amice, quomodo huc intrasti, non habens vestem nuptialem? At ille obmutuit. Und er sprach zu ihm: Freund!¹⁴ wie bist du hier hereingekommen, ohne ein hochzeitliches Gewand zu haben? Er aber verstummte.¹⁵ +Matthäus Mt 48 22 12 14 Das griechische Wort bedeutet nicht immer: lieb. Im Deutschen entspricht ihm etwa: guter Freund, guter Mann. +Matthäus Mt 48 22 12 15 Obwohl die Sache klar ist, will der König dennoch nicht eher Strafe verhängen, als bis der Sünder sich selbst das Urteil gesprochen. (Chrys.) Durch sein Stillschweigen verdammt er sich selbst. +Matthäus Mt 48 22 13 Tunc dixit rex ministris: Ligatis manibus, et pedibus ejus, mittite eum in tenebras exteriores: ibi erit fletus, et stridor dentium. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn hinaus in die Finsternis draußen, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein!¹⁶ [Mt 8,12, Mt 13,42] +Matthäus Mt 48 22 13 16 Vergl. [Mt 8,12, Mt 13,42]. Wer jetzt freiwillig in den Banden des Lasters liegt, wird einst in ewige Bande geworfen werden. (Greg.) Was [Lk 16,24] die Flammen, sind hier die Fesseln. +Matthäus Mt 48 22 14 Multi enim sunt vocati, pauci vero electi. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.¹⁷ +Matthäus Mt 48 22 14 17 Denn bezieht sich auf die ganze Parabel, nicht auf den Ausgeschlossenen. Die Berufenen sind diejenigen, zu welchen die Knechte geschickt worden sind, die Auserwählten die, welche dem Rufe Folge leisteten. Alle Juden waren berufen, wenige folgten dem Gnadenrufe des Herrn. Was die Propheten vorhergesagt [Jes 10,21, Am 3,12] und Paulus als eingetreten bezeugt [Röm 11,15] sagt auch der Heiland hier voraus: Nur wenige aus dem auserwählten Volke kommen zur Hochzeit des Messias. (Orig., Theoph.) +Matthäus Mt 48 22 15 Tunc abeuntes Pharisæi, consilium inierunt ut caperent eum in sermone. Darauf gingen die Pharisäer hin und hielten Rat,¹⁸ wie sie ihn in einer Rede¹⁹ fangen könnten.²⁰ [Mk 12,13, Lk 20,20] +Matthäus Mt 48 22 15 18 Die Juden trugen das Joch der Römer nur unwillig. Vergl. [Joh 8,33] Jahwe war ihr König, und einen irdischen König sollten sie einzig aus ihrem eigenen Volke haben [Dtn 17,15]. So konnte sich ihr Wunsch, die Herrschaft der Römer abzuschütteln, unter dem Mantel der Frömmigkeit verbergen. Sie vergaßen, dass die Zeiten andere geworden und das jüdische Volk bereits mehrfach von Gott anderen Völkern unterworfen ward. Die Meinung, das auserwählte Volk dürfe den Heiden keinen Tribut zahlen, war damals eine sehr verbreitete. (Hier.) Es war für Christus gleich gefährlich, auf die gestellte Frage mit Ja oder mit Nein zu antworten. Im ersten Falle ward er bei dem Volke als falscher Prophet verdächtigt, im zweiten den Römern angezeigt. Gewiss meinen sie, Christus werde die Frage verneinen, aber im Herzen wünschen sie das Gegenteil, damit sie den Herrn seines Ansehens bei dem Volke berauben können. (Orig., Euth., Chrys., Thom.) +Matthäus Mt 48 22 15 19 In einer Antwort. +Matthäus Mt 48 22 15 20 Sie haben die Gleichnisse verstanden und wollen den lästigen Mahner in's Verderben bringen. +Matthäus Mt 48 22 16 Et mittunt ei discipulos suos cum Herodianis dicentes: Magister, scimus quia verax es, et viam Dei in veritate doces, et non est tibi cura de aliquo: non enim respicis personam hominum: Und sie schickten ihre Jünger²¹ mit den Herodianern²² zu ihm und sagten: Meister! wir wissen, dass du wahrhaft bist, und den Weg Gottes in Wahrheit lehrest, und dich um niemand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen.²³ +Matthäus Mt 48 22 16 21 Ihre Jünger sind weniger verdächtig und können leichter vorgeben, dass sie von einem so heiligen und berühmten Lehrer etwas lernen wollen. +Matthäus Mt 48 22 16 22 Die Herodianer waren Anhänger der Familie des Herodes, dessen Herrschaft den Pharisäern verhasst war. Um Christus zu verderben, verbünden die Pharisäer sich mit ihren Feinden. +Matthäus Mt 48 22 16 23 Lügnerische Schmeicheleien. +Matthäus Mt 48 22 17 Dic ergo nobis quid tibi videtur, licet censum dare Cæsari, an non? Sage uns also, was scheint dir: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer²⁴ zu geben, oder nicht? +Matthäus Mt 48 22 17 24 Kopfsteuer +Matthäus Mt 48 22 18 Cognita autem Jesus nequitia eorum, ait: Quid me tentatis hypocritæ? Da aber Jesus ihre Bosheit kannte, sprach er: Was versuchet ihr mich, Heuchler?²⁵ +Matthäus Mt 48 22 18 25 Heuchelei begeht, wer sich den Anschein gibt, etwas zu sein, was er doch nicht ist, bei dem Wort und Tat im bewussten Gegensatze stehen. Christus antwortet dem Stande ihres Gewissens gemäß, er beschämt sie, um sie auf den rechten Weg zurückzuführen, wie jene schmeicheln, um zu verderben. (Chrys.) Der Herr hätte ihnen wegen ihrer Heuchelei jede Antwort verweigern können, er fängt sie aber in ihren eigenen Worten. +Matthäus Mt 48 22 19 Ostendite mihi numisma census. At illi obtulerunt ei denarium. Zeiget mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Denar²⁶ hin. +Matthäus Mt 48 22 19 26 Zehn As, wie der Name andeutet. Ein vollwichtiger Denar hatte einen Silberwert von 67 Pfennig. Vergl. 16, Anm. 38. +Matthäus Mt 48 22 20 Et ait illis Jesus: Cujus est imago hæc, et superscriptio? Da sprach Jesus zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?²⁷ +Matthäus Mt 48 22 20 27 Christus fragt, um seine Gegenrede nach ihrer Antwort einzurichten. +Matthäus Mt 48 22 21 Dicunt ei: Cæsaris. Tunc ait illis: Reddite ergo quæ sunt Cæsaris, Cæsari: et quæ sunt Dei, Deo. Sie antworteten ihm: Des Kaisers.²⁸ Da sprach er zu ihnen: Gebet mithin, was des Kaisers ist, dem Kaiser, und was Gottes ist, Gott.²⁹ [Röm 13,7] +Matthäus Mt 48 22 21 28 Da damals bei den Juden die römische Münze in Brauch war, zeigten sie selbst, dass sie dem Kaiser untertan waren und ihm mithin Steuern zu zahlen verpflichtet waren. Das Münzrecht war das erste Hoheitsrecht. +Matthäus Mt 48 22 21 29 Der Heiland entscheidet nicht, welche Steuer gerecht ist, sondern stellt nur einen Satz auf, den niemand angreifen kann: Was gerechter Weise dem Kaiser gebührt, gebet ihm. Damit aber seine Feinde ihn nicht der Nichtachtung Gottes beschuldigen können, fügt er hinzu: und Gott, was Gottes ist, so zeigend, dass die Unterwerfung unter den Kaiser kein Hindernis ist, Gott das zu geben, was ihm geschuldet ist. So weit ist dem Kaiser zu gehorchen, als die Pflichten gegen Gott nicht darunter leiden, sonst wird nicht dem Kaiser, sondern dem Teufel Steuer entrichtet (Chrys.). +Matthäus Mt 48 22 22 Et audientes mirati sunt, et relicto eo abierunt. Als sie das hörten, verwunderten sie sich, und verließen ihn, und gingen hinweg. +Matthäus Mt 48 22 23 In illo die accesserunt ad eum Sadducæi, qui dicunt non esse resurrectionem: et interrogaverunt eum, An demselben Tage³⁰ kamen zu ihm Sadducäer, welche sagen, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn, [Apg 23,8] +Matthäus Mt 48 22 23 30 Zuerst hatte an diesem Tage der hohe Rat den Heiland versucht, dann die Schüler der Pharisäer, jetzt treten die Sadducäer auf. Über die Sadduzäer siehe 3, Anm. 13. Dieselben leugneten selbst das Fortleben der Seele nach dem Tode und die Ewigkeit der Strafen (Jos. Alterth. 18,1.4, Jüd. Krieg 2,8.14). Sie entlehnen ihren Einwurf [Dtn 25,5] +Matthäus Mt 48 22 24 Dicentes: Magister, Moyses dixit: Si quis mortuus fuerit non habens filium, ut ducat frater ejus uxorem illius, et suscitet semen fratri suo. und sprachen: Meister!³¹ Moses hat gesagt: Wenn jemand stirbt, ohne Kinder zu haben, so soll sein Bruder das Weib desselben heiraten und seinem Bruder³² Nachkommenschaft erwecken. [Dtn 25,5.6, Mk 12,19, Lk 20,28] +Matthäus Mt 48 22 24 31 Vielleicht ironisch, indem sie hoffen, er werde nicht antworten können. +Matthäus Mt 48 22 24 32 Aus [Gen 38,8]. Das Andenken des Vaters und sein Erbteil soll im auserwählten Volke erhalten bleiben. +Matthäus Mt 48 22 25 Erant autem apud nos septem fratres: et primus, uxore ducta, defunctus est: et non habens semen, reliquit uxorem suam fratri suo. Nun waren bei uns sieben³³ Brüder. Und der erste nahm ein Weib und starb; und da er keine Nachkommenschaft hatte, hinterließ er sein Weib seinem Bruder. +Matthäus Mt 48 22 25 33 Sieben, damit die Frage verwickelter erscheine. +Matthäus Mt 48 22 26 Similiter secundus, et tertius usque ad septimum. Gleicherweise tat auch der zweite, und der dritte bis zum siebenten. +Matthäus Mt 48 22 27 Novissime autem omnium et mulier defuncta est. Zuletzt aber von allen starb auch das Weib. +Matthäus Mt 48 22 28 In resurrectione ergo cujus erit de septem uxor? omnes enim habuerunt eam. Wem von den sieben nun wird das Weib bei der Auferstehung angehören? Denn alle haben sie gehabt.³⁴ +Matthäus Mt 48 22 28 34 So wenig sie einem zu Teil werden kann, so wenig kann es eine Auferstehung geben. +Matthäus Mt 48 22 29 Respondens autem Jesus, ait illis: Erratis nescientes Scripturas, neque virtutem Dei. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret, da ihr die Schrift³⁵ nicht kennt, noch auch die Kraft Gottes.³⁶ +Matthäus Mt 48 22 29 35 Die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Leibes wird gelehrt [Ijob 19,25-27, Jes 29,16, Ez 37,3ff, Dan 12,2], und das selige Leben im Himmel anders dargestellt als das Leben auf Erden. Vergl. [Ps 15,11, Ps 48,16, Jes 35,10, Jes 51,6 u.a.] +Matthäus Mt 48 22 29 36 Gott kann die Toten erwecken ohne die früheren Beziehungen, die nur der Erde angehörten. +Matthäus Mt 48 22 30 In resurrectione enim neque nubent, neque nubentur: sed erunt sicut Angeli Dei in clo. Denn bei der Auferstehung werden sie weder heiraten, noch verheiratet werden; sondern sein, wie die Engel Gottes³⁷ im Himmel. +Matthäus Mt 48 22 30 37 Welche als reine Geister keine Ehe kennen. Im Übrigen aber bleiben die Menschen Menschen, so dass der Apostel ein Apostel, Maria Maria ist. (Hier.) +Matthäus Mt 48 22 31 De resurrectione autem mortuorum non legistis quod dictum est a Deo dicente vobis: Über die Auferstehung aber der Toten habt ihr nicht gelesen,³⁸ was gesagt ist von Gott, da er zu euch³⁹ spricht: +Matthäus Mt 48 22 31 38 Und zwar gerade im Pentateuch, der euch als die höchste Richtschnur des Glaubens und der Sitten gilt. Ihr glaubt fälschlich, in ihm sei die Lehre von der Auferstehung nicht enthalten, und darum seien alle anderen Schriftsteller nicht von der eigentlichen Auferstehung zu verstehen. Die vom Heilande gewählte Stelle wurde als höchste Lobpreisung des israelitischen Volkes angesehen, da Gott sich in derselben als Beschützer, Wohltäter und Vergelter, kurz als höchstes Gut Israels bekennt. +Matthäus Mt 48 22 31 39 Um euch zu belehren, weil die heil. Schrift nicht nur erzählt, sondern belehrend und zur Tugend ermunternd zu allen redet. +Matthäus Mt 48 22 32 Ego sum Deus Abraham, et Deus Isaac, et Deus Jacob? Non est Deus mortuorum, sed viventium. Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs?⁴⁰ Gott ist kein Gott von Toten, sondern von Lebenden.⁴¹ [Ex 3,6] +Matthäus Mt 48 22 32 40 Gutes spendend und seine Verheißungen erfüllend. +Matthäus Mt 48 22 32 41 Also leben die Patriarchen noch, und da Gott sich mit den Worten: Abrahams usw. als Gott des ganzen Volkes Israel erklärt, leben auch alle diejenigen noch, welche diese Erde verlassen haben. Mithin sind die Seelen unsterblich. (Hier., Pasch.) Nun war im Glauben der Juden das Fortleben der Seele auf das engste mit der Lehre von der Auferstehung verbunden, derart, dass beides als eines galt, wie z. B. [2Makk 12,43-46] zeigt. Gott hat den Tod nicht geschaffen, sondern dieser ist die Strafe der Sünde. Da nun Gott die volle Vergebung der Sünden verheißt, muss auch die Strafe für dieselben alsdann ein Ende haben. Ebenso kann Gott nicht zulassen, dass sein Werk durch den Tod vernichtet werde, den der Neid des Teufels in die Welt brachte. Vielleicht geht die Antwort des Herrn auch dahin: Ihr sagt, Gott sei kein Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn Toten verheiße und verleihe Gott keine Güter. Nun hat Gott aber dem Abraham, Isaak und Jakob Verheißungen gegeben, also irrt ihr, wenn ihr wähnt, sie leben nicht. +Matthäus Mt 48 22 33 Et audientes turbæ, mirabantur in doctrina ejus. Da das Volk dies hörte, verwunderte es sich über seine Lehre.⁴² +Matthäus Mt 48 22 33 42 Der Heiland hat wohl besonders des Volkes wegen geantwortet, denn die Sadducäer hatten die Lehre von der Auferstehung nur lächerlich machen und den Heiland versuchen wollen. +Matthäus Mt 48 22 34 Pharisæi autem audientes quod silentium imposuisset Sadducæis, convenerunt in unum. Als aber die Pharisäer vernahmen,⁴³ dass er die Sadducäer zum Schweigen gebracht habe,⁴⁴ kamen sie zusammen; [Mk 12,28, Lk 10,25] +Matthäus Mt 48 22 34 43 Die Niederlage der Sadducäer reizt die Pharisäer an, dem Heilande von neuem nachzustellen, um sein Ansehen bei dem Volke, das er durch seine Antwort gewonnen, zu mindern. +Matthäus Mt 48 22 34 44 Da sie nichts zu erwidern wussten. +Matthäus Mt 48 22 35 Et interrogavit eum unus ex eis legis doctor, tentans eum: und einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, fragte ihn, um ihn zu versuchen:⁴⁵ +Matthäus Mt 48 22 35 45 Nach [Mk 12,32.33] lobt der Gesetzeslehrer den Heiland und wird von dem Herrn gelobt. Wie also kommt er versuchend? Er kommt in böser Absicht, doch die Antwort des Herrn bessert ihn. (Aug., Theoph., Euth., Pasch., Thom.). +Matthäus Mt 48 22 36 Magister, quod est mandatum magnum in lege? Meister! welches ist das größte Gebot im Gesetze? +Matthäus Mt 48 22 37 Ait illi Jesus: Diliges Dominum Deum tuum ex toto corde tuo, et in tota anima tua, et in tota mente tua. Jesus aber⁴⁶ sprach zu ihm:⁴⁷ Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, aus deinem ganzen Herzen, und mit deiner ganzen Seele, und mit deinem ganzen Gemüte.⁴⁸ [Dtn 6,5] +Matthäus Mt 48 22 37 46 Die Rabbiner unterscheiden große und kleine Gebote. Der Sinn der Frage ist entweder ein doppelter: Welches sind die Bedingungen, damit ein Gebot als ein großes anzusehen ist? Und welches Gebot ist groß vor allen anderen? Oder die Frage beabsichtigt, nur eine Antwort auf den zweiten Teil des Satzes herbeizuführen. Was aber der Herr auch antwortet, stets wird die Entscheidung einer Meinung der Pharisäer entgegengesetzt sein. Soll der Heiland der Zeit nach entscheiden, in der die Gebote gegeben sind, so geht der Sabbat der Beschneidung voran; wenn er nach der Feierlichkeit der Gesetzgebung die Gebote unterscheidet, so stehen die zehn Gebote der beiden Tafeln obenan; wenn nach der Wichtigkeit der Sache, so sind die Meinungen ebenfalls geteilt. +Matthäus Mt 48 22 37 47 Jesus antwortet so, dass jeder seine Entscheidung als richtig anerkennen muss. +Matthäus Mt 48 22 37 48 Was nur an Liebe in die Seele eingehen kann, ist auf den zu beziehen, dem alles in uns zugehören soll, Gott (Aug.). Wir sollen nichts lieben gegen Gott, nichts über Gott, nichts wie Gott, sondern alles weniger als Gott und um Gottes willen. +Matthäus Mt 48 22 38 Hoc est maximum, et primum mandatum. Dieses ist das größte⁴⁹ und erste⁵⁰ Gebot. +Matthäus Mt 48 22 38 49 Größer als die anderen. +Matthäus Mt 48 22 38 50 An Würde und Notwendigkeit. +Matthäus Mt 48 22 39 Secundum autem simile est huic: Diliges proximum tuum, sicut teipsum. Ein zweites aber ist diesem ähnlich:⁵¹ Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.⁵² [Lev 19,18, Mk 12,31] +Matthäus Mt 48 22 39 51 Weil der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. (Orig., Alb., Thom.), ist er wegen Gott zu lieben. Dies Gebot ist nicht gleich, weil der Mensch erst nach Gott zu lieben, aber ähnlich, weil der Mensch vor allen anderen Geschöpfen und um Gottes willen, also aus demselben Beweggrunde zu lieben ist. +Matthäus Mt 48 22 39 52 Dass wir den Nächsten wünschen, was uns selbst, und ihn um Gottes willen so lieben wie uns. Diese Regel hatte der Herr schon in [Mt 7,12] aufgestellt. +Matthäus Mt 48 22 40 In his duobus mandatis universa lex pendet, et prophetæ. An diesen zwei Geboten hängt⁵³ das ganze Gesetz und die Propheten.⁵⁴ +Matthäus Mt 48 22 40 53 Siehe über dies Bild [Jes 22,23-25]. Wie eine Sache sofort fällt, wenn man den Stützpunkt derselben entfernt, so verlieren alle Vorschriften ihre Kraft, wenn man das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe wegnimmt. +Matthäus Mt 48 22 40 54 Soweit die Propheten Sittengebote enthalten. Die Erfüllung des Gesetzes ist die Liebe. [Röm 13,10]. +Matthäus Mt 48 22 41 Congregatis autem Pharisæis, interrogavit eos Jesus, Da aber die Pharisäer versammelt waren,⁵⁵ fragte Jesus sie +Matthäus Mt 48 22 41 55 Unterdessen sind die Pharisäer wohl hinzugetreten, um zu sehen, welchen Ausgang die Sache nehmen werde und wie sie die Antwort des Heilandes angreifen können. Der Herr legt ihnen eine Lebensfrage ihres Glaubens vor. Sie stellen dem Heilande nach, weil er sich zum Messias erklärt hat; wissen sie denn aber, wer und was der Messias sein soll? +Matthäus Mt 48 22 42 Dicens: Quid vobis videtur de Christo? cujus filius est? Dicunt ei: David. und sprach: Was dünket euch von Christus? Wessen Sohn ist⁵⁶ er? Sie sprachen: Davids.⁵⁷ +Matthäus Mt 48 22 42 56 Muss er sein, um als Messias zu gelten? +Matthäus Mt 48 22 42 57 Siehe [2Sam 23,3-5] nach dem hebräischen Texte. Zudem erwartete man allgemein den Messias als Sohn Davids [Joh 7,42], freilich als einen, der den Thron seines Vaters wieder aufrichtete, die Bedrücker des Volkes verjagte und alle Völker den Juden unterwarf. Christus zeigt den Pharisäern durch seine Frage, dass sie vom Messias nur wenig wissen und bietet ihnen Gelegenheit, ein besseres Verständnis der Prophezeiungen zu gewinnen. +Matthäus Mt 48 22 43 Ait illis: Quomodo ergo David in spiritu vocat eum Dominum, dicens: Da sprach er zu ihnen: Wie nennt ihn dann David im Geiste⁵⁸ Herrn, da er sagt: [Lk 20,41, Ps 109,1] +Matthäus Mt 48 22 43 58 Vergl. [2Petr 1,21] +Matthäus Mt 48 22 44 Dixit Dominus Domino meo: sede a dextris meis, donec ponam inimicos tuos scabellum pedum tuorum? Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege? +Matthäus Mt 48 22 45 Si ergo David vocat eum Dominum, quomodo filius ejus est? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn?⁵⁹ +Matthäus Mt 48 22 45 59 Wie kann David seinen eigenen Sprössling seinen Herrn nennen, wenn derselbe nicht mehr ist als David, also mehr als ein Mensch, mehr als ein irdischer König? Christus wählt diesen Psalm, weil in demselben der Messias als Priester beschrieben wird, also als seine Aufgabe die Tilgung der Sünden und die Versöhnung der Sünder mit Gott hingestellt wird. Der Herr erscheint als zur Rechten Gottes in der Herrlichkeit sitzend, während hier auf Erden seine Feinde gegen ihn kämpfen, bis sie ihm von Gott untergeben werden. So wird die Vorstellung von einem irdischen Reiche des Messias gänzlich zerstört. +Matthäus Mt 48 22 46 Et nemo poterat ei respondere verbum: neque ausus fuit quisquam ex illa die eum amplius interrogare. Und niemand konnte ihm ein Wort entgegnen, noch auch wagte es jemand von jenem Tage an, ihm weiter eine Frage zu stellen.⁶⁰ +Matthäus Mt 48 22 46 60 Es war ein letzter Ruf der Gnade, nicht gegen den Ratschlusse der Bosheit zu fassen, der seine Feinde einst alle gedemütigt sehen wird. Die Pharisäer bleiben verstockt. Doch sie sind wenigstens zum Schweigen gebracht, und der Heiland richtet seine weitere Belehrung an das Volk. +Matthäus Mt 48 23 0 Die Heuchelei und Ehrsucht der Pharisäer. (V. 12) Achtfaches Weh über Schriftgelehrte und Pharisäer. (V. 33) Christi Trauer über Jerusalem. +Matthäus Mt 48 23 1 Tunc Jesus locutus est ad turbas, et ad discipulos suos, Dann redete Jesus zu dem Volke und zu seinen Jüngern, [Mk 12,38-40, Lk 20,45ff] +Matthäus Mt 48 23 2 Dicens: Super cathedram Moysi sederunt Scribæ, et Pharisæi. und sprach:¹ Auf den Stuhl des Moses haben sich die Schriftgelehrten und Pharisäer² gesetzt. [Neh 8,4] +Matthäus Mt 48 23 2 1 Nachdem Christus den Pharisäern und Schriftgelehrten Stillschweigen auferlegt, zeigt er dem Volke und den Jüngern, dass jene an einer unheilbaren Krankheit leiden. +Matthäus Mt 48 23 2 2 Christus gesteht dem hohen Rate, in welchem die Pharisäer besonders zahlreich vertreten sind, das Recht zu, das Gesetz zu erklären. +Matthäus Mt 48 23 3 Omnia ergo quæcumque dixerint vobis, servate, et facite: secundum opera vero eorum nolite facere: dicunt enim, et non faciunt. Alles also, was sie immer euch sagen,³ haltet und tuet; nach ihren Werken aber tuet nicht; denn sie sagen, und tun nicht. +Matthäus Mt 48 23 3 3 Was die Mehrheit vorgeschrieben und die Gewohnheit geheiligt hat. Diese Vorschriften bezogen sich auf die äußere Gottesverehrung, die Opfer, Waschungen, Tempelsteuer usw. Solange das A. Gesetz rechtmäßig bestand, galt auch die Autorität des hohen Rates und hatte dieser Anspruch auf Gehorsam. So ist Christus also keineswegs ein Verächter des Gesetzes und der Obrigkeit. Dieser Stuhl, nicht der ihrige, sondern der des Moses, zwang sie, Gutes zu sagen, auch wenn sie nichts Gutes taten. (Aug.) Das Gleiche gilt nicht von den bloßen Schulmeinungen, die niemand eine geheiligte Verpflichtung aufzulegen vermochten und gegen welche der Heiland mehrfach auftrat. +Matthäus Mt 48 23 4 Alligant enim onera gravia, et importabilia, et imponunt in humeros hominum: digito autem suo nolunt ea movere. Sie binden nämlich schwere und unerträgliche Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen;⁴ mit ihrem Finger aber wollen sie dieselben nicht bewegen.⁵ [Lk 11,46] +Matthäus Mt 48 23 4 4 Sie stellen viele und schwer zu ertragende lästige Vorschriften auf. +Matthäus Mt 48 23 4 5 Gegen andere hart, wollen sie die Lasten, welche sie jenen auferlegen, selbst nicht tragen, ja sie nicht einmal berühren. (Aug.) Das mosaische Gesetz war schon an sich eine schwere Last [Apg 15,10], wurde aber durch die Auslegungen und Anwendungen, die einem um das Gesetz gezogenen Schutzzaune gleichen sollten, unerträglich. +Matthäus Mt 48 23 5 Omnia vero opera sua faciunt ut videantur ab hominibus: dilatant enim phylacteria sua, et magnificant fimbrias. Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden; denn⁶ sie machen ihre Spruchbänder breit,⁷ und die Quasten groß.⁸ [Dtn 6,8, Dtn 22,12, Num 15,38] +Matthäus Mt 48 23 5 6 Es folgen nun einige Beispiele dieser Gefallsucht. +Matthäus Mt 48 23 5 7 Die Juden trugen, um der [Dtn 6,8] gegebenen Vorschrift zu genügen, Pergamenttafeln, welche in kleinen Schachteln auf der Stirn und am linken Arme befestigt wurden. Diese Täfelchen enthielten die nachstehenden Teile des Gesetzes: [Ex 13,1-10, Ex 13,11-16, Dtn 6,4-9, Dtn 11,13-21] Griechisch hießen dieselben Phylakterien, Bewahrer, weil sie die Erinnerung an das Gesetz wach erhalten sollten. Nach der Vorschrift der Rabbiner sollten dieselben besonders beim Morgengebete getragen warden. Die Rabbiner selbst trugen möglichst breite Spruchbänder, um durch die äußere Form die Größe ihres Eifers für das Gesetz vor Augen zu stellen. Den Gebrauch an sich tadelt Christus nicht, indes war [Dtn 6,8] nichts derartiges vorgeschrieben. (Hier., Pasch., Theoph.) +Matthäus Mt 48 23 5 8 Von den vier Ecken des Mantels herabhängende Streifen aus zusammengedrehten Wollfäden. +Matthäus Mt 48 23 6 Amant autem primos recubitus in cnis, et primas cathedras in synagogis, Sie lieben die ersten Plätze bei den Gastmählern, und die ersten Stühle in den Synagogen.⁹ [Mk 12,39, Lk 11,43, Lk 20,46] +Matthäus Mt 48 23 6 9 Für ihre außerordentliche Frömmigkeit beanspruchten sie, überall geehrt zu werden. +Matthäus Mt 48 23 7 Et salutationes in foro, et vocari ab hominibus Rabbi. Sie lassen sich gerne auf dem Markte grüßen und von den Leuten Rabbi nennen.¹⁰ +Matthäus Mt 48 23 7 10 Mein Herr. Diese Anredeform (auch statt ihrer: Rabbon, vergl. [Joh 20,16]) war zur Zeit Christi noch neu. Der Sinn des Verbotes Christi ist: Trachtet nicht darnach, aus eitler Ehrsucht so genannt zu werden. +Matthäus Mt 48 23 8 Vos autem nolite vocari Rabbi: unus est enim Magister vester, omnes autem vos fratres estis. Ihr aber lasset euch nicht Rabbi nennen; denn einer ist euer Lehrer, ihr aber seid Brüder.¹¹ [Jak 3,1] +Matthäus Mt 48 23 8 11 Zwei Gründe: Christus allein besitzt alle Schätze der Erkenntnis und Weisheit und er allein vermag die notwendige Kraft zu verleihen, damit ihr das ewige Leben erlanget. Zweitens: Da Christus euer gemeinsamer Lehrer ist, wer möchte sich über die anderen erheben? Vergl. [1Kor 4,7]. +Matthäus Mt 48 23 9 Et patrem nolite vocare vobis super terram: unus est enim Pater vester, qui in clis est. Auch nennet keinen auf Erden Vater; denn einer ist euer Vater,¹² der im Himmel ist.¹³ [Mal 1,6] +Matthäus Mt 48 23 9 12 Die Rabbiner ließen sich von ihren Jüngern auch Vater nennen, wie es damals üblich war. Jede Schule nämlich nannte ihren Lehrer Vater, mit Geringschätzung der Häupter anderer Schulen. +Matthäus Mt 48 23 9 13 Gott allein ist wahrhaft und im vollsten Sinne euer Vater, der alle Ehre verdient. [Mal 1,6] +Matthäus Mt 48 23 10 Nec vocemini magistri: quia Magister vester unus est, Christus. Und lasset euch nicht Meister¹⁴ nennen; weil einer euer Meister ist, Christus.¹⁵ +Matthäus Mt 48 23 10 14 Führer, die den Weg weisen. Es war dies der höchste Titel, der besonders zwei Lehrern. Hillel und Schamai, eigen war, deren Schulen damals miteinander im Streit lagen. +Matthäus Mt 48 23 10 15 Christus allein ist Fürst und Führer des Glaubens und des Lebens. +Matthäus Mt 48 23 11 Qui major est vestrum, erit minister vester. Wer der Größere unter euch ist, wird euer Diener sein.¹⁶ +Matthäus Mt 48 23 11 16 Siehe [Mt 18,4, Mt 20,25]. Vergl. [1Kor 3,5] +Matthäus Mt 48 23 12 Qui autem se exaltaverit, humiliabitur: et qui se humiliaverit, exaltabitur. Wer aber sich selbst erhöhet, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöhet werden.¹⁷ [Lk 14,11, Lk 18,14] +Matthäus Mt 48 23 12 17 Die Demut ist der Weg zu wahrer Ehre, jener Weg, den auch der Heiland selbst gegangen ist. [Phil 2,8.9] +Matthäus Mt 48 23 13 Væ autem vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia clauditis regnum clorum ante homines: vos enim non intratis, nec intrountes sinitis intrare. Wehe aber euch,¹⁸ ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr das Himmelreich vor den Menschen verschließet. Denn ihr selbst gehet nicht hinein, und auch die hinein wollen, lasset ihr nicht hineingehen.¹⁹ +Matthäus Mt 48 23 13 18 Acht Wehe über die Pharisäer, die sich nicht bessern wollen, ein Gegensatz zu den acht Seligpreisungen am Anfange der Lehrtätigkeit Christi. Schon bei einer anderen Gelegenheit (Aug.) hat der Herr ähnlich gesprochen: [Lk 11,39] +Matthäus Mt 48 23 13 19 Das Reich Gottes ist gleichsam ein weit geöffneter Königssaal, in den alle eintreten sollen. Wer andere am Eintritte behindert, schließt diesen Saal vor den Menschen, die eintreten sollen. +Matthäus Mt 48 23 14 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia comeditis domos viduarum, orationes longas orantes: propter hoc amplius accipietis judicium. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr die Häuser der Witwen verzehret, indem ihr lange Gebete sprechet; deshalb werdet ihr ein strengeres Gericht erfahren.²⁰ [Mk 12,40, Lk 20,47] +Matthäus Mt 48 23 14 20 Witwen haben keinen Berater und Frauen werden leichter unter dem Scheine des Guten zum Geben bewogen. Ihr sündigt gegen die Frömmigkeit und gegen die Gerechtigkeit, indem ihr unter dem Deckmantel der Frömmigkeit die schädigt, deren Schutz in der heiligen Schrift allen besonders an's Herz gelegt wird. [Ex 22,22, Dtn 14,29 u. a.] Vielleicht ist V. 14 aus einem anderen Evangelium durch die Abschreiber übernommen. Wenn nicht, so steht er jedenfalls passender vor V. 13, da V. 13 und 15 eng zusammengehören. +Matthäus Mt 48 23 15 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia circuitis mare, et aridam, ut faciatis unum proselytum: et cum fuerit factus, facitis eum filium gehennæ duplo quam vos. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr das Meer und das Festland durchziehet, um einen einzigen Bekehrten²¹ zu machen; und wenn er es geworden ist, so machet ihr ihn zum Kinde der Hölle, zweifach mehr als ihr.²² +Matthäus Mt 48 23 15 21 Diejenigen Bekehrten, welche sich zur Verehrung des wahren Gottes verpflichteten und die Beobachtung der nach Könige genannten Vorschriften auf sich nahmen (Haltung des sechsten Gebotes, Enthaltung vom Blutgenusse usw.), siehe [Apg 15,20], hießen Propheten des Tores. Diejenigen, welche das Judentum annahmen und sich dem Zeremonialgesetze unterwarfen, wurden Proselyten der Gerechtigkeit genannt. Die Zahl der Proselyten war in allen Ländern eine sehr große. +Matthäus Mt 48 23 15 22 Der Höllenstrafen würdig, zweifach mehr denn ihr. Zu den heidnischen Lastern, die sie nicht abgelegt, kommt die Heuchelei, welche sie von euch lernen. +Matthäus Mt 48 23 16 Væ vobis duces cæci, qui dicitis: Quicumque juraverit per templum, nihil est: qui autem juraverit in auro templi, debet. Wehe euch, ihr blinden Führer!²³ die ihr saget: Wenn jemand beim Tempel geschworen hat, das ist nichts;²⁴ wer aber beim Golde des Tempels geschworen hat, ist verpflichtet.²⁵ +Matthäus Mt 48 23 16 23 Vergl. [Mt 15,14]. +Matthäus Mt 48 23 16 24 Verpflichtet nicht. +Matthäus Mt 48 23 16 25 Dass zu tun, was er geschworen. Das dem Tempelschatze geopferte Gold (Hier., Bed., Pasch.) schien ihnen vielleicht in näherer Beziehung zu Gott zu stehen als die verschiedenen Tempelräume. +Matthäus Mt 48 23 17 Stulti, et cæci: Quid enim majus est, aurum, an templum, quod sanctificat aurum? Ihr Toren und Blinde! Was ist denn größer? das Gold oder der Tempel, welcher das Gold heiligt?²⁶ +Matthäus Mt 48 23 17 26 Der Tempel gehört Gott, also geht vom Tempel die Heiligkeit auf die anderen Dinge über, die ihm zugehören. +Matthäus Mt 48 23 18 Et quicumque juraverit in altari, nihil est: quicumque autem juraverit in dono, quod est super illud, debet. Und wer da beim Altare geschworen hat, das ist nichts; wer aber geschworen hat bei der Gabe, welche auf demselben liegt, ist verpflichtet. +Matthäus Mt 48 23 19 Cæci: Quid enim majus est, donum, an altare, quod sanctificat donum? Ihr Blinde! Was ist denn größer? die Gabe oder der Altar, welcher die Gabe heiligt?²⁷ +Matthäus Mt 48 23 19 27 Eine an sich nicht heilige Sache wird geheiligt, wenn sie auf dem Gott geweihten Altare dargebracht wird; also ist der Altar die Quelle der Heiligung. +Matthäus Mt 48 23 20 Qui ergo jurat in altari, jurat in eo, et in omnibus, quæ super illud sunt. Wer also bei dem Altare schwöret, schwöret bei demselben, und bei allem, was auf demselben ist.²⁸ +Matthäus Mt 48 23 20 28 Mithin verpflichtet der Eid bei dem Altare nicht nur in gleicher Weise, sondern noch mehr als der Eid bei dem Geschenke. +Matthäus Mt 48 23 21 Et quicumque juraverit in templo, jurat in illo, et in eo, qui habitat in ipso: Und wer bei dem Tempel schwört, schwört bei diesem, und bei dem, welcher in demselben seine Wohnung hat. +Matthäus Mt 48 23 22 Et qui jurat in clo, jurat in throno Dei, et in eo, qui sedet super eum. Und wer bei dem Himmel schwört, schwört bei dem Throne Gottes, und bei dem, der auf demselben sitzet.²⁹ +Matthäus Mt 48 23 22 29 Der Eid bei den Geschöpfen steht notwendig in Beziehung zu Gott, da ein lebloses Wesen nicht Zeuge und Rächer des Eides sein kann. +Matthäus Mt 48 23 23 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: qui decimatis mentham, et anethum, et cyminum, et reliquistis quæ graviora sunt legis, judicium, et misericordiam, et fidem: hæc oportuit facere, et illa non omittere. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! die ihr die Krausemünze, Fenchel und Kümmel verzehntet,³⁰ aber was das Wichtigere des Gesetzes³¹ ist, die Gerechtigkeit,³² die Barmherzigkeit³³ und die Treue habt fallen lassen. Dieses hättet ihr tun, und jenes nicht unterlassen sollen.³⁴ [Lk 11,42] +Matthäus Mt 48 23 23 30 Nach [Lev 27,30 und Dtn 14,22] war vom Getreide und von Früchten der Zehnten zu zahlen; die Pharisäer gaben, um ihren Eifer für das Gesetz kund zu geben, denselben auch von den kleinsten Pflanzen. +Matthäus Mt 48 23 23 31 Was von größerer Bedeutung ist und was von Gott im Sittengesetze geboten ist. +Matthäus Mt 48 23 23 32 Dass man jedem das Seine gibt. +Matthäus Mt 48 23 23 33 Dass man auch da, wo man sein Recht sucht, die Liebe bewahrt und den Armen gern zu Hilfe kommt. +Matthäus Mt 48 23 23 34 Nicht gebotene gute Werke werden empfohlen, indes so, dass man zuerst die gebotenen tut. +Matthäus Mt 48 23 24 Duces cæci, excolantes culicem, camelum autem glutientes. Ihr blinden Führer! die ihr eine Mücke durchseihet, das Kamel aber verschlucket.³⁵ +Matthäus Mt 48 23 24 35 Die kleinsten und unbedeutendsten Dinge beobachtet ihr, die wichtigsten vernachlässigt ihr ohne alles Bedenken; kleine Fehler meidend, begeht ihr frech ungeheure Sünden. Die Mücke galt als ein unreines Tier; um also nicht etwa eine solche zu verschlucken, gossen sie den Wein durch Leinwand, aber ein ungeheures Kamel (dessen Fleisch zu essen gleichfalls verboten ist [Dtn 14,7]) verschlucken sie (im übertragenen Sinne) gleichmütig. +Matthäus Mt 48 23 25 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia mundatis quod deforis est calicis, et paropsidis: intus autem pleni estis rapina, et immunditia. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget, innen aber voll des Raubes und der Unlauterkeit seid.³⁶ +Matthäus Mt 48 23 25 36 Griech.: Becher und Schüssel aber sind voll von dem, was Raub und Habsucht erworben. Die Übersetzung der Vulgata enthält einen Vergleich: Ihr handelt ähnlich, wie wenn jemand die Becher und Schüsseln von außen reinigt usw. +Matthäus Mt 48 23 26 Pharisæe cæce, munda prius quod intus est calicis, et paropsidis, ut fiat id, quod deforis est, mundum. Du blinder Pharisäer! reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit die Außenseite derselben rein werde.³⁷ +Matthäus Mt 48 23 26 37 Das Ziel der Worte wie V. 25 +Matthäus Mt 48 23 27 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ: quia similes estis sepulcris dealbatis, quæ aforis parent hominibus speciosa, intus vero plena sunt ossibus mortuorum, et omni spurcitia. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! weil ihr übertünchten Gräbern gleichet, welche von außen her den Leuten zwar schön erscheinen, inwendig aber voll sind von Totengebeinen und jeglicher Unreinigkeit.³⁸ +Matthäus Mt 48 23 27 38 Nach [Num 16,19] war derjenige, der ein Grab berührte, durch sieben Tage unrein. Um zu verhüten, dass jemand sie berührte und unrein wurde, bewarf man die Gräber alljährlich mit Kalk und weißte sie. +Matthäus Mt 48 23 28 Sic et vos aforis quidem paretis hominibus justi, intus autem pleni estis hypocrisi, et iniquitate. So erscheint auch ihr zwar von außen als Gerechte vor den Menschen, inwendig aber seid ihr voll Heuchelei und Schlechtigkeit. +Matthäus Mt 48 23 29 Væ vobis Scribæ, et Pharisæi hypocritæ, qui ædificatis sepulcra prophetarum, et ornatis monumenta justorum, Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! die ihr die Gräber der Propheten bauet, und die Denkmäler der Gerechten schmücket,³⁹ +Matthäus Mt 48 23 29 39 Sie tragen eine große Verehrung gegen die Propheten zur Schau, aber um die Mahnungen derselben tragen sie keine Sorge. Sie haben dem heil. Johannes dem Täufer nicht geglaubt und verfolgen den Heiland, der sich durch so viele Wunder bezeugt hat. Weit entfernt, dem Propheten, den Gott ihnen [Dtn 18,15] verheißen, zu folgen, wollen sie ihn viel mehr töten. +Matthäus Mt 48 23 30 Et dicitis: Si fuissemus in diebus patrum nostrorum, non essemus socii eorum in sanguine prophetarum. und sagt: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, so wären wir nicht ihre Mitschuldigen an dem Blute der Propheten gewesen. +Matthäus Mt 48 23 31 Itaque testimonio estis vobismetipsis, quia filii estis eorum, qui prophetas occiderunt. So gebet ihr wider euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne⁴⁰ derer seid, welche die Propheten gemordet haben. +Matthäus Mt 48 23 31 40 Die Propheten wären von euch besser behandelt worden, als von euren Vätern? Ihr gesteht also, dass ihr leiblich von Prophetenmördern abstammt, doch seid ihr deren Nachkömmlinge auch durch die Nachahmung ihrer Bosheit. (Chrys.) +Matthäus Mt 48 23 32 Et vos implete mensuram patrum vestrorum. So machet denn ihr nur das Maß eurer Väter voll!⁴¹ +Matthäus Mt 48 23 32 41 Der Heiland spricht zu ihnen in heiliger Entrüstung. Jene haben die Diener getötet, ihr kreuzigt den Herrn; jene die Propheten, ihr denjenigen, den die Propheten verkündet haben. +Matthäus Mt 48 23 33 Serpentes genimina viperarum, quomodo fugietis a judicio gehennæ? Ihr Schlangen, Natterngezücht!⁴² wie werdet ihr dem Gerichte⁴³ der Hölle entrinnen? [Mt 3,7] +Matthäus Mt 48 23 33 42 Christus ruft ihnen die Drohungen des heil. Johannes über sie in's Gedächtnis zurück, da sie nicht Buße getan, sondern Sünde auf Sünde gehäuft haben. +Matthäus Mt 48 23 33 43 Das euch zur Hölle verdammt. +Matthäus Mt 48 23 34 Ideo ecce ego mitto ad vos prophetas, et sapientes, et scribas, et ex illis occidetis, et crucifigetis, et ex eis flagellabitis in synagogis vestris, et persequemini de civitate in civitatem: Darum sehet, ich sende⁴⁴ zu euch Propheten,⁴⁵ und Weise,⁴⁶ und Schriftgelehrte;⁴⁷ und ihr werdet einen Teil von ihnen töten und kreuzigen; und einen Teil werdet ihr geißeln in euren Synagogen, und von Stadt zu Stadt verfolgen; +Matthäus Mt 48 23 34 44 Darum: Weil ihr so böse seid, tötet ihr die von mir gesendeten Propheten. Nur Gott sendet die Propheten, so offenbart also Christus seine Gottheit. Ich werde senden, ihr werdet töten, denn ihr seid Schlangenbrut, im Bösen verhärtet, und werdet der Verdammnis nicht entgehen. +Matthäus Mt 48 23 34 45 Die unter der Leitung des heil. Geistes lehren. +Matthäus Mt 48 23 34 46 Denen der heil. Geist die Gabe der Weisheit in der Rede verleiht. +Matthäus Mt 48 23 34 47 Lehrer der Heilswissenschaft (Bed., Pasch., Alb., Thom.). Der Heiland braucht, um besser verstanden zu werden, aus dem A. T. entlehnte Bezeichnungen. Wie sehr die Juden gegen die Anhänger Christi gewütet, zeigt die Apostelgeschichte, der heil. Paulus [2Kor 11,24], sowie die Kirchengeschichte. +Matthäus Mt 48 23 35 Ut veniat super vos omnis sanguis justus, qui effusus est super terram, a sanguine Abel justi usque ad sanguinem Zachariæ, filii Barachiæ, quem occidistis inter templum et altare. damit alles gerechte Blut,⁴⁸ welches auf Erden vergossen ward,⁴⁹ über euch komme,⁵⁰ vom Blute Abels, des Gerechten, an bis zum Blute Zacharias,⁵¹ des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altare⁵² gemordet habt. [Gen 4,8, Hebr 11,4, 2Chr 24,22] +Matthäus Mt 48 23 35 48 Ihr tut, als ob ich durchaus alle Blutschuld auf euch laden wolltet. Oder: Deswegen sendet Gott Propheten usw. (V. 34), damit eure Werke offenbar werden (Pasch.) und Gottes Gericht gerecht erfunden werde. (Thom.) +Matthäus Mt 48 23 35 49 Als ob es noch um Rache riefe. Vergl. [Ijob 16,19, Jes 26,21]. +Matthäus Mt 48 23 35 50 Diese Worte stehen zu der Mahnung V. 34 in Beziehung. Eure Werke sollen erscheinen und gegen euch zeugen (Pasch.), damit Gottes Gericht gerecht erfunden werde (Thom.). Gott lässt die Sünde des Menschen zu, weil er ihm einen freien Willen gegeben hat, aber was aus der Sünde notwendig folgt, die Strafe, will Gott nur, nachdem der Mensch seinen freien Willen gemissbraucht hat und nicht in sich gegangen ist. +Matthäus Mt 48 23 35 51 Der Sohn des Jojada, wie das Evangelium der Nazarener hinzufügte (Hier.), das nach dem aramäischen Texte des heil. Matthäus ausgearbeitet war. Jojada wurde auf Befehl des Königs im Vorhofe des Tempels gesteinigt. (Hier., Bed., Pasch., Thom.) Sein Tod hatte bei den Juden eine besondere Berühmtheit. +Matthäus Mt 48 23 35 52 Also im Vorhofe der Priester, vor dem Tempel selbst, an heiliger Stätte. Diese beiden Morde werden in der heil. Schrift als um Rache rufend angeführt [Gen 4,10, 2Chr 24,22]. +Matthäus Mt 48 23 36 Amen dico vobis, venient hæc omnia super generationem istam. Wahrlich, ich sage euch, dies alles⁵³ wird über dieses Geschlecht kommen!⁵⁴ +Matthäus Mt 48 23 36 53 Die Strafe für die V. 35 genannten Verbrechen. Der Heiland spricht jetzt von der göttlichen Strafe, welche die Verbrechen der Vorfahren und ihre eigenen ihnen zuziehen. Auch der Vorfahren Verbrechen müssen sie büßen. Die Strafe ist gerecht, denn die Nation wird für die Sünden der Nation gestraft, die einzelnen aber nicht mehr wie sie selbst verdienen, weil sie diese nicht wieder gut gemacht. (Orig.) Übrigens trifft eine solche Strafe zu einer bestimmten Zeit, nämlich wenn das Maß der göttlichen Langmut erschöpft ist, ein Geschlecht nur, wenn es auch durch eigene Schuld sich derselben würdig gemacht hat. +Matthäus Mt 48 23 36 54 Weil es sich trotz so vieler Mahnungen und Beispiele der göttlichen Gerechtigkeit nicht bekehrt. (Chrys., Theoph., Euth.) +Matthäus Mt 48 23 37 Jerusalem, Jerusalem, quæ occidis prophetas, et lapidas eos, qui ad te missi sunt, quoties volui congregare filios tuos, quemadmodum gallina congregat pullos suos sub alas, et noluisti? Jerusalem, Jerusalem!⁵⁵ die du die Propheten mordest,⁵⁶ und steinigest die, welche zu dir gesandt worden, wie oft⁵⁷ wollte ich deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, du aber hast nicht gewollt!⁵⁸ +Matthäus Mt 48 23 37 55 Warum verschmähst du meine Liebe und forderst meinen Zorn heraus? (Chrys.) +Matthäus Mt 48 23 37 56 Gewohnheitsmäßig mordest und steinigst. +Matthäus Mt 48 23 37 57 Christus war also mehrmals in Jerusalem gewesen, wie das Evangelium des heil. Johannes zeigt. (Hier.) Ja, auch außerhalb der heiligen Stadt hatte der Herr die Juden gewarnt, da ihm viele bis nach Galiläa folgten. Der Heiland wollte die Stadt vor dem drohenden Untergange schützen. (Chrys., Euth.) +Matthäus Mt 48 23 37 58 Du konntest tun, was zu deinem Heile diente. Da du aber nicht gehalten, was dein Volk [Ex 19,8] verheißen, kommt eine furchtbare Strafe über dich. +Matthäus Mt 48 23 38 Ecce relinquetur vobis domus vestra deserta. Sehet,⁵⁹ euer Haus wird euch verödet gelassen werden!⁶⁰ +Matthäus Mt 48 23 38 59 Im Griech. Bestimmter: Ist verödet gelassen. +Matthäus Mt 48 23 38 60 Wird der Hauptstadt der Schutz Gottes entzogen, so noch viel mehr den anderen Städten. Jetzt erst geht die Prophezeiung [Mt 2,18] ganz in Erfüllung. +Matthäus Mt 48 23 39 Dico enim vobis, non me videbitis amodo, donec dicatis: Benedictus, qui venit in nomine Domini. Denn ich sage euch: Von nun an werdet ihr mich nicht mehr sehen,⁶¹ bis dass ihr sprechet: Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!⁶² +Matthäus Mt 48 23 39 61 Der Heiland beschließt sein Lehramt am Dienstage der stillen Woche mit einer Mahnung an das Volk. Dasselbe beharrt in seiner Bosheit, deshalb tritt ein, was der Herr V. 38 vorausgesagt. Aber auch so noch bleibt Jesus der sorgende, lehrende und heilende Messias, der ihm das Heil gewähren will, sobald es sich zu ihm bekehrt. +Matthäus Mt 48 23 39 62 Es sind die Worte, welche das Volk [Mt 21,9] rief. Kein Jude wird das Heil finden, als der mich als gottgesandten Messias anerkennt. +Matthäus Mt 48 24 0 Die Heuchelei und Ehrsucht der Pharisäer. (V. 12) Achtfaches Weh über Schriftgelehrte und Pharisäer. (V. 33) Christi Trauer über Jerusalem. +Matthäus Mt 48 24 1 Et egressus Jesus de templo, ibat. Et accesserunt discipuli ejus, ut ostenderent ei ædificationes templi. Und Jesus begab sich aus dem Tempel¹ und ging fort. Da traten seine Jünger zu ihm, um ihm die Bauwerke des Tempels² zu zeigen. [Mk 13,1, Lk 21,5] +Matthäus Mt 48 24 1 1 So seinen Unwillen über die Hüter desselben offenbarend. Vergl. [Mt 23,38]. Der Heiland begibt sich wohl auf den Ölberg. +Matthäus Mt 48 24 1 2 Sie wollten wohl sagen: Fällt die Stadt, so fällt auch der Tempel; so nimm also dein Wort zurück. +Matthäus Mt 48 24 2 Ipse autem respondens dixit illis: Videtis hæc omnia? Amen dico vobis, non relinquetur hic lapis super lapidem, qui non destruatur. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet ihr dies alles?³ Wahrlich, ich sage euch, kein Stein wird hier auf dem andern gelassen werden, der nicht abgebrochen würde.⁴ [Lk 19,44] +Matthäus Mt 48 24 2 3 Sehet es an; doch so großartig alles ist, es wird zu Grunde gehen. Die Erfüllung der Prophezeiung erzählt Fl. Josephus Jüd. Krieg 7,11. Die vollständige Erfüllung trat bei dem verunglückten Tempelaufbau unter Julian ein. +Matthäus Mt 48 24 2 4 Nach [Ez 11,23] sollte die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen, zum Zeichen, dass derselbe samt der Stadt zum ersten Male zu Grunde gehen werde. So verlässt auch der Heiland, in dem die Fülle der Herrlichkeit Gottes erschien und unter uns wohnte, den Tempel und verkündet vom Ölberg den erneuerten Untergang der Stadt und die Zerstörung des Heiligtumes. +Matthäus Mt 48 24 3 Sedente autem eo super montem Oliveti, accesserunt ad eum discipuli secreto dicentes: Dic nobis, quando hæc erunt? et quod signum adventus tui, et consummationis sæculi? Als er sich nun auf dem Ölberge niedersetzte, traten die Jünger allein⁵ zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen? Und was wird das Zeichen deiner Ankunft,⁶ und des Endes der Welt⁷ sein? +Matthäus Mt 48 24 3 5 Allein, ohne Zeugen. +Matthäus Mt 48 24 3 6 Die glorreiche Wiederkehr Christi. +Matthäus Mt 48 24 3 7 Christus hat von derselben bereits [Mt 16,27, Mt 13,40.49, Mt 19,28] gesprochen. Die Jünger glaubten, dass die Zerstörung des Tempels und das Weltgericht zeitlich zusammentreffen würden. (Euth., Pasch., Thom.) Werden im Nachfolgenden die Zeichen angegeben für die bevorstehende Zerstörung Jerusalems, oder für das Weltgericht, oder für beides? Alle drei Erklärungen haben Schwierigkeiten. Am richtigsten ist es wohl zu sagen: Christus gibt hier überhaupt keine bestimmten Vorzeichen an, sondern mahnt, die Apostel und alle Christen sollen jederzeit und bei allen Trübsalen und Versuchungen der Verführung feststehen. +Matthäus Mt 48 24 4 Et respondens Jesus, dixit eis: Videte ne quis vos seducat. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch niemand verführe!⁸ [Eph 5,6, Kol 2,18] +Matthäus Mt 48 24 4 8 Der Heiland antwortet nicht sofort auf die Frage, sondern sagt zuerst das, was die Jünger zuvor wissen müssen, weil es vorher eintreffen soll. (Euth.) So wiederholt der Herr auch mit anderen Worten, was er [Mt 10,21] gesagt. +Matthäus Mt 48 24 5 Multi enim venient in nomine meo, dicentes: Ego sum Christus: et multos seducent. Denn⁹ viele werden unter meinem Namen kommen¹⁰ und sagen: Ich bin Christus!¹¹ und sie werden viele verführen.¹² +Matthäus Mt 48 24 5 9 Gründe, warum zu wachen ist. +Matthäus Mt 48 24 5 10 Indem sie sagen: Ich bin Christus. +Matthäus Mt 48 24 5 11 Falsche Lehrer verheißen das Heil durch ihre falsche Lehre, oder leugnen zu verschiedenen Zeiten. +Matthäus Mt 48 24 5 12 Da der Heiland sagt: viele, meint er verschiedene zu verschiedenen Zeiten. +Matthäus Mt 48 24 6 Audituri enim estis prlia, et opiniones prliorum. Videte ne turbemini: oportet enim hæc fieri, sed nondum est finis. Ihr werdet von Kriegen¹³ und Kriegsgerüchten¹⁴ hören; sehet zu, dass ihr euch nicht verwirren lasset; denn¹⁵ alles dies muss geschehen,¹⁶ aber noch ist es nicht das Ende.¹⁷ +Matthäus Mt 48 24 6 13 In dem Kampfe mit den Verführern kommen die Nachstellungen durch äußere nahe Feinde. +Matthäus Mt 48 24 6 14 Kriege wüten ebenso in der Ferne. +Matthäus Mt 48 24 6 15 Griech.: aber. Es wird etwas Neues gesagt. +Matthäus Mt 48 24 6 16 Die Ursachen davon sind die Bosheit, die Habsucht und andere Laster der Menschen. +Matthäus Mt 48 24 6 17 Christus deutet an, dass er jetzt weder auf die eine, noch auf die andere Frage (V. 3) antwortet. +Matthäus Mt 48 24 7 Consurget enim gens in gentem, et regnum in regnum, et erunt pestilentiæ, et fames, et terræmotus per loca. Denn es wird Volk wider Volk aufstehen, und Reich wider Reich, und es werden Seuchen, Hungersnöte und Erdbeben sein, Ort für Ort. +Matthäus Mt 48 24 8 Hæc autem omnia initia sunt dolorum. Dies alles aber ist nur ein Anfang der Wehen. +Matthäus Mt 48 24 9 Tunc tradent vos in tribulationem, et occident vos: et eritis odio omnibus gentibus propter nomen meum. Dann¹⁸ werden sie euch in Bedrängnisse überantworten, und werden euch töten; und ihr werdet gehasst werden von allen Völkern um meines Namens willen. [Mt 10,17, Lk 21,12, Joh 15,20, Joh 16,2] +Matthäus Mt 48 24 9 18 Zur Zeit jener Heimsuchungen, welche in V. 7,8 beschrieben sind. Der Heiland schildert das Schicksal seiner Gläubigen, welche den Erdkreis erfüllen. +Matthäus Mt 48 24 10 Et tunc scandalizabuntur multi, et invicem tradent, et odio habebunt invicem. Und dann werden viele Ärgernis nehmen,¹⁹ und einander verraten, und einander hassen. +Matthäus Mt 48 24 10 19 Sie verstehen nicht, warum Gott die Seinigen so viel leiden lässt, und beherzigen die Mahnungen und Voraussagungen Christi nicht. So verleugnen sie den Glauben, oder lassen in der Frömmigkeit nach. +Matthäus Mt 48 24 11 Et multi pseudoprophetæ surgent, et seducent multos. Und viele falsche Propheten²⁰ werden aufstehen und viele verführen. +Matthäus Mt 48 24 11 20 Falsche Lehrer, Häretiker. Vergl. [2Kor 11,13.15]. +Matthäus Mt 48 24 12 Et quoniam abundavit iniquitas, refrigescet caritas multorum. Und weil die Bosheit²¹ überhandnimmt, wird die Liebe²² der meisten erkalten.²³ +Matthäus Mt 48 24 12 21 Die Ursachen derselben siehe V. 6, 11. +Matthäus Mt 48 24 12 22 Die Liebe gegen Gott (Hier., Thom.), wie sie der Herr [Mt 22,37] beschrieben. +Matthäus Mt 48 24 12 23 Vergl. [Offb 3,16]. +Matthäus Mt 48 24 13 Qui autem perseveraverit usque in finem, hic salvus erit. Wer aber ausharret bis an's Ende,²⁴ der wird das Heil erlangen. +Matthäus Mt 48 24 13 24 Des Lebens. Es wird also stets solche in der Kirche geben, in welchen die Liebe nicht erkaltet, stets wird die Kirche heilig sein. +Matthäus Mt 48 24 14 Et prædicabitur hoc Evangelium regni in universo orbe, in testimonium omnibus gentibus: et tunc veniet consummatio. Und es wird dieses Evangelium²⁵ vom Reiche in der ganzen Welt gepredigt werden,²⁶ allen Völkern zum Zeugnisse,²⁷ und alsdann²⁸ wird das Ende kommen. +Matthäus Mt 48 24 14 25 Diese frohe Botschaft vom Himmelreich, welche Christus bringt und auch jetzt verkündet. +Matthäus Mt 48 24 14 26 Die Jünger Christi werden also durch alle diese Heimsuchungen nicht gebrochen. +Matthäus Mt 48 24 14 27 So dass alle Völker das Zeugnis von Christus hören; denen, die es nicht annehmen, wird es gleichfalls ein Zeugnis sein, nämlich zur Anklage. +Matthäus Mt 48 24 14 28 Nicht eher als bis das Evangelium überall verkündet ist. Doch wird nicht gesagt, dass das Ende sogleich nachher kommt. (Aug.) +Matthäus Mt 48 24 15 Cum ergo videritis abominationem desolationis, quæ dicta est a Daniele propheta, stantem in loco sancto, qui legit, intelligat: Wenn²⁹ ihr nun³⁰ den Greuel der Verwüstung,³¹ welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, an heiliger Stätte³² stehen sehet, - wer es liest, verstehe es wohl! [Mk 13,14, Lk 21,20, Dan 9,27]³³ - +Matthäus Mt 48 24 15 29 Christus hat auf die Frage nach der Zeit des Weltendes mit mancherlei Mahnungen geantwortet und geht jetzt auf die vorzüglichere Frage der Jünger nach der Zeit, zu der die Zerstörung Jerusalems zu erwarten ist, über. +Matthäus Mt 48 24 15 30 Damit gibt der Heiland zu erkennen, dass er nach der Abschweifung zur Beantwortung der gestellten Frage kommt. +Matthäus Mt 48 24 15 31 Worin sie bestehen wird, sagt der Heiland nicht, es sind wohl die von den Eiferern im Tempel verübten Greueltaten gemeint. +Matthäus Mt 48 24 15 32 Im Tempel. (Orig., Hier.) +Matthäus Mt 48 24 15 33 Erwäge die Prophezeiung Daniels, damit er bei dem Eintritte der Ereignisse dieselben als die vorausverkündeten erkenne. +Matthäus Mt 48 24 16 Tunc qui in Judæa sunt, fugiant ad montes: dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge;³⁴ +Matthäus Mt 48 24 16 34 Die Berge Palästinas sind reich an Höhlen, in denen das Volk oft seine Zuflucht gefunden. [Ri 6,2, 1Kön 13,6, 1Kön 22,1] +Matthäus Mt 48 24 17 Et qui in tecto, non descendat tollere aliquid de domo sua: Und wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu holen;³⁵ +Matthäus Mt 48 24 17 35 Sondern steige nur herab, um zu fliehen. Die Dächer waren flach und dienten oft als Wohnung. +Matthäus Mt 48 24 18 Et qui in agro, non revertatur tollere tunicam suam. und wer auf dem Felde ist,³⁶ kehre nicht zurück, um sein Oberkleid zu holen.³⁷ +Matthäus Mt 48 24 18 36 Auf dem Acker arbeitete man ohne Oberkleid, nur im Unterkleide. +Matthäus Mt 48 24 18 37 Nicht einmal sein Kleid soll er aufnehmen, so schnelle Flucht ist notwendig. Die Christen verließen vor dem Kriege, in welchem die Stadt zerstört ward, Judäa. (Euseb. 3,5). +Matthäus Mt 48 24 19 Væ autem prægnantibus, et nutrientibus in illis diebus. Wehe aber den Schwangern und Säugenden in jenen Tagen!³⁸ +Matthäus Mt 48 24 19 38 Weil dieselben nicht schnell genug fliehen können. Diese Worte zeigen gleichzeitig die Furchtbarkeit des Unglückes. +Matthäus Mt 48 24 20 Orate autem ut non fiat fuga vestra in hieme, vel sabbato. Betet aber, dass eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbate geschehe.³⁹ [Apg 1,12] +Matthäus Mt 48 24 20 39 Im Winter sind die Tage kürzer und die Wege weniger gangbar. Am Sabbate zu fliehen, konnte jemand Bedenken tragen. Christus stellt das Unglück so dar, wie die Jünger es nach ihren Lebensgewohnheiten am besten verstehen können. Was der Herr in diesem Verse sagt, zeigt, dass alles übrige unfehlbar eintreffen wird, da Gott nur um eines zu bitten ist, um eine zur Flucht geeignete Zeit. +Matthäus Mt 48 24 21 Erit enim tunc tribulatio magna, qualis non fuit ab initio mundi usque modo, neque fiet. Denn es wird alsdann eine große Bedrängnis sein, wie sie vom Anfang der Welt bis jetzt nicht war, noch auch sein wird.⁴⁰ +Matthäus Mt 48 24 21 40 Vergl. Flav. Joseph. (Chrys.) Die Prophezeiung des Herrn ist so schreckenvoll, dass sie nicht von der Zerstörung Jerusalems allein gelten kann; war doch die Sündflut schlimmer und werden einst die Zeiten des Antichristes noch furchtbarer sein. Indem Christus die Heimsuchung der Juden beschreibt, geht er, wie die Propheten dies gleichfalls öfter tun, von einem besonderen Gerichte Gottes auf das allgemeine über. Liegen auch die Dinge in weitem Zeitraume auseinander, so sind sie doch innerlich verwandt, wie das Bild mit dem, was es darstellt, der erste Anfang und die Vollendung einer Sache. Dass dies der Sinn ist, ergibt sich auch aus V. 22: Die Tage werden wegen der Auserwählten abgekürzt. Weder sind, soweit uns bekannt, die Tage der Belagerung Jerusalems abgekürzt worden, noch waren Gläubige in der Stadt, um deretwillen dies geschehen sollte. +Matthäus Mt 48 24 22 Et nisi breviati fuissent dies illi, non fieret salva omnis caro: sed propter electos breviabuntur dies illi. Und wenn jene Tage⁴¹ nicht abgekürzt wären,⁴² würde kein Mensch⁴³ gerettet werden; aber um der Auserwählten⁴⁴ willen werden jene Tage abgekürzt werden. +Matthäus Mt 48 24 22 41 Christus beantwortet nunmehr die zweite Frage seiner Jünger, welches die Zeichen seiner zweiten Ankunft sind. +Matthäus Mt 48 24 22 42 Die Tage sind schon abgekürzt, obwohl erst in der Zukunft eintretend, weil die Abkürzung von Ewigkeit beschlossen ist. +Matthäus Mt 48 24 22 43 Kein Mensch bliebe am Leben, oder: Kein Gläubiger bliebe standhaft. +Matthäus Mt 48 24 22 44 Gott will nicht, dass sie allzu viel dulden und dadurch zum Abfall gebracht werden; deshalb mindert er die Zeit der Verfolgung. So wird auch den Bösen Gutes zuteil um der Guten willen, wie [Gen 18,32]. +Matthäus Mt 48 24 23 Tunc si quis vobis dixerit: Ecce hic est Christus, aut illic: nolite credere. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Sehet, hier ist Christus, oder dort! so glaubet es nicht. [Mk 13,21, Lk 17,23] +Matthäus Mt 48 24 24 Surgent enim pseudochristi, et pseudoprophetæ: et dabunt signa magna, et prodigia, ita ut in errorem inducantur (si fieri potest) etiam electi. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen; und sie werden große Zeichen und Wunder tun, so dass auch die Auserwählten (wenn es möglich wäre) irre geführt würden.⁴⁵ +Matthäus Mt 48 24 24 45 Über diese Zeit siehe [2Thess 2,9.10]. Der heil. Paulus nennt die falschen Propheten Diener des Satans [2Kor 11,15], weil sie mit seiner Hilfe, wenn Gott es zulässt, Dinge vollbringen, die uns wunderbar erscheinen. Wie wunderbar sagt V. 25. So sprach der Herr V. 5 nicht, mithin ist hier von einer anderen Zeit die Rede als von der der Heiland dort spricht. +Matthäus Mt 48 24 25 Ecce prædixi vobis. Sehet, ich habe es euch vorhergesagt! +Matthäus Mt 48 24 26 Si ergo dixerint vobis: Ecce in deserto est, nolite exire: ecce in penetralibus, nolite credere. Wenn sie euch also sagen: Sehet, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; sehet, er ist in den Gemächern, so glaubet es nicht!⁴⁶ +Matthäus Mt 48 24 26 46 Wie V. 23. In der Wüste lebten Propheten, wie der heil. Johannes der Täufer, in den Gemächern, in Städten, in gewöhnlichen Verhältnissen die Mehrzahl der Menschen, auch der Heiland. Der Sinn ist also: Mag man sagen: Christus kommt als bußstrenger Prophet, oder: er erscheint in dieser oder jener Lebensweise, alles ist unrichtig. +Matthäus Mt 48 24 27 Sicut enim fulgur exit ab Oriente, et paret usque in Occidentem: ita erit et adventus Filii hominis. Denn wie der Blitz vom Aufgange ausgehet, und hinleuchtet⁴⁷ bis zum Niedergange, so wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. +Matthäus Mt 48 24 27 47 Der Blitz sendet keinen Boten voraus, weil sein Glanz sich allen kund gibt. (Chrys.) Der Herr wird im Glanze seiner Herrlichkeit kommen. (Hier., Pasch.) +Matthäus Mt 48 24 28 Ubicumque fuerit corpus, illic congregabuntur et aquilæ. Wo immer ein Aas ist, da werden sich auch die Adler versammeln.⁴⁸ [Lk 17,37] +Matthäus Mt 48 24 28 48 Sprichwort, vielleicht aus [Ijob 39,30] entnommen. Bestätigung des Vorhergehenden. Wie die Adler auf weithin das Aas wittern, so warden die Gläubigen durch übernatürliche Erleuchtung sofort erkennen, dass Christus naht. (Hier.) +Matthäus Mt 48 24 29 Statim autem post tribulationem dierum illorum sol obscurabitur, et luna non dabit lumen suum, et stellæ cadent de clo, et virtutes clorum commovebuntur: Sogleich⁴⁹ aber nach der Bedrängnis jener Tage⁵⁰ wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne⁵¹ werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.⁵² [Jes 13,10, Ez 32,7, Joel 2,10, Mk 13,24, Lk 21,25] +Matthäus Mt 48 24 29 49 Sogleich nach den Verfolgungen, welche der Antichrist erregt. V. 24. Vergl. [2Thess 2,9.10]. +Matthäus Mt 48 24 29 50 Die im Bilde im Schicksale Jerusalems V. 21ff. beschrieben sind. +Matthäus Mt 48 24 29 51 Sie weichen aus ihrer früheren Lage. Wohl nur die mit der Erde zu einem System verbundenen Sterne (Pasch., Aug.) +Matthäus Mt 48 24 29 52 Wie, sagt der Heiland nicht. Vergl. [Röm 8,19-22, 2Petr 3,12.13]. Die Propheten sagten, von besonderen Gerichten Gottes redend, mehrfach Ähnliches. Vergl. [Jes 13,9ff, Jes 34,4ff, Jer 4,28]. Die geschaffenen Dinge sind Gottes Diener bei der Verhängung von Strafen. Den Tag des Herrn beschreiben [Jes 24,1ff, Joel 2,30, Zef 1,15 u.a.], deren Schilderung der König der Propheten hier bestätigt. +Matthäus Mt 48 24 30 Et tunc parebit signum Filii hominis in clo: et tunc plangent omnes tribus terræ: et videbunt Filium hominis venientem in nubibus cli cum virtute multa, et majestate. Und alsdann wird das Zeichen des Menschensohnes⁵³ am Himmel erscheinen; und es werden dann alle Geschlechter der Erde⁵⁴ wehklagen, und werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels⁵⁵ mit großer Macht und Herrlichkeit. [Offb 1,7] +Matthäus Mt 48 24 30 53 Nach dem heil. Cyrill von Jerusalem u. a., sowie dem römischen Brevier (3. Mai) das Zeichen des heil. Kreuzes. +Matthäus Mt 48 24 30 54 Die Lebenden. Vergl. [Lk 21,26] +Matthäus Mt 48 24 30 55 Siehe [Dan 7,13, 1Thess 4,15, 2Thess 1,7.10, Offb 1,7]. Vergl. [Apg 1,11.9] +Matthäus Mt 48 24 31 Et mittet Angelos suos cum tuba, et voce magna: et congregabunt electos ejus a quatuor ventis, a summis clorum usque ad terminos eorum. Und er wird seine Engel⁵⁶ mit lauttönender Posaune senden;⁵⁷ und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels⁵⁸ bis zum andern. [1Kor 15,52, 1Thess 4,15] +Matthäus Mt 48 24 31 56 Wie [Mt 13,39.41] +Matthäus Mt 48 24 31 57 Vergl. [Ex 19,16.19]. Durch Posaunenblasen ward auch das Volk Gottes versammelt, der Versöhnungstag und das Jubiläumsjahr verkündet. Jetzt werden alle vor den Richterstuhl Christi gerufen, um über die Beobachtung des Gesetzes gerichtet zu werden und damit den Frommen der große Versöhnungstag und das Jubiläumsjahr verkündet werde. Der Schall der Posaunen weckt die Toten. [1Kor 15,32] +Matthäus Mt 48 24 31 58 Nirgends deutete Christus an, dass die bei seiner Ankunft noch Lebenden sterben werden. (Chrys., Aug.) Vergl. [1Thess 4,4-17, 1Kor 15,51.52, 2Kor 5,2-5]. +Matthäus Mt 48 24 32 Ab arbore autem fici discite parabolam; cum jam ramus ejus tener fuerit, et folia nata, scitis quia prope est æstas: Vom Feigenbaume aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich⁵⁹ wird und die Blätter hervorkommen, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. +Matthäus Mt 48 24 32 59 Mit Saft erfüllt, was die Rinde zeigt. +Matthäus Mt 48 24 33 Ita et vos cum videritis hæc omnia, scitote quia prope est in januis. So auch ihr, wenn ihr dies alles⁶⁰ sehet, so wisset, dass es nahe vor der Türe ist.⁶¹ +Matthäus Mt 48 24 33 60 Was von V. 21-29 oder was von V. 14 an gesagt ist. +Matthäus Mt 48 24 33 61 Das, was durch diese Zeichen vorbedeutet wird, wenn diese Worte sich auf V. 15 folg. beziehen, oder die Ankunft Christi. +Matthäus Mt 48 24 34 Amen dico vobis, quia non præteribit generatio hæc, donec omnia hæc fiant. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht⁶² wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht!⁶³ +Matthäus Mt 48 24 34 62 Das Volk der Juden, das bis zur zweiten Ankunft des Herrn fortbestehen wird (Hier.). +Matthäus Mt 48 24 34 63 Ein Teil des Judenvolkes sah die Zerstörung Jerusalems, der andere (das Volk) wird bis zur zweiten Ankunft Christi leben. +Matthäus Mt 48 24 35 Clum, et terra transibunt, verba autem mea non præteribunt. Himmel und Erde werden vergehen,⁶⁴ meine Worte aber werden nicht vergehen.⁶⁵ [Mk 13,31] +Matthäus Mt 48 24 35 64 Eine nicht sicher bevorstehende Sache macht den Menschen nachlässig, deshalb bekräftigt der Heiland seine Vorhersagungen feierlich. +Matthäus Mt 48 24 35 65 Sie werden vorübergehen, wenn sie nur ein leerer Laut wären und nicht Erfüllung fänden. Vergl. [Jes 51,6]. +Matthäus Mt 48 24 36 De die autem illa, et hora nemo scit, neque Angeli clorum, nisi solus Pater. Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand,⁶⁶ auch die Engel des Himmels⁶⁷ nicht, nur der Vater allein.⁶⁸ +Matthäus Mt 48 24 36 66 Die Zeichen zeigen wohl im Allgemeinen das Bevorstehen der Ankunft an, bestimmen die Zeit derselben indes nicht genauer. +Matthäus Mt 48 24 36 67 Die doch alle Zeit das Angesicht Gottes schauen. [Mt 18,10]. +Matthäus Mt 48 24 36 68 Die drei göttlichen Personen haben alles gemeinsam, was der göttlichen Wesenheit zugehört, also auch das göttliche Vorherwissen: Nur Gott weiß diesen Tag. Mithin ist Sohn und heiliger Geist von der Kenntnis jenes Tages nicht ausgeschlossen. Christus weiß diesen Tag freilich auch als Mensch, aber für sich, nicht, soweit er zu den Menschen gesandt ist. +Matthäus Mt 48 24 37 Sicut autem in diebus No, ita erit et adventus Filii hominis. Wie es aber in den Tagen des Noe war, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. [Gen 7,7, Lk 17,26] +Matthäus Mt 48 24 38 Sicut enim erant in diebus ante diluvium comedentes et bibentes, nubentes et nuptui tradentes, usque ad eum diem, quo intravit No in arcam. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, zur Ehe nahmen und zur Ehe gaben, bis zu dem Tage, an welchem Noe in die Arche ging, +Matthäus Mt 48 24 39 Et non cognoverunt donec venit diluvium, et tulit omnes: ita erit et adventus Filii hominis. und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle hinwegnahm: so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.⁶⁹ +Matthäus Mt 48 24 39 69 Dass der Tag trotz der vorausgehenden Zeichen unerwartet eintreten werde, beweist Christus durch den Vergleich mit der Sündflut. In welchem Punkte die Ähnlichkeit liegt, wird V. 38 gesagt (Chrys.): Die Menschen leben in die Dinge dieser Welt versenkt ohne Besorgnis dahin. +Matthäus Mt 48 24 40 Tunc duo erunt in agro: unus assumetur, et unus relinquetur: Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird aufgenommen,⁷⁰ und einer wird zurückgelassen werden. +Matthäus Mt 48 24 40 70 Von den Engeln unter die Auserwählten gestellt. +Matthäus Mt 48 24 41 Duæ molentes in mola: una assumetur, et una relinquetur. Zwei werden mahlen in der Mühle; die eine wird aufgenommen, die andere zurückgelassen werden.⁷¹ +Matthäus Mt 48 24 41 71 In den Häusern und außerhalb denselben gehen die Menschen ihren gewohnten Geschäften nach ohne eine Ahnung von dem bevorstehenden Gerichte. Plötzlich und ehe sie noch Versöhnung mit Gott suchen können, werden die Sünder vor sein Gericht gezogen. +Matthäus Mt 48 24 42 Vigilate ergo, quia nescitis qua hora Dominus vester venturus sit. Wachet also, weil ihr nicht wisset,⁷² zu welcher Stunde euer Herr kommen wird! [Mk 13,33] +Matthäus Mt 48 24 42 72 Der Herr sagt nicht: Wir wissen nicht, sondern: Ihr wisset nicht (Hier.). Vergl. [1Thess 5,2]. +Matthäus Mt 48 24 43 Illud autem scitote, quoniam si sciret paterfamilias qua hora fur venturus esset, vigilaret utique, et non sineret perfodi domum suam. Das aber sollet ihr wissen:⁷³ Wenn der Hausvater wüsste, zu welcher Stunde⁷⁴ der Dieb kommt, würde er sicherlich wach bleiben und in sein Haus nicht einbrechen lassen.⁷⁵ [Lk 12,39] +Matthäus Mt 48 24 43 73 Erwäget, was folgendes Beispiel euch lehren soll. +Matthäus Mt 48 24 43 74 Griech.: In welcher Nachtwache, in welchem von den vier Teilen der Nacht. Vergl. [Mk 13,35]. +Matthäus Mt 48 24 43 75 Griech.: Er würde wach geblieben sein und hätte nicht in sein Haus einbrechen lassen. Seiet also weiser, da ich euch gewarnt habe. +Matthäus Mt 48 24 44 Ideo et vos estote parati: quia qua nescitis hora Filius hominis venturus est. Darum seid auch ihr bereit;⁷⁶ denn zu einer Stunde, die ihr nicht wisset, wird der Menschensohn kommen. +Matthäus Mt 48 24 44 76 Hierin besteht das Wachen: Die Seele in dem Stande bewahren, dass, wenn der Herr unvorhergesehen kommt, wir von den Engeln zu den Auserwählten versammelt werden. Dieselbe Warnung gilt für jeden einzelnen betreffs seines Lebensendes (Chrys.). +Matthäus Mt 48 24 45 Quis, putas, est fidelis servus, et prudens, quem constituit dominus suus super familiam suam, ut det illis cibum in tempore? Wer ist wohl⁷⁷ der getreue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Hausgesinde⁷⁸ gesetzt hat, dass er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit? +Matthäus Mt 48 24 45 77 Die äußere Form der Frage weckt die Aufmerksamkeit: Die Jünger sollen aus dem, was der Herr gesagt, selbst den Schluss ziehen. +Matthäus Mt 48 24 45 78 Zunächst die Apostel, dann die Bischöfe und Priester (Orig., Chrys.). Diese wachen und sind bereit, wenn sie ihr Amtsrecht verwalten. Dazu ist zunächst notwendig, dass sie treu sind, d. h. den Willen des Herrn als Richtschnur für ihren Willen nehmen und ihn erfüllen. Sodann wird erfordert, dass sie klug sind und die ihnen anvertrauten Güter nach Zeit und Umständen gebührend verwalten (Chrys.). +Matthäus Mt 48 24 46 Beatus ille servus, quem cum venerit dominus ejus, invenerit sic facientem. Selig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also handeln findet.⁷⁹ [Offb 16,19] +Matthäus Mt 48 24 46 79 Nur wer beständig wacht, ist sicher, vom Herrn wachend gefunden zu werden. +Matthäus Mt 48 24 47 Amen dico vobis, quoniam super omnia Bona sua constituet eum. Wahrlich, ich sage euch, über alle seine Besitztümer wird er ihn setzen!⁸⁰ +Matthäus Mt 48 24 47 80 Dieser Lohn im Himmel wird zunächst den Aposteln und ihren Nachfolgern, dann auch allen anderen versprochen, denn einem jeden Menschen ist Amt und Lebensstellung von Gott anvertraut, damit er sich als treuen und klugen Diener erweise, der die ihm anvertrauten Talente zu Gottes Ehre verwendet. +Matthäus Mt 48 24 48 Si autem dixerit malus servus ille in corde suo: Moram facit dominus meus venire: Wenn aber jener Knecht böse wäre und in seinem Herzen spräche: Mein Herr säumt zu kommen; +Matthäus Mt 48 24 49 Et cperit percutere conservos suos, manducet autem, et bibat cum ebriosis: und anfinge, seine Mitknechte zu schlagen, mit den Zechern aber äße und tränke,⁸¹ +Matthäus Mt 48 24 49 81 Zwei Vergehen: Tyrannei gegen diejenigen, denen er Speise mitteilen sollte, und lasterhaftes Leben. Er verabreicht den Mitknechten Schläge statt der Speisen und verschleudert die Güter seines Herrn. Wehe, wenn ein Diener Christi diesem Bilde gleicht! +Matthäus Mt 48 24 50 Veniet dominus servi illius in die, qua non sperat, et hora, qua ignorat: so wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an welchem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, zu der er es nicht weiß,⁸² +Matthäus Mt 48 24 50 82 Er hoffte vielleicht noch alles in Ordnung bringen zu können. Wie gefährlich ist es, die Buße zu verschieben! +Matthäus Mt 48 24 51 Et dividet eum, partemque ejus ponet cum hypocritis: illic erit fletus, et stridor dentium. und wird ihn entzweihauen⁸³ und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. [Mt 13,42, Mt 25,30] +Matthäus Mt 48 24 51 83 Was dies Bild bedeutet, sagt der zweite Satz: Sein Los wird das der Heuchler sein. Über Heulen und Zähneknirschen vergl. 8 Anm. 17. +Matthäus Mt 48 25 0 Gleichnis von den zehn Jungfrauen. (V. 13) Gleichnis von den Talenten. (V. 30) Das letzte Gericht. +Matthäus Mt 48 25 1 Tunc simile erit regnum clorum decem virginibus: quæ accipientes lampades suas exierunt obviam sponso, et sponsæ. Dann¹ wird das Himmelreich gleich sein² zehn³ Jungfrauen, welche ihre Lampen nahmen und ausgingen,⁴ dem Bräutigam⁵ und der Braut⁶ entgegen.⁷ +Matthäus Mt 48 25 1 1 Wenn Christus wiederkommt. +Matthäus Mt 48 25 1 2 Es wird etwas Ähnliches geschehen wie im folgenden Gleichnis. +Matthäus Mt 48 25 1 3 Zehn ist die Zahl der Allgemeinheit. Diese Zahl wurde von den Juden gewählt, um eine nicht genau zu bestimmende Menge anzudeuten. Alle Christen sind hier vorbedeutet. (Bed., Pasch., Aug., Greg.) +Matthäus Mt 48 25 1 4 Bei den Juden pflegte das Hochzeitsmahl im Hause des Bräutigams gehalten zu werden, - hier nach der älteren Sitte, im Hause der Braut. Vergl. [Ri 14,10]. Auch pflegten die Jungfrauen nicht dem Bräutigam entgegen zu gehen. Der Heiland deutet durch die Veränderung in der Darstellung an, dass er von einem Bräutigam anderer Art spricht, dem größere Ehrenbezeugungen zu erweisen sind. Christus kommt, um sich die Kirche zu verloben und diejenigen Seelen, welche ihm mit brennenden Lampen, d. i. mit der heiligmachenden Gnade und guten Werken, entgegenkommen, in die himmlische Hochzeit einzuführen. +Matthäus Mt 48 25 1 5 Die Gläubigen werden in der Taufe und der Buße mit der heiligmachenden Gnade beschenkt, um mit ihrem Glanze geschmückt dem Heilande entgegen zu gehen und seine Ankunft zu erwarten. Tragen sie dieses Himmelslicht in sich, so werden sie zur Hochzeit des Lammes zugelassen; ist dasselbe in letzter Stunde in ihnen erloschen, so müssen sie vom Herrn hören: Ich kenne euch nicht. +Matthäus Mt 48 25 1 6 Dieser Zusatz fehlt in vielen Handschriften und passt in der Tat nicht zum Bilde. Die Jungfrauen bildeten nämlich die Begleitung der Braut, konnten ihr also nicht entgegengehen. Sie bedeuten alle Gläubigen, also die Kirche, welche die Braut Christi ist. Siehe [2Kor 11,2]. +Matthäus Mt 48 25 1 7 Dass die Jungfrauen dem Bräutigam entgegen kommen, zeigt, dass alle mehr bereit sein müssen, als wenn die den Bräutigam im Hause erwarten dürften. +Matthäus Mt 48 25 2 Quinque autem ex eis erant fatuæ, et quinque prudentes: Fünf aber von ihnen waren töricht, und fünf klug.⁸ +Matthäus Mt 48 25 2 8 Je nachdem sie für die Zukunft Sorge tragen. +Matthäus Mt 48 25 3 Sed quinque fatuæ, acceptis lampadibus. Non sumpserunt oleum secum: Aber die fünf törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber nahmen kein Öl mit sich.⁹ +Matthäus Mt 48 25 3 9 Außer dem Öl in der Lampe. +Matthäus Mt 48 25 4 Prudentes vero acceperunt oleum in vasis suis cum lampadibus. Die Klugen dagegen nahmen samt den Lampen auch Öl mit in ihren Gefäßen.¹⁰ +Matthäus Mt 48 25 4 10 Sie erwägen, dass die Stunde der Ankunft des Bräutigams ungewiss ist. Das Öl nährt die Flamme; so muss der Mensch auch alles tun, was erforderlich ist, damit er die göttliche Gnade bewahre oder wiedergewinne, muss Tugenden üben und gute Werke tun. (Hil., Hier., Orig.) +Matthäus Mt 48 25 5 Moram autem faciente sponso, dormitaverunt omnes et dormierunt. Da aber der Bräutigam verzog,¹¹ wurden alle schläfrig und schlummerten ein.¹² +Matthäus Mt 48 25 5 11 Wie [Mt 24,48]. +Matthäus Mt 48 25 5 12 Der Schlaf erklärt, warum die törichten Jungfrauen nicht eher bemerken, dass es ihnen an Öl gebricht. Wenn der Schlaf für die Erzählung eine besondere Bedeutung hat, so soll er vielleicht andeuten, dass niemand allezeit an die Ankunft Christi denkt. +Matthäus Mt 48 25 6 Media autem nocte clamor factus est: Ecce sponsus venit, exite obviam ei. Um Mitternacht¹³ aber erhob sich ein Geschrei:¹⁴ Sehet, der Bräutigam kommt, gehet heraus ihm entgegen! +Matthäus Mt 48 25 6 13 So dachten sich die Juden die Ankunft des Messias nach dem Bilde der letzten Nacht in Ägypten. Bedeutung: Zu einer Zeit, da man es nicht weiß, noch erwartet (Aug., Theoph.). +Matthäus Mt 48 25 6 14 Von solchen, die den Hochzeitszug kommen sahen. +Matthäus Mt 48 25 7 Tunc surrexerunt omnes virgines illæ, et ornaverunt lampades suas. Da standen alle jene Jungfrauen auf und richteten ihre Lampen zu. +Matthäus Mt 48 25 8 Fatuæ autem sapientibus dixerunt: Date nobis de oleo vestro: quia lampades nostræ exstinguuntur. Die törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebet uns von eurem Öle; denn unsere Lampen erlöschen. +Matthäus Mt 48 25 9 Responderunt prudentes, dicentes: Ne forte non sufficiat nobis, et vobis, ite potius ad vendentes, et emite vobis. Die Klugen antworteten und sprachen: Es möchte nicht zureichen für uns und euch;¹⁵ gehet vielmehr hin zu den Krämern und kaufet für euch. +Matthäus Mt 48 25 9 15 An jenem Tage kann niemand dem anderen helfen (Hier., Chrys.). +Matthäus Mt 48 25 10 Dum autem irent emere, venit sponsus: et quæ paratæ erant, intraverunt cum eo ad nuptias, et clausa est janua. Während sie nun hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren,¹⁶ gingen mit ihm ein zur Hochzeit,¹⁷ und die Türe ward verschlossen.¹⁸ +Matthäus Mt 48 25 10 16 Nicht lassen sich mehr gute Werke tun, sondern über das verflossene Leben muss Rechenschaft abgelegt werden (Hier.). Vergl. [Joh 9,4]. +Matthäus Mt 48 25 10 17 Die Hochzeit, von der [Offb 19,7.9] die Rede ist. +Matthäus Mt 48 25 10 18 Die Zeit der Gnade ist vorüber. +Matthäus Mt 48 25 11 Novissime vero veniunt et reliquæ virgines, dicentes: Domine, Domine, aperi nobis. Zuletzt aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr! tue uns auf. +Matthäus Mt 48 25 12 At ille respondens, ait: Amen dico vobis, nescio vos. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht!¹⁹ +Matthäus Mt 48 25 12 19 Gott kennt nur die (und neigt sich nur denen mit Wohlgefallen zu), welche das Licht der heiligmachenden Gnade besitzen, und ihm dadurch ähnlich und Christi Freunde sind. +Matthäus Mt 48 25 13 Vigilate itaque, quia nescitis diem, neque horam. Wachet also, weil ihr weder den Tag wisset, noch die Stunde!²⁰ [Mk 13,33]. +Matthäus Mt 48 25 13 20 Die Zeit der Wiederkunft Christi zum allgemeinen Gerichte, aber auch diejenige seiner Ankunft zum besonderen. Ein ähnliches Gleichnis [Lk 19,12-26]. +Matthäus Mt 48 25 14 Sicut enim homo peregre proficiscens, vocavit servos suos, et tradidit illis bona sua. Denn wie ein Mann, im Begriffe fortzureisen,²¹ seine Knechte²² rief, und ihnen seine Güter übergab. [Lk 19,12]. +Matthäus Mt 48 25 14 21 Christus bei seiner Himmelfahrt. +Matthäus Mt 48 25 14 22 Die Apostel, Bischöfe und Priester, jeder Christ. Die Talente bezeichnen mithin alles, was jemand hat, Kräfte des Geistes, irdischen Besitz u. a. +Matthäus Mt 48 25 15 Et uni dedit quinque talenta, alii autem duo, alii vero unum, unicuique secundum propriam virtutem, et profectus est statim. Dem einen gab er fünf Talente, dem andern aber zwei, dem dritten aber eines,²³ einem jeden nach seiner Befähigung,²⁴ und reiste²⁵ alsobald²⁶ fort. +Matthäus Mt 48 25 15 23 Ein reicher Herr. Wie viel ein Talent ausmacht, siehe 18, Anm. 46. Ein jeder soll für seinen Herrn Gewinn suchen. +Matthäus Mt 48 25 15 24 Dies gehört zur Ausschmückung des Gleichnisses, nicht zur Belehrung. Die verschiedene Zahl der Talente weist auf die Freiheit hin, welche Gott bei der Verteilung seiner Gaben und Gnaden sich wahrt. Vergl. [Mt 20,13.14]. +Matthäus Mt 48 25 15 25 Die Zeitdauer der Abwesenheit ist der Zeitraum, den uns Gott für dieses Leben zumisst. (Hil.) +Matthäus Mt 48 25 15 26 Manche Handschriften und mehrere Väter ziehen dies Wort zum nächsten Verse. Der Sinn ist dann: Die Knechte machten sich mit Eifer an die Ausführung des ihnen zuteil gewordenen Auftrages. Zwei benutzen die Gaben ihres Herrn gut, und ihre Bemühungen fehlt der Erfolg nicht. Aber nur mit den erhaltenen Talenten erwerben sie neuen Gewinn, weil wir aus uns allein nichts vermögen zu Gottes Ehre und zu unserem und anderer Seelenheile. Der dritte Knecht ist das Bild derer, welche die Gnade Gottes umsonst empfangen [2Kor 6,1], welche sie weder selbst benutzen, noch anderen von den Erhaltenen mitteilen (Hil.), oder nie Herz und Sinn über die Dinge dieser Welt hinaus auf Höheres richten (Greg., Theoph.). +Matthäus Mt 48 25 16 Abiit autem qui quinque talenta acceperat, et operatus est in eis, et lucratus est alia quinque. Der aber, welcher die fünf Talente empfangen hatte, ging hin, und wirtschaftete mit denselben, und gewann andere fünf. +Matthäus Mt 48 25 17 Similiter et qui duo acceperat, lucratus est alia duo. Desgleichen gewann auch der, welcher die zwei empfangen hatte, andere zwei. +Matthäus Mt 48 25 18 Qui autem unum acceperat, abiens fodit in terram, et abscondit pecuniam domini sui. Derjenige aber, welcher das eine empfangen hatte, ging hin, und grub es in die Erde, und verbarg das Geld seines Herrn. +Matthäus Mt 48 25 19 Post multum vero temporis venit dominus servorum illorum, et posuit rationem cum eis. Nach langer Zeit aber²⁷ kam der Herr jener Knechte, und hielt Abrechnung mit ihnen. +Matthäus Mt 48 25 19 27 Wie [Mt 24,48] und [Mt 25,5]. Sie haben viel empfangen und es ist ihnen viel Zeit gelassen worden, ihren Eifer und ihre Treue zu zeigen. Wer mehr empfangen, wird auch mehr zu verantworten haben (Greg.). +Matthäus Mt 48 25 20 Et accedens qui quinque talenta acceperat, obtulit alia quinque talenta, dicens: Domine, quinque talenta tradidisti mihi, ecce alia quinque superlucratus sum. Und es trat derjenige hinzu, welcher die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente, und sagte: Herr! fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, ich habe noch fünf andere dazu gewonnen.²⁸ +Matthäus Mt 48 25 20 28 Der Knecht erwähnt nicht den Gewinn zuerst, sondern das, was er empfangen. Nicht seiner Arbeit schreibt er das Erreichte vor allem zu, sondern der Wohltat seines Herrn, den anvertrauten Talenten, ohne die er nichts erreicht hätte. Die Frucht muss zudem im Verhältnis zur Aussaat stehen. +Matthäus Mt 48 25 21 Ait illi dominus ejus: Euge serve bone, et fidelis, quia super pauca fuisti fidelis, super multa te constituam, intra in gaudium domini tui. Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen;²⁹ gehe ein in die Freude deines Herrn!³⁰ +Matthäus Mt 48 25 21 29 Der Heiland geht von dem Gleichnisse zur Anwendung über. Deshalb nennt er fünf Talente weniges, denn alles Irdische ist nichts im Vergleich zu dem ewigen Lohne. [1Kor 2,9]. +Matthäus Mt 48 25 21 30 Die Freude, welche der Herr genießt, soll auch dir zuteil werden. Wenn wir uns über etwas freuen, was weniger ist als unser Herz, tritt die Freude in dieses ein (Thom.). +Matthäus Mt 48 25 22 Accessit autem et qui duo talenta acceperat, et ait: Domine, duo talenta tradidisti mihi, ecce alia duo lucratus sum. Es trat aber auch derjenige hinzu, welcher zwei Talente empfangen hatte, und sagte: Herr! zwei Talente hast du mir übergeben, siehe, ich habe andere zwei gewonnen.³¹ +Matthäus Mt 48 25 22 31 Wie er mit nicht geringerer Zuversicht kommt als der erste, so ist auch sein Lob und sein Lohn nicht geringer. Beide Knechte werden wegen der Treue gelobt, nicht wegen der Größe des anvertrauten Gutes. Anders [Lk 19,16], wo die Ungleichheit des Verdienstes dargestellt wird. +Matthäus Mt 48 25 23 Ait illi dominus ejus: Euge serve bone, et fidelis, quia super pauca fuisti fidelis, super multa te constituam, intra in gaudium domini tui. Da sprach sein Herr zu ihm: Trefflich, du guter und getreuer Knecht! weil du über weniges getreu gewesen bist, werde ich dich über vieles setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn! +Matthäus Mt 48 25 24 Accedens autem et qui unum talentum acceperat, ait: Domine, scio quia homo durus es, metis ubi non seminasti, et congregas ubi non sparsisti: Es trat aber auch derjenige hinzu, welcher das eine Talent empfangen hatte, und sagte: Herr! ich weiß, dass du ein harter Mann bist,³² du erntest, wo du nicht gesäet, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; +Matthäus Mt 48 25 24 32 Er hat ein böses Gewissen und beginnt deshalb mit Vorwürfen und Klagen über die Härte seines Herrn, anstatt reumütig seine Schuld zu bekennen und um Verzeihung zu bitten (Hier., Bed.). +Matthäus Mt 48 25 25 Et timens abii, et abscondi talentum tuum in terra, ecce habes quod tuum est, und in Furcht ging ich hinweg, und verbarg dein Talent in die Erde.³³ Siehe, da hast du, was dein ist!³⁴ +Matthäus Mt 48 25 25 33 Ich fürchtete, es könnte, wenn ich damit Handel triebe, durch einen Zufall verloren gehen und ich dafür von dir hart behandelt werden. +Matthäus Mt 48 25 25 34 Mehr kannst du nicht verlangen, nämlich, dass ich dir das deinige noch vermehre. Gibt es nicht auch kleinherzige Christen, die aus Furcht, Gott werde über alles Gute, das sie tun, einst Rechenschaft fordern, das Gute unterlassen? +Matthäus Mt 48 25 26 Respondens autem dominus ejus, dixit ei: Serve male, et piger, sciebas quia meto ubi non semino, et congrego ubi non sparsi: Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du schlechter³⁵ und fauler³⁶ Knecht! du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesäet, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe;³⁷ +Matthäus Mt 48 25 26 35 Du trägst kein Bedenken, deinen Herrn anzuklagen, um dich zu entschuldigen? +Matthäus Mt 48 25 26 36 Das ist die Ursache, warum du nur ein Talent bringst. +Matthäus Mt 48 25 26 37 Hier ist ein Fragezeichen zu setzen, denn der Herr will nicht sagen: Ich bin so hart, wie du mich geschildert, sondern will ihm zeigen, dass er sich durch seine Anklage selbst das Urteil spricht: Die Furcht, welche du vorgibst, ist nur ein Deckmantel für deine Trägheit. Du hattest ein sicheres und leichtes Mittel, das Geld fruchttragend anzulegen. +Matthäus Mt 48 25 27 Oportuit ergo te committere pecuniam meam nummulariis, et veniens ego recepissem utique quod meum est cum usura. du hättest mithin mein Geld den Wechslern übergeben sollen, und bei meiner Ankunft würde ich dann doch das Meinige mit Zins wieder erhalten haben.³⁸ +Matthäus Mt 48 25 27 38 Die Unterlassung des Guten und die Nachlässigkeit im rechten Gebrauche der Gaben Gottes verdient diesen Tadel. +Matthäus Mt 48 25 28 Tollite itaque ab eo talentum, et date ei, qui habet decem talenta. Nehmet ihm also das Talent³⁹ und gebet es dem, welcher die zehn Talente hat!⁴⁰ +Matthäus Mt 48 25 28 39 Erste Strafe: Dieselbe hat bei manchen Gaben Gottes, z. B. den Gnaden des Beistandes, statt. +Matthäus Mt 48 25 28 40 So pflegen die Menschen zu handeln. In der Anwendung ist indes nur Ähnlichkeit, nicht Gleichheit, als ob Gott nämlich die einem Trägen entzogene Gnade einem Eifrigen gäbe. +Matthäus Mt 48 25 29 Omni enim habenti dabitur, et abundabit: ei autem, qui non habet, et quod videtur habere, auferetur ab eo. Denn jedem, der da hat, wird gegeben werden, und er wird in Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er zu haben scheint, genommen werden.⁴¹ [Mt 13,12, Mk 4,25] +Matthäus Mt 48 25 29 41 Da im Gerichte niemand etwas empfängt, findet dieser Satz nicht auf das Gericht, sondern auf das Leben seine Anwendung. Wer mit Gottes Gnaden mitwirkt, erhält hier größere Gnaden und reicheren Trost, während der lässige Christ ohne Freude dahinlebt und die Gnade verliert. +Matthäus Mt 48 25 30 Et inutilem servum ejicite in tenebras exteriores: illic erit fletus, et stridor dentium. Und den unnützen Knecht werfet in die Finsternis draußen hinaus, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.⁴² +Matthäus Mt 48 25 30 42 Zweite Strafe: Bei dieser geht der Heiland vom Gleichnis zur Anwendung über. Siehe über dieselbe [Mt 8,12, Mt 13,42, Mt 22,13, Mt 24,51]. Der faule Knecht wird verdammt, weil er nichts Gutes getan hat. Wohl ist es eine schwere Last zu predigen, zu belehren, zu strafen, zu erbauen, für jeden zu eifern, und wer möchte solche Anstrengungen nicht fliehen? Doch das Evangelium bedroht die Säumigen mit Strafe (Aug.). Aber auch von den Gläubigen wird, was sie von den Hirten vernahmen, mit Gewinn zurückgefordert (Greg.). Wenn der Knecht so hart gestraft wird, der das Geld seines Herrn immerhin bewahrt hat, was haben da diejenigen zu erwarten, welche es verschleudern? (Aug.) Der böse Knecht hat nur ein Talent empfangen und verbirgt es, als ob es der Mühe nicht wert wäre, daraus Gewinn zu ziehen, aber er ward schwer gestraft; ein unscheinbares (er verbarg es V. 26), also darf niemand deshalb untätig bleiben, weil die ihm verliehenen Gaben minder glänzend sind. Wer aber mehr empfangen und dennoch seinem Herrn keinen Gewinn darbringt, was erwartet diesen? +Matthäus Mt 48 25 31 Cum autem venerit Filius hominis in majestate sua, et omnes Angeli cum eo, tunc sedebit super sedem majestatis suæ: Wenn aber der Menschensohn⁴³ in seiner Herrlichkeit kommen wird,⁴⁴ und alle Engel⁴⁵ mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen;⁴⁶ +Matthäus Mt 48 25 31 43 Siehe [Joh 5,27]. +Matthäus Mt 48 25 31 44 Vergl. [Mt 16,27]. Die Mahnung zur Wachsamkeit erhält durch die Beschreibung der Art seiner Wiederkunft neues Gewicht. Zudem war es notwendig, die Jünger, welche Zeugen so vieler Verfolgungen gewesen sind und nach zwei Tagen noch Schrecklicheres erleben sollen, durch den Hinweis auf seine Verherrlichung beim Weltgerichte im Glauben und in der Hoffnung zu bestärken (Hier.). +Matthäus Mt 48 25 31 45 Als der seiner Majestät gebührende Hofstaat und um zu erklären, wie viel sie selbst in seinem Auftrage für das Heil der Menschen getan. +Matthäus Mt 48 25 31 46 Wohl eine leuchtende Wolke. +Matthäus Mt 48 25 32 Et congregabuntur ante eum omnes gentes, et separabit eos ab invicem, sicut pastor segregat oves ab hdis: und es werden alle Völker⁴⁷ vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden,⁴⁸ wie der Hirt die Schafe scheidet von den Böcken. +Matthäus Mt 48 25 32 47 Alle ohne Ausnahme (Chrys., Bed., Thom.). Wie Christus für alle Völker gestorben ist, so ist er auch als Richter über alle gesetzt. Der Heiland sagt: Völker, nicht Menschen, weil seine Majestät so erhabener erscheint. +Matthäus Mt 48 25 32 48 Er wird sie leicht und irrtumslos voneinander scheiden und trennen. +Matthäus Mt 48 25 33 Et statuet oves quidem a dextris suis, hdos autem a sinistris. Die Schafe wird er zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen.⁴⁹ +Matthäus Mt 48 25 33 49 Vergl. [Ez 34,17]. Die rechte Seite ist die Ehrenvolle. Die Guten sind sanfte, unschuldige und gehorsame Schafe, Christus ist ihr Hirt; die Bösen sind mit unfruchtbaren Böcken verglichen wegen ihres Mangels an guten Werken (Chrys., Theoph., Hil.) und wegen ihrer Begierlichkeit und anderer hässlicher Eigenschaften (Hier., Euth.). Den Ort, wo das Gericht stattfinden wird, offenbart Christus nicht. +Matthäus Mt 48 25 34 Tunc dicet rex his, qui a dextris ejus erunt: Venite benedicti Patris mei, possidete paratum vobis regnum a constitutione mundi. Alsdann wird der König⁵⁰ zu denen, welche zu seiner Rechten sein werden, sprechen: Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters!⁵¹ Nehmet das Reich in Besitz, welches euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an.⁵² +Matthäus Mt 48 25 34 50 Zuvor hat sich der Heiland Menschensohn und Hirt genannt, jetzt nennt er sich König, da das Gericht dem Könige zugehört und es des Königs Recht ist, in sein Reich aufzunehmen oder von demselben auszuschließen. +Matthäus Mt 48 25 34 51 Wegen der unendlichen Segensfülle, die ihnen vom Vater zuteil werden soll. +Matthäus Mt 48 25 34 52 Als euer euch gebührendes Eigentum (Chrys.), dass euch von mir erworben [Röm 8,17], von Ewigkeit her bestimmt und seit der Erschaffung bereitet ist. +Matthäus Mt 48 25 35 Esurivi enim, et dedistis mihi manducare: sitivi, et dedistis mihi bibere: hospes eram, et collegistis me: Denn ich war hungrig, und ihr habt mich gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt; [Jes 58,7] +Matthäus Mt 48 25 36 Nudus, et cooperuistis me: infirmus, et visitastis me: in carcere eram, et venistis ad me. ich war nackt,⁵³ und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Kerker, und ihr seid zu mir gekommen.⁵⁴ [Sir 7,39] +Matthäus Mt 48 25 36 53 Schlecht gekleidet, eines geziemenden Kleides bedürftig. +Matthäus Mt 48 25 36 54 Der Heiland gibt, wie es in Beispielen geschieht, nur eine Klasse von guten Werken an. Er wählt die Werke der Liebe, weil seine wahren Jünger an dieser Tugend erkannt werden sollen (Chrys.). Da der Mensch ferner schon von Natur geneigt ist, anderen im Elende zu helfen, sind diese Worte von minderer Bedeutung für die Verheißung der Belohnung; was also wird für heroische Tugenden als Lohn zuteil werden? +Matthäus Mt 48 25 37 Tunc respondebunt ei justi, dicentes: Domine, quando te vidimus esurientem, et pavimus te: sitientem, et dedimus tibi potum? Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr! wann haben wir dich hungrig gesehen, und dich gespeist? oder durstig, und dich getränkt? +Matthäus Mt 48 25 38 Quando autem te vidimus hospitem, et collegimus te: aut nudum, et cooperuimus te? Wann haben wir dich fremd gesehen, und dich beherbergt? oder nackt, und dich bekleidet? +Matthäus Mt 48 25 39 Aut quando te vidimus infirmum: aut in carcere, et venimus ad te? Oder wann haben wir dich krank gesehen, oder im Kerker, und sind zu dir gekommen?⁵⁵ +Matthäus Mt 48 25 39 55 Man braucht nicht anzunehmen, dass die Gerechten wirklich diese Fragen stellen werden, denn sie wissen, dass der Heiland alle Werke der Nächstenliebe als ihm erwiesen ansehen will. Vergl. [Dan 7,13, Mt 10,40, Apg 9,4] Pasch. Nach dem heil. Aug. und Thom. lässt Gott alle, die vor seinem Gerichte stehen, in einem Augenblick alles erkennen, was sie selbst und andere angeht, so dass das ganze Gericht im Herzen und Gewissen stattfindet. Dieses Erleuchten von Seiten Gottes und das Erkennen von Seiten der Gerechten stellt der Heiland in der Form von Rede und Gegenrede lebhaft vor Augen. +Matthäus Mt 48 25 40 Et respondens rex, dicet illis: Amen dico vobis, quamdiu fecistis uni ex his fratribus meis minimis, mihi fecistis. Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, so weit ihr es einem dieser meiner geringsten⁵⁶ Brüder⁵⁷ getan habt, habt ihr es mir getan! +Matthäus Mt 48 25 40 56 Arme, bei den Menschen Verachtete (Chrys., Hil.). +Matthäus Mt 48 25 40 57 So schon [Mt 10,40]. Alle Gläubigen sind Glieder Christi [1Kor 16,15], seine Brüder und Schwestern [Mt 12,50] Thom. +Matthäus Mt 48 25 41 Tunc dicet et his, qui a sinistris erunt: Discedite a me maledicti in ignem æternum, qui paratus est diabolo, et angelis ejus. Dann wird er auch zu denen auf der Linken sprechen: Weichet von mir, ihr Verfluchten!⁵⁸ in das ewige Feuer,⁵⁹ welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.⁶⁰ [Mt 7,23, Lk 13,27, Ps 6,9] +Matthäus Mt 48 25 41 58 Die Strafe des Verlustes. Alles Gute wird ihnen genommen und mit dem Fluche der Verdammnis belastet gehen sie in die Strafe der Sinne ein. Beide Strafen werden verhängt, weil sie die Liebe gegen den Nächsten nicht geübt haben. Wie kann Christus die als die Seinen anerkennen, welche die diese unterscheidende Tugend nicht besaßen? Und wie konnten die Gott lieben, die den Bruder nicht geliebt haben? Welcher Gegensatz zu V. 34 in allen Teilen des Urteils! +Matthäus Mt 48 25 41 59 Kein von dieser Erde hergenommener Begriff vermag uns ein treueres Bild der Leiden, welche die Verdammten erdulden, zu geben als der Ausdruck Feuer. Es ist zwar ein anderes Feuer als das irdische, aber ein ebenso wahres wie dieses (H. H. Väter.). +Matthäus Mt 48 25 41 60 Hier ist eine Abweichung von dem Gegensatze zu V. 34 zu bemerken. Ihr waret geschaffen, einst selig zu werden. Durch die Sünde habt ihr euch dem Teufel zugesellt und seid der ihm bestimmten Strafe verfallen (Orig., Pasch.). Deshalb gibt auch der Herr nicht hinzu, von wem sie verflucht sind: Nicht von Gott, sondern durch ihre eigenen Taten (Chrys.). +Matthäus Mt 48 25 42 Esurivi enim, et non dedistis mihi manducare: sitivi, et non dedistis mihi potum: Denn ich war hungrig, und ihr habt mich nicht gespeist; ich war durstig, und ihr habt mich nicht getränkt; +Matthäus Mt 48 25 43 Hospes eram, et non collegistis me: nudus, et non cooperuistis me: infirmus, et in carcere, et non visitastis me. ich war fremd, und ihr habt mich nicht beherbergt; ich war nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; ich war krank und im Kerker,⁶¹ und ihr habt mich nicht besucht. +Matthäus Mt 48 25 43 61 Alles fordert die Verdammnis: Die Leichtigkeit des guten Werkes, die Lage des Bedürftigen, das natürliche Mitleid, die Größe der verheißenen Belohnung und der angedrohten Strafe, die Würde dessen, der die Wohltat als ihm erwiesen ansehen wollte, Gott (Chrys.). +Matthäus Mt 48 25 44 Tunc respondebunt ei et ipsi, dicentes: Domine, quando te vidimus esurientem, aut sitientem, aut hospitem, aut nudum, aut infirmum, aut in carcere, et non ministravimus tibi? Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr! wann haben wir dich hungrig oder durstig, oder fremd, oder nackt, oder krank, oder im Kerker gesehen, und haben dir nicht gedient?⁶² +Matthäus Mt 48 25 44 62 Die Gerechten wiederholen die Worte des Richters eines nach dem anderen, die Bösen fassen dieselben beschämt kurz zusammen. Christus lehrt uns, dass alle Werke und die Ursachen der Seligkeit und der Verdammnis offenbar werden. Sicherlich wird der Herr den Verdammten nicht gestatten, lange mit ihm zu rechten, zumal sie bereits im besonderen Gerichte die Ursache ihrer Verdammnis erfahren haben. Das Bild soll uns also mahnen, dass wir jetzt so leben, dass wir einst nicht das Urteil der Verdammnis hören. +Matthäus Mt 48 25 45 Tunc respondebit illis, dicens: Amen dico vobis: Quamdiu non fecistis uni de minoribus his, nec mihi fecistis. Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, sofern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan! +Matthäus Mt 48 25 46 Et ibunt hi in supplicium æternum: justi autem in vitam æternam. Und diese werden in ewige Pein gehen, die Gerechten aber in ewiges⁶³ Leben. [Dan 12,2, Joh 5,29] +Matthäus Mt 48 25 46 63 In die ewige, selige Unsterblichkeit. Der Ausdruck: ewig bedeutet endlose Dauer, denn bei [Lk 1,33] heißt das Reich Jesu ein Reich ohne Ende, und nach [Joh 11,26] werden die Gerechten niemals sterben. In derselben Bedeutung muss ewig auch im ersten Versgliede genommen werden; einmal weil sich die Ausdrücke in beiden Versgliedern aufeinander beziehen; dann weil nach [Mt 3,12, Offb 20,10, Joh 3,36] die Strafe der Gottlosen nicht minder endlos genannt ist. Wie könnten die Verdammten auch je sich bekehren, da ihnen die Gnade Gottes für immer entzogen ist, nachdem sie dieselbe in der Zeit des Lebens, in welcher sie ihnen allein gegeben worden ist, nicht zu ihrem Heile angewandt haben? So wenig die Finsternis je Licht werden kann, oder das Feuer aus einer Schlacke je Silber oder Gold hervorrufen kann, ebenso wenig vermag die Hölle je dem Himmel sich zu nähern. Alle heiligen Väter haben diese Endlosigkeit der Strafen gelehrt, und die unfehlbare Kirche hat den Irrtum, dass die Strafen der Teufel und Verdammten einmal ein Ende haben, verdammt. (II. Konzil von Konstantinopel Kan. 12) Hasse, o Mensch! Nicht diese Strafe, denn sie ist gerecht; hasse die Sünde. Wer nur die Strafe verabscheut, verfällt in Sünde und Strafe. Durch Unglauben entrückest du dir zwar das Andenken der Hölle, aber nicht die Hölle selbst; du verbindest dir die Augen, um den Abgrund nicht zu sehen, aber desto gewisser fällst du hinein. Die Hölle mit gläubigen Augen schon von ferne schauen, schreckt dich vom Wege weg, der zur Hölle führt. Außerhalb der Höllenpforte kann man noch umkehren, aber aus der Hölle ist keine Erlösung; die Türe ist ewig geschlossen und mit der Ewigkeit verriegelt. Wie ein zweiter Moses, Stifter und Gesetzgeber des Neuen Bundes, beschließt Christus seine öffentliche Lehrtätigkeit mit Verheißung und Drohung. [Dtn 30,15.19]. +Matthäus Mt 48 26 0 4. Letztes Abendmahl und Leiden Christi. (K. 26-27) Das Mahl in Bethanien. (V. 16) Das Paschamahl (V. 25) Einsetzung des heil. Altarssakramentes. (V. 29) Vorhersagung des Ärgernisses der Jünger. (V. 35) Christi Gebet im Garten Gethsemani. (V. 46) Gefangennehmung des Heilandes (V. 56) Jesus vor Kaiphas. (V. 68) Dreifache Verleugnung des heil. Petrus. +Matthäus Mt 48 26 1 Et factum est: cum consummasset Jesus sermones hos omnes, dixit discipulis suis: Und es geschah, als Jesus alle diese Reden vollendet hatte,¹ sprach er zu seinen Jüngern:² [Mk 14,1.2, Lk 22,1.2, Joh 1317]. +Matthäus Mt 48 26 1 1 Die er in den beiden letzten Tagen gehalten. +Matthäus Mt 48 26 1 2 Christus belehrt seine Jünger, dass er den Tod und die Weise desselben aus freien Stücken erwählt. +Matthäus Mt 48 26 2 Scitis quia post biduum Pascha fiet, et Filius hominis tradetur ut crucifigatur. Ihr wisset, dass nach zwei Tagen³ Ostern⁴ ist, und der Menschensohn überliefert werden wird, um gekreuzigt zu werden. +Matthäus Mt 48 26 2 3 Christus sagt dies am Dienstage der Leidenswoche (Euth., Thom.) gegen Abend. +Matthäus Mt 48 26 2 4 Pascha, Vorübergang, [Ex 12,48, Num 9,4] u. a. Christus deutet also an, dass er das wahre Osterlamm ist und dass der Tag seines Todes gerade derjenige sein wird, den seine Feinde vermeiden wollen. (V. 5) So offenbart der Herr sein göttliches Vorherwissen und Vorherbestimmen. Schon mehrmals hatten die Feinde den Heiland zu töten gedacht, aber erst nach der Auferweckung des Lazarus war ein dahin zielender Beschluss gefasst worden [Joh 11,47-53]. Die Ereignisse der letzten Tage haben die Gegner des Erlösers auf's äußerste gereizt und wiederum wird der Hohe Rat zusammen berufen +Matthäus Mt 48 26 3 Tunc congregati sunt principes sacerdotum, et seniores populi in atrium principis sacerdotum, qui dicebatur Caiphas: Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes⁵ in dem Hofe des Hohenpriesters, welcher Kaiphas hieß. +Matthäus Mt 48 26 3 5 Bei Markus und Lukas werden die Schriftgelehrten hinzugefügt, also der ganze Hohe Rat versammelt sich. Über die Hohenpriester siehe 2, Anm. 6. Der Hohepriester leitet die Versammlung. Kaiphas, eigentlich Joseph, war von dem römischen Prokurator Balerius Gratus zum Hohenpriester gemacht worden und verwaltete sein Amt durch 17 Jahre (18-36 nach Chr. Geburt). +Matthäus Mt 48 26 4 Et consilium fecerunt ut Jesum dolo tenerent, et occiderent. Und sie hielten Rat, um Jesus mit List⁶ zu ergreifen und zu töten.⁷ +Matthäus Mt 48 26 4 6 Heimlich. +Matthäus Mt 48 26 4 7 Sie bestätigen den früher [Joh 11,49] gefassten Beschluss, indes halten sie daran fest, dass die Ausführung insgeheim vor sich gehen soll und nicht während der sieben Tage, durch welche das Fest der ungesäuerten Brote dauert. +Matthäus Mt 48 26 5 Dicebant autem: Non in die festo, ne forte tumultus fieret in populo. Sie sagten aber: Nur nicht am Festtage, damit nicht etwa ein Aufruhr unter dem Volke entstehe.⁸ +Matthäus Mt 48 26 5 8 Sie urteilen wohl besonders nach dem, was sie am Palmsonntage gesehen; auch sind viele Galiläer, darunter zahlreiche Anhänger Jesu, zum Feste gekommen. Die ungerechten Richter fürchten nicht Gott, sondern nur das Volk. Doch ein Apostel bietet sich dem hohen Rate als Verräter an und sie schließen vielleicht daraus, dass Jesus nicht so viel Anhänger habe, wie sie befürchtet, und dass alles ihnen gelingen werde, wenn sie nur wagen. Wie richtig, ach! War ihre Voraussicht! Diese Beratung fand am Mittwoch statt, weshalb in der alten Kirche zur Erinnerung daran an jedem Mittwoch gefastet wurde, wie der Freitag ein Fasttag ist zum Andenken an das Leiden Christi (Aug., Theoph.). So geschah es denn, dass Christus an dem Tage litt, der an sich schon offenbarte, dass Christus ein Opferlamm für die Sünden ist. +Matthäus Mt 48 26 6 Cum autem Jesus esset in Bethania in domo Simonis leprosi, Als aber Jesus in Bethanien war⁹ im Hause Simons, des Aussätzigen,¹⁰ [Mk 14,3-9, Joh 12,1-8] +Matthäus Mt 48 26 6 9 Dies soll keineswegs besagen, das nun Folgende sei nach dem vom V. 1 an Erzählten geschehen, sondern ist eine ganz allgemeine Zeitangabe, welche nach [Joh 12,2ff] näher zu bestimmen ist. Nach dem heil. Johannes aber fällt das Ereignis auf den Vorabend des Palmsonntags. Der heil. Matthäus bringt die Erzählung an dieser Stelle, weil er bereits durch V. 2 gezeigt hat, dass Christus freiwillig in den Tod geht, dies aber wiederum durch die folgende Erzählung bestätigt wird. Da er ferner V. 14 den schmählichen Handel des Judas berichten will, schickt er diese Erzählung voraus, welche den Verrat leichter erklärt, und sodann wohl auch, weil er die Salbung des Herrn und den Verrat des Judas erzählen will. +Matthäus Mt 48 26 6 10 Vielleicht hatte ihn der Heiland geheilt und er hatte diesen Namen zum Andenken daran beibehalten. +Matthäus Mt 48 26 7 Accessit ad eum mulier habens alabastrum unguenti pretiosi, et effudit super caput ipsius recumbentis. trat zu ihm ein Weib,¹¹ das hatte ein Gefäß von Alabaster mit kostbarem Salböle, und sie goss es über sein Haupt aus, während er zu Tische war.¹² [Mk 14,3, Joh 11,2, Joh 12,3] +Matthäus Mt 48 26 7 11 Nach dem übereinstimmenden Zeugnisse der Überlieferung, Maria, die Schwester des Lazarus. [Joh 12,3]. +Matthäus Mt 48 26 7 12 So pflegte man Gäste zu ehren. Judas schätzte den Wert des Salböls auf über 180 Mark. +Matthäus Mt 48 26 8 Videntes autem discipuli, indignati sunt dicentes: Ut quid perditio hæc? Als das die Jünger sahen, wurden sie unwillig, und sprachen: Wozu diese Verschwendung?¹³ +Matthäus Mt 48 26 8 13 Der Verräter murrt, weil er ein Dieb ist. [Joh 12,6]. Die anderen Jünger lassen sich von ihm überreden, den Armen sei eine große Wohltat entzogen worden, umso mehr, da sie wussten, wie sehr der Herr allen Luxus verabscheute. +Matthäus Mt 48 26 9 Potuit enim istud venumdari multo, et dari pauperibus. Denn es hätte dies teuer verkauft und den Armen gegeben werden können. +Matthäus Mt 48 26 10 Sciens autem Jesus, ait illis: Quid molesti estis huic mulieri? opus enim bonum operata est in me. Jesus aber wusste es und sprach zu ihnen: Was behelligt¹⁴ ihr dieses Weib? sie hat ja ein gutes Werk an mir getan.¹⁵ +Matthäus Mt 48 26 10 14 Durch öffentlichen Tadel ihrer Handlung. +Matthäus Mt 48 26 10 15 Sie bekannte vor allen, dass Christus der höchsten Ehre würdig ist. In V. 11 erklärt der Heiland, warum er am Abschlusse seines Lebens diese Ehre annimmt, ein zweiter Grund folgt V. 12. +Matthäus Mt 48 26 11 Nam semper pauperes habetis vobiscum: me autem non semper habetis. Denn die Armen habet ihr allezeit bei euch; mich aber habet ihr nicht allezeit. +Matthäus Mt 48 26 12 Mittens enim hæc unguentum hoc in corpus meum: ad sepeliendum me fecit. Denn indem sie diese Salbe über meinen Leib ausgoss, hat sie es zu meinem Begräbnisse getan.¹⁶ +Matthäus Mt 48 26 12 16 So wurden die Leichen der Reichen geehrt. Die Prophezeiung [Jes 53,9] beginnt in Erfüllung zu gehen. +Matthäus Mt 48 26 13 Amen dico vobis, ubicumque prædicatum fuerit hoc evangelium in toto mundo, dicetur et quod hæc fecit in memoriam ejus. Wahrlich, ich sage euch, wo man immer in der ganzen Welt dies Evangelium¹⁷ verkünden wird, wird auch, was sie getan hat,¹⁸ zu ihrem Gedächtnisse gesagt werden. +Matthäus Mt 48 26 13 17 Die frohe und heilbringende Botschaft von dem messianischen Reiche. +Matthäus Mt 48 26 13 18 Für die kleine Beschämung seitens der Jünger hat Maria ewiges Lob eingetauscht, dass ihr überall zuteil wird, wohin die Predigt vom Reiche Gottes dringt. +Matthäus Mt 48 26 14 Tunc abiit unus de duodecim, qui dicebatur Judas Iscariotes, ad principes sacerdotum: Damals¹⁹ ging einer von den Zwölfen,²⁰ welcher Judas Iskariot hieß, zu den Hohenpriestern, [Mk 14,10, Lk 22,4]. +Matthäus Mt 48 26 14 19 Nach der Sitzung des Hohen Rates. (Aug., Bed., Thom.) +Matthäus Mt 48 26 14 20 Welch Abgrund von Verworfenheit. +Matthäus Mt 48 26 15 Et ait illis: Quid vultis mihi dare, et ego vobis eum tradam? At illi constituerunt ei triginta argenteos. und sprach zu ihnen: Was wollet ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern?²¹ Sie aber setzten ihm²² dreißig Silberlinge²³ aus. +Matthäus Mt 48 26 15 21 Judas will den Schaden ausgleichen, den die Salbung des Heilandes ihm seiner Meinung nach verursacht hat. Dennoch fordert er keine bestimmte Summe, sondern überlässt es den Feinden Christi, den Preis des Verrates zu bestimmen, wie wenn er einen verächtlichen Sklaven verkaufte! (Hier.) +Matthäus Mt 48 26 15 22 Nach Zach., den der Evangelist anführt: Sie wogen ihm zu. +Matthäus Mt 48 26 15 23 Sikel, und zwar, da sie aus dem Tempelschatze entnommen werden, von größerem Gewichte. Ein Sikel wird auf etwa 2,6 M. geschätzt, mithin erhielt Judas etwa 70 bis 78 Mark. Der heil. Matthäus erzählt dieses Ereignis in kurzer Zusammenfassung. Nach [Mk 14,11] und [Lk 22,5] wurde ihm jetzt das Geld erst versprochen (wie auch die Vulg. hier übersetzt) und erst ausgehändigt, als er sich anbot, die Häscher zu führen, oder als er den Heiland in ihre Hände überliefert hatte. War diese Summe nicht zu klein? Nach [Joh 11,56] war vom Hohen Rate einem jeden die Verpflichtung auferlegt worden, den Heiland zu überliefern, deshalb schien Judas nun eigentlich seine Schuldigkeit zu tun und wird der Preis nicht nach dem Werte, den Christi Gefangennehmung für den hohen Rat hat, sondern hauptsächlich nach der Mühe usw. bestimmt, welche der Verräter auf sich nimmt. Nach [Ex 21,32] waren 30 Sikel zu bezahlen, wenn ein fremder Ochse die Magd oder den Knecht eines Israeliten stieß, und um diesen Preis wurden auch die Sklaven verkauft. So ging in Erfüllung, was [Sach 11,12] gesagt worden. Vergl. [Phil 2,7] Bereits ein Jahr vor dem Tage des Verrates ward Judas von dem Heilande ein Teufel genannt, als er den Glauben an Christus von sich geworfen. Nur zeitlicher Vorteil hatte ihn also noch an den Heiland gefesselt. Je mehr aber die Geldgier zunahm, desto blinder wurde Judas. Als er nichts mehr von Christus zu hoffen zu können glaubte, dachte er daran, sich für die Zukunft sicher zu stellen, ehe er den Heiland verließ. Da er die 300 Denare nicht hatte rauben können, gab ihm der Teufel in's Herz, er solle sich mit dem Hohen Rate verständigen, so werde er Geld und Gunst erlangen. Vielleicht dachte Judas nicht einmal an alle Folgen seines Verrates, denn nach Vollbringung desselben verzweifelte er. +Matthäus Mt 48 26 16 Et exinde quærebat opportunitatem ut eum traderet. Und von da an suchte er Gelegenheit, ihn zu überliefern. +Matthäus Mt 48 26 17 Prima autem die Azymorum accesserunt discipuli ad Jesum, dicentes: Ubi vis paremus tibi comedere Pascha? Am ersten Tage aber der ungesäuerten Brote,²⁴ traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Osterlamm zu essen bereiten? [Mk 14,12, Lk 22,7] +Matthäus Mt 48 26 17 24 Nach [Joh 18,28] hatten die Juden das Osterlamm noch nicht gegessen, als sie den Heiland vor Pilatus brachten, wollten es aber am Abend genießen, da Rüsttag war [Joh 19,42]. Da nun die anderen Evangelisten berichten, das Abendmahl sei am ersten Tage der ungesäuerten Brote, also am 14. Nisan, gehalten, die Juden das Fest aber einen Tag später feierten als der Herr (Eus. Caes., Epiph.), so erhebt sich die Frage, warum die Juden so handelten. Zwar sagt die heil. Schrift den Grund nicht, indes war es nicht das erste Mal, dass es geschah. Vergl. [Num 9,10] und [2Chr 30,2.3]. Vielleicht wurde der Ostertag, wenn er auf einen Freitag (15) fiel, auf den folgenden Sabbat verlegt. Andere suchen die Schwierigkeit dadurch zu heben, dass sie die aramäische Wendung des Matthäus (dem Markus und Lukas folgen): am ersten Tage der ungesäuerten Brote als vor dem Tage usw. erklären, was auch vom griechischen Texte gelte. (Euthym. zu [Lk 22,7] Chrys.) +Matthäus Mt 48 26 18 At Jesus dixit: Ite in civitatem ad quemdam, et dicite ei: Magister dicit: Tempus meum prope est, apud te facio Pascha cum discipulis meis. Jesus aber sprach: Gehet in die Stadt²⁵ zu einem gewissen Manne,²⁶ und saget zu ihm: Der Meister²⁷ spricht: Meine Zeit²⁸ ist nahe; bei dir halte ich Ostern mit meinen Jüngern.²⁹ +Matthäus Mt 48 26 18 25 Christus war also nicht in der Stadt, sondern in Bethanien oder auf dem Wege. +Matthäus Mt 48 26 18 26 Christus nennt den Betreffenden nicht, gibt aber nach den anderen Synoptikern ein Erkennungszeichen an, so von neuem kundgebend, wie genau er sein Leiden voraussieht und vorherbestimmt. +Matthäus Mt 48 26 18 27 Der Betreffende war also wohl ein Jünger. +Matthäus Mt 48 26 18 28 Des Todes. +Matthäus Mt 48 26 18 29 Jede Paschagenossenschaft musste wenigstens zehn Glieder zählen. Sie sind 13. +Matthäus Mt 48 26 19 Et fecerunt discipuli sicut constituit illis Jesus, et paraverunt Pascha. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus aufgetragen hatte, und bereiteten das Ostermahl. +Matthäus Mt 48 26 20 Vespere autem facto, discumbebat cum duodecim discipulis suis. Als es aber Abend geworden war,³⁰ ließ er sich mit seinen zwölf Jüngern zu Tische nieder.³¹ +Matthäus Mt 48 26 20 30 V. 17 war der Tag genannt, jetzt wird die vorgeschriebene Zeit erwähnt. +Matthäus Mt 48 26 20 31 Das erste Mahl hatten die Israeliten das Mahl stehend genommen, später nahm man es in bequemerer Stellung, zum Zeichen der schon erlangten Freiheit. +Matthäus Mt 48 26 21 Et edentibus illis, dixit: Amen dico vobis quia unus vestrum me traditurus est. Und da sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch, einer von euch wird mich verraten!³² [Joh 13,21] +Matthäus Mt 48 26 21 32 Der Heiland weiß, was ihm bevorsteht, und hindert es nicht, ein neuer Beweis der Freiwilligkeit seines Leidens. Der Herr trauert, dass es einer der Zwölf ist und mahnt ihn zur Umkehr. +Matthäus Mt 48 26 22 Et contristati valde, cperunt singuli dicere: Numquid ego sum Domine? Da wurden sie sehr betrübt, und einer um den andern fing an zu fragen: Ich bin es doch nicht, Herr?³³ +Matthäus Mt 48 26 22 33 Jeder wünscht, er möchte nicht der Verräter sein; obgleich sie sich nicht schuldig wissen, glauben sie dem Meister mehr als sich und fürchten ihre Gebrechlichkeit. +Matthäus Mt 48 26 23 At ipse respondens, ait: Qui intingit mecum manum in paropside, hic me tradet. Er aber antwortete, und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel tunket, dieser wird mich überantworten.³⁴ +Matthäus Mt 48 26 23 34 Der Heiland weist darauf hin, wie unwürdig der Verrat von Seiten eines Vertrauten ist, wohl auf [Ps 40,10] und [Ps 54,14] anspielend. Sie tauchten das Brot wohl zu dreien oder vieren zusammen ein. Dass Judas dem Heilande nahe war, wird aus V. 25 wahrscheinlich. +Matthäus Mt 48 26 24 Filius quidem hominis vadit, sicut scriptum est de illo: væ autem homini illi, per quem Filius hominis tradetur: bonum erat ei, si natus non fuisset homo ille. Der Menschensohn zwar geht hin,³⁵ wie von ihm geschrieben ist;³⁶ wehe aber jenem Menschen, durch welchen der Menschensohn überliefert wird; es wäre gut für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren wäre!³⁷ +Matthäus Mt 48 26 24 35 Der Tod ist eine Wanderung. +Matthäus Mt 48 26 24 36 Wohl [Ps 40,10] +Matthäus Mt 48 26 24 37 Die Strafe ist furchtbar: die Hölle. Christus will ihn durch diese Drohung zur Buße bewegen; denn nicht weil es vorher bestimmt war, hat Judas den Verrat geübt, sondern weil Judas den Verrat übte und Gott indes vorher wusste, war der Verrat von Gott zu den Leiden Christi hinzugefügt worden (Euth.). +Matthäus Mt 48 26 25 Respondens autem Judas, qui tradidit eum, dixit: Numquid ego sum Rabbi? Ait illi: Tu dixisti. Judas aber, der ihn verraten hat, erwiderte, und sprach: Ich bin es doch nicht,³⁸ Rabbi?³⁹ Er antwortete ihm: Du hast es gesagt.⁴⁰ +Matthäus Mt 48 26 25 38 Da die übrigen fragen, kann Judas nicht allein schweigen. Auch er fragt, um zu erfahren, ob der Herr wirklich seinen Verräter kennt. +Matthäus Mt 48 26 25 39 Gewöhnlicher Titel. Die anderen Jünger sagen: Herr. +Matthäus Mt 48 26 25 40 Die gebräuchliche Form der Bejahung. Vergl. [Mt 26,64] und [Mt 27,4]. Die anderen Apostel hören die Worte des Herrn wohl nicht, da Jesus den Verräter nicht bloßstellen und noch warnen will. +Matthäus Mt 48 26 26 Cnantibus autem eis, accepit Jesus panem, et benedixit, ac fregit, deditque discipulis suis, et ait: Accipite, et comedite: hoc est corpus meum. Während sie aber aßen,⁴¹ nahm Jesus Brot, segnete⁴² und brach es,⁴³ gab es seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, und esset, dies⁴⁴ ist mein Leib! [1Kor 11,24] +Matthäus Mt 48 26 26 41 Nach Vollendung des Paschamahles [Lk 22,20] opfert Christus, während sie noch bei Tische sind, da, wo das vorbedeutende Lamm verzehrt war (Chrys., Euth.), seinen Leib und sein Blut in unblutiger Weise als Priester nach der Ordnung Melchisedechs (Hier., Pasch.). Da es der Tag der ungesäuerten Brote war und nur solche beim Abendessen gegessen werden durften [Ex 12,18], brauchte der Herr bei dieser Feier ungesäuertes Brot (Chrys.). +Matthäus Mt 48 26 26 42 Rief Gottes heilbringenden Segen herab, das Brot so gleichsam für die Konsekration vorbereitend. Da die Gestalt des Brotes bleiben sollte, wurde ihr durch diese Segnung eine gewisse Weihe und Würde verliehen. Der Ritus, den Christus nunmehr vornahm, war bereits bei dem Paschamahle zum Teil beobachtet: Der Familienvater brach die ungesäuerten Brote und verteilte sie. Da Christus nach dem Mahle diesen Ritus wiederholt, werden die Apostel auf dessen Wesen als Vorbedeutung aufmerksam gemacht. +Matthäus Mt 48 26 26 43 Wohl musste Christus das Brot brechen, damit alle empfingen, zugleich aber ist das Brechen das Bild des Todes, in den er seinen Leib dahingibt. +Matthäus Mt 48 26 26 44 Dies: Das hinzeigende Fürwort zeigt auf das Wesen der Sache, nicht auf die äußere Erscheinung derselben hin, also: Das, was unter der Brotsgestalt verborgen ist, ist mein Leib. Damit diese Worte wahr seien, muss nach der Vollendung der Worte nicht mehr Brot, sondern der Leib Christi gegenwärtig sein. Die Jünger sind auf dies Wunder durch die Rede, welche der Heiland ein Jahr zuvor in Karpharnaum gehalten hat [Joh 6,45] vorbereitet, denn solche Ereignisse, wie das dort erlebte, pflegt man nicht zu vergessen. Zudem fügt der Herr nach [Lk 22,19] hinzu: Der für euch hingegeben wird Worte, die in keiner Weise etwas anderem als seinem heil. Leib zukommen können. Ferner kann das Brot nicht einmal gleichnisweise der Leib des Herrn genannt werden. Was endlich anderes konnte der Heiland nach einer so feierlichen Verheißung [Joh 6] und nach der Forderung des Glaubens an seinen heil. Leib und sein heil. Blut geben wenn nicht seinen wahren Leib und sein wahres Blut? Was wäre Hartes darin, Brot zu essen und dabei an Christus zu denken? Nein, als Christus das Brot in die Hand nahm, war es wahrhaft Brot, nicht sein Leib; da er die Worte gesprochen: Dies ist mein Leib, war es wahrhaft sein Leib, mithin wurde es durch seine Worte gewandelt in seinen Leib. Als Gott die Welt schuf, sprach er nur: Es werde, und alles ward; sollte sein Wort nicht mehr die allmächtige Kraft haben, zu bewirken, was es besagt? +Matthäus Mt 48 26 27 Et accipiens calicem gratias egit: et dedit illis, dicens: Bibite ex hoc omnes. Und er nahm den Kelch,⁴⁵ dankte,⁴⁶ und gab ihnen denselben, indem er sprach: Trinket alle daraus;⁴⁷ +Matthäus Mt 48 26 27 45 Bei dem Paschamahle waren vier Kelche nach Vorschrift zu trinken. Bei welchen von diesen der Herr die heil. Eucharistie einsetzten, steht nicht fest. Der Wein wurde mit Wasser gemischt, eine Gewohnheit, die auch jetzt noch bei dem heil. Messopfer beibehalten ist. +Matthäus Mt 48 26 27 46 Christus sagte vor jedem Wunder Dank, weil durch ein jedes Wunder Gottes des Vaters Herrlichkeit offenbart, Christus als wahrer Gesandter Gottes beglaubigt, den Menschen vielfacher Segen zuteil ward. In wie höherem Grade denn je galten hier diese Gründe! +Matthäus Mt 48 26 27 47 Diese Aufforderung richtet sich an die Apostel (V. 20), die um den Tisch, den eucharistischen Altar des Herrn gereiht sind. Da Christus hier das Andenken an seinen Tod, also an die gewaltsame Trennung von Fleisch und Blut einsetzen wollte. Vergl [1Kor 11,26], reicht er seinen heil. Leib und sein Blut unter diesen Gestalten. Er setzt hier nicht nur das Sakrament, sondern auch das Opfer ein, welches unter beiden Gestalten gefeiert wird; also folgt daraus nichts für die irrige Lehre, dass alle Christen unter beiden Gestalten kommunizieren müssten. +Matthäus Mt 48 26 28 Hic est enim sanguis meus novi testamenti, qui pro multis effundetur in remissionem peccatorum. denn dieses ist mein Blut des neuen Testamentes, welches für viele⁴⁸ vergossen werden wird⁴⁹ zur Vergebung der Sünden.⁵⁰ +Matthäus Mt 48 26 28 48 Der Absicht und dem Willen des Herrn nach für alle, dem segensvollen Erfolge nach für viele. +Matthäus Mt 48 26 28 49 Griech.: Vergossen wird. Die Vergießung des Blutes zur Vergebung der Sünden wird in der heil. Schrift stets von einem Gott dargebrachten Opfer gebraucht. Diese Darbringung durfte nur von dem Priester vollzogen werden. Vergl. [Lev 17,11 u. a.]. Christus nennt sein heil. Blut des Neuen Testamentes, also Opferblut in höherer Bedeutung als einst das Blut des Bundes, den Moses schloss [Ex 24,8]. (Euth., Rab.) In dem Kelche war also das wahre Blut Jesu Christi. Denn wenn das A. T. der Schatten des Neuen ist, wie könnte dem vorbedeutenden Blute der Tiere, welches doch wahres Blut war, in vollkommeneren Neuen Bunde nur Wein gegenüber gestellt werden? Dieser neue Bund ist verheißen worden [Jer 31,31, Ez 16,60, Offb 2,19 u. a.]. Das Blut Christi erwirbt als Blut des Neuen Testamentes eine Erbschaft, die nach dem Kreuzestode Christi unser eigen wird. +Matthäus Mt 48 26 28 50 Das Blut Christi am Kreuze und auf dem Altare hat also gleiche Würde und Wirkung, obgleich die Art, wie durch das Messopfer die Sünden nachgelassen werden, eine andere ist als beim Kreuzopfer. Schön spricht über das heil. Mahl der heil. Kirchenrat von Trient (Sitz. 13. Kap. 2): Unser Heiland setzte dieses Sakrament ein, in das er gleichsam die ganze Fülle seiner Liebe zu den Menschen und den Reichtum seiner Wunderkraft ausgoss. Bei der Empfangung desselben hieß er uns sein Andenken feiern, und seinen Tod verkünden, bis er kommen würde, die Welt zu richten. Er hieß uns dieses Sakrament empfangen als geistliche Speise der Seele, durch welche diejenigen genähret und gekräftiget werden, die das Leben dessen leben, der sprach: Wer mich isset, wird leben um meinetwillen. Er hieß es uns empfangen als eine Quelle des Heils zur Abwaschung der täglichen Schuld und zur Bewahrung vor der Todsünde. Auch sollte es uns sein ein Unterpfand der künftigen Herrlichkeit und ewigen Seligkeit, ein Band der Einheit jenes Leibes (der Kirche), dessen Haupt er ist, und mit dem wir durch das engste Band des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe zu ihm und zueinander vereint sein sollen. +Matthäus Mt 48 26 29 Dico autem vobis: non bibam amodo de hoc genimine vitis usque in diem illum, cum illud bibam vobiscum novum in regno Patris mei. Ich sage euch aber: Ich werde von nun an nicht mehr⁵¹ trinken von diesem Gewächse des Weinstocks,⁵² bis zu jenem Tage, da ich es erneuert mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.⁵³ +Matthäus Mt 48 26 29 51 Hier auf Erden. +Matthäus Mt 48 26 29 52 Dies ist nicht der eucharistische Kelch, denn im Himmel, im Reiche des Vaters, wird der Heiland weder im eigentlichen, noch im uneigentlichen Sinne sein Blut trinken. Der Herr spricht hier im bildlichen Sinne von dem Genusse der Seligkeit, von jenem Weine, von dem [Ps 35,9] die Rede ist. +Matthäus Mt 48 26 29 53 Der Heiland deutet an, dass die Zeit seines Heimganges zum Vater da ist, wie er [Lk 22,16] zuvor vom Pascha gesprochen. Doch er fügt den Abschieds- ein Trostwort bei. Oft schon hat er vom Himmel als einem Freudenmahle gesprochen, z. B. [Mt 22,2, Lk 12,37], auch am heutigen Abende. [Lk 22,30]. So verheißt er seinen Aposteln denn auch hier, dass sie stets seine Freunde bleiben und immerdar seine Freundschaft genießen werden, freilich nicht wie auf Erden, sondern auf neue Weise. Die heilige Schrift deutet an, dass der Heiland seinen heiligsten Leib und sein heiligstes Blut selbst nicht nahm. Denn aus diesem Sakramente wird das Leben geschöpft, durch dasselbe bleiben die Genießenden mit Christus vereint. Christus aber, der selbst das Leben ist, kann es nicht aus dem Sakramente schöpfen, noch sich durch dasselbe mit sich selbst vereinigen. Ob Judas die heil. Eucharistie empfing? Siehe [Joh 13,30]. Ging die Fußwaschung der Einsetzung des heil. Altarssakramentes und des heil. Opfers voraus, wie die meisten Ausleger annehmen, so war Judas bereits fortgegangen. Zudem wird Christus, wenn er nachdrücklich befiehlt: Trinket alle daraus, nicht Judas in den Befehl eingeschlossen haben. (Tat., Ephr., Apost. Konst., Hil., Cyr., Aller.). Die [Lk 22,21] berichteten Worte sind nicht der Zeitfolge nach eingereiht, so wenig wie der Streit der Jünger und [Mt 21 V. 37. 38]. Indes auch die Ansicht, dass Judas die heil. Kommunion empfangen hat, hat viele gewichtige Vertreter. +Matthäus Mt 48 26 30 Et hymno dicto, exierunt in montem Oliveti. Und nachdem sie den Lobgesang⁵⁴ gesprochen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg. +Matthäus Mt 48 26 30 54 Vielleicht [Ps 135], mit dem die Paschafeier beschlossen wurde. +Matthäus Mt 48 26 31 Tunc dicit illis Jesus: Omnes vos scandalum patiemini in me, in ista nocte. Scriptum est enim: Percutiam pastorem, et dispergentur oves gregis. Da sprach Jesus zu ihnen:⁵⁵ In dieser Nacht werdet ihr alle an mir Anstoß nehmen,⁵⁶ denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.⁵⁷ [Mk 14,27, Joh 16,32] +Matthäus Mt 48 26 31 55 Petrus wurde wenigstens zwei Mal, nach Aug. und Pasch. Drei Mal, gewarnt. +Matthäus Mt 48 26 31 56 Meine Demütigungen werden euren Glauben in's Schwanken bringen und euch in Furcht setzen. Der Heiland sagt dies vorher, damit sie, wenn es geschehen, nicht verzweifeln, sondern Buße tun (Hier.). Die zukünftigen Lehrer der Kirche lernen Demut und Geduld, und andere schöpfen aus ihrem Beispiel Mut zur Umkehr (Pasch.). +Matthäus Mt 48 26 31 57 [Sach 13,7]. Der Evangelist wendet die allgemeine Prophezeiung auf einen Teil der Herde, die Apostel, an. Die Jünger des Herrn konnten nicht verstehen, wie der, welcher Tote auferweckt und so viele andere und große Wunder getan, einem so schmachvollen Tode überliefert werden soll. +Matthäus Mt 48 26 32 Postquam autem resurrexero, præcedam vos in Galilæam. Nachdem ich aber auferstanden sein werde,⁵⁸ werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.⁵⁹ [Mk 14,28, Mk 16,7] +Matthäus Mt 48 26 32 58 Der Heiland mildert die Trauer. +Matthäus Mt 48 26 32 59 Die Erwähnung des Vaterlandes und das Versprechen der Wiederkehr tröstet die Betrübten und beseitigt die Furcht vor den Juden (Cyr., Thom.). Der Heiland gestattet ihnen, sofort Judäa zu verlassen, indes bleiben die Jünger auch nach der Auferstehung des Herrn aus Liebe zu ihm noch in Jerusalem, weshalb der Herr sich ihnen auch hier offenbart. +Matthäus Mt 48 26 33 Respondens autem Petrus, ait illi: Et si omnes scandalizati fuerint in te, ego nunquam scandalizabor. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Und wenn alle an dir Anstoß nehmen, ich werde niemals Anstoß nehmen.⁶⁰ +Matthäus Mt 48 26 33 60 Seine glühende Liebe und sein fester Glaube scheinen ihm unerschütterlich. Dennoch fehlt er in drei Stücken: Er widerspricht dem Herrn, er zieht sich anderen vor, er vertraut zu sehr auf sich selbst (Chrys., Pasch., Thom.). +Matthäus Mt 48 26 34 Ait illi Jesus: Amen dico tibi, quia in hac nocte antequam gallus cantet ter me negabis. Jesus aber sagte zu ihm: Wahrlich,⁶¹ ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen! [Mk 14,30, Joh 13,38] +Matthäus Mt 48 26 34 61 Christus redet überaus feierlich. Ehe der Hahn zum zweiten Mal kräht, ehe die Hahnenstunde kommt, welche dem Ende der Mitternacht folgt, wirst du drei Mal leugnen, mich zu kennen. [Lk 22,34] +Matthäus Mt 48 26 35 Ait illi Petrus: Etiamsi oportuerit me mori tecum, non te negabo, Similiter et omnes discipuli dixerunt. Da sprach Petrus zu ihm: Wenn ich auch mit dir sterben müsste, werde ich dich doch nicht verleugnen.⁶² In gleicher Weise sprachen auch alle Jünger.⁶³ [Mk 14,31, Lk 22,33] +Matthäus Mt 48 26 35 62 Vielleicht fasst der heil. Petrus die Worte Christi nicht als eine bestimmte Vorhersagung, sondern als Besorgnis auf. Je nachdrücklicher Christus indes seinen Fall voraussagt, desto eifriger beteuert Petrus seine Festigkeit (Euth.) Dass Petrus aus seinem Falle lernte, zeigte [Joh 21,15-17]. +Matthäus Mt 48 26 35 63 Alle urteilen nach der Stimmung des Augenblickes. Vielleicht fassen sie auch die Worte des Herrn als Prüfung auf, nicht als Voraussagung. +Matthäus Mt 48 26 36 Tunc venit Jesus cum illis in villam, quæ dicitur Gethsemani, et dixit discipulis suis: Sedete hic donec vadam illuc, et orem. Da kam Jesus mit ihnen in einen Meierhof, Gethsemani genannt,⁶⁴ und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. [Mk 14,32, Lk 22,40, Joh 18,1-27] +Matthäus Mt 48 26 36 64 Ölpresse. Dorthin begab sich der Heiland oftmals, vielleicht war der Besitzer ein Jünger Jesu. Gethsemani lag am Fuße des Ölberges; noch jetzt stehen dort acht alte Bäume, wohl einst Zeugen der Todesangst des Herrn. +Matthäus Mt 48 26 37 Et assumpto Petro, et duobus filiis Zebedæi, cpit contristari et mstus esse. Und er nahm⁶⁵ den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus⁶⁶ mit sich, und fing an, sich zu betrüben und zu bangen.⁶⁷ +Matthäus Mt 48 26 37 65 Nicht alle sollen Zeugen der Todesangst sein, sondern nur diejenigen, welche Zeugen seiner Verklärung und der Auferweckung der Tochter des Jairus gewesen sind; können diese jetzt doch nicht so leicht an seiner Gottheit zweifeln wie jene. (Orig., Pasch.) +Matthäus Mt 48 26 37 66 Johannes und Jakobus. +Matthäus Mt 48 26 37 67 Als er es wollte und weil er wollte. +Matthäus Mt 48 26 38 Tunc ait illis: Tristis est anima mea usque ad mortem: sustinete hic, et vigilate mecum. Da sprach er zu ihnen:⁶⁸ Meine Seele ist betrübt bis in den Tod;⁶⁹ bleibet hier und wachet mit mir!⁷⁰ +Matthäus Mt 48 26 38 68 Was äußerlich erscheint, erklärt der Heiland seinen Jüngern auch selbst. +Matthäus Mt 48 26 38 69 Meine Betrübnis ist so groß, dass sie allein zureichte, mich zum Sterben zu bringen. Vergl. [Ps 68,4.9]. Anders Orig., Hier.: Die Trauer wird meine Seele bis zum Augenblicke des Todes erfüllen. +Matthäus Mt 48 26 38 70 Wie zeigt sich hier klar, dass der Heiland wahrhaft Mensch ist! Wer in Angst und Schrecken ist, richtet Auge und Herz auf andere, dass sie mit ihm die Last tragen. Indes das Wachen verlangt der Heiland nicht für sich, sondern für sie selbst ist dasselbe notwendig. Wie der Heiland bald seinen heiligsten Leib alles leiden lässt, was er nur leiden kann, so hier seine Seele (Thom.). Woher die Betrübnis und Angst? Aus dem Leiden, dass Christus vor sich sieht; aus der Menge und Schwere der Sünden, deren Gewicht niemand besser fühlt als er; endlich aus der Voraussicht, dass sein Opfer für viele fruchtlos sein werde. Welchen vollkommenen Gehorsam zeigt der Heiland gegen den himmlischen Vater, welch unendliche Liebe gegen uns, da er dies alles auf sich nimmt! Welch Trost für uns, dass Christus auf dem Leidenswege uns vorangeht, uns leiden lehrt und dem Tode seinen Schrecken nimmt (Aug.). +Matthäus Mt 48 26 39 Et progressus pusillum, procidit in faciem suam, orans, et dicens: Pater mi, si possibile est, transeat a me calix iste: verumtamen non sicut ego volo, sed sicut tu. Und nachdem er ein wenig vorwärts gegangen war, fiel er auf sein Angesicht, betete, und sprach:⁷¹ Mein Vater!⁷² wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch⁷³ an mir vorüber; jedoch nicht wie ich will, sondern wie du.⁷⁴ +Matthäus Mt 48 26 39 71 Wie unendlich ist das Meer der Betrübnis, welche die Seele des Herrn erfüllt! Noch niemals hat der Heiland so gebetet. +Matthäus Mt 48 26 39 72 Ein zärtliches Wort, geeignet, Erhörung der Bitte zu Erlangen (Hier.). +Matthäus Mt 48 26 39 73 Das Leiden. Siehe [Mt 21,22]. Der Herr kennt zwar den Ratschluss des Vaters und hat sich selbst dargeboten, ihn zu erfüllen, ja hat diese Stunde herbeigesehnt, aber er lässt jetzt den äußersten Widerwillen in seiner Seele entstehen, um das Leiden heldenmütiger und verdienstlicher zu machen. +Matthäus Mt 48 26 39 74 Er weiß, dass er allezeit erhört wird. (V. 53) +Matthäus Mt 48 26 40 Et venit ad discipulos suos, et invenit eos dormientes, et dicit Petro: Sic non potuistis una hora vigilare mecum? Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend,⁷⁵ und sprach zu Petrus:⁷⁶ So vermochtet ihr nicht eine Stunde⁷⁷ mit mir zu wachen? +Matthäus Mt 48 26 40 75 Petrus und Johannes waren durch die Vorbereitungen auf das Paschamahl müde, alle drei Jünger aber traurig. So setzten sie der Versuchung zum Schlafe keinen großen Widerstand entgegen. +Matthäus Mt 48 26 40 76 Ihn spricht er namentlich an, weil Petrus sich (V. 35) besonders seiner Standhaftigkeit und Treue gerühmt. Die Jünger bieten ihm keinen Trost. +Matthäus Mt 48 26 40 77 Eine kurze Zeit. Vergl. [Offb 17,12, Offb 18,10.17.19]. +Matthäus Mt 48 26 41 Vigilate, et orate ut non intretis in tentationem. Spiritus quidem promptus est, caro autem infirma. Wachet und betet,⁷⁸ damit ihr nicht in Versuchung geratet!⁷⁹ Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber ist schwach.⁸⁰ +Matthäus Mt 48 26 41 78 Diese Aufforderung gilt hier von der leiblichen Wachsamkeit, indes wird hieraus mit Recht die Notwendigkeit geistlicher Wachsamkeit für alle Gläubigen hergeleitet. Zu der Wachsamkeit muss der Gebetseifer und die durch das Gebet erlangte Gnade Gottes kommen. +Matthäus Mt 48 26 41 79 Dass ihr nicht versucht werdet. Wie [Mt 6,13] (Orig., Thom.). +Matthäus Mt 48 26 41 80 Die Jünger haben die Bereitschaft des Geistes kundgegeben, aber die Natur flieht vor Verfolgung und Leiden und ist sich selbst überlassen zu schwach, sie heilsam zu ertragen. Damit also nicht Geist und Wille von dieser Schwäche ergriffen werden, ist das Gebet von Nöten, das Gottes Hilfe erlangt. So groß auch unser Vertrauen auf unseren Eifer ist, stets müssen wir die Gebrechlichkeit des Fleisches fürchten (Hieron.). +Matthäus Mt 48 26 42 Iterum secundo abiit, et oravit, dicens: Pater mi, si non potest hic calix transire nisi bibam illum, fiat voluntas tua. Wiederum ging er zum zweiten Male hinweg, betete, und sprach:⁸¹ Mein Vater! wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke,⁸² so geschehe dein Wille. +Matthäus Mt 48 26 42 81 Der Heiland lehrt uns, dass man in der Trübsal noch inständiger und anhaltender beten muss. +Matthäus Mt 48 26 42 82 Ganz, bis zur Hefe, mit allen seinen Schrecken und der geringen Frucht für die Juden und für so viele andere. +Matthäus Mt 48 26 43 Et venit iterum, et invenit eos dormientes: erant enim oculi eorum gravati. Und er kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren schwer geworden.⁸³ +Matthäus Mt 48 26 43 83 Der Heiland fühlt Mitleid mit ihnen und tadelt sie nicht. +Matthäus Mt 48 26 44 Et relictis illis, iterum abiit, et oravit tertio, eumdem sermonem dicens. Da verließ er sie,⁸⁴ ging wieder hinweg, und betete zum dritten Male, indem er die nämlichen Worte sprach.⁸⁵ +Matthäus Mt 48 26 44 84 Ohne Trost gefunden zu haben. Vergl. [Jes 63,5, Ps 68,21]. +Matthäus Mt 48 26 44 85 Der Heiland lehrt die Beharrlichkeit im Gebete, die allein Hilfe erlangt. Dreimal betet der Heiland, weil drei die Zahl der Vollkommenheit ist. Stets ist Trost der Lohn des gottergebenen Gebetes. +Matthäus Mt 48 26 45 Tunc venit ad discipulos suos, et dicit illis: Dormite jam, et requiescite: ecce appropinquavit hora, et Filius hominis tradetur in manus peccatorum. Dann kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Schlafet nunmehr und ruhet!⁸⁶ Sehet, die Stunde ist herbeigekommen, da der Menschensohn in die Hände der Sünder⁸⁷ überliefert wird. +Matthäus Mt 48 26 45 86 Bei [Mk 14,41] wird beigefügt: Es ist genug. Der Herr ließ also seine Jünger noch etwas schlafen und Kräfte sammeln, bis er den Verräter nahen sah (Aug., Bed., Pasch.). +Matthäus Mt 48 26 45 87 Der Hohenpriester und Pharisäer, der Führer des auserwählten Volkes, die im Begriffe sind, das größte Verbrechen zu begehen, den verheißenen Messias zu töten. +Matthäus Mt 48 26 46 Surgite eamus: ecce appropinquavit qui me tradet. Stehet auf, lasset uns gehen! Sehet, er ist genaht, der mich verraten wird!⁸⁸ +Matthäus Mt 48 26 46 88 Welche Stärke offenbart sich in diesen Worten des Herrn! +Matthäus Mt 48 26 47 Adhuc eo loquente, ecce Judas unus de duodecim venit, et cum eo turba multa cum gladiis, et fustibus, missi a principibus sacerdotum, et senioribus populi. Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm ein großer Haufe⁸⁹ mit Schwertern und Knütteln, gesendet von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. +Matthäus Mt 48 26 47 89 Wohl auch römische Soldaten, welche sich die Feinde Jesu erbeten haben. Mitglieder des hohen Rates fehlen nicht, wie [Lk 22,52] zeigt und die Worte Christi V. 55 andeuten. Noch fürchten sie das Volk. Auch Laternen sind mitgebracht, wenn der Mond vielleicht von Wolken bedeckt sein sollte. Der Verräter will es mit beiden Parteien halten, deshalb hat er mit den Feinden Jesu ein Zeichen verabredet, das seinen Verrat zu verbergen geeignet ist, die gewöhnliche Begrüßung, einen Kuss, als ob er von der Ausführung eines Auftrages zurückkehrte. +Matthäus Mt 48 26 48 Qui autem tradidit eum, dedit illis signum, dicens: Quemcumque osculatus fuero, ipse est, tenete eum. Der aber, welcher ihn verriet, gab ihnen ein Zeichen,⁹⁰ und sagte: Den ich küssen werde, der ist es, ergreifet ihn! +Matthäus Mt 48 26 48 90 Die Soldaten kannten den Herrn wohl nicht von Angesicht, zudem war es dunkel und deshalb allen ein Zeichen erwünscht. +Matthäus Mt 48 26 49 Et confestim accedens ad Jesum, dixit: Ave Rabbi. Et osculatus est eum. Und alsogleich trat er zu Jesus hinzu und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi!⁹¹ Und er küsste ihn.⁹² +Matthäus Mt 48 26 49 91 Der gewöhnliche Gruß bei den Juden war: Friede sei mit dir. Ähnlich wie Judas handelte einst Joab [2Kön 20,9.10]. +Matthäus Mt 48 26 49 92 Nach dem Griech.: lang und viel. Meister und Jünger küssten sich bei den Juden häufig. Mit dem Unterpfande der Liebe schlägt Judas Wunden und vergießt Blut mit dem Zeichen der Freundschaft, mit dem Zeichen des Friedens bringt er den Tod. Der Knecht verrät seinen Herrn, der Jünger den Meister, der unter vielen Auserwählte seinen Schöpfer. (Ambr.). +Matthäus Mt 48 26 50 Dixitque illi Jesus: Amice, ad quid venisti? Tunc accesserunt, et manus injecerunt in Jesum, et tenuerunt eum. Jesus aber sprach zu ihm: Freund!⁹³ wozu bist du gekommen? Da traten sie hinzu, und legten Hand an Jesus, und ergriffen ihn.⁹⁴ +Matthäus Mt 48 26 50 93 Siehe [Mt 22,Anm.14]. Der Heiland empfängt ihn mit Güte, hält ihm aber sein Verbrechen vor. +Matthäus Mt 48 26 50 94 Der Evangelist übergeht hier der Kürze halber, was [Lk 22,48], und [Joh 18,4-9] berichtet wird. +Matthäus Mt 48 26 51 Et ecce unus ex his, qui erant cum Jesu, extendens manum, exemit gladium suum, et percutiens servum principis sacerdotum amputavit auriculam ejus. Und siehe, einer⁹⁵ von denen, welche mit Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert, und schlug den Knecht des Hohenpriesters, und hieb ihm ein Ohr ab. +Matthäus Mt 48 26 51 95 Der heil. Matthäus nennt den Namen nicht, es ist der heil. Petrus. +Matthäus Mt 48 26 52 Tunc ait illi Jesus: Converte gladium tuum in locum suum; omnes enim, qui acceperint gladium, gladio peribunt. Da sprach Jesus zu ihm:⁹⁶ Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. [Gen 9,6, Offb 13,10] +Matthäus Mt 48 26 52 96 Der Heiland hat drei Gründe, sich nicht selbst zu verteidigen: V. 52, 53, 54. +Matthäus Mt 48 26 53 An putas, quia non possum rogare Patrem meum, et exhibebit mihi modo plus quam duodecim legiones Angelorum? Oder meinst du, ich kann meinen Vater nicht bitten, und er wird mir sogleich mehr als zwölf⁹⁷ Legionen Engel zu Gebote stellen? +Matthäus Mt 48 26 53 97 Jesus wählt die Zahl 12 wegen der zwölf Apostel. Eine Legion hatte 6000 Mann. Was ein Engel vermag, siehe [2Kön 19,35]. +Matthäus Mt 48 26 54 Quomodo ergo implebuntur Scripturæ, quia sic oportet fieri? Wie wird dann aber die Schrift erfüllet werden, dass es so geschehen muss? +Matthäus Mt 48 26 55 In illa hora dixit Jesus turbis: Tamquam ad latronem existis cum gladiis, et fustibus comprehendere me: quotidie apud vos sedebam docens in templo, et non me tenuistis. In jener Stunde sprach Jesus zu den Scharen:⁹⁸ Gleich wie auf einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knütteln, mich gefangen zu nehmen. Täglich saß ich bei euch, und lehrte im Tempel, und ihr ergriffet mich nicht. +Matthäus Mt 48 26 55 98 Der Heiland wendet sich an die gegenwärtigen Pharisäer und Priester. Wie töricht, den mit Stangen und Schwertern und durch den Verräter zu suchen, der sich selbst in euere Hände gibt und täglich im Tempel gelehrt hat (Hier.). Wie majestätisch ist die Ruhe des Heilandes! +Matthäus Mt 48 26 56 Hoc autem totum factum est, ut adimplerentur Scripturæ prophetarum. Tunc discipuli omnes, relicto eo, fugerunt. Dies alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden.⁹⁹ Da verließen ihn alle Jünger und entflohen.¹⁰⁰ +Matthäus Mt 48 26 56 99 Der Tod des Messias wird vorausgesagt [Ps 21, Jes 53, Sach 12,10, Sach 13,7]. +Matthäus Mt 48 26 56 100 An sich stand ihnen dies frei, besonders nach dem Worte des Heilandes: Lasset diese gehen. Von jeder Schuld des Ärgernisses entschuldigt die Apostel ihre Bestürzung. +Matthäus Mt 48 26 57 At illi tenentes Jesum, duxerunt ad Caipham principem sacerdotum, ubi Scribæ et seniores convenerant. Jene aber, welche Jesus ergriffen hatten, führten ihn zu Kaiphas,¹⁰¹ dem Hohenpriester, wo sich die Schriftgelehrten und Ältesten versammelt hatten. [Lk 22,54] +Matthäus Mt 48 26 57 101 Derselbe, der gesagt hat, es sei besser, dass ein Mensch sterbe [Joh 11,50, Joh 18,14]. Der Heiland wird zu einem Richter geführt, bei dem alles bereits entschieden ist und der Ankläger und Richter zugleich ist. Das Gleiche gilt von den Schriftgelehrten und Ältesten. +Matthäus Mt 48 26 58 Petrus autem sequebatur eum a longe, usque in atrium principis sacerdotum. Et ingressus intro, sedebat cum ministris, ut videret finem. Petrus aber folgte ihm von ferne bis zu dem Hofe des Hohenpriesters.¹⁰² Und in das Innere eingetreten, setzte er sich zu den Dienern, um den Ausgang zu sehen. +Matthäus Mt 48 26 58 102 Zuerst war Petrus geflohen, dann dachte er an sein Versprechen, und von seiner Liebe zum Heilande getrieben, kommt er, zu sehen, welchen Ausgang die Sache nehmen werde. +Matthäus Mt 48 26 59 Principes autem sacerdotum, et omne concilium quærebant falsum testimonium contra Jesum, ut eum morti traderent: Die Hohenpriester aber und der gesamte Rat¹⁰³ suchten falsches Zeugnis wider Jesus,¹⁰⁴ damit sie ihn in den Tod brächten; +Matthäus Mt 48 26 59 103 So viele zusammengekommen waren. Joseph von Arimathäa und vielleicht auch andere waren nicht zugegen. S. [Lk 23,51]. +Matthäus Mt 48 26 59 104 Bewussterweise. Sie wussten, dass mit der Wahrheit nichts gegen den Heiland auszurichten war (Orig.). Kein Zeuge ist da für den Angeklagten, weil Jesus so plötzlich gefangen genommen ist, dass seine Freunde noch keine Kunde davon haben. Wären sie übrigens von solchen Richtern angehört worden? +Matthäus Mt 48 26 60 Et non invenerunt, cum multi falsi testes accessissent. Novissime autem venerunt duo falsi testes, doch sie fanden keines, obwohl viele falsche Zeugen aufgetreten waren.¹⁰⁵ Zuletzt aber kamen zwei falsche Zeugen, +Matthäus Mt 48 26 60 105 In wie hellem Lichte strahlt die Heiligkeit und Unschuld Christi! +Matthäus Mt 48 26 61 Et dixerunt: Hic dixit: Possum destruere templum Dei, et post triduum reædificare illud. und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen, und nach drei Tagen ihn wieder aufbauen.¹⁰⁶ [Joh 2,19] +Matthäus Mt 48 26 61 106 Die Worte werden unrichtig und unvollständig wiedergegeben. Wurden sie aber auch von dem Tempel verstanden, so waren dieselben noch kein Grund, der den römischen Prokurator zu einem Todesurteil veranlassen konnte. +Matthäus Mt 48 26 62 Et surgens princeps sacerdotum, ait illi: Nihil respondes ad ea, quæ isti adversum te testificantur? Da stand der Hohepriester auf, und sprach zu ihm: Du antwortest nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?¹⁰⁷ +Matthäus Mt 48 26 62 107 Das Zeugnis war nicht geeignet oder nicht ausreichend. Gottes Vorsehung will, dass es ganz offenbar ist, dass Christus sich als den Sohn Gottes bekannt hat und deshalb von seinem Volke zum Tode verurteilt ist. +Matthäus Mt 48 26 63 Jesus autem tacebat. Et princeps sacerdotum ait illi: Adjuro te per Deum vivum, ut dicas nobis si tu es Christus filius Dei. Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre¹⁰⁸ dich bei Gott, dem Lebendigen, dass du uns sagest,¹⁰⁹ ob du Christus, der Sohn Gottes,¹¹⁰ bist! +Matthäus Mt 48 26 63 108 Ich lege dir einen Eid auf. +Matthäus Mt 48 26 63 109 Eidlich. +Matthäus Mt 48 26 63 110 Gott gleich, wie der Heiland oft gesagt (Euth.) und wie die Antwort des Herrn zeigt. +Matthäus Mt 48 26 64 Dicit illi Jesus: Tu dixisti: verumtamen dico vobis, amodo videbitis filium hominis sedentem a dextris virtutis Dei, et venientem in nubibus cli. Jesus sprach zu ihm: Du hast es gesagt!¹¹¹ Ich sage euch aber: Von nun an werdet¹¹² ihr den Menschensohn¹¹³ sehen, sitzend zur Rechten der Kraft Gottes,¹¹⁴ und kommend auf den Wolken des Himmels.¹¹⁵ [Mt 16,27, Röm 14,10, 1Thess 4,15] +Matthäus Mt 48 26 64 111 Ich bin der, den du nennst. Vergl. V. 25. Der Heiland will die Amtsgewalt des Hohenpriesters ehren und den Juden jede Entschuldigung ihres Unglaubens nehmen. Gleichzeitig fügt er, der sich schon durch so viele Wunder als von Gott gesendet erwiesen, einen Beweisgrund hinzu, der in ganz kurzer Zeit die Wahrheit seiner Worte bestätigen wird. +Matthäus Mt 48 26 64 112 Bald, in ganz kurzem werdet ihr es erfahren durch meine Auferstehung, die Predigt der Apostel, die Ausbreitung der Kirche und die Zerstörung des Tempels. +Matthäus Mt 48 26 64 113 Siehe [Mt 8,Anm.28]. +Matthäus Mt 48 26 64 114 [Ps 109, Dan 7,13]. Nach jüdischem Sprachgebrauch bedeutet dies, mit Gott herrschen, seine Allmacht teilen. +Matthäus Mt 48 26 64 115 Im letzten Gerichte. +Matthäus Mt 48 26 65 Tunc princeps sacerdotum scidit vestimenta sua, dicens: Blasphemavit: quid adhuc egemus testibus? ecce nunc audistis blasphemiam: Da zerriss der Hohepriester seine Kleider,¹¹⁶ und sprach: Er hat Gott gelästert! Was haben wir noch Zeugen nötig?¹¹⁷ Siehe, nun habt ihr die Gotteslästerung gehört.¹¹⁸ +Matthäus Mt 48 26 65 116 Auf diese Weise pflegte man große Trauer zu erkennen zu geben. So trauerte Jakob über Josephs vermeintlichen Tod [Gen 37,34], Thamar [2Sam 13,19], die Gesandten des Ezechias [2Kön 18,37], Ezechias selbst [2Kön 19,1], der Hohenpriester Jonathas [1Makk 11,71]. Die Zerreißung wurde stehend, etwa auf eine Handbreite weit, von oben an allen Kleidern außer Hemd und Mantel vorgenommen. +Matthäus Mt 48 26 65 117 So offenbart er froh aufjubelnd seine ganze Heuchelei bei der Gerichtsverhandlung. +Matthäus Mt 48 26 65 118 Eine Gotteslästerung [Lev 24,15], sowie die Anmaßung der Prophetenwürde [Dtn 18,20] war mit dem Tode zu strafen. Kaiphas hat bereits durch sein Verhalten den übrigen den Weg gewiesen. Übrigens durfte nach jüdischem Rechte kein Angeklagter einzig auf seine eigene Aussage hin zum Tode verurteilt werden. +Matthäus Mt 48 26 66 Quid vobis videtur? At illi respondentes dixerunt: Reus est mortis. Was dünket euch? Sie aber antworteten, und sprachen: Er ist des Todes schuldig! +Matthäus Mt 48 26 67 Tunc exspuerunt in faciem ejus, et colaphis eum ceciderunt, alii autem palmas in faciem ejus dederunt, Dann spieen sie in sein Angesicht,¹¹⁹ und schlugen ihn mit Fäusten, andere aber gaben ihm Backenstreiche, [Jes 50,6, Mk 14,65] +Matthäus Mt 48 26 67 119 Ein Zeichen der höchsten Verachtung. Vergl. [Num 12,14, Dtn 25,9]. +Matthäus Mt 48 26 68 Dicentes: Prophetiza nobis Christe, quis est qui te percussit? und sprachen: Weissage uns, Christus! wer ist's, der dich geschlagen hat?¹²⁰ +Matthäus Mt 48 26 68 120 Nach [Mk 14,65] verhüllten sie ihm das Haupt. Die Knechte und die Mitglieder des Hohen Rates wollen ihren Abscheu vor der Gotteslästerung heuchlerisch zu erkennen geben. Es wird erfüllt, was [Jes 50,6] gesagt (Chrys., Hier.). Christus leistet für uns Genugtuung. +Matthäus Mt 48 26 69 Petrus vero sedebat foris in atrio: et accessit ad eum una ancilla, dicens: Et tu cum Jesu Galilæo eras. Petrus¹²¹ aber saß draußen in dem Hofe;¹²² und eine Magd¹²³ trat zu ihm hin,¹²⁴ und sprach: Du warest auch bei Jesus, dem Galiläer! [Lk 22,56, Joh 18,17] +Matthäus Mt 48 26 69 121 Der heil. Evangelist kehrt zu Petrus zurück, von dem er V. 58 zu berichten begonnen. +Matthäus Mt 48 26 69 122 Nicht da, wo Jesus vor den Richtern stand. +Matthäus Mt 48 26 69 123 Sie hatte ihn mit dem heil. Johannes eintreten sehen, zudem machte ihn wohl seine Haltung verdächtig. +Matthäus Mt 48 26 69 124 Er war bei den Dienern am Feuer. +Matthäus Mt 48 26 70 At ille negavit coram omnibus, dicens: Nescio quid dicis. Doch er leugnete vor allen, und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst.¹²⁵ +Matthäus Mt 48 26 70 125 Ich bin so wenig der, für den du mich hältst, dass ich nicht einmal verstehe, was du sagst. Wie es im Eifer der Verteidigung zu geschehen pflegt, wiederholt der heil. Petrus dasselbe in verschiedener Weise, siehe [Lk 22,57] und [Mk 14,68]. Die festeste Säule wankt bei einem Windhauche, wo ist jetzt das Selbstvertrauen und das Versprechen für den Heiland zu sterben? (Aug.) +Matthäus Mt 48 26 71 Exeunte autem illo januam, vidit eum alia ancilla, et ait his, qui erant ibi: Et hic erat cum Jesu Nazareno. Als er aber durch den Torweg¹²⁶ hinausging, sah ihn eine andere Magd, und sprach zu denen, die dort waren: Auch dieser war bei Jesus, dem Nazarener! +Matthäus Mt 48 26 71 126 In die Vorhalle, durch das zur Vorhalle führende Tor. +Matthäus Mt 48 26 72 Et iterum negavit cum juramento: Quia non novi hominem. Doch er leugnete abermals mit einem Eidschwure: Ich kenne den Menschen nicht!¹²⁷ +Matthäus Mt 48 26 72 127 Ich bin so wenig sein Jünger, dass ich ihn nicht einmal kenne. Er nennt den gefangenen Heiland geringschätzig den Menschen und versucht mit einem Eide sich Glauben zu verschaffen. +Matthäus Mt 48 26 73 Et post pusillum accesserunt qui stabant, et dixerunt Petro: Vere et tu ex illis es: nam et loquela tua manifestum te facit. Und nach einer kleinen Weile traten die Umstehenden hinzu, und sagten zu Petrus: Wahrlich, auch du bist einer von ihnen; denn auch deine Sprache macht dich kenntlich!¹²⁸ +Matthäus Mt 48 26 73 128 Petrus will nicht fortgehen, um nicht Verdacht zu erwecken, und zugleich ist er begierig zu erfahren, was mit seinem Meister geschehen wird. Deshalb geht er unruhig hin und her und spricht mit den Dienern, sich dessen noch nicht bewusst, was er getan. Wieder erkennt ihn jemand und wiederum wird er von anderen gefragt, ob es wahr ist, was jener sagt. +Matthäus Mt 48 26 74 Tunc cpit detestari, et jurare quia non novisset hominem. Et continuo gallus cantavit. Da fing er an, Verwünschungen auszusprechen und zu schwören, dass er den Menschen nicht kenne.¹²⁹ Und alsbald krähte der Hahn. +Matthäus Mt 48 26 74 129 Wohl mehrmals wiederholend. Zuerst hat der heil. Petrus nur geleugnet, dann geschworen, endlich mit Verwünschungen und einem Meineide den Herrn verleugnet. Mit dem Verharren in der bösen Gelegenheit fällt er immer tiefer. +Matthäus Mt 48 26 75 Et recordatus est Petrus verbi Jesu, quod dixerat: Prius quam gallus cantet, ter me negabis. Et egressus foras, flevit amare. Da erinnerte sich Petrus des Wortes Jesu, wie er gesagt hatte: Ehe der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen.¹³⁰ Und er ging hinaus und weinte bitterlich. +Matthäus Mt 48 26 75 130 Da der Heiland ihn barmherzig anblickte. [Lk 22,60.61]. Jesus wurde also in diesem Augenblicke von den Dienern in die Vorhalle geführt, um auch hier verspottet [Lk 22,64.65] oder die Nacht hindurch gefangen gehalten zu werden. Wie wunderbar hat die göttliche Vorsehung alles geordnet! Wie oft hat auch uns der Heiland liebevoll angeblickt! (Hier.) Die Sünde des heiligen Petrus war eine schwere Verletzung der Pflicht, den Glauben zu bekennen (Hier.), nicht eine Versündigung gegen den Glauben selbst (Hil., Aug., Leo). Der Hirt der Kirche lernt mit den schwachen Schafen Mitleid fühlen, da er selbst gefallen (Greg.) und wird allen ein Beweis, dass niemand auf sich selbst vertrauen darf (Ambr., Leo), aber alle auf die Buße ihre Hoffnung gründen müssen (Leo). +Matthäus Mt 48 27 0 Der Blutacker. (V. 10) Jesus vor Pilatus. (V. 26) Jesus wird mit Dornen gekrönt. (V. 31) Der Heiland wird gekreuzigt und verhöhnt. (V. 44) Jesus gibt seinen Geist auf. (V. 56) Das Begräbnis des Herrn. +Matthäus Mt 48 27 1 Mane autem facto, consilium inierunt omnes principes sacerdotum, et seniores populi adversus Jesum, ut eum morti traderent. Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes Rat¹ wider Jesus, um ihn zu Tode zu bringen.² +Matthäus Mt 48 27 1 1 Eine zweite Sitzung. Siehe [Mk 15,1] +Matthäus Mt 48 27 1 2 Sie hatten nicht das Recht, selbst ein Todesurteil zu vollstrecken [Joh 18,31] und suchten also einen Grund, der Pilatus zur Verurteilung bestimmen musste. Der heil. Stephanus und der heil. Jakobus wurden zwar von Juden, aber in einem Tumulte getötet. +Matthäus Mt 48 27 2 Et vinctum adduxerunt eum, et tradiderunt Pontio Pilato præsidi. Und sie führten ihn gebunden hin³ und übergaben ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.⁴ [Mk 15,1ff, Lk 23,1ff, Joh 18,28ff] +Matthäus Mt 48 27 2 3 Vielleicht waren die Fesseln während des Verhöres abgenommen worden. +Matthäus Mt 48 27 2 4 So hatte der Heiland es vorausgesagt [Mt 20,18.19]. Pilatus war Prokurator von Judäa von 26 bis 36 n. Chr., ein harter und grausamer Mensch. Von den Juden vor Bitellius, dem Statthalter von Syrien, verklagt, musste er sich nach Rom zum Kaiser begeben, um sich zu rechtfertigen. In Ungnade gefallen, soll er sich selbst das Leben genommen haben. +Matthäus Mt 48 27 3 Tunc videns Judas, qui eum tradidit, quod damnatus esset; pnitentia ductus, retulit triginta argenteos principibus sacerdotum, et senioribus, Da Judas, der ihn verraten hatte, jetzt sah, dass er verurteilt war, ward er von Reue ergriffen, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück,⁵ +Matthäus Mt 48 27 3 5 Ob Judas Zeuge der Szenen im Hause des Kaiphas gewesen? Jedenfalls scheint seine Reue erst zu beginnen, nachdem er den Heiland an Pilatus ausgeliefert sieht. Jetzt möchte er alles ungeschehen machen und selbst das Geld ist ihm zur Last. Er will in den Tempel, zu den Mitgliedern des Hohen Rates, welche das Priesteramt versehen (Thom.). +Matthäus Mt 48 27 4 Dicens: Peccavi, tradens sanguinem justum. At illi dixerunt: Quid ad nos? tu videris. indem er sprach: Ich habe gesündigt, da ich unschuldiges Blut verraten habe. Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu!⁶ +Matthäus Mt 48 27 4 6 Was geht es uns an, wenn du gesündigt hast? Mit Härte und Hohn weisen sie das Werkzeug ihrer Bosheit ab, als ob sie selbst nichts Böses getan hätten (Pasch.). +Matthäus Mt 48 27 5 Et projectis argenteis in templo, recessit: et abiens laqueo se suspendit. Da⁷ warf er die Silberlinge in den Tempel hin,⁸ entfernte sich, ging hin, und erhängte sich mit einem Stricke.⁹ [Apg 1,18] +Matthäus Mt 48 27 5 7 Judas gerät in die höchste Wut und Verzweiflung. +Matthäus Mt 48 27 5 8 Wohl in einem der Vorhöfe. +Matthäus Mt 48 27 5 9 Vor der Verübung einer bösen Tat pflegt der Teufel zu verblenden, so dass ihre Bosheit gering erscheint, nach derselben aber ihre Bosheit als so ungeheuer darzustellen, als ob sie keine Vergebung finden könnte. Judas verzweifelt, wie Kain [Gen 4,13]. Wie er, tat einst Achitophel [2Sam 17,23]. Bekenntnis und Tod des Verräters sind neue Beweise für die Unschuld des Heilandes (Chrys.). Was nach dem Tode des Judas geschah, erzählt Petrus [Apg 1,18]. +Matthäus Mt 48 27 6 Principes autem sacerdotum, acceptis argenteis, dixerunt: Non licet eos mittere in corbonam: quia pretium sanguinis est. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu legen, da es Blutgeld ist.¹⁰ +Matthäus Mt 48 27 6 10 [Dtn 23,18] verbot, Sündenlohn in den Tempelschatz zu legen; die Priester betrachten also das Judas gegebene Geld als Sündenlohn und wagen nicht, das Tempelgeld mit demselben zu verunreinigen. Sie verschlucken Kamele und seihen Mücken (Hier., Pasch.). Was den Tempelschatz schändet, darf ihr Herz belasten, welche Heuchelei! (Leo) +Matthäus Mt 48 27 7 Consilio autem inito, emerunt ex illis agrum figuli, in sepulturam peregrinorum. Sie hielten also Rat, und kauften für dieselben den Acker des Töpfers zum Begräbnisse für die Fremden.¹¹ +Matthäus Mt 48 27 7 11 Bei dem großen Zusammenflusse von Pilgern starben viele. Der Acker hatte wohl einem Töpfer gehört, der von dort seinen Ton bezogen hatte. +Matthäus Mt 48 27 8 Propter hoc vocatus est ager ille, Haceldama, hoc est, ager sanguinis, usque in hodiernum diem. Deswegen wird jener Acker Hakeldama, das ist Blutacker, genannt, bis auf den heutigen Tag.¹² [Apg 1,19] +Matthäus Mt 48 27 8 12 Die Sache wurde also gegen den Willen der Hohenpriester ruchbar. So diente der Acker gleichfalls als Zeugnis gegen den hohen Rat. Der Ort wird noch heute im Süden des Tales Hinnom gezeigt. +Matthäus Mt 48 27 9 Tunc impletum est quod Dictum est per Jeremiam prophetam, dicentem: Et acceperunt triginta argenteos pretium appretiati, quem appretiaverunt a filiis Isral: Da ward erfüllt, was durch den Propheten Jeremias gesprochen worden, da er sagt:¹³ Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis des Geschätzten, welchen sie geschätzt hatten von seiten der Söhne Israels,¹⁴ [Sach 11,13] +Matthäus Mt 48 27 9 13 Der Evangelist vereinigt [Jer 32,6] und [Sach 11,12.13], nennt aber nur den Propheten Jeremias, der hauptsächlich von dem Kaufe des Ackers spricht. +Matthäus Mt 48 27 9 14 Die Kinder Israels hatten ihn geschätzt, diejenigen, welche das Geld gegeben, sind ihre Vertreter. Bei Zachar. 30 Silberlinge, der Preis für die Dienste, welche der Prophet als Hirt von dem Volke erhielt. Es war die Summe, die man für einen Sklaven zahlte. Der Prophet bringt die erlittene Unbill vor Gottes Richterstuhl als Vertreter Gottes, des Messias selbst, des wahren Hirten. Ebenso konnte Christus bei dem himmlischen Vater klagen. So ward die Prophezeiung erfüllt. +Matthäus Mt 48 27 10 Et dederunt eos in agrum figuli, sicut constituit mihi Dominus. und gaben sie hin für den Acker des Töpfers, wie der Herr mir aufgetragen hat.¹⁵ +Matthäus Mt 48 27 10 15 Ehe das Volk in die Verbannung geführt ward, musste Jeremias einen Acker kaufen. Dies bedeutete: Das Land wird von meinem Volke lange nicht mehr bebaut werden, da es in die Verbannung abgeführt wird. Doch will ich das Land nicht Fremden überlassen, sondern es bleibt, durch Kauf erworben, mein Eigentum, das ich bis zur Rückkehr meines Volkes bewahre. Der Zusammenhang zwischen der Prophezeiung und dem hier erzählten Ereignis ist: Bei Jeremias befahl Gott selbst, den Acker zu kaufen, hier ist zwar der Käufer ein anderer, nämlich der hohe Rat, doch ist auch mittelbar wieder Gott der Besitzer des Ackers, ist doch der Kaufpreis der gleiche, der bei dem Propheten von Gott gezahlt ward, so dass Gott der Besitzer des Kaufpreises oder das, was gleichwertig, des dafür gekauften Ackers ist. Wie bei Jeremias der Kauf der Zerstreuung des Volkes vorausgeht und sie vorbedeutet, so kündet auch dieser Kauf für 30 Silberlinge, durch den die Führer des Volkes ihr Verbrechen bekennen, eine zweite Zerstreuung an. Soweit der Kauf bei Jeremias eine Verheißung der Barmherzigkeit in sich schließt, ist hier der Sinn aus [Röm 11,25-31] zu entnehmen. Da endlich der Acker für einen Preis gekauft wird, zu dem Gott selbst abgeschätzt ist und da für diesen Preis das unschuldige Blut Christi dahingegeben ist, bedeutet der Acker auch noch etwas mehr: Die ganze Welt (Hil., Bed.). +Matthäus Mt 48 27 11 Jesus autem stetit ante præsidem, et interrogavit eum præses, dicens: Tu es Rex Judæorum? Dicit illi Jesus: Tu dicis. Jesus aber stand vor dem Landpfleger,¹⁶ und der Landpfleger fragte ihn, und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es!¹⁷ [Mk 15,2, Lk 23,3] +Matthäus Mt 48 27 11 16 Der Evangelist fährt fort, wo er V. 2 aufgehört. Die Juden klagen den Heiland an, dass er sich den Königstitel angemaßt habe; hatte er sich ja als Messias und damit als König erklärt. Sie klagen Jesus wegen einer Sache an, die sie am Messias gerade am meisten wünschen und wegen derer sie auch den Heiland anerkannt hätten, wäre er auf ihre Absichten eingegangen. Dies wusste Pilatus wohl, und darum ist ihm ihre Fürsorge für die Herrschaft der Römer verdächtig. Das vom hohen Rate gefällte Todesurteil galt bei Pilatus nichts, darum musste hier ein neues Prozessverfahren eingeleitet werden. +Matthäus Mt 48 27 11 17 Der Heiland sagt ihm aber zugleich, dass ein Reich ein geistiges ist, das dem römischen Kaiser nicht gefährlich wird. [Joh 18,34-38] +Matthäus Mt 48 27 12 Et cum accusaretur a principibus sacerdotum, et senioribus, nihil respondit. Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts.¹⁸ +Matthäus Mt 48 27 12 18 Vergl. [1Petr 2,23]. +Matthäus Mt 48 27 13 Tunc dicit illi Pilatus: Non audis quanta adversum te dicunt testimonia? Da sagte Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, welch große Dinge sie wider dich bezeugen? +Matthäus Mt 48 27 14 Et non respondit ei ad ullum verbum, ita ut miraretur præses vehementer. Doch er antwortete ihm nicht auf sein Wort, so dass der Landpfleger sich sehr verwunderte.¹⁹ +Matthäus Mt 48 27 14 19 Was der Richter wissen musste, hatte der Heiland ihm gesagt, es blieb also einzig eine Freilassung übrig. Das majestätische Stillschweigen des Herrn inmitten des tosenden Sturmes setzt Pilatus in Verwunderung. Doch die Furcht, der ganze Hass, der gegen den Heiland anstürmt, möchte sich gegen ihn wenden und ihm bei dem Kaiser Ungelegenheiten bereiten, hält ihn ab, zu tun, was seines Amtes ist und lässt ihn einen Ausweg suchen. Zuerst hatte er den Heiland zu Herodes gesendet [Lk 23,6], doch vergeblich. Jetzt sucht er bei dem Volke Schutz gegen die Wut der Hohenpriester und Ältesten, wozu ihm das Fest Gelegenheit gibt. Um leichter zu dem erwünschten Ziele zu kommen, lässt er die Wahl einzig zwischen Christus dem Unschuldigen und Barabbas, dem Mörder und Aufrührer. +Matthäus Mt 48 27 15 Per diem autem solemnem consueverat præses populo dimittere unum vinctum, quem voluissent. Auf den hohen Festtag aber war der Landpfleger gewohnt, dem Volke einen Gefangenen frei zu geben, welchen sie wollten.²⁰ +Matthäus Mt 48 27 15 20 Es war jüdische Sitte [Joh 18,39] zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten (Orig., Bed.). +Matthäus Mt 48 27 16 Habebat autem tunc vinctum insignem, qui dicebatur Barabbas. Nun hatte er damals einen berüchtigten Gefangenen, der Barabbas hieß. +Matthäus Mt 48 27 17 Congregatis ergo illis, dixit. Pilatus: Quem vultis dimittam vobis: Barabbam, an Jesum, qui dicitur Christus? Da sie also versammelt waren, sprach Pilatus: Welchen wollt ihr, soll ich euch freigeben? Den Barabbas, oder Jesus, der Christus genannt wird? +Matthäus Mt 48 27 18 Sciebat enim quod per invidiam tradidissent eum. Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten. +Matthäus Mt 48 27 19 Sedente autem illo pro tribunali, misit ad eum uxor ejus, dicens: Nihil tibi, et justo illi: multa enim passa sum hodie per visum propter eum. Während er aber auf dem Richterstuhle²¹ saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ sagen: Mache dir nichts mit diesem Gerechten zu schaffen; vieles habe ich heute im Traume gelitten um seinetwillen.²² +Matthäus Mt 48 27 19 21 Unter freiem Himmel, auf erhöhtem Platze vor dem Prätorium. +Matthäus Mt 48 27 19 22 Mische dich nicht in diese Sache, verurteile ihn nicht, damit das nicht eintrete, was ich gesehen. Das Traumgesicht war ihr von Gott gesendet (Orig., Chrys., Hier.) und blieb wohl bei ihr nicht ohne Frucht für ihr Heil. Ihr Name soll Prokula gewesen sein. Das griechische Menologium zählt sie unter die Heiligen. +Matthäus Mt 48 27 20 Principes autem sacerdotum, et seniores persuaserunt populis ut peterent Barabbam, Jesum vero perderent. Allein die Hohenpriester und die Ältesten überredeten²³ das Volk, den Barabbas zu begehren, Jesus aber zu verderben. [Mk 15,11, Lk 23,18, Joh 18,40, Apg 3,14] +Matthäus Mt 48 27 20 23 Mit Geld, Verheißungen, Drohungen. Wo sind die Freunde Jesu? Wo die, welche er geheilt? Niemand wagt für den Herrn einzutreten. Wie die Apostel geflohen sind, so verbergen sich auch die anderen Anhänger des Herrn. Der Heiland hatte dem Volke oft seinen Unglauben vorgeworfen [Mt 10,14, Mt 11,16-24, Mt 13,11-15.58, Mt 15,14]. Pilatus sieht, dass durch seinen Appell an das Volk die Schwierigkeiten sich mehren. +Matthäus Mt 48 27 21 Respondens autem præses, ait illis: Quem vultis vobis de duobus dimitti? At illi dixerunt: Barabbam. Der Landpfleger aber entgegnete, und sprach zu ihnen: Welchen von den zweien wollet ihr euch freigegeben haben? Sie sagten: Den Barabbas.²⁴ +Matthäus Mt 48 27 21 24 Vergl. [Apg 3,14]. +Matthäus Mt 48 27 22 Dicit illis Pilatus: Quid igitur faciam de Jesu, qui dicitur Christus? Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich also mit Jesus machen, der Christus genannt wird? +Matthäus Mt 48 27 23 Dicunt omnes: Crucifigatur. Ait illis præses: Quid enim mali fecit? At illi magis clamabant dicentes: Crucifigatur. Da riefen alle: Er soll gekreuziget werden!²⁵ Der Landpfleger sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan?²⁶ Sie aber schrieen noch mehr,²⁷ und sprachen: Er soll gekreuziget werden!²⁸ +Matthäus Mt 48 27 23 25 Eine solche Antwort hat Pilatus nicht erwartet. Seine Absicht ist vereitelt. Doch sein Verhalten war unklug gewesen, da er den Heiland für unschuldig erklärt hat und von seinem Weibe gewarnt ist und hiernach gleichsam dem Richteramt entsagt und das Volk befragt hat, was mit Jesus geschehen soll. +Matthäus Mt 48 27 23 26 Warum wollt ihr, dass er gekreuzigt werde? Was nützt es, die nach Gründen zu fragen, welche nach Blut dürsten. +Matthäus Mt 48 27 23 27 Griech.: Über alle Maßen und immer von neuem. Hier ein feiger Richter, dort blutgierige wütende Wölfe, wie kann da der Ausgang zweifelhaft sein? +Matthäus Mt 48 27 23 28 Die grausamste und schmählichste Todesart, die nur über Sklaven und die schlimmsten Verbrecher verhängt ward und bei den Juden nicht üblich war. +Matthäus Mt 48 27 24 Videns autem Pilatus quia nihil proficeret, sed magis tumultus fieret: accepta aqua, lavit manus coram populo, dicens: Innocens ego sum a sanguine justi hujus: vos videritis. Als nun Pilatus sah, dass er nichts ausrichte, sondern der Lärm größer werde, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor dem Volke, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu!²⁹ +Matthäus Mt 48 27 24 29 Diese Zeremonie war bei den Juden vorgeschrieben, wenn jemand sich als an einem Morde unschuldig erklären wollte. [Dtn 21,6] Pilatus folgt wohl der jüdischen Sitte, da er sich den Juden verständlich machen will und auch ihre rituellen Worte gebraucht: Wenn Gott etwa straft, ihr habt die Strafe zu tragen, allein aus Furcht vor euch fälle ich das Urteil über den, den ich als unschuldig erkannt. Das Volk zeigt sofort, dass es die Bedeutung dieser Handlung verstanden hat und alle Schuld und ihre Folgen auf sich nimmt (V. 25). +Matthäus Mt 48 27 25 Et respondens universus populus, dixit: Sanguis ejus super nos, et super filios nostros. Und das ganze Volk antwortete, und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!³⁰ +Matthäus Mt 48 27 25 30 Dies hatte Christus gedroht [Mt 23,25.36]. Einst hieß Israel das Volk des Segens, jetzt ist es ein Volk des Fluches geworden. Die Juden wollen Pilatus Mut machen, damit er das ungerechte Urteil fälle. +Matthäus Mt 48 27 26 Tunc dimisit illis Barabbam: Jesum autem flagellatum tradidit eis ut crucifigeretur. Alsdann gab er ihnen den Barabbas frei; Jesus aber ließ er geißeln,³¹ und überlieferte ihnen³² denselben, damit er gekreuziget würde. +Matthäus Mt 48 27 26 31 Die Geißelung war eine furchtbare Strafe. Die Werkzeuge derselben bestanden aus Stricken und Lederriemen, die mit Draht durchflochten waren und Hacken hatten, bisweilen wurden auch Bleikugeln und Skorpionen hinzugefügt. Die Geißelung wurde von acht Liktoren oder zahlreichen Soldaten an einer Geißelsäule vollzogen. Der Heiland wurde überaus hart geschlagen, denn Pilatus wollte das Mitleid des Volkes erregen. [Lk 23,16] (Aug., Euth.). Wie viel litt Christus besonders für die Sünden des Fleisches, mit denen die Menschen Gott beleidigen. +Matthäus Mt 48 27 26 32 Ihrem Mutwillen. +Matthäus Mt 48 27 27 Tunc milites præsidis suscipientes Jesum in prætorium, congregaverunt ad eum universam cohortem: Da nahmen die Soldaten des Landpflegers Jesus zu sich hinein in das Richthaus,³³ und versammelten um ihn die ganze Schar.³⁴ [Mk 15,16, Ps 21,17] +Matthäus Mt 48 27 27 33 Wie durch die Geißelung der ganze Leib, so litt durch die Dornenkrone das heiligste Haupt des Herrn. So beginnt die Prophezeiung [Jes 53,2.3] sich zu erfüllen. Diese Verspottung scheinen die Soldaten aus eigenem Antriebe vorgenommen zu haben. +Matthäus Mt 48 27 27 34 So weit sie nicht beschäftigt war. Eine Cohorte hatte 500 Mann. In dieser waren wohl viele Samaritaner. +Matthäus Mt 48 27 28 Et exuentes eum, chlamydem coccineam circumdederunt ei. Und sie zogen ihn aus, und legten ihm einen scharlachroten Mantel um,³⁵ +Matthäus Mt 48 27 28 35 Ein alter purpurähnlicher Mantel. Wie das Diadem, war der Purpur Abzeichen der Würde eines Fürsten und Königs. +Matthäus Mt 48 27 29 Et plectentes coronam de spinis, posuerunt super caput ejus, et arundinem in dextera ejus. Et genu flexo ante eum, illudebant ei, dicentes: Ave rex Judæorum. und flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie auf sein Haupt,³⁶ und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand.³⁷ Und sie bogen das Knie vor ihm, verspotteten ihn, und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! [Joh 19,2] +Matthäus Mt 48 27 29 36 Siehe da das Bild der Strafe für die Frevel, welche die Erde des Fleisches hat reifen lassen (Tert.). Durch diese Dornenkrone wird der alte Fluch [Gen 3,18] aufgehoben. (Bed., Pasch.) +Matthäus Mt 48 27 29 37 Einen festen Stab, da sie auch sein Haupt V. 30 damit schlagen. +Matthäus Mt 48 27 30 Et exspuentes in eum, acceperunt arundinem, et percutiebant caput ejus. Und sie spieen ihn an,³⁸ nahmen das Rohr, und schlugen ihn auf das Haupt damit. +Matthäus Mt 48 27 30 38 Sie ahmen den Kuss nach, mit dem man dem Könige seine Verehrung darbrachte. So küsste Samuel den Saul [1Sam 10,1]. Vergl. [Ps 2,12]. Wieder geht hier in Erfüllung, was [Jes 50,6] vorausgesagt ist. +Matthäus Mt 48 27 31 Et postquam illuserunt ei, exuerunt eum chlamyde, et induerunt eum vestimentis ejus, et duxerunt eum ut crucifigerent. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab, legten ihm seine Kleider³⁹ an, und führten ihn fort, um ihn zu kreuzigen.⁴⁰ +Matthäus Mt 48 27 31 39 Die Oberkleider. Vorher ward der Heiland dem Volke dargestellt. [Joh 19,5] +Matthäus Mt 48 27 31 40 Der Heiland behielt nach dem Zeugnisse der Überlieferung die Dornenkrone (Tertull.). So wurde auch die Inschrift des Kreuzes gleichsam erklärt. +Matthäus Mt 48 27 32 Exeuntes autem invenerunt hominem Cyrenæum, nomine Simonem: hunc angariaverunt ut tolleret crucem ejus. Als sie aber hinausgingen, fanden sie einen Mann von Cyrene,⁴¹ mit Namen Simon; diesen nötigten sie, sein Kreuz zu tragen. [Mk 15,21, Lk 23,26] +Matthäus Mt 48 27 32 41 Die Verurteilten pflegten ihr Kreuz den ganzen Weg oder einen Teil desselben zu tragen; so auch Jesus. [Joh 19,17] Damit der Heiland nicht auf dem Wege erlag, zwangen die Schergen Simon aus Cyrene, in Lybien, das Kreuz auf sich zu nehmen und es allein zu tragen (Hil., Hier., Ambr., Bened. XIV), während Christus vorausging. Auch wir müssen dem Heilande folgen, unser Kreuz tragend (Orig., Ambr., Bed.). Wie viel Schritte der Kreuzesweg ausmachte, wird verschieden berechnet, von 820 1220 Schritten. +Matthäus Mt 48 27 33 Et venerunt in locum, qui dicitur Golgotha, quod est Calvariæ locus. Und sie kamen an einen Ort, welcher Golgotha, das ist Schädelstätte, genannt wird.⁴² [Mk 15,22, Lk 23,33, Joh 19,17] +Matthäus Mt 48 27 33 42 Nach der schädelähnlichen Gestalt des Ortes. +Matthäus Mt 48 27 34 Et dederunt ei vinum bibere cum felle mistum. Et cum gustasset, noluit bibere. Und sie gaben ihm Wein, der mit Galle vermischt war, zu trinken.⁴³ Und als er davon gekostet hatte, wollte er nicht trinken. +Matthäus Mt 48 27 34 43 Nach jüdischer Sitte wurde den Hinzurichtenden Wein mit Myrrhen gemischt gegeben [Mk 15,23], um sie teilweise des Bewusstseins zu berauben. Nach einer Überlieferung ward dieser Trank von frommen Frauen gereicht, ihretwegen kostet der Herr, aber da er aus Liebe zu uns alle Schmerzen dulden will, trinkt er den Wein nicht. Er will den Kelch, welchen ihm sein Vater reicht, in seiner ganzen Bitterkeit leeren. +Matthäus Mt 48 27 35 Postquam autem crucifixerunt eum, diviserunt vestimenta ejus, sortem mittentes: ut impleretur quod dictum est per Prophetam dicentem: Diviserunt sibi vestimenta mea, et super vestem meam miserunt sortem. Nachdem sie ihn aber gekreuziget hatten,⁴⁴ verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los darüber warfen,⁴⁵ damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt worden, da er spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. [Mk 15,24, Lk 23,34, Joh 19,23, Ps 21,19] +Matthäus Mt 48 27 35 44 Das Kreuz hatte stets eine von drei Formen: T oder . Das Kreuz Christi hatte die letzte Form, da der Titel unter demselben angebracht wurde. Auf eine solche Form weisen zudem die meisten Zeugnisse des christlichen Altertums. (Just., Tertull. siehe auch Baronius zum Jahre 34 und Bened. XIV). Ob Christus zuerst gekreuzigt und dann am Kreuz erhöht ward, oder ob er zuerst das Kreuz bestieg und an dasselbe geheftet ward, steht nicht fest. Das erstere meinen viele Väter und Benedikt XIV hält es für wahrscheinlicher. Ganz sicher ist, dass die Hände und Füße des Heilandes mit Nägeln durchbohrt wurden, wie die heil. Schrift [Lk 24,39] und das ganze Altertum bezeugen. Da nie beide Füße mit einem Nagel durchbohrt wurden, waren es vier Nägel. Der Herr war am Kreuze nicht ganz entblößt, sondern mit einem Leinentuch um die Hüften bedeckt. So ist es der römischen Sitte nach wahrscheinlich und noch mehr forderte dies das Gefühl der Juden. Das Gewicht des Körpers wurde durch ein Querholz in der Mitte des Kreuzes gehalten (Just., Iren., Tert.). Einen Stand für die Füße erwähnt erst der heil. Gregor v. Tours. +Matthäus Mt 48 27 35 45 Die Kleider gehörten den Henkern. Es war das ungenähte Kleid [Joh 19,23], der Mantel, das Unterkleid, der Gurt, die Sandalen. Die vier wachthabenen Soldaten warfen das Los zwei Mal; einmal um die übrigen Kleider [Mk 15,34], das andere Mal um das ungenähte Kleid. +Matthäus Mt 48 27 36 Et sedentes servabant eum. Und sie setzten sich nieder und bewachten ihn. +Matthäus Mt 48 27 37 Et imposuerunt super caput ejus causam ipsius scriptam: HIC EST JESUS REX Judæorum. Und über seinem Haupte hefteten sie seine Schuld an als Inschrift:⁴⁶ Dieser ist Jesus, der König der Juden.⁴⁷ +Matthäus Mt 48 27 37 46 Diese Tafel wurde bei dem Todesgange voran oder von den Verurteilten am Halse getragen. Es war nicht Sitte, dieselbe am Kreuze anzuheften. In demselben Sinne, in dem Pilatus zu den Juden gesprochen [Joh 19,14.15], befahl er auch den Titel zu schreiben. Die Juden hatten den Heiland angeklagt, dass er sich für einen König ausgebe; der Herr hatte erklärt, er sei ein König, und in der Tat war er als solcher vor wenigen Tagen in Jerusalem eingezogen. Da nun der Heiland am Kreuze hing, und zwar unter dieser Aufschrift, hatte sich Pilatus gegen die [Joh 19,12] ausgesprochene Drohung sichergestellt. Zugleich wollte der Landpfleger die Juden, welche ihm die Verurteilung abgezwungen, ärgern, denn es war ein furchtbarer Hohn, ihnen zu sagen: Euer König hängt am Kreuze. +Matthäus Mt 48 27 37 47 Bei Johannes wird noch das Wort Nazarener hinzugefügt, das wohl nur dem hebräischen Texte eigen war. Vielleicht gibt der heil. Matthäus den griechischen, Markus den lateinischen Titel; oder aber der heil. Johannes bietet denselben vollständig, die anderen gekürzt. +Matthäus Mt 48 27 38 Tunc crucifixi sunt cum eo duo latrones: unus a dextris, et unus a sinistris. Da wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt,⁴⁸ einer zur Rechten, und der andere zur Linken.⁴⁹ +Matthäus Mt 48 27 38 48 So wird [Jes 53,12] erfüllt (Cyr., Pasch., Thom.). +Matthäus Mt 48 27 38 49 Als ob Jesus der größte Verbrecher unter ihnen war. +Matthäus Mt 48 27 39 Prætereuntes autem blasphemabant eum moventes capita sua, Die Vorübergehenden aber lästerten ihn,⁵⁰ schüttelten ihre Köpfe,⁵¹ +Matthäus Mt 48 27 39 50 Da sie nicht mehr mit ihren Händen verwunden können, senden sie auf ihn die Pfeile der Zunge ab (Leo.). +Matthäus Mt 48 27 39 51 Zeichen der Verhöhnung. Vergl. [Ijob 16,4, Jes 37,22]. Es war dies [Ps 21,8] vorhergesagt. +Matthäus Mt 48 27 40 Et dicentes: Vah qui destruis templum Dei, et in triduo illud reædificas: salva temetipsum: si Filius Dei es, descende de cruce. und sprachen: Ha, du, der du den Tempel Gottes abbrichst und ihn in drei Tagen wieder aufbauest, hilf dir selbst; wenn du der Sohn Gottes bist, steige herab von dem Kreuze! [Joh 2,19] +Matthäus Mt 48 27 41 Similiter et principes sacerdotum illudentes cum Scribis, et senioribus dicebant: Gleicherweise höhnten auch die Hohenpriester,⁵² samt den Schriftgelehrten und Ältesten, und sprachen: +Matthäus Mt 48 27 41 52 Unter denen viele zur Sekte der Pharisäer gehörten. +Matthäus Mt 48 27 42 Alios salvos fecit, seipsum non potest salvum facere: si rex Isral est, descendat nunc de cruce, et credimus ei: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Ist er der König von Israel, so steige er nun herab vom Kreuze, und wir glauben ihm.⁵³ +Matthäus Mt 48 27 42 53 Auch gegen ihren Willen bekennen sie, dass er alles gesund gemacht; wie töricht also, wenn sie meinen, er könne sich selbst nicht helfen (Hier.). Da sie von Pilatus die Änderung des Titels König der Juden nicht erlangen können, wollen sie wenigstens durch ihren Spott beweisen, dass er kein König ist: Wenn er König von Israel ist, so steige er herab. Also kann der König von Israel nach ihrer eigenen Auffassung sich vom Tode befreien und auf Grund dieser wunderbaren Macht Glauben beanspruchen! Warum glaubten sie also nicht, dass er von den Toten auferstand? War dies nicht mehr als wenn er vom Kreuze herabstieg? (Paschal.) +Matthäus Mt 48 27 43 Confidit in Deo: liberet nunc, si vult eum: dixit enim: Quia filius Dei sum. Er vertraute auf Gott, er befreie ihn nun,⁵⁴ wenn er ein Wohlgefallen an ihm hat;⁵⁵ denn er sagte ja: Ich bin Gottes Sohn! [Ps 21,9] +Matthäus Mt 48 27 43 54 Selbst in ihrem Spotte geben sie Zeugnis, dass er auf Gott vertraut und sich selbst als Sohn Gottes bekannt hat. +Matthäus Mt 48 27 43 55 Nach [Ps 21,9]. +Matthäus Mt 48 27 44 Idipsum autem et latrones, qui crucifixi erant cum eo, improperabant ei. Dasselbe warfen ihm auch die Räuber⁵⁶ vor, die mit ihm gekreuziget worden waren. +Matthäus Mt 48 27 44 56 Nach [Lk 23,39-43] nur einer von ihnen. Die Mehrzahl steht wohl als Bezeichnung der Klasse, wie [Hebr 11,37], oder wie jemand sagt: Die Diebe haben mich bestohlen, wenn einer es getan hat (Aug.). In der Tat scheint der rechte Schächer an der Schmähung des Herrn keinen Anteil gehabt zu haben, da er sonst dem anderen nicht Vorwürfe machen durfte (Bened. XIV). In den beiden Räubern tritt uns gleichsam die Verkörperung der lästernden Juden und der sich zum Heilande belehrenden Heiden entgegen. Mit welcher Geduld erträgt der Herr alle Unbilden! Wenn daher unser Herz im Zorn entbrennt, machen wir das Kreuzzeichen und stellen wir uns im Geiste unter das Kreuz: Hier ist der Herr, du bist der Diener; er leidet um deinetwillen, du aus eigener Schuld (Chrys.). +Matthäus Mt 48 27 45 A sexta autem hora tenebræ factæ sunt super universam terram usque ad horam nonam. Von der sechsten Stunde an aber entstand eine Finsternis⁵⁷ über die ganze Erde⁵⁸ bis zur neunten Stunde. +Matthäus Mt 48 27 45 57 Von Mittag bis gegen 3 Uhr Nachmittags, nachdem der Heiland schon viel am Kreuze gelitten. So zeigt Gott seinen Zorn über das Verbrechen der Juden und verherrlicht das Licht der Welt, das die Juden in ihrer Verblendung, deren Bild die Sonnenfinsternis ist, nicht erkennen. +Matthäus Mt 48 27 45 58 Entweder das Land, in dem dies geschieht (Orig., Cyr. u. a., auch der griechische Ausdruck weist darauf hin), oder, was weniger wahrscheinlich, fast die ganze Hemisphäre (Chrys., Theoph., Pasch., Baron.). +Matthäus Mt 48 27 46 Et circa horam nonam clamavit Jesus voce magna, dicens: Eli, Eli, lamma sabacthani? Hoc est: Deus meus, Deus meus ut quid dereliquisti me? Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eli, Eli, lamma, sabakthani? Das ist: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen?⁵⁹ [Ps 21,2] +Matthäus Mt 48 27 46 59 [Ps 21,1] In der Weise, wie es der Psalm selbst, besonders V. 5, 6 sagt: Ohne Trost gelassen. Der Heiland will die Größe seines Schmerzes kundgeben. Und in der Tat, wer vermöchte Jesu Leiden zu beschreiben? Zu den schrecklichen Qualen des Leibes kommt das Leiden der Seele, das dieselbe wie ein Meer überflutet. [Ps 68,2] Vielleicht auch wagt der Satan ihn anzugreifen, da jetzt die Stunde der Finsternisse ist. [Lk 22,53] +Matthäus Mt 48 27 47 Quidam autem illic stantes, et audientes dicebant: Eliam vocat iste. Einige aber, welche dort standen und dies hörten, sprachen: Den Elias ruft dieser da.⁶⁰ +Matthäus Mt 48 27 47 60 Sogar die Seufzer des Heilandes werden verspottet. Elias galt als Vorläufer des Messias (siehe 17, Anm. 13) und es war allgemeiner Glaube, dass er den Betrübten und Notleidenden Hilfe bringe. +Matthäus Mt 48 27 48 Et continuo currens unus ex eis acceptam spongiam implevit aceto, et imposuit arundini, et dabat ei bibere. Und alsbald lief einer von ihnen,⁶¹ nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig,⁶² steckte ihn an ein Rohr,⁶³ und gab ihm zu trinken. +Matthäus Mt 48 27 48 61 Der Heiland hatte gerufen: Ich dürste, und betete wohl den Psalm zu Ende, dessen Anfangsworte er V. 46 laut gerufen hatte, in dessen V. 18 dem Sinne nach dies Wort vorkommt, wie der Schluss des Psalmes mit dem letzten Worte Christi übereinstimmt. +Matthäus Mt 48 27 48 62 Mit herbem Weine, der für die Soldaten als Trunk vorbereitet war. +Matthäus Mt 48 27 48 63 Das Kreuz war also nicht hoch, da ein Ysopstab nur bis zu einem halben Meter misst. +Matthäus Mt 48 27 49 Ceteri vero dicebant: Sine videamus an veniat Elias liberans eum. Die übrigen aber sprachen:⁶⁴ Halt, wir wollen sehen, ob Elias kommt, ihn zu befreien. +Matthäus Mt 48 27 49 64 Lass es sein, tue es nicht, sondern warte, ob etwa Elias ihm hilft. Nach [Mk 15,36] sagt der, welcher den sauren Wein anbietet: Lasset mich, d. i. hindert mich nicht, er könnte sonst sterben, ehe Elias kommt. +Matthäus Mt 48 27 50 Jesus autem iterum clamans voce magna, emisit spiritum. Jesus aber rief wiederum mit lauter Stimme⁶⁵ und gab den Geist auf. +Matthäus Mt 48 27 50 65 Nach [Joh 19,30]: Es ist vollbracht, und nach [Lk 23,46]: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Wie die übrigen Wunder, so zeigt auch die Stärke der Stimme, dass Christus nicht bloßer Mensch ist, wie auch der Eindruck des Rufes auf den Hauptmann beweist. [Mk 15,39] Jetzt erst gestattet der Heiland, dass die Wunden und die Entkräftung ihre natürliche Wirkung üben. Vergl. [Jes 53,12]. +Matthäus Mt 48 27 51 Et ecce velum templi scissum est in duas partes a summo usque deorsum, et terra mota est, et petræ scissæ sunt, Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei Stücke von oben bis unten;⁶⁶ und die Erde bebte,⁶⁷ und die Felsen spalteten sich,⁶⁸ [2Chr 3,14] +Matthäus Mt 48 27 51 66 Gott selbst bezeugt, dass dieser Tod den Zugang zum himmlischen Heiligtum eröffnet. Vergl. [Hebr 9,9, Hebr 10,19]. Ist aber für alle der Vorhang, welcher vom Heiligsten trennt, beseitigt (dieser zerriss wahrscheinlich, nicht aber der vor dem Heiligtume, Cyr., Leo., Bened. XVI), so hört auch der alte Bund auf, welcher diese Schranke aufgerichtet hatte. Vergl. [Hebr 9,10]. +Matthäus Mt 48 27 51 67 Gott offenbart sich so im A. B. als Gesetzgeber und Richter. So gibt also Gott, der Vater, den Sohn als Gesetzgeber und Richter kund, der in seine Herrlichkeit eingegangen ist. +Matthäus Mt 48 27 51 68 Zur Zeit des heil. Cyrill von Jerusalem waren die Spuren dieses Ereignisses noch sichtbar. Das Erdbeben war das Bild der Kraft, welche dem Tode Christi innewohnt, die alle Hindernisse überwindet und auch die härtesten Herzen erweichen kann. +Matthäus Mt 48 27 52 Et monumenta aperta sunt: et multa corpora sanctorum, qui dormierant, surrexerunt. und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf.⁶⁹ +Matthäus Mt 48 27 52 69 Durch den Tod Christi ist unser Tod überwunden. Die Toten stehen erst nach der Auferstehung Christi auf, wie V. 53 zeigt. Es sind wohl kürzlich Verstorbene, denn wenn solche ihren Bekannten erschienen, war jeder Zweifel ausgeschlossen, dass man wirklich mit Auferstandenen zu tun habe, und war ihr Zeugnis, dass Christus wieder lebe, durchaus glaubwürdig. +Matthäus Mt 48 27 53 Et exeuntes de monumentis post resurrectionem ejus, venerunt in sanctam civitatem, et apparuerunt multis. Und nach seiner Auferstehung gingen sie aus den Gräbern hervor, kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen.⁷⁰ +Matthäus Mt 48 27 53 70 Sie waren nicht auferweckt wie einst Lazarus, sondern nach der Ähnlichkeit Christi, in einem geistigen Leibe [1Kor 15,44]. Sie fuhren wohl mit dem Heilande gen Himmel (Ambr., Hier., Epiph., Cyr.). Hätten sie wieder sterben sollen, so war die Auferweckung keine Wohltat, da sie aus dem glorreichen Zustand wieder zum Grabe zurückkehren mussten. +Matthäus Mt 48 27 54 Centurio autem, et qui cum eo erant, custodientes Jesum, viso terræmotu et his, quæ fiebant, timuerunt valde, dicentes: Vere Filius Dei erat iste. Da aber der Hauptmann und diejenigen, welche bei ihm waren und Jesus bewachten, das Erdbeben und das, was sonst geschah, sahen, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrlich, dieser war Gottes Sohn!⁷¹ +Matthäus Mt 48 27 54 71 Sie sahen, dass ein Verbrechen begangen war und dass sie Teil daran hatten. Dieses Bekenntnis ist eine Wirkung der Gnade, die Gnade aber eine Frucht des Gebetes Christi: Vater, vergib ihnen! Und seines Todes. Der Hauptmann preist Gott [Lk 23,47, Mk 15,39]. Er hatte von denen, welche den Herrn verspottet, gehört, für wen er gehalten werden wollte, und die unzweifelhaften Wunder weckten in ihm den Glauben. Selbst die Volksmenge schlägt an die Brust, nur die Pharisäer und Hohenpriester bleiben halsstarrig, wie V. 63 und [Mt 28,12] zeigen. +Matthäus Mt 48 27 55 Erant autem ibi mulieres multæ a longe, quæ secutæ erant Jesum a Galilæa, ministrantes ei. Es waren aber dort viele Frauen von ferne, welche Jesus aus Galiläa gefolgt waren, um ihn zu bedienen. +Matthäus Mt 48 27 56 Inter quas erat Maria Magdalene, et Maria Jacobi, et Joseph mater, et mater filiorum Zebedæi. Unter diesen war Maria Magdalena,⁷² Maria, die Mutter des Jakobus und Joseph, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. +Matthäus Mt 48 27 56 72 Maria aus Magdala. Nach [Joh 19,25] war auch die Mutter des Herrn und der heil. Johannes bei dem Kreuze. Welche Gefühle mögen das Herz der frommen Frauen bei dem Leiden Jesu erfüllt haben! Wie hier, so geht es fort durch die Jahrhunderte. Viele Vornehme und viele aus dem Volke verachten den gekreuzigten Heiland und verspotten ihn, doch finden sich auch immer auserwählte Seelen, welche in der Schmach Christi ihre Ehre finden und in Andacht unter dem Kreuze stehen. Der Heiland hat das Kreuz gewählt, um seinen vollkommenen Gehorsam gegen den Vater und seine unendliche Liebe gegen uns zu zeigen. Das Holz brachte einst den Fluch, vom Holze ward uns der Segen zu Teil (Leo.). Ein anderer Grund [Gal 3,13]. Darum enthält das A. T. so viele Vorbilder: Die Arche, der Stab Moses, die eherne Schlange, Jakob mit gekreuzten Händen Joseph segnend, Moses ebenso für den Sieg Israels betend, endlich das Opferlamm, das an kreuzweis gelegten Hölzern gebraten ward. +Matthäus Mt 48 27 57 Cum autem sero factum esset, venit quidam homo dives ab Arimathæa, nomine Joseph, qui et ipse discipulus erat Jesu. Als es aber Abend geworden war,⁷³ kam ein reicher Mann⁷⁴ von Arimathäa,⁷⁵ mit Namen Joseph, welcher auch selber ein Jünger Jesu war.⁷⁶ [Mk 15,42, Lk 23,50, Joh 19,38] +Matthäus Mt 48 27 57 73 Zwischen 3 und 6 Uhr Nachmittags. +Matthäus Mt 48 27 57 74 Hierdurch wird sein Ansehen erklärt und vielleicht auf die Erfüllung von [Jes 53,9] hingewiesen, wo nach dem Hebr. gesagt wird, das Grab Christi werde bei einem Reichen sein. Auch der heiligste Leib Christi soll seine Verehrung erhalten. +Matthäus Mt 48 27 57 75 Wohl derselbe Ort wie Namathaim [1Sam 1,1]. +Matthäus Mt 48 27 57 76 Bisher im Verborgenen [Joh 19,38]. Joseph, ein vornehmes Mitglied des hohen Rates, scheute sich nicht, den Leichnam des von geistlicher und weltlicher Obrigkeit Verurteilten zu erbitten, um ihn ehrenvoll zu bestatten; eine neue Frucht der aus dem Tode Christi kommenden Gnade. +Matthäus Mt 48 27 58 Hic accessit ad Pilatum, et petiit corpus Jesu. Tunc Pilatus jussit reddi corpus. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, den Leichnam herauszugeben.⁷⁷ +Matthäus Mt 48 27 58 77 Nach römischem Gebrauche wurden die Leichen der Verurteilten den Verwandten überlassen, wenn diese darum nachsuchten. +Matthäus Mt 48 27 59 Et accepto corpore, Joseph involvit illud in sindone munda. Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand,⁷⁸ +Matthäus Mt 48 27 59 78 Die er erst gekauft [Mk 15,46]. Die priesterlichen Gewänder waren aus Leinwand, so wird auch der Leib unseres Hohenpriesters mit Leinwand bekleidet. Aus diesem Grunde wird in der Liturgie der Kirche der heiligste Leib des Herrn auf ein Linnen, Corporale, gelegt. +Matthäus Mt 48 27 60 Et posuit illud in monumento suo novo, quod exciderat in petra. Et advolvit saxum magnum ad ostium monumenti, et abiit. und legte ihn in sein neues Grab,⁷⁹ welches er in dem Felsen hatte aushauen lassen. Und er wälzte einen großen Stein vor die Türe des Grabes⁸⁰ und ging hinweg. +Matthäus Mt 48 27 60 79 Joseph hatte in der nächsten Nähe einen Garten, in dem er sich ein Grab in den Felsen hatte hauen lassen. +Matthäus Mt 48 27 60 80 So war auch Lazarus Grab geschlossen gewesen. [Joh 11,38] Christus wollte begraben werden, damit an seinem wirklichen Tode kein Zweifel war. Er wollte auch in allem uns ähnlich werden, au0er der Sünde, und darum auch das Grab heiligen. +Matthäus Mt 48 27 61 Erat autem ibi Maria Magdalene, et altera Maria, sedentes contra sepulcrum. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria, und saßen dem Grabe gegenüber. +Matthäus Mt 48 27 62 Altera autem die, quæ est post Parasceven, convenerunt principes sacerdotum, et Pharisæi ad Pilatum, Am andern Tage aber, welcher auf den Rüsttag folgt,⁸¹ versammelten sich die Hohenpriester und Pharisäer bei Pilatus⁸² +Matthäus Mt 48 27 62 81 Der Todestag Christi ist für den Evangelisten so denkwürdig, dass ihm gegenüber selbst der jüdische Sabbat keine Bedeutung hat. Zur Zeit, wo der heil. Evangelist dies schrieb, wurde wohl der Todestag Christi schon Parascene genannt. (Vorbereitung auf den Sabbat.) +Matthäus Mt 48 27 62 82 Sie waren derart mit der Verurteilung und der Kreuzigung des Heilandes beschäftigt gewesen, dass sie darüber vergaßen, was nach der Voraussagung des Herrn später sich ereignen sollte. Zudem haben die den Tod Christi begleitenden Zeichen sie in Verwirrung gebracht. Jetzt erregt Josephs Auftreten und Bitte ihren Argwohn und sie erinnern sich an das, was Christus [Mt 12,39.40] und [Mt 16,4] gesagt hat (Euth., Theoph., Rab., Thom.). Auch hatten sie wohl von anderen gehört, wie oft der Heiland von seiner Auferstehung zu den Jüngern gesprochen hatte. Die Bosheit hat nie Ruhe, auch wenn sie ihr Ziel erreicht hat. So wollen sie jetzt die Herrlichkeit der Auferstehung des Herrn verdunkeln, aber Gott bedient sich ihrer Maßregeln zu seiner Ehre und zur Beschämung der Juden. +Matthäus Mt 48 27 63 Dicentes: Domine, recordati sumus, quia seductor ille dixit adhuc vivens: Post tres dies resurgam. und sprachen: Herr! wir haben uns erinnert, dass jener Verführer,⁸³ als er noch lebte, gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich auferstehen! +Matthäus Mt 48 27 63 83 Wie sie ihn als Verführer des Volkes angeklagt, so hoffen sie durch diese Redeweise den römischen Prokurator auch jetzt leicht auf ihre Seite zu ziehen. +Matthäus Mt 48 27 64 Jube ergo custodiri sepulcrum usque in diem tertium: ne forte veniant discipuli ejus, et furentur eum, et dicant plebi: Surrexit a mortuis: et erit novissimus error pejor priore. Befiehl also, dass man das Grab bis zum dritten Tage bewache, damit nicht etwa seine Jünger kommen und ihn stehlen, und dem Volke sagen: Er ist von den Toten auferstanden! und es wird der letzte Betrug⁸⁴ schlimmer sein als der erste. +Matthäus Mt 48 27 64 84 Sie wollen Pilatus schrecken, als ob das Volk zum Aufstande gereizt werden solle, und stellen sich, als wären sie Freunde des Kaisers. +Matthäus Mt 48 27 65 Ait illis Pilatus: Habetis custodiam, ite, custodite sicut scitis. Pilatus⁸⁵ sprach zu ihnen: Ihr habt eine Wache;⁸⁶ gehet, haltet Wache, wie es euch gut dünkt.⁸⁷ +Matthäus Mt 48 27 65 85 Pilatus spricht offenbar kurz; er will nicht länger mit ihnen verhandeln. +Matthäus Mt 48 27 65 86 Die sie am Donnerstage erhalten; zudem hatten sie für die Festtage eine Wache am Tempel. +Matthäus Mt 48 27 65 87 Wie ihr könnt. +Matthäus Mt 48 27 66 Illi autem abeuntes, munierunt sepulcrum, signantes lapidem, cum custodibus. Sie aber gingen hin und verwahrten das Grab mittelst der Wächter, nachdem sie den Stein versiegelt.⁸⁸ +Matthäus Mt 48 27 66 88 Diese Maßregel war gegen die Wächter gerichtet, damit diese sich nicht von den Jüngern bestechen ließen. Man zog Stricke über die Tür und versiegelte die Enden derselben. Je sorgfältiger die Juden verfahren, desto mehr nützen sie unseren Glauben (Hier.); denn wenn kein Betrug vorgekommen ist und dennoch das Grab leer gefunden wird, so ist also Christus wahrhaft auferstanden (Chrys.). +Matthäus Mt 48 28 0 5. Christi Auferstehung und die Aussendung der Apostel. (28, V. 1-20) Christi Auferstehung. (V. 10) Die Bosheit der Juden. (V. 15) Die Aussendung der Apostel. +Matthäus Mt 48 28 1 Vespere autem sabbati, quæ lucescit in prima sabbati, venit Maria Magdalene, et altera Maria videre sepulcrum. Nach¹ Ablauf des Sabbates aber,² als der Morgen am ersten Tage der Woche anbrach,³ kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu schauen. [Mk 16,1, Joh 20,1] +Matthäus Mt 48 28 1 1 Das Evangelium beweist die Auferstehung Christi nicht lange, da die Apostel selbst der beste Beweis sind. Wie in der Tat hätten sie an einem Toten festhalten sollen? Welchen Lohn hatten sie von ihm zu erwarten? Sie verließen den Lebenden bei seiner Gefangennehmung, wie sollten sie nach seinem Tode für ihn eintreten, wenn er nicht auferstanden war? Weder wollten, noch konnten sie die Auferstehung erdichten. Hatte ihr Meister sie getäuscht und in Gefahr gebracht, würden sie jetzt wohl noch seinen Ruhm verbreitet haben? Dass sie aber nichts erdichten konnten, ist ebenso klar (Chrys.). Was hätte eine solche Erdichtung genützt, und wie lange wäre sie unenthüllt geblieben? +Matthäus Mt 48 28 1 2 Griech.: Spät. +Matthäus Mt 48 28 1 3 Der Sabbat wird hier nicht, wie sonst, von Abend zu Abend, sondern als natürlicher Tag gerechnet. +Matthäus Mt 48 28 2 Et ecce terræmotus factus est magnus. Angelus enim Domini descendit de clo: et accedens revolvit lapidem, et sedebat super eum: Und siehe,⁴ ein großes Erdbeben⁵ entstand, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein hinweg, und setzte sich darauf.⁶ +Matthäus Mt 48 28 2 4 Dieses Wörtchen macht auf etwas nun folgendes Wunderbare aufmerksam. +Matthäus Mt 48 28 2 5 Das Erdbeben bedeutet die Anwesenheit Gottes oder der Engel, wie bei der Verkündigung des Gesetzes; es ist ein Beweis der Macht und Herrlichkeit des Herrschers über Himmel und Erde. So werden auch die Wächter belehrt, dass ein Wunder geschehen ist. Wie ferner der Tod Christi am Kreuze, so ziemte es sich, dass die Auferstehung des Herrn, sein Sieg über die Hölle und die Erneuerung der Erde durch ein Erdbeben kundgetan ward. Ein Engel ist der Bote der Auferstehung, wie ein Engel der Bote der Menschwerdung und der Geburt Christi gewesen, wie die Engel ihm in der Wüste gedient und ein Engel ihm im Todeskampfe gestärkt hat (Hier.). Nach Christi Himmelfahrt verkünden Engel die Herrlichkeit, zu der er eingegangen, wie sie einst seine glorreiche Wiederkehr kundtun werden [1Thess 4,15]. Der Engel wälzt den Stein von der Tür des Grabes, damit alle sehen, dass das Grab leer und Christus auferstanden ist. Der Engel setzt sich auf den Stein wie ein Lehrer aus dem Himmel, um den Gläubigen die Gewissheit des Glaubens zu spenden (Pasch.). Er sitzt, um anzudeuten, dass auch der Heiland jetzt seinen Thron eingenommen hat. +Matthäus Mt 48 28 2 6 Dies geschah, ehe die Frauen zum Grabe kamen, da sie nach [Mk 16,4] den Stein schon vom Grabe weggewälzt finden. +Matthäus Mt 48 28 3 Erat autem aspectus ejus sicut fulgur: et vestimentum ejus sicut nix. Sein Anblick aber war wie der Blitz, und sein Gewand weiß wie der Schnee.⁷ +Matthäus Mt 48 28 3 7 Seine Erscheinung war leuchtend und glanzvoll, weil er den glorreich Auferstandenen verkündete, welcher schrecklich ist in seinem Verdammungsurteil über die Bösen, gütig als Belohner der Frommen. +Matthäus Mt 48 28 4 Præ timore autem ejus exterriti sunt custodes, et facti sunt velut mortui. Aus Furcht vor ihm aber bebten die Wächter und wurden wie tot.⁸ +Matthäus Mt 48 28 4 8 Wenn sogar die Frommen bei überirdischen Erscheinungen anfangs einen heiligen Schrecken empfinden [Jes 6,5, Ez 2,1, Dan 7,15, Lk 1,30], wie viel mehr die von einer Christus feindlichen Nacht aufgestellten Soldaten, die erfahren sollen, dass eine höhere Macht hier handelnd auftritt. +Matthäus Mt 48 28 5 Respondens autem Angelus dixit mulieribus: Nolite timere vos: scio enim, quod Jesum, qui crucifixus est, quæritis: Der Engel aber redete zu den Frauen⁹ und sprach: Fürchtet ihr euch nicht!¹⁰ denn ich weiß, dass ihr Jesus, welcher gekreuzigt worden ist,¹¹ suchet. +Matthäus Mt 48 28 5 9 Als die Frauen kamen, waren die Wächter nicht mehr da und der Engel saß nicht mehr auf dem Steine. Kaum sah Maria Magdalena, dass der Stein weggewälzt sei, als die zu Petrus und Johannes eilte, um ihnen zu berichten, dass man den Leib des Herrn aus dem Grabe genommen habe. [Joh 20,1.2]. Beim Eintritte in das Grab sehen die Frauen zwei Engel im Grabe. Die weiteren Umstände [Mk 16,5, Lk 24,4]. Wann war Christus auferstanden? Wohl sogleich nach dem Erscheinen der Morgenröte des Sonntages, als es zu tagen begann. (Viele mit Bened. XIV) +Matthäus Mt 48 28 5 10 Nicht ihr habt euch zu fürchten, sondern diejenigen, welche den Herrn gekreuzigt haben (Chrys.) und die im Unglauben beharren (Hier.). +Matthäus Mt 48 28 5 11 Dies betont der Engel, weil der Kreuzestod für Christus der Weg zur Herrlichkeit, für uns die Quelle aller Güter ist (Chrys.). +Matthäus Mt 48 28 6 Non est hic: surrexit enim, sicut dixit: venite, et videte locum, ubi positus erat Dominus. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat;¹² kommet und sehet den Ort, wo man den Herrn hingelegt hatte.¹³ +Matthäus Mt 48 28 6 12 Ein leiser Tadel, dass sie sich seiner Vorhersagung nicht erinnern. Noch deutlicher [Lk 24,5]. +Matthäus Mt 48 28 6 13 Sie sollen beim Anblicke des leeren Grabes an die Auferstehung glauben (Hier., Chrys.). +Matthäus Mt 48 28 7 Et cito euntes, dicite discipulis ejus quia surrexit: et ecce præcedit vos in Galilæam: ibi eum videbitis: ecce prædixi vobis. Und gehet eilends hin, und saget seinen Jüngern, dass er auferstanden ist;¹⁴ und sehet, er geht euch voraus nach Galiläa;¹⁵ daselbst werdet ihr ihn sehen.¹⁶ Sehet, ich habe es euch vorhergesagt.¹⁷ +Matthäus Mt 48 28 7 14 So erhalten die Jünger die Zusicherung, dass der Herr ihnen wegen ihrer Schwäche zur Zeit seines Leidens nicht zürnt. Wie der auferstandene Heiland den Betrübten Trost spendet, so auch die Engel. +Matthäus Mt 48 28 7 15 Es muss ihnen lieb sein, nach den Ereignissen der letzten Tage Judäa zu verlassen. In Galiläa waren sie einst vom Heilande berufen; dort hatte derselbe meist seine Lehrtätigkeit geübt und wohl auch die meisten Gläubigen gefunden, denen er sich zeigen will [1Kor 15,6]. Wie muss ihr Mut und ihre Freude wachsen, da der Heiland selbst dorthin vorausgehen will! +Matthäus Mt 48 28 7 16 Wie der Heiland am Donnerstage gesagt [Mt 26,32]. Diese Botschaft dient zugleich als Beglaubigung, dass die Frauen wahrhaft von einem Himmelsboten belehrt und gesandt sind, anderswoher konnten sie es nicht wissen, da jene Verheißung des Erscheinens in Galiläa den Jüngern allein gegeben war. +Matthäus Mt 48 28 7 17 Dies ist sicher wahr, haltet daran fest! +Matthäus Mt 48 28 8 Et exierunt cito de monumento cum timore, et gaudio magno, currentes nuntiare discipulis ejus. Und sie gingen eilends heraus aus dem Grabe mit Furcht und großer Freude, und liefen, es seinen Jüngern zu verkünden. +Matthäus Mt 48 28 9 Et ecce Jesus occurrit illis, dicens: Avete. Illæ autem accesserunt, et tenuerunt pedes ejus, et adoraverunt eum. Und siehe, Jesus begegnete ihnen¹⁸ und sprach: Seid gegrüßt!¹⁹ Sie aber traten hinzu, und umfassten seine Füße, und beteten ihn an.²⁰ +Matthäus Mt 48 28 9 18 Bach einiger Zeit, wie. [Mk 16,8] zeigt. +Matthäus Mt 48 28 9 19 Dies bedeutet eigentlich: Freuet euch! Was der Heiland mit Worten ausspricht, verleiht er gleichzeitig, den Herzen die Freude. Welcher Lohn für die Treue der Frauen unter dem Kreuze! +Matthäus Mt 48 28 9 20 Sie zweifeln nicht wie einige Jünger, und Christus braucht ihnen nicht zu beweisen, dass er derselbe ist, der gekreuzigt wurde. Die Liebe schärft ihre Augen, dass sie ihn sogleich erkennen, wie später der heil. Johannes [Joh 21,7]. +Matthäus Mt 48 28 10 Tunc ait illis Jesus: Nolite timere; ite, nuntiate fratribus meis ut eant in Galilæam, ibi me videbunt. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin und verkündet meinen Brüdern,²¹ dass sie nach Galiläa gehen, daselbst werden sie mich sehen.²² +Matthäus Mt 48 28 10 21 So hat der Heiland die Apostel noch nie zuvor genannt. Dies Wort allein genügt, ihnen zu zeigen, wie lieb Christus sie hat und wie hoch er sie stellt. Auf Erden wandelnd nannte er sie seine Freunde, der himmlischen Herrschaft teilhaftig nennt er sie seine Brüder, als der Erstgeborene unter vielen [Röm 8,29]. +Matthäus Mt 48 28 10 22 Siehe [Mt 26,Anm.59]. Der Heiland zeigt sich zuerst den Frauen, so ihren frommen Eifer und ihre Standhaftigkeit belohnend (Hier.) und dieselbe den Jüngern in's Gedächtnis zurückrufend. Durch die Begrüßung und die Entsendung des Frauen gibt Jesus zu erkennen, dass der Fluch, den Eva über die Menschen gebracht, aufgehoben ist. Wie das Weib die erste Ursache des Todes war, soll es auch als an erster Stelle die Herrlichkeit der Auferstehung sehen, kosten und verkünden (Hil., Pasch.). +Matthäus Mt 48 28 11 Quæ cum abiissent, ecce quidam de custodibus venerunt in civitatem, et nuntiaverunt principibus sacerdotum omnia, quæ facta fuerant. Als diese nun hingegangen waren, siehe, da kamen einige von den Wächtern in die Stadt und meldeten den Hohenpriestern²³ alles, was sich zugetragen hatte. +Matthäus Mt 48 28 11 23 Weil die Wächter von diesen bei dem Grabe aufgestellt waren. Wie groß war die Verlegenheit des hohen Rates! Was die Soldaten meldeten, war nicht weg zu streiten, eine Verletzung der Pflicht nicht nachzuweisen. Wenn die Kunde von dem Geschehenen sich verbreitete, musste die Auferstehung Christi überall Glauben finden. So offenbaren die Juden denn jetzt den ganzen Abgrund ihrer Bosheit. Wie sie früher die offenbarten Wunder des Herrn dem Teufel zugeschrieben, so wollen sie jetzt das Zeugnis Gottes mit Lügen unterdrücken. Wie sie das Blut des Heilandes, als er noch auf Erden wandelte, gekauft, so wollen sie die Nachricht von seiner Auferstehung durch Geld aus der Welt schaffen (Chrys.). +Matthäus Mt 48 28 12 Et congregati cum senioribus consilio accepto, pecuniam copiosam dederunt militibus, Und diese versammelten sich mit den Ältesten, hielten Rat und gaben den Soldaten reichliches Geld, +Matthäus Mt 48 28 13 Dicentes: Dicite quia discipuli ejus nocte venerunt, et furati sunt eum, nobis dormientibus. indem sie sprachen: Saget: Seine Jünger sind bei der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.²⁴ +Matthäus Mt 48 28 13 24 O unglückselige Arglist, schlafende Zeugen rufst du an? Wahrlich, du selbst bist in Schlaf versunken (Aug.). +Matthäus Mt 48 28 14 Et si hoc auditum fuerit a præside, nos suadebimus ei, et securos vos faciemus. Und wenn dieses²⁵ dem Landpfleger zu Ohren kommen sollte, so werden wir ihn beschwichtigen und euch sicher stellen.²⁶ +Matthäus Mt 48 28 14 25 Dass ihr geschlafen hättet. +Matthäus Mt 48 28 14 26 Damit die Soldaten nicht fürchten, die Lüge werde ihnen Schaden bringen, versprechen diejenigen, welche sie an das Grab gestellt und in deren Interesse sie gewacht, für sie einzutreten. Dem Pilatus lag wenig an der Sache, zumal ihn seine Nachgiebigkeit bei der Verurteilung des Herrn reute [Mt 27,65]. Die Hohenpriester aber wussten wohl, warum es nicht geraten war, die Wächter zu verklagen. +Matthäus Mt 48 28 15 At illi accepta pecunia, fecerunt sicut erant edocti. Et divulgatum est verbum istud apud Judæos, usque in hodiernum diem. Jene also nahmen das Geld und taten, wie man sie angewiesen hatte; und es verbreitete sich diese Sage unter den Juden bis auf den heutigen Tag. +Matthäus Mt 48 28 16 Undecim autem discipuli abierunt in Galilæam in montem, ubi constituerat illis Jesus. Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin²⁷ sie Jesus beschieden hatte. +Matthäus Mt 48 28 16 27 Hatte Jesus ihnen einen solchen Auftrag erteilt, so war er schon vor der jetzt zu erzählenden Erscheinung zu den Jüngern gekommen. Also setzt Matthäus mehrere Erscheinungen voraus, die Lukas und Johannes ausdrücklich berichten. +Matthäus Mt 48 28 17 Et videntes eum adoraverunt: quidam autem dubitaverunt. Und da sie ihn sahen, beteten sie ihn an; einige aber zweifelten.²⁸ +Matthäus Mt 48 28 17 28 Da nur die Apostel anwesend sind, kann ein Zweifel einzig darüber in ihnen erwachen, ob es der Herr ist. Deshalb wird V. 18 gesagt, dass Jesus hinzutrat. Ähnlich erkennen [Joh 21,7] nicht alle gleichzeitig den Heiland. +Matthäus Mt 48 28 18 Et accedens Jesus locutus est eis, dicens: Data est mihi omnis potestas in clo, et in terra. Und Jesus trat herzu, redete zu ihnen, und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden.²⁹ +Matthäus Mt 48 28 18 29 Bevor der Heiland die Apostel aussendet, zeigt er ihnen gleichsam seine Vollmachten als Mensch, Erlöser und Sieger. Da das Reich Gottes auf Erden beginnt und im Himmel vollendet wird, erstreckt sich die königliche Gewalt des Herrn über Himmel und Erde, jene Gewalt, von der [Ps 2,8, Dan 7,14, Phil 2,9] berichtet wird. +Matthäus Mt 48 28 19 Euntes ergo docete omnes gentes: baptizantes eos in nomine Patris, et Filii, et Spiritus sancti: Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes;³⁰ [Mk 16,15] +Matthäus Mt 48 28 19 30 Griech.: Auf den Namen, so dass sie diesem geweiht und seiner Herrschaft unterworfen werden. Vergl. [1Kor 1,12]. Der Name bedeutet das, was Gott von sich offenbart hat. Durch die Taufe werden wir also der heil. Dreifaltigkeit geweiht, wie sie sich uns offenbart hat, treten in Gemeinschaft mit ihr, soweit sie uns einer solchen würdigt, und unterwerfen uns ihr im Gehorsam gegen alles, was sie von uns fordert. Die äußere Form der Taufe beschreibt Christus nicht, weil dieselbe aus der Taufe Johannes und seiner Jünger bekannt war [Joh 4,2]. Von den Zeiten an war außer der Untertauchung auch die jetzt noch übliche dreimalige Übergießung in Übung (Apostellehre). Die Worte, welche der Herr hier anwendet, sind bei der Taufe notwendig zu sprechen, wie die gesamte Überlieferung bezeugt. +Matthäus Mt 48 28 20 Docentes eos servare omnia quæcumque mandavi vobis: et ecce ego vobiscum sum omnibus diebus, usque ad consummationem sæculi. und lehret sie alles halten, was ich euch³¹ geboten habe; und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.³² +Matthäus Mt 48 28 20 31 So bestätigt der Heiland, die den Aposteln [Mt 18,18] verliehene gesetzgebende Gewalt und setzt jetzt ein lebendiges Lehramt ein, welches die Gläubigen in allem, was der Herr den Aposteln befohlen, zu leiten und zu lehren hat. Weder Christus selbst hinterließ diese Gebote schriftlich, noch übergaben die Apostel sie den Kirchen schriftlich, sondern sie lehrten die Gläubigen durch Wort und Predigt, was der Heiland ihnen aufgetragen. Die Christen sollen eines sein [Joh 17,21]; wie aber können sie eines sein in Glauben und Sitten, wenn sie nicht wissen, was Christus gelehrt und geboten hat? Wie aber können sie es wissen, wenn nicht in der Kirche ein Lehramt besteht, von dem jeder Irrtum allezeit fern bleibt? Dass Christus will, dass seine Gebote und Anordnungen immer und überall bestehen bleiben und beobachtet werden, folgt aus dem den Aposteln gegebenen Auftrage, ebenso wie aus der Verheißung des Beistandes bis an das Ende der Zeiten. Denn wenn er seinen göttlichen Beistand verheißt, kann niemand vorschützen, es sei unmöglich, das Aufgetragene zu erfüllen. +Matthäus Mt 48 28 20 32 Also ist die Verheißung Christi nicht den Aposteln allein gegeben, denn diese lebten nur kurze Zeit, sondern auch ihren Nachfolgern. Immerdar also wird die Kirche die Lehre des Heilandes rein und unverfälscht bewahren bis zum Tage des Gerichtes. Wo aber ist diese Kirche? Nur die katholische Kirche rühmt sich dessen, dass sie alles hält, was Christus befohlen. Nimm die katholische Kirche hinweg, so sind Christi Worte nicht mehr wahr, denn keine der vielen Sekten, welche sich christlich nennen, wagt es im Ernste, zu sagen, sie sei allein jene Kirche, welche alles halten lehrt, was Christus aufgetragen hat. Nun aber steht und bleibt Christi Wort und darum auch seine Kirche. Wie Matthäus am Anfange des Evangeliums in der Geschichte der Weisen aus dem Morgenlande Jesus als den Heiland aller Völker gezeigt hat, so schließt er auch mit der Aussendung der Apostel an alle Völker, damit alle des Heiles teilhaftig werden. +Lukas Lk 49 1 0 Einleitung 1, V. 1-4 I. 1,5 4,13 1. Geschichte der Kindheit Jesu 1,5 2. Verkündigung der Geburt des Vorläufers (V. 25) und der Geburt des Heilandes. (V. 38) Besuch der heil. Jungfrau bei Elisabeth. (V. 56) Geburt des heil. Johannes. (V. 66) Lobgesang des Zacharias. Lukas Lk 49 1 1 QUONIAM quidem multi conati sunt ordinare narrationem, quæ in nobis completæ sunt, rerum: Weil viele¹ schon es unternommen haben,² eine Erzählung der Tatsachen, die unter uns vollendet worden sind,³ zu verfassen, Lukas Lk 49 1 1 1 Wer gemeint ist, steht nicht fest. Lukas Lk 49 1 1 2 Vielleicht ohne den gewünschten Erfolg. (Vergl. V. 3) @@ -56302,7 +56342,9 @@ Lukas Lk 49 1 75 124 Zacharias erfasst das messianische Reich als ein geistiges Lukas Lk 49 1 76 Et tu puer, propheta Altissimi vocaberis; præibis enim ante faciem Domini parare vias ejus: Und du, Knabe,¹²⁵ wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden;¹²⁶ denn du wirst vor dem Angesichte des Herrn hergehen, ihm seine Wege zu bereiten; Lukas Lk 49 1 76 125 Auch von dir ist Großes zu verkünden. Lukas Lk 49 1 76 126 So erklärt er mit Recht das Wort des Engels. Der Vater redet aus Liebe zu seinem Sohne diesen an, will aber wohl die Anwesenden über dessen Würde belehren. -Lukas Lk 49 1 77 Ad dandam scientiam salutis plebi ejus: in remissionem peccatorum eorum: +Lukas Lk 49 1 77 Ad dandam scientiam salutis plebi ejus: in remissionem peccatorum eorum: um sein Volk zur Erkenntnis des Heiles zu führen,¹²⁷ zur Vergebung seiner Sünden,¹²⁸ [Mal 4,5] [V. 17] +Lukas Lk 49 1 77 127 Erklärung zu V. 76. +Lukas Lk 49 1 77 128 Nach dem Griechischen: Er soll sie belehren, dass das Heil im Nachlass der Sünden besteht. Lukas Lk 49 1 78 Per viscera misericordiæ Dei nostri: in quibus visitavit nos, oriens ex alto: durch die innigste Barmherzigkeit unseres Gottes,¹²⁹ in welcher uns heimgesucht hat der Aufgang aus der Höhe;¹³⁰ [Sach 3,8, Sach 6,12, Mal 4,2] Lukas Lk 49 1 78 129 Wegen der höchsten Barmherzigkeit Gottes. Lukas Lk 49 1 78 130 Wohl aus [Jes 4,2], eine Stelle, die auch V. 79 hinweist. @@ -56313,7 +56355,7 @@ Lukas Lk 49 1 80 Puer autem crescebat, et confortabatur spiritu: et erat in dese Lukas Lk 49 1 80 133 Dem Leibe nach. Lukas Lk 49 1 80 134 Wohl an verschiedenen Orten der Wüste von Judäa. Über seine Lebensweise siehe [Mt 3,4] und [Mk 1,6]. Lukas Lk 49 1 80 135 Bis zu der Zeit, wo Gott ihn berief, also bis gegen das 30. Lebensjahr, wird er, wie einst Moses und Elias, in der Einsamkeit für seine künftige Tätigkeit vorbereitet. -Lukas Lk 49 2 0 Christi Geburt. (V. 7) Die Hirten kommen zur Krippe. (V. 20) Der Heiland ist dem Gesetze gehorsam: Namensgebung. (V. 40) Der zwölfjährige Jesus im Tempel. +Lukas Lk 49 2 0 Christi Geburt. (V. 7) Die Hirten kommen zur Krippe. (V. 20) Der Heiland ist dem Gesetze gehorsam: Namensgebung. (V. 40) Der zwölfjährige Jesus im Tempel. Lukas Lk 49 2 1 Factum est autem in diebus illis, exiit edictum a Cæsare Augusto ut describeretur universus orbis. Es geschah aber in denselben Tagen,¹ dass vom Kaiser Augustus ein Befehl ausging, dass der ganze Erdkreis² aufgeschrieben werde. Lukas Lk 49 2 1 1 Nach der Rückkehr Marias von Elisabeth geschah, was [Mt 1,18] erzählt wird. Indes soll Christus in Bethlehem geboren werden. Gott lenkt also die Ereignisse so, dass sein Ziel erreicht wird. Lukas Lk 49 2 1 2 Das römische Reich. @@ -56437,7 +56479,7 @@ Lukas Lk 49 2 52 Et Jesus proficiebat sapientia, et ætate, et gratia apud Deum, Lukas Lk 49 2 52 69 Die Theologen unterscheiden in der Seele Christi eine dreifache Wissenschaft: Die selige Anschauung, ein eingegossenes und ein erworbenes Wissen. Nur dieses letztere, das Wissen der Erfahrung, war eines Fortschrittes fähig (Thom.). Der Heiland offenbart mehr und mehr die ihm innewohnende Weisheit. Lukas Lk 49 2 52 70 Seine Werke gefallen Gott. Lukas Lk 49 2 52 71 Er entwickelt nach dem fortschreitenden Alter jene Tugenden, welche das Lob und die Liebe der Menschen gewinnen. -Lukas Lk 49 3 0 2. Nächste Vorbereitung zur öffentlichen Tätigkeit Christi (3-4,13): Die Predigt Johannes des Täufers (V. 20), die Taufe Jesu (V. 22) und das Geschlechtsregister des Herrn. +Lukas Lk 49 3 0 2. Nächste Vorbereitung zur öffentlichen Tätigkeit Christi (3-4,13): Die Predigt Johannes des Täufers (V. 20), die Taufe Jesu (V. 22) und das Geschlechtsregister des Herrn. Lukas Lk 49 3 1 Anno autem quinto decimo imperii Tiberii Cæsaris, procurante Pontio Pilato Judæam, tetrarcha autem Galilææ Herode, Philippo autem fratre ejus tetrarcha Iturææ, et Trachonitidis regionis, et Lysania Abilinæ tetrarcha, Im fünfzehnten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius,¹ als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa, und Herodes Vierfürst von Galiläa,² Philippus aber, sein Bruder, Vierfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis,³ und Lysanias Vierfürst von Abilene⁴ war, Lukas Lk 49 3 1 1 Die Propheten, welche nur zu den Juden gesendet wurden, setzten die Namen der jüdischen Könige an den Anfang. Das Evangelium, dessen erster Verkündiger der heil. Johannes ist, ist für alle Völker bestimmt, deshalb wird der Beherrscher der Welt am Anfange genannt. Die Berufung des hl. Johannes erfolgt wohl 779 nach Gründung der Stadt. Archelaus war im 10. Jahre seiner Regierung von Augustus abgesetzt und die Verwaltung Judäas mit der der Provinz Syrien vereinigt worden. Der fünfte Prokurator war Pontius Pilatus (26-36 n. Chr.). Lukas Lk 49 3 1 2 Und Peräa (bis 36 n. Chr.) Siehe [Mt 14,1] @@ -56516,7 +56558,7 @@ Lukas Lk 49 3 36 Qui fuit Cainan, qui fuit Arphaxad, qui fuit Sem, qui fuit Noe, Lukas Lk 49 3 37 Qui fuit Mathusale, qui fuit Henoch, qui fuit Jared, qui fuit Malaleel, qui fuit Cainan. dieser ein Sohn des Mathusale, dieser ein Sohn des Henoch, dieser ein Sohn des Jared, dieser ein Sohn des Malaleel, dieser ein Sohn des Kainan, Lukas Lk 49 3 38 Qui fuit Henos, qui fuit Seth, qui fuit Adam, qui fuit Dei. dieser ein Sohn des Henos, dieser ein Sohn des Seth, dieser ein Sohn des Adam, dieser war Gottes.⁴⁰ Lukas Lk 49 3 38 40 Da der Heiland Mensch geworden, musste er sich der Sitte unterwerfen, nach welcher der Stammbaum des Familienhauptes gegeben ward. Da nun Joseph und Maria verwandt waren, sind die meisten Vorfahren Josephs auch Vorfahren Marias, und somit auch Jesu. -Lukas Lk 49 4 0 Christus wird vom Teufel in der Wüste versucht. (V. 13) II. 4,14 9,50 1. Erstes Auftreten des Herrn in Galiläa. (4,13 6,14) Jesus predigt in Nazareth. (V. 30) Der Heiland predigt in Kapharnaum und findet keinen Glauben. +Lukas Lk 49 4 0 Christus wird vom Teufel in der Wüste versucht. (V. 13) II. 4,14 9,50 1. Erstes Auftreten des Herrn in Galiläa. (4,13 6,14) Jesus predigt in Nazareth. (V. 30) Der Heiland predigt in Kapharnaum und findet keinen Glauben. Lukas Lk 49 4 1 Jesus autem plenus Spiritu sancto regressus est a Jordane: et agebatur a Spiritu in desertum. Jesus aber, voll des Heiligen Geistes,¹ kehrte zurück vom Jordan, und ward vom Geiste² in die Wüste geführt. [Mt 4,1, Mk 1,12] Lukas Lk 49 4 1 1 Auch die Apostel waren mit dem hl. Geist erfüllt; anders aber als sie der Heiland. Übrigens wollte der Evangelist nur andeuten, dass die Fülle des hl. Geistes sich nach außen kundgab. Lukas Lk 49 4 1 2 Griech.: Von dem heil. Geiste erfüllt. @@ -56615,7 +56657,7 @@ Lukas Lk 49 4 42 53 Wohl aus derselben Ursache, weshalb er den bösen Geistern Lukas Lk 49 4 43 Quibus ille ait: Quia et aliis civitatibus oportet me evangelizare regnum Dei: quia ideo missus sum. Er aber sprach zu ihnen: Auch den andern Städten muss ich das Evangelium vom Reiche Gottes⁵⁴ verkünden; denn dazu bin ich gesandt. [Mk 1,38] Lukas Lk 49 4 43 54 Siehe [Mt 4,17]. Lukas Lk 49 4 44 Et erat prædicans in synagogis Galilææ. Und er predigte in den Synagogen von Galiläa. [Mk 1,39] -Lukas Lk 49 5 0 Wunderbarer Fischfang des heil. Petrus. (V. 11) Heilung eines Aussätzigen und eines Gelähmten. (V. 26) Berufung des heil. Matthäus. +Lukas Lk 49 5 0 Wunderbarer Fischfang des heil. Petrus. (V. 11) Heilung eines Aussätzigen und eines Gelähmten. (V. 26) Berufung des heil. Matthäus. Lukas Lk 49 5 1 Factum est autem, cum turbæ irruerent in eum, ut audirent verbum Dei, et ipse stabat secus stagnum Genesareth. Es geschah aber, als sich das Volk an ihn herandrängte, um das Wort Gottes zu hören, stand er am See Genesareth.¹ Lukas Lk 49 5 1 1 Ähnlich [Mk 3,9]. Lukas Lk 49 5 2 Et vidit duas naves stantes secus stagnum: piscatores autem descenderant, et lavabant retia. Und er sah zwei Schiffe am See liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen, und wuschen ihre Netze.² @@ -56692,7 +56734,7 @@ Lukas Lk 49 5 37 36 Die Pharisäer haben durch ihren Angriff gezeigt, dass sie Lukas Lk 49 5 38 Sed vinum novum in utres novos mittendum est; et utraque conservantur. sondern neuen Wein muss man in neue Schläuche tun, und so werden beide erhalten. Lukas Lk 49 5 39 Et nemo bibens vetus, statim vult novum, dicit enim: Vetus melius est. Und niemand, der alten Wein trinkt, verlangt sogleich neuen, denn er sagt: Der alte ist besser!³⁷ Lukas Lk 49 5 39 37 Das Bild soll die Macht der Gewohnheit und die Verkehrtheit derer ausdrücken, welche die Form des Alten Bundes auf immer festhalten möchten -Lukas Lk 49 6 0 Jesus verteidigt seine Jünger, die am Sabbat Ähren pflücken, gegen die Pharisäer und heilt am Sabbat. (V. 11) 2. Weitere Tätigkeit des Herrn in Galiläa (6,12-8) Wahl der Apostel. (V. 16) Predigt Jesu an seine Jünger und das Volk. +Lukas Lk 49 6 0 Jesus verteidigt seine Jünger, die am Sabbat Ähren pflücken, gegen die Pharisäer und heilt am Sabbat. (V. 11) 2. Weitere Tätigkeit des Herrn in Galiläa (6,12-8) Wahl der Apostel. (V. 16) Predigt Jesu an seine Jünger und das Volk. Lukas Lk 49 6 1 Factum est autem in sabbato secundo, primo, cum transiret per sata, vellebant discipuli ejus spicas, et manducabant confricantes manibus. Es geschah aber an einem zweit-ersten Sabbate,¹ dass er durch Saatfelder ging; und seine Jünger pflückten die Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen, und aßen. [Mt 12,1, Mk 2,23] Lukas Lk 49 6 1 1 Im Griechischen: Zweit-erster Sabbat. Was dieses Wort bedeuten soll, ist nicht klar, wie bereits der heil. Hieronymus klagt. Jedenfalls ist die Zeit nach Ostern gemeint, wahrscheinlich der erste Sabbat des zweiten Monats, da es nicht gestattet war, vor dem zweiten Tage der ungesäuerten Brote, dem 16. Nisan, etwas von der Ernte zu genießen, die kurz zuvor eingebracht ward. Lukas Lk 49 6 2 Quidam autem Pharisæorum, dicebant illis: Quid facitis quod non licet in sabbatis? Da sprachen einige von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbate nicht erlaubt ist? @@ -56790,7 +56832,7 @@ Lukas Lk 49 6 48 Similis est homini ædificanti domum, qui fodit in altum, et po Lukas Lk 49 6 48 47 Die Beobachtung der Lehre Christi ist der sichere Untergrund des Heiles und dauernden Glückes. Lukas Lk 49 6 49 Qui autem audit, et non facit: similis est homini ædificanti domum suam super terram sine fundamento: in quam illisus est fluvius, et continuo cecidit: et facta est ruina domus illius magna. Wer aber hört, und nicht tut, der ist gleich einem Menschen, der sein Haus ohne Untergrund auf die Erde hinbaute; an dieses Haus stieß der Strom, und sogleich fiel es zusammen, und der Zusammensturz dieses Hauses ward groß.⁴⁸ Lukas Lk 49 6 49 48 Vergl. [Dtn 30,15ff] und [Mt 7,24-27]. -Lukas Lk 49 7 0 Jesus heilt den Knecht eines Hauptmannes. (V. 10) Auferweckung des Sohnes einer Witwe zu Naim. (V. 17) Johannes entsendet seine Jünger zu dem Heilande. (V. 35) Die öffentliche Sünderin salbt die Füße des Herrn bei einem Gastmahle im Hause eines Pharisäers. +Lukas Lk 49 7 0 Jesus heilt den Knecht eines Hauptmannes. (V. 10) Auferweckung des Sohnes einer Witwe zu Naim. (V. 17) Johannes entsendet seine Jünger zu dem Heilande. (V. 35) Die öffentliche Sünderin salbt die Füße des Herrn bei einem Gastmahle im Hause eines Pharisäers. Lukas Lk 49 7 1 Cum autem implesset omnia verba sua in aures plebis, intravit Capharnaum. Nachdem er aber alle seine Reden vor den Ohren des Volkes vollendet hatte,¹ ging er hinein nach Kapharnaum.² [Mt 8,5] Lukas Lk 49 7 1 1 Der Glaube und die Demut des Heiden bilden einen scharfen Gegensatz zu dem Unglauben und dem Stolze der Pharisäer. Der Heiland ist sofort bereit, zu helfen. Lukas Lk 49 7 1 2 Der heil. Lukas berichtet nur zweimal von einem Aufenthalte des Heilandes in dieser Stadt. @@ -56899,7 +56941,7 @@ Lukas Lk 49 7 49 Et cperunt qui simul accumbebant, dicere intra se: Quis est hic Lukas Lk 49 7 49 57 Wie [Lk 5,21] die Schriftgelehrten und Pharisäer. Sie drücken ihre Verwunderung aus, deshalb antwortet der Heiland nichts. Lukas Lk 49 7 50 Dixit autem ad mulierem: Fides tua te salvam fecit: vade in pace. Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin in Frieden!⁵⁸ Lukas Lk 49 7 50 58 Griech. So, dass der Friede das Ziel ist: Sei glücklich. Die Worte des Heilandes können nicht ohne Erfolg bleiben. -Lukas Lk 49 8 0 Die Sorge frommer Frauen für den Unterhalt des Herrn. (V. 3) Gleichnis vom Sämanne. (V. 18) Jesus wird von seinen Verwandten aufgesucht (V. 21) und stillt den Sturm. (V. 25) Der Heiland heilt einen Besessenen im Gebiete des Gerasener (V. 39), heilt eine Blutflüssige und erweckt die Tochter des Jairus vom Tode. +Lukas Lk 49 8 0 Die Sorge frommer Frauen für den Unterhalt des Herrn. (V. 3) Gleichnis vom Sämanne. (V. 18) Jesus wird von seinen Verwandten aufgesucht (V. 21) und stillt den Sturm. (V. 25) Der Heiland heilt einen Besessenen im Gebiete des Gerasener (V. 39), heilt eine Blutflüssige und erweckt die Tochter des Jairus vom Tode. Lukas Lk 49 8 1 Et factum est deinceps, et ipse iter faciebat per civitates, et castella prædicans, et evangelizans regnum Dei: et duodecim cum illo, Und es geschah darnach,¹ dass er durch Städte und Flecken zog, predigend und die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkündigend, und die Zwölf waren mit ihm,² Lukas Lk 49 8 1 1 Nach [Lk 9,12] geschieht das dort Erzählte um die Zeit des dritten Osterfestes im öffentlichen Leben Jesu. So liegen also die im Kap. 8 berichteten Ereignisse wohl in der zweiten Hälfte des zweiten Jahres. Lukas Lk 49 8 1 2 Wohl besonders in den Synagogen. Die Jünger sind bei dem Herrn, weil er sie durch sein Beispiel bilden will, ehe er sie aussendet. @@ -56997,7 +57039,7 @@ Lukas Lk 49 8 54 Ipse autem tenens manum ejus clamavit, dicens: Puella, surge. E Lukas Lk 49 8 54 40 Der Heiland weckt die Verstorbene, wie man Schlafende weckt, weil er aus eigener Kraft dies Wunder tut. Lukas Lk 49 8 55 Et reversus est spiritus ejus, et surrexit continuo. Et jussit illi dari manducare. Da kehrte ihr Geist zurück, und sie stand sogleich auf. Und er befahl, dass man ihr zu essen gebe. Lukas Lk 49 8 56 Et stupuerunt parentes ejus, quibus præcepit ne alicui dicerent quod factum erat. Und ihre Eltern gerieten in Erstaunen; er aber gebot ihnen, niemanden zu sagen, was geschehen war. -Lukas Lk 49 9 0 3. Schluss der Tätigkeit Jesu in Galiläa. (V. 50) Aussendung der Apostel. (V. 7) Herodes wünscht den Herrn zu sehen. (V. 9) Wunderbare Speisung der 5000 Menschen. (V. 17) Petrus bekennt Christi Gottheit, der Heiland sagt sein Leiden voraus. (V. 27) Verklärung des Herrn. (V. 36) Heilung eines Besessenen. (V. 42) Belehrung über das Leiden und die Demut. (V. 50) III. 9,51 19,27. 1. Die erste Reise des Herrn nach Jerusalem. (9,51 11) Die Erfordernisse eines Jüngers Christi. +Lukas Lk 49 9 0 3. Schluss der Tätigkeit Jesu in Galiläa. (V. 50) Aussendung der Apostel. (V. 7) Herodes wünscht den Herrn zu sehen. (V. 9) Wunderbare Speisung der 5000 Menschen. (V. 17) Petrus bekennt Christi Gottheit, der Heiland sagt sein Leiden voraus. (V. 27) Verklärung des Herrn. (V. 36) Heilung eines Besessenen. (V. 42) Belehrung über das Leiden und die Demut. (V. 50) III. 9,51 19,27. 1. Die erste Reise des Herrn nach Jerusalem. (9,51 11) Die Erfordernisse eines Jüngers Christi. Lukas Lk 49 9 1 Convocatis autem duodecim Apostolis, dedit illis virtutem et potestatem super omnia dæmonia, et ut languores curarent. Er rief aber die zwölf Apostel zusammen,¹ und gab ihnen Macht und Gewalt über alle bösen Geister,² und Krankheiten zu heilen. [Mt 10,1, Mk 3,15] Lukas Lk 49 9 1 1 Zwei Jahre sind die Apostel von dem Herrn unterwiesen. Ihre Sendung trägt die Kunde von dem messianischen Reiche überall hin, so dass selbst Herodes von demselben hört. Lukas Lk 49 9 1 2 Zur Austreibung. Der Heiland teilt die ihm als Gott eigene Wundergabe mit. @@ -57110,7 +57152,7 @@ Lukas Lk 49 9 60 Dixitque ei Jesus: Sine ut mortui sepeliant mortuos suos: tu au Lukas Lk 49 9 60 50 Es ruft dich der Aufgang (der Messias) [Sach 3,8, Lk 1,78], und du schaust auf den Niedergang (Aug.). Lukas Lk 49 9 61 Et ait alter: Sequar te Domine, sed permitte mihi primum renuntiare his, quæ domi sunt. Und ein anderer sprach: Herr! ich werde dir nachfolgen, aber erlaube mir zuvor, von dem, was zu Hause ist, Abschied zu nehmen. Lukas Lk 49 9 62 Ait ad illum Jesus: Nemo mittens manum suam ad aratrum, et respiciens retro, aptus est regno Dei. Jesus sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt, und zurücksieht, ist tauglich für das Reich Gottes. -Lukas Lk 49 10 0 Aussendung der 72 Jünger. (V. 24) Die Liebe Gottes und des Nächsten, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. (V. 37) Jesus in Bethanien. +Lukas Lk 49 10 0 Aussendung der 72 Jünger. (V. 24) Die Liebe Gottes und des Nächsten, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. (V. 37) Jesus in Bethanien. Lukas Lk 49 10 1 Post hæc autem designavit Dominus et alios septuaginta duos, et misit illos binos ante faciem suam in omnem civitatem, et locum quo erat ipse venturus. Darnach¹ aber bestimmte der Herr noch andere zweiundsiebzig, und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Ortschaften, wohin er selbst kommen wollte. Lukas Lk 49 10 1 1 Nach den Ereignissen [Lk 9,51]. Entweder erhielt jeder Apostel so sechs Genossen, oder diese Zahl kommt auf jeden Stamm Israels. Der Heiland zeigt, dass in seiner Kirche eine bestimmte Rangordnung bestehen soll (Hier., Bed., Bon.), deshalb ist das Amt der 72 ein minderes als das der Apostel. Je zwei werden ausgesendet zu gegenseitiger Hilfe und gegenseitigem Troste und größeren Ansehens halber. Lukas Lk 49 10 2 Et dicebat illis: Messis quidem multa, operarii autem pauci. Rogate ergo dominum messis ut mittat operarios in messem suam. Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. @@ -57191,7 +57233,7 @@ Lukas Lk 49 10 40 37 Sonst verlässt sie dich nicht. Lukas Lk 49 10 41 Et respondens dixit illi Dominus: Martha, Martha, sollicita es, et turbaris erga plurima. Und der Herr antwortete, und sprach zu ihr: Martha, Martha! du machst dir Sorge und Unruhe um sehr viele Dinge. Lukas Lk 49 10 42 Porro unum est necessarium. Maria optimam partem elegit, quæ non auferetur ab ea. Eines nur ist notwendig. Maria hat den besten Teil erwählt, der ihr nicht wird genommen werden.³⁸ Lukas Lk 49 10 42 38 Du hast den guten, sie den besseren Teil erwählt (Aug., Ambr.). Eines ist notwendig; im Gegensatze zu der mannigfachen Besorgnis Martha's, die Sorge um das Heil der Seele. Dieses Geheimnis wird am Feste der Himmelfahrt Marias gelesen, weil die heil. Jungfrau am besten alles vereinte, was hier gelobt wird. (Bonav.) -Lukas Lk 49 11 0 Jesus lehrt seine Jünger beten. (V. 13) Ein stummer Besessener wird geheilt und die Pharisäer werden betreffs der Teufelsaustreibungen widerlegt. (V. 26) Seligpreisung der Mutter Jesu. (V. 28) Die Pharisäer fordern ein Zeichen. (V. 36) Jesus ruft über dieselben Wehe. +Lukas Lk 49 11 0 Jesus lehrt seine Jünger beten. (V. 13) Ein stummer Besessener wird geheilt und die Pharisäer werden betreffs der Teufelsaustreibungen widerlegt. (V. 26) Seligpreisung der Mutter Jesu. (V. 28) Die Pharisäer fordern ein Zeichen. (V. 36) Jesus ruft über dieselben Wehe. Lukas Lk 49 11 1 Et factum est: cum esset in quodam loco orans, ut cessavit, dixit unus ex discipulis ejus ad eum: Domine, doce nos orare, sicut docuit et Joannes discipulos suos. Und es geschah,¹ da er an einem Orte betete, sprach, als er aufhörte, einer von seinen Jüngern zu ihm: Herr! lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger es gelehret hat.² Lukas Lk 49 11 1 1 Nach einiger Zeit, wohl nach dem Laubhüttenfeste. [Joh 7,14] Lukas Lk 49 11 1 2 Meine Bitte ist angemessen, denn du wirst uns noch besser beten lehren, als dein Vorläufer seine Jünger. @@ -57284,8 +57326,11 @@ Lukas Lk 49 11 52 Væ vobis legis peritis, quia tulistis clavem scientiæ, ipsi Lukas Lk 49 11 52 38 Die Wissenschaft, welche zu dem Heilande führen soll. Sie hindern andere durch ihren Hass und ihre Verleumdungen. Lukas Lk 49 11 53 Cum autem hæc ad illos diceret, cperunt Pharisæi, et legis periti graviter insistere, et os ejus opprimere de multis. Als er aber dieses zu ihnen sagte, fingen die Pharisäer und Gesetzesgelehrten an, ihm heftig zuzusetzen, um ihn mit vielen Reden zu überschreien, Lukas Lk 49 11 54 Insidiantes ei, et quærentes aliquid capere de ore ejus, ut accusarent eum. indem sie ihm eine Falle zu legen und etwas aus seinem Munde aufzufangen suchten, um ihn anklagen zu können. -Lukas Lk 49 12 0 2. Die zweite Reise Jesu nach Jerusalem. (12 17,22) Mahnungen an die Jünger. (V. 12) Jesus wird als Richter in einer Erbstreitigkeit angerufen und warnt vor Habsucht und zu großer Sorge. (V. 34) Notwendigkeit der Wachsamkeit. (V. 53) Die Zeichen der Zeit mahnen alle zur Buße. -Lukas Lk 49 12 1 Multis autem turbis circumstantibus, ita ut se invicem conculcarent, cpit dicere ad discipulos suos: Attendite a fermento Pharisæorum, quod est hypocrisis. +Lukas Lk 49 12 0 2. Die zweite Reise Jesu nach Jerusalem. (12 17,22) Mahnungen an die Jünger. (V. 12) Jesus wird als Richter in einer Erbstreitigkeit angerufen und warnt vor Habsucht und zu großer Sorge. (V. 34) Notwendigkeit der Wachsamkeit. (V. 53) Die Zeichen der Zeit mahnen alle zur Buße. +Lukas Lk 49 12 1 Multis autem turbis circumstantibus, ita ut se invicem conculcarent, cpit dicere ad discipulos suos: Attendite a fermento Pharisæorum, quod est hypocrisis. Als nun¹ viele Volksscharen ringsherum standen, so dass sie aufeinander traten, fing er an zu seinen Jüngern² zu sagen: Hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer, welcher die Heuchelei³ ist! [Mt 16,6, Mk 8,15] +Lukas Lk 49 12 1 1 Griech.: Inzwischen. Nach anderen enthält der folgende Bericht die Fortsetzung der [Lk 9,51] erwähnten Reise. +Lukas Lk 49 12 1 2 Griech.: Zuerst zu seinen Jüngern. +Lukas Lk 49 12 1 3 Die Heuchelei verdirbt alles Gute, das im Menschen sein kann (Theoph.). Lukas Lk 49 12 2 Nihil autem opertum est, quod non reveletur: neque absconditum, quod non sciatur. Es ist aber nichts verborgen, was nicht offenbar, und nichts heimlich, was nicht bekannt würde.⁴ [Mt 10,26, Mk 4,22] Lukas Lk 49 12 2 4 Auch ihre Heuchelei wird aufgedeckt werden. Lukas Lk 49 12 3 Quoniam quæ in tenebris dixistis, in lumine dicentur: et quod in aurem locuti estis in cubiculis, prædicabitur in tectis. Denn was ihr im Finstern gesprochen habt, das wird im Lichte verkündet werden; und was ihr in den Kammern in's Ohr geredet habet, das wird auf den Dächern gepredigt werden.⁵ @@ -57301,7 +57346,8 @@ Lukas Lk 49 12 7 Sed et capilli capitis vestri omnes numerati sunt. Nolite ergo Lukas Lk 49 12 8 Dico autem vobis: Omnis, quicumque confessus fuerit me coram hominibus, et Filius hominis confitebitur illum coram Angelis Dei: Ich sage euch aber: Ein jeder, der mich vor den Menschen bekennen wird, den wird auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen.¹⁰ [Mt 10,32, Mk 8,38, 2Tim 2,12, Lk 9,26] Lukas Lk 49 12 8 10 Dritter Grund. Lukas Lk 49 12 9 Qui autem negaverit me coram hominibus, negabitur coram Angelis Dei. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden. -Lukas Lk 49 12 10 Et omnis, qui dicit verbum in Filium hominis, remittetur illi: ei autem, qui in Spiritum sanctum blasphemaverit, non remittetur. +Lukas Lk 49 12 10 Et omnis, qui dicit verbum in Filium hominis, remittetur illi: ei autem, qui in Spiritum sanctum blasphemaverit, non remittetur. Und jedem, der ein Wort wider den Menschensohn redet, wird es vergeben werden; dem aber, der wider den heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden.¹¹ [Mt 12,32, Mk 3,29] +Lukas Lk 49 12 10 11 Nicht alle, die den Heiland verleugnen, werden gleiche Strafen erdulden. Im übrigen vergl. [Mt 12,Anm.37] Lukas Lk 49 12 11 Cum autem inducent vos in synagogas, et ad magistratus, et potestates, nolite solliciti esse qualiter, aut quid respondeatis, aut quid dicatis. Wenn man euch in die Synagogen führet, und vor die Obrigkeiten und die Machthaber, so sorget nicht, wie oder was ihr antworten, oder was ihr reden sollet; Lukas Lk 49 12 12 Spiritus enim sanctus docebit vos in ipsa hora quid oporteat vos dicere. denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen müsst.¹² [Mt 10,19.20] Lukas Lk 49 12 12 12 Vierter Grund. @@ -57327,7 +57373,8 @@ Lukas Lk 49 12 20 23 Vergl. zu dem Gleichnisse [Sir 11,18-20]. Lukas Lk 49 12 20 24 Während du über deine Besitzungen nachdenkst. Vergl. [Jak 4,13-15]. Lukas Lk 49 12 21 Sic est qui sibi thesaurizat, et non est in Deum dives. So geht es dem, der sich Schätze sammelt, und nicht bei Gott reich ist.²⁵ [1Tim 6,17] Lukas Lk 49 12 21 25 An tugendhaften Werken. -Lukas Lk 49 12 22 Dixitque ad discipulos suos: Ideo dico vobis: Nolite solliciti esse animæ vestræ quid manducetis: neque corpori quid induamini. +Lukas Lk 49 12 22 Dixitque ad discipulos suos: Ideo dico vobis: Nolite solliciti esse animæ vestræ quid manducetis: neque corpori quid induamini. Und er sprach zu seinen Jüngern:²⁶ Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen möget. [Ps 54,23, Mt 6,25, 1Petr 5,7] +Lukas Lk 49 12 22 26 Wie V. 1. Der Heiland will die Wurzel der Habsucht ausschneiden. Lukas Lk 49 12 23 Anima plus est quam esca, et corpus plus quam vestimentum. Das Leben ist mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung.²⁷ Lukas Lk 49 12 23 27 Erster Grund: Der das Größere gegeben, wird das Geringere nicht versagen. Der zweite Grund schließt von dem Geringeren auf das Größere. Lukas Lk 49 12 24 Considerate corvos quia non seminant, neque metunt, quibus non est cellarium, neque horreum, et Deus pascit illos. Quanto magis vos pluris estis illis? Betrachtet die Raben,²⁸ sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Keller noch Scheunen, und Gott ernähret sie. Wie viel mehr seid ihr wert als sie? @@ -57342,7 +57389,8 @@ Lukas Lk 49 12 30 Hæc enim omnia gentes mundi quærunt. Pater autem vester scit Lukas Lk 49 12 31 Verumtamen quærite primum regnum Dei, et justitiam ejus: et hæc omnia adjicientur vobis. Vielmehr suchet zuerst das Reich Gottes³⁰ und seine Gerechtigkeit, so wird euch dieses alles zugegeben werden. Lukas Lk 49 12 31 30 Dort ist die Fülle aller Güter. So machen sie sich für das Reich Gottes zugleich geeigneter. Lukas Lk 49 12 32 Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum. Fürchte dich nicht, du kleine Herde! denn es hat euerm Vater gefallen, euch das Reich zu geben. -Lukas Lk 49 12 33 Vendite quæ possidetis, et date eleemosynam. Facite vobis sacculos, qui non veterascunt, thesaurum non deficientem in clis: quo fur non appropiat, neque tinea corrumpit. +Lukas Lk 49 12 33 Vendite quæ possidetis, et date eleemosynam. Facite vobis sacculos, qui non veterascunt, thesaurum non deficientem in clis: quo fur non appropiat, neque tinea corrumpit. Verkaufet, was ihr besitzet, und gebet Almosen! Machet euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz im Himmel, der nicht abnimmt, wo kein Dieb dazu kommt, und den keine Motte verzehrt.³¹ [Mt 6,20, Mt 19,21] +Lukas Lk 49 12 33 31 In den letzten Worten liegt eine Steigerung. Lukas Lk 49 12 34 Ubi enim thesaurus vester est, ibi et cor vestrum erit. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.³² [Mt 6,21] Lukas Lk 49 12 34 32 Eure Furcht, Sorge, Hoffnung, Freude usw. Lukas Lk 49 12 35 Sint lumbi vestri præcincti, et lucernæ ardentes in manibus vestris, Eure Lenden seien umgürtet,³³ und die Lampen brennend in euren Händen,³⁴ @@ -57393,7 +57441,7 @@ Lukas Lk 49 12 57 54 Was das Rechte ist, zeigt Jesus durch ein Gleichnis: die B Lukas Lk 49 12 58 Cum autem vadis cum adversario tuo ad principem, in via da operam liberari ab illo, ne forte trahat te ad judicem, et judex tradat te exactori, et exactor mittat te in carcerem. Wenn du aber mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehest, so gib dir auf dem Wege Mühe, von ihm frei zu werden, damit er dich nicht etwa vor den Richter schleppe, und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe, und der Gerichtsdiener dich in das Gefängnis werfe.⁵⁵ Lukas Lk 49 12 58 55 Es ist nicht notwendig zu fragen, wer der Gläubiger ist, da nicht jeder Punkt eines Gleichnisses notwendig zur Anwendung bestimmt ist. Der Sinn ist: Jetzt erfasset im Glauben und im Werke das messianische Heil, damit ihr nicht dem Gerichte Gottes verfallet. Lukas Lk 49 12 59 Dico tibi, non exies inde, donec etiam novissimum minutum reddas. Ich sage dir, du wirst von da nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast. -Lukas Lk 49 13 0 Ohne Buße ist der Fall Jerusalems nicht abzuwenden. (V. 9) Heilung eines gekrümmten Weibes am Sabbate (V. 17) und Beschreibung des Reiches Gottes (V. 22). 3. Ereignisse nach dem Laubhüttenfeste. (13,23 17,10) Die enge Pforte. (30.) Versuch der Pharisäer und des Herodes den Heiland aus Galiläa zu entfernen. +Lukas Lk 49 13 0 Ohne Buße ist der Fall Jerusalems nicht abzuwenden. (V. 9) Heilung eines gekrümmten Weibes am Sabbate (V. 17) und Beschreibung des Reiches Gottes (V. 22). 3. Ereignisse nach dem Laubhüttenfeste. (13,23 17,10) Die enge Pforte. (30.) Versuch der Pharisäer und des Herodes den Heiland aus Galiläa zu entfernen. Lukas Lk 49 13 1 Aderant autem quidam ipso in tempore, nuntiantes illi de Galilæis, quorum sanguinem Pilatus miscuit cum sacrificiis eorum. Es waren aber zu derselben Zeit¹ einige gegenwärtig, die ihm von den Galiläern Nachricht gaben, welche Pilatus eben, da sie opferten, hatte niedermetzeln lassen.² Lukas Lk 49 13 1 1 Zur Zeit der vorstehenden Reden. Lukas Lk 49 13 1 2 Es ist nicht bekannt, wer diese waren. @@ -57461,7 +57509,7 @@ Lukas Lk 49 13 34 Jerusalem, Jerusalem, quæ occidis prophetas, et lapidas eos, Lukas Lk 49 13 34 31 Die Verdoppelung ist eine Kundgebung großer Liebe. Siehe [Mt 23,37]. Lukas Lk 49 13 35 Ecce relinquetur vobis domus vestra deserta. Dico autem vobis, quia non videbitis me donec veniat cum dicetis: Benedictus, qui venit in nomine Domini. Siehe, euer Haus wird euch wüste gelassen werden! Ich sage euch aber: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!³² [Mt 23,39] Lukas Lk 49 13 35 32 Noch eine Hoffnung bleibt Israel. (Eus., Bed., Bonav.). -Lukas Lk 49 14 0 Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat und Belehrung der Pharisäer. (V. 14) Das Gleichnis vom großen Gastmahle. (V. 24) Lehre von der Selbstverleugnung. +Lukas Lk 49 14 0 Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat und Belehrung der Pharisäer. (V. 14) Das Gleichnis vom großen Gastmahle. (V. 24) Lehre von der Selbstverleugnung. Lukas Lk 49 14 1 Et factum est cum intraret Jesus in domum cujusdam principis Pharisæorum sabbato manducare panem, et ipsi observabant eum. Und es geschah, als Jesus in das Haus eines Obersten¹ der Pharisäer an einem Sabbate eintrat, um da zu speisen, beobachteten sie ihn genau. Lukas Lk 49 14 1 1 Es war dies jemand, der an Ansehen höher stand und aus einer vornehmeren Familie stammte. Lukas Lk 49 14 2 Et ecce homo quidam hydropicus erat ante illum. Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm.² @@ -57521,7 +57569,7 @@ Lukas Lk 49 14 33 Sic ergo omnis ex vobis, qui non renuntiat omnibus, quæ possi Lukas Lk 49 14 34 Bonum est sal. Si autem sal evanuerit, in quo condietur? Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz schal geworden ist, womit soll es gewürzt werden? Lukas Lk 49 14 35 Neque in terram, neque in sterquilinium utile est, sed foras mittetur. Qui habet aures audiendi, audiat. Weder für den Boden noch für den Dünger ist es zu brauchen, sondern man wirft es hinaus.²⁴ Wer Ohren hat zu hören, der höre. [Mt 13,9, Mt 5,13] Lukas Lk 49 14 35 24 Die Größe der Gefahr, welche Unstätigkeit herbeiführt. -Lukas Lk 49 15 0 Freude im Himmel über die Bekehrung eines Sünders; Gleichnis vom verlornen Schafe (V. 6), von der verlornen Drachme (V. 10), vom verlornen Sohne. +Lukas Lk 49 15 0 Freude im Himmel über die Bekehrung eines Sünders; Gleichnis vom verlornen Schafe (V. 6), von der verlornen Drachme (V. 10), vom verlornen Sohne. Lukas Lk 49 15 1 Erant autem appropinquantes ei publicani, et peccatores ut audirent illum. Es nahten sich ihm aber¹ die Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. Lukas Lk 49 15 1 1 Ein bestimmtes Mal. Lukas Lk 49 15 2 Et murmurabant Pharisæi, et Scribæ, dicentes: Quia hic peccatores recipit, et manducat cum illis. Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten, und sprachen: Dieser nimmt sich der Sünder an, und isst mit ihnen. @@ -57583,7 +57631,7 @@ Lukas Lk 49 15 31 27 Du bist immer Lobes würdig und hast mehr als er: Alles, w Lukas Lk 49 15 32 Epulari autem, et gaudere oportebat, quia frater tuus hic, mortuus erat, et revixit: perierat, et inventus est. aber ein Freudenmahl musste gehalten werden, weil dieser dein Bruder²⁸ tot war, und wieder lebendig geworden ist, verloren war, und wieder gefunden worden ist.²⁹ Lukas Lk 49 15 32 28 Für dich ein Grund zur Freude, Gegensatz zu V. 30. Lukas Lk 49 15 32 29 Der jüngere Sohn ist jeder Sünder, welcher Gottes Gnaden missbraucht und durch Heimsuchungen zur Besinnung kommt. Der Glaube zeigt ihm die Größe seiner Schuld, in Demut bekennt er seine Sünden, bereit, jede Genugtuung zu leisten, und kehrt in das Vaterhaus zurück. Der Vater ist Gott, der mit seiner Gnade dem Sünder zuvorkommt (entgegen läuft) und ihn wieder als sein Kind annimmt. Das Gastmahl ist die Erklärung zu dem Worte: Größere Freude V. 7, wie der Hirt V. 6 und die Frau V. 9 zur Teilnahme an ihrer Freude rufen. Im Übrigen sind in der Anwendung nicht alle Einzelheiten wiederzugeben, die außerhalb des Hauptzweckes des Gleichnisses liegen. Das Murren des ältesten Sohnes, zu dem zu vergleichen ist [Mt 20,11], bedeutet die Gesinnung der in V. 2 Genannten. -Lukas Lk 49 16 0 Gleichnis vom ungerechten Verwalter. (V. 13) Das Verbot der Ehetrennung. (V. 18) Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus. +Lukas Lk 49 16 0 Gleichnis vom ungerechten Verwalter. (V. 13) Das Verbot der Ehetrennung. (V. 18) Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus. Lukas Lk 49 16 1 Dicebat autem et ad discipulos suos: Homo quidam erat dives, qui habebat villicum: et hic diffamatus est apud illum quasi dissipasset bona ipsius. Er sprach aber¹ auch zu seinen Jüngern:² Es war ein reicher Mann, welcher einen Verwalter hatte; und dieser wurde bei ihm angegeben,³ als hätte er seine Güter verschleudert. Lukas Lk 49 16 1 1 Das Ziel des Gleichnisses zeigt V. 9. Lukas Lk 49 16 1 2 Die an ihn glaubten, aber nicht wie die Apostel alles verlassen hatten. @@ -57656,7 +57704,7 @@ Lukas Lk 49 16 30 At ille dixit: Non, pater Abraham: sed si quis ex mortuis ieri Lukas Lk 49 16 30 40 Griech.: Sie werden sich überreden lassen, nämlich Buße zu tun. Lukas Lk 49 16 31 Ait autem illi: Si Moysen, et prophetas non audiunt, neque si quis ex mortuis resurrexerit, credent. Aber er sagte zu ihm: Wenn sie Moses und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufersteht.⁴¹ Lukas Lk 49 16 31 41 Ein Beispiel hierfür sind die Pharisäer, denen der Heiland den von den Toten auferweckten Lazarus in der Tat sandte (daher wohl im Gleichnisse die Wahl des Namens), und die Jesus mit ihm töten wollten (Theoph., Euth.). Im Gleichnisse ist das, was eine Lehre enthält, von dem, was nur zur Einkleidung dient, wohl zu unterscheiden. -Lukas Lk 49 17 0 Ärgernis und Demut. (V. 15) 4. Dritte Reise des Herrn nach Jerusalem. (17,11 19,27) Heilung von zehn Aussätzigen. (V. 19) Die Ankunft des Reiches und des Tages des Menschensohnes. +Lukas Lk 49 17 0 Ärgernis und Demut. (V. 15) 4. Dritte Reise des Herrn nach Jerusalem. (17,11 19,27) Heilung von zehn Aussätzigen. (V. 19) Die Ankunft des Reiches und des Tages des Menschensohnes. Lukas Lk 49 17 1 Et ait ad discipulos suos: Impossibile est ut non veniant scandala: væ autem illi, per quem veniunt. Und er sprach zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich,¹ dass keine Ärgernisse kommen; wehe aber jenem, durch welchen sie kommen! [Mt 18,7, Mk 9,41] Lukas Lk 49 17 1 1 Nach der Beschaffenheit der Menschen. Lukas Lk 49 17 2 Utilius est illi si lapis molaris imponatur circa collum ejus, et projiciatur in mare, quam ut scandalizet unum de pusillis istis. Es wäre ihm nützer, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt, und er in das Meer versenket würde, als dass er einen von diesen Kleinen ärgerte. @@ -57728,7 +57776,7 @@ Lukas Lk 49 17 35 33 Der Heiland wählt Beispiele aus jedem Stande. Niemand üb Lukas Lk 49 17 36 Respondentes dicunt illi: Ubi Domine? Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Wo, Herr?³⁴ Lukas Lk 49 17 36 34 Der Heiland antwortet durch ein Gleichnis: Es bedarf keines Mahners, so wenig die Adler eines solchen bedürfen. Vergl. [Mt 24,28]. Lukas Lk 49 17 37 Qui dixit illis: Ubicumque fuerit corpus, illuc congregabuntur et aquilæ. Und er sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, dort werden sich auch die Adler versammeln. -Lukas Lk 49 18 0 Lehre vom beharrlichen Gebet. (V. 8) Von der Demut; das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner. (V. 17) Von der Armut. (V. 30) Jesus sagt sein Leiden voraus (V. 34) und heilt einen Blinden. +Lukas Lk 49 18 0 Lehre vom beharrlichen Gebet. (V. 8) Von der Demut; das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner. (V. 17) Von der Armut. (V. 30) Jesus sagt sein Leiden voraus (V. 34) und heilt einen Blinden. Lukas Lk 49 18 1 Dicebat autem et parabolam ad illos, quoniam oportet semper orare et non deficere, Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis¹ darüber, dass man allezeit² beten, und nicht nachlassen müsse, [Sir 18,22, 1Thess 5,17] Lukas Lk 49 18 1 1 Verhalten und Hilfen in den Verfolgungen. Lukas Lk 49 18 1 2 Beständig, mit großem Eifer. Findet das Gebet nicht sofort Erhörung, so dürfen wir den Mut nicht sinken lassen. @@ -57809,7 +57857,7 @@ Lukas Lk 49 18 42 Et Jesus dixit illi: Respice, fides tua te salvum fecit. Jesus Lukas Lk 49 18 42 36 Mit einem Worte zeigt Jesus seine Macht und belohnt den Glauben des Blinden, der ihn als Messias begrüßt und ein Wunder erwartet hat. Lukas Lk 49 18 43 Et confestim vidit, et sequebatur illum magnificans Deum. Et omnis plebs ut vidit, dedit laudem Deo. Und sogleich ward er sehend, und folgte ihm, Gott preisend. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.³⁷ Lukas Lk 49 18 43 37 Aber bald murren sie wieder: [Lk 19,8]; so groß ist die Macht der Vorurteile. -Lukas Lk 49 19 0 Zachäus. (V. 10) Gleichnis von den zehn Pfunden. (V. 27) IV. 19,28-24. 1. Ereignisse vom ersten Tage der letzten Woche bis zum fünften. (19,28 22,38) Jesus hält seinen feierlichen Einzug in Jerusalem. +Lukas Lk 49 19 0 Zachäus. (V. 10) Gleichnis von den zehn Pfunden. (V. 27) IV. 19,28-24. 1. Ereignisse vom ersten Tage der letzten Woche bis zum fünften. (19,28 22,38) Jesus hält seinen feierlichen Einzug in Jerusalem. Lukas Lk 49 19 1 Et ingressus perambulabat Jericho. Und er zog ein in Jericho¹ und ging hindurch. Lukas Lk 49 19 1 1 Diese Geschichte erzählt nur Lukas. Jesus ein Freund der Sünder, welcher Trost für die Heiden! Nach einigen Auslegern begab sich das Ereignis außerhalb der Stadt, da die Sykomore eine sehr breite Krone hat, die in einer engen Straße keinen Platz fände. Lukas Lk 49 19 2 Et ecce vir nomine Zachæus: et hic princeps erat publicanorum, et ipse dives: Und siehe, ein Mann war da, mit Namen Zachäus;² dieser war ein Oberzöllner und reich. @@ -57904,7 +57952,7 @@ Lukas Lk 49 19 46 45 Diesen Vorwurf hatte schon Jeremias [Jer 7,11] gemacht. Da Lukas Lk 49 19 47 Et erat docens quotidie in templo. Principes autem sacerdotum, et Scribæ, et Principes plebis quærebant illum perdere: Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und Vornehmsten des Volkes suchten ihn zu verderben, Lukas Lk 49 19 48 Et non inveniebant quid facerent illi. Omnis enim populus suspensus erat, audiens illum. und fanden nicht, was sie ihm antun sollten; denn das ganze Volk hing an ihm, und hörte auf ihn.⁴⁶ Lukas Lk 49 19 48 46 Vergl. [Mk 11,18] -Lukas Lk 49 20 0 Streit mit den Abgesandten des hohen Rates: Johannes der Täufer, Gleichnis von den untreuen Winzern und dem Eckstein. (V. 19) Versuchung des Herrn betreffs der Steuer. (V. 26) Versuchung seitens der Sadducäer über die Auferstehung der Toten. (V. 40) Letzte Reden im Tempel (21,4). +Lukas Lk 49 20 0 Streit mit den Abgesandten des hohen Rates: Johannes der Täufer, Gleichnis von den untreuen Winzern und dem Eckstein. (V. 19) Versuchung des Herrn betreffs der Steuer. (V. 26) Versuchung seitens der Sadducäer über die Auferstehung der Toten. (V. 40) Letzte Reden im Tempel (21,4). Lukas Lk 49 20 1 Et factum est in una dierum, docente illo populum in templo, et evangelizante, convenerunt principes sacerdotum, et Scribæ cum senioribus, Und es begab sich an einem jener Tage,¹ da er das Volk im Tempel lehrte, und das Evangelium verkündete, kamen die Hohenpriester und Schriftgelehrten samt den Ältesten² hinzu, [Mt 21,23, Mk 11,27] Lukas Lk 49 20 1 1 Am Dienstage. Lukas Lk 49 20 1 2 Abgeordnete des hohen Rates. @@ -57980,7 +58028,7 @@ Lukas Lk 49 20 46 Attendite a Scribis, qui volunt ambulare in stolis, et amant s Lukas Lk 49 20 46 27 In religiösen und weltlichen Versammlungen. Lukas Lk 49 20 47 Qui devorant domus viduarum, simulantes longam orationem. Hi accipient damnationem majorem. Sie zehren die Häuser der Witwen auf, indem sie zum Schein lange Gebete sprechen. Diese werden eine größere Verdammnis erfahren.²⁸ [Mk 12,40] Lukas Lk 49 20 47 28 Weil sich zum Stolze rücksichtslose Habsucht und Heuchelei gesellt. -Lukas Lk 49 21 0 Vorhersagung von Heimsuchungen (V. 19), der Zerstörung Jerusalems und der Wiederkunft Christi +Lukas Lk 49 21 0 Vorhersagung von Heimsuchungen (V. 19), der Zerstörung Jerusalems und der Wiederkunft Christi Lukas Lk 49 21 1 Respiciens autem vidit eos, qui mittebant munera sua in gazophylacium, divites. Als er aber aufblickte, sah er Reiche, die ihre Gaben in den Schatzkasten warfen. Lukas Lk 49 21 2 Vidit autem et quamdam viduam pauperculam mittentem æra minuta duo. Da sah er auch eine arme Witwe, die zwei Heller hineinwarf. [Mk 12,41] Lukas Lk 49 21 3 Et dixit: Vere dico vobis, quia vidua hæc pauper, plus quam omnes misit. Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle! @@ -58032,7 +58080,7 @@ Lukas Lk 49 21 35 13 Plötzlich. Lukas Lk 49 21 36 Vigilate itaque, omni tempore orantes, ut digni habeamini fugere ista omnia, quæ futura sunt, et stare ante Filium hominis. Darum wachet, allezeit betend, damit ihr wert erfunden werdet, allem dem zu entgehen, was da kommen wird, und vor den Menschensohn gestellt zu werden. Lukas Lk 49 21 37 Erat autem diebus docens in templo: noctibus vero exiens, morabatur in monte, qui vocatur Oliveti. Er lehrte aber bei Tage im Tempel, und des Nachts ging er hinaus, und weilte auf dem Berge, welcher Ölberg genannt wird. Lukas Lk 49 21 38 Et omnis populus manicabat ad eum in templo audire eum. Und alles Volk kam des Morgens früh zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören. -Lukas Lk 49 22 0 Das Ostermahl. (V. 23) Letzte Reden Jesu. (V. 38) 2. Leidensgeschichte. (22,39 23) Leiden Jesu im Garten Gethsemani. (V. 53) Dreimalige Verleugnung des heil. Petrus. (V. 62) Jesus wird von den Dienern und dem hohen Rate gemisshandelt +Lukas Lk 49 22 0 Das Ostermahl. (V. 23) Letzte Reden Jesu. (V. 38) 2. Leidensgeschichte. (22,39 23) Leiden Jesu im Garten Gethsemani. (V. 53) Dreimalige Verleugnung des heil. Petrus. (V. 62) Jesus wird von den Dienern und dem hohen Rate gemisshandelt Lukas Lk 49 22 1 Appropinquabat autem dies festus Azymorum, qui dicitur Pascha: Es nahete aber das Fest der ungesäuerten Brote, welches Ostern¹ genannt wird. [Mk 14,1, Mt 26,2] Lukas Lk 49 22 1 1 Der Name Pascha, eigentlich dem Mahle eigen, wurde auf die ganze Festfeier ausgedehnt. Lukas Lk 49 22 2 Et quærebant principes sacerdotum, et Scribæ, quomodo Jesum interficerent: timebant vero plebem. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten, wie sie Jesus töten möchten; sie fürchteten jedoch² das Volk. @@ -58170,7 +58218,7 @@ Lukas Lk 49 22 70 64 So ist es durchaus, wie ihr sagt, weil ich in der Tat der Lukas Lk 49 22 71 At illi dixerunt: Quid adhuc desideramus testimonium? ipsi enim audivimus de ore ejus. Sie aber sprachen: Was haben wir noch ein Zeugnis nötig?⁶⁵ wir haben es ja selbst aus seinem Munde gehört!⁶⁶ Lukas Lk 49 22 71 65 Dies von ihm zu hören, war also ihre Absicht bei der Frage. Lukas Lk 49 22 71 66 Das, was ohne weiteres ausreicht, ihn zum Tode zu verurteilen. -Lukas Lk 49 23 0 Jesus vor Pilatus und Herodes. (V. 25) Jesus wird gekreuzigt und stirbt. (V. 49) Begräbnis des Herrn. +Lukas Lk 49 23 0 Jesus vor Pilatus und Herodes. (V. 25) Jesus wird gekreuzigt und stirbt. (V. 49) Begräbnis des Herrn. Lukas Lk 49 23 1 Et surgens omnis multitudo eorum, duxerunt illum ad Pilatum. Und die ganze Menge derselben¹ erhob sich, und sie führten ihn zu Pilatus. [Mt 27,2, Mk 15,1, Joh 18,28] Lukas Lk 49 23 1 1 Von denen [Lk 22,66-71] die Rede war. Lukas Lk 49 23 2 Cperunt autem illum accusare, dicentes: Hunc invenimus subvertentem gentem nostram, et prohibentem tributa dare Cæsari, et dicentem se Christum regem esse. Sie fingen aber an, ihn anzuklagen, und sagten: Diesen haben wir als Aufwiegler unseres Volkes befunden, und als einen, der verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben, und sagt, er sei Christus, König.² [Mt 22,21, Mk 12,17] @@ -58261,7 +58309,7 @@ Lukas Lk 49 23 54 Et dies erat Parasceves, et sabbatum illucescebat. Es war der Lukas Lk 49 23 55 Subsecutæ autem mulieres, quæ cum eo venerant de Galilæa, viderunt monumentum, et quemadmodum positum erat corpus ejus. Die Frauen aber, welche mit ihm aus Galiläa gekommen waren, folgten nach, und sahen das Grab an, und wie sein Leib beigesetzt war. Lukas Lk 49 23 56 Et revertentes paraverunt aromata, et unguenta: et sabbato quidem siluerunt secundum mandatum. Und sie kehrten zurück, und bereiteten Spezereien und Salben; am Sabbate aber ruhten sie nach dem Gebote.³⁴ Lukas Lk 49 23 56 34 Nach [Ex 20,8-10] u. a. Sie setzten ihr Werk nach Ablauf des Sabbats fort. [Mk 16,1] -Lukas Lk 49 24 0 3. Jesus glorreich auferstanden. (24.) Die Frauen am Grabe. (V. 12) Die zwei Jünger von Emmaus. (V. 35) Jesus offenbart sich seinen Jüngern. +Lukas Lk 49 24 0 3. Jesus glorreich auferstanden. (24.) Die Frauen am Grabe. (V. 12) Die zwei Jünger von Emmaus. (V. 35) Jesus offenbart sich seinen Jüngern. Lukas Lk 49 24 1 Una autem sabbati valde diluculo venerunt ad monumentum, portantes, quæ paraverant, aromata: Am ersten Tage der Woche aber kamen sie am frühesten Morgen zum Grabe, und brachten die Spezereien, welche sie bereitet hatten.¹ [Mt 28,1, Mk 16,2, Joh 20,1] Lukas Lk 49 24 1 1 Der Evangelist lässt mehrere Beweise für die Auferstehung folgen, weil diese schwer zu glauben war, vergl. [Lk 18,34], [Apg 17,32] Lukas Lk 49 24 2 Et invenerunt lapidem revolutum a monumento. Da fanden sie den Stein vom Grabe weggewälzt. @@ -58357,346 +58405,346 @@ Lukas Lk 49 24 52 Et ipsi adorantes regressi sunt in Jerusalem cum gaudio magno: Lukas Lk 49 24 52 41 Nur an dieser Stelle lesen wir, dass die Jünger den Herrn angebetet. Lukas Lk 49 24 53 Et erant semper in templo, laudantes, et benedicentes Deum. Amen. Und sie waren immer im Tempel,⁴² Gott lobend und preisend. Amen. Lukas Lk 49 24 53 42 Täglich zu bestimmten Zeiten. Wie anders als zuvor, wo sie sich hinter verschlossenen Türen verbargen! Mit dem Opfer im Tempel hat das Evangelium begonnen, mit dem Lobe Gottes im Tempel, das die Priester des Neuen Testamentes Gott als Opfer darbringen, schließt es (Beda.) -Apostelgeschichte Apg 51 1 0 I. Ursprung und Einrichtung der Kirche zu Jerusalem (Kap 1 Kap 8,4) 1. Himmelfahrt Christi und Vorbereitung der Gründung der Kirche. (Kap. 1) Verheißungen des auferstandenen Heilandes und Himmelfahrt Christi. (V. 11) Ergänzung des Apostelkollegiums. -Johannes Joh 50 1 0 Prolog (V. 18): Das Gott wesensgleiche Wort tat sich durch die Schöpfung und die übernatürliche Offenbarung kund und ward dennoch nicht von den sündigen Menschen erkannt. (V. 5) Selbst als es von seinem Vorläufer angekündigt in das Seinige kam, ward es von den Seinen nicht aufgenommen, denen aber, die es aufnahmen, gab es die höchste Würde. (V. 13) Dennoch ward das Wort Fleisch und offenbarte seine Herrlichkeit. (V. 18) I. 1-12,50 1. Das Wort wird von denen, die guten Willens sind, aufgenommen, aber nicht von allen mit ausreichendem Glauben. a. Mit vollkommenem Glauben von dem heil. Johannes dem Täufer, der ihn vor den Abgesandten des hohen Rates (V. 28) und vor seinen Jüngern bekennt (V. 34), von den ersten Jüngern des Herrn, nach einem zweiten Zeugnis des Johannes (V. 42) und der Offenbarung seiner Allwissenheit seitens des Herrn. +Apostelgeschichte Apg 51 1 0 I. Ursprung und Einrichtung der Kirche zu Jerusalem (Kap 1 Kap 8,4) 1. Himmelfahrt Christi und Vorbereitung der Gründung der Kirche. (Kap. 1) Verheißungen des auferstandenen Heilandes und Himmelfahrt Christi. (V. 11) Ergänzung des Apostelkollegiums. +Johannes Joh 51 1 0 Prolog (V. 18): Das Gott wesensgleiche Wort tat sich durch die Schöpfung und die übernatürliche Offenbarung kund und ward dennoch nicht von den sündigen Menschen erkannt. (V. 5) Selbst als es von seinem Vorläufer angekündigt in das Seinige kam, ward es von den Seinen nicht aufgenommen, denen aber, die es aufnahmen, gab es die höchste Würde. (V. 13) Dennoch ward das Wort Fleisch und offenbarte seine Herrlichkeit. (V. 18) I. 1-12,50 1. Das Wort wird von denen, die guten Willens sind, aufgenommen, aber nicht von allen mit ausreichendem Glauben. a. Mit vollkommenem Glauben von dem heil. Johannes dem Täufer, der ihn vor den Abgesandten des hohen Rates (V. 28) und vor seinen Jüngern bekennt (V. 34), von den ersten Jüngern des Herrn, nach einem zweiten Zeugnis des Johannes (V. 42) und der Offenbarung seiner Allwissenheit seitens des Herrn. Apostelgeschichte Apg 51 1 1 PRIMUM quidem sermonem feci de omnibus o Theophile, quæ cpit Jesus facere, et docere. In der ersten Erzählung, o Theophilus! habe ich von allem gesprochen, was Jesus zu tun und zu lehren anfing¹ -Johannes Joh 50 1 1 In principio erat verbum, et verbum erat apud Deum, et Deus erat verbum. Im Anfange¹ war² das Wort,³ und das Wort war bei⁴ Gott,⁵ und Gott⁶ war das Wort. +Johannes Joh 51 1 1 In principio erat verbum, et verbum erat apud Deum, et Deus erat verbum. Im Anfange¹ war² das Wort,³ und das Wort war bei⁴ Gott,⁵ und Gott⁶ war das Wort. Apostelgeschichte Apg 51 1 1 1 Die erste Erzählung ist das Evangelium des heil. Lukas. Die beiden Worte: tuen und lehren fassen das ganze Leben des Heilandes zusammen. Vergl. [Lk 24,19] -Johannes Joh 50 1 1 1 Ehe etwas ward. [Gen 1,1, Spr 8,23] Mittelbar folgt hieraus nach dem Sprachgebrauche der heil. Schrift die Ewigkeit des Wortes. -Johannes Joh 50 1 1 2 Gegensatz zu [Gen 1,1]: Im Anfange schuf Gott. Durch die Form des Zeitwortes war wird das Sein des Wortes als anfangs- und endlos bezeichnet. -Johannes Joh 50 1 1 3 Es war steht vier Mal. Was du immer ausdenken magst, der Sohn war. (Ambr.); du wirst keinen Zeitraum finden, in dem er nicht war. Die Offenbarung vom Sohne Gottes war auch den Israeliten zuteil geworden, wie [Spr 8,22-31, Weish 7, Weish 8, Sir 24, Bar 3,94,4] zeigen. Dieses Wort ist offenbar eine Person, denn später werden von ihm Dinge gesagt, welche nur von Personen ausgesagt werden können; und zwar eine göttliche Person. (V. 1, 14) Der Gedanke, dass das Wort Gottes persönlich, Sohn Gottes sei, war den Juden in der der Menschwerdung unseres Herrn unmittelbar vorhergehenden Zeit geläufig und hatte in der Schrift ihren Halt, z. B. [Weish 18,15, Weish 10,15] -Johannes Joh 50 1 1 4 Von dem Vater unterschieden und doch mit ihm in innigster Lebensgemeinschaft stehend. -Johannes Joh 50 1 1 5 Dem Vater. -Johannes Joh 50 1 1 6 Die Weglassung des Artikels im Griechischen deutet an, dass das Wort Gottes im zweiten Falle nicht auf eine Person bezogen wird, wie in der ersten Hälfte des Verses (Orig., Euseb.) +Johannes Joh 51 1 1 1 Ehe etwas ward. [Gen 1,1, Spr 8,23] Mittelbar folgt hieraus nach dem Sprachgebrauche der heil. Schrift die Ewigkeit des Wortes. +Johannes Joh 51 1 1 2 Gegensatz zu [Gen 1,1]: Im Anfange schuf Gott. Durch die Form des Zeitwortes war wird das Sein des Wortes als anfangs- und endlos bezeichnet. +Johannes Joh 51 1 1 3 Es war steht vier Mal. Was du immer ausdenken magst, der Sohn war. (Ambr.); du wirst keinen Zeitraum finden, in dem er nicht war. Die Offenbarung vom Sohne Gottes war auch den Israeliten zuteil geworden, wie [Spr 8,22-31, Weish 7, Weish 8, Sir 24, Bar 3,94,4] zeigen. Dieses Wort ist offenbar eine Person, denn später werden von ihm Dinge gesagt, welche nur von Personen ausgesagt werden können; und zwar eine göttliche Person. (V. 1, 14) Der Gedanke, dass das Wort Gottes persönlich, Sohn Gottes sei, war den Juden in der der Menschwerdung unseres Herrn unmittelbar vorhergehenden Zeit geläufig und hatte in der Schrift ihren Halt, z. B. [Weish 18,15, Weish 10,15] +Johannes Joh 51 1 1 4 Von dem Vater unterschieden und doch mit ihm in innigster Lebensgemeinschaft stehend. +Johannes Joh 51 1 1 5 Dem Vater. +Johannes Joh 51 1 1 6 Die Weglassung des Artikels im Griechischen deutet an, dass das Wort Gottes im zweiten Falle nicht auf eine Person bezogen wird, wie in der ersten Hälfte des Verses (Orig., Euseb.) Apostelgeschichte Apg 51 1 2 Usque in diem, qua præcipiens Apostolis per Spiritum sanctum, quos elegit, assumptus est: bis zu dem Tage, an welchem er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, die er auserwählt hatte, durch den Heiligen Geist seine Aufträge gegeben;² [Mt 28,19] -Johannes Joh 50 1 2 Hoc erat in principio apud Deum. Dieses⁷ war im Anfange bei Gott. +Johannes Joh 51 1 2 Hoc erat in principio apud Deum. Dieses⁷ war im Anfange bei Gott. Apostelgeschichte Apg 51 1 2 2 Wie Christus alles in Kraft des heil. Geistes tat, von dem er erfüllt war, so ging insbesondere die Sendung der Apostel von dem heil. Geiste aus. Vergl. [Mt 28,19, Joh 20,21]. Die Aufträge betreffen die Aufgabe der Apostel. [Mt 28,1ff, Mk 16,14ff, Lk 24,46ff]. -Johannes Joh 50 1 2 7 Das zuvor in seiner Erhabenheit beschriebene ewige, persönliche, göttliche Wort (Cyr., Euth.). +Johannes Joh 51 1 2 7 Das zuvor in seiner Erhabenheit beschriebene ewige, persönliche, göttliche Wort (Cyr., Euth.). Apostelgeschichte Apg 51 1 3 Quibus et præbuit seipsum vivum post passionem suam in multis argumentis, per dies quadraginta apparens eis et loquens de regno Dei. denen er auch nach seinem Leiden durch viele Beweise³ als lebend sich zeigte, da er ihnen vierzig Tage hindurch erschien, und vom Reiche Gottes redete.⁴ -Johannes Joh 50 1 3 Omnia per ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil, quod factum est, Alles⁸ ist durch⁹ dasselbe¹⁰ geworden,¹¹ und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist.¹² +Johannes Joh 51 1 3 Omnia per ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil, quod factum est, Alles⁸ ist durch⁹ dasselbe¹⁰ geworden,¹¹ und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist.¹² Apostelgeschichte Apg 51 1 3 3 Das griechische Wort weist darauf hin, dass diese Beweise geeignet waren, eine sichere Überzeugung zu gewähren. Apostelgeschichte Apg 51 1 3 4 Es finden sich einige Spuren dieses Unterrichtes im Evangelium. So unterweist der Heiland die Apostel über die Kirche [Mt 28,20], die Ordnung in derselben [Joh 21,15-17] und die Sakramente. Was in der heil. Schrift nicht steht, hat die Kirche durch die Überlieferung erhalten. Während vierzig Tagen hatte Moses einst die Grundzüge des vorbildlichen Reiches Gottes empfangen. Vierzig Tage fastete der Heiland in der Wüste und überhaupt kommt die Zahl vierzig im A. und N. Bunde häufig vor. Wo der Heiland in den Zwischenzeiten, zwischen den Erscheinungen seinem heiligsten Leibe nach war, wissen wir nicht. -Johannes Joh 50 1 3 8 Griech. mit Artikel: Alles ohne Ausnahme, Sichtbares und Unsichtbares (Ir., Chrys.). Mithin ist auch alles, was außer Gott ist, geschaffen. -Johannes Joh 50 1 3 9 Die Schöpfung ist eine Offenbarung Gottes. Das Wort ist der Mittler. -Johannes Joh 50 1 3 10 Vater und Sohn wirkten in gleicher Freiheit und Macht. -Johannes Joh 50 1 3 11 Gegensatz zu war V. 1. Vergl. [Kol 1,16]. -Johannes Joh 50 1 3 12 Dreifache Wahrheit: Was nicht Gott selbst ist, ist nicht allezeit seiendes, sondern gewordenes, von einem außer ihm bestehenden Macht gesetztes Sein. Alles Geschöpfliche ist durch die aus Vater und heil. Geiste im Worte wirkende Schöpfermacht geworden. Was immer ist außer Gott, verdankt sein Dasein dem Worte und nicht sich selbst oder etwaigen anderen unabhängigen Ursachen. -Johannes Joh 50 1 4 In ipso vita erat, et vita erat lux hominum: In ihm war das Leben,¹³ und das Leben¹⁴ war das Licht der Menschen.¹⁵ +Johannes Joh 51 1 3 8 Griech. mit Artikel: Alles ohne Ausnahme, Sichtbares und Unsichtbares (Ir., Chrys.). Mithin ist auch alles, was außer Gott ist, geschaffen. +Johannes Joh 51 1 3 9 Die Schöpfung ist eine Offenbarung Gottes. Das Wort ist der Mittler. +Johannes Joh 51 1 3 10 Vater und Sohn wirkten in gleicher Freiheit und Macht. +Johannes Joh 51 1 3 11 Gegensatz zu war V. 1. Vergl. [Kol 1,16]. +Johannes Joh 51 1 3 12 Dreifache Wahrheit: Was nicht Gott selbst ist, ist nicht allezeit seiendes, sondern gewordenes, von einem außer ihm bestehenden Macht gesetztes Sein. Alles Geschöpfliche ist durch die aus Vater und heil. Geiste im Worte wirkende Schöpfermacht geworden. Was immer ist außer Gott, verdankt sein Dasein dem Worte und nicht sich selbst oder etwaigen anderen unabhängigen Ursachen. +Johannes Joh 51 1 4 In ipso vita erat, et vita erat lux hominum: In ihm war das Leben,¹³ und das Leben¹⁴ war das Licht der Menschen.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 1 4 Et convescens, præcepit eis ab Jerosolymis ne discederent, sed exspectarent promissionem Patris, quam audistis (inquit) per os meum: Und da er mit ihnen aß, befahl er ihnen, von Jerusalem nicht wegzugehen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten, die ihr (sprach er) aus meinem Munde gehört habet.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 1 4 5 Die Apostel hätten Jerusalem wohl gerne aus Furcht vor den Juden und wegen der traurigen Erinnerungen an das Leiden des Herrn verlassen. Indes von dieser Stadt, welche das Bild der Kirche Christi gewesen, sollte das Wort des Herrn ausgehen [Jes 2,3], und wo der Herr selbst gelitten hatte, wollte er auch durch die Ankunft des heil. Geistes verherrlicht werden. Viele Väter nehmen an, dass an dieser Stelle von dem letzten Zusammensein des Heilandes mit den Jüngern die Rede ist. Den in Jerusalem zahlreich versammelten Juden will der Herr nochmals seine Gnade anbieten. Der Vater hatte den Heiligen Geist [Jes 44,3, Ez 36,26.27, Joel 2,28] verheißen, und der Heiland hatte diese Verheißung mehrfach bestätigt [Mt 10,19, Mk 13,11, Lk 12,12], besonders aber [Lk 24,49]. Vergl. [Joh 14,26]. -Johannes Joh 50 1 4 13 Das göttliche Leben, welches die Quelle alles physischen und geistigen Lebens ist (Cyr., Theoph., Euth.). -Johannes Joh 50 1 4 14 Des Wortes. Licht und Finsternis, Wahrheit und Irrtum, Tugend und Sünde werden hier bereits angedeutet. Das Leben des Wortes war das Licht der Menschen mit Beziehung auf den Zeitpunkt der Menschwerdung. -Johannes Joh 50 1 4 15 Zwischen V. 4 und 5 liegt das [Gen 3,1] Erzählte. +Johannes Joh 51 1 4 13 Das göttliche Leben, welches die Quelle alles physischen und geistigen Lebens ist (Cyr., Theoph., Euth.). +Johannes Joh 51 1 4 14 Des Wortes. Licht und Finsternis, Wahrheit und Irrtum, Tugend und Sünde werden hier bereits angedeutet. Das Leben des Wortes war das Licht der Menschen mit Beziehung auf den Zeitpunkt der Menschwerdung. +Johannes Joh 51 1 4 15 Zwischen V. 4 und 5 liegt das [Gen 3,1] Erzählte. Apostelgeschichte Apg 51 1 5 Quia Joannes quidem baptizavit aqua, vos autem baptizabimini Spiritu sancto non post multos hos dies. Denn Johannes zwar taufte mit Wasser⁶, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geiste getauft werden, nach wenigen Tagen.⁷ -Johannes Joh 50 1 5 Et lux in tenebris lucet, et tenebræ eam non comprehenderunt. Und das Licht¹⁶ leuchtet¹⁷ in der Finsternis,¹⁸ aber die Finsternis hat es nicht erfasst.¹⁹ +Johannes Joh 51 1 5 Et lux in tenebris lucet, et tenebræ eam non comprehenderunt. Und das Licht¹⁶ leuchtet¹⁷ in der Finsternis,¹⁸ aber die Finsternis hat es nicht erfasst.¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 1 5 6 Nach einigen Vätern hatte Christus seine Jünger selbst getauft (Ambr., Aug., Thom.), so dass die Geistestaufe gleichsam die Vollendung jener Taufe war. Apostelgeschichte Apg 51 1 5 7 Der Heiland deutet an, dass die Erfüllung der Verheißung nahe ist, damit sein Scheiden die Apostel nicht entmutige, doch tut er ihnen den Zeitpunkt nicht kund, damit sie inzwischen wachsam seien. Die Mitteilung der Gnadenfülle des heil. Geistes wird eine Taufe genannt und derjenigen des heil. Johannes entgegengestellt, sofern diese nicht durch sich selbst gerecht und heilig machte, sondern nur ein Zeichen war und zur Bußstimmung erweckte, also nur auf die eigentliche Taufe vorbereitete, jene hingegen aus sich selbst innerlich heiligt. -Johannes Joh 50 1 5 16 Das Wort. Vergl. [Joh 8,12]. -Johannes Joh 50 1 5 17 Es leuchtet ohne Unterlass, die von Sünden befleckten Seelen von Makeln befreiend. -Johannes Joh 50 1 5 18 Es bleibt auch noch Finsternis zurück. -Johannes Joh 50 1 5 19 Die Sünde stand dem entgegen. +Johannes Joh 51 1 5 16 Das Wort. Vergl. [Joh 8,12]. +Johannes Joh 51 1 5 17 Es leuchtet ohne Unterlass, die von Sünden befleckten Seelen von Makeln befreiend. +Johannes Joh 51 1 5 18 Es bleibt auch noch Finsternis zurück. +Johannes Joh 51 1 5 19 Die Sünde stand dem entgegen. Apostelgeschichte Apg 51 1 6 Igitur qui convenerant, interrogabant eum, dicentes: Domine si in tempore hoc restitues regnum Israel? Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr! wirst du wohl in dieser Zeit das Reich Israel wieder herstellen? -Johannes Joh 50 1 6 Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Joannes. Es war²⁰ ein Mensch von Gott gesandt,²¹ sein Name war Johannes. [Mt 3,1, Mk 1,2] -Johannes Joh 50 1 6 20 Trat auf. -Johannes Joh 50 1 6 21 Mit bestimmtem Auftrage (V. 33, 28) [Mal 3,1]. Der Evangelist hat sich bis dahin vor dem vorweltlichen Sein des Wortes gesprochen, alsdann von seinem Verhältnis zur Welt, nunmehr geht er zur Menschwerdung über. -Johannes Joh 50 1 7 Hic venit in testimonium ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugnis von dem Lichte gäbe, auf dass alle²² durch ihn glaubten.²³ +Johannes Joh 51 1 6 Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Joannes. Es war²⁰ ein Mensch von Gott gesandt,²¹ sein Name war Johannes. [Mt 3,1, Mk 1,2] +Johannes Joh 51 1 6 20 Trat auf. +Johannes Joh 51 1 6 21 Mit bestimmtem Auftrage (V. 33, 28) [Mal 3,1]. Der Evangelist hat sich bis dahin vor dem vorweltlichen Sein des Wortes gesprochen, alsdann von seinem Verhältnis zur Welt, nunmehr geht er zur Menschwerdung über. +Johannes Joh 51 1 7 Hic venit in testimonium ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugnis von dem Lichte gäbe, auf dass alle²² durch ihn glaubten.²³ Apostelgeschichte Apg 51 1 7 Dixit autem eis: Non est vestrum nosse tempora vel momenta, quæ Pater posuit in sua potestate: Er aber sprach zu ihnen: Es stehet euch nicht zu, Zeit oder Stunde zu wissen, welche der Vater in seiner Macht festgesetzt hat;⁸ Apostelgeschichte Apg 51 1 7 8 Wohl waren die zeitlichen Hoffnungen der Jünger durch den Tod des Herrn erschüttert [Lk 24,21], aber dieselben erwachten von neuem, als die Apostel den Heiland auferstanden sahen und ihn von dem Reiche Gottes reden hörten. Zu der Frage vergl. [Mk 13,32]. Der Heiland antwortet auf den Kern der Frage: wann wird Israel wieder hergestellt? mit der Belehrung, dass es den Jüngern nicht zukomme, diesen Zeitpunkt zu kennen. In welchem Sinne diese Wiederherstellung statthaben werde, lässt er unbeantwortet. Dass eine Wiederherstellung statthaben wird, ist vorausgesetzt, da sonst von einem Zeitpunkte der Wiederherstellung, nicht die Rede sein kann. Jedoch die Apostel haben nur auf ihre eigene Aufgabe ihr Augenmerk zu richten. -Johannes Joh 50 1 7 22 Die Juden und alle Menschen. -Johannes Joh 50 1 7 23 Der Glaube wird wie V. 20, V. 31 als Zweck des Evangeliums bezeichnet. +Johannes Joh 51 1 7 22 Die Juden und alle Menschen. +Johannes Joh 51 1 7 23 Der Glaube wird wie V. 20, V. 31 als Zweck des Evangeliums bezeichnet. Apostelgeschichte Apg 51 1 8 Sed accipietis virtutem supervenientis Spiritus sancti in vos, et eritis mihi testes in Jerusalem, et in omni Judæa, et Samaria, et usque ad ultimum terræ. aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der über euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an die Grenzen der Erde.⁹ -Johannes Joh 50 1 8 Non erat ille lux, sed ut testimonium perhiberet de lumine. Er war nicht das Licht,²⁴ sondern er sollte Zeugnis geben von dem Lichte.²⁵ +Johannes Joh 51 1 8 Non erat ille lux, sed ut testimonium perhiberet de lumine. Er war nicht das Licht,²⁴ sondern er sollte Zeugnis geben von dem Lichte.²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 1 8 9 Das erste Zeugnis sollen die Apostel in Jerusalem ablegen, bald aber soll ihre Tätigkeit sich über die ganze Erde erstrecken. -Johannes Joh 50 1 8 24 Ein Licht, doch nicht das Licht (Cyr.). Wie man an einem vom Lichte beschienenen Körper sehen kann, dass die Sonne aufgegangen ist, die man noch nicht sehen kann; wie man auch mit kranken Augen wenigstens an einem von der Sonne beschienenen Berg oder Baum zu erkennen im Stande ist, dass die Sonne bereits am Himmel steht, in die man nicht schauen kann, so leuchtet denen, die Christus noch nicht anzuschauen vermochten, Johannes, und durch ihn, welcher bekannte, er sei nur entlehntes Licht, wurde der Leuchtende selbst erkannt (Aug.). -Johannes Joh 50 1 8 25 Von dem Licht. Das Zeugnis bezog sich auf das Licht, welches das Wort brachte. V. 19. +Johannes Joh 51 1 8 24 Ein Licht, doch nicht das Licht (Cyr.). Wie man an einem vom Lichte beschienenen Körper sehen kann, dass die Sonne aufgegangen ist, die man noch nicht sehen kann; wie man auch mit kranken Augen wenigstens an einem von der Sonne beschienenen Berg oder Baum zu erkennen im Stande ist, dass die Sonne bereits am Himmel steht, in die man nicht schauen kann, so leuchtet denen, die Christus noch nicht anzuschauen vermochten, Johannes, und durch ihn, welcher bekannte, er sei nur entlehntes Licht, wurde der Leuchtende selbst erkannt (Aug.). +Johannes Joh 51 1 8 25 Von dem Licht. Das Zeugnis bezog sich auf das Licht, welches das Wort brachte. V. 19. Apostelgeschichte Apg 51 1 9 Et cum hæc dixisset, videntibus illis, elevatus est: et nubes suscepit eum ab oculis eorum. Als er dies gesagt hatte, ward er vor ihren Blicken emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, hinweg aus ihren Augen.¹⁰ -Johannes Joh 50 1 9 Erat lux vera, quæ illuminat omnem hominem venientem in hunc mundum. Es war das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet,²⁶ der in diese Welt kommt. [Joh 3,19] +Johannes Joh 51 1 9 Erat lux vera, quæ illuminat omnem hominem venientem in hunc mundum. Es war das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet,²⁶ der in diese Welt kommt. [Joh 3,19] Apostelgeschichte Apg 51 1 9 10 Während der Heiland durch die Macht seiner Gottheit erhoben wird, segnet er seine Jünger. [Lk 24,51]. Die Wolke ist ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes. (Wie im Tempel [1Kön 8,10, Jes 6,1-4] und bei der Verklärung [Mt 17,5].) Das Weggehen des Herrn aus der streitenden Kirche geschieht vor den Blicken der Apostel, den Eingang in die triumphierende Kirche bezeugen die Engel. So wird [Ps 23,7] erfüllt. Die Himmelfahrt wird [Mk 16,19, Lk 24,51] kurz erwähnt und [Joh 6,63] angedeutet. Matthäus schließt mit der Sendung der Apostel an alle Völker, weil gerade dies den Judenchristen besonders vor Augen zu stellen war, dass das Evangelium für alle Völker bestimmt ist. Der heil. Paulus weist [1Tim 3,16, Eph 2,6, Eph 4,8-10] auf dieselbe hin; ebenso der heil. Petrus [1Petr 3,22]. Im Alten Testamente war die Himmelfahrt des Herrn vorgebildet durch die Hinwegnahme des Henoch [Gen 5,24] und des Elias [2Kön 2,11]. -Johannes Joh 50 1 9 26 [Lk 11,36, Offb 21,23] Wer nicht erleuchtet wird, trägt selbst die Schuld (Chrys., Aug.). Besonders die Taufe ist eine Erleuchtung. (Aug. a.) -Johannes Joh 50 1 10 In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognovit. Er war in der Welt,²⁷ und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden, und die Welt²⁸ hat ihn nicht erkannt. +Johannes Joh 51 1 9 26 [Lk 11,36, Offb 21,23] Wer nicht erleuchtet wird, trägt selbst die Schuld (Chrys., Aug.). Besonders die Taufe ist eine Erleuchtung. (Aug. a.) +Johannes Joh 51 1 10 In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognovit. Er war in der Welt,²⁷ und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden, und die Welt²⁸ hat ihn nicht erkannt. Apostelgeschichte Apg 51 1 10 Cumque intuerentur in clum euntem illum, ecce duo viri astiterunt juxta illos in vestibus albis. Und als sie zum Himmel emporschauten, während er fortging,¹¹ siehe, da standen zwei Männer bei ihnen in weißen Gewändern, Apostelgeschichte Apg 51 1 10 11 Ob außer den elf Aposteln noch andere Jünger zugegen waren? Wie bei der Geburt und der Auferstehung ihres Herrn, sind Engel bei seiner Himmelfahrt als Zeugen zugegen, als Vorboten jener Engelschar, welche den Heiland einst begleiten wird. [Mt 16,27]. -Johannes Joh 50 1 10 27 Vor der Menschwerdung (Chrys., Aug., Bed.). -Johannes Joh 50 1 10 28 Die Menschen, welche der Welt anhängen und das Irdische suchen (Chrys., Aug.). +Johannes Joh 51 1 10 27 Vor der Menschwerdung (Chrys., Aug., Bed.). +Johannes Joh 51 1 10 28 Die Menschen, welche der Welt anhängen und das Irdische suchen (Chrys., Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 1 11 Qui et dixerunt: Viri Galilæi quid statis aspicientes in clum? hic Jesus, qui assumptus est a vobis in clum, sic veniet quemadmodum vidistis eum euntem in clum. welche sagten: Ihr Männer von Galiläa! was stehet ihr und schauet gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen ist, wird ebenso kommen, wie ihr ihn in den Himmel habt auffahren sehen.¹² -Johannes Joh 50 1 11 In propria venit, et sui eum non receperunt. Er kam²⁹ in sein Eigentum,³⁰ und die Seinigen nahmen ihn nicht auf.³¹ +Johannes Joh 51 1 11 In propria venit, et sui eum non receperunt. Er kam²⁹ in sein Eigentum,³⁰ und die Seinigen nahmen ihn nicht auf.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 1 11 12 Dies hatte der Heiland mit den Worten [Dan 7,13] von sich vorausgesagt. Welche Freude muss dieser Trost den Jüngern bereiten! Das Wort so, welches auf eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Himmelfahrt und Wiederkunft hinweist, hat zu der Meinung Anlass gegeben, das Tal Josaphat werde einst der Schauplatz des Gerichtes sein. -Johannes Joh 50 1 11 29 In der Menschwerdung zu allen Menschen (Chrys., Euth.), vorzüglich den Juden. (Aug., Bed.) Steigerung der Verkündigung. -Johannes Joh 50 1 11 30 V. 9 wurde das Wort Licht genannt, V. 10 wird das Wirken des Wortes als Licht bei den Heiden, V. 11 besonders bei den Juden geschildert. -Johannes Joh 50 1 11 31 Vergl. [Sir 24,1]. +Johannes Joh 51 1 11 29 In der Menschwerdung zu allen Menschen (Chrys., Euth.), vorzüglich den Juden. (Aug., Bed.) Steigerung der Verkündigung. +Johannes Joh 51 1 11 30 V. 9 wurde das Wort Licht genannt, V. 10 wird das Wirken des Wortes als Licht bei den Heiden, V. 11 besonders bei den Juden geschildert. +Johannes Joh 51 1 11 31 Vergl. [Sir 24,1]. Apostelgeschichte Apg 51 1 12 Tunc reversi sunt Jerosolymam a monte, qui vocatur Oliveti, qui est juxta Jerusalem, sabbati habens iter. Hierauf kehrten sie von dem Berge, welcher Ölberg genannt wird, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg weit entfernt, wieder nach Jerusalem zurück.¹³ -Johannes Joh 50 1 12 Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem filios Dei fieri, his, qui credunt in nomine ejus: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen³² gab er Macht,³³ Kinder Gottes zu werden, denen nämlich, die an seinen Namen glauben,³⁴ +Johannes Joh 51 1 12 Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem filios Dei fieri, his, qui credunt in nomine ejus: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen³² gab er Macht,³³ Kinder Gottes zu werden, denen nämlich, die an seinen Namen glauben,³⁴ Apostelgeschichte Apg 51 1 12 13 Nach alter Überlieferung fuhr der Heiland um Mittag gen Himmel. Die Entfernung des Ölberges von Jerusalem beträgt 5 6 Stadien, d. i. etwa 20 Minuten. -Johannes Joh 50 1 12 32 Eine Ausnahme, wohl besonders die Heiden (Cyr.). -Johannes Joh 50 1 12 33 Durch den Glauben wird der Mensch auf die Taufe vorbereitet, in der er ein Kind Gottes wird. (Thom.) Der Evangelist bemerkt vorweg, wie die, welche die ihnen gegebene Macht benutzen, Kinder Gottes werden. -Johannes Joh 50 1 12 34 Vergl. [Mt 5,45]. -Johannes Joh 50 1 13 Qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt. welche nicht aus dem Geblüte, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes,³⁵ sondern aus Gott geboren sind.³⁶ +Johannes Joh 51 1 12 32 Eine Ausnahme, wohl besonders die Heiden (Cyr.). +Johannes Joh 51 1 12 33 Durch den Glauben wird der Mensch auf die Taufe vorbereitet, in der er ein Kind Gottes wird. (Thom.) Der Evangelist bemerkt vorweg, wie die, welche die ihnen gegebene Macht benutzen, Kinder Gottes werden. +Johannes Joh 51 1 12 34 Vergl. [Mt 5,45]. +Johannes Joh 51 1 13 Qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt. welche nicht aus dem Geblüte, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes,³⁵ sondern aus Gott geboren sind.³⁶ Apostelgeschichte Apg 51 1 13 Et cum introissent in cnaculum, ascenderunt ubi manebant Petrus, et Joannes, Jacobus, et Andreas, Philippus et Thomas, Bartholomæus, et Matthæus, Jacobus Alphæi, et Simon Zelotes, et Judas Jacobi: Und als sie hineingekommen waren, stiegen sie in das Obergemach hinauf,¹⁴ wo sie sich aufzuhalten pflegten, nämlich Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Eiferer, und Judas, der Bruder des Jakobus.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 1 13 14 Als sie in die Stadt gekommen waren, stiegen sie in das Obergemach, ein Gemach unter dem flachen Dache. Es ist schwerlich dasselbe, welches [Lk 22,12] erwähnt wird, vielleicht war es im Hause des Johannes Markus [Apg 12,12], vielleicht dasselbe wie [Joh 20,19.26]. Apostelgeschichte Apg 51 1 13 15 Die Gruppen der Apostel sind anders geordnet als [Mt 10,2-4, Mk 3,16-19, Lk 6,14-16]. An letzter Stelle steht hier Judas, der Bruder des Jakobus. In allen Verzeichnissen steht, ohne Rücksicht auf die sonstige Ordnung, Petrus allen voran, ein Zeichen, wie sehr alle Jünger von seinem Primate überzeugt waren. -Johannes Joh 50 1 13 35 Das Geblüt ist gleichsam der Stoff, der Wille des Fleisches die sinnliche wirksame Ursache, der Wille des Mannes die vernünftige wirkende Ursache. Ein Kind Gottes wird man nicht, wie die Juden meinten, lediglich durch leibliche Abstammung. -Johannes Joh 50 1 13 36 Der Evangelist schildert die hohe Würde der Kindschaft, um die Gläubigen zur Bewahrung dieses herrlichen Vorzuges anzustacheln (Chrys., Euth. Theoph.). +Johannes Joh 51 1 13 35 Das Geblüt ist gleichsam der Stoff, der Wille des Fleisches die sinnliche wirksame Ursache, der Wille des Mannes die vernünftige wirkende Ursache. Ein Kind Gottes wird man nicht, wie die Juden meinten, lediglich durch leibliche Abstammung. +Johannes Joh 51 1 13 36 Der Evangelist schildert die hohe Würde der Kindschaft, um die Gläubigen zur Bewahrung dieses herrlichen Vorzuges anzustacheln (Chrys., Euth. Theoph.). Apostelgeschichte Apg 51 1 14 Hi omnes erant perseverantes unanimiter in oratione cum mulieribus, et Maria matre Jesu, et fratribus ejus. Diese alle verharrten einmütig im Gebete samt den Frauen,¹⁶ und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern. -Johannes Joh 50 1 14 Et verbum caro factum est, et habitavit in nobis: et vidimus gloriam ejus, gloriam quasi Unigeniti a Patre plenum gratiæ, et veritatis. Und das Wort ist Fleisch³⁷ geworden,³⁸ und hat unter uns³⁹ gewohnet;⁴⁰ und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,⁴¹ eine Herrlichkeit als⁴² des Eingebornen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit.⁴³ [Mt 1,16, Lk 2,7] +Johannes Joh 51 1 14 Et verbum caro factum est, et habitavit in nobis: et vidimus gloriam ejus, gloriam quasi Unigeniti a Patre plenum gratiæ, et veritatis. Und das Wort ist Fleisch³⁷ geworden,³⁸ und hat unter uns³⁹ gewohnet;⁴⁰ und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,⁴¹ eine Herrlichkeit als⁴² des Eingebornen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit.⁴³ [Mt 1,16, Lk 2,7] Apostelgeschichte Apg 51 1 14 16 Zwar fehlt im Griechischen der Artikel, doch ist sicher die Rede von den bekannten Frauen [Lk 8,2ff, Mt 27,55ff, Lk 23,27ff]. Wie sie dem Herrn angehangen, schließen sie sich den Jüngern, den Fortsetzern seines Werkes, an. Zum letzten Male wird hier im Neuen Testamente Maria erwähnt. Von Anfang an ist sie mit der Kirche des Herrn und die Kirche nicht ohne sie. Die Brüder (Geschwisterkinder des Herrn vergl. [Mt 12,Anm.59]) sind wohl die [Joh 7,5] erwähnten, die aber jetzt, ohne Zweifel infolge der letzten Ereignisse, Tod und Auferstehung, gläubig geworden sind. -Johannes Joh 50 1 14 37 Das Wort nahm die menschliche Natur an, die vernunftbegabte Seele einbegriffen (Aug.). Die Kirche verwarf deshalb den Apollinarismus, der lehrte, dass bei dem Heilande das Wort die vernunftbegabte Seele vertrat. Da der Ausdruck Fleisch die Nebenbedeutung der Schwäche einschließt, stellt der Evangelist durch den Gegensatz Wort und Fleisch die Größe dieses Geheimnisses der göttlichen Liebe vor Augen. Christus ist Gott und Mensch zugleich in einer Person, aber nicht durch Verwandlung der Gottheit in das Fleisch, nicht durch Vermischung der Naturen, sondern durch die Einheit der Person. (Athanas., Glaubensbek. 5. Ökum. Konzil Kann 4) -Johannes Joh 50 1 14 38 Um die Menschenkinder zu Gotteskinder (V. 13) zu machen, ist Gottes eingeborener Sohn Menschensohn geworden (Chrys.). -Johannes Joh 50 1 14 39 Unter den Aposteln und anderen, die ihn gekannt. -Johannes Joh 50 1 14 40 In der menschlichen Natur und auf Erden wie in einem Zelte. [2Petr 1,13.14]. Dieses Bild ist wohl mit Rücksicht auf die Verheißungen des A. T. [Ex 25,8, Joel 3,21, Ez 37,27, Hag 2,8] gewählt und soll dies Erdenleben als ein schnell vorübergehendes bezeichnen. -Johannes Joh 50 1 14 41 Die unter der menschlichen Hülle verborgene Herrlichkeit (Chrys., Bed.) sehen wir durch seine Wunder [Joh 2,11, Joh 11,40], seine Verklärung [Lk 9,32] und seine Auferstehung (Euth., Bed.). Diese Herrlichkeit war vorgebildet [Ex 24,16, 2Chr 5,13] und ist ein Anfang der zukünftigen Offenbarung Gottes. [Offb 21,3] Sie ist jener Himmelsglanz, der die heil. Gegenwart Gottes unmittelbar und allezeit umgibt. [Ex 40,36, Offb 15,8] -Johannes Joh 50 1 14 42 Wie sie dem zukam, der Eingeborener vom Vater ist. -Johannes Joh 50 1 14 43 Gnade und Wahrheit bezeichnen im A. T. Gottes Liebeserweisungen gegen die Frommen und seine Treue in der Erfüllung seiner Verheißungen. Beide haben sich also in der Menschwerdung am vollkommensten offenbart. -Johannes Joh 50 1 15 Joannes testimonium perhibet de ipso, et clamat dicens: Hic erat, quem dixi: Qui post me venturus est, ante me factus est: quia prior me erat. Johannes gibt Zeugnis von ihm,⁴⁴ und ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Der nach mir kommen wird,⁴⁵ ist vor mir gewesen;⁴⁶ denn er war eher als ich. +Johannes Joh 51 1 14 37 Das Wort nahm die menschliche Natur an, die vernunftbegabte Seele einbegriffen (Aug.). Die Kirche verwarf deshalb den Apollinarismus, der lehrte, dass bei dem Heilande das Wort die vernunftbegabte Seele vertrat. Da der Ausdruck Fleisch die Nebenbedeutung der Schwäche einschließt, stellt der Evangelist durch den Gegensatz Wort und Fleisch die Größe dieses Geheimnisses der göttlichen Liebe vor Augen. Christus ist Gott und Mensch zugleich in einer Person, aber nicht durch Verwandlung der Gottheit in das Fleisch, nicht durch Vermischung der Naturen, sondern durch die Einheit der Person. (Athanas., Glaubensbek. 5. Ökum. Konzil Kann 4) +Johannes Joh 51 1 14 38 Um die Menschenkinder zu Gotteskinder (V. 13) zu machen, ist Gottes eingeborener Sohn Menschensohn geworden (Chrys.). +Johannes Joh 51 1 14 39 Unter den Aposteln und anderen, die ihn gekannt. +Johannes Joh 51 1 14 40 In der menschlichen Natur und auf Erden wie in einem Zelte. [2Petr 1,13.14]. Dieses Bild ist wohl mit Rücksicht auf die Verheißungen des A. T. [Ex 25,8, Joel 3,21, Ez 37,27, Hag 2,8] gewählt und soll dies Erdenleben als ein schnell vorübergehendes bezeichnen. +Johannes Joh 51 1 14 41 Die unter der menschlichen Hülle verborgene Herrlichkeit (Chrys., Bed.) sehen wir durch seine Wunder [Joh 2,11, Joh 11,40], seine Verklärung [Lk 9,32] und seine Auferstehung (Euth., Bed.). Diese Herrlichkeit war vorgebildet [Ex 24,16, 2Chr 5,13] und ist ein Anfang der zukünftigen Offenbarung Gottes. [Offb 21,3] Sie ist jener Himmelsglanz, der die heil. Gegenwart Gottes unmittelbar und allezeit umgibt. [Ex 40,36, Offb 15,8] +Johannes Joh 51 1 14 42 Wie sie dem zukam, der Eingeborener vom Vater ist. +Johannes Joh 51 1 14 43 Gnade und Wahrheit bezeichnen im A. T. Gottes Liebeserweisungen gegen die Frommen und seine Treue in der Erfüllung seiner Verheißungen. Beide haben sich also in der Menschwerdung am vollkommensten offenbart. +Johannes Joh 51 1 15 Joannes testimonium perhibet de ipso, et clamat dicens: Hic erat, quem dixi: Qui post me venturus est, ante me factus est: quia prior me erat. Johannes gibt Zeugnis von ihm,⁴⁴ und ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Der nach mir kommen wird,⁴⁵ ist vor mir gewesen;⁴⁶ denn er war eher als ich. Apostelgeschichte Apg 51 1 15 In diebus illis exsurgens Petrus in medio fratrum dixit (erat autem turba hominum simul, fere centum viginti): In diesen Tagen erhob sich Petrus¹⁷ inmitten der Brüder (es war aber eine Schar beisammen, von etwa hundert und zwanzig Personen)¹⁸ und sprach: Apostelgeschichte Apg 51 1 15 17 Bleibt Christus auch allezeit das unsichtbare Haupt seiner Kirche, so ist doch Petrus das sichtbare Haupt derselben auf erden. Der heil. Petrus konnte den Platz des Judas aus eigener Machtvollkommenheit besetzen, doch zieht er es vor, dessen Nachfolger wählen zu lassen, indem er selbst die Wahl leitet. Wie er später als erster den Juden und Heiden das Evangelium verkündet, so ist er hier besorgt, die vom Herrn bestimmte Apostelzahl wieder herzustellen. Apostelgeschichte Apg 51 1 15 18 Es waren damals etwa 120 Personen zugegen, die Zahl der Gläubigen war eine viel größere. Vergl. [1Kor 15,6]. Bereits sehen wir die noch heute bestehende Gliederung in der Kirche: den heil. Petrus als Haupt derselben, die lehrende Kirche in ihren höheren Vertretern und die hörende Kirche, die Laien. -Johannes Joh 50 1 15 44 Das Zeugnis des heil. Johannes musste bei den Juden, bei denen er im hohen Ansehen stand, besonders von Wert sein. Die Erzählung des vierten Evangeliums schließt sich hier an die Versuchung des Herrn [Mt 4,1-11, Mk 1,12.13, Lk 4,1-13] an und berichtet bis zum Ende des 3. Kapitels Ereignisse, welche bei den Synoptikern nicht berührt werden. -Johannes Joh 50 1 15 45 Von dem öffentlichen Auftreten des Herrn gesagt (Chrys., Ambr., Aug.). -Johannes Joh 50 1 15 46 Hat mich an Würde übertroffen. Der Beisatz: denn er war eher gibt den Grund an, weshalb das Wort Johannes an Würde übertrifft: Obgleich dem Auftreten und dem leiblichen Alter nach später als der Täufer ist Christus doch schon vor ihm gewesen, also hat er außer dem menschlichen Sein noch ein anderes, göttliches. Darauf weist [Mt 3,11, Mk 1,17, Lk 3,16] hin. Auch V. 27 schließt sich so passend an und der Täufer selbst bezeugt so die Ewigkeit des Wortes (Aug., Thom.). V. 15 ist wegen der Wichtigkeit des grundlegenden V. 14 gesetzt. Der Prophet sieht das Zukünftige als bereits geschehen. +Johannes Joh 51 1 15 44 Das Zeugnis des heil. Johannes musste bei den Juden, bei denen er im hohen Ansehen stand, besonders von Wert sein. Die Erzählung des vierten Evangeliums schließt sich hier an die Versuchung des Herrn [Mt 4,1-11, Mk 1,12.13, Lk 4,1-13] an und berichtet bis zum Ende des 3. Kapitels Ereignisse, welche bei den Synoptikern nicht berührt werden. +Johannes Joh 51 1 15 45 Von dem öffentlichen Auftreten des Herrn gesagt (Chrys., Ambr., Aug.). +Johannes Joh 51 1 15 46 Hat mich an Würde übertroffen. Der Beisatz: denn er war eher gibt den Grund an, weshalb das Wort Johannes an Würde übertrifft: Obgleich dem Auftreten und dem leiblichen Alter nach später als der Täufer ist Christus doch schon vor ihm gewesen, also hat er außer dem menschlichen Sein noch ein anderes, göttliches. Darauf weist [Mt 3,11, Mk 1,17, Lk 3,16] hin. Auch V. 27 schließt sich so passend an und der Täufer selbst bezeugt so die Ewigkeit des Wortes (Aug., Thom.). V. 15 ist wegen der Wichtigkeit des grundlegenden V. 14 gesetzt. Der Prophet sieht das Zukünftige als bereits geschehen. Apostelgeschichte Apg 51 1 16 Viri fratres, oportet impleri Scripturam, quam prædixit Spiritus sanctus per os David de Juda, qui fuit dux eorum, qui comprehenderunt Jesum: Brüder! Es muss¹⁹ das Schriftwort erfüllt werden, welches der heilige Geist durch den Mund Davids vorhergesagt hat von Judas, welcher denen, die Jesus gefangen nahmen, zum Führer diente, [Joh 13,18] -Johannes Joh 50 1 16 Et de plenitudine ejus nos omnes accepimus, et gratiam pro gratia. Und⁴⁷ aus seiner Fülle⁴⁸ haben wir alle⁴⁹ empfangen, Gnade um Gnade.⁵⁰ +Johannes Joh 51 1 16 Et de plenitudine ejus nos omnes accepimus, et gratiam pro gratia. Und⁴⁷ aus seiner Fülle⁴⁸ haben wir alle⁴⁹ empfangen, Gnade um Gnade.⁵⁰ Apostelgeschichte Apg 51 1 16 19 Im Griech.: Es musste. Dem heil. Petrus ist jetzt die Schrift erschlossen. Zuerst spricht er von der Berufung des Unglücklichen, seinem Abfall und seinem Ende, wie sich die Schrift an ihm erfüllte. -Johannes Joh 50 1 16 47 Die richtigere Lesart ist weil, nicht: und. Der Evangelist knüpft an V. 14 an: Wir haben ihn als voll von Gnade usw. erkannt, weil wir selbst aus seiner Fülle empfangen haben. -Johannes Joh 50 1 16 48 Da in ihm die unerschöpfliche Fülle ist, kann er allen mitteilen. -Johannes Joh 50 1 16 49 Wie V. 14 unter uns. Der Apostel bezeugt die Wahrheit des Zeugnisses des Täufers, alle Gläubigen bestätigen das Zeugnis des Apostels, so dass der V. 14 ausgesprochene Hauptsatz unanfechtbar ist. -Johannes Joh 50 1 16 50 In überreichem Maße. +Johannes Joh 51 1 16 47 Die richtigere Lesart ist weil, nicht: und. Der Evangelist knüpft an V. 14 an: Wir haben ihn als voll von Gnade usw. erkannt, weil wir selbst aus seiner Fülle empfangen haben. +Johannes Joh 51 1 16 48 Da in ihm die unerschöpfliche Fülle ist, kann er allen mitteilen. +Johannes Joh 51 1 16 49 Wie V. 14 unter uns. Der Apostel bezeugt die Wahrheit des Zeugnisses des Täufers, alle Gläubigen bestätigen das Zeugnis des Apostels, so dass der V. 14 ausgesprochene Hauptsatz unanfechtbar ist. +Johannes Joh 51 1 16 50 In überreichem Maße. Apostelgeschichte Apg 51 1 17 Qui connumeratus erat in nobis, et sortitus est sortem ministerii hujus. der uns beigezählet war und Anteil an diesem Amte erhalten hatte.²⁰ -Johannes Joh 50 1 17 Quia lex per Moysen data est, gratia, et veritas per Jesum Christum facta est. Denn das Gesetz⁵¹ wurde durch Moses⁵² gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.⁵³ +Johannes Joh 51 1 17 Quia lex per Moysen data est, gratia, et veritas per Jesum Christum facta est. Denn das Gesetz⁵¹ wurde durch Moses⁵² gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.⁵³ Apostelgeschichte Apg 51 1 17 20 Griech.: Weil Judas ein so hohes Amt bekleidete, dann aber schmählich abfiel und zum Verräter wurde, ist jene Schriftstelle an ihm in Erfüllung gegangen. -Johannes Joh 50 1 17 51 Das A. T. befahl, aber half nicht. Vergl. [Röm 5,20]. Es enthielt Wahrheit, aber gab nicht aus sich die innere Kraft zur vollständigen Erfüllung, und wurde dadurch Veranlassung zu vielen Übertretungen. Zudem enthielt es nicht alle Heilswahrheiten und viele von denen, welche es bot, waren unentwickelt und durch Bilder verschleiert. Es war freilich auch der A. B., das Gesetz eine Gnade [Röm 3,1.2], besonders weil er eine Erziehungsanstalt auf Christus hin war [Gal 3,24] und es lag den Israeliten viel näher gerettet zu werden als den Heiden, aber die Rettung konnte durch die äußere Gnade, Offenbarung, Gesetz, Zeremonien an sich nicht geschehen, sondern ward nur durch die Gnade vollbracht, welche der kommende Messias verdienen sollte. Darum wird hier das Alte Testament als Gesetz dem neuen Testament als Gnade gegenübergestellt. Vergl. [Hebr 10,1]. Zwar konnten auch die Frommen des Alten Bundes Gnade erlangen, aber sie erlangten dieselbe nicht vermöge und aus ihrer Religionseinrichtung, sondern vermöge und in Kraft des zukünftigen Heils, das sie durch den Glauben an die göttlichen Verheißungen erreichen mussten. -Johannes Joh 50 1 17 52 Moses, der den Juden weit über Johannes steht, steht dennoch tief unter Christus. -Johannes Joh 50 1 17 53 Von dieser ersten Nennung des Heilandes an wird in der Folge im Evangelium die Bezeichnung Wort nicht mehr gebraucht. +Johannes Joh 51 1 17 51 Das A. T. befahl, aber half nicht. Vergl. [Röm 5,20]. Es enthielt Wahrheit, aber gab nicht aus sich die innere Kraft zur vollständigen Erfüllung, und wurde dadurch Veranlassung zu vielen Übertretungen. Zudem enthielt es nicht alle Heilswahrheiten und viele von denen, welche es bot, waren unentwickelt und durch Bilder verschleiert. Es war freilich auch der A. B., das Gesetz eine Gnade [Röm 3,1.2], besonders weil er eine Erziehungsanstalt auf Christus hin war [Gal 3,24] und es lag den Israeliten viel näher gerettet zu werden als den Heiden, aber die Rettung konnte durch die äußere Gnade, Offenbarung, Gesetz, Zeremonien an sich nicht geschehen, sondern ward nur durch die Gnade vollbracht, welche der kommende Messias verdienen sollte. Darum wird hier das Alte Testament als Gesetz dem neuen Testament als Gnade gegenübergestellt. Vergl. [Hebr 10,1]. Zwar konnten auch die Frommen des Alten Bundes Gnade erlangen, aber sie erlangten dieselbe nicht vermöge und aus ihrer Religionseinrichtung, sondern vermöge und in Kraft des zukünftigen Heils, das sie durch den Glauben an die göttlichen Verheißungen erreichen mussten. +Johannes Joh 51 1 17 52 Moses, der den Juden weit über Johannes steht, steht dennoch tief unter Christus. +Johannes Joh 51 1 17 53 Von dieser ersten Nennung des Heilandes an wird in der Folge im Evangelium die Bezeichnung Wort nicht mehr gebraucht. Apostelgeschichte Apg 51 1 18 Et hic quidem possedit agrum de mercede iniquitatis et suspensus crepuit medius: et diffusa sunt omnia viscera ejus. Dieser nun erwarb sich einen Acker von dem Lohne der Ruchlosigkeit,²¹ und er erhängte sich, und barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide wurden verschüttet.²² -Johannes Joh 50 1 18 Deum nemo vidit umquam: unigenitus Filius, qui est in sinu Patris, ipse enarravit. Gott hat niemand⁵⁴ je gesehen;⁵⁵ der eingeborne Sohn, der im Schoße⁵⁶ des Vaters ist,⁵⁷ er hat es uns kund getan.⁵⁸ [1Tim 6,16, 1Joh 4,12] +Johannes Joh 51 1 18 Deum nemo vidit umquam: unigenitus Filius, qui est in sinu Patris, ipse enarravit. Gott hat niemand⁵⁴ je gesehen;⁵⁵ der eingeborne Sohn, der im Schoße⁵⁶ des Vaters ist,⁵⁷ er hat es uns kund getan.⁵⁸ [1Tim 6,16, 1Joh 4,12] Apostelgeschichte Apg 51 1 18 21 Judas hatte diesen Acker zwar nicht selbst erworben, doch war er mittelbar sein Besitz, da derselbe für das zurückgebrachte Blutgeld gekauft war, also gewissermaßen im Namen des Judas, weil die Juden das Geld als sein Eigentum betrachteten. Apostelgeschichte Apg 51 1 18 22 Griech.: Kopfüber stürzend zerbarst er. In Folge einer uns unbekannten Ursache stürzte der erhängte Körper herab. Zu einer allgemein bekannten Sache braucht der heil. Petrus nicht alle Einzelumstände anzugeben. -Johannes Joh 50 1 18 54 Moses und die Propheten haben Gott zwar gesehen, aber unter einer die Herrlichkeit und das Wesen Gottes verbergenden Hülle. Darum konnten sie auch die Wahrheit selbst nicht lehren. Selbst im Himmel ist das Schauen Gottes seitens der Seligen kein solches, das die göttliche Wesenheit ganz erfasste, so weit sie nur erfasst zu werden vermag. -Johannes Joh 50 1 18 55 In seiner unverhüllten Wesenheit. -Johannes Joh 50 1 18 56 Bezeichnung der innigsten Lebensgemeinschaft. -Johannes Joh 50 1 18 57 Der eingeborene Sohn sieht den Vater unaufhörlich. -Johannes Joh 50 1 18 58 Als er auf Erden wandelte, hat er die Geheimnisse der Gottheit kundgetan. +Johannes Joh 51 1 18 54 Moses und die Propheten haben Gott zwar gesehen, aber unter einer die Herrlichkeit und das Wesen Gottes verbergenden Hülle. Darum konnten sie auch die Wahrheit selbst nicht lehren. Selbst im Himmel ist das Schauen Gottes seitens der Seligen kein solches, das die göttliche Wesenheit ganz erfasste, so weit sie nur erfasst zu werden vermag. +Johannes Joh 51 1 18 55 In seiner unverhüllten Wesenheit. +Johannes Joh 51 1 18 56 Bezeichnung der innigsten Lebensgemeinschaft. +Johannes Joh 51 1 18 57 Der eingeborene Sohn sieht den Vater unaufhörlich. +Johannes Joh 51 1 18 58 Als er auf Erden wandelte, hat er die Geheimnisse der Gottheit kundgetan. Apostelgeschichte Apg 51 1 19 Et notum factum est omnibus habitantibus Jerusalem, ita ut appellaretur ager ille, lingua eorum, Haceldama, hoc est, ager sanguinis. Und es wurde allen Einwohnern von Jerusalem bekannt, so dass jener Acker in ihrer Sprache Hakeldama, das ist Blutacker, genannt wurde.²³ -Johannes Joh 50 1 19 Et hoc est testimonium Joannis, quando miserunt Judæi ab Jerosolymis sacerdotes et Levitas ad eum ut interrogarent eum: Tu quis es? Und dieses ist das Zeugnis des Johannes,⁵⁹ als die Juden von Jerusalem⁶⁰ Priester und Leviten⁶¹ an ihn sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? +Johannes Joh 51 1 19 Et hoc est testimonium Joannis, quando miserunt Judæi ab Jerosolymis sacerdotes et Levitas ad eum ut interrogarent eum: Tu quis es? Und dieses ist das Zeugnis des Johannes,⁵⁹ als die Juden von Jerusalem⁶⁰ Priester und Leviten⁶¹ an ihn sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? Apostelgeschichte Apg 51 1 19 23 Die erklärende Übersetzung ist wohl Zusatz des Evangelisten. -Johannes Joh 50 1 19 59 Das Zeugnis ist bereits V. 7 und V. 15 angedeutet. -Johannes Joh 50 1 19 60 Besonders der hohe Rat. -Johannes Joh 50 1 19 61 Johannes hebt den religiösen Charakter der Sendung hervor. Die Leviten waren wie die Priester aus dem Stamme Levi, hatten aber in späteren Zeiten eine untergeordnete Bedeutung [Ez 44,6ff] Mit Serubabel kamen nur 74 Leviten aus der Gefangenschaft zurück. [Esra 2,40]. Esdras (Esra) konnte nur 38 bewegen, nach Jerusalem überzusiedeln. Sie wurden, obwohl sie auch lehren konnten, fast den Tempeldienern gleichgestellt. +Johannes Joh 51 1 19 59 Das Zeugnis ist bereits V. 7 und V. 15 angedeutet. +Johannes Joh 51 1 19 60 Besonders der hohe Rat. +Johannes Joh 51 1 19 61 Johannes hebt den religiösen Charakter der Sendung hervor. Die Leviten waren wie die Priester aus dem Stamme Levi, hatten aber in späteren Zeiten eine untergeordnete Bedeutung [Ez 44,6ff] Mit Serubabel kamen nur 74 Leviten aus der Gefangenschaft zurück. [Esra 2,40]. Esdras (Esra) konnte nur 38 bewegen, nach Jerusalem überzusiedeln. Sie wurden, obwohl sie auch lehren konnten, fast den Tempeldienern gleichgestellt. Apostelgeschichte Apg 51 1 20 Scriptum est enim in libro Psalmorum: Fiat commoratio eorum deserta, et non sit qui inhabitet in ea: et episcopatum ejus accipiat alter. Denn es steht im Buche der Psalmen geschrieben:²⁴ Ihre Wohnstätte stehe verödet, und niemand sei, der darin wohne! Und: Sein Amt erhalte ein anderer. -Johannes Joh 50 1 20 Et confessus est, et non negavit: et confessus est: Quia non sum ego Christus. Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich⁶² bin nicht Christus! +Johannes Joh 51 1 20 Et confessus est, et non negavit: et confessus est: Quia non sum ego Christus. Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich⁶² bin nicht Christus! Apostelgeschichte Apg 51 1 20 24 Jetzt führt der heil. Petrus die zuvor bereits erwähnte Vorhersagung des Heil. Geistes an. Der erste Teil derselbe ist [Ps 68,26] entnommen, der andere [Ps 108,8] An beiden Stellen spricht David den Fluch über seine Feinde und Verfolger aus, besonders über solche, von denen er statt des Hasses Liebe und Dankbarkeit hätte erwarten sollen. Was er von sich sagt, gilt auch von Jesus, als dessen Vorbild er spricht. -Johannes Joh 50 1 20 62 Die Voranstellung des Ich zeigt, dass er nur verneint, er selbst sei Christus, nicht aber, dass dieser schon gekommen sei. +Johannes Joh 51 1 20 62 Die Voranstellung des Ich zeigt, dass er nur verneint, er selbst sei Christus, nicht aber, dass dieser schon gekommen sei. Apostelgeschichte Apg 51 1 21 Oportet ergo ex his viris, qui nobiscum sunt congregati in omni tempore, quo intravit et exivit inter nos Dominus Jesus, Es muss also einer von den Männern, welche mit uns zusammen waren während der ganzen Zeit, da der Herr Jesus unter uns aus und ein ging,²⁵ -Johannes Joh 50 1 21 Et interrogaverunt eum: Quid ergo? Elias es tu? Et dixit: Non sum. Propheta es tu? Et respondit: Non. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht.⁶³ Bist du der Prophet?⁶⁴ Er antwortete: Nein.⁶⁵ +Johannes Joh 51 1 21 Et interrogaverunt eum: Quid ergo? Elias es tu? Et dixit: Non sum. Propheta es tu? Et respondit: Non. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht.⁶³ Bist du der Prophet?⁶⁴ Er antwortete: Nein.⁶⁵ Apostelgeschichte Apg 51 1 21 25 Buchstäblich traf dies nicht bei allen Aposteln zu, z. B. bei Matthäus. Es war die Hauptaufgabe des apostolischen Amtes, in der ganzen Welt Zeugnis zu geben wie von der Lehre und den Taten des Herrn, so ganz besonders von der Auferstehung, als dem vollkommensten Beweise seiner göttlichen Sendung. -Johannes Joh 50 1 21 63 Die verneinende Antwort konnte die Abgesandten nicht befriedigen, deshalb gehen sie vom Messias zu seinem Vorläufer über. Als solcher wurde nach [Mal 4,5] Elias erwartet. Vergl. [Mt 11,10]. Johannes verneint auch diese Frage, da er nicht der Elias des A. T. ist [Lk 1,17] -Johannes Joh 50 1 21 64 So bist du der [Dtn 18,15.18] verheißene Prophet? Dies sollte freilich der Messias selbst sein, wie [Apg 3,22.23] zeigt, indes war dies den Juden nicht klar. Dass der heil. Johannes ein Prophet ist, bezeugt der Heiland [Mt 11,9], und dies leugnet auch der Täufer hier nicht (Orig.). Er leugnet nur der Prophet zu sein. -Johannes Joh 50 1 21 65 Johannes antwortet auf den Sinn, nicht auf die Worte der Frage. (Aug., Chrys.) Der Sinn war: Bist du vielleicht Christus? +Johannes Joh 51 1 21 63 Die verneinende Antwort konnte die Abgesandten nicht befriedigen, deshalb gehen sie vom Messias zu seinem Vorläufer über. Als solcher wurde nach [Mal 4,5] Elias erwartet. Vergl. [Mt 11,10]. Johannes verneint auch diese Frage, da er nicht der Elias des A. T. ist [Lk 1,17] +Johannes Joh 51 1 21 64 So bist du der [Dtn 18,15.18] verheißene Prophet? Dies sollte freilich der Messias selbst sein, wie [Apg 3,22.23] zeigt, indes war dies den Juden nicht klar. Dass der heil. Johannes ein Prophet ist, bezeugt der Heiland [Mt 11,9], und dies leugnet auch der Täufer hier nicht (Orig.). Er leugnet nur der Prophet zu sein. +Johannes Joh 51 1 21 65 Johannes antwortet auf den Sinn, nicht auf die Worte der Frage. (Aug., Chrys.) Der Sinn war: Bist du vielleicht Christus? Apostelgeschichte Apg 51 1 22 Incipiens a baptismate Joannis usque in diem, qua assumptus est a nobis, testem resurrectionis ejus nobiscum fieri unum ex istis. von der Taufe des Johannes an bis auf den Tag, an welchem er von uns fort aufgenommen worden ist, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.²⁶ -Johannes Joh 50 1 22 Dixerunt ergo ei: Quis es ut responsum demus his, qui miserunt nos? quid dicis de teipso? Sie sprachen also zu ihm: Wer bist du? damit wir denen, die uns gesandt haben, Antwort geben. Was sagst du von dir selbst?⁶⁶ +Johannes Joh 51 1 22 Dixerunt ergo ei: Quis es ut responsum demus his, qui miserunt nos? quid dicis de teipso? Sie sprachen also zu ihm: Wer bist du? damit wir denen, die uns gesandt haben, Antwort geben. Was sagst du von dir selbst?⁶⁶ Apostelgeschichte Apg 51 1 22 26 Dieser Hauptbedingung entsprach auch Paulus, da er den Herrn auf dem Wege nach Damaskus gesehen [1Kor 9,1]. Die zweite Bedingung, damit jemand zum Apostelamt berufen werden könne, ist die Auserwählung seitens Gottes, die dritte ist V. 8 genannt. -Johannes Joh 50 1 22 66 Um eine klare Antwort zu erhalten, berufen sich die Abgesandten jetzt auf ihre Würde. Auf die jetzt gestellte Frage musste der Täufer umso lieber antworten, als er auf den Messias vorbereiten sollte. +Johannes Joh 51 1 22 66 Um eine klare Antwort zu erhalten, berufen sich die Abgesandten jetzt auf ihre Würde. Auf die jetzt gestellte Frage musste der Täufer umso lieber antworten, als er auf den Messias vorbereiten sollte. Apostelgeschichte Apg 51 1 23 Et statuerunt duos, Joseph, qui vocabatur Barsabas, qui cognominatus est Justus: et Mathiam. Da stellten sie zwei vor, Joseph, genannt Barsabas,²⁷ mit dem Zunamen der Gerechte, und Matthias. -Johannes Joh 50 1 23 Ait: Ego vox clamantis in deserto: Dirigite viam Domini, sicut dixit Isaias propheta. Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, wie der Prophet Isaias⁶⁷ gesprochen hat. [Jes 40,3, Mt 3,3, Mk 1,3, Lk 3,4] +Johannes Joh 51 1 23 Ait: Ego vox clamantis in deserto: Dirigite viam Domini, sicut dixit Isaias propheta. Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, wie der Prophet Isaias⁶⁷ gesprochen hat. [Jes 40,3, Mt 3,3, Mk 1,3, Lk 3,4] Apostelgeschichte Apg 51 1 23 27 Barsabas: Sohn des Sabas. Es ist über denselben sonst nichts bekannt. Vielleicht ist der [Apg 15,22] erwähnte Judas Barsabas sein Bruder. Ob Joseph und Matthias zu den 70 Jüngern gehörten? -Johannes Joh 50 1 23 67 Der Evangelist führt die Worte des Täufers an, weil das Zeugnis durch die Berufung auf den Propheten Isaias besonders Gewicht erhielt (Cyr., Chrys.). -Johannes Joh 50 1 24 Et qui missi fuerant, erant ex Pharisæis. Die Abgesandten aber waren aus den Pharisäern.⁶⁸ +Johannes Joh 51 1 23 67 Der Evangelist führt die Worte des Täufers an, weil das Zeugnis durch die Berufung auf den Propheten Isaias besonders Gewicht erhielt (Cyr., Chrys.). +Johannes Joh 51 1 24 Et qui missi fuerant, erant ex Pharisæis. Die Abgesandten aber waren aus den Pharisäern.⁶⁸ Apostelgeschichte Apg 51 1 24 Et orantes dixerunt: Tu Domine, qui corda nosti omnium, ostende, quem elegeris ex his duobus unum. Und sie beteten, und sprachen:²⁸ Du, o Herr! der du die Herzen aller kennst, zeige an, welchen von diesen beiden du erwählet hast, Apostelgeschichte Apg 51 1 24 28 Einst hatte der Heiland vor der Wahl seiner Apostel die Nacht hindurch gebetet, jetzt richtet sich das Gebet seiner Apostel nach seinem Beispiele wiederum an Gott, da ihm, dem Herzenskundigen, die Wahl überlassen werden soll. -Johannes Joh 50 1 24 68 Schon hier tritt die Gehässigkeit der Pharisäer und ihre Unempfindlichkeit hervor. Dieser Umstand wird wegen des folgenden Verses eingefügt, weil gerade die Pharisäer lehrten, nur Christus oder Elias oder der Prophet könnten taufen. -Johannes Joh 50 1 25 Et interrogaverunt eum, et dixerunt ei: Quid ergo baptizas, si tu non es Christus, neque Elias, neque propheta? Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, wenn du nicht Christus bist, noch Elias, noch der Prophet?⁶⁹ +Johannes Joh 51 1 24 68 Schon hier tritt die Gehässigkeit der Pharisäer und ihre Unempfindlichkeit hervor. Dieser Umstand wird wegen des folgenden Verses eingefügt, weil gerade die Pharisäer lehrten, nur Christus oder Elias oder der Prophet könnten taufen. +Johannes Joh 51 1 25 Et interrogaverunt eum, et dixerunt ei: Quid ergo baptizas, si tu non es Christus, neque Elias, neque propheta? Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, wenn du nicht Christus bist, noch Elias, noch der Prophet?⁶⁹ Apostelgeschichte Apg 51 1 25 Accipere locum ministerii hujus, et apostolatus, de quo prævaricatus est Judas ut abiret in locum suum. die Stelle dieses Dienstes und Apostelamtes zu empfangen, von welchem Judas abgefallen ist, um hinzugehen an seinen Ort.²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 1 25 29 An einen seiner würdigen Ort, die Hölle. Eine andere Stelle hatte der Heiland ihm angewiesen, eine andere sich Judas selbst gewählt. -Johannes Joh 50 1 25 69 Sie wählen statt des allgemeinen Wortes die charakteristische Handlung des Täufers; zumal [Ez 36,25] und [Sach 13,1] das Taufen dem Messias und seinen Begleitern zugeschrieben schien. -Johannes Joh 50 1 26 Respondit eis Joannes, dicens: Ego baptizo in aqua: medius autem vestrum stetit, quem vos nescitis. Johannes antwortete ihnen und sprach:⁷⁰ Ich taufe mit Wasser, mitten unter euch⁷¹ steht der, den ihr nicht kennet. [Apg 1,5, Apg 11,16, Apg 19,4] +Johannes Joh 51 1 25 69 Sie wählen statt des allgemeinen Wortes die charakteristische Handlung des Täufers; zumal [Ez 36,25] und [Sach 13,1] das Taufen dem Messias und seinen Begleitern zugeschrieben schien. +Johannes Joh 51 1 26 Respondit eis Joannes, dicens: Ego baptizo in aqua: medius autem vestrum stetit, quem vos nescitis. Johannes antwortete ihnen und sprach:⁷⁰ Ich taufe mit Wasser, mitten unter euch⁷¹ steht der, den ihr nicht kennet. [Apg 1,5, Apg 11,16, Apg 19,4] Apostelgeschichte Apg 51 1 26 Et dederunt sortes eis, et cecidit sors super Mathiam, et annumeratus est cum undecim Apostolis. Dann warfen sie das Los über sie, und es fiel das Los auf Matthias, und er ward den elf Aposteln beigezählt.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 1 26 30 Die von den Aposteln geleitete Versammlung hat zwei Personen bezeichnet, welche nach ihrer Überzeugung die für das Apostelamt erforderlichen Eigenschaften besitzen. Von diesen aber denjenigen auszuwählen, welcher das Amt den andern Aposteln ebenbürtig tatsächlich erlangen soll, bitten sie Gott selbst. Sie werfen das Los, wie dies im A. T. in vielen Fällen [Lev 16,8] u. a. geschah. Diese Weise war hier die angezeigteste, da eine Offenbarung, wer bestimmt sei, von Gott nicht gegeben war. Da es sich hier um die Wahl eines Apostels im engsten Sinne handelte, darf daraus kein Schluss gezogen werden, als ob auch andere Kirchenämter in dieser Weise zu besetzen seien. -Johannes Joh 50 1 26 70 Johannes rechtfertigte sich durch sein Verhältnis zu dem nach ihm Kommenden: Meine Taufe ist eigentlich nur mit Wasser, die Taufe des Messias reinigt und heiligt innerlich. -Johannes Joh 50 1 26 71 Ihr seid um mich und mein Wirken besorgt und kümmert euch nicht um den, dem all euer Sinnen und Mühen gelten sollte; ihn kennt ihr nicht, obgleich er schon in eurer Mitte ist. Ich muss vorbereitend taufen, da er schon so nahe ist. -Johannes Joh 50 1 27 Ipse est, qui post me venturus est, qui ante me factus est: cujus ego non sum dignus ut solvam ejus corrigiam calceamenti. Er ist es, der nach mir kommen wird, der vor mir gewesen ist, und dessen Schuhriemen aufzulösen ich nicht würdig bin.⁷² [Mk 1,7, Lk 3,16] -Johannes Joh 50 1 27 72 Christus wird so die höchste Würde zugeschrieben, wenn ein Mann wie Johannes sich nicht für würdig hält, ihm die niedrigsten Dienste zu leisten. -Johannes Joh 50 1 28 Hæc in Bethania facta sunt trans Jordanem, ubi erat Joannes baptizans. Dies geschah zu Bethania,⁷³ jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. -Johannes Joh 50 1 28 73 Johannes fügt den Ort hinzu, um durch die Genauigkeit der Erzählung die Bedeutung des wichtigen Zeugnisses noch mehr zu zeigen (Cyr.). Es ist die Jordansau am mittleren Jordan gemeint [Mt 3,5, Lk 3,3], in der der Täufer seinen Standort mehrfach wechselte. -Johannes Joh 50 1 29 Altera die vidit Joannes Jesum venientem ad se, et ait: Ecce agnus Dei, ecce qui tollit peccatum mundi. Am andern Tage sah Johannes Jesus zu sich kommen, und sprach:⁷⁴ Sehet,⁷⁵ das Lamm⁷⁶ Gottes,⁷⁷ sehet, welches hinwegnimmt⁷⁸ die Sünde der Welt!⁷⁹ -Johannes Joh 50 1 29 74 Dies zweite Zeugnis ist nach der Taufe des Herrn, ja nach seiner Versuchung abgelegt, am Tage nach dem V. 19ff Erzählten. Der Täufer geht dieses Mal in seiner Bezeugung weiter und hebt das Ziel der Menschwerdung hervor. -Johannes Joh 50 1 29 75 Er hatte seine Jünger wohl bereits auf das Erscheinen des Herrn vorbereitet (Chrys.). -Johannes Joh 50 1 29 76 Diese Bezeichnung ist dem heil. Johannes eigen. Da er mit dem Bilde des Lammes die Sündenvergebung verbindet, deutet dasselbe auf den Opferdienst des A. T. zurück. [Ex 29,38, Num 28,1.3] (Orig., Cyr., Thom.), der nur vorbildlich war. Aber gewiss nahm er auch Bezug auf [Jes 53,7] (Orig., Chrys., Theoph., Thom.), deshalb will er sagen: Sehet das Lamm, das von den Propheten vorausverkündete. -Johannes Joh 50 1 29 77 Das von Gott gesandte (Euth., Theoph., Thom.) -Johannes Joh 50 1 29 78 Jesus nimmt die Sünden auf sich und tilgt sie am Kreuze, uns mit seinem Blute reinigend. Das Zeitwort steht in der Gegenwart, weil er dies auf immer tut (Chrys.). -Johannes Joh 50 1 29 79 Alle Sünden, in erster Linie die Erbsünde, (Thom.) die ein Makel der Natur ist. Wenngleich der Heiland erst am Kreuze das Opfer für dieselben darbrachte, konnte er doch mit Rücksicht auf den Kreuzestod allezeit die Vergebung der Sünden gewähren. -Johannes Joh 50 1 30 Hic est, de quo dixi: Post me venit vir, qui ante me factus est: quia prior me erat. Dieser⁸⁰ ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir vorgegangen ist; denn er war eher als ich.⁸¹ -Johannes Joh 50 1 30 80 Dieser, der eben herankommende Jesus. Dieser Vers bildet eine Ergänzung zu V. 29. Im letzteren hat Johannes den Heiland als den Erlöser der ganzen Menschheit dargestellt, hier schildert er unter Berufung auf einen früheren Ausspruch die Würde und Erhabenheit Jesu an sich (V. 15). -Johannes Joh 50 1 30 81 Die genaue Erfüllung der Voraussage des heil. Johannes zeigte den Jüngern, wie richtig ihr Meister über Jesus und sich selbst und ihr gegenseitiges Verhältnis gelehrt hatte. -Johannes Joh 50 1 31 Et ego nesciebam eum, sed ut manifestetur in Israel, propterea veni ego in aqua baptizans. Und ich kannte ihn nicht;⁸² aber damit er in Israel offenbar würde, deshalb kam ich, mit Wasser taufend. -Johannes Joh 50 1 31 82 Nachdem der Täufer den Heiland als Messias bezeichnet hat, muss er die Glaubwürdigkeit seines Zeugnisses nachweisen. Er beruft sich also auf eine göttliche Offenbarung (Orig., Chrys., Cyr.). Der heil. Johannes kannte den Heiland nicht (V. 31) bis zur Taufe. (V. 33, Aug., Rup., Theoph.) Als Jesus an den Jordan kam, ahnte er, dass er der Messias sei; aber erst durch die Herabkunft des heil. Geistes erkannte er, dass Jesus der im Geiste Taufende (V. 33), der Sohn Gottes sei. (V. 34) -Johannes Joh 50 1 32 Et testimonium perhibuit Joannes, dicens: Quia vidi Spiritum descendentem quasi columbam de clo, et mansit super eum. Und Johannes gab Zeugnis, und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen,⁸³ und er weilte über ihm.⁸⁴ [Mt 3,16] -Johannes Joh 50 1 32 83 Der Evangelist setzt hier die Kenntnis der Synoptiker voraus. [Mt 3,13-17, Mk 1,9-11, Lk 3,21.22] -Johannes Joh 50 1 32 84 Auch die Juden haben das Zeichen gesehen; wenn es für sie vergeblich geschieht, liegt der Grund in der Bosheit ihres Herzens (Chrys., Thom.). Der heil. Geist bleibt bei dem Heiland und wirkt in ihm während seines Erdenwandels. (Orig., Athan., Chrys., Cyr., Hier., Ambr.) -Johannes Joh 50 1 33 Et ego nesciebam eum: sed qui misit me baptizare in aqua, ille mihi dixit: Super quem videris Spiritum descendentem, et manentem super eum, hic est, qui baptizat in Spiritu sancto. Und ich kannte ihn nicht; aber der, welcher mich gesandt hat,⁸⁵ mit Wasser zu taufen, sprach zu mir:⁸⁶ Über wen du den Geist herabsteigen sehen wirst und über ihm weilen, dieser ist es, der mit dem heiligen Geiste tauft. [Mk 1,10, Lk 3,22] -Johannes Joh 50 1 33 85 Gott, der auch den Messias gesandt. -Johannes Joh 50 1 33 86 Innerlich, wohl als Johannes in der Wüste weilte. -Johannes Joh 50 1 34 Et ego vidi: et testimonium perhibui quia hic est Filius Dei. Und ich habe gesehen,⁸⁷ und habe Zeugnis gegeben, dass dieser der Sohn Gottes⁸⁸ ist. -Johannes Joh 50 1 34 87 Was Gott mir verheißen zu zeigen, habe ich gesehen und habe unmittelbar nach der Taufe Zeugnis gegeben. Dasselbe ist nicht berichtet (Chrys.). -Johannes Joh 50 1 34 88 Nicht adoptiert, wie viele, sondern von Natur, also selbst Gott, der, den [Ps 2,7] preist. -Johannes Joh 50 1 35 Altera die iterum stabat Joannes, et ex discipulis ejus duo. Des andern Tages stand Johannes abermals⁸⁹ da und zwei von seinen Jüngern. -Johannes Joh 50 1 35 89 Mit Bezug auf V. 29. Der heil. Johannes stand an demselben Platze wie das letzte Mal. Damals war die Begegnung eine mehr zufällige, heute ist sie eine absichtliche. Der eine der beiden Jünger ist Andreas, der andere der Verfasser selbst. Die hohe Enthaltsamkeit, Jungfräulichkeit und Herzensreinheit scheint von dem Täufer auf den scheidenden Jünger gleichsam übergegangen zu sein. -Johannes Joh 50 1 36 Et respiciens Jesum ambulantem, dixit: Ecce agnus Dei. Und als er Jesus umherwandeln⁹⁰ sah, sprach er:⁹¹ Sehet, das Lamm Gottes! -Johannes Joh 50 1 36 90 Jesus kam also nicht auf ihn zu. Beide haben verschiedene Aufgaben. Von vornherein mussten die Wege des Neuen Testamentes von denen des Alten geschieden werden. Vor der Taufe fand kein persönlicher Verkehr statt, bei der Taufe nur eine kurze Unterredung. [Mt 3,13-15] Über das persönliche Verhältnis nach der Taufe wissen wir nur, was [Joh 1,29.31] ferner [Joh 3,23] endlich [Mt 11,2] berichtet wird. -Johannes Joh 50 1 36 91 Drittes Zeugnis: Kurze Wiederholung des zweiten V. 29. Der heil. Johannes übergeht die von den Synoptikern, z.B. [Mt 4,18] erzählte Berufung der Apostel in Galiläa. Gewiss war ihm die hier V. 36 erzählte Szene tief in das Herz geschrieben, war sie doch der entscheidendste Augenblick seines Lebens. -Johannes Joh 50 1 37 Et audierunt eum duo discipuli loquentem, et secuti sunt Jesum. Und die zwei Jünger hörten ihn das sagen, und folgten Jesus nach.⁹² -Johannes Joh 50 1 37 92 Sie gingen ihm nach, ohne sich ihm bleibend anzuschließen. -Johannes Joh 50 1 38 Conversus autem Jesus, et videns eos sequentes se, dicit eis: Quid quæritis? Qui dixerunt ei: Rabbi, (quod dicitur interpretatum Magister) ubi habitas? Jesus aber wandte sich um, und da er sah, dass sie ihm folgten, sprach er zu ihnen: Was suchet ihr?⁹³ Sie sprachen zu ihm: Rabbi! (das heißt verdolmetschet Meister)⁹⁴ wo wohnest du?⁹⁵ -Johannes Joh 50 1 38 93 Jesus war wohl schon auf dem Heimwege. Er fragt, um ihrem guten Willen zuvorzukommen und ihnen Zuversicht einzuflößen; denn nach dem Zeugnisse ihres Meisters konnten sie dem Herrn nur mit Scheu und Furcht nahen (Chrys.). -Johannes Joh 50 1 38 94 Noch haben sie das Zeugnis des Täufers über die Würde des Herrn nicht genugsam verstanden. -Johannes Joh 50 1 38 95 Sie wollen weitere Belehrung erhalten. -Johannes Joh 50 1 39 Dicit eis: Venite, et videte. Venerunt, et viderunt ubi maneret, et apud eum manserunt die illo: hora autem erat quasi decima. Er sprach zu ihnen: Kommet,⁹⁶ und sehet es!⁹⁷ Da kamen sie, und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben diesen Tag bei ihm.⁹⁸ Es war um die zehnte Stunde.⁹⁹ -Johannes Joh 50 1 39 96 Da ihr guten Willens seid. -Johannes Joh 50 1 39 97 Da ihr voller Eifer seid, so sehet, wo ich wohne. -Johannes Joh 50 1 39 98 Wie viel Belehrung und Trost sie an einem Tage empfangen, geht daraus hervor, dass sie sogleich andere zu gewinnen suchen. Was sie mit dem Herrn gesprochen, sagt der Evangelist nicht; aber aus der Äußerung des heil. Andreas gegen seinen Bruder (V. 41) können wir schließen, dass die messianische Würde Jesu Gegenstand der Belehrung war. -Johannes Joh 50 1 39 99 Gegen 4 Uhr nachmittags, zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Vergl. [Mt 27,Anm.57] -Johannes Joh 50 1 40 Erat autem Andreas frater Simonis Petri unus ex duobus, qui audierant a Joanne, et secuti fuerant eum. Andreas¹⁰⁰ aber, der Bruder des Simon Petrus,¹⁰¹ war einer von den beiden, welche dies von Johannes gehört hatten, und ihm nachgefolgt waren. [Mt 4,18] -Johannes Joh 50 1 40 100 Er macht seinen leiblichen Bruder zum geistigen und bereitet als Erstling der Gemeinde das Fundament für die Kirche vor. -Johannes Joh 50 1 40 101 Noch ist Petrus nicht genannt und schon wird sein Bruder nach ihm bezeichnet. Welch hohe Stellung musste im Bewusstsein der Leser der heil. Petrus einnehmen! -Johannes Joh 50 1 41 Invenit hic primum fratrem suum Simonem, et dicit ei: Invenimus Messiam, (quod est interpretatum Christus.) Dieser fand¹⁰² zuerst seinen Bruder Simon, und sprach zu ihm: Wir haben den Messias (das ist verdolmetschet Christus)¹⁰³ gefunden. -Johannes Joh 50 1 41 102 Gott selbst leitet ihn. Vielleicht geschah dies noch am selben Tage. -Johannes Joh 50 1 41 103 Die Erklärung ist für heidenchristliche Leser notwendig. Vergl. [Mt 1,Anm.1]. -Johannes Joh 50 1 42 Et adduxit eum ad Jesum. Intuitus autem eum Jesus, dixit: Tu es Simon filius Jona: tu vocaberis Cephas, quod interpretatur Petrus. Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an,¹⁰⁴ und sprach: Du bist Simon, der Sohn des Jonas;¹⁰⁵ du wirst Kephas, das ist Petrus, heißen.¹⁰⁶ -Johannes Joh 50 1 42 104 Der Heiland schaut bis in sein Herz. Petrus hatte am Anfange noch nicht die Festigkeit des Felsens. Die Kenntnis seines Namens schöpft Jesus aus sich (Chrys., Cyr., Aug.). -Johannes Joh 50 1 42 105 Gleichbedeutend mit Johannes. -Johannes Joh 50 1 42 106 Die Namengebung wird [Mk 3,16, Mt 16,18] berichtet. -Johannes Joh 50 1 43 In crastinum voluit exire in Galilæam, et invenit Philippum. Et dicit ei Jesus: Sequere me. Am folgenden Tage wollte er fortgehen nach Galiläa, und fand den Philippus.¹⁰⁷ Und Jesus sprach zu ihm: Folge mir nach!¹⁰⁸ -Johannes Joh 50 1 43 107 Ob Philippus ein Jünger des Johannes war, wird nicht gesagt. Er ist die erste Frucht der Predigt Jesu, (Thom.) da er, wie es scheint, das Zeugnis des Täufers nicht gehört hat. Der Evangelist nennt die Tage, um die rasch aufeinander folgenden Offenbarungen Jesu vor den Jüngern hervorzuheben. -Johannes Joh 50 1 43 108 Es ist die Aufforderung zur Nachfolge als Jünger, ohne dass in dem Worte die Verpflichtung ständiger Lebensgemeinschaft liegt. -Johannes Joh 50 1 44 Erat autem Philippus a Bethsaida, civitate Andreæ, et Petri. Es war aber Philippus aus Bethsaida, der Stadt des Andreas und Petrus. -Johannes Joh 50 1 45 Invenit Philippus Nathanael, et dicit ei: Quem scripsit Moyses in lege, et prophetæ, invenimus Jesum filium Joseph a Nazareth. Philippus traf¹⁰⁹ den Nathanael¹¹⁰ und sprach zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetze und die Propheten geschrieben haben,¹¹¹ Jesus, den Sohn Josephs von Nazareth.¹¹² [Gen 49,10, Dtn 18,18, Jes 40,10, Jes 45,8, Jer 23,5, Ez 34,23, Ez 37,24, Dan 9,24.25] -Johannes Joh 50 1 45 109 Nicht bloßer Zufall ist es. Wer Christus kennt, muss wünschen, dass andere des gleichen Glückes teilhaftig werden. -Johannes Joh 50 1 45 110 Gott hat gegeben, Theodot. Er war wohl auf dem Wege zum Täufer. Es ist derselbe Jünger, der auch Bartholomäus heißt. Denn es ist nicht wahrscheinlich, dass der so sichtlich bevorzugte Nathanael von der Apostelwürde ausgeschlossen bleibt; außerdem wird er [Joh 21,2] so zwischen zwei Aposteln aufgeführt, dass an der gleichen Würde für ihn nicht zu zweifeln ist. Alsdann muss er aber mit einer der in den Apostelverzeichnissen aufgeführten Personen identisch sein. In drei Verzeichnissen [Mt 10,3, Mk 3,18, Lk 6,14] folgt auf Philippus, der Nathanael zu Jesus führte, Bartholomäus, Sohn des Tholmai. Nach Euseb. soll der heil. Bartholomäus bis nach Indien (Yemen) gekommen sein und das Evangelium des heil. Matthäus dorthin in der Ursprache gebracht haben. -Johannes Joh 50 1 45 111 D. h. den Messias, denn auf diesen zielten Moses und die Propheten hin. -Johannes Joh 50 1 45 112 Nach der gewöhnlichen Volksmeinung, wie er sie wohl von Andreas gehört. -Johannes Joh 50 1 46 Et dixit ei Nathanael: A Nazareth potest aliquid boni esse? Dicit ei Philippus: Veni, et vide. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann denn aus Nazareth etwas Gutes kommen?¹¹³ Philippus sprach zu ihm: Komm, und siehe.¹¹⁴ -Johannes Joh 50 1 46 113 Nazareth war weder im A. T. bekannt, noch Gegenstand der messianischen Weissagungen. Auch war Nathanael in der Nähe zu Hause und schätzte, wie es zu geschehen pflegt, das Nachbarstädtchen gering. Er hält den bisherigen Aufenthaltsort für den Ort der Geburt. -Johannes Joh 50 1 46 114 Philippus ist des Erfolges sicher. Sein Beispiel ist allen Ungläubigen guten Willens gegenüber die beste Richtschnur. -Johannes Joh 50 1 47 Vidit Jesus Nathanael venientem ad se, et dicit de eo: Ecce vere Israelita, in quo dolus non est. Jesus sah den Nathanael zu sich kommen, und sprach von ihm: Siehe, ein wahrer Israelit,¹¹⁵ in welchem kein Falsch ist! [Ps 31,2] -Johannes Joh 50 1 47 115 Wie V. 43 bekundet Jesus hier sein höheres Wissen, um die Jünger zum Glauben zu führen, da er noch kein Wunder tut. (Cyr.) Du bist nicht nur der Herkunft, sondern auch der Gesinnung nach ein Israelit. Vergl. [Gen 25,27]. Die Erklärung folgt im Nebensatze. Sein Kommen zeugt von seinem innersten Wesen: Er sehnt sich nach dem messianischem Heile (Aug.) und bereitet sich durch Gehorsam gegen Gott und die heil. Schrift auf dasselbe vor (Chrys.). -Johannes Joh 50 1 48 Dicit ei Nathanael: Unde me nosti? Respondit Jesus, et dixit ei: Priusquam te Philippus vocaret, cum esses sub ficu, vidi te. Nathanael sprach zu ihm: Woher kennest du mich?¹¹⁶ Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Bevor dich Philippus rief, da du unter dem¹¹⁷ Feigenbaume warest,¹¹⁸ sah ich dich. -Johannes Joh 50 1 48 116 Nathanael lehnt den Lobspruch nicht ab, aber er ist verwundert über ein solches Urteil, das sich auf sein inneres Leben bezieht. -Johannes Joh 50 1 48 117 Unter dem dir bekannten Feigenbaum. Es musste dort etwas für Nathanael überaus wichtiges geschehen sein. -Johannes Joh 50 1 48 118 Die Morgenländer überlassen sich gern unter Bäumen zum Nachdenken. -Johannes Joh 50 1 49 Respondit ei Nathanael, et ait: Rabbi, tu es Filius Dei, tu es Rex Israel. Nathanael antwortete ihm, und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!¹¹⁹ -Johannes Joh 50 1 49 119 Nathanael hat eine mehr geahnte als bewusste Kenntnis von dem höheren Wesen des Herrn. Der Zusatz zeigt, in welchem Sinne er das Wort Sohn Gottes versteht. Vergl. [Mt 16,18] -Johannes Joh 50 1 50 Respondit Jesus, et dixit ei: Quia dixi tibi: Vidi te sub ficu, credis: majus his videbis. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Weil ich dir gesagt habe, ich sah dich unter dem Feigenbaume, glaubest du: Größeres als dieses wirst du sehen. -Johannes Joh 50 1 51 Et dicit ei: Amen, amen dico vobis, videbitis clum apertum, et Angelos Dei ascendentes, et descendentes supra Filium hominis. Und er sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich,¹²⁰ ich sage euch, ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen¹²¹ über dem Menschensohne!¹²² -Johannes Joh 50 1 51 120 Dieses wiederholte Wahrlich ist dem heil. Johannes eigen, indes nur in den Reden des Herrn, in denen es 25 Mal wiederkehrt. -Johannes Joh 50 1 51 121 Die älteren Erklärer fassen die Worte vom Auf- und Niedersteigen der Engel buchstäblich und verstehen sie von wirklichen Engelserscheinungen. Indes können die wenigen in der heil. Schrift berichteten Engelserscheinungen doch kaum das Größere sein, das der Herr verspricht, gegenüber der Offenbarung seiner Allwissenheit. So sind die Worte wohl als bildliche Darstellung der Wahrheit anzusehen, dass der Menschensohn während seines Erdenwandels in einer ununterbrochenen, wesenhaften Verbindung mit dem Himmel stand und durch ihn der Himmel den Menschen geöffnet ward. Der Heiland braucht fast die gleichen Worte, die [Gen 28,12] stehen, also hatte er diese Stelle wohl im Auge (Aug.). Da nun an jener Stelle dem Patriarchen im Traumgesichte gezeigt wird, dass Gott mit den Seinigen im Verkehr steht, wird hier gezeigt, dass mit dem Beginn der messianischen Zeit die durch die Sünde unterbrochene Verbindung mit dem Himmel wiederhergestellt ist. -Johannes Joh 50 1 51 122 Der Heiland legt sich diesen Namen (über dessen Bedeutung siehe [Mt 8,Anm.28]) in den Evangelien etwa 80 Mal selbst bei, jedesmal, wenn er sich göttliche Eigenschaften zuschreibt oder von dem redet, was seiner unwürdig zu sein scheint, was er aber aus Liebe zu uns litt oder noch leiden wollte. Wie viele Titel werden dem Heilande in diesem ersten Kapitel mit Bezugnahme auf seine menschliche Natur gegeben! Er ist das Wort (V. 1, V. 14), das Licht (V. 9), der eingeborene Sohn des Vaters (V. 14), der Sohn Gottes (V. 34, V. 49), das Lamm Gottes (V. 36), ein verehrter Lehrer (V. 38, V. 49), der Messias (V. 41, V. 45), der König von Israel (V. 49), endlich der Menschensohn. -Johannes Joh 50 2 0 Die Jünger werden durch die erste Offenbarung der Allmacht des Herrn im Glauben gefestigt. (V. 12) b. Mit unvollkommenem Glauben wird der Heiland in Jerusalem aufgenommen am ersten Paschafeste: Im Tempel. -Apostelgeschichte Apg 51 2 0 2. Gründung und erste Anfänge der Kirche zu Jerusalem. (Kap. 2) Ausgießung des Heil. Geistes. (V. 13) Pfingstrede des heil. Petrus. (V. 36) Wirkung der Rede des heil. Petrus. (V. 40) Die ersten Gläubigen und ihr Leben. -Johannes Joh 50 2 1 Et die tertia nuptiæ factæ sunt in Cana Galilææ: et erat mater Jesu ibi. Am dritten Tage¹ ward eine Hochzeit gehalten zu Kana in Galiläa;² und die Mutter Jesu war dabei.³ +Johannes Joh 51 1 26 70 Johannes rechtfertigte sich durch sein Verhältnis zu dem nach ihm Kommenden: Meine Taufe ist eigentlich nur mit Wasser, die Taufe des Messias reinigt und heiligt innerlich. +Johannes Joh 51 1 26 71 Ihr seid um mich und mein Wirken besorgt und kümmert euch nicht um den, dem all euer Sinnen und Mühen gelten sollte; ihn kennt ihr nicht, obgleich er schon in eurer Mitte ist. Ich muss vorbereitend taufen, da er schon so nahe ist. +Johannes Joh 51 1 27 Ipse est, qui post me venturus est, qui ante me factus est: cujus ego non sum dignus ut solvam ejus corrigiam calceamenti. Er ist es, der nach mir kommen wird, der vor mir gewesen ist, und dessen Schuhriemen aufzulösen ich nicht würdig bin.⁷² [Mk 1,7, Lk 3,16] +Johannes Joh 51 1 27 72 Christus wird so die höchste Würde zugeschrieben, wenn ein Mann wie Johannes sich nicht für würdig hält, ihm die niedrigsten Dienste zu leisten. +Johannes Joh 51 1 28 Hæc in Bethania facta sunt trans Jordanem, ubi erat Joannes baptizans. Dies geschah zu Bethania,⁷³ jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. +Johannes Joh 51 1 28 73 Johannes fügt den Ort hinzu, um durch die Genauigkeit der Erzählung die Bedeutung des wichtigen Zeugnisses noch mehr zu zeigen (Cyr.). Es ist die Jordansau am mittleren Jordan gemeint [Mt 3,5, Lk 3,3], in der der Täufer seinen Standort mehrfach wechselte. +Johannes Joh 51 1 29 Altera die vidit Joannes Jesum venientem ad se, et ait: Ecce agnus Dei, ecce qui tollit peccatum mundi. Am andern Tage sah Johannes Jesus zu sich kommen, und sprach:⁷⁴ Sehet,⁷⁵ das Lamm⁷⁶ Gottes,⁷⁷ sehet, welches hinwegnimmt⁷⁸ die Sünde der Welt!⁷⁹ +Johannes Joh 51 1 29 74 Dies zweite Zeugnis ist nach der Taufe des Herrn, ja nach seiner Versuchung abgelegt, am Tage nach dem V. 19ff Erzählten. Der Täufer geht dieses Mal in seiner Bezeugung weiter und hebt das Ziel der Menschwerdung hervor. +Johannes Joh 51 1 29 75 Er hatte seine Jünger wohl bereits auf das Erscheinen des Herrn vorbereitet (Chrys.). +Johannes Joh 51 1 29 76 Diese Bezeichnung ist dem heil. Johannes eigen. Da er mit dem Bilde des Lammes die Sündenvergebung verbindet, deutet dasselbe auf den Opferdienst des A. T. zurück. [Ex 29,38, Num 28,1.3] (Orig., Cyr., Thom.), der nur vorbildlich war. Aber gewiss nahm er auch Bezug auf [Jes 53,7] (Orig., Chrys., Theoph., Thom.), deshalb will er sagen: Sehet das Lamm, das von den Propheten vorausverkündete. +Johannes Joh 51 1 29 77 Das von Gott gesandte (Euth., Theoph., Thom.) +Johannes Joh 51 1 29 78 Jesus nimmt die Sünden auf sich und tilgt sie am Kreuze, uns mit seinem Blute reinigend. Das Zeitwort steht in der Gegenwart, weil er dies auf immer tut (Chrys.). +Johannes Joh 51 1 29 79 Alle Sünden, in erster Linie die Erbsünde, (Thom.) die ein Makel der Natur ist. Wenngleich der Heiland erst am Kreuze das Opfer für dieselben darbrachte, konnte er doch mit Rücksicht auf den Kreuzestod allezeit die Vergebung der Sünden gewähren. +Johannes Joh 51 1 30 Hic est, de quo dixi: Post me venit vir, qui ante me factus est: quia prior me erat. Dieser⁸⁰ ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir vorgegangen ist; denn er war eher als ich.⁸¹ +Johannes Joh 51 1 30 80 Dieser, der eben herankommende Jesus. Dieser Vers bildet eine Ergänzung zu V. 29. Im letzteren hat Johannes den Heiland als den Erlöser der ganzen Menschheit dargestellt, hier schildert er unter Berufung auf einen früheren Ausspruch die Würde und Erhabenheit Jesu an sich (V. 15). +Johannes Joh 51 1 30 81 Die genaue Erfüllung der Voraussage des heil. Johannes zeigte den Jüngern, wie richtig ihr Meister über Jesus und sich selbst und ihr gegenseitiges Verhältnis gelehrt hatte. +Johannes Joh 51 1 31 Et ego nesciebam eum, sed ut manifestetur in Israel, propterea veni ego in aqua baptizans. Und ich kannte ihn nicht;⁸² aber damit er in Israel offenbar würde, deshalb kam ich, mit Wasser taufend. +Johannes Joh 51 1 31 82 Nachdem der Täufer den Heiland als Messias bezeichnet hat, muss er die Glaubwürdigkeit seines Zeugnisses nachweisen. Er beruft sich also auf eine göttliche Offenbarung (Orig., Chrys., Cyr.). Der heil. Johannes kannte den Heiland nicht (V. 31) bis zur Taufe. (V. 33, Aug., Rup., Theoph.) Als Jesus an den Jordan kam, ahnte er, dass er der Messias sei; aber erst durch die Herabkunft des heil. Geistes erkannte er, dass Jesus der im Geiste Taufende (V. 33), der Sohn Gottes sei. (V. 34) +Johannes Joh 51 1 32 Et testimonium perhibuit Joannes, dicens: Quia vidi Spiritum descendentem quasi columbam de clo, et mansit super eum. Und Johannes gab Zeugnis, und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen,⁸³ und er weilte über ihm.⁸⁴ [Mt 3,16] +Johannes Joh 51 1 32 83 Der Evangelist setzt hier die Kenntnis der Synoptiker voraus. [Mt 3,13-17, Mk 1,9-11, Lk 3,21.22] +Johannes Joh 51 1 32 84 Auch die Juden haben das Zeichen gesehen; wenn es für sie vergeblich geschieht, liegt der Grund in der Bosheit ihres Herzens (Chrys., Thom.). Der heil. Geist bleibt bei dem Heiland und wirkt in ihm während seines Erdenwandels. (Orig., Athan., Chrys., Cyr., Hier., Ambr.) +Johannes Joh 51 1 33 Et ego nesciebam eum: sed qui misit me baptizare in aqua, ille mihi dixit: Super quem videris Spiritum descendentem, et manentem super eum, hic est, qui baptizat in Spiritu sancto. Und ich kannte ihn nicht; aber der, welcher mich gesandt hat,⁸⁵ mit Wasser zu taufen, sprach zu mir:⁸⁶ Über wen du den Geist herabsteigen sehen wirst und über ihm weilen, dieser ist es, der mit dem heiligen Geiste tauft. [Mk 1,10, Lk 3,22] +Johannes Joh 51 1 33 85 Gott, der auch den Messias gesandt. +Johannes Joh 51 1 33 86 Innerlich, wohl als Johannes in der Wüste weilte. +Johannes Joh 51 1 34 Et ego vidi: et testimonium perhibui quia hic est Filius Dei. Und ich habe gesehen,⁸⁷ und habe Zeugnis gegeben, dass dieser der Sohn Gottes⁸⁸ ist. +Johannes Joh 51 1 34 87 Was Gott mir verheißen zu zeigen, habe ich gesehen und habe unmittelbar nach der Taufe Zeugnis gegeben. Dasselbe ist nicht berichtet (Chrys.). +Johannes Joh 51 1 34 88 Nicht adoptiert, wie viele, sondern von Natur, also selbst Gott, der, den [Ps 2,7] preist. +Johannes Joh 51 1 35 Altera die iterum stabat Joannes, et ex discipulis ejus duo. Des andern Tages stand Johannes abermals⁸⁹ da und zwei von seinen Jüngern. +Johannes Joh 51 1 35 89 Mit Bezug auf V. 29. Der heil. Johannes stand an demselben Platze wie das letzte Mal. Damals war die Begegnung eine mehr zufällige, heute ist sie eine absichtliche. Der eine der beiden Jünger ist Andreas, der andere der Verfasser selbst. Die hohe Enthaltsamkeit, Jungfräulichkeit und Herzensreinheit scheint von dem Täufer auf den scheidenden Jünger gleichsam übergegangen zu sein. +Johannes Joh 51 1 36 Et respiciens Jesum ambulantem, dixit: Ecce agnus Dei. Und als er Jesus umherwandeln⁹⁰ sah, sprach er:⁹¹ Sehet, das Lamm Gottes! +Johannes Joh 51 1 36 90 Jesus kam also nicht auf ihn zu. Beide haben verschiedene Aufgaben. Von vornherein mussten die Wege des Neuen Testamentes von denen des Alten geschieden werden. Vor der Taufe fand kein persönlicher Verkehr statt, bei der Taufe nur eine kurze Unterredung. [Mt 3,13-15] Über das persönliche Verhältnis nach der Taufe wissen wir nur, was [Joh 1,29.31] ferner [Joh 3,23] endlich [Mt 11,2] berichtet wird. +Johannes Joh 51 1 36 91 Drittes Zeugnis: Kurze Wiederholung des zweiten V. 29. Der heil. Johannes übergeht die von den Synoptikern, z.B. [Mt 4,18] erzählte Berufung der Apostel in Galiläa. Gewiss war ihm die hier V. 36 erzählte Szene tief in das Herz geschrieben, war sie doch der entscheidendste Augenblick seines Lebens. +Johannes Joh 51 1 37 Et audierunt eum duo discipuli loquentem, et secuti sunt Jesum. Und die zwei Jünger hörten ihn das sagen, und folgten Jesus nach.⁹² +Johannes Joh 51 1 37 92 Sie gingen ihm nach, ohne sich ihm bleibend anzuschließen. +Johannes Joh 51 1 38 Conversus autem Jesus, et videns eos sequentes se, dicit eis: Quid quæritis? Qui dixerunt ei: Rabbi, (quod dicitur interpretatum Magister) ubi habitas? Jesus aber wandte sich um, und da er sah, dass sie ihm folgten, sprach er zu ihnen: Was suchet ihr?⁹³ Sie sprachen zu ihm: Rabbi! (das heißt verdolmetschet Meister)⁹⁴ wo wohnest du?⁹⁵ +Johannes Joh 51 1 38 93 Jesus war wohl schon auf dem Heimwege. Er fragt, um ihrem guten Willen zuvorzukommen und ihnen Zuversicht einzuflößen; denn nach dem Zeugnisse ihres Meisters konnten sie dem Herrn nur mit Scheu und Furcht nahen (Chrys.). +Johannes Joh 51 1 38 94 Noch haben sie das Zeugnis des Täufers über die Würde des Herrn nicht genugsam verstanden. +Johannes Joh 51 1 38 95 Sie wollen weitere Belehrung erhalten. +Johannes Joh 51 1 39 Dicit eis: Venite, et videte. Venerunt, et viderunt ubi maneret, et apud eum manserunt die illo: hora autem erat quasi decima. Er sprach zu ihnen: Kommet,⁹⁶ und sehet es!⁹⁷ Da kamen sie, und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben diesen Tag bei ihm.⁹⁸ Es war um die zehnte Stunde.⁹⁹ +Johannes Joh 51 1 39 96 Da ihr guten Willens seid. +Johannes Joh 51 1 39 97 Da ihr voller Eifer seid, so sehet, wo ich wohne. +Johannes Joh 51 1 39 98 Wie viel Belehrung und Trost sie an einem Tage empfangen, geht daraus hervor, dass sie sogleich andere zu gewinnen suchen. Was sie mit dem Herrn gesprochen, sagt der Evangelist nicht; aber aus der Äußerung des heil. Andreas gegen seinen Bruder (V. 41) können wir schließen, dass die messianische Würde Jesu Gegenstand der Belehrung war. +Johannes Joh 51 1 39 99 Gegen 4 Uhr nachmittags, zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Vergl. [Mt 27,Anm.57] +Johannes Joh 51 1 40 Erat autem Andreas frater Simonis Petri unus ex duobus, qui audierant a Joanne, et secuti fuerant eum. Andreas¹⁰⁰ aber, der Bruder des Simon Petrus,¹⁰¹ war einer von den beiden, welche dies von Johannes gehört hatten, und ihm nachgefolgt waren. [Mt 4,18] +Johannes Joh 51 1 40 100 Er macht seinen leiblichen Bruder zum geistigen und bereitet als Erstling der Gemeinde das Fundament für die Kirche vor. +Johannes Joh 51 1 40 101 Noch ist Petrus nicht genannt und schon wird sein Bruder nach ihm bezeichnet. Welch hohe Stellung musste im Bewusstsein der Leser der heil. Petrus einnehmen! +Johannes Joh 51 1 41 Invenit hic primum fratrem suum Simonem, et dicit ei: Invenimus Messiam, (quod est interpretatum Christus.) Dieser fand¹⁰² zuerst seinen Bruder Simon, und sprach zu ihm: Wir haben den Messias (das ist verdolmetschet Christus)¹⁰³ gefunden. +Johannes Joh 51 1 41 102 Gott selbst leitet ihn. Vielleicht geschah dies noch am selben Tage. +Johannes Joh 51 1 41 103 Die Erklärung ist für heidenchristliche Leser notwendig. Vergl. [Mt 1,Anm.1]. +Johannes Joh 51 1 42 Et adduxit eum ad Jesum. Intuitus autem eum Jesus, dixit: Tu es Simon filius Jona: tu vocaberis Cephas, quod interpretatur Petrus. Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an,¹⁰⁴ und sprach: Du bist Simon, der Sohn des Jonas;¹⁰⁵ du wirst Kephas, das ist Petrus, heißen.¹⁰⁶ +Johannes Joh 51 1 42 104 Der Heiland schaut bis in sein Herz. Petrus hatte am Anfange noch nicht die Festigkeit des Felsens. Die Kenntnis seines Namens schöpft Jesus aus sich (Chrys., Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 1 42 105 Gleichbedeutend mit Johannes. +Johannes Joh 51 1 42 106 Die Namengebung wird [Mk 3,16, Mt 16,18] berichtet. +Johannes Joh 51 1 43 In crastinum voluit exire in Galilæam, et invenit Philippum. Et dicit ei Jesus: Sequere me. Am folgenden Tage wollte er fortgehen nach Galiläa, und fand den Philippus.¹⁰⁷ Und Jesus sprach zu ihm: Folge mir nach!¹⁰⁸ +Johannes Joh 51 1 43 107 Ob Philippus ein Jünger des Johannes war, wird nicht gesagt. Er ist die erste Frucht der Predigt Jesu, (Thom.) da er, wie es scheint, das Zeugnis des Täufers nicht gehört hat. Der Evangelist nennt die Tage, um die rasch aufeinander folgenden Offenbarungen Jesu vor den Jüngern hervorzuheben. +Johannes Joh 51 1 43 108 Es ist die Aufforderung zur Nachfolge als Jünger, ohne dass in dem Worte die Verpflichtung ständiger Lebensgemeinschaft liegt. +Johannes Joh 51 1 44 Erat autem Philippus a Bethsaida, civitate Andreæ, et Petri. Es war aber Philippus aus Bethsaida, der Stadt des Andreas und Petrus. +Johannes Joh 51 1 45 Invenit Philippus Nathanael, et dicit ei: Quem scripsit Moyses in lege, et prophetæ, invenimus Jesum filium Joseph a Nazareth. Philippus traf¹⁰⁹ den Nathanael¹¹⁰ und sprach zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetze und die Propheten geschrieben haben,¹¹¹ Jesus, den Sohn Josephs von Nazareth.¹¹² [Gen 49,10, Dtn 18,18, Jes 40,10, Jes 45,8, Jer 23,5, Ez 34,23, Ez 37,24, Dan 9,24.25] +Johannes Joh 51 1 45 109 Nicht bloßer Zufall ist es. Wer Christus kennt, muss wünschen, dass andere des gleichen Glückes teilhaftig werden. +Johannes Joh 51 1 45 110 Gott hat gegeben, Theodot. Er war wohl auf dem Wege zum Täufer. Es ist derselbe Jünger, der auch Bartholomäus heißt. Denn es ist nicht wahrscheinlich, dass der so sichtlich bevorzugte Nathanael von der Apostelwürde ausgeschlossen bleibt; außerdem wird er [Joh 21,2] so zwischen zwei Aposteln aufgeführt, dass an der gleichen Würde für ihn nicht zu zweifeln ist. Alsdann muss er aber mit einer der in den Apostelverzeichnissen aufgeführten Personen identisch sein. In drei Verzeichnissen [Mt 10,3, Mk 3,18, Lk 6,14] folgt auf Philippus, der Nathanael zu Jesus führte, Bartholomäus, Sohn des Tholmai. Nach Euseb. soll der heil. Bartholomäus bis nach Indien (Yemen) gekommen sein und das Evangelium des heil. Matthäus dorthin in der Ursprache gebracht haben. +Johannes Joh 51 1 45 111 D. h. den Messias, denn auf diesen zielten Moses und die Propheten hin. +Johannes Joh 51 1 45 112 Nach der gewöhnlichen Volksmeinung, wie er sie wohl von Andreas gehört. +Johannes Joh 51 1 46 Et dixit ei Nathanael: A Nazareth potest aliquid boni esse? Dicit ei Philippus: Veni, et vide. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann denn aus Nazareth etwas Gutes kommen?¹¹³ Philippus sprach zu ihm: Komm, und siehe.¹¹⁴ +Johannes Joh 51 1 46 113 Nazareth war weder im A. T. bekannt, noch Gegenstand der messianischen Weissagungen. Auch war Nathanael in der Nähe zu Hause und schätzte, wie es zu geschehen pflegt, das Nachbarstädtchen gering. Er hält den bisherigen Aufenthaltsort für den Ort der Geburt. +Johannes Joh 51 1 46 114 Philippus ist des Erfolges sicher. Sein Beispiel ist allen Ungläubigen guten Willens gegenüber die beste Richtschnur. +Johannes Joh 51 1 47 Vidit Jesus Nathanael venientem ad se, et dicit de eo: Ecce vere Israelita, in quo dolus non est. Jesus sah den Nathanael zu sich kommen, und sprach von ihm: Siehe, ein wahrer Israelit,¹¹⁵ in welchem kein Falsch ist! [Ps 31,2] +Johannes Joh 51 1 47 115 Wie V. 43 bekundet Jesus hier sein höheres Wissen, um die Jünger zum Glauben zu führen, da er noch kein Wunder tut. (Cyr.) Du bist nicht nur der Herkunft, sondern auch der Gesinnung nach ein Israelit. Vergl. [Gen 25,27]. Die Erklärung folgt im Nebensatze. Sein Kommen zeugt von seinem innersten Wesen: Er sehnt sich nach dem messianischem Heile (Aug.) und bereitet sich durch Gehorsam gegen Gott und die heil. Schrift auf dasselbe vor (Chrys.). +Johannes Joh 51 1 48 Dicit ei Nathanael: Unde me nosti? Respondit Jesus, et dixit ei: Priusquam te Philippus vocaret, cum esses sub ficu, vidi te. Nathanael sprach zu ihm: Woher kennest du mich?¹¹⁶ Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Bevor dich Philippus rief, da du unter dem¹¹⁷ Feigenbaume warest,¹¹⁸ sah ich dich. +Johannes Joh 51 1 48 116 Nathanael lehnt den Lobspruch nicht ab, aber er ist verwundert über ein solches Urteil, das sich auf sein inneres Leben bezieht. +Johannes Joh 51 1 48 117 Unter dem dir bekannten Feigenbaum. Es musste dort etwas für Nathanael überaus wichtiges geschehen sein. +Johannes Joh 51 1 48 118 Die Morgenländer überlassen sich gern unter Bäumen zum Nachdenken. +Johannes Joh 51 1 49 Respondit ei Nathanael, et ait: Rabbi, tu es Filius Dei, tu es Rex Israel. Nathanael antwortete ihm, und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!¹¹⁹ +Johannes Joh 51 1 49 119 Nathanael hat eine mehr geahnte als bewusste Kenntnis von dem höheren Wesen des Herrn. Der Zusatz zeigt, in welchem Sinne er das Wort Sohn Gottes versteht. Vergl. [Mt 16,18] +Johannes Joh 51 1 50 Respondit Jesus, et dixit ei: Quia dixi tibi: Vidi te sub ficu, credis: majus his videbis. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Weil ich dir gesagt habe, ich sah dich unter dem Feigenbaume, glaubest du: Größeres als dieses wirst du sehen. +Johannes Joh 51 1 51 Et dicit ei: Amen, amen dico vobis, videbitis clum apertum, et Angelos Dei ascendentes, et descendentes supra Filium hominis. Und er sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich,¹²⁰ ich sage euch, ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen¹²¹ über dem Menschensohne!¹²² +Johannes Joh 51 1 51 120 Dieses wiederholte Wahrlich ist dem heil. Johannes eigen, indes nur in den Reden des Herrn, in denen es 25 Mal wiederkehrt. +Johannes Joh 51 1 51 121 Die älteren Erklärer fassen die Worte vom Auf- und Niedersteigen der Engel buchstäblich und verstehen sie von wirklichen Engelserscheinungen. Indes können die wenigen in der heil. Schrift berichteten Engelserscheinungen doch kaum das Größere sein, das der Herr verspricht, gegenüber der Offenbarung seiner Allwissenheit. So sind die Worte wohl als bildliche Darstellung der Wahrheit anzusehen, dass der Menschensohn während seines Erdenwandels in einer ununterbrochenen, wesenhaften Verbindung mit dem Himmel stand und durch ihn der Himmel den Menschen geöffnet ward. Der Heiland braucht fast die gleichen Worte, die [Gen 28,12] stehen, also hatte er diese Stelle wohl im Auge (Aug.). Da nun an jener Stelle dem Patriarchen im Traumgesichte gezeigt wird, dass Gott mit den Seinigen im Verkehr steht, wird hier gezeigt, dass mit dem Beginn der messianischen Zeit die durch die Sünde unterbrochene Verbindung mit dem Himmel wiederhergestellt ist. +Johannes Joh 51 1 51 122 Der Heiland legt sich diesen Namen (über dessen Bedeutung siehe [Mt 8,Anm.28]) in den Evangelien etwa 80 Mal selbst bei, jedesmal, wenn er sich göttliche Eigenschaften zuschreibt oder von dem redet, was seiner unwürdig zu sein scheint, was er aber aus Liebe zu uns litt oder noch leiden wollte. Wie viele Titel werden dem Heilande in diesem ersten Kapitel mit Bezugnahme auf seine menschliche Natur gegeben! Er ist das Wort (V. 1, V. 14), das Licht (V. 9), der eingeborene Sohn des Vaters (V. 14), der Sohn Gottes (V. 34, V. 49), das Lamm Gottes (V. 36), ein verehrter Lehrer (V. 38, V. 49), der Messias (V. 41, V. 45), der König von Israel (V. 49), endlich der Menschensohn. +Johannes Joh 51 2 0 Die Jünger werden durch die erste Offenbarung der Allmacht des Herrn im Glauben gefestigt. (V. 12) b. Mit unvollkommenem Glauben wird der Heiland in Jerusalem aufgenommen am ersten Paschafeste: Im Tempel. +Apostelgeschichte Apg 51 2 0 2. Gründung und erste Anfänge der Kirche zu Jerusalem. (Kap. 2) Ausgießung des Heil. Geistes. (V. 13) Pfingstrede des heil. Petrus. (V. 36) Wirkung der Rede des heil. Petrus. (V. 40) Die ersten Gläubigen und ihr Leben. +Johannes Joh 51 2 1 Et die tertia nuptiæ factæ sunt in Cana Galilææ: et erat mater Jesu ibi. Am dritten Tage¹ ward eine Hochzeit gehalten zu Kana in Galiläa;² und die Mutter Jesu war dabei.³ Apostelgeschichte Apg 51 2 1 Et cum complerentur dies Pentecostes, erant omnes pariter in eodem loco: Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle einmütig an demselben Orte.¹ Apostelgeschichte Apg 51 2 1 1 Genauer nach dem Griech.: Als der Pfingsttag gekommen war. Das Pfingstfest war im A. B. das Fest der Ernte. [Ex 34,22] Da die fünfzig Tage vom zweiten Osterfeiertage gezählt wurden (also in jenem Jahre vom ersten Tage der jüdischen Woche) unserem Sonntage, dem Auferstehungstage, so begreift sich die altchristliche Einrichtung, das Pfingstfest auf einen Sonntag fallen zu lassen. Am Pfingstfeste wurden bei den Juden zwei Brote als Erstlinge der Weizenernte dargebracht und in späteren Zeiten die Gesetzgebung auf dem Sinai gefeiert. So wurden heut dem Herrn die Erstlinge des Geistes dargebracht (denn der Geist brachte sofort Wirkungen hervor V. 14) und die Kirche gegründet. Alle [Apg 1,15] erwähnten sind beisammen und empfangen den Heil. Geist. Die Überlieferung der Kirche von Jerusalem bezeichnete als Stätte der Geistessendung den [Apg 1,13] erwähnten Versammlungssaal (Cyr. v. Jerus.). -Johannes Joh 50 2 1 1 Seit dem Aufbrechen nach Galiläa. -Johannes Joh 50 2 1 2 Kana: Rohrstadt, nach der Tradition jetzt Kesr Kenna, 10 Kilometer nordöstlich von Nazareth auf dem Wege nach Tiberias. Die Entfernung vom Tauforte der heil. Johannes am Jordan betrug etwa 24 Wegstunden, so dass Jesus leicht am Abend des dritten Tages in Kana eintreffen konnte. -Johannes Joh 50 2 1 3 Die Würde Maria's als Mutter Jesu wird wegen der folgenden Bitte besonders hervorgehoben. Der heil. Joseph war wohl schon tot. Maria war wohl mit einem der Brautleute verwandt oder nahe bekannt. -Johannes Joh 50 2 2 Vocatus est autem et Jesus, et discipuli ejus ad nuptias. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen.⁴ +Johannes Joh 51 2 1 1 Seit dem Aufbrechen nach Galiläa. +Johannes Joh 51 2 1 2 Kana: Rohrstadt, nach der Tradition jetzt Kesr Kenna, 10 Kilometer nordöstlich von Nazareth auf dem Wege nach Tiberias. Die Entfernung vom Tauforte der heil. Johannes am Jordan betrug etwa 24 Wegstunden, so dass Jesus leicht am Abend des dritten Tages in Kana eintreffen konnte. +Johannes Joh 51 2 1 3 Die Würde Maria's als Mutter Jesu wird wegen der folgenden Bitte besonders hervorgehoben. Der heil. Joseph war wohl schon tot. Maria war wohl mit einem der Brautleute verwandt oder nahe bekannt. +Johannes Joh 51 2 2 Vocatus est autem et Jesus, et discipuli ejus ad nuptias. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen.⁴ Apostelgeschichte Apg 51 2 2 Et factus est repente de clo sonus, tamquam advenientis spiritus vehementis, et replevit totam domum ubi erant sedentes. Da entstand plötzlich vom Himmel herab ein Brausen, gleich dem eines daherfahrenden gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. -Johannes Joh 50 2 2 4 Jesus wurde nach seiner Ankunft in Kana ebenfalls zu der Hochzeit eingeladen und seinetwegen auch die Jünger. Diese sind zunächst zur Jüngerschaft im weiteren Sinne berufen [Joh 1,35], auf welche dann [Mt 4,18-22] die Berufung zur Jüngerschaft im engeren Sinne folgt. Endlich werden die hierzu Auserwählten zu Aposteln gemacht. ([Mk 3,13ff, Lk 6,12], eine Auserwählung, die [Mt 10,1] und [Joh 6,71] bereits voraussetzen.) Scheinbar zufällig ist der Herr durch Gottes Ratschluss gegenwärtig. So ließ sich der Heiland herab, die irdische Freude der Menschen zur Förderung ihres Heiles zu benutzen. Denn er, welcher das Ehebündnis in der Schöpfung eingesetzt hatte, kam, um es als Erlöser durch seine Gegenwart zu heiligen. (Euth.) -Johannes Joh 50 2 3 Et deficiente vino, dicit mater Jesu ad eum: Vinum non habent. Und da der Wein ausging,⁵ sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein!⁶ +Johannes Joh 51 2 2 4 Jesus wurde nach seiner Ankunft in Kana ebenfalls zu der Hochzeit eingeladen und seinetwegen auch die Jünger. Diese sind zunächst zur Jüngerschaft im weiteren Sinne berufen [Joh 1,35], auf welche dann [Mt 4,18-22] die Berufung zur Jüngerschaft im engeren Sinne folgt. Endlich werden die hierzu Auserwählten zu Aposteln gemacht. ([Mk 3,13ff, Lk 6,12], eine Auserwählung, die [Mt 10,1] und [Joh 6,71] bereits voraussetzen.) Scheinbar zufällig ist der Herr durch Gottes Ratschluss gegenwärtig. So ließ sich der Heiland herab, die irdische Freude der Menschen zur Förderung ihres Heiles zu benutzen. Denn er, welcher das Ehebündnis in der Schöpfung eingesetzt hatte, kam, um es als Erlöser durch seine Gegenwart zu heiligen. (Euth.) +Johannes Joh 51 2 3 Et deficiente vino, dicit mater Jesu ad eum: Vinum non habent. Und da der Wein ausging,⁵ sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein!⁶ Apostelgeschichte Apg 51 2 3 Et apparuerunt illis dispertitæ linguæ tamquam ignis, seditque supra singulos eorum: Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und es ließ sich auf einen jeden von ihnen nieder.² Apostelgeschichte Apg 51 2 3 2 Es erhob sich nicht ein wirklicher Sturmwind, so wenig wie ein körperliches Feuer herabstieg, sondern die äußere Erscheinung von Wind und Feuer sind Sinnbilder, durch welche der Heil. Geist sein Kommen und seine Gegenwart zu erkennen gab. Der Wind ist wegen seiner Unsichtbarkeit ein Bild des Geistes, mit dem er in der hebräischen, griechischen und lateinischen Sprache gleichen Namen führt. Vergl. [Joh 3,8]. Ebenso ist das Feuer Sinnbild des Heil. Geistes, wegen seiner alles im Innersten durchdringenden, reinigenden und in seine eigene Natur umwandelnden Kraft. So erfüllte sich, was Johannes der Täufer von Christus [Mt 3,11] verkündet. Das Feuer erschien in Gestalt von Zungen, zur Andeutung der äußeren Wirksamkeit des Heil. Geistes, der Gabe der Sprachen, ist aber auch ein Sinnbild der Gegenwart Gottes. [Ex 3,2.6] -Johannes Joh 50 2 3 5 Die Feier dauerte in der Regel mehrere Tage. -Johannes Joh 50 2 3 6 Die Worte der heil. Jungfrau sind eine bescheidene Bitte und zeigen ihre Bereitwilligkeit, sich ganz dem Willen des Sohnes zu fügen. Welche Liebe zum Nächsten, welche Klugheit, welches Vertrauen! Sie erwartet eine wunderbare Hilfe, denn die Erinnerung an die Verkündigung und die Ereignisse bei der Geburt des Herrn wichen nie aus ihrem Herzen. Vielleicht hatte sie auch Kunde von dem, was am Jordan geschehen war (Chrys., Thom.). Die Jünger, welche den Herrn umgeben, zeigen ihr jedenfalls, dass derselbe seine öffentliche Tätigkeit begonnen hat. +Johannes Joh 51 2 3 5 Die Feier dauerte in der Regel mehrere Tage. +Johannes Joh 51 2 3 6 Die Worte der heil. Jungfrau sind eine bescheidene Bitte und zeigen ihre Bereitwilligkeit, sich ganz dem Willen des Sohnes zu fügen. Welche Liebe zum Nächsten, welche Klugheit, welches Vertrauen! Sie erwartet eine wunderbare Hilfe, denn die Erinnerung an die Verkündigung und die Ereignisse bei der Geburt des Herrn wichen nie aus ihrem Herzen. Vielleicht hatte sie auch Kunde von dem, was am Jordan geschehen war (Chrys., Thom.). Die Jünger, welche den Herrn umgeben, zeigen ihr jedenfalls, dass derselbe seine öffentliche Tätigkeit begonnen hat. Apostelgeschichte Apg 51 2 4 Et repleti sunt omnes Spiritu sancto, et cperunt loqui variis linguis, prout Spiritus sanctus dabat eloqui illis. Und es wurden alle mit dem Heiligen Geiste erfüllet,³ und fingen an, in verschiedenen Sprachen zu reden, so wie der Heilige Geist ihnen verlieh auszusprechen.⁴ [Mt 3,11, Joh 7,39] -Johannes Joh 50 2 4 Et dicit ei Jesus: Quid mihi, et tibi est mulier? nondum venit hora mea. Jesus aber sprach zu ihr: Weib! was soll dies mir und dir?⁷ Noch ist meine Stunde nicht gekommen.⁸ +Johannes Joh 51 2 4 Et dicit ei Jesus: Quid mihi, et tibi est mulier? nondum venit hora mea. Jesus aber sprach zu ihr: Weib! was soll dies mir und dir?⁷ Noch ist meine Stunde nicht gekommen.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 2 4 3 Wohl hatten die Apostel den Heil. Geist empfangen [Joh 20,22] aber damals war ihnen nur die Gewalt der Sündenvergebung erteilt worden. [Jes 11,2] Doch heute werden sie angetan mit der Kraft aus der Höhe, dass sie in der Folge mutig überall den Glauben verkünden (Eug. IV); heute wird in ihnen die heiligmachende Gnade vermehrt und sie erhalten jene besondere Gnade, welche im Sakramente der Firmung erteilt wird (Thom.). Heut wird auch [Joh 14,26] erfüllt, denn der Geist macht sie unfehlbar in der Lehre. Apostelgeschichte Apg 51 2 4 4 Die Jünger redeten in den V. 9 11 aufgezählten Sprachen, damit es offenbar werde, dass alle Völker im Christentum die Seligkeit erlangen sollen. Diese Sprachengabe ist nicht zu verwechseln mit der anderen [Apg 10,46, 1Kor 14,2] erwähnten Gabe des Heil. Geistes. Übrigens gehen auch die Ansichten über die Natur dieser Sprachengabe auseinander. Die einen sind der Ansicht, die Apostel hätten in ihrer Sprache geredet; seien jedoch von den Hörern allen Volkes durch die Erleuchtung des Heil. Geistes so verstanden worden, als hörten dieselben ihre eigene Sprache (Greg. Naz., Ökum.). Die meisten Erklärer indes sind der Meinung, dass der Heil. Geist den Aposteln die Gabe jeder Sprache verlieh (Cyr. v. Jerus., Aug., Leo, Greg. d. Gr.). Einige sind endlich der Ansicht, dass beide Arten der Sprachengabe am Pfingstfeste verliehen wurden (V. 37 die erstere, V. 6 die zweite). (Bed., Thom. v. Aqu.). -Johannes Joh 50 2 4 7 Jesus hat, allen zum Vorbilde, alles verlassen, um allein Gottes Werk zu tun. [Joh 5,36ff] Die Worte: Was soll dies mir und dir? Haben eigentlich den Sinn: In dieser Sache besteht zwischen uns keine Gemeinschaft. Vergl. [Mk 1,Anm.32] und [2Kön 16,10] Jesus spricht dieselben nicht als Sohn zur Mutter (denn in dieser Beziehung besteht eine Gemeinschaft) sondern gleichsam als Amtsperson, als der von Gott Gesandte. Als solcher konnte er allerdings von niemand eine Mahnung annehmen, seine Wundertätigkeit zu beginnen. In welchem Sinne Jesus das Eingehen auf ihren Wunsch ablehnt, (wenn die Worte des Heilandes so weit gehen), sagt der erklärende Zusatz: Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Die Stunde war nicht vom göttlichen Vater vorgezeichnet, von Christus aber waren die Umstände ausgewählt, in welchen er durch sein erstes Wunder seine Sendung und Lehre beglaubigen und seine Herrlichkeit offenbaren wollte. Doch die fortgesetzten Bitten, welche aus der Tiefe des gottergebenen Herzens der Mutter den Sohn bestürmten, errangen gleichsam den Sieg über die anfangs widerstrebenden Absichten des Erlösers (Chrys., Cyr.). Dreimal hebt der Evangelist die Würde Marias hervor: Die Mutter Jesu. Dieses Verhältnis schmälert oder verkennt das Wort des Heilandes: Weib, nicht, denn dieses hat den ehrenvollen Sinn: Herrin. Der Heiland wählt ihn also wohl, seine Mutter zu ehren, da man auch Königinnen so anredete. +Johannes Joh 51 2 4 7 Jesus hat, allen zum Vorbilde, alles verlassen, um allein Gottes Werk zu tun. [Joh 5,36ff] Die Worte: Was soll dies mir und dir? Haben eigentlich den Sinn: In dieser Sache besteht zwischen uns keine Gemeinschaft. Vergl. [Mk 1,Anm.32] und [2Kön 16,10] Jesus spricht dieselben nicht als Sohn zur Mutter (denn in dieser Beziehung besteht eine Gemeinschaft) sondern gleichsam als Amtsperson, als der von Gott Gesandte. Als solcher konnte er allerdings von niemand eine Mahnung annehmen, seine Wundertätigkeit zu beginnen. In welchem Sinne Jesus das Eingehen auf ihren Wunsch ablehnt, (wenn die Worte des Heilandes so weit gehen), sagt der erklärende Zusatz: Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Die Stunde war nicht vom göttlichen Vater vorgezeichnet, von Christus aber waren die Umstände ausgewählt, in welchen er durch sein erstes Wunder seine Sendung und Lehre beglaubigen und seine Herrlichkeit offenbaren wollte. Doch die fortgesetzten Bitten, welche aus der Tiefe des gottergebenen Herzens der Mutter den Sohn bestürmten, errangen gleichsam den Sieg über die anfangs widerstrebenden Absichten des Erlösers (Chrys., Cyr.). Dreimal hebt der Evangelist die Würde Marias hervor: Die Mutter Jesu. Dieses Verhältnis schmälert oder verkennt das Wort des Heilandes: Weib, nicht, denn dieses hat den ehrenvollen Sinn: Herrin. Der Heiland wählt ihn also wohl, seine Mutter zu ehren, da man auch Königinnen so anredete. Apostelgeschichte Apg 51 2 5 Erant autem in Jerusalem habitantes Judæi, viri religiosi ex omni natione, quæ sub clo est. Es waren aber in Jerusalem Juden wohnhaft, gottesfürchtige Männer,⁵ aus allen Völkern, die unter dem Himmel sind. -Johannes Joh 50 2 5 Dicit mater ejus ministris: Quodcumque dixerit vobis, facite. Da sagte seine Mutter⁸ zu den Dienern: Was immer er euch sagt, das tuet!⁹ +Johannes Joh 51 2 5 Dicit mater ejus ministris: Quodcumque dixerit vobis, facite. Da sagte seine Mutter⁸ zu den Dienern: Was immer er euch sagt, das tuet!⁹ Apostelgeschichte Apg 51 2 5 5 Das Beiwort gottesfürchtig kennzeichnet die Ursache ihrer Übersiedlung nach Jerusalem (Chrys.). -Johannes Joh 50 2 5 8 Die einst durch ihre freie Einwilligung der Welt den Erlöser geschenkt, von der im Ratschlusse Gottes die Hingabe ihres Sohnes zum Kreuzestode verlangt ward, die mit Recht neben ihrem Sohne als Mittlerin des Heiles gepriesen wird, sollte ihr eine Gewalt verweigert sein, wie sie die Schrift öfter dem gläubigen vertrauensvollen Beter über ausgesprochene göttliche Ratschlüsse einräumt? Auch das chananäische Weib ward einst erhört, obwohl der Heiland zuvor die abweisenden Worte gesprochen: Ich bin nur gesendet zu den verlorenen Schafen Israels. Und die bei dem ersten neutestamentlichen Gnadenerweis, bei der Heiligung des Täufers, als Mittlerin frei mitgewirkt, sollte durch die drei Jahre der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes nichts haben tun, nicht durch ihr mächtiges Gebet eine beschleunigte Eröffnung des messianischen Reiches haben vermitteln können? -Johannes Joh 50 2 5 8 Die einst durch ihre freie Einwilligung der Welt den Erlöser geschenkt, von der im Ratschlusse Gottes die Hingabe ihres Sohnes zum Kreuzestode verlangt ward, die mit Recht neben ihrem Sohne als Mittlerin des Heiles gepriesen wird, sollte ihr eine Gewalt verweigert sein, wie sie die Schrift öfter dem gläubigen vertrauensvollen Beter über ausgesprochene göttliche Ratschlüsse einräumt? Auch das chananäische Weib ward einst erhört, obwohl der Heiland zuvor die abweisenden Worte gesprochen: Ich bin nur gesendet zu den verlorenen Schafen Israels. Und die bei dem ersten neutestamentlichen Gnadenerweis, bei der Heiligung des Täufers, als Mittlerin frei mitgewirkt, sollte durch die drei Jahre der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes nichts haben tun, nicht durch ihr mächtiges Gebet eine beschleunigte Eröffnung des messianischen Reiches haben vermitteln können? -Johannes Joh 50 2 5 9 Maria bereitet die Diener auf etwas Außerordentliches vor. +Johannes Joh 51 2 5 8 Die einst durch ihre freie Einwilligung der Welt den Erlöser geschenkt, von der im Ratschlusse Gottes die Hingabe ihres Sohnes zum Kreuzestode verlangt ward, die mit Recht neben ihrem Sohne als Mittlerin des Heiles gepriesen wird, sollte ihr eine Gewalt verweigert sein, wie sie die Schrift öfter dem gläubigen vertrauensvollen Beter über ausgesprochene göttliche Ratschlüsse einräumt? Auch das chananäische Weib ward einst erhört, obwohl der Heiland zuvor die abweisenden Worte gesprochen: Ich bin nur gesendet zu den verlorenen Schafen Israels. Und die bei dem ersten neutestamentlichen Gnadenerweis, bei der Heiligung des Täufers, als Mittlerin frei mitgewirkt, sollte durch die drei Jahre der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes nichts haben tun, nicht durch ihr mächtiges Gebet eine beschleunigte Eröffnung des messianischen Reiches haben vermitteln können? +Johannes Joh 51 2 5 8 Die einst durch ihre freie Einwilligung der Welt den Erlöser geschenkt, von der im Ratschlusse Gottes die Hingabe ihres Sohnes zum Kreuzestode verlangt ward, die mit Recht neben ihrem Sohne als Mittlerin des Heiles gepriesen wird, sollte ihr eine Gewalt verweigert sein, wie sie die Schrift öfter dem gläubigen vertrauensvollen Beter über ausgesprochene göttliche Ratschlüsse einräumt? Auch das chananäische Weib ward einst erhört, obwohl der Heiland zuvor die abweisenden Worte gesprochen: Ich bin nur gesendet zu den verlorenen Schafen Israels. Und die bei dem ersten neutestamentlichen Gnadenerweis, bei der Heiligung des Täufers, als Mittlerin frei mitgewirkt, sollte durch die drei Jahre der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes nichts haben tun, nicht durch ihr mächtiges Gebet eine beschleunigte Eröffnung des messianischen Reiches haben vermitteln können? +Johannes Joh 51 2 5 9 Maria bereitet die Diener auf etwas Außerordentliches vor. Apostelgeschichte Apg 51 2 6 Facta autem hac voce, convenit multitudo, et mente confusa est, quoniam audiebat unusquisque lingua sua illos loquentes. Als nun dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen, und ward bestürzt; denn es hörte sie ein jeder in seiner Sprache reden. -Johannes Joh 50 2 6 Erant autem ibi lapideæ hydriæ sex positæ secundum purificationem Judæorum, capientes singulæ metretas binas vel ternas. Es standen aber dort¹⁰ sechs steinerne Wasserkrüge zu den bei den Juden üblichen Reinigungen,¹¹ wovon ein jeder zwei bis drei Maß hielt.¹² -Johannes Joh 50 2 6 10 Dass die Krüge von Stein waren, ist zufällig. -Johannes Joh 50 2 6 11 Die Reinigung bestand im Waschen der Hände und Gefäße vor und nach dem Essen. Die Unterscheidung von Weinkrügen zeigt die Unmöglichkeit einer Vermischung des Wassers mit Weinresten. -Johannes Joh 50 2 6 12 Eine Metrete, hebr. Bath, hatte 36 40 Liter, jeder Krug mithin etwa 80 oder 120 Liter. Dadurch tritt die Großartigkeit des Wunders noch mehr vor Augen. +Johannes Joh 51 2 6 Erant autem ibi lapideæ hydriæ sex positæ secundum purificationem Judæorum, capientes singulæ metretas binas vel ternas. Es standen aber dort¹⁰ sechs steinerne Wasserkrüge zu den bei den Juden üblichen Reinigungen,¹¹ wovon ein jeder zwei bis drei Maß hielt.¹² +Johannes Joh 51 2 6 10 Dass die Krüge von Stein waren, ist zufällig. +Johannes Joh 51 2 6 11 Die Reinigung bestand im Waschen der Hände und Gefäße vor und nach dem Essen. Die Unterscheidung von Weinkrügen zeigt die Unmöglichkeit einer Vermischung des Wassers mit Weinresten. +Johannes Joh 51 2 6 12 Eine Metrete, hebr. Bath, hatte 36 40 Liter, jeder Krug mithin etwa 80 oder 120 Liter. Dadurch tritt die Großartigkeit des Wunders noch mehr vor Augen. Apostelgeschichte Apg 51 2 7 Stupebant autem omnes, et mirabantur, dicentes: Nonne ecce omnes isti, qui loquuntur Galilæi sunt, Es waren aber alle außer sich, und sprachen voll Verwunderung zueinander: Sehet, sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer? -Johannes Joh 50 2 7 Dicit eis Jesus: Implete hydrias aqua. Et impleverunt eas usque ad summum. Jesus sprach zu ihnen:¹³ Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben.¹⁴ -Johannes Joh 50 2 7 13 Den Dienern. -Johannes Joh 50 2 7 14 Die Menge des Wassers und die Wahrheit des Wunders (man konnte nichts hinzugießen) werden hervorgehoben. +Johannes Joh 51 2 7 Dicit eis Jesus: Implete hydrias aqua. Et impleverunt eas usque ad summum. Jesus sprach zu ihnen:¹³ Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben.¹⁴ +Johannes Joh 51 2 7 13 Den Dienern. +Johannes Joh 51 2 7 14 Die Menge des Wassers und die Wahrheit des Wunders (man konnte nichts hinzugießen) werden hervorgehoben. Apostelgeschichte Apg 51 2 8 Et quomodo nos audivimus unusquisque linguam nostram, in qua nati sumus? Wie hören wir denn ein jeder unsere eigene Sprache, in der wir geboren sind? -Johannes Joh 50 2 8 Et dicit eis Jesus: Haurite nunc, et ferte architriclino. Et tulerunt. Und Jesus sprach zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem Speisemeister!¹⁵ Und sie brachten es ihm. -Johannes Joh 50 2 8 15 Es gehörte zu dem Amte des Speisemeisters, den Wein zu kosten und ihn den Gästen vorzusetzen. So wurde ein unverdächtiger Zeuge für das Wunder gewonnen (Chrys., Theoph.). -Johannes Joh 50 2 9 Ut autem gustavit architriclinus aquam vinum factam, et non sciebat unde esset, ministri autem sciebant, qui hauserant aquam: vocat sponsum architriclinus, Als aber der Speisemeister das Wasser¹⁶ kostete, welches zu Wein geworden war, und nicht wusste, woher¹⁷ es kam (die Diener aber, welche das Wasser geschöpft hatten, wussten es), rief der Speisemeister den Bräutigam +Johannes Joh 51 2 8 Et dicit eis Jesus: Haurite nunc, et ferte architriclino. Et tulerunt. Und Jesus sprach zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem Speisemeister!¹⁵ Und sie brachten es ihm. +Johannes Joh 51 2 8 15 Es gehörte zu dem Amte des Speisemeisters, den Wein zu kosten und ihn den Gästen vorzusetzen. So wurde ein unverdächtiger Zeuge für das Wunder gewonnen (Chrys., Theoph.). +Johannes Joh 51 2 9 Ut autem gustavit architriclinus aquam vinum factam, et non sciebat unde esset, ministri autem sciebant, qui hauserant aquam: vocat sponsum architriclinus, Als aber der Speisemeister das Wasser¹⁶ kostete, welches zu Wein geworden war, und nicht wusste, woher¹⁷ es kam (die Diener aber, welche das Wasser geschöpft hatten, wussten es), rief der Speisemeister den Bräutigam Apostelgeschichte Apg 51 2 9 Parthi, et Medi, et lamitæ, et qui habitant Mesopotamiam, Judæam, et Cappadociam, Pontum, et Asiam, Parther,⁶ Meder, Elamiter und Bewohner von Mesopotamien, von Judäa, Cappadocien, Pontus und Asien, Apostelgeschichte Apg 51 2 9 6 Nach Flav. Josephus kamen bis zu drei Millionen fremder Juden zu den Festzeiten nach Jerusalem. Die Parther sind wohl das jenseits des Euphrat wohnende, den Römern feindliche Volk, die Elamiter bewohnten eine Landschaft am persischen Meerbusen. Asien ist das Küstenland mit der Hauptstadt Ephesus. Libyen zerfiel in Unter- und Oberlibyen. Letzteres hieß das cyrenäische, weil Cyrene die bekannteste Stadt in Oberlibyen war. -Johannes Joh 50 2 9 16 Er kostete eigentlich den Wein, der Wasser genannt wird, weil er es einen Augenblick zuvor noch gewesen ist. -Johannes Joh 50 2 9 17 Die Wasserkrüge standen also wohl nicht im Speisezimmer selbst. +Johannes Joh 51 2 9 16 Er kostete eigentlich den Wein, der Wasser genannt wird, weil er es einen Augenblick zuvor noch gewesen ist. +Johannes Joh 51 2 9 17 Die Wasserkrüge standen also wohl nicht im Speisezimmer selbst. Apostelgeschichte Apg 51 2 10 Phrygiam, et Pamphyliam, gyptum, et partes Libyæ, quæ est circa Cyrenen, et advenæ Romani. von Phrygien und Pamphylien, Ägypten und den Landstrichen Libyens bei Cyrene, und Fremdlinge aus Rom,⁷ -Johannes Joh 50 2 10 Et dicit ei: Omnis homo primum bonum vinum ponit: et cum inebriati fuerint, tunc id, quod deterius est: tu autem servasti bonum vinum usque adhuc. und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein auf, und wenn sie genug getrunken haben, dann erst den geringeren; du aber hast den guten Wein zurückgehalten bis jetzt. +Johannes Joh 51 2 10 Et dicit ei: Omnis homo primum bonum vinum ponit: et cum inebriati fuerint, tunc id, quod deterius est: tu autem servasti bonum vinum usque adhuc. und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein auf, und wenn sie genug getrunken haben, dann erst den geringeren; du aber hast den guten Wein zurückgehalten bis jetzt. Apostelgeschichte Apg 51 2 10 7 Wahrscheinlich hatten sich auch die aus Rom Eingewanderten in Jerusalem ansässig gemacht. Apostelgeschichte Apg 51 2 11 Judæi quoque, et Proselyti, Cretes, et Arabes: audivimus eos loquentes nostris linguis magnalia Dei. Juden sowohl wie Bekehrte, Kreter und Araber, wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkündigen.⁸ -Johannes Joh 50 2 11 Hoc fecit initium signorum Jesus in Cana Galilææ: et manifestavit gloriam suam, et crediderunt in eum discipuli ejus. Diesen Anfang seiner Wunder machte Jesus zu Kana in Galiläa; und er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.¹⁸ +Johannes Joh 51 2 11 Hoc fecit initium signorum Jesus in Cana Galilææ: et manifestavit gloriam suam, et crediderunt in eum discipuli ejus. Diesen Anfang seiner Wunder machte Jesus zu Kana in Galiläa; und er offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 2 11 8 Die großen Taten Gottes sind alles, was Gott von Moses bis auf Christus und jetzt durch die Ausgießung des Heiligen Geistes getan hat. Der menschliche Stolz hatte bewirkt, dass die Sprachen verwirrt wurden, und die Menschen getrennt. [Gen 11,7ff] Der göttliche Geist macht, dass die verschiedensten Menschen gleichzeitig dasselbe verstehen, und eint sie. -Johannes Joh 50 2 11 18 Ein Dreifaches wird von diesem Wunder ausgesagt: Es war das erste, es offenbarte die Wundermacht des Herrn und es bestärkte die Jünger im Glauben an ihn. Dieser Glaube hatte angefangen auf das Zeugnis Johannes des Täufers hin, war fortgeschritten, als die Jünger Jesus sahen und hörten, besonders als der Herr sich Nathanael gegenüber als Herzenskenner erwies, und dieser Glaube war jetzt zu einer gewissen Vollendung gediehen. +Johannes Joh 51 2 11 18 Ein Dreifaches wird von diesem Wunder ausgesagt: Es war das erste, es offenbarte die Wundermacht des Herrn und es bestärkte die Jünger im Glauben an ihn. Dieser Glaube hatte angefangen auf das Zeugnis Johannes des Täufers hin, war fortgeschritten, als die Jünger Jesus sahen und hörten, besonders als der Herr sich Nathanael gegenüber als Herzenskenner erwies, und dieser Glaube war jetzt zu einer gewissen Vollendung gediehen. Apostelgeschichte Apg 51 2 12 Stupebant autem omnes, et mirabantur ad invicem dicentes: Quidnam vult hoc esse? Und alle staunten, und sprachen voll Verwunderung⁹ zueinander: Was mag dies wohl bedeuten? -Johannes Joh 50 2 12 Post hoc descendit Capharnaum ipse, et mater ejus, et fratres ejus, et discipuli ejus: et ibi manserunt non multis diebus. Darnach¹⁹ ging er hinab²⁰ nach Kapharnaum, er, seine Mutter, seine Brüder²¹ und seine Jünger; daselbst blieben sie nur wenige Tage.²² +Johannes Joh 51 2 12 Post hoc descendit Capharnaum ipse, et mater ejus, et fratres ejus, et discipuli ejus: et ibi manserunt non multis diebus. Darnach¹⁹ ging er hinab²⁰ nach Kapharnaum, er, seine Mutter, seine Brüder²¹ und seine Jünger; daselbst blieben sie nur wenige Tage.²² Apostelgeschichte Apg 51 2 12 9 Die Wiederholung der bereits V. 7 gegebenen Schilderung hebt die Darstellung. Griech.: Alle staunten und waren in Verlegenheit, nämlich wie sie sich diesen Vorgang erklären sollten. -Johannes Joh 50 2 12 19 Johannes will zeigen, dass der Heiland sich von Anfang an in Judäa offenbarte, aber keinen oder geringen Glauben fand. -Johannes Joh 50 2 12 20 Kapharnaum, das heutige Tell Hum, lag am See. Die Reise ist nicht die gleiche mit der [Mt 4,13] berichteten. -Johannes Joh 50 2 12 21 Über die Brüder Jesu siehe [Mt 12,Anm.59]. -Johannes Joh 50 2 12 22 Mutter und Brüder gehen wohl nach Nazareth. -Johannes Joh 50 2 13 Et prope erat Pascha Judæorum, et ascendit Jesus Jerosolymam: Das Osterfest der Juden war nahe,²³ und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. +Johannes Joh 51 2 12 19 Johannes will zeigen, dass der Heiland sich von Anfang an in Judäa offenbarte, aber keinen oder geringen Glauben fand. +Johannes Joh 51 2 12 20 Kapharnaum, das heutige Tell Hum, lag am See. Die Reise ist nicht die gleiche mit der [Mt 4,13] berichteten. +Johannes Joh 51 2 12 21 Über die Brüder Jesu siehe [Mt 12,Anm.59]. +Johannes Joh 51 2 12 22 Mutter und Brüder gehen wohl nach Nazareth. +Johannes Joh 51 2 13 Et prope erat Pascha Judæorum, et ascendit Jesus Jerosolymam: Das Osterfest der Juden war nahe,²³ und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. Apostelgeschichte Apg 51 2 13 Alii autem irridentes dicebant: Quia musto pleni sunt isti. Einige aber spotteten, und sagten: Sie sind voll süßen Weines!¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 2 13 10 Unter diesen sind wohl Juden von Jerusalem, Anhänger der Pharisäer, Feinde der Jünger, wie sie Feinde des Meisters gewesen. Sie gehören zu jenen, von denen der Psalmist [Ps 1,1] redet. Erscheinung und Wirkung des Heiligsten führen sie (wie die von [Lk 11,15] Genannten) auf eine möglich niedrige und unheilige Ursache zurück. -Johannes Joh 50 2 13 23 Mit dem Osterfeste beginnt das erste Jahr des öffentlichen Lebens Jesu, über das der Apostel bis zum Ende des vierten Kapitels berichtet. +Johannes Joh 51 2 13 23 Mit dem Osterfeste beginnt das erste Jahr des öffentlichen Lebens Jesu, über das der Apostel bis zum Ende des vierten Kapitels berichtet. Apostelgeschichte Apg 51 2 14 Stans autem Petrus cum undecim levavit vocem suam, et locutus est eis: Viri Judæi, et qui habitatis Jerusalem universi, hoc vobis notum sit, et auribus percipite verba mea. Da stand Petrus auf mit den Elfen, und seine Stimme erhebend sprach er zu ihnen:¹¹ Ihr Männer von Judäa, und alle ihr Bewohner von Jerusalem, kund sei euch dieses und vernehmet meine Worte!¹² -Johannes Joh 50 2 14 Et invenit in templo vendentes boves, et oves, et columbas, et nummularios sedentes. Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen, Schafen und Tauben, und die Wechsler da sitzend. [Mt 21,12] +Johannes Joh 51 2 14 Et invenit in templo vendentes boves, et oves, et columbas, et nummularios sedentes. Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen, Schafen und Tauben, und die Wechsler da sitzend. [Mt 21,12] Apostelgeschichte Apg 51 2 14 11 Das Haupt der Kirche, der Verteidiger des Glaubens, des sichtbare Stellvertreter des unsichtbaren Hirten ist auch der Mund der Kirche (Chrys.) und ergreift zuerst das Wort. Die Ankündigung seiner Rede hat ebenso wie diese selbst etwas Feierliches. Es ist die erste Belehrung der soeben gestifteten Kirche an die Menschheit. Apostelgeschichte Apg 51 2 14 12 Der heil. Petrus redet wohl, zumal er sich besonders an die Bewohner von Jerusalem und Judäa wendet, aramäisch. Die Rede zerfällt in zwei Teile: V. 16 21 zeigt er, dass nicht Trunkenheit die Ursache der begeisterten und wunderbaren Rede sei, sondern die von Propheten vorhergesagte Geistesausgießung; V. 22 -36, dass Jesus der erwartete Messias sei, welcher auferstanden, und in den Himmel aufgestiegen ist, und den Heil. Geist gesendet hat. Es ist die dritte Stunde, morgens gegen 9 Uhr. Um diese Stunde, in der ersten der drei Gebetsstunden, zur Zeit des Morgenopfers ist niemand berauscht. Apostelgeschichte Apg 51 2 15 Non enim, sicut vos æstimatis, hi ebrii sunt, cum sit hora diei tertia: Diese sind nicht trunken, wie ihr meinet, ist es ja erst die dritte Stunde des Tages; -Johannes Joh 50 2 15 Et cum fecisset quasi flagellum de funiculis, omnes ejecit de templo, oves quoque, et boves, et nummulariorum effudit æs, et mensas subvertit. Da machte er eine Geißel aus Stricken,²⁴ und trieb sie alle zum Tempel hinaus, auch die Schafe und Ochsen, und stieß die Tische um, und verschüttete das Geld der Wechsler. -Johannes Joh 50 2 15 24 Das Ansehen und die Macht seiner gottmenschlichen Erscheinung überwältigt alle. Die Geißel in seiner Hand ist daher nicht sowohl Werkzeug tatsächlicher Gewalt, als vielmehr Sinnbild des Schreckens. Ähnliche Sinnbilder bei den Propheten: Vergl. [1Kön 22,11, Jes 20,2ff]. Diese Tempelreinigung am Anfange der Lehrtätigkeit ist gänzlich von derjenigen verschieden, welche Christus am Ende derselben vornahm. [Mt 21,12ff] +Johannes Joh 51 2 15 Et cum fecisset quasi flagellum de funiculis, omnes ejecit de templo, oves quoque, et boves, et nummulariorum effudit æs, et mensas subvertit. Da machte er eine Geißel aus Stricken,²⁴ und trieb sie alle zum Tempel hinaus, auch die Schafe und Ochsen, und stieß die Tische um, und verschüttete das Geld der Wechsler. +Johannes Joh 51 2 15 24 Das Ansehen und die Macht seiner gottmenschlichen Erscheinung überwältigt alle. Die Geißel in seiner Hand ist daher nicht sowohl Werkzeug tatsächlicher Gewalt, als vielmehr Sinnbild des Schreckens. Ähnliche Sinnbilder bei den Propheten: Vergl. [1Kön 22,11, Jes 20,2ff]. Diese Tempelreinigung am Anfange der Lehrtätigkeit ist gänzlich von derjenigen verschieden, welche Christus am Ende derselben vornahm. [Mt 21,12ff] Apostelgeschichte Apg 51 2 16 Sed hoc est, quod dictum est per prophetam Joel: sondern dies ist, was durch den Propheten Joel gesagt ist:¹³ -Johannes Joh 50 2 16 Et his, qui columbas vendebant, dixit: Auferte ista hinc, et nolite facere domum patris mei, domum negotiationis. Zu denen aber, welche Tauben verkauften, sprach er: Bringet dies weg von hier, und machet das Haus meines Vaters²⁵ nicht zu einem Kaufhause! +Johannes Joh 51 2 16 Et his, qui columbas vendebant, dixit: Auferte ista hinc, et nolite facere domum patris mei, domum negotiationis. Zu denen aber, welche Tauben verkauften, sprach er: Bringet dies weg von hier, und machet das Haus meines Vaters²⁵ nicht zu einem Kaufhause! Apostelgeschichte Apg 51 2 16 13 Die Worte werden aus [Joel 2,28-31] frei nach der Septuag. gegeben. -Johannes Joh 50 2 16 25 Wenn er Gottes Sohn ist, kann niemand etwas dagegen haben, wenn er für die Ehre des Hauses Gottes streitet. Vergl. [Sach 14,21]. -Johannes Joh 50 2 17 Recordati sunt vero discipuli ejus quia scriptum est: Zelus domus tuæ comedit me. Da erinnerten sich seine Jünger, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus verzehret mich.²⁶ [Ps 68,10] +Johannes Joh 51 2 16 25 Wenn er Gottes Sohn ist, kann niemand etwas dagegen haben, wenn er für die Ehre des Hauses Gottes streitet. Vergl. [Sach 14,21]. +Johannes Joh 51 2 17 Recordati sunt vero discipuli ejus quia scriptum est: Zelus domus tuæ comedit me. Da erinnerten sich seine Jünger, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus verzehret mich.²⁶ [Ps 68,10] Apostelgeschichte Apg 51 2 17 Et erit in novissimis diebus (dicit Dominus) effundam de Spiritu meo super omnem carnem: et prophetabunt filii vestri, et filiæ vestræ, et juvenes vestri visiones videbunt, et seniores vestri somnia somniabunt. Es wird geschehen in den letzten Tagen¹⁴ (spricht der Herr), ich werde von meinem Geiste¹⁵ über alles Fleisch ausgießen; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen,¹⁶ eure Jünglinge werden Gesichte schauen, und euren Greisen werden Traumgesichte erscheinen.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 2 17 14 Die letzten Tage: die ganze Zeit von der Ankunft des Messias bis zum Ende der Welt. Sie ist die letzte, weil in ihr alle Hoffnungen und Vorhersagungen der Propheten ihre Erfüllung finden und sie die letzte Periode der Entwicklung des Reiches Gottes auf Erden ist. Sie ist für die Juden die letzte in dem Sinne, als vor dem Untergange von Jerusalem noch eine Gnadenfrist angeboten war. Apostelgeschichte Apg 51 2 17 15 Im Hebr. steht: meinen Geist. Die Übersetzung der Septuag. drückt aus, dass, wenn der Geist auch noch so reichlich mitgeteilt (ausgegossen) wird, dennoch seine Fülle von keinem Menschen erlangt wird. Apostelgeschichte Apg 51 2 17 16 Das Wort weissagen bedeutet ebenso jede übernatürliche Erkenntnis des Verborgenen, wie jede von Gott angeredete Rede, durch welche der Nächste erbaut und belehrt wird. Apostelgeschichte Apg 51 2 17 17 Gesichte: sie werden Übernatürliches sehen oder doch auf übernatürliche Weise das aus der Offenbarung Bekannte erkennen. Traumgesicht: es ist selbstverständlich an Träume zu denken, die von Gott verursacht sind, und eine höhere Wahrheit erkennen lassen. Meine in V. 15 ist nicht im hebr. Texte Joels und ist nicht notwendig, da es sonst leicht scheinen könnte, als ob die V. 17 Genannten nicht Diener Gottes wären. Der Sinn ist: Nicht allein über die Israeliten (die Kinder), sondern auch über die dem Volke Israel sich anschließenden Heiden (Knechte und Mägde), werde ich meinen Geist ausgießen. -Johannes Joh 50 2 17 26 Der Eifer für die Heiligkeit des Hauses Gottes und für die Ehre des Herrn. -Johannes Joh 50 2 18 Responderunt ergo Judæi, et dixerunt ei: Quod signum ostendis nobis quia hæc facis? Die Juden nun antworteten und sprachen zu ihm:²⁷ Welches Wunder zeigest du uns, da du dieses tust? +Johannes Joh 51 2 17 26 Der Eifer für die Heiligkeit des Hauses Gottes und für die Ehre des Herrn. +Johannes Joh 51 2 18 Responderunt ergo Judæi, et dixerunt ei: Quod signum ostendis nobis quia hæc facis? Die Juden nun antworteten und sprachen zu ihm:²⁷ Welches Wunder zeigest du uns, da du dieses tust? Apostelgeschichte Apg 51 2 18 Et quidem super servos meos, et super ancillas meas in diebus illis effundam de Spiritu meo, et prophetabunt: Ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen. -Johannes Joh 50 2 18 27 Wie V. 17 die Wirkung der Handlung auf die Jünger, zeigt V. 18 die Aufnahme derselben seitens der jüdischen Lehrer. Die Lehrer wollen sagen: Dieses Kaufen und Verkaufen ist längst Gewohnheit und geschieht unter den Augen der Behörden. Wenn nun du, ein Privatmann, diesen Gebrauch abstellen heißest, musst du eine höhere Sendung haben; eine solche aber ist durch Wunder zu beweisen. -Johannes Joh 50 2 19 Respondit Jesus, et dixit eis: Solvite templum hoc, et in tribus diebus excitabo illud. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.²⁸ +Johannes Joh 51 2 18 27 Wie V. 17 die Wirkung der Handlung auf die Jünger, zeigt V. 18 die Aufnahme derselben seitens der jüdischen Lehrer. Die Lehrer wollen sagen: Dieses Kaufen und Verkaufen ist längst Gewohnheit und geschieht unter den Augen der Behörden. Wenn nun du, ein Privatmann, diesen Gebrauch abstellen heißest, musst du eine höhere Sendung haben; eine solche aber ist durch Wunder zu beweisen. +Johannes Joh 51 2 19 Respondit Jesus, et dixit eis: Solvite templum hoc, et in tribus diebus excitabo illud. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 2 19 Et dabo prodigia in clo sursum, et signa in terra deorsum, sanguinem, et ignem, et vaporem fumi: Und ich werde Wunderzeichen am Himmel oben, und Zeichen auf der Erde unten geben, Blut und Feuer, Dampf und Rauch.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 2 19 18 Zu den Bildern des Propheten vergl. [Mt 24,29]. Da der heil. Petrus wohl nur die Erfüllung der Vorhersagung des Propheten dartun will, ist V. 19ff wahrscheinlich nur angeführt, um die ganze Stelle wiederzugeben. Deshalb ist es nicht notwendig, die Frage zu stellen, worauf diese Worte von dem Apostelfürsten bezogen werden, ob auf die Zerstörung Jerusalems oder auf das Weltende. -Johannes Joh 50 2 19 28 Jesus entlehnt das Bild vom Tempel, in dem er soeben das Recht des Sohnes Gottes ausübt (Orig.). Das Bild ist rätselhaft, wie oft Bilder in den Reden des Herrn, wenn die Hörer noch nicht die Wahrheit klar und unverhüllt ertragen können (Chrys.), aber nicht umsonst geboten, da auch die Böswilligen nach der Erfüllung die Wahrheit erkennen konnten. Der Heiland sagt die Auferstehung öfter vorher. Vergl. [Mt 12,39], da ihr das Ärgernis des Kreuzes vorausgeht. Der Tempel ist das Bild des Leibes Christi. In prophetischer Rede stellt Christus Vorbild und Sache gleich, weil in ihm die Gottheit leibhaftig wohnt. Vergl. [Jes 7,14]. Das Wort: Brechet ab, enthält so wenig wie seine Wiederholung [Mt 23,32] eine Aufforderung im strengen Sinne, sondern ist prophetisch: Ihr möget ihn wohl seiner Zeit abbrechen, er wird doch wieder auferstehen (Cyr., Euth., Thom.). Die Juden sind gegen seine Worte unempfänglich und forschen nicht nach dem tieferen Sinne. +Johannes Joh 51 2 19 28 Jesus entlehnt das Bild vom Tempel, in dem er soeben das Recht des Sohnes Gottes ausübt (Orig.). Das Bild ist rätselhaft, wie oft Bilder in den Reden des Herrn, wenn die Hörer noch nicht die Wahrheit klar und unverhüllt ertragen können (Chrys.), aber nicht umsonst geboten, da auch die Böswilligen nach der Erfüllung die Wahrheit erkennen konnten. Der Heiland sagt die Auferstehung öfter vorher. Vergl. [Mt 12,39], da ihr das Ärgernis des Kreuzes vorausgeht. Der Tempel ist das Bild des Leibes Christi. In prophetischer Rede stellt Christus Vorbild und Sache gleich, weil in ihm die Gottheit leibhaftig wohnt. Vergl. [Jes 7,14]. Das Wort: Brechet ab, enthält so wenig wie seine Wiederholung [Mt 23,32] eine Aufforderung im strengen Sinne, sondern ist prophetisch: Ihr möget ihn wohl seiner Zeit abbrechen, er wird doch wieder auferstehen (Cyr., Euth., Thom.). Die Juden sind gegen seine Worte unempfänglich und forschen nicht nach dem tieferen Sinne. Apostelgeschichte Apg 51 2 20 Sol convertetur in tenebras, et luna in sanguinem, antequam veniat dies Domini magnus et manifestus. Die Sonne wird in Dunkel verwandelt werden und der Mond in Blut, ehedenn der große und offenbare Tag des Herrn¹⁹ kommt. -Johannes Joh 50 2 20 Dixerunt ergo Judæi: Quadraginta et sex annis ædificatum est templum hoc, et tu in tribus diebus excitabis illud? Da sprachen die Juden: In sechsundvierzig Jahren ist dieser Tempel gebaut worden, und du wirst ihn in drei Tagen aufrichten?²⁹ +Johannes Joh 51 2 20 Dixerunt ergo Judæi: Quadraginta et sex annis ædificatum est templum hoc, et tu in tribus diebus excitabis illud? Da sprachen die Juden: In sechsundvierzig Jahren ist dieser Tempel gebaut worden, und du wirst ihn in drei Tagen aufrichten?²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 2 20 19 Der Tag, welcher sich als großer Tag des Herrn offenbaren wird, da der Herr selbst an ihm erscheint. -Johannes Joh 50 2 20 29 Herodes der Gr. hatte im Jahre 17 v. Chr. den Bau begonnen. Jetzt ist also etwa das 30. Lebensjahr Christi, doch sind die Daten genauer schwer festzustellen. -Johannes Joh 50 2 21 Ille autem dicebat de templo corporis sui. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. +Johannes Joh 51 2 20 29 Herodes der Gr. hatte im Jahre 17 v. Chr. den Bau begonnen. Jetzt ist also etwa das 30. Lebensjahr Christi, doch sind die Daten genauer schwer festzustellen. +Johannes Joh 51 2 21 Ille autem dicebat de templo corporis sui. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Apostelgeschichte Apg 51 2 21 Et erit: omnis, quicumque invocaverit nomen Domini, salvus erit. Dann wird es geschehen: Ein jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 2 21 20 Unter des Herrn Namen kann man hier den Namen Jesus verstehen. Vergl. V. 38; [Apg 4,12]. Apostelgeschichte Apg 51 2 22 Viri Israelitæ, audite verba hæc: Jesum Nazarenum, virum approbatum a Deo in vobis, virtutibus et prodigiis, et signis, quæ fecit Deus per illum in medio vestri, sicut et vos scitis: Ihr Männer von Israel! höret diese Worte: Jesus von Nazareth, einen Mann, dem Gott unter euch Zeugnis gab durch Machterweise, Wunder und Zeichen, welche Gott durch ihn in eurer Mitte wirkte, wie ihr auch selbst wisset, -Johannes Joh 50 2 22 Cum ergo resurrexisset a mortuis, recordati sunt discipuli ejus, quia hoc dicebat, et crediderunt Scripturæ, et sermoni, quem dixit Jesus. Als er nun von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger daran, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und der Rede, welche Jesus gesprochen hatte.³⁰ -Johannes Joh 50 2 22 30 Sie überzeugten sich nach der Auferstehung von der Wahrheit dessen, was die Schrift von der Auferstehung voraussagt. [Ps 16,10, Jes 53]. +Johannes Joh 51 2 22 Cum ergo resurrexisset a mortuis, recordati sunt discipuli ejus, quia hoc dicebat, et crediderunt Scripturæ, et sermoni, quem dixit Jesus. Als er nun von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger daran, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und der Rede, welche Jesus gesprochen hatte.³⁰ +Johannes Joh 51 2 22 30 Sie überzeugten sich nach der Auferstehung von der Wahrheit dessen, was die Schrift von der Auferstehung voraussagt. [Ps 16,10, Jes 53]. Apostelgeschichte Apg 51 2 23 Hunc definito consilio, et præscientia Dei traditum, per manus iniquorum affligentes interemistis: diesen, der nach dem festgesetzten Ratschlusse und dem Vorherwissen Gottes überliefert ward, habt ihr durch die Hände der Gottlosen²¹ an's Kreuz geschlagen und getötet. -Johannes Joh 50 2 23 Cum autem esset Jerosolymis in Pascha in die festo, multi crediderunt in nomine ejus videntes signa ejus, quæ faciebat. Als er nun zum Osterfeste zu Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Wunder sahen, die er wirkte.³¹ +Johannes Joh 51 2 23 Cum autem esset Jerosolymis in Pascha in die festo, multi crediderunt in nomine ejus videntes signa ejus, quæ faciebat. Als er nun zum Osterfeste zu Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Wunder sahen, die er wirkte.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 2 23 21 Griech.: Gesetzeslosen [1Kor 9,21] die Heiden, welche die Hinrichtung vollzogen. Die Bitterkeit des Vorwurfes mildert der heil. Petrus wie einst Joseph den Tadel des Frevels seiner Brüder [Gen 45,5], durch den Hinweis, wie auch diese Tat höchster Bosheit von Gott vorhergesehen und zu weisem Ende geordnet wurde. -Johannes Joh 50 2 23 31 Jesus bleibt in Judäa, bis die Gefährdung seiner Person und seines Werkes ihn zwingt, sich nach Galiläa zurückzuziehen. Die Einwohner von Judäa schauen nur auf die Wunder und werden in ihrer Anhänglichkeit wankend, wenn Schwierigkeiten entstehen. So wählt sich Jesus denn in Galiläa seine Jünger. +Johannes Joh 51 2 23 31 Jesus bleibt in Judäa, bis die Gefährdung seiner Person und seines Werkes ihn zwingt, sich nach Galiläa zurückzuziehen. Die Einwohner von Judäa schauen nur auf die Wunder und werden in ihrer Anhänglichkeit wankend, wenn Schwierigkeiten entstehen. So wählt sich Jesus denn in Galiläa seine Jünger. Apostelgeschichte Apg 51 2 24 Quem Deus suscitavit, solutis doloribus inferni, juxta quod impossibile erat teneri illum ab eo. Gott aber hat ihn auferweckt, von dem Schmerze des Totenreiches²² ihn befreiend, wie es denn unmöglich war, dass er von demselben festgehalten würde. -Johannes Joh 50 2 24 Ipse autem Jesus non credebat semetipsum eis, eo quod ipse nosset omnes, Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht,³² weil er sie alle kannte, +Johannes Joh 51 2 24 Ipse autem Jesus non credebat semetipsum eis, eo quod ipse nosset omnes, Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht,³² weil er sie alle kannte, Apostelgeschichte Apg 51 2 24 22 Griech.: Nachdem er die Schmerzen des Todes gelöst, d. i. aufgehoben hatte. Der Tod ist gleichsam in Wehen gedacht, bis er Christus in der Auferstehung wieder herausgab (Chrys.). Sehr wahrscheinlich ist, da der heil. Petrus aramäisch sprach, dass er nicht nach der Septuag. zitierte, sondern nach dem Grundtexte Fallstricke des Todes sagte -Johannes Joh 50 2 24 32 Jesus gab ihnen keine weiteren Offenbarungen über sich selbst und ließ sie nicht zu vertrauterem Umgange zu, da es vielfach nur die befriedigte krankhafte Wundersucht war, welche sie zu einigem Glauben brachte. -Johannes Joh 50 2 25 Et quia opus ei non erat ut quis testimonium perhiberet de homine: ipse enim sciebat quid esset in homine. und weil er nicht nötig hatte, dass ihm jemand Zeugnis gab von dem Menschen, denn er wusste selbst,³³ was im Menschen war. +Johannes Joh 51 2 24 32 Jesus gab ihnen keine weiteren Offenbarungen über sich selbst und ließ sie nicht zu vertrauterem Umgange zu, da es vielfach nur die befriedigte krankhafte Wundersucht war, welche sie zu einigem Glauben brachte. +Johannes Joh 51 2 25 Et quia opus ei non erat ut quis testimonium perhiberet de homine: ipse enim sciebat quid esset in homine. und weil er nicht nötig hatte, dass ihm jemand Zeugnis gab von dem Menschen, denn er wusste selbst,³³ was im Menschen war. Apostelgeschichte Apg 51 2 25 David enim dicit in eum: Providebam Dominum in conspectu meo semper: quoniam a dextris est mihi ne commovear: Denn David sagt von ihm:²³ Ich sah den Herrn vor meinen Augen allezeit; denn er ist mir zur Rechten, damit ich nicht wanke. Apostelgeschichte Apg 51 2 25 23 [Ps 15,8] -Johannes Joh 50 2 25 33 Jesus wusste selbst besser als die Menschen, was sich in ihrem Herzen barg, wie die Vorhersagung der Verleugnung des heil. Petrus zeigt (Aug.). +Johannes Joh 51 2 25 33 Jesus wusste selbst besser als die Menschen, was sich in ihrem Herzen barg, wie die Vorhersagung der Verleugnung des heil. Petrus zeigt (Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 2 26 Propter hoc lætatum est cor meum, et exsultavit lingua mea, insuper et caro mea requiescet in spe: Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge frohlockte,²⁴ ja auch mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen. Apostelgeschichte Apg 51 2 26 24 Hebr.: meine Seele. Apostelgeschichte Apg 51 2 27 Quoniam non derelinques animam meam in inferno, nec dabis Sanctum tuum videre corruptionem. Denn du wirst meine Seele nicht im Totenreiche²⁵ lassen, noch zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung schaue.²⁶ @@ -58739,920 +58787,921 @@ Apostelgeschichte Apg 51 2 46 Quotidie quoque perdurantes unanimiter in templo, Apostelgeschichte Apg 51 2 46 42 Im Tempel hatte Christus das Volk gelehrt, in der Zeit zwischen der Himmelfahrt und dem Pfingstfeste waren die Jünger in denselben hinaufgegangen [Lk 24,53], und auch nachher besuchten sie denselben. (V. 3,1) So erhielten sie Gelegenheit, dem jüdischen Volke das Heil zu verkünden. Die Vorbilder vermittelten den Übergang zur Wahrheit. Das heil. Opfer ward nach dem Griech. zu Hause (im Gegensatze zu dem Tempel) gefeiert. Auch [Röm 16,5, 1Kor 16,19, Kol 4,15] (Philem. V. 2) kann so aufgefasst werden, dass unter der Kirche ein Teil der Gläubigen zu verstehen ist, welche in dem genannten Hause ihre gottesdienstlichen Versammlungen abhielten, nicht aber, als ob dies Haus das gemeinsame Gotteshaus aller dort befindlichen Christen gewesen wäre. Apostelgeschichte Apg 51 2 47 Collaudantes Deum, et habentes gratiam ad omnem plebem. Dominus autem augebat qui salvi fierent quotidie in idipsum. und lobten Gott, und alles Volk⁴³ war ihnen wohlgeneigt. Der Herr aber führte täglich diejenigen, welche selig werden sollten, der Gemeinde zu. Apostelgeschichte Apg 51 2 47 43 Der Herr ist der Heiland. Nie duldet indes die Welt lange den Gottesfrieden. Wie der Meister [Mt 10,25] musste die Kirche ihre Wohltaten mit Undank gelohnt sehen. [Joh 10,32] -Johannes Joh 50 3 0 Bei Nikodemus findet der Heiland schwachen und furchtsamen Glauben. (V. 21) In Judäa, wo Christus tauft, findet er unvollkommenen Glauben. -Apostelgeschichte Apg 51 3 0 3. Weitere Zunahme und Stärkung der Kirche zu Jerusalem. (Kap. 3 5) Heilung des Lahmen an der Tempelpforte. (V. 10) Rede des heil. Petrus im Tempel. +Johannes Joh 51 3 0 Bei Nikodemus findet der Heiland schwachen und furchtsamen Glauben. (V. 21) In Judäa, wo Christus tauft, findet er unvollkommenen Glauben. +Apostelgeschichte Apg 51 3 0 3. Weitere Zunahme und Stärkung der Kirche zu Jerusalem. (Kap. 3 5) Heilung des Lahmen an der Tempelpforte. (V. 10) Rede des heil. Petrus im Tempel. Apostelgeschichte Apg 51 3 1 Petrus autem, et Joannes ascendebant in templum ad horam orationis nonam. Petrus aber und Johannes¹ gingen hinauf in den Tempel zur neunten Stunde des Gebetes.² -Johannes Joh 50 3 1 Erat autem homo ex Pharisæis, Nicodemus nomine, princeps Judæorum. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern,¹ Nikodemus mit Namen,² ein Vorsteher³ der Juden. +Johannes Joh 51 3 1 Erat autem homo ex Pharisæis, Nicodemus nomine, princeps Judæorum. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern,¹ Nikodemus mit Namen,² ein Vorsteher³ der Juden. Apostelgeschichte Apg 51 3 1 1 Vor ihrer Berufung bereits sind Petrus und Johannes Genossen [Lk 5,10], nach derselben stets auf das innigste verbunden, z. B. [Lk 22,8, Joh 21,21, Gal 2,9] -Johannes Joh 50 3 1 1 Selbst dieser ihm so feindlich gesinnten Partei gewann Jesus eine teilweise Anerkennung ab. +Johannes Joh 51 3 1 1 Selbst dieser ihm so feindlich gesinnten Partei gewann Jesus eine teilweise Anerkennung ab. Apostelgeschichte Apg 51 3 1 2 Um 3 Uhr nachmittags wurde das Abendopfer im Tempel dargebracht. Schon seit langer Zeit [Ps 55,18, Dan 6,11] beteten die Israeliten dreimal am Tage, eine Sitte, welche auch die Christen annahmen. -Johannes Joh 50 3 1 2 Nikodemus soll ein Priester, hebr. Bonai genannt, gewesen sein. -Johannes Joh 50 3 1 3 Er war Vorsteher einer Schule (V. 10) und Mitglied des hohen Rates. Das römische Martyrologium feiert ihn am 3. August als Heiligen. -Johannes Joh 50 3 2 Hic venit ad Jesum nocte, et dixit ei: Rabbi: scimus quia a Deo venisti magister, nemo enim potest hæc signa facere, quæ tu facis, nisi fuerit Deus cum eo. Dieser kam zu Jesus des Nachts⁴ und sprach zu ihm: Rabbi!⁵ wir wissen,⁶ dass du von Gott gekommen bist als Lehrer;⁷ denn niemand kann diese Wunder⁸ wirken, welche du tuest, wenn nicht Gott mit ihm ist.⁹ +Johannes Joh 51 3 1 2 Nikodemus soll ein Priester, hebr. Bonai genannt, gewesen sein. +Johannes Joh 51 3 1 3 Er war Vorsteher einer Schule (V. 10) und Mitglied des hohen Rates. Das römische Martyrologium feiert ihn am 3. August als Heiligen. +Johannes Joh 51 3 2 Hic venit ad Jesum nocte, et dixit ei: Rabbi: scimus quia a Deo venisti magister, nemo enim potest hæc signa facere, quæ tu facis, nisi fuerit Deus cum eo. Dieser kam zu Jesus des Nachts⁴ und sprach zu ihm: Rabbi!⁵ wir wissen,⁶ dass du von Gott gekommen bist als Lehrer;⁷ denn niemand kann diese Wunder⁸ wirken, welche du tuest, wenn nicht Gott mit ihm ist.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 3 2 Et quidam vir, qui erat claudus ex utero matris suæ, bajulabatur: quem ponebant quotidie ad portam templi, quæ dicitur Speciosa, ut peteret eleemosynam ab introeuntibus in templum. Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Mutterleibe an lahm war; den setzten sie täglich an die Pforte des Tempels, welche die schöne heißt,³ hin, dass er von denen, welche in den Tempel gingen, Almosen heische. Apostelgeschichte Apg 51 3 2 3 Die Heiland fand im Tore statt, das aus dem Vorhofe der Heiden in den Vorhof der Frauen führt, welches auch Tor des Nikanor hieß. [1Makk 7,47, 2Makk 15,33] Es wird hervorgehoben, dass der Bettler von Geburt lahm war, also sein Übel menschlicherweise nicht heilbar war, und dass alle Besucher des Tempels ihn kannten. -Johannes Joh 50 3 2 4 Aus Furcht. Die Nacht ist ein Bild seiner noch umnachteten Erkenntnis (Cyr., Aug., Thom.). -Johannes Joh 50 3 2 5 Gewöhnliche Anrede. -Johannes Joh 50 3 2 6 Er und einige angesehene Juden, welche die gleiche Überzeugung hegen. So bildet dies Wort eine Ergänzung zu [Joh 2,23] -Johannes Joh 50 3 2 7 Diese Bezeichnung geht bereits über die gewöhnliche Vorstellung hinaus: Ein nicht gewöhnlicher Lehrer, einer, der von Gott eine ganz besondere Sendung hat. -Johannes Joh 50 3 2 8 Vergl. [Joh 2,23]. Also nicht die Lehre ist Anlass. -Johannes Joh 50 3 2 9 Wenn er nicht in der Kraft Gottes wirkt. -Johannes Joh 50 3 3 Respondit Jesus, et dixit ei: Amen, amen dico tibi, nisi quis renatus fuerit denuo, non potest videre regnum Dei. Jesus antwortete,¹⁰ und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird,¹¹ so kann er das Reich Gottes¹² nicht sehen!¹³ +Johannes Joh 51 3 2 4 Aus Furcht. Die Nacht ist ein Bild seiner noch umnachteten Erkenntnis (Cyr., Aug., Thom.). +Johannes Joh 51 3 2 5 Gewöhnliche Anrede. +Johannes Joh 51 3 2 6 Er und einige angesehene Juden, welche die gleiche Überzeugung hegen. So bildet dies Wort eine Ergänzung zu [Joh 2,23] +Johannes Joh 51 3 2 7 Diese Bezeichnung geht bereits über die gewöhnliche Vorstellung hinaus: Ein nicht gewöhnlicher Lehrer, einer, der von Gott eine ganz besondere Sendung hat. +Johannes Joh 51 3 2 8 Vergl. [Joh 2,23]. Also nicht die Lehre ist Anlass. +Johannes Joh 51 3 2 9 Wenn er nicht in der Kraft Gottes wirkt. +Johannes Joh 51 3 3 Respondit Jesus, et dixit ei: Amen, amen dico tibi, nisi quis renatus fuerit denuo, non potest videre regnum Dei. Jesus antwortete,¹⁰ und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird,¹¹ so kann er das Reich Gottes¹² nicht sehen!¹³ Apostelgeschichte Apg 51 3 3 Is cum vidisset Petrum, et Joannem incipientes introire in templum, rogabat ut eleemosynam acciperet. Als dieser den Petrus und Johannes sah, die eben im Begriffe waren in den Tempel hineinzugehen, bat er sie, um ein Almosen zu empfangen. -Johannes Joh 50 3 3 10 Der Herr las wohl in der Seele des Besuchers die Sehnsucht nach religiöser und sittlicher Erneuerung und geht daher sogleich auf diesen Gegenstand ein. So bekundet er zugleich seine Herzenskenntnis und seine Worte machen größeren Eindruck. -Johannes Joh 50 3 3 11 Eine geistig-sittliche Umwandlung wird verlangt. -Johannes Joh 50 3 3 12 Das messianische Reich. -Johannes Joh 50 3 3 13 Sehen: in dasselbe eingehen, Bürger desselben werden. Nur dem Getauften steht dies zu. +Johannes Joh 51 3 3 10 Der Herr las wohl in der Seele des Besuchers die Sehnsucht nach religiöser und sittlicher Erneuerung und geht daher sogleich auf diesen Gegenstand ein. So bekundet er zugleich seine Herzenskenntnis und seine Worte machen größeren Eindruck. +Johannes Joh 51 3 3 11 Eine geistig-sittliche Umwandlung wird verlangt. +Johannes Joh 51 3 3 12 Das messianische Reich. +Johannes Joh 51 3 3 13 Sehen: in dasselbe eingehen, Bürger desselben werden. Nur dem Getauften steht dies zu. Apostelgeschichte Apg 51 3 4 Intuens autem in eum Petrus cum Joanne, dixit: Respice in nos. Petrus aber mit Johannes blickte auf ihn und sprach: Siehe uns an!⁴ -Johannes Joh 50 3 4 Dicit ad eum Nicodemus: Quomodo potest homo nasci, cum sit senex? numquid potest in ventrem matris suæ iterato introire, et renasci? Da sprach Nikodemus zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa in seiner Mutter Schoß noch einmal eingehen und wiedergeboren werden?¹⁴ +Johannes Joh 51 3 4 Dicit ad eum Nicodemus: Quomodo potest homo nasci, cum sit senex? numquid potest in ventrem matris suæ iterato introire, et renasci? Da sprach Nikodemus zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa in seiner Mutter Schoß noch einmal eingehen und wiedergeboren werden?¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 3 4 4 Die Apostel befehlen ihm, auf sie zu blicken, um seine Aufmerksamkeit zu wecken und sein Vertrauen zu erregen. -Johannes Joh 50 3 4 14 Nikodemus musste aus dem Alten Testament wissen, dass Gott eine Erneuerung des Geistes [Ez 18,31], eine Beschneidung des Herzens fordert. [Jer 4,4] Da er aber nur versteht, dass Christus das, was zum Eintritt in das Reich Gottes notwendig ist, in einem Bilde ausdrücken will, das Bild sich aber umso weniger deuten kann, als er wohl jene innere Erneuerung nicht für die Juden gefordert glauben konnte, stellt er sich, als ob er das Bild ganz wörtlich auffasse, um den Heiland zu einer Erklärung zu bringen. -Johannes Joh 50 3 5 Respondit Jesus: Amen, amen dico tibi, nisi quis renatus fuerit ex aqua, et Spiritu sancto, non potest introire in regnum Dei. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem heiligen Geiste, so kann er in das Reich Gottes nicht eingehen!¹⁵ +Johannes Joh 51 3 4 14 Nikodemus musste aus dem Alten Testament wissen, dass Gott eine Erneuerung des Geistes [Ez 18,31], eine Beschneidung des Herzens fordert. [Jer 4,4] Da er aber nur versteht, dass Christus das, was zum Eintritt in das Reich Gottes notwendig ist, in einem Bilde ausdrücken will, das Bild sich aber umso weniger deuten kann, als er wohl jene innere Erneuerung nicht für die Juden gefordert glauben konnte, stellt er sich, als ob er das Bild ganz wörtlich auffasse, um den Heiland zu einer Erklärung zu bringen. +Johannes Joh 51 3 5 Respondit Jesus: Amen, amen dico tibi, nisi quis renatus fuerit ex aqua, et Spiritu sancto, non potest introire in regnum Dei. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem heiligen Geiste, so kann er in das Reich Gottes nicht eingehen!¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 3 5 At ille intendebat in eos, sperans se aliquid accepturum ab eis. Da richtete er seinen Blick auf sie, in der Hoffnung, etwas von ihnen zu empfangen. -Johannes Joh 50 3 5 15 Wie einst der Mensch aus einem sichtbaren, körperlichen und einem geistigen Elemente, Erde und Geist, geschaffen ward (Chrys., Theod., Euth.) und im Heilande die Gottheit sich mit der Menschheit vereint (Thom.), so findet die Wiedergeburt durch ein körperliches Element, das Wasser, und ein geistiges, den heil. Geist, statt. Das Wasser ist Sinnbild der Reinigung. Der Täufling wird mit Christus begraben, um als neues Geschöpf in ihm aufzuerstehen (Chrys., Ambr.) Fast allen großen Tatsachen im Leben des Herrn geht ihre Vorherverkündigung voraus. So [Mt 16,17] der Einsetzung des Primates, [Joh 6,51ff] der Einsetzung des heil. Abendmahles, diese Stelle der Einsetzung der sakramentalischen Taufe. Die Taufe ist nach den Worten Christi ein unbedingt erforderliches Mittel zur Seligkeit, wie das Konzil von Trient authentisch diese Stelle erklärt, eine symbolische Auslegung als Irrtum verwerfend (Sitz. 7, Kann. 2) Ob die Apostel getauft worden sind? Eine Notwendigkeit, sie zu taufen, lag jedenfalls für denjenigen nicht vor, der dem Kranken durch sein Wort die Sünden vergab. Aug. bezeugt mit guten Gründen, dass die Apostel die heil. Taufe empfangen haben. -Johannes Joh 50 3 6 Quod natum est ex carne, caro est: et quod natum est ex spiritu, spiritus est. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist.¹⁶ +Johannes Joh 51 3 5 15 Wie einst der Mensch aus einem sichtbaren, körperlichen und einem geistigen Elemente, Erde und Geist, geschaffen ward (Chrys., Theod., Euth.) und im Heilande die Gottheit sich mit der Menschheit vereint (Thom.), so findet die Wiedergeburt durch ein körperliches Element, das Wasser, und ein geistiges, den heil. Geist, statt. Das Wasser ist Sinnbild der Reinigung. Der Täufling wird mit Christus begraben, um als neues Geschöpf in ihm aufzuerstehen (Chrys., Ambr.) Fast allen großen Tatsachen im Leben des Herrn geht ihre Vorherverkündigung voraus. So [Mt 16,17] der Einsetzung des Primates, [Joh 6,51ff] der Einsetzung des heil. Abendmahles, diese Stelle der Einsetzung der sakramentalischen Taufe. Die Taufe ist nach den Worten Christi ein unbedingt erforderliches Mittel zur Seligkeit, wie das Konzil von Trient authentisch diese Stelle erklärt, eine symbolische Auslegung als Irrtum verwerfend (Sitz. 7, Kann. 2) Ob die Apostel getauft worden sind? Eine Notwendigkeit, sie zu taufen, lag jedenfalls für denjenigen nicht vor, der dem Kranken durch sein Wort die Sünden vergab. Aug. bezeugt mit guten Gründen, dass die Apostel die heil. Taufe empfangen haben. +Johannes Joh 51 3 6 Quod natum est ex carne, caro est: et quod natum est ex spiritu, spiritus est. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist.¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 3 6 Petrus autem dixit: Argentum et aurum non est mihi: quod autem habeo, hoc tibi do: In nomine Jesu Christi Nazareni surge, et ambula. Petrus aber sagte: Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir:⁵ Im Namen Jesu Christi,⁶ des Nazareners, stehe auf und wandle! Apostelgeschichte Apg 51 3 6 5 Ich habe die von Gott verliehene Macht dich zu heilen und diese will ich ausüben. O selige Armut, die nichts besitzt an irdischen Schätzen, aber dennoch so Großes aus himmlischen gibt! Apostelgeschichte Apg 51 3 6 6 Im Namen: in Kraft der Macht Jesu Christi. Der Leidende soll wissen, wem er im Grunde die Heilung zu verdanken habe, darum die genaue Bezeichnung: Jesu Christi, des Nazareners. -Johannes Joh 50 3 6 16 Fleisch und Geist stehen für fleischliche und geistige (Gott zugewendete) Menschen. (Chrys.) -Johannes Joh 50 3 7 Non mireris quia dixi tibi: oportet vos nasci denuo. Wundere dich nicht,¹⁷ dass ich dir sagte: Ihr müsset von neuem geboren werden! +Johannes Joh 51 3 6 16 Fleisch und Geist stehen für fleischliche und geistige (Gott zugewendete) Menschen. (Chrys.) +Johannes Joh 51 3 7 Non mireris quia dixi tibi: oportet vos nasci denuo. Wundere dich nicht,¹⁷ dass ich dir sagte: Ihr müsset von neuem geboren werden! Apostelgeschichte Apg 51 3 7 Et apprehensa manu ejus dextera, allevavit eum, et protinus consolidatæ sunt bases ejus, et plantæ. Und er fasste ihn bei der rechten Hand an und richtete ihn auf; und alsbald kam Kraft in seine Füße und Sohlen. -Johannes Joh 50 3 7 17 Auch für euch Juden besteht die Notwendigkeit, wenn ihr auch leiblich von Abraham abstammt. -Johannes Joh 50 3 8 Spiritus ubi vult spirat: et vocem ejus audis, sed nescis unde veniat, aut quo vadat: sic est omnis, qui natus est ex spiritu. Der Wind¹⁸ weht, wo er will;¹⁹ und du hörest sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt, oder wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geiste geboren wird.²⁰ +Johannes Joh 51 3 7 17 Auch für euch Juden besteht die Notwendigkeit, wenn ihr auch leiblich von Abraham abstammt. +Johannes Joh 51 3 8 Spiritus ubi vult spirat: et vocem ejus audis, sed nescis unde veniat, aut quo vadat: sic est omnis, qui natus est ex spiritu. Der Wind¹⁸ weht, wo er will;¹⁹ und du hörest sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt, oder wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geiste geboren wird.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 3 8 Et exsiliens stetit, et ambulabat: et intravit cum illis in templum ambulans, et exsiliens, et laudans Deum. Und aufspringend, stand er und wandelte umher; und er trat mit ihnen in den Tempel, gehend, hüpfend und Gott lobend.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 3 8 7 Alle diese Handlungen sollen ihn und andere überzeugen, dass er geheilt sei. Die Dankbarkeit hält ihn alsdann in der Nähe seiner Wohltäter, mit denen er in den Männervorhof eintritt. Die Halle Salomons lag auf der inneren Seite der den Vorhof der Heiden abschließenden Mauer. Es war eine etwa 16 Meter breite Säulenhalle mit flachem Dache, deren Fundamente Salomon gelegt hatte. -Johannes Joh 50 3 8 18 Das Bild ist umso passender, als im Semitischen dasselbe Wort Wind und Geist bedeutet. -Johannes Joh 50 3 8 19 Unabhängig vom Menschen (Chrys.). -Johannes Joh 50 3 8 20 Vier Vergleichungspunkte betreffs des Wirkens des heil. Geistes: Der geistige Mensch ist frei, man hört aus seinen Worten die geistige Gesinnung, aber die innere Heiligkeit entzieht sich der Betrachtung; bis zu welchem Grade der Vollkommenheit er gelangen wird, ist unbekannt, und das Endziel verborgen. Die ewige Seligkeit vermag der Mensch hier auf Erden nicht zu erfassen. [1Kor 2,9] -Johannes Joh 50 3 9 Respondit Nicodemus, et dixit ei: Quomodo possunt hæc fieri? Nikodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie²¹ kann dieses²² geschehen? +Johannes Joh 51 3 8 18 Das Bild ist umso passender, als im Semitischen dasselbe Wort Wind und Geist bedeutet. +Johannes Joh 51 3 8 19 Unabhängig vom Menschen (Chrys.). +Johannes Joh 51 3 8 20 Vier Vergleichungspunkte betreffs des Wirkens des heil. Geistes: Der geistige Mensch ist frei, man hört aus seinen Worten die geistige Gesinnung, aber die innere Heiligkeit entzieht sich der Betrachtung; bis zu welchem Grade der Vollkommenheit er gelangen wird, ist unbekannt, und das Endziel verborgen. Die ewige Seligkeit vermag der Mensch hier auf Erden nicht zu erfassen. [1Kor 2,9] +Johannes Joh 51 3 9 Respondit Nicodemus, et dixit ei: Quomodo possunt hæc fieri? Nikodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie²¹ kann dieses²² geschehen? Apostelgeschichte Apg 51 3 9 Et vidit omnis populus eum ambulantem, et laudantem Deum. Und alles Volk sah ihn umhergehen und Gott loben. -Johannes Joh 50 3 9 21 Trotz aller Belehrung kommt Nikodemus auf seine frühere Frage: Wie kann das geschehen? zurück. -Johannes Joh 50 3 9 22 Alles, was Jesus von V. 3 an gesagt. -Johannes Joh 50 3 10 Respondit Jesus, et dixit ei: Tu es magister in Israel, et hæc ignoras? Jesus antwortete, und sprach zu ihm:²³ Du bist ein Lehrer Israels²⁴ und weißt dies nicht? +Johannes Joh 51 3 9 21 Trotz aller Belehrung kommt Nikodemus auf seine frühere Frage: Wie kann das geschehen? zurück. +Johannes Joh 51 3 9 22 Alles, was Jesus von V. 3 an gesagt. +Johannes Joh 51 3 10 Respondit Jesus, et dixit ei: Tu es magister in Israel, et hæc ignoras? Jesus antwortete, und sprach zu ihm:²³ Du bist ein Lehrer Israels²⁴ und weißt dies nicht? Apostelgeschichte Apg 51 3 10 Cognoscebant autem illum, quod ipse erat, qui ad eleemosynam sedebat ad Speciosam portam templi: et impleti sunt stupore et exstasi in eo, quod contigerat illi. Da sie nun erkannten, dass er der war, welcher des Almosens wegen an der schönen Pforte des Tempels saß, wurden sie voll Staunens und außer sich über das, was mit ihm vorgegangen war. -Johannes Joh 50 3 10 23 Jesus antwortet mit einer Gegenfrage, die einen leichten Vorwurf enthält (Euth., Aug.). -Johannes Joh 50 3 10 24 Du gehörst zu den Lehrern Israels. Die Juden hatten bei der Lesung der heil. Schrift eine Binde vor den Augen. Vergl. [2Kor 3,13]. +Johannes Joh 51 3 10 23 Jesus antwortet mit einer Gegenfrage, die einen leichten Vorwurf enthält (Euth., Aug.). +Johannes Joh 51 3 10 24 Du gehörst zu den Lehrern Israels. Die Juden hatten bei der Lesung der heil. Schrift eine Binde vor den Augen. Vergl. [2Kor 3,13]. Apostelgeschichte Apg 51 3 11 Cum teneret autem Petrum, et Joannem, cucurrit omnis populus ad eos ad porticum, quæ appellatur Salomonis, stupentes. Da er aber Petrus und Johannes festhielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, welche Salomons Halle heißt, voll Erstaunen. -Johannes Joh 50 3 11 Amen, amen dico tibi, quia quod scimus loquimur, et quod vidimus testamur, et testimonium nostrum non accipitis. Wahrlich, wahrlich,²⁵ ich sage dir, was wir wissen,²⁶ reden wir, und was wir gesehen haben, bezeugen wir, und ihr²⁷ nehmet unser Zeugnis nicht an! -Johannes Joh 50 3 11 25 Jesus lässt den Satz von der Wiedergeburt und zeigt die Notwendigkeit des Glaubens an ihn, den Messias, die Quelle der Wahrheit und neuen Lebens, auch für die Lehrer Israels. Dieser Glaube fehlt Nikodemus noch (V. 12), ist aber Bedingung für das ewige Leben (V. 15), ohne deren Erfüllung das Gericht kommt (V. 18), das bereits begonnen (V. 19 21). -Johannes Joh 50 3 11 26 Christus spricht nur von sich (Theoph.). Gegensatz zu V. 2 Mein Wissen ist ein unmittelbares (V. 32). -Johannes Joh 50 3 11 27 Die jüdischen Lehrer. +Johannes Joh 51 3 11 Amen, amen dico tibi, quia quod scimus loquimur, et quod vidimus testamur, et testimonium nostrum non accipitis. Wahrlich, wahrlich,²⁵ ich sage dir, was wir wissen,²⁶ reden wir, und was wir gesehen haben, bezeugen wir, und ihr²⁷ nehmet unser Zeugnis nicht an! +Johannes Joh 51 3 11 25 Jesus lässt den Satz von der Wiedergeburt und zeigt die Notwendigkeit des Glaubens an ihn, den Messias, die Quelle der Wahrheit und neuen Lebens, auch für die Lehrer Israels. Dieser Glaube fehlt Nikodemus noch (V. 12), ist aber Bedingung für das ewige Leben (V. 15), ohne deren Erfüllung das Gericht kommt (V. 18), das bereits begonnen (V. 19 21). +Johannes Joh 51 3 11 26 Christus spricht nur von sich (Theoph.). Gegensatz zu V. 2 Mein Wissen ist ein unmittelbares (V. 32). +Johannes Joh 51 3 11 27 Die jüdischen Lehrer. Apostelgeschichte Apg 51 3 12 Videns autem Petrus, respondit ad populum: Viri Israelitæ quid miramini in hoc, aut nos quid intuemini, quasi nostra virtute aut potestate fecerimus hunc ambulare? Als Petrus das sah, sprach er zu dem Volke: Ihr Männer von Israel! Was wundert ihr euch hierüber, oder was blicket ihr auf uns, als hätten wir aus eigener Kraft oder Macht diesen gehen gemacht? -Johannes Joh 50 3 12 Si terrena dixi vobis, et non creditis: quomodo, si dixero vobis clestia, credetis? Wenn ich Irdisches zu euch redete, und ihr nicht glaubet, wie werdet ihr glauben,²⁸ wenn ich zu euch Himmlisches²⁹ rede? -Johannes Joh 50 3 12 28 Die Aussichten für die Zukunft sind noch trauriger. -Johannes Joh 50 3 12 29 Über rein irdische Dinge hat Jesus nie eine Lehre gegeben, mithin kann das Wort irdisch hier nicht lediglich solche bezeichnen. Irdisches enthielt die vorher gegebene Erklärung über die Wiedergeburt, das vom Winde hergenommene Beispiel, die Wirkungen des Geistes im erneuten Menschen, weil die gebrauchten Bilder und teilweise auch die Dinge selbst unter die Sinne fallen, z. B. Wind, Geboren werden, Sausen. Himmlisch sind hingegen z. B. die Lehren über die Dreifaltigkeit, die Erlösung, die Seligkeit. -Johannes Joh 50 3 13 Et nemo ascendit in clum, nisi qui descendit de clo, Filius hominis, qui est in clo. Und niemand ist in den Himmel aufgestiegen, als der von dem Himmel herabgestiegen ist, der Menschensohn, der im Himmel ist.³⁰ +Johannes Joh 51 3 12 Si terrena dixi vobis, et non creditis: quomodo, si dixero vobis clestia, credetis? Wenn ich Irdisches zu euch redete, und ihr nicht glaubet, wie werdet ihr glauben,²⁸ wenn ich zu euch Himmlisches²⁹ rede? +Johannes Joh 51 3 12 28 Die Aussichten für die Zukunft sind noch trauriger. +Johannes Joh 51 3 12 29 Über rein irdische Dinge hat Jesus nie eine Lehre gegeben, mithin kann das Wort irdisch hier nicht lediglich solche bezeichnen. Irdisches enthielt die vorher gegebene Erklärung über die Wiedergeburt, das vom Winde hergenommene Beispiel, die Wirkungen des Geistes im erneuten Menschen, weil die gebrauchten Bilder und teilweise auch die Dinge selbst unter die Sinne fallen, z. B. Wind, Geboren werden, Sausen. Himmlisch sind hingegen z. B. die Lehren über die Dreifaltigkeit, die Erlösung, die Seligkeit. +Johannes Joh 51 3 13 Et nemo ascendit in clum, nisi qui descendit de clo, Filius hominis, qui est in clo. Und niemand ist in den Himmel aufgestiegen, als der von dem Himmel herabgestiegen ist, der Menschensohn, der im Himmel ist.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 3 13 Deus Abraham, et Deus Isaac, et Deus Jacob, Deus patrum nostrorum glorificavit Filium suum Jesum, quem vos quidem tradidistis, et negastis ante faciem Pilati, judicante illo dimitti. Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, der Gott unserer Väter⁸ hat seinen Sohn Jesus verherrlicht, welchen ihr überliefert, und vor dem Angesichte des Pilatus verleugnet habt, während er entschieden hatte, ihn freizulassen; Apostelgeschichte Apg 51 3 13 8 Der eine, alte Gott der Väter, der von Jeher Wunderbares wirkt [Ps 71,18], hat durch das Wunder Jesus, seinen Sohn, verherrlicht. Der Alte und der Neue Bund gehören zusammen. -Johannes Joh 50 3 13 30 Das Aufsteigen ist hier nicht in sinnlicher Weise zu verstehen. Der Sohn Gottes war von Ewigkeit her im Himmel als Gott, durch die Menschwerdung kam er auf die Erde herab, dennoch als Gott zugleich im Himmel bleibend. Den Ausdruck aufsteigen wählt der Gottmensch, indem er sich unserer Sprechweise anbequemt. Ist nun der Heiland der einzige Lehrer der himmlischen Geheimnisse aus eigener Anschauung, so ist ihm Glauben zu schenken. Aus diesen Geheimnissen hebt der Heiland eines hervor, welches die Quelle ist, aus der dem Menschen die neu gestaltende Kraft zufließt. +Johannes Joh 51 3 13 30 Das Aufsteigen ist hier nicht in sinnlicher Weise zu verstehen. Der Sohn Gottes war von Ewigkeit her im Himmel als Gott, durch die Menschwerdung kam er auf die Erde herab, dennoch als Gott zugleich im Himmel bleibend. Den Ausdruck aufsteigen wählt der Gottmensch, indem er sich unserer Sprechweise anbequemt. Ist nun der Heiland der einzige Lehrer der himmlischen Geheimnisse aus eigener Anschauung, so ist ihm Glauben zu schenken. Aus diesen Geheimnissen hebt der Heiland eines hervor, welches die Quelle ist, aus der dem Menschen die neu gestaltende Kraft zufließt. Apostelgeschichte Apg 51 3 14 Vos autem sanctum, et justum negastis, et petistis virum homicidam donari vobis: ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet, und verlangt, dass man euch einen Mann, der ein Mörder war, schenkte.⁹ [Mt 27,20, Mk 15,11, Lk 23,18, Joh 18,40] -Johannes Joh 50 3 14 Et sicut Moyses exaltavit serpentem in deserto: ita exaltari oportet Filium hominis: Und gleichwie Moses die Schlange in der Wüste erhöhet hat, so muss³¹ der Menschensohn erhöhet werden,³² +Johannes Joh 51 3 14 Et sicut Moyses exaltavit serpentem in deserto: ita exaltari oportet Filium hominis: Und gleichwie Moses die Schlange in der Wüste erhöhet hat, so muss³¹ der Menschensohn erhöhet werden,³² Apostelgeschichte Apg 51 3 14 9 Welcher grausiger Gegensatz! Sie haben für den gebeten, der Leben geraubt, doch den Urheber des Lebens [Joh 10,10] haben sie verleugnet. -Johannes Joh 50 3 14 31 Nach göttlichem Ratschlusse Gottes unendliche Liebe kund zu tun. -Johannes Joh 50 3 14 32 Die tote Schlange zur Rettung der Kranken ist ein Bild des durch den Tod Leben wirkenden Christus. Die eherne Schlange ohne Gift ist das Bild des sündlosen Erlösers, der am Kreuze die von der Sünde verwundeten Menschen heilte (Chrys.) Vergl. [Weish 16,7]. -Johannes Joh 50 3 15 Ut omnis, qui credit in ipsum, non pereat, sed habeat vitam æternam. damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe.³³ +Johannes Joh 51 3 14 31 Nach göttlichem Ratschlusse Gottes unendliche Liebe kund zu tun. +Johannes Joh 51 3 14 32 Die tote Schlange zur Rettung der Kranken ist ein Bild des durch den Tod Leben wirkenden Christus. Die eherne Schlange ohne Gift ist das Bild des sündlosen Erlösers, der am Kreuze die von der Sünde verwundeten Menschen heilte (Chrys.) Vergl. [Weish 16,7]. +Johannes Joh 51 3 15 Ut omnis, qui credit in ipsum, non pereat, sed habeat vitam æternam. damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe.³³ Apostelgeschichte Apg 51 3 15 Auctorem vero vitæ interfecistis, quem Deus suscitavit a mortuis, cujus nos testes sumus. Den Urheber des Lebens dagegen habt ihr getötet, und Gott hat ihn von den Toten auferweckt; des sind wir Zeugen! -Johannes Joh 50 3 15 33 Dort bewirkte leibliches Schauen die Rettung, hier das Schauen des Glaubens. -Johannes Joh 50 3 16 Sic enim Deus dilexit mundum, ut Filium suum unigenitum daret: ut omnis, qui credit in eum, non pereat, sed habeat vitam æternam. Denn³⁴ so sehr hat Gott die Welt³⁵ geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn hingab,³⁶ damit jeder, der an ihn glaubt,³⁷ nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe.³⁸ +Johannes Joh 51 3 15 33 Dort bewirkte leibliches Schauen die Rettung, hier das Schauen des Glaubens. +Johannes Joh 51 3 16 Sic enim Deus dilexit mundum, ut Filium suum unigenitum daret: ut omnis, qui credit in eum, non pereat, sed habeat vitam æternam. Denn³⁴ so sehr hat Gott die Welt³⁵ geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn hingab,³⁶ damit jeder, der an ihn glaubt,³⁷ nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe.³⁸ Apostelgeschichte Apg 51 3 16 Et in fide nominis ejus, hunc, quem vos vidistis, et nostis, confirmavit nomen ejus: et fides, quæ per eum est, dedit integram sanitatem istam in conspectu omnium vestrum. Durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr sehet und kennet, gestärket; und der Glaube, der durch ihn ist, hat diesem die vollkommene Gesundheit gegeben, wie ihr alle sehet.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 3 16 10 Auf den Glauben an seinem Namen hin, durch die Kraft seines Namens, ist der Lahme geheilt. (Bis V. 16: Anregung zum Glauben und zur Furcht vor Gottes Strafgerichten. V. 17 26: Folgerung: Buße und Bekehrung.) -Johannes Joh 50 3 16 34 Begründung zu V. 14, V. 15. Die folgenden Worte gehören noch zur Rede Jesu. Welche Majestät der Rede! (Chrys.) -Johannes Joh 50 3 16 35 Die sündige Menschheit. -Johannes Joh 50 3 16 36 Welch große Liebe! Den Eingeborenen in den Tod -, damit die Menschen nicht verloren gehen! -Johannes Joh 50 3 16 37 An den Heiland glaubt, wer glaubt, dass er Gottes Sohn und Gesandter, der Erlöser der Welt ist, dass in ihm allein Heil ist, und wer eben deshalb ihm anhängt, seine Lehre festhält, seine Gebote beobachtet, seine Gnadenmittel gebraucht. Vergl. auch [Gal 5,19]. Mit der Betonung des Glaubens hebt der Heiland, die V. 3, V. 5 aufgestellte Bedingung der Wiedergeburt nicht auf. -Johannes Joh 50 3 16 38 Das ewige Leben nimmt hier seinen Anfang, die Verdammnis tritt im Jenseits ein. -Johannes Joh 50 3 17 Non enim misit Deus Filium suum in mundum, ut judicet mundum, sed ut salvetur, mundus per ipsum. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn selig werde.³⁹ +Johannes Joh 51 3 16 34 Begründung zu V. 14, V. 15. Die folgenden Worte gehören noch zur Rede Jesu. Welche Majestät der Rede! (Chrys.) +Johannes Joh 51 3 16 35 Die sündige Menschheit. +Johannes Joh 51 3 16 36 Welch große Liebe! Den Eingeborenen in den Tod -, damit die Menschen nicht verloren gehen! +Johannes Joh 51 3 16 37 An den Heiland glaubt, wer glaubt, dass er Gottes Sohn und Gesandter, der Erlöser der Welt ist, dass in ihm allein Heil ist, und wer eben deshalb ihm anhängt, seine Lehre festhält, seine Gebote beobachtet, seine Gnadenmittel gebraucht. Vergl. auch [Gal 5,19]. Mit der Betonung des Glaubens hebt der Heiland, die V. 3, V. 5 aufgestellte Bedingung der Wiedergeburt nicht auf. +Johannes Joh 51 3 16 38 Das ewige Leben nimmt hier seinen Anfang, die Verdammnis tritt im Jenseits ein. +Johannes Joh 51 3 17 Non enim misit Deus Filium suum in mundum, ut judicet mundum, sed ut salvetur, mundus per ipsum. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn selig werde.³⁹ Apostelgeschichte Apg 51 3 17 Et nunc fratres scio quia per ignorantiam fecistis, sicut et principes vestri. Und nun, meine Brüder! ich weiß, dass ihr es aus Unwissenheit getan habt, wie auch eure Vorsteher.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 3 17 11 Wie liebevoll mildert der heil. Petrus die V. 13 15 ausgesprochenen Vorwürfe! Das Volk hat sich durch seine Vorsteher verführen lassen, aber selbst diese waren durch Vorurteile und Leidenschaften verblendet, so dass ihr Vergehen, dass sie den Heiland nicht als Sohn Gottes erkannten, dadurch einigermaßen geringer ward. Sind die Worte des Apostelfürsten nicht gleichsam eine Wiederholung der Worte Christi am Kreuze? [Lk 23,34] -Johannes Joh 50 3 17 39 Die Juden erwarteten den Messias als Richter und Rächer, Jesus aber erscheint als Retter und Erlöser. Das Gericht ist allen Sündern angedroht; nun sind auch die Juden Sünder, also sollten sie lieber die Barmherzigkeit als die Gerechtigkeit anrufen. Erst bei der zweiten Ankunft wird Christus richten und verdammen. -Johannes Joh 50 3 18 Qui credit in eum, non judicatur: qui autem non credit, jam judicatus est: quia non credit in nomine unigeniti Filii Dei. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes glaubt.⁴⁰ [Joh 1,12] +Johannes Joh 51 3 17 39 Die Juden erwarteten den Messias als Richter und Rächer, Jesus aber erscheint als Retter und Erlöser. Das Gericht ist allen Sündern angedroht; nun sind auch die Juden Sünder, also sollten sie lieber die Barmherzigkeit als die Gerechtigkeit anrufen. Erst bei der zweiten Ankunft wird Christus richten und verdammen. +Johannes Joh 51 3 18 Qui credit in eum, non judicatur: qui autem non credit, jam judicatus est: quia non credit in nomine unigeniti Filii Dei. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes glaubt.⁴⁰ [Joh 1,12] Apostelgeschichte Apg 51 3 18 Deus autem, quæ prænuntiavit per os omnium prophetarum, pati Christum suum, sic implevit. Gott aber hat das, was er durch den Mund aller Propheten vorherverkündigt hat, dass sein Gesalbter leiden werde, so erfüllt.¹² Apostelgeschichte Apg 51 3 18 12 Ihr waret die verblendeten Werkzeuge, welche Gottes Pläne auch gegen ihre eigene Absicht erfüllten. Gott hat das Leiden des Heilandes vorhergesehen und durch die Propheten vorausgesagt. Christus hat die Sündenvergebung verdient, aber dieselbe wird nur denen zugewendet, welche Buße tun. So tuet also, belehrt, jetzt Buße. -Johannes Joh 50 3 18 40 Wer nicht glaubt, stößt die Quelle alles Heiles zurück und ist jetzt durch das Gewissen gerichtet (Cyr. Chrys.). Er ist durch seine Sünde dem Gerichte verfallen. +Johannes Joh 51 3 18 40 Wer nicht glaubt, stößt die Quelle alles Heiles zurück und ist jetzt durch das Gewissen gerichtet (Cyr. Chrys.). Er ist durch seine Sünde dem Gerichte verfallen. Apostelgeschichte Apg 51 3 19 Pnitemini igitur, et convertimini, ut deleantur peccata vestra: So tuet denn Buße, und bekehret euch, damit eure Sünden getilgt werden; -Johannes Joh 50 3 19 Hoc est autem judicium: quia lux venit in mundum, et dilexerunt homines magis tenebras, quam lucem: erant enim eorum mala opera. Das aber⁴¹ ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und es liebten die Menschen die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.⁴² -Johannes Joh 50 3 19 41 Begründung (Chrys., Cyr.) oder Erklärung (Thom.). Daher aber kommt das Verdammungsurteil, dass die Menschen aus eigenem Willen sich der besseren Einsicht verschließen. -Johannes Joh 50 3 19 42 Der Mensch überliefert sich selbst dem Verderben, indem er aus freiem Entschlusse sich der geistigen Finsternis zuwendet. Der Unglaube hat fast immer seinen Grund in einem sündhaften Leben. Vergl. [Röm 1,21]. +Johannes Joh 51 3 19 Hoc est autem judicium: quia lux venit in mundum, et dilexerunt homines magis tenebras, quam lucem: erant enim eorum mala opera. Das aber⁴¹ ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und es liebten die Menschen die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.⁴² +Johannes Joh 51 3 19 41 Begründung (Chrys., Cyr.) oder Erklärung (Thom.). Daher aber kommt das Verdammungsurteil, dass die Menschen aus eigenem Willen sich der besseren Einsicht verschließen. +Johannes Joh 51 3 19 42 Der Mensch überliefert sich selbst dem Verderben, indem er aus freiem Entschlusse sich der geistigen Finsternis zuwendet. Der Unglaube hat fast immer seinen Grund in einem sündhaften Leben. Vergl. [Röm 1,21]. Apostelgeschichte Apg 51 3 20 Ut cum venerint tempora refrigerii a conspectu Domini, et miserit eum, qui prædicatus est vobis, Jesum Christum, damit die Zeiten der Erquickung von dem Angesichte des Herrn kommen,¹³ wenn er den, welcher euch verkündigt worden ist, sendet, Jesus Christus. -Johannes Joh 50 3 20 Omnis enim, qui male agit, odit lucem, et non venit ad lucem, ut non arguantur opera ejus: Denn jeder, der Böses tut,⁴³ hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, damit seine Werke nicht gerügt werden. [Eph 5,13] +Johannes Joh 51 3 20 Omnis enim, qui male agit, odit lucem, et non venit ad lucem, ut non arguantur opera ejus: Denn jeder, der Böses tut,⁴³ hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, damit seine Werke nicht gerügt werden. [Eph 5,13] Apostelgeschichte Apg 51 3 20 13 Es ist die Aufgabe der in Mitte der Himmelfahrt und der Wiederkunft des Herrn liegenden Zeiten, deren Dauer die Apostel nicht kannten, die Entsündigung und Heiligung aller Menschen herbeizuführen, welche dem Rufe zur Buße folgen. [Offb 22,10] Die Erquickungszeit, d. i. die Zeit der Tröstung Israels [Lk 2,25] und der vollendeten Frucht des Erlösungswerkes [Lk 21,28] wird mit der Wiederkehr des verherrlichten Erlösers anbrechen. -Johannes Joh 50 3 20 43 Erklärung der Schlussworte von V. 19. -Johannes Joh 50 3 21 Qui autem facit veritatem, venit ad lucem, ut manifestentur opera ejus, quia in Deo sunt facta. Wer aber die Wahrheit tut,⁴⁴ kommt an das Licht,⁴⁵ damit seine Werke offenbar werden,⁴⁶ weil sie in Gott getan sind.⁴⁷ +Johannes Joh 51 3 20 43 Erklärung der Schlussworte von V. 19. +Johannes Joh 51 3 21 Qui autem facit veritatem, venit ad lucem, ut manifestentur opera ejus, quia in Deo sunt facta. Wer aber die Wahrheit tut,⁴⁴ kommt an das Licht,⁴⁵ damit seine Werke offenbar werden,⁴⁶ weil sie in Gott getan sind.⁴⁷ Apostelgeschichte Apg 51 3 21 Quem oportet quidem clum suscipere usque in tempora restitutionis omnium, quæ locutus est Deus per os sanctorum suorum a sæculo prophetarum. Für jetzt muss der Himmel denselben aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, wovon Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von Alters her geredet hat.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 3 21 14 Alle Dinge, von denen Gott geredet (von [Gen 3,15] an), werden wiederhergestellt werden. Dies geschieht indes erst, wenn Israel sich von der Verleugnung des Herrn bekehrt hat. Schon jetzt ist Christus verherrlicht, aber seine Herrlichkeit ist gleichsam im Himmel verschlossen und verborgen. In V. 20 sind die Zeiten dem göttlichen Ursprunge nach, hier als Erfüllung der Weissagungen bezeichnet. Vergl. Judasbr. V. 14. -Johannes Joh 50 3 21 44 Die Wahrheit wird mit dem Lichte passend verglichen. Übrigens ist Wahrheit hier dasselbe, wie das Gute. Vergl. den Gegensatz V. 20. der Böses tut. -Johannes Joh 50 3 21 45 Wer die Wahrheit tut, nimmt die Offenbarung gern an, weil sich dann zeigt, dass seine Werke derselben entsprechen. -Johannes Joh 50 3 21 46 Die Heiden hatten die Vernunft, die Juden zudem das Gesetz als Lehrmeister. -Johannes Joh 50 3 21 47 Die Gott als Richtschnur des Handelns haben. Vergl. [Jes 26,9, Tob 4,6] u. a. -Johannes Joh 50 3 22 Post hæc venit Jesus, et discipuli ejus in terram Judæam: et illic demorabatur cum eis, et baptizabat. Darnach⁴⁸ kam Jesus mit seinen Jüngern in die Landschaft Judäa,⁴⁹ und hielt sich daselbst mit ihnen auf, und taufte.⁵⁰ +Johannes Joh 51 3 21 44 Die Wahrheit wird mit dem Lichte passend verglichen. Übrigens ist Wahrheit hier dasselbe, wie das Gute. Vergl. den Gegensatz V. 20. der Böses tut. +Johannes Joh 51 3 21 45 Wer die Wahrheit tut, nimmt die Offenbarung gern an, weil sich dann zeigt, dass seine Werke derselben entsprechen. +Johannes Joh 51 3 21 46 Die Heiden hatten die Vernunft, die Juden zudem das Gesetz als Lehrmeister. +Johannes Joh 51 3 21 47 Die Gott als Richtschnur des Handelns haben. Vergl. [Jes 26,9, Tob 4,6] u. a. +Johannes Joh 51 3 22 Post hæc venit Jesus, et discipuli ejus in terram Judæam: et illic demorabatur cum eis, et baptizabat. Darnach⁴⁸ kam Jesus mit seinen Jüngern in die Landschaft Judäa,⁴⁹ und hielt sich daselbst mit ihnen auf, und taufte.⁵⁰ Apostelgeschichte Apg 51 3 22 Moyses quidem dixit: Quoniam Prophetam suscitabit vobis Dominus Deus vester de fratribus vestris, tamquam me, ipsum audietis juxta omnia quæcumque locutus fuerit vobis. So sagte schon Moses: Der Herr, euer Gott, wird euch einen Propheten wie mich aus euren Brüdern erwecken; den sollet ihr hören in allem, was er euch immer sagen wird.¹⁵ [Dtn 18,15] Apostelgeschichte Apg 51 3 22 15 Bereits Johannes der Täufer war gefragt worden, ob er dieser, alle anderen überragende Prophet sei. Zu dem angeführten Texte vergl. [Mk 16,16]. -Johannes Joh 50 3 22 48 Nach dem Gespräch mit Nikodemus (Cyr., Thom.) oder nach allem, was in der Stadt geschehen von [Joh 2,13] an (Chrys., Theoph.). -Johannes Joh 50 3 22 49 Der Unglaube zwingt den Heiland, einen anderen Wohnort aufzusuchen. Dennoch bleibt der Herr in Judäa und sucht das Volk durch die Taufe an sich zu ziehen. -Johannes Joh 50 3 22 50 Es ist wohl nur eine Bußtaufe, nicht die sakramentale; denn noch war das Erlösungswerk nicht vollbracht (Chrys., Euth., Theoph., Leo) und die Jünger hatten noch keinen Auftrag zu taufen erhalten. [Mt 28,19]. Aus diesem Grunde kann auch Johannes seine Taufe fortsetzen. +Johannes Joh 51 3 22 48 Nach dem Gespräch mit Nikodemus (Cyr., Thom.) oder nach allem, was in der Stadt geschehen von [Joh 2,13] an (Chrys., Theoph.). +Johannes Joh 51 3 22 49 Der Unglaube zwingt den Heiland, einen anderen Wohnort aufzusuchen. Dennoch bleibt der Herr in Judäa und sucht das Volk durch die Taufe an sich zu ziehen. +Johannes Joh 51 3 22 50 Es ist wohl nur eine Bußtaufe, nicht die sakramentale; denn noch war das Erlösungswerk nicht vollbracht (Chrys., Euth., Theoph., Leo) und die Jünger hatten noch keinen Auftrag zu taufen erhalten. [Mt 28,19]. Aus diesem Grunde kann auch Johannes seine Taufe fortsetzen. Apostelgeschichte Apg 51 3 23 Erit autem: omnis anima, quæ non audierit Prophetam illum, exterminabitur de plebe. Es wird aber geschehen: jede Seele, welche diesen Propheten nicht hört, wird aus dem Volke vertilgt werden.¹⁶ [Dtn 18,19] -Johannes Joh 50 3 23 Erat autem et Joannes baptizans in nnon, juxta Salim: quia aquæ multæ erant illic, et veniebant, et baptizabantur. Es taufte⁵¹ aber auch Johannes zu Ännon⁵² bei Salim, weil daselbst viel Wasser war; und die Menschen kamen und ließen sich taufen. +Johannes Joh 51 3 23 Erat autem et Joannes baptizans in nnon, juxta Salim: quia aquæ multæ erant illic, et veniebant, et baptizabantur. Es taufte⁵¹ aber auch Johannes zu Ännon⁵² bei Salim, weil daselbst viel Wasser war; und die Menschen kamen und ließen sich taufen. Apostelgeschichte Apg 51 3 23 16 Im jetzigen hebr. Texte lauten die Worte etwas anders. Die von dem heil. Petrus gewählten Worte sind eine seit [Gen 17,14] oft wiederkehrende Formel des Todesurteils. Hier ist der ewige Tod zu verstehen, welcher jeden ereilt, der sich von Christus, dem Leben, abwendet. -Johannes Joh 50 3 23 51 Mit Taufen beschäftigt. -Johannes Joh 50 3 23 52 Ännon-Quelle. Nach Euseb. und Hieron. lagen beide Städte etwa 18 Kilometer südlich von Stinthopholis, in der Nähe des Jordans, aber nicht in demselben. -Johannes Joh 50 3 24 Nondum enim missus fuerat Joannes in carcerem. Denn noch war Johannes nicht in das Gefängnis geworfen worden. +Johannes Joh 51 3 23 51 Mit Taufen beschäftigt. +Johannes Joh 51 3 23 52 Ännon-Quelle. Nach Euseb. und Hieron. lagen beide Städte etwa 18 Kilometer südlich von Stinthopholis, in der Nähe des Jordans, aber nicht in demselben. +Johannes Joh 51 3 24 Nondum enim missus fuerat Joannes in carcerem. Denn noch war Johannes nicht in das Gefängnis geworfen worden. Apostelgeschichte Apg 51 3 24 Et omnes prophetæ a Samuel, et deinceps, qui locuti sunt, annuntiaverunt dies istos. Und alle Propheten, welche geredet haben, von Samuel angefangen¹⁷ und fernerhin, verkündigten diese Tage. Apostelgeschichte Apg 51 3 24 17 Samuel steht an der Spitze, weil er (nach Moses) die Reihe der Propheten im engeren Sinne genommen eröffnete. [1Kön 3,1] Apostelgeschichte Apg 51 3 25 Vos estis filii prophetarum et testamenti, quod disposuit Deus ad patres nostros, dicens ad Abraham: Et in semine tuo benedicentur omnes familiæ terræ. Ihr seid die Kinder der Propheten und des Bundes, den Gott mit unsern Vätern geschlossen hat, da er zu Abraham sprach: Und in deinem Samen werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.¹⁸ [Gen 12,3] -Johannes Joh 50 3 25 Facta est autem quæstio ex discipulis Joannis cum Judæis de Purificatione. Es erhob sich aber eine Streitfrage unter den Jüngern des Johannes⁵³ und den Juden über die Reinigung.⁵⁴ +Johannes Joh 51 3 25 Facta est autem quæstio ex discipulis Joannis cum Judæis de Purificatione. Es erhob sich aber eine Streitfrage unter den Jüngern des Johannes⁵³ und den Juden über die Reinigung.⁵⁴ Apostelgeschichte Apg 51 3 25 18 Von euch als den Nachkommen Abrahams soll der Segen auf die übrigen Völker der Erde übergehen. Darum muss dieser Segen, den Gott durch seinen Sohn verleiht, das messianische Heil, zuerst und vor allem euch zu Teil werden. -Johannes Joh 50 3 25 53 Der Heiland wirkte also neben Johannes. Die Jünger des Täufers werden eifersüchtig und beginnen den Streit. Ob der Jude von den Jüngern Jesu getauft war? (Chrys., Euth. u. a. bejahen diese Frage.) -Johannes Joh 50 3 25 54 Die Taufe. +Johannes Joh 51 3 25 53 Der Heiland wirkte also neben Johannes. Die Jünger des Täufers werden eifersüchtig und beginnen den Streit. Ob der Jude von den Jüngern Jesu getauft war? (Chrys., Euth. u. a. bejahen diese Frage.) +Johannes Joh 51 3 25 54 Die Taufe. Apostelgeschichte Apg 51 3 26 Vobis primum Deus suscitans Filium suum, misit eum benedicentem vobis: ut convertat se unusquisque a nequitia sua. Euch zuerst hat Gott seinen Sohn erweckt und gesandt, um euch zu segnen,¹⁹ damit sich ein jeder von seiner Bosheit bekehre. -Johannes Joh 50 3 26 Et venerunt ad Joannem, et dixerunt ei: Rabbi, qui erat tecum trans Jordanem, cui tu testimonium perhibuisti, ecce hic baptizat, et omnes veniunt ad eum. Und sie kamen zu Johannes, und sagten zu ihm: Rabbi! der, welcher bei dir war jenseits des Jordans, dem du Zeugnis gegeben hast,⁵⁵ siehe, dieser tauft, und alle kommen zu ihm. +Johannes Joh 51 3 26 Et venerunt ad Joannem, et dixerunt ei: Rabbi, qui erat tecum trans Jordanem, cui tu testimonium perhibuisti, ecce hic baptizat, et omnes veniunt ad eum. Und sie kamen zu Johannes, und sagten zu ihm: Rabbi! der, welcher bei dir war jenseits des Jordans, dem du Zeugnis gegeben hast,⁵⁵ siehe, dieser tauft, und alle kommen zu ihm. Apostelgeschichte Apg 51 3 26 19 Von Sünde und Strafe und von der sündhaften Gesinnung zu erlösen, das ist des Sohnes Segen, das Vergangene tilgend, das Neue anbahnend. (Chrys.) -Johannes Joh 50 3 26 55 Der dein Jünger sein wollte, und dem du durch dein Zeugnis Ansehen verschafft hast (Chrys., Euth., Bed.). -Johannes Joh 50 3 27 Respondit Joannes, et dixit: Non potest homo accipere quidquam, nisi fuerit ei datum de clo. Da antwortete Johannes, und sprach: Ein Mensch⁵⁶ kann⁵⁷ nichts⁵⁸ nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. -Johannes Joh 50 3 27 56 Ein allgemeiner Satz mit besonderer Beziehung auf Christus (Chrys., Euth.). Aus dem von euch selbst zugestandenen Erfolge Jesu ist zu erkennen, dass er ein ihm vom Himmel anvertrautes Amt verwaltet. Dass dies das Amt des Messias ist, sagt Johannes im folgenden Verse. -Johannes Joh 50 3 27 57 Moralisch. -Johannes Joh 50 3 27 58 Kein Amt und keinen Erfolg im Amte (Bed.). -Johannes Joh 50 3 28 Ipsi vos mihi testimonium perhibetis, quod dixerim: Non sum ego Christus: sed quia missus sum ante illum. Ihr selbst gebet mir Zeugnis,⁵⁹ dass ich gesagt habe:⁶⁰ Ich bin nicht Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt. -Johannes Joh 50 3 28 59 Johannes überweist die Jünger aus ihrem eigenen Munde (Aug.). -Johannes Joh 50 3 28 60 Nämlich [Joh 1,19.28]. -Johannes Joh 50 3 29 Qui habet sponsam, sponsus est: amicus autem sponsi, qui stat, et audit eum, gaudio gaudet propter vocem sponsi. Hoc ergo gaudium meum impletum est. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam;⁶¹ der Freund des Bräutigams aber, welcher da stehet⁶² und ihn höret, freuet sich hoch über die Stimme⁶³ des Bräutigams. Nun denn, diese meine Freude⁶⁴ ist erfüllt.⁶⁵ -Johannes Joh 50 3 29 61 Ein neues Zeugnis. Das Bild ist von der Ehe genommen, unter dem das Verhältnis Gottes zu seinem Volke [Jes 54,6, Jes 62,4] u. a. und Jesu zu seiner Kirche [2Kor 11,2, Eph 5,32, Offb 19,7] dargestellt wird. Es ist nur ein Bräutigam, und alle anderen sind für ihn da. -Johannes Joh 50 3 29 62 Zum Dienste bereit. -Johannes Joh 50 3 29 63 Aus dem Tone der Stimme und den Worten erkennt der Freund die freudige Stimmung des Bräutigams. Freund des Bräutigams heißt der Begleiter desselben bei der Abholung der Braut. -Johannes Joh 50 3 29 64 Johannes hat durch die Bußpredigt für Christus geworben, sein Zeugnis hat auf Jesus hingewiesen, und er hat ihm die ersten Jünger gesendet. -Johannes Joh 50 3 29 65 Das messianische Reich, das Ziel meiner Wünsche, hat seinen Anfang genommen. -Johannes Joh 50 3 30 Illum oportet crescere, me autem minui. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.⁶⁶ -Johannes Joh 50 3 30 66 Dieses Verhältnis muss sich immer mehr zu Gunsten Jesu gestalten: Jesus muss zunehmen an Macht und Ansehen, und mehr und mehr Glauben und Liebe finden. Johannes war gleichsam der der Sonne vorausgehende Morgenstern (Aug., Euth.) oder der Mond, der seinen Glanz verliert, wenn die Sonne heraufkommt. Warum wies aber der Täufer seine Jünger nicht mit ausdrücklichen Worten an, sich zu Jesus zu begeben? Weil sie durch freien Glauben zu ihm gelangen sollten. Sein Zeugnis war deutlich genug, um sie zum Glauben zu führen. Was ihnen dunkel war, sollten sie durch den Glauben überwinden, wie dies Andreas und Johannes taten. -Johannes Joh 50 3 31 Qui desursum venit, super omnes est. Qui est de terra, de terra est, et de terra loquitur. Qui de clo venit, super omnes est. Wer von oben kommt,⁶⁷ ist über allen.⁶⁸ Wer von der Erde ist, ist von der Erde, und redet von der Erde.⁶⁹ Wer vom Himmel kommt, ist über allen. -Johannes Joh 50 3 31 67 Wohl noch Rede des Täufers. -Johannes Joh 50 3 31 68 An Würde und Macht über allen Propheten, welche den Willen Gottes zu offenbaren hatten, da er die höchste Offenbarung bringt. -Johannes Joh 50 3 31 69 Der Mensch als Erdenwesen spricht aus sich Irdisches, nur Natürliches, und soll er Übernatürliches sprechen, so bedarf er einer besonderen Offenbarung (Aug., Thom.). Auch diese aber gibt er nach seiner beschränkten Fassungskraft und seiner erdhaften Natur entsprechend wieder. -Johannes Joh 50 3 32 Et quod vidit, et audivit, hoc testatur: et testimonium ejus nemo accipit. Und was er gesehen und gehört hat,⁷⁰ das bezeuget er; und niemand nimmt sein Zeugnis an.⁷¹ -Johannes Joh 50 3 32 70 Das Zeugnis eines Augenzeugen ist unanfechtbar. -Johannes Joh 50 3 32 71 Der Schmerz verursacht den starken Ausdruck. Der Sinn ist: Verhältnismäßig wenige. Selbst ein Teil der Jünger des heil. Johannes gehörte zu den Ungläubigen. -Johannes Joh 50 3 33 Qui accepit ejus testimonium, signavit quia Deus verax est. Wer aber sein Zeugnis angenommen hat, der hat besiegelt,⁷² dass Gott wahrhaftig ist.⁷³ -Johannes Joh 50 3 33 72 Die gläubige Annahme ist gleichsam das Siegel, mit dem der Mensch die Wahrhaftigkeit Gottes bestätigt. -Johannes Joh 50 3 33 73 Treu in seinen Verheißungen. -Johannes Joh 50 3 34 Quem enim misit Deus, verba Dei loquitur: non enim ad mensuram dat Deus spiritum. Denn der, welchen Gott gesandt hat, redet Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach einem Maße.⁷⁴ -Johannes Joh 50 3 34 74 Worte Gottes redet Jesus, nicht wie die Propheten auch Menschenworte. Darum ist nach ihm keine vollendetere Offenbarung mehr zu erwarten. Jesus hat den heil. Geist ohne Maß. -Johannes Joh 50 3 35 Pater diligit Filium: et omnia dedit in manu ejus. Der Vater liebt den Sohn,⁷⁵ und hat alles in seine Hand⁷⁶ gegeben. -Johannes Joh 50 3 35 75 Warum empfängt Jesus ohne Maß? Weil der Vater den Sohn mit ewiger, wesenhafter Liebe liebt (Chrys., Cyr., Aug.). -Johannes Joh 50 3 35 76 In die Hand des Gottmenschen (Cyr., Thom.) [Mt 11,27; Mt 28,18] -Johannes Joh 50 3 36 Qui credit in Filium, habet vitam æternam: qui autem incredulus est Filio, non videbit vitam, sed ira Dei manet super eum. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben;⁷⁷ wer aber dem Sohne den Glauben verweigert, der wird das Leben nicht sehen,⁷⁸ sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.⁷⁹ -Johannes Joh 50 3 36 77 Das ewige Leben beginnt hier in der heiligmachenden Gnade und wird dort zur ewigen Herrlichkeit. -Johannes Joh 50 3 36 78 Erlangen (V. 3) -Johannes Joh 50 3 36 79 Es ist in keinem anderen Heil als in Jesus, darauf hat Johannes als Vorläufer des Heilandes hingewiesen, damit nimmt er auch Abschied von seiner Tätigkeit. -Apostelgeschichte Apg 51 4 0 Petrus und Johannes vor Gericht. (V. 22) Gebet der christlichen Gemeinde nach der Freilassung der Apostel Petrus und Johannes. (V. 31) Einheit und Liebe der ersten Christen. -Johannes Joh 50 4 0 c. Der Heiland findet vollkommenen Glauben in Samaria: Reise durch Samaria. (V. 4) Jesus offenbart sich der Samariterin als Messias. (V. 26) Der Heiland sagt den Jüngern eine große Ernte unter den Heiden voraus. (V. 38) Viele Samariter glauben an ihn. (V. 42) Einen gleich vollkommenen Glauben findet Jesus bei den Galiläern. Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten in Kana. -Johannes Joh 50 4 1 Ut ergo cognovit Jesus quia audierunt Pharisæi quod Jesus plures discipulos facit, et baptizat, quam Joannes, Als nun Jesus erfuhr,¹ dass die Pharisäer gehört hatten, Jesus² gewinne mehr Jünger, und taufe mehr als Johannes,³ [Joh 3,22] +Johannes Joh 51 3 26 55 Der dein Jünger sein wollte, und dem du durch dein Zeugnis Ansehen verschafft hast (Chrys., Euth., Bed.). +Johannes Joh 51 3 27 Respondit Joannes, et dixit: Non potest homo accipere quidquam, nisi fuerit ei datum de clo. Da antwortete Johannes, und sprach: Ein Mensch⁵⁶ kann⁵⁷ nichts⁵⁸ nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. +Johannes Joh 51 3 27 56 Ein allgemeiner Satz mit besonderer Beziehung auf Christus (Chrys., Euth.). Aus dem von euch selbst zugestandenen Erfolge Jesu ist zu erkennen, dass er ein ihm vom Himmel anvertrautes Amt verwaltet. Dass dies das Amt des Messias ist, sagt Johannes im folgenden Verse. +Johannes Joh 51 3 27 57 Moralisch. +Johannes Joh 51 3 27 58 Kein Amt und keinen Erfolg im Amte (Bed.). +Johannes Joh 51 3 28 Ipsi vos mihi testimonium perhibetis, quod dixerim: Non sum ego Christus: sed quia missus sum ante illum. Ihr selbst gebet mir Zeugnis,⁵⁹ dass ich gesagt habe:⁶⁰ Ich bin nicht Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt. +Johannes Joh 51 3 28 59 Johannes überweist die Jünger aus ihrem eigenen Munde (Aug.). +Johannes Joh 51 3 28 60 Nämlich [Joh 1,19.28]. +Johannes Joh 51 3 29 Qui habet sponsam, sponsus est: amicus autem sponsi, qui stat, et audit eum, gaudio gaudet propter vocem sponsi. Hoc ergo gaudium meum impletum est. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam;⁶¹ der Freund des Bräutigams aber, welcher da stehet⁶² und ihn höret, freuet sich hoch über die Stimme⁶³ des Bräutigams. Nun denn, diese meine Freude⁶⁴ ist erfüllt.⁶⁵ +Johannes Joh 51 3 29 61 Ein neues Zeugnis. Das Bild ist von der Ehe genommen, unter dem das Verhältnis Gottes zu seinem Volke [Jes 54,6, Jes 62,4] u. a. und Jesu zu seiner Kirche [2Kor 11,2, Eph 5,32, Offb 19,7] dargestellt wird. Es ist nur ein Bräutigam, und alle anderen sind für ihn da. +Johannes Joh 51 3 29 62 Zum Dienste bereit. +Johannes Joh 51 3 29 63 Aus dem Tone der Stimme und den Worten erkennt der Freund die freudige Stimmung des Bräutigams. Freund des Bräutigams heißt der Begleiter desselben bei der Abholung der Braut. +Johannes Joh 51 3 29 64 Johannes hat durch die Bußpredigt für Christus geworben, sein Zeugnis hat auf Jesus hingewiesen, und er hat ihm die ersten Jünger gesendet. +Johannes Joh 51 3 29 65 Das messianische Reich, das Ziel meiner Wünsche, hat seinen Anfang genommen. +Johannes Joh 51 3 30 Illum oportet crescere, me autem minui. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.⁶⁶ +Johannes Joh 51 3 30 66 Dieses Verhältnis muss sich immer mehr zu Gunsten Jesu gestalten: Jesus muss zunehmen an Macht und Ansehen, und mehr und mehr Glauben und Liebe finden. Johannes war gleichsam der der Sonne vorausgehende Morgenstern (Aug., Euth.) oder der Mond, der seinen Glanz verliert, wenn die Sonne heraufkommt. Warum wies aber der Täufer seine Jünger nicht mit ausdrücklichen Worten an, sich zu Jesus zu begeben? Weil sie durch freien Glauben zu ihm gelangen sollten. Sein Zeugnis war deutlich genug, um sie zum Glauben zu führen. Was ihnen dunkel war, sollten sie durch den Glauben überwinden, wie dies Andreas und Johannes taten. +Johannes Joh 51 3 31 Qui desursum venit, super omnes est. Qui est de terra, de terra est, et de terra loquitur. Qui de clo venit, super omnes est. Wer von oben kommt,⁶⁷ ist über allen.⁶⁸ Wer von der Erde ist, ist von der Erde, und redet von der Erde.⁶⁹ Wer vom Himmel kommt, ist über allen. +Johannes Joh 51 3 31 67 Wohl noch Rede des Täufers. +Johannes Joh 51 3 31 68 An Würde und Macht über allen Propheten, welche den Willen Gottes zu offenbaren hatten, da er die höchste Offenbarung bringt. +Johannes Joh 51 3 31 69 Der Mensch als Erdenwesen spricht aus sich Irdisches, nur Natürliches, und soll er Übernatürliches sprechen, so bedarf er einer besonderen Offenbarung (Aug., Thom.). Auch diese aber gibt er nach seiner beschränkten Fassungskraft und seiner erdhaften Natur entsprechend wieder. +Johannes Joh 51 3 32 Et quod vidit, et audivit, hoc testatur: et testimonium ejus nemo accipit. Und was er gesehen und gehört hat,⁷⁰ das bezeuget er; und niemand nimmt sein Zeugnis an.⁷¹ +Johannes Joh 51 3 32 70 Das Zeugnis eines Augenzeugen ist unanfechtbar. +Johannes Joh 51 3 32 71 Der Schmerz verursacht den starken Ausdruck. Der Sinn ist: Verhältnismäßig wenige. Selbst ein Teil der Jünger des heil. Johannes gehörte zu den Ungläubigen. +Johannes Joh 51 3 33 Qui accepit ejus testimonium, signavit quia Deus verax est. Wer aber sein Zeugnis angenommen hat, der hat besiegelt,⁷² dass Gott wahrhaftig ist.⁷³ +Johannes Joh 51 3 33 72 Die gläubige Annahme ist gleichsam das Siegel, mit dem der Mensch die Wahrhaftigkeit Gottes bestätigt. +Johannes Joh 51 3 33 73 Treu in seinen Verheißungen. +Johannes Joh 51 3 34 Quem enim misit Deus, verba Dei loquitur: non enim ad mensuram dat Deus spiritum. Denn der, welchen Gott gesandt hat, redet Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach einem Maße.⁷⁴ +Johannes Joh 51 3 34 74 Worte Gottes redet Jesus, nicht wie die Propheten auch Menschenworte. Darum ist nach ihm keine vollendetere Offenbarung mehr zu erwarten. Jesus hat den heil. Geist ohne Maß. +Johannes Joh 51 3 35 Pater diligit Filium: et omnia dedit in manu ejus. Der Vater liebt den Sohn,⁷⁵ und hat alles in seine Hand⁷⁶ gegeben. +Johannes Joh 51 3 35 75 Warum empfängt Jesus ohne Maß? Weil der Vater den Sohn mit ewiger, wesenhafter Liebe liebt (Chrys., Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 3 35 76 In die Hand des Gottmenschen (Cyr., Thom.) [Mt 11,27; Mt 28,18] +Johannes Joh 51 3 36 Qui credit in Filium, habet vitam æternam: qui autem incredulus est Filio, non videbit vitam, sed ira Dei manet super eum. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben;⁷⁷ wer aber dem Sohne den Glauben verweigert, der wird das Leben nicht sehen,⁷⁸ sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.⁷⁹ +Johannes Joh 51 3 36 77 Das ewige Leben beginnt hier in der heiligmachenden Gnade und wird dort zur ewigen Herrlichkeit. +Johannes Joh 51 3 36 78 Erlangen (V. 3) +Johannes Joh 51 3 36 79 Es ist in keinem anderen Heil als in Jesus, darauf hat Johannes als Vorläufer des Heilandes hingewiesen, damit nimmt er auch Abschied von seiner Tätigkeit. +Apostelgeschichte Apg 51 4 0 Petrus und Johannes vor Gericht. (V. 22) Gebet der christlichen Gemeinde nach der Freilassung der Apostel Petrus und Johannes. (V. 31) Einheit und Liebe der ersten Christen. +Johannes Joh 51 4 0 c. Der Heiland findet vollkommenen Glauben in Samaria: Reise durch Samaria. (V. 4) Jesus offenbart sich der Samariterin als Messias. (V. 26) Der Heiland sagt den Jüngern eine große Ernte unter den Heiden voraus. (V. 38) Viele Samariter glauben an ihn. (V. 42) Einen gleich vollkommenen Glauben findet Jesus bei den Galiläern. Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten in Kana. +Johannes Joh 51 4 1 Ut ergo cognovit Jesus quia audierunt Pharisæi quod Jesus plures discipulos facit, et baptizat, quam Joannes, Als nun Jesus erfuhr,¹ dass die Pharisäer gehört hatten, Jesus² gewinne mehr Jünger, und taufe mehr als Johannes,³ [Joh 3,22] Apostelgeschichte Apg 51 4 1 Loquentibus autem illis ad populum, supervenerunt sacerdotes, et magistratus templi, et Sadducæi, Da sie aber zu dem Volke redeten, kamen die Priester und der Tempelhauptmann und die Sadducäer¹ dazu, Apostelgeschichte Apg 51 4 1 1 Der Grund, welcher die hier Genannten gegen den Herrn aufgestachelt, musste sie auch gegen die Apostel aufreizen, da diese die Anerkennung Jesu als Messias zum Ziele ihrer Tätigkeit hatten. Dazu kam, dass die Apostel, die von den Sadducäern geleugnete Auferstehung der Toten [Mt 22,23] verkündeten. Jesus und die Auferstehung gehören zusammen. So werden denn die Sadducäer, zu denen auch Annas und Kaiphas gehörten, die Hauptgegner und Verfolger der Apostel und der Christen zu Jerusalem [Apg 4,1ff, Apg 5,17ff], während die Pharisäer nach dem Rate des Gamaliel [Apg 5,34] zunächst eine abwartende Stellung einnehmen, ja zum Teil selbst gläubig werden. -Johannes Joh 50 4 1 1 Vor diesem Ereignisse liegt das [Mt 4,12] Erzählte. Der Heiland hat von dem Osterfeste bis zum Spätherbste seiner Lehre in Judäa Eingang zu verschaffen gesucht. Dem Unglauben und Halbglauben der Juden tritt jetzt der Glaube der Samariter entgegen, der einem Abkömmlinge des gehassten Judenvolkes entgegengebracht wird und ohne Wunder zu Stande kommt (Chrys.). Mit diesem Anfange ist die Ausdehnung des Reiches auf die Heiden angedeutet. (V. 35) Wenngleich die Pharisäer die Taufe des heil. Johannes nicht anerkannten, beobachteten sie ihn jedenfalls genau. Da Jesus nun in ähnlicher Weise wirkt, wächst die Aufregung, und sie suchen vorderhand den bereits mehr bekannten Täufer unschädlich zu machen. -Johannes Joh 50 4 1 2 Sie haben das Auftreten des Herrn im Tempel nicht vergessen. -Johannes Joh 50 4 1 3 Jesu Tauftätigkeit hatte Aufsehen erregt. Vergl. [Joh 3,25.26]. -Johannes Joh 50 4 2 (Quamquam Jesus non baptizaret, sed discipuli ejus) (obwohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger)⁴ +Johannes Joh 51 4 1 1 Vor diesem Ereignisse liegt das [Mt 4,12] Erzählte. Der Heiland hat von dem Osterfeste bis zum Spätherbste seiner Lehre in Judäa Eingang zu verschaffen gesucht. Dem Unglauben und Halbglauben der Juden tritt jetzt der Glaube der Samariter entgegen, der einem Abkömmlinge des gehassten Judenvolkes entgegengebracht wird und ohne Wunder zu Stande kommt (Chrys.). Mit diesem Anfange ist die Ausdehnung des Reiches auf die Heiden angedeutet. (V. 35) Wenngleich die Pharisäer die Taufe des heil. Johannes nicht anerkannten, beobachteten sie ihn jedenfalls genau. Da Jesus nun in ähnlicher Weise wirkt, wächst die Aufregung, und sie suchen vorderhand den bereits mehr bekannten Täufer unschädlich zu machen. +Johannes Joh 51 4 1 2 Sie haben das Auftreten des Herrn im Tempel nicht vergessen. +Johannes Joh 51 4 1 3 Jesu Tauftätigkeit hatte Aufsehen erregt. Vergl. [Joh 3,25.26]. +Johannes Joh 51 4 2 (Quamquam Jesus non baptizaret, sed discipuli ejus) (obwohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger)⁴ Apostelgeschichte Apg 51 4 2 Dolentes quod docerent populum, et annuntiarent in Jesu resurrectionem ex mortuis: die unwillig waren, dass sie das Volk lehrten, und in Jesus die Auferstehung von den Toten verkündigten. -Johannes Joh 50 4 2 4 Der Apostel berichtigt das den Pharisäern zu Ohren gekommene Gerücht (Chrys., Hier.). Hiernach ist [Joh 3,22.26] zu erklären: durch andere (Tert.). -Johannes Joh 50 4 3 Reliquit Judæam, et abiit iterum in Galilæam. so verließ er Judäa, und ging wieder nach Galiläa.⁵ +Johannes Joh 51 4 2 4 Der Apostel berichtigt das den Pharisäern zu Ohren gekommene Gerücht (Chrys., Hier.). Hiernach ist [Joh 3,22.26] zu erklären: durch andere (Tert.). +Johannes Joh 51 4 3 Reliquit Judæam, et abiit iterum in Galilæam. so verließ er Judäa, und ging wieder nach Galiläa.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 4 3 Et injecerunt in eos manus, et posuerunt eos in custodiam in crastinum: erat enim jam vespera. Und sie legten Hand an sie, und brachten sie in Gewahrsam bis zum anderen Tage, denn es war schon Abend.² Apostelgeschichte Apg 51 4 3 2 Es war wohl bereits gegen 6 Uhr abends. In der Nacht konnte keine Gerichtssitzung stattfinden. -Johannes Joh 50 4 3 5 Der Herr will nicht jetzt vorzeitig in seinem Werke gestört werden (Cyr., Chrys.). Ein Beispiel für die Gläubigen, dass sie bei großen Verfolgungen fliehen dürfen (Cypr., Athan.). -Johannes Joh 50 4 4 Oportebat autem eum transire per Samariam. Er musste⁶ aber seinen Weg durch Samaria nehmen. +Johannes Joh 51 4 3 5 Der Herr will nicht jetzt vorzeitig in seinem Werke gestört werden (Cyr., Chrys.). Ein Beispiel für die Gläubigen, dass sie bei großen Verfolgungen fliehen dürfen (Cypr., Athan.). +Johannes Joh 51 4 4 Oportebat autem eum transire per Samariam. Er musste⁶ aber seinen Weg durch Samaria nehmen. Apostelgeschichte Apg 51 4 4 Multi autem eorum, qui audierant verbum, crediderunt: et factus est numerus virorum quinque millia. Viele aber von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig, und die Anzahl der Männer ward fünftausend.³ Apostelgeschichte Apg 51 4 4 3 Die Worte des Textes machen es wahrscheinlich, dass an diesem Tage gegen 2000 gläubig wurden, so dass die Zahl der Christen auf 5000 stieg. Immerhin ist die Mehrzahl der älteren Ausleger der Meinung, dass, wie Christus einst 4000 Menschen wunderbar speiste [Mt 14,21], so heut sich 5000 bekehrten (Hier., Aug., Chrys.). -Johannes Joh 50 4 4 6 Der nächste Weg führte durch Samaria. -Johannes Joh 50 4 5 Venit ergo in civitatem Samariæ, quæ dicitur Sichar, juxta prædium, quod dedit Jacob Joseph filio suo. Da kam er zu einer Stadt von Samaria, welche Sichar⁷ heißt, in der Nähe des Feldes, welches Jakob seinem Sohne Joseph gegeben hatte.⁸ [Gen 48,22, Gen 33,19] +Johannes Joh 51 4 4 6 Der nächste Weg führte durch Samaria. +Johannes Joh 51 4 5 Venit ergo in civitatem Samariæ, quæ dicitur Sichar, juxta prædium, quod dedit Jacob Joseph filio suo. Da kam er zu einer Stadt von Samaria, welche Sichar⁷ heißt, in der Nähe des Feldes, welches Jakob seinem Sohne Joseph gegeben hatte.⁸ [Gen 48,22, Gen 33,19] Apostelgeschichte Apg 51 4 5 Factum est autem in crastinum, ut congregarentur principes eorum et seniores, et scribæ in Jerusalem: Es geschah aber am andern Tage, dass sich ihre Vorsteher und Ältesten, und die Schriftgelehrten zu Jerusalem versammelten;⁴ Apostelgeschichte Apg 51 4 5 4 Nach Ähnlichkeit des von Moses zu seiner Unterstützung in der Verwaltung berufenen Rates von Ältesten [Num 11,16], bestand der hohe Rat aus 71 Mitgliedern, welche aus dem Hohenpriester und den Häuptern der 24 Priesterklassen, aus Stammesältesten und Schriftgelehrten sich zusammensetzten. Vergl. [Mt 23,Anm.41]. Er war die höchste Justizstelle und Zivilbehörde. Sicher war der hohe Rat schon vor Antipater und Herodes dem großen eingeführt. Vergl. [2Makk 1,10]. -Johannes Joh 50 4 5 7 Am Fuße des Berges Ebal, 2 Kilometer von Sichem. -Johannes Joh 50 4 5 8 Vergl. [Jos 24,32]. +Johannes Joh 51 4 5 7 Am Fuße des Berges Ebal, 2 Kilometer von Sichem. +Johannes Joh 51 4 5 8 Vergl. [Jos 24,32]. Apostelgeschichte Apg 51 4 6 Et Annas princeps sacerdotum, et Caiphas, et Joannes, et Alexander, et quotquot erant de genere sacerdotali. auch Annas, der Hohepriester, und Kaiphas, Johannes und Alexander,⁵ und alle, die aus priesterlichem Geschlechte waren. -Johannes Joh 50 4 6 Erat autem ibi fons Jacob. Jesus ergo fatigatus ex itinere, sedebat sic supra fontem. Hora erat quasi sexta. Es war aber daselbst der Jakobsbrunnen.⁹ Da nun Jesus von der Reise ermüdet war, setzte er sich so¹⁰ an dem Brunnen nieder. Es war um die sechste Stunde.¹¹ +Johannes Joh 51 4 6 Erat autem ibi fons Jacob. Jesus ergo fatigatus ex itinere, sedebat sic supra fontem. Hora erat quasi sexta. Es war aber daselbst der Jakobsbrunnen.⁹ Da nun Jesus von der Reise ermüdet war, setzte er sich so¹⁰ an dem Brunnen nieder. Es war um die sechste Stunde.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 4 6 5 Über Johannes und Alexander ist weiter nichts bekannt. -Johannes Joh 50 4 6 9 Der Weg von Jerusalem betrug etwa 60 Kilometer. Der Brunnen bot den Pilgern einen bequemen Ruheort. -Johannes Joh 50 4 6 10 Ohne weiteres, ohne erst nach einem bequemen Platze zu suchen (Chrys., Euth.). -Johannes Joh 50 4 6 11 Etwa 12 Uhr Mittags. -Johannes Joh 50 4 7 Venit mulier de Samaria haurire aquam. Dicit ei Jesus: Da mihi bibere. Da kam ein Weib, eine Samariterin,¹² um Wasser zu schöpfen. Jesus sprach zu ihr: Gib mir zu trinken!¹³ +Johannes Joh 51 4 6 9 Der Weg von Jerusalem betrug etwa 60 Kilometer. Der Brunnen bot den Pilgern einen bequemen Ruheort. +Johannes Joh 51 4 6 10 Ohne weiteres, ohne erst nach einem bequemen Platze zu suchen (Chrys., Euth.). +Johannes Joh 51 4 6 11 Etwa 12 Uhr Mittags. +Johannes Joh 51 4 7 Venit mulier de Samaria haurire aquam. Dicit ei Jesus: Da mihi bibere. Da kam ein Weib, eine Samariterin,¹² um Wasser zu schöpfen. Jesus sprach zu ihr: Gib mir zu trinken!¹³ Apostelgeschichte Apg 51 4 7 Et statuentes eos in medio, interrogabant: In qua virtute, aut in quo nomine fecistis hoc vos? Und sie stellten sie in die Mitte, und fragten: Aus welcher Macht, oder in welchem Namen habt ihr dies getan?⁶ Apostelgeschichte Apg 51 4 7 6 Diese Frage ist der einst dem Heilande vorgelegten [Mt 21,23] ähnlich. Der hohe Rat leugnet die Heilung nicht (V. 16), deutet aber die Vermutung an, dass sie dies (verächtlich) durch magische Kräfte vollbracht. Vergl. [Lk 11,15]. -Johannes Joh 50 4 7 12 Dies wird wegen des religiösen Gegensatzes zwischen Juden und Samaritern besonders hinzugesetzt. -Johannes Joh 50 4 7 13 Jesus kommt als guter Hirte zuvor, und beginnt das Gespräch, um sie auf passende Weise zum Heile zu führen (Aug., Cyr.). +Johannes Joh 51 4 7 12 Dies wird wegen des religiösen Gegensatzes zwischen Juden und Samaritern besonders hinzugesetzt. +Johannes Joh 51 4 7 13 Jesus kommt als guter Hirte zuvor, und beginnt das Gespräch, um sie auf passende Weise zum Heile zu führen (Aug., Cyr.). Apostelgeschichte Apg 51 4 8 Tunc repletus Spiritu sancto Petrus, dixit ad eos: Principes populi, et seniores audite: Da ward Petrus vom heiligen Geiste erfüllt, und sprach zu ihnen:⁷ Ihr Vorsteher des Volkes und ihr Ältesten höret! -Johannes Joh 50 4 8 (Discipuli enim ejus abierant in civitatem ut cibos emerent.) (Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.)¹⁴ +Johannes Joh 51 4 8 (Discipuli enim ejus abierant in civitatem ut cibos emerent.) (Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.)¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 4 8 7 Ein wie anderer ist Petrus heut, als zu der Zeit, vor dem hohen Rate stand. Wie einst auf Samson, ehe er etwas Großes tat, der Geist des Herrn kam [Ri 14,6, Ri 15,14], so erhält heute der heil. Petrus eine neue Kraft von dem Heiligen Geiste, wie der Heiland verheißen. [Lk 12,11.12, Mt 10,20]. Zum ersten Male legt das Haupt der Kirche vor den höchsten Würdenträgern der Synagoge das Zeugnis des Glaubens ab, zum vierten Male führt er die Sache der Kirche. -Johannes Joh 50 4 8 14 Dies erklärt, warum nicht seine Jünger ihm zu trinken gaben. +Johannes Joh 51 4 8 14 Dies erklärt, warum nicht seine Jünger ihm zu trinken gaben. Apostelgeschichte Apg 51 4 9 Si nos hodie dijudicamur in benefacto hominis infirmi, in quo iste salvus factus est, Wenn wir heute vor Gericht gezogen werden wegen einer diesem⁸ kranken Menschen erwiesenen Wohltat, durch die er geheilt worden ist, -Johannes Joh 50 4 9 Dicit ergo ei mulier illa Samaritana: Quomodo tu Judæus cum sis, bibere a me poscis, quæ sum mulier Samaritana? non enim coutuntur Judæi Samaritanis. Das samaritische Weib sagte zu ihm: Wie begehrest du, da du ein Jude bist,¹⁵ von mir zu trinken, da ich ein samaritisches Weib bin? denn¹⁶ die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. +Johannes Joh 51 4 9 Dicit ergo ei mulier illa Samaritana: Quomodo tu Judæus cum sis, bibere a me poscis, quæ sum mulier Samaritana? non enim coutuntur Judæi Samaritanis. Das samaritische Weib sagte zu ihm: Wie begehrest du, da du ein Jude bist,¹⁵ von mir zu trinken, da ich ein samaritisches Weib bin? denn¹⁶ die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. Apostelgeschichte Apg 51 4 9 8 Der Geheilte ist zugegen. -Johannes Joh 50 4 9 15 Sie hat ihn an Haltung, Kleidung und Sprache erkannt. Sie fühlt sich geschmeichelt, dass ein Angehöriger des jüdischen Volkes sie bittet. -Johannes Joh 50 4 9 16 Wohl Worte des Evangelisten. -Johannes Joh 50 4 10 Respondit Jesus, et dixit ei: Si scires donum Dei, et quis est, qui dicit tibi: Da mihi bibere: tu forsitan petisses ab eo, et dedisset tibi aquam vivam. Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes¹⁷ erkenntest, und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken; so würdest du ihn wohl gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.¹⁸ +Johannes Joh 51 4 9 15 Sie hat ihn an Haltung, Kleidung und Sprache erkannt. Sie fühlt sich geschmeichelt, dass ein Angehöriger des jüdischen Volkes sie bittet. +Johannes Joh 51 4 9 16 Wohl Worte des Evangelisten. +Johannes Joh 51 4 10 Respondit Jesus, et dixit ei: Si scires donum Dei, et quis est, qui dicit tibi: Da mihi bibere: tu forsitan petisses ab eo, et dedisset tibi aquam vivam. Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes¹⁷ erkenntest, und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken; so würdest du ihn wohl gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 4 10 Notum sit omnibus vobis, et omni plebi Israel: quia in nomine Domini nostri Jesu Christi Nazareni, quem vos crucifixistis, quem Deus suscitavit a mortuis, in hoc iste astat coram vobis sanus. so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund: Im Namen unsers Herrn Jesus Christus, des Nazareners, den ihr gekreuziget, den Gott aber von den Toten auferwecket hat, durch diesen steht dieser gesund vor euch.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 4 10 9 Petrus bekennt den Heiland als Messias, bezeugt seine Auferstehung und seine Wunderkraft und wiederholt das Bekenntnis, dass Jesus der Messias ist, in doppelter Weise. -Johannes Joh 50 4 10 17 Dass Gott sie gerade jetzt zum Brunnen geführt. Der Heiland gibt zu erkennen, dass er ihr empfängliches Herz kennt. -Johannes Joh 50 4 10 18 Lebendiges Wasser ist fließendes Wasser, im Gegensatz zum stehenden Zisternenwasser. Hier weist es wohl auf die Lehre Jesu hin (Basil., Theod., Euth.), jedenfalls im Vereine mit der [Joh 1,14] neben der Wahrheit genannten Gnade. +Johannes Joh 51 4 10 17 Dass Gott sie gerade jetzt zum Brunnen geführt. Der Heiland gibt zu erkennen, dass er ihr empfängliches Herz kennt. +Johannes Joh 51 4 10 18 Lebendiges Wasser ist fließendes Wasser, im Gegensatz zum stehenden Zisternenwasser. Hier weist es wohl auf die Lehre Jesu hin (Basil., Theod., Euth.), jedenfalls im Vereine mit der [Joh 1,14] neben der Wahrheit genannten Gnade. Apostelgeschichte Apg 51 4 11 Hic est lapis, qui reprobatus est a vobis ædificantibus, qui factus est in caput anguli: Er ist jener von euch Bauleuten verworfene Stein, der zum Eckstein geworden ist, [Ps 117,22, Jes 28,16, Mt 21,42, Mk 12,10, Lk 20,17, Röm 9,33, 1Petr 2,7] -Johannes Joh 50 4 11 Dicit ei mulier: Domine, neque in quo haurias habes, et puteus altus est: unde ergo habes aquam vivam? Das Weib sprach zu ihm: Herr! du hast doch nichts, womit du schöpfest,¹⁹ und der Brunnen ist tief; woher also²⁰ hast du denn das lebendige Wasser?²¹ -Johannes Joh 50 4 11 19 Weder Schöpfeimer noch Strick, was beides bei der Tiefe des Brunnens notwendig ist. Zur Zeit ist der Brunnen noch 23 Meter tief bei 2,3 Meter Durchmesser. -Johannes Joh 50 4 11 20 Etwa aus einem anderen Brunnen? -Johannes Joh 50 4 11 21 Zwar bleibt die Frau noch am Äußeren hängen (Aug., Cyr. wie Nikodemus [Joh 3,4]), aber sie fühlt bereits, dass der, der vor ihr steht, mehr ist als ein gewöhnlicher Jude, und redet ihn ehrerbietig Herr an (Chrys.). -Johannes Joh 50 4 12 Numquid tu major es patre nostro Jacob, qui dedit nobis puteum, et ipse ex eo bibit, et filii ejus, et pecora ejus? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob,²² der uns den Brunnen gegeben hat? Er selbst trank daraus, auch seine Kinder und sein Vieh.²³ +Johannes Joh 51 4 11 Dicit ei mulier: Domine, neque in quo haurias habes, et puteus altus est: unde ergo habes aquam vivam? Das Weib sprach zu ihm: Herr! du hast doch nichts, womit du schöpfest,¹⁹ und der Brunnen ist tief; woher also²⁰ hast du denn das lebendige Wasser?²¹ +Johannes Joh 51 4 11 19 Weder Schöpfeimer noch Strick, was beides bei der Tiefe des Brunnens notwendig ist. Zur Zeit ist der Brunnen noch 23 Meter tief bei 2,3 Meter Durchmesser. +Johannes Joh 51 4 11 20 Etwa aus einem anderen Brunnen? +Johannes Joh 51 4 11 21 Zwar bleibt die Frau noch am Äußeren hängen (Aug., Cyr. wie Nikodemus [Joh 3,4]), aber sie fühlt bereits, dass der, der vor ihr steht, mehr ist als ein gewöhnlicher Jude, und redet ihn ehrerbietig Herr an (Chrys.). +Johannes Joh 51 4 12 Numquid tu major es patre nostro Jacob, qui dedit nobis puteum, et ipse ex eo bibit, et filii ejus, et pecora ejus? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob,²² der uns den Brunnen gegeben hat? Er selbst trank daraus, auch seine Kinder und sein Vieh.²³ Apostelgeschichte Apg 51 4 12 Et non est in alio aliquo salus. Nec enim aliud nomen est sub clo datum hominibus, in quo operteat nos salvos fieri. und es ist in keinem andern Heil; denn kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, durch den wir selig werden sollten.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 4 12 10 Nach Gottes Bestimmung. Wohl sagen manche: Rechtschaffen leben, macht selig. Aber Gott verlangt mehr als eine bloß äußere natürliche Rechtschaffenheit, er will eine innere übernatürliche Gerechtigkeit, welche nur durch Anschluss an Christus erlangt wird. Wer also diese nicht besitzt, hat auch nicht die wahre Rechtschaffenheit, welche zu besitzen er verpflichtet ist. -Johannes Joh 50 4 12 22 Wenn du das könntest, müsstest du größer sein als Jakob, denn dieser grub diesen gewöhnlichen Brunnen und benützte ihn auf gewöhnliche Weise, du aber willst ohne die gewöhnlichen Mittel lebendiges Wasser geben. Sie nennt Jakob ihren Vater, weil die Samariter sich für Abkömmlinge Josephs hielten und jedenfalls keine reinen Heiden waren. [2Chr 30,6.10, 2Chr 34,9] -Johannes Joh 50 4 12 23 Der Brunnen stammt von Jakob her, und er hat daraus getrunken; diese beiden Punkte begründen ihren Zweifel, zeigen aber auch, dass sie die Tragweite der Worte des Heilandes ahnt (Chrys., Cyr.) +Johannes Joh 51 4 12 22 Wenn du das könntest, müsstest du größer sein als Jakob, denn dieser grub diesen gewöhnlichen Brunnen und benützte ihn auf gewöhnliche Weise, du aber willst ohne die gewöhnlichen Mittel lebendiges Wasser geben. Sie nennt Jakob ihren Vater, weil die Samariter sich für Abkömmlinge Josephs hielten und jedenfalls keine reinen Heiden waren. [2Chr 30,6.10, 2Chr 34,9] +Johannes Joh 51 4 12 23 Der Brunnen stammt von Jakob her, und er hat daraus getrunken; diese beiden Punkte begründen ihren Zweifel, zeigen aber auch, dass sie die Tragweite der Worte des Heilandes ahnt (Chrys., Cyr.) Apostelgeschichte Apg 51 4 13 Videntes autem Petri constantiam, et Joannis, comperto quod homines essent sine litteris, et idiotæ, admirabantur, et cognoscebant eos quoniam cum Jesu fuerant: Da sie nun die Standhaftigkeit des Petrus und Johannes¹¹ sahen, und inne wurden, dass sie ungelehrte und gewöhnliche Leute seien,¹² verwunderten sie sich, und erkannten jetzt auch, dass sie mit Jesus gewesen waren.¹³ -Johannes Joh 50 4 13 Respondit Jesus, et dixit ei: Omnis, qui bibit ex aqua hac, sitiet iterum: qui autem biberit ex aqua, quam ego dabo ei, non sitiet in æternum: Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nicht dürsten²⁴ in Ewigkeit;²⁵ +Johannes Joh 51 4 13 Respondit Jesus, et dixit ei: Omnis, qui bibit ex aqua hac, sitiet iterum: qui autem biberit ex aqua, quam ego dabo ei, non sitiet in æternum: Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nicht dürsten²⁴ in Ewigkeit;²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 4 13 11 Johannes gab durch seine Haltung zu erkennen, dass er ebenso wie Petrus bereit war, Zeugnis abzulegen, und in allem dasselbe fühlte und wollte wie dieser. Apostelgeschichte Apg 51 4 13 12 Die Apostel sind ungelehrt, d. i. ohne rabbinische Bildung, und ungebildet, d. i. Privatpersonen ohne amtlichen Beruf, und die dazu gehörige Ausbildung Apostelgeschichte Apg 51 4 13 13 Dass sie Jesu Jünger gewesen waren. -Johannes Joh 50 4 13 24 Gnade und Wahrheit, die Christus verleiht, sättigen die Seele vollständig, den Besitz Gottes gewährend, hier im Glauben, dort im Genusse. -Johannes Joh 50 4 13 25 Jesus zieht die Folgerung aus der Frage der Frau. -Johannes Joh 50 4 14 Sed aqua, quam ego dabo ei, fiet in eo fons aquæ salientis in vitam æternam. sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm Quelle eines Wassers werden, das fortströmt²⁶ in das ewige Leben. +Johannes Joh 51 4 13 24 Gnade und Wahrheit, die Christus verleiht, sättigen die Seele vollständig, den Besitz Gottes gewährend, hier im Glauben, dort im Genusse. +Johannes Joh 51 4 13 25 Jesus zieht die Folgerung aus der Frage der Frau. +Johannes Joh 51 4 14 Sed aqua, quam ego dabo ei, fiet in eo fons aquæ salientis in vitam æternam. sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm Quelle eines Wassers werden, das fortströmt²⁶ in das ewige Leben. Apostelgeschichte Apg 51 4 14 Hominem quoque videntes stantem cum eis, qui curatus fuerat, nihil poterant contradicere. Und da sie auch den Menschen, der geheilt worden war, bei ihnen stehen sahen, konnten sie nichts dagegen sagen.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 4 14 14 Da sie das Wunder nicht strafen können, wollen sie wenigstens die weitere Bekanntmachung desselben und die Verbreitung der Lehre hindern. -Johannes Joh 50 4 14 26 Das Wasser, welches der Mensch trinkt, wird vom Organismus aufgesogen; das Wasser das Christus gibt, gestaltet sich im Menschen zu einer Quelle von solcher Kraft, dass es für das ewige Leben entscheidet. +Johannes Joh 51 4 14 26 Das Wasser, welches der Mensch trinkt, wird vom Organismus aufgesogen; das Wasser das Christus gibt, gestaltet sich im Menschen zu einer Quelle von solcher Kraft, dass es für das ewige Leben entscheidet. Apostelgeschichte Apg 51 4 15 Jusserunt autem eos foras extra concilium secedere: et conferebant ad invicem, Sie befahlen ihnen aber, aus der Versammlung abzutreten, und berieten sich untereinander. -Johannes Joh 50 4 15 Dicit ad eum mulier: Domine, da mihi hanc aquam, ut non sitiam: neque veniam huc haurire. Das Weib sprach zu ihm: Herr! gib mir dieses Wasser, damit ich nicht mehr dürste, und nicht mehr hierher kommen darf, um zu schöpfen.²⁷ -Johannes Joh 50 4 15 27 Die Frau erkennt den Sinn der Rede noch nicht, aber sie beginnt zu glauben, dass der Heiland ein wunderbares Wasser hat (Cyr., Aug., Thom.). -Johannes Joh 50 4 16 Dicit ei Jesus: Vade, voca virum tuum, et veni huc. Jesus sprach zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komm hierher!²⁸ +Johannes Joh 51 4 15 Dicit ad eum mulier: Domine, da mihi hanc aquam, ut non sitiam: neque veniam huc haurire. Das Weib sprach zu ihm: Herr! gib mir dieses Wasser, damit ich nicht mehr dürste, und nicht mehr hierher kommen darf, um zu schöpfen.²⁷ +Johannes Joh 51 4 15 27 Die Frau erkennt den Sinn der Rede noch nicht, aber sie beginnt zu glauben, dass der Heiland ein wunderbares Wasser hat (Cyr., Aug., Thom.). +Johannes Joh 51 4 16 Dicit ei Jesus: Vade, voca virum tuum, et veni huc. Jesus sprach zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komm hierher!²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 4 16 Dicentes: Quid faciemus hominibus istis? quoniam quidem notum signum factum est per eos, omnibus habitantibus Jerusalem: manifestum est, et non possumus negare. indem sie sprachen: Was sollen wir mit diesen Leuten machen? Denn es ist doch ein Wunder durch sie geschehen, das allen Bewohnern von Jerusalem bekannt ist, es ist offenkundig, und wir können es nicht leugnen. -Johannes Joh 50 4 16 28 Die Aufforderung des Heilandes zielt auf die weitere Belehrung ab. Die Frau hat guten Willen, deshalb will der Heiland in ihr die Erkenntnis ihrer eigenen Unwürdigkeit und den Glauben an sein höheres Wissen erwecken. +Johannes Joh 51 4 16 28 Die Aufforderung des Heilandes zielt auf die weitere Belehrung ab. Die Frau hat guten Willen, deshalb will der Heiland in ihr die Erkenntnis ihrer eigenen Unwürdigkeit und den Glauben an sein höheres Wissen erwecken. Apostelgeschichte Apg 51 4 17 Sed ne amplius divulgetur in populum, comminemur eis, ne ultra loquantur in nomine hoc ulli hominum. Damit es jedoch nicht noch weiterhin unter das Volk verbreitet werde, wollen wir sie scharf bedrohen, nicht mehr in diesem Namen zu irgendeinem Menschen zu reden.¹⁵ -Johannes Joh 50 4 17 Respondit mulier, et dixit: Non habeo virum. Dicit ei Jesus: Bene dixisti, quia non habeo virum: Das Weib antwortete, und sagte: Ich habe keinen Mann!²⁹ Jesus sprach zu ihr: Du hast mit Recht gesagt: Ich habe keinen Mann!³⁰ +Johannes Joh 51 4 17 Respondit mulier, et dixit: Non habeo virum. Dicit ei Jesus: Bene dixisti, quia non habeo virum: Das Weib antwortete, und sagte: Ich habe keinen Mann!²⁹ Jesus sprach zu ihr: Du hast mit Recht gesagt: Ich habe keinen Mann!³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 4 17 15 Jerusalem kannte wohl das wunderbare Ereignis, aber nicht alle Bewohner der heil. Stadt wussten, dass es im Namen Jesu geschehen sei. Die Besorgnis, der Glaube und die Anhänglichkeit an Jesus und seine Lehre möchte aufs neue im Volk erwachen, bewegt sie, den Aposteln vollständiges Schweigen aufzuerlegen. Wie oft geschieht es auch noch heut zu Tage, dass die Menschen den Verkündern des Heiles Stillschweigen auferlegen möchten! -Johannes Joh 50 4 17 29 Es ist dies eine Ausflucht. Sie will den Betreffenden nicht als rechtmäßigen Mann hinstellen, aber auch nicht die verbotene Verbindung eingestehen. -Johannes Joh 50 4 17 30 Der Heiland gibt zu, dass die Antwort nicht unrichtig war, aber zeigt, dass sie das tatsächliche Verhältnis nicht klar legt: Du hast keinen rechtmäßigen Mann. -Johannes Joh 50 4 18 Quinque enim viros habuisti, et nunc, quem habes, non est tuus vir: hoc vere dixisti. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du der Wahrheit gemäß gesagt. +Johannes Joh 51 4 17 29 Es ist dies eine Ausflucht. Sie will den Betreffenden nicht als rechtmäßigen Mann hinstellen, aber auch nicht die verbotene Verbindung eingestehen. +Johannes Joh 51 4 17 30 Der Heiland gibt zu, dass die Antwort nicht unrichtig war, aber zeigt, dass sie das tatsächliche Verhältnis nicht klar legt: Du hast keinen rechtmäßigen Mann. +Johannes Joh 51 4 18 Quinque enim viros habuisti, et nunc, quem habes, non est tuus vir: hoc vere dixisti. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du der Wahrheit gemäß gesagt. Apostelgeschichte Apg 51 4 18 Et vocantes eos, denuntiaverunt ne omnino loquerentur, neque docerent in nomine Jesu. Sie riefen sie hinein, und geboten ihnen, durchaus nicht mehr zu reden und zu lehren im Namen Jesu. Apostelgeschichte Apg 51 4 19 Petrus vero, et Joannes respondentes, dixerunt ad eos: Si justum est in conspectu Dei, vos potius audire quam Deum, judicate: Petrus aber und Johannes antworteten, und sprachen zu ihnen: Ob es recht ist vor Gottes Angesicht, euch mehr zu gehorchen als Gott, das urteilet selbst.¹⁶ -Johannes Joh 50 4 19 Dicit ei mulier: Domine, video quia propheta es tu. Da sprach das Weib zu ihm: Herr! ich sehe,³¹ dass du ein Prophet bist.³² +Johannes Joh 51 4 19 Dicit ei mulier: Domine, video quia propheta es tu. Da sprach das Weib zu ihm: Herr! ich sehe,³¹ dass du ein Prophet bist.³² Apostelgeschichte Apg 51 4 19 16 Das Gebot der Obrigkeit steht dem Willen Gottes entgegen. Der Wille Gottes war, die Apostel sollten Jesu Leiden, Auferstehung und Lehre überall verkünden. [Mt 28,19ff] vergl. [Apg 1,8] Die Obrigkeit, als Stellvertreterin Gottes, durfte sich diesem Willen nicht widersetzen; tat sie es dennoch, so handelte sie nicht als Obrigkeit, sondern als eine Versammlung von Menschen, und konnte Gott gegenüber nicht in Betracht kommen. -Johannes Joh 50 4 19 31 Zweifaches Bekenntnis: der eigenen Sünde und der Würde Christi. -Johannes Joh 50 4 19 32 Ein von Gott erleuchteter Mann. [1Sam 9,6]. -Johannes Joh 50 4 20 Patres nostri in monte hoc adoraverunt, et vos dicitis, quia Jerosolymis est locus, ubi adorare oportet. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, dass zu Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten muss.³³ +Johannes Joh 51 4 19 31 Zweifaches Bekenntnis: der eigenen Sünde und der Würde Christi. +Johannes Joh 51 4 19 32 Ein von Gott erleuchteter Mann. [1Sam 9,6]. +Johannes Joh 51 4 20 Patres nostri in monte hoc adoraverunt, et vos dicitis, quia Jerosolymis est locus, ubi adorare oportet. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, dass zu Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten muss.³³ Apostelgeschichte Apg 51 4 20 Non enim possumus quæ vidimus et audivimus non loqui. Denn wir können nicht unterlassen das zu verkünden, was¹⁷ wir gesehen und gehört haben. Apostelgeschichte Apg 51 4 20 17 Wir dürfen nicht, weil es der Wille Gottes ist, dass wir predigen Was wir gesehen usw. sagen wir mit voller Überzeugung, da wir Augen- und Ohrenzeugen sind. -Johannes Joh 50 4 20 33 Da sie den Heiland als Propheten erkannt hat, legt die Frau die Streitfrage von ihrem Nationalstandpunkte aus dar, indem sie den gegenwärtig lebenden Juden die Väter gegenüberstellt: Abraham, der hier seinen Sohn opfern sollte, [Gen 22,7.8] (Chrys., Euth., Theoph.) oder Jakob und seine Söhne, die hier einen Altar errichteten, [Gen 33,20] (Euth.), Moses, der hier den Segen über die treuen Beobachter des Gesetzes sprach, [Dtn 27,11ff] oder alle zusammen (Thom.). Die Trennung in Bezug auf die Gottesverehrung wurde aber erst nach der babylonischen Gefangenschaft eingeführt, seitdem die vom Nationalheiligtum ausgeschlossenen Samariter zur Zeit Alexander des Gr. oder früher auf dem Berge Garizim einen Tempel gebaut. Derselbe war freilich von Hirkanus 129 v. Chr. Zerstört worden, die Stelle desselben blieb aber für die Samariter heilig. -Johannes Joh 50 4 21 Dicit ei Jesus: Mulier crede mihi, quia venit hora, quando neque in monte hoc, neque in Jerosolymis adorabitis Patrem. Jesus sprach zu ihr: Weib! glaube mir,³⁴ es kommt eine Stunde,³⁵ da ihr³⁶ weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater³⁷ anbeten werdet. +Johannes Joh 51 4 20 33 Da sie den Heiland als Propheten erkannt hat, legt die Frau die Streitfrage von ihrem Nationalstandpunkte aus dar, indem sie den gegenwärtig lebenden Juden die Väter gegenüberstellt: Abraham, der hier seinen Sohn opfern sollte, [Gen 22,7.8] (Chrys., Euth., Theoph.) oder Jakob und seine Söhne, die hier einen Altar errichteten, [Gen 33,20] (Euth.), Moses, der hier den Segen über die treuen Beobachter des Gesetzes sprach, [Dtn 27,11ff] oder alle zusammen (Thom.). Die Trennung in Bezug auf die Gottesverehrung wurde aber erst nach der babylonischen Gefangenschaft eingeführt, seitdem die vom Nationalheiligtum ausgeschlossenen Samariter zur Zeit Alexander des Gr. oder früher auf dem Berge Garizim einen Tempel gebaut. Derselbe war freilich von Hirkanus 129 v. Chr. Zerstört worden, die Stelle desselben blieb aber für die Samariter heilig. +Johannes Joh 51 4 21 Dicit ei Jesus: Mulier crede mihi, quia venit hora, quando neque in monte hoc, neque in Jerosolymis adorabitis Patrem. Jesus sprach zu ihr: Weib! glaube mir,³⁴ es kommt eine Stunde,³⁵ da ihr³⁶ weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater³⁷ anbeten werdet. Apostelgeschichte Apg 51 4 21 At illi comminantes dimiserunt eos: non invenientes quomodo punirent eos propter populum, quia omnes clarificabant id, quod factum fuerat in eo quod acciderat. Jene aber drohten ihnen, und entließen sie, da sie keine Mittel fanden, dieselben zu strafen, wegen des Volkes, weil alle das, was geschehen war, priesen. -Johannes Joh 50 4 21 34 Die Prophezeiung fordert Glauben. Weder der eine noch der andere Ort ist für die zukünftige Gottesverehrung erfordert. -Johannes Joh 50 4 21 35 Die von Gott bestimmte Zeit, nach der Auferstehung des Herrn. -Johannes Joh 50 4 21 36 Die Bekehrung der Frau und anderer Samariter stand unmittelbar bevor. -Johannes Joh 50 4 21 37 Vom Standpunkte Christi und des Neuen Bundes wird Gott Vater genannt. -Johannes Joh 50 4 22 Vos adoratis quod nescitis: nos adoramus quod scimus, quia salus ex Judæis est. Ihr betet an, was ihr nicht kennet;³⁸ wir beten an, was wir wissen; denn das Heil³⁹ kommt von den Juden. +Johannes Joh 51 4 21 34 Die Prophezeiung fordert Glauben. Weder der eine noch der andere Ort ist für die zukünftige Gottesverehrung erfordert. +Johannes Joh 51 4 21 35 Die von Gott bestimmte Zeit, nach der Auferstehung des Herrn. +Johannes Joh 51 4 21 36 Die Bekehrung der Frau und anderer Samariter stand unmittelbar bevor. +Johannes Joh 51 4 21 37 Vom Standpunkte Christi und des Neuen Bundes wird Gott Vater genannt. +Johannes Joh 51 4 22 Vos adoratis quod nescitis: nos adoramus quod scimus, quia salus ex Judæis est. Ihr betet an, was ihr nicht kennet;³⁸ wir beten an, was wir wissen; denn das Heil³⁹ kommt von den Juden. Apostelgeschichte Apg 51 4 22 Annorum enim erat amplius quadraginta homo, in quo factum fuerat signum istud sanitatis. Denn der Mann, an dem dieses Wunder der Heilung geschehen, war über vierzig Jahre alt.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 4 22 18 Also war sein Lahmsein längst bekannt, mithin das Wunder unleugbar. -Johannes Joh 50 4 22 38 Da die Samariter die Propheten verwarfen, durch welche Gott den Messias versprach und sich offenbarte, kannten sie Gottes Heilsplan nicht, also auch ihn selbst nicht voll und klar (dennoch erwarteten auch sie einen Messias). -Johannes Joh 50 4 22 39 Das messianische Heil. (Orig., Tert., Chrys.) Da das Heil, die rechte Gotteserkenntnis und die Kenntnis des Messias von den Juden kommt, mussten sie selbst die Erkenntnis haben. -Johannes Joh 50 4 23 Sed venit hora, et nunc est, quando veri adoratores adorabunt Patrem in spiritu et veritate. Nam et Pater tales quærit, qui adorent eum. Aber es kommt eine Stunde, und jetzt ist sie da, wo die wahren Anbeter⁴⁰ den Vater in⁴¹ Geist⁴² und Wahrheit⁴³ anbeten werden; denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. +Johannes Joh 51 4 22 38 Da die Samariter die Propheten verwarfen, durch welche Gott den Messias versprach und sich offenbarte, kannten sie Gottes Heilsplan nicht, also auch ihn selbst nicht voll und klar (dennoch erwarteten auch sie einen Messias). +Johannes Joh 51 4 22 39 Das messianische Heil. (Orig., Tert., Chrys.) Da das Heil, die rechte Gotteserkenntnis und die Kenntnis des Messias von den Juden kommt, mussten sie selbst die Erkenntnis haben. +Johannes Joh 51 4 23 Sed venit hora, et nunc est, quando veri adoratores adorabunt Patrem in spiritu et veritate. Nam et Pater tales quærit, qui adorent eum. Aber es kommt eine Stunde, und jetzt ist sie da, wo die wahren Anbeter⁴⁰ den Vater in⁴¹ Geist⁴² und Wahrheit⁴³ anbeten werden; denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. Apostelgeschichte Apg 51 4 23 Dimissi autem venerunt ad suos: et annuntiaverunt eis quanta ad eos principes sacerdotum, et seniores dixissent. Als sie nun freigelassen waren, kamen sie zu den Ihrigen, und verkündigten ihnen alles, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten. -Johannes Joh 50 4 23 40 Solche sind bereits seine Jünger, die den Vater wahrhaft, d. i. vollkommen anbeten. -Johannes Joh 50 4 23 41 In ist hebräisch: durch den Geist, vermittelt der wahren Erkenntnis. -Johannes Joh 50 4 23 42 Da der Heiland dasselbe Zeitwort braucht, das V. 21 steht, redet auch er von dem öffentlichen Gottesdienste. Im Gegensatze zu dem samaritischen und jüdischen Kulte ist der christliche nicht an eine ausschließliche Kultstätte gebunden. Gott ist als Geist überall, also muss auch der vollendete Gottesdienst ihm überall dargebracht werden. Ferner muss der christliche Kult seinem innersten Wesen nach Geist sein, d. h. aus dem Innern hervorgehen, aus Glaube, Hoffnung, Liebe Hingabe an Gott. Der äußere Gottesdienst ist nicht ausgeschlossen und kann nicht ausgeschlossen sein. Vergl. [Eph 3,14, Röm 12,13, Apg 9,40], aber derselbe soll der Ausdruck der geistigen, inneren Gesinnung sein, welche vor Allem erfordert wird (Aug.). Die äußeren Zeichen sind der durch die menschliche Natur bedingte Ausdruck der inneren Gesinnung, dessen keine Religion entraten kann (Aug.). -Johannes Joh 50 4 23 43 In Wahrheit war freilich die Anbetung der Juden, aber sehr unvollkommen, da weder die ganze Wahrheit geoffenbart, noch die geoffenbarte klar dargestellt, sondern in vielen Bildern eingeschlossen war. In der vollkommensten und erhabensten Weise wird diese Anbetung in Geist und Wahrheit durch das heilige Messopfer dargebracht, in welchem der verklärte Heiland, das Haupt der Kirche, sich selbst seinem himmlischen Vater aufopfert und von den Gläubigen durch den Priester aufgeopfert wird. -Johannes Joh 50 4 24 Spiritus est Deus: et eos, qui adorant eum, in spiritu et veritate oportet adorare. Gott⁴⁴ ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten. [2Kor 3,17] +Johannes Joh 51 4 23 40 Solche sind bereits seine Jünger, die den Vater wahrhaft, d. i. vollkommen anbeten. +Johannes Joh 51 4 23 41 In ist hebräisch: durch den Geist, vermittelt der wahren Erkenntnis. +Johannes Joh 51 4 23 42 Da der Heiland dasselbe Zeitwort braucht, das V. 21 steht, redet auch er von dem öffentlichen Gottesdienste. Im Gegensatze zu dem samaritischen und jüdischen Kulte ist der christliche nicht an eine ausschließliche Kultstätte gebunden. Gott ist als Geist überall, also muss auch der vollendete Gottesdienst ihm überall dargebracht werden. Ferner muss der christliche Kult seinem innersten Wesen nach Geist sein, d. h. aus dem Innern hervorgehen, aus Glaube, Hoffnung, Liebe Hingabe an Gott. Der äußere Gottesdienst ist nicht ausgeschlossen und kann nicht ausgeschlossen sein. Vergl. [Eph 3,14, Röm 12,13, Apg 9,40], aber derselbe soll der Ausdruck der geistigen, inneren Gesinnung sein, welche vor Allem erfordert wird (Aug.). Die äußeren Zeichen sind der durch die menschliche Natur bedingte Ausdruck der inneren Gesinnung, dessen keine Religion entraten kann (Aug.). +Johannes Joh 51 4 23 43 In Wahrheit war freilich die Anbetung der Juden, aber sehr unvollkommen, da weder die ganze Wahrheit geoffenbart, noch die geoffenbarte klar dargestellt, sondern in vielen Bildern eingeschlossen war. In der vollkommensten und erhabensten Weise wird diese Anbetung in Geist und Wahrheit durch das heilige Messopfer dargebracht, in welchem der verklärte Heiland, das Haupt der Kirche, sich selbst seinem himmlischen Vater aufopfert und von den Gläubigen durch den Priester aufgeopfert wird. +Johannes Joh 51 4 24 Spiritus est Deus: et eos, qui adorant eum, in spiritu et veritate oportet adorare. Gott⁴⁴ ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten. [2Kor 3,17] Apostelgeschichte Apg 51 4 24 Qui cum audissent, unanimiter levaverunt vocem ad Deum, et dixerunt: Domine, tu es qui fecisti clum, et terram, mare, et omnia, quæ in eis sunt: Da diese es hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott, und sprachen:¹⁹ Herr! du bist es, der den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, gemacht hat, Apostelgeschichte Apg 51 4 24 19 Die Gläubigen scheinen an einem Orte versammelt gewesen zu sein. (V. 31) Der heil. Petrus spricht das Gebet wohl vor und die übrigen folgen mit dem Herzen. Es ist das älteste Dankgebet der Kirche. Mit dem Lobe Gottes als des Schöpfers beginnend hat es weiter Ähnlichkeit mit dem Gebete des Ezechias. [Jes 37,16-20] -Johannes Joh 50 4 24 44 Der Heiland sagt Gott, nicht der Vater, weil er uns aus dem Wesen Gottes zeigen will, dass man geistig anbeten müsse. -Apostelgeschichte Apg 51 4 25 Qui Spiritu sancto per os patris nostri David, pueri tui, dixisti: Quare fremuerunt gentes, et populi meditati sunt inania? -Johannes Joh 50 4 25 Dicit ei mulier: Scio quia Messias venit, (qui dicitur Christus): cum ergo venerit ille, nobis annuntiabit omnia. Das Weib sagte zu ihm: Ich weiß,⁴⁵ dass der Messias kommt, (der Christus heißt); wenn nun dieser kommen wird, wird er uns alles verkünden.⁴⁶ -Johannes Joh 50 4 25 45 Vielleicht aus [Gen 49,10, Dtn 18,15.18]. Die Hoffnung der Samariter war freier von irdischen Vorstellungen als die der Juden. Sie dachten sich den Messias freilich zunächst als hochgestellten Lehrer (er wird uns alles verkünden), den sie Wiederhersteller nannten. -Johannes Joh 50 4 25 46 Die Frau glaubt jetzt, dass ein höherer Kult notwendig ist, aber sie erwartet weitere Aufschlüsse vom Messias. -Johannes Joh 50 4 26 Dicit ei Jesus: Ego sum, qui loquor tecum. Da sprach Jesus zu ihr: Ich bin es, der ich mit dir rede!⁴⁷ +Johannes Joh 51 4 24 44 Der Heiland sagt Gott, nicht der Vater, weil er uns aus dem Wesen Gottes zeigen will, dass man geistig anbeten müsse. +Apostelgeschichte Apg 51 4 25 Qui Spiritu sancto per os patris nostri David, pueri tui, dixisti: Quare fremuerunt gentes, et populi meditati sunt inania? der durch den Heiligen Geist aus dem Munde unsers Vaters David, deines Knechtes, gesprochen: Warum toben die Heiden, und sinnen die Völker Eitles?²⁰ [Ps 2,1] +Apostelgeschichte Apg 51 4 25 20 Die Heiden sind hier besonders die Römer, die Völker wohl die zwölf Stämme Israels. Sie sinnen Eitles, d. i. Unmögliches. V. 25, 26 werden durch V. 27 erklärt. +Johannes Joh 51 4 25 Dicit ei mulier: Scio quia Messias venit, (qui dicitur Christus): cum ergo venerit ille, nobis annuntiabit omnia. Das Weib sagte zu ihm: Ich weiß,⁴⁵ dass der Messias kommt, (der Christus heißt); wenn nun dieser kommen wird, wird er uns alles verkünden.⁴⁶ +Johannes Joh 51 4 25 45 Vielleicht aus [Gen 49,10, Dtn 18,15.18]. Die Hoffnung der Samariter war freier von irdischen Vorstellungen als die der Juden. Sie dachten sich den Messias freilich zunächst als hochgestellten Lehrer (er wird uns alles verkünden), den sie Wiederhersteller nannten. +Johannes Joh 51 4 25 46 Die Frau glaubt jetzt, dass ein höherer Kult notwendig ist, aber sie erwartet weitere Aufschlüsse vom Messias. +Johannes Joh 51 4 26 Dicit ei Jesus: Ego sum, qui loquor tecum. Da sprach Jesus zu ihr: Ich bin es, der ich mit dir rede!⁴⁷ Apostelgeschichte Apg 51 4 26 Astiterunt reges terræ, et principes convenerunt in unum adversus Dominum, et adversus Christum ejus? Es stehen auf die Könige der Erde, und die Fürsten kommen zusammen wider den Herrn und wider seinen Gesalbten. -Johannes Joh 50 4 26 47 Dies war das Ziel des Gespräches, dies auch die Ursache, weshalb der Evangelist dieses Ereignis erzählt. Der Heiland gibt von sich das Zeugnis, das der Evangelist zuvor in seinem und des Täufers Namen gegeben. Jesus hat in Samaria kein Missverständnis zu befürchten [Joh 6,15, Joh 10,24], sondern darf demütigen Glauben und gehorsame Unterwerfung erwarten (Chrys.). -Johannes Joh 50 4 27 Et continuo venerunt discipuli ejus: et mirabantur quia cum muliere loquebatur. Nemo tamen dixit: Quid quæris, aut quid loqueris cum ea? Während dessen kamen seine Jünger, und sie verwunderten sich, dass er mit einem Weibe redete;⁴⁸ keiner jedoch sagte: Was wünschest du, oder⁴⁹ was redest du mit ihr? +Johannes Joh 51 4 26 47 Dies war das Ziel des Gespräches, dies auch die Ursache, weshalb der Evangelist dieses Ereignis erzählt. Der Heiland gibt von sich das Zeugnis, das der Evangelist zuvor in seinem und des Täufers Namen gegeben. Jesus hat in Samaria kein Missverständnis zu befürchten [Joh 6,15, Joh 10,24], sondern darf demütigen Glauben und gehorsame Unterwerfung erwarten (Chrys.). +Johannes Joh 51 4 27 Et continuo venerunt discipuli ejus: et mirabantur quia cum muliere loquebatur. Nemo tamen dixit: Quid quæris, aut quid loqueris cum ea? Während dessen kamen seine Jünger, und sie verwunderten sich, dass er mit einem Weibe redete;⁴⁸ keiner jedoch sagte: Was wünschest du, oder⁴⁹ was redest du mit ihr? Apostelgeschichte Apg 51 4 27 Convenerunt enim vere in civitate ista adversus sanctum puerum tuum Jesum, quem unxisti, Herodes, et Pontius Pilatus cum gentibus, et populis Israel, Denn es sind in Wahrheit in dieser Stadt wider deinen heiligen Sohn Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus, mit Heiden und den Stämmen Israels verbunden, zusammengekommen, -Johannes Joh 50 4 27 48 Man sprach öffentlich nicht zu einer Frau, am wenigsten aber ließ ein Lehrer sich dazu herab. Der Heiland zeigt auch hier seine Barmherzigkeit. -Johannes Joh 50 4 27 49 Wenn du nichts wünschest. Sie wussten, dass nur Jesus das Gespräch angefangen haben konnte. -Johannes Joh 50 4 28 Reliquit ergo hydriam suam mulier, et abiit in civitatem, et dicit illis hominibus: Das Weib ließ nun ihren Wasserkrug zurück⁵⁰ und ging in die Stadt, und sagte zu den Leuten: +Johannes Joh 51 4 27 48 Man sprach öffentlich nicht zu einer Frau, am wenigsten aber ließ ein Lehrer sich dazu herab. Der Heiland zeigt auch hier seine Barmherzigkeit. +Johannes Joh 51 4 27 49 Wenn du nichts wünschest. Sie wussten, dass nur Jesus das Gespräch angefangen haben konnte. +Johannes Joh 51 4 28 Reliquit ergo hydriam suam mulier, et abiit in civitatem, et dicit illis hominibus: Das Weib ließ nun ihren Wasserkrug zurück⁵⁰ und ging in die Stadt, und sagte zu den Leuten: Apostelgeschichte Apg 51 4 28 Facere quæ manus tua, et consilium tuum decreverunt fieri. um zu tun,²¹ was deine Hand und dein Ratschluss festgesetzt hatte, dass geschehen sollte. Apostelgeschichte Apg 51 4 28 21 Sie kommen zusammen um ihre Absichten auszuführen, erfüllen aber, ohne es zu wissen, den Willen Gottes. -Johannes Joh 50 4 28 50 Sie vergisst vor Freude, wozu sie gekommen ist. -Johannes Joh 50 4 29 Venite, et videte hominem, qui dixit mihi omnia quæcumque feci: numquid ipse est Christus? Kommet, und sehet einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich je getan habe.⁵¹ Ist er nicht etwa Christus?⁵² +Johannes Joh 51 4 28 50 Sie vergisst vor Freude, wozu sie gekommen ist. +Johannes Joh 51 4 29 Venite, et videte hominem, qui dixit mihi omnia quæcumque feci: numquid ipse est Christus? Kommet, und sehet einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich je getan habe.⁵¹ Ist er nicht etwa Christus?⁵² Apostelgeschichte Apg 51 4 29 Et nunc Domine respice in minas eorum, et da servis tuis cum omni fiducia loqui verbum tuum, Und nun, o Herr! siehe herab auf ihre Drohungen,²² und gib deinen Dienern, dass sie mit allem Freimut dein Wort reden, Apostelgeschichte Apg 51 4 29 22 Verhindere die Ausführung dieser Drohungen oder gib wenigstens die Gnade, dass die Glaubensboten sich von diesen Drohungen nicht einschüchtern und von ihrer Pflicht, dein Wort zu verkünden, nicht abschrecken lassen. -Johannes Joh 50 4 29 51 Ein offenes Schuldbekenntnis. -Johannes Joh 50 4 29 52 Wie [Joh 1,47] eilt die Frau, andere für den Glauben zu gewinnen. Die Überlieferung gibt ihr den Namen Photina. +Johannes Joh 51 4 29 51 Ein offenes Schuldbekenntnis. +Johannes Joh 51 4 29 52 Wie [Joh 1,47] eilt die Frau, andere für den Glauben zu gewinnen. Die Überlieferung gibt ihr den Namen Photina. Apostelgeschichte Apg 51 4 30 In eo quod manum tuam extendas ad sanitates, et signa, et prodigia fieri per nomen sancti Filii tui Jesu. indem du deine Hand zu Heilungen ausstreckest, und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Sohnes Jesus.²³ -Johannes Joh 50 4 30 Exierunt ergo de civitate, et veniebant ad eum. Sie gingen also aus der Stadt, und kamen zu ihm.⁵³ +Johannes Joh 51 4 30 Exierunt ergo de civitate, et veniebant ad eum. Sie gingen also aus der Stadt, und kamen zu ihm.⁵³ Apostelgeschichte Apg 51 4 30 23 Stärke unseren Mut, indem du auch fürderhin, wie heute, unsere Predigt mit Wundern begleitest. -Johannes Joh 50 4 30 53 Das Erscheinen der Jünger in der Stadt hat die Einwohner auf fremden Besuch vorbereitet. -Johannes Joh 50 4 31 Interea rogabant eum discipuli, dicentes: Rabbi, manduca. Unterdessen⁵⁴ baten ihn seine Jünger, und sprachen: Rabbi, iss! +Johannes Joh 51 4 30 53 Das Erscheinen der Jünger in der Stadt hat die Einwohner auf fremden Besuch vorbereitet. +Johannes Joh 51 4 31 Interea rogabant eum discipuli, dicentes: Rabbi, manduca. Unterdessen⁵⁴ baten ihn seine Jünger, und sprachen: Rabbi, iss! Apostelgeschichte Apg 51 4 31 Et cum orassent, motus est locus, in quo erant congregatio: et repleti sunt omnes Spiritu sancto, et loquebantur verbum Dei cum fiducia. Als sie gebetet hatten, ward die Stätte, wo sie versammelt waren, erschüttert, und sie wurden alle mit dem Heiligen Geiste erfüllt, und redeten das Wort Gottes mit Zuversicht.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 4 31 24 Wie einst am Pfingstfeste sendet Gott heut ein Zeichen, damit sie erkennen, dass er sie gehört und erhört. Wie sie erfleht, kommt der heil. Geist als Geist der Stärke über sie, damit sie das Wort mit Zuversicht reden. -Johannes Joh 50 4 31 54 In der Zwischenzeit zwischen dem Weggange der Frau und der Ankunft der Leute. +Johannes Joh 51 4 31 54 In der Zwischenzeit zwischen dem Weggange der Frau und der Ankunft der Leute. Apostelgeschichte Apg 51 4 32 Multitudinis autem credentium erat cor unum, et anima una: nec quisquam eorum, quæ possidebat, aliquid suum esse dicebat, sed erant illis omnia communia. Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele;²⁵ und keiner sagte, dass etwas von dem, was er besaß, sein eigen sei, sondern sie hatten alles miteinander gemein. -Johannes Joh 50 4 32 Ille autem dicit eis: Ego cibum habeo manducare, quem vos nescitis. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet. +Johannes Joh 51 4 32 Ille autem dicit eis: Ego cibum habeo manducare, quem vos nescitis. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet. Apostelgeschichte Apg 51 4 32 25 Der von Seite der Welt drohende Kampf (V. 29) unterbrach das Liebesleben der Kirche nicht. Der Verfasser schildert in V. 32 35 das Leben der ersten Christen in Jerusalem, ähnlich wie [Apg 2,42-47], will aber an demselben auch eine Schattenseite hervorheben. [Apg 5,1ff] Apostelgeschichte Apg 51 4 33 Et virtute magna reddebant Apostoli testimonium resurrectionis Jesu Christi Domini nostri: et gratia magna erat in omnibus illis. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung Jesu Christi unsers Herrn; und große Gnade war in ihnen allen. -Johannes Joh 50 4 33 Dicebant ergo discipuli ad invicem: Numquid aliquis attulit ei manducare? Da sagten die Jünger untereinander: Hat ihm etwa jemand zu essen gebracht?⁵⁵ -Johannes Joh 50 4 33 55 Wie Jesus in der Unterredung mit der Samariterin von dem natürlichen Wasser Veranlassung nahm, um von dem geistigen zu reden, so lenkt er hier die Rede von der natürlichen Speise auf die geistige. Die Jünger verstehen ihn ebenso sinnlich wie die Samariterin. +Johannes Joh 51 4 33 Dicebant ergo discipuli ad invicem: Numquid aliquis attulit ei manducare? Da sagten die Jünger untereinander: Hat ihm etwa jemand zu essen gebracht?⁵⁵ +Johannes Joh 51 4 33 55 Wie Jesus in der Unterredung mit der Samariterin von dem natürlichen Wasser Veranlassung nahm, um von dem geistigen zu reden, so lenkt er hier die Rede von der natürlichen Speise auf die geistige. Die Jünger verstehen ihn ebenso sinnlich wie die Samariterin. Apostelgeschichte Apg 51 4 34 Neque enim quisquam egens erat inter illos. Quotquot enim possessores agrorum, aut domorum erant vendentes afferebant pretia eorum, quæ vendebant, Denn es war kein Dürftiger unter ihnen;²⁶ alle diejenigen nämlich, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften dieselben, und brachten den Erlös des Verkauften herbei, -Johannes Joh 50 4 34 Dicit eis Jesus: Meus cibus est ut faciam voluntatem ejus, qui misit me, ut perficiam opus ejus. Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat,⁵⁶ damit ich sein Werk vollbringe.⁵⁷ +Johannes Joh 51 4 34 Dicit eis Jesus: Meus cibus est ut faciam voluntatem ejus, qui misit me, ut perficiam opus ejus. Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat,⁵⁶ damit ich sein Werk vollbringe.⁵⁷ Apostelgeschichte Apg 51 4 34 26 So erfüllte die christliche Gemeinde buchstäblich, was Gott einst dem auserwählten Volke empfohlen. [Dtn 15,4] -Johannes Joh 50 4 34 56 Gottes ewiger Heilswillen, hier im Besonderen betreffs der Sichemiten. -Johannes Joh 50 4 34 57 Das Erlösungswerk. -Johannes Joh 50 4 35 Nonne vos dicitis, quod adhuc quatuor menses sunt, et messis venit? Ecce dico vobis: Levate oculos vestros, et videte regiones, quia albæ sunt jam ad messem. Saget ihr nicht:⁵⁸ Noch⁵⁹ vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebet eure Augen,⁶⁰ und betrachtet die Felder,⁶¹ die bereits zur Ernte reif sind! [Mt 9,37, Lk 10,2] +Johannes Joh 51 4 34 56 Gottes ewiger Heilswillen, hier im Besonderen betreffs der Sichemiten. +Johannes Joh 51 4 34 57 Das Erlösungswerk. +Johannes Joh 51 4 35 Nonne vos dicitis, quod adhuc quatuor menses sunt, et messis venit? Ecce dico vobis: Levate oculos vestros, et videte regiones, quia albæ sunt jam ad messem. Saget ihr nicht:⁵⁸ Noch⁵⁹ vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebet eure Augen,⁶⁰ und betrachtet die Felder,⁶¹ die bereits zur Ernte reif sind! [Mt 9,37, Lk 10,2] Apostelgeschichte Apg 51 4 35 Et ponebant ante pedes Apostolorum. Dividebatur autem singulis prout cuique opus erat. und legten ihn zu den Füßen der Apostel.²⁷ Es wurde aber einem jeden zugeteilt, so viel er bedurfte. Apostelgeschichte Apg 51 4 35 27 Indem die Gläubigen ihre Habe zu den Füßen der Apostel niederlegten, statt sie ihnen zu übergeben, offenbaren dieselben ihren Glauben, ihre kindliche Liebe und Ehrfurcht. Dies Niederlegen bedeutet nach morgenländischer Sitte, vergl. [Ps 8,8], dass den Aposteln alles Verfügungsrecht über das niedergelegte Gut zusteht. Wie sehr bemüht man sich in unseren Tagen, Armut und Unzufriedenheit zu bannen! Doch vergeblich bauen, die ohne Christus bauen, und die Gegensätze weichen nur der christlichen Liebe. -Johannes Joh 50 4 35 58 Unter den gegenwärtigen Umständen. -Johannes Joh 50 4 35 59 Von jetzt an. Es ist Dezember oder Anfang Januar. Es sind also seit dem Osterfeste [Joh 2,13] etwa neun Monate verflossen. -Johannes Joh 50 4 35 60 Der Herr will sagen: Auf die geistige Ernte ist nicht mehr zu warten, sie ist bereits reif. -Johannes Joh 50 4 35 61 Der Heiland sieht die Sichemiten nahen, die Erstlinge des großen Ährenfeldes, das die Menschheit darstellt. +Johannes Joh 51 4 35 58 Unter den gegenwärtigen Umständen. +Johannes Joh 51 4 35 59 Von jetzt an. Es ist Dezember oder Anfang Januar. Es sind also seit dem Osterfeste [Joh 2,13] etwa neun Monate verflossen. +Johannes Joh 51 4 35 60 Der Herr will sagen: Auf die geistige Ernte ist nicht mehr zu warten, sie ist bereits reif. +Johannes Joh 51 4 35 61 Der Heiland sieht die Sichemiten nahen, die Erstlinge des großen Ährenfeldes, das die Menschheit darstellt. Apostelgeschichte Apg 51 4 36 Joseph autem, qui cognominatus est Barnabas ab Apostolis, (quod est interpretatum Filius consolationis) Levites, Cyprius genere, Joseph aber, der von den Aposteln den Zunamen Barnabas erhielt (das ist Sohn der Tröstung), ein Levit, aus Cypern gebürtig, -Johannes Joh 50 4 36 Et qui metit, mercedem accipit, et congregat fructum in vitam æternam: ut, et qui seminat, simul gaudeat, et qui metit. Und wer erntet, empfängt Lohn, und sammelt Frucht für's ewige Leben, dass sowohl der Säende sich freuet wie der Erntende.⁶² -Johannes Joh 50 4 36 62 Wer tätig ist in der geistigen Ernte, empfängt für seine Mühen Lohn, und erzielt einen herrlichen Erfolg, indem er Seelen für das Himmelreich gewinnt. Christus ist der Sämann, die Apostel die Erntenden. -Johannes Joh 50 4 37 In hoc enim est verbum verum: quia alius est qui seminat, et alius est qui metit. Denn hierin ist das Wort bewahrheitet: Ein anderer ist, der säet, und ein anderer, der erntet.⁶³ +Johannes Joh 51 4 36 Et qui metit, mercedem accipit, et congregat fructum in vitam æternam: ut, et qui seminat, simul gaudeat, et qui metit. Und wer erntet, empfängt Lohn, und sammelt Frucht für's ewige Leben, dass sowohl der Säende sich freuet wie der Erntende.⁶² +Johannes Joh 51 4 36 62 Wer tätig ist in der geistigen Ernte, empfängt für seine Mühen Lohn, und erzielt einen herrlichen Erfolg, indem er Seelen für das Himmelreich gewinnt. Christus ist der Sämann, die Apostel die Erntenden. +Johannes Joh 51 4 37 In hoc enim est verbum verum: quia alius est qui seminat, et alius est qui metit. Denn hierin ist das Wort bewahrheitet: Ein anderer ist, der säet, und ein anderer, der erntet.⁶³ Apostelgeschichte Apg 51 4 37 Cum haberet agrum, vendidit eum, et attulit pretium, et posuit ante pedes Apostolorum. verkaufte einen Acker, den er besaß, und brachte das Geld und legte es zu den Füßen der Apostel nieder.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 4 37 28 Dem schönen Beispiele des Joseph aus Cypern wird im folgenden Kapitel das traurige Beispiel des Ananias und der Saphira gegenübergestellt. -Johannes Joh 50 4 37 63 Was in der Welt Zufall ist, dass ein anderer die Früchte der Mühen des Vorgängers erntet, ist im Reiche Gottes Ordnung (V. 38). Der Heiland übernimmt den schwersten, leidvollen Anteil des Erlösungswerkes. Er bringt die Lehre, gibt das Beispiel, verdient die Gnade, setzt die Sakramente ein; seine Apostel und Priester wirken nur mit dem, was er so reich gegeben. -Johannes Joh 50 4 38 Ego misi vos metere quod vos non laborastis: alii laboraverunt, et vos in labores eorum introistis. Ich⁶⁴ habe euch gesandt,⁶⁵ zu ernten, was ihr nicht gearbeitet habet; andere⁶⁶ haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeiten eingetreten.⁶⁷ -Johannes Joh 50 4 38 64 Des Heilandes Lehre und Leiden ist die Grundlage der Bekehrung der ganzen Menschheit. -Johannes Joh 50 4 38 65 Der Heiland schaut die erst in der Zukunft erfolgende Sendung als schon jetzt erfolgt. -Johannes Joh 50 4 38 66 Die Propheten und Christus. Die Arbeit ist die Aussaat. -Johannes Joh 50 4 38 67 Ihr seid an ihre Stelle getreten, um durch die Ernte ihre Arbeit zu Ende zu führen. -Johannes Joh 50 4 39 Ex civitate autem illa multi crediderunt in eum Samaritanorum, propter verbum mulieris testimonium perhibentis: Quia dixit mihi omnia quæcumque feci. Aus jener Stadt aber glaubten⁶⁸ viele der Samariter an ihn wegen der Rede des Weibes,⁶⁹ welches bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich je getan habe. -Johannes Joh 50 4 39 68 Mit anfangendem Glauben. (V. 42) -Johannes Joh 50 4 39 69 Hier und V. 41 ist das Wort das Motiv des Glaubens, anders als bei den wundersüchtigen Juden (V. 48). Später geschahen auch in Samaria Wunder zur Kräftigung des Glaubens. [Apg 8,6]. -Johannes Joh 50 4 40 Cum venissent ergo ad illum Samaritani, rogaverunt eum ut ibi maneret. Et mansit ibi duos dies. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, er möchte⁷⁰ dort bleiben. Und er blieb daselbst zwei Tage. -Johannes Joh 50 4 40 70 Welch Gegensatz gegen das Verhalten der Juden! Aus der Mitte der Juden musste Christus, obwohl er sie aufsuchte und sich ihnen durch so viele Wunder bezeugte, oft fliehen; die Bewohner von Sichem haben kaum Kunde von ihm erhalten, so suchen sie ihn auf und rechnen es sich zur Ehre, ihn in ihrer Mitte zu haben. -Johannes Joh 50 4 41 Et multo plures crediderunt in eum propter sermonem ejus. Und viel mehrere glaubten an ihn seiner Lehre wegen.⁷¹ -Johannes Joh 50 4 41 71 Sie heben es hervor, weil sie ein Bekenntnis ablegen, das formell und sachlich über die Worte der Frau V. 29 hinausgeht. -Johannes Joh 50 4 42 Et mulieri dicebant: Quia jam non propter tuam loquelam credimus: ipsi enim audivimus, et scimus quia hic est vere Salvator mundi. Und sie sprachen zu dem Weibe: Wir glauben nun nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben ihn selbst gehört, und wissen, dass dieser wahrhaftig⁷² der Heiland der Welt ist.⁷³ -Johannes Joh 50 4 42 72 Mit Bezug auf V. 29 oder auf etwa vorhandene Zweifel. -Johannes Joh 50 4 42 73 Ihre Vorstellung ist umfassender als die der Juden. -Johannes Joh 50 4 43 Post duos autem dies exiit inde: et abiit in Galilæam. Nach zwei Tagen⁷⁴ aber zog er von da weg, und begab sich nach Galiläa;⁷⁵ -Johannes Joh 50 4 43 74 Die Unterredung mit der Samariterin und der Aufenthalt in Sichem war nur eine Reisebegebenheit. Nach [Mt 4,13] ging der Herr an Nazareth vorüber weiter. -Johannes Joh 50 4 43 75 Nur eine Tat Jesu in Galiläa wird berichtet, welche zeigt, dass er dort eine bessere Aufnahme fand als in Judäa. -Johannes Joh 50 4 44 Ipse enim Jesus testimonium perhibuit quia propheta in sua patria honorem non habet. denn⁷⁶ Jesus selbst bezeugte, dass ein Prophet in seinem Vaterlande nicht geehrt wird. [Mk 6,4, Lk 4,24] -Johannes Joh 50 4 44 76 Dieser Vers wird sehr verschieden erklärt. Am meisten empfiehlt es sich, den Ausdruck mit Vaterstadt zu erklären und dann ist der Sinn: Jesus ging nicht nach Nazareth, seiner Vaterstadt, weil dort seiner keine gute Aufnahme harrte, sondern in die Landschaft Galiläa. -Johannes Joh 50 4 45 Cum ergo venisset in Galilæam, exceperunt eum Galilæi, cum omnia vidissent quæ fecerat Jerosolymis in die festo: et ipsi enim venerant ad diem festum. Als er nun nach Galiläa⁷⁷ kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er zu Jerusalem an dem Feste getan; denn auch sie waren zu dem Feste gekommen. -Johannes Joh 50 4 45 77 Das nächste Ziel der Reise ist Kana, wo der Boden für die Wirksamkeit bereits vorbereitet ist (Chrys., Cyr.). -Johannes Joh 50 4 46 Venit ergo iterum in Cana Galilææ, ubi fecit aquam vinum. Et erat quidam regulus, cujus filius infirmabatur Capharnaum. Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Und es war da ein königlicher Beamter,⁷⁸ dessen Sohn zu Kapharnaum krank lag. -Johannes Joh 50 4 46 78 Der König ist der Vierfürst Herodes Antipas. -Johannes Joh 50 4 47 Hic cum audisset quia Jesus adveniret a Judæa in Galilæam, abiit ad eum, et rogabat eum ut descenderet, et sanaret filium ejus: incipiebat enim mori. Da dieser gehört hatte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm, und bat ihn, dass er hinabgehe, und seinen Sohn heile; denn er war nahe am Sterben. -Johannes Joh 50 4 48 Dixit ergo Jesus ad eum: Nisi signa, et prodigia videritis, non creditis. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, glaubet ihr nicht.⁷⁹ -Johannes Joh 50 4 48 79 Das Hören genügt euch nicht. Der Beamte soll gemahnt werden, dass es ihm selbst am rechten, vollkommenen Glauben fehlt. -Johannes Joh 50 4 49 Dicit ad eum regulus: Domine, descende prius quam moriatur filius meus. Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr! gehe hinab, ehe mein Sohn stirbt.⁸⁰ -Johannes Joh 50 4 49 80 Der Beamte lässt sich durch den Tadel nicht abschrecken. Seine Beharrlichkeit wird belohnt. -Johannes Joh 50 4 50 Dicit ei Jesus: Vade, filius tuus vivit. Credidit homo sermoni, quem dixit ei Jesus, et ibat. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin,⁸¹ dein Sohn lebt! Und der Mann glaubte dem Worte, welches ihm Jesus gesagt hatte, und ging. -Johannes Joh 50 4 50 81 Der Befehl: Gehe hinab, ist eine Glaubensprüfung. Vergl. [2Kön 1,2, 2Kön 8,8]; das Wort: Dein Sohn lebt, Lohn der bestandenen Prüfung (Cyr.). -Johannes Joh 50 4 51 Jam autem eo descendente, servi occurrerunt ei, et nuntiaverunt dicentes, quia filius ejus viveret. Während er aber bereits hinabging, begegneten ihm seine Knechte, und meldeten ihm, und sagten, dass sein Sohn lebe.⁸² -Johannes Joh 50 4 51 82 Die Knechte sind wohl selbst erstaunt. Dein Sohn lebt, d. i. er ist gesund. -Johannes Joh 50 4 52 Interrogabat ergo horam ab eis, in qua melius habuerit. Et dixerunt ei: Quia heri hora septima reliquit eum febris. Er erforschte also von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war.⁸³ Sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. -Johannes Joh 50 4 52 83 Der Beamte will die Wirkung des Wortes Jesu feststellen. Die siebente Stunde ist 1 Uhr Nachmittags. Da die Entfernung zwischen Kana und Kapharnaum etwa 22 29 Kilometer betrug, musste der Vater wohl unterwegs übernachten, hatte er doch bereits an demselben Tage die Herreise gemacht. -Johannes Joh 50 4 53 Cognovit ergo pater, quia illa hora erat, in qua dixit ei Jesus: Filius tuus vivit: et credidit ipse, et domus ejus tota. Da erkannte der Vater, dass es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er selbst ward gläubig und sein ganzes Haus.⁸⁴ -Johannes Joh 50 4 53 84 Sie glaubten, dass Christus der Messias ist. -Johannes Joh 50 4 54 Hoc iterum secundum signum fecit Jesus, cum venisset a Judæa in Galilæam. Dieses war das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er von Judäa nach Galiläa gekommen war.⁸⁵ -Johannes Joh 50 4 54 85 Der heil. Johannes zählt die von den Bericht der Synoptiker fallenden Wunder auf. -Apostelgeschichte Apg 51 5 0 Ananias und Saphira. (V. 11) Wunder der Apostel und Wachsen der Gemeinde. (V. 16) Gefangennahme und wunderbare Befreiung der Apostel. (V. 25) Die Apostel zum zweiten Male vor Gericht. (V. 33) Rat des Gamaliel und Folgen desselben -Johannes Joh 50 5 0 2. Christus offenbart seine Herrlichkeit und wird von den Pharisäern bekämpft und verworfen. (5 11) a. Der Unglaube der Juden von Jerusalem, welcher sich bereits bei dem ersten Paschafeste zu erkennen gegeben, zeigt sich am zweiten Osterfeste offen (5): Die Heilung des achtunddreißigjährigen Kranken. (V. 16) Der Heiland, Herr des Sabbats, weil dem Vater gleich. (V. 30) Von ihm zeugen Johannes (V. 35) sein Vater, (V. 38) Moses. +Johannes Joh 51 4 37 63 Was in der Welt Zufall ist, dass ein anderer die Früchte der Mühen des Vorgängers erntet, ist im Reiche Gottes Ordnung (V. 38). Der Heiland übernimmt den schwersten, leidvollen Anteil des Erlösungswerkes. Er bringt die Lehre, gibt das Beispiel, verdient die Gnade, setzt die Sakramente ein; seine Apostel und Priester wirken nur mit dem, was er so reich gegeben. +Johannes Joh 51 4 38 Ego misi vos metere quod vos non laborastis: alii laboraverunt, et vos in labores eorum introistis. Ich⁶⁴ habe euch gesandt,⁶⁵ zu ernten, was ihr nicht gearbeitet habet; andere⁶⁶ haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeiten eingetreten.⁶⁷ +Johannes Joh 51 4 38 64 Des Heilandes Lehre und Leiden ist die Grundlage der Bekehrung der ganzen Menschheit. +Johannes Joh 51 4 38 65 Der Heiland schaut die erst in der Zukunft erfolgende Sendung als schon jetzt erfolgt. +Johannes Joh 51 4 38 66 Die Propheten und Christus. Die Arbeit ist die Aussaat. +Johannes Joh 51 4 38 67 Ihr seid an ihre Stelle getreten, um durch die Ernte ihre Arbeit zu Ende zu führen. +Johannes Joh 51 4 39 Ex civitate autem illa multi crediderunt in eum Samaritanorum, propter verbum mulieris testimonium perhibentis: Quia dixit mihi omnia quæcumque feci. Aus jener Stadt aber glaubten⁶⁸ viele der Samariter an ihn wegen der Rede des Weibes,⁶⁹ welches bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich je getan habe. +Johannes Joh 51 4 39 68 Mit anfangendem Glauben. (V. 42) +Johannes Joh 51 4 39 69 Hier und V. 41 ist das Wort das Motiv des Glaubens, anders als bei den wundersüchtigen Juden (V. 48). Später geschahen auch in Samaria Wunder zur Kräftigung des Glaubens. [Apg 8,6]. +Johannes Joh 51 4 40 Cum venissent ergo ad illum Samaritani, rogaverunt eum ut ibi maneret. Et mansit ibi duos dies. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, er möchte⁷⁰ dort bleiben. Und er blieb daselbst zwei Tage. +Johannes Joh 51 4 40 70 Welch Gegensatz gegen das Verhalten der Juden! Aus der Mitte der Juden musste Christus, obwohl er sie aufsuchte und sich ihnen durch so viele Wunder bezeugte, oft fliehen; die Bewohner von Sichem haben kaum Kunde von ihm erhalten, so suchen sie ihn auf und rechnen es sich zur Ehre, ihn in ihrer Mitte zu haben. +Johannes Joh 51 4 41 Et multo plures crediderunt in eum propter sermonem ejus. Und viel mehrere glaubten an ihn seiner Lehre wegen.⁷¹ +Johannes Joh 51 4 41 71 Sie heben es hervor, weil sie ein Bekenntnis ablegen, das formell und sachlich über die Worte der Frau V. 29 hinausgeht. +Johannes Joh 51 4 42 Et mulieri dicebant: Quia jam non propter tuam loquelam credimus: ipsi enim audivimus, et scimus quia hic est vere Salvator mundi. Und sie sprachen zu dem Weibe: Wir glauben nun nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben ihn selbst gehört, und wissen, dass dieser wahrhaftig⁷² der Heiland der Welt ist.⁷³ +Johannes Joh 51 4 42 72 Mit Bezug auf V. 29 oder auf etwa vorhandene Zweifel. +Johannes Joh 51 4 42 73 Ihre Vorstellung ist umfassender als die der Juden. +Johannes Joh 51 4 43 Post duos autem dies exiit inde: et abiit in Galilæam. Nach zwei Tagen⁷⁴ aber zog er von da weg, und begab sich nach Galiläa;⁷⁵ +Johannes Joh 51 4 43 74 Die Unterredung mit der Samariterin und der Aufenthalt in Sichem war nur eine Reisebegebenheit. Nach [Mt 4,13] ging der Herr an Nazareth vorüber weiter. +Johannes Joh 51 4 43 75 Nur eine Tat Jesu in Galiläa wird berichtet, welche zeigt, dass er dort eine bessere Aufnahme fand als in Judäa. +Johannes Joh 51 4 44 Ipse enim Jesus testimonium perhibuit quia propheta in sua patria honorem non habet. denn⁷⁶ Jesus selbst bezeugte, dass ein Prophet in seinem Vaterlande nicht geehrt wird. [Mk 6,4, Lk 4,24] +Johannes Joh 51 4 44 76 Dieser Vers wird sehr verschieden erklärt. Am meisten empfiehlt es sich, den Ausdruck mit Vaterstadt zu erklären und dann ist der Sinn: Jesus ging nicht nach Nazareth, seiner Vaterstadt, weil dort seiner keine gute Aufnahme harrte, sondern in die Landschaft Galiläa. +Johannes Joh 51 4 45 Cum ergo venisset in Galilæam, exceperunt eum Galilæi, cum omnia vidissent quæ fecerat Jerosolymis in die festo: et ipsi enim venerant ad diem festum. Als er nun nach Galiläa⁷⁷ kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er zu Jerusalem an dem Feste getan; denn auch sie waren zu dem Feste gekommen. +Johannes Joh 51 4 45 77 Das nächste Ziel der Reise ist Kana, wo der Boden für die Wirksamkeit bereits vorbereitet ist (Chrys., Cyr.). +Johannes Joh 51 4 46 Venit ergo iterum in Cana Galilææ, ubi fecit aquam vinum. Et erat quidam regulus, cujus filius infirmabatur Capharnaum. Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Und es war da ein königlicher Beamter,⁷⁸ dessen Sohn zu Kapharnaum krank lag. +Johannes Joh 51 4 46 78 Der König ist der Vierfürst Herodes Antipas. +Johannes Joh 51 4 47 Hic cum audisset quia Jesus adveniret a Judæa in Galilæam, abiit ad eum, et rogabat eum ut descenderet, et sanaret filium ejus: incipiebat enim mori. Da dieser gehört hatte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm, und bat ihn, dass er hinabgehe, und seinen Sohn heile; denn er war nahe am Sterben. +Johannes Joh 51 4 48 Dixit ergo Jesus ad eum: Nisi signa, et prodigia videritis, non creditis. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, glaubet ihr nicht.⁷⁹ +Johannes Joh 51 4 48 79 Das Hören genügt euch nicht. Der Beamte soll gemahnt werden, dass es ihm selbst am rechten, vollkommenen Glauben fehlt. +Johannes Joh 51 4 49 Dicit ad eum regulus: Domine, descende prius quam moriatur filius meus. Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr! gehe hinab, ehe mein Sohn stirbt.⁸⁰ +Johannes Joh 51 4 49 80 Der Beamte lässt sich durch den Tadel nicht abschrecken. Seine Beharrlichkeit wird belohnt. +Johannes Joh 51 4 50 Dicit ei Jesus: Vade, filius tuus vivit. Credidit homo sermoni, quem dixit ei Jesus, et ibat. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin,⁸¹ dein Sohn lebt! Und der Mann glaubte dem Worte, welches ihm Jesus gesagt hatte, und ging. +Johannes Joh 51 4 50 81 Der Befehl: Gehe hinab, ist eine Glaubensprüfung. Vergl. [2Kön 1,2, 2Kön 8,8]; das Wort: Dein Sohn lebt, Lohn der bestandenen Prüfung (Cyr.). +Johannes Joh 51 4 51 Jam autem eo descendente, servi occurrerunt ei, et nuntiaverunt dicentes, quia filius ejus viveret. Während er aber bereits hinabging, begegneten ihm seine Knechte, und meldeten ihm, und sagten, dass sein Sohn lebe.⁸² +Johannes Joh 51 4 51 82 Die Knechte sind wohl selbst erstaunt. Dein Sohn lebt, d. i. er ist gesund. +Johannes Joh 51 4 52 Interrogabat ergo horam ab eis, in qua melius habuerit. Et dixerunt ei: Quia heri hora septima reliquit eum febris. Er erforschte also von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war.⁸³ Sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. +Johannes Joh 51 4 52 83 Der Beamte will die Wirkung des Wortes Jesu feststellen. Die siebente Stunde ist 1 Uhr Nachmittags. Da die Entfernung zwischen Kana und Kapharnaum etwa 22 29 Kilometer betrug, musste der Vater wohl unterwegs übernachten, hatte er doch bereits an demselben Tage die Herreise gemacht. +Johannes Joh 51 4 53 Cognovit ergo pater, quia illa hora erat, in qua dixit ei Jesus: Filius tuus vivit: et credidit ipse, et domus ejus tota. Da erkannte der Vater, dass es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er selbst ward gläubig und sein ganzes Haus.⁸⁴ +Johannes Joh 51 4 53 84 Sie glaubten, dass Christus der Messias ist. +Johannes Joh 51 4 54 Hoc iterum secundum signum fecit Jesus, cum venisset a Judæa in Galilæam. Dieses war das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er von Judäa nach Galiläa gekommen war.⁸⁵ +Johannes Joh 51 4 54 85 Der heil. Johannes zählt die von den Bericht der Synoptiker fallenden Wunder auf. +Apostelgeschichte Apg 51 5 0 Ananias und Saphira. (V. 11) Wunder der Apostel und Wachsen der Gemeinde. (V. 16) Gefangennahme und wunderbare Befreiung der Apostel. (V. 25) Die Apostel zum zweiten Male vor Gericht. (V. 33) Rat des Gamaliel und Folgen desselben +Johannes Joh 51 5 0 2. Christus offenbart seine Herrlichkeit und wird von den Pharisäern bekämpft und verworfen. (5 11) a. Der Unglaube der Juden von Jerusalem, welcher sich bereits bei dem ersten Paschafeste zu erkennen gegeben, zeigt sich am zweiten Osterfeste offen (5): Die Heilung des achtunddreißigjährigen Kranken. (V. 16) Der Heiland, Herr des Sabbats, weil dem Vater gleich. (V. 30) Von ihm zeugen Johannes (V. 35) sein Vater, (V. 38) Moses. Apostelgeschichte Apg 51 5 1 Vir autem quidam nomine Ananias, cum Saphira uxore sua vendidit agrum, Ein Mann aber mit Namen Ananias verkaufte samt Saphira, seinem Weibe,¹ einen Acker, -Johannes Joh 50 5 1 Post hæc erat dies festus Judæorum, et ascendit Jesus Jerosolymam. Hierauf¹ war ein Fest der Juden,² und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. +Johannes Joh 51 5 1 Post hæc erat dies festus Judæorum, et ascendit Jesus Jerosolymam. Hierauf¹ war ein Fest der Juden,² und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. Apostelgeschichte Apg 51 5 1 1 Wie unter den Aposteln sich ein Judas gefunden, so fand sich in der ersten Christengemeinde ein räudiges Schaf. Ananias: Gott erbarmt sich; nach anderen: Gott tritt entgegen. Saphira: Wohlgestaltet oder: Saphir (Edelstein). -Johannes Joh 50 5 1 1 Das zweite Jahr der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes beginnt. Nach den Ereignissen dieses Kapitels begibt sich Jesus nach Galiläa zurück. -Johannes Joh 50 5 1 2 Das hier erwähnte Fest ist vielleicht das Paschafest (Iren., Tert., Eus.), nach anderen das Purimfest, das am 14. und 15. Adar (im März) zum Andenken an die Vereitelung der Pläne Hamans gefeiert wurde. +Johannes Joh 51 5 1 1 Das zweite Jahr der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes beginnt. Nach den Ereignissen dieses Kapitels begibt sich Jesus nach Galiläa zurück. +Johannes Joh 51 5 1 2 Das hier erwähnte Fest ist vielleicht das Paschafest (Iren., Tert., Eus.), nach anderen das Purimfest, das am 14. und 15. Adar (im März) zum Andenken an die Vereitelung der Pläne Hamans gefeiert wurde. Apostelgeschichte Apg 51 5 2 Et fraudavit de pretio agri, conscia uxore sua: et afferens partem quamdam, ad pedes Apostolorum posuit. und unterschlug etwas von dem Erlöse des Ackers mit Wissen seines Weibes, und brachte einen Teil, und legte ihn zu den Füßen der Apostel.² -Johannes Joh 50 5 2 Est autem Jerosolymis Probatica piscina, quæ cognominatur Hebraice Bethsaida, quinque porticus habens Es ist aber in Jerusalem ein Schafteich, welcher auf hebräisch Bethsaida³ heißt, und fünf Hallen hat. +Johannes Joh 51 5 2 Est autem Jerosolymis Probatica piscina, quæ cognominatur Hebraice Bethsaida, quinque porticus habens Es ist aber in Jerusalem ein Schafteich, welcher auf hebräisch Bethsaida³ heißt, und fünf Hallen hat. Apostelgeschichte Apg 51 5 2 2 Die Sünde bestand darin, dass Ananias einen Teil der Verkaufssumme behielt und trotzdem vorgab, er lege den Gesamterlös zu den Füßen der Apostel. Es ist also ein Verbrechen der Lüge und der Heuchelei. Ananias will sich den Anschein besonderer Frömmigkeit und Uneigennützigkeit geben und die Kirche täuschen. Er will als einer erscheinen, der aus Liebe zu den Armen arm geworden ist und deshalb ein besonderes Anrecht auf die Fürsorge der Gemeinde hat. Ananias hatte auch das Gelübde der Armut gemacht, wie Chrys., Aug., Hier., Greg. u. a. annehmen. Hierfür spricht auch die Größe der Strafe. -Johannes Joh 50 5 2 3 Haus der Gnade. Nach dem griechischen Texte ist ein am Schaftor gelegener Teich, dessen eigentlicher Name nicht angeführt wird, der Schauplatz des Wunders. -Johannes Joh 50 5 3 In his jacebat multitudo magna languentium, cæcorum, claudorum, aridorum exspectantium aquæ motum. In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen, Schwachen,⁴ welche auf die Bewegung des Wassers warteten. +Johannes Joh 51 5 2 3 Haus der Gnade. Nach dem griechischen Texte ist ein am Schaftor gelegener Teich, dessen eigentlicher Name nicht angeführt wird, der Schauplatz des Wunders. +Johannes Joh 51 5 3 In his jacebat multitudo magna languentium, cæcorum, claudorum, aridorum exspectantium aquæ motum. In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen, Schwachen,⁴ welche auf die Bewegung des Wassers warteten. Apostelgeschichte Apg 51 5 3 Dixit autem Petrus: Anania, cur tentavit satanas cor tuum, mentiri te Spiritui sancto, et fraudare de pretio agri? Da sprach Petrus: Ananias! warum ließest du vom Satan dein Herz verleiten, dass du dem heiligen Geiste logest und von dem Erlöse des Ackers unterschlugest? -Johannes Joh 50 5 3 4 Dem allgemeinen Ausdruck Kranke werden besondere Arten von Kranken hinzugefügt. +Johannes Joh 51 5 3 4 Dem allgemeinen Ausdruck Kranke werden besondere Arten von Kranken hinzugefügt. Apostelgeschichte Apg 51 5 4 Nonne manens tibi manebat, et venundatum in tua erat potestate? Quare posuisti in corde tuo hanc rem? Non es mentitus hominibus, sed Deo. Blieb er nicht unverkauft dein eigen? und als er verkauft war, hattest du nicht Macht, mit dem Gelde zu tun, was du wolltest? Warum beschlossest du solche Tat in deinem Herzen? Nicht Menschen hast du gelogen, sondern Gott!³ -Johannes Joh 50 5 4 Angelus autem Domini descendebat secundum tempus in piscinam: et movebatur aqua. Et qui prior descendisset in piscinam post motionem aquæ, sanus fiebat a quacumque detinebatur infirmitate. Denn ein Engel des Herrn stieg zu Zeiten in den Teich hinab, und das Wasser kam in Bewegung. Wer nun zuerst nach der Bewegung des Wassers in den Teich hinabstieg, wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch behaftet sein mochte. +Johannes Joh 51 5 4 Angelus autem Domini descendebat secundum tempus in piscinam: et movebatur aqua. Et qui prior descendisset in piscinam post motionem aquæ, sanus fiebat a quacumque detinebatur infirmitate. Denn ein Engel des Herrn stieg zu Zeiten in den Teich hinab, und das Wasser kam in Bewegung. Wer nun zuerst nach der Bewegung des Wassers in den Teich hinabstieg, wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch behaftet sein mochte. Apostelgeschichte Apg 51 5 4 3 Ananias wusste durch die außerordentlichen Zeichen, dass die Apostel mit besonderer Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet waren. Darum ist die Täuschung nicht nur gegen die Apostel, sondern auch gegen den heiligen Geist versucht. Petrus erkannte im Heiligen Geiste die Sünde des Ananias und in der Sünde den Einfluss des Teufels. Ananias hatte den Einflüsterungen des Feindes Gottes nachgegeben. Diese Stelle ist ein Beweis für die Gottheit des Heil. Geistes (Athan., Greg. v. Nyss., Hier.). -Johannes Joh 50 5 5 Erat autem quidam homo ibi triginta et octo annos habens in infirmitate sua. Es war aber ein Mann daselbst, welcher seit achtunddreißig Jahren krank war.⁵ +Johannes Joh 51 5 5 Erat autem quidam homo ibi triginta et octo annos habens in infirmitate sua. Es war aber ein Mann daselbst, welcher seit achtunddreißig Jahren krank war.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 5 5 Audiens autem. Ananias hæc verba, cecidit, et exspiravit. Et factus est timor magnus super omnes, qui audierunt. Als Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder, und gab den Geist auf. Und große Furcht kam über alle, die es hörten.⁴ Apostelgeschichte Apg 51 5 5 4 Petrus spricht von der Schuld des Ananias, Gott selbst richtet den Schuldigen. Eine ähnliche Strafe hatte einst Achan getroffen. [Jos 7,1.25] Anstatt, dass Ananias und Saphira vom heil. Petrus nur durch den Bann von dem geistigen Leibe des Herrn getrennt wurden, griff Gottes Hand ein und trennte sie selbst von dem sichtbaren Leibe der Kirche. Dass Ananias und Saphira mit dem Leben des Leibes auch das Heil der Seele verloren, lässt sich aus der heil. Schrift nicht nachweisen. Zwar war der Tod nach dem Willen Gottes eine Strafe und trat zur Warnung für andere ein; aber dennoch konnte bei dem Worte des heil. Petrus so große Reue das Herz der Schuldigen ergreifen, dass sie vor der Hölle bewahrt blieben. (Orig., Aug., Isid., Petr. Damian) -Johannes Joh 50 5 5 5 Er war wohl gelähmt, doch lag er noch nicht 38 Jahre an dem Teiche. +Johannes Joh 51 5 5 5 Er war wohl gelähmt, doch lag er noch nicht 38 Jahre an dem Teiche. Apostelgeschichte Apg 51 5 6 Surgentes autem juvenes amoverunt eum, et efferentes sepelierunt. Da standen die Jünglinge auf, räumten ihn hinweg, trugen ihn hinaus, und begruben ihn.⁵ -Johannes Joh 50 5 6 Hunc cum vidisset Jesus jacentem, et cognovisset quia jam multum tempus haberet, dicit ei: Vis sanus fieri? Als Jesus diesen daliegen sah,⁶ und wusste, dass er bereits lange Zeit leide, sprach er zu ihm: Willst du gesund werden?⁷ +Johannes Joh 51 5 6 Hunc cum vidisset Jesus jacentem, et cognovisset quia jam multum tempus haberet, dicit ei: Vis sanus fieri? Als Jesus diesen daliegen sah,⁶ und wusste, dass er bereits lange Zeit leide, sprach er zu ihm: Willst du gesund werden?⁷ Apostelgeschichte Apg 51 5 6 5 Diese Eile, den Verstorbenen zu begraben entsprach der jüdischen Sitte. Vergl. [2Kön 9,34] -Johannes Joh 50 5 6 6 Wie [Joh 4,1] von der äußeren Erfahrung. Jesus wusste von vornherein, was er tun wollte. -Johannes Joh 50 5 6 7 Der Kranke glaubt vielleicht, Jesus wolle ihm hinabhelfen (Chrys., Cyr., Thom.), darum antwortet er nicht kurzweg bejahend. -Johannes Joh 50 5 7 Respondit ei languidus: Domine, hominem non habeo, ut cum turbata fuerit aqua, mittat me in piscinam: dum venio enim ego, alius ante me descendit. Der Kranke antwortete ihm: Herr!⁸ ich habe keinen Menschen, der mich, wenn das Wasser in Wallung kommt, in den Teich brächte; denn während ich komme, steigt ein anderer vor mir hinab.⁹ +Johannes Joh 51 5 6 6 Wie [Joh 4,1] von der äußeren Erfahrung. Jesus wusste von vornherein, was er tun wollte. +Johannes Joh 51 5 6 7 Der Kranke glaubt vielleicht, Jesus wolle ihm hinabhelfen (Chrys., Cyr., Thom.), darum antwortet er nicht kurzweg bejahend. +Johannes Joh 51 5 7 Respondit ei languidus: Domine, hominem non habeo, ut cum turbata fuerit aqua, mittat me in piscinam: dum venio enim ego, alius ante me descendit. Der Kranke antwortete ihm: Herr!⁸ ich habe keinen Menschen, der mich, wenn das Wasser in Wallung kommt, in den Teich brächte; denn während ich komme, steigt ein anderer vor mir hinab.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 5 7 Factum est autem quasi horarum trium spatium, et uxor ipsius, nesciens quod factum fuerat, introivit. Es vergingen aber etwa drei Stunden, da kam auch sein Weib herein,⁶ ohne zu wissen, was geschehen war. Apostelgeschichte Apg 51 5 7 6 Ihr Eintritt war eine stillschweigende Frage, wo ihr Mann sei. -Johannes Joh 50 5 7 8 Wie [Joh 4,11]. -Johannes Joh 50 5 7 9 Die Erzählung ist durchaus verschieden von [Mt 9,6, Mk 2,9.11]. Der Kranke, der bis dahin keinen Helfer gefunden, ist das Bild der Menschheit, die durch Jahrtausende des Erlösers harrt, unfähig sich selbst zu helfen. +Johannes Joh 51 5 7 8 Wie [Joh 4,11]. +Johannes Joh 51 5 7 9 Die Erzählung ist durchaus verschieden von [Mt 9,6, Mk 2,9.11]. Der Kranke, der bis dahin keinen Helfer gefunden, ist das Bild der Menschheit, die durch Jahrtausende des Erlösers harrt, unfähig sich selbst zu helfen. Apostelgeschichte Apg 51 5 8 Dixit autem ei Petrus: Dic mihi mulier, si tanti agrum vendidistis? At illa dixit: Etiam tanti. Und Petrus sprach zu ihr: Sage mir, Weib! habt ihr den Acker um diesen Preis verkauft?⁷ Sie sagte: Ja, um diesen. -Johannes Joh 50 5 8 Dicit ei Jesus: Surge, tolle grabatum tuum, et ambula. Da sprach Jesus zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett, und wandle! +Johannes Joh 51 5 8 Dicit ei Jesus: Surge, tolle grabatum tuum, et ambula. Da sprach Jesus zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett, und wandle! Apostelgeschichte Apg 51 5 8 7 Petrus hat sie nicht vorgerufen, so ist ihr also Zeit zur Sinnesänderung gelassen (Ökum.). Der Apostel weist auf das noch daliegende Geld. Seine Frage soll ihr Gelegenheit geben zu einem freimütigen Geständnis; doch leider benutzt sie diese nicht. Apostelgeschichte Apg 51 5 9 Petrus autem ad eam: Quid utique convenit vobis tentare Spiritum Domini? Ecce pedes eorum, qui sepelierunt virum tuum ad ostium, et efferent te. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr miteinander übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen?⁸ Siehe die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Türe, und werden auch dich hinaustragen. -Johannes Joh 50 5 9 Et statim sanus factus est homo ille: et sustulit grabatum suum, et ambulabat. Erat autem sabbatum in die illo. Und sogleich ward der Mann gesund; und er nahm sein Bett, und wandelte. Es war aber Sabbat an jenem Tage.¹⁰ +Johannes Joh 51 5 9 Et statim sanus factus est homo ille: et sustulit grabatum suum, et ambulabat. Erat autem sabbatum in die illo. Und sogleich ward der Mann gesund; und er nahm sein Bett, und wandelte. Es war aber Sabbat an jenem Tage.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 5 9 8 Das Versuchen bestand darin, dass sie es darauf ankommen ließ, ob der in dem Apostel wohnende Heil. Geist wirklich die Geheimnisse der Herzen kennt. In prophetischer Erleuchtung sagt der heil. Petrus ihr ihr Schicksal vorher, keineswegs aber verhängt er diese Strafe nach seinem oder der Kirche Urteil. -Johannes Joh 50 5 9 10 Dies wird wegen der nachfolgenden Ereignisse erwähnt. -Johannes Joh 50 5 10 Dicebant ergo Judæi illi, qui sanatus fuerat: Sabbatum est, non licet tibi tollere grabatum tuum. Da sprachen die Juden zu dem, der geheilt worden war: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, dein Bett zu tragen!¹¹ +Johannes Joh 51 5 9 10 Dies wird wegen der nachfolgenden Ereignisse erwähnt. +Johannes Joh 51 5 10 Dicebant ergo Judæi illi, qui sanatus fuerat: Sabbatum est, non licet tibi tollere grabatum tuum. Da sprachen die Juden zu dem, der geheilt worden war: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, dein Bett zu tragen!¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 5 10 Confestim cecidit ante pedes ejus, et exspiravit. Intrantes autem juvenes invenerunt illam mortuam: et extulerunt, et sepelierunt ad virum suum. Alsbald fiel sie zu seinen Füßen nieder, und gab den Geist auf. Als aber die Jünglinge hereinkamen, fanden sie dieselbe tot, trugen sie hinaus, und begruben sie neben ihrem Manne. -Johannes Joh 50 5 10 11 Das Sabbatgesetz ist [Ex 20,8-11, Ex 31,13-17] aufgezeichnet. Die Rabbiner hatten die Beobachtung desselben mit 1279 Regeln umgeben. Die Juden fragen nicht nach der Heilung, sondern einzig nach der vermeintlichen Verletzung des Sabbats. -Johannes Joh 50 5 11 Respondit eis: Qui me sanum fecit, ille mihi dixit: Tolle grabatum tuum, et ambula. Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm dein Bett, und wandle!¹² +Johannes Joh 51 5 10 11 Das Sabbatgesetz ist [Ex 20,8-11, Ex 31,13-17] aufgezeichnet. Die Rabbiner hatten die Beobachtung desselben mit 1279 Regeln umgeben. Die Juden fragen nicht nach der Heilung, sondern einzig nach der vermeintlichen Verletzung des Sabbats. +Johannes Joh 51 5 11 Respondit eis: Qui me sanum fecit, ille mihi dixit: Tolle grabatum tuum, et ambula. Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm dein Bett, und wandle!¹² Apostelgeschichte Apg 51 5 11 Et factus est timor magnus in universa ecclesia, et in omnes, qui audierunt hæc. Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde, und über alle, die dies hörten.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 5 11 9 Die Furcht erfasste auch diejenigen, welche außerhalb der christlichen Gemeinde standen. Hier tritt uns zum ersten Male die Gemeinde der Gläubigen, die christliche Gemeinde in Jerusalem, als Gemeinde, Kirche entgegen. Jetzt führt sie den Namen, den bis dahin die Gemeinde Israels getragen. Vergl. nach der Sept. [Dtn 18,16, Dtn 23,1, Ps 21, Ps 33, Ps 34,18] -Johannes Joh 50 5 11 12 Der Geheilte beruft sich auf das Ansehen dessen, der ihn wunderbar geheilt, also nur von Gott sein konnte. Ein solcher musste das Recht haben, von einem Verbote der Rabbinen zu dispensieren. +Johannes Joh 51 5 11 12 Der Geheilte beruft sich auf das Ansehen dessen, der ihn wunderbar geheilt, also nur von Gott sein konnte. Ein solcher musste das Recht haben, von einem Verbote der Rabbinen zu dispensieren. Apostelgeschichte Apg 51 5 12 Per manus autem Apostolorum fiebant signa, et prodigia multa in plebe. Et erant unanimiter omnes in porticu Salomonis. Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volke. Und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomons.¹⁰ -Johannes Joh 50 5 12 Interrogaverunt ergo eum: Quis est ille homo, qui dixit tibi, Tolle grabatum tuum, et ambula. Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch,¹³ der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett, und wandle? +Johannes Joh 51 5 12 Interrogaverunt ergo eum: Quis est ille homo, qui dixit tibi, Tolle grabatum tuum, et ambula. Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch,¹³ der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett, und wandle? Apostelgeschichte Apg 51 5 12 10 Der Verfasser nimmt die [Apg 4,32] begonnene Schilderung des Lebens der ersten Christen wieder auf. Das Ansehen der Kirche wächst durch die Zeichen und Wunder, welches die Apostel wirken. [Apg 4,30] Über die Halle Salomons siehe [Apg 3,Anm.17]. -Johannes Joh 50 5 12 13 Verächtlich. -Johannes Joh 50 5 13 Is autem, qui sanus fuerat effectus, nesciebat quis esset. Jesus enim declinavit a turba constituta in loco. Der Geheilte aber wusste nicht, wer es war; denn Jesus war der Volksmenge ausgewichen, die sich an dem Orte befand.¹⁴ +Johannes Joh 51 5 12 13 Verächtlich. +Johannes Joh 51 5 13 Is autem, qui sanus fuerat effectus, nesciebat quis esset. Jesus enim declinavit a turba constituta in loco. Der Geheilte aber wusste nicht, wer es war; denn Jesus war der Volksmenge ausgewichen, die sich an dem Orte befand.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 5 13 Ceterorum autem nemo audebat se conjungere illis: sed magnificabat eos populus. Von den andern jedoch wagte es keiner, sich zu ihnen zu gesellen;¹¹ das Volk aber pries sie hoch. Apostelgeschichte Apg 51 5 13 11 Sie bildeten eine geschlossene Gemeinde. Wer nicht zu ihnen gehörte, wagte nicht sich unter sie zu drängen, dies verhinderte die Ehrfurcht, wie V. 13 zeigt. -Johannes Joh 50 5 13 14 Der Herr ging fort, damit das Zeugnis des Geheilten weniger Verdacht erregte, denn wenn der Wohltäter nicht anwesend war, konnte der Geheilte freier sprechen (Chrys.). -Johannes Joh 50 5 14 Postea invenit eum Jesus in templo, et dixit illi: Ecce sanus factus es: jam noli peccare, ne deterius tibi aliquid contingat. Darnach fand ihn Jesus im Tempel,¹⁵ und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre!¹⁶ +Johannes Joh 51 5 13 14 Der Herr ging fort, damit das Zeugnis des Geheilten weniger Verdacht erregte, denn wenn der Wohltäter nicht anwesend war, konnte der Geheilte freier sprechen (Chrys.). +Johannes Joh 51 5 14 Postea invenit eum Jesus in templo, et dixit illi: Ecce sanus factus es: jam noli peccare, ne deterius tibi aliquid contingat. Darnach fand ihn Jesus im Tempel,¹⁵ und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre!¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 5 14 Magis autem augebatur credentium in Domino multitudo virorum, ac mulierum, Und die Menge der Männer und Weiber, die an den Herrn glaubten, nahm mehr und mehr zu, [Apg 2,47, Apg 11,24] -Johannes Joh 50 5 14 15 Wohl an demselben Tage. -Johannes Joh 50 5 14 16 Eine schlimmere Krankheit und ewige Strafen. +Johannes Joh 51 5 14 15 Wohl an demselben Tage. +Johannes Joh 51 5 14 16 Eine schlimmere Krankheit und ewige Strafen. Apostelgeschichte Apg 51 5 15 Ita ut in plateas ejicerent infirmos, et ponerent in lectulis ac grabatis, ut, veniente Petro, saltem umbra illius obumbraret quemquam illorum, et liberarentur ab infirmitatibus suis. so dass sie die Kranken auf die Straßen heraustrugen, und auf Betten und Tragbahren legten, damit, wenn Petrus¹² käme, wenigstens sein Schatten jemanden von ihnen überschattete, und sie von ihren Krankheiten befreit würden. -Johannes Joh 50 5 15 Abiit ille homo, et nuntiavit Judæis quia Jesus esset, qui fecit eum sanum. Da ging jener Mann hin, und meldete den Juden, dass Jesus es sei, der ihn gesund gemacht habe.¹⁷ +Johannes Joh 51 5 15 Abiit ille homo, et nuntiavit Judæis quia Jesus esset, qui fecit eum sanum. Da ging jener Mann hin, und meldete den Juden, dass Jesus es sei, der ihn gesund gemacht habe.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 5 15 12 Dies beweist zwar nicht, dass Petrus allein die Wundermacht besaß, wohl aber, dass sein Ansehen so groß war, dass man glaubte, auch im Wirken von Wundern stehe er den übrigen voran. Das Heraustragen auf die Straße ist ein Beweis der Lebendigkeit und Kraft ihres Glaubens (Chrys., Aug.), der nicht ohne Belohnung bleibt. -Johannes Joh 50 5 15 17 Das Ansehen des Heilandes steht ihm höher als das der Juden und er sucht es nachträglich geltend zu machen. -Johannes Joh 50 5 16 Propterea persequebantur Judæi Jesum, quia hæc faciebat in sabbato. Darum¹⁸ verfolgten¹⁹ die Juden Jesus, weil er dieses²⁰ an einem Sabbate getan hatte. +Johannes Joh 51 5 15 17 Das Ansehen des Heilandes steht ihm höher als das der Juden und er sucht es nachträglich geltend zu machen. +Johannes Joh 51 5 16 Propterea persequebantur Judæi Jesum, quia hæc faciebat in sabbato. Darum¹⁸ verfolgten¹⁹ die Juden Jesus, weil er dieses²⁰ an einem Sabbate getan hatte. Apostelgeschichte Apg 51 5 16 Concurrebat autem et multitudo vicinarum civitatum Jerusalem, afferentes ægros, et vexatos a spiritibus immundis: qui curabantur omnes. Es strömten aber auch viele Menschen aus den umliegenden Städten nach Jerusalem zusammen, und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte dahin, welche alle geheilt wurden.¹³ Apostelgeschichte Apg 51 5 16 13 In den von bösen Geistern Besessenen hatte die Apostel bereits früher die Kraft des Namens Jesu erfahren. [Lk 10,17] -Johannes Joh 50 5 16 18 Jetzt hatten sie erfahren, wer den Befehl gegeben, das Bett zu tragen. -Johannes Joh 50 5 16 19 Von dem Augenblick an fortgesetzt, bis sie ihr Ziel erreichten. -Johannes Joh 50 5 16 20 Besonders die Krankenheilung und der Befehl, das Bett zu tragen. -Johannes Joh 50 5 17 Jesus autem respondit eis: Pater meus usque modo operatur, et ego operor. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bis zur Stunde, und auch ich wirke.²¹ +Johannes Joh 51 5 16 18 Jetzt hatten sie erfahren, wer den Befehl gegeben, das Bett zu tragen. +Johannes Joh 51 5 16 19 Von dem Augenblick an fortgesetzt, bis sie ihr Ziel erreichten. +Johannes Joh 51 5 16 20 Besonders die Krankenheilung und der Befehl, das Bett zu tragen. +Johannes Joh 51 5 17 Jesus autem respondit eis: Pater meus usque modo operatur, et ego operor. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bis zur Stunde, und auch ich wirke.²¹ Apostelgeschichte Apg 51 5 17 Exsurgens autem princeps sacerdotum, et omnes, qui cum illo erant, (quæ est hæresis Sadducæorum) repleti sunt zelo: Da erhob sich¹⁴ der Hohepriester¹⁵ und alle, die es mit ihm hielten (nämlich die Sekte der Sadducäer),¹⁶ und wurden voll Zorneifers; Apostelgeschichte Apg 51 5 17 14 D. i.: Trat feindselig auf. Vergl. [Apg 6,9, Apg 23,9] Apostelgeschichte Apg 51 5 17 15 Wohl Annas. [Apg 4,6] Apostelgeschichte Apg 51 5 17 16 Annas gehörte zur Partei der Sadducäer. Siehe [Mt 3,Anm.13], welche gegen Jesus und sein Werk besonders feindlich gesinnt war, weil sie die Auferstehung leugneten. -Johannes Joh 50 5 17 21 Gott wirkt fort und fort, indem er das Geschaffene erhält und regiert, und wirkt in seinen Veranstaltungen für das Heil der Menschen. So ruht Gott in seiner Tätigkeit und ist tätig in seiner Ruhe. Der Heiland gibt gleichzeitig zu erkennen, dass er als mit dem Vater gleichwesentlicher Gott an das für die Menschen gegebene Gesetz nicht gebunden sei. Dass er gleichwesentlich mit Gott, beweist der dadurch, dass ihm die gleiche Tätigkeit zukommt, denn die Tätigkeit entspricht der Natur jedes Wesens. -Johannes Joh 50 5 18 Propterea ergo magis quærebant eum Judæi interficere: quia non solum solvebat sabbatum, sed et Patrem suum dicebat Deum, æqualem se faciens Deo. Respondit itaque Jesus, et dixit eis: Deshalb also trachteten die Juden noch viel mehr,²² ihn zu töten,²³ weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte, sich Gott gleichstellend.²⁴ Jesus antwortete daher, und sprach zu ihnen: +Johannes Joh 51 5 17 21 Gott wirkt fort und fort, indem er das Geschaffene erhält und regiert, und wirkt in seinen Veranstaltungen für das Heil der Menschen. So ruht Gott in seiner Tätigkeit und ist tätig in seiner Ruhe. Der Heiland gibt gleichzeitig zu erkennen, dass er als mit dem Vater gleichwesentlicher Gott an das für die Menschen gegebene Gesetz nicht gebunden sei. Dass er gleichwesentlich mit Gott, beweist der dadurch, dass ihm die gleiche Tätigkeit zukommt, denn die Tätigkeit entspricht der Natur jedes Wesens. +Johannes Joh 51 5 18 Propterea ergo magis quærebant eum Judæi interficere: quia non solum solvebat sabbatum, sed et Patrem suum dicebat Deum, æqualem se faciens Deo. Respondit itaque Jesus, et dixit eis: Deshalb also trachteten die Juden noch viel mehr,²² ihn zu töten,²³ weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte, sich Gott gleichstellend.²⁴ Jesus antwortete daher, und sprach zu ihnen: Apostelgeschichte Apg 51 5 18 Et injecerunt manus in Apostolos, et posuerunt eos in custodia publica. und sie legten Hand an die Apostel, und setzten sie in das öffentliche Gefängnis. -Johannes Joh 50 5 18 22 Ein neuer Grund, seinen Tod zu suchen: Gotteslästerung [Lev 24,16] -Johannes Joh 50 5 18 23 Hier tritt ein Wendepunkt ein. Der verblendete Hass und der falsche Eifer führen schon jetzt zu dem Gedanken, den Herrn zu töten. -Johannes Joh 50 5 18 24 Im eigensten Sinne. Der Heiland hat sich Sohn Gottes genannt, weil er es war, also hat er nicht gelästert. Dies beweist Jesus jetzt und reinigt sich so von beiden ihm gemachten Vorwürfen. +Johannes Joh 51 5 18 22 Ein neuer Grund, seinen Tod zu suchen: Gotteslästerung [Lev 24,16] +Johannes Joh 51 5 18 23 Hier tritt ein Wendepunkt ein. Der verblendete Hass und der falsche Eifer führen schon jetzt zu dem Gedanken, den Herrn zu töten. +Johannes Joh 51 5 18 24 Im eigensten Sinne. Der Heiland hat sich Sohn Gottes genannt, weil er es war, also hat er nicht gelästert. Dies beweist Jesus jetzt und reinigt sich so von beiden ihm gemachten Vorwürfen. Apostelgeschichte Apg 51 5 19 Angelus autem Domini per noctem aperiens januas carceris, et educens eos, dixit: Ein Engel des Herrn aber öffnete in der Nacht die Türen des Gefängnisses, führte sie hinaus,¹⁷ und sprach: -Johannes Joh 50 5 19 Amen, amen dico vobis: non potest Filius a se facere quidquam, nisi quod viderit Patrem facientem: quæcumque enim ille fecerit, hæc et Filius similiter facit. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts aus sich tun, außer was er den Vater tun sieht; denn alles, was dieser tut, das tut auch der Sohn gleicher Weise.²⁵ +Johannes Joh 51 5 19 Amen, amen dico vobis: non potest Filius a se facere quidquam, nisi quod viderit Patrem facientem: quæcumque enim ille fecerit, hæc et Filius similiter facit. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts aus sich tun, außer was er den Vater tun sieht; denn alles, was dieser tut, das tut auch der Sohn gleicher Weise.²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 5 19 17 Wozu diese wunderbare Befreiung, da die Apostel doch bald wieder in das Gefängnis geworfen wurden? Gott will ihnen ein Zeichen geben, dass alles, was ihnen widerfährt, Gefangenschaft und Befreiung, reden und Schweigen usw. von seiner ewigen Weisheit geordnet werde. Gleichzeitig wird dem hohen Rate dadurch offenbar, dass er aus sich selbst ohnmächtig ist und der Herr der Kirche das Martyrium der Seinen nur zulässt, soweit es den Absichten Gottes zur Vermehrung seiner Verherrlichung und der Rettung der Seelen entspricht. -Johannes Joh 50 5 19 25 Jesus bestätigt den Juden (der heil. Johannes bezeichnet mit diesem Namen die Bewohner von Judäa, besonders die Mitglieder des hohen Rates und die Pharisäer) feierlich die Wahrheit seiner Aussage, und zwar in dem Sinne, in welchem sie dieselbe verstanden hatten, dass er dem Vater gleich wesentlich sei (V. 18). Der Herr lässt, soweit menschliche Worte das Geheimnis auszudrücken vermögen, sein gottmenschliches Selbstbewusstsein klarer hervortreten (V. 19 33). Seine Zuhörer, die Theologen Israels (V. 33 35), sollen und können sein Zeugnis verstehen. (V. 36) Ihnen waren die heil. Schriften anvertraut (V. 37 39), so dass nicht die Unmöglichkeit der Erkenntnis (V. 32 -36), sondern nur böser Wille (V. 40), erzeugt und genährt durch den Hochmut (V. 41 44), sie zum Glauben (V. 45 47) und zur Liebe Gottes (V. 42) unfähig macht. Im vorliegenden Verse spricht der Heiland nicht von dem, was die menschliche Natur nicht aus sich vermag ([Joh 6,19] auf dem Wasser wandeln), noch von der menschlichen Natur, soweit sie mit der Gottheit verbunden ist (denn an der Schöpfung nahm jene nicht teil), sondern von der göttlichen Natur und der gleichen Tätigkeit mit dem Vater. Die Worte: Das tut der Sohn auf gleiche Weise, besagen drei Dinge: Der Sohn tut alles, was der Vater tut, ohne Ausnahme, nichts anderes (was das), gleich vollkommen (gleicher Weise.) (Thom.) -Johannes Joh 50 5 20 Pater enim diligit Filium, et omnia demonstrat ei, quæ ipse facit: et majora his demonstrabit ei opera, ut vos miremini. Denn der Vater liebt den Sohn,²⁶ und zeigt ihm alles, was er selbst tut;²⁷ und er wird ihm noch größere Werke²⁸ als diese zeigen, dass ihr staunen werdet.²⁹ +Johannes Joh 51 5 19 25 Jesus bestätigt den Juden (der heil. Johannes bezeichnet mit diesem Namen die Bewohner von Judäa, besonders die Mitglieder des hohen Rates und die Pharisäer) feierlich die Wahrheit seiner Aussage, und zwar in dem Sinne, in welchem sie dieselbe verstanden hatten, dass er dem Vater gleich wesentlich sei (V. 18). Der Herr lässt, soweit menschliche Worte das Geheimnis auszudrücken vermögen, sein gottmenschliches Selbstbewusstsein klarer hervortreten (V. 19 33). Seine Zuhörer, die Theologen Israels (V. 33 35), sollen und können sein Zeugnis verstehen. (V. 36) Ihnen waren die heil. Schriften anvertraut (V. 37 39), so dass nicht die Unmöglichkeit der Erkenntnis (V. 32 -36), sondern nur böser Wille (V. 40), erzeugt und genährt durch den Hochmut (V. 41 44), sie zum Glauben (V. 45 47) und zur Liebe Gottes (V. 42) unfähig macht. Im vorliegenden Verse spricht der Heiland nicht von dem, was die menschliche Natur nicht aus sich vermag ([Joh 6,19] auf dem Wasser wandeln), noch von der menschlichen Natur, soweit sie mit der Gottheit verbunden ist (denn an der Schöpfung nahm jene nicht teil), sondern von der göttlichen Natur und der gleichen Tätigkeit mit dem Vater. Die Worte: Das tut der Sohn auf gleiche Weise, besagen drei Dinge: Der Sohn tut alles, was der Vater tut, ohne Ausnahme, nichts anderes (was das), gleich vollkommen (gleicher Weise.) (Thom.) +Johannes Joh 51 5 20 Pater enim diligit Filium, et omnia demonstrat ei, quæ ipse facit: et majora his demonstrabit ei opera, ut vos miremini. Denn der Vater liebt den Sohn,²⁶ und zeigt ihm alles, was er selbst tut;²⁷ und er wird ihm noch größere Werke²⁸ als diese zeigen, dass ihr staunen werdet.²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 5 20 Ite, et stantes loquimini in templo plebi omnia verba vitæ hujus. Gehet hin, tretet im Tempel auf,¹⁸ und sprechet zu dem Volke alle Worte dieses Lebens!¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 5 20 18 Tretet kühn auf. Apostelgeschichte Apg 51 5 20 19 Dieses Lebens: des Lebens in Christus, welches von ihm geweckt wird und zum ewigen Leben führt. Vergl. [Joh 6,69] -Johannes Joh 50 5 20 26 Die Mitteilung der Natur findet zwar mit unendlicher Liebe statt, aber geht nicht aus derselben als Ursache hervor. (Thom.) Göttliche Natur, Liebe und Tätigkeit sind im Vater und im Sohn die gleichen. -Johannes Joh 50 5 20 27 Wie Jesus das Verhältnis des Sohnes zum Vater durch das Wort sehen ausdrückt, so jenes des Vaters zum Sohne durch zeigen, sehen lassen. Es sind aus den menschlichen Verhältnissen entlehnte Ausdrücke eines eigenartigen Verhältnisses, in welchem der Vater zu dem aus seiner Wesenheit gezeugten und ihm wesensgleichen Sohne steht. -Johannes Joh 50 5 20 28 Nicht wie der Lehrer dem Schüler zeigt der Vater, sondern wie Gott, d. i. er teilt ihm die Kenntnis aller seiner Werke mit, der Vater erzeugt den Sohn (Aug.). Man kann also auch fachgemäß das Zeigen mit dem Geben, Mitteilen erklären. Mit der göttlichen Wesenheit hat der Vater dem Sohne auch die Macht gegeben, die Werke die Vaters zu tun. -Johannes Joh 50 5 20 29 Welche, zeigt das Folgende bis V. 30: Die Auferweckung des Lazarus und anderer (Tert., Chrys., Cyr.), oder die allgemeine Auferstehung (Aug., Bed., Thom.) mit dem Gerichte oder beides, da einzelne Auferweckungen nur Vorzeichen und Unterpfänder der allgemeinen Auferstehung sind. Da das Zeigen ein ewiges ist, kann der Sinn nicht sein: Dem Sohne als göttlichen Erlöser wird etwas ihm bisher Unbekanntes gezeigt werden, sondern man muss entweder an die menschliche Natur des Herrn denken, oder, wenn man die Worte auf die göttliche Natur bezieht, sagen: den Menschen wird offenbar werden, welche Werke der Vater dem Sohne gezeigt hat (Aug., Thom.). -Johannes Joh 50 5 21 Sicut enim Pater suscitat mortuos, et vivificat: sic et Filius, quos vult, vivificat. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.³⁰ +Johannes Joh 51 5 20 26 Die Mitteilung der Natur findet zwar mit unendlicher Liebe statt, aber geht nicht aus derselben als Ursache hervor. (Thom.) Göttliche Natur, Liebe und Tätigkeit sind im Vater und im Sohn die gleichen. +Johannes Joh 51 5 20 27 Wie Jesus das Verhältnis des Sohnes zum Vater durch das Wort sehen ausdrückt, so jenes des Vaters zum Sohne durch zeigen, sehen lassen. Es sind aus den menschlichen Verhältnissen entlehnte Ausdrücke eines eigenartigen Verhältnisses, in welchem der Vater zu dem aus seiner Wesenheit gezeugten und ihm wesensgleichen Sohne steht. +Johannes Joh 51 5 20 28 Nicht wie der Lehrer dem Schüler zeigt der Vater, sondern wie Gott, d. i. er teilt ihm die Kenntnis aller seiner Werke mit, der Vater erzeugt den Sohn (Aug.). Man kann also auch fachgemäß das Zeigen mit dem Geben, Mitteilen erklären. Mit der göttlichen Wesenheit hat der Vater dem Sohne auch die Macht gegeben, die Werke die Vaters zu tun. +Johannes Joh 51 5 20 29 Welche, zeigt das Folgende bis V. 30: Die Auferweckung des Lazarus und anderer (Tert., Chrys., Cyr.), oder die allgemeine Auferstehung (Aug., Bed., Thom.) mit dem Gerichte oder beides, da einzelne Auferweckungen nur Vorzeichen und Unterpfänder der allgemeinen Auferstehung sind. Da das Zeigen ein ewiges ist, kann der Sinn nicht sein: Dem Sohne als göttlichen Erlöser wird etwas ihm bisher Unbekanntes gezeigt werden, sondern man muss entweder an die menschliche Natur des Herrn denken, oder, wenn man die Worte auf die göttliche Natur bezieht, sagen: den Menschen wird offenbar werden, welche Werke der Vater dem Sohne gezeigt hat (Aug., Thom.). +Johannes Joh 51 5 21 Sicut enim Pater suscitat mortuos, et vivificat: sic et Filius, quos vult, vivificat. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 5 21 Qui cum audissent, intraverunt diluculo in templum, et docebant. Adveniens autem princeps sacerdotum, et qui cum eo erant, convocaverunt concilium, et omnes seniores filiorum Israel: et miserunt ad carcerem ut adducerentur. Als sie dies gehört hatten, gingen sie bei Tagesanbruch in den Tempel, und lehrten. Da aber der Hohepriester kam, und die mit ihm waren, beriefen sie den hohen Rat und alle Ältesten der Kinder Israels,²⁰ und sandten in das Gefängnis, dass sie vorgeführt würden. Apostelgeschichte Apg 51 5 21 20 Der gesamte hohe Rat versammelt sich. Die Juden fühlen bereits die Bedeutung des Kampfes gegen die Apostel. -Johannes Joh 50 5 21 30 Eine doppelte Auslegung ist möglich, jede gut begründet. Es ist die Rede vom leiblichen Leben und Tode (Chrys., Cyr., Hil., Thom.). Hierfür spricht V. 26 und V. 28 und die Verbindung der Auferweckung mit dem Gerichte. Oder: Der Heiland spricht von dem übernatürlichen Leben der Gnade und Herrlichkeit und dem Tode der Sünde (Aug.). V. 24 heißt dieses übernatürliche Leben das ewige Leben, das jeder hat, der an Christus glaubt und wird V. 24 und 29 dem Gerichte entgegengestellt. V. 26 scheint mit [Joh 1,4], V. 24 mit [Joh 3,16-18] parallel. Dem Sohne ist gleiche Ehre zu erweisen wie dem Vater. -Johannes Joh 50 5 22 Neque enim Pater judicat quemquam: sed omne judicium dedit Filio, Denn der³¹ Vater richtet niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohne übergeben,³² +Johannes Joh 51 5 21 30 Eine doppelte Auslegung ist möglich, jede gut begründet. Es ist die Rede vom leiblichen Leben und Tode (Chrys., Cyr., Hil., Thom.). Hierfür spricht V. 26 und V. 28 und die Verbindung der Auferweckung mit dem Gerichte. Oder: Der Heiland spricht von dem übernatürlichen Leben der Gnade und Herrlichkeit und dem Tode der Sünde (Aug.). V. 24 heißt dieses übernatürliche Leben das ewige Leben, das jeder hat, der an Christus glaubt und wird V. 24 und 29 dem Gerichte entgegengestellt. V. 26 scheint mit [Joh 1,4], V. 24 mit [Joh 3,16-18] parallel. Dem Sohne ist gleiche Ehre zu erweisen wie dem Vater. +Johannes Joh 51 5 22 Neque enim Pater judicat quemquam: sed omne judicium dedit Filio, Denn der³¹ Vater richtet niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohne übergeben,³² Apostelgeschichte Apg 51 5 22 Cum autem venissent ministri, et aperto carcere non invenissent illos, reversi nuntiaverunt, Als aber die Diener hinkamen, und das Gefängnis öffneten, und sie nicht fanden, kehrten sie zurück, und berichteten es, -Johannes Joh 50 5 22 31 Begründung zu: macht lebendig. -Johannes Joh 50 5 22 32 Der Heiland spricht wohl hier nicht von der Macht des Gerichthaltens an sich, sondern von der Befugnis der Ausübung der göttlichen Richtergewalt, die dem Sohne ausschließlich übertragen wurde, weil er Mensch ward, und als solcher die Menschen erlöst hat. Da er allen die Möglichkeit geboten hat, das Leben zu haben, steht es ihm zu, die Lebendigen und die Toten zu richten. -Johannes Joh 50 5 23 Ut omnes honorificent Filium, sicut honorificant Patrem: qui non honorificat Filium, non honorificat Patrem, qui misit illum. damit alle den Sohn ehren, ebenso³³ wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, ehret auch den Vater nicht, welcher ihn gesandt hat. +Johannes Joh 51 5 22 31 Begründung zu: macht lebendig. +Johannes Joh 51 5 22 32 Der Heiland spricht wohl hier nicht von der Macht des Gerichthaltens an sich, sondern von der Befugnis der Ausübung der göttlichen Richtergewalt, die dem Sohne ausschließlich übertragen wurde, weil er Mensch ward, und als solcher die Menschen erlöst hat. Da er allen die Möglichkeit geboten hat, das Leben zu haben, steht es ihm zu, die Lebendigen und die Toten zu richten. +Johannes Joh 51 5 23 Ut omnes honorificent Filium, sicut honorificant Patrem: qui non honorificat Filium, non honorificat Patrem, qui misit illum. damit alle den Sohn ehren, ebenso³³ wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, ehret auch den Vater nicht, welcher ihn gesandt hat. Apostelgeschichte Apg 51 5 23 Dicentes: Carcerem quidem invenimus clausum cum omni diligentia, et custodes stantes ante januas: aperientes autem neminem intus invenimus. indem sie sagten: Das Gefängnis fanden wir zwar mit aller Sorgfalt²¹ verschlossen, und die Wächter vor den Türen stehend; als wir es aber öffneten, fanden wir niemand darin. Apostelgeschichte Apg 51 5 23 21 Es fand sich keine Spur einer Gewalttat. Diesen Sinn bietet der griechische Text noch klarer: sie fanden das Gefängnis in aller Sicherheit verschlossen. -Johannes Joh 50 5 23 33 Nicht weniger (Cyr., Al., Azh., Hil., Aug.). Wegen der Macht der Wiederbelebung und des Gerichthaltens, da diese Tätigkeit göttliche Macht bekundet. Wer den Sohn nicht ehrt, ist kein Diener Gottes. +Johannes Joh 51 5 23 33 Nicht weniger (Cyr., Al., Azh., Hil., Aug.). Wegen der Macht der Wiederbelebung und des Gerichthaltens, da diese Tätigkeit göttliche Macht bekundet. Wer den Sohn nicht ehrt, ist kein Diener Gottes. Apostelgeschichte Apg 51 5 24 Ut autem audierunt hos sermones magistratus templi, et principes sacerdotum, ambigebant de illis quidnam fieret. Als nun der Tempelhauptmann und die Hohenpriester diese Reden hörten, wurden sie wegen derselben ratlos, was wohl daraus werden sollte.²² -Johannes Joh 50 5 24 Amen, amen dico vobis, quia qui verbum meum audit, et credit ei, qui misit me, habet vitam æternam, et in judicium non venit, sed transiit a morte in vitam. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört,³⁴ und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben,³⁵ und kommt nicht in's Gericht,³⁶ sondern ist vom Tode zum Leben übergegangen!³⁷ +Johannes Joh 51 5 24 Amen, amen dico vobis, quia qui verbum meum audit, et credit ei, qui misit me, habet vitam æternam, et in judicium non venit, sed transiit a morte in vitam. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört,³⁴ und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben,³⁵ und kommt nicht in's Gericht,³⁶ sondern ist vom Tode zum Leben übergegangen!³⁷ Apostelgeschichte Apg 51 5 24 22 Sie fragten sich, welchen Ausgang wohl eine Sache nehmen werde, gegen die solche Vorsichtsmaßregeln umsonst waren. -Johannes Joh 50 5 24 34 Zunächst verlangt der Herr das Hören. Aus seinen Worten und den begleitenden Wundern soll dann der Glaube folgen, vermöge des Schlusses: Wer so lehrt und so wirkt, ist von Gott gesendet. Nicht meinen Worten allein, aber dem glaubet, der mich gesandt hat. Der Unglaube ist eine Sünde gegen den Vater, der den Glauben mit dem ewigen Leben belohnt, jetzt in Hoffnung und Anrecht, einst im Besitze selbst. -Johannes Joh 50 5 24 35 Die Grundlage zur Auferstehung zum ewigen Leben ist das auf den Glauben hin in der Rechtfertigung eingegossene neue Leben der heiligmachenden Gnade. -Johannes Joh 50 5 24 36 Im strengsten Sinne kommt nur der in's Gericht, der angeklagt wird und die Verdammnis zu befürchten hat. Vergl. [Joh 3,18]. -Johannes Joh 50 5 24 37 Der Sohn spendet das Leben, wem er will; er will es aber nur denen geben, welche an ihm glauben. Wer glaubt, kommt in kein verdammendes Gericht, weil der Glaube das Recht gibt auf das ewige Leben. Wer glaubt, hat den Todeszustand schon überschritten, ist des Lebens teilhaftig. Dass ein bloßes Hören und Glauben zur Seligkeit genüge, folgt daraus nicht, sondern der in Werken tätige Glaube wird gefordert. Vergl. [Joh 8,51, 1Joh 3,14]. -Johannes Joh 50 5 25 Amen, amen dico vobis, quia venit hora, et nunc est, quando mortui audient vocem Filii Dei: et qui audierint, vivent. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde, und jetzt ist sie da, dass die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben!³⁸ +Johannes Joh 51 5 24 34 Zunächst verlangt der Herr das Hören. Aus seinen Worten und den begleitenden Wundern soll dann der Glaube folgen, vermöge des Schlusses: Wer so lehrt und so wirkt, ist von Gott gesendet. Nicht meinen Worten allein, aber dem glaubet, der mich gesandt hat. Der Unglaube ist eine Sünde gegen den Vater, der den Glauben mit dem ewigen Leben belohnt, jetzt in Hoffnung und Anrecht, einst im Besitze selbst. +Johannes Joh 51 5 24 35 Die Grundlage zur Auferstehung zum ewigen Leben ist das auf den Glauben hin in der Rechtfertigung eingegossene neue Leben der heiligmachenden Gnade. +Johannes Joh 51 5 24 36 Im strengsten Sinne kommt nur der in's Gericht, der angeklagt wird und die Verdammnis zu befürchten hat. Vergl. [Joh 3,18]. +Johannes Joh 51 5 24 37 Der Sohn spendet das Leben, wem er will; er will es aber nur denen geben, welche an ihm glauben. Wer glaubt, kommt in kein verdammendes Gericht, weil der Glaube das Recht gibt auf das ewige Leben. Wer glaubt, hat den Todeszustand schon überschritten, ist des Lebens teilhaftig. Dass ein bloßes Hören und Glauben zur Seligkeit genüge, folgt daraus nicht, sondern der in Werken tätige Glaube wird gefordert. Vergl. [Joh 8,51, 1Joh 3,14]. +Johannes Joh 51 5 25 Amen, amen dico vobis, quia venit hora, et nunc est, quando mortui audient vocem Filii Dei: et qui audierint, vivent. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde, und jetzt ist sie da, dass die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben!³⁸ Apostelgeschichte Apg 51 5 25 Adveniens autem quidam nuntiavit eis: Quia ecce viri, quos posuistis in carcerem, sunt in templo stantes, et docentes populum. Da kam jemand, und verkündete ihnen: Sehet, die Männer, die ihr in das Gefängnis gesetzt habet, stehen im Tempel und lehren das Volk.²³ Apostelgeschichte Apg 51 5 25 23 Treu dem erhaltenen Befehle (V. 20) und mit beharrlichem Mute predigen die Apostel, obgleich sie, sich an ihres Meisters Leiden und Sterben erinnernd, wissen mussten, wozu der hohe Rat fähig war. Vergl. V. 33. -Johannes Joh 50 5 25 38 Die Toten sind die geistig Toten. [Mt 8,22, Offb 3,1] (Aug., Ambros., Rup.) Von nun an wird die dem Tode der Sünde anheimgefallene Menschheit die erweckende Stimme des Sohnes Gottes, sein gnadenreiches Evangelium, hören, und die es gläubig annehmen, werden dadurch zum wahren Leben erweckt werden. +Johannes Joh 51 5 25 38 Die Toten sind die geistig Toten. [Mt 8,22, Offb 3,1] (Aug., Ambros., Rup.) Von nun an wird die dem Tode der Sünde anheimgefallene Menschheit die erweckende Stimme des Sohnes Gottes, sein gnadenreiches Evangelium, hören, und die es gläubig annehmen, werden dadurch zum wahren Leben erweckt werden. Apostelgeschichte Apg 51 5 26 Tunc abiit magistratus cum ministris, et adduxit illos sine vi: timebant enim populum ne lapidarentur. Da ging der Tempelhauptmann hin mit den Dienern, und führte sie herbei, jedoch ohne Gewalt; denn sie fürchteten das Volk, sie möchten gesteinigt werden. -Johannes Joh 50 5 26 Sicut enim Pater habet vitam in semetipso: sic dedit et Filio habere vitam in semetipso: Denn wie der Vater das Leben in sich selber hat, so hat er auch dem Sohne gegeben, das Leben in sich selber zu haben;³⁹ -Johannes Joh 50 5 26 39 Zum Wesen des Vaters und des Sohnes gehört es, Leben zu haben in sich selbst, und dies Leben aus sich selbst ist der Inhalt ihres Wesens. Es wird also V. 25 begründet. Deshalb kann der Sohn Gottes die Toten erwecken, weil er in sich die vom Vater mitgeteilte unerschöpfliche Lebensfülle hat. -Johannes Joh 50 5 27 Et potestatem dedit ei judicium facere, quia Filius hominis est. und er hat ihm Macht gegeben, auch Gericht zu halten,⁴⁰ weil er der Menschensohn ist.⁴¹ +Johannes Joh 51 5 26 Sicut enim Pater habet vitam in semetipso: sic dedit et Filio habere vitam in semetipso: Denn wie der Vater das Leben in sich selber hat, so hat er auch dem Sohne gegeben, das Leben in sich selber zu haben;³⁹ +Johannes Joh 51 5 26 39 Zum Wesen des Vaters und des Sohnes gehört es, Leben zu haben in sich selbst, und dies Leben aus sich selbst ist der Inhalt ihres Wesens. Es wird also V. 25 begründet. Deshalb kann der Sohn Gottes die Toten erwecken, weil er in sich die vom Vater mitgeteilte unerschöpfliche Lebensfülle hat. +Johannes Joh 51 5 27 Et potestatem dedit ei judicium facere, quia Filius hominis est. und er hat ihm Macht gegeben, auch Gericht zu halten,⁴⁰ weil er der Menschensohn ist.⁴¹ Apostelgeschichte Apg 51 5 27 Et cum adduxissent illos, statuerunt in concilio: Et interrogavit eos princeps sacerdotum, Als sie dieselben nun herbeigeführt hatten, stellten sie sie vor den hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie, -Johannes Joh 50 5 27 40 Nach Gottes Ratschluss sollte die Erlösung durch den menschgewordenen Sohn Gottes stattfinden, also auch der Abschluss der Erlösung, das Gericht, bei welchem diejenigen, welche sich die Erlösung zu Nutze gemacht, von denen geschieden werden, welche sie verschmähten. -Johannes Joh 50 5 27 41 Vergl. die vorhergehende Anmerkung. -Johannes Joh 50 5 28 Nolite mirari hoc, quia venit hora, in qua omnes, qui in monumentis sunt, audient vocem Filii Dei: Wundert euch nicht darüber;⁴² denn es kommt eine Stunde,⁴³ in der alle, welche in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden.⁴⁴ +Johannes Joh 51 5 27 40 Nach Gottes Ratschluss sollte die Erlösung durch den menschgewordenen Sohn Gottes stattfinden, also auch der Abschluss der Erlösung, das Gericht, bei welchem diejenigen, welche sich die Erlösung zu Nutze gemacht, von denen geschieden werden, welche sie verschmähten. +Johannes Joh 51 5 27 41 Vergl. die vorhergehende Anmerkung. +Johannes Joh 51 5 28 Nolite mirari hoc, quia venit hora, in qua omnes, qui in monumentis sunt, audient vocem Filii Dei: Wundert euch nicht darüber;⁴² denn es kommt eine Stunde,⁴³ in der alle, welche in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden.⁴⁴ Apostelgeschichte Apg 51 5 28 Dicens: Præcipiendo præcepimus vobis ne doceretis in nomine isto: et ecce replestis Jerusalem doctrina vestra: et vultis inducere super nos sanguinem hominis istius. und sprach: Haben wir euch nicht auf das strengste geboten, nicht in diesem Namen zu lehren? und sehet, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt, und wollet das Blut dieses Menschen auf uns bringen.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 5 28 24 Der Hohepriester vermeidet es, den Namen des Herrn zu nennen, umso entschiedener tut es Petrus. (V. 30) Im Namen Jesu lehren ist: Im Auftrage Jesu und von ihm lehren, diesen Namen zur Grundlage der Lehre machen. Die Anklage der Jünger [Apg 2,36, Apg 3,13, Apg 4,10] lässt den Hohenpriester befürchten, dass die Apostel ihn und seine Genossen vor ganz Jerusalem für den Tod des Heilandes verantwortlich machen wollen. Dazu bedurfte es nicht einmal eines direkten Vorwurfes: es genügte, wenn die Apostel dartaten, der auf Anstiften des hohen Rates Gekreuzigte sei der Messias, der Gesandte, der Sohn Gottes; denn so erschien die Tat der Vorsteher im schlimmsten Lichte. Die Juden fürchteten also doch, als Urheber seines Todes angesehen zu werden. Vergl. [Mt 27,25]. -Johannes Joh 50 5 28 42 Über V. 27 (Aug.) oder V. 26, V. 27. Eine Weissagung für die Zukunft, für deren Erfüllung Christi Wunder die Bürgschaft gaben. ist jetzt da. -Johannes Joh 50 5 28 43 Nicht wie V. 25: sie ist jetzt da. Der Heiland spricht von der allgemeinen Auferstehung. -Johannes Joh 50 5 28 44 Alle leiblich Toten. +Johannes Joh 51 5 28 42 Über V. 27 (Aug.) oder V. 26, V. 27. Eine Weissagung für die Zukunft, für deren Erfüllung Christi Wunder die Bürgschaft gaben. ist jetzt da. +Johannes Joh 51 5 28 43 Nicht wie V. 25: sie ist jetzt da. Der Heiland spricht von der allgemeinen Auferstehung. +Johannes Joh 51 5 28 44 Alle leiblich Toten. Apostelgeschichte Apg 51 5 29 Respondens autem Petrus, et Apostoli, dixerunt: Obedire oportet Deo magis, quam hominibus. Petrus aber und die Apostel antworteten, und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.²⁵ -Johannes Joh 50 5 29 Et procedent qui bona fecerunt, in resurrectionem vitæ: qui vero mala egerunt, in resurrectionem judicii. Und sie werden hervorgehen,⁴⁵ die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichtes.⁴⁶ +Johannes Joh 51 5 29 Et procedent qui bona fecerunt, in resurrectionem vitæ: qui vero mala egerunt, in resurrectionem judicii. Und sie werden hervorgehen,⁴⁵ die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichtes.⁴⁶ Apostelgeschichte Apg 51 5 29 25 Die Vorwürfe des Hohenpriesters waren an alle Apostel gerichtet. Der heil. Petrus antwortet als ihr Wortführer. Durch sein herrliches Zeugnis sühnt er die Verleugnung seines Meisters, die er beging, als derselbe vor eben diesem Gerichtshofe stand, und kündigt der jüdischen Behörde den gehorsam in dem auf, worin sie nichts befehlen konnte. -Johannes Joh 50 5 29 45 Die Auferstandenen zerfallen in zwei Klassen. Das unterscheidende Merkmal sind die Werke. -Johannes Joh 50 5 29 46 Der verdammenden Gerichtes. (Aug.) In diesem Sinne kommen die Gerechten nicht in's Gericht. -Johannes Joh 50 5 30 Non possum ego a meipso facere quidquam. Sicut audio, judico: et judicium meum justum est: quia non quæro voluntatem meam, sed voluntatem ejus, qui misit me. Ich kann nichts aus mir selbst tun.⁴⁷ Wie ich höre,⁴⁸ richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. +Johannes Joh 51 5 29 45 Die Auferstandenen zerfallen in zwei Klassen. Das unterscheidende Merkmal sind die Werke. +Johannes Joh 51 5 29 46 Der verdammenden Gerichtes. (Aug.) In diesem Sinne kommen die Gerechten nicht in's Gericht. +Johannes Joh 51 5 30 Non possum ego a meipso facere quidquam. Sicut audio, judico: et judicium meum justum est: quia non quæro voluntatem meam, sed voluntatem ejus, qui misit me. Ich kann nichts aus mir selbst tun.⁴⁷ Wie ich höre,⁴⁸ richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Apostelgeschichte Apg 51 5 30 Deus patrum nostrorum suscitavit Jesum, quem vos interemistis, suspendentes in ligno. Der Gott unserer Väter²⁶ hat Jesus wieder auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt. Apostelgeschichte Apg 51 5 30 26 Der Ausdruck: Der Gott unserer Väter macht dem hohen rate fühlbar, dass er, soweit es an ihm liegt, gegen Gott selbst und die Hoffnungen der Vorzeit ankämpft (Chrys.) -Johannes Joh 50 5 30 47 Der Herr begegnet dem Einwurfe, wie er als Menschensohn richten könne: Als Gottes- und Menschensohn habe ich alles vom Vater. Im ersten Teile des Verses lehrt der Heiland, dass sein Wille notwendig mit dem des Vaters übereinstimmt (V. 19), im zweiten wendet er dies auf sein Gericht an, im dritten schließt er auf die Gerechtigkeit seines Gerichtes. -Johannes Joh 50 5 30 48 Als eingeborener Sohn, also kann ich mit ihm eines Wesens nicht anders richten als er. Ich suche nicht meinen Willen: d. h. mein göttlicher und mein menschlicher Willen ist in allem, also auch in Bezug auf das Richten in vollster Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters. -Johannes Joh 50 5 31 Si ego testimonium perhibeo de meipso, testimonium meum non est verum. Wenn ich von mir selbst Zeugnis gebe, so ist mein Zeugnis nicht wahr.⁴⁹ +Johannes Joh 51 5 30 47 Der Herr begegnet dem Einwurfe, wie er als Menschensohn richten könne: Als Gottes- und Menschensohn habe ich alles vom Vater. Im ersten Teile des Verses lehrt der Heiland, dass sein Wille notwendig mit dem des Vaters übereinstimmt (V. 19), im zweiten wendet er dies auf sein Gericht an, im dritten schließt er auf die Gerechtigkeit seines Gerichtes. +Johannes Joh 51 5 30 48 Als eingeborener Sohn, also kann ich mit ihm eines Wesens nicht anders richten als er. Ich suche nicht meinen Willen: d. h. mein göttlicher und mein menschlicher Willen ist in allem, also auch in Bezug auf das Richten in vollster Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters. +Johannes Joh 51 5 31 Si ego testimonium perhibeo de meipso, testimonium meum non est verum. Wenn ich von mir selbst Zeugnis gebe, so ist mein Zeugnis nicht wahr.⁴⁹ Apostelgeschichte Apg 51 5 31 Hunc principem et salvatorem Deus exaltavit dextera sua ad dandam pnitentiam Israeli, et remissionem peccatorum: Diesen hat Gott zu seiner Rechten zum Fürsten²⁷ und Heiland²⁸ erhöht, um Israel Buße zu verleihen und Vergebung der Sünden.²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 5 31 27 Der Heiland ist Führer und Fürst des Gottesreiches. Apostelgeschichte Apg 51 5 31 28 Christus ist unser Heiland, da er nach seiner Erhöhung uns die Verdienste der Erlösung mitteilt. Apostelgeschichte Apg 51 5 31 29 Damit ist das nächste Werk des Erlösungswerkes angezeigt: Buße und Sündenvergebung. Damit begannen Johannes der Täufer und Christus ihre Predigt. Vergl. auch [Apg 3,19, Lk 25,47]. -Johannes Joh 50 5 31 49 Die Aussprüche über seine erhabene Würde führen den Heiland auf die Zeugnisse für dieselbe, zumal solche wohl von den Zuhörern erwartet wurden. Vergl. [Joh 8,13]. Der Herr bestätigt also sein Selbstzeugnis: durch das Zeugnis Gottes (V. 32, V. 36 ff), und das Zeugnis des Täufers (V. 33 ff), durch das Zeugnis der heil. Schrift (V. 39). +Johannes Joh 51 5 31 49 Die Aussprüche über seine erhabene Würde führen den Heiland auf die Zeugnisse für dieselbe, zumal solche wohl von den Zuhörern erwartet wurden. Vergl. [Joh 8,13]. Der Herr bestätigt also sein Selbstzeugnis: durch das Zeugnis Gottes (V. 32, V. 36 ff), und das Zeugnis des Täufers (V. 33 ff), durch das Zeugnis der heil. Schrift (V. 39). Apostelgeschichte Apg 51 5 32 Et nos sumus testes horum verborum, et Spiritus sanctus, quem dedit Deus omnibus obedientibus sibi. Und wir sind Zeugen dieser Dinge, und der Heilige Geist, welchen Gott allen, die ihm gehorchen, gegeben hat.³⁰ -Johannes Joh 50 5 32 Alius est, qui testimonium perhibet de me: et scio quia verum est testimonium, quod perhibet de me. Ein anderer⁵⁰ ist, der von mir Zeugnis gibt, und ich weiß, dass das Zeugnis wahrhaftig ist, welches er von mir ablegt. +Johannes Joh 51 5 32 Alius est, qui testimonium perhibet de me: et scio quia verum est testimonium, quod perhibet de me. Ein anderer⁵⁰ ist, der von mir Zeugnis gibt, und ich weiß, dass das Zeugnis wahrhaftig ist, welches er von mir ablegt. Apostelgeschichte Apg 51 5 32 30 Wovon die Apostel Augenzeugen sind [Apg 1,21ff] und von dem Herrn bevollmächtigte Zeugnisgeber [Lk 24,48], das bezeugt auch der Heil. Geist durch außerordentliche Zeichen und seinen ununterbrochenen Beistand. -Johannes Joh 50 5 32 50 Der Vater (Cyr., Aug.). Vergl. [Joh 8,14]. -Johannes Joh 50 5 33 Vos misistis ad Joannem: et testimonium perhibuit veritati. Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben;⁵¹ +Johannes Joh 51 5 32 50 Der Vater (Cyr., Aug.). Vergl. [Joh 8,14]. +Johannes Joh 51 5 33 Vos misistis ad Joannem: et testimonium perhibuit veritati. Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben;⁵¹ Apostelgeschichte Apg 51 5 33 Hæc cum audissent, dissecabantur, et cogitabant interficere illos. Als sie dies hörten, ergrimmten sie, und gedachten sie zu töten.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 5 33 31 Von der Drohung [Apg 4,17ff] will der hohe Rat nunmehr zur Tat übergehen. Doch nach Gottes Rat erhebt sich eine Stimme gegen das Vorhaben. -Johannes Joh 50 5 33 51 Die Juden hatten bei dem Worte Ein anderer wohl an den heil. Johannes gedacht. Der Heiland lässt es für die Juden gelten. +Johannes Joh 51 5 33 51 Die Juden hatten bei dem Worte Ein anderer wohl an den heil. Johannes gedacht. Der Heiland lässt es für die Juden gelten. Apostelgeschichte Apg 51 5 34 Surgens autem quidam in concilio pharisæus, nomine Gamaliel, legis doctor honorabilis universæ plebi, jussit foras ad breve homines fieri: Es erhob sich aber im hohen Rate ein Pharisäer, namens Gamaliel, ein Gesetzeslehrer, angesehen bei dem ganzen Volke;³² dieser befahl, die Männer ein wenig abtreten zu lassen. -Johannes Joh 50 5 34 Ego autem non ab homine testimonium accipio: sed hæc dico ut vos salvi sitis. ich aber nehme von einem Menschen kein Zeugnis an, sondern ich sage dies, damit ihr das Heil erlanget. +Johannes Joh 51 5 34 Ego autem non ab homine testimonium accipio: sed hæc dico ut vos salvi sitis. ich aber nehme von einem Menschen kein Zeugnis an, sondern ich sage dies, damit ihr das Heil erlanget. Apostelgeschichte Apg 51 5 34 32 Gamaliel, ein Enkel des gefeierten Lehrers Hillel, war der Lehrer des heil. Paulus. [Apg 22,3] Als Pharisäer war er wenig geneigt, die Pläne der sadducäischen Partei zu unterstützen, umso mehr, als es sich um die Auferstehung handelte. Er sprach als ruhig denkender Mensch, der weiß, dass betrügerischer Fanatismus bald zu Grunde geht. Zudem ist es ihm nicht klar, ob nicht die Apostel in einem Punkte Recht haben. Petrus hat ein offenbares Wunder getan [Apg 4,16], die Behauptung der Jünger, Jesus sei der Messias, wurde durch große Zeichen [Apg 5,12] und aus der heil. Schrift bewiesen, die Apostel selbst waren Männer von unbescholtenem Lebenswandel. Es könnte also das, was sie sagen und tun, von Gott sein. Einstweilen also sei eine abwartende Stellung einzunehmen. -Johannes Joh 50 5 35 Ille erat lucerna ardens, et lucens. Vos autem voluistis ad horam exsultare in luce ejus. Jener war die brennende und Licht gebende Leuchte; ihr aber wolltet euch für eine Weile an seinem Lichte ergötzen.⁵² +Johannes Joh 51 5 35 Ille erat lucerna ardens, et lucens. Vos autem voluistis ad horam exsultare in luce ejus. Jener war die brennende und Licht gebende Leuchte; ihr aber wolltet euch für eine Weile an seinem Lichte ergötzen.⁵² Apostelgeschichte Apg 51 5 35 Dixitque ad illos: Viri Israelitæ attendite vobis super hominibus istis quid acturi sitis. Und er sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel! sehet euch wohl vor, was ihr mit diesen Menschen tun wollet.³³ Apostelgeschichte Apg 51 5 35 33 Gamaliel zeigt die Notwendigkeit der Vorsicht und Klugheit durch die Erinnerung an zwei Ereignisse. -Johannes Joh 50 5 35 52 Das Zeugnis des heil. Johannes sollte ihnen zum Heile gereichen. Wenn ihr Gottes Zeugnis nicht fasst, glaubet wenigstens wegen jenes Zeugnisses. Johannes war eine Leuchte, die ihr Licht von Christus hatte, weil er von Gott erleuchtet war. Johannes brennend im Eifer für das Reich Gottes schimmerte in der Finsternis seiner Zeitgenossen, auf den Erlöser hinweisend. Sie freuten sich desselben, solange Johannes ihren irdischen Messiashoffnungen nicht entgegentrat. Als diese Freude durch seine strengen Forderungen getrübt ward, und ihre Messiashoffnungen nicht erfüllt wurden, wendeten sie sich von ihm ab. -Johannes Joh 50 5 36 Ego autem habeo testimonium majus Joanne. Opera enim, quæ dedit mihi Pater ut perficiam ea: ipsa opera, quæ ego facio, testimonium perhibent de me, quia Pater misit me: Ich aber habe ein Zeugnis, welches größer ist, als das des Johannes. Denn die Werke,⁵³ welche der Vater mir übertragen hat, dass ich sie vollbringe; eben die Werke, welche ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat. +Johannes Joh 51 5 35 52 Das Zeugnis des heil. Johannes sollte ihnen zum Heile gereichen. Wenn ihr Gottes Zeugnis nicht fasst, glaubet wenigstens wegen jenes Zeugnisses. Johannes war eine Leuchte, die ihr Licht von Christus hatte, weil er von Gott erleuchtet war. Johannes brennend im Eifer für das Reich Gottes schimmerte in der Finsternis seiner Zeitgenossen, auf den Erlöser hinweisend. Sie freuten sich desselben, solange Johannes ihren irdischen Messiashoffnungen nicht entgegentrat. Als diese Freude durch seine strengen Forderungen getrübt ward, und ihre Messiashoffnungen nicht erfüllt wurden, wendeten sie sich von ihm ab. +Johannes Joh 51 5 36 Ego autem habeo testimonium majus Joanne. Opera enim, quæ dedit mihi Pater ut perficiam ea: ipsa opera, quæ ego facio, testimonium perhibent de me, quia Pater misit me: Ich aber habe ein Zeugnis, welches größer ist, als das des Johannes. Denn die Werke,⁵³ welche der Vater mir übertragen hat, dass ich sie vollbringe; eben die Werke, welche ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat. Apostelgeschichte Apg 51 5 36 Ante hos enim dies exstitit Theodas, dicens se esse aliquem, cui consensit numerus virorum circiter quadringentorum: qui occisus est: et omnes, qui credebant ei, dissipati sunt, et redacti ad nihilum. Denn vor diesen Tagen stand Theodas³⁴ auf, und sagte, er sei etwas, und es schlug sich eine Zahl von etwa vierhundert Männern zu ihm. Er wurde getötet, und alle, welche ihm glaubten, zerstreuten sich, und wurden zunichte. Apostelgeschichte Apg 51 5 36 34 Theudas (Theodus) hebr. Matthias, Gottgegeben, ein sonst unbekannter Mann. Dieser Theudas ist nicht zu verwechseln mit einem andern, der im Jahre 45 nach Christus auftrat. -Johannes Joh 50 5 36 53 Das messianische Werk, zu dem auch die Wunder gehören. Die Macht und den Auftrag, diese zu tun, hat der Vater im Augenblicke der Menschwerdung verliehen. Damit sind sie auch ein Werk des Vaters und darum auch ein Zeugnis, das der Vater von Christus gibt, dass Christus der höchstbegnadete Gottgesandte, der Gründer des Messiasreiches, Gottes Sohn ist. +Johannes Joh 51 5 36 53 Das messianische Werk, zu dem auch die Wunder gehören. Die Macht und den Auftrag, diese zu tun, hat der Vater im Augenblicke der Menschwerdung verliehen. Damit sind sie auch ein Werk des Vaters und darum auch ein Zeugnis, das der Vater von Christus gibt, dass Christus der höchstbegnadete Gottgesandte, der Gründer des Messiasreiches, Gottes Sohn ist. Apostelgeschichte Apg 51 5 37 Post hunc exstitit Judas Galilæus in diebus professionis, et avertit populum post se, et ipse periit: et omnes, quotquot consenserunt ei, dispersi sunt. Nach diesem erhob sich Judas,³⁵ der Galiläer, in den Tagen der Schätzung, und zog viel Volk zum Abfall nach sich; auch dieser kam um, und alle, so viele ihrer mit ihm hielten, wurden zerstreut. -Johannes Joh 50 5 37 Et qui misit me Pater, ipse testimonium perhibuit de me: neque vocem ejus umquam audistis, neque speciem ejus vidistis: Und der mich gesandt hat, der Vater, hat Zeugnis gegeben von mir;⁵⁴ weder habt ihr je seine Stimme gehört, noch seine Gestalt gesehen.⁵⁵ +Johannes Joh 51 5 37 Et qui misit me Pater, ipse testimonium perhibuit de me: neque vocem ejus umquam audistis, neque speciem ejus vidistis: Und der mich gesandt hat, der Vater, hat Zeugnis gegeben von mir;⁵⁴ weder habt ihr je seine Stimme gehört, noch seine Gestalt gesehen.⁵⁵ Apostelgeschichte Apg 51 5 37 35 Judas, aus Nieder-Gaulonitis in Galiläa, erregte in Verbindung mit dem Pharisäer Zaddok einen Aufstand gegen den römischen Statthalter Quirinus, weil die Israeliten dem Kaiser keine Abgaben zahlen durften. Seine Partei bestand unter dem Namen Zeloten, Eiferer, fort. -Johannes Joh 50 5 37 54 Die Auslegung dieses Verses ist eine sehr verschiedene. Nach einer Ansicht spricht Christus hier noch von dem Zeugnisse, das in seinen Werken enthalten ist (Aug., Hil.), nach einer anderen von dem Zeugnisse des Johannes (Chrys.), nach einer dritten von den durch die Propheten gegebenen und in den Schriften des Alten Testamentes aufgezeichneten Zeugnissen (Cyr., Theoph., Euth., Bed.). Vielleicht ist aber an das Zeugnis des Vaters [Mt 3,17] zu denken. In den Schriften des Alten Testamentes ist ein Zeugnis des Vaters, weil die Propheten in seinem Auftrage die Person und Wirksamkeit des verheißenen Messias beschrieben. -Johannes Joh 50 5 37 55 Der Heiland antwortet auf einen möglichen Einwand der Juden: Wir wissen nichts von einem solchen Zeugnisse (Cyr., Chrys.). Wie die Worte hören und sehen sind Stimme und Gestalt geistig zu fassen. Gott nahm in den Offenbarungen gleichsam eine Gestalt an, welche die Juden mit dem Geistesauge schauen konnten. -Johannes Joh 50 5 38 Et verbum ejus non habetis in vobis manens: quia quem misit ille, huic vos non creditis. Und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr demjenigen nicht glaubet, welchen er gesandt hat.⁵⁶ +Johannes Joh 51 5 37 54 Die Auslegung dieses Verses ist eine sehr verschiedene. Nach einer Ansicht spricht Christus hier noch von dem Zeugnisse, das in seinen Werken enthalten ist (Aug., Hil.), nach einer anderen von dem Zeugnisse des Johannes (Chrys.), nach einer dritten von den durch die Propheten gegebenen und in den Schriften des Alten Testamentes aufgezeichneten Zeugnissen (Cyr., Theoph., Euth., Bed.). Vielleicht ist aber an das Zeugnis des Vaters [Mt 3,17] zu denken. In den Schriften des Alten Testamentes ist ein Zeugnis des Vaters, weil die Propheten in seinem Auftrage die Person und Wirksamkeit des verheißenen Messias beschrieben. +Johannes Joh 51 5 37 55 Der Heiland antwortet auf einen möglichen Einwand der Juden: Wir wissen nichts von einem solchen Zeugnisse (Cyr., Chrys.). Wie die Worte hören und sehen sind Stimme und Gestalt geistig zu fassen. Gott nahm in den Offenbarungen gleichsam eine Gestalt an, welche die Juden mit dem Geistesauge schauen konnten. +Johannes Joh 51 5 38 Et verbum ejus non habetis in vobis manens: quia quem misit ille, huic vos non creditis. Und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr demjenigen nicht glaubet, welchen er gesandt hat.⁵⁶ Apostelgeschichte Apg 51 5 38 Et nunc itaque dico vobis, discedite ab hominibus istis, et sinite illos: quoniam si est ex hominibus consilium hoc, aut opus, dissolvetur: Und nun sage ich euch: Stehet ab von diesen Menschen, und lasset sie; denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen ist, so wird es zunichte werden, -Johannes Joh 50 5 38 56 Der innere, bleibende Besitz, durch den das Wort Gottes seine belebende Kraft ausübt und Richtschnur des ganzen sittlich-religiösen Lebens wird, fehlt euch. Die alttestamentliche Gottesordnung und die Offenbarung des Alten Testamentes weisen auf Christus als auf ihr Ziel und Ende hin. Wie also derjenige, welcher den Inhalt der alttestamentlichen Offenbarung richtig erfasst hat, zum Glauben an Christus kommt, so ist der Unglaube Christus gegenüber ein Beweis, dass viele Offenbarungen nicht geistiges Eigentum des Menschen geworden sind. +Johannes Joh 51 5 38 56 Der innere, bleibende Besitz, durch den das Wort Gottes seine belebende Kraft ausübt und Richtschnur des ganzen sittlich-religiösen Lebens wird, fehlt euch. Die alttestamentliche Gottesordnung und die Offenbarung des Alten Testamentes weisen auf Christus als auf ihr Ziel und Ende hin. Wie also derjenige, welcher den Inhalt der alttestamentlichen Offenbarung richtig erfasst hat, zum Glauben an Christus kommt, so ist der Unglaube Christus gegenüber ein Beweis, dass viele Offenbarungen nicht geistiges Eigentum des Menschen geworden sind. Apostelgeschichte Apg 51 5 39 Si vero ex Deo est, non poteritis dissolvere illud, ne forte et Deo repugnare inveniamini. Consenserunt autem illi. wenn es aber von Gott ist,³⁶ so werdet ihr nicht vermögen, es zunichte zu machen, ihr möchtet sonst etwa als Widersacher Gottes erfunden werden.³⁷ Da stimmten sie ihm bei. -Johannes Joh 50 5 39 Scrutamini Scripturas, quia vos putatis in ipsis vitam æternam habere: et illæ sunt, quæ testimonium perhibent de me: Ihr forschet in der Schrift, weil ihr glaubet, in ihr das ewige Leben zu haben,⁵⁷ und sie ist es, welche von mir Zeugnis gibt: +Johannes Joh 51 5 39 Scrutamini Scripturas, quia vos putatis in ipsis vitam æternam habere: et illæ sunt, quæ testimonium perhibent de me: Ihr forschet in der Schrift, weil ihr glaubet, in ihr das ewige Leben zu haben,⁵⁷ und sie ist es, welche von mir Zeugnis gibt: Apostelgeschichte Apg 51 5 39 36 Gamaliel neigt selbst mehr der Meinung zu, dass das Werk göttlichen Ursprunges sei. Nach dem Griech. lauten seine Worte: wenn es von Menschen sein sollte (Form des Zweifels): wenn es aber (Form des gewissen Dafürhaltens) von Gott ist. Apostelgeschichte Apg 51 5 39 37 Das Gesagte war an sich richtig, aber die Anwendung auf den vorliegenden Fall ist unvollkommen, denn wo so offenbare Zeichen des göttlichen Eingreifens vorhanden waren, musste der hohe Rat, als religiöse Behörde, sich volle Klarheit verschaffen, und durfte nicht alles dahingestellt sein lassen. Allerdings war, wie Gamaliel einsah, vor der Hand nichts anderes zu erwarten. -Johannes Joh 50 5 39 57 Die Schriften zeigen den Weg zum ewigen Leben, aber nur denjenigen, welche durch das Durchforschen derselben zum Glauben an Christus kommen, der das Leben ist. Vergl. [Apg 10,43] und [2Tim 3,15]. -Johannes Joh 50 5 40 Et non vultis venire ad me ut vitam habeatis. und ihr wollet⁵⁸ nicht zu mir kommen, damit ihr das Leben habet.⁵⁹ +Johannes Joh 51 5 39 57 Die Schriften zeigen den Weg zum ewigen Leben, aber nur denjenigen, welche durch das Durchforschen derselben zum Glauben an Christus kommen, der das Leben ist. Vergl. [Apg 10,43] und [2Tim 3,15]. +Johannes Joh 51 5 40 Et non vultis venire ad me ut vitam habeatis. und ihr wollet⁵⁸ nicht zu mir kommen, damit ihr das Leben habet.⁵⁹ Apostelgeschichte Apg 51 5 40 Et convocantes Apostolos, cæsis denuntiaverunt ne omnino loquerentur in nomine Jesu, et dimiserunt eos. Alsdann riefen sie die Apostel herein, ließen ihnen Streiche geben, befahlen ihnen, ja nicht mehr im Namen Jesu zu reden, und entließen sie. -Johannes Joh 50 5 40 58 Und Ausdruck des Staunens und der Wehmut. Ihr waret im Besitze der heil. Schriften, aber entschiedet euch frei, mir nicht im Glauben anzuhängen. Diese Worte bilden eine Ergänzung zu [Joh 6,44ff]. Dort lehrt der Heiland, dass man nur durch die zuvorkommende Gnade zum Glauben kommen kann, hier betont der Herr, dass der Mensch mit der Gnade mitwirken muss. -Johannes Joh 50 5 40 59 Nicht der Besitz der Schriften an sich, sondern der gläubige Anschluss an mich führt zum ewigen Leben. +Johannes Joh 51 5 40 58 Und Ausdruck des Staunens und der Wehmut. Ihr waret im Besitze der heil. Schriften, aber entschiedet euch frei, mir nicht im Glauben anzuhängen. Diese Worte bilden eine Ergänzung zu [Joh 6,44ff]. Dort lehrt der Heiland, dass man nur durch die zuvorkommende Gnade zum Glauben kommen kann, hier betont der Herr, dass der Mensch mit der Gnade mitwirken muss. +Johannes Joh 51 5 40 59 Nicht der Besitz der Schriften an sich, sondern der gläubige Anschluss an mich führt zum ewigen Leben. Apostelgeschichte Apg 51 5 41 Et illi quidem ibant gaudentes a conspectu concilii, quoniam digni habiti sunt pro nomine Jesu contumeliam pati. Diese gingen nun³⁸ freudig vom Angesichte des hohen Rates hinweg, weil sie würdig befunden worden, um des Namen Jesu willen, Schmach zu leiden.³⁹ [Mt 5,10.12] -Johannes Joh 50 5 41 Claritatem ab hominibus non accipio. Ich nehme nicht Ehre von Menschen an.⁶⁰ +Johannes Joh 51 5 41 Claritatem ab hominibus non accipio. Ich nehme nicht Ehre von Menschen an.⁶⁰ Apostelgeschichte Apg 51 5 41 38 Gamaliels Darlegung hat von den Aposteln das Äußerste abgewehrt. So weit war er ein Werkzeug des göttlichen Willens gewesen. Das eine indes verlangt die Rachsucht der Sadducäer, dass die Jünger des Herrn die Strafe des Ungehorsams, die Geißelung, erleiden müssen. Apostelgeschichte Apg 51 5 41 39 Diese Freude der Apostel ist bewundernswerter als ihre größten Wunder (Chrys.). In den meisten Handschriften ist der Name Jesus ausgelassen. Das Wort des Herrn [Mt 10,17] erfüllt sich an den Aposteln, aber auch das andere, [Mt 5,11]. -Johannes Joh 50 5 41 60 Wenn ich Glauben an mich verlange und sage, dass in mir allein das Leben zu finden sei, geschieht es nicht, um Ehre bei den Menschen zu erlangen, sondern um euch zur Liebe Gottes zu führen. Denn diese gerade fehlt euch. -Johannes Joh 50 5 42 Sed cognovi vos, quia dilectionem Dei non habetis in vobis. Aber ich kenne euch, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habet.⁶¹ +Johannes Joh 51 5 41 60 Wenn ich Glauben an mich verlange und sage, dass in mir allein das Leben zu finden sei, geschieht es nicht, um Ehre bei den Menschen zu erlangen, sondern um euch zur Liebe Gottes zu führen. Denn diese gerade fehlt euch. +Johannes Joh 51 5 42 Sed cognovi vos, quia dilectionem Dei non habetis in vobis. Aber ich kenne euch, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habet.⁶¹ Apostelgeschichte Apg 51 5 42 Omni autem die non cessabant in templo, et circa domos docentes, et evangelizantes Christum Jesum. Täglich aber ohne Unterlass lehrten sie im Tempel⁴⁰ wie in den Häusern umher, und verkündeten die frohe Botschaft von Christus Jesus. Apostelgeschichte Apg 51 5 42 40 Da der hohe Rat beschlossen hat, der Sache ihren Lauf zu lassen tritt der Tempelhauptmann den Aposteln nicht entgegen. -Johannes Joh 50 5 42 61 Dies zeigt euer Verhalten gegen den Gottgesandten. -Johannes Joh 50 5 43 Ego veni in nomine Patris mei, et non accipitis me: si alius venerit in nomine suo, illum accipietis. Ich bin im Namen meines Vaters⁶² gekommen, und ihr nehmet mich nicht an; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen. -Johannes Joh 50 5 43 62 Meines Vaters: durch Werke meine Sendung beweisend und die Weissagungen an mir erfüllend. Es werden falsche Messiasse kommen und von euch aufgenommen werden. -Johannes Joh 50 5 44 Quomodo vos potestis credere, qui gloriam ab invicem accipitis: et gloriam, quæ a solo Deo est, non quæritis? Wie könnet ihr glauben, da ihr Ehre voneinander nehmet, und die Ehre, welche von dem alleinigen Gott ist, nicht suchet?⁶³ -Johannes Joh 50 5 44 63 Steigerung. V. 40: Ihr wollet nicht, hier: Ihr könnet nicht, denn ihr strebet nach der Ehre vor den Menschen, nicht aber vor Gott. Vor den Menschen war es wenig Ehre, an den demütigen Herrn zu glauben. Überdies verblendet die Ehrsucht. Ein Ungläubiger, der glauben will, bete vor allem und unterwerfe sich. -Johannes Joh 50 5 45 Nolite putare quia ego accusaturus sim vos apud Patrem: est qui accusat vos Moyses, in quo vos speratis. Glaubet nicht, dass ich euer Ankläger werde bei dem Vater; es ist einer, der euch anklagt, Moses, auf den ihr eure Hoffnung setzet.⁶⁴ -Johannes Joh 50 5 45 64 Die Juden hatten gegen den Heiland wegen Sabbatverletzung das Ansehen des Gesetzes angerufen und somit Moses zum Ankläger des Heilandes machen wollen. Doch das Verhältnis ist umgekehrt. Der Heiland braucht nicht als Ankläger gegen die Juden vor dem Vater aufzutreten, denn es wird ein anderer für ihn anklagen, Moses, auf den die Juden ihre Hoffnung gesetzt, um durch sein Gesetz Heil zu finden. [2Kor 1,10]. Er wird gegen diejenigen auftreten, die auf seinem Stuhle sitzend Beruf und Amt hatten, das Gesetz zu lehren, und sie nicht mit einer einzelnen Übertretung, sondern des Unglaubens wider den gesamten Geist und Zweck des Gesetzes, das Vorbild und Weissagung des Erlösungswerkes in Jesus war (Cyr., Aug.) beschuldigen. -Johannes Joh 50 5 46 Si enim crederetis Moysi, crederetis forsitan et mihi: de me enim ille scripsit. Denn wenn ihr Moses glaubtet, so würdet ihr wohl auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.⁶⁵ [Gen 3,15, Gen 22,18, Dtn 18,15] -Johannes Joh 50 5 46 65 Dies ist auch ein Beweis für V. 45. -Johannes Joh 50 5 47 Si autem illius litteris non creditis: quomodo verbis meis credetis? Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?⁶⁶ -Johannes Joh 50 5 47 66 Wenn ihr nun jenen Schriften nicht glaubt, deren Verfasser über alle Maßen zu ehren und zu preisen euer Stolz ist, wie werdet ihr meinen Worten glauben, den ihr ebenso ungemessen zu verachten und zu lästern gewohnt seid? (Euth.) So erwartet denn der Heiland von den Lehrern der Juden nichts, als was sie bereits beschlossen (V. 16), seinen Tod. -Johannes Joh 50 6 0 b. Am dritten Osterfeste zeigt sich auch unter den Jüngern aus Galiläa Unglaube (6.): Der Heiland offenbart seine Herrlichkeit durch wunderbare Brotvermehrung (V. 15) und Wandeln auf dem Meere. (V. 21) Die Juden fordern in Kapharnaum ein größeres Wunder, besonders Brot vom Himmel. (V. 31) Der Heiland weist auf sich selbst als das Brot des Lebens, das durch den Glauben zu empfangen ist (V. 42), und verheißt seinen Leib und sein Blut als Speise. (V. 60) Unglaube der Juden und des Judas. -Apostelgeschichte Apg 51 6 0 4. Einsetzung der Diakone. Stephanus und die erste Verfolgung der Christen. (6,1 8,4) Einsetzung der sieben Diakone. (V. 7) Wirken, Gefangennahme und Anklage des Stephanus. (7,1) -Johannes Joh 50 6 1 Post hæc abiit Jesus trans mare Galilææ, quod est Tiberiadis: Hiernach¹ fuhr Jesus über das Meer von Galiläa, das ist von Tiberias.² [Mt 14,13, Mk 6,32] +Johannes Joh 51 5 42 61 Dies zeigt euer Verhalten gegen den Gottgesandten. +Johannes Joh 51 5 43 Ego veni in nomine Patris mei, et non accipitis me: si alius venerit in nomine suo, illum accipietis. Ich bin im Namen meines Vaters⁶² gekommen, und ihr nehmet mich nicht an; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen. +Johannes Joh 51 5 43 62 Meines Vaters: durch Werke meine Sendung beweisend und die Weissagungen an mir erfüllend. Es werden falsche Messiasse kommen und von euch aufgenommen werden. +Johannes Joh 51 5 44 Quomodo vos potestis credere, qui gloriam ab invicem accipitis: et gloriam, quæ a solo Deo est, non quæritis? Wie könnet ihr glauben, da ihr Ehre voneinander nehmet, und die Ehre, welche von dem alleinigen Gott ist, nicht suchet?⁶³ +Johannes Joh 51 5 44 63 Steigerung. V. 40: Ihr wollet nicht, hier: Ihr könnet nicht, denn ihr strebet nach der Ehre vor den Menschen, nicht aber vor Gott. Vor den Menschen war es wenig Ehre, an den demütigen Herrn zu glauben. Überdies verblendet die Ehrsucht. Ein Ungläubiger, der glauben will, bete vor allem und unterwerfe sich. +Johannes Joh 51 5 45 Nolite putare quia ego accusaturus sim vos apud Patrem: est qui accusat vos Moyses, in quo vos speratis. Glaubet nicht, dass ich euer Ankläger werde bei dem Vater; es ist einer, der euch anklagt, Moses, auf den ihr eure Hoffnung setzet.⁶⁴ +Johannes Joh 51 5 45 64 Die Juden hatten gegen den Heiland wegen Sabbatverletzung das Ansehen des Gesetzes angerufen und somit Moses zum Ankläger des Heilandes machen wollen. Doch das Verhältnis ist umgekehrt. Der Heiland braucht nicht als Ankläger gegen die Juden vor dem Vater aufzutreten, denn es wird ein anderer für ihn anklagen, Moses, auf den die Juden ihre Hoffnung gesetzt, um durch sein Gesetz Heil zu finden. [2Kor 1,10]. Er wird gegen diejenigen auftreten, die auf seinem Stuhle sitzend Beruf und Amt hatten, das Gesetz zu lehren, und sie nicht mit einer einzelnen Übertretung, sondern des Unglaubens wider den gesamten Geist und Zweck des Gesetzes, das Vorbild und Weissagung des Erlösungswerkes in Jesus war (Cyr., Aug.) beschuldigen. +Johannes Joh 51 5 46 Si enim crederetis Moysi, crederetis forsitan et mihi: de me enim ille scripsit. Denn wenn ihr Moses glaubtet, so würdet ihr wohl auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.⁶⁵ [Gen 3,15, Gen 22,18, Dtn 18,15] +Johannes Joh 51 5 46 65 Dies ist auch ein Beweis für V. 45. +Johannes Joh 51 5 47 Si autem illius litteris non creditis: quomodo verbis meis credetis? Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?⁶⁶ +Johannes Joh 51 5 47 66 Wenn ihr nun jenen Schriften nicht glaubt, deren Verfasser über alle Maßen zu ehren und zu preisen euer Stolz ist, wie werdet ihr meinen Worten glauben, den ihr ebenso ungemessen zu verachten und zu lästern gewohnt seid? (Euth.) So erwartet denn der Heiland von den Lehrern der Juden nichts, als was sie bereits beschlossen (V. 16), seinen Tod. +Johannes Joh 51 6 0 b. Am dritten Osterfeste zeigt sich auch unter den Jüngern aus Galiläa Unglaube (6.): Der Heiland offenbart seine Herrlichkeit durch wunderbare Brotvermehrung (V. 15) und Wandeln auf dem Meere. (V. 21) Die Juden fordern in Kapharnaum ein größeres Wunder, besonders Brot vom Himmel. (V. 31) Der Heiland weist auf sich selbst als das Brot des Lebens, das durch den Glauben zu empfangen ist (V. 42), und verheißt seinen Leib und sein Blut als Speise. (V. 60) Unglaube der Juden und des Judas. +Apostelgeschichte Apg 51 6 0 4. Einsetzung der Diakone. Stephanus und die erste Verfolgung der Christen. (6,1 8,4) Einsetzung der sieben Diakone. (V. 7) Wirken, Gefangennahme und Anklage des Stephanus. (7,1) +Johannes Joh 51 6 1 Post hæc abiit Jesus trans mare Galilææ, quod est Tiberiadis: Hiernach¹ fuhr Jesus über das Meer von Galiläa, das ist von Tiberias.² [Mt 14,13, Mk 6,32] Apostelgeschichte Apg 51 6 1 In diebus autem illis, crescente numero discipulorum, factum est murmur Græcorum adversus Hebræos, eo quod despicerentur in ministerio quotidiano viduæ eorum. In diesen Tagen aber entstand, als die Zahl der Jünger wuchs, ein Murren der Griechen wider die Hebräer,¹ weil ihre Witwen bei der täglichen Ausspeisung zurückgesetzt würden.² Apostelgeschichte Apg 51 6 1 1 Griechen-Juden oder Hellenisten sind hier im Gegensatze zu den Hebräern, d. h. den in Syrien und Palästina ansässigen Juden, die im Auslande geborenen Juden, welche sich der griechischen Sprache als Muttersprache bedienten, währen die Hebräer die aramäische (syr.-chaldäische) Sprache redeten. Die Kirche Jesu Christi hatte durch die Aufnahme der Hellenisten insofern einen Schritt weiter in der Entwicklung ihrer Katholizität getan, als die Griechen-Juden örtlich wie bürgerlich und wissenschaftlich eine Mittelstellung zwischen Hebräern und Heiden einnahmen. -Johannes Joh 50 6 1 1 Nach der Lehre vom geistigen Leben handelt der Evangelist von der geistigen Nahrung (Thom.). Das dritte Jahr beginnt. Die erste Hälfte desselben, April Oktober, umfasst das 6. Kapitel und Kapitel 7 V. 1. +Johannes Joh 51 6 1 1 Nach der Lehre vom geistigen Leben handelt der Evangelist von der geistigen Nahrung (Thom.). Das dritte Jahr beginnt. Die erste Hälfte desselben, April Oktober, umfasst das 6. Kapitel und Kapitel 7 V. 1. Apostelgeschichte Apg 51 6 1 2 Diese Zurücksetzung ging selbstverständlich nicht von den Aposteln aus, schon deswegen nicht weil es sich um freiwillige Wohltätigkeit der Gläubigen handelte. Eine Witwenunterstützung, z. B. aus dem Tempelschatze, war auch in der jüdischen Gemeinde üblich gewesen. Vergl. [2Makk 3,10] -Johannes Joh 50 6 1 2 Tiberias war eine von Herodes Antipas erbaute und zu Ehren des Kaisers Tiberius benannte Stadt am jüdischen Teile des Westufers. -Johannes Joh 50 6 2 Et sequebatur eum multitudo magna, quia videbant signa, quæ faciebat super his, qui infirmabantur. Und³ es folgte ihm eine große Menge Volkes nach,⁴ weil sie die Wunder sahen, welche er an den Kranken tat. +Johannes Joh 51 6 1 2 Tiberias war eine von Herodes Antipas erbaute und zu Ehren des Kaisers Tiberius benannte Stadt am jüdischen Teile des Westufers. +Johannes Joh 51 6 2 Et sequebatur eum multitudo magna, quia videbant signa, quæ faciebat super his, qui infirmabantur. Und³ es folgte ihm eine große Menge Volkes nach,⁴ weil sie die Wunder sahen, welche er an den Kranken tat. Apostelgeschichte Apg 51 6 2 Convocantes autem duodecim multitudinem discipulorum dixerunt: Non est æquum nos derelinquere verbum Dei, et ministrare mensis. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen,³ und sprachen: Es geht nicht an, dass wir vom Worte Gottes ablassen, und den Tisch besorgen.⁴ Apostelgeschichte Apg 51 6 2 3 Die Apostel wollen ähnlichen Anklagen vorbeugen, mochte die jetzt vorgebrachte begründet sein oder nicht. Die zwölf sind Jünger im engsten Sinne [Apg 1,13.26], die Christen in weiterem. -Johannes Joh 50 6 2 3 Das hier berichtete Wunder wird auch von [Mt 14,14, Mk 6,32, Lk 9,12ff] erzählt. +Johannes Joh 51 6 2 3 Das hier berichtete Wunder wird auch von [Mt 14,14, Mk 6,32, Lk 9,12ff] erzählt. Apostelgeschichte Apg 51 6 2 4 Vermutlich hatten die Hellenisten gewünscht, die Apostel möchten die Sorge für die Almosenverteilung auf sich nehmen. -Johannes Joh 50 6 2 4 Nach [Lk 9,10] war Bethsaida das Reiseziel. Das im Griech. gesetzte Imperfekt weist wohl auf eine längere galiläische Tätigkeit des Heilandes hin. -Johannes Joh 50 6 3 Subiit ergo in montem Jesus: et ibi sedebat cum discipulis suis. Da ging Jesus auf den Berg,⁵ und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern nieder. +Johannes Joh 51 6 2 4 Nach [Lk 9,10] war Bethsaida das Reiseziel. Das im Griech. gesetzte Imperfekt weist wohl auf eine längere galiläische Tätigkeit des Heilandes hin. +Johannes Joh 51 6 3 Subiit ergo in montem Jesus: et ibi sedebat cum discipulis suis. Da ging Jesus auf den Berg,⁵ und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern nieder. Apostelgeschichte Apg 51 6 3 Considerate ergo fratres, viros ex vobis boni testimonii septem, plenos Spiritu sancto, et sapientia, quos constituamus super hoc opus. Darum, Brüder! ersehet euch⁵ sieben⁶ Männer unter euch aus, die ein gutes Zeugnis haben, und voll des Heiligen Geistes und der Weisheit sind, diese wollen wir für dieses Geschäft bestellen.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 6 3 5 Die Apostel konnten selbst die Wahl vornehmen, indes übertrugen sie den Christen dieses Recht, indem sie sich vorbehielten, die Eigenschaften zu bestimmen, welche der zu Wählende haben musste, den Gewählten das Amt zu übertragen und ihnen zur Weihe die Hände aufzulegen. -Johannes Joh 50 6 3 5 Der Evangelist setzt denselben als bekannt voraus. +Johannes Joh 51 6 3 5 Der Evangelist setzt denselben als bekannt voraus. Apostelgeschichte Apg 51 6 3 6 Dass sieben Männer erwählt werden sollen, ist sicher nicht zufällig. Die Zahl sieben findet sich bedeutungsvoll [Lev 23,15, Ex 25,37, Sach 4,2.10, Offb 1,4]. Vielleicht zerfiel auch die Stadt in sieben Viertel oder war die Kirche von Jerusalem in sieben Hausgemeinden eingeteilt. Apostelgeschichte Apg 51 6 3 7 Die zu Erwählenden sollen vor allem allgemeines Vertrauen genießen. Das gute Zeugnis (der gute Ruf) hat besonders zwei Dinge zu betreffen: dass sie voll des Heil. Geistes, d. i. übernatürlicher Gnade sind, und dass sie Weisheitsfülle besitzen, um ihr Amt recht zu verwalten. Apostelgeschichte Apg 51 6 4 Nos vero orationi, et ministerio verbi instantes erimus. Wir aber werden bei dem Gebete und dem Dienste des Wortes beharren.⁸ -Johannes Joh 50 6 4 Erat autem proximum Pascha dies festus Judæorum. Es war aber das Osterfest der Juden nahe.⁶ -Johannes Joh 50 6 4 6 Diese Zeitbestimmung ist wohl eingefügt, damit der Leser nicht meine, das jetzt Erzählte schließe sich unmittelbar an das Vorhergehende an. +Johannes Joh 51 6 4 Erat autem proximum Pascha dies festus Judæorum. Es war aber das Osterfest der Juden nahe.⁶ +Johannes Joh 51 6 4 6 Diese Zeitbestimmung ist wohl eingefügt, damit der Leser nicht meine, das jetzt Erzählte schließe sich unmittelbar an das Vorhergehende an. Apostelgeschichte Apg 51 6 4 8 Durch das Gebet erwarben sich die Apostel ihre Schätze des Geistes, durch die Predigt spendeten sie dieselben aus. Das Gebet steht für den gemeinsamen Gottesdienst, dessen Mittelpunkt das heil. Opfer ist. Apostelgeschichte Apg 51 6 5 Et placuit sermo coram omni multitudine. Et elegerunt Stephanum, virum plenum fide, et Spiritu sancto, et Philippum, et Prochorum, et Nicanorem, et Timonem, et Parmenam, et Nicolaum advenam Antiochenum. Diese Rede fand Beifall bei der ganzen Menge; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll des Glaubens und des Heiligen Geistes, und Philippus, und Prochorus, und Nikanor, und Timon, und Parmenas, und Nikolaus, einen Judengenossen aus Antiochia.⁹ -Johannes Joh 50 6 5 Cum sublevasset ergo oculos Jesus, et vidisset quia multitudo maxima venit ad eum, dixit ad Philippum: Unde ememus panes, ut manducent hi? Als nun Jesus die Augen aufhob, und sah, dass eine sehr große Menge Volkes zu ihm kam, sprach er zu Philippus: Woher werden wir Brot kaufen, dass diese zu essen haben? +Johannes Joh 51 6 5 Cum sublevasset ergo oculos Jesus, et vidisset quia multitudo maxima venit ad eum, dixit ad Philippum: Unde ememus panes, ut manducent hi? Als nun Jesus die Augen aufhob, und sah, dass eine sehr große Menge Volkes zu ihm kam, sprach er zu Philippus: Woher werden wir Brot kaufen, dass diese zu essen haben? Apostelgeschichte Apg 51 6 5 9 Mit Ausnahme des Nikolaus waren die übrigen von Geburt Juden. Der heilige Stephanus steht als der bedeutendste voran. Der Diakon Philippus ist nicht mit dem gleichnamigen Apostel zu verwechseln. Vergl. [Apg 8,5, Apg 21,8]. Er lebte später zu Cäsarea, wo ihn Paulus besuchte. Da er zu dieser Zeit vier erwachsene Töchter hatte, muss er bei seiner Wahl zum Diakon verheiratet gewesen sein. Nikolaus wird von manchen als der Stifter der Sekte der Nikolaiten angesehen [Offb 2,6.14f] was aber wenig verbürgt ist. Apostelgeschichte Apg 51 6 6 Hos statuerunt ante conspectum Apostolorum: et orantes imposuerunt eis manus. Diese stellten sie den Aposteln vor, und sie legten ihnen unter Gebet die Hände auf.¹⁰ -Johannes Joh 50 6 6 Hoc autem dicebat tentans eum: ipse enim sciebat quid esset facturus. Das sagte er aber, um ihn zu prüfen;⁷ denn er selbst⁸ wusste wohl, was er tun würde. -Johannes Joh 50 6 6 7 Philippus ist wie Thomas langsam zum Glauben und Verstehen (Chrys., Aug.). Vergl. [Joh 14,8.9]. Es war eine Glaubensprobe für ihn und alle (Bed., Theoph.) und eine Befestigung im Glauben. Der h. Johannes lässt hier mehrere Umstände aus, welche die Leser aus den Synoptikern kannten, schaltet aber dies bei jenen fehlende Gespräch des Herrn mit Philippus ein. -Johannes Joh 50 6 6 8 Er brauchte Philippus nicht um Rat zu bitten. +Johannes Joh 51 6 6 Hoc autem dicebat tentans eum: ipse enim sciebat quid esset facturus. Das sagte er aber, um ihn zu prüfen;⁷ denn er selbst⁸ wusste wohl, was er tun würde. +Johannes Joh 51 6 6 7 Philippus ist wie Thomas langsam zum Glauben und Verstehen (Chrys., Aug.). Vergl. [Joh 14,8.9]. Es war eine Glaubensprobe für ihn und alle (Bed., Theoph.) und eine Befestigung im Glauben. Der h. Johannes lässt hier mehrere Umstände aus, welche die Leser aus den Synoptikern kannten, schaltet aber dies bei jenen fehlende Gespräch des Herrn mit Philippus ein. +Johannes Joh 51 6 6 8 Er brauchte Philippus nicht um Rat zu bitten. Apostelgeschichte Apg 51 6 6 10 Die Handauflegung war schon im A. T. das Sinnbild der Übertragung einer Gewalt. [Num 27,18, Dtn 34,9] Vergl. [Num 8,10]. Im N. Testamente ist die Handauflegung Zeichen und Mittel der Übertragung stärkender Macht für Leib und Seele [Mk 10,16, Mt 9,18, Lk 13,13, Apg 9,12], oder der Mitteilung des Heiligen Geistes an die Gläubigen [Apg 8,17-19, Apg 19,6], oder endlich, wie hier, der Übertragung einer Amtsgewalt und Amtsgnade an einzelne. Eine so feierlich durch Weihe übertragene Gewalt konnte sich nicht auf die Almosenverteilung beschränken, mochte dies auch die nächste Aufgabe der Diakone sein, sondern enthielt in sich die Befähigung zu anderen höheren Verrichtungen. Hiermit waren die damit Betrauten deutlich von den übrigen Gläubigen abgegrenzt. Dass das Ziel ihres Amtes ein höheres war, beweist die Sorgfalt, mit der die Diakone ausgewählt wurden und die Eigenschaften, und die Eigenschaften, die man von ihnen verlangte. (Iren., Cypr., Clem. Rom., Justin) Vergl. [Apg 8,5ff], wo einer derselben bereits mit Lehren beschäftigt ist. Der Überlieferung nach hatten mehrere der neuen Diakone zuvor den siebzig Jüngern zugehört. -Johannes Joh 50 6 7 Respondit ei Philippus: Ducentorum denariorum panes non sufficiunt eis, ut unusquisque modicum quid accipiat. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare ist nicht hinreichend für sie, dass jeder nur etwas Weniges bekomme.⁹ +Johannes Joh 51 6 7 Respondit ei Philippus: Ducentorum denariorum panes non sufficiunt eis, ut unusquisque modicum quid accipiat. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare ist nicht hinreichend für sie, dass jeder nur etwas Weniges bekomme.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 6 7 Et verbum Domini crescebat, et multiplicabatur numerus discipulorum in Jerusalem valde: multa etiam turba sacerdotum obediebat fidei. Und das Wort des Herrn wuchs, und die Zahl der Jünger zu Jerusalem vermehrte sich sehr, auch eine große Menge von Priestern ward dem Glauben gehorsam.¹¹ -Johannes Joh 50 6 7 9 Wird der Preis nach [Hos 3,2] gerechnet, so kostet der Chomer (10 Sikel) 26,2 Mark, der Liter 0,13 Mark, mithin erhielt man für 200 Denare, d. i. 130 140 Mark 1000 Liter. Philippus nennt den Betrag, welchen die Jünger aufwenden zu müssen meinten. +Johannes Joh 51 6 7 9 Wird der Preis nach [Hos 3,2] gerechnet, so kostet der Chomer (10 Sikel) 26,2 Mark, der Liter 0,13 Mark, mithin erhielt man für 200 Denare, d. i. 130 140 Mark 1000 Liter. Philippus nennt den Betrag, welchen die Jünger aufwenden zu müssen meinten. Apostelgeschichte Apg 51 6 7 11 Sie ließen sich durch kein Bedenken abhalten, ihren Verstand dem Glauben zu unterwerfen. So gewann das Christentum auch solche, die in der Schrift und überhaupt in jüdischer Wissenschaft gelehrt waren. Bemerke das Wehen des Geistes: Gerade Priester und Schriftgelehrte waren früher so feindselig gewesen. Apostelgeschichte Apg 51 6 8 Stephanus autem plenus gratia, et fortitudine faciebat prodigia, et signa magna in populo. Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volke.¹² -Johannes Joh 50 6 8 Dicit ei unus ex discipulis ejus, Andreas frater Simonis Petri: Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm:¹⁰ -Johannes Joh 50 6 8 10 Andreas hat sich bereits über den vorhandenen Vorrat Kunde verschafft und antwortet statt des Philippus unmittelbar auf die Frage des Herrn. +Johannes Joh 51 6 8 Dicit ei unus ex discipulis ejus, Andreas frater Simonis Petri: Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm:¹⁰ +Johannes Joh 51 6 8 10 Andreas hat sich bereits über den vorhandenen Vorrat Kunde verschafft und antwortet statt des Philippus unmittelbar auf die Frage des Herrn. Apostelgeschichte Apg 51 6 8 12 Gott wirkte durch den heil. Stephanus die gleichen Wunder wie durch die Apostel. Apostelgeschichte Apg 51 6 9 Surrexerunt autem quidam de synagoga, quæ appellatur Libertinorum, et Cyrenensium, et Alexandrinorum, et eorum qui erant a Cilicia, et Asia, disputantes cum Stephano: Es erhoben sich aber einige aus der Synagoge, welche die der Libertiner heißt, und der Cyrenäer und der Alexandriner, und von denen, die aus Cilicien und Asien waren, und stritten mit Stephanus,¹³ -Johannes Joh 50 6 9 Est puer unus hic, qui habet quinque panes hordeaceos, et duos pisces: sed hæc quid sunt inter tantos? Es ist ein Knabe hier, welcher fünf Gerstenbrote¹¹ und zwei Fische hat; allein was ist das auf so viele? -Johannes Joh 50 6 9 11 Gerstenbrot war rauher und weniger nahrhaft, die gewöhnliche Nahrung des gemeinen Mannes. [Ri 7,13, Rut 3,17] +Johannes Joh 51 6 9 Est puer unus hic, qui habet quinque panes hordeaceos, et duos pisces: sed hæc quid sunt inter tantos? Es ist ein Knabe hier, welcher fünf Gerstenbrote¹¹ und zwei Fische hat; allein was ist das auf so viele? +Johannes Joh 51 6 9 11 Gerstenbrot war rauher und weniger nahrhaft, die gewöhnliche Nahrung des gemeinen Mannes. [Ri 7,13, Rut 3,17] Apostelgeschichte Apg 51 6 9 13 Es gab damals in Jerusalem viele Synagogen. Libertiner sind von Römern Freigelassene (Chrys.). Es sind geborene Juden, welche von den Römern als Kriegsgefangene nach Rom gebracht und dann freigelassen und in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Diese bilden mit den Cyrenäern, vergl. [Mt 27,32] und Alexandrinern eine Synagoge, die Cilicier mit den Asiaten, d. i. den aus dem westlichen Küstenlande Vorderasiens gekommenen, eine andere. In Alexandria waren die Juden etwa 100000 Mann stark. Von dort hatte sich die Septuaginta als heil. Schrift der Hellenisten über das ganze römische Reich verbreitet. Apostelgeschichte Apg 51 6 10 Et non poterant resistere sapientiæ, et Spiritui, qui loquebatur. doch sie vermochten der Weisheit und dem Geiste, der aus ihm redete, nicht zu widerstehen.¹⁴ -Johannes Joh 50 6 10 Dixit ergo Jesus: Facite homines discumbere. Erat autem fnum multum in loco. Discubuerunt ergo viri, numero quasi quinque millia. Jesus aber sprach: Lasset die Leute sich niedersetzen! Es war aber viel Gras an dem Orte. Da ließen sich die Männer nieder, gegen fünftausend an der Zahl. +Johannes Joh 51 6 10 Dixit ergo Jesus: Facite homines discumbere. Erat autem fnum multum in loco. Discubuerunt ergo viri, numero quasi quinque millia. Jesus aber sprach: Lasset die Leute sich niedersetzen! Es war aber viel Gras an dem Orte. Da ließen sich die Männer nieder, gegen fünftausend an der Zahl. Apostelgeschichte Apg 51 6 10 14 Die Verheißung des Herrn [Lk 21,15] geht in Erfüllung. Apostelgeschichte Apg 51 6 11 Tunc summiserunt viros, qui dicerent se audivisse eum dicentem verba blasphemiæ in Moysen, et in Deum. Da stifteten sie Männer an, welche sagen sollten, sie hätten ihn Worte der Lästerung wider Moses und wider Gott sprechen hören.¹⁵ -Johannes Joh 50 6 11 Accepit ergo Jesus panes: et cum gratias egisset, distribuit discumbentibus; similiter et ex piscibus quantum volebant. Jesus aber nahm die Brote, und nachdem er Dank gesagt hatte, teilte er sie unter die aus, welche sich niedergesetzt hatten; desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten. +Johannes Joh 51 6 11 Accepit ergo Jesus panes: et cum gratias egisset, distribuit discumbentibus; similiter et ex piscibus quantum volebant. Jesus aber nahm die Brote, und nachdem er Dank gesagt hatte, teilte er sie unter die aus, welche sich niedergesetzt hatten; desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten. Apostelgeschichte Apg 51 6 11 15 Da die Feinde dem heil. Stephanus in der Rede nicht gewachsen sind, suchen sie ihn durch Hinterlist zum Schweigen zu bringen. Er soll gegen Moses, den Vermittler des Gesetzes, und insofern gegen Gott, den Urheber desselben, geredet haben. -Johannes Joh 50 6 12 Ut autem impleti sunt, dixit discipulis suis: Colligite quæ superaverunt fragmenta, ne pereant. Als sie aber satt geworden waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Stücke, damit sie nicht zu Grunde gehen! +Johannes Joh 51 6 12 Ut autem impleti sunt, dixit discipulis suis: Colligite quæ superaverunt fragmenta, ne pereant. Als sie aber satt geworden waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Stücke, damit sie nicht zu Grunde gehen! Apostelgeschichte Apg 51 6 12 Commoverunt itaque plebem, et seniores, et Scribas: et concurrentes rapuerunt eum, et adduxerunt in concilium. Diese also regten das Volk und die Ältesten und Schriftgelehrten auf; es entstand ein Auflauf, und sie schleppten ihn mit sich fort, führten ihn vor den hohen Rat, Apostelgeschichte Apg 51 6 13 Et statuerunt falsos testes, qui dicerent: Homo iste non cessat loqui verba adversus locum sanctum, et legem. und stellten falsche Zeugen auf, welche sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, wider die heilige Stätte und das Gesetz Reden auszustoßen; -Johannes Joh 50 6 13 Collegerunt ergo, et impleverunt duodecim cophinos fragmentorum ex quinque panibus hordeaceis, quæ superfuerunt his, qui manducaverant. Sie sammelten also, und füllten zwölf Körbe mit den Stücken an, welche von den fünf Gerstenbroten denen übriggeblieben waren, die gegessen hatten.¹² -Johannes Joh 50 6 13 12 Um den Jüngern das Wunder noch augenscheinlicher zu machen, befiehlt Jesus die nach der Sättigung noch übrigen Stücke zu sammeln, und siehe da, es war mehr übrig, als ursprünglich vorhanden gewesen. Die Sammlung der Überreste in die Körbe der Apostel deutet auf den überreichen Lohn hin, der einem jeden für seine Wirksamkeit zuteil werden wird. -Johannes Joh 50 6 14 Illi ergo homines cum vidissent quod Jesus fecerat signum, dicebant: Quia hic est vere propheta, qui venturus est in mundum. Als nun diese Leute das Wunder sahen, welches Jesus gewirkt hatte, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, welcher in die Welt kommen soll!¹³ +Johannes Joh 51 6 13 Collegerunt ergo, et impleverunt duodecim cophinos fragmentorum ex quinque panibus hordeaceis, quæ superfuerunt his, qui manducaverant. Sie sammelten also, und füllten zwölf Körbe mit den Stücken an, welche von den fünf Gerstenbroten denen übriggeblieben waren, die gegessen hatten.¹² +Johannes Joh 51 6 13 12 Um den Jüngern das Wunder noch augenscheinlicher zu machen, befiehlt Jesus die nach der Sättigung noch übrigen Stücke zu sammeln, und siehe da, es war mehr übrig, als ursprünglich vorhanden gewesen. Die Sammlung der Überreste in die Körbe der Apostel deutet auf den überreichen Lohn hin, der einem jeden für seine Wirksamkeit zuteil werden wird. +Johannes Joh 51 6 14 Illi ergo homines cum vidissent quod Jesus fecerat signum, dicebant: Quia hic est vere propheta, qui venturus est in mundum. Als nun diese Leute das Wunder sahen, welches Jesus gewirkt hatte, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, welcher in die Welt kommen soll!¹³ Apostelgeschichte Apg 51 6 14 Audivimus enim eum dicentem: Quoniam Jesus Nazarenus hic, destruet locum istum, et mutabit traditiones, quas tradidit nobis Moyses. denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus, der Nazarener, wird diese Stätte zerstören, und die Überlieferungen ändern, welche uns Moses übergeben hat.¹⁶ -Johannes Joh 50 6 14 13 Die Messiashoffnungen der Juden waren sinnlich, darum erwarten sie von dem, der sie gesättigt, Hebung aller zeitlichen Not. +Johannes Joh 51 6 14 13 Die Messiashoffnungen der Juden waren sinnlich, darum erwarten sie von dem, der sie gesättigt, Hebung aller zeitlichen Not. Apostelgeschichte Apg 51 6 14 16 So hatten sie einst auch gegen den Herrn gehandelt. [Mt 26,61, Mk 14,58] Vielleicht wiederholte Stephanus die Prophezeiung des Herrn. [Mt 24,2] Jedenfalls aber lehrte er, dass das mosaische Gesetz nicht in dem Sinne unveränderlich sei, wie die Juden meinten [Apg 7,46], und dass die wahre Gottesverehrung nicht an den Tempel gebunden sei. [Apg 7,48ff] -Johannes Joh 50 6 15 Jesus ergo cum cognovisset quia venturi essent ut raperent eum, et facerent eum regem, fugit iterum in montem ipse solus. Als aber Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt fortzuführen, und ihn zum Könige zu machen,¹⁴ zog er sich wieder¹⁵ auf den Berg zurück, allein. [Mt 14,23, Mk 6,46] +Johannes Joh 51 6 15 Jesus ergo cum cognovisset quia venturi essent ut raperent eum, et facerent eum regem, fugit iterum in montem ipse solus. Als aber Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt fortzuführen, und ihn zum Könige zu machen,¹⁴ zog er sich wieder¹⁵ auf den Berg zurück, allein. [Mt 14,23, Mk 6,46] Apostelgeschichte Apg 51 6 15 Et intuentes eum omnes, qui sedebant in concilio, viderunt faciem ejus tamquam faciem Angeli. Und da alle, die im hohen Rate saßen, auf ihn ihre Blicke richteten, sahen sie sein Angesicht wie das Angesicht eines Engels.¹⁷ -Johannes Joh 50 6 15 14 Welch Unterschied zwischen den törichten Hoffnungen der Juden und dem wahren Königtum Jesu! Vergl. [Joh 18,37]. Wie ähnlich der Versuchung des Herrn durch Satan ist ihr Verhalten! Jesus soll den Weg der Leiden und des Kreuzes verlassen. Wie schmerzlich sind die Bestrebungen des Volkes für den Heiland, der weiß, dass die heutige Stimmung in das kreuzige ihn umschlagen wird! -Johannes Joh 50 6 15 15 Vergl. V. 3. +Johannes Joh 51 6 15 14 Welch Unterschied zwischen den törichten Hoffnungen der Juden und dem wahren Königtum Jesu! Vergl. [Joh 18,37]. Wie ähnlich der Versuchung des Herrn durch Satan ist ihr Verhalten! Jesus soll den Weg der Leiden und des Kreuzes verlassen. Wie schmerzlich sind die Bestrebungen des Volkes für den Heiland, der weiß, dass die heutige Stimmung in das kreuzige ihn umschlagen wird! +Johannes Joh 51 6 15 15 Vergl. V. 3. Apostelgeschichte Apg 51 6 15 17 Was Stephanus in des Herzens Tiefen trug, des Heil. Geistes Fülle und Schönheit, leuchtete jetzt auf seiner Stirn und machte sein Antlitz engelgleich (Hil.). Wehrlos steht er in Mitte der Wölfe; doch selbst die grimmigen Feinde sehen einen Strahl des Lichtes, das von der Sonne der Gerechtigkeit, dem verklärten Heilande, auf Stephanus strahlt. (Aug.) -Johannes Joh 50 6 16 Ut autem sero factum est, descenderunt discipuli ejus ad mare. Da es nun Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an das Meer. -Johannes Joh 50 6 17 Et cum ascendissent navim, venerunt trans mare in Capharnaum: et tenebræ jam factæ erant: et non venerat ad eos Jesus. Und sie stiegen in das Schiff,¹⁶ und fuhren über das Meer nach Kapharnaum. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war nicht zu ihnen gekommen. -Johannes Joh 50 6 17 16 Die Jünger waren zu Schiff gekommen und hatten ein solches also in Bereitschaft. -Johannes Joh 50 6 18 Mare autem, vento magno flante, exsurgebat. Das Meer aber wogte, weil ein starker Wind wehte. -Johannes Joh 50 6 19 Cum remigassent ergo quasi stadia viginti quinque aut triginta, vident Jesum ambulantem supra mare, et proximum navi fieri, et timuerunt. Als sie nun gegen fünfundzwanzig oder dreißig Stadien¹⁷ gerudert waren, sahen sie Jesus auf dem Meere wandeln und dem Schiffe nahe kommen; und sie fürchteten sich. -Johannes Joh 50 6 19 17 Eine bis ein und eine halbe Stunde, d. i. etwas über die Hälfte des Weges, wenn die Überfahrt mitten durch den See statthatte. Der Augenzeuge berichtet nach seiner damaligen Schätzung. -Johannes Joh 50 6 20 Ille autem dicit eis: Ego sum, nolite timere. Er aber sprach zu ihnen: Ich bin es, fürchtet euch nicht! -Johannes Joh 50 6 21 Voluerunt ergo accipere eum in navim: et statim navis fuit ad terram, in quam ibant. Da wollten sie ihn in das Schiff aufnehmen;¹⁸ und alsbald war das Schiff am Lande, nach welchem sie hinfuhren. -Johannes Joh 50 6 21 18 Der Apostel berichtet, was die Jünger wollten, im Gegensatze zu ihrer früheren Furcht, zwischen den Willen und die Ausführung fällt das [Mt 14,28-32] erzählte Ereignis. Ob das Schiff durch ein Wunder schneller an's Ufer kam, steht nicht fest. -Johannes Joh 50 6 22 Altera die, turba, quæ stabat trans mare, vidit quia navicula alia non erat ibi nisi una, et quia non introisset cum discipulis suis Jesus in navim, sed soli discipuli ejus abiissent: Am andern Tage erfuhr das Volk, welches jenseits des Meeres stand,¹⁹ dass kein anderes Schiff daselbst war als das eine, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen, sondern seine Jünger allein abgefahren waren. -Johannes Joh 50 6 22 19 Das örtliche Ufer wird vom Standpunkte der am anderen Ufer angekommenen Jünger bezeichnet, während V. 25 mit Rücksicht auf die Überfahrt des Volkes das westliche Ufer gemeint ist. -Johannes Joh 50 6 23 Aliæ vero supervenerunt naves a Tiberiade juxta locum ubi manducaverant panem, gratias agente Domino. Andere Schiffe aber kamen herüber von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten, nachdem der Herr Dank gesagt. -Johannes Joh 50 6 24 Cum ergo vidisset turba quia Jesus non esset ibi, neque discipuli ejus, ascenderunt in naviculas, et venerunt Capharnaum quærentes Jesum. Als nun das Volk sah, dass Jesus nicht da sei, noch auch seine Jünger, stiegen sie in die Schiffe, und kamen nach Kapharnaum, Jesus suchend. -Johannes Joh 50 6 25 Et cum invenissent eum trans mare, dixerunt ei: Rabbi, quando huc venisti? Und da sie ihn jenseits des Meeres gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Meister! wann bist du hierher gekommen?²⁰ -Johannes Joh 50 6 25 20 Fast kommt ihnen die Vermutung eines wunderbaren Herüberkommens (Chrys., Cyr., Aug.). -Johannes Joh 50 6 26 Respondit eis Jesus, et dixit: Amen, amen dico vobis: quæritis me non quia vidistis signa, sed quia manducastis ex panibus, et saturati estis. Jesus antwortete ihnen, und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen,²¹ sondern weil ihr von den Broten gegessen habet, und gesättigt worden seid! -Johannes Joh 50 6 26 21 Der Heiland geht nun auf die Absicht des Suchens ein. Das Wort Zeichen wird gebraucht, um den Zweck des Wunders hervorzuheben: die Aufweisung der göttlichen Macht Jesu als Beweggrund zum Glauben. Das Ziel des Volkes ist Befriedigung sinnlicher Bedürfnisse. So wird vorweg der Mangel an höherer Auffassung der folgenden Worte Christi angedeutet, in denen der Herr sich als die geistige Speise bezeichnet. -Johannes Joh 50 6 27 Operamini non cibum, qui perit, sed qui permanet in vitam æternam, quem Filius hominis dabit vobis. Hunc enim Pater signavit Deus. Bemühet euch nicht um vergängliche Speise, sondern um jene Speise, welche zum ewigen Leben²² bleibet, die euch der Menschensohn geben wird.²³ Denn diesen hat Gott der Vater mit seinem Siegel bezeichnet. [Mt 3,17, Mt 17,5, Joh 1,32] -Johannes Joh 50 6 27 22 Da der Heiland seinen heil. Leib verheißen wollte, hier aber von einer zukünftig zu gebenden Speise redet (wie V. 52), so ist wohl die heil. Eucharistie zu verstehen. (Cyr. Alex., Theoph.). -Johannes Joh 50 6 27 23 Soweit er vom Vater diese Macht empfangen hat. Diese Speise bleibt in sich ewig, weil sie unverweslich ist, in ihrem Erfolge, weil der, welcher sie würdig empfängt, ewig leben wird. Mit dem Siegel hat der Vater den Heiland bezeichnet, weil er ihn auf vielfache Weise als seinen Gesandten kenntlich gemacht hat. -Johannes Joh 50 6 28 Dixerunt ergo ad eum: Quid faciemus ut operemur opera Dei? Da sprachen sie zu ihm:²⁴ Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken? -Johannes Joh 50 6 28 24 Welche Werke verlangt Gott von uns (Werke Gottes), damit wir dieser Speise würdig werden? Die Frage hat ihren Anlass in dem Worte: Bemühet euch V. 27, welches den Zuhörern den Gedanken an äußere Werke erweckt. -Johannes Joh 50 6 29 Respondit Jesus, et dixit eis: Hoc est opus Dei, ut credatis in eum quem misit ille. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Dieses ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubet, welchen er gesandt hat.²⁵ [1Joh 3,23] -Johannes Joh 50 6 29 25 Statt einzelner Werke nennt der Heiland an ihren Ausdruck anknüpfend das Hauptwerk, den Grund des inneren Lebens, den Glauben, aus dem alle guten Werke hervorgehen müssen, sollen sie Gott gefallen. -Johannes Joh 50 6 30 Dixerunt ergo ei: Quod ergo tu facis signum ut videamus, et credamus tibi? quid operaris? Sie sprachen zu ihm: Welches Zeichen also tuest du, dass wir es sehen, und dir glauben? Was wirkest du?²⁶ -Johannes Joh 50 6 30 26 Dem vom Heiland ihrer deutlich ausgesprochenen Forderung gegenüber (V. 15) verlangten Glauben, dass er der Gesandte Gottes ist, soll ein Zeichen der Beglaubigung vorhergehen. Was tust du? Ein Hinweis auf V. 27, wo der Heiland sich darauf beruft, dass er vom Vater mit dem Siegel bezeichnet sei. War nicht aber die vorhergegangene wunderbare Brotvermehrung bereits ein Zeichen? -Johannes Joh 50 6 31 Patres nostri manducaverunt manna in deserto, sicut scriptum est: Panem de clo dedit eis manducare. Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie geschrieben steht: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.²⁷ [Ex 16,14, Num 11,7, Ps 77,24, Weish 16,20] -Johannes Joh 50 6 31 27 Weniger als das Manna war, kann der Messias nicht geben, da Moses das Vorbild des Messias war. -Johannes Joh 50 6 32 Dixit ergo eis Jesus: Amen, amen dico vobis: Non Moyses dedit vobis panem de clo, sed Pater meus dat vobis panem de clo verum. Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Moses hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel!²⁸ -Johannes Joh 50 6 32 28 Mit feierlichen Worten verbessert der Heiland den doppelten Irrtum, als ob Moses das Manna gegeben (Cyr.) und als ob das Manna das wahre Himmelsbrot sei. Das Manna ist Schatten und Vorbedeutung des wahren Brotes, das der Vater gibt (Chrys., Cyr., Aug.). -Johannes Joh 50 6 33 Panis enim Dei est, qui de clo descendit, et dat vitam mundo. Denn das Brot Gottes ist dasjenige, welches vom Himmel herabkommt, und der Welt das Leben gibt!²⁹ -Johannes Joh 50 6 33 29 Dem Ursprunge nach: Gottes, der Wirkung nach: der ganzen Welt das wahre, sittliche Leben gebend. -Johannes Joh 50 6 34 Dixerunt ergo ad eum: Domine, semper da nobis panem hunc. Da sprachen sie zu ihm: Herr, immerdar gib uns dieses Brot!³⁰ -Johannes Joh 50 6 34 30 Sie denken an ein leibliches Brot und bitten, Jesus möchte es ihnen geben, da der Vater dies Brot wohl durch den Sohn verleiht, und zwar auf immer geben, gleichsam als ewiges Mannawunder. -Johannes Joh 50 6 35 Dixit autem eis Jesus: Ego sum panis vitæ: qui venit ad me, non esuriet: et qui credit in me, non sitiet unquam. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten.³¹ -Johannes Joh 50 6 35 31 Ich, der Gottmensch, bin das Brot des Lebens. Wer zu mir im Glauben kommt (Aug., Cyr.), wird kein Bedürfnis mehr haben, wenn er dies Brot empfangen hat. Christus verheißt die heil. Kommunion (Cyr. Alex.). Gleichlautend mit diesem Verse ist V. 48. Noch sagt der Heiland nicht, dass dies Brot sein Leib ist. Andere erklären die Worte: Wer zu mir kommt durch den Glauben, wird nicht hungern, das Brot also ist der Glaube. Es ist zuzugeben, dass Jesus von V. 35 51 lehrt, dass er selbst das Brot ist, ohne auf die Art einzugehen, wie dieses zu geben oder zu empfangen ist, hingegen von V. 52 59 von dem Empfangen seines Fleisches und Blutes spricht. Mit einem Worte: Brot ist Christus in mehrfachem Sinne. Hier redet der Heiland noch ganz allgemein, später erklärt er eine besondere Weise, in welcher er Speise und Trank ist. Für das letzte Abendmahl behält er sich vor, den letzten Aufschluss zu geben, zu offenbaren, dass diese Nahrung der Seele im Sakramente gespendet wird. -Johannes Joh 50 6 36 Sed dixi vobis quia et vidistis me, et non creditis. Aber ich habe es euch gesagt,³² auch habet ihr mich gesehen, und glaubet doch nicht. -Johannes Joh 50 6 36 32 Ich habe euch offen gesagt, dass ich das Lebensbrot bin, aber umsonst habt ihr mich nicht nur reden gehört, sondern auch Wunder wirken sehen, ihr glaubt dennoch nicht (V. 26). -Johannes Joh 50 6 37 Omne, quod dat mihi Pater, ad me veniet: et eum, qui venit ad me, non ejiciam foras: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen,³³ und den, welcher zu mir kommt, werde ich nicht hinausstoßen;³⁴ -Johannes Joh 50 6 37 33 Jedoch, wenn auch ihr nicht glaubt, werden doch alle Menschen ohne Ausnahme, welche Gott mir gibt, welche er durch seine Gnade zu mir zieht, zu mir kommen, an mich glauben usw. (V. 44). -Johannes Joh 50 6 37 34 Die Tätigkeit des Vaters und des Sohnes widerstreitet sich nicht, sondern greift ineinander. Die Gläubigen sind durch den Glauben und die Liebe zu Christus mit Gott vereint (Thom.). Aus dieser Vereinigung stößt Christus nicht heraus, indem er seine Gnade entzieht; nur der Mensch löst sich durch Sünde und Abfall selbst von derselben los. -Johannes Joh 50 6 38 Quia descendi de clo, non ut faciam voluntatem meam, sed voluntatem ejus, qui misit me. denn³⁵ ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.³⁶ -Johannes Joh 50 6 38 35 V. 37 39 bilden einen Schluss, wenngleich in umgekehrter Ordnung. V. 38 Obersatz: Ich tue den Willen meines Vaters. V. 39 Untersatz: Nun ist es der Wille meines Vaters, dass ich keine mir anvertraute Seele verliere. V. 37 Schluss: Also werde ich niemanden, der zu mir kommt, hinausstoßen. -Johannes Joh 50 6 38 36 Meinen Willen: meinen menschlichen Willen. -Johannes Joh 50 6 39 Hæc est autem voluntas ejus, qui misit me, Patris: ut omne, quod dedit mihi, non perdam ex eo, sed resuscitem illud in novissimo die. Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, des Vaters, dass ich nichts von dem, was er mir gegeben hat, verliere, sondern dass ich es auferwecke³⁷ am jüngsten Tage. -Johannes Joh 50 6 39 37 Da hier die Rede von denen ist, welche der Vater gibt, diese aber nach V. 37 zum Leben kommen, fragt es sich, warum der Herr nur von diesen sagt, dass er sie auferwecken werde, da doch auch die Verworfenen auferstehen. Darauf ist zu antworten, dass die Auferstehung der Letzteren hier nicht geleugnet, sondern nur von derselben abgesehen wird, da hier von der Auferstehung zum Leben die Rede ist. Vergl. [Joh 5,25-30]. -Johannes Joh 50 6 40 Hæc est autem voluntas Patris mei, qui misit me: ut omnis, qui videt Filium, et credit in eum, habeat vitam æternam, et ego resuscitabo eum in novissimo die. Das ist aber der Wille meines Vaters, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt,³⁸ das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. -Johannes Joh 50 6 40 38 Das Wort sieht kann bezüglich der Zeitgenossen des Herrn vom leiblichen Schauen verstanden werden, nicht aber bezüglich der nach Christus Lebenden, denn auch diese sollen gerettet werden, obgleich sie den Herrn nicht leiblich sehen. Sie sehen ihn aber, indem sie von ihm Kenntnis haben. Doch auch die Ungläubigen haben solche, aber sie glauben nicht, darum fügt der Heiland ein zweites Erfordernis bei: Wer an den Sohn glaubt. -Johannes Joh 50 6 41 Murmurabant ergo Judæi de illo, quia dixisset: Ego sum panis vivus, qui de clo descendi, Da murrten die Juden über ihn, dass er gesagt hatte: Ich bin das lebendige Brot, der ich vom Himmel herabgekommen bin,³⁹ -Johannes Joh 50 6 41 39 Die Juden sind, wie bereits bemerkt, im Sprachgebrauche des heil. Johannes besonders die Partei der Pharisäer und ihnen gleich gesinnte Eiferer. Sie murren besonders deshalb, weil Christus sich das Himmelbrot genannt und gesagt hat, er sei vom Himmel herabgekommen. -Johannes Joh 50 6 42 Et dicebant: Nonne hic est Jesus filius Joseph, cujus nos novimus patrem, et matrem? Quomodo ergo dicit hic: Quia de clo descendi? und sie sagten: Ist dieser⁴⁰ nicht Jesus, der Sohn Josephs,⁴¹ dessen Vater und Mutter⁴² wir kennen? Wie also sagt dieser: Ich bin vom Himmel herabgestiegen? [Mt 13,55] -Johannes Joh 50 6 42 40 Verächtlich. -Johannes Joh 50 6 42 41 Nach seinem vermeintlichen Vater wurde Jesus benannt. -Johannes Joh 50 6 42 42 Die Semiten haben kein Wort für Eltern. Sie nennen Maria und Joseph, um ihre genaue Bekanntschaft zu bekunden. -Johannes Joh 50 6 43 Respondit ergo Jesus, et dixit eis: Nolite murmurare in invicem: Da antwortete Jesus, und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander! -Johannes Joh 50 6 44 Nemo potest venire ad me, nisi Pater, qui misit me, traxerit eum: et ego resuscitabo eum in novissimo die. Niemand kann zu mir kommen, wenn der Vater, der mich gesandt hat, ihn nicht zieht;⁴³ und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. -Johannes Joh 50 6 44 43 Jesus gibt ihnen keine Erklärung, wie er als Gottessohn himmlischer Herkunft ist, sondern zeigt den tiefsten Grund, warum die Juden murren, weil sie selbst nicht glauben. Sie glauben aber nicht, weil der Vater sie nicht zieht. Er wiederholt den V. 37 getanen Ausspruch in anderer Form und erklärt das Geben näher. Bedingung für den Glauben ist die zuvorkommende und helfende Gnade, durch welche Gott den Verstand erleuchtet, den Willen erregt, anregt und unterstützt. Das Wort ziehen bedeutet keinen Zwang. Der Mensch soll mitwirken, kann sich aber auch widersetzen. Gott zieht, aber der Mensch muss sich ziehen lassen. Den starken Ausdruck ziehen hat der Heiland gewählt, um zu zeigen, eine wie starke Gnade dem Menschen nach dem Falle notwendig ist, damit er zu Christus komme. Du wirst noch nicht gezogen? So bete, dass du gezogen werdest (Aug.). Zu den Worten: Wenn der Vater ihn nicht zieht, ergänze: Denjenigen aber, welchen er zieht, werde ich auferwecken usw. -Johannes Joh 50 6 45 Est scriptum in prophetis: Et erunt omnes docibiles Dei. Omnis, qui audivit a Patre, et didicit, venit ad me. Es steht geschrieben in den Propheten: Und sie werden alle von Gott gelehrt werden. Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.⁴⁴ -Johannes Joh 50 6 45 44 Erklärung der Natur der Gnade: Derjenige wird vom Vater gezogen, dessen Verstand erleuchtet und dessen Wille bewegt wird. Derjenige aber, der die Erleuchtung und Anregung aufnimmt, ihr zustimmt und sich so zu eigen macht, hat von dem Vater gelernt und glaubt an mich. Das Zitat findet sich im Buche der Propheten [Apg 7,42] und ist frei zitiert aus [Jes 54,13]. -Johannes Joh 50 6 46 Non quia Patrem vidit quisquam, nisi is, qui est a Deo, hic vidit Patrem. Nicht dass jemand den Vater gesehen⁴⁵ hat, außer derjenige, welcher von Gott ist, dieser hat den Vater gesehen. [Mt 11,27] -Johannes Joh 50 6 46 45 Der Herr will verhüten, dass die Juden das Hören und Lernen des vorigen Verses fleischlich auffassen, als ob die Menschen Gott, wie er ist, sehen und hören könnten. Unmittelbares Schauen der Gottheit hat der Heiland in seinem ewigen Sein vor der Menschwerdung gehabt, Gott aus Gott geboren (Chrys., Aug.), und hat es in seiner heiligsten Menschheit vom ersten Augenblicke an bis in Ewigkeit. -Johannes Joh 50 6 47 Amen, amen dico vobis: Qui credit in me, habet vitam æternam. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat das ewige Leben!⁴⁶ -Johannes Joh 50 6 47 46 Das Recht auf das ewige Leben, durch das Gnadenleben, welches er durch den christlichen Glauben empfängt, und zwar deswegen, weil ich das Brot des Lebens bin. Der Gedankengang von V. 49 54 ist folgender: Das Manna war nicht wahrhaft Lebensbrot, weil es von denen, die es genossen, nicht einmal den leiblichen Tod, geschweige den Tod der Seele fern halten konnte. Das wahrhaft vom Himmel kommende Brot muss den geistigen Tod, den ewigen Tod, hindern und so auch den leiblichen Tod unwirksam machen, indem dieser die Pforte zum ewigen Leben wird. Dieses wahre Brot aber bin ich, wer sich von diesem Brote nährt, d. i. wer mich mit lebendigem Glauben empfängt, (V. 47) wird ewig leben. Aber noch in einem anderen Sinne bin ich das Himmelsbrot: Mein Fleisch ist das Brot, welches zum ewigen Leben nährt. -Johannes Joh 50 6 48 Ego sum panis vitæ. Ich bin das Brot des Lebens. -Johannes Joh 50 6 49 Patres vestri manducaverunt manna in deserto, et mortui sunt. Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, und sind gestorben. [Ex 16,13] -Johannes Joh 50 6 50 Hic est panis de clo descendens: ut si quis ex ipso manducaverit, non moriatur. Dieses ist das Brot, welches vom Himmel herabkommt,⁴⁷ auf dass derjenige, der davon isst, nicht sterbe.⁴⁸ -Johannes Joh 50 6 50 47 Gegensatz zum Manna (V. 33) -Johannes Joh 50 6 50 48 Das Manna war auf die Vorfahren der Zuhörer und die Zeit ihres Aufenthaltes in der Wüste beschränkt, und vermochte gleich der gewöhnlichen Speise das leibliche Leben nur eine Zeitlang zu erhalten. Dieses Brot, nämlich Christus, ist für alle, es hat in sich die Kraft, zuerst den geistigen Tod zu verhindern und dem Leibe die Unsterblichkeit in der seligen Verklärung zu sichern (V. 40, V. 55, V. 59 Kap 11,25.26). -Johannes Joh 50 6 51 Ego sum panis vivus, qui de clo descendi. Ich bin das lebendige Brot, der ich vom Himmel herabgekommen bin.⁴⁹ -Johannes Joh 50 6 51 49 Zusammenfassung des Redeabschnittes von V. 34 an. Bis hierher hat Christus sich allgemein als das Brot des Lebens bezeichnet, jetzt offenbart er, in welcher Weise er es besonders ist: durch seinen heiligsten Leib. Der Heilend sagt zweimal, er werde sich geben: nämlich das Fleisch, welches am Kreuze für das Heil der Welt leiden, das Blut, das an demselben vergossen werden wird. Vergl. [Mt 20,28, Mk 10,45, Lk 22,19, Gal 1,4, 1Tim 2,6, Tit 2,14]. Da die Eucharistie ein Gedächtnis des Leidens ist [1Kor 11,26], so war eine Erwähnung dieses Leidens bei der Verheißung desselben zu erwarten. Zudem wird, wenn der heil. Leib des Herrn genommen wird, auch sein Opfer erneuert. -Johannes Joh 50 6 52 Si quis manducaverit ex hoc pane, vivet in æternum: et panis, quem ego dabo, caro mea est pro mundi vita. Wenn jemand von diesem Brote isst,⁵⁰ so wird er leben in Ewigkeit; und das Brot, welches ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.⁵¹ -Johannes Joh 50 6 52 50 In der heil. Eucharistie. (Chrys., Cyr., Ir., Theoph., Euth., auch das Tridentiner Konzil neigt sich dieser Aussage zu Sitz 21 Kap 1) Der heil. Johannes übergeht gewöhnlich, was die anderen Evangelisten berichten. Sollte er aber von der heil. Eucharistie ganz schweigen? Da er die Geschichte zur Einsetzung nicht bringt, erzählt er wenigstens die Verheißung. -Johannes Joh 50 6 52 51 Die geheimnisvolle Rede ist geeignet, die Wissbegierde der Jünger anzuregen. Das Wort Fleisch bedeutet hier die ganze menschliche Natur Christi, also genau dasselbe, was die Worte Fleisch und Blut (V. 54, V. 55, V. 56, V. 57), wie Christus selbst deutlich V. 58 zeigt: Wer mich isst. Mithin verheißt der Heiland, seine ganze Menschheit, und damit auch die unzertrennlich damit verbundene Gottheit (V. 64) denen, die an ihn glauben, als Speise zu geben (Chrys.). -Johannes Joh 50 6 53 Litigabant ergo Judæi ad invicem, dicentes: Quomodo potest hic nobis carnem suam dare ad manducandum? Da stritten die Juden untereinander, und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?⁵² -Johannes Joh 50 6 53 52 Die Frage: Wie? Welche die Juden untereinander erörtern, ist nicht so eine Frage nach der Art und Weise, wie dieses Geben vor sich gehen soll, als ein Ausruf der ungläubigen Verwunderung (Chrys., Cyr.). Nach allem, was sie gesehen und gehört, wäre eine demütige Bitte um Belehrung geziemend gewesen. -Johannes Joh 50 6 54 Dixit ergo eis Jesus: Amen, amen dico vobis: Nisi manducaveritis carnem Filii hominis, et biberitis ejus sanguinem, non habebitis vitam in vobis. Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:⁵³ Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet,⁵⁴ so werdet ihr das Leben nicht in euch haben!⁵⁵ -Johannes Joh 50 6 54 53 Wie [Joh 3,5] wiederholt der Heiland feierlich seine Aussage. Eine Erklärung des Wie hätte für die Juden keinen Wert gehabt, da dieselbe nur gläubigen Gemütern fassbar ist. Da die Worte: Blut trinken, Fleisch essen, übertragen zuweilen auch den Sinn hatten, jemanden mit Schmähungen überhäufen und bis zum Tode verfolgen [Ps 26,2, Ijob 19,22, Mi 3,3] hingegen denen, welche den Leib des Herrn empfangen, das ewige Leben verheißen wird, verstanden die Juden mit Recht im eigentlichen, nicht in jenem anderen Sinne. -Johannes Joh 50 6 54 54 Dass von wirklichem Fleisch und Blut die Rede ist, ergibt sich aus den Worten: des Menschensohnes, da der Mensch wahres Fleisch und Blut hat. Aus den obigen Worten folgt nicht, dass der Genuss der heil. Eucharistie allen, auch den Kindern, ebenso notwendig ist, wie die Taufe, denn die Stelle [Joh 3,5] ist viel allgemeiner, als [Mk 16,16] und hier werden Erwachsene angeredet. Auch folgt nicht die Notwendigkeit, unter beiden Gestalten zu kommunizieren, denn abgesehen von anderen Gründen, heißt es nicht: Wenn ihr nicht beides tut: das Fleisch essen und das Blut trinken, sondern: Wenn ihr keines tut, wenn ihr das Fleisch nicht esset, noch das Blut trinket. Endlich ist zu erwägen, dass der ganze Christus unter beiden Gestalten gegenwärtig ist. -Johannes Joh 50 6 54 55 Der Heiland wiederholt von neuem, dass er seinen Leib zu essen und sein Blut, gleichsam vergossen und vom Leibe getrennt, zu trinken geben werde, und zwar mit einer Art Eidschwur, indem er nicht nur die Worte wiederholt, welche die Juden gebraucht und buchstäblich gefasst haben, sondern auch noch dieselben durch den Zusatz: mein Blut trinkt verstärket. Der Heiland bestätigt hier also feierlich und ausdrucksvoll (auch durch die verneinende Form) die buchstäbliche Auffassung seiner Rede von Seite der Juden. Der Messias selbst ist zu genießen, und der Natur der Gabe entspricht die Wirkung, das ewige Leben und die Auferstehung des Fleisches am letzten Tage. Übrigens setzt diese Speise das höhere Leben der Gläubigen in Christus bereits voraus und nährt, kräftigt, vollendet es nur, wie nur der Lebende, nicht der Tote, durch körperliche Speise genährt wird. -Johannes Joh 50 6 55 Qui manducat meam carnem, et bibit meum sanguinem, habet vitam æternam: et ego resuscitabo eum in novissimo die. Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage.⁵⁶ -Johannes Joh 50 6 55 56 Die Auferstehung krönt das Werk des Gottmenschen, die heil. Kommunion ist gleichsam der Same der Unsterblichkeit (Cyr.) -Johannes Joh 50 6 56 Caro enim mea, vere est cibus: et sanguis meus, vere est potus. Denn mein Fleisch ist wahrhaft⁵⁷ eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. [1Kor 11,27] -Johannes Joh 50 6 56 57 Eigentlich, nicht in übertragenem Sinne. Dieser Vers begründet die vorher bezeugte Notwendigkeit. -Johannes Joh 50 6 57 Qui manducat meam carnem, et bibit meum sanguinem, in me manet, et ego in illo. Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, bleibt in mir, und ich in ihm.⁵⁸ -Johannes Joh 50 6 57 58 Nähere Erklärung zu V. 53 ff. Der Nachdruck liegt auf den Worten: Er bleibt in mir und ich in ihm. Dieselben bedeuten die engste Lebensgemeinschaft, die zwischen Christus und den Gläubigen besteht und die dadurch begründet wird, dass Christus mit seiner göttlichen Kraft im Menschen wohnt und dessen Erkennen, Wollen und Tun nach dem seinen umgestaltet. Zwar führt schon die Liebe eine enge Verbindung mit Jesus herbei, aber in der heil. Kommunion tritt der Mensch in die hier auf Erden denkbar engste Verbindung mit Christus. Wohl hört diese engste Verbindung mit dem Schwinden der Gestalten auf, aber die Vereinigung durch die heiligmachende Gnade ist inniger geworden, und der Heiland scheidet nicht, ohne reiche Gnade zu hinterlassen. -Johannes Joh 50 6 58 Sicut misit me vivens Pater, et ego vivo propter Patrem: et qui manducat me, et ipse vivet propter me. Gleichwie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen.⁵⁹ -Johannes Joh 50 6 58 59 Verbindung mit dem Vorhergehenden: Bleibt in mir und lebt daher, denn: die Begründung folgt in V. 58. Der Vater ist der Lebendige, d. i. die Quelle des Lebens. Der Heiland lebt des Vaters wegen, d. h. sein Leben hat seinen Grund im lebendigen Vater, von dem er es so empfangen hat, dass ihm dasselbe wesentlich zu eigen ist. Um meinetwillen lebend heißt: weil ich um des Vaters willen lebe, d. h. das Leben in mir selbst habe, bin ich auch der Grund des Lebens der Menschen und die Erhaltung desselben ist bedingt durch den Genuss meines Fleisches. -Johannes Joh 50 6 59 Hic est panis, qui de clo descendit. Non sicut manducaverunt patres vestri manna, et mortui sunt. Qui manducat hunc panem, vivet in æternum. Dies ist das Brot, welches vom Himmel herabgekommen ist, nicht so, wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird ewig leben.⁶⁰ -Johannes Joh 50 6 59 60 Mit diesem Schlusse kehrt der Herr noch einmal zu dem Anfange seiner Rede zurück. Die Antwort auf die Frage der Juden nach dem Zeichen, das er tut, und dem Himmels- und Lebensbrote des Messias ist gegeben; das Zeichen, das Wunder ist, dass er sich selbst als Speise gibt und diese Speise, obwohl aus Fleisch und Blut bestehend, das Himmelsbrot ist, der Heiland selbst, der vom Himmel gekommen. -Johannes Joh 50 6 60 Hæc dixit in synagoga docens, in Capharnaum. Dieses sagte er in der Synagoge lehrend, in Kapharnaum. -Johannes Joh 50 6 61 Multi ergo audientes ex discipulis ejus, dixerunt: Durus est hic sermo, et quis potest eum audire? Viele nun von seinen Jüngern, welche es hörten, sagten: Diese Rede ist hart, und wer kann sie hören?⁶¹ -Johannes Joh 50 6 61 61 Jünger im weiteren Sinne, gläubige Anhänger Jesu nehmen Anstoß, denn sie fassten die Rede viel zu roh auf: das Fleisch eines Menschen essen. Es ist die sogenannte kapharnaitische Auffassung. Dass der Genuss des Leibes Christi ein höchst edler, auf die Nahrung des Geistes abzielender sei, fiel ihnen nicht bei. Vielleicht scheint ihnen dazu auch das V. 41 Gesagte zu schwer. -Johannes Joh 50 6 62 Sciens autem Jesus apud semetipsum quia murmurarent de hoc discipuli ejus, dixit eis: Hoc vos scandalizat? Weil aber Jesus bei sich selbst wusste, dass seine Jünger darüber murrten, sagte er zu ihnen: Gibt euch dies Anstoß?⁶² -Johannes Joh 50 6 62 62 Unter den Jüngern haben viele guten Willen, deshalb gibt der Heiland ihnen eine Erklärung, welche seinen Worten das Anstößige benimmt. -Johannes Joh 50 6 63 Si ergo videritis Filium hominis ascendentem ubi erat prius? Wenn ihr nun den Menschensohn dahin auffahren sehet, wo er zuvor war? -⁶³ -Johannes Joh 50 6 63 63 Werdet ihr euch dann noch ärgern? -Johannes Joh 50 6 64 Spiritus est, qui vivificat: caro non prodest quidquam: verba, quæ ego locutus sum vobis, spiritus et vita sunt. Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützet nichts. Die Worte, welche ich zu euch geredet habe, sind Geist und Leben.⁶⁴ -Johannes Joh 50 6 64 64 Wie die Seele des Menschen das Fleisch belebt und es zu dem macht, was es ist, so leitet sich die ganze Würde und der Wert des Fleisches Christi daher, dass die menschliche Natur persönliches Eigentum der göttlichen Person ist. Daher ist auch die lebenspendende Kraft des Leibes Christi nicht im Fleische als solchem, sondern im Fleische, das mit dem lebendigen Gott verbunden ist (Aug., Cyr. Chrys.). Und weil der Geist lebendig macht, sollen auch die Worte Christi geistig, d. i. in dem angeführten Sinne, verstanden werden, dann geben sie Leben, d. i. Glauben, Verlangen nach dieser Speise u. a. Fleischlich verstanden bringen sie Tod, d. i. Abfall. Vergl. V. 67. -Johannes Joh 50 6 65 Sed sunt quidam ex vobis, qui non credunt. Sciebat enim ab initio Jesus qui essent non credentes, et quis traditurus esset eum. Doch es sind unter euch etliche, welche nicht glauben. Denn von Anfang an⁶⁵ wusste Jesus, welche es seien, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. -Johannes Joh 50 6 65 65 Vom Anfange der Berufung der Apostel an. -Johannes Joh 50 6 66 Et dicebat: Propterea dixi vobis, quia nemo potest venire ad me, nisi fuerit ei datum a Patre meo. Und er sprach: Darum⁶⁶ habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht von meinem Vater gegeben ist. -Johannes Joh 50 6 66 66 Weil zum vollkommenen Verständnisse meiner Rede der Glaube an mich notwendig ist, dieser aber ein Geschenk Gottes ist. -Johannes Joh 50 6 67 Ex hoc multi discipulorum ejus abierunt retro: et jam non cum illo ambulabant. Von der Zeit an traten viele von seinen Jüngern zurück, und wandelten nicht mehr mit ihm. -Johannes Joh 50 6 68 Dixit ergo Jesus ad duodecim: Numquid et vos vultis abire? Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollet etwa auch ihr weggehen?⁶⁷ -Johannes Joh 50 6 68 67 Diese Frage drückt nicht einen Zweifel an ihre Treue aus, (die griechische Fragepartikel setzt eine verneinende Antwort voraus), sondern die Apostel sollten vor den Ungläubigen und Abgefallenen ein öffentliches Zeugnis ablegen und in ihrer Anhänglichkeit an den Herrn bestärkt werden. -Johannes Joh 50 6 69 Respondit ergo ei Simon Petrus: Domine, ad quem ibimus? verba vitæ æternæ habes; Simon Petrus antwortete ihm: Herr! zu wem werden wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!⁶⁸ -Johannes Joh 50 6 69 68 Wir kennen niemand, dem wir uns lieber anvertrauen. Petrus denkt an nichts Irdisches mehr, Jesus ist sein einziges Glück. Worte des ewigen Lebens: Deine Worte führen zum ewigen Leben, geben dasselbe. -Johannes Joh 50 6 70 Et nos credidimus, et cognovimus quia tu es Christus Filius Dei. Und wir haben geglaubt und erkannt,⁶⁹ dass du Christus, der Sohn Gottes bist.⁷⁰ [Mt 16,15.16, Mk 8,29, Lk 9,20] -Johannes Joh 50 6 70 69 Und wir, Antwort auf V. 68: und ihr. Sie sind vom Glauben zum Verstehen gekommen. -Johannes Joh 50 6 70 70 Nach den besten griechischen Handschriften: Der Heilige Gottes, d. i. der Gott in besonderer Weise Angehörige. Diesen Glauben fordert Jesus vor allem für den Genuss des Lebensbrotes. (V. 35 40) -Johannes Joh 50 6 71 Respondit eis Jesus: Nonne ego vos duodecim elegi: et ex vobis unus diabolus est? Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölfe auserwählet, und von euch ist einer ein Teufel?⁷¹ -Johannes Joh 50 6 71 71 Der Heiland weist sie darauf hin, dass dieser Glaube ein Werk der göttlichen Gnade ist und keinen Grund zum Selbstvertrauen geben darf: denn er hat sie auserwählt und einer ist ein Teufel, ein böser Mensch. Also war Judas bereits böse, wenngleich noch kein Verräter. Petrus hatte gesagt: Wir und meinte alle Apostel. Der Heiland, welcher das Herz kennt, sagt: nicht alle. Er flößt den Aposteln eine heilsame Furcht ein, da sie hörten: sogar unter den Erwählten ist ein Teufel, ein Jünger, der nicht glaubt (V. 65) und trotz der Lehre des Herrn, des Umganges mit den Jüngern und der Beispiele des Erlösers durch und durch böse wird. -Johannes Joh 50 6 72 Dicebat autem Judam Simonis Iscariotem: hic enim erat traditurus eum, cum esset unus ex duodecim. Er redete aber von Judas Iskariot, Simons Sohne; denn dieser sollte ihn hernach verraten; obwohl er einer aus den Zwölfen war.⁷² -Johannes Joh 50 6 72 72 Als Jesus den Judas berief, musste dieser gut sein, denn die Auserwählung zum Apostel ist etwas Gutes, wenngleich sie nicht die Auserwählung zur Seligkeit, sondern zum Amte enthält; das Amt aber rettet nicht, sondern die gute Verwaltung desselben. Da Gott nur die Gegenwart seinem Urteile über die Würdigkeit zu Grunde legt, nicht die Zukunft, so verurteilt er nicht jetzt den, der ihm einst missfallen wird, sondern geht so weit in seiner Güte, dass er den beruft den er zur Zeit gut befindet, indem er ihm die Gnade gibt, treu zu bleiben und sich zu bekehren und Buße zu tun (Hier.). Warum der Heiland den Judas berief, obgleich er dessen Abfall und Verrat voraussah, kann man nicht vollständig, aber doch einigermaßen begreifen. Er tat es, um das Böse zum Guten zu wenden: der abscheuliche Verrat diente dem Erlösungstode (Aug.). Jesus kannte den Ratschluss Gottes und ertrug deshalb den Verräter aus Gehorsam und in Liebe. Judas aber ging nur aus eigener Schuld verloren. -Apostelgeschichte Apg 51 7 0 Die Rede des heil. Stephanus (V. 53) und sein Tod. -Johannes Joh 50 7 0 c. Bei dem Laubhüttenfest steigert sich der Unglaube der Juden zu Jerusalem zu offener Feindschaft gegen den Herrn. (7 10,21) Der Heiland kommt insgeheim nach Jerusalem. (V. 13) Während des Festes rechtfertigt sich der Heiland im Tempel über seine Sendung. (V. 24) Das Volk schwankt zwischen Glauben und Unglauben. Die Pharisäer wollen den Herrn ergreifen. (V. 36) Am letzten Festtage offenbart Jesus sich als Quelle des Lebens. Das Volk bleibt schwankend. Nikodemus verteidigt den Herrn im hohen Rate. -Johannes Joh 50 7 1 Post hæc autem ambulabat Jesus in Galilæam, non enim volebat in Judæam ambulare: quia quærebant eum Judæi interficere. Hierauf¹ wandelte Jesus in Galiläa umher; denn in Judäa wollte er nicht umherwandeln, weil ihn die Juden umzubringen suchten. +Johannes Joh 51 6 16 Ut autem sero factum est, descenderunt discipuli ejus ad mare. Da es nun Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an das Meer. +Johannes Joh 51 6 17 Et cum ascendissent navim, venerunt trans mare in Capharnaum: et tenebræ jam factæ erant: et non venerat ad eos Jesus. Und sie stiegen in das Schiff,¹⁶ und fuhren über das Meer nach Kapharnaum. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war nicht zu ihnen gekommen. +Johannes Joh 51 6 17 16 Die Jünger waren zu Schiff gekommen und hatten ein solches also in Bereitschaft. +Johannes Joh 51 6 18 Mare autem, vento magno flante, exsurgebat. Das Meer aber wogte, weil ein starker Wind wehte. +Johannes Joh 51 6 19 Cum remigassent ergo quasi stadia viginti quinque aut triginta, vident Jesum ambulantem supra mare, et proximum navi fieri, et timuerunt. Als sie nun gegen fünfundzwanzig oder dreißig Stadien¹⁷ gerudert waren, sahen sie Jesus auf dem Meere wandeln und dem Schiffe nahe kommen; und sie fürchteten sich. +Johannes Joh 51 6 19 17 Eine bis ein und eine halbe Stunde, d. i. etwas über die Hälfte des Weges, wenn die Überfahrt mitten durch den See statthatte. Der Augenzeuge berichtet nach seiner damaligen Schätzung. +Johannes Joh 51 6 20 Ille autem dicit eis: Ego sum, nolite timere. Er aber sprach zu ihnen: Ich bin es, fürchtet euch nicht! +Johannes Joh 51 6 21 Voluerunt ergo accipere eum in navim: et statim navis fuit ad terram, in quam ibant. Da wollten sie ihn in das Schiff aufnehmen;¹⁸ und alsbald war das Schiff am Lande, nach welchem sie hinfuhren. +Johannes Joh 51 6 21 18 Der Apostel berichtet, was die Jünger wollten, im Gegensatze zu ihrer früheren Furcht, zwischen den Willen und die Ausführung fällt das [Mt 14,28-32] erzählte Ereignis. Ob das Schiff durch ein Wunder schneller an's Ufer kam, steht nicht fest. +Johannes Joh 51 6 22 Altera die, turba, quæ stabat trans mare, vidit quia navicula alia non erat ibi nisi una, et quia non introisset cum discipulis suis Jesus in navim, sed soli discipuli ejus abiissent: Am andern Tage erfuhr das Volk, welches jenseits des Meeres stand,¹⁹ dass kein anderes Schiff daselbst war als das eine, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen, sondern seine Jünger allein abgefahren waren. +Johannes Joh 51 6 22 19 Das örtliche Ufer wird vom Standpunkte der am anderen Ufer angekommenen Jünger bezeichnet, während V. 25 mit Rücksicht auf die Überfahrt des Volkes das westliche Ufer gemeint ist. +Johannes Joh 51 6 23 Aliæ vero supervenerunt naves a Tiberiade juxta locum ubi manducaverant panem, gratias agente Domino. Andere Schiffe aber kamen herüber von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten, nachdem der Herr Dank gesagt. +Johannes Joh 51 6 24 Cum ergo vidisset turba quia Jesus non esset ibi, neque discipuli ejus, ascenderunt in naviculas, et venerunt Capharnaum quærentes Jesum. Als nun das Volk sah, dass Jesus nicht da sei, noch auch seine Jünger, stiegen sie in die Schiffe, und kamen nach Kapharnaum, Jesus suchend. +Johannes Joh 51 6 25 Et cum invenissent eum trans mare, dixerunt ei: Rabbi, quando huc venisti? Und da sie ihn jenseits des Meeres gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Meister! wann bist du hierher gekommen?²⁰ +Johannes Joh 51 6 25 20 Fast kommt ihnen die Vermutung eines wunderbaren Herüberkommens (Chrys., Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 6 26 Respondit eis Jesus, et dixit: Amen, amen dico vobis: quæritis me non quia vidistis signa, sed quia manducastis ex panibus, et saturati estis. Jesus antwortete ihnen, und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen,²¹ sondern weil ihr von den Broten gegessen habet, und gesättigt worden seid! +Johannes Joh 51 6 26 21 Der Heiland geht nun auf die Absicht des Suchens ein. Das Wort Zeichen wird gebraucht, um den Zweck des Wunders hervorzuheben: die Aufweisung der göttlichen Macht Jesu als Beweggrund zum Glauben. Das Ziel des Volkes ist Befriedigung sinnlicher Bedürfnisse. So wird vorweg der Mangel an höherer Auffassung der folgenden Worte Christi angedeutet, in denen der Herr sich als die geistige Speise bezeichnet. +Johannes Joh 51 6 27 Operamini non cibum, qui perit, sed qui permanet in vitam æternam, quem Filius hominis dabit vobis. Hunc enim Pater signavit Deus. Bemühet euch nicht um vergängliche Speise, sondern um jene Speise, welche zum ewigen Leben²² bleibet, die euch der Menschensohn geben wird.²³ Denn diesen hat Gott der Vater mit seinem Siegel bezeichnet. [Mt 3,17, Mt 17,5, Joh 1,32] +Johannes Joh 51 6 27 22 Da der Heiland seinen heil. Leib verheißen wollte, hier aber von einer zukünftig zu gebenden Speise redet (wie V. 52), so ist wohl die heil. Eucharistie zu verstehen. (Cyr. Alex., Theoph.). +Johannes Joh 51 6 27 23 Soweit er vom Vater diese Macht empfangen hat. Diese Speise bleibt in sich ewig, weil sie unverweslich ist, in ihrem Erfolge, weil der, welcher sie würdig empfängt, ewig leben wird. Mit dem Siegel hat der Vater den Heiland bezeichnet, weil er ihn auf vielfache Weise als seinen Gesandten kenntlich gemacht hat. +Johannes Joh 51 6 28 Dixerunt ergo ad eum: Quid faciemus ut operemur opera Dei? Da sprachen sie zu ihm:²⁴ Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken? +Johannes Joh 51 6 28 24 Welche Werke verlangt Gott von uns (Werke Gottes), damit wir dieser Speise würdig werden? Die Frage hat ihren Anlass in dem Worte: Bemühet euch V. 27, welches den Zuhörern den Gedanken an äußere Werke erweckt. +Johannes Joh 51 6 29 Respondit Jesus, et dixit eis: Hoc est opus Dei, ut credatis in eum quem misit ille. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Dieses ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubet, welchen er gesandt hat.²⁵ [1Joh 3,23] +Johannes Joh 51 6 29 25 Statt einzelner Werke nennt der Heiland an ihren Ausdruck anknüpfend das Hauptwerk, den Grund des inneren Lebens, den Glauben, aus dem alle guten Werke hervorgehen müssen, sollen sie Gott gefallen. +Johannes Joh 51 6 30 Dixerunt ergo ei: Quod ergo tu facis signum ut videamus, et credamus tibi? quid operaris? Sie sprachen zu ihm: Welches Zeichen also tuest du, dass wir es sehen, und dir glauben? Was wirkest du?²⁶ +Johannes Joh 51 6 30 26 Dem vom Heiland ihrer deutlich ausgesprochenen Forderung gegenüber (V. 15) verlangten Glauben, dass er der Gesandte Gottes ist, soll ein Zeichen der Beglaubigung vorhergehen. Was tust du? Ein Hinweis auf V. 27, wo der Heiland sich darauf beruft, dass er vom Vater mit dem Siegel bezeichnet sei. War nicht aber die vorhergegangene wunderbare Brotvermehrung bereits ein Zeichen? +Johannes Joh 51 6 31 Patres nostri manducaverunt manna in deserto, sicut scriptum est: Panem de clo dedit eis manducare. Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie geschrieben steht: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.²⁷ [Ex 16,14, Num 11,7, Ps 77,24, Weish 16,20] +Johannes Joh 51 6 31 27 Weniger als das Manna war, kann der Messias nicht geben, da Moses das Vorbild des Messias war. +Johannes Joh 51 6 32 Dixit ergo eis Jesus: Amen, amen dico vobis: Non Moyses dedit vobis panem de clo, sed Pater meus dat vobis panem de clo verum. Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Moses hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel!²⁸ +Johannes Joh 51 6 32 28 Mit feierlichen Worten verbessert der Heiland den doppelten Irrtum, als ob Moses das Manna gegeben (Cyr.) und als ob das Manna das wahre Himmelsbrot sei. Das Manna ist Schatten und Vorbedeutung des wahren Brotes, das der Vater gibt (Chrys., Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 6 33 Panis enim Dei est, qui de clo descendit, et dat vitam mundo. Denn das Brot Gottes ist dasjenige, welches vom Himmel herabkommt, und der Welt das Leben gibt!²⁹ +Johannes Joh 51 6 33 29 Dem Ursprunge nach: Gottes, der Wirkung nach: der ganzen Welt das wahre, sittliche Leben gebend. +Johannes Joh 51 6 34 Dixerunt ergo ad eum: Domine, semper da nobis panem hunc. Da sprachen sie zu ihm: Herr, immerdar gib uns dieses Brot!³⁰ +Johannes Joh 51 6 34 30 Sie denken an ein leibliches Brot und bitten, Jesus möchte es ihnen geben, da der Vater dies Brot wohl durch den Sohn verleiht, und zwar auf immer geben, gleichsam als ewiges Mannawunder. +Johannes Joh 51 6 35 Dixit autem eis Jesus: Ego sum panis vitæ: qui venit ad me, non esuriet: et qui credit in me, non sitiet unquam. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten.³¹ +Johannes Joh 51 6 35 31 Ich, der Gottmensch, bin das Brot des Lebens. Wer zu mir im Glauben kommt (Aug., Cyr.), wird kein Bedürfnis mehr haben, wenn er dies Brot empfangen hat. Christus verheißt die heil. Kommunion (Cyr. Alex.). Gleichlautend mit diesem Verse ist V. 48. Noch sagt der Heiland nicht, dass dies Brot sein Leib ist. Andere erklären die Worte: Wer zu mir kommt durch den Glauben, wird nicht hungern, das Brot also ist der Glaube. Es ist zuzugeben, dass Jesus von V. 35 51 lehrt, dass er selbst das Brot ist, ohne auf die Art einzugehen, wie dieses zu geben oder zu empfangen ist, hingegen von V. 52 59 von dem Empfangen seines Fleisches und Blutes spricht. Mit einem Worte: Brot ist Christus in mehrfachem Sinne. Hier redet der Heiland noch ganz allgemein, später erklärt er eine besondere Weise, in welcher er Speise und Trank ist. Für das letzte Abendmahl behält er sich vor, den letzten Aufschluss zu geben, zu offenbaren, dass diese Nahrung der Seele im Sakramente gespendet wird. +Johannes Joh 51 6 36 Sed dixi vobis quia et vidistis me, et non creditis. Aber ich habe es euch gesagt,³² auch habet ihr mich gesehen, und glaubet doch nicht. +Johannes Joh 51 6 36 32 Ich habe euch offen gesagt, dass ich das Lebensbrot bin, aber umsonst habt ihr mich nicht nur reden gehört, sondern auch Wunder wirken sehen, ihr glaubt dennoch nicht (V. 26). +Johannes Joh 51 6 37 Omne, quod dat mihi Pater, ad me veniet: et eum, qui venit ad me, non ejiciam foras: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen,³³ und den, welcher zu mir kommt, werde ich nicht hinausstoßen;³⁴ +Johannes Joh 51 6 37 33 Jedoch, wenn auch ihr nicht glaubt, werden doch alle Menschen ohne Ausnahme, welche Gott mir gibt, welche er durch seine Gnade zu mir zieht, zu mir kommen, an mich glauben usw. (V. 44). +Johannes Joh 51 6 37 34 Die Tätigkeit des Vaters und des Sohnes widerstreitet sich nicht, sondern greift ineinander. Die Gläubigen sind durch den Glauben und die Liebe zu Christus mit Gott vereint (Thom.). Aus dieser Vereinigung stößt Christus nicht heraus, indem er seine Gnade entzieht; nur der Mensch löst sich durch Sünde und Abfall selbst von derselben los. +Johannes Joh 51 6 38 Quia descendi de clo, non ut faciam voluntatem meam, sed voluntatem ejus, qui misit me. denn³⁵ ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.³⁶ +Johannes Joh 51 6 38 35 V. 37 39 bilden einen Schluss, wenngleich in umgekehrter Ordnung. V. 38 Obersatz: Ich tue den Willen meines Vaters. V. 39 Untersatz: Nun ist es der Wille meines Vaters, dass ich keine mir anvertraute Seele verliere. V. 37 Schluss: Also werde ich niemanden, der zu mir kommt, hinausstoßen. +Johannes Joh 51 6 38 36 Meinen Willen: meinen menschlichen Willen. +Johannes Joh 51 6 39 Hæc est autem voluntas ejus, qui misit me, Patris: ut omne, quod dedit mihi, non perdam ex eo, sed resuscitem illud in novissimo die. Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, des Vaters, dass ich nichts von dem, was er mir gegeben hat, verliere, sondern dass ich es auferwecke³⁷ am jüngsten Tage. +Johannes Joh 51 6 39 37 Da hier die Rede von denen ist, welche der Vater gibt, diese aber nach V. 37 zum Leben kommen, fragt es sich, warum der Herr nur von diesen sagt, dass er sie auferwecken werde, da doch auch die Verworfenen auferstehen. Darauf ist zu antworten, dass die Auferstehung der Letzteren hier nicht geleugnet, sondern nur von derselben abgesehen wird, da hier von der Auferstehung zum Leben die Rede ist. Vergl. [Joh 5,25-30]. +Johannes Joh 51 6 40 Hæc est autem voluntas Patris mei, qui misit me: ut omnis, qui videt Filium, et credit in eum, habeat vitam æternam, et ego resuscitabo eum in novissimo die. Das ist aber der Wille meines Vaters, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt,³⁸ das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. +Johannes Joh 51 6 40 38 Das Wort sieht kann bezüglich der Zeitgenossen des Herrn vom leiblichen Schauen verstanden werden, nicht aber bezüglich der nach Christus Lebenden, denn auch diese sollen gerettet werden, obgleich sie den Herrn nicht leiblich sehen. Sie sehen ihn aber, indem sie von ihm Kenntnis haben. Doch auch die Ungläubigen haben solche, aber sie glauben nicht, darum fügt der Heiland ein zweites Erfordernis bei: Wer an den Sohn glaubt. +Johannes Joh 51 6 41 Murmurabant ergo Judæi de illo, quia dixisset: Ego sum panis vivus, qui de clo descendi, Da murrten die Juden über ihn, dass er gesagt hatte: Ich bin das lebendige Brot, der ich vom Himmel herabgekommen bin,³⁹ +Johannes Joh 51 6 41 39 Die Juden sind, wie bereits bemerkt, im Sprachgebrauche des heil. Johannes besonders die Partei der Pharisäer und ihnen gleich gesinnte Eiferer. Sie murren besonders deshalb, weil Christus sich das Himmelbrot genannt und gesagt hat, er sei vom Himmel herabgekommen. +Johannes Joh 51 6 42 Et dicebant: Nonne hic est Jesus filius Joseph, cujus nos novimus patrem, et matrem? Quomodo ergo dicit hic: Quia de clo descendi? und sie sagten: Ist dieser⁴⁰ nicht Jesus, der Sohn Josephs,⁴¹ dessen Vater und Mutter⁴² wir kennen? Wie also sagt dieser: Ich bin vom Himmel herabgestiegen? [Mt 13,55] +Johannes Joh 51 6 42 40 Verächtlich. +Johannes Joh 51 6 42 41 Nach seinem vermeintlichen Vater wurde Jesus benannt. +Johannes Joh 51 6 42 42 Die Semiten haben kein Wort für Eltern. Sie nennen Maria und Joseph, um ihre genaue Bekanntschaft zu bekunden. +Johannes Joh 51 6 43 Respondit ergo Jesus, et dixit eis: Nolite murmurare in invicem: Da antwortete Jesus, und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander! +Johannes Joh 51 6 44 Nemo potest venire ad me, nisi Pater, qui misit me, traxerit eum: et ego resuscitabo eum in novissimo die. Niemand kann zu mir kommen, wenn der Vater, der mich gesandt hat, ihn nicht zieht;⁴³ und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. +Johannes Joh 51 6 44 43 Jesus gibt ihnen keine Erklärung, wie er als Gottessohn himmlischer Herkunft ist, sondern zeigt den tiefsten Grund, warum die Juden murren, weil sie selbst nicht glauben. Sie glauben aber nicht, weil der Vater sie nicht zieht. Er wiederholt den V. 37 getanen Ausspruch in anderer Form und erklärt das Geben näher. Bedingung für den Glauben ist die zuvorkommende und helfende Gnade, durch welche Gott den Verstand erleuchtet, den Willen erregt, anregt und unterstützt. Das Wort ziehen bedeutet keinen Zwang. Der Mensch soll mitwirken, kann sich aber auch widersetzen. Gott zieht, aber der Mensch muss sich ziehen lassen. Den starken Ausdruck ziehen hat der Heiland gewählt, um zu zeigen, eine wie starke Gnade dem Menschen nach dem Falle notwendig ist, damit er zu Christus komme. Du wirst noch nicht gezogen? So bete, dass du gezogen werdest (Aug.). Zu den Worten: Wenn der Vater ihn nicht zieht, ergänze: Denjenigen aber, welchen er zieht, werde ich auferwecken usw. +Johannes Joh 51 6 45 Est scriptum in prophetis: Et erunt omnes docibiles Dei. Omnis, qui audivit a Patre, et didicit, venit ad me. Es steht geschrieben in den Propheten: Und sie werden alle von Gott gelehrt werden. Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.⁴⁴ +Johannes Joh 51 6 45 44 Erklärung der Natur der Gnade: Derjenige wird vom Vater gezogen, dessen Verstand erleuchtet und dessen Wille bewegt wird. Derjenige aber, der die Erleuchtung und Anregung aufnimmt, ihr zustimmt und sich so zu eigen macht, hat von dem Vater gelernt und glaubt an mich. Das Zitat findet sich im Buche der Propheten [Apg 7,42] und ist frei zitiert aus [Jes 54,13]. +Johannes Joh 51 6 46 Non quia Patrem vidit quisquam, nisi is, qui est a Deo, hic vidit Patrem. Nicht dass jemand den Vater gesehen⁴⁵ hat, außer derjenige, welcher von Gott ist, dieser hat den Vater gesehen. [Mt 11,27] +Johannes Joh 51 6 46 45 Der Herr will verhüten, dass die Juden das Hören und Lernen des vorigen Verses fleischlich auffassen, als ob die Menschen Gott, wie er ist, sehen und hören könnten. Unmittelbares Schauen der Gottheit hat der Heiland in seinem ewigen Sein vor der Menschwerdung gehabt, Gott aus Gott geboren (Chrys., Aug.), und hat es in seiner heiligsten Menschheit vom ersten Augenblicke an bis in Ewigkeit. +Johannes Joh 51 6 47 Amen, amen dico vobis: Qui credit in me, habet vitam æternam. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat das ewige Leben!⁴⁶ +Johannes Joh 51 6 47 46 Das Recht auf das ewige Leben, durch das Gnadenleben, welches er durch den christlichen Glauben empfängt, und zwar deswegen, weil ich das Brot des Lebens bin. Der Gedankengang von V. 49 54 ist folgender: Das Manna war nicht wahrhaft Lebensbrot, weil es von denen, die es genossen, nicht einmal den leiblichen Tod, geschweige den Tod der Seele fern halten konnte. Das wahrhaft vom Himmel kommende Brot muss den geistigen Tod, den ewigen Tod, hindern und so auch den leiblichen Tod unwirksam machen, indem dieser die Pforte zum ewigen Leben wird. Dieses wahre Brot aber bin ich, wer sich von diesem Brote nährt, d. i. wer mich mit lebendigem Glauben empfängt, (V. 47) wird ewig leben. Aber noch in einem anderen Sinne bin ich das Himmelsbrot: Mein Fleisch ist das Brot, welches zum ewigen Leben nährt. +Johannes Joh 51 6 48 Ego sum panis vitæ. Ich bin das Brot des Lebens. +Johannes Joh 51 6 49 Patres vestri manducaverunt manna in deserto, et mortui sunt. Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, und sind gestorben. [Ex 16,13] +Johannes Joh 51 6 50 Hic est panis de clo descendens: ut si quis ex ipso manducaverit, non moriatur. Dieses ist das Brot, welches vom Himmel herabkommt,⁴⁷ auf dass derjenige, der davon isst, nicht sterbe.⁴⁸ +Johannes Joh 51 6 50 47 Gegensatz zum Manna (V. 33) +Johannes Joh 51 6 50 48 Das Manna war auf die Vorfahren der Zuhörer und die Zeit ihres Aufenthaltes in der Wüste beschränkt, und vermochte gleich der gewöhnlichen Speise das leibliche Leben nur eine Zeitlang zu erhalten. Dieses Brot, nämlich Christus, ist für alle, es hat in sich die Kraft, zuerst den geistigen Tod zu verhindern und dem Leibe die Unsterblichkeit in der seligen Verklärung zu sichern (V. 40, V. 55, V. 59 Kap 11,25.26). +Johannes Joh 51 6 51 Ego sum panis vivus, qui de clo descendi. Ich bin das lebendige Brot, der ich vom Himmel herabgekommen bin.⁴⁹ +Johannes Joh 51 6 51 49 Zusammenfassung des Redeabschnittes von V. 34 an. Bis hierher hat Christus sich allgemein als das Brot des Lebens bezeichnet, jetzt offenbart er, in welcher Weise er es besonders ist: durch seinen heiligsten Leib. Der Heilend sagt zweimal, er werde sich geben: nämlich das Fleisch, welches am Kreuze für das Heil der Welt leiden, das Blut, das an demselben vergossen werden wird. Vergl. [Mt 20,28, Mk 10,45, Lk 22,19, Gal 1,4, 1Tim 2,6, Tit 2,14]. Da die Eucharistie ein Gedächtnis des Leidens ist [1Kor 11,26], so war eine Erwähnung dieses Leidens bei der Verheißung desselben zu erwarten. Zudem wird, wenn der heil. Leib des Herrn genommen wird, auch sein Opfer erneuert. +Johannes Joh 51 6 52 Si quis manducaverit ex hoc pane, vivet in æternum: et panis, quem ego dabo, caro mea est pro mundi vita. Wenn jemand von diesem Brote isst,⁵⁰ so wird er leben in Ewigkeit; und das Brot, welches ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.⁵¹ +Johannes Joh 51 6 52 50 In der heil. Eucharistie. (Chrys., Cyr., Ir., Theoph., Euth., auch das Tridentiner Konzil neigt sich dieser Aussage zu Sitz 21 Kap 1) Der heil. Johannes übergeht gewöhnlich, was die anderen Evangelisten berichten. Sollte er aber von der heil. Eucharistie ganz schweigen? Da er die Geschichte zur Einsetzung nicht bringt, erzählt er wenigstens die Verheißung. +Johannes Joh 51 6 52 51 Die geheimnisvolle Rede ist geeignet, die Wissbegierde der Jünger anzuregen. Das Wort Fleisch bedeutet hier die ganze menschliche Natur Christi, also genau dasselbe, was die Worte Fleisch und Blut (V. 54, V. 55, V. 56, V. 57), wie Christus selbst deutlich V. 58 zeigt: Wer mich isst. Mithin verheißt der Heiland, seine ganze Menschheit, und damit auch die unzertrennlich damit verbundene Gottheit (V. 64) denen, die an ihn glauben, als Speise zu geben (Chrys.). +Johannes Joh 51 6 53 Litigabant ergo Judæi ad invicem, dicentes: Quomodo potest hic nobis carnem suam dare ad manducandum? Da stritten die Juden untereinander, und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?⁵² +Johannes Joh 51 6 53 52 Die Frage: Wie? Welche die Juden untereinander erörtern, ist nicht so eine Frage nach der Art und Weise, wie dieses Geben vor sich gehen soll, als ein Ausruf der ungläubigen Verwunderung (Chrys., Cyr.). Nach allem, was sie gesehen und gehört, wäre eine demütige Bitte um Belehrung geziemend gewesen. +Johannes Joh 51 6 54 Dixit ergo eis Jesus: Amen, amen dico vobis: Nisi manducaveritis carnem Filii hominis, et biberitis ejus sanguinem, non habebitis vitam in vobis. Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:⁵³ Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet,⁵⁴ so werdet ihr das Leben nicht in euch haben!⁵⁵ +Johannes Joh 51 6 54 53 Wie [Joh 3,5] wiederholt der Heiland feierlich seine Aussage. Eine Erklärung des Wie hätte für die Juden keinen Wert gehabt, da dieselbe nur gläubigen Gemütern fassbar ist. Da die Worte: Blut trinken, Fleisch essen, übertragen zuweilen auch den Sinn hatten, jemanden mit Schmähungen überhäufen und bis zum Tode verfolgen [Ps 26,2, Ijob 19,22, Mi 3,3] hingegen denen, welche den Leib des Herrn empfangen, das ewige Leben verheißen wird, verstanden die Juden mit Recht im eigentlichen, nicht in jenem anderen Sinne. +Johannes Joh 51 6 54 54 Dass von wirklichem Fleisch und Blut die Rede ist, ergibt sich aus den Worten: des Menschensohnes, da der Mensch wahres Fleisch und Blut hat. Aus den obigen Worten folgt nicht, dass der Genuss der heil. Eucharistie allen, auch den Kindern, ebenso notwendig ist, wie die Taufe, denn die Stelle [Joh 3,5] ist viel allgemeiner, als [Mk 16,16] und hier werden Erwachsene angeredet. Auch folgt nicht die Notwendigkeit, unter beiden Gestalten zu kommunizieren, denn abgesehen von anderen Gründen, heißt es nicht: Wenn ihr nicht beides tut: das Fleisch essen und das Blut trinken, sondern: Wenn ihr keines tut, wenn ihr das Fleisch nicht esset, noch das Blut trinket. Endlich ist zu erwägen, dass der ganze Christus unter beiden Gestalten gegenwärtig ist. +Johannes Joh 51 6 54 55 Der Heiland wiederholt von neuem, dass er seinen Leib zu essen und sein Blut, gleichsam vergossen und vom Leibe getrennt, zu trinken geben werde, und zwar mit einer Art Eidschwur, indem er nicht nur die Worte wiederholt, welche die Juden gebraucht und buchstäblich gefasst haben, sondern auch noch dieselben durch den Zusatz: mein Blut trinkt verstärket. Der Heiland bestätigt hier also feierlich und ausdrucksvoll (auch durch die verneinende Form) die buchstäbliche Auffassung seiner Rede von Seite der Juden. Der Messias selbst ist zu genießen, und der Natur der Gabe entspricht die Wirkung, das ewige Leben und die Auferstehung des Fleisches am letzten Tage. Übrigens setzt diese Speise das höhere Leben der Gläubigen in Christus bereits voraus und nährt, kräftigt, vollendet es nur, wie nur der Lebende, nicht der Tote, durch körperliche Speise genährt wird. +Johannes Joh 51 6 55 Qui manducat meam carnem, et bibit meum sanguinem, habet vitam æternam: et ego resuscitabo eum in novissimo die. Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage.⁵⁶ +Johannes Joh 51 6 55 56 Die Auferstehung krönt das Werk des Gottmenschen, die heil. Kommunion ist gleichsam der Same der Unsterblichkeit (Cyr.) +Johannes Joh 51 6 56 Caro enim mea, vere est cibus: et sanguis meus, vere est potus. Denn mein Fleisch ist wahrhaft⁵⁷ eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. [1Kor 11,27] +Johannes Joh 51 6 56 57 Eigentlich, nicht in übertragenem Sinne. Dieser Vers begründet die vorher bezeugte Notwendigkeit. +Johannes Joh 51 6 57 Qui manducat meam carnem, et bibit meum sanguinem, in me manet, et ego in illo. Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt, bleibt in mir, und ich in ihm.⁵⁸ +Johannes Joh 51 6 57 58 Nähere Erklärung zu V. 53 ff. Der Nachdruck liegt auf den Worten: Er bleibt in mir und ich in ihm. Dieselben bedeuten die engste Lebensgemeinschaft, die zwischen Christus und den Gläubigen besteht und die dadurch begründet wird, dass Christus mit seiner göttlichen Kraft im Menschen wohnt und dessen Erkennen, Wollen und Tun nach dem seinen umgestaltet. Zwar führt schon die Liebe eine enge Verbindung mit Jesus herbei, aber in der heil. Kommunion tritt der Mensch in die hier auf Erden denkbar engste Verbindung mit Christus. Wohl hört diese engste Verbindung mit dem Schwinden der Gestalten auf, aber die Vereinigung durch die heiligmachende Gnade ist inniger geworden, und der Heiland scheidet nicht, ohne reiche Gnade zu hinterlassen. +Johannes Joh 51 6 58 Sicut misit me vivens Pater, et ego vivo propter Patrem: et qui manducat me, et ipse vivet propter me. Gleichwie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen.⁵⁹ +Johannes Joh 51 6 58 59 Verbindung mit dem Vorhergehenden: Bleibt in mir und lebt daher, denn: die Begründung folgt in V. 58. Der Vater ist der Lebendige, d. i. die Quelle des Lebens. Der Heiland lebt des Vaters wegen, d. h. sein Leben hat seinen Grund im lebendigen Vater, von dem er es so empfangen hat, dass ihm dasselbe wesentlich zu eigen ist. Um meinetwillen lebend heißt: weil ich um des Vaters willen lebe, d. h. das Leben in mir selbst habe, bin ich auch der Grund des Lebens der Menschen und die Erhaltung desselben ist bedingt durch den Genuss meines Fleisches. +Johannes Joh 51 6 59 Hic est panis, qui de clo descendit. Non sicut manducaverunt patres vestri manna, et mortui sunt. Qui manducat hunc panem, vivet in æternum. Dies ist das Brot, welches vom Himmel herabgekommen ist, nicht so, wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird ewig leben.⁶⁰ +Johannes Joh 51 6 59 60 Mit diesem Schlusse kehrt der Herr noch einmal zu dem Anfange seiner Rede zurück. Die Antwort auf die Frage der Juden nach dem Zeichen, das er tut, und dem Himmels- und Lebensbrote des Messias ist gegeben; das Zeichen, das Wunder ist, dass er sich selbst als Speise gibt und diese Speise, obwohl aus Fleisch und Blut bestehend, das Himmelsbrot ist, der Heiland selbst, der vom Himmel gekommen. +Johannes Joh 51 6 60 Hæc dixit in synagoga docens, in Capharnaum. Dieses sagte er in der Synagoge lehrend, in Kapharnaum. +Johannes Joh 51 6 61 Multi ergo audientes ex discipulis ejus, dixerunt: Durus est hic sermo, et quis potest eum audire? Viele nun von seinen Jüngern, welche es hörten, sagten: Diese Rede ist hart, und wer kann sie hören?⁶¹ +Johannes Joh 51 6 61 61 Jünger im weiteren Sinne, gläubige Anhänger Jesu nehmen Anstoß, denn sie fassten die Rede viel zu roh auf: das Fleisch eines Menschen essen. Es ist die sogenannte kapharnaitische Auffassung. Dass der Genuss des Leibes Christi ein höchst edler, auf die Nahrung des Geistes abzielender sei, fiel ihnen nicht bei. Vielleicht scheint ihnen dazu auch das V. 41 Gesagte zu schwer. +Johannes Joh 51 6 62 Sciens autem Jesus apud semetipsum quia murmurarent de hoc discipuli ejus, dixit eis: Hoc vos scandalizat? Weil aber Jesus bei sich selbst wusste, dass seine Jünger darüber murrten, sagte er zu ihnen: Gibt euch dies Anstoß?⁶² +Johannes Joh 51 6 62 62 Unter den Jüngern haben viele guten Willen, deshalb gibt der Heiland ihnen eine Erklärung, welche seinen Worten das Anstößige benimmt. +Johannes Joh 51 6 63 Si ergo videritis Filium hominis ascendentem ubi erat prius? Wenn ihr nun den Menschensohn dahin auffahren sehet, wo er zuvor war? -⁶³ +Johannes Joh 51 6 63 63 Werdet ihr euch dann noch ärgern? +Johannes Joh 51 6 64 Spiritus est, qui vivificat: caro non prodest quidquam: verba, quæ ego locutus sum vobis, spiritus et vita sunt. Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützet nichts. Die Worte, welche ich zu euch geredet habe, sind Geist und Leben.⁶⁴ +Johannes Joh 51 6 64 64 Wie die Seele des Menschen das Fleisch belebt und es zu dem macht, was es ist, so leitet sich die ganze Würde und der Wert des Fleisches Christi daher, dass die menschliche Natur persönliches Eigentum der göttlichen Person ist. Daher ist auch die lebenspendende Kraft des Leibes Christi nicht im Fleische als solchem, sondern im Fleische, das mit dem lebendigen Gott verbunden ist (Aug., Cyr. Chrys.). Und weil der Geist lebendig macht, sollen auch die Worte Christi geistig, d. i. in dem angeführten Sinne, verstanden werden, dann geben sie Leben, d. i. Glauben, Verlangen nach dieser Speise u. a. Fleischlich verstanden bringen sie Tod, d. i. Abfall. Vergl. V. 67. +Johannes Joh 51 6 65 Sed sunt quidam ex vobis, qui non credunt. Sciebat enim ab initio Jesus qui essent non credentes, et quis traditurus esset eum. Doch es sind unter euch etliche, welche nicht glauben. Denn von Anfang an⁶⁵ wusste Jesus, welche es seien, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. +Johannes Joh 51 6 65 65 Vom Anfange der Berufung der Apostel an. +Johannes Joh 51 6 66 Et dicebat: Propterea dixi vobis, quia nemo potest venire ad me, nisi fuerit ei datum a Patre meo. Und er sprach: Darum⁶⁶ habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht von meinem Vater gegeben ist. +Johannes Joh 51 6 66 66 Weil zum vollkommenen Verständnisse meiner Rede der Glaube an mich notwendig ist, dieser aber ein Geschenk Gottes ist. +Johannes Joh 51 6 67 Ex hoc multi discipulorum ejus abierunt retro: et jam non cum illo ambulabant. Von der Zeit an traten viele von seinen Jüngern zurück, und wandelten nicht mehr mit ihm. +Johannes Joh 51 6 68 Dixit ergo Jesus ad duodecim: Numquid et vos vultis abire? Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollet etwa auch ihr weggehen?⁶⁷ +Johannes Joh 51 6 68 67 Diese Frage drückt nicht einen Zweifel an ihre Treue aus, (die griechische Fragepartikel setzt eine verneinende Antwort voraus), sondern die Apostel sollten vor den Ungläubigen und Abgefallenen ein öffentliches Zeugnis ablegen und in ihrer Anhänglichkeit an den Herrn bestärkt werden. +Johannes Joh 51 6 69 Respondit ergo ei Simon Petrus: Domine, ad quem ibimus? verba vitæ æternæ habes; Simon Petrus antwortete ihm: Herr! zu wem werden wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!⁶⁸ +Johannes Joh 51 6 69 68 Wir kennen niemand, dem wir uns lieber anvertrauen. Petrus denkt an nichts Irdisches mehr, Jesus ist sein einziges Glück. Worte des ewigen Lebens: Deine Worte führen zum ewigen Leben, geben dasselbe. +Johannes Joh 51 6 70 Et nos credidimus, et cognovimus quia tu es Christus Filius Dei. Und wir haben geglaubt und erkannt,⁶⁹ dass du Christus, der Sohn Gottes bist.⁷⁰ [Mt 16,15.16, Mk 8,29, Lk 9,20] +Johannes Joh 51 6 70 69 Und wir, Antwort auf V. 68: und ihr. Sie sind vom Glauben zum Verstehen gekommen. +Johannes Joh 51 6 70 70 Nach den besten griechischen Handschriften: Der Heilige Gottes, d. i. der Gott in besonderer Weise Angehörige. Diesen Glauben fordert Jesus vor allem für den Genuss des Lebensbrotes. (V. 35 40) +Johannes Joh 51 6 71 Respondit eis Jesus: Nonne ego vos duodecim elegi: et ex vobis unus diabolus est? Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölfe auserwählet, und von euch ist einer ein Teufel?⁷¹ +Johannes Joh 51 6 71 71 Der Heiland weist sie darauf hin, dass dieser Glaube ein Werk der göttlichen Gnade ist und keinen Grund zum Selbstvertrauen geben darf: denn er hat sie auserwählt und einer ist ein Teufel, ein böser Mensch. Also war Judas bereits böse, wenngleich noch kein Verräter. Petrus hatte gesagt: Wir und meinte alle Apostel. Der Heiland, welcher das Herz kennt, sagt: nicht alle. Er flößt den Aposteln eine heilsame Furcht ein, da sie hörten: sogar unter den Erwählten ist ein Teufel, ein Jünger, der nicht glaubt (V. 65) und trotz der Lehre des Herrn, des Umganges mit den Jüngern und der Beispiele des Erlösers durch und durch böse wird. +Johannes Joh 51 6 72 Dicebat autem Judam Simonis Iscariotem: hic enim erat traditurus eum, cum esset unus ex duodecim. Er redete aber von Judas Iskariot, Simons Sohne; denn dieser sollte ihn hernach verraten; obwohl er einer aus den Zwölfen war.⁷² +Johannes Joh 51 6 72 72 Als Jesus den Judas berief, musste dieser gut sein, denn die Auserwählung zum Apostel ist etwas Gutes, wenngleich sie nicht die Auserwählung zur Seligkeit, sondern zum Amte enthält; das Amt aber rettet nicht, sondern die gute Verwaltung desselben. Da Gott nur die Gegenwart seinem Urteile über die Würdigkeit zu Grunde legt, nicht die Zukunft, so verurteilt er nicht jetzt den, der ihm einst missfallen wird, sondern geht so weit in seiner Güte, dass er den beruft den er zur Zeit gut befindet, indem er ihm die Gnade gibt, treu zu bleiben und sich zu bekehren und Buße zu tun (Hier.). Warum der Heiland den Judas berief, obgleich er dessen Abfall und Verrat voraussah, kann man nicht vollständig, aber doch einigermaßen begreifen. Er tat es, um das Böse zum Guten zu wenden: der abscheuliche Verrat diente dem Erlösungstode (Aug.). Jesus kannte den Ratschluss Gottes und ertrug deshalb den Verräter aus Gehorsam und in Liebe. Judas aber ging nur aus eigener Schuld verloren. +Apostelgeschichte Apg 51 7 0 Die Rede des heil. Stephanus (V. 53) und sein Tod. +Johannes Joh 51 7 0 c. Bei dem Laubhüttenfest steigert sich der Unglaube der Juden zu Jerusalem zu offener Feindschaft gegen den Herrn. (7 10,21) Der Heiland kommt insgeheim nach Jerusalem. (V. 13) Während des Festes rechtfertigt sich der Heiland im Tempel über seine Sendung. (V. 24) Das Volk schwankt zwischen Glauben und Unglauben. Die Pharisäer wollen den Herrn ergreifen. (V. 36) Am letzten Festtage offenbart Jesus sich als Quelle des Lebens. Das Volk bleibt schwankend. Nikodemus verteidigt den Herrn im hohen Rate. +Johannes Joh 51 7 1 Post hæc autem ambulabat Jesus in Galilæam, non enim volebat in Judæam ambulare: quia quærebant eum Judæi interficere. Hierauf¹ wandelte Jesus in Galiläa umher; denn in Judäa wollte er nicht umherwandeln, weil ihn die Juden umzubringen suchten. Apostelgeschichte Apg 51 7 1 Dixit autem princeps sacerdotum: Si hæc ita se habent? Der Hohepriester aber sprach: Ist dem also? -Johannes Joh 50 7 1 1 Der Evangelist berichtet nun den Aufenthalt des Heilandes in Galiläa. +Johannes Joh 51 7 1 1 Der Evangelist berichtet nun den Aufenthalt des Heilandes in Galiläa. Apostelgeschichte Apg 51 7 2 Qui ait: Viri fratres, et patres audite: Deus gloriæ apparuit patri nostro Abrahæ cum esset in Mesopotamia, prius quam moraretur in Charan, Da sprach er: Ihr Brüder und Väter,¹ höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, ehe er in Charan wohnte,² -Johannes Joh 50 7 2 Erat autem in proximo dies festus Judæorum, Scenopegia. Es war aber² ein Fest der Juden, das Laubhüttenfest, sehr nahe.³ +Johannes Joh 51 7 2 Erat autem in proximo dies festus Judæorum, Scenopegia. Es war aber² ein Fest der Juden, das Laubhüttenfest, sehr nahe.³ Apostelgeschichte Apg 51 7 2 1 Der heil. Stephanus bezeichnet wohl die Richter als Väter, die übrigen als Brüder. Apostelgeschichte Apg 51 7 2 2 Dieser Ausdruck ist mit Bezugnahme auf den äußeren Glanz gewählt, mit dem Gott sich im A. Testamente offenbarte. Durch dies feierliche Wort weist der heil. Stephanus auch die Verleumdung zurück, als lästere er Jahve [Apg 6,11], wie er durch den Ausdruck Unserm Vater Abraham seine Angehörigkeit zu Israels Rechten und Hoffnungen betont. -Johannes Joh 50 7 2 2 Der zweite Teil des dritten Jahres der öffentlichen Tätigkeit unseres Herrn vom Oktober bis zum Dezember, vom Laubhüttenfest bis zur Tempelweihe, bis [Joh 10,21] -Johannes Joh 50 7 2 3 Das Laubhüttenfest war nicht nach den im vorigen Kapitel erzählten Ereignissen sehr nahe, sondern nachdem der Herr noch ungefähr ein halbes Jahr in Galiläa herumgewandert war. Da in diesen Zeitraum fallenden Ereignisse übergeht der heil. Johannes. Das Laubhüttenfest war ursprünglich ein Erntedankfest [Ex 23,16], wurde aber später als ein nationales Fest begangen, zu welchem jeder Israelite im Tempel erscheinen musste. Es fiel auf den 15. 21. Tisri (Oktober). Die Teilnehmer wohnten zum Andenken an die Wohltaten, welche Gott dem Volke in der Wüste gespendet, acht Tage lang in aus Baumzweigen geflochtenen Hütten. +Johannes Joh 51 7 2 2 Der zweite Teil des dritten Jahres der öffentlichen Tätigkeit unseres Herrn vom Oktober bis zum Dezember, vom Laubhüttenfest bis zur Tempelweihe, bis [Joh 10,21] +Johannes Joh 51 7 2 3 Das Laubhüttenfest war nicht nach den im vorigen Kapitel erzählten Ereignissen sehr nahe, sondern nachdem der Herr noch ungefähr ein halbes Jahr in Galiläa herumgewandert war. Da in diesen Zeitraum fallenden Ereignisse übergeht der heil. Johannes. Das Laubhüttenfest war ursprünglich ein Erntedankfest [Ex 23,16], wurde aber später als ein nationales Fest begangen, zu welchem jeder Israelite im Tempel erscheinen musste. Es fiel auf den 15. 21. Tisri (Oktober). Die Teilnehmer wohnten zum Andenken an die Wohltaten, welche Gott dem Volke in der Wüste gespendet, acht Tage lang in aus Baumzweigen geflochtenen Hütten. Apostelgeschichte Apg 51 7 3 Et dixit ad illum: Exi de terra tua, et de cognatione tua, et veni in terram, quam monstravero tibi. und sprach zu ihm: Gehe hinweg aus deinem Lande und von deiner Verwandtschaft, und komme in ein Land, das ich dir zeigen werde!³ -Johannes Joh 50 7 3 Dixerunt autem ad eum fratres ejus: Transi hinc, et vade in Judæam, ut et discipuli tui videant opera tua, quæ facis. Da sprachen seine Brüder⁴ zu ihm: Begib dich weg von hier, und gehe nach Judäa, damit auch deine Jünger deine Werke sehen, welche du tust.⁵ +Johannes Joh 51 7 3 Dixerunt autem ad eum fratres ejus: Transi hinc, et vade in Judæam, ut et discipuli tui videant opera tua, quæ facis. Da sprachen seine Brüder⁴ zu ihm: Begib dich weg von hier, und gehe nach Judäa, damit auch deine Jünger deine Werke sehen, welche du tust.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 7 3 3 Es ist dies kein Widerspruch gegen [Gen 12,1], denn der dort angeführte Befehl ist eben der in Ur (in Chaldäa) an Abraham ergangene. Dadurch wird [Gen 11,31] näher bestimmt, da es nach dieser Stelle scheinen könnte, als ob der Auszug auf den Willen Tharas zurückzuführen wäre, während Gott denselben veranlasst hatte. [Apg 12,1] ist also eine nachholende Bemerkung. Es ist mithin zu übersetzen: Es hatte Gott zu Abraham gesagt. Zudem passt der ganze Vers nicht auf Charan, denn dort war nicht Abrams Heimat: Aus dem Hause deines Vaters. Thara war bereits gestorben. Vergl. auch [Jos 24,2ff, Jdt 5,6ff, Gen 15,7]. -Johannes Joh 50 7 3 4 Vier Personen werden als Verwandte des Herrn genannt: Jakob, Joseph (Joses), Judas und Simon, Söhne des Kleophas, Bruders des heil. Joseph. Sicher waren Jakobus und Judas Apostel; ob Simon mit dem Apostel identisch ist, steht nicht ganz fest. Im vorliegenden Verse sind diese vier jedenfalls nicht zu verstehen, sondern andere Verwandte des Herrn. Warum die Verwandten ihn nach Judäa senden wollten, ist nicht ganz klar. Vielleicht suchten sie den Herrn unter irgend einem Vorwande aus Galiläa wegzubringen, denn es war ihnen unangenehm, die ganze Familie dem öffentlichen Aufsehen preisgegeben zu sehen. -Johannes Joh 50 7 3 5 Jesus hatte in Galiläa wie im Verborgenen gewirkt. Deine Jünger: die du in Judäa zurückgelassen. [Joh 2,23] +Johannes Joh 51 7 3 4 Vier Personen werden als Verwandte des Herrn genannt: Jakob, Joseph (Joses), Judas und Simon, Söhne des Kleophas, Bruders des heil. Joseph. Sicher waren Jakobus und Judas Apostel; ob Simon mit dem Apostel identisch ist, steht nicht ganz fest. Im vorliegenden Verse sind diese vier jedenfalls nicht zu verstehen, sondern andere Verwandte des Herrn. Warum die Verwandten ihn nach Judäa senden wollten, ist nicht ganz klar. Vielleicht suchten sie den Herrn unter irgend einem Vorwande aus Galiläa wegzubringen, denn es war ihnen unangenehm, die ganze Familie dem öffentlichen Aufsehen preisgegeben zu sehen. +Johannes Joh 51 7 3 5 Jesus hatte in Galiläa wie im Verborgenen gewirkt. Deine Jünger: die du in Judäa zurückgelassen. [Joh 2,23] Apostelgeschichte Apg 51 7 4 Tunc exiit de terra Chaldæorum, et habitavit in Charan. Et inde, postquam mortuus est pater ejus, transtulit illum in terram istam, in qua nunc vos habitatis. Da zog er fort aus dem Lande der Chaldäer, und wohnte in Charan.⁴ Und von da versetzte Gott ihn nach seines Vaters Tode in dieses Land, in welchem ihr jetzt wohnet. -Johannes Joh 50 7 4 Nemo quippe in occulto quid facit, et quærit ipse in palam esse: si hæc facis, manifesta teipsum mundo. Denn niemand tut etwas im Verborgenen, und sucht dabei allgemein bekannt zu sein. Wenn du solche Dinge tust, so mache dich der Welt kund.⁶ +Johannes Joh 51 7 4 Nemo quippe in occulto quid facit, et quærit ipse in palam esse: si hæc facis, manifesta teipsum mundo. Denn niemand tut etwas im Verborgenen, und sucht dabei allgemein bekannt zu sein. Wenn du solche Dinge tust, so mache dich der Welt kund.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 7 4 4 Vergl. [Gen 11,31]. -Johannes Joh 50 7 4 6 Der großen Masse, welche in Jerusalem zusammenströmt. -Johannes Joh 50 7 5 Neque enim fratres ejus credebant in eum. Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.⁷ +Johannes Joh 51 7 4 6 Der großen Masse, welche in Jerusalem zusammenströmt. +Johannes Joh 51 7 5 Neque enim fratres ejus credebant in eum. Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 7 5 Et non dedit illi hereditatem in ea, nec passum pedis: sed repromisit dare illi eam in possessionem, et semini ejus post ipsum, cum non haberet filium. Und er gab ihm keinen Erbbesitz in demselben, auch nicht einen Fuß breit; sondern verhieß es ihm zum Besitze zu geben und seinen Nachkommen nach ihm, obwohl er noch keinen Sohn hatte.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 7 5 5 Der heil. Stephanus hebt gewisse Grundzüge der Leitung Gottes hervor. Hoffen wider Hoffen [Röm 4,18] und Gehorsam aus dem Glauben, hier aus dem Glauben an das Wort des Herrn. [Gal 3,6] Gott gab dem Abraham nicht einen Fuß breit als vererbbaren Besitz, die Stelle des Gebens vertrat das Versprechen, und dies zu einer Zeit, wo Abraham noch kinderlos war. [Gen 12,7, Gen 15,18, Gen 13,15] So zeigte Gott schon am Beginn der Geschichte des auserwählten Volkes, dass dessen Geschick und Heil sich nicht nach irdischem Ermessen und Wollen gestalten solle, sondern dass Gott alles nach seinem Ratschlusse leiten werde. Da die Anklage besonders betont hatte, Stephanus rede gegen Moses und den Tempel, [Apg 6,11.13.14] so zeigt er, dass die gnädigen Verheißungen und Führungen Gottes längst vor Moses und dem Tempel und unabhängig davon sich zeigten, während die damaligen Juden sich gerade derart an Gesetz und Tempel hielten, als ob allein davon alles abhing. -Johannes Joh 50 7 5 7 Sie haben noch keinen festen Glauben. Nach der Auferstehung indes gehörten sie zu den Gläubigen. [Apg 1,14]. +Johannes Joh 51 7 5 7 Sie haben noch keinen festen Glauben. Nach der Auferstehung indes gehörten sie zu den Gläubigen. [Apg 1,14]. Apostelgeschichte Apg 51 7 6 Locutus est autem ei Deus: Quia erit semen ejus accola in terra aliena, et servituti eos subjicient, et male tractabunt eos annis quadringentis: Gott aber sprach zu ihm: Seine Nachkommen werden heimatlos sein in fremdem Lande, und man wird sie dienstbar machen und übel behandeln vierhundert Jahre.⁶ -Johannes Joh 50 7 6 Dicit ergo eis Jesus: Tempus meum nondum advenit: tempus autem vestrum semper est paratum. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Zeit⁸ ist noch nicht gekommen; eure Zeit aber ist immer gelegen.⁹ +Johannes Joh 51 7 6 Dicit ergo eis Jesus: Tempus meum nondum advenit: tempus autem vestrum semper est paratum. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Zeit⁸ ist noch nicht gekommen; eure Zeit aber ist immer gelegen.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 7 6 6 Genauer 430 Jahre. [Ex 12,40] In dem mehr feierlichen Tone der Weissagung wird die runde Zahl genommen. -Johannes Joh 50 7 6 8 Der Zeitpunkt, mich öffentlich zu zeigen (Cyr.). Da der Heiland sagt: noch nicht, weist der darauf hin, dass er eine bestimmte Zeit hat. -Johannes Joh 50 7 6 9 Ihr könnt ohne Gefahr hinaufgehen nach Jerusalem (Euth.). Der Grund folgt in V. 7. -Johannes Joh 50 7 7 Non potest mundus odisse vos: me autem odit: quia ego testimonium perhibeo de illo quod opera ejus mala sunt. Die Welt kann euch nicht hassen,¹⁰ mich aber hasset sie; denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind.¹¹ +Johannes Joh 51 7 6 8 Der Zeitpunkt, mich öffentlich zu zeigen (Cyr.). Da der Heiland sagt: noch nicht, weist der darauf hin, dass er eine bestimmte Zeit hat. +Johannes Joh 51 7 6 9 Ihr könnt ohne Gefahr hinaufgehen nach Jerusalem (Euth.). Der Grund folgt in V. 7. +Johannes Joh 51 7 7 Non potest mundus odisse vos: me autem odit: quia ego testimonium perhibeo de illo quod opera ejus mala sunt. Die Welt kann euch nicht hassen,¹⁰ mich aber hasset sie; denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 7 7 Et gentem cui servierint, judicabo ego, dixit Dominus: et post hæc exibunt, et servient mihi in loco isto. Aber das Volk, dem sie dienstbar sein werden, werde ich richten, sprach der Herr; und darnach werden sie ausziehen, und werden mir an diesem Orte dienen. -Johannes Joh 50 7 7 10 Sie tun nichts gegen die Welt. -Johannes Joh 50 7 7 11 Die Welt kann diejenigen nicht ertragen, welche ihr die Sünden vorhalten. Zudem lässt schon sein heiliges Wirken allein die Werke der Welt in ihrer Bosheit erkennbar werden, wie der Schatten sich vom Lichte abhebt. -Johannes Joh 50 7 8 Vos ascendite ad diem festum hunc, ego autem non ascendo ad diem festum istum: quia meum tempus nondum impletum est. Gehet ihr hinauf zu diesem Feste, ich aber gehe nicht hinauf zu diesem Feste;¹² denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. +Johannes Joh 51 7 7 10 Sie tun nichts gegen die Welt. +Johannes Joh 51 7 7 11 Die Welt kann diejenigen nicht ertragen, welche ihr die Sünden vorhalten. Zudem lässt schon sein heiliges Wirken allein die Werke der Welt in ihrer Bosheit erkennbar werden, wie der Schatten sich vom Lichte abhebt. +Johannes Joh 51 7 8 Vos ascendite ad diem festum hunc, ego autem non ascendo ad diem festum istum: quia meum tempus nondum impletum est. Gehet ihr hinauf zu diesem Feste, ich aber gehe nicht hinauf zu diesem Feste;¹² denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. Apostelgeschichte Apg 51 7 8 Et dedit illi testamentum circumcisionis: et sic genuit Isaac, et circumcidit eum die octavo: et Isaac, Jacob: et Jacob, duodecim patriarchas. Und er gab ihm den Bund der Beschneidung;⁷ und so zeugte er den Isaak, und beschnitt ihn am achten Tage; und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Stammväter. Apostelgeschichte Apg 51 7 8 7 [Gen 17,10, Röm 4,11] Der Herr schloss einen Bund, dessen Zeichen die Beschneidung war. -Johannes Joh 50 7 8 12 Der Heiland sagt nicht: Ich werde überhaupt nicht hinaufgehen, sondern: Ich gehe nicht jetzt hinauf, mit euch, mit dem feierlichen Karawanenzuge, und um mich, wie ihr wollt, als Messias zu erklären. Noch einfacher nach Aug., Thom. u. a.: Ich gehe nicht hinauf zum Festtage. -Johannes Joh 50 7 9 Hæc cum dixisset, ipse mansit in Galilæa. Also sprach er, und blieb in Galiläa. +Johannes Joh 51 7 8 12 Der Heiland sagt nicht: Ich werde überhaupt nicht hinaufgehen, sondern: Ich gehe nicht jetzt hinauf, mit euch, mit dem feierlichen Karawanenzuge, und um mich, wie ihr wollt, als Messias zu erklären. Noch einfacher nach Aug., Thom. u. a.: Ich gehe nicht hinauf zum Festtage. +Johannes Joh 51 7 9 Hæc cum dixisset, ipse mansit in Galilæa. Also sprach er, und blieb in Galiläa. Apostelgeschichte Apg 51 7 9 Et patriarchæ æmulantes, Joseph vendiderunt in gyptum: et erat Deus cum eo: Und die Stammväter beneideten den Joseph, und verkauften ihn nach Ägypten; aber Gott war mit ihm, -Johannes Joh 50 7 10 Ut autem ascenderunt fratres ejus, tunc et ipse ascendit ad diem festum non manifeste, sed quasi in occulto. Nachdem aber seine Brüder hinaufgezogen waren,¹³ ging auch er hinauf zu dem Feste, nicht offenbar, sondern wie¹⁴ im Geheimen. +Johannes Joh 51 7 10 Ut autem ascenderunt fratres ejus, tunc et ipse ascendit ad diem festum non manifeste, sed quasi in occulto. Nachdem aber seine Brüder hinaufgezogen waren,¹³ ging auch er hinauf zu dem Feste, nicht offenbar, sondern wie¹⁴ im Geheimen. Apostelgeschichte Apg 51 7 10 Et eripuit eum ex omnibus tribulationibus ejus: et dedit ei gratiam, et sapientiam in conspectu pharaonis regis gypti: et constituit eum præpositum super gyptum, et super omnem domum suam. und errettete ihn aus allen seinen Drangsalen, und gab ihm Gnade und Weisheit vor Pharao, dem Könige von Ägypten, und setzte ihn zum Vorsteher über Ägypten und über sein ganzes Haus.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 7 10 8 Hier und im Folgenden zeigt Stephanus, dass Gott seinem erwählten Volke auch im fremden Lande Segen und Schutz angedeihen ließ, die Verheißungen also nicht ausschließlich an das Land Chanaan geknüpft waren. Die Verheißung ging dem Bunde der Beschneidung vorauf. Mit Josephs Schicksale tritt in der Geschichte Israels der Gegensatz zwischen dem Willen des Volkes und Gottes Ratschlüssen ein. So tritt das Volk Moses und den Propheten entgegen, bis es endlich den Urheber des Lebens tötet. -Johannes Joh 50 7 10 13 Nach dem Griechischen: Nachdem aber seine Brüder zum Festtage hinaufgezogen waren, zog auch er hinauf. Es wird nicht gesagt: Er zog zum Festtage hinauf, sondern nur: Er ging nach Jerusalem. Damit fällt jeder Widerspruch gegen V. 8. -Johannes Joh 50 7 10 14 Ohne Aufsehen, auch in Jerusalem (Cyr., Euth.), im Gegensatze zum Festgepränge. Die Juden verschmähen die Wohltaten, welche der Messias ihnen bringen möchte. +Johannes Joh 51 7 10 13 Nach dem Griechischen: Nachdem aber seine Brüder zum Festtage hinaufgezogen waren, zog auch er hinauf. Es wird nicht gesagt: Er zog zum Festtage hinauf, sondern nur: Er ging nach Jerusalem. Damit fällt jeder Widerspruch gegen V. 8. +Johannes Joh 51 7 10 14 Ohne Aufsehen, auch in Jerusalem (Cyr., Euth.), im Gegensatze zum Festgepränge. Die Juden verschmähen die Wohltaten, welche der Messias ihnen bringen möchte. Apostelgeschichte Apg 51 7 11 Venit autem fames in universam gyptum, et Chanaan, et tribulatio magna: et non inveniebant cibos patres nostri. Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Chanaan, und große Drangsal; und unsere Väter fanden keine Nahrung. -Johannes Joh 50 7 11 Judæi ergo quærebant eum in die festo, et dicebant: Ubi est ille? Die Juden¹⁵ nun suchten¹⁶ ihn an dem Feste, und sprachen: Wo ist er doch? -Johannes Joh 50 7 11 15 Die Einwohner von Judäa im Gegensatze zu den Galiläern, insbesondere die Schriftgelehrten, Pharisäer, der hohe Rat und andere Feinde Jesu aus Jerusalem und Judäa werden vom Evangelisten hier und weiterhin so genannt. -Johannes Joh 50 7 11 16 Es scheint ihnen selbstverständlich, dass er von dem allgemeinen Wallfahrtsfeste nicht fern bleiben wird, (Cyr.) und deshalb haben wohl auch die Brüder des Herrn verstanden, wenn er sagte, er gehe nicht hinauf, dass die Worte in einem besonderen Sinne galten. -Johannes Joh 50 7 12 Et murmur multum erat in turba de eo. Quidam enim dicebant: Quia bonus est. Alii autem dicebant: Non, sed seducit turbas. Und es war viel Redens unter dem Volke von ihm. Denn die einen sagten: Er ist gut. Andere aber sagten: Nein, sondern er verführet das Volk.¹⁷ +Johannes Joh 51 7 11 Judæi ergo quærebant eum in die festo, et dicebant: Ubi est ille? Die Juden¹⁵ nun suchten¹⁶ ihn an dem Feste, und sprachen: Wo ist er doch? +Johannes Joh 51 7 11 15 Die Einwohner von Judäa im Gegensatze zu den Galiläern, insbesondere die Schriftgelehrten, Pharisäer, der hohe Rat und andere Feinde Jesu aus Jerusalem und Judäa werden vom Evangelisten hier und weiterhin so genannt. +Johannes Joh 51 7 11 16 Es scheint ihnen selbstverständlich, dass er von dem allgemeinen Wallfahrtsfeste nicht fern bleiben wird, (Cyr.) und deshalb haben wohl auch die Brüder des Herrn verstanden, wenn er sagte, er gehe nicht hinauf, dass die Worte in einem besonderen Sinne galten. +Johannes Joh 51 7 12 Et murmur multum erat in turba de eo. Quidam enim dicebant: Quia bonus est. Alii autem dicebant: Non, sed seducit turbas. Und es war viel Redens unter dem Volke von ihm. Denn die einen sagten: Er ist gut. Andere aber sagten: Nein, sondern er verführet das Volk.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 7 12 Cum audisset autem Jacob esse frumentum in gypto: misit patres nostros primum: Als aber Jakob hörte, dass in Ägypten Getreide sei, sandte er unsere Väter zum ersten Male hin. [Gen 42] -Johannes Joh 50 7 12 17 Das Volk ist geteilt, während der größte Teil seiner Führer dem Heilande feindlich gesinnt ist. -Johannes Joh 50 7 13 Nemo tamen palam loquebatur de illo propter metum Judæorum. Niemand jedoch redete offen von ihm aus Furcht vor den Juden.¹⁸ +Johannes Joh 51 7 12 17 Das Volk ist geteilt, während der größte Teil seiner Führer dem Heilande feindlich gesinnt ist. +Johannes Joh 51 7 13 Nemo tamen palam loquebatur de illo propter metum Judæorum. Niemand jedoch redete offen von ihm aus Furcht vor den Juden.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 7 13 Et in secundo cognitus est Joseph a fratribus suis, et manifestatum est Pharaoni genus ejus. Und beim zweiten Male ward Joseph von seinen Brüdern erkannt, und seine Herkunft dem Pharao kund. [Gen 43, Gen 45] -Johannes Joh 50 7 13 18 Es ist noch keine Entscheidung des hohen Rates gegeben, deshalb halten beide Teile zurück. Unter niemand sind indes nach Chrys., Cyr., Aug., Thom. besonders Freunde Jesu zu verstehen. +Johannes Joh 51 7 13 18 Es ist noch keine Entscheidung des hohen Rates gegeben, deshalb halten beide Teile zurück. Unter niemand sind indes nach Chrys., Cyr., Aug., Thom. besonders Freunde Jesu zu verstehen. Apostelgeschichte Apg 51 7 14 Mittens autem Joseph accersivit Jacob patrem suum, et omnem cognationem suam in animabus septuaginta quinque. Joseph aber sandte hin, und ließ seinen Vater Jakob kommen samt dessen ganzer Verwandtschaft, fünfundsiebzig⁹ Seelen. -Johannes Joh 50 7 14 Jam autem die festo mediante, ascendit Jesus in templum, et docebat. Als aber das Fest schon halb vorüber war,¹⁹ ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. +Johannes Joh 51 7 14 Jam autem die festo mediante, ascendit Jesus in templum, et docebat. Als aber das Fest schon halb vorüber war,¹⁹ ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Apostelgeschichte Apg 51 7 14 9 So die Septuag., nach welcher Stephanus zitiert. Der hebräische Text und die Vulgata zählen 70 Seelen, welche Zählung vorzuziehen ist. Ein in eine Übersetzung eingeschlichener Fehler fällt selbstverständlich nicht dem heil. Schriftsteller zur Last, der sie anführt. -Johannes Joh 50 7 14 19 Wohl am vierten Tage, obgleich der Heiland bereits früher angekommen sein mochte. -Johannes Joh 50 7 15 Et mirabantur Judæi, dicentes: Quomodo hic litteras scit, cum non didicerit? Und die Juden verwunderten sich, und sprachen: Wie versteht dieser die Schriftgelehrsamkeit, da er sie nicht gelernt hat?²⁰ +Johannes Joh 51 7 14 19 Wohl am vierten Tage, obgleich der Heiland bereits früher angekommen sein mochte. +Johannes Joh 51 7 15 Et mirabantur Judæi, dicentes: Quomodo hic litteras scit, cum non didicerit? Und die Juden verwunderten sich, und sprachen: Wie versteht dieser die Schriftgelehrsamkeit, da er sie nicht gelernt hat?²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 7 15 Et descendit Jacob in gyptum, et defunctus est ipse, et patres nostri. Und Jakob zog hinab nach Ägypten, und starb, er und unsere Väter. -Johannes Joh 50 7 15 20 Die Juden, d. i. die Einwohner von Judäa, besonders die Pharisäer und andere Führer, fühlen die Überlegenheit des Herrn, aber ohne deshalb zu besserer Einsicht zu kommen. Wie es scheint, werfen sie ihm selbst vor, dass er die heil. Schrift nach seinem Gutdünken erkläre. -Johannes Joh 50 7 16 Respondit eis Jesus, et dixit: Mea doctrina non est mea, sed ejus, qui misit me. Jesus antwortete ihnen, und sprach: Meine Lehre ist nicht mein,²¹ sondern dessen, der mich gesandt hat. +Johannes Joh 51 7 15 20 Die Juden, d. i. die Einwohner von Judäa, besonders die Pharisäer und andere Führer, fühlen die Überlegenheit des Herrn, aber ohne deshalb zu besserer Einsicht zu kommen. Wie es scheint, werfen sie ihm selbst vor, dass er die heil. Schrift nach seinem Gutdünken erkläre. +Johannes Joh 51 7 16 Respondit eis Jesus, et dixit: Mea doctrina non est mea, sed ejus, qui misit me. Jesus antwortete ihnen, und sprach: Meine Lehre ist nicht mein,²¹ sondern dessen, der mich gesandt hat. Apostelgeschichte Apg 51 7 16 Et translati sunt in Sichem, et positi sunt in sepulcro, quod emit Abraham pretio argenti a filiis Hemor filii Sichem. Und sie wurden nach Sichem gebracht,¹⁰ und in der Grabstätte beigesetzt, welche Abraham um Geld von den Söhnen Hemors, des Sohnes Sichems, gekauft hatte. Apostelgeschichte Apg 51 7 16 10 Dies ist nicht auch auf Jakob zu beziehen, der nicht in Sichem, sondern in Hebron begraben wurde. Statt Abraham ist nach [Jos 24,32] Jakob zu lesen. Der heil. Stephanus hat wohl im Eifer der Rede die beiden Namen verwechselt, der heil. Lukas aber seine Worte genau wiedergegeben, ohne dadurch die Verwechslung zu billigen (Beda u. a.). Andere Lösungsversuche sind mehr oder weniger künstlich. Des Sohnes Sichem besser nach dem Griechischen: In Sichem. -Johannes Joh 50 7 16 21 Mein Wissen stammt vom Vater. Christus als Gottes Sohn hat die Wissenschaft vom Vater, auch als Mensch, da er die eingegossene Wissenschaft vom Vater hat. Der Heiland ist als Mensch gesandt (Aug., Ambr., Chrys.). -Johannes Joh 50 7 17 Si quis voluerit voluntatem ejus facere: cognoscet de doctrina, utrum ex Deo sit, an ego a me ipso loquar. Wenn jemand dessen Willen tun will,²² so wird er inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich aus mir selber rede.²³ +Johannes Joh 51 7 16 21 Mein Wissen stammt vom Vater. Christus als Gottes Sohn hat die Wissenschaft vom Vater, auch als Mensch, da er die eingegossene Wissenschaft vom Vater hat. Der Heiland ist als Mensch gesandt (Aug., Ambr., Chrys.). +Johannes Joh 51 7 17 Si quis voluerit voluntatem ejus facere: cognoscet de doctrina, utrum ex Deo sit, an ego a me ipso loquar. Wenn jemand dessen Willen tun will,²² so wird er inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich aus mir selber rede.²³ Apostelgeschichte Apg 51 7 17 Cum autem appropinquaret tempus promissionis, quam confessus erat Deus Abrahæ, crevit populus, et multiplicatus est in gypto, Als aber die Zeit der Verheißung¹¹ nahte, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, Apostelgeschichte Apg 51 7 17 11 Die Zeit der Verheißung war die von Gott bestimmte Zeit der Besitznahme des verheißenen Landes. Eben als Ägypten Israel zu knechten versucht, ist die Zeit seiner Befreiung da, und sein Führer, das Vorbild des Erlösers, ihm geboren. (V. 20) Übrigens ist so wenig wie in der Zeit der Patriarchen in der Zeit des Moses die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes an den Tempel geknüpft gewesen. -Johannes Joh 50 7 17 22 Wenn ihr das nicht glaubt, dass ich vom Vater die Wissenschaft habe, machet den Versuch, tut den Willen des Vaters und ihr werdet bald durch Erfahrung und innere Erleuchtung erkennen, wie genau meine Lehre mit Gottes Wort übereinstimmt, dass sie also nicht menschlich, sondern göttlich ist (Chrys., Aug.). Der Gehorsam gegen Gott führt zum Glauben, der Glaube zur Erkenntnis. -Johannes Joh 50 7 17 23 Stillschweigender Tadel der Juden. Der Heiland gibt zwei Mittel an, durch welche der Mensch zur Erkenntnis kommen kann, dass die Lehre Jesu von Gott ist: Wenn jemand Gottes Willen tun will, wenn der Mensch innere Empfänglichkeit gegen denselben zeigt und bereit ist, ihn auszuführen. Der Wille Gottes ist ganz allgemein von jeder Offenbarung desselben zu verstehen. Mit anderen Worten: Die sittliche Umgestaltung, welche das Leben nach der Lehre Christi im Menschen bewirkt, ist der klarste Beweis für den göttlichen Ursprung dieser Lehre. +Johannes Joh 51 7 17 22 Wenn ihr das nicht glaubt, dass ich vom Vater die Wissenschaft habe, machet den Versuch, tut den Willen des Vaters und ihr werdet bald durch Erfahrung und innere Erleuchtung erkennen, wie genau meine Lehre mit Gottes Wort übereinstimmt, dass sie also nicht menschlich, sondern göttlich ist (Chrys., Aug.). Der Gehorsam gegen Gott führt zum Glauben, der Glaube zur Erkenntnis. +Johannes Joh 51 7 17 23 Stillschweigender Tadel der Juden. Der Heiland gibt zwei Mittel an, durch welche der Mensch zur Erkenntnis kommen kann, dass die Lehre Jesu von Gott ist: Wenn jemand Gottes Willen tun will, wenn der Mensch innere Empfänglichkeit gegen denselben zeigt und bereit ist, ihn auszuführen. Der Wille Gottes ist ganz allgemein von jeder Offenbarung desselben zu verstehen. Mit anderen Worten: Die sittliche Umgestaltung, welche das Leben nach der Lehre Christi im Menschen bewirkt, ist der klarste Beweis für den göttlichen Ursprung dieser Lehre. Apostelgeschichte Apg 51 7 18 Quoadusque surrexit alius rex in gypto, qui non sciebat Joseph. bis ein anderer König¹² in Ägypten aufstand, welcher den Joseph nicht kannte. -Johannes Joh 50 7 18 Qui a semetipso loquitur, gloriam propriam quærit; qui autem quærit gloriam ejus, qui misit eum, hic verax est, et injustitia in illo non est. Wer aus sich selber redet, suchet seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaft, und es ist keine Ungerechtigkeit in ihm.²⁴ +Johannes Joh 51 7 18 Qui a semetipso loquitur, gloriam propriam quærit; qui autem quærit gloriam ejus, qui misit eum, hic verax est, et injustitia in illo non est. Wer aus sich selber redet, suchet seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaft, und es ist keine Ungerechtigkeit in ihm.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 7 18 12 Ein anderer König: ein fremder König. Mit ihm kam ein anderes Haus auf den Königsthron. Vergl. [Ex 1,10] -Johannes Joh 50 7 18 24 Sehet, ob ich meine eigene Ehre suche, denn wenn ich das tue, möget ihr behaupten, dass ich nur aus mir selber rede. Wenn ich aber die Ehre Gottes suche, bin ich wahrhaft Gottes Gesandter, denn nur ein treuer Gesandter vertritt so die Interessen dessen, der ihn gesandt hat. -Johannes Joh 50 7 19 Nonne Moyses dedit vobis legem: et nemo ex vobis facit legem? Hat euch nicht Moses das Gesetz gegeben?²⁵ Und niemand von euch hält das Gesetz.²⁶ +Johannes Joh 51 7 18 24 Sehet, ob ich meine eigene Ehre suche, denn wenn ich das tue, möget ihr behaupten, dass ich nur aus mir selber rede. Wenn ich aber die Ehre Gottes suche, bin ich wahrhaft Gottes Gesandter, denn nur ein treuer Gesandter vertritt so die Interessen dessen, der ihn gesandt hat. +Johannes Joh 51 7 19 Nonne Moyses dedit vobis legem: et nemo ex vobis facit legem? Hat euch nicht Moses das Gesetz gegeben?²⁵ Und niemand von euch hält das Gesetz.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 7 19 Hic circumveniens genus nostrum, afflixit patres nostros ut exponerent infantes suos ne vivificarentur. Dieser verfuhr arglistig gegen unser Geschlecht, und drückte unsere Väter, dass sie ihre Kinder aussetzen mussten, damit diese nicht am Leben blieben. -Johannes Joh 50 7 19 25 Ihr klagt mich tatsächlich an, ich sei ein Gesetzesübertreter, weil ich am Sabbat heile (Vergl. V. 21 23), aber hat nicht auch euch Moses das Gesetz gegeben, damit ihr es haltet? Als das Gesetz, das sie nicht halten, scheint das fünfte Gebot gemeint zu sein. -Johannes Joh 50 7 19 26 Die Pharisäer vernichten den Geist des Gesetzes [Mk 7,6] unter dem Scheine, es äußerlich zu erfüllen. -Johannes Joh 50 7 20 Quid me quæritis interficere? Respondit turba, et dixit: Dæmonium habes: quis te quærit interficere? Warum suchet ihr mich zu töten? Das Volk antwortete, und sprach: Du hast einen bösen Geist! Wer suchet dich zu töten?²⁷ [Joh 5,18] +Johannes Joh 51 7 19 25 Ihr klagt mich tatsächlich an, ich sei ein Gesetzesübertreter, weil ich am Sabbat heile (Vergl. V. 21 23), aber hat nicht auch euch Moses das Gesetz gegeben, damit ihr es haltet? Als das Gesetz, das sie nicht halten, scheint das fünfte Gebot gemeint zu sein. +Johannes Joh 51 7 19 26 Die Pharisäer vernichten den Geist des Gesetzes [Mk 7,6] unter dem Scheine, es äußerlich zu erfüllen. +Johannes Joh 51 7 20 Quid me quæritis interficere? Respondit turba, et dixit: Dæmonium habes: quis te quærit interficere? Warum suchet ihr mich zu töten? Das Volk antwortete, und sprach: Du hast einen bösen Geist! Wer suchet dich zu töten?²⁷ [Joh 5,18] Apostelgeschichte Apg 51 7 20 Eodem tempore natus est Moyses et fuit gratus Deo, qui nutritus est tribus mensibus in domo patris sui. Zu eben dieser Zeit ward Moses geboren; und Gott hatte Wohlgefallen an ihm.¹³ Und er ward drei Monate in seines Vaters Hause genährt. Apostelgeschichte Apg 51 7 20 13 Gott hatte in freier Wahl dieses Kind zu Großem erwählt. Stephanus hebt aus der Geschichte des Moses nur jene Züge hervor, welche ihn als Vorbild für Christus erscheinen lassen. -Johannes Joh 50 7 20 27 Der Mordanschlag der Juden gegen Jesus wird als einzelnes, jedoch als furchtbarstes Beispiel ihrer Frevel gegen Gottes Gesetz hervorgehoben. [Ex 20,13] Ein Teil des Volkes, wohl meist Pilger, halten eine so schreckliche Absicht ihrer geistlichen Vorgesetzten für undenkbar. Ein böser Geist der Schwermut, meinen sie mitleidig, hat das Gemüt des Herrn verdüstert. -Johannes Joh 50 7 21 Respondit Jesus, et dixit eis: Unum opus feci, et omnes miramini. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Ein einziges²⁸ Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. +Johannes Joh 51 7 20 27 Der Mordanschlag der Juden gegen Jesus wird als einzelnes, jedoch als furchtbarstes Beispiel ihrer Frevel gegen Gottes Gesetz hervorgehoben. [Ex 20,13] Ein Teil des Volkes, wohl meist Pilger, halten eine so schreckliche Absicht ihrer geistlichen Vorgesetzten für undenkbar. Ein böser Geist der Schwermut, meinen sie mitleidig, hat das Gemüt des Herrn verdüstert. +Johannes Joh 51 7 21 Respondit Jesus, et dixit eis: Unum opus feci, et omnes miramini. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Ein einziges²⁸ Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. Apostelgeschichte Apg 51 7 21 Exposito autem illo, sustulit eum filia Pharaonis, et nutrivit eum sibi in filium. Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter Pharao's auf, und erzog ihn als ihren Sohn. -Johannes Joh 50 7 21 28 Der Heiland antwortet nicht direkt. Es ist etwa zu ergänzen: Gewiss wollt ihr mich töten und zwar wegen eines einzelnen Werkes. Ein Werk: [Joh 5,2-16]. An dieses knüpfte ich die Anklage. Ihr verwundert euch: ihr nehmt Anstoß. Der Heiland macht nicht den einzelnen diesen Vorwurf (da doch viele für ihn günstig gestimmt sind), sondern der Allgemeinheit. -Johannes Joh 50 7 22 Propterea Moyses dedit vobis circumcisionem: (non quia ex Moyse est, sed ex patribus) et in sabbato circumciditis hominem. Deshalb hat Moses euch die Beschneidung gegeben (nicht als ob sie von Moses herrührte, sondern von den Vätern), und ihr beschneidet einen Menschen am Sabbate.²⁹ [Lev 12,3] +Johannes Joh 51 7 21 28 Der Heiland antwortet nicht direkt. Es ist etwa zu ergänzen: Gewiss wollt ihr mich töten und zwar wegen eines einzelnen Werkes. Ein Werk: [Joh 5,2-16]. An dieses knüpfte ich die Anklage. Ihr verwundert euch: ihr nehmt Anstoß. Der Heiland macht nicht den einzelnen diesen Vorwurf (da doch viele für ihn günstig gestimmt sind), sondern der Allgemeinheit. +Johannes Joh 51 7 22 Propterea Moyses dedit vobis circumcisionem: (non quia ex Moyse est, sed ex patribus) et in sabbato circumciditis hominem. Deshalb hat Moses euch die Beschneidung gegeben (nicht als ob sie von Moses herrührte, sondern von den Vätern), und ihr beschneidet einen Menschen am Sabbate.²⁹ [Lev 12,3] Apostelgeschichte Apg 51 7 22 Et eruditus est Moyses omni sapientia gyptiorum, et erat potens in verbis, et in operibus suis. Und Moses ward in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet,¹⁴ und war mächtig in seinen Worten und Taten. Apostelgeschichte Apg 51 7 22 14 Die Moses mitgeteilten Kenntnisse bezogen sich hauptsächlich auf die Naturkunde, Sternkunde, Arzneiwissenschaft u. a. Mächtig in seinen Worten ist nicht gegen [Ex 4,10ff], da jemand durch das Wort gewaltig wirken kann, ohne ein gewandter Redner zu sein, falls andere Eigenschaften und Gottes Beistand das Mangelnde ersetzen. Vergl. ebenda. V. 12. Auch aus heidnischen Schriftstellern dürfen wir Schätze der Bildung schöpfen. -Johannes Joh 50 7 22 29 Deshalb, weil ihr an meiner Sabbatheilung Anstoß nehmet, halte ich euch folgendes entgegen: Das Gesetz der Beschneidung (am achten Tag) scheint euch in seiner Heiligkeit [Gen 17,10] über dem Sabbatgebote zu stehen, und ihr glaubt durch die Vornahme der Beschneidung den Sabbat nicht zu verletzen. -Johannes Joh 50 7 23 Si circumcisionem accipit homo in sabbato, ut non solvatur lex Moysi: mihi indignamini quia totum hominem sanum feci in sabbato? Wenn nun ein Mensch am Sabbate die Beschneidung empfängt, ohne dass das Gesetz Moses'³⁰ verletzt wird, zürnet ihr über mich, dass ich am Sabbate einen ganzen Menschen gesund gemacht habe?³¹ +Johannes Joh 51 7 22 29 Deshalb, weil ihr an meiner Sabbatheilung Anstoß nehmet, halte ich euch folgendes entgegen: Das Gesetz der Beschneidung (am achten Tag) scheint euch in seiner Heiligkeit [Gen 17,10] über dem Sabbatgebote zu stehen, und ihr glaubt durch die Vornahme der Beschneidung den Sabbat nicht zu verletzen. +Johannes Joh 51 7 23 Si circumcisionem accipit homo in sabbato, ut non solvatur lex Moysi: mihi indignamini quia totum hominem sanum feci in sabbato? Wenn nun ein Mensch am Sabbate die Beschneidung empfängt, ohne dass das Gesetz Moses'³⁰ verletzt wird, zürnet ihr über mich, dass ich am Sabbate einen ganzen Menschen gesund gemacht habe?³¹ Apostelgeschichte Apg 51 7 23 Cum autem impleretur ei quadraginta annorum tempus, ascendit in cor ejus ut visitaret fratres suos filios Israel. Als er aber vierzig Jahre alt war, kam es ihm in den Sinn, seine Brüder, die Kinder Israels, zu besuchen.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 7 23 15 Moses, unabhängig und nichts bedürfend, am Hofe mächtig, kommt mitleidig zu seinen Brüdern. -Johannes Joh 50 7 23 30 Von der Haltung des Sabbats. -Johannes Joh 50 7 23 31 Die Beschneidung heilt nur etwas am Menschen, was das Symbol der verderbten Natur gilt. Ist es erlaubt, dieses am Sabbate zu beseitigen, so ist noch vielmehr die Heilung des ganzen Menschen gestattet. -Johannes Joh 50 7 24 Nolite judicare secundum faciem, sed justum judicium judicate. Richtet nicht nach dem Scheine, sondern fället ein gerechtes Urteil!³² [Dtn 1,16] +Johannes Joh 51 7 23 30 Von der Haltung des Sabbats. +Johannes Joh 51 7 23 31 Die Beschneidung heilt nur etwas am Menschen, was das Symbol der verderbten Natur gilt. Ist es erlaubt, dieses am Sabbate zu beseitigen, so ist noch vielmehr die Heilung des ganzen Menschen gestattet. +Johannes Joh 51 7 24 Nolite judicare secundum faciem, sed justum judicium judicate. Richtet nicht nach dem Scheine, sondern fället ein gerechtes Urteil!³² [Dtn 1,16] Apostelgeschichte Apg 51 7 24 Et cum vidisset quemdam injuriam patientem, vindicavit illum: et fecit ultionem ei, qui injuriam sustinebat, percusso gyptio. Und da er einen Unrecht leiden sah, verteidigte er ihn, und rächte den, der Unrecht litt, indem er den Ägypter erschlug. [Ex 2,12] -Johannes Joh 50 7 24 32 Die Heilung und der Befehl das Bett nach Hause zu tragen sind nur scheinbar eine Sabbatverletzung und verstoßen nicht gegen den Geist des Gesetzes. +Johannes Joh 51 7 24 32 Die Heilung und der Befehl das Bett nach Hause zu tragen sind nur scheinbar eine Sabbatverletzung und verstoßen nicht gegen den Geist des Gesetzes. Apostelgeschichte Apg 51 7 25 Exstimabat autem intelligere fratres, quoniam Deus per manum ipsius daret salutem illis: at illi non intellexerunt. Er glaubte aber, seine Brüder würden verstehen, dass Gott ihnen Rettung durch seine Hand verschaffen wolle, allein sie verstanden es nicht.¹⁶ -Johannes Joh 50 7 25 Dicebant ergo quidam ex Jerosolymis: Nonne hic est, quem quærunt interficere? Da sprachen einige von Jerusalem: Ist dies nicht der, den sie zu töten suchen?³³ +Johannes Joh 51 7 25 Dicebant ergo quidam ex Jerosolymis: Nonne hic est, quem quærunt interficere? Da sprachen einige von Jerusalem: Ist dies nicht der, den sie zu töten suchen?³³ Apostelgeschichte Apg 51 7 25 16 Selbst wenn Moses nur aus menschlicher Aufwallung gehandelt hätte, konnten die Israeliten erkennen, dass Gerechtigkeitsgefühl, Mut und selbstverleugnende Liebe ihn befähigte, an ihre Spitze zu treten. Nun war aber Moses bereits über seine Berufung von Gott übernatürlich belehrt, also entsprang das Strafgericht über den Ägypter göttlichem Antriebe. Doch schon damals begann Israel sein Heil zu verkennen und zurückzustoßen. (V. 26 28) -Johannes Joh 50 7 25 33 Andere als die V. 20 genannten, wohl Einwohner von Jerusalem. Sie verwundern sich, dass der hohe Rat die gute Gelegenheit nicht benutzt, sondern dem Herrn sogar Gelegenheit verstattet, die angeschuldigte Handlung zu rechtfertigen. +Johannes Joh 51 7 25 33 Andere als die V. 20 genannten, wohl Einwohner von Jerusalem. Sie verwundern sich, dass der hohe Rat die gute Gelegenheit nicht benutzt, sondern dem Herrn sogar Gelegenheit verstattet, die angeschuldigte Handlung zu rechtfertigen. Apostelgeschichte Apg 51 7 26 Sequenti vero die apparuit illis litigantibus: et reconciliabat eos in pace, dicens: Viri, fratres estis, ut quid nocetis alterutrum? Am folgenden Tage zeigte er sich ihnen, als sie eben stritten; und er suchte zwischen ihnen Frieden zu stiften, und sprach: Männer! ihr seid Brüder, warum tut ihr einander Unrecht? -Johannes Joh 50 7 26 Et ecce palam loquitur, et nihil ei dicunt. Numquid vere cognoverunt principes quia hic est Christus? Und sehet, er redet freimütig, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Vorsteher wirklich erkannt, dass er Christus ist?³⁴ -Johannes Joh 50 7 26 34 Ist ein Wechsel der Gesinnung eingetreten? Aber an Jesus können doch die Ältesten nicht glauben, dem steht seine Herkunft entgegen. -Johannes Joh 50 7 27 Sed hunc scimus unde sit: Christus autem cum venerit, nemo scit unde sit. Jedoch von diesem wissen wir ja, woher er ist; wenn aber Christus kommen wird, so weiß niemand, woher er ist.³⁵ +Johannes Joh 51 7 26 Et ecce palam loquitur, et nihil ei dicunt. Numquid vere cognoverunt principes quia hic est Christus? Und sehet, er redet freimütig, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Vorsteher wirklich erkannt, dass er Christus ist?³⁴ +Johannes Joh 51 7 26 34 Ist ein Wechsel der Gesinnung eingetreten? Aber an Jesus können doch die Ältesten nicht glauben, dem steht seine Herkunft entgegen. +Johannes Joh 51 7 27 Sed hunc scimus unde sit: Christus autem cum venerit, nemo scit unde sit. Jedoch von diesem wissen wir ja, woher er ist; wenn aber Christus kommen wird, so weiß niemand, woher er ist.³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 7 27 Qui autem injuriam faciebat proximo, repulit eum, dicens: Quis te constituit principem, et judicem super nos? Derjenige aber, welcher seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn zurück, und sagte: Wer hat dich zum Vorsteher und Richter über uns gesetzt?¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 7 27 17 Moses, der seiner glänzenden Stellung uneingedenk seine armen Stammesbrüder aufgesucht und tatkräftig gegen die Unterdrücker verteidigt hat, findet seinen wohlwollenden Vermittlungsversuch schnöde zurückgewiesen. Wieder ist menschlichem Ermessen nach mit der Flucht des Moses (V. 29) das Werk der Rettung zerstört, und doch ist gerade dies wiederum der Weg Gottes, der den Erlöser seines Volkes erst jetzt seiner wahren Berufung und Bestimmung entgegenführt. (V. 30 34) -Johannes Joh 50 7 27 35 Woher stammt die Meinung, dass man die Herkunft des Messias nicht kennen werde? Vielleicht aus [Jes 53,2.8, Mi 5,2] (Cyr., Aug.) Aber dann hätten die Juden auf seine Gottheit schließen müssen (Cyr., Aug., Thom.). Sie verwechselten ferner die erste und die zweite Ankunft des Messias und bildeten sich die Meinung, der Messias werde zuerst zum Gerichte zur Bestrafung der Bösen erscheinen, sich inzwischen nur Auserwählten offenbarend. +Johannes Joh 51 7 27 35 Woher stammt die Meinung, dass man die Herkunft des Messias nicht kennen werde? Vielleicht aus [Jes 53,2.8, Mi 5,2] (Cyr., Aug.) Aber dann hätten die Juden auf seine Gottheit schließen müssen (Cyr., Aug., Thom.). Sie verwechselten ferner die erste und die zweite Ankunft des Messias und bildeten sich die Meinung, der Messias werde zuerst zum Gerichte zur Bestrafung der Bösen erscheinen, sich inzwischen nur Auserwählten offenbarend. Apostelgeschichte Apg 51 7 28 Numquid interficere me tu vis, quemadmodum interfecisti heri gyptium? Willst du mich etwa töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?¹⁸ -Johannes Joh 50 7 28 Clamabat ergo Jesus in templo docens, et dicens: Et me scitis, et unde sim scitis: et a meipso non veni, sed est verus, qui misit me, quem vos nescitis. Da rief Jesus im Tempel, lehrte³⁶ und sprach: Wohl kennet ihr mich, und wisset, woher ich bin;³⁷ und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern wahrhaft ist, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennet.³⁸ +Johannes Joh 51 7 28 Clamabat ergo Jesus in templo docens, et dicens: Et me scitis, et unde sim scitis: et a meipso non veni, sed est verus, qui misit me, quem vos nescitis. Da rief Jesus im Tempel, lehrte³⁶ und sprach: Wohl kennet ihr mich, und wisset, woher ich bin;³⁷ und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern wahrhaft ist, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennet.³⁸ Apostelgeschichte Apg 51 7 28 18 Wie alt ist die Widersetzlichkeit des Volkes gegen gottgesandte Männer! -Johannes Joh 50 7 28 36 Der Heiland will durch seine Lehre die falsche Beweisführung zurückweisen, mit welcher jene bestritten, dass er der Messias sei. -Johannes Joh 50 7 28 37 Ihr wisst, woher ich als Mensch bin, aber falsch ist, dass ihr vollständig meine Herkunft kennt. (V. 27) Ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern von einem anderen, dieser ist wahrhaft der Sender, also mein Ursprung. Gerade diesen aber kennt ihr nicht. Also ist euer Schluss falsch, dass ich nicht der Messias bin. -Johannes Joh 50 7 28 38 V. 27: Niemand weiß. Gegensatz: Ich bin vom Vater, wie ihr aus meinen Taten hättet erkennen können. Er ist wahrhaft, da er die Abraham und den Vätern gegebenen Verheißungen erfüllt. Ihr kennet den Vater nicht voll und ganz, denn nur der Sohn Gottes, der allein die wesenhafte Gotteserkenntnis besitzt, vermag diese Kenntnis zu geben. +Johannes Joh 51 7 28 36 Der Heiland will durch seine Lehre die falsche Beweisführung zurückweisen, mit welcher jene bestritten, dass er der Messias sei. +Johannes Joh 51 7 28 37 Ihr wisst, woher ich als Mensch bin, aber falsch ist, dass ihr vollständig meine Herkunft kennt. (V. 27) Ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern von einem anderen, dieser ist wahrhaft der Sender, also mein Ursprung. Gerade diesen aber kennt ihr nicht. Also ist euer Schluss falsch, dass ich nicht der Messias bin. +Johannes Joh 51 7 28 38 V. 27: Niemand weiß. Gegensatz: Ich bin vom Vater, wie ihr aus meinen Taten hättet erkennen können. Er ist wahrhaft, da er die Abraham und den Vätern gegebenen Verheißungen erfüllt. Ihr kennet den Vater nicht voll und ganz, denn nur der Sohn Gottes, der allein die wesenhafte Gotteserkenntnis besitzt, vermag diese Kenntnis zu geben. Apostelgeschichte Apg 51 7 29 Fugit autem Moyses in verbo isto: et factus est advena in terra Madian, ubi generavit filios duos. Da floh Moses auf dieses Wort, und ward ein Fremdling im Lande Madian, wo er zwei Söhne zeugte.¹⁹ [Ex 2,21ff] -Johannes Joh 50 7 29 Ego scio eum: quia ab ipso sum, et ipse me misit. Ich kenne ihn; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt.³⁹ +Johannes Joh 51 7 29 Ego scio eum: quia ab ipso sum, et ipse me misit. Ich kenne ihn; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt.³⁹ Apostelgeschichte Apg 51 7 29 19 Wie am Beginne seines Lebens (V. 21), so ist Moses auch in der Mitte desselben seinem Volke entzogen. Er ist Fremdling, Teil eines anderen Volkes, und seine Rückkehr zu seinem Volke steht nicht zu erwarten, aber gerade da ist die Zeit da, wo Gott ihn beruft, Israel zu befreien. (V. 34) -Johannes Joh 50 7 29 39 Ich kenne ihn wesenhaft, denn ich bin von ihm, aus seiner Wesenheit von Ewigkeit gezeugt und in der Zeit von ihm in die Welt gesendet, der Gesandte aber muss den kennen, der ihn gesandt hat. -Johannes Joh 50 7 30 Quærebant ergo eum apprehendere: et nemo misit in illum manus, quia nondum venerat hora ejus. Sie suchten ihn also zu ergreifen;⁴⁰ aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. +Johannes Joh 51 7 29 39 Ich kenne ihn wesenhaft, denn ich bin von ihm, aus seiner Wesenheit von Ewigkeit gezeugt und in der Zeit von ihm in die Welt gesendet, der Gesandte aber muss den kennen, der ihn gesandt hat. +Johannes Joh 51 7 30 Quærebant ergo eum apprehendere: et nemo misit in illum manus, quia nondum venerat hora ejus. Sie suchten ihn also zu ergreifen;⁴⁰ aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Apostelgeschichte Apg 51 7 30 Et expletis annis quadraginta, apparuit illi in deserto montis Sina Angelus igne flammæ rubi. Und als vierzig Jahre erfüllt waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sina ein Engel in der Feuerflamme eines Dornbusches.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 7 30 20 Die Wüste, in welcher der Berg Sinai liegt, erstreckt sich vor und zwischen zwei Gipfeln, deren nördlicher der Berg Horeb ist. Der hier erwähnte Engel ist wohl der Engel des Herrn [Ex 3,2], nach dem Hebräischen Gott selbst, insofern er sich offenbart, der Sohn Gottes, das ewige Wort (Iren., Basil., Cypr., Ambros., Aug.). -Johannes Joh 50 7 30 40 Die Juden (Hohepriester, Pharisäer usw.) zeigen die Absicht, den Heiland zu ergreifen, weil er sich als Gesandten Gottes, ja einigermaßen als Sohn Gottes erklärt hat. Vielleicht sind sie auch beleidigt, weil er ihnen die volle Gotteserkenntnis abspricht. +Johannes Joh 51 7 30 40 Die Juden (Hohepriester, Pharisäer usw.) zeigen die Absicht, den Heiland zu ergreifen, weil er sich als Gesandten Gottes, ja einigermaßen als Sohn Gottes erklärt hat. Vielleicht sind sie auch beleidigt, weil er ihnen die volle Gotteserkenntnis abspricht. Apostelgeschichte Apg 51 7 31 Moyses autem videns, admiratus est visum. Et accedente illo ut consideraret, facta est ad eum vox Domini, dicens: Da Moses dies sah, staunte er über die Erscheinung; und als er hinzutrat, um sie zu betrachten, erging an ihn eine Stimme des Herrn: -Johannes Joh 50 7 31 De turba autem multi crediderunt in eum, et dicebant: Christus cum venerit, numquid plura signa faciet quam quæ hic facit? Von dem Volke aber glaubten viele an ihn, und sprachen: Wenn Christus kommt,⁴¹ wird er etwa mehr Wunder tun als dieser tut?⁴² -Johannes Joh 50 7 31 41 Wenn, wie seine Feinde meinen, der Messias erst zu erwarten ist (Chrys., Aug.). -Johannes Joh 50 7 31 42 Volk und Pharisäer treten in Gegensatz. (Vergl. V. 5) +Johannes Joh 51 7 31 De turba autem multi crediderunt in eum, et dicebant: Christus cum venerit, numquid plura signa faciet quam quæ hic facit? Von dem Volke aber glaubten viele an ihn, und sprachen: Wenn Christus kommt,⁴¹ wird er etwa mehr Wunder tun als dieser tut?⁴² +Johannes Joh 51 7 31 41 Wenn, wie seine Feinde meinen, der Messias erst zu erwarten ist (Chrys., Aug.). +Johannes Joh 51 7 31 42 Volk und Pharisäer treten in Gegensatz. (Vergl. V. 5) Apostelgeschichte Apg 51 7 32 Ego sum Deus patrum tuorum, Deus Abraham, deus Isaac, et Deus Jacob. Tremefactus autem Moyses, non audebat considerare. Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da zitterte Moses, und wagte nicht hinzuschauen. -Johannes Joh 50 7 32 Audierunt Pharisæi turbam murmurantem de illo hæc: et miserunt principes, et Pharisæi ministros ut apprehenderent eum. Die Pharisäer hörten, dass das Volk dies von ihm murmelte; und die Hohenpriester und Pharisäer schickten Diener aus, dass sie ihn ergreifen sollten.⁴³ -Johannes Joh 50 7 32 43 Die Pharisäer ersuchen den hohen Rat um einen Haftbefehl, der bei günstiger Gelegenheit auszuführen ist, damit nicht noch mehrere für den Heiland Partei ergreifen. -Johannes Joh 50 7 33 Dixit ergo eis Jesus: Adhuc modicum tempus vobiscum sum: et vado ad eum, qui me misit. Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kurze Zeit bin ich bei euch;⁴⁴ und ich gehe zu dem, der mich gesandt hat. +Johannes Joh 51 7 32 Audierunt Pharisæi turbam murmurantem de illo hæc: et miserunt principes, et Pharisæi ministros ut apprehenderent eum. Die Pharisäer hörten, dass das Volk dies von ihm murmelte; und die Hohenpriester und Pharisäer schickten Diener aus, dass sie ihn ergreifen sollten.⁴³ +Johannes Joh 51 7 32 43 Die Pharisäer ersuchen den hohen Rat um einen Haftbefehl, der bei günstiger Gelegenheit auszuführen ist, damit nicht noch mehrere für den Heiland Partei ergreifen. +Johannes Joh 51 7 33 Dixit ergo eis Jesus: Adhuc modicum tempus vobiscum sum: et vado ad eum, qui me misit. Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kurze Zeit bin ich bei euch;⁴⁴ und ich gehe zu dem, der mich gesandt hat. Apostelgeschichte Apg 51 7 33 Dixit autem illi Dominus: Solve calceamentum pedum tuorum: locus enim in quo stas, terra sancta est. Der Herr aber sprach zu ihm: Löse die Schuhe von deinen Füßen; denn die Stätte, auf der du stehest, ist heiliger Boden.²¹ Apostelgeschichte Apg 51 7 33 21 In der Wüste war kein Tempel und doch heiliges Land. -Johannes Joh 50 7 33 44 Der Heiland sieht die Häscher in der Menge (Chrys.). Mit welcher Ruhe spricht er von seinem Heimgange: Ich bleibe noch eine, wenn auch kurze Zeit, ihr möget tun, was ihr wollt. Noch eine kurze Zeit: etwa 6 Monate. Ich gehe: Die Gegenwart ist gesetzt, weil es bald geschehen wird. Ich gehe, nicht wohin ihr wollt, sondern zu dem, der mich gesandt hat (Chrys., Cyr.). +Johannes Joh 51 7 33 44 Der Heiland sieht die Häscher in der Menge (Chrys.). Mit welcher Ruhe spricht er von seinem Heimgange: Ich bleibe noch eine, wenn auch kurze Zeit, ihr möget tun, was ihr wollt. Noch eine kurze Zeit: etwa 6 Monate. Ich gehe: Die Gegenwart ist gesetzt, weil es bald geschehen wird. Ich gehe, nicht wohin ihr wollt, sondern zu dem, der mich gesandt hat (Chrys., Cyr.). Apostelgeschichte Apg 51 7 34 Videns vidi afflictionem populi mei, qui est in gypto, et gemitum eorum audivi, et descendi liberare eos. Et nunc veni, et mittam te in gyptum. Ich habe sehr wohl die Bedrückung meines Volkes, das in Ägypten ist, gesehen, und habe ihr Seufzen gehört, und ich bin herabgekommen, sie zu befreien. Und nun komme, ich will dich nach Ägypten senden. -Johannes Joh 50 7 34 Quæretis me, et non invenietis: et ubi ego sum, vos non potestis venire. Ihr werdet mich suchen und nicht finden;⁴⁵ und wo ich bin, dahin könnet ihr nicht kommen.⁴⁶ -Johannes Joh 50 7 34 45 Vergl. [Joh 13,33]. -Johannes Joh 50 7 34 46 Ihr könnet nicht in die Herrlichkeit und Seligkeit des Himmels eingehen, weil ihr meine Gegner seid (Aug., Thom.). Andere Ausleger erklären die Worte des Heilandes dahin, dass die Juden ihn in der Stunde der Not, bei der Belagerung Jerusalems, suchen würden. +Johannes Joh 51 7 34 Quæretis me, et non invenietis: et ubi ego sum, vos non potestis venire. Ihr werdet mich suchen und nicht finden;⁴⁵ und wo ich bin, dahin könnet ihr nicht kommen.⁴⁶ +Johannes Joh 51 7 34 45 Vergl. [Joh 13,33]. +Johannes Joh 51 7 34 46 Ihr könnet nicht in die Herrlichkeit und Seligkeit des Himmels eingehen, weil ihr meine Gegner seid (Aug., Thom.). Andere Ausleger erklären die Worte des Heilandes dahin, dass die Juden ihn in der Stunde der Not, bei der Belagerung Jerusalems, suchen würden. Apostelgeschichte Apg 51 7 35 Hunc moysen, quem negaverunt, dicentes: Quis te constituit principem, et judicem? hunc Deus principem et redemptorem misit, cum manu Angeli, qui apparuit illi in rubo. Diesen Moses, den sie verleugneten, da sie sprachen: Wer hat dich zum Vorsteher und Richter gesetzt? diesen²² sandte Gott als Oberhaupt und Erretter durch die Hand des Engels,²³ der ihm im Dornbusche erschienen war. -Johannes Joh 50 7 35 Dixerunt ergo Judæi ad semetipsos: Quo hic iturus est, quia non inveniemus eum? numquid in dispersionem gentium iturus est, et docturus gentes? Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will dieser gehen, dass wir ihn nicht finden werden? Er will doch nicht etwa in die Zerstreuung unter die Heiden gehen, und die Heiden lehren?⁴⁷ +Johannes Joh 51 7 35 Dixerunt ergo Judæi ad semetipsos: Quo hic iturus est, quia non inveniemus eum? numquid in dispersionem gentium iturus est, et docturus gentes? Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will dieser gehen, dass wir ihn nicht finden werden? Er will doch nicht etwa in die Zerstreuung unter die Heiden gehen, und die Heiden lehren?⁴⁷ Apostelgeschichte Apg 51 7 35 22 Gott sandte in seiner unerschöpflichen Güte gerade den als Retter, den sie trotzig abgewiesen hatten. Apostelgeschichte Apg 51 7 35 23 Mit dem Schutze und der Beihilfe des unerschaffenen Engels, welcher Moses im Dornbusche erschienen war. Je unverkennbarer Moses sich als Erretter seines Volkes zeigte (V. 35ff), je gnadenvoller Gott selbst mit ihm verkehrte (V. 37ff), desto tadelnswerter war Israels Undank (V. 35) und Abtrünnigkeit. (V. 40ff) Moses ein Fürst, vergl. [Apg 5,31], Erlöser und Mittler (V. 39), das Vorbild des Herrn, wie V. 37 zeigt. -Johannes Joh 50 7 35 47 Die Frage der Feinde Jesu ist töricht (Chrys.) und höhnisch (Cyr.). In die Zerstreuung: Zu den unter den Heiden zerstreuten Juden, und wenn er bei diesen keinen Glauben finden sollte, zu den Heiden. Die Berührung mit den Heiden galt als unrein, und das Lehren unter den Heiden war verboten (Cyr.). -Johannes Joh 50 7 36 Quis est hic sermo, quem dixit: Quæretis me, et non invenietis: et ubi sum ego, vos non potestis venire? Was ist das für eine Rede, die er gesprochen hat: Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnet ihr nicht kommen?⁴⁸ +Johannes Joh 51 7 35 47 Die Frage der Feinde Jesu ist töricht (Chrys.) und höhnisch (Cyr.). In die Zerstreuung: Zu den unter den Heiden zerstreuten Juden, und wenn er bei diesen keinen Glauben finden sollte, zu den Heiden. Die Berührung mit den Heiden galt als unrein, und das Lehren unter den Heiden war verboten (Cyr.). +Johannes Joh 51 7 36 Quis est hic sermo, quem dixit: Quæretis me, et non invenietis: et ubi sum ego, vos non potestis venire? Was ist das für eine Rede, die er gesprochen hat: Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnet ihr nicht kommen?⁴⁸ Apostelgeschichte Apg 51 7 36 Hic eduxit illos faciens prodigia, et signa in terra gypti, et in rubro mari, et in deserto annis quadraginta. Dieser führte sie heraus, unter Wundern und Zeichen, die er tat, im Lande Ägypten, und im roten Meere, und in der Wüste vierzig Jahre hindurch. -Johannes Joh 50 7 36 48 Sie erkennen, dass in den Worten des Herrn eine Drohung für die Zukunft liegt. Ratlos und zugleich verblendet wiederholen sie die Worte Jesu. -Johannes Joh 50 7 37 In novissimo autem die magno festivitatis stabat Jesus, et clamabat, dicens: Si quis sitit, veniat ad me, et bibat. Am letzten, großen Tage⁴⁹ des Festes aber trat Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir, und trinke.⁵⁰ +Johannes Joh 51 7 36 48 Sie erkennen, dass in den Worten des Herrn eine Drohung für die Zukunft liegt. Ratlos und zugleich verblendet wiederholen sie die Worte Jesu. +Johannes Joh 51 7 37 In novissimo autem die magno festivitatis stabat Jesus, et clamabat, dicens: Si quis sitit, veniat ad me, et bibat. Am letzten, großen Tage⁴⁹ des Festes aber trat Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir, und trinke.⁵⁰ Apostelgeschichte Apg 51 7 37 Hic est Moyses, qui dixit filiis Israel: Prophetam suscitabit vobis Deus de fratribus vestris, tamquam me, ipsum audietis. Dies ist jener Moses, der zu den Kindern Israels sprach: Einen Propheten wird euch Gott aus euern Brüdern erwecken, wie mich; diesen sollet ihr hören!²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 7 37 24 Wie Moses durch das Werk der Befreiung und seiner Wunder ein Vorbild des Herrn war, so hat er als Prophet auf ihn, die Erfüllung aller Prophezeiungen, hingewiesen. Vergl. [Apg 3,22] -Johannes Joh 50 7 37 49 Der letzte Tag des Festes hieß der große. [Lev 23,36]. -Johannes Joh 50 7 37 50 Mitten in den Festjubel hinein tönt die Mahnung des Herrn zur Einkehr: Höret meine Lehre, glaubet an mich, empfanget Gnade! Die Worte des Heilandes schließen sich wohl an den Festgebrauch an. Mit dem Morgen- und Abendopfer waren Trankopfer verbunden, welche als Glanzpunkt des Festes galten. Ein Priester holte in einem goldenen Kruge drei Log (0,84 oder 1,5 Liter) Wasser aus der am Tempelberge dahinfließenden Quelle Siloe und trug es durch das Wassertor in den Tempelvorhof. Dort vermischte er es mit Trankopferwein und goss es unter Musik und Gesang der Priester (die Worte wurden [Jes 12,3] entnommen) zum Zeichen der Freude über das kommende Heil in eine an der Südwestecke des Altares befindliche Schale. Man vermutet, dass [Sach 14,17] zu diesem Brauche Veranlassung gegeben und dass damit die Vorstellung von der Segensquelle aus Sion [Joel 3,23, Ez 47] verbunden wurde. -Johannes Joh 50 7 38 Qui credit in me, sicut dicit Scriptura, flumina de ventre ejus fluent aquæ vivæ. Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden, wie die Schrift sagt,⁵¹ Ströme lebendigen Wassers fließen!⁵² [Joh 4,14, Jes 12,3] +Johannes Joh 51 7 37 49 Der letzte Tag des Festes hieß der große. [Lev 23,36]. +Johannes Joh 51 7 37 50 Mitten in den Festjubel hinein tönt die Mahnung des Herrn zur Einkehr: Höret meine Lehre, glaubet an mich, empfanget Gnade! Die Worte des Heilandes schließen sich wohl an den Festgebrauch an. Mit dem Morgen- und Abendopfer waren Trankopfer verbunden, welche als Glanzpunkt des Festes galten. Ein Priester holte in einem goldenen Kruge drei Log (0,84 oder 1,5 Liter) Wasser aus der am Tempelberge dahinfließenden Quelle Siloe und trug es durch das Wassertor in den Tempelvorhof. Dort vermischte er es mit Trankopferwein und goss es unter Musik und Gesang der Priester (die Worte wurden [Jes 12,3] entnommen) zum Zeichen der Freude über das kommende Heil in eine an der Südwestecke des Altares befindliche Schale. Man vermutet, dass [Sach 14,17] zu diesem Brauche Veranlassung gegeben und dass damit die Vorstellung von der Segensquelle aus Sion [Joel 3,23, Ez 47] verbunden wurde. +Johannes Joh 51 7 38 Qui credit in me, sicut dicit Scriptura, flumina de ventre ejus fluent aquæ vivæ. Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden, wie die Schrift sagt,⁵¹ Ströme lebendigen Wassers fließen!⁵² [Joh 4,14, Jes 12,3] Apostelgeschichte Apg 51 7 38 Hic est, qui fuit in Ecclesia in solitudine cum Angelo, qui loquebatur ei in monte Sina, et cum patribus nostris: qui accepit verba vitæ dare nobis. Dieser ist es, der bei der Gemeinde²⁵ in der Wüste mit dem Engel, der zu ihm auf dem Berge Sina redete, und mit unsern Vätern war; der Worte des Lebens²⁶ empfing, um sie uns zu geben; Apostelgeschichte Apg 51 7 38 25 Bei dem behufs Empfanges des Gesetzes versammelten Volke. Apostelgeschichte Apg 51 7 38 26 Das Gesetz bietet Worte des Lebens, soferne es von dem lebendigen Gott ausgeht und wenn vollständig beobachtet, auch innerliches übernatürliches Leben verlieh, denn es verlangte auch den Glauben, die Hoffnung auf den Erlöser und die Liebe; es bereitete auf Christus vor, welcher das wahre Leben ist. Wenn der heilige Paulus [Gal 3,11.12] und an anderen Stellen dem Gesetze jede Lebenskraft abzusprechen scheint, so spricht er vom Gesetze mit Ausschluss des Glaubens an den Erlöser und somit von dem Gesetze ohne die Gnade, durch die es erfüllt werden kann. Das nur vorschreibende, aber nicht stärkende Gesetz kann allerdings kein Leben vermitteln. -Johannes Joh 50 7 38 51 Der Heiland fasst verschiedene Gedanken zusammen. Es liegt besonders nahe, an [Jes 41,18, Jes 44,3, Jes 55,1, Ez 36,25, Ez 39,29, Joel 2,28] zu denken. -Johannes Joh 50 7 38 52 Diese Gnade wird zur Einwirkung auf anderen mitgeteilt, gleich dem starken Strome, der alles mit sich fortreißt (Orig., Chrys., Hier.), aber auch anderen mitteilt (Chrys., Ambr., Aug.). Der innere Glaube verlangt ein äußeres Bekenntnis, die Nächstenliebe das Bestreben, das Glück anderer zu fördern (Ambr., Greg.). -Johannes Joh 50 7 39 Hoc autem dixit de Spiritu, quem accepturi erant credentes in eum: nondum enim erat Spiritus datus, quia Jesus nondum erat glorificatus. Dies sagte er aber von dem Geiste, welchen diejenigen empfangen sollten, die an ihn glauben würden; denn noch⁵³ war der Geist nicht gegeben,⁵⁴ weil Jesus noch nicht verherrlichet war.⁵⁵ [Apg 2,17] +Johannes Joh 51 7 38 51 Der Heiland fasst verschiedene Gedanken zusammen. Es liegt besonders nahe, an [Jes 41,18, Jes 44,3, Jes 55,1, Ez 36,25, Ez 39,29, Joel 2,28] zu denken. +Johannes Joh 51 7 38 52 Diese Gnade wird zur Einwirkung auf anderen mitgeteilt, gleich dem starken Strome, der alles mit sich fortreißt (Orig., Chrys., Hier.), aber auch anderen mitteilt (Chrys., Ambr., Aug.). Der innere Glaube verlangt ein äußeres Bekenntnis, die Nächstenliebe das Bestreben, das Glück anderer zu fördern (Ambr., Greg.). +Johannes Joh 51 7 39 Hoc autem dixit de Spiritu, quem accepturi erant credentes in eum: nondum enim erat Spiritus datus, quia Jesus nondum erat glorificatus. Dies sagte er aber von dem Geiste, welchen diejenigen empfangen sollten, die an ihn glauben würden; denn noch⁵³ war der Geist nicht gegeben,⁵⁴ weil Jesus noch nicht verherrlichet war.⁵⁵ [Apg 2,17] Apostelgeschichte Apg 51 7 39 Cui noluerunt obedire patres nostri: sed repulerunt, et aversi sunt cordibus suis in gyptum, dem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten, sondern sie verwarfen ihn, und wandten ihre Herzen nach Ägypten hin,²⁷ [Ex 32,1ff] Apostelgeschichte Apg 51 7 39 27 Trotz aller Wohltaten und Offenbarungen Gottes verfuhren die Israeliten mit Moses wie ihre Kinder mit Christus. -Johannes Joh 50 7 39 53 Der heil. Johannes gibt die Erklärung der Worte der Propheten. -Johannes Joh 50 7 39 54 Der heil. Geist war noch nicht gegeben will nicht sagen, dass noch niemand die Gnade des h. Geistes empfangen hatte, denn auch die Gerechten des Alten Bundes wurden durch diese Gnade geheiligt, sondern will heißen: Noch war der heilige Geist selbst nicht in seiner Fülle gekommen, noch nicht mit jener Feierlichkeit und so offenbar, wie später am Pfingstfeste. Ist der heil. Geist auch als Gott infolge seiner Unermesslichkeit fortwährend in der Seele des Menschen zugegen und infolge seiner alles erhaltenden Allmacht auch immerwährend in ihr tätig, so sagen wir doch mit Recht, dass er da einkehre, wo er auf eine neue Weise zu wirken beginnt. Bringt er nun, wie dies durch die Rechtfertigung geschieht, eine andauernde Wirkung in ihr hervor, so kann dies ein Wohnen genannt werden. Dieses Wirken des heil. Geistes will der Heiland nach seiner Auferstehung verleihen, zuerst am Pfingstfest und sodann in seiner Kirche durch alle Jahrhunderte. -Johannes Joh 50 7 39 55 Durch Auferstehung und Himmelfahrt (Aug., Leo). Zuvor musste das Erlösungswerk vollbracht, zuerst die Menschen mit Gott versöhnt werden, ehe sie durch den heiligen Geist zur innigsten Vereinigung mit Gott zugelassen wurden. -Johannes Joh 50 7 40 Ex illa ergo turba cum audissent hos sermones ejus, dicebant: Hic est vere propheta. Als nun einige aus dem Volke diese seine Worte hörten, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet!⁵⁶ +Johannes Joh 51 7 39 53 Der heil. Johannes gibt die Erklärung der Worte der Propheten. +Johannes Joh 51 7 39 54 Der heil. Geist war noch nicht gegeben will nicht sagen, dass noch niemand die Gnade des h. Geistes empfangen hatte, denn auch die Gerechten des Alten Bundes wurden durch diese Gnade geheiligt, sondern will heißen: Noch war der heilige Geist selbst nicht in seiner Fülle gekommen, noch nicht mit jener Feierlichkeit und so offenbar, wie später am Pfingstfeste. Ist der heil. Geist auch als Gott infolge seiner Unermesslichkeit fortwährend in der Seele des Menschen zugegen und infolge seiner alles erhaltenden Allmacht auch immerwährend in ihr tätig, so sagen wir doch mit Recht, dass er da einkehre, wo er auf eine neue Weise zu wirken beginnt. Bringt er nun, wie dies durch die Rechtfertigung geschieht, eine andauernde Wirkung in ihr hervor, so kann dies ein Wohnen genannt werden. Dieses Wirken des heil. Geistes will der Heiland nach seiner Auferstehung verleihen, zuerst am Pfingstfest und sodann in seiner Kirche durch alle Jahrhunderte. +Johannes Joh 51 7 39 55 Durch Auferstehung und Himmelfahrt (Aug., Leo). Zuvor musste das Erlösungswerk vollbracht, zuerst die Menschen mit Gott versöhnt werden, ehe sie durch den heiligen Geist zur innigsten Vereinigung mit Gott zugelassen wurden. +Johannes Joh 51 7 40 Ex illa ergo turba cum audissent hos sermones ejus, dicebant: Hic est vere propheta. Als nun einige aus dem Volke diese seine Worte hörten, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet!⁵⁶ Apostelgeschichte Apg 51 7 40 Dicentes ad Aaron: Fac nobis deos, qui præcedant nos: Moyses enim hic, qui eduxit nos de terra gypti, nescimus quid factum sit ei. indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter,²⁸ die vor uns hergehen sollen; denn dieser Moses,²⁹ der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist. Apostelgeschichte Apg 51 7 40 28 Götter: Irgend einen (V. 41), wie sie in Ägypten gesehen hatten [Neh 9,18], um von ihm weiter vorwärts oder nach Ägypten zurückgeführt zu werden [Ex 16,3, Num 14,4] Apostelgeschichte Apg 51 7 40 29 Wie verächtlich. -Johannes Joh 50 7 40 56 Welch schöner Erfolg der letzten Reden des Herrn! Möchte es ein dauernder gewesen sein! Der Prophet ist der [Dtn 18,18] verheißene und ihrer Meinung nach vom Messias verschiedene. +Johannes Joh 51 7 40 56 Welch schöner Erfolg der letzten Reden des Herrn! Möchte es ein dauernder gewesen sein! Der Prophet ist der [Dtn 18,18] verheißene und ihrer Meinung nach vom Messias verschiedene. Apostelgeschichte Apg 51 7 41 Et vitulum fecerunt in diebus illis, et obtulerunt hostiam simulacro, et lætabantur in operibus manuum suarum. Und sie machten ein Kalb³⁰ in jenen Tagen, und brachten dem Götzenbilde ein Opfer dar, und erfreuten sich an den Gebilden ihrer Hände. -Johannes Joh 50 7 41 Alii dicebant: Hic est Christus. Quidam autem dicebant: Numquid a Galilæa venit Christus? Andere sagten: Dieser ist Christus! Wieder andere aber sprachen: Soll Christus etwa aus Galiläa kommen?⁵⁷ +Johannes Joh 51 7 41 Alii dicebant: Hic est Christus. Quidam autem dicebant: Numquid a Galilæa venit Christus? Andere sagten: Dieser ist Christus! Wieder andere aber sprachen: Soll Christus etwa aus Galiläa kommen?⁵⁷ Apostelgeschichte Apg 51 7 41 30 Nachahmung des ägyptischen Stieres Apis, der der Sonne (Osiris) geweiht war. Aaron gebraucht das den Israeliten bekannte Bild als Sinnbild Jahve's, diese aber beteten es als Götzenbild an. So dankbar waren sie nach ihrer Rettung, so gehorsam ihrem Retter, so willig gegen Gottes neue Anordnungen! Ein trauriges Vorbild der Juden zur Zeit des Herrn. -Johannes Joh 50 7 41 57 Sie wissen nichts von Christi Geburt in Bethlehem. Sie streiten unter sich und fragen nicht weiter bei dem Herrn selbst an. Jesus schweigt auch, weil sie nicht so empfängliche Herzen haben, wie einst, bei gleichem Bedenken, Nathanael zeigte (Chrys.). -Johannes Joh 50 7 42 Nonne Scriptura dicit: Quia ex semine David, et de Bethlehem castello, ubi erat David, venit Christus? Sagt nicht die Schrift: Aus der Nachkommenschaft Davids, und aus dem Flecken Bethlehem, wo David war, kommt Christus? [Mi 5,2] +Johannes Joh 51 7 41 57 Sie wissen nichts von Christi Geburt in Bethlehem. Sie streiten unter sich und fragen nicht weiter bei dem Herrn selbst an. Jesus schweigt auch, weil sie nicht so empfängliche Herzen haben, wie einst, bei gleichem Bedenken, Nathanael zeigte (Chrys.). +Johannes Joh 51 7 42 Nonne Scriptura dicit: Quia ex semine David, et de Bethlehem castello, ubi erat David, venit Christus? Sagt nicht die Schrift: Aus der Nachkommenschaft Davids, und aus dem Flecken Bethlehem, wo David war, kommt Christus? [Mi 5,2] Apostelgeschichte Apg 51 7 42 Convertit autem Deus, et tradidit eos servire militiæ cli, sicut scriptum est in libro prophetarum: Numquid victimas, et hostias obtulistis mihi annis quadraginta in deserto, domus Israel? Gott aber wandte sich,³¹ und gab sie preis,³² dem Heere des Himmels zu dienen,³³ wie geschrieben steht im Buche der Propheten:³⁴ Habt ihr mir etwa Schlachtopfer und Gaben dargebracht die vierzig Jahre hindurch in der Wüste, Haus Israel?³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 7 42 31 Gott wandte sich ab, änderte sein Verhalten gegen sie, hörte auf, ihnen gnädig zu sein. Apostelgeschichte Apg 51 7 42 32 Dieses Wort wird hier in derselben Bedeutung gebraucht wie [Röm 1,24]. Gott entzog ihnen zur Strafe für ihren Götzendienst reichere Gnaden. So fielen sie, ihrem verderbten Willen überlassen, zur Strafe für die ersten ungebüßten Sünden anderen Sünden anheim. @@ -59660,46 +59709,46 @@ Apostelgeschichte Apg 51 7 42 33 Das Himmelsheer sind die Sterne. Vergl. [Jer 8 Apostelgeschichte Apg 51 7 42 34 Gemeint ist [Am 5,25.27] nach der Septuag. Apostelgeschichte Apg 51 7 42 35 Die Frage setzt eine verneinende Antwort voraus und enthält einen bitteren Vorwurf. Apostelgeschichte Apg 51 7 43 Et suscepistis tabernaculum Moloch, et sidus Dei vestri Rempham, figuras, quas fecistis, adorare eas. Et transferam vos trans Babylonem. Ihr habt ja das Zelt des Moloch aufgenommen,³⁶ und das Gestirn eures Gottes Rempham,³⁷ die Bilder, welche ihr gemacht, sie anzubeten. Und ich werde euch wegführen bis über Babylon hinaus.³⁸ [Am 5,25] -Johannes Joh 50 7 43 Dissensio itaque facta est in turba propter eum. Es entstand also unter dem Volke eine Spaltung um seinetwillen. +Johannes Joh 51 7 43 Dissensio itaque facta est in turba propter eum. Es entstand also unter dem Volke eine Spaltung um seinetwillen. Apostelgeschichte Apg 51 7 43 36 Wie man die Bundeslade trug, führten die Israeliten auf ihrer Wanderung einen Schrein mit dem Götzenbilde des Moloch mit sich, des damals in Chanaan verehrten Himmels- und Sonnengottes. Apostelgeschichte Apg 51 7 43 37 Remphan (Septuag), richtiger wohl Rijun, ist wahrscheinlich der koptische Name des Planeten Saturn. Vergl. [Am 5,26] nach der Peschitto. Apostelgeschichte Apg 51 7 43 38 Der heil. Stephanus ändert das Zitat aus Amos, indem er statt: über Damaskus hinaus sagt: über Babylon hinaus, um durch den in der Geschichte längst näher bestimmten Sinn der Weissagung die so demütigende Erinnerung an Babylon den ahnenstolzen Juden nahezulegen. Welch Gegensatz zu diesen heidnischen Greueln bildet nicht Gottes barmherzige Führung mit den Vätern (V. 44), durch alle Wanderungen und Wandlungen ihrer Geschichte hindurch (V. 45, V. 46), bis zum Baue des Tempels! Und dennoch änderten Gottes stete Erbarmungen das Volk nicht. (V. 51 53) Apostelgeschichte Apg 51 7 44 Tabernaculum testimonii fuit cum patribus nostris in deserto, sicut disposuit illis Deus; loquens ad Moysen, ut faceret illud secundum formam, quam viderat. Das Zelt des Zeugnisses³⁹ war mit unsern Vätern in der Wüste, wie Gott es ihnen verordnet hatte, da er zu Moses sprach, er solle es nach dem Vorbilde machen, welches er gesehen hatte. -Johannes Joh 50 7 44 Quidam autem ex ipsis volebant apprehendere eum: sed nemo misit super eum manus. Einige aber von ihnen wollten ihn ergreifen; allein niemand legte Hand an ihn. +Johannes Joh 51 7 44 Quidam autem ex ipsis volebant apprehendere eum: sed nemo misit super eum manus. Einige aber von ihnen wollten ihn ergreifen; allein niemand legte Hand an ihn. Apostelgeschichte Apg 51 7 44 39 Das Zelt des Zeugnisses [Ex 25,8-40], so übersetzt die Septuag. Man erklärte infolge dessen, im Zelte habe Gott von sich Zeugnis gegeben, d. h. sich offenbart, z. B. in den dort aufbewahrten Gesetzestafeln. Hebr. hieß es Zelt der Zusammenkunft, nämlich Gottes mit seinem Volke. Eine solche Zusammenkunft geschah aber auch durch die Offenbarung, und so ist der Sinn des Hebr. von dem der Septuag nicht verschieden. -Johannes Joh 50 7 45 Venerunt ergo ministri ad pontifices et Pharisæos. Et dixerunt eis illi: Quare non adduxistis illum? Es kamen also die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? +Johannes Joh 51 7 45 Venerunt ergo ministri ad pontifices et Pharisæos. Et dixerunt eis illi: Quare non adduxistis illum? Es kamen also die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Apostelgeschichte Apg 51 7 45 Quod et induxerunt, suscipientes patres nostri cum Jesu in possessionem gentium, quas expulit Deus a facie patrum nostrorum, usque in diebus David, Dieses brachten auch unsere Väter, die es überkommen hatten, mit Jesus⁴⁰ in das Besitztum der Heiden, die Gott austrieb vor dem Angesichte unserer Väter, bis zu den Tagen Davids. Apostelgeschichte Apg 51 7 45 40 Jesus: Josua, vergl. [Sir 46,1] zog in Chanaan ein, das Land zu erobern [Jos 3, Jos 4]. Bis zur Regierung Davids wechselte das Heiligtum mehrfach seinen Standort, es gab also in Israel keine bleibende heil. Stätte. [Jos 6,13] Der Entschluss eine solche zu schaffen, reiste in dem frommen David (V. 46), ward aber erst durch Salomon verwirklicht. (V. 47). -Johannes Joh 50 7 46 Responderunt ministri: Numquam sic locutus est homo, sicut hic homo. Die Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet, wie dieser Mensch!⁵⁸ +Johannes Joh 51 7 46 Responderunt ministri: Numquam sic locutus est homo, sicut hic homo. Die Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet, wie dieser Mensch!⁵⁸ Apostelgeschichte Apg 51 7 46 Qui invenit gratiam ante Deum, et petiit ut inveniret tabernaculum Deo Jacob. Dieser fand Gnade vor Gott, und bat, dass er eine Wohnung finden möchte für den Gott Jakobs.⁴¹ Apostelgeschichte Apg 51 7 46 41 [2Sam 7,2, 1Chr 17,1, Ps 13,1.2ff] -Johannes Joh 50 7 46 58 Dieses Zeugnis, abgelegt von Männern die abgesendet waren, um den Herrn gefangen zu nehmen, und zwar vor den Vorgesetzten, deren tödlicher Hass gegen Christus offenkundig war, ist ein sprechender Beweis für die Macht, welche die Worte des Heilandes auf jedes Herz ausübten, das nicht für alles Höhere gänzlich unempfänglich war. Anstatt einen anderen Grund für das Misslingen ihres Auftrages vorzuschützen, geben die Gerichtsdiener gerade jenen an, der zugleich eine Verherrlichung Jesu war. Sie waren gekommen, um gefangen zu nehmen, und gingen fort, selbst gefangen von Bewunderung (Chrys.). +Johannes Joh 51 7 46 58 Dieses Zeugnis, abgelegt von Männern die abgesendet waren, um den Herrn gefangen zu nehmen, und zwar vor den Vorgesetzten, deren tödlicher Hass gegen Christus offenkundig war, ist ein sprechender Beweis für die Macht, welche die Worte des Heilandes auf jedes Herz ausübten, das nicht für alles Höhere gänzlich unempfänglich war. Anstatt einen anderen Grund für das Misslingen ihres Auftrages vorzuschützen, geben die Gerichtsdiener gerade jenen an, der zugleich eine Verherrlichung Jesu war. Sie waren gekommen, um gefangen zu nehmen, und gingen fort, selbst gefangen von Bewunderung (Chrys.). Apostelgeschichte Apg 51 7 47 Salomon autem ædificavit illi domum. Salomon aber baute ihm ein Haus.⁴² -Johannes Joh 50 7 47 Responderunt ergo eis Pharisæi: Numquid et vos seducti estis? Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid etwa auch ihr verführt? +Johannes Joh 51 7 47 Responderunt ergo eis Pharisæi: Numquid et vos seducti estis? Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid etwa auch ihr verführt? Apostelgeschichte Apg 51 7 47 42 Nicht weil Gott es David oder ihm befohlen, oder als ob der Tempel notwendig gewesen, sondern um den Wunsch Davids zu erfüllen (Vergl. Anm. 41) und in Kraft der David für Salomon gegebenen Erlaubnis. [2Sam 7,13, 1Chr 28,2.6] Der Tempel ist also menschlichem Willen entsprungen, wenn auch mit Genehmigung Gottes. Wie mithin die Verehrung Gottes vom Tempel nicht abhing, so sollte sie auch nach Vollendung desselben nicht auf ihn beschränkt bleiben. Apostelgeschichte Apg 51 7 48 Sed non Excelsus in manufactis habitat, sicut Propheta dicit: Allein der Höchste⁴³ wohnt nicht in Gebäuden, von Menschen Händen gemacht, wie der Prophet sagt: [Jes 66,1] -Johannes Joh 50 7 48 Numquid ex principibus aliquis credidit in eum, aut ex Pharisæis? Ist etwa jemand von den Vorstehern oder Pharisäern gläubig geworden?⁵⁹ +Johannes Joh 51 7 48 Numquid ex principibus aliquis credidit in eum, aut ex Pharisæis? Ist etwa jemand von den Vorstehern oder Pharisäern gläubig geworden?⁵⁹ Apostelgeschichte Apg 51 7 48 43 Der Höchste: den Gegensatz bildet die Niedrigkeit eines Gebäudes durch Menschenhand. -Johannes Joh 50 7 48 59 Die Schriftgelehrten und Pharisäer sind es, nach denen sich das Volk zu richten hat. Wenn er Christus wäre, müssten dies die Vorsteher und Pharisäer am besten wissen, von diesen aber glaubt keiner daran. Übrigens ist es falsch, dass keiner glaubte, man denke an Nikodemus und vergl. [Joh 12,42, Apg 15,5]. -Johannes Joh 50 7 49 Sed turba hæc, quæ non novit legem, maledicti sunt. Doch dieses Volk, welches das Gesetz nicht kennt, verflucht sind sie!⁶⁰ +Johannes Joh 51 7 48 59 Die Schriftgelehrten und Pharisäer sind es, nach denen sich das Volk zu richten hat. Wenn er Christus wäre, müssten dies die Vorsteher und Pharisäer am besten wissen, von diesen aber glaubt keiner daran. Übrigens ist es falsch, dass keiner glaubte, man denke an Nikodemus und vergl. [Joh 12,42, Apg 15,5]. +Johannes Joh 51 7 49 Sed turba hæc, quæ non novit legem, maledicti sunt. Doch dieses Volk, welches das Gesetz nicht kennt, verflucht sind sie!⁶⁰ Apostelgeschichte Apg 51 7 49 Clum mihi sedes est: terra autem scabellum pedum meorum. Quam domum ædificabitis mihi, dicit Dominus? aut quis locus requietionis meæ est? Der Himmel ist mein Thron, die Erde aber der Schemel meiner Füße. Welches Haus werdet ihr mir bauen? spricht der Herr; oder welches ist die Stätte meiner Ruhe? -Johannes Joh 50 7 49 60 Sie beschuldigen das Volk der Unwissenheit im Gesetze, weil es an Christus glaubt, und überließen es dem Fluche, weil es einem falschen Propheten folge. Da sie aber trotz [Dtn 18,15.19] an den wahren Propheten nicht glauben, also das Gesetz verletzen, kehrt sich der Fluch gegen sie selbst (Cyr.). +Johannes Joh 51 7 49 60 Sie beschuldigen das Volk der Unwissenheit im Gesetze, weil es an Christus glaubt, und überließen es dem Fluche, weil es einem falschen Propheten folge. Da sie aber trotz [Dtn 18,15.19] an den wahren Propheten nicht glauben, also das Gesetz verletzen, kehrt sich der Fluch gegen sie selbst (Cyr.). Apostelgeschichte Apg 51 7 50 Nonne manus mea fecit hæc omnia? Hat nicht meine Hand dieses alles gemacht?⁴⁴ -Johannes Joh 50 7 50 Dixit Nicodemus ad eos, ille, qui venit ad eum nocte, qui unus erat ex ipsis: Da sprach⁶¹ Nikodemus zu ihnen, derselbe, welcher des Nachts zu ihm gekommen, und einer von ihnen war: [Joh 3,2] +Johannes Joh 51 7 50 Dixit Nicodemus ad eos, ille, qui venit ad eum nocte, qui unus erat ex ipsis: Da sprach⁶¹ Nikodemus zu ihnen, derselbe, welcher des Nachts zu ihm gekommen, und einer von ihnen war: [Joh 3,2] Apostelgeschichte Apg 51 7 50 44 Der wahre Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, ist unendlich groß. Was ist gegen und für ihn auch ein großer prachtvoller Tempel? Überdies bauen die Menschen nichts aus ihrem Eigenen, alles zum Bau verwendete ist sein Werk. Vergl. [Jes 66,1.2] -Johannes Joh 50 7 50 61 Ruhig und bescheiden, aber voller Mut hält Nikodemus den Pharisäern ihr Unrecht vor. Er widerlegt zwei Punkte, den einen durch die Tat, den anderen durch das Wort (Chrys., Cyr.). -Johannes Joh 50 7 51 Numquid lex nostra judicat hominem, nisi prius audierit ab ipso, et cognoverit quid faciat? Richtet etwa unser Gesetz einen Menschen, wenn es ihn nicht zuvor verhört, und erkannt hat,⁶² was er tut? [Dtn 17,8, Dtn 19,15] +Johannes Joh 51 7 50 61 Ruhig und bescheiden, aber voller Mut hält Nikodemus den Pharisäern ihr Unrecht vor. Er widerlegt zwei Punkte, den einen durch die Tat, den anderen durch das Wort (Chrys., Cyr.). +Johannes Joh 51 7 51 Numquid lex nostra judicat hominem, nisi prius audierit ab ipso, et cognoverit quid faciat? Richtet etwa unser Gesetz einen Menschen, wenn es ihn nicht zuvor verhört, und erkannt hat,⁶² was er tut? [Dtn 17,8, Dtn 19,15] Apostelgeschichte Apg 51 7 51 Dura cervice, et incircumcisis cordibus, et auribus, vos semper Spiritui sancto resistitis, sicut patres vestri, ita et vos. Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren, ihr widerstehet allezeit dem Heiligen Geiste; wie eure Väter, so auch ihr!⁴⁵ Apostelgeschichte Apg 51 7 51 45 Entweder fühlte der heil. Stephanus, dass seine Worte den Juden anstößig waren, oder diese gaben Zeichen ihres Unwillens. Daher diese plötzliche vorwurfsvolle Anrede. Andere nehmen an, der Gegenstand sei erschöpft: Die Gnadenerweise Gottes waren nicht an den Tempel gebunden bis Salomon, also könne es kommen, dass Gott sich den Menschen überall offenbare und gnädig zeige. Nun folge die Anwendung: Indem ihr jetzt noch alles vom Tempel abhängig machet, widersteht ihr dem heil. Geiste. Vergl. [Apg 3,8]. Als der Tempel stand, verehrtet ihr Götzen, wenn Gott ohne Tempel verehrt werden will, tut ihr das Gegenteil (Chrys.). Die aus dem Gesetze und die Propheten entnommenen Worte mussten seine Hörer hart treffen: der Vorwurf der Widerspenstigkeit [Ex 32,9, Dtn 9,6], der Geistesrohheit [Lev 26,41], fast heidnischer Stumpfheit und Gleichgültigkeit. Vergl. [Jer 6,10] -Johannes Joh 50 7 51 62 Nach gründlicher Untersuchung. Ihr verurteilt Jesus und seine Anhänger ohne weiteres. -Johannes Joh 50 7 52 Responderunt, et dixerunt ei: Numquid et tu Galilæus es? Scrutare Scripturas, et vide quia a Galilæa propheta non surgit. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Bist etwa auch du ein Galiläer? Durchforsche die Schrift, und siehe, dass aus Galiläa kein Prophet ersteht!⁶³ +Johannes Joh 51 7 51 62 Nach gründlicher Untersuchung. Ihr verurteilt Jesus und seine Anhänger ohne weiteres. +Johannes Joh 51 7 52 Responderunt, et dixerunt ei: Numquid et tu Galilæus es? Scrutare Scripturas, et vide quia a Galilæa propheta non surgit. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Bist etwa auch du ein Galiläer? Durchforsche die Schrift, und siehe, dass aus Galiläa kein Prophet ersteht!⁶³ Apostelgeschichte Apg 51 7 52 Quem prophetarum non sunt persecuti patres vestri? Et occiderunt eos, qui prænuntiabant de adventu Justi, cujus vos nunc proditores, et homicidæ fuistis: Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die da weissagten von der Ankunft des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid,⁴⁶ Apostelgeschichte Apg 51 7 52 46 Der Gerechte ist Christus. Die Juden sind seine Verräter geworden, insofern sie ihn den Römern durch falsche Anklagen überlieferten, und seine Mörder, weil sie Pilatus zur Kreuzigung zwangen. -Johannes Joh 50 7 52 63 Die Pharisäer fragen höhnisch, ob er ein einfältiger Galiläer sei, als ob sie sagen wollen: Nur ein Galiläer kann für einen galiläischen falschen Propheten Partei ergreifen (Euth.). Aber wenn der Prophet wirklich aus Galiläa, so wäre auch dann seine Sendung zu prüfen. Debora und Jonas waren aus Galiläa, vielleicht auch Nahum. +Johannes Joh 51 7 52 63 Die Pharisäer fragen höhnisch, ob er ein einfältiger Galiläer sei, als ob sie sagen wollen: Nur ein Galiläer kann für einen galiläischen falschen Propheten Partei ergreifen (Euth.). Aber wenn der Prophet wirklich aus Galiläa, so wäre auch dann seine Sendung zu prüfen. Debora und Jonas waren aus Galiläa, vielleicht auch Nahum. Apostelgeschichte Apg 51 7 53 Qui accepistis legem in dispositione Angelorum, et non custodistis. die ihr das Gesetz durch die Dienstleistung der Engel⁴⁷ empfangen, aber nicht bewahrt habt. -Johannes Joh 50 7 53 Et reversi sunt unusquisque in domum suam. Und sie kehrten zurück, ein jeder in sein Haus.⁶⁴ +Johannes Joh 51 7 53 Et reversi sunt unusquisque in domum suam. Und sie kehrten zurück, ein jeder in sein Haus.⁶⁴ Apostelgeschichte Apg 51 7 53 47 Vergl. [Gal 3,19, Hebr 2,2]. Die Überlieferung, dass Engel das Gesetz dem Volke mitteilten, beruht auf [Dtn 33,2], wo es im Hebräischen heißt, dass Gott mit Tausenden der Heiligkeit d. h. in Begleitung zahlloser himmlischer Heerscharen erschien. Die Gesetzesübertretung ist umso strafbarer, weil das Gesetz durch Engel übermittelt ward. -Johannes Joh 50 7 53 64 Die im nächsten Kapitel folgende Erzählung ist vielfach als eingeschoben und unecht bezeichnet worden. Indes sprechen erstlich keineswegs alle Handschriften noch weniger die ältesten Übersetzungen und die Väter für die Wahrheit einer solchen Vermutung, sodann dürfte eine derartige Behauptung gegen das Tridentiner Konzil Sitz 4 und Vatik. Konz. Sitz 3 Kap. 2 sein, denn diese Erzählung ist ein Teil der Vulgata, welche nach den genannten Konzilien in allen Teilen für echt zu halten ist. Dass diese Erzählung in vielen Handschriften fehlt, ist leicht erklärlich. Manche Bischöfe und Priester wollten sie in der Kirche nicht vorlesen lassen, damit nicht leichtsinnige Christen aus der Milde des Heilandes Gelegenheit nahmen zu meinen, der Ehebruch sei nicht überaus verwerflich. Infolge dessen wurde dieser Abschnitt in vielen Lektionarien (Vorlesebücher) nicht mehr aufgenommen, was aber keineswegs bedeutet, dass sie ursprünglich nicht im Texte stand. +Johannes Joh 51 7 53 64 Die im nächsten Kapitel folgende Erzählung ist vielfach als eingeschoben und unecht bezeichnet worden. Indes sprechen erstlich keineswegs alle Handschriften noch weniger die ältesten Übersetzungen und die Väter für die Wahrheit einer solchen Vermutung, sodann dürfte eine derartige Behauptung gegen das Tridentiner Konzil Sitz 4 und Vatik. Konz. Sitz 3 Kap. 2 sein, denn diese Erzählung ist ein Teil der Vulgata, welche nach den genannten Konzilien in allen Teilen für echt zu halten ist. Dass diese Erzählung in vielen Handschriften fehlt, ist leicht erklärlich. Manche Bischöfe und Priester wollten sie in der Kirche nicht vorlesen lassen, damit nicht leichtsinnige Christen aus der Milde des Heilandes Gelegenheit nahmen zu meinen, der Ehebruch sei nicht überaus verwerflich. Infolge dessen wurde dieser Abschnitt in vielen Lektionarien (Vorlesebücher) nicht mehr aufgenommen, was aber keineswegs bedeutet, dass sie ursprünglich nicht im Texte stand. Apostelgeschichte Apg 51 7 54 Audientes autem hæc dissecabantur cordibus suis, et stridebant dentibus in eum. Als sie dieses hörten, ergrimmten sie in ihren Herzen, und knirschten mit den Zähnen wider ihn. Apostelgeschichte Apg 51 7 55 Cum autem esset plenus Spiritu sancto, intendens in clum, vidit gloriam Dei, et Jesum stantem a dextris Dei. Er aber voll des Heiligen Geistes, blickte gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes,⁴⁸ und Jesus zur Rechten Gottes stehen,⁴⁹ Apostelgeschichte Apg 51 7 55 48 Den Lichtglanz, in welchem Gott zu erscheinen pflegt, in einer Weise, die dem noch mit dem Leibe verbundenen Geiste angemessen war. Vergl. [Ex 16,10] @@ -59716,591 +59765,591 @@ Apostelgeschichte Apg 51 7 59 Et lapidabant Stephanum invocantem, et dicentem: D Apostelgeschichte Apg 51 7 59 55 Jesu Worte [Lk 23,46] standen dem heil. Märtyrer wohl vor Augen. Der heil. Stephanus ist als erster Märtyrer einer der vorzüglichsten lebendigen Steine, aus denen Christus seine Kirche zu bauen beginnt. Apostelgeschichte Apg 51 7 60 Positis autem genibus, clamavit voce magna, dicens: Domine ne statuas illis hoc peccatum. Et cum hoc dixisset, obdormivit in Domino. Saulus autem erat consentiens neci ejus. Und auf die Kniee fallend, rief er mit lauter Stimme, und sprach: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! und als er dies gesagt hatte, entschlief er im Herrn.⁵⁶ Saulus aber willigte mit ein in seinen Tod. Apostelgeschichte Apg 51 7 60 56 Dies Wort gebraucht das N. T. gern vom Tode der Gerechten. Vergl. [Apg 13,36, 1Kor 7,39, 1Kor 15,18] u. a. -Apostelgeschichte Apg 51 8 0 II. Die Verbreitung der Kirche in Syrien und Palästina. Die Bekehrung des heil. Paulus. (8,4 9,43) Verbreitung der Kirche in Judäa und Samaria. (V. 25) Die Bekehrung des äthiopischen Kämmerers. (V. 39) Verbreitung des Christentumes in den westlichen Küstenstädten von Azotus bis Cäsarea. -Johannes Joh 50 8 0 Die Ehebrecherin. (V. 11) Der Heiland zeigt, dass sein Zeugnis wahrhaft ist. (V. 20) Jesus sagt seinen Tod und das unbußfertige Ende seiner Gegner voraus, deren Vater der Teufel ist. (V. 47) Sie werfen dem Heilande Besessenheit vor, Jesus spricht von seiner Erhabenheit über Abraham, die Pharisäer wollen ihn steinigen. -Johannes Joh 50 8 1 Jesus autem perrexit in montem Oliveti: Jesus aber¹ ging fort auf den Ölberg; +Apostelgeschichte Apg 51 8 0 II. Die Verbreitung der Kirche in Syrien und Palästina. Die Bekehrung des heil. Paulus. (8,4 9,43) Verbreitung der Kirche in Judäa und Samaria. (V. 25) Die Bekehrung des äthiopischen Kämmerers. (V. 39) Verbreitung des Christentumes in den westlichen Küstenstädten von Azotus bis Cäsarea. +Johannes Joh 51 8 0 Die Ehebrecherin. (V. 11) Der Heiland zeigt, dass sein Zeugnis wahrhaft ist. (V. 20) Jesus sagt seinen Tod und das unbußfertige Ende seiner Gegner voraus, deren Vater der Teufel ist. (V. 47) Sie werfen dem Heilande Besessenheit vor, Jesus spricht von seiner Erhabenheit über Abraham, die Pharisäer wollen ihn steinigen. +Johannes Joh 51 8 1 Jesus autem perrexit in montem Oliveti: Jesus aber¹ ging fort auf den Ölberg; Apostelgeschichte Apg 51 8 1 Facta est autem in illa die persecutio magna in Ecclesia, quæ erat Jerosolymis, et omnes dispersi sunt per regiones Judææ, et Samariæ præter Apostolos. Es erhob sich aber an jenem Tage¹ eine große Verfolgung gegen die Kirche zu Jerusalem, und alle zerstreuten² sich in die Gegenden von Judäa und Samaria, die Apostel ausgenommen. Apostelgeschichte Apg 51 8 1 1 Es ist dies wohl der Tag, an welchem Stephanus gesteinigt ward. -Johannes Joh 50 8 1 1 Gegensatz zu [Joh 7,53]. +Johannes Joh 51 8 1 1 Gegensatz zu [Joh 7,53]. Apostelgeschichte Apg 51 8 1 2 Nach Judäa und Samaria zu gehen lag den Christen zunächst. Dort wurden die Vertriebenen selbst Glaubensboten (V. 4). Die Apostel blieben in Jerusalem, weil sie keine Mietlinge waren. [Joh 10,13] Nach einer Überlieferung (Clem. Alex., Euseb.) sollen sie von dem Heilande den Auftrag gehabt haben, zwölf Jahre in Jerusalem zu bleiben. -Johannes Joh 50 8 2 Et diluculo iterum venit in templum. Et omnis populus venit ad eum, et sedens docebat eos. und früh Morgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm,² und er setzte sich, und lehrte sie. +Johannes Joh 51 8 2 Et diluculo iterum venit in templum. Et omnis populus venit ad eum, et sedens docebat eos. und früh Morgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm,² und er setzte sich, und lehrte sie. Apostelgeschichte Apg 51 8 2 Curaverunt autem Stephanum viri timorati, et fecerunt planctum magnum super eum. Den Stephanus aber bestatteten gottesfürchtige Männer,³ und hielten eine große Klage über ihn. -Johannes Joh 50 8 2 2 Das Volk, welches nach dem Feste gegenwärtig und zum Morgenopfer in den Tempel gekommen war. +Johannes Joh 51 8 2 2 Das Volk, welches nach dem Feste gegenwärtig und zum Morgenopfer in den Tempel gekommen war. Apostelgeschichte Apg 51 8 2 3 Damit können Christen oder auch fromme Juden, vergl. [Lk 2,25, Apg 2,5], gemeint sein. Apostelgeschichte Apg 51 8 3 Saulus autem devastabat Ecclesiam per domos intrans, et trahens viros, ac mulieres, tradebat in custodiam. Saulus aber verwüstete die Kirche, indem er in die Häuser eindrang, und Männer und Weiber fortschleppte, und sie ins Gefängnis lieferte. -Johannes Joh 50 8 3 Adducunt autem Scribæ, et Pharisæi mulierem in adulterio deprehensam: et statuerunt eam in medio, Die Schriftgelehrten und Pharisäer aber führten ein Weib hinzu, welches im Ehebruch ertappt worden war, stellten es in die Mitte, +Johannes Joh 51 8 3 Adducunt autem Scribæ, et Pharisæi mulierem in adulterio deprehensam: et statuerunt eam in medio, Die Schriftgelehrten und Pharisäer aber führten ein Weib hinzu, welches im Ehebruch ertappt worden war, stellten es in die Mitte, Apostelgeschichte Apg 51 8 4 Igitur qui dispersi erant pertransibant, evangelizantes verbum Dei. Diejenigen nun, welche sich zerstreut hatten, zogen umher, und verkündigten die frohe Botschaft des Wortes Gottes. -Johannes Joh 50 8 4 Et dixerunt ei: Magister, hæc mulier modo deprehensa est in adulterio. und sprachen zu ihm:³ Meister! dieses Weib ist auf frischer Tat im Ehebruch ergriffen worden. -Johannes Joh 50 8 4 3 Die Entscheidung gehörte vor den hohen Rat, sie benutzen indes die Gelegenheit, den Heiland zu versuchen. [Lev 20,10] ist auf den Ehebruch für beide Teile der Tod gesetzt. Vergl. auch [Dtn 22,20]. +Johannes Joh 51 8 4 Et dixerunt ei: Magister, hæc mulier modo deprehensa est in adulterio. und sprachen zu ihm:³ Meister! dieses Weib ist auf frischer Tat im Ehebruch ergriffen worden. +Johannes Joh 51 8 4 3 Die Entscheidung gehörte vor den hohen Rat, sie benutzen indes die Gelegenheit, den Heiland zu versuchen. [Lev 20,10] ist auf den Ehebruch für beide Teile der Tod gesetzt. Vergl. auch [Dtn 22,20]. Apostelgeschichte Apg 51 8 5 Philippus autem descendens in civitatem Samariæ, prædicabat illis Christum. Philippus aber⁴ zog hinab in die Hauptstadt Samaria's, und predigte ihnen Christus. -Johannes Joh 50 8 5 In lege autem Moyses mandavit nobis hujusmodi lapidare. Tu ergo quid dicis? Nun hat uns Moses im Gesetze befohlen, solche zu steinigen; was sagst du also? [Lev 20,10] +Johannes Joh 51 8 5 In lege autem Moyses mandavit nobis hujusmodi lapidare. Tu ergo quid dicis? Nun hat uns Moses im Gesetze befohlen, solche zu steinigen; was sagst du also? [Lev 20,10] Apostelgeschichte Apg 51 8 5 4 Ausführlich wird die Wirksamkeit eines Glaubensboten geschildert, des Diakonen Philippus, vergl. [Apg 6,5], der wegen seiner Tätigkeit [Apg 21,8] Evangelist genannt wird. Die damalige Hauptstadt von Samaria war Sebaste, das frühere Samaria. Apostelgeschichte Apg 51 8 6 Intendebant autem turbæ his, quæ a Philippo dicebantur unanimiter audientes, et videntes signa quæ faciebat. Und das Volk achtete einmütig auf das, was Philippus sagte, da es die Zeichen hörte und sah, die er tat. -Johannes Joh 50 8 6 Hoc autem dicebant tentantes eum, ut possent accusare eum. Jesus autem inclinans se deorsum, digito scribebat in terra. Dies sprachen sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten.⁴ Jesus aber bückte sich nieder,⁵ und schrieb mit dem Finger auf die Erde. -Johannes Joh 50 8 6 4 Für was wird Jesus sich entscheiden? Für die Gerechtigkeit oder für die Milde? Entschied er sich für die Anwendung des Gesetzes, so nahm er die Gehässigkeit eines Todesurteils aus privater Autorität auf sich, übte er Milde, so konnte man ihn vor dem hohen Rate als Gesetzesverächter anklagen (Ambr., Aug., Greg. Nyss.) -Johannes Joh 50 8 6 5 Jesus deutet an, dass er mit diesem Falle nichts zu tun haben will und die Sache der Obrigkeit überlässt. Vielleicht schrieb er das, was er V. 7 sagt (Thom.). +Johannes Joh 51 8 6 Hoc autem dicebant tentantes eum, ut possent accusare eum. Jesus autem inclinans se deorsum, digito scribebat in terra. Dies sprachen sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten.⁴ Jesus aber bückte sich nieder,⁵ und schrieb mit dem Finger auf die Erde. +Johannes Joh 51 8 6 4 Für was wird Jesus sich entscheiden? Für die Gerechtigkeit oder für die Milde? Entschied er sich für die Anwendung des Gesetzes, so nahm er die Gehässigkeit eines Todesurteils aus privater Autorität auf sich, übte er Milde, so konnte man ihn vor dem hohen Rate als Gesetzesverächter anklagen (Ambr., Aug., Greg. Nyss.) +Johannes Joh 51 8 6 5 Jesus deutet an, dass er mit diesem Falle nichts zu tun haben will und die Sache der Obrigkeit überlässt. Vielleicht schrieb er das, was er V. 7 sagt (Thom.). Apostelgeschichte Apg 51 8 7 Multi enim eorum, qui habebant spiritus immundos, clamantes voce magna exibant. Multi autem paralytici, et claudi curati sunt. Denn von vielen, welche unreine Geister hatten, fuhren dieselben unter lautem Geschrei aus. Und viele Gichtbrüchige und Lahme wurden geheilt. -Johannes Joh 50 8 7 Cum ergo perseverarent interrogantes eum, erexit se, et dixit eis: Qui sine peccato est vestrum, primus in illam lapidem mittat. Als sie nun auf ihre Frage an ihn bestanden, richtete er sich auf, und sprach zu ihnen:⁶ Wer ohne Sünde ist unter euch, werfe zuerst den Stein auf sie!⁷ [Dtn 17,7] -Johannes Joh 50 8 7 6 Der Herr gibt zu, dass das Gesetz besteht, deutet aber zugleich an, dass, wer die Strafe vollziehen will, geziemender Weise selbst von (größeren) Vergehen frei sein muss, was bei den Pharisäern nicht zutrifft (Aug.). -Johannes Joh 50 8 7 7 Nach dem Gesetze [Dtn 17,7]. Vergl. [Apg 7,58] hatten die Zeugen des ersten Stein zu werfen. +Johannes Joh 51 8 7 Cum ergo perseverarent interrogantes eum, erexit se, et dixit eis: Qui sine peccato est vestrum, primus in illam lapidem mittat. Als sie nun auf ihre Frage an ihn bestanden, richtete er sich auf, und sprach zu ihnen:⁶ Wer ohne Sünde ist unter euch, werfe zuerst den Stein auf sie!⁷ [Dtn 17,7] +Johannes Joh 51 8 7 6 Der Herr gibt zu, dass das Gesetz besteht, deutet aber zugleich an, dass, wer die Strafe vollziehen will, geziemender Weise selbst von (größeren) Vergehen frei sein muss, was bei den Pharisäern nicht zutrifft (Aug.). +Johannes Joh 51 8 7 7 Nach dem Gesetze [Dtn 17,7]. Vergl. [Apg 7,58] hatten die Zeugen des ersten Stein zu werfen. Apostelgeschichte Apg 51 8 8 Factum est ergo gaudium magnum in illa civitate. Es entstand also eine große Freude in jener Stadt. -Johannes Joh 50 8 8 Et iterum se inclinans, scribebat in terra. Und er bückte sich abermals, und schrieb auf die Erde.⁸ -Johannes Joh 50 8 8 8 Der Grund ist derselbe wie V. 6. +Johannes Joh 51 8 8 Et iterum se inclinans, scribebat in terra. Und er bückte sich abermals, und schrieb auf die Erde.⁸ +Johannes Joh 51 8 8 8 Der Grund ist derselbe wie V. 6. Apostelgeschichte Apg 51 8 9 Vir autem quidam nomine Simon, qui ante fuerat in civitate magnus, seducens gentem Samariæ, dicens se esse aliquem magnum: Es war aber ein Mann da mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei getrieben und das Volk von Samaria irre geführt hatte, indem er vorgab, er sei etwas Großes.⁵ -Johannes Joh 50 8 9 Audientes autem unus post unum exibant, incipientes a senioribus: et remansit solus Jesus, et mulier in medio stans. Da sie es aber hörten, gingen sie einer nach dem andern hinaus, von den Ältesten angefangen;⁹ und Jesus blieb allein zurück, und das Weib, das in der Mitte stand.¹⁰ +Johannes Joh 51 8 9 Audientes autem unus post unum exibant, incipientes a senioribus: et remansit solus Jesus, et mulier in medio stans. Da sie es aber hörten, gingen sie einer nach dem andern hinaus, von den Ältesten angefangen;⁹ und Jesus blieb allein zurück, und das Weib, das in der Mitte stand.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 8 9 5 Simon stammte aus Samaria (Justin). Wie Elymas aus Cypern [Apg 13,6] und die umherziehenden Teufelsbeschwörer zu Ephesus [Apg 19,13], gehört er zu der in der Zeit nach Christus zahlreichen Klasse von Zauberschwindlern. Er trieb wohl Geisterbeschwörungen, Weissagekunst, Krankenheilung usw. -Johannes Joh 50 8 9 9 Die Ältesten gingen zuerst davon, entweder ob größeren Schuldbewusstseins (sie hatten ein langes Leben hinter sich) oder weil sie die Klügeren waren und daher zuerst einsahen: Sich entfernen ist das Beste (Ambr., Thom.). -Johannes Joh 50 8 9 10 Zwei blieben (außer dem nur zuschauenden Volke) zurück: Das Elend und die Barmherzigkeit. -Johannes Joh 50 8 10 Erigens autem se Jesus, dixit ei: Mulier, ubi sunt, qui te accusabant? nemo te condemnavit? Jesus aber richtete sich auf, und sprach zu ihr: Weib! wo sind die, welche dich anklagten? Hat niemand dich verdammet?¹¹ +Johannes Joh 51 8 9 9 Die Ältesten gingen zuerst davon, entweder ob größeren Schuldbewusstseins (sie hatten ein langes Leben hinter sich) oder weil sie die Klügeren waren und daher zuerst einsahen: Sich entfernen ist das Beste (Ambr., Thom.). +Johannes Joh 51 8 9 10 Zwei blieben (außer dem nur zuschauenden Volke) zurück: Das Elend und die Barmherzigkeit. +Johannes Joh 51 8 10 Erigens autem se Jesus, dixit ei: Mulier, ubi sunt, qui te accusabant? nemo te condemnavit? Jesus aber richtete sich auf, und sprach zu ihr: Weib! wo sind die, welche dich anklagten? Hat niemand dich verdammet?¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 8 10 Cui auscultabant omnes a minimo usque ad maximum, dicentes: Hic est virtus Dei, quæ vocatur magna. Alle hingen ihm an vom Kleinsten bis zum Größten, indem sie sagten: Dieser ist die Kraft Gottes, welche die große heißt.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 8 10 6 Simon der Magier galt demnach den Samaritern als offenbar gewordener Gott, oder, wie der heil. Justin sagt, als der erste Gott, über aller anderen Gewalt und Macht. Die große: das griechische Wort ist gleichklingend mit einem samaritischen, welches offenbarend bedeutet. Man hat deshalb auch vermutet, dass der Sinn ist: Die Kraft Gottes, welche die offenbarende genannt wird. -Johannes Joh 50 8 10 11 Hat niemand dich vor Gericht zu schleppen und deine Verurteilung erwirken zu wollen erklärt? -Johannes Joh 50 8 11 Quæ dixit: Nemo, Domine. Dixit autem Jesus: Nec ego te condemnabo: Vade, et jam amplius noli peccare. Das Weib sprach: Niemand, Herr! Da sagte Jesus: Auch ich werde dich nicht verdammen. Gehe hin, und sündige fortan nicht mehr!¹² +Johannes Joh 51 8 10 11 Hat niemand dich vor Gericht zu schleppen und deine Verurteilung erwirken zu wollen erklärt? +Johannes Joh 51 8 11 Quæ dixit: Nemo, Domine. Dixit autem Jesus: Nec ego te condemnabo: Vade, et jam amplius noli peccare. Das Weib sprach: Niemand, Herr! Da sagte Jesus: Auch ich werde dich nicht verdammen. Gehe hin, und sündige fortan nicht mehr!¹² Apostelgeschichte Apg 51 8 11 Attendebant autem eum: propter quod multo tempore magiis suis dementasset eos. Sie achteten aber auf ihn, weil er sie lange Zeit mit seinen Zauberkünsten betört hatte. -Johannes Joh 50 8 11 12 Jesus weist zwar jedes richterliche Amt zurück, zugleich aber deutet er an, dass er zwar den sündigen Menschen jetzt bei seiner ersten Ankunft nicht verurteile, wohl aber die Sünde verabscheue (Aug.). -Johannes Joh 50 8 12 Iterum ergo locutus est eis Jesus, dicens: Ego sum lux mundi: qui sequitur me, non ambulat in tenebris, sed habebit lumen vitæ. Wiederum nun redete Jesus zu ihnen, und sprach:¹³ Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wandelt nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.¹⁴ +Johannes Joh 51 8 11 12 Jesus weist zwar jedes richterliche Amt zurück, zugleich aber deutet er an, dass er zwar den sündigen Menschen jetzt bei seiner ersten Ankunft nicht verurteile, wohl aber die Sünde verabscheue (Aug.). +Johannes Joh 51 8 12 Iterum ergo locutus est eis Jesus, dicens: Ego sum lux mundi: qui sequitur me, non ambulat in tenebris, sed habebit lumen vitæ. Wiederum nun redete Jesus zu ihnen, und sprach:¹³ Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wandelt nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 8 12 Cum vero credidissent Philippo evangelizanti de regno Dei, in nomine Jesu Christi baptizabantur viri, ac mulieres. Als sie aber dem Philippus glaubten, der ihnen die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkündigte, ließen sich Männer und Frauen taufen im Namen Jesu Christi.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 8 12 7 Griech.: Nachdem sie aber dem Philippus geglaubt, welcher ihnen die frohe Botschaft von dem Reiche Gottes und dem Namen Jesu Christi brachte, wurden sie getauft. -Johannes Joh 50 8 12 13 Na demselben oder einen anderen Tage. Sachlich ist die Rede des Herrn mit [Joh 7,37-44] zu verbinden. -Johannes Joh 50 8 12 14 Der Weibervorhof war wenigstens in der Nacht vom ersten auf den zweiten Tag des Festes mit vier goldenen Leuchtern derart erhellt, dass das Licht in die Höfe der Häuser strahlte. Außerdem fand eine Prozession mit Fackeln statt, an welcher die angesehensten Männer mit den Priestern teilnahmen. Dies musste den Zuhörern vor Augen stehen. Andererseits ist das Bild Licht der Welt geläufig. Vergl. [Mt 4,15], nach [Jes 9,1] und [Lk 2,32]. Die Finsternis ist Unwissenheit und Sünde. Der Heiland ist der Quell des übernatürlichen Lichtes, des Lichtes des Lebens. +Johannes Joh 51 8 12 13 Na demselben oder einen anderen Tage. Sachlich ist die Rede des Herrn mit [Joh 7,37-44] zu verbinden. +Johannes Joh 51 8 12 14 Der Weibervorhof war wenigstens in der Nacht vom ersten auf den zweiten Tag des Festes mit vier goldenen Leuchtern derart erhellt, dass das Licht in die Höfe der Häuser strahlte. Außerdem fand eine Prozession mit Fackeln statt, an welcher die angesehensten Männer mit den Priestern teilnahmen. Dies musste den Zuhörern vor Augen stehen. Andererseits ist das Bild Licht der Welt geläufig. Vergl. [Mt 4,15], nach [Jes 9,1] und [Lk 2,32]. Die Finsternis ist Unwissenheit und Sünde. Der Heiland ist der Quell des übernatürlichen Lichtes, des Lichtes des Lebens. Apostelgeschichte Apg 51 8 13 Tunc Simon et ipse credidit: et cum baptizatus esset, adhærebat Philippo. Videns etiam signa, et virtutes maximas fieri, stupens admirabatur. Da glaubte⁸ auch Simon selbst, ließ sich taufen, und hielt sich zu Philippus; und da er Zeichen und sehr große Wunder geschehen sah, staunte er und verwunderte sich. -Johannes Joh 50 8 13 Dixerunt ergo ei Pharisæi: Tu de teipso testimonium perhibes: testimonium tuum non est verum. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.¹⁵ +Johannes Joh 51 8 13 Dixerunt ergo ei Pharisæi: Tu de teipso testimonium perhibes: testimonium tuum non est verum. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 8 13 8 Er gab vor zu glauben (Ambr., Cyr. v. Jerus., Chrys., Hier.) oder er glaubte zwar, aber nur äußerlich, ohne die rechtfertigende Gnade in sein Herz aufzunehmen. Da er nun vom Christentume nur die Wundermacht begehrte, nicht innere Rechtfertigung und Heilung (V. 22), so nützte ihm die Taufe nichts, weil die Erleuchtung und Heiligung des Herzens durch den Heil. Geist nicht stattfand. Der heil. Chrysostomos vergleicht ihn mehrfach mit Judas, dem Verräter. -Johannes Joh 50 8 13 15 Die Pharisäer bedienen sich eines Grundes, den der Heiland selbst, freilich in anderem Zusammenhange [Joh 5,31] angewendet. Dein Zeugnis ist juristisch nicht wahr, hat keine Geltung. -Johannes Joh 50 8 14 Respondit Jesus, et dixit eis: Et si ego testimonium perhibeo de meipso, verum est testimonium meum: quia scio unde veni, et quo vado: vos autem nescitis unde venio, aut quo vado. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis gebe,¹⁶ so ist mein Zeugnis wahr, denn ich weiß, woher ich gekommen bin, und wohin ich gehe;¹⁷ ihr aber wisset nicht, woher ich komme, oder wohin ich gehe.¹⁸ +Johannes Joh 51 8 13 15 Die Pharisäer bedienen sich eines Grundes, den der Heiland selbst, freilich in anderem Zusammenhange [Joh 5,31] angewendet. Dein Zeugnis ist juristisch nicht wahr, hat keine Geltung. +Johannes Joh 51 8 14 Respondit Jesus, et dixit eis: Et si ego testimonium perhibeo de meipso, verum est testimonium meum: quia scio unde veni, et quo vado: vos autem nescitis unde venio, aut quo vado. Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis gebe,¹⁶ so ist mein Zeugnis wahr, denn ich weiß, woher ich gekommen bin, und wohin ich gehe;¹⁷ ihr aber wisset nicht, woher ich komme, oder wohin ich gehe.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 8 14 Cum autem audissent Apostoli, qui erant Jerosolymis, quod recepisset Samaria verbum Dei, miserunt ad eos Petrum, et Joannem: Als aber die Apostel, die in Jerusalem waren, hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie den Petrus und Johannes⁹ zu ihnen. Apostelgeschichte Apg 51 8 14 9 Johannes, der einst auf die Samariter Rache (Feuer) herabrufen wollte [Lk 9,54], soll nun auf sie das milde Feuer des Heil. Geistes herabrufen. -Johannes Joh 50 8 14 16 Der Grundsatz (V. 13) trifft bei mir nicht zu, denn ich komme von Gott und gehe zu Gott, also bin ich in der Verbindung mit der absoluten Wahrheit und kann mit vollster Gewissheit ein Selbstzeugnis ablegen. -Johannes Joh 50 8 14 17 Ich weiß, dass ich Gottes Sohn bin, von dem ich durch die Menschwerdung ausgegangen und zu dem ich durch die Himmelfahrt zurückkehre; deshalb sage ich, dass ich das Licht der Welt bin. -Johannes Joh 50 8 14 18 Darum glaubet ihr, ich sei nichts als ein Mensch, dessen Zeugnis man nicht anzunehmen brauche, wenn es nicht durch andere unterstützt wird. -Johannes Joh 50 8 15 Vos secundum carnem judicatis: ego non judico quemquam: Ihr richtet nach dem Fleische;¹⁹ ich richte niemanden.²⁰ +Johannes Joh 51 8 14 16 Der Grundsatz (V. 13) trifft bei mir nicht zu, denn ich komme von Gott und gehe zu Gott, also bin ich in der Verbindung mit der absoluten Wahrheit und kann mit vollster Gewissheit ein Selbstzeugnis ablegen. +Johannes Joh 51 8 14 17 Ich weiß, dass ich Gottes Sohn bin, von dem ich durch die Menschwerdung ausgegangen und zu dem ich durch die Himmelfahrt zurückkehre; deshalb sage ich, dass ich das Licht der Welt bin. +Johannes Joh 51 8 14 18 Darum glaubet ihr, ich sei nichts als ein Mensch, dessen Zeugnis man nicht anzunehmen brauche, wenn es nicht durch andere unterstützt wird. +Johannes Joh 51 8 15 Vos secundum carnem judicatis: ego non judico quemquam: Ihr richtet nach dem Fleische;¹⁹ ich richte niemanden.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 8 15 Qui cum venissent, oraverunt pro ipsis ut acciperent Spiritum sanctum: Da diese gekommen waren, beteten sie für dieselben, dass sie den heiligen Geist empfangen möchten; -Johannes Joh 50 8 15 19 Dem äußeren Anschein nach. -Johannes Joh 50 8 15 20 Ich richte als Messias überhaupt nicht, viel weniger nach dem äußeren Scheine. Vergl. [Joh 3,17] (Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 8 15 19 Dem äußeren Anschein nach. +Johannes Joh 51 8 15 20 Ich richte als Messias überhaupt nicht, viel weniger nach dem äußeren Scheine. Vergl. [Joh 3,17] (Cyr., Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 8 16 Nondum enim in quemquam illorum venerat, sed baptizati tantum erant in nomine Domini Jesu. denn er war noch über keinen von ihnen gekommen, sondern sie waren nur im Namen des Herrn getauft worden. -Johannes Joh 50 8 16 Et si judico ego, judicium meum verum est, quia solus non sum: sed ego, et qui misit me, Pater. Auch wenn ich richte,²¹ ist mein Gericht wahrhaft;²² denn ich bin nicht allein, sondern ich, und der mich gesandt hat, der Vater. -Johannes Joh 50 8 16 21 Ausnahme von der V. 15 aufgestellten Regel, d. h. wenn ich in einem besonderen Falle, aus ganz besonderem Grunde richte. -Johannes Joh 50 8 16 22 Der Heiland antwortet auf den (V. 13) gemachten Vorwurf. Er verneint die Voraussetzung, als ob er jemals allein, nur als Mensch, Zeugnis gäbe oder richtete. +Johannes Joh 51 8 16 Et si judico ego, judicium meum verum est, quia solus non sum: sed ego, et qui misit me, Pater. Auch wenn ich richte,²¹ ist mein Gericht wahrhaft;²² denn ich bin nicht allein, sondern ich, und der mich gesandt hat, der Vater. +Johannes Joh 51 8 16 21 Ausnahme von der V. 15 aufgestellten Regel, d. h. wenn ich in einem besonderen Falle, aus ganz besonderem Grunde richte. +Johannes Joh 51 8 16 22 Der Heiland antwortet auf den (V. 13) gemachten Vorwurf. Er verneint die Voraussetzung, als ob er jemals allein, nur als Mensch, Zeugnis gäbe oder richtete. Apostelgeschichte Apg 51 8 17 Tunc imponebant manus super illos, et accipiebant Spiritum sanctum. Darauf legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.¹⁰ -Johannes Joh 50 8 17 Et in lege vestra scriptum est, quia duorum hominum testimonium verum est. In eurem Gesetze steht auch geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr sei.²³ [Dtn 17,6, Dtn 19,15] +Johannes Joh 51 8 17 Et in lege vestra scriptum est, quia duorum hominum testimonium verum est. In eurem Gesetze steht auch geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr sei.²³ [Dtn 17,6, Dtn 19,15] Apostelgeschichte Apg 51 8 17 10 Das Innewohnen der Heil. Geistes gibt sich in den Gläubigen dieser Zeit oft durch ein äußeres Zeichen kund. So äußerte er sich in den Aposteln durch die Sprachengabe [Apg 2,14], so auch vor der Taufe des ersten Heiden, damit der heil. Petrus erkannte, dass Gott die Heiden so wie die Juden mit seiner Gnade beschenke. Das apostolische Jahrhundert soll den Übergang von der außerordentlichen, mithin zur zeitweiligen unmittelbar gottmenschlichen Tätigkeit zu der in der Kirche gegründeten, ordentlichen und dauernden Wirksamkeit des verklärten Heilandes vollenden. Was die Apostel selbst empfangen, die Fülle des Heil. Geistes zur Vollkraft des in der Taufe durch denselben heil. Geist gewirkten neuen Lebens, spenden sie nun selbst in dem Sakramente der Firmung, das von der Taufe unterschieden ist. Ein besonders äußeres Zeichen, die Handauflegung, kennzeichnet das Sakrament, welches durch die mit dem Zeichen verbundenen Worte vollendet wird. Wenn jemand sagt, bestimmt der Kirchenrat von Trient (Sitzung 7, Kann. 1), die Firmung der Getauften sei eine bloße Zeremonie und nicht vielmehr ein wahres und eigentliches Sakrament, oder sie sei einst nichts anderes gewesen als ein Unterricht, mit dem diejenigen, welche den Jünglingsjahren nahe gekommen waren, die Art ihres Glaubens in der Kirche erklärten, der sei im Banne. Dass Philippus nicht die Hände auflegte, geschah nicht aus Mangel an Eifer, sondern an Machtvollkommenheit. Die wunderbaren Gaben, welche Gott bei dieser Gelegenheit spendete, wurden allmählich seltener. -Johannes Joh 50 8 17 23 In eurem Gesetze: damit wird der göttliche Ursprung desselben nicht in Frage gezogen (Aug.). Die Stelle ist nur ihrem wesentlichen Inhalte nach angegeben. Was Christus als Mensch bezeugt hat, dafür treten als Zeugen Gott der Vater und der Sohn ein (Chrys., Thom.). Der Vater hat den Heiland durch die Prophezeiungen und durch die Wunder bezeugt [Joh 5,36.37], der Sohn, indem er seine göttliche Natur in Jesus offenbarte, durch Wunder, Prophezeiungen, Kenntnis der Herzen. Wenn die Juden diese Worte nicht verstehen, so ist das ihre Schuld, da selbst die geheimnisvollen Worte Christi ein neuer Antrieb sind, die Wahrheit zu suchen. -Johannes Joh 50 8 18 Ego sum, qui testimonium perhibeo de meipso: et testimonium perhibet de me, qui misit me, Pater. Nun bin ich es, der von sich selbst Zeugnis gibt; und Zeugnis gibt von mir, der mich gesandt hat, der Vater. +Johannes Joh 51 8 17 23 In eurem Gesetze: damit wird der göttliche Ursprung desselben nicht in Frage gezogen (Aug.). Die Stelle ist nur ihrem wesentlichen Inhalte nach angegeben. Was Christus als Mensch bezeugt hat, dafür treten als Zeugen Gott der Vater und der Sohn ein (Chrys., Thom.). Der Vater hat den Heiland durch die Prophezeiungen und durch die Wunder bezeugt [Joh 5,36.37], der Sohn, indem er seine göttliche Natur in Jesus offenbarte, durch Wunder, Prophezeiungen, Kenntnis der Herzen. Wenn die Juden diese Worte nicht verstehen, so ist das ihre Schuld, da selbst die geheimnisvollen Worte Christi ein neuer Antrieb sind, die Wahrheit zu suchen. +Johannes Joh 51 8 18 Ego sum, qui testimonium perhibeo de meipso: et testimonium perhibet de me, qui misit me, Pater. Nun bin ich es, der von sich selbst Zeugnis gibt; und Zeugnis gibt von mir, der mich gesandt hat, der Vater. Apostelgeschichte Apg 51 8 18 Cum vidisset autem Simon quia per impositionem manus Apostolorum daretur Spiritus sanctus, obtulit eis pecuniam. Als aber Simon sah, dass durch die Auflegung der Hände der Apostel der Heilige Geist verliehen werde, bot er ihnen Geld an, Apostelgeschichte Apg 51 8 19 Dicens: Date et mihi hanc potestatem, ut cuicumque imposuero manus, accipiat Spiritum sanctum. Petrus autem dixit ad eum: indem er sprach: Gebet auch mir diese Gewalt, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange.¹¹ Petrus aber sprach zu ihm: -Johannes Joh 50 8 19 Dicebant ergo ei: Ubi est Pater tuus? Respondit Jesus: Neque me scitis, neque Patrem meum: si me sciretis, forsitan et Patrem meum sciretis. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater?²⁴ Jesus antwortete: Weder mich kennet ihr noch meinen Vater; wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch wohl²⁵ meinen Vater kennen.²⁶ +Johannes Joh 51 8 19 Dicebant ergo ei: Ubi est Pater tuus? Respondit Jesus: Neque me scitis, neque Patrem meum: si me sciretis, forsitan et Patrem meum sciretis. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater?²⁴ Jesus antwortete: Weder mich kennet ihr noch meinen Vater; wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch wohl²⁵ meinen Vater kennen.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 8 19 11 Die Handauflegung kam dem Zauberer wie ein Zaubermittel vor. Nicht die innere erleuchtende und seligmachende Wirksamkeit des heil. Geistes, sondern nur die äußere wunderbare Erscheinung hatte für den ganz in's Zeitliche versunkenen Mann Wert, den er nach Geld bemessen wollte. Deshalb hat die Kirche das sündhafte Bestreben, die geistlichen Güter zum zeitlichen Gewinne zu missbrauchen, und insbesondere geistliche Ämter wegen des mit denselben verbundenen zeitlichen Vorteiles geistige Güter zu kaufen oder zu verkaufen, nach dem Namen jenes Zauberers Simonie genannt. -Johannes Joh 50 8 19 24 Die Frage ist eine unnötige, denn trotz [Joh 7,15-41] konnten sie wenigstens wissen, wen Jesus meinte, da die Worte: der mich ausgesandt hat besonders darauf hinweisen. -Johannes Joh 50 8 19 25 Richtiger wird das Griechische wiedergegeben: sicherlich. -Johannes Joh 50 8 19 26 Der Sohn ist der Abglanz des Vaters [Hebr 1,3] allerdings gilt letzteres zunächst von Christus als göttlicher Person, aber er zeigt sich doch auch als Gottmensch als besonderes Ebenbild Gottes. +Johannes Joh 51 8 19 24 Die Frage ist eine unnötige, denn trotz [Joh 7,15-41] konnten sie wenigstens wissen, wen Jesus meinte, da die Worte: der mich ausgesandt hat besonders darauf hinweisen. +Johannes Joh 51 8 19 25 Richtiger wird das Griechische wiedergegeben: sicherlich. +Johannes Joh 51 8 19 26 Der Sohn ist der Abglanz des Vaters [Hebr 1,3] allerdings gilt letzteres zunächst von Christus als göttlicher Person, aber er zeigt sich doch auch als Gottmensch als besonderes Ebenbild Gottes. Apostelgeschichte Apg 51 8 20 Pecunia tua tecum sit in perditionem: quoniam donum Dei existimasti pecunia possideri. Dein Geld sei mit dir in's Verderben, weil du meintest, die Gabe Gottes werde um Geld erworben.¹² -Johannes Joh 50 8 20 Hæc verba locutus est Jesus in gazophylacio, docens in templo: et nemo apprehendit eum, quia necdum venerat hora ejus. Diese Worte redete Jesus bei dem Opferkasten,²⁷ indem er im Tempel lehrte; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. +Johannes Joh 51 8 20 Hæc verba locutus est Jesus in gazophylacio, docens in templo: et nemo apprehendit eum, quia necdum venerat hora ejus. Diese Worte redete Jesus bei dem Opferkasten,²⁷ indem er im Tempel lehrte; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Apostelgeschichte Apg 51 8 20 12 Die Worte des heil. Petrus enthalten eine Androhung, nicht die Verhängung des Fluches und des Ausschlusses vom ewigen Heile: weil und wenn diese Bosheit in deinem Herzen bleibt. Der Apostelfürst möchte den Vollzug des angedrohten Urteils durch die Bekehrung des Sünders abgewendet sehen (V. 22). Das ist der Geist der Kirche zu allen Zeiten, dass sie nie straft, ohne zugleich das Heil des Gestraften zu suchen. -Johannes Joh 50 8 20 27 Eigentlich: Schatzbehälter. Derselbe befand sich im Vorhofe der Frauen, in der Nähe befanden sich Räume für die Zusammenkünfte der Schriftgelehrten. +Johannes Joh 51 8 20 27 Eigentlich: Schatzbehälter. Derselbe befand sich im Vorhofe der Frauen, in der Nähe befanden sich Räume für die Zusammenkünfte der Schriftgelehrten. Apostelgeschichte Apg 51 8 21 Non est tibi pars, neque sors in sermone isto: cor enim tuum non est rectum coram Deo. Du hast keinen Anteil noch Erbe an dieser Lehre;¹³ denn dein Herz ist nicht gerade¹⁴ vor Gott. -Johannes Joh 50 8 21 Dixit ergo iterum eis Jesus: Ego vado, et quæretis me, et in peccato vestro moriemini. Quo ego vado, vos non potestis venire. Und Jesus sprach abermals zu ihnen:²⁸ Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen,²⁹ aber ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, dahin könnet ihr nicht kommen.³⁰ +Johannes Joh 51 8 21 Dixit ergo iterum eis Jesus: Ego vado, et quæretis me, et in peccato vestro moriemini. Quo ego vado, vos non potestis venire. Und Jesus sprach abermals zu ihnen:²⁸ Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen,²⁹ aber ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, dahin könnet ihr nicht kommen.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 8 21 13 D. i. an der Sache: der Fähigkeit, den Heil. Geist zu erteilen, welche vor allem eine wahre Zugehörigkeit zu Christus voraussetzt. Apostelgeschichte Apg 51 8 21 14 Dein Herz ist im Gegenteile von Gott abgewendet und trotz der Taufe voll Geldsucht, Ehrgeiz und Heuchelei. -Johannes Joh 50 8 21 28 Denn schon [Joh 7,34] hatte er ähnlich gesprochen. -Johannes Joh 50 8 21 29 Siehe [Joh 7,Anm.45]. -Johannes Joh 50 8 21 30 Der Grund ist in V. 23 enthalten. +Johannes Joh 51 8 21 28 Denn schon [Joh 7,34] hatte er ähnlich gesprochen. +Johannes Joh 51 8 21 29 Siehe [Joh 7,Anm.45]. +Johannes Joh 51 8 21 30 Der Grund ist in V. 23 enthalten. Apostelgeschichte Apg 51 8 22 Pnitentiam itaque age ab hac nequitia tua: et roga Deum, si forte remittatur tibi hæc cogitatio cordis tui. Bekehre dich also von dieser deiner Bosheit, und bitte Gott, ob dir vielleicht dieser Gedanke deines Herzens vergeben werde.¹⁵ -Johannes Joh 50 8 22 Dicebant ergo Judæi: Numquid interficiet semetipsum, quia dixit: Quo ego vado, vos non potestis venire? Da sprachen die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er sagt: Wo ich hingehe, dahin könnet ihr nicht kommen?³¹ +Johannes Joh 51 8 22 Dicebant ergo Judæi: Numquid interficiet semetipsum, quia dixit: Quo ego vado, vos non potestis venire? Da sprachen die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er sagt: Wo ich hingehe, dahin könnet ihr nicht kommen?³¹ Apostelgeschichte Apg 51 8 22 15 Die Worte lassen einen Zweifel erkennen, ob Simon wirklich Buße tun wird. Jedenfalls kann im Augenblick von einer Lossprechung nicht die Rede sein (V. 23). -Johannes Joh 50 8 22 31 Der Selbstmord galt als ein Eingriff in das Recht Gottes und als ein verdammniswürdiges Verbrechen. Die Feinde des Herrn zeigen ihre Kurzsichtigkeit und Torheit. Sie dachten nicht an das ewige Leben, in das Christus übergehen will, in den Tod freilich könnten sie an sich folgen (Aug.). +Johannes Joh 51 8 22 31 Der Selbstmord galt als ein Eingriff in das Recht Gottes und als ein verdammniswürdiges Verbrechen. Die Feinde des Herrn zeigen ihre Kurzsichtigkeit und Torheit. Sie dachten nicht an das ewige Leben, in das Christus übergehen will, in den Tod freilich könnten sie an sich folgen (Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 8 23 In felle enim amaritudinis, et obligatione iniquitatis video te esse. Denn ich sehe, dass du in der Galle der Bitterkeit¹⁶ und in der Fessel der Ruchlosigkeit bist. -Johannes Joh 50 8 23 Et dicebat eis: Vos de deorsum estis, ego de supernis sum. Vos de mundo hoc estis, ego non sum de hoc mundo. Und er sprach zu ihnen:³² Ihr seid von unten, ich bin von oben.³³ Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. +Johannes Joh 51 8 23 Et dicebat eis: Vos de deorsum estis, ego de supernis sum. Vos de mundo hoc estis, ego non sum de hoc mundo. Und er sprach zu ihnen:³² Ihr seid von unten, ich bin von oben.³³ Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. Apostelgeschichte Apg 51 8 23 16 In Bitterkeit, wie in Galle; in Ruchlosigkeit befangen, wie in einer Fessel. Der Gedanke lehnt sich wohl an [Dtn 29,18] an: du bist in großer sittlicher Verderbnis. -Johannes Joh 50 8 23 32 Der Heiland antwortet zunächst auf die unmittelbar vorherstehenden Reden, aber so, dass er zugleich das, was er V. 21 gesagt hat, begründet und erklärt. -Johannes Joh 50 8 23 33 Es ist kein Wunder, dass ihr so niedrig von mir denkt, denn ihr seid fleischlich gesinnt und versteht nichts Göttliches (Aug.). +Johannes Joh 51 8 23 32 Der Heiland antwortet zunächst auf die unmittelbar vorherstehenden Reden, aber so, dass er zugleich das, was er V. 21 gesagt hat, begründet und erklärt. +Johannes Joh 51 8 23 33 Es ist kein Wunder, dass ihr so niedrig von mir denkt, denn ihr seid fleischlich gesinnt und versteht nichts Göttliches (Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 8 24 Respondens autem Simon, dixit: Precamini vos pro me ad Dominum, ut nihil veniat super me horum, quæ dixistis. Simon aber antwortete, und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem, was ihr gesagt habet, über mich komme!¹⁷ -Johannes Joh 50 8 24 Dixi ergo vobis quia moriemini in peccatis vestris: si enim non credideritis quia ego sum, moriemini in peccato vestro. Darum³⁴ habe ich euch gesagt: Ihr werdet in euern Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubet,³⁵ dass ich es bin, so werdet ihr in eurer Sünde sterben. +Johannes Joh 51 8 24 Dixi ergo vobis quia moriemini in peccatis vestris: si enim non credideritis quia ego sum, moriemini in peccato vestro. Darum³⁴ habe ich euch gesagt: Ihr werdet in euern Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubet,³⁵ dass ich es bin, so werdet ihr in eurer Sünde sterben. Apostelgeschichte Apg 51 8 24 17 Simon wünscht der Strafe zu entgehen. Er hat nicht Vertrauen genug, um sich selbst an Gott zu wenden, und bittet Petrus um sein Gebet bei Gott. Hiermit scheidet die Apostelgeschichte von ihm. Nach Iren., Euseb. u. a. war seine Reue keine tiefgehende und dauernde. Er blieb Zauberer, wurde Irrlehrer und war dem Christentume feindlich. Wie viel von dem sonst noch über ihn Berichteten der Geschichte angehört, ist unentschieden. Bekannt ist die Legende von seinem durch den heil. Petrus bewirkten Sturze, als Simon der Magier sich anmaß, gen Himmel zu fahren. -Johannes Joh 50 8 24 34 Da ihr zur Welt gehört. -Johannes Joh 50 8 24 35 Ihr müsst verloren gehen, denn weil ihr so gesinnt seid, kommt ihr nicht zum Glauben. Der einzige Rettungsanker ist der Glaube, dass ich der Messias und Sohn Gottes bin, der allein Rettung bringen kann (Cyr., Euth.). +Johannes Joh 51 8 24 34 Da ihr zur Welt gehört. +Johannes Joh 51 8 24 35 Ihr müsst verloren gehen, denn weil ihr so gesinnt seid, kommt ihr nicht zum Glauben. Der einzige Rettungsanker ist der Glaube, dass ich der Messias und Sohn Gottes bin, der allein Rettung bringen kann (Cyr., Euth.). Apostelgeschichte Apg 51 8 25 Et illi quidem testificati, et locuti verbum Domini, redibant Jerosolymam, et multis regionibus Samaritanorum evangelizabant. Nachdem nun diese Zeugnis gegeben und das Wort des Herrn geredet hatten, kehrten sie nach Jerusalem zurück, und verkündeten in vielen Gegenden der Samariter¹⁸ die frohe Botschaft. -Johannes Joh 50 8 25 Dicebant ergo ei: Tu quis es? Dixit eis Jesus: Principium, qui et loquor vobis. Da sagten sie zu ihm: Wer bist du denn?³⁶ Jesus sprach zu ihnen: Der Anfang, der ich auch zu euch rede.³⁷ +Johannes Joh 51 8 25 Dicebant ergo ei: Tu quis es? Dixit eis Jesus: Principium, qui et loquor vobis. Da sagten sie zu ihm: Wer bist du denn?³⁶ Jesus sprach zu ihnen: Der Anfang, der ich auch zu euch rede.³⁷ Apostelgeschichte Apg 51 8 25 18 Nur ein Teil des samaritischen Volkes wurde christlich. Auch bei diesen Bekehrungen war Philippus ein Werkzeug des Herrn. -Johannes Joh 50 8 25 36 Diese Frage ist veranlasst durch die Worte des Herrn: dass ich es bin (V. 14). Es lag nahe zu sagen: Was bist du, dass der Glaube an dich notwendig ist, um nicht in Sünden zu sterben? -Johannes Joh 50 8 25 37 Die bessere Lesart ist: der Anfang, weil ich auch zu euch rede. Also: Gerade das bin ich, was ich euch auch sage, d. h. jener bin ich, als den ich mich so oft erkläre. -Johannes Joh 50 8 26 Multa habeo de vobis loqui, et judicare: sed qui me misit, verax est: et ego quæ audivi ab eo, hæc loquor in mundo. Vieles habe ich über euch zu sagen und zu richten; aber³⁸ der mich gesandt hat, ist wahrhaft, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich in der Welt. [Röm 3,4] +Johannes Joh 51 8 25 36 Diese Frage ist veranlasst durch die Worte des Herrn: dass ich es bin (V. 14). Es lag nahe zu sagen: Was bist du, dass der Glaube an dich notwendig ist, um nicht in Sünden zu sterben? +Johannes Joh 51 8 25 37 Die bessere Lesart ist: der Anfang, weil ich auch zu euch rede. Also: Gerade das bin ich, was ich euch auch sage, d. h. jener bin ich, als den ich mich so oft erkläre. +Johannes Joh 51 8 26 Multa habeo de vobis loqui, et judicare: sed qui me misit, verax est: et ego quæ audivi ab eo, hæc loquor in mundo. Vieles habe ich über euch zu sagen und zu richten; aber³⁸ der mich gesandt hat, ist wahrhaft, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich in der Welt. [Röm 3,4] Apostelgeschichte Apg 51 8 26 Angelus autem Domini locutus est ad Philippum, dicens: Surge, et vade contra meridianum ad viam, quæ descendit ab Jerusalem in Gazam: hæc est deserta. Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus, und sprach: Mache dich auf, und gehe gegen Mittag auf den Weg, der von Jerusalem nach Gaza¹⁹ hinabführt. Es ist der öde Weg. Apostelgeschichte Apg 51 8 26 19 Gaza war eine uralte Stadt, welche lange Zeit von den Philistern bewohnt ward, an der Grenze von Kanaan am mittelländischen Meere gelegen. Da mehrere Straßen dorthin führten, wird Philippus diejenige genannt, auf welche er den Äthiopier nicht verfehlen konnte (Chrys.). Wieder ist es Christus selbst, welcher in außerordentlicher Weise der Mission seiner Kirche Ziel und Wege zeigt. Deshalb wird Philippus nicht durch die Apostel, sondern durch die Erscheinung eines Engels aus Samaria abgerufen. -Johannes Joh 50 8 26 38 Ich habe vieles von euch zu sagen (die ihr mich fragt, wer ich bin) und zu verdammen, aber ich will dies jetzt nicht tun; nur eines sei euch kund: Ihr seid der Sünde des Unglaubens schuldig, denn der mich gesandt hat usw. +Johannes Joh 51 8 26 38 Ich habe vieles von euch zu sagen (die ihr mich fragt, wer ich bin) und zu verdammen, aber ich will dies jetzt nicht tun; nur eines sei euch kund: Ihr seid der Sünde des Unglaubens schuldig, denn der mich gesandt hat usw. Apostelgeschichte Apg 51 8 27 Et surgens abiit. Et ecce vir thiops, eunuchus, potens Candacis reginæ thiopum, qui erat super omnes gazas ejus: venerat adorare in Jerusalem: Da machte er sich auf, und ging. Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer,²⁰ ein Gewalthaber der Kandace,²¹ der Königin von Äthiopien, der über alle ihre Schätze gesetzt war, war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. -Johannes Joh 50 8 27 Et non cognoverunt quia Patrem ejus dicebat Deum. Und sie erkannten nicht, dass er Gott seinen Vater nannte.³⁹ +Johannes Joh 51 8 27 Et non cognoverunt quia Patrem ejus dicebat Deum. Und sie erkannten nicht, dass er Gott seinen Vater nannte.³⁹ Apostelgeschichte Apg 51 8 27 20 Eigentlich: Ein Verschnittener, ein hoher Hof- oder Palastbeamte. Von Geburt ein Heide, war er wohl ein Proselyt. (V. 30ff) Apostelgeschichte Apg 51 8 27 21 Kandace: die Beherrscherinnen der Halbinsel Merve am oberen Nil führten diesen Titel. -Johannes Joh 50 8 27 39 Zwar gebt ihr in eurem Unglauben nichts auf das, was ich sage, aber ihr täuscht euch, denn der mich gesandt hat, ist wahrhaft. +Johannes Joh 51 8 27 39 Zwar gebt ihr in eurem Unglauben nichts auf das, was ich sage, aber ihr täuscht euch, denn der mich gesandt hat, ist wahrhaft. Apostelgeschichte Apg 51 8 28 Et revertebatur sedens super currum suum, legensque Isaiam prophetam. und kehrte nun zurück, auf seinem Wagen sitzend, und las den Propheten Isaias.²² -Johannes Joh 50 8 28 Dixit ergo eis Jesus: Cum exaltaveritis Filium hominis, tunc cognoscetis quia ego sum, et a meipso facio nihil, sed sicut docuit me Pater, hæc loquor: Jesus sprach also zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn werdet erhöht haben,⁴⁰ dann werdet ihr erkennen,⁴¹ dass ich es bin, und von mir selbst nichts tue, sondern dieses so rede, wie mich mein Vater gelehret hat. +Johannes Joh 51 8 28 Dixit ergo eis Jesus: Cum exaltaveritis Filium hominis, tunc cognoscetis quia ego sum, et a meipso facio nihil, sed sicut docuit me Pater, hæc loquor: Jesus sprach also zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn werdet erhöht haben,⁴⁰ dann werdet ihr erkennen,⁴¹ dass ich es bin, und von mir selbst nichts tue, sondern dieses so rede, wie mich mein Vater gelehret hat. Apostelgeschichte Apg 51 8 28 22 Er las den Propheten Isaias in der Übersetzung der Septuaginta (V. 32) und zwar laut. -Johannes Joh 50 8 28 40 Da sie seine Berufung auf den Vater nicht erkannt haben, verweist Jesus sie auf eine spätere Zeit, auf die Zeit nach der Kreuzigung. [Joh 3,14, Joh 6,62]. -Johannes Joh 50 8 28 41 Viele Juden bekehrten sich nach dem Leiden und Sterben des Heilandes und beim Anblicke der Wunder bei seinem Tode und nach seiner Auferstehung. Machten diese Tatsachen großen Eindruck, so hatte der Tod des Heilandes auch reiche Gnaden für die Juden erlangt (Chrys., Aug.). Die Nichtbekehrten aber müssen, ob auch wider Willen, die Macht des Herrn erkennen (Cyr.). -Johannes Joh 50 8 29 Et qui me misit, mecum est, et non reliquit me solum: quia ego quæ placita sunt ei, facio semper. Und der mich gesandt hat, ist mit mir, und lässt mich nicht allein,⁴² weil ich allezeit tue,⁴³ was ihm wohlgefällig ist.⁴⁴ +Johannes Joh 51 8 28 40 Da sie seine Berufung auf den Vater nicht erkannt haben, verweist Jesus sie auf eine spätere Zeit, auf die Zeit nach der Kreuzigung. [Joh 3,14, Joh 6,62]. +Johannes Joh 51 8 28 41 Viele Juden bekehrten sich nach dem Leiden und Sterben des Heilandes und beim Anblicke der Wunder bei seinem Tode und nach seiner Auferstehung. Machten diese Tatsachen großen Eindruck, so hatte der Tod des Heilandes auch reiche Gnaden für die Juden erlangt (Chrys., Aug.). Die Nichtbekehrten aber müssen, ob auch wider Willen, die Macht des Herrn erkennen (Cyr.). +Johannes Joh 51 8 29 Et qui me misit, mecum est, et non reliquit me solum: quia ego quæ placita sunt ei, facio semper. Und der mich gesandt hat, ist mit mir, und lässt mich nicht allein,⁴² weil ich allezeit tue,⁴³ was ihm wohlgefällig ist.⁴⁴ Apostelgeschichte Apg 51 8 29 Dixit autem Spiritus Philippo: Accede, et adjunge te ad currum istum. Der Geist aber sprach zu Philippus: Gehe hinzu, und halte dich zu diesem Wagen! -Johannes Joh 50 8 29 42 Ich könnte sogleich um Beistand bitten. Vergl. [Mt 26,53]. Nur nach dem Willen des Vaters übergebe ich mich der Gewalt meiner Feinde. Dies versteht sich zwar von selbst, musste aber gegenüber den Zuhörern betont werden. -Johannes Joh 50 8 29 43 Da ich meinerseits stets Gottes Willen tue, wird er mir seinerseits den Schutz nie versagen. -Johannes Joh 50 8 29 44 Also auch die Heilungen am Sabbat gefallen ihm. -Johannes Joh 50 8 30 Hæc illo loquente, multi crediderunt in eum. Als er dies sagte, glaubten viele an ihn.⁴⁵ +Johannes Joh 51 8 29 42 Ich könnte sogleich um Beistand bitten. Vergl. [Mt 26,53]. Nur nach dem Willen des Vaters übergebe ich mich der Gewalt meiner Feinde. Dies versteht sich zwar von selbst, musste aber gegenüber den Zuhörern betont werden. +Johannes Joh 51 8 29 43 Da ich meinerseits stets Gottes Willen tue, wird er mir seinerseits den Schutz nie versagen. +Johannes Joh 51 8 29 44 Also auch die Heilungen am Sabbat gefallen ihm. +Johannes Joh 51 8 30 Hæc illo loquente, multi crediderunt in eum. Als er dies sagte, glaubten viele an ihn.⁴⁵ Apostelgeschichte Apg 51 8 30 Accurrens autem Philippus, audivit eum legentem Isaiam prophetam, et dixit: Putasne intelligis quæ legis? Da lief Philippus hinzu, und hörte ihn den Propheten Isaias lesen, und sprach: Verstehst du wohl, was du liesest? -Johannes Joh 50 8 30 45 Die Rede des Herrn war so kraftvoll und erschütternd, (z. B. V. 21, V. 24), so überzeugend und beweiskräftig, (V. 28, V. 29) dass es nicht zu verwundern ist, wenn in einigen der Glaube begann (Chrys., Euth.). +Johannes Joh 51 8 30 45 Die Rede des Herrn war so kraftvoll und erschütternd, (z. B. V. 21, V. 24), so überzeugend und beweiskräftig, (V. 28, V. 29) dass es nicht zu verwundern ist, wenn in einigen der Glaube begann (Chrys., Euth.). Apostelgeschichte Apg 51 8 31 Qui ait: Et quomodo possum, si non aliquis ostenderit mihi? Rogavitque Philippum ut ascenderet, et sederet secum. Er sagte: Wie kann ich es, wenn mich niemand anleitet?²³ Und er bat den Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. -Johannes Joh 50 8 31 Dicebat ergo Jesus ad eos, qui crediderunt ei, Judæos: Si vos manseritis in sermone meo, vere discipuli mei eritis: Jesus sprach also zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Worte verharret,⁴⁶ werdet ihr wahrhaft meine Jünger sein;⁴⁷ +Johannes Joh 51 8 31 Dicebat ergo Jesus ad eos, qui crediderunt ei, Judæos: Si vos manseritis in sermone meo, vere discipuli mei eritis: Jesus sprach also zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Worte verharret,⁴⁶ werdet ihr wahrhaft meine Jünger sein;⁴⁷ Apostelgeschichte Apg 51 8 31 23 Die heilige Schrift ist also auch für gebildete Leser nicht so klar, dass diese nicht der Unterweisung bedürften (Hier.). -Johannes Joh 50 8 31 46 Leider besteht ihr Glaube die Probe nicht. -Johannes Joh 50 8 31 47 Jünger im weiteren Sinne: Alle, die mit Jesus in Glaube und Liebe vereint sind. [Joh 6,60.66]. Die Folge wird die Erkenntnis der Wahrheit sein, die in Christus erschienen ist (Chrys., Cyr.). +Johannes Joh 51 8 31 46 Leider besteht ihr Glaube die Probe nicht. +Johannes Joh 51 8 31 47 Jünger im weiteren Sinne: Alle, die mit Jesus in Glaube und Liebe vereint sind. [Joh 6,60.66]. Die Folge wird die Erkenntnis der Wahrheit sein, die in Christus erschienen ist (Chrys., Cyr.). Apostelgeschichte Apg 51 8 32 Locus autem Scripturæ, quam legebat, erat hic: Tamquam ovis ad occisionem ductus est: et sicut agnus coram tondente se, sine voce, sic non aperuit os suum. Die Stelle der Schrift aber, die er las, war diese: Wie ein Schaf ward er zur Schlachtbank geführt; und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer stumm ist, so tat er seinen Mund nicht auf. -Johannes Joh 50 8 32 Et cognoscetis veritatem, et veritas liberabit vos. und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.⁴⁸ -Johannes Joh 50 8 32 48 Die Wahrheit befreit zunächst vom Irrtum, dann aber auch von der Sünde. -Johannes Joh 50 8 33 Responderunt ei: Semen Abrahæ sumus, et nemini servivimus unquam: quomodo tu dicis: Liberi eritis? Sie antworteten ihm:⁴⁹ Wir sind Nachkommen Abrahams, und waren niemals jemandes Knechte. Wie sagst du: Ihr werdet frei sein?⁵⁰ +Johannes Joh 51 8 32 Et cognoscetis veritatem, et veritas liberabit vos. und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.⁴⁸ +Johannes Joh 51 8 32 48 Die Wahrheit befreit zunächst vom Irrtum, dann aber auch von der Sünde. +Johannes Joh 51 8 33 Responderunt ei: Semen Abrahæ sumus, et nemini servivimus unquam: quomodo tu dicis: Liberi eritis? Sie antworteten ihm:⁴⁹ Wir sind Nachkommen Abrahams, und waren niemals jemandes Knechte. Wie sagst du: Ihr werdet frei sein?⁵⁰ Apostelgeschichte Apg 51 8 33 In humilitate judicium ejus sublatum est. Generationem ejus quis enarrabit, quoniam tolletur de terra vita ejus? In seiner Erniedrigung²⁴ ward sein Gericht²⁵ aufgehoben. Sein Geschlecht²⁶ aber wer wird es beschreiben? denn sein Leben wird von der Erde hinweggenommen werden. [Jes 53,7-8] Apostelgeschichte Apg 51 8 33 24 In der Erniedrigung bis zum Tode am Kreuze. Apostelgeschichte Apg 51 8 33 25 Er ward höchst niedrig behandelt, so dass er kein gerechtes Gericht fand (Hier.). Apostelgeschichte Apg 51 8 33 26 Die meisten griech. Väter fassen dies Wort im Sinne von Herkunft, doch der eigentliche Sinn ist wohl: wer kann jenes (boshafte, ungerechte) Geschlecht beschreiben, das ihn so grausam zum Tode brachte! -Johannes Joh 50 8 33 49 Ungläubige, welche sich unter den Zuhörern befinden (Aug.), fühlen sich durch die Verheißung Christi, welche sie im politischen Sinne fassen, in ihrer Nationalehre verletzt. Nach anderen Auslegern sind es solche, welche noch kurz zuvor gläubig waren (V. 30), bei denen aber infolge der Äußerung des Herrn (V. 32) der alte jüdische Charakter wieder zum Durchbruch kommt. Der Heiland hatte klar gesprochen: die Wahrheit wird euch frei machen, doch sie denken an politische Freiheit. -Johannes Joh 50 8 33 50 Nach der Anschauung der Juden sind die Nachkommen Chams [Gen 9,27] und die des Stammes Esau geborene Knechte [Gen 27,29], Abrahams Söhne aber edel- und freigeborene. [Jes 51,1ff]. Nur Gott ist ihr Herr, und sein Wille und seine Verheißung stellen die fremden Völker und Könige, welche etwa tatsächlich und vorübergehend über Israel geboten, alle unter das auserwählte Volk. Dem Rechte und der Bestimmung nach sind jene alle Knechte, dereinst werden sie es tatsächlich sein. Und die Israeliten, die Nachkommen Abrahams, sollen sich als Unfreie bekennen? -Johannes Joh 50 8 34 Respondit eis Jesus: Amen, amen dico vobis: quia omnis, qui facit peccatum, servus est peccati: Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, jeder, der Sünde tut,⁵¹ ist ein Knecht der Sünde!⁵² +Johannes Joh 51 8 33 49 Ungläubige, welche sich unter den Zuhörern befinden (Aug.), fühlen sich durch die Verheißung Christi, welche sie im politischen Sinne fassen, in ihrer Nationalehre verletzt. Nach anderen Auslegern sind es solche, welche noch kurz zuvor gläubig waren (V. 30), bei denen aber infolge der Äußerung des Herrn (V. 32) der alte jüdische Charakter wieder zum Durchbruch kommt. Der Heiland hatte klar gesprochen: die Wahrheit wird euch frei machen, doch sie denken an politische Freiheit. +Johannes Joh 51 8 33 50 Nach der Anschauung der Juden sind die Nachkommen Chams [Gen 9,27] und die des Stammes Esau geborene Knechte [Gen 27,29], Abrahams Söhne aber edel- und freigeborene. [Jes 51,1ff]. Nur Gott ist ihr Herr, und sein Wille und seine Verheißung stellen die fremden Völker und Könige, welche etwa tatsächlich und vorübergehend über Israel geboten, alle unter das auserwählte Volk. Dem Rechte und der Bestimmung nach sind jene alle Knechte, dereinst werden sie es tatsächlich sein. Und die Israeliten, die Nachkommen Abrahams, sollen sich als Unfreie bekennen? +Johannes Joh 51 8 34 Respondit eis Jesus: Amen, amen dico vobis: quia omnis, qui facit peccatum, servus est peccati: Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, jeder, der Sünde tut,⁵¹ ist ein Knecht der Sünde!⁵² Apostelgeschichte Apg 51 8 34 Respondens autem eunuchus Philippo, dixit: Obsecro te, de quo Propheta dicit hoc? de se, an de alio aliquo? Es hob aber der Kämmerer an, und sprach zu Philippus: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet dieses? von sich selbst oder von einem andern?²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 8 34 27 Der Kämmerer kante wohl die Überlieferung über das grausame Ende des Propheten. Er liest die Worte des Propheten noch einmal an der Seite des Philippus, ohne zu ahnen, dass Gott seiner ernstlich die Wahrheit suchenden Seele selbst einen Boten wunderbar gesendet hat. -Johannes Joh 50 8 34 51 Der Heiland weist ihre Anmaßung zurück und zeigt, dass jeder, auch ein Nachkomme Abrahams, [Röm 6,19]. -Johannes Joh 50 8 34 52 Diese Knechtschaft ist umso drückender, als sie dem Menschen überallhin folgt. Es gibt nur einen Weg zur Freiheit: sich dem Herrn anschließen. -Johannes Joh 50 8 35 Servus autem non manet in domo in æternum: Filius autem manet in æternum: Der Knecht aber bleibt nicht auf ewig in dem Hause;⁵³ der Sohn aber bleibt ewig.⁵⁴ +Johannes Joh 51 8 34 51 Der Heiland weist ihre Anmaßung zurück und zeigt, dass jeder, auch ein Nachkomme Abrahams, [Röm 6,19]. +Johannes Joh 51 8 34 52 Diese Knechtschaft ist umso drückender, als sie dem Menschen überallhin folgt. Es gibt nur einen Weg zur Freiheit: sich dem Herrn anschließen. +Johannes Joh 51 8 35 Servus autem non manet in domo in æternum: Filius autem manet in æternum: Der Knecht aber bleibt nicht auf ewig in dem Hause;⁵³ der Sohn aber bleibt ewig.⁵⁴ Apostelgeschichte Apg 51 8 35 Aperiens autem Philippus os suum, et incipiens a Scriptura ista, evangelizavit illi Jesum. Da tat Philippus seinen Mund auf, und verkündigte ihm, von dieser Schriftstelle anfangend, die frohe Botschaft von Jesus.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 8 35 28 Jesus war im Buchstaben der Weissagung verborgen. Doch der Weg zu ihm wird nicht gefunden ohne die führende Hand seiner Boten, ohne die Leitung der Kirche (Hier.). Philippus spricht dem Kämmerer wohl vom Leben und Leiden des Herrn und von der Taufe. -Johannes Joh 50 8 35 53 Der Knecht wird auf eine Zeit in's Haus aufgenommen; wird er nicht an Kindes statt angenommen, so ist er stets in Gefahr entlassen zu werden. So wird auch der Sünder eine Zeit lang im Gottesreiche geduldet; ringt er sich aber nicht rechtzeitig zur Kindschaft Gottes empor [Joh 1,12], so wird er ausgestoßen (Cyr.). -Johannes Joh 50 8 35 54 Der Sohn hat das Recht, auf immer im Hause des Vaters zu weilen und ist so der Erbe des Hauses. Vielleicht liegt hierin eine Anspielung auf Agar und Ismael, die das Haus Abrahams verlassen mussten, während Isaak in demselben verblieb. Unter dem Sohne versteht der Heiland zunächst sich selbst (Chrys., Aug., Euth.). Es liegt aber auch der Gedanke in diesen Worten: Suchet Söhne zu werden. -Johannes Joh 50 8 36 Si ergo vos Filius liberaverit, vere liberi eritis. Wenn euch also der Sohn frei macht, so werdet ihr wahrhaft frei sein.⁵⁵ +Johannes Joh 51 8 35 53 Der Knecht wird auf eine Zeit in's Haus aufgenommen; wird er nicht an Kindes statt angenommen, so ist er stets in Gefahr entlassen zu werden. So wird auch der Sünder eine Zeit lang im Gottesreiche geduldet; ringt er sich aber nicht rechtzeitig zur Kindschaft Gottes empor [Joh 1,12], so wird er ausgestoßen (Cyr.). +Johannes Joh 51 8 35 54 Der Sohn hat das Recht, auf immer im Hause des Vaters zu weilen und ist so der Erbe des Hauses. Vielleicht liegt hierin eine Anspielung auf Agar und Ismael, die das Haus Abrahams verlassen mussten, während Isaak in demselben verblieb. Unter dem Sohne versteht der Heiland zunächst sich selbst (Chrys., Aug., Euth.). Es liegt aber auch der Gedanke in diesen Worten: Suchet Söhne zu werden. +Johannes Joh 51 8 36 Si ergo vos Filius liberaverit, vere liberi eritis. Wenn euch also der Sohn frei macht, so werdet ihr wahrhaft frei sein.⁵⁵ Apostelgeschichte Apg 51 8 36 Et dum irent per viam, venerunt ad quamdam aquam: et ait eunuchus: Ecce aqua, quid prohibet me baptizari? Und als sie auf dem Wege fortzogen, kamen sie an ein Wasser, und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser! Was hindert, dass ich getauft werde? -Johannes Joh 50 8 36 55 Vergl. V. 32: Ihr werdet wahrhaft frei sein, im Gegensatze zu der scheinbaren Freiheit, welche ihr zu besitzen glaubt. Die sittliche Freiheit erhebt den Menschen wahrhaft. -Johannes Joh 50 8 37 Scio quia filii Abrahæ estis: sed quæritis me interficere, quia sermo meus non capit in vobis. Ich weiß, dass ihr Söhne Abrahams seid; aber ihr suchet mich zu töten, weil mein Wort in euch nicht Raum gewinnet.⁵⁶ +Johannes Joh 51 8 36 55 Vergl. V. 32: Ihr werdet wahrhaft frei sein, im Gegensatze zu der scheinbaren Freiheit, welche ihr zu besitzen glaubt. Die sittliche Freiheit erhebt den Menschen wahrhaft. +Johannes Joh 51 8 37 Scio quia filii Abrahæ estis: sed quæritis me interficere, quia sermo meus non capit in vobis. Ich weiß, dass ihr Söhne Abrahams seid; aber ihr suchet mich zu töten, weil mein Wort in euch nicht Raum gewinnet.⁵⁶ Apostelgeschichte Apg 51 8 37 Dixit autem Philippus: Si credis ex toto corde, licet. Et respondens ait: Credo Filium Dei esse Jesum Christum. Philippus aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er antwortete, und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. -Johannes Joh 50 8 37 56 Vor Gott gilt vor allem geistige Verwandtschaft mit Abraham. Besitzt ihr diese? Nein, denn ihr wollt mich töten, was ganz gegen Abrahams Gesinnung ist. Vergl. [Mt 23,29-35]. +Johannes Joh 51 8 37 56 Vor Gott gilt vor allem geistige Verwandtschaft mit Abraham. Besitzt ihr diese? Nein, denn ihr wollt mich töten, was ganz gegen Abrahams Gesinnung ist. Vergl. [Mt 23,29-35]. Apostelgeschichte Apg 51 8 38 Et jussit stare currum; et descenderunt uterque in aquam, Philippus, et eunuchus, et baptizavit eum. Da ließ er den Wagen halten; und sie stiegen beide hinab in das Wasser, Philippus und der Kämmerer; und er taufte ihn. -Johannes Joh 50 8 38 Ego quod vidi apud Patrem meum, loquor: et vos quæ vidistis apud patrem vestrum, facitis. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr bei eurem Vater gesehen habt.⁵⁷ -Johannes Joh 50 8 38 57 Die Lehre des Herrn ist von Gott, die Juden lassen sich von dem Teufel leiten, beide Gegensätze sind unvereinbar. -Johannes Joh 50 8 39 Responderunt, et dixerunt ei: Pater noster Abraham est. Dicit eis Jesus: Si filii Abrahæ estis, opera Abrahæ facite. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham.⁵⁸ Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams seid, so tuet die Werke Abrahams!⁵⁹ +Johannes Joh 51 8 38 Ego quod vidi apud Patrem meum, loquor: et vos quæ vidistis apud patrem vestrum, facitis. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr bei eurem Vater gesehen habt.⁵⁷ +Johannes Joh 51 8 38 57 Die Lehre des Herrn ist von Gott, die Juden lassen sich von dem Teufel leiten, beide Gegensätze sind unvereinbar. +Johannes Joh 51 8 39 Responderunt, et dixerunt ei: Pater noster Abraham est. Dicit eis Jesus: Si filii Abrahæ estis, opera Abrahæ facite. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham.⁵⁸ Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams seid, so tuet die Werke Abrahams!⁵⁹ Apostelgeschichte Apg 51 8 39 Cum autem ascendissent de aqua, Spiritus Domini rapuit Philippum, et amplius non vidit eum eunuchus. Ibat autem per viam suam gaudens. Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus²⁹ und der Kämmerer sah ihn nicht mehr. Er setzte aber seinen Weg fort, voll Freuden. Apostelgeschichte Apg 51 8 39 29 Auf wunderbare Weise wird Philippus entrückt. Vor der Taufe hatte der Kämmerer das Wort des Herrn zur Stütze seines Glaubens gehabt. Nach derselben wird ihm durch das Wunder gezeigt, dass Philippus nicht zufällig mit ihm zusammengetroffen ist. Mit welcher Freude kehrt er jetzt in seine Heimat zurück, in welcher fortan nach dem Zeugnisse der Geschichte das Licht des Glaubens nicht erlosch. -Johannes Joh 50 8 39 58 Wenn wir tun, was wir bei unserem Vater Abraham gesehen, steht es um uns nicht schlecht, denn unser Vater ist ein gottgefälliger Patriarch. -Johannes Joh 50 8 39 59 Wären sie Abrahams Söhne, so müssten sie ihn nachahmen, besonders in seinem Glauben, seinem Gehorsam und seiner Milde. Nun aber wollen sie den Herrn töten. +Johannes Joh 51 8 39 58 Wenn wir tun, was wir bei unserem Vater Abraham gesehen, steht es um uns nicht schlecht, denn unser Vater ist ein gottgefälliger Patriarch. +Johannes Joh 51 8 39 59 Wären sie Abrahams Söhne, so müssten sie ihn nachahmen, besonders in seinem Glauben, seinem Gehorsam und seiner Milde. Nun aber wollen sie den Herrn töten. Apostelgeschichte Apg 51 8 40 Philippus autem inventus est in Azoto, et pertransiens evangelizabat civitatibus cunctis, donec veniret Cæsaream. Philippus aber ward in Azot³⁰ gefunden. Und er zog durch das Land, und verkündigte das Evangelium allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.³¹ -Johannes Joh 50 8 40 Nunc autem quæritis me interficere, hominem, qui veritatem vobis locutus sum, quam audivi a Deo: hoc Abraham non fecit. Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der zu euch die Wahrheit geredet hat, welche ich von Gott gehört habe; dies hat Abraham nicht getan.⁶⁰ +Johannes Joh 51 8 40 Nunc autem quæritis me interficere, hominem, qui veritatem vobis locutus sum, quam audivi a Deo: hoc Abraham non fecit. Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der zu euch die Wahrheit geredet hat, welche ich von Gott gehört habe; dies hat Abraham nicht getan.⁶⁰ Apostelgeschichte Apg 51 8 40 30 Azot oder Asdod war eine Stadt am mittelländischen Meere, nördlich von Gaza. Apostelgeschichte Apg 51 8 40 31 Cäsarea, mit dem Namen Augusti, lag nordwestlich von Jerusalem am Mittelmeere. Man hält die Stadt für den Wohnort des Philippus. Vergl. [Apg 21,8]. -Johannes Joh 50 8 40 60 Der Gegensatz ist: Abraham glaubte an die von Gott geoffenbarte Wahrheit, ihr wollt dem Verkünder der Offenbarung nicht glauben, sondern ihn sogar töten. -Johannes Joh 50 8 41 Vos facitis opera patris vestri. Dixerunt itaque ei: Nos ex fornicatione non sumus nati: unum patrem habemus Deum. Ihr tuet die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht aus Ehebruch⁶¹ geboren; einen Vater haben wir, Gott.⁶² -Johannes Joh 50 8 41 61 Die Juden erkennen, dass der Herr von einer geistigen Knechtschaft spreche. Der Götzendienst wird häufig bei den Propheten Ehebruch und Unzucht genannt. -Johannes Joh 50 8 41 62 Vergl. [Jer 3,1-14, Ez 16,15ff, Hos 2,4.5] -Johannes Joh 50 8 42 Dixit ergo eis Jesus: Si Deus pater vester esset: diligeretis utique me. Ego enim ex Deo processi, et veni: neque enim a me ipso veni, sed ille me misit. Jesus aber sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich ja gewiss lieben; weil ich von Gott ausgegangen und gekommen bin; weil ich nicht von mir selbst gekommen bin, sondern er hat mich gesandt.⁶³ -Johannes Joh 50 8 42 63 Ich bin von Gott ausgegangen, der Sohn Gottes, und bin Mensch geworden (Orig., Chrys.) und als Mensch zu euch gesendet. -Johannes Joh 50 8 43 Quare loquelam meam non cognoscitis? Quia non potestis audire sermonem meum. Warum verstehet ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnet.⁶⁴ -Johannes Joh 50 8 43 64 Da die Leidenschaften in euch herrschen, besteht eine gewisse Unmöglichkeit hören zu wollen und zu verstehen (Cyr.). In diese aber würdet ihr nicht gefallen sein, wäret ihr wahre Kinder Gottes. -Johannes Joh 50 8 44 Vos ex patre diabolo estis: et desideria patris vestri vultis facere; ille homicida erat ab initio, et in veritate non stetit: quia non est veritas in eo: cum loquitur mendacium, ex propriis loquitur, quia mendax est, et pater ejus. Ihr habt den Teufel zum Vater,⁶⁵ und wollet nach den Gelüsten euers Vaters tun.⁶⁶ Dieser war ein Menschenmörder von Anbeginn,⁶⁷ und ist in der Wahrheit nicht bestanden; denn Wahrheit ist nicht in ihm.⁶⁸ Wenn er Lüge redet, so redet er aus dem, was ihm eigen ist, weil er ein Lügner ist und Vater der Lüge. -Johannes Joh 50 8 44 65 Was der Heiland bisher andeutend und ausschließlich gesagt (V. 38 und 41), verkündet er jetzt offen. Die Quelle eurer feindseligen, ungläubigen Gesinnung ist der Teufel, dessen Einfluss ihr euch unterwerfet. -Johannes Joh 50 8 44 66 An den Begierden (Orig.), besonders den aus Neid entspringenden Mordgelüsten (Chrys.) wird die Vaterschaft des Teufels erkannt. Ihr seid seine Söhne durch Nachahmung (Aug.). -Johannes Joh 50 8 44 67 Zwei Vergleichungspunkte: der Teufel ist ein Menschenmörder, und: Er besteht nicht in der Wahrheit. Der Teufel ein Menschenmörder: [1Joh 3,15], vom Anfang an: [1Joh 3,8], seitdem es Menschen gibt (Greg., Isid.). -Johannes Joh 50 8 44 68 Alle seine Taten sind gegen die Wahrheit gerichtet, weil seine böse Natur vor derselben Abscheu hat. -Johannes Joh 50 8 45 Ego autem si veritatem dico, non creditis mihi. Wenn⁶⁹ ich aber die Wahrheit rede, so glaubet ihr mir nicht. -Johannes Joh 50 8 45 69 Griech.: Weil. Scharfe Gegenüberstellung: Dem Lügner glaubet und folget ihr, mir, dem Verkünder der Wahrheit, nicht. -Johannes Joh 50 8 46 Quis ex vobis arguet me de peccato? Si veritatem dico vobis, quare non creditis mihi? Wer aus euch kann mich einer Sünde beschuldigen?⁷⁰ Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht?⁷¹ -Johannes Joh 50 8 46 70 Die Juden konnten dem Heilande wohl Verletzung des Sabbats und Lästerung vorwerfen, aber beides schwand, wenn Christus der Sohn Gottes war. Es war also eine solche Handlung des Heilandes aufzuweisen, welche mit seinem Anspruch auf diese Würde in Widerspruch stand. Dem Sündlosen ist unbedingt zu glauben, denn er kann weder sich irren noch andere täuschen. -Johannes Joh 50 8 46 71 Ihr, die ihr vorgebt, für die Wahrheit einzutreten. -Johannes Joh 50 8 47 Qui ex Deo est, verba Dei audit. Propterea vos non auditis, quia ex Deo non estis. Wer aus Gott ist, der höret die Worte Gottes; darum höret ihr nicht darauf, weil ihr nicht aus Gott seid.⁷² -Johannes Joh 50 8 47 72 Da die Juden keine Antwort geben, führt der Heiland den letzten Grund des Unglaubens an: Ihr seid nicht aus Gott, durch eigene Schuld (Aug.). Wer Gott liebt, hört gerne Gottes Wort; da ihr aber nicht hört, seid ihr offenbar nicht aus Gott, d. i. nicht mit ihm durch Glaube und Liebe verbunden. -Johannes Joh 50 8 48 Responderunt ergo Judæi, et dixerunt ei: Nonne bene dicimus nos quia Samaritanus es tu, et dæmonium habes? Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm:⁷³ Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist,⁷⁴ und einen bösen Geist hast?⁷⁵ -Johannes Joh 50 8 48 73 Die Wut der Juden macht sich Luft. -Johannes Joh 50 8 48 74 Du bist ein Feind der Juden und des Heiligtumes, von dir ist nichts Besseres zu erwarten (Orig., Cyr.). -Johannes Joh 50 8 48 75 Es ist die Antwort auf den Vorwurf des Heilandes, dass sie den Teufel zum Vater haben. Nur ein vom bösen Geiste Besessener kann dem auserwählten Volke einen solchen Vorwurf machen und für sich einen solchen Anspruch auf Wahrheit erheben, wie er Gott allein zugehört. -Johannes Joh 50 8 49 Respondit Jesus: Ego dæmonium non habeo: sed honorifico Patrem meum, et vos inhonorastis me. Jesus antwortete:⁷⁶ Ich⁷⁷ habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehret mich. -Johannes Joh 50 8 49 76 Die Beschimpfung Gottes straft der Heiland, auf persönliche Vorwürfe antwortet er mit Ruhe (Cyr., Chrys., Aug.). -Johannes Joh 50 8 49 77 Ich im Gegensatze zu euch. Den Vorwurf, dass er ein Samariter sei, lässt der Heiland unberücksichtigt, weil derselbe mit der Widerlegung des anderen hinfällig wurde (Orig.), denn wenn der Herr nicht unter dem Einflusse des bösen Geistes spricht, ist er ein wahrer Gottesverehrer, kein Samariter. Vielleicht auch übergeht er diesen Vorwurf, weil er selbst der barmherzige Samariter ist [Lk 10,30] (Orig., Hier., Aug.), oder auf nationale Gegensätze nicht eingehen will. Jesus ist für die Ehre Gottes tätig. Wer nicht blind ist und sein will, muss ihn als Messias anerkennen. -Johannes Joh 50 8 50 Ego autem non quæro gloriam meam: est qui quærat, et judicet. Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist einer, der sie suchet und richtet.⁷⁸ -Johannes Joh 50 8 50 78 Ihr verunehret mich: Dies sage ich euch nicht aus Ehrsucht, denn ich habe nicht nötig meine Ehre zu suchen, der Vater sucht dieselbe und wird diejenigen richten, welche mich verunehren. Jesus weist indes noch im folgenden Verse auf den Weg der Rettung hin. -Johannes Joh 50 8 51 Amen, amen dico vobis: si quis sermonem meum servaverit, mortem non videbit in æternum. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand meine Worte bewahrt, wird er den Tod⁷⁹ nicht sehen in Ewigkeit! -Johannes Joh 50 8 51 79 Vergl. [Joh 5,24]. Unter dem Tode ist der Verlust der Gnade und der ewigen Herrlichkeit verstanden. Nach der Drohung wendet sich der Heiland wieder zur Verheißung, alle Mittel anwendend, um die Zuhörer zu gewinnen. Er hatte V. 31, V. 32 denen, die an ihn glauben würden, bereits zwei Güter verheißen: dass sie wahrhaft seine Jünger und dass sie von der Knechtschaft der Sünde frei sein würden. Jetzt fügt er ein drittes Gut hinzu. -Johannes Joh 50 8 52 Dixerunt ergo Judæi: Nunc cognovimus quia dæmonium habes. Abraham mortuus est, et prophetæ: et tu dicis: Si quis sermonem meum servaverit, non gustabit mortem in æternum. Da sprachen die Juden: Nun wissen wir, dass du einen bösen Geist hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod nicht kosten in Ewigkeit!⁸⁰ -Johannes Joh 50 8 52 80 Die Juden legen die Worte Jesu von dem natürlichen Tode aus und finden dieselben unbegreiflich. Um so mehr halten sie an dem gemachten Vorwurfe fest. -Johannes Joh 50 8 53 Numquid tu major es patre nostro Abraham, qui mortuus est? et prophetæ mortui sunt. Quem te ipsum facis? Bist du⁸¹ denn größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist?⁸² Auch die Propheten sind gestorben. Zu wem machest du dich selbst? -Johannes Joh 50 8 53 81 Mit Abraham kann sich niemand vergleichen, und du willst es tun? Auch über die Propheten stellst du dich? -Johannes Joh 50 8 53 82 Die Juden beziehen das nicht sterben böswillig auf den Heiland selbst. Insofern mit Recht, als der, welcher andere vor dem Tode bewahrt, auch sich selbst Unsterblichkeit zuschreiben muss. -Johannes Joh 50 8 54 Respondit Jesus: Si ego glorifico meipsum, gloria mea nihil est: est Pater meus, qui glorificat me, quem vos dicitis quia Deus vester est; Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst verherrliche,⁸³ so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich verherrlicht, von welchem ihr saget, er sei euer Gott. -Johannes Joh 50 8 54 83 Es ist die Antwort auf die Frage: Zu wem machest du dich selbst? (V. 53) Nicht ich, sondern der Vater macht mich zu etwas, und er wird zeigen, dass ich der bin, für den ich mich erkläre. -Johannes Joh 50 8 55 Et non cognovistis eum: ego autem novi eum: Et si dixero quia non scio eum, ero similis vobis, mendax. Sed scio eum, et sermonem ejus servo. Und ihr kennet ihn nicht;⁸⁴ ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner,⁸⁵ gleichwie ihr. Aber ich⁸⁶ kenne ihn, und bewahre sein Wort. -Johannes Joh 50 8 55 84 Ihr hättet Gott aus dem Alten Testamente wenigstens so weit erkennen können, dass ihr den Messias als Gottgesandten aufnahmt. -Johannes Joh 50 8 55 85 Mit Bezug auf V. 44. -Johannes Joh 50 8 55 86 Im Gegenteile. Jesus vollbringt den Willen des Vaters auf Erden, weil er ihn kennt, und darum sind auch die Worte des Herrn wahr, weil es Gottes Worte sind. -Johannes Joh 50 8 56 Abraham pater vester exsultavit ut videret diem meum: vidit, et gavisus est. Abraham, euer Vater, frohlockte,⁸⁷ dass er meinen Tag sehen⁸⁸ sollte; er sah ihn,⁸⁹ und freute sich. -Johannes Joh 50 8 56 87 Antwort auf V. 53. Abraham frohlockte, als ihm die Prophezeiung zuteil wurde [Gen 18,18, Gen 22,18] -Johannes Joh 50 8 56 88 Die Menschwerdung erfahren (Ir., Orig., Cyr., Aug.). -Johannes Joh 50 8 56 89 Geistig an dem Orte, wo die Seelen der Väter weilten. -Johannes Joh 50 8 57 Dixerunt ergo Judæi ad eum: Quinquaginta annos nondum habes, et Abraham vidisti? Da sprachen die Juden zu ihm:⁹⁰ Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt,⁹¹ und hast Abraham gesehen? -Johannes Joh 50 8 57 90 Die Juden fassen die Worte wie immer äußerlich, vom sinnlichen Erkennen. -Johannes Joh 50 8 57 91 50 Jahre sind der Höhepunkt des Mannesalters. -Johannes Joh 50 8 58 Dixit eis Jesus: Amen, amen dico vobis, antequam Abraham fieret, ego sum. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehedenn Abraham ward, bin ich!⁹² -Johannes Joh 50 8 58 92 Abraham ward d. h. ist in der Zeit erschaffen worden, Jesus ist, ist nicht geworden. Im göttlichen Sein gibt es kein früher oder später (Chrys., Aug., Greg.). -Johannes Joh 50 8 59 Tulerunt ergo lapides, ut jacerent in eum: Jesus autem abscondit se, et exivit de templo. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen;⁹³ Jesus aber verbarg sich, und ging hinweg aus dem Tempel.⁹⁴ -Johannes Joh 50 8 59 93 Die Juden geraten über diese vermeintliche Gotteslästerung derart in Wut, dass sie die Strafe für dieselbe [Lev 24,16] sofort vollstrecken wollen (Chrys., Euth., Aug.). -Johannes Joh 50 8 59 94 Er wurde für die Juden unsichtbar (Cyr., Euth., Theoph., Thom.). Andere denken nicht an ein Wunder (Chrys.). So zeigt Jesus seine Macht und die Ohnmacht der Juden. Jesus geht aus dem Tempel und lässt diesen ohne Messias, ohne Gott zurück. So weicht Jesus auch aus der Seele des Sünders und nimmt den Frieden mit sich, jenen der Qual des Gewissens und, kehrt er nicht um, dem ewigen Verderben überlassend. -Apostelgeschichte Apg 51 9 0 Sendung des Saulus nach Damaskus und seine Bekehrung. (V. 19) Missionstätigkeit des heil. Paulus zu Damaskus und Flucht. (V. 25) Erster Besuch des heil. Paulus zu Jerusalem. (V. 30) Wirksamkeit des heil. Petrus zu Lydda und Joppe. -Johannes Joh 50 9 0 Am nächsten Sabbat heilt Jesus einen Blindgeborenen. (V. 12) Die Pharisäer wollen das Wunder nicht anerkennen und stoßen den Geheilten aus der Synagoge. +Johannes Joh 51 8 40 60 Der Gegensatz ist: Abraham glaubte an die von Gott geoffenbarte Wahrheit, ihr wollt dem Verkünder der Offenbarung nicht glauben, sondern ihn sogar töten. +Johannes Joh 51 8 41 Vos facitis opera patris vestri. Dixerunt itaque ei: Nos ex fornicatione non sumus nati: unum patrem habemus Deum. Ihr tuet die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht aus Ehebruch⁶¹ geboren; einen Vater haben wir, Gott.⁶² +Johannes Joh 51 8 41 61 Die Juden erkennen, dass der Herr von einer geistigen Knechtschaft spreche. Der Götzendienst wird häufig bei den Propheten Ehebruch und Unzucht genannt. +Johannes Joh 51 8 41 62 Vergl. [Jer 3,1-14, Ez 16,15ff, Hos 2,4.5] +Johannes Joh 51 8 42 Dixit ergo eis Jesus: Si Deus pater vester esset: diligeretis utique me. Ego enim ex Deo processi, et veni: neque enim a me ipso veni, sed ille me misit. Jesus aber sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich ja gewiss lieben; weil ich von Gott ausgegangen und gekommen bin; weil ich nicht von mir selbst gekommen bin, sondern er hat mich gesandt.⁶³ +Johannes Joh 51 8 42 63 Ich bin von Gott ausgegangen, der Sohn Gottes, und bin Mensch geworden (Orig., Chrys.) und als Mensch zu euch gesendet. +Johannes Joh 51 8 43 Quare loquelam meam non cognoscitis? Quia non potestis audire sermonem meum. Warum verstehet ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnet.⁶⁴ +Johannes Joh 51 8 43 64 Da die Leidenschaften in euch herrschen, besteht eine gewisse Unmöglichkeit hören zu wollen und zu verstehen (Cyr.). In diese aber würdet ihr nicht gefallen sein, wäret ihr wahre Kinder Gottes. +Johannes Joh 51 8 44 Vos ex patre diabolo estis: et desideria patris vestri vultis facere; ille homicida erat ab initio, et in veritate non stetit: quia non est veritas in eo: cum loquitur mendacium, ex propriis loquitur, quia mendax est, et pater ejus. Ihr habt den Teufel zum Vater,⁶⁵ und wollet nach den Gelüsten euers Vaters tun.⁶⁶ Dieser war ein Menschenmörder von Anbeginn,⁶⁷ und ist in der Wahrheit nicht bestanden; denn Wahrheit ist nicht in ihm.⁶⁸ Wenn er Lüge redet, so redet er aus dem, was ihm eigen ist, weil er ein Lügner ist und Vater der Lüge. +Johannes Joh 51 8 44 65 Was der Heiland bisher andeutend und ausschließlich gesagt (V. 38 und 41), verkündet er jetzt offen. Die Quelle eurer feindseligen, ungläubigen Gesinnung ist der Teufel, dessen Einfluss ihr euch unterwerfet. +Johannes Joh 51 8 44 66 An den Begierden (Orig.), besonders den aus Neid entspringenden Mordgelüsten (Chrys.) wird die Vaterschaft des Teufels erkannt. Ihr seid seine Söhne durch Nachahmung (Aug.). +Johannes Joh 51 8 44 67 Zwei Vergleichungspunkte: der Teufel ist ein Menschenmörder, und: Er besteht nicht in der Wahrheit. Der Teufel ein Menschenmörder: [1Joh 3,15], vom Anfang an: [1Joh 3,8], seitdem es Menschen gibt (Greg., Isid.). +Johannes Joh 51 8 44 68 Alle seine Taten sind gegen die Wahrheit gerichtet, weil seine böse Natur vor derselben Abscheu hat. +Johannes Joh 51 8 45 Ego autem si veritatem dico, non creditis mihi. Wenn⁶⁹ ich aber die Wahrheit rede, so glaubet ihr mir nicht. +Johannes Joh 51 8 45 69 Griech.: Weil. Scharfe Gegenüberstellung: Dem Lügner glaubet und folget ihr, mir, dem Verkünder der Wahrheit, nicht. +Johannes Joh 51 8 46 Quis ex vobis arguet me de peccato? Si veritatem dico vobis, quare non creditis mihi? Wer aus euch kann mich einer Sünde beschuldigen?⁷⁰ Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht?⁷¹ +Johannes Joh 51 8 46 70 Die Juden konnten dem Heilande wohl Verletzung des Sabbats und Lästerung vorwerfen, aber beides schwand, wenn Christus der Sohn Gottes war. Es war also eine solche Handlung des Heilandes aufzuweisen, welche mit seinem Anspruch auf diese Würde in Widerspruch stand. Dem Sündlosen ist unbedingt zu glauben, denn er kann weder sich irren noch andere täuschen. +Johannes Joh 51 8 46 71 Ihr, die ihr vorgebt, für die Wahrheit einzutreten. +Johannes Joh 51 8 47 Qui ex Deo est, verba Dei audit. Propterea vos non auditis, quia ex Deo non estis. Wer aus Gott ist, der höret die Worte Gottes; darum höret ihr nicht darauf, weil ihr nicht aus Gott seid.⁷² +Johannes Joh 51 8 47 72 Da die Juden keine Antwort geben, führt der Heiland den letzten Grund des Unglaubens an: Ihr seid nicht aus Gott, durch eigene Schuld (Aug.). Wer Gott liebt, hört gerne Gottes Wort; da ihr aber nicht hört, seid ihr offenbar nicht aus Gott, d. i. nicht mit ihm durch Glaube und Liebe verbunden. +Johannes Joh 51 8 48 Responderunt ergo Judæi, et dixerunt ei: Nonne bene dicimus nos quia Samaritanus es tu, et dæmonium habes? Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm:⁷³ Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist,⁷⁴ und einen bösen Geist hast?⁷⁵ +Johannes Joh 51 8 48 73 Die Wut der Juden macht sich Luft. +Johannes Joh 51 8 48 74 Du bist ein Feind der Juden und des Heiligtumes, von dir ist nichts Besseres zu erwarten (Orig., Cyr.). +Johannes Joh 51 8 48 75 Es ist die Antwort auf den Vorwurf des Heilandes, dass sie den Teufel zum Vater haben. Nur ein vom bösen Geiste Besessener kann dem auserwählten Volke einen solchen Vorwurf machen und für sich einen solchen Anspruch auf Wahrheit erheben, wie er Gott allein zugehört. +Johannes Joh 51 8 49 Respondit Jesus: Ego dæmonium non habeo: sed honorifico Patrem meum, et vos inhonorastis me. Jesus antwortete:⁷⁶ Ich⁷⁷ habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehret mich. +Johannes Joh 51 8 49 76 Die Beschimpfung Gottes straft der Heiland, auf persönliche Vorwürfe antwortet er mit Ruhe (Cyr., Chrys., Aug.). +Johannes Joh 51 8 49 77 Ich im Gegensatze zu euch. Den Vorwurf, dass er ein Samariter sei, lässt der Heiland unberücksichtigt, weil derselbe mit der Widerlegung des anderen hinfällig wurde (Orig.), denn wenn der Herr nicht unter dem Einflusse des bösen Geistes spricht, ist er ein wahrer Gottesverehrer, kein Samariter. Vielleicht auch übergeht er diesen Vorwurf, weil er selbst der barmherzige Samariter ist [Lk 10,30] (Orig., Hier., Aug.), oder auf nationale Gegensätze nicht eingehen will. Jesus ist für die Ehre Gottes tätig. Wer nicht blind ist und sein will, muss ihn als Messias anerkennen. +Johannes Joh 51 8 50 Ego autem non quæro gloriam meam: est qui quærat, et judicet. Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist einer, der sie suchet und richtet.⁷⁸ +Johannes Joh 51 8 50 78 Ihr verunehret mich: Dies sage ich euch nicht aus Ehrsucht, denn ich habe nicht nötig meine Ehre zu suchen, der Vater sucht dieselbe und wird diejenigen richten, welche mich verunehren. Jesus weist indes noch im folgenden Verse auf den Weg der Rettung hin. +Johannes Joh 51 8 51 Amen, amen dico vobis: si quis sermonem meum servaverit, mortem non videbit in æternum. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand meine Worte bewahrt, wird er den Tod⁷⁹ nicht sehen in Ewigkeit! +Johannes Joh 51 8 51 79 Vergl. [Joh 5,24]. Unter dem Tode ist der Verlust der Gnade und der ewigen Herrlichkeit verstanden. Nach der Drohung wendet sich der Heiland wieder zur Verheißung, alle Mittel anwendend, um die Zuhörer zu gewinnen. Er hatte V. 31, V. 32 denen, die an ihn glauben würden, bereits zwei Güter verheißen: dass sie wahrhaft seine Jünger und dass sie von der Knechtschaft der Sünde frei sein würden. Jetzt fügt er ein drittes Gut hinzu. +Johannes Joh 51 8 52 Dixerunt ergo Judæi: Nunc cognovimus quia dæmonium habes. Abraham mortuus est, et prophetæ: et tu dicis: Si quis sermonem meum servaverit, non gustabit mortem in æternum. Da sprachen die Juden: Nun wissen wir, dass du einen bösen Geist hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod nicht kosten in Ewigkeit!⁸⁰ +Johannes Joh 51 8 52 80 Die Juden legen die Worte Jesu von dem natürlichen Tode aus und finden dieselben unbegreiflich. Um so mehr halten sie an dem gemachten Vorwurfe fest. +Johannes Joh 51 8 53 Numquid tu major es patre nostro Abraham, qui mortuus est? et prophetæ mortui sunt. Quem te ipsum facis? Bist du⁸¹ denn größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist?⁸² Auch die Propheten sind gestorben. Zu wem machest du dich selbst? +Johannes Joh 51 8 53 81 Mit Abraham kann sich niemand vergleichen, und du willst es tun? Auch über die Propheten stellst du dich? +Johannes Joh 51 8 53 82 Die Juden beziehen das nicht sterben böswillig auf den Heiland selbst. Insofern mit Recht, als der, welcher andere vor dem Tode bewahrt, auch sich selbst Unsterblichkeit zuschreiben muss. +Johannes Joh 51 8 54 Respondit Jesus: Si ego glorifico meipsum, gloria mea nihil est: est Pater meus, qui glorificat me, quem vos dicitis quia Deus vester est; Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst verherrliche,⁸³ so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich verherrlicht, von welchem ihr saget, er sei euer Gott. +Johannes Joh 51 8 54 83 Es ist die Antwort auf die Frage: Zu wem machest du dich selbst? (V. 53) Nicht ich, sondern der Vater macht mich zu etwas, und er wird zeigen, dass ich der bin, für den ich mich erkläre. +Johannes Joh 51 8 55 Et non cognovistis eum: ego autem novi eum: Et si dixero quia non scio eum, ero similis vobis, mendax. Sed scio eum, et sermonem ejus servo. Und ihr kennet ihn nicht;⁸⁴ ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner,⁸⁵ gleichwie ihr. Aber ich⁸⁶ kenne ihn, und bewahre sein Wort. +Johannes Joh 51 8 55 84 Ihr hättet Gott aus dem Alten Testamente wenigstens so weit erkennen können, dass ihr den Messias als Gottgesandten aufnahmt. +Johannes Joh 51 8 55 85 Mit Bezug auf V. 44. +Johannes Joh 51 8 55 86 Im Gegenteile. Jesus vollbringt den Willen des Vaters auf Erden, weil er ihn kennt, und darum sind auch die Worte des Herrn wahr, weil es Gottes Worte sind. +Johannes Joh 51 8 56 Abraham pater vester exsultavit ut videret diem meum: vidit, et gavisus est. Abraham, euer Vater, frohlockte,⁸⁷ dass er meinen Tag sehen⁸⁸ sollte; er sah ihn,⁸⁹ und freute sich. +Johannes Joh 51 8 56 87 Antwort auf V. 53. Abraham frohlockte, als ihm die Prophezeiung zuteil wurde [Gen 18,18, Gen 22,18] +Johannes Joh 51 8 56 88 Die Menschwerdung erfahren (Ir., Orig., Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 8 56 89 Geistig an dem Orte, wo die Seelen der Väter weilten. +Johannes Joh 51 8 57 Dixerunt ergo Judæi ad eum: Quinquaginta annos nondum habes, et Abraham vidisti? Da sprachen die Juden zu ihm:⁹⁰ Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt,⁹¹ und hast Abraham gesehen? +Johannes Joh 51 8 57 90 Die Juden fassen die Worte wie immer äußerlich, vom sinnlichen Erkennen. +Johannes Joh 51 8 57 91 50 Jahre sind der Höhepunkt des Mannesalters. +Johannes Joh 51 8 58 Dixit eis Jesus: Amen, amen dico vobis, antequam Abraham fieret, ego sum. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehedenn Abraham ward, bin ich!⁹² +Johannes Joh 51 8 58 92 Abraham ward d. h. ist in der Zeit erschaffen worden, Jesus ist, ist nicht geworden. Im göttlichen Sein gibt es kein früher oder später (Chrys., Aug., Greg.). +Johannes Joh 51 8 59 Tulerunt ergo lapides, ut jacerent in eum: Jesus autem abscondit se, et exivit de templo. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen;⁹³ Jesus aber verbarg sich, und ging hinweg aus dem Tempel.⁹⁴ +Johannes Joh 51 8 59 93 Die Juden geraten über diese vermeintliche Gotteslästerung derart in Wut, dass sie die Strafe für dieselbe [Lev 24,16] sofort vollstrecken wollen (Chrys., Euth., Aug.). +Johannes Joh 51 8 59 94 Er wurde für die Juden unsichtbar (Cyr., Euth., Theoph., Thom.). Andere denken nicht an ein Wunder (Chrys.). So zeigt Jesus seine Macht und die Ohnmacht der Juden. Jesus geht aus dem Tempel und lässt diesen ohne Messias, ohne Gott zurück. So weicht Jesus auch aus der Seele des Sünders und nimmt den Frieden mit sich, jenen der Qual des Gewissens und, kehrt er nicht um, dem ewigen Verderben überlassend. +Apostelgeschichte Apg 51 9 0 Sendung des Saulus nach Damaskus und seine Bekehrung. (V. 19) Missionstätigkeit des heil. Paulus zu Damaskus und Flucht. (V. 25) Erster Besuch des heil. Paulus zu Jerusalem. (V. 30) Wirksamkeit des heil. Petrus zu Lydda und Joppe. +Johannes Joh 51 9 0 Am nächsten Sabbat heilt Jesus einen Blindgeborenen. (V. 12) Die Pharisäer wollen das Wunder nicht anerkennen und stoßen den Geheilten aus der Synagoge. Apostelgeschichte Apg 51 9 1 Saulus autem adhuc spirans minarum, et cædis in discipulos Domini, accessit ad principem sacerdotum. Saulus aber noch¹ Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn atmend, ging zum Hohenpriester,² [Gal 1,13] -Johannes Joh 50 9 1 Et præteriens Jesus vidit hominem cæcum a nativitate: Und als Jesus vorüberging,¹ sah er einen Menschen, der von Geburt an blind war.² +Johannes Joh 51 9 1 Et præteriens Jesus vidit hominem cæcum a nativitate: Und als Jesus vorüberging,¹ sah er einen Menschen, der von Geburt an blind war.² Apostelgeschichte Apg 51 9 1 1 Während durch Philippus Belehrung das Licht des Evangeliums bereits in fernen Heidenländern leuchtete, war Paulus noch bemüht, es unter den Juden auszulöschen. -Johannes Joh 50 9 1 1 Dies Ereignis folgte unmittelbar nach dem zuvor erzählten (Orig., Cyr.). Nicht zufällig lenkt Jesus seine Schritte dorthin, wo der Blinde ist, wohl vor dem Tempel. +Johannes Joh 51 9 1 1 Dies Ereignis folgte unmittelbar nach dem zuvor erzählten (Orig., Cyr.). Nicht zufällig lenkt Jesus seine Schritte dorthin, wo der Blinde ist, wohl vor dem Tempel. Apostelgeschichte Apg 51 9 1 2 Der Hohepriester ist wohl Theophilus, der in den Jahren 37 42 die höchste Würde innehatte. -Johannes Joh 50 9 1 2 Der Blindgeborene ist das Bild der Heiden. +Johannes Joh 51 9 1 2 Der Blindgeborene ist das Bild der Heiden. Apostelgeschichte Apg 51 9 2 Et petiit ab eo epistolas in Damascum ad synagogas: ut si quos invenisset hujus viæ viros, ac mulieres, vinctos perduceret in Jerusalem. und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit, wenn er welche fände, die dieses Weges³ wären, Männer und Weiber, er sie gefesselt nach Jerusalem führte.⁴ -Johannes Joh 50 9 2 Et interrogaverunt eum discipuli ejus: Rabbi, quis peccavit, hic, aut parentes ejus, ut cæcus nasceretur? Da fragten ihn seine Jünger: Meister! wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?³ +Johannes Joh 51 9 2 Et interrogaverunt eum discipuli ejus: Rabbi, quis peccavit, hic, aut parentes ejus, ut cæcus nasceretur? Da fragten ihn seine Jünger: Meister! wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?³ Apostelgeschichte Apg 51 9 2 3 Des Weges sein: eine religiöse Überzeugung und Lehre haben. Hier ist die christliche gemeint. An anderen Stellen [Apg 18,25.26] heißt der christliche Glaube der Weg des Herrn, der Weg Gottes, während er hier und an anderen Orten [Apg 19,9.23, Apg 22,4, Apg 24,14] schlechthin der Weg genannt wird. Mit der größeren Verbreitung des Christentums verschwand der Name. -Johannes Joh 50 9 2 3 Alle Übel galten bei den Juden als Folgen eigener oder fremder Sünden. Der Blinde aber hätte schon im Mutterleibe gesündigt? Warum stellen die Jünger eine solche Frage? Wohl in Erinnerung an den Gelähmten [Mt 9,2]. Im vorliegenden Falle trägt weder er die Schuld, noch seine Eltern, noch die Erbsünde. +Johannes Joh 51 9 2 3 Alle Übel galten bei den Juden als Folgen eigener oder fremder Sünden. Der Blinde aber hätte schon im Mutterleibe gesündigt? Warum stellen die Jünger eine solche Frage? Wohl in Erinnerung an den Gelähmten [Mt 9,2]. Im vorliegenden Falle trägt weder er die Schuld, noch seine Eltern, noch die Erbsünde. Apostelgeschichte Apg 51 9 2 4 Die örtlichen Gerichtshöfe konnten nicht über Gotteslästerung und Abfall urteilen, sondern diese Sachen gehörten vor den hohen Rat. Vergl. [Mt 5,22, Mt 10,17]. Die Christen standen noch in Verbindung mit den Synagogen, zumal sie sich in Palästina noch als ein Volk mit den Juden fühlten. -Johannes Joh 50 9 3 Respondit Jesus: Neque hic peccavit, neque parentes ejus: sed ut manifestentur opera Dei in illo. Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern⁴ die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.⁵ +Johannes Joh 51 9 3 Respondit Jesus: Neque hic peccavit, neque parentes ejus: sed ut manifestentur opera Dei in illo. Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern⁴ die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 9 3 Et cum iter faceret, contigit ut appropinquaret Damasco: et subito circumfulsit eum lux de clo. Als er nun auf dem Wege war, und sich Damaskus näherte, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel.⁵ -Johannes Joh 50 9 3 4 Deshalb ist er blind geboren, denn usw. +Johannes Joh 51 9 3 4 Deshalb ist er blind geboren, denn usw. Apostelgeschichte Apg 51 9 3 5 Nach der Überlieferung ist die Stätte der Bekehrung etwa 10 Minuten vor dem östlichen Tore gelegen. Das Licht übertraf den Glanz der Sonne [Apg 26,13] und umleuchtete auch die Gefährten des Saulus. Es war der Glanz des verklärten Leibes Christi (V. 5). -Johannes Joh 50 9 3 5 Die Wunderkräfte Gottes sollen sich an ihm offenbaren. An anderen wird Gottes Zweck in anderer Weise erreicht. Stets muss das Böse zur Förderung des Guten beitragen, ob auch die Menschen den Zusammenhang nicht sehen. Dem Blindgeborenen wird sein Unglück zum Glücke, denn die leibliche Heilung macht seinen Geist dem Licht zugänglich, während die sehenden Juden geistig blind bleiben (Chrys.). -Johannes Joh 50 9 4 Me oportet operari opera ejus, qui misit me, donec dies est: venit nox, quando nemo potest operari. Ich muss die Werke desjenigen wirken, der mich gesandt hat,⁶ so lange es Tag ist;⁷ es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. +Johannes Joh 51 9 3 5 Die Wunderkräfte Gottes sollen sich an ihm offenbaren. An anderen wird Gottes Zweck in anderer Weise erreicht. Stets muss das Böse zur Förderung des Guten beitragen, ob auch die Menschen den Zusammenhang nicht sehen. Dem Blindgeborenen wird sein Unglück zum Glücke, denn die leibliche Heilung macht seinen Geist dem Licht zugänglich, während die sehenden Juden geistig blind bleiben (Chrys.). +Johannes Joh 51 9 4 Me oportet operari opera ejus, qui misit me, donec dies est: venit nox, quando nemo potest operari. Ich muss die Werke desjenigen wirken, der mich gesandt hat,⁶ so lange es Tag ist;⁷ es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Apostelgeschichte Apg 51 9 4 Et cadens in terram audivit vocem dicentem sibi: Saule, Saule, quid me persequeris? Und er fiel auf die Erde, und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saulus, Saulus! warum verfolgst du mich? -Johannes Joh 50 9 4 6 Der Heiland will im Folgenden nun von seiner Wirksamkeit als des vom Vater Gesandten ein Beispiel geben. -Johannes Joh 50 9 4 7 Solange es der Vater für angemessen hält: die Lebenszeit (Cyr.). Mit dem Tode des Heilandes ist das Heilswerk in sich vollbracht, und niemand kann an die Stelle des Herrn treten; nur eine Aneignung des Himmels kann statthaben. +Johannes Joh 51 9 4 6 Der Heiland will im Folgenden nun von seiner Wirksamkeit als des vom Vater Gesandten ein Beispiel geben. +Johannes Joh 51 9 4 7 Solange es der Vater für angemessen hält: die Lebenszeit (Cyr.). Mit dem Tode des Heilandes ist das Heilswerk in sich vollbracht, und niemand kann an die Stelle des Herrn treten; nur eine Aneignung des Himmels kann statthaben. Apostelgeschichte Apg 51 9 5 Qui dixit: Quis es Domine? Et ille: Ego sum Jesus, quem tu persequeris: durum est tibi contra stimulum calcitrare. Er sprach: Wer bist du, Herr? und dieser antwortete: Ich bin Jesus, den du verfolgst; es ist dir hart, wider den Stachel auszuschlagen.⁶ -Johannes Joh 50 9 5 Quamdiu sum in mundo, lux sum mundi. So lange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.⁸ +Johannes Joh 51 9 5 Quamdiu sum in mundo, lux sum mundi. So lange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 9 5 6 Sprichwort: Je mehr der Ochs gegen den Stachel, der ihn zum Gehen antreibt, ausschlägt, desto mehr wird er von demselben getroffen. So ist der Widerstand gegen die Macht Gottes unnütz und gefährlich. Paulus hatte nicht darauf geachtet, wie Stephanus mit Weisheit und Kraft redete [Apg 6,9.10], nicht, dass sein Antlitz wie das eines Engels war [Apg 6,15] und er noch sterbend für seine Feinde betete [Apg 7,59], nicht, dass Gamaliel geraten, von den Christen abzulassen [Apg 5,34ff] nicht, wie starkmütig die Christen litten. Die Worte des Herrn sind ebenso zerschmetternd für die Verfolger, wie trostreich für seine Jünger. Er selbst fühlt sich verfolgt in seinen Gläubigen, und erhöht zur Rechten des Vaters weiß er ihnen zu Hilfe zu kommen. -Johannes Joh 50 9 5 8 Urheber des natürlichen und geistigen Lichtes. Indem der Heiland dem Blindgeborenen das natürliche Licht verleiht, gibt er ein Vorbild für das geistige Licht, dem sich die Juden öffnen sollen, so lange es bei ihnen ist. Nur durch ihn allein ist das ewige Licht zu erlangen (Aug.). -Johannes Joh 50 9 6 Hæc cum dixisset, exspuit in terram, et fecit lutum ex sputo, et linivit lutum super oculos ejus, Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte aus dem Speichel einen Teig und strich den Teig auf die Augen desselben,⁹ +Johannes Joh 51 9 5 8 Urheber des natürlichen und geistigen Lichtes. Indem der Heiland dem Blindgeborenen das natürliche Licht verleiht, gibt er ein Vorbild für das geistige Licht, dem sich die Juden öffnen sollen, so lange es bei ihnen ist. Nur durch ihn allein ist das ewige Licht zu erlangen (Aug.). +Johannes Joh 51 9 6 Hæc cum dixisset, exspuit in terram, et fecit lutum ex sputo, et linivit lutum super oculos ejus, Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte aus dem Speichel einen Teig und strich den Teig auf die Augen desselben,⁹ Apostelgeschichte Apg 51 9 6 Et tremens, ac stupens dixit: Domine, quid me vis facere? Et Dominus ad eum: Surge, et ingredere civitatem, et ibi dicetur tibi quid te oporteat facere. Da sprach er zitternd und staunend: Herr! was willst du, dass ich tun soll?⁷ Und der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst! Apostelgeschichte Apg 51 9 6 7 Zu der Furcht vor der Strafe kommt der Glaube und die freiwillige Unterwerfung des Gehorsams, und so vollendet sich die Bekehrung. Dieser Vorgang wird noch [Apg 22,6ff, Apg 26,13ff] erzählt. Die Verschiedenheiten in den Berichten sind nur scheinbare. Wenn hier nur Paulus zu fallen scheint, die Begleiter aber stehen, hingegen [Apg 26,14] alle zu Boden stürzen, so ist zu sagen, dass eben die Begleiter sich bald erhoben und aufstanden, Paulus aber liegen blieb. Hier hören sie die Stimme, d. h. sie hören Laute, nach [Apg 22,9] aber verstehen dieselben nicht, d. h. erkennen nicht, wer und was er spricht. Vergl. [Joh 12,28ff]. Bezüglich des Sehens ist zwischen dieser Stelle und [Apg 22,9] keine eigentliche Differenz, da nach letzterer Stelle die Begleiter keine Person, sondern nur ein Licht sahen. -Johannes Joh 50 9 6 9 Dies Mittel ist an sich eher zweckwidrig. Jesus will zeigen, dass solche Handlungen zu einem solchen Zwecke am Sabbat vorgenommen werden können und die heil. Sakramente vorbilden, [2Kön 5,1ff] in Naaman. +Johannes Joh 51 9 6 9 Dies Mittel ist an sich eher zweckwidrig. Jesus will zeigen, dass solche Handlungen zu einem solchen Zwecke am Sabbat vorgenommen werden können und die heil. Sakramente vorbilden, [2Kön 5,1ff] in Naaman. Apostelgeschichte Apg 51 9 7 Viri autem illi, qui comitabantur cum eo, stabant stupefacti, audientes quidem vocem, neminem autem videntes. Die Männer aber, welche mit ihm reisten, standen sprachlos, da sie zwar die Stimme hörten, aber niemanden sahen. [Apg 22,9, Apg 26,14] -Johannes Joh 50 9 7 Et dixit ei: Vade, lava in natatoria Siloe (quod interpretatur Missus). Abiit ergo, et lavit, et venit videns. und sprach zu ihm: Gehe hin, und wasche dich in dem Teiche Siloe¹⁰ (das heißt der Gesandte). Da ging er hin, wusch sich,¹¹ und kam sehend.¹² -Johannes Joh 50 9 7 10 [Jes 8,6] wird Siloam eine Quelle, [Neh 3,15] ein Teich genannt, am Südende Jerusalems gelegen. Der im Evangelium erwähnte Teich war wahrscheinlich in einen Felsen gehauen. Der heil. Johannes erklärt den Namen typisch: der Gesandte, ein Vorbild Christi, der im höchsten Sinne der Gesandte Gottes ist (Cyr., Chrys., Aug.). -Johannes Joh 50 9 7 11 Dieses Hingehen und Waschen beweist seinen Glauben, da er wohl wusste, dass solche Mittel an sich nicht helfen. -Johannes Joh 50 9 7 12 Nach Haus, wie V. 8 zeigt. +Johannes Joh 51 9 7 Et dixit ei: Vade, lava in natatoria Siloe (quod interpretatur Missus). Abiit ergo, et lavit, et venit videns. und sprach zu ihm: Gehe hin, und wasche dich in dem Teiche Siloe¹⁰ (das heißt der Gesandte). Da ging er hin, wusch sich,¹¹ und kam sehend.¹² +Johannes Joh 51 9 7 10 [Jes 8,6] wird Siloam eine Quelle, [Neh 3,15] ein Teich genannt, am Südende Jerusalems gelegen. Der im Evangelium erwähnte Teich war wahrscheinlich in einen Felsen gehauen. Der heil. Johannes erklärt den Namen typisch: der Gesandte, ein Vorbild Christi, der im höchsten Sinne der Gesandte Gottes ist (Cyr., Chrys., Aug.). +Johannes Joh 51 9 7 11 Dieses Hingehen und Waschen beweist seinen Glauben, da er wohl wusste, dass solche Mittel an sich nicht helfen. +Johannes Joh 51 9 7 12 Nach Haus, wie V. 8 zeigt. Apostelgeschichte Apg 51 9 8 Surrexit autem Saulus de terra, apertisque oculis nihil videbat. Ad manus autem illum trahentes, introduxerunt Damascum. Da stand Saulus von der Erde auf; und als er die Augen auftat, sah er nichts.⁸ Sie nahmen ihn also bei der Hand, und führten ihn nach Damaskus. -Johannes Joh 50 9 8 Itaque vicini, et qui viderant eum prius quia mendicus erat, dicebant: Nonne hic est, qui sedebat, et mendicabat? Alii dicebant: Quia hic est. Die Nachbarn aber, und die ihn zuvor, weil er ein Bettler war,¹³ gesehen hatten, sprachen: Ist dies nicht derselbe, welcher da saß und bettelte? Einige sagten: Er ist es! +Johannes Joh 51 9 8 Itaque vicini, et qui viderant eum prius quia mendicus erat, dicebant: Nonne hic est, qui sedebat, et mendicabat? Alii dicebant: Quia hic est. Die Nachbarn aber, und die ihn zuvor, weil er ein Bettler war,¹³ gesehen hatten, sprachen: Ist dies nicht derselbe, welcher da saß und bettelte? Einige sagten: Er ist es! Apostelgeschichte Apg 51 9 8 8 Die Blindheit war ein deutlicher Beweis der Wirklichkeit der Erscheinung. Der stolze Pharisäer ist tief gedemütigt. Es fehlt ihm aber doch nicht ganz an Trost. (Die V. 12 erwähnte Vision.) -Johannes Joh 50 9 8 13 Da er ein Bettler war, bot er häufig Gelegenheit ihn zu sehen. +Johannes Joh 51 9 8 13 Da er ein Bettler war, bot er häufig Gelegenheit ihn zu sehen. Apostelgeschichte Apg 51 9 9 Et erat ibi tribus diebus non videns, et non manducavit, neque bibit. Daselbst war er drei Tage, ohne zu sehen; und er aß nicht, und trank nicht.⁹ -Johannes Joh 50 9 9 Alii autem: Nequaquam, sed similis est ei. Ille vero dicebat: Quia ego sum. Andere aber: Nein, sondern er sieht ihm ähnlich. Jener aber sprach: Ich bin es!¹⁴ +Johannes Joh 51 9 9 Alii autem: Nequaquam, sed similis est ei. Ille vero dicebat: Quia ego sum. Andere aber: Nein, sondern er sieht ihm ähnlich. Jener aber sprach: Ich bin es!¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 9 9 9 Der eine kurze Blick in das Licht der göttlichen Herrlichkeit des Herrn hat Saulus geblendet. Diese leibliche Blindheit sollte ihm ein Zeichen der geistigen Blindheit sein, in welcher er bisher gewandelt, die Heilung von der leiblichen Blindheit ein Zeichen und Unterpfand der Eröffnung seines geistigen Auges für das Licht der Wahrheit und der Gnade. -Johannes Joh 50 9 9 14 Der Streit der Juden erhebt das Wunder über jeden Zweifel. +Johannes Joh 51 9 9 14 Der Streit der Juden erhebt das Wunder über jeden Zweifel. Apostelgeschichte Apg 51 9 10 Erat autem quidam discipulus Damasci, nomine Ananias: et dixit ad illum in visu Dominus: Anania. At ille ait: Ecce ego, Domine. Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Namen Ananias.¹⁰ Zu diesem sprach der Herr in einem Gesichte: Ananias! Er antwortete: Siehe, Herr, hier bin ich. -Johannes Joh 50 9 10 Dicebant ergo ei: Quomodo aperti sunt tibi oculi? Da sprachen sie zu ihm: Wie sind dir die Augen aufgetan worden?¹⁵ +Johannes Joh 51 9 10 Dicebant ergo ei: Quomodo aperti sunt tibi oculi? Da sprachen sie zu ihm: Wie sind dir die Augen aufgetan worden?¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 9 10 10 Ananias war selbst ein streng gesetzlicher Jude gewesen. Vergl. [Apg 22,12] und wohl in Damaskus heimisch. Nach einer Überlieferung war er einer der 70 Jünger. (Ökum.) -Johannes Joh 50 9 10 15 Wie also, wenn du wirklich der blindgeborene Bettler bist? -Johannes Joh 50 9 11 Respondit: Ille homo, qui dicitur Jesus, lutum fecit: et unxit oculos meos, et dixit mihi: Vade ad natatoria Siloe, et lava. Et abii, lavi, et video. Er antwortete: Jener Mann, welcher Jesus genannt wird, bereitete einen Teig, und bestrich meine Augen, und sprach zu mir: Gehe hin zu dem Teiche Siloe, und wasche dich! Da ging ich hin, wusch mich, und ich sehe.¹⁶ +Johannes Joh 51 9 10 15 Wie also, wenn du wirklich der blindgeborene Bettler bist? +Johannes Joh 51 9 11 Respondit: Ille homo, qui dicitur Jesus, lutum fecit: et unxit oculos meos, et dixit mihi: Vade ad natatoria Siloe, et lava. Et abii, lavi, et video. Er antwortete: Jener Mann, welcher Jesus genannt wird, bereitete einen Teig, und bestrich meine Augen, und sprach zu mir: Gehe hin zu dem Teiche Siloe, und wasche dich! Da ging ich hin, wusch mich, und ich sehe.¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 9 11 Et Dominus ad eum: Surge, et vade in vicum, qui vocatur rectus: et quære in domo Judæ Saulum nomine Tarsensem: ecce enim orat. Und der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Straße, welche die gerade heißt, und frage im Hause des Judas nach jemanden mit Namen Saulus aus Tarsus; denn siehe, er betet. -Johannes Joh 50 9 11 16 Die Nachbarn haben aus Pflichteifer oder aus Furcht bei dem hohen Rat Anzeige erstattet. Der Blinde hatte nicht um Heilung gebeten, darum muss er sich allmählich in die Sachlage hineinfinden. Zuerst nennt er den Heiland jenen Menschen, dann einen Diener Gottes (V. 31), endlich den Messias (V. 36). +Johannes Joh 51 9 11 16 Die Nachbarn haben aus Pflichteifer oder aus Furcht bei dem hohen Rat Anzeige erstattet. Der Blinde hatte nicht um Heilung gebeten, darum muss er sich allmählich in die Sachlage hineinfinden. Zuerst nennt er den Heiland jenen Menschen, dann einen Diener Gottes (V. 31), endlich den Messias (V. 36). Apostelgeschichte Apg 51 9 12 (Et vidit virum Ananiam nomine, introeuntem, et imponentem sibi manus ut visum recipiat.) (Und er hat einen Mann mit Namen Ananias eintreten, und ihm die Hände auflegen sehen, damit er wieder sehend werde.)¹¹ -Johannes Joh 50 9 12 Et dixerunt ei: Ubi est ille? Ait: Nescio. Und sie sprachen zu ihm: Wo ist er?¹⁷ Er sprach: Ich weiß es nicht. +Johannes Joh 51 9 12 Et dixerunt ei: Ubi est ille? Ait: Nescio. Und sie sprachen zu ihm: Wo ist er?¹⁷ Er sprach: Ich weiß es nicht. Apostelgeschichte Apg 51 9 12 11 Er hat in einem Gesichte bereits dich tun gesehen, was ich dir jetzt auftrage. Dieses Ereignis hat große Ähnlichkeit mit der Geschichte des Kornelius und Petrus. -Johannes Joh 50 9 12 17 Die Frage der Juden verrät bereits eine feindselige Stimmung (Cyr., Chrys.), denn da sie Jesus gut kannten, wozu wollen sie wissen, wo er ist? +Johannes Joh 51 9 12 17 Die Frage der Juden verrät bereits eine feindselige Stimmung (Cyr., Chrys.), denn da sie Jesus gut kannten, wozu wollen sie wissen, wo er ist? Apostelgeschichte Apg 51 9 13 Respondit autem Ananias: Domine, audivi a multis de viro hoc, quanta mala fecerit sanctis tuis in Jerusalem: Ananias aber antwortete: Herr! ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. -Johannes Joh 50 9 13 Adducunt eum ad Pharisæos, qui cæcus fuerat. Da führten sie den, der blind gewesen, zu den Pharisäern.¹⁸ -Johannes Joh 50 9 13 18 Es ist nicht der hohe Rat zu verstehen, denn dieser hielt am Sabbat keine Sitzungen, sondern ein Conventikel von Pharisäern. +Johannes Joh 51 9 13 Adducunt eum ad Pharisæos, qui cæcus fuerat. Da führten sie den, der blind gewesen, zu den Pharisäern.¹⁸ +Johannes Joh 51 9 13 18 Es ist nicht der hohe Rat zu verstehen, denn dieser hielt am Sabbat keine Sitzungen, sondern ein Conventikel von Pharisäern. Apostelgeschichte Apg 51 9 14 Et hic habet potestatem a principibus sacerdotum alligandi omnes, qui invocant nomen tuum. Und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle, die deinen Namen anrufen,¹² zu fesseln. -Johannes Joh 50 9 14 Erat autem sabbatum quando lutum fecit Jesus, et aperuit oculos ejus. Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig bereitete, und ihm die Augen öffnete. +Johannes Joh 51 9 14 Erat autem sabbatum quando lutum fecit Jesus, et aperuit oculos ejus. Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig bereitete, und ihm die Augen öffnete. Apostelgeschichte Apg 51 9 14 12 Der Name Heilige oder die den Herrn anrufen, vergl. [Ps 15,3] und [Joel 2,21], wird häufig zur Bezeichnung der Christen gebraucht. -Johannes Joh 50 9 15 Iterum ergo interrogabant eum Pharisæi quomodo vidisset. Ille autem dixit eis: Lutum mihi posuit super oculos, et lavi, et video. Wiederum also fragten ihn die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er aber sagte zu ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen, ich wusch mich, und ich sehe.¹⁹ +Johannes Joh 51 9 15 Iterum ergo interrogabant eum Pharisæi quomodo vidisset. Ille autem dixit eis: Lutum mihi posuit super oculos, et lavi, et video. Wiederum also fragten ihn die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er aber sagte zu ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen, ich wusch mich, und ich sehe.¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 9 15 Dixit autem ad eum Dominus: Vade, quoniam vas electionis est mihi iste, ut portet nomen meum coram gentibus, et regibus, et filiis Israel. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin! denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen vor Heiden¹³ und Könige und die Kinder Israels zu tragen. Apostelgeschichte Apg 51 9 15 13 Wie wenig sind oft unsere Gedanken Gottes Gedanken! Die Heiden stehen voran, weil der heil. Paulus hauptsächlich für sie berufen wird. -Johannes Joh 50 9 15 19 Der Geheilte antwortet kurz, weil der Tatbestand den Pharisäern bereits bekannt ist. +Johannes Joh 51 9 15 19 Der Geheilte antwortet kurz, weil der Tatbestand den Pharisäern bereits bekannt ist. Apostelgeschichte Apg 51 9 16 Ego enim ostendam illi quanta oporteat eum pro nomine meo pati. Denn¹⁴ ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss. -Johannes Joh 50 9 16 Dicebant ergo ex Pharisæis quidam: Non est hic homo a Deo, qui sabbatum non custodit. Alii autem dicebant: Quomodo potest homo peccator hæc signa facere? Et schisma erat inter eos. Hierauf sprachen einige von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, da er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündhafter Mensch diese Wunder tun? Und es war eine Spaltung unter ihnen.²⁰ +Johannes Joh 51 9 16 Dicebant ergo ex Pharisæis quidam: Non est hic homo a Deo, qui sabbatum non custodit. Alii autem dicebant: Quomodo potest homo peccator hæc signa facere? Et schisma erat inter eos. Hierauf sprachen einige von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, da er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündhafter Mensch diese Wunder tun? Und es war eine Spaltung unter ihnen.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 9 16 14 Zusammenhang: Ich habe ihn erwählt und er wird der Erwählung heldenmütig entsprechen, denn ich werde ihm offenbaren, wie viel er leiden muss. Infolge dieser Offenbarung wird er große Leiden übernehmen, um seinem Berufe zu entsprechen. Die Aufgabe des apostolischen Arbeiters besteht also ebenso im Leiden, wie im Wirken. Vergl. [Röm 5,3, 2Kor 1,5] -Johannes Joh 50 9 16 20 Nach der lächerlich strengen Gesetzesauslegung der Pharisäer war die Handlung des Herrn (V. 6) eine Sabbatverletzung. +Johannes Joh 51 9 16 20 Nach der lächerlich strengen Gesetzesauslegung der Pharisäer war die Handlung des Herrn (V. 6) eine Sabbatverletzung. Apostelgeschichte Apg 51 9 17 Et abiit Ananias, et introivit in domum: et imponens ei manus, dixit: Saule frater, Dominus misit me Jesus, qui apparuit tibi in via, qua veniebas, ut videas, et implearis Spiritu sancto. Da ging Ananias hin, und trat in das Haus, und ihm die Hände auflegend¹⁵ sprach er: Bruder Saulus! der Herr Jesus, der dir auf dem Wege, auf dem du kamest, erschienen ist, hat mich zu dir gesandt, damit du sehend und mit dem Heiligen Geiste erfüllt werdest. -Johannes Joh 50 9 17 Dicunt ergo cæco iterum: Tu quid dicis de illo, qui aperuit oculos tuos? Ille autem dixit: Quia propheta est. Sie sprachen also abermals zu dem Blinden:²¹ Was sagst du von dem, der deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet! +Johannes Joh 51 9 17 Dicunt ergo cæco iterum: Tu quid dicis de illo, qui aperuit oculos tuos? Ille autem dixit: Quia propheta est. Sie sprachen also abermals zu dem Blinden:²¹ Was sagst du von dem, der deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet! Apostelgeschichte Apg 51 9 17 15 [Mk 16,18] wird erfüllt. -Johannes Joh 50 9 17 21 Der Streit nötigt die Pharisäer, sich wieder an den Geheilten zu wenden, um von ihm ein Urteil über Jesus zu erlangen. Die Antwort des Geheilten verwandelt die Frage der besser Gesinnten in die richtige Aussage (Cyr.). -Johannes Joh 50 9 18 Non crediderunt ergo Judæi de illo, quia cæcus fuisset et vidisset, donec vocaverunt parentes ejus, qui viderat: Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden sei, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen herbeiriefen.²² +Johannes Joh 51 9 17 21 Der Streit nötigt die Pharisäer, sich wieder an den Geheilten zu wenden, um von ihm ein Urteil über Jesus zu erlangen. Die Antwort des Geheilten verwandelt die Frage der besser Gesinnten in die richtige Aussage (Cyr.). +Johannes Joh 51 9 18 Non crediderunt ergo Judæi de illo, quia cæcus fuisset et vidisset, donec vocaverunt parentes ejus, qui viderat: Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden sei, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen herbeiriefen.²² Apostelgeschichte Apg 51 9 18 Et confestim ceciderunt ab oculis ejus tamquam squamæ, et visum recepit: et surgens baptizatus est. Und sogleich fiel es wie Schuppen¹⁶ von seinen Augen, und er erhielt das Gesicht wieder, stand auf, und wurde getauft.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 9 18 16 Vergl. [Tob 11,14.15]. Apostelgeschichte Apg 51 9 18 17 Nicht durch die Berufung des Herrn, sondern durch die Taufe wurde Paulus ein Glied der sichtbaren Kirche. Die Blindheit des Saulus wie deren Aufhebung haben übernatürlichen, und sinnbildlichen Charakter. Eigenwille und falsches Wissen hatten das Herz des Saulus mit Dunkel und Härte überzogen; als diese Schleier fielen, stand klares Gotteslicht vor ihm. (Greg. v. Nyss.) Die Kirche sah zu aller Zeit in der Bekehrung des Verfolgers Saulus die kostbarste Frucht des Gebetes und des Opfers ihres ersten Märtyrers Stephanus. -Johannes Joh 50 9 18 22 Die Pharisäer haben von vornherein nur nach einem Anklagepunkt gesucht, um aus demselben die Verletzung des Sabbatgebotes zu beweisen. Da der Geheilte nicht nach ihrem Wunsche aussagt, wollen sie ihm nicht glauben und schlagen einen anderen Weg ein. -Johannes Joh 50 9 19 Et interrogaverunt eos, dicentes: Hic est filius vester, quem vos dicitis quia cæcus natus est? Quomodo ergo nunc videt? Diese fragten sie, und sprachen: Ist dies euer Sohn, von welchem ihr saget, dass er blind geboren ist? Wie ist er denn jetzt sehend geworden?²³ +Johannes Joh 51 9 18 22 Die Pharisäer haben von vornherein nur nach einem Anklagepunkt gesucht, um aus demselben die Verletzung des Sabbatgebotes zu beweisen. Da der Geheilte nicht nach ihrem Wunsche aussagt, wollen sie ihm nicht glauben und schlagen einen anderen Weg ein. +Johannes Joh 51 9 19 Et interrogaverunt eos, dicentes: Hic est filius vester, quem vos dicitis quia cæcus natus est? Quomodo ergo nunc videt? Diese fragten sie, und sprachen: Ist dies euer Sohn, von welchem ihr saget, dass er blind geboren ist? Wie ist er denn jetzt sehend geworden?²³ Apostelgeschichte Apg 51 9 19 Et cum accepisset cibum, confortatus est. Fuit autem cum discipulis, qui erant Damasci, per dies aliquot. Dann nahm er Speise, und kam wieder zu Kräften. Er hielt sich aber bei den Jüngern, die zu Damaskus waren, einige Tage auf.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 9 19 18 Die Bekehrung des heil. Paulus war für die Kirche ein so folgenschweres Ereignis, dass sie das Gedächtnis derselben jährlich am 25. Januar begeht. Bald begibt sich Paulus nach Arabien [Gal 1,17] an die Stätte, wo der A. B. seinen Anfang genommen und Elias göttliche Aufträge empfing. [1Kön 19] Diese Reise wird vom heil. Lukas übergangen, da sie eine private, nicht eine apostolische Reise war. Er erzählt nur die Geschichte der Urkirche, will aber nicht eine Lebensbeschreibung der einzelnen Apostel geben. Solche Auslassungen (wie hier zwischen V. 22 und V. 13 die aramäische Reise einzuschalten wäre), kommen bei dem heil. Lukas öfter vor. -Johannes Joh 50 9 19 23 Zwei Fragen: Euer Sohn ist angeblich blind geboren? (Sie bekunden von vornherein ihr Misstrauen.) Er ist geheilt worden? -Johannes Joh 50 9 20 Responderunt eis parentes ejus, et dixerunt: Scimus quia hic est filius noster, et quia cæcus natus est: Seine Eltern antworteten ihnen, und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist, und dass er blind geboren ist; +Johannes Joh 51 9 19 23 Zwei Fragen: Euer Sohn ist angeblich blind geboren? (Sie bekunden von vornherein ihr Misstrauen.) Er ist geheilt worden? +Johannes Joh 51 9 20 Responderunt eis parentes ejus, et dixerunt: Scimus quia hic est filius noster, et quia cæcus natus est: Seine Eltern antworteten ihnen, und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist, und dass er blind geboren ist; Apostelgeschichte Apg 51 9 20 Et continuo in synagogis prædicabat Jesum, quoniam hic est Filius Dei. Und alsbald predigte er in den Synagogen Jesus, dass dieser der Sohn Gottes sei. Apostelgeschichte Apg 51 9 21 Stupebant autem omnes, qui audiebant, et dicebant: Nonne hic est, qui expugnabat in Jerusalem eos, qui invocabant nomen istud: et huc ad hoc venit ut vinctos illos duceret ad principes sacerdotum? Es staunten aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist nicht dieser es, welcher in Jerusalem die Jünger verfolgte, die diesen Namen anriefen? und der dazu hierher gekommen ist, um sie zu fesseln und zu den Hohenpriestern zu führen? -Johannes Joh 50 9 21 Quomodo autem nunc videat, nescimus: aut quis ejus aperuit oculos, nos nescimus: ipsum interrogate: ætatem habet, ipse de se loquatur. wie er aber jetzt sehend geworden ist, wissen wir nicht; oder wer ihm die Augen aufgetan hat, wissen wir nicht. Fraget ihn selbst! Er ist alt genug, er mag selber von sich reden.²⁴ -Johannes Joh 50 9 21 24 Die Eltern bejahen die erste Frage, der zweiten weichen sie zweimal aus, aus Furcht vor den Juden. Fraget unseren Sohn, über die Heilung kann niemand besser Auskunft geben als er selbst. +Johannes Joh 51 9 21 Quomodo autem nunc videat, nescimus: aut quis ejus aperuit oculos, nos nescimus: ipsum interrogate: ætatem habet, ipse de se loquatur. wie er aber jetzt sehend geworden ist, wissen wir nicht; oder wer ihm die Augen aufgetan hat, wissen wir nicht. Fraget ihn selbst! Er ist alt genug, er mag selber von sich reden.²⁴ +Johannes Joh 51 9 21 24 Die Eltern bejahen die erste Frage, der zweiten weichen sie zweimal aus, aus Furcht vor den Juden. Fraget unseren Sohn, über die Heilung kann niemand besser Auskunft geben als er selbst. Apostelgeschichte Apg 51 9 22 Saulus autem multo magis convalescebat, et confundebat Judæos, qui habitabant Damasci, affirmans quoniam hic est Christus. Saulus aber erstarkte immer mehr, und brachte die Juden, welche zu Damaskus wohnten, in Verwirrung, indem er bewies,¹⁹ dass dieser Christus sei. -Johannes Joh 50 9 22 Hæc dixerunt parentes ejus, quoniam timebant Judæos: jam enim conspiraverant Judæi, ut si quis eum confiteretur esse Christum, extra synagogam fieret. Dies sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten sich schon verabredet, jeden, der ihn als Christus bekennen würde, aus der Gemeinschaft auszuschließen.²⁵ +Johannes Joh 51 9 22 Hæc dixerunt parentes ejus, quoniam timebant Judæos: jam enim conspiraverant Judæi, ut si quis eum confiteretur esse Christum, extra synagogam fieret. Dies sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten sich schon verabredet, jeden, der ihn als Christus bekennen würde, aus der Gemeinschaft auszuschließen.²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 9 22 19 Das griechische Wort weist darauf hin, dass Paulus Stellen aus dem A. T. mit dem Leben des Herrn zusammenstellte, und so diesen als Messias erwies. -Johannes Joh 50 9 22 25 Die Pharisäer suchen tyrannisch jeden Glauben zu unterdrücken. Seit der Rückkehr aus der Gefangenschaft war an die Stelle des früheren Bannes der Synagogenbann, der Ausschluss aus der gottesdienstlichen Versammlung getreten [Esra 10,8]. Man unterschied einen niederen, auf dreißig Tage, und den von der Gemeindevertretung zu verhängenden höheren. -Johannes Joh 50 9 23 Propterea parentes ejus dixerunt: Quia ætatem habet, ipsum interrogate. Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fraget ihn selbst! +Johannes Joh 51 9 22 25 Die Pharisäer suchen tyrannisch jeden Glauben zu unterdrücken. Seit der Rückkehr aus der Gefangenschaft war an die Stelle des früheren Bannes der Synagogenbann, der Ausschluss aus der gottesdienstlichen Versammlung getreten [Esra 10,8]. Man unterschied einen niederen, auf dreißig Tage, und den von der Gemeindevertretung zu verhängenden höheren. +Johannes Joh 51 9 23 Propterea parentes ejus dixerunt: Quia ætatem habet, ipsum interrogate. Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fraget ihn selbst! Apostelgeschichte Apg 51 9 23 Cum autem implerentur dies multi, consilium fecerunt in unum Judæi ut eum interficerent. Als nun viele Tage²⁰ verflossen waren, hielten die Juden miteinander Rat, ihn zu töten. Apostelgeschichte Apg 51 9 23 20 Genauer etwa 3 Jahre. Die Reise nach Jerusalem fällt also, wenn wir die Bekehrung in das Jahr 37 setzen (andere setzen dieselbe in das Jahr 34), in das Jahr 39 oder 40 n. Chr. -Johannes Joh 50 9 24 Vocaverunt ergo rursum hominem, qui fuerat cæcus, et dixerunt ei: Da gloriam Deo: nos scimus quia hic homo peccator est. Sie riefen also den Menschen, der blind gewesen, noch einmal, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre!²⁶ Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. +Johannes Joh 51 9 24 Vocaverunt ergo rursum hominem, qui fuerat cæcus, et dixerunt ei: Da gloriam Deo: nos scimus quia hic homo peccator est. Sie riefen also den Menschen, der blind gewesen, noch einmal, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre!²⁶ Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Apostelgeschichte Apg 51 9 24 Notæ autem factæ sunt Saulo insidiæ eorum. Custodiebant autem et portas die ac nocte, ut eum interficerent. Jedoch wurden ihre Anschläge dem Saulus bekannt. Sie²¹ bewachten aber Tag und Nacht die Tore, damit sie ihn töteten. [2Kor 11,32.33] Apostelgeschichte Apg 51 9 24 21 Entweder die Juden selbst oder auf ihr Anstiften die Soldaten des Statthalters. [2Kor 11,32] -Johannes Joh 50 9 24 26 Der Sohn wird wieder herbeigerufen, das eingeschüchterte Wesen der Eltern soll auf ihn einwirken. Gib Gott die Ehre! Vergl. [Jos 7,19]. Ehre den wahren Gott durch wahrhaftige Aussage. Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist; ein Sünder aber kann nicht Wunder wirken, also hat er keine gewirkt. Gestehe also, dass du nicht von ihm geheilt worden bist. -Johannes Joh 50 9 25 Dixit ergo eis ille: Si peccator est, nescio: unum scio, quia cæcus cum essem, modo video. Da sprach er zu ihnen: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eines weiß ich, dass ich blind war, und nun sehe.²⁷ +Johannes Joh 51 9 24 26 Der Sohn wird wieder herbeigerufen, das eingeschüchterte Wesen der Eltern soll auf ihn einwirken. Gib Gott die Ehre! Vergl. [Jos 7,19]. Ehre den wahren Gott durch wahrhaftige Aussage. Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist; ein Sünder aber kann nicht Wunder wirken, also hat er keine gewirkt. Gestehe also, dass du nicht von ihm geheilt worden bist. +Johannes Joh 51 9 25 Dixit ergo eis ille: Si peccator est, nescio: unum scio, quia cæcus cum essem, modo video. Da sprach er zu ihnen: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eines weiß ich, dass ich blind war, und nun sehe.²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 9 25 Accipientes autem eum discipuli nocte, per murum dimiserunt eum, submittentes in sporta. Da nahmen ihn die Jünger bei Nacht, und ließen ihn über die Mauer in einem Korbe hinab.²² Apostelgeschichte Apg 51 9 25 22 Ein Haus stieß wohl mit der Rückwand an die Mauer. Als Bevollmächtigter des hohen Rates war Paulus nach Damaskus zu den Synagogen gesandt worden, als Prediger des Herrn entflieht er ihrem Zorne bei Nacht, wie ehedem die Kundschafter aus dem Hause der Rahab. [Jos 2,15] -Johannes Joh 50 9 25 27 Der Geheilte antwortet ausweichend, um die Juden nicht zu reizen (Chrys.). -Johannes Joh 50 9 26 Dixerunt ergo illi: Quid fecit tibi? quomodo aperuit tibi oculos? Da sprachen sie zu ihm: Was hat er dir getan? Wie hat er dir die Augen aufgetan?²⁸ +Johannes Joh 51 9 25 27 Der Geheilte antwortet ausweichend, um die Juden nicht zu reizen (Chrys.). +Johannes Joh 51 9 26 Dixerunt ergo illi: Quid fecit tibi? quomodo aperuit tibi oculos? Da sprachen sie zu ihm: Was hat er dir getan? Wie hat er dir die Augen aufgetan?²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 9 26 Cum autem venisset in Jerusalem, tentabat se jungere discipulis, et omnes timebant eum, non credentes quod esset discipulus. Als er nun nach Jerusalem kam,²³ suchte er sich den Jüngern anzuschließen; aber alle fürchteten sich vor ihm, da sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei. Apostelgeschichte Apg 51 9 26 23 Von dieser Reise spricht der Apostel selbst. [Gal 1,18] -Johannes Joh 50 9 26 28 Den Gründen der Pharisäer stellt der Geheilte die Tatsache entgegen. Deshalb kehren die Feinde des Herrn zu ihren früheren Fragen V. 15 zurück, in der Hoffnung, den Geheilten durch vieles Fragen irre zu machen. Dieser indes bleibt unerschütterlich. -Johannes Joh 50 9 27 Respondit eis: Dixi vobis jam, et audistis: quid iterum vultis audire? numquid et vos vultis discipuli ejus fieri? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt es gehört; warum wollet ihr es noch einmal hören? Wollet etwa auch ihr²⁹ seine Jünger werden?³⁰ +Johannes Joh 51 9 26 28 Den Gründen der Pharisäer stellt der Geheilte die Tatsache entgegen. Deshalb kehren die Feinde des Herrn zu ihren früheren Fragen V. 15 zurück, in der Hoffnung, den Geheilten durch vieles Fragen irre zu machen. Dieser indes bleibt unerschütterlich. +Johannes Joh 51 9 27 Respondit eis: Dixi vobis jam, et audistis: quid iterum vultis audire? numquid et vos vultis discipuli ejus fieri? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt es gehört; warum wollet ihr es noch einmal hören? Wollet etwa auch ihr²⁹ seine Jünger werden?³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 9 27 Barnabas autem apprehensum illum duxit ad Apostolos: et narravit illis quomodo in via vidisset Dominum, et quia locutus est ei, et quomodo in Damasco fiducialiter egerit in nomine Jesu. Barnabas²⁴ aber nahm sich seiner an, führte ihn zu den Aposteln, und erzählte diesen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen, dass dieser zu ihm geredet, und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu gepredigt habe. Apostelgeschichte Apg 51 9 27 24 Barnabas war der Überlieferung nach einer der 70 Jünger. Bekannt durch christliche Wohltätigkeit [Apg 4,36.37] und seine Verwandtschaft mit Maria, der Mutter des heil. Markus. Vergl. [Kol 4,10], deren Haus in Jerusalem der Hauptversammlungsort der Christen war [Apg 12,12ff], war er ein Hellenist wie Paulus, gebürtig von Cypern. Bald nach der Bekehrung des heil. Paulus war zwischen dem arabischen Fürsten Aretas und den Römern ein Krieg entstanden. Dadurch war die Verbindung zwischen Jerusalem und Damaskus teilweise unterbrochen worden. Man hatte wohl von der Bekehrung des heil. Paulus etwas gehört, aber dann (während des Aufenthaltes in Arabien) nichts mehr erfahren. Als er nun wieder erschien, musste die Erinnerung an seine frühere Verfolgungswut viel stärker sein, als das Gerücht von seiner Bekehrung. -Johannes Joh 50 9 27 29 Ihr fraget so sorgfältig, als ob ihr seine Jünger werden wolltet, wie ich und andere (Chrys., Cyr., Aug.). -Johannes Joh 50 9 27 30 Der Geheilte redet ironisch (Theoph.). -Johannes Joh 50 9 28 Maledixerunt ergo ei, et dixerunt: Tu discipulus illius sis: nos autem Moysi discipuli sumus. Da fluchten sie ihm,³¹ und sprachen: Du³² magst sein Jünger sein, wir aber sind Moses Jünger. +Johannes Joh 51 9 27 29 Ihr fraget so sorgfältig, als ob ihr seine Jünger werden wolltet, wie ich und andere (Chrys., Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 9 27 30 Der Geheilte redet ironisch (Theoph.). +Johannes Joh 51 9 28 Maledixerunt ergo ei, et dixerunt: Tu discipulus illius sis: nos autem Moysi discipuli sumus. Da fluchten sie ihm,³¹ und sprachen: Du³² magst sein Jünger sein, wir aber sind Moses Jünger. Apostelgeschichte Apg 51 9 28 Et erat cum illis intrans et exiens in Jerusalem, et fiducialiter agens in nomine Domini. Und er ging mit ihnen in Jerusalem ein und aus, und sprach freimütig im Namen des Herrn. -Johannes Joh 50 9 28 31 Die Zumutung, Jünger Jesu zu werden, schien ihnen eine schwere Beleidigung. Sie nennen ihn einen Jünger Jesu, weil er für den Heiland redet. -Johannes Joh 50 9 28 32 Du unwissender Mensch! Tatsächlich sind sie freilich von Moses abgefallen. Vergl. [Joh 5,45ff]. -Johannes Joh 50 9 29 Nos scimus quia Moysi locutus est Deus: hunc autem nescimus unde sit. Wir wissen, dass Gott zu Moses geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht.³³ +Johannes Joh 51 9 28 31 Die Zumutung, Jünger Jesu zu werden, schien ihnen eine schwere Beleidigung. Sie nennen ihn einen Jünger Jesu, weil er für den Heiland redet. +Johannes Joh 51 9 28 32 Du unwissender Mensch! Tatsächlich sind sie freilich von Moses abgefallen. Vergl. [Joh 5,45ff]. +Johannes Joh 51 9 29 Nos scimus quia Moysi locutus est Deus: hunc autem nescimus unde sit. Wir wissen, dass Gott zu Moses geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht.³³ Apostelgeschichte Apg 51 9 29 Loquebatur quoque gentibus, et disputabat cum Græcis: illi autem quærebant occidere eum. Er redete auch mit den Heiden,²⁵ und stritt mit den griechischen Juden; diese aber suchten ihn zu töten. Apostelgeschichte Apg 51 9 29 25 Dies Wort: Mit den Heiden ist sicher auszulassen, da es in den besten lateinischen Handschriften fehlt, ebenso wie im griechischen Texte und allen nichtlateinischen Übersetzungen. Paulus war damals noch nicht Heidenapostel. Kornelius ist der erste in die Kirche aufgenommene Heide, seine Aufnahme aber fällt später und geschah durch Petrus. Der heil. Paulus will seine Schuld sühnen, dass er gerade mit den hellenistischen Juden gegen den heil. Stephanus und den christlichen Glauben gewütet hat. -Johannes Joh 50 9 29 33 Dass Moses von Gott war, wissen wir bestimmt; woher Jesus ist, wissen wir nicht. -Johannes Joh 50 9 30 Respondit ille homo, et dixit eis: In hoc enim mirabile est quia vos nescitis unde sit, et aperuit meos oculos: Der Mensch antwortete, und sprach zu ihnen:³⁴ Das ist doch wunderbar, dass ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat mir doch die Augen aufgetan! +Johannes Joh 51 9 29 33 Dass Moses von Gott war, wissen wir bestimmt; woher Jesus ist, wissen wir nicht. +Johannes Joh 51 9 30 Respondit ille homo, et dixit eis: In hoc enim mirabile est quia vos nescitis unde sit, et aperuit meos oculos: Der Mensch antwortete, und sprach zu ihnen:³⁴ Das ist doch wunderbar, dass ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat mir doch die Augen aufgetan! Apostelgeschichte Apg 51 9 30 Quod cum cognovissent fratres, deduxerunt eum Cæsaream, et dimiserunt Tarsum. Da dieses die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea,²⁶ und entsandten ihn nach Tarsus. Apostelgeschichte Apg 51 9 30 26 Es ist die am Mittelmeere gelegene Stadt gemeint. Es wurde ihm schwer die Stadt zu verlassen, wo der Herr gelebt und gelehrt. Vergl. [Apg 22,17] -Johannes Joh 50 9 30 34 Der Geheilte wird eifriger. -Johannes Joh 50 9 31 Scimus autem quia peccatores Deus non audit: sed si quis Dei cultor est, et voluntatem ejus facit, hunc exaudit. Wir wissen aber, dass Gott Sünder nicht erhört,³⁵ hingegen wenn jemand Gott dient, und seinen Willen tut, den erhört er. +Johannes Joh 51 9 30 34 Der Geheilte wird eifriger. +Johannes Joh 51 9 31 Scimus autem quia peccatores Deus non audit: sed si quis Dei cultor est, et voluntatem ejus facit, hunc exaudit. Wir wissen aber, dass Gott Sünder nicht erhört,³⁵ hingegen wenn jemand Gott dient, und seinen Willen tut, den erhört er. Apostelgeschichte Apg 51 9 31 Ecclesia quidem per totam Judæam, et Galilæam, et Samariam habebat pacem, et ædificabatur ambulans in timore Domini, et consolatione sancti Spiritus replebatur. Die Kirche nun in ganz Judäa, Galiläa und Samaria hatte Frieden und wurde erbauet, wandelnd in der Furcht des Herrn, und mit dem Troste des Heiligen Geistes erfüllet.²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 9 31 27 Ehe der Verfasser zur Darstellung der Aufnahme der Heiden in die Kirche übergeht, bietet er noch einige Züge aus dem Leben der ersten Kirche. Sie wurde erbaut: nahm innerlich an Kraft und äußerlich an Zahl ihrer Glieder zu. Sie wandelte in der Furcht des Herrn, d. i. in treuer Befolgung der Gebote Gottes. Man kann das Griechische auch wiedergeben: Vermöge des Zuspruches des Heil. Geistes (innerlich durch Erleuchtung, äußerlich durch die Predigt) wurde sie mit neuen Mitgliedern erfüllt. -Johannes Joh 50 9 31 35 Der Geheilte stellt diesen Satz als sicher und zugestanden voraus, wohl mit Rücksicht auf V. 16, V. 19ff. Nun aber hat Jesus das unerhörte Wunder getan, einen Blindgeborenen zu heilen, und zwar durch ein Gebet, das Gott erhört hat. Zu dem ersten Satze ist freilich zu bemerken, dass auch die Propheten Sünder sind, und dass, wenn der Ausspruch ganz ohne Beschränkung gelten sollte, der Sünder nicht einmal um Verzeihung seiner Sünden bitten dürfte (Aug.). Zudem, ist auch jeder Bittende ein Büßer, so ist er doch Sünder (Theoph.). Die Worte des Blindgeborenen enthalten also insofern eine Wahrheit, als sie aussagen, der Sünder bleibe ohne Erhörung, wenn er eben als Sünder, d. i. als hartnäckiger Sünder in sündlicher Absicht [Jes 59,1.2] betet (Thom.). +Johannes Joh 51 9 31 35 Der Geheilte stellt diesen Satz als sicher und zugestanden voraus, wohl mit Rücksicht auf V. 16, V. 19ff. Nun aber hat Jesus das unerhörte Wunder getan, einen Blindgeborenen zu heilen, und zwar durch ein Gebet, das Gott erhört hat. Zu dem ersten Satze ist freilich zu bemerken, dass auch die Propheten Sünder sind, und dass, wenn der Ausspruch ganz ohne Beschränkung gelten sollte, der Sünder nicht einmal um Verzeihung seiner Sünden bitten dürfte (Aug.). Zudem, ist auch jeder Bittende ein Büßer, so ist er doch Sünder (Theoph.). Die Worte des Blindgeborenen enthalten also insofern eine Wahrheit, als sie aussagen, der Sünder bleibe ohne Erhörung, wenn er eben als Sünder, d. i. als hartnäckiger Sünder in sündlicher Absicht [Jes 59,1.2] betet (Thom.). Apostelgeschichte Apg 51 9 32 Factum est autem, ut Petrus dum pertransiret universos, deveniret ad sanctos, qui habitabant Lyddæ. Es geschah aber, dass Petrus,²⁸ als er alle besuchte, auch zu den Heiligen kam, die in Lydda wohnten.²⁹ -Johannes Joh 50 9 32 A sæculo non est auditum quia quis aperuit oculos cæci nati. Von Ewigkeit her ist es nicht erhört worden, dass jemand die Augen eines Blindgebornen aufgetan hat. +Johannes Joh 51 9 32 A sæculo non est auditum quia quis aperuit oculos cæci nati. Von Ewigkeit her ist es nicht erhört worden, dass jemand die Augen eines Blindgebornen aufgetan hat. Apostelgeschichte Apg 51 9 32 28 Ein Beispiel der Tröstungen des Heil. Geistes bietet die Visitationsreise des heil. Petrus. Wie er früher in Samaria tätig gewesen [Apg 8,14ff, Apg 17,25], so machte er jetzt allgemeine Rundreisen als Oberhaupt der Kirche. Apostelgeschichte Apg 51 9 32 29 Lydda, im A. T. Lot [1Chr 8,12, Esra 2,33, Neh 11,34], lag nahe bei Joppe am Mittelmeer. -Johannes Joh 50 9 33 Nisi esset hic a Deo, non poterat facere quidquam. Wenn dieser nicht von Gott wäre, so hätte er nichts ausrichten können.³⁶ +Johannes Joh 51 9 33 Nisi esset hic a Deo, non poterat facere quidquam. Wenn dieser nicht von Gott wäre, so hätte er nichts ausrichten können.³⁶ Apostelgeschichte Apg 51 9 33 Invenit autem ibi hominem quemdam, nomine neam, ab annis octo jacentem in grabato, qui erat paralyticus. Daselbst fand er einen Menschen, mit Namen Äneas,³⁰ der gelähmt war, und seit acht Jahren zu Bette lag.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 9 33 30 Der Name weist auf einen Hellenisten. Da ihn der heil. Petrus besucht, war er wohl ein Christ. Apostelgeschichte Apg 51 9 33 31 Petrus, auch in der Gnadengabe der Wunder am meisten vor anderen bevorzugt [Apg 5,15], spricht auch hier als Stellvertreter des Herrn, dessen Willen er kennt und dessen Macht durch ihn wirkt. -Johannes Joh 50 9 33 36 Folgerung aus der Voraussetzung: Es ist ein Wunder geschehen und konnte nur von jemand gewirkt werden, der mit Gott in inniger Verbindung und Freundschaft steht. -Johannes Joh 50 9 34 Responderunt, et dixerunt ei: In peccatis natus es totus, et tu doces nos? Et ejecerunt eum foras. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren,³⁷ und du lehrest uns?³⁸ Und sie stießen ihn hinaus.³⁹ +Johannes Joh 51 9 33 36 Folgerung aus der Voraussetzung: Es ist ein Wunder geschehen und konnte nur von jemand gewirkt werden, der mit Gott in inniger Verbindung und Freundschaft steht. +Johannes Joh 51 9 34 Responderunt, et dixerunt ei: In peccatis natus es totus, et tu doces nos? Et ejecerunt eum foras. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren,³⁷ und du lehrest uns?³⁸ Und sie stießen ihn hinaus.³⁹ Apostelgeschichte Apg 51 9 34 Et ait illi Petrus: nea, sanat te Dominus Jesus Christus: surge, et sterne tibi. Et continuo surrexit. Und Petrus sprach zu ihm: Äneas! der Herr Jesus Christus macht dich gesund; stehe auf, und richte dein Bett zurecht. Und sogleich stand er auf. -Johannes Joh 50 9 34 37 Anwendung des V. 2 genannten Vorurteiles (Cyr., Chrys.). Dein eigener Leib, der Mangel des Augenlichtes, gibt ja gegen dich Zeugnis (Thom.). -Johannes Joh 50 9 34 38 Du Blindgeborener willst uns belehren? Das gestatten wir niemand, am allerwenigsten aber einem so offenbaren Sünder! -Johannes Joh 50 9 34 39 Sie werfen ihn aus dem Hause (Cyr., Aug.), der Mann folgt wohl. +Johannes Joh 51 9 34 37 Anwendung des V. 2 genannten Vorurteiles (Cyr., Chrys.). Dein eigener Leib, der Mangel des Augenlichtes, gibt ja gegen dich Zeugnis (Thom.). +Johannes Joh 51 9 34 38 Du Blindgeborener willst uns belehren? Das gestatten wir niemand, am allerwenigsten aber einem so offenbaren Sünder! +Johannes Joh 51 9 34 39 Sie werfen ihn aus dem Hause (Cyr., Aug.), der Mann folgt wohl. Apostelgeschichte Apg 51 9 35 Et viderunt eum omnes, qui habitabant Lyddæ, et Saronæ: qui conversi sunt ad Dominum. Da sahen ihn alle Bewohner von Lydda und Sarona,³² und bekehrten sich zu dem Herrn. -Johannes Joh 50 9 35 Audivit Jesus quia ejecerunt eum foras: et cum invenisset eum, dixit ei: Tu credis in Filium Dei? Jesus hörte,⁴⁰ dass sie ihn ausgestoßen hatten, und als er auf ihn traf,⁴¹ sprach er zu ihm: Glaubst du⁴² an den Sohn Gottes?⁴³ +Johannes Joh 51 9 35 Audivit Jesus quia ejecerunt eum foras: et cum invenisset eum, dixit ei: Tu credis in Filium Dei? Jesus hörte,⁴⁰ dass sie ihn ausgestoßen hatten, und als er auf ihn traf,⁴¹ sprach er zu ihm: Glaubst du⁴² an den Sohn Gottes?⁴³ Apostelgeschichte Apg 51 9 35 32 Sarona war eine durch Schönheit berühmte Ebene zwischen Joppe und Cäsarea. -Johannes Joh 50 9 35 40 Nach einiger Zeit. -Johannes Joh 50 9 35 41 Nicht rein zufällig, doch ohne ihn gerade zu suchen. -Johannes Joh 50 9 35 42 Auch von dem geistigen Auge des Geheilten soll nun der Schleier sinken. Er sollte Jesus sehen (V. 37) nicht mehr als den bloßen Freund Gottes (V.31), sondern als den Sohn Gottes, den Erlöser Israels. -Johannes Joh 50 9 35 43 Der Geheilte ahnt wohl bereits, wer Christus ist, aber er weiß es noch nicht. -Johannes Joh 50 9 36 Respondit ille, et dixit: Quis est, Domine, ut credam in eum? Er antwortete, und sprach: Wer ist es, Herr! dass ich an ihn glaube? +Johannes Joh 51 9 35 40 Nach einiger Zeit. +Johannes Joh 51 9 35 41 Nicht rein zufällig, doch ohne ihn gerade zu suchen. +Johannes Joh 51 9 35 42 Auch von dem geistigen Auge des Geheilten soll nun der Schleier sinken. Er sollte Jesus sehen (V. 37) nicht mehr als den bloßen Freund Gottes (V.31), sondern als den Sohn Gottes, den Erlöser Israels. +Johannes Joh 51 9 35 43 Der Geheilte ahnt wohl bereits, wer Christus ist, aber er weiß es noch nicht. +Johannes Joh 51 9 36 Respondit ille, et dixit: Quis est, Domine, ut credam in eum? Er antwortete, und sprach: Wer ist es, Herr! dass ich an ihn glaube? Apostelgeschichte Apg 51 9 36 In Joppe autem fuit quædam discipula, nomine Tabitha, quæ interpretata dicitur Dorcas. Hæc erat plena operibus bonis, et eleemosynis, quas faciebat. In Joppe³³ aber war eine Jüngerin, mit Namen Tabitha, was auf griechisch Dorkas heißt.³⁴ Diese war voll guter Werke und Almosen, welche sie spendete. Apostelgeschichte Apg 51 9 36 33 Joppe, das heutige Jaffa, war der Jerusalem nächstgelegene Hafen, etwa 18 Kilometer (4 Stunden) von Lydda. Apostelgeschichte Apg 51 9 36 34 Dorkas, d. i. Gazelle, war ein nicht unbeliebter Frauenname bei Orientalen, vergl. [Spr 5,19], und Griechen. Den Doppelnamen verdankt sie der zweisprachigen Bevölkerung von Joppe. Die Jüngerin Tabitha ist wohl eine aus der nochmals unzähligen Schar der gottgeweihten Jungfrauen, deren Familie die Armen des Herrn sind (V. 39) und deren Beschäftigung Beten und Wohltun. Apostelgeschichte Apg 51 9 37 Factum est autem in diebus illis, ut infirmata moreretur. Quam cum lavissent, posuerunt eam in cnaculo. Es begab sich aber in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb. Als man sie nun gewaschen hatte, legte man sie in das Obergemach. -Johannes Joh 50 9 37 Et dixit ei Jesus: Et vidisti eum, et qui loquitur tecum, ipse est. Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es.⁴⁴ -Johannes Joh 50 9 37 44 Und du schaust ihn jetzt (Euth.). +Johannes Joh 51 9 37 Et dixit ei Jesus: Et vidisti eum, et qui loquitur tecum, ipse est. Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es.⁴⁴ +Johannes Joh 51 9 37 44 Und du schaust ihn jetzt (Euth.). Apostelgeschichte Apg 51 9 38 Cum autem prope esset Lydda ad Joppen, discipuli audientes quia Petrus esset in ea, miserunt duos viros ad eum, rogantes: Ne pigriteris venire ad nos. Da aber Lydda nahe bei Joppe ist, sandten die Jünger, welche hörten, dass Petrus dort sei, zwei Männer zu ihm, und baten: Säume nicht, zu uns zu kommen! -Johannes Joh 50 9 38 At ille ait: Credo Domine. Et procidens adoravit eum. Er aber sprach: Herr! ich glaube. Und er fiel nieder, und betete ihn an. +Johannes Joh 51 9 38 At ille ait: Credo Domine. Et procidens adoravit eum. Er aber sprach: Herr! ich glaube. Und er fiel nieder, und betete ihn an. Apostelgeschichte Apg 51 9 39 Exsurgens autem Petrus venit cum illis. Et cum advenisset, duxerunt illum in cnaculum: et circumsteterunt illum omnes viduæ flentes, et ostendentes ei tunicas, et vestes, quas faciebat illis Dorcas. Petrus nun machte sich auf, und ging mit ihnen. Und da er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach. Und es standen um ihn herum alle Witwen, und weinten, und zeigten ihm die Unter- und Oberkleider, welche ihnen Dorkas gemacht hatte. -Johannes Joh 50 9 39 Et dixit Jesus: In judicium ego in hunc mundum veni: ut qui non vident videant, et qui vident cæci fiant. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gerichte in diese Welt gekommen,⁴⁵ dass die Nichtsehenden sehend, und die Sehenden blind werden.⁴⁶ -Johannes Joh 50 9 39 45 Das Gericht ist die Scheidung in Gläubige und Freunde, und in Ungläubige und Feinde Christi. [Lk 2,34]. Mithin widerspricht dies Wort nicht dem [Joh 3,17] und [Joh 8,15] Gesagten. Im Griech. wird zwischen dem Scheidungsgerichte und der Verdammnis durch unter sich verschiedene Worte unterschieden. -Johannes Joh 50 9 39 46 Jesus bringt das Beispiel der leiblichen Blindheit zur Anwendung auf die geistige Blindheit der Umgebung. Die nichts Sehenden sind diejenigen, welche fühlen und wissen, dass sie die Wahrheit nicht besitzen, die geistig Armen [Mt 5,3]; die Sehenden sind diejenigen, welche zu sehen vermeinen, aber in der Tat die Wahrheit nicht besitzen. Diese sollen nicht nur zur Wahrheit nicht gelangen, sondern selbst den Schein der Wahrheit verlieren und durch ihre Schuld für die Aufnahme der Wahrheit unfähig werden. Vergl. [Jes 6,9, Mt 13,14] -Johannes Joh 50 9 40 Et audierunt quidam ex Pharisæis, qui cum ipso erant, et dixerunt ei: Numquid et nos cæci sumus? Dieses hörten einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind etwa auch wir blind?⁴⁷ +Johannes Joh 51 9 39 Et dixit Jesus: In judicium ego in hunc mundum veni: ut qui non vident videant, et qui vident cæci fiant. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gerichte in diese Welt gekommen,⁴⁵ dass die Nichtsehenden sehend, und die Sehenden blind werden.⁴⁶ +Johannes Joh 51 9 39 45 Das Gericht ist die Scheidung in Gläubige und Freunde, und in Ungläubige und Feinde Christi. [Lk 2,34]. Mithin widerspricht dies Wort nicht dem [Joh 3,17] und [Joh 8,15] Gesagten. Im Griech. wird zwischen dem Scheidungsgerichte und der Verdammnis durch unter sich verschiedene Worte unterschieden. +Johannes Joh 51 9 39 46 Jesus bringt das Beispiel der leiblichen Blindheit zur Anwendung auf die geistige Blindheit der Umgebung. Die nichts Sehenden sind diejenigen, welche fühlen und wissen, dass sie die Wahrheit nicht besitzen, die geistig Armen [Mt 5,3]; die Sehenden sind diejenigen, welche zu sehen vermeinen, aber in der Tat die Wahrheit nicht besitzen. Diese sollen nicht nur zur Wahrheit nicht gelangen, sondern selbst den Schein der Wahrheit verlieren und durch ihre Schuld für die Aufnahme der Wahrheit unfähig werden. Vergl. [Jes 6,9, Mt 13,14] +Johannes Joh 51 9 40 Et audierunt quidam ex Pharisæis, qui cum ipso erant, et dixerunt ei: Numquid et nos cæci sumus? Dieses hörten einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind etwa auch wir blind?⁴⁷ Apostelgeschichte Apg 51 9 40 Ejectis autem omnibus foras: Petrus ponens genua oravit: et conversus ad corpus, dixit: Tabitha, surge. At illa aperuit oculos suos: et viso Petro, resedit. Da hieß Petrus alle hinausgehen, kniete nieder, und betete. Dann wandte er sich zu der Leiche, und sprach: Tabitha, stehe auf! Sie aber öffnete ihre Augen; und da sie Petrus sah, setzte sie sich auf. -Johannes Joh 50 9 40 47 Gehören etwa auch wir zu denen, die aus Sehenden Blinde werden? -Johannes Joh 50 9 41 Dixit eis Jesus: Si cæci essetis, non haberetis peccatum: nunc vero dicitis: Quia videmus. Peccatum vestrum manet. Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde; nun aber saget ihr: Wir sehen! Eure Sünde bleibt.⁴⁸ +Johannes Joh 51 9 40 47 Gehören etwa auch wir zu denen, die aus Sehenden Blinde werden? +Johannes Joh 51 9 41 Dixit eis Jesus: Si cæci essetis, non haberetis peccatum: nunc vero dicitis: Quia videmus. Peccatum vestrum manet. Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde; nun aber saget ihr: Wir sehen! Eure Sünde bleibt.⁴⁸ Apostelgeschichte Apg 51 9 41 Dans autem illi manum, erexit eam. Et cum vocasset sanctos, et viduas, assignavit eam vivam. Und er reichte ihr die Hand, und richtete sie auf, rief die Heiligen und die Witwen herein, und stellte sie ihnen lebend vor. -Johannes Joh 50 9 41 48 Wenn ihr wirklich jene Kenntnis nicht besäßet, welche die, die guten Willens sind, zu mir führt, wäret ihr ohne Sünde. Nun aber gesteht ihr selbst, dass ihr jene Kenntnis habt (die Kenntnis der Schrift, die auf Christus hinweist) und dennoch glaubt ihr nicht. Wie die leibliche Blindheit keine Sünde ist, so kann auch die geistige vielleicht nach Zeit und Umständen schuldlos sein; herrscht aber die Blindheit der Sünde in einem Herzen und verschließt sich jemand um derselben willen in hochmütiger Einbildung, er sei sehend, gegen die Wahrheit, so findet er nicht Vergebung (Cyr., Theoph.). +Johannes Joh 51 9 41 48 Wenn ihr wirklich jene Kenntnis nicht besäßet, welche die, die guten Willens sind, zu mir führt, wäret ihr ohne Sünde. Nun aber gesteht ihr selbst, dass ihr jene Kenntnis habt (die Kenntnis der Schrift, die auf Christus hinweist) und dennoch glaubt ihr nicht. Wie die leibliche Blindheit keine Sünde ist, so kann auch die geistige vielleicht nach Zeit und Umständen schuldlos sein; herrscht aber die Blindheit der Sünde in einem Herzen und verschließt sich jemand um derselben willen in hochmütiger Einbildung, er sei sehend, gegen die Wahrheit, so findet er nicht Vergebung (Cyr., Theoph.). Apostelgeschichte Apg 51 9 42 Notum autem factum est per universam Joppen: et crediderunt multi in Domino. Dies ward in ganz Joppe kund, und viele glaubten an den Herrn. Apostelgeschichte Apg 51 9 43 Factum est autem, ut dies multos moraretur in Joppe, apud Simonem quemdam coriarium. Es geschah aber, dass er viele Tage in Joppe, bei einem gewissen Simon, einem Gerber, blieb.³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 9 43 35 Die Gerberei galt bei den Juden, wegen der Beschäftigung mit Tierleichen, als unrein. Mit einer gewissen Freiheit wohnt Petrus dennoch bei einem Gerber; es sollte ihm aber in der Folge noch klarer werden, inwiefern die alttestamentlichen Vorstellungen von rein und unrein aufzugeben waren. -Apostelgeschichte Apg 51 10 0 III. Die erste Verbreitung des Christentums unter den Heiden. (10,1 12,25) 1. Die Belehrung des Hauptmanns Kornelius. (10,1 11,18) Gesicht des Kornelius. (V. 8) Gesicht des heil. Petrus. (V. 16) Die Botschaft des Kornelius an Petrus. (V. 24) Rede des heil. Petrus im Hause des Kornelius. (V. 43) Die Ausgießung des heil. Geistes und die Taufe des Kornelius und der Seinen. -Johannes Joh 50 10 0 Die Pharisäer sind keine guten Hirten. (V. 6) Der Heiland ist der gute Hirt, der alle Völker zur Einheit des Glaubens berufen wird. (V. 21) d. Der Heiland bekennt (zwei Monate später) seine Wesensgleichheit mit dem Vater und beruft sich auf seine Werke. Jesus entzieht sich den Nachstellungen seiner Feinde und begibt sich nach Peräa, wohin viele kommen, die an ihn glauben. +Apostelgeschichte Apg 51 10 0 III. Die erste Verbreitung des Christentums unter den Heiden. (10,1 12,25) 1. Die Belehrung des Hauptmanns Kornelius. (10,1 11,18) Gesicht des Kornelius. (V. 8) Gesicht des heil. Petrus. (V. 16) Die Botschaft des Kornelius an Petrus. (V. 24) Rede des heil. Petrus im Hause des Kornelius. (V. 43) Die Ausgießung des heil. Geistes und die Taufe des Kornelius und der Seinen. +Johannes Joh 51 10 0 Die Pharisäer sind keine guten Hirten. (V. 6) Der Heiland ist der gute Hirt, der alle Völker zur Einheit des Glaubens berufen wird. (V. 21) d. Der Heiland bekennt (zwei Monate später) seine Wesensgleichheit mit dem Vater und beruft sich auf seine Werke. Jesus entzieht sich den Nachstellungen seiner Feinde und begibt sich nach Peräa, wohin viele kommen, die an ihn glauben. Apostelgeschichte Apg 51 10 1 Vir autem quidam erat in Cæsarea, nomine Cornelius, centurio cohortis, quæ dicitur Italica, Ein Mann aber in Cäsarea mit Namen Kornelius,¹ ein Hauptmann von der Schar, welche die italische hieß;² -Johannes Joh 50 10 1 Amen, amen dico vobis: qui non intrat per ostium in ovile ovium, sed ascendit aliunde: ille fur est, et latro. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,¹ wer² nicht durch die Tür³ in den Schafstall eingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber! +Johannes Joh 51 10 1 Amen, amen dico vobis: qui non intrat per ostium in ovile ovium, sed ascendit aliunde: ille fur est, et latro. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,¹ wer² nicht durch die Tür³ in den Schafstall eingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber! Apostelgeschichte Apg 51 10 1 1 Die Kirche Jesu Christi empfängt durch Petrus, ihr Oberhaupt, (nicht durch Paulus, den Apostel der Heiden) die Erstlinge der Heiden unmittelbar aus dem Heidentume, ohne Vermittlung des mosaischen Gesetzes und ohne Durchgang durch das Judentum. Zugleich tritt durch Kornelius Rom und das lateinische Abendland zum ersten Male in Berührung mit Petrus und der Kirche. Ein Vorbild für den Eintritt der Heiden in die Kirche war die Geschichte der Rut gewesen. Die Kornelier zählten zu den ersten und weitestverzweigten Adelsgeschlechtern Roms. -Johannes Joh 50 10 1 1 Fortsetzung von [Joh 9,39] +Johannes Joh 51 10 1 1 Fortsetzung von [Joh 9,39] Apostelgeschichte Apg 51 10 1 2 Eine Legion bestand aus zehn Kohorten (Scharen), jede zu 400 500 Mann, mit Ausnahme der ersten, welche 1000 zählte. Jede Kohorte zerfiel in Centurien, welche durch Centurionen (Hauptleuten) befehligt wurden, die gewöhnlich aus der Truppe hervorgegangen waren. Die in Cäsarea stationierte Kohorte hieß die italische, weil sie nicht aus Eingeborenen, sondern aus Italienern bestand. -Johannes Joh 50 10 1 2 Der Ausschluss des Geheilten ist für die Juden vorbildlich. Die Pharisäer haben sich als schlechte Lehrer und Hirten erwiesen, indem sie den Glauben an den Messias zum Grunde der Ausstoßung aus dem auserwählten Volke nahmen und andere täuschten. Im Gegenteile werden die, welche an Christus glauben, durch ihn in das messianische Reich eingehen. Unter dem schon im Alten Bunde wohlbekannten Bilde des Hirten [Jer 23,1ff, Jes 40,11, Ez 34, Ez 36] spricht der Heiland von dem wahren Lehramte. Zuerst stellt er die Kennzeichen desselben auf (V. 1 9) und bezeichnet sich alsdann als den einzig wahren Lehrer und Leiter des Volkes Gottes und aller Gläubigen. -Johannes Joh 50 10 1 3 Die Herde übernachtete in einer festen Umfriedung, die meist aus Mauerwerk bestand. Bei dem Tore war ein Torwächter aufgestellt. Die Tür ist im übertragenen Sinne die Berufung durch Christus, der Heiland selbst, wie Jesus V. 7 sagt (Cyr., Aug.). [Ez 34,8, Jer 23,1]; Räuber, sofern sie dabei Gewalt brauchen, z. B. durch Ausschluss aus der Synagoge. Die Schafe sind zunächst die Juden jener Zeit. (Euth.) [Lk 11,52]. Nur der Glaube an Christus und die Liebe zu ihm führt zum ewigen Leben. Außer den Schafen aus Israel sind noch andere V. 16. +Johannes Joh 51 10 1 2 Der Ausschluss des Geheilten ist für die Juden vorbildlich. Die Pharisäer haben sich als schlechte Lehrer und Hirten erwiesen, indem sie den Glauben an den Messias zum Grunde der Ausstoßung aus dem auserwählten Volke nahmen und andere täuschten. Im Gegenteile werden die, welche an Christus glauben, durch ihn in das messianische Reich eingehen. Unter dem schon im Alten Bunde wohlbekannten Bilde des Hirten [Jer 23,1ff, Jes 40,11, Ez 34, Ez 36] spricht der Heiland von dem wahren Lehramte. Zuerst stellt er die Kennzeichen desselben auf (V. 1 9) und bezeichnet sich alsdann als den einzig wahren Lehrer und Leiter des Volkes Gottes und aller Gläubigen. +Johannes Joh 51 10 1 3 Die Herde übernachtete in einer festen Umfriedung, die meist aus Mauerwerk bestand. Bei dem Tore war ein Torwächter aufgestellt. Die Tür ist im übertragenen Sinne die Berufung durch Christus, der Heiland selbst, wie Jesus V. 7 sagt (Cyr., Aug.). [Ez 34,8, Jer 23,1]; Räuber, sofern sie dabei Gewalt brauchen, z. B. durch Ausschluss aus der Synagoge. Die Schafe sind zunächst die Juden jener Zeit. (Euth.) [Lk 11,52]. Nur der Glaube an Christus und die Liebe zu ihm führt zum ewigen Leben. Außer den Schafen aus Israel sind noch andere V. 16. Apostelgeschichte Apg 51 10 2 Religiosus, ac timens Deum cum omni domo sua, faciens eleemosynas multas plebi, et deprecans Deum semper: fromm, und gottesfürchtig³ mit seinem ganzen Hause, der dem Volke viele Almosen spendete, und zu Gott immerdar betete, -Johannes Joh 50 10 2 Qui autem intrat per ostium, pastor est ovium. Wer aber durch die Tür eingeht, der ist ein Hirt der Schafe.⁴ +Johannes Joh 51 10 2 Qui autem intrat per ostium, pastor est ovium. Wer aber durch die Tür eingeht, der ist ein Hirt der Schafe.⁴ Apostelgeschichte Apg 51 10 2 3 Kornelius verehrte den wahren Gott, wenngleich selbst noch ein Heide. -Johannes Joh 50 10 2 4 Eigenschaften des wahren Hirten. Der Türhüter wird des Bildes wegen genannt, ohne Anwendung (Chrys.), oder den Heil. Geist, der in die Heil. Schriften einführt (Theod., Aug., Theoph.), oder Christus selbst (Cyr., Aug.). +Johannes Joh 51 10 2 4 Eigenschaften des wahren Hirten. Der Türhüter wird des Bildes wegen genannt, ohne Anwendung (Chrys.), oder den Heil. Geist, der in die Heil. Schriften einführt (Theod., Aug., Theoph.), oder Christus selbst (Cyr., Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 10 3 Is vidit in visu manifeste, quasi hora diei nona, Angelum Dei introeuntem ad se, et dicentem sibi, Corneli. dieser sah in einem Gesichte deutlich, um die neunte Stunde des Tages,⁴ einen Engel Gottes zu sich hereintreten, und zu ihm sagen: Kornelius! -Johannes Joh 50 10 3 Huic ostiarius aperit, et oves vocem ejus audiunt, et proprias oves vocat nominatim, et educit eas. Diesem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme;⁵ und er ruft die eigenen Schafe mit Namen,⁶ und führt sie heraus. +Johannes Joh 51 10 3 Huic ostiarius aperit, et oves vocem ejus audiunt, et proprias oves vocat nominatim, et educit eas. Diesem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme;⁵ und er ruft die eigenen Schafe mit Namen,⁶ und führt sie heraus. Apostelgeschichte Apg 51 10 3 4 Er beobachtete auch die jüdischen Gebetsstunden. Die Erscheinung ist wohl eine Erhörung seines Gebetes. Sie war kein Traumgesicht, wie das Josephs [Mt 1,20], noch eine Verzückung, wie die des heil. Petrus (V. 11), sondern ein deutliches Schauen im wachenden Zustande. -Johannes Joh 50 10 3 5 Sie erschrecken also nicht, wie dies der Fall ist, wenn der Dieb kommt. -Johannes Joh 50 10 3 6 Beim Ein- und Ausgehen werden die Tiere gezählt. -Johannes Joh 50 10 4 Et cum proprias oves emiserit, ante eas vadit: et oves illum sequuntur, quia sciunt vocem ejus. Und wenn er die eigenen Schafe herausgeführt hat, so geht er vor ihnen her;⁷ und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. +Johannes Joh 51 10 3 5 Sie erschrecken also nicht, wie dies der Fall ist, wenn der Dieb kommt. +Johannes Joh 51 10 3 6 Beim Ein- und Ausgehen werden die Tiere gezählt. +Johannes Joh 51 10 4 Et cum proprias oves emiserit, ante eas vadit: et oves illum sequuntur, quia sciunt vocem ejus. Und wenn er die eigenen Schafe herausgeführt hat, so geht er vor ihnen her;⁷ und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Apostelgeschichte Apg 51 10 4 At ille intuens eum, timore correptus, dixit: Quid est, Domine? Dixit autem illi: Orationes tuæ, et eleemosynæ tuæ ascenderunt in memoriam in conspectu Dei. Er aber schaute ihn an, und sprach von Furcht ergriffen: Was ist, Herr? Dieser sagte zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind emporgestiegen zum Andenken vor Gott.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 10 4 5 Die Gebete und Almosen des Kornelius gingen aus seinem, wenn auch noch unvollkommenen Glauben hervor, und diesen hatte Gottes zuvorkommende Gnade in ihm gewirkt, so dass auch die immerhin beschränkte Verdienstlichkeit seiner Gebete und Almosen in der Gnade ihre Wurzel hatte. -Johannes Joh 50 10 4 7 Jesus geht voraus, weil er der Weg ist [Joh 14,6], die Schafe folgen, weil sie seine Stimme erkennen, den göttlichen Mahnruf im Herzen vernehmen. +Johannes Joh 51 10 4 7 Jesus geht voraus, weil er der Weg ist [Joh 14,6], die Schafe folgen, weil sie seine Stimme erkennen, den göttlichen Mahnruf im Herzen vernehmen. Apostelgeschichte Apg 51 10 5 Et nunc mitte viros in Joppen, et accersi Simonem quemdam, qui cognominatur Petrus: Und jetzt sende Männer nach Joppe, und lass einen gewissen Simon holen, der Petrus genannt wird.⁶ -Johannes Joh 50 10 5 Alienum autem non sequuntur, sed fugiunt ab eo: quia non noverunt vocem alienorum. Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.⁸ +Johannes Joh 51 10 5 Alienum autem non sequuntur, sed fugiunt ab eo: quia non noverunt vocem alienorum. Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 10 5 6 Wie sich Gott zur Bekehrung des Kämmerers des Philippus, zur Aufnahme des heil. Paulus in die Kirche des Ananias bedient, so belehrt der Engel den Kornelius nicht selbst über den Weg des Heils, sondern weist ihn an Petrus, an das ordentliche Lehramt der Kirche. -Johannes Joh 50 10 5 8 Der Fremde, der kein Recht hat, der Dieb und Räuber ist (Chrys.). -Johannes Joh 50 10 6 Hoc proverbium dixit eis Jesus. Illi autem non cognoverunt quid loqueretur eis. Dieses Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie aber verstanden nicht, was er zu ihnen redete. +Johannes Joh 51 10 5 8 Der Fremde, der kein Recht hat, der Dieb und Räuber ist (Chrys.). +Johannes Joh 51 10 6 Hoc proverbium dixit eis Jesus. Illi autem non cognoverunt quid loqueretur eis. Dieses Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie aber verstanden nicht, was er zu ihnen redete. Apostelgeschichte Apg 51 10 6 Hic hospitatur apud Simonem quemdam coriarium, cujus est domus juxta mare: hic dicet tibi quid te oporteat facere. Dieser wohnt bei einem gewissen Simon, einem Gerber, dessen Haus am Meere liegt; er wird dir sagen, was du tun sollst.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 10 6 7 Ehe die Gesandten ankamen, war auch der heil. Petrus von Gott so vorbereitet, dass er der Einladung, in ein heidnisches Haus zu kommen, entsprach. Apostelgeschichte Apg 51 10 7 Et cum discessisset Angelus, qui loquebatur illi, vocavit duos domesticos suos, et militem metuentem Dominum ex his, qui illi parebant. Als nun der Engel, der zu ihm redete, weggegangen war, rief er zwei seiner Diener und einen gottesfürchtigen Soldaten von denen, die unter ihm standen. -Johannes Joh 50 10 7 Dixit ergo eis iterum Jesus: Amen, amen dico vobis, quia ego sum ostium ovium. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin die Türe zu den Schafen!⁹ -Johannes Joh 50 10 7 9 Ich bin die Türe, durch welche die Schafe eingehen, d. h. die Gläubigen gehen durch Christus in die Kirche ein, von ihm erhalten sie Belehrung, Gnade usw. +Johannes Joh 51 10 7 Dixit ergo eis iterum Jesus: Amen, amen dico vobis, quia ego sum ostium ovium. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin die Türe zu den Schafen!⁹ +Johannes Joh 51 10 7 9 Ich bin die Türe, durch welche die Schafe eingehen, d. h. die Gläubigen gehen durch Christus in die Kirche ein, von ihm erhalten sie Belehrung, Gnade usw. Apostelgeschichte Apg 51 10 8 Quibus cum narrasset omnia, misit illos in Joppen. Diesen erzählte er alles, und sandte sie nach Joppe. -Johannes Joh 50 10 8 Omnes quotquot venerunt, fures sunt, et latrones, et non audierunt eos oves. Alle, soviel ihrer kamen,¹⁰ sind Diebe und Räuber, und die Schafe haben auf sie nicht gehört.¹¹ -Johannes Joh 50 10 8 10 Griech.: Vor mir, die Pharisäer und die ganze Partei, dazu falsche Propheten des A. B. [Jer 23,21.28, Jer 17,15] (Cyr., Hier.), die Ahnen der Pharisäer. Vergl. [Mt 7,15]. Die wahren Propheten machten mit Christus gleichsam eine Person aus, und ihre Lehre war seine Lehre (Aug., Chrys., Bed.). -Johannes Joh 50 10 8 11 D. h. ihnen nicht geglaubt. Angehört werden falsche Lehrer auch wohl von Gläubigen, aber bald erkannt und verlassen. +Johannes Joh 51 10 8 Omnes quotquot venerunt, fures sunt, et latrones, et non audierunt eos oves. Alle, soviel ihrer kamen,¹⁰ sind Diebe und Räuber, und die Schafe haben auf sie nicht gehört.¹¹ +Johannes Joh 51 10 8 10 Griech.: Vor mir, die Pharisäer und die ganze Partei, dazu falsche Propheten des A. B. [Jer 23,21.28, Jer 17,15] (Cyr., Hier.), die Ahnen der Pharisäer. Vergl. [Mt 7,15]. Die wahren Propheten machten mit Christus gleichsam eine Person aus, und ihre Lehre war seine Lehre (Aug., Chrys., Bed.). +Johannes Joh 51 10 8 11 D. h. ihnen nicht geglaubt. Angehört werden falsche Lehrer auch wohl von Gläubigen, aber bald erkannt und verlassen. Apostelgeschichte Apg 51 10 9 Postera autem die iter illis facientibus, et appropinquantibus civitati, ascendit Petrus in superiora ut oraret circa horam sextam. Am andern Tage aber, als jene auf dem Wege waren, und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach hinauf, um zu beten, um die sechste Stunde. -Johannes Joh 50 10 9 Ego sum ostium. Per me si quis introierit, salvabitur: et ingredietur, et egredietur, et pascua inveniet. Ich bin die Türe.¹² Wenn jemand durch mich eingeht,¹³ wird er gerettet werden; er wird eingehen und ausgehen, und Weide finden.¹⁴ -Johannes Joh 50 10 9 12 Der Heiland will den Nutzen zeigen, den es hat, durch die wahre Türe einzugehen. -Johannes Joh 50 10 9 13 Wenn jemand von mir berufen ist. Eingehen und ausgehen ist ein Hebraismus, dessen Sinn ist: Er wird in Sicherheit leben und wandeln. -Johannes Joh 50 10 9 14 Die zur Erlangung des Heiles notwendigen Mittel in der Gemeinschaft mit Christus (Chrys., Aug.). -Johannes Joh 50 10 10 Fur non venit nisi ut furetur, et mactet, et perdat. Ego veni ut vitam habeant, et abundantius habeant. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu morden und zu verderben;¹⁵ ich bin gekommen,¹⁶ damit sie das Leben haben,¹⁷ und überreichlich haben.¹⁸ +Johannes Joh 51 10 9 Ego sum ostium. Per me si quis introierit, salvabitur: et ingredietur, et egredietur, et pascua inveniet. Ich bin die Türe.¹² Wenn jemand durch mich eingeht,¹³ wird er gerettet werden; er wird eingehen und ausgehen, und Weide finden.¹⁴ +Johannes Joh 51 10 9 12 Der Heiland will den Nutzen zeigen, den es hat, durch die wahre Türe einzugehen. +Johannes Joh 51 10 9 13 Wenn jemand von mir berufen ist. Eingehen und ausgehen ist ein Hebraismus, dessen Sinn ist: Er wird in Sicherheit leben und wandeln. +Johannes Joh 51 10 9 14 Die zur Erlangung des Heiles notwendigen Mittel in der Gemeinschaft mit Christus (Chrys., Aug.). +Johannes Joh 51 10 10 Fur non venit nisi ut furetur, et mactet, et perdat. Ego veni ut vitam habeant, et abundantius habeant. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu morden und zu verderben;¹⁵ ich bin gekommen,¹⁶ damit sie das Leben haben,¹⁷ und überreichlich haben.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 10 10 Et cum esuriret, voluit gustare. Parantibus autem illis, cecidit super eum mentis excessus: Und er ward hungrig, und wollte essen. Während sie aber zurichteten, kam eine Entzückung über ihn:⁸ Apostelgeschichte Apg 51 10 10 8 Eine Verzückung ist ein Zustand, in dem den Sinnen des Menschen die äußere Welt entzogen, sein Geist dem Wahrnehmen des Übersinnlichen erschlossen ist. In diesem Zustand weiß man nicht, ob man im Leibe oder außer dem Leibe ist. [2Kor 12,2ff] -Johannes Joh 50 10 10 15 Der Gegensatz soll klarer zeigen, was Christus ist. -Johannes Joh 50 10 10 16 Zu den Schafen. -Johannes Joh 50 10 10 17 Das höhere, von ihm verliehene Leben. -Johannes Joh 50 10 10 18 Durch Rechtfertigung, Gnade und Verleihung der himmlischen Herrlichkeit, deren Vollendung die Auferstehung des Leibes ist. Man kann das Wort überreichlich auch auf die Mittel beziehen, durch welche das geistige Leben genährt wird; äußere und innere Gnaden, Sakramente und deren Wirkungen. +Johannes Joh 51 10 10 15 Der Gegensatz soll klarer zeigen, was Christus ist. +Johannes Joh 51 10 10 16 Zu den Schafen. +Johannes Joh 51 10 10 17 Das höhere, von ihm verliehene Leben. +Johannes Joh 51 10 10 18 Durch Rechtfertigung, Gnade und Verleihung der himmlischen Herrlichkeit, deren Vollendung die Auferstehung des Leibes ist. Man kann das Wort überreichlich auch auf die Mittel beziehen, durch welche das geistige Leben genährt wird; äußere und innere Gnaden, Sakramente und deren Wirkungen. Apostelgeschichte Apg 51 10 11 Et vidit clum apertum, et descendens vas quoddam, velut linteum magnum, quatuor initiis submitti de clo in terram, Er sah den Himmel geöffnet, und ein Behältnis herabkommen, wie ein großes Leintuch, welches an vier Enden vom Himmel zur Erde herabgelassen wurde. -Johannes Joh 50 10 11 Ego sum pastor bonus. Bonus pastor animam suam dat pro ovibus suis. Ich bin der gute Hirt.¹⁹ Der gute Hirt setzt sein Leben ein für seine Schafe. -Johannes Joh 50 10 11 19 Der gute Hirt, den die Propheten vorherverkündet haben. [Jes 40,11, Ez 34,23, Ez 37,24, Sach 11,4]. Der Heiland ist der gute Hirt, das Vorbild aller Seelenhirten, besonders in der Hingabe des eigenen Lebens [Mt 20,28, 1Tim 2,6] für die Schafe. -Johannes Joh 50 10 12 Mercenarius autem, et qui non est pastor, cujus non sunt oves propriae, videt lupum venientem, et dimittit oves, et fugit: et lupus rapit, et dispergit oves: Der Mietling aber,²⁰ der nicht Hirt ist, und dem die Schafe nicht eigen sind,²¹ sieht den Wolf²² kommen, und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreuet die Schafe.²³ +Johannes Joh 51 10 11 Ego sum pastor bonus. Bonus pastor animam suam dat pro ovibus suis. Ich bin der gute Hirt.¹⁹ Der gute Hirt setzt sein Leben ein für seine Schafe. +Johannes Joh 51 10 11 19 Der gute Hirt, den die Propheten vorherverkündet haben. [Jes 40,11, Ez 34,23, Ez 37,24, Sach 11,4]. Der Heiland ist der gute Hirt, das Vorbild aller Seelenhirten, besonders in der Hingabe des eigenen Lebens [Mt 20,28, 1Tim 2,6] für die Schafe. +Johannes Joh 51 10 12 Mercenarius autem, et qui non est pastor, cujus non sunt oves propriae, videt lupum venientem, et dimittit oves, et fugit: et lupus rapit, et dispergit oves: Der Mietling aber,²⁰ der nicht Hirt ist, und dem die Schafe nicht eigen sind,²¹ sieht den Wolf²² kommen, und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreuet die Schafe.²³ Apostelgeschichte Apg 51 10 12 In quo erant omnia quadrupedia, et serpentia terræ, et volatilia cli. In demselben waren alle vierfüßigen und kriechenden Tiere der Erde und die Vögel des Himmels. -Johannes Joh 50 10 12 20 Der ist kein wahrer Hirt, der das Hirtenamt nur um des Lohnes willen übernimmt. Immerhin ist ein großer Unterschied zwischen den Dieben und den Mietlingen. Jene sind keine Hirten, und darum ist ihr Tun verderblich, diese sind Hirten, aber keine guten, weil sie in Tagen der Gefahr dem Berufe untreu werden, da sie vor allem ihr eigenes Wohl im Auge haben. -Johannes Joh 50 10 12 21 Eigen im höchsten Sinne sind die Schafe nur dem höchsten Hirten, dem guten Hirten Christus. Wer aber durch die Türe eingeht, wird selbst ein solcher guter Hirte und wird als Gesandter an Christi statt [2Kor 5,20] von den Schafen erkannt und geliebt. -Johannes Joh 50 10 12 22 In Palästina gingen die Wölfe vereinzelt auf Raub aus. Böse Menschen, die durch falsche Vorspiegelungen Schafe von der Herde Christi entfernen wollen, sind Wölfe. [Mt 7,15, Apg 20,29]. Ihr Haupt ist der Teufel. -Johannes Joh 50 10 12 23 Die einen raubt er, die anderen zerstreut er. -Johannes Joh 50 10 13 Mercenarius autem fugit, quia mercenarius est, et non pertinet ad eum de ovibus. Der Mietling aber flieht, weil er Mietling ist, und ihm an den Schafen nichts liegt.²⁴ +Johannes Joh 51 10 12 20 Der ist kein wahrer Hirt, der das Hirtenamt nur um des Lohnes willen übernimmt. Immerhin ist ein großer Unterschied zwischen den Dieben und den Mietlingen. Jene sind keine Hirten, und darum ist ihr Tun verderblich, diese sind Hirten, aber keine guten, weil sie in Tagen der Gefahr dem Berufe untreu werden, da sie vor allem ihr eigenes Wohl im Auge haben. +Johannes Joh 51 10 12 21 Eigen im höchsten Sinne sind die Schafe nur dem höchsten Hirten, dem guten Hirten Christus. Wer aber durch die Türe eingeht, wird selbst ein solcher guter Hirte und wird als Gesandter an Christi statt [2Kor 5,20] von den Schafen erkannt und geliebt. +Johannes Joh 51 10 12 22 In Palästina gingen die Wölfe vereinzelt auf Raub aus. Böse Menschen, die durch falsche Vorspiegelungen Schafe von der Herde Christi entfernen wollen, sind Wölfe. [Mt 7,15, Apg 20,29]. Ihr Haupt ist der Teufel. +Johannes Joh 51 10 12 23 Die einen raubt er, die anderen zerstreut er. +Johannes Joh 51 10 13 Mercenarius autem fugit, quia mercenarius est, et non pertinet ad eum de ovibus. Der Mietling aber flieht, weil er Mietling ist, und ihm an den Schafen nichts liegt.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 10 13 Et facta est vox ad eum: Surge Petre, occide, et manduca. Und eine Stimme ließ sich vernehmen: Stehe auf⁹ Petrus, schlachte und iss! Apostelgeschichte Apg 51 10 13 9 Wohlan, mache dich auf! Er lag wohl auf den Knien (Chrys.). -Johannes Joh 50 10 13 24 Er weidet sie nur wegen des Lohnes. -Johannes Joh 50 10 14 Ego sum pastor bonus: et cognosco meas, et cognoscunt me meæ. Ich bin der gute Hirt, und kenne die meinen, und die meinen kennen mich,²⁵ +Johannes Joh 51 10 13 24 Er weidet sie nur wegen des Lohnes. +Johannes Joh 51 10 14 Ego sum pastor bonus: et cognosco meas, et cognoscunt me meæ. Ich bin der gute Hirt, und kenne die meinen, und die meinen kennen mich,²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 10 14 Ait autem Petrus: Absit Domine, quia numquam manducavi omne commune, et immundum. Petrus aber sprach: Das sei ferne, Herr! denn niemals habe ich etwas gegessen, was gemein und unrein¹⁰ ist. Apostelgeschichte Apg 51 10 14 10 Der Apostel sieht in dem Befehle, in dem er die Stimme des Herrn erkennt, nur eine Prüfung seiner Gesetzestreue. Gemein hieß, was nicht nach der Vorschrift der Pharisäer gereinigt war, z.B. ungewaschene Hände; unrein, was im Gesetze zu essen verboten war, z. B. Schwein, Hase, Geier usw. Im Alten Testamente, wo die Sünde noch herrschte, weil sie Christus noch nicht weggenommen, hatte das Gesetz unter anderem auch den Zweck, auf die Sünde hinzuweisen, um von ihr abzuschrecken. Es enthielt daher nicht bloß genaue Verbote in allem, worin man sich versündigen konnte, sondern wies auch auf jene natürlichen Zustände und jene Geschöpfe hin, in denen die Sünde besonders anschaulich war. Diese Zustände und jene Geschöpfe stellte das Gesetz als abscheulich und unrein vor, und verbot, mit ihnen in Berührung zu kommen, um dadurch von der Sünde selbst abzuschrecken. Dazu gehörte z. B. der Aussatz, der Blutfluss, das Gewürm und anderes Getier, in welchem etwas Unordentliches sichtbar war. Vergl. das Nähere im [Lev 11Lev 15]. -Johannes Joh 50 10 14 25 Ich aber bin kein Mietling, sondern der gute Hirt. Der Herr kennt die seinen, er kennt auch die anderen, aber nicht als die seinen, wie auch die Gläubigen schlechte Hirten kennen, aber nicht als ihre Hirten anerkennen. -Johannes Joh 50 10 15 Sicut novit me Pater, et ego agnosco Patrem: et animam meam pono pro ovibus meis. wie²⁶ mich der Vater kennt, und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben für meine Schafe.²⁷ [Mt 11,27, Lk 10,22] +Johannes Joh 51 10 14 25 Ich aber bin kein Mietling, sondern der gute Hirt. Der Herr kennt die seinen, er kennt auch die anderen, aber nicht als die seinen, wie auch die Gläubigen schlechte Hirten kennen, aber nicht als ihre Hirten anerkennen. +Johannes Joh 51 10 15 Sicut novit me Pater, et ego agnosco Patrem: et animam meam pono pro ovibus meis. wie²⁶ mich der Vater kennt, und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben für meine Schafe.²⁷ [Mt 11,27, Lk 10,22] Apostelgeschichte Apg 51 10 15 Et vox iterum secundo ad eum: Quod Deus purificavit, tu commune ne dixeris. Und zum zweiten Male sprach eine Stimme zu ihm: Was Gott gereiniget hat, nenne du nicht gemein.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 10 15 11 Die Reinigung geschah durch den Opfertod Jesu Christi. Durch diesen wurde der auf der sündigen Menschheit lastende Fluch aufgehoben, und deshalb auch der um des Menschen willen über die sichtbare Schöpfung verhängte Fluch. [Gen 3,17ff] Folglich sind die Geschöpfe gereinigt, denn da die Sünde hinweggenommen ist, sind auch die Geschöpfe von jener Makel befreit, die sie als unrein erscheinen ließ, welche aus der Sünde folgte, oder an die Sünde erinnerte. Das Ziel des Menschen, Gott, ist wieder erreichbar gemacht, und da alle Geschöpfe, recht gebraucht, zum Ziele führen können, sind alle gut. Zunächst und unmittelbar ward hier dem heil. Petrus gezeigt, dass der Unterschied von reinen und unreinen Geschöpfen, besonders Speisen, aufgehoben sei, also auch der gesellschaftliche Verkehr mit Heiden gestattet; sodann wurde versinnbildet, dass die (den Juden als unrein geltenden) Heiden des messianischen Heiles teilhaftig werden. (V. 16 werden alle, reine und unreine Tiere in den Himmel genommen.) Vergl. [Apg 28,45.47] -Johannes Joh 50 10 15 26 Ein Zwischensatz. -Johannes Joh 50 10 15 27 Das erste Merkmal des guten Hirten ist in V. 14 dargestellt. Ein zweites Kennzeichen desselben wird hier angegeben: Sein Leben für das Heil der Schafe hingeben. Der Heiland sagt seinen schmerzvollen Tod voraus. Vergl. [Jes 53,10]. +Johannes Joh 51 10 15 26 Ein Zwischensatz. +Johannes Joh 51 10 15 27 Das erste Merkmal des guten Hirten ist in V. 14 dargestellt. Ein zweites Kennzeichen desselben wird hier angegeben: Sein Leben für das Heil der Schafe hingeben. Der Heiland sagt seinen schmerzvollen Tod voraus. Vergl. [Jes 53,10]. Apostelgeschichte Apg 51 10 16 Hoc autem factum est per ter: et statim receptum est vas in clum. Dies aber geschah zu dreien Malen;¹² und sofort wurde das Behältnis in den Himmel aufgenommen. -Johannes Joh 50 10 16 Et alias oves habeo, quæ non sunt ex hoc ovili: et illas oportet me adducere, et vocem meam audient, et fiet unum ovile, et unus pastor. Ich habe²⁸ noch andere Schafe,²⁹ welche nicht aus diesem Schafstalle sind; auch diese muss ich herbeiführen,³⁰ und sie werden meine Stimme hören; und es wird eine Herde³¹ werden und ein Hirt.³² +Johannes Joh 51 10 16 Et alias oves habeo, quæ non sunt ex hoc ovili: et illas oportet me adducere, et vocem meam audient, et fiet unum ovile, et unus pastor. Ich habe²⁸ noch andere Schafe,²⁹ welche nicht aus diesem Schafstalle sind; auch diese muss ich herbeiführen,³⁰ und sie werden meine Stimme hören; und es wird eine Herde³¹ werden und ein Hirt.³² Apostelgeschichte Apg 51 10 16 12 Dreimal, damit der heil. Petrus an der Wahrheit der Worte nicht zweifelte, und zum Gedächtnisse der heil. Dreifaltigkeit, unter deren Anrufung alle Völker getauft werden sollten (Aug.). Das Tuch ward wieder in den Himmel zurückgenommen, weil Rechtfertigung und Heiligung aus Christus von nun an auch die Heiden zur Gemeinschaft der himmlischen Seligkeit bringen soll. Wie viel weiter erstreckt sich das Hirtenamt und die Hirtensorge, welche der Heiland dem heil. Petrus [Joh 21,15] anvertraut hat, als der Apostel selbst anzunehmen geneigt war! -Johannes Joh 50 10 16 28 Die Liebe des guten Hirten erstreckt sich auf alle im A. B. verheißenen Schafe. [Mi 4,2, Jes 49,1ff, Jes 52,13ff, Jes 53,10ff, Jes 55,4ff] Ich habe: weil er sie bereits kennt und ihre Bekehrung bevorsteht. -Johannes Joh 50 10 16 29 Die anderen Schafe sind die Heiden, welche dem alttestamentlichen Gottesreiche nicht angehören. -Johannes Joh 50 10 16 30 Dazu bin ich vom Vater gesendet. [Lk 2,32]. Diese führt der Herr nicht unmittelbar selbst, sondern durch die Apostel und ihre Nachfolger herbei. -Johannes Joh 50 10 16 31 Eine Kirche aus Juden- und Heidenchristen zusammengesetzt. -Johannes Joh 50 10 16 32 Einem obersten Hirten werden alle folgen. Erst am Ende der Tage wird diese Verheißung des Herrn ihre volle Erfüllung finden. Vergl. [Röm 11,25] -Johannes Joh 50 10 17 Propterea me diligit Pater: quia ego pono animam meam, ut iterum sumam eam. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe,³³ um es wieder zu nehmen.³⁴ [Jes 53,7] +Johannes Joh 51 10 16 28 Die Liebe des guten Hirten erstreckt sich auf alle im A. B. verheißenen Schafe. [Mi 4,2, Jes 49,1ff, Jes 52,13ff, Jes 53,10ff, Jes 55,4ff] Ich habe: weil er sie bereits kennt und ihre Bekehrung bevorsteht. +Johannes Joh 51 10 16 29 Die anderen Schafe sind die Heiden, welche dem alttestamentlichen Gottesreiche nicht angehören. +Johannes Joh 51 10 16 30 Dazu bin ich vom Vater gesendet. [Lk 2,32]. Diese führt der Herr nicht unmittelbar selbst, sondern durch die Apostel und ihre Nachfolger herbei. +Johannes Joh 51 10 16 31 Eine Kirche aus Juden- und Heidenchristen zusammengesetzt. +Johannes Joh 51 10 16 32 Einem obersten Hirten werden alle folgen. Erst am Ende der Tage wird diese Verheißung des Herrn ihre volle Erfüllung finden. Vergl. [Röm 11,25] +Johannes Joh 51 10 17 Propterea me diligit Pater: quia ego pono animam meam, ut iterum sumam eam. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe,³³ um es wieder zu nehmen.³⁴ [Jes 53,7] Apostelgeschichte Apg 51 10 17 Et dum intra se hæsitaret Petrus quidnam esset visio, quam vidisset: ecce viri, qui missi erant a Cornelio, inquirentes domum Simonis, adstiterunt ad januam. Als nun Petrus bei sich selbst in Zweifel war, was wohl das Gesicht, welches er gesehen, zu bedeuten habe,¹³ siehe, da standen die Männer, welche Kornelius gesandt hatte, nach Simons Hause fragend, an der Türe. Apostelgeschichte Apg 51 10 17 13 Petrus vermutete mit Recht, dass mit dem Gesichte nicht nur die Aufhebung levitischer Unreinheit gelehrt, sondern noch etwas Höheres angedeutet sei; was aber dies war, war ihm noch verborgen. -Johannes Joh 50 10 17 33 Die Liebe des Vaters hat ihren ersten Grund in der Wesensgemeinschaft des göttlichen Sohnes, aber auch die heiligste Menschheit des Herrn bietet Beweggründe für die Liebe des Vaters zu ihm dar. Ein solcher Beweggrund ist der Wille des Herrn, den Vater durch seinen Opfertod zu verherrlichen. -Johannes Joh 50 10 17 34 Nicht so aber gebe ich mein Leben hin, dass ich im Tode bleibe, sondern dass ich von den Toten auferstehe. Vergl. [1Kor 15,14]. -Johannes Joh 50 10 18 Nemo tollit eam a me: sed ego pono eam a meipso, et potestatem habeo ponendi eam: et potestatem habeo iterum sumendi eam. Hoc mandatum accepi a Patre meo. Niemand nimmt es von mir, sondern ich gebe es von mir selbst hin;³⁵ und ich habe Macht, es hinzugeben, und habe Macht,³⁶ es wieder zu nehmen.³⁷ Diesen Auftrag³⁸ habe ich von meinem Vater empfangen. +Johannes Joh 51 10 17 33 Die Liebe des Vaters hat ihren ersten Grund in der Wesensgemeinschaft des göttlichen Sohnes, aber auch die heiligste Menschheit des Herrn bietet Beweggründe für die Liebe des Vaters zu ihm dar. Ein solcher Beweggrund ist der Wille des Herrn, den Vater durch seinen Opfertod zu verherrlichen. +Johannes Joh 51 10 17 34 Nicht so aber gebe ich mein Leben hin, dass ich im Tode bleibe, sondern dass ich von den Toten auferstehe. Vergl. [1Kor 15,14]. +Johannes Joh 51 10 18 Nemo tollit eam a me: sed ego pono eam a meipso, et potestatem habeo ponendi eam: et potestatem habeo iterum sumendi eam. Hoc mandatum accepi a Patre meo. Niemand nimmt es von mir, sondern ich gebe es von mir selbst hin;³⁵ und ich habe Macht, es hinzugeben, und habe Macht,³⁶ es wieder zu nehmen.³⁷ Diesen Auftrag³⁸ habe ich von meinem Vater empfangen. Apostelgeschichte Apg 51 10 18 Et cum vocassent, interrogabant, si Simon qui cognominatur Petrus, illic haberet hospitium. Sie riefen und fragten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus, sich daselbst aufhalte. -Johannes Joh 50 10 18 35 Erklärung des Vorhergehenden. Deshalb kann ich mein Leben wieder annehmen, d. h. auferstehen, weil ich es ganz in meiner Gewalt habe, darum hat niemand das Recht, es mir zu nehmen, aber auch nicht die Kraft dazu. -Johannes Joh 50 10 18 36 Mir durch die Gottheit innewohnende Macht (Cyr., Chrys., Aug.). Die Hingabe des Heilandes ist vollkommen freiwillig; denn nicht nur hatte kein Mensch die Gewalt, ihn zu töten, wenn er nicht selbst wollte, sondern es bestand auch kein strenges Gebot des Vaters, die Erlösung gerade so, nämlich durch den blutigen Kreuzestod zu vollziehen, denn sonst hätte Christus, als notwendig sündenlos, diesen Auftrag vollziehen müssen. Dann wäre aber die Hingabe nicht in gleichem Umfange freiwillig gewesen. -Johannes Joh 50 10 18 37 Bei der Auferstehung ist Jesus als Gott selbst mittätig. [Joh 2,19] Vergl. [Joh 20,9, Lk 24,46] Mithin sind in Christus zwei Naturen vereinigt (Cyr.). -Johannes Joh 50 10 18 38 Der Herr wählte von verschiedenen Weisen, die Erlösung zu vollziehen, welche ihm der Vater vorlegte, eine aus. Die ausgewählte, weil gleichfalls vom Vater vorgelegt, kann des Vaters Auftrag genannt werden. +Johannes Joh 51 10 18 35 Erklärung des Vorhergehenden. Deshalb kann ich mein Leben wieder annehmen, d. h. auferstehen, weil ich es ganz in meiner Gewalt habe, darum hat niemand das Recht, es mir zu nehmen, aber auch nicht die Kraft dazu. +Johannes Joh 51 10 18 36 Mir durch die Gottheit innewohnende Macht (Cyr., Chrys., Aug.). Die Hingabe des Heilandes ist vollkommen freiwillig; denn nicht nur hatte kein Mensch die Gewalt, ihn zu töten, wenn er nicht selbst wollte, sondern es bestand auch kein strenges Gebot des Vaters, die Erlösung gerade so, nämlich durch den blutigen Kreuzestod zu vollziehen, denn sonst hätte Christus, als notwendig sündenlos, diesen Auftrag vollziehen müssen. Dann wäre aber die Hingabe nicht in gleichem Umfange freiwillig gewesen. +Johannes Joh 51 10 18 37 Bei der Auferstehung ist Jesus als Gott selbst mittätig. [Joh 2,19] Vergl. [Joh 20,9, Lk 24,46] Mithin sind in Christus zwei Naturen vereinigt (Cyr.). +Johannes Joh 51 10 18 38 Der Herr wählte von verschiedenen Weisen, die Erlösung zu vollziehen, welche ihm der Vater vorlegte, eine aus. Die ausgewählte, weil gleichfalls vom Vater vorgelegt, kann des Vaters Auftrag genannt werden. Apostelgeschichte Apg 51 10 19 Petro autem cogitante de visione, dixit Spiritus ei: Ecce viri tres quærunt te. Indem aber Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist¹⁴ zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich! -Johannes Joh 50 10 19 Dissensio iterum facta est inter Judæos propter sermones hos. Da entstand wiederum³⁹ eine Spaltung unter den Juden um dieser Rede willen. +Johannes Joh 51 10 19 Dissensio iterum facta est inter Judæos propter sermones hos. Da entstand wiederum³⁹ eine Spaltung unter den Juden um dieser Rede willen. Apostelgeschichte Apg 51 10 19 14 Eine innere Stimme. -Johannes Joh 50 10 19 39 Wie [Joh 9,16]. +Johannes Joh 51 10 19 39 Wie [Joh 9,16]. Apostelgeschichte Apg 51 10 20 Surge itaque, descende, et vade cum eis nihil dubitans: quia ego misi illos. Stehe also auf, steige hinab, und gehe ohne Bedenken mit ihnen; denn ich¹⁵ habe sie gesendet. -Johannes Joh 50 10 20 Dicebant autem multi ex ipsis: Dæmonium habet, et insanit: quid eum auditis? Viele von ihnen sagten: Er hat einen bösen Geist, und ist von Sinnen;⁴⁰ was höret ihr ihn an? +Johannes Joh 51 10 20 Dicebant autem multi ex ipsis: Dæmonium habet, et insanit: quid eum auditis? Viele von ihnen sagten: Er hat einen bösen Geist, und ist von Sinnen;⁴⁰ was höret ihr ihn an? Apostelgeschichte Apg 51 10 20 15 Ich steht mit Nachdruck; ich, der Herr selbst. Petrus wird allmählich immer weiter geführt. -Johannes Joh 50 10 20 40 Steigerung des [Joh 7,20, Joh 8,48.52] gemachten Vorwurfes. +Johannes Joh 51 10 20 40 Steigerung des [Joh 7,20, Joh 8,48.52] gemachten Vorwurfes. Apostelgeschichte Apg 51 10 21 Descendens autem Petrus ad viros, dixit: Ecce ego sum, quem quæritis: quæ causa, est, propter quam venistis? Da ging Petrus hinab zu den Männern, und sprach: Sehet, ich bin es, den ihr suchet. Was ist die Ursache, weswegen ihr gekommen seid? -Johannes Joh 50 10 21 Alii dicebant: Hæc verba non sunt dæmonium habentis: numquid dæmonium potest cæcorum oculos aperire? Andere aber sprachen: Das sind nicht die Reden eines Besessenen. Kann denn ein böser Geist Blinden die Augen öffnen?⁴¹ -Johannes Joh 50 10 21 41 Die anderen bestreiten die Berechtigung des Vorwurfes, weil der Inhalt der Rede und das Wunder dagegen zeugen. Im zweiten Punkte stimmen sie mit den anderen [Joh 9,16] und dem Geheilten [Joh 9,31] überein. +Johannes Joh 51 10 21 Alii dicebant: Hæc verba non sunt dæmonium habentis: numquid dæmonium potest cæcorum oculos aperire? Andere aber sprachen: Das sind nicht die Reden eines Besessenen. Kann denn ein böser Geist Blinden die Augen öffnen?⁴¹ +Johannes Joh 51 10 21 41 Die anderen bestreiten die Berechtigung des Vorwurfes, weil der Inhalt der Rede und das Wunder dagegen zeugen. Im zweiten Punkte stimmen sie mit den anderen [Joh 9,16] und dem Geheilten [Joh 9,31] überein. Apostelgeschichte Apg 51 10 22 Qui dixerunt: Cornelius centurio, vir justus et timens Deum, et testimonium habens ab universa gente Judæorum, responsum accepit ab Angelo sancto accersire te in domum suam, et audire verba abs te. Sie sprachen: Kornelius, ein Hauptmann,¹⁶ ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der auch von dem ganzen Volk der Juden ein gutes Zeugnis hat, hat durch einen heiligen Engel Offenbarungen erhalten, dich in sein Haus rufen zu lassen, und Worte von dir zu hören. -Johannes Joh 50 10 22 Facta sunt autem Encænia in Jerosolymis: et hiems erat. Es war aber das Fest der Tempelweihe⁴² zu Jerusalem, und Winter.⁴³ +Johannes Joh 51 10 22 Facta sunt autem Encænia in Jerosolymis: et hiems erat. Es war aber das Fest der Tempelweihe⁴² zu Jerusalem, und Winter.⁴³ Apostelgeschichte Apg 51 10 22 16 Ob Petrus sich an den Hauptmann von Kapharnaum [Mt 8,5ff] erinnerte? -Johannes Joh 50 10 22 42 Zwischen Laubhüttenfest und Tempelweihe lagen etwa zwei Monate. Jesus kehrt wieder nach Jerusalem zurück. Das Fest der Tempelweihe war 164 v. Chr. Von Judas Machabäus zur Erinnerung an die Wiederherstellung des Gottesdienstes im Tempel und der neuen Weihe eingesetzt. [1Makk 4,52, 2Makk 10,5] Es fiel auf den 25. Kisleu, d. i. in die Mitte Dezember, und wurde acht Tage lang gefeiert. Bis zum Ende des 11. Kapitels folgen die übrigen der Leidenswoche vorausgehenden Ereignisse. -Johannes Joh 50 10 22 43 Dies wird wegen der nicht aus dem Judentum stammenden Leser bemerkt, damit sie die Zeit kennen, wann das Fest war. Auch in den Herzen der Juden war es kalt (Aug., Greg., Euth.). +Johannes Joh 51 10 22 42 Zwischen Laubhüttenfest und Tempelweihe lagen etwa zwei Monate. Jesus kehrt wieder nach Jerusalem zurück. Das Fest der Tempelweihe war 164 v. Chr. Von Judas Machabäus zur Erinnerung an die Wiederherstellung des Gottesdienstes im Tempel und der neuen Weihe eingesetzt. [1Makk 4,52, 2Makk 10,5] Es fiel auf den 25. Kisleu, d. i. in die Mitte Dezember, und wurde acht Tage lang gefeiert. Bis zum Ende des 11. Kapitels folgen die übrigen der Leidenswoche vorausgehenden Ereignisse. +Johannes Joh 51 10 22 43 Dies wird wegen der nicht aus dem Judentum stammenden Leser bemerkt, damit sie die Zeit kennen, wann das Fest war. Auch in den Herzen der Juden war es kalt (Aug., Greg., Euth.). Apostelgeschichte Apg 51 10 23 Introducens ergo eos, recepit hospitio. Sequenti autem die surgens profectus est cum illis: et quidam ex fratribus ab Joppe comitati sunt eum. Da führte er sie hinein, und beherbergte sie. Am folgenden Tage aber machte er sich auf, und zog mit ihnen, und einige der Brüder von Joppe geleiteten ihn.¹⁷ -Johannes Joh 50 10 23 Et ambulabat Jesus in templo, in porticu Salomonis. Und Jesus wandelte im Tempel in der Halle Salomons.⁴⁴ +Johannes Joh 51 10 23 Et ambulabat Jesus in templo, in porticu Salomonis. Und Jesus wandelte im Tempel in der Halle Salomons.⁴⁴ Apostelgeschichte Apg 51 10 23 17 Es war der dritte Tag, seitdem die Boten von Joppe aufgebrochen waren. An diesem erwartete der Hauptmann ihn wohl. -Johannes Joh 50 10 23 44 Der Tempel war auf drei Seiten mit doppelten, auf der Südseite mit dreifachen Säulengängen umgeben. Nach dem Vorbilde des Heilandes besuchten auch die Christen gern die Halle. -Johannes Joh 50 10 24 Circumdederunt ergo eum Judæi, et dicebant ei: Quousque animam nostram tollis? si tu es Christus, dic nobis palam. Da umringten ihn die Juden, und sprachen zu ihm: Wie lange⁴⁵ hältst du unsere Seele in Ungewissheit? wenn du Christus bist, so sag es uns frei heraus! +Johannes Joh 51 10 23 44 Der Tempel war auf drei Seiten mit doppelten, auf der Südseite mit dreifachen Säulengängen umgeben. Nach dem Vorbilde des Heilandes besuchten auch die Christen gern die Halle. +Johannes Joh 51 10 24 Circumdederunt ergo eum Judæi, et dicebant ei: Quousque animam nostram tollis? si tu es Christus, dic nobis palam. Da umringten ihn die Juden, und sprachen zu ihm: Wie lange⁴⁵ hältst du unsere Seele in Ungewissheit? wenn du Christus bist, so sag es uns frei heraus! Apostelgeschichte Apg 51 10 24 Altera autem die introivit Cæsaream. Cornelius vero exspectabat illos, convocatis cognatis suis, et necessariis amicis. Des andern Tages kam er nach Cäsarea. Kornelius aber erwartete sie, und hatte seine Verwandten und vertrauten Freunde zusammenberufen. -Johannes Joh 50 10 24 45 Aus der Person der Fragesteller lässt sich auf die Absicht schließen, in welcher die Frage gestellt ward. Die dem Heilande feindlich gesinnten Bewohner Jerusalems wollen dem Herrn eine bestimmte Antwort ablocken, um ihn zu verderben. Sie umringen ihn, scheinbar lernbegierig, und fordern, er solle sich endlich einmal über seine Person bestimmt aussprechen. -Johannes Joh 50 10 25 Respondit eis Jesus: Loquor vobis, et non creditis: opera, quæ ego facio in nomine Patris mei, hæc testimonium perhibent de me: Jesus antwortete ihnen: Ich sage es euch,⁴⁶ und ihr glaubet nicht. Die Werke, welche ich tue im Namen meines Vaters,⁴⁷ diese geben Zeugnis von mir.⁴⁸ +Johannes Joh 51 10 24 45 Aus der Person der Fragesteller lässt sich auf die Absicht schließen, in welcher die Frage gestellt ward. Die dem Heilande feindlich gesinnten Bewohner Jerusalems wollen dem Herrn eine bestimmte Antwort ablocken, um ihn zu verderben. Sie umringen ihn, scheinbar lernbegierig, und fordern, er solle sich endlich einmal über seine Person bestimmt aussprechen. +Johannes Joh 51 10 25 Respondit eis Jesus: Loquor vobis, et non creditis: opera, quæ ego facio in nomine Patris mei, hæc testimonium perhibent de me: Jesus antwortete ihnen: Ich sage es euch,⁴⁶ und ihr glaubet nicht. Die Werke, welche ich tue im Namen meines Vaters,⁴⁷ diese geben Zeugnis von mir.⁴⁸ Apostelgeschichte Apg 51 10 25 Et factum est cum introisset Petrus, obvius venit ei Cornelius, et procidens ad pedes ejus adoravit. Und es geschah, da Petrus eintrat, kam ihm Kornelius entgegen, fiel ihm zu Füßen, und betete an.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 10 25 18 Das Sich-nieder-werfen (anbeten) ist eine morgenländische Ehrenbezeugung. -Johannes Joh 50 10 25 46 Griech.: Ich habe es gesagt. Es sind wohl die [Joh 5,17ff, Joh 7,14] berichteten Reden gemeint. Der Samariterin gegenüber hat sich Jesus als Messias zu erkennen gegeben [Joh 4,26], weil sie sich empfänglich zeigte. Den Juden kann ein offenes Selbstzeugnis nur zum Vorwande der Verfolgung dienen. Wenn Jesus redet, fordern sie Zeichen [Joh 2,18, Joh 6,30], wenn er Wunder tut, Reden (Chrys.). Gibt er von sich selbst Zeugnis, so verwerfen sie es [Joh 8,13] beruft er sich auf die Werke und das Zeugnis des Vaters, so fordern sie ein Bekenntnis. Wo der gute Wille gänzlich mangelt, finden alle Heilsmittel unempfänglichen Boden. -Johannes Joh 50 10 25 47 Beständig, auch jetzt noch. -Johannes Joh 50 10 25 48 Wer den Werken nicht glaubt, wird den Worten noch weniger glauben. -Johannes Joh 50 10 26 Sed vos non creditis, quia non estis ex ovibus meis. Aber ihr glaubet nicht,⁴⁹ weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.⁵⁰ +Johannes Joh 51 10 25 46 Griech.: Ich habe es gesagt. Es sind wohl die [Joh 5,17ff, Joh 7,14] berichteten Reden gemeint. Der Samariterin gegenüber hat sich Jesus als Messias zu erkennen gegeben [Joh 4,26], weil sie sich empfänglich zeigte. Den Juden kann ein offenes Selbstzeugnis nur zum Vorwande der Verfolgung dienen. Wenn Jesus redet, fordern sie Zeichen [Joh 2,18, Joh 6,30], wenn er Wunder tut, Reden (Chrys.). Gibt er von sich selbst Zeugnis, so verwerfen sie es [Joh 8,13] beruft er sich auf die Werke und das Zeugnis des Vaters, so fordern sie ein Bekenntnis. Wo der gute Wille gänzlich mangelt, finden alle Heilsmittel unempfänglichen Boden. +Johannes Joh 51 10 25 47 Beständig, auch jetzt noch. +Johannes Joh 51 10 25 48 Wer den Werken nicht glaubt, wird den Worten noch weniger glauben. +Johannes Joh 51 10 26 Sed vos non creditis, quia non estis ex ovibus meis. Aber ihr glaubet nicht,⁴⁹ weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.⁵⁰ Apostelgeschichte Apg 51 10 26 Petrus vero elevavit eum, dicens: Surge, et ego ipse homo sum. Petrus aber hob ihn auf, und sprach: Steh auf, auch ich selbst bin ein Mensch!¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 10 26 19 Da Kornelius in einem Gesichte über Petrus unterrichtet worden war, dachte er sich denselben wohl als übernatürliches Wesen. Petrus erkannte, welchen Sinn die Ehrenbezeugung hier hatte, und wehrt sie ab, da die Voraussetzung, er sei mehr als ein Mensch, unrichtig ist. -Johannes Joh 50 10 26 49 Ihr gehört nicht zu meinen Schafen, weil ihr nicht innerlich so beschaffen seid, wie die sein müssen, welche an mich glauben sollen. -Johannes Joh 50 10 26 50 Ich habe als guter Hirt getan, was sich gebührte. (V. 25) Wenn ihr mir nicht glaubt, so geschieht dies nicht, weil ich nicht euer Hirt sein wollt. Und dennoch versucht der Herr, die harten Seelen noch einmal zu einem besseren Entschlusse zu bewegen, indem er ihnen sein Verhältnis zu den Schafen (V. 27) und die Größe und Gewissheit ihres ewigen Glückes schildert (V. 28). -Johannes Joh 50 10 27 Oves meæ vocem meam audiunt: et ego cognosco eas, et sequuntur me: Meine Schafe hören meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.⁵¹ +Johannes Joh 51 10 26 49 Ihr gehört nicht zu meinen Schafen, weil ihr nicht innerlich so beschaffen seid, wie die sein müssen, welche an mich glauben sollen. +Johannes Joh 51 10 26 50 Ich habe als guter Hirt getan, was sich gebührte. (V. 25) Wenn ihr mir nicht glaubt, so geschieht dies nicht, weil ich nicht euer Hirt sein wollt. Und dennoch versucht der Herr, die harten Seelen noch einmal zu einem besseren Entschlusse zu bewegen, indem er ihnen sein Verhältnis zu den Schafen (V. 27) und die Größe und Gewissheit ihres ewigen Glückes schildert (V. 28). +Johannes Joh 51 10 27 Oves meæ vocem meam audiunt: et ego cognosco eas, et sequuntur me: Meine Schafe hören meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.⁵¹ Apostelgeschichte Apg 51 10 27 Et loquens cum illo intravit, et invenit multos, qui convenerant: Und mit ihm redend ging er hinein, und fand viele versammelt. -Johannes Joh 50 10 27 51 Meine Schafe: die mich kennen und lieben (V. 14). -Johannes Joh 50 10 28 Et ego vitam æternam do eis: et non peribunt in æternum, et non rapiet eas quisquam de manu mea. Und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen,⁵² und niemand wird sie meiner Hand entreißen.⁵³ +Johannes Joh 51 10 27 51 Meine Schafe: die mich kennen und lieben (V. 14). +Johannes Joh 51 10 28 Et ego vitam æternam do eis: et non peribunt in æternum, et non rapiet eas quisquam de manu mea. Und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen,⁵² und niemand wird sie meiner Hand entreißen.⁵³ Apostelgeschichte Apg 51 10 28 Dixitque ad illos: Vos scitis quomodo abominatum sit viro Judæo conjungi, aut accedere ad alienigenam: sed mihi ostendit Deus, neminem communem aut immundum dicere hominem. Da sprach er zu ihnen: Ihr wisset, wie ein Jude es verabscheut, sich einem Fremdlinge²⁰ anzuschließen, oder zu ihm zu gehen; mir aber hat Gott gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen. Apostelgeschichte Apg 51 10 28 20 Fremdling bedeutet dasselbe wie Heide. Der nähere Verkehr mit den Heiden, besonders durch gemeinsames Essen, wurde von den strengeren Juden sorgfältig gemieden, wegen der Gefahr levitischer Verunreinigung. Petrus war belehrt worden (V. 11ff, V. 20), diese Bedenken abzulegen. Da Kornelius seine Freunde und Verwandten (V. 24) und Petrus zu sich gerufen und als Gast aufgenommen hatte, wusste Letzterer, dass er mit Heiden essen solle; daher seine Erklärung: Ihr wisset usw. Er gebraucht aber aus Bescheidenheit den allgemeinen Ausdruck anschließen, zu ihm gehen um nicht vom Essen zu sprechen. Mir aber hat Gott usw. Diese Erklärung war notwendig, da [Mt 5,17] den Zweifel erregen konnte, ob nicht die levitischen Gesetze von rein oder unrein fortdauerten. -Johannes Joh 50 10 28 52 Soviel an mir liegt, wenn sie nur aus freiem Willen bei mir bleiben. Der Gegensatz zum Leben ist das ewige Verderben. -Johannes Joh 50 10 28 53 Sie können sich aber selbst preisgeben (Konz. von Trient Sitz 6 Kap. 2) und hören dann freilich auf, seine Schafe zu sein. +Johannes Joh 51 10 28 52 Soviel an mir liegt, wenn sie nur aus freiem Willen bei mir bleiben. Der Gegensatz zum Leben ist das ewige Verderben. +Johannes Joh 51 10 28 53 Sie können sich aber selbst preisgeben (Konz. von Trient Sitz 6 Kap. 2) und hören dann freilich auf, seine Schafe zu sein. Apostelgeschichte Apg 51 10 29 Propter quod sine dubitatione veni accersitus. Interrogo ergo, quam ob causam accersistis me? Darum bin ich ohne Bedenken gekommen, als ich hergerufen ward. So frage ich denn: Aus welcher Ursache habt ihr mich rufen lassen? -Johannes Joh 50 10 29 Pater meus quod dedit mihi, majus omnibus est: et nemo potest rapere de manu Patris mei. Was mein Vater mir gegeben hat, ist größer als alles,⁵⁴ und niemand vermag sie der Hand meines Vaters zu entreißen. -Johannes Joh 50 10 29 54 Was der Vater dem Sohne gegeben hat, ist die gemeinsame göttliche Natur. Die Worte mein Vater sind nachdrucksvoll vorangesetzt. Die göttliche Natur und macht ist größer als alles, als jede Wesenheit und Macht, mithin sind die Gläubigen, welche unter dem Schutze des Sohnes stehen, auch des göttlichen Schutzes teilhaftig. Viele Handschriften und Väter (Basil., Chrys.) haben: Mein Vater, welcher mir (die Werke) gegeben hat, ist größer als alle (nämlich als alle Feinde der Herde Christi). +Johannes Joh 51 10 29 Pater meus quod dedit mihi, majus omnibus est: et nemo potest rapere de manu Patris mei. Was mein Vater mir gegeben hat, ist größer als alles,⁵⁴ und niemand vermag sie der Hand meines Vaters zu entreißen. +Johannes Joh 51 10 29 54 Was der Vater dem Sohne gegeben hat, ist die gemeinsame göttliche Natur. Die Worte mein Vater sind nachdrucksvoll vorangesetzt. Die göttliche Natur und macht ist größer als alles, als jede Wesenheit und Macht, mithin sind die Gläubigen, welche unter dem Schutze des Sohnes stehen, auch des göttlichen Schutzes teilhaftig. Viele Handschriften und Väter (Basil., Chrys.) haben: Mein Vater, welcher mir (die Werke) gegeben hat, ist größer als alle (nämlich als alle Feinde der Herde Christi). Apostelgeschichte Apg 51 10 30 Et Cornelius ait: A nudiusquarta die usque ad hanc horam, orans eram hora nona in domo mea, et ecce vir stetit ante me in veste candida, et ait: Und Kornelius sprach: Vor vier Tagen um eben diese Stunde betete ich zur neunten Stunde in meinem Hause, und siehe, ein Mann stand vor mir in weißem Gewande, und sprach: -Johannes Joh 50 10 30 Ego, et Pater unum sumus. Ich und der Vater sind eines.⁵⁵ -Johannes Joh 50 10 30 55 Zwei verschiedene Personen in einer Natur. (Basil., Chrys., Hil., Athan.). der Heiland hat den Juden mehr von sich geoffenbart, als sie erwarten konnten: nicht nur, dass er der Messias ist, sondern auch, dass er dem Vater wesensgleich ist. -Johannes Joh 50 10 31 Sustulerunt ergo lapides Judæi, ut lapidarent eum. Da hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. +Johannes Joh 51 10 30 Ego, et Pater unum sumus. Ich und der Vater sind eines.⁵⁵ +Johannes Joh 51 10 30 55 Zwei verschiedene Personen in einer Natur. (Basil., Chrys., Hil., Athan.). der Heiland hat den Juden mehr von sich geoffenbart, als sie erwarten konnten: nicht nur, dass er der Messias ist, sondern auch, dass er dem Vater wesensgleich ist. +Johannes Joh 51 10 31 Sustulerunt ergo lapides Judæi, ut lapidarent eum. Da hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. Apostelgeschichte Apg 51 10 31 Corneli, exaudita est oratio tua, et eleemosynæ tuæ commemoratæ sunt in conspectu Dei. Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.²¹ Apostelgeschichte Apg 51 10 31 21 Sein Gebet war also eine Bitte um vollkommene Erkenntnis der Wahrheit und um göttliche Hilfe gewesen. -Johannes Joh 50 10 32 Respondit eis Jesus: Multa bona opera ostendi vobis ex Patre meo, propter quod eorum opus me lapidatis? Jesus entgegnete⁵⁶ ihnen: Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater her gezeigt, wegen welches dieser Werke steinigt ihr mich?⁵⁷ +Johannes Joh 51 10 32 Respondit eis Jesus: Multa bona opera ostendi vobis ex Patre meo, propter quod eorum opus me lapidatis? Jesus entgegnete⁵⁶ ihnen: Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater her gezeigt, wegen welches dieser Werke steinigt ihr mich?⁵⁷ Apostelgeschichte Apg 51 10 32 Mitte ergo in Joppen, et accersi Simonem, qui cognominatur Petrus: hic hospitatur in domo Simonis coriarii juxta mare. Sende also nach Joppe, und lass Simon kommen, der den Beinamen Petrus hat. Er hat seine Herberge im Hause Simons, eines Gerbers, nahe am Meere. -Johannes Joh 50 10 32 56 Jesus nahm aus der drohenden Haltung der Juden Anlass zum Reden. -Johannes Joh 50 10 32 57 Die Werke hätten sie zum Glauben und zur Anerkennung seiner göttlichen Sendung führen sollen (V. 25 [Joh 5,36, Joh 8,38]), und sie wollen ihn deshalb steinigen. V. 31 (Griech.: Sie hoben wieder Steine auf, nämlich wie [Joh 8,59]). Man steinigt wegen böser Werke, ich aber habe euch gute Werke gezeigt, und zwar solche, die ich im Auftrage und mit der Macht des Vaters verrichtete. -Johannes Joh 50 10 33 Responderunt ei Judæi: De bono opere non lapidamus te, sed de blasphemia: et quia tu homo cum sis, facis teipsum Deum. Die Juden antworteten ihm:⁵⁸ Nicht eines guten Werkes wegen steinigen wir dich, sondern wegen Gotteslästerung, weil du, ein Mensch, dich selbst zu Gott machst. +Johannes Joh 51 10 32 56 Jesus nahm aus der drohenden Haltung der Juden Anlass zum Reden. +Johannes Joh 51 10 32 57 Die Werke hätten sie zum Glauben und zur Anerkennung seiner göttlichen Sendung führen sollen (V. 25 [Joh 5,36, Joh 8,38]), und sie wollen ihn deshalb steinigen. V. 31 (Griech.: Sie hoben wieder Steine auf, nämlich wie [Joh 8,59]). Man steinigt wegen böser Werke, ich aber habe euch gute Werke gezeigt, und zwar solche, die ich im Auftrage und mit der Macht des Vaters verrichtete. +Johannes Joh 51 10 33 Responderunt ei Judæi: De bono opere non lapidamus te, sed de blasphemia: et quia tu homo cum sis, facis teipsum Deum. Die Juden antworteten ihm:⁵⁸ Nicht eines guten Werkes wegen steinigen wir dich, sondern wegen Gotteslästerung, weil du, ein Mensch, dich selbst zu Gott machst. Apostelgeschichte Apg 51 10 33 Confestim ergo misi ad te: et tu bene fecisti veniendo. Nunc ergo omnes nos in conspectu tuo adsumus audire omnia quæcumque tibi præcepta sunt a Domino. Sogleich nun habe ich zu dir gesendet; und du hast wohl getan, dass du gekommen bist. Jetzt also sind wir alle vor dir gegenwärtig, um alles zu hören, was dir vom Herrn aufgetragen worden ist.²² Apostelgeschichte Apg 51 10 33 22 Kornelius setzt voraus, dass, wie ihm in der Vision der Auftrag zuteil ward, den heil. Petrus rufen zu lassen, so auch dieser von Gott beauftragt sei, ihm Belehrungen und Vorschriften zu geben. -Johannes Joh 50 10 33 58 Der Heiland beweist aus dem Gesetze, weil seine Feinde dieses immer im Munde führen, sie konnten also nichts dagegen einwenden. Vergl. [Joh 5,18]. -Johannes Joh 50 10 34 Respondit eis Jesus: Nonne scriptum est in lege vestra: quia Ego dixi, dii estis? Jesus antwortete ihnen:⁵⁹ Steht nicht in euerm Gesetze⁶⁰ geschrieben: Ich habe gesagt,⁶¹ ihr seid Götter?⁶² [Ps 81,6] +Johannes Joh 51 10 33 58 Der Heiland beweist aus dem Gesetze, weil seine Feinde dieses immer im Munde führen, sie konnten also nichts dagegen einwenden. Vergl. [Joh 5,18]. +Johannes Joh 51 10 34 Respondit eis Jesus: Nonne scriptum est in lege vestra: quia Ego dixi, dii estis? Jesus antwortete ihnen:⁵⁹ Steht nicht in euerm Gesetze⁶⁰ geschrieben: Ich habe gesagt,⁶¹ ihr seid Götter?⁶² [Ps 81,6] Apostelgeschichte Apg 51 10 34 Aperiens autem Petrus os suum, dixit: In veritate comperi quia non est personarum acceptor Deus, Da tat Petrus seinen Mund auf, und sprach:²³ In Wahrheit erfahre ich, dass Gott nicht die Person ansieht: [Dtn 10,17, 2Chr 19,7, Ijob 34,19, Weish 6,8, Sir 35,15, Röm 2,11, Gal 2,6, Eph 6,9, Kol 3,25, 1Petr 1,17] Apostelgeschichte Apg 51 10 34 23 Der Hauptgedanke der Rede ist die Katholizität des Heiles, der Kirche. In Wahrheit: mit der größten Gewissheit und in umfassendsten Sinne. -Johannes Joh 50 10 34 59 Jesus beweist, dass er recht gesprochen, aus der Heil. Schrift und den Werken. -Johannes Joh 50 10 34 60 Unter Gesetz versteht man oft die ganze Heil. Schrift. Die angeführte Stelle findet sich [Ps 81,6]. -Johannes Joh 50 10 34 61 Als sie zur Obrigkeit bestellt wurden. -Johannes Joh 50 10 34 62 Weil sie ihre Macht und Erleuchtung von Gott empfangen haben. -Johannes Joh 50 10 35 Si illos dixit deos, ad quos sermo Dei factus est, et non potest solvi Scriptura: Wenn es diejenigen Götter genannt hat, an welche die Rede Gottes gerichtet war, und die Schrift nicht aufgehoben werden kann,⁶³ +Johannes Joh 51 10 34 59 Jesus beweist, dass er recht gesprochen, aus der Heil. Schrift und den Werken. +Johannes Joh 51 10 34 60 Unter Gesetz versteht man oft die ganze Heil. Schrift. Die angeführte Stelle findet sich [Ps 81,6]. +Johannes Joh 51 10 34 61 Als sie zur Obrigkeit bestellt wurden. +Johannes Joh 51 10 34 62 Weil sie ihre Macht und Erleuchtung von Gott empfangen haben. +Johannes Joh 51 10 35 Si illos dixit deos, ad quos sermo Dei factus est, et non potest solvi Scriptura: Wenn es diejenigen Götter genannt hat, an welche die Rede Gottes gerichtet war, und die Schrift nicht aufgehoben werden kann,⁶³ Apostelgeschichte Apg 51 10 35 Sed in omni gente qui timet eum, et operatur justitiam, acceptus est illi. sondern in jedem Volke ist, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit übet, ihm angenehm.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 10 35 24 Die Person ansehen heißt: mit gewissen Menschen nicht nach dem wirklichen Tatbestande, sondern nach der Rücksicht auf gewisse Eigenschaften, die kein Verdienst begründen, verfahren, z. B. einen Vornehmen oder Reichen nicht strafen, weil er vornehm oder reich ist. Den Grundsatz, dass Gott nicht so verfährt, wendet nun der heil. Petrus auf den vorliegenden Fall an. Ansehen der Person wäre es gewesen, wenn Gott nur die Juden, eben weil sie Juden sind, zum Heile berufen hätte. Da er nun auch Heiden beruft, welche seiner Gnade entsprechen, zeigt er, dass bei ihm kein Ansehen der Person ist. Es ist indes zu erwägen, dass das Heil nur durch Christus ist, folglich wäre es gänzlich verkehrt, wollte jemand, besonders trotz V. 43, aus dieser Stelle folgern, man brauche gar nicht Christ zu sein, um Gott zu gefallen. -Johannes Joh 50 10 35 63 Mit diesen Worten hat der Heiland die Heilige Schrift als Richtschnur anerkannt und auch für den N. B. als solche bestätigt. +Johannes Joh 51 10 35 63 Mit diesen Worten hat der Heiland die Heilige Schrift als Richtschnur anerkannt und auch für den N. B. als solche bestätigt. Apostelgeschichte Apg 51 10 36 Verbum misit Deus filiis Israel, annuntians pacem per Jesum Christum: (Hic est omnium Dominus.) Gott sandte das Wort den Kindern Israels, und verkündete Frieden durch Jesus Christus. (Dieser ist Herr über alle.)²⁵ -Johannes Joh 50 10 36 Quem Pater sanctificavit, et misit in mundum, vos dicitis: Quia blasphemas: quia dixi, Filius Dei sum? wie saget ihr zu dem, welchen der Vater⁶⁴ geheiliget⁶⁵ und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott! weil ich gesagt habe: Ich bin der Sohn Gottes?⁶⁶ +Johannes Joh 51 10 36 Quem Pater sanctificavit, et misit in mundum, vos dicitis: Quia blasphemas: quia dixi, Filius Dei sum? wie saget ihr zu dem, welchen der Vater⁶⁴ geheiliget⁶⁵ und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott! weil ich gesagt habe: Ich bin der Sohn Gottes?⁶⁶ Apostelgeschichte Apg 51 10 36 25 Gott ist Herr über Juden und Heiden. -Johannes Joh 50 10 36 64 Wenn ihn der Vater geheiligt hat, hat er ihn offenbar als Sohn geheiligt (Thom.), d. h. er hat die menschliche Natur bestimmt, dass sie in der zweiten Person mit der göttlichen Natur vereinigt, dass Christus auch als Mensch der wahre Sohn Gottes sei. Diesen vollen Sinn konnten jedoch wohl die Zuhörer nicht fassen, jedenfalls aber den nächsten Sinn: Wenn es genügte, von Gott einer Ansprache gewürdigt zu sein, damit jemand Gott genannt ward, um wie viel mehr kann ich Sohn Gottes genannt werden, da ich zum Erlöser auserwählt und in die Welt gesandt bin, die Erlösung zu vollbringen. -Johannes Joh 50 10 36 65 Da die Heiligung der Sendung vorausgeht und den Vater zum Urheber hat, beruht sie auf der ewigen Auswahl und Heiligung zum messianischen Amte. Dieser entsprach in der Zeit die wirkliche Sendung in die Welt. -Johannes Joh 50 10 36 66 Der wahre Sohn Gottes lästert nicht, wenn er sich Gott nennt. Damit ist die Anklage der Juden widerlegt. Hiermit schwächt Christus nicht ab, was er V. 30 sagte, wo er sich als wesensgleich mit Gott erklärt. Wenn ich mich den Sohn Gottes nenne, so wäre dies auch dann keine Lästerung, wenn ich nicht der wahre und eigentliche Sohn Gottes wäre, sondern nur vom Vater geheiliget und gesandt. Denn auch andere werden Götter genannt, wenngleich sie kein so wichtiges Amt bekleideten, also darf ich mich umso mehr Gottes Sohn nennen, da ich es nicht nur in einem gewissen Sinne, sondern wirklich und eigentlich bin. +Johannes Joh 51 10 36 64 Wenn ihn der Vater geheiligt hat, hat er ihn offenbar als Sohn geheiligt (Thom.), d. h. er hat die menschliche Natur bestimmt, dass sie in der zweiten Person mit der göttlichen Natur vereinigt, dass Christus auch als Mensch der wahre Sohn Gottes sei. Diesen vollen Sinn konnten jedoch wohl die Zuhörer nicht fassen, jedenfalls aber den nächsten Sinn: Wenn es genügte, von Gott einer Ansprache gewürdigt zu sein, damit jemand Gott genannt ward, um wie viel mehr kann ich Sohn Gottes genannt werden, da ich zum Erlöser auserwählt und in die Welt gesandt bin, die Erlösung zu vollbringen. +Johannes Joh 51 10 36 65 Da die Heiligung der Sendung vorausgeht und den Vater zum Urheber hat, beruht sie auf der ewigen Auswahl und Heiligung zum messianischen Amte. Dieser entsprach in der Zeit die wirkliche Sendung in die Welt. +Johannes Joh 51 10 36 66 Der wahre Sohn Gottes lästert nicht, wenn er sich Gott nennt. Damit ist die Anklage der Juden widerlegt. Hiermit schwächt Christus nicht ab, was er V. 30 sagte, wo er sich als wesensgleich mit Gott erklärt. Wenn ich mich den Sohn Gottes nenne, so wäre dies auch dann keine Lästerung, wenn ich nicht der wahre und eigentliche Sohn Gottes wäre, sondern nur vom Vater geheiliget und gesandt. Denn auch andere werden Götter genannt, wenngleich sie kein so wichtiges Amt bekleideten, also darf ich mich umso mehr Gottes Sohn nennen, da ich es nicht nur in einem gewissen Sinne, sondern wirklich und eigentlich bin. Apostelgeschichte Apg 51 10 37 Vos scitis quod factum est verbum per universam Judæam: incipiens enim a Galilæa post baptismum, quod prædicavit Joannes, Ihr kennt die Begebenheit, welche sich durch ganz Judäa zugetragen hat, von Galiläa angefangen, nach der Taufe, welche Johannes predigte; [Mt 4,12-17] -Johannes Joh 50 10 37 Si non facio opera Patris mei, nolite credere mihi. Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue,⁶⁷ so glaubet mir nicht. -Johannes Joh 50 10 37 67 Wenn ich die Werke meines Vaters unterlasse, euch also die Beweise meiner göttlichen Sendung vorenthalte, so erlaube ich euch, nicht nur mir nicht zu glauben, nein ich gebiete es sogar. -Johannes Joh 50 10 38 Si autem facio: et si mihi non vultis credere, operibus credite, ut cognoscatis, et credatis quia Pater in me est, et ego in Patre. Wenn ich sie aber tue, so glaubet, wenn ihr mir nicht glauben wollet, den Werken,⁶⁸ damit ihr erkennet und glaubet, dass der Vater in mir ist, und ich in dem Vater.⁶⁹ +Johannes Joh 51 10 37 Si non facio opera Patris mei, nolite credere mihi. Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue,⁶⁷ so glaubet mir nicht. +Johannes Joh 51 10 37 67 Wenn ich die Werke meines Vaters unterlasse, euch also die Beweise meiner göttlichen Sendung vorenthalte, so erlaube ich euch, nicht nur mir nicht zu glauben, nein ich gebiete es sogar. +Johannes Joh 51 10 38 Si autem facio: et si mihi non vultis credere, operibus credite, ut cognoscatis, et credatis quia Pater in me est, et ego in Patre. Wenn ich sie aber tue, so glaubet, wenn ihr mir nicht glauben wollet, den Werken,⁶⁸ damit ihr erkennet und glaubet, dass der Vater in mir ist, und ich in dem Vater.⁶⁹ Apostelgeschichte Apg 51 10 38 Jesum a Nazareth: quomodo unxit eum Deus Spiritu sancto, et virtute, qui pertransiit benefaciendo, et sanando omnes oppressos a diabolo, quoniam Deus erat cum illo. wie Gott Jesus von Nazareth mit dem Heiligen Geist und mit Kraft salbte; welcher umherging, Gutes tuend, und alle, die vom Teufel bewältigt waren, heilend, denn Gott war mit ihm.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 10 38 26 Vergl. [Mt 3,16.17] u. a. Die Austreibung von bösen Geistern wird angeführt, weil der heil. Petrus (und der heil. Lukas) den Heiden gegenüber, welche die bösen Geister verehrten, Jesus als Herrscher und Besieger der hinter den falschen Göttern sich verbergenden Geister hinstellen wollte. Auch im Markusevangelium, das besonders für die Heidenchristen geschrieben war, wird die Herrschaft Jesu über die bösen Geister betont. -Johannes Joh 50 10 38 68 Glaubet dem Zeugnisse meiner Werke, d. h. glaubet an mich als denjenigen, als welchen mich meine Werke bezeugen: als Gottgesandten, als Sohn Gottes. -Johannes Joh 50 10 38 69 Es wird hier die Lehre von der wechselseitigen Durchdringung der göttlichen Personen und die göttliche Natur der Person Christi ausgesprochen. Denn von einem Geschöpfe kann nie gesagt werden, dass es in Gott ist, wie Gott in ihm. -Johannes Joh 50 10 39 Quærebant ergo eum apprehendere: et exivit de manibus eorum. Da suchten sie ihn zu ergreifen,⁷⁰ er aber entging ihren Händen.⁷¹ +Johannes Joh 51 10 38 68 Glaubet dem Zeugnisse meiner Werke, d. h. glaubet an mich als denjenigen, als welchen mich meine Werke bezeugen: als Gottgesandten, als Sohn Gottes. +Johannes Joh 51 10 38 69 Es wird hier die Lehre von der wechselseitigen Durchdringung der göttlichen Personen und die göttliche Natur der Person Christi ausgesprochen. Denn von einem Geschöpfe kann nie gesagt werden, dass es in Gott ist, wie Gott in ihm. +Johannes Joh 51 10 39 Quærebant ergo eum apprehendere: et exivit de manibus eorum. Da suchten sie ihn zu ergreifen,⁷⁰ er aber entging ihren Händen.⁷¹ Apostelgeschichte Apg 51 10 39 Et nos testes sumus omnium, quæ fecit in regione Judæorum, et Jerusalem, quem occiderunt suspendentes in ligno. Und wir sind Zeugen von allem, was er im Lande der Juden und zu Jerusalem getan hat. Sie aber hingen ihn an das Kreuz und töteten ihn. -Johannes Joh 50 10 39 70 Die Verteidigung des Herrn hat insoweit auf sie Eindruck gemacht, als sie die Steinigung aufgaben. Dennoch suchen sie von neuem wie [Joh 7,30.32] des Heilandes habhaft zu werden, weil er die vermeintliche Gotteslästerung wiederholt und bekräftigt hat. -Johannes Joh 50 10 39 71 Wie, sagt der Evangelist nicht. Es war wohl die ehrfurchtgebietende Majestät Jesu, welche seine Verfolger zurückschreckte; vielleicht war es auch Furcht vor dem Volke, welche für den Augenblick ihrer Rachsucht Einhalt gebot. Nach einigen war es ein wunderbares Entgehen. +Johannes Joh 51 10 39 70 Die Verteidigung des Herrn hat insoweit auf sie Eindruck gemacht, als sie die Steinigung aufgaben. Dennoch suchen sie von neuem wie [Joh 7,30.32] des Heilandes habhaft zu werden, weil er die vermeintliche Gotteslästerung wiederholt und bekräftigt hat. +Johannes Joh 51 10 39 71 Wie, sagt der Evangelist nicht. Es war wohl die ehrfurchtgebietende Majestät Jesu, welche seine Verfolger zurückschreckte; vielleicht war es auch Furcht vor dem Volke, welche für den Augenblick ihrer Rachsucht Einhalt gebot. Nach einigen war es ein wunderbares Entgehen. Apostelgeschichte Apg 51 10 40 Hunc Deus suscitavit tertia die, et dedit eum manifestum fieri, Diesen hat Gott am dritten Tage auferweckt, und ihn offenbar werden lassen, -Johannes Joh 50 10 40 Et abiit iterum trans Jordanem in eum locum, ubi erat Joannes baptizans primum: et mansit illic: Und er begab sich wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte,⁷² und blieb daselbst.⁷³ -Johannes Joh 50 10 40 72 Der Heiland begibt sich an den Ort, wo der Täufer zuerst [Joh 1,28] gewirkt, und wo ihm selbst die ersten Jünger zugeführt worden, um nach so vielem Schmerzlichen etwas Trost zu finden, indem er dort dem Volke in Erinnerung bringt, was Johannes ehedem von ihm bezeugt (Chrys.). -Johannes Joh 50 10 40 73 Jesus blieb dort, bis er nach Judäa ging, um Lazarus aufzuwecken. +Johannes Joh 51 10 40 Et abiit iterum trans Jordanem in eum locum, ubi erat Joannes baptizans primum: et mansit illic: Und er begab sich wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte,⁷² und blieb daselbst.⁷³ +Johannes Joh 51 10 40 72 Der Heiland begibt sich an den Ort, wo der Täufer zuerst [Joh 1,28] gewirkt, und wo ihm selbst die ersten Jünger zugeführt worden, um nach so vielem Schmerzlichen etwas Trost zu finden, indem er dort dem Volke in Erinnerung bringt, was Johannes ehedem von ihm bezeugt (Chrys.). +Johannes Joh 51 10 40 73 Jesus blieb dort, bis er nach Judäa ging, um Lazarus aufzuwecken. Apostelgeschichte Apg 51 10 41 Non omni populo, sed testibus præordinatis a Deo: nobis, qui manducavimus, et bibimus cum illo postquam resurrexit a mortuis. nicht dem ganzen Volke,²⁷ sondern den von Gott vorherbestimmten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er von den Toten auferstanden war.²⁸ -Johannes Joh 50 10 41 Et multi venerunt ad eum, et dicebant: Quia Joannes quidem signum fecit nullum. Und viele kamen zu ihm, und sprachen: Johannes hat zwar keine Wunder gewirkt, +Johannes Joh 51 10 41 Et multi venerunt ad eum, et dicebant: Quia Joannes quidem signum fecit nullum. Und viele kamen zu ihm, und sprachen: Johannes hat zwar keine Wunder gewirkt, Apostelgeschichte Apg 51 10 41 27 Den Grund gibt wohl der Heiland selbst [Lk 16,31] an. Apostelgeschichte Apg 51 10 41 28 Vergl. [Joh 5,22.27, Lk 24,41ff, Joh 21,12, Apg 17,31]. -Johannes Joh 50 10 42 Omnia autem quæcumque dixit Joannes de hoc, vera erant. Et multi crediderunt in eum. alles aber, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr gewesen.⁷⁴ Und viele glaubten an ihn.⁷⁵ +Johannes Joh 51 10 42 Omnia autem quæcumque dixit Joannes de hoc, vera erant. Et multi crediderunt in eum. alles aber, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr gewesen.⁷⁴ Und viele glaubten an ihn.⁷⁵ Apostelgeschichte Apg 51 10 42 Et præcepit nobis prædicare populo, et testificari quia ipse est, qui constitutus est a Deo judex vivorum, et mortuorum. Und er hat uns geboten, dem Volke zu predigen,²⁹ und Zeugnis zu geben, dass er es ist, der von Gott als Richter der Lebendigen und der Toten bestellt ist. [Mt 25,31] Apostelgeschichte Apg 51 10 42 29 Zunächst dem israelitischen Volke. -Johannes Joh 50 10 42 74 Haben wir dem Johannes geglaubt, der kein Wunder getan hat, wie sollen wir dem nicht glauben, der Wunder tut, und den Johannes als Messias verkündet hat? -Johannes Joh 50 10 42 75 Griech.: Glaubten dortselbst. +Johannes Joh 51 10 42 74 Haben wir dem Johannes geglaubt, der kein Wunder getan hat, wie sollen wir dem nicht glauben, der Wunder tut, und den Johannes als Messias verkündet hat? +Johannes Joh 51 10 42 75 Griech.: Glaubten dortselbst. Apostelgeschichte Apg 51 10 43 Huic omnes prophetæ testimonium perhibent remissionem peccatorum accipere per nomen ejus omnes, qui credunt in eum. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, dass alle, die an ihn glauben, durch seinen Namen³⁰ Vergebung der Sünden erlangen. [Jer 31,34] Apostelgeschichte Apg 51 10 43 30 Durch ihn, wie er sich uns offenbart; er hat sich aber geoffenbart als den Erlöser. Vergl. [Joh 20,22.23]. Von dem künftigen Richter (V. 42) leitet Petrus die Seelen seiner Zuhörer zu Jesus, dem Erbarmer. Apostelgeschichte Apg 51 10 44 Adhuc loquente Petro verba hæc, cecidit Spiritus sanctus super omnes, qui audiebant verbum. Während Petrus noch diese Worte sprach, kam der Heilige Geist auf alle, welche das Wort hörten.³¹ @@ -60310,551 +60359,557 @@ Apostelgeschichte Apg 51 10 46 Audiebant enim illos loquentes linguis, et magnif Apostelgeschichte Apg 51 10 47 Tunc respondit Petrus: Numquid aquam quis prohibere potest ut non baptizentur hi, qui Spiritum sanctum acceperunt sicut et nos? Da nahm Petrus das Wort: Kann wohl jemand das Wasser versagen, dass diese nicht getauft werden, die den Heiligen Geist empfangen haben, so wie auch wir? Apostelgeschichte Apg 51 10 48 Et jussit eos baptizari in nomine Domini Jesu Christi. Tunc rogaverunt eum ut maneret apud eos aliquot diebus. Und er befahl, sie im Namen des Herrn Jesus Christus zu taufen.³² Darnach baten sie ihn, einige Tage bei ihnen zu bleiben. Apostelgeschichte Apg 51 10 48 32 Es fehlte ihnen nur noch die Aufnahme in die sichtbare Gemeinschaft der Kirche. Die Taufe, dies von Christus eingesetzte Mittel des Heiles durfte umso weniger vernachlässigt werden, als Gott dies Wunder gerade getan hatte, um zu zeigen, dass auch die Heiden der Taufe teilhaftig werden konnten. In außerordentlicher Weise hatte Gott die Ordnung umgekehrt und dem Kornelius den Heil. Geist verliehen, ehe er noch die Taufe empfangen. Aber dadurch hob er die Ordnung nicht auf. -Apostelgeschichte Apg 51 11 0 Billigung der Aufnahme des Kornelius in Jerusalem. (V. 18) 2. Vorbereitung des Glaubens unter den Heiden zu Antiochia. (11,19 12. 25): Gründung der christlichen Gemeinde zu Antiochia. (V. 26) Liebestätigkeit der Gemeinde in Antiochia an den Christen in Jerusalem. (11,25): Weissagung einer Hungersnot durch Agabus und Sendung des Barnabas und Paulus nach Jerusalem. -Johannes Joh 50 11 0 Der Heiland geht nach Bethanien, um durch die Auferweckung des Lazarus den Glauben seiner Jünger zu stärken. (V. 15), sich als das Leben und die Auferstehung zu zeigen (V. 27) und Gottes Macht zu offenbaren. (V. 40) Auferweckung des Lazarus und Glauben der Anwesenden. (V. 45) Der hohe Rat beschließt den Tod des Heilandes und gebietet allen, seinen Aufenthaltsort anzugeben. Jesus zieht sich in die Stadt Ephrem zurück. -Johannes Joh 50 11 1 Erat autem quidam languens Lazarus a Bethania, de castello Mariæ, et Marthæ sororis ejus. Es war aber ein Kranker mit Namen Lazarus,¹ von Bethania,² dem Flecken der Maria, und Martha, ihrer Schwester. +Apostelgeschichte Apg 51 11 0 Billigung der Aufnahme des Kornelius in Jerusalem. (V. 18) 2. Vorbereitung des Glaubens unter den Heiden zu Antiochia. (11,19 12. 25): Gründung der christlichen Gemeinde zu Antiochia. (V. 26) Liebestätigkeit der Gemeinde in Antiochia an den Christen in Jerusalem. (11,25): Weissagung einer Hungersnot durch Agabus und Sendung des Barnabas und Paulus nach Jerusalem. +Johannes Joh 51 11 0 Der Heiland geht nach Bethanien, um durch die Auferweckung des Lazarus den Glauben seiner Jünger zu stärken. (V. 15), sich als das Leben und die Auferstehung zu zeigen (V. 27) und Gottes Macht zu offenbaren. (V. 40) Auferweckung des Lazarus und Glauben der Anwesenden. (V. 45) Der hohe Rat beschließt den Tod des Heilandes und gebietet allen, seinen Aufenthaltsort anzugeben. Jesus zieht sich in die Stadt Ephrem zurück. +Johannes Joh 51 11 1 Erat autem quidam languens Lazarus a Bethania, de castello Mariæ, et Marthæ sororis ejus. Es war aber ein Kranker mit Namen Lazarus,¹ von Bethania,² dem Flecken der Maria, und Martha, ihrer Schwester. Apostelgeschichte Apg 51 11 1 Audierunt autem Apostoli, et fratres, qui erant in Judæa: quoniam et gentes receperunt verbum Dei. Es hörten aber die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hätten. -Johannes Joh 50 11 1 1 Über den Namen siehe [Lk 16,Anm.27]. Lazarus tritt mit seinen Schwestern hier zum ersten Male in die Geschichte ein. Nach der Überlieferung war er damals 30 Jahre alt und lebte noch andere 30. Er soll unter den 120 gewesen sein, welche am Pfingstfest den Heil. Geist empfingen, und nach der [Apg 8,3] berichteten Zerstreuung der Jünger in das Abendland gekommen sein. Marseille verehrt ihn als einen der ersten Glaubensboten in Südfrankreich. -Johannes Joh 50 11 1 2 Siehe [Mt 21,17]. -Johannes Joh 50 11 2 (Maria autem erat, quæ unxit Dominum unguento, et extersit pedes ejus capillis suis: cujus frater Lazarus infirmabatur). (Maria war diejenige, die den Herrn mit Balsam gesalbt,³ und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank lag.) +Johannes Joh 51 11 1 1 Über den Namen siehe [Lk 16,Anm.27]. Lazarus tritt mit seinen Schwestern hier zum ersten Male in die Geschichte ein. Nach der Überlieferung war er damals 30 Jahre alt und lebte noch andere 30. Er soll unter den 120 gewesen sein, welche am Pfingstfest den Heil. Geist empfingen, und nach der [Apg 8,3] berichteten Zerstreuung der Jünger in das Abendland gekommen sein. Marseille verehrt ihn als einen der ersten Glaubensboten in Südfrankreich. +Johannes Joh 51 11 1 2 Siehe [Mt 21,17]. +Johannes Joh 51 11 2 (Maria autem erat, quæ unxit Dominum unguento, et extersit pedes ejus capillis suis: cujus frater Lazarus infirmabatur). (Maria war diejenige, die den Herrn mit Balsam gesalbt,³ und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank lag.) Apostelgeschichte Apg 51 11 2 Cum autem ascendisset Petrus Jerosolymam, disceptabant adversus illum, qui erant ex circumcisione, Als nun Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die, welche aus der Beschneidung waren, gegen ihn,¹ Apostelgeschichte Apg 51 11 2 1 Von Petrus hatten die Brüder aus der Beschneidung (V. 2), d. i. die jüdisch geborenen Christen, die sorgfältigste Einhaltung des gesetzlichen Standpunktes und eine Bevorzugung Israels erwartet. Dieser Erwartung entsprach das Verhalten des Apostels zu Cäsarea nicht, da er mit Heiden Tisch und Wohnung geteilt hatte. Der Apostel musste, um Ärgernis zu vermeiden, die Gründe seines Verhaltens darlegen (V. 4). -Johannes Joh 50 11 2 3 Der Apostel weist auf die [Lk 7,36-50] erzählte Salbung hin, durch welche die vorangestellte Maria bekannter war. Gleichzeitig will der Evangelist wohl das Verhältnis des Heilandes zu der Familie schildern. -Johannes Joh 50 11 3 Miserunt ergo sorores ejus ad eum dicentes: Domine, ecce quem amas infirmatur. Da schickten seine Schwestern zu ihm, und ließen ihm sagen: Herr! siehe, der, den du lieb hast,⁴ ist krank.⁵ +Johannes Joh 51 11 2 3 Der Apostel weist auf die [Lk 7,36-50] erzählte Salbung hin, durch welche die vorangestellte Maria bekannter war. Gleichzeitig will der Evangelist wohl das Verhältnis des Heilandes zu der Familie schildern. +Johannes Joh 51 11 3 Miserunt ergo sorores ejus ad eum dicentes: Domine, ecce quem amas infirmatur. Da schickten seine Schwestern zu ihm, und ließen ihm sagen: Herr! siehe, der, den du lieb hast,⁴ ist krank.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 11 3 Dicentes: Quare introisti ad viros præputium habentes, et manducasti cum illis? und sprachen: Warum bist du zu Unbeschnittenen eingekehrt, und hast mit ihnen gegessen? -Johannes Joh 50 11 3 4 Den du deiner besonderen Freundschaft würdigest. -Johannes Joh 50 11 3 5 Den Schluss aus der Botschaft zu ziehen, überlassen sie dem Heilande: Du liebst nicht so, dass du den Geliebten verlassen könntest (Aug.). +Johannes Joh 51 11 3 4 Den du deiner besonderen Freundschaft würdigest. +Johannes Joh 51 11 3 5 Den Schluss aus der Botschaft zu ziehen, überlassen sie dem Heilande: Du liebst nicht so, dass du den Geliebten verlassen könntest (Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 11 4 Incipiens autem Petrus exponebat illis ordinem dicens: Da begann Petrus, und erzählte ihnen den Hergang der Ordnung nach, und sprach:² -Johannes Joh 50 11 4 Audiens autem Jesus dixit eis: Infirmitas hæc non est ad mortem, sed pro gloria Dei, ut glorificetur Filius Dei per eam. Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihnen:⁶ Diese Krankheit ist nicht zum⁷ Tode,⁸ sondern zur Ehre Gottes,⁹ damit der Sohn Gottes durch sie verherrlichet werde. +Johannes Joh 51 11 4 Audiens autem Jesus dixit eis: Infirmitas hæc non est ad mortem, sed pro gloria Dei, ut glorificetur Filius Dei per eam. Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihnen:⁶ Diese Krankheit ist nicht zum⁷ Tode,⁸ sondern zur Ehre Gottes,⁹ damit der Sohn Gottes durch sie verherrlichet werde. Apostelgeschichte Apg 51 11 4 2 Der heil. Lukas hält die Sache für wichtig genug, einen zweiten Bericht über die Ereignisse mit den Worten des Apostelfürsten selbst zu geben. Der heil. Petrus legt die geschichtlichen Tatsachen dar (V. 5 15), deren Ergebnis ist: Gott selbst hat es unmittelbar so gewollt und getan (V. 17); von ihm durch Zeichen und Wunder geleitet hatte Petrus nur zu gehorchen. -Johannes Joh 50 11 4 6 Jesus gibt keine ausdrückliche, aber immerhin eine stillschweigende Zusage (Chrys.). Die Schwestern werden durch den trotzdem eintretenden Tod des Bruders auf eine harte Probe gestellt, verlieren aber das Vertrauen zu Jesus nicht. -Johannes Joh 50 11 4 7 Das Ziel Gottes bei dieser Krankheit ist nicht der bleibende Tod. -Johannes Joh 50 11 4 8 Der Tod im strengsten Sinne, von dem es vor dem jüngsten Tage keine Rückkehr gibt (Euth.). -Johannes Joh 50 11 4 9 Diese Krankheit und der Tod als Folge derselben sind darum vorhanden, dass Gott durch die Erweckung des Toten seine göttliche Macht offenbare. Der Vater wird im Sohne verherrlicht, der das Werk Gottes ausführt. Andere Ausleger erklären: Diese Krankheit hat die Verherrlichung Gottes bei den Menschen zum Ziele, die darin besteht, dass der Sohn verherrlicht wird (Aug.). Jesus spendete dem Boten der Schwestern und den Jüngern Trostworte, aber sie sind, wie die Wege der göttlichen Vorsehung, geheimnisvoll und dunkel, ob auch voll der Liebe. +Johannes Joh 51 11 4 6 Jesus gibt keine ausdrückliche, aber immerhin eine stillschweigende Zusage (Chrys.). Die Schwestern werden durch den trotzdem eintretenden Tod des Bruders auf eine harte Probe gestellt, verlieren aber das Vertrauen zu Jesus nicht. +Johannes Joh 51 11 4 7 Das Ziel Gottes bei dieser Krankheit ist nicht der bleibende Tod. +Johannes Joh 51 11 4 8 Der Tod im strengsten Sinne, von dem es vor dem jüngsten Tage keine Rückkehr gibt (Euth.). +Johannes Joh 51 11 4 9 Diese Krankheit und der Tod als Folge derselben sind darum vorhanden, dass Gott durch die Erweckung des Toten seine göttliche Macht offenbare. Der Vater wird im Sohne verherrlicht, der das Werk Gottes ausführt. Andere Ausleger erklären: Diese Krankheit hat die Verherrlichung Gottes bei den Menschen zum Ziele, die darin besteht, dass der Sohn verherrlicht wird (Aug.). Jesus spendete dem Boten der Schwestern und den Jüngern Trostworte, aber sie sind, wie die Wege der göttlichen Vorsehung, geheimnisvoll und dunkel, ob auch voll der Liebe. Apostelgeschichte Apg 51 11 5 Ego eram in civitate Joppe orans, et vidi in excessu mentis visionem, descendens vas quoddam velut linteum magnum quatuor initiis summitti de clo, et venit usque ad me. Ich war in der Stadt Joppe im Gebete, und sah in der Verzückung ein Gesicht: ein Behältnis, wie ein großes Leintuch, herabsteigen, welches an den vier Enden vom Himmel herabgelassen wurde, und es kam bis zu mir. -Johannes Joh 50 11 5 Diligebat autem Jesus Martham, et sororem ejus Mariam, et Lazarum. Jesus aber hatte die Martha, und ihre Schwester Maria, und den Lazarus lieb.¹⁰ -Johannes Joh 50 11 5 10 Auch die von Gott geliebten Personen trifft Krankheit und Leiden (Cyr., Chrys.), die aber nach seiner Vorsehung zu ihrem Besten gereichen. Die Bemerkung des Evangelisten soll zeigen, dass nicht Gleichgültigkeit, sondern höhere Rücksichten den Heiland noch zurückhalten. -Johannes Joh 50 11 6 Ut ergo audivit quia infirmabatur, tunc quidem mansit in eodem loco duobus diebus: Als er nun vernommen hatte, dass er krank sei, blieb er gleichwohl noch zwei Tage an dem Orte, wo er war;¹¹ +Johannes Joh 51 11 5 Diligebat autem Jesus Martham, et sororem ejus Mariam, et Lazarum. Jesus aber hatte die Martha, und ihre Schwester Maria, und den Lazarus lieb.¹⁰ +Johannes Joh 51 11 5 10 Auch die von Gott geliebten Personen trifft Krankheit und Leiden (Cyr., Chrys.), die aber nach seiner Vorsehung zu ihrem Besten gereichen. Die Bemerkung des Evangelisten soll zeigen, dass nicht Gleichgültigkeit, sondern höhere Rücksichten den Heiland noch zurückhalten. +Johannes Joh 51 11 6 Ut ergo audivit quia infirmabatur, tunc quidem mansit in eodem loco duobus diebus: Als er nun vernommen hatte, dass er krank sei, blieb er gleichwohl noch zwei Tage an dem Orte, wo er war;¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 11 6 In quod intuens considerabam, et vidi quadrupedia terræ, et bestias, et reptilia, et volatilia cli. Und indem ich auf dasselbe hinsah, und es betrachtete, sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde, und die wilden und die kriechenden Tiere, und die Vögel des Himmels. -Johannes Joh 50 11 6 11 Jesus wartet noch zwei Tage, damit eine längere Zeit zwischen Tod und Auferstehung verfließe und es so gewisser werde, dass Lazarus wahrhaft tot gewesen (Cyr., Chrys., Aug.) -Johannes Joh 50 11 7 Deinde post hæc dixit discipulis suis: Eamus in Judæam iterum. hierauf aber sprach er zu seinen Jüngern: Lasset uns wieder nach Judäa¹² gehen! +Johannes Joh 51 11 6 11 Jesus wartet noch zwei Tage, damit eine längere Zeit zwischen Tod und Auferstehung verfließe und es so gewisser werde, dass Lazarus wahrhaft tot gewesen (Cyr., Chrys., Aug.) +Johannes Joh 51 11 7 Deinde post hæc dixit discipulis suis: Eamus in Judæam iterum. hierauf aber sprach er zu seinen Jüngern: Lasset uns wieder nach Judäa¹² gehen! Apostelgeschichte Apg 51 11 7 Audivi autem et vocem dicentem mihi: Surge Petre, occide, et manduca. Ich hörte aber auch eine Stimme, die zu mir sprach: Stehe auf Petrus, schlachte und iss! -Johannes Joh 50 11 7 12 D. h. nach Bethania in Judäa. Der Herr befand sich in Peräa. +Johannes Joh 51 11 7 12 D. h. nach Bethania in Judäa. Der Herr befand sich in Peräa. Apostelgeschichte Apg 51 11 8 Dixi autem: Nequaquam Domine: quia commune aut immundum nunquam introivit in os meum. Da sprach ich: Keinesweges, Herr! denn etwas Gemeines oder Unreines ist noch nie in meinen Mund eingegangen. -Johannes Joh 50 11 8 Dicunt ei discipuli: Rabbi, nunc quærebant te Judæi lapidare, et iterum vadis illuc? Die Jünger sprachen zu ihm: Meister! eben erst suchten dich die Juden zu steinigen, und du gehst wieder dorthin?¹³ -Johannes Joh 50 11 8 13 Die Jünger fürchten für den Herrn oder auch für sich selbst. Vergl. [Joh 10,31.39]. -Johannes Joh 50 11 9 Respondit Jesus: Nonne duodecim sunt horæ diei? Si quis ambulaverit in die, non offendit, quia lucem hujus mundi videt: Jesus antwortete: Sind nicht zwölf Stunden im Tage?¹⁴ Wenn jemand bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht;¹⁵ +Johannes Joh 51 11 8 Dicunt ei discipuli: Rabbi, nunc quærebant te Judæi lapidare, et iterum vadis illuc? Die Jünger sprachen zu ihm: Meister! eben erst suchten dich die Juden zu steinigen, und du gehst wieder dorthin?¹³ +Johannes Joh 51 11 8 13 Die Jünger fürchten für den Herrn oder auch für sich selbst. Vergl. [Joh 10,31.39]. +Johannes Joh 51 11 9 Respondit Jesus: Nonne duodecim sunt horæ diei? Si quis ambulaverit in die, non offendit, quia lucem hujus mundi videt: Jesus antwortete: Sind nicht zwölf Stunden im Tage?¹⁴ Wenn jemand bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht;¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 11 9 Respondit autem vox secundo de clo: Quæ Deus mundavit, tu ne commune dixeris. Eine Stimme aber antwortete zum zweiten Male vom Himmel: Was Gott rein gemacht hat, nenne du nicht gemein. -Johannes Joh 50 11 9 14 Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Zeit seines Wandels auf Erden, in der die Juden ihm nichts antun können. Die Nacht ist die Zeit seines Leidens und Sterbens. Schon neigt sich der Tag, aber noch ist die Stunde des Herrn nicht gekommen. -Johannes Joh 50 11 9 15 Vergleiche dasselbe Bild [Joh 9,4]. -Johannes Joh 50 11 10 Si autem ambulaverit in nocte, offendit, quia lux non est in eo. wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an,¹⁶ weil das Licht nicht in ihm ist.¹⁷ +Johannes Joh 51 11 9 14 Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Zeit seines Wandels auf Erden, in der die Juden ihm nichts antun können. Die Nacht ist die Zeit seines Leidens und Sterbens. Schon neigt sich der Tag, aber noch ist die Stunde des Herrn nicht gekommen. +Johannes Joh 51 11 9 15 Vergleiche dasselbe Bild [Joh 9,4]. +Johannes Joh 51 11 10 Si autem ambulaverit in nocte, offendit, quia lux non est in eo. wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an,¹⁶ weil das Licht nicht in ihm ist.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 11 10 Hoc autem factum est per ter: et recepta sunt omnia rursum in clum. Dieses aber geschah zu dreien Malen; und alles ward wieder in den Himmel aufgenommen. -Johannes Joh 50 11 10 16 Der Heiland kann der Gefahr nicht mehr ausweichen, weil er selbst und der Vater es so will. -Johannes Joh 50 11 10 17 In anderer Form dasselbe wie V. 9. -Johannes Joh 50 11 11 Hæc ait, et post hæc dixit eis: Lazarus amicus noster dormit: sed vado ut a somno excitem eum. Dieses sagte er, und darnach sprach er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft;¹⁸ aber ich gehe,¹⁹ dass ich ihn aus dem Schlummer wecke. +Johannes Joh 51 11 10 16 Der Heiland kann der Gefahr nicht mehr ausweichen, weil er selbst und der Vater es so will. +Johannes Joh 51 11 10 17 In anderer Form dasselbe wie V. 9. +Johannes Joh 51 11 11 Hæc ait, et post hæc dixit eis: Lazarus amicus noster dormit: sed vado ut a somno excitem eum. Dieses sagte er, und darnach sprach er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft;¹⁸ aber ich gehe,¹⁹ dass ich ihn aus dem Schlummer wecke. Apostelgeschichte Apg 51 11 11 Et ecce viri tres confestim adstiterunt in domo, in qua eram, missi a Cæsarea ad me. Und sehet, alsbald standen drei Männer an dem Hause, in dem ich war, die von Cäsarea zu mir gesandt waren. -Johannes Joh 50 11 11 18 Der Heiland nennt den Tod des Lazarus einen Schlaf, weil er vorhatte, ihn zum Leben zurückzurufen. Vergl. [Mt 9,24] Für den Heiland schlummerte der Freund nur, für die Menschen war er tot. (Aug.) Der Tod der Gläubigen wird oft in der Heil. Schrift [Mt 27,52, Apg 7,59, Apg 13,36, 1Kor 7,39, 1Kor 11,30, 1Kor 15,6.20.51, 1Thess 4,13-15, 2Petr 3,4] und in der Sprache der Kirche als Schlaf bezeichnet, weil dieses Wort den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele und an die Auferstehung des Leibes auf die beste Weise zum Ausdruck bringt. Der Heiland will seine Jünger auf die Auferstehung vorbereiten, geheimnisvoll redend wie V. 4. -Johannes Joh 50 11 11 19 Aber ich will ihn auferwecken, und darum gehe ich hin. Vergl. V. 8. +Johannes Joh 51 11 11 18 Der Heiland nennt den Tod des Lazarus einen Schlaf, weil er vorhatte, ihn zum Leben zurückzurufen. Vergl. [Mt 9,24] Für den Heiland schlummerte der Freund nur, für die Menschen war er tot. (Aug.) Der Tod der Gläubigen wird oft in der Heil. Schrift [Mt 27,52, Apg 7,59, Apg 13,36, 1Kor 7,39, 1Kor 11,30, 1Kor 15,6.20.51, 1Thess 4,13-15, 2Petr 3,4] und in der Sprache der Kirche als Schlaf bezeichnet, weil dieses Wort den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele und an die Auferstehung des Leibes auf die beste Weise zum Ausdruck bringt. Der Heiland will seine Jünger auf die Auferstehung vorbereiten, geheimnisvoll redend wie V. 4. +Johannes Joh 51 11 11 19 Aber ich will ihn auferwecken, und darum gehe ich hin. Vergl. V. 8. Apostelgeschichte Apg 51 11 12 Dixit autem Spiritus mihi ut irem cum illis, nihil hæsitans. Venerunt autem mecum et sex fratres isti, et ingressi sumus in domum viri. Und der Geist sprach zu mir, ich sollte mit ihnen gehen ohne Bedenken. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir traten in das Haus des Mannes. -Johannes Joh 50 11 12 Dixerunt ergo discipuli ejus: Domine, si dormit, salvus erit. Da sprachen seine Jünger: Herr! wenn er schläft,²⁰ so wird er gesund werden. -Johannes Joh 50 11 12 20 Die Jünger blieben, wie oft, an dem letzten Ausdruck hängen, um so lieber, als sie so einen neuen Vorwand zu haben glaubten, die Reise in die Nähe von Jerusalem zu verhindern (Cyr., Chrys.): Lazarus wird nach dem natürlichen Verlaufe der Krankheit gerettet werden, ohne dass du nötig hast, dich der Gefahr auszusetzen. +Johannes Joh 51 11 12 Dixerunt ergo discipuli ejus: Domine, si dormit, salvus erit. Da sprachen seine Jünger: Herr! wenn er schläft,²⁰ so wird er gesund werden. +Johannes Joh 51 11 12 20 Die Jünger blieben, wie oft, an dem letzten Ausdruck hängen, um so lieber, als sie so einen neuen Vorwand zu haben glaubten, die Reise in die Nähe von Jerusalem zu verhindern (Cyr., Chrys.): Lazarus wird nach dem natürlichen Verlaufe der Krankheit gerettet werden, ohne dass du nötig hast, dich der Gefahr auszusetzen. Apostelgeschichte Apg 51 11 13 Narravit autem nobis, quomodo vidisset Angelum in domo sua, stantem et dicentem sibi: Mitte in Joppen, et accersi Simonem, qui cognominatur Petrus, Da erzählte er uns, wie er den Engel in seinem Hause habe stehen sehen, der zu ihm sprach: Sende nach Joppe, und lass Simon, mit dem Beinamen Petrus, kommen. -Johannes Joh 50 11 13 Dixerat autem Jesus de morte ejus: illi autem putaverunt quia de dormitione somni diceret. Jesus aber hatte von seinem Tode gesprochen; sie dagegen meinten, er rede von dem Schlummer des Schlafes.²¹ -Johannes Joh 50 11 13 21 Erklärung des Evangelisten. -Johannes Joh 50 11 14 Tunc ergo Jesus dixit eis manifeste: Lazarus mortuus est: Darum sagte nun Jesus es ihnen gerade heraus: Lazarus ist gestorben; +Johannes Joh 51 11 13 Dixerat autem Jesus de morte ejus: illi autem putaverunt quia de dormitione somni diceret. Jesus aber hatte von seinem Tode gesprochen; sie dagegen meinten, er rede von dem Schlummer des Schlafes.²¹ +Johannes Joh 51 11 13 21 Erklärung des Evangelisten. +Johannes Joh 51 11 14 Tunc ergo Jesus dixit eis manifeste: Lazarus mortuus est: Darum sagte nun Jesus es ihnen gerade heraus: Lazarus ist gestorben; Apostelgeschichte Apg 51 11 14 Qui loquetur tibi verba, in quibus salvus eris tu, et universa domus tua. Dieser wird Worte zu dir sprechen, durch welche du Heil erlangen wirst, du und dein ganzes Haus. -Johannes Joh 50 11 15 Et gaudeo propter vos, ut credatis, quoniam non eram ibi: sed eamus ad eum. und ich freue mich euretwillen,²² dass ich nicht dort war, damit ihr glaubet.²³ Aber lasst uns zu ihm gehen! +Johannes Joh 51 11 15 Et gaudeo propter vos, ut credatis, quoniam non eram ibi: sed eamus ad eum. und ich freue mich euretwillen,²² dass ich nicht dort war, damit ihr glaubet.²³ Aber lasst uns zu ihm gehen! Apostelgeschichte Apg 51 11 15 Cum autem cpissem loqui, cecidit Spiritus sanctus super eos, sicut et in nos in initio. Als ich nun zu reden anfing,³ kam plötzlich der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns am Anfange. Apostelgeschichte Apg 51 11 15 3 Petrus hatte seine Rede [Apg 10,34ff] erst begonnen, als der heil. Geist über die anwesenden Heiden kam. Doch hatte seine Rede einen gewissen Abschluss gefunden in der Verkündigung, dass jeder, der glaubt, der Seligkeit teilhaftig wird. -Johannes Joh 50 11 15 22 Christus freut sich seiner Jünger wegen, denen die größere Offenbarung der göttlichen Macht ein Mittel zur Glaubensstärkung werden soll (Cyr., Thom.), eine Stärkung deren sie wegen der Nähe der Leidenswoche wohl bedürfen. -Johannes Joh 50 11 15 23 Damit ihr im Glauben wachset. +Johannes Joh 51 11 15 22 Christus freut sich seiner Jünger wegen, denen die größere Offenbarung der göttlichen Macht ein Mittel zur Glaubensstärkung werden soll (Cyr., Thom.), eine Stärkung deren sie wegen der Nähe der Leidenswoche wohl bedürfen. +Johannes Joh 51 11 15 23 Damit ihr im Glauben wachset. Apostelgeschichte Apg 51 11 16 Recordatus sum autem verbi Domini, sicut dicebat: Joannes quidem baptizavit aqua, vos autem baptizabimini Spiritu sancto. Da gedachte ich des Wortes des Herrn, als er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geiste getauft werden. [Apg 1,5, Mt 3,11, Mk 1,8, Lk 3,16, Joh 1,26, Apg 19,4] -Johannes Joh 50 11 16 Dixit ergo Thomas, qui dicitur Didymus, ad condiscipulos: Eamus et nos, ut moriamur cum eo. Da sprach Thomas, welcher Zwilling²⁴ genannt wird, zu seinen Mitjüngern: Gehen auch wir, mit ihm zu sterben!²⁵ -Johannes Joh 50 11 16 24 Hebr. Thoma. Nach der Überlieferung hatte er eine Zwillingsschwester mit Namen Lysia. Johannes erwähnt ihn noch dreimal [Joh 14,5, Joh 20,24, Joh 21,2], die Synoptiker je einmal in den Apostelverzeichnissen, ebenso die Apostelgeschichte. [Apg 1,13] Nach der Eusebius aufgezeichneten Nachricht des Origenes verkündete er das Evangelium in Parthien, d. i. in den Ländern zwischen Euphrat und Indus. -Johannes Joh 50 11 16 25 Die Antwort des Thomas setzt Zweifel oder Unkenntnis der Macht Jesu voraus. Wohl zeigte er große Liebe für Jesus, aber zugleich, dass er den früheren Ausspruch des Herrn (V. 9, V. 10) nicht verstanden hat. Er ist zu Zweifeln geneigt. [Joh 14,5, Joh 20,25], aber sein Glaube ist nach gewonnener Überzeugung um so fester. [Joh 20,28.29] -Johannes Joh 50 11 17 Venit itaque Jesus: et invenit eum quatuor dies jam in monumento habentem. Jesus kam also dahin und fand ihn bereits vier Tage im Grabe liegend.²⁶ +Johannes Joh 51 11 16 Dixit ergo Thomas, qui dicitur Didymus, ad condiscipulos: Eamus et nos, ut moriamur cum eo. Da sprach Thomas, welcher Zwilling²⁴ genannt wird, zu seinen Mitjüngern: Gehen auch wir, mit ihm zu sterben!²⁵ +Johannes Joh 51 11 16 24 Hebr. Thoma. Nach der Überlieferung hatte er eine Zwillingsschwester mit Namen Lysia. Johannes erwähnt ihn noch dreimal [Joh 14,5, Joh 20,24, Joh 21,2], die Synoptiker je einmal in den Apostelverzeichnissen, ebenso die Apostelgeschichte. [Apg 1,13] Nach der Eusebius aufgezeichneten Nachricht des Origenes verkündete er das Evangelium in Parthien, d. i. in den Ländern zwischen Euphrat und Indus. +Johannes Joh 51 11 16 25 Die Antwort des Thomas setzt Zweifel oder Unkenntnis der Macht Jesu voraus. Wohl zeigte er große Liebe für Jesus, aber zugleich, dass er den früheren Ausspruch des Herrn (V. 9, V. 10) nicht verstanden hat. Er ist zu Zweifeln geneigt. [Joh 14,5, Joh 20,25], aber sein Glaube ist nach gewonnener Überzeugung um so fester. [Joh 20,28.29] +Johannes Joh 51 11 17 Venit itaque Jesus: et invenit eum quatuor dies jam in monumento habentem. Jesus kam also dahin und fand ihn bereits vier Tage im Grabe liegend.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 11 17 Si ergo eamdem gratiam dedit illis Deus, sicut et nobis, qui credidimus in Dominum Jesum Christum: ego quis eram, qui possem prohibere Deum? Wenn also Gott ihnen dieselbe Gnade gegeben hat, wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, dass ich vermocht hätte, Gott zu wehren?⁴ Apostelgeschichte Apg 51 11 17 4 Hiermit antwortet Petrus auf den zweiten Vorwurf (den ersten siehe V. 3), welcher nicht ausdrücklich erwähnt ist, aber sicher gemacht wurde: Warum hast du Heiden, ohne sie zuerst zum Judentum übertreten zu lassen, zu taufen befohlen? Seine Antwort ist sehr fachgemäß: Gott hat auf sie, obwohl sie Heiden waren, den heil. Geist gesendet, so gut wie auf uns Juden, also konnte ich ihnen den förmlichen Eintritt in die christliche Kirche nicht verwehren. -Johannes Joh 50 11 17 26 Von Peräa hatte Jesus einen Weg von 9 - 10 Stunden (36 - 40 Kilom.), der unter Umständen am einem Tage zurückgelegt werden konnte. Ist der Tod am gleichen Tage, an dem die Botschaft den Herrn traf, erfolgt und das Begräbnis an eben demselben vorgenommen worden, was sehr wahrscheinlich ist, so ist dieser Tag mitzuzählen. +Johannes Joh 51 11 17 26 Von Peräa hatte Jesus einen Weg von 9 - 10 Stunden (36 - 40 Kilom.), der unter Umständen am einem Tage zurückgelegt werden konnte. Ist der Tod am gleichen Tage, an dem die Botschaft den Herrn traf, erfolgt und das Begräbnis an eben demselben vorgenommen worden, was sehr wahrscheinlich ist, so ist dieser Tag mitzuzählen. Apostelgeschichte Apg 51 11 18 His auditis, tacuerunt: et glorificaverunt Deum, dicentes: Ergo et gentibus pnitentiam dedit Deus ad vitam. Nachdem sie dies gehört hatten, schwiegen sie, und priesen Gott, indem sie sprachen: Also auch den Heiden hat Gott Buße⁵ verliehen zum Leben!⁶ -Johannes Joh 50 11 18 (Erat autem Bethania juxta Jerosolymam quasi stadiis quindecim.) (Bethania war aber nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien²⁷ entfernt.) +Johannes Joh 51 11 18 (Erat autem Bethania juxta Jerosolymam quasi stadiis quindecim.) (Bethania war aber nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien²⁷ entfernt.) Apostelgeschichte Apg 51 11 18 5 Buße: christliche Sinnesänderung. Apostelgeschichte Apg 51 11 18 6 Zur Erlangung des Heiles in Christus. Vergl. [Apg 5,31]. Es wird hier die Tatsache anerkannt, dass Gott auch die Heiden ohne vorherigen Durchgang durch das Judentum, berufe. Später [Apg 15] wurde einem judenchristlichen Teile gegenüber noch ausdrücklich erklärt, dass angesichts solcher Berufung für die Heiden keine Verpflichtung bestehe, das Judentum anzunehmen, bevor sie Christen würden. -Johannes Joh 50 11 18 27 Daraus, dass Jerusalem so nahe lag, erklärt sich, warum so viele Besucher kommen konnten. 15 Stadien sind etwa 3 Kilometer, gegen 3/4 Stunden Weges. -Johannes Joh 50 11 19 Multi autem ex Judæis venerant ad Martham, et Mariam, ut consolarentur eas de fratre suo. Und es waren viele Juden zu Martha und Maria gekommen, um sie ihres Bruders wegen zu trösten.²⁸ +Johannes Joh 51 11 18 27 Daraus, dass Jerusalem so nahe lag, erklärt sich, warum so viele Besucher kommen konnten. 15 Stadien sind etwa 3 Kilometer, gegen 3/4 Stunden Weges. +Johannes Joh 51 11 19 Multi autem ex Judæis venerant ad Martham, et Mariam, ut consolarentur eas de fratre suo. Und es waren viele Juden zu Martha und Maria gekommen, um sie ihres Bruders wegen zu trösten.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 11 19 Et illi quidem, qui dispersi fuerant a tribulatione, quæ facta fuerat sub Stephano, perambulaverunt usque Phnicen, et Cyprum, et Antiochiam, nemini loquentes verbum, nisi solis Judæis. Jene nun, welche wegen der um Stephanus willen⁷ gekommenen Bedrängnis zerstreut waren, zogen umher bis Phönicien und Cypern und Antiochia, ohne jemand anders das Wort zu verkündigen, als allein den Juden. Apostelgeschichte Apg 51 11 19 7 Wegen der ob des eifrigen Auftretens des heil. Stephanus ausgebrochenen Bedrängnis. -Johannes Joh 50 11 19 28 Während der 7 Tage dauernden Trauerzeit kamen Verwandte und Bekannte, die Leidtragenden zu trösten. Es wurde das Brot der Trauer und der Becher der Tröstung gereicht. [Dtn 26,14, Hos 9,4, Ez 24,17.22, Spr 31,6, Tob 4,18] Hieraus entstanden später Leichenschmausereien. [Jer 16,7, 2Sam 12,17] -Johannes Joh 50 11 20 Martha ergo ut audivit quia Jesus venit, occurrit illi: Maria autem domi sedebat. Sobald nun Martha hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen; Maria aber saß²⁹ zu Hause.³⁰ +Johannes Joh 51 11 19 28 Während der 7 Tage dauernden Trauerzeit kamen Verwandte und Bekannte, die Leidtragenden zu trösten. Es wurde das Brot der Trauer und der Becher der Tröstung gereicht. [Dtn 26,14, Hos 9,4, Ez 24,17.22, Spr 31,6, Tob 4,18] Hieraus entstanden später Leichenschmausereien. [Jer 16,7, 2Sam 12,17] +Johannes Joh 51 11 20 Martha ergo ut audivit quia Jesus venit, occurrit illi: Maria autem domi sedebat. Sobald nun Martha hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen; Maria aber saß²⁹ zu Hause.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 11 20 Erant autem quidam ex eis viri Cyprii, et Cyrenæi, qui cum introissent Antiochiam, loquebantur et ad Græcos, annuntiantes Dominum Jesum. Es waren aber unter ihnen einige Männer aus Cypern und Cyrene,⁸ diese redeten, als sie nach Antiochia⁹ gekommen, auch zu den Griechen,¹⁰ und verkündigten den Herrn Jesus. Apostelgeschichte Apg 51 11 20 8 Vergl. [Apg 13,1] wo Lucius von Cyrene unter den Propheten genannt wird. Apostelgeschichte Apg 51 11 20 9 Antiochia vermittelte damals den Handel zwischen dem Westen und Mesopotamien, Arabien und dem Innern von Asien. Die Stadt war die Residenz des römischen Statthalters von Syrien und genoss alle Vorrechte einer freien Stadt. Apostelgeschichte Apg 51 11 20 10 Die Griechen sind Heiden. -Johannes Joh 50 11 20 29 Beileidsbesuche wurden sitzend empfangen. -Johannes Joh 50 11 20 30 Sie wird ihre Schwester erst gerufen haben, nachdem diese mit dem Heilande gesprochen und Hoffnung geschöpft hat (Cyr., Theoph.). +Johannes Joh 51 11 20 29 Beileidsbesuche wurden sitzend empfangen. +Johannes Joh 51 11 20 30 Sie wird ihre Schwester erst gerufen haben, nachdem diese mit dem Heilande gesprochen und Hoffnung geschöpft hat (Cyr., Theoph.). Apostelgeschichte Apg 51 11 21 Et erat manus Domini cum eis: multusque numerus credentium conversus est ad Dominum. Und die Hand des Herrn war mit ihnen; und eine große Anzahl ward gläubig, und bekehrte sich zu dem Herrn.¹¹ -Johannes Joh 50 11 21 Dixit ergo Martha ad Jesum: Domine, si fuisses hic, frater meus non fuisset mortuus: Da sprach Martha zu Jesus: Herr! wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.³¹ +Johannes Joh 51 11 21 Dixit ergo Martha ad Jesum: Domine, si fuisses hic, frater meus non fuisset mortuus: Da sprach Martha zu Jesus: Herr! wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 11 21 11 Die Gründung der Kirche zu Antiochia, welche vorerst nur aus bekehrten Juden bestand, wird in der ältesten Überlieferung auf den Apostelfürsten zurückgeführt. So lange nun Petrus ausschließlich in Palästina weilte, betrachte ich die antiochenische Kirche als ihren Bischof. Hiernach hat die Überlieferung ein siebenjähriges Episkopat des heil. Petrus (37 43) in Antiochia festgestellt. Durch Petrus nimmt dann auch die Kirche zu Jerusalem innigsten Anteil an den Interessen der antiochenischen. [Apg 15,1.2] Die neue Gemeinde (V. 20), welche sich aus Gläubigen, welche vom Heidentume übergetreten waren, gebildet hatte, bedurfte der kirchlichen Prüfung und Leitung. Zu dieser wird Barnabas, vergl. [Apg 4,36ff], abgeordnet, der selbst Hellenist, sich am leichtesten, und ohne den Juden Anstoß zu geben, mit jener Gemeinde verständigen konnte, wie die Lauterkeit und Heiligkeit seines Charakters für sein rechtes Urteil und Wirken bürgten. -Johannes Joh 50 11 21 31 Martha machte dem Heilande wohl einen leisen Vorwurf. Ob es ihr nicht in den Sinn kommt, dass der Heiland auch aus der Ferne helfen kann? -Johannes Joh 50 11 22 Sed et nunc scio quia quæcumque poposceris a Deo, dabit tibi Deus. Doch auch jetzt³² weiß ich, was du immer von Gott begehrest, das wird Gott³³ dir geben.³⁴ +Johannes Joh 51 11 21 31 Martha machte dem Heilande wohl einen leisen Vorwurf. Ob es ihr nicht in den Sinn kommt, dass der Heiland auch aus der Ferne helfen kann? +Johannes Joh 51 11 22 Sed et nunc scio quia quæcumque poposceris a Deo, dabit tibi Deus. Doch auch jetzt³² weiß ich, was du immer von Gott begehrest, das wird Gott³³ dir geben.³⁴ Apostelgeschichte Apg 51 11 22 Pervenit autem sermo ad aures ecclesiæ, quæ erat Jerosolymis, super istis: et miserunt Barnabam usque ad Antiochiam. Es kam aber die Kunde hiervon zu den Ohren der Kirche zu Jerusalem; und sie sandten den Barnabas bis nach Antiochia. -Johannes Joh 50 11 22 32 Auch jetzt, wo der Bruder gestorben, hegt sie die feste Überzeugung, Gott werde dem Herrn alles gewähren, um was er ihn bitten werde. Ohne Zweifel wusste Martha von der Auferweckung der Tochter des Jairus und des Jünglings zu Naim, zudem gedachte sie der durch die Botschaft (V. 4) erhaltenen Zusage. -Johannes Joh 50 11 22 33 Ob Martha in dem Heilande mehr sah als einen von Gott besonders Begnadigten? (Cyr., Chrys.) -Johannes Joh 50 11 22 34 Der Klage folgt der Glaube, diesem die Hoffnung und der Wunsch. Indes redet Martha im allgemeinen und wagt nicht ausdrücklich den Wunsch auszusprechen, dass Lazarus vom Tode erweckt werde. +Johannes Joh 51 11 22 32 Auch jetzt, wo der Bruder gestorben, hegt sie die feste Überzeugung, Gott werde dem Herrn alles gewähren, um was er ihn bitten werde. Ohne Zweifel wusste Martha von der Auferweckung der Tochter des Jairus und des Jünglings zu Naim, zudem gedachte sie der durch die Botschaft (V. 4) erhaltenen Zusage. +Johannes Joh 51 11 22 33 Ob Martha in dem Heilande mehr sah als einen von Gott besonders Begnadigten? (Cyr., Chrys.) +Johannes Joh 51 11 22 34 Der Klage folgt der Glaube, diesem die Hoffnung und der Wunsch. Indes redet Martha im allgemeinen und wagt nicht ausdrücklich den Wunsch auszusprechen, dass Lazarus vom Tode erweckt werde. Apostelgeschichte Apg 51 11 23 Qui cum pervenisset, et vidisset gratiam Dei, gavisus est: et hortabatur omnes in proposito cordis permanere in Domino: Als dieser nun hinkam, und die Gnade Gottes¹² sah, freute er sich, und ermahnte alle, mit dem Vorsatze ihres Herzens auszuharren im Herrn; -Johannes Joh 50 11 23 Dicit illi Jesus: Resurget frater tuus. Jesus sprach zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.³⁵ +Johannes Joh 51 11 23 Dicit illi Jesus: Resurget frater tuus. Jesus sprach zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 11 23 12 Die Gnade Gottes zeigte sich besonders darin, dass so viele Heiden den Glauben annahmen und nach demselben ihr Leben einrichteten. -Johannes Joh 50 11 23 35 Der Heiland will ihren Glauben fördern und redet zunächst so allgemein, dass Martha nicht erkennen kann, ob die allgemeine oder die jetzige Auferstehung gemeint sei. Sie soll sich bestimmter erklären und auch an die jetzige Auferstehung glauben. +Johannes Joh 51 11 23 35 Der Heiland will ihren Glauben fördern und redet zunächst so allgemein, dass Martha nicht erkennen kann, ob die allgemeine oder die jetzige Auferstehung gemeint sei. Sie soll sich bestimmter erklären und auch an die jetzige Auferstehung glauben. Apostelgeschichte Apg 51 11 24 Quia erat vir bonus, et plenus Spiritu sancto, et fide. Et apposita est multa turba Domino. denn er war ein trefflicher Mann, voll Heiligen Geistes und Glaubens. Und es wurde dem Herrn eine große Menge zugetan. -Johannes Joh 50 11 24 Dicit ei Martha: Scio quia resurget in resurrectione in novissimo die. Martha sprach zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage.³⁶ [Lk 14,14, Joh 6,40] -Johannes Joh 50 11 24 36 Allerdings, am jüngsten Tag wird er auferstehen, aber -. Das Folgende wagt sie noch nicht zu sagen. +Johannes Joh 51 11 24 Dicit ei Martha: Scio quia resurget in resurrectione in novissimo die. Martha sprach zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage.³⁶ [Lk 14,14, Joh 6,40] +Johannes Joh 51 11 24 36 Allerdings, am jüngsten Tag wird er auferstehen, aber -. Das Folgende wagt sie noch nicht zu sagen. Apostelgeschichte Apg 51 11 25 Profectus est autem Barnabas Tarsum, ut quæreret Saulum: quem cum invenisset, perduxit Antiochiam. Barnabas aber reiste nach Tarsus, um Saulus zu suchen; und da er ihn gefunden hatte, führte er ihn nach Antiochia. -Johannes Joh 50 11 25 Dixit ei Jesus: Ego sum resurrectio, et vita: qui credit in me, etiam si mortuus fuerit, vivet: Jesus sprach zu ihr:³⁷ Ich³⁸ bin die Auferstehung³⁹ und das Leben;⁴⁰ wer an mich glaubt,⁴¹ wird leben,⁴² selbst wenn er gestorben ist;⁴³ -Johannes Joh 50 11 25 37 Jesus will Martha durch den Glauben an die allgemeine Auferstehung zum Glauben an die Erfüllung ihrer Bitte führen: Jene wird durch ihn bewirkt werden, also liegt es in seiner Macht, auch diese herbeizuführen (Aug.). -Johannes Joh 50 11 25 38 Mit gegensätzlicher Beziehung zu V. 22: Ich, der Sohn Gottes, der Messias. -Johannes Joh 50 11 25 39 Die leibliche und die geistige Auferstehung. -Johannes Joh 50 11 25 40 Das wahre, ewige Leben. Jesus ist die Auferstehung, d. i. der Erwecker vom Tode, das Leben, d. i. der Spender des Lebens, welches als die Folge der Auferstehung dem Auferweckten selber innewohnt. -Johannes Joh 50 11 25 41 Im Glauben, der sich in der Liebe tätig erweist. -Johannes Joh 50 11 25 42 In der glückseligen Ewigkeit. -Johannes Joh 50 11 25 43 Leiblich, wie Lazarus. -Johannes Joh 50 11 26 Et omnis, qui vivit, et credit in me, non morietur in æternum. Credis hoc? und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.⁴⁴ Glaubst du das?⁴⁵ +Johannes Joh 51 11 25 Dixit ei Jesus: Ego sum resurrectio, et vita: qui credit in me, etiam si mortuus fuerit, vivet: Jesus sprach zu ihr:³⁷ Ich³⁸ bin die Auferstehung³⁹ und das Leben;⁴⁰ wer an mich glaubt,⁴¹ wird leben,⁴² selbst wenn er gestorben ist;⁴³ +Johannes Joh 51 11 25 37 Jesus will Martha durch den Glauben an die allgemeine Auferstehung zum Glauben an die Erfüllung ihrer Bitte führen: Jene wird durch ihn bewirkt werden, also liegt es in seiner Macht, auch diese herbeizuführen (Aug.). +Johannes Joh 51 11 25 38 Mit gegensätzlicher Beziehung zu V. 22: Ich, der Sohn Gottes, der Messias. +Johannes Joh 51 11 25 39 Die leibliche und die geistige Auferstehung. +Johannes Joh 51 11 25 40 Das wahre, ewige Leben. Jesus ist die Auferstehung, d. i. der Erwecker vom Tode, das Leben, d. i. der Spender des Lebens, welches als die Folge der Auferstehung dem Auferweckten selber innewohnt. +Johannes Joh 51 11 25 41 Im Glauben, der sich in der Liebe tätig erweist. +Johannes Joh 51 11 25 42 In der glückseligen Ewigkeit. +Johannes Joh 51 11 25 43 Leiblich, wie Lazarus. +Johannes Joh 51 11 26 Et omnis, qui vivit, et credit in me, non morietur in æternum. Credis hoc? und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.⁴⁴ Glaubst du das?⁴⁵ Apostelgeschichte Apg 51 11 26 Et annum totum conversati sunt ibi in ecclesia: et docuerunt turbam multam, ita ut cognominarentur primum Antiochiæ discipuli, Christiani. Und sie hielten sich daselbst in der Kirche ein ganzes Jahr auf, und lehrten eine große Menge, so dass die Jünger zuerst zu Antiochia Christen genannt wurden.¹³ Apostelgeschichte Apg 51 11 26 13 Es traten so viele Heiden zum Christentum über, dass die christliche Gemeinde auch äußerlich nicht als Sekte des Judentums, sondern als eine besondere Gemeinschaft erschien. Der Name Christen ging nicht von diesen selbst aus, die sich Brüder, Gläubige, Heilige nannten. Er kommt außer an dieser Stelle nur noch zwei Mal im Neuen Testamente vor: [Apg 26,28] und [1Petr 4,16]. Indes auch von den Juden ging diese Namensgebung nicht aus, da der Name Christus, Messias, ihnen zu geheiligt war, um die verhassten Nazarener [Apg 24,5] nach demselben zu nennen. Mithin entstand er zuerst unter den Heiden, und zwar, wie die lateinische Form des Namens und die seltene Erwähnung desselben im Neuen Testamente es wahrscheinlich macht, durch die Römer, welche Christus als Haupt einer Partei betrachtete und deshalb die Christen als Anhänger des Christus bezeichnen wollten. Der dritte Bischof von Antiochia, der heil. Ignatius, ist der erste, welcher das Wort Christentum im Gegensatze zum Judentum braucht und von der Kirche als der katholischen spricht. Die Christen nahmen also später diesen Namen als einen ehrenvollen und für sie höchst bedeutungsvollen an. -Johannes Joh 50 11 26 44 Der Nachdruck liegt auf den letzten Worten. Beide sterben, der Christusgläubige und der Ungläubige, aber der erstere stirbt nicht für immer. Er erwacht zum ewigen Leben; der andere erwacht zwar auch, aber zum ewigen Tode. Wer sich gläubig an Jesus anschließt, ist mit Christus durch Glaube und Buße vom Tode der Sünde auferstanden zum Leben der Seele. Mit dieser geistigen Auferstehung ist aber auch der Keim des Verklärungsleibes in den Wiedergeborenen gelegt worden, der, genährt durch die hl. Eucharistie, bei der allgemeinen Auferstehung zur vollen Entfaltung gelangen wird. So gibt die Auferstehung vom Sündentode der Seele neues Leben, die leibliche Auferstehung dem Leibe. -Johannes Joh 50 11 26 45 Sie soll den Glauben bekennen und dadurch gewissermaßen die Auferweckung ihres Bruders verdienen. Öfter verlangt der Herr den Glauben der Angehörigen dessen, dem er eine Wohltat erweisen will, ein Beweis, dass die guten Werke der Gläubigen auch anderen helfen sollen. Vergl. [Mt 9,2]. +Johannes Joh 51 11 26 44 Der Nachdruck liegt auf den letzten Worten. Beide sterben, der Christusgläubige und der Ungläubige, aber der erstere stirbt nicht für immer. Er erwacht zum ewigen Leben; der andere erwacht zwar auch, aber zum ewigen Tode. Wer sich gläubig an Jesus anschließt, ist mit Christus durch Glaube und Buße vom Tode der Sünde auferstanden zum Leben der Seele. Mit dieser geistigen Auferstehung ist aber auch der Keim des Verklärungsleibes in den Wiedergeborenen gelegt worden, der, genährt durch die hl. Eucharistie, bei der allgemeinen Auferstehung zur vollen Entfaltung gelangen wird. So gibt die Auferstehung vom Sündentode der Seele neues Leben, die leibliche Auferstehung dem Leibe. +Johannes Joh 51 11 26 45 Sie soll den Glauben bekennen und dadurch gewissermaßen die Auferweckung ihres Bruders verdienen. Öfter verlangt der Herr den Glauben der Angehörigen dessen, dem er eine Wohltat erweisen will, ein Beweis, dass die guten Werke der Gläubigen auch anderen helfen sollen. Vergl. [Mt 9,2]. Apostelgeschichte Apg 51 11 27 In his autem diebus supervenerunt ab Jerosolymis prophetæ Antiochiam: In diesen Tagen aber kamen Propheten¹⁴ von Jerusalem herab nach Antiochia. -Johannes Joh 50 11 27 Ait illi: Utique Domine, ego credidi, quia tu es Christus Filius Dei vivi, qui in hunc mundum venisti. Sie sprach zu ihm: Ja, Herr! ich glaube,⁴⁶ dass du Christus,⁴⁷ der Sohn des lebendigen Gottes bist, der in diese Welt gekommen ist.⁴⁸ +Johannes Joh 51 11 27 Ait illi: Utique Domine, ego credidi, quia tu es Christus Filius Dei vivi, qui in hunc mundum venisti. Sie sprach zu ihm: Ja, Herr! ich glaube,⁴⁶ dass du Christus,⁴⁷ der Sohn des lebendigen Gottes bist, der in diese Welt gekommen ist.⁴⁸ Apostelgeschichte Apg 51 11 27 14 Propheten sind gottbegeisterte Lehrer, welche im Heil. Geiste zu den Gläubigen redeten. Vergl. [1Kor 14,1]. Einer derselben ist der auch [Apg 21,10] genannte Agabus. -Johannes Joh 50 11 27 46 Griech.: Ich habe geglaubt, ich bin zum Glauben gelangt, der auch jetzt noch fortdauert. -Johannes Joh 50 11 27 47 Christus, der Messias. -Johannes Joh 50 11 27 48 Martha hat noch kein volles Verständnis der Worte des Herrn, indes bekennt sie den Glauben an eine Wahrheit, welche die in Frage stehende einschließt (Aug., Thom.). Sie bekennt, dass Jesus der Messias, der von Gott gesandte Sohn und dass seine Lehre, dass er die Auferstehung und das Leben ist, mithin wahr ist. Aber auch jetzt bekennt sie nicht ausdrücklich, was sie bekennen sollte: du wirst meinen Bruder auferwecken. +Johannes Joh 51 11 27 46 Griech.: Ich habe geglaubt, ich bin zum Glauben gelangt, der auch jetzt noch fortdauert. +Johannes Joh 51 11 27 47 Christus, der Messias. +Johannes Joh 51 11 27 48 Martha hat noch kein volles Verständnis der Worte des Herrn, indes bekennt sie den Glauben an eine Wahrheit, welche die in Frage stehende einschließt (Aug., Thom.). Sie bekennt, dass Jesus der Messias, der von Gott gesandte Sohn und dass seine Lehre, dass er die Auferstehung und das Leben ist, mithin wahr ist. Aber auch jetzt bekennt sie nicht ausdrücklich, was sie bekennen sollte: du wirst meinen Bruder auferwecken. Apostelgeschichte Apg 51 11 28 Et surgens unus ex eis nomine Agabus, significabat per spiritum famem magnam futuram in universo orbe terrarum, quæ facta est sub Claudio. Und einer von ihnen, namens Agabus, stand auf, und zeigte durch den Geist an, dass eine große Hungersnot über den ganzen Erdkreis kommen werde, welche auch wirklich unter Claudius eintrat.¹⁵ -Johannes Joh 50 11 28 Et cum hæc dixisset, abiit, et vocavit Mariam sororem suam silentio, dicens: Magister adest, et vocat te. Und als sie dies gesagt hatte, ging sie hin, rief leise⁴⁹ ihre Schwester Maria, und sprach: Der Meister ist da, und ruft dich.⁵⁰ +Johannes Joh 51 11 28 Et cum hæc dixisset, abiit, et vocavit Mariam sororem suam silentio, dicens: Magister adest, et vocat te. Und als sie dies gesagt hatte, ging sie hin, rief leise⁴⁹ ihre Schwester Maria, und sprach: Der Meister ist da, und ruft dich.⁵⁰ Apostelgeschichte Apg 51 11 28 15 Während der ganzen Regierung des Kaisers Claudius entstand vielfach Misswachs und Hungersnot. Palästina wurde davon besonders im vierten Jahre dieses Kaisers, im Jahre 44 n. Chr. G. heimgesucht. -Johannes Joh 50 11 28 49 Auch Maria soll ungestört von den Juden die tröstliche Freude genießen. Die Juden folgen ihr erst später. -Johannes Joh 50 11 28 50 Der Auftrag Christi ist nicht besonders erwähnt (Aug., Theoph.). -Johannes Joh 50 11 29 Illa ut audivit, surgit cito, et venit ad eum: Da diese es hörte, stand sie eilends auf,⁵¹ und kam zu ihm. +Johannes Joh 51 11 28 49 Auch Maria soll ungestört von den Juden die tröstliche Freude genießen. Die Juden folgen ihr erst später. +Johannes Joh 51 11 28 50 Der Auftrag Christi ist nicht besonders erwähnt (Aug., Theoph.). +Johannes Joh 51 11 29 Illa ut audivit, surgit cito, et venit ad eum: Da diese es hörte, stand sie eilends auf,⁵¹ und kam zu ihm. Apostelgeschichte Apg 51 11 29 Discipuli autem, prout quis habebat, proposuerunt singuli in ministerium mittere habitantibus in Judæa fratribus: Die Jünger aber beschlossen alle, je nachdem ein jeder hatte, etwas an die in Judäa wohnenden Brüder zur Unterstützung zu senden. -Johannes Joh 50 11 29 51 Die Eile kennzeichnet die innige Liebe Maria's zum Heilande. Wenn Jesus ruft, gibt es keinen Aufschub. +Johannes Joh 51 11 29 51 Die Eile kennzeichnet die innige Liebe Maria's zum Heilande. Wenn Jesus ruft, gibt es keinen Aufschub. Apostelgeschichte Apg 51 11 30 Quod et fecerunt, mittentes ad seniores per manus Barnabæ, et Sauli. Dies taten sie auch, indem sie es an die Vorsteher¹⁶ durch die Hand des Barnabas und Saulus sandten. -Johannes Joh 50 11 30 Nondum enim venerat Jesus in castellum: sed erat adhuc in illo loco, ubi occurrerat ei Martha. Denn noch war Jesus nicht in den Flecken gekommen, sondern war noch an der Stätte, wo ihm Martha entgegengekommen war. +Johannes Joh 51 11 30 Nondum enim venerat Jesus in castellum: sed erat adhuc in illo loco, ubi occurrerat ei Martha. Denn noch war Jesus nicht in den Flecken gekommen, sondern war noch an der Stätte, wo ihm Martha entgegengekommen war. Apostelgeschichte Apg 51 11 30 16 Von jeher behaupteten die Greise einen gewissen Vorrang vor jüngeren Männern (Vergl. [Gen 50,7, Ex 3,16.18]), und wurden vorzugsweise zu Ämtern ausersehen, weswegen man die Würdenträger den einfach Ältere nannte. (Vergl. das deutsche: Die Graven, d. i. die Grauen, die Alten, neuhochd. die Grafen). Die Apostel, welche mehrere jüdische Gewohnheiten auf die Kirche übertrugen, nannten deshalb jene Männer, die sie zu Vorstehern der einzelnen Gemeinden bestimmten, ebenfalls Älteste, d. i. Presbyteri, welches das griechische Wort dafür ist, und im Deutschen zusammengezogen Priester heißt. Vergl. [Apg 20,17, Tit 1,5, Jak 5,14, 1Tim 5,17]. Sie selbst waren die obersten Priester und behielten die oberste Leitung der Kirchen [Apg 15,2] für sich, oder sie bestellten, wo sie selbst nicht gegenwärtig sein konnten, andere Oberälteste, wie Timotheus und Titus [1Tim 5,19, Tit 1,5], die sie Bischöfe (presbyteros episcopos) nannten. Auf seiner letzten Reise nach Jerusalem rief Paulus die Presbyter der Kirchen zu sich und erinnerte sie, dass der Geist Gottes sie eingesetzt, die Kirche Gottes zu leiten. Da den Presbytern die Spendung des Sakramentes der letzten Ölung empfohlen wird, sie das heil. Opfer darbringen und ihre Einsetzung durch Weihe erhalten, ist ihr Amt göttlichen Ursprungs. Die Aufgabe dieser Presbyter oder Bischöfe genannten Personen ist es, auf die ihnen anvertraute Herde acht zu haben und sie zu weihen [Apg 20,28.31, 1Petr 5,2-5], besonders auch sie in der christlichen Lehre zu unterrichten [1Tim 5,17, Tit 1,9] und allen ein Vorbild zu sein. [1Tim 4,12.15, 2Tim 2,15, Tit 2,7ff, 1Petr 5,3] Der Ausdruck Presbyter ist ein sehr allgemeiner, weshalb auch die Apostel mit demselben bezeichnet werden, [1Petr 5,1, 2Joh 1, 3Joh 1] indes diejenigen Presbyter, von denen feststeht, dass sie nur Priester waren, werden nie Bischöfe genannt. Vergl. [Apg 20,28] mit [Apg 20,17] und [Tit 1,7] mit [Tit 1,5]. In manchen Kirchen gab es damals keine Priester, sondern nur Bischöfe und Diakone. -Johannes Joh 50 11 31 Judæi ergo, qui erant cum ea in domo, et consolabantur eam, cum vidissent Mariam quia cito surrexit, et exiit, secuti sunt eam dicentes: Quia vadit ad monumentum, ut ploret ibi. Da die Juden, welche bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, dass Maria eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach,⁵² indem sie sagten: Sie geht zu dem Grabe, um dort zu weinen.⁵³ -Johannes Joh 50 11 31 52 Wie wunderbar fügt es Gott, dass die Juden ohne zutun des Heilandes, und ohne eigene Absicht unverdächtige Zeugen des Wunders werden! (Euth.) -Johannes Joh 50 11 31 53 Man besuchte während der Trauerzeit das Grab öfter. -Johannes Joh 50 11 32 Maria ergo, cum venisset ubi erat Jesus, videns eum, cecidit ad pedes ejus, et dicit ei: Domine, si fuisses hic, non esset mortuus frater meus. Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, fiel sie ihm zu Füßen,⁵⁴ sobald sie ihn sah, und sprach zu ihm: Herr! wärest du hier gewesen, so würde mein Bruder nicht gestorben sein.⁵⁵ -Johannes Joh 50 11 32 54 Maria bekundet zuerst ihre innige Liebe und Verehrung durch die Tat, dann bekennt sie mit denselben Worten wie ihre Schwester den festen Glauben an die Macht der Bereitwilligkeit des Heilandes, zu helfen. -Johannes Joh 50 11 32 55 Jesus antwortet nicht durch Worte, aber durch Taten. -Johannes Joh 50 11 33 Jesus ergo, ut vidit eam plorantem, et Judæos, qui venerant cum ea, plorantes, infremuit spiritu, et turbavit seipsum, Da nun Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, welche mit ihr gekommen waren, weinten, erschauerte er⁵⁶ im Geiste,⁵⁷ und erbebte innerlich,⁵⁸ -Johannes Joh 50 11 33 56 Die tiefe Gemütsbewegung des Herrn gibt sich auch nach außen kund. Nach einigen ist die Ursache des Erschauerns und der Tränen die Erwägung, dass der Tod der Sünde Sold ist (Theod., Thom.). -Johannes Joh 50 11 33 57 Im innersten Wesen seiner menschlichen Natur. -Johannes Joh 50 11 33 58 Als Mensch ist Jesus aller rein menschlicher Gefühle fähig, doch stehen diese bei ihm völlig unter der Herrschaft des Geistes und nicht umgekehrt, wie dies häufig bei uns stattfindet. -Johannes Joh 50 11 34 Et dixit: Ubi posuistis eum? Dicunt ei: Domine, veni, et vide. und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt?⁵⁹ Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und siehe! -Johannes Joh 50 11 34 59 Jesus fragt, um die Aufmerksamkeit der Angeredeten zu erregen, Er fragt menschlich, aber erweckt Lazarus göttlich (Athan.). -Johannes Joh 50 11 35 Et lacrymatus est Jesus. Und Jesus weinte.⁶⁰ -Johannes Joh 50 11 35 60 Das griechische Wort kennzeichnet den Gegensatz zu der Gefühlsäußerung des Herrn und dem lauten Klageweinen Maria's und der Juden. Der Heiland fühlt als wahrer Mensch den gegenwärtigen Schmerz mit, auch wenn er weiß, dass bald ein anderes Gefühl denselben verdrängen wird. Wie trostreich ist dies für uns! Alles Leiden dieser Erde nimmt ein Ende, alle Trübsal der einzelnen hat ihr Ziel und Maß. Gott weiß dies, und dennoch sieht er teilnehmend auf unsere jeweilige, wenn auch bald vorübergehende, ja in seinem Ratschlusse bereits aufgehobene Not. Dieses Weinen über den Toten bezeugte auch, dass derselbe wirklich tot war, denn über einen Schlafenden weint man nicht. -Johannes Joh 50 11 36 Dixerunt ergo Judæi: Ecce quomodo amabat eum. Da sprachen die Juden: Sehet, wie lieb er ihn hatte! -Johannes Joh 50 11 37 Quidam autem ex ipsis dixerunt: Non poterat hic, qui aperuit oculos cæci nati, facere ut hic non moreretur? Einige aber von ihnen sagten: Hätte nicht der, welcher die Augen des Blindgebornen geöffnet hat, machen können, dass dieser nicht stürbe?⁶¹ [Joh 9,7] -Johannes Joh 50 11 37 61 Nach vielen Erklärern (Chrys., Euth., Theoph., u. a.) sind es feindselige Juden, die so reden und den Heiland verhöhnen. Zugleich soll in dem Hervorheben der Ohnmacht Jesu gegenüber dem kranken Freund auch ein Zweifel an dem Wunder der Blindenheilung liegen. Wahrscheinlicher indes ist es wohl, dass die Juden nicht so eine böswillige Gesinnung kundgeben, als vielmehr ihr Befremden und Mitleid äußern, dass der Herr den Lazarus nicht vor dem Tode bewahrt habe. Der Freund sollte, wenn er konnte, den Freund vor dem Tode bewahrt haben. Der Herr wollte Lazarus sterben lassen, weil er höhere Absichten hatte, denn die Allmacht zeigte sich ungleich klarer in der Auferweckung des Toten, als in der Bewahrung vor dem Tode. -Johannes Joh 50 11 38 Jesus ergo rursum fremens in semetipso, venit ad monumentum; erat autem spelunca: et lapis superpositus erat ei. Da erschauerte Jesus abermal in sich selbst, und kam zu dem Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein war darauf gelegt.⁶² -Johannes Joh 50 11 38 62 Die Gräber waren meistens in den Fels gehauene Grabkammern. -Johannes Joh 50 11 39 Ait Jesus: Tollite lapidem. Dicit ei Martha soror ejus, qui mortuus fuerat: Domine, jam ftet, quatriduanus est enim. Jesus sprach: Hebet den Stein weg! Da sagte Martha, die Schwester des Verstorbenen zu ihm: Herr! er riecht schon, denn er liegt vier Tage.⁶³ -Johannes Joh 50 11 39 63 Martha erwartet die Erweckung ihres Bruders nicht mehr, sondern meint, Jesus wolle dessen Leiche noch einmal sehen. Der natürliche Schauer vor dem Gedanken, den ganz entstellten geliebten Bruder (des Verstorbenen Schwester) ansehen zu müssen, drängt bei Martha momentan alle anderen Gefühle und Gedanken zurück. Sie will dem Heilande den Anblick des Toten und die unangenehme Geruchsempfindung, welche ein verwesender Leib erregt, ersparen. Dieser Gedanke lässt sie auch die trostvollen Verheißungen des Heilandes vergessen. Ähnlich ist das Verhalten der Jünger bei der Nachricht von der Auferstehung des Herrn, die doch mehrfach und ausdrücklich vorausverkündet war. [Mk 16,11.13]. -Johannes Joh 50 11 40 Dicit ei Jesus: Nonne dixi tibi quoniam si credideris, videbis gloriam Dei? Jesus sprach zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst,⁶⁴ so wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?⁶⁵ -Johannes Joh 50 11 40 64 In dem bedingten Wenn liegt ein leiser Tadel, dass sie die frühere Verheißung des Herr vergessen hat. -Johannes Joh 50 11 40 65 Jesus erinnert Martha an das, was er V. 23 - 26 von der Auferstehung und dem Glauben gesagt hat. Nicht um das Grauen des Todes, sondern um die Macht Gottes zu zeigen, soll sich das Grab öffnen. So vereinigt das gütige Wort des Heilandes den schonendsten Tadel mit dem erhabensten Troste. -Johannes Joh 50 11 41 Tulerunt ergo lapidem: Jesus autem elevatis sursum oculis, dixit: Pater gratias ago tibi quoniam audisti me. Sie hoben also den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater! ich danke dir, dass du mich erhört hast.⁶⁶ -Johannes Joh 50 11 41 66 Entsprechend dem feierlichen Augenblicke spricht der Heiland das folgende Dankgebet, dem also wohl ein innerliches Bittgebet vorangegangen war, mit zum Himmel gerichteten Blicken, um schon durch seine Haltung anzudeuten, dass hier himmlische, göttliche Macht wirksam sei. -Johannes Joh 50 11 42 Ego autem sciebam quia semper me audis, sed propter populum, qui circumstat, dixi: ut credant quia tu me misisti. Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörest; jedoch um des Volkes willen, das herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.⁶⁷ -Johannes Joh 50 11 42 67 Dass du mich erhört hast: Dies sage ich nicht, als ob du mich nur in gewissen Fällen erhörtest, sondern deswegen sage ich für die Erhörung öffentlich Dank, damit die Umstehenden erkennen, dass du mich gesandt hast, dies Werk zu vollbringen. Es lag gerade daran sehr viel, dass die Juden auch in diesem Wunder die innige Verbindung zwischen Gott und Jesus erkannten und so zum Glauben geführt wurden. -Johannes Joh 50 11 43 Hæc cum dixisset, voce magna clamavit: Lazare veni foras. Als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme:⁶⁸ Lazarus, komm heraus!⁶⁹ -Johannes Joh 50 11 43 68 Der Heiland ruft mit lauter Stimme, der größeren Feierlichkeit halber und um die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf das, was er tut, mehr hinzulenken. -Johannes Joh 50 11 43 69 Das Wort bewirkt die Auferstehung. - Stufenreihe: Die Tochter des Jairus, der Jüngling von Naim, Lazarus! Der heil. Johannes will durch die ausführliche Darstellung dieses größten Wunders die Allmacht Jesu über allen Zweifel erheben. -Johannes Joh 50 11 44 Et statim prodiit qui fuerat mortuus, ligatus pedes, et manus institis, et facies illius sudario erat ligata. Dixit eis Jesus: Solvite eum, et sinite abire. Und sogleich kam der Verstorbene⁷⁰ heraus, gebunden mit Grabtüchern an Händen und Füßen, und sein Angesicht war mit einem Schweißtuche umwunden. Da sprach Jesus zu ihnen: Machet ihn los,⁷¹ und lasset ihn fortgehen! -Johannes Joh 50 11 44 70 Sogleich: dies Wort fehlt im Griech. Kaum hört Lazarus die Stimme des Herrn, so kommt er hervor, lebend und völlig genesen. -Johannes Joh 50 11 44 71 Damit die Zeugen, die im Herzen nicht glauben wollten, ihren eigenen Augen glauben müssen, wälzen sie den Stein hinweg, sehen die Leiche und lösen selbst die Binden des Erstandenen. So sahen sie die Zeichen des Todes und zugleich die Bürgschaften des Lebens (Ambr.). -Johannes Joh 50 11 45 Multi ergo ex Judæis, qui venerant ad Mariam, et Martham, et viderant quæ fecit Jesus, crediderunt in eum. Viele nun von den Juden, welche zu Maria und Martha gekommen waren, und gesehen hatten, was Jesus tat, glaubten an ihn.⁷² -Johannes Joh 50 11 45 72 Der Glaube an den Herrn wächst. Das Wunder hat eine Entscheidung herbeigeführt. -Johannes Joh 50 11 46 Quidam autem ex ipsis abierunt ad Pharisæos, et dixerunt eis quæ fecit Jesus. Einige aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern, und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.⁷³ -Johannes Joh 50 11 46 73 Aber zeigt einen Gegensatz gegen die V. 45 Genannten an; der Umstand, dass die Kunde gerade den erklärten Feinden des Heilandes gebracht wird, deutet darauf hin, dass die Anzeigenden einen feindseligen Beweggrund haben oder zu mindesten, dass sie fürchten, durch Unterlassung der Anzeige als heimliche Anhänger Jesu bei ihren Oberen verdächtigt zu werden und dem Banne zu verfallen. Vergl. [Joh 9,22]. -Johannes Joh 50 11 47 Collegerunt ergo Pontifices et Pharisæi concilium et dicebant: Quid facimus, quia hic homo multa signa facit? Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den hohen Rat, und sprachen: Was tun wir,⁷⁴ da dieser Mensch viele Wunder tut?⁷⁵ -Johannes Joh 50 11 47 74 Es ist ihnen zweifellos, dass sie gegen den Heiland vorzugehen haben, fraglich ist nur, welche Maßregel gegen ihn zu ergreifen ist. -Johannes Joh 50 11 47 75 Nur widerwillig erkennen sie den Herrn solche Macht zu. Sie sagen nicht: Er scheint Wunder zu tun, sondern: er tut Wunder. Die Wunder lassen sich weder leugnen noch bezweifeln. -Johannes Joh 50 11 48 Si dimittimus eum sic, omnes credent in eum: et venient Romani, et tollent nostrum locum, et gentem. Wenn wir ihn so gehen lassen,⁷⁶ werden alle an ihn glauben; und die Römer werden kommen, und unsere Stätte⁷⁷ und das Volk wegnehmen. -Johannes Joh 50 11 48 76 Wenn wir ihn so fortwirken lassen, wenn wir seiner Wundertätigkeit nicht Einhalt tun. Sie befürchten, Christus werde vom Volke als Messias und König ausgerufen werden und dadurch die Römer zum Einschreiten veranlassen. Alsdann würden die Juden als Rebellen behandelt und dem hohen Rat seine Scheinmacht ganz genommen (Chrys., Cyr.). Hätte der Herr mit ihnen gehalten, ihr Entschluss wäre ein ganz anderer geworden. -Johannes Joh 50 11 48 77 Sie werden uns Land und Hauptstadt und Volk wegnehmen. -Johannes Joh 50 11 49 Unus autem ex ipsis Caiphas nomine, cum esset pontifex anni illius, dixit eis: Vos nescitis quidquam. Einer aber unter ihnen, Kaiphas mit Namen,⁷⁸ der in diesem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts,⁷⁹ [Joh 18,14] -Johannes Joh 50 11 49 78 Über Kaiphas siehe [Mt 26,5]. In diesem Jahre besagt nicht, dass die Hohenpriester alle Jahre gewechselt wurden, sondern, dass dieses denkwürdige Jahr in die Amtszeit des Kaiphas fiel. -Johannes Joh 50 11 49 79 Ihr wisst nicht, was euch, dem hohen Rate, in dieser Sache von Nutzen ist. Ihr eigenes Interesse ist die Ursache ihres Vorgehens. -Johannes Joh 50 11 50 Nec cogitatis quia expedit vobis ut unus moriatur homo pro populo, et non tota gens pereat. und bedenket nicht, dass es besser für euch ist,⁸⁰ dass ein Mensch für das Volk⁸¹ stirbt, und nicht das ganze Volk zu Grunde geht. -Johannes Joh 50 11 50 80 Griech.: Uns. -Johannes Joh 50 11 50 81 Zum Nutzen. -Johannes Joh 50 11 51 Hoc autem a semetipso non dixit: sed cum esset pontifex anni illius, prophetavit, quod Jesus moriturus erat pro gente, Dies sagte er aber nicht aus sich selbst;⁸² sondern, da er in diesem Jahre Hoherpriester war, weissagte er,⁸³ dass Jesus für das Volk sterben werde; -Johannes Joh 50 11 51 82 Durch Gottes Fügung hatte er gerade diese Worte gewählt. -Johannes Joh 50 11 51 83 Dieses, den Tod des Herrn. Der Gegensatz zu aus sich selbst sagen ist das Weissagen, durch göttliche Anregung und Eingebung sprechen, Zukünftiges verkünden. Als zweiter Bileam [Num 23,24] spricht Kaiphas weissagend den ganzen Inhalt des göttlichen Ratschlusses der Erlösung der Welt aus, und somit über Jesus und das wahre Volk Gottes, denen er fluchen wollte, den Segen, über sich aber und die Seinigen, denen er Segen zuwenden wollte, den Fluch. Denn gerade das geschah, dem sie durch die Tötung des Herrn entgehen wollten. (V. 48) Die Worte des Hohenpriesters hatten nach seiner Absicht einen fleischlich klugen Sinn: Jesus soll geopfert werden, damit die Pharisäer ihre politische Herrschaft über das Volk bewahren. In diesem feierlichen Augenblicke gibt Gott dem Hohenpriester vorübergehend die einst durch Urim und Thumim [Ex 28,30] demselben eigene Gabe der Weissagung zurück, damit er als rechtmäßiger Vertreter des auserwählten Volkes die Bedeutung des Todes Jesu für das Volk verkünde. Da er aber den Heiland nicht als Messias der Juden erkannte oder nicht erkennen wollte, musste er nach göttlicher Fügung unbewusst und ohne seinen Willen seine Aufgabe erfüllen. -Johannes Joh 50 11 52 Et non tantum pro gente, sed ut filios Dei, qui erant dispersi, congregaret in unum. und nicht allein für das Volk,⁸⁴ sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte.⁸⁵ -Johannes Joh 50 11 52 84 Das auserwählte Volk. -Johannes Joh 50 11 52 85 Die Heiden werde vorwegnehmend Kinder Gottes genannt. Vergl. [Joh 10,16], zerstreute, weil sie noch ohne den einigenden Mittelpunkt sind. Vergl. [Eph 2,12]. In Zukunft sollen sie eines werden, denn sie werden durch Christus in eine Herde aufgenommen [Joh 10,16] und werden Glieder eines Leibes, dessen Haupt Christus ist. [Eph 2,16] Kaiphas hat die Wirkung des Todes des Herrn für das alttestamentliche Bundesvolk verkündet, der Evangelist weist auf den Umfang des Neuen Bundes hin. -Johannes Joh 50 11 53 Ab illo ergo die cogitaverunt ut interficerent eum. Von diesem Tage an also beschlossen sie,⁸⁶ ihn zu töten. -Johannes Joh 50 11 53 86 Ein fester und förmlicher Beschluss. -Johannes Joh 50 11 54 Jesus ergo jam non in palam ambulabat apud Judæos, sed abiit in regionem juxta desertum, in civitatem, quæ dicitur Ephrem, et ibi morabatur cum discipulis suis. Daher⁸⁷ wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern ging hinweg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, welche Ephrem heißt,⁸⁸ und weilte daselbst mit seinen Jüngern. -Johannes Joh 50 11 54 87 Infolge dieses Beschlusses, der bekannt wurde (Cyr.). Damit gab der Herr wie [Joh 10,40] den Gläubigen ein Beispiel, dass sie sich nicht ohne Not der Gefahr aussetzen sollen (Orig., Cyr.). -Johannes Joh 50 11 54 88 Griech.: Ephraim, nahe bei der bis Jericho hinaufreichenden Wüste. -Johannes Joh 50 11 55 Proximum autem erat Pascha Judæorum: et ascenderunt multi Jerosolymam de regione ante Pascha, ut sanctificarent se ipsos. Es war aber das Osterfest der Juden⁸⁹ nahe, und viele zogen aus derselben Gegend vor dem Osterfeste nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen.⁹⁰ -Johannes Joh 50 11 55 89 Es ist das vierte Osterfest seit dem Beginn der öffentlichen Tätigkeit des Herrn. Da [Joh 10,22] das Kirchweihfest erwähnt wird und [Joh 10,40] ein Aufenthalt im Ostjordanlande erwähnt wird, kam der Herr wohl erst im Januar oder Februar nach Ephraim. -Johannes Joh 50 11 55 90 Sie wollen sich von der gesetzlichen Unreinheit befreien, um das Osterfest feiern zu können. So müssen auch die Gläubigen die Fastenzeit benutzen und sich durch Fasten und gute Werke würdig machen, den Leib des Herrn zum heiligen Osterfeste zu empfangen (Thom.). -Johannes Joh 50 11 56 Quærebant ergo Jesum: et colloquebantur ad invicem, in templo stantes: Quid putatis, quia non venit ad diem festum? Dederant autem pontifices, et Pharisæi mandatum, ut si quis cognoverit ubi sit, indicet, ut apprehendant eum. Diese suchten nun Jesus,⁹¹ und sagten zueinander, im Tempel⁹² stehend: Was dünket euch? Er kommt wohl nicht auf das Fest? Es hatten aber die Hohenpriester und Pharisäer Befehl gegeben, es sollte wer etwa wüsste, wo er sei, es anzeigen, damit sie ihn ergreifen könnten. -Johannes Joh 50 11 56 91 Ähnlich wie [Joh 7,11]. Eine böse Absicht ist wohl ausgeschlossen, da es Bewohner von Judäa waren. -Johannes Joh 50 11 56 92 Im Vorhofe. -Apostelgeschichte Apg 51 12 0 Schicksal des heil. Jakobus und des heil. Petrus in der Verfolgung des Herodes. (V. 17) Das Ende des Herodes. (V. 24) Rückkehr des Paulus und Barnabas. -Johannes Joh 50 12 0 3. Offenbarung der Herrlichkeit des Herrn, ein Vorzeichen des baldigen Sieges über seine Feinde (V. 1 36). Die Salbung des Heilandes in Bethanien (V. 11). Einzug des Heilandes in Jerusalem am Tage darauf (V. 19). Heiden wünschen den Herrn zu sehen, eine Stimme vom Himmel verheißt seine Verherrlichung (V. 36). Abschluss des ersten Teiles: Viele glauben nicht, andere wagen den Glauben nicht zu bekennen (V. 43). Der wahre Glaube. -Johannes Joh 50 12 1 Jesus ergo ante sex dies Paschæ venit Bethaniam, ubi Lazarus fuerat mortuus, quem suscitavit Jesus. Sechs Tage vor dem Osterfeste¹ kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, der gestorben gewesen und den Jesus auferweckt hatte.² [Mt 26,6, Mk 14,3] +Johannes Joh 51 11 31 Judæi ergo, qui erant cum ea in domo, et consolabantur eam, cum vidissent Mariam quia cito surrexit, et exiit, secuti sunt eam dicentes: Quia vadit ad monumentum, ut ploret ibi. Da die Juden, welche bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, dass Maria eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach,⁵² indem sie sagten: Sie geht zu dem Grabe, um dort zu weinen.⁵³ +Johannes Joh 51 11 31 52 Wie wunderbar fügt es Gott, dass die Juden ohne zutun des Heilandes, und ohne eigene Absicht unverdächtige Zeugen des Wunders werden! (Euth.) +Johannes Joh 51 11 31 53 Man besuchte während der Trauerzeit das Grab öfter. +Johannes Joh 51 11 32 Maria ergo, cum venisset ubi erat Jesus, videns eum, cecidit ad pedes ejus, et dicit ei: Domine, si fuisses hic, non esset mortuus frater meus. Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, fiel sie ihm zu Füßen,⁵⁴ sobald sie ihn sah, und sprach zu ihm: Herr! wärest du hier gewesen, so würde mein Bruder nicht gestorben sein.⁵⁵ +Johannes Joh 51 11 32 54 Maria bekundet zuerst ihre innige Liebe und Verehrung durch die Tat, dann bekennt sie mit denselben Worten wie ihre Schwester den festen Glauben an die Macht der Bereitwilligkeit des Heilandes, zu helfen. +Johannes Joh 51 11 32 55 Jesus antwortet nicht durch Worte, aber durch Taten. +Johannes Joh 51 11 33 Jesus ergo, ut vidit eam plorantem, et Judæos, qui venerant cum ea, plorantes, infremuit spiritu, et turbavit seipsum, Da nun Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, welche mit ihr gekommen waren, weinten, erschauerte er⁵⁶ im Geiste,⁵⁷ und erbebte innerlich,⁵⁸ +Johannes Joh 51 11 33 56 Die tiefe Gemütsbewegung des Herrn gibt sich auch nach außen kund. Nach einigen ist die Ursache des Erschauerns und der Tränen die Erwägung, dass der Tod der Sünde Sold ist (Theod., Thom.). +Johannes Joh 51 11 33 57 Im innersten Wesen seiner menschlichen Natur. +Johannes Joh 51 11 33 58 Als Mensch ist Jesus aller rein menschlicher Gefühle fähig, doch stehen diese bei ihm völlig unter der Herrschaft des Geistes und nicht umgekehrt, wie dies häufig bei uns stattfindet. +Johannes Joh 51 11 34 Et dixit: Ubi posuistis eum? Dicunt ei: Domine, veni, et vide. und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt?⁵⁹ Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und siehe! +Johannes Joh 51 11 34 59 Jesus fragt, um die Aufmerksamkeit der Angeredeten zu erregen, Er fragt menschlich, aber erweckt Lazarus göttlich (Athan.). +Johannes Joh 51 11 35 Et lacrymatus est Jesus. Und Jesus weinte.⁶⁰ +Johannes Joh 51 11 35 60 Das griechische Wort kennzeichnet den Gegensatz zu der Gefühlsäußerung des Herrn und dem lauten Klageweinen Maria's und der Juden. Der Heiland fühlt als wahrer Mensch den gegenwärtigen Schmerz mit, auch wenn er weiß, dass bald ein anderes Gefühl denselben verdrängen wird. Wie trostreich ist dies für uns! Alles Leiden dieser Erde nimmt ein Ende, alle Trübsal der einzelnen hat ihr Ziel und Maß. Gott weiß dies, und dennoch sieht er teilnehmend auf unsere jeweilige, wenn auch bald vorübergehende, ja in seinem Ratschlusse bereits aufgehobene Not. Dieses Weinen über den Toten bezeugte auch, dass derselbe wirklich tot war, denn über einen Schlafenden weint man nicht. +Johannes Joh 51 11 36 Dixerunt ergo Judæi: Ecce quomodo amabat eum. Da sprachen die Juden: Sehet, wie lieb er ihn hatte! +Johannes Joh 51 11 37 Quidam autem ex ipsis dixerunt: Non poterat hic, qui aperuit oculos cæci nati, facere ut hic non moreretur? Einige aber von ihnen sagten: Hätte nicht der, welcher die Augen des Blindgebornen geöffnet hat, machen können, dass dieser nicht stürbe?⁶¹ [Joh 9,7] +Johannes Joh 51 11 37 61 Nach vielen Erklärern (Chrys., Euth., Theoph., u. a.) sind es feindselige Juden, die so reden und den Heiland verhöhnen. Zugleich soll in dem Hervorheben der Ohnmacht Jesu gegenüber dem kranken Freund auch ein Zweifel an dem Wunder der Blindenheilung liegen. Wahrscheinlicher indes ist es wohl, dass die Juden nicht so eine böswillige Gesinnung kundgeben, als vielmehr ihr Befremden und Mitleid äußern, dass der Herr den Lazarus nicht vor dem Tode bewahrt habe. Der Freund sollte, wenn er konnte, den Freund vor dem Tode bewahrt haben. Der Herr wollte Lazarus sterben lassen, weil er höhere Absichten hatte, denn die Allmacht zeigte sich ungleich klarer in der Auferweckung des Toten, als in der Bewahrung vor dem Tode. +Johannes Joh 51 11 38 Jesus ergo rursum fremens in semetipso, venit ad monumentum; erat autem spelunca: et lapis superpositus erat ei. Da erschauerte Jesus abermal in sich selbst, und kam zu dem Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein war darauf gelegt.⁶² +Johannes Joh 51 11 38 62 Die Gräber waren meistens in den Fels gehauene Grabkammern. +Johannes Joh 51 11 39 Ait Jesus: Tollite lapidem. Dicit ei Martha soror ejus, qui mortuus fuerat: Domine, jam ftet, quatriduanus est enim. Jesus sprach: Hebet den Stein weg! Da sagte Martha, die Schwester des Verstorbenen zu ihm: Herr! er riecht schon, denn er liegt vier Tage.⁶³ +Johannes Joh 51 11 39 63 Martha erwartet die Erweckung ihres Bruders nicht mehr, sondern meint, Jesus wolle dessen Leiche noch einmal sehen. Der natürliche Schauer vor dem Gedanken, den ganz entstellten geliebten Bruder (des Verstorbenen Schwester) ansehen zu müssen, drängt bei Martha momentan alle anderen Gefühle und Gedanken zurück. Sie will dem Heilande den Anblick des Toten und die unangenehme Geruchsempfindung, welche ein verwesender Leib erregt, ersparen. Dieser Gedanke lässt sie auch die trostvollen Verheißungen des Heilandes vergessen. Ähnlich ist das Verhalten der Jünger bei der Nachricht von der Auferstehung des Herrn, die doch mehrfach und ausdrücklich vorausverkündet war. [Mk 16,11.13]. +Johannes Joh 51 11 40 Dicit ei Jesus: Nonne dixi tibi quoniam si credideris, videbis gloriam Dei? Jesus sprach zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst,⁶⁴ so wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?⁶⁵ +Johannes Joh 51 11 40 64 In dem bedingten Wenn liegt ein leiser Tadel, dass sie die frühere Verheißung des Herr vergessen hat. +Johannes Joh 51 11 40 65 Jesus erinnert Martha an das, was er V. 23 - 26 von der Auferstehung und dem Glauben gesagt hat. Nicht um das Grauen des Todes, sondern um die Macht Gottes zu zeigen, soll sich das Grab öffnen. So vereinigt das gütige Wort des Heilandes den schonendsten Tadel mit dem erhabensten Troste. +Johannes Joh 51 11 41 Tulerunt ergo lapidem: Jesus autem elevatis sursum oculis, dixit: Pater gratias ago tibi quoniam audisti me. Sie hoben also den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater! ich danke dir, dass du mich erhört hast.⁶⁶ +Johannes Joh 51 11 41 66 Entsprechend dem feierlichen Augenblicke spricht der Heiland das folgende Dankgebet, dem also wohl ein innerliches Bittgebet vorangegangen war, mit zum Himmel gerichteten Blicken, um schon durch seine Haltung anzudeuten, dass hier himmlische, göttliche Macht wirksam sei. +Johannes Joh 51 11 42 Ego autem sciebam quia semper me audis, sed propter populum, qui circumstat, dixi: ut credant quia tu me misisti. Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörest; jedoch um des Volkes willen, das herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.⁶⁷ +Johannes Joh 51 11 42 67 Dass du mich erhört hast: Dies sage ich nicht, als ob du mich nur in gewissen Fällen erhörtest, sondern deswegen sage ich für die Erhörung öffentlich Dank, damit die Umstehenden erkennen, dass du mich gesandt hast, dies Werk zu vollbringen. Es lag gerade daran sehr viel, dass die Juden auch in diesem Wunder die innige Verbindung zwischen Gott und Jesus erkannten und so zum Glauben geführt wurden. +Johannes Joh 51 11 43 Hæc cum dixisset, voce magna clamavit: Lazare veni foras. Als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme:⁶⁸ Lazarus, komm heraus!⁶⁹ +Johannes Joh 51 11 43 68 Der Heiland ruft mit lauter Stimme, der größeren Feierlichkeit halber und um die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf das, was er tut, mehr hinzulenken. +Johannes Joh 51 11 43 69 Das Wort bewirkt die Auferstehung. - Stufenreihe: Die Tochter des Jairus, der Jüngling von Naim, Lazarus! Der heil. Johannes will durch die ausführliche Darstellung dieses größten Wunders die Allmacht Jesu über allen Zweifel erheben. +Johannes Joh 51 11 44 Et statim prodiit qui fuerat mortuus, ligatus pedes, et manus institis, et facies illius sudario erat ligata. Dixit eis Jesus: Solvite eum, et sinite abire. Und sogleich kam der Verstorbene⁷⁰ heraus, gebunden mit Grabtüchern an Händen und Füßen, und sein Angesicht war mit einem Schweißtuche umwunden. Da sprach Jesus zu ihnen: Machet ihn los,⁷¹ und lasset ihn fortgehen! +Johannes Joh 51 11 44 70 Sogleich: dies Wort fehlt im Griech. Kaum hört Lazarus die Stimme des Herrn, so kommt er hervor, lebend und völlig genesen. +Johannes Joh 51 11 44 71 Damit die Zeugen, die im Herzen nicht glauben wollten, ihren eigenen Augen glauben müssen, wälzen sie den Stein hinweg, sehen die Leiche und lösen selbst die Binden des Erstandenen. So sahen sie die Zeichen des Todes und zugleich die Bürgschaften des Lebens (Ambr.). +Johannes Joh 51 11 45 Multi ergo ex Judæis, qui venerant ad Mariam, et Martham, et viderant quæ fecit Jesus, crediderunt in eum. Viele nun von den Juden, welche zu Maria und Martha gekommen waren, und gesehen hatten, was Jesus tat, glaubten an ihn.⁷² +Johannes Joh 51 11 45 72 Der Glaube an den Herrn wächst. Das Wunder hat eine Entscheidung herbeigeführt. +Johannes Joh 51 11 46 Quidam autem ex ipsis abierunt ad Pharisæos, et dixerunt eis quæ fecit Jesus. Einige aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern, und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.⁷³ +Johannes Joh 51 11 46 73 Aber zeigt einen Gegensatz gegen die V. 45 Genannten an; der Umstand, dass die Kunde gerade den erklärten Feinden des Heilandes gebracht wird, deutet darauf hin, dass die Anzeigenden einen feindseligen Beweggrund haben oder zu mindesten, dass sie fürchten, durch Unterlassung der Anzeige als heimliche Anhänger Jesu bei ihren Oberen verdächtigt zu werden und dem Banne zu verfallen. Vergl. [Joh 9,22]. +Johannes Joh 51 11 47 Collegerunt ergo Pontifices et Pharisæi concilium et dicebant: Quid facimus, quia hic homo multa signa facit? Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den hohen Rat, und sprachen: Was tun wir,⁷⁴ da dieser Mensch viele Wunder tut?⁷⁵ +Johannes Joh 51 11 47 74 Es ist ihnen zweifellos, dass sie gegen den Heiland vorzugehen haben, fraglich ist nur, welche Maßregel gegen ihn zu ergreifen ist. +Johannes Joh 51 11 47 75 Nur widerwillig erkennen sie den Herrn solche Macht zu. Sie sagen nicht: Er scheint Wunder zu tun, sondern: er tut Wunder. Die Wunder lassen sich weder leugnen noch bezweifeln. +Johannes Joh 51 11 48 Si dimittimus eum sic, omnes credent in eum: et venient Romani, et tollent nostrum locum, et gentem. Wenn wir ihn so gehen lassen,⁷⁶ werden alle an ihn glauben; und die Römer werden kommen, und unsere Stätte⁷⁷ und das Volk wegnehmen. +Johannes Joh 51 11 48 76 Wenn wir ihn so fortwirken lassen, wenn wir seiner Wundertätigkeit nicht Einhalt tun. Sie befürchten, Christus werde vom Volke als Messias und König ausgerufen werden und dadurch die Römer zum Einschreiten veranlassen. Alsdann würden die Juden als Rebellen behandelt und dem hohen Rat seine Scheinmacht ganz genommen (Chrys., Cyr.). Hätte der Herr mit ihnen gehalten, ihr Entschluss wäre ein ganz anderer geworden. +Johannes Joh 51 11 48 77 Sie werden uns Land und Hauptstadt und Volk wegnehmen. +Johannes Joh 51 11 49 Unus autem ex ipsis Caiphas nomine, cum esset pontifex anni illius, dixit eis: Vos nescitis quidquam. Einer aber unter ihnen, Kaiphas mit Namen,⁷⁸ der in diesem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts,⁷⁹ [Joh 18,14] +Johannes Joh 51 11 49 78 Über Kaiphas siehe [Mt 26,5]. In diesem Jahre besagt nicht, dass die Hohenpriester alle Jahre gewechselt wurden, sondern, dass dieses denkwürdige Jahr in die Amtszeit des Kaiphas fiel. +Johannes Joh 51 11 49 79 Ihr wisst nicht, was euch, dem hohen Rate, in dieser Sache von Nutzen ist. Ihr eigenes Interesse ist die Ursache ihres Vorgehens. +Johannes Joh 51 11 50 Nec cogitatis quia expedit vobis ut unus moriatur homo pro populo, et non tota gens pereat. und bedenket nicht, dass es besser für euch ist,⁸⁰ dass ein Mensch für das Volk⁸¹ stirbt, und nicht das ganze Volk zu Grunde geht. +Johannes Joh 51 11 50 80 Griech.: Uns. +Johannes Joh 51 11 50 81 Zum Nutzen. +Johannes Joh 51 11 51 Hoc autem a semetipso non dixit: sed cum esset pontifex anni illius, prophetavit, quod Jesus moriturus erat pro gente, Dies sagte er aber nicht aus sich selbst;⁸² sondern, da er in diesem Jahre Hoherpriester war, weissagte er,⁸³ dass Jesus für das Volk sterben werde; +Johannes Joh 51 11 51 82 Durch Gottes Fügung hatte er gerade diese Worte gewählt. +Johannes Joh 51 11 51 83 Dieses, den Tod des Herrn. Der Gegensatz zu aus sich selbst sagen ist das Weissagen, durch göttliche Anregung und Eingebung sprechen, Zukünftiges verkünden. Als zweiter Bileam [Num 23,24] spricht Kaiphas weissagend den ganzen Inhalt des göttlichen Ratschlusses der Erlösung der Welt aus, und somit über Jesus und das wahre Volk Gottes, denen er fluchen wollte, den Segen, über sich aber und die Seinigen, denen er Segen zuwenden wollte, den Fluch. Denn gerade das geschah, dem sie durch die Tötung des Herrn entgehen wollten. (V. 48) Die Worte des Hohenpriesters hatten nach seiner Absicht einen fleischlich klugen Sinn: Jesus soll geopfert werden, damit die Pharisäer ihre politische Herrschaft über das Volk bewahren. In diesem feierlichen Augenblicke gibt Gott dem Hohenpriester vorübergehend die einst durch Urim und Thumim [Ex 28,30] demselben eigene Gabe der Weissagung zurück, damit er als rechtmäßiger Vertreter des auserwählten Volkes die Bedeutung des Todes Jesu für das Volk verkünde. Da er aber den Heiland nicht als Messias der Juden erkannte oder nicht erkennen wollte, musste er nach göttlicher Fügung unbewusst und ohne seinen Willen seine Aufgabe erfüllen. +Johannes Joh 51 11 52 Et non tantum pro gente, sed ut filios Dei, qui erant dispersi, congregaret in unum. und nicht allein für das Volk,⁸⁴ sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte.⁸⁵ +Johannes Joh 51 11 52 84 Das auserwählte Volk. +Johannes Joh 51 11 52 85 Die Heiden werde vorwegnehmend Kinder Gottes genannt. Vergl. [Joh 10,16], zerstreute, weil sie noch ohne den einigenden Mittelpunkt sind. Vergl. [Eph 2,12]. In Zukunft sollen sie eines werden, denn sie werden durch Christus in eine Herde aufgenommen [Joh 10,16] und werden Glieder eines Leibes, dessen Haupt Christus ist. [Eph 2,16] Kaiphas hat die Wirkung des Todes des Herrn für das alttestamentliche Bundesvolk verkündet, der Evangelist weist auf den Umfang des Neuen Bundes hin. +Johannes Joh 51 11 53 Ab illo ergo die cogitaverunt ut interficerent eum. Von diesem Tage an also beschlossen sie,⁸⁶ ihn zu töten. +Johannes Joh 51 11 53 86 Ein fester und förmlicher Beschluss. +Johannes Joh 51 11 54 Jesus ergo jam non in palam ambulabat apud Judæos, sed abiit in regionem juxta desertum, in civitatem, quæ dicitur Ephrem, et ibi morabatur cum discipulis suis. Daher⁸⁷ wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern ging hinweg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, welche Ephrem heißt,⁸⁸ und weilte daselbst mit seinen Jüngern. +Johannes Joh 51 11 54 87 Infolge dieses Beschlusses, der bekannt wurde (Cyr.). Damit gab der Herr wie [Joh 10,40] den Gläubigen ein Beispiel, dass sie sich nicht ohne Not der Gefahr aussetzen sollen (Orig., Cyr.). +Johannes Joh 51 11 54 88 Griech.: Ephraim, nahe bei der bis Jericho hinaufreichenden Wüste. +Johannes Joh 51 11 55 Proximum autem erat Pascha Judæorum: et ascenderunt multi Jerosolymam de regione ante Pascha, ut sanctificarent se ipsos. Es war aber das Osterfest der Juden⁸⁹ nahe, und viele zogen aus derselben Gegend vor dem Osterfeste nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen.⁹⁰ +Johannes Joh 51 11 55 89 Es ist das vierte Osterfest seit dem Beginn der öffentlichen Tätigkeit des Herrn. Da [Joh 10,22] das Kirchweihfest erwähnt wird und [Joh 10,40] ein Aufenthalt im Ostjordanlande erwähnt wird, kam der Herr wohl erst im Januar oder Februar nach Ephraim. +Johannes Joh 51 11 55 90 Sie wollen sich von der gesetzlichen Unreinheit befreien, um das Osterfest feiern zu können. So müssen auch die Gläubigen die Fastenzeit benutzen und sich durch Fasten und gute Werke würdig machen, den Leib des Herrn zum heiligen Osterfeste zu empfangen (Thom.). +Johannes Joh 51 11 56 Quærebant ergo Jesum: et colloquebantur ad invicem, in templo stantes: Quid putatis, quia non venit ad diem festum? Dederant autem pontifices, et Pharisæi mandatum, ut si quis cognoverit ubi sit, indicet, ut apprehendant eum. Diese suchten nun Jesus,⁹¹ und sagten zueinander, im Tempel⁹² stehend: Was dünket euch? Er kommt wohl nicht auf das Fest? Es hatten aber die Hohenpriester und Pharisäer Befehl gegeben, es sollte wer etwa wüsste, wo er sei, es anzeigen, damit sie ihn ergreifen könnten. +Johannes Joh 51 11 56 91 Ähnlich wie [Joh 7,11]. Eine böse Absicht ist wohl ausgeschlossen, da es Bewohner von Judäa waren. +Johannes Joh 51 11 56 92 Im Vorhofe. +Apostelgeschichte Apg 51 12 0 Schicksal des heil. Jakobus und des heil. Petrus in der Verfolgung des Herodes. (V. 17) Das Ende des Herodes. (V. 24) Rückkehr des Paulus und Barnabas. +Johannes Joh 51 12 0 3. Offenbarung der Herrlichkeit des Herrn, ein Vorzeichen des baldigen Sieges über seine Feinde (V. 1 36). Die Salbung des Heilandes in Bethanien (V. 11). Einzug des Heilandes in Jerusalem am Tage darauf (V. 19). Heiden wünschen den Herrn zu sehen, eine Stimme vom Himmel verheißt seine Verherrlichung (V. 36). Abschluss des ersten Teiles: Viele glauben nicht, andere wagen den Glauben nicht zu bekennen (V. 43). Der wahre Glaube. +Johannes Joh 51 12 1 Jesus ergo ante sex dies Paschæ venit Bethaniam, ubi Lazarus fuerat mortuus, quem suscitavit Jesus. Sechs Tage vor dem Osterfeste¹ kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, der gestorben gewesen und den Jesus auferweckt hatte.² [Mt 26,6, Mk 14,3] Apostelgeschichte Apg 51 12 1 Eodem autem tempore misit Herodes rex manus, ut affligeret quosdam de Ecclesia. Zu derselben Zeit legte König Herodes¹ Hand an, um einige der Angehörigen der Kirche zu misshandeln. Apostelgeschichte Apg 51 12 1 1 Herodes Agrippa I., Enkel Herodes des Großen, Bruder der Herodias. Seit dem Jahre 41 n. Chr. Hatte er das ganze ehemalige Gebiet Herodes des Großen unter sich. -Johannes Joh 50 12 1 1 Jetzt war die Stunde des Herrn gekommen. Wenngleich es schwer ist, den ersten Tag genau festzustellen, ist es doch das wahrscheinlichste, dass die Ankunft des Herrn in Jerusalem auf den Sonntag traf. -Johannes Joh 50 12 1 2 Lazarus wird erwähnt, weil seine Auferweckung zu dem Maßregeln des hohen Rates die Veranlassung geworden und weil er Teilnehmer an dem Mahle ist. +Johannes Joh 51 12 1 1 Jetzt war die Stunde des Herrn gekommen. Wenngleich es schwer ist, den ersten Tag genau festzustellen, ist es doch das wahrscheinlichste, dass die Ankunft des Herrn in Jerusalem auf den Sonntag traf. +Johannes Joh 51 12 1 2 Lazarus wird erwähnt, weil seine Auferweckung zu dem Maßregeln des hohen Rates die Veranlassung geworden und weil er Teilnehmer an dem Mahle ist. Apostelgeschichte Apg 51 12 2 Occidit autem Jacobum fratrem Joannis gladio. Er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte.² -Johannes Joh 50 12 2 Fecerunt autem ei cnam ibi: et Martha ministrabat, Lazarus vero unus erat ex discumbentibus cum eo. Daselbst³ bereiteten sie ihm ein Abendmahl, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. +Johannes Joh 51 12 2 Fecerunt autem ei cnam ibi: et Martha ministrabat, Lazarus vero unus erat ex discumbentibus cum eo. Daselbst³ bereiteten sie ihm ein Abendmahl, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. Apostelgeschichte Apg 51 12 2 2 Jetzt trank der heil. Jakobus den Kelch, wie der Herr ihm vorausgesagt [Mt 20,23], und ging als der erste Apostel in den Himmel ein, da Herodes ihn mit dem Schwerte enthaupten ließ. -Johannes Joh 50 12 2 3 Bei Simon dem Aussätzigen: [Mt 26,6ff, Mk 14,3ff]. +Johannes Joh 51 12 2 3 Bei Simon dem Aussätzigen: [Mt 26,6ff, Mk 14,3ff]. Apostelgeschichte Apg 51 12 3 Videns autem quia placeret Judæis, apposuit ut apprehenderet et Petrum. Erant autem dies Azymorum. Und da er sah, dass es den Juden wohlgefiel, fuhr er fort, ergriff auch den Petrus. Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote.³ -Johannes Joh 50 12 3 Maria ergo accepit libram unguenti nardi pistici, pretiosi, et unxit pedes Jesu, et extersit pedes ejus capillis suis: et domus impleta est ex odore unguenti. Da nahm Maria ein Pfund⁴ kostbaren Salböls⁵ von echter Narde,⁶ und salbte die Füße⁷ Jesu, und trocknete seine Füße mit ihren Haaren.⁸ Und das Haus ward voll von dem Dufte der Salbe. +Johannes Joh 51 12 3 Maria ergo accepit libram unguenti nardi pistici, pretiosi, et unxit pedes Jesu, et extersit pedes ejus capillis suis: et domus impleta est ex odore unguenti. Da nahm Maria ein Pfund⁴ kostbaren Salböls⁵ von echter Narde,⁶ und salbte die Füße⁷ Jesu, und trocknete seine Füße mit ihren Haaren.⁸ Und das Haus ward voll von dem Dufte der Salbe. Apostelgeschichte Apg 51 12 3 3 Für Agrippa handelt es sich lediglich um politische Gründe. Er will den Juden gefallen. Die anlässlich des Osterfestes anwesenden Juden sollen Zeugen seines vorgeblichen Eifers für das Gesetz sein. -Johannes Joh 50 12 3 4 Etwa 327,5 Gramm. -Johannes Joh 50 12 3 5 Man pflegte das Haupt und den Bart geladener Gäste zu salben. -Johannes Joh 50 12 3 6 Die Narde ist eine im Altertum berühmte Pflanze aus D. = Indien, aus deren Wurzel und unterstem Stengelteile das Nardenöl bereitet wurde. Salböl von echter Narde war ungemein wertvoll. -Johannes Joh 50 12 3 7 Ein Beweis der höchsten Liebe. Die Größe ihrer Liebe heißt sie ihr Bestes opfern, der Gedanke an die Trennung bewegt den Heiland, die Huldigung anzunehmen. -Johannes Joh 50 12 3 8 Damit das Öl nicht auf den Teppich herabtropfte. +Johannes Joh 51 12 3 4 Etwa 327,5 Gramm. +Johannes Joh 51 12 3 5 Man pflegte das Haupt und den Bart geladener Gäste zu salben. +Johannes Joh 51 12 3 6 Die Narde ist eine im Altertum berühmte Pflanze aus D. = Indien, aus deren Wurzel und unterstem Stengelteile das Nardenöl bereitet wurde. Salböl von echter Narde war ungemein wertvoll. +Johannes Joh 51 12 3 7 Ein Beweis der höchsten Liebe. Die Größe ihrer Liebe heißt sie ihr Bestes opfern, der Gedanke an die Trennung bewegt den Heiland, die Huldigung anzunehmen. +Johannes Joh 51 12 3 8 Damit das Öl nicht auf den Teppich herabtropfte. Apostelgeschichte Apg 51 12 4 Quem cum apprehendisset, misit in carcerem, tradens quatuor quaternionibus militum custodiendum, volens post Pascha producere eum populo. Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn in's Gefängnis, und übergab ihn einer vierfachen Wache, von je vier Soldaten zur Bewachung, da er ihn nach Ostern dem Volke vorführen wollte.⁴ -Johannes Joh 50 12 4 Dixit ergo unus ex discipulis ejus, Judas Iscariotes, qui erat eum traditurus: Da sagte einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot,⁹ der ihn darnach verraten sollte:¹⁰ +Johannes Joh 51 12 4 Dixit ergo unus ex discipulis ejus, Judas Iscariotes, qui erat eum traditurus: Da sagte einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot,⁹ der ihn darnach verraten sollte:¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 12 4 4 D. i. auf den Platz führen lassen wollte, wo das Urteil gesprochen werden sollte. -Johannes Joh 50 12 4 9 Welch Gegensatz zur Liebe Maria's liegt in seiner scheelsüchtigen Bemerkung! -Johannes Joh 50 12 4 10 Im Herzen war der traurige Entschluss vielleicht bereits gereift. Johannes charakterisiert die Apostel stets genau. Zudem ist es die Absicht des Evangelisten, die übrigen Apostel vor dem Verdachte zu bewahren, als ob sie mit Judas übereinstimmten. Murrten sie, so hatte ihr Murren einen anderen Beweggrund. -Johannes Joh 50 12 5 Quare hoc unguentum non veniit trecentis denariis, et datum est egenis? Warum hat man diese Salbe nicht um dreihundert Denare verkauft, und den Armen gegeben?¹¹ [Mk 14,5] +Johannes Joh 51 12 4 9 Welch Gegensatz zur Liebe Maria's liegt in seiner scheelsüchtigen Bemerkung! +Johannes Joh 51 12 4 10 Im Herzen war der traurige Entschluss vielleicht bereits gereift. Johannes charakterisiert die Apostel stets genau. Zudem ist es die Absicht des Evangelisten, die übrigen Apostel vor dem Verdachte zu bewahren, als ob sie mit Judas übereinstimmten. Murrten sie, so hatte ihr Murren einen anderen Beweggrund. +Johannes Joh 51 12 5 Quare hoc unguentum non veniit trecentis denariis, et datum est egenis? Warum hat man diese Salbe nicht um dreihundert Denare verkauft, und den Armen gegeben?¹¹ [Mk 14,5] Apostelgeschichte Apg 51 12 5 Et Petrus quidem servabatur in carcere. Oratio autem fiebat sine intermissione ab Ecclesia ad Deum pro eo. Nun ward Petrus in dem Gefängnisse gehalten; aber die Kirche betete ohne Unterlass für ihn zu Gott.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 12 5 5 Nicht bei Menschen, nur bei Gott sucht die bekümmerte Herde Hilfe für ihren gefangenen Hirten. In der letzten Nacht vor dem entscheidenden Tage krönt der Herr die Beharrlichkeit der Gebete seiner Kirche. (V. 7) -Johannes Joh 50 12 5 11 Judas hat kein Verständnis für die Liebestat Maria's. Leider hat er viele Nachfolger gefunden, welche nicht wissen oder sich den Anschein geben nicht zu wissen, dass gerade jene, welche viel für die Ehre Gottes ausgeben (z. B. für Kirchen), auch für die Armen große Opfer bringen. -Johannes Joh 50 12 6 Dixit autem hoc, non quia de egenis pertinebat ad eum, sed quia fur erat, et loculos habens, ea, quæ mittebantur, portabat. Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war, und den Beutel hatte, und das trug,¹² was hineingelegt wurde.¹³ +Johannes Joh 51 12 5 11 Judas hat kein Verständnis für die Liebestat Maria's. Leider hat er viele Nachfolger gefunden, welche nicht wissen oder sich den Anschein geben nicht zu wissen, dass gerade jene, welche viel für die Ehre Gottes ausgeben (z. B. für Kirchen), auch für die Armen große Opfer bringen. +Johannes Joh 51 12 6 Dixit autem hoc, non quia de egenis pertinebat ad eum, sed quia fur erat, et loculos habens, ea, quæ mittebantur, portabat. Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war, und den Beutel hatte, und das trug,¹² was hineingelegt wurde.¹³ Apostelgeschichte Apg 51 12 6 Cum autem producturus eum esset Herodes, in ipsa nocte erat Petrus dormiens inter duos milites, vinctus catenis duabus: et custodes ante ostium custodiebant carcerem. Als aber Herodes im Begriffe war, ihn vorzuführen, in derselben Nacht schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt; und Wächter bewachten vor der Türe das Gefängnis.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 12 6 6 Tag und Nacht wurden in vier Wachen eingeteilt, von denen jede vier Soldaten zugewiesen ward. Zwei von denselben standen als Außenposten (V. 6) an der Türe des Kerkers, vergl. [Apg 5,23], zwei waren im Kerker selbst, und war der Gefangene mit seinen Ketten an diese angeschlossen. -Johannes Joh 50 12 6 12 Wie hätte Judas sich um die abwesenden Dürftigen sehr kümmern können, da er von dem Anblicke des gegenwärtigen Heilandes und Maria's ungerührt blieb. Wenn Jesus trotz seines Vorherwissens ihm die Kasse anvertraute und trotz des Missbrauches nicht abnahm, so wollte er wohl durch seine Nachgiebigkeit ihn vor Schwererem bewahren (Orig., Chrys.). -Johannes Joh 50 12 6 13 Judas hatte die Gaben der Freunde und Anhänger Jesu in Verwahrung, denn der Heiland, der Tausende wunderbar speiste, wollte mit seinen Aposteln von Almosen der Liebe leben. +Johannes Joh 51 12 6 12 Wie hätte Judas sich um die abwesenden Dürftigen sehr kümmern können, da er von dem Anblicke des gegenwärtigen Heilandes und Maria's ungerührt blieb. Wenn Jesus trotz seines Vorherwissens ihm die Kasse anvertraute und trotz des Missbrauches nicht abnahm, so wollte er wohl durch seine Nachgiebigkeit ihn vor Schwererem bewahren (Orig., Chrys.). +Johannes Joh 51 12 6 13 Judas hatte die Gaben der Freunde und Anhänger Jesu in Verwahrung, denn der Heiland, der Tausende wunderbar speiste, wollte mit seinen Aposteln von Almosen der Liebe leben. Apostelgeschichte Apg 51 12 7 Et ecce Angelus Domini adstitit: et lumen refulsit in habitaculo: percussoque latere Petri, excitavit eum, dicens: Surge velociter. Et ceciderunt catenæ de manibus ejus. Da siehe, trat ein Engel des Herrn heran, und Licht strahlte im Gemache; und indem er Petrus an die Seite schlug, weckte er ihn auf, und sprach: Stehe eilig auf! Und es fielen ihm die Ketten von den Händen.⁷ -Johannes Joh 50 12 7 Dixit ergo Jesus: Sinite illam ut in diem sepulturæ meæ servet illud. Da sprach Jesus: Lasset sie,¹⁴ damit sie es für den Tag meines Begräbnisses bewahre.¹⁵ +Johannes Joh 51 12 7 Dixit ergo Jesus: Sinite illam ut in diem sepulturæ meæ servet illud. Da sprach Jesus: Lasset sie,¹⁴ damit sie es für den Tag meines Begräbnisses bewahre.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 12 7 7 Das Gedächtnis dieser Befreiung lebt in den Ketten fort, welche in Jerusalem als Reliquien aufbewahrt und im Jahre 463 der Eudokia, der Gemahlin Theodosius II., durch den Patriarchen Juvenal geschenkt wurden. Eine derselben hinterlegte Eudokia in der Peterskirche zu Konstantinopel, die andere sandte sie nach Rom, wo sie noch jetzt aufbewahrt wird, vereinigt mit der Kette, an welche Petrus im mamertinischen Kerker geschlossen war. -Johannes Joh 50 12 7 14 Viele griechische Handschriften haben: Lass sie, so dass der Heiland sich an Judas wendet. -Johannes Joh 50 12 7 15 Eigentlich: Beobachte. Der Sinn ist: Lasset sie gewähren, denn sie beobachtet das Geziemende, nämlich mich am Begräbnistage zu salben, schon heute. (Der Leib des Herrn wurde nach seinem Tode wegen der vorgerückten Zeit wirklich nicht gesalbt. Vergl. [Lk 23,56, Lk 24,1ff]). -Johannes Joh 50 12 8 Pauperes enim semper habetis vobiscum: me autem non semper habetis. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.¹⁶ +Johannes Joh 51 12 7 14 Viele griechische Handschriften haben: Lass sie, so dass der Heiland sich an Judas wendet. +Johannes Joh 51 12 7 15 Eigentlich: Beobachte. Der Sinn ist: Lasset sie gewähren, denn sie beobachtet das Geziemende, nämlich mich am Begräbnistage zu salben, schon heute. (Der Leib des Herrn wurde nach seinem Tode wegen der vorgerückten Zeit wirklich nicht gesalbt. Vergl. [Lk 23,56, Lk 24,1ff]). +Johannes Joh 51 12 8 Pauperes enim semper habetis vobiscum: me autem non semper habetis. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 12 8 Dixit autem Angelus ad eum: Præcingere, et calcea te caligas tuas. Et fecit sic. Et dixit illi: Circumda tibi vestimentum tuum, et sequere me. Der Engel aber sprach zu ihm: Umgürte dich, und ziehe deine Schuhe an! Und er tat also. Jener aber sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel⁸ um dich, und folge mir! Apostelgeschichte Apg 51 12 8 8 Als der Apostel sich zum Schlafe niederlegte, hatte er seinen Mantel und seine Sandalen abgelegt und den Gürtel, mit dem sein langes Unterkleid den Tag über geschützt war, gelöst. -Johannes Joh 50 12 8 16 Die Gelegenheit, den Armen Gutes zu tun, werdet ihr immer haben, nicht aber die Möglichkeit, mich auf solche Weise zu ehren. +Johannes Joh 51 12 8 16 Die Gelegenheit, den Armen Gutes zu tun, werdet ihr immer haben, nicht aber die Möglichkeit, mich auf solche Weise zu ehren. Apostelgeschichte Apg 51 12 9 Et exiens sequebatur eum, et nesciebat quia verum est, quod fiebat per Angelum: existimabat autem se visum videre. Da ging er hinaus, und folgte ihm, und er wusste nicht, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; sondern er glaubte ein Gesicht zu sehen. -Johannes Joh 50 12 9 Cognovit ergo turba multa ex Judæis quia illic est: et venerunt, non propter Jesum, tantum, sed ut Lazarum viderent, quem suscitavit a mortuis. Da nun eine große Menge Juden erfuhr,¹⁷ dass er da sei, kamen sie nicht um Jesu willen allein, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. -Johannes Joh 50 12 9 17 Der Artikel im Griech. scheint auf die große Menge der in Jerusalem befindlichen Juden hinzuweisen, im Gegensatze zu den in Bethania weilenden. +Johannes Joh 51 12 9 Cognovit ergo turba multa ex Judæis quia illic est: et venerunt, non propter Jesum, tantum, sed ut Lazarum viderent, quem suscitavit a mortuis. Da nun eine große Menge Juden erfuhr,¹⁷ dass er da sei, kamen sie nicht um Jesu willen allein, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. +Johannes Joh 51 12 9 17 Der Artikel im Griech. scheint auf die große Menge der in Jerusalem befindlichen Juden hinzuweisen, im Gegensatze zu den in Bethania weilenden. Apostelgeschichte Apg 51 12 10 Transeuntes autem primam et secundam custodiam, venerunt ad portam ferream, quæ ducit ad civitatem: quæ ultro aperta est eis. Et exeuntes processerunt vicum unum: et continuo discessit Angelus ab eo. Sie gingen nun vor der ersten und zweiten Wache vorüber, und kamen zu dem eisernen Tore, welches in die Stadt führt.⁹ Dieses öffnete sich ihnen von selbst; und sie traten hinaus, und gingen eine Straße vorwärts, und alsbald schied der Engel von ihm.¹⁰ -Johannes Joh 50 12 10 Cogitaverunt autem principes sacerdotum ut et Lazarum interficerent: Die Hohenpriester aber gingen mit dem Gedanken um, auch den Lazarus zu töten,¹⁸ +Johannes Joh 51 12 10 Cogitaverunt autem principes sacerdotum ut et Lazarum interficerent: Die Hohenpriester aber gingen mit dem Gedanken um, auch den Lazarus zu töten,¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 12 10 9 Das Gefängnis war in der Stadt, vielleicht im Palaste des Herodes selbst. Apostelgeschichte Apg 51 12 10 10 Jetzt, da der Engel dem heil. Petrus nicht mehr notwendig war, verließ er ihn. -Johannes Joh 50 12 10 18 Sie denken nicht daran, die Wahrheit des Wunders zu bestreiten, sondern wollen den lebendigen Beweis bei Seite schaffen. Mit dem Gegenstande soll auch die Erinnerung an das Wunder des Herrn dem Volke (V. 17) entrückt werden. Der Beschluss gegen Lazarus kam nicht zur Ausführung, da sich bald die Gelegenheit bot, den Heiland selbst zu töten. -Johannes Joh 50 12 11 Quia multi propter illum abibant ex Judæis, et credebant in Jesum. weil viele Juden um seinetwillen hingingen, und an Jesus glaubten.¹⁹ +Johannes Joh 51 12 10 18 Sie denken nicht daran, die Wahrheit des Wunders zu bestreiten, sondern wollen den lebendigen Beweis bei Seite schaffen. Mit dem Gegenstande soll auch die Erinnerung an das Wunder des Herrn dem Volke (V. 17) entrückt werden. Der Beschluss gegen Lazarus kam nicht zur Ausführung, da sich bald die Gelegenheit bot, den Heiland selbst zu töten. +Johannes Joh 51 12 11 Quia multi propter illum abibant ex Judæis, et credebant in Jesum. weil viele Juden um seinetwillen hingingen, und an Jesus glaubten.¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 12 11 Et Petrus ad se reversus, dixit: Nunc scio vere quia misit Dominus Angelum suum, et eripuit me de manu Herodis, et de omni exspectatione plebis Judæorum. Da kam Petrus zu sich selbst, und sprach: Jetzt weiß ich wahrhaft, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes und aller Erwartung des Volkes der Juden entrissen hat.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 12 11 11 Zum dritten Male war das Oberhaupt der Kirche gefangen gewesen [Apg 4,3, Apg 5,18ff], und zum zweiten Male hatte der Herr ihn wunderbar befreit. Dieses Mal umso herrlicher, als der Mächtigste des Landes, Herodes, den Apostel gewissermaßen dem Judenvolke, welches seine Hinrichtung mit Ungeduld erwartete, als Opfer verpfändet hatte, -Johannes Joh 50 12 11 19 Dies hatte am Sonnabend statt. -Johannes Joh 50 12 12 In crastinum autem turba multa, quæ venerat ad diem festum, cum audissent quia venit Jesus Jerosolymam: Als aber am folgenden Tage²⁰ eine große Volksmenge, welche zu dem Feste gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, [Mt 21,1, Mk 11,1, Lk 19,29] +Johannes Joh 51 12 11 19 Dies hatte am Sonnabend statt. +Johannes Joh 51 12 12 In crastinum autem turba multa, quæ venerat ad diem festum, cum audissent quia venit Jesus Jerosolymam: Als aber am folgenden Tage²⁰ eine große Volksmenge, welche zu dem Feste gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, [Mt 21,1, Mk 11,1, Lk 19,29] Apostelgeschichte Apg 51 12 12 Consideransque venit ad domum Mariæ matris Joannis, qui cognominatus est Marcus, ubi erant multi congregati, et orantes. Und sich besinnend kam er zum Hause der Maria, der Mutter des Johannes, mit dem Zunamen Markus, wo viele versammelt waren, und beteten.¹² Apostelgeschichte Apg 51 12 12 12 Der Mann der Maria, der Mutter des Markus, war wohl schon tot, da er nirgends erwähnt wird. -Johannes Joh 50 12 12 20 Dem Tage nach dem Mahle in Bethanien. +Johannes Joh 51 12 12 20 Dem Tage nach dem Mahle in Bethanien. Apostelgeschichte Apg 51 12 13 Pulsante autem eo ostium januæ, processit puella ad audiendum, nomine Rhode. Als er aber an der Pforte des Vorplatzes anklopfte, trat eine Magd, mit Namen Rhode,¹³ heraus, um zu horchen. -Johannes Joh 50 12 13 Acceperunt ramos palmarum, et processerunt obviam ei, et clamabant: Hosanna, benedictus, qui venit in nomine Domini, Rex Israel. nahmen sie Palmzweige²¹ und gingen hinaus ihm entgegen, und riefen: Hosanna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels! [Mt 21,9] +Johannes Joh 51 12 13 Acceperunt ramos palmarum, et processerunt obviam ei, et clamabant: Hosanna, benedictus, qui venit in nomine Domini, Rex Israel. nahmen sie Palmzweige²¹ und gingen hinaus ihm entgegen, und riefen: Hosanna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels! [Mt 21,9] Apostelgeschichte Apg 51 12 13 13 D. i. Rosenstrauch. -Johannes Joh 50 12 13 21 Palmen wurden als Sieges- und Freudenzeichen bei festlichen Gelegenheiten, namentlich beim Einzuge von Königen, getragen. [1Makk 13,51]. Während die einen Palmen tragen, hauen andere Zweige von den Bäumen und werfen sie hin auf den Weg. Der Heiland zieht als Friedensfürst ein. Dass das Volk den feierlichen Einzug veranstaltet, hat wohl vor allem seinen Grund in dem an Lazarus vollbrachten Wunder und an dem besonderen Willen des Herrn, welcher die Herzen bewegte. Der Evangelist übergeht das, was die Jünger tun, um den feierlichen Einzug ganz als Werk des Volkes erscheinen zu lassen. +Johannes Joh 51 12 13 21 Palmen wurden als Sieges- und Freudenzeichen bei festlichen Gelegenheiten, namentlich beim Einzuge von Königen, getragen. [1Makk 13,51]. Während die einen Palmen tragen, hauen andere Zweige von den Bäumen und werfen sie hin auf den Weg. Der Heiland zieht als Friedensfürst ein. Dass das Volk den feierlichen Einzug veranstaltet, hat wohl vor allem seinen Grund in dem an Lazarus vollbrachten Wunder und an dem besonderen Willen des Herrn, welcher die Herzen bewegte. Der Evangelist übergeht das, was die Jünger tun, um den feierlichen Einzug ganz als Werk des Volkes erscheinen zu lassen. Apostelgeschichte Apg 51 12 14 Et ut cognovit vocem Petri, præ gaudio non aperuit januam, sed intro currens nuntiavit stare Petrum ante januam. Und da sie die Stimme des Petrus erkannte, machte sie vor Freude die Pforte nicht auf, sondern lief hinein, und meldete, Petrus stehe vor der Türe. -Johannes Joh 50 12 14 Et invenit Jesus asellum, et sedit super eum, sicut scriptum est: Und Jesus fand einen jungen Esel,²² und setzte sich auf denselben, wie geschrieben steht: [Sach 9,9, Mt 21,7, Mk 11,7, Lk 19,35] -Johannes Joh 50 12 14 22 Wie? Siehe [Mt 21,7, Mk 11,7, Lk 19,35]. -Johannes Joh 50 12 15 Noli timere filia Sion: ecce rex tuus venit sedens super pullum asinæ. Fürchte dich nicht, du Tochter Sion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin.²³ [Mt 21,5] +Johannes Joh 51 12 14 Et invenit Jesus asellum, et sedit super eum, sicut scriptum est: Und Jesus fand einen jungen Esel,²² und setzte sich auf denselben, wie geschrieben steht: [Sach 9,9, Mt 21,7, Mk 11,7, Lk 19,35] +Johannes Joh 51 12 14 22 Wie? Siehe [Mt 21,7, Mk 11,7, Lk 19,35]. +Johannes Joh 51 12 15 Noli timere filia Sion: ecce rex tuus venit sedens super pullum asinæ. Fürchte dich nicht, du Tochter Sion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin.²³ [Mt 21,5] Apostelgeschichte Apg 51 12 15 At illi dixerunt ad eam: Insanis. Illa autem affirmabat sic se habere. Illi autem dicebant: Angelus ejus est. Sie aber sagten zu ihr: Du bist von Sinnen. Allein sie versicherte, dass es so sei. Jene dagegen sagten: Es ist sein Engel! -Johannes Joh 50 12 15 23 Die Juden bezogen diese Stelle auf den Messias. Der Evangelist zitiert dem Sinne nach. +Johannes Joh 51 12 15 23 Die Juden bezogen diese Stelle auf den Messias. Der Evangelist zitiert dem Sinne nach. Apostelgeschichte Apg 51 12 16 Petrus autem perseverabat pulsans. Cum autem aperuissent, viderunt eum, et obstupuerunt. Petrus aber fuhr fort zu klopfen. Da sie nun aufmachten, sahen sie ihn, und staunten. -Johannes Joh 50 12 16 Hæc non cognoverunt discipuli ejus primum: sed quando glorificatus est Jesus, tunc recordati sunt quia hæc erant scripta de eo: et hæc fecerunt ei. Dies verstanden seine Jünger vorerst nicht; als aber Jesus verherrlicht worden war, da erinnerten sie sich daran, dass dies von ihm geschrieben war, und sie dies an ihm betätigt hatten.²⁴ -Johannes Joh 50 12 16 24 Dies: die Umstände, unter denen der Einzug geschah, besonders das Reiten auf den Eselsfüllen. Die Jünger kannten wohl die Prophezeiung, aber nicht, dass sie sich auf ihn bezog und sie zur Erfüllung derselben, ohne es zu wissen, mitwirkten, ähnlich wie die Soldaten [Joh 19,36.37] -Johannes Joh 50 12 17 Testimonium ergo perhibebat turba, quæ erat cum eo quando. Lazarum vocavit de monumento, et suscitavit eum a mortuis. Das Volk aber, welches bei ihm war, als er den Lazarus aus dem Grabe rief, und von den Toten auferweckte, legte Zeugnis ab. +Johannes Joh 51 12 16 Hæc non cognoverunt discipuli ejus primum: sed quando glorificatus est Jesus, tunc recordati sunt quia hæc erant scripta de eo: et hæc fecerunt ei. Dies verstanden seine Jünger vorerst nicht; als aber Jesus verherrlicht worden war, da erinnerten sie sich daran, dass dies von ihm geschrieben war, und sie dies an ihm betätigt hatten.²⁴ +Johannes Joh 51 12 16 24 Dies: die Umstände, unter denen der Einzug geschah, besonders das Reiten auf den Eselsfüllen. Die Jünger kannten wohl die Prophezeiung, aber nicht, dass sie sich auf ihn bezog und sie zur Erfüllung derselben, ohne es zu wissen, mitwirkten, ähnlich wie die Soldaten [Joh 19,36.37] +Johannes Joh 51 12 17 Testimonium ergo perhibebat turba, quæ erat cum eo quando. Lazarum vocavit de monumento, et suscitavit eum a mortuis. Das Volk aber, welches bei ihm war, als er den Lazarus aus dem Grabe rief, und von den Toten auferweckte, legte Zeugnis ab. Apostelgeschichte Apg 51 12 17 Annuens autem eis manu ut tacerent, narravit quomodo Dominus eduxisset eum de carcere, dixitque: Nuntiate Jacobo, et fratribus hæc. Et egressus abiit in alium locum. Er aber winkte ihnen mit der Hand, dass sie schweigen sollten, und erzählte, wie der Herr ihn aus dem Gefängnisse geführt habe, und sprach: Verkündet dies dem Jakobus¹⁴ und den Brüdern! Und er ging hinaus, und begab sich an einen andern Ort.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 12 17 14 Jakobus [Mt 13,55] war also der Mittelpunkt der Gemeinde zu Jerusalem. Der Grund, weshalb von allen Jüngern gerade er ungefährdet in Jerusalem bleiben konnte, lag außer einem besonderen Schutze der göttlichen Vorsehung in dem Ansehen, welches er bei den Juden wegen seiner genauen Gesetzesbeobachtung und großen Lebensstrenge hatte. Von vielem Beten in knieender Stellung waren seine Knie mit Schwielen bedeckt (Heges.). Es wäre von Herodes unklug gewesen, diesem Manne ein Leid zuzufügen. Apostelgeschichte Apg 51 12 17 15 Warum nennt Lukas den Ort nicht? Warum schweigt er über die weiteren Schicksale des heil. Petrus? Hatten diese etwa für Theophilus kein Interesse? Gewiss war der Ort ebenso wie die folgenden Ereignisse dem Theophilus und den sonstigen Lesern der Apostelgeschichte bekannt. Der Ort war kein anderer als Rom selbst. Es hätte der römischen Gemeinde Gefahr gebracht, wenn Lukas ausdrücklich geschrieben hätte, der Fürst der Apostel halte sich daselbst auf. Die Apostelgeschichte ist nämlich kurz vor dem Ausbruche der Neronischen Verfolgung geschrieben, die man bereits vorfühlt. Nach Hier. und Euseb. kam der heil. Petrus um das Jahr 42 nach Rom. -Johannes Joh 50 12 18 Propterea et obviam venit ei turba: quia audierunt fecisse hoc signum. Darum ging ihm auch das Volk entgegen,²⁵ weil sie gehört hatten, dass er dieses Wunder getan habe.²⁶ +Johannes Joh 51 12 18 Propterea et obviam venit ei turba: quia audierunt fecisse hoc signum. Darum ging ihm auch das Volk entgegen,²⁵ weil sie gehört hatten, dass er dieses Wunder getan habe.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 12 18 Facta autem die, erat non parva turbatio inter milites, quidnam factum esset de Petro. Als es nun Tag geworden war, entstand unter den Soldaten eine nicht geringe Bestürzung, was wohl aus Petrus geworden sei. -Johannes Joh 50 12 18 25 Die Volksschar V. 18 ist verschieden von der V. 17 genannten. -Johannes Joh 50 12 18 26 Vergl. V. 12. -Johannes Joh 50 12 19 Pharisæi ergo dixerunt ad semetipsos: Videtis quia nihil proficimus? ecce mundus totus post eum abiit. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Sehet ihr, dass wir nichts ausrichten? Siehe, alle Welt läuft ihm nach.²⁷ +Johannes Joh 51 12 18 25 Die Volksschar V. 18 ist verschieden von der V. 17 genannten. +Johannes Joh 51 12 18 26 Vergl. V. 12. +Johannes Joh 51 12 19 Pharisæi ergo dixerunt ad semetipsos: Videtis quia nihil proficimus? ecce mundus totus post eum abiit. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Sehet ihr, dass wir nichts ausrichten? Siehe, alle Welt läuft ihm nach.²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 12 19 Herodes autem cum requisisset eum, et non invenisset, inquisitione facta de custodibus, jussit eos duci: descendensque a Judæa in Cæsaream, ibi commoratus est. Herodes aber hielt, als er ihn suchte und nicht fand, Gericht über die Wächter, und befahl sie zum Tode zu führen.¹⁶ Hierauf zog er von Judäa hinab nach Cäsarea, und hielt sich daselbst auf. Apostelgeschichte Apg 51 12 19 16 Da die wachen die Flucht ihres Gefangenen nicht auf glaubhafte Weise zu erklären vermochten, verfielen sie der Strafe, welche diesem zugedacht war. Diesen Umstand fügt der heil. Lukas bei, um zu zeigen, wie fest Herodes entschlossen war, dem heil. Petrus zu töten. Wie einst die Kinder zu Betlehem als schuldlose Opfer der Furcht und Rache seines Großvaters starben, so opfert Herodes Agrippa die Soldaten seiner Politik. -Johannes Joh 50 12 19 27 Die ganze Welt geht von uns weg und ihm nach. Die bisher unbestrittenen Führer des Volkes müssen bekennen, dass sie der jetzigen Bewegung machtlos gegenüberstehen. Die Worte: Die ganze Welt sind eine Übertreibung des Neides, aber ein bezeichnender Ausdruck des großen Erfolges Jesu und zugleich eine unbewusste Voraussage, was in Zukunft eintreten werde. +Johannes Joh 51 12 19 27 Die ganze Welt geht von uns weg und ihm nach. Die bisher unbestrittenen Führer des Volkes müssen bekennen, dass sie der jetzigen Bewegung machtlos gegenüberstehen. Die Worte: Die ganze Welt sind eine Übertreibung des Neides, aber ein bezeichnender Ausdruck des großen Erfolges Jesu und zugleich eine unbewusste Voraussage, was in Zukunft eintreten werde. Apostelgeschichte Apg 51 12 20 Erat autem iratus Tyriis, et Sidoniis. At illi unanimes venerunt ad eum, et persuaso Blasto, qui erat super cubiculum regis, postulabant pacem, eo quod alerentur regiones eorum ab illo. Er war aber sehr erzürnt¹⁷ über die Tyrier und Sidonier. Sie aber kamen einmütig zu ihm, und gewannen den Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden;¹⁸ denn ihr Land bezog von ihm Nahrungsmittel. -Johannes Joh 50 12 20 Erant autem quidam gentiles ex his, qui ascenderant ut adorarent in die festo. Es waren aber unter denen, welche hinaufgekommen waren, um am Feste anzubeten, einige Heiden.²⁸ +Johannes Joh 51 12 20 Erant autem quidam gentiles ex his, qui ascenderant ut adorarent in die festo. Es waren aber unter denen, welche hinaufgekommen waren, um am Feste anzubeten, einige Heiden.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 12 20 17 Der Zorn entsprang wohl der Handelseifersucht. Apostelgeschichte Apg 51 12 20 18 Sie baten um freundliche Beziehungen, welche ihren Handel nicht schädigten. -Johannes Joh 50 12 20 28 Auch Heiden kamen zum Tempel (bis in den ihnen bestimmten Vorhof), um zu beten oder für sich Opfer darbringen zu lassen. Die hier erwähnten waren vielleicht solche, welche sich zum Judentume bekehren wollten. +Johannes Joh 51 12 20 28 Auch Heiden kamen zum Tempel (bis in den ihnen bestimmten Vorhof), um zu beten oder für sich Opfer darbringen zu lassen. Die hier erwähnten waren vielleicht solche, welche sich zum Judentume bekehren wollten. Apostelgeschichte Apg 51 12 21 Statuto autem die Herodes vestitus veste regia, sedit pro tribunali, et concionabatur ad eos. An einem bestimmten Tage nun setzte sich Herodes mit königlichem Gewande angetan, auf seinen Thron, und hielt eine Rede an sie.¹⁹ -Johannes Joh 50 12 21 Hi ergo accesserunt ad Philippum, qui erat a Bethsaida Galilææ, et rogabant eum, dicentes: Domine, volumus Jesum videre. Diese traten²⁹ zu Philippus, der von Bethsaida in Galiläa war,³⁰ baten ihn, und sprachen: Herr!³¹ wir möchten gern Jesus sehen.³² +Johannes Joh 51 12 21 Hi ergo accesserunt ad Philippum, qui erat a Bethsaida Galilææ, et rogabant eum, dicentes: Domine, volumus Jesum videre. Diese traten²⁹ zu Philippus, der von Bethsaida in Galiläa war,³⁰ baten ihn, und sprachen: Herr!³¹ wir möchten gern Jesus sehen.³² Apostelgeschichte Apg 51 12 21 19 An die Gesandten von Tyrus und Sidon. -Johannes Joh 50 12 21 29 Wohl am Mittwoch, nach den [Mt 21,1923,39] erzählten Ereignissen. -Johannes Joh 50 12 21 30 Philippus war aus Galiläa. Vielleicht kannten sie ihn von dort her. -Johannes Joh 50 12 21 31 Sie übertragen die Achtung vor dem Meister auf die Jünger. -Johannes Joh 50 12 21 32 Sie wünschen mit ihm zu reden, nicht aus bloßer Neugier, denn dies konnten sie ohne Vermittlung. -Johannes Joh 50 12 22 Venit Philippus, et dicit Andreæ: Andreas rursum, et Philippus dixerunt Jesu. Philippus kam, und sagte es dem Andreas,³³ Andreas hinwiederum und Philippus sagten es Jesus.³⁴ +Johannes Joh 51 12 21 29 Wohl am Mittwoch, nach den [Mt 21,1923,39] erzählten Ereignissen. +Johannes Joh 51 12 21 30 Philippus war aus Galiläa. Vielleicht kannten sie ihn von dort her. +Johannes Joh 51 12 21 31 Sie übertragen die Achtung vor dem Meister auf die Jünger. +Johannes Joh 51 12 21 32 Sie wünschen mit ihm zu reden, nicht aus bloßer Neugier, denn dies konnten sie ohne Vermittlung. +Johannes Joh 51 12 22 Venit Philippus, et dicit Andreæ: Andreas rursum, et Philippus dixerunt Jesu. Philippus kam, und sagte es dem Andreas,³³ Andreas hinwiederum und Philippus sagten es Jesus.³⁴ Apostelgeschichte Apg 51 12 22 Populus autem acclamabat: Dei voces, et non hominis. Das Volk aber rief ihm zu: Eines Gottes Stimme, und nicht eines Menschen!²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 12 22 20 Herodes tadelte weder die Rufenden, noch wies er ihre Schmeichelei zurück. Da Agrippa das Zepter des Hauses Juda führte und über das Erbland der Verheißung herrschte, forderte das Wohlgefallen, welches er an der Vergötterung empfand, die göttliche Gerechtigkeit heraus. Des Herrn strafender Engel, vergl. [2Sam 24,16] überantwortet ihn derselbe peinlichen und tödlichen Krankheit, an der einst der gottesräuberische König Antiochus Epiphanes [2Makk 9,5] zu Grunde gegangen war. -Johannes Joh 50 12 22 33 Philippus, bedächtig und schüchtern, wusste, dass der Heiland den Verkehr mit den Heiden mied, besonders im Tempel (Chrys., Cyr.). Er wagt es nicht allein zu vermitteln und wendet sich an Andreas, der mit ihm aus demselben Orte stammte und ihm deshalb vertrauter war. Auch hoffte er wohl, Andreas, der als der erste zum Apostelamt berufen war [Joh 1,44] und sich von Anfang an entschlossen gezeigt hatte, [Joh 1,40] werde es wagen, ihm in dieser Angelegenheit zu helfen. -Johannes Joh 50 12 22 34 Als der Heiland in die Welt eintrat, kamen Heiden aus dem Morgenlande, ihn anzubeten [Mt 2,1], am Ende seiner Lehrtätigkeit verlangen wieder Heiden, wohl aus dem Westen kommend, ihm zu huldigen. Die Zulassung derselben wird nicht ausdrücklich erzählt, ist aber sicher erfolgt. -Johannes Joh 50 12 23 Jesus autem respondit eis, dicens: Venit hora, ut clarificetur Filius hominis. Jesus aber antwortete ihnen, und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlichet werde.³⁵ +Johannes Joh 51 12 22 33 Philippus, bedächtig und schüchtern, wusste, dass der Heiland den Verkehr mit den Heiden mied, besonders im Tempel (Chrys., Cyr.). Er wagt es nicht allein zu vermitteln und wendet sich an Andreas, der mit ihm aus demselben Orte stammte und ihm deshalb vertrauter war. Auch hoffte er wohl, Andreas, der als der erste zum Apostelamt berufen war [Joh 1,44] und sich von Anfang an entschlossen gezeigt hatte, [Joh 1,40] werde es wagen, ihm in dieser Angelegenheit zu helfen. +Johannes Joh 51 12 22 34 Als der Heiland in die Welt eintrat, kamen Heiden aus dem Morgenlande, ihn anzubeten [Mt 2,1], am Ende seiner Lehrtätigkeit verlangen wieder Heiden, wohl aus dem Westen kommend, ihm zu huldigen. Die Zulassung derselben wird nicht ausdrücklich erzählt, ist aber sicher erfolgt. +Johannes Joh 51 12 23 Jesus autem respondit eis, dicens: Venit hora, ut clarificetur Filius hominis. Jesus aber antwortete ihnen, und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlichet werde.³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 12 23 Confestim autem percussit eum Angelus Domini, eo quod non dedisset honorem Deo: et consumptus a vermibus, exspiravit. Alsbald aber schlug ihn ein Engel des Herrn, dafür, dass er nicht Gott die Ehre gab; und von den Würmern verzehrt, gab er den Geist auf.²¹ Apostelgeschichte Apg 51 12 23 21 Welcher Gegensatz zwischen dem Ende des Verfolgers und den Schicksalen der Verfolgten! -Johannes Joh 50 12 23 35 Dieses Verlangen der Heiden, zu mir zu kommen, zeigt an, dass die Zeit meiner Verherrlichung gekommen ist, in welcher ich als Gottes Sohn und Erlöser von den Völkern anerkannt werde. +Johannes Joh 51 12 23 35 Dieses Verlangen der Heiden, zu mir zu kommen, zeigt an, dass die Zeit meiner Verherrlichung gekommen ist, in welcher ich als Gottes Sohn und Erlöser von den Völkern anerkannt werde. Apostelgeschichte Apg 51 12 24 Verbum autem Domini crescebat, et multiplicabatur. Das Wort des Herrn aber wuchs, und mehrte sich. -Johannes Joh 50 12 24 Amen, amen dico vobis, nisi granum frumenti cadens in terram, mortuum fuerit, Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,³⁶ wenn das Weizenkorn³⁷ nicht in die Erde fällt, und stirbt,³⁸ -Johannes Joh 50 12 24 36 Die Verherrlichung steht bevor, aber zuvor kommt nach dem Willen des Vaters Leiden und Tod. Und der Lohn desselben wird meine Verherrlichung sein. Vergl. [Phil 2,8]. -Johannes Joh 50 12 24 37 Das Weizenkorn muss sterben, d. h. ausgelöst werden: so muss ich, das himmlische Weizenkorn, welches gleichsam durch die Menschwerdung in die Erde fiel, durch den Tod ausgelöst werden. Aber eben durch diesen Tod werde ich die belebende Kraft für Unzählige gewinnen, dass sie guter Weizen für die himmlischen Scheuern werden. -Johannes Joh 50 12 24 38 Welch ungeheure Umwälzung hat dieselbe in der ganzen Welt hervorgebracht! So ist es denn nicht wunderbar, wenn der göttliche Lehrer diese Lehre mit dem doppelten Wahrlich einleitet, die er stillschweigend auf sich selbst, sodann auf die Jünger anwendet. -Johannes Joh 50 12 25 Ipsum solum manet: si autem mortuum fuerit, multum fructum affert. Qui amat animam suam, perdet eam: et qui odit animam suam in hoc mundo, in vitam æternam custodit eam. so bleibt es allein;³⁹ wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht! Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; und wer sein Leben in dieser Welt hasset,⁴⁰ bewahrt es zum ewigen Leben.⁴¹ [Mt 10,39, Mt 16,25, Mk 8,35, Lk 9,24, Lk 17,33] +Johannes Joh 51 12 24 Amen, amen dico vobis, nisi granum frumenti cadens in terram, mortuum fuerit, Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,³⁶ wenn das Weizenkorn³⁷ nicht in die Erde fällt, und stirbt,³⁸ +Johannes Joh 51 12 24 36 Die Verherrlichung steht bevor, aber zuvor kommt nach dem Willen des Vaters Leiden und Tod. Und der Lohn desselben wird meine Verherrlichung sein. Vergl. [Phil 2,8]. +Johannes Joh 51 12 24 37 Das Weizenkorn muss sterben, d. h. ausgelöst werden: so muss ich, das himmlische Weizenkorn, welches gleichsam durch die Menschwerdung in die Erde fiel, durch den Tod ausgelöst werden. Aber eben durch diesen Tod werde ich die belebende Kraft für Unzählige gewinnen, dass sie guter Weizen für die himmlischen Scheuern werden. +Johannes Joh 51 12 24 38 Welch ungeheure Umwälzung hat dieselbe in der ganzen Welt hervorgebracht! So ist es denn nicht wunderbar, wenn der göttliche Lehrer diese Lehre mit dem doppelten Wahrlich einleitet, die er stillschweigend auf sich selbst, sodann auf die Jünger anwendet. +Johannes Joh 51 12 25 Ipsum solum manet: si autem mortuum fuerit, multum fructum affert. Qui amat animam suam, perdet eam: et qui odit animam suam in hoc mundo, in vitam æternam custodit eam. so bleibt es allein;³⁹ wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht! Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; und wer sein Leben in dieser Welt hasset,⁴⁰ bewahrt es zum ewigen Leben.⁴¹ [Mt 10,39, Mt 16,25, Mk 8,35, Lk 9,24, Lk 17,33] Apostelgeschichte Apg 51 12 25 Barnabas autem et Saulus reversi sunt ab Jerosolymis expleto ministerio, assumpto Joanne, qui cognominatus est Marcus. Barnabas aber und Saulus kehrten, nachdem sie die Verteilung der Unterstützung vollzogen, von Jerusalem zurück, und nahmen den Johannes, welcher den Zunamen Markus hat, mit sich.²² Apostelgeschichte Apg 51 12 25 22 Mit Kap. 12 endet die Geschichte des Reiches Gottes unter den Juden von Jerusalem bis Antiochia. Die folgenden Kapitel berichten vor allem über die Ausbreitung des Christentums über die ganze heidnische Welt bis zu jener Stätte, wo sich die Tätigkeit des heil. Paulus mit der des heil. Petrus vereint und der Mittelpunkt der Kirche erreicht ist. -Johannes Joh 50 12 25 39 Ohne Furcht. Die Furcht ist das Heil, das ewige Leben, das der Heiland für viele, insbesondere für die Heiden, erwirbt. -Johannes Joh 50 12 25 40 Hebraismus für: weniger liebt, nämlich als zeitliches Gut. -Johannes Joh 50 12 25 41 Dieser rettet seine Seele für das ewige Leben. Wer also so am Leben hängt, dass er ihm Glauben und Tugend opfert, verliert das ewige Leben. -Johannes Joh 50 12 26 Si quis mihi ministrat, me sequatur: et ubi sum ego, illic et minister meus erit. Si quis mihi ministraverit, honorificabit eum Pater meus. Wenn jemand mir dient, folge er mir nach;⁴² und wo ich bin,⁴³ da wird auch mein Diener sein.⁴⁴ Wenn jemand mir dienet, wird ihn mein Vater ehren.⁴⁵ -Johannes Joh 50 12 26 42 Erklärung, was die Liebe der Seele bedeutet. Der Diener muss dem Herrn überall hin folgen, auch in den Tod. [Mt 10,38, Mt 16,24] (Chrys., Aug.). -Johannes Joh 50 12 26 43 Nach Tod und Auferstehung in der himmlischen Herrlichkeit. Oder: Zur beseligen Anschauung Gottes, in der ich jetzt schon bin, wird auch mein Diener gelangen. -Johannes Joh 50 12 26 44 Nach der Auferstehung (Aug.). -Johannes Joh 50 12 26 45 Dienen und ehren stehen gegensätzlich zueinander. Im anderen Leben zu belohnen ist Sache des Vaters. [Mt 20,23] -Johannes Joh 50 12 27 Nunc anima mea turbata est. Et quid dicam? Pater, salvifica me ex hac hora. Sed propterea veni in horam hanc. Jetzt ist meine Seele in Bangigkeit,⁴⁶ und was soll ich sagen?⁴⁷ Vater, rette mich aus dieser Stunde! Doch⁴⁸ darum⁴⁹ bin ich in diese Stunde gekommen. -Johannes Joh 50 12 27 46 Schon jetzt ist die Seele des Heilandes erschüttert durch den Gedanken an das bevorstehende Leiden. Christus leidet dies, weil er es selbst so will. Das Gefühl bangt, wie in Gethsemani. Wie der Herr und Mittler uns zu dem Höchsten bringt, will er mit uns unser Elend dulden, uns zum Troste (Aug.). -Johannes Joh 50 12 27 47 Soll ich bitten, der Vater möge diese Erschütterung hinwegnehmen, indem er mir die Ursache dieser Stimmung, Leiden und Tod, erlässt? -Johannes Joh 50 12 27 48 Das Gebet war bedingt gewesen. -Johannes Joh 50 12 27 49 Nicht um von der Todesstunde befreit zu werden, sondern um dieselbe zu bestehen, um den Vater zu verherrlichen, ist Jesus in diese Stunde gekommen. -Johannes Joh 50 12 28 Pater, clarifica nomen tuum. Venit ergo vox de clo: Et clarificavi, et iterum clarificabo. Vater, verherrliche⁵⁰ deinen Namen!⁵¹ Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe verherrlichet,⁵² und wieder werde ich verherrlichen!⁵³ -Johannes Joh 50 12 28 50 Ich will meiner Bestimmung nachkommen: Verherrliche durch meinen Tod deinen Namen. (Wie V. 23) Wie im Garten Gethsemani: Nicht wie ich will, sondern wie du. -Johannes Joh 50 12 28 51 Der Name Gottes steht oft für Gott selbst, insofern und wie er sich offenbart. Im Tode Christi offenbart er sich als der unendlich gütige Gott, der seinen Eingeborenen für die Sünder hingibt [Joh 3,16] und in dieser Selbstoffenbarung wird er verherrlicht. -Johannes Joh 50 12 28 52 Zum dritten Male ertönt eine Stimme vom Himmel. Wie einst über dem Opfer, das Abraham darzubringen bereit war, zum Lohne für den Gehorsam eine Stimme vom Himmel über ihn den Verheißungssegen sprach [Gen 22,15ff], so verbürgt jetzt der Vater welcher Abraham zu seinem Bilde gewählt hat, dem Sohne, dessen Vorbild Isaak gewesen, den Lohn des Gehorsams. Ich habe meinen Namen verherrlicht: durch das gesamte nun am Abschluss stehende Wirken des Heilandes. So wird das Zeugnis des Herrn [Joh 7,18] bestätigt, dass sein ganzes Wirken nur die Ehre Gottes im Auge hatte. -Johannes Joh 50 12 28 53 Durch den Tod, die Auferstehung usw. des Heilandes und durch die Kirche. -Johannes Joh 50 12 29 Turba ergo, quæ stabat, et audierat, dicebat tonitruum esse factum. Alii dicebant: Angelus ei locutus est. Das Volk nun, welches dastand, und die Stimme gehört hatte, sagte, es habe gedonnert.⁵⁴ Andere sprachen: Ein Engel hat zu ihm geredet! -Johannes Joh 50 12 29 54 Eine vernehmbare Stimme redet zu dem Heilande in deutlichen Worten. So bezeugt der Heiland selbst, so ein Teil der Anwesenden, indem sie sagen: Ein Engel hat gesprochen. Selbst die von einem Donner reden, setzen eine besondere göttliche Anordnung voraus. Jede Offenbarung von oben weckt in den Menschen den Sinn, der sie aufnehmen soll. Trifft sie in der Gnadenzeit des N. Bundes auf einen inneren Widerstand des Menschen gegen ihr Ziel, auf völlige Entfremdung des Herzens von Gott, so zwingt sie sich ihm nicht auf. Die Notwendigkeit einer inneren Empfänglichkeit deutet der Heiland selbst V. 30 an. Wie hier nur die Empfänglichen die Stimme ungetrübt in sich aufnehmen, heißt es [Apg 9,7] von den Begleitern des Saulus, dass sie einen Lichtglanz sahen und einen Schall hörten, aber keine Gestalt wahrnahmen und keine Stimme vernahmen. Ähnliches bietet die tägliche Erfahrung. Gottes Stimme ertönt zu uns aus der Heiligen Schrift, aber nehmen alle dieses Wort in ihren Herzen auf? Gott spricht zu uns durch das Gewissen, aber nur der willig Empfängliche hört und versteht diese Stimme. Die ganze Natur ist nach dem Zeugnis der Väter eine Schrift Gottes an die Menschen, doch wie wenige verstehen dieselbe zu lesen! -Johannes Joh 50 12 30 Respondit Jesus, et dixit: Non propter me hæc vox venit, sed propter vos. Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen⁵⁵ ist diese Stimme gekommen, sondern um euretwillen.⁵⁶ [Joh 11,42, Joh 6,44] -Johannes Joh 50 12 30 55 Damit ich erfahre, dass der Vater mich erhört. Ich weiß, dass der Vater mich allezeit erhört, also auch hier, wo ich gebetet, er möge sich durch mich verherrlichen. [Joh 11,42] -Johannes Joh 50 12 30 56 Damit ihr glaubet, dass mein Tod bevorsteht und Gott verherrlichen wird. -Johannes Joh 50 12 31 Nunc judicium est mundi: nunc princeps hujus mundi ejicietur foras. Jetzt ergeht das Gericht über die Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen werden.⁵⁷ -Johannes Joh 50 12 31 57 Jetzt: im Gegensatze zur Vergangenheit. Jetzt ergeht das Gericht der Verdammnis über die verkehrte Welt, welche Gottes Wort nicht erkannt hat. [Joh 7,7] Die Tatsache, dass Jesus, an dem keine Sünde gefunden ward, [Joh 8,46] am Kreuze sterben muss, war nicht nur ein Zeugnis für die Sündhaftigkeit der Welt, sondern auch eine Verurteilung derselben. Das Leiden und Sterben des Herrn gereicht ferner allen Widerspenstigen zum Gerichte, weil ihnen durch den Versöhnungstod Christi das Heil angeboten war und sie es von sich zurückgewiesen haben. Die zweite Folge des Kreuzestodes: Der Fürst der Welt, der Teufel, wird hinausgestoßen, nämlich aus dem Reiche Christi, nicht als ob er ein Glied desselben gewesen, sondern soweit seine Macht aus demselben entfernt wird. Jetzt kann jeder durch die aus dem Tode des Herrn fließende Gnadenfülle der Knechtschaft des Bösen entgehen. -Johannes Joh 50 12 32 Et ego si exaltatus fuero a terra, omnia traham ad me ipsum. Und ich,⁵⁸ wenn ich von der Erde erhöhet bin,⁵⁹ werde alles an mich ziehen.⁶⁰ -Johannes Joh 50 12 32 58 Ich aber, der Mittelpunkt des Gottesreiches. -Johannes Joh 50 12 32 59 Wenn ich am Kreuze erhöht bin [Joh 3,14, Joh 8,28]. (Cyr., Aug.) -Johannes Joh 50 12 32 60 Alle, auch die Heiden will der Heiland an sich ziehen. Durch den Kreuzestod wurde der mächtige Zug der Gnade zu Christus verdient. Die unermessliche Liebe, welche der Herr in demselben offenbarte, wird sehr schön durch die ausgestreckten Arme des Kreuzes versinnbildlicht. -Johannes Joh 50 12 33 (Hoc autem dicebat, significans qua morte esset moriturus.) (Dies sagte er aber, um anzudeuten, welchen Todes er sterben werde.)⁶¹ -Johannes Joh 50 12 33 61 Erklärung des Evangelisten. -Johannes Joh 50 12 34 Respondit ei turba: Nos audivimus ex lege, quia Christus manet in æternum: et quomodo tu dicis, Oportet exaltari Filium hominis? Quis est iste Filius hominis? Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetze gehört,⁶² dass Christus bleibt in Ewigkeit; wie sagst du denn: Der Menschensohn muss erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn?⁶³ [Ps 109,4, Ez 37,25, Dan 7,14] -Johannes Joh 50 12 34 62 Sie deuten die Stellen über die Ewigkeit des Messias und seines Reiches [2Sam 7,16, Ps 110,4, Jes 9,5.7, Dan 7,13] von seinem irdischen Wandel. Sie übersahen, dass in der prophetischen Anschauung des A. T. die erste und die zweite Ankunft des Herrn nicht stets voneinander geschieden werden, und konnten den Gedanken an einen leidenden und sterbenden Erlöser nicht fassen. -Johannes Joh 50 12 34 63 Ist dieser Menschensohn ein anderer als du? Bist aber du es, wie wir es bisher glaubten, wie kannst du einerseits sagen, du werdest gekreuzigt werden, andererseits, du seiest der Messias, der doch nicht gekreuzigt wird, sondern ewig lebt? -Johannes Joh 50 12 35 Dixit ergo eis Jesus: Adhuc modicum, lumen in vobis est. Ambulate dum lucem habetis, ut non vos tenebræ comprehendant: et qui ambulat in tenebris, nescit quo vadat. Jesus aber antwortete ihnen: Noch eine kurze Zeit ist das Licht unter euch.⁶⁴ Wandelt,⁶⁵ so lange ihr das Licht habet, damit euch nicht die Finsternis⁶⁶ überfalle; und wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. -Johannes Joh 50 12 35 64 Jesus antwortet auf ihre Frage durch die Aufforderung zum gläubigen Anschluss an seine Person und den Hinweis an das traurige Los der Ungläubigen. Das persönliche Licht, der Heiland, ist nur noch kurze Zeit unter ihnen, die Gnadenzeit geht zu Ende, es gilt sie, zu benutzen. Weiter ist das Licht jenes Licht, das den Menschen durch Jesus zu Teil wird, das Licht des Evangeliums. -Johannes Joh 50 12 35 65 Auf dem rechten Wege, der zum Ziele führt, dem Wege des Glaubens und der Liebe. -Johannes Joh 50 12 35 66 Die Finsternis besteht in der Verblendung des Verstandes und der Verhärtung des Herzens. Ein Mensch, in dessen Herzen sie herrscht, weiß nicht, wohin er geht, d. h. er erkennt sein letztes Ziel nicht mehr, und merkt auch nicht, dass er dem Verderben zuschreitet. -Johannes Joh 50 12 36 Dum lucem habetis, credite in lucem, ut filii lucis sitis. Hæc locutus est Jesus: et abiit, et abscondit se ab eis. So lange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes⁶⁷ seiet. Als Jesus dies gesagt hatte, ging er hinweg, und verbarg sich vor ihnen.⁶⁸ -Johannes Joh 50 12 36 67 Hebräismus für: Angehörige des Lichtes. Wie die Kinder dem Vater ähnlich sind, so sind sie durch den Glauben die Wahrheit Erkennenden Gott, dem Lichte, d. i. der Wahrheit, ähnlich. -Johannes Joh 50 12 36 68 Der Heiland endet seine öffentliche Wirksamkeit und zieht sich in den Kreis seiner vertrauten Jünger, wohl nach Bethanien, vergl. [Lk 21,37], zurück. Die anderen Evangelien ergänzend, teilt der Evangelist die letzte Rede des Herrn im Kreise seiner auserwählten Jünger mit (Kap. 13 16), die er durch eine Schlussbetrachtung einleitet. -Johannes Joh 50 12 37 Cum autem tanta signa fecisset coram eis, non credebant in eum: Obwohl er aber so große Wunder vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn,⁶⁹ -Johannes Joh 50 12 37 69 Umfang und Grund des Unglaubens (V. 37 43), Wesen (V. 44, V. 45), Zweck (V. 46), Erfolg (V. 47, V. 48) und letzter Grund des durch den Heiland verlangten Glaubens. Die Klage des Prologs [Joh 1,11] wird in diesem Epilog wieder aufgenommen. Zuerst spricht der Evangelist von den gänzlich Ungläubigen, dann von denen, welche aus Menschenfurcht ihren Glauben nicht zu bekennen wagen. -Johannes Joh 50 12 38 Ut sermo Isaiæ prophetæ impleretur, quem dixit: Domine, quis credidit auditui nostro? et brachium Domini cui revelatum est? damit das Wort des Propheten Isaias erfüllt würde,⁷⁰ das er gesprochen: Herr! wer glaubte unserer Verkündigung? und der Arm des Herrn,⁷¹ wem ist er kund geworden? [Jes 53,1] -Johannes Joh 50 12 38 70 Durch den Mund der Propheten hat Gott gesprochen. Die Worte werden nach der Septuag. angeführt. Ihrem historischen Sinne nach gehen sie auf den Unglauben der Juden gegen die Tätigkeit des Isaias, ihrem vollen Sinne nach sind sie eine Voraussagung des Unglaubens der Juden gegen die Tätigkeit des Messias. Was der Prophet vorausgesagt, muss eintreffen. Gott hat den Unglauben der Juden als freie Tat voraus gesehen und durch seinen Propheten vorausverkündet. Ist nun Gottes Voraussage unfehlbar, so musste sie sich in der Zeit erfüllen, ohne dass darum der Unglauben der Juden aufhört, ein freiwilliger zu sein. Wie Tatsachen, an die du dich erinnerst, allerdings geschehen sein müssen, (sonst könntest du dich nicht erinnern), aber dein Erinnern nicht die Ursache ist, weshalb sie geschehen, so bewirkt Gottes Voraussicht nicht, dass zukünftige Dinge unter dem Zwange der Notwendigkeit stehen (Aug.). -Johannes Joh 50 12 38 71 Wer erkennt die Macht Gottes, wer erkennt sie aus den vom Heilande gewirkten Wundern? -Johannes Joh 50 12 39 Propterea non poterant credere, quia iterum dixit Isaias: Darum konnten sie nicht glauben;⁷² denn Isaias hat abermal gesagt:⁷³ -Johannes Joh 50 12 39 72 Darum: aus dem V. 37 genannten Grunde: Weil sie nach so vielen Beweisen für die göttliche Sendung des Herrn ihr Geistesauge der besseren Einsicht verschlossen, entstand in ihrer Seele eine gewisse Unmöglichkeit zu glauben, weil Verfinsterung des Verstandes und Widerwille gegen die Wahrheit eintrat. Nach dem Grundtexte ist es der Prophet, der auf Befehl Gottes die Verhärtung bewirkt; hier, wo der Befehl als erfüllt nachgewiesen werden soll, ist es Gott. -Johannes Joh 50 12 39 73 Das Zitat ist nach dem hebräischen Texte und der Septuag. angeführt. Es folgt die genauere Begründung, warum sie nicht glauben konnten. -Johannes Joh 50 12 40 Excæcavit oculos eorum, et induravit cor eorum: ut non videant oculis, et non intelligant corde, et convertantur, et sanem eos. Er⁷⁴ hat ihre Augen verblendet, und ihr Herz verstockt, dass sie mit den Augen nicht sehen, und mit dem Herzen nicht verstehen, und sie sich bekehren, und ich sie heile. [Jes 6,9.10] -Johannes Joh 50 12 40 74 Es ist allerdings zunächst nur Zulassung Gottes, dass sie verblendet werden usw., aber doch nicht bloße Zulassung, denn wenn Gott ihnen wegen ihrer Widerspenstigkeit mehr und mehr die Gnaden entzieht, so hat diese Handlung ihre Verstocktheit zur Folge. -Johannes Joh 50 12 41 Hæc dixit Isaias, quando vidit gloriam ejus, et locutus est de eo. Dies sagte Isaias, da er seine Herrlichkeit⁷⁵ sah,⁷⁶ und von ihm redete. -Johannes Joh 50 12 41 75 Des Heilandes, in der Herrlichkeit des Vaters (Orig., Chrys.). -Johannes Joh 50 12 41 76 Der Prophet hat die göttliche Macht und Natur des Messias, welche sich den Juden in der Lehre und den Wundern des Herrn offenbart, vorausgeschaut. [Joh 6,1ff] Da er die Herrlichkeit des Herrn voraussah und von ihm prophetisch sprach, darum hat er auch dies gesagt, dass die Juden für seine Lehre kein Gehör, für seine Werke kein Verständnis haben und infolge dessen in völlige Blindheit verfallen würden. -Johannes Joh 50 12 42 Verumtamen et ex principibus multi crediderunt in eum: sed propter Pharisæos non confitebantur, ut e synagoga non ejicerentur. Doch glaubten auch viele von den Vorstehern an ihn; aber der Pharisäer wegen bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Gemeinschaft gestoßen würden. -Johannes Joh 50 12 43 Dilexerunt enim gloriam hominum magis, quam gloriam Dei. Denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. -Johannes Joh 50 12 44 Jesus autem clamavit, et dixit: Qui credit in me, non credit in me, sed in eum, qui misit me. Jesus aber rief laut und sprach:⁷⁷ Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich,⁷⁸ sondern an den, der mich gesandt hat. -Johannes Joh 50 12 44 77 Der Evangelist stellt hier den Hauptinhalt der Reden des Herrn zusammen, die seine Person und die Notwendigkeit des Glaubens an ihn betreffen und in die letzten drei Tage fallen. Das Wort: Jesus rief laut soll den Nachdruck hervorheben, mit dem der Herr die folgenden Aussprüche vor allem Volke verkündete, so die Wichtigkeit derselben fühlbar machen und die Entschuldigung der Unkenntnis abschneiden. -Johannes Joh 50 12 44 78 Hebraismus: Nicht sowohl an mich als an den, der mich gesandt, da der Heiland lehrt als von Gott gesendet. Es liegt der schon öfter ausgesprochene Gedanke zugrunde: Ihr braucht nicht zu glauben, wenn ich allein von mir rede und wenn ich mich nicht auf das Zeugnis des Vaters berufen kann. -Johannes Joh 50 12 45 Et qui videt me, videt eum, qui misit me. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.⁷⁹ -Johannes Joh 50 12 45 79 Wer mich sieht und gläubig erkennt, sieht in mir das Abbild des Vaters. -Johannes Joh 50 12 46 Ego lux in mundum veni: ut omnis, qui credit in me, in tenebris non maneat. Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.⁸⁰ [Joh 1,5ff, Joh 8,12, Joh 12,35.36] -Johannes Joh 50 12 46 80 Nur Jesus ist das Licht der Welt. Da er aber gekommen ist zu erleuchten, so kann jeder erleuchtet werden. Wer dies Licht nicht aufnimmt, hat sich selbst die Folgen zuzuschreiben. -Johannes Joh 50 12 47 Et si quis audierit verba mea, et non custodierit: ego non judico eum: non enim veni ut judicem mundum, sed ut salvificem mundum. Und wenn jemand meine Worte hört, und nicht bewahrt, ich richte ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten,⁸¹ sondern die Welt selig zu machen. -Johannes Joh 50 12 47 81 Zu verurteilen. -Johannes Joh 50 12 48 Qui spernit me, et non accipit verba mea: habet qui judicet eum: sermo, quem locutus sum, ille judicabit eum in novissimo die. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat einen, welcher ihn richtet.⁸² Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage. [Joh 3,18] -Johannes Joh 50 12 48 82 Am jüngsten Tage wird das Wort, die Lehre Jesu, als vollkommen wahr und göttlich vor den Ungläubigen mit furchtbarer Klarheit dastehen und also erkannt werden. Ich hätte es annehmen sollen und habe es nicht angenommen, also bin ich verdammungswürdig. -Johannes Joh 50 12 49 Quia ego ex me ipso non sum locutus, sed qui misit me Pater, ipse mihi mandatum dedit quid dicam, et quid loquar. Denn ich habe nicht von mir selbst geredet, sondern der mich gesandt hat, der Vater, er hat mir⁸³ das Gebot gegeben, was ich sagen, und was ich reden soll. -Johannes Joh 50 12 49 83 Ein Gebot kann Christus nur nach seiner menschlichen Natur empfangen. Mir drückt allerdings die Person aus, und so kann man sagen: Der Sohn Gottes hat dieses Wort empfangen, aber in seiner menschlichen Natur. -Johannes Joh 50 12 50 Et scio quia mandatum ejus vita æterna est. Quæ ergo ego loquor, sicut dixit mihi Pater, sic loquor. Und ich weiß, dass sein Gebot das ewige Leben ist.⁸⁴ Was ich also rede, rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.⁸⁵ -Johannes Joh 50 12 50 84 Deswegen hat mir der Vater geboten, so zu reden, damit die Menschen zum ewigen Leben geführt werden und darum bin ich so eifrig bestrebt sein Wort zu verkünden. -Johannes Joh 50 12 50 85 Die von Gott aufgetragenen Reden müsst ihr annehmen, sonst steht ihr gegen Gott selbst. -Apostelgeschichte Apg 51 13 0 IV. Missionstätigkeit des heil. Paulus (13,1 21,16) 1. Die erste Missionsreise des heil. Paulus und des Barnabas in Cypern und Kleinasien. (Kap 13, 14): Aussendung des heil. Barnabas und des heil. Paulus. (V. 3) Wirksamkeit der Apostel auf Cypern. (V. 12) Die Apostel in Pamphylien und Pisidien. Rückkehr des heil. Markus. (V. 15) Rede des heil. Paulus zu Antiochia in Pisidien. (V. 41) Weitere Wirksamkeit der Apostel in Antiochia und Vertreibung von dort. -Johannes Joh 50 13 0 II. Offenbarung der Herrlichkeit des sterbenden Erlösers (13 21). 1. Offenbarung der Herrlichkeit Jesu bei dem letzten Abendmahle durch den Glauben der Jünger (13 17). 1. Einleitung: Die Fußwaschung (V. 17), der Fortgang des Verräters (V. 32), Voraussagung des Todes, Mahnung zur Liebe, Vorherverkündigung der dreifachen Verleugnung des heil. Petrus. +Johannes Joh 51 12 25 39 Ohne Furcht. Die Furcht ist das Heil, das ewige Leben, das der Heiland für viele, insbesondere für die Heiden, erwirbt. +Johannes Joh 51 12 25 40 Hebraismus für: weniger liebt, nämlich als zeitliches Gut. +Johannes Joh 51 12 25 41 Dieser rettet seine Seele für das ewige Leben. Wer also so am Leben hängt, dass er ihm Glauben und Tugend opfert, verliert das ewige Leben. +Johannes Joh 51 12 26 Si quis mihi ministrat, me sequatur: et ubi sum ego, illic et minister meus erit. Si quis mihi ministraverit, honorificabit eum Pater meus. Wenn jemand mir dient, folge er mir nach;⁴² und wo ich bin,⁴³ da wird auch mein Diener sein.⁴⁴ Wenn jemand mir dienet, wird ihn mein Vater ehren.⁴⁵ +Johannes Joh 51 12 26 42 Erklärung, was die Liebe der Seele bedeutet. Der Diener muss dem Herrn überall hin folgen, auch in den Tod. [Mt 10,38, Mt 16,24] (Chrys., Aug.). +Johannes Joh 51 12 26 43 Nach Tod und Auferstehung in der himmlischen Herrlichkeit. Oder: Zur beseligen Anschauung Gottes, in der ich jetzt schon bin, wird auch mein Diener gelangen. +Johannes Joh 51 12 26 44 Nach der Auferstehung (Aug.). +Johannes Joh 51 12 26 45 Dienen und ehren stehen gegensätzlich zueinander. Im anderen Leben zu belohnen ist Sache des Vaters. [Mt 20,23] +Johannes Joh 51 12 27 Nunc anima mea turbata est. Et quid dicam? Pater, salvifica me ex hac hora. Sed propterea veni in horam hanc. Jetzt ist meine Seele in Bangigkeit,⁴⁶ und was soll ich sagen?⁴⁷ Vater, rette mich aus dieser Stunde! Doch⁴⁸ darum⁴⁹ bin ich in diese Stunde gekommen. +Johannes Joh 51 12 27 46 Schon jetzt ist die Seele des Heilandes erschüttert durch den Gedanken an das bevorstehende Leiden. Christus leidet dies, weil er es selbst so will. Das Gefühl bangt, wie in Gethsemani. Wie der Herr und Mittler uns zu dem Höchsten bringt, will er mit uns unser Elend dulden, uns zum Troste (Aug.). +Johannes Joh 51 12 27 47 Soll ich bitten, der Vater möge diese Erschütterung hinwegnehmen, indem er mir die Ursache dieser Stimmung, Leiden und Tod, erlässt? +Johannes Joh 51 12 27 48 Das Gebet war bedingt gewesen. +Johannes Joh 51 12 27 49 Nicht um von der Todesstunde befreit zu werden, sondern um dieselbe zu bestehen, um den Vater zu verherrlichen, ist Jesus in diese Stunde gekommen. +Johannes Joh 51 12 28 Pater, clarifica nomen tuum. Venit ergo vox de clo: Et clarificavi, et iterum clarificabo. Vater, verherrliche⁵⁰ deinen Namen!⁵¹ Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe verherrlichet,⁵² und wieder werde ich verherrlichen!⁵³ +Johannes Joh 51 12 28 50 Ich will meiner Bestimmung nachkommen: Verherrliche durch meinen Tod deinen Namen. (Wie V. 23) Wie im Garten Gethsemani: Nicht wie ich will, sondern wie du. +Johannes Joh 51 12 28 51 Der Name Gottes steht oft für Gott selbst, insofern und wie er sich offenbart. Im Tode Christi offenbart er sich als der unendlich gütige Gott, der seinen Eingeborenen für die Sünder hingibt [Joh 3,16] und in dieser Selbstoffenbarung wird er verherrlicht. +Johannes Joh 51 12 28 52 Zum dritten Male ertönt eine Stimme vom Himmel. Wie einst über dem Opfer, das Abraham darzubringen bereit war, zum Lohne für den Gehorsam eine Stimme vom Himmel über ihn den Verheißungssegen sprach [Gen 22,15ff], so verbürgt jetzt der Vater welcher Abraham zu seinem Bilde gewählt hat, dem Sohne, dessen Vorbild Isaak gewesen, den Lohn des Gehorsams. Ich habe meinen Namen verherrlicht: durch das gesamte nun am Abschluss stehende Wirken des Heilandes. So wird das Zeugnis des Herrn [Joh 7,18] bestätigt, dass sein ganzes Wirken nur die Ehre Gottes im Auge hatte. +Johannes Joh 51 12 28 53 Durch den Tod, die Auferstehung usw. des Heilandes und durch die Kirche. +Johannes Joh 51 12 29 Turba ergo, quæ stabat, et audierat, dicebat tonitruum esse factum. Alii dicebant: Angelus ei locutus est. Das Volk nun, welches dastand, und die Stimme gehört hatte, sagte, es habe gedonnert.⁵⁴ Andere sprachen: Ein Engel hat zu ihm geredet! +Johannes Joh 51 12 29 54 Eine vernehmbare Stimme redet zu dem Heilande in deutlichen Worten. So bezeugt der Heiland selbst, so ein Teil der Anwesenden, indem sie sagen: Ein Engel hat gesprochen. Selbst die von einem Donner reden, setzen eine besondere göttliche Anordnung voraus. Jede Offenbarung von oben weckt in den Menschen den Sinn, der sie aufnehmen soll. Trifft sie in der Gnadenzeit des N. Bundes auf einen inneren Widerstand des Menschen gegen ihr Ziel, auf völlige Entfremdung des Herzens von Gott, so zwingt sie sich ihm nicht auf. Die Notwendigkeit einer inneren Empfänglichkeit deutet der Heiland selbst V. 30 an. Wie hier nur die Empfänglichen die Stimme ungetrübt in sich aufnehmen, heißt es [Apg 9,7] von den Begleitern des Saulus, dass sie einen Lichtglanz sahen und einen Schall hörten, aber keine Gestalt wahrnahmen und keine Stimme vernahmen. Ähnliches bietet die tägliche Erfahrung. Gottes Stimme ertönt zu uns aus der Heiligen Schrift, aber nehmen alle dieses Wort in ihren Herzen auf? Gott spricht zu uns durch das Gewissen, aber nur der willig Empfängliche hört und versteht diese Stimme. Die ganze Natur ist nach dem Zeugnis der Väter eine Schrift Gottes an die Menschen, doch wie wenige verstehen dieselbe zu lesen! +Johannes Joh 51 12 30 Respondit Jesus, et dixit: Non propter me hæc vox venit, sed propter vos. Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen⁵⁵ ist diese Stimme gekommen, sondern um euretwillen.⁵⁶ [Joh 11,42, Joh 6,44] +Johannes Joh 51 12 30 55 Damit ich erfahre, dass der Vater mich erhört. Ich weiß, dass der Vater mich allezeit erhört, also auch hier, wo ich gebetet, er möge sich durch mich verherrlichen. [Joh 11,42] +Johannes Joh 51 12 30 56 Damit ihr glaubet, dass mein Tod bevorsteht und Gott verherrlichen wird. +Johannes Joh 51 12 31 Nunc judicium est mundi: nunc princeps hujus mundi ejicietur foras. Jetzt ergeht das Gericht über die Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen werden.⁵⁷ +Johannes Joh 51 12 31 57 Jetzt: im Gegensatze zur Vergangenheit. Jetzt ergeht das Gericht der Verdammnis über die verkehrte Welt, welche Gottes Wort nicht erkannt hat. [Joh 7,7] Die Tatsache, dass Jesus, an dem keine Sünde gefunden ward, [Joh 8,46] am Kreuze sterben muss, war nicht nur ein Zeugnis für die Sündhaftigkeit der Welt, sondern auch eine Verurteilung derselben. Das Leiden und Sterben des Herrn gereicht ferner allen Widerspenstigen zum Gerichte, weil ihnen durch den Versöhnungstod Christi das Heil angeboten war und sie es von sich zurückgewiesen haben. Die zweite Folge des Kreuzestodes: Der Fürst der Welt, der Teufel, wird hinausgestoßen, nämlich aus dem Reiche Christi, nicht als ob er ein Glied desselben gewesen, sondern soweit seine Macht aus demselben entfernt wird. Jetzt kann jeder durch die aus dem Tode des Herrn fließende Gnadenfülle der Knechtschaft des Bösen entgehen. +Johannes Joh 51 12 32 Et ego si exaltatus fuero a terra, omnia traham ad me ipsum. Und ich,⁵⁸ wenn ich von der Erde erhöhet bin,⁵⁹ werde alles an mich ziehen.⁶⁰ +Johannes Joh 51 12 32 58 Ich aber, der Mittelpunkt des Gottesreiches. +Johannes Joh 51 12 32 59 Wenn ich am Kreuze erhöht bin [Joh 3,14, Joh 8,28]. (Cyr., Aug.) +Johannes Joh 51 12 32 60 Alle, auch die Heiden will der Heiland an sich ziehen. Durch den Kreuzestod wurde der mächtige Zug der Gnade zu Christus verdient. Die unermessliche Liebe, welche der Herr in demselben offenbarte, wird sehr schön durch die ausgestreckten Arme des Kreuzes versinnbildlicht. +Johannes Joh 51 12 33 (Hoc autem dicebat, significans qua morte esset moriturus.) (Dies sagte er aber, um anzudeuten, welchen Todes er sterben werde.)⁶¹ +Johannes Joh 51 12 33 61 Erklärung des Evangelisten. +Johannes Joh 51 12 34 Respondit ei turba: Nos audivimus ex lege, quia Christus manet in æternum: et quomodo tu dicis, Oportet exaltari Filium hominis? Quis est iste Filius hominis? Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetze gehört,⁶² dass Christus bleibt in Ewigkeit; wie sagst du denn: Der Menschensohn muss erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn?⁶³ [Ps 109,4, Ez 37,25, Dan 7,14] +Johannes Joh 51 12 34 62 Sie deuten die Stellen über die Ewigkeit des Messias und seines Reiches [2Sam 7,16, Ps 110,4, Jes 9,5.7, Dan 7,13] von seinem irdischen Wandel. Sie übersahen, dass in der prophetischen Anschauung des A. T. die erste und die zweite Ankunft des Herrn nicht stets voneinander geschieden werden, und konnten den Gedanken an einen leidenden und sterbenden Erlöser nicht fassen. +Johannes Joh 51 12 34 63 Ist dieser Menschensohn ein anderer als du? Bist aber du es, wie wir es bisher glaubten, wie kannst du einerseits sagen, du werdest gekreuzigt werden, andererseits, du seiest der Messias, der doch nicht gekreuzigt wird, sondern ewig lebt? +Johannes Joh 51 12 35 Dixit ergo eis Jesus: Adhuc modicum, lumen in vobis est. Ambulate dum lucem habetis, ut non vos tenebræ comprehendant: et qui ambulat in tenebris, nescit quo vadat. Jesus aber antwortete ihnen: Noch eine kurze Zeit ist das Licht unter euch.⁶⁴ Wandelt,⁶⁵ so lange ihr das Licht habet, damit euch nicht die Finsternis⁶⁶ überfalle; und wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. +Johannes Joh 51 12 35 64 Jesus antwortet auf ihre Frage durch die Aufforderung zum gläubigen Anschluss an seine Person und den Hinweis an das traurige Los der Ungläubigen. Das persönliche Licht, der Heiland, ist nur noch kurze Zeit unter ihnen, die Gnadenzeit geht zu Ende, es gilt sie, zu benutzen. Weiter ist das Licht jenes Licht, das den Menschen durch Jesus zu Teil wird, das Licht des Evangeliums. +Johannes Joh 51 12 35 65 Auf dem rechten Wege, der zum Ziele führt, dem Wege des Glaubens und der Liebe. +Johannes Joh 51 12 35 66 Die Finsternis besteht in der Verblendung des Verstandes und der Verhärtung des Herzens. Ein Mensch, in dessen Herzen sie herrscht, weiß nicht, wohin er geht, d. h. er erkennt sein letztes Ziel nicht mehr, und merkt auch nicht, dass er dem Verderben zuschreitet. +Johannes Joh 51 12 36 Dum lucem habetis, credite in lucem, ut filii lucis sitis. Hæc locutus est Jesus: et abiit, et abscondit se ab eis. So lange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes⁶⁷ seiet. Als Jesus dies gesagt hatte, ging er hinweg, und verbarg sich vor ihnen.⁶⁸ +Johannes Joh 51 12 36 67 Hebräismus für: Angehörige des Lichtes. Wie die Kinder dem Vater ähnlich sind, so sind sie durch den Glauben die Wahrheit Erkennenden Gott, dem Lichte, d. i. der Wahrheit, ähnlich. +Johannes Joh 51 12 36 68 Der Heiland endet seine öffentliche Wirksamkeit und zieht sich in den Kreis seiner vertrauten Jünger, wohl nach Bethanien, vergl. [Lk 21,37], zurück. Die anderen Evangelien ergänzend, teilt der Evangelist die letzte Rede des Herrn im Kreise seiner auserwählten Jünger mit (Kap. 13 16), die er durch eine Schlussbetrachtung einleitet. +Johannes Joh 51 12 37 Cum autem tanta signa fecisset coram eis, non credebant in eum: Obwohl er aber so große Wunder vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn,⁶⁹ +Johannes Joh 51 12 37 69 Umfang und Grund des Unglaubens (V. 37 43), Wesen (V. 44, V. 45), Zweck (V. 46), Erfolg (V. 47, V. 48) und letzter Grund des durch den Heiland verlangten Glaubens. Die Klage des Prologs [Joh 1,11] wird in diesem Epilog wieder aufgenommen. Zuerst spricht der Evangelist von den gänzlich Ungläubigen, dann von denen, welche aus Menschenfurcht ihren Glauben nicht zu bekennen wagen. +Johannes Joh 51 12 38 Ut sermo Isaiæ prophetæ impleretur, quem dixit: Domine, quis credidit auditui nostro? et brachium Domini cui revelatum est? damit das Wort des Propheten Isaias erfüllt würde,⁷⁰ das er gesprochen: Herr! wer glaubte unserer Verkündigung? und der Arm des Herrn,⁷¹ wem ist er kund geworden? [Jes 53,1] +Johannes Joh 51 12 38 70 Durch den Mund der Propheten hat Gott gesprochen. Die Worte werden nach der Septuag. angeführt. Ihrem historischen Sinne nach gehen sie auf den Unglauben der Juden gegen die Tätigkeit des Isaias, ihrem vollen Sinne nach sind sie eine Voraussagung des Unglaubens der Juden gegen die Tätigkeit des Messias. Was der Prophet vorausgesagt, muss eintreffen. Gott hat den Unglauben der Juden als freie Tat voraus gesehen und durch seinen Propheten vorausverkündet. Ist nun Gottes Voraussage unfehlbar, so musste sie sich in der Zeit erfüllen, ohne dass darum der Unglauben der Juden aufhört, ein freiwilliger zu sein. Wie Tatsachen, an die du dich erinnerst, allerdings geschehen sein müssen, (sonst könntest du dich nicht erinnern), aber dein Erinnern nicht die Ursache ist, weshalb sie geschehen, so bewirkt Gottes Voraussicht nicht, dass zukünftige Dinge unter dem Zwange der Notwendigkeit stehen (Aug.). +Johannes Joh 51 12 38 71 Wer erkennt die Macht Gottes, wer erkennt sie aus den vom Heilande gewirkten Wundern? +Johannes Joh 51 12 39 Propterea non poterant credere, quia iterum dixit Isaias: Darum konnten sie nicht glauben;⁷² denn Isaias hat abermal gesagt:⁷³ +Johannes Joh 51 12 39 72 Darum: aus dem V. 37 genannten Grunde: Weil sie nach so vielen Beweisen für die göttliche Sendung des Herrn ihr Geistesauge der besseren Einsicht verschlossen, entstand in ihrer Seele eine gewisse Unmöglichkeit zu glauben, weil Verfinsterung des Verstandes und Widerwille gegen die Wahrheit eintrat. Nach dem Grundtexte ist es der Prophet, der auf Befehl Gottes die Verhärtung bewirkt; hier, wo der Befehl als erfüllt nachgewiesen werden soll, ist es Gott. +Johannes Joh 51 12 39 73 Das Zitat ist nach dem hebräischen Texte und der Septuag. angeführt. Es folgt die genauere Begründung, warum sie nicht glauben konnten. +Johannes Joh 51 12 40 Excæcavit oculos eorum, et induravit cor eorum: ut non videant oculis, et non intelligant corde, et convertantur, et sanem eos. Er⁷⁴ hat ihre Augen verblendet, und ihr Herz verstockt, dass sie mit den Augen nicht sehen, und mit dem Herzen nicht verstehen, und sie sich bekehren, und ich sie heile. [Jes 6,9.10] +Johannes Joh 51 12 40 74 Es ist allerdings zunächst nur Zulassung Gottes, dass sie verblendet werden usw., aber doch nicht bloße Zulassung, denn wenn Gott ihnen wegen ihrer Widerspenstigkeit mehr und mehr die Gnaden entzieht, so hat diese Handlung ihre Verstocktheit zur Folge. +Johannes Joh 51 12 41 Hæc dixit Isaias, quando vidit gloriam ejus, et locutus est de eo. Dies sagte Isaias, da er seine Herrlichkeit⁷⁵ sah,⁷⁶ und von ihm redete. +Johannes Joh 51 12 41 75 Des Heilandes, in der Herrlichkeit des Vaters (Orig., Chrys.). +Johannes Joh 51 12 41 76 Der Prophet hat die göttliche Macht und Natur des Messias, welche sich den Juden in der Lehre und den Wundern des Herrn offenbart, vorausgeschaut. [Joh 6,1ff] Da er die Herrlichkeit des Herrn voraussah und von ihm prophetisch sprach, darum hat er auch dies gesagt, dass die Juden für seine Lehre kein Gehör, für seine Werke kein Verständnis haben und infolge dessen in völlige Blindheit verfallen würden. +Johannes Joh 51 12 42 Verumtamen et ex principibus multi crediderunt in eum: sed propter Pharisæos non confitebantur, ut e synagoga non ejicerentur. Doch glaubten auch viele von den Vorstehern an ihn; aber der Pharisäer wegen bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Gemeinschaft gestoßen würden. +Johannes Joh 51 12 43 Dilexerunt enim gloriam hominum magis, quam gloriam Dei. Denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. +Johannes Joh 51 12 44 Jesus autem clamavit, et dixit: Qui credit in me, non credit in me, sed in eum, qui misit me. Jesus aber rief laut und sprach:⁷⁷ Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich,⁷⁸ sondern an den, der mich gesandt hat. +Johannes Joh 51 12 44 77 Der Evangelist stellt hier den Hauptinhalt der Reden des Herrn zusammen, die seine Person und die Notwendigkeit des Glaubens an ihn betreffen und in die letzten drei Tage fallen. Das Wort: Jesus rief laut soll den Nachdruck hervorheben, mit dem der Herr die folgenden Aussprüche vor allem Volke verkündete, so die Wichtigkeit derselben fühlbar machen und die Entschuldigung der Unkenntnis abschneiden. +Johannes Joh 51 12 44 78 Hebraismus: Nicht sowohl an mich als an den, der mich gesandt, da der Heiland lehrt als von Gott gesendet. Es liegt der schon öfter ausgesprochene Gedanke zugrunde: Ihr braucht nicht zu glauben, wenn ich allein von mir rede und wenn ich mich nicht auf das Zeugnis des Vaters berufen kann. +Johannes Joh 51 12 45 Et qui videt me, videt eum, qui misit me. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.⁷⁹ +Johannes Joh 51 12 45 79 Wer mich sieht und gläubig erkennt, sieht in mir das Abbild des Vaters. +Johannes Joh 51 12 46 Ego lux in mundum veni: ut omnis, qui credit in me, in tenebris non maneat. Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.⁸⁰ [Joh 1,5ff, Joh 8,12, Joh 12,35.36] +Johannes Joh 51 12 46 80 Nur Jesus ist das Licht der Welt. Da er aber gekommen ist zu erleuchten, so kann jeder erleuchtet werden. Wer dies Licht nicht aufnimmt, hat sich selbst die Folgen zuzuschreiben. +Johannes Joh 51 12 47 Et si quis audierit verba mea, et non custodierit: ego non judico eum: non enim veni ut judicem mundum, sed ut salvificem mundum. Und wenn jemand meine Worte hört, und nicht bewahrt, ich richte ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten,⁸¹ sondern die Welt selig zu machen. +Johannes Joh 51 12 47 81 Zu verurteilen. +Johannes Joh 51 12 48 Qui spernit me, et non accipit verba mea: habet qui judicet eum: sermo, quem locutus sum, ille judicabit eum in novissimo die. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat einen, welcher ihn richtet.⁸² Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage. [Joh 3,18] +Johannes Joh 51 12 48 82 Am jüngsten Tage wird das Wort, die Lehre Jesu, als vollkommen wahr und göttlich vor den Ungläubigen mit furchtbarer Klarheit dastehen und also erkannt werden. Ich hätte es annehmen sollen und habe es nicht angenommen, also bin ich verdammungswürdig. +Johannes Joh 51 12 49 Quia ego ex me ipso non sum locutus, sed qui misit me Pater, ipse mihi mandatum dedit quid dicam, et quid loquar. Denn ich habe nicht von mir selbst geredet, sondern der mich gesandt hat, der Vater, er hat mir⁸³ das Gebot gegeben, was ich sagen, und was ich reden soll. +Johannes Joh 51 12 49 83 Ein Gebot kann Christus nur nach seiner menschlichen Natur empfangen. Mir drückt allerdings die Person aus, und so kann man sagen: Der Sohn Gottes hat dieses Wort empfangen, aber in seiner menschlichen Natur. +Johannes Joh 51 12 50 Et scio quia mandatum ejus vita æterna est. Quæ ergo ego loquor, sicut dixit mihi Pater, sic loquor. Und ich weiß, dass sein Gebot das ewige Leben ist.⁸⁴ Was ich also rede, rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.⁸⁵ +Johannes Joh 51 12 50 84 Deswegen hat mir der Vater geboten, so zu reden, damit die Menschen zum ewigen Leben geführt werden und darum bin ich so eifrig bestrebt sein Wort zu verkünden. +Johannes Joh 51 12 50 85 Die von Gott aufgetragenen Reden müsst ihr annehmen, sonst steht ihr gegen Gott selbst. +Apostelgeschichte Apg 51 13 0 IV. Missionstätigkeit des heil. Paulus (13,1 21,16) 1. Die erste Missionsreise des heil. Paulus und des Barnabas in Cypern und Kleinasien. (Kap 13, 14): Aussendung des heil. Barnabas und des heil. Paulus. (V. 3) Wirksamkeit der Apostel auf Cypern. (V. 12) Die Apostel in Pamphylien und Pisidien. Rückkehr des heil. Markus. (V. 15) Rede des heil. Paulus zu Antiochia in Pisidien. (V. 41) Weitere Wirksamkeit der Apostel in Antiochia und Vertreibung von dort. +Johannes Joh 51 13 0 II. Offenbarung der Herrlichkeit des sterbenden Erlösers (13 21). 1. Offenbarung der Herrlichkeit Jesu bei dem letzten Abendmahle durch den Glauben der Jünger (13 17). 1. Einleitung: Die Fußwaschung (V. 17), der Fortgang des Verräters (V. 32), Voraussagung des Todes, Mahnung zur Liebe, Vorherverkündigung der dreifachen Verleugnung des heil. Petrus. Apostelgeschichte Apg 51 13 1 Erant autem in Ecclesia, quæ erat Antiochiæ, prophetæ, et doctores, in quibus Barnabas, et Simon, qui vocabatur Niger, et Lucius Cyrenensis, et Manahen, qui erat Herodis Tetrarchæ collactaneus, et Saulus. Es waren aber in der Kirche zu Antiochia Propheten und Lehrer;¹ darunter Barnabas,² Simon, genannt Niger,³ Lucius von Cyrene, Manahen, der Milchbruder des Herodes, des Vierfürsten, und Saulus.⁴ -Johannes Joh 50 13 1 Ante diem festum Paschæ, sciens Jesus quia venit hora ejus ut transeat ex hoc mundo ad Patrem: cum dilexisset suos, qui erant in mundo, in finem dilexit eos. +Johannes Joh 51 13 1 Ante diem festum Paschæ, sciens Jesus quia venit hora ejus ut transeat ex hoc mundo ad Patrem: cum dilexisset suos, qui erant in mundo, in finem dilexit eos. Vor dem Osterfeste,¹ da Jesus wusste, dass seine Stunde² gekommen sei, um aus dieser Welt zum Vater zu gehen,³ nachdem er die Seinigen,⁴ die in der Welt waren, geliebt, liebte er sie⁵ bis an das Ende.⁶ [Mt 26,2ff, Mk 14,1ff, Lk 22,1ff] +Johannes Joh 51 13 1 1 Am Donnerstage, nach den [Mt 26,15-29] erzählten Ereignissen: Der Heiland hielt das Ostermahl wahrscheinlich am 14. Nisan, die Juden erst am 15., beim Beginne des Sabbats, und feierten das Fest am 16., am Sabbate. Vergl. [Mt 26,Anm.24]. +Johannes Joh 51 13 1 2 Die von Ewigkeit her vorerwählte Stunde. +Johannes Joh 51 13 1 3 Von der Erniedrigung zur Verherrlichung. +Johannes Joh 51 13 1 4 Die durch die Gnade gewonnenen. [Joh 6,70] +Johannes Joh 51 13 1 5 Jesus gab ihnen Beweise seiner Liebe: die Fußwaschung mit dem Mahle, den Verheißungen usw. +Johannes Joh 51 13 1 6 Der heil. Chrys., Cyr., Theoph., Euth. übersetzen: bis zum höchsten Erweise. Apostelgeschichte Apg 51 13 1 1 In den neuen Gemeinden wurden besonders solche Gläubige, welche die Gabe der Weissagung vom Heil. Geist mitgeteilt hatten oder denen derselbe eine besondere Lehrgabe verliehen, zu kirchlichen Vorstehern eingesetzt. Apostelgeschichte Apg 51 13 1 2 Barnabas wird zuerst genannt, weil er zuerst von den Aposteln nach Antiochia gesendet wurde, Paulus an letzter Stelle, weil er erst von Barnabas als Gehilfe herbeigezogen und sein Beruf noch nicht in seiner Größe offenbar war. Apostelgeschichte Apg 51 13 1 3 Simon's Beiname unterscheidet ihn von dem heil. Petrus. Apostelgeschichte Apg 51 13 1 4 Von den Genannten ist wenig bekannt. Manahen war mit Herodes Antipas, dem Sohne Herodes des Großen, auferzogen worden. Apostelgeschichte Apg 51 13 2 Ministrantibus autem illis Domino, et jejunantibus, dixit illis Spiritus sanctus: Segregate mihi Saulum, et barnabam in opus, ad quod assumpsi eos. Als diese nun den heiligen Dienst des Herrn verrichteten und fasteten, sprach der Heilige Geist zu ihnen: Sondert mir den Saulus und Barnabas zu dem Werke aus, zu dem ich sie mir berufen habe, -Johannes Joh 50 13 2 Et cna facta, cum diabolus jam misisset in cor ut traderet eum Judas Simonis Iscariotæ: Und als das Abendmahl gehalten ward, da der Teufel dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons, schon in's Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,⁷ -Johannes Joh 50 13 2 7 Griech.: des Judas. Der Teufel knüpfte an die in Judas herrschende Leidenschaft, die Habsucht, an und bewegte ihn heftig, dieselbe durch elenden Verrat zu befriedigen. +Johannes Joh 51 13 2 Et cna facta, cum diabolus jam misisset in cor ut traderet eum Judas Simonis Iscariotæ: Und als das Abendmahl gehalten ward, da der Teufel dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons, schon in's Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,⁷ +Johannes Joh 51 13 2 7 Griech.: des Judas. Der Teufel knüpfte an die in Judas herrschende Leidenschaft, die Habsucht, an und bewegte ihn heftig, dieselbe durch elenden Verrat zu befriedigen. Apostelgeschichte Apg 51 13 3 Tunc jejunantes, et orantes, imponentesque eis manus, dimiserunt illos. Da fasteten und beteten sie, und legten ihnen die Hände auf,⁵ und entließen sie.⁶ -Johannes Joh 50 13 3 Sciens quia omnia dedit ei Pater in manus, et quia a Deo exivit, et ad Deum vadit: stand er, ob er gleich wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben habe, und dass er von Gott ausgegangen sei, und zu Gott zurückkehre,⁸ +Johannes Joh 51 13 3 Sciens quia omnia dedit ei Pater in manus, et quia a Deo exivit, et ad Deum vadit: stand er, ob er gleich wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben habe, und dass er von Gott ausgegangen sei, und zu Gott zurückkehre,⁸ Apostelgeschichte Apg 51 13 3 5 Barnabas und Paulus wurden zu Bischöfen geweiht (Chrys., Leo). Obwohl Paulus bereits zum Apostel berufen war, musste er dennoch die Weihe empfangen, wie er nach seiner Bekehrung noch der heil. Taufe teilhaftig geworden war. [Apg 9,18] Simon, Lucius und Manahen waren wohl schon Bischöfe, da sie die Vollmacht der Weihe hatten (V. 3), welche nur die Apostel [Apg 6,6] und die Bischöfe [1Tim 5,22, Tit 1,5] ausübten. Barnabas war nur im weiteren Sinne Apostel [Apg 14,4, Gal 2,9, 1Kor 9,5], da dieser Name im N. T. noch nicht auf die eigentlichen Apostel beschränkt wird. Vergl. [Hebr 3,1, 2Kor 8,23]. Apostelgeschichte Apg 51 13 3 6 Sie baten Gott, sie durch seinen Heil. Geist zu leiten. Vergl. [Apg 14,25]. -Johannes Joh 50 13 3 8 Ungeachtet seiner Machtfülle und seiner Würde als eines von Gott Ausgegangenen und zu ihm Zurückkehrenden. Das letztere deutet an, dass er bald auch als Mensch zur höchsten Herrlichkeit gelangen werde, nämlich nach der Himmelfahrt. -Johannes Joh 50 13 4 Surgit a cna, et ponit vestimenta sua: et cum accepisset linteum, præcinxit se. vom Mahle⁹ auf, legte seine Oberkleider ab, nahm ein leinenes Tuch, und umgürtete sich damit.¹⁰ +Johannes Joh 51 13 3 8 Ungeachtet seiner Machtfülle und seiner Würde als eines von Gott Ausgegangenen und zu ihm Zurückkehrenden. Das letztere deutet an, dass er bald auch als Mensch zur höchsten Herrlichkeit gelangen werde, nämlich nach der Himmelfahrt. +Johannes Joh 51 13 4 Surgit a cna, et ponit vestimenta sua: et cum accepisset linteum, præcinxit se. vom Mahle⁹ auf, legte seine Oberkleider ab, nahm ein leinenes Tuch, und umgürtete sich damit.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 13 4 Et ipsi quidem missi a Spiritu sancto abierunt Seleuciam; et inde navigaverunt Cyprum. Diese, ausgesandt vom Heiligen Geiste, gingen nach Seleucia;⁷ und von da fuhren sie zu Schiff nach Cypern. Apostelgeschichte Apg 51 13 4 7 Seleucia ist eine syrische Stadt am Mittelmeere. -Johannes Joh 50 13 4 9 Es ist das Paschamahl [Mt 26,20ff, Mk 14,17ff, Lk 22,14ff]. Die Einsetzung der heil. Eucharistie erwähnt Johannes nicht, wohl weil er diese als aus den anderen Evangelien bekannt voraussetzt, und wählt von den Ereignissen dieser Nacht nur das aus, was seinem Zwecke, den Heiland als den Eingeborenen vom Vater in der Fülle seiner Gnade und Wahrheit zu zeigen, am meisten entsprach. Die Fußwaschung wird am wahrscheinlichsten hinter das Paschamahl, das mit seinen streng vorgeschriebenen Zeremonien nicht unterbrochen werden durfte, aber vor den Beginn des eucharistischen Mahles gesetzt. -Johannes Joh 50 13 4 10 Im Griechischen steht überall die gegenwärtige Zeit. Ist dies auch der lebhafteren Schilderung halber geschehen, wie tiefen Eindruck muss das Ereignis auf den Apostel gemacht haben, dass er noch im Greisenalter alles lebendig vor sich sieht! +Johannes Joh 51 13 4 9 Es ist das Paschamahl [Mt 26,20ff, Mk 14,17ff, Lk 22,14ff]. Die Einsetzung der heil. Eucharistie erwähnt Johannes nicht, wohl weil er diese als aus den anderen Evangelien bekannt voraussetzt, und wählt von den Ereignissen dieser Nacht nur das aus, was seinem Zwecke, den Heiland als den Eingeborenen vom Vater in der Fülle seiner Gnade und Wahrheit zu zeigen, am meisten entsprach. Die Fußwaschung wird am wahrscheinlichsten hinter das Paschamahl, das mit seinen streng vorgeschriebenen Zeremonien nicht unterbrochen werden durfte, aber vor den Beginn des eucharistischen Mahles gesetzt. +Johannes Joh 51 13 4 10 Im Griechischen steht überall die gegenwärtige Zeit. Ist dies auch der lebhafteren Schilderung halber geschehen, wie tiefen Eindruck muss das Ereignis auf den Apostel gemacht haben, dass er noch im Greisenalter alles lebendig vor sich sieht! Apostelgeschichte Apg 51 13 5 Et cum venissent Salaminam, prædicabant verbum Dei in synagogis Judæorum. Habebant autem et Joannem in ministerio. Und als sie nach Salamis⁸ gekommen waren, predigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden; sie hatten aber auch den Johannes zum Gehilfen.⁹ -Johannes Joh 50 13 5 Deinde mittit aquam in pelvim, et cpit lavare pedes discipulorum, et extergere linteo, quo erat præcinctus. Dann goss er Wasser in ein Becken,¹¹ und fing an, seinen Jüngern die Füße zu waschen, und sie mit dem leinenen Tuche, mit dem er umgürtet war, abzutrocknen. +Johannes Joh 51 13 5 Deinde mittit aquam in pelvim, et cpit lavare pedes discipulorum, et extergere linteo, quo erat præcinctus. Dann goss er Wasser in ein Becken,¹¹ und fing an, seinen Jüngern die Füße zu waschen, und sie mit dem leinenen Tuche, mit dem er umgürtet war, abzutrocknen. Apostelgeschichte Apg 51 13 5 8 Salamis, in der Nähe des heutigen Famagosta, an der Ostseite der Insel. Apostelgeschichte Apg 51 13 5 9 Wahrscheinlich zum Taufen. [Apg 10,48, 1Kor 1,14.17] -Johannes Joh 50 13 5 11 Das Waschbecken, das bereit stand. -Johannes Joh 50 13 6 Venit ergo ad Simonem Petrum. Et dicit ei Petrus: Domine, tu mihi lavas pedes? Er kam also zu Simon Petrus.¹² Petrus aber sprach zu ihm: Herr! du¹³ willst mir die Füße waschen? +Johannes Joh 51 13 5 11 Das Waschbecken, das bereit stand. +Johannes Joh 51 13 6 Venit ergo ad Simonem Petrum. Et dicit ei Petrus: Domine, tu mihi lavas pedes? Er kam also zu Simon Petrus.¹² Petrus aber sprach zu ihm: Herr! du¹³ willst mir die Füße waschen? Apostelgeschichte Apg 51 13 6 Et cum perambulassent universam insulam usque Paphum, invenerunt quemdam virum magnum pseudoprophetam, Judæum, cui nomen erat Barjesu, Da sie die ganze Insel bis Paphus¹⁰ durchzogen hatten, fanden sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, mit Namen Barjesu.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 13 6 10 Paphus, eine Stadt im westlichen Teile der Insel, mit einem berühmten Venus-Tempel. Apostelgeschichte Apg 51 13 6 11 Auch Elymas, der Magier, der Weise, genannt. (S. V. 8) -Johannes Joh 50 13 6 12 Er beginnt wohl mit dem hl. Petrus, dem Oberhaupte der Apostel. Einige griechische Ausleger nehmen an, Jesus habe aus Demut und Abtötung bei Judas angefangen. Auch der hl. Thomas glaubt so. Wahrscheinlicher indes ist es, dass der hl. Petrus auch hier die erste Stelle einnahm (Aug., Bed.). -Johannes Joh 50 13 6 13 Du, der Meister, mir, dem Jünger, und dazu die Füße? -Johannes Joh 50 13 7 Respondit Jesus, et dixit ei: Quod ego facio, tu nescis modo, scies autem postea. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber nachher verstehen.¹⁴ +Johannes Joh 51 13 6 12 Er beginnt wohl mit dem hl. Petrus, dem Oberhaupte der Apostel. Einige griechische Ausleger nehmen an, Jesus habe aus Demut und Abtötung bei Judas angefangen. Auch der hl. Thomas glaubt so. Wahrscheinlicher indes ist es, dass der hl. Petrus auch hier die erste Stelle einnahm (Aug., Bed.). +Johannes Joh 51 13 6 13 Du, der Meister, mir, dem Jünger, und dazu die Füße? +Johannes Joh 51 13 7 Respondit Jesus, et dixit ei: Quod ego facio, tu nescis modo, scies autem postea. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber nachher verstehen.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 13 7 Qui erat cum proconsule Sergio Paulo viro prudente. Hic, accersitis Barnaba, et Saulo, desiderabat audire verbum Dei. Dieser war bei dem Statthalter Sergius Paulus, einem verständigen Manne. Sergius¹² berief Barnabas und Saulus zu sich, und begehrte das Wort Gottes zu hören. Apostelgeschichte Apg 51 13 7 12 Die Provinzen, welche nur einer bürgerlichen Verwaltung, keiner Verteidigung bedurften, standen unter Prokonsulen. Die Lehre des Elymas genügte dem nach Wahrheit strebenden Manne nicht. -Johannes Joh 50 13 7 14 Du verstehst jetzt noch nicht die sittliche Bedeutung meiner Handlung, ich werde dir dieselbe nachher erklären. Es ist wohl die (V. 12) beginnende Belehrung gemeint (Cyr., Euth., Thom.), vielleicht auch die Erleuchtung nach der Ankunft des Heil. Geistes. +Johannes Joh 51 13 7 14 Du verstehst jetzt noch nicht die sittliche Bedeutung meiner Handlung, ich werde dir dieselbe nachher erklären. Es ist wohl die (V. 12) beginnende Belehrung gemeint (Cyr., Euth., Thom.), vielleicht auch die Erleuchtung nach der Ankunft des Heil. Geistes. Apostelgeschichte Apg 51 13 8 Resistebat autem illis Elymas magus, (sic enim interpretatur nomen ejus) quærens avertere proconsulem a fide. Doch Elymas, der Zauberer (denn also wird sein Name verdolmetscht), widersetzte sich ihnen, und suchte den Statthalter vom Glauben abzuwenden.¹³ -Johannes Joh 50 13 8 Dicit ei Petrus: Non lavabis mihi pedes in æternum. Respondit ei Jesus: Si non lavero te, non habebis partem mecum. Petrus sprach zu ihm: In Ewigkeit wirst du mir die Füße nicht waschen!¹⁵ Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so wirst du keinen Teil mit mir haben.¹⁶ +Johannes Joh 51 13 8 Dicit ei Petrus: Non lavabis mihi pedes in æternum. Respondit ei Jesus: Si non lavero te, non habebis partem mecum. Petrus sprach zu ihm: In Ewigkeit wirst du mir die Füße nicht waschen!¹⁵ Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so wirst du keinen Teil mit mir haben.¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 13 8 13 Die Apostel waren zu Sergius gekommen, und Elymas wohnte wohl dem Unterrichte bei. -Johannes Joh 50 13 8 15 Petrus überhört in seinem Eifer die Andeutung des höheren Sinnes und weigert sich seinem Charakter gemäß in fast schroffer Weise (Chrys.) die Verdemütigung des Herrn zuzulassen: in Ewigkeit. -Johannes Joh 50 13 8 16 Die Fußwaschung war zwar an sich zum Heile nicht notwendig, doch aber in dem Sinne, dass die innere Waschung notwendig war, deren Bild die äußere bot; sodann weil der, welcher sich beharrlich geweigert hätte, diese Waschung an sich vornehmen zu lassen, von der Gemeinschaft mit Christus ausgeschlossen worden wäre (Cyr.). +Johannes Joh 51 13 8 15 Petrus überhört in seinem Eifer die Andeutung des höheren Sinnes und weigert sich seinem Charakter gemäß in fast schroffer Weise (Chrys.) die Verdemütigung des Herrn zuzulassen: in Ewigkeit. +Johannes Joh 51 13 8 16 Die Fußwaschung war zwar an sich zum Heile nicht notwendig, doch aber in dem Sinne, dass die innere Waschung notwendig war, deren Bild die äußere bot; sodann weil der, welcher sich beharrlich geweigert hätte, diese Waschung an sich vornehmen zu lassen, von der Gemeinschaft mit Christus ausgeschlossen worden wäre (Cyr.). Apostelgeschichte Apg 51 13 9 Saulus autem, qui et Paulus, repletus Spiritu sancto, intuens in eum, Saulus aber, der auch Paulus heißt,¹⁴ heftete, erfüllt vom Heiligen Geiste, den Blick auf ihn, -Johannes Joh 50 13 9 Dicit ei Simon Petrus: Domine, non tantum pedes meos, sed et manus, et caput. Da sprach Simon Petrus zu ihm: Herr! nicht allein meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.¹⁷ +Johannes Joh 51 13 9 Dicit ei Simon Petrus: Domine, non tantum pedes meos, sed et manus, et caput. Da sprach Simon Petrus zu ihm: Herr! nicht allein meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 13 9 14 Von diesem Zeitpunkte an wird Saulus (Saul: der Begehrte, Ersehnte) Paulus genannt. Da Paulus nun zum ersten Male als Heidenapostel auftritt, nimmt er, vielleicht zur Erinnerung an die Bekehrung des Sergius den Beinamen Paulus an, der ihm als römischen Bürger und Träger eines römischen Namens leichter bei den Heiden den Zugang eröffnet (Hier.). -Johannes Joh 50 13 9 17 Der Grundzug des Charakters des hl. Petrus ist die Liebe zu dem Heilande. Diese hat ihn veranlasst, den Dienst zurückzuweisen, der des Heilandes unwürdig schien, sie gibt ihm jetzt den Wunsch ein, der Heiland möchte ihm auch Hände und Haupt waschen, hofft er doch, so noch mehr mit dem Herrn vereint zu werden. Hände und Haupt wurden auch häufigsten gewaschen. +Johannes Joh 51 13 9 17 Der Grundzug des Charakters des hl. Petrus ist die Liebe zu dem Heilande. Diese hat ihn veranlasst, den Dienst zurückzuweisen, der des Heilandes unwürdig schien, sie gibt ihm jetzt den Wunsch ein, der Heiland möchte ihm auch Hände und Haupt waschen, hofft er doch, so noch mehr mit dem Herrn vereint zu werden. Hände und Haupt wurden auch häufigsten gewaschen. Apostelgeschichte Apg 51 13 10 Dixit: O plene omni dolo, et omni fallacia, fili diaboli, inimice omnis justitiæ, non desinis subvertere vias Domini rectas. und sprach: O du allen Trugs und aller Arglist voll, du Sohn des Teufels,¹⁵ du Feind aller Gerechtigkeit! hörst du nicht auf, die geraden Wege des Herrn zu verkehren?¹⁶ -Johannes Joh 50 13 10 Dicit ei Jesus: Qui lotus est, non indiget nisi ut pedes lavet, sed est mundus totus. Et vos mundi estis, sed non omnes. Jesus sprach zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nicht mehr, als dass er sich die Füße wasche, sondern er ist ganz rein.¹⁸ Auch ihr seid rein, aber nicht alle.¹⁹ +Johannes Joh 51 13 10 Dicit ei Jesus: Qui lotus est, non indiget nisi ut pedes lavet, sed est mundus totus. Et vos mundi estis, sed non omnes. Jesus sprach zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nicht mehr, als dass er sich die Füße wasche, sondern er ist ganz rein.¹⁸ Auch ihr seid rein, aber nicht alle.¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 13 10 15 Der Apostel wirft ihm vor, eher ein Sohn des Teufels, als Jesu (Bar = Jesu) zu sein. Apostelgeschichte Apg 51 13 10 16 Die geraden Wege des Herrn waren: den Prokonsul Sergius den Aposteln und dem Einflusse der Gnade zu überlassen. -Johannes Joh 50 13 10 18 Physisch und gesetzlich. Er hat also, wenn er in ein Haus kommt, nur nötig, die ungeschützten Füße zu waschen. -Johannes Joh 50 13 10 19 Der Heiland geht von der leiblichen Reinheit auf die geistige über. Die Apostel sind durch die Lehre und Gnade des Herrn geistig, innerlich rein. Immerhin hafteten ihren menschlichen Gefühlen und Bestrebungen (Füße) jene kleinen Fehler an, von denen sich der Mensch in seinem Erdenwandel nicht ganz frei zu halten vermag. Wie also physisch und levitisch Reine nur der Fußwaschung bedürfen, so die schon mit der heiligmachenden Gnade ausgestatteten Apostel nur einer Reinigung von kleinen Gebrechen (durch die Akte der Demut, Liebe, Reue usw.). Nicht alle: Judas hat die heiligmachende Gnade verloren. Welch liebreiche Mahnung an ihn, sie wieder zu gewinnen! -Johannes Joh 50 13 11 Sciebat enim quisnam esset qui traderet eum: propterea dixit: Non estis mundi omnes. Er wusste nämlich, wer der sei, der ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. +Johannes Joh 51 13 10 18 Physisch und gesetzlich. Er hat also, wenn er in ein Haus kommt, nur nötig, die ungeschützten Füße zu waschen. +Johannes Joh 51 13 10 19 Der Heiland geht von der leiblichen Reinheit auf die geistige über. Die Apostel sind durch die Lehre und Gnade des Herrn geistig, innerlich rein. Immerhin hafteten ihren menschlichen Gefühlen und Bestrebungen (Füße) jene kleinen Fehler an, von denen sich der Mensch in seinem Erdenwandel nicht ganz frei zu halten vermag. Wie also physisch und levitisch Reine nur der Fußwaschung bedürfen, so die schon mit der heiligmachenden Gnade ausgestatteten Apostel nur einer Reinigung von kleinen Gebrechen (durch die Akte der Demut, Liebe, Reue usw.). Nicht alle: Judas hat die heiligmachende Gnade verloren. Welch liebreiche Mahnung an ihn, sie wieder zu gewinnen! +Johannes Joh 51 13 11 Sciebat enim quisnam esset qui traderet eum: propterea dixit: Non estis mundi omnes. Er wusste nämlich, wer der sei, der ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Apostelgeschichte Apg 51 13 11 Et nunc ecce manus Domini super te, et eris cæcus, non videns solem usque ad tempus. Et confestim cecidit in eum caligo, et tenebræ, et circuiens quærebat qui ei manum daret. Und jetzt, siehe,¹⁷ die Hand des Herrn kommt über dich, und du wirst blind sein, und die Sonne nicht sehen¹⁸ eine Zeitlang! Und sogleich fiel Dunkel und Finsternis auf ihn, und umhergehend suchte er nach jemanden, der ihm die Hand reichte. Apostelgeschichte Apg 51 13 11 17 Weil du ein solcher Mensch bist. Apostelgeschichte Apg 51 13 11 18 Die Wiederholung verleiht der Rede größeren Nachdruck. Apostelgeschichte Apg 51 13 12 Tunc proconsul cum vidisset factum, credidit admirans super doctrina Domini. Als der Statthalter sah, was geschehen war, glaubte er, staunend über die Lehre des Herrn.¹⁹ -Johannes Joh 50 13 12 Postquam ergo lavit pedes eorum, et accepit vestimenta sua: cum recubuisset iterum, dixit eis: Scitis quid fecerim vobis? Nachdem er nun ihre Füße gewaschen, und seine Oberkleider angelegt hatte, setzte er sich wieder zu Tische, und sprach zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe?²⁰ +Johannes Joh 51 13 12 Postquam ergo lavit pedes eorum, et accepit vestimenta sua: cum recubuisset iterum, dixit eis: Scitis quid fecerim vobis? Nachdem er nun ihre Füße gewaschen, und seine Oberkleider angelegt hatte, setzte er sich wieder zu Tische, und sprach zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe?²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 13 12 19 Die Lehre, welche von dem Herrn handelt. Zwar erwähnt Lukas nicht, dass Sergius getauft ward, indes wird auch sonst bei denen, welche gläubig geworden sind, die Spendung der Taufe als selbstverständlich ausgelassen. (V. 48) Vergl. [Apg 2,44, Apg 4,4, Apg 8,12ff], da die taufe die Türe zur Kirche bildet. Die Überlieferung der gallischen Kirche (siehe Röm. Martyr. 22. April) nennt den von Paulus bekehrten Prokonsul als dessen Begleiter nach Spanien und als ersten Bischof von Narbonne. Wie die Geschichte und der plötzliche Tod des Ananias und der Saphira, so ist die Strafe des Elymas eine Warnung, nicht dem Heil. Geiste zu widerstehen. Wie bei dem ersteren Ereignisse der heil. Petrus, so ist hier der heil. Paulus der Mund des Herrn. -Johannes Joh 50 13 12 20 Was meine Tat bedeutet und warum ich sie verrichtet habe? -Johannes Joh 50 13 13 Vos vocatis me Magister, et Domine: et bene dicitis: sum etenim. Ihr nennet mich Meister und Herr, und mit Recht sagt ihr es; denn ich bin es.²¹ +Johannes Joh 51 13 12 20 Was meine Tat bedeutet und warum ich sie verrichtet habe? +Johannes Joh 51 13 13 Vos vocatis me Magister, et Domine: et bene dicitis: sum etenim. Ihr nennet mich Meister und Herr, und mit Recht sagt ihr es; denn ich bin es.²¹ Apostelgeschichte Apg 51 13 13 Et cum a Papho navigassent Paulus, et qui cum eo erant, venerunt Pergen Pamphyliæ. Joannes autem discedens ab eis, reversus est Jerosolymam. Paulus nun und seine Gefährten fuhren von Paphus ab, und kamen nach Perge in Pamphylien.²⁰ Johannes aber trennte sich von ihnen, und kehrte nach Jerusalem zurück. Apostelgeschichte Apg 51 13 13 20 Pamphylien grenzte im Osten an Cilicien, die Heimat des heil. Paulus. Die Hauptstadt war Perge. [Apg 14,24] Hier trennt sich Johannes Markus von den Aposteln, um nach Jerusalem zurückzukehren, aus einem Grunde, welcher dem heil. Paulus ungenügend scheint. [Apg 15,38] -Johannes Joh 50 13 13 21 Meiner Stelle und Würde mir voll bewusst, habe ich dies getan. -Johannes Joh 50 13 14 Si ergo ego lavi pedes vestros, Dominus, et Magister: et vos debetis alter alterius lavare pedes. Wenn nun ich euch die Füße gewaschen habe, euer Herr und Meister, so müsset auch ihr, einer dem andern, die Füße waschen.²² +Johannes Joh 51 13 13 21 Meiner Stelle und Würde mir voll bewusst, habe ich dies getan. +Johannes Joh 51 13 14 Si ergo ego lavi pedes vestros, Dominus, et Magister: et vos debetis alter alterius lavare pedes. Wenn nun ich euch die Füße gewaschen habe, euer Herr und Meister, so müsset auch ihr, einer dem andern, die Füße waschen.²² Apostelgeschichte Apg 51 13 14 Illi vero pertranseuntes Pergen, venerunt Antiochiam Pisidiæ: et ingressi synagogam die sabbatorum, sederunt. Sie zogen nun von Perge weiter, und kamen nach Antiochia in Pisidien;²¹ und gingen in die Synagoge²² am Sabbat und setzten sich. Apostelgeschichte Apg 51 13 14 21 Die Reise erforderte etwa eine Woche. Antiochia lag auf den Abhängen des Taurus. Apostelgeschichte Apg 51 13 14 22 Auch der Heidenapostel Paulus bricht nicht von vorneherein jede Verbindung mit dem Judentume ab. Zudem wurden die Synagogen häufig von Heiden, besonders Proselyten, besucht und boten so einen günstigen Anknüpfungspunkt für das Bekehrungswerk. -Johannes Joh 50 13 14 22 Es ist höchst geziemend, dass die Untergebenen sich wechselseitig leiten, was der Höhere dem Untergebenen gewährt. +Johannes Joh 51 13 14 22 Es ist höchst geziemend, dass die Untergebenen sich wechselseitig leiten, was der Höhere dem Untergebenen gewährt. Apostelgeschichte Apg 51 13 15 Post lectionem autem legis, et prophetarum, miserunt principes synagogæ ad eos, dicentes: Viri fratres, si quis est in vobis sermo exhortationis ad plebem, dicite. Nach der Vorlesung aus dem Gesetze und den Propheten aber sandten die Vorsteher der Synagoge zu ihnen, und ließen ihnen sagen: Brüder! Falls ihr ein Wort der Erbauung für das Volk habet, so redet! -Johannes Joh 50 13 15 Exemplum enim dedi vobis, ut quemadmodum ego feci vobis, ita et vos faciatis. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so tuet, wie ich euch getan habe.²³ -Johannes Joh 50 13 15 23 Die Einzelhandlung des Fußwaschens hat in der kirchlichen Feier des Gründonnerstages als Auftrag seine rituelle Vergegenwärtigung behalten. Betreffs der sonstigen Nachahmung ist das Wort wie zu beachten: der Heiland befiehlt den Jüngern in erster Linie nicht die Vornahme der gleichen Handlung, sondern die Übung der durch dieselbe gelehrten Tugend der Demut und Nächstenliebe. +Johannes Joh 51 13 15 Exemplum enim dedi vobis, ut quemadmodum ego feci vobis, ita et vos faciatis. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so tuet, wie ich euch getan habe.²³ +Johannes Joh 51 13 15 23 Die Einzelhandlung des Fußwaschens hat in der kirchlichen Feier des Gründonnerstages als Auftrag seine rituelle Vergegenwärtigung behalten. Betreffs der sonstigen Nachahmung ist das Wort wie zu beachten: der Heiland befiehlt den Jüngern in erster Linie nicht die Vornahme der gleichen Handlung, sondern die Übung der durch dieselbe gelehrten Tugend der Demut und Nächstenliebe. Apostelgeschichte Apg 51 13 16 Surgens autem Paulus, et manu silentium indicens, ait: Viri Isralitæ, et qui timetis Deum, audite: Da stand Paulus auf, gebot mit der Hand Stillschweigen, und sprach: Ihr Männer Israels, und ihr, die ihr Gott fürchtet,²³ höret! -Johannes Joh 50 13 16 Amen, amen, dico vobis: Non est servus major domino suo: neque apostolus major est eo, qui misit illum. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Diener ist nicht größer als sein Herr, und ein Gesandter nicht größer als der, welcher ihn gesandt hat! [Mt 10,24, Lk 6,40, Joh 15,20] +Johannes Joh 51 13 16 Amen, amen, dico vobis: Non est servus major domino suo: neque apostolus major est eo, qui misit illum. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Diener ist nicht größer als sein Herr, und ein Gesandter nicht größer als der, welcher ihn gesandt hat! [Mt 10,24, Lk 6,40, Joh 15,20] Apostelgeschichte Apg 51 13 16 23 Die Anrede selbst gibt die Einteilung der Rede. V. 16: Wohltaten Gottes gegen die Israeliten bis zum Erscheinen des Messias. V. 26: Jesus, ob auch zu Jerusalem verworfen, ist der Messias. V. 38 Folgerung: Also sind die Worte Jesu anzunehmen und zu befolgen, da sonst ewige Strafe zu fürchten ist. -Johannes Joh 50 13 17 Si hæc scitis, beati eritis si feceritis ea. Wenn ihr dieses wisset, selig seid ihr, wenn ihr es tut!²⁴ +Johannes Joh 51 13 17 Si hæc scitis, beati eritis si feceritis ea. Wenn ihr dieses wisset, selig seid ihr, wenn ihr es tut!²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 13 17 Deus plebis Isral elegit patres nostros, et plebem exaltavit cum essent incolæ in terra gypti, et in brachio excelso eduxit eos ex ea, Der Gott des Volkes Israel hat sich unsere Väter erwählt,²⁴ und hat das Volk erhöht,²⁵ da sie Fremdlinge im Lande Ägypten waren, und mit erhobenem Arme hat er sie aus demselben herausgeführt.²⁶ [Ex 1,1, Ex 13,21.22, Ex 16,3] Apostelgeschichte Apg 51 13 17 24 Die Rede des Apostels soll in seinen Zuhörern das dankbare Bewusstsein ihrer besonderen göttlichen Auserwählung wecken. Diese Auserwählung zeigt sich schon in der Urgeschichte des Volkes, da Gott sich mit besonderer und wunderbarer Fürsorge seiner Schicksale annahm (V. 17 22), noch mehr darin, dass er aus ihm den Heiland erwählte (V. 23 27), endlich darin, dass das Heil, welches Jesus gebracht hat, ihnen vor allem zugedacht ist. -Johannes Joh 50 13 17 24 Ihr wisset es nun, aber selig in diesem und im anderen Leben seid ihr erst dann, wenn ihr es auch ausübet. Diese Mahnung ist nur scheinbar selbstverständlich, denn leicht ist es zwar die Demut zu kennen, aber oft sehr schwer, sie zu üben. +Johannes Joh 51 13 17 24 Ihr wisset es nun, aber selig in diesem und im anderen Leben seid ihr erst dann, wenn ihr es auch ausübet. Diese Mahnung ist nur scheinbar selbstverständlich, denn leicht ist es zwar die Demut zu kennen, aber oft sehr schwer, sie zu üben. Apostelgeschichte Apg 51 13 17 25 An Zahl vermehrt und durch Wunder verherrlicht. Apostelgeschichte Apg 51 13 17 26 Der Arm ist das Symbol der Macht. Gott hat ihn zur Verteidigung und zum Schutze des Volkes ausgestreckt. [Ex 6,6, Dtn 4,34.37] -Johannes Joh 50 13 18 Non de omnibus vobis dico: ego scio quos elegerim: sed ut adimpleatur Scriptura: Qui manducat mecum panem, levabit contra me calcaneum suum. Nicht von euch allen²⁵ rede ich. Ich weiß,²⁶ welche ich erwählet habe;²⁷ aber damit die Schrift erfüllet werde:²⁸ Der mit mir das Brot isst, wird wider mich seine Ferse erheben.²⁹ [Ps 40,10] +Johannes Joh 51 13 18 Non de omnibus vobis dico: ego scio quos elegerim: sed ut adimpleatur Scriptura: Qui manducat mecum panem, levabit contra me calcaneum suum. Nicht von euch allen²⁵ rede ich. Ich weiß,²⁶ welche ich erwählet habe;²⁷ aber damit die Schrift erfüllet werde:²⁸ Der mit mir das Brot isst, wird wider mich seine Ferse erheben.²⁹ [Ps 40,10] Apostelgeschichte Apg 51 13 18 Et per quadraginta annorum tempus mores eorum sustinuit in deserto. Eine Zeit von vierzig Jahren hindurch ertrug er ihr Gebahren in der Wüste. -Johannes Joh 50 13 18 25 Jesus offenbart seine Kenntnis des Verrates, um den Verräter zu warnen und die anderen vor Ärgernis zu bewahren. -Johannes Joh 50 13 18 26 Judas fehlt die Liebe: Aber noch mehr, er geht in seiner Anmaßung so weit, seinen Meister wie einen verächtlichen Sklaven zu verkaufen. -Johannes Joh 50 13 18 27 Nicht nur zur zeitweiligen Nachfolge, sondern zum Ausharren. Dass Judas nicht ausharrte, war allerdings seine Schuld, aber da sein Verhalten von Ewigkeit her vorhergesehen war, hat er nie zu den Auserwählten gehört. -Johannes Joh 50 13 18 28 Nichtsdestoweniger habe ich ihn so lange unter meinen Vertrauten geduldet, damit die Schrift erfüllt werde. -Johannes Joh 50 13 18 29 Im Psalme ist zunächst von Achitophel die Rede, welcher bereits Verräter ward. Wie David ein Vorbild des Messias, so ist Achitophel das Vorbild des Judas. Griech.: hat erhoben. Judas hat schon Vorkehrungen für den Verrat getroffen. Das Bild ist vom Pferde entlehnt und fand seine Erfüllung, als Judas mittels des Friedenskusses den Heiland den Händen der Schergen überlieferte. +Johannes Joh 51 13 18 25 Jesus offenbart seine Kenntnis des Verrates, um den Verräter zu warnen und die anderen vor Ärgernis zu bewahren. +Johannes Joh 51 13 18 26 Judas fehlt die Liebe: Aber noch mehr, er geht in seiner Anmaßung so weit, seinen Meister wie einen verächtlichen Sklaven zu verkaufen. +Johannes Joh 51 13 18 27 Nicht nur zur zeitweiligen Nachfolge, sondern zum Ausharren. Dass Judas nicht ausharrte, war allerdings seine Schuld, aber da sein Verhalten von Ewigkeit her vorhergesehen war, hat er nie zu den Auserwählten gehört. +Johannes Joh 51 13 18 28 Nichtsdestoweniger habe ich ihn so lange unter meinen Vertrauten geduldet, damit die Schrift erfüllt werde. +Johannes Joh 51 13 18 29 Im Psalme ist zunächst von Achitophel die Rede, welcher bereits Verräter ward. Wie David ein Vorbild des Messias, so ist Achitophel das Vorbild des Judas. Griech.: hat erhoben. Judas hat schon Vorkehrungen für den Verrat getroffen. Das Bild ist vom Pferde entlehnt und fand seine Erfüllung, als Judas mittels des Friedenskusses den Heiland den Händen der Schergen überlieferte. Apostelgeschichte Apg 51 13 19 Et destruens gentes septem in terra Chanaan, sorte distribuit eis terram eorum, Und er vertilgte sieben Völker im Lande Chanaan, verteilte das Land derselben unter sie durch das Los, [Dtn 7,1, Jos 14,2] -Johannes Joh 50 13 19 Amodo dico vobis, priusquam fiat: ut cum factum fuerit, credatis, quia ego sum. Schon jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubet, dass ich es bin.³⁰ -Johannes Joh 50 13 19 30 Dass ich jener von David Vorgebildete bin, der dem Verrate zum Opfer fällt. Wenn Jesus den Verrat bestimmt voraussagt, mussten die Jünger nach dem Eintreffen einsehen: Der Herr unterliegt dem Verrate nicht aus Schwäche sondern aus freiem Willen, denn er hat alles vorausgewusst und hätte also leicht Vorsorge treffen können. Er ist und bleibt also der Messias. +Johannes Joh 51 13 19 Amodo dico vobis, priusquam fiat: ut cum factum fuerit, credatis, quia ego sum. Schon jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubet, dass ich es bin.³⁰ +Johannes Joh 51 13 19 30 Dass ich jener von David Vorgebildete bin, der dem Verrate zum Opfer fällt. Wenn Jesus den Verrat bestimmt voraussagt, mussten die Jünger nach dem Eintreffen einsehen: Der Herr unterliegt dem Verrate nicht aus Schwäche sondern aus freiem Willen, denn er hat alles vorausgewusst und hätte also leicht Vorsorge treffen können. Er ist und bleibt also der Messias. Apostelgeschichte Apg 51 13 20 Quasi post quadringentos et quinquaginta annos: et post hæc dedit judices, usque ad Samuel prophetam. ungefähr nach vierhundert und fünfzig Jahren.²⁷ Und darnach gab er ihnen Richter bis auf den Propheten Samuel. [Ri 2,16, Ri 3,9] -Johannes Joh 50 13 20 Amen, amen dico vobis: Qui accipit si quem misero, me accipit: qui autem me accipit, accipit eum, qui me misit. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:³¹ Wer jemanden aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat! +Johannes Joh 51 13 20 Amen, amen dico vobis: Qui accipit si quem misero, me accipit: qui autem me accipit, accipit eum, qui me misit. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:³¹ Wer jemanden aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat! Apostelgeschichte Apg 51 13 20 27 Vergl. [Num 26,55ff]. 450 Jahre vergingen von der Geburt Isaaks bis zur Verteilung des Landes unter Josua. -Johannes Joh 50 13 20 31 Nach der kleinen Abschweifung bezüglich des Verrates kehrt der Herr zu dem früheren Gegenstande seiner Rede: Gegenseitige demütige Liebesweise zurück: Wer euch die Füße wäscht, oder allgemeiner: Wer euch Liebe und Gastfreundschaft erweist. +Johannes Joh 51 13 20 31 Nach der kleinen Abschweifung bezüglich des Verrates kehrt der Herr zu dem früheren Gegenstande seiner Rede: Gegenseitige demütige Liebesweise zurück: Wer euch die Füße wäscht, oder allgemeiner: Wer euch Liebe und Gastfreundschaft erweist. Apostelgeschichte Apg 51 13 21 Et exinde postulaverunt regem: et dedit illis Deus Saul filium Cis, virum de tribu Benjamin, annis quadraginta. Und von da an verlangten sie einen König; und Gott gab ihnen den Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamme Benjamin, vierzig Jahre lang.²⁸ -Johannes Joh 50 13 21 Cum hæc dixisset Jesus, turbatus est spiritu: et protestatus est, et dixit: Amen, amen dico vobis: Quia unus ex vobis tradet me. Als Jesus dieses gesagt hatte,³² wurde er im Geiste bewegt, und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!³³ +Johannes Joh 51 13 21 Cum hæc dixisset Jesus, turbatus est spiritu: et protestatus est, et dixit: Amen, amen dico vobis: Quia unus ex vobis tradet me. Als Jesus dieses gesagt hatte,³² wurde er im Geiste bewegt, und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!³³ Apostelgeschichte Apg 51 13 21 28 Eine solche Zeitbestimmung findet sich im A. T. nicht, dieselbe entspringt also der Überlieferung. -Johannes Joh 50 13 21 32 Zwischen V. 20 und 21 setzen manche Erklärer die Einsetzung der hl. Eucharistie wegen [Lk 22,21]. In der Tat meinen Hier., Cyrill v. Jerus., August., Cyr. v. Alex., Chrysost., Leo u. a., dass Judas das heiligste Abendmahl empfing. Wenngleich es nun wahr ist, dass Lukas mehr als Matthäus die Reihenfolge der Tatsachen in seiner Erzählung zur Richtschnur nimmt, so dürfte er doch in einem Einzelumstande leichter die Ordnung vertauschen als ein Augenzeuge, wie Matthäus war. Nach dem vorliegenden Evangelium ging Judas fort, sobald er sich entdeckt sah. [Joh 13,30] Die Ansicht, dass Judas den heiligen Leib des Herrn nicht empfangen habe, halten u. a. Hilar. Rupert, Aphraatis, die Apostol. Konstitutionen, Innocenz III und die meisten neueren Ausleger. Vergl. auch [Mt 26,Anm.53] -Johannes Joh 50 13 21 33 Der Gedanke an den bevorstehenden Verrat, auf welchen der Heiland bereits zweimal hingewiesen (V. 11, V. 18), erschüttert sein Inneres mächtig. Jetzt erklärt Jesus bestimmt, dass der Verräter dem Apostelkreise angehört. Der Evangelist sagt: Jesus bezeugte und sprach, um hervorzuheben, dass der Herr diese Worte mit Feierlichkeit vor allen sprach. Nicht nur das doppelte Wahrlich, auch Haltung und Stimme des Herrn trugen wohl zu der Feierlichkeit bei. +Johannes Joh 51 13 21 32 Zwischen V. 20 und 21 setzen manche Erklärer die Einsetzung der hl. Eucharistie wegen [Lk 22,21]. In der Tat meinen Hier., Cyrill v. Jerus., August., Cyr. v. Alex., Chrysost., Leo u. a., dass Judas das heiligste Abendmahl empfing. Wenngleich es nun wahr ist, dass Lukas mehr als Matthäus die Reihenfolge der Tatsachen in seiner Erzählung zur Richtschnur nimmt, so dürfte er doch in einem Einzelumstande leichter die Ordnung vertauschen als ein Augenzeuge, wie Matthäus war. Nach dem vorliegenden Evangelium ging Judas fort, sobald er sich entdeckt sah. [Joh 13,30] Die Ansicht, dass Judas den heiligen Leib des Herrn nicht empfangen habe, halten u. a. Hilar. Rupert, Aphraatis, die Apostol. Konstitutionen, Innocenz III und die meisten neueren Ausleger. Vergl. auch [Mt 26,Anm.53] +Johannes Joh 51 13 21 33 Der Gedanke an den bevorstehenden Verrat, auf welchen der Heiland bereits zweimal hingewiesen (V. 11, V. 18), erschüttert sein Inneres mächtig. Jetzt erklärt Jesus bestimmt, dass der Verräter dem Apostelkreise angehört. Der Evangelist sagt: Jesus bezeugte und sprach, um hervorzuheben, dass der Herr diese Worte mit Feierlichkeit vor allen sprach. Nicht nur das doppelte Wahrlich, auch Haltung und Stimme des Herrn trugen wohl zu der Feierlichkeit bei. Apostelgeschichte Apg 51 13 22 Et amoto illo, suscitavit illis David regem: cui testimonium perhibens, dixit: Inveni David filium Jesse, virum secundum cor meum, qui faciet omnes voluntates meas. Und nachdem er diesen verworfen hatte, erweckte er ihnen den David zum Könige, dem er Zeugnis gab, und sprach: Ich habe David, den Sohn des Jesse, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der meinen Willen in allem tun wird. [1Sam 13,14, 1Sam 16,13, Ps 88,21] -Johannes Joh 50 13 22 Aspiciebant ergo ad invicem discipuli, hæsitantes de quo diceret. Da sahen die Jünger einander an, und waren ungewiss, von wem er redete.³⁴ -Johannes Joh 50 13 22 34 Die Jünger sind von Schreck ergriffen. Waren sie sich auch nichts Bösen bewusst, so mussten sie doch das Wort ihres Meisters höher stellen als ihre eigene Meinung. Vergl. [Mt 25,22]. Wir sind stets allzu geneigt, die Sünde im eigenen Herzen nicht zu erkennen, wie der Kranke seinen Zustand nicht kennt (Basil.). Der hl. Matthäus hebt mehr die Unsicherheit über die eigene Beharrlichkeit hervor, der hl. Johannes die Ungewissheit, wer von ihnen wohl dieser Tat fähig wäre. Der Heiland hat also so lange die zarteste Schonung gegen Judas geübt, da keiner auf diesen verfiel. +Johannes Joh 51 13 22 Aspiciebant ergo ad invicem discipuli, hæsitantes de quo diceret. Da sahen die Jünger einander an, und waren ungewiss, von wem er redete.³⁴ +Johannes Joh 51 13 22 34 Die Jünger sind von Schreck ergriffen. Waren sie sich auch nichts Bösen bewusst, so mussten sie doch das Wort ihres Meisters höher stellen als ihre eigene Meinung. Vergl. [Mt 25,22]. Wir sind stets allzu geneigt, die Sünde im eigenen Herzen nicht zu erkennen, wie der Kranke seinen Zustand nicht kennt (Basil.). Der hl. Matthäus hebt mehr die Unsicherheit über die eigene Beharrlichkeit hervor, der hl. Johannes die Ungewissheit, wer von ihnen wohl dieser Tat fähig wäre. Der Heiland hat also so lange die zarteste Schonung gegen Judas geübt, da keiner auf diesen verfiel. Apostelgeschichte Apg 51 13 23 Hujus Deus ex semine secundum promissionem eduxit Isral salvatorem Jesum. Aus dessen Nachkommen hat Gott nach seiner Verheißung Israel einen Heiland gebracht, Jesus,²⁹ -Johannes Joh 50 13 23 Erat ergo recumbens unus ex discipulis ejus in sinu Jesu, quem diligebat Jesus. Einer aber von seinen Jüngern³⁵ lag zu Tische an der Brust Jesu,³⁶ der, welchen Jesus liebte. +Johannes Joh 51 13 23 Erat ergo recumbens unus ex discipulis ejus in sinu Jesu, quem diligebat Jesus. Einer aber von seinen Jüngern³⁵ lag zu Tische an der Brust Jesu,³⁶ der, welchen Jesus liebte. Apostelgeschichte Apg 51 13 23 29 Von David geht die Rede auf den über, dessen Bild er war, Jesus. -Johannes Joh 50 13 23 35 Der heil. Johannes bezeichnet sich bei der Erinnerung an diesen feierlichen Augenblick hier zum ersten Male als den Jünger, den der Herr lieb hatte. [Joh 18,15, Joh 19,26.35, Joh 20,2]. -Johannes Joh 50 13 23 36 Dies deutet eine besondere Bevorzugung an. Man lag bei Tische mit dem linken Ellenbogen auf das Polster gestützt und die Füße rückwärts gestreckt, so dass der rechts Liegende dem Links Liegenden den Kopf gegen die Brust hielt. Johannes lag also rechts. Der Platz auf der linken Seite war der Ehrenplatz, den Platz rechts nahmen vertraute Freunde ein; hier wahrscheinlich Petrus. Der hl. Petrus winkt dem hl. Johannes zu, weil er wegen seines Platzes bei Tische den Herrn nicht selbst fragen kann. Die Frage ist wohl auch im Namen der übrigen Anwesenden durch deren Haupt gestellt (Cyr. v. Alex.), und zwar nicht aus Neugier, sondern um den Herrn, wenn möglich, zu beschützen vergl. [Lk 22,38] und um die durch angstvolle Blicke sich gegenseitig und mittelbar den Heiland fragenden Jünger (V. 22) vergl. [Mt 26,22] zu beruhigen. Gewiss aus dem letzten Grunde beantwortet der Heiland leise die Frage des hl. Johannes. +Johannes Joh 51 13 23 35 Der heil. Johannes bezeichnet sich bei der Erinnerung an diesen feierlichen Augenblick hier zum ersten Male als den Jünger, den der Herr lieb hatte. [Joh 18,15, Joh 19,26.35, Joh 20,2]. +Johannes Joh 51 13 23 36 Dies deutet eine besondere Bevorzugung an. Man lag bei Tische mit dem linken Ellenbogen auf das Polster gestützt und die Füße rückwärts gestreckt, so dass der rechts Liegende dem Links Liegenden den Kopf gegen die Brust hielt. Johannes lag also rechts. Der Platz auf der linken Seite war der Ehrenplatz, den Platz rechts nahmen vertraute Freunde ein; hier wahrscheinlich Petrus. Der hl. Petrus winkt dem hl. Johannes zu, weil er wegen seines Platzes bei Tische den Herrn nicht selbst fragen kann. Die Frage ist wohl auch im Namen der übrigen Anwesenden durch deren Haupt gestellt (Cyr. v. Alex.), und zwar nicht aus Neugier, sondern um den Herrn, wenn möglich, zu beschützen vergl. [Lk 22,38] und um die durch angstvolle Blicke sich gegenseitig und mittelbar den Heiland fragenden Jünger (V. 22) vergl. [Mt 26,22] zu beruhigen. Gewiss aus dem letzten Grunde beantwortet der Heiland leise die Frage des hl. Johannes. Apostelgeschichte Apg 51 13 24 Prædicante Joanne ante faciem adventus ejus baptismum pnitentiæ omni populo Isral. nachdem Johannes vor dessen Auftreten die Taufe der Buße allem Volke Israel gepredigt. [Mt 3,1, Mk 1,4, Lk 3,3] -Johannes Joh 50 13 24 Innuit ergo huic Simon Petrus, et dixit ei: Quis est, de quo dicit? Diesem nun winkte Simon Petrus zu, und sprach zu ihm: Wer ist es, von dem er redet?³⁷ -Johannes Joh 50 13 24 37 Der Herr antwortet leise, und wählte zur Bezeichnung des Verräters eine Handlung, die nichts Auffallendes hatte, umso mehr, als auch jeder einzelne die gleiche Handlung für sich vornehmen konnte. [Mt 26,23] -Johannes Joh 50 13 25 Itaque cum recubuisset ille supra pectus Jesu, dicit ei: Domine quis est? Da lehnte sich dieser an die Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr! wer ist es? +Johannes Joh 51 13 24 Innuit ergo huic Simon Petrus, et dixit ei: Quis est, de quo dicit? Diesem nun winkte Simon Petrus zu, und sprach zu ihm: Wer ist es, von dem er redet?³⁷ +Johannes Joh 51 13 24 37 Der Herr antwortet leise, und wählte zur Bezeichnung des Verräters eine Handlung, die nichts Auffallendes hatte, umso mehr, als auch jeder einzelne die gleiche Handlung für sich vornehmen konnte. [Mt 26,23] +Johannes Joh 51 13 25 Itaque cum recubuisset ille supra pectus Jesu, dicit ei: Domine quis est? Da lehnte sich dieser an die Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr! wer ist es? Apostelgeschichte Apg 51 13 25 Cum impleret autem Joannes cursum suum, dicebat: Quem me arbitramini esse, non sum ego, sed ecce venit post me, cujus non sum dignus calceamenta pedum solvere. Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Der, für den ihr mich haltet, bin ich nicht, sondern sehet, er kommt nach mir, dem ich nicht würdig bin, die Schuhe von den Füßen zu lösen. [Joh 1,20.27, Mt 3,11, Mk 1,7] Apostelgeschichte Apg 51 13 26 Viri fratres, filii generis Abraham, et qui in vobis timent Deum, vobis verbum salutis hujus missum est. Brüder, Kinder des Geschlechtes Abrahams, und wer unter euch Gott fürchtet, euch ist das Wort dieses Heiles gesandt! -Johannes Joh 50 13 26 Respondit Jesus: Ille est, cui ego intinctum panem porrexero. Et cum intinxisset panem, dedit Judæ Simonis Iscariotæ. Jesus antwortete: Der ist es, dem ich das Brot, welches ich eintauche, reichen werde.³⁸ Und er tauchte das Brot ein, und gab es dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons. -Johannes Joh 50 13 26 38 Es war vielleicht eben die Reihe an Judas gekommen, dass ihm Jesus als Hausvater ein Stück Brot in die Paschamahlsbrühe eingetaucht zu reichen hatte. Vergl. V. 18: Der mit mir das Brot isst usw. Viele Väter verstehen unter dem Brot das hl. Abendmahl, indes ist es doch nicht wahrscheinlich, dass der Herr dieses eintauchte. +Johannes Joh 51 13 26 Respondit Jesus: Ille est, cui ego intinctum panem porrexero. Et cum intinxisset panem, dedit Judæ Simonis Iscariotæ. Jesus antwortete: Der ist es, dem ich das Brot, welches ich eintauche, reichen werde.³⁸ Und er tauchte das Brot ein, und gab es dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons. +Johannes Joh 51 13 26 38 Es war vielleicht eben die Reihe an Judas gekommen, dass ihm Jesus als Hausvater ein Stück Brot in die Paschamahlsbrühe eingetaucht zu reichen hatte. Vergl. V. 18: Der mit mir das Brot isst usw. Viele Väter verstehen unter dem Brot das hl. Abendmahl, indes ist es doch nicht wahrscheinlich, dass der Herr dieses eintauchte. Apostelgeschichte Apg 51 13 27 Qui enim habitabant Jerusalem, et principes ejus hunc ignorantes, et voces prophetarum, quæ per omne sabbatum leguntur, judicantes impleverunt, Denn die Bewohner von Jerusalem und ihre Vorsteher haben diesen nicht erkannt, und die Worte der Propheten, welche jeden Sabbat vorgelesen werden, durch seine Verurteilung erfüllt.³⁰ -Johannes Joh 50 13 27 Et post buccellam, introivit in eum satanas. Et dixit ei Jesus: Quod facis, fac citius. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.³⁹ Und Jesus sprach zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!⁴⁰ -Johannes Joh 50 13 27 39 In V. 2 wird gesagt, dass Satan dem Judas den Gedanken des Verrates eingab, hier gibt Judas seinen Willen demselben ebenso gänzlich hin und darum wird gesagt: Der Satan sei eingetreten in ihn. Dies wird freilich auch [Lk 22,3] gesagt, aber dort ist ein früherer Zeitpunkt und kann dies Wort deshalb an jener Stelle nur von einer heftigen Versuchung verstanden sein, der Judas zuzustimmen geneigt war, sonst würde hier nichts Neues gesagt. An dieser Stelle wird also ausgedrückt: Die Ausführung des Verrates war jetzt beschlossene Sache (Thom.). Zur teuflischen Bosheit gesellt sich dann noch die heuchlerische Frechheit, da er nach [Mt 26,25] noch mit der Frage vor den Heiland hintritt: Ich bin es doch nicht, Meister? -Johannes Joh 50 13 27 40 An die Antwort: Du sagst es, schließen sich wohl die von dem hl. Johannes erwähnten Worte: Was du tun willst, das tue bald. Dem zum Verrate schon entschlossenen Judas konnte der Herr diese Worte sagen, denn sie bedeuten nur: Wenn du schon durchaus das Böse vollbringen willst, ist es aus verschiedenen Gründen besser, wenn du es bald tust. Auch konnte Jesus nach dem Fortgange des Verräters ungestört zu seinen Treuen reden. -Johannes Joh 50 13 28 Hoc autem nemo scivit discumbentium ad quid dixerit ei. Es verstand aber keiner von denen, welche zu Tische waren, warum er ihm dieses sagte.⁴¹ +Johannes Joh 51 13 27 Et post buccellam, introivit in eum satanas. Et dixit ei Jesus: Quod facis, fac citius. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.³⁹ Und Jesus sprach zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!⁴⁰ +Johannes Joh 51 13 27 39 In V. 2 wird gesagt, dass Satan dem Judas den Gedanken des Verrates eingab, hier gibt Judas seinen Willen demselben ebenso gänzlich hin und darum wird gesagt: Der Satan sei eingetreten in ihn. Dies wird freilich auch [Lk 22,3] gesagt, aber dort ist ein früherer Zeitpunkt und kann dies Wort deshalb an jener Stelle nur von einer heftigen Versuchung verstanden sein, der Judas zuzustimmen geneigt war, sonst würde hier nichts Neues gesagt. An dieser Stelle wird also ausgedrückt: Die Ausführung des Verrates war jetzt beschlossene Sache (Thom.). Zur teuflischen Bosheit gesellt sich dann noch die heuchlerische Frechheit, da er nach [Mt 26,25] noch mit der Frage vor den Heiland hintritt: Ich bin es doch nicht, Meister? +Johannes Joh 51 13 27 40 An die Antwort: Du sagst es, schließen sich wohl die von dem hl. Johannes erwähnten Worte: Was du tun willst, das tue bald. Dem zum Verrate schon entschlossenen Judas konnte der Herr diese Worte sagen, denn sie bedeuten nur: Wenn du schon durchaus das Böse vollbringen willst, ist es aus verschiedenen Gründen besser, wenn du es bald tust. Auch konnte Jesus nach dem Fortgange des Verräters ungestört zu seinen Treuen reden. +Johannes Joh 51 13 28 Hoc autem nemo scivit discumbentium ad quid dixerit ei. Es verstand aber keiner von denen, welche zu Tische waren, warum er ihm dieses sagte.⁴¹ Apostelgeschichte Apg 51 13 28 Et nullam causam mortis invenientes in eo, petierunt a Pilato, ut interficerent eum. Und obwohl sie an ihm keine Todesschuld fanden, verlangten sie doch von Pilatus, dass er getötet würde. [Mt 27,20.23, Mk 15,12ff] -Johannes Joh 50 13 28 41 Obgleich wenigstens Johannes und Petrus jetzt wussten, dass Judas der Verräter sei (V. 26), konnten sie doch nur schwer darauf kommen, dass der unbestimmte Ausdruck: Was du tun willst, tue bald! sich auf die Ausführung des Verrates beziehe. -Johannes Joh 50 13 29 Quidam enim putabant, quia loculos habebat Judas, quod dixisset ei Jesus: Eme ea, quæ opus sunt nobis ad diem festum: aut egenis ut aliquid daret. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, habe Jesus ihm gesagt: Kaufe, was wir auf das Fest brauchen; oder er sollte den Armen etwas geben.⁴² +Johannes Joh 51 13 28 41 Obgleich wenigstens Johannes und Petrus jetzt wussten, dass Judas der Verräter sei (V. 26), konnten sie doch nur schwer darauf kommen, dass der unbestimmte Ausdruck: Was du tun willst, tue bald! sich auf die Ausführung des Verrates beziehe. +Johannes Joh 51 13 29 Quidam enim putabant, quia loculos habebat Judas, quod dixisset ei Jesus: Eme ea, quæ opus sunt nobis ad diem festum: aut egenis ut aliquid daret. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, habe Jesus ihm gesagt: Kaufe, was wir auf das Fest brauchen; oder er sollte den Armen etwas geben.⁴² Apostelgeschichte Apg 51 13 29 Cumque consummassent omnia quæ de eo scripta erant, deponentes eum de ligno, posuerunt eum in monumento. Als sie dann alles, was von ihm geschrieben war,³⁰ erfüllt hatten, nahmen sie ihn vom Holze ab, und legten ihn in ein Grab. [Mt 27,59ff] Apostelgeschichte Apg 51 13 29 30 Wenn der hohe Rat Jesus nicht als Messias anerkannte, konnte er da von Gott gesandt sein? Jerusalem hat in Unwissenheit das Heil zurückgewiesen und den Heiland getötet. Aber gerade so wurden die Weissagungen über Jesus erfüllt, und durch die Auferstehung des Herrn wurden Gottes höchste Verheißungen (V. 32 36) und Israels Hoffnung (V. 38) verwirklicht. (V. 37) Mit der Auferweckung Jesu tritt Gott wie am Anfange der Geschichte Israels (V. 17) wieder unmittelbar wirksam ein. So muss denn von jetzt an zwischen ihm und jedem einzelnen, ohne weiteres Dazwischentreten der durch sich selbst gerichteten Autorität der Obersten zu Jerusalem (V. 27) sich alles entscheiden: durch Glauben Rechtfertigung (V. 38, 39), durch Unglauben Verwerfung. (V. 40, 41). Apostelgeschichte Apg 51 13 29 30 Wenn der hohe Rat Jesus nicht als Messias anerkannte, konnte er da von Gott gesandt sein? Jerusalem hat in Unwissenheit das Heil zurückgewiesen und den Heiland getötet. Aber gerade so wurden die Weissagungen über Jesus erfüllt, und durch die Auferstehung des Herrn wurden Gottes höchste Verheißungen (V. 32 36) und Israels Hoffnung (V. 38) verwirklicht. (V. 37) Mit der Auferweckung Jesu tritt Gott wie am Anfange der Geschichte Israels (V. 17) wieder unmittelbar wirksam ein. So muss denn von jetzt an zwischen ihm und jedem einzelnen, ohne weiteres Dazwischentreten der durch sich selbst gerichteten Autorität der Obersten zu Jerusalem (V. 27) sich alles entscheiden: durch Glauben Rechtfertigung (V. 38, 39), durch Unglauben Verwerfung. (V. 40, 41). -Johannes Joh 50 13 29 42 Dies spricht wiederum dafür, dass der eigentliche Festtag anderenfalls schon begonnen und es wären nur die dringendsten Einkäufe (für den Lebensunterhalt) erlaubt gewesen. Eine solche Dringlichkeit aber lag sicher nicht vor, da der Heiland mit seinen Jüngern bereits beim Mahle saß. Auch die Vermutung einer Armenspende lag nahe, da auch die Armen das Paschalamm essen mussten. Wir sehen aus dieser Stelle auch, dass der Heiland gewohnt war, aus seiner Armut den Armen zu spenden. +Johannes Joh 51 13 29 42 Dies spricht wiederum dafür, dass der eigentliche Festtag anderenfalls schon begonnen und es wären nur die dringendsten Einkäufe (für den Lebensunterhalt) erlaubt gewesen. Eine solche Dringlichkeit aber lag sicher nicht vor, da der Heiland mit seinen Jüngern bereits beim Mahle saß. Auch die Vermutung einer Armenspende lag nahe, da auch die Armen das Paschalamm essen mussten. Wir sehen aus dieser Stelle auch, dass der Heiland gewohnt war, aus seiner Armut den Armen zu spenden. Apostelgeschichte Apg 51 13 30 Deus vero suscitavit eum a mortuis tertia die: qui visus est per dies multos his, Gott aber hat ihn am dritten Tage von den Toten auferweckt, und er ist viele Tage hindurch denen erschienen, -Johannes Joh 50 13 30 Cum ergo accepisset ille buccellam, exivit continuo. Erat autem nox. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus.⁴³ Es war aber Nacht.⁴⁴ -Johannes Joh 50 13 30 43 Er sah sich von dem Meister entdeckt und fürchtete auch vor den Aposteln als Verräter bezeichnet zu werden. Das Bewusstsein, entdeckt zu sein, bewog sein böses Herz nicht zur Reue, sondern trieb ihn zu Trotz und Verhärtung. -Johannes Joh 50 13 30 44 Diese Worte haben etwas in ihrer Kürze Ergreifendes und Erschütterndes. Auch in Judas Herzen ist es jetzt ganz Nacht geworden. Hat Judas das hl. Abendmahl mitgefeiert, so ist die Einsetzung desselben wohl vor V. 21 zu setzen und das Brot V. 26 von einem nachträglich gereichten Bissen zu verstehen. Johannes berichtet die Einsetzung der hl. Eucharistie nicht, weil diese seinen Lesern aus den anderen drei Evangelien, der mündlichen Überlieferung und der Feier der hl. Geheimnisse hinreichend bekannt war. Die Sorge vor Entweihung, Verrat, Missverständnis, welche im zweiten Jahrhunderte und später die höchsten Geheimnisse des Christentums vor Nichtchristen auszusprechen verbot, war es vielleicht auch, welche schon bei Abfassung dieses am spätesten geschriebenen Evangeliums einer neuen Berichterstattung über das hl. Opfer und Sakrament des N. B. entgegenwirkte. Dafür hatte aber der Evangelist mit der großen eucharistischen Rede des Herrn (Kap. 6) den Gläubigen die geheimnisvolle Tiefe des ihnen in Lehre und Leben längst gegenwärtigen Geheimnisses geboten. +Johannes Joh 51 13 30 Cum ergo accepisset ille buccellam, exivit continuo. Erat autem nox. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus.⁴³ Es war aber Nacht.⁴⁴ +Johannes Joh 51 13 30 43 Er sah sich von dem Meister entdeckt und fürchtete auch vor den Aposteln als Verräter bezeichnet zu werden. Das Bewusstsein, entdeckt zu sein, bewog sein böses Herz nicht zur Reue, sondern trieb ihn zu Trotz und Verhärtung. +Johannes Joh 51 13 30 44 Diese Worte haben etwas in ihrer Kürze Ergreifendes und Erschütterndes. Auch in Judas Herzen ist es jetzt ganz Nacht geworden. Hat Judas das hl. Abendmahl mitgefeiert, so ist die Einsetzung desselben wohl vor V. 21 zu setzen und das Brot V. 26 von einem nachträglich gereichten Bissen zu verstehen. Johannes berichtet die Einsetzung der hl. Eucharistie nicht, weil diese seinen Lesern aus den anderen drei Evangelien, der mündlichen Überlieferung und der Feier der hl. Geheimnisse hinreichend bekannt war. Die Sorge vor Entweihung, Verrat, Missverständnis, welche im zweiten Jahrhunderte und später die höchsten Geheimnisse des Christentums vor Nichtchristen auszusprechen verbot, war es vielleicht auch, welche schon bei Abfassung dieses am spätesten geschriebenen Evangeliums einer neuen Berichterstattung über das hl. Opfer und Sakrament des N. B. entgegenwirkte. Dafür hatte aber der Evangelist mit der großen eucharistischen Rede des Herrn (Kap. 6) den Gläubigen die geheimnisvolle Tiefe des ihnen in Lehre und Leben längst gegenwärtigen Geheimnisses geboten. Apostelgeschichte Apg 51 13 31 Qui simul ascenderant cum eo de Galilæa in Jerusalem: qui usque nunc sunt testes ejus ad plebem. die zugleich mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem hinaufgegangen waren, sie sind jetzt seine Zeugen vor dem Volke.³¹ -Johannes Joh 50 13 31 Cum ergo exisset, dixit Jesus: Nunc clarificatus est Filius hominis: et Deus clarificatus est in eo. Nachdem er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht,⁴⁵ und Gott ist verherrlicht in ihm!⁴⁶ +Johannes Joh 51 13 31 Cum ergo exisset, dixit Jesus: Nunc clarificatus est Filius hominis: et Deus clarificatus est in eo. Nachdem er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht,⁴⁵ und Gott ist verherrlicht in ihm!⁴⁶ Apostelgeschichte Apg 51 13 31 31 Wie für Israel das Gesetz und die Propheten der geschichtliche Untergrund war, so ist jetzt das apostolische Zeugnis der geschichtliche Überzeugungsgrund für die neuen, jedoch mit der Verheißung wesentlich verknüpften Gottestaten, die Auferweckung (V. 33) und die Erhöhung des Herrn. Dies Zeugnis gilt nicht nur einer einzelnen, sondern vielen Erscheinungen des Auferstandenen (V. 30), und ist das Zeugnis derjenigen, welche als Begleiter des Herrn ihn als irrtumslos erkannt (V. 31), und zur Ablegung dieses Zeugnisses göttlichen Auftrag erhalten haben. -Johannes Joh 50 13 31 45 Die Verherrlichung besteht im Leiden des Herrn, das mit dem Verrate beginnt und dem Kreuze endet (Orig., Chrys.), aber zur Herrlichkeit führt. -Johannes Joh 50 13 31 46 Durch Christi Tod und seinen beseligenden Folgen wird ja Gottes Gerechtigkeit und unendliche Liebe offenbar. Auch wird Gott durch den Gehorsam des Eingeborenen auf's höchste verherrlicht. -Johannes Joh 50 13 32 Si Deus clarificatus est in eo, et Deus clarificabit eum in semetipso: et continuo clarificabit eum. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, so wird Gott ihn auch in sich selbst verherrlichen, ja alsbald wird er ihn verherrlichen.⁴⁷ +Johannes Joh 51 13 31 45 Die Verherrlichung besteht im Leiden des Herrn, das mit dem Verrate beginnt und dem Kreuze endet (Orig., Chrys.), aber zur Herrlichkeit führt. +Johannes Joh 51 13 31 46 Durch Christi Tod und seinen beseligenden Folgen wird ja Gottes Gerechtigkeit und unendliche Liebe offenbar. Auch wird Gott durch den Gehorsam des Eingeborenen auf's höchste verherrlicht. +Johannes Joh 51 13 32 Si Deus clarificatus est in eo, et Deus clarificabit eum in semetipso: et continuo clarificabit eum. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, so wird Gott ihn auch in sich selbst verherrlichen, ja alsbald wird er ihn verherrlichen.⁴⁷ Apostelgeschichte Apg 51 13 32 Et nos vobis annuntiamus eam, quæ ad patres nostros repromissio facta est: Und wir verkündigen euch die Verheißung, welche an unsere Väter ergangen ist; -Johannes Joh 50 13 32 47 Weil Gott durch den Menschensohn verherrlicht wird, wird er seinerseits diesen verherrlichen und zwar in ihm selbst (so nach der besseren griech. Leseart), d. i. in seiner Gottheit, indem er die göttliche Natur des Sohnes offenbart. Ein schöner Gegensatz: Der Sohn Gottes verbirgt seine Gottheit, um den Vater zu verherrlichen, der Vater offenbart die Gottheit des menschgewordenen Sohnes, indem er zeigt, dass der Menschensohn wahrer Gott ist. +Johannes Joh 51 13 32 47 Weil Gott durch den Menschensohn verherrlicht wird, wird er seinerseits diesen verherrlichen und zwar in ihm selbst (so nach der besseren griech. Leseart), d. i. in seiner Gottheit, indem er die göttliche Natur des Sohnes offenbart. Ein schöner Gegensatz: Der Sohn Gottes verbirgt seine Gottheit, um den Vater zu verherrlichen, der Vater offenbart die Gottheit des menschgewordenen Sohnes, indem er zeigt, dass der Menschensohn wahrer Gott ist. Apostelgeschichte Apg 51 13 33 Quoniam hanc Deus adimplevit filiis nostris resuscitans Jesum, sicut et in psalmo secundo scriptum est: Filius meus es tu, ego hodie genui te. dass Gott diese an unsern Kindern erfüllt hat, indem er Jesus auferweckt hat, wie es auch im zweiten Psalme geschrieben steht: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeuget.³² -Johannes Joh 50 13 33 Filioli, adhuc modicum vobiscum sum. Quæretis me: et sicut dixi Judæis: Quo ego vado, vos non potestis venire: et vobis dico modo. Kindlein!⁴⁸ Noch eine kurze Zeit⁴⁹ bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen; aber wie ich den Juden gesagt habe:⁵⁰ Wo ich hingehe, dahin könnet ihr nicht kommen; so sage ich jetzt auch euch. [Joh 7,34] +Johannes Joh 51 13 33 Filioli, adhuc modicum vobiscum sum. Quæretis me: et sicut dixi Judæis: Quo ego vado, vos non potestis venire: et vobis dico modo. Kindlein!⁴⁸ Noch eine kurze Zeit⁴⁹ bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen; aber wie ich den Juden gesagt habe:⁵⁰ Wo ich hingehe, dahin könnet ihr nicht kommen; so sage ich jetzt auch euch. [Joh 7,34] Apostelgeschichte Apg 51 13 33 32 [Ps 2,7] Wie im Hinblick auf die ewige Zeugung und auf die Zeugung in der Zeit, so hat Gott für diesen neuen Lebensanfang gezeigt, dass der Messias ist, was er von Ewigkeit her war: der Sohn Gottes. Vergl. [Hebr 1,5, Hebr 5,5]. -Johannes Joh 50 13 33 48 Dieser Ausdruck findet sich nur an dieser Stelle und [Mk 10,24]. Der Heiland will durch die liebevolle Anrede die Kundgebung der schmerzlichen Nachricht der Trennung einleiten, auch sollte in der schweren Zukunft die Erinnerung an diese Ansprache sie stärken und trösten. -Johannes Joh 50 13 33 49 Bis zur Gefangennehmung. -Johannes Joh 50 13 33 50 Vergl. [Joh 7,34, Joh 8,21.24]. Zu den Juden hatte der Heiland diese Worte in einem anderen Sinne und in anderer Absicht gesprochen. Dort erklärte der Heiland unbeschränkt, dass die Juden nicht zu ihm in den Himmel kommen würden. Hier sagt der Heiland dasselbe, nur von der Jetztzeit. Dort sprach der Herr diese Worte, um zu strafen, hier um zu rühren und die Gemüter der Jünger für das folgende Gebot empfänglicher zu machen. Der Herr sagt den Jüngern dies jetzt, weil er von ihnen geht. +Johannes Joh 51 13 33 48 Dieser Ausdruck findet sich nur an dieser Stelle und [Mk 10,24]. Der Heiland will durch die liebevolle Anrede die Kundgebung der schmerzlichen Nachricht der Trennung einleiten, auch sollte in der schweren Zukunft die Erinnerung an diese Ansprache sie stärken und trösten. +Johannes Joh 51 13 33 49 Bis zur Gefangennehmung. +Johannes Joh 51 13 33 50 Vergl. [Joh 7,34, Joh 8,21.24]. Zu den Juden hatte der Heiland diese Worte in einem anderen Sinne und in anderer Absicht gesprochen. Dort erklärte der Heiland unbeschränkt, dass die Juden nicht zu ihm in den Himmel kommen würden. Hier sagt der Heiland dasselbe, nur von der Jetztzeit. Dort sprach der Herr diese Worte, um zu strafen, hier um zu rühren und die Gemüter der Jünger für das folgende Gebot empfänglicher zu machen. Der Herr sagt den Jüngern dies jetzt, weil er von ihnen geht. Apostelgeschichte Apg 51 13 34 Quod autem suscitavit eum a mortuis, amplius jam non reversurum in corruptionem, ita dixit: Quia dabo vobis sancta David fidelia. Dass er ihn aber von den Toten erwecket hat, und er nicht mehr zur Verwesung zurückkehren wird, hat er also ausgesprochen: Ich will euch das Heilige³³ Davids, das Getreue³⁴ geben. -Johannes Joh 50 13 34 Mandatum novum do vobis: Ut diligatis invicem, sicut dilexi vos, ut et vos diligatis invicem. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebet, wie ich euch geliebet habe, so sollt auch ihr einander lieben.⁵¹ [Mt 22,39, Joh 15,12] +Johannes Joh 51 13 34 Mandatum novum do vobis: Ut diligatis invicem, sicut dilexi vos, ut et vos diligatis invicem. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebet, wie ich euch geliebet habe, so sollt auch ihr einander lieben.⁵¹ [Mt 22,39, Joh 15,12] Apostelgeschichte Apg 51 13 34 33 Hebr.: die Gnade Davids, die David versprochenen messianischen Güter. Apostelgeschichte Apg 51 13 34 34 Die Güter sind zuverlässig. Dies wären sie nicht, könnte der Vermittler sterben. -Johannes Joh 50 13 34 51 Wie ein scheidender Vater seinen Kindern gibt der Heiland das neue Gebot. Wohl heißt es [Lev 19,18]: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, und wohl hat der Heiland das Gebot der Nächstenliebe nächst dem Gebote der Gottesliebe das Höchste genannt [Mt 22,37]; aber neu war das Vorbild und damit der Beweggrund und das Maß der Liebe. Zudem war das Gebot der Nächstenliebe im A. T. besonders den Volksgenossen gegenüber geboten, und war ein Mittel der nationalen und religiösen Einheit, die selbst wieder nur Vorbild und Vorbereitung auf eine höhere Einheit war. Von jetzt ab aber, nachdem der eingeborene Sohn Gottes sich für alle Menschen hingegeben [Joh 15,13] und die Offenbarung der höchsten Liebe am Kreuze gegeben, sich selbst und seine Gnaden auch ferner uns in Opfer und Sakrament spendend, ist die Liebe nach seinem Vorbilde, der Inhalt und das höchste Ziel des N. B. geworden, und zwar die selbstlose Liebe. Christus hat die Menschen geliebt ohne ihr Verdienst, ja trotz ihrer Missverdienste, während im A. B. dieser Gedanke sich nur unvollkommen findet. Wie in der Bergpredigt stellt hier Christus den Geboten, welche den Alten zu Teil geworden, seine neuen, höheren Gebote gegenüber, nachdem er dem A. B. einen neuen Bund in seinem Blute entgegengestellt und einen ewig gültigen Erweis seiner sich selbst entäußernden Liebe gegeben. -Johannes Joh 50 13 35 In hoc cognoscent omnes quia discipuli mei estis, si dilectionem habueritis ad invicem. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habet zueinander.⁵² +Johannes Joh 51 13 34 51 Wie ein scheidender Vater seinen Kindern gibt der Heiland das neue Gebot. Wohl heißt es [Lev 19,18]: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, und wohl hat der Heiland das Gebot der Nächstenliebe nächst dem Gebote der Gottesliebe das Höchste genannt [Mt 22,37]; aber neu war das Vorbild und damit der Beweggrund und das Maß der Liebe. Zudem war das Gebot der Nächstenliebe im A. T. besonders den Volksgenossen gegenüber geboten, und war ein Mittel der nationalen und religiösen Einheit, die selbst wieder nur Vorbild und Vorbereitung auf eine höhere Einheit war. Von jetzt ab aber, nachdem der eingeborene Sohn Gottes sich für alle Menschen hingegeben [Joh 15,13] und die Offenbarung der höchsten Liebe am Kreuze gegeben, sich selbst und seine Gnaden auch ferner uns in Opfer und Sakrament spendend, ist die Liebe nach seinem Vorbilde, der Inhalt und das höchste Ziel des N. B. geworden, und zwar die selbstlose Liebe. Christus hat die Menschen geliebt ohne ihr Verdienst, ja trotz ihrer Missverdienste, während im A. B. dieser Gedanke sich nur unvollkommen findet. Wie in der Bergpredigt stellt hier Christus den Geboten, welche den Alten zu Teil geworden, seine neuen, höheren Gebote gegenüber, nachdem er dem A. B. einen neuen Bund in seinem Blute entgegengestellt und einen ewig gültigen Erweis seiner sich selbst entäußernden Liebe gegeben. +Johannes Joh 51 13 35 In hoc cognoscent omnes quia discipuli mei estis, si dilectionem habueritis ad invicem. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habet zueinander.⁵² Apostelgeschichte Apg 51 13 35 Ideoque et alias dicit: Non dabis Sanctum tuum videre corruptionem. Darum sagt er auch an einer anderen Stelle: Du wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung schaue.³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 13 35 35 Wie Petrus in seiner Pfingstrede begründet Paulus zwei Wahrheiten: die Prophezeiung ist nicht in David erfüllt; der, an welchem sie in Erfüllung gegangen ist, steht unendlich hoch über David: in ihm also ist für alle Heil. -Johannes Joh 50 13 35 52 Diese Worte enthalten einen Befehl und sind eine Voraussage. Der ganze erste Brief des hl. Johannes ist gleichsam ein Kommentar zu demselben. Dass sie zu allen Zeiten in Erfüllung gingen, bezeugt die Kirchengeschichte. -Johannes Joh 50 13 36 Dicit ei Simon Petrus: Domine, quo vadis? Respondit Jesus: Quo ego vado, non potes me modo sequi: sequeris autem postea. Simon Petrus sprach zu ihm: Herr! wohin gehst du?⁵³ Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber nachmals folgen.⁵⁴ +Johannes Joh 51 13 35 52 Diese Worte enthalten einen Befehl und sind eine Voraussage. Der ganze erste Brief des hl. Johannes ist gleichsam ein Kommentar zu demselben. Dass sie zu allen Zeiten in Erfüllung gingen, bezeugt die Kirchengeschichte. +Johannes Joh 51 13 36 Dicit ei Simon Petrus: Domine, quo vadis? Respondit Jesus: Quo ego vado, non potes me modo sequi: sequeris autem postea. Simon Petrus sprach zu ihm: Herr! wohin gehst du?⁵³ Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber nachmals folgen.⁵⁴ Apostelgeschichte Apg 51 13 36 David enim in sua generatione cum administrasset, voluntati Dei dormivit: et appositus est ad patres suos, et vidit corruptionem. Denn David ist, nachdem er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte, entschlafen, und wurde bei seinen Vätern beigesetzt, und sah die Verwesung; [1Kön 2,10] -Johannes Joh 50 13 36 53 Die Liebe zu seinem Meister erfüllt den hl. Petrus derart, dass er nur immer an die Voraussagung der Trennung (V. 33) denkt. -Johannes Joh 50 13 36 54 Petrus hat noch nicht den Beruf, noch die Kraft, mit Christus und für Christus zu sterben. Später aber wird er ihm durch sein glorreiches Martyrium in den Tod und in die Herrlichkeit folgen. +Johannes Joh 51 13 36 53 Die Liebe zu seinem Meister erfüllt den hl. Petrus derart, dass er nur immer an die Voraussagung der Trennung (V. 33) denkt. +Johannes Joh 51 13 36 54 Petrus hat noch nicht den Beruf, noch die Kraft, mit Christus und für Christus zu sterben. Später aber wird er ihm durch sein glorreiches Martyrium in den Tod und in die Herrlichkeit folgen. Apostelgeschichte Apg 51 13 37 Quem vero Deus suscitavit a mortuis, non vidit corruptionem. jener aber, den Gott von den Toten auferwecket hat, sah die Verwesung nicht. -Johannes Joh 50 13 37 Dicit ei Petrus: Quare non possum te sequi modo? animam meam pro te ponam. Petrus sprach zu ihm: Warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Ich will mein Leben für dich einsetzen.⁵⁵ -Johannes Joh 50 13 37 55 Es sind Worte eines liebeglühenden, aber zu sehr auf sich selbst vertrauenden Herzens. -Johannes Joh 50 13 38 Respondit ei Jesus: Animam tuam pro me pones? Amen, amen dico tibi: Non cantabit gallus, donec ter me neges. Jesus antwortete ihm: Du willst dein Leben für mich einsetzen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast.⁵⁶ [Lk 22,34] +Johannes Joh 51 13 37 Dicit ei Petrus: Quare non possum te sequi modo? animam meam pro te ponam. Petrus sprach zu ihm: Warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Ich will mein Leben für dich einsetzen.⁵⁵ +Johannes Joh 51 13 37 55 Es sind Worte eines liebeglühenden, aber zu sehr auf sich selbst vertrauenden Herzens. +Johannes Joh 51 13 38 Respondit ei Jesus: Animam tuam pro me pones? Amen, amen dico tibi: Non cantabit gallus, donec ter me neges. Jesus antwortete ihm: Du willst dein Leben für mich einsetzen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast.⁵⁶ [Lk 22,34] Apostelgeschichte Apg 51 13 38 Notum igitur sit vobis viri fratres, quia per hunc vobis remissio peccatorum annuntiatur, et ab omnibus, quibus non potuistis in lege Moysi justificari, So sei es euch deshalb kund, Brüder! dass durch diesen euch Vergebung der Sünden³⁶ verkündigt wird; und von allem, wovon ihr nicht gerechtfertiget werden konntet im Gesetze Moses', Apostelgeschichte Apg 51 13 38 36 Die Vergebung der Sünden, welche durch Jesus erworben und vermittelt ist. So predigte einst Johannes der Täufer [Mt 3,2.6], so begann der Herr selbst seine Predigt [Lk 7,47, Lk 24,47], so Petrus [Apg 2,38, Apg 5,31, Apg 10,43]. -Johannes Joh 50 13 38 56 Zweimal sagte der Heiland dem hl. Petrus seinen Fall voraus: bei Tisch [Lk 22,34] und auf dem Wege nach Gethsemani. [Mt 26,34, Mk 14,30]. Die übrigen Evangelisten fassen besonders das zweite Krähen des Hahnes in's Auge, während der hl. Markus in der Vorhersagung des Herrn das zweimalige Krähen erwähnt und die Erfüllung eingehender berichtet. [Mt 26,6ff, Mk 14,68.72] +Johannes Joh 51 13 38 56 Zweimal sagte der Heiland dem hl. Petrus seinen Fall voraus: bei Tisch [Lk 22,34] und auf dem Wege nach Gethsemani. [Mt 26,34, Mk 14,30]. Die übrigen Evangelisten fassen besonders das zweite Krähen des Hahnes in's Auge, während der hl. Markus in der Vorhersagung des Herrn das zweimalige Krähen erwähnt und die Erfüllung eingehender berichtet. [Mt 26,6ff, Mk 14,68.72] Apostelgeschichte Apg 51 13 39 In hoc omnis, qui credit, justificatur. wird in diesem ein jeder, der glaubt, gerechtfertiget. Apostelgeschichte Apg 51 13 40 Videte ergo ne superveniat vobis quod dictum est in prophetis: Sehet also zu, dass nicht über euch komme, was in den Propheten gesagt ist: Apostelgeschichte Apg 51 13 41 Videte contemptores, et admiramini, et disperdimini: quia opus operor ego in diebus vestris, opus quod non credetis, si quis enarraverit vobis. Sehet, ihr Verächter! und verwundert euch und vergehet; denn ich tue ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn jemand es euch erzählet.³⁷ [Hab 1,5] @@ -60878,243 +60933,243 @@ Apostelgeschichte Apg 51 13 51 43 Diese Handlung war gegen die Juden gerichtet Apostelgeschichte Apg 51 13 51 44 Ikonium, das heutige Koniath, lag auf dem Wege von Antiochia nach Lystra 150 Kilom. südlich von dem ersteren Orte. Apostelgeschichte Apg 51 13 52 Discipuli quoque replebantur gaudio, et Spiritu sancto. Die Jünger hingegen wurden mit Freude erfüllt und dem Heiligen Geiste.⁴⁵ Apostelgeschichte Apg 51 13 52 45 Die Jünger hingegen, d. i. die Neubekehrten, im Gegensatz zu den Verfolgern, wurden mit Freude über das Heil in Christus erfüllt und führten ein neues geistiges Leben. -Apostelgeschichte Apg 51 14 0 Wirksamkeit der Apostel in Ikonium. (V. 7) Heilung eines Lahmen zu Lystra. (V. 18) Steinigung des heil. Paulus zu Lystra. Rückkehr nach Syrien. -Johannes Joh 50 14 0 2. Des Herrn Trost (K. 14): Verheißung der Wiederkehr des Heilandes (V. 3), Stärkung der Jünger im Glauben an seine Wesensgleichheit mit dem Vater, welche er durch seine Werke offenbart hat und die Gläubigen durch noch größere Werke offenbaren werden. (V. 12) Verheißung der Kraft von oben, der Sendung des hl. Geistes und der Wiedervereinigung mit Jesus (V. 24). -Johannes Joh 50 14 1 Non turbetur cor vestrum. Creditis in Deum, et in me credite. Euer Herz bange nicht! Ihr glaubet an Gott; glaubet auch an mich!¹ +Apostelgeschichte Apg 51 14 0 Wirksamkeit der Apostel in Ikonium. (V. 7) Heilung eines Lahmen zu Lystra. (V. 18) Steinigung des heil. Paulus zu Lystra. Rückkehr nach Syrien. +Johannes Joh 51 14 0 2. Des Herrn Trost (K. 14): Verheißung der Wiederkehr des Heilandes (V. 3), Stärkung der Jünger im Glauben an seine Wesensgleichheit mit dem Vater, welche er durch seine Werke offenbart hat und die Gläubigen durch noch größere Werke offenbaren werden. (V. 12) Verheißung der Kraft von oben, der Sendung des hl. Geistes und der Wiedervereinigung mit Jesus (V. 24). +Johannes Joh 51 14 1 Non turbetur cor vestrum. Creditis in Deum, et in me credite. Euer Herz bange nicht! Ihr glaubet an Gott; glaubet auch an mich!¹ Apostelgeschichte Apg 51 14 1 Factum est autem Iconii, ut simul introirent in synagogam Judæorum, et loquerentur, ita ut crederet Judæorum, et Græcorum copiosa multitudo. Es geschah aber zu Ikonium, dass sie miteinander in die Synagoge der Juden gingen und mit solchem Erfolge redeten, dass eine große Zahl von Juden und Griechen¹ gläubig ward. Apostelgeschichte Apg 51 14 1 1 Diese Griechen sind wohl Heiden, die Gott fürchten [Apg 13,16] und die Synagoge zu besuchen pflegen. -Johannes Joh 50 14 1 1 Die Trauer der Jünger hat durch die Vorhersagung der Verleugnung des hl. Petrus zugenommen (Chrys., Cyr., Theod.). Banget nicht, denn ihr glaubet ja. Oder: Banget nicht, sondern vertraut. Ihr glaubt an Gott, der nicht irren noch euch täuschen kann, so glaubet auch an mich, da ich nur rede, was ich von Gott gehört. Die griech. Form des Zeitwortes wird von einigen Vätern auch in der ersten Satzhälfte als Befehl aufgefasst (Chrys., Cyr. v. Alex., Hil.). +Johannes Joh 51 14 1 1 Die Trauer der Jünger hat durch die Vorhersagung der Verleugnung des hl. Petrus zugenommen (Chrys., Cyr., Theod.). Banget nicht, denn ihr glaubet ja. Oder: Banget nicht, sondern vertraut. Ihr glaubt an Gott, der nicht irren noch euch täuschen kann, so glaubet auch an mich, da ich nur rede, was ich von Gott gehört. Die griech. Form des Zeitwortes wird von einigen Vätern auch in der ersten Satzhälfte als Befehl aufgefasst (Chrys., Cyr. v. Alex., Hil.). Apostelgeschichte Apg 51 14 2 Qui vero increduli fuerunt Judæi, suscitaverunt, et ad iracundiam concitaverunt animas gentium adversus fratres. Die Juden aber, welche ungläubig geblieben waren, erregten und verbitterten die Gemüter der Heiden gegen die Brüder.² -Johannes Joh 50 14 2 In domo Patris mei mansiones multæ sunt. Si quo minus dixissem vobis: Quia vado parare vobis locum. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.² Wenn es nicht so wäre, so hätte ich es euch gesagt;³ denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.⁴ +Johannes Joh 51 14 2 In domo Patris mei mansiones multæ sunt. Si quo minus dixissem vobis: Quia vado parare vobis locum. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.² Wenn es nicht so wäre, so hätte ich es euch gesagt;³ denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.⁴ Apostelgeschichte Apg 51 14 2 2 D. i. gegen die Gläubigen. Vergl. [Apg 10,23]. Unter den Erstbekehrten zu Ikonium war der Überlieferung nach (Chrys., Epiph.) die heil. Thekla. -Johannes Joh 50 14 2 2 Glaubet an mich, der ich euch sage, dass in meines Vaters Hause viele Wohnungen sind, also auch für euch. Der Heiland sagt nicht: Wohnungen für viele, sondern viele Wohnungen. Mit Recht schließen viele Väter daraus, dass die Seligkeit verschiedene Stufen hat. -Johannes Joh 50 14 2 3 Gäbe es im Himmel keine Stätte für euch und keine Wiedervereinigung, ich hätte euch auch diese schmerzliche Wahrheit mitgeteilt, damit ihr euch keine eitle Hoffnung machet. Also glaubet gewiss: Sehet ihr auch den Weg noch nicht, den Gott euch durch dieses Leben führen wird, er führt euch dennoch sicher in die Heimat. -Johannes Joh 50 14 2 4 Aber es ist keine eitle Hoffnung, denn ich gehe ja hin, euch eine Stätte zu bereiten. Wendet also euren Blick auf den Himmel. Die Wohnungen sind von Ewigkeit her bestimmt [Mt 25,34]; der Heiland geht, den Eingang in den Himmel durch sein Leiden und die Himmelfahrt zu öffnen und die Teilnahme an der Seligkeit zu sichern. [Joh 17,24] +Johannes Joh 51 14 2 2 Glaubet an mich, der ich euch sage, dass in meines Vaters Hause viele Wohnungen sind, also auch für euch. Der Heiland sagt nicht: Wohnungen für viele, sondern viele Wohnungen. Mit Recht schließen viele Väter daraus, dass die Seligkeit verschiedene Stufen hat. +Johannes Joh 51 14 2 3 Gäbe es im Himmel keine Stätte für euch und keine Wiedervereinigung, ich hätte euch auch diese schmerzliche Wahrheit mitgeteilt, damit ihr euch keine eitle Hoffnung machet. Also glaubet gewiss: Sehet ihr auch den Weg noch nicht, den Gott euch durch dieses Leben führen wird, er führt euch dennoch sicher in die Heimat. +Johannes Joh 51 14 2 4 Aber es ist keine eitle Hoffnung, denn ich gehe ja hin, euch eine Stätte zu bereiten. Wendet also euren Blick auf den Himmel. Die Wohnungen sind von Ewigkeit her bestimmt [Mt 25,34]; der Heiland geht, den Eingang in den Himmel durch sein Leiden und die Himmelfahrt zu öffnen und die Teilnahme an der Seligkeit zu sichern. [Joh 17,24] Apostelgeschichte Apg 51 14 3 Multo igitur tempore demorati sunt, fiducialiter agentes in Domino, testimonium perhibente verbo gratiæ suæ, dante signa, et prodigia fieri per manus eorum. Eine geraume Zeit³ nun weilten sie daselbst, freimütig redend im Herrn,⁴ der dem Worte seiner Gnade Zeugnis gab, indem er verlieh, dass Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschahen. -Johannes Joh 50 14 3 Et si abiero, et præparavero vobis locum: iterum venio, et accipiam vos ad meipsum, ut ubi sum ego, et vos sitis. Und wenn ich hingegangen bin, und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder,⁵ und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seiet, wo ich bin. +Johannes Joh 51 14 3 Et si abiero, et præparavero vobis locum: iterum venio, et accipiam vos ad meipsum, ut ubi sum ego, et vos sitis. Und wenn ich hingegangen bin, und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder,⁵ und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seiet, wo ich bin. Apostelgeschichte Apg 51 14 3 3 Wohl einige Monate. Apostelgeschichte Apg 51 14 3 4 Voll Vertrauen auf den Herrn, d. i. wohl auf Gott, wie [Apg 4,29ff20.32] -Johannes Joh 50 14 3 5 Der Herr kommt bei dem Tode jedes Einzelnen und kommt am Ende der Tage, wo die Gerechten auch dem Leibe nach im Himmel ihre Stätte finden. -Johannes Joh 50 14 4 Et quo ego vado scitis, et viam scitis. Wohin ich gehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch.⁶ +Johannes Joh 51 14 3 5 Der Herr kommt bei dem Tode jedes Einzelnen und kommt am Ende der Tage, wo die Gerechten auch dem Leibe nach im Himmel ihre Stätte finden. +Johannes Joh 51 14 4 Et quo ego vado scitis, et viam scitis. Wohin ich gehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 14 4 Divisa est autem multitudo civitatis: et quidam quidem erant cum Judæis, quidam vero cum Apostolis. Allein die Volksmenge der Stadt war geteilt; einige hielten es nämlich mit den Juden, andere hingegen mit den Aposteln.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 14 4 5 Der größere Teil der heidnischen Bevölkerung hielt es mit den Juden, der kleinere mit den Aposteln. An dieser Stelle werden Barnabas und Paulus zum ersten Male Apostel genannt und so mit demselben Namen bezeichnet wie die Zwölf [Apg 15,2]. Vergl. [Apg 13,Anm.5] -Johannes Joh 50 14 4 6 Ihr wisset, dass ich von euch gehe und zwar auf dem Wege des schmerzlichen Todes, so beherzigt auch zu eurem Troste, wohin ich gehe: in den Himmel, zu dem auch euer Weg führt. -Johannes Joh 50 14 5 Dicit ei Thomas: Domine, nescimus quo vadis: et quomodo possumus viam scire? Da sprach Thomas zu ihm: Herr! wir wissen nicht, wohin du gehst; und wie können wir den Weg wissen?⁷ +Johannes Joh 51 14 4 6 Ihr wisset, dass ich von euch gehe und zwar auf dem Wege des schmerzlichen Todes, so beherzigt auch zu eurem Troste, wohin ich gehe: in den Himmel, zu dem auch euer Weg führt. +Johannes Joh 51 14 5 Dicit ei Thomas: Domine, nescimus quo vadis: et quomodo possumus viam scire? Da sprach Thomas zu ihm: Herr! wir wissen nicht, wohin du gehst; und wie können wir den Weg wissen?⁷ Apostelgeschichte Apg 51 14 5 Cum autem factus esset impetus gentilium, et Judæorum cum principibus suis, ut contumeliis afficerent, et lapidarent eos, Als aber die Heiden und die Juden mit ihren Vorstehern sich erhoben, um sie zu misshandeln und zu steinigen,⁶ Apostelgeschichte Apg 51 14 5 6 Die Steinigung war die Strafe der Gotteslästerung. Dieser Sünde also wurden sie wie einst Stephanus beschuldigt. -Johannes Joh 50 14 5 7 Der hl. Thomas hat in seiner Betrübnis das Wort in meines Vaters Hause überhört. Ihm erscheint alles trüb und dunkel. Vergl. [Joh 11,16]. Er weiß nicht, wohin der Herr geht, noch viel weniger kennt er den Weg, auf dem er ihm folgen soll. +Johannes Joh 51 14 5 7 Der hl. Thomas hat in seiner Betrübnis das Wort in meines Vaters Hause überhört. Ihm erscheint alles trüb und dunkel. Vergl. [Joh 11,16]. Er weiß nicht, wohin der Herr geht, noch viel weniger kennt er den Weg, auf dem er ihm folgen soll. Apostelgeschichte Apg 51 14 6 Intelligentes confugerunt ad civitates Lycaoniæ Lystram, et Derben, et universam in circuitu regionem, et ibi evangelizantes erant. flohen⁷ die Apostel, davon in Kenntnis gesetzt, in die Städte von Lykaonien, Lystra und Derbe,⁷ und in die ganze Gegend im Umkreise; und dort verkündeten sie das Evangelium.⁸ -Johannes Joh 50 14 6 Dicit ei Jesus: Ego sum via, et veritas, et vita: nemo venit ad Patrem, nisi per me. Jesus sprach zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.⁸ Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.⁹ +Johannes Joh 51 14 6 Dicit ei Jesus: Ego sum via, et veritas, et vita: nemo venit ad Patrem, nisi per me. Jesus sprach zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.⁸ Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 14 6 7 Die Apostel gehorchen dem Worte des Herrn. [Mt 10,23] Apostelgeschichte Apg 51 14 6 7 Die Apostel gehorchen dem Worte des Herrn. [Mt 10,23] Apostelgeschichte Apg 51 14 6 8 Lystra lag ungefähr 40 Kilom. südlich von Ikonium am Fuße eines Berges, Derbe etwa 75 Kilom. weiter östlich an der Grenze von Isaurien und Kappadocien. -Johannes Joh 50 14 6 8 Ich bin ja selbst der Weg zum Vater, zur Heimat; schließe dich an mich an in Glaube und Liebe, und du gelangst zum Himmel. Ich bin der Weg, weil ich die göttliche Wahrheit bin, die gekommen ist, jeden Menschen zu erleuchten und zum Vater zu führen; ich bin das göttliche Leben, welches das Leben der Gnade und der Herrlichkeit verleiht. Wie oft im Leben stellen auch wir die Frage: Wo will das hinaus? Wie soll das enden? Wir schauen nur auf den Weg, den Gott uns auf Erden führt und dieser scheint sich in's Dunkle zu verlieren, bleiben wir in Glaube und Liebe mit Christus vereint, dann sind wir stets auf dem rechten Wege, denn Christus ist der Weg: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! -Johannes Joh 50 14 6 9 Das gemeinsame Ziel für mich und für euch ist der Vater. Ohne Weg kann man nicht gehen, ohne Wahrheit und Leben nicht zur Vereinigung mit Gott gelangen, der die Wahrheit und das Leben selber ist. Sofern nun der Herr sein Amt als Mittler durch die Kirche fortsetzt, ist auch diese der alleinige Weg, auf dem der Mensch das Heil erlangt. Mit Recht also heißt sie alleinseligmachend, denn außerhalb derselben ist so wenig Heil zu finden wie außer Christus. Wer also in keiner Weise, nicht einmal dem Verlangen nach, zur Kirche gehört, oder wer von derselben abfällt, muss des Heiles verlustig gehen. -Johannes Joh 50 14 7 Si cognovissetis me, et Patrem meum utique cognovissetis: et amodo cognoscetis eum, et vidistis eum. Wenn ihr mich erkannt hättet, so würdet ihr auch meinen Vater erkannt haben;¹⁰ aber von nun an werdet ihr ihn erkennen, und ihr habt ihn gesehen.¹¹ +Johannes Joh 51 14 6 8 Ich bin ja selbst der Weg zum Vater, zur Heimat; schließe dich an mich an in Glaube und Liebe, und du gelangst zum Himmel. Ich bin der Weg, weil ich die göttliche Wahrheit bin, die gekommen ist, jeden Menschen zu erleuchten und zum Vater zu führen; ich bin das göttliche Leben, welches das Leben der Gnade und der Herrlichkeit verleiht. Wie oft im Leben stellen auch wir die Frage: Wo will das hinaus? Wie soll das enden? Wir schauen nur auf den Weg, den Gott uns auf Erden führt und dieser scheint sich in's Dunkle zu verlieren, bleiben wir in Glaube und Liebe mit Christus vereint, dann sind wir stets auf dem rechten Wege, denn Christus ist der Weg: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! +Johannes Joh 51 14 6 9 Das gemeinsame Ziel für mich und für euch ist der Vater. Ohne Weg kann man nicht gehen, ohne Wahrheit und Leben nicht zur Vereinigung mit Gott gelangen, der die Wahrheit und das Leben selber ist. Sofern nun der Herr sein Amt als Mittler durch die Kirche fortsetzt, ist auch diese der alleinige Weg, auf dem der Mensch das Heil erlangt. Mit Recht also heißt sie alleinseligmachend, denn außerhalb derselben ist so wenig Heil zu finden wie außer Christus. Wer also in keiner Weise, nicht einmal dem Verlangen nach, zur Kirche gehört, oder wer von derselben abfällt, muss des Heiles verlustig gehen. +Johannes Joh 51 14 7 Si cognovissetis me, et Patrem meum utique cognovissetis: et amodo cognoscetis eum, et vidistis eum. Wenn ihr mich erkannt hättet, so würdet ihr auch meinen Vater erkannt haben;¹⁰ aber von nun an werdet ihr ihn erkennen, und ihr habt ihn gesehen.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 14 7 Et quidam vir Lystris infirmus pedibus sedebat, claudus ex utero matris suæ, qui nunquam ambulaverat. Und ein Mann saß in Lystra, kraftlos an den Füßen, lahm vom Mutterleibe an, der noch niemals gegangen war. -Johannes Joh 50 14 7 10 Der Heiland antwortet auf den zweiten Teil der Frage des hl. Thomas: Wie können wir den Weg wissen? Antwort: Ihr konntet ihn nicht wissen, weil ihr mich, den wahren Weg, nicht vollkommen erkannt habt; doch wie derjenige, welcher den Weg kennt, zum Ziele gelangt, so kommt derjenige zur Erkenntnis des Vaters, der mich kennt. -Johannes Joh 50 14 7 11 Von dieser Stunde an kommt euch die rechte Erkenntnis, tiefer als je werdet ihr heute Abend mein Wesen schauen und damit den Vater. So helle Lichtstrahlen der Offenbarung wie an diesem Abende hat der Heiland den Aposteln noch nicht gespendet, so bereit dieselben aufzunehmen wie heute ist ihr Herz noch nie gewesen. Was heute in ihnen beginnt, wird die Auferstehung des Herrn und die Sendung des Heil. Geistes vollenden. +Johannes Joh 51 14 7 10 Der Heiland antwortet auf den zweiten Teil der Frage des hl. Thomas: Wie können wir den Weg wissen? Antwort: Ihr konntet ihn nicht wissen, weil ihr mich, den wahren Weg, nicht vollkommen erkannt habt; doch wie derjenige, welcher den Weg kennt, zum Ziele gelangt, so kommt derjenige zur Erkenntnis des Vaters, der mich kennt. +Johannes Joh 51 14 7 11 Von dieser Stunde an kommt euch die rechte Erkenntnis, tiefer als je werdet ihr heute Abend mein Wesen schauen und damit den Vater. So helle Lichtstrahlen der Offenbarung wie an diesem Abende hat der Heiland den Aposteln noch nicht gespendet, so bereit dieselben aufzunehmen wie heute ist ihr Herz noch nie gewesen. Was heute in ihnen beginnt, wird die Auferstehung des Herrn und die Sendung des Heil. Geistes vollenden. Apostelgeschichte Apg 51 14 8 Hic audivit Paulum loquentem. Qui intuitus eum, et videns quia fidem haberet ut salvus fieret, Dieser hörte Paulus reden. Da blickte ihn Paulus an, und sah, dass er Glauben hatte, Heilung zu finden,⁹ -Johannes Joh 50 14 8 Dicit ei Philippus: Domine, ostende nobis Patrem, et sufficit nobis. Philippus sprach zu ihm: Herr! zeige uns den Vater, und es genügt uns.¹² +Johannes Joh 51 14 8 Dicit ei Philippus: Domine, ostende nobis Patrem, et sufficit nobis. Philippus sprach zu ihm: Herr! zeige uns den Vater, und es genügt uns.¹² Apostelgeschichte Apg 51 14 8 9 Damals wurde Timotheus von Lystra gebürtig [Apg 16,1], seine jüdische Mutter Eunice und seine Großmutter Lois [2Tim 1,5] und Gajus von Derbe [Apg 20,4] bekehrt. -Johannes Joh 50 14 8 12 Ähnlich sprach einst Moses. [Ex 33,11.18] Philippus wünscht, der Heiland soll durch ein Wunder den Himmel öffnen und die Apostel einen Blick tun lassen in seine Herrlichkeit. Wenn solches Licht in diese trübe Stunde fallen könnte, so sind wir zufrieden. +Johannes Joh 51 14 8 12 Ähnlich sprach einst Moses. [Ex 33,11.18] Philippus wünscht, der Heiland soll durch ein Wunder den Himmel öffnen und die Apostel einen Blick tun lassen in seine Herrlichkeit. Wenn solches Licht in diese trübe Stunde fallen könnte, so sind wir zufrieden. Apostelgeschichte Apg 51 14 9 Dixit magna voce: Surge super pedes tuos rectus. Et exsilivit, et ambulabat. und sprach mit lauter Stimme: Stelle dich auf deine Füße aufrecht! Und er sprang auf, und ging umher. -Johannes Joh 50 14 9 Dicit ei Jesus: Tanto tempore vobiscum sum: et non cognovistis me? Philippe, qui videt me, videt et Patrem. Quomodo tu dicis: Ostende nobis Patrem? Jesus sprach zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und ihr habt mich noch nicht erkannt? Philippus! wer mich sieht, sieht auch den Vater. Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater?¹³ -Johannes Joh 50 14 9 13 Im griech. Texte: Du hast mich noch nicht erkannt, Philippus. Da von einem Schauen der göttlichen Natur keine Rede sein kann, ist an ein Schauen zu denken, wie es im Erdenleben möglich ist. Es war aber den Aposteln einzig möglich, den Herrn in seiner heiligsten Menschheit und seinem Wirken zu sehen, woraus sie freilich auf die ihm innewohnende Gottheit schließen konnten. Der Sinn ist also: Ich und der Vater sind derart eines, dass es dasselbe ist, mich oder den Vater zu sehen, denn in nichts würde er anders handeln als ich, wäre er als Mensch unter euch erschienen. +Johannes Joh 51 14 9 Dicit ei Jesus: Tanto tempore vobiscum sum: et non cognovistis me? Philippe, qui videt me, videt et Patrem. Quomodo tu dicis: Ostende nobis Patrem? Jesus sprach zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und ihr habt mich noch nicht erkannt? Philippus! wer mich sieht, sieht auch den Vater. Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater?¹³ +Johannes Joh 51 14 9 13 Im griech. Texte: Du hast mich noch nicht erkannt, Philippus. Da von einem Schauen der göttlichen Natur keine Rede sein kann, ist an ein Schauen zu denken, wie es im Erdenleben möglich ist. Es war aber den Aposteln einzig möglich, den Herrn in seiner heiligsten Menschheit und seinem Wirken zu sehen, woraus sie freilich auf die ihm innewohnende Gottheit schließen konnten. Der Sinn ist also: Ich und der Vater sind derart eines, dass es dasselbe ist, mich oder den Vater zu sehen, denn in nichts würde er anders handeln als ich, wäre er als Mensch unter euch erschienen. Apostelgeschichte Apg 51 14 10 Turbæ autem cum vidissent quod fecerat Paulus, levaverunt vocem suam Lycaonice dicentes: Dii similes facti hominibus, descenderunt ad nos. Da nun das Volk sah, was Paulus getan hatte, erhob es seine Stimme und sagte auf lykaonisch: Die Götter sind Menschen ähnlich geworden, und zu uns herabgekommen! -Johannes Joh 50 14 10 Non creditis quia ego in Patre, et Pater in me est? Verba, quæ ego loquor vobis, a meipso non loquor. Pater autem in me manens, ipse facit opera. Glaubet ihr nicht, dass ich im Vater bin, und der Vater in mir ist? Die Worte, welche ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, er tut die Werke.¹⁴ -Johannes Joh 50 14 10 14 Oder glaubst du das nicht, dass es genügt, mich zu sehen, um auch den Vater zu sehen? Da müsstest du zweifeln, dass ich und der Vater vollkommen eines sind durch dieselbe Natur und die gegenseitige Durchdringung. Sind wir also so eines, so denke, rede und tue ich nur das, was ich vom Vater überkommen empfange. -Johannes Joh 50 14 11 Non creditis quia ego in Patre, et Pater in me est? Glaubet ihr nicht,¹⁵ dass ich im Vater bin, und der Vater in mir ist? +Johannes Joh 51 14 10 Non creditis quia ego in Patre, et Pater in me est? Verba, quæ ego loquor vobis, a meipso non loquor. Pater autem in me manens, ipse facit opera. Glaubet ihr nicht, dass ich im Vater bin, und der Vater in mir ist? Die Worte, welche ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, er tut die Werke.¹⁴ +Johannes Joh 51 14 10 14 Oder glaubst du das nicht, dass es genügt, mich zu sehen, um auch den Vater zu sehen? Da müsstest du zweifeln, dass ich und der Vater vollkommen eines sind durch dieselbe Natur und die gegenseitige Durchdringung. Sind wir also so eines, so denke, rede und tue ich nur das, was ich vom Vater überkommen empfange. +Johannes Joh 51 14 11 Non creditis quia ego in Patre, et Pater in me est? Glaubet ihr nicht,¹⁵ dass ich im Vater bin, und der Vater in mir ist? Apostelgeschichte Apg 51 14 11 Et vocabant Barnabam Jovem, Paulum vero Mercurium: quoniam ipse erat dux verbi. Und sie nannten den Barnabas Jupiter, den Paulus aber, weil dieser das Wort führte, Merkurius.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 14 11 10 Jupiter oder Zeus hieß bei den Römern und Griechen der oberste Gott, der Herr des Weltalls. Merkur oder Hermes war der Gott der Beredsamkeit und begleitete der Fabel nach den Jupiter, wenn dieser zur Erde herabstieg. Barnabas war ohne Zweifel der Ältere und Stattlichere, und wurde deshalb für zeus gehalten. -Johannes Joh 50 14 11 15 Griech.: Glaubet mir. +Johannes Joh 51 14 11 15 Griech.: Glaubet mir. Apostelgeschichte Apg 51 14 12 Sacerdos quoque Jovis, qui erat ante civitatem, tauros, et coronas ante januas afferens, cum populis volebat sacrificare. Und der Priester des vor der Stadt befindlichen Jupiters brachte Stiere und Kränze vor die Torhalle, und wollte mit dem Volke opfern. -Johannes Joh 50 14 12 Alioquin propter opera ipsa credite. Amen, amen dico vobis, qui credit in me, opera quæ ego facio, et ipse faciet, et majora horum faciet: quia ego ad Patrem vado. Wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich tue, auch tun, und noch größere als diese tun;¹⁶ denn ich gehe zum Vater!¹⁷ -Johannes Joh 50 14 12 16 Eine Steigerung des Beweises. So sehr gibt mir der Vater durch die Werke Zeugnis, dass er nicht nur mich, sondern auch meine Gläubigen dieselben und noch größere vollbringen lassen wird. -Johannes Joh 50 14 12 17 Beim Vater werde ich erwirken, dass er euch diese Macht gebe. Oder: Ihr meine Nachfolger müsst solche Werke vollbringen, da ich nicht mehr sichtbar auf Erden wandeln werde. +Johannes Joh 51 14 12 Alioquin propter opera ipsa credite. Amen, amen dico vobis, qui credit in me, opera quæ ego facio, et ipse faciet, et majora horum faciet: quia ego ad Patrem vado. Wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich tue, auch tun, und noch größere als diese tun;¹⁶ denn ich gehe zum Vater!¹⁷ +Johannes Joh 51 14 12 16 Eine Steigerung des Beweises. So sehr gibt mir der Vater durch die Werke Zeugnis, dass er nicht nur mich, sondern auch meine Gläubigen dieselben und noch größere vollbringen lassen wird. +Johannes Joh 51 14 12 17 Beim Vater werde ich erwirken, dass er euch diese Macht gebe. Oder: Ihr meine Nachfolger müsst solche Werke vollbringen, da ich nicht mehr sichtbar auf Erden wandeln werde. Apostelgeschichte Apg 51 14 13 Quod ubi audierunt Apostoli, Barnabas et Paulus, conscissis tunicis suis exsilierunt in turbas clamantes, Als das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie ihre Kleider, und sprangen hinaus unter das Volk,¹¹ rufend, -Johannes Joh 50 14 13 Et quodcumque petieritis Patrem in nomine meo, hoc faciam: ut glorificetur Pater in Filio. Und um was immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater in dem Sohne verherrlicht werde.¹⁸ [Mt 7,7, Mt 21,22, Mk 11,24, Joh 16,23] +Johannes Joh 51 14 13 Et quodcumque petieritis Patrem in nomine meo, hoc faciam: ut glorificetur Pater in Filio. Und um was immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater in dem Sohne verherrlicht werde.¹⁸ [Mt 7,7, Mt 21,22, Mk 11,24, Joh 16,23] Apostelgeschichte Apg 51 14 13 11 Sie eilten aus dem hause, in dem sie wohnten, hinaus. Über das Zerreißen der Kleider siehe [Mt 26,Anm.116]. -Johannes Joh 50 14 13 18 Damit die Jünger Großes wirken können, müssen sie mit Jesus in Verbindung bleiben. Die Jünger werden ihre Gebete zu ihm emporsenden, er ihnen durch Erhörung und Erfüllung antworten. Aber was ist im Namen Jesu bitten? Der Name bedeutet die Person, sofern sie uns kund geworden. Vergl. [Joh 17,6.26] ebenso [Joh 17,11, Joh 20,31] u. a. Jesus ist uns kund geworden als Sohn Gottes und Erlöser, als Lehrer der Wahrheit und Beispiel der Tugend usw. In seinem Namen beten heißt also: Im Vertrauen auf seine Würde, Verdienste, Liebe, und auch in seiner Gesinnung beten, denn auch in dieser ist er uns geoffenbart worden. Der Vater wird durch die Erhörung verherrlicht in seiner Güte, aber durch den Sohn, weil eben das im Namen des Sohnes verrichtete Gebet sich so wirksam zeigt. -Johannes Joh 50 14 14 Si quid petieritis me in nomine meo, hoc faciam. Wenn ihr mich um etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.¹⁹ +Johannes Joh 51 14 13 18 Damit die Jünger Großes wirken können, müssen sie mit Jesus in Verbindung bleiben. Die Jünger werden ihre Gebete zu ihm emporsenden, er ihnen durch Erhörung und Erfüllung antworten. Aber was ist im Namen Jesu bitten? Der Name bedeutet die Person, sofern sie uns kund geworden. Vergl. [Joh 17,6.26] ebenso [Joh 17,11, Joh 20,31] u. a. Jesus ist uns kund geworden als Sohn Gottes und Erlöser, als Lehrer der Wahrheit und Beispiel der Tugend usw. In seinem Namen beten heißt also: Im Vertrauen auf seine Würde, Verdienste, Liebe, und auch in seiner Gesinnung beten, denn auch in dieser ist er uns geoffenbart worden. Der Vater wird durch die Erhörung verherrlicht in seiner Güte, aber durch den Sohn, weil eben das im Namen des Sohnes verrichtete Gebet sich so wirksam zeigt. +Johannes Joh 51 14 14 Si quid petieritis me in nomine meo, hoc faciam. Wenn ihr mich um etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 14 14 Et dicentes: Viri, quid hæc facitis? et nos mortales sumus, similes vobis homines, annuntiantes vobis ab his vanis converti ad Deum vivum, qui fecit clum, et terram, et mare, et omnia quæ in eis sunt: und sprechend: Ihr Männer! was tut ihr da? Auch wir sind Sterbliche, Menschen euresgleichen, und verkündigen euch, dass ihr euch von diesen nichtigen Göttern zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel und die Erde, und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat; [Ps 145,6] -Johannes Joh 50 14 14 19 Der Heiland wiederholt die Verheißung und legt den Jüngern nahe, dass sie nach seiner Erhöhung ebenso zu ihm beten werden wie zu dem Vater. Bisher haben sie ihn gebeten, aber nicht zu ihm gebetet. -Johannes Joh 50 14 15 Si diligitis me: mandata mea servate. Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote.²⁰ +Johannes Joh 51 14 14 19 Der Heiland wiederholt die Verheißung und legt den Jüngern nahe, dass sie nach seiner Erhöhung ebenso zu ihm beten werden wie zu dem Vater. Bisher haben sie ihn gebeten, aber nicht zu ihm gebetet. +Johannes Joh 51 14 15 Si diligitis me: mandata mea servate. Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 14 15 Qui in præteritis generationibus dimisit omnes gentes ingredi vias suas. welcher in den vergangenen Zeitaltern alle Völker ihre eigenen Wege wandeln ließ.¹² Apostelgeschichte Apg 51 14 15 12 D. i. nach ihren Neigungen leben ließ, ohne ihnen wie dem auserwählten Volke seinen Willen durch das Gesetz und die Propheten kundzugeben. Vergl. [Röm 1,19ff, Ps 147,9]. So war der Götzendienst Lykaoniens etwas entschuldigt. -Johannes Joh 50 14 15 20 Nicht nur im Wirken werden die Jünger mit dem Herrn vereint bleiben, nicht nur seine Hilfe wird ihnen nahe sein, er selbst fügt einen neuen Trostgrund hinzu (V. 16): Die Sendung des Hl. Geistes. Damit sie aber sich auf seine Ankunft würdig vorbereiten, sollen sie Christus lieben und diese Liebe durch die Beobachtung seiner Vorschriften, insbesondere der heute gegebenen, beweisen (Thom.). +Johannes Joh 51 14 15 20 Nicht nur im Wirken werden die Jünger mit dem Herrn vereint bleiben, nicht nur seine Hilfe wird ihnen nahe sein, er selbst fügt einen neuen Trostgrund hinzu (V. 16): Die Sendung des Hl. Geistes. Damit sie aber sich auf seine Ankunft würdig vorbereiten, sollen sie Christus lieben und diese Liebe durch die Beobachtung seiner Vorschriften, insbesondere der heute gegebenen, beweisen (Thom.). Apostelgeschichte Apg 51 14 16 Et quidem non sine testimonio semetipsum reliquit, benefaciens de clo, dans pluvias, et tempora fructifera, implens cibo, et lætitia corda nostra. Dennoch ließ er sich nicht unbezeugt, indem er Wohltaten vom Himmel her spendete, Regen und fruchtbare Zeiten gab, und unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllte.¹³ -Johannes Joh 50 14 16 Et ego rogabo Patrem, et alium Paraclitum dabit vobis, ut maneat vobiscum in æternum, Und ich werde den Vater bitten,²¹ und er wird euch einen anderen Tröster²² geben, damit er bei euch bleibe²³ in Ewigkeit, +Johannes Joh 51 14 16 Et ego rogabo Patrem, et alium Paraclitum dabit vobis, ut maneat vobiscum in æternum, Und ich werde den Vater bitten,²¹ und er wird euch einen anderen Tröster²² geben, damit er bei euch bleibe²³ in Ewigkeit, Apostelgeschichte Apg 51 14 16 13 Gott offenbart sich in der Natur und zwar als Wohltäter, indem er Regen und dadurch gute Ernten gibt, den Körper nährt und gesund erhält und so die Seele erfreut. Vor den gebildeten Athenern ruft Paulus später auch das Zeugnis des Gewissens für Gott an. [Apg 17,28] -Johannes Joh 50 14 16 21 Als Gott sendet er den Hl. Geist selbst, als Mensch erfleht er ihn vom Vater, nachdem er durch sein Leiden die Sendung für uns verdient hat. -Johannes Joh 50 14 16 22 Der Hl. Geist wird anstatt des die Erde verlassenden Heilandes ein anderer Beistand und insofern Tröster sein, weil auch der Heiland selbst Beistand ist. [1Joh 2,1]. Der Hl. Geist ist Tröster, weil er in das volle Verständnis der Lehre Jesu einführt (V. 17), weil er den Jüngern in allen Gefahren beisteht [Mt 10,19ff], weil er, in uns wohnend, uns heiligt [1Kor 6,19], uns zu Kindern Gottes macht und diese Gotteskindschaft bezeugt; endlich weil er uns verbürgt, dass wir das himmlische Erbe erlangen werden [Eph 1,14], und so die Gläubigen ganz besonders tröstet und ermutigt [1Petr 1,3]. Der Hl. Geist ist ein anderer Tröster, also ist er vom Sohne verschieden. Er wird vom Vater gesendet, also ist er auch vom Vater verschieden. Andererseits wird er hier und an anderen Orten als Gott gekennzeichnet. So sind also drei verschiedene göttliche Personen. -Johannes Joh 50 14 16 23 Der Hl. Geist wird den Aposteln und ihren Nachfolgern verheißen, jenen, welche der Heiland aussendet, alle Völker zu lehren, alles zu halten, was er ihnen befohlen. [Mt 28,20] -Johannes Joh 50 14 17 Spiritum veritatis, quem mundus non potest accipere, quia non videt eum, nec scit eum: vos autem cognoscetis eum: quia apud vos manebit, et in vobis erit. den Geist der Wahrheit, welchen die Welt²⁴ nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht, und ihn nicht kennt. Ihr aber werdet ihn kennen; denn er wird bei euch bleiben, und in euch sein. +Johannes Joh 51 14 16 21 Als Gott sendet er den Hl. Geist selbst, als Mensch erfleht er ihn vom Vater, nachdem er durch sein Leiden die Sendung für uns verdient hat. +Johannes Joh 51 14 16 22 Der Hl. Geist wird anstatt des die Erde verlassenden Heilandes ein anderer Beistand und insofern Tröster sein, weil auch der Heiland selbst Beistand ist. [1Joh 2,1]. Der Hl. Geist ist Tröster, weil er in das volle Verständnis der Lehre Jesu einführt (V. 17), weil er den Jüngern in allen Gefahren beisteht [Mt 10,19ff], weil er, in uns wohnend, uns heiligt [1Kor 6,19], uns zu Kindern Gottes macht und diese Gotteskindschaft bezeugt; endlich weil er uns verbürgt, dass wir das himmlische Erbe erlangen werden [Eph 1,14], und so die Gläubigen ganz besonders tröstet und ermutigt [1Petr 1,3]. Der Hl. Geist ist ein anderer Tröster, also ist er vom Sohne verschieden. Er wird vom Vater gesendet, also ist er auch vom Vater verschieden. Andererseits wird er hier und an anderen Orten als Gott gekennzeichnet. So sind also drei verschiedene göttliche Personen. +Johannes Joh 51 14 16 23 Der Hl. Geist wird den Aposteln und ihren Nachfolgern verheißen, jenen, welche der Heiland aussendet, alle Völker zu lehren, alles zu halten, was er ihnen befohlen. [Mt 28,20] +Johannes Joh 51 14 17 Spiritum veritatis, quem mundus non potest accipere, quia non videt eum, nec scit eum: vos autem cognoscetis eum: quia apud vos manebit, et in vobis erit. den Geist der Wahrheit, welchen die Welt²⁴ nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht, und ihn nicht kennt. Ihr aber werdet ihn kennen; denn er wird bei euch bleiben, und in euch sein. Apostelgeschichte Apg 51 14 17 Et hæc dicentes, vix sedaverunt turbas ne sibi immolarent. Durch diese Rede brachten sie das Volk mit Mühe davon ab, dass sie ihnen opferten. -Johannes Joh 50 14 17 24 Die im Argen liegende Welt kann den Hl. Geist nicht empfangen, weil ihr das geistige Auge fehlt, ihn zu schauen und die innere Empfänglichkeit, ihn aufzunehmen und an seinen Wirkungen zu erkennen. +Johannes Joh 51 14 17 24 Die im Argen liegende Welt kann den Hl. Geist nicht empfangen, weil ihr das geistige Auge fehlt, ihn zu schauen und die innere Empfänglichkeit, ihn aufzunehmen und an seinen Wirkungen zu erkennen. Apostelgeschichte Apg 51 14 18 Supervenerunt autem quidam ab Antiochia, et Iconio Judæi: et persuasis turbis, lapidantesque Paulum, traxerunt extra civitatem, existimantes eum mortuum esse. Es kamen aber von Antiochia¹⁴ und Ikonium Juden hinzu, und überredeten das Volk, und sie steinigten den Paulus, und schleiften ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot. -Johannes Joh 50 14 18 Non relinquam vos orphanos: veniam ad vos. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen; ich werde zu euch kommen.²⁵ +Johannes Joh 51 14 18 Non relinquam vos orphanos: veniam ad vos. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen; ich werde zu euch kommen.²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 14 18 14 Antiochia ist etwa 170 Kilom. von Lystra entfernt. Dass die Gegner die weite Reise nicht scheuten, zeigt, wie sehr sie den heil. Paulus hassten. Das hier Erzählte folgte kaum unmittelbar auf das V. 10 18 Erzählte. Es ergeht dem heil. Paulus jetzt umgekehrt, wie später auf Malta. [Apg 28,4.6] Die Steinigung war, menschlich gesprochen, gleichsam eine Vergeltung für den Anteil des heil. Paulus an der Steinigung des heil. Stephanus. Vergl. auch [2Tim 3,11] -Johannes Joh 50 14 18 25 Der Heiland will wiederkommen, vorübergehend nach der Auferstehung (Chrys.), für immer im Kommen des Hl. Geistes (Cyr.). +Johannes Joh 51 14 18 25 Der Heiland will wiederkommen, vorübergehend nach der Auferstehung (Chrys.), für immer im Kommen des Hl. Geistes (Cyr.). Apostelgeschichte Apg 51 14 19 Circumdantibus autem eum discipulis, surgens intravit civitatem, et postera die profectus est cum Barnaba in Derben. Da sich aber die Jünger um ihn versammelten, stand er auf,¹⁵ und ging in die Stadt; und am folgenden Tage reiste er mit Barnabas nach Derbe.¹⁶ -Johannes Joh 50 14 19 Adhuc modicum: et mundus me jam non videt. Vos autem videtis me: quia ego vivo, et vos vivetis. Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr. Ihr aber werdet mich sehen, weil ich lebe, und ihr leben werdet.²⁶ +Johannes Joh 51 14 19 Adhuc modicum: et mundus me jam non videt. Vos autem videtis me: quia ego vivo, et vos vivetis. Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr. Ihr aber werdet mich sehen, weil ich lebe, und ihr leben werdet.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 14 19 15 Gott hat ihn wunderbar erhalten. Apostelgeschichte Apg 51 14 19 16 Derbe lag etwa 65 Kilom. östlich. Dort bekehrte sich Gajus von Derbe. [Apg 20,4] -Johannes Joh 50 14 19 26 Der Heiland ist das Leben. [Joh 5,26] Darum geht ihm das Leben auch im Tode nicht verloren, sondern triumphiert über denselben, die menschliche Natur des Herrn zur Auferstehung und zum ewigen Leben bringend. Die Verheißung: Ihr werdet leben kann sich unmöglich nur auf das natürliche Leben beziehen, denn dieses hat auch die Welt und doch sieht, d. i. erkennt sie weder Christus noch den Hl. Geist. Es ist also das übernatürliche, gotterleuchtete Leben zu verstehen. Mit dem Leben des Herrn ist das durch den Hl. Geist in den Jüngern begründete Leben eng verbunden. -Johannes Joh 50 14 20 In illo die vos cognoscetis quia ego sum in Patre meo, et vos in me, et ego in vobis. An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und ich in euch.²⁷ +Johannes Joh 51 14 19 26 Der Heiland ist das Leben. [Joh 5,26] Darum geht ihm das Leben auch im Tode nicht verloren, sondern triumphiert über denselben, die menschliche Natur des Herrn zur Auferstehung und zum ewigen Leben bringend. Die Verheißung: Ihr werdet leben kann sich unmöglich nur auf das natürliche Leben beziehen, denn dieses hat auch die Welt und doch sieht, d. i. erkennt sie weder Christus noch den Hl. Geist. Es ist also das übernatürliche, gotterleuchtete Leben zu verstehen. Mit dem Leben des Herrn ist das durch den Hl. Geist in den Jüngern begründete Leben eng verbunden. +Johannes Joh 51 14 20 In illo die vos cognoscetis quia ego sum in Patre meo, et vos in me, et ego in vobis. An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und ich in euch.²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 14 20 Cumque evangelizassent civitati illi, et docuissent multos, reversi sunt Lystram, et Iconium, et Antiochiam, Nachdem sie nun dieser Stadt das Evangelium verkündigt und viele unterrichtet hatten, kehrten sie nach Lystra, Ikonium und Antiochia zurück, -Johannes Joh 50 14 20 27 In der Zeit, welche mit der Auferstehung beginnt und in der Sendung des Hl. Geistes ihren Höhepunkt findet, werdet ihr erkennen, dass ich mit dem Vater wesensgleich bin (V. 11), und zwischen mir und euch die engste Lebensgemeinschaft besteht. Vergl. [Joh 15,4.5, Joh 6,57]. Wäre ich nicht mit dem lebendigen Gotte eines, so könnte ich nicht aus dem Tode zum Leben zurückkehren. Die zweite Wahrheit erkannten die Apostel besonders aus den wunderbaren Wirkungen, welche die Herabkunft des Hl. Geistes hervorbrachte: Christus wirkte durch den Hl. Geist in ihnen, sie zu seiner Ähnlichkeit umwandelnd. -Johannes Joh 50 14 21 Qui habet mandata mea, et servat ea: ille est, qui diligit me. Qui autem diligit me, diligetur a Patre meo: et ego diligam eum, et manifestabo ei meipsum. Wer meine Gebote hat, und sie hält, der ist es, der mich liebt.²⁸ Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben, und mich selbst ihm offenbaren.²⁹ +Johannes Joh 51 14 20 27 In der Zeit, welche mit der Auferstehung beginnt und in der Sendung des Hl. Geistes ihren Höhepunkt findet, werdet ihr erkennen, dass ich mit dem Vater wesensgleich bin (V. 11), und zwischen mir und euch die engste Lebensgemeinschaft besteht. Vergl. [Joh 15,4.5, Joh 6,57]. Wäre ich nicht mit dem lebendigen Gotte eines, so könnte ich nicht aus dem Tode zum Leben zurückkehren. Die zweite Wahrheit erkannten die Apostel besonders aus den wunderbaren Wirkungen, welche die Herabkunft des Hl. Geistes hervorbrachte: Christus wirkte durch den Hl. Geist in ihnen, sie zu seiner Ähnlichkeit umwandelnd. +Johannes Joh 51 14 21 Qui habet mandata mea, et servat ea: ille est, qui diligit me. Qui autem diligit me, diligetur a Patre meo: et ego diligam eum, et manifestabo ei meipsum. Wer meine Gebote hat, und sie hält, der ist es, der mich liebt.²⁸ Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben, und mich selbst ihm offenbaren.²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 14 21 Confirmantes animas discipulorum, exhortantesque ut permanerent in fide: et quoniam per multas tribulationes oportet nos intrare in regnum Dei. bestärkten die Seelen der Jünger, und ermahnten sie, im Glauben auszuharren, und dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 14 21 17 Ein ähnliches Wort siehe [2Tim 3,12]. Wenn es etwas Besseres und für das Seelenheil Nützlicheres gäbe als Leiden, so würde es Christus durch sein Wort und Beispiel uns gezeigt haben. (Thom. v. Kemp.) -Johannes Joh 50 14 21 28 Es wird vorangestellt, was von Seite des Menschen zu geschehen hat, damit der Lebensbund sich schließe. Dem Glauben muss sich Gehorsam und Liebe zugesellen. -Johannes Joh 50 14 21 29 Wer den Heiland liebt, wird vom Vater und von Christus geliebt, innere Offenbarungen Gottes werden ihm zu Teil. +Johannes Joh 51 14 21 28 Es wird vorangestellt, was von Seite des Menschen zu geschehen hat, damit der Lebensbund sich schließe. Dem Glauben muss sich Gehorsam und Liebe zugesellen. +Johannes Joh 51 14 21 29 Wer den Heiland liebt, wird vom Vater und von Christus geliebt, innere Offenbarungen Gottes werden ihm zu Teil. Apostelgeschichte Apg 51 14 22 Et cum constituissent illis per singulas ecclesias presbyteros, et orassent cum jejunationibus, commendaverunt eos Domino, in quem crediderunt. Und nachdem sie¹⁸ ihnen mit Gebet und Fasten in jeder Kirche Vorsteher bestellt hatten,¹⁹ empfahlen sie sie dem Herrn, an welchen sie gläubig geworden.²⁰ -Johannes Joh 50 14 22 Dicit ei Judas, non ille Iscariotes: Domine, quid factum est, quia manifestaturus es nobis teipsum, et non mundo? Da sprach Judas, nicht der Iskariot, zu ihm: Herr! was ist geschehen, dass du dich uns offenbaren willst,³⁰ und nicht der Welt? +Johannes Joh 51 14 22 Dicit ei Judas, non ille Iscariotes: Domine, quid factum est, quia manifestaturus es nobis teipsum, et non mundo? Da sprach Judas, nicht der Iskariot, zu ihm: Herr! was ist geschehen, dass du dich uns offenbaren willst,³⁰ und nicht der Welt? Apostelgeschichte Apg 51 14 22 18 Es handelt sich um eine sakramentale Weihe. Apostelgeschichte Apg 51 14 22 19 Von Jerusalem und selbst von Antiochia konnten nur selten Apostel kommen, deshalb setzten diese in jeder Gemeinde Presbyter ein. Apostelgeschichte Apg 51 14 22 20 Christus ist der oberste Leiter und Schützer der Kirche. -Johannes Joh 50 14 22 30 Über Judas siehe [Lk 6,16]. Nicht Iskariot: Dies Wort soll die Leser aufmerksam machen, dass der andere Judas (Thaddäus) gemeint ist. Er nahm den Ausdruck Welt V. 17, V. 19 zu allgemein von allen Menschen, oder doch vom ganzen Volke, und wundert sich nun, dass der Welterlöser, vergl. [Joh 1,29] sich nur einer kleinen Schar offenbarte. +Johannes Joh 51 14 22 30 Über Judas siehe [Lk 6,16]. Nicht Iskariot: Dies Wort soll die Leser aufmerksam machen, dass der andere Judas (Thaddäus) gemeint ist. Er nahm den Ausdruck Welt V. 17, V. 19 zu allgemein von allen Menschen, oder doch vom ganzen Volke, und wundert sich nun, dass der Welterlöser, vergl. [Joh 1,29] sich nur einer kleinen Schar offenbarte. Apostelgeschichte Apg 51 14 23 Transeuntesque Pisidiam, venerunt in Pamphyliam, Und Pisidien durchziehend, kamen sie nach Pamphylien,²¹ -Johannes Joh 50 14 23 Respondit Jesus, et dixit ei: Si quis diligit me, sermonem meum servabit, et Pater meus diliget eum, et ad eum veniemus, et mansionem apud eum faciemus: Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er meine Lehre halten, und mein Vater wird ihn lieben; und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm nehmen.³¹ +Johannes Joh 51 14 23 Respondit Jesus, et dixit ei: Si quis diligit me, sermonem meum servabit, et Pater meus diliget eum, et ad eum veniemus, et mansionem apud eum faciemus: Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er meine Lehre halten, und mein Vater wird ihn lieben; und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm nehmen.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 14 23 21 Siehe oben [Apg 13,13.14]. -Johannes Joh 50 14 23 31 Der Heiland antwortet nicht direkt, aber doch so, dass man die eigentliche Antwort herausfinden kann: Ich offenbare mich nur denen, die mich lieben und mein Wort halten, dies tun aber die Weltlichgesinnten nicht. Wie einst Gott im Tempel von Jerusalem, so will die hl. Dreifaltigkeit in höherem und innigerem Sinne in dem wohnen, der seine Seele durch Gehorsam und Liebe ihr zur Wohnung anbietet. Die äußere Offenbarung der Herrlichkeit ist für die Wiederkunft des Herrn aufbewahrt. -Johannes Joh 50 14 24 Qui non diligit me, sermones meos non servat. Et sermonem, quem audistis, non est meus: sed ejus, qui misit me, Patris. Wer mich nicht liebt, der hält meine Lehre nicht;³² und die Lehre, welche ihr gehört habet, ist nicht meine, sondern dessen, der mich gesandt hat, des Vaters. +Johannes Joh 51 14 23 31 Der Heiland antwortet nicht direkt, aber doch so, dass man die eigentliche Antwort herausfinden kann: Ich offenbare mich nur denen, die mich lieben und mein Wort halten, dies tun aber die Weltlichgesinnten nicht. Wie einst Gott im Tempel von Jerusalem, so will die hl. Dreifaltigkeit in höherem und innigerem Sinne in dem wohnen, der seine Seele durch Gehorsam und Liebe ihr zur Wohnung anbietet. Die äußere Offenbarung der Herrlichkeit ist für die Wiederkunft des Herrn aufbewahrt. +Johannes Joh 51 14 24 Qui non diligit me, sermones meos non servat. Et sermonem, quem audistis, non est meus: sed ejus, qui misit me, Patris. Wer mich nicht liebt, der hält meine Lehre nicht;³² und die Lehre, welche ihr gehört habet, ist nicht meine, sondern dessen, der mich gesandt hat, des Vaters. Apostelgeschichte Apg 51 14 24 Et loquentes verbum Domini in Perge, descenderunt in Attaliam: verkündeten das Wort des Herrn in Perge, und zogen hinab nach Attalia,²² Apostelgeschichte Apg 51 14 24 22 Atalia war eine Seestadt in Pamphylien. -Johannes Joh 50 14 24 32 Ergänze: und zu dem werden wir nicht kommen. In dem Folgenden: Und das Wort usw. liegt die Begründung des Nichtkommens! Ein solcher verachtet nicht Menschen-, sondern Gotteswort, so können also die göttlichen Personen nicht bei ihm einkehren. -Johannes Joh 50 14 25 Hæc locutus sum vobis apud vos manens. Dieses habe ich euch gesagt, da ich noch bei euch weile. +Johannes Joh 51 14 24 32 Ergänze: und zu dem werden wir nicht kommen. In dem Folgenden: Und das Wort usw. liegt die Begründung des Nichtkommens! Ein solcher verachtet nicht Menschen-, sondern Gotteswort, so können also die göttlichen Personen nicht bei ihm einkehren. +Johannes Joh 51 14 25 Hæc locutus sum vobis apud vos manens. Dieses habe ich euch gesagt, da ich noch bei euch weile. Apostelgeschichte Apg 51 14 25 Et inde navigaverunt Antiochiam, unde erant traditi gratiæ Dei in opus, quod compleverunt. und von dort schifften sie sich nach Antiochia ein, von wo aus sie der Gnade Gottes übergeben worden waren, zu dem Werke, welches sie vollendet hatten. -Johannes Joh 50 14 26 Paraclitus autem Spiritus sanctus, quem mittet Pater in nomine meo, ille vos docebit omnia, et suggeret vobis omnia, quæcumque dixero vobis. Der Tröster aber, der heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen,³³ er wird euch alles lehren,³⁴ und euch alles in Erinnerung bringen, was immer ich euch gesagt habe. +Johannes Joh 51 14 26 Paraclitus autem Spiritus sanctus, quem mittet Pater in nomine meo, ille vos docebit omnia, et suggeret vobis omnia, quæcumque dixero vobis. Der Tröster aber, der heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen,³³ er wird euch alles lehren,³⁴ und euch alles in Erinnerung bringen, was immer ich euch gesagt habe. Apostelgeschichte Apg 51 14 26 Cum autem venissent, et congregassent ecclesiam, retulerunt quanta fecisset Deus cum illis, et quia aperuisset gentibus ostium fidei. Als sie aber angekommen waren, und die Gemeinde versammelt hatten, berichteten sie, wie Großes Gott mit ihnen getan, und dass er den Heiden eine Türe des Glaubens geöffnet habe.²³ Apostelgeschichte Apg 51 14 26 23 Der Heil. Geist hatte sie sichtlich geführt, gestärkt und geschützt, und durch augenfällige Wunder wie durch seine Gnadeneinwirkung auf die Herzen gezeigt, dass er die Predigt unter den Heiden wolle. -Johannes Joh 50 14 26 33 Diese Stelle wird verschieden erklärt. Mit Rücksicht auf V. 16: Ich will den Vater bitten ist als Sinn wohl dieser anzunehmen: Wegen meiner Verdienste und Bitten. Oder: Der Geist kommt im Namen Christi, weil er Christi Geist ist [Röm 8,9, Gal 4,6], wie der Sohn im Namen des Vaters kommt. [Joh 5,44], weil er der Sohn des Vaters ist (Thom.). So oft der Heiland in dieser Rede von dem Hl. Geist spricht, ebenso oft erwähnt er sich und den Vater. Jeder Sendung wesentlich ist der Ausgangspunkt: hier Gott der Vater und die gesandte Person: der Hl. Geist, der mithin als Person vom Vater unterschieden ist; das Ziel der Sendung: die Apostel, in deren Seelen er auf neue Weise zugegen sein will; endlich das Verhältnis zwischen dem Sendenden und dem Gesandten: Gewöhnlich hat der Sendende eine Autorität über den Gesandten. Da aber in der hl. Dreifaltigkeit nichts größer und nichts kleiner ist, liegt der Grund, warum gerade der Hl. Geist gesendet wird, darin, dass er die göttliche Wesenheit vom Vater und Sohn empfängt, aber sendet auch, weil er mit dem Vater dem Hl. Geist die göttliche Wesenheit mitteilt. Da es sich um eine Wirksamkeit Gottes nach außen handelt, ist diese der ganzen hl. Dreifaltigkeit eigen und wird dem Hl. Geist nur zugeschrieben. -Johannes Joh 50 14 26 34 Die volle Kraft des Trostes konnte in den Jüngern nicht zur Geltung kommen, da sie die Worte des Herrn teils nicht verstanden, teils zweifelnd an denselben haften blieben. Deshalb befreit Jesus sie von aller Beängstigung, indem er sagt: Der Hl. Geist wird euch alles lehren (Chrys.), so dass alsdann kein Fragen mehr notwendig ist [Joh 16,23]. Die Lehre des Hl. Geistes enthält indes nichts, was Christus nicht selbst mittelbar bereits offenbart hätte. Ein besonderer Punkt des Lehramtes des Hl. Geistes ist, dass er die Jünger auch an alles erinnert, was Jesus gesagt. Dies gibt uns die Bürgschaft, dass alles wahr ist, was die Apostel über das Leben und die Lehre des Heilandes aufgezeichnet haben. -Johannes Joh 50 14 27 Pacem relinquo vobis, pacem meam do vobis: non quomodo mundus dat, ego do vobis. Non turbetur cor vestrum, neque formidet. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch;³⁵ nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch.³⁶ Euer Herz beunruhige sich nicht, und zage nicht! +Johannes Joh 51 14 26 33 Diese Stelle wird verschieden erklärt. Mit Rücksicht auf V. 16: Ich will den Vater bitten ist als Sinn wohl dieser anzunehmen: Wegen meiner Verdienste und Bitten. Oder: Der Geist kommt im Namen Christi, weil er Christi Geist ist [Röm 8,9, Gal 4,6], wie der Sohn im Namen des Vaters kommt. [Joh 5,44], weil er der Sohn des Vaters ist (Thom.). So oft der Heiland in dieser Rede von dem Hl. Geist spricht, ebenso oft erwähnt er sich und den Vater. Jeder Sendung wesentlich ist der Ausgangspunkt: hier Gott der Vater und die gesandte Person: der Hl. Geist, der mithin als Person vom Vater unterschieden ist; das Ziel der Sendung: die Apostel, in deren Seelen er auf neue Weise zugegen sein will; endlich das Verhältnis zwischen dem Sendenden und dem Gesandten: Gewöhnlich hat der Sendende eine Autorität über den Gesandten. Da aber in der hl. Dreifaltigkeit nichts größer und nichts kleiner ist, liegt der Grund, warum gerade der Hl. Geist gesendet wird, darin, dass er die göttliche Wesenheit vom Vater und Sohn empfängt, aber sendet auch, weil er mit dem Vater dem Hl. Geist die göttliche Wesenheit mitteilt. Da es sich um eine Wirksamkeit Gottes nach außen handelt, ist diese der ganzen hl. Dreifaltigkeit eigen und wird dem Hl. Geist nur zugeschrieben. +Johannes Joh 51 14 26 34 Die volle Kraft des Trostes konnte in den Jüngern nicht zur Geltung kommen, da sie die Worte des Herrn teils nicht verstanden, teils zweifelnd an denselben haften blieben. Deshalb befreit Jesus sie von aller Beängstigung, indem er sagt: Der Hl. Geist wird euch alles lehren (Chrys.), so dass alsdann kein Fragen mehr notwendig ist [Joh 16,23]. Die Lehre des Hl. Geistes enthält indes nichts, was Christus nicht selbst mittelbar bereits offenbart hätte. Ein besonderer Punkt des Lehramtes des Hl. Geistes ist, dass er die Jünger auch an alles erinnert, was Jesus gesagt. Dies gibt uns die Bürgschaft, dass alles wahr ist, was die Apostel über das Leben und die Lehre des Heilandes aufgezeichnet haben. +Johannes Joh 51 14 27 Pacem relinquo vobis, pacem meam do vobis: non quomodo mundus dat, ego do vobis. Non turbetur cor vestrum, neque formidet. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch;³⁵ nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch.³⁶ Euer Herz beunruhige sich nicht, und zage nicht! Apostelgeschichte Apg 51 14 27 Morati sunt autem tempus non modicum cum discipulis. Sie verweilten aber eine geraume Zeit bei den Jüngern.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 14 27 24 Die Reise dürfte drei bis vier Jahre gedauert haben und wohl in die Jahre 44 48 fallen. Hierauf blieben die Apostel eine geraume Zeit (etwa 48 51) in Antiochia. -Johannes Joh 50 14 27 35 Die Wiederholung: Frieden, meinen Frieden bekräftigt die Verheißung und macht auf den hohen Wert der Gabe aufmerksam. Friede ist Ruhe, welche aus der Ordnung entspringt. Die Apostel stehen zu Gott und den Menschen im rechten Verhältnisse; sie bekennen Gott als ihren Herrn, sich als Diener und Freunde, die Mitmenschen als Brüder, welche sie zu retten haben, die Geschöpfe als Mittel. Seinen Frieden nennt der Herr diesen Frieden, weil er allein ihn besitzt und geben kann im Gegensatze zur Welt. Mit dem Friedensgruße der Engel war Jesus in die Welt eingetreten [Lk 2,14], mit dem Vermächtnisse des Friedens verlässt er dieselbe. Was der Herr gibt, ist nicht bloße Trost- oder Beruhigungsformel [Gen 43,23, Ri 6,23], sondern das Wort mit der Tat. -Johannes Joh 50 14 27 36 Die Welt wünscht nur den Frieden, gibt ihn aber nicht; sie gibt keinen dauernden Frieden, weil die Weltmenschen durch die hervorbrechenden Leidenschaften sich gegenseitig beunruhigen, keinen wahren Frieden, denn sie glaubt im Frieden zu sein, wenn ihre Wünsche erfüllt sind, wenn sie keine Abtötung zu üben, keine Verfolgung zu leiden braucht, während der wahre Friede aus der Selbstverleugnung, aus Kampf und Geduld entspringt. -Johannes Joh 50 14 28 Audistis quia ego dixi vobis: Vado, et venio ad vos. Si diligeretis me, gauderetis utique, quia vado ad Patrem: quia Pater major me est. Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch ja freuen, dass ich zum Vater hingehe;³⁷ denn der Vater ist größer als ich.³⁸ -Johannes Joh 50 14 28 37 Der Gedanke an den Heimgang des Herrn darf den Frieden nicht stören. Denken die Apostel an sich, so muss sie das Wort trösten: Ich komme zu euch. Denken sie an den Heiland, und dies fordert die vollkommene Liebe, welche sich selbst verleugnet [Joh 10,11], so muss Freude an die Stelle des Schmerzes treten. -Johannes Joh 50 14 28 38 Der Vater ist größer als der Sohn im Stande seiner Erniedrigung, seiner hl. Menschheit nach ist. Diese soll nunmehr glorreich der höchsten Verherrlichung teilhaftig werden (Cyr., Athanas., Aug.). Einige Väter übertragen das Wort größer als ich im uneigentlichen Sinne auf das Geheimnis der hl. Dreifaltigkeit, sofern der Sohn vom Vater gezeugt wird, während der Vater Ursprung ohne Ursprung ist, d. h. von seiner göttlichen Person die Wesenheit mitgeteilt erhält (Athanas., Bas., Greg. Naz., Epiph., u. a.). -Johannes Joh 50 14 29 Et nunc dixi vobis priusquam fiat: ut cum factum fuerit, credatis. Auch jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubet, wenn es geschehen ist. -Johannes Joh 50 14 30 Jam non multa loquar vobiscum: venit enim princeps mundi hujus, et in me non habet quidquam. Nicht mehr vieles werde ich mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt,³⁹ und an mir hat er keinen Teil.⁴⁰ -Johannes Joh 50 14 30 39 Diese Worte beziehen sich auf das Hingehen des Herrn, besonders wie er V. 28 verkündet hat. Satan naht dem Heilande feindlich, um zu sehen, ob er kein Recht über ihn geltend machen kann. Er steht an der Spitze der Feinde. -Johannes Joh 50 14 30 40 Zwar hat er kein Recht über mich [Joh 12,31] aber ich lasse seine Gewalt über mich ergehen, damit die Menschen erkennen, dass ich den Vater liebe und aus Liebe gehorche. Zum Zeichen dieser Gesinnung erhebt er sich mit den Seinen. Da aber erst [Joh 18,1] berichtet wird, dass Jesus hinausging (doch wohl aus dem Speisesaale), so sind die von 15 17 mitgeteilten Reden wohl auch noch im Speisesaale zu Jerusalem vom Herrn stehend gehalten worden. Viele angesehene Lehrer indes glauben, der Heiland sei jetzt wirklich fortgegangen und habe die übrigen Reden außerhalb der Stadt an einem einsamen Orte gehalten. -Johannes Joh 50 14 31 Sed ut cognoscat mundus quia diligo Patrem, et sicut mandatum dedit mihi Pater, sic facio. Surgite, eamus hinc. Aber damit die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe, und wie mir der Vater aufgetragen hat, also tue: Stehet auf, lasset uns von hinnen gehen! -Apostelgeschichte Apg 51 15 0 2. Das Apostelconcil. (V. 34): Veranlassung. (V. 5) Erörterung. (V. 21) Entscheidung und Ausführung. (V. 34) 3. Zweite Missionsreise des heil. Paulus. (15,35 18,28): Paulus und Barnabas trennen sich. (V. 40) Paulus besucht die kleinasiatischen Gemeinden. -Johannes Joh 50 15 0 3. Des Herrn Mahnung (Kap. 15): Zur innigsten Vereinigung mit ihm, dem wahren Weinstock (V. 11), zur gegenseitigen Liebe (V. 17), zur Furchtlosigkeit gegen den Hass der Welt. +Johannes Joh 51 14 27 35 Die Wiederholung: Frieden, meinen Frieden bekräftigt die Verheißung und macht auf den hohen Wert der Gabe aufmerksam. Friede ist Ruhe, welche aus der Ordnung entspringt. Die Apostel stehen zu Gott und den Menschen im rechten Verhältnisse; sie bekennen Gott als ihren Herrn, sich als Diener und Freunde, die Mitmenschen als Brüder, welche sie zu retten haben, die Geschöpfe als Mittel. Seinen Frieden nennt der Herr diesen Frieden, weil er allein ihn besitzt und geben kann im Gegensatze zur Welt. Mit dem Friedensgruße der Engel war Jesus in die Welt eingetreten [Lk 2,14], mit dem Vermächtnisse des Friedens verlässt er dieselbe. Was der Herr gibt, ist nicht bloße Trost- oder Beruhigungsformel [Gen 43,23, Ri 6,23], sondern das Wort mit der Tat. +Johannes Joh 51 14 27 36 Die Welt wünscht nur den Frieden, gibt ihn aber nicht; sie gibt keinen dauernden Frieden, weil die Weltmenschen durch die hervorbrechenden Leidenschaften sich gegenseitig beunruhigen, keinen wahren Frieden, denn sie glaubt im Frieden zu sein, wenn ihre Wünsche erfüllt sind, wenn sie keine Abtötung zu üben, keine Verfolgung zu leiden braucht, während der wahre Friede aus der Selbstverleugnung, aus Kampf und Geduld entspringt. +Johannes Joh 51 14 28 Audistis quia ego dixi vobis: Vado, et venio ad vos. Si diligeretis me, gauderetis utique, quia vado ad Patrem: quia Pater major me est. Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch ja freuen, dass ich zum Vater hingehe;³⁷ denn der Vater ist größer als ich.³⁸ +Johannes Joh 51 14 28 37 Der Gedanke an den Heimgang des Herrn darf den Frieden nicht stören. Denken die Apostel an sich, so muss sie das Wort trösten: Ich komme zu euch. Denken sie an den Heiland, und dies fordert die vollkommene Liebe, welche sich selbst verleugnet [Joh 10,11], so muss Freude an die Stelle des Schmerzes treten. +Johannes Joh 51 14 28 38 Der Vater ist größer als der Sohn im Stande seiner Erniedrigung, seiner hl. Menschheit nach ist. Diese soll nunmehr glorreich der höchsten Verherrlichung teilhaftig werden (Cyr., Athanas., Aug.). Einige Väter übertragen das Wort größer als ich im uneigentlichen Sinne auf das Geheimnis der hl. Dreifaltigkeit, sofern der Sohn vom Vater gezeugt wird, während der Vater Ursprung ohne Ursprung ist, d. h. von seiner göttlichen Person die Wesenheit mitgeteilt erhält (Athanas., Bas., Greg. Naz., Epiph., u. a.). +Johannes Joh 51 14 29 Et nunc dixi vobis priusquam fiat: ut cum factum fuerit, credatis. Auch jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubet, wenn es geschehen ist. +Johannes Joh 51 14 30 Jam non multa loquar vobiscum: venit enim princeps mundi hujus, et in me non habet quidquam. Nicht mehr vieles werde ich mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt,³⁹ und an mir hat er keinen Teil.⁴⁰ +Johannes Joh 51 14 30 39 Diese Worte beziehen sich auf das Hingehen des Herrn, besonders wie er V. 28 verkündet hat. Satan naht dem Heilande feindlich, um zu sehen, ob er kein Recht über ihn geltend machen kann. Er steht an der Spitze der Feinde. +Johannes Joh 51 14 30 40 Zwar hat er kein Recht über mich [Joh 12,31] aber ich lasse seine Gewalt über mich ergehen, damit die Menschen erkennen, dass ich den Vater liebe und aus Liebe gehorche. Zum Zeichen dieser Gesinnung erhebt er sich mit den Seinen. Da aber erst [Joh 18,1] berichtet wird, dass Jesus hinausging (doch wohl aus dem Speisesaale), so sind die von 15 17 mitgeteilten Reden wohl auch noch im Speisesaale zu Jerusalem vom Herrn stehend gehalten worden. Viele angesehene Lehrer indes glauben, der Heiland sei jetzt wirklich fortgegangen und habe die übrigen Reden außerhalb der Stadt an einem einsamen Orte gehalten. +Johannes Joh 51 14 31 Sed ut cognoscat mundus quia diligo Patrem, et sicut mandatum dedit mihi Pater, sic facio. Surgite, eamus hinc. Aber damit die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe, und wie mir der Vater aufgetragen hat, also tue: Stehet auf, lasset uns von hinnen gehen! +Apostelgeschichte Apg 51 15 0 2. Das Apostelconcil. (V. 34): Veranlassung. (V. 5) Erörterung. (V. 21) Entscheidung und Ausführung. (V. 34) 3. Zweite Missionsreise des heil. Paulus. (15,35 18,28): Paulus und Barnabas trennen sich. (V. 40) Paulus besucht die kleinasiatischen Gemeinden. +Johannes Joh 51 15 0 3. Des Herrn Mahnung (Kap. 15): Zur innigsten Vereinigung mit ihm, dem wahren Weinstock (V. 11), zur gegenseitigen Liebe (V. 17), zur Furchtlosigkeit gegen den Hass der Welt. Apostelgeschichte Apg 51 15 1 Et quidam descendentes de Judæa, docebant fratres: Quia nisi circumcidamini secundum morem Moysi, non potestis salvari. Es waren nun einige aus Judäa herab gekommen, welche die Brüder lehrten: Wenn ihr euch nicht gemäß dem Brauche des Moses beschneiden lasset, so könnet ihr nicht selig werden.¹ [Gal 5,2] -Johannes Joh 50 15 1 Ego sum vitis vera: et Pater meus agricola est. Ich bin der wahre Weinstock,¹ und mein Vater ist der Weingärtner.² +Johannes Joh 51 15 1 Ego sum vitis vera: et Pater meus agricola est. Ich bin der wahre Weinstock,¹ und mein Vater ist der Weingärtner.² Apostelgeschichte Apg 51 15 1 1 Judenchristliche Eiferer lehrten, das Gesetz Moses sei auch für die Christen notwendig, wenigstens die Beschneidung; keinesfalls (so die Milderen unter ihnen) seien die unbeschnittenen Christen den Judenchristen gleichzustellen, obgleich sie das Heil zu erlangen vermöchten. Da nun die Heidenchristen, welche einer solchen Anschauung nicht nachkamen, sehr zahlreich waren, erklärten jene nicht mehr Glauben und Gnade als Mittelpunkt des Heiles, sondern die Zugehörigkeit zu dem mosaischen Gesetze, wie umgekehrt eine Partei (gegen welche der Brief des heil. Jakobus gerichtet ist) den Glauben ohne die Werke pries. Das Auftreten der verwirrenden Eiferer fällt in die Zeit, in welcher Paulus und Barnabas in Antiochia wirkten. Unter den Eiferern war nach Epiphanius auch Cerinthus. -Johannes Joh 50 15 1 1 Das Bild vom Weinstocke lag nahe. Ein Prophet hat dasselbe gleichsam dem anderen übergeben, es war die Bezeichnung für den A. B. geworden [Ps 79, Jes 5,1, Jer 2,21, Ez 19, Hos 10,1]. An diesem Abende hatten die Jünger den eucharistischen Kelch genossen und die Worte des Herrn [Mk 14,25] vernommen. Christus, der menschgewordenen Sohn Gottes (Aug.), ist der wahre Weinstock nicht in dem Sinne, als ob der natürliche Weinstock kein wahrer sei, sondern weil er im übernatürlichen Gebiete in so ausgezeichneter Weise das wirkt, was der Weinstock in der Natur, dass dieser im Vergleich mit ihm nur ein Sinnbild des wahren Weinstockes ist. -Johannes Joh 50 15 1 2 Denn er hat mich gepflanzt, d. i. durch die Menschwerdung in die Menschheit eingesenkt und alles getan, damit das Reich Gottes auf Erden (der Weingarten) entstehe. -Johannes Joh 50 15 2 Omnem palmitem in me non ferentem fructum, tollet eum: et omnem, qui fert fructum, purgabit eum, ut fructum plus afferat. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, damit sie mehr Frucht trage.³ +Johannes Joh 51 15 1 1 Das Bild vom Weinstocke lag nahe. Ein Prophet hat dasselbe gleichsam dem anderen übergeben, es war die Bezeichnung für den A. B. geworden [Ps 79, Jes 5,1, Jer 2,21, Ez 19, Hos 10,1]. An diesem Abende hatten die Jünger den eucharistischen Kelch genossen und die Worte des Herrn [Mk 14,25] vernommen. Christus, der menschgewordenen Sohn Gottes (Aug.), ist der wahre Weinstock nicht in dem Sinne, als ob der natürliche Weinstock kein wahrer sei, sondern weil er im übernatürlichen Gebiete in so ausgezeichneter Weise das wirkt, was der Weinstock in der Natur, dass dieser im Vergleich mit ihm nur ein Sinnbild des wahren Weinstockes ist. +Johannes Joh 51 15 1 2 Denn er hat mich gepflanzt, d. i. durch die Menschwerdung in die Menschheit eingesenkt und alles getan, damit das Reich Gottes auf Erden (der Weingarten) entstehe. +Johannes Joh 51 15 2 Omnem palmitem in me non ferentem fructum, tollet eum: et omnem, qui fert fructum, purgabit eum, ut fructum plus afferat. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, damit sie mehr Frucht trage.³ Apostelgeschichte Apg 51 15 2 Facta ergo seditione non minima Paulo, et Barnabæ adversus illos, statuerunt ut ascenderent Paulus, et Barnabas, et quidam alii ex aliis ad Apostolos, et Presbyteros in Jerusalem super hac quæstione. Da nun Paulus und Barnabas nicht wenig wider sie zu streiten hatten, so ward beschlossen, dass Paulus und Barnabas und einige andere von den übrigen zu den Aposteln und Vorstehern wegen dieser Streitfrage nach Jerusalem hinaufziehen sollten.² Apostelgeschichte Apg 51 15 2 2 Das Ansehen des Paulus und Barnabas genügte nicht, um den Streit zu entscheiden. Deswegen musste eine autoritative, für die ganze christliche Kirche geltende Entscheidung herbeigeführt werden, wie es den beiden Aposteln daran liegen musste, in vollster Übereinstimmung mit der Kirche von Jerusalem zu handeln. Paulus hatte als besonderen Grund der reise noch eine göttliche Mahnung. [Gal 2,2] -Johannes Joh 50 15 2 3 Die Rebenzweige sind diejenigen, welche dem Herrn durch Glaube und Liebe eingepflanzt und durch den Empfang des Hl. Geistes seiner Gemeinschaft teilhaftig geworden sind. Die unnützen Zweige werden abgeschnitten: Wer äußerlich in der Gemeinschaft mit Christus steht, aber keine Früchte des Glaubens, keine guten Werke zeitigt (Aug., Chrys., Cyr.). Die gesunden Zweige werden von allem befreit, was sie hindern kann, Frucht zu tragen, durch Heimsuchungen und Trübsale (Cyr., Chrys.), und durch alles, was die Gottesliebe anfacht und nährt (Cyr.). Ein Beispiel für beide steht vor Augen: Judas als tote Rebe, die Jünger als fruchtbare Reben. -Johannes Joh 50 15 3 Jam vos mundi estis propter sermonem, quem locutus sum vobis. Schon seid ihr rein wegen des Wortes, das ich zu euch gesprochen habe.⁴ +Johannes Joh 51 15 2 3 Die Rebenzweige sind diejenigen, welche dem Herrn durch Glaube und Liebe eingepflanzt und durch den Empfang des Hl. Geistes seiner Gemeinschaft teilhaftig geworden sind. Die unnützen Zweige werden abgeschnitten: Wer äußerlich in der Gemeinschaft mit Christus steht, aber keine Früchte des Glaubens, keine guten Werke zeitigt (Aug., Chrys., Cyr.). Die gesunden Zweige werden von allem befreit, was sie hindern kann, Frucht zu tragen, durch Heimsuchungen und Trübsale (Cyr., Chrys.), und durch alles, was die Gottesliebe anfacht und nährt (Cyr.). Ein Beispiel für beide steht vor Augen: Judas als tote Rebe, die Jünger als fruchtbare Reben. +Johannes Joh 51 15 3 Jam vos mundi estis propter sermonem, quem locutus sum vobis. Schon seid ihr rein wegen des Wortes, das ich zu euch gesprochen habe.⁴ Apostelgeschichte Apg 51 15 3 Illi ergo deducti ab ecclesia pertransibant Phnicem, et Samariam, narrantes conversionem gentium: et faciebant gaudium magnum omnibus fratribus. Diese also machten sich, geleitet von der Gemeinde, auf den Weg und durchzogen Phönicien und Samaria, die Bekehrung der Heiden berichtend, und verursachten große Freude bei allen Brüdern.³ Apostelgeschichte Apg 51 15 3 3 Sie zogen an der Küste entlang über Sidon und Tyrus, wohl durch Cäsarea und dann nach Samaria. Sowohl in Phönizien wie in Samaria fanden sie christliche Gemeinden. -Johannes Joh 50 15 3 4 Vater und Sohn vereinigen sich in der Sorge um den Weinstock, der die Jünger sind. Was soeben dem Vater zugeschrieben, wird jetzt vom Sohne ausgesagt (Cyr., Chrys.). Das Winzermesser des Herrn ist seine letzte Rede nach einigen, nach anderen seine gesamte Heilslehre. Das Wort Christi, seine dreijährige Tätigkeit reinigte den Verstand von Irrtum, den Willen von bösen Bestrebungen, die ganze Seele von Sünden, aber nur wenn es geglaubt ward (Thom.). -Johannes Joh 50 15 4 Manete in me: et ego in vobis. Sicut palmes non potest ferre fructum a semetipso, nisi manserit in vite: sic nec vos, nisi in me manseritis. Bleibet in mir, und ich in euch.⁵ Gleichwie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstocke bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet.⁶ +Johannes Joh 51 15 3 4 Vater und Sohn vereinigen sich in der Sorge um den Weinstock, der die Jünger sind. Was soeben dem Vater zugeschrieben, wird jetzt vom Sohne ausgesagt (Cyr., Chrys.). Das Winzermesser des Herrn ist seine letzte Rede nach einigen, nach anderen seine gesamte Heilslehre. Das Wort Christi, seine dreijährige Tätigkeit reinigte den Verstand von Irrtum, den Willen von bösen Bestrebungen, die ganze Seele von Sünden, aber nur wenn es geglaubt ward (Thom.). +Johannes Joh 51 15 4 Manete in me: et ego in vobis. Sicut palmes non potest ferre fructum a semetipso, nisi manserit in vite: sic nec vos, nisi in me manseritis. Bleibet in mir, und ich in euch.⁵ Gleichwie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstocke bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 15 4 Cum autem venissent Jerosolymam, suscepti sunt ab ecclesia, et ab Apostolis, et senioribus annuntiantes quanta Deus fecisset cum illis. Als sie aber nach Jerusalem gekommen waren, wurden sie von der Gemeinde und von den Aposteln und Vorstehern empfangen; und sie verkündeten, wie Großes Gott mit ihnen getan habe. -Johannes Joh 50 15 4 5 Wie die Apostel nur durch Christus rein geworden sind, so kann auch nur in der Gemeinschaft mit ihm das neue Leben erhalten und erhöht werden. Daher die Aufforderung: Bleibet in mir! Und die Verheißung: Und ich in euch. -Johannes Joh 50 15 4 6 So notwendig der Rebe die Vereinigung mit dem Weinstocke ist, so notwendig ist die Verbindung mit mir, denn ohne diese ist es nicht möglich, jene übernatürlichen guten Werke zu vollbringen. +Johannes Joh 51 15 4 5 Wie die Apostel nur durch Christus rein geworden sind, so kann auch nur in der Gemeinschaft mit ihm das neue Leben erhalten und erhöht werden. Daher die Aufforderung: Bleibet in mir! Und die Verheißung: Und ich in euch. +Johannes Joh 51 15 4 6 So notwendig der Rebe die Vereinigung mit dem Weinstocke ist, so notwendig ist die Verbindung mit mir, denn ohne diese ist es nicht möglich, jene übernatürlichen guten Werke zu vollbringen. Apostelgeschichte Apg 51 15 5 Surrexerunt autem quidam de hæresi pharisæorum, qui crediderunt, dicentes quia oportet circumcidi eos, præcipere quoque servare legem Moysi. Da traten einige aus der Sekte der Pharisäer, welche gläubig geworden waren, auf und sprachen: Man muss sie beschneiden, und ihnen auch gebieten, das Gesetz Moses zu halten.⁴ -Johannes Joh 50 15 5 Ego sum vitis, vos palmites: qui manet in me, et ego in eo, hic fert fructum multum: quia sine me nihil potestis facere. Ich bin der Weinstock, ihr die Reben. Wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringt viele Frucht; denn ohne mich könnet ihr nichts tun.⁷ +Johannes Joh 51 15 5 Ego sum vitis, vos palmites: qui manet in me, et ego in eo, hic fert fructum multum: quia sine me nihil potestis facere. Ich bin der Weinstock, ihr die Reben. Wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringt viele Frucht; denn ohne mich könnet ihr nichts tun.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 15 5 4 Die Vertreter der pharisäischen Richtung fordern unumwunden Judaisirung der in der Kirche aufzunehmenden Heiden. -Johannes Joh 50 15 5 7 Erst hier sagt der Heiland ausdrücklich, dass durch das Bild vom Rebzweige das Verhältnis der Apostel zu ihm dargestellt werden soll. Wer mit dem Heilande verbunden ist, der allein trägt Frucht und zwar reiche Frucht. Wer aber nicht mit Jesus verbunden ist, ist unfähig zu jedem übernatürlichen guten Werke, denn der Herr ist nicht mehr in ihm. (Konz. v. Trient, Sitz 6 Kap 16) -Johannes Joh 50 15 6 Si quis in me non manserit: mittetur foras sicut palmes, et arescet, et colligent eum, et in ignem mittent, et ardet. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er wie ein Rebzweig hinausgeworfen werden, und wird verdorren, man wird ihn auflesen und in das Feuer werfen, und er verbrennt.⁸ +Johannes Joh 51 15 5 7 Erst hier sagt der Heiland ausdrücklich, dass durch das Bild vom Rebzweige das Verhältnis der Apostel zu ihm dargestellt werden soll. Wer mit dem Heilande verbunden ist, der allein trägt Frucht und zwar reiche Frucht. Wer aber nicht mit Jesus verbunden ist, ist unfähig zu jedem übernatürlichen guten Werke, denn der Herr ist nicht mehr in ihm. (Konz. v. Trient, Sitz 6 Kap 16) +Johannes Joh 51 15 6 Si quis in me non manserit: mittetur foras sicut palmes, et arescet, et colligent eum, et in ignem mittent, et ardet. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er wie ein Rebzweig hinausgeworfen werden, und wird verdorren, man wird ihn auflesen und in das Feuer werfen, und er verbrennt.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 15 6 Conveneruntque Apostoli, et seniores videre de verbo hoc. Und die Apostel und Vorsteher versammelten sich, um diese Sache zu untersuchen.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 15 6 5 Die Apostel, eingedenk der Zusage des Herrn, dass er selbst stets in der Mitte der in seinem Namen Versammelten sein [Mt 18,20] und die Kirche durch den Heil. Geist in alle Wahrheit werde geleitet werden [Joh 16,13], beschlossen, die vorgelegte Frage unter dem Beistande des heil. Geistes zu prüfen und zu entscheiden. So versammelt sich denn die lehrende Kirche, welche in Jerusalem noch ausschließlich durch die Apostel dargestellt war, zu dem ersten allgemeinen Konzil. Die Entscheidung geben die Apostel, die Vorsteher beraten, apostolische Männer (V. 12) aus Antiochia und andere Lehrer dürfen Anträge stellen. Den Vorsitz führte das Haupt der Kirche, Petrus, welcher nach Gründung der Kirche zu Rom nach Jerusalem gekommen war. Beratung und Beschlussfassung zeigen, wie sehr die Apostel von dem Bewusstsein durchdrungen sind, dass der heil. Geist mit ihnen ist. (V. 28) Die Entscheidung wird in Form eines alle verbindenden Kirchengesetzes gegeben. (V. 29) Es war durchaus notwendig, dass hier Klarheit geschafft wurde, da die irrige Meinung, das alte Gesetz verbinde noch, die Judenchristen ständen höher als die Heidenchristen usw. geeignet war, viele vom Eintritt in die Kirche abzuhalten und in der Kirche selbst eine tiefgehende Spaltung hervorzurufen. Auch lag in einer solchen Ansicht eine Geringschätzung, ja eine Aufhebung des Wertes der Erlösung. Vergl. [Gal 2,21] -Johannes Joh 50 15 6 8 Im Griech. ist die Folge des Nicht in Christus bleiben als bereits eingetreten gedacht, in der Vulg. die augenblicklich eintretende Folge des Nichtbleibens ausgedrückt. Das schließliche Los ist die endgültige Scheidung von Christus durch Überantwortung in die ewigen Höllenstrafen. Das Auflesen geschieht von den Engeln, welche den zum Gerichte wiederkommenden Erlöser begleiten, sowie die Sammlung und Scheidung der Menschen vornehmen werden. [Mt 13,41.42, Mt 25,31ff] In der Hölle brennen die verdorrten Reben, aber verbrennen nicht (Euth.). -Johannes Joh 50 15 7 Si manseritis in me, et verba mea in vobis manserint: quodcumque volueritis petetis, et fiet vobis. Wenn ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, um was immer ihr wollet, und es wird euch gewährt werden.⁹ +Johannes Joh 51 15 6 8 Im Griech. ist die Folge des Nicht in Christus bleiben als bereits eingetreten gedacht, in der Vulg. die augenblicklich eintretende Folge des Nichtbleibens ausgedrückt. Das schließliche Los ist die endgültige Scheidung von Christus durch Überantwortung in die ewigen Höllenstrafen. Das Auflesen geschieht von den Engeln, welche den zum Gerichte wiederkommenden Erlöser begleiten, sowie die Sammlung und Scheidung der Menschen vornehmen werden. [Mt 13,41.42, Mt 25,31ff] In der Hölle brennen die verdorrten Reben, aber verbrennen nicht (Euth.). +Johannes Joh 51 15 7 Si manseritis in me, et verba mea in vobis manserint: quodcumque volueritis petetis, et fiet vobis. Wenn ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, um was immer ihr wollet, und es wird euch gewährt werden.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 15 7 Cum autem magna conquisitio fieret, surgens Petrus dixit ad eos: Viri fratres, vos scitis quoniam ab antiquis diebus Deus in nobis elegit, per os meum audire gentes verbum Evangelii, et credere. Als aber viel hin und her geredet ward,⁶ erhob sich Petrus, und sprach zu ihnen:⁷ Männer, Brüder! Ihr wisset, dass Gott vor langer Zeit⁸ mich unter uns erwählet hat, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollen. [Apg 10,20] Apostelgeschichte Apg 51 15 7 6 Der heil. Petrus schlägt den Beschluss vor, den das Konzil annimmt. Jakobus bringt eine Zusatzbestimmung in Vorschlag, welche ein moralisches und ein Disziplinargebot enthält. Apostelgeschichte Apg 51 15 7 7 Zunächst war viel Streit über Titus. [Gal 2,2-5] Paulus der später selbst den Timotheus beschnitt [Apg 16,3], gab hier nicht nach, da es sich um eine grundsätzliche Entscheidung handelte. Der heil. Paulus macht zuerst (V. 7 9) die Erfahrung und das Zeugnis Gottes zu Gunsten der Freiheit geltend, worauf er (V. 11) den inneren Grund dieser Freiheit angibt. Apostelgeschichte Apg 51 15 7 8 Am Anfange der Kirche, vor etwa 12 Jahren. -Johannes Joh 50 15 7 9 Der Heiland will die Drohung für die Jünger mildern und fügt eine Verheißung bei. Dem Vergleiche folgt nun die Auslegung: Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben beides liegt in eurer Macht so könnt ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird jede Bitte Erhörung finden, weil ihr mit mir vereinigt seid und ich deshalb selbst mit euch bete, mein Gebet aber wird immer erhört. Vergl. [Joh 11,42]. -Johannes Joh 50 15 8 In hoc clarificatus est Pater meus, ut fructum plurimum afferatis, et efficiamini mei discipuli. Darin ist mein Vater verherrlichet, dass ihr viele Frucht bringet, und meine Jünger werdet.¹⁰ +Johannes Joh 51 15 7 9 Der Heiland will die Drohung für die Jünger mildern und fügt eine Verheißung bei. Dem Vergleiche folgt nun die Auslegung: Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben beides liegt in eurer Macht so könnt ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird jede Bitte Erhörung finden, weil ihr mit mir vereinigt seid und ich deshalb selbst mit euch bete, mein Gebet aber wird immer erhört. Vergl. [Joh 11,42]. +Johannes Joh 51 15 8 In hoc clarificatus est Pater meus, ut fructum plurimum afferatis, et efficiamini mei discipuli. Darin ist mein Vater verherrlichet, dass ihr viele Frucht bringet, und meine Jünger werdet.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 15 8 Et qui novit corda Deus, testimonium perhibuit, dans illis Spiritum sanctum, sicut et nobis, Und Gott, der die Herzen kennt, hat für sie Zeugnis gegeben, indem er ihnen den Heiligen Geist gab, sowie auch uns; [Apg 10,45] -Johannes Joh 50 15 8 10 Die Verherrlichung jedes Vaters, also auch des himmlischen Vaters, sind gute Söhne. Eine besondere Verherrlichung für Gott ist es, wenn viele dem Beispiele des Sohnes folgen. -Johannes Joh 50 15 9 Sicut dilexit me Pater, et ego dilexi vos. Manete in dilectione mea. So wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibet in meiner Liebe!¹¹ +Johannes Joh 51 15 8 10 Die Verherrlichung jedes Vaters, also auch des himmlischen Vaters, sind gute Söhne. Eine besondere Verherrlichung für Gott ist es, wenn viele dem Beispiele des Sohnes folgen. +Johannes Joh 51 15 9 Sicut dilexit me Pater, et ego dilexi vos. Manete in dilectione mea. So wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibet in meiner Liebe!¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 15 9 Et nihil discrevit inter nos et illos, fide purificans corda eorum. und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, indem er durch den Glauben ihre Herzen reinigte.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 15 9 9 Durch den lebendigen Glauben, der in der Liebe tätig ist. Da Gott selbst entschieden hat, wie darf man ihn noch zweifelnd versuchen (V. 10), ob seine Weisheit hierin recht gehandelt habe, (Crys., Oek., Bed.) oder ob seine Langmut es ertrage, die, welche er frei gemacht, wieder unter das Joch gezwungen zu sehen. Die Worte des heil. Petrus erinnern an die Aussprüche des Herrn [Mt 23,4] und [Mt 11,30] -Johannes Joh 50 15 9 11 Das den Heiland mit seinen Jüngern vereinigende Band ist die Liebe. Zwischen der Liebe des Vaters zum Sohne einerseits und der Liebe zu den Jüngern andererseits ist selbstverständlich nur Ähnlichkeit, nicht Gleichheit. Der Sinn ist wohl: wie euch der Vater wahrhaft, tatkräftig geliebt hat, so liebe ich euch. Bleibet usw.: sorget dass ihr immer meiner Liebe wert seiet (Aug.). -Johannes Joh 50 15 10 Si præcepta mea servaveritis, manebitis in dilectione mea, sicut et ego Patris mei præcepta servavi, et maneo in ejus dilectione. Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben; so wie auch ich die Gebote meines Vaters gehalten habe, und in seiner Liebe bleibe. +Johannes Joh 51 15 9 11 Das den Heiland mit seinen Jüngern vereinigende Band ist die Liebe. Zwischen der Liebe des Vaters zum Sohne einerseits und der Liebe zu den Jüngern andererseits ist selbstverständlich nur Ähnlichkeit, nicht Gleichheit. Der Sinn ist wohl: wie euch der Vater wahrhaft, tatkräftig geliebt hat, so liebe ich euch. Bleibet usw.: sorget dass ihr immer meiner Liebe wert seiet (Aug.). +Johannes Joh 51 15 10 Si præcepta mea servaveritis, manebitis in dilectione mea, sicut et ego Patris mei præcepta servavi, et maneo in ejus dilectione. Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben; so wie auch ich die Gebote meines Vaters gehalten habe, und in seiner Liebe bleibe. Apostelgeschichte Apg 51 15 10 Nunc ergo quid tentatis Deum, imponere jugum super cervices discipulorum, quod neque patres nostri, neque nos portare potuimus? Nun denn, warum versuchet ihr Gott, dem Nacken der Jünger ein Joch aufzulegen, welches weder unsere Väter, noch wir zu tragen vermochten?¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 15 10 10 Die Erfüllung des ganzen Gesetzes ist unmöglich und unnütz, selbst für die Juden. Vergl. [Gal 3,10ff] Apostelgeschichte Apg 51 15 11 Sed per gratiam Domini Jesu Christi credimus salvari, quemadmodum et illi. Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus Christus selig zu werden, gleichwie auch jene. -Johannes Joh 50 15 11 Hæc locutus sum vobis: ut gaudium meum in vobis sit, et gaudium vestrum impleatur. Dieses habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei, und eure Freude vollkommen werde.¹² -Johannes Joh 50 15 11 12 Bleiben sie in der Liebe, so bleiben sie auch in der Freude Christi, denn die Freude besteht aus dem Besitze des höchsten Gutes. Dieser Besitz wird dem Liebenden zu Teil; in der anderen Welt wird sie vollkommen sein, weil auch die Liebe vollkommen ist, wenn Gott in sich selbst geschaut wird. [1Kor 13,12, Offb 21,4] +Johannes Joh 51 15 11 Hæc locutus sum vobis: ut gaudium meum in vobis sit, et gaudium vestrum impleatur. Dieses habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei, und eure Freude vollkommen werde.¹² +Johannes Joh 51 15 11 12 Bleiben sie in der Liebe, so bleiben sie auch in der Freude Christi, denn die Freude besteht aus dem Besitze des höchsten Gutes. Dieser Besitz wird dem Liebenden zu Teil; in der anderen Welt wird sie vollkommen sein, weil auch die Liebe vollkommen ist, wenn Gott in sich selbst geschaut wird. [1Kor 13,12, Offb 21,4] Apostelgeschichte Apg 51 15 12 Tacuit autem omnis multitudo: et audiebant Barnabam, et Paulum narrantes quanta Deus fecisset signa, et prodigia in gentibus per eos. Da schwieg die ganze Menge, und lauschte dem Barnabas¹¹ und Paulus, welche erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott unter den Heiden durch sie getan. -Johannes Joh 50 15 12 Hoc est præceptum meum ut diligatis invicem, sicut dilexi vos. Dies ist mein Gebot, dass ihr euch einander liebet, wie ich euch geliebet habe.¹³ [Joh 13,34] +Johannes Joh 51 15 12 Hoc est præceptum meum ut diligatis invicem, sicut dilexi vos. Dies ist mein Gebot, dass ihr euch einander liebet, wie ich euch geliebet habe.¹³ [Joh 13,34] Apostelgeschichte Apg 51 15 12 11 Barnabas steht wegen seiner alten Verbindung mit der Kirche von Jerusalem an erster Stelle. -Johannes Joh 50 15 12 13 Zu der Liebespflicht gegen den Heiland kommt die Pflicht der Liebe gegeneinander. Keine wahre Verbindung mit Jesus ohne die Nächstenliebe. Für diese ist die Liebe des Heilandes Antrieb und Vorbild. So wird die Gemeinschaft mit dem Herrn wahrhaft erhalten. Wenn das Bleiben in Jesus von der Liebe kommt, das Lieben aber von der Erfüllung der Gebote, das Gebot aber dies ist, dass wir einander lieben, so ist folglich das Bleiben in Gott abhängig von der Liebe zueinander. (Chrys.) Mein Gebot, d. i.: Der Inbegriff meiner Gebote. Wer liebt, erfüllt alle Gebote, und zwar aus Liebe. Die Liebe ist der Ausgang und das Ziel der Geboteerfüllung (Thom.). -Johannes Joh 50 15 13 Majorem hac dilectionem nemo habet, ut animam suam ponat quis pro amicis suis. Eine größere Liebe hat niemand als diese, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt.¹⁴ +Johannes Joh 51 15 12 13 Zu der Liebespflicht gegen den Heiland kommt die Pflicht der Liebe gegeneinander. Keine wahre Verbindung mit Jesus ohne die Nächstenliebe. Für diese ist die Liebe des Heilandes Antrieb und Vorbild. So wird die Gemeinschaft mit dem Herrn wahrhaft erhalten. Wenn das Bleiben in Jesus von der Liebe kommt, das Lieben aber von der Erfüllung der Gebote, das Gebot aber dies ist, dass wir einander lieben, so ist folglich das Bleiben in Gott abhängig von der Liebe zueinander. (Chrys.) Mein Gebot, d. i.: Der Inbegriff meiner Gebote. Wer liebt, erfüllt alle Gebote, und zwar aus Liebe. Die Liebe ist der Ausgang und das Ziel der Geboteerfüllung (Thom.). +Johannes Joh 51 15 13 Majorem hac dilectionem nemo habet, ut animam suam ponat quis pro amicis suis. Eine größere Liebe hat niemand als diese, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 15 13 Et postquam tacuerunt, respondit Jacobus, dicens: Viri fratres, audite me. Als sie nun schwiegen, nahm Jakobus¹² das Wort, und sprach: Brüder, höret mich! Apostelgeschichte Apg 51 15 13 12 Jakobus hatte als Vorsteher der Kirche von Jerusalem keine Gelegenheit gehabt, mit Heiden in Berührung zu kommen, und besaß gewiss als der treueste Beobachter des Gesetzes das höchste Ansehen in dieser Frage. Er will den Heidenchristen eine kleine Beschränkung auferlegen, die sie noch nicht als Joch (V. 10) empfinden, die aber notwendig ist, um den Juden besonders anstößige Dinge zu beseitigen (Götzenopfer und Genuss von Blut). Zudem wünscht er ein besonderes Verbot der durch das Sittengesetz verbotenen Unzucht, welche damals vielfach unter den Heiden als erlaubt galt. (V. 20) Der Grund davon ist wohl, dass die Brüder aus den Pharisäern (V. 5) gerade diese Punkte hervorgehoben und als besonders anstößig bezeichnet haben. -Johannes Joh 50 15 13 14 Liebet wie ich. (V. 12) Ich aber liebe im höchstem Grade, bis zur Hingabe aller Güter, selbst des Lebens, also seid zu solcher Nächstenliebe bereit. Dieselbe muss durch kleinere Opfer geübt werden, denn, sagt der heil. Gregor, wer zur Zeit der Ruhe nicht seinen Rock opfern will, wie wird ein solcher zur Zeit der Trübsal sein Leben geben? -Johannes Joh 50 15 14 Vos amici mei estis, si feceritis quæ ego præcipio vobis. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.¹⁵ +Johannes Joh 51 15 13 14 Liebet wie ich. (V. 12) Ich aber liebe im höchstem Grade, bis zur Hingabe aller Güter, selbst des Lebens, also seid zu solcher Nächstenliebe bereit. Dieselbe muss durch kleinere Opfer geübt werden, denn, sagt der heil. Gregor, wer zur Zeit der Ruhe nicht seinen Rock opfern will, wie wird ein solcher zur Zeit der Trübsal sein Leben geben? +Johannes Joh 51 15 14 Vos amici mei estis, si feceritis quæ ego præcipio vobis. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 15 14 Simon narravit quemadmodum primum Deus visitavit sumere ex gentibus populum nomini suo. Simon hat erzählt, wie Gott das erste Mal die Heiden heimgesucht hat, ein Volk aus ihnen für seinen Namen zu gewinnen. -Johannes Joh 50 15 14 15 V. 13 musste dazu anspornen, ein Freund Christi zu werden, nun sagt der Herr, was dazu notwendig ist. -Johannes Joh 50 15 15 Jam non dicam vos servos: quia servus nescit quid faciat dominus ejus. Vos autem dixi amicos: quia omnia quæcumque audivi a Patre meo, nota feci vobis. Ich nenne euch nun nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt;¹⁶ denn alles, was ich von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan.¹⁷ +Johannes Joh 51 15 14 15 V. 13 musste dazu anspornen, ein Freund Christi zu werden, nun sagt der Herr, was dazu notwendig ist. +Johannes Joh 51 15 15 Jam non dicam vos servos: quia servus nescit quid faciat dominus ejus. Vos autem dixi amicos: quia omnia quæcumque audivi a Patre meo, nota feci vobis. Ich nenne euch nun nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt;¹⁶ denn alles, was ich von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 15 15 Et huic concordant verba prophetarum, sicut scriptum est: Und hiermit¹³ stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 15 15 13 Mit der V. 14 erwähnten Handlungsweise Gottes. Apostelgeschichte Apg 51 15 15 14 Der Text des Propheten ist nach der Septuag angeführt. Nach dem Hebr. wird eine Zeit verheißen, in welcher die Herrschaft Davids wiederhergestellt wird und alle Völker durch Israel dem Herrn zugeführt werden. Nach der Septuag ist ein Suchen der Heidenvölker nach dem Herrn Israels angedeutet, wie [Jes 2,1ff, Mi 4,1ff]. Die Verheißung ist in beiden Texten dieselbe: Das Zelt Davids, d. i. die Herrschaft des Messias, die Kirche wird aufgerichtet werden. -Johannes Joh 50 15 15 16 Wohl hat der Heiland die Jünger mehrfach Knechte und Diener genannt [Joh 12,26, Joh 13,13ff, Lk 17,7-10], aber doch ist er stets mit ihnen mehr wie mit Freunden als wie mit Dienern umgegangen. Denn das ist der Unterschied zwischen Knecht und Freund, dass dem ersteren nur Befehle erteilt werden, den Freund aber lässt man in sein Herz schauen. Am heutigen Abend hat der Herr die Apostel tiefer in sein Herz schauen lassen, er hat ihnen den ganzen Heilsplan geoffenbart und sie in die Zukunft schauen lassen, nun war ihr Gehorchen ein erleuchtetes und mit innerem Anschluss gepaartes. Damit ist also nicht gesagt, dass sie nicht auch ferner noch Diener des Herrn sind; denn es ist in der Natur des Geschöpfes gelegen, dass es Gott gegenüber im Verhältnisse eines Dieners stehe. -Johannes Joh 50 15 15 17 Dem widerspricht nicht [Joh 16,12]. Der Heiland hat den Aposteln nicht sein ganzes göttliches Wissen geoffenbart, sondern dasjenige, was er vom Vater für sie gehört hat und in der Zeit seines Wandels mit ihnen sie lehren wollte. Übrigens ist alles, was der Hl. Geist sie lehren wird, nur Entwicklung dessen, was der Herr gesagt. +Johannes Joh 51 15 15 16 Wohl hat der Heiland die Jünger mehrfach Knechte und Diener genannt [Joh 12,26, Joh 13,13ff, Lk 17,7-10], aber doch ist er stets mit ihnen mehr wie mit Freunden als wie mit Dienern umgegangen. Denn das ist der Unterschied zwischen Knecht und Freund, dass dem ersteren nur Befehle erteilt werden, den Freund aber lässt man in sein Herz schauen. Am heutigen Abend hat der Herr die Apostel tiefer in sein Herz schauen lassen, er hat ihnen den ganzen Heilsplan geoffenbart und sie in die Zukunft schauen lassen, nun war ihr Gehorchen ein erleuchtetes und mit innerem Anschluss gepaartes. Damit ist also nicht gesagt, dass sie nicht auch ferner noch Diener des Herrn sind; denn es ist in der Natur des Geschöpfes gelegen, dass es Gott gegenüber im Verhältnisse eines Dieners stehe. +Johannes Joh 51 15 15 17 Dem widerspricht nicht [Joh 16,12]. Der Heiland hat den Aposteln nicht sein ganzes göttliches Wissen geoffenbart, sondern dasjenige, was er vom Vater für sie gehört hat und in der Zeit seines Wandels mit ihnen sie lehren wollte. Übrigens ist alles, was der Hl. Geist sie lehren wird, nur Entwicklung dessen, was der Herr gesagt. Apostelgeschichte Apg 51 15 16 Post hæc revertar, et reædificabo tabernaculum David, quod decidit: et diruta ejus reædificabo, et erigam illud: Darnach will ich wiederkommen, und das zerfallene Zelt Davids wieder aufrichten, das daran Zerstörte wiederherstellen, und es wieder aufrichten, -Johannes Joh 50 15 16 Non vos me elegistis: sed ego elegi vos, et posui vos ut eatis, et fructum afferatis: et fructus vester maneat: ut quodcumque petieritis Patrem in nomine meo, det vobis. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt, und habe euch gesetzt, dass ihr hingehet und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe;¹⁸ damit euch der Vater alles gebe, um was ihr ihn in meinem Namen bitten werdet.¹⁹ [Mt 28,19] -Johannes Joh 50 15 16 18 Ich habe euch aus der sündigen Welt auserwählt und habe euch als Zweige in den Weinstock, zu Aposteln eingesetzt. Wozu? Damit ihr hingehet [Mt 28,19, Lk 10,3] und die Menschen bekehret und sie des ewigen Lebens teilhaftig machet. Man kann auch die Worte: Eure Frucht bleibe von der Kirche verstehen, welche, von den Aposteln gestiftet, dauern soll bis an das Ende der Zeiten (Apollin.). -Johannes Joh 50 15 16 19 Ich habe euch durch meine Erwählung in eine Würde und einen Stand versetzt, dass der Vater auch um meinetwillen alles gewähren wird. Ohne Gebet bleibt das apostolische Amt ohne Frucht. Wie oft weist der Heiland in diesem Verse die Apostel darauf hin, dass sie alles von ihm haben und von ihm und dem Vater abhängig sind! Wie hoch muss ihnen ihr Amt erscheinen, wie groß aber auch die Notwendigkeit, mit dem Herrn vereinigt zu bleiben! +Johannes Joh 51 15 16 Non vos me elegistis: sed ego elegi vos, et posui vos ut eatis, et fructum afferatis: et fructus vester maneat: ut quodcumque petieritis Patrem in nomine meo, det vobis. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt, und habe euch gesetzt, dass ihr hingehet und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe;¹⁸ damit euch der Vater alles gebe, um was ihr ihn in meinem Namen bitten werdet.¹⁹ [Mt 28,19] +Johannes Joh 51 15 16 18 Ich habe euch aus der sündigen Welt auserwählt und habe euch als Zweige in den Weinstock, zu Aposteln eingesetzt. Wozu? Damit ihr hingehet [Mt 28,19, Lk 10,3] und die Menschen bekehret und sie des ewigen Lebens teilhaftig machet. Man kann auch die Worte: Eure Frucht bleibe von der Kirche verstehen, welche, von den Aposteln gestiftet, dauern soll bis an das Ende der Zeiten (Apollin.). +Johannes Joh 51 15 16 19 Ich habe euch durch meine Erwählung in eine Würde und einen Stand versetzt, dass der Vater auch um meinetwillen alles gewähren wird. Ohne Gebet bleibt das apostolische Amt ohne Frucht. Wie oft weist der Heiland in diesem Verse die Apostel darauf hin, dass sie alles von ihm haben und von ihm und dem Vater abhängig sind! Wie hoch muss ihnen ihr Amt erscheinen, wie groß aber auch die Notwendigkeit, mit dem Herrn vereinigt zu bleiben! Apostelgeschichte Apg 51 15 17 Ut requirant ceteri hominum Dominum, et omnes gentes, super quas invocatum est nomen meum, dicit Dominus faciens hæc. damit die übrigen Menschen den Herrn suchen, und alle Völker, über welche mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut. [Am 9,11.12] -Johannes Joh 50 15 17 Hæc mando vobis, ut diligatis invicem. Dies²⁰ gebiete ich euch, dass ihr euch einander liebet! [1Joh 3,11, 1Joh 4,7] -Johannes Joh 50 15 17 20 Entweder: was ich bisher (V. 12 16) sagte, wollte ich euch zu dem Zwecke einprägen, dass ihr dadurch zur gegenseitigen Liebe bewogen würdet, oder: was ich euch schon zuvor gesagt (V. 12), sage ich euch nochmals. -Johannes Joh 50 15 18 Si mundus vos odit: scitote quia me priorem vobis odio habuit. Wenn euch die Welt hasst, so wisset, dass sie mich vor euch gehasst hat.²¹ +Johannes Joh 51 15 17 Hæc mando vobis, ut diligatis invicem. Dies²⁰ gebiete ich euch, dass ihr euch einander liebet! [1Joh 3,11, 1Joh 4,7] +Johannes Joh 51 15 17 20 Entweder: was ich bisher (V. 12 16) sagte, wollte ich euch zu dem Zwecke einprägen, dass ihr dadurch zur gegenseitigen Liebe bewogen würdet, oder: was ich euch schon zuvor gesagt (V. 12), sage ich euch nochmals. +Johannes Joh 51 15 18 Si mundus vos odit: scitote quia me priorem vobis odio habuit. Wenn euch die Welt hasst, so wisset, dass sie mich vor euch gehasst hat.²¹ Apostelgeschichte Apg 51 15 18 Notum a sæculo est Domino opus suum. Von Ewigkeit her ist ja dem Herrn sein Werk kund.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 15 18 15 Gott hat seit Urbeginn beschlossen, die Heiden in der messianischen Zeit zu einem Volke mit den Juden zu vereinen. -Johannes Joh 50 15 18 21 Zusammenhang: Liebet ihr einander, so wird es auch genug Menschen geben, welche euch nicht lieben, sondern hassen, aber dies soll euch nicht wundern, noch verwirren, denn hat die Welt mich gehasst, wird sie auch euch, meine Freunde und Jünger, hassen. Diesen Trostgrund des Heilandes wiederholt der hl. Petrus. [1Petr 2,21ff] -Johannes Joh 50 15 19 Si de mundo fuissetis: mundus quod suum erat diligeret: quia vero de mundo non estis, sed ego elegi vos de mundo, propterea odit vos mundus. Wäret ihr von der Welt gewesen, so würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch von der Welt auserwählt habe, darum hasset euch die Welt.²² +Johannes Joh 51 15 18 21 Zusammenhang: Liebet ihr einander, so wird es auch genug Menschen geben, welche euch nicht lieben, sondern hassen, aber dies soll euch nicht wundern, noch verwirren, denn hat die Welt mich gehasst, wird sie auch euch, meine Freunde und Jünger, hassen. Diesen Trostgrund des Heilandes wiederholt der hl. Petrus. [1Petr 2,21ff] +Johannes Joh 51 15 19 Si de mundo fuissetis: mundus quod suum erat diligeret: quia vero de mundo non estis, sed ego elegi vos de mundo, propterea odit vos mundus. Wäret ihr von der Welt gewesen, so würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch von der Welt auserwählt habe, darum hasset euch die Welt.²² Apostelgeschichte Apg 51 15 19 Propter quod ego judico non inquietari eos, qui ex gentibus convertuntur ad Deum, Darum urteile ich, dass man die Heiden, welche sich zu Gott bekehren, nicht belästigen soll,¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 15 19 16 Hätte Gott die Völker durch das Gesetz vereinigen wollen, so wäre dies bereits früher geschehen. -Johannes Joh 50 15 19 22 Würdet ihr in Gesinnung, Wort und Tat, mit der Welt halten, so würde sie euch als ihre Angehörigen lieben, weil ihr aber als meine Jünger zu ihr im Gegensatze steht, hasst sie euch. +Johannes Joh 51 15 19 22 Würdet ihr in Gesinnung, Wort und Tat, mit der Welt halten, so würde sie euch als ihre Angehörigen lieben, weil ihr aber als meine Jünger zu ihr im Gegensatze steht, hasst sie euch. Apostelgeschichte Apg 51 15 20 Sed scribere ad eos ut abstineant se a contaminationibus simulacrorum, et fornicatione, et suffocatis, et sanguine. sondern an sie schreibe, dass sie sich von den Befleckungen durch Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blute¹⁷ enthalten sollen. -Johannes Joh 50 15 20 Mementote sermonis mei, quem ego dixi vobis: Non est servus major domino suo. Si me persecuti sunt, et vos persequentur: si sermonem meum servaverunt, et vestrum servabunt. Gedenket meiner Worte, die ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie meine Worte bewahrt, so werden sie auch das eurige bewahren.²³ [Joh 13,16, Mt 10,24] +Johannes Joh 51 15 20 Mementote sermonis mei, quem ego dixi vobis: Non est servus major domino suo. Si me persecuti sunt, et vos persequentur: si sermonem meum servaverunt, et vestrum servabunt. Gedenket meiner Worte, die ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie meine Worte bewahrt, so werden sie auch das eurige bewahren.²³ [Joh 13,16, Mt 10,24] Apostelgeschichte Apg 51 15 20 17 Die Befleckung durch Götzen ist der Genuss von heidnischen Opfern. (V. 29) Bei den heidnischen Opfern wurde ein Teil des zum Opfer dargebrachten Tieres bei dem Opfer verbrannt, ein zweiter gehörte den Priestern, ein dritter denen, welche das Opfer darbrachten. Diese letzteren veranstalteten damit teils religiöse Festmahle, teils benutzten sie das Fleisch zu den gewöhnlichen Mahlzeiten, häufig indes wurde das Fleisch zu Gunsten der betreffenden Familie oder des Opferpriesters auf dem Markte verkauft. Der Genuss solchen Fleisches war den Juden ausdrücklich [Ex 34,15] verboten. Dieselbe Frage entschied der heil. Paulus. [1Kor 8] und [1Kor 10]. Das Opferfleisch hing nach jüdischer Auffassung auf das innigste mit dem Opfer selbst zusammen. Jedenfalls lag in dem Genusse eine Gefahr, dass die Neubekehrten zu ihren früheren Ansichten zurückkehrten. Die Unzucht wird besonders erwähnt, weil das Heidentum alle Ehrfurcht vor dem eigenen Leibe und dem Frauengeschlechte verloren hatte. Die Macht der Gewohnheit und des Beispiels machte selbst für die aus dem Heidentum bekehrten Brüder eine Mahnung erforderlich. Der Blutgenuss endlich war den Juden ein Greuel, weil das Blut das Leben darstellte und somit Gott geweiht war. Vergl. [Gen 9,4, Lev 3,17] u. a. -Johannes Joh 50 15 20 23 Der Heiland stellt das Verhalten der Welt gegen Person und Botschaft der Gottesgesandten seinen Jüngern vor Augen. Wenn sie mich verfolgt haben und ihr wisst, dass dies geschah, so werden sie auch euch verfolgen. Wenn sie mein Wort angenommen haben und ihr wisst, dass dies nicht geschah, so werden sie das Gleiche eurem Worte gegenüber tun. -Johannes Joh 50 15 21 Sed hæc omnia facient vobis propter nomen meum: quia nesciunt eum, qui misit me. Aber²⁴ dies alles werden sie euch tun um meines Namens²⁵ willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.²⁶ +Johannes Joh 51 15 20 23 Der Heiland stellt das Verhalten der Welt gegen Person und Botschaft der Gottesgesandten seinen Jüngern vor Augen. Wenn sie mich verfolgt haben und ihr wisst, dass dies geschah, so werden sie auch euch verfolgen. Wenn sie mein Wort angenommen haben und ihr wisst, dass dies nicht geschah, so werden sie das Gleiche eurem Worte gegenüber tun. +Johannes Joh 51 15 21 Sed hæc omnia facient vobis propter nomen meum: quia nesciunt eum, qui misit me. Aber²⁴ dies alles werden sie euch tun um meines Namens²⁵ willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 15 21 Moyses enim a temporibus antiquis habet in singulis civitatibus qui eum prædicent in synagogis, ubi per omne sabbatum legitur. Denn Moses hat von alten Zeiten her in jeder Stadt seine Prediger in den Synagogen, wo er an jedem Sonnabende vorgelesen wird.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 15 21 18 Immerhin ist einige Rücksicht auf die Bekehrung der Juden zu nehmen, welche durch das Hören des Gesetzes unablässig daran erinnert werden, in welchem Gegensatze das Verhalten der Heidenchristen zu demselben stehe. Damit also die Kirche keinen Schaden leide, sind einige kleine Konzessionen zu machen. Es ist mithin nicht innere Notwendigkeit, sondern liebevolle Rücksicht, weshalb der Apostel wünscht, diese wenigen Bestimmungen des Gesetzes den Heiden auferlegt zu sehen. Die völlige Niederreißung der Scheidewand, welche die beiden Teile der Kirche noch trennte, musste der Zukunft vorbehalten und Gott selbst überlassen bleiben. -Johannes Joh 50 15 21 24 Aber der Grund dieses Hasses liegt nicht in euch, lasset euch also nicht beunruhigen. -Johannes Joh 50 15 21 25 Um seiner Person und seines Erlösungswerkes willen wird zunächst Christus gehasst, da aber der Name daran erinnert, gewissermaßen die Zusammenfassung des Ganzen ist, wird auch er gehasst. -Johannes Joh 50 15 21 26 Die Trostgedanken, welche der Heiland in den vorhergegangenen Versen geboten, lassen sich in drei Worte zusammenfassen: Sie werden euch hassen und verfolgen nach mir, wie mich, meinetwegen. Wie reichen Trost die Jünger in diesem Gedanken fanden, zeigt [Apg 5,41, Apg 21,13, 2Kor 12,10ff, Gal 6,17, 1Petr 4,12ff] +Johannes Joh 51 15 21 24 Aber der Grund dieses Hasses liegt nicht in euch, lasset euch also nicht beunruhigen. +Johannes Joh 51 15 21 25 Um seiner Person und seines Erlösungswerkes willen wird zunächst Christus gehasst, da aber der Name daran erinnert, gewissermaßen die Zusammenfassung des Ganzen ist, wird auch er gehasst. +Johannes Joh 51 15 21 26 Die Trostgedanken, welche der Heiland in den vorhergegangenen Versen geboten, lassen sich in drei Worte zusammenfassen: Sie werden euch hassen und verfolgen nach mir, wie mich, meinetwegen. Wie reichen Trost die Jünger in diesem Gedanken fanden, zeigt [Apg 5,41, Apg 21,13, 2Kor 12,10ff, Gal 6,17, 1Petr 4,12ff] Apostelgeschichte Apg 51 15 22 Tunc placuit Apostolis, et senioribus cum omni Ecclesia, eligere viros ex eis, et mittere Antiochiam cum Paulo, et Barnaba, Judam, qui cognominabatur Barsabas, et Silam viros primos in fratribus. Da gefiel es den Aposteln und den Vorstehern samt der ganzen Gemeinde,¹⁹ Männer aus ihrer Mitte auszuerwählen, und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, mit dem Zunamen Barsabas,²⁰ und Silas, Männer, die zu den Angesehensten unter den Brüdern gehörten. -Johannes Joh 50 15 22 Si non venissem, et locutus fuissem eis, peccatum non haberent: nunc autem excusationem non habent de peccato suo. Wenn ich nicht gekommen wäre, und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keine Entschuldigung für ihre Sünde.²⁷ +Johannes Joh 51 15 22 Si non venissem, et locutus fuissem eis, peccatum non haberent: nunc autem excusationem non habent de peccato suo. Wenn ich nicht gekommen wäre, und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keine Entschuldigung für ihre Sünde.²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 15 22 19 Die Hauptfrage ist durch die Apostel gelöst, die Gemeinde erklärt nur damit einverstanden zu sein, wie man das Dekret den Heidenchristen mitteilen sollte. Apostelgeschichte Apg 51 15 22 20 Über Judas, genannt Barsabas (Bruder des Joseph Barsabas [Apg 1,23]?) ist weiter nichts bekannt. Silas oder Silvanus ist als Begleiter des heil. Paulus auf dessen Reisen in Kleinasien bekannt. Judas und Silas waren Propheten. (V. 32) Die Botschaft soll mündlich und schriftlich zugleich ausgerichtet werden: schriftlich, damit der genaue Wortlaut des Beschlusses feststehe, mündlich aber (V. 27), damit das lebendige Zeugnis, das Lehrwort im Namen der Kirche den Beschluss ebenso authentisch veröffentliche, wie im einzelnen auslege. (V. 32) Sonach bieten V. 23 30 die erste geschriebene Urkunde der Kirche. Die mündliche Überlieferung des gleichen Inhaltes siehe [2Tim 2,2]. -Johannes Joh 50 15 22 27 Nicht kennen: Die Sünde besteht darin, dass sie den Vater nicht als denjenigen erkannt haben, von dem der Heiland in die Welt gesandt war, und demgemäß ihren Hass gegen diesen ausübten und ihn verfolgten. Der einzige Vorwand, nämlich dass sie es nicht wissen konnten, ist ihnen benommen, also ist ihr Unglaube sündhaft. +Johannes Joh 51 15 22 27 Nicht kennen: Die Sünde besteht darin, dass sie den Vater nicht als denjenigen erkannt haben, von dem der Heiland in die Welt gesandt war, und demgemäß ihren Hass gegen diesen ausübten und ihn verfolgten. Der einzige Vorwand, nämlich dass sie es nicht wissen konnten, ist ihnen benommen, also ist ihr Unglaube sündhaft. Apostelgeschichte Apg 51 15 23 Scribentes per manus eorum: Apostoli et seniores fratres, his, qui sunt Antiochiæ, et Syriæ, et Ciliciæ fratribus ex gentibus, salutem. Und man gab ihnen folgendes Schreiben mit: Die Apostel und die Presbyter entbieten als Brüder den Brüdern aus den Heiden, die zu Antiochia, und in Syrien und Cilicien sind,²¹ ihren Gruß! -Johannes Joh 50 15 23 Qui me odit, et Patrem meum odit. Wer mich hasst, hasset auch meinen Vater.²⁸ +Johannes Joh 51 15 23 Qui me odit, et Patrem meum odit. Wer mich hasst, hasset auch meinen Vater.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 15 23 21 Syrien und Cilicien standen in engster Verbindung mit Antiochia, deshalb war die Entscheidung auch für diese Provinzen wichtig. -Johannes Joh 50 15 23 28 Der Heiland zeigt die Größe ihrer Sünde: sie ist Gotteshass, wenn seine Feinde sich auch den Anschein geben, für die Ehre Gottes zu eifern. -Johannes Joh 50 15 24 Si opera non fecissem in eis, quæ nemo alius fecit, peccatum non haberent: nunc autem et viderunt, et oderunt et me, et Patrem meum. Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte,²⁹ die kein anderer getan, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie mich wie den Vater gesehen und doch gehasst. +Johannes Joh 51 15 23 28 Der Heiland zeigt die Größe ihrer Sünde: sie ist Gotteshass, wenn seine Feinde sich auch den Anschein geben, für die Ehre Gottes zu eifern. +Johannes Joh 51 15 24 Si opera non fecissem in eis, quæ nemo alius fecit, peccatum non haberent: nunc autem et viderunt, et oderunt et me, et Patrem meum. Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte,²⁹ die kein anderer getan, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie mich wie den Vater gesehen und doch gehasst. Apostelgeschichte Apg 51 15 24 Quoniam audivimus quia quidam ex nobis exeuntes, turbaverunt vos verbis, evertentes animas vestras, quibus non mandavimus: Da wir gehört haben, dass einige, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden beunruhigt und eure Gemüter verwirrt haben, ohne von uns einen Auftrag erhalten zu haben,²² Apostelgeschichte Apg 51 15 24 22 Ob die falschen Lehrer sich etwa auf die Apostel und die Presbyter oder die Kirche von Jerusalem berufen hatten? -Johannes Joh 50 15 24 29 Weitere Beleuchtung der Unentschuldbarkeit des Unglaubens. Zu dem Zeugnisse der Lehre trat das Zeugnis der Werke. Er hat Werke getan, welche keiner vor ihm getan. Vergl. [Joh 3,2, Joh 5,36, Joh 9,3.32, Joh 10,37, Joh 14,10, Mt 9,33], um die Wahrheit seiner Lehre, dass er Gottes Sohn und der Messias sei, zu beweisen. Darum sind seine Werke unmittelbar göttliche Werke. Dass die Juden in den Werken den Heiland als Messias hätten sehen können: vergl. [Joh 10,25]; und zugleich den Vater: vergl. [Joh 14,10]. -Johannes Joh 50 15 25 Sed ut adimpleatur sermo, qui in lege eorum scriptus est: Quia odio habuerunt me gratis. Doch es sollte das Wort erfüllet werden, das in ihrem Gesetze geschrieben steht: Sie haben mich ohne Ursache gehasst.³⁰ +Johannes Joh 51 15 24 29 Weitere Beleuchtung der Unentschuldbarkeit des Unglaubens. Zu dem Zeugnisse der Lehre trat das Zeugnis der Werke. Er hat Werke getan, welche keiner vor ihm getan. Vergl. [Joh 3,2, Joh 5,36, Joh 9,3.32, Joh 10,37, Joh 14,10, Mt 9,33], um die Wahrheit seiner Lehre, dass er Gottes Sohn und der Messias sei, zu beweisen. Darum sind seine Werke unmittelbar göttliche Werke. Dass die Juden in den Werken den Heiland als Messias hätten sehen können: vergl. [Joh 10,25]; und zugleich den Vater: vergl. [Joh 14,10]. +Johannes Joh 51 15 25 Sed ut adimpleatur sermo, qui in lege eorum scriptus est: Quia odio habuerunt me gratis. Doch es sollte das Wort erfüllet werden, das in ihrem Gesetze geschrieben steht: Sie haben mich ohne Ursache gehasst.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 15 25 Placuit nobis collectis in unum, eligere viros, et mittere ad vos cum carissimis nostris Barnaba, et Paulo, so haben wir hierüber in einer gemeinsamen Beratung für gut befunden, Männer auszuwählen und zu euch zu senden mit unseren vielgeliebten Barnabas und Paulus, -Johannes Joh 50 15 25 30 Das auserwählte Volk gehörte Gott an wie kein anderes. Und dennoch steht jetzt an der Spitze der dem Heilande feindlichen Welt! So wird das Wort erfüllt, das in ihrem Gesetze steht, in dem Gesetze, das sie fortwährend im Munde führen. Die angeführte Stelle findet sich [Ps 34,19] und [Ps 68,5]. Da die Juden sich des Hasses schuldig machten, wurde das Eintreten desselben von dem göttlichen Gesetze vorherverkündet, damit der Heil. Geist zeigte, dass ihm nichts unbekannt ist. +Johannes Joh 51 15 25 30 Das auserwählte Volk gehörte Gott an wie kein anderes. Und dennoch steht jetzt an der Spitze der dem Heilande feindlichen Welt! So wird das Wort erfüllt, das in ihrem Gesetze steht, in dem Gesetze, das sie fortwährend im Munde führen. Die angeführte Stelle findet sich [Ps 34,19] und [Ps 68,5]. Da die Juden sich des Hasses schuldig machten, wurde das Eintreten desselben von dem göttlichen Gesetze vorherverkündet, damit der Heil. Geist zeigte, dass ihm nichts unbekannt ist. Apostelgeschichte Apg 51 15 26 Hominibus, qui tradiderunt animas suas pro nomine Domini nostri Jesu Christi. Männern, welche ihr Leben preisgegeben haben für den Namen unsers Herrn Jesus Christus.²³ -Johannes Joh 50 15 26 Cum autem venerit Paraclitus, quem ego mittam vobis a Patre, Spiritum veritatis, qui a Patre procedit, ille testimonium perhibebit de me: Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, den Geist der Wahrheit, welcher vom Vater ausgeht, so wird er von mir Zeugnis geben.³¹ [Lk 24,49] +Johannes Joh 51 15 26 Cum autem venerit Paraclitus, quem ego mittam vobis a Patre, Spiritum veritatis, qui a Patre procedit, ille testimonium perhibebit de me: Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, den Geist der Wahrheit, welcher vom Vater ausgeht, so wird er von mir Zeugnis geben.³¹ [Lk 24,49] Apostelgeschichte Apg 51 15 26 23 Welche Empfehlung seitens der Kirche von Jerusalem! -Johannes Joh 50 15 26 31 Auch in Zukunft wird sich niemand mit Unwissenheit entschuldigen können, denn der Heil. Geist wird von mir Zeugnis geben (Thom.). Dieses Zeugnis geschah teils durch innere Erleuchtung, teils durch die wunderbaren. Offenkundigen Wirkungen des Heil. Geistes. Der Herr schreibt sich hier das Senden des Heil. Geistes zu, weil derselbe von ihm ausgeht wie vom Vater. Zum Vater heimgekehrt wird er ihn von demselben und in Verbindung mit dem Vater senden. (IV. Lateran. Konzil Kap. 1) +Johannes Joh 51 15 26 31 Auch in Zukunft wird sich niemand mit Unwissenheit entschuldigen können, denn der Heil. Geist wird von mir Zeugnis geben (Thom.). Dieses Zeugnis geschah teils durch innere Erleuchtung, teils durch die wunderbaren. Offenkundigen Wirkungen des Heil. Geistes. Der Herr schreibt sich hier das Senden des Heil. Geistes zu, weil derselbe von ihm ausgeht wie vom Vater. Zum Vater heimgekehrt wird er ihn von demselben und in Verbindung mit dem Vater senden. (IV. Lateran. Konzil Kap. 1) Apostelgeschichte Apg 51 15 27 Misimus ergo Judam, et Silam, qui et ipsi vobis verbis referent eadem. Wir haben also den Judas und den Silas abgesandt, welche euch ebenfalls mündlich dasselbe melden werden.²⁴ -Johannes Joh 50 15 27 Et vos testimonium perhibebitis, quia ab initio mecum estis. Und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid.³² +Johannes Joh 51 15 27 Et vos testimonium perhibebitis, quia ab initio mecum estis. Und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid.³² Apostelgeschichte Apg 51 15 27 24 Inhalt und Auslegung des Briefes werden sie mündlich melden. -Johannes Joh 50 15 27 32 Dem Zeugnis der Heil. Geistes schließt sich das der Apostel an. Auch ihr Mund soll und wird in den Verfolgungen der Welt nicht verstummen. Die Apostel legen ein historisches Zeugnis ab, indem der Heil. Geist sie erfüllt und beseelt und demselben Kraft und Erfolg verleiht, sie legen weiter Zeugnis ab über alle Wahrheit, in welche der Heil. Geist sie einführt. Dieses Zeugnis der Apostel erhält der Heil. Geist in der Kirche durch alle Zeiten unversehrt, durchleuchtet und erklärt es seinem Inhalte nach und verleiht ihm lebenspendende Kraft. So vereinigt sich das doppelte Zeugnis in schönster Weise. +Johannes Joh 51 15 27 32 Dem Zeugnis der Heil. Geistes schließt sich das der Apostel an. Auch ihr Mund soll und wird in den Verfolgungen der Welt nicht verstummen. Die Apostel legen ein historisches Zeugnis ab, indem der Heil. Geist sie erfüllt und beseelt und demselben Kraft und Erfolg verleiht, sie legen weiter Zeugnis ab über alle Wahrheit, in welche der Heil. Geist sie einführt. Dieses Zeugnis der Apostel erhält der Heil. Geist in der Kirche durch alle Zeiten unversehrt, durchleuchtet und erklärt es seinem Inhalte nach und verleiht ihm lebenspendende Kraft. So vereinigt sich das doppelte Zeugnis in schönster Weise. Apostelgeschichte Apg 51 15 28 Visum est enim Spiritui sancto, et nobis nihil ultra imponere vobis oneris quam hæc necessaria: Denn es hat dem Heiligen Geiste²⁵ und uns gefallen, euch weiter keine Last aufzulegen, als folgende notwendige Stücke:²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 15 28 25 Haben auch die Apostel den Beschluss gefasst, so hat doch nicht ihre Klugheit allein dies gewählt, noch ihr Wille nur dies vorgeschrieben, sondern der die Kirche leitende Heil. Geist durch sie, als die von ihm eingesetzten unfehlbaren Organe. Vergl. [Lk 10,16]. Von diesem Augenblick war die Kirche sich stets dessen bewusst, dass bei Entscheidungen von Fragen über Glaube und ewiges Heil der göttliche Lehrmeister sie vor allem Irrtume bewahrt und in alle Wahrheit führt. Wie ganz anders als V. 28: Wir haben unter Leitung des Heil. Geistes für gut befunden lautet deshalb V. 25: wir haben für gut befunden. Die erste der hier gegebenen Bestimmungen ist eine Lehrbestimmung, das weitere ist ein Ausfluss der gesetzgeberischen Gewalt der Kirche. Diese Vorschriften haben zunächst örtliche Geltung, wie die Adresse zeigt. Damit war zugleich eine zeitliche Beschränkung gegeben: so lange es notwendig ist zur besseren Vereinigung der Heiden- und Judenchristen innerhalb der Kirche. Die griechische Kirche hält freilich noch an diesen Vorschriften fest, jedenfalls dem Geiste derselben minder entsprechend als die abendländische. Apostelgeschichte Apg 51 15 28 26 Da die strengen Judenchristen diese Stücke sehr verabscheuten, waren sie im Verkehr mit den Heidenchristen vielfach behindert, wenn diese sich nicht von denselben enthielten. @@ -61139,127 +61194,127 @@ Apostelgeschichte Apg 51 15 40 Paulus vero electo Sila profectus est, traditus g Apostelgeschichte Apg 51 15 40 33 Silas war in Antiochia geblieben. Welches Ansehen er genoss, siehe [Apg 15,22]. Apostelgeschichte Apg 51 15 41 Perambulabat autem Syriam, et Ciliciam, confirmans ecclesias: præcipiens custodire præcepta Apostolorum, et seniorum. Er nahm aber seinen Weg durch Syrien und Cilicien,³⁴ und stärkte die Kirchen, und gebot die Vorschriften der Apostel und Vorsteher zu halten. Apostelgeschichte Apg 51 15 41 34 In diese Landschaften wandten sie sich zunächst. Die Kirchen, die Paulus jetzt besucht, sind jedenfalls von ihm gegründet. -Apostelgeschichte Apg 51 16 0 Paulus besucht die kleinasiatischen Gemeinden. Das Gesicht des heil. Paulus in Troas. (V. 10) Paulus zu Philippi. -Johannes Joh 50 16 0 4. Erneuter Trost (Kap. 16): Vorhersagung der bevorstehenden Verfolgungen. (V. 4) Notwendigkeit des Heimganges Christi, damit der Heil. Geist komme. (V. 11) Kürze der Trennung und freudenvolle Wiederkehr des Herrn. (V. 24) Der Ausgang des Sohnes vom Vater, Versprechen der Jünger, zu glauben und bei dem Leiden des Herrn standhaft zu bleiben. +Apostelgeschichte Apg 51 16 0 Paulus besucht die kleinasiatischen Gemeinden. Das Gesicht des heil. Paulus in Troas. (V. 10) Paulus zu Philippi. +Johannes Joh 51 16 0 4. Erneuter Trost (Kap. 16): Vorhersagung der bevorstehenden Verfolgungen. (V. 4) Notwendigkeit des Heimganges Christi, damit der Heil. Geist komme. (V. 11) Kürze der Trennung und freudenvolle Wiederkehr des Herrn. (V. 24) Der Ausgang des Sohnes vom Vater, Versprechen der Jünger, zu glauben und bei dem Leiden des Herrn standhaft zu bleiben. Apostelgeschichte Apg 51 16 1 Pervenit autem Derben, et Lystram. Et ecce discipulus quidam erat ibi nomine Timotheus, filius mulieris Judææ fidelis, patre gentili. Er kam aber nach Derbe und Lystra. Und siehe, da war ein Jünger mit Namen Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau und eines heidnischen Vaters.¹ -Johannes Joh 50 16 1 Hæc locutus sum vobis, ut non scandalizemini. Dieses¹ habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht Anstoß nehmet.² +Johannes Joh 51 16 1 Hæc locutus sum vobis, ut non scandalizemini. Dieses¹ habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht Anstoß nehmet.² Apostelgeschichte Apg 51 16 1 1 Timotheus war der Sohn eines heidnischen Vaters, aber einer judenchristlichen Mutter, die ihn von Jugend auf zur Gottesfurcht erzogen hatte. [2Tim 1,5, 2Tim 2,14.15] Solche Ehen waren zwar im Gesetze untersagt [Esra 10,2], wurden aber in der Fremde leicht entschuldigt. Vergl. [Apg 24,24] Timotheus war von Paulus auf der ersten Missionsreise bekehrt und hatte sich, obwohl nicht viel über 20 Jahre alt, bereits bei den Brüdern in Lystra und Ikonium einen sehr guten Ruf erworben. Sein Verhalten in der Folge rechtfertigte die Hoffnungen vollkommen, die Paulus auf ihn setzte. Vergl. [Phil 2,20ff, 1Kor 4,17, 1Kor 16,10] -Johannes Joh 50 16 1 1 Viele Ausleger beginnen mit dem Anfange dieses Kapitels einen neuen Abschnitt, andere ziehen V. 1 4 zu dem vorhergehenden. Das Wort dieses bezieht sich auf die Ankündigung der Leiden [Joh 15,18ff] zurück. -Johannes Joh 50 16 1 2 Es wird dem Heilande schwer, so schmerzliche Bilder seinen Jüngern vor Augen zu stellen, doch es ist notwendig, damit ihr Glauben nicht Schaden leide und jedes Misstrauen und Murren fern gehalten werde. +Johannes Joh 51 16 1 1 Viele Ausleger beginnen mit dem Anfange dieses Kapitels einen neuen Abschnitt, andere ziehen V. 1 4 zu dem vorhergehenden. Das Wort dieses bezieht sich auf die Ankündigung der Leiden [Joh 15,18ff] zurück. +Johannes Joh 51 16 1 2 Es wird dem Heilande schwer, so schmerzliche Bilder seinen Jüngern vor Augen zu stellen, doch es ist notwendig, damit ihr Glauben nicht Schaden leide und jedes Misstrauen und Murren fern gehalten werde. Apostelgeschichte Apg 51 16 2 Huic testimonium bonum reddebant qui in Lystris erant, et Iconio fratres. Diesem gaben die Brüder, die zu Lystra und Ikonium wohnten, gutes Zeugnis. -Johannes Joh 50 16 2 Absque synagogis facient vos: sed venit hora, ut omnis, qui interficit vos, arbitretur obsequium se præstare Deo. Sie werden euch aus den Synagogen ausstoßen; ja, es kommt die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen.³ -Johannes Joh 50 16 2 3 Die Ältesten haben die Verabredung getroffen, jeden, der Jesus als Messias anerkennen würde, aus der Synagoge auszustoßen. Die Prophezeiung des Heilandes ging wohl nach dem Ausbruch der Verfolgung in Jerusalem [Apg 8,1] in Erfüllung. Ja noch Schwereres steht bevor. Nachdem der Heiland wegen Gotteslästerung des Todes schuldig erklärt ist [Mt 26,65], wird das Blut des heil. Stephanus wegen angeblicher Lästerung wider Moses und Gott vergossen. [Apg 6,11] Vergl. auch [Apg 8,3, Apg 9,1, Gal 1,13, Apg 26,9]. +Johannes Joh 51 16 2 Absque synagogis facient vos: sed venit hora, ut omnis, qui interficit vos, arbitretur obsequium se præstare Deo. Sie werden euch aus den Synagogen ausstoßen; ja, es kommt die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen.³ +Johannes Joh 51 16 2 3 Die Ältesten haben die Verabredung getroffen, jeden, der Jesus als Messias anerkennen würde, aus der Synagoge auszustoßen. Die Prophezeiung des Heilandes ging wohl nach dem Ausbruch der Verfolgung in Jerusalem [Apg 8,1] in Erfüllung. Ja noch Schwereres steht bevor. Nachdem der Heiland wegen Gotteslästerung des Todes schuldig erklärt ist [Mt 26,65], wird das Blut des heil. Stephanus wegen angeblicher Lästerung wider Moses und Gott vergossen. [Apg 6,11] Vergl. auch [Apg 8,3, Apg 9,1, Gal 1,13, Apg 26,9]. Apostelgeschichte Apg 51 16 3 Hunc voluit Paulus secum proficisci: et assumens circumcidit eum propter Judæos, qui erant in illis locis. Sciebant enim omnes quod pater ejus erat gentilis. Ihn wünschte Paulus als Begleiter auf der Reise. Er nahm ihn also, und ließ ihn beschneiden der Juden wegen, welche an jenem Orte waren; denn alle wussten, dass sein Vater ein Heide war.² -Johannes Joh 50 16 3 Et hæc facient vobis, quia non noverunt Patrem, neque me. Und dies werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch auch mich kennen.⁴ +Johannes Joh 51 16 3 Et hæc facient vobis, quia non noverunt Patrem, neque me. Und dies werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch auch mich kennen.⁴ Apostelgeschichte Apg 51 16 3 2 Einen Jüngling von solcher Abstammung bei sich zu haben, war für den heil. Paulus eine Hilfe nach beiden Seiten, da ihn Heiden und Juden als den ihrigen betrachten konnten. Da aber der Apostel die Gewohnheit hatte, sich zuerst an die Juden zu wenden, so hätte er seinem Wirken Eintrag getan, wenn Timotheus unbeschnitten geblieben wäre, da die Religion der Mutter die jüdische war, und die noch unbekehrten Juden mit dem unbeschnittenem Sohne einer Jüdin nicht hätten verkehren wollen. Es war eine Maßregel der Klugheit, um die Juden nicht abzustoßen, hatte aber keineswegs die Bedeutung, als ob Timotheus ohne Beschneidung kein vollgültiger Christ sei, am wenigsten bei Paulus, welcher der strengste Gegner einer solchen Ansicht war, und welcher gerade jetzt die bezüglichen Entscheidungen des Apostelkonzils verkündete (V. 4). Doch scheint von einigen judaisirenden Christen diese Beschneidung ausgenützt worden zu sein, als ob Paulus selbst diese Zeremonie für notwendig erachte. Darum beruft er sich [Gal 2,3] mit solchem Nachdrucke darauf, dass Titus zu Jerusalem nicht zur Beschneidung gezwungen worden sei, auch nicht von den Säulen, Petrus, Jakobus und Johannes. -Johannes Joh 50 16 3 4 Es ist dies nicht eine Entschuldigung wie [Joh 15,21], sondern eine Erklärung, wie es komme, dass sie meinen, Gott durch Verfolgung seiner Diener und Freunde, der Apostel, einen Dienst zu leisten. Also nicht die Jünger tragen die Schuld, wenn sie ein so herbes Geschick trifft (Chrys., Theoph., Aug.). Sie wollen ja der Ehre Gottes dienen und das Heil der Menschen fördern. -Johannes Joh 50 16 4 Sed hæc locutus sum vobis: ut cum venerit hora eorum reminiscamini, quia ego dixi vobis. Aber dies habe ich euch gesagt, damit, wenn diese Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe.⁵ +Johannes Joh 51 16 3 4 Es ist dies nicht eine Entschuldigung wie [Joh 15,21], sondern eine Erklärung, wie es komme, dass sie meinen, Gott durch Verfolgung seiner Diener und Freunde, der Apostel, einen Dienst zu leisten. Also nicht die Jünger tragen die Schuld, wenn sie ein so herbes Geschick trifft (Chrys., Theoph., Aug.). Sie wollen ja der Ehre Gottes dienen und das Heil der Menschen fördern. +Johannes Joh 51 16 4 Sed hæc locutus sum vobis: ut cum venerit hora eorum reminiscamini, quia ego dixi vobis. Aber dies habe ich euch gesagt, damit, wenn diese Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 16 4 Cum autem pertransirent civitates, tradebant eis custodire dogmata, quæ erant decreta ab Apostolis et senioribus, qui erant Jerosolymis. Wie sie nun von Stadt zu Stadt zogen, übergaben sie denselben die Beschlüsse, welche von den Aposteln und Vorstehern in Jerusalem festgesetzt worden waren,³ zur Beobachtung, Apostelgeschichte Apg 51 16 4 3 Wenngleich die Vorschriften des Konzils zunächst für Antiochia, Syrien und Cilicien erlassen waren, wendet Paulus sie dennoch auch hier an und mit recht, da sie auf einem allgemeinen Grundsatze fußten: Heiden können ohne mosaisches Gesetz Christen werden, sollen sich aber um des Friedens willen von einigen Stücken enthalten. -Johannes Joh 50 16 4 5 Früher hatte der Heiland mehr im Allgemeinen von Verfolgungen gesprochen, nicht aber von den seitens der Juden bevorstehenden, doch gegen diese, als von den eigenen Volksgenossen ausgehende, und darum besonders schmerzliche, mussten die Jünger jetzt gewappnet werden. Die Worte: weil ich bei euch war haben wohl den Sinn: ich wollte durch eine so traurige Voraussagung eure Freude an meiner Gegenwart nicht trüben. Zudem hatte der Herr in der Tat nie gesagt, dass ihr eigenes Volk die Tötung der Jünger als Opferdienst ansehen werde. -Johannes Joh 50 16 5 Hæc autem vobis ab initio non dixi, quia vobiscum eram: Et nunc vado ad eum, qui misit me; et nemo ex vobis interrogat me, Quo vadis? Dies habe ich euch vom Anfang an nicht gesagt, weil ich bei euch war. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?⁶ +Johannes Joh 51 16 4 5 Früher hatte der Heiland mehr im Allgemeinen von Verfolgungen gesprochen, nicht aber von den seitens der Juden bevorstehenden, doch gegen diese, als von den eigenen Volksgenossen ausgehende, und darum besonders schmerzliche, mussten die Jünger jetzt gewappnet werden. Die Worte: weil ich bei euch war haben wohl den Sinn: ich wollte durch eine so traurige Voraussagung eure Freude an meiner Gegenwart nicht trüben. Zudem hatte der Herr in der Tat nie gesagt, dass ihr eigenes Volk die Tötung der Jünger als Opferdienst ansehen werde. +Johannes Joh 51 16 5 Hæc autem vobis ab initio non dixi, quia vobiscum eram: Et nunc vado ad eum, qui misit me; et nemo ex vobis interrogat me, Quo vadis? Dies habe ich euch vom Anfang an nicht gesagt, weil ich bei euch war. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?⁶ Apostelgeschichte Apg 51 16 5 Et ecclesiæ quidem confirmabantur fide, et abundabant numero quotidie. Und so wurden die Kirchen im Glauben gestärkt, und nahmen täglich an Zahl zu. -Johannes Joh 50 16 5 6 Die Jünger dachten im tiefstem Schmerze nur daran, dass der Herr von ihnen weggehe, derart, dass die Traurigkeit jede Frage erstickte, wohin er denn gehe. War in den Fluten der Betrübnis das alles versunken, was der Herr über Zeit und Zweck seines Heimganges gesagt? Dies ist's, weshalb er ihnen vorhält, dass sie ihn nicht fragen, wohin er gehe. +Johannes Joh 51 16 5 6 Die Jünger dachten im tiefstem Schmerze nur daran, dass der Herr von ihnen weggehe, derart, dass die Traurigkeit jede Frage erstickte, wohin er denn gehe. War in den Fluten der Betrübnis das alles versunken, was der Herr über Zeit und Zweck seines Heimganges gesagt? Dies ist's, weshalb er ihnen vorhält, dass sie ihn nicht fragen, wohin er gehe. Apostelgeschichte Apg 51 16 6 Transeuntes autem Phrygiam, et Galatiæ regionem, vetati sunt a Spiritu sancto loqui verbum Dei in Asia. Als sie aber Phrygien und das Gebiet von Galatien⁴ durchzogen, ward ihnen vom Heiligen Geiste gewehrt, das Wort Gottes in Asien⁵ zu verkünden. -Johannes Joh 50 16 6 Sed quia hæc locutus sum vobis, tristitia implevit cor vestrum. Vielmehr weil ich dies zu euch gesagt habe, hat Traurigkeit euer Herz erfüllt. +Johannes Joh 51 16 6 Sed quia hæc locutus sum vobis, tristitia implevit cor vestrum. Vielmehr weil ich dies zu euch gesagt habe, hat Traurigkeit euer Herz erfüllt. Apostelgeschichte Apg 51 16 6 4 Galatien war der Wohnsitz einer keltischen, aus Gallien eingewanderten Bevölkerung. Apostelgeschichte Apg 51 16 6 5 Die westliche Küstenlandschaft von Kleinasien mit der Hauptstadt Ephesus. -Johannes Joh 50 16 7 Sed ego veritatem dico vobis: expedit vobis ut ego vadam: si enim non abiero, Paraclitus non veniet ad vos: si autem abiero, mittam eum ad vos. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen; wenn ich aber weggehe, so werde ich ihn zu euch senden.⁷ +Johannes Joh 51 16 7 Sed ego veritatem dico vobis: expedit vobis ut ego vadam: si enim non abiero, Paraclitus non veniet ad vos: si autem abiero, mittam eum ad vos. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen; wenn ich aber weggehe, so werde ich ihn zu euch senden.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 16 7 Cum venissent autem in Mysiam, tentabant ire in Bithyniam: et non permisit eos Spiritus Jesu. Und da sie nach Mysien⁶ kamen, versuchten sie nach Bithynien zu gehen; aber der Geist Jesu ließ sie nicht. Apostelgeschichte Apg 51 16 7 6 An der Grenze Mysiens hin. Nach dem Griech.: Gegen Mysien. -Johannes Joh 50 16 7 7 Mit großem Nachdrucke beginnt die Rede. Die letzte Ursache dieser Heilsordnung ist der Wille Gottes. -Johannes Joh 50 16 8 Et cum venerit ille, arguet mundum de peccato, et de justitia, et de judicio; Und wenn dieser kommt, wird er die Welt überführen von der Sünde, und von der Gerechtigkeit, und von dem Gerichte.⁸ +Johannes Joh 51 16 7 7 Mit großem Nachdrucke beginnt die Rede. Die letzte Ursache dieser Heilsordnung ist der Wille Gottes. +Johannes Joh 51 16 8 Et cum venerit ille, arguet mundum de peccato, et de justitia, et de judicio; Und wenn dieser kommt, wird er die Welt überführen von der Sünde, und von der Gerechtigkeit, und von dem Gerichte.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 16 8 Cum autem pertransissent Mysiam, descenderunt Troadem: Nachdem sie nun an Mysien vorübergezogen waren, gingen sie hinab nach Troas.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 16 8 7 Die Stadt Troas war ein Seehafen jetzt Erki-Stambul (Alt-Konstantinopel) genannt. So hatte der Heil. Geist den heil. Paulus von der Südostspitze von Kleinasien bis zum nordwestlichen Punkte des Landes geführt. Wie oft mag der Apostel den Heil. Geist angefleht haben, seine Schritte zu lenken! -Johannes Joh 50 16 8 8 Das Überführen geschieht durch Erleuchtung, Predigt, Wunder. Das Wort überführen hat gewöhnlich die Nebenbedeutung, dass das Ziel desselben Buße und Wirkung des Heiles ist. Wenngleich also der Heil. Geist die Welt vor allem besiegen und überwinden will, ist doch die Bekehrung einzelner aus der Welt nicht ausgeschlossen. Die Welt ist also hier die Gesamtheit der Menschheit nach Ausschluss der bereits zum Glauben Gekommenen, jedoch mit Einschluss derer, welche zwar noch zur Welt gehören, aber durch die Sendung der Jünger an die Welt [Joh 17,18] noch zum Glauben geführt und zu ihrem Heile von der Welt losgelöst werden. [Joh 17,20]. Der Heil.Geist überführt die Welt durch sein Zeugnis in der Welt und an die Welt [Joh 15,26]. Das Organ des Heil. Geistes ist die Kirche. Auf was sich die Überführung des Geistes bezieht, wird gleichfalls gesagt: dass es Sünde, Gerechtigkeit, Gericht gebe, und was es damit für eine Bewandtnis habe. +Johannes Joh 51 16 8 8 Das Überführen geschieht durch Erleuchtung, Predigt, Wunder. Das Wort überführen hat gewöhnlich die Nebenbedeutung, dass das Ziel desselben Buße und Wirkung des Heiles ist. Wenngleich also der Heil. Geist die Welt vor allem besiegen und überwinden will, ist doch die Bekehrung einzelner aus der Welt nicht ausgeschlossen. Die Welt ist also hier die Gesamtheit der Menschheit nach Ausschluss der bereits zum Glauben Gekommenen, jedoch mit Einschluss derer, welche zwar noch zur Welt gehören, aber durch die Sendung der Jünger an die Welt [Joh 17,18] noch zum Glauben geführt und zu ihrem Heile von der Welt losgelöst werden. [Joh 17,20]. Der Heil.Geist überführt die Welt durch sein Zeugnis in der Welt und an die Welt [Joh 15,26]. Das Organ des Heil. Geistes ist die Kirche. Auf was sich die Überführung des Geistes bezieht, wird gleichfalls gesagt: dass es Sünde, Gerechtigkeit, Gericht gebe, und was es damit für eine Bewandtnis habe. Apostelgeschichte Apg 51 16 9 Et visio per noctem Paulo ostensa est: Vir Macedo quidam erat stans, et deprecans eum, et dicens: Transiens in Macedoniam, adjuva nos. Da hatte Paulus in der Nacht ein Gesicht: Ein Macedonier stand vor ihm, bat ihn, und sprach: Ziehe hinüber nach Macedonien,⁸ und hilf uns! -Johannes Joh 50 16 9 De peccato quidem: quia non crediderunt in me: Von der Sünde, weil sie nicht an mich geglaubt haben.⁹ +Johannes Joh 51 16 9 De peccato quidem: quia non crediderunt in me: Von der Sünde, weil sie nicht an mich geglaubt haben.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 16 9 8 Macedonien umschloss als römische Provinz, außer dem eigentlichen Macedonien, auch Illyrien, Epirus und Thessalien. Im Traumgesicht (Chrys., Oekum.) hört Paulus den Hilferuf des gebildeten Griechenlands. Das Licht des Evangeliums soll nach Westen getragen werden. -Johannes Joh 50 16 9 9 Der Heil. Geist sagt der Welt, dass es Sünde gibt, und stellt es ihr so vor Augen, dass sie ihren Irrtum anerkennen muss: er weist sie hin auf ihren Unglauben gegen Jesus und überführt sie dadurch der Sünde, und dass sie selbst in Sünden liege. Nicht glauben ist Quelle anderer Sünden. +Johannes Joh 51 16 9 9 Der Heil. Geist sagt der Welt, dass es Sünde gibt, und stellt es ihr so vor Augen, dass sie ihren Irrtum anerkennen muss: er weist sie hin auf ihren Unglauben gegen Jesus und überführt sie dadurch der Sünde, und dass sie selbst in Sünden liege. Nicht glauben ist Quelle anderer Sünden. Apostelgeschichte Apg 51 16 10 Ut autem visum vidit, statim quæsivimus proficisci in Macedoniam, certi facti quod vocasset nos Deus evangelizare eis. Sogleich nach dieser Erscheinung suchten wir⁹ nach Macedonien zu reisen, überzeugt, dass uns Gott berufen habe, ihnen das Evangelium zu verkünden. -Johannes Joh 50 16 10 De justitia vero: quia ad Patrem vado: et jam non videbitis me: Von der Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehen werdet.¹⁰ +Johannes Joh 51 16 10 De justitia vero: quia ad Patrem vado: et jam non videbitis me: Von der Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehen werdet.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 16 10 9 Wir, also auch der Verfasser der Apostelgeschichte ist jetzt in Begleitung des heil. Paulus. Der vielgeliebte Arzt [Kol 4,14] war auch selbst ein Prediger des Evangeliums. -Johannes Joh 50 16 10 10 Der Heil. Geist überführt die Welt, dass es eine Gerechtigkeit gebe, und wo und welche sie sei. Ist Jesus zum Vater gegangen, so war auf seiner Seite Gerechtigkeit, ob auch die Welt an ihm Sünde entdecken wollte, denn dass nur der Gerechte in den Himmel aufgenommen wird, musste auch der Welt einleuchten. Hat die Welt den Gerechten verfolgt, so ermangelt sie der Gerechtigkeit, die nur bei Jesus im Anschlusse an die im Himmel verherrlichte Gerechtigkeit zu finden ist. Diese Erkenntnis, dass nur bei Christus die wahre Gerechtigkeit zu finden ist, wird bei den Böswilligen fruchtlos bleiben, ja sie noch mehr verstocken; andere aber werden sich zu Jesus führen lassen und der Gerechtigkeit teilhaftig werden. Der Zusatz: Ihr werdet mich nicht mehr sehen betont das bleibende Wohnen beim Vater auf ewig (Chrys.). +Johannes Joh 51 16 10 10 Der Heil. Geist überführt die Welt, dass es eine Gerechtigkeit gebe, und wo und welche sie sei. Ist Jesus zum Vater gegangen, so war auf seiner Seite Gerechtigkeit, ob auch die Welt an ihm Sünde entdecken wollte, denn dass nur der Gerechte in den Himmel aufgenommen wird, musste auch der Welt einleuchten. Hat die Welt den Gerechten verfolgt, so ermangelt sie der Gerechtigkeit, die nur bei Jesus im Anschlusse an die im Himmel verherrlichte Gerechtigkeit zu finden ist. Diese Erkenntnis, dass nur bei Christus die wahre Gerechtigkeit zu finden ist, wird bei den Böswilligen fruchtlos bleiben, ja sie noch mehr verstocken; andere aber werden sich zu Jesus führen lassen und der Gerechtigkeit teilhaftig werden. Der Zusatz: Ihr werdet mich nicht mehr sehen betont das bleibende Wohnen beim Vater auf ewig (Chrys.). Apostelgeschichte Apg 51 16 11 Navigantes autem a Troade, recto cursu venimus Samothraciam, et sequenti die Neapolim: Von Troas absegelnd, kamen wir geraden Laufes¹⁰ nach Samothrace,¹¹ und am folgenden Tage nach Neapolis,¹² -Johannes Joh 50 16 11 De judicio autem: quia princeps hujus mundi jam judicatus est. Von dem Gerichte, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist.¹¹ +Johannes Joh 51 16 11 De judicio autem: quia princeps hujus mundi jam judicatus est. Von dem Gerichte, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 16 11 10 Ohne ein Hindernis und ohne Umweg. Apostelgeschichte Apg 51 16 11 11 Samothrace ist eine Insel im ägäischen Meere, in der Mitte zwischen dem asiatischen und dem europäischen Festlande. -Johannes Joh 50 16 11 11 Der Tod des Herrn ist die Stunde des Gerichtes [Joh 12,31] über den Satan, welchem durch Christi Erlösungstod alle Seelen entrissen werden, außer jenen, welche sich nachher wieder freiwillig ihm übergeben. Der Heil. Geist wird die Welt lehren, dass es über alle ein Gericht gibt, und zum Beweise dafür dient das über den Teufel bereits verhängte Gericht. Die Erneuerung des Menschengeschlechtes, die Gewalt der Jünger Jesu über die bösen Geister bezeugte deutlich, dass das Gottesreich gegen das Reich Satans errichtet, dieser also gerichtet sei. Über der Welt schwebt beständig die Wetterwolke des Gerichtes, aus welcher der Blitz bereits auf den Satan herabgefahren ist. Die beiden ersten Dinge führen auf das dritte, bei dem Gerichte handelt es sich um Sünde und Gerechtigkeit. +Johannes Joh 51 16 11 11 Der Tod des Herrn ist die Stunde des Gerichtes [Joh 12,31] über den Satan, welchem durch Christi Erlösungstod alle Seelen entrissen werden, außer jenen, welche sich nachher wieder freiwillig ihm übergeben. Der Heil. Geist wird die Welt lehren, dass es über alle ein Gericht gibt, und zum Beweise dafür dient das über den Teufel bereits verhängte Gericht. Die Erneuerung des Menschengeschlechtes, die Gewalt der Jünger Jesu über die bösen Geister bezeugte deutlich, dass das Gottesreich gegen das Reich Satans errichtet, dieser also gerichtet sei. Über der Welt schwebt beständig die Wetterwolke des Gerichtes, aus welcher der Blitz bereits auf den Satan herabgefahren ist. Die beiden ersten Dinge führen auf das dritte, bei dem Gerichte handelt es sich um Sünde und Gerechtigkeit. Apostelgeschichte Apg 51 16 11 12 Neapolis, jetzt Kawala, Hafenstadt am strymonischen Meerbusen. In umgekehrter Richtung nahm die Reise von Philippi nach Troas später fünf Tage in Anspruch. [Apg 20,6] In Neapolis betrat Paulus zum ersten Mal den Boden von Europa, indes begann seine Missionstätigkeit nicht hier, sondern in dem etwa 12 13 Kilometer entfernten Philippi. Da dort eine von Augustus angelegte Militärkolonie war, kam Paulus daselbst in unmittelbare Beziehung zu den Römern. (Vergl. V. 21) Apostelgeschichte Apg 51 16 12 Et inde Philippos, quæ est prima partis Macedoniæ civitas, colonia. Eramus autem in hac urbe diebus aliquot, conferentes. und von da nach Philippi, welches die angesehenste Pflanzstadt dieses Teiles von Macedonien ist. Wir waren in dieser Stadt einige Tage, und hielten Unterredungen. -Johannes Joh 50 16 12 Adhuc multa habeo vobis dicere: sed non potestis portare modo. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen.¹² -Johannes Joh 50 16 12 12 Will der Heiland sagen, dass der Heil. Geist ganz neue, bisher noch nicht verkündete Geheimnisse offenbaren wird oder ist nur die tiefere Einführung in das Verständnis der schon offenbarten Wahrheiten gemeint? Nur das letztere. Der Geist der Wahrheit, der nicht irren und nicht irre führen kann, wird die von Christus gelegten Keime immer mehr entwickeln und entfalten bis an das Ende der Tage. Wie von Christus einst gesagt ward, dass er wuchs [Lk 2,52], so wächst die Kirche an Alter und Weisheit (Hilar.). Dazu wird der Heil. Geist freilich auch die künftigen Entwicklungen und Schicksale der Kirche offenbaren. (Offenbarung des Johannes) +Johannes Joh 51 16 12 Adhuc multa habeo vobis dicere: sed non potestis portare modo. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen.¹² +Johannes Joh 51 16 12 12 Will der Heiland sagen, dass der Heil. Geist ganz neue, bisher noch nicht verkündete Geheimnisse offenbaren wird oder ist nur die tiefere Einführung in das Verständnis der schon offenbarten Wahrheiten gemeint? Nur das letztere. Der Geist der Wahrheit, der nicht irren und nicht irre führen kann, wird die von Christus gelegten Keime immer mehr entwickeln und entfalten bis an das Ende der Tage. Wie von Christus einst gesagt ward, dass er wuchs [Lk 2,52], so wächst die Kirche an Alter und Weisheit (Hilar.). Dazu wird der Heil. Geist freilich auch die künftigen Entwicklungen und Schicksale der Kirche offenbaren. (Offenbarung des Johannes) Apostelgeschichte Apg 51 16 13 Die autem sabbatorum egressi sumus foras portam juxta flumen, ubi videbatur oratio esse: et sedentes loquebamur mulieribus, quæ convenerant. Am Sabbat aber gingen wir zum Stadttore hinaus an einen Fluss, wo ein Betort zu sein schien;¹³ wir setzten uns, und redeten zu den Frauen, welche dort versammelt waren. -Johannes Joh 50 16 13 Cum autem venerit ille Spiritus veritatis, docebit vos omnem veritatem: non enim loquetur a semetipso: sed quæcumque audiet loquetur, et quæ ventura sunt annuntiabit vobis. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in alle Wahrheit einführen; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern alles, was er hört, wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden.¹³ +Johannes Joh 51 16 13 Cum autem venerit ille Spiritus veritatis, docebit vos omnem veritatem: non enim loquetur a semetipso: sed quæcumque audiet loquetur, et quæ ventura sunt annuntiabit vobis. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in alle Wahrheit einführen; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern alles, was er hört, wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden.¹³ Apostelgeschichte Apg 51 16 13 13 Griech.: Wo herkömmlicher Weise ein Betort war, eine umwallte oder nicht umschlossene Stelle am Ufer unter freiem Himmel. Die Juden pflegten an Orten, wo sie keine Synagogen hatten, sich ein Stück Land in der Nähe eines Flusses zur Abhaltung ihrer Gebete und Waschungen zu kaufen (Tert.). Da nur einige Frauen, keine Männer, zu Philippi diese Stätte besuchten, war die Zahl der Juden wohl sehr klein und diese Frauen an Heiden verheiratete Jüdinnen oder Proselytinnen des Judentumes. -Johannes Joh 50 16 13 13 Der Heil. Geist ist gleichsam ein Wegführer, welcher die rechten Geistesbedürfnisse weckt und befriedigt, des Menschen eigenes Mitgehen und Mittun berücksichtigend. Alle Lehren des Heil. Geistes sind aber in der Lehre Jesu grundgelegt und treten zu ihr nur als Erklärung, Entwicklung und Ergänzung hinzu (V. 16). So wirket der Heil. Geist fort in der Kirche durch alle Zeiten und bewirkt, dass sie sich nie im geringsten von der Lehre Jesu entfernt, sondern dieselbe nach ihrem Bedürfnisse vollkommen besitzt, wie das Sonnenlicht von der Morgendämmerung bis zur Mittagshöhe wächst und dennoch das gleiche ist. (Vinz. von Lerin.) -Johannes Joh 50 16 14 Ille me clarificabit: quia de meo accipiet, et annuntiabit vobis. Dieser wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und euch verkünden. +Johannes Joh 51 16 13 13 Der Heil. Geist ist gleichsam ein Wegführer, welcher die rechten Geistesbedürfnisse weckt und befriedigt, des Menschen eigenes Mitgehen und Mittun berücksichtigend. Alle Lehren des Heil. Geistes sind aber in der Lehre Jesu grundgelegt und treten zu ihr nur als Erklärung, Entwicklung und Ergänzung hinzu (V. 16). So wirket der Heil. Geist fort in der Kirche durch alle Zeiten und bewirkt, dass sie sich nie im geringsten von der Lehre Jesu entfernt, sondern dieselbe nach ihrem Bedürfnisse vollkommen besitzt, wie das Sonnenlicht von der Morgendämmerung bis zur Mittagshöhe wächst und dennoch das gleiche ist. (Vinz. von Lerin.) +Johannes Joh 51 16 14 Ille me clarificabit: quia de meo accipiet, et annuntiabit vobis. Dieser wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und euch verkünden. Apostelgeschichte Apg 51 16 14 Et quædam mulier nomine Lydia, purpuraria civitatis Thyatirenorum, colens Deum, audivit: cujus Dominus aperuit cor intendere his, quæ dicebantur a Paulo. Eine Frau, mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, welche Gott fürchtete, hörte zu; und der Herr öffnete ihr das Herz, dass sie auf das merkte, was von Paulus gesagt wurde.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 16 14 14 Lydia scheint ihr Geschäft selbständig betrieben zu haben, da ihr Mann nicht erwähnt wird. Sie war gottesfürchtig, d. i. jüdische Proselytin, und sehr wohlhabend, wie ihr Geschäft und ihre Gastfreundschaft zeigen. Die Gnade erleuchtete ihren Verstand und bewegte ihren Willen, und sie wirkte mit derselben mit (Chrys.). So wurde sie die erste Bekehrte des heil. Paulus in Philippi und in Europa überhaupt. -Johannes Joh 50 16 15 Omnia quæcumque habet Pater, mea sunt. Propterea dixi: quia de meo accipiet, et annuntiabit vobis. Alles, was immer der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird von dem Meinigen nehmen, und wird es euch verkündigen.¹⁴ +Johannes Joh 51 16 15 Omnia quæcumque habet Pater, mea sunt. Propterea dixi: quia de meo accipiet, et annuntiabit vobis. Alles, was immer der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird von dem Meinigen nehmen, und wird es euch verkündigen.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 16 15 Cum autem baptizata esset, et domus ejus, deprecata est dicens: Si judicastis me fidelem Domino esse, introite in domum meam, et manete. Et coegit nos. Als sie nun samt ihrem Hause getauft worden war, bat sie uns, und sprach: Wenn ihr mir Treue gegen den Herrn zutrauet, so kommet in mein Haus, und bleibet daselbst.¹⁵ Und sie nötigte uns. -Johannes Joh 50 16 15 14 Der Heil. Geist ist Lehrer der Wahrheit, weil er nur redet, was er hört (V. 13). Die Wahrheit selbst entnimmt er aus dem Schatze der Erlösungswahrheiten des Sohnes (V. 14). Nun ist was immer das Wahrheitseigentum des Sohnes umfasst, dem Vater eigen, der den ewigen Heilsratschluss aus dem Schatze seiner Weisheit entnommen und dem Sohne mitgeteilt hat, also teilen beide diese Wahrheiten dem Heil. Geist mit, der sie seiner Braut, der Kirche vermittelt. Wenngleich die Worte des Herrn nicht das Verhältnis der drei göttlichen Personen zueinander darstellen sollen, lassen sie doch auf dasselbe schließen. Deshalb beweisen die hl. Väter und der allgemeine Kirchenrat von Florenz (Sitz 25) die Gottheit des Sohnes und den Ausgang des Heil. Geistes vom Sohne wie vom Vater aus dieser Stelle. Über das Verhältnis der göttlichen Personen zueinander bekennt die Kirche im Athanasianischen Glaubensbekenntnisse: Der katholische Glaube besteht darin, dass man einen alleinigen Gott in der Dreifaltigkeit, und die Dreifaltigkeit in der Einigkeit bekenne und anbete, ohne die Personen untereinander zu vermischen, noch die Wesenheit zu trennen. Denn eine andere Person ist die des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Doch ist die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes an sich nur eine, auch ihre Glorie durchaus dieselbe, und ihre Majestät von gleicher Ewigkeit. Was und wie hierin der Vater ist, ist auch der Sohn und der Heilige Geist. Der Vater ist von niemanden weder gemacht, noch erschaffen oder erzeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern gezeugt. Der Heilige Geist ist zwar von dem Vater und dem Sohne, aber nicht von ihnen gemacht oder erschaffen, noch erzeugt, sondern geht von ihnen beiden aus. Es ist demnach ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geiste. Das Ziel und der Erfolg des Wirkens des Heil. Geistes ist die Verherrlichung Jesu (V.14), wie der Sohn einst auf Erden den Vater verherrlicht. +Johannes Joh 51 16 15 14 Der Heil. Geist ist Lehrer der Wahrheit, weil er nur redet, was er hört (V. 13). Die Wahrheit selbst entnimmt er aus dem Schatze der Erlösungswahrheiten des Sohnes (V. 14). Nun ist was immer das Wahrheitseigentum des Sohnes umfasst, dem Vater eigen, der den ewigen Heilsratschluss aus dem Schatze seiner Weisheit entnommen und dem Sohne mitgeteilt hat, also teilen beide diese Wahrheiten dem Heil. Geist mit, der sie seiner Braut, der Kirche vermittelt. Wenngleich die Worte des Herrn nicht das Verhältnis der drei göttlichen Personen zueinander darstellen sollen, lassen sie doch auf dasselbe schließen. Deshalb beweisen die hl. Väter und der allgemeine Kirchenrat von Florenz (Sitz 25) die Gottheit des Sohnes und den Ausgang des Heil. Geistes vom Sohne wie vom Vater aus dieser Stelle. Über das Verhältnis der göttlichen Personen zueinander bekennt die Kirche im Athanasianischen Glaubensbekenntnisse: Der katholische Glaube besteht darin, dass man einen alleinigen Gott in der Dreifaltigkeit, und die Dreifaltigkeit in der Einigkeit bekenne und anbete, ohne die Personen untereinander zu vermischen, noch die Wesenheit zu trennen. Denn eine andere Person ist die des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Doch ist die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes an sich nur eine, auch ihre Glorie durchaus dieselbe, und ihre Majestät von gleicher Ewigkeit. Was und wie hierin der Vater ist, ist auch der Sohn und der Heilige Geist. Der Vater ist von niemanden weder gemacht, noch erschaffen oder erzeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern gezeugt. Der Heilige Geist ist zwar von dem Vater und dem Sohne, aber nicht von ihnen gemacht oder erschaffen, noch erzeugt, sondern geht von ihnen beiden aus. Es ist demnach ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geiste. Das Ziel und der Erfolg des Wirkens des Heil. Geistes ist die Verherrlichung Jesu (V.14), wie der Sohn einst auf Erden den Vater verherrlicht. Apostelgeschichte Apg 51 16 15 15 Eigentlich: da ihr geurteilt habt, ich sei eine Gläubige (sonst hättet ihr mich nicht getauft), so würdiget euch usw. Bescheiden sagt sie: wenn ihr geurteilt habt. -Johannes Joh 50 16 16 Modicum, et jam non videbitis me: et iterum modicum, et videbitis me: quia vado ad Patrem. Noch eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht mehr sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen;¹⁵ denn ich gehe zum Vater. +Johannes Joh 51 16 16 Modicum, et jam non videbitis me: et iterum modicum, et videbitis me: quia vado ad Patrem. Noch eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht mehr sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen;¹⁵ denn ich gehe zum Vater. Apostelgeschichte Apg 51 16 16 Factum est autem euntibus nobis ad orationem, puellam quamdam habentem spiritum pythonem obviare nobis, quæ quæstum magnum præstabat dominis suis divinando. Es begab sich aber, als wir zu dem Betorte gingen, kam uns eine Magd entgegen, die einen Wahrsagergeist¹⁶ hatte, und ihrer Herrschaft mit Wahrsagen großen Gewinn verschaffte. -Johannes Joh 50 16 16 15 Von demselben Wiedersehen spricht der Heiland. V. 22, 23, 25, 26. Es ist das Wiedersehen nach der Auferstehung bis zum Pfingstfeste gemeint wie [Joh 14,18] +Johannes Joh 51 16 16 15 Von demselben Wiedersehen spricht der Heiland. V. 22, 23, 25, 26. Es ist das Wiedersehen nach der Auferstehung bis zum Pfingstfeste gemeint wie [Joh 14,18] Apostelgeschichte Apg 51 16 16 16 Einen Drachen Python sollte Apollo bei Delphi erlegt haben. Nach demselben nannten die Alten einen Wahrsagegeist aus dem Innern Python. Die Magd war besessen. (Cyr. v. Jer., Chrys.) Ob der Teufel sich durch sein Wissen in Ansehen setzen wollte? (Oekum.) Apostelgeschichte Apg 51 16 17 Hæc subsecuta Paulum, et nos, clamabat dicens: Isti homines servi Dei excelsi sunt, qui annuntiant vobis viam salutis. Diese ging hinter Paulus und uns her und rief: Diese Menschen sind Diener des Allerhöchsten, Gottes, die euch den Weg des Heiles verkünden. -Johannes Joh 50 16 17 Dixerunt ergo ex discipulis ejus ad invicem: quid est hoc, quod dicit nobis: Modicum, et non videbitis me, et iterum modicum, et videbitis me, et quia vado ad Patrem? Da sprachen einige von seinen Jüngern zueinander: Was ist das, was er uns sagt: Noch eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht mehr sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen: und: Denn ich gehe zum Vater? +Johannes Joh 51 16 17 Dixerunt ergo ex discipulis ejus ad invicem: quid est hoc, quod dicit nobis: Modicum, et non videbitis me, et iterum modicum, et videbitis me, et quia vado ad Patrem? Da sprachen einige von seinen Jüngern zueinander: Was ist das, was er uns sagt: Noch eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht mehr sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen: und: Denn ich gehe zum Vater? Apostelgeschichte Apg 51 16 18 Hoc autem faciebat multis diebus. Dolens autem Paulus, et conversus, spiritui dixit: Præcipio tibi in nomine Jesu Christi exire ab ea. Et exiit eadem hora. Dieses tat sie viele Tage lang. Ungehalten aber darüber wandte sich Paulus um, und sprach zu dem Geiste: Ich befehle dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und zu derselben Stunde fuhr er aus. -Johannes Joh 50 16 18 Dicebant ergo: Quid est hoc, quod dicit, Modicum? nescimus quid loquitur. Sie sagten also: Was ist das, was er sagt: Noch eine kleine Weile? Wir wissen nicht, was er meint.¹⁶ -Johannes Joh 50 16 18 16 Vor kurzem hatte der Heiland von seinem Heimgange zum Vater gesprochen und damit das Nichtmehrsehen in Zusammenhang gebracht (V.10). Dort ist sicher die Himmelfahrt gemeint, hier das Sterben und Auferstehen. Denn ich gehe zum Vater fehlt in manchen Handschriften. Wie dunkel der Ausspruch des Herrn war, zeigen die verschiedenartigen Erklärungen, welche auch jetzt, nachdem die angekündigten Ereignisse bereits eingetreten sind, gegeben werden. +Johannes Joh 51 16 18 Dicebant ergo: Quid est hoc, quod dicit, Modicum? nescimus quid loquitur. Sie sagten also: Was ist das, was er sagt: Noch eine kleine Weile? Wir wissen nicht, was er meint.¹⁶ +Johannes Joh 51 16 18 16 Vor kurzem hatte der Heiland von seinem Heimgange zum Vater gesprochen und damit das Nichtmehrsehen in Zusammenhang gebracht (V.10). Dort ist sicher die Himmelfahrt gemeint, hier das Sterben und Auferstehen. Denn ich gehe zum Vater fehlt in manchen Handschriften. Wie dunkel der Ausspruch des Herrn war, zeigen die verschiedenartigen Erklärungen, welche auch jetzt, nachdem die angekündigten Ereignisse bereits eingetreten sind, gegeben werden. Apostelgeschichte Apg 51 16 19 Videntes autem domini ejus quia exivit spes quæstus eorum, apprehendentes Paulum, et Silam perduxerunt in forum ad principes: Da nun ihre Herren sahen, dass die Hoffnung ihres Gewinnes ausgefahren war, ergriffen sie den Paulus und Silas, und führten sie auf den Markt vor die Obrigkeit;¹⁷ -Johannes Joh 50 16 19 Cognovit autem Jesus, quia volebant eum interrogare, et dixit eis: De hoc quæritis inter vos quia dixi: Modicum, et non videbitis me: et iterum modicum, et videbitis me. Jesus aber erkannte, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Darüber fraget ihr einander, dass ich gesagt habe: Eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen?¹⁷ +Johannes Joh 51 16 19 Cognovit autem Jesus, quia volebant eum interrogare, et dixit eis: De hoc quæritis inter vos quia dixi: Modicum, et non videbitis me: et iterum modicum, et videbitis me. Jesus aber erkannte, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Darüber fraget ihr einander, dass ich gesagt habe: Eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen?¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 16 19 17 Die Obrigkeit führte den Titel von Prätoren, griech. Befehlshaber. -Johannes Joh 50 16 19 17 Der Heiland sagt nicht geradezu, welchen Zeitabschnitt jede der beiden kleinen Weilen umfasst. Die Jünger hätten wohl nur auf das Betrübende geachtet und die Verkündigung der Auferstehung kaum noch empfunden. +Johannes Joh 51 16 19 17 Der Heiland sagt nicht geradezu, welchen Zeitabschnitt jede der beiden kleinen Weilen umfasst. Die Jünger hätten wohl nur auf das Betrübende geachtet und die Verkündigung der Auferstehung kaum noch empfunden. Apostelgeschichte Apg 51 16 20 Et offerentes eos magistratibus, dixerunt: Hi homines conturbant civitatem nostram, cum sint Judæi: und indem sie dieselben der Obrigkeit vorstellten, sprachen sie: Diese Menschen bringen unsere Stadt in Verwirrung; sie sind Juden, -Johannes Joh 50 16 20 Amen, amen, dico vobis: quia plorabitis, et flebitis vos, mundus autem gaudebit: vos autem contristabimini, sed tristitia vestra vertetur in gaudium. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen; die Welt aber wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein; aber eure Traurigkeit wird in Freude gewandelt werden!¹⁸ -Johannes Joh 50 16 20 18 Die beiden Gegensätze entsprechen wohl den beiden anderen in V. 16 mit den Worten, eine kleine Weile eingeleiteten. Die Worte weinen und wehklagen bezeichnen den höchsten Schmerz, welcher laut hervorbricht. Was gibt es Traurigeres als das Scheiden durch den Tod? Dies deutet also der Herr schonend an. Weiter, während die Jünger trauern, freut sich die gottentfremdete Welt. Also was dieser Freude macht, muss ihnen Kummer bereiten. Aber was jetzt für die Jünger Ursache der Betrübnis ist, wird beim Wiedersehen Anlass zur Freude werden, weil aus dem Grabe Leben, aus dem Leiden Herrlichkeit hervorging. [Joh 20,20] -Johannes Joh 50 16 21 Mulier cum parit, tristitiam habet, quia venit hora ejus: cum autem pepererit puerum, jam non meminit pressuræ propter gaudium: quia natus est homo in mundum. Wenn das Weib gebärt, ist es traurig, weil seine Stunde gekommen ist; wenn es aber das Kind geboren hat, so gedenkt es nicht mehr an die Bedrängnis, um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt geboren ist. +Johannes Joh 51 16 20 Amen, amen, dico vobis: quia plorabitis, et flebitis vos, mundus autem gaudebit: vos autem contristabimini, sed tristitia vestra vertetur in gaudium. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen; die Welt aber wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein; aber eure Traurigkeit wird in Freude gewandelt werden!¹⁸ +Johannes Joh 51 16 20 18 Die beiden Gegensätze entsprechen wohl den beiden anderen in V. 16 mit den Worten, eine kleine Weile eingeleiteten. Die Worte weinen und wehklagen bezeichnen den höchsten Schmerz, welcher laut hervorbricht. Was gibt es Traurigeres als das Scheiden durch den Tod? Dies deutet also der Herr schonend an. Weiter, während die Jünger trauern, freut sich die gottentfremdete Welt. Also was dieser Freude macht, muss ihnen Kummer bereiten. Aber was jetzt für die Jünger Ursache der Betrübnis ist, wird beim Wiedersehen Anlass zur Freude werden, weil aus dem Grabe Leben, aus dem Leiden Herrlichkeit hervorging. [Joh 20,20] +Johannes Joh 51 16 21 Mulier cum parit, tristitiam habet, quia venit hora ejus: cum autem pepererit puerum, jam non meminit pressuræ propter gaudium: quia natus est homo in mundum. Wenn das Weib gebärt, ist es traurig, weil seine Stunde gekommen ist; wenn es aber das Kind geboren hat, so gedenkt es nicht mehr an die Bedrängnis, um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt geboren ist. Apostelgeschichte Apg 51 16 21 Et annuntiant morem, quem non licet nobis suscipere, neque facere, cum simus Romani. und verkündigen eine Lebensweise, die wir nicht annehmen noch üben dürfen, da wir Römer sind.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 16 21 18 Die Römer (zu denen die Philipper sich als Kolonie rechneten) durften keine Religion annehmen, welche nicht von Staatswegen als zulässig erklärt war. -Johannes Joh 50 16 22 Et vos igitur nunc quidem tristitiam habetis, iterum autem videbo vos, et gaudebit cor vestrum: et gaudium vestrum nemo tollet a vobis. Auch ihr habt jetzt zwar Traurigkeit, wiederum aber werde ich euch sehen, und euer Herz wird sich freuen; und eure Freude wird niemand von euch nehmen.¹⁹ +Johannes Joh 51 16 22 Et vos igitur nunc quidem tristitiam habetis, iterum autem videbo vos, et gaudebit cor vestrum: et gaudium vestrum nemo tollet a vobis. Auch ihr habt jetzt zwar Traurigkeit, wiederum aber werde ich euch sehen, und euer Herz wird sich freuen; und eure Freude wird niemand von euch nehmen.¹⁹ Apostelgeschichte Apg 51 16 22 Et cucurrit plebs adversus eos: et magistratus, scissis tunicis eorum, jusserunt eos virgis cædi. Da erhob sich das Volk wider sie; und die Stadtrichter ließen ihnen die Kleider herabreißen, und sie mit Ruten schlagen.¹⁹ [2Kor 11,25, Phil 1,13] Apostelgeschichte Apg 51 16 22 19 Bei der Geißelung wurde wenigstens der Oberkörper entblößt. Die Art der Geißelung war die römische. Vergl. über diese Geißelung auch [1Thess 2,1ff]. (Dieselbe und zwei andere werden [2Kor 11,25] erwähnt.) -Johannes Joh 50 16 22 19 Der Vergleich in V. 21 zeigt, in wie rascher Folge Leid und Freud aufeinander folgen, und wie die Freude aus dem Schmerze herausgeboren wird. Die Jünger trauern des Heilandes wegen, und des Heilandes wegen wird alle Trauer von den Jüngern weichen und sich in Freude wandeln. -Johannes Joh 50 16 23 Et in illo die me non rogabitis quidquam. Amen, amen dico vobis: si quid petieritis Patrem in nomine meo, dabit vobis. An jenem Tage werdet ihr mich um nichts fragen. Wahrlich,²⁰ wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben! [Mt 7,7, Mt 21,22, Mk 11,24, Lk 11,9, Joh 14,13, Jak 1,5] +Johannes Joh 51 16 22 19 Der Vergleich in V. 21 zeigt, in wie rascher Folge Leid und Freud aufeinander folgen, und wie die Freude aus dem Schmerze herausgeboren wird. Die Jünger trauern des Heilandes wegen, und des Heilandes wegen wird alle Trauer von den Jüngern weichen und sich in Freude wandeln. +Johannes Joh 51 16 23 Et in illo die me non rogabitis quidquam. Amen, amen dico vobis: si quid petieritis Patrem in nomine meo, dabit vobis. An jenem Tage werdet ihr mich um nichts fragen. Wahrlich,²⁰ wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben! [Mt 7,7, Mt 21,22, Mk 11,24, Lk 11,9, Joh 14,13, Jak 1,5] Apostelgeschichte Apg 51 16 23 Et cum multas plagas eis imposuissent, miserunt eos in carcerem, præcipientes custodi ut diligenter custodiret eos. Und nachdem sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie dieselben in's Gefängnis, und befahlen dem Kerkermeister, sie sorgfältig zu verwahren. -Johannes Joh 50 16 23 20 Es ist an V. 17, 18, 19 zu denken. Nach der Auferstehung war ihnen klar, was bis dahin dunkel war. Einige Erklärer übersetzen: Um nichts bitten: weil nach der Auferstehung die Versöhnung mit Gott schon eingetreten war, brauchten die Apostel sich nicht mehr an Christus als menschlichen Vermittler zu wenden, sondern konnten, freilich eben wegen der Verdienste Christ (in meinem Namen) sich unmittelbar an die Gottheit wenden (Thom.). -Johannes Joh 50 16 24 Usque modo non petistis quidquam in nomine meo: Petite, et accipietis, ut gaudium vestrum sit plenum. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen.²¹ Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen sei. +Johannes Joh 51 16 23 20 Es ist an V. 17, 18, 19 zu denken. Nach der Auferstehung war ihnen klar, was bis dahin dunkel war. Einige Erklärer übersetzen: Um nichts bitten: weil nach der Auferstehung die Versöhnung mit Gott schon eingetreten war, brauchten die Apostel sich nicht mehr an Christus als menschlichen Vermittler zu wenden, sondern konnten, freilich eben wegen der Verdienste Christ (in meinem Namen) sich unmittelbar an die Gottheit wenden (Thom.). +Johannes Joh 51 16 24 Usque modo non petistis quidquam in nomine meo: Petite, et accipietis, ut gaudium vestrum sit plenum. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen.²¹ Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen sei. Apostelgeschichte Apg 51 16 24 Qui cum tale præceptum accepisset, misit eos in interiorem carcerem, et pedes eorum strinxit ligno. Da dieser solchen Befehl erhalten hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis, und schloss ihre Füße in den Block.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 16 24 20 Ähnlich [Jer 20,2]. Oft wurden auch Haupt und Hände in den Block gelegt. -Johannes Joh 50 16 24 21 Weil ich selbst mit euch war und mit euch betete (Chrys.). Man bittet im Namen eines Abwesenden, nicht eines Gegenwärtigen. +Johannes Joh 51 16 24 21 Weil ich selbst mit euch war und mit euch betete (Chrys.). Man bittet im Namen eines Abwesenden, nicht eines Gegenwärtigen. Apostelgeschichte Apg 51 16 25 Media autem nocte Paulus, et Silas orantes, laudabant Deum: et audiebant eos, qui in custodia erant. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas, und lobten Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu. -Johannes Joh 50 16 25 Hæc in proverbiis locutus sum vobis. Venit hora cum jam non in proverbiis loquar vobis, sed palam de Patre annuntiabo vobis. Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch geredet. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch rede, sondern unverhüllt euch vom Vater Kunde geben werde.²² -Johannes Joh 50 16 25 22 Alles, was von V.16 an gesprochen wurde, ist so gehalten, dass die Apostel den eigentlichen Sinn nicht erfassten. Einige sagen, die ganze Lehrweise des Herrn sei so geartet gewesen. Vergl. [Mt 13,10ff]. Nach der Auferstehung und bei der Geistessendung erhielten die Jünger die volle Aufklärung. Vergl. [Apg 1,13, Lk 24,45] +Johannes Joh 51 16 25 Hæc in proverbiis locutus sum vobis. Venit hora cum jam non in proverbiis loquar vobis, sed palam de Patre annuntiabo vobis. Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch geredet. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch rede, sondern unverhüllt euch vom Vater Kunde geben werde.²² +Johannes Joh 51 16 25 22 Alles, was von V.16 an gesprochen wurde, ist so gehalten, dass die Apostel den eigentlichen Sinn nicht erfassten. Einige sagen, die ganze Lehrweise des Herrn sei so geartet gewesen. Vergl. [Mt 13,10ff]. Nach der Auferstehung und bei der Geistessendung erhielten die Jünger die volle Aufklärung. Vergl. [Apg 1,13, Lk 24,45] Apostelgeschichte Apg 51 16 26 Subito vero terræmotus factus est magnus, ita ut moverentur fundamenta carceris. Et statim aperta sunt omnia ostia: et universorum vincula soluta sunt. Da entstand plötzlich ein starkes Erdbeben, so dass der Kerker bis auf den Grund erschüttert wurde. Und alsbald öffneten sich alle Türen, und die Bande aller wurden gelöst.²¹ -Johannes Joh 50 16 26 In illo die in nomine meo petetis: et non dico vobis quia ego rogabo Patrem de vobis: An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten; und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; +Johannes Joh 51 16 26 In illo die in nomine meo petetis: et non dico vobis quia ego rogabo Patrem de vobis: An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten; und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; Apostelgeschichte Apg 51 16 26 21 Der Herr gibt seinen Zeugen Zeugnis. Nur so lange und so weites der Herr zur Mehrung der Verdienste seiner Auserwählten und zur Offenbarung ihrer inneren Heiligkeit gestattet, leiden dieselben. Wie der Tod des Herrn den Tod getötet, so lösen die Bande der Apostel den Kerker und die Ketten der Gefesselten (Chrys.). Das Wunder hält indes selbst die Fessellosen von der Flucht zurück (V. 28). -Johannes Joh 50 16 27 Ipse enim Pater amat vos, quia vos me amastis, et credidistis, quia ego a Deo exivi. denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt, und geglaubt habet, dass ich von Gott ausgegangen bin.²³ +Johannes Joh 51 16 27 Ipse enim Pater amat vos, quia vos me amastis, et credidistis, quia ego a Deo exivi. denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt, und geglaubt habet, dass ich von Gott ausgegangen bin.²³ Apostelgeschichte Apg 51 16 27 Expergefactus autem custos carceris, et videns januas apertas carceris, evaginato gladio volebat se interficere, æstimans fugisse vinctos. Als aber der Kerkermeister erwachte, und die Türen des Gefängnisses offen sah, zog er das Schwert, und wollte sich töten, denn er glaubte, die Gefangenen seien entflohen. -Johannes Joh 50 16 27 23 Die Jünger sollen nicht meinen, ihr Gebet zum Vater werde erst wirksam, wenn er auch seinerseits nach diesem Gebete der Jünger zum Vater bete. In meinem Namen, in meinen Verdiensten hat euer Gebet seine Weihe und seine Kraft, deshalb bedarf es keiner weiteren Vermittlung und Empfehlung beim Vater. Der Vater liebt den Sohn und alle, welche ihm in Glaube und Liebe angehören. -Johannes Joh 50 16 28 Exivi a Patre, et veni in mundum: iterum relinquo mundum, et vado ad Patrem. Ich bin vom Vater ausgegangen, und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater.²⁴ +Johannes Joh 51 16 27 23 Die Jünger sollen nicht meinen, ihr Gebet zum Vater werde erst wirksam, wenn er auch seinerseits nach diesem Gebete der Jünger zum Vater bete. In meinem Namen, in meinen Verdiensten hat euer Gebet seine Weihe und seine Kraft, deshalb bedarf es keiner weiteren Vermittlung und Empfehlung beim Vater. Der Vater liebt den Sohn und alle, welche ihm in Glaube und Liebe angehören. +Johannes Joh 51 16 28 Exivi a Patre, et veni in mundum: iterum relinquo mundum, et vado ad Patrem. Ich bin vom Vater ausgegangen, und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 16 28 Clamavit autem Paulus voce magna, dicens: Nihil tibi mali feceris: universi enim hic sumus. Paulus aber rief mit lauter Stimme, und sprach: Tue dir kein Leid; denn wir sind alle hier!²² Apostelgeschichte Apg 51 16 28 22 Wenn es auch im inneren Kerker dunkel war, konnte Paulus doch sehen, was der Kerkermeister vor demselben tat, oder wenigstens hören, wie derselbe in seiner Aufregung mit lauter Stimme den Vorsatz aussprach, sich selbst zu entleiben. -Johannes Joh 50 16 28 24 Diese Worte enthalten einen Abriss der Lebensgeschichte des Herrn. Die Worte: Ich bin vom Vater ausgegangen sind nicht von der Zeugung der zweiten Person zu verstehen, sondern davon, dass der Vater die menschliche Natur Christi erschuf, mit der göttlichen Natur in der zweiten Person vereinigte und in die Welt sandte. Der Heiland muss das Wort vom Gehen und Scheiden noch einmal aussprechen, ehe er schließt, und er tut es, indem er dasselbe den Jüngern unter einem Gesichtspunkte zeigt, der keine Trauer mehr zulässt, sondern zur gläubigen Anbetung der ewigen Ratschlüsse und zur demütigen Unterwerfung unter seine Heilsabsichten führt. Jetzt ist es den Jüngern, als ob ein heller Lichtstrahl in das Dunkel fiele, das sie umgibt (V. 30). Jetzt ahnen sie, dass es ein göttliches Gesetz ist, nach dem er die Welt verlässt und zum Vater heimkehrt. +Johannes Joh 51 16 28 24 Diese Worte enthalten einen Abriss der Lebensgeschichte des Herrn. Die Worte: Ich bin vom Vater ausgegangen sind nicht von der Zeugung der zweiten Person zu verstehen, sondern davon, dass der Vater die menschliche Natur Christi erschuf, mit der göttlichen Natur in der zweiten Person vereinigte und in die Welt sandte. Der Heiland muss das Wort vom Gehen und Scheiden noch einmal aussprechen, ehe er schließt, und er tut es, indem er dasselbe den Jüngern unter einem Gesichtspunkte zeigt, der keine Trauer mehr zulässt, sondern zur gläubigen Anbetung der ewigen Ratschlüsse und zur demütigen Unterwerfung unter seine Heilsabsichten führt. Jetzt ist es den Jüngern, als ob ein heller Lichtstrahl in das Dunkel fiele, das sie umgibt (V. 30). Jetzt ahnen sie, dass es ein göttliches Gesetz ist, nach dem er die Welt verlässt und zum Vater heimkehrt. Apostelgeschichte Apg 51 16 29 Petitoque lumine, introgressus est: et tremefactus procidit Paulo et Silæ ad pedes: Da forderte er Licht, und ging hinein; und zitternd fiel er Paulus und Silas zu Füßen, -Johannes Joh 50 16 29 Dicunt ei discipuli ejus: Ecce nunc palam loqueris, et proverbium nullum dicis: Da sprachen seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du unverhüllt, und sagst kein Gleichnis. -Johannes Joh 50 16 30 Nunc scimus quia scis omnia, et non opus est tibi ut quis te interroget: in hoc credimus quia a Deo existi. Jetzt wissen wir, dass du alles weißt, und nicht nötig hast, dass jemand dich frage; darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.²⁵ +Johannes Joh 51 16 29 Dicunt ei discipuli ejus: Ecce nunc palam loqueris, et proverbium nullum dicis: Da sprachen seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du unverhüllt, und sagst kein Gleichnis. +Johannes Joh 51 16 30 Nunc scimus quia scis omnia, et non opus est tibi ut quis te interroget: in hoc credimus quia a Deo existi. Jetzt wissen wir, dass du alles weißt, und nicht nötig hast, dass jemand dich frage; darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 16 30 Et producens eos foras, ait: Domini, quid me oportet facere, ut salvus fiam? und führte sie hinaus, und sprach: Ihr Herren! was muss ich tun, um selig zu werden?²³ Apostelgeschichte Apg 51 16 30 23 Der Kerkermeister zweifelt nicht, dass hier Gottes Hand eingegriffen hat. Er fragt nicht erst, wie und was geschehen ist, sondern bereits von der Gnade erfasst, fragt er nur, wie er sein Heil wirken könne (Chrys.). Als Verkünder eines solchen Heilsweges war ja Paulus bereits in Philippi bekannt. (Vergl. V. 17) -Johannes Joh 50 16 30 25 Seine Kenntnis der Herzensgeheimnisse ist ihnen ein Beweis seiner Allwissenheit. Ehe du fragen hörst, weißt du als Gott, was uns Bedenken verursacht, und hast du diese Bedenken behoben (Chrys.). Nur wer von Gott dem Allwissenden ausgegangen, konnte dies wissen. -Johannes Joh 50 16 31 Respondit eis Jesus: Modo creditis? Jesus antwortete ihnen: Jetzt²⁶ glaubet ihr? +Johannes Joh 51 16 30 25 Seine Kenntnis der Herzensgeheimnisse ist ihnen ein Beweis seiner Allwissenheit. Ehe du fragen hörst, weißt du als Gott, was uns Bedenken verursacht, und hast du diese Bedenken behoben (Chrys.). Nur wer von Gott dem Allwissenden ausgegangen, konnte dies wissen. +Johannes Joh 51 16 31 Respondit eis Jesus: Modo creditis? Jesus antwortete ihnen: Jetzt²⁶ glaubet ihr? Apostelgeschichte Apg 51 16 31 At illi dixerunt: Crede in Dominum Jesum: et salvus eris tu, et domus tua. Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus,²⁴ so wirst du selig werden, du und dein Haus. Apostelgeschichte Apg 51 16 31 24 Der Glaube an Jesus Christus schließt den Willen ein, seine Gebote zu halten. -Johannes Joh 50 16 31 26 Der Heiland deutet an, dass ihr glaube nicht die Festigkeit habe, welche sie ihm in ihrem Meinen und Reden beilegten. Deshalb lässt er ihrem feurigen Siehe wir glauben die Warnung folgen: euer Glaube wird schwach werden, so dass er euch nicht mehr miteinander noch mit mir vereint zu halten vermag (Chrys., Euth., Theoph.). +Johannes Joh 51 16 31 26 Der Heiland deutet an, dass ihr glaube nicht die Festigkeit habe, welche sie ihm in ihrem Meinen und Reden beilegten. Deshalb lässt er ihrem feurigen Siehe wir glauben die Warnung folgen: euer Glaube wird schwach werden, so dass er euch nicht mehr miteinander noch mit mir vereint zu halten vermag (Chrys., Euth., Theoph.). Apostelgeschichte Apg 51 16 32 Et locuti sunt ei verbum Domini cum omnibus, qui erant in domo ejus. Und sie redeten zu ihm und zu allen, die in seinem Hause waren, das Wort des Herrn. -Johannes Joh 50 16 32 Ecce venit hora, et jam venit, ut dispergamini unusquisque in propria, et me solum relinquatis: et non sum solus, quia Pater mecum est. Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeder in das Seinige, und mich allein lasset. Und ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.²⁷ [Mt 26,31, Mk 14,27] -Johannes Joh 50 16 32 27 Ich bin nur scheinbar allein, denn der Vater unterstützt meine menschliche Natur mit seiner allmächtigen Hilfe, dass ich den Kampf siegreich zu Ende führe. An die Wesenseinheit mit dem Vater ist zunächst wohl nicht zu denken, denn in diesem Sinne konnten ihn die Jünger nicht allein lassen, dauerte jene doch ununterbrochen fort. -Johannes Joh 50 16 33 Hæc locutus sum vobis, ut in me pacem habeatis. In mundo pressuram habebitis: sed confidite, ego vici mundum. Dies habe ich zu euch geredet, auf dass ihr in mir Frieden habet.²⁸ In der Welt werdet ihr Bedrängnis haben; doch seid getrost: Ich habe die Welt überwunden!²⁹ +Johannes Joh 51 16 32 Ecce venit hora, et jam venit, ut dispergamini unusquisque in propria, et me solum relinquatis: et non sum solus, quia Pater mecum est. Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeder in das Seinige, und mich allein lasset. Und ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.²⁷ [Mt 26,31, Mk 14,27] +Johannes Joh 51 16 32 27 Ich bin nur scheinbar allein, denn der Vater unterstützt meine menschliche Natur mit seiner allmächtigen Hilfe, dass ich den Kampf siegreich zu Ende führe. An die Wesenseinheit mit dem Vater ist zunächst wohl nicht zu denken, denn in diesem Sinne konnten ihn die Jünger nicht allein lassen, dauerte jene doch ununterbrochen fort. +Johannes Joh 51 16 33 Hæc locutus sum vobis, ut in me pacem habeatis. In mundo pressuram habebitis: sed confidite, ego vici mundum. Dies habe ich zu euch geredet, auf dass ihr in mir Frieden habet.²⁸ In der Welt werdet ihr Bedrängnis haben; doch seid getrost: Ich habe die Welt überwunden!²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 16 33 Et tollens eos in illa hora noctis, lavit plagas eorum: et baptizatus est ipse, et omnis domus ejus continuo. Da nahm er sie in derselben Stunde der Nacht, und wusch ihnen die Striemen ab, und ließ sich sogleich mit seinem ganzen Hause taufen. -Johannes Joh 50 16 33 28 Frieden in mir, das war das Ziel meiner Reden. -Johannes Joh 50 16 33 29 Nach dem Friedenswort noch ein Kampfwort. Es erwartet euch Kampf seid getrost! nicht wäre ich der Sieger über die Welt, könnte die Welt meine Glieder überwinden! (Aug.) +Johannes Joh 51 16 33 28 Frieden in mir, das war das Ziel meiner Reden. +Johannes Joh 51 16 33 29 Nach dem Friedenswort noch ein Kampfwort. Es erwartet euch Kampf seid getrost! nicht wäre ich der Sieger über die Welt, könnte die Welt meine Glieder überwinden! (Aug.) Apostelgeschichte Apg 51 16 34 Cumque perduxisset eos in domum suam, apposuit eis mensam, et lætatus est cum omni domo sua credens Deo. Und nachdem er sie in sein Haus²⁵ geführt hatte, setzte er ihnen ein Mahl vor; und frohlockte mit seinem ganzen Hause, gläubig geworden an Gott.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 16 34 25 In die Dienstwohnung, die wohl über den Gefängnisräumen war. Apostelgeschichte Apg 51 16 34 26 Wie wunderbar sind die Wege der göttlichen Vorsehung! @@ -61274,115 +61329,115 @@ Apostelgeschichte Apg 51 16 38 30 An der Wahrheit der Worte konnten sie nicht z Apostelgeschichte Apg 51 16 39 Et venientes deprecati sunt eos, et educentes rogabant ut egrederentur de urbe. Und sie kamen, taten Abbitte, führten sie heraus und baten sie, aus der Stadt fortzugehen.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 16 39 31 Sie entschuldigten sich, baten aber die Apostel, die Stadt zu verlassen, aus Furcht, das Volk möchte sich von neuem gegen sie erheben. Wie es scheint, begleitete Lukas den heil. Paulus nicht, da er nicht, wie [Apg 16,11-16] in der ersten Person redet. Ein Denkmal der Liebe zwischen den Christen von Philippi und ihrem geistlichen Vater bildet der Brief, welchen der heil. Paulus von Rom aus an sie schrieb. Apostelgeschichte Apg 51 16 40 Exeuntes autem de carcere, introierunt ad Lydiam: et visis fratribus consolati sunt eos, et profecti sunt. Da gingen sie aus dem Gefängnisse und begaben sich in das Haus der Lydia. Und sie besuchten die Brüder, trösteten sie, und reisten ab. -Apostelgeschichte Apg 51 17 0 Paulus und Silas in Thessalonich. (V. 9) Paulus und Silas in Beröa. (V. 15) Paulus in Athen. -Johannes Joh 50 17 0 5. Das hohepriesterliche Gebet des Herrn (Kap. 17): Bitte des Herrn für sich selbst um Verklärung. (V. 5) Fürbitte Jesu für die Jünger um Beharrlichkeit im Glauben, Bewahrung vor dem Bösen und Heiligung. (V. 19) Fürbitte für die Gläubigen um Vereinigung untereinander, mit Jesus und dem Vater, jetzt und in der seligen Ewigkeit. -Johannes Joh 50 17 1 Hæc locutus est Jesus: et sublevatis oculis in clum, dixit: Pater venit hora, clarifica Filium tuum, ut Filius tuus clarificet te: Dieses redete Jesus; und die Augen zum Himmel erhebend, sprach er:¹ Vater!² die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche.³ +Apostelgeschichte Apg 51 17 0 Paulus und Silas in Thessalonich. (V. 9) Paulus und Silas in Beröa. (V. 15) Paulus in Athen. +Johannes Joh 51 17 0 5. Das hohepriesterliche Gebet des Herrn (Kap. 17): Bitte des Herrn für sich selbst um Verklärung. (V. 5) Fürbitte Jesu für die Jünger um Beharrlichkeit im Glauben, Bewahrung vor dem Bösen und Heiligung. (V. 19) Fürbitte für die Gläubigen um Vereinigung untereinander, mit Jesus und dem Vater, jetzt und in der seligen Ewigkeit. +Johannes Joh 51 17 1 Hæc locutus est Jesus: et sublevatis oculis in clum, dixit: Pater venit hora, clarifica Filium tuum, ut Filius tuus clarificet te: Dieses redete Jesus; und die Augen zum Himmel erhebend, sprach er:¹ Vater!² die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche.³ Apostelgeschichte Apg 51 17 1 Cum autem perambulassent Amphipolim, et Apolloniam, venerunt Thessalonicam, ubi erat synagoga Judæorum. Nachdem sie nun durch Amphipolis und Apollonia gezogen waren, kamen sie nach Thessalonich,¹ wo eine Synagoge der Juden war. Apostelgeschichte Apg 51 17 1 1 Thessalonich, die Hauptstadt von Macedonien, lag etwa drei Tagereisen von Philippi entfernt. Die beiden Städte Amphipolis und Apollonia werden wohl erwähnt, weil der Apostel dort übernachtete. Amphipolis lag etwa 53 Kilometer von Philippi entfernt, Apollonia noch 48 Kilometer weiter. -Johannes Joh 50 17 1 1 Der Name: Hohepriesterliches Gebet ist diesem Kapitel zuerst von Chyträus ( 1600) gegeben worden, doch der Gedanke stammt bereits vom hl. Cyrill her. Ist der Heiland Hoherpriester und Opfer zugleich, so ist sein vorstehendes Gebet das Gebet des Hohenpriesters, das Gebet im Garten Gethsemani das Gebet des Opfers. Dies Gebet ist gleichsam auf den Flammen der Liebe entzündeter Weihrauch (Rup.), welchen unser Hoherpriester vor dem Blutopfer Gott darbringt. Wie ein Vater von seinen Kindern umringt, so steht der Heiland in der Mitte seiner Jünger. Wie er am Grabe des Lazarus den Grund angibt, warum er laut betet, [Joh 11,41ff], so auch hier (V. 13). Der in den Abschiedsreden gespendete Trost soll noch wirksamer werden. Die Apostel sollen sich dem Heilande innerlich anschließen. Welcher Trost in der Tat! Der Heiland selbst bezeugt seine Gottheit vor dem Vater, seine treue Pflichterfüllung, seine Siegesgewissheit. Welch Trost ferner das Zeugnis des Herrn vor dem Vater über die Apostel! Welch hohe Güter erfleht ihnen Jesus! Wie weckt er endlich die Hoffnung auf Wiedersehen! -Johannes Joh 50 17 1 2 Noch fünfmal ruft der Herr im Verlaufe des Gebetes diesen Namen. -Johannes Joh 50 17 1 3 Die Leidensstunde hat mit dem Weggange des Judas ihren Anfang genommen. Der Herr erinnert hier gleichsam den Vater an die [Joh 12,28] gemachte Zusage. Die Verherrlichung geschah durch verschiedene Ereignisse bei dem Leiden und Sterben und bei der Auferstehung, durch welche der Vater seinem Sohne wunderbar Zeugnis gab, besonders aber durch den Triumph über Tod, Hölle, Sünde und Feinde. Deinen Sohn, d. i. weil ich dein Sohn bin. Damit dein Sohn dich verherrliche: dies ist die Folge der vom Vater gewirkten Verherrlichung, denn eben wenn der Sohn triumphiert, wird der Vater verherrlicht, ist aber auch Zweck, denn zuletzt muss das ganze Erlösungswerk zur Ehre Gottes dienen. Vergl. [1Kor 15,24.28]. -Johannes Joh 50 17 2 Sicut dedisti ei potestatem omnis carnis, ut omne, quod dedisti ei, det eis vitam æternam. Gleichwie du ihm Macht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen, die du ihm gegeben, das ewige Leben verleihe.⁴ [Mt 28,18] +Johannes Joh 51 17 1 1 Der Name: Hohepriesterliches Gebet ist diesem Kapitel zuerst von Chyträus ( 1600) gegeben worden, doch der Gedanke stammt bereits vom hl. Cyrill her. Ist der Heiland Hoherpriester und Opfer zugleich, so ist sein vorstehendes Gebet das Gebet des Hohenpriesters, das Gebet im Garten Gethsemani das Gebet des Opfers. Dies Gebet ist gleichsam auf den Flammen der Liebe entzündeter Weihrauch (Rup.), welchen unser Hoherpriester vor dem Blutopfer Gott darbringt. Wie ein Vater von seinen Kindern umringt, so steht der Heiland in der Mitte seiner Jünger. Wie er am Grabe des Lazarus den Grund angibt, warum er laut betet, [Joh 11,41ff], so auch hier (V. 13). Der in den Abschiedsreden gespendete Trost soll noch wirksamer werden. Die Apostel sollen sich dem Heilande innerlich anschließen. Welcher Trost in der Tat! Der Heiland selbst bezeugt seine Gottheit vor dem Vater, seine treue Pflichterfüllung, seine Siegesgewissheit. Welch Trost ferner das Zeugnis des Herrn vor dem Vater über die Apostel! Welch hohe Güter erfleht ihnen Jesus! Wie weckt er endlich die Hoffnung auf Wiedersehen! +Johannes Joh 51 17 1 2 Noch fünfmal ruft der Herr im Verlaufe des Gebetes diesen Namen. +Johannes Joh 51 17 1 3 Die Leidensstunde hat mit dem Weggange des Judas ihren Anfang genommen. Der Herr erinnert hier gleichsam den Vater an die [Joh 12,28] gemachte Zusage. Die Verherrlichung geschah durch verschiedene Ereignisse bei dem Leiden und Sterben und bei der Auferstehung, durch welche der Vater seinem Sohne wunderbar Zeugnis gab, besonders aber durch den Triumph über Tod, Hölle, Sünde und Feinde. Deinen Sohn, d. i. weil ich dein Sohn bin. Damit dein Sohn dich verherrliche: dies ist die Folge der vom Vater gewirkten Verherrlichung, denn eben wenn der Sohn triumphiert, wird der Vater verherrlicht, ist aber auch Zweck, denn zuletzt muss das ganze Erlösungswerk zur Ehre Gottes dienen. Vergl. [1Kor 15,24.28]. +Johannes Joh 51 17 2 Sicut dedisti ei potestatem omnis carnis, ut omne, quod dedisti ei, det eis vitam æternam. Gleichwie du ihm Macht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen, die du ihm gegeben, das ewige Leben verleihe.⁴ [Mt 28,18] Apostelgeschichte Apg 51 17 2 Secundum consuetudinem autem Paulus introivit ad eos, et per sabbata tria disserebat eis de Scripturis, Da ging Paulus nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein, und sprach drei Sabbate nacheinander zu ihnen aus der Heiligen Schrift, -Johannes Joh 50 17 2 4 Ich werde dich verherrlichen, denn du hast mir Macht gegeben, allen Menschen, die sich nicht selbst vom Heile ausschließen, das ewige Leben zu verleihen. -Johannes Joh 50 17 3 Hæc est autem vita æterna: ut cognoscant te, solum Deum verum, et quem misisti Jesum Christum. Dies ist aber das ewige Leben, dass sie dich erkennen, den alleinigen wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus.⁵ +Johannes Joh 51 17 2 4 Ich werde dich verherrlichen, denn du hast mir Macht gegeben, allen Menschen, die sich nicht selbst vom Heile ausschließen, das ewige Leben zu verleihen. +Johannes Joh 51 17 3 Hæc est autem vita æterna: ut cognoscant te, solum Deum verum, et quem misisti Jesum Christum. Dies ist aber das ewige Leben, dass sie dich erkennen, den alleinigen wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 17 3 Adaperiens et insinuans quia Christum oportuit pati, et resurgere a mortuis: et quia hic est Jesus Christus, quem ego annuntio vobis. indem er es ihnen eröffnete und auslegte, dass Christus leiden und von den Toten auferstehen musste, und dass eben dieser Christus Jesus ist, den ich euch verkündige.² Apostelgeschichte Apg 51 17 3 2 Besonders über drei Dinge gab Paulus Aufschluss: der Messias muss leiden, der Messias muss auferstehen. Jesus war der verheißene Messias. Vergl. [1Thess 4,13] und [1Thess 1,10]. Über die Tätigkeit des heil. Paulus vergleiche auch [1Thess 2,2.9]. -Johannes Joh 50 17 3 5 Das übernatürliche Leben besteht zwar nicht nur in der Erkenntnis Gottes und seines Gesandten, sondern auch in dem auf diese Personen gerichteten Willen (Lieben), aber da nichts geliebt wird, was nicht erkannt, ist die Erkenntnis die notwendige Voraussetzung und im Jenseits besteht das Leben eben in anschauendem Erkennen, welches notwendig mit der Liebe verbunden ist. Ewig kann auch das diesseitige Gnadenleben genannt werden, weil es der Beginn und die Voraussetzung des ewigen Lebens ist. Das Wort den alleinigen wahren Gott bedeutet nicht etwa, dass der Vater allein Gott sei, sondern sagt lediglich, dass es nur einen wahren Gott gibt, schließt also mehrere göttliche Personen nicht aus. Im Gegenteile, dieser Vers beweist die Gottheit Christi, sonst könnte das Leben nicht ebenso von der Erkenntnis des Heilandes wie von der Erkenntnis Gottes des Vaters abhängen. Zugleich erhellt, dass im N. T. die wahre, lebenspendende Gotteserkenntnis die christliche sein muss. Nur an dieser Stelle nennt der Heiland sich im Evangelium selbst mit vollem Namen. In diesem Namen schloss sich der A. und der N. Bund zusammen, und deshalb nennt auch der hl. Petrus in seiner ersten Predigt diesen Heilsnamen [Apg 2,38, Apg 3,6], der den Wahlspruch der ganzen Christenheit werden sollte. +Johannes Joh 51 17 3 5 Das übernatürliche Leben besteht zwar nicht nur in der Erkenntnis Gottes und seines Gesandten, sondern auch in dem auf diese Personen gerichteten Willen (Lieben), aber da nichts geliebt wird, was nicht erkannt, ist die Erkenntnis die notwendige Voraussetzung und im Jenseits besteht das Leben eben in anschauendem Erkennen, welches notwendig mit der Liebe verbunden ist. Ewig kann auch das diesseitige Gnadenleben genannt werden, weil es der Beginn und die Voraussetzung des ewigen Lebens ist. Das Wort den alleinigen wahren Gott bedeutet nicht etwa, dass der Vater allein Gott sei, sondern sagt lediglich, dass es nur einen wahren Gott gibt, schließt also mehrere göttliche Personen nicht aus. Im Gegenteile, dieser Vers beweist die Gottheit Christi, sonst könnte das Leben nicht ebenso von der Erkenntnis des Heilandes wie von der Erkenntnis Gottes des Vaters abhängen. Zugleich erhellt, dass im N. T. die wahre, lebenspendende Gotteserkenntnis die christliche sein muss. Nur an dieser Stelle nennt der Heiland sich im Evangelium selbst mit vollem Namen. In diesem Namen schloss sich der A. und der N. Bund zusammen, und deshalb nennt auch der hl. Petrus in seiner ersten Predigt diesen Heilsnamen [Apg 2,38, Apg 3,6], der den Wahlspruch der ganzen Christenheit werden sollte. Apostelgeschichte Apg 51 17 4 Et quidam ex eis crediderunt, et adjuncti sunt Paulo, et Silæ, et de colentibus, gentilibusque multitudo magna, et mulieres nobiles non paucæ. Und einige von ihnen wurden gläubig, und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine große Menge von den gottesfürchtigen Heiden, und nicht wenige angesehene Frauen.³ -Johannes Joh 50 17 4 Ego te clarificavi super terram: opus consummavi, quod dedisti mihi ut faciam: Ich habe dich verherrlichet auf Erden; ich habe das Werk vollbracht, das du mir zu verrichten gegeben.⁶ +Johannes Joh 51 17 4 Ego te clarificavi super terram: opus consummavi, quod dedisti mihi ut faciam: Ich habe dich verherrlichet auf Erden; ich habe das Werk vollbracht, das du mir zu verrichten gegeben.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 17 4 3 Nur wenige von den Juden schlossen sich dem Evangelium an. Siehe [Apg 20,4]. Die Hauptmasse der Christen in Thessalonich bestand also aus Heiden. Die vornehmen Frauen waren wohl jüdische Proselytinnen gewesen. -Johannes Joh 50 17 4 6 Verherrliche mich (V.1), denn ich habe dich verherrlicht (V. 4), indem ich deine Eigenschaften offenbarte, zur Liebe und Verehrung gegen dich anleitete, durch Gehorsam mich dir unterwarf, alles dir zuschrieb. Ich habe vollbracht, kann der Herr sagen, weil er schon am Schlusse seiner Laufbahn steht, und dem Willen nach auch das Schmerzlichste vollzogen hat. Und jetzt (V. 5), nachdem ich vollbracht habe, und weil ich vollbracht habe. +Johannes Joh 51 17 4 6 Verherrliche mich (V.1), denn ich habe dich verherrlicht (V. 4), indem ich deine Eigenschaften offenbarte, zur Liebe und Verehrung gegen dich anleitete, durch Gehorsam mich dir unterwarf, alles dir zuschrieb. Ich habe vollbracht, kann der Herr sagen, weil er schon am Schlusse seiner Laufbahn steht, und dem Willen nach auch das Schmerzlichste vollzogen hat. Und jetzt (V. 5), nachdem ich vollbracht habe, und weil ich vollbracht habe. Apostelgeschichte Apg 51 17 5 Zelantes autem Judæi, assumentesque de vulgo viros quosdam malos, et turba facta, concitaverunt civitatem: et assistentes domui Jasonis quærebant eos producere in populum. Die Juden aber wurden eifersüchtig, nahmen einige schlechte Männer vom Pöbel zu sich, rotteten sich zusammen, und brachten die Stadt in Aufruhr;⁴ sie erschienen plötzlich vor dem Hause des Jason,⁵ und suchten sie unter das Volk herauszuführen. -Johannes Joh 50 17 5 Et nunc clarifica me tu Pater apud temetipsum, claritate, quam habui prius, quam mundus esset, apud te. Und jetzt, verherrliche du mich, Vater! bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. +Johannes Joh 51 17 5 Et nunc clarifica me tu Pater apud temetipsum, claritate, quam habui prius, quam mundus esset, apud te. Und jetzt, verherrliche du mich, Vater! bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Apostelgeschichte Apg 51 17 5 4 Der Zorn der Juden hatte wohl besonders den Verlust ihrer Proselyten zum Anlasse. Apostelgeschichte Apg 51 17 5 5 Jason war wahrscheinlich ein Jude, welcher den hebräischen Namen Jesus in den griechischen Jason umgewandelt hatte. Vielleicht ist er derselbe, den Paulus [Röm 16,21] erwähnt. -Johannes Joh 50 17 6 Manifestavi nomen tuum hominibus, quos dedisti mihi de mundo. Tui erant, et mihi eos dedisti: et sermonem tuum servaverunt. Ich habe deinen Namen den Menschen kundgetan, welche du mir von der Welt gegeben hast.⁷ Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben; und sie haben dein Wort bewahrt.⁸ +Johannes Joh 51 17 6 Manifestavi nomen tuum hominibus, quos dedisti mihi de mundo. Tui erant, et mihi eos dedisti: et sermonem tuum servaverunt. Ich habe deinen Namen den Menschen kundgetan, welche du mir von der Welt gegeben hast.⁷ Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben; und sie haben dein Wort bewahrt.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 17 6 Et cum non invenissent eos, trahebant Jasonem, et quosdam fratres ad principes civitatis, clamantes: Quoniam hi, qui urbem concitant, et huc venerunt, Da sie aber dieselben nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die Stadtobersten,⁶ und schrieen: Jene Leute, welche die Stadt in Aufruhr bringen,⁷ sind auch hierher gekommen, Apostelgeschichte Apg 51 17 6 6 Die Politarchen, Stadtobersten, hatten die richterliche Gewalt inne. Apostelgeschichte Apg 51 17 6 7 Griech.: welche die Welt umstürzen. Entweder hat sich in der Vulgatahandschrift an die Stelle des o ein u (der Cod. Fuld. hat o) eingeschlichen oder die Vulgata denkt an Rom, die Trägerin der Weltherrschaft. -Johannes Joh 50 17 6 7 Die Juden hatten gleichsam nur einzelne Buchstaben des Gottesnamens. Dass Gott der Vater des Heilandes ist, das ist gleichsam die betonte Silbe des Gottesnamens (Aug.), und die andere ist, dass dieser sein Vater zugleich unser Vater ist, der aus Liebe zu uns den eingeborenen Sohn in die Welt sandte. [Joh 3,16] -Johannes Joh 50 17 6 8 Sie waren dein, des Schöpfers Eigentum; du hast sie mir, dem Menschensohne geschenkt, d. i. bewirkt, dass sie an mich glaubten, und mir anhingen. Dein d. i. des Vaters heißt das Werk, die ganze Lehre des Herrn, weil er vom Vater gesandt ist und von ihm die Lehre mitgeteilt erhalten hat. +Johannes Joh 51 17 6 7 Die Juden hatten gleichsam nur einzelne Buchstaben des Gottesnamens. Dass Gott der Vater des Heilandes ist, das ist gleichsam die betonte Silbe des Gottesnamens (Aug.), und die andere ist, dass dieser sein Vater zugleich unser Vater ist, der aus Liebe zu uns den eingeborenen Sohn in die Welt sandte. [Joh 3,16] +Johannes Joh 51 17 6 8 Sie waren dein, des Schöpfers Eigentum; du hast sie mir, dem Menschensohne geschenkt, d. i. bewirkt, dass sie an mich glaubten, und mir anhingen. Dein d. i. des Vaters heißt das Werk, die ganze Lehre des Herrn, weil er vom Vater gesandt ist und von ihm die Lehre mitgeteilt erhalten hat. Apostelgeschichte Apg 51 17 7 Quos suscepit Jason, et hi omnes contra decreta Cæsaris faciunt, regem alium dicentes esse, Jesum. und Jason hat sie aufgenommen; diese alle handeln gegen die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus.⁸ -Johannes Joh 50 17 7 Nunc cognoverunt quia omnia, quæ dedisti mihi, abs te sunt: Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben, von dir ist.⁹ [Joh 5,19] +Johannes Joh 51 17 7 Nunc cognoverunt quia omnia, quæ dedisti mihi, abs te sunt: Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben, von dir ist.⁹ [Joh 5,19] Apostelgeschichte Apg 51 17 7 8 Wie gegen den Heiland [Lk 23,2, Joh 19,12.15], so wird gegen den Apostel die Anklage des Hochverrates erhoben. Paulus hatte wohl auch vom Reiche und von der Wiederkunft des auferstandenen Jesus gesprochen. Vergl. [1Thess 5,23, 2Thess 2,1ff]. -Johannes Joh 50 17 7 9 Jetzt, nachdem sie die Lehre erkannt und bewahrt, d. i. geübt haben, erkennen sie, dass dieselbe göttlich ist. Vergl. [Joh 7,17] -Johannes Joh 50 17 8 Quia verba, quæ dedisti mihi, dedi eis: et ipsi acceperunt, et cognoverunt vere quia a te exivi, et crediderunt quia tu me misisti. Denn die Worte, die du mir gegeben hast,¹⁰ habe ich ihnen gegeben, und sie haben dieselben angenommen, und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und geglaubt, dass du mich gesandt hast.¹¹ [Joh 12,49] +Johannes Joh 51 17 7 9 Jetzt, nachdem sie die Lehre erkannt und bewahrt, d. i. geübt haben, erkennen sie, dass dieselbe göttlich ist. Vergl. [Joh 7,17] +Johannes Joh 51 17 8 Quia verba, quæ dedisti mihi, dedi eis: et ipsi acceperunt, et cognoverunt vere quia a te exivi, et crediderunt quia tu me misisti. Denn die Worte, die du mir gegeben hast,¹⁰ habe ich ihnen gegeben, und sie haben dieselben angenommen, und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und geglaubt, dass du mich gesandt hast.¹¹ [Joh 12,49] Apostelgeschichte Apg 51 17 8 Concitaverunt autem plebem, et principes civitatis audientes hæc. So reizten sie das Volk, und die Stadtobersten, die dieses hörten, auf. -Johannes Joh 50 17 8 10 Die Offenbarung. -Johannes Joh 50 17 8 11 Sie nahmen meine Worte an: sie glaubten und übten meine Lehre, und erkannten so, dass ich dein Sohn und Gesandter bin. Ich glaube, damit ich erkenne (Aug.). +Johannes Joh 51 17 8 10 Die Offenbarung. +Johannes Joh 51 17 8 11 Sie nahmen meine Worte an: sie glaubten und übten meine Lehre, und erkannten so, dass ich dein Sohn und Gesandter bin. Ich glaube, damit ich erkenne (Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 17 9 Et accepta satisfactione a Jasone, et a ceteris, dimiserunt eos. Nachdem aber Jason und die übrigen Bürgschaft geleistet hatten,⁹ entließen sie dieselben. -Johannes Joh 50 17 9 Ego pro eis rogo: Non pro mundo rogo, sed pro his, quos dedisti mihi: quia tui sunt: Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind.¹² +Johannes Joh 51 17 9 Ego pro eis rogo: Non pro mundo rogo, sed pro his, quos dedisti mihi: quia tui sunt: Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind.¹² Apostelgeschichte Apg 51 17 9 9 Ob sie Geld oder Bürgen stellten, geht aus dem Text nicht hervor. -Johannes Joh 50 17 9 12 Die Welt ist hier die bis zum Ende Christusfeindliche und verhärtete Welt (Aug., Thom.). Für diese hat Christus zwar auch gebetet und den Tod erlitten, an dieser Stelle aber betet er nur für die, welche des Heiles teilhaftig werden. +Johannes Joh 51 17 9 12 Die Welt ist hier die bis zum Ende Christusfeindliche und verhärtete Welt (Aug., Thom.). Für diese hat Christus zwar auch gebetet und den Tod erlitten, an dieser Stelle aber betet er nur für die, welche des Heiles teilhaftig werden. Apostelgeschichte Apg 51 17 10 Fratres vero confestim per noctem dimiserunt Paulum, et Silam in Beram. Qui cum venissent, in synagogam Judæorum introierunt. Die Brüder aber entsendeten alsbald bei der Nacht Paulus und Silas nach Beröa.¹⁰ Als diese dorthin kamen, gingen sie in die Synagoge der Juden. -Johannes Joh 50 17 10 Et mea omnia tua sunt, et tua mea sunt: et clarificatus sum in eis. Und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein;¹³ und ich bin verherrlicht in ihnen.¹⁴ +Johannes Joh 51 17 10 Et mea omnia tua sunt, et tua mea sunt: et clarificatus sum in eis. Und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein;¹³ und ich bin verherrlicht in ihnen.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 17 10 10 Von Timotheus wird nichts gesagt. Vielleicht blieb er inzwischen in Thessalonich und kam erst später nach Beröa nach. Beröa lag abgelegen und mochte deshalb wohl als ein sicherer Aufenthalt erscheinen. Von den in Beröa Bekehrten ist Sopater [Apg 20,4] bekannt. -Johannes Joh 50 17 10 13 Die Jünger sind ebenso Eigentum des Vaters wie des Sohnes. -Johannes Joh 50 17 10 14 Ein weiterer Grund für den Vater, die Jünger zu beschützen. Ich bin in ihren gläubigen Herzen verherrlicht. +Johannes Joh 51 17 10 13 Die Jünger sind ebenso Eigentum des Vaters wie des Sohnes. +Johannes Joh 51 17 10 14 Ein weiterer Grund für den Vater, die Jünger zu beschützen. Ich bin in ihren gläubigen Herzen verherrlicht. Apostelgeschichte Apg 51 17 11 Hi autem erant nobiliores eorum, qui sunt Thessalonicæ, qui susceperunt verbum cum omni aviditate, quotidie scrutantes Scripturas, si hæc ita se haberent. Diese nun waren edler als jene zu Thessalonich; sie nahmen das Wort mit aller Begierde auf, und forschten täglich in der Schrift nach, ob dieses sich also verhalte. -Johannes Joh 50 17 11 Et jam non sum in mundo, et hi in mundo sunt, et ego ad te venio. Pater sancte, serva eos in nomine tuo, quos dedisti mihi: ut sint unum, sicut et nos. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich komme zu dir.¹⁵ Heiliger Vater! bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eines seien, sowie auch wir.¹⁶ -Johannes Joh 50 17 11 15 Da sie meiner Gegenwart entbehren, bedürfen sie umso mehr meines Schutzes. -Johannes Joh 50 17 11 16 Es ist die in V. 9 angekündigte und in den folgenden Versen dem Vater an's Herz gelegte Bitte. Vater, der du im Gegensatz zur Welt heilig bist, beschütze sie in der Welt, die sie hasst (V. 14), indem du sie in der neuen Lebensgemeinschaft mit dir bewahrst, welche durch meine Offenbarung gestiftet ist; bewahre sie, damit sie eines seien wie wir. Christus, eines mit dem Vater, hat den Vater geoffenbart, und durch den gläubigen an Christus sind die Jünger in die Gemeinschaft des Vaters eingetreten. Ein Ausfluss und Abbild dieser Gemeinschaft ist die Einheit der Jünger untereinander. Diese Einheit der Jünger ist die Einheit der Kirche. Wie die drei göttlichen Personen durch ihre Wesenheit sollen die Gläubigen mit ihnen und untereinander durch das Wirken der Gnade verbunden sein. +Johannes Joh 51 17 11 Et jam non sum in mundo, et hi in mundo sunt, et ego ad te venio. Pater sancte, serva eos in nomine tuo, quos dedisti mihi: ut sint unum, sicut et nos. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich komme zu dir.¹⁵ Heiliger Vater! bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eines seien, sowie auch wir.¹⁶ +Johannes Joh 51 17 11 15 Da sie meiner Gegenwart entbehren, bedürfen sie umso mehr meines Schutzes. +Johannes Joh 51 17 11 16 Es ist die in V. 9 angekündigte und in den folgenden Versen dem Vater an's Herz gelegte Bitte. Vater, der du im Gegensatz zur Welt heilig bist, beschütze sie in der Welt, die sie hasst (V. 14), indem du sie in der neuen Lebensgemeinschaft mit dir bewahrst, welche durch meine Offenbarung gestiftet ist; bewahre sie, damit sie eines seien wie wir. Christus, eines mit dem Vater, hat den Vater geoffenbart, und durch den gläubigen an Christus sind die Jünger in die Gemeinschaft des Vaters eingetreten. Ein Ausfluss und Abbild dieser Gemeinschaft ist die Einheit der Jünger untereinander. Diese Einheit der Jünger ist die Einheit der Kirche. Wie die drei göttlichen Personen durch ihre Wesenheit sollen die Gläubigen mit ihnen und untereinander durch das Wirken der Gnade verbunden sein. Apostelgeschichte Apg 51 17 12 Et multi quidem crediderunt ex eis, et mulierum gentilium honestarum, et viri non pauci. Und viele von ihnen wurden gläubig, wie auch von angesehenen heidnischen Frauen und Männer nicht wenige. -Johannes Joh 50 17 12 Cum essem cum eis, ego servabam eos in nomine tuo. Quos dedisti mihi, custodivi: et nemo ex eis periit, nisi filius perditionis, ut Scriptura impleatur. Da ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, habe ich behütet; und keiner von ihnen ging verloren, außer der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde.¹⁷ [Joh 13,18, Ps 108,8] -Johannes Joh 50 17 12 17 Auch Judas war in die Namensgemeinschaft mit dem Vater aufgenommen, da ihm die Offenbarung Zu Teil geworden, und ihn suchte der Heiland in der Seelengemeinschaft mit dem Vater zu erhalten. Doch Judas blieb nur äußerlich in der äußeren Gemeinschaft. Ein Sohn des Verderbens (Gegensatz: Kinder des Lichtes) ist der, welcher sich diesem selbst freiwillig übergibt und ihm unrettbar anheimgefallen ist. Noch einmal gedenkt der Heiland wehmütig seines Verräters vor Gott und den Aposteln, indem er sich vor dem Vater für den Verlust verantwortet und feierlich bezeugt, dass er keine Schuld an seinem Untergange hat. Damit die Schrift erfüllt würde. Wie solche und ähnliche Stellen zu verstehen sind, siehe [Joh 13,18, Joh 15,25] -Johannes Joh 50 17 13 Nunc autem ad te venio: et hæc loquor in mundo, ut habeant gaudium meum impletum in semetipsis. Jetzt aber komme ich zu dir, und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude vollkommen in sich haben.¹⁸ +Johannes Joh 51 17 12 Cum essem cum eis, ego servabam eos in nomine tuo. Quos dedisti mihi, custodivi: et nemo ex eis periit, nisi filius perditionis, ut Scriptura impleatur. Da ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, habe ich behütet; und keiner von ihnen ging verloren, außer der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde.¹⁷ [Joh 13,18, Ps 108,8] +Johannes Joh 51 17 12 17 Auch Judas war in die Namensgemeinschaft mit dem Vater aufgenommen, da ihm die Offenbarung Zu Teil geworden, und ihn suchte der Heiland in der Seelengemeinschaft mit dem Vater zu erhalten. Doch Judas blieb nur äußerlich in der äußeren Gemeinschaft. Ein Sohn des Verderbens (Gegensatz: Kinder des Lichtes) ist der, welcher sich diesem selbst freiwillig übergibt und ihm unrettbar anheimgefallen ist. Noch einmal gedenkt der Heiland wehmütig seines Verräters vor Gott und den Aposteln, indem er sich vor dem Vater für den Verlust verantwortet und feierlich bezeugt, dass er keine Schuld an seinem Untergange hat. Damit die Schrift erfüllt würde. Wie solche und ähnliche Stellen zu verstehen sind, siehe [Joh 13,18, Joh 15,25] +Johannes Joh 51 17 13 Nunc autem ad te venio: et hæc loquor in mundo, ut habeant gaudium meum impletum in semetipsis. Jetzt aber komme ich zu dir, und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude vollkommen in sich haben.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 17 13 Cum autem cognovissent in Thessalonica Judæi, quia et Beræ prædicatum est a Paulo verbum Dei, venerunt et illuc commoventes, et turbantes multitudinem. Als aber die Juden in Thessalonich erfuhren, dass auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündet werde, kamen sie auch dahin, und brachten das Volk in Bewegung und Aufruhr.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 17 13 11 Der heil. Paulus muss in Beröa bereits einige Wochen gewirkt haben, da er viele für den Glauben gewann, und auch mehrmals den Versuch machte, nach Thessalonich zurückzukehren. [1Thess 2,17] -Johannes Joh 50 17 13 18 Der Heiland gibt die Ursache an, weshalb er laut betet: die Erinnerung an seine Fürbitte soll die Jünger jetzt und immerdar über die Trauer des Erdenlebens hinausheben. Meine Freude usw.: Damit auch sie jene Freude haben, von welcher ich erfüllt bin. +Johannes Joh 51 17 13 18 Der Heiland gibt die Ursache an, weshalb er laut betet: die Erinnerung an seine Fürbitte soll die Jünger jetzt und immerdar über die Trauer des Erdenlebens hinausheben. Meine Freude usw.: Damit auch sie jene Freude haben, von welcher ich erfüllt bin. Apostelgeschichte Apg 51 17 14 Statimque tunc Paulum dimiserunt fratres, ut iret usque ad mare: Silas autem, et Timotheus remanserunt ibi. Sogleich sandten die Brüder den Paulus fort, dass er bis an das Meer reiste.¹² Silas aber und Timotheus blieben daselbst zurück. -Johannes Joh 50 17 14 Ego dedi eis sermonem tuum, et mundus eos odio habuit, quia non sunt de mundo, sicut et ego non sum de mundo. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, so wie auch ich nicht von der Welt bin.¹⁹ [Joh 15,18.19] +Johannes Joh 51 17 14 Ego dedi eis sermonem tuum, et mundus eos odio habuit, quia non sunt de mundo, sicut et ego non sum de mundo. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, so wie auch ich nicht von der Welt bin.¹⁹ [Joh 15,18.19] Apostelgeschichte Apg 51 17 14 12 Er schifft sich im nächsten Hafen ein, wohl in der am Fuße des Olymp gelegenen Hafenstadt Dium. -Johannes Joh 50 17 14 19 Ein neuer Grund, warum der Vater die (V. 11) vorgelegte Bitte erhören soll: sie haben deine Lehre, und weil sie dieselbe angenommen, werden sie von der Welt gehasst, denn eben daraus, dass sie die von mir verkündete Lehre annehmen, erkennt die dieser Lehre feindselige Welt, dass sie nicht mit ihr halten. Als Gehasste bedürfen sie deines besonderen Schutzes. +Johannes Joh 51 17 14 19 Ein neuer Grund, warum der Vater die (V. 11) vorgelegte Bitte erhören soll: sie haben deine Lehre, und weil sie dieselbe angenommen, werden sie von der Welt gehasst, denn eben daraus, dass sie die von mir verkündete Lehre annehmen, erkennt die dieser Lehre feindselige Welt, dass sie nicht mit ihr halten. Als Gehasste bedürfen sie deines besonderen Schutzes. Apostelgeschichte Apg 51 17 15 Qui autem deducebant Paulum, perduxerunt eum usque Athenas, et accepto mandato ab eo ad Silam, et Timotheum ut quam celeriter venirent ad illum, profecti sunt. Die aber Paulus das Geleite gaben, brachten ihn bis nach Athen;¹³ und nachdem sie von ihm den Auftrag an Silas und Timotheus erhalten hatten, dass dieselben so schnell wie möglich zu ihm kommen sollten, reisten sie ab. -Johannes Joh 50 17 15 Non rogo ut tollas eos de mundo, sed ut serves eos a malo. Nicht bitte ich, dass du sie aus der Welt wegnehmest, sondern dass du sie bewahrest vor dem Bösen.²⁰ +Johannes Joh 51 17 15 Non rogo ut tollas eos de mundo, sed ut serves eos a malo. Nicht bitte ich, dass du sie aus der Welt wegnehmest, sondern dass du sie bewahrest vor dem Bösen.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 17 15 13 Nach [1Thess 3,1-3] blieb Paulus allein in Athen und sandte Timotheus, auf den er dort gewartet (V. 16), nach Thessalonich zurück, die dortigen Christen im Glauben zu befestigen. Dieser kam von Thessalonich wieder zum heil. Paulus nach Korinth. [1Thess 3,6] Dort war auch Silas wieder bei Paulus, als dieser den ersten Brief an die Thessalonicher schrieb. [1Thess 1,1] -Johannes Joh 50 17 15 20 Vielleicht konnte mancher Jünger denken: Nimm mich mit dir! Doch der Heiland befiehlt ihnen, sich zu schicken: Bewahre sie vor dem in der Welt überall vorhandenen Bösen, lass sie im Kampfe nicht unterliegen! +Johannes Joh 51 17 15 20 Vielleicht konnte mancher Jünger denken: Nimm mich mit dir! Doch der Heiland befiehlt ihnen, sich zu schicken: Bewahre sie vor dem in der Welt überall vorhandenen Bösen, lass sie im Kampfe nicht unterliegen! Apostelgeschichte Apg 51 17 16 Paulus autem cum Athenis eos exspectaret, incitabatur spiritus ejus in ipso, videns idololatriæ deditam civitatem. Da nun Paulus zu Athen auf sie wartete, geriet sein Geist in ihm in Eifer, als er sah, dass die Stadt dem Götzendienste ergeben war.¹⁴ -Johannes Joh 50 17 16 De mundo non sunt, sicut et ego non sum de mundo. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. +Johannes Joh 51 17 16 De mundo non sunt, sicut et ego non sum de mundo. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Apostelgeschichte Apg 51 17 16 14 An allen Straßenecken standen Hermesbüsten, in der Vorhalle jedes Hauses Statuen und Altäre, überall waren Tempel mit Götzenbildern. -Johannes Joh 50 17 17 Sanctifica eos in veritate. Sermo tuus veritas est. Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.²¹ +Johannes Joh 51 17 17 Sanctifica eos in veritate. Sermo tuus veritas est. Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.²¹ Apostelgeschichte Apg 51 17 17 Disputabat igitur in synagoga cum Judæis, et colentibus, et in foro, per omnes dies ad eos, qui aderant. Er redete daher in der Synagoge mit den Juden und den Gottesfürchtigen, und auf dem Marktplatze alle Tage mit denen, die zugegen waren. -Johannes Joh 50 17 17 21 Heiligen kann in weiterem Sinne gebraucht werden und in engerem. Im letzteren bezeichnet es Gnade verleihen, in besonderer Weise am Heilungswerk teilnehmen lassen [Jes 1,5, Ps 105,16, Ex 28,36]. Außer Christus heißen in diesem Sinne im N. T. Heilige die Propheten [Lk 1,70, Apg 3,21], Johannes der Täufer [Mk 6,20], die Apostel [Eph 3,5]. Also ist hier wohl zu erklären: Mache sie zu Vermittlern deiner Heilsgnade, zu Priestern des Neuen Bundes, welche die Wahrheit verkünden, nachdem sie von mir zu dieser Würde auserwählt sind. -Johannes Joh 50 17 18 Sicut tu me misisti in mundum, et ego misi eos in mundum. Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe ich auch sie in die Welt gesandt.²² +Johannes Joh 51 17 17 21 Heiligen kann in weiterem Sinne gebraucht werden und in engerem. Im letzteren bezeichnet es Gnade verleihen, in besonderer Weise am Heilungswerk teilnehmen lassen [Jes 1,5, Ps 105,16, Ex 28,36]. Außer Christus heißen in diesem Sinne im N. T. Heilige die Propheten [Lk 1,70, Apg 3,21], Johannes der Täufer [Mk 6,20], die Apostel [Eph 3,5]. Also ist hier wohl zu erklären: Mache sie zu Vermittlern deiner Heilsgnade, zu Priestern des Neuen Bundes, welche die Wahrheit verkünden, nachdem sie von mir zu dieser Würde auserwählt sind. +Johannes Joh 51 17 18 Sicut tu me misisti in mundum, et ego misi eos in mundum. Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe ich auch sie in die Welt gesandt.²² Apostelgeschichte Apg 51 17 18 Quidam autem Epicurei, et Stoici philosophi disserebant cum eo, et quidam dicebant: Quid vult seminiverbius hic dicere? Alii vero: Novorum dæmoniorum videtur annuntiator esse: quia Jesum, et resurrectionem annuntiabat eis. Einige epikuräische und stoische Weltweise aber¹⁵ stritten mit ihm, und einige sagten: Was will dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger neuer Gottheiten zu sein; weil er ihnen Jesus und die Auferstehung verkündete.¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 17 18 15 Die Epikuräer und Stoiker waren am wenigsten unter allen Philosophen für die Lehre des heil. Paulus empfänglich. Epikur war um 270 v. Chr. gestorben. Er hatte gelehrt, dass die Götter sich nicht um die Schmerzen und Freuden der Menschen kümmern, und weder Opfer noch Gebete verlangen, dass die Welt durch zufälligen Zusammenstoß der Atome entstanden, die Seele stofflich und ewige Vergeltung eine Fabel sei. Was sollte diesen Epikuräern, welchen die Luft als höchstes Gut galt, das Evangelium? Die Stoiker leiteten ihre Lehre von Zeno her. (Zwischen 350 und 250 v. Chr.) Gott galt ihnen als die die Welt durchdringende Vernunft. Nach dem Tode hörten nach ihrer Lehre die Seelen auf, ein bestimmtes und bewusstes Dasein zu führen. Ihre Sittenlehre hatte als Kern die Gleichgültigkeit gegen Schmerz und Lust, und die Vernunft als höchste Führerin. Wie die Epikuräer den Sadducäern, so glichen die Stoiker in der Strenge, aber auch in der Heuchelei den Pharisäern. Apostelgeschichte Apg 51 17 18 16 Die Athener hielten wohl auch die Auferstehung für eine fremde Gottheit (Chrys.). -Johannes Joh 50 17 18 22 Zu dem V. 16 angeführten Beweggründe kommt hinzu, warum sie der Vater in der Wahrheit befestigen soll. Er hat ja Christus gesandt, dass er der Wahrheit Zeugnis gebe [Joh 18,37], zu demselben Zwecke sendet der Herr seine Apostel. -Johannes Joh 50 17 19 Et pro eis ego sanctifico meipsum, ut sint et ipsi sanctificati in veritate. Und für sie heilige ich mich selbst, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt seien.²³ +Johannes Joh 51 17 18 22 Zu dem V. 16 angeführten Beweggründe kommt hinzu, warum sie der Vater in der Wahrheit befestigen soll. Er hat ja Christus gesandt, dass er der Wahrheit Zeugnis gebe [Joh 18,37], zu demselben Zwecke sendet der Herr seine Apostel. +Johannes Joh 51 17 19 Et pro eis ego sanctifico meipsum, ut sint et ipsi sanctificati in veritate. Und für sie heilige ich mich selbst, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt seien.²³ Apostelgeschichte Apg 51 17 19 Et apprehensum eum ad Areopagum duxerunt, dicentes: Possumus scire quæ est hæc nova, quæ a te dicitur, doctrina? Und sie nahmen ihn und führten ihn vor den Areopag,¹⁷ und sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, welche von dir verkündigt wird? Apostelgeschichte Apg 51 17 19 17 Auf dem Areopag konnte Paulus ungestörter reden. -Johannes Joh 50 17 19 23 Ich bringe mich zum Opfer dar für sie, damit sie zum Apostolat geheiligt seien. Der Opfertod Christi verdient die Amtsweihe der Jünger und das Feststehen in der Wahrheit. Diese Heiligung fand durch den Heil. Geist am Pfingstfeste statt. So treten in der Heiligung der Jünger alle göttlichen Personen in Tätigkeit, der Sohn Gottes bittend und verdienend, der Vater gewährend und der Geist die Heiligung vollziehend. +Johannes Joh 51 17 19 23 Ich bringe mich zum Opfer dar für sie, damit sie zum Apostolat geheiligt seien. Der Opfertod Christi verdient die Amtsweihe der Jünger und das Feststehen in der Wahrheit. Diese Heiligung fand durch den Heil. Geist am Pfingstfeste statt. So treten in der Heiligung der Jünger alle göttlichen Personen in Tätigkeit, der Sohn Gottes bittend und verdienend, der Vater gewährend und der Geist die Heiligung vollziehend. Apostelgeschichte Apg 51 17 20 Nova enim quædam infers auribus nostris. Volumus ergo scire quidnam velint hæc esse. Denn fremdartig sind die Dinge, welche du uns hören lassest. Wir wollen also wissen, was dies wohl sein mag! -Johannes Joh 50 17 20 Non pro eis autem rogo tantum, sed et pro eis, qui credituri sunt per verbum eorum in me: Aber nicht für sie allein bitte ich, sondern auch für diejenigen, welche durch ihr Wort an mich glauben werden,²⁴ -Johannes Joh 50 17 20 24 Nachdem der Heiland für die Jünger als Apostel der Welt gebetet, betet er jetzt für die, welche durch das Apostolat an allen Orten und zu allen Zeiten zum Glauben und Heile geführt werden. Der Weg zum Glauben ist das Wort der Apostel, vorweg das mündliche. Alle Zeiten sind an die Apostel gewiesen, ihre Nachfolger erhalten nicht von Christus unmittelbar den Inhalt ihrer Lehre, sondern von den Aposteln. So ist also die Apostolizität ein Kennzeichen der wahren Kirche. -Johannes Joh 50 17 21 Ut omnes unum sint, sicut tu Pater in me, et ego in te, ut et ipsi in nobis unum sint: ut credat mundus, quia tu me misisti. damit alle eins seien, wie du, Vater! in mir, und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien; damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.²⁵ +Johannes Joh 51 17 20 Non pro eis autem rogo tantum, sed et pro eis, qui credituri sunt per verbum eorum in me: Aber nicht für sie allein bitte ich, sondern auch für diejenigen, welche durch ihr Wort an mich glauben werden,²⁴ +Johannes Joh 51 17 20 24 Nachdem der Heiland für die Jünger als Apostel der Welt gebetet, betet er jetzt für die, welche durch das Apostolat an allen Orten und zu allen Zeiten zum Glauben und Heile geführt werden. Der Weg zum Glauben ist das Wort der Apostel, vorweg das mündliche. Alle Zeiten sind an die Apostel gewiesen, ihre Nachfolger erhalten nicht von Christus unmittelbar den Inhalt ihrer Lehre, sondern von den Aposteln. So ist also die Apostolizität ein Kennzeichen der wahren Kirche. +Johannes Joh 51 17 21 Ut omnes unum sint, sicut tu Pater in me, et ego in te, ut et ipsi in nobis unum sint: ut credat mundus, quia tu me misisti. damit alle eins seien, wie du, Vater! in mir, und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien; damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 17 21 (Athenienses autem omnes, et advenæ hospites, ad nihil aliud vacabant nisi aut dicere, aut audire aliquid novi.) Die Athener aber insgesamt und die sich dort aufhaltenden Fremden hatten für nichts anderes Sinn, als dafür etwas Neues zu reden, oder zu hören.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 17 21 18 Von der Neugier und der Schwatzhaftigkeit der Athener erzählen verschiedene Schriftsteller. -Johannes Joh 50 17 21 25 Eine ähnliche Bitte wie V. 11. In uns seien: indem sie an denselben Vater und denselben Sohn glauben, und zwar durch die allen von Vater und Sohn (durch den Heil. Geist) gespendete Glaubensgnade. Damit die Welt glaube: damit die Welt an dieser wunderbaren Einheit in meiner Kirche einen gewichtigen Beweggrund habe zu glauben. Nur ein Gottgesandter konnte eine solche, durch alle Zeiten dauernde, Einheit erzielen. Dass die Welt glaube, ist Gottes Absicht, dass viele nicht glauben, ihre Schuld. Vergl. [1Joh 1,3] +Johannes Joh 51 17 21 25 Eine ähnliche Bitte wie V. 11. In uns seien: indem sie an denselben Vater und denselben Sohn glauben, und zwar durch die allen von Vater und Sohn (durch den Heil. Geist) gespendete Glaubensgnade. Damit die Welt glaube: damit die Welt an dieser wunderbaren Einheit in meiner Kirche einen gewichtigen Beweggrund habe zu glauben. Nur ein Gottgesandter konnte eine solche, durch alle Zeiten dauernde, Einheit erzielen. Dass die Welt glaube, ist Gottes Absicht, dass viele nicht glauben, ihre Schuld. Vergl. [1Joh 1,3] Apostelgeschichte Apg 51 17 22 Stans autem Paulus in medio Areopagi, ait: Viri Athenienses per omnia quasi superstitiosiores vos video. Da trat Paulus auf, mitten auf dem Areopag, und sprach:¹⁹ Ihr Männer von Athen! Ich sehe, dass ihr in allen Dingen, ich möchte sagen, übergläubig²⁰ seid. -Johannes Joh 50 17 22 Et ego claritatem, quam dedisti mihi, dedi eis: ut sint unum, sicut et nos unum sumus. Und ich habe die Herrlichkeit, welche du mir gegeben hast, ihnen gegeben;²⁶ damit sie eins seien, wie auch wir eins sind.²⁷ +Johannes Joh 51 17 22 Et ego claritatem, quam dedisti mihi, dedi eis: ut sint unum, sicut et nos unum sumus. Und ich habe die Herrlichkeit, welche du mir gegeben hast, ihnen gegeben;²⁶ damit sie eins seien, wie auch wir eins sind.²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 17 22 19 Die Rede des Apostels zerfällt in drei Teile: V. 22 25. Gott in seinem Wesen als Schöpfer aller Dinge. V. 26 29. Gott als Regierer derselben. V. 30, 31. Gott im Verhältnis zur endlichen Bestimmung des Menschengeschlechtes. Apostelgeschichte Apg 51 17 22 20 Der heil. Paulus beginnt mit vollendeter Menschenkenntnis, um dem Evangelium nicht den Zugang zum Herzen zu verschließen, mit Anerkennung. Der heil. Chrys. und Theoph. fassen das Wort in gutem Sinne: gottesfürchtiger (als die übrigen Griechen oder die Heiden überhaupt). Die Vulgata übersetzt abergläubisch. Der griechische Ausdruck kann in gutem und in bösem Sinne aufgefasst werden. -Johannes Joh 50 17 22 26 Der Heiland gab den Gläubigen Macht, Kinder Gottes zu werden, und dies ist die größte Herrlichkeit, welche dem Geschöpfe verliehen werden kann. Allerdings besteht ein großer Unterschied zwischen der Christus verliehenen Herrlichkeit und der unseren, der Mensch Christus ist der wahre Sohn Gottes, wir nur angenommene Kinder. -Johannes Joh 50 17 22 27 Die Gläubigen sind eins, weil sie Kinder eines Gottes sind. Aber auch Vater und Sohn sind eins in der Gottheit. Christus ist als Haupt des geistlichen Leibes in den Gläubigen, seinem mystischen Leibe, der Vater ist in Christus und Christus in den Gläubigen, also ist auch der Vater in den Gläubigen, und so sind sie vollkommen eins, weil in Gott, dem vollkommensten Einigkeitsprinzipe, geeint. +Johannes Joh 51 17 22 26 Der Heiland gab den Gläubigen Macht, Kinder Gottes zu werden, und dies ist die größte Herrlichkeit, welche dem Geschöpfe verliehen werden kann. Allerdings besteht ein großer Unterschied zwischen der Christus verliehenen Herrlichkeit und der unseren, der Mensch Christus ist der wahre Sohn Gottes, wir nur angenommene Kinder. +Johannes Joh 51 17 22 27 Die Gläubigen sind eins, weil sie Kinder eines Gottes sind. Aber auch Vater und Sohn sind eins in der Gottheit. Christus ist als Haupt des geistlichen Leibes in den Gläubigen, seinem mystischen Leibe, der Vater ist in Christus und Christus in den Gläubigen, also ist auch der Vater in den Gläubigen, und so sind sie vollkommen eins, weil in Gott, dem vollkommensten Einigkeitsprinzipe, geeint. Apostelgeschichte Apg 51 17 23 Præteriens enim, et videns simulacra vestra, inveni et aram, in qua scriptum erat: IGNOTO DEO. Quod ergo ignorantes colitis, hoc ego annuntio vobis. Denn als ich an euren Götterbildern vorüberging und sie betrachtete, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: Einem unbekannten Gott.²¹ Was ihr nun verehret, ohne es zu kennen, das verkündige ich euch! -Johannes Joh 50 17 23 Ego in eis, et tu in me: ut sint consummati in unum: et cognoscat mundus quia tu me misisti, et dilexisti eos, sicut et me dilexisti. Ich in ihnen und du in mir; damit sie vollkommen eins seien, und die Welt erkenne, dass du mich gesandt, und sie geliebt hast, wie du auch mich geliebt.²⁸ +Johannes Joh 51 17 23 Ego in eis, et tu in me: ut sint consummati in unum: et cognoscat mundus quia tu me misisti, et dilexisti eos, sicut et me dilexisti. Ich in ihnen und du in mir; damit sie vollkommen eins seien, und die Welt erkenne, dass du mich gesandt, und sie geliebt hast, wie du auch mich geliebt.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 17 23 21 Die Tatsache wird von mehreren Schriftstellern berichtet. Die Inschrift bezeugte, dass die Athener ihre religiöse Erkenntnis für unvollkommen hielten. Damit war ein Anknüpfungspunkt gegeben. -Johannes Joh 50 17 23 28 Die Welt erkennt in dieser wunderbaren Einheit Gottes Werk. Gott aber ist die Liebe und wirkt aus Liebe; daher kann seine Absicht bei Verleihung dieser Einheit nur eine höchst wohlwollende gewesen sein. -Johannes Joh 50 17 24 Pater, quos dedisti mihi, volo ut ubi sum ego, et illi sint mecum: ut videant claritatem meam, quam dedisti mihi: quia dilexisti me ante constitutionem mundi. Vater! ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, welche du mir verliehen hast, weil du mich liebtest vor Gründung der Welt.²⁹ +Johannes Joh 51 17 23 28 Die Welt erkennt in dieser wunderbaren Einheit Gottes Werk. Gott aber ist die Liebe und wirkt aus Liebe; daher kann seine Absicht bei Verleihung dieser Einheit nur eine höchst wohlwollende gewesen sein. +Johannes Joh 51 17 24 Pater, quos dedisti mihi, volo ut ubi sum ego, et illi sint mecum: ut videant claritatem meam, quam dedisti mihi: quia dilexisti me ante constitutionem mundi. Vater! ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, welche du mir verliehen hast, weil du mich liebtest vor Gründung der Welt.²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 17 24 Deus, qui fecit mundum, et omnia quæ in eo sunt, hic cli et terræ cum sit Dominus, non in manufactis templis habitat, Der Gott, welcher die Welt gemacht hat, und alles, was in ihr ist, der der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind;²² [Apg 7,48] Apostelgeschichte Apg 51 17 24 22 So hatte auch Stephanus [Apg 7,48] und Paulus in Lystra [Apg 14,14] gesprochen. -Johannes Joh 50 17 24 29 Alle, die der Vater dem Heilande gegeben, von seiner hl. Mutter und den Aposteln an bis zum letzten Christen am Ende der Zeiten, bilden eine Gemeinschaft und das vom Vater dem Sohne anheimgegebene Eigentum. Über dieses zu verfügen ist Sache des Erlösers. Bereits sieht er sich in der Herrlichkeit des Himmels und will, dass dort mit ihm alle vereint seien, welche hier mit ihm in Gnadengemeinschaft standen. Das Schauen ist ein Eingehen in die Herrlichkeit [Röm 8,17, Kol 3,4, 2Tim 2,12], die Quelle der Seligkeit (Chrys., Euth.). Weil du mich liebtest: Auch als Mensch war Christus von Ewigkeit her Gegenstand der Liebe Gottes. -Johannes Joh 50 17 25 Pater juste, mundus te non cognovit: ego autem te cognovi: et hi cognoverunt, quia tu me misisti. Gerechter Vater! die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.³⁰ +Johannes Joh 51 17 24 29 Alle, die der Vater dem Heilande gegeben, von seiner hl. Mutter und den Aposteln an bis zum letzten Christen am Ende der Zeiten, bilden eine Gemeinschaft und das vom Vater dem Sohne anheimgegebene Eigentum. Über dieses zu verfügen ist Sache des Erlösers. Bereits sieht er sich in der Herrlichkeit des Himmels und will, dass dort mit ihm alle vereint seien, welche hier mit ihm in Gnadengemeinschaft standen. Das Schauen ist ein Eingehen in die Herrlichkeit [Röm 8,17, Kol 3,4, 2Tim 2,12], die Quelle der Seligkeit (Chrys., Euth.). Weil du mich liebtest: Auch als Mensch war Christus von Ewigkeit her Gegenstand der Liebe Gottes. +Johannes Joh 51 17 25 Pater juste, mundus te non cognovit: ego autem te cognovi: et hi cognoverunt, quia tu me misisti. Gerechter Vater! die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 17 25 Nec manibus humanis colitur indigens aliquo, cum ipse det omnibus vitam, et inspirationem, et omnia: noch wird er von Menschenhänden bedient, als bedürfte er etwas, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt. -Johannes Joh 50 17 25 30 Die Welt hat, weil ungerecht, den gerechten Vater nicht erkannt, auch die ungläubigen Juden nicht, denn mochten sie auch Gott etwas erkennen, sie erkannten ihn doch nicht als den, der Christus gesandt. +Johannes Joh 51 17 25 30 Die Welt hat, weil ungerecht, den gerechten Vater nicht erkannt, auch die ungläubigen Juden nicht, denn mochten sie auch Gott etwas erkennen, sie erkannten ihn doch nicht als den, der Christus gesandt. Apostelgeschichte Apg 51 17 26 Fecitque ex uno omne genus hominum inhabitare super universam faciem terræ, definiens statuta tempora, et terminos habitationis eorum, Er hat gemacht, dass aus einem Einzigen²³ sich das ganze Menschengeschlecht über die gesamte Erde verbreitete, und ordnete und bestimmte vorweg die Zeiten²⁴ und die Grenzen ihres Aufenthaltes, -Johannes Joh 50 17 26 Et notum feci eis nomen tuum, et notum faciam: ut dilectio, qua dilexisti me, in ipsis sit, et ego in ipsis. Und ich habe ihnen deinen Namen kund getan, und ich werde ihn kund tun, damit die Liebe, mit welcher du mich geliebet, in ihnen sei, und ich in ihnen.³¹ +Johannes Joh 51 17 26 Et notum feci eis nomen tuum, et notum faciam: ut dilectio, qua dilexisti me, in ipsis sit, et ego in ipsis. Und ich habe ihnen deinen Namen kund getan, und ich werde ihn kund tun, damit die Liebe, mit welcher du mich geliebet, in ihnen sei, und ich in ihnen.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 17 26 23 Der Einheit Gottes entspricht die Einheit des Menschengeschlechtes, das eines seinem Ursprunge (V. 26), also auch seinem Endziel nach ist. (V. 27) Mithin hat kein Volk einen besonderen Ursprung, und alle leitet derselbe Gott. Ihm sollen alle dienen, und ist auch das Leben mit mancherlei Finsternis umgeben, Gott ist leicht zu finden, und wer ihn nicht findet, verdient Tadel. Apostelgeschichte Apg 51 17 26 24 Zeiten: die Jahreszeiten. Vergl. [Apg 14,17]. Die Grenzen sind die von der Natur durch Berge, Flüsse, Meere, klimatische Verhältnisse usw. gezogenen Grenzen. Durch beides, den weisen und wohltätigen Wechsel der Jahreszeiten und durch die sie umgebende Natur hätten die Menschen zur Erkenntnis des weisen und gütigen Ordners gelangen sollen. -Johannes Joh 50 17 26 31 Ich habe sie gelehrt, dich zu erkennen und werde diese Erkenntnis durch den Heil. Geist noch vervollkommnen. Vergl. [Joh 16,13]. Dann werden sie erkennen, wie sehr du mich geliebt, und diese Liebe zu mir von dir lernen, und dann werde ich in ihnen sein, der Geliebte in der Seele des Liebenden, da dieser durch alle Fähigkeiten der Seele sich mit dem Geliebten beschäftigt. Vergl. [Joh 14,23]. Herrlich schließt das Gebet mit dem Hinweis auf das letzte Ziel des Menschen: Gott zu erkennen und zu lieben und so mit ihm vereinigt zu werden. +Johannes Joh 51 17 26 31 Ich habe sie gelehrt, dich zu erkennen und werde diese Erkenntnis durch den Heil. Geist noch vervollkommnen. Vergl. [Joh 16,13]. Dann werden sie erkennen, wie sehr du mich geliebt, und diese Liebe zu mir von dir lernen, und dann werde ich in ihnen sein, der Geliebte in der Seele des Liebenden, da dieser durch alle Fähigkeiten der Seele sich mit dem Geliebten beschäftigt. Vergl. [Joh 14,23]. Herrlich schließt das Gebet mit dem Hinweis auf das letzte Ziel des Menschen: Gott zu erkennen und zu lieben und so mit ihm vereinigt zu werden. Apostelgeschichte Apg 51 17 27 Quærere Deum si forte attrectent eum, aut inveniant, quamvis non longe sit ab unoquoque nostrum. damit sie Gott suchen, ob sie ihn etwa fühlen oder finden möchten, obwohl er nicht ferne von einem jeden aus uns ist. Apostelgeschichte Apg 51 17 28 In ipso enim vivimus, et movemur, et sumus: sicut et quidam vestrorum potarum dixerunt: Ipsius enim et genus sumus. Denn in ihm leben wir, und bewegen wir uns, und sind wir;²⁵ wie auch einige von euern Dichtern gesagt haben: Denn seines Geschlechtes sind auch wir.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 17 28 25 Gott ist in Allem durch seine Macht, sofern alles derselben unterworfen ist, durch seine Gegenwart, sofern er alles durch seine Unendlichkeit durchdringt, durch seine Wesenheit, insofern die göttliche Macht, welche alle Dinge schafft und erhält, nicht von seiner göttlichen Wesenheit verschieden ist. Wir leben in ihm: wir hängen von ihm so ab, dass sein Lebenseinfluss uns gleichsam so umschließt wie die Luft, und wie das Sein hängt auch alle Bewegung und Tätigkeit von ihm ab, da er nicht nur unsere körperlichen und geistigen Kräfte erhält, sondern auch bei allen einzelnen Handlungen unmittelbar mitwirkt. @@ -61398,468 +61453,468 @@ Apostelgeschichte Apg 51 17 33 Sic Paulus exivit de medio eorum. Also ging Paulu Apostelgeschichte Apg 51 17 34 Quidam vero viri adhærentes ei, crediderunt: in quibus et Dionysius Areopagita, et mulier nomine Damaris, et alii cum eis. Einige Männer aber schlossen sich an ihn an, und wurden gläubig. Unter diesen war auch Dionysius,³⁰ ein Mitglied des Areopages, und eine Frau mit Namen Damaris,³¹ und andere mit ihnen. Apostelgeschichte Apg 51 17 34 30 Dionysius war ein Mitglied des aus vornehmen Leuten zusammengesetzten Gerichtshofes des Areopages. Er wurde erster Bischof von Athen und soll ebenda gestorben sein (Euseb.). Unter seinem Namen wurden später einige Bücher verbreitet. Einer Legende zufolge kam er nach Paris, wo er in der Verfolgung des Hadrian den Märtyrertod erlitt. Apostelgeschichte Apg 51 17 34 31 Von Damaris ist weiter nichts bekannt. Die griechische Kirche feiert ihr Andenken am 4. Oktober. -Apostelgeschichte Apg 51 18 0 Paulus zu Korinth. (V. 17) Rückkehr des heil. Paulus nach Jerusalem und Antiochia. Beginn der dritten Missionsreise. (V. 23) Apollo zu Ephesus und in Achaja. -Johannes Joh 50 18 0 2. Offenbarung der Herrlichkeit des sterbenden Erlösers (18 19,37): Im Garten Gethsemani. (V. 12) Vor dem Hohenpriester. (V. 24) Vor Pilatus. (V. 38) +Apostelgeschichte Apg 51 18 0 Paulus zu Korinth. (V. 17) Rückkehr des heil. Paulus nach Jerusalem und Antiochia. Beginn der dritten Missionsreise. (V. 23) Apollo zu Ephesus und in Achaja. +Johannes Joh 51 18 0 2. Offenbarung der Herrlichkeit des sterbenden Erlösers (18 19,37): Im Garten Gethsemani. (V. 12) Vor dem Hohenpriester. (V. 24) Vor Pilatus. (V. 38) Apostelgeschichte Apg 51 18 1 Post hæc egressus ab Athenis, venit Corinthum: Hierauf schied Paulus von Athen, und kam nach Korinth.¹ -Johannes Joh 50 18 1 Hæc cum dixisset Jesus, egressus est cum discipulis suis trans torrentem Cedron, ubi erat hortus, in quem introivit ipse, et discipuli ejus. Als Jesus dies gesagt hatte,¹ begab er sich mit seinen Jüngern hinaus² über den Bach Cedron,³ wo ein Garten war;⁴ in diesen trat er mit seinen Jüngern ein. [2Sam 15,23, Mt 26,36, Mk 14,32, Lk 22,39] +Johannes Joh 51 18 1 Hæc cum dixisset Jesus, egressus est cum discipulis suis trans torrentem Cedron, ubi erat hortus, in quem introivit ipse, et discipuli ejus. Als Jesus dies gesagt hatte,¹ begab er sich mit seinen Jüngern hinaus² über den Bach Cedron,³ wo ein Garten war;⁴ in diesen trat er mit seinen Jüngern ein. [2Sam 15,23, Mt 26,36, Mk 14,32, Lk 22,39] Apostelgeschichte Apg 51 18 1 1 Paulus kam wohl auf dem Seewege nach Korinth, da keine Stationen genannt werden. Die Reise erforderte einen Tag. Korinth war damals eine der reichsten Städte und römische Kolonie. -Johannes Joh 50 18 1 1 Vergl. [Mt 26,30] -Johannes Joh 50 18 1 2 [Mt 26,30, Mk 14,26] Vergl. [Lk 22,39] bezeichnet dies Wort den Aufbruch aus dem Speisesaale, also wohl auch hier. Bergl. Übrigens [Joh 14,Anm.40] -Johannes Joh 50 18 1 3 Schwarzbach, östlich vor der Stadt, dem Toten Meere zufließend. Der Evangelist erwähnt den Übergang wohl wegen des Vorbildes [2Sam 15,23] -Johannes Joh 50 18 1 4 Der Evangelist setzt den Todeskampf des Heilandes als bekannt voraus. Im Garten Eden war der Beginn unserer Erdentrübsal und wieder in einem Garten, in Gethsemani, nimmt mit dem Leiden des Herrn unser Heil seinen Anfang. -Johannes Joh 50 18 2 Sciebat autem et Judas, qui tradebat eum, locum: quia frequenter Jesus convenerat illuc cum discipulis suis. Es wusste aber auch Judas, welcher ihn verriet, den Ort; denn Jesus war oft mit seinen Jüngern dorthin gekommen. +Johannes Joh 51 18 1 1 Vergl. [Mt 26,30] +Johannes Joh 51 18 1 2 [Mt 26,30, Mk 14,26] Vergl. [Lk 22,39] bezeichnet dies Wort den Aufbruch aus dem Speisesaale, also wohl auch hier. Bergl. Übrigens [Joh 14,Anm.40] +Johannes Joh 51 18 1 3 Schwarzbach, östlich vor der Stadt, dem Toten Meere zufließend. Der Evangelist erwähnt den Übergang wohl wegen des Vorbildes [2Sam 15,23] +Johannes Joh 51 18 1 4 Der Evangelist setzt den Todeskampf des Heilandes als bekannt voraus. Im Garten Eden war der Beginn unserer Erdentrübsal und wieder in einem Garten, in Gethsemani, nimmt mit dem Leiden des Herrn unser Heil seinen Anfang. +Johannes Joh 51 18 2 Sciebat autem et Judas, qui tradebat eum, locum: quia frequenter Jesus convenerat illuc cum discipulis suis. Es wusste aber auch Judas, welcher ihn verriet, den Ort; denn Jesus war oft mit seinen Jüngern dorthin gekommen. Apostelgeschichte Apg 51 18 2 Et inveniens quemdam Judæum nomine Aquilam, Ponticum genere, qui nuper venerat ab Italia, et Priscillam uxorem ejus, (eo quod præcepisset Claudius discedere omnes Judæos a Roma) accessit ad eos. Daselbst fand er einen Juden,² Namens Aquila, gebürtig aus Pontus, welcher kürzlich mit seinem Weibe Priscilla aus Italien gekommen war, denn Claudius hatte befohlen, dass sich alle Juden aus Rom entfernen sollten;³ zu diesen gesellte er sich. Apostelgeschichte Apg 51 18 2 2 Ob Aquila bereits Christ war oder erst in Korinth durch Paulus bekehrt wurde, ist zweifelhaft. Letzteres ist wahrscheinlicher. Apostelgeschichte Apg 51 18 2 3 Pompejus hatte zahlreiche Juden als Sklaven nach Rom gebracht, die später freigelassen in einem besonderen Quartiere wohnten und Handel trieben. Die Bekehrung zahlreicher Landsleute zum Christentume hatte die Juden zu Unruhen verführt (Sueton.), sie ihre (und der Judenchristen) Vertreibung herbeiführten. Übrigens scheint das Edikt nicht allzu strenge ausgeführt worden zu sein. Vergl. [Apg 28,17ff]. -Johannes Joh 50 18 3 Judas ergo cum accepisset cohortem, et a Pontificibus, et Pharisæis ministros, venit illuc cum laternis, et facibus, et armis. Da nun Judas die Wache⁵ mitgenommen hatte und Diener von den Hohenpriestern und Pharisäern, kam er mit Laternen, Fackeln und Waffen dahin.⁶ [Mt 26,47, Mk 14,43, Lk 22,47] +Johannes Joh 51 18 3 Judas ergo cum accepisset cohortem, et a Pontificibus, et Pharisæis ministros, venit illuc cum laternis, et facibus, et armis. Da nun Judas die Wache⁵ mitgenommen hatte und Diener von den Hohenpriestern und Pharisäern, kam er mit Laternen, Fackeln und Waffen dahin.⁶ [Mt 26,47, Mk 14,43, Lk 22,47] Apostelgeschichte Apg 51 18 3 Et quia ejusdem erat artis, manebat apud eos, et operabatur: (erant autem scenofactoriæ artis.) Und weil er vom gleichen Handwerke war, blieb er bei ihnen und arbeitete (sie waren aber Zelttuchmacher,⁴ ihrem Handwerke nach). Apostelgeschichte Apg 51 18 3 4 Zeltschneider, Zeltnäher. Die jüdischen Gelehrten lernten alle ein Handwerk, welches sie im Falle der Notwendigkeit ernähren konnte. Zelte waren im Altertum sehr gesucht. Um nicht anderen zur Last zu fallen und in seiner apostolischen Tätigkeit frei und unabhängig zu bleiben, bemüht sich Paulus, obgleich auch er von den Gläubigen den nötigen Lebensunterhalt beanspruchen konnte [2Thess 3,8.9, 1Kor 9,4ff], seinen Unterhalt durch seiner Hände Arbeit zu erwerben. -Johannes Joh 50 18 3 5 Judas hatte den römischen Soldaten, welche zu der Besatzung der Burg Antonia gehörten, den Weg zu zeigen. Der Anführer der Cohorte, der Tribun, ist selbst mitgekommen (V. 12). Die römische Behörde hatte ein starkes Aufgebot von Mannschaften gewährt, vergl. [Mt 26,47], weil die etwa kundwerdende Gefangennahme des so angesehenen Meisters einen Aufstand des Volkes zu dessen Gunsten befürchten ließ. Außer den römischen Soldaten war die Dienerschaft der vornehmen Mitglieder des hohen Rates (V. 26) und die Tempelwache ausgezogen. [Lk 22,52] -Johannes Joh 50 18 3 6 Trotz des Vollmondes nahmen sie Lichter mit, denn der Mond konnte durch Wolken verdeckt sein oder der Herr sich im Schatten der Bäume befinden. -Johannes Joh 50 18 4 Jesus itaque sciens omnia, quæ ventura erant super eum, processit, et dixit eis: Quem quæritis? Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kommen sollte,⁷ trat hervor, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr?⁸ +Johannes Joh 51 18 3 5 Judas hatte den römischen Soldaten, welche zu der Besatzung der Burg Antonia gehörten, den Weg zu zeigen. Der Anführer der Cohorte, der Tribun, ist selbst mitgekommen (V. 12). Die römische Behörde hatte ein starkes Aufgebot von Mannschaften gewährt, vergl. [Mt 26,47], weil die etwa kundwerdende Gefangennahme des so angesehenen Meisters einen Aufstand des Volkes zu dessen Gunsten befürchten ließ. Außer den römischen Soldaten war die Dienerschaft der vornehmen Mitglieder des hohen Rates (V. 26) und die Tempelwache ausgezogen. [Lk 22,52] +Johannes Joh 51 18 3 6 Trotz des Vollmondes nahmen sie Lichter mit, denn der Mond konnte durch Wolken verdeckt sein oder der Herr sich im Schatten der Bäume befinden. +Johannes Joh 51 18 4 Jesus itaque sciens omnia, quæ ventura erant super eum, processit, et dixit eis: Quem quæritis? Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kommen sollte,⁷ trat hervor, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr?⁸ Apostelgeschichte Apg 51 18 4 Et disputabat in synagoga per omne sabbatum, interponens nomen Domini Jesu, suadebatque Judæis, et Græcis. Und er redete in der Synagoge an jedem Sabbat, indem er dabei den Namen des Herrn Jesus vorbrachte,⁵ und überzeugte Juden und Griechen.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 18 4 5 Die Worte: Indem er dabei den Namen des Herrn Jesus vorbrachte, fehlen in den griechischen Handschriften. Apostelgeschichte Apg 51 18 4 6 Wohl Proselyten, da sie in der Synagoge die Predigt anhören. -Johannes Joh 50 18 4 7 Ergänze: Und da er wollte, dass es über ihn komme. Sobald Judas seiner ansichtig wurde, eilte er der Schar voran und gab, indem er den Heiland küsste, das verabredete Zeichen. Nach dem Kusse des Judas trat der Heiland auf die Rotte zu. -Johannes Joh 50 18 4 8 Diese Frage und das Ich bin es sind keineswegs überflüssig, obwohl Judas den Heiland durch den Kuss bezeichnet hat. Bald umringten die Jünger den Herrn und die Soldaten konnten unsicher werden, wer der Gesuchte sei. Der heil. Johannes setzt den Kuss des Verräters als bekannt voraus und hebt die Selbstangabe des Herrn hervor. -Johannes Joh 50 18 5 Responderunt ei: Jesum Nazarenum. Dicit eis Jesus: Ego sum. Stabat autem et Judas, qui tradebat eum, cum ipsis. Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin es! Es stand aber auch Judas, der ihn verriet, bei ihnen.⁹ +Johannes Joh 51 18 4 7 Ergänze: Und da er wollte, dass es über ihn komme. Sobald Judas seiner ansichtig wurde, eilte er der Schar voran und gab, indem er den Heiland küsste, das verabredete Zeichen. Nach dem Kusse des Judas trat der Heiland auf die Rotte zu. +Johannes Joh 51 18 4 8 Diese Frage und das Ich bin es sind keineswegs überflüssig, obwohl Judas den Heiland durch den Kuss bezeichnet hat. Bald umringten die Jünger den Herrn und die Soldaten konnten unsicher werden, wer der Gesuchte sei. Der heil. Johannes setzt den Kuss des Verräters als bekannt voraus und hebt die Selbstangabe des Herrn hervor. +Johannes Joh 51 18 5 Responderunt ei: Jesum Nazarenum. Dicit eis Jesus: Ego sum. Stabat autem et Judas, qui tradebat eum, cum ipsis. Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin es! Es stand aber auch Judas, der ihn verriet, bei ihnen.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 18 5 Cum venissent autem de Macedonia Silas et Timotheus, instabat verbo Paulus, testificans Judæis esse Christum Jesum. Als aber Silas und Timotheus aus Macedonien ankamen,⁷ predigte Paulus noch eifriger, und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei. Apostelgeschichte Apg 51 18 5 7 Eine Unterstützung aus Macedonien gestattete ihm von der Arbeit abzusehen, und sich ganz der Verkündigung des Evangeliums zu widmen. -Johannes Joh 50 18 5 9 Wie frech ist der abtrünnige Jünger! Offen stellt er sich zu den Feinden seines Meisters! Er stürzt mit den Häschern. -Johannes Joh 50 18 6 Ut ergo dixit eis: Ego sum: abierunt retrorsum, et ceciderunt in terram. Als er ihnen nun sagte: Ich bin es! wichen sie zurück, und fielen zu Boden.¹⁰ +Johannes Joh 51 18 5 9 Wie frech ist der abtrünnige Jünger! Offen stellt er sich zu den Feinden seines Meisters! Er stürzt mit den Häschern. +Johannes Joh 51 18 6 Ut ergo dixit eis: Ego sum: abierunt retrorsum, et ceciderunt in terram. Als er ihnen nun sagte: Ich bin es! wichen sie zurück, und fielen zu Boden.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 18 6 Contradicentibus autem eis, et blasphemantibus, excutiens vestimenta sua, dixit ad eos: Sanguis vester super caput vestrum: mundus ego, ex hoc ad gentes vadam. Da sie aber widersprachen und lästerten, schüttelte er seine Kleider aus, und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt!⁸ ich bin rein; von nun an werde ich zu den Heiden gehen. Apostelgeschichte Apg 51 18 6 8 Die Redeweise ist hebraisirend. Der heil. Paulus ist rein von jeden Anteile an dem Blute, d. i. dem Straf- und Rachegerichte Gottes, welches die boshafte Verschmähung der Wahrheit auf die Beteiligten herabrufen muss. Der Apostel kündet den Juden die Gemeinschaft auf. (Über die Zeremonie vergl. [Apg 13,51]) -Johannes Joh 50 18 6 10 Der Heiland will seinen Feinden Gelegenheit zur Umkehr bieten und ihnen zeigen, dass sie nichts gegen ihn vermögen, wenn er es nicht selbst zulässt. Ehe sich das Lamm Gottes den Wölfen überlässt, gibt es zu erkennen, dass es auch der Löwe ist aus dem Stamme Juda (Aug.). -Johannes Joh 50 18 7 Iterum ergo interrogavit eos: Quem quæritis? Illi autem dixerunt: Jesum Nazarenum. Da fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sagten: Jesus von Nazareth.¹¹ +Johannes Joh 51 18 6 10 Der Heiland will seinen Feinden Gelegenheit zur Umkehr bieten und ihnen zeigen, dass sie nichts gegen ihn vermögen, wenn er es nicht selbst zulässt. Ehe sich das Lamm Gottes den Wölfen überlässt, gibt es zu erkennen, dass es auch der Löwe ist aus dem Stamme Juda (Aug.). +Johannes Joh 51 18 7 Iterum ergo interrogavit eos: Quem quæritis? Illi autem dixerunt: Jesum Nazarenum. Da fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sagten: Jesus von Nazareth.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 18 7 Et migrans inde, intravit in domum cujusdam, nomine Titi Justi, colentis Deum, cujus domus erat conjuncta synagogæ. Und er ging von da hinweg, und kam in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes, namens Titus Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 18 7 9 Justus war ein Proselyt. Das von Israel zurückgestoßene Erbe des Geistes und der Gnaden geht auf die Heiden über. Unmittelbar von der Synagoge weg geht Paulus in das nächstliegende nichtjüdische Haus, um sein Sichlossagen recht augenscheinlich zu machen. -Johannes Joh 50 18 7 11 Man gibt verschiedene Gründe an, warum der Herr diese Frage noch einmal stellte. Ein Grund ist wohl: er will sagen: Wer ist der, den ihr suchet? Einem, der euch mit einem Worte zu Boden streckt! Bedenket es nochmals! -Johannes Joh 50 18 8 Respondit Jesus: Dixi vobis, quia ego sum: si ergo me quæritis, sinite hos abire. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, dass ich es bin; wenn ihr also mich suchet, so lasset diese gehen.¹² +Johannes Joh 51 18 7 11 Man gibt verschiedene Gründe an, warum der Herr diese Frage noch einmal stellte. Ein Grund ist wohl: er will sagen: Wer ist der, den ihr suchet? Einem, der euch mit einem Worte zu Boden streckt! Bedenket es nochmals! +Johannes Joh 51 18 8 Respondit Jesus: Dixi vobis, quia ego sum: si ergo me quæritis, sinite hos abire. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, dass ich es bin; wenn ihr also mich suchet, so lasset diese gehen.¹² Apostelgeschichte Apg 51 18 8 Crispus autem archisynagogus credidit Domino cum omni domo sua: et multi Corinthiorum audientes credebant, et baptizabantur. Krispus aber, der Synagogenvorsteher, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause; und viele von den Korinthern, welche davon hörten, glaubten und wurden getauft.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 18 8 10 Krispus wurde von der Hand des Apostels selbst getauft [1Kor 1,14] und bildete mit Stephanus [1Kor 16,15] und Gajus [Röm 16,23], und wohl auch Quartus und Tertius, der Schreiber des Römerbriefes [Apg 16,22], damals oder später von Paulus bekehrt. Welcher Art Leute die Bekehrten zuvor gewesen, siehe [1Kor 6,9ff] -Johannes Joh 50 18 8 12 Der Heiland bezeichnet die Jünger nicht als die Seinen, um sie nicht in sein Schicksal zu verwickeln. -Johannes Joh 50 18 9 Ut impleretur sermo, quem dixit: Quia quos dedisti mihi, non perdidi ex eis quemquam. Damit das Wort erfüllet würde, welches er gesprochen hatte: Die du mir gegeben hast, keinen von ihnen habe ich verloren.¹³ [Joh 17,12] +Johannes Joh 51 18 8 12 Der Heiland bezeichnet die Jünger nicht als die Seinen, um sie nicht in sein Schicksal zu verwickeln. +Johannes Joh 51 18 9 Ut impleretur sermo, quem dixit: Quia quos dedisti mihi, non perdidi ex eis quemquam. Damit das Wort erfüllet würde, welches er gesprochen hatte: Die du mir gegeben hast, keinen von ihnen habe ich verloren.¹³ [Joh 17,12] Apostelgeschichte Apg 51 18 9 Dixit autem Dominus nocte per visionem Paulo: Noli timere, sed loquere, et ne taceas: Der Herr aber sprach des Nachts in einem Gesichte zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht!¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 18 9 11 Die Schwierigkeiten machten wohl auch auf den Apostel Eindruck, und es gab vielleicht Augenblicke, wo die Versuchung zum Kleinmut an ihn herantrat, und er der Stärkung bedurfte wie Elias [1Kön 19,4-19] und Jeremias [Jer 1,6-8, Jer 15,15-21]. -Johannes Joh 50 18 9 13 Der gute Hirt denkt vor allem an die Rettung seiner Schafe. Wenngleich der Heiland die [Joh 7,12] enthaltenen Worte zunächst von der Rettung von dem ewigen Verderben gemeint hatte, dehnt der Evangelist dieselben hier auch auf die Befreiung von zeitlichen Übeln aus (Thom., nach Chrys.). -Johannes Joh 50 18 10 Simon ergo Petrus habens gladium eduxit eum: et percussit pontificis servum: et abscidit auriculam ejus dexteram. Erat autem nomen servo Malchus. Simon Petrus also,¹⁴ der ein Schwert hatte, zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.¹⁵ Der Name des Knechtes aber war Malchus.¹⁶ +Johannes Joh 51 18 9 13 Der gute Hirt denkt vor allem an die Rettung seiner Schafe. Wenngleich der Heiland die [Joh 7,12] enthaltenen Worte zunächst von der Rettung von dem ewigen Verderben gemeint hatte, dehnt der Evangelist dieselben hier auch auf die Befreiung von zeitlichen Übeln aus (Thom., nach Chrys.). +Johannes Joh 51 18 10 Simon ergo Petrus habens gladium eduxit eum: et percussit pontificis servum: et abscidit auriculam ejus dexteram. Erat autem nomen servo Malchus. Simon Petrus also,¹⁴ der ein Schwert hatte, zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.¹⁵ Der Name des Knechtes aber war Malchus.¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 18 10 Propter quod ego sum tecum: et nemo apponetur tibi ut noceat te: quoniam populus est mihi multus in hac civitate. Ich bin mit dir, und niemand wird dich antasten um dir ein Leides zu tun; denn viel Volk in dieser Stadt gehört mir zu. -Johannes Joh 50 18 10 14 Also: weil er sah, dass die Gefangennahme bevorstand. Zu dem Folgenden vergl. [Lk 22,38] -Johannes Joh 50 18 10 15 Der Hieb ging fehl. -Johannes Joh 50 18 10 16 Nur der heil. Johannes nennt Petrus und den Knecht mit Namen. Er kannte den Malchus wohl als Bekannter des Hohenpriesters (V. 15). +Johannes Joh 51 18 10 14 Also: weil er sah, dass die Gefangennahme bevorstand. Zu dem Folgenden vergl. [Lk 22,38] +Johannes Joh 51 18 10 15 Der Hieb ging fehl. +Johannes Joh 51 18 10 16 Nur der heil. Johannes nennt Petrus und den Knecht mit Namen. Er kannte den Malchus wohl als Bekannter des Hohenpriesters (V. 15). Apostelgeschichte Apg 51 18 11 Sedit autem ibi annum et sex menses, docens apud eos verbum Dei. Er blieb also ein Jahr und sechs Monate daselbst, und predigte bei ihnen das Wort Gottes.¹² -Johannes Joh 50 18 11 Dixit ergo Jesus Petro: Mitte gladium tuum in vaginam. Calicem, quem dedit mihi Pater, non bibam illum? Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, nicht trinken?¹⁷ [Mt 20,22, Mt 26,42] +Johannes Joh 51 18 11 Dixit ergo Jesus Petro: Mitte gladium tuum in vaginam. Calicem, quem dedit mihi Pater, non bibam illum? Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, nicht trinken?¹⁷ [Mt 20,22, Mt 26,42] Apostelgeschichte Apg 51 18 11 12 In diese Zeit fällt die Gründung der Gemeinde zu Kenchreä, deren Dasein Paulus einige Jahre später [Röm 16,1] voraussetzt. -Johannes Joh 50 18 11 17 Das Bild des Kelches war den Juden bekannt. Vergl. [Mt 20,22, Mk 10,38]. +Johannes Joh 51 18 11 17 Das Bild des Kelches war den Juden bekannt. Vergl. [Mt 20,22, Mk 10,38]. Apostelgeschichte Apg 51 18 12 Gallione autem proconsule Achaiæ, insurrexerunt uno animo Judæi in Paulum, et adduxerunt eum ad tribunal, Als aber Gallio¹³ Statthalter von Achaja war, erhoben sich die Juden einmütig gegen Paulus, und führten ihn vor den Richterstuhl, -Johannes Joh 50 18 12 Cohors ergo, et tribunus, et ministri Judæorum comprehenderunt Jesum, et ligaverunt eum: Die Wache aber, der Kriegsoberst¹⁸ und die Diener der Juden ergriffen Jesus, und banden ihn. +Johannes Joh 51 18 12 Cohors ergo, et tribunus, et ministri Judæorum comprehenderunt Jesum, et ligaverunt eum: Die Wache aber, der Kriegsoberst¹⁸ und die Diener der Juden ergriffen Jesus, und banden ihn. Apostelgeschichte Apg 51 18 12 13 Gallio war der Bruder des Philosophen und Staatsmannes Annäus Seneka und wurde später auf Befehl Neros hingerichtet. -Johannes Joh 50 18 12 18 Der jüdischen Gewalttat wird die römische Gewalt zu Diensten gestellt. -Johannes Joh 50 18 13 Et adduxerunt eum ad Annam primum, erat enim socer Caiphæ, qui erat pontifex anni illius. Und sie führten ihn zuerst zu Annas;¹⁹ er war nämlich der Schwiegervater des Kaiphas, welcher in diesem Jahre Hoherpriester war. [Lk 3,2, Mt 26,3] +Johannes Joh 51 18 12 18 Der jüdischen Gewalttat wird die römische Gewalt zu Diensten gestellt. +Johannes Joh 51 18 13 Et adduxerunt eum ad Annam primum, erat enim socer Caiphæ, qui erat pontifex anni illius. Und sie führten ihn zuerst zu Annas;¹⁹ er war nämlich der Schwiegervater des Kaiphas, welcher in diesem Jahre Hoherpriester war. [Lk 3,2, Mt 26,3] Apostelgeschichte Apg 51 18 13 Dicentes: Quia contra legem hic persuadet hominibus colere Deum. und sprachen: dieser Mensch beredet die Leute zu einer gesetzeswidrigen¹⁴ Gottesverehrung. Apostelgeschichte Apg 51 18 13 14 Gegen das jüdische Gesetz, wie die Antwort des Gallio zeigt. -Johannes Joh 50 18 13 19 Hiermit wird erklärt, warum Annas auch [Lk 3,2] neben Kaiphas genannt ist. Die Schuld der Juden wächst, da sie ein doppeltes Verhör brauchen, um einen Vorwand für die Verurteilung zu finden. Es geschah wohl der Ehre wegen, dass Kaiphas den gefangenen Heiland zuerst vor seinen Schwiegervater führen ließ. Unterdessen fand der hohe Rat Zeit, auf die Kunde der geglückten Unternehmung hin sich zu einer Sitzung bei Kaiphas zu versammeln. In diesem Jahre: In jenem denkwürdigen Jahre, in dem der Heiland der Welt sich für uns opferte, war Kaiphas Hoherpriester. +Johannes Joh 51 18 13 19 Hiermit wird erklärt, warum Annas auch [Lk 3,2] neben Kaiphas genannt ist. Die Schuld der Juden wächst, da sie ein doppeltes Verhör brauchen, um einen Vorwand für die Verurteilung zu finden. Es geschah wohl der Ehre wegen, dass Kaiphas den gefangenen Heiland zuerst vor seinen Schwiegervater führen ließ. Unterdessen fand der hohe Rat Zeit, auf die Kunde der geglückten Unternehmung hin sich zu einer Sitzung bei Kaiphas zu versammeln. In diesem Jahre: In jenem denkwürdigen Jahre, in dem der Heiland der Welt sich für uns opferte, war Kaiphas Hoherpriester. Apostelgeschichte Apg 51 18 14 Incipiente autem Paulo aperire os, dixit Gallio ad Judæos: Si quidem esset iniquum aliquid, aut facinus pessimum o viri Judæi, recte vos sustinerem. Da nun Paulus im Begriff war, den Mund zu öffnen, sagte Gallio zu den Juden: Wenn es sich um ein Unrecht oder ein grobes Vergehen handelte, ihr Juden! so würde ich euch mit Grund anhören. -Johannes Joh 50 18 14 Erat autem Caiphas, qui consilium dederat Judæis: Quia expedit, unum hominem mori pro populo. Kaiphas aber war derjenige, welcher den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist gut, wenn ein Mensch für das Volk stirbt.²⁰ [Joh 11,49] -Johannes Joh 50 18 14 20 Johannes gedenkt noch einmal der Weissagung [Joh 11,49], um wiederum hervorzuheben, dass das Leiden des Herrn ein für die ganze Welt dargebrachtes Opfer war. Gleichzeitig deutet er wohl darauf hin, dass der Richter bereits den Todesbeschluss gegen den Angeklagten unwiderruflich festgesetzt hat, lange bevor er jetzt heuchlerisch die gerichtliche Verhandlung beginnt. +Johannes Joh 51 18 14 Erat autem Caiphas, qui consilium dederat Judæis: Quia expedit, unum hominem mori pro populo. Kaiphas aber war derjenige, welcher den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist gut, wenn ein Mensch für das Volk stirbt.²⁰ [Joh 11,49] +Johannes Joh 51 18 14 20 Johannes gedenkt noch einmal der Weissagung [Joh 11,49], um wiederum hervorzuheben, dass das Leiden des Herrn ein für die ganze Welt dargebrachtes Opfer war. Gleichzeitig deutet er wohl darauf hin, dass der Richter bereits den Todesbeschluss gegen den Angeklagten unwiderruflich festgesetzt hat, lange bevor er jetzt heuchlerisch die gerichtliche Verhandlung beginnt. Apostelgeschichte Apg 51 18 15 Si vero quæstiones sunt de verbo, et nominibus, et lege vestra, vos ipsi videritis: judex ego horum nolo esse. Wenn es sich aber um Streitfragen handelt über Lehre und Namen und euer Gesetz, so möget ihr selbst zusehen;¹⁵ Richter über solche Dinge will ich nicht sein. -Johannes Joh 50 18 15 Sequebatur autem Jesum Simon Petrus, et alius discipulus. Discipulus autem ille erat notus pontifici, et introivit cum Jesu in atrium pontificis. Simon Petrus aber und ein anderer Jünger folgten Jesus nach.²¹ Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesus hinein in den Vorhof des Hohenpriesters. +Johannes Joh 51 18 15 Sequebatur autem Jesum Simon Petrus, et alius discipulus. Discipulus autem ille erat notus pontifici, et introivit cum Jesu in atrium pontificis. Simon Petrus aber und ein anderer Jünger folgten Jesus nach.²¹ Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesus hinein in den Vorhof des Hohenpriesters. Apostelgeschichte Apg 51 18 15 15 Er hielt es für unter seiner Würde, sich mit Lehrstreitigkeiten der Juden zu befassen. -Johannes Joh 50 18 15 21 Dieser andere Jünger ist höchstwahrscheinlich Johannes selbst. Die erste Verleugnung des hl. Petrus fand während des Verhöres Jesu vor Annas statt, der hier, wie [Lk 3,2, Apg 4,6] Hoherpriester genannt wird. Da die Synoptiker nur das Verhör vor Kaiphas erwähnen, bringen sie alle Verleugnungen mit dieser in Verbindung, und mit Recht, da das Verhör bei Annas nur ein Vorverhör war, das aus einer gewissen Höflichkeit und verwandtschaftlichen Rücksichten zugestanden wurde. Da ferner Annas und Kaiphas höchstwahrscheinlich in demselben Gebäudekomplex wohnten, ist es einerlei, ob die Verleugnung in den Hof des Annas oder bei Kaiphas verlegt wird. Bezüglich der Zeit der Verleugnung ist die Schwierigkeit gering, denn in dem, worauf es ankommt, stimmt [Joh 18] V. 27 mit den anderen Evangelisten überein. Die Verleugnungen fanden ihren Beschluss vor dem zweiten Hahnenrufe, d. i. am Ende der dritten Nachtwache. -Johannes Joh 50 18 16 Petrus autem stabat ad ostium foris. Exivit ergo discipulus alius, qui erat notus pontifici, et dixit ostiariæ: et introduxit Petrum. Petrus aber stand draußen am Torweg.²² Da ging der andere Jünger, welcher dem Hohenpriester bekannt war, hinaus,²³ redete mit der Türhüterin,²⁴ und führte Petrus hinein.²⁵ +Johannes Joh 51 18 15 21 Dieser andere Jünger ist höchstwahrscheinlich Johannes selbst. Die erste Verleugnung des hl. Petrus fand während des Verhöres Jesu vor Annas statt, der hier, wie [Lk 3,2, Apg 4,6] Hoherpriester genannt wird. Da die Synoptiker nur das Verhör vor Kaiphas erwähnen, bringen sie alle Verleugnungen mit dieser in Verbindung, und mit Recht, da das Verhör bei Annas nur ein Vorverhör war, das aus einer gewissen Höflichkeit und verwandtschaftlichen Rücksichten zugestanden wurde. Da ferner Annas und Kaiphas höchstwahrscheinlich in demselben Gebäudekomplex wohnten, ist es einerlei, ob die Verleugnung in den Hof des Annas oder bei Kaiphas verlegt wird. Bezüglich der Zeit der Verleugnung ist die Schwierigkeit gering, denn in dem, worauf es ankommt, stimmt [Joh 18] V. 27 mit den anderen Evangelisten überein. Die Verleugnungen fanden ihren Beschluss vor dem zweiten Hahnenrufe, d. i. am Ende der dritten Nachtwache. +Johannes Joh 51 18 16 Petrus autem stabat ad ostium foris. Exivit ergo discipulus alius, qui erat notus pontifici, et dixit ostiariæ: et introduxit Petrum. Petrus aber stand draußen am Torweg.²² Da ging der andere Jünger, welcher dem Hohenpriester bekannt war, hinaus,²³ redete mit der Türhüterin,²⁴ und führte Petrus hinein.²⁵ Apostelgeschichte Apg 51 18 16 Et minavit eos a tribunali. Und er wies sie von dem Richterstuhle weg. -Johannes Joh 50 18 16 22 Petrus und Johannes erscheinen oft eng verbunden, [Joh 20,4, Joh 21,7.21, Apg 3,1,] -Johannes Joh 50 18 16 23 Der heil. Johannes bemerkt, dass sein Mitapostel nicht mit ihm eingetreten ist, und vermutet die Ursache. -Johannes Joh 50 18 16 24 Johannes bittet die Türhüterin, dem Freunde zu öffnen -Johannes Joh 50 18 16 25 Wo Johannes sich weiter aufhielt, wird nicht gesagt. Er erscheint erst wieder unter dem Kreuze des Herrn. Vielleicht war es ihm möglich bei den Verhören in der Nähe zu sein. -Johannes Joh 50 18 17 Dicit ergo Petro ancilla ostiaria: Numquid et tu ex discipulis es hominis istius? Dicit ille: Non sum. Da sprach die Magd, welche Türhüterin war,²⁶ zu Petrus: Bist etwa auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sprach: Ich bin keiner.²⁷ +Johannes Joh 51 18 16 22 Petrus und Johannes erscheinen oft eng verbunden, [Joh 20,4, Joh 21,7.21, Apg 3,1,] +Johannes Joh 51 18 16 23 Der heil. Johannes bemerkt, dass sein Mitapostel nicht mit ihm eingetreten ist, und vermutet die Ursache. +Johannes Joh 51 18 16 24 Johannes bittet die Türhüterin, dem Freunde zu öffnen +Johannes Joh 51 18 16 25 Wo Johannes sich weiter aufhielt, wird nicht gesagt. Er erscheint erst wieder unter dem Kreuze des Herrn. Vielleicht war es ihm möglich bei den Verhören in der Nähe zu sein. +Johannes Joh 51 18 17 Dicit ergo Petro ancilla ostiaria: Numquid et tu ex discipulis es hominis istius? Dicit ille: Non sum. Da sprach die Magd, welche Türhüterin war,²⁶ zu Petrus: Bist etwa auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sprach: Ich bin keiner.²⁷ Apostelgeschichte Apg 51 18 17 Apprehendentes autem omnes Sosthenem principem synagogæ, percutiebant eum ante tribunal: et nihil eorum Gallioni curæ erat. Da ergriffen alle den Sosthenes, den Synagogenvorsteher,¹⁶ und schlugen ihn vor dem Richterstuhle. Und alles dessen nahm Gallio sich nicht an. Apostelgeschichte Apg 51 18 17 16 Sosthenes war wohl dem Krispus nach dessen Bekehrung im Amte als Synagogenvorsteher gefolgt. Da der Statthalter die Juden mit Verachtung abwies, glaubten die Umstehenden (wahrscheinlich die Heiden) gegen den Sprecher desselben ungestraft etwas wagen zu dürfen. -Johannes Joh 50 18 17 26 Eine von den Mägden des Hohenpriesters. -Johannes Joh 50 18 17 27 Wenn Petrus zum Anhange Jesu gehörte, konnte es für sie schlimme Folgen haben, ihn einzulassen. Petrus leugnet es ab. Der Evangelist stellt die Sache kurz dar, weil er nur die Erfüllung von [Joh 13,38] nachweisen will. -Johannes Joh 50 18 18 Stabant autem servi, et ministri ad prunas: quia frigus erat, et calefaciebant se: erat autem cum eis et Petrus stans, et calefaciens se. Es standen²⁸ aber die Knechte und die Diener am Kohlenfeuer, und wärmten sich, denn es war kalt; auch Petrus stand bei ihnen, und wärmte sich. +Johannes Joh 51 18 17 26 Eine von den Mägden des Hohenpriesters. +Johannes Joh 51 18 17 27 Wenn Petrus zum Anhange Jesu gehörte, konnte es für sie schlimme Folgen haben, ihn einzulassen. Petrus leugnet es ab. Der Evangelist stellt die Sache kurz dar, weil er nur die Erfüllung von [Joh 13,38] nachweisen will. +Johannes Joh 51 18 18 Stabant autem servi, et ministri ad prunas: quia frigus erat, et calefaciebant se: erat autem cum eis et Petrus stans, et calefaciens se. Es standen²⁸ aber die Knechte und die Diener am Kohlenfeuer, und wärmten sich, denn es war kalt; auch Petrus stand bei ihnen, und wärmte sich. Apostelgeschichte Apg 51 18 18 Paulus vero cum adhuc sustinuisset dies multos, fratribus valefaciens, navigavit in Syriam, (et cum eo Priscilla, et Aquila) qui sibi totonderat in Cenchris caput: habebat enim votum. Nachdem nun Paulus viele Tage noch daselbst verweilt hatte, nahm er Abschied von den Brüdern, und ging nach Syrien unter Segel (und mit ihm Priscilla und Aquila); zu Kenchreä aber hatte er sich das Haupt scheeren lassen, denn er hatte ein Gelübde.¹⁷ [Apg 21,24] Apostelgeschichte Apg 51 18 18 17 Aquila hatte ein Gelübde gemacht. Wer ein Gelübde machte, ließ sich, wenn die bestimmte Zeit vorüber war, das Haar im Tempel abschneiden und brachte ein Opfer dar. Das Haar wurde in das Feuer des Friedopfers auf dem Brandopferaltar geworfen. Indes konnten diejenigen, welche sich außerhalb Jerusalems befanden, sich nach Ablauf der festgesetzten Zeit das Haar auch auswärts abschneiden lassen, um es dann in der heiligen Stadt verbrennen zu lassen. Dies war freilich bei dem eigentlichen Nasiräatsgelübde nicht gestattet. Daher handelt es sich hier um ein mehr privates Gelübde. Das Gelübde Aquilas ist an sich nebensächlich, wird aber deshalb erwähnt, weil aus demselben hervorgeht, dass Paulus nicht seine jüdische Umgebung zur Aufgebung aller mosaischen Gebräuche bestimmte. Vergl. [Apg 21,21]. Gewöhnlich machte man das Gelübde auf 30 Tage. -Johannes Joh 50 18 18 28 Dass die Diener hier stehen, nach den Synoptikern sitzen, kann nicht befremden. Einige standen, andere saßen, zudem wechselte man öfter die Stellung. Nur noch die Diener des Hohenpriesters und einige von der levitischen Tempelwache sind da, die römischen Soldaten sind in ihre Quartiere zurückgekehrt. -Johannes Joh 50 18 19 Pontifex ergo interrogavit Jesum de discipulis suis, et de doctrina ejus. Der Hohepriester also²⁹ fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.³⁰ +Johannes Joh 51 18 18 28 Dass die Diener hier stehen, nach den Synoptikern sitzen, kann nicht befremden. Einige standen, andere saßen, zudem wechselte man öfter die Stellung. Nur noch die Diener des Hohenpriesters und einige von der levitischen Tempelwache sind da, die römischen Soldaten sind in ihre Quartiere zurückgekehrt. +Johannes Joh 51 18 19 Pontifex ergo interrogavit Jesum de discipulis suis, et de doctrina ejus. Der Hohepriester also²⁹ fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.³⁰ Apostelgeschichte Apg 51 18 19 Devenitque Ephesum, et illos ibi reliquit. Ipse vero ingressus synagogam, disputabat cum Judæis. Und er kam nach Ephesus, und ließ sie daselbst. Er selbst aber ging in die Synagoge, und unterredete sich mit den Juden. -Johannes Joh 50 18 19 29 Diese Partikel führt zu den durch V. 15 18 unterbrochenen Berichte über das Verhör zurück. -Johannes Joh 50 18 19 30 Der Hohepriester sucht einen Vorwand zur Anklage. +Johannes Joh 51 18 19 29 Diese Partikel führt zu den durch V. 15 18 unterbrochenen Berichte über das Verhör zurück. +Johannes Joh 51 18 19 30 Der Hohepriester sucht einen Vorwand zur Anklage. Apostelgeschichte Apg 51 18 20 Rogantibus autem eis ut ampliori tempore maneret, non consensit, Als sie ihn aber baten, längere Zeit zu bleiben, willigte er nicht ein, -Johannes Joh 50 18 20 Respondit ei Jesus: Ego palam locutus sum mundo: ego semper docui in synagoga, et in templo, quo omnes Judæi conveniunt: et in occulto locutus sum nihil. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe allezeit in der Synagoge³¹ und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen; und im Verborgenen habe ich nichts³² geredet. -Johannes Joh 50 18 20 31 In den verschiedenen Synagogen und im Tempel. -Johannes Joh 50 18 20 32 Es steht die Tätigkeit des Heilandes als Volkslehrer in Frage. Das Wort nichts schließt also keine besonderen Unterweisungen über solche Punkte aus, welche die Fassungskraft des Volkes überstiegen. Indes auch was er den Aposteln gesagt, steht mit der öffentlichen Lehre in Übereinstimmung und soll einst von denselben verkündet werden. Vergl. [Mt 10,27]. +Johannes Joh 51 18 20 Respondit ei Jesus: Ego palam locutus sum mundo: ego semper docui in synagoga, et in templo, quo omnes Judæi conveniunt: et in occulto locutus sum nihil. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe allezeit in der Synagoge³¹ und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen; und im Verborgenen habe ich nichts³² geredet. +Johannes Joh 51 18 20 31 In den verschiedenen Synagogen und im Tempel. +Johannes Joh 51 18 20 32 Es steht die Tätigkeit des Heilandes als Volkslehrer in Frage. Das Wort nichts schließt also keine besonderen Unterweisungen über solche Punkte aus, welche die Fassungskraft des Volkes überstiegen. Indes auch was er den Aposteln gesagt, steht mit der öffentlichen Lehre in Übereinstimmung und soll einst von denselben verkündet werden. Vergl. [Mt 10,27]. Apostelgeschichte Apg 51 18 21 Sed valefaciens, et dicens, Iterum revertar ad vos Deo volente, profectus est ab Epheso. sondern nahm Abschied, und sprach: Ich werde wieder zu euch zurückkehren, so Gott will. Dann reiste er von Ephesus ab. -Johannes Joh 50 18 21 Quid me interrogas? interroga eos, qui audierunt quid locutus sim ipsis: ecce hi sciunt quæ dixerim ego. Was frägst du mich? Frage diejenigen, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.³³ -Johannes Joh 50 18 21 33 Mit Nachdruck betont der Heiland die Worte mich und diese (die Hörer). Seine Lehrtätigkeit war eine öffentliche, zudem gilt das Zeugnis der Hörer mehr als sein eigenes. -Johannes Joh 50 18 22 Hæc autem cum dixisset, unus assistens ministrorum dedit alapam Jesu, dicens: Sic respondes pontifici? Als er aber dieses gesagt hatte, gab einer von den Dienern, der dabei stand, Jesus einen Backenstreich, und sprach: So antwortest du dem Hohenpriester?³⁴ +Johannes Joh 51 18 21 Quid me interrogas? interroga eos, qui audierunt quid locutus sim ipsis: ecce hi sciunt quæ dixerim ego. Was frägst du mich? Frage diejenigen, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.³³ +Johannes Joh 51 18 21 33 Mit Nachdruck betont der Heiland die Worte mich und diese (die Hörer). Seine Lehrtätigkeit war eine öffentliche, zudem gilt das Zeugnis der Hörer mehr als sein eigenes. +Johannes Joh 51 18 22 Hæc autem cum dixisset, unus assistens ministrorum dedit alapam Jesu, dicens: Sic respondes pontifici? Als er aber dieses gesagt hatte, gab einer von den Dienern, der dabei stand, Jesus einen Backenstreich, und sprach: So antwortest du dem Hohenpriester?³⁴ Apostelgeschichte Apg 51 18 22 Et descendens Cæsaream, ascendit, et salutavit ecclesiam, et descendit Antiochiam. Und nach Cäsarea¹⁸ hinabgekommen, ging er hinauf,¹⁹ und begrüßte die Kirche, und kam hinab nach Antiochia. Apostelgeschichte Apg 51 18 22 18 Cäsarea Strabonis war der gewöhnliche Landungsplatz für alle, welche vom Westen nach Palästina oder Jerusalem wollten. Apostelgeschichte Apg 51 18 22 19 Nach Jerusalem. Der heil. Paulus besucht die Mutterkirche zu Jerusalem zum vierten Male. Vergl. [Apg 9,26, Apg 11,30, Apg 12,25, Apg 15,4ff] -Johannes Joh 50 18 22 34 Die Antwort hatte nichts Beleidigendes, mithin war die Misshandlung seitens des Dieners (wohl ein Faustschlag) eine ungerechte, umso mehr, als eine Verweigerung der Antwort nicht vorlag. -Johannes Joh 50 18 23 Respondit ei Jesus: Si male locutus sum, testimonium perhibe de malo: si autem bene, quid me cædis? Jesus antwortete ihm: Wenn ich unrecht geredet habe, so beweise, dass es unrecht sei; wenn ich aber recht geredet habe, warum schlägst du mich?³⁵ +Johannes Joh 51 18 22 34 Die Antwort hatte nichts Beleidigendes, mithin war die Misshandlung seitens des Dieners (wohl ein Faustschlag) eine ungerechte, umso mehr, als eine Verweigerung der Antwort nicht vorlag. +Johannes Joh 51 18 23 Respondit ei Jesus: Si male locutus sum, testimonium perhibe de malo: si autem bene, quid me cædis? Jesus antwortete ihm: Wenn ich unrecht geredet habe, so beweise, dass es unrecht sei; wenn ich aber recht geredet habe, warum schlägst du mich?³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 18 23 Et facto ibi aliquanto tempore profectus est, perambulans ex ordine Galaticam regionem, et Phrygiam, confirmans omnes discipulos. Daselbst blieb er einige Zeit und setzte dann seine Reise fort, indem er von Ort zu Ort das Galatische Land und Phrygien durchzog, und alle Jünger bestärkte.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 18 23 20 Die dritte Missionsreise nach Kleinasien (55 59 n. Chr.) machte der Apostel in umgekehrter Reihenfolge der Orte, als die zweite. [Apg 16,6] Ehe er ein neues Arbeitsfeld betrat, pflegte Paulus die früher gegründeten Kirchen zu besuchen. Genaueres über die Reise durch Galatien und Phrygien ist nicht bekannt. Nur [Gal 1,9, Gal 4,16, Gal 5,21] werfen einiges Licht auf die Verhältnisse der Galater: Die Galater waren wankelmütig und judaisirenden Einflüssen ausgesetzt. Er befahl auch den Kirchen Galatiens, für die armen Brüder in Judäa beizusteuern. [1Kor 16,1] -Johannes Joh 50 18 23 35 Die gesetzlose, freche Tat des Knechtes fällt dem Annas selbst zur Schuld, der kein Wort des Tadels für dieselbe hat. Einem Frevel gegenüber, ob dessen der Himmel erschauerte (Chrys.), spricht sich der, welcher den Frevler durch ein Wort zermalmen oder in die Tiefen des Abgrundes stürzen konnte, nur mit himmlischer Ruhe aus (Aug.). Solche Sanftmut und Geduld würde jeden Grimm entwaffnet haben, jenen der Feinde Jesu allein ausgenommen. (Euth.) Des Heilandes Verhalten widerspricht nicht der [Mt 5,39] von ihm aufgestellten Regel; ist er doch bereit, seinen ganzen heil. Leib den Peinen hinzugeben (Aug.), und war jene Vorschrift keine Bestimmung betreffs des Verhaltens vor Gericht. +Johannes Joh 51 18 23 35 Die gesetzlose, freche Tat des Knechtes fällt dem Annas selbst zur Schuld, der kein Wort des Tadels für dieselbe hat. Einem Frevel gegenüber, ob dessen der Himmel erschauerte (Chrys.), spricht sich der, welcher den Frevler durch ein Wort zermalmen oder in die Tiefen des Abgrundes stürzen konnte, nur mit himmlischer Ruhe aus (Aug.). Solche Sanftmut und Geduld würde jeden Grimm entwaffnet haben, jenen der Feinde Jesu allein ausgenommen. (Euth.) Des Heilandes Verhalten widerspricht nicht der [Mt 5,39] von ihm aufgestellten Regel; ist er doch bereit, seinen ganzen heil. Leib den Peinen hinzugeben (Aug.), und war jene Vorschrift keine Bestimmung betreffs des Verhaltens vor Gericht. Apostelgeschichte Apg 51 18 24 Judæus autem quidam, Apollo nomine, Alexandrinus genere, vir eloquens, devenit Ephesum, potens in Scripturis. Ein Jude aber namens Apollo,²¹ aus Alexandria gebürtig, ein beredter, in der Schrift sehr bewanderter Mann, kam nach Ephesus. -Johannes Joh 50 18 24 Et misit eum Annas ligatum ad Caipham pontificem. Und³⁶ Annas schickte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas. [Mt 26,57, Mk 14,53, Lk 22,54] +Johannes Joh 51 18 24 Et misit eum Annas ligatum ad Caipham pontificem. Und³⁶ Annas schickte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas. [Mt 26,57, Mk 14,53, Lk 22,54] Apostelgeschichte Apg 51 18 24 21 Abkürzung von Apollonius. Er hatte von dem Christentum gehört, dass es der rechte Weg sei, auf dem man nach Gottes Willen wandeln müsse; und besaß also eine nur allgemeine, nicht in's Einzelne gehende Kenntnis des Christentums. Vergl. Apg 18,25. -Johannes Joh 50 18 24 36 Griech.: Annas also. Er konnte mit seinen Fragen zu keinem Resultate kommen und brach deshalb die Verhandlung ab. Der Evangelist will wohl andeuten, dass die zweite Verleugnung statthatte, als der Heiland von Annas zu Kaiphas geführt ward. Mit der Änderung des Ortes wird am besten die Unterbrechung in der Erzählung erklärt. +Johannes Joh 51 18 24 36 Griech.: Annas also. Er konnte mit seinen Fragen zu keinem Resultate kommen und brach deshalb die Verhandlung ab. Der Evangelist will wohl andeuten, dass die zweite Verleugnung statthatte, als der Heiland von Annas zu Kaiphas geführt ward. Mit der Änderung des Ortes wird am besten die Unterbrechung in der Erzählung erklärt. Apostelgeschichte Apg 51 18 25 Hic erat edoctus viam Domini: et fervens spiritu loquebatur, et docebat diligenter ea, quæ sunt Jesu, sciens tantum baptisma Joannis. Dieser war unterrichtet in dem Wege des Herrn,²² und redete glühenden Geistes, und lehrte eifrig von Jesus, obwohl er nur von der Taufe des Johannes Kenntnis hatte. -Johannes Joh 50 18 25 Erat autem Simon Petrus stans, et calefaciens se. Dixerunt ergo ei: Numquid et tu ex discipulis ejus es? Negavit ille, et dixit: Non sum. Simon Petrus aber stand da, und wärmte sich.³⁷ Da sprachen sie³⁸ zu ihm: Bist etwa auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete, und sprach: Ich bin es nicht. +Johannes Joh 51 18 25 Erat autem Simon Petrus stans, et calefaciens se. Dixerunt ergo ei: Numquid et tu ex discipulis ejus es? Negavit ille, et dixit: Non sum. Simon Petrus aber stand da, und wärmte sich.³⁷ Da sprachen sie³⁸ zu ihm: Bist etwa auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete, und sprach: Ich bin es nicht. Apostelgeschichte Apg 51 18 25 22 Die christliche Religion. Von der Vorhersagung des heil. Johannes, dass Jesus im Heil. Geiste taufen werde [Joh 1,33, Mt 3,11, Mk 1,8, Lk 3,16], hatte Apollo freilich nicht gehört. Immerhin bereitete er dem Apostel einigermaßen die Wege. -Johannes Joh 50 18 25 37 In der Mitte des Hofes, wohin er nach kurzer Zeit zurückgekehrt war [Lk 22,58]. Zuerst sagt einer diese Worte, dann mehrere. -Johannes Joh 50 18 25 38 Das Subjekt ist aus V. 18 zu ergänzen. Das Zusammensein mit den Häschern erhöht die Gefahr für Petrus. +Johannes Joh 51 18 25 37 In der Mitte des Hofes, wohin er nach kurzer Zeit zurückgekehrt war [Lk 22,58]. Zuerst sagt einer diese Worte, dann mehrere. +Johannes Joh 51 18 25 38 Das Subjekt ist aus V. 18 zu ergänzen. Das Zusammensein mit den Häschern erhöht die Gefahr für Petrus. Apostelgeschichte Apg 51 18 26 Hic ergo cpit fiducialiter agere in synagoga. Quem cum audissent Priscilla et Aquila, assumpserunt eum, et diligentius exposuerunt ei viam Domini. Dieser nun fing an, in der Synagoge zuversichtlich zu reden. Als aber Aquila und Priscilla ihn gehört hatten, nahmen sie ihn zu sich, und legten ihm den Weg des Herrn genauer dar.²³ -Johannes Joh 50 18 26 Dicit ei unus ex servis pontificis, cognatus ejus, cujus abscidit Petrus auriculam: Nonne ego te vidi in horto cum illo? Einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter desjenigen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte,³⁹ sprach zu ihm: Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen? +Johannes Joh 51 18 26 Dicit ei unus ex servis pontificis, cognatus ejus, cujus abscidit Petrus auriculam: Nonne ego te vidi in horto cum illo? Einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter desjenigen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte,³⁹ sprach zu ihm: Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen? Apostelgeschichte Apg 51 18 26 23 Damals also erhielt er wohl die christliche Taufe. -Johannes Joh 50 18 26 39 Das Auftreten eines Augenzeugen musste die Angst des Apostels steigern, besonders, wenn Perus wusste, dass jener ein Verwandter des Verwundeten war. Der Sprecher scheint aber doch nicht gewusst zu haben, dass Petrus der Angreifer des Malchus war, sonst hätte er ihm dies sicher vorgeworfen. -Johannes Joh 50 18 27 Iterum ergo negavit Petrus: et statim gallus cantavit. Da leugnete Petrus abermals; und sogleich krähte der Hahn.⁴⁰ +Johannes Joh 51 18 26 39 Das Auftreten eines Augenzeugen musste die Angst des Apostels steigern, besonders, wenn Perus wusste, dass jener ein Verwandter des Verwundeten war. Der Sprecher scheint aber doch nicht gewusst zu haben, dass Petrus der Angreifer des Malchus war, sonst hätte er ihm dies sicher vorgeworfen. +Johannes Joh 51 18 27 Iterum ergo negavit Petrus: et statim gallus cantavit. Da leugnete Petrus abermals; und sogleich krähte der Hahn.⁴⁰ Apostelgeschichte Apg 51 18 27 Cum autem vellet ire Achaiam, exhortati fratres, scripserunt discipulis ut susciperent eum. Qui cum venisset, contulit multum his, qui crediderant. Da er aber nach Achaja²⁴ gehen wollte, ermahnten die Brüder in einem Schreiben die Jünger, ihn aufzunehmen.²⁵ Als er dahin gekommen war, war er denen, die gläubig geworden waren, sehr förderlich.²⁶ Apostelgeschichte Apg 51 18 27 24 Wahrscheinlich hatten Aquila und Priscilla seine Aufmerksamkeit auf Achaja gelenkt. Apostelgeschichte Apg 51 18 27 25 Wir haben hier das erste Beispiel eines Empfehlungsschreibens seitens einer Kirche an eine andere. Vergl. [2Kor 3,1] Apostelgeschichte Apg 51 18 27 26 Er begoss das schon gepflanzte. Vergl. [1Kor 3,6]. Das Griechische fügt bei: durch die Gnade, d. i. entweder durch den Gnadenbeistand im allgemeinen oder durch gewisse, Apollo verliehene Gnadengaben, welche seinen Worten Erfolg verschafften. -Johannes Joh 50 18 27 40 Nach den drei anderen Evangelisten wurde Petrus das dritte Mal an seiner galiläischen Mundart erkannt. Dies wird durch die vom heil. Johannes erzählten Einzelheiten nicht ausgeschlossen. Nach Markus kräht der Hahn bei der ersten und dritten Verleugnung, die übrigen Evangelisten führen nur das zweite Krähen an. Nach der dritten Verleugnung blickt der Heiland den heil. Petrus an. [Lk 22,61] +Johannes Joh 51 18 27 40 Nach den drei anderen Evangelisten wurde Petrus das dritte Mal an seiner galiläischen Mundart erkannt. Dies wird durch die vom heil. Johannes erzählten Einzelheiten nicht ausgeschlossen. Nach Markus kräht der Hahn bei der ersten und dritten Verleugnung, die übrigen Evangelisten führen nur das zweite Krähen an. Nach der dritten Verleugnung blickt der Heiland den heil. Petrus an. [Lk 22,61] Apostelgeschichte Apg 51 18 28 Vehementer enim Judæos revincebat publice, ostendens per Scripturas, esse Christum Jesum. Denn mit Kraft widerlegte er die Juden öffentlich, und zeigte durch die Schriften, dass Jesus der Christus sei.²⁷ -Johannes Joh 50 18 28 Adducunt ergo Jesum a Caipha in prætorium. Erat autem mane: et ipsi non introierunt in prætorium, ut non contaminarentur, sed ut manducarent Pascha. Sie führten nun Jesus von Kaiphas in das Gerichtshaus.⁴¹ Es war aber früh Morgens.⁴² Sie selbst gingen⁴³ nicht in das Gerichtshaus hinein, damit sie nicht unrein würden,⁴⁴ sondern das Ostermahl essen dürften. +Johannes Joh 51 18 28 Adducunt ergo Jesum a Caipha in prætorium. Erat autem mane: et ipsi non introierunt in prætorium, ut non contaminarentur, sed ut manducarent Pascha. Sie führten nun Jesus von Kaiphas in das Gerichtshaus.⁴¹ Es war aber früh Morgens.⁴² Sie selbst gingen⁴³ nicht in das Gerichtshaus hinein, damit sie nicht unrein würden,⁴⁴ sondern das Ostermahl essen dürften. Apostelgeschichte Apg 51 18 28 27 Ist Jesus der Messias, so war es nicht gesetzwidrig (vergl. V. 13), sondern dem Gesetze gemäß, ihn zu verehren. Apollo machte großen Eindruck, so dass sich eine Partei nach ihm benannte. Vergl. [1Kor 1,12]. Jedenfalls gab er zu den Spaltungen in Korinth keinen Anlass, da dieselben ihn derart betrübten, dass er später trotz des Wunsches des heil. Paulus nicht nach Korinth gehen wollte. [1Kor 16,12] -Johannes Joh 50 18 28 41 Welche Gegensätze! Hier die Juden, die Bilder vollendeten Unglaubens, dort Pilatus, der Vertreter der Halbheit, des Indisserentismus und der gewöhnlichen Lebensklugheit. Die Juden bekämpfen die Wahrheit, Pilatus verzweifelt an ihr und gibt sie preis. Was bei Kaiphas geschah, lässt der heil. Johannes aus, weil es aus den Synoptikern bekannt war. Das römische Gerichtshaus lag in der Burg Antonia, nordwestlich vom Tempel und nahe bei demselben. Sie, nämlich die Mitglieder des hohen Rates und andere Feinde Jesu. -Johannes Joh 50 18 28 42 Die Römer pflegten die Gerichtssitzungen mit Tagesanbruch zu beginnen. Es ist also etwa zwischen 6 und 7 Uhr morgens. -Johannes Joh 50 18 28 43 Die Wohnung des Statthalters hieß allgemein Prätorium. -Johannes Joh 50 18 28 44 Der Eintritt in ein heidnisches Haus konnte leicht levitisch unrein machen, da verschiedene verunreinigende Gegenstände oder Personen sich oft dort befanden; überdies waren es die Tage der ungesäuerten Brote, aus dem heidnischen Hause aber sicher der Sauerteig nicht entfernt. Vergl. [Ex 12,19]. Sie blieben also am Fuße der 28 Stufen zählenden Treppe, die noch jetzt in Rom verehrt wird. O gottlos blinder Aberwitz! Eine fremde Behausung sollte die Juden beflecken, und nicht der eigene, entsetzliche, zur Stunde begangene Frevel! (Aug.) -Johannes Joh 50 18 29 Exivit ergo Pilatus ad eos foras, et dixit: Quam accusationem affertis adversus hominem hunc? Pilatus ging also zu ihnen hinaus,⁴⁵ und sprach: Welche Anklage bringt ihr gegen diesen Menschen vor?⁴⁶ -Johannes Joh 50 18 29 45 Pilatus nimmt auf ihre religiösen Bedenken Rücksicht. -Johannes Joh 50 18 29 46 Da sie den Heiland selbst zu ihm führen, setzt er voraus, dass sie eine vor seinen Richterstuhl gehörige Anklage gegen denselben haben. Er verlangt daher dem römischen Gebrauche gemäß eine bestimmt formulierte Anklage, die auf ein bürgerliches Verbrechen laute. Von der Gefangennahme des Herrn hatte er bereits Kunde, da er selbst dazu Soldaten gegeben. -Johannes Joh 50 18 30 Responderunt, et dixerunt ei: Si non esset hic malefactor, non tibi tradidissemus eum. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Wenn dieser kein Übeltäter wäre, so würden wir ihn dir nicht überliefert haben.⁴⁷ -Johannes Joh 50 18 30 47 Da die Juden einsehen, dass es schwer halten wird, beweise für die Beschuldigung eines bürgerlichen Verbrechens vorzubringen, verlangen sie, Pilatus solle sich mit ihrer Untersuchung der Sache begnügen. Schon dies, dass sie den Heiland vorführen, soll Pilatus als Beweis genügen, dass Jesus ein Missetäter sei, denn sie, die Gerechten und Priester, werden doch keinen Unschuldigen vor Gericht bringen. Sie wollen die Bestätigung ihres Urteiles ertrotzen und hoffen, Pilatus werde wegen des Festes keine Schwierigkeiten machen. In der Aufforderung, den Heiland nach dem jüdischen Gesetze zu richten, lag ein Hohn, da Pilatus wusste, dass sie bereits nach demselben die Sache untersucht hatten. Die Erscheinung des Heilandes muss auf den sonst wenig skrupulösen Mann einen tiefen Eindruck gemacht haben. Zu den dreien Malen erklärt er unumwunden den Heiland für unschuldig [Joh 18,39, Joh 19,4.6]. Zu bemerken ist, dass der Evangelist als bekannt voraussetzt, dass Pilatus der Landpfleger ist, von dem er zuvor gesprochen. -Johannes Joh 50 18 31 Dixit ergo eis Pilatus: Accipite eum vos, et secundum legem vestram judicate eum. Dixerunt ergo ei Judæi: Nobis non licet interficere quemquam. Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach euerm Gesetze! Die Juden aber sagten zu ihm: Uns ist es nicht erlaubt, jemanden zu töten.⁴⁸ -Johannes Joh 50 18 31 48 Gewiss würden wir selbst das Urteil vollziehen, aber es lautet auf Tod, eine Strafe, deren Vollstreckung uns durch die Römer entzogen ist. -Johannes Joh 50 18 32 Ut sermo Jesu impleretur, quem dixit, significans qua morte esset moriturus. Damit⁴⁹ das Wort Jesu erfüllet würde, das er gesagt hatte, um anzudeuten, welches Todes er sterben werde.⁵⁰ -Johannes Joh 50 18 32 49 Vergl. [Mt 20,19] (Aug., Thom.). Eben dieser Umstand, dass die Juden nicht töten durften, zwang sie sich an die Heiden zu wenden, und so wurde die Voraussage des Herrn, dass er von den Heiden verspottet, misshandelt und getötet werden würde, erfüllt. -Johannes Joh 50 18 32 50 Der Heiland spricht von dem Tode am Kreuze, der bei den Heiden üblich war. [Mt 20,19, Joh 3,14, Joh 8,28, Joh 12,32-34]. Nach dem jüdischen Gesetze stand auf Gotteslästerung die Strafe der Steinigung, [Lev 24,14] -Johannes Joh 50 18 33 Introivit ergo iterum in prætorium Pilatus, et vocavit Jesum, et dixit ei: Tu es rex Judæorum? Da ging Pilatus wieder in das Gerichtshaus hinein, rief Jesus, und sprach zu ihm:⁵¹ Bist du⁵² der König der Juden? [Mt 27,11, Mk 15,2, Lk 23,3] -Johannes Joh 50 18 33 51 Indessen haben die Juden einige politische Anklagen vorgebracht und Pilatus muss über dieselben eine Untersuchung anstellen. Vergl. [Lk 23,2] -Johannes Joh 50 18 33 52 Du? Die höchste Verwunderung. Oder: du bist also der König der Juden, von dem die Priester sprachen? Alsdann hat die Antwort des Herrn die Bedeutung: Ich bin es nicht in dem Sinne, welchen du damit verbindest; denn dann wäre es deine (des Vertreters der kaiserlichen Rechte) Sache gewesen zu wachen, und hätten nicht die Juden mich angeklagt. Pilatus: Bin ich denn ein Jude, der eure religiösen Streitigkeiten kennt? -Johannes Joh 50 18 34 Respondit Jesus: A temetipso hoc dicis, an alii dixerunt tibi de me? Jesus antwortete: Sagst du dieses von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt?⁵³ -Johannes Joh 50 18 34 53 Der Heiland lenkt durch diese Frage die Aufmerksamkeit des Landpflegers auf die Ungerechtigkeit der Anklage (Chrys.). Zugleich gewinnt Jesus damit die Gelegenheit, Pilatus über sein Königtum zu belehren, das keine Gefahr für die Römer in sich schließt. Bei den Synoptikern bejaht der Heiland die Frage einfach. Auch hier tut er dies, aber indirekt. -Johannes Joh 50 18 35 Respondit Pilatus: Numquid ego Judæus sum? Gens tua, et pontifices tradiderunt te mihi: quid fecisti? Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude?⁵⁴ Dein Volk und⁵⁵ die Hohenpriester haben dich mir überliefert; was hast du getan?⁵⁶ -Johannes Joh 50 18 35 54 Pilatus sieht es als eine Beleidigung an, den Juden irgendwie gleichgestellt zu werden. Mit der Frage: Bin ich denn ein Jude? Hat er den ersten Teil der frage V. 34 verneint. Dein Volk: er will auch den Heiland die Verachtung fühlen lassen, welche er für dasselbe hegt. -Johannes Joh 50 18 35 55 Ergänze: ganz besonders. -Johannes Joh 50 18 35 56 Er will die Sache möglichst kurz abmachen. Der Ursprung des Reiches ist im Himmel, auch Ziel und Mittel sind übernatürlich. -Johannes Joh 50 18 36 Respondit Jesus: regnum meum non est de hoc mundo: si ex hoc mundo esset regnum meum, ministri mei utique decertarent ut non traderer Judæis: nunc autem regnum meum non est hinc. Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden wohl meine Diener kämpfen, dass ich den Juden nicht überliefert würde.⁵⁷ Nun aber ist mein Reich nicht von hinnen.⁵⁸ -Johannes Joh 50 18 36 57 Das Reich des Herrn ist in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt. Sein Reich sind die Gläubigen. -Johannes Joh 50 18 36 58 Wenn der Erlöser ein politisches Reich hätte aufrichten wollen, hätte er auch für Verteidiger gesorgt. Nun er dies nicht getan, ist dies ein Beweis, dass sein Reich anderer Art ist als die Reiche dieser Erde. Es ist das Reich der Wahrheit. (V. 37) -Johannes Joh 50 18 37 Dixit itaque ei Pilatus: Ergo rex es tu? Respondit Jesus: Tu dicis quia rex sum ego. Ego in hoc natus sum, et ad hoc veni in mundum, ut testimonium perhibeam veritati: omnis, qui est ex veritate, audit vocem meam. Da sprach Pilatus zu ihm: Also ein König bist du?⁵⁹ Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu⁶⁰ geboren,⁶¹ und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.⁶² Jeder der aus der Wahrheit ist,⁶³ höret meine Stimme. -Johannes Joh 50 18 37 59 Pilatus greift nur einen Punkt heraus. Welcher Gegensatz: der arme Gefangene ein König! -Johannes Joh 50 18 37 60 Dazu zweimal mit Nachdruck. -Johannes Joh 50 18 37 61 In der Zeit geboren und gesendet (Euth.). -Johannes Joh 50 18 37 62 Der Heiland gibt von der Wahrheit Zeugnis, da er das, was an sich wahr ist, auch als wahr erklärt und verkündet. Vergl [Hebr 1,1]. -Johannes Joh 50 18 37 63 Jeder, der die Wahrheit liebt und ihr angehören will. Der Heiland will Pilatus zu weiterem Nachdenken führen (Chrys.). -Johannes Joh 50 18 38 Dicit ei Pilatus: Quid est veritas? Et cum hoc dixisset, iterum exivit ad Judæos, et dicit eis: Ego nullam invenio in eo causam. Pilatus sprach zu ihm: Was ist Wahrheit?⁶⁴ Und da er dies gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden, und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. -Johannes Joh 50 18 38 64 Angesehene Väter, wie Aug., Chrys., Thom. glauben, Pilatus habe diese Frage aus aufrichtigerem Verlangen nach Wahrheit gestellt, indes die Mehrzahl der Erklärer fasst die Frage dahin auf: Wahrheit willst du lehren? Als wenn die Wahrheit je gefunden wäre! Da Pilatus keine Antwort erwartet, also keine Belehrung will, scheint diese Auffassung die richtigere. Hier schließt sich die Sendung des Heilandes zu Herodes an [Lk 23,4ff] -Johannes Joh 50 18 39 Est autem consuetudo vobis ut unum dimittam vobis in Pascha: vultis ergo dimittam vobis regem Judæorum? Es ist aber bei euch Herkommen, dass ich euch am Osterfeste einen freigebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freigebe?⁶⁵ [Mt 27,15, Mk 15,6, Lk 23,17] -Johannes Joh 50 18 39 65 Diese Frage ist ungerecht, denn er musste den Unschuldigen (V. 38) freigeben, und er fragt das Volk, ob er ihn freigeben soll; ungerecht ferner, weil nur Verbrecher freigegeben werden. Unklug, denn durch die verhasste Bezeichnung König der Juden gießt Pilatus Öl in's Feuer (Rup.), wie V. 40 zeigt. -Johannes Joh 50 18 40 Clamaverunt ergo rursum omnes, dicentes: Non hunc, sed Barabbam. Erat autem Barabbas latro. Da schrieen sie wiederum⁶⁶ alle, und sagten: Nicht diesen, sondern den Barabbas. Barabbas aber war ein Räuber.⁶⁷ -Johannes Joh 50 18 40 66 Da der Evangelist noch kein anderes Geschrei erwähnt hat, setzt er die [Mk 15,8, Lk 23,4.5] erzählten Ereignisse voraus. -Johannes Joh 50 18 40 67 Diese Bezeichnung widerspricht den Synoptikern nicht, nach denen er während eines Aufstandes einen Mord begangen hatte, den Aufstand und Mord werden von Räubern als Mittel zu ihrem Zwecke angewendet. -Johannes Joh 50 19 0 Verherrlichung des sterbenden Heilandes vor Pilatus, (V. 14) im Tode (V. 32), nach dem Tode (V. 37). 3. Offenbarung der Herrlichkeit des Herrn durch seinen Triumph über seine Gegner. (19,38 21,23) 1. Joseph von Arimathäa und Nikodemus. -Apostelgeschichte Apg 51 19 0 4. Dritte Missionsreise des heil. Paulus (Kap. 19,1 21,16) Paulus und die Johannesjünger zu Ephesus (V. 7) Paulus trennt sich von der Synagoge zu Ephesus. (V. 26) Reisepläne des heil. Paulus. Der Aufruhr zu Ephesus. -Johannes Joh 50 19 1 Tunc ergo apprehendit Pilatus Jesum, et flagellavit. Da¹ ließ Pilatus Jesus ergreifen und geißeln. [Mt 27,27, Mk 15,16] +Johannes Joh 51 18 28 41 Welche Gegensätze! Hier die Juden, die Bilder vollendeten Unglaubens, dort Pilatus, der Vertreter der Halbheit, des Indisserentismus und der gewöhnlichen Lebensklugheit. Die Juden bekämpfen die Wahrheit, Pilatus verzweifelt an ihr und gibt sie preis. Was bei Kaiphas geschah, lässt der heil. Johannes aus, weil es aus den Synoptikern bekannt war. Das römische Gerichtshaus lag in der Burg Antonia, nordwestlich vom Tempel und nahe bei demselben. Sie, nämlich die Mitglieder des hohen Rates und andere Feinde Jesu. +Johannes Joh 51 18 28 42 Die Römer pflegten die Gerichtssitzungen mit Tagesanbruch zu beginnen. Es ist also etwa zwischen 6 und 7 Uhr morgens. +Johannes Joh 51 18 28 43 Die Wohnung des Statthalters hieß allgemein Prätorium. +Johannes Joh 51 18 28 44 Der Eintritt in ein heidnisches Haus konnte leicht levitisch unrein machen, da verschiedene verunreinigende Gegenstände oder Personen sich oft dort befanden; überdies waren es die Tage der ungesäuerten Brote, aus dem heidnischen Hause aber sicher der Sauerteig nicht entfernt. Vergl. [Ex 12,19]. Sie blieben also am Fuße der 28 Stufen zählenden Treppe, die noch jetzt in Rom verehrt wird. O gottlos blinder Aberwitz! Eine fremde Behausung sollte die Juden beflecken, und nicht der eigene, entsetzliche, zur Stunde begangene Frevel! (Aug.) +Johannes Joh 51 18 29 Exivit ergo Pilatus ad eos foras, et dixit: Quam accusationem affertis adversus hominem hunc? Pilatus ging also zu ihnen hinaus,⁴⁵ und sprach: Welche Anklage bringt ihr gegen diesen Menschen vor?⁴⁶ +Johannes Joh 51 18 29 45 Pilatus nimmt auf ihre religiösen Bedenken Rücksicht. +Johannes Joh 51 18 29 46 Da sie den Heiland selbst zu ihm führen, setzt er voraus, dass sie eine vor seinen Richterstuhl gehörige Anklage gegen denselben haben. Er verlangt daher dem römischen Gebrauche gemäß eine bestimmt formulierte Anklage, die auf ein bürgerliches Verbrechen laute. Von der Gefangennahme des Herrn hatte er bereits Kunde, da er selbst dazu Soldaten gegeben. +Johannes Joh 51 18 30 Responderunt, et dixerunt ei: Si non esset hic malefactor, non tibi tradidissemus eum. Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Wenn dieser kein Übeltäter wäre, so würden wir ihn dir nicht überliefert haben.⁴⁷ +Johannes Joh 51 18 30 47 Da die Juden einsehen, dass es schwer halten wird, beweise für die Beschuldigung eines bürgerlichen Verbrechens vorzubringen, verlangen sie, Pilatus solle sich mit ihrer Untersuchung der Sache begnügen. Schon dies, dass sie den Heiland vorführen, soll Pilatus als Beweis genügen, dass Jesus ein Missetäter sei, denn sie, die Gerechten und Priester, werden doch keinen Unschuldigen vor Gericht bringen. Sie wollen die Bestätigung ihres Urteiles ertrotzen und hoffen, Pilatus werde wegen des Festes keine Schwierigkeiten machen. In der Aufforderung, den Heiland nach dem jüdischen Gesetze zu richten, lag ein Hohn, da Pilatus wusste, dass sie bereits nach demselben die Sache untersucht hatten. Die Erscheinung des Heilandes muss auf den sonst wenig skrupulösen Mann einen tiefen Eindruck gemacht haben. Zu den dreien Malen erklärt er unumwunden den Heiland für unschuldig [Joh 18,39, Joh 19,4.6]. Zu bemerken ist, dass der Evangelist als bekannt voraussetzt, dass Pilatus der Landpfleger ist, von dem er zuvor gesprochen. +Johannes Joh 51 18 31 Dixit ergo eis Pilatus: Accipite eum vos, et secundum legem vestram judicate eum. Dixerunt ergo ei Judæi: Nobis non licet interficere quemquam. Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach euerm Gesetze! Die Juden aber sagten zu ihm: Uns ist es nicht erlaubt, jemanden zu töten.⁴⁸ +Johannes Joh 51 18 31 48 Gewiss würden wir selbst das Urteil vollziehen, aber es lautet auf Tod, eine Strafe, deren Vollstreckung uns durch die Römer entzogen ist. +Johannes Joh 51 18 32 Ut sermo Jesu impleretur, quem dixit, significans qua morte esset moriturus. Damit⁴⁹ das Wort Jesu erfüllet würde, das er gesagt hatte, um anzudeuten, welches Todes er sterben werde.⁵⁰ +Johannes Joh 51 18 32 49 Vergl. [Mt 20,19] (Aug., Thom.). Eben dieser Umstand, dass die Juden nicht töten durften, zwang sie sich an die Heiden zu wenden, und so wurde die Voraussage des Herrn, dass er von den Heiden verspottet, misshandelt und getötet werden würde, erfüllt. +Johannes Joh 51 18 32 50 Der Heiland spricht von dem Tode am Kreuze, der bei den Heiden üblich war. [Mt 20,19, Joh 3,14, Joh 8,28, Joh 12,32-34]. Nach dem jüdischen Gesetze stand auf Gotteslästerung die Strafe der Steinigung, [Lev 24,14] +Johannes Joh 51 18 33 Introivit ergo iterum in prætorium Pilatus, et vocavit Jesum, et dixit ei: Tu es rex Judæorum? Da ging Pilatus wieder in das Gerichtshaus hinein, rief Jesus, und sprach zu ihm:⁵¹ Bist du⁵² der König der Juden? [Mt 27,11, Mk 15,2, Lk 23,3] +Johannes Joh 51 18 33 51 Indessen haben die Juden einige politische Anklagen vorgebracht und Pilatus muss über dieselben eine Untersuchung anstellen. Vergl. [Lk 23,2] +Johannes Joh 51 18 33 52 Du? Die höchste Verwunderung. Oder: du bist also der König der Juden, von dem die Priester sprachen? Alsdann hat die Antwort des Herrn die Bedeutung: Ich bin es nicht in dem Sinne, welchen du damit verbindest; denn dann wäre es deine (des Vertreters der kaiserlichen Rechte) Sache gewesen zu wachen, und hätten nicht die Juden mich angeklagt. Pilatus: Bin ich denn ein Jude, der eure religiösen Streitigkeiten kennt? +Johannes Joh 51 18 34 Respondit Jesus: A temetipso hoc dicis, an alii dixerunt tibi de me? Jesus antwortete: Sagst du dieses von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt?⁵³ +Johannes Joh 51 18 34 53 Der Heiland lenkt durch diese Frage die Aufmerksamkeit des Landpflegers auf die Ungerechtigkeit der Anklage (Chrys.). Zugleich gewinnt Jesus damit die Gelegenheit, Pilatus über sein Königtum zu belehren, das keine Gefahr für die Römer in sich schließt. Bei den Synoptikern bejaht der Heiland die Frage einfach. Auch hier tut er dies, aber indirekt. +Johannes Joh 51 18 35 Respondit Pilatus: Numquid ego Judæus sum? Gens tua, et pontifices tradiderunt te mihi: quid fecisti? Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude?⁵⁴ Dein Volk und⁵⁵ die Hohenpriester haben dich mir überliefert; was hast du getan?⁵⁶ +Johannes Joh 51 18 35 54 Pilatus sieht es als eine Beleidigung an, den Juden irgendwie gleichgestellt zu werden. Mit der Frage: Bin ich denn ein Jude? Hat er den ersten Teil der frage V. 34 verneint. Dein Volk: er will auch den Heiland die Verachtung fühlen lassen, welche er für dasselbe hegt. +Johannes Joh 51 18 35 55 Ergänze: ganz besonders. +Johannes Joh 51 18 35 56 Er will die Sache möglichst kurz abmachen. Der Ursprung des Reiches ist im Himmel, auch Ziel und Mittel sind übernatürlich. +Johannes Joh 51 18 36 Respondit Jesus: regnum meum non est de hoc mundo: si ex hoc mundo esset regnum meum, ministri mei utique decertarent ut non traderer Judæis: nunc autem regnum meum non est hinc. Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden wohl meine Diener kämpfen, dass ich den Juden nicht überliefert würde.⁵⁷ Nun aber ist mein Reich nicht von hinnen.⁵⁸ +Johannes Joh 51 18 36 57 Das Reich des Herrn ist in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt. Sein Reich sind die Gläubigen. +Johannes Joh 51 18 36 58 Wenn der Erlöser ein politisches Reich hätte aufrichten wollen, hätte er auch für Verteidiger gesorgt. Nun er dies nicht getan, ist dies ein Beweis, dass sein Reich anderer Art ist als die Reiche dieser Erde. Es ist das Reich der Wahrheit. (V. 37) +Johannes Joh 51 18 37 Dixit itaque ei Pilatus: Ergo rex es tu? Respondit Jesus: Tu dicis quia rex sum ego. Ego in hoc natus sum, et ad hoc veni in mundum, ut testimonium perhibeam veritati: omnis, qui est ex veritate, audit vocem meam. Da sprach Pilatus zu ihm: Also ein König bist du?⁵⁹ Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu⁶⁰ geboren,⁶¹ und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.⁶² Jeder der aus der Wahrheit ist,⁶³ höret meine Stimme. +Johannes Joh 51 18 37 59 Pilatus greift nur einen Punkt heraus. Welcher Gegensatz: der arme Gefangene ein König! +Johannes Joh 51 18 37 60 Dazu zweimal mit Nachdruck. +Johannes Joh 51 18 37 61 In der Zeit geboren und gesendet (Euth.). +Johannes Joh 51 18 37 62 Der Heiland gibt von der Wahrheit Zeugnis, da er das, was an sich wahr ist, auch als wahr erklärt und verkündet. Vergl [Hebr 1,1]. +Johannes Joh 51 18 37 63 Jeder, der die Wahrheit liebt und ihr angehören will. Der Heiland will Pilatus zu weiterem Nachdenken führen (Chrys.). +Johannes Joh 51 18 38 Dicit ei Pilatus: Quid est veritas? Et cum hoc dixisset, iterum exivit ad Judæos, et dicit eis: Ego nullam invenio in eo causam. Pilatus sprach zu ihm: Was ist Wahrheit?⁶⁴ Und da er dies gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden, und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. +Johannes Joh 51 18 38 64 Angesehene Väter, wie Aug., Chrys., Thom. glauben, Pilatus habe diese Frage aus aufrichtigerem Verlangen nach Wahrheit gestellt, indes die Mehrzahl der Erklärer fasst die Frage dahin auf: Wahrheit willst du lehren? Als wenn die Wahrheit je gefunden wäre! Da Pilatus keine Antwort erwartet, also keine Belehrung will, scheint diese Auffassung die richtigere. Hier schließt sich die Sendung des Heilandes zu Herodes an [Lk 23,4ff] +Johannes Joh 51 18 39 Est autem consuetudo vobis ut unum dimittam vobis in Pascha: vultis ergo dimittam vobis regem Judæorum? Es ist aber bei euch Herkommen, dass ich euch am Osterfeste einen freigebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freigebe?⁶⁵ [Mt 27,15, Mk 15,6, Lk 23,17] +Johannes Joh 51 18 39 65 Diese Frage ist ungerecht, denn er musste den Unschuldigen (V. 38) freigeben, und er fragt das Volk, ob er ihn freigeben soll; ungerecht ferner, weil nur Verbrecher freigegeben werden. Unklug, denn durch die verhasste Bezeichnung König der Juden gießt Pilatus Öl in's Feuer (Rup.), wie V. 40 zeigt. +Johannes Joh 51 18 40 Clamaverunt ergo rursum omnes, dicentes: Non hunc, sed Barabbam. Erat autem Barabbas latro. Da schrieen sie wiederum⁶⁶ alle, und sagten: Nicht diesen, sondern den Barabbas. Barabbas aber war ein Räuber.⁶⁷ +Johannes Joh 51 18 40 66 Da der Evangelist noch kein anderes Geschrei erwähnt hat, setzt er die [Mk 15,8, Lk 23,4.5] erzählten Ereignisse voraus. +Johannes Joh 51 18 40 67 Diese Bezeichnung widerspricht den Synoptikern nicht, nach denen er während eines Aufstandes einen Mord begangen hatte, den Aufstand und Mord werden von Räubern als Mittel zu ihrem Zwecke angewendet. +Johannes Joh 51 19 0 Verherrlichung des sterbenden Heilandes vor Pilatus, (V. 14) im Tode (V. 32), nach dem Tode (V. 37). 3. Offenbarung der Herrlichkeit des Herrn durch seinen Triumph über seine Gegner. (19,38 21,23) 1. Joseph von Arimathäa und Nikodemus. +Apostelgeschichte Apg 51 19 0 4. Dritte Missionsreise des heil. Paulus (Kap. 19,1 21,16) Paulus und die Johannesjünger zu Ephesus (V. 7) Paulus trennt sich von der Synagoge zu Ephesus. (V. 26) Reisepläne des heil. Paulus. Der Aufruhr zu Ephesus. +Johannes Joh 51 19 1 Tunc ergo apprehendit Pilatus Jesum, et flagellavit. Da¹ ließ Pilatus Jesus ergreifen und geißeln. [Mt 27,27, Mk 15,16] Apostelgeschichte Apg 51 19 1 Factum est autem, cum Apollo esset Corinthi, ut Paulus peragratis superioribus partibus veniret Ephesum, et inveniret quosdam discipulos: Es geschah aber, als Apollo in Korinth war, dass Paulus von den oberen Ländern, welche er durchzogen hatte, nach Ephesus kam.¹ Daselbst fand er einige Jünger. Apostelgeschichte Apg 51 19 1 1 Paulus erfüllt sein früher [Apg 18,21] gegebenes Versprechen. Ephesus war damals die Hauptstadt der römischen prokonsularischen Provinz Asien, welche den westlichen Teil des jetzigen Kleinasien umfasste. Die Stadt ward durch die Arbeiten des heil. Paulus und des heil. Johannes die Mutterkirche aller asiatischen Gemeinden. In ihr ward 431 das zweite allgemeine Konzil gehalten. Heute liegt sie in Trümmern. -Johannes Joh 50 19 1 1 Als das Volk von Jerusalem den Barabbas forderte und nach der Handwaschung [Mt 27,24]. Pilatus hat den Rechtsboden verlassen, er macht den Juden ein neues Zugeständnis. -Johannes Joh 50 19 2 Et milites plectentes coronam de spinis, imposuerunt capiti ejus: et veste purpurea circumdederunt eum. Und die Soldaten flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie ihm auf sein Haupt, und legten ihm einen Purpurmantel um. +Johannes Joh 51 19 1 1 Als das Volk von Jerusalem den Barabbas forderte und nach der Handwaschung [Mt 27,24]. Pilatus hat den Rechtsboden verlassen, er macht den Juden ein neues Zugeständnis. +Johannes Joh 51 19 2 Et milites plectentes coronam de spinis, imposuerunt capiti ejus: et veste purpurea circumdederunt eum. Und die Soldaten flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie ihm auf sein Haupt, und legten ihm einen Purpurmantel um. Apostelgeschichte Apg 51 19 2 Dixitque ad eos: Si Spiritum sanctum accepistis credentes? At illi dixerunt ad eum: Sed neque si Spiritus sanctus est, audivimus. und er sprach zu ihnen: Habt ihr, da ihr gläubig geworden seid, den Heiligen Geist empfangen? Sie aber sprachen zu ihm: Nein, sondern wir haben nicht einmal gehört, ob ein Heiliger Geist ist.² Apostelgeschichte Apg 51 19 2 2 Es waren Leute, die auf die Predigt des heil. Johannes auf das hin, was sie über Jesus und seine Apostel gehört, sich dem Christentume angeschlossen hatten, aber ohne die Taufe und genaueren Unterricht. Völlig unbekannt konnte ihnen als Juden, vergl. [Apg 2,17], wie als Johannesjüngern [Mk 1,8, Lk 3,16] der Heil. Geist nicht sein. Die Antwort: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein Heil. Geist ist, hat wohl nicht den Sinn, dass sie nicht wussten, ob es einen Heil. Geist gibt, sondern ob der verheißene Heil. Geist schon da sei. Vergl. den griechischen Text von [Joh 7,39] und die Vulgata ebenda. Apostelgeschichte Apg 51 19 3 Ille vero ait: in quo ergo baptizati estis? Qui dixerunt: In Joannis baptismate. Da sprach er: Worauf seid ihr denn also getauft worden?³ Sie sagten: Auf die Taufe des Johannes.⁴ -Johannes Joh 50 19 3 Et veniebant ad eum, et dicebant: Ave rex Judæorum: et dabant ei alapas. Und sie traten zu ihm, und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! Und sie gaben ihm Backenstreiche.² -Johannes Joh 50 19 3 2 Nach [Mt 27,26-31] und [Mk 15,15-20] könnte es scheinen, als ob Pilatus das Urteil vor der Dornenkrönung sprach; die Darstellung des heil. Johannes wirft auch auf diesen Punkt Licht. (V. 5 16) Pilatus duldet es, weil er glaubt, der elende Zustand, in welchen der Herr dadurch versetzt wird, werde Mitleid erregen. +Johannes Joh 51 19 3 Et veniebant ad eum, et dicebant: Ave rex Judæorum: et dabant ei alapas. Und sie traten zu ihm, und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! Und sie gaben ihm Backenstreiche.² +Johannes Joh 51 19 3 2 Nach [Mt 27,26-31] und [Mk 15,15-20] könnte es scheinen, als ob Pilatus das Urteil vor der Dornenkrönung sprach; die Darstellung des heil. Johannes wirft auch auf diesen Punkt Licht. (V. 5 16) Pilatus duldet es, weil er glaubt, der elende Zustand, in welchen der Herr dadurch versetzt wird, werde Mitleid erregen. Apostelgeschichte Apg 51 19 3 3 Hättet ihr die christliche Taufe empfangen, so wüsstet ihr sicher, dass der heil. Geist schon da ist, denn auf das Bekenntnis seiner (wie des Vaters und Sohnes) wäret ihr getauft worden, ihr hättet seinen Namen in der Taufformel gehört und er wäre über euch herabgekommen. Also seid ihr auf etwas anderes getauft worden; auf was denn? Apostelgeschichte Apg 51 19 3 4 Sie verstehen die Frage nicht ganz. Der Sinn derselben ist: man wird getauft, weil man etwas glaubt usw. Sie verstanden: was für eine Taufe habt ihr empfangen? Vergl. über diese Worte das Konzil von Trid. Sitz 7 Kann 1. -Johannes Joh 50 19 4 Exivit ergo iterum Pilatus foras, et dicit eis: Ecce adduco vobis eum foras, ut cognoscatis quia nullam invenio in eo causam. Da ging Pilatus abermals hinaus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennet, dass ich keine Schuld an ihm finde.³ +Johannes Joh 51 19 4 Exivit ergo iterum Pilatus foras, et dicit eis: Ecce adduco vobis eum foras, ut cognoscatis quia nullam invenio in eo causam. Da ging Pilatus abermals hinaus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennet, dass ich keine Schuld an ihm finde.³ Apostelgeschichte Apg 51 19 4 Dixit autem Paulus: Joannes baptizavit baptismo pnitentiæ populum, dicens: In eum, qui venturus esset post ipsum, ut crederent, hoc est, in Jesum. Paulus aber sprach: Johannes taufte das Volk mit einer Bußtaufe, indem er sagte, sie sollten an den, welcher nach ihm käme, glauben, das ist, an Jesus. -Johannes Joh 50 19 4 3 Pilatus kommt selbst heraus: Ich will ihn nun vor euch anhören, damit usw. Indem er sagt, dass er keine Schuld an dem Heilande finde, verurteilt er die grausame Geißelung und Verspottung selbst. +Johannes Joh 51 19 4 3 Pilatus kommt selbst heraus: Ich will ihn nun vor euch anhören, damit usw. Indem er sagt, dass er keine Schuld an dem Heilande finde, verurteilt er die grausame Geißelung und Verspottung selbst. Apostelgeschichte Apg 51 19 5 His auditis, baptizati sunt in nomine Domini Jesu. Da sie dies hörten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen. -Johannes Joh 50 19 5 (Exivit ergo Jesus portans coronam spineam, et purpureum vestimentum:) Et dicit eis: Ecce homo. (Jesus also trat hinaus, mit der Dornenkrone und dem Purpurmantel angetan.)⁴ Und er sprach zu ihnen: Sehet da den Menschen!⁵ -Johannes Joh 50 19 5 4 Jesus blieb bis zum Abschluss der Verhandlungen vor den Augen der Juden. -Johannes Joh 50 19 5 5 Das Wort ist halb verächtlich, halb mitleidig: Da kommt der Mann, dessen Erscheinen ich euch angekündigt. +Johannes Joh 51 19 5 (Exivit ergo Jesus portans coronam spineam, et purpureum vestimentum:) Et dicit eis: Ecce homo. (Jesus also trat hinaus, mit der Dornenkrone und dem Purpurmantel angetan.)⁴ Und er sprach zu ihnen: Sehet da den Menschen!⁵ +Johannes Joh 51 19 5 4 Jesus blieb bis zum Abschluss der Verhandlungen vor den Augen der Juden. +Johannes Joh 51 19 5 5 Das Wort ist halb verächtlich, halb mitleidig: Da kommt der Mann, dessen Erscheinen ich euch angekündigt. Apostelgeschichte Apg 51 19 6 Et cum imposuisset illis manus Paulus, venit Spiritus sanctus super eos et loquebantur linguis, et prophetabant. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist über sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.⁵ -Johannes Joh 50 19 6 Cum ergo vidissent eum pontifices, et ministri, clamabant, dicentes: Crucifige, crucifige eum. Dicit eis Pilatus: Accipite eum vos, et crucifigite: ego enim non invenio in eo causam. Als ihn aber die Hohenpriester und Diener⁶ sahen, schrieen sie, und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm.⁷ +Johannes Joh 51 19 6 Cum ergo vidissent eum pontifices, et ministri, clamabant, dicentes: Crucifige, crucifige eum. Dicit eis Pilatus: Accipite eum vos, et crucifigite: ego enim non invenio in eo causam. Als ihn aber die Hohenpriester und Diener⁶ sahen, schrieen sie, und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 19 6 5 Mit dem Sakramente der Firmung empfingen sie auch verschiedene Geistesgaben. -Johannes Joh 50 19 6 6 Wie die Hohenpriester das Volk angestiftet, die Freilassung des Barabbas zu fordern [Mt 27,20], so halten sie es jetzt von Mitleid zurück. Die Diener sind insbesondere die Tempeldiener. -Johannes Joh 50 19 6 7 Pilatus antwortet ihnen ärgerlich: ich kann mich nicht zu einer solchen Ungerechtigkeit hergeben, dies möget ihr tun. Da sie selbst nicht das Recht hatten zu kreuzigen, lag in seinen Worten eine Ablehnung. Sie haben als Juden für einen Angehörigen ihres Volkes zu ihrer eigenen Schande die Kreuzigung verlangt. -Johannes Joh 50 19 7 Responderunt ei Judæi: Nos legem habemus, et secundum legem debet mori, quia Filium Dei se fecit. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetze muss er sterben, weil er sich zum Sohne Gottes gemacht hat.⁸ +Johannes Joh 51 19 6 6 Wie die Hohenpriester das Volk angestiftet, die Freilassung des Barabbas zu fordern [Mt 27,20], so halten sie es jetzt von Mitleid zurück. Die Diener sind insbesondere die Tempeldiener. +Johannes Joh 51 19 6 7 Pilatus antwortet ihnen ärgerlich: ich kann mich nicht zu einer solchen Ungerechtigkeit hergeben, dies möget ihr tun. Da sie selbst nicht das Recht hatten zu kreuzigen, lag in seinen Worten eine Ablehnung. Sie haben als Juden für einen Angehörigen ihres Volkes zu ihrer eigenen Schande die Kreuzigung verlangt. +Johannes Joh 51 19 7 Responderunt ei Judæi: Nos legem habemus, et secundum legem debet mori, quia Filium Dei se fecit. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetze muss er sterben, weil er sich zum Sohne Gottes gemacht hat.⁸ Apostelgeschichte Apg 51 19 7 Erant autem omnes viri fere duodecim. Es waren aber in allem etwa zwölf Männer. -Johannes Joh 50 19 7 8 Wenn du keine Schuld findest, wir haben eine solche bereits gefunden, denn wer sich Gott gleichstellt, ist ein Lästerer, ein solcher aber muss nach unserem Gesetz sterben, und dieses Urteil zu vollziehen liegt dir ob. Das Gesetz, auf welches sie sich beziehen, ist das [Lev 24,15ff, Dtn 18,20] aufgezeichnete. +Johannes Joh 51 19 7 8 Wenn du keine Schuld findest, wir haben eine solche bereits gefunden, denn wer sich Gott gleichstellt, ist ein Lästerer, ein solcher aber muss nach unserem Gesetz sterben, und dieses Urteil zu vollziehen liegt dir ob. Das Gesetz, auf welches sie sich beziehen, ist das [Lev 24,15ff, Dtn 18,20] aufgezeichnete. Apostelgeschichte Apg 51 19 8 Introgressus autem synagogam, cum fiducia loquebatur per tres menses, disputans, et suadens de regno Dei. Und er ging in die Synagoge,⁶ und redete drei Monate hindurch mit Zuversicht, von dem Reiche Gottes lehrend und überzeugend. -Johannes Joh 50 19 8 Cum ergo audisset Pilatus hunc sermonem, magis timuit. Als nun Pilatus diese Worte hörte, fürchtete er sich noch mehr.⁹ +Johannes Joh 51 19 8 Cum ergo audisset Pilatus hunc sermonem, magis timuit. Als nun Pilatus diese Worte hörte, fürchtete er sich noch mehr.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 19 8 6 In der Woche arbeitete der heil. Paulus, am Sabbate ging er in die Synagoge. -Johannes Joh 50 19 8 9 Die Furcht des Pilatus wächst. An diese Stelle gehört wohl der Traum seiner Frau. [Mt 27,19] (Aug.). Ob Pilatus vermutet, der Herr möchte ein Halbgott sein? Jedenfalls konnten selbst gebildete Heiden sich nicht von dem Aberglauben frei machen, dass die Götter in Menschengestalt unter Menschen wandelten und Söhne und Töchter, sogenannte Halbgötter hatten. Vergl. [Apg 14,11, Apg 28,6]. -Johannes Joh 50 19 9 Et ingressus est prætorium iterum: et dixit ad Jesum: Unde es tu? Jesus autem responsum non dedit ei. Und er ging wiederum in das Gerichtshaus, und sprach zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.¹⁰ +Johannes Joh 51 19 8 9 Die Furcht des Pilatus wächst. An diese Stelle gehört wohl der Traum seiner Frau. [Mt 27,19] (Aug.). Ob Pilatus vermutet, der Herr möchte ein Halbgott sein? Jedenfalls konnten selbst gebildete Heiden sich nicht von dem Aberglauben frei machen, dass die Götter in Menschengestalt unter Menschen wandelten und Söhne und Töchter, sogenannte Halbgötter hatten. Vergl. [Apg 14,11, Apg 28,6]. +Johannes Joh 51 19 9 Et ingressus est prætorium iterum: et dixit ad Jesum: Unde es tu? Jesus autem responsum non dedit ei. Und er ging wiederum in das Gerichtshaus, und sprach zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 19 9 Cum autem quidam indurarentur, et non crederent, maledicentes viam Domini coram multitudine, discedens ab eis, segregavit discipulos, quotidie disputans in schola Tyranni cujusdam. Da aber einige verstockt waren, und ungläubig blieben, und von dem Wege des Herrn vor der Menge schlecht redeten, trennte er sich von ihnen, und sonderte die Jünger ab, indem er täglich in der Schule eines gewissen Tyrannus⁷ Unterredungen hielt. Apostelgeschichte Apg 51 19 9 7 Tyrannus muss ein bekannter Mann gewesen sein. Der Ausdruck Schule weist auf einen Lehrsaal hin, den der heil. Paulus wohl mietete. Was der Apostel in Ephesus weiter erduldet, schildert er [1Kor 15,32]. -Johannes Joh 50 19 9 10 Weil eine Antwort, die einzig zur Unterweisung für Pilatus selbst gedient hätte, keine Stätte in seinem Herzen gefunden haben würde (Chrys., Cyr.), und weil Pilatus wegen seines schwankenden Verhaltens einer Antwort nicht würdig war, der Herr zudem den Gang der Ereignisse nicht aufhalten wollte. +Johannes Joh 51 19 9 10 Weil eine Antwort, die einzig zur Unterweisung für Pilatus selbst gedient hätte, keine Stätte in seinem Herzen gefunden haben würde (Chrys., Cyr.), und weil Pilatus wegen seines schwankenden Verhaltens einer Antwort nicht würdig war, der Herr zudem den Gang der Ereignisse nicht aufhalten wollte. Apostelgeschichte Apg 51 19 10 Hoc autem factum est per biennium, ita ut omnes, qui habitabant in Asia, audirent verbum Domini, Judæi atque gentiles. Dies geschah zwei Jahre lang,⁸ so dass alle Bewohner Asiens, Juden und Heiden, das Wort des Herrn vernahmen. -Johannes Joh 50 19 10 Dicit ergo ei Pilatus: Mihi non loqueris? nescis quia potestatem habeo crucifigere te, et potestatem habeo dimittere te? Da sprach Pilatus zu ihm: Zu mir redest du nicht? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich freizulassen?¹¹ +Johannes Joh 51 19 10 Dicit ergo ei Pilatus: Mihi non loqueris? nescis quia potestatem habeo crucifigere te, et potestatem habeo dimittere te? Da sprach Pilatus zu ihm: Zu mir redest du nicht? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich freizulassen?¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 19 10 8 Da die Lehrtätigkeit in dem Hause des Tyrannus zwei Jahre dauerte, der heil. Paulus schon drei Monate in der Synagoge gelehrt hatte, blieb er in Ephesus den ersten Teil des dritten Jahres [Apg 20,31], wohl auch jene anderen Gemeinden gründend, deren Offb. Kap 2 u. 3 Erwähnung geschieht. -Johannes Joh 50 19 10 11 Pilatus fürchtet sich selbst und will Furcht einflößen (Euth.). +Johannes Joh 51 19 10 11 Pilatus fürchtet sich selbst und will Furcht einflößen (Euth.). Apostelgeschichte Apg 51 19 11 Virtutesque non quaslibet faciebat Deus per manum Pauli: Auch wirkte Gott nicht geringe Wunder durch die Hand des Paulus, -Johannes Joh 50 19 11 Respondit Jesus: Non haberes potestatem adversum me ullam, nisi tibi datum esset desuper. Propterea qui me tradidit tibi, majus peccatum habet. Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre;¹² darum¹³ hat der, welcher mich dir überlieferte, eine größere Sünde.¹⁴ -Johannes Joh 50 19 11 12 Pilatus prahlt mit seiner Macht und will sie doch gegen einen Unschuldigen gebrauchen. Jesus handelt und leidet nach göttlichem Ratschluss. Pilatus ist mit seinen freien Handlungen und Entschlüssen dennoch wieder nur das dienende Werkzeug jenes höheren, auf ewige Macht und Weisheit gegründeten Ratschlusses. Darum und nur so weit hat Pilatus auch Gewalt des Lebens und Todes (V. 10) selbst über den Herrn des Lebens. [Apg 3,15]. Die Rollen werden gleichsam gewechselt, und Pilatus wird in der letzten Antwort, die der Heiland ihm gibt, statt des Richters der Angeklagte. -Johannes Joh 50 19 11 13 Darum: Nicht irgendein Unschuldiger ist dir überliefert worden, sondern der, welcher wegen seiner hohen Würde keiner menschlichen Gewalt, außer auf besondere Anordnung Gottes, unterworfen ist. Darum ist die Sünde derer, die mich überliefert haben, größer. -Johannes Joh 50 19 11 14 Es gibt also einen Unterschied in der Schwere der Sünden (Thom.). +Johannes Joh 51 19 11 Respondit Jesus: Non haberes potestatem adversum me ullam, nisi tibi datum esset desuper. Propterea qui me tradidit tibi, majus peccatum habet. Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre;¹² darum¹³ hat der, welcher mich dir überlieferte, eine größere Sünde.¹⁴ +Johannes Joh 51 19 11 12 Pilatus prahlt mit seiner Macht und will sie doch gegen einen Unschuldigen gebrauchen. Jesus handelt und leidet nach göttlichem Ratschluss. Pilatus ist mit seinen freien Handlungen und Entschlüssen dennoch wieder nur das dienende Werkzeug jenes höheren, auf ewige Macht und Weisheit gegründeten Ratschlusses. Darum und nur so weit hat Pilatus auch Gewalt des Lebens und Todes (V. 10) selbst über den Herrn des Lebens. [Apg 3,15]. Die Rollen werden gleichsam gewechselt, und Pilatus wird in der letzten Antwort, die der Heiland ihm gibt, statt des Richters der Angeklagte. +Johannes Joh 51 19 11 13 Darum: Nicht irgendein Unschuldiger ist dir überliefert worden, sondern der, welcher wegen seiner hohen Würde keiner menschlichen Gewalt, außer auf besondere Anordnung Gottes, unterworfen ist. Darum ist die Sünde derer, die mich überliefert haben, größer. +Johannes Joh 51 19 11 14 Es gibt also einen Unterschied in der Schwere der Sünden (Thom.). Apostelgeschichte Apg 51 19 12 Ita ut etiam super languidos deferrentur a corpore ejus sudaria, et semicinctia, et recedebant ab eis languores, et spiritus nequam egrediebantur. so dass man auch auf die Kranken von seinem Leibe weg Schweißtücher und Gürtel legte,⁹ und es wichen die Krankheiten von ihnen, und die bösen Geister fuhren aus. -Johannes Joh 50 19 12 Et exinde quærebat Pilatus dimittere eum. Judæi autem clamabant dicentes: Si hunc dimittis, non es amicus Cæsaris. Omnis enim, qui se regem facit, contradicit Cæsari. Von nun an suchte Pilatus ihn freizulassen.¹⁵ Die Juden aber schrieen, und sprachen: Wenn du diesen freigibst, so bist du kein Freund¹⁶ des Kaisers; denn jeder, der sich zum Könige macht, erklärt sich gegen den Kaiser.¹⁷ +Johannes Joh 51 19 12 Et exinde quærebat Pilatus dimittere eum. Judæi autem clamabant dicentes: Si hunc dimittis, non es amicus Cæsaris. Omnis enim, qui se regem facit, contradicit Cæsari. Von nun an suchte Pilatus ihn freizulassen.¹⁵ Die Juden aber schrieen, und sprachen: Wenn du diesen freigibst, so bist du kein Freund¹⁶ des Kaisers; denn jeder, der sich zum Könige macht, erklärt sich gegen den Kaiser.¹⁷ Apostelgeschichte Apg 51 19 12 9 Vergl. die Heilung des blutflüssigen Weibes [Mt 9,20] und der Kranken [Apg 5,15]. -Johannes Joh 50 19 12 15 Griech.: Infolge dessen. Diese Partikel ist vorzuziehen, da Pilatus den Herrn nicht erst jetzt freilassen wollte. Die Worte des Heilandes hatten einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Der Evangelist sagt: freizulassen, nicht freizusprechen. Pilatus hatte schon früher die Unschuld unseres Herrn erklärt, fortan kann er auf Mittel, ihm, ohne die Juden zu beleidigen, die Freiheit zu verschaffen. Umsonst, die Feinde Jesu merkten die Absicht des Römers. -Johannes Joh 50 19 12 16 Kein treuer Diener des Kaisers. -Johannes Joh 50 19 12 17 Zurückweisung auf die bereits [Joh 18,33] vorgebrachte Anklage. +Johannes Joh 51 19 12 15 Griech.: Infolge dessen. Diese Partikel ist vorzuziehen, da Pilatus den Herrn nicht erst jetzt freilassen wollte. Die Worte des Heilandes hatten einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Der Evangelist sagt: freizulassen, nicht freizusprechen. Pilatus hatte schon früher die Unschuld unseres Herrn erklärt, fortan kann er auf Mittel, ihm, ohne die Juden zu beleidigen, die Freiheit zu verschaffen. Umsonst, die Feinde Jesu merkten die Absicht des Römers. +Johannes Joh 51 19 12 16 Kein treuer Diener des Kaisers. +Johannes Joh 51 19 12 17 Zurückweisung auf die bereits [Joh 18,33] vorgebrachte Anklage. Apostelgeschichte Apg 51 19 13 Tentaverunt autem quidam et de circumeuntibus Judæis exorcistis, invocare super eos, qui habebant spiritus malos, nomen Domini Jesu, dicentes: Adjuro vos per Jesum, quem Paulus prædicat. Es versuchten aber einige von den herumziehenden jüdischen Teufelsbeschwörern über diejenigen, welche von bösen Geistern besessen waren, den Namen des Herrn Jesus anzurufen, und sagten: Ich beschwöre euch bei Jesus, welchen Paulus verkündet!¹⁰ -Johannes Joh 50 19 13 Pilatus autem cum audisset hos sermones, adduxit foras Jesum: et sedit pro tribunali, in loco, qui dicitur Lithostrotos, Hebraice autem Gabbatha. Als aber Pilatus diese Reden hörte, führte er Jesus hinaus,¹⁸ und setzte sich auf den Richterstuhl,¹⁹ an dem Orte, der Lithostrotos heißt, hebräisch aber Gabbatha.²⁰ +Johannes Joh 51 19 13 Pilatus autem cum audisset hos sermones, adduxit foras Jesum: et sedit pro tribunali, in loco, qui dicitur Lithostrotos, Hebraice autem Gabbatha. Als aber Pilatus diese Reden hörte, führte er Jesus hinaus,¹⁸ und setzte sich auf den Richterstuhl,¹⁹ an dem Orte, der Lithostrotos heißt, hebräisch aber Gabbatha.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 19 13 10 Sie meinten wohl, der Name Jesus sei eine Zauberformel, wie sie solche gebrauchten. -Johannes Joh 50 19 13 18 Nach der letzten an den Herrn gerichteten Frage hatte Pilatus den Heiland im Richthause zurückgelassen (V. 9). -Johannes Joh 50 19 13 19 Der Richterstuhl wurde wohl nach dem sogleich genannten Orte übertragen. Das Urteil musste im Freien vor dem Angeklagten gefällt werden. -Johannes Joh 50 19 13 20 Gabbatha: Anhöhe. Es ist wohl ein mit Mosaikboden gepflasterter Platz gegen den Tempelvorhof gelegen. Um die Wichtigkeit des Augenblickes zu kennzeichnen, gibt der Evangelist genau Ort, Stunde und Tag an. Nur an fünf Stellen gibt der heil. Johannes eine nähere Zeitbestimmung: [Joh 1,39, Joh 4,6.52, Joh 11,9] und an unserer Stelle. -Johannes Joh 50 19 14 Erat autem parasceve Paschæ, hora quasi sexta, et dicit Judæis: Ecce rex vester. Es war aber der Rüsttag des Osterfestes, ungefähr die sechste Stunde,²¹ und er sprach zu den Juden: Sehet, euer König!²² +Johannes Joh 51 19 13 18 Nach der letzten an den Herrn gerichteten Frage hatte Pilatus den Heiland im Richthause zurückgelassen (V. 9). +Johannes Joh 51 19 13 19 Der Richterstuhl wurde wohl nach dem sogleich genannten Orte übertragen. Das Urteil musste im Freien vor dem Angeklagten gefällt werden. +Johannes Joh 51 19 13 20 Gabbatha: Anhöhe. Es ist wohl ein mit Mosaikboden gepflasterter Platz gegen den Tempelvorhof gelegen. Um die Wichtigkeit des Augenblickes zu kennzeichnen, gibt der Evangelist genau Ort, Stunde und Tag an. Nur an fünf Stellen gibt der heil. Johannes eine nähere Zeitbestimmung: [Joh 1,39, Joh 4,6.52, Joh 11,9] und an unserer Stelle. +Johannes Joh 51 19 14 Erat autem parasceve Paschæ, hora quasi sexta, et dicit Judæis: Ecce rex vester. Es war aber der Rüsttag des Osterfestes, ungefähr die sechste Stunde,²¹ und er sprach zu den Juden: Sehet, euer König!²² Apostelgeschichte Apg 51 19 14 Erant autem quidam Judæi Scevæ principis sacerdotum septem filii, qui hoc faciebant. Es waren nämlich einige Juden, die sieben Söhne des jüdischen Oberpriesters Scevas, die dieses taten.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 19 14 11 Ein besonderer Fall. Nur zwei von den Brüdern sind zugegen. Da aber diese die von allen sieben gebrauchte Beschwörungsformel anwenden, redet der böse Geist zu ihnen insgesamt. -Johannes Joh 50 19 14 21 Markus nennt als Zeit der Kreuzigung die dritte Stunde, Johannes sagt, es sei ungefähr die sechste gewesen. Vergl. [Mk 15,Anm.19]. Übrigens sind die Zeitangaben bei Johannes genauer als bei Markus, da letzterer nach Abteilungen von je drei Stunden rechnet. -Johannes Joh 50 19 14 22 Diese Worte sind wohl ein letzter Versuch, die Juden zum Mitleid zu bewegen (Aug., Chrys., Thom.). seht seinen erbarmungswürdigen Zustand! Sollte ein solcher König euch schrecklich erscheinen? +Johannes Joh 51 19 14 21 Markus nennt als Zeit der Kreuzigung die dritte Stunde, Johannes sagt, es sei ungefähr die sechste gewesen. Vergl. [Mk 15,Anm.19]. Übrigens sind die Zeitangaben bei Johannes genauer als bei Markus, da letzterer nach Abteilungen von je drei Stunden rechnet. +Johannes Joh 51 19 14 22 Diese Worte sind wohl ein letzter Versuch, die Juden zum Mitleid zu bewegen (Aug., Chrys., Thom.). seht seinen erbarmungswürdigen Zustand! Sollte ein solcher König euch schrecklich erscheinen? Apostelgeschichte Apg 51 19 15 Respondens autem spiritus nequam dixit eis: Jesum novi, et Paulum scio: vos autem qui estis? Der böse Geist aber antwortete, und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich, und von Paulus weiß ich; ihr aber, wer seid ihr?¹² -Johannes Joh 50 19 15 Illi autem clamabant: Tolle, tolle, crucifige eum. Dicit eis Pilatus: Regem vestrum crucifigam? Responderunt pontifices: Non habemus Regem, nisi Cæsarem. Diese aber schrieen: Hinweg! Hinweg! Kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Euern König soll ich kreuzigen?²³ Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser.²⁴ +Johannes Joh 51 19 15 Illi autem clamabant: Tolle, tolle, crucifige eum. Dicit eis Pilatus: Regem vestrum crucifigam? Responderunt pontifices: Non habemus Regem, nisi Cæsarem. Diese aber schrieen: Hinweg! Hinweg! Kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Euern König soll ich kreuzigen?²³ Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser.²⁴ Apostelgeschichte Apg 51 19 15 12 Jesus und Paulus kenne ich, denn ich habe ihre Macht an mir erfahren. Von euch weiß ich nichts, weshalb ich euch fürchten und vor euch weichen sollte. Nicht das bloße äußere Aussprechen des Namens Jesus gibt die Gewalt über die bösen Geister, sondern das gläubige Aussprechen, und dieses fehlte ihnen. Überdies hatten sie von Jesus keinen Auftrag. -Johannes Joh 50 19 15 23 Auch diese Worte sind in Pilatus Munde ein Hohn. -Johannes Joh 50 19 15 24 Die Juden sprechen sich selbst das Verdammungsurteil. Sie sagen sich von dem messianischen Königtume los und geben sich in ihrer Wut selbst auf. Vergl. dagegen [Joh 8,33]. Gott ließ ihr eigenes Urteil an ihnen vollziehen, indem er sie bei der Zerstörung Jerusalems der Rache des selbstgewählten Herrschers überließ (Chrys.). -Johannes Joh 50 19 16 Tunc ergo tradidit eis illum ut crucifigeretur. Susceperunt autem Jesum, et eduxerunt. Da übergab er ihnen²⁵ denselben, dass er gekreuziget würde. Sie übernahmen also Jesus, und führten ihn hinaus. +Johannes Joh 51 19 15 23 Auch diese Worte sind in Pilatus Munde ein Hohn. +Johannes Joh 51 19 15 24 Die Juden sprechen sich selbst das Verdammungsurteil. Sie sagen sich von dem messianischen Königtume los und geben sich in ihrer Wut selbst auf. Vergl. dagegen [Joh 8,33]. Gott ließ ihr eigenes Urteil an ihnen vollziehen, indem er sie bei der Zerstörung Jerusalems der Rache des selbstgewählten Herrschers überließ (Chrys.). +Johannes Joh 51 19 16 Tunc ergo tradidit eis illum ut crucifigeretur. Susceperunt autem Jesum, et eduxerunt. Da übergab er ihnen²⁵ denselben, dass er gekreuziget würde. Sie übernahmen also Jesus, und führten ihn hinaus. Apostelgeschichte Apg 51 19 16 Et insiliens in eos homo, in quo erat dæmonium pessimum, et dominatus amborum, invaluit contra eos, ita ut nudi, et vulnerati effugerent de domo illa. Und der Mensch, in welchem der böse Geist war, sprang auf sie zu, wurde Herr über zwei, und vergewaltigte sie, so dass sie nackt und verwundet aus jenem Hause flohen.¹³ Apostelgeschichte Apg 51 19 16 13 Einen anderen Ausgang hatte das [Lk 9,49] erzählte Ereignis. Indes der dort erwähnte Mensch hatte, wie in V. 50 vorausgesetzt wird, eine mittelbare Erlaubnis und war kein Gegner des Heilandes und der Jünger, wie diese verstockten und ungläubigen Juden (V. 9). Ihr Erfolg würde das Ansehen des heil. Paulus und des Evangeliums untergraben haben. -Johannes Joh 50 19 16 25 Den Hohenpriestern u. a. als den Anstiftern, beziehungsweise den Soldaten, welche ihn hinausführen und kreuzigen sollten. +Johannes Joh 51 19 16 25 Den Hohenpriestern u. a. als den Anstiftern, beziehungsweise den Soldaten, welche ihn hinausführen und kreuzigen sollten. Apostelgeschichte Apg 51 19 17 Hoc autem notum factum est omnibus Judæis, atque gentilibus, qui habitabant Ephesi: et cecidit timor super omnes illos, et magnificabatur nomen Domini Jesu. Dies wurde nun allen Juden und Heiden kund, die zu Ephesus wohnten; und es kam über sie alle Furcht, und der Name des Herrn Jesus ward gepriesen. -Johannes Joh 50 19 17 Et bajulans sibi crucem exivit in eum, qui dicitur Calvariæ, locum, Hebraice autem Golgotha: Und sich selbst das Kreuz tragend,²⁶ ging er hinaus zu dem Orte, den man Schädelstätte nennt, hebräisch aber Golgotha. [Mt 27,33, Mk 15,22, Lk 23,33] -Johannes Joh 50 19 17 26 Es ist wohl gegen 11 Uhr. Johannes hebt hervor, dass der Heiland selbst sein Kreuz trug, und lässt deshalb den Bericht über Simon von Cyrene weg. Ob auch der Heiland jetzt noch die Dornenkrone trug? Einige Überlieferungen aus sehr alten Zeiten bejahen diese Frage. -Johannes Joh 50 19 18 Ubi crucifixerunt eum, et cum eo alios duos hinc, et hinc, medium autem Jesum. Da kreuzigten sie ihn,²⁷ und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, in der Mitte aber Jesus. +Johannes Joh 51 19 17 Et bajulans sibi crucem exivit in eum, qui dicitur Calvariæ, locum, Hebraice autem Golgotha: Und sich selbst das Kreuz tragend,²⁶ ging er hinaus zu dem Orte, den man Schädelstätte nennt, hebräisch aber Golgotha. [Mt 27,33, Mk 15,22, Lk 23,33] +Johannes Joh 51 19 17 26 Es ist wohl gegen 11 Uhr. Johannes hebt hervor, dass der Heiland selbst sein Kreuz trug, und lässt deshalb den Bericht über Simon von Cyrene weg. Ob auch der Heiland jetzt noch die Dornenkrone trug? Einige Überlieferungen aus sehr alten Zeiten bejahen diese Frage. +Johannes Joh 51 19 18 Ubi crucifixerunt eum, et cum eo alios duos hinc, et hinc, medium autem Jesum. Da kreuzigten sie ihn,²⁷ und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, in der Mitte aber Jesus. Apostelgeschichte Apg 51 19 18 Multique credentium veniebant confitentes, et annuntiantes actus suos. Und viele der Gläubigen kamen, und bekannten und sagten, was sie getan hatten.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 19 18 14 Die Folge des Ereignisses ist allgemeine Furcht, Hochpreisung des Namens Jesu (V. 17), Bekenntnis böser Taten seitens der Christen vor Paulus oder anderen christlichen Lehrern. Einige Ausleger erklären dies von der sakramentalen Beicht (Oekum.). -Johannes Joh 50 19 18 27 Die meisten Ausleger sind, gestützt auf die Gewohnheit der Römer, der Ansicht, dass der Heiland das bereits aufgerichtete Kreuz bestieg, nicht vorher an dasselbe geschlagen und mit ihm erhoben wurde. -Johannes Joh 50 19 19 Scripsit autem et titulum Pilatus: et posuit super crucem. Erat autem scriptum: JESUS NAZARENUS, REX JUDORUM. Pilatus aber schrieb auch eine Aufschrift, und setzte sie über das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.²⁸ +Johannes Joh 51 19 18 27 Die meisten Ausleger sind, gestützt auf die Gewohnheit der Römer, der Ansicht, dass der Heiland das bereits aufgerichtete Kreuz bestieg, nicht vorher an dasselbe geschlagen und mit ihm erhoben wurde. +Johannes Joh 51 19 19 Scripsit autem et titulum Pilatus: et posuit super crucem. Erat autem scriptum: JESUS NAZARENUS, REX JUDORUM. Pilatus aber schrieb auch eine Aufschrift, und setzte sie über das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 19 19 Multi autem ex eis, qui fuerant curiosa sectati, contulerunt libros, et combusserunt coram omnibus: et computatis pretiis illorum, invenerunt pecuniam denariorum quinquaginta millium. Viele aber von denen, welche Aberglauben getrieben hatten, brachten ihre Bücher zusammen, und verbrannten sie vor aller Augen. Und als man ihren Wert berechnete, fand man eine Summe von fünfzigtausend Denaren.¹⁵ Apostelgeschichte Apg 51 19 19 15 Die Vulgata bezeichnet die Münzen als Denare. Die griechischen Drachmen hatten übrigens damals gleichen Wert, d. i. etwa 72 Pfennig. Somit war der Wert jener Bücher etwa 36000 Mark, wobei aber der höhere Wert des Geldes in damaliger Zeit zu berücksichtigen ist, da ein Denar einen Taglohn ausmachte. Sie übergaben die Bücher dem Feuer, damit sie nicht selber dem (ewigen) Feuer einst übergeben würden (Aug.). -Johannes Joh 50 19 19 28 Die Aufschrift ist eine Beleidigung der Juden (Chrys.). Ohne dass es der Landpfleger ahnte, gab er dem Heilande seinen wahren Titel. Pilatus hatte die Aufschrift schreiben lassen, als der Zug aufbrach. +Johannes Joh 51 19 19 28 Die Aufschrift ist eine Beleidigung der Juden (Chrys.). Ohne dass es der Landpfleger ahnte, gab er dem Heilande seinen wahren Titel. Pilatus hatte die Aufschrift schreiben lassen, als der Zug aufbrach. Apostelgeschichte Apg 51 19 20 Ita fortiter crescebat verbum Dei, et confirmabatur. So breitete sich das Wort Gottes mächtig aus, und ward gewaltig. -Johannes Joh 50 19 20 Hunc ergo titulum multi Judæorum legerunt: quia prope civitatem erat locus, ubi crucifixus est Jesus: Et erat scriptum Hebraice, Græce, et Latine. Diese Aufschrift nun lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuziget wurde, war nahe bei der Stadt, und es war hebräisch, griechisch und lateinisch geschrieben.²⁹ -Johannes Joh 50 19 20 29 Da die Aufschrift nun jedermann verständlich war, erbosten sich die Juden noch mehr. Sie baten Pilatus um eine Änderung, weil die Aufschrift sagte: Sehet, Juden, euer König hängt am Holze der Schande und des Fluches. +Johannes Joh 51 19 20 Hunc ergo titulum multi Judæorum legerunt: quia prope civitatem erat locus, ubi crucifixus est Jesus: Et erat scriptum Hebraice, Græce, et Latine. Diese Aufschrift nun lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuziget wurde, war nahe bei der Stadt, und es war hebräisch, griechisch und lateinisch geschrieben.²⁹ +Johannes Joh 51 19 20 29 Da die Aufschrift nun jedermann verständlich war, erbosten sich die Juden noch mehr. Sie baten Pilatus um eine Änderung, weil die Aufschrift sagte: Sehet, Juden, euer König hängt am Holze der Schande und des Fluches. Apostelgeschichte Apg 51 19 21 His autem expletis, proposuit Paulus in Spiritu, transita Macedonia et Achaia ire Jerosolymam, dicens: Quoniam postquam fuero ibi, oportet me et Romam videre. Als nun dies vollbracht war, nahm sich Paulus im Geiste vor, durch Macedonien und Achaja zu ziehen, und nach Jerusalem zu gehen. Und er sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.¹⁶ -Johannes Joh 50 19 21 Dicebant ergo Pilato pontifices Judæorum: Noli scribere, Rex Judæorum: sed quia ipse dixit: Rex sum Judæorum. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht:³⁰ der König der Juden, sondern dieser hat gesagt: Ich bin der König der Juden. +Johannes Joh 51 19 21 Dicebant ergo Pilato pontifices Judæorum: Noli scribere, Rex Judæorum: sed quia ipse dixit: Rex sum Judæorum. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht:³⁰ der König der Juden, sondern dieser hat gesagt: Ich bin der König der Juden. Apostelgeschichte Apg 51 19 21 16 Zunächst wollte Paulus die Kirche in Macedonien und Achaja besuchen und daselbst die Brüder stärken, alsdann mit der für die Brüder in Judäa gesammelten Kollekte nach Jerusalem gehen. Ursprünglich hatte er einen anderen Plan gehabt. Der Glaube der Römer hatte seine Verwunderung erregt [Röm 1,8], und er fühlte sich ohne Zweifel von Gott angetrieben, nach Rom zu gehen. Ich muss Rom sehen. Vergl. [Apg 23,11] -Johannes Joh 50 19 21 30 Sie reden, als ob Pilatus noch im Schreiben begriffen wäre, weil sie die Aufschrift nicht als endgültig ansehen wollten. -Johannes Joh 50 19 22 Respondit Pilatus: Quod scripsi, scripsi. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.³¹ +Johannes Joh 51 19 21 30 Sie reden, als ob Pilatus noch im Schreiben begriffen wäre, weil sie die Aufschrift nicht als endgültig ansehen wollten. +Johannes Joh 51 19 22 Respondit Pilatus: Quod scripsi, scripsi. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 19 22 Mittens autem in Macedoniam duos ex ministrantibus sibi Timotheum, et Erastum, ipse remansit ad tempus in Asia. Er sandte aber zwei seiner Gehilfen, Timotheus und Erastus¹⁷ nach Macedonien; er selbst blieb noch einige Zeit in Asien. Apostelgeschichte Apg 51 19 22 17 Erastus ist wahrscheinlich derselbe, der [Röm 16,23] erwähnt wird, der bei der ersten Anwesenheit des heil. Paulus zu Korinth bekehrt [Apg 18,1ff], nun bei ihm in Ephesus geweilt hat. Jedenfalls ist er derselbe, der [2Tim 4,20] erwähnt wird. -Johannes Joh 50 19 22 31 Pilatus freut sich, nach allen Zugeständnissen wenigstens in diesem untergeordneten Punkte die Juden den Stachel fühlen zu lassen, und will sich das Ansehen eines unerschütterlichen Römers geben. -Johannes Joh 50 19 23 Milites ergo cum crucifixissent eum, acceperunt vestimenta ejus, (et fecerunt quatuor partes: unicuique militi partem) et tunicam. Erat autem tunica inconsutilis, desuper contexta per totum. Nachdem³² nun die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider (und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil), und den Rock.³³ Der Rock aber war ohne Naht, von oben bis unten ganz gewebt. [Mt 27,35, Mk 15,24, Lk 23,34] +Johannes Joh 51 19 22 31 Pilatus freut sich, nach allen Zugeständnissen wenigstens in diesem untergeordneten Punkte die Juden den Stachel fühlen zu lassen, und will sich das Ansehen eines unerschütterlichen Römers geben. +Johannes Joh 51 19 23 Milites ergo cum crucifixissent eum, acceperunt vestimenta ejus, (et fecerunt quatuor partes: unicuique militi partem) et tunicam. Erat autem tunica inconsutilis, desuper contexta per totum. Nachdem³² nun die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider (und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil), und den Rock.³³ Der Rock aber war ohne Naht, von oben bis unten ganz gewebt. [Mt 27,35, Mk 15,24, Lk 23,34] Apostelgeschichte Apg 51 19 23 Facta est autem illo tempore turbatio non minima de via Domini. Um diese Zeit entstand ein nicht geringer Aufruhr, ob des Weges des Herrn. -Johannes Joh 50 19 23 32 Die Partikel weist auf V. 18 hin. -Johannes Joh 50 19 23 33 Ein Kommando von je vier Soldaten, vergl. [Apg 12,4] wurde zur Bewachung von Gefangenen und zu Strafvollstreckungen aufgeboten. Solche vier teilen sich gleichsam nach Erbrecht (Cyr., Al.) in die Gewänder des Heilandes. -Johannes Joh 50 19 24 Dixerunt ergo ad invicem: Non scindamus eam, sed sortiamur de illa cujus sit. Ut Scriptura impleretur, dicens: Partiti sunt vestimenta mea sibi: et in vestem meam miserunt sortem. Et milites quidem hæc fecerunt. Da sagten sie zueinander: Diesen wollen wir nicht zerschneiden,³⁴ sondern das Los darüber werfen, wessen er sein soll. Damit³⁵ die Schrift erfüllet würde, welche sagt: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen. Die Soldaten also taten dies. +Johannes Joh 51 19 23 32 Die Partikel weist auf V. 18 hin. +Johannes Joh 51 19 23 33 Ein Kommando von je vier Soldaten, vergl. [Apg 12,4] wurde zur Bewachung von Gefangenen und zu Strafvollstreckungen aufgeboten. Solche vier teilen sich gleichsam nach Erbrecht (Cyr., Al.) in die Gewänder des Heilandes. +Johannes Joh 51 19 24 Dixerunt ergo ad invicem: Non scindamus eam, sed sortiamur de illa cujus sit. Ut Scriptura impleretur, dicens: Partiti sunt vestimenta mea sibi: et in vestem meam miserunt sortem. Et milites quidem hæc fecerunt. Da sagten sie zueinander: Diesen wollen wir nicht zerschneiden,³⁴ sondern das Los darüber werfen, wessen er sein soll. Damit³⁵ die Schrift erfüllet würde, welche sagt: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen. Die Soldaten also taten dies. Apostelgeschichte Apg 51 19 24 Demetrius enim quidam nomine, argentarius, faciens ædes argenteas Dianæ, præstabat artificibus non modicum quæstum: Ein gewisser Demetrius nämlich, ein Silberschmied, welcher silberne Tempelchen verfertigte,¹⁸ verschaffte den Künstlern einen nicht geringen Erwerb. Apostelgeschichte Apg 51 19 24 18 Im Jahre 356 v. Chr. war der Tempel von Herostratus verbrannt, aber alsdann noch schöner aufgebaut. Die Pilger kauften sich Nachbildungen desselben mit dem Bilde der Göttin. -Johannes Joh 50 19 24 34 Der Rock des Herrn, nach Art der Priesterkleider [Ex 28,4.39] von oben herab zu einem Stücke gewebt, würde zerschnitten und geteilt keinem der Soldaten Nutzen gebracht haben. Daher losen sie unter dem Kreuze [Lk 23,34, Mk 15,24]. Das eine, ungeteilte Kleid des Herrn deutet auf das Geheimnis der untrennbaren Einheit der Kirche. Niemand kann Christus anziehen, der die Kirche Gottes zertrennen und spalten will. (Cypr.) Nach [Mk 15,24] wurde über alle Kleider das Los geworfen. Der heil. Johannes widerspricht dem nicht, sondern sagt nur, dass die Soldaten über das ganze ungenähte Kleid des Herrn, nicht über seine Teile das Los warfen. -Johannes Joh 50 19 24 35 Dies Zitat ist aus [Ps 21,19] nach der Septuaginta gegeben. -Johannes Joh 50 19 25 Stabant autem juxta crucem Jesu mater ejus, et soror matris ejus, Maria Cleophæ, et Maria Magdalene. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena.³⁶ +Johannes Joh 51 19 24 34 Der Rock des Herrn, nach Art der Priesterkleider [Ex 28,4.39] von oben herab zu einem Stücke gewebt, würde zerschnitten und geteilt keinem der Soldaten Nutzen gebracht haben. Daher losen sie unter dem Kreuze [Lk 23,34, Mk 15,24]. Das eine, ungeteilte Kleid des Herrn deutet auf das Geheimnis der untrennbaren Einheit der Kirche. Niemand kann Christus anziehen, der die Kirche Gottes zertrennen und spalten will. (Cypr.) Nach [Mk 15,24] wurde über alle Kleider das Los geworfen. Der heil. Johannes widerspricht dem nicht, sondern sagt nur, dass die Soldaten über das ganze ungenähte Kleid des Herrn, nicht über seine Teile das Los warfen. +Johannes Joh 51 19 24 35 Dies Zitat ist aus [Ps 21,19] nach der Septuaginta gegeben. +Johannes Joh 51 19 25 Stabant autem juxta crucem Jesu mater ejus, et soror matris ejus, Maria Cleophæ, et Maria Magdalene. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena.³⁶ Apostelgeschichte Apg 51 19 25 Quos convocans, et eos, qui hujusmodi erant opifices, dixit: Viri, scitis quia de hoc artificio est nobis acquisitio: Diese versammelte er samt den auf solche Weise beschäftigten Arbeitern, und sagte: Ihr Männer, ihr wisset, dass wir von dieser Arbeit unsern Erwerb haben. -Johannes Joh 50 19 25 36 Das hier Erzählte fällt vor [Mt 27,55] (Aug., Thom.). Wie am Beginne der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes, so erscheint Maria am Schlusse derselben. Die Frauen standen einige Zeit nicht unmittelbar unter dem Kreuze. [Mt 27,55, Mk 15,40, Lk 23,49] Sie waren zuerst nahe getreten, hatten sich dann aber ein wenig zurückgezogen (Thom.). +Johannes Joh 51 19 25 36 Das hier Erzählte fällt vor [Mt 27,55] (Aug., Thom.). Wie am Beginne der öffentlichen Tätigkeit des Heilandes, so erscheint Maria am Schlusse derselben. Die Frauen standen einige Zeit nicht unmittelbar unter dem Kreuze. [Mt 27,55, Mk 15,40, Lk 23,49] Sie waren zuerst nahe getreten, hatten sich dann aber ein wenig zurückgezogen (Thom.). Apostelgeschichte Apg 51 19 26 Et videtis, et auditis quia non solum Ephesi, sed pene totius Asiæ, Paulus hic suadens avertit multam turbam, dicens: Quoniam non sunt dii, qui manibus fiunt. Ihr sehet und höret auch, dass nicht nur zu Ephesus, sondern fast in ganz Asien dieser Paulus viel Volk überredet und abwendig gemacht hat, indem er sagt: Das sind keine Götter, welche durch Hände entstehen.¹⁹ -Johannes Joh 50 19 26 Cum vidisset ergo Jesus matrem, et discipulum stantem, quem diligebat, dicit matri suæ: Mulier, ecce filius tuus. Da nun Jesus seine Mutter, und den Jünger, den er lieb hatte, stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe da, dein Sohn!³⁷ +Johannes Joh 51 19 26 Cum vidisset ergo Jesus matrem, et discipulum stantem, quem diligebat, dicit matri suæ: Mulier, ecce filius tuus. Da nun Jesus seine Mutter, und den Jünger, den er lieb hatte, stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe da, dein Sohn!³⁷ Apostelgeschichte Apg 51 19 26 19 Das Volk hielt wirklich die Bilder der Götter für diese selbst, oder dachte sich wenigstens die Bilder mit der Gottheit erfüllt. -Johannes Joh 50 19 26 37 Dieses Wort des Heilandes musste eine der schönsten Erinnerungen des greisen Apostels bilden. Der Heiland nennt die heil. Jungfrau nicht Mutter, da sie bald ihren Sohn verlieren soll, oder um ihren Schmerz nicht noch mehr zu vergrößern. Die Anrede Weib drückt die Ehrerbietung aus. Siehe [Joh 2,Anm.7]. +Johannes Joh 51 19 26 37 Dieses Wort des Heilandes musste eine der schönsten Erinnerungen des greisen Apostels bilden. Der Heiland nennt die heil. Jungfrau nicht Mutter, da sie bald ihren Sohn verlieren soll, oder um ihren Schmerz nicht noch mehr zu vergrößern. Die Anrede Weib drückt die Ehrerbietung aus. Siehe [Joh 2,Anm.7]. Apostelgeschichte Apg 51 19 27 Non solum autem hæc periclitabitur nobis pars in redargutionem venire, sed et magnæ Dianæ templum in nihilum reputabitur, sed et destrui incipiet majestas ejus, quam tota Asia, et orbis colit. Aber nicht allein dieser Erwerb läuft uns Gefahr in Verruf zu kommen, sondern auch der Tempel der großen Diana wird für nichts geachtet werden; ja die Herrlichkeit derjenigen, die doch ganz Asien und der Erdkreis verehret, wird allmählich zu nichts werden. -Johannes Joh 50 19 27 Deinde dicit discipulo: Ecce mater tua. Et ex illa hora accepit eam discipulus in sua. Hierauf sprach er zu dem Jünger: Siehe da, deine Mutter!³⁸ Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.³⁹ -Johannes Joh 50 19 27 38 Siehe, wie ehrt der Heiland den Jünger, da er ihn, seiner Mutter ihn zum Sohne gebend, zu seinem Bruder macht! So gut ist es, bei dem Kreuze zu stehen und auszuharren bei dem leidenden Heiland (Theoph.). In mystischem Sinne sagt Rupertus (12. Jahrhundert): Johannes war unterm Kreuze der Vertreter aller Gläubigen, ja aller Menschen, und alle hat Jesus damals seiner heil. Mutter empfohlen, allen sie zur Mutter gegeben. Diese Worte enthalten eine Wahrheit, welche jetzt alle Katholiken glauben und bekennen. Sind wir nicht Adoptivbrüder des Herrn, der Mensch geworden ist, und also auch Adoptivkinder seiner heiligsten Mutter? -Johannes Joh 50 19 27 39 Dass seine eigene Mutter noch lebte, konnte für den heil. Johannes kein Hindernis sein. Er hatte wohl in Jerusalem eine Unterkunft. Da der heil. Joseph schon vor der öffentlichen Tätigkeit des Herrn gestorben war und nun auch ihr göttlicher Sohn diese Erde verlässt, hat Maria keine eigene Heimat mehr. Aber sie gehört nun der Kirche an, für welche sie, als Jungfrau zugleich und als Mutter, deren reinstes Bild und ein kostbares Kleinod ist, das wir durch das Testament unseres gekreuzigten Herrn für alle Zeiten ererbt haben. -Johannes Joh 50 19 28 Postea sciens Jesus quia omnia consummata sunt, ut consummaretur Scriptura, dixit: Sitio. Hierauf, da Jesus wusste, dass alles vollbracht sei,⁴⁰ sprach er, damit die Schrift ganz erfüllet würde: Mich dürstet. +Johannes Joh 51 19 27 Deinde dicit discipulo: Ecce mater tua. Et ex illa hora accepit eam discipulus in sua. Hierauf sprach er zu dem Jünger: Siehe da, deine Mutter!³⁸ Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.³⁹ +Johannes Joh 51 19 27 38 Siehe, wie ehrt der Heiland den Jünger, da er ihn, seiner Mutter ihn zum Sohne gebend, zu seinem Bruder macht! So gut ist es, bei dem Kreuze zu stehen und auszuharren bei dem leidenden Heiland (Theoph.). In mystischem Sinne sagt Rupertus (12. Jahrhundert): Johannes war unterm Kreuze der Vertreter aller Gläubigen, ja aller Menschen, und alle hat Jesus damals seiner heil. Mutter empfohlen, allen sie zur Mutter gegeben. Diese Worte enthalten eine Wahrheit, welche jetzt alle Katholiken glauben und bekennen. Sind wir nicht Adoptivbrüder des Herrn, der Mensch geworden ist, und also auch Adoptivkinder seiner heiligsten Mutter? +Johannes Joh 51 19 27 39 Dass seine eigene Mutter noch lebte, konnte für den heil. Johannes kein Hindernis sein. Er hatte wohl in Jerusalem eine Unterkunft. Da der heil. Joseph schon vor der öffentlichen Tätigkeit des Herrn gestorben war und nun auch ihr göttlicher Sohn diese Erde verlässt, hat Maria keine eigene Heimat mehr. Aber sie gehört nun der Kirche an, für welche sie, als Jungfrau zugleich und als Mutter, deren reinstes Bild und ein kostbares Kleinod ist, das wir durch das Testament unseres gekreuzigten Herrn für alle Zeiten ererbt haben. +Johannes Joh 51 19 28 Postea sciens Jesus quia omnia consummata sunt, ut consummaretur Scriptura, dixit: Sitio. Hierauf, da Jesus wusste, dass alles vollbracht sei,⁴⁰ sprach er, damit die Schrift ganz erfüllet würde: Mich dürstet. Apostelgeschichte Apg 51 19 28 His auditis, repleti sunt ira, et exclamaverunt dicentes: Magna Diana Ephesiorum. Da sie dies hörten, wurden sie von Zorn erfüllt und schrieen: Groß ist die Diana der Epheser! -Johannes Joh 50 19 28 40 Johannes berichtet von den sieben Worten, welche der Heiland am Kreuze gesprochen, V. 26 das dritte, V. 28 das fünfte. Auch durch dieses wird ein prophetisches Wort erfüllt [Ps 68,22]. [Mt 27,48] und [Lk 23,36], die nur die Darreichung des Essigtrankes berichten, setzen dabei dies Wort des Heilandes voraus. V. 30 berichtet Johannes über das sechste Wort. -Johannes Joh 50 19 29 Vas ergo erat positum aceto plenum. Illi autem spongiam plenam aceto, hyssopo circumponentes, obtulerunt ori ejus. Es stand aber ein Gefäß da voll Essig. Und sie füllten einen Schwamm mit Essig, steckten ihn auf einen Ysopstengel, und brachten ihn an seinen Mund.⁴¹ +Johannes Joh 51 19 28 40 Johannes berichtet von den sieben Worten, welche der Heiland am Kreuze gesprochen, V. 26 das dritte, V. 28 das fünfte. Auch durch dieses wird ein prophetisches Wort erfüllt [Ps 68,22]. [Mt 27,48] und [Lk 23,36], die nur die Darreichung des Essigtrankes berichten, setzen dabei dies Wort des Heilandes voraus. V. 30 berichtet Johannes über das sechste Wort. +Johannes Joh 51 19 29 Vas ergo erat positum aceto plenum. Illi autem spongiam plenam aceto, hyssopo circumponentes, obtulerunt ori ejus. Es stand aber ein Gefäß da voll Essig. Und sie füllten einen Schwamm mit Essig, steckten ihn auf einen Ysopstengel, und brachten ihn an seinen Mund.⁴¹ Apostelgeschichte Apg 51 19 29 Et impleta est civitas confusione, et impetum fecerunt uno animo in theatrum, rapto Gaio, et Aristarcho Macedonibus, comitibus Pauli. Und die ganze Stadt war voll Verwirrung, und alles stürzte einmütig in das Theater,²⁰ wohin man den Gajus²¹ und Aristarchus²² fortschleppte,²³ die Macedonier, Gefährten des Paulus. Apostelgeschichte Apg 51 19 29 20 Die ganze Stadt gerät in Aufruhr, als ob eine Verschwörung gegen die Göttin entdeckt sei. Das Theater zu Ephesus konnte bis zu 25000 Menschen fassen. Apostelgeschichte Apg 51 19 29 21 Der Name Gajus kommt mehrfach im N. T. vor. [Apg 20,4] wird ein Gajus aus Derbe erwähnt [1Kor 1,14, Röm 16,23], ein zu Korinth bekehrter Gajus, der mit dem [Apg 20,4] erwähnten nicht identisch ist, da er ein Macedonier ist. Von dem Gajus, an welchen der heil. Johannes seinen dritten Brief richtet, ist nichts bekannt. Apostelgeschichte Apg 51 19 29 22 Aristarchus war aus Thessalonich [Apg 20,4] und begleitete später den Apostel auf dessen Reise von Cäsarea nach Rom [Apg 27,2], wo er bei Paulus während dessen erster Gefangenschaft weilte. Apostelgeschichte Apg 51 19 29 23 Von der Straße? Aus dem Hause? -Johannes Joh 50 19 29 41 Johannes und Lukas sprechen von mehreren, Markus von einem. Erstere erwähnen den Handelnden und die Zustimmenden, Markus nur den ersteren. Vergl. auch [Lk 23,36]. +Johannes Joh 51 19 29 41 Johannes und Lukas sprechen von mehreren, Markus von einem. Erstere erwähnen den Handelnden und die Zustimmenden, Markus nur den ersteren. Vergl. auch [Lk 23,36]. Apostelgeschichte Apg 51 19 30 Paulo autem volente intrare in populum, non permiserunt discipuli. Als aber Paulus unter das Volk treten wollte, ließen es die Jünger nicht zu.²⁴ -Johannes Joh 50 19 30 Cum ergo accepisset Jesus acetum, dixit: Consummatum est. Et inclinato capite tradidit spiritum. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und das Haupt⁴² neigend, übergab er seinen Geist. +Johannes Joh 51 19 30 Cum ergo accepisset Jesus acetum, dixit: Consummatum est. Et inclinato capite tradidit spiritum. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und das Haupt⁴² neigend, übergab er seinen Geist. Apostelgeschichte Apg 51 19 30 24 Paulus ist wahrhaft ein guter Hirt, der sein Leben für die Seinen zu lassen begehrt. [Joh 10,15] Aber er gehorcht ebenso der Stimme der brüderlichen Liebe, vergl. [Apg 17,10] wie wohlwollender Klugheit. (V. 31) -Johannes Joh 50 19 30 42 Weil alles vollbracht ist und weil er sterben will. Er neigt das Haupt vor dem Sterben, wie die heil. Väter erwägen, um zu zeigen, dass er freiwillig sein Leben dahingibt. +Johannes Joh 51 19 30 42 Weil alles vollbracht ist und weil er sterben will. Er neigt das Haupt vor dem Sterben, wie die heil. Väter erwägen, um zu zeigen, dass er freiwillig sein Leben dahingibt. Apostelgeschichte Apg 51 19 31 Quidam autem et de Asiæ principibus, qui erant amici ejus, miserunt ad eum rogantes ne se daret in theatrum: Auch einige asiatische Vornehme,²⁵ die seine Freunde waren, sandten zu ihm, und baten ihn, sich nicht in das Theater zu wagen. -Johannes Joh 50 19 31 Judæi ergo, (quoniam Parasceve erat) ut non remanerent in cruce corpora sabbato, (erat enim magnus dies ille Sabbati) rogaverunt Pilatum ut frangerentur eorum crura, et tollerentur. Damit nun die Leiber nicht am Sabbate am Kreuze blieben, weil es der Rüsttag war (denn jener Sabbat war groß), baten die Juden den Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen, und sie abgenommen werden möchten.⁴³ +Johannes Joh 51 19 31 Judæi ergo, (quoniam Parasceve erat) ut non remanerent in cruce corpora sabbato, (erat enim magnus dies ille Sabbati) rogaverunt Pilatum ut frangerentur eorum crura, et tollerentur. Damit nun die Leiber nicht am Sabbate am Kreuze blieben, weil es der Rüsttag war (denn jener Sabbat war groß), baten die Juden den Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen, und sie abgenommen werden möchten.⁴³ Apostelgeschichte Apg 51 19 31 25 Asiarchen, Vorsteher des Landtages der Provinz Asien. Diese wurden je auf ein Jahr aus den angesehensten und wohlhabendsten Männern der Provinz gewählt und hatten die öffentlichen Spiel- und Kultusangelegenheiten der Provinz zu verwalten. Ihr Titel verblieb ihnen nach Ablauf des Jahres. -Johannes Joh 50 19 31 43 Das jüdische Gesetz gebot, die Leiche (welche nach der Steinigung an einem Phahl gehängt worden) noch am Tage der Hinrichtung zu bestatten. [Dtn 21,22] Diese Vorschrift wendeten die Juden nun auf die Gekreuzigten an. Der Rüsttag (V. 14) neigte sich bereits zu Ende. Der mit dem Erscheinen des Abendsternes beginnende Sabbat war dieses Mal ein großer oder hoher Sabbat, weil er mit der Feier des Osterfestes zusammentraf. Vergl. [Mt 27,62]. -Johannes Joh 50 19 32 Venerunt ergo milites: et primi quidem fregerunt crura, et alterius, qui crucifixus est cum eo. Da kamen die Soldaten, und zerbrachen dem ersten die Beine und dem anderen, der mit ihm gekreuzigt war.⁴⁴ +Johannes Joh 51 19 31 43 Das jüdische Gesetz gebot, die Leiche (welche nach der Steinigung an einem Phahl gehängt worden) noch am Tage der Hinrichtung zu bestatten. [Dtn 21,22] Diese Vorschrift wendeten die Juden nun auf die Gekreuzigten an. Der Rüsttag (V. 14) neigte sich bereits zu Ende. Der mit dem Erscheinen des Abendsternes beginnende Sabbat war dieses Mal ein großer oder hoher Sabbat, weil er mit der Feier des Osterfestes zusammentraf. Vergl. [Mt 27,62]. +Johannes Joh 51 19 32 Venerunt ergo milites: et primi quidem fregerunt crura, et alterius, qui crucifixus est cum eo. Da kamen die Soldaten, und zerbrachen dem ersten die Beine und dem anderen, der mit ihm gekreuzigt war.⁴⁴ Apostelgeschichte Apg 51 19 32 Alii autem aliud clamabant. Erat enim ecclesia confusa: et plures nesciebant qua ex causa convenissent. Die einen schrieen nun dies, die andern das; denn die Versammlung war voll Verwirrung, und die meisten wussten nicht, warum sie zusammengekommen waren. -Johannes Joh 50 19 32 44 Die Soldaten haben auf beiden Seiten zugleich angefangen. +Johannes Joh 51 19 32 44 Die Soldaten haben auf beiden Seiten zugleich angefangen. Apostelgeschichte Apg 51 19 33 De turba autem detraxerunt Alexandrum, propellentibus eum Judæis. Alexander autem manu silentio postulato, volebat reddere rationem populo. Da zogen sie den Alexander, welchen die Juden vorwärts drängten, aus der Menge hervor.²⁶ Alexander winkte mit der Hand Stillschweigen, und wollte sich vor dem Volke verantworten. -Johannes Joh 50 19 33 Ad Jesum autem cum venissent, ut viderunt eum jam mortuum, non fregerunt ejus crura. Als sie aber zu Jesus kamen, und sahen, dass er schon gestorben sei, brachen sie ihm die Beine nicht, +Johannes Joh 51 19 33 Ad Jesum autem cum venissent, ut viderunt eum jam mortuum, non fregerunt ejus crura. Als sie aber zu Jesus kamen, und sahen, dass er schon gestorben sei, brachen sie ihm die Beine nicht, Apostelgeschichte Apg 51 19 33 26 Christen und Juden wurden vielfach verwechselt, deshalb fehlte es gewiss nicht an Äußerungen gegen Alexander, den man an der Kleidung und vielleicht auch an der Sprache erkannte. Dieser soll den Zusammenhang zwischen den Juden und Paulus leugnen. Ob Alexander mit dem [2Tim 4,14] erwähnten Kupferschmiede identisch ist? -Johannes Joh 50 19 34 Sed unus militum lancea latus ejus aperuit, et continuo exivit sanguis, et aqua. sondern einer von den Soldaten öffnete seine Seite mit einem Speere,⁴⁵ und sogleich kam Blut und Wasser heraus.⁴⁶ +Johannes Joh 51 19 34 Sed unus militum lancea latus ejus aperuit, et continuo exivit sanguis, et aqua. sondern einer von den Soldaten öffnete seine Seite mit einem Speere,⁴⁵ und sogleich kam Blut und Wasser heraus.⁴⁶ Apostelgeschichte Apg 51 19 34 Quem ut cognoverunt Judæum esse, vox facta una est omnium, quasi per horas duas clamantium: Magna Diana Ephesiorum. Als sie aber erkannten, dass er ein Jude sei, erhob sich der einstimmige Ruf von allen, und sie schrieen fast zwei Stunden lang: Groß ist die Diana der Epheser! -Johannes Joh 50 19 34 45 Um den Tod Jesu sicher zu stellen, durchbohrt einer von ihnen die Seite und das Herz des Heilandes. Die Überlieferung nennt ihn nach der Lanze (Lonche) Longinus. -Johannes Joh 50 19 34 46 Blut und Wasser sind getrennt. Das Blut floss nach den Gesetzen der Natur, das Wasser wohl durch ein Wunder. Sie bedeuten die Erlösung des Herrn, die uns in seinem Blute [1Joh 1,7, Offb 7,14] und in der Wiedergeburt (3,5 Cyr., Chrys., Aug., Thom.) zu Teil wird. Aus der geöffneten Seite ging die Kirche hervor (Cyr.), wie Eva aus der Seite des schlafenden Adam (Cyr. v. Jer., Mar. v. Tours, Aug., Thom.). Die Seite Christi ward geöffnet, damit wir in ihr das Leben fänden, wie einst alle Wesen, die Gott erhalten wollte, durch die geöffnete Tür der Arche eingingen. Die Verehrung des heil. Herzens Jesu findet in diesem Vorgange eine starke Anregung, da Jesus, als er noch lebte, aus Liebe zu den Menschen einwilligte, dass sein Herz für sie durchbohrt werden sollte. -Johannes Joh 50 19 35 Et qui vidit, testimonium perhibuit: et verum est testimonium ejus. Et ille scit quia vera dicit: ut et vos credatis. Und der dies gesehen hat,⁴⁷ hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahrhaftig. Und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubet.⁴⁸ +Johannes Joh 51 19 34 45 Um den Tod Jesu sicher zu stellen, durchbohrt einer von ihnen die Seite und das Herz des Heilandes. Die Überlieferung nennt ihn nach der Lanze (Lonche) Longinus. +Johannes Joh 51 19 34 46 Blut und Wasser sind getrennt. Das Blut floss nach den Gesetzen der Natur, das Wasser wohl durch ein Wunder. Sie bedeuten die Erlösung des Herrn, die uns in seinem Blute [1Joh 1,7, Offb 7,14] und in der Wiedergeburt (3,5 Cyr., Chrys., Aug., Thom.) zu Teil wird. Aus der geöffneten Seite ging die Kirche hervor (Cyr.), wie Eva aus der Seite des schlafenden Adam (Cyr. v. Jer., Mar. v. Tours, Aug., Thom.). Die Seite Christi ward geöffnet, damit wir in ihr das Leben fänden, wie einst alle Wesen, die Gott erhalten wollte, durch die geöffnete Tür der Arche eingingen. Die Verehrung des heil. Herzens Jesu findet in diesem Vorgange eine starke Anregung, da Jesus, als er noch lebte, aus Liebe zu den Menschen einwilligte, dass sein Herz für sie durchbohrt werden sollte. +Johannes Joh 51 19 35 Et qui vidit, testimonium perhibuit: et verum est testimonium ejus. Et ille scit quia vera dicit: ut et vos credatis. Und der dies gesehen hat,⁴⁷ hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahrhaftig. Und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubet.⁴⁸ Apostelgeschichte Apg 51 19 35 Et cum sedasset scriba turbas, dixit: Viri Ephesii, quis enim est hominum, qui nesciat Ephesiorum civitatem cultricem esse magnæ Dianæ, Jovisque prolis? Endlich hatte der Stadtschreiber²⁷ das Volk beruhigt, und sagte: Männer von Ephesus! Wo ist wohl ein Mensch, der nicht wüsste, dass die Stadt der Epheser eine Verehrerin der großen Diana, der Tochter des Jupiter ist? Apostelgeschichte Apg 51 19 35 27 Der Stadtschreiber entspricht etwa einem heutigen Gemeindesekretär und genoss hohes Ansehen. -Johannes Joh 50 19 35 47 Hierauf liegt der Nachdruck, denn bei geschichtlichen Tatsachen haben Augenzeugen das größte Gewicht. -Johannes Joh 50 19 35 48 Dass er die Wahrheit sagt, und zwar sagt er sie in dieser Absicht, damit ihr glaubet. Sie sollen fest glauben, dass Jesus der verheißene Messias ist, denn die heil. Schrift hat dies vom Messias vorausgesagt. (V. 36, V. 37) Nun ist dies aber an Jesus in Erfüllung gegangen, also ist er der Messias. -Johannes Joh 50 19 36 Facta sunt enim hæc ut Scriptura impleretur: Os non comminuetis ex eo. Denn⁴⁹ dies ist geschehen, damit die Schrift erfüllet würde: Ihr sollet kein Bein an ihm zerbrechen.⁵⁰ +Johannes Joh 51 19 35 47 Hierauf liegt der Nachdruck, denn bei geschichtlichen Tatsachen haben Augenzeugen das größte Gewicht. +Johannes Joh 51 19 35 48 Dass er die Wahrheit sagt, und zwar sagt er sie in dieser Absicht, damit ihr glaubet. Sie sollen fest glauben, dass Jesus der verheißene Messias ist, denn die heil. Schrift hat dies vom Messias vorausgesagt. (V. 36, V. 37) Nun ist dies aber an Jesus in Erfüllung gegangen, also ist er der Messias. +Johannes Joh 51 19 36 Facta sunt enim hæc ut Scriptura impleretur: Os non comminuetis ex eo. Denn⁴⁹ dies ist geschehen, damit die Schrift erfüllet würde: Ihr sollet kein Bein an ihm zerbrechen.⁵⁰ Apostelgeschichte Apg 51 19 36 Cum ergo his contradici non possit, oportet vos sedatos esse, et nihil temere agere. Da nun dies unwidersprechlich ist, so solltet ihr ruhig sein, und nichts Übereiltes tun. -Johannes Joh 50 19 36 49 Ihr könnet glauben (V. 35) denn an ihm erfüllte sich durch das Erzählte die Schrift. -Johannes Joh 50 19 36 50 Anführung aus [Ex 12,46, Num 9,12]. Jesus ist das wahre Osterlamm. [1Kor 5,7] -Johannes Joh 50 19 37 Et iterum alia Scriptura dicit: Videbunt in quem transfixerunt. Und wiederum eine andere Schriftstelle spricht: Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben.⁵¹ +Johannes Joh 51 19 36 49 Ihr könnet glauben (V. 35) denn an ihm erfüllte sich durch das Erzählte die Schrift. +Johannes Joh 51 19 36 50 Anführung aus [Ex 12,46, Num 9,12]. Jesus ist das wahre Osterlamm. [1Kor 5,7] +Johannes Joh 51 19 37 Et iterum alia Scriptura dicit: Videbunt in quem transfixerunt. Und wiederum eine andere Schriftstelle spricht: Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben.⁵¹ Apostelgeschichte Apg 51 19 37 Adduxistis enim homines istos, neque sacrilegos, neque blasphemantes deam vestram. Ihr habt nämlich diese Männer hierhergeführt, die weder Tempelräuber noch Lästerer eurer Göttin sind.²⁸ Apostelgeschichte Apg 51 19 37 28 Dass sie die Göttin nicht gelästert, d. h. dass sie nicht, wenigstens indirekt, erklärt hätten, sie sei eine falsche Göttin, war unrichtig (Chrys.) und wurde nur zur Beruhigung des Volkes gesagt. -Johannes Joh 50 19 37 51 [Sach 12,10] Nach dem hebr. Texte nach der besseren Lesart: sie werden auf mich schauen. Die Juden hatten den Lanzenstich mittelbar veranlasst (V. 31). +Johannes Joh 51 19 37 51 [Sach 12,10] Nach dem hebr. Texte nach der besseren Lesart: sie werden auf mich schauen. Die Juden hatten den Lanzenstich mittelbar veranlasst (V. 31). Apostelgeschichte Apg 51 19 38 Quod si Demetrius, et qui cum eo sunt artifices, habent adversus aliquem causam, conventus forenses aguntur, et proconsules sunt, accusent invicem. Hat nun Demetrius, und haben die Künstler, die ihm anhängen, eine Klage gegen jemand, so werden ja Gerichtssitzungen gehalten, und sind Statthalter da; mögen sie einander verklagen! -Johannes Joh 50 19 38 Post hæc autem rogavit Pilatum Joseph ab Arimathæa, (eo quod esset discipulus Jesu, occultus autem propter metum Judæorum) ut tolleret corpus Jesu. Et permisit Pilatus. Venit ergo, et tulit corpus Jesu. Hierauf aber bat Joseph von Arimathäa⁵² (weil er ein Jünger Jesu war, jedoch aus Furcht vor den Juden ein heimlicher) den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfte. Und Pilatus erlaubte es. Er kam also, und nahm den Leichnam Jesu ab. [Mt 27,57, Mk 15,43, Lk 23,50] -Johannes Joh 50 19 38 52 Der Name Joseph steht im Griechischen mit dem Artikel: der (aus den übrigen Evangelien) bekannte Joseph. -Johannes Joh 50 19 39 Venit autem et Nicodemus, qui venerat ad Jesum nocte primum, ferens mixturam myrrhæ, et aloes, quasi libras centum. Es kam aber auch Nikodemus, welcher vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe⁵³ und Aloe,⁵⁴ gegen hundert Pfund.⁵⁵ [Joh 3,2] +Johannes Joh 51 19 38 Post hæc autem rogavit Pilatum Joseph ab Arimathæa, (eo quod esset discipulus Jesu, occultus autem propter metum Judæorum) ut tolleret corpus Jesu. Et permisit Pilatus. Venit ergo, et tulit corpus Jesu. Hierauf aber bat Joseph von Arimathäa⁵² (weil er ein Jünger Jesu war, jedoch aus Furcht vor den Juden ein heimlicher) den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu abnehmen dürfte. Und Pilatus erlaubte es. Er kam also, und nahm den Leichnam Jesu ab. [Mt 27,57, Mk 15,43, Lk 23,50] +Johannes Joh 51 19 38 52 Der Name Joseph steht im Griechischen mit dem Artikel: der (aus den übrigen Evangelien) bekannte Joseph. +Johannes Joh 51 19 39 Venit autem et Nicodemus, qui venerat ad Jesum nocte primum, ferens mixturam myrrhæ, et aloes, quasi libras centum. Es kam aber auch Nikodemus, welcher vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe⁵³ und Aloe,⁵⁴ gegen hundert Pfund.⁵⁵ [Joh 3,2] Apostelgeschichte Apg 51 19 39 Si quid autem alterius rei quæritis: in legitima ecclesia poterit absolvi. Habt ihr aber ein anderes Gesuch, so kann es in einer gesetzmäßigen²⁹ Volksversammlung entschieden werden. Apostelgeschichte Apg 51 19 39 29 In einer ordentlichen und gesetzmäßigen, nicht in einer außerordentlichen und tumultuarischen Versammlung, wie die heutige ist, mag alles entschieden werden. -Johannes Joh 50 19 39 53 Vergl. [Mt 2,11] das Geschenk der heiligen drei Könige. -Johannes Joh 50 19 39 54 Die Myrrhe, ein balsamisches Harz, und die Aloe, ein wohlriechendes, würziges Holz, wurden gepulvert, miteinander vermengt und zwischen den Leichnam und die umhüllenden Binden gelegt. -Johannes Joh 50 19 39 55 Die große Menge dieser Spezereien, welche Nikodemus mitbrachte, lässt vermuten, dass für den heil. Leib ein ganzes Lager von Gewürzen bereitet wurde. Doch selbst dies genügte der Liebe der frommen Frauen nicht, die auch ihrerseits Gewürze und besonders Salben kauften, um dem Leibe des Herrn die letzte Ehre zu erweisen. [Mk 16,1, Lk 23,56] +Johannes Joh 51 19 39 53 Vergl. [Mt 2,11] das Geschenk der heiligen drei Könige. +Johannes Joh 51 19 39 54 Die Myrrhe, ein balsamisches Harz, und die Aloe, ein wohlriechendes, würziges Holz, wurden gepulvert, miteinander vermengt und zwischen den Leichnam und die umhüllenden Binden gelegt. +Johannes Joh 51 19 39 55 Die große Menge dieser Spezereien, welche Nikodemus mitbrachte, lässt vermuten, dass für den heil. Leib ein ganzes Lager von Gewürzen bereitet wurde. Doch selbst dies genügte der Liebe der frommen Frauen nicht, die auch ihrerseits Gewürze und besonders Salben kauften, um dem Leibe des Herrn die letzte Ehre zu erweisen. [Mk 16,1, Lk 23,56] Apostelgeschichte Apg 51 19 40 Nam et periclitamur argui seditionis hodiernæ: cum nullus obnoxius sit (de quo possimus reddere rationem) concursus istius. Et cum hæc dixisset, dimisit ecclesiam. Denn wir laufen sogar Gefahr, wegen des heutigen Aufruhrs zur Verantwortung gezogen zu werden, da kein Schuldiger da ist, von dem wir erweisen könnten, dass er den Auflauf veranlasst habe. Und als er dies gesagt hatte, entließ er die Versammlung.³⁰ -Johannes Joh 50 19 40 Acceperunt ergo corpus Jesu, et ligaverunt illud linteis cum aromatibus, sicut mos est Judæis sepelire. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und wickelten ihn samt den Spezereien in leinene Tücher ein, wie es die Sitte der Juden beim Begraben ist. +Johannes Joh 51 19 40 Acceperunt ergo corpus Jesu, et ligaverunt illud linteis cum aromatibus, sicut mos est Judæis sepelire. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und wickelten ihn samt den Spezereien in leinene Tücher ein, wie es die Sitte der Juden beim Begraben ist. Apostelgeschichte Apg 51 19 40 30 So war Paulus durch den Schutz der göttlichen Vorsehung einer großen Lebensgefahr entronnen. -Johannes Joh 50 19 41 Erat autem in loco, ubi crucifixus est, hortus: et in horto monumentum novum, in quo nondum quisquam positus erat. Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt ward, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, in welches noch niemand gelegt worden war.⁵⁶ [Mt 27,60] -Johannes Joh 50 19 41 56 Gott hatte Sorge getragen, dass der heil. Leib in ein reines, unberührtes Grab kam. Wegen des Rüsttages: Der anbrechende Sabbat erlaubte nicht ein entfernteres Grab zu suchen, welches von dem Richtplatze weiter ab lag. -Johannes Joh 50 19 42 Ibi ergo propter Parasceven Judæorum, quia juxta erat monumentum, posuerunt Jesum. Dorthin legten sie Jesus wegen des Rüsttages der Juden; denn das Grab war nahe. -Apostelgeschichte Apg 51 20 0 Reise des heil. Paulus durch Macedonien und Griechenland. Rückkehr nach Troas. (V. 6) Wundertat des heil. Paulus in Troas. (V. 12) Reise des heil. Paulus bis Milet. (V. 16) Abschiedsrede und Abschied des heil. Paulus zu Milet. -Johannes Joh 50 20 0 Jesus zeigt sich nach seiner Auferstehung der heil. Maria Magdalena. (V. 18) Der Heiland erscheint den Jüngern außer Thomas. (V. 24) Der Herr offenbart sich allen Jüngern insgesamt. -Johannes Joh 50 20 1 Una autem sabbati, Maria Magdalene venit mane, cum adhuc tenebræ essent, ad monumentum: et vidit lapidem sublatum a monumento. Am ersten Tage der Woche aber kam Maria Magdalena¹ früh, da es noch finster war, zum Grabe, und sah den Stein vom Grabe weggenommen. +Johannes Joh 51 19 41 Erat autem in loco, ubi crucifixus est, hortus: et in horto monumentum novum, in quo nondum quisquam positus erat. Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt ward, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, in welches noch niemand gelegt worden war.⁵⁶ [Mt 27,60] +Johannes Joh 51 19 41 56 Gott hatte Sorge getragen, dass der heil. Leib in ein reines, unberührtes Grab kam. Wegen des Rüsttages: Der anbrechende Sabbat erlaubte nicht ein entfernteres Grab zu suchen, welches von dem Richtplatze weiter ab lag. +Johannes Joh 51 19 42 Ibi ergo propter Parasceven Judæorum, quia juxta erat monumentum, posuerunt Jesum. Dorthin legten sie Jesus wegen des Rüsttages der Juden; denn das Grab war nahe. +Apostelgeschichte Apg 51 20 0 Reise des heil. Paulus durch Macedonien und Griechenland. Rückkehr nach Troas. (V. 6) Wundertat des heil. Paulus in Troas. (V. 12) Reise des heil. Paulus bis Milet. (V. 16) Abschiedsrede und Abschied des heil. Paulus zu Milet. +Johannes Joh 51 20 0 Jesus zeigt sich nach seiner Auferstehung der heil. Maria Magdalena. (V. 18) Der Heiland erscheint den Jüngern außer Thomas. (V. 24) Der Herr offenbart sich allen Jüngern insgesamt. +Johannes Joh 51 20 1 Una autem sabbati, Maria Magdalene venit mane, cum adhuc tenebræ essent, ad monumentum: et vidit lapidem sublatum a monumento. Am ersten Tage der Woche aber kam Maria Magdalena¹ früh, da es noch finster war, zum Grabe, und sah den Stein vom Grabe weggenommen. Apostelgeschichte Apg 51 20 1 Postquam autem cessavit tumultus, vocatis Paulus discipulis, et exhortatus eos, valedixit, et profectus est ut iret in Macedoniam. Nachdem nun der Aufruhr aufgehört hatte, rief Paulus die Jünger zu sich, gab ihnen Ermahnungen, nahm Abschied, und reiste ab, um nach Macedonien zu gehen.¹ Apostelgeschichte Apg 51 20 1 1 Die Abreise war zwar schon früher beschlossen [Apg 19,21], jedoch mögen die eben erzählten Ereignisse dieselbe beschleunigt haben. Titus war nach Korinth vorausgegangen, um den Eindruck des ersten Briefes des heil. Paulus festzustellen. In Troas sollte er mit Paulus zusammentreffen. [2Kor 2,12ff] Diese Verabredung hatte freilich zur Voraussetzung, dass der Apostel bis Pfingsten in Ephesus blieb. [1Kor 16,8] Da der Apostel früher wegging, traf er Titus nicht in Troas und reiste, ohne auf ihn zu warten, nach Macedonien. [2Kor 2,12ff] Hier sah er den Titus in Philippi [2Kor 7,6], und sandte ihn mit dem zweiten Briefe nach Korinth [2Kor 8,16.17], um ihn später zu folgen. S. [Apg 20,2]. -Johannes Joh 50 20 1 1 Die heil. Maria Magdalena geht ein klein wenig früher als die anderen frommen Frauen zum Grabe. Während sie auf dem Wege sind, wälzt ein Engel den Stein von der Tür des Grabes. Magdalena sieht den Stein abgewälzt und meldet es den Aposteln Petrus und Johannes. Inzwischen langen die andern Frauen am Grabe an und erhalten die Engelsbotschaft von der Auferstehung des Herrn. Die Frauen erzählen des Aposteln alles [Lk 24,9-11], ohne Glauben zu finden. Inzwischen [Lk 24,12, Joh 20,3-10] eilen Petrus und Johannes, von Maria Magdalena gerufen, zum Grabe und finden alles, wie die Frauen berichtet. Während sie in die Stadt zurückkehren, bleibt Maria Magdalena bei dem Grabe, wo ihr der Herr erscheint. [Joh 29,11-18], der sich auch den anderen Frauen auf dem Wege zeigt. Der heil. Johannes nennt nur Maria Magdalena, weil er von ihr die erste Kunde erhalten hat, und weil sie sich durch die heißeste Liebe zum Herrn auszeichnete (Aug., Thom.). die Worte: Da es noch finster war lassen sich unschwer mit [Mk 16,2]: da die Sonne eben aufgegangen war vereinen, denn zwischen Finsternis (Morgendämmerung) und Sonnenaufgang liegt im Morgenlande eine sehr kurze Zeit. Diese konnte verfließen, bis die übrigen Frauen an das Grab kamen, während es in dem Augenblicke, als die vorangeeilte Magdalena ankam, noch finster, d. h. die Sonne noch nicht aufgegangen war. +Johannes Joh 51 20 1 1 Die heil. Maria Magdalena geht ein klein wenig früher als die anderen frommen Frauen zum Grabe. Während sie auf dem Wege sind, wälzt ein Engel den Stein von der Tür des Grabes. Magdalena sieht den Stein abgewälzt und meldet es den Aposteln Petrus und Johannes. Inzwischen langen die andern Frauen am Grabe an und erhalten die Engelsbotschaft von der Auferstehung des Herrn. Die Frauen erzählen des Aposteln alles [Lk 24,9-11], ohne Glauben zu finden. Inzwischen [Lk 24,12, Joh 20,3-10] eilen Petrus und Johannes, von Maria Magdalena gerufen, zum Grabe und finden alles, wie die Frauen berichtet. Während sie in die Stadt zurückkehren, bleibt Maria Magdalena bei dem Grabe, wo ihr der Herr erscheint. [Joh 29,11-18], der sich auch den anderen Frauen auf dem Wege zeigt. Der heil. Johannes nennt nur Maria Magdalena, weil er von ihr die erste Kunde erhalten hat, und weil sie sich durch die heißeste Liebe zum Herrn auszeichnete (Aug., Thom.). die Worte: Da es noch finster war lassen sich unschwer mit [Mk 16,2]: da die Sonne eben aufgegangen war vereinen, denn zwischen Finsternis (Morgendämmerung) und Sonnenaufgang liegt im Morgenlande eine sehr kurze Zeit. Diese konnte verfließen, bis die übrigen Frauen an das Grab kamen, während es in dem Augenblicke, als die vorangeeilte Magdalena ankam, noch finster, d. h. die Sonne noch nicht aufgegangen war. Apostelgeschichte Apg 51 20 2 Cum autem perambulasset partes illas, et exhortatus eos fuisset multo sermone, venit ad Græciam: Als er aber jene Gegenden durchzogen, und die Jünger mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland.² -Johannes Joh 50 20 2 Cucurrit ergo, et venit ad Simonem Petrum, et ad alium discipulum, quem amabat Jesus, et dicit illis: Tulerunt Dominum de monumento, et nescimus ubi posuerunt eum. Da lief sie, und kam zu Simon Petrus, und zu dem andern Jünger,² welchen Jesus lieb hatte, und sprach zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grabe weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.³ +Johannes Joh 51 20 2 Cucurrit ergo, et venit ad Simonem Petrum, et ad alium discipulum, quem amabat Jesus, et dicit illis: Tulerunt Dominum de monumento, et nescimus ubi posuerunt eum. Da lief sie, und kam zu Simon Petrus, und zu dem andern Jünger,² welchen Jesus lieb hatte, und sprach zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grabe weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.³ Apostelgeschichte Apg 51 20 2 2 Gewiss besuchte Paulus die von ihm gestiftete Gemeinde, auch sammelte er in Korinth eine Kollekte für die Brüder in Judäa und ließ sich von der Kirche Abgeordnete nach Jerusalem beigeben. [Röm 15,26, 2Kor 8,18] Vergl. [Apg 20,4]. Er muss damals auch im westlichen Teile von Macedonien gepredigt haben. [Röm 15,19.23] Von Macedonien kam er nach Griechenland, d. i. Achaja. Da nun sein Werk in diesen Ländern vollendet war [Röm 15,23], drängte es den heil. Paulus immer mehr, seinen Vorsatz nach Rom zu gehen auszuführen. [Apg 19,21] Von Korinth schrieb er an die Römer. [Röm 15,24ff] In letzter Stunde änderte er seinen Plan und beschloss durch Macedonien zurückzukehren. (V. 3) -Johannes Joh 50 20 2 2 Maria fürchtet wohl eine Bosheit der Juden und sucht sich die Hilfe der Jünger zu sichern. Sie wendet sich an Petrus, der das Haupt der Apostel ist, und an Johannes, den Lieblingsjünger des Herrn. -Johannes Joh 50 20 2 3 Sie redet nicht von der Engelserscheinung, weil sie (siehe Anm. 1) bei derselben nicht zugegen war. +Johannes Joh 51 20 2 2 Maria fürchtet wohl eine Bosheit der Juden und sucht sich die Hilfe der Jünger zu sichern. Sie wendet sich an Petrus, der das Haupt der Apostel ist, und an Johannes, den Lieblingsjünger des Herrn. +Johannes Joh 51 20 2 3 Sie redet nicht von der Engelserscheinung, weil sie (siehe Anm. 1) bei derselben nicht zugegen war. Apostelgeschichte Apg 51 20 3 Ubi cum fecisset menses tres, factæ sunt illi insidiæ a Judæis navigaturo in Syriam: habuitque consilium ut reverteretur per Macedoniam. Nachdem er dort drei Monate zugebracht hatte, wurden ihm, als er eben nach Syrien absegeln wollte, von den Juden Nachstellungen bereitet, und er entschloss sich, den Rückweg über Macedonien zu nehmen. -Johannes Joh 50 20 3 Exiit ergo Petrus, et ille alius discipulus, et venerunt ad monumentum. Da gingen Petrus und der andere Jünger⁴ hinaus, und kamen zum Grabe. -Johannes Joh 50 20 3 4 Die innere Liebe beflügelt die Schritte des Lieblingsjüngers. -Johannes Joh 50 20 4 Currebant autem duo simul, et ille alius discipulus præcucurrit citius Petro, et venit primus ad monumentum. Beide liefen aber zugleich, doch der andere Jünger lief schneller voran als Petrus, und kam zuerst zum Grabe. +Johannes Joh 51 20 3 Exiit ergo Petrus, et ille alius discipulus, et venerunt ad monumentum. Da gingen Petrus und der andere Jünger⁴ hinaus, und kamen zum Grabe. +Johannes Joh 51 20 3 4 Die innere Liebe beflügelt die Schritte des Lieblingsjüngers. +Johannes Joh 51 20 4 Currebant autem duo simul, et ille alius discipulus præcucurrit citius Petro, et venit primus ad monumentum. Beide liefen aber zugleich, doch der andere Jünger lief schneller voran als Petrus, und kam zuerst zum Grabe. Apostelgeschichte Apg 51 20 4 Comitatus est autem eum Sopater Pyrrhi Berensis, Thessalonicensium vero Aristarchus, et Secundus, et Gaius Derbeus, et Timotheus: Asiani vero Tychicus, et Trophimus. Es begleiteten ihn aber Sopater aus Beröa, Sohn des Pyrrhus; von den Thessalonichern Aristarchus und Secundus; und Gajus von Derbe und Timotheus; aus Asien aber Tychicus und Trophimus.³ Apostelgeschichte Apg 51 20 4 3 Diese sieben waren Vertreter der Kirchen, in deren Gebieten die Kollekte gesammelt war. [2Kor 8,19ff] Aristarchus war mit Paulus in Ephesus gewesen. [Apg 19,29] Apostelgeschichte Apg 51 20 5 Hi cum præcessissent, sustinuerunt nos Troade: Diese gingen voran, und warteten auf uns⁴ in Troas. -Johannes Joh 50 20 5 Et cum se inclinasset, vidit posita linteamina, non tamen introivit. Und sich vorwärts neigend, sah er die Leintücher da liegen, trat jedoch nicht in das Grab.⁵ +Johannes Joh 51 20 5 Et cum se inclinasset, vidit posita linteamina, non tamen introivit. Und sich vorwärts neigend, sah er die Leintücher da liegen, trat jedoch nicht in das Grab.⁵ Apostelgeschichte Apg 51 20 5 4 Lukas, der zuletzt in Philippi [Apg 16,12.40] bei dem heil. Paulus war, hat sich demselben wieder zugesellt. -Johannes Joh 50 20 5 5 In einiger Entfernung sieht der heil. Johannes die Leintücher liegen, mit welche der Leib des Herrn umwickelt gewesen war, aber tritt nicht in das Grab. Aus Scheu, sagt Euthymius; aus Ehrfurcht gegen den älteren Petrus, das Haupt der Apostel, der heil. Thomas. -Johannes Joh 50 20 6 Venit ergo Simon Petrus sequens eum, et introivit in monumentum, et vidit linteamina posita, Da kam Simon Petrus, der ihm folgte, trat in das Grab, und sah die Leintücher liegen, +Johannes Joh 51 20 5 5 In einiger Entfernung sieht der heil. Johannes die Leintücher liegen, mit welche der Leib des Herrn umwickelt gewesen war, aber tritt nicht in das Grab. Aus Scheu, sagt Euthymius; aus Ehrfurcht gegen den älteren Petrus, das Haupt der Apostel, der heil. Thomas. +Johannes Joh 51 20 6 Venit ergo Simon Petrus sequens eum, et introivit in monumentum, et vidit linteamina posita, Da kam Simon Petrus, der ihm folgte, trat in das Grab, und sah die Leintücher liegen, Apostelgeschichte Apg 51 20 6 Nos vero navigavimus post dies Azymorum a Philippis, et venimus ad eos Troadem in diebus quinque, ubi demorati sumus diebus septem. Wir aber fuhren nach den Tagen der ungesäuerten Brote von Philippi ab, und kamen in fünf Tagen⁵ zu ihnen nach Troas, wo wir sieben Tage verweilten. Apostelgeschichte Apg 51 20 6 5 Vergl. [Apg 16,11]. Da sie in Troas sieben Tage blieben und der letzte dieser Tage ein Sonntag war, waren sie am Montag angekommen und reisten auch an einem solchen ab. Apostelgeschichte Apg 51 20 7 Una autem sabbati cum convenissemus ad frangendum panem, Paulus disputabat cum eis profecturus in crastinum, protraxitque sermonem usque in mediam noctem. Als wir aber am ersten Tage der Woche zum Brotbrechen zusammengekommen waren, hielt Paulus eine Unterredung mit ihnen, weil er am folgenden Tage abreisen wollte, und setzte seine Rede fort bis Mitternacht.⁶ -Johannes Joh 50 20 7 Et sudarium, quod fuerat super caput ejus, non cum linteaminibus positum, sed separatim involutum in unum locum. und das Schweißtuch, welches auf seinem Haupte gewesen war, das aber nicht zu den Leintüchern gelegt, sondern abgesondert an einem eigenen Orte zusammengewickelt war.⁶ +Johannes Joh 51 20 7 Et sudarium, quod fuerat super caput ejus, non cum linteaminibus positum, sed separatim involutum in unum locum. und das Schweißtuch, welches auf seinem Haupte gewesen war, das aber nicht zu den Leintüchern gelegt, sondern abgesondert an einem eigenen Orte zusammengewickelt war.⁶ Apostelgeschichte Apg 51 20 7 6 Man feierte also bereits den Sonntag durch gottesdienstliche Zusammenkünfte. Vergl. [1Kor 16,2, Offb 1,10]. Jedenfalls wurde am Ende des ersten Jahrhunderts bei den Heidenchristen überall der Sonntag zur Erinnerung an die Auferstehung des Herrn festlich begangen (Barn., Ignat., Justin). Die Feier des Brotbrechens wurde in Nachahmung des letzten Abendmahles noch Abends gehalten. -Johannes Joh 50 20 7 6 In solche Ordnung hätten Räuber die Tücher nicht gebracht. -Johannes Joh 50 20 8 Tunc ergo introivit et ille discipulus, qui venerat primus ad monumentum: et vidit, et credidit: Dann trat auch jener Jünger, welcher zuerst zum Grabe gekommen war, in dasselbe; und er sah, und glaubte;⁷ +Johannes Joh 51 20 7 6 In solche Ordnung hätten Räuber die Tücher nicht gebracht. +Johannes Joh 51 20 8 Tunc ergo introivit et ille discipulus, qui venerat primus ad monumentum: et vidit, et credidit: Dann trat auch jener Jünger, welcher zuerst zum Grabe gekommen war, in dasselbe; und er sah, und glaubte;⁷ Apostelgeschichte Apg 51 20 8 Erant autem lampades copiosæ in cnaculo, ubi eramus congregati. Es waren aber viele Lampen⁷ im Obergemache, wo wir versammelt waren. Apostelgeschichte Apg 51 20 8 7 Die Lichter dienten wohl nicht nur zur Erleuchtung, sondern auch zur freudigen Kundgebung der Anwesenheit des Herrn und Bräutigams. [Mt 25,1ff] -Johannes Joh 50 20 8 7 Johannes sieht und glaubt, dass der Heiland durch göttliche Macht auferstanden ist (Chrys., Cyr., Euth.). +Johannes Joh 51 20 8 7 Johannes sieht und glaubt, dass der Heiland durch göttliche Macht auferstanden ist (Chrys., Cyr., Euth.). Apostelgeschichte Apg 51 20 9 Sedens autem quidam adolescens nomine Eutychus super fenestram, cum mergeretur somno gravi, disputante diu Paulo, ductus somno cecidit de tertio cnaculo deorsum, et sublatus est mortuus. Nun saß da ein Jüngling mit Namen Eutychus auf dem Fenster. Dieser sank in tiefen Schlaf, als Paulus so lange redete, fiel vom Schlafe überwältigt vom dritten Stockwerke hinunter, und wurde tot aufgehoben. -Johannes Joh 50 20 9 Nondum enim sciebant Scripturam, quia oportebat eum a mortuis resurgere. denn noch verstanden sie die Schrift nicht, dass er von den Toten auferstehen müsse.⁸ -Johannes Joh 50 20 9 8 Es bedurfte des Augenscheines, ehe sie an die Tatsache der Auferstehung glaubten, und erst nachher kam zu dem Glauben das Verständnis durch die Erklärung der heil. Schrift. [Lk 24,7.46ff, Apg 1,3]. Die Leidensweissagungen hatten die Jünger von dem bevorstehenden Tode des Herrn nicht zu überzeugen vermocht. Jetzt war der Tod eingetreten, umso notwendiger war hier für sie nun der Augenschein der Auferstehung. Es ist dies ein Fingerzeig, wie wenig das Alte Testament ohne die Offenbarung in Christus erfasst wird. +Johannes Joh 51 20 9 Nondum enim sciebant Scripturam, quia oportebat eum a mortuis resurgere. denn noch verstanden sie die Schrift nicht, dass er von den Toten auferstehen müsse.⁸ +Johannes Joh 51 20 9 8 Es bedurfte des Augenscheines, ehe sie an die Tatsache der Auferstehung glaubten, und erst nachher kam zu dem Glauben das Verständnis durch die Erklärung der heil. Schrift. [Lk 24,7.46ff, Apg 1,3]. Die Leidensweissagungen hatten die Jünger von dem bevorstehenden Tode des Herrn nicht zu überzeugen vermocht. Jetzt war der Tod eingetreten, umso notwendiger war hier für sie nun der Augenschein der Auferstehung. Es ist dies ein Fingerzeig, wie wenig das Alte Testament ohne die Offenbarung in Christus erfasst wird. Apostelgeschichte Apg 51 20 10 Ad quem cum descendisset Paulus, incubuit super eum: et complexus dixit: Nolite turbari, anima enim ipsius in ipso est. Da ging Paulus zu ihm hinab, legte sich auf ihn, umfasste ihn, und sprach: Seid unbesorgt, denn seine Seele ist in ihm.⁸ -Johannes Joh 50 20 10 Abierunt ergo iterum discipuli ad semetipsos. Da gingen die Jünger wieder fort nach Hause.⁹ +Johannes Joh 51 20 10 Abierunt ergo iterum discipuli ad semetipsos. Da gingen die Jünger wieder fort nach Hause.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 20 10 8 Wie Elias [1Kön 17,17ff] und Elisäus [2Kön 4,34] gibt er dem Toten durch ein Wunder das Leben zurück. -Johannes Joh 50 20 10 9 Aus Furcht vor den Juden. (V. 19) -Johannes Joh 50 20 11 Maria autem stabat ad monumentum foris, plorans. Dum ergo fleret, inclinavit se, et prospexit in monumentum: Maria aber stand draußen an dem Grabe und weinte.¹⁰ Während sie nun weinte, bückte sie sich, und sah in das Grab hinein. +Johannes Joh 51 20 10 9 Aus Furcht vor den Juden. (V. 19) +Johannes Joh 51 20 11 Maria autem stabat ad monumentum foris, plorans. Dum ergo fleret, inclinavit se, et prospexit in monumentum: Maria aber stand draußen an dem Grabe und weinte.¹⁰ Während sie nun weinte, bückte sie sich, und sah in das Grab hinein. Apostelgeschichte Apg 51 20 11 Ascendens autem, frangensque panem, et gustans, satisque allocutus usque in lucem, sic profectus est. Dann ging er wieder hinauf, brach das Brot,⁹ aß, und redete noch geraume Zeit, bis zu Tagesanbruch, und so reiste er ab. Apostelgeschichte Apg 51 20 11 9 Paulus feierte das heil. Opfer nach Mitternacht. Einige Ausleger nehmen mit minderer Wahrscheinlichkeit an, es habe sich um ein gewöhnliches Mahl gehandelt. -Johannes Joh 50 20 11 10 Zu bleiben gebot ihr die Liebe zu Jesus, zu weinen der Schmerz um ihn. Noch immer wähnt sie den heiligsten Leib geraubt, und so sucht sie mit Sehnsucht wenigstens die Stätte noch zu erblicken, wo ihr höchstes Gut zuletzt geruht. -Johannes Joh 50 20 12 Et vidit duos Angelos in albis, sedentes, unum ad caput, et unum ad pedes, ubi positum fuerat corpus Jesu. Da erblickte sie zwei Engel¹¹ in weißen Kleidern da sitzend, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte, einen zu Häupten und einen zu Füßen. +Johannes Joh 51 20 11 10 Zu bleiben gebot ihr die Liebe zu Jesus, zu weinen der Schmerz um ihn. Noch immer wähnt sie den heiligsten Leib geraubt, und so sucht sie mit Sehnsucht wenigstens die Stätte noch zu erblicken, wo ihr höchstes Gut zuletzt geruht. +Johannes Joh 51 20 12 Et vidit duos Angelos in albis, sedentes, unum ad caput, et unum ad pedes, ubi positum fuerat corpus Jesu. Da erblickte sie zwei Engel¹¹ in weißen Kleidern da sitzend, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte, einen zu Häupten und einen zu Füßen. Apostelgeschichte Apg 51 20 12 Adduxerunt autem puerum viventem, et consolati sunt non minime. Den Jüngling aber führten sie lebend herbei, und wurden nicht wenig getröstet.¹⁰ Apostelgeschichte Apg 51 20 12 10 Dieser Wiedererweckte war gleichsam das tröstende Abschiedsgeschenk des Apostels an die teure Gemeinde. -Johannes Joh 50 20 12 11 Ihr sehnsüchtiges Schauen wird durch eine Engelserscheinung belohnt. Vergl. [Lk 24,4]. Die Engel erscheinen ihr wohl nicht in leuchtenden Gewändern, da sie sonst wie ihre Genossinnen [Mk 16,5] erschrocken wäre. Sie erschrickt nicht über die Erscheinung der Engel, ja, sie scheint sich nicht einmal zu wundern, derart nimmt der Gedanke an den Herrn ganz ihr Herz ein. +Johannes Joh 51 20 12 11 Ihr sehnsüchtiges Schauen wird durch eine Engelserscheinung belohnt. Vergl. [Lk 24,4]. Die Engel erscheinen ihr wohl nicht in leuchtenden Gewändern, da sie sonst wie ihre Genossinnen [Mk 16,5] erschrocken wäre. Sie erschrickt nicht über die Erscheinung der Engel, ja, sie scheint sich nicht einmal zu wundern, derart nimmt der Gedanke an den Herrn ganz ihr Herz ein. Apostelgeschichte Apg 51 20 13 Nos autem ascendentes navem, navigavimus in Asson, inde suscepturi Paulum: sic enim disposuerat ipse per terram iter facturus. Wir aber gingen zu Schiff, und fuhren nach Assos,¹¹ wo wir Paulus aufnehmen wollten; denn so hatte er angeordnet, da er selbst zu Lande hinreisen wollte. -Johannes Joh 50 20 13 Dicunt ei illi: Mulier, quid ploras? Dicit eis: Quia tulerunt Dominum meum: et nescio ubi posuerunt eum. Diese sagten zu ihr: Weib! was weinest du? Sie sprach zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen haben; und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.¹² +Johannes Joh 51 20 13 Dicunt ei illi: Mulier, quid ploras? Dicit eis: Quia tulerunt Dominum meum: et nescio ubi posuerunt eum. Diese sagten zu ihr: Weib! was weinest du? Sie sprach zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen haben; und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.¹² Apostelgeschichte Apg 51 20 13 11 Paulus gelangt auf dem Landwege dorthin. Warum der Apostel dies tat, ist ungewiss. Nach Chrys. wollte er auf dem Wege manche Anordnungen treffen, und Belehrungen spenden. -Johannes Joh 50 20 13 12 Aus die teilnahmsvolle Frage der Engel antwortet sie mit den Worten, in denen sie auch zu den Aposteln gesprochen. -Johannes Joh 50 20 14 Hæc cum dixisset, conversa est retrorsum, et vidit Jesum stantem: et non sciebat quia Jesus est. Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich um, und sah Jesus stehen; sie wusste aber nicht, dass es Jesus sei.¹³ +Johannes Joh 51 20 13 12 Aus die teilnahmsvolle Frage der Engel antwortet sie mit den Worten, in denen sie auch zu den Aposteln gesprochen. +Johannes Joh 51 20 14 Hæc cum dixisset, conversa est retrorsum, et vidit Jesum stantem: et non sciebat quia Jesus est. Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich um, und sah Jesus stehen; sie wusste aber nicht, dass es Jesus sei.¹³ Apostelgeschichte Apg 51 20 14 Cum autem convenisset nos in Asson, assumpto eo, venimus Mitylenen. Als er nun in Assos zu uns kam, nahmen wir ihn auf, und kamen nach Mitylene. -Johannes Joh 50 20 14 13 Vielleicht veranlassten die Engel selbst Maria Magdalena, sich umzuwenden. Als sie ihren Herrn sah, sagt Chrys., erhoben sie sich sofort, gleich ehrerbietigen Dienern. (Euth.) Dass sie den Herrn nicht erkannte, ist entweder daraus zu erklären, dass seine Gestalt verändert war (Chrys., Athan.), oder mit einer wunderbaren Verhinderung des Erkennens oder daraus, dass sie durchaus nicht darauf gefasst war, Jesus vor sich zu sehen (Cyr., Hier.). +Johannes Joh 51 20 14 13 Vielleicht veranlassten die Engel selbst Maria Magdalena, sich umzuwenden. Als sie ihren Herrn sah, sagt Chrys., erhoben sie sich sofort, gleich ehrerbietigen Dienern. (Euth.) Dass sie den Herrn nicht erkannte, ist entweder daraus zu erklären, dass seine Gestalt verändert war (Chrys., Athan.), oder mit einer wunderbaren Verhinderung des Erkennens oder daraus, dass sie durchaus nicht darauf gefasst war, Jesus vor sich zu sehen (Cyr., Hier.). Apostelgeschichte Apg 51 20 15 Et inde navigantes, sequenti die venimus contra Chium, et alia applicuimus Samum, et sequenti die venimus Miletum. Von dort fuhren wir ab, und kamen am folgenden Tage Chios gegenüber. Des andern Tages landeten wir bei Samos, und am folgenden Tage kamen wir nach Milet.¹² -Johannes Joh 50 20 15 Dicit ei Jesus: Mulier, quid ploras? quem quæris? Illa existimans quia hortulanus esset, dicit ei: Domine, si tu sustulisti eum, dicito mihi ubi posuisti eum: et ego eum tollam. Jesus sprach zu ihr: Weib! was weinest du? Wen suchest du? Da meinte sie, es wäre der Gärtner,¹⁴ und sprach zu ihm: Herr! wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn¹⁵ hingelegt hast, und ich werde ihn holen.¹⁶ +Johannes Joh 51 20 15 Dicit ei Jesus: Mulier, quid ploras? quem quæris? Illa existimans quia hortulanus esset, dicit ei: Domine, si tu sustulisti eum, dicito mihi ubi posuisti eum: et ego eum tollam. Jesus sprach zu ihr: Weib! was weinest du? Wen suchest du? Da meinte sie, es wäre der Gärtner,¹⁴ und sprach zu ihm: Herr! wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn¹⁵ hingelegt hast, und ich werde ihn holen.¹⁶ Apostelgeschichte Apg 51 20 15 12 Diese verschiedenen Punkte werden erwähnt, weil das Schiff auf seiner Küstenfahrt jeden Abend in einem Hafen vor Anker ging. -Johannes Joh 50 20 15 14 Es war noch früh. Wer also sollte sonst hierher kommen als der Gärtner? -Johannes Joh 50 20 15 15 Sie sprach, als ob jeder wüsste, wen sie meinte, weil eben er alle ihre Gedanken in Anspruch nahm. Übrigens konnte sie voraussetzen, dass der Gärtner wusste, wer im Garten begraben sei. -Johannes Joh 50 20 15 16 In ihrer Liebe vergisst sie, dass ihre Kräfte dazu nicht ausreichen. +Johannes Joh 51 20 15 14 Es war noch früh. Wer also sollte sonst hierher kommen als der Gärtner? +Johannes Joh 51 20 15 15 Sie sprach, als ob jeder wüsste, wen sie meinte, weil eben er alle ihre Gedanken in Anspruch nahm. Übrigens konnte sie voraussetzen, dass der Gärtner wusste, wer im Garten begraben sei. +Johannes Joh 51 20 15 16 In ihrer Liebe vergisst sie, dass ihre Kräfte dazu nicht ausreichen. Apostelgeschichte Apg 51 20 16 Proposuerat enim Paulus transnavigare Ephesum, ne qua mora illi fieret in Asia. Festinabat enim, si possibile sibi esset, ut diem Pentecostes faceret Jerosolymis. Denn Paulus hatte beschlossen, an Ephesus vorbeizufahren, damit er in Asien nicht aufgehalten würde;¹³ er eilte nämlich, um, wofern es ihm möglich wäre, am Pfingsttage in Jerusalem zu sein. -Johannes Joh 50 20 16 Dicit ei Jesus: Maria. Conversa illa, dicit ei: Rabboni (quod dicitur Magister). Jesus sprach zu ihr: Maria!¹⁷ Da wandte sie sich um, und sprach zu ihm: Rabboni¹⁸ (das heißt Meister)! +Johannes Joh 51 20 16 Dicit ei Jesus: Maria. Conversa illa, dicit ei: Rabboni (quod dicitur Magister). Jesus sprach zu ihr: Maria!¹⁷ Da wandte sie sich um, und sprach zu ihm: Rabboni¹⁸ (das heißt Meister)! Apostelgeschichte Apg 51 20 16 13 In Ephesus hätten die Christen ihn sonst festzuhalten gesucht. Milet lag eine Tagereise südlich von Ephesus. -Johannes Joh 50 20 16 17 Maria hatte sich nach den obigen Worten V. 15 wohl wieder nach dem Grabe gewendet. Jetzt offenbart sich der Heiland durch die Stimme. Maria Magdalena ist so ergriffen, dass sie nur ein Wort findet. -Johannes Joh 50 20 16 18 Eigentlich: Mein Meister. Die Beifügung des hebräischen Wortes erhöht die Feierlichkeit der Erzählung. Maria betet den Heiland an (Aug., Chrys., Greg., Euth.). -Johannes Joh 50 20 17 Dicit ei Jesus: Noli me tangere, nondum enim ascendi ad Patrem meum: vade autem ad fratres meos, et dic eis: Ascendo ad Patrem meum, et Patrem vestrum, Deum meum, et Deum vestrum. Jesus sprach zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater;¹⁹ gehe aber hin zu meinen Brüdern,²⁰ und sage ihnen: Ich fahre auf²¹ zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.²² [Ps 21,23ff.] +Johannes Joh 51 20 16 17 Maria hatte sich nach den obigen Worten V. 15 wohl wieder nach dem Grabe gewendet. Jetzt offenbart sich der Heiland durch die Stimme. Maria Magdalena ist so ergriffen, dass sie nur ein Wort findet. +Johannes Joh 51 20 16 18 Eigentlich: Mein Meister. Die Beifügung des hebräischen Wortes erhöht die Feierlichkeit der Erzählung. Maria betet den Heiland an (Aug., Chrys., Greg., Euth.). +Johannes Joh 51 20 17 Dicit ei Jesus: Noli me tangere, nondum enim ascendi ad Patrem meum: vade autem ad fratres meos, et dic eis: Ascendo ad Patrem meum, et Patrem vestrum, Deum meum, et Deum vestrum. Jesus sprach zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater;¹⁹ gehe aber hin zu meinen Brüdern,²⁰ und sage ihnen: Ich fahre auf²¹ zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.²² [Ps 21,23ff.] Apostelgeschichte Apg 51 20 17 A Mileto autem mittens Ephesum, vocavit majores natu Ecclesiæ. Von Milet aber sandte er nach Ephesus, und berief die Vorsteher der Kirche.¹⁴ Apostelgeschichte Apg 51 20 17 14 Paulus berief die Vorsteher der Nachbarkirche von Ephesus (Iren.), wenigstens einige derselben sind Bischöfe. (V. 28) -Johannes Joh 50 20 17 19 Das Wort ist schwer zu erklären. Viele Ausleger neigen der Ansicht zu, Maria Magdalena habe sich zu lange mit der Bezeugung ihrer Ehrfurcht und Liebe aufgehalten und sei deshalb von dem Herrn gemahnt worden, für jetzt jene Erweise zu enden und seinen Jüngern die Botschaft seiner nahen Auffahrt zum Vater zu bringen. Sie selbst werde bis zu jener Himmelfahrt noch Gelegenheit haben, sich seiner Gegenwart zu freuen. Der Sinn ist etwa dieser: Es ist noch nicht die Zeit für jenen traulichen Verkehr, welchen ich den Meinen gestatten werde, wenn ich in den Himmel aufgefahren bin und sie zu mir genommen habe. Denn dort wird der vertrauliche Verkehr mit dem Herrn geläutert sein, während hier solche stürmische Beweise von Ehrfurcht und Liebe, wie Magdalena sie geben will, nicht gänzlich von etwas Leidenschaftlichkeit und Unvollkommenheit frei sind. -Johannes Joh 50 20 17 20 Wie gewinnend ist diese Bezeichnung der Apostel! Zuletzt hatte sie der Heiland seine Freunde genannt [Joh 15,14], jetzt sind sie seine Brüder und Miterben des Himmelreichs. [Röm 8,12]. -Johannes Joh 50 20 17 21 Die Himmelfahrt ist gleichsam die Vollendung der Auferstehung. -Johannes Joh 50 20 17 22 Der Heiland sagt: Mein Gott, indem er dabei von seiner menschlichen Natur redet. [Mt 27,46]. Christi Vater ist Gott von Natur, unser Vater durch Adoption und Gnade (Aug.). War diese Erscheinung des Auferstandenen die erste? So kann es nach [Mk 16,9] scheinen, während der Heiland nach [Mt 28,9] zuerst den übrigen Frauen erschienen zu sein scheint. Die Frauen haben sich wohl auf dem Wege länger aufgehalten, während dieser Zeit konnte Magdalena zum Grabe zurückgekehrt sein und die Erscheinung des Herrn gesehen haben, der sogleich darauf auch den übrigen Frauen erschien. -Johannes Joh 50 20 18 Venit Maria Magdalene annuntians discipulis: Quia vidi Dominum, et hæc dixit mihi. Da kam Maria Magdalena, und verkündigte den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und dies hat er mir gesagt. +Johannes Joh 51 20 17 19 Das Wort ist schwer zu erklären. Viele Ausleger neigen der Ansicht zu, Maria Magdalena habe sich zu lange mit der Bezeugung ihrer Ehrfurcht und Liebe aufgehalten und sei deshalb von dem Herrn gemahnt worden, für jetzt jene Erweise zu enden und seinen Jüngern die Botschaft seiner nahen Auffahrt zum Vater zu bringen. Sie selbst werde bis zu jener Himmelfahrt noch Gelegenheit haben, sich seiner Gegenwart zu freuen. Der Sinn ist etwa dieser: Es ist noch nicht die Zeit für jenen traulichen Verkehr, welchen ich den Meinen gestatten werde, wenn ich in den Himmel aufgefahren bin und sie zu mir genommen habe. Denn dort wird der vertrauliche Verkehr mit dem Herrn geläutert sein, während hier solche stürmische Beweise von Ehrfurcht und Liebe, wie Magdalena sie geben will, nicht gänzlich von etwas Leidenschaftlichkeit und Unvollkommenheit frei sind. +Johannes Joh 51 20 17 20 Wie gewinnend ist diese Bezeichnung der Apostel! Zuletzt hatte sie der Heiland seine Freunde genannt [Joh 15,14], jetzt sind sie seine Brüder und Miterben des Himmelreichs. [Röm 8,12]. +Johannes Joh 51 20 17 21 Die Himmelfahrt ist gleichsam die Vollendung der Auferstehung. +Johannes Joh 51 20 17 22 Der Heiland sagt: Mein Gott, indem er dabei von seiner menschlichen Natur redet. [Mt 27,46]. Christi Vater ist Gott von Natur, unser Vater durch Adoption und Gnade (Aug.). War diese Erscheinung des Auferstandenen die erste? So kann es nach [Mk 16,9] scheinen, während der Heiland nach [Mt 28,9] zuerst den übrigen Frauen erschienen zu sein scheint. Die Frauen haben sich wohl auf dem Wege länger aufgehalten, während dieser Zeit konnte Magdalena zum Grabe zurückgekehrt sein und die Erscheinung des Herrn gesehen haben, der sogleich darauf auch den übrigen Frauen erschien. +Johannes Joh 51 20 18 Venit Maria Magdalene annuntians discipulis: Quia vidi Dominum, et hæc dixit mihi. Da kam Maria Magdalena, und verkündigte den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und dies hat er mir gesagt. Apostelgeschichte Apg 51 20 18 Qui cum venissent ad eum, et simul essent, dixit eis: Vos scitis a prima die, qua ingressus sum in Asiam, qualiter vobiscum per omne tempus fuerim. Als sie nun zu ihm kamen und beisammen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wisset, wie ich vom ersten Tage an, da ich nach Asien gekommen, die ganze Zeit hindurch, unter euch gewesen bin, Apostelgeschichte Apg 51 20 19 Serviens Domino cum omni humilitate, et lacrymis, et tentationibus, quæ mihi acciderunt ex insidiis Judæorum: indem ich dem Herrn diente mit aller Demut, unter Tränen¹⁵ und Prüfungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden zustießen; -Johannes Joh 50 20 19 Cum ergo sero esset die illo, una sabbatorum, et fores essent clausæ, ubi erant discipuli congregati propter metum Judæorum: venit Jesus, et stetit in medio, et dixit eis: Pax vobis. Als es nun an demselben Tage, am ersten der Woche, Abend war,²³ und die Türen des Hauses, wo die Jünger sich versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren,²⁴ kam Jesus, stand in ihrer Mitte, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!²⁵ [Lk 24,36] +Johannes Joh 51 20 19 Cum ergo sero esset die illo, una sabbatorum, et fores essent clausæ, ubi erant discipuli congregati propter metum Judæorum: venit Jesus, et stetit in medio, et dixit eis: Pax vobis. Als es nun an demselben Tage, am ersten der Woche, Abend war,²³ und die Türen des Hauses, wo die Jünger sich versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren,²⁴ kam Jesus, stand in ihrer Mitte, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!²⁵ [Lk 24,36] Apostelgeschichte Apg 51 20 19 15 Die Tränen waren teils Zeugen seiner Liebe und Sorge, teils durch die erlittenen Trübsale ausgepresst. -Johannes Joh 50 20 19 23 Der hier erzählten Erscheinung des Auferstandenen ging außer den Begebenheiten des Morgens [Joh 20,1-18] am nämlichen Nachmittage des Ostersonntages vorher: die Kundgebung des Herrn an Simon Petrus [Lk 24,34, 1Kor 15,5] und an die Jünger zu Emmaus. [Lk 24,13-33]. -Johannes Joh 50 20 19 24 Die Türen waren aus Furcht vor den Juden verschlossen. Die Jünger aus Emmaus erzählten noch. [Lk 24,36]. Wie der Heiland aus dem Grabe hervorgegangen, ohne dass der Stein abgewälzt war, so trat er hier wunderbar zu seinen Jüngern. Wohl ist der Leib des Herrn ein wahrer (V. 17, V. 20), aber nicht mehr ist er an die Schranken irdischer Räumlichkeit gebunden. Sein verklärter Leib durchdringt die Körper, so dass diese für ihn kein Hindernis bilden. -Johannes Joh 50 20 19 25 Der Sieger über alles, was den Frieden stört, Sünde, Tod, Hölle, wünscht Frieden und spendet Frieden. +Johannes Joh 51 20 19 23 Der hier erzählten Erscheinung des Auferstandenen ging außer den Begebenheiten des Morgens [Joh 20,1-18] am nämlichen Nachmittage des Ostersonntages vorher: die Kundgebung des Herrn an Simon Petrus [Lk 24,34, 1Kor 15,5] und an die Jünger zu Emmaus. [Lk 24,13-33]. +Johannes Joh 51 20 19 24 Die Türen waren aus Furcht vor den Juden verschlossen. Die Jünger aus Emmaus erzählten noch. [Lk 24,36]. Wie der Heiland aus dem Grabe hervorgegangen, ohne dass der Stein abgewälzt war, so trat er hier wunderbar zu seinen Jüngern. Wohl ist der Leib des Herrn ein wahrer (V. 17, V. 20), aber nicht mehr ist er an die Schranken irdischer Räumlichkeit gebunden. Sein verklärter Leib durchdringt die Körper, so dass diese für ihn kein Hindernis bilden. +Johannes Joh 51 20 19 25 Der Sieger über alles, was den Frieden stört, Sünde, Tod, Hölle, wünscht Frieden und spendet Frieden. Apostelgeschichte Apg 51 20 20 Quomodo nihil subtraxerim utilium, quominus annuntiarem vobis, et docerem vos publice, et per domos. wie ich nichts vorenthielt von dem was heilsam ist, dass ich es euch nicht verkündet, und sowohl öffentlich, als auch in den Häusern gelehrt hätte, -Johannes Joh 50 20 20 Et cum hoc dixisset, ostendit eis manus, et latus. Gavisi sunt ergo discipuli, viso Domino. Und als er dieses gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. +Johannes Joh 51 20 20 Et cum hoc dixisset, ostendit eis manus, et latus. Gavisi sunt ergo discipuli, viso Domino. Und als er dieses gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Apostelgeschichte Apg 51 20 21 Testificans Judæis, atque gentilibus in Deum pnitentiam, et fidem in Dominum nostrum Jesum Christum. Juden und Heiden Zeugnis gebend von der Bekehrung zu Gott, und dem Glauben an unsern Herrn Jesus Christus.¹⁶ -Johannes Joh 50 20 21 Dixit ergo eis iterum: Pax vobis. Sicut misit me Pater, et ego mitto vos. Er sprach abermals zu ihnen:²⁶ Friede sei mit euch! Wie²⁷ mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch. +Johannes Joh 51 20 21 Dixit ergo eis iterum: Pax vobis. Sicut misit me Pater, et ego mitto vos. Er sprach abermals zu ihnen:²⁶ Friede sei mit euch! Wie²⁷ mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch. Apostelgeschichte Apg 51 20 21 16 Diese beiden Punkte machen für jeden die Zusammenfassung des christlichen Lebens aus: Bekehrung zu Gott (Buße, christliches Leben) und Glaube an Jesus Christus. -Johannes Joh 50 20 21 26 Sie selbst sollen den Frieden haben, damit sie denselben auch anderen mitteilen; darum wird die Sendung angefügt. -Johannes Joh 50 20 21 27 Der Heiland lenkt die Aufmerksamkeit der Apostel auf das enge Verhältnis zwischen seiner Sendung und ihrer Sendung und derer, von denen sie ihre Sendung empfingen. Vergl. [Joh 17,18]. Sie sollen das Werk des Herrn fortsetzen. Das Wort wie deutet also erstlich auf die Ähnlichkeit in der Aussendung hin: auch ihre Sendung ist von Gott. Wie mich der Vater gesendet, sende ich, der Sohn Gottes, Gott von Gott, euch in die Welt als meine Stellvertreter. Zweitens sollt ihr die Welt wie ich bekehren, entsündigen und heiligen (V. 23) vermittelst der Verdienste meines Opfertodes. Der Heiland richtet seine Worte einzig an die Apostel, nicht an die übrigen gegenwärtigen Jünger, welche er nicht zu dem Amte seiner Gesandten (Apostel) berufen hatte. Andererseits beschränkt sich diese Sendung nach der Absicht des Herrn nicht auf die Personen der gegenwärtigen Apostel, sondern erstreckt sich auch auf ihre Nachfolger. Das Werk Christi ist beständig in der Kirche fortzuführen, so muss also auch die Sendung derer, welche es fortführen sollen, bis an das Ende der Zeiten [Mt 28,20] dauern. Da nun an die Stelle der Apostel Bischöfe mit der priesterlichen Vollgewalt und Priester mit beschränkter Gewalt getreten sind, musste der Heil. Geist die Kirche belehren, welche Teile der Gewalt den letztern zuzuweisen waren. -Johannes Joh 50 20 22 Hæc cum dixisset, insufflavit: et dixit eis: Accipite Spiritum sanctum: Da er dies gesagt hatte, hauchte er sie an,²⁸ und sprach zu ihnen: Empfanget den heiligen Geist!²⁹ +Johannes Joh 51 20 21 26 Sie selbst sollen den Frieden haben, damit sie denselben auch anderen mitteilen; darum wird die Sendung angefügt. +Johannes Joh 51 20 21 27 Der Heiland lenkt die Aufmerksamkeit der Apostel auf das enge Verhältnis zwischen seiner Sendung und ihrer Sendung und derer, von denen sie ihre Sendung empfingen. Vergl. [Joh 17,18]. Sie sollen das Werk des Herrn fortsetzen. Das Wort wie deutet also erstlich auf die Ähnlichkeit in der Aussendung hin: auch ihre Sendung ist von Gott. Wie mich der Vater gesendet, sende ich, der Sohn Gottes, Gott von Gott, euch in die Welt als meine Stellvertreter. Zweitens sollt ihr die Welt wie ich bekehren, entsündigen und heiligen (V. 23) vermittelst der Verdienste meines Opfertodes. Der Heiland richtet seine Worte einzig an die Apostel, nicht an die übrigen gegenwärtigen Jünger, welche er nicht zu dem Amte seiner Gesandten (Apostel) berufen hatte. Andererseits beschränkt sich diese Sendung nach der Absicht des Herrn nicht auf die Personen der gegenwärtigen Apostel, sondern erstreckt sich auch auf ihre Nachfolger. Das Werk Christi ist beständig in der Kirche fortzuführen, so muss also auch die Sendung derer, welche es fortführen sollen, bis an das Ende der Zeiten [Mt 28,20] dauern. Da nun an die Stelle der Apostel Bischöfe mit der priesterlichen Vollgewalt und Priester mit beschränkter Gewalt getreten sind, musste der Heil. Geist die Kirche belehren, welche Teile der Gewalt den letztern zuzuweisen waren. +Johannes Joh 51 20 22 Hæc cum dixisset, insufflavit: et dixit eis: Accipite Spiritum sanctum: Da er dies gesagt hatte, hauchte er sie an,²⁸ und sprach zu ihnen: Empfanget den heiligen Geist!²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 20 22 Et nunc ecce alligatus ego spiritu, vado in Jerusalem, quæ in ea ventura sint mihi, ignorans. Und nun sehet, gehe ich gebunden im Geiste¹⁷ nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird, Apostelgeschichte Apg 51 20 22 17 Gebunden im Geiste: innerlich gezwungen. Andere: im Geiste sehe ich mich bereits in Ketten. Früher sah er Gefahren in Jerusalem voraus, aber hoffte zugleich Errettung aus denselben [Röm 15,30ff], jetzt ist die Hoffnung ein wenig der Furcht gewichen. -Johannes Joh 50 20 22 28 Der Hauch ist wegen seiner unsichtbaren Kraft und Wirksamkeit ein Bild des Geistes. Überdies dient im Aramäischen dasselbe Wort, um Hauch und Geist zu bezeichnen. Zu bemerken ist, dass nicht allein lateinische, sondern auch griechische Väter in diesem Vorgange, dass der Sohn den Geist aushaucht, die Lehre angedeutet finden, dass der Heil. Geist auch vom Sohne ausgeht. -Johannes Joh 50 20 22 29 Jesus setzt die Apostel durch diese Worte in eine solche Verbindung mit dem Heil. Geiste, dass sie die Werkzeuge seiner göttlichen Wirksamkeit werden, dass der Heil. Geist durch sie die ihm ewig eigene Gewalt der Sündenvergebung und Rechtfertigung ausübt. Diese Mitteilung des Heil. Geistes ist daher wohl zu unterscheiden von der Geistessendung am Pfingstfeste. An diesem empfangen sie den Heil. Geist in seiner ganzen Fülle, hier nur zu einer bestimmten Wirksamkeit; dort vor allem zu ihrer eigenen Heiligung, hier, nachdem sie bei dem letzten Abendmahle zu Priestern geweiht sind, zur Heiligung anderer. -Johannes Joh 50 20 23 Quorum remiseritis peccata, remittuntur eis, et quorum retinueritis, retenta sunt. Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen;³⁰ und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten.³¹ [Mt 18,18] +Johannes Joh 51 20 22 28 Der Hauch ist wegen seiner unsichtbaren Kraft und Wirksamkeit ein Bild des Geistes. Überdies dient im Aramäischen dasselbe Wort, um Hauch und Geist zu bezeichnen. Zu bemerken ist, dass nicht allein lateinische, sondern auch griechische Väter in diesem Vorgange, dass der Sohn den Geist aushaucht, die Lehre angedeutet finden, dass der Heil. Geist auch vom Sohne ausgeht. +Johannes Joh 51 20 22 29 Jesus setzt die Apostel durch diese Worte in eine solche Verbindung mit dem Heil. Geiste, dass sie die Werkzeuge seiner göttlichen Wirksamkeit werden, dass der Heil. Geist durch sie die ihm ewig eigene Gewalt der Sündenvergebung und Rechtfertigung ausübt. Diese Mitteilung des Heil. Geistes ist daher wohl zu unterscheiden von der Geistessendung am Pfingstfeste. An diesem empfangen sie den Heil. Geist in seiner ganzen Fülle, hier nur zu einer bestimmten Wirksamkeit; dort vor allem zu ihrer eigenen Heiligung, hier, nachdem sie bei dem letzten Abendmahle zu Priestern geweiht sind, zur Heiligung anderer. +Johannes Joh 51 20 23 Quorum remiseritis peccata, remittuntur eis, et quorum retinueritis, retenta sunt. Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen;³⁰ und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten.³¹ [Mt 18,18] Apostelgeschichte Apg 51 20 23 Nisi quod Spiritus sanctus per omnes civitates mihi protestatur, dicens: quoniam vincula, et tribulationes Jerosolymis me manent. außer dass der Heilige Geist mir von Stadt zu Stadt Zeugnis gibt, und sagt, dass Fesseln und Drangsale zu Jerusalem meiner warten.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 20 23 18 Nicht innere Offenbarungen, sondern Prophetenstimmen sagen ihm dies. Ebenso später in Tyrus [Apg 21,4] und Cäsarea. [Apg 21,10ff]. Die frühere Warnung teilt Lukas nicht mit. Zu Jerusalem fehlt im Griechischen und auch in einigen lateinischen Handschriften. Demzufolge wusste Paulus nur, dass irgendwo Fesseln usw. seiner warteten, aber nicht, was zu Jerusalem seiner harrte. Vergl. V. 22. -Johannes Joh 50 20 23 30 Eine wirkliche Nachlassung der Sünden findet durch die Apostel statt; nicht etwa nur eine Erklärung oder ein Gebet, die Sünden möchten nachgelassen werden. Das Wort Sünden ist ferner ohne Einschränkung gesetzt. Nun pflegt das hier im Urtexte gebrauchte Wort in der hl. Schrift Todsünden zu bedeuten, also ist keine Todsünde ausgenommen, so groß sie immer sei oder wie oft sie auch begangen sein mag. -Johannes Joh 50 20 23 31 Da der Heiland den Aposteln nicht allein die Gewalt gibt, die Sünden nachzulassen, sondern auch zu behalten, so macht er die Apostel zu Richtern über ihre Mitmenschen, die nach der Empfänglichkeit und Würdigkeit des Sünders die Sündenvergebung spenden oder vorenthalten sollen. Mithin muss jeder Sündenvergebung ein Urteil über die Empfänglichkeit des Sünders vorausgehen. Gott selbst fällt dies Urteil mittels der Allwissenheit, mit der er das Herz des Menschen durchschaut und sowohl die Sünde wie die Reue kennt. Der Mensch aber, der an Gottes Stelle die Sünde vergibt, kann dieses Urteil nur fällen, wenn der Sünder selbst ihm seinen Seelenzustand darlegt. Nun kann aber über den Seelenzustand nicht geurteilt werden, wenn der Sünder nicht angibt, welche Sünden er begangen und wie oft er die Hölle verdient usw., und ob er Buße tun will, d. i. wenn er nicht beichtet. Denn sonst wäre es bloße Willkür, dem einen die Sünden nachzulassen, dem andern nicht. Hat der Heiland also gewollt, dass die Sünden je nach dem Seelenzustande der Sünder nachgelassen oder behalten werden, so wollte er auch die Beichte. Dieselbe ist mithin, wie auch die heil. Väter bezeugen, göttlicher Einsetzung. Könnte über den Sinn der Worte des Herrn ein Zweifel sein, so hätte denselben die unfehlbare Kirche durch ihre Erklärung gehoben. Der Kirchenrat von Trient sagt: wenn jemand sagt: die Worte des Herrn: Nehmet hin usw. seien nicht von der Gewalt zu verstehen, die Sünden im Sakramente der Buße zu vergeben oder zu behalten, wie dies die katholische Kirche von Anbeginn an verstanden hat, der sei im Banne (Sitzg. 14 Kann. 3). -Johannes Joh 50 20 24 Thomas autem unus ex duodecim, qui dicitur Didymus, non erat cum eis quando venit Jesus. Thomas aber, einer von den Zwölf, der Zwilling genannt, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.³² +Johannes Joh 51 20 23 30 Eine wirkliche Nachlassung der Sünden findet durch die Apostel statt; nicht etwa nur eine Erklärung oder ein Gebet, die Sünden möchten nachgelassen werden. Das Wort Sünden ist ferner ohne Einschränkung gesetzt. Nun pflegt das hier im Urtexte gebrauchte Wort in der hl. Schrift Todsünden zu bedeuten, also ist keine Todsünde ausgenommen, so groß sie immer sei oder wie oft sie auch begangen sein mag. +Johannes Joh 51 20 23 31 Da der Heiland den Aposteln nicht allein die Gewalt gibt, die Sünden nachzulassen, sondern auch zu behalten, so macht er die Apostel zu Richtern über ihre Mitmenschen, die nach der Empfänglichkeit und Würdigkeit des Sünders die Sündenvergebung spenden oder vorenthalten sollen. Mithin muss jeder Sündenvergebung ein Urteil über die Empfänglichkeit des Sünders vorausgehen. Gott selbst fällt dies Urteil mittels der Allwissenheit, mit der er das Herz des Menschen durchschaut und sowohl die Sünde wie die Reue kennt. Der Mensch aber, der an Gottes Stelle die Sünde vergibt, kann dieses Urteil nur fällen, wenn der Sünder selbst ihm seinen Seelenzustand darlegt. Nun kann aber über den Seelenzustand nicht geurteilt werden, wenn der Sünder nicht angibt, welche Sünden er begangen und wie oft er die Hölle verdient usw., und ob er Buße tun will, d. i. wenn er nicht beichtet. Denn sonst wäre es bloße Willkür, dem einen die Sünden nachzulassen, dem andern nicht. Hat der Heiland also gewollt, dass die Sünden je nach dem Seelenzustande der Sünder nachgelassen oder behalten werden, so wollte er auch die Beichte. Dieselbe ist mithin, wie auch die heil. Väter bezeugen, göttlicher Einsetzung. Könnte über den Sinn der Worte des Herrn ein Zweifel sein, so hätte denselben die unfehlbare Kirche durch ihre Erklärung gehoben. Der Kirchenrat von Trient sagt: wenn jemand sagt: die Worte des Herrn: Nehmet hin usw. seien nicht von der Gewalt zu verstehen, die Sünden im Sakramente der Buße zu vergeben oder zu behalten, wie dies die katholische Kirche von Anbeginn an verstanden hat, der sei im Banne (Sitzg. 14 Kann. 3). +Johannes Joh 51 20 24 Thomas autem unus ex duodecim, qui dicitur Didymus, non erat cum eis quando venit Jesus. Thomas aber, einer von den Zwölf, der Zwilling genannt, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.³² Apostelgeschichte Apg 51 20 24 Sed nihil horum vereor: nec facio animam meam pretiosiorem quam me, dummodo consummem cursum meum, et ministerium verbi, quod accepi a Domino Jesu, testificari Evangelium gratiæ Dei. Allein von diesem allem fürchte ich nichts, und achte mein Leben nicht höher als mich,¹⁹ wenn ich nur meinen Lauf und den Dienst des Wortes vollende, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, Zeugnis abzulegen von dem Evangelium der Gnade Gottes. Apostelgeschichte Apg 51 20 24 19 Ich schätze mein Leben nicht so hoch, wie mich selbst, d. h. ich will nicht aus Liebe zum Leben meine Pflicht vernachlässigen und so meine Seele verderben. Nach den besten griechischen Handschriften ist der Sinn: ich achte mein Leben keines Wortes wert für mein eigenes Interesse, damit ich so (durch solche Todesverachtung) meinen Lauf vollende. -Johannes Joh 50 20 24 32 So gut wie trotz der Meldung der Frauen zwei Jünger nach Emmaus gehen können, vermag Thomas einen Verhinderungsgrund zu haben, der ihn fernhält. +Johannes Joh 51 20 24 32 So gut wie trotz der Meldung der Frauen zwei Jünger nach Emmaus gehen können, vermag Thomas einen Verhinderungsgrund zu haben, der ihn fernhält. Apostelgeschichte Apg 51 20 25 Et nunc ecce ego scio quia amplius non videbitis faciem meam vos omnes, per quos transivi prædicans regnum Dei. Und nun sehet, ich weiß, dass ihr alle, bei denen ich auf meinen Reisen das Reich Gottes verkündet habe, mein Angesicht nicht mehr sehen werdet.²⁰ -Johannes Joh 50 20 25 Dixerunt ergo ei alii discipuli: Vidimus Dominum. Ille autem dixit eis: Nisi videro in manibus ejus fixuram clavorum, et mittam digitum meum in locum clavorum, et mittam manum meam in latus ejus, non credam. Die andern Jünger sagten ihm also: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe, und meinen Finger in die Stätte der Nägel, und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich nicht glauben.³³ +Johannes Joh 51 20 25 Dixerunt ergo ei alii discipuli: Vidimus Dominum. Ille autem dixit eis: Nisi videro in manibus ejus fixuram clavorum, et mittam digitum meum in locum clavorum, et mittam manum meam in latus ejus, non credam. Die andern Jünger sagten ihm also: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe, und meinen Finger in die Stätte der Nägel, und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich nicht glauben.³³ Apostelgeschichte Apg 51 20 25 20 Paulus spricht, wie V. 21 zeigt, nur seine persönliche Ansicht aus; tatsächlich kam er später, wie sich aus den Pastoralbriefen ergibt, wieder nach Asien [2Tim 1,15, Tit 1,5], insbesondere nach Troas [2Tim 4,13], Milet [2Tim 4,20], Ephesus [1Tim 1,3, 1Tim 3,14, 1Tim 4,13, Tit 3,12]. Auch in der ersten römischen Gefangenschaft wusste er nicht, ob und wann er befreit würde. [Phil 1,20-25, Phil 2,17] -Johannes Joh 50 20 25 33 Thomas, der mit dem Herrn hat sterben wollen, ist durch den Tod Jesu so niedergeschmettert, dass er an allem zweifelt, was man ihm sagt. Wenn er also nachher glaubt, so muss die Auferstehung ganz unzweifelhaft geschehen sein und niemand kann an der Tatsache zweifeln. Thomas Unglaube hilft uns mehr zum Glauben, als der Glaube der übrigen Jünger (Greg. d. Gr.). +Johannes Joh 51 20 25 33 Thomas, der mit dem Herrn hat sterben wollen, ist durch den Tod Jesu so niedergeschmettert, dass er an allem zweifelt, was man ihm sagt. Wenn er also nachher glaubt, so muss die Auferstehung ganz unzweifelhaft geschehen sein und niemand kann an der Tatsache zweifeln. Thomas Unglaube hilft uns mehr zum Glauben, als der Glaube der übrigen Jünger (Greg. d. Gr.). Apostelgeschichte Apg 51 20 26 Quapropter contestor vos hodierna die, quia mundus sum a sanguine omnium. Darum bezeuge ich euch an dem heutigen Tage, dass ich rein bin vom Blute aller. -Johannes Joh 50 20 26 Et post dies octo, iterum erant discipuli ejus intus: et Thomas cum eis. Venit Jesus januis clausis, et stetit in medio, et dixit: Pax vobis. Nach acht Tagen waren seine Jünger wieder im Hause beisammen und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, stand in ihrer Mitte, und sprach: Friede sei mit euch!³⁴ -Johannes Joh 50 20 26 34 Die Jünger waren an der Oktave des Auferstehungstages noch einmal versammelt, ehe sie nach Ablauf der Festzeit wieder nach Galiläa zurückkehrten. +Johannes Joh 51 20 26 Et post dies octo, iterum erant discipuli ejus intus: et Thomas cum eis. Venit Jesus januis clausis, et stetit in medio, et dixit: Pax vobis. Nach acht Tagen waren seine Jünger wieder im Hause beisammen und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, stand in ihrer Mitte, und sprach: Friede sei mit euch!³⁴ +Johannes Joh 51 20 26 34 Die Jünger waren an der Oktave des Auferstehungstages noch einmal versammelt, ehe sie nach Ablauf der Festzeit wieder nach Galiläa zurückkehrten. Apostelgeschichte Apg 51 20 27 Non enim subterfugi, quominus annuntiarem omne consilium Dei vobis. Denn ich habe mich nicht entzogen, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkünden. -Johannes Joh 50 20 27 Deinde dicit Thomæ: Infer digitum tuum huc: et vide manus meas, et affer manum tuam, et mitte in latus meum: et noli esse incredulus, sed fidelis. Dann sagte er zu Thomas: Lege deinen Finger hierher, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite;³⁵ und sei³⁶ nicht ungläubig, sondern gläubig! -Johannes Joh 50 20 27 35 Warum erschien der Heiland dem heil. Thomas erst nach acht Tagen? Damit er, zuvor von den Jüngern noch besser unterrichtet, sich inniger nach dem Heilande sehnte und dann desto sicherer im Glauben gestärkt ward (Crys.). Ob Thomas die Berührung vornahm, wird nicht gesagt. Jesus kannte die Eigentümlichkeit seines Charakters, und welchen Einfluss die traurigen und aufregenden Ereignisse der letzten Tage auf sein Herz geübt (Cyr. Alex.). So konnte Thomas besonderer Herablassung seines Meisters gewürdigt werden. -Johannes Joh 50 20 27 36 Griech.: Werde nicht ungläubig. Noch war er nicht im Stande des Unglaubens verhärtet. -Johannes Joh 50 20 28 Respondit Thomas, et dixit ei: Dominus meus, et Deus meus. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!³⁷ +Johannes Joh 51 20 27 Deinde dicit Thomæ: Infer digitum tuum huc: et vide manus meas, et affer manum tuam, et mitte in latus meum: et noli esse incredulus, sed fidelis. Dann sagte er zu Thomas: Lege deinen Finger hierher, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite;³⁵ und sei³⁶ nicht ungläubig, sondern gläubig! +Johannes Joh 51 20 27 35 Warum erschien der Heiland dem heil. Thomas erst nach acht Tagen? Damit er, zuvor von den Jüngern noch besser unterrichtet, sich inniger nach dem Heilande sehnte und dann desto sicherer im Glauben gestärkt ward (Crys.). Ob Thomas die Berührung vornahm, wird nicht gesagt. Jesus kannte die Eigentümlichkeit seines Charakters, und welchen Einfluss die traurigen und aufregenden Ereignisse der letzten Tage auf sein Herz geübt (Cyr. Alex.). So konnte Thomas besonderer Herablassung seines Meisters gewürdigt werden. +Johannes Joh 51 20 27 36 Griech.: Werde nicht ungläubig. Noch war er nicht im Stande des Unglaubens verhärtet. +Johannes Joh 51 20 28 Respondit Thomas, et dixit ei: Dominus meus, et Deus meus. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!³⁷ Apostelgeschichte Apg 51 20 28 Attendite vobis, et universo gregi, in quo vos Spiritus sanctus posuit Episcopos regere Ecclesiam Dei, quam acquisivit sanguine suo. Habet Acht auf euch und auf die gesamte Herde, in welcher euch der Heilige Geist zu Bischöfen²¹ gesetzet hat, die Kirche Gottes zu regieren, welche er mit seinem Blute erworben. Apostelgeschichte Apg 51 20 28 21 Der Grund, weshalb die Namen Presbyter (Vorsteher) und Bischöfe noch nicht immer genau auseinander gehalten werden, lag darin, dass der eigentliche Bischof und Hirte jedes Mal in dem Apostel verehrt ward, welcher die Kirche gestiftet und von Anfang an geleitet hatte. Nach dem Tridentiner Konzil (Sitz 23. Über das Sakrament der Priesterweihe Kap. 6) sind hier die Bischöfe angeredet. Die Bischöfe sind durch den Heil. Geist gesetzt, da derselbe nicht nur die Wahl der Bischöfe leitet, sondern auch selbst durch Handauflegung oder Weihe innerlich als Gnadengabe zur Ausübung des Amtes mitgeteilt wird. Vergl. [1Kor 12,28, Eph 4,11]. Die Kirche ist eine Herde [Lk 12,32, Joh 10,11ff], die Bischöfe die Stellvertreter des guten Hirten. [Joh 21,15.17] Vergl. [1Petr 5,2.3ff]. Die Kirche Gottes ist hier die Gesamtkirche, wie der Zusatz zeigt; sie gehört dem, der sie mit seinem Blute erworben hat. Diese Worte enthalten einen herrlichen Beweis für die Gottheit Christi: die Kirche Gottes, die er, Gott, mit seinem Blut erwerben hat. Das Blut hat Christus vergossen, also ist Christus Gott. Der Apostel eignet hier der Gottheit zu, was von der Menschheit des Herrn eigentlich zu sagen ist. Dies ist indes zulässig, da in Christus nur eine Person ist. -Johannes Joh 50 20 28 37 Dem Zweifel folgt der Glaube. Er erkennt seinen Meister als Herrn und Gott an, ihn in einer Person in zwei Naturen verehrend (Hil., Theoph.). Dass der heil. Thomas diese Worte von dem Auferstandenen sprach, so dass sie den Sinn haben: Dieser vor mir Stehende ist mein Herr und mein Gott (dass also die Worte nicht ein bloßer Ausruf sind, der auf Christus keine Anwendung findet), ist von dem zweiten Konstantinopolitanischen Konzil bestätigt worden. (Kap. 12) +Johannes Joh 51 20 28 37 Dem Zweifel folgt der Glaube. Er erkennt seinen Meister als Herrn und Gott an, ihn in einer Person in zwei Naturen verehrend (Hil., Theoph.). Dass der heil. Thomas diese Worte von dem Auferstandenen sprach, so dass sie den Sinn haben: Dieser vor mir Stehende ist mein Herr und mein Gott (dass also die Worte nicht ein bloßer Ausruf sind, der auf Christus keine Anwendung findet), ist von dem zweiten Konstantinopolitanischen Konzil bestätigt worden. (Kap. 12) Apostelgeschichte Apg 51 20 29 Ego scio quoniam intrabunt post discessionem meam lupi rapaces in vos, non parcentes gregi. Ich weiß, dass nach meiner Abreise reißende Wölfe unter euch eindringen werden, die der Herde nicht schonen.²² -Johannes Joh 50 20 29 Dixit ei Jesus: Quia vidisti me Thoma, credidisti: beati qui non viderunt, et crediderunt. Jesus sprach zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas! hast du geglaubt;³⁸ selig, die nicht gesehen, und doch geglaubt haben.³⁹ +Johannes Joh 51 20 29 Dixit ei Jesus: Quia vidisti me Thoma, credidisti: beati qui non viderunt, et crediderunt. Jesus sprach zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas! hast du geglaubt;³⁸ selig, die nicht gesehen, und doch geglaubt haben.³⁹ Apostelgeschichte Apg 51 20 29 22 Die reißenden Wölfe [Mt 7,15, Lk 10,3, Joh 10,12] sind falsche Lehrer. [2Tim 3,1ff, Offb 2,2.6.14.20] u. a. -Johannes Joh 50 20 29 38 Solche lobt auch der heil. Petrus [1Petr 1,8]. Thomas ist dadurch nicht von der Seligkeit ausgeschlossen, sondern es wird nur das hohe Verdienst jener hervorgehoben, die, ohne gesehen zu haben, doch an ihn glauben. -Johannes Joh 50 20 29 39 Diese Seligkeit ist das Erbe der Kirche. -Johannes Joh 50 20 30 Multa quidem, et alia signa fecit Jesus in conspectu discipulorum suorum, quæ non sunt scripta in libro hoc. Es hat Jesus zwar noch viele andere Zeichen vor den Augen seiner Jünger getan, welche nicht in diesem Buche geschrieben sind; +Johannes Joh 51 20 29 38 Solche lobt auch der heil. Petrus [1Petr 1,8]. Thomas ist dadurch nicht von der Seligkeit ausgeschlossen, sondern es wird nur das hohe Verdienst jener hervorgehoben, die, ohne gesehen zu haben, doch an ihn glauben. +Johannes Joh 51 20 29 39 Diese Seligkeit ist das Erbe der Kirche. +Johannes Joh 51 20 30 Multa quidem, et alia signa fecit Jesus in conspectu discipulorum suorum, quæ non sunt scripta in libro hoc. Es hat Jesus zwar noch viele andere Zeichen vor den Augen seiner Jünger getan, welche nicht in diesem Buche geschrieben sind; Apostelgeschichte Apg 51 20 30 Et ex vobis ipsis exsurgent viri loquentes perversa, ut abducant discipulos post se. Und aus euch selbst werden Männer aufstehen, welche Verkehrtes reden, um die Jünger nach sich zu ziehen.²³ Apostelgeschichte Apg 51 20 30 23 So verließ Demas den heil. Paulus [2Tim 4,9], und Irrlehrer, wie Hymenäus und Philetus raubten einigen den Glauben. [2Tim 2,17ff] Apostelgeschichte Apg 51 20 31 Propter quod vigilate memoria retinentes, quoniam per triennium nocte et die non cessavi, cum lacrymis monens unumquemque vestrum. Darum wachet, und seid eingedenk, dass ich drei Jahre lang, Tag und Nacht, nicht aufgehört habe, einen jeden einzelnen von euch mit Tränen zu ermahnen. [Apg 19,10] -Johannes Joh 50 20 31 Hæc autem scripta sunt ut credatis, quia Jesus est Christus Filius Dei: et ut credentes, vitam habeatis in nomine ejus. diese aber sind geschrieben, damit⁴⁰ ihr glaubet, dass Jesus Christus ist, der Sohn Gottes; und damit ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.⁴¹ -Johannes Joh 50 20 31 40 Das Ziel des Evangeliums ist die Erweckung und Bestärkung des Glaubens, dass der Jesus genannte Mensch Christus, der verheißene Messias ist, der wahre Sohn Gottes, und die Erlangung des ewigen Lebens. In seinem Namen, d. i. in dem uns geoffenbarten Jesus Christus. Das Leben ist also nur in Christus zu finden. Vergl. [Apg 4,12]. -Johannes Joh 50 20 31 41 Dies Schlusswort enthält den Inhalt und Hauptzweck des Evangeliums, sowie den Grundgedanken, welcher den heil. Johannes bei der Auswahl der Begebenheiten aus dem Leben des göttlichen Meisters geleitet hat. Was in Kap. 21 folgt, hat der heil. Apostel als Nachtrag zu dem Evangelienbuche aus einem ihn persönlich angehenden Beweggrund (vergl. Kap. 21 V. 23) beigefügt. +Johannes Joh 51 20 31 Hæc autem scripta sunt ut credatis, quia Jesus est Christus Filius Dei: et ut credentes, vitam habeatis in nomine ejus. diese aber sind geschrieben, damit⁴⁰ ihr glaubet, dass Jesus Christus ist, der Sohn Gottes; und damit ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.⁴¹ +Johannes Joh 51 20 31 40 Das Ziel des Evangeliums ist die Erweckung und Bestärkung des Glaubens, dass der Jesus genannte Mensch Christus, der verheißene Messias ist, der wahre Sohn Gottes, und die Erlangung des ewigen Lebens. In seinem Namen, d. i. in dem uns geoffenbarten Jesus Christus. Das Leben ist also nur in Christus zu finden. Vergl. [Apg 4,12]. +Johannes Joh 51 20 31 41 Dies Schlusswort enthält den Inhalt und Hauptzweck des Evangeliums, sowie den Grundgedanken, welcher den heil. Johannes bei der Auswahl der Begebenheiten aus dem Leben des göttlichen Meisters geleitet hat. Was in Kap. 21 folgt, hat der heil. Apostel als Nachtrag zu dem Evangelienbuche aus einem ihn persönlich angehenden Beweggrund (vergl. Kap. 21 V. 23) beigefügt. Apostelgeschichte Apg 51 20 32 Et nunc commendo vos Deo, et verbo gratiæ ipsius, qui potens est ædificare, et dare hereditatem in sanctificatis omnibus. Und nunmehr empfehle ich euch Gott²⁴ und dem Worte seiner Gnade, ihm, der da mächtig ist aufzubauen,²⁵ und euch mit allen Geheiligten das Erbe zu geben. Apostelgeschichte Apg 51 20 32 24 Wem konnte er seine von Gefahren bedrohten Mitbrüder besser übergeben? (Chrys.) Apostelgeschichte Apg 51 20 32 25 Das christliche Leben zu fördern. Vergl. [Eph 2,20ff, Eph 4,12.16.29] @@ -61873,107 +61928,107 @@ Apostelgeschichte Apg 51 20 36 28 Den Inhalt des Gebetes teilt der heil. Lukas Apostelgeschichte Apg 51 20 37 Magnus autem fletus factus est omnium: et procumbentes super collum Pauli, osculabantur eum, Es entstand aber ein lautes Weinen bei allen, und sie fielen Paulus um den Hals, und küssten ihn,²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 20 37 29 Welche liebevolle Anhänglichkeit an den Oberhirten, wie groß musste die Treue und Liebe sein, durch welche Paulus sich dieselbe seitens der Hirten verdient hatte! Apostelgeschichte Apg 51 20 38 Dolentes maxime in verbo, quod dixerat, quoniam amplius faciem ejus non essent visuri. Et deducebant eum ad navem. am meisten betrübt über das Wort, welches er gesagt hatte, dass sie sein Angesicht nicht mehr sehen würden. Und sie geleiteten ihn an das Schiff. -Apostelgeschichte Apg 51 21 0 Reise des heil. Paulus nach Cäsarea und Jerusalem. (V. 16) V. Gefangenschaft des heil. Paulus zu Jerusalem, Cäsarea und Rom. (21,17 Kap. 28) 1. Gefangennahme des heil. Paulus zu Jerusalem. (21,17 23,55) Unterredung des heil. Paulus mit Jakobus und den Vorstehern. (V. 26) Gefangennahme des heil. Paulus zu Jerusalem. -Johannes Joh 50 21 0 3. Der Heiland zeigt sich den Jüngern am Meere von Tiberias (V. 14) und vertraut dem heil. Petrus die Leitung seiner gesamten Herde an. (V. 23) Schlusswort: Die Erzählung dieses Evangeliums ist wahr, aber unvollständig. -Johannes Joh 50 21 1 Postea manifestavit se iterum Jesus discipulis ad mare Tiberiadis. Manifestavit autem sic: Darnach¹ offenbarte sich Jesus² abermals den Jüngern an dem Meere von Tiberias. Er offenbarte sich aber auf folgende Weise: +Apostelgeschichte Apg 51 21 0 Reise des heil. Paulus nach Cäsarea und Jerusalem. (V. 16) V. Gefangenschaft des heil. Paulus zu Jerusalem, Cäsarea und Rom. (21,17 Kap. 28) 1. Gefangennahme des heil. Paulus zu Jerusalem. (21,17 23,55) Unterredung des heil. Paulus mit Jakobus und den Vorstehern. (V. 26) Gefangennahme des heil. Paulus zu Jerusalem. +Johannes Joh 51 21 0 3. Der Heiland zeigt sich den Jüngern am Meere von Tiberias (V. 14) und vertraut dem heil. Petrus die Leitung seiner gesamten Herde an. (V. 23) Schlusswort: Die Erzählung dieses Evangeliums ist wahr, aber unvollständig. +Johannes Joh 51 21 1 Postea manifestavit se iterum Jesus discipulis ad mare Tiberiadis. Manifestavit autem sic: Darnach¹ offenbarte sich Jesus² abermals den Jüngern an dem Meere von Tiberias. Er offenbarte sich aber auf folgende Weise: Apostelgeschichte Apg 51 21 1 Cum autem factum esset ut navigaremus abstracti ab eis, recto cursu venimus Coum, et sequenti die Rhodum, et inde Pataram. Als es aber geschehen war, dass wir uns von ihnen losgerissen hatten und abfuhren, kamen wir geraden Laufes nach Kos, am folgenden Tage nach Rhodus, und von da nach Patara. -Johannes Joh 50 21 1 1 Dieses Kapitel wurde wohl geschrieben, um die V. 23 angeführte falsche Ansicht zu berichtigen und um in V. 15 17 ein Gegengewicht gegen die früher erzählte dreimalige Verleugnung des heil. Petrus zu bieten. -Johannes Joh 50 21 1 2 Es heißt nicht: er erschien, sondern er offenbarte sich, damit so angezeigt werde, dass er nur erschien, wann er wollte. +Johannes Joh 51 21 1 1 Dieses Kapitel wurde wohl geschrieben, um die V. 23 angeführte falsche Ansicht zu berichtigen und um in V. 15 17 ein Gegengewicht gegen die früher erzählte dreimalige Verleugnung des heil. Petrus zu bieten. +Johannes Joh 51 21 1 2 Es heißt nicht: er erschien, sondern er offenbarte sich, damit so angezeigt werde, dass er nur erschien, wann er wollte. Apostelgeschichte Apg 51 21 2 Et cum invenissemus navem transfretantem in Phnicen, ascendentes navigavimus. Und da wir ein Schiff fanden, welches nach Phönicien fuhr, stiegen wir ein, und fuhren ab. -Johannes Joh 50 21 2 Erant simul Simon Petrus, et Thomas, qui dicitur Didymus, et Nathanael, qui erat a Cana Galilææ, et filii Zebedæi, et alii ex discipulis ejus duo. Es waren beieinander Simon Petrus, Thomas, der Zwilling genannt wird, Nathanael von Cana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus, und zwei andere von seinen Jüngern.³ -Johannes Joh 50 21 2 3 Die beiden nicht genannten waren wohl nicht Apostel, sonst wären ihre Namen ebenfalls genannt. Diese Offenbarung des Herrn fällt vor [Mk 16,14ff] und [Lk 24,44ff]. -Johannes Joh 50 21 3 Dicit eis Simon Petrus: Vado piscari. Dicunt ei: Venimus et nos tecum. Et exierunt, et ascenderunt in navim: et illa nocte nihil prendiderunt. Da sagte Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen.⁴ Sie sprachen zu ihm: Auch wir gehen mit dir. Sie gingen also hinaus, und stiegen in das Schiff; und in dieser Nacht fingen sie nichts. +Johannes Joh 51 21 2 Erant simul Simon Petrus, et Thomas, qui dicitur Didymus, et Nathanael, qui erat a Cana Galilææ, et filii Zebedæi, et alii ex discipulis ejus duo. Es waren beieinander Simon Petrus, Thomas, der Zwilling genannt wird, Nathanael von Cana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus, und zwei andere von seinen Jüngern.³ +Johannes Joh 51 21 2 3 Die beiden nicht genannten waren wohl nicht Apostel, sonst wären ihre Namen ebenfalls genannt. Diese Offenbarung des Herrn fällt vor [Mk 16,14ff] und [Lk 24,44ff]. +Johannes Joh 51 21 3 Dicit eis Simon Petrus: Vado piscari. Dicunt ei: Venimus et nos tecum. Et exierunt, et ascenderunt in navim: et illa nocte nihil prendiderunt. Da sagte Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen.⁴ Sie sprachen zu ihm: Auch wir gehen mit dir. Sie gingen also hinaus, und stiegen in das Schiff; und in dieser Nacht fingen sie nichts. Apostelgeschichte Apg 51 21 3 Cum apparuissemus autem Cypro, relinquentes eam ad sinistram, navigavimus in Syriam, et venimus Tyrum: ibi enim navis expositura erat onus. Als wir nun Cypern zu Gesichte bekamen, ließen wir es links liegen, und fuhren auf Syrien zu, und kamen nach Tyrus;¹ denn dort sollte das Schiff die Fracht ausladen. Apostelgeschichte Apg 51 21 3 1 Die Reise von Patara nach Tyrus beanspruchte im ganzen etwa vier Tage. -Johannes Joh 50 21 3 4 Inzwischen, ehe sie ihr Amt antreten können, wollen die Apostel eine nützliche Beschäftigung haben, vielleicht auch ihren Lebensunterhalt gewinnen. -Johannes Joh 50 21 4 Mane autem facto stetit Jesus in littore: non tamen cognoverunt discipuli quia Jesus est. Als es aber Morgen geworden war, stand Jesus am Ufer; jedoch erkannten die Jünger nicht, dass es Jesus sei. +Johannes Joh 51 21 3 4 Inzwischen, ehe sie ihr Amt antreten können, wollen die Apostel eine nützliche Beschäftigung haben, vielleicht auch ihren Lebensunterhalt gewinnen. +Johannes Joh 51 21 4 Mane autem facto stetit Jesus in littore: non tamen cognoverunt discipuli quia Jesus est. Als es aber Morgen geworden war, stand Jesus am Ufer; jedoch erkannten die Jünger nicht, dass es Jesus sei. Apostelgeschichte Apg 51 21 4 Inventis autem discipulis, mansimus ibi diebus septem: qui Paulo dicebant per Spiritum ne ascenderet Jerosolymam. Hier fanden wir Jünger,² und blieben daselbst sieben Tage. Diese sagten Paulus durch den Geist,³ er solle nicht nach Jerusalem hinaufgehen. Apostelgeschichte Apg 51 21 4 2 In Tyrus war bald nach der Verfolgung des Stephanus das Evangelium gepredigt. [Apg 11,19, Apg 15,3] Immerhin war die Zahl der Gläubigen klein, denn sonst wäre es nicht möglich gewesen in der großen Stadt alle zu finden, auch wäre es nicht denkbar, dass alle (V. 5) Paulus und seine Gefährten geleitet hätten, wenn viele gewesen wären. Apostelgeschichte Apg 51 21 4 3 Die Erkenntnis, dass Paulus Schlimmes erfahren werde, war durch den Geist gegeben, d. i. geoffenbart; die Mahnung, dem Übel auszuweichen, folgerten sie nach ihrem natürlichen Dafürhalten, denn Paulus ging auf Antrieb des Heil. Geistes, vergl. [Apg 20,13]. Apostelgeschichte Apg 51 21 5 Et expletis diebus profecti ibamus, deducentibus nos omnibus cum uxoribus, et filiis usque foras civitatem: et positis genibus in littore, oravimus. Nachdem die Tage zu Ende waren, begaben wir uns auf die Reise. Alle geleiteten uns mit Frauen und Kindern bis zur Stadt hinaus; und am Ufer knieten wir nieder und beteten. -Johannes Joh 50 21 5 Dixit ergo eis Jesus: Pueri numquid pulmentarium habetis? Responderunt ei: Non. Jesus sprach zu ihnen: Kinder! habt ihr etwas zu essen?⁵ Sie antworteten ihm: Nein. -Johannes Joh 50 21 5 5 Der Heiland redet die Jünger an, als wenn er Fische kaufen wollte (Chrys., Euth.). Kinder: das hier gebrauchte griechische Wort hat etwa den Sinn, den unser Wort Leute hat. Das eigentliche Kind bedeutende zärtliche Wort hätte ihn zu schnell verraten. +Johannes Joh 51 21 5 Dixit ergo eis Jesus: Pueri numquid pulmentarium habetis? Responderunt ei: Non. Jesus sprach zu ihnen: Kinder! habt ihr etwas zu essen?⁵ Sie antworteten ihm: Nein. +Johannes Joh 51 21 5 5 Der Heiland redet die Jünger an, als wenn er Fische kaufen wollte (Chrys., Euth.). Kinder: das hier gebrauchte griechische Wort hat etwa den Sinn, den unser Wort Leute hat. Das eigentliche Kind bedeutende zärtliche Wort hätte ihn zu schnell verraten. Apostelgeschichte Apg 51 21 6 Et cum valefecissemus invicem, ascendimus navem: illi autem redierunt in sua. Und als wir voneinander Abschied genommen, stiegen wir in das Schiff, sie aber kehrten nach Hause zurück. -Johannes Joh 50 21 6 Dicit eis: Mittite in dexteram navigii rete: et invenietis. Miserunt ergo: et jam non valebant illud trahere præ multitudine piscium. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten⁶ des Schiffes aus, so werdet ihr etwas finden. Da warfen sie es aus, und konnten es nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. -Johannes Joh 50 21 6 6 Warum die Jünger den scheinbar so unnützen Rat befolgten, wird verschieden erklärt. Vielleicht taten sie es, weil sie vom Herrn gelernt hatten, die Ratschläge anderer dem eigenen Urteile vorzuziehen. Auch als Prediger und Lehrer sind die Apostel Fischer. Ihr Netz ist das Evangelium und jedes Wort aus Gott. Zur rechten Seite das Netz auswerfen heißt: die wahre, katholische Lehre mit aufrichtiger Gesinnung und reinem Herzen verkünden (Aug.). +Johannes Joh 51 21 6 Dicit eis: Mittite in dexteram navigii rete: et invenietis. Miserunt ergo: et jam non valebant illud trahere præ multitudine piscium. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten⁶ des Schiffes aus, so werdet ihr etwas finden. Da warfen sie es aus, und konnten es nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. +Johannes Joh 51 21 6 6 Warum die Jünger den scheinbar so unnützen Rat befolgten, wird verschieden erklärt. Vielleicht taten sie es, weil sie vom Herrn gelernt hatten, die Ratschläge anderer dem eigenen Urteile vorzuziehen. Auch als Prediger und Lehrer sind die Apostel Fischer. Ihr Netz ist das Evangelium und jedes Wort aus Gott. Zur rechten Seite das Netz auswerfen heißt: die wahre, katholische Lehre mit aufrichtiger Gesinnung und reinem Herzen verkünden (Aug.). Apostelgeschichte Apg 51 21 7 Nos vero navigatione expleta a Tyro descendimus Ptolemaidam: et salutatis fratribus, mansimus die una apud illos. Wir beschlossen unsere Seereise mit der Fahrt von Tyrus nach Ptolemais;⁴ dort begrüßten wir die Brüder, und blieben einen Tag bei ihnen. -Johannes Joh 50 21 7 Dixit ergo discipulus ille, quem diligebat Jesus, Petro: Dominus est. Simon Petrus cum audisset quia Dominus est, tunica succinxit se (erat enim nudus), et misit se in mare. Da sagte jener Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr!⁷ Als Simon Petrus hörte: es ist der Herr, gürtete er sich das Oberkleid um (denn er war unbekleidet),⁸ und warf sich in das Meer.⁹ +Johannes Joh 51 21 7 Dixit ergo discipulus ille, quem diligebat Jesus, Petro: Dominus est. Simon Petrus cum audisset quia Dominus est, tunica succinxit se (erat enim nudus), et misit se in mare. Da sagte jener Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr!⁷ Als Simon Petrus hörte: es ist der Herr, gürtete er sich das Oberkleid um (denn er war unbekleidet),⁸ und warf sich in das Meer.⁹ Apostelgeschichte Apg 51 21 7 4 Ptolemais wird bereits [Ri 1,31] unter dem Namen Akcho erwähnt. Die Strecke von Tyrus nach Ptolemais konnte in einem Tag zurückgelegt werden. -Johannes Joh 50 21 7 7 Der heil. Johannes hat den Heiland an dem Wunder erkannt, dessen Vorbild ihm noch im Gedächtnis ist. Dazu schärft seine Liebe den Blick, vielleicht auch lässt sich der Herr von ihm leichter erkennen. -Johannes Joh 50 21 7 8 Petrus hatte nur das Hüftkleid um. Vergl. [Jes 20,2] und gürtete, wie wohl begierig, unverweilt zu dem Herrn zu kommen, noch eiligst aus Ehrfurcht einen leinenen Überwurf um. -Johannes Joh 50 21 7 9 Das Benehmen beider Jünger entspricht ganz ihrem Charakter (Chrys.). -Johannes Joh 50 21 8 Alii autem discipuli navigio venerunt: (non enim longe erant a terra, sed quasi cubitis ducentis) trahentes rete piscium. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe (denn sie waren nicht weit vom Lande, nur etwa zweihundert Ellen);¹⁰ das Netz mit den Fischen hinter sich ziehend. +Johannes Joh 51 21 7 7 Der heil. Johannes hat den Heiland an dem Wunder erkannt, dessen Vorbild ihm noch im Gedächtnis ist. Dazu schärft seine Liebe den Blick, vielleicht auch lässt sich der Herr von ihm leichter erkennen. +Johannes Joh 51 21 7 8 Petrus hatte nur das Hüftkleid um. Vergl. [Jes 20,2] und gürtete, wie wohl begierig, unverweilt zu dem Herrn zu kommen, noch eiligst aus Ehrfurcht einen leinenen Überwurf um. +Johannes Joh 51 21 7 9 Das Benehmen beider Jünger entspricht ganz ihrem Charakter (Chrys.). +Johannes Joh 51 21 8 Alii autem discipuli navigio venerunt: (non enim longe erant a terra, sed quasi cubitis ducentis) trahentes rete piscium. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe (denn sie waren nicht weit vom Lande, nur etwa zweihundert Ellen);¹⁰ das Netz mit den Fischen hinter sich ziehend. Apostelgeschichte Apg 51 21 8 Alia autem die profecti, venimus Cæsaream. Et intrantes domum Philippi Evangelistæ, qui erat unus de septem, mansimus apud eum. Am anderen Tage aber reisten wir ab, und kamen nach Cäsarea.⁵ Dort traten wir in das Haus des Evangelisten Philippus,⁶ der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm. Apostelgeschichte Apg 51 21 8 5 Cäsarea lag etwa 2 Tagereisen von Ptolemais entfernt. Von dort reiste man in längstens drei Tagen nach Jerusalem. Apostelgeschichte Apg 51 21 8 6 Philippus ist zuletzt [Apg 8,40] erwähnt worden. Sein Wirkungskreis beschränkte sich wohl nicht nur auf Cäsarea, da es das Amt eines Evangelisten war, den Aposteln als Gehilfe zu dienen. Später wurde der Name Evangelist auf die Verfasser der vier Evangelien beschränkt. -Johannes Joh 50 21 8 10 Ein halbes Stadium, etwa 0,1 Kilometer. -Johannes Joh 50 21 9 Ut ergo descenderunt in terram, viderunt prunas positas, et piscem superpositum, et panem. Als sie nun an's Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer angelegt und einen Fisch darauf, und Brot dabei.¹¹ +Johannes Joh 51 21 8 10 Ein halbes Stadium, etwa 0,1 Kilometer. +Johannes Joh 51 21 9 Ut ergo descenderunt in terram, viderunt prunas positas, et piscem superpositum, et panem. Als sie nun an's Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer angelegt und einen Fisch darauf, und Brot dabei.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 21 9 Huic autem erant quatuor filiæ virgines prophetantes. Dieser hatte vier Töchter, welche Jungfrauen waren, und weissagten.⁷ Apostelgeschichte Apg 51 21 9 7 Der besondere Beisatz, dass die Töchter des Evangelisten Jungfrauen waren, deutet nach mehreren Erklärern an, dass sie sich diesem Stande durch ein Gelübde geweiht, ja dass man hier die Anfänge des klösterlichen Lebens vor sich habe. Noch zur Zeit des heil. Hieronymus wurden ihre Zellen gezeigt und von der heil. Paula in frommer Andacht besucht (Hier.). Da jedoch nach Clem. Alex. und Euseb. die eine oder die andere derselben sich später verheiratet zu haben scheint und der heil. Text selbst nicht entscheidet, muss man es auf sich beruhen lassen, ob alle ewige Jungfräulichkeit gelobt hatten. Das Weissagen bedeutet, dass sie unter der Eingebung Gottes redeten. -Johannes Joh 50 21 9 11 Mit welch rührender Sorgfalt bereitet der Herr seinen ermüdeten Jüngern eine Erquickung! Dieselbe ist wohl durch ein Wunder des Herrn gegenwärtig. Bereits in ältester Zeit hob die Kirche die mystische Bedeutung dieses Mahles hervor. Durch die Menschwerdung ist der Sohn Gottes in die Gewässer des Menschengeschlechtes eingesenkt worden, wurde für uns gefangen und in das Feuer der Leiden gelegt (Aug.). Vielleicht ist es auf dies Ereignis zurückzuführen, dass Christus in der alten Kirche so oft unter dem Sinnbilde des Fisches erscheint, wozu beitrug, dass die Anfangsbuchstaben der griechischen Worte: Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser das griechische Wort ergeben, welches Fisch (Ichthys) bedeutet. Das Brot versinnbildet das Lebensbrot im heil. Altarssakramente. +Johannes Joh 51 21 9 11 Mit welch rührender Sorgfalt bereitet der Herr seinen ermüdeten Jüngern eine Erquickung! Dieselbe ist wohl durch ein Wunder des Herrn gegenwärtig. Bereits in ältester Zeit hob die Kirche die mystische Bedeutung dieses Mahles hervor. Durch die Menschwerdung ist der Sohn Gottes in die Gewässer des Menschengeschlechtes eingesenkt worden, wurde für uns gefangen und in das Feuer der Leiden gelegt (Aug.). Vielleicht ist es auf dies Ereignis zurückzuführen, dass Christus in der alten Kirche so oft unter dem Sinnbilde des Fisches erscheint, wozu beitrug, dass die Anfangsbuchstaben der griechischen Worte: Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser das griechische Wort ergeben, welches Fisch (Ichthys) bedeutet. Das Brot versinnbildet das Lebensbrot im heil. Altarssakramente. Apostelgeschichte Apg 51 21 10 Et cum moraremur per dies aliquot, supervenit quidam a Judæa propheta, nomine Agabus. Als wir dort einige Tage verweilten, kam ein Prophet von Judäa hinzu, Agabus mit Namen. [Apg 11,28] -Johannes Joh 50 21 10 Dicit eis Jesus: Afferte de piscibus, quos prendidistis nunc. Jesus sprach zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habet! +Johannes Joh 51 21 10 Dicit eis Jesus: Afferte de piscibus, quos prendidistis nunc. Jesus sprach zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habet! Apostelgeschichte Apg 51 21 11 Is cum venisset ad nos, tulit zonam Pauli: et alligans sibi pedes, et manus dixit: Hæc dicit Spiritus sanctus: Virum, cujus est zona hæc, sic alligabunt in Jerusalem Judæi, et tradent in manus gentium. Da dieser zu uns kam, nahm er den Gürtel des Paulus, band sich Hände und Füße, und sprach: So spricht der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden zu Jerusalem also binden, und ihn in die Hände der Heiden überliefern.⁸ -Johannes Joh 50 21 11 Ascendit Simon Petrus, et traxit rete in terram, plenum magnis piscibus centum quinquaginta tribus. Et cum tanti essent, non est scissum rete. Simon Petrus stieg hinauf, und zog das Netz an's Land,¹² welches mit einhundertdreiundfünfzig großen Fischen angefüllt war; und obwohl ihrer so viele waren, zerriss das Netz nicht.¹³ +Johannes Joh 51 21 11 Ascendit Simon Petrus, et traxit rete in terram, plenum magnis piscibus centum quinquaginta tribus. Et cum tanti essent, non est scissum rete. Simon Petrus stieg hinauf, und zog das Netz an's Land,¹² welches mit einhundertdreiundfünfzig großen Fischen angefüllt war; und obwohl ihrer so viele waren, zerriss das Netz nicht.¹³ Apostelgeschichte Apg 51 21 11 8 Agabus ahmt die symbolische Art zu weissagen der alten Propheten nach, z. B. des Jeremias. [Jer 27,2] -Johannes Joh 50 21 11 12 Der heil. Johannes hat die Fische genau nachgezählt; so ward das Wunder umso offenbarer. Einige Väter deuten die Zahl der Fische mystisch. -Johannes Joh 50 21 11 13 Als der heil. Petrus zum Apostelamt berufen ward, sollte ihm ein gesegneter Fischfang zu Teil werden. [Lk 5,6]. Nun, da er bestimmt wird, auf Erden an die Stelle des Herrn zu treten (V. 15, V. 17), segnet Jesus wieder seinen Zug, ohne Zweifel, um die gesegnete Wirksamkeit des Apostelfürsten zu bezeichnen, durch welche die Gläubigen in die Kirche eingehen sollen. Das nicht zerrissene Netz wird auf die Einheit der Kirche bezogen +Johannes Joh 51 21 11 12 Der heil. Johannes hat die Fische genau nachgezählt; so ward das Wunder umso offenbarer. Einige Väter deuten die Zahl der Fische mystisch. +Johannes Joh 51 21 11 13 Als der heil. Petrus zum Apostelamt berufen ward, sollte ihm ein gesegneter Fischfang zu Teil werden. [Lk 5,6]. Nun, da er bestimmt wird, auf Erden an die Stelle des Herrn zu treten (V. 15, V. 17), segnet Jesus wieder seinen Zug, ohne Zweifel, um die gesegnete Wirksamkeit des Apostelfürsten zu bezeichnen, durch welche die Gläubigen in die Kirche eingehen sollen. Das nicht zerrissene Netz wird auf die Einheit der Kirche bezogen Apostelgeschichte Apg 51 21 12 Quod cum audissemus, rogabamus nos, et qui loci illius erant, ne ascenderet Jerosolymam. Da wir dies hörten, baten wir und die Einwohner des Ortes, er möchte nicht nach Jerusalem hinaufgehen. -Johannes Joh 50 21 12 Dicit eis Jesus: Venite, prandete. Et nemo audebat discumbentium interrogare eum: Tu quis es? scientes, quia Dominus est. Jesus sprach zu ihnen: Kommet und haltet das Mahl! Aber keiner von denen, die sich zum Mahle lagerten, wagte es, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr ist.¹⁴ -Johannes Joh 50 21 12 14 Aus dem Wunder und dem ganzen Verhalten Jesu schlossen sie mit Sicherheit, dass er Herr bei ihnen sei, aber sie hätten gern aus seinem eigenen Munde gehört: Ich bin es. Aus Ehrfurcht wagten sie nicht, diese Erklärung durch eine Frage zu veranlassen. +Johannes Joh 51 21 12 Dicit eis Jesus: Venite, prandete. Et nemo audebat discumbentium interrogare eum: Tu quis es? scientes, quia Dominus est. Jesus sprach zu ihnen: Kommet und haltet das Mahl! Aber keiner von denen, die sich zum Mahle lagerten, wagte es, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr ist.¹⁴ +Johannes Joh 51 21 12 14 Aus dem Wunder und dem ganzen Verhalten Jesu schlossen sie mit Sicherheit, dass er Herr bei ihnen sei, aber sie hätten gern aus seinem eigenen Munde gehört: Ich bin es. Aus Ehrfurcht wagten sie nicht, diese Erklärung durch eine Frage zu veranlassen. Apostelgeschichte Apg 51 21 13 Tunc respondit Paulus, et dixit: Quid facitis flentes, et affligentes cor meum? Ego enim non solum alligari, sed et mori in Jerusalem paratus sum propter nomen Domini Jesu. Paulus aber antwortete, und sprach: Was tut ihr, dass ihr weinet, und mir mein Herz betrübet? Ich bin ja bereit, nicht nur mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus. -Johannes Joh 50 21 13 Et venit Jesus, et accipit panem, et dat eis, et piscem similiter. Da kam Jesus, nahm das Brot, und gab es ihnen, und ebenso auch den Fisch.¹⁵ -Johannes Joh 50 21 13 15 Der Heiland nahm wohl wie bei der Erscheinung, welche [Lk 24,43] erzählt, am Mahle teil. Wie der Fischfang die Aufnahme der Gläubigen in die Kirche, so sinnbildet das Mahl die zeitliche und ewige Seligkeit der Kirche in Christus. Vergl. [Mt 8,11]. -Johannes Joh 50 21 14 Hoc jam tertio manifestatus est Jesus discipulis suis cum resurrexisset a mortuis. Dieses war bereits das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte,¹⁶ nachdem er von den Toten auferstanden war. +Johannes Joh 51 21 13 Et venit Jesus, et accipit panem, et dat eis, et piscem similiter. Da kam Jesus, nahm das Brot, und gab es ihnen, und ebenso auch den Fisch.¹⁵ +Johannes Joh 51 21 13 15 Der Heiland nahm wohl wie bei der Erscheinung, welche [Lk 24,43] erzählt, am Mahle teil. Wie der Fischfang die Aufnahme der Gläubigen in die Kirche, so sinnbildet das Mahl die zeitliche und ewige Seligkeit der Kirche in Christus. Vergl. [Mt 8,11]. +Johannes Joh 51 21 14 Hoc jam tertio manifestatus est Jesus discipulis suis cum resurrexisset a mortuis. Dieses war bereits das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte,¹⁶ nachdem er von den Toten auferstanden war. Apostelgeschichte Apg 51 21 14 Et cum ei suadere non possemus, quievimus, dicentes: Domini voluntas fiat. Da wir ihn nun nicht überreden konnten, ließen wir ab und sprachen: Des Herrn Wille geschehe!⁹ Apostelgeschichte Apg 51 21 14 9 Sie nehmen an, dass Paulus von Gott geleitet auf der Reise bestehe und fügen sich in diesen göttlichen Willen, was immer auch daraus entstehen möge. -Johannes Joh 50 21 14 16 Johannes spricht hier nur von solchen Erscheinungen, welche mehreren Jüngern zugleich zu Teil geworden waren: die erste am Auferstehungstage [Joh 20,19], die zweite am Sonntage darauf [Joh 20,26ff], die dritte, die hier erzählte, welche zugleich die erste in Galiläa war. +Johannes Joh 51 21 14 16 Johannes spricht hier nur von solchen Erscheinungen, welche mehreren Jüngern zugleich zu Teil geworden waren: die erste am Auferstehungstage [Joh 20,19], die zweite am Sonntage darauf [Joh 20,26ff], die dritte, die hier erzählte, welche zugleich die erste in Galiläa war. Apostelgeschichte Apg 51 21 15 Post dies autem istos præparati, ascendebamus in Jerusalem. Nach diesen Tagen aber machten wir uns reisefertig, und gingen hinauf nach Jerusalem. -Johannes Joh 50 21 15 Cum ergo prandissent, dicit Simoni Petro Jesus: Simon Joannis, diligis me plus his? Dicit ei: Etiam Domine, tu scis quia amo te. Dicit ei: Pasce agnos meos. Als sie nun gegessen hatten, sprach Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes!¹⁷ liebst du mich mehr als diese?¹⁸ Er sprach zu ihm: Ja, Herr!¹⁹ du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sprach zu ihm: Weide meine Lämmer!²⁰ -Johannes Joh 50 21 15 17 Die Anrede ist die gleiche wie [Joh 1,42, Mt 16,17]. Der Vatername ist beigesetzt, um die Feierlichkeit zu erhöhen. Auch die Wiederholung der Frage trägt dazu bei. -Johannes Joh 50 21 15 18 Der Auszeichnung, welche der Heiland ihm verleihen will, soll ein höheres Maß von Liebe entsprechen. Der Heiland fragt, nicht weil er nicht weiß, ob Petrus ihn mehr lieb hat, sondern um die übrigen Apostel aufmerksam zu machen, dass das höchste Hirtenamt auch eine besondere Liebe zum Herrn erfordert. Dass Jesus fragt: Liebst du mich mehr als diese? kann den Aposteln nicht auffallen. Denn wegen des tieferen Falles bei der Verleugnung (Thom.) und wegen des Amtes, mit dem der heil. Petrus bekleidet ward, und der vielfachen Auszeichnungen die ihm schon zu Teil geworden waren, musste eine größere Liebe von ihm erwartet werden. -Johannes Joh 50 21 15 19 Mit Zuversicht, aber auch mit Demut flieht Petrus zur Allwissenheit des Herrn vielmehr, als dass er sich auf das Zeugnis seines Gewissens beruft. -Johannes Joh 50 21 15 20 Der Heiland ist selbst der gute Hirt [Joh 10,11] der Hirt und Bischof der Seelen [1Petr 2,25], der Oberhirt [Joh 5,4], der große Hirt der Schafe [Hebr 13,20]. Jetzt, da er von dieser Erde scheidet, um heimzugehen zum Vater, überträgt er dem heil. Petrus die Stellvertretung zum Hirtenamte (Ambr.). Lämmer und Schafe bezeichnen zusammen die dem Hirtenstabe des heil. Petrus anvertraute Gemeinschaft der durch Christus Erlösten, die ganze Kirche, welche durch das Blut des Herrn erkauft, immerdar sein eigen bleiben wird. Die Lämmer zuerst und dann die Schafe übergibt Jesus Simon Petrus, weil er ihn zum Hirten der Hirten bestellt hat. Petrus ist Hirte der Lämmer und der Schafe, der Kinder und der Mütter, der Untergebenen und der Vorgesetzten (Euseb.). Das vatikanische Konzil erklärt die Worte des Heilandes (V. 15 17) als einen Beweis für den Primat (oberste Regierungsgewalt) des heil. Petrus über die ganze katholische Kirche. (Sitz 4 Kap. 1). +Johannes Joh 51 21 15 Cum ergo prandissent, dicit Simoni Petro Jesus: Simon Joannis, diligis me plus his? Dicit ei: Etiam Domine, tu scis quia amo te. Dicit ei: Pasce agnos meos. Als sie nun gegessen hatten, sprach Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes!¹⁷ liebst du mich mehr als diese?¹⁸ Er sprach zu ihm: Ja, Herr!¹⁹ du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sprach zu ihm: Weide meine Lämmer!²⁰ +Johannes Joh 51 21 15 17 Die Anrede ist die gleiche wie [Joh 1,42, Mt 16,17]. Der Vatername ist beigesetzt, um die Feierlichkeit zu erhöhen. Auch die Wiederholung der Frage trägt dazu bei. +Johannes Joh 51 21 15 18 Der Auszeichnung, welche der Heiland ihm verleihen will, soll ein höheres Maß von Liebe entsprechen. Der Heiland fragt, nicht weil er nicht weiß, ob Petrus ihn mehr lieb hat, sondern um die übrigen Apostel aufmerksam zu machen, dass das höchste Hirtenamt auch eine besondere Liebe zum Herrn erfordert. Dass Jesus fragt: Liebst du mich mehr als diese? kann den Aposteln nicht auffallen. Denn wegen des tieferen Falles bei der Verleugnung (Thom.) und wegen des Amtes, mit dem der heil. Petrus bekleidet ward, und der vielfachen Auszeichnungen die ihm schon zu Teil geworden waren, musste eine größere Liebe von ihm erwartet werden. +Johannes Joh 51 21 15 19 Mit Zuversicht, aber auch mit Demut flieht Petrus zur Allwissenheit des Herrn vielmehr, als dass er sich auf das Zeugnis seines Gewissens beruft. +Johannes Joh 51 21 15 20 Der Heiland ist selbst der gute Hirt [Joh 10,11] der Hirt und Bischof der Seelen [1Petr 2,25], der Oberhirt [Joh 5,4], der große Hirt der Schafe [Hebr 13,20]. Jetzt, da er von dieser Erde scheidet, um heimzugehen zum Vater, überträgt er dem heil. Petrus die Stellvertretung zum Hirtenamte (Ambr.). Lämmer und Schafe bezeichnen zusammen die dem Hirtenstabe des heil. Petrus anvertraute Gemeinschaft der durch Christus Erlösten, die ganze Kirche, welche durch das Blut des Herrn erkauft, immerdar sein eigen bleiben wird. Die Lämmer zuerst und dann die Schafe übergibt Jesus Simon Petrus, weil er ihn zum Hirten der Hirten bestellt hat. Petrus ist Hirte der Lämmer und der Schafe, der Kinder und der Mütter, der Untergebenen und der Vorgesetzten (Euseb.). Das vatikanische Konzil erklärt die Worte des Heilandes (V. 15 17) als einen Beweis für den Primat (oberste Regierungsgewalt) des heil. Petrus über die ganze katholische Kirche. (Sitz 4 Kap. 1). Apostelgeschichte Apg 51 21 16 Venerunt autem et ex discipulis a Cæsarea nobiscum, adducentes secum apud quem hospitaremur Mnasonem quemdam Cyprium, antiquum discipulum. Auch einige von den Jüngern aus Cäsarea kamen mit uns, und brachten einen gewissen Mnason aus Cypern, einen alten Jünger mit sich, bei dem wir herbergen sollten. -Johannes Joh 50 21 16 Dicit ei iterum: Simon Joannis, diligis me? Ait illi: Etiam Domine, tu scis quia amo te. Dicit ei: Pasce agnos meos. Abermals sagte er zu ihm: Simon, Sohn des Johannes! liebst du mich? Er sprach zu ihm: Ja, Herr! du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! +Johannes Joh 51 21 16 Dicit ei iterum: Simon Joannis, diligis me? Ait illi: Etiam Domine, tu scis quia amo te. Dicit ei: Pasce agnos meos. Abermals sagte er zu ihm: Simon, Sohn des Johannes! liebst du mich? Er sprach zu ihm: Ja, Herr! du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Apostelgeschichte Apg 51 21 17 Et cum venissemus Jerosolymam, libenter exceperunt nos fratres. Da wir nun nach Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder mit Freuden auf. -Johannes Joh 50 21 17 Dicit ei tertio: Simon Joannis, amas me? Contristatus est Petrus, quia dixit ei tertio, Amas me? et dixit ei: Domine tu omnia nosti: tu scis quia amo te. Dixit ei: Pasce oves meas. Er sprach zu ihm²¹ zum dritten Male: Simon, Sohn des Johannes! liebst du mich? Da ward Petrus traurig, dass er zum dritten Male zu ihm sagte: Liebst du mich? und sagte zu ihm: Herr! du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sprach zu ihm: Weide meine Schafe! -Johannes Joh 50 21 17 21 Dreimal richtet der Herr die gleiche Frage an den Apostel, ihn schonend an die dreimalige Verleugnung zu erinnern. Unaufgefordert hatte sich einst Petrus vermessen, opfer- und todesmutiger sein zu wollen als alle anderen Apostel [Joh 13,37, Mt 26,33]; doch seine Furcht war größer gewesen als seine Liebe. Jetzt wird Petrus feierlich aufgefordert, gleichsam in die Hände und in das Herz des Heilandes, welcher ihm seine gesamte Herde zur Leitung übergeben will, das Gelöbnis der Liebe abzulegen. Mit dem Primat der Rechte soll sich in Petrus der Primat der Liebe zu Christus verbinden und ewig verbunden bleiben. Petrus wird traurig ob der Erinnerung an die Verleugnung, und weil diese wiederholten Fragen einen Zweifel auszudrücken scheinen, ob der Apostel den Heiland wirklich liebe. +Johannes Joh 51 21 17 Dicit ei tertio: Simon Joannis, amas me? Contristatus est Petrus, quia dixit ei tertio, Amas me? et dixit ei: Domine tu omnia nosti: tu scis quia amo te. Dixit ei: Pasce oves meas. Er sprach zu ihm²¹ zum dritten Male: Simon, Sohn des Johannes! liebst du mich? Da ward Petrus traurig, dass er zum dritten Male zu ihm sagte: Liebst du mich? und sagte zu ihm: Herr! du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sprach zu ihm: Weide meine Schafe! +Johannes Joh 51 21 17 21 Dreimal richtet der Herr die gleiche Frage an den Apostel, ihn schonend an die dreimalige Verleugnung zu erinnern. Unaufgefordert hatte sich einst Petrus vermessen, opfer- und todesmutiger sein zu wollen als alle anderen Apostel [Joh 13,37, Mt 26,33]; doch seine Furcht war größer gewesen als seine Liebe. Jetzt wird Petrus feierlich aufgefordert, gleichsam in die Hände und in das Herz des Heilandes, welcher ihm seine gesamte Herde zur Leitung übergeben will, das Gelöbnis der Liebe abzulegen. Mit dem Primat der Rechte soll sich in Petrus der Primat der Liebe zu Christus verbinden und ewig verbunden bleiben. Petrus wird traurig ob der Erinnerung an die Verleugnung, und weil diese wiederholten Fragen einen Zweifel auszudrücken scheinen, ob der Apostel den Heiland wirklich liebe. Apostelgeschichte Apg 51 21 18 Sequenti autem die introibat Paulus nobiscum ad Jacobum, omnesque collecti sunt seniores. Am folgenden Tage aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und alle Vorsteher kamen dort zusammen.¹⁰ -Johannes Joh 50 21 18 Amen, amen dico tibi: cum esses junior, cingebas te, et ambulabas ubi volebas: cum autem senueris, extendes manus tuas, et alius te cinget, et ducet quo tu non vis. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir,²² da du jünger warest, gürtetest du dich selbst,²³ und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden sein wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und dich führen, wohin du nicht willst!²⁴ [2Petr 1,14] +Johannes Joh 51 21 18 Amen, amen dico tibi: cum esses junior, cingebas te, et ambulabas ubi volebas: cum autem senueris, extendes manus tuas, et alius te cinget, et ducet quo tu non vis. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir,²² da du jünger warest, gürtetest du dich selbst,²³ und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden sein wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und dich führen, wohin du nicht willst!²⁴ [2Petr 1,14] Apostelgeschichte Apg 51 21 18 10 Ein feierlicher, wie wir sagen würden, amtlicher Empfang. Außer Jakobus war wohl kein anderer Apostel in Jerusalem anwesend. Da Paulus am Pfingstfeste in Jerusalem sein wollte [Apg 20,16], trifft diese Zusammenkunft vielleicht auf das Fest. -Johannes Joh 50 21 18 22 Deine Liebe zu beweisen, wirst du hinreichend Gelegenheit haben, einmal durch die Hirtensorge für die Meinen und sodann durch den gewaltsamen Tod, den du meinetwegen leiden wirst. -Johannes Joh 50 21 18 23 Diese Worte sind der Gegensatz zu den folgenden: Ein anderer wird dich gürten, nämlich der Henker mit Stricken. -Johannes Joh 50 21 18 24 Du wirst deine Hände ausstrecken, nämlich am Kreuze. So die älteren Erklärer. Zuerst wir der Kreuzestod im Allgemeinen vorausgesagt, dann wird durch den Zusatz: ein anderer usw. beigefügt wie dies geschehen wird (Aug.). Andere: die Hände zum Fesseln ausstrecken, an fremde Gewalt sich hingeben u. a. Vergl. [2Petr 1,14]. Der heil. Johannes kannte übrigens die Erfüllung der Prophezeiung bereits, da der heil. Petrus am 29. Juni 67 am Kreuze den Märtyrertod erlitten hat. +Johannes Joh 51 21 18 22 Deine Liebe zu beweisen, wirst du hinreichend Gelegenheit haben, einmal durch die Hirtensorge für die Meinen und sodann durch den gewaltsamen Tod, den du meinetwegen leiden wirst. +Johannes Joh 51 21 18 23 Diese Worte sind der Gegensatz zu den folgenden: Ein anderer wird dich gürten, nämlich der Henker mit Stricken. +Johannes Joh 51 21 18 24 Du wirst deine Hände ausstrecken, nämlich am Kreuze. So die älteren Erklärer. Zuerst wir der Kreuzestod im Allgemeinen vorausgesagt, dann wird durch den Zusatz: ein anderer usw. beigefügt wie dies geschehen wird (Aug.). Andere: die Hände zum Fesseln ausstrecken, an fremde Gewalt sich hingeben u. a. Vergl. [2Petr 1,14]. Der heil. Johannes kannte übrigens die Erfüllung der Prophezeiung bereits, da der heil. Petrus am 29. Juni 67 am Kreuze den Märtyrertod erlitten hat. Apostelgeschichte Apg 51 21 19 Quos cum salutasset, narrabat per singula, quæ Deus fecisset in gentibus per ministerium ipsius. Nachdem er diese begrüßt hatte, erzählte er ihnen im einzelnen, was Gott durch seinen Dienst unter den Heiden gewirkt habe. -Johannes Joh 50 21 19 Hoc autem dixit significans qua morte clarificaturus esset Deum. Et cum hoc dixisset, dicit ei: Sequere me. Dieses aber sagte er, um anzuzeigen, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde.²⁵ Und als er dies gesagt hatte, sprach er zu ihm: Folge mir nach!²⁶ -Johannes Joh 50 21 19 25 Was der Mensch aus Liebe zu Gott tut oder leidet, verherrlicht den Herrn. -Johannes Joh 50 21 19 26 Vermutlich ging der Heiland einige Schritte voran und Petrus folgte. Es war dies eine symbolische Handlung, durch welche angedeutet wurde: folge mir nach, besonders im Leiden und Sterben am Kreuze (Aug., Theod. a.). -Johannes Joh 50 21 20 Conversus Petrus vidit illum discipulum, quem diligebat Jesus, sequentem, qui et recubuit in cna super pectus ejus, et dixit: Domine quis est qui tradet te? Petrus wandte sich um,²⁷ und sah den Jünger, welchen Jesus lieb hatte, nachfolgen, denselben, welcher auch beim Abendmahle an seiner Brust gelegen, und sagte: Herr! wer ist es, der dich verraten wird? [Joh 13,23] +Johannes Joh 51 21 19 Hoc autem dixit significans qua morte clarificaturus esset Deum. Et cum hoc dixisset, dicit ei: Sequere me. Dieses aber sagte er, um anzuzeigen, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde.²⁵ Und als er dies gesagt hatte, sprach er zu ihm: Folge mir nach!²⁶ +Johannes Joh 51 21 19 25 Was der Mensch aus Liebe zu Gott tut oder leidet, verherrlicht den Herrn. +Johannes Joh 51 21 19 26 Vermutlich ging der Heiland einige Schritte voran und Petrus folgte. Es war dies eine symbolische Handlung, durch welche angedeutet wurde: folge mir nach, besonders im Leiden und Sterben am Kreuze (Aug., Theod. a.). +Johannes Joh 51 21 20 Conversus Petrus vidit illum discipulum, quem diligebat Jesus, sequentem, qui et recubuit in cna super pectus ejus, et dixit: Domine quis est qui tradet te? Petrus wandte sich um,²⁷ und sah den Jünger, welchen Jesus lieb hatte, nachfolgen, denselben, welcher auch beim Abendmahle an seiner Brust gelegen, und sagte: Herr! wer ist es, der dich verraten wird? [Joh 13,23] Apostelgeschichte Apg 51 21 20 At illi cum audissent, magnificabant Deum, dixeruntque ei: Vides frater, quot millia sunt in Judæis, qui crediderunt, et omnes æmulatores sunt legis. Als diese es hörten, priesen sie Gott, und sprachen zu ihm: Du siehst, Bruder! wie viele Tausende unter den Juden gläubig geworden sind, die doch alle Eiferer für das Gesetz sind.¹¹ Apostelgeschichte Apg 51 21 20 11 Die Erleuchteten unter ihnen taten es mit dem Bewusstsein, dass sie im Gewissen nicht dazu verpflichtet seien, und dass ihr Heil nicht davon abhänge. Vielen aber schien die Bezeugung, dass das alte Gesetz seine Gültigkeit verloren habe, noch nicht deutlich genug. Übrigens war auf dem Apostelkonzil nur für die Heidenchristen Vorsorge getroffen worden. -Johannes Joh 50 21 20 27 Petrus wandte sich zu Johannes zurück, welcher, weil nicht aufgefordert, nicht folgte. Das innige Verhältnis zwischen beiden Jüngern veranlasst den heil. Petrus zur Frage, wie denn der Lieblingsjünger des Herrn werde ausgezeichnet werden (Chrys., Euth.). Soll nicht auch er folgen, und zwar zum Märtyrertode, wie ich? Wie bei dem letzten Abendmahl Johannes für den heil. Petrus den Herrn gefragt hat, so vergilt der Apostelfürst jetzt den Dienst durch eine Frage für Johannes. -Johannes Joh 50 21 21 Hunc ergo cum vidisset Petrus, dixit Jesu: Domine hic autem quid? Da nun Petrus diesen sah, sprach er zu Jesus: Herr! was ist es aber mit diesem? +Johannes Joh 51 21 20 27 Petrus wandte sich zu Johannes zurück, welcher, weil nicht aufgefordert, nicht folgte. Das innige Verhältnis zwischen beiden Jüngern veranlasst den heil. Petrus zur Frage, wie denn der Lieblingsjünger des Herrn werde ausgezeichnet werden (Chrys., Euth.). Soll nicht auch er folgen, und zwar zum Märtyrertode, wie ich? Wie bei dem letzten Abendmahl Johannes für den heil. Petrus den Herrn gefragt hat, so vergilt der Apostelfürst jetzt den Dienst durch eine Frage für Johannes. +Johannes Joh 51 21 21 Hunc ergo cum vidisset Petrus, dixit Jesu: Domine hic autem quid? Da nun Petrus diesen sah, sprach er zu Jesus: Herr! was ist es aber mit diesem? Apostelgeschichte Apg 51 21 21 Audierunt autem de te quia discessionem doceas a Moyse eorum, qui per gentes sunt, Judæorum: dicens non debere eos circumcidere filios suos, neque secundum consuetudinem ingredi. Nun haben sie von dir gehört, dass du die Juden, welche unter den Heiden wohnen, zum Abfalle von Moses beredest, und sagest, sie sollten ihre Söhne nicht beschneiden, und nicht nach den Gebräuchen wandeln.¹² Apostelgeschichte Apg 51 21 21 12 Paulus lehrte nur, dass die Judenchristen zur Beobachtung der mosaischen Gebräuche nicht verpflichtet seien, sie aber doch beobachten könnten und, wenn sie durch das Abweichen von denselben Anstoß gäben, halten müssten. [Röm 14,13ff, Röm 15,1ff, 1Kor 7,17-19] Deshalb konnte er den Juden ein Jude sein [1Kor 9,20] und Timotheus beschneiden lassen. [Apg 16,3] Vergl. [Apg 18,18], wo ein Gefährte des heil. Paulus ein bei den Juden übliches Gelübde erfüllt. Apostelgeschichte Apg 51 21 22 Quid ergo est? utique oportet convenire multitudinem: audient enim te supervenisse. Was ist nun zu tun? Jedenfalls wird das Volk zusammenströmen, denn sie werden hören, dass du gekommen bist. -Johannes Joh 50 21 22 Dicit ei Jesus: Sic eum volo manere donec veniam, quid ad te? tu me sequere. Jesus sprach zu ihm: Wenn²⁸ ich will,²⁹ dass er bleibe, bis ich komme;³⁰ was geht es dich an?³¹ Du, folge mir! -Johannes Joh 50 21 22 28 Die Lesart so in der heutigen Vulgata scheint einer Unaufmerksamkeit der Abschreiber zu entstammen. Im Griechischen steht: wenn, womit auch einige Itala-Handschriften übereinstimmen sowie auch die Erklärungen des heil. Hieronymus und anderer Väter. -Johannes Joh 50 21 22 29 Der Heiland zeigt, dass er Macht hat über Leben und Tod. -Johannes Joh 50 21 22 30 Das Wort dass er bleibe hat wegen des Gegensatzes zu dem gewaltsamen Tode des heil. Petrus den Sinn: nicht dem Märtyrertode soll er zugleich mit dir (dies hatte Petrus wohl gewünscht) geweiht werden. Bis ich komme: entweder: bis ich ihn durch einen natürlichen Tod abberufe, oder: wenn ich wollte, dass er bis zu meiner zweiten Ankunft bleibe, was geht es dich an? Du tue das, wozu du berufen bist! -Johannes Joh 50 21 22 31 Diese Worte haben bei den Morgenländern nicht den bitteren Tod, der ihnen bei uns eigen ist. +Johannes Joh 51 21 22 Dicit ei Jesus: Sic eum volo manere donec veniam, quid ad te? tu me sequere. Jesus sprach zu ihm: Wenn²⁸ ich will,²⁹ dass er bleibe, bis ich komme;³⁰ was geht es dich an?³¹ Du, folge mir! +Johannes Joh 51 21 22 28 Die Lesart so in der heutigen Vulgata scheint einer Unaufmerksamkeit der Abschreiber zu entstammen. Im Griechischen steht: wenn, womit auch einige Itala-Handschriften übereinstimmen sowie auch die Erklärungen des heil. Hieronymus und anderer Väter. +Johannes Joh 51 21 22 29 Der Heiland zeigt, dass er Macht hat über Leben und Tod. +Johannes Joh 51 21 22 30 Das Wort dass er bleibe hat wegen des Gegensatzes zu dem gewaltsamen Tode des heil. Petrus den Sinn: nicht dem Märtyrertode soll er zugleich mit dir (dies hatte Petrus wohl gewünscht) geweiht werden. Bis ich komme: entweder: bis ich ihn durch einen natürlichen Tod abberufe, oder: wenn ich wollte, dass er bis zu meiner zweiten Ankunft bleibe, was geht es dich an? Du tue das, wozu du berufen bist! +Johannes Joh 51 21 22 31 Diese Worte haben bei den Morgenländern nicht den bitteren Tod, der ihnen bei uns eigen ist. Apostelgeschichte Apg 51 21 23 Hoc ergo fac quod tibi dicimus: Sunt nobis viri quatuor, votum habentes super se. Deshalb tue das, was wir dir sagen: Es sind vier Männer bei uns, die ein Gelübde auf sich haben.¹³ -Johannes Joh 50 21 23 Exiit ergo sermo iste inter fratres quia discipulus ille non moritur. Et non dixit ei Jesus: Non moritur; sed: Sic eum volo manere donec veniam, quid ad te? Daher ging diese Sage aus unter die Brüder, dass jener Jünger nicht sterben werde. Jesus aber sprach nicht zu ihm: Er wird nicht sterben;³² sondern: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme; was geht es dich an? +Johannes Joh 51 21 23 Exiit ergo sermo iste inter fratres quia discipulus ille non moritur. Et non dixit ei Jesus: Non moritur; sed: Sic eum volo manere donec veniam, quid ad te? Daher ging diese Sage aus unter die Brüder, dass jener Jünger nicht sterben werde. Jesus aber sprach nicht zu ihm: Er wird nicht sterben;³² sondern: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme; was geht es dich an? Apostelgeschichte Apg 51 21 23 13 Es galt als etwas besonders Lobenswertes, wenn man sich dadurch an den Gelübden anderer beteiligte, dass man die Kosten für die vorgeschriebenen Opfer, vergl. [Num 6,14], auf sich nahm. -Johannes Joh 50 21 23 32 Die Brüder dachten: Nach der zweiten Ankunft Christi stirbt niemand mehr; lebt also Johannes bis dahin, so stirbt er überhaupt nicht. Der Fehler dieser Schlussfolgerung lag darin, dass sie die Worte: wenn ich will so nahmen, als hätte der Heiland gesagt: ich will. Johannes stellt diesen Irrtum richtig, damit man nicht bei seinem Tode sage: er ist trotz der gegenteiligen Voraussage gestorben. V. 24 und besonders V. 25 wird von vielen als nicht johanneisch angesehen. V. 24 kann indes sehr wohl von dem heil. Johannes selbst herrühren; V. 25 ist vielleicht von einem Schüler des Apostels hinzugefügt, bevor das Evangelium den Gläubigen übergeben wurde. Aber auch diese Ansicht ist nur eine nicht der Wahrscheinlichkeit entbehrende, möglicherweise ist auch V. 25 seinem ersten Ursprunge nach johanneisch. +Johannes Joh 51 21 23 32 Die Brüder dachten: Nach der zweiten Ankunft Christi stirbt niemand mehr; lebt also Johannes bis dahin, so stirbt er überhaupt nicht. Der Fehler dieser Schlussfolgerung lag darin, dass sie die Worte: wenn ich will so nahmen, als hätte der Heiland gesagt: ich will. Johannes stellt diesen Irrtum richtig, damit man nicht bei seinem Tode sage: er ist trotz der gegenteiligen Voraussage gestorben. V. 24 und besonders V. 25 wird von vielen als nicht johanneisch angesehen. V. 24 kann indes sehr wohl von dem heil. Johannes selbst herrühren; V. 25 ist vielleicht von einem Schüler des Apostels hinzugefügt, bevor das Evangelium den Gläubigen übergeben wurde. Aber auch diese Ansicht ist nur eine nicht der Wahrscheinlichkeit entbehrende, möglicherweise ist auch V. 25 seinem ersten Ursprunge nach johanneisch. Apostelgeschichte Apg 51 21 24 His assumptis, sanctifica te cum illis: et impende in illis ut radant capita: et scient omnes quia quæ de te audierunt, falsa sunt, sed ambulas et ipse custodiens legem. Diese nimm zu dir, lasse dich mit ihnen heiligen, und bezahle für sie, damit sie sich das Haupt scheren lassen;¹⁴ und so werden alle inne werden, dass das, was sie von dir gehört haben, falsch ist, dass du vielmehr selbst das Gesetz treu beobachtest. -Johannes Joh 50 21 24 Hic est discipulus ille, qui testimonium perhibet de his, et scripsit hæc: et scimus, quia verum est testimonium ejus. Das ist der Jünger,³³ welcher hiervon Zeugnis gibt, und dies geschrieben hat; und wir wissen,³⁴ dass sein Zeugnis wahr ist. +Johannes Joh 51 21 24 Hic est discipulus ille, qui testimonium perhibet de his, et scripsit hæc: et scimus, quia verum est testimonium ejus. Das ist der Jünger,³³ welcher hiervon Zeugnis gibt, und dies geschrieben hat; und wir wissen,³⁴ dass sein Zeugnis wahr ist. Apostelgeschichte Apg 51 21 24 14 Das Haar wurde erst nach Darbringung des Opfers, zweier Lämmer und eines Widders für jeden, geschoren. -Johannes Joh 50 21 24 33 Vergl. [Joh 19,35] -Johannes Joh 50 21 24 34 Der Evangelist selbst und seine Schüler. -Johannes Joh 50 21 25 Sunt autem et alia multa, quæ fecit Jesus: quæ si scribantur per singula, nec ipsum arbitror mundum capere posse eos, qui scribendi sunt, libros. Es sind aber auch noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; wollte man dieses einzeln aufschreiben, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.³⁵ +Johannes Joh 51 21 24 33 Vergl. [Joh 19,35] +Johannes Joh 51 21 24 34 Der Evangelist selbst und seine Schüler. +Johannes Joh 51 21 25 Sunt autem et alia multa, quæ fecit Jesus: quæ si scribantur per singula, nec ipsum arbitror mundum capere posse eos, qui scribendi sunt, libros. Es sind aber auch noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; wollte man dieses einzeln aufschreiben, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.³⁵ Apostelgeschichte Apg 51 21 25 De his autem, qui crediderunt ex gentibus, nos scripsimus judicantes ut abstineant se ab idolis, immolato, et sanguine, et suffocato, et fornicatione. Was aber die Heiden angeht, welche gläubig geworden sind, haben wir geschrieben und entschieden, dass sie sich vom Götzenopfer, vom Blute, vom Erstickten und von der Unzucht enthalten sollen. -Johannes Joh 50 21 25 35 Der Apostel preist die Erhabenheit und den Wert der Taten Christi in gesteigerter Redeweise. Vergl. ähnliche Redeweisen [Mt 19,24, Gen 22,17] +Johannes Joh 51 21 25 35 Der Apostel preist die Erhabenheit und den Wert der Taten Christi in gesteigerter Redeweise. Vergl. ähnliche Redeweisen [Mt 19,24, Gen 22,17] Apostelgeschichte Apg 51 21 26 Tunc Paulus, assumptis viris, postera die purificatus cum illis intravit in templum, annuntians expletionem dierum purificationis, donec offerretur pro unoquoque eorum oblatio. Da nahm Paulus die Männer zu sich, reinigte sich mit ihnen am folgenden Tage, ging in den Tempel, und kündigte an,¹⁵ dass die Tage der Reinigung zu Ende gingen, sobald für einen jeden von ihnen das Opfer dargebracht sein würde. Apostelgeschichte Apg 51 21 26 15 Nämlich den Priestern. So sahen die Judenchristen, dass Paulus nicht daran dachte, aus prinzipiellen Gründen die geborenen Juden von der Beobachtung des Gesetzes abwendig zu machen. Um den Heidenchristen jeden Argwohn zu benehmen, führen Jakobus und die Vorsteher das Dekret des Apostelkonzils für sie an und bestätigen es so von neuem. So zeigen sie gleichzeitig, dass das Gesetz zur Erlangung des Heiles nicht notwendig ist. Apostelgeschichte Apg 51 21 27 Dum autem septem dies consummarentur, hi, qui de Asia erant, Judæi, cum vidissent eum in templo, concitaverunt omnem populum, et injecerunt ei manus, clamantes: Als aber die sieben Tage vorüber waren,¹⁶ und die Juden aus Asien ihn im Tempel sahen, brachten sie das ganze Volk in Aufruhr, legten Hand an ihn, und schrien: @@ -62001,7 +62056,7 @@ Apostelgeschichte Apg 51 21 38 Nonne tu es Aegyptius, qui ante hos dies tumultum Apostelgeschichte Apg 51 21 39 Et dixit ad eum Paulus: Ego homo sum quidem Judæus a Tarso Ciliciæ, non ignotæ civitatis municeps. Rogo autem te, permitte mihi loqui ad populum. Paulus aber sprach zu ihm: Ich bin ein Jude aus Tarsus, Bürger einer nicht unberühmten Stadt Ciliciens. Ich bitte dich aber, erlaube mir zum Volke zu reden. Apostelgeschichte Apg 51 21 40 Et cum ille permisisset, Paulus stans in gradibus, annuit manu ad plebem, et magno silentio facto, allocutus est lingua Hebræa, dicens: Als er es nun erlaubte,²⁶ trat Paulus auf die Stufen und winkte mit der Hand dem Volke. Da entstand eine große Stille, und er redete sie in hebräischer Sprache an, und sagte: Apostelgeschichte Apg 51 21 40 26 Da der Tribun sich über die Person des heil. Paulus geirrt und nur widersprechende Gerüchte gehört hatte, glaubte er wohl, Paulus werde sich vor dem Volke rechtfertigen, um weiteren Unruhen vorzubeugen. Die wütende Menge, der er eben erst durch die Römer entrissen ist, vermag den Apostel nicht einzuschüchtern. -Apostelgeschichte Apg 51 22 0 Verteidigungsrede des heil. Paulus vor dem Volke. (V. 21) Nächste Folgen dieser Rede. +Apostelgeschichte Apg 51 22 0 Verteidigungsrede des heil. Paulus vor dem Volke. (V. 21) Nächste Folgen dieser Rede. Apostelgeschichte Apg 51 22 1 Viri fratres, et patres, audite quam ad vos nunc reddo rationem. Brüder und Väter!¹ höret jetzt meine Verantwortung vor euch. Apostelgeschichte Apg 51 22 1 1 Dieselben Worte hatte einst Stephanus gebraucht. Als Väter sind wohl hier die Mitglieder des hohen Rates gemeint. Apostelgeschichte Apg 51 22 2 Cum audissent autem quia Hebræa lingua loqueretur ad illos, magis præstiterunt silentium. Da sie nun hörten, dass er in hebräischer Sprache² zu ihnen redete, wurden sie noch stiller. @@ -62051,7 +62106,7 @@ Apostelgeschichte Apg 51 22 28 18 Du aber scheinst mir nicht der Mann zu sein, Apostelgeschichte Apg 51 22 29 Protinus ergo discesserunt ab illo, qui eum torturi erant. Tribunus quoque timuit postquam rescivit, quia civis Romanus esset, et quia alligasset eum. Sogleich nun standen die, welche ihn foltern wollten, von ihm ab. Auch dem Obersten ward bange, nachdem er erfahren, dass er römischer Bürger sei, und dass er ihn hatte binden lassen. Apostelgeschichte Apg 51 22 30 Postera autem die volens scire diligentius qua ex causa accusaretur a Judæis, solvit eum, et jussit sacerdotes convenire, et omne concilium, et producens Paulum, statuit inter illos. Am folgenden Tage aber ließ er, da er genau erfahren wollte, aus welcher Ursache er von den Juden angeklagt würde, ihm die Fesseln abnehmen, und befahl, dass die Priester und der ganze hohe Rat sich versammelten,¹⁹ und führte Paulus hin, und stellte ihn in ihre Mitte. Apostelgeschichte Apg 51 22 30 19 Der hohe Rat pflegte sich früher auf der Südseite im Innern des Tempels zu versammeln, seit dem Jahre 30 n. Chr. etwa indes in einer Halle im äußersten Vorhofe, dem Vorhofe der Heiden. -Apostelgeschichte Apg 51 23 0 Paulus vor dem hohen Rate. (V. 11) Der heil. Paulus wegen einer Verschwörung der Juden gegen sein Leben nach Cäsarea gebracht. +Apostelgeschichte Apg 51 23 0 Paulus vor dem hohen Rate. (V. 11) Der heil. Paulus wegen einer Verschwörung der Juden gegen sein Leben nach Cäsarea gebracht. Apostelgeschichte Apg 51 23 1 Intendens autem in concilium Paulus ait: Viri fratres, ego omni conscientia bona conversatus sum ante Deum usque in hodiernum diem. Paulus aber richtete seine Augen auf den hohen Rat, und sprach: Brüder! Mit vollkommen gutem Gewissen habe ich vor Gott gewandelt bis auf den heutigen Tag.¹ Apostelgeschichte Apg 51 23 1 1 Also hättet ihr mich gestern nicht wie den ärgsten Verbrecher behandeln sollen. Apostelgeschichte Apg 51 23 2 Princeps autem sacerdotum Ananias præcepit adstantibus sibi percutere os ejus. Der Hohepriester Ananias aber befahl denen, die bei ihm standen, ihn auf den Mund zu schlagen.² @@ -62107,7 +62162,7 @@ Apostelgeschichte Apg 51 23 33 Qui cum venissent Cæsaream, et tradidissent epis Apostelgeschichte Apg 51 23 34 Cum legisset autem, et interrogasset de qua provincia esset: et cognoscens quia de Cilicia, Als er es aber gelesen, fragte er, aus welcher Provinz er sei? und da er vernahm, dass er aus Cilicien sei, Apostelgeschichte Apg 51 23 35 Audiam te, inquit, cum accusatores tui venerint. Jussitque in prætorio Herodis custodiri eum. sprach er: Ich werde dich verhören, wenn deine Ankläger gekommen sind. Und er befahl, ihn im Gerichtshause des Herodes zu verwahren.²⁰ Apostelgeschichte Apg 51 23 35 20 Also nicht im gewöhnlichen Gefängnisse, wozu das im Ganzen günstige Schreiben des Lysias beitrug. In Cäsarea blieb Paulus zwei Jahre, 58 60. -Apostelgeschichte Apg 51 24 0 2. Gefangenschaft des heil. Paulus zu Cäsarea. (Kap. 24 Kap. 26) Anklage des Tertullus gegen Paulus. (V. 9) Verteidigungsrede des heil. Paulus vor Felix. (V. 21) Weitere Haft des heil. Paulus. +Apostelgeschichte Apg 51 24 0 2. Gefangenschaft des heil. Paulus zu Cäsarea. (Kap. 24 Kap. 26) Anklage des Tertullus gegen Paulus. (V. 9) Verteidigungsrede des heil. Paulus vor Felix. (V. 21) Weitere Haft des heil. Paulus. Apostelgeschichte Apg 51 24 1 Post quinque autem dies descendit princeps sacerdotum, Ananias, cum senioribus quibusdam, et Tertullo quodam oratore, qui adierunt præsidem adversus Paulum. Nach fünf Tagen¹ aber zog der Hohepriester Ananias mit einigen Ältesten und einem gewissen Redner² Tertullus hinab, und wandten sich an den Landpfleger gegen Paulus. Apostelgeschichte Apg 51 24 1 1 Fünf Tage nach der Ankunft des heil. Paulus in Cäsarea. Apostelgeschichte Apg 51 24 1 2 Tertullus war ein Gerichtsredner, der das römische Prozessverfahren kannte. @@ -62151,7 +62206,7 @@ Apostelgeschichte Apg 51 24 26 Simul et sperans, quod pecunia ei daretur a Paulo Apostelgeschichte Apg 51 24 26 15 Er hoffte wohl, bei einer solchen Gelegenheit werde Paulus einen Bestechungsversuch machen. Apostelgeschichte Apg 51 24 27 Biennio autem expleto, accepit successorem Felix Portium Festum. Volens autem gratiam præstare Judæis Felix, reliquit Paulum vinctum. Nachdem aber zwei Jahre verflossen waren, erhielt Felix den Portius Festus¹⁶ zum Nachfolger. Da nun Felix sich den Juden gefällig zeigen wollte, ließ er Paulus gefangen zurück. Apostelgeschichte Apg 51 24 27 16 Portius Festus war besser als Felix. Um den Juden zu gefallen, ließ letzterer den heil. Paulus gefangen zurück. -Apostelgeschichte Apg 51 25 0 Die Juden erneuern ihre Anklage vor Festus. Paulus appelliert an den Kaiser. (V. 12) Verhandlung des Festus mit König Agrippa über Paulus. +Apostelgeschichte Apg 51 25 0 Die Juden erneuern ihre Anklage vor Festus. Paulus appelliert an den Kaiser. (V. 12) Verhandlung des Festus mit König Agrippa über Paulus. Apostelgeschichte Apg 51 25 1 Festus ergo cum venisset in provinciam, post triduum ascendit Jerosolymam a Cæsarea. Als nun Festus in die Provinz gekommen war, begab er sich nach drei Tagen von Cäsarea hinauf nach Jerusalem.¹ Apostelgeschichte Apg 51 25 1 1 Der neue Landpfleger will sich mit seiner Provinz bekannt machen. Apostelgeschichte Apg 51 25 2 Adieruntque eum principes sacerdotum, et primi Judæorum adversus Paulum: et rogabant eum, Da traten die Hohenpriester und die Vornehmsten der Juden zu ihm mit der Klage gegen Paulus, und baten es sich @@ -62188,7 +62243,7 @@ Apostelgeschichte Apg 51 25 25 Ego vero comperi nihil dignum morte eum admisisse Apostelgeschichte Apg 51 25 26 De quo quid certum scribam domino, non habeo. Propter quod produxi eum ad vos, et maxime ad te rex Agrippa, ut interrogatione facta habeam quid scribam. Was ich Sicheres über ihn dem Herrn⁹ schreiben soll, weiß ich nicht. Darum habe ich ihn zu euch hergeführt, und vorzüglich zu dir, König Agrippa! damit ihr ihn fraget und ich wissen möchte, was ich schreiben soll. Apostelgeschichte Apg 51 25 26 9 Dem Kaiser. Apostelgeschichte Apg 51 25 27 Sine ratione enim mihi videtur mittere vinctum, et causas ejus non significare. Denn es scheint mir unvernünftig, dass jemand, der einen Gefangenen schickt, nicht auch die Anklage gegen ihn angibt. -Apostelgeschichte Apg 51 26 0 Verteidigungsrede des heil. Paulus vor Agrippa. (V. 23) Eindruck der Rede des heil. Paulus auf Festus und Agrippa +Apostelgeschichte Apg 51 26 0 Verteidigungsrede des heil. Paulus vor Agrippa. (V. 23) Eindruck der Rede des heil. Paulus auf Festus und Agrippa Apostelgeschichte Apg 51 26 1 Agrippa vero ad Paulum ait: Permittitur tibi loqui pro temetipso. Tunc Paulus extenta manu cpit rationem reddere. Agrippa aber sprach zu Paulus: Es wird dir gestattet, für dich selbst zu reden.¹ Da streckte Paulus die Hand aus, und hob an sich zu verantworten. Apostelgeschichte Apg 51 26 1 1 So stand Paulus vor einem Könige, Zeugnis für Christus abzulegen, wie der Herr [Apg 9,15] von ihm vorhergesagt. Festus überließ dem Agrippa aus Höflichkeit den Vorsitz, so kann Paulus auf Agrippas Kenntnis des Judentums rechnen. Apostelgeschichte Apg 51 26 2 De omnibus, quibus accusor a Judæis, rex Agrippa, æstimo me beatum, apud te cum sim defensurus me hodie, Ich schätze mich glücklich, König Agrippa! dass ich über alles, dessen die Juden mich beschuldigen, mich vor dir heute verantworten darf, @@ -62239,7 +62294,7 @@ Apostelgeschichte Apg 51 26 31 Et cum secessissent, loquebantur ad invicem, dice Apostelgeschichte Apg 51 26 31 17 Juden und Heiden gaben ein gutes Zeugnis von Paulus. Vergl. [Apg 23,9.29, Apg 25,25]. Apostelgeschichte Apg 51 26 32 Agrippa autem Festo dixit: Dimitti poterat homo hic, si non appellasset Cæsarem. Agrippa aber sagte zu Festus: Man hätte diesen Menschen bereits in Freiheit setzen können, wenn er nicht an den Kaiser Berufung eingelegt hätte.¹⁸ Apostelgeschichte Apg 51 26 32 18 Diese Antwort ist vom jüdischen Standpunkte aus gegeben und soll Festus kundgeben, was er an den Kaiser schreiben kann. [Apg 25,14.21.26] Nach diesen Worten fasste Festus wohl den Begleitbrief ab, und das Endergebnis der Appellation des heil. Paulus war seine Freisprechung in Rom. -Apostelgeschichte Apg 51 27 0 3. Reise des heil. Paulus nach Rom und Aufenthalt dort selbst. (Kap. 27, 28) Fahrt von Cäsarea nach Kreta. (V. 13) Sturm auf der Reise nach Rom. (V. 26) Strandung und Rettung des heil. Paulus. +Apostelgeschichte Apg 51 27 0 3. Reise des heil. Paulus nach Rom und Aufenthalt dort selbst. (Kap. 27, 28) Fahrt von Cäsarea nach Kreta. (V. 13) Sturm auf der Reise nach Rom. (V. 26) Strandung und Rettung des heil. Paulus. Apostelgeschichte Apg 51 27 1 Ut autem judicatum est navigare eum in Italiam, et tradi Paulum cum reliquis custodiis centurioni nomine Julio cohortis Augustæ, Nachdem es nun beschlossen war, dass Paulus nach Italien absegeln, und mit anderen Gefangenen einem Hauptmanne von der kaiserlichen Cohorte, namens Julius, übergeben werden sollte, Apostelgeschichte Apg 51 27 2 Ascendentes navem Adrumetinam, incipientes navigare circa Asiæ loca, sustulimus, perseverante nobiscum Aristarcho Macedone Thessalonicensi. bestiegen wir¹ ein Schiff von Adrumet, lichteten die Anker, und schickten uns an, die Seeplätze Asiens anzulaufen. Mit uns war Aristarchus,² ein Macedonier, aus Thessalonich. [Apg 19,29, Apg 20,4] Apostelgeschichte Apg 51 27 2 1 Der heil. Paulus war in Cäsarea bei dem Apostel, wie er ihn auch von Philippi nach Jerusalem begleitet hatte. [Apg 20,621,17] Von Julius ist sonst nichts bekannt. @@ -62315,7 +62370,7 @@ Apostelgeschichte Apg 51 27 43 Centurio autem volens servare Paulum, prohibuit f Apostelgeschichte Apg 51 27 43 30 Damit der heil. Paulus, dem er günstig war (V. 3), gerettet wurde, ließ der Hauptmann gar keinen Gefangenen töten. Apostelgeschichte Apg 51 27 44 Et ceteros alios in tabulis ferebant: quosdam super ea, quæ de navi erant. Et sic factum est, ut omnes animæ evaderent ad terram. Die übrigen brachten sie, einige auf Bretter, andere auf Schiffstrümmer; und so geschah es, dass sich alle an das Land retteten.³¹ Apostelgeschichte Apg 51 27 44 31 So ward das prophetische Wort des heil. Paulus von V. 22 erfüllt. -Apostelgeschichte Apg 51 28 0 Paulus auf der Insel Malta. (V. 10) Reise von Malta nach Rom und Ankunft daselbst. (V. 16) Aufenthalt und Wirksamkeit des heil. Paulus in Rom. +Apostelgeschichte Apg 51 28 0 Paulus auf der Insel Malta. (V. 10) Reise von Malta nach Rom und Ankunft daselbst. (V. 16) Aufenthalt und Wirksamkeit des heil. Paulus in Rom. Apostelgeschichte Apg 51 28 1 Et cum evasissemus, tunc cognovimus quia Melita insula vocabatur. Barbari vero præstabant non modicam humanitatem nobis. Als wir nun gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta heiße. Die Eingeborenen¹ aber erzeigten uns nicht geringe Menschenfreundlichkeit, Apostelgeschichte Apg 51 28 1 1 Griech.: Barbaren, d. i. nicht griechisch noch römisch nach Sprache und Nation, sondern punisch. Apostelgeschichte Apg 51 28 2 Accensa enim pyra, reficiebant nos omnes propter imbrem, qui imminebat, et frigus. indem sie nämlich ein Feuer anzündeten, und erquickten uns alle wegen des eintretenden Regens und der Kälte.² @@ -62376,1218 +62431,1218 @@ Apostelgeschichte Apg 51 28 29 Et cum hæc dixisset, exierunt ab eo Judæi, mult Apostelgeschichte Apg 51 28 30 Mansit autem biennio toto in suo conducto: et suscipiebat omnes, qui ingrediebantur ad eum, Er blieb aber zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung, und nahm alle auf, die zu ihm kamen, Apostelgeschichte Apg 51 28 31 Prædicans regnum Dei, et docens quæ sunt de Domino Jesu Christo cum omni fiducia, sine prohibitione. indem er das Reich Gottes predigte, und von dem Herrn Jesus Christus mit aller Zuversicht, ungehindert lehrte.²⁹ Apostelgeschichte Apg 51 28 31 29 In seiner Mietwohnung predigte Paulus ungehindert. Diese Art der Wirksamkeit hatte das Gute, dass sie keine öffentliche Feindschaft hervorrief. Da es ihm aber nicht an Gehilfen fehlte, muss die Christengemeinde sich sehr vermehrt haben. Dass der Prozess sich hinzog, lag wohl besonders daran, dass nur geschriebene Anklagen vorlagen und die Ankläger nicht persönlich gegen Paulus auftraten. Ohne allen Zweifel ist der Apostel in Rom freigesprochen worden, wie schon das Urteil des Agrippa [Apg 26,32] andeutet. Auf diese Befreiung weist der Schluss der Apostelgeschichte auch selbst hin. Wie der Anfang der Apostelgeschichte dem beginne des Lukasevangeliums entspricht und dessen Fortsetzung bildet, so entspricht auch der Schluss der Apostelgeschichte, welcher bis zum Weggang des heil. Paulus von Rom führt, dem Schlusse des Evangeliums, welches über den Weggang Christi von seinen Jüngern berichtet. Die Geschichte der Kirche, welche von Jerusalem ausgegangen ist, ist hiermit abgeschlossen, denn der Untergang jener Stadt naht. Die neue Entwicklung der Kirche von Rom aus ist für den heiligen Verfasser der Apostelgeschichte noch Zukunft, eine Zukunft, deren unermessliche Größe durch alle Zeiten und Räume erst die späteren Geschlechter in den Taten, Kämpfen und Siegen der römisch-katholischen Kirche geschaut haben. Da nun die Apostelgeschichte ausdrücklich sagt, dass Paulus zwei volle Jahre in der Mietwohnung predigte, deutet sie Veränderung in der Lage des Apostels nach dieser Zeit an. Diese Veränderung fällt in den Anfang des Jahres 64. -1 Korinther 1Kor 53 1 0 I. Eingang des Briefes (1, V. 1 9): Überschrift. (V. 3) Danksagung (V. 9) II. Mahnungen des Apostels wegen einiger in Korinth herrschenden Umstände. (1,10 6,20) 1. Spaltungen sind zu meiden (1,10 4,21) A. Die in der christlichen Gemeinde zu Korinth herrschenden Verhältnisse. (V. 12) B. Verwerflichkeit der Parteizerrissenheit (1,13 3,17): 1) Die Zerreißung in Parteien ist der Beziehung der Christen zu Christus zuwider. (V. 16) 2) Die demutsvolle Predigt des heil. Paulus war kein genügender Anlass, Parteien zu bilden (1,17 3,3): a. Gründe, warum der Apostel eine einfache Predigtweise befolgt. (Kap. 2 V. 5) -1 Korinther 1Kor 53 1 1 PAULUS vocatus Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, et Sosthenes frater, Paulus, berufener Apostel Jesu Christi¹ durch den Willen Gottes,² und Sosthenes, der Bruder,³ -1 Korinther 1Kor 53 1 1 1 Der heil. Paulus betont, dass er nicht weniger unmittelbar als die anderen Apostel von Christus berufen ist. -1 Korinther 1Kor 53 1 1 2 Daher liegt ihm die Pflicht ob, das Evangelium zu verkünden. [1Kor 9,16] -1 Korinther 1Kor 53 1 1 3 Sosthenes war kein Apostel, aber ein Mitarbeiter des heil. Paulus, der jedenfalls bei den Korinthern hohes Ansehen genoss. Ob er der [Apg 18,17] Genannte (und etwa Bekehrte) ist, steht nicht fest. -1 Korinther 1Kor 53 1 2 Ecclesiæ Dei, quæ est Corinthi, sanctificatis in Christo Jesu, vocatis sanctis, cum omnibus, qui invocant nomen Domini nostri Jesu Christi, in omni loco ipsorum, et nostro. an die Gemeinde Gottes⁴ zu Korinth, die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, welche den Namen unsers Herrn Jesus Christus anrufen an jeglichem Orte,⁵ dem ihrigen wie dem unseren.⁶ -1 Korinther 1Kor 53 1 2 4 Kirche des Herrn heißt in der Septuag das auserwählte Volk. Die Schriftsteller des N. T. gebrauchen die gleiche Bezeichnung für die gesamte Christenheit oder für einzelne Gemeinden oder selbst für einen bestimmten Teil einer Gemeinde. [Röm 16,4] Auch auf den Versammlungsort wurde später dieser Name übertragen. Die Christen sind die Kirche Christi, weil Christus ihr Stifter ist, mit dem sie wie die Glieder mit dem Haupte vereint sind, und Kirche Gottes, weil sie mit dem Blute des Sohnes Gottes erworben [Apg 20,28] und zu Gott geführt werden. Endlich heißt die Kirche auch die Kirche der Heiligen, weil alle ihre Glieder durch die Taufe in Christus geheiligt, von der Welt abgesondert und Gott geweiht sind. -1 Korinther 1Kor 53 1 2 5 Achaja. Vergl. [2Kor 1,1]. -1 Korinther 1Kor 53 1 2 6 Vielleicht Korinth: deshalb der unsere, weil die dortige Gemeinde von uns gestiftet ist. -1 Korinther 1Kor 53 1 3 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade⁷ sei euch und Friede von Gott,⁸ unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!⁹ [Röm 1,7] -1 Korinther 1Kor 53 1 3 7 Eine freiwillige Gabe Gottes, die zum Heile dient. -1 Korinther 1Kor 53 1 3 8 Die Frucht der Gnade. -1 Korinther 1Kor 53 1 3 9 Christus ist einer göttlichen Natur nach zugleich mit dem Vater und dem heil. Geiste der Spender der Gnade und des Friedens, die er durch seine menschliche Natur verdient hat. -1 Korinther 1Kor 53 1 4 Gratias ago Deo meo semper pro vobis in gratia Dei, quæ data est vobis in Christo Jesu: Ich sage meinem Gott allezeit Dank um euretwillen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt ist;¹⁰ -1 Korinther 1Kor 53 1 4 10 In allen Briefen, außer demjenigen an die Galater, fügt der Apostel der Adresse eine Danksagung an. -1 Korinther 1Kor 53 1 5 Quod in omnibus divites facti estis in illo, in omni verbo, et in omni scientia: dass ihr in allem durch ihn reich geworden seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 1 5 11 In aller Erkenntnis dessen, was zum Heile dient. -1 Korinther 1Kor 53 1 6 Sicut testimonium Christi confirmatum est in vobis: Wie denn das Zeugnis von Christus unter euch befestigt worden ist;¹² -1 Korinther 1Kor 53 1 6 12 Die Korinther hatten die Predigt der Apostel durch Wunder und innere Gnaden bestätigt gesehen. -1 Korinther 1Kor 53 1 7 Ita ut nihil vobis desit in ulla gratia, exspectantibus revelationem Domini nostri Jesu Christi, so dass es euch an keiner Gnade mangelt,¹³ die ihr die Offenbarung unsers Herrn Jesus Christus erwartet,¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 1 7 13 Griech.: so dass ihr keiner anderen Kirche in einer Gnade nachsteht. -1 Korinther 1Kor 53 1 7 14 Die Wiederkunft des Herrn. Wie kann aber der Apostel gerade die, die er hier so lobt, nachher [1Kor 3,1] fleischlich nennen? Weil die heil. Schrift von dem Ganzen so zu reden pflegt, wie es einem Teile zukommt (Aug.). -1 Korinther 1Kor 53 1 8 Qui et confirmabit vos usque in finem sine crimine, in die adventus Domini nostri Jesu Christi. welcher¹⁵ euch auch bis an's Ende festigen wird, so dass ihr am Tage der Ankunft unsers Herrn Jesus Christus unsträflich sein werdet. -1 Korinther 1Kor 53 1 8 15 Gott, der getreu ist (V. 9): Ich sage meinem Gott Dank, der euch an allen Gaben reich gemacht hat und euch alle stärken wird, euch Hilfe gewährend. -1 Korinther 1Kor 53 1 9 Fidelis Deus: per quem vocati estis in societatem filii ejus Jesu Christi Domini nostri. Getreu ist Gott, durch welchen ihr zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn, berufen seid.¹⁶ [1Thess 5,24] -1 Korinther 1Kor 53 1 9 16 Da Gott getreu ist, gewährt er allen, die er beruft, alle für die Berufung erforderliche Hilfe, damit sie ohne Sünde dem Tage des Gerichtes entgegenharren. Dies gilt umso mehr, da die Berufung die Gemeinschaft mit dem Sohne Gottes zum Ziele hat. -1 Korinther 1Kor 53 1 10 Obsecro autem vos fratres per nomen Domini nostri Jesu Christi: ut idipsum dicatis omnes, et non sint in vobis schismata: sitis autem perfecti in eodem sensu, et in eadem sententia. Ich bitte aber euch,¹⁷ Brüder! bei dem Namen unsers Herrn Jesus Christus,¹⁸ dass ihr alle die nämliche Sprache führet, und keine Spaltungen unter euch seien; dass ihr vielmehr vollkommen seiet in demselben Sinne und in derselben Meinung. -1 Korinther 1Kor 53 1 10 17 Die Vereinigung mit Christus ist nur möglich, wenn die Korinther auch untereinander einig sind. Daher der Gegensatz zum Vorhergehenden: Aber. -1 Korinther 1Kor 53 1 10 18 Durch diesen Zusatz will der Apostel seiner Mahnung einen größeren Nachdruck verschaffen. -1 Korinther 1Kor 53 1 11 Significatum est enim mihi de vobis fratres mei ab iis, qui sunt Chloes, quia contentiones sunt inter vos. Es ist mir nämlich über euch, meine Brüder!¹⁹ von den Angehörigen der Chloe²⁰ bedeutet worden, dass Streitigkeiten unter euch sind. -1 Korinther 1Kor 53 1 11 19 Wie zart und schonend weiß der Apostel den Tadel vorzubringen. Vorher bereits hat er die Korinther Brüder genannt; auch hier wiederholt er diese Anrede und zeigt, dass er nicht leichthin irgendwelcher Anklage Glauben geschenkt hat. -1 Korinther 1Kor 53 1 11 20 Es ist dies eine christliche Familie in Korinth. -1 Korinther 1Kor 53 1 12 Hoc autem dico, quod unusquisque vestrum dicit: Ego quidem sum Pauli: ego autem Apollo: ego vero Cephæ: ego autem Christi. Ich meine aber dies, dass ein jeder von euch²¹ sagt: Ich bin des Paulus; ich aber des Apollo; ich hinwieder des Kephas; ich aber bin Christi.²² [Apg 18,24] -1 Korinther 1Kor 53 1 12 21 Nicht gerade allen ohne Ausnahme. Der heil. Paulus redet die ganze Gemeinde an, in welcher sicher viele waren, welche den rechten Wahlspruch hochhielten: Ich bin Christi. Indes auch diese verteidigten denselben wohl mit allzu großem Eifer, so dass sie die Würde der Diener des Herrn herabsetzten. Immerhin bleiben so nur drei Parteien übrig (Klem. Rom.), weshalb der Apostel auch nur drei ausdrücklich verwirft. Apollo hatte vielleicht einige schwierigere Punkte der christlichen Lehre berührt, welche der heil. Paulus absichtlich übergangen, und so schätzten wohl einige Vornehmere die Lehrweise des Apostels gering. Judaisierende Christen suchten zwischen dem heil. Petrus und dem heil. Paulus einen Unterschied zu finden. -1 Korinther 1Kor 53 1 12 22 Den falschen Wahlsprüchen stellt Paulus nach der Meinung einiger Erklärer den richtigen entgegen: ich bin Christi. Andere sind der Meinung, dass es sich um eine Partei handelte, welche jede apostolische Autorität verwerfend sich unmittelbar auf Christus berief. -1 Korinther 1Kor 53 1 13 Divisus est Christus? Numquid Paulus crucifixus est pro vobis? aut in nomine Pauli baptizati estis? Ist Christus geteilt?²³ Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt worden? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?²⁴ -1 Korinther 1Kor 53 1 13 23 Der heil. Apostel führt insbesondere drei Gründe für Widerlegung an: die Einheit der Kirche (V. 13 17), die gänzlich ungerechtfertigte Ursache zur Spaltung: seine einfache Lehrweise (1,18 3,4), die Einheit des Fundamentes für alle Lehrer. (3,5 17) -1 Korinther 1Kor 53 1 13 24 Zwei Gnaden sind es, welche die Zugehörigkeit zu Christus begründen, keine davon kommt Paulus zu. Das griech.: auf den Namen wird in der Vulgata mit einer scheinbaren Veränderung gegeben. Indes wird in dem nicht klassischen Latein oft in mit dem Ablat. statt des Accus. gesetzt. Im Übrigen wurde die von Christus vorgeschriebene Form angewendet. Auf den Namen Christi getauft werden bedeutet; durch die Taufe Christus geweiht und seinem geistigen Leibe eingegliedert werden. Vergl. die Apostellehre. -1 Korinther 1Kor 53 1 14 Gratias ago Deo, quod neminem vestrum baptizavi, nisi Crispum, et Cajum: Ich sage Gott Dank, dass ich niemanden von euch getauft habe, als den Krispus und Kajus; [Apg 18,8] -1 Korinther 1Kor 53 1 15 Ne quis dicat quod in nomine meo baptizati estis. damit nicht jemand sagen könne, ihr seiet auf meinen Namen getauft. -1 Korinther 1Kor 53 1 16 Baptizavi autem et Stephanæ domum: ceterum nescio si quem alium baptizaverim. Doch habe ich auch des Stephanas Haus getauft; außerdem bin ich mir nicht bewusst, einen andern getauft zu haben. -1 Korinther 1Kor 53 1 17 Non enim misit me Christus baptizare, sed evangelizare: non in sapientia verbi, ut non evacuetur crux Christi. Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden;²⁵ doch nicht mit Wortweisheit, damit das Kreuz Christi nicht seiner Kraft beraubt werde.²⁶ [2Petr 1,16, 1Kor 2,1.4] -1 Korinther 1Kor 53 1 17 25 Wenngleich Christus [Mt 28,19] den Aposteln Lehre und Taufe aufgetragen hat, bleibt die erstere doch stets ihr hauptsächliches Amt. Vergl. auch [Apg 10,48]. -1 Korinther 1Kor 53 1 17 26 Damit die göttliche Macht, welche durch die Verdienste des Gekreuzigten sich wirksam erweist, nicht etwa ihrer Kraft beraubt scheine, wenn menschliche Beredsamkeit die Bekehrung herbeigeführt zu haben scheint. -1 Korinther 1Kor 53 1 18 Verbum enim crucis pereuntibus quidem stultitia est: iis autem, qui salvi fiunt, id est nobis, Dei virtus est. Denn das Wort²⁷ vom Kreuze ist zwar denen, die verloren gehen, Torheit; denen aber, die selig werden, das ist uns, ist es Gottes Kraft.²⁸ -1 Korinther 1Kor 53 1 18 27 Die Predigt. Der heil. Paulus unterscheidet bisweilen (z. B. [2Kor 2,15]) zwei Klassen von Menschen: diejenigen, welche auf dem Wege zum Untergange sind, die Ungläubigen, und die, welche auf dem Wege zur Seligkeit sind, die Gläubigen. -1 Korinther 1Kor 53 1 18 28 Das Evangelium ist kein philosophisches Lehrgebäude, sondern erweist seine innere Kraft an den Gläubigen. -1 Korinther 1Kor 53 1 19 Scriptum est enim: Perdam sapientiam sapientium, et prudentiam prudentium reprobabo. Denn es steht geschrieben: Zu Grunde richten werde ich die Weisheit der Weisen, und die Klugheit der Klugen werde ich verwerfen.²⁹ [Jes 29,14] -1 Korinther 1Kor 53 1 19 29 Was der Prophet von seinen Zeitgenossen gesagt, ist, wie der heil. Paulus sagt, ein Vorbild auf die Zeit des Messias. Ähnlich hat der Heiland [Mt 15,7.8] die bei dem Propheten unmittelbar vorhergehenden Worte (29,13) auf die Juden seiner Zeit angewendet. Ein größeres Wunder, als jenes war, hat Gott jetzt getan und von einer größeren Gefahr befreit, indem er die Gläubigen durch den Tod seines Sohnes der ewigen Verdammnis entriss; und wie er einst die Weisheit der Ratgeber des Ezechias zu Schanden gemacht, so jetzt alle Weisheit der Menschen. -1 Korinther 1Kor 53 1 20 Ubi sapiens? ubi scriba? ubi conquisitor hujus sæculi? Nonne stultam fecit Deus sapientiam hujus mundi? Wo ist ein Weiser?³⁰ Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Forscher dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit dieser Welt³¹ zur Torheit gemacht?³² [Jes 33,18] -1 Korinther 1Kor 53 1 20 30 Wo ist ein Weiser im Apostelkolleg? Der Apostel nennt besonders zwei Klassen von Weisen: die jüdischen Schriftgelehrten und die griechischen Philosophen (Chrys., Theod., Ök., Theoph.) -1 Korinther 1Kor 53 1 20 31 Diese Welt ist im N. T. entweder die Welt bis zur Ankunft Christi [Mt 12,32, Mk 10,30, Tit 2,13] oder die Zeit des Unglaubens überhaupt, welche für viele noch andauert. [Röm 13,2, 1Kor 1,20, 1Kor 2,6.8] -1 Korinther 1Kor 53 1 20 32 Es gibt keine Torheit, welche nicht schon von irgend einem Philosophen behauptet worden wäre. -1 Korinther 1Kor 53 1 21 Nam quia in Dei sapientia non cognovit mundus per sapientiam Deum: placuit Deo per stultitiam prædicationis salvos facere credentes. Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht in seiner Weisheit erkannt, so hat es Gott gefallen, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen selig zu machen, welche glauben.³³ -1 Korinther 1Kor 53 1 21 33 Weil die Menschen dieser Welt, Griechen und Juden, durch ihre Weisheit nicht die gebührende Kenntnis Gottes erlangt haben, nach der sie ihr Leben einrichten und ihr Heil wirken sollten, vergl. [Röm 1,21], so gefiel es Gott, durch die Torheit, welche die Zusammenfassung der Predigt des Evangeliums ist, d. i. durch die Predigt vom Kreuze, nicht alle zwar, aber die selig zu machen, welche die von Gott geforderte Vorbedingung besitzen, den Glauben. -1 Korinther 1Kor 53 1 22 Quoniam et Judæi signa petunt, et Græci sapientiam quærunt: Denn die Juden fordern Wunderzeichen, und die Griechen suchen Weisheit;³⁴ -1 Korinther 1Kor 53 1 22 34 Die einen finden in der Predigt nicht das, was sie suchen, die anderen (V. 24) erkennen in ihr das an, was in derselben enthalten ist, und werden so selig. -1 Korinther 1Kor 53 1 23 Nos autem prædicamus Christum crucifixum: Judæis quidem scandalum, gentibus autem stultitiam, wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Anstoß,³⁵ den Heiden aber eine Torheit,³⁶ -1 Korinther 1Kor 53 1 23 35 Die Juden fordern, wie einst dem Herrn gegenüber [Joh 6,30], eine Reihe von Offenbarungen der göttlichen Allmacht, wie einst die Übergabe des Gesetzes von zahlreichen Wundern begleitet war. -1 Korinther 1Kor 53 1 23 36 Beide suchen, auf eigene Kraft vertrauend, eine Lehre, die ihren Wünschen entspricht. Doch statt der Wunder wird den Juden ein am Kreuze leidender Erlöser dargeboten, statt menschlicher Weisheit den Heiden ein Retter, der am Kreuze stirbt, ein Gerechter, der sich freiwillig dem schimpflichen Tode preisgibt (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 1 24 Ipsis autem vocatis Judæis, atque Græcis Christum Dei virtutem, et Dei sapientiam: den Berufenen³⁷ dagegen, Juden sowohl als Griechen, Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit;³⁸ -1 Korinther 1Kor 53 1 24 37 Die Berufenen sind dieselben, welche V. 21 die Glaubenden, V. 18 diejenigen heißen, welche selig werden. -1 Korinther 1Kor 53 1 24 38 Gottes Kraft gibt sich in den Wundern und Taten des Herrn und der alles neu gestaltenden Predigt der Apostel kund. -1 Korinther 1Kor 53 1 25 Quia quod stultum est Dei, sapientius est hominibus: et quod infirmum est Dei, fortius est hominibus. weil das Törichte, das von Gott kommt, die Weisheit der Menschen übertrifft; und das Schwache, das von Gott kommt, mehr vermag, als die Menschen. -1 Korinther 1Kor 53 1 26 Videte enim vocationem vestram fratres, quia non multi sapientes secundum carnem, non multi potentes, non multi nobiles: Denn sehet eure Berufung an, Brüder!³⁹ es sind nicht viele Weise nach dem Fleische, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, -1 Korinther 1Kor 53 1 26 39 Der Apostel wendet sich an die Gläubigen. In drei kurzen Sätzen nimmt er alles aus, was die Menschen hochzuschätzen pflegen. Diese Güter helfen dem Menschen nicht zur Erreichung seines Zieles. -1 Korinther 1Kor 53 1 27 Sed quæ stulta sunt mundi elegit Deus, ut confundat sapientes: et infirma mundi elegit Deus, ut confundat fortia: sondern was⁴⁰ vor der Welt töricht ist, hat Gott auserwählt, um die Weisen zu beschämen; und das vor der Welt Schwache hat Gott auserwählt, um das Starke zu Schanden zu machen; -1 Korinther 1Kor 53 1 27 40 Das Neutrum steht für die ganze Klasse von Personen, ohne Rücksicht auf die einzelnen Glieder. Die Törichten sind hier die Ungebildeten, diejenigen, welche kein Ansehen haben. -1 Korinther 1Kor 53 1 28 Et ignobilia mundi, et contemptibilia elegit Deus, et ea, quæ non sunt, ut ea quæ sunt destrueret: und das vor der Welt Unangesehene, und das Verachtete, und das, was nichts ist, hat Gott auserwählt, um das, was etwas ist, zunichte zu machen, -1 Korinther 1Kor 53 1 29 Ut non glorietur omnis caro in conspectu ejus. damit kein Mensch sich vor ihm rühme.⁴¹ -1 Korinther 1Kor 53 1 29 41 Das letzte Ziel Gottes ist, dass alle erkennen, dass das Heil nicht natürlichen Gaben zu verdanken ist. -1 Korinther 1Kor 53 1 30 Ex ipso autem vos estis in Christo Jesu, qui factus est nobis sapientia a Deo, et justitia, et sanctificatio, et redemptio: Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, welcher uns zur Weisheit von Gott geworden ist, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung,⁴² [Jer 23,5] -1 Korinther 1Kor 53 1 30 42 Christus wurde von Gott bestimmt, unser göttlicher Lehrer, Rechtfertiger [Röm 3,24.25], Heiligmacher und Erlöser von allem Übel zu werden. -1 Korinther 1Kor 53 1 31 Ut quemadmodum scriptum est: Qui gloriatur, in Domino glorietur. damit, wie geschrieben steht, wer sich rühmt, sich im Herrn rühme.⁴³ [2Kor 10,17] -1 Korinther 1Kor 53 1 31 43 Diese Worte finden sich zwar nicht genau so in der heil. Schrift, sind aber eine Folgerung aus [Jer 9,23.24]. Der Mensch kann sich einzig rühmen, dass er Gott, der seine Barmherzigkeit und Gerechtigkeit offenbart, erkennt. Eine solche Erkenntnis aber verleiht nicht die Natur, sondern Gott selbst. -1 Korinther 1Kor 53 2 0 Der Apostel hat mit Recht eine demutsvolle Predigtweise gewählt. (V. 5) b. Warum hat der heil. Paulus nicht höhere Lehren gewählt? (2,6 3,3) Wenngleich im Evangelium hohe Geheimnisse enthalten sind (V. 12), sind diese doch nur den Vollkommenen zu verkünden. -1 Korinther 1Kor 53 2 1 Et ego, cum venissem ad vos, fratres, veni non in sublimitate sermonis, aut sapientiæ, annuntians vobis testimonium Christi. Auch ich, als ich zu euch kam, Brüder! trat nicht in erhabener Rede oder Weisheit auf,¹ euch das Zeugnis von Christus verkündend; -1 Korinther 1Kor 53 2 1 1 So forderte dies mein Amt. -1 Korinther 1Kor 53 2 2 Non enim judicavi me scire aliquid inter vos, nisi Jesum Christum, et hunc crucifixum. denn ich nahm mir vor, nichts unter euch zu wissen, als Jesus Christus, und diesen als Gekreuzigten. [1Kor 1,17] -1 Korinther 1Kor 53 2 3 Et ego in infirmitate, et timore, et tremore multo fui apud vos: Und ich war in Schwachheit und Furchtsamkeit und vielem Zagen bei euch,² -1 Korinther 1Kor 53 2 3 2 Über die damalige Stimmung des heil. Paulus siehe [Apg 18,9]. Die Ursache derselben war vielleicht der geringe Erfolg seiner Mühen. [Apg 17,33] Über die Schwachheit siehe [2Kor 10,10, 2Kor 11,6, 2Kor 12,10]. Furcht und Zittern entsprangen den Verfolgungen (Chrys., Theodos.). Die Wiederholung der Worte: zu euch, unter euch zeigt, dass der Apostel in Korinth, das auf Reichtum und Weisheit stolz war, durch besondere Fügung der göttlichen Vorsehung zeigte, dass das Evangelium nicht menschlicher Mittel zu seiner Ausbreitung bedarf. -1 Korinther 1Kor 53 2 4 Et sermo meus, et prædicatio mea non in persuasibilibus humanæ sapientiæ verbis, sed in ostensione spiritus, et virtutis: und meine Rede³ und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung von Geist und Kraft;⁴ -1 Korinther 1Kor 53 2 4 3 Meine Privatgespräche (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 2 4 4 Der Heil. Geist erleuchtete den heil. Paulus und stimmte die Herzen seiner Zuhörer günstig. -1 Korinther 1Kor 53 2 5 Ut fides vestra non sit in sapientia hominum, sed in virtute Dei. damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit,⁵ sondern auf Gottes Kraft beruhe. -1 Korinther 1Kor 53 2 5 5 Menschenweisheit kann irren und täuschen, nicht so Gottes Gnade, die aus seiner Kraft entspringt. -1 Korinther 1Kor 53 2 6 Sapientiam autem loquimur inter perfectos: sapientiam vero non hujus sæculi, neque principum hujus sæculi, qui destruuntur: Freilich reden wir Weisheit unter den Vollkommenen;⁶ nicht jedoch Weisheit dieser Welt,⁷ noch der Fürsten dieser Welt,⁸ welche abgetan werden, -1 Korinther 1Kor 53 2 6 6 Die Korinther schätzten den heil. Paulus wohl gering, weil er weder eine so kunstvolle Form der Predigt anwendete, wie Apollo, noch so erhabene Wahrheiten vortrug, wie dieser. Paulus unterscheidet zwei Klassen von Gläubigen: die Anfänger, welche noch fleischlich sind [1Kor 2,14, 1Kor 3,1] und der Milch bedürfen [1Kor 3,2], und die Vollkommenen, welche bereits im Stande sind, feste Speise zu genießen. [1Kor 2,13, 1Kor 3,2] So gibt es auch eine doppelte christliche Weisheit: jene, welche der heil. Paulus oben Torheit genannt und der menschlichen Weisheit entgegengestellt hat, und eine andere, welche nur den in Geist und Willen Fortgeschrittenen zukommt, die Lehren, welche sich bis auf die verborgenen Geheimnisse der Gottheit erstrecken (Thom.). Welche Lehren der ersten Klasse von Gläubigen zugehören, siehe [Hebr 5,116,3]. Die Klasse der Vollkommenen wird in die Kenntnis der Vorbilder eingeführt. Vergl. [1Kor 14,20]. -1 Korinther 1Kor 53 2 6 7 Weisheit, welche von dieser Welt ausgeht, diese Welt betrifft, aus ihr ihre Beweise hernimmt. -1 Korinther 1Kor 53 2 6 8 Seien es heidnische Philosophen oder jüdische Schriftgelehrte, heidnische Könige oder jüdische Priester (Chrys.), oder vor allem böse Geister; was von vergänglichen Wesen ausgeht und abhängt, muss auch selbst einst ein Ende nehmen. -1 Korinther 1Kor 53 2 7 Sed loquimur Dei sapientiam in mysterio, quæ abscondita est, quam prædestinavit Deus ante sæcula in gloriam nostram, sondern wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis,⁹ die verborgen ist, welche Gott vor Beginn der Welt zu unserer Herrlichkeit bestimmt hat,¹⁰ -1 Korinther 1Kor 53 2 7 9 Etwas, was nicht durch natürliche Kraft erlangt werden kann, sondern nur durch göttliche Offenbarung erschlossen wird. -1 Korinther 1Kor 53 2 7 10 Ein Geheimnis, das zu aller Zeit verborgen bliebe, wenn Gott es nicht offenbaren und damit den Gläubigen zur ewigen Herrlichkeit verhelfen würde. -1 Korinther 1Kor 53 2 8 Quam nemo principum hujus sæculi cognovit: si enim cognovissent, numquam Dominum gloriæ crucifixissent. die keiner von den Fürsten dieser Welt erkannt hat; denn hätten sie diese erkannt, nie würden sie den Herrn der Herrlichkeit gekreuziget haben.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 2 8 11 Ihre Unkenntnis war indes schuldvoll. [Apg 3,17] -1 Korinther 1Kor 53 2 9 Sed sicut scriptum est: Quod oculus non vidit, nec auris audivit, nec in cor hominis ascendit, quæ præparavit Deus iis, qui diligunt illum: Sondern wie geschrieben steht:¹² Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben;¹³ -1 Korinther 1Kor 53 2 9 12 [Jes 64,4] mit einer kleinen Änderung. -1 Korinther 1Kor 53 2 9 13 Die Güter der Ewigkeit, welche hier mit Glaube und Liebe grundgelegt werden. -1 Korinther 1Kor 53 2 10 Nobis autem revelavit Deus per Spiritum suum: Spiritus enim omnia scrutatur, etiam profunda Dei. uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist;¹⁴ denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen der Gottheit.¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 2 10 14 Den Beweis gibt der Apostel in den folgenden Versen: der Geist Gottes besitzt alle Weisheit. (V. 10, 11) Dieser Geist ist den Aposteln verliehen, damit sie die göttlichen Gaben erkennen (V. 12) also. -1 Korinther 1Kor 53 2 10 15 Nicht wie einer, der Unbekanntes sucht, sondern wie einer, der nichts übrig lässt, was ihm verborgen bliebe (Aug.). Vergl. [Röm 8,27]. Aus diesem Verse wird auch die Gottheit des Heil. Geistes erwiesen. Es wird ihm als einer vom Vater unterschiedenen Person göttliche Weisheit zugeschrieben, und zwar so, dass er die Tiefen der Gottheit aus sich erkennt. -1 Korinther 1Kor 53 2 11 Quis enim hominum scit quæ sunt hominis, nisi spiritus hominis, qui in ipso est? ita et quæ Dei sunt, nemo cognovit, nisi Spiritus Dei. Denn welcher Mensch weiß, was des Menschen ist, als der Geist des Menschen, der in ihm selbst ist? So erkennt auch das, was Gottes ist, niemand, als der Geist Gottes.¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 2 11 16 Wie der menschliche Geist, mit dem Menschen seinem Wesen nach vereint, allein das, was im Menschen vorgeht, erkennt, so durchdringt der Heil. Geist, mit Vater und Sohn wesensgleich, die Tiefen der Gottheit. Hiermit wird eine gleiche Kenntnis den anderen beiden göttlichen Personen nicht abgesprochen, sonst wären Stellen wie [Mt 11,27, Lk 10,22] gleichfalls ausschließend aufzufassen. Im Gegenteile hat der Apostel bereits V. 10 gesagt, dass der Vater die Weisheit durch den Geist offenbart, sie also besitzt. -1 Korinther 1Kor 53 2 12 Nos autem non spiritum hujus mundi accepimus, sed Spiritum, qui ex Deo est, ut sciamus quæ a Deo donata sunt nobis: Wir¹⁷ aber haben nicht den Geist dieser Welt¹⁸ empfangen, sondern den Geist, welcher aus Gott ist,¹⁹ damit wir wissen, was uns von Gott verliehen worden ist.²⁰ -1 Korinther 1Kor 53 2 12 17 Die Apostel. -1 Korinther 1Kor 53 2 12 18 Den Geist des Bösen. -1 Korinther 1Kor 53 2 12 19 Der vom Vater und Sohn ausgeht und mit ihnen Gott ist. -1 Korinther 1Kor 53 2 12 20 Die Dinge, von denen V. 9 handelt. -1 Korinther 1Kor 53 2 13 Quæ et loquimur non in doctis humanæ sapientiæ verbis, sed in doctrina Spiritus, spiritualibus spiritualia comparantes. Und dieses²¹ reden wir auch, nicht in erlernten Worten menschlicher Weisheit, sondern wie der Geist lehrt, indem wir Geistiges durch Geistiges erläutern.²² -1 Korinther 1Kor 53 2 13 21 Die Geheimnisse des Heiles. -1 Korinther 1Kor 53 2 13 22 Die vom Heil. Geist überlieferten Lehren legen wir in Worten und mit Gründen dar, welche derselbe Heil. Geist eingibt. -1 Korinther 1Kor 53 2 14 Animalis autem homo non percipit ea, quæ sunt Spiritus Dei: stultitia enim est illi, et non potest intelligere: quia spiritualiter examinatur. Der sinnliche Mensch aber nimmt das nicht auf, was des Geistes Gottes ist;²³ denn ihm ist es Torheit, und er vermag es nicht zu verstehen, weil es geistig beurteilt werden muss.²⁴ -1 Korinther 1Kor 53 2 14 23 Der sinnliche Mensch hält die Offenbarung Gottes an die Apostel für töricht und weist sie ohne Prüfung zurück, weil er dieselbe nicht versteht. So wenig die Sinne geistige Dinge, so wenig vermag der Geist göttliche Dinge aus eigener Kraft voll und ganz zu erfassen. -1 Korinther 1Kor 53 2 14 24 Geistige Dinge und Dinge niedriger Ordnung. -1 Korinther 1Kor 53 2 15 Spiritualis autem judicat omnia: et ipse a nemine judicatur. Der Geistige aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemanden²⁵ beurteilt. -1 Korinther 1Kor 53 2 15 25 Von niemanden, der nicht geistig ist, also nur von geistigen Menschen. -1 Korinther 1Kor 53 2 16 Quis enim cognovit sensum Domini, qui instruat eum? Nos autem sensum Christi habemus. Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn unterweise?²⁶ Wir aber haben den Sinn Christi. [Jes 40,13, Weish 9,13, Röm 11,34] -1 Korinther 1Kor 53 2 16 26 Die Worte sind aus [Jes 40,13, Jes 5,54] nach der Septuag, mit Weglassung einiger Mittelglieder, genommen. Des Herrn Sinn ist die Weisheit Gottes. Kann niemand den Sinn Gottes sehen, so kann er denselben noch viel weniger belehren und zurechtweisen. Nun aber haben wir Geistige den Sinn der Weisheit Christi (Gottes), also können die Geistigen von niemanden, der nicht geistig ist, beurteilt werden. -1 Korinther 1Kor 53 3 0 Den Korinthern als fleischlichen Menschen konnten jene höheren Geheimnisse des Evangeliums nicht verkündet werden. (V. 3) c. Die Parteizerrissenheit der Korinther ist unverständig. (V. 17) C. Praktische Folgerungen aus der vorgetragenen Lehre (3,18 4,13): a. die Gläubigen sollen sich hüten, einen Lehrer am anderen vorzuziehen. -1 Korinther 1Kor 53 3 1 Et ego, fratres, non potui vobis loqui quasi spiritualibus, sed quasi carnalibus. Tamquam parvulis in Christo, Auch ich,¹ Brüder! konnte nicht zu euch reden als zu Geistigen, sondern als zu Fleischlichen. Als Unmündigen in Christus² -1 Korinther 1Kor 53 3 1 1 Als Geistiger. -1 Korinther 1Kor 53 3 1 2 Diese Worte gehören nach dem griechischen Texte zu dem Vorhergehenden. -1 Korinther 1Kor 53 3 2 Lac vobis potum dedi, non escam: nondum enim poteratis: sed nec nunc quidem potestis: adhuc enim carnales estis. gab ich euch Milch zu trinken, nicht feste Speise,³ denn noch waret ihr nicht stark genug; ja, auch jetzt seid ihr es noch nicht, denn noch seid ihr fleischlich. -1 Korinther 1Kor 53 3 2 3 Sind auch andere Speisen als Milch an sich besser, würden dieselben doch schaden. -1 Korinther 1Kor 53 3 3 Cum enim sit inter vos zelus, et contentio: nonne carnales estis, et secundum hominem ambulatis? Denn da unter euch Eifersucht herrscht und Streit,⁴ seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise?⁵ -1 Korinther 1Kor 53 3 3 4 Wenngleich getauft und Christi Glieder geworden, hatten die Korinther dennoch nicht alle verkehrten Gemütsneigungen abgelegt, sondern es war etwas von dem Fleische, der Herrschaft des niederen Teiles, in ihnen zurückgeblieben. In diesen Worten liegt ein gewisser Tadel, doch ist derselbe nicht so scharf, wie der [Hebr 5,11] erteilte. Die korinthische Kirche war etwa 5 oder 6 Jahre, ehe dieser Brief geschrieben ward, gegründet, die Kirche der Hebräer bestand bereits seit mehr als 30 Jahren; die Hebräer waren vom Wege der Vollkommenheit abgewichen [Hebr 5,14], die Korinther hatten denselben noch nicht betreten. -1 Korinther 1Kor 53 3 3 5 Fleischlich. -1 Korinther 1Kor 53 3 4 Cum enim quis dicat: Ego quidem sum Pauli. Alius autem: Ego Apollo: nonne homines estis? Quid igitur est Apollo? quid vero Paulus? Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus; der andere aber: Ich des Apollo, seid ihr da nicht Menschen? Was ist denn Apollo? oder was Paulus? -1 Korinther 1Kor 53 3 5 Ministri ejus, cui credidistis, et unicuique sicut Dominus dedit. Diener dessen, an den ihr gläubig geworden seid, und jeglicher so, wie es der Herr ihm gegeben hat.⁶ -1 Korinther 1Kor 53 3 5 6 Sie sind nicht Herren des Glaubens, den sie predigen, euer Glaube beruht einzig auf dem Ansehen des Herrn, also sind sie ihrem Amte nach gleich. Hat also auch Paulus den Glauben verkündet, Apollo ihn gestärkt, so ist doch alle Würde und Wirksamkeit der Diener des Evangeliums von Gott. Nach dem Griech. noch kräftiger: ein jeder nach dem Maße, wie es ihm der Herr verliehen hat. -1 Korinther 1Kor 53 3 6 Ego plantavi, Apollo rigavit: sed Deus incrementum dedit. Ich habe gepflanzt, Apollo hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. -1 Korinther 1Kor 53 3 7 Itaque neque qui plantat est aliquid, neque qui rigat: sed, qui incrementum dat, Deus. Daher ist weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern der das Gedeihen gibt, Gott.⁷ -1 Korinther 1Kor 53 3 7 7 Die Christen sind gleichsam ein Feld, in welches Paulus den Samen des Glaubens gestreut hat. Apollo hatte die jungen Pflänzchen begossen. Vergl. [Apg 18,27]. Aber der, welcher sät, und der, welcher bewässert, schaffen nur die äußeren Bedingungen, damit die Pflanze wachse, geben ihr indes nicht die innere Lebenskraft; so können auch die Verkünder des Evangeliums nur eine äußere Bedingung erfüllen, den Glauben aber gibt Gott. Hieraus zieht der Apostel zwei Folgerungen: die eine über das Verhältnis der Verkünder des Evangeliums zu Gott (V. 7), die andere über das Verhältnis derselben zueinander (V. 8). -1 Korinther 1Kor 53 3 8 Qui autem plantat, et qui rigat, unum sunt. Unusquisque autem propriam mercedem accipiet secundum suum laborem. Der da pflanzt, und der begießt, sind eines;⁸ ein jeder aber wird seinen Lohn je nach seiner Arbeit⁹ empfangen.¹⁰ [Mt 20,4.8] -1 Korinther 1Kor 53 3 8 8 Eines im Amte. Sie sind Diener eines und desselben Gottes, also mögen ihre Dienstverrichtungen verschieden sein, ist es töricht, Spaltungen hervorzurufen. -1 Korinther 1Kor 53 3 8 9 Nicht nach seinem Amte. Das Amt gibt kein Recht auf Lohn, da der Erfolg nicht von den Arbeitern abhängt, das Maß des Lohnes ist die Arbeit. -1 Korinther 1Kor 53 3 8 10 Wenn die Arbeiter einen ihnen gebührenden Lohn empfangen, und zwar nach der Arbeit verschieden, so ist also die Arbeit die Ursache des Lohnes und verdienstvoll. -1 Korinther 1Kor 53 3 9 Dei enim sumus adjutores: Dei agricultura estis, Dei ædificatio estis. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter,¹¹ ihr seid Gottes Ackerfeld, seid Gottes¹² Bau. -1 Korinther 1Kor 53 3 9 11 Freie Arbeiter, die ein recht auf Lohn haben, anders als der unfreie Knecht. -1 Korinther 1Kor 53 3 9 12 Die dreifache Wiederholung des Wortes Gottes weist wieder auf das V. 8 bereits gesagte hin, dass eine Verschiedenheit der Diener nur von Gott selbst gesetzt ist. -1 Korinther 1Kor 53 3 10 Secundum gratiam Dei, quæ data est mihi, ut sapiens architectus fundamentum posui: alius autem superædificat. Unusquisque autem videat quomodo superædificet. Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich wie ein weiser Baumeister den Grund gelegt,¹³ ein anderer aber baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baue.¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 3 10 13 Außer Paulus, der den Grund gelegt, waren drei Klassen von Arbeitern tätig: die einen mit guten Steinen, so dass ihr Teil dem Feuer widersteht; die zweiten mit schlechtem Material, welches vom Feuer vernichtet wird, während die Arbeiter gestraft werden, aber nicht der Seligkeit verlustig gehen, da sie das Fundament nicht verletzt oder gearbeitet haben (V. 12 15); die letzten endlich bauen nicht sowohl als sie zerstören, weshalb sie schwere Strafen verdienen. (V. 16, 17) -1 Korinther 1Kor 53 3 10 14 Der ganze Bau hängt vom Fundamente ab. Wie, mit welchem Stoffe. -1 Korinther 1Kor 53 3 11 Fundamentum enim aliud nemo potest ponere præter id, quod positum est, quod est Christus Jesus. Denn einen andern Grund kann niemand legen, als den, welcher gelegt ist, welcher ist Christus Jesus.¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 3 11 15 Jesus Christus, von den Aposteln verkündet und von den Korinthern geglaubt, ist das Fundament, oder: die Lehre, dass Jesus, der Messias ist. -1 Korinther 1Kor 53 3 12 Si quis autem superædificat super fundamentum hoc aurum, argentum, lapides pretiosos, ligna, fnum, stipulam, Wenn aber jemand auf diesen Grund¹⁶ aufbaut Gold, Silber, Edelsteine, Holz,¹⁷ Heu, Stoppeln, -1 Korinther 1Kor 53 3 12 16 Wenn jemand auf das gleiche Fundament, aber seinen Teil, aufbaut. -1 Korinther 1Kor 53 3 12 17 Zwei Arten von Lehren werden geschildert: Holz usw., unnütze, wenn auch nicht falsche Lehren. Vielleicht die über das Vorrecht der Juden, durch welche die judaisierenden Lehrer sich den Weg zur Verkündigung von Irrtümern bereiteten. Vergl. [2Kor 11,21ff]. Es ist wohl die dritte der obengenannten Parteien gemeint, jene, welche sich auf den heil. Petrus berief. -1 Korinther 1Kor 53 3 13 Uniuscujusque opus manifestum erit: Dies enim Domini declarabit, quia in igne revelabitur: et uniuscujusque opus quale sit, ignis probabit. so wird eines jeden Werk offenbar werden; denn der Tag des Herrn¹⁸ wird es kundmachen, weil es im Feuer offenbar werden wird, und wie das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.¹⁹ -1 Korinther 1Kor 53 3 13 18 Der heil. Paulus spricht oft so von dem Tage des Gerichtes, als ob er und seine Zeitgenossen denselben noch erleben könnten. Es fehlte ihm die Offenbarung über den Zeitpunkt desselben. -1 Korinther 1Kor 53 3 13 19 Das Haus ist die Kirche von Korinth. Der Lohn der Lehrer ist ein besonderer, wie er dem Gebäude und dem Material entspricht. -1 Korinther 1Kor 53 3 14 Si cujus opus manserit quod superædificavit, mercedem accipiet. Wenn jemandes Werk, welches er aufgebaut hat, besteht, so wird er Lohn empfangen. -1 Korinther 1Kor 53 3 15 Si cujus opus arserit, detrimentum patietur: ipse autem salvus erit: sic tamen quasi per ignem. Wenn jemandes Werk verbrennt, so wird er Schaden leiden;²⁰ er selbst aber wird selig werden, so jedoch wie durch Feuer.²¹ -1 Korinther 1Kor 53 3 15 20 Er wird den außerordentlichen Lohn verlieren. Er hat einige Aspekte erregt, aber nicht zur Tugend geführt, die Aufmerksamkeit gefesselt, aber das Herz nicht wirksam geleitet. -1 Korinther 1Kor 53 3 15 21 Er hat gegen den Willen seines Herrn minder gutes Material gebraucht, deshalb verzehrt das Feuer den von ihm gebauten Teil, er selbst aber muss durch dasselbe leiden. Der Zusatz wie (durch Feuer) stellt die Wirklichkeit des Feuers nicht in Abrede, so wenig wie es [Joh 1,14] eine Abschwächung ist. Die entsprechende hebräische Partikel (Ke) bezeichnet vielmehr die vollkommene Einheit, oder: wie jemand, der durch Feuer hindurchgeht. Das Feuer, von dem der Apostel hier spricht, kann nicht das Feuer der Trübsale auf der Welt sein; denn er redet von einem Feuer, das am Gerichtstage, also nach dieser Zeit des Lebens brennt (V. 13). Es kann auch nicht die bloße Prüfung des Richters bedeuten; denn es prüft nicht nur, sondern macht auch brennen, so dass der Brennende leidet (V. 15). Es kann ebenso wenig das Feuer der Hölle sein; denn der in dem hier genannten Feuer Brennende wird, nachdem der Schaden gelitten, selig. (V. 15) Es kann einzig und allein das Feuer nach dem Tode im Reinigungsorte, Fegefeuer genannt, sein, welches noch in der Zeit zur Läuterung der nicht ganz reinen, abgeschiedenen Seelen brennt, bis es mit dem allgemeinen Gerichte und dem allgemeinen Weltbrande [2Petr 3,10-13] endet. In Übereinstimmung hiermit erklären die heil. Väter die obige Stelle, und wir haben sogar eine unfehlbare Erklärung derselben im gegebenen Sinne von dem Kirchenrate zu Florenz (letzte Sitzung). -1 Korinther 1Kor 53 3 16 Nescitis quia templum Dei estis, et Spiritus Dei habitat in vobis? Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnt?²² -1 Korinther 1Kor 53 3 16 22 Der Apostel ruft eine bereits dargelegte Wahrheit in das Gedächtnis zurück. Die Korinther konnten sich wundern, dass Lehrer, welche sie hochschätzten, einzig wegen unnützer Lehren schwere Strafen leiden sollten, ehe sie selig würden. -1 Korinther 1Kor 53 3 17 Si quis autem templum Dei violaverit, disperdet illum Deus. Templum enim Dei sanctum est, quod estis vos. Wenn aber jemand den Tempel Gottes²³ versehrt, so wird ihn Gott verderben;²⁴ denn der Tempel Gottes ist heilig, das seid ihr. [1Kor 6,9] -1 Korinther 1Kor 53 3 17 23 Mit Recht leiten viele Väter die Gottheit des Heil. Geistes aus dieser Stelle her. (Athan., Basil., Greg. v. Naz., Aug.) -1 Korinther 1Kor 53 3 17 24 Im Griech. wird beide Male dasselbe Wort gebraucht. Die Vulg. nimmt durch die Verschiedenheit des Ausdruckes auf die Verschiedenartigkeit der Sache, welche die Handlung trifft, Rücksicht. Der heil. Paulus droht gleichsam die Strafe der Wiedervergeltung an. Dennoch ist ein Unterschied zwischen dem versehren und verderben. Durch falsche Lehren wird die Kirche nicht erbaut, sondern zerstört. Wie die Arbeit dieser Arbeiter, so ist ihr Ende dem der vorhergehenden Werkleute entgegengesetzt: sie werden auf ewig verdammt. Jede Verletzung eines Tempels Gottes ist eine Heiligtumsschändung, nun aber ist die korinthische Gemeinde ein solcher. -1 Korinther 1Kor 53 3 18 Nemo se seducat: si quis videtur inter vos sapiens esse in hoc sæculo, stultus fiat ut sit sapiens. Niemand betrüge sich selbst!²⁵ Wenn jemand unter euch als ein Weiser in dieser Welt gilt, der werde ein Tor, auf dass er ein Weiser werde.²⁶ -1 Korinther 1Kor 53 3 18 25 Niemand betrüge sich selbst absichtlich, indem er meint, dass diese Dinge anders seien, als ich gesagt habe (Theoph.), und er über Kephas und Apollo und Paulus urteilen könne. Dies ist keine wahre Weisheit. Wahre Weisheit gewinnt man nur, wenn man vor der Welt ein Tor wird, jene aber wollen vor derselben wegen der Vorzüge ihres Lehrers für weise gelten. -1 Korinther 1Kor 53 3 18 26 Griech.: Wenn jemand sich unter euch für weise hält, werde er töricht in dieser Welt (Chrys., Dam., Ök.). -1 Korinther 1Kor 53 3 19 Sapientia enim hujus mundi, stultitia est apud Deum. Scriptum est enim: Comprehendam sapientes in astutia eorum. Denn die Weisheit dieser Welt²⁷ ist Torheit vor Gott.²⁸ Denn es steht geschrieben: Ich werde die Weisen fangen in ihrer Schlauheit.²⁹ [Ijob 5,13] -1 Korinther 1Kor 53 3 19 27 Die nicht vom Heil. Geiste erleuchtete Weisheit. -1 Korinther 1Kor 53 3 19 28 Sie wird durch Gottes unfehlbares Urteil als Torheit erklärt und überführt. -1 Korinther 1Kor 53 3 19 29 Ein Beispiel hierfür sind die Söhne Jakobs, welche ihren Bruder Joseph verkauften, damit er die ihm verheißene Würde nicht erlangte, und die ihm gerade dadurch den Zugang zu derselben öffneten (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 3 20 Et iterum: Dominus novit cogitationes sapientium quoniam vanæ sunt. Und wiederum: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind. [Ps 93,11] -1 Korinther 1Kor 53 3 21 Nemo itaque glorietur in hominibus. Darum rühme sich niemand der Menschen.³⁰ -1 Korinther 1Kor 53 3 21 30 Die wahre Weisheit gestattet nicht, dass die Korinther einen Lehrer vorziehen und sich seiner rühmen. Alle Lehrer sind Verkünder des Evangeliums, Diener dessen, durch den sie gläubig geworden (V. 5), zur Ehre der Gläubigen gesendet. -1 Korinther 1Kor 53 3 22 Omnia enim vestra sunt, sive Paulus, sive Apollo, sive Cephas, sive mundus, sive vita, sive mors, sive præsentia, sive futura: omnia enim vestra sunt: Denn alles ist euer;³¹ sei es Paulus oder Apollo oder Kephas,³² oder Welt oder Leben oder Tod, oder Gegenwart oder Zukunft; denn alles ist euer; -1 Korinther 1Kor 53 3 22 31 Die Korinther sahen sich gleichsam als Eigentum der Lehrer an. Der Apostel zeigt, dass die Wahrheit eine entgegengesetzte ist: die Lehrer sind wegen der Gläubigen da. Niemand aber rühmt sich dessen, der seinetwegen da ist. -1 Korinther 1Kor 53 3 22 32 Alle sind Diener Christi und durch Christus eure Diener [2Kor 4,5]. Ja, alles ist zum Nutzen der Gläubigen bestimmt: die ganze sichtbare Welt, das leben, die Zeit des Verdienstes, der Tod, die Tür zum ewigen Lohne, die in dieser Zeitlichkeit verliehenen, die dem anderen Leben vorbehaltenen Güter, alles ohne Ausnahme. -1 Korinther 1Kor 53 3 23 Vos autem Christi: Christus autem Dei. ihr aber seid Christi, Christus aber Gottes.³³ -1 Korinther 1Kor 53 3 23 33 So dürfen die Gläubigen sich vielleicht ihrer selbst rühmen? Nein, sondern alles ist dem zuzuschreiben, von dem und durch den alles ist und sie selbst, unserm Schöpfer [Joh 1,3] und Erlöser. Seiner göttlichen und menschlichen Natur mögen wir uns rühmen. (Chrys.) -1 Korinther 1Kor 53 4 0 Die Gläubigen sollen ihre Lehrer nicht richten. (V. 6) b. Die Lehrer müssen sich der Demut befleißigen (V. 8), indem sie auf die Apostel schauen. (V. 13) D. Schluss dieser Abteilung -1 Korinther 1Kor 53 4 1 Sic nos existimet homo ut ministros Christi: et dispensatores mysteriorum Dei. Also sehe uns jedermann an als Diener Christi, und Verwalter der Geheimnisse Gottes.¹ -1 Korinther 1Kor 53 4 1 1 Dies ist als Richtschnur bei dem Urteile über sie festzuhalten. Ein Verwalter ist nur seinem Herrn über die Verwaltung der anvertrauten Güter Rechenschaft schuldig, sonst niemanden. Die Apostel sind Verwalter der Geheimnisse Gottes, weil es ihr Amt ist, die ihnen von Gott geoffenbarten Lehren anderen mitzuteilen. Da nun Christus seiner Kirche nicht nur die Glaubenslehren, sondern auch die Sakramente des Mittel des Heiles hinterlassen, und derselben alles, was er auf die Erde gebracht, Wahrheit und Gnade [Joh 1,17], anvertraut hat, da er endlich den Aposteln und ihren Nachfolgern die volle und ganze Gewalt über die Kirche übertragen hat, so kommt den Aposteln, welche die Lehren des Glaubens nach Zeit und Maß zu spenden haben, wie es ihnen gut scheint, ein ähnliches Recht betreffs der Sakramente zu. Nach dem Konzil zu Trient (Sitz 21 Kap. 2) hat der Apostel mit diesen Worten nicht undeutlich zu erkennen gegeben, dass die Kirche die Gewalt hat, in der Verwaltung der Sakramente, ausschließlich der Wesenheit, dasjenige zu bestimmen oder zu ändern, was sie für mehr ersprießlich erachtet. -1 Korinther 1Kor 53 4 2 Hic jam quæritur inter dispensatores ut fidelis quis inveniatur. Hier² wird nun von den Verwaltern gefordert, dass ein jeder treu erfunden werde. -1 Korinther 1Kor 53 4 2 2 Da wir Diener und Verwalter sind, muss uns das eigen sein, was von allen Verwaltern gefordert wird: Treue. Ob aber die Apostel treu sind, darüber kann kein Mensch urteilen, da selbst der heil. Paulus nicht über sich selbst unfehlbar urteilt. -1 Korinther 1Kor 53 4 3 Mihi autem pro minimo est ut a vobis judicer, aut ab humano die: sed neque meipsum judico. Mir aber gilt es als etwas sehr Geringes, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstage³ gerichtet werde;⁴ allein auch ich richte mich selbst nicht. -1 Korinther 1Kor 53 4 3 3 Der Gerichtstag steht bildlich für den richtenden Menschen. -1 Korinther 1Kor 53 4 3 4 Nach dem Griech. ist der Sinn: ob ich von euch einem anderen vor- oder nachgesetzt werde. -1 Korinther 1Kor 53 4 4 Nihil enim mihi conscius sum: sed non in hoc justificatus sum: qui autem judicat me, Dominus est. Denn bin ich mir auch nichts bewusst,⁵ so bin ich doch darum noch nicht gerechtfertigt; der mich aber richtet, ist der Herr. -1 Korinther 1Kor 53 4 4 5 Was mein Amt angeht. Die menschliche Gebrechlichkeit ist so groß, dass kein Mensch auf sich selbst vertrauen darf. Vergl. Konzil von Trient, Sitz 6 Kap. 16. -1 Korinther 1Kor 53 4 5 Itaque nolite ante tempus judicare, quoadusque veniat Dominus: qui et illuminabit abscondita tenebrarum, et manifestabit consilia cordium: et tunc laus erit unicuique a Deo. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt,⁶ welcher auch das im Finstern Verborgene an das Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird; und dann wird einem jeden⁷ sein Lob werden von Gott.⁸ -1 Korinther 1Kor 53 4 5 6 Zum Gerichte. Alsdann ist die Zeit zu richten da, denn dann wird alles offenbar werden. -1 Korinther 1Kor 53 4 5 7 Einem jeden der Lehrer der korinthischen Kirche. -1 Korinther 1Kor 53 4 5 8 Nämlich das 3,4 9 Gesagte. -1 Korinther 1Kor 53 4 6 Hæc autem, fratres, transfiguravi in me et Apollo, propter vos, ut in nobis discatis, ne supra quam scriptum est, unus adversus alterum infletur pro alio. Dies aber, Brüder! habe ich auf mich und Apollo übertragen um euretwillen, damit ihr an uns lernet, dass keiner sich wider den andern über das hinaus, was geschrieben steht, erhebe, um eines andern willen.⁹ -1 Korinther 1Kor 53 4 6 9 Einer erhebt sich über den anderen, wenn er es sich zum Ruhme anrechnet, dass er diesem viel mehr als einem andern anhängt; gegen den anderen aber, wenn er diesen herabzudrücken sucht, um sich als sein Sieger zu rühmen. Auf welche Vorschrift der heil. Schrift weist der Apostel hier hin? Die griechischen Väter denken an ein Wort des Herrn, etwa [Mt 7,1.3, Mt 20,27, Mt 23,12, Mk 9,34, Mk 10,44] u. a. (Chrys., Dam., Ök., Theoph.); indes konnten die Korinther bei einer so allgemeinen Anführungsweise nicht leicht an das erst wenige Jahre zuvor verfasste Evangelium denken. Der Apostel stellt also wohl das ganze A. T. als Richtschnur des Denkens und Fühlens auf, da dies in der Tat überall die Demut lehrte. -1 Korinther 1Kor 53 4 7 Quis enim te discernit? Quid autem habes quod non accepisti? Si autem accepisti, quid gloriaris quasi non acceperis? Denn wer zeichnet dich aus?¹⁰ Was hast du aber, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen? -1 Korinther 1Kor 53 4 7 10 Der Apostel wendet sich an die Parteiführer. Indem er einen einzelnen anredet, beschämt er alle. Wer sich von anderen unterscheiden will, muss etwas haben, was diesen abgeht. Nun haben die Führer aber nichts derartiges. Hat aber jemand wirklich etwas voraus, so hat er dies von Gott, und es fehlt ihm jeder Grund, sich zu rühmen. Es handelt sich hier übrigens nur um natürliche Gaben, nicht um die übernatürlichen, obwohl die von dem Apostel ausgesprochene Wahrheit auch auf diese Anwendung findet. -1 Korinther 1Kor 53 4 8 Jam saturati estis, jam divites facti estis: sine nobis regnatis: et utinam regnetis, ut et nos vobiscum regnemus. Schon seid ihr¹¹ gesättigt, schon seid ihr reich geworden, ohne uns herrschet ihr; und möchtet ihr doch herrschen,¹² damit auch wir mit euch herrschten! -1 Korinther 1Kor 53 4 8 11 Die drei Glieder des Satzes werden am besten von dem Reiche des Erlösers und seinen himmlischen Gütern verstanden. Jene stolzen Führer rühmten sich, als ob sie schon mit allen Gütern der Seligen gesättigt und bereichert wären, ja mit Christus schon herrschten, was alles andere nur in jenem Leben erlangen. -1 Korinther 1Kor 53 4 8 12 Zur Herrschaft gelangt sein. Dann würden auch die Apostel hoffen dürfen, dass ihnen ein gleiches Glück zu Teil wird. -1 Korinther 1Kor 53 4 9 Puto enim quod Deus nos Apostolos novissimos ostendit, tamquam morti destinatos: quia spectaculum facti sumus mundo, et Angelis, et hominibus. Denn ich glaube, dass Gott uns Apostel als die Allerletzten dargestellt habe,¹³ als wie dem Tode Geweihte; denn ein Schauspiel sind wir geworden der Welt, den Engeln und den Menschen.¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 4 9 13 Gott hat die Apostel in eine solche Stellung gebracht, dass wir die verachtesten unter allen Menschen scheinen. Der heil. Paulus will zeigen, warum er die baldige Ankunft des Messias ersehnt, und zugleich die stolzen Parteiführer beschämen. -1 Korinther 1Kor 53 4 9 14 Paulus deutet die beständigen Gefahren an, in denen die Apostel wegen ihres Amtes schwebten. Sie sind gleichsam im Amphitheater, das die Welt ist; die Zuschauer sind Menschen und Engel. -1 Korinther 1Kor 53 4 10 Nos stulti propter Christum, vos autem prudentes in Christo: nos infirmi, vos autem fortes: vos nobiles, nos autem ignobiles. Wir sind Toren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir sind schwach, ihr aber seid stark; ihr seid hochgeehrt, wir aber geringgeachtet.¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 4 10 15 Die Apostel entsagten, um das Reich Christi auszubreiten, allem, was die Welt schätzt und liebt, und wurden von den Ungläubigen für Toren gehalten, aller menschlichen Hilfsmittel entblößt, von Juden und Heiden verfolgt, ohne weltliche Weisheit und Beredsamkeit, von den Vertretern derselben geringgeschätzt. Wie anders ist das Bild der Parteiführer! Sie wurden wegen ihrer Klugheit in Christus gefeiert, als starke Männer, welche auf ihre Kraft vertrauen konnten, verherrlicht, als berühmte Männer verehrt. Der Beisatz: in Christus gehört wohl zu allen Gliedern. -1 Korinther 1Kor 53 4 11 Usque in hanc horam et esurimus, et sitimus, et nudi sumus, et colaphis cædimur, et instabiles sumus, Bis zu dieser Stunde hungern und dürsten wir, sind entblößt, und werden mit Fäusten geschlagen, haben keine Stätte,¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 4 11 16 Wir entbehren alles dessen, was als zum Leben notwendig gilt. -1 Korinther 1Kor 53 4 12 et laboramus operantes manibus nostris: maledicimur, et benedicimus: persecutionem patimur, et sustinemus: und mühen uns arbeitend mit eigener Hand; wir werden geschmäht, und wir segnen; wir werden verfolgt, und wir leiden es geduldig;¹⁷ -1 Korinther 1Kor 53 4 12 17 Dies sind die Waffen der Apostel. -1 Korinther 1Kor 53 4 13 Blasphemamur, et obsecramus: tamquam purgamenta hujus mundi facti sumus, omnium peripsema usque adhuc. wir werden gelästert, und wir beten; wie ein Auswurf dieser Welt sind wir geworden, wie ein Abschaum aller bis zu dieser Stunde.¹⁸ -1 Korinther 1Kor 53 4 13 18 So ist es nicht zu verwundern, wenn die Apostel die Ankunft des Herrn herbeisehnen, dem sie ähnlich geworden. -1 Korinther 1Kor 53 4 14 Non ut confundam vos, hæc scribo, sed ut filios meos carissimos moneo. Nicht um euch zu beschämen,¹⁹ schreibe ich dieses, sondern als meine geliebten Kinder ermahne ich euch.²⁰ -1 Korinther 1Kor 53 4 14 19 Die Erkenntnis, welche Führer sich die Korinther an Stelle der Apostel gewählt, musste sie mit Scham erfüllen. -1 Korinther 1Kor 53 4 14 20 Der Vater, welcher seinen Sohn straft, will nicht die Strafe um ihrer selbst willen, sondern die Besserung des Sohnes. -1 Korinther 1Kor 53 4 15 Nam si decem millia pædagogorum habeatis in Christo: sed non multos patres. Nam in Christo Jesu per Evangelium ego vos genui. Denn wenn ihr zehntausend Erzieher hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt.²¹ -1 Korinther 1Kor 53 4 15 21 Ähnlich [Gal 4,19]. Ich nenne euch mit Recht meine Kinder. Wie der Lehrmeister zum Vater, so verhält sich der, welcher über das Fundament baut, zu dem Gründer (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 4 16 Rogo ergo vos, imitatores mei estote, sicut et ego Christi. So bitte ich euch denn,²² seid meine Nachfolger,²³ gleichwie ich Christi Nachfolger bin.²⁴ -1 Korinther 1Kor 53 4 16 22 Weil die Söhne eher auf den Vater als auf den Lehrmeister zu achten haben. -1 Korinther 1Kor 53 4 16 23 Wohl besonders in der Demut, dem Gegensatze des zu Spaltungen führenden Hochmutes, und in der Selbstverleugnung. -1 Korinther 1Kor 53 4 16 24 Die Worte fehlen in den alten Handschriften der Vulgata, im Griechischen und den meisten Übersetzungen. Sie sind wohl aus [1Kor 11,1] hierher versetzt. Wie groß muss das Vertrauen des Apostels auf seinen Wandel sein, da er andere zur Nachfolge auffordert. Saget nicht, ihr könnt mir nicht nachfolgen! Zwischen euch und mir ist sicher kein so großer Abstand, wie zwischen mir und Christus. Und doch folge ich diesem nach! (Chrys.) -1 Korinther 1Kor 53 4 17 Ideo misi ad vos Timotheum, qui est filius meus carissimus, et fidelis in Domino: qui vos commonefaciet vias meas, quæ sunt in Christo Jesu, sicut ubique in omni Ecclesia doceo. Darum habe ich den Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und getreues Kind im Herrn ist; er wird euch meine Wege²⁵ in's Gedächtnis rufen, die in Christus Jesus sind, so wie ich allenthalben in allen Gemeinden lehre.²⁶ -1 Korinther 1Kor 53 4 17 25 Alle meine Werke. Das gesamte Verhalten des Apostels war in Christus Jesus. Timotheus war seit einigen Jahren der Begleiter des heil. Paulus und wusste also am besten, was Paulus von den anderen Gemeinden forderte. -1 Korinther 1Kor 53 4 17 26 Dies Wort umfasst das gesamte Verhalten des Apostels als Lehrers der Heiden. -1 Korinther 1Kor 53 4 18 Tamquam non venturus sim ad vos, sic inflati sunt quidam. Als ob ich nicht zu euch kommen würde, so aufgeblasen sind einige geworden.²⁷ -1 Korinther 1Kor 53 4 18 27 Einige Gegner des Apostels hatten wohl das Gerücht verbreitet, er wage nicht nach Korinth zu kommen, nachdem Apollo mit seiner Beredsamkeit und Weisheit sich größeren Ruhm erworben. Vergl. [2Kor 10,9-10]. -1 Korinther 1Kor 53 4 19 Veniam autem ad vos cito, si Dominus voluerit: et cognoscam non sermonem eorum, qui inflati sunt, sed virtutem. Ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will; und werde nicht die Worte der Aufgeblasenen, sondern ihre Kraft kennenlernen.²⁸ -1 Korinther 1Kor 53 4 19 28 Es gibt Leute, welche gegen Abwesende groß tun, aber sich vor ihnen fürchten, sobald sie ihnen persönlich gegenüberstehen. Der heil. Paulus will als Richter kommen und sein Urteil nicht nach der Schönheit der Rede jener Lehrer, sondern nach den Früchten fällen, welche sie hervorgebracht. -1 Korinther 1Kor 53 4 20 Non enim in sermone est regnum Dei, sed in virtute. Denn nicht in Worten besteht das Reich Gottes, sondern in Kraft.²⁹ -1 Korinther 1Kor 53 4 20 29 Die Predigt des Evangeliums hat ihre Kraft aus dem Beistande der Gnade des Heil. Geistes. In Kraft: in Wunderkraft. (Chrys., Theoph.) -1 Korinther 1Kor 53 4 21 Quid vultis? in virga veniam ad vos, an in caritate, et spiritu mansuetudinis? Was wollt ihr?³⁰ Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geiste der Milde?³¹ -1 Korinther 1Kor 53 4 21 30 Ihr könnt frei wählen. -1 Korinther 1Kor 53 4 21 31 Auch wenn Paulus mit der Rute käme, würde er mit Liebe kommen, aber der, welcher mit der Rute gezüchtigt wird, fühlt nicht so die Süßigkeit der Liebe (Thom.). V. 21 schließt den vorhergehenden Abschnitt und leitet zugleich den folgenden ein. -1 Korinther 1Kor 53 5 0 2. Die Gemeinschaft mit Sündern ist zu meiden (Kap. 5 V. 1 13): Die Korinther sind zu tadeln, weil sie einen Blutschänder in der Kirche behalten haben (Kap. 5): Vorschrift über die Ausweisung der Sünder aus der Kirche. (V. 8) Weitere Erklärung der Vorschrift die Sünder zu meiden. -1 Korinther 1Kor 53 5 1 Omnino auditur inter vos fornicatio, et talis fornicatio, qualis nec inter gentes, ita ut uxorem patris sui aliquis habeat. Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und gar von solcher Unzucht, wie sie selbst unter den Heiden nicht vorkommt,¹ dass nämlich jemand das Weib seines Vaters hat.² -1 Korinther 1Kor 53 5 1 1 Als Paulus wegen der Spaltung Vorwürfe machen wollte, redete er zuerst milde; ein anderes Verbrechen straft er sofort hart, indem er alle Korinther in die Anklage hineinzieht: in der Gemeinde von Korinth ist eine Sünde geschehen. Es ist eine Doppelanklage: es kommen besonders Nachrichten von einer gewissen Unzucht, und zwar einer solchen, vor der selbst die Heiden Abscheu haben. Dieselbe dauert dazu fort in der Gemeinde zu Korinth. -1 Korinther 1Kor 53 5 1 2 Der Apostel nennt den Namen nicht. Jemand hat seine Stiefmutter zum Weibe, während der Vater noch lebt. [2Kor 7,12]. Da das Weib selbst nicht getadelt wird, scheint es keine Christin gewesen zu sein. Eine solche blutschänderische Verbindung war durch die Gesetze der Griechen und Römer und durch das mosaische Gesetz [Lev 18,8, Dtn 22,30] verboten. -1 Korinther 1Kor 53 5 2 Et vos inflati estis: et non magis luctum habuistis ut tollatur de medio vestrum qui hoc opus fecit. Und ihr seid aufgeblasen und nicht vielmehr in Trauer versetzt,³ damit der aus eurer Mitte hinweggeschafft werde, welcher diese Tat begangen hat. -1 Korinther 1Kor 53 5 2 3 So seid ihr also mitschuldig. -1 Korinther 1Kor 53 5 3 Ego quidem absens corpore, præsens autem spiritu, jam judicavi ut præsens, eum, qui sic operatus est, Ich meinerseits,⁴ zwar abwesend dem Leibe nach, aber gegenwärtig dem Geiste nach, habe schon, als wäre ich gegenwärtig, über den, der solches verübt hat, entschieden:⁵ -1 Korinther 1Kor 53 5 3 4 Griech.: denn ich. -1 Korinther 1Kor 53 5 3 5 Während die Korinther mit ihren Spaltungen beschäftigt, obgleich gegenwärtig, nichts taten, um das Ärgernis zu beseitigen, hat Paulus, nachdem er kaum von dem Frevel gehört, bereits entschieden, was zu tun ist. Seine Hirtensorge kennt keine Schranke von Zeit und Ort. -1 Korinther 1Kor 53 5 4 In nomine Domini nostri Jesu Christi, congregatis vobis et meo spiritu, cum virtute Domini nostri Jesu, Im Namen unsers Herrn Jesu Christi, während ihr und mein Geist versammelt seid, mit der Kraft unsers Herrn Jesus,⁶ -1 Korinther 1Kor 53 5 4 6 Die Verbindung der Worte ist nicht sicher festzustellen. In feierlicher Versammlung, in welcher Paulus den Vorsitz führt und der Christus beiwohnt, um dem Spruche seines Apostels Kraft und Wirksamkeit zu verleihen. [Mt 18,20] usw. Paulus beschließt die Exkommunikation, nicht die Gemeinde, in dieser soll sie nur vollzogen werden zum warnenden Beispiele. -1 Korinther 1Kor 53 5 5 Tradere hujusmodi satanæ in interitum carnis, ut spiritus salvus sit in die Domini nostri Jesu Christi. einen solchen dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches,⁷ damit der Geist gerettet werde an dem Tage unsers Herrn Jesus Christus.⁸ -1 Korinther 1Kor 53 5 5 7 Job ward einst dem Satan preisgegeben, um eine Himmelskrone zu gewinnen, der Blutschänder, um Nachlass seiner Sünden zu erlangen. (Chrys., Ambr., Aug.) Der Sünder wird also erstlich aus der Kirche entfernt. Es werden ihm die Gnadenmittel des Gebetes, des Opfers, der Sakramente entzogen und er dem Satan preisgegeben, dessen Reich außerhalb der Kirche [Joh 14,30] ist. (Chrys., Uns., Aug.) Wohl versucht dieser auch die in der Kirche befindlichen Gläubigen, doch ist seine Macht stärker gegen diejenigen, welche den Schutz der kirchlichen Gnadenmittel nicht haben. (Ambr., Aug., Hier.) Zweitens wird der Leib durch die Exkommunikation dem Satan preisgegeben, damit dieser denselben mit Krankheiten heimsuche und ihn so von der Begierlichkeit des Fleisches befreie. Ähnlich [1Tim 1,20]. Eine so außerordentliche Gewalt, welche Christus den Aposteln gegeben, musste sehr zur Stärkung des Glaubens dienen. -1 Korinther 1Kor 53 5 5 8 Damit er Buße tun und im Gerichte des Herrn bestehen möge. Der Zweck der Exkommunikation ist das Seelenheil des Ausgeschlossenen. Ist dieser Zweck, die Besserung des Sünders, erreicht, so kann er wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden. -1 Korinther 1Kor 53 5 6 Non est bona gloriatio vestra. Nescitis quia modicum fermentum totam massam corrumpit? Nicht gut ist euer Rühmen!⁹ Wisset ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?¹⁰ [Gal 5,9] -1 Korinther 1Kor 53 5 6 9 Das bereits getadelte Rühmen [1Kor 4,6ff.18ff]. -1 Korinther 1Kor 53 5 6 10 Ein einziger Sünder kann, wenn die Kirche sich seiner nicht erwehrt, alle ihre Glieder anstecken. -1 Korinther 1Kor 53 5 7 Expurgate vetus fermentum, ut sitis nova conspersio, sicut estis azymi. Etenim Pascha nostrum immolatus est Christus. Feget aus den alten Sauerteig,¹¹ damit ihr ein neuer Teig seiet,¹² wie ihr denn auch ungesäuert seid; denn unser Osterlamm ist geopfert, Christus.¹³ -1 Korinther 1Kor 53 5 7 11 Von dem Sprichwort geht der heil. Paulus zur symbolischen Anwendung der für das Osterfest geltenden jüdischen Vorschrift über. Der Sünder war in die alte Sünde früheren Verderbnisses zurückgefallen (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 5 7 12 Eine ungesäuerte Masse. Die Christen sind ihrem Berufe nach ungesäuert, heilig. -1 Korinther 1Kor 53 5 7 13 Griech.: denn auch unser Osterlamm ist geopfert, Christus. Sobald das Osterlamm im Vorhofe des Tempels getötet und dargebracht war, durften die Juden kein gesäuertes Brot mehr essen. Nun ist aber unser Osterlamm, welches von dem jüdischen nur vorgebildet war, schon getötet, also dürfen wir den alten Sauerteig nicht mehr zurückbehalten. Die Juden enthielten sich durch eine Woche des gesäuerten Brotes, denn sie brachten jährlich das Osterlamm dar, unser Osterlamm ist ein Mal auf ewig dargebracht und hat durch ein Opfer in Ewigkeit die Geheiligten vollendet [Hebr 10,5], so dass wir uns stets des Sauerteiges enthalten müssen. -1 Korinther 1Kor 53 5 8 Itaque epulemur: non in fermento veteri, neque in fermento malitiæ, et nequitiæ: sed in azymis sinceritatis, et veritatis. So lasset uns also Feste feiern¹⁴ nicht mit dem alten Sauerteige, noch mit dem Sauerteige¹⁵ der Bosheit und Schalkheit,¹⁶ sondern mit dem ungesäuerten Brote der Lauterkeit und Wahrheit. -1 Korinther 1Kor 53 5 8 14 Genießen wir also unser Osterlamm nicht allein sakramental, sondern auch geistig (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 5 8 15 Da die Gläubigen selbst ungesäuert genannt worden sind, wird hier gesäuertes und ungesäuertes Brot von Personen verstanden. Die gesäuerten Brote sind die mit Lastern befleckten Menschen. Der Brief wurde kurz vor Ostern verfasst, wie [1Kor 4,19] und [1Kor 16,8ff] zeigen. So legte die Zeit selbst unser Bild nahe: die Christen scheinen damals, etwa dreißig Jahre nach dem Tode des Herrn, noch den Gebrauch des ungesäuerten Brotes festgehalten zu haben, sonst hätten die korinthischen Gläubigen, von denen die meisten Heiden gewesen waren, den Vergleich nicht verstanden. -1 Korinther 1Kor 53 5 8 16 Heuchelei (Theoph.) Den Gegensatz zu den mit Lastern Befleckten und Heuchlern bilden die Reinen und die, welche ihre Fehler nicht unter dem nur erborgten Mantel der Frömmigkeit verstecken. -1 Korinther 1Kor 53 5 9 Scripsi vobis in epistola: Ne commisceamini fornicariis: Ich habe euch in dem Briefe geschrieben:¹⁷ Habet keinen Verkehr mit Unzüchtigen.¹⁸ -1 Korinther 1Kor 53 5 9 17 In einem uns verloren gegangenen Briefe. -1 Korinther 1Kor 53 5 9 18 Vergl. [1Kor 1,20]. Der Apostel spricht von denjenigen, welcher der Erlösung noch nicht teilhaftig, dem Fürsten dieser Welt untertan sind. Einzelne Klassen werden aufgezählt: Sünder gegen sich selbst, gegen das Gut des Nächsten (durch List und Gewalt), Gott die gebührende Ehre versagend. (Götzendiener) Nicht alle Sünder gehören indes zu dieser Welt, sondern einige gehören zu der zukünftigen, dem messianischen Reiche, der Kirche: diejenigen, welche sich durch Glauben und Taufe von der Welt losgesagt haben, wenn sie sich auch nachher durch Sünden zum Teil dem Fürsten dieser Welt ergeben haben. Es ist also eine apostolische Lehre, dass in der Kirche Gute mit Bösen vermischt sind, ja sogar hartnäckige Sünder sein können. Wenn Paulus gewollt hätte, dass die Korinther auch alle Heiden meiden sollten, würden dieselben nicht allein eine andere Stadt, sondern eine neue Erde haben suchen müssen (Theoph.). -1 Korinther 1Kor 53 5 10 Non utique fornicariis hujus mundi, aut avaris, aut rapacibus, aut idolis servientibus: alioquin debueratis de hoc mundo exiisse. Dies meinte ich aber nicht überhaupt von den Unzüchtigen dieser Welt, oder den Habsüchtigen, oder Raubsüchtigen, oder Götzendienern; denn sonst müsstet ihr aus dieser Welt hinausgehen. -1 Korinther 1Kor 53 5 11 Nunc autem scripsi vobis non commisceri: si is, qui frater nominatur, est fornicator, aut avarus, aut idolis serviens, aut maledicus, aut ebriosus, aut rapax: cum ejusmodi nec cibum sumere. Nun aber¹⁹ schrieb ich euch, keinen Verkehr zu haben, wenn einer, der sich Bruder nennt,²⁰ ein Unzüchtiger, oder ein Habsüchtiger, oder ein Götzendiener,²¹ oder ein Lästerer, oder ein Trunkenbold, oder ein Raubsüchtiger ist; mit einem solchen nicht einmal zu essen.²² -1 Korinther 1Kor 53 5 11 19 Da ich euch den Umgang mit den Heiden nicht untersagen konnte. -1 Korinther 1Kor 53 5 11 20 Vielleicht in anderer Verbindung der Worte: Wenn der Bruder ein Unzüchtiger genannt wird und als solcher durch den Ausspruch der Obrigkeit bezeichnet ist (Aug.) usw. Nicht dem einzelnen steht es zu, zu bestimmen, wer zu meiden ist, sondern den Vorstehern der Kirche. Vergl. [2Thess 3,14ff]. -1 Korinther 1Kor 53 5 11 21 Manche Neubekehrte schwebten in Gefahr, in den alten Aberglauben zurückzufallen. Noch etwa vierzig Jahre später muss der heil. Johannes die Christen von Asien mahnen, sich vor Götzendienst zu hüten. [1Joh 5,21] -1 Korinther 1Kor 53 5 11 22 Also noch viel weniger mit einem solchen die heil. Geheimnisse zu feiern. -1 Korinther 1Kor 53 5 12 Quid enim mihi de iis, qui foris sunt, judicare? Nonne de iis, qui intus sunt, vos judicatis? Denn was steht es mir zu über die, welche draußen sind, zu richten?²³ Richtet ihr nicht die, welche drinnen sind? -1 Korinther 1Kor 53 5 12 23 Der heil. Paulus kann nur über Untergebene richten, mithin nicht über Heiden. Das Gericht über diese gehört Gott zu (V. 13 Konzil von Trient Sitz 14. Über die Buße Kap. 2) Wie bei den Juden alle, welche nicht zu ihrem Volke gehörten, die hießen, welche draußen sind, so nennt der Apostel hier die Nichtchristen so. -1 Korinther 1Kor 53 5 13 Nam eos, qui foris sunt, Deus judicabit. Auferte malum ex vobis ipsis. Denn die, welche draußen sind, wird Gott richten. Schaffet den Bösen hinweg aus eurer Mitte!²⁴ -1 Korinther 1Kor 53 5 13 24 Mit solchen Worten befahl Moses einst die Tötung [Dtn 17,7.13, Dtn 19,19, Dtn 24,7]; was also im A. B. die Tötung, tut in der Kirche die Exkommunikation (Aug.). Diese Vorschrift des heil. Paulus ist nicht strenger als die des Herrn. [Mt 18,17] Die Juden mieden Heiden und Zöllner [Mt 9,11, Apg 11,3], so befiehlt Paulus, die Exkommunizierten zu meiden. Die geringere Strenge den Heiden gegenüber [1Kor 10,27] hat ihren Grund darin, dass deren Schuld geringer ist: sündigen sie doch mehr aus Unwissenheit als aus Bosheit, und sind so des Erbarmens würdiger. Zudem können die Heiden durch den Umgang zum Glauben geführt werden, die Christen aber sollen durch die Ausschließung die Größe ihrer Schuld erkennen und so zur Buße kommen. Übrigens werden auch die Exkommunizierten nicht von der Liebe ausgeschlossen. [2Thess 3,15]. -1 Korinther 1Kor 53 6 0 3. Streitigkeiten unter Christen sind nicht vor einen heidnischen Richter zu bringen (V. 1 11): es ist dies ungeziemend (V. 6), ja es ist überhaupt nicht gut, wenn Christen untereinander Rechtsstreitigkeiten haben. (V. 11) 4. Die Sünde der Unzucht (V. 12 20): die Unzucht ist niemals eine an sich gleichgültige Sache (V. 14), sondern eine Schmach, welche einem Gliede Christi und Tempel des Heil. Geistes angetan wird. -1 Korinther 1Kor 53 6 1 Audet aliquis vestrum habens negotium adversus alterum, judicari apud iniquos, et non apud sanctos? Wagt es jemand von euch, der einen Handel mit einem andern hat,¹ denselben bei den Ungerechten entscheiden zu lassen,² und nicht bei den Heiligen? -1 Korinther 1Kor 53 6 1 1 Ein zweiter Fehler der Korinther. Die Juden hatten ihre eigenen Gerichte. Die bekehrten Heiden blieben vielfach ihrer eigenen Gewohnheit treu, vor den heidnischen Richtern Prozesse zu führen. Dies konnte in den ersten Zeiten des Christentums Ärgernis geben und eine Spaltung zwischen Heiden- und Judenchristen herbeiführen. -1 Korinther 1Kor 53 6 1 2 Es ist dies erstlich der Würde der Christen wenig angemessen, sodann (V. 2) zweckwidrig, Gerechtigkeit bei den Ungerechten zu suchen. -1 Korinther 1Kor 53 6 2 An nescitis quoniam sancti de hoc mundo judicabunt? Et si in vobis judicabitur mundus, indigni estis qui de minimis judicetis? Oder wisset ihr nicht, dass die Heiligen über diese Welt Richter sein werden?³ Wenn denn die Welt durch euch gerichtet werden wird, seid ihr nicht würdig, über geringfügige Dinge zu Gericht zu sitzen? -1 Korinther 1Kor 53 6 2 3 Wenngleich die Korinther keine feste Speise ertragen konnten, hatten sie doch über das letzte Gericht Unterricht erhalten, gehört doch dieses zu den Anfangswahrheiten. [Hebr 6,2] Keine andere Wahrheit schreckt so vom Bösen ab, wie diese. Hier erwähnt der Apostel das Gericht, indes in der Absicht, die große Würde der Christen zu zeigen. -1 Korinther 1Kor 53 6 3 Nescitis quoniam angelos judicabimus? quanto magis sæcularia? Wisset ihr nicht, dass wir Engel richten werden?⁴ Um wie viel mehr weltliche Dinge? -1 Korinther 1Kor 53 6 3 4 Zugleich mit Christus. Christus ist das Haupt des mystischen Leibes, dessen Glieder die Heiligen sind. Was das Haupt tut, tun auch die Glieder, nicht aus eigener Machtvollkommenheit, sondern aus derjenigen ihres Hauptes. Der heil. Paulus betrachtet die Glieder stets als die mit ihrem Haupte vereint. So [Röm 6,6, Gal 2,20]: mitgekreuzigt werden, mitsterben mit Christus [2Tim 2,11], mitbegraben werden [Röm 6,4], miterweckt werden [Eph 2,5.6, Kol 2,13, Kol 3,1], mitleben [2Tim 2,12, Röm 6,18], Miterben werden [Röm 8,17], mitverherrlicht werden [Röm 8,17], mitsitzen [Eph 2,6], mitherrschen [2Tim 2,12]. Der göttlichen Natur teilhaftig geworden [2Petr 1,4], werden alle Christen als Adoptivkinder des Vaters und Brüder Christi mit dem Erstgeborenen erben, herrschen, richten. Ist dieses Richten ein Wort ohne Name? So wenig wie der Tod in Adam [Röm 12,6], so wenig wie das neue Leben, welches die Gnade verleiht, oder die künftige Erbschaft oder Herrschaft. Wie die Seligen in verschiedenem Maße an der Erbschaft und dem Reiche teilnehmen, so auch am Richten, und darum verheißt der Herr den Aposteln, welche um seinetwillen alles verlassen haben, einen so hervorragenden Anteil an seiner Richtergewalt und Herrschaft, obwohl nach dem heil. Paulus alle Heiligen Richter sein und nach der Verheißung des Herrn alle die Herrschaft erlangen werden [Mt 25,34]. Welches sind aber die Engel, über welche die Gläubigen richten werden? Die meisten griechischen und lateinischen Väter verstehen dies von den verworfenen Engeln, vergl. [2Petr 2,4, Jud 1,6], einige indes (und der heil. Thomas) beziehen das Gericht auf alle Engel. Wie nämlich bei dem letzten Gerichte die meisten Menschen entweder bereits zu ewigen Peinen verurteilt oder der Zahl der Seligen beigesellt sind, und dennoch am jüngsten Tage alle ihr Urteil empfangen werden, so ist es geziemend, dass an jenem Tage alle Geschöpfe vor Christus und den mit ihm zu Gericht sitzenden Heiligen erscheinen, damit die göttliche Weisheit und Gerechtigkeit verherrlicht werde. Wie hoch ist die Würde, zu welcher der Herr seine treuen Diener erhebt! -1 Korinther 1Kor 53 6 4 Sæcularia igitur judicia si habueritis: contemptibiles, qui sunt in Ecclesia, illos constituite ad judicandum. Wenn ihr nun weltliche Rechtshändel habt, so bestellet die unansehnlichsten in der Gemeinde zu Richtern. -1 Korinther 1Kor 53 6 5 Ad verecundiam vestram dico. Sic non est inter vos sapiens quisquam, qui possit judicare inter fratrem suum? Zu eurer Beschämung sage ich es.⁵ Also ist denn kein Weiser unter euch, auch nicht einer, der zwischen seinen Brüdern Recht sprechen könnte? -1 Korinther 1Kor 53 6 5 5 Vers 5 war ironisch gesprochen. So viele rühmten sich in der korinthischen Kirche ihrer Weisheit, und nicht einer findet sich unter allen, der jene geringfügigen Dinge zwischen Bruder und Bruder beilegen kann. -1 Korinther 1Kor 53 6 6 Sed frater cum fratre judicio contendit: et hoc apud infideles? Vielmehr rechtet ein Bruder mit dem Bruder, und das vor den Ungläubigen?⁶ -1 Korinther 1Kor 53 6 6 6 Ein doppelter Verstoß: sie verletzen die Bruderliebe und machen die Kirche vor den Heiden zum Gespött, wenn diese sehen, dass die Christen wie vor ihrer Bekehrung wegen Ungerechtigkeit und Habsucht angeklagt werden. Dieser Vorschrift des Apostels gemäß ward in den ersten drei Jahrhunderten keine Streitsache unter Christen vor heidnische Richter gebracht; und noch im vierten und fünften Jahrhunderte pflegten die Bischöfe in Zivilsachen Recht zu sprechen. -1 Korinther 1Kor 53 6 7 Jam quidem omnino delictum est in vobis, quod judicia habetis inter vos. Quare non magis injuriam accipitis? quare non magis fraudem patimini? Nun ist es schon überhaupt ein Fehler⁷ unter euch, dass ihr Rechtsstreite miteinander habt. Warum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum lasset ihr euch nicht lieber übervorteilen?⁸ [Mt 5,39, Lk 6,29, Röm 12,17, 1Thess 4,6] -1 Korinther 1Kor 53 6 7 7 Den einen dieser beiden Gründe führt der Apostel des weiteren aus. Ein Fehler: nicht eine Sünde. -1 Korinther 1Kor 53 6 7 8 Wenn die Ehre Gottes und die Liebe des Nächsten es fordert, ist dies sicher eine Vorschrift unter einer Sünde; wo jenes nicht der Fall ist, ist es nur ein Rat, von seinem Rechte abzustehen. Ja, um eines größeren Gutes willen kann es geschehen, dass wir verpflichtet sind das Unrecht zurückzuweisen, wie der Heiland [Joh 18,23] und Paulus [Apg 16,37, Apg 32,24] durch ihr Beispiel gelehrt haben (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 6 8 Sed vos injuriam facitis, et fraudatis: et hoc fratribus. So aber tut ihr selbst Unrecht und übervorteilt,⁹ und das an Brüdern. -1 Korinther 1Kor 53 6 8 9 Diese Dinge sind unbedingt verboten. Was gegen alle Menschen zu beobachten ist, wahrten die Korinther nicht einmal gegen die, welche mit ihnen durch das Band des gleichen Glaubens verbunden waren. -1 Korinther 1Kor 53 6 9 An nescitis quia iniqui regnum Dei non possidebunt? Nolite errare: Neque fornicarii, neque idolis servientes, neque adulteri, Oder wisset ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht besitzen werden?¹⁰ Täuschet euch nicht! Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, -1 Korinther 1Kor 53 6 9 10 Da die Ungerechtigkeit eine schwere Sünde ist und also des Anrechtes auf den Himmel beraubt, fügt der Apostel eine Mahnung an andere bei, welche in gleicher Gefahr sind. Er will alle die zurechtweisen, welche sich einen falschen Begriff von der christlichen Freiheit machten und wähnten: das mosaische Gesetz ist abgeschafft, also bindet die Christen kein Gesetz mehr. -1 Korinther 1Kor 53 6 10 Neque molles, neque masculorum concubitores, neque fures, neque avari, neque ebriosi, neque maledici, neque rapaces regnum Dei possidebunt. noch Weichlinge,¹¹ noch Knabenschänder, noch Habsüchtige, noch Geizige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Raubsüchtige werden das Reich Gottes ererben. -1 Korinther 1Kor 53 6 10 11 Die, welche Unsittliches dulden. Der Apostel stellt zwei Klassen von Sündern vor Augen. Zuerst solche, welche sich gegen das Gebot, dann diejenigen, welche sich zugleich gegen die Gerechtigkeit verfehlen. Gegen die Keuschheit nennt er fünf Sünden. Götzendiener sind hier wohl solche, welche mit den im Tempel der Aphrodite Dienenden sündigten. So ist in der Aufzählung eine gewisse Steigerung. -1 Korinther 1Kor 53 6 11 Et hæc quidam fuistis: sed abluti estis, sed sanctificati estis, sed justificati estis in nomine Domini nostri Jesu Christi, et in Spiritu Dei nostri. Und solche sind einige von euch¹² gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt in dem Namen unsers Herrn Jesus Christus¹³ und in dem Geiste unseres Gottes.¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 6 11 12 Eine Milderung des vorhergehenden Vorwurfes. Zugleich erinnert der Apostel an die ihnen zu Teil gewordene Wohltat. -1 Korinther 1Kor 53 6 11 13 Durch die Taufe. -1 Korinther 1Kor 53 6 11 14 Diese Stelle zeigt die Gleichheit der drei göttlichen Personen. -1 Korinther 1Kor 53 6 12 Omnia mihi licent, sed non omnia expediunt: omnia mihi licent, sed ego sub nullius redigar potestate. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles frommt;¹⁵ alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts knechten lassen.¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 6 12 15 Alles: alle an sich gleichgültigen Dinge. Solche sind nur gestattet, wenn ein berechtigter Nutzen erstrebt wird. -1 Korinther 1Kor 53 6 12 16 Wenn etwas, was an sich erlaubt ist, mich so fesselt, dass ich bei seinem Gebrauche meine Freiheit nicht wahren kann, sondern gleichsam ein Sklave werde, muss ich mich dessen enthalten. Noch eine dritte Einschränkung, welche für die an sich gleichgültigen Dinge gilt, siehe [1Kor 10,22.23]. -1 Korinther 1Kor 53 6 13 Esca ventri, et venter escis: Deus autem hunc, et has destruet: corpus autem non fornicationi, sed Domino: et Dominus corpori. Die Speise ist für den Bauch, und der Bauch für die Speise; Gott aber wird sowohl jene als diese abtun.¹⁷ Aber der Leib ist nicht für die Unzucht, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib.¹⁸ -1 Korinther 1Kor 53 6 13 17 Nach den griech. Vätern beginnt der heil. Paulus über die Unzucht zu sprechen. Nach anderen gehört V. 12 und die erste Hälfte von V. 13 zu dem vorhergehenden Abschnitte über die Gerichte: wenn diese auch gerecht sind, stören sie den Frieden zwischen den Gläubigen und den Frieden des Herzens, und betreffen zudem ganz geringfügige, schnell vergehende Dinge (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 6 13 18 Der Apostel erklärt durch ein Beispiel, welche Dinge an sich gleichgültig sind, damit es desto deutlicher hervortrete, dass die Unzucht nicht zu solchen zu rechnen ist. Der Gebrauch der Speise ist erlaubt, weil die Speise für den Magen, dieser zum Verdauen bestimmt ist. Wer isst, handelt also nach der Bestimmung Gottes. Zudem sind Speise und Magen, soweit sie der Ernährung dienen, vergängliche Dinge, denn im anderen Leben essen und trinken die Seligen nicht. (Theod.) Dinge aber, die durch ihren Gebrauch untergehen, haben an sich keine Beziehung zur Seligkeit. Anders sind die Beziehungen des Leibes. Der Leib ist nicht dazu gebildet, damit er der Schwelgerei anheimfalle, sondern damit er Christus als Haupt folge und damit der Herr ist den Menschen gegeben, damit er die menschlichen Leiber seiner Herrlichkeit gleichförmig mache (Thom.). Dieses Ziel des Leibes wird nicht aufhören, wie Speise und Magen. Wer also Unzucht treibt, braucht seinen Leib zu etwas, wozu dieser nicht bestimmt ist, und missbraucht nicht etwas Vergängliches, sondern in Ewigkeit Dauerndes. Auf keine Weise also kann die Unzucht den gleichgültigen Dingen beigezählt werden. -1 Korinther 1Kor 53 6 14 Deus vero et Dominum suscitavit: et nos suscitabit per virtutem suam. Gott aber hat nicht nur den Herrn auferweckt, sondern er wird auch uns durch seine Kraft auferwecken. -1 Korinther 1Kor 53 6 15 Nescitis quoniam corpora vestra membra sunt Christi? Tollens ergo membra Christi, faciam membra meretricis? Absit. Wisset ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Sollte ich also die Glieder Christi nehmen und sie zu Gliedern einer Buhlerin machen?¹⁹ Das sei ferne! -1 Korinther 1Kor 53 6 15 19 Weitere Erklärung der Worte: der Herr für den Leib. (V. 13) Wie unser Leib wahrhaft mit Christus vereint ist, wissen wir nicht vollkommen, so wenig wir alle anderen Geheimnisse ergründen, indes kommt der Apostel an mehreren Stellen darauf zurück, und gibt einige Andeutungen. Christus ist das Haupt seiner Kirche; alle Gläubigen aber sind nicht nur der Seele, sondern auch dem Leibe nach Glieder Christi. Wie das Wort die ganze menschliche Natur angenommen hat, Seele und Leib, so hat auch Christus sich mit uns ganz, nach Leib und Seele, vereinigen wollen. Wie Eva [Gen 2,23] Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch heißt, so nennt auch der Apostel uns Glieder des Leibes Christi, von seinem Fleische und seinem Gebein. [Eph 5,30] Vergl. [1Kor 12,27]. Wenn wir in Christus wiedergeboren werden, wird nicht allein unsere Seele zu neuem Leben erhoben, sondern auch der Leib der zukünftigen Herrlichkeit fähig gemacht. Vergl. [1Kor 15,42ff]. Dazu nährt uns Christus mit seinem Fleisch und Blute und legt gleichsam den Samen der Unsterblichkeit in uns. (Cyr.) -1 Korinther 1Kor 53 6 16 An nescitis quoniam qui adhæret meretrici, unum corpus efficitur? Erunt enim (inquit) duo in carne una. Oder wisset ihr nicht, dass wer einer Buhlerin anhängt, ein Leib mit ihr wird? Denn es werden (sagt er)²⁰ die Zwei ein Leib sein. -1 Korinther 1Kor 53 6 16 20 Im Sinne des Apostels sagt dies Gott. Ähnlich [Mt 19,4]. Freilich hat nach [Gen 2,23.24] Adam diese Worte gesprochen, aber doch auf Gottes Eingebung (Konzil von Trient, Sitz 24 Von der Ehe.) Der heilige Paulus redet von dem natürlichen Akte, welcher nicht unterschieden ist, ob es sich um Ehe oder Unzucht handelt (Thom.). Auch eine gewisse Vereinigung der Gemüter hat in beiden Fällen statt. In der Ehe werden die Willen geeint, und da das Band dieser Vereinigung ein geistiges ist, konnte der heil. Paulus die Vereinigung zwischen dem Heilande und der Kirche damit vergleichen. [Eph 5,22] Bei der Unzucht werden Mann und Weib durch das Band der Begierlichkeit vereint, und die Vereinigung ist mithin eine rein fleischliche. -1 Korinther 1Kor 53 6 17 Qui autem adhæret Domino, unus spiritus est. Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm.²¹ -1 Korinther 1Kor 53 6 17 21 Wie die Unzüchtigen durch das niedrigste Band verbunden werden, die fleischliche Begierde, so werden die, welche dem Herrn anhängen, mit ihm durch das höchste Band vereint, welches uns mit Gott verbindet, die Liebe, welche der Heil. Geist in unsere Herzen ausgießt, so dass wir mit Gott ein Geist werden. Da nun der Leib dem Geiste dient, so sind unsere Leiber gleichfalls Glieder dessen, dem wir durch den Geist vereint werden. Mithin raubt der Christ, welcher Unzucht begeht, wahrhaft die Glieder Christi und übergibt sie der Buhlerin. -1 Korinther 1Kor 53 6 18 Fugite fornicationem. Omne peccatum, quodcumque fecerit homo, extra corpus est: qui autem fornicatur, in corpus suum peccat. Fliehet die Unzucht!²² Jede Sünde, welche der Mensch begeht, bleibt außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen seinen eigenen Leib.²³ -1 Korinther 1Kor 53 6 18 22 Alle übrigen Laster werden durch Widerstand überwunden, denn je mehr der Mensch sie im einzelnen betrachtet, desto weniger findet er an ihnen, was ihn erfreuen kann. Das Laster der Unzucht hingegen wird durch die Flucht überwunden, d. i. indem man die unreinen Gedanken und alle Gelegenheiten meidet (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 6 18 23 In allen Sünden braucht der Mensch den Leib als Mittel, da die Seele, so lange sie mit dem Körper verbunden ist, zu ihren Handlungen nach außen eines körperlichen Organes bedarf. In diesem Sinne ist also keine Sünde außerhalb des Leibes. Indes für alle anderen Sünden, außer der Unzucht, bedarf der Mensch einer Sache außerhalb seines Leibes, nach der er auf ungeordnete Weise strebt, oder die er ungebührlich gebraucht, wie der Unmäßige die Speise. So wendet der Mensch die Dinge von dem Ziele ab, welches Gott ihnen bestimmt hat, und weist ihnen ein neues zu, tut ihnen Gewalt an und vergeht sich gleichsam gegen sie. Der Unzüchtige hingegen gebraucht nur seinen Leib und zwar zu einem Ziele, das Gott diesem nicht gestellt hatte, und tut so seinem Leibe Unrecht. So der heil. Augustin, der zugleich bekennt, dass diese Stelle des heil. Paulus schwer zu erklären ist. Andere erklären dieselbe deshalb verschieden. -1 Korinther 1Kor 53 6 19 An nescitis quoniam membra vestra, templum sunt Spiritus sancti, qui in vobis est, quem habetis a Deo, et non estis vestri? Oder wisset ihr nicht, dass eure Glieder²⁴ ein Tempel des Heiligen Geistes sind, der in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer eigen seid? -1 Korinther 1Kor 53 6 19 24 Griech.: Euer Leib. -1 Korinther 1Kor 53 6 20 Empti enim estis pretio magno. Glorificate, et portate Deum in corpore vestro. Denn um hohen Preis seid ihr erkauft worden.²⁵ Verherrlichet und traget Gott in eurem Leibe!²⁶ -1 Korinther 1Kor 53 6 20 25 Wer Unzucht begeht, sündigt gegen seinen Leib, nun ist aber der Leib ein Tempel des Heil. Geistes, also ist jene Sünde eine Heiligtumsschändung. Wie groß ist die Würde des Leibes: Der Heil. Geist, den der Vater gibt, wohnt in der Seele durch die heiligmachende Gnade und weiht dieselbe zu seinem Tempel durch die göttliche Liebe, welche er in sie ausgießt! Er heiligt auch den Leib, dass er ein geeignetes Werkzeug der mit der heiligmachenden Gnade ausgestatteten Seele sei. Im Heil. Geiste besitzen wir auch das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit des Leibes. [2Kor 5,5] Dieser Leib, ein Tempel des Heil. Geistes, ist von Gott erkauft. Einst war Seele und Leib in der Gewalt des Fürsten dieser Welt, Christus hat für uns das Lösegeld bezahlt und seinen Geist in uns gesendet. Also: Christus hat den Leib mit seinem Blute erkauft, der Vater hat den Heil. Geist in denselben gesendet, dieser weiht ihn zu einem Tempel der heil. Dreifaltigkeit. -1 Korinther 1Kor 53 6 20 26 Wir dürfen nicht nur das Heiligtum Gottes nicht verletzen, sondern müssen auch den, der uns durch seine Gegenwart verherrlicht, in unserem Leibe als seinem Heiligtume verherrlichen, indem wir diesen als Gott geweiht betrachten und ihn nur nach Gottes Willen gebrauchen. Auch aus dieser Stelle folgt, wie aus [1Kor 3,16], die Gottheit des Heil. Geistes. -1 Korinther 1Kor 53 7 0 III. Beantwortung der von der korinthischen Kirche dem Apostel vorgelegten Fragen. (7,1 15,58) 1. Fragen über Ehe und Ehelosigkeit [1Kor 7]: a: Der Gebrauch der Ehe. (V. 9) b. Die Unlöslichkeit der Ehe. Die Ständigkeit der Ehe unter Christen und der Mischehen. (V. 16) Die Ständigkeit anderer Verhältnisse nach der Bekehrung. (V. 24) c. Die Ehelosigkeit (V. 40): der Apostel rät den Jungfrauen die Ehelosigkeit an (V. 28), preist die Vorzüge der Jungfräulichkeit vor der Ehe (V. 35), stellt einige praktische Folgerungen auf (V. 38) und wendet dieselben auch auf die Witwen an. -1 Korinther 1Kor 53 7 1 De quibus autem scripsistis mihi: Bonum est homini mulierem non tangere: In Betreff dessen, wovon ihr mir geschrieben habt,¹ so tut der Mensch wohl daran,² kein Weib zu berühren;³ -1 Korinther 1Kor 53 7 1 1 Der Apostel beantwortet eine Anzahl von Fragen, welche die Korinther ihm vorgelegt haben. An den Tadel gegen die Unzucht schließt sich naturgemäß die Belehrung über die Ehe. Einige von den Korinthern waren aus Abscheu gegen die Unzucht so weit gegangen, dass sie sogar die Ehe verwarfen, vergl. [1Tim 4,3], weshalb die Neubekehrten sich an den heil. Paulus wendeten. (Aug.) -1 Korinther 1Kor 53 7 1 2 Es hat geistigen Nutzen, trägt zum ewigen Leben bei; dem, der das Bessere und Vollkommenere sucht, weise ich dies. (Aug.) Wer hingegen das Sichere will und Hilfe sucht gegen seine Schwäche (Chrys.), für den gilt V. 2. -1 Korinther 1Kor 53 7 1 3 Im Griech. steht die Mehrzahl. Ebenso lesen Tert., Aug., Hier. Um der mannigfachen Sünden der Unenthaltsamkeit willen, denen der Mensch sonst ausgesetzt ist, gibt der Apostel diese Regel (Hier., Chrys., Theod.). -1 Korinther 1Kor 53 7 2 Propter fornicationem autem unusquisque suam uxorem habeat, et unaquæque suum virum habeat. jedoch um Unzucht zu verhüten, möge ein jeder sein Weib, und eine jede Frau ihren Mann haben. -1 Korinther 1Kor 53 7 3 Uxori vir debitum reddat: similiter autem et uxor viro. Dem Weibe leiste der Mann die Pflicht, gleicherweise auch das Weib dem Manne. [1Petr 3,7] -1 Korinther 1Kor 53 7 4 Mulier sui corporis potestatem non habet, sed vir. Similiter autem et vir sui corporis potestatem non habet, sed mulier. Das Weib hat nicht Gewalt über ihren Leib, sondern der Mann; gleicherweise aber hat auch der Mann nicht Gewalt über seinen Leib, sondern das Weib.⁴ -1 Korinther 1Kor 53 7 4 4 Begründung zu V. 3. Das Gegenteil schließt eine Verletzung der Gerechtigkeit ein. Das Recht bleibt innerhalb der Grenzen, welche die Natur der Ehe selbst zieht. -1 Korinther 1Kor 53 7 5 Nolite fraudare invicem, nisi forte ex consensu ad tempus, ut vacetis orationi: et iterum revertimini in idipsum, ne tentet vos Satanas propter incontinentiam vestram. Entziehet euch einander nicht, es sei denn mit gegenseitiger Einwilligung, auf eine Zeit, um euch dem Gebete zu widmen; dann kommet wiederum zusammen, damit euch der Satan nicht versuche eurer Unenthaltsamkeit wegen.⁵ -1 Korinther 1Kor 53 7 5 5 Der Apostel erklärt die von ihm aufgestellte Vorschrift dahin, dass dieselbe unter gewissen Bedingungen auf immer oder auf eine gewisse Zeit keine Anwendung findet. Wenn die Eheleute einander ungerechterweise entziehen, ein Teil gegen den Willen des anderen, begehen sie eine Sünde gegen die Gerechtigkeit. Damit von der Enthaltung jede Sünde fern sei, muss erstlich gegenseitiges Einverständnis vorhanden sein, die Enthaltung nur kurze Zeit dauern, endlich ein höheres Ziel die Ursache sein. (Gebetsübung) Vergl. [1Petr 3,7]. Die Worte des heil. Paulus zeigen, wie recht die Kirche handelte, als sie die Ehelosigkeit der Priester vorschrieb, welche allezeit im Gebete anhalten, allezeit Gott das heilige Opfer darbringen sollen. Nur der darf das unaufhörliche Opfer darbringen, sagt bereits Origenes, der sich beständiger und ununterbrochener Keuschheit geweiht hat. Da auch bei den Juden für gewisse feierliche Gelegenheiten die Enthaltung vorgeschrieben [Ex 19,15, 1Kön 21,5] und selbst den Heiden nicht unbekannt war, ist es nicht zu verwundern wenn der Apostel seine Leser darauf hinweist, dass die Ehe ein Hindernis bildet, zu einer innigeren Verbindung und dem engeren Verkehr mit Gott zu gelangen. Da unter den Bedingungen auch die ist: auf eine Zeit, so gibt der Apostel an, was nach derselben zu geschehen hat. -1 Korinther 1Kor 53 7 6 Hoc autem dico secundum indulgentiam, non secundum imperium. Dies aber sage ich als Zugeständnis, nicht als Gebot.⁶ -1 Korinther 1Kor 53 7 6 6 Das Letztgesagte (V. 5) war ein Zugeständnis in Rücksicht auf die menschliche Schwäche, nicht ein Gebot. Ein Zugeständnis betrifft entweder ein minderes Übel, wie Moses wegen der Herzenshärtigkeit gestattete, einen Scheidebrief zu geben, oder ein geringeres Gutes, da kein Mensch durch die Gebote zu einem höheren Guten verpflichtet ist. So gestattet der Apostel an dieser Stelle die Ehe als ein geringeres Gutes im Vergleich zur Enthaltsamkeit (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 7 7 Volo enim omnes vos esse sicut meipsum: sed unusquisque proprium donum habet ex Deo: alius quidem sic, alius vero sic. Denn ich wünschte, dass ihr alle⁷ seiet, wie ich selbst; doch ein jeder hat seine eigene Gabe⁸ von Gott, der eine so, der andere aber so. -1 Korinther 1Kor 53 7 7 7 Griech.: Alle Menschen. Der Apostel weiß aber, dass nicht alle dieses Ziel erreichen können, da eine besondere Gnade hierzu notwendig ist, die Gott nach seiner Weisheit dem einen gewährt, dem andern nicht. -1 Korinther 1Kor 53 7 7 8 Die beständige Enthaltung, welche er und andere üben, ist ein besonderes Geschenk Gottes. Freilich fordert auch dies noch, dass der Mensch, dem es zu Teil wird, mitwirkt (Chrys.). Bitten wir im Namen Jesu um dieselbe, so werden wir sie erhalten. Diese Wahrheit ist besonders von jenen zu beherzigen, welche durch Gelübde oder äußere Umstände (z. B. Krankheit des Gatten) enthaltsam zu sein verpflichtet oder genötigt sind. Übrigens nennt der Apostel auch die Ehe ein Geschenk Gottes. -1 Korinther 1Kor 53 7 8 Dico autem non nuptis, et viduis: bonum est illis si sic permaneant, sicut et ego. Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: Es ist ihnen gut, wenn sie so bleiben, wie auch ich.⁹ -1 Korinther 1Kor 53 7 8 9 Der Mensch überlege wohl, wozu er sich entscheidet. Die Witwen sind jene, welche gewisse Ämter in der Kirche bekleideten, wegen deren sie unverheiratet bleiben mussten. -1 Korinther 1Kor 53 7 9 Quid si non se continent, nubant. Melius est enim nubere, quam uri. Wenn sie aber nicht enthaltsam sind,¹⁰ so sollen sie heiraten; denn es ist besser heiraten, als entbrannt sein.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 7 9 10 Wenn sie fühlen, dass ihnen die Gabe der Enthaltsamkeit nicht zu Teil geworden ist. -1 Korinther 1Kor 53 7 9 11 Von heftigen Versuchungen heimgesucht und besiegt zu werden. Nicht der, welcher die Hitze des Feuers fühlt, wird verbrannt, sondern wer vom Feuer ergriffen und verletzt wird. -1 Korinther 1Kor 53 7 10 Iis autem, qui matrimonio juncti sunt, præcipio non ego, sed Dominus, uxorem a viro non discedere: Denen aber, welche ehelich verbunden sind, gebiete nicht ich, sondern der Herr,¹² dass die Frau sich nicht von dem Manne trenne.¹³ [Mt 5,32, Mt 19,9] -1 Korinther 1Kor 53 7 10 12 Sind nicht auch andere Vorschriften, welche der Apostel im weiteren Verlaufe des Briefes gibt, Gebote des Herrn [1Kor 14,37], nicht aus privater Autorität, sondern kraft apostolischer Vollmacht und unter Leitung des Heil. Geistes gegeben? (Vergl. V. 40). Gewiss; der heil. Paulus redet also hier von einem unmittelbar von dem Herrn selbst verkündeten Gebote, an anderen Stellen aber von einem Gebote des Herrn, das er selbst verkündet. Die Verpflichtung beider ist gleich, doch scheint dem ersteren eine größere Würde zuzukommen. Die an dieser Stelle erwähnte Vorschrift ist nicht aus dem Evangelium, sondern aus der Tradition geschöpft. [Mt 5,32] und [Mt 19,9, Lk 16,18] redet der Herr nur von dem Manne, der sein Weib entlässt, weil es bei den Juden nicht gestattet war, den Mann zu verlassen. [Mk 10,11.12] antwortet der Heiland den Jüngern. Die Form dieser Frage hat der Apostel vor Augen, hält aber eine andere Ordnung inne. -1 Korinther 1Kor 53 7 10 13 Der in V. 12 folgende Gegensatz zeigt, dass hier von christlichen Eheleuten die Rede ist. -1 Korinther 1Kor 53 7 11 Quod si discesserit, manere innuptam, aut viro suo reconciliari. Et vir uxorem non dimittat. Wenn sie sich aber getrennt hat,¹⁴ bleibe sie unvermählt, oder versöhne sich wieder mit ihrem Manne. Auch entlasse der Mann die Frau nicht. -1 Korinther 1Kor 53 7 11 14 Trotz des entgegenstehenden Gebotes. Die Vorschrift des V. 11 gilt für beide Teile. Die Gegenüberstellung beider Ursachen zeigt, dass der heil. Paulus den Eheleuten nicht freistellt, welchen von den beiden Teilen sie wählen wollen, sondern dass für jeden von beiden Fällen verschiedene Ursachen maßgeblich sind. Wie hätte er auch sonst vorher sagen können: Entzieht euch einander nicht, hier aber gestatten, dass das Weib sich gegen den Willen ihres Mannes von ihm trenne? Endlich bedeutet das Wort: Wenn sie sich aber getrennt hat, nicht, dass sie dies aus eigener Autorität tun dürfte. Was aus dieser allein geschehen kann, hat der Apostel in V. 5 gesagt. -1 Korinther 1Kor 53 7 12 Nam ceteris ego dico, non Dominus. Si quis frater uxorem habet infidelem, et hæc consentit habitare cum illo, non dimittat illam. Den übrigen aber¹⁵ sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat,¹⁶ und diese willigt ein, bei ihm zu wohnen, so entlasse er sie nicht. -1 Korinther 1Kor 53 7 12 15 Denen, welche gläubig geworden sind, während der andere Teil heidnisch blieb. Der Apostel gibt hier entweder eine Erlaubnis oder eine Vorschrift. Wenn aber eine Vorschrift, dann wohl nicht ein vom Heilande selbst gegebenes, aber nicht verkündetes Gebot, sondern eine Vorschrift, die Paulus aus apostolischer Machtvollkommenheit kundgibt. Im letzteren Falle setzt die von dem Apostel gegebene Vorschrift das göttliche Recht betreffs der Trennung der dieserart gemischten Ehe voraus, denn Gott allein ist Herr auch des nicht sakramentalen Ehebandes. Da nun Paulus vorschreibt, dass in bestimmten Fällen eine solche Mischehe nicht getrennt werde, so setzt er voraus, dass nach göttlicher Anordnung in anderen Fällen eine solche Trennung stattfinden kann. Der Apostel unterscheidet im Folgenden zwei Fälle: V. 12, 13, zu denen als Begründung V. 14 tritt, und V. 15, dessen Begründung V. 16 enthält. -1 Korinther 1Kor 53 7 12 16 Es handelt sich um bereits geschlossene Ehen. Die Taufe allein löst die Ehe nicht. Aber eine solche Ehe mit Nichtchristen hat nicht die gleiche Festigkeit wie die der Christen unter sich (Greg. XIII:). Der Kirche kommt es zu, die Bedingungen zu bestimmen, unter denen ein Gläubiger der Vorschrift des Apostels zu folgen hat. -1 Korinther 1Kor 53 7 13 Et si qua mulier fidelis habet virum infidelem, et hic consentit habitare cum illa, non dimittat virum: Und wenn eine gläubige Frau einen ungläubigen Mann hat, und dieser willigt ein, mit ihr zu wohnen, so entlasse sie den Mann nicht; -1 Korinther 1Kor 53 7 14 Sanctificatus est enim vir infidelis per mulierem fidelem, et sanctificata est mulier infidelis per virum fidelem: alioquin filii vestri immundi essent, nunc autem sancti sunt. denn der ungläubige Mann ist durch die gläubige Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist durch den gläubigen Mann geheiligt; sonst wären eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.¹⁷ -1 Korinther 1Kor 53 7 14 17 Nach dem Sprachgebrauche der heil. Schrift werden alle Dinge geheiligt, welche auf besondere Weise dem Reiche des Fürsten dieser Welt entzogen und Gottes Dienst geweiht werden. Beide Stücke sind gewöhnlich verbunden, können indes auch getrennt werden. Die Christen sind alle heilig, da sie durch die Taufe nicht allein der Seele nach, sondern auch dem Leibe nach Gott geweiht und Tempel des Heil. Geistes sind. [1Kor 6,15.19] Nun sind Mann und Weib durch die Ehe vereint ein Leib, also beginnt der Ungläubige in der Vereinigung und durch die Vereinigung mit einem gläubigen Weibe, indem er einwilligt mit ihr ohne Beleidigung des Schöpfers zu leben, sich der Herrschaft des Fürsten dieser Welt zu entziehen und einiger maßen mit Christus vereinigt zu werden. Selbst die Speisen, sagt der heil. Augustin, die wir zur Erhaltung des Lebens nehmen, werden, wie der Apostel bezeugt, durch das Wort Gottes und das Gebet geheiligt. [1Tim 4,5] Zudem kann das der Kirche angehörige Weib durch ihre Frömmigkeit den Mann leicht für Gott gewinnen. Die Kinder, von denen hier die Rede ist, sind wohl die nicht getauften. Diese sind zum Teile der Herrschaft des Fürsten dieser Welt entzogen und haben ein entferntes Anrecht auf die Taufe. -1 Korinther 1Kor 53 7 15 Quod si infidelis discedit, discedat: non enim servituti subjectus est frater, aut soror in hujusmodi: in pace autem vocavit nos Deus. Wenn aber der Ungläubige sich trennt,¹⁸ so trenne er sich; denn nicht ist der Bruder oder die Schwester an solche gefesselt;¹⁹ im Frieden hat uns Gott berufen.²⁰ -1 Korinther 1Kor 53 7 15 18 Wenn er die Bedingungen zurückweist. Alsdann kann das Band gelöst werden. -1 Korinther 1Kor 53 7 15 19 Gegensatz zu V. 11. -1 Korinther 1Kor 53 7 15 20 In solchem Falle ist der Bruder so wenig gefesselt, dass Gott vielmehr will, er solle vollen Frieden genießen. Dies kann nicht geschehen, wenn der Gläubige täglich mit dem Ungläubigen streiten muss, um seine Religion zu wahren. -1 Korinther 1Kor 53 7 16 Unde enim scis mulier, si virum salvum facies? aut unde scis vir, si mulierem salvam facies? Denn woher weißt du, Weib! ob du den Mann zum Heile führen werdest? Oder woher weißt du, Mann! ob du das Weib zum Heile führen werdest?²¹ -1 Korinther 1Kor 53 7 16 21 Indem du ihn zur Annahme der Taufe bewegst. Also die Gewissheit künftiger Bekehrung des ungläubigen Teiles kann unter allen Umständen Beweggrund zur Fortsetzung der Mischehe mit Heiden sein. Da diese Gewissheit nun nicht gegeben ist, steht eine zweifelhafte Möglichkeit dem Rechte des christlichen Eheteiles auf Wahrung des eigenen Friedens nicht entgegen. -1 Korinther 1Kor 53 7 17 Nisi unicuique sicut divisit Dominus, unumquemque sicut vocavit Deus, ita ambulet, et sicut in omnibus Ecclesiis doceo. Nur soll ein jeder, wie es ihm der Herr zugeteilt hat²² und wie Gott einen jeden berufen hat, so wandeln;²³ so lehre ich in allen Gemeinden. -1 Korinther 1Kor 53 7 17 22 Nicht wie das Eheband, werden andere Verhältnisse durch die Bekehrung verändert. Jeder bleibe in dem Stande, in welchem er ohne Sünde zu verharren vermag. -1 Korinther 1Kor 53 7 17 23 Er ist nicht gefesselt (V. 15), nur wandle er in dem Stande, den Gottes Vorsehung ihm gegeben, und in welchem er den Beruf zum Glauben erlangt hat. -1 Korinther 1Kor 53 7 18 Circumcisus aliquis vocatus est? non adducat præputium. In præputio aliquis vocatus est? non circumcidatur. Ist jemand als Beschnittener berufen, so stelle er sich keine Vorhaut künstlich her; ist jemand als Unbeschnittener berufen, so lasse er sich nicht beschneiden. -1 Korinther 1Kor 53 7 19 Circumcisio nihil est, et præputium nihil est: sed observatio mandatorum Dei. Die Beschneidung ist nichts, und die Vorhaut ist nichts, sondern die Beobachtung der Gebote Gottes. -1 Korinther 1Kor 53 7 20 Unusquisque in qua vocatione vocatus est, in ea permaneat. Ein jeder bleibe in dem Berufe, in welchem er berufen ist. [Eph 4,1] -1 Korinther 1Kor 53 7 21 Servus vocatus es? non sit tibi curæ: sed et si potes fieri liber, magis utere. Bist du als Sklave berufen, so lass dich dies nicht kümmern;²⁴ doch wenn du frei werden kannst, so mache es dir lieber zunutze.²⁵ -1 Korinther 1Kor 53 7 21 24 Ein neues Beispiel, damit es desto klarer werde, wie weit jenes Gebot (V. 17) sich erstreckt. -1 Korinther 1Kor 53 7 21 25 So diene noch mehr, auch wenn du frei werden kannst (Chrys.). Alle Christen sind gleich, welches auch ihre äußere Stellung sein mag. -1 Korinther 1Kor 53 7 22 Qui enim in Domino vocatus est servus, libertus est Domini: similiter qui liber vocatus est, servus est Christi. Denn²⁶ wer im Herrn berufen ward als Knecht, ist ein Freigelassener des Herrn; gleicherweise wer als Freier berufen ist, ist ein Knecht Christi. -1 Korinther 1Kor 53 7 22 26 Suche nicht die äußere Freiheit, denn wenn du sie erlangtest, würdest du dennoch innerlich unfrei bleiben, wie auch der, welcher als Freier berufen ist, nach seiner Berufung ein Unfreier ist: frei von der Herrschaft des Fürsten dieser Welt, aber Knecht Christi, durch sein Blut erkauft. Der Unfreie stelle sich die Freiheit der Kinder Gottes vor Augen, der Freie beherzige, dass er ein Knecht Christi ist. -1 Korinther 1Kor 53 7 23 Pretio empti estis, nolite fieri servi hominum. Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte von Menschen!²⁷ [1Kor 6,20, 1Petr 1,18] -1 Korinther 1Kor 53 7 23 27 So dass ihr Gott dem Herrn die gebührende Unterwerfung verweigert oder dieselbe irgendwie mindert, indem ihr den Menschen mehr als Gott zu gefallen sucht und, um den Menschen zu gefallen, euren früheren Lebensstand ändern wollt. -1 Korinther 1Kor 53 7 24 Unusquisque in quo vocatus est, fratres, in hoc permaneat apud Deum. Worin ein jeder berufen ist, Brüder! darin bleibe er bei Gott.²⁸ -1 Korinther 1Kor 53 7 24 28 Jeder bleibe so in seinem früheren Stande, dass er sich nicht von Gott entfernt, mithin, wenn derselbe sich mit dem Dienste Gottes nicht vereinigen lässt, ändere er denselben. -1 Korinther 1Kor 53 7 25 De virginibus autem præceptum Domini non habeo: consilium autem do, tamquam misericordiam consecutus a Domino, ut sim fidelis. In Hinsicht der Jungfrauen aber habe ich kein Gebot vom Herrn;²⁹ einen Rat³⁰ indes gebe ich, als einer, der vom Herrn die Barmherzigkeit erlangt hat, treu zu sein. -1 Korinther 1Kor 53 7 25 29 Waren auch diejenigen, welche als Ledige oder Verwitwete zum Glauben kamen, weiter ehelos zu bleiben verpflichtet? Der Heiland hatte zwar auf Erden weilend die Vorzüge der Jungfräulichkeit gepriesen, aber nichts darüber bestimmt, ja jedes Gebot fast untersagt (Chrys.), denn ein Werk der Gnade ist ein Gegenstand des Wunsches und freier Wahl, nicht des Zwanges (Ambros.). Der Apostel redet hier von beiden Geschlechtern, ähnlich wie der Heiland [Mt 19,12]. -1 Korinther 1Kor 53 7 25 30 Der Unterschied zwischen Gebot und Rat ist der, dass der Ungehorsam gegen das erstere eine Sünde ist, betrifft es doch ein notwendiges Gut, das Nichtannehmen des Letzteren keine Sünde (Aug.), weil der Rat das bessere Gute vorstellt. Da Paulus fürchtet, auch so auf Widerspruch zu treffen, fügt er die Erinnerung an seine apostolische Würde bei. Nicht als privater, dem Irrtum unterworfener Mensch gibt er diesen Rat, sondern fest überzeugt, dass er den Heil. Geist besitzt. -1 Korinther 1Kor 53 7 26 Existimo ergo hoc bonum esse propter instantem necessitatem, quoniam bonum est homini sic esse. Ich erachte also dafür, es sei dies gut³¹ wegen der obwaltenden Not,³² nämlich, dass es dem Menschen gut ist, so zu sein. -1 Korinther 1Kor 53 7 26 31 Dies: dass es dem Menschen gut ist, wenn er unvermählt bleibt. -1 Korinther 1Kor 53 7 26 32 Wegen der Vielen und mannigfachen Heimsuchungen und Kümmernisse, welche das gegenwärtige Leben mit sich bringt, und welchen die Verheirateten vielmehr als die Unverheirateten ausgesetzt sind, da jene für sich zugleich und die ihrigen sorgen müssen. Die Not ist obwaltend, weil die Eheleute sich nie von derselben losmachen können. Diese Not hindert den Menschen, sich ganz Gottes Dienst zu weihen (V. 32ff). -1 Korinther 1Kor 53 7 27 Alligatus es uxori? noli quærere solutionem. Solutus es ab uxore? noli quærere uxorem. Bist du an eine Frau gebunden, so suche keine Lösung;³³ bist du aber frei, so suche keine Frau. -1 Korinther 1Kor 53 7 27 33 Damit niemand aber die Ehe derart herabsetze, dass er vermeinte, eine bereits geschlossene müsse gelöst, eine neue dürfe von Unverheirateten nicht eingegangen werden, weist der heil. Paulus darauf hin, dass er nur von den Ledigen gesprochen und zudem nur einen Rat gegeben hat. Für Verheiratete gelten jene Gebote und Räte, welche bereits in V. 10ff aufgestellt sind. -1 Korinther 1Kor 53 7 28 Si autem acceperis uxorem: non peccasti. Et si nupserit virgo, non peccavit: tribulationem tamen carnis habebunt hujusmodi. Ego autem vobis parco. Wenn du aber eine Frau nimmst, so sündigst du nicht; und wenn die Jungfrau heiratet, so sündigt sie nicht;³⁴ jedoch werden solche Bedrängnis des Fleisches haben.³⁵ Ich aber schone eurer.³⁶ -1 Korinther 1Kor 53 7 28 34 Dieser Zusatz soll zeigen, dass die vorhergehenden Worte nur ein Rat sind, selbstverständlich nur für die, welche durch kein Gelübde Gott verbunden sind (Chrys., Theod.). -1 Korinther 1Kor 53 7 28 35 Die in V. 26 erwähnten. -1 Korinther 1Kor 53 7 28 36 Euch die Bedrängnisse zu ersparen wünschend, gebe ich euch den Rat, ehelos zu bleiben. -1 Korinther 1Kor 53 7 29 Hoc itaque dico, fratres: Tempus breve est: reliquum est, ut et qui habent uxores, tamquam non habentes sint: Dies nun, Brüder! sage ich:³⁷ Die Zeit ist kurz,³⁸ es erübrigt, dass auch die, welche Frauen haben, seien, als hätten sie keine;³⁹ -1 Korinther 1Kor 53 7 29 37 V. 29 31 sind der Obersatz, V. 32 34 der Untersatz, V. 35 die Folgerung eines Syllogismus. -1 Korinther 1Kor 53 7 29 38 Die Zeit dieses Lebens ist nach Gottes Vorsehung eine kurze (Hieron., Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 7 29 39 Der Gebrauch der Ehe wird nicht verboten, doch soll sich niemand durch ihre Annehmlichkeiten oder Lasten von seiner Hauptpflicht, dem Dienste Gottes, zurückhalten oder abwenden lassen. -1 Korinther 1Kor 53 7 30 Et qui flent, tamquam non flentes: et qui gaudent, tamquam non gaudentes: et qui emunt, tamquam non possidentes: und die, welche weinen, als weinten sie nicht; und die, welche sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die, welche kaufen, als besäßen sie nichts; -1 Korinther 1Kor 53 7 31 Et qui utuntur hoc mundo, tamquam non utantur: præterit enim figura hujus mundi. und die, welche diese Welt genießen, als genössen sie dieselbe nicht;⁴⁰ denn die Gestalt⁴¹ dieser Welt vergeht. -1 Korinther 1Kor 53 7 31 40 Der Apostel spricht (wie der griech. Text zeigt) von einem Genusse, der über das Maß der Notwendigkeit hinausgeht. -1 Korinther 1Kor 53 7 31 41 Die äußere Gestalt. Wir dürfen uns den Dingen dieser Welt und ihren Sorgen nicht gänzlich überlassen, da eine Sorge unser ganzes Herz erfüllen soll, von der in den nächsten Versen die Rede ist. -1 Korinther 1Kor 53 7 32 Volo autem vos sine sollicitudine esse. Qui sine uxore est, sollicitus est quæ Domini sunt, quomodo placeat Deo. Ich wünschte aber, ihr möchtet ohne Sorge sein. Wer unverheiratet ist, ist um das besorgt, was des Herrn ist, wie er Gott wohlgefallen möge. -1 Korinther 1Kor 53 7 33 Qui autem cum uxore est, sollicitus est quæ sunt mundi, quomodo placeat uxori, et divisus est. Wer aber verheiratet ist, ist um das besorgt, was der Welt ist, wie er seinem Weibe gefallen möge, und ist geteilt.⁴² -1 Korinther 1Kor 53 7 33 42 Es gilt dies für beide Geschlechter. -1 Korinther 1Kor 53 7 34 Et mulier innupta, et virgo cogitat quæ Domini sunt, ut sit sancta corpore, et spiritu. Quæ autem nupta est, cogitat quæ sunt mundi, quomodo placeat viro. Und das unverheiratete Weib und die Jungfrau⁴³ ist auf das bedacht, was des Herrn ist, dass sie heilig sei an Leib und Geist; die Verheiratete aber ist auf das bedacht, was der Welt ist, wie sie dem Manne gefallen möge.⁴⁴ -1 Korinther 1Kor 53 7 34 43 Der Zusatz: Jungfrau ist beigesetzt, damit die Leser nicht nur an die Witwen dachten. -1 Korinther 1Kor 53 7 34 44 Zwar will der Apostel, dass alle Christen heilig seien an Leib und Seele; dennoch hält er es für notwendig, darauf hinzuweisen, dass es den Verheirateten schwerer ist, sich vom Geiste der Welt frei zu halten, als den Ehelosen, da jene größerer Gnaden bedürfen, mithin ist die Ehelosigkeit vorzuziehen. (Aug.) -1 Korinther 1Kor 53 7 35 Porro hoc ad utilitatem vestram dico: non ut laqueum vobis injiciam, sed ad id, quod honestum est, et quod facultatem præbeat sine impedimento Dominum obsecrandi. Dieses sage ich jedoch zu eurem Besten;⁴⁵ nicht um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern zur Wohlanständigkeit⁴⁶ und zur Förderung ungestörten Gebetes zum Herrn. -1 Korinther 1Kor 53 7 35 45 Sorgfältig scheidet der Apostel das, was nützlich ist, von dem, was notwendig ist. Wie die Jäger die Tiere des Waldes mit Schlingen ihrer Freiheit berauben, so wird die Freiheit der Menschen durch Gesetze beschränkt; aber der heil. Apostel will den Gläubigen nicht ihre Freiheit rauben, sondern stellt ihnen als guter Vater, der ihr Bestes sucht, jenes große Vorrecht vor Augen, dessen sich alle unverheirateten und jungfräulichen Menschen erfreuen. -1 Korinther 1Kor 53 7 35 46 Der Apostel hat hier die Vollkommenheit derselben, nicht das gewöhnliche Maß im Sinne (Aug.). -1 Korinther 1Kor 53 7 36 Si quis autem turpem se videri existimat super virgine sua, quod sit superadulta, et ita oportet fieri: quod vult faciat: non peccat, si nubat. Wenn aber jemand meint,⁴⁷ es gereiche ihm zur Unehre, wenn seine Jungfrau über die Jahre hinauskommt, und es so geschehen muss,⁴⁸ so tue er, was er will; er sündigt nicht, wenn sie heiratet. -1 Korinther 1Kor 53 7 36 47 Für die jungen Männer, welche über sich selbst zu bestimmen berechtigt sind, konnte der V. 27 erteilte Rat ausreichen, da aber die Jungfrauen von den Eltern abhängen, gibt der Apostel auch diesen einige Anweisungen. Sie sündigen nicht, wenn sie ihre Töchter zur Ehe geben (V. 36), tun aber gut daran, wenn sie dieselben ihre Jungfräulichkeit bewahren lassen (V. 37); gut ist die Ehe, besser die Jungfräulichkeit (V. 38). -1 Korinther 1Kor 53 7 36 48 Wohl ist es auch für die Eltern eine Ehre, eine Tochter zu haben, die Jungfrau ist, doch nicht alle fassen dies. Wenn aber der Vater urteilt, dass die Tochter, wenn sie über die Jahre hinauskommt, leicht sich und ihre Familie in Schande bringen würde, und dass er sie deshalb verheiraten muss, so tue er, was er will. -1 Korinther 1Kor 53 7 37 Nam qui statuit in corde suo firmus, non habens necessitatem, potestatem autem habens suæ voluntatis, et hoc judicavit in corde suo, servare virginem suam, bene facit. Wer aber in seinem Herzen fest beschlossen hat, ohne Zwang, vielmehr nach seinem Willen frei handelnd, und sich dafür in seinem Herzen entschieden hat, seine Jungfrau zu bewahren, der tut wohl daran.⁴⁹ -1 Korinther 1Kor 53 7 37 49 Jeder einzelne Ausdruck ist ein Gegenstand zu den entsprechenden Worten des vorhergehenden Verses. Wer in seinem Herzen fest beschlossen hat, weil für ihn keine Notwendigkeit vorliegt, die seiner Tochter den Wunsch einer Heirat, ihm die Zustimmung nahe legt, tut recht, indem er sie die freiwillige Jungfrauschaft bewahren lässt. -1 Korinther 1Kor 53 7 38 Igitur et qui matrimonio jungit virginem suam, bene facit: et qui non jungit, melius facit. Sonach denn, wer seine Jungfrau verheiratet, tut recht; und wer sie nicht verheiratet, tut besser. -1 Korinther 1Kor 53 7 39 Mulier alligata est legi quanto tempore vir ejus vivit: quod si dormierit vir ejus, liberata est: cui vult nubat: tantum in Domino. Das Weib ist an das Gesetz gebunden,⁵⁰ so lange ihr Mann lebt; wenn aber ihr Mann entschlafen ist,⁵¹ so ist sie frei geworden; sie heirate, wen sie will, allein im Herrn.⁵² [Röm 7,2] -1 Korinther 1Kor 53 7 39 50 Das Gesetz der Ehe, dass sie mit keinem anderen Manne sein darf. -1 Korinther 1Kor 53 7 39 51 Dieser Ausdruck wird in der heil. Schrift nur bei denen angewendet, welche auf eine glorreiche Auferstehung hoffen dürfen, d. i. den Gerechten. -1 Korinther 1Kor 53 7 39 52 Der Zusatz bestimmt die Person näher: wen sie will. -1 Korinther 1Kor 53 7 40 Beatior autem erit si sic permanserit secundum meum consilium: puto autem quod et ego Spiritum Dei habeam. Seliger aber wird sie sein, wenn sie so bleibt, nach meinem Rate;⁵³ ich meine aber, dass auch ich Gottes Geist habe.⁵⁴ -1 Korinther 1Kor 53 7 40 53 Warum sie seliger ist, sagt der Apostel zwar nicht ausdrücklich, der vorhergehende Preis der Jungfräulichkeit aber zeigt, dass sie so einen geistigen Vorteil gewinnt. -1 Korinther 1Kor 53 7 40 54 Wie der heil. Paulus vom Anfange seiner Erörterung über die Ehelosigkeit auf seine Würde hinweist (V. 25), ob auch mit großer Bescheidenheit, so auch hier. -1 Korinther 1Kor 53 8 0 2. Fragen über die Götzenopfer. (8,1 11,1): a. Theoretische Lösung der Frage (V. 13): das Essen des den Götzen geopferten Fleisches ist an sich nicht verboten (V. 8), indes führt der Genuss desselben bisweilen die Gefahr eines Ärgernisses herbei. -1 Korinther 1Kor 53 8 1 De iis autem, quæ idolis sacrificantur, scimus quia omnes scientiam habemus. Scientia inflat, caritas vero ædificat. Hinsichtlich dessen aber, was den Götzen geopfert wird,¹ wissen wir,² weil wir alle³ Erkenntnis haben. Die Erkenntnis macht aufgeblasen, die Liebe hingegen erbaut.⁴ -1 Korinther 1Kor 53 8 1 1 Wenngleich die Frage über die Götzenopfer durch den Erlass des Apostelkonzils [Apg 15,23ff] bereits ihre Entscheidung gefunden hatte, waren dennoch in Korinth verschiedene Zweifel aufgetaucht. Das Aposteldekret war freilich zunächst nur für die Heidenchristen von Antiochia, Syrien und Cilicien erlassen [Apg 15,23] und in den Kirchen dieser Länder verkündet worden. [Apg 15,30.41Apg 16,4], Für jene Gegenden lag auch eine besondere Notwendigkeit für dasselbe vor, da in denselben die Zahl der Juden überaus groß war. Anders verhielt sich die Sache in Macedonien und Griechenland, wo die Juden so wenig zahlreich waren, dass sie nicht einmal in allen größeren Städten Synagogen hatten. War hier die Gefahr des Ärgernisses eine geringere, so war auch die Schwierigkeit, das Dekret in seiner ganzen Ausdehnung auszuführen, größer. Die Ursache des Ärgernisses, das man nehmen konnte, lag darin, dass diejenigen Teile des Opfertieres, welche den Opfernden zurückgegeben wurden, gleichsam von den Götzen zurückgeschenkt schienen. Diese zurückgegebenen Teile wurden entweder von den Opfernden selbst verzehrt, oder verkauft, oder den Armen geschenkt. Viele Korinther hielten den Genuss dieses Fleisches für erlaubt [1Kor 6,12, 1Kor 10,23], einige nahmen wohl selbst an Opfermahlzeiten im heidnischen Tempel teil, andere wagten das Letztere zwar nicht, aber aßen im Übrigen alles Fleisch, ohne nach dem Ursprunge zu forschen, wieder andere endlich fragten, ehe sie kauften oder genossen, ängstlich, ob es nicht etwa von einem Götzenopfer herrühre. Es handelte sich also für den Apostel darum, weder die unberechtigte Ängstlichkeit der Schwachen zu vermehren, noch die christliche Freiheit für die gebührende Grenze auszudehnen. Bei seiner Lösung der Frage steht ihm das Opferdekret vor Augen, das er, ob er es gleich nicht anführt, authentisch erklärt. -1 Korinther 1Kor 53 8 1 2 Der Satz ist nicht vollendet. Die Erwähnung des Wissens führt den Apostel dazu, die Eigenschaften des rechten Wissens darzulegen, so dass erst V. 4 der Gegenstand des Wissens genannt wird. -1 Korinther 1Kor 53 8 1 3 Die Vollkommeneren, die Geistigen. [1Kor 2,12] -1 Korinther 1Kor 53 8 1 4 Die rein menschliche Erkenntnis macht aufgeblasen, wenn man sie ohne die Hilfe der Liebe schlecht anwendet. (Aug., Thom.) Die Liebe erbaut: die ganze Kirche und die einzelnen Gläubigen sind gleichsam ein Tempel Gottes; wer zum Fortschritt der Kirche und ihrer Glieder beiträgt, erbaut jenen; dies tut die Liebe im Verein mit der Erkenntnis. -1 Korinther 1Kor 53 8 2 Si quis autem se existimat scire aliquid, nondum cognovit quemadmodum oporteat eum scire. Wenn aber jemand vermeint, etwas zu wissen, so hat er noch nicht erkannt, wie er wissen muss.⁵ -1 Korinther 1Kor 53 8 2 5 Wer von Stolz verblendet etwas zu wissen glaubt, was eine tiefere Erkenntnis des Christentums zum Gegenstande hat, kennt noch nicht einmal die Weise, wie er wissen soll, geschweige die Sache, welche er zu kennen meint; denn eine wahre Erkenntnis muss praktisch und nützlich sein. -1 Korinther 1Kor 53 8 3 Si quis autem diligit Deum, hic cognitus est ab eo. Wenn jemand Gott liebt,⁶ der ist von ihm erkannt.⁷ -1 Korinther 1Kor 53 8 3 6 Die wahre Gottesliebe schließt die Nächstenliebe in sich. -1 Korinther 1Kor 53 8 3 7 Dieser ist zur Freundschaft mit Gott erhoben und mit allen Gütern bereichert, unter denen auch die rechte Erkenntnis ist (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 8 4 De escis autem, quæ idolis immolantur, scimus quia nihil est idolum in mundo, et quod nullus est Deus, nisi unus. In Betreff der Speisen aber, welche den Götzen geopfert werden, wissen wir,⁸ dass ein Götze nichts in der Welt ist, und dass kein Gott ist, als nur der eine.⁹ -1 Korinther 1Kor 53 8 4 8 Vergl. Anm. 2. -1 Korinther 1Kor 53 8 4 9 Der Apostel hat wohl [Ps 95,5] vor Augen. Ein Götze ist ein Name ohne Sache, ein Bildnis menschlichen Irrtums, nichts in der Wirklichkeit der Dinge. -1 Korinther 1Kor 53 8 5 Nam etsi sunt qui dicantur dii sive in clo, sive in terra (siquidem sunt dii multi, et domini multi): Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt, sei es im Himmel, sei es auf Erden (wie es denn viele Götter gibt und viele Herren¹⁰), -1 Korinther 1Kor 53 8 5 10 Durch Missbrauch des Namens. (Tert.) Wir Christen kennen die wahre Bedeutung der Namen. Darum haben wir Christen einen Gott und einen Herrn. (Chrys., Thom.). In Wahrheit ist nur der Gott, welcher der Urheber aller Dinge und unser letztes Ziel ist, wie es nur einen Herrn gibt: den, durch welchen alles erschaffen ist, und durch den wir erlöst sind, das Mensch gewordene Wort Gottes. -1 Korinther 1Kor 53 8 6 Nobis tamen unus est Deus, Pater, ex quo omnia, et nos in illum: et unus Dominus Jesus Christus, per quem omnia, et nos per ipsum. so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alles ist, und für den wir sind; und einen Herrn, Jesus Christus, durch welchen alles ist, und wir durch ihn.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 8 6 11 In beiden Gliedern dieses Verses wird die Schöpfung und Erlösung berührt. -1 Korinther 1Kor 53 8 7 Sed non in omnibus est scientia. Quidam autem cum conscientia usque nunc idoli, quasi idolothytum manducant: et conscientia ipsorum cum sit infirma, polluitur. Allein nicht alle haben die Erkenntnis;¹² vielmehr essen einige, mit ihren noch nicht abgelegten Begriffen von den Götzen, es als Götzenopfer, und ihr Gewissen wird, weil es schwach ist, dadurch befleckt.¹³ -1 Korinther 1Kor 53 8 7 12 Sind die Götzenbilder nichts, so ist auch das Götzenopfer nichts, d. i.: das Fleisch ändert seine Natur nicht durch die den Götzen gemachte Darbringung, es erwirbt weder eine Kraft, wie die Heiden vermeinten, noch wird es befleckt, wie die Juden glaubten, und macht also die, welche es genießen, durch sich weder heiliger, noch unreiner. Alles ist von Gott dem Vater und durch Jesus Christus, also ist auch der Genuss von allem gestattet, aber dennoch kann das, was an sich erlaubt ist, durch die Umstände unerlaubt werden. Nicht alle haben eine ausreichende Erkenntnis. Dass nur ein Gott ist und die Götzenbilder nichts sind, wussten die Christen alle, aber nicht alle machten die praktische Anwendung, und in den sechs Jahren seit ihrer Bekehrung hatten noch nicht alle Gläubigen die Ehrfurcht oder die Furcht vor den Götzen genügend überwunden. -1 Korinther 1Kor 53 8 7 13 Das Gewissen ist der innere Richter, welcher lehrt, was zu tun ist, und das Rechte billigt, das Böse missbilligt, im Verein mit dem, von dem es die Kenntnis des Guten und Bösen hat. Vor der Bekehrung waren dies die Götzen. -1 Korinther 1Kor 53 8 8 Esca autem nos non commendat Deo. Neque enim si manducaverimus, abundabimus: neque si non manducaverimus, deficiemus. Speise gibt uns keinen Wert bei Gott. Denn weder werden wir etwas voraus haben, wenn wir essen, noch nachstehen, wenn wir nicht essen.¹⁴ [Röm 14,17 (korr.Röm 14,7Röm 14,17; vgl. Allioli 1839)] -1 Korinther 1Kor 53 8 8 14 Die Speise fordert den Fortgang im Guten nicht, noch bringt die Enthaltung davon geistigen Schaden. -1 Korinther 1Kor 53 8 9 Videte autem ne forte hæc licentia vestra offendiculum fiat infirmis. Sehet aber zu, dass diese eure Freiheit¹⁵ nicht etwa den Schwachen zum Anstoß werde. [Röm 14,20] -1 Korinther 1Kor 53 8 9 15 Dieses Wort nimmt wohl etwas ironisch Bezug auf den Wahlspruch der Korinther [1Kor 6,12, 1Kor 10,23] (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 8 10 Si enim quis viderit eum, qui habet scientiam, in idolio recumbentem: nonne conscientia ejus, cum sit infirma, ædificabitur ad manducandum idolothyta? Denn wenn jemand den, welcher die Erkenntnis hat, im Götzentempel zu Tische sitzen sieht, wird nicht sein Gewissen, da es schwach ist, ermutigt werden, Götzenopfer zu essen?¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 8 10 16 Wie sehr ein solches Verhalten dem christlichen Gesetze widerspricht, zeigt der Apostel unten [1Kor 10,14ff]; hier will er nur auf den Schaden hinweisen, den es dem Nächsten bringt, wenn dieser dem Beispiele anderer folgt und so gegen sein Gewissen handelt. Ironisch nennt der Apostel dieses Vorgehen erbauen, um die Christen an die Pflicht, zu erbauen und nicht Ärgernis zu geben, zu erinnern. Dem Schwachen wird ein Unrecht angetan, der doch seiner Schwachheit wegen größerer Rücksicht bedarf, dem Bruder, dem man größere Liebe schuldet als anderen, dem Bruder, den Christus so hoch geschätzt hat, dass er für ihn sein Leben dahingab! Dazu ist das Unrecht ein überaus schweres: der Bruder geht zu Grunde, das Blut, welches Christus für ihn vergossen, wird seiner Frucht beraubt. Endlich ist die Ursache, aus welcher man ein so großes Unrecht tut, eine überaus leichte: Weil du deine richtige Erkenntnis öffentlich zeigen willst. -1 Korinther 1Kor 53 8 11 Et peribit infirmus in tua scientia frater, propter quem Christus mortuus est? So wird durch deine Erkenntnis der schwache Bruder verloren gehen, um dessen willen Christus gestorben ist. [Röm 14,15] -1 Korinther 1Kor 53 8 12 Sic autem peccantes in fratres, et percutientes conscientiam eorum infirmam, in Christum peccatis. Wenn ihr euch aber so gegen die Brüder versündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, sündigt ihr gegen Christus.¹⁷ [Röm 14,21 (korr.Röm 4,21Röm 14,21; vgl. Allioli 1839)] -1 Korinther 1Kor 53 8 12 17 Eure schwachen Brüder sind nicht weniger als ihr, Glieder des Leibes Christi. -1 Korinther 1Kor 53 8 13 Quapropter si esca scandalizat fratrem meum: non manducabo carnem in æternum, ne fratrem meum scandalizem. Darum¹⁸ werde ich, wenn eine Speise meinem Bruder Anstoß gibt, kein Fleisch¹⁹ essen in Ewigkeit, damit ich meinem Bruder nicht Anstoß gebe. -1 Korinther 1Kor 53 8 13 18 Aus allen angeführten Gründen, besonders aber wegen des V. 12 angegebenen. -1 Korinther 1Kor 53 8 13 19 Ich will überhaupt kein Fleisch essen, und dies auf immer und einzig, um dem schwachen Bruder kein Ärgernis zu geben. Er erklärt sich dazu bereit, falls die angegebene Bedingung es erfordert. -1 Korinther 1Kor 53 9 0 b. Der Apostel stellt sein Beispiel vor Augen: da er alle retten wollte, hat er es vermieden, irgend jemanden Anstoß zu geben (9,1 10,14): 1. Der Apostel hat größerer Vollkommenheit halber dem Rechte entsagt, dass er als Apostel hatte, von anderen erhalten zu werden. (V. 18) 2. Der Apostel ist, um sicherer das Heil zu erlangen, allen alles geworden. (V. 23) 3. So müssen also die Korinther seinem Vorbilde folgen, wollen sie den Siegespreis erlangen. (9,24 10,14) -1 Korinther 1Kor 53 9 1 Non sum liber? Non sum Apostolus? Nonne Christum Jesum Dominum nostrum vidi? Nonne opus meum vos estis in Domino? Bin ich nicht frei?¹ Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Christus Jesus, unsern Herrn, gesehen?² Seid nicht ihr mein Werk im Herrn? -1 Korinther 1Kor 53 9 1 1 Der Apostel hat sich bereit erklärt, nie Fleisch zu essen. Damit es klar werde, dass nur die Liebe ihn dazu bewegt, zeigt er, dass er durchaus frei ist (Thom.) und einzig die Rücksicht auf das Ärgernis seiner Brüder ihn dazu bewegen werde, sich des Erlaubten zu enthalten. -1 Korinther 1Kor 53 9 1 2 Der Apostel beweist seine Würde als Apostel: er ist Augenzeuge der Auferstehung Jesu Christi gewesen [Apg 26,15-18, Apg 9,17, Apg 22,14ff] und unten [1Kor 15,8] und hat wirksam das Evangelium verkündet. -1 Korinther 1Kor 53 9 2 Et si aliis non sum Apostolus, sed tamen vobis sum: nam signaculum Apostolatus mei vos estis in Domino. Wenn ich für andere kein Apostel bin,³ so bin ich es doch für euch; denn das Siegel meines Apostelamtes seid ihr im Herrn. -1 Korinther 1Kor 53 9 2 3 Dass er auch anderen ein Apostel gewesen, sagt er selbst [Röm 15,18ff]. Der Sinn ist mithin: wenn vielleicht andere, unter denen ich das Evangelium nicht verkündet habe, meine Würde in Zweifel ziehen, eure Kirche ist mein Zeugnis. -1 Korinther 1Kor 53 9 3 Mea defensio apud eos, qui me interrogant, hæc est. Meine Verteidigung vor denen, welche mich zur Rede stellen, ist diese: -1 Korinther 1Kor 53 9 4 Numquid non habemus potestatem manducandi, et bibendi? Haben wir nicht die Befugnis,⁴ uns Essen und Trinken reichen zu lassen? [Lk 10,8] -1 Korinther 1Kor 53 9 4 4 Da Paulus ein wahrer Apostel ist, hat er auch die Rechte eines solchen. Zu diesen gehört u. a. das Recht von den Kirchen, in denen er tätig ist, den Unterhalt zu empfangen, wie dies das Verhalten anderer Apostel (V. 5, 6), Beispiele aus dem täglichen Leben (V. 7), die heil. Schrift (V. 8 11), der Vergleich mit anderen Lehren und den Dienern des Tempels (V. 12, 13), das Gebot des Herrn zeigt. -1 Korinther 1Kor 53 9 5 Numquid non habemus potestatem mulierem sororem circumducendi sicut et ceteri Apostoli, et fratres Domini, et Cephas? Haben wir nicht die Befugnis, eine Frau, eine Schwester, mitzuführen,⁵ wie auch die übrigen Apostel, und die Brüder des Herrn, und Kephas?⁶ -1 Korinther 1Kor 53 9 5 5 Es war jüdische Sitte, welche durchaus gebilligt war, dass vermögende Frauen den Lehrern die Mittel zum Unterhalte gewährten, indes konnte eine solche Gewohnheit bei den Heiden Ärgernis erregen (Hier.). Das Wort eine Frau weist darauf hin, dass dieselbe bereits vorgerückt war an Jahren, eine Witwe, der Zusatz Schwester bezeichnet sie als Christin. -1 Korinther 1Kor 53 9 5 6 Die Aufzählung enthält eine Steigerung: wie die übrigen Apostel und wie jene, welche als Brüder des Herrn im Apostelkolleg ein besonderes Ansehen genießen, und endlich das Haupt desselben, Kephas. Die Brüder des Herrn unter den Aposteln sind Jakobus der Jüngere, Simon der Eiferer, Judas Thaddäus. Der Heiland hatte ihnen, wohl damit sie ihre Berufung nicht der Verwandtschaft zuschrieben, die letzten Stellen vor Judas zugewiesen. [Mt 10,3, Mk 3,18] Die Mutter Jakobus des Jüngeren war Maria, die Schwester der Mutter des Herrn [Joh 19,25], d. i. die Frau des Kleophas, Bruder des heil. Joseph, nicht leibliche Schwester der heil. Jungfrau. Jene Brüder des Herrn waren also seine Vettern. -1 Korinther 1Kor 53 9 6 Aut ego solus, et Barnabas, non habemus potestatem hoc operandi? Oder haben nur ich und Barnabas nicht die Befugnis, dies zu tun?⁷ -1 Korinther 1Kor 53 9 6 7 Griech.: Die Befugnis nicht (mit den Händen) zu arbeiten; Barnabas war also, obwohl die Apostelgeschichte davon nichts sagt, bei der Gründung der Kirche von Korinth mittätig, oder hatte die Arbeiten des heil. Paulus fortgeführt. -1 Korinther 1Kor 53 9 7 Quis militat suis stipendiis umquam? Quis plantat vineam, et de fructu ejus non edit? Quis pascit gregem, et de lacte gregis non manducat? Wer dient je im Kriege auf eigene Kosten? Wer pflanzt einen Weinberg, und genießt nicht von seiner Frucht? Wer weidet eine Herde, und nährt sich nicht von der Milch der Herde?⁸ -1 Korinther 1Kor 53 9 7 8 Auch die Apostel sind Soldaten, Weingärtner, Hirten. Wie also der Soldat nicht mit seiner Hände Arbeit sich den Unterhalt erwerben darf, sondern von denen erhalten wird, zu deren Nutzen er die Waffen trägt, wie die Weingärtner kein anderes Gewerbe treiben, sondern von den Früchten ihren Lebensbedarf erhalten, wie die Hirten das, wessen sie bedürfen, der Herde entnehmen, so können jene, welche als Streiter Christi gegen den bösen Feind kämpfen und die Gläubigen zum Heile führen, nicht gezwungen werden, sich den täglichen Unterhalt durch die Arbeit ihrer Hände zu suchen. Die Gemeinden sind Weingärten, welche sie gepflanzt haben und bebauen, ihre Herden, welche sie weiden und verteidigen, also haben sie das Recht, von ihnen unterhalten zu werden. Das erste Bild weist gleichzeitig auf die Gefahren hin, denen sich die Apostel beständig aussetzen müssen, das andere auf die Mühen, das dritte auf die beständige Sorge für die Gläubigen (Chrys.). Endlich verlangt der Apostel nichts Überflüssiges, sondern nur das Notwendigste. -1 Korinther 1Kor 53 9 8 Numquid secundum hominem hæc dico? An et lex hæc non dicit? Sage ich dies nach Menschenweise? Oder sagt dies nicht auch das Gesetz?⁹ -1 Korinther 1Kor 53 9 8 9 Damit dies alles nicht allein Forderungen menschlicher Weisheit scheinen, fügt der Apostel das Zeugnis der heil. Schrift bei. -1 Korinther 1Kor 53 9 9 Scriptum est enim in lege Moysi: Non alligabis os bovi trituranti. Numquid de bobus cura est Deo? Denn es steht geschrieben im Gesetze Moses: Du sollst dem dreschenden Ochsen nicht das Maul verbinden.¹⁰ Trägt Gott etwa für die Ochsen Sorge? -1 Korinther 1Kor 53 9 9 10 [Dtn 25,4] In Palästina drischt man, indem man Ochsen über das Getreide führt, damit sie die Körner austreten. -1 Korinther 1Kor 53 9 10 An propter nos utique hoc dicit? Nam propter nos scripta sunt: quoniam debet in spe qui arat, arare: et qui triturat, in spe fructus percipiendi. Oder sagt er dies nicht vielmehr unsertwegen?¹¹ Ja, unsertwegen ist es geschrieben; dass der Pflügende in Hoffnung pflügen soll,¹² und der Dreschende in der Hoffnung, an der Frucht Anteil zu haben. -1 Korinther 1Kor 53 9 10 11 Der Apostel redet von jener besonderen Vorsehung, welche vernünftige Geschöpfe durch bestimmte Vorschriften zu ihren besonderen Zielen leitet. Mehr als die Tiere ist jeder Mensch, der für andere tätig ist, Lohnes würdig. -1 Korinther 1Kor 53 9 10 12 Die Pflicht liegt dem Herrn der Ernte und es Ackers ob. -1 Korinther 1Kor 53 9 11 Si nos vobis spiritualia seminavimus, magnum est si nos carnalia vestra metamus? Wenn wir euch das Geistige gesät haben, ist es da etwas Großes, wenn wir euer Fleischliches ernten?¹³ [Röm 15,27] -1 Korinther 1Kor 53 9 11 13 Der Apostel ändert das Gleichnis ein wenig: die Säenden entsprechen den Pflügenden und Dreschenden, die Erntenden denen, welche ihre Früchte bereits erhalten. Die apostolischen Arbeiter säen, indem sie das Evangelium predigen, aus dem die reichste Ernte geistiger Güter hervorgeht, sie ernten Fleischliches, dasjenige, was zum Lebensunterhalte notwendig ist. Die Ackerbauer pflegen sonst weit mehr Früchte zu ernten und derselben Art zwar, als sie säen; die Apostel weniger und niedriger Art. -1 Korinther 1Kor 53 9 12 Si alii potestatis vestræ participes sunt, quare non potius nos? Sed non usi sumus hac potestate: sed omnia sustinemus, ne quod offendiculum demus Evangelio Christi. Wenn andere¹⁴ des Anrechtes auf euch teilhaftig sind, warum nicht vielmehr wir? Aber wir haben von diesem Rechte keinen Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles, um nicht dem Evangelium Christi ein Hindernis zu bereiten.¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 9 12 14 Untergeordnete Lehrer. -1 Korinther 1Kor 53 9 12 15 Wenn die Heiden sahen, wie die Apostel von Land zu Land zogen, konnten sie leicht Anstoß nehmen, wenn diese sich von den Gläubigen erhalten ließen, und auch ärmere Christen konnten den Beitrag für die Erhaltung ihrer Lehrer schwer empfinden. Welche Hochachtung hingegen mussten die Heiden hegen, wenn sie sahen, wie der Apostel Tag und Nacht arbeitete, um niemand lästig zu fallen, und wie er nicht die Habe, sondern die Seelen der Neubekehrten suchte. -1 Korinther 1Kor 53 9 13 Nescitis quoniam qui in sacrario operantur, quæ de sacrario sunt edunt: et qui altari deserviunt, cum altari participant? Wisset ihr nicht, dass die, welche im Heiligtume beschäftigt sind, von dem Heiligtume essen, und die, welche des Altares warten, vom Altare ihren Teil empfangen?¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 9 13 16 Mit dem Altare teilen, so dass der Altar einen Teil, sie den anderen empfangen. Der Apostel redet von den jüdischen Priestern, die kein Erbteil außer diesen Anteil am Altare empfangen hatten. -1 Korinther 1Kor 53 9 14 Ita et Dominus ordinavit iis, qui Evangelium annuntiant, de Evangelio vivere. So hat auch der Herr verordnet, dass die, welche das Evangelium predigen, vom Evangelium leben sollen.¹⁷ -1 Korinther 1Kor 53 9 14 17 Für die Apostel ist dies ein Vorrecht, dessen sie sich begeben dürfen, für die Gläubigen ein Gebot. Der heil. Paulus wählt jedes Wort geeignet. Er sagt nicht: die im Heiligtum beschäftigt sind, empfangen von denen, welche opfern, sondern: vom Altare, damit jene nicht stolz seien. So auch empfangen die Apostel vom Evangelium. Er sagt auch nicht (V. 14). Vom Evangelium Reichtümer sammeln, sondern nur leben (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 9 15 Ego autem nullo horum usus sum. Non autem scripsi hæc ut ita fiant in me: bonum est enim mihi magis mori, quam ut gloriam meam quis evacuet. Ich aber habe von nichts derartigem Gebrauch gemacht.¹⁸ Doch schreibe ich dieses nicht, damit es so mit mir gehalten werde; denn besser ist es für mich zu sterben, als dass jemand meinen Ruhm vernichtete. -1 Korinther 1Kor 53 9 15 18 Von keinem dieser Gründe, um den mir gebührenden Unterhalt zu fordern (Chrys., Ökum., Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 9 16 Nam si evangelizavero, non est mihi gloria: necessitas enim mihi incumbit: væ enim mihi est, si non evangelizavero. Denn wenn ich das Evangelium verkünde, gereicht dies mir nicht zum Ruhme, weil es mir als Notwendigkeit auferlegt ist; denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde.¹⁹ -1 Korinther 1Kor 53 9 16 19 Zur Verkündigung des Evangeliums war Paulus streng verpflichtet, so dass er vor Gott straffällig wäre, wollte er dieses unterlassen. Deshalb kann er sich ihrer so wenig rühmen, wie der Knecht, dem der Herr bei Androhung von Strafe etwas anbefiehlt. Aber dass er um des Herrn willen mehr getan, als er verpflichtet war, dessen will er sich rühmen im Herrn. -1 Korinther 1Kor 53 9 17 Si enim volens hoc ago, mercedem habeo: si autem invitus, dispensatio mihi credita est. Denn tue ich dies aus eigenem Antrieb,²⁰ so habe ich Belohnung; tue ich es aber geheißen, so ist mir das Amt anvertraut.²¹ -1 Korinther 1Kor 53 9 17 20 Dass das ihm anvertraute Amt seinen Lohn haben wird, erwähnt der heil. Paulus nicht, da dies allen bekannt ist, um nur von dem Werke zu reden, das er freiwillig auf sich genommen. Dieses wird ihm einen außerordentlichen Lohn erlangen. -1 Korinther 1Kor 53 9 17 21 Tut er das, was er selbst auf sich nimmt, nicht, so geht ihm der besondere Lohn verloren; vollbringt er aber das ihm aufgetragene Werk nicht, so verliert er nicht allein den Lohn, den Gott verheißen, sondern wird auch wegen seines Ungehorsams mit Recht gestraft. -1 Korinther 1Kor 53 9 18 Quæ est ergo merces mea? Ut Evangelium prædicans, sine sumptu ponam Evangelium, ut non abutar potestate mea in Evangelio. Welches ist also mein Lohn?²² Dies, dass ich das Evangelium, welches ich verkünde, ohne Entgelt predige, so dass ich das Recht, das mir bei seiner Verkündung zukommt, nicht ausnütze. -1 Korinther 1Kor 53 9 18 22 Was tue ich also, da die Sachen sich so verhalten, damit ich jenen besonderen Lohn erlange, den meine Predigt nicht verdient? -1 Korinther 1Kor 53 9 19 Nam cum liber essem ex omnibus, omnium me servum feci, ut plures lucrifacerem. Denn ob ich gleich keinem pflichtig war,²³ habe ich mich doch zum Knechte aller gemacht, um desto mehrere zu gewinnen. -1 Korinther 1Kor 53 9 19 23 Weil ich in der Wahl des Ortes, um das Evangelium zu verkünden, und in der Lebensweise von niemanden abhängig war, habe ich mich allen, denen ich das Evangelium verkündet habe, anbequemt, wie der Knecht seinem Herrn, einzig, um möglichst viele von denen, deren Knecht ich so ward, zu Christus und zur Seligkeit zu führen. -1 Korinther 1Kor 53 9 20 Et factus sum Judæis tamquam Judæos, ut Judæos lucrarer: Den Juden²⁴ bin ich wie ein Jude geworden, um die Juden zu gewinnen; -1 Korinther 1Kor 53 9 20 24 Wie er aller Knecht geworden ist, zeigt der heil. Paulus an drei Klassen: Juden (V. 20, 21) Heiden (V. 21) und schwachen Christen. (V. 22). Zuerst nennt er die Juden das Volk, um dann den Kreis erweiternd und die Religion bezeichnend (unter dem Gesetze) auch die Proselyten einzuschließen. Beispiele, wie Paulus den ungläubigen Juden ein Jude ward, siehe [Apg 16,3, Apg 21,18ff, Apg 24,17]. Er bequemte sich ihnen in Dingen an, welche an sich weder gut, noch böse waren. Sobald aber diese Anbequemung ein Ärgernis geben konnte, da die jüdischen Riten als zur Erlangung des Heiles notwendig hingestellt wurden, widerstand er heftig [Apg 15,2, Gal 2,1ff]. Er hatte durch seine Rücksichtnahme jene Juden allmählich auf seinen erhabenen Standpunkt erheben wollen. Nie aber ließ der heil. Paulus sich dazu herbei, eine dogmatische Anbequemung vorzunehmen. -1 Korinther 1Kor 53 9 21 Iis qui sub lege sunt, quasi sub lege essem (cum ipse non essem sub lege) ut eos, qui sub lege erant, lucrifacerem: iis, qui sine lege erant, tamquam sine lege essem (cum sine lege Dei non essem: sed in lege essem Christi) ut lucrifacerem eos, qui sine lege erant. denen, welche unter dem Gesetze sind, als wäre ich unter dem Gesetze (obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetze war), um die, welche unter dem Gesetze waren, zu gewinnen; denen, welche ohne Gesetz waren,²⁵ als wäre ich ohne Gesetz (obwohl ich nicht ohne Gottes Gesetz war, sondern unter dem Gesetze Christi),²⁶ um die zu gewinnen, welche ohne Gesetz waren. -1 Korinther 1Kor 53 9 21 25 Den Heiden, welche ohne das mosaische Ritualgesetz waren. -1 Korinther 1Kor 53 9 21 26 Damit niemand den Ausdruck ohne Gesetz falsch auslege, als ob die Christen kein Gesetz hätten, fügt er sogleich bei: ich war unter dem Gesetze Christi. Die Gegenüberstellung beider Gesetze zeigt, dass das mosaische Gesetz für die Christen keine Geltung hat; nur das moralische Gesetz ist geblieben, von Christus erneuert. [Gal 5,14, Gal 6,2, Röm 13,9.10] So ist also Christus nicht nur ein Erlöser, auf den wir bauen, sondern auch ein Gesetzgeber, dem wir gehorchen sollen. (Kirchenr. v. Trient, Sitz 6 Kann 21) -1 Korinther 1Kor 53 9 22 Factus sum infirmis infirmus, ut infirmos lucrifacerem. Omnibus omnia factus sum, ut omnes facerem salvos. Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen.²⁷ Allen bin ich alles geworden, um alle zu retten. -1 Korinther 1Kor 53 9 22 27 Um schwachen Christen kein Ärgernis zu geben, hat Paulus sich nach ihrer Schwäche gerichtet; bis er sie allmählich zu festerem Glauben und zu vollerer Kenntnis des Christentums emporgeführt hatte. Welche Vorbilder für die Korinther! (Chrys.) -1 Korinther 1Kor 53 9 23 Omnia autem facio propter Evangelium: ut particeps ejus efficiar. Alles aber tue ich um des Evangeliums²⁸ willen, damit ich desselben teilhaftig werde.²⁹ -1 Korinther 1Kor 53 9 23 28 Nach einigen griech. Handschriften: dass ich wenigstens einige errette. -1 Korinther 1Kor 53 9 23 29 Alles, was geschehen kann. Das Evangelium sind hier die im Evangelium allen, die Christi-Lehren und Gebote bewahren, gemachten Verheißungen. Das Griech. setzt bezeichnender: damit ich desselben mit denen, denen ich gepredigt, teilhaftig werde. In der Arbeit der erste, will er im Lohne aus Demut nicht der erste sein. Wie klar zeigt hier der Apostel, dass die Frommen auf den ihnen verheißenen Lohn schauen dürfen, um sich von aller Trägheit frei zu machen und ihren Eifer anzuspornen, wenn sie auch für Gottes Ehre vor allem wirken! (Vergl. Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap. 11, Kan. 31) -1 Korinther 1Kor 53 9 24 Nescitis quod ii, qui in stadio currunt, omnes quidem currunt, sed unus accipit bravium? Sic currite ut comprehendatis. Wisset ihr nicht,³⁰ dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer erlangt den Preis? Laufet so, dass ihr ihn erlanget!³¹ -1 Korinther 1Kor 53 9 24 30 Ich habe alles aus freien Stücken getan. Wundert euch nicht, sondern ahmet nach! -1 Korinther 1Kor 53 9 24 31 Das Bild ist von den Theatern hergenommen, welche in jeder Stadt sich fanden. In der Rennbahn erlangt nur einer den Siegespreis, den Christen ist derselbe ohne Ausnahme vorbereitet, wenn sie nur so laufen, wie jener eine. Laufet so, dass ihr ihn erlanget. Was dazu notwendig ist, sagt er im folgenden Verse. -1 Korinther 1Kor 53 9 25 Omnis autem, qui in agone contendit, ab omnibus se abstinet, et illi quidem ut corruptibilem coronam accipiant: nos autem incorruptam. Jeder aber, der im Kampfspiele ringt, enthält sich von allem, und zwar jene, um eine vergängliche Krone zu empfangen, wir aber eine unvergängliche. -1 Korinther 1Kor 53 9 26 Ego igitur sic curro, non quasi in incertum: sic pugno, non quasi arem verberans: Ich³² laufe demnach, nicht wie in's Ungewisse;³³ ich kämpfe,³⁴ nicht indem ich Luftstreiche tue,³⁵ -1 Korinther 1Kor 53 9 26 32 Ich, der ich weiß, dass mir eine unvergängliche Krone hinterlegt ist, wenn ich recht laufe usw. -1 Korinther 1Kor 53 9 26 33 Wer nicht weiß, wohin er laufen soll, läuft in's Ungewisse. -1 Korinther 1Kor 53 9 26 34 Wie es einem (Faust-) Kämpfer geziemt. -1 Korinther 1Kor 53 9 26 35 Dies Glied entspricht dem anderen: nicht in's Ungewisse. So darf derer, welcher sein Ziel erreichen will, nicht handeln. -1 Korinther 1Kor 53 9 27 Sed castigo corpus meum, et in servitutem redigo: ne forte cum aliis prædicaverim, ipse reprobus efficiar. sondern³⁶ ich züchtige meinen Leib, und bringe ihn in die Botmäßigkeit, damit ich nicht etwa, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verworfen werde.³⁷ -1 Korinther 1Kor 53 9 27 36 Wer ist der im geistlichen Kampfe zu überwindende Feind? Sein Leib, dem er alle Beschwerden auflädt, welche er Tag und Nacht für das Evangelium wirkend auf sich nimmt, um keinem der Neubekehrten lästig zu fallen [1Thess 2,9ff], alle Leiden und Verfolgungen, denen er ausgesetzt ist usw. -1 Korinther 1Kor 53 9 27 37 Auch für den Apostel handelt es sich dabei, wie für die Gläubigen, um die Krone des Sieges. Wie der Herold hat der heil. Paulus andere zum Kampfe gerufen, um dann selbst als Kämpfer in die Schranken zu treten, damit er nicht selbst verworfen würde. Die Verse 24 27 zeigen, wie recht die katholische Kirche lehrt, wenn sie sagt, dass der Glaube allein zur Seligkeit nicht ausreicht. Wer da glaubt, dass Christus ihm ein Erbteil erworben hat, aber nicht mit ihm leiden will, wird der wohl mit ihm verherrlicht werden? (Vergl. Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap 11) Auch zeigt der letzte Vers, dass niemand ohne besondere Offenbarung sicher sein kann, dass er selig wird. -1 Korinther 1Kor 53 10 0 Das Schicksal der Israeliten, welche aus Ägypten auszogen, soll den Korinthern zur Warnung dienen. (V. 14) 3. Praktische Lösung der Frage über die Götzenopfermahle (V. 22) und das bei Tisch vorgesetzte Opferfleisch. -1 Korinther 1Kor 53 10 1 Nolo enim vos ignorare fratres quoniam patres nostri omnes sub nube fuerunt, et omnes mare transierunt, Denn ich will euch nicht in Unwissenheit lassen, Brüder!¹ dass unsere Väter alle unter der Wolke waren,² und alle durch das Meer hindurch gingen, -1 Korinther 1Kor 53 10 1 1 Die Taufe und die heil. Eucharistie sind die höchsten Wohltaten, welche dem Christen zu Teil werden. Jene führt den Menschen in die Kampfesbahn ein, diese gibt ihm immer neue Kräfte zum Kampfe. Das Vorbild beider Wohltaten ward auch den Israeliten zu Teil. Das vorhergehende Bild vom Kampfspiel war für Heidenchristen mehr geeignet, dies ist für die Judenchristen zunächst bekannter, beide redet er in beiden Beweisführungen als Brüder an. -1 Korinther 1Kor 53 10 1 2 Die Wolke umhüllte und schützte die Israeliten. Da sie schon vor dem Durchzug durch das rote Meer erschien, stellte der Apostel sie an die erste Stelle. -1 Korinther 1Kor 53 10 2 Et omnes in Moyse baptizati sunt in nube, et in mari: und alle auf Moses getauft wurden, in der Wolke und in dem Meere,³ -1 Korinther 1Kor 53 10 2 3 Moses ist das Vorbild Christi. Wie der Heiland im N. T., so war Moses im A. T. Mittler zwischen Gott und dem Volke. Die Wolke war das Bild des Heil. Geistes, der in der Taufe gegeben werden sollte, der Durchgang durch das rote Meer mit trockenem Fuße das Bild der Eintauchung in der Taufe. Wie endlich die christliche Taufe uns von allen Sünden abwäscht, so bestreite jene vorbildliche Taufe die Israeliten von dem Unglauben, d. h. sie bewirkte, dass jene Moses nachher glaubten. [Ex 14,31] Jene vorbildliche Taufe weihte sie dem Gesetze, wie unsere Taufe uns Christus weiht, und befreite sie aus der Gewalt Pharaos, wie die christliche Taufe aus der Gewalt des Teufels befreit. -1 Korinther 1Kor 53 10 3 Et omnes eandem escam spiritalem manducaverunt, und alle dieselbe geistige Speise aßen,⁴ -1 Korinther 1Kor 53 10 3 4 Da das Manna, welches den Israeliten während ihres ganzen Zuges durch die Wüste zu Teil ward, seinem Ursprunge, seiner Natur und seiner Bedeutung nach wunderbar war, heißt es mit Recht geistige Speise. Dieselbe geistige Speise: nämlich untereinander dieselbe. Und alle, um in V. 5 den Unterschied zwischen einzelnen zu zeigen. -1 Korinther 1Kor 53 10 4 Et omnes eundem potum spiritalem biberunt: (bibebant autem de spiritali, consequente eos, petra: petra autem erat Christus) und alle denselben geistigen Trank⁵ tranken (sie tranken nämlich aus einem geistigen, sie begleitenden Felsen, der Felsen aber war Christus);⁶ -1 Korinther 1Kor 53 10 4 5 Das Wasser war ein natürliches, wie nennt also der Apostel es einen geistigen Trank? Weil es auf außernatürliche Weise gegeben war und das Blut Christi im N. B. vorbildete. -1 Korinther 1Kor 53 10 4 6 Wie du den Leib Christi issest, so jene das Manna, und wie du das Blut trinkest, so tranken jene Wasser aus dem Felsen. Waren jene Dinge auch sinnbildlich, so wurden sie dennoch auf geistige Weise geboten, nicht nach der Forderung der Natur, sondern nach der Gnade der Gabe, und mit dem Leibe nährten sie auch die Seele, weil sie zum Glauben führten. Darum sagt Paulus nichts von der Speise: diese war nicht allein der Weise nach, wie sie gegeben wurde, sondern auch in sich wunderbar. Da aber in dem Tranke nur die Weise, wie er gegeben wird, außerhalb der Grenzen der Natur lag, erklärt der Apostel die Bedeutung. Nicht die Natur des Felsens hatte ja das Wasser gegeben, sonst wäre dies auch schon vorher herausgesprudelt, sondern ein anderer geistiger Fels bewirkte dies, Christus, der ihnen stets gegenwärtig war und alles wunderbar tat. Deshalb heißt es: aus dem ihnen folgenden Felsen (Chrys.). Das Wort, das einst Fleisch werden sollte, war es, welche den Israeliten aus dem Felsen Wasser gab, Jahve, der dem Volke nahe war und ihm Wasser gab. Vergl. [Ex 17,6, Num 20,8]. Der Apostel gebraucht dieses Bild, weil Gott im A. T. oft Fels genannt wird. -1 Korinther 1Kor 53 10 5 Sed non in pluribus eorum beneplacitum est Deo: nam prostrati sunt in deserto. aber an der Mehrzahl von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie wurden niedergestreckt in der Wüste.⁷ [Num 26,64.65] -1 Korinther 1Kor 53 10 5 7 Von mehr als 600000 Israeliten kamen nur zwei, Josue und Kaleb, in das gelobte Land. -1 Korinther 1Kor 53 10 6 Hæc autem in figura facta sunt nostri, ut non simus concupiscentes malorum, sicut et illi concupierunt: Dies ist uns zum Vorbilde geschehen,⁸ dass wir nicht nach dem Bösen begierlich seien, sowie jene begierlich waren.⁹ [Num 11,33.34] -1 Korinther 1Kor 53 10 6 8 In wunderbarer Leitung seiner Vorsehung ordnete Gott die Geschicke des auserwählten Volkes so, dass sie die Geschichte seiner Kirche vorbildeten und voraussagten. -1 Korinther 1Kor 53 10 6 9 Alle Sünden entspringen aus der Begierlichkeit (Chrys.). Die einzelnen Sünden der Israeliten gegen Gott nennt der Apostel in der Absicht, die Korinther vom Genusse der Götzenopfer abzubringen: Götzendienst (V. 7, 8), Versuchung Christi (V. 9), Murren gegen Gott (V. 10), doch werden sie zuletzt (V. 11) wie der (wie V. 6) zusammengefasst. -1 Korinther 1Kor 53 10 7 Neque idololatræ efficiamini, sicut quidam ex ipsis: quemadmodum scriptum est: Sedit populus manducare, et bibere, et surrexerunt ludere. Werdet auch nicht Götzendiener, wie einige von ihnen,¹⁰ wie geschrieben steht: Das Volk setzte sich zu essen und zu trinken, und sie standen auf zu spielen. [Ex 32,6] -1 Korinther 1Kor 53 10 7 10 Der Apostel unterscheidet hier wohl zwischen Verführer und Verführten, oder mit Gewalt Gezwungenen. Da der Apostel auf das Mahl hinweist, welches das Volk dem goldenen Kalbe zu Ehren veranstaltete, tritt von selbst bei den Lesern die Parallele mit den Götzenmahlzeiten vor Augen. -1 Korinther 1Kor 53 10 8 Neque fornicemur, sicut quidam ex ipsis fornicati sunt, et ceciderunt una die viginti tria millia. Treiben wir auch nicht Unzucht,¹¹ wie einige von ihnen Unzucht getrieben haben, und an einem Tage dreiundzwanzig Tausend¹² umgekommen sind. -1 Korinther 1Kor 53 10 8 11 Vergl. [Num 25,1]. Auch hierfür fehlt die Parallele nicht im Dienste der Aphrodite von Korinth. -1 Korinther 1Kor 53 10 8 12 Nach [Num 25,9] waren es 24000, es liegt also hier ein leicht erklärlicher Irrtum der Abschreiber vor, da drei und vier mit fast gleichen Konsonanten bezeichnet wurden. -1 Korinther 1Kor 53 10 9 Neque tentemus Christum: sicut quidam eorum tentaverunt, et a serpentibus perierunt. Lasset uns auch Christus nicht versuchen, wie einige von ihnen ihn versucht haben¹³ und durch Schlangen zu Grunde gegangen sind. -1 Korinther 1Kor 53 10 9 13 Sie versuchten das göttliche Wort, da sie nach [Num 21,4ff] zweifelten, ob Gott seine Verheißungen erfüllen werde. So fingen die Korinther auch an, am christlichen Gesetz Überdruss zu empfinden und von der Einfachheit der christlichen Feier sich nach dem heidnischen Pompe zu sehnen. -1 Korinther 1Kor 53 10 10 Neque murmuraveritis, sicut quidam eorum murmuraverunt, et perierunt ab exterminatore. Auch murret nicht, wie einige von ihnen gemurrt haben und durch den Verderber zu Grunde gegangen sind.¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 10 10 14 Die meisten Ausleger denken hier an das [Num 16,46ff] erzählte Ereignis, das [Weish 18,25] mit demselben Namen bezeichnet wir, wie hier. (Würgeengel: wohl eine Personifikation des göttlichen Zornes.) Auch die Korinther hatten gegen die Strenge gemurrt oder ihren Lehrern Übles nachgeredet. -1 Korinther 1Kor 53 10 11 Hæc autem omnia in figura contingebant illis: scripta sunt autem ad correptionem nostram, in quos fines sæculorum devenerunt. Dieses alles¹⁵ aber widerfuhr ihnen vorbildlich; es ist nämlich zur Warnung geschrieben für uns,¹⁶ die wir in den letzten Zeiten leben.¹⁷ -1 Korinther 1Kor 53 10 11 15 Sünden und Strafen. -1 Korinther 1Kor 53 10 11 16 Nicht um des Nutzen jener willen ließ Gott dies geschehen, denn welchen Nutzen sollten die Toten aus den Schriften schöpfen? (Theod.) Alle Schriften sind für die Zeit des Messias verfasst. Dienten sie auch dem alten Volke als Wegweiser zu Christus, so zeigten sie doch ihren vollen Nutzen erst, als die Vorbilder des A. T. im N. T. erfüllt waren. -1 Korinther 1Kor 53 10 11 17 Die letzten Zeiten sind die Zeiten von der ersten bis zur zweiten Ankunft Christi, von dem irdischen Reiche des Messias bis zur Umwandlung desselben in das himmlische. Der Apostel scheint hier auch auf verschiedene Perioden des Reiches hinzudeuten. -1 Korinther 1Kor 53 10 12 Itaque qui se existimat stare, videat ne cadat. Wer demnach zu stehen vermeint, sehe zu, dass er nicht falle.¹⁸ -1 Korinther 1Kor 53 10 12 18 Wer auf dem Wege der Tugend steht, sehe zu, dass er nicht in Sünden falle. (Chrys., Thom.) Dieser Text zeigt dass auch der Gerechte die Gnade Gottes verlieren kann (Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap. 13), und dass der Mensch nicht vollkommene Sicherheit hat, ob er im Stande der Gnade ist. -1 Korinther 1Kor 53 10 13 Tentatio vos non apprehendat nisi humana: fidelis autem Deus est, qui non patietur vos tentari supra id, quod potestis, sed faciet etiam cum tentatione proventum ut possitis sustinere. Möge euch keine Versuchung¹⁹ befallen,²⁰ außer eine menschliche.²¹ Gott aber ist getreu; er wird euch nicht über eure Kräfte versuchen lassen, sondern der Versuchung auch einen solchen Verlauf geben, dass ihr sie bestehen könnet.²² -1 Korinther 1Kor 53 10 13 19 Damit die Korinther nicht etwa auch das V. 5 Gesagte als Vorbild für sich auffassen, unterscheidet der Apostel zwei Arten von Versuchungen: die einen, welche den Menschen ohne seine Schuld ereilen und keine große Gefahr verursachen, da die Hilfe Gottes zum Siege nicht fehlt (V. 13); die anderen, welche so sorgfältig wie möglich zu meiden sind, jene, welchen sich jemand aus freien Stücken ohne Not und nutzen aussetzt. (V. 14) -1 Korinther 1Kor 53 10 13 20 Griech.: es befiel euch keine Versuchung usw. Genügt die Mahnung des Apostels V. 12 ihnen nicht, so möge die eigene Erfahrung ihnen Vertrauen geben. Eine Versuchung ist alles, was den Menschen zur Sünde reizt und ihm Ursache des geistlichen Falles werde kann. -1 Korinther 1Kor 53 10 13 21 Menschlich sind die der menschlichen Schwachheit angemessenen, kleinen, kurzen, mäßigen Versuchungen (Chrys.), wie in der Tat das zweite Glied zeigt: nicht über eure Kräfte, nämlich die von der Gnade unterstützen Kräfte der Seele. Was die Erfahrung lehrt, bestätigt Gottes Treue: Gott befiehlt nicht Unmögliches, sondern mahnt uns, indem er befiehlt, das zu tun, was wir können, und das zu erbitten, was wir nicht können, und er hilft uns, dass wir können. (Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap. 11) -1 Korinther 1Kor 53 10 13 22 Wahrhaft ist Gott getreu, da er Kraft gibt, dass wir nicht besiegt werden, Gnade, dass wir Verdienst haben, Standhaftigkeit, dass wir überwinden (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 10 14 Propter quod carissimi mihi, fugite ab idolorum cultura: Darum, meine Geliebten, fliehet vor dem Götzendienste!²³ -1 Korinther 1Kor 53 10 14 23 Von allen Versuchungen, denen der Mensch sich selbst aussetzen kann, wählt der heil. Paulus eine, die mit der größten Gefahr verbunden ist, Götzendienst zu üben, da die Opfermahlzeit leicht einen Teil desselben ausmacht. Der Zusatz: meine Geliebten zeigt, dass er etwas Großes fordert, das zwar schwer, aber notwendig ist. -1 Korinther 1Kor 53 10 15 Ut prudentibus loquor, vos ipsi judicate quod dico. Als zu Verständigen rede ich,²⁴ beurteilet ihr selbst, was ich sage. -1 Korinther 1Kor 53 10 15 24 Ihr habt eine so reiche Kenntnis der rechten Lehre, dass ihr meine Worte beurteilen könnt. Sie rühmten sich ja ihrer Weisheit. -1 Korinther 1Kor 53 10 16 Calix benedictionis, cui benedicimus, nonne communicatio sanguinis Christi est? et panis, quem frangimus, nonne participatio corporis Domini est? Der Kelch der Segnung, welchen wir segnen, ist er nicht die Mitteilung des Blutes Christi? Und das Brot, das wir brechen, ist es nicht Teilnahme an dem Leibe des Herrn?²⁵ -1 Korinther 1Kor 53 10 16 25 Diese Ordnung ist vielleicht gewählt, weil die heidnischen Götzenmahlzeiten mit einem Trankopfer begannen. Der Kelch, den wir unter Gebeten konsekrieren, steht für das, was er enthält. Das Brotbrechen ist der gebräuchlichste Ausdruck für die Feier des heil. Opfers. Die Worte des Apostels zeigen, dass unter beiden Gestalten Leib und Blut des Heilandes gegenwärtig sind. Statt Teilnahme griech.: Vereinigung mit dem Leibe des Herrn. In dieser Vereinigung ist die Kraft des ganzen Beweises. -1 Korinther 1Kor 53 10 17 Quoniam unus panis, unum corpus multi sumus, omnes, qui de uno pane participamus. Denn ein Brot, ein Leib sind wir viele, wir alle, die wir an dem einen Brote teilnehmen.²⁶ -1 Korinther 1Kor 53 10 17 26 Wenngleich wir viele sind, bilden wir alle doch ein geistiges Brot, einen geistigen Leib; woher anders aber, als weil wir alle an einem und demselben Brote teilhaben? Aber wie kann die Teilnahme an einem Brote bewirken, dass wir ein Leib sind? Weil dieses Brot der Leib des Herrn ist, der uns in sich umwandelt, wenn wir ihn genießen. Wahrlich, ein herrliches Zeugnis für die Wahrheit, dass Christus hier wirklich zugegen ist! (Iren.) -1 Korinther 1Kor 53 10 18 Videte Israel secundum carnem: nonne qui edunt hostias, participes sunt altaris? Sehet auf Israel nach dem Fleische;²⁷ haben nicht die, welche die Opfer essen, Teil an dem Altare?²⁸ -1 Korinther 1Kor 53 10 18 27 Israel nach dem Fleische sind die Juden, welche den Messias von sich gestoßen und keinen Anteil mehr an den, den Vätern verheißenen Segnungen hatten. Ihnen steht das Israel Gottes entgegen, welches mit Christus vereint zu jenen Nachkommen Abrahams gehört, denen die Verheißungen gegeben sind. [Gal 3,29] -1 Korinther 1Kor 53 10 18 28 Vor dem Leiden des Herrn waren die Opfer Israels Gott angenehm und hatten, nicht zwar aus sich, aber aus dem Opfer, dessen Vorbild sie waren, eine gewisse Kraft. Zwar wurde das ganze Opfertier Gott dargebracht, doch überließ dieser den Opfernden einen Teil zum Mahle. Diejenigen, welche an diesem Mahle teilnahmen, waren Gäste Gottes und galten so als mit ihm versöhnt. Nach dem Tode Christi wurden die jüdischen Opfer leere Zeremonien ohne Bedeutung vor Gott. Der Apostel sagt nicht, dass jene mit Gott, sondern dass sie mit dem Altare vereint werden; denn Israel nach dem Fleische kann nicht mit Gott vereint werden. -1 Korinther 1Kor 53 10 19 Quid ergo? dico quod idolis immolatum sit aliquid? aut quod idolum sit aliquid? Was sage ich nun? dass das Götzenopfer etwas sei, oder dass das Götzenbild etwas sei? -1 Korinther 1Kor 53 10 20 Sed quæ immolant gentes, dæmoniis immolant, et non Deo. Nolo autem vos socios fieri dæmoniorum: non potestis calicem Domini bibere, et calicem dæmoniorum: Mitnichten, sondern was die Heiden opfern, das opfern sie den bösen Geistern, und nicht Gott.²⁹ Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft habet mit den bösen Geistern. Ihr könnet nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; -1 Korinther 1Kor 53 10 20 29 Da die Götzen, welche die Heiden zu verehren behaupten, nichts sind und nichts bewirken können, so kann jene wunderbare Kraft, welche sich in gewissen Orakeln und Wundern und scheinbarer Erhörung von Gebeten zeigt, nur von einer nicht menschlichen Gewalt ausgehen, nämlich dem Teufel und seinen Engeln, welche die Heiden verblenden. Wenngleich nun die Heiden diesen ihre Opfer nicht unmittelbar darbringen wollen, und sich klar bewusst sind, dass jene dieselben annehmen, so beabsichtigen sie es mittelbar und erkennen es dunkel, da sie wissen, dass ihr Götzendienst gegen den wahren Gott streitet. -1 Korinther 1Kor 53 10 21 Non potestis mensæ Domini participes esse, et mensæ dæmoniorum. ihr könnet nicht am Tische des Herrn teilhaben und am Tische der bösen Geister. -1 Korinther 1Kor 53 10 22 An æmulamur Dominum? Numquid fortiores illo sumus? Omnia mihi licent, sed non omnia expediunt. Oder wollen wir den Herrn herausfordern?³⁰ Sind wir etwa stärker als er?³¹ Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles frommt.³² [1Kor 6,12] -1 Korinther 1Kor 53 10 22 30 Ihn versuchen, ob er strafen kann. -1 Korinther 1Kor 53 10 22 31 Dieser ganze Abschnitt V. 15 33 setzt voraus, dass die heil. Eucharistie ein wahres Opfer ist. Besonders klar ist V. 20, 21, weshalb der Kirchenrat von Trient (Sitz 22, Kap. 1) mit Recht sagt: Nicht undeutlich weist der Apostel auf das reine Opfer, welches Malachias vorausgesagt, hin, wenn er sagt, dass diejenigen, welche durch die Teilnahme am Tische der bösen Geister befleckt sind, nicht des Tisches des Herrn teilhaftig werden können, beide Male unter Tisch Altar verstehend. -1 Korinther 1Kor 53 10 22 32 Wenn es sich um den praktischen Gebrauch der Dinge handelt, ist nicht einzig die Frage zu beantworten, ob dieselben an sich erlaubt sind, sondern es ist auch der Nutzen zu erwägen, dem sie den Handelnden oder seinem Nächsten bringen. Bringen sie einen von beiden Schaden, so sind sie zu unterlassen. Ihm selbst V. 22: nicht alles frommt. Dem Nächsten V. 23: nicht alles erbaut. -1 Korinther 1Kor 53 10 23 Omnia mihi licent, sed non omnia ædificant. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles erbaut. [1Kor 8,1] -1 Korinther 1Kor 53 10 24 Nemo quod suum est quærat, sed quod alterius. Niemand suche das Seinige, sondern was des andern ist.³³ -1 Korinther 1Kor 53 10 24 33 Indem jemand das sucht, was dem Bruder hilft, fördert er sein eigenes geistiges Wohl. Es folgen zwei Regeln über den Genuss von Opferfleisch zu Hause (V. 25, 26) und bei Fremden (V. 27). -1 Korinther 1Kor 53 10 25 Omne, quod in macello venit, manducate: nihil interrogantes propter conscientiam. Alles, was auf dem Fleischmarkte verkauft wird, das esset, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen.³⁴ -1 Korinther 1Kor 53 10 25 34 Nämlich: woher das Fleisch stammt. -1 Korinther 1Kor 53 10 26 Domini est terra, et plenitudo ejus. Des Herrn ist die Erde, und alles, was sie erfüllt.³⁵ [Ps 23,1] -1 Korinther 1Kor 53 10 26 35 Alles ist an sich rein, da es des Herrn ist, aber wird unrein aus irrigem Gewissen und Ungehorsam. -1 Korinther 1Kor 53 10 27 Si quis vocat vos infidelium, et vultis ire: omne quod vobis apponitur, manducate, nihil interrogantes propter conscientiam. Wenn einer von den Ungläubigen euch einladet,³⁶ und ihr wollet hingehen,³⁷ so esset alles, was euch vorgesetzt wird, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen.³⁸ -1 Korinther 1Kor 53 10 27 36 Zu einem gewöhnlichen Mahle. -1 Korinther 1Kor 53 10 27 37 Dies ist nicht verboten. -1 Korinther 1Kor 53 10 27 38 Bei diesen Regeln hat der Apostel einzig den Satz: Alles ist mir erlaubt angewendet. Anders aber wird die Entscheidung lauten, wenn auch das Gewissen des Nächsten in Frage kommt. -1 Korinther 1Kor 53 10 28 Si quis autem dixerit: Hoc immolatum est idolis: nolite manducare propter illum, qui indicavit, et propter conscientiam: Wenn aber jemand³⁹ sagt: Dies ist den Götzen geopfert, so esset nicht, um dessentwillen, welcher es kundgetan hat, und um des Gewissens willen.⁴⁰ -1 Korinther 1Kor 53 10 28 39 Wenn jemand auf dem Markte oder bei einem Gastmahle im Hause eines Heiden, ohne dass du gefragt hast, so sagt. Ist es ein Heide, der in guter oder in böser Absicht mahnt, so würde er von der Annahme der christlichen Religion zurückhalten, noch mehr Ärgernis nähme ein Jude, am meisten ein schwacher Christ. -1 Korinther 1Kor 53 10 28 40 Um seines Gewissens willen, damit er keinen geistigen Schaden leide. -1 Korinther 1Kor 53 10 29 Conscientiam autem dico non tuam, sed alterius. Ut quid enim libertas mea judicatur ab aliena conscientia? Aber nicht dein Gewissen meine ich, sondern das des andern. Denn warum wird meine Freiheit von einem fremden Gewissen gerichtet?⁴¹ -1 Korinther 1Kor 53 10 29 41 Mein Gewissen wird nicht befleckt, wenn ich das tue, was ich als erlaubt kenne, wenn auch ein anderer dies für Sünde hält. -1 Korinther 1Kor 53 10 30 Si ego cum gratia participo, quid blasphemor pro eo quod gratias ago? Wenn ich mit Dank teilnehme, warum werde ich gelästert wegen dessen, wofür ich Dank sage?⁴² -1 Korinther 1Kor 53 10 30 42 Wenn ich eine Sache mit Danksagung gegen Gott und den Geber genieße, warum soll ich mir über dieselbe Gewissensbisse machen? Beide Sätze (V. 29b und 30) dienen zur Erläuterung der Worte: ich meine aber nicht dein Gewissen, sondern das des andern. (V. 29) -1 Korinther 1Kor 53 10 31 Sive ergo manducatis, sive bibitis, sive aliud quid facitis: omnia in gloriam Dei facite. Ihr möget also essen, oder trinken, oder etwas anderes tun, tuet alles zur Ehre Gottes.⁴³ [Kol 3,17] -1 Korinther 1Kor 53 10 31 43 Auch in den an sich gleichgültigen Dingen sollen die Christen nicht ihre Befriedigung oder ihren Vorteil, sondern ihr letztes und höchstes Ziel vor Augen haben, eifrigst besorgt, nichts zu tun, was Gottes Ehre verminderte, und vielmehr bemüht, alles zur Vermehrung der Ehre Gottes zu lenken. -1 Korinther 1Kor 53 10 32 Sine offensione estote Judæis, et gentibus, et Ecclesiæ Dei: Seid ohne Anstoß für Juden, und Heiden, und die Kirche Gottes;⁴⁴ -1 Korinther 1Kor 53 10 32 44 Gottes Ehre wird nicht gefördert, sondern verletzt, wenn die Christen durch ihre Handlungen Glaube und Gesetz verletzen, und so durch ihr Beispiel die Juden und Heiden von der Annahme des Christentums zurückhalten, noch, wenn schwache Christen durch das Beispiel anderer verführt werden, das zu tun, was sie für Sünde halten. -1 Korinther 1Kor 53 10 33 Sicut et ego per omnia omnibus placeo, non quærens quod mihi utile est, sed quod multis: ut salvi fiant. sowie auch ich allen in allem⁴⁵ zu Gefallen bin, und nicht suche, was mir, sondern was den vielen nützt, damit sie das Heil erlangen.⁴⁶ -1 Korinther 1Kor 53 10 33 45 In allem, was an sich gleichgültig ist. -1 Korinther 1Kor 53 10 33 46 Gegen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Jahrhunderts wurde das Aposteldekret [Apg 15,29] strenger ausgelegt und ausgeführt, als Paulus es hier erklärt hat. Den Grund für die strengere Übung boten wohl die Irrtümer gewisser Ketzer, der Nikolaiten, Basilidianer, Valentinianer u. a., welche ohne Rücksicht auf das Dekret Opferfleisch aßen, und von denen die Katholiken sich durch ihre Enthaltung von demselben unterschieden. -1 Korinther 1Kor 53 11 0 3. Die Stellung der Frauen in den kirchlichen Versammlungen (11,2 16): die Frauen müssen wegen ihrer niedrigen Stellung in der Kirche ihr Haupt verhüllen. (V. 6) Die Geschichte der Schöpfung weist ihnen gleichfalls einen untergeordneten Platz an. (V. 12) Den Gebrauch des Schleiers empfiehlt die Natur und die Gewohnheit der Kirche. 4. Die bei den Liebesmahlen zu beobachtende Ordnung (11,17 34): Tadel der Missbräuche bei den Liebesmahlen. (V. 22) Die Liebesmahle der Korinther sind keine geeignete Vorbereitung auf die heil. Eucharistie. (V. 32) Vorschriften über die Liebesmahle. -1 Korinther 1Kor 53 11 1 Imitatores mei estote, sicut et ego Christi. Seid meine Nachfolger, wie auch ich Christi Nachfolger bin.¹ -1 Korinther 1Kor 53 11 1 1 Da die an die Neubekehrten gestellten Forderungen schwer zu sein scheinen, stellt Paulus sein Beispiel, ja das des Herrn, zur Nachahmung vor Augen. Dieser Vers ist der Schluss des vorhergehenden Abschnittes. -1 Korinther 1Kor 53 11 2 Laudo autem vos fratres quod per omnia mei memores estis: et sicut tradidi vobis, præcepta mea tenetis. Ich lobe euch aber, Brüder! dass ihr in allem meiner eingedenk seid, und meine Vorschriften² haltet, sowie ich sie euch überliefert habe.³ -1 Korinther 1Kor 53 11 2 2 Betreffs der Sache, welche dem Apostel Anlass zum Tadel gibt, hatte der heil. Paulus zuvor noch keine Anordnungen getroffen. -1 Korinther 1Kor 53 11 2 3 Die lateinische Übersetzung schränkt den Sinn etwas ein. Der Apostel spricht nach dem Griech. von allem, was er mündlich überliefert. -1 Korinther 1Kor 53 11 3 Volo autem vos scire quod omnis viri caput, Christus est, caput autem mulieris, vir: caput vero Christi, Deus. Ihr sollt aber wissen,⁴ dass das Haupt jedes Mannes Christus ist; das Haupt des Weibes aber ist der Mann; Christi Haupt endlich Gott.⁵ -1 Korinther 1Kor 53 11 3 4 Mit großer Feierlichkeit verkündet er den Korinthern die hierarchische Ordnung in der Kirche: Gott, Christus, der Mann, das Weib. Die inneren Gnaden empfangen Mann und Weib unmittelbar von Christus, stehen also diesen gegenüber auf gleicher Stufe, doch gilt das Gleiche nicht von dem äußeren Leben der Kirche. -1 Korinther 1Kor 53 11 3 5 Der Apostel sagt damit nicht, dass jeder Mann in gleicher Weise von Christus, dem Haupte der Kirche regiert wird; weist er doch in fast allen Briefen auf den Unterschied zwischen Untergebenen und Höheren, d. i. Laien und Klerikern mit ihren verschiedenen Rangstufen hin, und schreibt für sich selbst über die Kirchen, welche er gestiftet hat, eine Oberhoheit zu. Nur die Männer allein können zur Regierung der Kirche bestimmt werden, und die, welche dazu angenommen werden, leiten ihre Brüder als Stellvertreter und Diener Christi, so dass sie nicht aus sich im strengen Sinne Häupter sind. Christi Haupt, seiner heiligsten Menschheit nach, ist Gott. [Apg 20,28, Mt 28,18] -1 Korinther 1Kor 53 11 4 Omnis vir orans, aut prophetans velato capite, deturpat caput suum. Jeder Mann, der mit bedecktem Haupte betet, oder weissagt, entehrt sein Haupt. -1 Korinther 1Kor 53 11 5 Omnis autem mulier orans, aut prophetans non velato capite, deturpat caput suum: unum enim est ac si decalvetur. Jedes Weib aber, das mit unverhülltem Haupte betet, oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, als wäre sie kahl geschoren.⁶ -1 Korinther 1Kor 53 11 5 6 Die Vorschrift der Apostel ist an alle Frauen, Witwen und Jungfrauen gerichtet, welche in den gottesdienstlichen Versammlungen auf das Gebet oder die Ermahnungen mit Amen antworteten. Die Vorschrift bezieht sich also auf den äußeren Anstand, welchen christliche Frauen in der Kirche zu beobachten haben. Jeder, der vor dem Richter steht, muss seinen Stand und seine Würde bekennen (Thom.), wie auch niemand vor dem Fürsten erscheint, ohne seiner eigenen Würde gemäß ausgestattet zu sein (Chrys.). Nun ist das Zeichen der Herrschaft das unbedeckte Haupt, der freie Aufblick zum Himmel, der gleichsam besagt, dass man nur einen Herrn auf Erden über sich anerkenne, Christus. Das Haupt unbedeckt zu haben, kommt also nur dem Manne zu. -1 Korinther 1Kor 53 11 6 Nam si non velatur mulier, tondeatur. Si vero turpe est mulieri tonderi, aut decalvari, velet caput suum. Denn wenn ein Weib sich nicht verhüllt, so schneide man ihr die Haare ab; ist es aber für ein Weib schimpflich, geschoren oder kahl gemacht zu werden, so verhülle sie ihr Haupt.⁷ -1 Korinther 1Kor 53 11 6 7 Die öffentlichen Dirnen und andere trugen das Haupt geschoren, bei den Israeliten wurde den des Ehebruchs Beschuldigten das Haar abgeschnitten. [Num 5,18] Bei allen Völkern gilt es als eine Schande für die Frauen, das Haar kurz zu tragen. Tragen die Frauen keinen Schleier, so sollen sie zur Strafe auch den Schleier verlieren, den die Natur selbst gegeben, und in der äußeren Erscheinung gänzlich den verworfenen Weibern ähnlich werden. Wollen sie aber nicht die Haare abschneiden, so mögen sie auch den Schleier tragen, den die Ehrbarkeit eingeführt hat, damit sie so zeigen, dass sie sich erinnern, dass ihnen in der Kirche eine niedrigere Würde zukommt. -1 Korinther 1Kor 53 11 7 Vir quidem non debet velare caput suum: quoniam imago et gloria Dei est, mulier autem gloria viri est. Der Mann allerdings soll das Haupt nicht verhüllen, denn er ist das Bild und die Ehre Gottes; das Weib aber ist des Mannes Ehre.⁸ -1 Korinther 1Kor 53 11 7 8 Der Mann hat, wie die Geschichte der Schöpfung zeigt, zwar nicht mehr von dem Schöpfer erhalten, als die Frau, aber ist doch keinem anderen Wesen untergeordnet worden, sondern vielmehr allen vorgesetzt, um die Ehre Gottes, des Herrn der Welt, auf vollkommenste Weise, auf welche ein Geschöpf es vermag, darzustellen. Deshalb soll er kein Zeichen der Untertänigkeit auf dem Haupte führen. Da aber der erste Mensch keine Gefährtin unter allen Geschöpfen fand, die ihm ähnlich war, ist das Weib in gewissen Maße nach der Ähnlichkeit und dem Bilde des Mannes geschaffen worden, gleichsam als Bild des Bildes Gottes. (Cyr. v. Alex., Theod., Ök., Theoph., Lombard) So ist das Weib also in der Ordnung der Geschöpfe zunächst die Ehre des Mannes, mittelbar die Ehre Gottes. Dies zeigt der Apostel weiter in den folgenden Versen. Bemerke, dass die Priester in der Kirche das Haupt bald bedeckt, bald unbedeckt haben; sie sind unbedeckt, wenn sie im Namen Christi fürbitten, opfern und die heil. Sakramente ausspenden; bedeckt, wenn sie im Namen seiner Braut, der lehrenden Mutter Kirche, auftreten, die als Zeichen ihrer Unterwürfigkeit die bräutliche Krone trägt. [Offb 21,2] -1 Korinther 1Kor 53 11 8 Non enim vir ex muliere est, sed mulier ex viro. Denn der Mann ist nicht aus dem Weibe, sondern das Weib aus dem Manne; [Gen 2,21.22] -1 Korinther 1Kor 53 11 9 Etenim non est creatus vir propter mulierem, sed mulier propter virum. auch ist der Mann nicht des Weibes wegen geschaffen, sondern das Weib des Mannes wegen.⁹ [Gen 2,18ff] -1 Korinther 1Kor 53 11 9 9 Da das Weib vom Manne und wegen des Mannes ist, ist sie die Ehre des Mannes; denn den anderen Geschöpfen gegenüber ihm gleich, stellt sie seine Vollkommenheit dar, wie der Mann, als Herr über alle lebenden Wesen, die Ehre Gottes, des höchsten Herrn, darstellt. -1 Korinther 1Kor 53 11 10 Ideo debet mulier potestatem habere supra caput propter angelos. Darum¹⁰ soll das Weib ein Zeichen der Herrschaft¹¹ auf dem Haupte haben, um der Engel willen.¹² -1 Korinther 1Kor 53 11 10 10 Weil das Weib hier auf Erden jemanden über sich hat. -1 Korinther 1Kor 53 11 10 11 Der sie unterworfen ist. -1 Korinther 1Kor 53 11 10 12 Achtest du den Mann gering, scheue wenigstens die Engel (Chrys.). Da diese Gottes Willen betreffs der Ehrbarkeit kennen, zürnen sie, wenn derselbe verletzt wird (Cyr. v. Alex.). Die Engel sind aber besonders zahlreich zugegen, wenn die heil. Geheimnisse gefeiert werden (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 11 11 Verumtamen neque vir sine muliere: neque mulier sine viro in Domino. Jedoch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann im Herrn; -1 Korinther 1Kor 53 11 12 Nam sicut mulier de viro, ita et vir per mulierem: omnia autem ex Deo. denn wie das Weib aus dem Manne ist, so auch der Mann durch das Weib; alles aber ist aus Gott.¹³ -1 Korinther 1Kor 53 11 12 13 Mann und Weib sind aufeinander angewiesen und so voneinander abhängig und nebeneinander gestellt, nicht so, dass die Frau die Sklavin des Mannes sei. Diese Ordnung hat Gott einst gesetzt, in der Natur zum Ausdruck gebracht und durch Christus wiederhergestellt. Zeigt auch die erste Schöpfung die Unterordnung des Weibes, weil das erste Weib von dem Manne stammt, so ist doch jetzt auch eine gewisse Abhängigkeit des Mannes vom Weibe da, da auch die Männer von Weibern geboren werden. Alles dies ist von Gott geordnet, daher muss der Mann das Weib als seine gleichgestellte Gehilfin ansehen, muss diese der Unterordnung unter ich eingedenk bleiben. Gelten die Auseinandersetzungen des Apostels auch am meisten für Ehegatten, so beschränken sie sich doch nicht auf diese. -1 Korinther 1Kor 53 11 13 Vos ipsi judicate: decet mulierem non velatam orare Deum? Urteilet ihr selbst: ist es schicklich, dass ein Weib unverhüllt zu Gott bete?¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 11 13 14 Der Apostel spricht von dem öffentlichen Gebete. -1 Korinther 1Kor 53 11 14 Nec ipsa natura docet vos, quod vir quidem si comam nutriat, ignominia est illi: Lehrt euch nicht die Natur selbst, dass, wenn ein Mann das Haar wachsen lässt, es ihm zur Unehre gereicht, -1 Korinther 1Kor 53 11 15 Mulier vero si comam nutriat, gloria est illi: quoniam capilli pro velamine ei dati sunt. wenn aber ein Weib das Haar wachsen lässt, es ihr eine Zierde ist? denn die Haare sind ihr zum Schleier gegeben.¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 11 15 15 Die auf der ganzen Erde herrschende Gewohnheit hat ihren Ursprung in der verschiedenen natürlichen Anlage der Geschlechter. In allen Dingen, über welche die heil. Schrift keine bestimmte Regel aufgestellt hat, ist die Sitte und das Herkommen als Gesetz anzusehen (Thom.). Der Apostel meint die Sitte, dass die Frauen ohne Schleier dem Gottesdienste beiwohnen (Theod., Lomb., Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 11 16 Si quis autem videtur contentiosus esse: nos talem consuetudinem non habemus, neque Ecclesia Dei. Wenn aber jemand meint, streitsüchtig sein zu dürfen, der wisse, wir haben einen solchen Brauch nicht, und auch die Kirche Gottes nicht. -1 Korinther 1Kor 53 11 17 Hoc autem præcipio: non laudans quod non in melius, sed in deterius convenitis. Dies¹⁶ verordne ich. Ich lobe aber nicht, dass ihr nicht zur Besserung, sondern zur Verschlimmerung zusammenkommet.¹⁷ -1 Korinther 1Kor 53 11 17 16 Das Vorhergesagte. (Aug., Lomb., Thom.) -1 Korinther 1Kor 53 11 17 17 Da ihr nicht zur Besserung, sondern zur Verschlimmerung zusammenkommt, schreitet ihr nicht in der Tugend, sondern im Bösen fort. -1 Korinther 1Kor 53 11 18 Primum quidem convenientibus vobis in Ecclesiam, audio scissuras esse inter vos, et ex parte credo. Erstens nämlich,¹⁸ wenn ihr zusammenkommet zur Versammlung, sind, wie ich höre, Spaltungen unter euch; und zum Teile glaube ich es,¹⁹ -1 Korinther 1Kor 53 11 18 18 Der Apostel nimmt in V. 20 nach kurzer Unterbrechung die Sache auf. V. 22 bezieht sich auf V. 17 klar zurück, so dass also in V. 17 22 derselbe Übelstand gerügt wird. -1 Korinther 1Kor 53 11 18 19 Den Grund, warum der Apostel den an ihn gelangenden Nachrichten nicht allen Glauben versagt hat, fügt er sofort bei. -1 Korinther 1Kor 53 11 19 Nam oportet et hæreses esse, ut et qui probati sunt, manifesti fiant in vobis. denn es muss ja Irrlehren geben, damit die, welche bewährt sind, offenbar werden unter euch.²⁰ -1 Korinther 1Kor 53 11 19 20 Wenn es selbst Irrlehren in der Kirche geben muss, ist es nicht wunderbar, dass ich es glaube, dass unter euch Spaltungen ausgebrochen sind wegen der Liebesmahle. (Chrys., Theod., Thom.) Freilich würde Gott auch Irrlehren nie zulassen, gereichte dies nicht zum Besten der Gläubigen: damit usw. -1 Korinther 1Kor 53 11 20 Convenientibus ergo vobis in unum, jam non est Dominicam cnam manducare. Wenn ihr also miteinander zusammenkommet, so ist es nicht mehr, um das Abendmahl des Herrn zu halten.²¹ -1 Korinther 1Kor 53 11 20 21 Nicht ist dies, das Abendmahl des Herrn halten, sondern etwas ganz anderes ist es. (Chrys., Theod., Thom.) Um die Feier des letzten Abendmahles nachzuahmen und an sie zu erinnern, feierten die Christen an bestimmten Tagen ein Gastmahl, dessen ersten oder letzten, aber Hauptteil der Genuss der heil. Eucharistie bildete. Nach [Apg 2,46] und [Apg 20,11] ging die Feier des heil. Opfers und der Empfang der heil. Kommunion voraus, bei den Korinthern hielt man auch an der bei dem letzten Abendmahle beobachteten Reihenfolge fest. -1 Korinther 1Kor 53 11 21 Unusquisque enim suam cnam præsumit ad manducandum. Et alius quidem esurit: alius autem ebrius est. Denn ein jeder nimmt sein eigenes Abendmahl vorweg beim Essen, und der eine leidet Hunger, der andere hingegen trinkt in Fülle.²² -1 Korinther 1Kor 53 11 21 22 Ohne, wenn die Zeit des Essens kommt, mit anderen zu teilen. Jeder brachte nach seinem Vermögen Speisen mit, welche allen dienen sollten, indes teilten die Reichen nicht mit den Armen und schmausten so herrlich, dass sie Sklaven des Bauches schienen. -1 Korinther 1Kor 53 11 22 Numquid domos non habetis ad manducandum, et bibendum? aut Ecclesiam Dei contemnitis, et confunditis eos, qui non habent? Quid dicam vobis? Laudo vos? in hoc non laudo. Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes,²³ und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Lobe ich euch? Hierin lobe ich euch nicht. -1 Korinther 1Kor 53 11 22 23 Die Kirche Gottes besteht aus Reichen und Armen, diese alle aber sind vor Gott gleich. Wer sich nun von der Gemeinschaft trennt, so dass er gleichsam ein besonderes Mahl zu halten scheint, und die Armen für unwürdig hält, sie einzuladen, daran teilzunehmen, verachtet die Kirche Gottes. -1 Korinther 1Kor 53 11 23 Ego enim accepi a Domino quod et tradidi vobis, quoniam Dominus Jesus in qua nocte tradebatur, accepit panem, Denn²⁴ ich habe vom Herrn empfangen,²⁵ was ich euch auch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in welcher er verraten wurde,²⁶ Brot nahm, -1 Korinther 1Kor 53 11 23 24 Die Liebesmahle der Korinther sind keine würdige Vorbereitung auf die heil. Eucharistie, da Christi Leiden in diesem Geheimnisse zu verkünden ist. Dies beweist der Apostel, indem er zuerst die Geschichte der Einsetzung der heil. Eucharistie, die er vom Herrn selbst empfangen und den Korinthern bereits mitgeteilt hat, in's Gedächtnis zurückruft. -1 Korinther 1Kor 53 11 23 25 Unmittelbar vom Herrn selbst. So stellt er sich auch in einen gewissen Gegensatz gegen die Korinther. Gewiss gehörte das, was er hier von der Einsetzung der heil. Eucharistie und sonst [1Kor 15,3] von dem Tode und der Auferstehung des Herrn verkündet, zu dem Evangelium, das er nicht von Menschen empfangen. [Gal 1,12] -1 Korinther 1Kor 53 11 23 26 Die einzelnen Umstände sollen die Korinthe beschämen. In derselben Nacht, in welcher sich die Menschen gegen ihn so undankbar zeigten, dass einer seiner Jünger ihn sogar verriet, nahm Jesus eines von den ungesäuerten Broten usw. -1 Korinther 1Kor 53 11 24 Et gratias agens fregit, et dixit: Accipite, et manducate: hoc est corpus meum, quod pro vobis tradetur: hoc facite in meam commemorationem. und danksagend²⁷ brach und sprach: Nehmet hin und esset, dies ist mein Leib,²⁸ der für euch da hingegeben werden wird;²⁹ dieses tuet zu meinem Gedächtnisse!³⁰ -1 Korinther 1Kor 53 11 24 27 Danksagung und Segnung waren miteinander verbunden. Die Worte: Nehmet hin und esset sind wohl aus [Mt 26,26] hier eingesetzt, wie die Handschriften vermuten lassen. Auch bei [Lk 22,19] fehlen dieselben, obwohl derselbe im übrigen durchaus mit dem heil. Paulus übereinstimmt. -1 Korinther 1Kor 53 11 24 28 Können Worte klarer sein, als diese? Gegen die gesamte Kirche von ihrem Beginn bis jetzt lehnt sich frevelnd auf, wer durch dieselben nicht den wahren Leib und das wahre Blut Christi bezeichnet wähnt. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 13, Kap. 1) In der Tat, das Wort: dies bezeichnet die hier gegenwärtige Sache, die Verbindung ist die Einheit und Gleichheit zwischen Subjekt und Prädikat. Nie kann ein Zuhörer einen Satz in uneigentlichem Sinne verstehen, wenn die Umstände einen solchen nicht nahelegen. Der einzige Grund, einen uneigentlichen Sinn anzunehmen, wäre, weil die Wandlung des Brotes und Weines in Fleisch und Blut des Herrn seine Allmacht überstiege. -1 Korinther 1Kor 53 11 24 29 Der Ausdruck besagt: das Opfer. -1 Korinther 1Kor 53 11 24 30 Mit denselben Worten, wie der Herr es getan, sollen auch die Apostel das Brot wandeln in seinen heiligen Leib und so das unblutige Opfer darbringen. Zugleich aber wird mit dem Auftrage ihnen die Vollmacht dazu verliehen und werden sie zu Priestern des N. B. gemacht. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 22, Kan. 2) -1 Korinther 1Kor 53 11 25 Similiter et calicem, postquam cnavit, dicens: Hic calix novum testamentum est in meo sanguine: hoc facite quotiescumque bibetis, in meam commemorationem. Gleicherweise³¹ auch den Kelch nach dem Mahle,³² indem er sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute;³³ dieses tuet, so oft ihr trinket, zu meinem Gedächtnisse!³⁴ -1 Korinther 1Kor 53 11 25 31 Gleicherweise nahm er den Kelch, segnete ihn und gab ihn seinen Jüngern. -1 Korinther 1Kor 53 11 25 32 Da Paulus von der Einsetzung der heil. Eucharistie noch nicht gesprochen hat, setzt er bei der ersten Konsekration die Zeit bei, zu welcher das Abendmahl gehalten ward, während er vor Anführung der zweiten Konsekration den Zeitpunkt angibt, wo diese selbst statthatte. -1 Korinther 1Kor 53 11 25 33 [Mt 26,28] und [Mk 14,24] weisen unmittelbar auf das hin, was nach der Konsekration gegenwärtig ist, mittelbar auf die Wirkung (mein Blut, durch welches der N. B. geschlossen wird), während Paulus und Lukas bildlich redend, unmittelbar den Erfolg, mittelbar das, was im Kelche ist, bezeichnen. (Dieser Kelch, das, was in diesem Kelche ist, ist der N. B., welcher durch mein Blut besiegelt ist.) -1 Korinther 1Kor 53 11 25 34 Dieses vom Herrn selbst angegebene Ziel zeigt, wie sehr die Liebesmahle der Korinther mit einer würdigen Feier in Widerspruch stehen. -1 Korinther 1Kor 53 11 26 Quotiescumque enim manducabitis panem hunc, et calicem bibetis: mortem Domini annuntiabitis donec veniat. Denn so oft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, verkündet ihr³⁵ den Tod des Herrn, bis er kommt.³⁶ -1 Korinther 1Kor 53 11 26 35 Wenngleich die griech. Form die des Befehles sein kann (Chrys.), ist dieselbe doch richtiger als Indikativ zu fassen (Theod.), da der Apostel nicht mit seinen Worten das Gebot Christi wiederholen will, sondern den Grund des Gebotes angeben. Der Tod des Herrn wird verkündet und in dem heil. Opfer durch die getrennten Gestalten dargestellt, weil dies so dargebracht wird, dass in Kraft der Worte des Priesters der Leib Christi ohne das Blut und gleichsam leblos zugegen ist (wenngleich in Wirklichkeit, aber nicht kraft jener Worte, sondern weil der glorreiche Christus unteilbar ist, der ganze Christus zugegen ist), und kraft der Worte das heil. Blut ohne den Leib (wenngleich auch dieser sich nicht in Wirklichkeit getrennt findet) auf dem Altare gegenwärtig ist. -1 Korinther 1Kor 53 11 26 36 Das heiligste Opfer wird nicht aufhören bis zum Ende der Welt (Chrys., Thom.), mithin erhielten die Apostel durch diese Worte auch die Gewalt, Nachfolger einzusetzen, welche dasselbe in gleicher Weise zu feiern berufen sind. -1 Korinther 1Kor 53 11 27 Itaque quicumque manducaverit panem hunc, vel biberit calicem Domini indigne: reus erit corporis, et sanguinis Domini. Wer daher unwürdig dieses Brot isst,³⁷ oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein.³⁸ [Joh 6,59] -1 Korinther 1Kor 53 11 27 37 Daraus, dass Christus dieses heilige Geheimnis zur Erinnerung an ihn zu feiern befohlen hat, und dass es eine beständige Verkündigung des Leidens des Herrn ist, folgt, dass jeder sich schwer versündigt, der diese Geheimnisse unwürdig behandelt, und dass mithin niemand ohne sorgfältige Vorbereitung zu denselben hinzutreten darf. (V. 27 29) Zuerst zeigt Paulus die Sündhaftigkeit des unwürdigen Empfanges der heil. Kommunion. -1 Korinther 1Kor 53 11 27 38 Wer den Leib oder das Blut des Herrn unwürdig empfängt, ist des Leibes und Blutes Christi schuldig, also ist der ganze Christus unter beiden Gestalten gegenwärtig. -1 Korinther 1Kor 53 11 28 Probet autem seipsum homo: et sic de pane illo edat, et de calice bibat. Es prüfe aber der Mensch sich selbst; und so esse er von diesem Brote und trinke von dem Kelche.³⁹ -1 Korinther 1Kor 53 11 28 39 Der Mensch prüfe sein Gewissen, und wenn er sich unwürdig findet ob einer schweren Sünde, mache er sich würdig, und zwar verlangt hierfür das ausdrückliche Gebot der heil. Kirche die Beichte. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 13, Kap. 7) -1 Korinther 1Kor 53 11 29 Qui enim manducat, et bibit indigne, judicium sibi manducat, et bibit: non dijudicans corpus Domini. Denn wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht,⁴⁰ indem er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.⁴¹ -1 Korinther 1Kor 53 11 29 40 Welche Strafe dieses Gericht ist, sagt der heil. Apostel nicht. Es hängt von dem Grade der Unwürdigkeit ab, ob eine zeitliche Strafe oder die ewige Verdammnis die Folge ist. -1 Korinther 1Kor 53 11 29 41 Indem er die Größe der Gaben, die ihm zu Teil werden sollten, nicht gebührend würdigt und den Leib des Herrn einer gewöhnlichen Speise gleichstellt. -1 Korinther 1Kor 53 11 30 Ideo inter vos multi infirmi et imbecilles, et dormiunt multi. Deswegen sind unter euch viele Kranke und Schwache, und entschlafen viele.⁴² -1 Korinther 1Kor 53 11 30 42 Wegen der nicht dem christlichen Geiste entsprechend gefeierten Liebesmahle ließen viele auch bei der Feier der heil. Geheimnisse es an Ehrfurcht fehlen. Die Worte: es entschlafen viele bedeuten zwar einen vorzeitigen Tod als Strafe, aber nicht einen unglücklichen. Wird nun eine minder würdige heil. Kommunion von dem gerechten Richter so schwer auf dieser Erde gestraft, wird da eine wahrhaft unwürdige nicht den ewigen Tod nach sich ziehen? -1 Korinther 1Kor 53 11 31 Quod si nosmetipsos dijudicaremus, non utique judicaremur. Wenn wir uns aber selbst richteten,⁴³ so würden wir nicht gerichtet werden.⁴⁴ -1 Korinther 1Kor 53 11 31 43 Der Mahnung des V. 28 gemäß. -1 Korinther 1Kor 53 11 31 44 So würden wir nicht zu den V. 30 genannten zeitlichen Strafen verurteilt werden. -1 Korinther 1Kor 53 11 32 Dum judicamur autem, a Domino corripimur, ut non cum hoc mundo damnemur. Indem wir aber gerichtet werden, werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht mit dieser Welt verdammt werden. -1 Korinther 1Kor 53 11 33 Itaque fratres mei, cum convenitis ad manducandum, invicem exspectate. Darum, meine Brüder! wenn ihr zum Essen⁴⁵ zusammenkommet, so wartet aufeinander. -1 Korinther 1Kor 53 11 33 45 Zu Liebesmahlzeiten. (Chrys.) An dem letzten Abendmahle, dessen Nachahmungen die Liebesmahle sein sollten, hatten alle Apostel mit dem Herrn teilgenommen, bei demselben hatte der Erlöser seine höchste Liebe gegen seine Jünger offenbart und allen, die zu ihm gehören wollten, die Liebe als unterscheidendes Merkmal empfohlen, und hatte den Vater gebeten, dass alle Gläubigen eins seien. Entsprachen die Liebesmahle der Korinther diesen Merkmalen christlicher Vereinigungen zum Andenken an das letzte Abendmahl? -1 Korinther 1Kor 53 11 34 Si quis esurit, domi manducet: ut non in judicium conveniatis. Cetera autem, cum venero, disponam. Ist aber jemand hungrig, so esse er zu Hause, damit ihr nicht zum Gerichte zusammenkommet. Das übrige aber werde ich anordnen, wenn ich komme.⁴⁶ -1 Korinther 1Kor 53 11 34 46 Da der Apostel nicht alles glauben wollte, was ihm mitgeteilt war, wollte er das übrige erst untersuchen, um dann die nötigen Anordnungen zu treffen. Auch diese Worte des heil. Paulus zeigen, dass die Kirche viele Anordnungen der Apostel besitzt, welche in der heil. Schrift nicht aufgezeichnet sind. (Thom.) -1 Korinther 1Kor 53 12 0 5. Die rechte Wertschätzung der Gnadengaben und ihr rechter Gebrauch. (12,1 14,40) a. Der Ursprung und der Wert der Gnadengaben (V. 30): Merkmale wahrer Gnadengaben. (V. 3) Einziger Ursprung und einziges Ziel der Gnadengaben. (V. 11) Praktische Folgerungen: alle Gnadengaben tragen zum Heile der Kirche bei. (V. 20) Die Gnadengaben, welche geringer scheinen, sind bisweilen nützlicher. (V. 30) b. Beziehungen der Gnadengaben zur Liebe (12,31 13,13): was sind die Gnadengaben wert ohne die Liebe? (12,31 13,3) -1 Korinther 1Kor 53 12 1 De spiritualibus autem, nolo vos ignorare fratres. Über die Geistesgaben aber¹ will ich euch nicht ohne Belehrung lassen, Brüder! -1 Korinther 1Kor 53 12 1 1 Es waren in den ersten Zeiten besondere Gnadengaben notwendig, damit jene, welche ihr ganzes Leben in Götzendienst, von den bösen Geistern verblendet, zugebracht hatten, ungebildeten und armen Leuten glaubten und von ihnen die Wahrheit annahmen. Ohne dass ganz offenbare Wunder der göttlichen Gnade sich zeigten, konnte dies nicht geschehen. (Theod.) Durch diese außerordentlichen Gaben wurden freilich die von Christus eingeführten Ämter in der Kirche nicht überflüssig. Über diese Gnadengaben hatten die Korinther an Paulus Fragen gerichtet. Jedenfalls befanden sie sich in einem zweifachen Irrtum: sie beurteilten den Wert der Gnadengaben nach der Außenseite, nach der Bewunderung, welche diese wachriefen. Infolge dessen stellten sie die Sprachengabe allen anderen Gnadengaben voran und wünschten, dieselbe zu erlangen, während die Gabe der Prophezeiung ihnen wenig beachtenswert schien. Aber: weiteres über die Liebesmahle zu bestimmen, behielt der Apostel seiner Ankunft vor, die Antwort auf die Frage nach den Geistesgaben aber will er nicht verschieben. -1 Korinther 1Kor 53 12 2 Scitis quoniam cum gentes essetis, ad simulacra muta prout ducebamini euntes. Ihr wisset, dass ihr, als ihr Heiden waret, zu den stummen Götzen hinginget, wie ihr geführt wurdet.² -1 Korinther 1Kor 53 12 2 2 Wie vernunftlose Tiere. Es war wohl der Teufel, der sie von Gott ab- und den Götzen zuführte. -1 Korinther 1Kor 53 12 3 Ideo notum vobis facio, quod nemo in Spiritu Dei loquens, dicit anathema Jesu. Et nemo potest dicere, Dominus Jesus, nisi in Spiritu sancto. Darum³ tue ich euch kund, dass niemand, der im Geiste Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus; und niemand kann sagen: Herr Jesus, außer im Heiligen Geiste.⁴ [Mk 9,38] -1 Korinther 1Kor 53 12 3 3 Dies waret ihr, ehe euch die Gnade zu Teil ward, wie sehr ist diese notwendig! -1 Korinther 1Kor 53 12 3 4 Vergl. [1Joh 4,1-3]. Wie der heil. Johannes dort ein Merkmal aufstellt, an dem wahre Propheten und Lehrer von falschen Propheten und Irrlehrern unterschieden werden, so gibt der heil. Paulus hier das gleiche als Unterscheidungsmerkmal für geistliche Gnadengaben. Wer im außerordentlichen Zustande sagt: Verflucht ist (sei) Jesus, also nicht nur seine Gottheit leugnet, sondern ihn selbst verabscheut und sein Reich zu zerstören sucht, redet und handelt nicht unter dem Einflusse des Heil. Geistes. Hingegen wer den Glauben an Jesus mehrt oder fördert, ist vom Heil. Geiste erfüllt. -1 Korinther 1Kor 53 12 4 Divisiones vero gratiarum sunt, idem autem Spiritus: Es sind jedoch verschiedene Gnadengaben, allein derselbe Geist.⁵ -1 Korinther 1Kor 53 12 4 5 Wie die Heiden verschiedene Gaben verschiedenen Götzen zuschrieben, so konnten die Neubekehrten, wenn sie von dem Geiste der Weisheit, dem Geiste der Prophezeiung usw. hörten, sich leicht falsche Vorstellungen über die Gnadengaben machen. -1 Korinther 1Kor 53 12 5 Et divisiones ministrationum sunt, idem autem Dominus: Und es sind verschiedene Ämter, aber derselbe Herr. -1 Korinther 1Kor 53 12 6 Et divisiones operationum sunt, idem vero Deus, qui operatur omnia in omnibus. Und es sind verschiedene Wirkungsweisen, allein es ist derselbe Gott, welcher alles in allen wirkt.⁶ -1 Korinther 1Kor 53 12 6 6 Aus dem, was den beiden anderen Personen der Gottheit zugeeignet wird (dem Sohne V. 5, dem Vater V. 6), folgert der Apostel, dass auch die Verschiedenheit der Gnadengabe einem Geiste zukommt. -1 Korinther 1Kor 53 12 7 Unicuique autem datur manifestatio Spiritus ad utilitatem. Einem jeden aber wird die Offenbarung des Geistes⁷ zum Nutzen gegeben. -1 Korinther 1Kor 53 12 7 7 Gnadengabe. -1 Korinther 1Kor 53 12 8 Alii quidem per Spiritum datur sermo sapientiæ: alii autem sermo scientiæ secundum eundem Spiritum, Dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit verliehen, dem andern aber die Rede der Wissenschaft nach demselben Geiste;⁸ -1 Korinther 1Kor 53 12 8 8 Durch den Heil. Geist und nach seinem Willen werden die Gnadengaben verteilt, weil sie in ihm ihre gemeinsame Quelle haben und meist in ihm verliehen werden, da er, wenn er sich selbst den Gläubigen schenkt, ihnen auch seine Gaben zu Teil werden lässt. Der Apostel zählt die Gaben übrigens nicht alle auf. An dieser Stelle erwähnt er neun, weiter unten (V. 28) acht, unter ihnen Apostelgabe und Lehrgabe, die wohl auch hier unter anderen Namen angeführt werden, und die Gnade Hilfe zu leisten und wohl zu verwalten, die hier übergangen sind. Wollen wir die hier genannten Gaben in Klassen teilen, so umfasst die erste vier Gaben, welche zur Lehre über göttliche Dinge helfen, die zweite drei, welche in den bereits überlieferten Lehren bestärken, die dritte vier, welche dazu dienen, die Gläubigen zu ermuntern, die Ungläubigen zurückzuweisen. Als vierte Klasse können diejenigen Gaben angesehen werden, durch welche der Heil. Geist einige Menschen geeignet macht, andere in äußeren Dingen zu leiten (V. 28). -1 Korinther 1Kor 53 12 9 Alteri fides in eodem Spiritu: alii gratia sanitatum in uno Spiritu, einem andern Glaube in demselben Geiste; einem andern Gnadengabe zu Heilungen in dem einen Geiste; -1 Korinther 1Kor 53 12 10 Alii operatio virtutum, alii prophetia, alii discretio spirituum, alii genera linguarum, alii interpretatio sermonum. einem andern die Gabe Wunder zu wirken, einem andern Weissagung, einem andern Unterscheidung der Geister, einem andern mancherlei Sprachen, einem andern Sprachenauslegung.⁹ -1 Korinther 1Kor 53 12 10 9 Das Wesen der einzelnen Geistesgaben lässt sich nicht mit vollkommener Gewissheit bestimmen. Die Weisheit [1Kor 2,6ff] ist die genaue Kenntnis der verborgenen Geheimnisse Gottes. Das Wort der Weisheit ist mithin die Gabe, die tiefsten Geheimnisse zu lehren. Da nun diese Gabe besonders den apostolischen Männern eigen sein muss, ist sie wohl die gleiche wie die V. 28 als diese eigene genannte. Die Rede der Wissenschaft ist die Gabe, jene Wahrheiten, welche alle Christen kennen müssen, so zu erklären und darzulegen, dass alle sie verstehen und behalten. Diese Gabe wird besonders den Lehrern (V. 28) eigen sein müssen. Die Gabe des Glaubens ist die Gabe des wunderwirkenden Glaubens [Mt 17,20], wie [1Kor 13,2] angedeutet. (Chrys., Cyr. v. Alex.) Gott gab den Aposteln, um ihr Ansehen zu mehren, die Gabe wunderbarer Heilungen [Apg 5,15, Apg 19,12], ohne dass sie selbst dabei mitwirkten. Über diese Gabe wie über die anderen Wunder zu wirken ist nichts weiter bekannt. Die vier letzten Gnadengaben werden paarweise verbunden, weil sie eine ohne die andere keinen großen Nutzen schafft. Doch über die Gabe der Sprachen und der Prophezeiung handelt das ganze vierzehnte Kapitel, weshalb dort mehr über dieselben gesagt werden wird. -1 Korinther 1Kor 53 12 11 Hæc autem omnia operatur unus atque idem Spiritus, dividens singulis prout vult. Dieses alles aber wirkt ein und derselbe Geist, einem jeden zuteilend, wie er will.¹⁰ [Röm 12,6, Eph 4,7] -1 Korinther 1Kor 53 12 11 10 Ein und derselbe Geist wirkt dies alles, gewiss dabei auf die natürliche Veranlagung dessen, dem eine Gabe zu Teil werden soll, Rücksicht nehmend, oder auf die Beschaffenheit des Herzens. Stets aber gibt der Heil. Geist frei, wem er will, ohne dass die Gläubigen auf irgendeine Gabe ein Recht besäßen. -1 Korinther 1Kor 53 12 12 Sicut enim corpus unum est, et membra habet multa, omnia autem membra corporis cum sint multa, unum tamen corpus sunt: ita et Christus. Wie nämlich der Leib einer ist¹¹ und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obschon ihrer viele sind, dennoch ein Leib sind, so auch Christus.¹² -1 Korinther 1Kor 53 12 12 11 Damit die Folgerungen, welche der Apostel in bildlicher Form vorlegen will, richtig erscheinen, weist er zuvor nach, dass die Kirche sich mit dem menschlichen Leibe vergleichen lässt (V. 12 14). -1 Korinther 1Kor 53 12 12 12 Der mystische Christus, die Kirche, welche der Leib Christi ist, deren Haupt der Herr ist. Christus heißt Haupt und Leib wegen der unerforschlichen Einheit zwischen Haupt und Gliedern. Ein Geist wirkt alles in den Gliedern Christi, wie eine und dieselbe Seele in dem Auge sieht, im Ohre hört und in allen Gliedern alles tut. So ist der mystische Christus einer und vielfach, so viel Glieder er hat, so viel Gläubige sind, welche durch den Heil. Geist zu einem Leibe vereint werden. Wenn die Mannigfaltigkeit die Einheit aufheben würde, könnte man nicht mehr von einem Leibe reden, und doch bilden viele Glieder einen Leib, weil derselbe Lebensgrund, die Seele, alle erfüllt. -1 Korinther 1Kor 53 12 13 Etenim in uno Spiritu omnes nos in unum corpus baptizati sumus, sive Judæi, sive gentiles, sive servi, sive liberi: et omnes in uno Spiritu potati sumus. Denn in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, gleichviel ob Juden oder Heiden, Knechte oder Freie; und alle sind wir in einem Geiste getränkt worden.¹³ -1 Korinther 1Kor 53 12 13 13 Alles, was einst unterschied und trennte, Judentum oder Heidentum, Freiheit oder Knechtschaft, ist verschwunden, eines ist an die Stelle getreten, der Geist, der alle zu Gliedern macht. Der Taufe, von der im ersten Gliede des Verses die Rede ist, schloss sich die Firmung (Chrys.) an, deren Gnaden dem Wasser verglichen werden, mit dem die Menschen getränkt werden. Ein ähnliches Bild siehe [Jes 12,3, Jer 2,13, Ez 47,1, Sach 14,8] und [Joh 4,13.14, Joh 7,37ff]. -1 Korinther 1Kor 53 12 14 Nam et corpus non est unum membrum, sed multa. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern besteht aus vielen. -1 Korinther 1Kor 53 12 15 Si dixerit pes: Quoniam non sum manus, non sum de corpore: num ideo non est de corpore? Wenn der Fuß sagte: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leibe; gehört er darum etwa nicht zum Leibe?¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 12 15 14 Wenn der Fuß, der das Gewicht des Leibes trägt und den Staub der Erde tritt, mit der Hand verglichen wird, und das Ohr, das dem Auge nachsteht, mit diesem, so sind sie Glieder minderen Ranges, und dennoch gehören sie ebenso zum Leibe, wie die vornehmen Glieder, da sie auf gleiche Weise mit ihnen verbunden sind. Es wäre also töricht, wollten Glieder der Kirche, welche etwa niedere Gnadengaben empfangen haben, deshalb meinen, sie seien von der Kirche ausgeschlossen. Der Apostel hat die Glieder überaus passend einander entgegengestellt, da wir diejenigen, welche um weniges (nicht um vieles) höher sind als wir, zu beneiden pflegen (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 12 16 Et si dixerit auris: Quoniam non sum oculus, non sum de corpore: num ideo non est de corpore? Und wenn das Ohr sagte: Weil ich nicht Auge bin, gehöre ich nicht zum Leibe; gehört es darum etwa nicht zum Leibe? -1 Korinther 1Kor 53 12 17 Si totum corpus oculus: ubi auditus? Si totum auditus: ubi odoratus? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn der ganze Leib Gehör wäre, wo wäre der Geruch? -1 Korinther 1Kor 53 12 18 Nunc autem posuit Deus membra, unumquodque eorum in corpore sicut voluit. Nun aber hat Gott die Glieder, ein jedes von ihnen, an dem Leibe gesetzt, wie es ihm wohlgefiel. [V. 11] -1 Korinther 1Kor 53 12 19 Quod si essent omnia unum membrum, ubi corpus? Wenn alle ein Glied wären, wo wäre der Leib? -1 Korinther 1Kor 53 12 20 Nunc autem multa quidem membra, unum autem corpus. Nun aber sind zwar viele Glieder,¹⁵ aber nur ein Leib. -1 Korinther 1Kor 53 12 20 15 Und zwar dem göttlichen Willen gemäß verschiedene. -1 Korinther 1Kor 53 12 21 Non potest autem oculus dicere manui: Opera tua non indigeo: aut iterum caput pedibus: Non estis mihi necessarii. Es kann aber das Auge nicht zur Hand sagen: Ich bedarf deiner Dienste nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ihr seid mir nicht nötig!¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 12 21 16 Oben, wo der Apostel von dem Verhältnisse der Glieder zu dem Leibe sprach, wählte er Glieder gleicher Art, jetzt, die Glieder unter sich vergleichend solche verschiedener Art. Der Apostel will die Anwendung auf die Kirche noch nicht machen. -1 Korinther 1Kor 53 12 22 Sed multo magis quæ videntur membra corporis infirmiora esse, necessariora sunt: Sondern vielmehr sind diejenigen Glieder des Leibes, welche die schwächeren zu sein scheinen, die notwendigeren;¹⁷ -1 Korinther 1Kor 53 12 22 17 Die inneren Organe. (Theod., Thom.) -1 Korinther 1Kor 53 12 23 Et quæ putamus ignobiliora membra esse corporis, his honorem abundantiorem circumdamus: et quæ inhonesta sunt nostra, abundantiorem honestatem habent, und die als die minder ansehnlichen Glieder des Leibes gelten, diese umgeben wir mit reichlicherer Ehre; und die an uns schamhaft sind, haben reichlichere Anständigkeit.¹⁸ -1 Korinther 1Kor 53 12 23 18 Der heil. Apostel wählt seine Ausdrücke. Die beiden ersten Klassen werden von uns für schwächer und minder ansehnlich gehalten, die dritte Klasse ist das, was sie genannt wird, da allen Menschen das Schamgefühl angeboren ist. -1 Korinther 1Kor 53 12 24 Honesta autem nostra nullius egent: sed Deus temperavit corpus, ei, cui deerat, abundantiorem tribuendo honorem, Das Wohlanständige an uns bedarf nichts;¹⁹ Gott aber hat den Leib so eingerichtet, dass er dem mehr Ehre zu Teil werden ließ, was nachstand, -1 Korinther 1Kor 53 12 24 19 Keiner von außen ihnen verschafften Ehrbarkeit. -1 Korinther 1Kor 53 12 25 Ut non sit schisma in corpore, sed idipsum pro invicem sollicita sint membra. damit keine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder einmütig füreinander Sorge tragen. -1 Korinther 1Kor 53 12 26 Et si quid patitur unum membrum, compatiuntur omnia membra: sive gloriatur unum membrum, congaudent omnia membra. Und wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; oder, wenn ein Glied verherrlicht wird, freuen sich alle Glieder mit. -1 Korinther 1Kor 53 12 27 Vos autem estis corpus Christi, et membra de membro. Ihr aber seid Christi Leib, und Glied um Glied.²⁰ -1 Korinther 1Kor 53 12 27 20 Da das Bild leicht verständlich ist, erklärt der Apostel es nicht weiter, sondern betont noch einmal einzig den Grund, auf dem der Schluss, den er einprägen will, beruht, nämlich dass die Einheit der Kirche, des Körpers Christi, und die Verschiedenheit der Glieder von Gott selbst gesetzt ist. Glied um Glied: so voneinander abhängig und zueinander geordnet wie ein Glied zum andern (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 12 28 Et quosdam quidem posuit Deus in Ecclesia primum Apostolos, secundo Prophetas, tertio Doctores, deinde virtutes, exinde gratias curationum, opitulationes, gubernationes, genera linguarum, interpretationes sermonum. Und die einen hat Gott in der Kirche gesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrmeister, dann Wunderkräfte, ferner Gaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Verwaltungen, mancherlei Sprachen zu reden, Reden auszulegen.²¹ [Eph 4,11] -1 Korinther 1Kor 53 12 28 21 Der Apostel redet hier nicht von den gewöhnlichen von Christus in der Kirche eingesetzten Ämtern. Acht Gnadengaben werden von dem Apostel aufgezählt, denn die in der heutigen Vulgata an neunter Stelle genannte fehlt in den griechischen und den älteren lateinischen Manuskripten. Apostel sind hier alle diejenigen, welche den Ungläubigen das Evangelium verkündeten und neue Kirchen gründeten. Propheten sind, wie die Lehrer, für schon gegründete Kirchen berufen. Die Propheten wurden vom Heil. Geiste erfüllt, um die Gläubigen zu ermahnen, zu trösten, zu erbauen, die Lehrer, um sie im Glauben zu unterweisen. Zu den bereits gleichfalls V. 9 erwähnten Wunderkräften und Gaben der Heilung kommen zwei vorher nicht genannte: Hilfe zu leisten und wohl zu verwalten, die beide für äußere Dinge gegeben wurden, die eine Gabe, um Kranken und Armen zu Hilfe zu kommen (Chrys.), die andere, um das Haus, die Gemeinde, oder in außerordentlicher Weise selbst die Kirche, zu leiten. Vergl. [Röm 12,8]. Auch jetzt noch verleiht Gott bisweilen diese Gnadengaben, wie wir in den Lebensbeschreibungen der Heiligen lesen, wo dieselben außerordentliche Erfolge erzielten, die ohne die besondere Beihilfe des Heil. Geistes nicht zu erlangen waren. -1 Korinther 1Kor 53 12 29 Numquid omnes Apostoli? numquid omnes Prophetæ? numquid omnes Doctores? Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? -1 Korinther 1Kor 53 12 30 Numquid omnes virtutes? numquid omnes gratiam habent curationum? numquid omnes linguis loquuntur? numquid omnes interpretantur? Haben etwa alle Wunderkräfte, alle die Gabe zu heilen, reden alle in Sprachen, können alle auslegen?²² -1 Korinther 1Kor 53 12 30 22 Vergl. V. 11, V. 18. -1 Korinther 1Kor 53 12 31 mulamini autem charismata meliora. Et adhuc excellentiorem viam vobis demonstro. Beeifert euch um die besseren Gnaden.²³ Und noch einen vorzüglicheren Weg zeige ich euch.²⁴ -1 Korinther 1Kor 53 12 31 23 Wenngleich alle Gnadengaben von dem freien Ermessen des Heil. Geistes abhängen, können sie doch durch frommes Flehen von ihm erlangt werden, vergl. [1Kor 14,13], zumal der Heil. Geist sie gewiss denen leicht gewährt, welche sie nach dem Willen des Spenders zum Nutzen der Kirche zu gebrauchen verheißen. -1 Korinther 1Kor 53 12 31 24 Der Apostel führt indes erst [1Kor 14,1] diese Aufforderung weiter. Einen Weg, welcher vorzüglicher ist, als die Gnadengaben, die Liebe zeige ich euch. -1 Korinther 1Kor 53 13 0 Was sind die Gnadengaben wert ohne die Liebe? (V. 3) Was ist die Liebe wert ohne die Gnadengaben? (V. 7) Die Liebe übertrifft durch ihre ewige Dauer die Gnadengaben. -1 Korinther 1Kor 53 13 1 Si linguis hominum loquar, et angelorum, caritatem autem non habeam, factus sum velut æs sonans, aut cymbalum tinniens. Wenn ich mit den Zungen der Menschen und Engel rede,¹ aber die Liebe nicht habe, so bin ich wie ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle geworden. -1 Korinther 1Kor 53 13 1 1 Wenn ich das höchste Maß der Sprachengabe besäße, dass ich mit Menschen- und Engelzungen Gott preisen könnte, mir selbst würde dies nichts helfen zum ewigen Leben, ohne die Liebe, jene göttliche Tugend, mit welcher wir Gott um seiner selbst willen, den Nächsten um Gottes willen lieben (Aug.). -1 Korinther 1Kor 53 13 2 Et si habuero prophetiam, et noverim mysteria omnia, et omnem scientiam: et si habuero omnem fidem ita ut montes transferam, caritatem autem non habuero, nihil sum. Und wenn ich die Gabe der Weissagung habe, und kenne alle Geheimnisse und alle Wissenschaft, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetzen könnte, die Liebe aber nicht habe, so bin ich nichts.² -1 Korinther 1Kor 53 13 2 2 Vier Gnadengaben werden in diesem Verse mit der Liebe verglichen: Prophezeiung, Weisheit, Wissenschaft, wunderwirkender Glaube, die vier vorzüglichsten. Siehe [1Kor 12,8.28] Weisheit und Wissenschaft können auch Gaben des Heil. Geistes sein, alsdann sind sie aber mit der Liebe verbunden (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 13 3 Et si distribuero in cibos pauperum omnes facultates meas, et si tradidero corpus meum ita ut ardeam, caritatem autem non habuero, nihil mihi prodest. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile, und wenn ich meinen Leib dahingebe, dass ich verbrannt werde, die Liebe aber nicht habe, so nützt es mir nichts.³ -1 Korinther 1Kor 53 13 3 3 Der Apostel geht nunmehr zu jenen Gnadengaben über, welche den Menschen befähigen, dem Nächsten im täglichen Leben zu helfen, die zwar weniger bewunderungswert erscheinen, aber den Tugenden ähnlicher sind. -1 Korinther 1Kor 53 13 4 Caritas patiens est, benigna est: caritas non æmulatur, non agit perperam, non inflatur. Die Liebe⁴ ist langmütig, ist gütig;⁵ die Liebe eifert nicht, sie handelt nicht unbescheiden, sie bläht sich nicht auf; -1 Korinther 1Kor 53 13 4 4 Die Gnadengaben ohne die Liebe nützen dem nichts, der sie besitzt. Stets aber ist die Liebe nütz, ob sie auch nicht mit Gnadengaben geschmückt erscheint. Da der Mensch sich und andere über seine Liebe zu Gott leicht täuschen kann, die Liebe zum Nächsten aber ohne die Liebe zu Gott nicht bestehen kann, zählt der Apostel die Eigenschaften der Liebe gegen den Nächsten auf, damit die Gläubigen sich prüfen, ob sie diese so notwendige Gabe besitzen. Zuerst nennt er die zwei allgemeinen Eigenschaften der Liebe (V. 4), alsdann die besonderen, acht negative (V. 4 6), fünf positive. -1 Korinther 1Kor 53 13 4 5 Jede Tugend erweist ihre Kraft im Ertragen des Bösen und dem Tun des Guten. (Thom.) Gütig: sie teilt alles, was sie hat, gern mit. (Thom.) -1 Korinther 1Kor 53 13 5 Non est ambitiosa, non quærit quæ sua sunt, non irritatur, non cogitat malum, sie ist nicht ehrsüchtig,⁶ sucht nicht das ihre,⁷ sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht an; -1 Korinther 1Kor 53 13 5 6 Griech.: Sie handelt nicht ungeziemend. -1 Korinther 1Kor 53 13 5 7 Sie sucht nicht das Ihre mit Hintansetzung dessen, was anderen nützlich ist; denn wer den Nächsten liebt wie sich selbst, sucht auch dessen Wohl wie das eigene (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 13 6 Non gaudet super iniquitate, congaudet autem veritati: sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit,⁸ sie freut sich aber mit der Wahrheit;⁹ -1 Korinther 1Kor 53 13 6 8 Der Ungerechtigkeit, die sie an anderen sieht. -1 Korinther 1Kor 53 13 6 9 Die Wahrheit wird hier wie die Liebe als Person gedacht, welche sich freut, wenn sie ihr Ziel erreicht, d. i. von allen erkannt und anerkannt wird; die Liebe freut sich mit ihr, wenn sie ihr Reich sich ausbreiten sieht. -1 Korinther 1Kor 53 13 7 Omnia suffert, omnia credit, omnia sperat, omnia sustinet. alles erträgt sie,¹⁰ alles glaubt sie, alles hofft sie, alles übersteht sie.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 13 7 10 Griech.: Sie bedeckt alles, deckt gleichsam alle Mängel des Nächsten zu, um das Wohlwollen nicht zu verlieren. -1 Korinther 1Kor 53 13 7 11 Ohne Misstrauen (wenngleich nicht ohne Klugheit) lässt der, welcher die Liebe hat, die Worte des Nächsten zu, hofft von ihm das Beste, auch wenn er ihn einmal straucheln sieht, und hilft ihm aufstehen; endlich erträgt er alle Übel ebenso starkmütig und geduldig. -1 Korinther 1Kor 53 13 8 Caritas numquam excidit: sive prophetiæ evacuabuntur, sive linguæ cessabunt, sive scientia destruetur. Die Liebe hört nie auf,¹² wenn auch die Weissagungen abgetan werden oder die Sprachen ein Ende nehmen, und die Erkenntnis vergehen wird.¹³ -1 Korinther 1Kor 53 13 8 12 Mit dem Lobe der Liebe als der Seele aller anderen Tugenden ist der Apostel noch nicht zufrieden und führt ein drittes Lob derselben an, ihre Ewigkeit, die sie über die Gnadengaben (V. 9 12) und die anderen theologischen Tugenden stellt (V. 13). -1 Korinther 1Kor 53 13 8 13 Nicht allein jene Gnadengabe, welche die Korinther irrtümlich überschätzten, sondern auch jene, welche mit Recht als die ersten gelten, Prophezeiung und Wissenschaft (und Weisheit) werden ein Ende haben, wieviel mehr die unter diesen stehenden. Da die Gnadengaben zum Nutzen der Gläubigen gewährt werden, hören sie freilich auf, sobald das Ziel, für welches sie gegeben werden, aufhört, wenigstens also mit der zweiten Ankunft Christi; indes schließt der Apostel vielmehr aus ihrer inneren Unvollkommenheit auf die Notwendigkeit des Aufhörens derselben. -1 Korinther 1Kor 53 13 9 Ex parte enim cognoscimus, et ex parte prophetamus. Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk.¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 13 9 14 Auch die Gabe der Wissenschaft ist unvollkommen; denn weder erfasst sie alle Wahrheiten, noch erkennt sie diejenigen, welche sie erfasst, ohne Dunkelheit. Auch was die Gabe der Prophezeiung der Gläubigen bietet, nimmt an der Dunkelheit des Glaubens teil. -1 Korinther 1Kor 53 13 10 Cum autem venerit quod perfectum est, evacuabitur quod ex parte est. Wenn aber das Vollkommene kommt, dann wird das, was Stückwerk ist, abgetan werden.¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 13 10 15 Dieser Satz wird durch das Folgende weiter beleuchtet und erklärt. -1 Korinther 1Kor 53 13 11 Cum essem parvulus, loquebar ut parvulus, sapiebam ut parvulus, cogitabam ut parvulus. Quando autem factus sum vir, evacuavi quæ erant parvuli. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich aber Mann ward, legte ich ab, was des Kindes war. -1 Korinther 1Kor 53 13 12 Videmus nunc per speculum in ænigmate: tunc autem facie ad faciem. Nunc cognosco ex parte: tunc autem cognoscam sicut et cognitus sum. Jetzt sehen wir durch einen Spiegel im Rätsel, alsdann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich erkennen, so wie auch ich erkannt bin.¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 13 12 16 Der Apostel stellt einen Schluss auf, dessen Obersatz V. 11, dessen Untersatz V. 12 enthält: wenn das Vollkommene kommt, weicht das Unvollkommene, nun aber ist unsere jetzige Erkenntnis unvollkommen, die zukünftige wird vollkommen sein. Die Unvollkommenheit und Vollkommenheit erklärt der Apostel durch Bilder. Jetzt bedürfen wir, um Gott zu erkennen, eines Mittels, wir erkennen ihn in der Natur [Röm 1,20] und in Jesus, seinem Leben und seinen Lehren [Joh 14,9], also im Bilde, mithin bleibt ein Dunkel und Geheimnis, dass wir nicht durchdringen und dem wir uns durch den Glauben unterwerfen. Anders wird es im seligen Leben sein, wenn wir Gott in sich schauen. Ich werde erkennen, wie ich auch erkannt bin: ich werde so vollkommen rein erkennen, wie ein Geschöpf dies nur vermag, wie die göttliche Erkenntnis in ihrer Art vollkommen ist. Nicht der Umfang der Erkenntnis, sondern die Weise: unmittelbare Anschauung (gegenüber der jetzigen mittelbaren) wird verglichen. Noch ist dieser glückselige Stand nicht erreicht; doch allen Menschen bleiben ja, wenn wir auch nicht alle die Gabe der Rede, der Wissenschaft oder der Prophezeiung haben können, die drei göttlichen Tugenden (Justin, Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 13 13 Nunc autem manent, fides, spes, caritas: tria hæc: major autem horum est caritas. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;¹⁷ das größte aber unter diesen ist die Liebe. -1 Korinther 1Kor 53 13 13 17 Die Gnadengaben verteilt der Heil. Geist, wie er will [1Kor 12,11], und wenngleich er sie zum Nutzen der Gläubigen gibt [1Kor 12,7], ist doch keine derselben unbedingt oder immer notwendig. Darum gibt oder nimmt er sie, je nachdem es der Kirche nützlich ist. Die theologischen Tugenden hingegen sind allen Gläubigen unbedingt und stets notwendig, darum bleiben sie in der streitenden Kirche bis zur zweiten Ankunft Christi. Ja, eine Tugend bleibt selbst im anderen Leben (V. 8), die, welche die anderen beiden übertrifft, die Liebe. -1 Korinther 1Kor 53 14 0 c. Vergleich der Gnadengaben der Sprachen und der Prophezeiung untereinander. (V. 25): die Prophezeiung ist den Gläubigen nützlicher, als die Sprachengabe. (V. 6) Die Sprachengabe hat an und für sich keinen großen Nutzen. (V. 12) Ebenso hat sie in den Versammlungen der Gläubigen keine geeignete Stelle, wenn ein Erklärer fehlt. (V. 20) Sie ist ein Zeichen für die Ungläubigen, aber weniger nützlich, als die Prophezeiung. (V. 24) d. Vorschriften über den öffentlichen Gebrauch der Gnadengaben. (V. 40) -1 Korinther 1Kor 53 14 1 Sectamini caritatem, æmulamini spiritalia: magis autem ut prophetetis. Trachtet nach der Liebe! Beeifert euch um die Geistesgaben, vorzüglich aber, dass ihr weissaget.¹ -1 Korinther 1Kor 53 14 1 1 Vergl. [1Kor 12,13]. Die Gabe der Prophezeiung gehört demnach zu den vorzüglichsten Gnadengaben des Heil. Geistes. -1 Korinther 1Kor 53 14 2 Qui enim loquitur lingua, non hominibus loquitur, sed Deo: nemo enim audit. Spiritu autem loquitur mysteria: Denn wer in Sprachen redet,² redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es. Im Geiste aber redet er Geheimnisse. -1 Korinther 1Kor 53 14 2 2 Die Sprachengabe ist die Gabe, fremde Sprachen zu reden, welche man nicht gelernt hat. Indes gab diese Gabe allein noch nicht das Verständnis der fremden Sprachen (Chrys., Ök., Theoph., Thom.), wie dies Kapitel zeigt. Auch bei dem ersten Pfingstfeste sind zwei Dinge zu unterscheiden. Das Wunder, indem die Apostel in verschiedenen Sprachen redeten, und die Erklärung des heil. Petrus an die ungläubigen Juden. Solange die Apostel bei dem Pfingstfeste in Sprachen redeten, sagten manche der Anwesenden, welche die Sprachen nicht verstanden, die Jünger seien voll süßen Weines [Apg 2,14ff], während die, welche die Sprachen verstanden, sich verwunderten, die Apostel in ihrer Muttersprache reden zu hören. [Apg 2,1-13] Auch in Korinth sagten die Ungläubigen, dass die, welche die Sprachengabe hatten, von Sinnen seien. [1Kor 14,23] Als aber Petrus am Pfingstfeste sprach, wurden die Zuhörer im Herzen zerknirscht, wie die ungläubigen Korinther bei den Worten der Propheten auf ihr Angesicht niederfielen und Gott anbeteten. [1Kor 14,25] Es ist indes wohl zu unterscheiden zwischen jener außerordentlichen Kenntnis, welche der Heiland einst verheißen [Mk 16,17], und der Sprachengabe: wer diese hatte, betete zu Gott, lobte Gott oder sagte ihm Dank, wie der Heil. Geist ihm Gesinnung und Worte eingab. Indes verstanden sie diese Worte selbst nicht, und, wenn niemand da war, der sie übersetzte, oft auch keiner der Zuhörer. -1 Korinther 1Kor 53 14 3 Nam qui prophetat, hominibus loquitur ad ædificationem, et exhortationem, et consolationem. Wer aber weissagt,³ redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und Tröstung. -1 Korinther 1Kor 53 14 3 3 Die Gabe der Prophezeiung war die Anregung des Heiligen Geistes, zu ermahnen und zu allen Tugenden zu führen. Damit es aber mit größerem Eindrucke und mehr Nachhaltigkeit geschah, zeigte der heil. Geist bisweilen, indem er verborgene Dinge offenbarte, dass er aus denen rede, welche diese Gabe besaßen. Selbstredend mussten solche auch durch einen heiligen Lebenswandel das empfehlen, was sie anderen zu Herzen führten. -1 Korinther 1Kor 53 14 4 Qui loquitur lingua, semetipsum ædificat: qui autem prophetat, Ecclesiam Dei ædificat. Wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Kirche Gottes.⁴ -1 Korinther 1Kor 53 14 4 4 Wer die Gabe der Sprache hat, wird zwar von Gott verstanden, an den er seine Worte richtet, aber da seine Worte nicht für die Menschen bestimmt sind, verstehen diese ihn auch nicht; so redet er in seinem eigenen Geiste, was anderen unverständlich ist (Geheimnisse im weiteren Sinne). (V. 2) Ein Prophet hingegen redet zu den Menschen und erbaut, ermahnt und tröstet sie. Erbauen ist im Guten fördern, und bezieht sich auf alle Gläubigen, während der Mahnung nur die bedürfen, welche träge sind in der Tugend, und des Trostes diejenigen, welche Schwierigkeiten zu überwinden haben oder wegen der Heimsuchungen kleinmütig zu werden beginnen. Auch Zukünftiges sagt der Prophet bisweilen zur Erbauung, Mahnung, Tröstung voraus. -1 Korinther 1Kor 53 14 5 Volo autem omnes vos loqui linguis: magis autem prophetare. Nam major est qui prophetat, quam qui loquitur linguis: nisi forte interpretetur ut Ecclesia ædificationem accipiat. Ich wünsche aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr jedoch, dass ihr weissaget; denn größer ist der, welcher weissagt, als der, welcher in Sprachen redet, wenn er es nicht etwa auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange.⁵ -1 Korinther 1Kor 53 14 5 5 Das, was nur demjenigen nützt, der es übt, ist weniger als das, was auch anderen nützt: in Sprachen reden nützte nur den Redenden, Prophezeien aber anderen. Zudem muss der Prophet, soll er nicht für einen falschen Propheten gelten, selbst das zuerst tun, wozu er auffordert. (Apostellehre) -1 Korinther 1Kor 53 14 6 Nunc autem, fratres, si venero ad vos linguis loquens: quid vobis prodero, nisi vobis loquar aut in revelatione, aut in scientia: aut in prophetia, aut in doctrina? Nun aber,⁶ Brüder! wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede, entweder in Offenbarungen, oder in Wissenschaft, oder in Weissagung, oder in Lehre?⁷ -1 Korinther 1Kor 53 14 6 6 Da die Gabe er Prophezeiung die der Sprachen übertrifft und diese allein den Gläubigen keinen Nutzen bringt. -1 Korinther 1Kor 53 14 6 7 Der Apostel bezeichnet zwei Gaben, welche zum Nutzen notwendig sind, nach ihrer inneren und äußeren Seite: die Offenbarung verborgener Dinge, damit die Prophezeiung möglich sei, die Erkenntnis göttlicher Dinge, damit man die Lehre [1Kor 12,8] zu überliefern vermöge. Das Amt eines Propheten und eines Lehrers werden der Sprachengabe gegenübergestellt. Damit hat der Apostel den Übergang zu dem Folgenden gegeben. -1 Korinther 1Kor 53 14 7 Tamen quæ sine anima sunt vocem dantia, sive tibia, sive cithara: nisi distinctionem sonituum dederint, quomodo scietur id, quod canitur, aut quod citharizatur? Schon bei leblosen Dingen, die einen Laut von sich geben, bei einer Flöte oder Zither ist es so. Wenn sie nicht bestimmt unterschiedene Töne geben, wie soll man das Geblasene oder Gespielte erkennen?⁸ -1 Korinther 1Kor 53 14 7 8 Wozu es dienen soll. -1 Korinther 1Kor 53 14 8 Etenim si incertam vocem det tuba, quis parabit se ad bellum? Denn wenn die Trompete einen unbestimmten Ton gibt, wer wird sich zum Kampfe rüsten? -1 Korinther 1Kor 53 14 9 Ita et vos per linguam nisi manifestum sermonem dederitis: quomodo scietur id, quod dicitur? eritis enim in ara loquentes. So auch ihr mit der Sprache!⁹ Wenn ihr nicht eine verständliche Rede von euch gebet, wie wird man erkennen, was gesagt wird? Denn ihr werdet in den Wind reden! -1 Korinther 1Kor 53 14 9 9 Sprachengabe -1 Korinther 1Kor 53 14 10 Tam multa, ut puta genera linguarum sunt in hoc mundo: et nihil sine voce est. So viele Arten von Sprachen sind wohl in der Welt, und keine davon ist ohne verständlichen Laut. -1 Korinther 1Kor 53 14 11 Si ergo nesciero virtutem vocis, ero ei, cui loquor, barbarus: et qui loquitur, mihi barbarus. Wenn ich also die Bedeutung des Wortes nicht kenne, so werde ich dem Sprechenden ein Fremdling sein, und der Redende wird mir ein Fremdling sein. -1 Korinther 1Kor 53 14 12 Sic et vos, quoniam æmulatores estis spirituum, ad ædificationem Ecclesiæ quærite ut abundetis. Trachtet also auch ihr, weil ihr euch um die Geistesgaben beeifert, sie zur Erbauung der Kirche in Fülle zu haben. -1 Korinther 1Kor 53 14 13 Et ideo qui loquitur lingua: oret ut interpretetur. Wer daher in Sprachen redet, der bitte um die Gnade der Auslegung.¹⁰ -1 Korinther 1Kor 53 14 13 10 Er tue, was in seiner Macht liegt, die Kirche zu erbauen. -1 Korinther 1Kor 53 14 14 Nam si orem lingua, spiritus meus orat, mens autem mea sine fructu est. Denn wenn ich in Sprachen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 14 14 11 Der Geist ist hier der Sitz der Anmutungen, der durch den Heil. Geist zu geistlichen Dingen, also besonders zu Gott, hingezogen wird; der Verstand hingegen die Geisteskraft, welche die Wahrheit durchdringt und beachtet. Wer z. B. den lateinischen Psalm Misere mit der rechten Absicht betet, ohne doch die lateinische Sprache zu kennen, betet im Geiste, wird in Andacht zu Gott entflammt und erfleht von ihm die geistige Gabe der Sündenvergebung; doch sein Verstand durchdringt und erwägt den Sinn der einzelnen Worte nicht, die er spricht, und bleibt so ohne eine ihm eigene Frucht. So ruht auch der Geist in der Beschauung zu Gott, während in der gewöhnlichen Betrachtung der Verstand viel mittätig sein muss. Wohl hat jemand aus der Tröstung, die er empfangen, alsdann reichen Nutzen gezogen, dennoch geschieht es bisweilen, dass er nachher von einer Versuchung überwältigt wird, weil sein Verstand weder die nahe Gefahr derselben vorausgehen, noch um Mittel Vorsorge getragen, derselben zu begegnen. Damit also der ganze Mensch durch das Gebet Hilfe erlange, muss man beten mit Geist und Verstand, sich nicht nur durch den Affekt inniger mit Gott vereinigen, sondern auch mit dem Verstande das, was wir im Gebete sagen, durchdringen und erwägen. -1 Korinther 1Kor 53 14 15 Quid ergo est? Orabo spiritu, orabo et mente: psallam spiritu, psallam et mente. Wie ist es demnach? Ich will mit dem Geiste beten, aber ich will auch mit dem Verstande beten; ich will mit dem Geiste singen, aber ich will auch mit dem Verstande singen. -1 Korinther 1Kor 53 14 16 Ceterum si benedixeris spiritu: qui supplet locum idiotæ, quomodo dicet, Amen, super tuam benedictionem? quoniam quid dicas, nescit. Sonst, wenn du mit dem Geiste lobpreisest,¹² wie soll der, welcher die Stelle eines Unwissenden¹³ einnimmt, zu deiner Lobpreisung das Amen sagen?¹⁴ Er weiß ja nicht, was du sagst. -1 Korinther 1Kor 53 14 16 12 Mit dem Geiste: in unbekannten Sprachen. Lobpreisen und danksagen sind gleichbedeutend. -1 Korinther 1Kor 53 14 16 13 Ein Unwissender ist jeder, welcher bloßer Zuhörer ist im Gegensatze zu dem in Sprachen Redenden, der in der Kirche seine Gabe in Anwendung bringend, eine öffentliche Person darstellt. -1 Korinther 1Kor 53 14 16 14 Wenn der Bischof, oder ein Priester, oder selbst ein Prophet oder Sprachenbegabter vorbetete, antwortete die ganze Gemeinde Amen. Durch diese aus dem Judentume übernommene Sitte bekannte sie, dass sie mit jenen die Gebete Gott aufopferte. Die gleiche Gewohnheit besteht ja auch noch heut zu Tage, dass im Namen der ganzen Gemeinde Amen geantwortet wird. Der Apostel tadelt es, wenn jene mit den Gaben des Heil. Geistes ausgestatteten Menschen in Sprachen redeten, die keiner der Anwesenden verstand. Aber kennt denn das Volk die lateinische Sprache, in welcher die Kirche betet? Antwort: Erstlich kennt das Volk den Inhalt der kirchlichen Gebete in der Tat, wenn es auch nicht jedes Wort versteht; und da es weiß, dass die ganze heilige Handlung nur Heiligkeit bietet und die Herzen zu Gott emporhebt, so kann und müssen alle durch ihr Amen diese Gebete gutheißen und sich zu eigen machen. Zweitens tadelt der Apostel jene außerordentlichen Gebete nur, wenn niemand da ist, welcher den Sinn erklären kann; dem christlichen Volke aber sind tausend Mittel geboten, sich das Verständnis der liturgischen Gebete zu verschaffen. Zudem hat auch der Kirchenrat von Trient verordnet: Damit die Schafe Christi nicht hungern, und die Kleinen nicht um Brot bitten, ohne dass jemand da ist, der es ihnen bricht, verordnet der hl. Kirchenrat von Trient, dass alle Hirten und alle, welchen die Seelsorge obliegt, oftmals in der Predigt selbst oder durch andere etwas erklären von dem, was in der Messe gelesen wird, und unter anderen ein Geheimnis dieses heil. Opfers erklären, besonders an Sonn- und Festtagen. (Sitz 22, Kap. 8) Ebenso schrieb derselbe heil. Kirchenrat den Bischöfen vor: Nicht allein, wenn sie die Sakramente dem Volke spenden müssen, sollen sie vorher deren Kraft und Gebrauch nach der Fähigkeit der Empfänger erklären, sondern auch dafür Sorge tragen, dass die Pfarrer dies tun usw. (Sitz 24 von der Ref., Kap. 7) -1 Korinther 1Kor 53 14 17 Nam tu quidem bene gratias agis: sed alter non ædificatur. Denn du sprichst zwar ein schönes Dankgebet, aber der andere wird nicht erbaut. -1 Korinther 1Kor 53 14 18 Gratias ago Deo meo, quod omnium vestrum lingua loquor. Ich danke meinem Gott, dass ich in euer aller Sprachen rede;¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 14 18 15 So dass ich selbst die Worte verstehe, die ich rede, und sie den Bedürfnissen der Zuhörer anpassen kann. -1 Korinther 1Kor 53 14 19 Sed in Ecclesia volo quinque verba sensu meo loqui, ut et alios instruam: quam decem millia verborum in lingua. aber in der gottesdienstlichen Versammlung will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstande reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Sprachen. -1 Korinther 1Kor 53 14 20 Fratres, nolite pueri effici sensibus, sed malitia parvuli estote: sensibus autem perfecti estote. Brüder! werdet nicht Kinder an Einsicht,¹⁶ sondern an Bosheit seid Kinder;¹⁷ aber an Einsicht seid vollkommen. -1 Korinther 1Kor 53 14 20 16 Kinder urteilen über alles nicht nach dem wahren Werte der Dinge, sondern nach dem äußeren Scheine und der Ergötzlichkeit. Der Apostel redet die Korinther mit großer Liebe Brüder an, aber mahnt die stolzen und sich rühmenden Christen, nicht Kinder zu werden an Einsicht. -1 Korinther 1Kor 53 14 20 17 Nach der Mahnung des Herrn. [Mt 10,16] -1 Korinther 1Kor 53 14 21 In lege scriptum est: Quoniam in aliis linguis et labiis aliis loquar populo huic: et nec sic exaudient me, dicit Dominus. Im Gesetze¹⁸ steht geschrieben: In fremden Sprachen und mit anderen Lippen werde ich zu diesem Volke reden; und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr. [Jes 28,11] -1 Korinther 1Kor 53 14 21 18 Auch den Ungläubigen bringt die Gabe der Prophezeiung mehr Nutzen, als die der Sprachen. Gesetz sind die Schriften des A. T. -1 Korinther 1Kor 53 14 22 Itaque linguæ in signum sunt non fidelibus, sed infidelibus: prophetiæ autem non infidelibus, sed fidelibus. Demnach sind die Sprachen zum Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen;¹⁹ die Weissagungen aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen.²⁰ -1 Korinther 1Kor 53 14 22 19 Die Assyrer, deren Sprache die Juden nicht verstanden und in deren Heere viele Barbaren dienten, sind dem Apostel ein Bild derer, die im N.T. die Sprachengabe besitzen: die Sendung der Assyrer offenbarte den Unglauben der Juden, aber beseitigte ihn nicht, obwohl er es war, der Israel unwürdig machte, dass Gott zu ihm in einer verständlichen Sprache redete. Auch die Gabe der Sprachen, welche die Apostel am Pfingstfeste erhielten, war ein Zeichen für das ungläubige Volk und bekehrte es nicht. So schickt er auch jetzt die mit der Sprachengabe Ausgestatteten zum Zeichen. Doch etwas anderes ist zum Zeichen, etwas anderes zum Nutzen. Indem also der heil. Paulus sagt, die Sprachengabe sei den Gläubigen nicht zum Zeichen gegeben, leugnet er nicht den Nutzen. (V. 4) Übrigens können auch die Sprachen die Bekehrung der Ungläubigen entfernt vorbereiten, wie der Einbruch der Assyrier die Bekehrung der Juden. -1 Korinther 1Kor 53 14 22 20 Der Apostel fügt diesen Teil der Folgerung aus der Prophezeiung des Isaias als bekannte Wahrheit bei. Ergänze: sind zum Zeichen. -1 Korinther 1Kor 53 14 23 Si ergo conveniat universa Ecclesia in unum, et omnes linguis loquantur, intrent autem idiotæ, aut infideles: nonne dicent quod insanitis? Wenn also die ganze Gemeinde miteinander zusammenkommt, und alle in Sprachen reden,²¹ es kommen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, werden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? -1 Korinther 1Kor 53 14 23 21 Da die Sprachenbegabten zu Gott redeten, so sprachen sie vielleicht bisweilen gleichzeitig. -1 Korinther 1Kor 53 14 24 Si autem omnes prophetent, intret autem quis infidelis, vel idiota, convincitur ab omnibus, dijudicatur ab omnibus: Wenn aber alle weissagen, und es kommt ein Ungläubiger, oder ein Unkundiger herein, so wird er von allen überwiesen, von allen geurteilt; -1 Korinther 1Kor 53 14 25 Occulta cordis ejus manifesta fiunt: et ita cadens in faciem adorabit Deum, pronuntians quod vere Deus in vobis sit. das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er niederfallend auf sein Angesicht Gott anbeten, und verkündigen, dass Gott wahrhaft in euch ist.²² -1 Korinther 1Kor 53 14 25 22 Ein Sünder wird seiner Schuld vor Gott überwiesen, so dass er das Bild seiner Seele klar vor sich hat (wird geurteilt), und die Quelle der Sünde, Hochmut, Begierlichkeit der Augen und des Fleisches, wird offenbar werden, so dass er erkennt, dass Gott in den Propheten redet, und Buße tut und gläubig wird. Wäre es nicht, so kann man bei dieser Gelegenheit fragen, besser, wenn die heil. Messe in der Landessprache gefeiert würde, und auch die Spendung der Sakramente in derselben stattfände? Dem entgegen möchten wir so fragen: Ist es nicht erhebend, wenn in dem Reiche Christi, in seiner Kirche, in der alle nur eine Gesinnung haben sollen, alle auch eine Sprache reden, wie es einst war, ehe Gott die Sprachenverwirrung sandte? [Gen 11,1] Wenn die Kinder einer Familie auch eine Sprache führen, wenn die Väter in einer Sprache zu ihren Kindern reden, deuten sie nicht schon dadurch ihnen an, dass alle, wenn auch nicht eine Zunge, doch die eine Sprache des Glaubens und der Liebe untereinander haben sollen? Welches wäre aber auch der Vorteil, wenn die liturgischen Gebete in der Landessprache verfasst würden? Müsste nicht auch so ihr Sinn noch erklärt werden? Würden nicht viele in Versuchung kommen, das Heilige, das sie nicht verstehen, zu verunglimpfen, zumal wenn das ehrwürdige Kleid der lateinischen Sprache nicht mehr als Schutz dasteht? Wie ferner wäre es zu erreichen, dass alle in der Kirche Anwesenden alle Worte hörten? Doch die Belehrungen und Ermahnungen, von denen der Apostel hier redet, werden ja in der Landessprache gehalten, so dass niemanden etwas fehlen kann; die lateinischen Gebete aber, welche der Priester verrichtet, sind ihrem Inhalte und Sinne nach genügend bekannt. Vergl. Anm. 14. -1 Korinther 1Kor 53 14 26 Quid ergo est, fratres? cum convenitis, unusquisque vestrum psalmum habet, doctrinam habet, apocalypsim habet, linguam habet, interpretationem habet: omnia ad ædificationem fiant. Was ist also zu tun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat der eine²³ von euch einen Lobgesang, er hat eine Lehre, oder eine Offenbarung, oder eine Sprache, eine Auslegung, alles geschehe zur Erbauung.²⁴ -1 Korinther 1Kor 53 14 26 23 Von den Geistlichen. -1 Korinther 1Kor 53 14 26 24 Alles habe den Nutzen des Nächsten als Ziel. -1 Korinther 1Kor 53 14 27 Sive lingua quis loquitur, secundum duos, aut ut multum tres, et per partes, et unus interpretetur. Redet jemand in einer Sprache, so seien es nur zwei oder höchstens drei, und nacheinander, und einer gebe die Auslegung. -1 Korinther 1Kor 53 14 28 Si autem non fuerit interpres, taceat in Ecclesia, sibi autem loquatur, et Deo. Ist aber kein Ausleger da,²⁵ so schweige er in der Versammlung;²⁶ zu sich selbst aber rede er, und zu Gott. -1 Korinther 1Kor 53 14 28 25 Kann weder der in Sprachen Redende, noch einer der Anwesenden es auslegen. -1 Korinther 1Kor 53 14 28 26 Weil es nicht zur Erbauung der Gläubigen beiträgt. Wenigstens einige der mit Gnadengaben ausgestatteten konnten dieselben nach ihrem Belieben benutzen, wie diese Stelle zeigt. Welche Gabe ein solcher besaß, wussten die Gläubigen, so dass sie sich von der Anwesenheit eines Auslegers überzeugen konnten. Die Propheten redeten indes nur auf besonderen Antrieb des Heil. Geistes (V. 30) -1 Korinther 1Kor 53 14 29 Prophetæ autem duo, aut tres dicant, et ceteri dijudicent. Weissagend sollen zwei oder drei reden,²⁷ und die übrigen mögen es beurteilen. -1 Korinther 1Kor 53 14 29 27 In einer Versammlung. Da nun aber ein Prophet in das, was der heil. Geist eingab, Menschliches einmischen konnte, sollen die übrigen Propheten nach der Gnadengabe des Urteils, die wohl meist mit der Gabe der Prophezeiung verbunden war, das Gesagte beurteilen. -1 Korinther 1Kor 53 14 30 Quod si alii revelatum fuerit sedenti, prior taceat. Wenn aber einem andern, während er da sitzt, eine Offenbarung zu Teil wird, so soll der erste schweigen.²⁸ -1 Korinther 1Kor 53 14 30 28 Damit es indes nicht scheine, als ob er gleichsam dem Heil. Geiste Vorschriften mache, fügt der Apostel den Grund seiner Vorschrift bei. -1 Korinther 1Kor 53 14 31 Potestis enim omnes per singulos prophetare: ut omnes discant, et omnes exhortentur. Denn ihr könnt alle, einer nach dem andern, weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden.²⁹ -1 Korinther 1Kor 53 14 31 29 Die Bedürfnisse der Gläubigen sind verschieden. Wenn also der Heil. Geist einem zweiten zu reden befiehlt, gibt er seinen Willen kund, dass der erste abtrete. -1 Korinther 1Kor 53 14 32 Et spiritus prophetarum prophetis subjecti sunt. Und die Geister der Propheten sind den Propheten unterworfen.³⁰ -1 Korinther 1Kor 53 14 32 30 Die in verschiedenen Propheten verschiedene Offenbarung des Heil. Geistes wird den Propheten so gegeben, dass es in ihrer Macht ist, zu reden und zu schweigen (Hier.). -1 Korinther 1Kor 53 14 33 Non enim est dissensionis Deus, sed pacis: sicut et in omnibus Ecclesiis sanctorum doceo. Denn Gott ist nicht ein Gott der Uneinigkeit, sondern des Friedens;³¹ wie ich auch in allen Gemeinden der Heiligen lehre.³² -1 Korinther 1Kor 53 14 33 31 Gott als Urheber des Friedens kann nicht zulassen, dass einer dem andern nicht Platz machen soll, und dass sie etwa zugleich reden. -1 Korinther 1Kor 53 14 33 32 Das Wort lehre fehlt in den meisten griech. Handschriften. Deshalb ziehen viele diese Worte zum Folgenden. In der Vulgata gehören sie als Schluss zu V. 27 30, worauf V. 31 33 (erste Hälfte) eine Parenthese bilden (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 14 34 Mulieres in Ecclesiis taceant, non enim permittitur eis loqui, sed subditas esse, sicut et lex dicit. Die Frauen sollen in den Versammlungen schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden,³³ sondern untertänig zu sein,³⁴ wie auch das Gesetz sagt. -1 Korinther 1Kor 53 14 34 33 Amen mit allen Anwesenden zu sagen, kann ihnen gestattet werden [1Kor 11,16], hier aber handelt der Apostel von denen, die öffentlich reden. -1 Korinther 1Kor 53 14 34 34 Nicht ohne einige Ironie sagt der Apostel, es sei den Frauen gestattet, untertänig zu sein, und ruft denen, welche die Gottesordnung zu verletzen suchten, das ihre Stammmutter gesagte Wort in's Gedächtnis zurück: [Gen 3,16]. Vergl. auch [1Tim 2,11ff]. -1 Korinther 1Kor 53 14 35 Si quid autem volunt discere, domi viros suos interrogent. Turpe est enim mulieri loqui in Ecclesia. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so mögen sie zu Hause ihre Männer befragen; denn es steht dem Weibe übel an, in der Versammlung zu reden.³⁵ -1 Korinther 1Kor 53 14 35 35 Die Frauen sind schwach und unbeständig (Chrys.). Zunächst redet der heil. Paulus von den verheirateten Frauen, doch gilt dasselbe Gesetz sicher auch von den Jungfrauen und Witwen. Der beigefügte Grund schließt auch diese ein, seine weitere Erklärung hat derselbe in der [1Kor 11,2ff] bereits erwähnten, von Gott bestimmten niedrigeren Stellung der Frau, wie in der bürgerlichen, so in der kirchlichen Gemeinschaft. -1 Korinther 1Kor 53 14 36 An a vobis verbum Dei processit? aut in vos solos pervenit? Ist etwa von euch Gottes Wort ausgegangen? oder ist es zu euch allein gelangt?³⁶ -1 Korinther 1Kor 53 14 36 36 Um jede Entschuldigung abzuschneiden, stellt der Apostel diese Frage. Wäre die korinthische Kirche die Mutter und das Haupt aller Kirchen, so könnte sie ihre Gewohnheiten mit Recht nicht nur selbst behalten, sondern auch anderen als Gesetze auferlegen; desgleichen wenn sie die einzige Kirche war, konnte sie allein wissen, was sich für Christen ziemt oder nicht ziemt. Der Apostel zeigt uns hier, dass wir in allen Fragen, welche über Lehren und Gewohnheiten in der Kirche auftauchen, das Altertum befragen müssen. Was haben die Apostel, was die ersten Gläubigen, was ihre Nachfolger gelehrt und überliefert? (Aug.) -1 Korinther 1Kor 53 14 37 Si quis videtur propheta esse, aut spiritualis, cognoscat quæ scribo vobis, quia Domini sunt mandata. Wenn jemand vermeint, ein Prophet oder ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass dies, was ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind.³⁷ -1 Korinther 1Kor 53 14 37 37 Damit die Korinther nicht glauben, es handle sich um eine geringfügige Sache und die Vorschriften des Apostels hätten nicht viel zu bedeuten, sagt er ihnen, dass dieselben das höchste, nämlich göttliches Ansehen haben: wenn jemand mit Recht oder mit Unrecht glaubt, ein Prophet zu sein oder eine andere Lehrgabe erhalten zu haben, der erkenne, dass das, was ich schreibe, Gebote Christi sind. -1 Korinther 1Kor 53 14 38 Si quis autem ignorat, ignorabitur. Wenn es aber jemand nicht erkennt, so wird er auch nicht erkannt werden.³⁸ -1 Korinther 1Kor 53 14 38 38 Erkennt jemand diese Gebote nicht als solch des Herrn an, so wird er auch von Gott nicht als wahrer Prophet anerkannt werden. -1 Korinther 1Kor 53 14 39 Itaque fratres æmulamini prophetare: et loqui linguis nolite prohibere. Darum, Brüder! strebet nach der Weissagungsgabe, und in Sprachen zu reden wehret nicht. -1 Korinther 1Kor 53 14 40 Omnia autem honeste, et secundum ordinem fiant. Alles aber geschehe geziemend und nach der Ordnung.³⁹ -1 Korinther 1Kor 53 14 40 39 In den letzten beiden Versen ruft der Apostel noch einmal alles Gesagte in's Gedächtnis zurück: in V. 39 die Lehre, in V. 40 die Vorschriften. Zu den Dingen, welche mit Wohlanständigkeit geschehen sollen, gehören wohl die Vorschriften über die Stellung der Frauen und die Liebesmahle, während der Gebrauch der Gnadengaben die Ordnung angeht. -1 Korinther 1Kor 53 15 0 6. Die zukünftige Auferstehung der Gerechten. (Kap. 15) a. Die Sicherheit der zukünftigen Auferstehung der Gerechten (V. 34): Christus ist von den Toten auferstanden, wie aus vielen Zeugnissen feststeht (V. 11) und ohne den größten Widersinn nicht geleugnet werden kann. (V. 20) Christus ist als der Erstling aller Schlafenden auferstanden. (V. 28) Bekräftigung der Lehre von der zukünftigen Auferstehung. (V. 34) b. Die Weise der zukünftigen Auferstehung (V. 38): die neuen Eigenschaften des auferweckten Leibes. (V. 44) Die Umwandlung unseres Leibes in einen geistigen Leib ist möglich (V. 49), ja selbst notwendig. -1 Korinther 1Kor 53 15 1 Notum autem vobis facio, fratres, Evangelium, quod prædicavi vobis, quod et accepistis, in quo et statis, Ich tue euch aber, Brüder! das Evangelium kund, welches ich euch verkündet habe, das ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch feststehet, [Gal 1,11] -1 Korinther 1Kor 53 15 2 Per quod et salvamini: qua ratione prædicaverim vobis, si tenetis, nisi frustra credidistis. durch das ihr auch errettet werdet,¹ wenn ihr in der Weise, wie ich es euch verkündet habe, es festhaltet, es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt hättet.² -1 Korinther 1Kor 53 15 2 1 Damit die Korinther nicht meinen, dass der Apostel ihnen eine neue und unerhörte Lehre vortrage, weist der Apostel auf seine früheren Predigten hin, in denen er bereits diesen Gegenstand des christlichen Glaubens erklärt hat. Hie will er sie indes auf neue und ausführlichere Weise auseinandersetzen und begründen. Der Predigt des Apostels ist der Glaube der Korinther gefolgt, in dem sie beharrten und den lebendig bewahrend sie das Heil zu erlangen begonnen haben, dessen Vollendung im jenseitigen Leben zu Teil wird. -1 Korinther 1Kor 53 15 2 2 Bedingung des Heiles: Festhalten am gesamten Glauben. Sicherheit des Heiles: Es sei denn usw. -1 Korinther 1Kor 53 15 3 Tradidi enim vobis in primis quod et accepi: quoniam Christus mortuus est pro peccatis nostris secundum Scripturas: Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, der Schrift gemäß, [Jes 53,5] -1 Korinther 1Kor 53 15 4 Et quia sepultus est, et quia resurrexit tertia die secundum Scripturas: dass er begraben worden und am dritten Tage wieder auferstanden ist, der Schrift gemäß,³ -1 Korinther 1Kor 53 15 4 3 Damit pflegte der heil. Paulus bei Juden und Heiden zu beginnen. Vergl. [Apg 2,22ff, Apg 10,40ff, Apg 13,29ff, Apg 17,18.31] Dass Christus wirklich gestorben ist, beweist seine Grablegung, dass er auferstanden ist, seine Erscheinungen. Die beiden Zusätze: für unsere Sünden (gestorben), am dritten Tage (auferstanden) zeigen die Notwendigkeit des Todes Christi und die Gewissheit seiner Auferstehung. Übrigens hatte Isaias das erstere vorausgesagt [Jes 53,4], die Auferstehung nach kurzer Frist David vorherverkündet [Ps 15,8] den Petrus [Apg 2,25] und Paulus [Apg 13,35ff] anführen, dass sie aber am dritten Tage statthaben werde, der Herr im Vorbilde des Jonas gezeigt. [Mt 12,39.40] -1 Korinther 1Kor 53 15 5 Et quia visus est Cephæ, et post hoc undecim: und dass er dem Kephas erschienen ist und darnach den Elf. -1 Korinther 1Kor 53 15 6 Deinde visus est plus quam quingentis fratribus simul: ex quibus multi manent usque adhuc, quidam autem dormierunt: Hierauf ist er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich erschienen, von welchen viele jetzt noch am Leben, einige aber entschlafen sind.⁴ -1 Korinther 1Kor 53 15 6 4 Der Apostel hatte diejenigen Zeugnisse für die Auferstehung gewählt, welche ihm für die Neubekehrten am geeignetsten schienen: den heil. Petrus, das Haupt der Apostel [Lk 24,34], und das Apostelkolleg. [Joh 20,19ff, Lk 24,36ff] Diese allein erwähnt deshalb auch der heil. Lukas. Jetzt fügt Paulus noch andere Zeugnisse bei. Wann der Heiland den fünfhundert erschienen ist, steht nicht fest. Von der Erscheinung des Auferstandenen, deren Zeuge die ganze damalige Kirche war, kehrt der Apostel zu dem zurück, welche nach dem Willen Christi Zeugen der Auferstehung sein sollten. [Apg 1,22] -1 Korinther 1Kor 53 15 7 Deinde visus est Jacobo, deinde Apostolis omnibus: Darauf ist er dem Jakobus⁵ erschienen, dann sämtlichen Aposteln; -1 Korinther 1Kor 53 15 7 5 Jakobus, dem Sohn des Alphäus, dem Jüngeren [Mk 15,40], dem Bruder des Herrn. [Gal 1,19] Dann allen Aposteln: bei der V. 5 erwähnten Erscheinung waren also nicht alle Apostel zugegen. Entweder spricht der Apostel hier von der [Joh 20,26ff] oder der [Mt 28,16-20] oder von der mit der Himmelfahrt verbundenen [Lk 24,44] oder aber einer ähnlichen, über welche die Evangelisten nichts berichten. -1 Korinther 1Kor 53 15 8 Novissime autem omnium tamquam abortivo, visus est et mihi. zuletzt aber unter allen ist er auch mir, gleichsam einer Fehlgeburt erschienen.⁶ -1 Korinther 1Kor 53 15 8 6 Auf dem Wege nach Damaskus und in Arabien. [Apg 9,1ff] Diese Erscheinung muss eine ebenso wahre gewesen sein, wie die, durch welche der Heiland den übrigen Aposteln die Wirklichkeit seines auferstandenen Leibes zeigte (Thom.). Was der Apostel durch den Ausdruck Fehlgeburt besagen will, wird verschiedenartig erklärt. Am wahrscheinlichsten ist es, dass es bedeutet: Wie eine Fehlgeburt unvollkommen und gleichsam nicht würdig ist, unter die Menschen gerechnet zu werden, so verdiente ich nicht, unter die Apostel gerechnet zu werden (Thom.). Vergl. die Begründung V. 9. -1 Korinther 1Kor 53 15 9 Ego enim sum minimus Apostolorum, qui non sum dignus vocari Apostolus, quoniam persecutus sum Ecclesiam Dei. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht würdig bin, Apostel zu heißen, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. [Apg 8,1ff, Eph 3,8] -1 Korinther 1Kor 53 15 10 Gratia autem Dei sum id, quod sum, et gratia ejus in me vacua non fuit, sed abundantius illis omnibus laboravi: non ego autem, sed gratia Dei mecum: Durch Gottes Gnade aber bin ich, was ich bin, und seine Gnade gegen mich ist nicht unwirksam gewesen, sondern ich habe reichlicher als sie alle gearbeitet, doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.⁷ -1 Korinther 1Kor 53 15 10 7 Die Gnade, dass er Apostel der Heiden ist. Vergl. [Röm 15,15]. Unter den Heiden hat Paulus mehr gearbeitet, als die anderen Apostel. Da er aber fast die Grenzen der Bescheidenheit damit überschritten zu haben scheint, weist er, gleichsam sich verbessernd, der Gnade die erste Stelle zu: doch nicht ich usw. Nach der Sprachweise der Hebräer bedeutet die Verneinung nur eine Hervorhebung: nicht so ich, wie die Gnade, welche mit mir ist. Vergl. [1Kor 1,17]. -1 Korinther 1Kor 53 15 11 Sive enim ego, sive illi: sic prædicamus, et sic credidistis. Sei es nun ich, seien es jene, so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.⁸ -1 Korinther 1Kor 53 15 11 8 Zum Gegenstand zurückkehrend, versichert der Apostel, dass das Zeugnis der Apostel ein einmütiges ist. -1 Korinther 1Kor 53 15 12 Si autem Christus prædicatur quod resurrexit a mortuis, quomodo quidam dicunt in vobis, quoniam resurrectio mortuorum non est? Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen einige unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? -1 Korinther 1Kor 53 15 13 Si autem resurrectio mortuorum non est: neque Christus resurrexit. Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden.⁹ -1 Korinther 1Kor 53 15 13 9 Die Auferstehung des Heilandes ist das Vorbild unserer Auferstehung. Die Glieder müssen dem Haupte gleichförmig werden, an seinem Leben und seiner Herrlichkeit teilnehmen. Der Apostel redet von der Auferstehung der Gerechten, da er die Auferstehung in Herrlichkeit vor Augen hat. -1 Korinther 1Kor 53 15 14 Si autem Christus non resurrexit, inanis est ergo prædicatio nostra, inanis est et fides vestra: Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Predigt eitel, so ist auch euer Glaube eitel.¹⁰ -1 Korinther 1Kor 53 15 14 10 Die gesamte Predigt der Apostel und der ihr bei dem Gläubigen entsprechende Glaube. Der Heiland hatte selbst seine Auferstehung als Zeichen und Siegel seiner messianischen und göttlichen Würde hingestellt [Joh 2,18ff, Mt 12,38], mithin ist das ganze Evangelium als falsch, Christus als falscher Prophet anzusehen, wenn der Herr nicht auferstanden ist. -1 Korinther 1Kor 53 15 15 Invenimur autem et falsi testes Dei: quoniam testimonium diximus adversum Deum quod suscitaverit Christum, quem non suscitavit, si mortui non resurgunt. Wir werden aber sogar als falsche Zeugen gegen Gott befunden, weil wir wider Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn ja die Toten nicht auferstehen. -1 Korinther 1Kor 53 15 16 Nam si mortui non resurgunt, neque Christus resurrexit. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist auch Christus nicht auferstanden. -1 Korinther 1Kor 53 15 17 Quod si Christus non resurrexit, vana est fides vestra, adhuc enim estis in peccatis vestris. Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist euer Glaube eitel; denn ihr seid dann noch in euern Sünden.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 15 17 11 Ist Christus nicht auferstanden, so ist er nicht der wahre Messias, da dieser nach der heil. Schrift auferstehen musste. Ist er nicht der wahre Messias, so ist er nicht derjenige, welcher der heil. Schrift gemäß für unsere Sünden genugtun musste, also sind uns die Sünden noch nicht nachgelassen (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 15 18 Ergo et qui dormierunt in Christo, perierunt. Folglich sind auch die in Christus Entschlafenen verloren.¹² -1 Korinther 1Kor 53 15 18 12 Also sind alle, welche in Christus das Heil zu haben glaubten, im Irrtum gewesen und in Sünden abgeschieden. -1 Korinther 1Kor 53 15 19 Si in hac vita tantum in Christo sperantes sumus, miserabiliores sumus omnibus hominibus. Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir elender, als alle Menschen.¹³ -1 Korinther 1Kor 53 15 19 13 Wenn der Glaube nicht die Hoffnung auf die Seligkeit gewährt, so musste er uns wenigstens in diesem Leben glücklich machen. Doch nein, er zwingt uns, so vielen Dingen zu entsagen, deren andere sich erfreuen, so viel Schweres auf uns zu nehmen, unzählige Verfolgungen zu ertragen und selbst wohl den Tod zu erdulden! -1 Korinther 1Kor 53 15 20 Nunc autem Christus resurrexit a mortuis primitiæ dormientium. Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden als Erstling der Entschlafenen.¹⁴ -1 Korinther 1Kor 53 15 20 14 Also ist die Predigt der Apostel nicht eitel, der Glaube der Bekehrten nicht unnütz. Als Erstling der Entschlafenen: hiermit deutet der heil. Paulus den Gegenstand an, den er im folgenden Abschnitte behandeln will, dass wir in Christus das Unterpfand unserer Auferstehung besitzen. Die Erstlinge sind die ersten von allen Früchten; wo solche nicht sind, werden auch jene nicht Gott dargebracht. Die ganze Erde ist gleichsam ein Acker, auf dem die Leiber der Verstorbenen als Same ausgestreut sind, und der bereits begonnen hat, Früchte zu tragen. Die Entschlafenen sind die Gerechten. -1 Korinther 1Kor 53 15 21 Quoniam quidem per hominem mors, et per hominem resurrectio mortuorum. Denn wie durch einen Menschen der Tod, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen.¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 15 21 15 Zwischen der Auferstehung Christi und der der Gerechten ist dasselbe Verhältnis, wie zwischen dem Tode Adams und denjenigen aller Menschen. -1 Korinther 1Kor 53 15 22 Et sicut in Adam omnes moriuntur, ita et in Christo omnes vivificabuntur. Und gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle zum Leben kommen.¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 15 22 16 Wie Adam im sterblichen Leben unser Vater ist, so Christus im geistlichen; wie wir in Adam alle gesündigt, und in ihm die Strafe des Todes auf uns gezogen haben, so kehren wir in Christus gerechtfertigt zu einem neuen Leben zurück. -1 Korinther 1Kor 53 15 23 Unusquisque autem in suo ordine primitiæ Christus: deinde ii, qui sunt Christi, qui in adventu ejus crediderunt. Ein jeder aber nach seiner Ordnung,¹⁷ als Erstling Christus; darnach die, welche Christus angehören und an seine Ankunft¹⁸ geglaubt haben. [1Thess 4,15] -1 Korinther 1Kor 53 15 23 17 Der heil. Paulus unterscheidet verschiedene Klassen, die nach Würde und Zeit sich verteilen (Thom.): Christus, der Erstling der Entschlafenen, - alle Auserwählten, sie mögen von der ersten Ankunft Christi oder nach derselben entschlafen sein. -1 Korinther 1Kor 53 15 23 18 Die zweite Ankunft. Der griech. Text, welcher die Zeit angibt, in der die der zweiten Klasse Angehörigen auferstehen werden, ist indes vorzuziehen: dann diejenigen, welche Christi sind, bei seiner Ankunft. -1 Korinther 1Kor 53 15 24 Deinde finis: cum tradiderit regnum Deo et Patri, cum evacuaverit omnem principatum, et potestatem, et virtutem. Hierauf ist das Ende,¹⁹ wenn er das Reich Gott²⁰ und dem Vater übergeben, und jede Herrschaft, jede Gewalt und Macht abgetan haben wird.²¹ -1 Korinther 1Kor 53 15 24 19 Das Ende dieser Welt und die Vollendung aller Dinge (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 15 24 20 Gott, der der Vater Christi ist. -1 Korinther 1Kor 53 15 24 21 Zuerst wird Christus jede Herrschaft, Macht und Gewalt abtun, alsdann dem Vater das Reich übergeben. Herrschaften, Mächte und Gewalten sind die bösen Geister, welche nach dem Chore der Engel, zu dem sie einst gehört haben, genannt werden. Zugleich wird auch wohl die Sünde eingeschlossen (V. 56) und der Tod (V. 26, 56), vielleicht auch jene bösen Menschen, welche dem Teufel gleich die Kirche Gottes bekämpfen. Doch, welches Reich wird Christus dem Vater übergeben? Man kann ein doppeltes Reich Christi unterscheiden: das Reich der Schöpfung, vermöge dessen Christus, Gott und Mensch zugleich, über Engel und Teufel, Gerechte und Verstoßene seine Herrschaft übt, und das Reich der Erlösung, welches die Gerechten und Auserwählten umfasst, welche sich freiwillig der Herrschaft Christi unterworfen haben. Von diesen letzteren spricht der heil. Paulus hier. Passend lassen sich hier die Worte des Heilandes [Joh 17,4ff24] anfügen. Der Herr verliert das Reich nicht, indem er es dem Vater übergibt, da er selbst mit dem Vater Gott ist (Aug., Chrys.). Indes, wie Christus, obwohl Priester nach der Ordnung Melchisedechs in Ewigkeit, alsdann nicht mehr für uns fürbitten wird bei dem Vater (Aug.), so wird er auch den Teil seiner Herrschaft, welchen er in der Leitung der streitenden Kirche übte, nicht mehr ausüben. -1 Korinther 1Kor 53 15 25 Oportet autem illum regnare donec ponat omnes inimicos sub pedibus ejus. Er muss aber²² herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße legt.²³ [Ps 109,1] -1 Korinther 1Kor 53 15 25 22 Griech.: denn er muss herrschen. -1 Korinther 1Kor 53 15 25 23 Der heil. Paulus spricht von der Herrschaft Christi über die streitende Kirche und deutet auf den Zeitpunkt hin, in dem jene ein Ende haben wird (Ökum., Greg. v. Naz., Nyss.). Der Apostel will das beweisen, was er im vorhergehenden Verse gesagt hat. -1 Korinther 1Kor 53 15 26 Novissima autem inimica destruetur mors: Omnia enim subjecit sub pedibus ejus. Cum autem dicat: Als letzter Feind aber wird der Tod vernichtet werden;²⁴ denn alles hat er unter seine Füße unterworfen. Wenn er aber sagt: [Ps 8,8] -1 Korinther 1Kor 53 15 26 24 So wird die Herrschaft des Herrn eine vollkommene sein, wenn der Tod nicht mehr über die Glieder Christi herrscht. -1 Korinther 1Kor 53 15 27 Omnia subjecta sunt ei, sine dubio præter eum, qui subjecit ei omnia. Alles ist ihm unterworfen, so ist ohne Zweifel der ausgenommen, welcher ihm alles unterworfen hat.²⁵ -1 Korinther 1Kor 53 15 27 25 Alles, sowohl was ihm freiwillig untergeben ist, wie das, was mit Gewalt unterworfen wird, wie der Tod. Der ihm alles unterworfen hat, ist Gott der Vater. -1 Korinther 1Kor 53 15 28 Cum autem subjecta fuerint illi omnia: tunc et ipse Filius subjectus erit ei, qui subjecit sibi omnia, ut sit Deus omnia in omnibus. Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn²⁶ selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei. -1 Korinther 1Kor 53 15 28 26 Der mit der heil. Menschheit vereinigte Sohn, der Gottmensch. Nur das Reich Gottes, des Dreieinigen, wird bestehen, in dem derselbe als Herr anerkannt alle Auserwählten selig macht. Ist auch jetzt der Heiland seiner heiligsten Menschheit nach unterworfen, so doch als König der streitenden Kirche, dann aber als Haupt der verherrlichten und vollendeten Kirche dem Vater ewig Dank sagend. -1 Korinther 1Kor 53 15 29 Alioquin quid facient qui baptizantur pro mortuis, si omnino mortui non resurgunt? ut quid et baptizantur pro illis? Was werden sonst die tun, welche sich für die Toten taufen lassen, wenn die Toten überhaupt nicht auferstehen? Warum lassen sie sich für dieselben taufen?²⁷ -1 Korinther 1Kor 53 15 29 27 Was die Worte sich für die Toten taufen lassen bedeuten, war den Korinthern sicher bekannt, uns aber und selbst den heil. Vätern sind sie ein Rätsel. Will man die allereigenste Bedeutung derselben festhalten, so waren also in der apostolischen Zeit Männer, welche sich für Verwandte und Freunde, die, ohne die Taufe empfangen zu haben, gestorben waren, taufen ließen, um jene der Früchte der Taufe teilhaftig und der glorreichen Auferstehung fähig zu machen. Alsdann ist der Grund des Apostels ihrer, wenngleich irrtümlichen Meinung angepasst und derselben gemäß beweisend. In diesem Sinne erklärt Tertullian die Stelle, und seine Erklärung scheint dem heil. Thomas und vielen Auslegern die wahrscheinlichste. Durch diese symbolische Stellvertretung wollten die Neubekehrten wohl auch nur andeuten, dass der Verstorbene im Glauben an Christus abgeschieden sei, und bezeugen, dass er des Gebetes der Gläubigen würdig sei. Später artete diese Übung allerdings bei einigen Häretikern, wie den Korinthianern und Marcioniten, in einen törichten Aberglauben aus. -1 Korinther 1Kor 53 15 30 Ut quid et nos periclitamur omni hora? Zu was bestehen auch wir²⁸ Gefahren jede Stunde? -1 Korinther 1Kor 53 15 30 28 Paulus und die übrigen Apostel. Bin ich durch Mühen und Gefahren dem Tode nahe. -1 Korinther 1Kor 53 15 31 Quotidie morior per vestram gloriam, fratres, quam habeo in Christo Jesu Domino nostro. Täglich sterbe ich, bei dem Ruhme über euch, Brüder! den ich in Christus Jesus, unserm Herrn, habe.²⁹ -1 Korinther 1Kor 53 15 31 29 Dem Herrn allein ist die Bekehrung der Korinther zu verdanken, ihm auch der Fortschritt, der dem Apostel Grund zum Ruhme ist. -1 Korinther 1Kor 53 15 32 Si (secundum hominem) ad bestias pugnavi Ephesi, quid mihi prodest, si mortui non resurgunt? Manducemus, et bibamus, cras enim moriemur. Wenn ich nach Menschenweise in Ephesus mit wilden Tieren³⁰ gekämpft habe, was nützt es mir, wenn die Toten nicht auferstehen?³¹ Lasset uns dann essen und trinken, denn morgen werden wir sterben.³² [Weish 2,6] -1 Korinther 1Kor 53 15 32 30 Mit erbitterten Feinden. (Tert., Chrys., Thom.) Vielleicht bezieht sich das Wort auf die [Apg 19,9] erzählten Ereignisse. Nach Menschenweise kämpft, wen allein menschliche Gründe zu demselben bewegen und in demselben aufrecht erhalten. War es nicht die Hoffnung auf die Auferstehung, welche den Apostel erfüllte, so hat sein Kampf keinen Nutzen gehabt. -1 Korinther 1Kor 53 15 32 31 Dieser Bedingungssatz wird besser zu den folgenden Worten gezogen, die aus [Jes 22,13] entnommen sind. -1 Korinther 1Kor 53 15 32 32 Die Lehren von der Unsterblichkeit der Seelen und der Auferstehung des Leibes hängen so eng miteinander zusammen, dass, wer der einen widerspricht, stets auch der anderen entgegentritt. Die Seele ist mit dem Leibe zu einem Wesen vereinigt, dem Menschen und wird gegen ihre eigentliche Bestimmung von demselben getrennt. So ist sie, solange sie nicht mit dem Körper wieder vereint wird, unvollkommen. Nun kann aber das, was natürlich und wesentlich ist, nicht gleichsam nichts sein, das hingegen, was gegen die Natur ist, unendlich; dies wäre aber der Fall, bliebe die Seele ohne den Leib (Thom.). Wie der Heiland, um die Sadducäer zu widerlegen, einen Grund braucht, der zunächst nur die Unsterblichkeit der Seele zeigt [Mt 22,31ff], so hielt Paulus eine ähnliche Beweisführung hier für ausreichend. Zudem gilt seine Beweisführung in Voraussetzung der gegenwärtigen Ordnung der göttlichen Vorsehung. Wer die Auferstehung des Leibes leugnet, bestreitet jede Seligkeit, welche eine ausreichende Belohnung der apostolischen Mühen zu sein vermag. Ja noch mehr, selbst die Erlösung wird in Frage gestellt. Gott hatte ja verheißen, durch die Erlösung allen Schaden, den Adams Ungehorsam über die Menschen gebracht, aufzuheben; würde die Erlösung also nicht dem Leibe durch die Auferstehung die Gabe der Unsterblichkeit wiedergeben, so wäre Jesus nicht mehr der verheißene Erlöser und unser Glaube eitel. -1 Korinther 1Kor 53 15 33 Nolite seduci: Corrumpunt mores bonos colloquia mala. Lasset euch nicht verführen; böse Reden verderben gute Sitten.³³ -1 Korinther 1Kor 53 15 33 33 Eine sprichwörtliche Redensart, die aus dem Dichter Menander (342 290 v. Chr.) entnommen ist. -1 Korinther 1Kor 53 15 34 Evigilate justi, et nolite peccare: ignorantiam enim Dei quidam habent, ad reverentiam vobis loquor. Werdet nüchtern, ihr Gerechten! und sündiget nicht, denn einige haben keine Erkenntnis Gottes;³⁴ zu eurer Beschämung sage ich es. -1 Korinther 1Kor 53 15 34 34 Vergl. [Mt 22,29] -1 Korinther 1Kor 53 15 35 Sed dicet aliquis: Quomodo resurgunt mortui? qualive corpore venient? Aber, wird jemand sagen: Wie stehen die Toten auf? oder mit welchem Leibe werden sie kommen?³⁵ -1 Korinther 1Kor 53 15 35 35 Wie die Sadducäer die Möglichkeit einer Auferstehung leugneten, weil sie meinten, der auferstandene Leib müsse den irdischen Bedürfnissen und Wünschen unterworfen sein, so scheinen auch die Gegner des heil. Paulus daher einen Einwurf zu entnehmen. -1 Korinther 1Kor 53 15 36 Insipiens, tu quod seminas non vivificatur, nisi prius moriatur. Du Unverständiger!³⁶ Was du säest, wird nicht lebendig, wenn es nicht zuvor stirbt.³⁷ -1 Korinther 1Kor 53 15 36 36 Der heil. Paulus will auf die große Unwissenheit dessen hinweisen, der so redet, nicht ihn beschimpfen. -1 Korinther 1Kor 53 15 36 37 Der Same wird mit dem toten Leibe verglichen. Freilich hat jener in sich einen Lebenskeim, dieser ist im Gegenteil von dem getrennt, was ihm Leben gab. Aber der heil. Paulus hat die Auferstehung schon so weit bewiesen, dass er dem Leibe ein, wenn auch nicht ihm innewohnendes, doch außer ihm befindliches Lebensprinzip zuschreiben kann: Gottes Bestimmung. -1 Korinther 1Kor 53 15 37 Et quod seminas, non corpus, quod futurum est, seminas, sed nudum granum, ut puta tritici, aut alicujus ceterorum. Und was du säest, nicht den Körper, welcher werden wird, säest du, sondern ein bloßes Korn, etwa von Weizen, oder von etwas anderem. -1 Korinther 1Kor 53 15 38 Deus autem dat illi corpus sicut vult: et unicuique seminum proprium corpus. Gott aber gibt ihm einen Körper, so wie er will, und einer jeden Samenart einen eigenen Körper.³⁸ -1 Korinther 1Kor 53 15 38 38 Wie der Same sich zur Pflanze verhält, die sich aus ihm entwickelt, so der tote Leib des Gerechten zu dem auferweckten Leibe: wie also der Same, der in der Erde verwest, keimt, wird der Leib, der gestorben ist, zu neuem Leben erwachen. Wie der Same in seinem neuen Leben höhere Eigenschaften hat, so der auferweckte Leib. Wie nach Gottes weisestem Ratschlusse die Eigenschaft der neuen Pflanzen von der Natur des verschiedenen Samens abhängt, so die Eigenschaften der auferweckten Leiber, je nachdem sie als Werkzeuge der Seele größerer oder minderer Ehre würdig sind. Die neuen Eigenschaften heben die Natur des früheren Körpers übrigens nicht auf, wie der Apostel nunmehr V. 39 41 zeigt. -1 Korinther 1Kor 53 15 39 Non omnis caro, eadem caro: sed alia quidem hominum, alia vero pecorum, alia volucrum, alia autem piscium. Nicht jedes Fleisch ist dasselbe Fleisch; sondern ein anderes ist das der Menschen, ein anderes das des Viehes, ein anderes das der Vögel, ein anderes das der Fische.³⁹ -1 Korinther 1Kor 53 15 39 39 Das Wort Fleisch bedeutet hier den ganzen belebten Leib und seine Natur. -1 Korinther 1Kor 53 15 40 Et corpora clestia, et corpora terrestria: sed alia quidem clestium gloria, alia autem terrestrium: So gibt es himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere ist die Herrlichkeit⁴⁰ der himmlischen, eine andere die der irdischen. -1 Korinther 1Kor 53 15 40 40 Im Griech. steht hier derselbe Ausdruck wie V. 41, weshalb auch dieselbe lateinische Übersetzung vielleicht passender gewesen wäre. -1 Korinther 1Kor 53 15 41 Alia claritas solis, alia claritas lunæ, et alia claritas stellarum. Stella enim a stella differt in claritate: Ein anderer ist der Glanz der Sonne, ein anderer der Glanz des Mondes, und ein anderer der Glanz der Sterne; denn ein Stern ist vom anderen verschieden an Glanz.⁴¹ -1 Korinther 1Kor 53 15 41 41 Wenn die Körper der lebenden Wesen, obgleich alle sterblich, dennoch nach der Verschiedenheit jener Wesen verschieden sind, und wenn die Körper, obwohl alle sichtbar, dennoch nach der Verschiedenheit des Ortes verschieden sind, so dass die Himmelskörper einen anderen Glanz haben, als die irdischen, und selbst wenn die am Himmel leuchtenden Sterne dennoch an Licht einander übertreffen oder sich gegenseitig nachstehen, so ist es nicht wunderbar, wenn auch bei der Auferstehung der Toten die Herrlichkeit der Verdienste verschieden ist (Aug.). -1 Korinther 1Kor 53 15 42 Sic et resurrectio mortuorum. Seminatur in corruptione, surget in incorruptione. So ist es auch mit der Auferstehung der Toten.⁴² Es wird gesäet in Verweslichkeit,⁴³ es wird auferstehen in Unverweslichkeit.⁴⁴ -1 Korinther 1Kor 53 15 42 42 Die einzelnen Teile des Vergleiches wendet der Apostel indes nicht an, sondern kehrt zu dem V. 37 angeführten Beispiele von dem Samen zurück, und nennt einige allen in Herrlichkeit auferstehenden Leibern gemeinsamen Eigenschaften. (V. 42 44) -1 Korinther 1Kor 53 15 42 43 Im Tode. (Tert.) -1 Korinther 1Kor 53 15 42 44 Frei von jenem Leiden, die erste Eigenschaft des auferstandenen Leibes. -1 Korinther 1Kor 53 15 43 Seminatur in ignobilitate, surget in gloria: Seminatur in infirmitate, surget in virtute: Es wird gesäet in Unehre, auferstehen wird es in Herrlichkeit;⁴⁵ gesäet wird es in Schwachheit, auferstehen wird es in Kraft.⁴⁶ -1 Korinther 1Kor 53 15 43 45 Auf Erden ist der Leib tausend Unvollkommenheiten unterworfen, ganz besonders im Tode. Im Himmel wird gleichsam die Herrlichkeit Gottes, welche seine Seele schaut, an ihm widerstrahlen: die Klarheit, die zweite Eigenschaft des auferstandenen Leibes. -1 Korinther 1Kor 53 15 43 46 Hier auf Erden waren die Kräfte des Körpers schwach, so dass der Leib ein unvollkommenes Werkzeug der Seele war; dort wird er bereit und geeignet sein, der Seele in allem zu gehorchen: die dritte Eigenschaft des verklärten Leibes, seine Beweglichkeit. -1 Korinther 1Kor 53 15 44 Seminatur corpus animale, surget corpus spiritale. Si est corpus animale, est et spiritale, sicut scriptum est: Es wird gesäet ein sinnlicher Leib, auferstehen wird ein geistiger Leib.⁴⁷ Wenn ein sinnlicher Leib ist, so ist auch ein geistiger Leib,⁴⁸ wie geschrieben steht: -1 Korinther 1Kor 53 15 44 47 Der Apostel fasst das Gesagte zusammen. Die Seele gibt das mit den Tieren gemeinsame, rein körperliche Leben, wie sie in anderen Tätigkeiten als ein rein geistiges Wesen handelt. In diesen geistigen Dingen leistet zwar der Leib der Seele einige Dienste, aber noch mehr ist er ihr hinderlich. [Weish 6,15] Im Zustand der Auferstandenen werden die uns mit den Tieren gemeinsamen Tätigkeiten dem Körper nicht mehr eigen sein, und so wird der Leib ohne Hindernis und Ermüdung der Seele zu dienen vermögen, welche vom Heil. Geist beglückt ist (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 15 44 48 Dem die Seele das Leben gibt. Wie die Seele den Leib hier zu den Lebensverrichtungen des tierischen Lebens gebraucht, so wird er ihr dort auch zu ihrer höheren geistigen Wirksamkeit dienstbar sein. -1 Korinther 1Kor 53 15 45 Factus est primus homo Adam in animam viventem, novissimus Adam in spiritum vivificantem. Der erste Mensch Adam ward eine lebendige Seele,⁴⁹ der letzte Adam ein lebendig machender Geist.⁵⁰ -1 Korinther 1Kor 53 15 45 49 [Gen 2,7] Der zweite Teil ist in dem angeführten Texte bereits angedeutet, wenn man die vorbildliche Stellung des ersten Menschen in's Auge fasst. Vergl. [Röm 5,14ff]. Auf diese aber weist der Gegensatz hin: Der erste der letzte.. (V. 47 der zweite) Lebendige Seele: zu einem in Kraft der Seele lebenden Wesen, einem tierischen Leibe. Freilich erhielt er noch die heiligmachende Gnade und andere Gaben des Heil. Geistes; aber diese waren nicht seiner Natur gebührend und gingen mit der ersten Sünde bereits verloren. -1 Korinther 1Kor 53 15 45 50 Ein Wesen, welches durch den Geist lebt und Leben gibt. Die Seele des Heilandes konnte wegen der Vereinigung des Wortes mit der menschlichen Natur nicht ohne die heiligmachende Gnade und die Gabe des Heil. Geistes sein, ja war sogar vom ersten Augenblicke ihres Daseins an zur seligen Anschauung der Gottheit erhoben. Deshalb heißt sie mit vollerem Rechte Geist. Diese Seele hätte nach ihrer Beziehung zum Leibe auch diesen geistig gemacht, indem sie ihm die Gaben der Verklärung zu Teil werden ließ, wenn nicht nach Gottes besonderem Ratschlusse dies verhindert worden wäre; der Sohn Gottes wollte uns in allem, außer der Sünde, ähnlich werden, und in einem dem Leiden unterworfenen Leibe unsere Erlösung vollbringen. Nachdem diese durch die Auferstehung vollendet war, verklärte und verherrlichte die Seligkeit des Geistes auch den Leib, und ward so zu einem lebenspendenden Geiste; doch ist dieser Geist auch allen, die durch ihn auferstehen werden, Urheber und Quell des unvergänglichen und glorreichen Lebens, da er den Leib unserer Niedrigkeit dem Leibe seiner Herrlichkeit gleichförmig machen wird. -1 Korinther 1Kor 53 15 46 Sed non prius quod spiritale est, sed quod animale: deinde quod spiritale. Aber das Geistige ist nicht das erste, sondern das Sinnliche; dann das Geistige.⁵¹ -1 Korinther 1Kor 53 15 46 51 Warum ist der erste Adam nicht ein lebendigmachender Geist gewesen? Diese Frage beantwortet der Apostel durch den Hinweis, dass Gott durch das Unvollkommene zum Vollkommenen fortführt (Chrys., Thom.) -1 Korinther 1Kor 53 15 47 Primus homo de terra, terrenus: secundus homo de clo, clestis. Der erste Mensch aus Erde ist irdisch, der zweite Mensch vom Himmel ist himmlisch.⁵² -1 Korinther 1Kor 53 15 47 52 Aus derselben Schriftstelle, welche in V. 45 dem Apostel vor Augen schwebt, zieht Paulus aus der Erschaffung des ersten Menschen den Schluss auf seine irdische Natur. Der Leib Adams war aus sich selbst der Vergänglichkeit und dem Tode unterworfen und wäre diesem anheimgefallen, wenn Gott nicht ein anderes Mittel dagegen, den Baum des Lebens, gegeben hätte. Der zweite Mensch ist Christus, das zweite Haupt des Menschengeschlechtes, das Haupt der Auserwählten. Er ist vom Himmel als eingeborener Sohn Gottes, der für uns Mensch ward aus Maria der Jungfrau. Sein Leib aber war nicht nur vom ersten Augenblick der Menschwerdung an der Herrlichkeit fähig, sondern hatte auch ein Recht auf dieselbe, wie er sie bei der Auferstehung auch empfing (Cyr., Tert., Thom.). Aus erde, vom Himmel sagt der Apostel, weil man zu sagen pflegt, dass eine Sache aus demjenigen Teil, welcher der erste bei ihrem Entstehen ist, dasjenige ist, woraus sie wird. Adam ward zuerst aus Erde gebildet, Christi Gottheit war, ehe sie sich mit seiner heil. Menschheit vereinte, im Himmel (Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 15 48 Qualis terrenus, tales et terreni: et qualis clestis, tales et clestes. Wie der irdische, so auch die irdischen, und wie der himmlische, so auch die himmlischen.⁵³ -1 Korinther 1Kor 53 15 48 53 Wie wir von Adam einen sterblichen Leib empfangen haben, so erlangen wir auch, so viele wir durch den himmlischen Adam neu geschaffen werden, von ihm einen unsterblichen und verklärten Leib. -1 Korinther 1Kor 53 15 49 Igitur, sicut portavimus imaginem terreni, portemus et imaginem clestis. Wie wir daher das Bild des Irdischen getragen haben, so lasst uns auch das Bild des Himmlischen tragen.⁵⁴ -1 Korinther 1Kor 53 15 49 54 Die Ähnlichkeit mit Adam haben wir durch den tierischen Leib, die Verähnlichung mit Christus hängt von unserem freien Willen ab. In der Taufe legen wir das Bild des irdischen Adam ab, mit Christus dem Gekreuzigten den Leib der Sünde zerstörend [Röm 6,6]; aber dass wir bis an's Ende die Ähnlichkeit des himmlischen tragen und nach Leib und Seele Glieder Christi, Tempel des Heil. Geistes bleiben, hängt von unserer Mitwirkung ab. -1 Korinther 1Kor 53 15 50 Hoc autem dico, fratres: quia caro et sanguis regnum Dei possidere non possunt: neque corruptio incorruptelam possidebit. Dieses aber sage ich, Brüder! Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht in Besitz nehmen; auch wird die Verwesung nicht die Unverweslichkeit besitzen.⁵⁵ -1 Korinther 1Kor 53 15 50 55 Fleisch und Blut bezeichnen hier die sterbliche Natur (Tert., Aug., Hier., Thom.). Wer da meint, dass dieser irdische Leib so in einen himmlischen verwandelt werden soll, dass weder diese Glieder, noch die Substanz des Fleisches sein werden, irrt ganz offenbar. Christus ist das Vorbild der Auferstehung, er zeigte sich mit den gleichen Gliedern, im gleichen Leibe, Augen und Händen wahrnehmbar. [Lk 24,39] Nicht also sagt der Apostel: Die Substanz des Leibes wird nicht im Reiche Gottes sein, sondern die Vergänglichkeit des Leibes wird dort nicht mehr sein (Aug.). -1 Korinther 1Kor 53 15 51 Ecce mysterium vobis dico: Omnes quidem resurgemus, sed non omnes immutabimur. Sehet, ein Geheimnis sage ich euch:⁵⁶ Alle zwar werden wir auferstehen, aber nicht alle werden wir verwandelt werden. -1 Korinther 1Kor 53 15 51 56 Der Apostel nennt die nachfolgende Belehrung ein Geheimnis, nicht allein weil der Gegenstand zu den schwierigeren Wahrheiten gehört, die wir einzig aus der Offenbarung kennen, sondern auch weil es ihm besonders offenbart ist. Vergl. [1Thess 4,14]. Der von der Vulgata gegebene Text findet sich nur in einer griechischen Handschrift. Die anderen haben: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden. So lasen auch Orig., Greg. v. Nyss., Chrys., Cyr. v. Alex., Theod. und die meisten Übersetzungen, ja selbst der heil. Hieronymus zitiert den Text einmal so als authentisch. Aber müssen nicht alle Menschen nach anderen Zeugnissen der heil. Schrift sterben? [Hebr 9,27, Röm 5,12] Gewiss ist es so gesagt; aber wenn Gott, der so vielen Gläubigen die Sünden erlässt, einigen auch die Strafe der Sünde erlassen will, wollen wir ihm Vorschriften machen? (Aug., Thom.) Dass die Gerechten, welche Christus bei seiner zweiten Ankunft hier auf Erden lebend findet, aus dieser Sterblichkeit ohne Tod in die Unsterblichkeit eingehen werden, ist die fast einmütige Meinung der griechischen Väter, welche auch unter den lateinischen Vätern ihre Vertreter hat (Tert., Hier.). da der heil. Augustin ihr nicht beitrat, sind sehr viele Theologen seiner Autorität gefolgt. Nach der Lesart, welche die Vulgata bietet, ist von der allgemeinen Auferstehung die Rede: Gerechte und Verworfene werden auferstehen, aber nur die ersteren werden in jenen glorreichen Stand umgewandelt werden. -1 Korinther 1Kor 53 15 52 In momento, in ictu oculi, in novissima tuba: canet enim tuba, et mortui resurgent incorrupti: et nos immutabimur: Plötzlich, in einem Augenblick, auf den Schall der letzten Posaune; denn schallen wird die Posaune,⁵⁷ und die Toten werden unverweslich auferstehen, und wir werden verwandelt werden.⁵⁸ -1 Korinther 1Kor 53 15 52 57 Das Bild hat der Apostel wohl aus [Ex 19,13.16] genommen. Welches das große und offenbare Zeichen sein wird, das der Apostel auch die Stimme des Erzengels und der Posaune Gottes nennt [1Thess 4,15], und das auch die Stimme des Herrn selbst im Evangelium heißt [Joh 5,28], wissen wir nicht (Aug.). Es wird das letzte Zeichen sein, das dieser Welt gegeben wird. -1 Korinther 1Kor 53 15 52 58 Die Überlebenden werden so verwandelt, dass der Leib von dieser Seele nicht verlassen, sondern, während diese in ihm bleibt, verklärt wird. (Chrys., Tert., Hier.) Der Apostel rechnet sich hier nicht zu denen, welche bei der Ankunft des Herrn, noch leben werden, da er sich [1Kor 6,14] bereits zu denen gerechnet hat, welche der Herr auferwecken wird, und da er einige Monate nach der Abfassung dieses Briefes noch schreibt, er wisse nicht, ob der Herr ihn noch in diesem Leben finden werde oder nicht. [2Kor 4,14] Er gebraucht also die erste Person der Mehrheit, wie an anderen Stellen, in kommunikativem Sinne (Chrys., Aug.), da er durchaus nicht weiß, wann der Herr kommen wird. -1 Korinther 1Kor 53 15 53 Oportet enim corruptibile hoc induere incorruptionem: et mortale hoc induere immortalitatem. Denn dieses Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche anziehen die Unsterblichkeit.⁵⁹ -1 Korinther 1Kor 53 15 53 59 Im ersten Gliede spricht der Apostel von der Auferstehung, im zweiten von der Verwandlung. Er betrachtet, ähnlich wie [2Kor 5,2ff], den verherrlichten Leib wie ein Kleid, das die Verstorbenen anziehen, mit dem die Lebenden sich überkleiden. Warum beide mit dem unverweslichen und unsterblichen Leibe bekleidet werden müssen, hat Paulus V. 50 gesagt: Weil Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht besitzen kann. -1 Korinther 1Kor 53 15 54 Cum autem mortale hoc induerit immortalitatem, tunc fiet sermo, qui scriptus est: Absorpta est mors in victoria. Wenn aber dieses Sterbliche die Unsterblichkeit angezogen hat, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod im Sieg.⁶⁰ -1 Korinther 1Kor 53 15 54 60 Vielleicht rufen die Seligen so, vergl. [Joh 10,35], wenn der volle Sieg Christi davongetragen ist. Das angeführte Wort steht [Jes 25,8] (Hier.). -1 Korinther 1Kor 53 15 55 Ubi est mors victoria tua? ubi est mors stimulus tuus? Wo ist dein Sieg, Tod? wo ist dein Stachel, Tod?⁶¹ -1 Korinther 1Kor 53 15 55 61 Der als Person gedachte Tod wird spöttisch gefragt, wo der Sieg ist, den er über die Gestorbenen davongetragen zu haben glaubte, und der Stachel, mit dem er die Lebenden verfolgte und sich zu unterwerfen versuchte. -1 Korinther 1Kor 53 15 56 Stimulus autem mortis peccatum est: virtus vero peccati lex. Der Stachel des Todes⁶² aber ist die Sünde;⁶³ die Stärke der Sünde aber das Gesetz.⁶⁴ -1 Korinther 1Kor 53 15 56 62 Der Stachel des Todes, seine Waffe, auf der seine Kraft beruht. Wie der Skorpion ein kleines Tier ist, aber durch seinen giftigen Stachel auch die Tapfersten zu Falle bringt, so hat der Tod, der durch sich und ohne die Sünde nichts vermochte, durch diese sich die Herrlichkeit über die ganze Menschheit erworben. -1 Korinther 1Kor 53 15 56 63 Die Erbsünde. -1 Korinther 1Kor 53 15 56 64 Durch das Gesetz ist die Sünde wie durch eine gebotene Gelegenheit stärker geworden und gleichsam auf ihr höchstes Maß gestiegen. -1 Korinther 1Kor 53 15 57 Deo autem gratias, qui dedit nobis victoriam per Dominum nostrum Jesum Christum. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg verliehen hat durch unsern Herrn Jesus Christus.⁶⁵ -1 Korinther 1Kor 53 15 57 65 Was das Gesetz nicht gewähren konnte, hat Christus gewährt, der durch seinen Tod das Gesetz aufhob und der Sünde die Kraft nahm, für dieselbe Genugtuung leistete und uns erlösend dem Tode den Stachel nahm und ihn selbst vernichtete. Der Apostel wählt die Zeit der Gegenwart, um diesen Sieg, den der Herr durch seine glorreiche Auferstehung an sich bereits davongetragen hat, der aber noch für uns bevorsteht, als ganz sicher zu bezeichnen. Wie die Wespe, die einen Felsen stechen will, nichts vermag, sondern ihren Stachel vielmehr verliert, so verlor auch der Tod, als er mit Christus, dem Leben kämpfen wollte, seinen Stachel (Athanas.). -1 Korinther 1Kor 53 15 58 Itaque fratres mei dilecti, stabiles estote, et immobiles: abundantes in opere Domini semper, scientes quod labor vester non est inanis in Domino. Darum, meine lieben Brüder! seid standhaft und unerschütterlich;⁶⁶ voll des Eifers im Werke des Herrn⁶⁷ allezeit, da ihr wisset, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn.⁶⁸ -1 Korinther 1Kor 53 15 58 66 Da Gott uns durch Christus den Sieg gibt über Tod und Sünde, können und müssen wir feststehen im Glauben an die zukünftige Auferstehung. -1 Korinther 1Kor 53 15 58 67 Jedes gute Werk ist des Herrn, sowohl weil es von ihm geheißen ist (Theoph.), wie besonders weil es nur mit dem Beistande seiner Gnade geschehen kann. -1 Korinther 1Kor 53 15 58 68 Auf der sicheren Überzeugung, dass unsere Mühen im Herrn nicht ohne Frucht bleiben, sondern uns für dieselben die ewige Herrlichkeit zu Teil werden wird, beruht unser Eifer. So dürfen wir also bei unseren guten Werken uns durchaus des Lohnes erinnern, den Gott uns verheißt. -1 Korinther 1Kor 53 16 0 IV. Schlusswort des Briefes: 1. Die zu sammelnde Kollekte und die Ankunft des heil. Paulus. (V. 9) 2. Timotheus, Apollo und die Gesandten der Korinther. (V. 18) 3. Grüße und Segen des Apostels. -1 Korinther 1Kor 53 16 1 De collectis autem, quæ fiunt in sanctos, sicut ordinavi Ecclesiis Galatiæ, ita et vos facite. Mit der Sammlung aber,¹ welche für die Heiligen gehalten wird, machet es so, wie ich es für die Gemeinden von Galatien angeordnet habe. -1 Korinther 1Kor 53 16 1 1 Auf seiner dritten Missionsreise befahl der Apostel den Gemeinden, welche er auf seiner ersten Reise im Süden von Galatien gegründet hatte, Kollekten zu veranstalten [Apg 18,23], zu Gunsten armer Christen in Jerusalem. Von Ephesus aus hatte er den Korinthern diese Kollekte empfohlen [2Kor 8,10] und ihre Bereitwilligkeit den Macedoniern als Vorbild vor Augen gestellt. [2Kor 9,2] Über diese Kollekte spricht der heil. Paulus auch [2Kor 8,1-9.15] und [Röm 15,25ff]. Der Apostel nennt dieselben nirgends Almosen, sondern überall entweder Kollekte oder Segen [2Kor 9,5] oder Mitteilung [Röm 15,26], ja selbst heiligen Dienst. [2Kor 9,12] -1 Korinther 1Kor 53 16 2 Per unam sabbati unusquisque vestrum apud se seponat, recondens quod ei bene placuerit: ut non, cum venero, tunc collectæ fiant. Am ersten Tage der Woche² lege ein jeder von euch bei sich zurück und spare auf, was ihm gut dünkt,³ damit nicht erst, wenn ich komme, dann die Sammlung veranstaltet werde. -1 Korinther 1Kor 53 16 2 2 Am Tage der Auferstehung des Herrn. Dieser ward also in besonderer Ehe gehalten. -1 Korinther 1Kor 53 16 2 3 Griech.: je nach Gewinn, Einnahme. Um allem Argwohn und allem Tadel zu entgehen, will der Apostel die Sache nicht allein auf sich nehmen. Vergl. [2Kor 8,18ff]. -1 Korinther 1Kor 53 16 3 Cum autem præsens fuero: quos probaveritis per epistolas, hos mittam perferre gratiam vestram in Jerusalem. Wenn ich aber anwesend sein werde, so will ich diejenigen, welche ihr durch Briefe für tauglich erklärt, nach Jerusalem absenden, eure Gabe zu überbringen. -1 Korinther 1Kor 53 16 4 Quod si dignum fuerit ut et ego eam, mecum ibunt. Wenn es wert ist, dass auch ich reise,⁴ so sollen sie mit mir reisen. -1 Korinther 1Kor 53 16 4 4 Da der Apostel sich feierlichst zur Sammlung verpflichtet hatte, und von den Aposteln gleichsam derselben vorgesetzt worden war, konnte er dieselbe nicht kurzweg anderen überlassen, sondern musste sich alle Anordnungen vorbehalten. In jedem Falle sollen Abgesandte das Geld nach Jerusalem überbringen. Seine wichtigen Arbeiten kann er nicht aus jedem geringfügigen Anlasse unterbrechen. -1 Korinther 1Kor 53 16 5 Veniam autem ad vos, cum Macedoniam pertransiero: nam Macedoniam pertransibo. Ich will aber zu euch kommen, wenn ich Macedonien durchreist habe; denn ich will Macedonien durchreisen.⁵ -1 Korinther 1Kor 53 16 5 5 Als der heil. Paulus diesen Brief schrieb, wollte er von Ephesus nach Korinth kommen, um von dort nach Macedonien zu reisen und dann wieder nach Korinth zurückzukehren. [2Kor 1,15ff] Da die Korinther dies wussten, musste er ihnen anzeigen, dass eine Änderung eintritt: Seid nicht eifersüchtig, als ob ich die Macedonier euch vorziehe, ich werde dort nur kurze Zeit weilen (V. 6), bei euch aber länger bleiben, damit ihr mich dahin geleitet, wohin ich gehen werde. Die Ursache der Änderung seines Reiseplanes gibt der Apostel nicht an: er will nicht kommen, sie zu strafen, und will sie nicht betrüben, sondern ihnen Zeit zur Buße lassen. Vergl. [2Kor 1,15ff, 2Kor 2,1ff]. Diesen Grund übergeht er, um ihnen nur von seiner Liebe zu sprechen (V. 7). -1 Korinther 1Kor 53 16 6 Apud vos autem forsitan manebo, vel etiam hiemabo: ut vos me deducatis quocumque iero. Bei euch aber werde ich vielleicht verweilen, oder sogar überwintern, damit ihr mir das Geleite gebet, wohin ich etwa gehe. -1 Korinther 1Kor 53 16 7 Nolo enim vos modo in transitu videre, spero enim me aliquantulum temporis manere apud vos, si Dominus permiserit. Ich will euch jetzt nämlich nicht im Vorbeigehen sehen,⁶ denn ich hoffe, einige Zeit bei euch zu verweilen, wenn der Herr es gestattet.⁷ -1 Korinther 1Kor 53 16 7 6 Dies müsste ich tun, wollte ich noch über Korinth nach Macedonien reisen. -1 Korinther 1Kor 53 16 7 7 Längerer oder kürzerer Aufenthalt hängt nicht allein von dem Willen des Apostels, sondern besonders vom Willen Gottes ab, der den heil. Paulus auf allen Reisen leitete und sich ihm bisweilen aus außerordentliche Weise kundgab, z. B. [Apg 16,6]. -1 Korinther 1Kor 53 16 8 Permanebo autem Ephesi usque ad Pentecosten. In Ephesus aber werde ich bis Pfingsten bleiben.⁸ -1 Korinther 1Kor 53 16 8 8 Etwa zwei Monate. -1 Korinther 1Kor 53 16 9 Ostium enim mihi apertum est magnum, et evidens: et adversarii multi. Denn eine große und weitausschauende Tür⁹ ist mir eröffnet, und der Widersacher sind viele. -1 Korinther 1Kor 53 16 9 9 Das Bild bezeichnet eine Gelegenheit, das Evangelium zu predigen. Vergl. [Apg 19] -1 Korinther 1Kor 53 16 10 Si autem venerit Timotheus, videte ut sine timore sit apud vos: opus enim Domini operatur, sicut et ego. Wenn aber Timotheus kommt, so sehet zu, dass er ohne Furcht bei euch sei;¹⁰ denn er arbeitet am Werke des Herrn, wie auch ich.¹¹ -1 Korinther 1Kor 53 16 10 10 Wie der Apostel fürchtet, die Epheser möchten ihn seiner Jugend halber geringschätzen [1Tim 4,12], so musste er auch seitens der Parteiführer in Achaja etwas besorgen, obwohl Timotheus in Korinth mit ihm gewirkt hatte. [2Kor 1,19, Apg 18,5ff] -1 Korinther 1Kor 53 16 10 11 Das Apostelamt. -1 Korinther 1Kor 53 16 11 Ne quis ergo illum spernat: deducite autem illum in pace, ut veniat ad me: exspecto enim illum cum fratribus. Niemand also verachte ihn, geleitet ihn aber in Frieden,¹² dass er zu mir komme; denn ich erwarte ihn mit den Brüdern.¹³ -1 Korinther 1Kor 53 16 11 12 Ohne Streit und ihn als Lehrer verehrend. -1 Korinther 1Kor 53 16 11 13 Paulus erwartet Timotheus und die Brüder (Thom.), besonders Erastus. [Apg 19,22] -1 Korinther 1Kor 53 16 12 De Apollo autem fratre vobis notum facio, quoniam multum rogavi eum ut veniret ad vos cum fratribus: et utique non fuit voluntas ut nunc veniret: veniet autem, cum ei vacuum fuerit. Von dem Bruder Apollo aber tue ich euch kund, dass ich ihn dringend gebeten habe, mit den Brüdern zu euch zu kommen;¹⁴ und war es zwar sein Wille nicht, jetzt zu kommen, indes wird er kommen, wenn er Zeit haben wird. -1 Korinther 1Kor 53 16 12 14 Der heil. Paulus muss den Apollo als wahrhaft apostolischen Mann gekannt haben, wohl geeignet, das Ackerfeld, das er angebaut, zu bewässern und zu bearbeiten. -1 Korinther 1Kor 53 16 13 Vigilate, state in fide, viriliter agite, et confortamini. Seid wachsam; stehet fest im Glauben; handelt mannhaft, und seid stark!¹⁵ -1 Korinther 1Kor 53 16 13 15 Habet Mannesmut und Kraft. -1 Korinther 1Kor 53 16 14 Omnia vestra in caritate fiant. Alles, was ihr tuet, geschehe in Liebe!¹⁶ -1 Korinther 1Kor 53 16 14 16 Diese Mahnung war den Korinthern besonders notwendig, denn alles, was der Apostel in diesem Briefe erinnern musste, ging aus dem Mangel an Liebe hervor (Chrys.). Die Erwähnung des Namens Apollo legte die Mahnung nahe. -1 Korinther 1Kor 53 16 15 Obsecro autem vos fratres, nostis domum Stephanæ, et Fortunati, et Achaici: quoniam sunt primitiæ Achaiæ, et in ministerium sanctorum ordinaverunt seipsos: Ich ermahne euch, Brüder! ihr kennet das Haus des Stephanas, des Fortunatus und des Achaikus, dass sie Erstlinge von Achaja sind¹⁷ und sich dem Dienste der Heiligen gewidmet haben;¹⁸ -1 Korinther 1Kor 53 16 15 17 Die Namen Fortunatus und Achaikus sind wohl durch einen Fehler der Abschreiber aus V. 17 hier noch einmal eingesetzt worden. Die Hausgenossen des Stephanas hatte Paulus selbst getauft. [1Kor 1,16] Ähnlich nennt der Apostel den Epänetus den Erstling Asiens. [Röm 16,5] -1 Korinther 1Kor 53 16 15 18 Diese V. 16 vorhergehenden Worte enthalten die Gründe, weshalb sie sich den Hausgenossen des neubekehrten Stephanas unterordnen (d. i. ihnen besondere Zuvorkommenheit und Ehrfurcht erweisen) sollen: jene sind die Erstlinge Achajas, die Erstlinge aber sind besonderer Ehre würdig (Chrys.); sodann sind sie auch eifriger und frömmer (Thom.), da sie freiwillige Gastfreundschaft und andere Liebesbeweise gegen die Brüder üben. (Dienst der Heiligen.) -1 Korinther 1Kor 53 16 16 Ut et vos subditi sitis ejusmodi, et omni cooperanti, et laboranti. ordnet auch ihr euch solchen unter, und allen, welche mitwirken und arbeiten. -1 Korinther 1Kor 53 16 17 Gaudeo autem in præsentia Stephanæ, et Fortunati, et Achaici: quoniam id, quod vobis deerat, ipsi suppleverunt: Ich freue mich über die Anwesenheit des Stephanas, Fortunatus und Achaikus,¹⁹ denn, was eurerseits mangelte, haben diese ersetzt;²⁰ -1 Korinther 1Kor 53 16 17 19 Über Fortunatus und Achaikus ist sonst nichts Sicheres bekannt. Man nimmt an, dass sie den Brief der korinthischen Kirche gebracht und diesen des heil. Paulus in ihre Heimat mit sich genommen haben. -1 Korinther 1Kor 53 16 17 20 Die Übersetzung der Vulgata scheint einen Vorwurf gegen die Korinther zu enthalten, den der Apostel am Ende seines Briefes doch kaum gemacht hätte. Der heil. Paulus will wohl sagen: Durch ihre Anwesenheit haben die Gesandten für eure Abwesenheit Ersatz geleistet (Chrys., Thom.). -1 Korinther 1Kor 53 16 18 Refecerunt enim et meum spiritum, et vestrum. Cognoscite ergo qui hujusmodi sunt. denn sie haben meinen Geist erquickt und den eurigen.²¹ Erkennet sie denn als solche an! -1 Korinther 1Kor 53 16 18 21 Sie haben Paulus und die Korinther erfreut, denn stellten die ganze Gemeinde dar (Chrys.). -1 Korinther 1Kor 53 16 19 Salutant vos Ecclesiæ Asiæ. Salutant vos in Domino multum, Aquila, et Priscilla, cum domestica sua Ecclesia: apud quos et hospitor. Es grüßen euch die Gemeinden von Asien.²² Es grüßen euch vielmals im Herrn²³ Aquila und Priscilla samt der Versammlung in ihrem Hause,²⁴ bei welchen ich auch herberge.²⁵ -1 Korinther 1Kor 53 16 19 22 Drei Jahre in Ephesus weilend, hatte Paulus in der ganzen Provinz Asien, deren Hauptstadt Ephesus war, Gemeinden gegründet. [Apg 19,10] -1 Korinther 1Kor 53 16 19 23 Alle Gläubigen grüßen sich im Herrn, in dem alle Glieder der Kirche eines sind. -1 Korinther 1Kor 53 16 19 24 Die treuen Helfer des heil. Paulus, welche ihn in Korinth in ihrem Hause aufgenommen [Apg 18,1ff] und Apollo weiter unterrichtet hatten. [Apg 18,26ff] In Ephesus hatten sie wohl das von Paulus gestreute Samenkorn weiter gepflegt und, die Neubekehrten in ihrem Hause versammelnd, gleichsam den Grundstein der Kirche von Ephesus gelegt. Ein Teil der Gläubigen versammelte sich auch jetzt noch dort. -1 Korinther 1Kor 53 16 19 25 Diese Worte fehlen in den meisten griechischen und den besseren lateinischen Handschriften. -1 Korinther 1Kor 53 16 20 Salutant vos omnes fratres. Salutate invicem in osculo sancto. Es grüßen euch alle Brüder. Grüßet einander mit heiligem Kusse.²⁶ -1 Korinther 1Kor 53 16 20 26 Im Morgenlande, und ganz besonders bei den Juden, war die Sitte, sich durch einen Kuss zu begrüßen, eine sehr allgemeine. Nicht allein Verwandte und Freunde küssten sich untereinander, sondern auch Obere und Untergebene, um Liebe, Freundschaft und Ehrfurcht auszudrücken. Von den Juden ging der Kuss als Zeichen der brüderlichen Liebe, durch welche alle Glieder des geistigen Leibes miteinander verbunden sind, auf die Christen so über, dass diese jede Bedeutung fleischlicher Liebe davon ausschlossen, wie die Namen zeigen: heiliger Kuss, Kuss der Liebe, Kuss im Herrn, Friedenskuss usw. Zudem grüßten sich nur Männer untereinander und Frauen untereinander mit demselben. Der Kuss ist Versöhnung, sagt der heil. Cyrill von Jerusalem, und darum heilig. -1 Korinther 1Kor 53 16 21 Salutatio, mea manu Pauli. Mein Gruß von meiner, des Paulus, Hand.²⁷ -1 Korinther 1Kor 53 16 21 27 Das übrige hat der Apostel diktiert, den Gruß setzt er selbst bei. Den Grund gibt [2Thess 2,2, 2Thess 3,17] an. Keine Partei in Korinth kann mehr in Zweifel ziehen, dass der Brief von ihm herrührt. -1 Korinther 1Kor 53 16 22 Si quis non amat Dominum nostrum Jesum Christum, sit anathema, Maran Atha. Wenn jemand unsern Herrn Jesus Christus nicht liebt, der sei ausgeschlossen.²⁸ Maran atha.²⁹ -1 Korinther 1Kor 53 16 22 28 Dem ewigen Untergange geweiht. -1 Korinther 1Kor 53 16 22 29 Die Bedeutung dieser aramäischen Worte ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich bedeuten sie: Unser Herr, komme! Und wurden so bei dem Gottesdienste gebraucht. -1 Korinther 1Kor 53 16 23 Gratia Domini nostri Jesu Christi vobiscum. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch! -1 Korinther 1Kor 53 16 24 Caritas mea cum omnibus vobis in Christo Jesu. Amen. Meine Liebe mit euch allen in Christus Jesus. Amen.³⁰ -1 Korinther 1Kor 53 16 24 30 Mit allen, auch denen, die er getadelt hat. So schließt er mit Worten der Liebe. -2 Korinther 2Kor 54 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 14): Überschrift. (V. 2) Danksagung. (V. 11) Übergang (V. 14) I. Apologetischer Teil. (1,15 7,16): 1. Verteidigung des Apostels gegen die Anschuldigung der Leichtfertigung und Unbeständigkeit (1,15 2,17): der Anschuldigung der Leichtfertigkeit gegenüber weist der heil. Paulus auf seine Standhaftigkeit hin. (V. 22) Die Verleumdung wird als unbegründet erwiesen durch die Darlegung der Gründe, welche den Apostel zu einer Änderung seiner Reisepläne veranlassten. [2Kor 2,11] -Galater Gal 55 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 11): Überschrift. (V. 5) Tadel der Galater. (V. 11) I. Apologetischer Teil. (1,11 2,21): Die apostolische Gewalt und Lehre des heil. Paulus. 1. Der göttliche Ursprung der Lehre des heil. Paulus (1,11 24): Weder konnte er vor der Bekehrung seine Lehre von Menschen empfangen (V. 14), noch hat er sie nach derselben von den Aposteln erhalten. +1 Korinther 1Kor 54 1 0 I. Eingang des Briefes (1, V. 1 9): Überschrift. (V. 3) Danksagung (V. 9) II. Mahnungen des Apostels wegen einiger in Korinth herrschenden Umstände. (1,10 6,20) 1. Spaltungen sind zu meiden (1,10 4,21) A. Die in der christlichen Gemeinde zu Korinth herrschenden Verhältnisse. (V. 12) B. Verwerflichkeit der Parteizerrissenheit (1,13 3,17): 1) Die Zerreißung in Parteien ist der Beziehung der Christen zu Christus zuwider. (V. 16) 2) Die demutsvolle Predigt des heil. Paulus war kein genügender Anlass, Parteien zu bilden (1,17 3,3): a. Gründe, warum der Apostel eine einfache Predigtweise befolgt. (Kap. 2 V. 5) +1 Korinther 1Kor 54 1 1 PAULUS vocatus Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, et Sosthenes frater, Paulus, berufener Apostel Jesu Christi¹ durch den Willen Gottes,² und Sosthenes, der Bruder,³ +1 Korinther 1Kor 54 1 1 1 Der heil. Paulus betont, dass er nicht weniger unmittelbar als die anderen Apostel von Christus berufen ist. +1 Korinther 1Kor 54 1 1 2 Daher liegt ihm die Pflicht ob, das Evangelium zu verkünden. [1Kor 9,16] +1 Korinther 1Kor 54 1 1 3 Sosthenes war kein Apostel, aber ein Mitarbeiter des heil. Paulus, der jedenfalls bei den Korinthern hohes Ansehen genoss. Ob er der [Apg 18,17] Genannte (und etwa Bekehrte) ist, steht nicht fest. +1 Korinther 1Kor 54 1 2 Ecclesiæ Dei, quæ est Corinthi, sanctificatis in Christo Jesu, vocatis sanctis, cum omnibus, qui invocant nomen Domini nostri Jesu Christi, in omni loco ipsorum, et nostro. an die Gemeinde Gottes⁴ zu Korinth, die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, welche den Namen unsers Herrn Jesus Christus anrufen an jeglichem Orte,⁵ dem ihrigen wie dem unseren.⁶ +1 Korinther 1Kor 54 1 2 4 Kirche des Herrn heißt in der Septuag das auserwählte Volk. Die Schriftsteller des N. T. gebrauchen die gleiche Bezeichnung für die gesamte Christenheit oder für einzelne Gemeinden oder selbst für einen bestimmten Teil einer Gemeinde. [Röm 16,4] Auch auf den Versammlungsort wurde später dieser Name übertragen. Die Christen sind die Kirche Christi, weil Christus ihr Stifter ist, mit dem sie wie die Glieder mit dem Haupte vereint sind, und Kirche Gottes, weil sie mit dem Blute des Sohnes Gottes erworben [Apg 20,28] und zu Gott geführt werden. Endlich heißt die Kirche auch die Kirche der Heiligen, weil alle ihre Glieder durch die Taufe in Christus geheiligt, von der Welt abgesondert und Gott geweiht sind. +1 Korinther 1Kor 54 1 2 5 Achaja. Vergl. [2Kor 1,1]. +1 Korinther 1Kor 54 1 2 6 Vielleicht Korinth: deshalb der unsere, weil die dortige Gemeinde von uns gestiftet ist. +1 Korinther 1Kor 54 1 3 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade⁷ sei euch und Friede von Gott,⁸ unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!⁹ [Röm 1,7] +1 Korinther 1Kor 54 1 3 7 Eine freiwillige Gabe Gottes, die zum Heile dient. +1 Korinther 1Kor 54 1 3 8 Die Frucht der Gnade. +1 Korinther 1Kor 54 1 3 9 Christus ist einer göttlichen Natur nach zugleich mit dem Vater und dem heil. Geiste der Spender der Gnade und des Friedens, die er durch seine menschliche Natur verdient hat. +1 Korinther 1Kor 54 1 4 Gratias ago Deo meo semper pro vobis in gratia Dei, quæ data est vobis in Christo Jesu: Ich sage meinem Gott allezeit Dank um euretwillen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt ist;¹⁰ +1 Korinther 1Kor 54 1 4 10 In allen Briefen, außer demjenigen an die Galater, fügt der Apostel der Adresse eine Danksagung an. +1 Korinther 1Kor 54 1 5 Quod in omnibus divites facti estis in illo, in omni verbo, et in omni scientia: dass ihr in allem durch ihn reich geworden seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 1 5 11 In aller Erkenntnis dessen, was zum Heile dient. +1 Korinther 1Kor 54 1 6 Sicut testimonium Christi confirmatum est in vobis: Wie denn das Zeugnis von Christus unter euch befestigt worden ist;¹² +1 Korinther 1Kor 54 1 6 12 Die Korinther hatten die Predigt der Apostel durch Wunder und innere Gnaden bestätigt gesehen. +1 Korinther 1Kor 54 1 7 Ita ut nihil vobis desit in ulla gratia, exspectantibus revelationem Domini nostri Jesu Christi, so dass es euch an keiner Gnade mangelt,¹³ die ihr die Offenbarung unsers Herrn Jesus Christus erwartet,¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 1 7 13 Griech.: so dass ihr keiner anderen Kirche in einer Gnade nachsteht. +1 Korinther 1Kor 54 1 7 14 Die Wiederkunft des Herrn. Wie kann aber der Apostel gerade die, die er hier so lobt, nachher [1Kor 3,1] fleischlich nennen? Weil die heil. Schrift von dem Ganzen so zu reden pflegt, wie es einem Teile zukommt (Aug.). +1 Korinther 1Kor 54 1 8 Qui et confirmabit vos usque in finem sine crimine, in die adventus Domini nostri Jesu Christi. welcher¹⁵ euch auch bis an's Ende festigen wird, so dass ihr am Tage der Ankunft unsers Herrn Jesus Christus unsträflich sein werdet. +1 Korinther 1Kor 54 1 8 15 Gott, der getreu ist (V. 9): Ich sage meinem Gott Dank, der euch an allen Gaben reich gemacht hat und euch alle stärken wird, euch Hilfe gewährend. +1 Korinther 1Kor 54 1 9 Fidelis Deus: per quem vocati estis in societatem filii ejus Jesu Christi Domini nostri. Getreu ist Gott, durch welchen ihr zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn, berufen seid.¹⁶ [1Thess 5,24] +1 Korinther 1Kor 54 1 9 16 Da Gott getreu ist, gewährt er allen, die er beruft, alle für die Berufung erforderliche Hilfe, damit sie ohne Sünde dem Tage des Gerichtes entgegenharren. Dies gilt umso mehr, da die Berufung die Gemeinschaft mit dem Sohne Gottes zum Ziele hat. +1 Korinther 1Kor 54 1 10 Obsecro autem vos fratres per nomen Domini nostri Jesu Christi: ut idipsum dicatis omnes, et non sint in vobis schismata: sitis autem perfecti in eodem sensu, et in eadem sententia. Ich bitte aber euch,¹⁷ Brüder! bei dem Namen unsers Herrn Jesus Christus,¹⁸ dass ihr alle die nämliche Sprache führet, und keine Spaltungen unter euch seien; dass ihr vielmehr vollkommen seiet in demselben Sinne und in derselben Meinung. +1 Korinther 1Kor 54 1 10 17 Die Vereinigung mit Christus ist nur möglich, wenn die Korinther auch untereinander einig sind. Daher der Gegensatz zum Vorhergehenden: Aber. +1 Korinther 1Kor 54 1 10 18 Durch diesen Zusatz will der Apostel seiner Mahnung einen größeren Nachdruck verschaffen. +1 Korinther 1Kor 54 1 11 Significatum est enim mihi de vobis fratres mei ab iis, qui sunt Chloes, quia contentiones sunt inter vos. Es ist mir nämlich über euch, meine Brüder!¹⁹ von den Angehörigen der Chloe²⁰ bedeutet worden, dass Streitigkeiten unter euch sind. +1 Korinther 1Kor 54 1 11 19 Wie zart und schonend weiß der Apostel den Tadel vorzubringen. Vorher bereits hat er die Korinther Brüder genannt; auch hier wiederholt er diese Anrede und zeigt, dass er nicht leichthin irgendwelcher Anklage Glauben geschenkt hat. +1 Korinther 1Kor 54 1 11 20 Es ist dies eine christliche Familie in Korinth. +1 Korinther 1Kor 54 1 12 Hoc autem dico, quod unusquisque vestrum dicit: Ego quidem sum Pauli: ego autem Apollo: ego vero Cephæ: ego autem Christi. Ich meine aber dies, dass ein jeder von euch²¹ sagt: Ich bin des Paulus; ich aber des Apollo; ich hinwieder des Kephas; ich aber bin Christi.²² [Apg 18,24] +1 Korinther 1Kor 54 1 12 21 Nicht gerade allen ohne Ausnahme. Der heil. Paulus redet die ganze Gemeinde an, in welcher sicher viele waren, welche den rechten Wahlspruch hochhielten: Ich bin Christi. Indes auch diese verteidigten denselben wohl mit allzu großem Eifer, so dass sie die Würde der Diener des Herrn herabsetzten. Immerhin bleiben so nur drei Parteien übrig (Klem. Rom.), weshalb der Apostel auch nur drei ausdrücklich verwirft. Apollo hatte vielleicht einige schwierigere Punkte der christlichen Lehre berührt, welche der heil. Paulus absichtlich übergangen, und so schätzten wohl einige Vornehmere die Lehrweise des Apostels gering. Judaisierende Christen suchten zwischen dem heil. Petrus und dem heil. Paulus einen Unterschied zu finden. +1 Korinther 1Kor 54 1 12 22 Den falschen Wahlsprüchen stellt Paulus nach der Meinung einiger Erklärer den richtigen entgegen: ich bin Christi. Andere sind der Meinung, dass es sich um eine Partei handelte, welche jede apostolische Autorität verwerfend sich unmittelbar auf Christus berief. +1 Korinther 1Kor 54 1 13 Divisus est Christus? Numquid Paulus crucifixus est pro vobis? aut in nomine Pauli baptizati estis? Ist Christus geteilt?²³ Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt worden? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?²⁴ +1 Korinther 1Kor 54 1 13 23 Der heil. Apostel führt insbesondere drei Gründe für Widerlegung an: die Einheit der Kirche (V. 13 17), die gänzlich ungerechtfertigte Ursache zur Spaltung: seine einfache Lehrweise (1,18 3,4), die Einheit des Fundamentes für alle Lehrer. (3,5 17) +1 Korinther 1Kor 54 1 13 24 Zwei Gnaden sind es, welche die Zugehörigkeit zu Christus begründen, keine davon kommt Paulus zu. Das griech.: auf den Namen wird in der Vulgata mit einer scheinbaren Veränderung gegeben. Indes wird in dem nicht klassischen Latein oft in mit dem Ablat. statt des Accus. gesetzt. Im Übrigen wurde die von Christus vorgeschriebene Form angewendet. Auf den Namen Christi getauft werden bedeutet; durch die Taufe Christus geweiht und seinem geistigen Leibe eingegliedert werden. Vergl. die Apostellehre. +1 Korinther 1Kor 54 1 14 Gratias ago Deo, quod neminem vestrum baptizavi, nisi Crispum, et Cajum: Ich sage Gott Dank, dass ich niemanden von euch getauft habe, als den Krispus und Kajus; [Apg 18,8] +1 Korinther 1Kor 54 1 15 Ne quis dicat quod in nomine meo baptizati estis. damit nicht jemand sagen könne, ihr seiet auf meinen Namen getauft. +1 Korinther 1Kor 54 1 16 Baptizavi autem et Stephanæ domum: ceterum nescio si quem alium baptizaverim. Doch habe ich auch des Stephanas Haus getauft; außerdem bin ich mir nicht bewusst, einen andern getauft zu haben. +1 Korinther 1Kor 54 1 17 Non enim misit me Christus baptizare, sed evangelizare: non in sapientia verbi, ut non evacuetur crux Christi. Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden;²⁵ doch nicht mit Wortweisheit, damit das Kreuz Christi nicht seiner Kraft beraubt werde.²⁶ [2Petr 1,16, 1Kor 2,1.4] +1 Korinther 1Kor 54 1 17 25 Wenngleich Christus [Mt 28,19] den Aposteln Lehre und Taufe aufgetragen hat, bleibt die erstere doch stets ihr hauptsächliches Amt. Vergl. auch [Apg 10,48]. +1 Korinther 1Kor 54 1 17 26 Damit die göttliche Macht, welche durch die Verdienste des Gekreuzigten sich wirksam erweist, nicht etwa ihrer Kraft beraubt scheine, wenn menschliche Beredsamkeit die Bekehrung herbeigeführt zu haben scheint. +1 Korinther 1Kor 54 1 18 Verbum enim crucis pereuntibus quidem stultitia est: iis autem, qui salvi fiunt, id est nobis, Dei virtus est. Denn das Wort²⁷ vom Kreuze ist zwar denen, die verloren gehen, Torheit; denen aber, die selig werden, das ist uns, ist es Gottes Kraft.²⁸ +1 Korinther 1Kor 54 1 18 27 Die Predigt. Der heil. Paulus unterscheidet bisweilen (z. B. [2Kor 2,15]) zwei Klassen von Menschen: diejenigen, welche auf dem Wege zum Untergange sind, die Ungläubigen, und die, welche auf dem Wege zur Seligkeit sind, die Gläubigen. +1 Korinther 1Kor 54 1 18 28 Das Evangelium ist kein philosophisches Lehrgebäude, sondern erweist seine innere Kraft an den Gläubigen. +1 Korinther 1Kor 54 1 19 Scriptum est enim: Perdam sapientiam sapientium, et prudentiam prudentium reprobabo. Denn es steht geschrieben: Zu Grunde richten werde ich die Weisheit der Weisen, und die Klugheit der Klugen werde ich verwerfen.²⁹ [Jes 29,14] +1 Korinther 1Kor 54 1 19 29 Was der Prophet von seinen Zeitgenossen gesagt, ist, wie der heil. Paulus sagt, ein Vorbild auf die Zeit des Messias. Ähnlich hat der Heiland [Mt 15,7.8] die bei dem Propheten unmittelbar vorhergehenden Worte (29,13) auf die Juden seiner Zeit angewendet. Ein größeres Wunder, als jenes war, hat Gott jetzt getan und von einer größeren Gefahr befreit, indem er die Gläubigen durch den Tod seines Sohnes der ewigen Verdammnis entriss; und wie er einst die Weisheit der Ratgeber des Ezechias zu Schanden gemacht, so jetzt alle Weisheit der Menschen. +1 Korinther 1Kor 54 1 20 Ubi sapiens? ubi scriba? ubi conquisitor hujus sæculi? Nonne stultam fecit Deus sapientiam hujus mundi? Wo ist ein Weiser?³⁰ Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Forscher dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit dieser Welt³¹ zur Torheit gemacht?³² [Jes 33,18] +1 Korinther 1Kor 54 1 20 30 Wo ist ein Weiser im Apostelkolleg? Der Apostel nennt besonders zwei Klassen von Weisen: die jüdischen Schriftgelehrten und die griechischen Philosophen (Chrys., Theod., Ök., Theoph.) +1 Korinther 1Kor 54 1 20 31 Diese Welt ist im N. T. entweder die Welt bis zur Ankunft Christi [Mt 12,32, Mk 10,30, Tit 2,13] oder die Zeit des Unglaubens überhaupt, welche für viele noch andauert. [Röm 13,2, 1Kor 1,20, 1Kor 2,6.8] +1 Korinther 1Kor 54 1 20 32 Es gibt keine Torheit, welche nicht schon von irgend einem Philosophen behauptet worden wäre. +1 Korinther 1Kor 54 1 21 Nam quia in Dei sapientia non cognovit mundus per sapientiam Deum: placuit Deo per stultitiam prædicationis salvos facere credentes. Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht in seiner Weisheit erkannt, so hat es Gott gefallen, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen selig zu machen, welche glauben.³³ +1 Korinther 1Kor 54 1 21 33 Weil die Menschen dieser Welt, Griechen und Juden, durch ihre Weisheit nicht die gebührende Kenntnis Gottes erlangt haben, nach der sie ihr Leben einrichten und ihr Heil wirken sollten, vergl. [Röm 1,21], so gefiel es Gott, durch die Torheit, welche die Zusammenfassung der Predigt des Evangeliums ist, d. i. durch die Predigt vom Kreuze, nicht alle zwar, aber die selig zu machen, welche die von Gott geforderte Vorbedingung besitzen, den Glauben. +1 Korinther 1Kor 54 1 22 Quoniam et Judæi signa petunt, et Græci sapientiam quærunt: Denn die Juden fordern Wunderzeichen, und die Griechen suchen Weisheit;³⁴ +1 Korinther 1Kor 54 1 22 34 Die einen finden in der Predigt nicht das, was sie suchen, die anderen (V. 24) erkennen in ihr das an, was in derselben enthalten ist, und werden so selig. +1 Korinther 1Kor 54 1 23 Nos autem prædicamus Christum crucifixum: Judæis quidem scandalum, gentibus autem stultitiam, wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Anstoß,³⁵ den Heiden aber eine Torheit,³⁶ +1 Korinther 1Kor 54 1 23 35 Die Juden fordern, wie einst dem Herrn gegenüber [Joh 6,30], eine Reihe von Offenbarungen der göttlichen Allmacht, wie einst die Übergabe des Gesetzes von zahlreichen Wundern begleitet war. +1 Korinther 1Kor 54 1 23 36 Beide suchen, auf eigene Kraft vertrauend, eine Lehre, die ihren Wünschen entspricht. Doch statt der Wunder wird den Juden ein am Kreuze leidender Erlöser dargeboten, statt menschlicher Weisheit den Heiden ein Retter, der am Kreuze stirbt, ein Gerechter, der sich freiwillig dem schimpflichen Tode preisgibt (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 1 24 Ipsis autem vocatis Judæis, atque Græcis Christum Dei virtutem, et Dei sapientiam: den Berufenen³⁷ dagegen, Juden sowohl als Griechen, Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit;³⁸ +1 Korinther 1Kor 54 1 24 37 Die Berufenen sind dieselben, welche V. 21 die Glaubenden, V. 18 diejenigen heißen, welche selig werden. +1 Korinther 1Kor 54 1 24 38 Gottes Kraft gibt sich in den Wundern und Taten des Herrn und der alles neu gestaltenden Predigt der Apostel kund. +1 Korinther 1Kor 54 1 25 Quia quod stultum est Dei, sapientius est hominibus: et quod infirmum est Dei, fortius est hominibus. weil das Törichte, das von Gott kommt, die Weisheit der Menschen übertrifft; und das Schwache, das von Gott kommt, mehr vermag, als die Menschen. +1 Korinther 1Kor 54 1 26 Videte enim vocationem vestram fratres, quia non multi sapientes secundum carnem, non multi potentes, non multi nobiles: Denn sehet eure Berufung an, Brüder!³⁹ es sind nicht viele Weise nach dem Fleische, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, +1 Korinther 1Kor 54 1 26 39 Der Apostel wendet sich an die Gläubigen. In drei kurzen Sätzen nimmt er alles aus, was die Menschen hochzuschätzen pflegen. Diese Güter helfen dem Menschen nicht zur Erreichung seines Zieles. +1 Korinther 1Kor 54 1 27 Sed quæ stulta sunt mundi elegit Deus, ut confundat sapientes: et infirma mundi elegit Deus, ut confundat fortia: sondern was⁴⁰ vor der Welt töricht ist, hat Gott auserwählt, um die Weisen zu beschämen; und das vor der Welt Schwache hat Gott auserwählt, um das Starke zu Schanden zu machen; +1 Korinther 1Kor 54 1 27 40 Das Neutrum steht für die ganze Klasse von Personen, ohne Rücksicht auf die einzelnen Glieder. Die Törichten sind hier die Ungebildeten, diejenigen, welche kein Ansehen haben. +1 Korinther 1Kor 54 1 28 Et ignobilia mundi, et contemptibilia elegit Deus, et ea, quæ non sunt, ut ea quæ sunt destrueret: und das vor der Welt Unangesehene, und das Verachtete, und das, was nichts ist, hat Gott auserwählt, um das, was etwas ist, zunichte zu machen, +1 Korinther 1Kor 54 1 29 Ut non glorietur omnis caro in conspectu ejus. damit kein Mensch sich vor ihm rühme.⁴¹ +1 Korinther 1Kor 54 1 29 41 Das letzte Ziel Gottes ist, dass alle erkennen, dass das Heil nicht natürlichen Gaben zu verdanken ist. +1 Korinther 1Kor 54 1 30 Ex ipso autem vos estis in Christo Jesu, qui factus est nobis sapientia a Deo, et justitia, et sanctificatio, et redemptio: Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, welcher uns zur Weisheit von Gott geworden ist, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung,⁴² [Jer 23,5] +1 Korinther 1Kor 54 1 30 42 Christus wurde von Gott bestimmt, unser göttlicher Lehrer, Rechtfertiger [Röm 3,24.25], Heiligmacher und Erlöser von allem Übel zu werden. +1 Korinther 1Kor 54 1 31 Ut quemadmodum scriptum est: Qui gloriatur, in Domino glorietur. damit, wie geschrieben steht, wer sich rühmt, sich im Herrn rühme.⁴³ [2Kor 10,17] +1 Korinther 1Kor 54 1 31 43 Diese Worte finden sich zwar nicht genau so in der heil. Schrift, sind aber eine Folgerung aus [Jer 9,23.24]. Der Mensch kann sich einzig rühmen, dass er Gott, der seine Barmherzigkeit und Gerechtigkeit offenbart, erkennt. Eine solche Erkenntnis aber verleiht nicht die Natur, sondern Gott selbst. +1 Korinther 1Kor 54 2 0 Der Apostel hat mit Recht eine demutsvolle Predigtweise gewählt. (V. 5) b. Warum hat der heil. Paulus nicht höhere Lehren gewählt? (2,6 3,3) Wenngleich im Evangelium hohe Geheimnisse enthalten sind (V. 12), sind diese doch nur den Vollkommenen zu verkünden. +1 Korinther 1Kor 54 2 1 Et ego, cum venissem ad vos, fratres, veni non in sublimitate sermonis, aut sapientiæ, annuntians vobis testimonium Christi. Auch ich, als ich zu euch kam, Brüder! trat nicht in erhabener Rede oder Weisheit auf,¹ euch das Zeugnis von Christus verkündend; +1 Korinther 1Kor 54 2 1 1 So forderte dies mein Amt. +1 Korinther 1Kor 54 2 2 Non enim judicavi me scire aliquid inter vos, nisi Jesum Christum, et hunc crucifixum. denn ich nahm mir vor, nichts unter euch zu wissen, als Jesus Christus, und diesen als Gekreuzigten. [1Kor 1,17] +1 Korinther 1Kor 54 2 3 Et ego in infirmitate, et timore, et tremore multo fui apud vos: Und ich war in Schwachheit und Furchtsamkeit und vielem Zagen bei euch,² +1 Korinther 1Kor 54 2 3 2 Über die damalige Stimmung des heil. Paulus siehe [Apg 18,9]. Die Ursache derselben war vielleicht der geringe Erfolg seiner Mühen. [Apg 17,33] Über die Schwachheit siehe [2Kor 10,10, 2Kor 11,6, 2Kor 12,10]. Furcht und Zittern entsprangen den Verfolgungen (Chrys., Theodos.). Die Wiederholung der Worte: zu euch, unter euch zeigt, dass der Apostel in Korinth, das auf Reichtum und Weisheit stolz war, durch besondere Fügung der göttlichen Vorsehung zeigte, dass das Evangelium nicht menschlicher Mittel zu seiner Ausbreitung bedarf. +1 Korinther 1Kor 54 2 4 Et sermo meus, et prædicatio mea non in persuasibilibus humanæ sapientiæ verbis, sed in ostensione spiritus, et virtutis: und meine Rede³ und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung von Geist und Kraft;⁴ +1 Korinther 1Kor 54 2 4 3 Meine Privatgespräche (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 2 4 4 Der Heil. Geist erleuchtete den heil. Paulus und stimmte die Herzen seiner Zuhörer günstig. +1 Korinther 1Kor 54 2 5 Ut fides vestra non sit in sapientia hominum, sed in virtute Dei. damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit,⁵ sondern auf Gottes Kraft beruhe. +1 Korinther 1Kor 54 2 5 5 Menschenweisheit kann irren und täuschen, nicht so Gottes Gnade, die aus seiner Kraft entspringt. +1 Korinther 1Kor 54 2 6 Sapientiam autem loquimur inter perfectos: sapientiam vero non hujus sæculi, neque principum hujus sæculi, qui destruuntur: Freilich reden wir Weisheit unter den Vollkommenen;⁶ nicht jedoch Weisheit dieser Welt,⁷ noch der Fürsten dieser Welt,⁸ welche abgetan werden, +1 Korinther 1Kor 54 2 6 6 Die Korinther schätzten den heil. Paulus wohl gering, weil er weder eine so kunstvolle Form der Predigt anwendete, wie Apollo, noch so erhabene Wahrheiten vortrug, wie dieser. Paulus unterscheidet zwei Klassen von Gläubigen: die Anfänger, welche noch fleischlich sind [1Kor 2,14, 1Kor 3,1] und der Milch bedürfen [1Kor 3,2], und die Vollkommenen, welche bereits im Stande sind, feste Speise zu genießen. [1Kor 2,13, 1Kor 3,2] So gibt es auch eine doppelte christliche Weisheit: jene, welche der heil. Paulus oben Torheit genannt und der menschlichen Weisheit entgegengestellt hat, und eine andere, welche nur den in Geist und Willen Fortgeschrittenen zukommt, die Lehren, welche sich bis auf die verborgenen Geheimnisse der Gottheit erstrecken (Thom.). Welche Lehren der ersten Klasse von Gläubigen zugehören, siehe [Hebr 5,116,3]. Die Klasse der Vollkommenen wird in die Kenntnis der Vorbilder eingeführt. Vergl. [1Kor 14,20]. +1 Korinther 1Kor 54 2 6 7 Weisheit, welche von dieser Welt ausgeht, diese Welt betrifft, aus ihr ihre Beweise hernimmt. +1 Korinther 1Kor 54 2 6 8 Seien es heidnische Philosophen oder jüdische Schriftgelehrte, heidnische Könige oder jüdische Priester (Chrys.), oder vor allem böse Geister; was von vergänglichen Wesen ausgeht und abhängt, muss auch selbst einst ein Ende nehmen. +1 Korinther 1Kor 54 2 7 Sed loquimur Dei sapientiam in mysterio, quæ abscondita est, quam prædestinavit Deus ante sæcula in gloriam nostram, sondern wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis,⁹ die verborgen ist, welche Gott vor Beginn der Welt zu unserer Herrlichkeit bestimmt hat,¹⁰ +1 Korinther 1Kor 54 2 7 9 Etwas, was nicht durch natürliche Kraft erlangt werden kann, sondern nur durch göttliche Offenbarung erschlossen wird. +1 Korinther 1Kor 54 2 7 10 Ein Geheimnis, das zu aller Zeit verborgen bliebe, wenn Gott es nicht offenbaren und damit den Gläubigen zur ewigen Herrlichkeit verhelfen würde. +1 Korinther 1Kor 54 2 8 Quam nemo principum hujus sæculi cognovit: si enim cognovissent, numquam Dominum gloriæ crucifixissent. die keiner von den Fürsten dieser Welt erkannt hat; denn hätten sie diese erkannt, nie würden sie den Herrn der Herrlichkeit gekreuziget haben.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 2 8 11 Ihre Unkenntnis war indes schuldvoll. [Apg 3,17] +1 Korinther 1Kor 54 2 9 Sed sicut scriptum est: Quod oculus non vidit, nec auris audivit, nec in cor hominis ascendit, quæ præparavit Deus iis, qui diligunt illum: Sondern wie geschrieben steht:¹² Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben;¹³ +1 Korinther 1Kor 54 2 9 12 [Jes 64,4] mit einer kleinen Änderung. +1 Korinther 1Kor 54 2 9 13 Die Güter der Ewigkeit, welche hier mit Glaube und Liebe grundgelegt werden. +1 Korinther 1Kor 54 2 10 Nobis autem revelavit Deus per Spiritum suum: Spiritus enim omnia scrutatur, etiam profunda Dei. uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist;¹⁴ denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen der Gottheit.¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 2 10 14 Den Beweis gibt der Apostel in den folgenden Versen: der Geist Gottes besitzt alle Weisheit. (V. 10, 11) Dieser Geist ist den Aposteln verliehen, damit sie die göttlichen Gaben erkennen (V. 12) also. +1 Korinther 1Kor 54 2 10 15 Nicht wie einer, der Unbekanntes sucht, sondern wie einer, der nichts übrig lässt, was ihm verborgen bliebe (Aug.). Vergl. [Röm 8,27]. Aus diesem Verse wird auch die Gottheit des Heil. Geistes erwiesen. Es wird ihm als einer vom Vater unterschiedenen Person göttliche Weisheit zugeschrieben, und zwar so, dass er die Tiefen der Gottheit aus sich erkennt. +1 Korinther 1Kor 54 2 11 Quis enim hominum scit quæ sunt hominis, nisi spiritus hominis, qui in ipso est? ita et quæ Dei sunt, nemo cognovit, nisi Spiritus Dei. Denn welcher Mensch weiß, was des Menschen ist, als der Geist des Menschen, der in ihm selbst ist? So erkennt auch das, was Gottes ist, niemand, als der Geist Gottes.¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 2 11 16 Wie der menschliche Geist, mit dem Menschen seinem Wesen nach vereint, allein das, was im Menschen vorgeht, erkennt, so durchdringt der Heil. Geist, mit Vater und Sohn wesensgleich, die Tiefen der Gottheit. Hiermit wird eine gleiche Kenntnis den anderen beiden göttlichen Personen nicht abgesprochen, sonst wären Stellen wie [Mt 11,27, Lk 10,22] gleichfalls ausschließend aufzufassen. Im Gegenteile hat der Apostel bereits V. 10 gesagt, dass der Vater die Weisheit durch den Geist offenbart, sie also besitzt. +1 Korinther 1Kor 54 2 12 Nos autem non spiritum hujus mundi accepimus, sed Spiritum, qui ex Deo est, ut sciamus quæ a Deo donata sunt nobis: Wir¹⁷ aber haben nicht den Geist dieser Welt¹⁸ empfangen, sondern den Geist, welcher aus Gott ist,¹⁹ damit wir wissen, was uns von Gott verliehen worden ist.²⁰ +1 Korinther 1Kor 54 2 12 17 Die Apostel. +1 Korinther 1Kor 54 2 12 18 Den Geist des Bösen. +1 Korinther 1Kor 54 2 12 19 Der vom Vater und Sohn ausgeht und mit ihnen Gott ist. +1 Korinther 1Kor 54 2 12 20 Die Dinge, von denen V. 9 handelt. +1 Korinther 1Kor 54 2 13 Quæ et loquimur non in doctis humanæ sapientiæ verbis, sed in doctrina Spiritus, spiritualibus spiritualia comparantes. Und dieses²¹ reden wir auch, nicht in erlernten Worten menschlicher Weisheit, sondern wie der Geist lehrt, indem wir Geistiges durch Geistiges erläutern.²² +1 Korinther 1Kor 54 2 13 21 Die Geheimnisse des Heiles. +1 Korinther 1Kor 54 2 13 22 Die vom Heil. Geist überlieferten Lehren legen wir in Worten und mit Gründen dar, welche derselbe Heil. Geist eingibt. +1 Korinther 1Kor 54 2 14 Animalis autem homo non percipit ea, quæ sunt Spiritus Dei: stultitia enim est illi, et non potest intelligere: quia spiritualiter examinatur. Der sinnliche Mensch aber nimmt das nicht auf, was des Geistes Gottes ist;²³ denn ihm ist es Torheit, und er vermag es nicht zu verstehen, weil es geistig beurteilt werden muss.²⁴ +1 Korinther 1Kor 54 2 14 23 Der sinnliche Mensch hält die Offenbarung Gottes an die Apostel für töricht und weist sie ohne Prüfung zurück, weil er dieselbe nicht versteht. So wenig die Sinne geistige Dinge, so wenig vermag der Geist göttliche Dinge aus eigener Kraft voll und ganz zu erfassen. +1 Korinther 1Kor 54 2 14 24 Geistige Dinge und Dinge niedriger Ordnung. +1 Korinther 1Kor 54 2 15 Spiritualis autem judicat omnia: et ipse a nemine judicatur. Der Geistige aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemanden²⁵ beurteilt. +1 Korinther 1Kor 54 2 15 25 Von niemanden, der nicht geistig ist, also nur von geistigen Menschen. +1 Korinther 1Kor 54 2 16 Quis enim cognovit sensum Domini, qui instruat eum? Nos autem sensum Christi habemus. Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn unterweise?²⁶ Wir aber haben den Sinn Christi. [Jes 40,13, Weish 9,13, Röm 11,34] +1 Korinther 1Kor 54 2 16 26 Die Worte sind aus [Jes 40,13, Jes 5,54] nach der Septuag, mit Weglassung einiger Mittelglieder, genommen. Des Herrn Sinn ist die Weisheit Gottes. Kann niemand den Sinn Gottes sehen, so kann er denselben noch viel weniger belehren und zurechtweisen. Nun aber haben wir Geistige den Sinn der Weisheit Christi (Gottes), also können die Geistigen von niemanden, der nicht geistig ist, beurteilt werden. +1 Korinther 1Kor 54 3 0 Den Korinthern als fleischlichen Menschen konnten jene höheren Geheimnisse des Evangeliums nicht verkündet werden. (V. 3) c. Die Parteizerrissenheit der Korinther ist unverständig. (V. 17) C. Praktische Folgerungen aus der vorgetragenen Lehre (3,18 4,13): a. die Gläubigen sollen sich hüten, einen Lehrer am anderen vorzuziehen. +1 Korinther 1Kor 54 3 1 Et ego, fratres, non potui vobis loqui quasi spiritualibus, sed quasi carnalibus. Tamquam parvulis in Christo, Auch ich,¹ Brüder! konnte nicht zu euch reden als zu Geistigen, sondern als zu Fleischlichen. Als Unmündigen in Christus² +1 Korinther 1Kor 54 3 1 1 Als Geistiger. +1 Korinther 1Kor 54 3 1 2 Diese Worte gehören nach dem griechischen Texte zu dem Vorhergehenden. +1 Korinther 1Kor 54 3 2 Lac vobis potum dedi, non escam: nondum enim poteratis: sed nec nunc quidem potestis: adhuc enim carnales estis. gab ich euch Milch zu trinken, nicht feste Speise,³ denn noch waret ihr nicht stark genug; ja, auch jetzt seid ihr es noch nicht, denn noch seid ihr fleischlich. +1 Korinther 1Kor 54 3 2 3 Sind auch andere Speisen als Milch an sich besser, würden dieselben doch schaden. +1 Korinther 1Kor 54 3 3 Cum enim sit inter vos zelus, et contentio: nonne carnales estis, et secundum hominem ambulatis? Denn da unter euch Eifersucht herrscht und Streit,⁴ seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise?⁵ +1 Korinther 1Kor 54 3 3 4 Wenngleich getauft und Christi Glieder geworden, hatten die Korinther dennoch nicht alle verkehrten Gemütsneigungen abgelegt, sondern es war etwas von dem Fleische, der Herrschaft des niederen Teiles, in ihnen zurückgeblieben. In diesen Worten liegt ein gewisser Tadel, doch ist derselbe nicht so scharf, wie der [Hebr 5,11] erteilte. Die korinthische Kirche war etwa 5 oder 6 Jahre, ehe dieser Brief geschrieben ward, gegründet, die Kirche der Hebräer bestand bereits seit mehr als 30 Jahren; die Hebräer waren vom Wege der Vollkommenheit abgewichen [Hebr 5,14], die Korinther hatten denselben noch nicht betreten. +1 Korinther 1Kor 54 3 3 5 Fleischlich. +1 Korinther 1Kor 54 3 4 Cum enim quis dicat: Ego quidem sum Pauli. Alius autem: Ego Apollo: nonne homines estis? Quid igitur est Apollo? quid vero Paulus? Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus; der andere aber: Ich des Apollo, seid ihr da nicht Menschen? Was ist denn Apollo? oder was Paulus? +1 Korinther 1Kor 54 3 5 Ministri ejus, cui credidistis, et unicuique sicut Dominus dedit. Diener dessen, an den ihr gläubig geworden seid, und jeglicher so, wie es der Herr ihm gegeben hat.⁶ +1 Korinther 1Kor 54 3 5 6 Sie sind nicht Herren des Glaubens, den sie predigen, euer Glaube beruht einzig auf dem Ansehen des Herrn, also sind sie ihrem Amte nach gleich. Hat also auch Paulus den Glauben verkündet, Apollo ihn gestärkt, so ist doch alle Würde und Wirksamkeit der Diener des Evangeliums von Gott. Nach dem Griech. noch kräftiger: ein jeder nach dem Maße, wie es ihm der Herr verliehen hat. +1 Korinther 1Kor 54 3 6 Ego plantavi, Apollo rigavit: sed Deus incrementum dedit. Ich habe gepflanzt, Apollo hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. +1 Korinther 1Kor 54 3 7 Itaque neque qui plantat est aliquid, neque qui rigat: sed, qui incrementum dat, Deus. Daher ist weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern der das Gedeihen gibt, Gott.⁷ +1 Korinther 1Kor 54 3 7 7 Die Christen sind gleichsam ein Feld, in welches Paulus den Samen des Glaubens gestreut hat. Apollo hatte die jungen Pflänzchen begossen. Vergl. [Apg 18,27]. Aber der, welcher sät, und der, welcher bewässert, schaffen nur die äußeren Bedingungen, damit die Pflanze wachse, geben ihr indes nicht die innere Lebenskraft; so können auch die Verkünder des Evangeliums nur eine äußere Bedingung erfüllen, den Glauben aber gibt Gott. Hieraus zieht der Apostel zwei Folgerungen: die eine über das Verhältnis der Verkünder des Evangeliums zu Gott (V. 7), die andere über das Verhältnis derselben zueinander (V. 8). +1 Korinther 1Kor 54 3 8 Qui autem plantat, et qui rigat, unum sunt. Unusquisque autem propriam mercedem accipiet secundum suum laborem. Der da pflanzt, und der begießt, sind eines;⁸ ein jeder aber wird seinen Lohn je nach seiner Arbeit⁹ empfangen.¹⁰ [Mt 20,4.8] +1 Korinther 1Kor 54 3 8 8 Eines im Amte. Sie sind Diener eines und desselben Gottes, also mögen ihre Dienstverrichtungen verschieden sein, ist es töricht, Spaltungen hervorzurufen. +1 Korinther 1Kor 54 3 8 9 Nicht nach seinem Amte. Das Amt gibt kein Recht auf Lohn, da der Erfolg nicht von den Arbeitern abhängt, das Maß des Lohnes ist die Arbeit. +1 Korinther 1Kor 54 3 8 10 Wenn die Arbeiter einen ihnen gebührenden Lohn empfangen, und zwar nach der Arbeit verschieden, so ist also die Arbeit die Ursache des Lohnes und verdienstvoll. +1 Korinther 1Kor 54 3 9 Dei enim sumus adjutores: Dei agricultura estis, Dei ædificatio estis. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter,¹¹ ihr seid Gottes Ackerfeld, seid Gottes¹² Bau. +1 Korinther 1Kor 54 3 9 11 Freie Arbeiter, die ein recht auf Lohn haben, anders als der unfreie Knecht. +1 Korinther 1Kor 54 3 9 12 Die dreifache Wiederholung des Wortes Gottes weist wieder auf das V. 8 bereits gesagte hin, dass eine Verschiedenheit der Diener nur von Gott selbst gesetzt ist. +1 Korinther 1Kor 54 3 10 Secundum gratiam Dei, quæ data est mihi, ut sapiens architectus fundamentum posui: alius autem superædificat. Unusquisque autem videat quomodo superædificet. Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich wie ein weiser Baumeister den Grund gelegt,¹³ ein anderer aber baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baue.¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 3 10 13 Außer Paulus, der den Grund gelegt, waren drei Klassen von Arbeitern tätig: die einen mit guten Steinen, so dass ihr Teil dem Feuer widersteht; die zweiten mit schlechtem Material, welches vom Feuer vernichtet wird, während die Arbeiter gestraft werden, aber nicht der Seligkeit verlustig gehen, da sie das Fundament nicht verletzt oder gearbeitet haben (V. 12 15); die letzten endlich bauen nicht sowohl als sie zerstören, weshalb sie schwere Strafen verdienen. (V. 16, 17) +1 Korinther 1Kor 54 3 10 14 Der ganze Bau hängt vom Fundamente ab. Wie, mit welchem Stoffe. +1 Korinther 1Kor 54 3 11 Fundamentum enim aliud nemo potest ponere præter id, quod positum est, quod est Christus Jesus. Denn einen andern Grund kann niemand legen, als den, welcher gelegt ist, welcher ist Christus Jesus.¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 3 11 15 Jesus Christus, von den Aposteln verkündet und von den Korinthern geglaubt, ist das Fundament, oder: die Lehre, dass Jesus, der Messias ist. +1 Korinther 1Kor 54 3 12 Si quis autem superædificat super fundamentum hoc aurum, argentum, lapides pretiosos, ligna, fnum, stipulam, Wenn aber jemand auf diesen Grund¹⁶ aufbaut Gold, Silber, Edelsteine, Holz,¹⁷ Heu, Stoppeln, +1 Korinther 1Kor 54 3 12 16 Wenn jemand auf das gleiche Fundament, aber seinen Teil, aufbaut. +1 Korinther 1Kor 54 3 12 17 Zwei Arten von Lehren werden geschildert: Holz usw., unnütze, wenn auch nicht falsche Lehren. Vielleicht die über das Vorrecht der Juden, durch welche die judaisierenden Lehrer sich den Weg zur Verkündigung von Irrtümern bereiteten. Vergl. [2Kor 11,21ff]. Es ist wohl die dritte der obengenannten Parteien gemeint, jene, welche sich auf den heil. Petrus berief. +1 Korinther 1Kor 54 3 13 Uniuscujusque opus manifestum erit: Dies enim Domini declarabit, quia in igne revelabitur: et uniuscujusque opus quale sit, ignis probabit. so wird eines jeden Werk offenbar werden; denn der Tag des Herrn¹⁸ wird es kundmachen, weil es im Feuer offenbar werden wird, und wie das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.¹⁹ +1 Korinther 1Kor 54 3 13 18 Der heil. Paulus spricht oft so von dem Tage des Gerichtes, als ob er und seine Zeitgenossen denselben noch erleben könnten. Es fehlte ihm die Offenbarung über den Zeitpunkt desselben. +1 Korinther 1Kor 54 3 13 19 Das Haus ist die Kirche von Korinth. Der Lohn der Lehrer ist ein besonderer, wie er dem Gebäude und dem Material entspricht. +1 Korinther 1Kor 54 3 14 Si cujus opus manserit quod superædificavit, mercedem accipiet. Wenn jemandes Werk, welches er aufgebaut hat, besteht, so wird er Lohn empfangen. +1 Korinther 1Kor 54 3 15 Si cujus opus arserit, detrimentum patietur: ipse autem salvus erit: sic tamen quasi per ignem. Wenn jemandes Werk verbrennt, so wird er Schaden leiden;²⁰ er selbst aber wird selig werden, so jedoch wie durch Feuer.²¹ +1 Korinther 1Kor 54 3 15 20 Er wird den außerordentlichen Lohn verlieren. Er hat einige Aspekte erregt, aber nicht zur Tugend geführt, die Aufmerksamkeit gefesselt, aber das Herz nicht wirksam geleitet. +1 Korinther 1Kor 54 3 15 21 Er hat gegen den Willen seines Herrn minder gutes Material gebraucht, deshalb verzehrt das Feuer den von ihm gebauten Teil, er selbst aber muss durch dasselbe leiden. Der Zusatz wie (durch Feuer) stellt die Wirklichkeit des Feuers nicht in Abrede, so wenig wie es [Joh 1,14] eine Abschwächung ist. Die entsprechende hebräische Partikel (Ke) bezeichnet vielmehr die vollkommene Einheit, oder: wie jemand, der durch Feuer hindurchgeht. Das Feuer, von dem der Apostel hier spricht, kann nicht das Feuer der Trübsale auf der Welt sein; denn er redet von einem Feuer, das am Gerichtstage, also nach dieser Zeit des Lebens brennt (V. 13). Es kann auch nicht die bloße Prüfung des Richters bedeuten; denn es prüft nicht nur, sondern macht auch brennen, so dass der Brennende leidet (V. 15). Es kann ebenso wenig das Feuer der Hölle sein; denn der in dem hier genannten Feuer Brennende wird, nachdem der Schaden gelitten, selig. (V. 15) Es kann einzig und allein das Feuer nach dem Tode im Reinigungsorte, Fegefeuer genannt, sein, welches noch in der Zeit zur Läuterung der nicht ganz reinen, abgeschiedenen Seelen brennt, bis es mit dem allgemeinen Gerichte und dem allgemeinen Weltbrande [2Petr 3,10-13] endet. In Übereinstimmung hiermit erklären die heil. Väter die obige Stelle, und wir haben sogar eine unfehlbare Erklärung derselben im gegebenen Sinne von dem Kirchenrate zu Florenz (letzte Sitzung). +1 Korinther 1Kor 54 3 16 Nescitis quia templum Dei estis, et Spiritus Dei habitat in vobis? Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnt?²² +1 Korinther 1Kor 54 3 16 22 Der Apostel ruft eine bereits dargelegte Wahrheit in das Gedächtnis zurück. Die Korinther konnten sich wundern, dass Lehrer, welche sie hochschätzten, einzig wegen unnützer Lehren schwere Strafen leiden sollten, ehe sie selig würden. +1 Korinther 1Kor 54 3 17 Si quis autem templum Dei violaverit, disperdet illum Deus. Templum enim Dei sanctum est, quod estis vos. Wenn aber jemand den Tempel Gottes²³ versehrt, so wird ihn Gott verderben;²⁴ denn der Tempel Gottes ist heilig, das seid ihr. [1Kor 6,9] +1 Korinther 1Kor 54 3 17 23 Mit Recht leiten viele Väter die Gottheit des Heil. Geistes aus dieser Stelle her. (Athan., Basil., Greg. v. Naz., Aug.) +1 Korinther 1Kor 54 3 17 24 Im Griech. wird beide Male dasselbe Wort gebraucht. Die Vulg. nimmt durch die Verschiedenheit des Ausdruckes auf die Verschiedenartigkeit der Sache, welche die Handlung trifft, Rücksicht. Der heil. Paulus droht gleichsam die Strafe der Wiedervergeltung an. Dennoch ist ein Unterschied zwischen dem versehren und verderben. Durch falsche Lehren wird die Kirche nicht erbaut, sondern zerstört. Wie die Arbeit dieser Arbeiter, so ist ihr Ende dem der vorhergehenden Werkleute entgegengesetzt: sie werden auf ewig verdammt. Jede Verletzung eines Tempels Gottes ist eine Heiligtumsschändung, nun aber ist die korinthische Gemeinde ein solcher. +1 Korinther 1Kor 54 3 18 Nemo se seducat: si quis videtur inter vos sapiens esse in hoc sæculo, stultus fiat ut sit sapiens. Niemand betrüge sich selbst!²⁵ Wenn jemand unter euch als ein Weiser in dieser Welt gilt, der werde ein Tor, auf dass er ein Weiser werde.²⁶ +1 Korinther 1Kor 54 3 18 25 Niemand betrüge sich selbst absichtlich, indem er meint, dass diese Dinge anders seien, als ich gesagt habe (Theoph.), und er über Kephas und Apollo und Paulus urteilen könne. Dies ist keine wahre Weisheit. Wahre Weisheit gewinnt man nur, wenn man vor der Welt ein Tor wird, jene aber wollen vor derselben wegen der Vorzüge ihres Lehrers für weise gelten. +1 Korinther 1Kor 54 3 18 26 Griech.: Wenn jemand sich unter euch für weise hält, werde er töricht in dieser Welt (Chrys., Dam., Ök.). +1 Korinther 1Kor 54 3 19 Sapientia enim hujus mundi, stultitia est apud Deum. Scriptum est enim: Comprehendam sapientes in astutia eorum. Denn die Weisheit dieser Welt²⁷ ist Torheit vor Gott.²⁸ Denn es steht geschrieben: Ich werde die Weisen fangen in ihrer Schlauheit.²⁹ [Ijob 5,13] +1 Korinther 1Kor 54 3 19 27 Die nicht vom Heil. Geiste erleuchtete Weisheit. +1 Korinther 1Kor 54 3 19 28 Sie wird durch Gottes unfehlbares Urteil als Torheit erklärt und überführt. +1 Korinther 1Kor 54 3 19 29 Ein Beispiel hierfür sind die Söhne Jakobs, welche ihren Bruder Joseph verkauften, damit er die ihm verheißene Würde nicht erlangte, und die ihm gerade dadurch den Zugang zu derselben öffneten (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 3 20 Et iterum: Dominus novit cogitationes sapientium quoniam vanæ sunt. Und wiederum: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind. [Ps 93,11] +1 Korinther 1Kor 54 3 21 Nemo itaque glorietur in hominibus. Darum rühme sich niemand der Menschen.³⁰ +1 Korinther 1Kor 54 3 21 30 Die wahre Weisheit gestattet nicht, dass die Korinther einen Lehrer vorziehen und sich seiner rühmen. Alle Lehrer sind Verkünder des Evangeliums, Diener dessen, durch den sie gläubig geworden (V. 5), zur Ehre der Gläubigen gesendet. +1 Korinther 1Kor 54 3 22 Omnia enim vestra sunt, sive Paulus, sive Apollo, sive Cephas, sive mundus, sive vita, sive mors, sive præsentia, sive futura: omnia enim vestra sunt: Denn alles ist euer;³¹ sei es Paulus oder Apollo oder Kephas,³² oder Welt oder Leben oder Tod, oder Gegenwart oder Zukunft; denn alles ist euer; +1 Korinther 1Kor 54 3 22 31 Die Korinther sahen sich gleichsam als Eigentum der Lehrer an. Der Apostel zeigt, dass die Wahrheit eine entgegengesetzte ist: die Lehrer sind wegen der Gläubigen da. Niemand aber rühmt sich dessen, der seinetwegen da ist. +1 Korinther 1Kor 54 3 22 32 Alle sind Diener Christi und durch Christus eure Diener [2Kor 4,5]. Ja, alles ist zum Nutzen der Gläubigen bestimmt: die ganze sichtbare Welt, das leben, die Zeit des Verdienstes, der Tod, die Tür zum ewigen Lohne, die in dieser Zeitlichkeit verliehenen, die dem anderen Leben vorbehaltenen Güter, alles ohne Ausnahme. +1 Korinther 1Kor 54 3 23 Vos autem Christi: Christus autem Dei. ihr aber seid Christi, Christus aber Gottes.³³ +1 Korinther 1Kor 54 3 23 33 So dürfen die Gläubigen sich vielleicht ihrer selbst rühmen? Nein, sondern alles ist dem zuzuschreiben, von dem und durch den alles ist und sie selbst, unserm Schöpfer [Joh 1,3] und Erlöser. Seiner göttlichen und menschlichen Natur mögen wir uns rühmen. (Chrys.) +1 Korinther 1Kor 54 4 0 Die Gläubigen sollen ihre Lehrer nicht richten. (V. 6) b. Die Lehrer müssen sich der Demut befleißigen (V. 8), indem sie auf die Apostel schauen. (V. 13) D. Schluss dieser Abteilung +1 Korinther 1Kor 54 4 1 Sic nos existimet homo ut ministros Christi: et dispensatores mysteriorum Dei. Also sehe uns jedermann an als Diener Christi, und Verwalter der Geheimnisse Gottes.¹ +1 Korinther 1Kor 54 4 1 1 Dies ist als Richtschnur bei dem Urteile über sie festzuhalten. Ein Verwalter ist nur seinem Herrn über die Verwaltung der anvertrauten Güter Rechenschaft schuldig, sonst niemanden. Die Apostel sind Verwalter der Geheimnisse Gottes, weil es ihr Amt ist, die ihnen von Gott geoffenbarten Lehren anderen mitzuteilen. Da nun Christus seiner Kirche nicht nur die Glaubenslehren, sondern auch die Sakramente des Mittel des Heiles hinterlassen, und derselben alles, was er auf die Erde gebracht, Wahrheit und Gnade [Joh 1,17], anvertraut hat, da er endlich den Aposteln und ihren Nachfolgern die volle und ganze Gewalt über die Kirche übertragen hat, so kommt den Aposteln, welche die Lehren des Glaubens nach Zeit und Maß zu spenden haben, wie es ihnen gut scheint, ein ähnliches Recht betreffs der Sakramente zu. Nach dem Konzil zu Trient (Sitz 21 Kap. 2) hat der Apostel mit diesen Worten nicht undeutlich zu erkennen gegeben, dass die Kirche die Gewalt hat, in der Verwaltung der Sakramente, ausschließlich der Wesenheit, dasjenige zu bestimmen oder zu ändern, was sie für mehr ersprießlich erachtet. +1 Korinther 1Kor 54 4 2 Hic jam quæritur inter dispensatores ut fidelis quis inveniatur. Hier² wird nun von den Verwaltern gefordert, dass ein jeder treu erfunden werde. +1 Korinther 1Kor 54 4 2 2 Da wir Diener und Verwalter sind, muss uns das eigen sein, was von allen Verwaltern gefordert wird: Treue. Ob aber die Apostel treu sind, darüber kann kein Mensch urteilen, da selbst der heil. Paulus nicht über sich selbst unfehlbar urteilt. +1 Korinther 1Kor 54 4 3 Mihi autem pro minimo est ut a vobis judicer, aut ab humano die: sed neque meipsum judico. Mir aber gilt es als etwas sehr Geringes, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstage³ gerichtet werde;⁴ allein auch ich richte mich selbst nicht. +1 Korinther 1Kor 54 4 3 3 Der Gerichtstag steht bildlich für den richtenden Menschen. +1 Korinther 1Kor 54 4 3 4 Nach dem Griech. ist der Sinn: ob ich von euch einem anderen vor- oder nachgesetzt werde. +1 Korinther 1Kor 54 4 4 Nihil enim mihi conscius sum: sed non in hoc justificatus sum: qui autem judicat me, Dominus est. Denn bin ich mir auch nichts bewusst,⁵ so bin ich doch darum noch nicht gerechtfertigt; der mich aber richtet, ist der Herr. +1 Korinther 1Kor 54 4 4 5 Was mein Amt angeht. Die menschliche Gebrechlichkeit ist so groß, dass kein Mensch auf sich selbst vertrauen darf. Vergl. Konzil von Trient, Sitz 6 Kap. 16. +1 Korinther 1Kor 54 4 5 Itaque nolite ante tempus judicare, quoadusque veniat Dominus: qui et illuminabit abscondita tenebrarum, et manifestabit consilia cordium: et tunc laus erit unicuique a Deo. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt,⁶ welcher auch das im Finstern Verborgene an das Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird; und dann wird einem jeden⁷ sein Lob werden von Gott.⁸ +1 Korinther 1Kor 54 4 5 6 Zum Gerichte. Alsdann ist die Zeit zu richten da, denn dann wird alles offenbar werden. +1 Korinther 1Kor 54 4 5 7 Einem jeden der Lehrer der korinthischen Kirche. +1 Korinther 1Kor 54 4 5 8 Nämlich das 3,4 9 Gesagte. +1 Korinther 1Kor 54 4 6 Hæc autem, fratres, transfiguravi in me et Apollo, propter vos, ut in nobis discatis, ne supra quam scriptum est, unus adversus alterum infletur pro alio. Dies aber, Brüder! habe ich auf mich und Apollo übertragen um euretwillen, damit ihr an uns lernet, dass keiner sich wider den andern über das hinaus, was geschrieben steht, erhebe, um eines andern willen.⁹ +1 Korinther 1Kor 54 4 6 9 Einer erhebt sich über den anderen, wenn er es sich zum Ruhme anrechnet, dass er diesem viel mehr als einem andern anhängt; gegen den anderen aber, wenn er diesen herabzudrücken sucht, um sich als sein Sieger zu rühmen. Auf welche Vorschrift der heil. Schrift weist der Apostel hier hin? Die griechischen Väter denken an ein Wort des Herrn, etwa [Mt 7,1.3, Mt 20,27, Mt 23,12, Mk 9,34, Mk 10,44] u. a. (Chrys., Dam., Ök., Theoph.); indes konnten die Korinther bei einer so allgemeinen Anführungsweise nicht leicht an das erst wenige Jahre zuvor verfasste Evangelium denken. Der Apostel stellt also wohl das ganze A. T. als Richtschnur des Denkens und Fühlens auf, da dies in der Tat überall die Demut lehrte. +1 Korinther 1Kor 54 4 7 Quis enim te discernit? Quid autem habes quod non accepisti? Si autem accepisti, quid gloriaris quasi non acceperis? Denn wer zeichnet dich aus?¹⁰ Was hast du aber, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen? +1 Korinther 1Kor 54 4 7 10 Der Apostel wendet sich an die Parteiführer. Indem er einen einzelnen anredet, beschämt er alle. Wer sich von anderen unterscheiden will, muss etwas haben, was diesen abgeht. Nun haben die Führer aber nichts derartiges. Hat aber jemand wirklich etwas voraus, so hat er dies von Gott, und es fehlt ihm jeder Grund, sich zu rühmen. Es handelt sich hier übrigens nur um natürliche Gaben, nicht um die übernatürlichen, obwohl die von dem Apostel ausgesprochene Wahrheit auch auf diese Anwendung findet. +1 Korinther 1Kor 54 4 8 Jam saturati estis, jam divites facti estis: sine nobis regnatis: et utinam regnetis, ut et nos vobiscum regnemus. Schon seid ihr¹¹ gesättigt, schon seid ihr reich geworden, ohne uns herrschet ihr; und möchtet ihr doch herrschen,¹² damit auch wir mit euch herrschten! +1 Korinther 1Kor 54 4 8 11 Die drei Glieder des Satzes werden am besten von dem Reiche des Erlösers und seinen himmlischen Gütern verstanden. Jene stolzen Führer rühmten sich, als ob sie schon mit allen Gütern der Seligen gesättigt und bereichert wären, ja mit Christus schon herrschten, was alles andere nur in jenem Leben erlangen. +1 Korinther 1Kor 54 4 8 12 Zur Herrschaft gelangt sein. Dann würden auch die Apostel hoffen dürfen, dass ihnen ein gleiches Glück zu Teil wird. +1 Korinther 1Kor 54 4 9 Puto enim quod Deus nos Apostolos novissimos ostendit, tamquam morti destinatos: quia spectaculum facti sumus mundo, et Angelis, et hominibus. Denn ich glaube, dass Gott uns Apostel als die Allerletzten dargestellt habe,¹³ als wie dem Tode Geweihte; denn ein Schauspiel sind wir geworden der Welt, den Engeln und den Menschen.¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 4 9 13 Gott hat die Apostel in eine solche Stellung gebracht, dass wir die verachtesten unter allen Menschen scheinen. Der heil. Paulus will zeigen, warum er die baldige Ankunft des Messias ersehnt, und zugleich die stolzen Parteiführer beschämen. +1 Korinther 1Kor 54 4 9 14 Paulus deutet die beständigen Gefahren an, in denen die Apostel wegen ihres Amtes schwebten. Sie sind gleichsam im Amphitheater, das die Welt ist; die Zuschauer sind Menschen und Engel. +1 Korinther 1Kor 54 4 10 Nos stulti propter Christum, vos autem prudentes in Christo: nos infirmi, vos autem fortes: vos nobiles, nos autem ignobiles. Wir sind Toren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir sind schwach, ihr aber seid stark; ihr seid hochgeehrt, wir aber geringgeachtet.¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 4 10 15 Die Apostel entsagten, um das Reich Christi auszubreiten, allem, was die Welt schätzt und liebt, und wurden von den Ungläubigen für Toren gehalten, aller menschlichen Hilfsmittel entblößt, von Juden und Heiden verfolgt, ohne weltliche Weisheit und Beredsamkeit, von den Vertretern derselben geringgeschätzt. Wie anders ist das Bild der Parteiführer! Sie wurden wegen ihrer Klugheit in Christus gefeiert, als starke Männer, welche auf ihre Kraft vertrauen konnten, verherrlicht, als berühmte Männer verehrt. Der Beisatz: in Christus gehört wohl zu allen Gliedern. +1 Korinther 1Kor 54 4 11 Usque in hanc horam et esurimus, et sitimus, et nudi sumus, et colaphis cædimur, et instabiles sumus, Bis zu dieser Stunde hungern und dürsten wir, sind entblößt, und werden mit Fäusten geschlagen, haben keine Stätte,¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 4 11 16 Wir entbehren alles dessen, was als zum Leben notwendig gilt. +1 Korinther 1Kor 54 4 12 et laboramus operantes manibus nostris: maledicimur, et benedicimus: persecutionem patimur, et sustinemus: und mühen uns arbeitend mit eigener Hand; wir werden geschmäht, und wir segnen; wir werden verfolgt, und wir leiden es geduldig;¹⁷ +1 Korinther 1Kor 54 4 12 17 Dies sind die Waffen der Apostel. +1 Korinther 1Kor 54 4 13 Blasphemamur, et obsecramus: tamquam purgamenta hujus mundi facti sumus, omnium peripsema usque adhuc. wir werden gelästert, und wir beten; wie ein Auswurf dieser Welt sind wir geworden, wie ein Abschaum aller bis zu dieser Stunde.¹⁸ +1 Korinther 1Kor 54 4 13 18 So ist es nicht zu verwundern, wenn die Apostel die Ankunft des Herrn herbeisehnen, dem sie ähnlich geworden. +1 Korinther 1Kor 54 4 14 Non ut confundam vos, hæc scribo, sed ut filios meos carissimos moneo. Nicht um euch zu beschämen,¹⁹ schreibe ich dieses, sondern als meine geliebten Kinder ermahne ich euch.²⁰ +1 Korinther 1Kor 54 4 14 19 Die Erkenntnis, welche Führer sich die Korinther an Stelle der Apostel gewählt, musste sie mit Scham erfüllen. +1 Korinther 1Kor 54 4 14 20 Der Vater, welcher seinen Sohn straft, will nicht die Strafe um ihrer selbst willen, sondern die Besserung des Sohnes. +1 Korinther 1Kor 54 4 15 Nam si decem millia pædagogorum habeatis in Christo: sed non multos patres. Nam in Christo Jesu per Evangelium ego vos genui. Denn wenn ihr zehntausend Erzieher hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt.²¹ +1 Korinther 1Kor 54 4 15 21 Ähnlich [Gal 4,19]. Ich nenne euch mit Recht meine Kinder. Wie der Lehrmeister zum Vater, so verhält sich der, welcher über das Fundament baut, zu dem Gründer (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 4 16 Rogo ergo vos, imitatores mei estote, sicut et ego Christi. So bitte ich euch denn,²² seid meine Nachfolger,²³ gleichwie ich Christi Nachfolger bin.²⁴ +1 Korinther 1Kor 54 4 16 22 Weil die Söhne eher auf den Vater als auf den Lehrmeister zu achten haben. +1 Korinther 1Kor 54 4 16 23 Wohl besonders in der Demut, dem Gegensatze des zu Spaltungen führenden Hochmutes, und in der Selbstverleugnung. +1 Korinther 1Kor 54 4 16 24 Die Worte fehlen in den alten Handschriften der Vulgata, im Griechischen und den meisten Übersetzungen. Sie sind wohl aus [1Kor 11,1] hierher versetzt. Wie groß muss das Vertrauen des Apostels auf seinen Wandel sein, da er andere zur Nachfolge auffordert. Saget nicht, ihr könnt mir nicht nachfolgen! Zwischen euch und mir ist sicher kein so großer Abstand, wie zwischen mir und Christus. Und doch folge ich diesem nach! (Chrys.) +1 Korinther 1Kor 54 4 17 Ideo misi ad vos Timotheum, qui est filius meus carissimus, et fidelis in Domino: qui vos commonefaciet vias meas, quæ sunt in Christo Jesu, sicut ubique in omni Ecclesia doceo. Darum habe ich den Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und getreues Kind im Herrn ist; er wird euch meine Wege²⁵ in's Gedächtnis rufen, die in Christus Jesus sind, so wie ich allenthalben in allen Gemeinden lehre.²⁶ +1 Korinther 1Kor 54 4 17 25 Alle meine Werke. Das gesamte Verhalten des Apostels war in Christus Jesus. Timotheus war seit einigen Jahren der Begleiter des heil. Paulus und wusste also am besten, was Paulus von den anderen Gemeinden forderte. +1 Korinther 1Kor 54 4 17 26 Dies Wort umfasst das gesamte Verhalten des Apostels als Lehrers der Heiden. +1 Korinther 1Kor 54 4 18 Tamquam non venturus sim ad vos, sic inflati sunt quidam. Als ob ich nicht zu euch kommen würde, so aufgeblasen sind einige geworden.²⁷ +1 Korinther 1Kor 54 4 18 27 Einige Gegner des Apostels hatten wohl das Gerücht verbreitet, er wage nicht nach Korinth zu kommen, nachdem Apollo mit seiner Beredsamkeit und Weisheit sich größeren Ruhm erworben. Vergl. [2Kor 10,9-10]. +1 Korinther 1Kor 54 4 19 Veniam autem ad vos cito, si Dominus voluerit: et cognoscam non sermonem eorum, qui inflati sunt, sed virtutem. Ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will; und werde nicht die Worte der Aufgeblasenen, sondern ihre Kraft kennenlernen.²⁸ +1 Korinther 1Kor 54 4 19 28 Es gibt Leute, welche gegen Abwesende groß tun, aber sich vor ihnen fürchten, sobald sie ihnen persönlich gegenüberstehen. Der heil. Paulus will als Richter kommen und sein Urteil nicht nach der Schönheit der Rede jener Lehrer, sondern nach den Früchten fällen, welche sie hervorgebracht. +1 Korinther 1Kor 54 4 20 Non enim in sermone est regnum Dei, sed in virtute. Denn nicht in Worten besteht das Reich Gottes, sondern in Kraft.²⁹ +1 Korinther 1Kor 54 4 20 29 Die Predigt des Evangeliums hat ihre Kraft aus dem Beistande der Gnade des Heil. Geistes. In Kraft: in Wunderkraft. (Chrys., Theoph.) +1 Korinther 1Kor 54 4 21 Quid vultis? in virga veniam ad vos, an in caritate, et spiritu mansuetudinis? Was wollt ihr?³⁰ Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe und im Geiste der Milde?³¹ +1 Korinther 1Kor 54 4 21 30 Ihr könnt frei wählen. +1 Korinther 1Kor 54 4 21 31 Auch wenn Paulus mit der Rute käme, würde er mit Liebe kommen, aber der, welcher mit der Rute gezüchtigt wird, fühlt nicht so die Süßigkeit der Liebe (Thom.). V. 21 schließt den vorhergehenden Abschnitt und leitet zugleich den folgenden ein. +1 Korinther 1Kor 54 5 0 2. Die Gemeinschaft mit Sündern ist zu meiden (Kap. 5 V. 1 13): Die Korinther sind zu tadeln, weil sie einen Blutschänder in der Kirche behalten haben (Kap. 5): Vorschrift über die Ausweisung der Sünder aus der Kirche. (V. 8) Weitere Erklärung der Vorschrift die Sünder zu meiden. +1 Korinther 1Kor 54 5 1 Omnino auditur inter vos fornicatio, et talis fornicatio, qualis nec inter gentes, ita ut uxorem patris sui aliquis habeat. Überhaupt hört man von Unzucht unter euch, und gar von solcher Unzucht, wie sie selbst unter den Heiden nicht vorkommt,¹ dass nämlich jemand das Weib seines Vaters hat.² +1 Korinther 1Kor 54 5 1 1 Als Paulus wegen der Spaltung Vorwürfe machen wollte, redete er zuerst milde; ein anderes Verbrechen straft er sofort hart, indem er alle Korinther in die Anklage hineinzieht: in der Gemeinde von Korinth ist eine Sünde geschehen. Es ist eine Doppelanklage: es kommen besonders Nachrichten von einer gewissen Unzucht, und zwar einer solchen, vor der selbst die Heiden Abscheu haben. Dieselbe dauert dazu fort in der Gemeinde zu Korinth. +1 Korinther 1Kor 54 5 1 2 Der Apostel nennt den Namen nicht. Jemand hat seine Stiefmutter zum Weibe, während der Vater noch lebt. [2Kor 7,12]. Da das Weib selbst nicht getadelt wird, scheint es keine Christin gewesen zu sein. Eine solche blutschänderische Verbindung war durch die Gesetze der Griechen und Römer und durch das mosaische Gesetz [Lev 18,8, Dtn 22,30] verboten. +1 Korinther 1Kor 54 5 2 Et vos inflati estis: et non magis luctum habuistis ut tollatur de medio vestrum qui hoc opus fecit. Und ihr seid aufgeblasen und nicht vielmehr in Trauer versetzt,³ damit der aus eurer Mitte hinweggeschafft werde, welcher diese Tat begangen hat. +1 Korinther 1Kor 54 5 2 3 So seid ihr also mitschuldig. +1 Korinther 1Kor 54 5 3 Ego quidem absens corpore, præsens autem spiritu, jam judicavi ut præsens, eum, qui sic operatus est, Ich meinerseits,⁴ zwar abwesend dem Leibe nach, aber gegenwärtig dem Geiste nach, habe schon, als wäre ich gegenwärtig, über den, der solches verübt hat, entschieden:⁵ +1 Korinther 1Kor 54 5 3 4 Griech.: denn ich. +1 Korinther 1Kor 54 5 3 5 Während die Korinther mit ihren Spaltungen beschäftigt, obgleich gegenwärtig, nichts taten, um das Ärgernis zu beseitigen, hat Paulus, nachdem er kaum von dem Frevel gehört, bereits entschieden, was zu tun ist. Seine Hirtensorge kennt keine Schranke von Zeit und Ort. +1 Korinther 1Kor 54 5 4 In nomine Domini nostri Jesu Christi, congregatis vobis et meo spiritu, cum virtute Domini nostri Jesu, Im Namen unsers Herrn Jesu Christi, während ihr und mein Geist versammelt seid, mit der Kraft unsers Herrn Jesus,⁶ +1 Korinther 1Kor 54 5 4 6 Die Verbindung der Worte ist nicht sicher festzustellen. In feierlicher Versammlung, in welcher Paulus den Vorsitz führt und der Christus beiwohnt, um dem Spruche seines Apostels Kraft und Wirksamkeit zu verleihen. [Mt 18,20] usw. Paulus beschließt die Exkommunikation, nicht die Gemeinde, in dieser soll sie nur vollzogen werden zum warnenden Beispiele. +1 Korinther 1Kor 54 5 5 Tradere hujusmodi satanæ in interitum carnis, ut spiritus salvus sit in die Domini nostri Jesu Christi. einen solchen dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches,⁷ damit der Geist gerettet werde an dem Tage unsers Herrn Jesus Christus.⁸ +1 Korinther 1Kor 54 5 5 7 Job ward einst dem Satan preisgegeben, um eine Himmelskrone zu gewinnen, der Blutschänder, um Nachlass seiner Sünden zu erlangen. (Chrys., Ambr., Aug.) Der Sünder wird also erstlich aus der Kirche entfernt. Es werden ihm die Gnadenmittel des Gebetes, des Opfers, der Sakramente entzogen und er dem Satan preisgegeben, dessen Reich außerhalb der Kirche [Joh 14,30] ist. (Chrys., Uns., Aug.) Wohl versucht dieser auch die in der Kirche befindlichen Gläubigen, doch ist seine Macht stärker gegen diejenigen, welche den Schutz der kirchlichen Gnadenmittel nicht haben. (Ambr., Aug., Hier.) Zweitens wird der Leib durch die Exkommunikation dem Satan preisgegeben, damit dieser denselben mit Krankheiten heimsuche und ihn so von der Begierlichkeit des Fleisches befreie. Ähnlich [1Tim 1,20]. Eine so außerordentliche Gewalt, welche Christus den Aposteln gegeben, musste sehr zur Stärkung des Glaubens dienen. +1 Korinther 1Kor 54 5 5 8 Damit er Buße tun und im Gerichte des Herrn bestehen möge. Der Zweck der Exkommunikation ist das Seelenheil des Ausgeschlossenen. Ist dieser Zweck, die Besserung des Sünders, erreicht, so kann er wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden. +1 Korinther 1Kor 54 5 6 Non est bona gloriatio vestra. Nescitis quia modicum fermentum totam massam corrumpit? Nicht gut ist euer Rühmen!⁹ Wisset ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?¹⁰ [Gal 5,9] +1 Korinther 1Kor 54 5 6 9 Das bereits getadelte Rühmen [1Kor 4,6ff.18ff]. +1 Korinther 1Kor 54 5 6 10 Ein einziger Sünder kann, wenn die Kirche sich seiner nicht erwehrt, alle ihre Glieder anstecken. +1 Korinther 1Kor 54 5 7 Expurgate vetus fermentum, ut sitis nova conspersio, sicut estis azymi. Etenim Pascha nostrum immolatus est Christus. Feget aus den alten Sauerteig,¹¹ damit ihr ein neuer Teig seiet,¹² wie ihr denn auch ungesäuert seid; denn unser Osterlamm ist geopfert, Christus.¹³ +1 Korinther 1Kor 54 5 7 11 Von dem Sprichwort geht der heil. Paulus zur symbolischen Anwendung der für das Osterfest geltenden jüdischen Vorschrift über. Der Sünder war in die alte Sünde früheren Verderbnisses zurückgefallen (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 5 7 12 Eine ungesäuerte Masse. Die Christen sind ihrem Berufe nach ungesäuert, heilig. +1 Korinther 1Kor 54 5 7 13 Griech.: denn auch unser Osterlamm ist geopfert, Christus. Sobald das Osterlamm im Vorhofe des Tempels getötet und dargebracht war, durften die Juden kein gesäuertes Brot mehr essen. Nun ist aber unser Osterlamm, welches von dem jüdischen nur vorgebildet war, schon getötet, also dürfen wir den alten Sauerteig nicht mehr zurückbehalten. Die Juden enthielten sich durch eine Woche des gesäuerten Brotes, denn sie brachten jährlich das Osterlamm dar, unser Osterlamm ist ein Mal auf ewig dargebracht und hat durch ein Opfer in Ewigkeit die Geheiligten vollendet [Hebr 10,5], so dass wir uns stets des Sauerteiges enthalten müssen. +1 Korinther 1Kor 54 5 8 Itaque epulemur: non in fermento veteri, neque in fermento malitiæ, et nequitiæ: sed in azymis sinceritatis, et veritatis. So lasset uns also Feste feiern¹⁴ nicht mit dem alten Sauerteige, noch mit dem Sauerteige¹⁵ der Bosheit und Schalkheit,¹⁶ sondern mit dem ungesäuerten Brote der Lauterkeit und Wahrheit. +1 Korinther 1Kor 54 5 8 14 Genießen wir also unser Osterlamm nicht allein sakramental, sondern auch geistig (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 5 8 15 Da die Gläubigen selbst ungesäuert genannt worden sind, wird hier gesäuertes und ungesäuertes Brot von Personen verstanden. Die gesäuerten Brote sind die mit Lastern befleckten Menschen. Der Brief wurde kurz vor Ostern verfasst, wie [1Kor 4,19] und [1Kor 16,8ff] zeigen. So legte die Zeit selbst unser Bild nahe: die Christen scheinen damals, etwa dreißig Jahre nach dem Tode des Herrn, noch den Gebrauch des ungesäuerten Brotes festgehalten zu haben, sonst hätten die korinthischen Gläubigen, von denen die meisten Heiden gewesen waren, den Vergleich nicht verstanden. +1 Korinther 1Kor 54 5 8 16 Heuchelei (Theoph.) Den Gegensatz zu den mit Lastern Befleckten und Heuchlern bilden die Reinen und die, welche ihre Fehler nicht unter dem nur erborgten Mantel der Frömmigkeit verstecken. +1 Korinther 1Kor 54 5 9 Scripsi vobis in epistola: Ne commisceamini fornicariis: Ich habe euch in dem Briefe geschrieben:¹⁷ Habet keinen Verkehr mit Unzüchtigen.¹⁸ +1 Korinther 1Kor 54 5 9 17 In einem uns verloren gegangenen Briefe. +1 Korinther 1Kor 54 5 9 18 Vergl. [1Kor 1,20]. Der Apostel spricht von denjenigen, welcher der Erlösung noch nicht teilhaftig, dem Fürsten dieser Welt untertan sind. Einzelne Klassen werden aufgezählt: Sünder gegen sich selbst, gegen das Gut des Nächsten (durch List und Gewalt), Gott die gebührende Ehre versagend. (Götzendiener) Nicht alle Sünder gehören indes zu dieser Welt, sondern einige gehören zu der zukünftigen, dem messianischen Reiche, der Kirche: diejenigen, welche sich durch Glauben und Taufe von der Welt losgesagt haben, wenn sie sich auch nachher durch Sünden zum Teil dem Fürsten dieser Welt ergeben haben. Es ist also eine apostolische Lehre, dass in der Kirche Gute mit Bösen vermischt sind, ja sogar hartnäckige Sünder sein können. Wenn Paulus gewollt hätte, dass die Korinther auch alle Heiden meiden sollten, würden dieselben nicht allein eine andere Stadt, sondern eine neue Erde haben suchen müssen (Theoph.). +1 Korinther 1Kor 54 5 10 Non utique fornicariis hujus mundi, aut avaris, aut rapacibus, aut idolis servientibus: alioquin debueratis de hoc mundo exiisse. Dies meinte ich aber nicht überhaupt von den Unzüchtigen dieser Welt, oder den Habsüchtigen, oder Raubsüchtigen, oder Götzendienern; denn sonst müsstet ihr aus dieser Welt hinausgehen. +1 Korinther 1Kor 54 5 11 Nunc autem scripsi vobis non commisceri: si is, qui frater nominatur, est fornicator, aut avarus, aut idolis serviens, aut maledicus, aut ebriosus, aut rapax: cum ejusmodi nec cibum sumere. Nun aber¹⁹ schrieb ich euch, keinen Verkehr zu haben, wenn einer, der sich Bruder nennt,²⁰ ein Unzüchtiger, oder ein Habsüchtiger, oder ein Götzendiener,²¹ oder ein Lästerer, oder ein Trunkenbold, oder ein Raubsüchtiger ist; mit einem solchen nicht einmal zu essen.²² +1 Korinther 1Kor 54 5 11 19 Da ich euch den Umgang mit den Heiden nicht untersagen konnte. +1 Korinther 1Kor 54 5 11 20 Vielleicht in anderer Verbindung der Worte: Wenn der Bruder ein Unzüchtiger genannt wird und als solcher durch den Ausspruch der Obrigkeit bezeichnet ist (Aug.) usw. Nicht dem einzelnen steht es zu, zu bestimmen, wer zu meiden ist, sondern den Vorstehern der Kirche. Vergl. [2Thess 3,14ff]. +1 Korinther 1Kor 54 5 11 21 Manche Neubekehrte schwebten in Gefahr, in den alten Aberglauben zurückzufallen. Noch etwa vierzig Jahre später muss der heil. Johannes die Christen von Asien mahnen, sich vor Götzendienst zu hüten. [1Joh 5,21] +1 Korinther 1Kor 54 5 11 22 Also noch viel weniger mit einem solchen die heil. Geheimnisse zu feiern. +1 Korinther 1Kor 54 5 12 Quid enim mihi de iis, qui foris sunt, judicare? Nonne de iis, qui intus sunt, vos judicatis? Denn was steht es mir zu über die, welche draußen sind, zu richten?²³ Richtet ihr nicht die, welche drinnen sind? +1 Korinther 1Kor 54 5 12 23 Der heil. Paulus kann nur über Untergebene richten, mithin nicht über Heiden. Das Gericht über diese gehört Gott zu (V. 13 Konzil von Trient Sitz 14. Über die Buße Kap. 2) Wie bei den Juden alle, welche nicht zu ihrem Volke gehörten, die hießen, welche draußen sind, so nennt der Apostel hier die Nichtchristen so. +1 Korinther 1Kor 54 5 13 Nam eos, qui foris sunt, Deus judicabit. Auferte malum ex vobis ipsis. Denn die, welche draußen sind, wird Gott richten. Schaffet den Bösen hinweg aus eurer Mitte!²⁴ +1 Korinther 1Kor 54 5 13 24 Mit solchen Worten befahl Moses einst die Tötung [Dtn 17,7.13, Dtn 19,19, Dtn 24,7]; was also im A. B. die Tötung, tut in der Kirche die Exkommunikation (Aug.). Diese Vorschrift des heil. Paulus ist nicht strenger als die des Herrn. [Mt 18,17] Die Juden mieden Heiden und Zöllner [Mt 9,11, Apg 11,3], so befiehlt Paulus, die Exkommunizierten zu meiden. Die geringere Strenge den Heiden gegenüber [1Kor 10,27] hat ihren Grund darin, dass deren Schuld geringer ist: sündigen sie doch mehr aus Unwissenheit als aus Bosheit, und sind so des Erbarmens würdiger. Zudem können die Heiden durch den Umgang zum Glauben geführt werden, die Christen aber sollen durch die Ausschließung die Größe ihrer Schuld erkennen und so zur Buße kommen. Übrigens werden auch die Exkommunizierten nicht von der Liebe ausgeschlossen. [2Thess 3,15]. +1 Korinther 1Kor 54 6 0 3. Streitigkeiten unter Christen sind nicht vor einen heidnischen Richter zu bringen (V. 1 11): es ist dies ungeziemend (V. 6), ja es ist überhaupt nicht gut, wenn Christen untereinander Rechtsstreitigkeiten haben. (V. 11) 4. Die Sünde der Unzucht (V. 12 20): die Unzucht ist niemals eine an sich gleichgültige Sache (V. 14), sondern eine Schmach, welche einem Gliede Christi und Tempel des Heil. Geistes angetan wird. +1 Korinther 1Kor 54 6 1 Audet aliquis vestrum habens negotium adversus alterum, judicari apud iniquos, et non apud sanctos? Wagt es jemand von euch, der einen Handel mit einem andern hat,¹ denselben bei den Ungerechten entscheiden zu lassen,² und nicht bei den Heiligen? +1 Korinther 1Kor 54 6 1 1 Ein zweiter Fehler der Korinther. Die Juden hatten ihre eigenen Gerichte. Die bekehrten Heiden blieben vielfach ihrer eigenen Gewohnheit treu, vor den heidnischen Richtern Prozesse zu führen. Dies konnte in den ersten Zeiten des Christentums Ärgernis geben und eine Spaltung zwischen Heiden- und Judenchristen herbeiführen. +1 Korinther 1Kor 54 6 1 2 Es ist dies erstlich der Würde der Christen wenig angemessen, sodann (V. 2) zweckwidrig, Gerechtigkeit bei den Ungerechten zu suchen. +1 Korinther 1Kor 54 6 2 An nescitis quoniam sancti de hoc mundo judicabunt? Et si in vobis judicabitur mundus, indigni estis qui de minimis judicetis? Oder wisset ihr nicht, dass die Heiligen über diese Welt Richter sein werden?³ Wenn denn die Welt durch euch gerichtet werden wird, seid ihr nicht würdig, über geringfügige Dinge zu Gericht zu sitzen? +1 Korinther 1Kor 54 6 2 3 Wenngleich die Korinther keine feste Speise ertragen konnten, hatten sie doch über das letzte Gericht Unterricht erhalten, gehört doch dieses zu den Anfangswahrheiten. [Hebr 6,2] Keine andere Wahrheit schreckt so vom Bösen ab, wie diese. Hier erwähnt der Apostel das Gericht, indes in der Absicht, die große Würde der Christen zu zeigen. +1 Korinther 1Kor 54 6 3 Nescitis quoniam angelos judicabimus? quanto magis sæcularia? Wisset ihr nicht, dass wir Engel richten werden?⁴ Um wie viel mehr weltliche Dinge? +1 Korinther 1Kor 54 6 3 4 Zugleich mit Christus. Christus ist das Haupt des mystischen Leibes, dessen Glieder die Heiligen sind. Was das Haupt tut, tun auch die Glieder, nicht aus eigener Machtvollkommenheit, sondern aus derjenigen ihres Hauptes. Der heil. Paulus betrachtet die Glieder stets als die mit ihrem Haupte vereint. So [Röm 6,6, Gal 2,20]: mitgekreuzigt werden, mitsterben mit Christus [2Tim 2,11], mitbegraben werden [Röm 6,4], miterweckt werden [Eph 2,5.6, Kol 2,13, Kol 3,1], mitleben [2Tim 2,12, Röm 6,18], Miterben werden [Röm 8,17], mitverherrlicht werden [Röm 8,17], mitsitzen [Eph 2,6], mitherrschen [2Tim 2,12]. Der göttlichen Natur teilhaftig geworden [2Petr 1,4], werden alle Christen als Adoptivkinder des Vaters und Brüder Christi mit dem Erstgeborenen erben, herrschen, richten. Ist dieses Richten ein Wort ohne Name? So wenig wie der Tod in Adam [Röm 12,6], so wenig wie das neue Leben, welches die Gnade verleiht, oder die künftige Erbschaft oder Herrschaft. Wie die Seligen in verschiedenem Maße an der Erbschaft und dem Reiche teilnehmen, so auch am Richten, und darum verheißt der Herr den Aposteln, welche um seinetwillen alles verlassen haben, einen so hervorragenden Anteil an seiner Richtergewalt und Herrschaft, obwohl nach dem heil. Paulus alle Heiligen Richter sein und nach der Verheißung des Herrn alle die Herrschaft erlangen werden [Mt 25,34]. Welches sind aber die Engel, über welche die Gläubigen richten werden? Die meisten griechischen und lateinischen Väter verstehen dies von den verworfenen Engeln, vergl. [2Petr 2,4, Jud 1,6], einige indes (und der heil. Thomas) beziehen das Gericht auf alle Engel. Wie nämlich bei dem letzten Gerichte die meisten Menschen entweder bereits zu ewigen Peinen verurteilt oder der Zahl der Seligen beigesellt sind, und dennoch am jüngsten Tage alle ihr Urteil empfangen werden, so ist es geziemend, dass an jenem Tage alle Geschöpfe vor Christus und den mit ihm zu Gericht sitzenden Heiligen erscheinen, damit die göttliche Weisheit und Gerechtigkeit verherrlicht werde. Wie hoch ist die Würde, zu welcher der Herr seine treuen Diener erhebt! +1 Korinther 1Kor 54 6 4 Sæcularia igitur judicia si habueritis: contemptibiles, qui sunt in Ecclesia, illos constituite ad judicandum. Wenn ihr nun weltliche Rechtshändel habt, so bestellet die unansehnlichsten in der Gemeinde zu Richtern. +1 Korinther 1Kor 54 6 5 Ad verecundiam vestram dico. Sic non est inter vos sapiens quisquam, qui possit judicare inter fratrem suum? Zu eurer Beschämung sage ich es.⁵ Also ist denn kein Weiser unter euch, auch nicht einer, der zwischen seinen Brüdern Recht sprechen könnte? +1 Korinther 1Kor 54 6 5 5 Vers 5 war ironisch gesprochen. So viele rühmten sich in der korinthischen Kirche ihrer Weisheit, und nicht einer findet sich unter allen, der jene geringfügigen Dinge zwischen Bruder und Bruder beilegen kann. +1 Korinther 1Kor 54 6 6 Sed frater cum fratre judicio contendit: et hoc apud infideles? Vielmehr rechtet ein Bruder mit dem Bruder, und das vor den Ungläubigen?⁶ +1 Korinther 1Kor 54 6 6 6 Ein doppelter Verstoß: sie verletzen die Bruderliebe und machen die Kirche vor den Heiden zum Gespött, wenn diese sehen, dass die Christen wie vor ihrer Bekehrung wegen Ungerechtigkeit und Habsucht angeklagt werden. Dieser Vorschrift des Apostels gemäß ward in den ersten drei Jahrhunderten keine Streitsache unter Christen vor heidnische Richter gebracht; und noch im vierten und fünften Jahrhunderte pflegten die Bischöfe in Zivilsachen Recht zu sprechen. +1 Korinther 1Kor 54 6 7 Jam quidem omnino delictum est in vobis, quod judicia habetis inter vos. Quare non magis injuriam accipitis? quare non magis fraudem patimini? Nun ist es schon überhaupt ein Fehler⁷ unter euch, dass ihr Rechtsstreite miteinander habt. Warum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum lasset ihr euch nicht lieber übervorteilen?⁸ [Mt 5,39, Lk 6,29, Röm 12,17, 1Thess 4,6] +1 Korinther 1Kor 54 6 7 7 Den einen dieser beiden Gründe führt der Apostel des weiteren aus. Ein Fehler: nicht eine Sünde. +1 Korinther 1Kor 54 6 7 8 Wenn die Ehre Gottes und die Liebe des Nächsten es fordert, ist dies sicher eine Vorschrift unter einer Sünde; wo jenes nicht der Fall ist, ist es nur ein Rat, von seinem Rechte abzustehen. Ja, um eines größeren Gutes willen kann es geschehen, dass wir verpflichtet sind das Unrecht zurückzuweisen, wie der Heiland [Joh 18,23] und Paulus [Apg 16,37, Apg 32,24] durch ihr Beispiel gelehrt haben (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 6 8 Sed vos injuriam facitis, et fraudatis: et hoc fratribus. So aber tut ihr selbst Unrecht und übervorteilt,⁹ und das an Brüdern. +1 Korinther 1Kor 54 6 8 9 Diese Dinge sind unbedingt verboten. Was gegen alle Menschen zu beobachten ist, wahrten die Korinther nicht einmal gegen die, welche mit ihnen durch das Band des gleichen Glaubens verbunden waren. +1 Korinther 1Kor 54 6 9 An nescitis quia iniqui regnum Dei non possidebunt? Nolite errare: Neque fornicarii, neque idolis servientes, neque adulteri, Oder wisset ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht besitzen werden?¹⁰ Täuschet euch nicht! Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, +1 Korinther 1Kor 54 6 9 10 Da die Ungerechtigkeit eine schwere Sünde ist und also des Anrechtes auf den Himmel beraubt, fügt der Apostel eine Mahnung an andere bei, welche in gleicher Gefahr sind. Er will alle die zurechtweisen, welche sich einen falschen Begriff von der christlichen Freiheit machten und wähnten: das mosaische Gesetz ist abgeschafft, also bindet die Christen kein Gesetz mehr. +1 Korinther 1Kor 54 6 10 Neque molles, neque masculorum concubitores, neque fures, neque avari, neque ebriosi, neque maledici, neque rapaces regnum Dei possidebunt. noch Weichlinge,¹¹ noch Knabenschänder, noch Habsüchtige, noch Geizige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Raubsüchtige werden das Reich Gottes ererben. +1 Korinther 1Kor 54 6 10 11 Die, welche Unsittliches dulden. Der Apostel stellt zwei Klassen von Sündern vor Augen. Zuerst solche, welche sich gegen das Gebot, dann diejenigen, welche sich zugleich gegen die Gerechtigkeit verfehlen. Gegen die Keuschheit nennt er fünf Sünden. Götzendiener sind hier wohl solche, welche mit den im Tempel der Aphrodite Dienenden sündigten. So ist in der Aufzählung eine gewisse Steigerung. +1 Korinther 1Kor 54 6 11 Et hæc quidam fuistis: sed abluti estis, sed sanctificati estis, sed justificati estis in nomine Domini nostri Jesu Christi, et in Spiritu Dei nostri. Und solche sind einige von euch¹² gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt in dem Namen unsers Herrn Jesus Christus¹³ und in dem Geiste unseres Gottes.¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 6 11 12 Eine Milderung des vorhergehenden Vorwurfes. Zugleich erinnert der Apostel an die ihnen zu Teil gewordene Wohltat. +1 Korinther 1Kor 54 6 11 13 Durch die Taufe. +1 Korinther 1Kor 54 6 11 14 Diese Stelle zeigt die Gleichheit der drei göttlichen Personen. +1 Korinther 1Kor 54 6 12 Omnia mihi licent, sed non omnia expediunt: omnia mihi licent, sed ego sub nullius redigar potestate. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles frommt;¹⁵ alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts knechten lassen.¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 6 12 15 Alles: alle an sich gleichgültigen Dinge. Solche sind nur gestattet, wenn ein berechtigter Nutzen erstrebt wird. +1 Korinther 1Kor 54 6 12 16 Wenn etwas, was an sich erlaubt ist, mich so fesselt, dass ich bei seinem Gebrauche meine Freiheit nicht wahren kann, sondern gleichsam ein Sklave werde, muss ich mich dessen enthalten. Noch eine dritte Einschränkung, welche für die an sich gleichgültigen Dinge gilt, siehe [1Kor 10,22.23]. +1 Korinther 1Kor 54 6 13 Esca ventri, et venter escis: Deus autem hunc, et has destruet: corpus autem non fornicationi, sed Domino: et Dominus corpori. Die Speise ist für den Bauch, und der Bauch für die Speise; Gott aber wird sowohl jene als diese abtun.¹⁷ Aber der Leib ist nicht für die Unzucht, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib.¹⁸ +1 Korinther 1Kor 54 6 13 17 Nach den griech. Vätern beginnt der heil. Paulus über die Unzucht zu sprechen. Nach anderen gehört V. 12 und die erste Hälfte von V. 13 zu dem vorhergehenden Abschnitte über die Gerichte: wenn diese auch gerecht sind, stören sie den Frieden zwischen den Gläubigen und den Frieden des Herzens, und betreffen zudem ganz geringfügige, schnell vergehende Dinge (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 6 13 18 Der Apostel erklärt durch ein Beispiel, welche Dinge an sich gleichgültig sind, damit es desto deutlicher hervortrete, dass die Unzucht nicht zu solchen zu rechnen ist. Der Gebrauch der Speise ist erlaubt, weil die Speise für den Magen, dieser zum Verdauen bestimmt ist. Wer isst, handelt also nach der Bestimmung Gottes. Zudem sind Speise und Magen, soweit sie der Ernährung dienen, vergängliche Dinge, denn im anderen Leben essen und trinken die Seligen nicht. (Theod.) Dinge aber, die durch ihren Gebrauch untergehen, haben an sich keine Beziehung zur Seligkeit. Anders sind die Beziehungen des Leibes. Der Leib ist nicht dazu gebildet, damit er der Schwelgerei anheimfalle, sondern damit er Christus als Haupt folge und damit der Herr ist den Menschen gegeben, damit er die menschlichen Leiber seiner Herrlichkeit gleichförmig mache (Thom.). Dieses Ziel des Leibes wird nicht aufhören, wie Speise und Magen. Wer also Unzucht treibt, braucht seinen Leib zu etwas, wozu dieser nicht bestimmt ist, und missbraucht nicht etwas Vergängliches, sondern in Ewigkeit Dauerndes. Auf keine Weise also kann die Unzucht den gleichgültigen Dingen beigezählt werden. +1 Korinther 1Kor 54 6 14 Deus vero et Dominum suscitavit: et nos suscitabit per virtutem suam. Gott aber hat nicht nur den Herrn auferweckt, sondern er wird auch uns durch seine Kraft auferwecken. +1 Korinther 1Kor 54 6 15 Nescitis quoniam corpora vestra membra sunt Christi? Tollens ergo membra Christi, faciam membra meretricis? Absit. Wisset ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Sollte ich also die Glieder Christi nehmen und sie zu Gliedern einer Buhlerin machen?¹⁹ Das sei ferne! +1 Korinther 1Kor 54 6 15 19 Weitere Erklärung der Worte: der Herr für den Leib. (V. 13) Wie unser Leib wahrhaft mit Christus vereint ist, wissen wir nicht vollkommen, so wenig wir alle anderen Geheimnisse ergründen, indes kommt der Apostel an mehreren Stellen darauf zurück, und gibt einige Andeutungen. Christus ist das Haupt seiner Kirche; alle Gläubigen aber sind nicht nur der Seele, sondern auch dem Leibe nach Glieder Christi. Wie das Wort die ganze menschliche Natur angenommen hat, Seele und Leib, so hat auch Christus sich mit uns ganz, nach Leib und Seele, vereinigen wollen. Wie Eva [Gen 2,23] Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch heißt, so nennt auch der Apostel uns Glieder des Leibes Christi, von seinem Fleische und seinem Gebein. [Eph 5,30] Vergl. [1Kor 12,27]. Wenn wir in Christus wiedergeboren werden, wird nicht allein unsere Seele zu neuem Leben erhoben, sondern auch der Leib der zukünftigen Herrlichkeit fähig gemacht. Vergl. [1Kor 15,42ff]. Dazu nährt uns Christus mit seinem Fleisch und Blute und legt gleichsam den Samen der Unsterblichkeit in uns. (Cyr.) +1 Korinther 1Kor 54 6 16 An nescitis quoniam qui adhæret meretrici, unum corpus efficitur? Erunt enim (inquit) duo in carne una. Oder wisset ihr nicht, dass wer einer Buhlerin anhängt, ein Leib mit ihr wird? Denn es werden (sagt er)²⁰ die Zwei ein Leib sein. +1 Korinther 1Kor 54 6 16 20 Im Sinne des Apostels sagt dies Gott. Ähnlich [Mt 19,4]. Freilich hat nach [Gen 2,23.24] Adam diese Worte gesprochen, aber doch auf Gottes Eingebung (Konzil von Trient, Sitz 24 Von der Ehe.) Der heilige Paulus redet von dem natürlichen Akte, welcher nicht unterschieden ist, ob es sich um Ehe oder Unzucht handelt (Thom.). Auch eine gewisse Vereinigung der Gemüter hat in beiden Fällen statt. In der Ehe werden die Willen geeint, und da das Band dieser Vereinigung ein geistiges ist, konnte der heil. Paulus die Vereinigung zwischen dem Heilande und der Kirche damit vergleichen. [Eph 5,22] Bei der Unzucht werden Mann und Weib durch das Band der Begierlichkeit vereint, und die Vereinigung ist mithin eine rein fleischliche. +1 Korinther 1Kor 54 6 17 Qui autem adhæret Domino, unus spiritus est. Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm.²¹ +1 Korinther 1Kor 54 6 17 21 Wie die Unzüchtigen durch das niedrigste Band verbunden werden, die fleischliche Begierde, so werden die, welche dem Herrn anhängen, mit ihm durch das höchste Band vereint, welches uns mit Gott verbindet, die Liebe, welche der Heil. Geist in unsere Herzen ausgießt, so dass wir mit Gott ein Geist werden. Da nun der Leib dem Geiste dient, so sind unsere Leiber gleichfalls Glieder dessen, dem wir durch den Geist vereint werden. Mithin raubt der Christ, welcher Unzucht begeht, wahrhaft die Glieder Christi und übergibt sie der Buhlerin. +1 Korinther 1Kor 54 6 18 Fugite fornicationem. Omne peccatum, quodcumque fecerit homo, extra corpus est: qui autem fornicatur, in corpus suum peccat. Fliehet die Unzucht!²² Jede Sünde, welche der Mensch begeht, bleibt außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen seinen eigenen Leib.²³ +1 Korinther 1Kor 54 6 18 22 Alle übrigen Laster werden durch Widerstand überwunden, denn je mehr der Mensch sie im einzelnen betrachtet, desto weniger findet er an ihnen, was ihn erfreuen kann. Das Laster der Unzucht hingegen wird durch die Flucht überwunden, d. i. indem man die unreinen Gedanken und alle Gelegenheiten meidet (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 6 18 23 In allen Sünden braucht der Mensch den Leib als Mittel, da die Seele, so lange sie mit dem Körper verbunden ist, zu ihren Handlungen nach außen eines körperlichen Organes bedarf. In diesem Sinne ist also keine Sünde außerhalb des Leibes. Indes für alle anderen Sünden, außer der Unzucht, bedarf der Mensch einer Sache außerhalb seines Leibes, nach der er auf ungeordnete Weise strebt, oder die er ungebührlich gebraucht, wie der Unmäßige die Speise. So wendet der Mensch die Dinge von dem Ziele ab, welches Gott ihnen bestimmt hat, und weist ihnen ein neues zu, tut ihnen Gewalt an und vergeht sich gleichsam gegen sie. Der Unzüchtige hingegen gebraucht nur seinen Leib und zwar zu einem Ziele, das Gott diesem nicht gestellt hatte, und tut so seinem Leibe Unrecht. So der heil. Augustin, der zugleich bekennt, dass diese Stelle des heil. Paulus schwer zu erklären ist. Andere erklären dieselbe deshalb verschieden. +1 Korinther 1Kor 54 6 19 An nescitis quoniam membra vestra, templum sunt Spiritus sancti, qui in vobis est, quem habetis a Deo, et non estis vestri? Oder wisset ihr nicht, dass eure Glieder²⁴ ein Tempel des Heiligen Geistes sind, der in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer eigen seid? +1 Korinther 1Kor 54 6 19 24 Griech.: Euer Leib. +1 Korinther 1Kor 54 6 20 Empti enim estis pretio magno. Glorificate, et portate Deum in corpore vestro. Denn um hohen Preis seid ihr erkauft worden.²⁵ Verherrlichet und traget Gott in eurem Leibe!²⁶ +1 Korinther 1Kor 54 6 20 25 Wer Unzucht begeht, sündigt gegen seinen Leib, nun ist aber der Leib ein Tempel des Heil. Geistes, also ist jene Sünde eine Heiligtumsschändung. Wie groß ist die Würde des Leibes: Der Heil. Geist, den der Vater gibt, wohnt in der Seele durch die heiligmachende Gnade und weiht dieselbe zu seinem Tempel durch die göttliche Liebe, welche er in sie ausgießt! Er heiligt auch den Leib, dass er ein geeignetes Werkzeug der mit der heiligmachenden Gnade ausgestatteten Seele sei. Im Heil. Geiste besitzen wir auch das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit des Leibes. [2Kor 5,5] Dieser Leib, ein Tempel des Heil. Geistes, ist von Gott erkauft. Einst war Seele und Leib in der Gewalt des Fürsten dieser Welt, Christus hat für uns das Lösegeld bezahlt und seinen Geist in uns gesendet. Also: Christus hat den Leib mit seinem Blute erkauft, der Vater hat den Heil. Geist in denselben gesendet, dieser weiht ihn zu einem Tempel der heil. Dreifaltigkeit. +1 Korinther 1Kor 54 6 20 26 Wir dürfen nicht nur das Heiligtum Gottes nicht verletzen, sondern müssen auch den, der uns durch seine Gegenwart verherrlicht, in unserem Leibe als seinem Heiligtume verherrlichen, indem wir diesen als Gott geweiht betrachten und ihn nur nach Gottes Willen gebrauchen. Auch aus dieser Stelle folgt, wie aus [1Kor 3,16], die Gottheit des Heil. Geistes. +1 Korinther 1Kor 54 7 0 III. Beantwortung der von der korinthischen Kirche dem Apostel vorgelegten Fragen. (7,1 15,58) 1. Fragen über Ehe und Ehelosigkeit [1Kor 7]: a: Der Gebrauch der Ehe. (V. 9) b. Die Unlöslichkeit der Ehe. Die Ständigkeit der Ehe unter Christen und der Mischehen. (V. 16) Die Ständigkeit anderer Verhältnisse nach der Bekehrung. (V. 24) c. Die Ehelosigkeit (V. 40): der Apostel rät den Jungfrauen die Ehelosigkeit an (V. 28), preist die Vorzüge der Jungfräulichkeit vor der Ehe (V. 35), stellt einige praktische Folgerungen auf (V. 38) und wendet dieselben auch auf die Witwen an. +1 Korinther 1Kor 54 7 1 De quibus autem scripsistis mihi: Bonum est homini mulierem non tangere: In Betreff dessen, wovon ihr mir geschrieben habt,¹ so tut der Mensch wohl daran,² kein Weib zu berühren;³ +1 Korinther 1Kor 54 7 1 1 Der Apostel beantwortet eine Anzahl von Fragen, welche die Korinther ihm vorgelegt haben. An den Tadel gegen die Unzucht schließt sich naturgemäß die Belehrung über die Ehe. Einige von den Korinthern waren aus Abscheu gegen die Unzucht so weit gegangen, dass sie sogar die Ehe verwarfen, vergl. [1Tim 4,3], weshalb die Neubekehrten sich an den heil. Paulus wendeten. (Aug.) +1 Korinther 1Kor 54 7 1 2 Es hat geistigen Nutzen, trägt zum ewigen Leben bei; dem, der das Bessere und Vollkommenere sucht, weise ich dies. (Aug.) Wer hingegen das Sichere will und Hilfe sucht gegen seine Schwäche (Chrys.), für den gilt V. 2. +1 Korinther 1Kor 54 7 1 3 Im Griech. steht die Mehrzahl. Ebenso lesen Tert., Aug., Hier. Um der mannigfachen Sünden der Unenthaltsamkeit willen, denen der Mensch sonst ausgesetzt ist, gibt der Apostel diese Regel (Hier., Chrys., Theod.). +1 Korinther 1Kor 54 7 2 Propter fornicationem autem unusquisque suam uxorem habeat, et unaquæque suum virum habeat. jedoch um Unzucht zu verhüten, möge ein jeder sein Weib, und eine jede Frau ihren Mann haben. +1 Korinther 1Kor 54 7 3 Uxori vir debitum reddat: similiter autem et uxor viro. Dem Weibe leiste der Mann die Pflicht, gleicherweise auch das Weib dem Manne. [1Petr 3,7] +1 Korinther 1Kor 54 7 4 Mulier sui corporis potestatem non habet, sed vir. Similiter autem et vir sui corporis potestatem non habet, sed mulier. Das Weib hat nicht Gewalt über ihren Leib, sondern der Mann; gleicherweise aber hat auch der Mann nicht Gewalt über seinen Leib, sondern das Weib.⁴ +1 Korinther 1Kor 54 7 4 4 Begründung zu V. 3. Das Gegenteil schließt eine Verletzung der Gerechtigkeit ein. Das Recht bleibt innerhalb der Grenzen, welche die Natur der Ehe selbst zieht. +1 Korinther 1Kor 54 7 5 Nolite fraudare invicem, nisi forte ex consensu ad tempus, ut vacetis orationi: et iterum revertimini in idipsum, ne tentet vos Satanas propter incontinentiam vestram. Entziehet euch einander nicht, es sei denn mit gegenseitiger Einwilligung, auf eine Zeit, um euch dem Gebete zu widmen; dann kommet wiederum zusammen, damit euch der Satan nicht versuche eurer Unenthaltsamkeit wegen.⁵ +1 Korinther 1Kor 54 7 5 5 Der Apostel erklärt die von ihm aufgestellte Vorschrift dahin, dass dieselbe unter gewissen Bedingungen auf immer oder auf eine gewisse Zeit keine Anwendung findet. Wenn die Eheleute einander ungerechterweise entziehen, ein Teil gegen den Willen des anderen, begehen sie eine Sünde gegen die Gerechtigkeit. Damit von der Enthaltung jede Sünde fern sei, muss erstlich gegenseitiges Einverständnis vorhanden sein, die Enthaltung nur kurze Zeit dauern, endlich ein höheres Ziel die Ursache sein. (Gebetsübung) Vergl. [1Petr 3,7]. Die Worte des heil. Paulus zeigen, wie recht die Kirche handelte, als sie die Ehelosigkeit der Priester vorschrieb, welche allezeit im Gebete anhalten, allezeit Gott das heilige Opfer darbringen sollen. Nur der darf das unaufhörliche Opfer darbringen, sagt bereits Origenes, der sich beständiger und ununterbrochener Keuschheit geweiht hat. Da auch bei den Juden für gewisse feierliche Gelegenheiten die Enthaltung vorgeschrieben [Ex 19,15, 1Kön 21,5] und selbst den Heiden nicht unbekannt war, ist es nicht zu verwundern wenn der Apostel seine Leser darauf hinweist, dass die Ehe ein Hindernis bildet, zu einer innigeren Verbindung und dem engeren Verkehr mit Gott zu gelangen. Da unter den Bedingungen auch die ist: auf eine Zeit, so gibt der Apostel an, was nach derselben zu geschehen hat. +1 Korinther 1Kor 54 7 6 Hoc autem dico secundum indulgentiam, non secundum imperium. Dies aber sage ich als Zugeständnis, nicht als Gebot.⁶ +1 Korinther 1Kor 54 7 6 6 Das Letztgesagte (V. 5) war ein Zugeständnis in Rücksicht auf die menschliche Schwäche, nicht ein Gebot. Ein Zugeständnis betrifft entweder ein minderes Übel, wie Moses wegen der Herzenshärtigkeit gestattete, einen Scheidebrief zu geben, oder ein geringeres Gutes, da kein Mensch durch die Gebote zu einem höheren Guten verpflichtet ist. So gestattet der Apostel an dieser Stelle die Ehe als ein geringeres Gutes im Vergleich zur Enthaltsamkeit (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 7 7 Volo enim omnes vos esse sicut meipsum: sed unusquisque proprium donum habet ex Deo: alius quidem sic, alius vero sic. Denn ich wünschte, dass ihr alle⁷ seiet, wie ich selbst; doch ein jeder hat seine eigene Gabe⁸ von Gott, der eine so, der andere aber so. +1 Korinther 1Kor 54 7 7 7 Griech.: Alle Menschen. Der Apostel weiß aber, dass nicht alle dieses Ziel erreichen können, da eine besondere Gnade hierzu notwendig ist, die Gott nach seiner Weisheit dem einen gewährt, dem andern nicht. +1 Korinther 1Kor 54 7 7 8 Die beständige Enthaltung, welche er und andere üben, ist ein besonderes Geschenk Gottes. Freilich fordert auch dies noch, dass der Mensch, dem es zu Teil wird, mitwirkt (Chrys.). Bitten wir im Namen Jesu um dieselbe, so werden wir sie erhalten. Diese Wahrheit ist besonders von jenen zu beherzigen, welche durch Gelübde oder äußere Umstände (z. B. Krankheit des Gatten) enthaltsam zu sein verpflichtet oder genötigt sind. Übrigens nennt der Apostel auch die Ehe ein Geschenk Gottes. +1 Korinther 1Kor 54 7 8 Dico autem non nuptis, et viduis: bonum est illis si sic permaneant, sicut et ego. Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen: Es ist ihnen gut, wenn sie so bleiben, wie auch ich.⁹ +1 Korinther 1Kor 54 7 8 9 Der Mensch überlege wohl, wozu er sich entscheidet. Die Witwen sind jene, welche gewisse Ämter in der Kirche bekleideten, wegen deren sie unverheiratet bleiben mussten. +1 Korinther 1Kor 54 7 9 Quid si non se continent, nubant. Melius est enim nubere, quam uri. Wenn sie aber nicht enthaltsam sind,¹⁰ so sollen sie heiraten; denn es ist besser heiraten, als entbrannt sein.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 7 9 10 Wenn sie fühlen, dass ihnen die Gabe der Enthaltsamkeit nicht zu Teil geworden ist. +1 Korinther 1Kor 54 7 9 11 Von heftigen Versuchungen heimgesucht und besiegt zu werden. Nicht der, welcher die Hitze des Feuers fühlt, wird verbrannt, sondern wer vom Feuer ergriffen und verletzt wird. +1 Korinther 1Kor 54 7 10 Iis autem, qui matrimonio juncti sunt, præcipio non ego, sed Dominus, uxorem a viro non discedere: Denen aber, welche ehelich verbunden sind, gebiete nicht ich, sondern der Herr,¹² dass die Frau sich nicht von dem Manne trenne.¹³ [Mt 5,32, Mt 19,9] +1 Korinther 1Kor 54 7 10 12 Sind nicht auch andere Vorschriften, welche der Apostel im weiteren Verlaufe des Briefes gibt, Gebote des Herrn [1Kor 14,37], nicht aus privater Autorität, sondern kraft apostolischer Vollmacht und unter Leitung des Heil. Geistes gegeben? (Vergl. V. 40). Gewiss; der heil. Paulus redet also hier von einem unmittelbar von dem Herrn selbst verkündeten Gebote, an anderen Stellen aber von einem Gebote des Herrn, das er selbst verkündet. Die Verpflichtung beider ist gleich, doch scheint dem ersteren eine größere Würde zuzukommen. Die an dieser Stelle erwähnte Vorschrift ist nicht aus dem Evangelium, sondern aus der Tradition geschöpft. [Mt 5,32] und [Mt 19,9, Lk 16,18] redet der Herr nur von dem Manne, der sein Weib entlässt, weil es bei den Juden nicht gestattet war, den Mann zu verlassen. [Mk 10,11.12] antwortet der Heiland den Jüngern. Die Form dieser Frage hat der Apostel vor Augen, hält aber eine andere Ordnung inne. +1 Korinther 1Kor 54 7 10 13 Der in V. 12 folgende Gegensatz zeigt, dass hier von christlichen Eheleuten die Rede ist. +1 Korinther 1Kor 54 7 11 Quod si discesserit, manere innuptam, aut viro suo reconciliari. Et vir uxorem non dimittat. Wenn sie sich aber getrennt hat,¹⁴ bleibe sie unvermählt, oder versöhne sich wieder mit ihrem Manne. Auch entlasse der Mann die Frau nicht. +1 Korinther 1Kor 54 7 11 14 Trotz des entgegenstehenden Gebotes. Die Vorschrift des V. 11 gilt für beide Teile. Die Gegenüberstellung beider Ursachen zeigt, dass der heil. Paulus den Eheleuten nicht freistellt, welchen von den beiden Teilen sie wählen wollen, sondern dass für jeden von beiden Fällen verschiedene Ursachen maßgeblich sind. Wie hätte er auch sonst vorher sagen können: Entzieht euch einander nicht, hier aber gestatten, dass das Weib sich gegen den Willen ihres Mannes von ihm trenne? Endlich bedeutet das Wort: Wenn sie sich aber getrennt hat, nicht, dass sie dies aus eigener Autorität tun dürfte. Was aus dieser allein geschehen kann, hat der Apostel in V. 5 gesagt. +1 Korinther 1Kor 54 7 12 Nam ceteris ego dico, non Dominus. Si quis frater uxorem habet infidelem, et hæc consentit habitare cum illo, non dimittat illam. Den übrigen aber¹⁵ sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat,¹⁶ und diese willigt ein, bei ihm zu wohnen, so entlasse er sie nicht. +1 Korinther 1Kor 54 7 12 15 Denen, welche gläubig geworden sind, während der andere Teil heidnisch blieb. Der Apostel gibt hier entweder eine Erlaubnis oder eine Vorschrift. Wenn aber eine Vorschrift, dann wohl nicht ein vom Heilande selbst gegebenes, aber nicht verkündetes Gebot, sondern eine Vorschrift, die Paulus aus apostolischer Machtvollkommenheit kundgibt. Im letzteren Falle setzt die von dem Apostel gegebene Vorschrift das göttliche Recht betreffs der Trennung der dieserart gemischten Ehe voraus, denn Gott allein ist Herr auch des nicht sakramentalen Ehebandes. Da nun Paulus vorschreibt, dass in bestimmten Fällen eine solche Mischehe nicht getrennt werde, so setzt er voraus, dass nach göttlicher Anordnung in anderen Fällen eine solche Trennung stattfinden kann. Der Apostel unterscheidet im Folgenden zwei Fälle: V. 12, 13, zu denen als Begründung V. 14 tritt, und V. 15, dessen Begründung V. 16 enthält. +1 Korinther 1Kor 54 7 12 16 Es handelt sich um bereits geschlossene Ehen. Die Taufe allein löst die Ehe nicht. Aber eine solche Ehe mit Nichtchristen hat nicht die gleiche Festigkeit wie die der Christen unter sich (Greg. XIII:). Der Kirche kommt es zu, die Bedingungen zu bestimmen, unter denen ein Gläubiger der Vorschrift des Apostels zu folgen hat. +1 Korinther 1Kor 54 7 13 Et si qua mulier fidelis habet virum infidelem, et hic consentit habitare cum illa, non dimittat virum: Und wenn eine gläubige Frau einen ungläubigen Mann hat, und dieser willigt ein, mit ihr zu wohnen, so entlasse sie den Mann nicht; +1 Korinther 1Kor 54 7 14 Sanctificatus est enim vir infidelis per mulierem fidelem, et sanctificata est mulier infidelis per virum fidelem: alioquin filii vestri immundi essent, nunc autem sancti sunt. denn der ungläubige Mann ist durch die gläubige Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist durch den gläubigen Mann geheiligt; sonst wären eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.¹⁷ +1 Korinther 1Kor 54 7 14 17 Nach dem Sprachgebrauche der heil. Schrift werden alle Dinge geheiligt, welche auf besondere Weise dem Reiche des Fürsten dieser Welt entzogen und Gottes Dienst geweiht werden. Beide Stücke sind gewöhnlich verbunden, können indes auch getrennt werden. Die Christen sind alle heilig, da sie durch die Taufe nicht allein der Seele nach, sondern auch dem Leibe nach Gott geweiht und Tempel des Heil. Geistes sind. [1Kor 6,15.19] Nun sind Mann und Weib durch die Ehe vereint ein Leib, also beginnt der Ungläubige in der Vereinigung und durch die Vereinigung mit einem gläubigen Weibe, indem er einwilligt mit ihr ohne Beleidigung des Schöpfers zu leben, sich der Herrschaft des Fürsten dieser Welt zu entziehen und einiger maßen mit Christus vereinigt zu werden. Selbst die Speisen, sagt der heil. Augustin, die wir zur Erhaltung des Lebens nehmen, werden, wie der Apostel bezeugt, durch das Wort Gottes und das Gebet geheiligt. [1Tim 4,5] Zudem kann das der Kirche angehörige Weib durch ihre Frömmigkeit den Mann leicht für Gott gewinnen. Die Kinder, von denen hier die Rede ist, sind wohl die nicht getauften. Diese sind zum Teile der Herrschaft des Fürsten dieser Welt entzogen und haben ein entferntes Anrecht auf die Taufe. +1 Korinther 1Kor 54 7 15 Quod si infidelis discedit, discedat: non enim servituti subjectus est frater, aut soror in hujusmodi: in pace autem vocavit nos Deus. Wenn aber der Ungläubige sich trennt,¹⁸ so trenne er sich; denn nicht ist der Bruder oder die Schwester an solche gefesselt;¹⁹ im Frieden hat uns Gott berufen.²⁰ +1 Korinther 1Kor 54 7 15 18 Wenn er die Bedingungen zurückweist. Alsdann kann das Band gelöst werden. +1 Korinther 1Kor 54 7 15 19 Gegensatz zu V. 11. +1 Korinther 1Kor 54 7 15 20 In solchem Falle ist der Bruder so wenig gefesselt, dass Gott vielmehr will, er solle vollen Frieden genießen. Dies kann nicht geschehen, wenn der Gläubige täglich mit dem Ungläubigen streiten muss, um seine Religion zu wahren. +1 Korinther 1Kor 54 7 16 Unde enim scis mulier, si virum salvum facies? aut unde scis vir, si mulierem salvam facies? Denn woher weißt du, Weib! ob du den Mann zum Heile führen werdest? Oder woher weißt du, Mann! ob du das Weib zum Heile führen werdest?²¹ +1 Korinther 1Kor 54 7 16 21 Indem du ihn zur Annahme der Taufe bewegst. Also die Gewissheit künftiger Bekehrung des ungläubigen Teiles kann unter allen Umständen Beweggrund zur Fortsetzung der Mischehe mit Heiden sein. Da diese Gewissheit nun nicht gegeben ist, steht eine zweifelhafte Möglichkeit dem Rechte des christlichen Eheteiles auf Wahrung des eigenen Friedens nicht entgegen. +1 Korinther 1Kor 54 7 17 Nisi unicuique sicut divisit Dominus, unumquemque sicut vocavit Deus, ita ambulet, et sicut in omnibus Ecclesiis doceo. Nur soll ein jeder, wie es ihm der Herr zugeteilt hat²² und wie Gott einen jeden berufen hat, so wandeln;²³ so lehre ich in allen Gemeinden. +1 Korinther 1Kor 54 7 17 22 Nicht wie das Eheband, werden andere Verhältnisse durch die Bekehrung verändert. Jeder bleibe in dem Stande, in welchem er ohne Sünde zu verharren vermag. +1 Korinther 1Kor 54 7 17 23 Er ist nicht gefesselt (V. 15), nur wandle er in dem Stande, den Gottes Vorsehung ihm gegeben, und in welchem er den Beruf zum Glauben erlangt hat. +1 Korinther 1Kor 54 7 18 Circumcisus aliquis vocatus est? non adducat præputium. In præputio aliquis vocatus est? non circumcidatur. Ist jemand als Beschnittener berufen, so stelle er sich keine Vorhaut künstlich her; ist jemand als Unbeschnittener berufen, so lasse er sich nicht beschneiden. +1 Korinther 1Kor 54 7 19 Circumcisio nihil est, et præputium nihil est: sed observatio mandatorum Dei. Die Beschneidung ist nichts, und die Vorhaut ist nichts, sondern die Beobachtung der Gebote Gottes. +1 Korinther 1Kor 54 7 20 Unusquisque in qua vocatione vocatus est, in ea permaneat. Ein jeder bleibe in dem Berufe, in welchem er berufen ist. [Eph 4,1] +1 Korinther 1Kor 54 7 21 Servus vocatus es? non sit tibi curæ: sed et si potes fieri liber, magis utere. Bist du als Sklave berufen, so lass dich dies nicht kümmern;²⁴ doch wenn du frei werden kannst, so mache es dir lieber zunutze.²⁵ +1 Korinther 1Kor 54 7 21 24 Ein neues Beispiel, damit es desto klarer werde, wie weit jenes Gebot (V. 17) sich erstreckt. +1 Korinther 1Kor 54 7 21 25 So diene noch mehr, auch wenn du frei werden kannst (Chrys.). Alle Christen sind gleich, welches auch ihre äußere Stellung sein mag. +1 Korinther 1Kor 54 7 22 Qui enim in Domino vocatus est servus, libertus est Domini: similiter qui liber vocatus est, servus est Christi. Denn²⁶ wer im Herrn berufen ward als Knecht, ist ein Freigelassener des Herrn; gleicherweise wer als Freier berufen ist, ist ein Knecht Christi. +1 Korinther 1Kor 54 7 22 26 Suche nicht die äußere Freiheit, denn wenn du sie erlangtest, würdest du dennoch innerlich unfrei bleiben, wie auch der, welcher als Freier berufen ist, nach seiner Berufung ein Unfreier ist: frei von der Herrschaft des Fürsten dieser Welt, aber Knecht Christi, durch sein Blut erkauft. Der Unfreie stelle sich die Freiheit der Kinder Gottes vor Augen, der Freie beherzige, dass er ein Knecht Christi ist. +1 Korinther 1Kor 54 7 23 Pretio empti estis, nolite fieri servi hominum. Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte von Menschen!²⁷ [1Kor 6,20, 1Petr 1,18] +1 Korinther 1Kor 54 7 23 27 So dass ihr Gott dem Herrn die gebührende Unterwerfung verweigert oder dieselbe irgendwie mindert, indem ihr den Menschen mehr als Gott zu gefallen sucht und, um den Menschen zu gefallen, euren früheren Lebensstand ändern wollt. +1 Korinther 1Kor 54 7 24 Unusquisque in quo vocatus est, fratres, in hoc permaneat apud Deum. Worin ein jeder berufen ist, Brüder! darin bleibe er bei Gott.²⁸ +1 Korinther 1Kor 54 7 24 28 Jeder bleibe so in seinem früheren Stande, dass er sich nicht von Gott entfernt, mithin, wenn derselbe sich mit dem Dienste Gottes nicht vereinigen lässt, ändere er denselben. +1 Korinther 1Kor 54 7 25 De virginibus autem præceptum Domini non habeo: consilium autem do, tamquam misericordiam consecutus a Domino, ut sim fidelis. In Hinsicht der Jungfrauen aber habe ich kein Gebot vom Herrn;²⁹ einen Rat³⁰ indes gebe ich, als einer, der vom Herrn die Barmherzigkeit erlangt hat, treu zu sein. +1 Korinther 1Kor 54 7 25 29 Waren auch diejenigen, welche als Ledige oder Verwitwete zum Glauben kamen, weiter ehelos zu bleiben verpflichtet? Der Heiland hatte zwar auf Erden weilend die Vorzüge der Jungfräulichkeit gepriesen, aber nichts darüber bestimmt, ja jedes Gebot fast untersagt (Chrys.), denn ein Werk der Gnade ist ein Gegenstand des Wunsches und freier Wahl, nicht des Zwanges (Ambros.). Der Apostel redet hier von beiden Geschlechtern, ähnlich wie der Heiland [Mt 19,12]. +1 Korinther 1Kor 54 7 25 30 Der Unterschied zwischen Gebot und Rat ist der, dass der Ungehorsam gegen das erstere eine Sünde ist, betrifft es doch ein notwendiges Gut, das Nichtannehmen des Letzteren keine Sünde (Aug.), weil der Rat das bessere Gute vorstellt. Da Paulus fürchtet, auch so auf Widerspruch zu treffen, fügt er die Erinnerung an seine apostolische Würde bei. Nicht als privater, dem Irrtum unterworfener Mensch gibt er diesen Rat, sondern fest überzeugt, dass er den Heil. Geist besitzt. +1 Korinther 1Kor 54 7 26 Existimo ergo hoc bonum esse propter instantem necessitatem, quoniam bonum est homini sic esse. Ich erachte also dafür, es sei dies gut³¹ wegen der obwaltenden Not,³² nämlich, dass es dem Menschen gut ist, so zu sein. +1 Korinther 1Kor 54 7 26 31 Dies: dass es dem Menschen gut ist, wenn er unvermählt bleibt. +1 Korinther 1Kor 54 7 26 32 Wegen der Vielen und mannigfachen Heimsuchungen und Kümmernisse, welche das gegenwärtige Leben mit sich bringt, und welchen die Verheirateten vielmehr als die Unverheirateten ausgesetzt sind, da jene für sich zugleich und die ihrigen sorgen müssen. Die Not ist obwaltend, weil die Eheleute sich nie von derselben losmachen können. Diese Not hindert den Menschen, sich ganz Gottes Dienst zu weihen (V. 32ff). +1 Korinther 1Kor 54 7 27 Alligatus es uxori? noli quærere solutionem. Solutus es ab uxore? noli quærere uxorem. Bist du an eine Frau gebunden, so suche keine Lösung;³³ bist du aber frei, so suche keine Frau. +1 Korinther 1Kor 54 7 27 33 Damit niemand aber die Ehe derart herabsetze, dass er vermeinte, eine bereits geschlossene müsse gelöst, eine neue dürfe von Unverheirateten nicht eingegangen werden, weist der heil. Paulus darauf hin, dass er nur von den Ledigen gesprochen und zudem nur einen Rat gegeben hat. Für Verheiratete gelten jene Gebote und Räte, welche bereits in V. 10ff aufgestellt sind. +1 Korinther 1Kor 54 7 28 Si autem acceperis uxorem: non peccasti. Et si nupserit virgo, non peccavit: tribulationem tamen carnis habebunt hujusmodi. Ego autem vobis parco. Wenn du aber eine Frau nimmst, so sündigst du nicht; und wenn die Jungfrau heiratet, so sündigt sie nicht;³⁴ jedoch werden solche Bedrängnis des Fleisches haben.³⁵ Ich aber schone eurer.³⁶ +1 Korinther 1Kor 54 7 28 34 Dieser Zusatz soll zeigen, dass die vorhergehenden Worte nur ein Rat sind, selbstverständlich nur für die, welche durch kein Gelübde Gott verbunden sind (Chrys., Theod.). +1 Korinther 1Kor 54 7 28 35 Die in V. 26 erwähnten. +1 Korinther 1Kor 54 7 28 36 Euch die Bedrängnisse zu ersparen wünschend, gebe ich euch den Rat, ehelos zu bleiben. +1 Korinther 1Kor 54 7 29 Hoc itaque dico, fratres: Tempus breve est: reliquum est, ut et qui habent uxores, tamquam non habentes sint: Dies nun, Brüder! sage ich:³⁷ Die Zeit ist kurz,³⁸ es erübrigt, dass auch die, welche Frauen haben, seien, als hätten sie keine;³⁹ +1 Korinther 1Kor 54 7 29 37 V. 29 31 sind der Obersatz, V. 32 34 der Untersatz, V. 35 die Folgerung eines Syllogismus. +1 Korinther 1Kor 54 7 29 38 Die Zeit dieses Lebens ist nach Gottes Vorsehung eine kurze (Hieron., Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 7 29 39 Der Gebrauch der Ehe wird nicht verboten, doch soll sich niemand durch ihre Annehmlichkeiten oder Lasten von seiner Hauptpflicht, dem Dienste Gottes, zurückhalten oder abwenden lassen. +1 Korinther 1Kor 54 7 30 Et qui flent, tamquam non flentes: et qui gaudent, tamquam non gaudentes: et qui emunt, tamquam non possidentes: und die, welche weinen, als weinten sie nicht; und die, welche sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die, welche kaufen, als besäßen sie nichts; +1 Korinther 1Kor 54 7 31 Et qui utuntur hoc mundo, tamquam non utantur: præterit enim figura hujus mundi. und die, welche diese Welt genießen, als genössen sie dieselbe nicht;⁴⁰ denn die Gestalt⁴¹ dieser Welt vergeht. +1 Korinther 1Kor 54 7 31 40 Der Apostel spricht (wie der griech. Text zeigt) von einem Genusse, der über das Maß der Notwendigkeit hinausgeht. +1 Korinther 1Kor 54 7 31 41 Die äußere Gestalt. Wir dürfen uns den Dingen dieser Welt und ihren Sorgen nicht gänzlich überlassen, da eine Sorge unser ganzes Herz erfüllen soll, von der in den nächsten Versen die Rede ist. +1 Korinther 1Kor 54 7 32 Volo autem vos sine sollicitudine esse. Qui sine uxore est, sollicitus est quæ Domini sunt, quomodo placeat Deo. Ich wünschte aber, ihr möchtet ohne Sorge sein. Wer unverheiratet ist, ist um das besorgt, was des Herrn ist, wie er Gott wohlgefallen möge. +1 Korinther 1Kor 54 7 33 Qui autem cum uxore est, sollicitus est quæ sunt mundi, quomodo placeat uxori, et divisus est. Wer aber verheiratet ist, ist um das besorgt, was der Welt ist, wie er seinem Weibe gefallen möge, und ist geteilt.⁴² +1 Korinther 1Kor 54 7 33 42 Es gilt dies für beide Geschlechter. +1 Korinther 1Kor 54 7 34 Et mulier innupta, et virgo cogitat quæ Domini sunt, ut sit sancta corpore, et spiritu. Quæ autem nupta est, cogitat quæ sunt mundi, quomodo placeat viro. Und das unverheiratete Weib und die Jungfrau⁴³ ist auf das bedacht, was des Herrn ist, dass sie heilig sei an Leib und Geist; die Verheiratete aber ist auf das bedacht, was der Welt ist, wie sie dem Manne gefallen möge.⁴⁴ +1 Korinther 1Kor 54 7 34 43 Der Zusatz: Jungfrau ist beigesetzt, damit die Leser nicht nur an die Witwen dachten. +1 Korinther 1Kor 54 7 34 44 Zwar will der Apostel, dass alle Christen heilig seien an Leib und Seele; dennoch hält er es für notwendig, darauf hinzuweisen, dass es den Verheirateten schwerer ist, sich vom Geiste der Welt frei zu halten, als den Ehelosen, da jene größerer Gnaden bedürfen, mithin ist die Ehelosigkeit vorzuziehen. (Aug.) +1 Korinther 1Kor 54 7 35 Porro hoc ad utilitatem vestram dico: non ut laqueum vobis injiciam, sed ad id, quod honestum est, et quod facultatem præbeat sine impedimento Dominum obsecrandi. Dieses sage ich jedoch zu eurem Besten;⁴⁵ nicht um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern zur Wohlanständigkeit⁴⁶ und zur Förderung ungestörten Gebetes zum Herrn. +1 Korinther 1Kor 54 7 35 45 Sorgfältig scheidet der Apostel das, was nützlich ist, von dem, was notwendig ist. Wie die Jäger die Tiere des Waldes mit Schlingen ihrer Freiheit berauben, so wird die Freiheit der Menschen durch Gesetze beschränkt; aber der heil. Apostel will den Gläubigen nicht ihre Freiheit rauben, sondern stellt ihnen als guter Vater, der ihr Bestes sucht, jenes große Vorrecht vor Augen, dessen sich alle unverheirateten und jungfräulichen Menschen erfreuen. +1 Korinther 1Kor 54 7 35 46 Der Apostel hat hier die Vollkommenheit derselben, nicht das gewöhnliche Maß im Sinne (Aug.). +1 Korinther 1Kor 54 7 36 Si quis autem turpem se videri existimat super virgine sua, quod sit superadulta, et ita oportet fieri: quod vult faciat: non peccat, si nubat. Wenn aber jemand meint,⁴⁷ es gereiche ihm zur Unehre, wenn seine Jungfrau über die Jahre hinauskommt, und es so geschehen muss,⁴⁸ so tue er, was er will; er sündigt nicht, wenn sie heiratet. +1 Korinther 1Kor 54 7 36 47 Für die jungen Männer, welche über sich selbst zu bestimmen berechtigt sind, konnte der V. 27 erteilte Rat ausreichen, da aber die Jungfrauen von den Eltern abhängen, gibt der Apostel auch diesen einige Anweisungen. Sie sündigen nicht, wenn sie ihre Töchter zur Ehe geben (V. 36), tun aber gut daran, wenn sie dieselben ihre Jungfräulichkeit bewahren lassen (V. 37); gut ist die Ehe, besser die Jungfräulichkeit (V. 38). +1 Korinther 1Kor 54 7 36 48 Wohl ist es auch für die Eltern eine Ehre, eine Tochter zu haben, die Jungfrau ist, doch nicht alle fassen dies. Wenn aber der Vater urteilt, dass die Tochter, wenn sie über die Jahre hinauskommt, leicht sich und ihre Familie in Schande bringen würde, und dass er sie deshalb verheiraten muss, so tue er, was er will. +1 Korinther 1Kor 54 7 37 Nam qui statuit in corde suo firmus, non habens necessitatem, potestatem autem habens suæ voluntatis, et hoc judicavit in corde suo, servare virginem suam, bene facit. Wer aber in seinem Herzen fest beschlossen hat, ohne Zwang, vielmehr nach seinem Willen frei handelnd, und sich dafür in seinem Herzen entschieden hat, seine Jungfrau zu bewahren, der tut wohl daran.⁴⁹ +1 Korinther 1Kor 54 7 37 49 Jeder einzelne Ausdruck ist ein Gegenstand zu den entsprechenden Worten des vorhergehenden Verses. Wer in seinem Herzen fest beschlossen hat, weil für ihn keine Notwendigkeit vorliegt, die seiner Tochter den Wunsch einer Heirat, ihm die Zustimmung nahe legt, tut recht, indem er sie die freiwillige Jungfrauschaft bewahren lässt. +1 Korinther 1Kor 54 7 38 Igitur et qui matrimonio jungit virginem suam, bene facit: et qui non jungit, melius facit. Sonach denn, wer seine Jungfrau verheiratet, tut recht; und wer sie nicht verheiratet, tut besser. +1 Korinther 1Kor 54 7 39 Mulier alligata est legi quanto tempore vir ejus vivit: quod si dormierit vir ejus, liberata est: cui vult nubat: tantum in Domino. Das Weib ist an das Gesetz gebunden,⁵⁰ so lange ihr Mann lebt; wenn aber ihr Mann entschlafen ist,⁵¹ so ist sie frei geworden; sie heirate, wen sie will, allein im Herrn.⁵² [Röm 7,2] +1 Korinther 1Kor 54 7 39 50 Das Gesetz der Ehe, dass sie mit keinem anderen Manne sein darf. +1 Korinther 1Kor 54 7 39 51 Dieser Ausdruck wird in der heil. Schrift nur bei denen angewendet, welche auf eine glorreiche Auferstehung hoffen dürfen, d. i. den Gerechten. +1 Korinther 1Kor 54 7 39 52 Der Zusatz bestimmt die Person näher: wen sie will. +1 Korinther 1Kor 54 7 40 Beatior autem erit si sic permanserit secundum meum consilium: puto autem quod et ego Spiritum Dei habeam. Seliger aber wird sie sein, wenn sie so bleibt, nach meinem Rate;⁵³ ich meine aber, dass auch ich Gottes Geist habe.⁵⁴ +1 Korinther 1Kor 54 7 40 53 Warum sie seliger ist, sagt der Apostel zwar nicht ausdrücklich, der vorhergehende Preis der Jungfräulichkeit aber zeigt, dass sie so einen geistigen Vorteil gewinnt. +1 Korinther 1Kor 54 7 40 54 Wie der heil. Paulus vom Anfange seiner Erörterung über die Ehelosigkeit auf seine Würde hinweist (V. 25), ob auch mit großer Bescheidenheit, so auch hier. +1 Korinther 1Kor 54 8 0 2. Fragen über die Götzenopfer. (8,1 11,1): a. Theoretische Lösung der Frage (V. 13): das Essen des den Götzen geopferten Fleisches ist an sich nicht verboten (V. 8), indes führt der Genuss desselben bisweilen die Gefahr eines Ärgernisses herbei. +1 Korinther 1Kor 54 8 1 De iis autem, quæ idolis sacrificantur, scimus quia omnes scientiam habemus. Scientia inflat, caritas vero ædificat. Hinsichtlich dessen aber, was den Götzen geopfert wird,¹ wissen wir,² weil wir alle³ Erkenntnis haben. Die Erkenntnis macht aufgeblasen, die Liebe hingegen erbaut.⁴ +1 Korinther 1Kor 54 8 1 1 Wenngleich die Frage über die Götzenopfer durch den Erlass des Apostelkonzils [Apg 15,23ff] bereits ihre Entscheidung gefunden hatte, waren dennoch in Korinth verschiedene Zweifel aufgetaucht. Das Aposteldekret war freilich zunächst nur für die Heidenchristen von Antiochia, Syrien und Cilicien erlassen [Apg 15,23] und in den Kirchen dieser Länder verkündet worden. [Apg 15,30.41Apg 16,4], Für jene Gegenden lag auch eine besondere Notwendigkeit für dasselbe vor, da in denselben die Zahl der Juden überaus groß war. Anders verhielt sich die Sache in Macedonien und Griechenland, wo die Juden so wenig zahlreich waren, dass sie nicht einmal in allen größeren Städten Synagogen hatten. War hier die Gefahr des Ärgernisses eine geringere, so war auch die Schwierigkeit, das Dekret in seiner ganzen Ausdehnung auszuführen, größer. Die Ursache des Ärgernisses, das man nehmen konnte, lag darin, dass diejenigen Teile des Opfertieres, welche den Opfernden zurückgegeben wurden, gleichsam von den Götzen zurückgeschenkt schienen. Diese zurückgegebenen Teile wurden entweder von den Opfernden selbst verzehrt, oder verkauft, oder den Armen geschenkt. Viele Korinther hielten den Genuss dieses Fleisches für erlaubt [1Kor 6,12, 1Kor 10,23], einige nahmen wohl selbst an Opfermahlzeiten im heidnischen Tempel teil, andere wagten das Letztere zwar nicht, aber aßen im Übrigen alles Fleisch, ohne nach dem Ursprunge zu forschen, wieder andere endlich fragten, ehe sie kauften oder genossen, ängstlich, ob es nicht etwa von einem Götzenopfer herrühre. Es handelte sich also für den Apostel darum, weder die unberechtigte Ängstlichkeit der Schwachen zu vermehren, noch die christliche Freiheit für die gebührende Grenze auszudehnen. Bei seiner Lösung der Frage steht ihm das Opferdekret vor Augen, das er, ob er es gleich nicht anführt, authentisch erklärt. +1 Korinther 1Kor 54 8 1 2 Der Satz ist nicht vollendet. Die Erwähnung des Wissens führt den Apostel dazu, die Eigenschaften des rechten Wissens darzulegen, so dass erst V. 4 der Gegenstand des Wissens genannt wird. +1 Korinther 1Kor 54 8 1 3 Die Vollkommeneren, die Geistigen. [1Kor 2,12] +1 Korinther 1Kor 54 8 1 4 Die rein menschliche Erkenntnis macht aufgeblasen, wenn man sie ohne die Hilfe der Liebe schlecht anwendet. (Aug., Thom.) Die Liebe erbaut: die ganze Kirche und die einzelnen Gläubigen sind gleichsam ein Tempel Gottes; wer zum Fortschritt der Kirche und ihrer Glieder beiträgt, erbaut jenen; dies tut die Liebe im Verein mit der Erkenntnis. +1 Korinther 1Kor 54 8 2 Si quis autem se existimat scire aliquid, nondum cognovit quemadmodum oporteat eum scire. Wenn aber jemand vermeint, etwas zu wissen, so hat er noch nicht erkannt, wie er wissen muss.⁵ +1 Korinther 1Kor 54 8 2 5 Wer von Stolz verblendet etwas zu wissen glaubt, was eine tiefere Erkenntnis des Christentums zum Gegenstande hat, kennt noch nicht einmal die Weise, wie er wissen soll, geschweige die Sache, welche er zu kennen meint; denn eine wahre Erkenntnis muss praktisch und nützlich sein. +1 Korinther 1Kor 54 8 3 Si quis autem diligit Deum, hic cognitus est ab eo. Wenn jemand Gott liebt,⁶ der ist von ihm erkannt.⁷ +1 Korinther 1Kor 54 8 3 6 Die wahre Gottesliebe schließt die Nächstenliebe in sich. +1 Korinther 1Kor 54 8 3 7 Dieser ist zur Freundschaft mit Gott erhoben und mit allen Gütern bereichert, unter denen auch die rechte Erkenntnis ist (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 8 4 De escis autem, quæ idolis immolantur, scimus quia nihil est idolum in mundo, et quod nullus est Deus, nisi unus. In Betreff der Speisen aber, welche den Götzen geopfert werden, wissen wir,⁸ dass ein Götze nichts in der Welt ist, und dass kein Gott ist, als nur der eine.⁹ +1 Korinther 1Kor 54 8 4 8 Vergl. Anm. 2. +1 Korinther 1Kor 54 8 4 9 Der Apostel hat wohl [Ps 95,5] vor Augen. Ein Götze ist ein Name ohne Sache, ein Bildnis menschlichen Irrtums, nichts in der Wirklichkeit der Dinge. +1 Korinther 1Kor 54 8 5 Nam etsi sunt qui dicantur dii sive in clo, sive in terra (siquidem sunt dii multi, et domini multi): Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt, sei es im Himmel, sei es auf Erden (wie es denn viele Götter gibt und viele Herren¹⁰), +1 Korinther 1Kor 54 8 5 10 Durch Missbrauch des Namens. (Tert.) Wir Christen kennen die wahre Bedeutung der Namen. Darum haben wir Christen einen Gott und einen Herrn. (Chrys., Thom.). In Wahrheit ist nur der Gott, welcher der Urheber aller Dinge und unser letztes Ziel ist, wie es nur einen Herrn gibt: den, durch welchen alles erschaffen ist, und durch den wir erlöst sind, das Mensch gewordene Wort Gottes. +1 Korinther 1Kor 54 8 6 Nobis tamen unus est Deus, Pater, ex quo omnia, et nos in illum: et unus Dominus Jesus Christus, per quem omnia, et nos per ipsum. so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alles ist, und für den wir sind; und einen Herrn, Jesus Christus, durch welchen alles ist, und wir durch ihn.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 8 6 11 In beiden Gliedern dieses Verses wird die Schöpfung und Erlösung berührt. +1 Korinther 1Kor 54 8 7 Sed non in omnibus est scientia. Quidam autem cum conscientia usque nunc idoli, quasi idolothytum manducant: et conscientia ipsorum cum sit infirma, polluitur. Allein nicht alle haben die Erkenntnis;¹² vielmehr essen einige, mit ihren noch nicht abgelegten Begriffen von den Götzen, es als Götzenopfer, und ihr Gewissen wird, weil es schwach ist, dadurch befleckt.¹³ +1 Korinther 1Kor 54 8 7 12 Sind die Götzenbilder nichts, so ist auch das Götzenopfer nichts, d. i.: das Fleisch ändert seine Natur nicht durch die den Götzen gemachte Darbringung, es erwirbt weder eine Kraft, wie die Heiden vermeinten, noch wird es befleckt, wie die Juden glaubten, und macht also die, welche es genießen, durch sich weder heiliger, noch unreiner. Alles ist von Gott dem Vater und durch Jesus Christus, also ist auch der Genuss von allem gestattet, aber dennoch kann das, was an sich erlaubt ist, durch die Umstände unerlaubt werden. Nicht alle haben eine ausreichende Erkenntnis. Dass nur ein Gott ist und die Götzenbilder nichts sind, wussten die Christen alle, aber nicht alle machten die praktische Anwendung, und in den sechs Jahren seit ihrer Bekehrung hatten noch nicht alle Gläubigen die Ehrfurcht oder die Furcht vor den Götzen genügend überwunden. +1 Korinther 1Kor 54 8 7 13 Das Gewissen ist der innere Richter, welcher lehrt, was zu tun ist, und das Rechte billigt, das Böse missbilligt, im Verein mit dem, von dem es die Kenntnis des Guten und Bösen hat. Vor der Bekehrung waren dies die Götzen. +1 Korinther 1Kor 54 8 8 Esca autem nos non commendat Deo. Neque enim si manducaverimus, abundabimus: neque si non manducaverimus, deficiemus. Speise gibt uns keinen Wert bei Gott. Denn weder werden wir etwas voraus haben, wenn wir essen, noch nachstehen, wenn wir nicht essen.¹⁴ [Röm 14,17 (korr.Röm 14,7Röm 14,17; vgl. Allioli 1839)] +1 Korinther 1Kor 54 8 8 14 Die Speise fordert den Fortgang im Guten nicht, noch bringt die Enthaltung davon geistigen Schaden. +1 Korinther 1Kor 54 8 9 Videte autem ne forte hæc licentia vestra offendiculum fiat infirmis. Sehet aber zu, dass diese eure Freiheit¹⁵ nicht etwa den Schwachen zum Anstoß werde. [Röm 14,20] +1 Korinther 1Kor 54 8 9 15 Dieses Wort nimmt wohl etwas ironisch Bezug auf den Wahlspruch der Korinther [1Kor 6,12, 1Kor 10,23] (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 8 10 Si enim quis viderit eum, qui habet scientiam, in idolio recumbentem: nonne conscientia ejus, cum sit infirma, ædificabitur ad manducandum idolothyta? Denn wenn jemand den, welcher die Erkenntnis hat, im Götzentempel zu Tische sitzen sieht, wird nicht sein Gewissen, da es schwach ist, ermutigt werden, Götzenopfer zu essen?¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 8 10 16 Wie sehr ein solches Verhalten dem christlichen Gesetze widerspricht, zeigt der Apostel unten [1Kor 10,14ff]; hier will er nur auf den Schaden hinweisen, den es dem Nächsten bringt, wenn dieser dem Beispiele anderer folgt und so gegen sein Gewissen handelt. Ironisch nennt der Apostel dieses Vorgehen erbauen, um die Christen an die Pflicht, zu erbauen und nicht Ärgernis zu geben, zu erinnern. Dem Schwachen wird ein Unrecht angetan, der doch seiner Schwachheit wegen größerer Rücksicht bedarf, dem Bruder, dem man größere Liebe schuldet als anderen, dem Bruder, den Christus so hoch geschätzt hat, dass er für ihn sein Leben dahingab! Dazu ist das Unrecht ein überaus schweres: der Bruder geht zu Grunde, das Blut, welches Christus für ihn vergossen, wird seiner Frucht beraubt. Endlich ist die Ursache, aus welcher man ein so großes Unrecht tut, eine überaus leichte: Weil du deine richtige Erkenntnis öffentlich zeigen willst. +1 Korinther 1Kor 54 8 11 Et peribit infirmus in tua scientia frater, propter quem Christus mortuus est? So wird durch deine Erkenntnis der schwache Bruder verloren gehen, um dessen willen Christus gestorben ist. [Röm 14,15] +1 Korinther 1Kor 54 8 12 Sic autem peccantes in fratres, et percutientes conscientiam eorum infirmam, in Christum peccatis. Wenn ihr euch aber so gegen die Brüder versündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, sündigt ihr gegen Christus.¹⁷ [Röm 14,21 (korr.Röm 4,21Röm 14,21; vgl. Allioli 1839)] +1 Korinther 1Kor 54 8 12 17 Eure schwachen Brüder sind nicht weniger als ihr, Glieder des Leibes Christi. +1 Korinther 1Kor 54 8 13 Quapropter si esca scandalizat fratrem meum: non manducabo carnem in æternum, ne fratrem meum scandalizem. Darum¹⁸ werde ich, wenn eine Speise meinem Bruder Anstoß gibt, kein Fleisch¹⁹ essen in Ewigkeit, damit ich meinem Bruder nicht Anstoß gebe. +1 Korinther 1Kor 54 8 13 18 Aus allen angeführten Gründen, besonders aber wegen des V. 12 angegebenen. +1 Korinther 1Kor 54 8 13 19 Ich will überhaupt kein Fleisch essen, und dies auf immer und einzig, um dem schwachen Bruder kein Ärgernis zu geben. Er erklärt sich dazu bereit, falls die angegebene Bedingung es erfordert. +1 Korinther 1Kor 54 9 0 b. Der Apostel stellt sein Beispiel vor Augen: da er alle retten wollte, hat er es vermieden, irgend jemanden Anstoß zu geben (9,1 10,14): 1. Der Apostel hat größerer Vollkommenheit halber dem Rechte entsagt, dass er als Apostel hatte, von anderen erhalten zu werden. (V. 18) 2. Der Apostel ist, um sicherer das Heil zu erlangen, allen alles geworden. (V. 23) 3. So müssen also die Korinther seinem Vorbilde folgen, wollen sie den Siegespreis erlangen. (9,24 10,14) +1 Korinther 1Kor 54 9 1 Non sum liber? Non sum Apostolus? Nonne Christum Jesum Dominum nostrum vidi? Nonne opus meum vos estis in Domino? Bin ich nicht frei?¹ Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Christus Jesus, unsern Herrn, gesehen?² Seid nicht ihr mein Werk im Herrn? +1 Korinther 1Kor 54 9 1 1 Der Apostel hat sich bereit erklärt, nie Fleisch zu essen. Damit es klar werde, dass nur die Liebe ihn dazu bewegt, zeigt er, dass er durchaus frei ist (Thom.) und einzig die Rücksicht auf das Ärgernis seiner Brüder ihn dazu bewegen werde, sich des Erlaubten zu enthalten. +1 Korinther 1Kor 54 9 1 2 Der Apostel beweist seine Würde als Apostel: er ist Augenzeuge der Auferstehung Jesu Christi gewesen [Apg 26,15-18, Apg 9,17, Apg 22,14ff] und unten [1Kor 15,8] und hat wirksam das Evangelium verkündet. +1 Korinther 1Kor 54 9 2 Et si aliis non sum Apostolus, sed tamen vobis sum: nam signaculum Apostolatus mei vos estis in Domino. Wenn ich für andere kein Apostel bin,³ so bin ich es doch für euch; denn das Siegel meines Apostelamtes seid ihr im Herrn. +1 Korinther 1Kor 54 9 2 3 Dass er auch anderen ein Apostel gewesen, sagt er selbst [Röm 15,18ff]. Der Sinn ist mithin: wenn vielleicht andere, unter denen ich das Evangelium nicht verkündet habe, meine Würde in Zweifel ziehen, eure Kirche ist mein Zeugnis. +1 Korinther 1Kor 54 9 3 Mea defensio apud eos, qui me interrogant, hæc est. Meine Verteidigung vor denen, welche mich zur Rede stellen, ist diese: +1 Korinther 1Kor 54 9 4 Numquid non habemus potestatem manducandi, et bibendi? Haben wir nicht die Befugnis,⁴ uns Essen und Trinken reichen zu lassen? [Lk 10,8] +1 Korinther 1Kor 54 9 4 4 Da Paulus ein wahrer Apostel ist, hat er auch die Rechte eines solchen. Zu diesen gehört u. a. das Recht von den Kirchen, in denen er tätig ist, den Unterhalt zu empfangen, wie dies das Verhalten anderer Apostel (V. 5, 6), Beispiele aus dem täglichen Leben (V. 7), die heil. Schrift (V. 8 11), der Vergleich mit anderen Lehren und den Dienern des Tempels (V. 12, 13), das Gebot des Herrn zeigt. +1 Korinther 1Kor 54 9 5 Numquid non habemus potestatem mulierem sororem circumducendi sicut et ceteri Apostoli, et fratres Domini, et Cephas? Haben wir nicht die Befugnis, eine Frau, eine Schwester, mitzuführen,⁵ wie auch die übrigen Apostel, und die Brüder des Herrn, und Kephas?⁶ +1 Korinther 1Kor 54 9 5 5 Es war jüdische Sitte, welche durchaus gebilligt war, dass vermögende Frauen den Lehrern die Mittel zum Unterhalte gewährten, indes konnte eine solche Gewohnheit bei den Heiden Ärgernis erregen (Hier.). Das Wort eine Frau weist darauf hin, dass dieselbe bereits vorgerückt war an Jahren, eine Witwe, der Zusatz Schwester bezeichnet sie als Christin. +1 Korinther 1Kor 54 9 5 6 Die Aufzählung enthält eine Steigerung: wie die übrigen Apostel und wie jene, welche als Brüder des Herrn im Apostelkolleg ein besonderes Ansehen genießen, und endlich das Haupt desselben, Kephas. Die Brüder des Herrn unter den Aposteln sind Jakobus der Jüngere, Simon der Eiferer, Judas Thaddäus. Der Heiland hatte ihnen, wohl damit sie ihre Berufung nicht der Verwandtschaft zuschrieben, die letzten Stellen vor Judas zugewiesen. [Mt 10,3, Mk 3,18] Die Mutter Jakobus des Jüngeren war Maria, die Schwester der Mutter des Herrn [Joh 19,25], d. i. die Frau des Kleophas, Bruder des heil. Joseph, nicht leibliche Schwester der heil. Jungfrau. Jene Brüder des Herrn waren also seine Vettern. +1 Korinther 1Kor 54 9 6 Aut ego solus, et Barnabas, non habemus potestatem hoc operandi? Oder haben nur ich und Barnabas nicht die Befugnis, dies zu tun?⁷ +1 Korinther 1Kor 54 9 6 7 Griech.: Die Befugnis nicht (mit den Händen) zu arbeiten; Barnabas war also, obwohl die Apostelgeschichte davon nichts sagt, bei der Gründung der Kirche von Korinth mittätig, oder hatte die Arbeiten des heil. Paulus fortgeführt. +1 Korinther 1Kor 54 9 7 Quis militat suis stipendiis umquam? Quis plantat vineam, et de fructu ejus non edit? Quis pascit gregem, et de lacte gregis non manducat? Wer dient je im Kriege auf eigene Kosten? Wer pflanzt einen Weinberg, und genießt nicht von seiner Frucht? Wer weidet eine Herde, und nährt sich nicht von der Milch der Herde?⁸ +1 Korinther 1Kor 54 9 7 8 Auch die Apostel sind Soldaten, Weingärtner, Hirten. Wie also der Soldat nicht mit seiner Hände Arbeit sich den Unterhalt erwerben darf, sondern von denen erhalten wird, zu deren Nutzen er die Waffen trägt, wie die Weingärtner kein anderes Gewerbe treiben, sondern von den Früchten ihren Lebensbedarf erhalten, wie die Hirten das, wessen sie bedürfen, der Herde entnehmen, so können jene, welche als Streiter Christi gegen den bösen Feind kämpfen und die Gläubigen zum Heile führen, nicht gezwungen werden, sich den täglichen Unterhalt durch die Arbeit ihrer Hände zu suchen. Die Gemeinden sind Weingärten, welche sie gepflanzt haben und bebauen, ihre Herden, welche sie weiden und verteidigen, also haben sie das Recht, von ihnen unterhalten zu werden. Das erste Bild weist gleichzeitig auf die Gefahren hin, denen sich die Apostel beständig aussetzen müssen, das andere auf die Mühen, das dritte auf die beständige Sorge für die Gläubigen (Chrys.). Endlich verlangt der Apostel nichts Überflüssiges, sondern nur das Notwendigste. +1 Korinther 1Kor 54 9 8 Numquid secundum hominem hæc dico? An et lex hæc non dicit? Sage ich dies nach Menschenweise? Oder sagt dies nicht auch das Gesetz?⁹ +1 Korinther 1Kor 54 9 8 9 Damit dies alles nicht allein Forderungen menschlicher Weisheit scheinen, fügt der Apostel das Zeugnis der heil. Schrift bei. +1 Korinther 1Kor 54 9 9 Scriptum est enim in lege Moysi: Non alligabis os bovi trituranti. Numquid de bobus cura est Deo? Denn es steht geschrieben im Gesetze Moses: Du sollst dem dreschenden Ochsen nicht das Maul verbinden.¹⁰ Trägt Gott etwa für die Ochsen Sorge? +1 Korinther 1Kor 54 9 9 10 [Dtn 25,4] In Palästina drischt man, indem man Ochsen über das Getreide führt, damit sie die Körner austreten. +1 Korinther 1Kor 54 9 10 An propter nos utique hoc dicit? Nam propter nos scripta sunt: quoniam debet in spe qui arat, arare: et qui triturat, in spe fructus percipiendi. Oder sagt er dies nicht vielmehr unsertwegen?¹¹ Ja, unsertwegen ist es geschrieben; dass der Pflügende in Hoffnung pflügen soll,¹² und der Dreschende in der Hoffnung, an der Frucht Anteil zu haben. +1 Korinther 1Kor 54 9 10 11 Der Apostel redet von jener besonderen Vorsehung, welche vernünftige Geschöpfe durch bestimmte Vorschriften zu ihren besonderen Zielen leitet. Mehr als die Tiere ist jeder Mensch, der für andere tätig ist, Lohnes würdig. +1 Korinther 1Kor 54 9 10 12 Die Pflicht liegt dem Herrn der Ernte und es Ackers ob. +1 Korinther 1Kor 54 9 11 Si nos vobis spiritualia seminavimus, magnum est si nos carnalia vestra metamus? Wenn wir euch das Geistige gesät haben, ist es da etwas Großes, wenn wir euer Fleischliches ernten?¹³ [Röm 15,27] +1 Korinther 1Kor 54 9 11 13 Der Apostel ändert das Gleichnis ein wenig: die Säenden entsprechen den Pflügenden und Dreschenden, die Erntenden denen, welche ihre Früchte bereits erhalten. Die apostolischen Arbeiter säen, indem sie das Evangelium predigen, aus dem die reichste Ernte geistiger Güter hervorgeht, sie ernten Fleischliches, dasjenige, was zum Lebensunterhalte notwendig ist. Die Ackerbauer pflegen sonst weit mehr Früchte zu ernten und derselben Art zwar, als sie säen; die Apostel weniger und niedriger Art. +1 Korinther 1Kor 54 9 12 Si alii potestatis vestræ participes sunt, quare non potius nos? Sed non usi sumus hac potestate: sed omnia sustinemus, ne quod offendiculum demus Evangelio Christi. Wenn andere¹⁴ des Anrechtes auf euch teilhaftig sind, warum nicht vielmehr wir? Aber wir haben von diesem Rechte keinen Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles, um nicht dem Evangelium Christi ein Hindernis zu bereiten.¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 9 12 14 Untergeordnete Lehrer. +1 Korinther 1Kor 54 9 12 15 Wenn die Heiden sahen, wie die Apostel von Land zu Land zogen, konnten sie leicht Anstoß nehmen, wenn diese sich von den Gläubigen erhalten ließen, und auch ärmere Christen konnten den Beitrag für die Erhaltung ihrer Lehrer schwer empfinden. Welche Hochachtung hingegen mussten die Heiden hegen, wenn sie sahen, wie der Apostel Tag und Nacht arbeitete, um niemand lästig zu fallen, und wie er nicht die Habe, sondern die Seelen der Neubekehrten suchte. +1 Korinther 1Kor 54 9 13 Nescitis quoniam qui in sacrario operantur, quæ de sacrario sunt edunt: et qui altari deserviunt, cum altari participant? Wisset ihr nicht, dass die, welche im Heiligtume beschäftigt sind, von dem Heiligtume essen, und die, welche des Altares warten, vom Altare ihren Teil empfangen?¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 9 13 16 Mit dem Altare teilen, so dass der Altar einen Teil, sie den anderen empfangen. Der Apostel redet von den jüdischen Priestern, die kein Erbteil außer diesen Anteil am Altare empfangen hatten. +1 Korinther 1Kor 54 9 14 Ita et Dominus ordinavit iis, qui Evangelium annuntiant, de Evangelio vivere. So hat auch der Herr verordnet, dass die, welche das Evangelium predigen, vom Evangelium leben sollen.¹⁷ +1 Korinther 1Kor 54 9 14 17 Für die Apostel ist dies ein Vorrecht, dessen sie sich begeben dürfen, für die Gläubigen ein Gebot. Der heil. Paulus wählt jedes Wort geeignet. Er sagt nicht: die im Heiligtum beschäftigt sind, empfangen von denen, welche opfern, sondern: vom Altare, damit jene nicht stolz seien. So auch empfangen die Apostel vom Evangelium. Er sagt auch nicht (V. 14). Vom Evangelium Reichtümer sammeln, sondern nur leben (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 9 15 Ego autem nullo horum usus sum. Non autem scripsi hæc ut ita fiant in me: bonum est enim mihi magis mori, quam ut gloriam meam quis evacuet. Ich aber habe von nichts derartigem Gebrauch gemacht.¹⁸ Doch schreibe ich dieses nicht, damit es so mit mir gehalten werde; denn besser ist es für mich zu sterben, als dass jemand meinen Ruhm vernichtete. +1 Korinther 1Kor 54 9 15 18 Von keinem dieser Gründe, um den mir gebührenden Unterhalt zu fordern (Chrys., Ökum., Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 9 16 Nam si evangelizavero, non est mihi gloria: necessitas enim mihi incumbit: væ enim mihi est, si non evangelizavero. Denn wenn ich das Evangelium verkünde, gereicht dies mir nicht zum Ruhme, weil es mir als Notwendigkeit auferlegt ist; denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde.¹⁹ +1 Korinther 1Kor 54 9 16 19 Zur Verkündigung des Evangeliums war Paulus streng verpflichtet, so dass er vor Gott straffällig wäre, wollte er dieses unterlassen. Deshalb kann er sich ihrer so wenig rühmen, wie der Knecht, dem der Herr bei Androhung von Strafe etwas anbefiehlt. Aber dass er um des Herrn willen mehr getan, als er verpflichtet war, dessen will er sich rühmen im Herrn. +1 Korinther 1Kor 54 9 17 Si enim volens hoc ago, mercedem habeo: si autem invitus, dispensatio mihi credita est. Denn tue ich dies aus eigenem Antrieb,²⁰ so habe ich Belohnung; tue ich es aber geheißen, so ist mir das Amt anvertraut.²¹ +1 Korinther 1Kor 54 9 17 20 Dass das ihm anvertraute Amt seinen Lohn haben wird, erwähnt der heil. Paulus nicht, da dies allen bekannt ist, um nur von dem Werke zu reden, das er freiwillig auf sich genommen. Dieses wird ihm einen außerordentlichen Lohn erlangen. +1 Korinther 1Kor 54 9 17 21 Tut er das, was er selbst auf sich nimmt, nicht, so geht ihm der besondere Lohn verloren; vollbringt er aber das ihm aufgetragene Werk nicht, so verliert er nicht allein den Lohn, den Gott verheißen, sondern wird auch wegen seines Ungehorsams mit Recht gestraft. +1 Korinther 1Kor 54 9 18 Quæ est ergo merces mea? Ut Evangelium prædicans, sine sumptu ponam Evangelium, ut non abutar potestate mea in Evangelio. Welches ist also mein Lohn?²² Dies, dass ich das Evangelium, welches ich verkünde, ohne Entgelt predige, so dass ich das Recht, das mir bei seiner Verkündung zukommt, nicht ausnütze. +1 Korinther 1Kor 54 9 18 22 Was tue ich also, da die Sachen sich so verhalten, damit ich jenen besonderen Lohn erlange, den meine Predigt nicht verdient? +1 Korinther 1Kor 54 9 19 Nam cum liber essem ex omnibus, omnium me servum feci, ut plures lucrifacerem. Denn ob ich gleich keinem pflichtig war,²³ habe ich mich doch zum Knechte aller gemacht, um desto mehrere zu gewinnen. +1 Korinther 1Kor 54 9 19 23 Weil ich in der Wahl des Ortes, um das Evangelium zu verkünden, und in der Lebensweise von niemanden abhängig war, habe ich mich allen, denen ich das Evangelium verkündet habe, anbequemt, wie der Knecht seinem Herrn, einzig, um möglichst viele von denen, deren Knecht ich so ward, zu Christus und zur Seligkeit zu führen. +1 Korinther 1Kor 54 9 20 Et factus sum Judæis tamquam Judæos, ut Judæos lucrarer: Den Juden²⁴ bin ich wie ein Jude geworden, um die Juden zu gewinnen; +1 Korinther 1Kor 54 9 20 24 Wie er aller Knecht geworden ist, zeigt der heil. Paulus an drei Klassen: Juden (V. 20, 21) Heiden (V. 21) und schwachen Christen. (V. 22). Zuerst nennt er die Juden das Volk, um dann den Kreis erweiternd und die Religion bezeichnend (unter dem Gesetze) auch die Proselyten einzuschließen. Beispiele, wie Paulus den ungläubigen Juden ein Jude ward, siehe [Apg 16,3, Apg 21,18ff, Apg 24,17]. Er bequemte sich ihnen in Dingen an, welche an sich weder gut, noch böse waren. Sobald aber diese Anbequemung ein Ärgernis geben konnte, da die jüdischen Riten als zur Erlangung des Heiles notwendig hingestellt wurden, widerstand er heftig [Apg 15,2, Gal 2,1ff]. Er hatte durch seine Rücksichtnahme jene Juden allmählich auf seinen erhabenen Standpunkt erheben wollen. Nie aber ließ der heil. Paulus sich dazu herbei, eine dogmatische Anbequemung vorzunehmen. +1 Korinther 1Kor 54 9 21 Iis qui sub lege sunt, quasi sub lege essem (cum ipse non essem sub lege) ut eos, qui sub lege erant, lucrifacerem: iis, qui sine lege erant, tamquam sine lege essem (cum sine lege Dei non essem: sed in lege essem Christi) ut lucrifacerem eos, qui sine lege erant. denen, welche unter dem Gesetze sind, als wäre ich unter dem Gesetze (obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetze war), um die, welche unter dem Gesetze waren, zu gewinnen; denen, welche ohne Gesetz waren,²⁵ als wäre ich ohne Gesetz (obwohl ich nicht ohne Gottes Gesetz war, sondern unter dem Gesetze Christi),²⁶ um die zu gewinnen, welche ohne Gesetz waren. +1 Korinther 1Kor 54 9 21 25 Den Heiden, welche ohne das mosaische Ritualgesetz waren. +1 Korinther 1Kor 54 9 21 26 Damit niemand den Ausdruck ohne Gesetz falsch auslege, als ob die Christen kein Gesetz hätten, fügt er sogleich bei: ich war unter dem Gesetze Christi. Die Gegenüberstellung beider Gesetze zeigt, dass das mosaische Gesetz für die Christen keine Geltung hat; nur das moralische Gesetz ist geblieben, von Christus erneuert. [Gal 5,14, Gal 6,2, Röm 13,9.10] So ist also Christus nicht nur ein Erlöser, auf den wir bauen, sondern auch ein Gesetzgeber, dem wir gehorchen sollen. (Kirchenr. v. Trient, Sitz 6 Kann 21) +1 Korinther 1Kor 54 9 22 Factus sum infirmis infirmus, ut infirmos lucrifacerem. Omnibus omnia factus sum, ut omnes facerem salvos. Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen.²⁷ Allen bin ich alles geworden, um alle zu retten. +1 Korinther 1Kor 54 9 22 27 Um schwachen Christen kein Ärgernis zu geben, hat Paulus sich nach ihrer Schwäche gerichtet; bis er sie allmählich zu festerem Glauben und zu vollerer Kenntnis des Christentums emporgeführt hatte. Welche Vorbilder für die Korinther! (Chrys.) +1 Korinther 1Kor 54 9 23 Omnia autem facio propter Evangelium: ut particeps ejus efficiar. Alles aber tue ich um des Evangeliums²⁸ willen, damit ich desselben teilhaftig werde.²⁹ +1 Korinther 1Kor 54 9 23 28 Nach einigen griech. Handschriften: dass ich wenigstens einige errette. +1 Korinther 1Kor 54 9 23 29 Alles, was geschehen kann. Das Evangelium sind hier die im Evangelium allen, die Christi-Lehren und Gebote bewahren, gemachten Verheißungen. Das Griech. setzt bezeichnender: damit ich desselben mit denen, denen ich gepredigt, teilhaftig werde. In der Arbeit der erste, will er im Lohne aus Demut nicht der erste sein. Wie klar zeigt hier der Apostel, dass die Frommen auf den ihnen verheißenen Lohn schauen dürfen, um sich von aller Trägheit frei zu machen und ihren Eifer anzuspornen, wenn sie auch für Gottes Ehre vor allem wirken! (Vergl. Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap. 11, Kan. 31) +1 Korinther 1Kor 54 9 24 Nescitis quod ii, qui in stadio currunt, omnes quidem currunt, sed unus accipit bravium? Sic currite ut comprehendatis. Wisset ihr nicht,³⁰ dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer erlangt den Preis? Laufet so, dass ihr ihn erlanget!³¹ +1 Korinther 1Kor 54 9 24 30 Ich habe alles aus freien Stücken getan. Wundert euch nicht, sondern ahmet nach! +1 Korinther 1Kor 54 9 24 31 Das Bild ist von den Theatern hergenommen, welche in jeder Stadt sich fanden. In der Rennbahn erlangt nur einer den Siegespreis, den Christen ist derselbe ohne Ausnahme vorbereitet, wenn sie nur so laufen, wie jener eine. Laufet so, dass ihr ihn erlanget. Was dazu notwendig ist, sagt er im folgenden Verse. +1 Korinther 1Kor 54 9 25 Omnis autem, qui in agone contendit, ab omnibus se abstinet, et illi quidem ut corruptibilem coronam accipiant: nos autem incorruptam. Jeder aber, der im Kampfspiele ringt, enthält sich von allem, und zwar jene, um eine vergängliche Krone zu empfangen, wir aber eine unvergängliche. +1 Korinther 1Kor 54 9 26 Ego igitur sic curro, non quasi in incertum: sic pugno, non quasi arem verberans: Ich³² laufe demnach, nicht wie in's Ungewisse;³³ ich kämpfe,³⁴ nicht indem ich Luftstreiche tue,³⁵ +1 Korinther 1Kor 54 9 26 32 Ich, der ich weiß, dass mir eine unvergängliche Krone hinterlegt ist, wenn ich recht laufe usw. +1 Korinther 1Kor 54 9 26 33 Wer nicht weiß, wohin er laufen soll, läuft in's Ungewisse. +1 Korinther 1Kor 54 9 26 34 Wie es einem (Faust-) Kämpfer geziemt. +1 Korinther 1Kor 54 9 26 35 Dies Glied entspricht dem anderen: nicht in's Ungewisse. So darf derer, welcher sein Ziel erreichen will, nicht handeln. +1 Korinther 1Kor 54 9 27 Sed castigo corpus meum, et in servitutem redigo: ne forte cum aliis prædicaverim, ipse reprobus efficiar. sondern³⁶ ich züchtige meinen Leib, und bringe ihn in die Botmäßigkeit, damit ich nicht etwa, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verworfen werde.³⁷ +1 Korinther 1Kor 54 9 27 36 Wer ist der im geistlichen Kampfe zu überwindende Feind? Sein Leib, dem er alle Beschwerden auflädt, welche er Tag und Nacht für das Evangelium wirkend auf sich nimmt, um keinem der Neubekehrten lästig zu fallen [1Thess 2,9ff], alle Leiden und Verfolgungen, denen er ausgesetzt ist usw. +1 Korinther 1Kor 54 9 27 37 Auch für den Apostel handelt es sich dabei, wie für die Gläubigen, um die Krone des Sieges. Wie der Herold hat der heil. Paulus andere zum Kampfe gerufen, um dann selbst als Kämpfer in die Schranken zu treten, damit er nicht selbst verworfen würde. Die Verse 24 27 zeigen, wie recht die katholische Kirche lehrt, wenn sie sagt, dass der Glaube allein zur Seligkeit nicht ausreicht. Wer da glaubt, dass Christus ihm ein Erbteil erworben hat, aber nicht mit ihm leiden will, wird der wohl mit ihm verherrlicht werden? (Vergl. Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap 11) Auch zeigt der letzte Vers, dass niemand ohne besondere Offenbarung sicher sein kann, dass er selig wird. +1 Korinther 1Kor 54 10 0 Das Schicksal der Israeliten, welche aus Ägypten auszogen, soll den Korinthern zur Warnung dienen. (V. 14) 3. Praktische Lösung der Frage über die Götzenopfermahle (V. 22) und das bei Tisch vorgesetzte Opferfleisch. +1 Korinther 1Kor 54 10 1 Nolo enim vos ignorare fratres quoniam patres nostri omnes sub nube fuerunt, et omnes mare transierunt, Denn ich will euch nicht in Unwissenheit lassen, Brüder!¹ dass unsere Väter alle unter der Wolke waren,² und alle durch das Meer hindurch gingen, +1 Korinther 1Kor 54 10 1 1 Die Taufe und die heil. Eucharistie sind die höchsten Wohltaten, welche dem Christen zu Teil werden. Jene führt den Menschen in die Kampfesbahn ein, diese gibt ihm immer neue Kräfte zum Kampfe. Das Vorbild beider Wohltaten ward auch den Israeliten zu Teil. Das vorhergehende Bild vom Kampfspiel war für Heidenchristen mehr geeignet, dies ist für die Judenchristen zunächst bekannter, beide redet er in beiden Beweisführungen als Brüder an. +1 Korinther 1Kor 54 10 1 2 Die Wolke umhüllte und schützte die Israeliten. Da sie schon vor dem Durchzug durch das rote Meer erschien, stellte der Apostel sie an die erste Stelle. +1 Korinther 1Kor 54 10 2 Et omnes in Moyse baptizati sunt in nube, et in mari: und alle auf Moses getauft wurden, in der Wolke und in dem Meere,³ +1 Korinther 1Kor 54 10 2 3 Moses ist das Vorbild Christi. Wie der Heiland im N. T., so war Moses im A. T. Mittler zwischen Gott und dem Volke. Die Wolke war das Bild des Heil. Geistes, der in der Taufe gegeben werden sollte, der Durchgang durch das rote Meer mit trockenem Fuße das Bild der Eintauchung in der Taufe. Wie endlich die christliche Taufe uns von allen Sünden abwäscht, so bestreite jene vorbildliche Taufe die Israeliten von dem Unglauben, d. h. sie bewirkte, dass jene Moses nachher glaubten. [Ex 14,31] Jene vorbildliche Taufe weihte sie dem Gesetze, wie unsere Taufe uns Christus weiht, und befreite sie aus der Gewalt Pharaos, wie die christliche Taufe aus der Gewalt des Teufels befreit. +1 Korinther 1Kor 54 10 3 Et omnes eandem escam spiritalem manducaverunt, und alle dieselbe geistige Speise aßen,⁴ +1 Korinther 1Kor 54 10 3 4 Da das Manna, welches den Israeliten während ihres ganzen Zuges durch die Wüste zu Teil ward, seinem Ursprunge, seiner Natur und seiner Bedeutung nach wunderbar war, heißt es mit Recht geistige Speise. Dieselbe geistige Speise: nämlich untereinander dieselbe. Und alle, um in V. 5 den Unterschied zwischen einzelnen zu zeigen. +1 Korinther 1Kor 54 10 4 Et omnes eundem potum spiritalem biberunt: (bibebant autem de spiritali, consequente eos, petra: petra autem erat Christus) und alle denselben geistigen Trank⁵ tranken (sie tranken nämlich aus einem geistigen, sie begleitenden Felsen, der Felsen aber war Christus);⁶ +1 Korinther 1Kor 54 10 4 5 Das Wasser war ein natürliches, wie nennt also der Apostel es einen geistigen Trank? Weil es auf außernatürliche Weise gegeben war und das Blut Christi im N. B. vorbildete. +1 Korinther 1Kor 54 10 4 6 Wie du den Leib Christi issest, so jene das Manna, und wie du das Blut trinkest, so tranken jene Wasser aus dem Felsen. Waren jene Dinge auch sinnbildlich, so wurden sie dennoch auf geistige Weise geboten, nicht nach der Forderung der Natur, sondern nach der Gnade der Gabe, und mit dem Leibe nährten sie auch die Seele, weil sie zum Glauben führten. Darum sagt Paulus nichts von der Speise: diese war nicht allein der Weise nach, wie sie gegeben wurde, sondern auch in sich wunderbar. Da aber in dem Tranke nur die Weise, wie er gegeben wird, außerhalb der Grenzen der Natur lag, erklärt der Apostel die Bedeutung. Nicht die Natur des Felsens hatte ja das Wasser gegeben, sonst wäre dies auch schon vorher herausgesprudelt, sondern ein anderer geistiger Fels bewirkte dies, Christus, der ihnen stets gegenwärtig war und alles wunderbar tat. Deshalb heißt es: aus dem ihnen folgenden Felsen (Chrys.). Das Wort, das einst Fleisch werden sollte, war es, welche den Israeliten aus dem Felsen Wasser gab, Jahve, der dem Volke nahe war und ihm Wasser gab. Vergl. [Ex 17,6, Num 20,8]. Der Apostel gebraucht dieses Bild, weil Gott im A. T. oft Fels genannt wird. +1 Korinther 1Kor 54 10 5 Sed non in pluribus eorum beneplacitum est Deo: nam prostrati sunt in deserto. aber an der Mehrzahl von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie wurden niedergestreckt in der Wüste.⁷ [Num 26,64.65] +1 Korinther 1Kor 54 10 5 7 Von mehr als 600000 Israeliten kamen nur zwei, Josue und Kaleb, in das gelobte Land. +1 Korinther 1Kor 54 10 6 Hæc autem in figura facta sunt nostri, ut non simus concupiscentes malorum, sicut et illi concupierunt: Dies ist uns zum Vorbilde geschehen,⁸ dass wir nicht nach dem Bösen begierlich seien, sowie jene begierlich waren.⁹ [Num 11,33.34] +1 Korinther 1Kor 54 10 6 8 In wunderbarer Leitung seiner Vorsehung ordnete Gott die Geschicke des auserwählten Volkes so, dass sie die Geschichte seiner Kirche vorbildeten und voraussagten. +1 Korinther 1Kor 54 10 6 9 Alle Sünden entspringen aus der Begierlichkeit (Chrys.). Die einzelnen Sünden der Israeliten gegen Gott nennt der Apostel in der Absicht, die Korinther vom Genusse der Götzenopfer abzubringen: Götzendienst (V. 7, 8), Versuchung Christi (V. 9), Murren gegen Gott (V. 10), doch werden sie zuletzt (V. 11) wie der (wie V. 6) zusammengefasst. +1 Korinther 1Kor 54 10 7 Neque idololatræ efficiamini, sicut quidam ex ipsis: quemadmodum scriptum est: Sedit populus manducare, et bibere, et surrexerunt ludere. Werdet auch nicht Götzendiener, wie einige von ihnen,¹⁰ wie geschrieben steht: Das Volk setzte sich zu essen und zu trinken, und sie standen auf zu spielen. [Ex 32,6] +1 Korinther 1Kor 54 10 7 10 Der Apostel unterscheidet hier wohl zwischen Verführer und Verführten, oder mit Gewalt Gezwungenen. Da der Apostel auf das Mahl hinweist, welches das Volk dem goldenen Kalbe zu Ehren veranstaltete, tritt von selbst bei den Lesern die Parallele mit den Götzenmahlzeiten vor Augen. +1 Korinther 1Kor 54 10 8 Neque fornicemur, sicut quidam ex ipsis fornicati sunt, et ceciderunt una die viginti tria millia. Treiben wir auch nicht Unzucht,¹¹ wie einige von ihnen Unzucht getrieben haben, und an einem Tage dreiundzwanzig Tausend¹² umgekommen sind. +1 Korinther 1Kor 54 10 8 11 Vergl. [Num 25,1]. Auch hierfür fehlt die Parallele nicht im Dienste der Aphrodite von Korinth. +1 Korinther 1Kor 54 10 8 12 Nach [Num 25,9] waren es 24000, es liegt also hier ein leicht erklärlicher Irrtum der Abschreiber vor, da drei und vier mit fast gleichen Konsonanten bezeichnet wurden. +1 Korinther 1Kor 54 10 9 Neque tentemus Christum: sicut quidam eorum tentaverunt, et a serpentibus perierunt. Lasset uns auch Christus nicht versuchen, wie einige von ihnen ihn versucht haben¹³ und durch Schlangen zu Grunde gegangen sind. +1 Korinther 1Kor 54 10 9 13 Sie versuchten das göttliche Wort, da sie nach [Num 21,4ff] zweifelten, ob Gott seine Verheißungen erfüllen werde. So fingen die Korinther auch an, am christlichen Gesetz Überdruss zu empfinden und von der Einfachheit der christlichen Feier sich nach dem heidnischen Pompe zu sehnen. +1 Korinther 1Kor 54 10 10 Neque murmuraveritis, sicut quidam eorum murmuraverunt, et perierunt ab exterminatore. Auch murret nicht, wie einige von ihnen gemurrt haben und durch den Verderber zu Grunde gegangen sind.¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 10 10 14 Die meisten Ausleger denken hier an das [Num 16,46ff] erzählte Ereignis, das [Weish 18,25] mit demselben Namen bezeichnet wir, wie hier. (Würgeengel: wohl eine Personifikation des göttlichen Zornes.) Auch die Korinther hatten gegen die Strenge gemurrt oder ihren Lehrern Übles nachgeredet. +1 Korinther 1Kor 54 10 11 Hæc autem omnia in figura contingebant illis: scripta sunt autem ad correptionem nostram, in quos fines sæculorum devenerunt. Dieses alles¹⁵ aber widerfuhr ihnen vorbildlich; es ist nämlich zur Warnung geschrieben für uns,¹⁶ die wir in den letzten Zeiten leben.¹⁷ +1 Korinther 1Kor 54 10 11 15 Sünden und Strafen. +1 Korinther 1Kor 54 10 11 16 Nicht um des Nutzen jener willen ließ Gott dies geschehen, denn welchen Nutzen sollten die Toten aus den Schriften schöpfen? (Theod.) Alle Schriften sind für die Zeit des Messias verfasst. Dienten sie auch dem alten Volke als Wegweiser zu Christus, so zeigten sie doch ihren vollen Nutzen erst, als die Vorbilder des A. T. im N. T. erfüllt waren. +1 Korinther 1Kor 54 10 11 17 Die letzten Zeiten sind die Zeiten von der ersten bis zur zweiten Ankunft Christi, von dem irdischen Reiche des Messias bis zur Umwandlung desselben in das himmlische. Der Apostel scheint hier auch auf verschiedene Perioden des Reiches hinzudeuten. +1 Korinther 1Kor 54 10 12 Itaque qui se existimat stare, videat ne cadat. Wer demnach zu stehen vermeint, sehe zu, dass er nicht falle.¹⁸ +1 Korinther 1Kor 54 10 12 18 Wer auf dem Wege der Tugend steht, sehe zu, dass er nicht in Sünden falle. (Chrys., Thom.) Dieser Text zeigt dass auch der Gerechte die Gnade Gottes verlieren kann (Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap. 13), und dass der Mensch nicht vollkommene Sicherheit hat, ob er im Stande der Gnade ist. +1 Korinther 1Kor 54 10 13 Tentatio vos non apprehendat nisi humana: fidelis autem Deus est, qui non patietur vos tentari supra id, quod potestis, sed faciet etiam cum tentatione proventum ut possitis sustinere. Möge euch keine Versuchung¹⁹ befallen,²⁰ außer eine menschliche.²¹ Gott aber ist getreu; er wird euch nicht über eure Kräfte versuchen lassen, sondern der Versuchung auch einen solchen Verlauf geben, dass ihr sie bestehen könnet.²² +1 Korinther 1Kor 54 10 13 19 Damit die Korinther nicht etwa auch das V. 5 Gesagte als Vorbild für sich auffassen, unterscheidet der Apostel zwei Arten von Versuchungen: die einen, welche den Menschen ohne seine Schuld ereilen und keine große Gefahr verursachen, da die Hilfe Gottes zum Siege nicht fehlt (V. 13); die anderen, welche so sorgfältig wie möglich zu meiden sind, jene, welchen sich jemand aus freien Stücken ohne Not und nutzen aussetzt. (V. 14) +1 Korinther 1Kor 54 10 13 20 Griech.: es befiel euch keine Versuchung usw. Genügt die Mahnung des Apostels V. 12 ihnen nicht, so möge die eigene Erfahrung ihnen Vertrauen geben. Eine Versuchung ist alles, was den Menschen zur Sünde reizt und ihm Ursache des geistlichen Falles werde kann. +1 Korinther 1Kor 54 10 13 21 Menschlich sind die der menschlichen Schwachheit angemessenen, kleinen, kurzen, mäßigen Versuchungen (Chrys.), wie in der Tat das zweite Glied zeigt: nicht über eure Kräfte, nämlich die von der Gnade unterstützen Kräfte der Seele. Was die Erfahrung lehrt, bestätigt Gottes Treue: Gott befiehlt nicht Unmögliches, sondern mahnt uns, indem er befiehlt, das zu tun, was wir können, und das zu erbitten, was wir nicht können, und er hilft uns, dass wir können. (Kirchenr. v. Trient, Sitz 6, Kap. 11) +1 Korinther 1Kor 54 10 13 22 Wahrhaft ist Gott getreu, da er Kraft gibt, dass wir nicht besiegt werden, Gnade, dass wir Verdienst haben, Standhaftigkeit, dass wir überwinden (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 10 14 Propter quod carissimi mihi, fugite ab idolorum cultura: Darum, meine Geliebten, fliehet vor dem Götzendienste!²³ +1 Korinther 1Kor 54 10 14 23 Von allen Versuchungen, denen der Mensch sich selbst aussetzen kann, wählt der heil. Paulus eine, die mit der größten Gefahr verbunden ist, Götzendienst zu üben, da die Opfermahlzeit leicht einen Teil desselben ausmacht. Der Zusatz: meine Geliebten zeigt, dass er etwas Großes fordert, das zwar schwer, aber notwendig ist. +1 Korinther 1Kor 54 10 15 Ut prudentibus loquor, vos ipsi judicate quod dico. Als zu Verständigen rede ich,²⁴ beurteilet ihr selbst, was ich sage. +1 Korinther 1Kor 54 10 15 24 Ihr habt eine so reiche Kenntnis der rechten Lehre, dass ihr meine Worte beurteilen könnt. Sie rühmten sich ja ihrer Weisheit. +1 Korinther 1Kor 54 10 16 Calix benedictionis, cui benedicimus, nonne communicatio sanguinis Christi est? et panis, quem frangimus, nonne participatio corporis Domini est? Der Kelch der Segnung, welchen wir segnen, ist er nicht die Mitteilung des Blutes Christi? Und das Brot, das wir brechen, ist es nicht Teilnahme an dem Leibe des Herrn?²⁵ +1 Korinther 1Kor 54 10 16 25 Diese Ordnung ist vielleicht gewählt, weil die heidnischen Götzenmahlzeiten mit einem Trankopfer begannen. Der Kelch, den wir unter Gebeten konsekrieren, steht für das, was er enthält. Das Brotbrechen ist der gebräuchlichste Ausdruck für die Feier des heil. Opfers. Die Worte des Apostels zeigen, dass unter beiden Gestalten Leib und Blut des Heilandes gegenwärtig sind. Statt Teilnahme griech.: Vereinigung mit dem Leibe des Herrn. In dieser Vereinigung ist die Kraft des ganzen Beweises. +1 Korinther 1Kor 54 10 17 Quoniam unus panis, unum corpus multi sumus, omnes, qui de uno pane participamus. Denn ein Brot, ein Leib sind wir viele, wir alle, die wir an dem einen Brote teilnehmen.²⁶ +1 Korinther 1Kor 54 10 17 26 Wenngleich wir viele sind, bilden wir alle doch ein geistiges Brot, einen geistigen Leib; woher anders aber, als weil wir alle an einem und demselben Brote teilhaben? Aber wie kann die Teilnahme an einem Brote bewirken, dass wir ein Leib sind? Weil dieses Brot der Leib des Herrn ist, der uns in sich umwandelt, wenn wir ihn genießen. Wahrlich, ein herrliches Zeugnis für die Wahrheit, dass Christus hier wirklich zugegen ist! (Iren.) +1 Korinther 1Kor 54 10 18 Videte Israel secundum carnem: nonne qui edunt hostias, participes sunt altaris? Sehet auf Israel nach dem Fleische;²⁷ haben nicht die, welche die Opfer essen, Teil an dem Altare?²⁸ +1 Korinther 1Kor 54 10 18 27 Israel nach dem Fleische sind die Juden, welche den Messias von sich gestoßen und keinen Anteil mehr an den, den Vätern verheißenen Segnungen hatten. Ihnen steht das Israel Gottes entgegen, welches mit Christus vereint zu jenen Nachkommen Abrahams gehört, denen die Verheißungen gegeben sind. [Gal 3,29] +1 Korinther 1Kor 54 10 18 28 Vor dem Leiden des Herrn waren die Opfer Israels Gott angenehm und hatten, nicht zwar aus sich, aber aus dem Opfer, dessen Vorbild sie waren, eine gewisse Kraft. Zwar wurde das ganze Opfertier Gott dargebracht, doch überließ dieser den Opfernden einen Teil zum Mahle. Diejenigen, welche an diesem Mahle teilnahmen, waren Gäste Gottes und galten so als mit ihm versöhnt. Nach dem Tode Christi wurden die jüdischen Opfer leere Zeremonien ohne Bedeutung vor Gott. Der Apostel sagt nicht, dass jene mit Gott, sondern dass sie mit dem Altare vereint werden; denn Israel nach dem Fleische kann nicht mit Gott vereint werden. +1 Korinther 1Kor 54 10 19 Quid ergo? dico quod idolis immolatum sit aliquid? aut quod idolum sit aliquid? Was sage ich nun? dass das Götzenopfer etwas sei, oder dass das Götzenbild etwas sei? +1 Korinther 1Kor 54 10 20 Sed quæ immolant gentes, dæmoniis immolant, et non Deo. Nolo autem vos socios fieri dæmoniorum: non potestis calicem Domini bibere, et calicem dæmoniorum: Mitnichten, sondern was die Heiden opfern, das opfern sie den bösen Geistern, und nicht Gott.²⁹ Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft habet mit den bösen Geistern. Ihr könnet nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; +1 Korinther 1Kor 54 10 20 29 Da die Götzen, welche die Heiden zu verehren behaupten, nichts sind und nichts bewirken können, so kann jene wunderbare Kraft, welche sich in gewissen Orakeln und Wundern und scheinbarer Erhörung von Gebeten zeigt, nur von einer nicht menschlichen Gewalt ausgehen, nämlich dem Teufel und seinen Engeln, welche die Heiden verblenden. Wenngleich nun die Heiden diesen ihre Opfer nicht unmittelbar darbringen wollen, und sich klar bewusst sind, dass jene dieselben annehmen, so beabsichtigen sie es mittelbar und erkennen es dunkel, da sie wissen, dass ihr Götzendienst gegen den wahren Gott streitet. +1 Korinther 1Kor 54 10 21 Non potestis mensæ Domini participes esse, et mensæ dæmoniorum. ihr könnet nicht am Tische des Herrn teilhaben und am Tische der bösen Geister. +1 Korinther 1Kor 54 10 22 An æmulamur Dominum? Numquid fortiores illo sumus? Omnia mihi licent, sed non omnia expediunt. Oder wollen wir den Herrn herausfordern?³⁰ Sind wir etwa stärker als er?³¹ Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles frommt.³² [1Kor 6,12] +1 Korinther 1Kor 54 10 22 30 Ihn versuchen, ob er strafen kann. +1 Korinther 1Kor 54 10 22 31 Dieser ganze Abschnitt V. 15 33 setzt voraus, dass die heil. Eucharistie ein wahres Opfer ist. Besonders klar ist V. 20, 21, weshalb der Kirchenrat von Trient (Sitz 22, Kap. 1) mit Recht sagt: Nicht undeutlich weist der Apostel auf das reine Opfer, welches Malachias vorausgesagt, hin, wenn er sagt, dass diejenigen, welche durch die Teilnahme am Tische der bösen Geister befleckt sind, nicht des Tisches des Herrn teilhaftig werden können, beide Male unter Tisch Altar verstehend. +1 Korinther 1Kor 54 10 22 32 Wenn es sich um den praktischen Gebrauch der Dinge handelt, ist nicht einzig die Frage zu beantworten, ob dieselben an sich erlaubt sind, sondern es ist auch der Nutzen zu erwägen, dem sie den Handelnden oder seinem Nächsten bringen. Bringen sie einen von beiden Schaden, so sind sie zu unterlassen. Ihm selbst V. 22: nicht alles frommt. Dem Nächsten V. 23: nicht alles erbaut. +1 Korinther 1Kor 54 10 23 Omnia mihi licent, sed non omnia ædificant. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles erbaut. [1Kor 8,1] +1 Korinther 1Kor 54 10 24 Nemo quod suum est quærat, sed quod alterius. Niemand suche das Seinige, sondern was des andern ist.³³ +1 Korinther 1Kor 54 10 24 33 Indem jemand das sucht, was dem Bruder hilft, fördert er sein eigenes geistiges Wohl. Es folgen zwei Regeln über den Genuss von Opferfleisch zu Hause (V. 25, 26) und bei Fremden (V. 27). +1 Korinther 1Kor 54 10 25 Omne, quod in macello venit, manducate: nihil interrogantes propter conscientiam. Alles, was auf dem Fleischmarkte verkauft wird, das esset, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen.³⁴ +1 Korinther 1Kor 54 10 25 34 Nämlich: woher das Fleisch stammt. +1 Korinther 1Kor 54 10 26 Domini est terra, et plenitudo ejus. Des Herrn ist die Erde, und alles, was sie erfüllt.³⁵ [Ps 23,1] +1 Korinther 1Kor 54 10 26 35 Alles ist an sich rein, da es des Herrn ist, aber wird unrein aus irrigem Gewissen und Ungehorsam. +1 Korinther 1Kor 54 10 27 Si quis vocat vos infidelium, et vultis ire: omne quod vobis apponitur, manducate, nihil interrogantes propter conscientiam. Wenn einer von den Ungläubigen euch einladet,³⁶ und ihr wollet hingehen,³⁷ so esset alles, was euch vorgesetzt wird, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen.³⁸ +1 Korinther 1Kor 54 10 27 36 Zu einem gewöhnlichen Mahle. +1 Korinther 1Kor 54 10 27 37 Dies ist nicht verboten. +1 Korinther 1Kor 54 10 27 38 Bei diesen Regeln hat der Apostel einzig den Satz: Alles ist mir erlaubt angewendet. Anders aber wird die Entscheidung lauten, wenn auch das Gewissen des Nächsten in Frage kommt. +1 Korinther 1Kor 54 10 28 Si quis autem dixerit: Hoc immolatum est idolis: nolite manducare propter illum, qui indicavit, et propter conscientiam: Wenn aber jemand³⁹ sagt: Dies ist den Götzen geopfert, so esset nicht, um dessentwillen, welcher es kundgetan hat, und um des Gewissens willen.⁴⁰ +1 Korinther 1Kor 54 10 28 39 Wenn jemand auf dem Markte oder bei einem Gastmahle im Hause eines Heiden, ohne dass du gefragt hast, so sagt. Ist es ein Heide, der in guter oder in böser Absicht mahnt, so würde er von der Annahme der christlichen Religion zurückhalten, noch mehr Ärgernis nähme ein Jude, am meisten ein schwacher Christ. +1 Korinther 1Kor 54 10 28 40 Um seines Gewissens willen, damit er keinen geistigen Schaden leide. +1 Korinther 1Kor 54 10 29 Conscientiam autem dico non tuam, sed alterius. Ut quid enim libertas mea judicatur ab aliena conscientia? Aber nicht dein Gewissen meine ich, sondern das des andern. Denn warum wird meine Freiheit von einem fremden Gewissen gerichtet?⁴¹ +1 Korinther 1Kor 54 10 29 41 Mein Gewissen wird nicht befleckt, wenn ich das tue, was ich als erlaubt kenne, wenn auch ein anderer dies für Sünde hält. +1 Korinther 1Kor 54 10 30 Si ego cum gratia participo, quid blasphemor pro eo quod gratias ago? Wenn ich mit Dank teilnehme, warum werde ich gelästert wegen dessen, wofür ich Dank sage?⁴² +1 Korinther 1Kor 54 10 30 42 Wenn ich eine Sache mit Danksagung gegen Gott und den Geber genieße, warum soll ich mir über dieselbe Gewissensbisse machen? Beide Sätze (V. 29b und 30) dienen zur Erläuterung der Worte: ich meine aber nicht dein Gewissen, sondern das des andern. (V. 29) +1 Korinther 1Kor 54 10 31 Sive ergo manducatis, sive bibitis, sive aliud quid facitis: omnia in gloriam Dei facite. Ihr möget also essen, oder trinken, oder etwas anderes tun, tuet alles zur Ehre Gottes.⁴³ [Kol 3,17] +1 Korinther 1Kor 54 10 31 43 Auch in den an sich gleichgültigen Dingen sollen die Christen nicht ihre Befriedigung oder ihren Vorteil, sondern ihr letztes und höchstes Ziel vor Augen haben, eifrigst besorgt, nichts zu tun, was Gottes Ehre verminderte, und vielmehr bemüht, alles zur Vermehrung der Ehre Gottes zu lenken. +1 Korinther 1Kor 54 10 32 Sine offensione estote Judæis, et gentibus, et Ecclesiæ Dei: Seid ohne Anstoß für Juden, und Heiden, und die Kirche Gottes;⁴⁴ +1 Korinther 1Kor 54 10 32 44 Gottes Ehre wird nicht gefördert, sondern verletzt, wenn die Christen durch ihre Handlungen Glaube und Gesetz verletzen, und so durch ihr Beispiel die Juden und Heiden von der Annahme des Christentums zurückhalten, noch, wenn schwache Christen durch das Beispiel anderer verführt werden, das zu tun, was sie für Sünde halten. +1 Korinther 1Kor 54 10 33 Sicut et ego per omnia omnibus placeo, non quærens quod mihi utile est, sed quod multis: ut salvi fiant. sowie auch ich allen in allem⁴⁵ zu Gefallen bin, und nicht suche, was mir, sondern was den vielen nützt, damit sie das Heil erlangen.⁴⁶ +1 Korinther 1Kor 54 10 33 45 In allem, was an sich gleichgültig ist. +1 Korinther 1Kor 54 10 33 46 Gegen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Jahrhunderts wurde das Aposteldekret [Apg 15,29] strenger ausgelegt und ausgeführt, als Paulus es hier erklärt hat. Den Grund für die strengere Übung boten wohl die Irrtümer gewisser Ketzer, der Nikolaiten, Basilidianer, Valentinianer u. a., welche ohne Rücksicht auf das Dekret Opferfleisch aßen, und von denen die Katholiken sich durch ihre Enthaltung von demselben unterschieden. +1 Korinther 1Kor 54 11 0 3. Die Stellung der Frauen in den kirchlichen Versammlungen (11,2 16): die Frauen müssen wegen ihrer niedrigen Stellung in der Kirche ihr Haupt verhüllen. (V. 6) Die Geschichte der Schöpfung weist ihnen gleichfalls einen untergeordneten Platz an. (V. 12) Den Gebrauch des Schleiers empfiehlt die Natur und die Gewohnheit der Kirche. 4. Die bei den Liebesmahlen zu beobachtende Ordnung (11,17 34): Tadel der Missbräuche bei den Liebesmahlen. (V. 22) Die Liebesmahle der Korinther sind keine geeignete Vorbereitung auf die heil. Eucharistie. (V. 32) Vorschriften über die Liebesmahle. +1 Korinther 1Kor 54 11 1 Imitatores mei estote, sicut et ego Christi. Seid meine Nachfolger, wie auch ich Christi Nachfolger bin.¹ +1 Korinther 1Kor 54 11 1 1 Da die an die Neubekehrten gestellten Forderungen schwer zu sein scheinen, stellt Paulus sein Beispiel, ja das des Herrn, zur Nachahmung vor Augen. Dieser Vers ist der Schluss des vorhergehenden Abschnittes. +1 Korinther 1Kor 54 11 2 Laudo autem vos fratres quod per omnia mei memores estis: et sicut tradidi vobis, præcepta mea tenetis. Ich lobe euch aber, Brüder! dass ihr in allem meiner eingedenk seid, und meine Vorschriften² haltet, sowie ich sie euch überliefert habe.³ +1 Korinther 1Kor 54 11 2 2 Betreffs der Sache, welche dem Apostel Anlass zum Tadel gibt, hatte der heil. Paulus zuvor noch keine Anordnungen getroffen. +1 Korinther 1Kor 54 11 2 3 Die lateinische Übersetzung schränkt den Sinn etwas ein. Der Apostel spricht nach dem Griech. von allem, was er mündlich überliefert. +1 Korinther 1Kor 54 11 3 Volo autem vos scire quod omnis viri caput, Christus est, caput autem mulieris, vir: caput vero Christi, Deus. Ihr sollt aber wissen,⁴ dass das Haupt jedes Mannes Christus ist; das Haupt des Weibes aber ist der Mann; Christi Haupt endlich Gott.⁵ +1 Korinther 1Kor 54 11 3 4 Mit großer Feierlichkeit verkündet er den Korinthern die hierarchische Ordnung in der Kirche: Gott, Christus, der Mann, das Weib. Die inneren Gnaden empfangen Mann und Weib unmittelbar von Christus, stehen also diesen gegenüber auf gleicher Stufe, doch gilt das Gleiche nicht von dem äußeren Leben der Kirche. +1 Korinther 1Kor 54 11 3 5 Der Apostel sagt damit nicht, dass jeder Mann in gleicher Weise von Christus, dem Haupte der Kirche regiert wird; weist er doch in fast allen Briefen auf den Unterschied zwischen Untergebenen und Höheren, d. i. Laien und Klerikern mit ihren verschiedenen Rangstufen hin, und schreibt für sich selbst über die Kirchen, welche er gestiftet hat, eine Oberhoheit zu. Nur die Männer allein können zur Regierung der Kirche bestimmt werden, und die, welche dazu angenommen werden, leiten ihre Brüder als Stellvertreter und Diener Christi, so dass sie nicht aus sich im strengen Sinne Häupter sind. Christi Haupt, seiner heiligsten Menschheit nach, ist Gott. [Apg 20,28, Mt 28,18] +1 Korinther 1Kor 54 11 4 Omnis vir orans, aut prophetans velato capite, deturpat caput suum. Jeder Mann, der mit bedecktem Haupte betet, oder weissagt, entehrt sein Haupt. +1 Korinther 1Kor 54 11 5 Omnis autem mulier orans, aut prophetans non velato capite, deturpat caput suum: unum enim est ac si decalvetur. Jedes Weib aber, das mit unverhülltem Haupte betet, oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, als wäre sie kahl geschoren.⁶ +1 Korinther 1Kor 54 11 5 6 Die Vorschrift der Apostel ist an alle Frauen, Witwen und Jungfrauen gerichtet, welche in den gottesdienstlichen Versammlungen auf das Gebet oder die Ermahnungen mit Amen antworteten. Die Vorschrift bezieht sich also auf den äußeren Anstand, welchen christliche Frauen in der Kirche zu beobachten haben. Jeder, der vor dem Richter steht, muss seinen Stand und seine Würde bekennen (Thom.), wie auch niemand vor dem Fürsten erscheint, ohne seiner eigenen Würde gemäß ausgestattet zu sein (Chrys.). Nun ist das Zeichen der Herrschaft das unbedeckte Haupt, der freie Aufblick zum Himmel, der gleichsam besagt, dass man nur einen Herrn auf Erden über sich anerkenne, Christus. Das Haupt unbedeckt zu haben, kommt also nur dem Manne zu. +1 Korinther 1Kor 54 11 6 Nam si non velatur mulier, tondeatur. Si vero turpe est mulieri tonderi, aut decalvari, velet caput suum. Denn wenn ein Weib sich nicht verhüllt, so schneide man ihr die Haare ab; ist es aber für ein Weib schimpflich, geschoren oder kahl gemacht zu werden, so verhülle sie ihr Haupt.⁷ +1 Korinther 1Kor 54 11 6 7 Die öffentlichen Dirnen und andere trugen das Haupt geschoren, bei den Israeliten wurde den des Ehebruchs Beschuldigten das Haar abgeschnitten. [Num 5,18] Bei allen Völkern gilt es als eine Schande für die Frauen, das Haar kurz zu tragen. Tragen die Frauen keinen Schleier, so sollen sie zur Strafe auch den Schleier verlieren, den die Natur selbst gegeben, und in der äußeren Erscheinung gänzlich den verworfenen Weibern ähnlich werden. Wollen sie aber nicht die Haare abschneiden, so mögen sie auch den Schleier tragen, den die Ehrbarkeit eingeführt hat, damit sie so zeigen, dass sie sich erinnern, dass ihnen in der Kirche eine niedrigere Würde zukommt. +1 Korinther 1Kor 54 11 7 Vir quidem non debet velare caput suum: quoniam imago et gloria Dei est, mulier autem gloria viri est. Der Mann allerdings soll das Haupt nicht verhüllen, denn er ist das Bild und die Ehre Gottes; das Weib aber ist des Mannes Ehre.⁸ +1 Korinther 1Kor 54 11 7 8 Der Mann hat, wie die Geschichte der Schöpfung zeigt, zwar nicht mehr von dem Schöpfer erhalten, als die Frau, aber ist doch keinem anderen Wesen untergeordnet worden, sondern vielmehr allen vorgesetzt, um die Ehre Gottes, des Herrn der Welt, auf vollkommenste Weise, auf welche ein Geschöpf es vermag, darzustellen. Deshalb soll er kein Zeichen der Untertänigkeit auf dem Haupte führen. Da aber der erste Mensch keine Gefährtin unter allen Geschöpfen fand, die ihm ähnlich war, ist das Weib in gewissen Maße nach der Ähnlichkeit und dem Bilde des Mannes geschaffen worden, gleichsam als Bild des Bildes Gottes. (Cyr. v. Alex., Theod., Ök., Theoph., Lombard) So ist das Weib also in der Ordnung der Geschöpfe zunächst die Ehre des Mannes, mittelbar die Ehre Gottes. Dies zeigt der Apostel weiter in den folgenden Versen. Bemerke, dass die Priester in der Kirche das Haupt bald bedeckt, bald unbedeckt haben; sie sind unbedeckt, wenn sie im Namen Christi fürbitten, opfern und die heil. Sakramente ausspenden; bedeckt, wenn sie im Namen seiner Braut, der lehrenden Mutter Kirche, auftreten, die als Zeichen ihrer Unterwürfigkeit die bräutliche Krone trägt. [Offb 21,2] +1 Korinther 1Kor 54 11 8 Non enim vir ex muliere est, sed mulier ex viro. Denn der Mann ist nicht aus dem Weibe, sondern das Weib aus dem Manne; [Gen 2,21.22] +1 Korinther 1Kor 54 11 9 Etenim non est creatus vir propter mulierem, sed mulier propter virum. auch ist der Mann nicht des Weibes wegen geschaffen, sondern das Weib des Mannes wegen.⁹ [Gen 2,18ff] +1 Korinther 1Kor 54 11 9 9 Da das Weib vom Manne und wegen des Mannes ist, ist sie die Ehre des Mannes; denn den anderen Geschöpfen gegenüber ihm gleich, stellt sie seine Vollkommenheit dar, wie der Mann, als Herr über alle lebenden Wesen, die Ehre Gottes, des höchsten Herrn, darstellt. +1 Korinther 1Kor 54 11 10 Ideo debet mulier potestatem habere supra caput propter angelos. Darum¹⁰ soll das Weib ein Zeichen der Herrschaft¹¹ auf dem Haupte haben, um der Engel willen.¹² +1 Korinther 1Kor 54 11 10 10 Weil das Weib hier auf Erden jemanden über sich hat. +1 Korinther 1Kor 54 11 10 11 Der sie unterworfen ist. +1 Korinther 1Kor 54 11 10 12 Achtest du den Mann gering, scheue wenigstens die Engel (Chrys.). Da diese Gottes Willen betreffs der Ehrbarkeit kennen, zürnen sie, wenn derselbe verletzt wird (Cyr. v. Alex.). Die Engel sind aber besonders zahlreich zugegen, wenn die heil. Geheimnisse gefeiert werden (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 11 11 Verumtamen neque vir sine muliere: neque mulier sine viro in Domino. Jedoch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann im Herrn; +1 Korinther 1Kor 54 11 12 Nam sicut mulier de viro, ita et vir per mulierem: omnia autem ex Deo. denn wie das Weib aus dem Manne ist, so auch der Mann durch das Weib; alles aber ist aus Gott.¹³ +1 Korinther 1Kor 54 11 12 13 Mann und Weib sind aufeinander angewiesen und so voneinander abhängig und nebeneinander gestellt, nicht so, dass die Frau die Sklavin des Mannes sei. Diese Ordnung hat Gott einst gesetzt, in der Natur zum Ausdruck gebracht und durch Christus wiederhergestellt. Zeigt auch die erste Schöpfung die Unterordnung des Weibes, weil das erste Weib von dem Manne stammt, so ist doch jetzt auch eine gewisse Abhängigkeit des Mannes vom Weibe da, da auch die Männer von Weibern geboren werden. Alles dies ist von Gott geordnet, daher muss der Mann das Weib als seine gleichgestellte Gehilfin ansehen, muss diese der Unterordnung unter ich eingedenk bleiben. Gelten die Auseinandersetzungen des Apostels auch am meisten für Ehegatten, so beschränken sie sich doch nicht auf diese. +1 Korinther 1Kor 54 11 13 Vos ipsi judicate: decet mulierem non velatam orare Deum? Urteilet ihr selbst: ist es schicklich, dass ein Weib unverhüllt zu Gott bete?¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 11 13 14 Der Apostel spricht von dem öffentlichen Gebete. +1 Korinther 1Kor 54 11 14 Nec ipsa natura docet vos, quod vir quidem si comam nutriat, ignominia est illi: Lehrt euch nicht die Natur selbst, dass, wenn ein Mann das Haar wachsen lässt, es ihm zur Unehre gereicht, +1 Korinther 1Kor 54 11 15 Mulier vero si comam nutriat, gloria est illi: quoniam capilli pro velamine ei dati sunt. wenn aber ein Weib das Haar wachsen lässt, es ihr eine Zierde ist? denn die Haare sind ihr zum Schleier gegeben.¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 11 15 15 Die auf der ganzen Erde herrschende Gewohnheit hat ihren Ursprung in der verschiedenen natürlichen Anlage der Geschlechter. In allen Dingen, über welche die heil. Schrift keine bestimmte Regel aufgestellt hat, ist die Sitte und das Herkommen als Gesetz anzusehen (Thom.). Der Apostel meint die Sitte, dass die Frauen ohne Schleier dem Gottesdienste beiwohnen (Theod., Lomb., Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 11 16 Si quis autem videtur contentiosus esse: nos talem consuetudinem non habemus, neque Ecclesia Dei. Wenn aber jemand meint, streitsüchtig sein zu dürfen, der wisse, wir haben einen solchen Brauch nicht, und auch die Kirche Gottes nicht. +1 Korinther 1Kor 54 11 17 Hoc autem præcipio: non laudans quod non in melius, sed in deterius convenitis. Dies¹⁶ verordne ich. Ich lobe aber nicht, dass ihr nicht zur Besserung, sondern zur Verschlimmerung zusammenkommet.¹⁷ +1 Korinther 1Kor 54 11 17 16 Das Vorhergesagte. (Aug., Lomb., Thom.) +1 Korinther 1Kor 54 11 17 17 Da ihr nicht zur Besserung, sondern zur Verschlimmerung zusammenkommt, schreitet ihr nicht in der Tugend, sondern im Bösen fort. +1 Korinther 1Kor 54 11 18 Primum quidem convenientibus vobis in Ecclesiam, audio scissuras esse inter vos, et ex parte credo. Erstens nämlich,¹⁸ wenn ihr zusammenkommet zur Versammlung, sind, wie ich höre, Spaltungen unter euch; und zum Teile glaube ich es,¹⁹ +1 Korinther 1Kor 54 11 18 18 Der Apostel nimmt in V. 20 nach kurzer Unterbrechung die Sache auf. V. 22 bezieht sich auf V. 17 klar zurück, so dass also in V. 17 22 derselbe Übelstand gerügt wird. +1 Korinther 1Kor 54 11 18 19 Den Grund, warum der Apostel den an ihn gelangenden Nachrichten nicht allen Glauben versagt hat, fügt er sofort bei. +1 Korinther 1Kor 54 11 19 Nam oportet et hæreses esse, ut et qui probati sunt, manifesti fiant in vobis. denn es muss ja Irrlehren geben, damit die, welche bewährt sind, offenbar werden unter euch.²⁰ +1 Korinther 1Kor 54 11 19 20 Wenn es selbst Irrlehren in der Kirche geben muss, ist es nicht wunderbar, dass ich es glaube, dass unter euch Spaltungen ausgebrochen sind wegen der Liebesmahle. (Chrys., Theod., Thom.) Freilich würde Gott auch Irrlehren nie zulassen, gereichte dies nicht zum Besten der Gläubigen: damit usw. +1 Korinther 1Kor 54 11 20 Convenientibus ergo vobis in unum, jam non est Dominicam cnam manducare. Wenn ihr also miteinander zusammenkommet, so ist es nicht mehr, um das Abendmahl des Herrn zu halten.²¹ +1 Korinther 1Kor 54 11 20 21 Nicht ist dies, das Abendmahl des Herrn halten, sondern etwas ganz anderes ist es. (Chrys., Theod., Thom.) Um die Feier des letzten Abendmahles nachzuahmen und an sie zu erinnern, feierten die Christen an bestimmten Tagen ein Gastmahl, dessen ersten oder letzten, aber Hauptteil der Genuss der heil. Eucharistie bildete. Nach [Apg 2,46] und [Apg 20,11] ging die Feier des heil. Opfers und der Empfang der heil. Kommunion voraus, bei den Korinthern hielt man auch an der bei dem letzten Abendmahle beobachteten Reihenfolge fest. +1 Korinther 1Kor 54 11 21 Unusquisque enim suam cnam præsumit ad manducandum. Et alius quidem esurit: alius autem ebrius est. Denn ein jeder nimmt sein eigenes Abendmahl vorweg beim Essen, und der eine leidet Hunger, der andere hingegen trinkt in Fülle.²² +1 Korinther 1Kor 54 11 21 22 Ohne, wenn die Zeit des Essens kommt, mit anderen zu teilen. Jeder brachte nach seinem Vermögen Speisen mit, welche allen dienen sollten, indes teilten die Reichen nicht mit den Armen und schmausten so herrlich, dass sie Sklaven des Bauches schienen. +1 Korinther 1Kor 54 11 22 Numquid domos non habetis ad manducandum, et bibendum? aut Ecclesiam Dei contemnitis, et confunditis eos, qui non habent? Quid dicam vobis? Laudo vos? in hoc non laudo. Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes,²³ und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Lobe ich euch? Hierin lobe ich euch nicht. +1 Korinther 1Kor 54 11 22 23 Die Kirche Gottes besteht aus Reichen und Armen, diese alle aber sind vor Gott gleich. Wer sich nun von der Gemeinschaft trennt, so dass er gleichsam ein besonderes Mahl zu halten scheint, und die Armen für unwürdig hält, sie einzuladen, daran teilzunehmen, verachtet die Kirche Gottes. +1 Korinther 1Kor 54 11 23 Ego enim accepi a Domino quod et tradidi vobis, quoniam Dominus Jesus in qua nocte tradebatur, accepit panem, Denn²⁴ ich habe vom Herrn empfangen,²⁵ was ich euch auch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in welcher er verraten wurde,²⁶ Brot nahm, +1 Korinther 1Kor 54 11 23 24 Die Liebesmahle der Korinther sind keine würdige Vorbereitung auf die heil. Eucharistie, da Christi Leiden in diesem Geheimnisse zu verkünden ist. Dies beweist der Apostel, indem er zuerst die Geschichte der Einsetzung der heil. Eucharistie, die er vom Herrn selbst empfangen und den Korinthern bereits mitgeteilt hat, in's Gedächtnis zurückruft. +1 Korinther 1Kor 54 11 23 25 Unmittelbar vom Herrn selbst. So stellt er sich auch in einen gewissen Gegensatz gegen die Korinther. Gewiss gehörte das, was er hier von der Einsetzung der heil. Eucharistie und sonst [1Kor 15,3] von dem Tode und der Auferstehung des Herrn verkündet, zu dem Evangelium, das er nicht von Menschen empfangen. [Gal 1,12] +1 Korinther 1Kor 54 11 23 26 Die einzelnen Umstände sollen die Korinthe beschämen. In derselben Nacht, in welcher sich die Menschen gegen ihn so undankbar zeigten, dass einer seiner Jünger ihn sogar verriet, nahm Jesus eines von den ungesäuerten Broten usw. +1 Korinther 1Kor 54 11 24 Et gratias agens fregit, et dixit: Accipite, et manducate: hoc est corpus meum, quod pro vobis tradetur: hoc facite in meam commemorationem. und danksagend²⁷ brach und sprach: Nehmet hin und esset, dies ist mein Leib,²⁸ der für euch da hingegeben werden wird;²⁹ dieses tuet zu meinem Gedächtnisse!³⁰ +1 Korinther 1Kor 54 11 24 27 Danksagung und Segnung waren miteinander verbunden. Die Worte: Nehmet hin und esset sind wohl aus [Mt 26,26] hier eingesetzt, wie die Handschriften vermuten lassen. Auch bei [Lk 22,19] fehlen dieselben, obwohl derselbe im übrigen durchaus mit dem heil. Paulus übereinstimmt. +1 Korinther 1Kor 54 11 24 28 Können Worte klarer sein, als diese? Gegen die gesamte Kirche von ihrem Beginn bis jetzt lehnt sich frevelnd auf, wer durch dieselben nicht den wahren Leib und das wahre Blut Christi bezeichnet wähnt. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 13, Kap. 1) In der Tat, das Wort: dies bezeichnet die hier gegenwärtige Sache, die Verbindung ist die Einheit und Gleichheit zwischen Subjekt und Prädikat. Nie kann ein Zuhörer einen Satz in uneigentlichem Sinne verstehen, wenn die Umstände einen solchen nicht nahelegen. Der einzige Grund, einen uneigentlichen Sinn anzunehmen, wäre, weil die Wandlung des Brotes und Weines in Fleisch und Blut des Herrn seine Allmacht überstiege. +1 Korinther 1Kor 54 11 24 29 Der Ausdruck besagt: das Opfer. +1 Korinther 1Kor 54 11 24 30 Mit denselben Worten, wie der Herr es getan, sollen auch die Apostel das Brot wandeln in seinen heiligen Leib und so das unblutige Opfer darbringen. Zugleich aber wird mit dem Auftrage ihnen die Vollmacht dazu verliehen und werden sie zu Priestern des N. B. gemacht. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 22, Kan. 2) +1 Korinther 1Kor 54 11 25 Similiter et calicem, postquam cnavit, dicens: Hic calix novum testamentum est in meo sanguine: hoc facite quotiescumque bibetis, in meam commemorationem. Gleicherweise³¹ auch den Kelch nach dem Mahle,³² indem er sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute;³³ dieses tuet, so oft ihr trinket, zu meinem Gedächtnisse!³⁴ +1 Korinther 1Kor 54 11 25 31 Gleicherweise nahm er den Kelch, segnete ihn und gab ihn seinen Jüngern. +1 Korinther 1Kor 54 11 25 32 Da Paulus von der Einsetzung der heil. Eucharistie noch nicht gesprochen hat, setzt er bei der ersten Konsekration die Zeit bei, zu welcher das Abendmahl gehalten ward, während er vor Anführung der zweiten Konsekration den Zeitpunkt angibt, wo diese selbst statthatte. +1 Korinther 1Kor 54 11 25 33 [Mt 26,28] und [Mk 14,24] weisen unmittelbar auf das hin, was nach der Konsekration gegenwärtig ist, mittelbar auf die Wirkung (mein Blut, durch welches der N. B. geschlossen wird), während Paulus und Lukas bildlich redend, unmittelbar den Erfolg, mittelbar das, was im Kelche ist, bezeichnen. (Dieser Kelch, das, was in diesem Kelche ist, ist der N. B., welcher durch mein Blut besiegelt ist.) +1 Korinther 1Kor 54 11 25 34 Dieses vom Herrn selbst angegebene Ziel zeigt, wie sehr die Liebesmahle der Korinther mit einer würdigen Feier in Widerspruch stehen. +1 Korinther 1Kor 54 11 26 Quotiescumque enim manducabitis panem hunc, et calicem bibetis: mortem Domini annuntiabitis donec veniat. Denn so oft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, verkündet ihr³⁵ den Tod des Herrn, bis er kommt.³⁶ +1 Korinther 1Kor 54 11 26 35 Wenngleich die griech. Form die des Befehles sein kann (Chrys.), ist dieselbe doch richtiger als Indikativ zu fassen (Theod.), da der Apostel nicht mit seinen Worten das Gebot Christi wiederholen will, sondern den Grund des Gebotes angeben. Der Tod des Herrn wird verkündet und in dem heil. Opfer durch die getrennten Gestalten dargestellt, weil dies so dargebracht wird, dass in Kraft der Worte des Priesters der Leib Christi ohne das Blut und gleichsam leblos zugegen ist (wenngleich in Wirklichkeit, aber nicht kraft jener Worte, sondern weil der glorreiche Christus unteilbar ist, der ganze Christus zugegen ist), und kraft der Worte das heil. Blut ohne den Leib (wenngleich auch dieser sich nicht in Wirklichkeit getrennt findet) auf dem Altare gegenwärtig ist. +1 Korinther 1Kor 54 11 26 36 Das heiligste Opfer wird nicht aufhören bis zum Ende der Welt (Chrys., Thom.), mithin erhielten die Apostel durch diese Worte auch die Gewalt, Nachfolger einzusetzen, welche dasselbe in gleicher Weise zu feiern berufen sind. +1 Korinther 1Kor 54 11 27 Itaque quicumque manducaverit panem hunc, vel biberit calicem Domini indigne: reus erit corporis, et sanguinis Domini. Wer daher unwürdig dieses Brot isst,³⁷ oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein.³⁸ [Joh 6,59] +1 Korinther 1Kor 54 11 27 37 Daraus, dass Christus dieses heilige Geheimnis zur Erinnerung an ihn zu feiern befohlen hat, und dass es eine beständige Verkündigung des Leidens des Herrn ist, folgt, dass jeder sich schwer versündigt, der diese Geheimnisse unwürdig behandelt, und dass mithin niemand ohne sorgfältige Vorbereitung zu denselben hinzutreten darf. (V. 27 29) Zuerst zeigt Paulus die Sündhaftigkeit des unwürdigen Empfanges der heil. Kommunion. +1 Korinther 1Kor 54 11 27 38 Wer den Leib oder das Blut des Herrn unwürdig empfängt, ist des Leibes und Blutes Christi schuldig, also ist der ganze Christus unter beiden Gestalten gegenwärtig. +1 Korinther 1Kor 54 11 28 Probet autem seipsum homo: et sic de pane illo edat, et de calice bibat. Es prüfe aber der Mensch sich selbst; und so esse er von diesem Brote und trinke von dem Kelche.³⁹ +1 Korinther 1Kor 54 11 28 39 Der Mensch prüfe sein Gewissen, und wenn er sich unwürdig findet ob einer schweren Sünde, mache er sich würdig, und zwar verlangt hierfür das ausdrückliche Gebot der heil. Kirche die Beichte. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 13, Kap. 7) +1 Korinther 1Kor 54 11 29 Qui enim manducat, et bibit indigne, judicium sibi manducat, et bibit: non dijudicans corpus Domini. Denn wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht,⁴⁰ indem er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.⁴¹ +1 Korinther 1Kor 54 11 29 40 Welche Strafe dieses Gericht ist, sagt der heil. Apostel nicht. Es hängt von dem Grade der Unwürdigkeit ab, ob eine zeitliche Strafe oder die ewige Verdammnis die Folge ist. +1 Korinther 1Kor 54 11 29 41 Indem er die Größe der Gaben, die ihm zu Teil werden sollten, nicht gebührend würdigt und den Leib des Herrn einer gewöhnlichen Speise gleichstellt. +1 Korinther 1Kor 54 11 30 Ideo inter vos multi infirmi et imbecilles, et dormiunt multi. Deswegen sind unter euch viele Kranke und Schwache, und entschlafen viele.⁴² +1 Korinther 1Kor 54 11 30 42 Wegen der nicht dem christlichen Geiste entsprechend gefeierten Liebesmahle ließen viele auch bei der Feier der heil. Geheimnisse es an Ehrfurcht fehlen. Die Worte: es entschlafen viele bedeuten zwar einen vorzeitigen Tod als Strafe, aber nicht einen unglücklichen. Wird nun eine minder würdige heil. Kommunion von dem gerechten Richter so schwer auf dieser Erde gestraft, wird da eine wahrhaft unwürdige nicht den ewigen Tod nach sich ziehen? +1 Korinther 1Kor 54 11 31 Quod si nosmetipsos dijudicaremus, non utique judicaremur. Wenn wir uns aber selbst richteten,⁴³ so würden wir nicht gerichtet werden.⁴⁴ +1 Korinther 1Kor 54 11 31 43 Der Mahnung des V. 28 gemäß. +1 Korinther 1Kor 54 11 31 44 So würden wir nicht zu den V. 30 genannten zeitlichen Strafen verurteilt werden. +1 Korinther 1Kor 54 11 32 Dum judicamur autem, a Domino corripimur, ut non cum hoc mundo damnemur. Indem wir aber gerichtet werden, werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht mit dieser Welt verdammt werden. +1 Korinther 1Kor 54 11 33 Itaque fratres mei, cum convenitis ad manducandum, invicem exspectate. Darum, meine Brüder! wenn ihr zum Essen⁴⁵ zusammenkommet, so wartet aufeinander. +1 Korinther 1Kor 54 11 33 45 Zu Liebesmahlzeiten. (Chrys.) An dem letzten Abendmahle, dessen Nachahmungen die Liebesmahle sein sollten, hatten alle Apostel mit dem Herrn teilgenommen, bei demselben hatte der Erlöser seine höchste Liebe gegen seine Jünger offenbart und allen, die zu ihm gehören wollten, die Liebe als unterscheidendes Merkmal empfohlen, und hatte den Vater gebeten, dass alle Gläubigen eins seien. Entsprachen die Liebesmahle der Korinther diesen Merkmalen christlicher Vereinigungen zum Andenken an das letzte Abendmahl? +1 Korinther 1Kor 54 11 34 Si quis esurit, domi manducet: ut non in judicium conveniatis. Cetera autem, cum venero, disponam. Ist aber jemand hungrig, so esse er zu Hause, damit ihr nicht zum Gerichte zusammenkommet. Das übrige aber werde ich anordnen, wenn ich komme.⁴⁶ +1 Korinther 1Kor 54 11 34 46 Da der Apostel nicht alles glauben wollte, was ihm mitgeteilt war, wollte er das übrige erst untersuchen, um dann die nötigen Anordnungen zu treffen. Auch diese Worte des heil. Paulus zeigen, dass die Kirche viele Anordnungen der Apostel besitzt, welche in der heil. Schrift nicht aufgezeichnet sind. (Thom.) +1 Korinther 1Kor 54 12 0 5. Die rechte Wertschätzung der Gnadengaben und ihr rechter Gebrauch. (12,1 14,40) a. Der Ursprung und der Wert der Gnadengaben (V. 30): Merkmale wahrer Gnadengaben. (V. 3) Einziger Ursprung und einziges Ziel der Gnadengaben. (V. 11) Praktische Folgerungen: alle Gnadengaben tragen zum Heile der Kirche bei. (V. 20) Die Gnadengaben, welche geringer scheinen, sind bisweilen nützlicher. (V. 30) b. Beziehungen der Gnadengaben zur Liebe (12,31 13,13): was sind die Gnadengaben wert ohne die Liebe? (12,31 13,3) +1 Korinther 1Kor 54 12 1 De spiritualibus autem, nolo vos ignorare fratres. Über die Geistesgaben aber¹ will ich euch nicht ohne Belehrung lassen, Brüder! +1 Korinther 1Kor 54 12 1 1 Es waren in den ersten Zeiten besondere Gnadengaben notwendig, damit jene, welche ihr ganzes Leben in Götzendienst, von den bösen Geistern verblendet, zugebracht hatten, ungebildeten und armen Leuten glaubten und von ihnen die Wahrheit annahmen. Ohne dass ganz offenbare Wunder der göttlichen Gnade sich zeigten, konnte dies nicht geschehen. (Theod.) Durch diese außerordentlichen Gaben wurden freilich die von Christus eingeführten Ämter in der Kirche nicht überflüssig. Über diese Gnadengaben hatten die Korinther an Paulus Fragen gerichtet. Jedenfalls befanden sie sich in einem zweifachen Irrtum: sie beurteilten den Wert der Gnadengaben nach der Außenseite, nach der Bewunderung, welche diese wachriefen. Infolge dessen stellten sie die Sprachengabe allen anderen Gnadengaben voran und wünschten, dieselbe zu erlangen, während die Gabe der Prophezeiung ihnen wenig beachtenswert schien. Aber: weiteres über die Liebesmahle zu bestimmen, behielt der Apostel seiner Ankunft vor, die Antwort auf die Frage nach den Geistesgaben aber will er nicht verschieben. +1 Korinther 1Kor 54 12 2 Scitis quoniam cum gentes essetis, ad simulacra muta prout ducebamini euntes. Ihr wisset, dass ihr, als ihr Heiden waret, zu den stummen Götzen hinginget, wie ihr geführt wurdet.² +1 Korinther 1Kor 54 12 2 2 Wie vernunftlose Tiere. Es war wohl der Teufel, der sie von Gott ab- und den Götzen zuführte. +1 Korinther 1Kor 54 12 3 Ideo notum vobis facio, quod nemo in Spiritu Dei loquens, dicit anathema Jesu. Et nemo potest dicere, Dominus Jesus, nisi in Spiritu sancto. Darum³ tue ich euch kund, dass niemand, der im Geiste Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus; und niemand kann sagen: Herr Jesus, außer im Heiligen Geiste.⁴ [Mk 9,38] +1 Korinther 1Kor 54 12 3 3 Dies waret ihr, ehe euch die Gnade zu Teil ward, wie sehr ist diese notwendig! +1 Korinther 1Kor 54 12 3 4 Vergl. [1Joh 4,1-3]. Wie der heil. Johannes dort ein Merkmal aufstellt, an dem wahre Propheten und Lehrer von falschen Propheten und Irrlehrern unterschieden werden, so gibt der heil. Paulus hier das gleiche als Unterscheidungsmerkmal für geistliche Gnadengaben. Wer im außerordentlichen Zustande sagt: Verflucht ist (sei) Jesus, also nicht nur seine Gottheit leugnet, sondern ihn selbst verabscheut und sein Reich zu zerstören sucht, redet und handelt nicht unter dem Einflusse des Heil. Geistes. Hingegen wer den Glauben an Jesus mehrt oder fördert, ist vom Heil. Geiste erfüllt. +1 Korinther 1Kor 54 12 4 Divisiones vero gratiarum sunt, idem autem Spiritus: Es sind jedoch verschiedene Gnadengaben, allein derselbe Geist.⁵ +1 Korinther 1Kor 54 12 4 5 Wie die Heiden verschiedene Gaben verschiedenen Götzen zuschrieben, so konnten die Neubekehrten, wenn sie von dem Geiste der Weisheit, dem Geiste der Prophezeiung usw. hörten, sich leicht falsche Vorstellungen über die Gnadengaben machen. +1 Korinther 1Kor 54 12 5 Et divisiones ministrationum sunt, idem autem Dominus: Und es sind verschiedene Ämter, aber derselbe Herr. +1 Korinther 1Kor 54 12 6 Et divisiones operationum sunt, idem vero Deus, qui operatur omnia in omnibus. Und es sind verschiedene Wirkungsweisen, allein es ist derselbe Gott, welcher alles in allen wirkt.⁶ +1 Korinther 1Kor 54 12 6 6 Aus dem, was den beiden anderen Personen der Gottheit zugeeignet wird (dem Sohne V. 5, dem Vater V. 6), folgert der Apostel, dass auch die Verschiedenheit der Gnadengabe einem Geiste zukommt. +1 Korinther 1Kor 54 12 7 Unicuique autem datur manifestatio Spiritus ad utilitatem. Einem jeden aber wird die Offenbarung des Geistes⁷ zum Nutzen gegeben. +1 Korinther 1Kor 54 12 7 7 Gnadengabe. +1 Korinther 1Kor 54 12 8 Alii quidem per Spiritum datur sermo sapientiæ: alii autem sermo scientiæ secundum eundem Spiritum, Dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit verliehen, dem andern aber die Rede der Wissenschaft nach demselben Geiste;⁸ +1 Korinther 1Kor 54 12 8 8 Durch den Heil. Geist und nach seinem Willen werden die Gnadengaben verteilt, weil sie in ihm ihre gemeinsame Quelle haben und meist in ihm verliehen werden, da er, wenn er sich selbst den Gläubigen schenkt, ihnen auch seine Gaben zu Teil werden lässt. Der Apostel zählt die Gaben übrigens nicht alle auf. An dieser Stelle erwähnt er neun, weiter unten (V. 28) acht, unter ihnen Apostelgabe und Lehrgabe, die wohl auch hier unter anderen Namen angeführt werden, und die Gnade Hilfe zu leisten und wohl zu verwalten, die hier übergangen sind. Wollen wir die hier genannten Gaben in Klassen teilen, so umfasst die erste vier Gaben, welche zur Lehre über göttliche Dinge helfen, die zweite drei, welche in den bereits überlieferten Lehren bestärken, die dritte vier, welche dazu dienen, die Gläubigen zu ermuntern, die Ungläubigen zurückzuweisen. Als vierte Klasse können diejenigen Gaben angesehen werden, durch welche der Heil. Geist einige Menschen geeignet macht, andere in äußeren Dingen zu leiten (V. 28). +1 Korinther 1Kor 54 12 9 Alteri fides in eodem Spiritu: alii gratia sanitatum in uno Spiritu, einem andern Glaube in demselben Geiste; einem andern Gnadengabe zu Heilungen in dem einen Geiste; +1 Korinther 1Kor 54 12 10 Alii operatio virtutum, alii prophetia, alii discretio spirituum, alii genera linguarum, alii interpretatio sermonum. einem andern die Gabe Wunder zu wirken, einem andern Weissagung, einem andern Unterscheidung der Geister, einem andern mancherlei Sprachen, einem andern Sprachenauslegung.⁹ +1 Korinther 1Kor 54 12 10 9 Das Wesen der einzelnen Geistesgaben lässt sich nicht mit vollkommener Gewissheit bestimmen. Die Weisheit [1Kor 2,6ff] ist die genaue Kenntnis der verborgenen Geheimnisse Gottes. Das Wort der Weisheit ist mithin die Gabe, die tiefsten Geheimnisse zu lehren. Da nun diese Gabe besonders den apostolischen Männern eigen sein muss, ist sie wohl die gleiche wie die V. 28 als diese eigene genannte. Die Rede der Wissenschaft ist die Gabe, jene Wahrheiten, welche alle Christen kennen müssen, so zu erklären und darzulegen, dass alle sie verstehen und behalten. Diese Gabe wird besonders den Lehrern (V. 28) eigen sein müssen. Die Gabe des Glaubens ist die Gabe des wunderwirkenden Glaubens [Mt 17,20], wie [1Kor 13,2] angedeutet. (Chrys., Cyr. v. Alex.) Gott gab den Aposteln, um ihr Ansehen zu mehren, die Gabe wunderbarer Heilungen [Apg 5,15, Apg 19,12], ohne dass sie selbst dabei mitwirkten. Über diese Gabe wie über die anderen Wunder zu wirken ist nichts weiter bekannt. Die vier letzten Gnadengaben werden paarweise verbunden, weil sie eine ohne die andere keinen großen Nutzen schafft. Doch über die Gabe der Sprachen und der Prophezeiung handelt das ganze vierzehnte Kapitel, weshalb dort mehr über dieselben gesagt werden wird. +1 Korinther 1Kor 54 12 11 Hæc autem omnia operatur unus atque idem Spiritus, dividens singulis prout vult. Dieses alles aber wirkt ein und derselbe Geist, einem jeden zuteilend, wie er will.¹⁰ [Röm 12,6, Eph 4,7] +1 Korinther 1Kor 54 12 11 10 Ein und derselbe Geist wirkt dies alles, gewiss dabei auf die natürliche Veranlagung dessen, dem eine Gabe zu Teil werden soll, Rücksicht nehmend, oder auf die Beschaffenheit des Herzens. Stets aber gibt der Heil. Geist frei, wem er will, ohne dass die Gläubigen auf irgendeine Gabe ein Recht besäßen. +1 Korinther 1Kor 54 12 12 Sicut enim corpus unum est, et membra habet multa, omnia autem membra corporis cum sint multa, unum tamen corpus sunt: ita et Christus. Wie nämlich der Leib einer ist¹¹ und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obschon ihrer viele sind, dennoch ein Leib sind, so auch Christus.¹² +1 Korinther 1Kor 54 12 12 11 Damit die Folgerungen, welche der Apostel in bildlicher Form vorlegen will, richtig erscheinen, weist er zuvor nach, dass die Kirche sich mit dem menschlichen Leibe vergleichen lässt (V. 12 14). +1 Korinther 1Kor 54 12 12 12 Der mystische Christus, die Kirche, welche der Leib Christi ist, deren Haupt der Herr ist. Christus heißt Haupt und Leib wegen der unerforschlichen Einheit zwischen Haupt und Gliedern. Ein Geist wirkt alles in den Gliedern Christi, wie eine und dieselbe Seele in dem Auge sieht, im Ohre hört und in allen Gliedern alles tut. So ist der mystische Christus einer und vielfach, so viel Glieder er hat, so viel Gläubige sind, welche durch den Heil. Geist zu einem Leibe vereint werden. Wenn die Mannigfaltigkeit die Einheit aufheben würde, könnte man nicht mehr von einem Leibe reden, und doch bilden viele Glieder einen Leib, weil derselbe Lebensgrund, die Seele, alle erfüllt. +1 Korinther 1Kor 54 12 13 Etenim in uno Spiritu omnes nos in unum corpus baptizati sumus, sive Judæi, sive gentiles, sive servi, sive liberi: et omnes in uno Spiritu potati sumus. Denn in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, gleichviel ob Juden oder Heiden, Knechte oder Freie; und alle sind wir in einem Geiste getränkt worden.¹³ +1 Korinther 1Kor 54 12 13 13 Alles, was einst unterschied und trennte, Judentum oder Heidentum, Freiheit oder Knechtschaft, ist verschwunden, eines ist an die Stelle getreten, der Geist, der alle zu Gliedern macht. Der Taufe, von der im ersten Gliede des Verses die Rede ist, schloss sich die Firmung (Chrys.) an, deren Gnaden dem Wasser verglichen werden, mit dem die Menschen getränkt werden. Ein ähnliches Bild siehe [Jes 12,3, Jer 2,13, Ez 47,1, Sach 14,8] und [Joh 4,13.14, Joh 7,37ff]. +1 Korinther 1Kor 54 12 14 Nam et corpus non est unum membrum, sed multa. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern besteht aus vielen. +1 Korinther 1Kor 54 12 15 Si dixerit pes: Quoniam non sum manus, non sum de corpore: num ideo non est de corpore? Wenn der Fuß sagte: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leibe; gehört er darum etwa nicht zum Leibe?¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 12 15 14 Wenn der Fuß, der das Gewicht des Leibes trägt und den Staub der Erde tritt, mit der Hand verglichen wird, und das Ohr, das dem Auge nachsteht, mit diesem, so sind sie Glieder minderen Ranges, und dennoch gehören sie ebenso zum Leibe, wie die vornehmen Glieder, da sie auf gleiche Weise mit ihnen verbunden sind. Es wäre also töricht, wollten Glieder der Kirche, welche etwa niedere Gnadengaben empfangen haben, deshalb meinen, sie seien von der Kirche ausgeschlossen. Der Apostel hat die Glieder überaus passend einander entgegengestellt, da wir diejenigen, welche um weniges (nicht um vieles) höher sind als wir, zu beneiden pflegen (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 12 16 Et si dixerit auris: Quoniam non sum oculus, non sum de corpore: num ideo non est de corpore? Und wenn das Ohr sagte: Weil ich nicht Auge bin, gehöre ich nicht zum Leibe; gehört es darum etwa nicht zum Leibe? +1 Korinther 1Kor 54 12 17 Si totum corpus oculus: ubi auditus? Si totum auditus: ubi odoratus? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn der ganze Leib Gehör wäre, wo wäre der Geruch? +1 Korinther 1Kor 54 12 18 Nunc autem posuit Deus membra, unumquodque eorum in corpore sicut voluit. Nun aber hat Gott die Glieder, ein jedes von ihnen, an dem Leibe gesetzt, wie es ihm wohlgefiel. [V. 11] +1 Korinther 1Kor 54 12 19 Quod si essent omnia unum membrum, ubi corpus? Wenn alle ein Glied wären, wo wäre der Leib? +1 Korinther 1Kor 54 12 20 Nunc autem multa quidem membra, unum autem corpus. Nun aber sind zwar viele Glieder,¹⁵ aber nur ein Leib. +1 Korinther 1Kor 54 12 20 15 Und zwar dem göttlichen Willen gemäß verschiedene. +1 Korinther 1Kor 54 12 21 Non potest autem oculus dicere manui: Opera tua non indigeo: aut iterum caput pedibus: Non estis mihi necessarii. Es kann aber das Auge nicht zur Hand sagen: Ich bedarf deiner Dienste nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ihr seid mir nicht nötig!¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 12 21 16 Oben, wo der Apostel von dem Verhältnisse der Glieder zu dem Leibe sprach, wählte er Glieder gleicher Art, jetzt, die Glieder unter sich vergleichend solche verschiedener Art. Der Apostel will die Anwendung auf die Kirche noch nicht machen. +1 Korinther 1Kor 54 12 22 Sed multo magis quæ videntur membra corporis infirmiora esse, necessariora sunt: Sondern vielmehr sind diejenigen Glieder des Leibes, welche die schwächeren zu sein scheinen, die notwendigeren;¹⁷ +1 Korinther 1Kor 54 12 22 17 Die inneren Organe. (Theod., Thom.) +1 Korinther 1Kor 54 12 23 Et quæ putamus ignobiliora membra esse corporis, his honorem abundantiorem circumdamus: et quæ inhonesta sunt nostra, abundantiorem honestatem habent, und die als die minder ansehnlichen Glieder des Leibes gelten, diese umgeben wir mit reichlicherer Ehre; und die an uns schamhaft sind, haben reichlichere Anständigkeit.¹⁸ +1 Korinther 1Kor 54 12 23 18 Der heil. Apostel wählt seine Ausdrücke. Die beiden ersten Klassen werden von uns für schwächer und minder ansehnlich gehalten, die dritte Klasse ist das, was sie genannt wird, da allen Menschen das Schamgefühl angeboren ist. +1 Korinther 1Kor 54 12 24 Honesta autem nostra nullius egent: sed Deus temperavit corpus, ei, cui deerat, abundantiorem tribuendo honorem, Das Wohlanständige an uns bedarf nichts;¹⁹ Gott aber hat den Leib so eingerichtet, dass er dem mehr Ehre zu Teil werden ließ, was nachstand, +1 Korinther 1Kor 54 12 24 19 Keiner von außen ihnen verschafften Ehrbarkeit. +1 Korinther 1Kor 54 12 25 Ut non sit schisma in corpore, sed idipsum pro invicem sollicita sint membra. damit keine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder einmütig füreinander Sorge tragen. +1 Korinther 1Kor 54 12 26 Et si quid patitur unum membrum, compatiuntur omnia membra: sive gloriatur unum membrum, congaudent omnia membra. Und wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; oder, wenn ein Glied verherrlicht wird, freuen sich alle Glieder mit. +1 Korinther 1Kor 54 12 27 Vos autem estis corpus Christi, et membra de membro. Ihr aber seid Christi Leib, und Glied um Glied.²⁰ +1 Korinther 1Kor 54 12 27 20 Da das Bild leicht verständlich ist, erklärt der Apostel es nicht weiter, sondern betont noch einmal einzig den Grund, auf dem der Schluss, den er einprägen will, beruht, nämlich dass die Einheit der Kirche, des Körpers Christi, und die Verschiedenheit der Glieder von Gott selbst gesetzt ist. Glied um Glied: so voneinander abhängig und zueinander geordnet wie ein Glied zum andern (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 12 28 Et quosdam quidem posuit Deus in Ecclesia primum Apostolos, secundo Prophetas, tertio Doctores, deinde virtutes, exinde gratias curationum, opitulationes, gubernationes, genera linguarum, interpretationes sermonum. Und die einen hat Gott in der Kirche gesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrmeister, dann Wunderkräfte, ferner Gaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Verwaltungen, mancherlei Sprachen zu reden, Reden auszulegen.²¹ [Eph 4,11] +1 Korinther 1Kor 54 12 28 21 Der Apostel redet hier nicht von den gewöhnlichen von Christus in der Kirche eingesetzten Ämtern. Acht Gnadengaben werden von dem Apostel aufgezählt, denn die in der heutigen Vulgata an neunter Stelle genannte fehlt in den griechischen und den älteren lateinischen Manuskripten. Apostel sind hier alle diejenigen, welche den Ungläubigen das Evangelium verkündeten und neue Kirchen gründeten. Propheten sind, wie die Lehrer, für schon gegründete Kirchen berufen. Die Propheten wurden vom Heil. Geiste erfüllt, um die Gläubigen zu ermahnen, zu trösten, zu erbauen, die Lehrer, um sie im Glauben zu unterweisen. Zu den bereits gleichfalls V. 9 erwähnten Wunderkräften und Gaben der Heilung kommen zwei vorher nicht genannte: Hilfe zu leisten und wohl zu verwalten, die beide für äußere Dinge gegeben wurden, die eine Gabe, um Kranken und Armen zu Hilfe zu kommen (Chrys.), die andere, um das Haus, die Gemeinde, oder in außerordentlicher Weise selbst die Kirche, zu leiten. Vergl. [Röm 12,8]. Auch jetzt noch verleiht Gott bisweilen diese Gnadengaben, wie wir in den Lebensbeschreibungen der Heiligen lesen, wo dieselben außerordentliche Erfolge erzielten, die ohne die besondere Beihilfe des Heil. Geistes nicht zu erlangen waren. +1 Korinther 1Kor 54 12 29 Numquid omnes Apostoli? numquid omnes Prophetæ? numquid omnes Doctores? Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? +1 Korinther 1Kor 54 12 30 Numquid omnes virtutes? numquid omnes gratiam habent curationum? numquid omnes linguis loquuntur? numquid omnes interpretantur? Haben etwa alle Wunderkräfte, alle die Gabe zu heilen, reden alle in Sprachen, können alle auslegen?²² +1 Korinther 1Kor 54 12 30 22 Vergl. V. 11, V. 18. +1 Korinther 1Kor 54 12 31 mulamini autem charismata meliora. Et adhuc excellentiorem viam vobis demonstro. Beeifert euch um die besseren Gnaden.²³ Und noch einen vorzüglicheren Weg zeige ich euch.²⁴ +1 Korinther 1Kor 54 12 31 23 Wenngleich alle Gnadengaben von dem freien Ermessen des Heil. Geistes abhängen, können sie doch durch frommes Flehen von ihm erlangt werden, vergl. [1Kor 14,13], zumal der Heil. Geist sie gewiss denen leicht gewährt, welche sie nach dem Willen des Spenders zum Nutzen der Kirche zu gebrauchen verheißen. +1 Korinther 1Kor 54 12 31 24 Der Apostel führt indes erst [1Kor 14,1] diese Aufforderung weiter. Einen Weg, welcher vorzüglicher ist, als die Gnadengaben, die Liebe zeige ich euch. +1 Korinther 1Kor 54 13 0 Was sind die Gnadengaben wert ohne die Liebe? (V. 3) Was ist die Liebe wert ohne die Gnadengaben? (V. 7) Die Liebe übertrifft durch ihre ewige Dauer die Gnadengaben. +1 Korinther 1Kor 54 13 1 Si linguis hominum loquar, et angelorum, caritatem autem non habeam, factus sum velut æs sonans, aut cymbalum tinniens. Wenn ich mit den Zungen der Menschen und Engel rede,¹ aber die Liebe nicht habe, so bin ich wie ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle geworden. +1 Korinther 1Kor 54 13 1 1 Wenn ich das höchste Maß der Sprachengabe besäße, dass ich mit Menschen- und Engelzungen Gott preisen könnte, mir selbst würde dies nichts helfen zum ewigen Leben, ohne die Liebe, jene göttliche Tugend, mit welcher wir Gott um seiner selbst willen, den Nächsten um Gottes willen lieben (Aug.). +1 Korinther 1Kor 54 13 2 Et si habuero prophetiam, et noverim mysteria omnia, et omnem scientiam: et si habuero omnem fidem ita ut montes transferam, caritatem autem non habuero, nihil sum. Und wenn ich die Gabe der Weissagung habe, und kenne alle Geheimnisse und alle Wissenschaft, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetzen könnte, die Liebe aber nicht habe, so bin ich nichts.² +1 Korinther 1Kor 54 13 2 2 Vier Gnadengaben werden in diesem Verse mit der Liebe verglichen: Prophezeiung, Weisheit, Wissenschaft, wunderwirkender Glaube, die vier vorzüglichsten. Siehe [1Kor 12,8.28] Weisheit und Wissenschaft können auch Gaben des Heil. Geistes sein, alsdann sind sie aber mit der Liebe verbunden (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 13 3 Et si distribuero in cibos pauperum omnes facultates meas, et si tradidero corpus meum ita ut ardeam, caritatem autem non habuero, nihil mihi prodest. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile, und wenn ich meinen Leib dahingebe, dass ich verbrannt werde, die Liebe aber nicht habe, so nützt es mir nichts.³ +1 Korinther 1Kor 54 13 3 3 Der Apostel geht nunmehr zu jenen Gnadengaben über, welche den Menschen befähigen, dem Nächsten im täglichen Leben zu helfen, die zwar weniger bewunderungswert erscheinen, aber den Tugenden ähnlicher sind. +1 Korinther 1Kor 54 13 4 Caritas patiens est, benigna est: caritas non æmulatur, non agit perperam, non inflatur. Die Liebe⁴ ist langmütig, ist gütig;⁵ die Liebe eifert nicht, sie handelt nicht unbescheiden, sie bläht sich nicht auf; +1 Korinther 1Kor 54 13 4 4 Die Gnadengaben ohne die Liebe nützen dem nichts, der sie besitzt. Stets aber ist die Liebe nütz, ob sie auch nicht mit Gnadengaben geschmückt erscheint. Da der Mensch sich und andere über seine Liebe zu Gott leicht täuschen kann, die Liebe zum Nächsten aber ohne die Liebe zu Gott nicht bestehen kann, zählt der Apostel die Eigenschaften der Liebe gegen den Nächsten auf, damit die Gläubigen sich prüfen, ob sie diese so notwendige Gabe besitzen. Zuerst nennt er die zwei allgemeinen Eigenschaften der Liebe (V. 4), alsdann die besonderen, acht negative (V. 4 6), fünf positive. +1 Korinther 1Kor 54 13 4 5 Jede Tugend erweist ihre Kraft im Ertragen des Bösen und dem Tun des Guten. (Thom.) Gütig: sie teilt alles, was sie hat, gern mit. (Thom.) +1 Korinther 1Kor 54 13 5 Non est ambitiosa, non quærit quæ sua sunt, non irritatur, non cogitat malum, sie ist nicht ehrsüchtig,⁶ sucht nicht das ihre,⁷ sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht an; +1 Korinther 1Kor 54 13 5 6 Griech.: Sie handelt nicht ungeziemend. +1 Korinther 1Kor 54 13 5 7 Sie sucht nicht das Ihre mit Hintansetzung dessen, was anderen nützlich ist; denn wer den Nächsten liebt wie sich selbst, sucht auch dessen Wohl wie das eigene (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 13 6 Non gaudet super iniquitate, congaudet autem veritati: sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit,⁸ sie freut sich aber mit der Wahrheit;⁹ +1 Korinther 1Kor 54 13 6 8 Der Ungerechtigkeit, die sie an anderen sieht. +1 Korinther 1Kor 54 13 6 9 Die Wahrheit wird hier wie die Liebe als Person gedacht, welche sich freut, wenn sie ihr Ziel erreicht, d. i. von allen erkannt und anerkannt wird; die Liebe freut sich mit ihr, wenn sie ihr Reich sich ausbreiten sieht. +1 Korinther 1Kor 54 13 7 Omnia suffert, omnia credit, omnia sperat, omnia sustinet. alles erträgt sie,¹⁰ alles glaubt sie, alles hofft sie, alles übersteht sie.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 13 7 10 Griech.: Sie bedeckt alles, deckt gleichsam alle Mängel des Nächsten zu, um das Wohlwollen nicht zu verlieren. +1 Korinther 1Kor 54 13 7 11 Ohne Misstrauen (wenngleich nicht ohne Klugheit) lässt der, welcher die Liebe hat, die Worte des Nächsten zu, hofft von ihm das Beste, auch wenn er ihn einmal straucheln sieht, und hilft ihm aufstehen; endlich erträgt er alle Übel ebenso starkmütig und geduldig. +1 Korinther 1Kor 54 13 8 Caritas numquam excidit: sive prophetiæ evacuabuntur, sive linguæ cessabunt, sive scientia destruetur. Die Liebe hört nie auf,¹² wenn auch die Weissagungen abgetan werden oder die Sprachen ein Ende nehmen, und die Erkenntnis vergehen wird.¹³ +1 Korinther 1Kor 54 13 8 12 Mit dem Lobe der Liebe als der Seele aller anderen Tugenden ist der Apostel noch nicht zufrieden und führt ein drittes Lob derselben an, ihre Ewigkeit, die sie über die Gnadengaben (V. 9 12) und die anderen theologischen Tugenden stellt (V. 13). +1 Korinther 1Kor 54 13 8 13 Nicht allein jene Gnadengabe, welche die Korinther irrtümlich überschätzten, sondern auch jene, welche mit Recht als die ersten gelten, Prophezeiung und Wissenschaft (und Weisheit) werden ein Ende haben, wieviel mehr die unter diesen stehenden. Da die Gnadengaben zum Nutzen der Gläubigen gewährt werden, hören sie freilich auf, sobald das Ziel, für welches sie gegeben werden, aufhört, wenigstens also mit der zweiten Ankunft Christi; indes schließt der Apostel vielmehr aus ihrer inneren Unvollkommenheit auf die Notwendigkeit des Aufhörens derselben. +1 Korinther 1Kor 54 13 9 Ex parte enim cognoscimus, et ex parte prophetamus. Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk.¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 13 9 14 Auch die Gabe der Wissenschaft ist unvollkommen; denn weder erfasst sie alle Wahrheiten, noch erkennt sie diejenigen, welche sie erfasst, ohne Dunkelheit. Auch was die Gabe der Prophezeiung der Gläubigen bietet, nimmt an der Dunkelheit des Glaubens teil. +1 Korinther 1Kor 54 13 10 Cum autem venerit quod perfectum est, evacuabitur quod ex parte est. Wenn aber das Vollkommene kommt, dann wird das, was Stückwerk ist, abgetan werden.¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 13 10 15 Dieser Satz wird durch das Folgende weiter beleuchtet und erklärt. +1 Korinther 1Kor 54 13 11 Cum essem parvulus, loquebar ut parvulus, sapiebam ut parvulus, cogitabam ut parvulus. Quando autem factus sum vir, evacuavi quæ erant parvuli. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich aber Mann ward, legte ich ab, was des Kindes war. +1 Korinther 1Kor 54 13 12 Videmus nunc per speculum in ænigmate: tunc autem facie ad faciem. Nunc cognosco ex parte: tunc autem cognoscam sicut et cognitus sum. Jetzt sehen wir durch einen Spiegel im Rätsel, alsdann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich erkennen, so wie auch ich erkannt bin.¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 13 12 16 Der Apostel stellt einen Schluss auf, dessen Obersatz V. 11, dessen Untersatz V. 12 enthält: wenn das Vollkommene kommt, weicht das Unvollkommene, nun aber ist unsere jetzige Erkenntnis unvollkommen, die zukünftige wird vollkommen sein. Die Unvollkommenheit und Vollkommenheit erklärt der Apostel durch Bilder. Jetzt bedürfen wir, um Gott zu erkennen, eines Mittels, wir erkennen ihn in der Natur [Röm 1,20] und in Jesus, seinem Leben und seinen Lehren [Joh 14,9], also im Bilde, mithin bleibt ein Dunkel und Geheimnis, dass wir nicht durchdringen und dem wir uns durch den Glauben unterwerfen. Anders wird es im seligen Leben sein, wenn wir Gott in sich schauen. Ich werde erkennen, wie ich auch erkannt bin: ich werde so vollkommen rein erkennen, wie ein Geschöpf dies nur vermag, wie die göttliche Erkenntnis in ihrer Art vollkommen ist. Nicht der Umfang der Erkenntnis, sondern die Weise: unmittelbare Anschauung (gegenüber der jetzigen mittelbaren) wird verglichen. Noch ist dieser glückselige Stand nicht erreicht; doch allen Menschen bleiben ja, wenn wir auch nicht alle die Gabe der Rede, der Wissenschaft oder der Prophezeiung haben können, die drei göttlichen Tugenden (Justin, Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 13 13 Nunc autem manent, fides, spes, caritas: tria hæc: major autem horum est caritas. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;¹⁷ das größte aber unter diesen ist die Liebe. +1 Korinther 1Kor 54 13 13 17 Die Gnadengaben verteilt der Heil. Geist, wie er will [1Kor 12,11], und wenngleich er sie zum Nutzen der Gläubigen gibt [1Kor 12,7], ist doch keine derselben unbedingt oder immer notwendig. Darum gibt oder nimmt er sie, je nachdem es der Kirche nützlich ist. Die theologischen Tugenden hingegen sind allen Gläubigen unbedingt und stets notwendig, darum bleiben sie in der streitenden Kirche bis zur zweiten Ankunft Christi. Ja, eine Tugend bleibt selbst im anderen Leben (V. 8), die, welche die anderen beiden übertrifft, die Liebe. +1 Korinther 1Kor 54 14 0 c. Vergleich der Gnadengaben der Sprachen und der Prophezeiung untereinander. (V. 25): die Prophezeiung ist den Gläubigen nützlicher, als die Sprachengabe. (V. 6) Die Sprachengabe hat an und für sich keinen großen Nutzen. (V. 12) Ebenso hat sie in den Versammlungen der Gläubigen keine geeignete Stelle, wenn ein Erklärer fehlt. (V. 20) Sie ist ein Zeichen für die Ungläubigen, aber weniger nützlich, als die Prophezeiung. (V. 24) d. Vorschriften über den öffentlichen Gebrauch der Gnadengaben. (V. 40) +1 Korinther 1Kor 54 14 1 Sectamini caritatem, æmulamini spiritalia: magis autem ut prophetetis. Trachtet nach der Liebe! Beeifert euch um die Geistesgaben, vorzüglich aber, dass ihr weissaget.¹ +1 Korinther 1Kor 54 14 1 1 Vergl. [1Kor 12,13]. Die Gabe der Prophezeiung gehört demnach zu den vorzüglichsten Gnadengaben des Heil. Geistes. +1 Korinther 1Kor 54 14 2 Qui enim loquitur lingua, non hominibus loquitur, sed Deo: nemo enim audit. Spiritu autem loquitur mysteria: Denn wer in Sprachen redet,² redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es. Im Geiste aber redet er Geheimnisse. +1 Korinther 1Kor 54 14 2 2 Die Sprachengabe ist die Gabe, fremde Sprachen zu reden, welche man nicht gelernt hat. Indes gab diese Gabe allein noch nicht das Verständnis der fremden Sprachen (Chrys., Ök., Theoph., Thom.), wie dies Kapitel zeigt. Auch bei dem ersten Pfingstfeste sind zwei Dinge zu unterscheiden. Das Wunder, indem die Apostel in verschiedenen Sprachen redeten, und die Erklärung des heil. Petrus an die ungläubigen Juden. Solange die Apostel bei dem Pfingstfeste in Sprachen redeten, sagten manche der Anwesenden, welche die Sprachen nicht verstanden, die Jünger seien voll süßen Weines [Apg 2,14ff], während die, welche die Sprachen verstanden, sich verwunderten, die Apostel in ihrer Muttersprache reden zu hören. [Apg 2,1-13] Auch in Korinth sagten die Ungläubigen, dass die, welche die Sprachengabe hatten, von Sinnen seien. [1Kor 14,23] Als aber Petrus am Pfingstfeste sprach, wurden die Zuhörer im Herzen zerknirscht, wie die ungläubigen Korinther bei den Worten der Propheten auf ihr Angesicht niederfielen und Gott anbeteten. [1Kor 14,25] Es ist indes wohl zu unterscheiden zwischen jener außerordentlichen Kenntnis, welche der Heiland einst verheißen [Mk 16,17], und der Sprachengabe: wer diese hatte, betete zu Gott, lobte Gott oder sagte ihm Dank, wie der Heil. Geist ihm Gesinnung und Worte eingab. Indes verstanden sie diese Worte selbst nicht, und, wenn niemand da war, der sie übersetzte, oft auch keiner der Zuhörer. +1 Korinther 1Kor 54 14 3 Nam qui prophetat, hominibus loquitur ad ædificationem, et exhortationem, et consolationem. Wer aber weissagt,³ redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und Tröstung. +1 Korinther 1Kor 54 14 3 3 Die Gabe der Prophezeiung war die Anregung des Heiligen Geistes, zu ermahnen und zu allen Tugenden zu führen. Damit es aber mit größerem Eindrucke und mehr Nachhaltigkeit geschah, zeigte der heil. Geist bisweilen, indem er verborgene Dinge offenbarte, dass er aus denen rede, welche diese Gabe besaßen. Selbstredend mussten solche auch durch einen heiligen Lebenswandel das empfehlen, was sie anderen zu Herzen führten. +1 Korinther 1Kor 54 14 4 Qui loquitur lingua, semetipsum ædificat: qui autem prophetat, Ecclesiam Dei ædificat. Wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Kirche Gottes.⁴ +1 Korinther 1Kor 54 14 4 4 Wer die Gabe der Sprache hat, wird zwar von Gott verstanden, an den er seine Worte richtet, aber da seine Worte nicht für die Menschen bestimmt sind, verstehen diese ihn auch nicht; so redet er in seinem eigenen Geiste, was anderen unverständlich ist (Geheimnisse im weiteren Sinne). (V. 2) Ein Prophet hingegen redet zu den Menschen und erbaut, ermahnt und tröstet sie. Erbauen ist im Guten fördern, und bezieht sich auf alle Gläubigen, während der Mahnung nur die bedürfen, welche träge sind in der Tugend, und des Trostes diejenigen, welche Schwierigkeiten zu überwinden haben oder wegen der Heimsuchungen kleinmütig zu werden beginnen. Auch Zukünftiges sagt der Prophet bisweilen zur Erbauung, Mahnung, Tröstung voraus. +1 Korinther 1Kor 54 14 5 Volo autem omnes vos loqui linguis: magis autem prophetare. Nam major est qui prophetat, quam qui loquitur linguis: nisi forte interpretetur ut Ecclesia ædificationem accipiat. Ich wünsche aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr jedoch, dass ihr weissaget; denn größer ist der, welcher weissagt, als der, welcher in Sprachen redet, wenn er es nicht etwa auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange.⁵ +1 Korinther 1Kor 54 14 5 5 Das, was nur demjenigen nützt, der es übt, ist weniger als das, was auch anderen nützt: in Sprachen reden nützte nur den Redenden, Prophezeien aber anderen. Zudem muss der Prophet, soll er nicht für einen falschen Propheten gelten, selbst das zuerst tun, wozu er auffordert. (Apostellehre) +1 Korinther 1Kor 54 14 6 Nunc autem, fratres, si venero ad vos linguis loquens: quid vobis prodero, nisi vobis loquar aut in revelatione, aut in scientia: aut in prophetia, aut in doctrina? Nun aber,⁶ Brüder! wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede, entweder in Offenbarungen, oder in Wissenschaft, oder in Weissagung, oder in Lehre?⁷ +1 Korinther 1Kor 54 14 6 6 Da die Gabe er Prophezeiung die der Sprachen übertrifft und diese allein den Gläubigen keinen Nutzen bringt. +1 Korinther 1Kor 54 14 6 7 Der Apostel bezeichnet zwei Gaben, welche zum Nutzen notwendig sind, nach ihrer inneren und äußeren Seite: die Offenbarung verborgener Dinge, damit die Prophezeiung möglich sei, die Erkenntnis göttlicher Dinge, damit man die Lehre [1Kor 12,8] zu überliefern vermöge. Das Amt eines Propheten und eines Lehrers werden der Sprachengabe gegenübergestellt. Damit hat der Apostel den Übergang zu dem Folgenden gegeben. +1 Korinther 1Kor 54 14 7 Tamen quæ sine anima sunt vocem dantia, sive tibia, sive cithara: nisi distinctionem sonituum dederint, quomodo scietur id, quod canitur, aut quod citharizatur? Schon bei leblosen Dingen, die einen Laut von sich geben, bei einer Flöte oder Zither ist es so. Wenn sie nicht bestimmt unterschiedene Töne geben, wie soll man das Geblasene oder Gespielte erkennen?⁸ +1 Korinther 1Kor 54 14 7 8 Wozu es dienen soll. +1 Korinther 1Kor 54 14 8 Etenim si incertam vocem det tuba, quis parabit se ad bellum? Denn wenn die Trompete einen unbestimmten Ton gibt, wer wird sich zum Kampfe rüsten? +1 Korinther 1Kor 54 14 9 Ita et vos per linguam nisi manifestum sermonem dederitis: quomodo scietur id, quod dicitur? eritis enim in ara loquentes. So auch ihr mit der Sprache!⁹ Wenn ihr nicht eine verständliche Rede von euch gebet, wie wird man erkennen, was gesagt wird? Denn ihr werdet in den Wind reden! +1 Korinther 1Kor 54 14 9 9 Sprachengabe +1 Korinther 1Kor 54 14 10 Tam multa, ut puta genera linguarum sunt in hoc mundo: et nihil sine voce est. So viele Arten von Sprachen sind wohl in der Welt, und keine davon ist ohne verständlichen Laut. +1 Korinther 1Kor 54 14 11 Si ergo nesciero virtutem vocis, ero ei, cui loquor, barbarus: et qui loquitur, mihi barbarus. Wenn ich also die Bedeutung des Wortes nicht kenne, so werde ich dem Sprechenden ein Fremdling sein, und der Redende wird mir ein Fremdling sein. +1 Korinther 1Kor 54 14 12 Sic et vos, quoniam æmulatores estis spirituum, ad ædificationem Ecclesiæ quærite ut abundetis. Trachtet also auch ihr, weil ihr euch um die Geistesgaben beeifert, sie zur Erbauung der Kirche in Fülle zu haben. +1 Korinther 1Kor 54 14 13 Et ideo qui loquitur lingua: oret ut interpretetur. Wer daher in Sprachen redet, der bitte um die Gnade der Auslegung.¹⁰ +1 Korinther 1Kor 54 14 13 10 Er tue, was in seiner Macht liegt, die Kirche zu erbauen. +1 Korinther 1Kor 54 14 14 Nam si orem lingua, spiritus meus orat, mens autem mea sine fructu est. Denn wenn ich in Sprachen bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 14 14 11 Der Geist ist hier der Sitz der Anmutungen, der durch den Heil. Geist zu geistlichen Dingen, also besonders zu Gott, hingezogen wird; der Verstand hingegen die Geisteskraft, welche die Wahrheit durchdringt und beachtet. Wer z. B. den lateinischen Psalm Misere mit der rechten Absicht betet, ohne doch die lateinische Sprache zu kennen, betet im Geiste, wird in Andacht zu Gott entflammt und erfleht von ihm die geistige Gabe der Sündenvergebung; doch sein Verstand durchdringt und erwägt den Sinn der einzelnen Worte nicht, die er spricht, und bleibt so ohne eine ihm eigene Frucht. So ruht auch der Geist in der Beschauung zu Gott, während in der gewöhnlichen Betrachtung der Verstand viel mittätig sein muss. Wohl hat jemand aus der Tröstung, die er empfangen, alsdann reichen Nutzen gezogen, dennoch geschieht es bisweilen, dass er nachher von einer Versuchung überwältigt wird, weil sein Verstand weder die nahe Gefahr derselben vorausgehen, noch um Mittel Vorsorge getragen, derselben zu begegnen. Damit also der ganze Mensch durch das Gebet Hilfe erlange, muss man beten mit Geist und Verstand, sich nicht nur durch den Affekt inniger mit Gott vereinigen, sondern auch mit dem Verstande das, was wir im Gebete sagen, durchdringen und erwägen. +1 Korinther 1Kor 54 14 15 Quid ergo est? Orabo spiritu, orabo et mente: psallam spiritu, psallam et mente. Wie ist es demnach? Ich will mit dem Geiste beten, aber ich will auch mit dem Verstande beten; ich will mit dem Geiste singen, aber ich will auch mit dem Verstande singen. +1 Korinther 1Kor 54 14 16 Ceterum si benedixeris spiritu: qui supplet locum idiotæ, quomodo dicet, Amen, super tuam benedictionem? quoniam quid dicas, nescit. Sonst, wenn du mit dem Geiste lobpreisest,¹² wie soll der, welcher die Stelle eines Unwissenden¹³ einnimmt, zu deiner Lobpreisung das Amen sagen?¹⁴ Er weiß ja nicht, was du sagst. +1 Korinther 1Kor 54 14 16 12 Mit dem Geiste: in unbekannten Sprachen. Lobpreisen und danksagen sind gleichbedeutend. +1 Korinther 1Kor 54 14 16 13 Ein Unwissender ist jeder, welcher bloßer Zuhörer ist im Gegensatze zu dem in Sprachen Redenden, der in der Kirche seine Gabe in Anwendung bringend, eine öffentliche Person darstellt. +1 Korinther 1Kor 54 14 16 14 Wenn der Bischof, oder ein Priester, oder selbst ein Prophet oder Sprachenbegabter vorbetete, antwortete die ganze Gemeinde Amen. Durch diese aus dem Judentume übernommene Sitte bekannte sie, dass sie mit jenen die Gebete Gott aufopferte. Die gleiche Gewohnheit besteht ja auch noch heut zu Tage, dass im Namen der ganzen Gemeinde Amen geantwortet wird. Der Apostel tadelt es, wenn jene mit den Gaben des Heil. Geistes ausgestatteten Menschen in Sprachen redeten, die keiner der Anwesenden verstand. Aber kennt denn das Volk die lateinische Sprache, in welcher die Kirche betet? Antwort: Erstlich kennt das Volk den Inhalt der kirchlichen Gebete in der Tat, wenn es auch nicht jedes Wort versteht; und da es weiß, dass die ganze heilige Handlung nur Heiligkeit bietet und die Herzen zu Gott emporhebt, so kann und müssen alle durch ihr Amen diese Gebete gutheißen und sich zu eigen machen. Zweitens tadelt der Apostel jene außerordentlichen Gebete nur, wenn niemand da ist, welcher den Sinn erklären kann; dem christlichen Volke aber sind tausend Mittel geboten, sich das Verständnis der liturgischen Gebete zu verschaffen. Zudem hat auch der Kirchenrat von Trient verordnet: Damit die Schafe Christi nicht hungern, und die Kleinen nicht um Brot bitten, ohne dass jemand da ist, der es ihnen bricht, verordnet der hl. Kirchenrat von Trient, dass alle Hirten und alle, welchen die Seelsorge obliegt, oftmals in der Predigt selbst oder durch andere etwas erklären von dem, was in der Messe gelesen wird, und unter anderen ein Geheimnis dieses heil. Opfers erklären, besonders an Sonn- und Festtagen. (Sitz 22, Kap. 8) Ebenso schrieb derselbe heil. Kirchenrat den Bischöfen vor: Nicht allein, wenn sie die Sakramente dem Volke spenden müssen, sollen sie vorher deren Kraft und Gebrauch nach der Fähigkeit der Empfänger erklären, sondern auch dafür Sorge tragen, dass die Pfarrer dies tun usw. (Sitz 24 von der Ref., Kap. 7) +1 Korinther 1Kor 54 14 17 Nam tu quidem bene gratias agis: sed alter non ædificatur. Denn du sprichst zwar ein schönes Dankgebet, aber der andere wird nicht erbaut. +1 Korinther 1Kor 54 14 18 Gratias ago Deo meo, quod omnium vestrum lingua loquor. Ich danke meinem Gott, dass ich in euer aller Sprachen rede;¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 14 18 15 So dass ich selbst die Worte verstehe, die ich rede, und sie den Bedürfnissen der Zuhörer anpassen kann. +1 Korinther 1Kor 54 14 19 Sed in Ecclesia volo quinque verba sensu meo loqui, ut et alios instruam: quam decem millia verborum in lingua. aber in der gottesdienstlichen Versammlung will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstande reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Sprachen. +1 Korinther 1Kor 54 14 20 Fratres, nolite pueri effici sensibus, sed malitia parvuli estote: sensibus autem perfecti estote. Brüder! werdet nicht Kinder an Einsicht,¹⁶ sondern an Bosheit seid Kinder;¹⁷ aber an Einsicht seid vollkommen. +1 Korinther 1Kor 54 14 20 16 Kinder urteilen über alles nicht nach dem wahren Werte der Dinge, sondern nach dem äußeren Scheine und der Ergötzlichkeit. Der Apostel redet die Korinther mit großer Liebe Brüder an, aber mahnt die stolzen und sich rühmenden Christen, nicht Kinder zu werden an Einsicht. +1 Korinther 1Kor 54 14 20 17 Nach der Mahnung des Herrn. [Mt 10,16] +1 Korinther 1Kor 54 14 21 In lege scriptum est: Quoniam in aliis linguis et labiis aliis loquar populo huic: et nec sic exaudient me, dicit Dominus. Im Gesetze¹⁸ steht geschrieben: In fremden Sprachen und mit anderen Lippen werde ich zu diesem Volke reden; und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr. [Jes 28,11] +1 Korinther 1Kor 54 14 21 18 Auch den Ungläubigen bringt die Gabe der Prophezeiung mehr Nutzen, als die der Sprachen. Gesetz sind die Schriften des A. T. +1 Korinther 1Kor 54 14 22 Itaque linguæ in signum sunt non fidelibus, sed infidelibus: prophetiæ autem non infidelibus, sed fidelibus. Demnach sind die Sprachen zum Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen;¹⁹ die Weissagungen aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen.²⁰ +1 Korinther 1Kor 54 14 22 19 Die Assyrer, deren Sprache die Juden nicht verstanden und in deren Heere viele Barbaren dienten, sind dem Apostel ein Bild derer, die im N.T. die Sprachengabe besitzen: die Sendung der Assyrer offenbarte den Unglauben der Juden, aber beseitigte ihn nicht, obwohl er es war, der Israel unwürdig machte, dass Gott zu ihm in einer verständlichen Sprache redete. Auch die Gabe der Sprachen, welche die Apostel am Pfingstfeste erhielten, war ein Zeichen für das ungläubige Volk und bekehrte es nicht. So schickt er auch jetzt die mit der Sprachengabe Ausgestatteten zum Zeichen. Doch etwas anderes ist zum Zeichen, etwas anderes zum Nutzen. Indem also der heil. Paulus sagt, die Sprachengabe sei den Gläubigen nicht zum Zeichen gegeben, leugnet er nicht den Nutzen. (V. 4) Übrigens können auch die Sprachen die Bekehrung der Ungläubigen entfernt vorbereiten, wie der Einbruch der Assyrier die Bekehrung der Juden. +1 Korinther 1Kor 54 14 22 20 Der Apostel fügt diesen Teil der Folgerung aus der Prophezeiung des Isaias als bekannte Wahrheit bei. Ergänze: sind zum Zeichen. +1 Korinther 1Kor 54 14 23 Si ergo conveniat universa Ecclesia in unum, et omnes linguis loquantur, intrent autem idiotæ, aut infideles: nonne dicent quod insanitis? Wenn also die ganze Gemeinde miteinander zusammenkommt, und alle in Sprachen reden,²¹ es kommen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, werden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? +1 Korinther 1Kor 54 14 23 21 Da die Sprachenbegabten zu Gott redeten, so sprachen sie vielleicht bisweilen gleichzeitig. +1 Korinther 1Kor 54 14 24 Si autem omnes prophetent, intret autem quis infidelis, vel idiota, convincitur ab omnibus, dijudicatur ab omnibus: Wenn aber alle weissagen, und es kommt ein Ungläubiger, oder ein Unkundiger herein, so wird er von allen überwiesen, von allen geurteilt; +1 Korinther 1Kor 54 14 25 Occulta cordis ejus manifesta fiunt: et ita cadens in faciem adorabit Deum, pronuntians quod vere Deus in vobis sit. das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er niederfallend auf sein Angesicht Gott anbeten, und verkündigen, dass Gott wahrhaft in euch ist.²² +1 Korinther 1Kor 54 14 25 22 Ein Sünder wird seiner Schuld vor Gott überwiesen, so dass er das Bild seiner Seele klar vor sich hat (wird geurteilt), und die Quelle der Sünde, Hochmut, Begierlichkeit der Augen und des Fleisches, wird offenbar werden, so dass er erkennt, dass Gott in den Propheten redet, und Buße tut und gläubig wird. Wäre es nicht, so kann man bei dieser Gelegenheit fragen, besser, wenn die heil. Messe in der Landessprache gefeiert würde, und auch die Spendung der Sakramente in derselben stattfände? Dem entgegen möchten wir so fragen: Ist es nicht erhebend, wenn in dem Reiche Christi, in seiner Kirche, in der alle nur eine Gesinnung haben sollen, alle auch eine Sprache reden, wie es einst war, ehe Gott die Sprachenverwirrung sandte? [Gen 11,1] Wenn die Kinder einer Familie auch eine Sprache führen, wenn die Väter in einer Sprache zu ihren Kindern reden, deuten sie nicht schon dadurch ihnen an, dass alle, wenn auch nicht eine Zunge, doch die eine Sprache des Glaubens und der Liebe untereinander haben sollen? Welches wäre aber auch der Vorteil, wenn die liturgischen Gebete in der Landessprache verfasst würden? Müsste nicht auch so ihr Sinn noch erklärt werden? Würden nicht viele in Versuchung kommen, das Heilige, das sie nicht verstehen, zu verunglimpfen, zumal wenn das ehrwürdige Kleid der lateinischen Sprache nicht mehr als Schutz dasteht? Wie ferner wäre es zu erreichen, dass alle in der Kirche Anwesenden alle Worte hörten? Doch die Belehrungen und Ermahnungen, von denen der Apostel hier redet, werden ja in der Landessprache gehalten, so dass niemanden etwas fehlen kann; die lateinischen Gebete aber, welche der Priester verrichtet, sind ihrem Inhalte und Sinne nach genügend bekannt. Vergl. Anm. 14. +1 Korinther 1Kor 54 14 26 Quid ergo est, fratres? cum convenitis, unusquisque vestrum psalmum habet, doctrinam habet, apocalypsim habet, linguam habet, interpretationem habet: omnia ad ædificationem fiant. Was ist also zu tun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat der eine²³ von euch einen Lobgesang, er hat eine Lehre, oder eine Offenbarung, oder eine Sprache, eine Auslegung, alles geschehe zur Erbauung.²⁴ +1 Korinther 1Kor 54 14 26 23 Von den Geistlichen. +1 Korinther 1Kor 54 14 26 24 Alles habe den Nutzen des Nächsten als Ziel. +1 Korinther 1Kor 54 14 27 Sive lingua quis loquitur, secundum duos, aut ut multum tres, et per partes, et unus interpretetur. Redet jemand in einer Sprache, so seien es nur zwei oder höchstens drei, und nacheinander, und einer gebe die Auslegung. +1 Korinther 1Kor 54 14 28 Si autem non fuerit interpres, taceat in Ecclesia, sibi autem loquatur, et Deo. Ist aber kein Ausleger da,²⁵ so schweige er in der Versammlung;²⁶ zu sich selbst aber rede er, und zu Gott. +1 Korinther 1Kor 54 14 28 25 Kann weder der in Sprachen Redende, noch einer der Anwesenden es auslegen. +1 Korinther 1Kor 54 14 28 26 Weil es nicht zur Erbauung der Gläubigen beiträgt. Wenigstens einige der mit Gnadengaben ausgestatteten konnten dieselben nach ihrem Belieben benutzen, wie diese Stelle zeigt. Welche Gabe ein solcher besaß, wussten die Gläubigen, so dass sie sich von der Anwesenheit eines Auslegers überzeugen konnten. Die Propheten redeten indes nur auf besonderen Antrieb des Heil. Geistes (V. 30) +1 Korinther 1Kor 54 14 29 Prophetæ autem duo, aut tres dicant, et ceteri dijudicent. Weissagend sollen zwei oder drei reden,²⁷ und die übrigen mögen es beurteilen. +1 Korinther 1Kor 54 14 29 27 In einer Versammlung. Da nun aber ein Prophet in das, was der heil. Geist eingab, Menschliches einmischen konnte, sollen die übrigen Propheten nach der Gnadengabe des Urteils, die wohl meist mit der Gabe der Prophezeiung verbunden war, das Gesagte beurteilen. +1 Korinther 1Kor 54 14 30 Quod si alii revelatum fuerit sedenti, prior taceat. Wenn aber einem andern, während er da sitzt, eine Offenbarung zu Teil wird, so soll der erste schweigen.²⁸ +1 Korinther 1Kor 54 14 30 28 Damit es indes nicht scheine, als ob er gleichsam dem Heil. Geiste Vorschriften mache, fügt der Apostel den Grund seiner Vorschrift bei. +1 Korinther 1Kor 54 14 31 Potestis enim omnes per singulos prophetare: ut omnes discant, et omnes exhortentur. Denn ihr könnt alle, einer nach dem andern, weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden.²⁹ +1 Korinther 1Kor 54 14 31 29 Die Bedürfnisse der Gläubigen sind verschieden. Wenn also der Heil. Geist einem zweiten zu reden befiehlt, gibt er seinen Willen kund, dass der erste abtrete. +1 Korinther 1Kor 54 14 32 Et spiritus prophetarum prophetis subjecti sunt. Und die Geister der Propheten sind den Propheten unterworfen.³⁰ +1 Korinther 1Kor 54 14 32 30 Die in verschiedenen Propheten verschiedene Offenbarung des Heil. Geistes wird den Propheten so gegeben, dass es in ihrer Macht ist, zu reden und zu schweigen (Hier.). +1 Korinther 1Kor 54 14 33 Non enim est dissensionis Deus, sed pacis: sicut et in omnibus Ecclesiis sanctorum doceo. Denn Gott ist nicht ein Gott der Uneinigkeit, sondern des Friedens;³¹ wie ich auch in allen Gemeinden der Heiligen lehre.³² +1 Korinther 1Kor 54 14 33 31 Gott als Urheber des Friedens kann nicht zulassen, dass einer dem andern nicht Platz machen soll, und dass sie etwa zugleich reden. +1 Korinther 1Kor 54 14 33 32 Das Wort lehre fehlt in den meisten griech. Handschriften. Deshalb ziehen viele diese Worte zum Folgenden. In der Vulgata gehören sie als Schluss zu V. 27 30, worauf V. 31 33 (erste Hälfte) eine Parenthese bilden (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 14 34 Mulieres in Ecclesiis taceant, non enim permittitur eis loqui, sed subditas esse, sicut et lex dicit. Die Frauen sollen in den Versammlungen schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden,³³ sondern untertänig zu sein,³⁴ wie auch das Gesetz sagt. +1 Korinther 1Kor 54 14 34 33 Amen mit allen Anwesenden zu sagen, kann ihnen gestattet werden [1Kor 11,16], hier aber handelt der Apostel von denen, die öffentlich reden. +1 Korinther 1Kor 54 14 34 34 Nicht ohne einige Ironie sagt der Apostel, es sei den Frauen gestattet, untertänig zu sein, und ruft denen, welche die Gottesordnung zu verletzen suchten, das ihre Stammmutter gesagte Wort in's Gedächtnis zurück: [Gen 3,16]. Vergl. auch [1Tim 2,11ff]. +1 Korinther 1Kor 54 14 35 Si quid autem volunt discere, domi viros suos interrogent. Turpe est enim mulieri loqui in Ecclesia. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so mögen sie zu Hause ihre Männer befragen; denn es steht dem Weibe übel an, in der Versammlung zu reden.³⁵ +1 Korinther 1Kor 54 14 35 35 Die Frauen sind schwach und unbeständig (Chrys.). Zunächst redet der heil. Paulus von den verheirateten Frauen, doch gilt dasselbe Gesetz sicher auch von den Jungfrauen und Witwen. Der beigefügte Grund schließt auch diese ein, seine weitere Erklärung hat derselbe in der [1Kor 11,2ff] bereits erwähnten, von Gott bestimmten niedrigeren Stellung der Frau, wie in der bürgerlichen, so in der kirchlichen Gemeinschaft. +1 Korinther 1Kor 54 14 36 An a vobis verbum Dei processit? aut in vos solos pervenit? Ist etwa von euch Gottes Wort ausgegangen? oder ist es zu euch allein gelangt?³⁶ +1 Korinther 1Kor 54 14 36 36 Um jede Entschuldigung abzuschneiden, stellt der Apostel diese Frage. Wäre die korinthische Kirche die Mutter und das Haupt aller Kirchen, so könnte sie ihre Gewohnheiten mit Recht nicht nur selbst behalten, sondern auch anderen als Gesetze auferlegen; desgleichen wenn sie die einzige Kirche war, konnte sie allein wissen, was sich für Christen ziemt oder nicht ziemt. Der Apostel zeigt uns hier, dass wir in allen Fragen, welche über Lehren und Gewohnheiten in der Kirche auftauchen, das Altertum befragen müssen. Was haben die Apostel, was die ersten Gläubigen, was ihre Nachfolger gelehrt und überliefert? (Aug.) +1 Korinther 1Kor 54 14 37 Si quis videtur propheta esse, aut spiritualis, cognoscat quæ scribo vobis, quia Domini sunt mandata. Wenn jemand vermeint, ein Prophet oder ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass dies, was ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind.³⁷ +1 Korinther 1Kor 54 14 37 37 Damit die Korinther nicht glauben, es handle sich um eine geringfügige Sache und die Vorschriften des Apostels hätten nicht viel zu bedeuten, sagt er ihnen, dass dieselben das höchste, nämlich göttliches Ansehen haben: wenn jemand mit Recht oder mit Unrecht glaubt, ein Prophet zu sein oder eine andere Lehrgabe erhalten zu haben, der erkenne, dass das, was ich schreibe, Gebote Christi sind. +1 Korinther 1Kor 54 14 38 Si quis autem ignorat, ignorabitur. Wenn es aber jemand nicht erkennt, so wird er auch nicht erkannt werden.³⁸ +1 Korinther 1Kor 54 14 38 38 Erkennt jemand diese Gebote nicht als solch des Herrn an, so wird er auch von Gott nicht als wahrer Prophet anerkannt werden. +1 Korinther 1Kor 54 14 39 Itaque fratres æmulamini prophetare: et loqui linguis nolite prohibere. Darum, Brüder! strebet nach der Weissagungsgabe, und in Sprachen zu reden wehret nicht. +1 Korinther 1Kor 54 14 40 Omnia autem honeste, et secundum ordinem fiant. Alles aber geschehe geziemend und nach der Ordnung.³⁹ +1 Korinther 1Kor 54 14 40 39 In den letzten beiden Versen ruft der Apostel noch einmal alles Gesagte in's Gedächtnis zurück: in V. 39 die Lehre, in V. 40 die Vorschriften. Zu den Dingen, welche mit Wohlanständigkeit geschehen sollen, gehören wohl die Vorschriften über die Stellung der Frauen und die Liebesmahle, während der Gebrauch der Gnadengaben die Ordnung angeht. +1 Korinther 1Kor 54 15 0 6. Die zukünftige Auferstehung der Gerechten. (Kap. 15) a. Die Sicherheit der zukünftigen Auferstehung der Gerechten (V. 34): Christus ist von den Toten auferstanden, wie aus vielen Zeugnissen feststeht (V. 11) und ohne den größten Widersinn nicht geleugnet werden kann. (V. 20) Christus ist als der Erstling aller Schlafenden auferstanden. (V. 28) Bekräftigung der Lehre von der zukünftigen Auferstehung. (V. 34) b. Die Weise der zukünftigen Auferstehung (V. 38): die neuen Eigenschaften des auferweckten Leibes. (V. 44) Die Umwandlung unseres Leibes in einen geistigen Leib ist möglich (V. 49), ja selbst notwendig. +1 Korinther 1Kor 54 15 1 Notum autem vobis facio, fratres, Evangelium, quod prædicavi vobis, quod et accepistis, in quo et statis, Ich tue euch aber, Brüder! das Evangelium kund, welches ich euch verkündet habe, das ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch feststehet, [Gal 1,11] +1 Korinther 1Kor 54 15 2 Per quod et salvamini: qua ratione prædicaverim vobis, si tenetis, nisi frustra credidistis. durch das ihr auch errettet werdet,¹ wenn ihr in der Weise, wie ich es euch verkündet habe, es festhaltet, es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt hättet.² +1 Korinther 1Kor 54 15 2 1 Damit die Korinther nicht meinen, dass der Apostel ihnen eine neue und unerhörte Lehre vortrage, weist der Apostel auf seine früheren Predigten hin, in denen er bereits diesen Gegenstand des christlichen Glaubens erklärt hat. Hie will er sie indes auf neue und ausführlichere Weise auseinandersetzen und begründen. Der Predigt des Apostels ist der Glaube der Korinther gefolgt, in dem sie beharrten und den lebendig bewahrend sie das Heil zu erlangen begonnen haben, dessen Vollendung im jenseitigen Leben zu Teil wird. +1 Korinther 1Kor 54 15 2 2 Bedingung des Heiles: Festhalten am gesamten Glauben. Sicherheit des Heiles: Es sei denn usw. +1 Korinther 1Kor 54 15 3 Tradidi enim vobis in primis quod et accepi: quoniam Christus mortuus est pro peccatis nostris secundum Scripturas: Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, der Schrift gemäß, [Jes 53,5] +1 Korinther 1Kor 54 15 4 Et quia sepultus est, et quia resurrexit tertia die secundum Scripturas: dass er begraben worden und am dritten Tage wieder auferstanden ist, der Schrift gemäß,³ +1 Korinther 1Kor 54 15 4 3 Damit pflegte der heil. Paulus bei Juden und Heiden zu beginnen. Vergl. [Apg 2,22ff, Apg 10,40ff, Apg 13,29ff, Apg 17,18.31] Dass Christus wirklich gestorben ist, beweist seine Grablegung, dass er auferstanden ist, seine Erscheinungen. Die beiden Zusätze: für unsere Sünden (gestorben), am dritten Tage (auferstanden) zeigen die Notwendigkeit des Todes Christi und die Gewissheit seiner Auferstehung. Übrigens hatte Isaias das erstere vorausgesagt [Jes 53,4], die Auferstehung nach kurzer Frist David vorherverkündet [Ps 15,8] den Petrus [Apg 2,25] und Paulus [Apg 13,35ff] anführen, dass sie aber am dritten Tage statthaben werde, der Herr im Vorbilde des Jonas gezeigt. [Mt 12,39.40] +1 Korinther 1Kor 54 15 5 Et quia visus est Cephæ, et post hoc undecim: und dass er dem Kephas erschienen ist und darnach den Elf. +1 Korinther 1Kor 54 15 6 Deinde visus est plus quam quingentis fratribus simul: ex quibus multi manent usque adhuc, quidam autem dormierunt: Hierauf ist er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich erschienen, von welchen viele jetzt noch am Leben, einige aber entschlafen sind.⁴ +1 Korinther 1Kor 54 15 6 4 Der Apostel hatte diejenigen Zeugnisse für die Auferstehung gewählt, welche ihm für die Neubekehrten am geeignetsten schienen: den heil. Petrus, das Haupt der Apostel [Lk 24,34], und das Apostelkolleg. [Joh 20,19ff, Lk 24,36ff] Diese allein erwähnt deshalb auch der heil. Lukas. Jetzt fügt Paulus noch andere Zeugnisse bei. Wann der Heiland den fünfhundert erschienen ist, steht nicht fest. Von der Erscheinung des Auferstandenen, deren Zeuge die ganze damalige Kirche war, kehrt der Apostel zu dem zurück, welche nach dem Willen Christi Zeugen der Auferstehung sein sollten. [Apg 1,22] +1 Korinther 1Kor 54 15 7 Deinde visus est Jacobo, deinde Apostolis omnibus: Darauf ist er dem Jakobus⁵ erschienen, dann sämtlichen Aposteln; +1 Korinther 1Kor 54 15 7 5 Jakobus, dem Sohn des Alphäus, dem Jüngeren [Mk 15,40], dem Bruder des Herrn. [Gal 1,19] Dann allen Aposteln: bei der V. 5 erwähnten Erscheinung waren also nicht alle Apostel zugegen. Entweder spricht der Apostel hier von der [Joh 20,26ff] oder der [Mt 28,16-20] oder von der mit der Himmelfahrt verbundenen [Lk 24,44] oder aber einer ähnlichen, über welche die Evangelisten nichts berichten. +1 Korinther 1Kor 54 15 8 Novissime autem omnium tamquam abortivo, visus est et mihi. zuletzt aber unter allen ist er auch mir, gleichsam einer Fehlgeburt erschienen.⁶ +1 Korinther 1Kor 54 15 8 6 Auf dem Wege nach Damaskus und in Arabien. [Apg 9,1ff] Diese Erscheinung muss eine ebenso wahre gewesen sein, wie die, durch welche der Heiland den übrigen Aposteln die Wirklichkeit seines auferstandenen Leibes zeigte (Thom.). Was der Apostel durch den Ausdruck Fehlgeburt besagen will, wird verschiedenartig erklärt. Am wahrscheinlichsten ist es, dass es bedeutet: Wie eine Fehlgeburt unvollkommen und gleichsam nicht würdig ist, unter die Menschen gerechnet zu werden, so verdiente ich nicht, unter die Apostel gerechnet zu werden (Thom.). Vergl. die Begründung V. 9. +1 Korinther 1Kor 54 15 9 Ego enim sum minimus Apostolorum, qui non sum dignus vocari Apostolus, quoniam persecutus sum Ecclesiam Dei. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht würdig bin, Apostel zu heißen, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. [Apg 8,1ff, Eph 3,8] +1 Korinther 1Kor 54 15 10 Gratia autem Dei sum id, quod sum, et gratia ejus in me vacua non fuit, sed abundantius illis omnibus laboravi: non ego autem, sed gratia Dei mecum: Durch Gottes Gnade aber bin ich, was ich bin, und seine Gnade gegen mich ist nicht unwirksam gewesen, sondern ich habe reichlicher als sie alle gearbeitet, doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.⁷ +1 Korinther 1Kor 54 15 10 7 Die Gnade, dass er Apostel der Heiden ist. Vergl. [Röm 15,15]. Unter den Heiden hat Paulus mehr gearbeitet, als die anderen Apostel. Da er aber fast die Grenzen der Bescheidenheit damit überschritten zu haben scheint, weist er, gleichsam sich verbessernd, der Gnade die erste Stelle zu: doch nicht ich usw. Nach der Sprachweise der Hebräer bedeutet die Verneinung nur eine Hervorhebung: nicht so ich, wie die Gnade, welche mit mir ist. Vergl. [1Kor 1,17]. +1 Korinther 1Kor 54 15 11 Sive enim ego, sive illi: sic prædicamus, et sic credidistis. Sei es nun ich, seien es jene, so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.⁸ +1 Korinther 1Kor 54 15 11 8 Zum Gegenstand zurückkehrend, versichert der Apostel, dass das Zeugnis der Apostel ein einmütiges ist. +1 Korinther 1Kor 54 15 12 Si autem Christus prædicatur quod resurrexit a mortuis, quomodo quidam dicunt in vobis, quoniam resurrectio mortuorum non est? Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen einige unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? +1 Korinther 1Kor 54 15 13 Si autem resurrectio mortuorum non est: neque Christus resurrexit. Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden.⁹ +1 Korinther 1Kor 54 15 13 9 Die Auferstehung des Heilandes ist das Vorbild unserer Auferstehung. Die Glieder müssen dem Haupte gleichförmig werden, an seinem Leben und seiner Herrlichkeit teilnehmen. Der Apostel redet von der Auferstehung der Gerechten, da er die Auferstehung in Herrlichkeit vor Augen hat. +1 Korinther 1Kor 54 15 14 Si autem Christus non resurrexit, inanis est ergo prædicatio nostra, inanis est et fides vestra: Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Predigt eitel, so ist auch euer Glaube eitel.¹⁰ +1 Korinther 1Kor 54 15 14 10 Die gesamte Predigt der Apostel und der ihr bei dem Gläubigen entsprechende Glaube. Der Heiland hatte selbst seine Auferstehung als Zeichen und Siegel seiner messianischen und göttlichen Würde hingestellt [Joh 2,18ff, Mt 12,38], mithin ist das ganze Evangelium als falsch, Christus als falscher Prophet anzusehen, wenn der Herr nicht auferstanden ist. +1 Korinther 1Kor 54 15 15 Invenimur autem et falsi testes Dei: quoniam testimonium diximus adversum Deum quod suscitaverit Christum, quem non suscitavit, si mortui non resurgunt. Wir werden aber sogar als falsche Zeugen gegen Gott befunden, weil wir wider Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn ja die Toten nicht auferstehen. +1 Korinther 1Kor 54 15 16 Nam si mortui non resurgunt, neque Christus resurrexit. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist auch Christus nicht auferstanden. +1 Korinther 1Kor 54 15 17 Quod si Christus non resurrexit, vana est fides vestra, adhuc enim estis in peccatis vestris. Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist euer Glaube eitel; denn ihr seid dann noch in euern Sünden.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 15 17 11 Ist Christus nicht auferstanden, so ist er nicht der wahre Messias, da dieser nach der heil. Schrift auferstehen musste. Ist er nicht der wahre Messias, so ist er nicht derjenige, welcher der heil. Schrift gemäß für unsere Sünden genugtun musste, also sind uns die Sünden noch nicht nachgelassen (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 15 18 Ergo et qui dormierunt in Christo, perierunt. Folglich sind auch die in Christus Entschlafenen verloren.¹² +1 Korinther 1Kor 54 15 18 12 Also sind alle, welche in Christus das Heil zu haben glaubten, im Irrtum gewesen und in Sünden abgeschieden. +1 Korinther 1Kor 54 15 19 Si in hac vita tantum in Christo sperantes sumus, miserabiliores sumus omnibus hominibus. Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir elender, als alle Menschen.¹³ +1 Korinther 1Kor 54 15 19 13 Wenn der Glaube nicht die Hoffnung auf die Seligkeit gewährt, so musste er uns wenigstens in diesem Leben glücklich machen. Doch nein, er zwingt uns, so vielen Dingen zu entsagen, deren andere sich erfreuen, so viel Schweres auf uns zu nehmen, unzählige Verfolgungen zu ertragen und selbst wohl den Tod zu erdulden! +1 Korinther 1Kor 54 15 20 Nunc autem Christus resurrexit a mortuis primitiæ dormientium. Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden als Erstling der Entschlafenen.¹⁴ +1 Korinther 1Kor 54 15 20 14 Also ist die Predigt der Apostel nicht eitel, der Glaube der Bekehrten nicht unnütz. Als Erstling der Entschlafenen: hiermit deutet der heil. Paulus den Gegenstand an, den er im folgenden Abschnitte behandeln will, dass wir in Christus das Unterpfand unserer Auferstehung besitzen. Die Erstlinge sind die ersten von allen Früchten; wo solche nicht sind, werden auch jene nicht Gott dargebracht. Die ganze Erde ist gleichsam ein Acker, auf dem die Leiber der Verstorbenen als Same ausgestreut sind, und der bereits begonnen hat, Früchte zu tragen. Die Entschlafenen sind die Gerechten. +1 Korinther 1Kor 54 15 21 Quoniam quidem per hominem mors, et per hominem resurrectio mortuorum. Denn wie durch einen Menschen der Tod, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen.¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 15 21 15 Zwischen der Auferstehung Christi und der der Gerechten ist dasselbe Verhältnis, wie zwischen dem Tode Adams und denjenigen aller Menschen. +1 Korinther 1Kor 54 15 22 Et sicut in Adam omnes moriuntur, ita et in Christo omnes vivificabuntur. Und gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle zum Leben kommen.¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 15 22 16 Wie Adam im sterblichen Leben unser Vater ist, so Christus im geistlichen; wie wir in Adam alle gesündigt, und in ihm die Strafe des Todes auf uns gezogen haben, so kehren wir in Christus gerechtfertigt zu einem neuen Leben zurück. +1 Korinther 1Kor 54 15 23 Unusquisque autem in suo ordine primitiæ Christus: deinde ii, qui sunt Christi, qui in adventu ejus crediderunt. Ein jeder aber nach seiner Ordnung,¹⁷ als Erstling Christus; darnach die, welche Christus angehören und an seine Ankunft¹⁸ geglaubt haben. [1Thess 4,15] +1 Korinther 1Kor 54 15 23 17 Der heil. Paulus unterscheidet verschiedene Klassen, die nach Würde und Zeit sich verteilen (Thom.): Christus, der Erstling der Entschlafenen, - alle Auserwählten, sie mögen von der ersten Ankunft Christi oder nach derselben entschlafen sein. +1 Korinther 1Kor 54 15 23 18 Die zweite Ankunft. Der griech. Text, welcher die Zeit angibt, in der die der zweiten Klasse Angehörigen auferstehen werden, ist indes vorzuziehen: dann diejenigen, welche Christi sind, bei seiner Ankunft. +1 Korinther 1Kor 54 15 24 Deinde finis: cum tradiderit regnum Deo et Patri, cum evacuaverit omnem principatum, et potestatem, et virtutem. Hierauf ist das Ende,¹⁹ wenn er das Reich Gott²⁰ und dem Vater übergeben, und jede Herrschaft, jede Gewalt und Macht abgetan haben wird.²¹ +1 Korinther 1Kor 54 15 24 19 Das Ende dieser Welt und die Vollendung aller Dinge (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 15 24 20 Gott, der der Vater Christi ist. +1 Korinther 1Kor 54 15 24 21 Zuerst wird Christus jede Herrschaft, Macht und Gewalt abtun, alsdann dem Vater das Reich übergeben. Herrschaften, Mächte und Gewalten sind die bösen Geister, welche nach dem Chore der Engel, zu dem sie einst gehört haben, genannt werden. Zugleich wird auch wohl die Sünde eingeschlossen (V. 56) und der Tod (V. 26, 56), vielleicht auch jene bösen Menschen, welche dem Teufel gleich die Kirche Gottes bekämpfen. Doch, welches Reich wird Christus dem Vater übergeben? Man kann ein doppeltes Reich Christi unterscheiden: das Reich der Schöpfung, vermöge dessen Christus, Gott und Mensch zugleich, über Engel und Teufel, Gerechte und Verstoßene seine Herrschaft übt, und das Reich der Erlösung, welches die Gerechten und Auserwählten umfasst, welche sich freiwillig der Herrschaft Christi unterworfen haben. Von diesen letzteren spricht der heil. Paulus hier. Passend lassen sich hier die Worte des Heilandes [Joh 17,4ff24] anfügen. Der Herr verliert das Reich nicht, indem er es dem Vater übergibt, da er selbst mit dem Vater Gott ist (Aug., Chrys.). Indes, wie Christus, obwohl Priester nach der Ordnung Melchisedechs in Ewigkeit, alsdann nicht mehr für uns fürbitten wird bei dem Vater (Aug.), so wird er auch den Teil seiner Herrschaft, welchen er in der Leitung der streitenden Kirche übte, nicht mehr ausüben. +1 Korinther 1Kor 54 15 25 Oportet autem illum regnare donec ponat omnes inimicos sub pedibus ejus. Er muss aber²² herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße legt.²³ [Ps 109,1] +1 Korinther 1Kor 54 15 25 22 Griech.: denn er muss herrschen. +1 Korinther 1Kor 54 15 25 23 Der heil. Paulus spricht von der Herrschaft Christi über die streitende Kirche und deutet auf den Zeitpunkt hin, in dem jene ein Ende haben wird (Ökum., Greg. v. Naz., Nyss.). Der Apostel will das beweisen, was er im vorhergehenden Verse gesagt hat. +1 Korinther 1Kor 54 15 26 Novissima autem inimica destruetur mors: Omnia enim subjecit sub pedibus ejus. Cum autem dicat: Als letzter Feind aber wird der Tod vernichtet werden;²⁴ denn alles hat er unter seine Füße unterworfen. Wenn er aber sagt: [Ps 8,8] +1 Korinther 1Kor 54 15 26 24 So wird die Herrschaft des Herrn eine vollkommene sein, wenn der Tod nicht mehr über die Glieder Christi herrscht. +1 Korinther 1Kor 54 15 27 Omnia subjecta sunt ei, sine dubio præter eum, qui subjecit ei omnia. Alles ist ihm unterworfen, so ist ohne Zweifel der ausgenommen, welcher ihm alles unterworfen hat.²⁵ +1 Korinther 1Kor 54 15 27 25 Alles, sowohl was ihm freiwillig untergeben ist, wie das, was mit Gewalt unterworfen wird, wie der Tod. Der ihm alles unterworfen hat, ist Gott der Vater. +1 Korinther 1Kor 54 15 28 Cum autem subjecta fuerint illi omnia: tunc et ipse Filius subjectus erit ei, qui subjecit sibi omnia, ut sit Deus omnia in omnibus. Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn²⁶ selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei. +1 Korinther 1Kor 54 15 28 26 Der mit der heil. Menschheit vereinigte Sohn, der Gottmensch. Nur das Reich Gottes, des Dreieinigen, wird bestehen, in dem derselbe als Herr anerkannt alle Auserwählten selig macht. Ist auch jetzt der Heiland seiner heiligsten Menschheit nach unterworfen, so doch als König der streitenden Kirche, dann aber als Haupt der verherrlichten und vollendeten Kirche dem Vater ewig Dank sagend. +1 Korinther 1Kor 54 15 29 Alioquin quid facient qui baptizantur pro mortuis, si omnino mortui non resurgunt? ut quid et baptizantur pro illis? Was werden sonst die tun, welche sich für die Toten taufen lassen, wenn die Toten überhaupt nicht auferstehen? Warum lassen sie sich für dieselben taufen?²⁷ +1 Korinther 1Kor 54 15 29 27 Was die Worte sich für die Toten taufen lassen bedeuten, war den Korinthern sicher bekannt, uns aber und selbst den heil. Vätern sind sie ein Rätsel. Will man die allereigenste Bedeutung derselben festhalten, so waren also in der apostolischen Zeit Männer, welche sich für Verwandte und Freunde, die, ohne die Taufe empfangen zu haben, gestorben waren, taufen ließen, um jene der Früchte der Taufe teilhaftig und der glorreichen Auferstehung fähig zu machen. Alsdann ist der Grund des Apostels ihrer, wenngleich irrtümlichen Meinung angepasst und derselben gemäß beweisend. In diesem Sinne erklärt Tertullian die Stelle, und seine Erklärung scheint dem heil. Thomas und vielen Auslegern die wahrscheinlichste. Durch diese symbolische Stellvertretung wollten die Neubekehrten wohl auch nur andeuten, dass der Verstorbene im Glauben an Christus abgeschieden sei, und bezeugen, dass er des Gebetes der Gläubigen würdig sei. Später artete diese Übung allerdings bei einigen Häretikern, wie den Korinthianern und Marcioniten, in einen törichten Aberglauben aus. +1 Korinther 1Kor 54 15 30 Ut quid et nos periclitamur omni hora? Zu was bestehen auch wir²⁸ Gefahren jede Stunde? +1 Korinther 1Kor 54 15 30 28 Paulus und die übrigen Apostel. Bin ich durch Mühen und Gefahren dem Tode nahe. +1 Korinther 1Kor 54 15 31 Quotidie morior per vestram gloriam, fratres, quam habeo in Christo Jesu Domino nostro. Täglich sterbe ich, bei dem Ruhme über euch, Brüder! den ich in Christus Jesus, unserm Herrn, habe.²⁹ +1 Korinther 1Kor 54 15 31 29 Dem Herrn allein ist die Bekehrung der Korinther zu verdanken, ihm auch der Fortschritt, der dem Apostel Grund zum Ruhme ist. +1 Korinther 1Kor 54 15 32 Si (secundum hominem) ad bestias pugnavi Ephesi, quid mihi prodest, si mortui non resurgunt? Manducemus, et bibamus, cras enim moriemur. Wenn ich nach Menschenweise in Ephesus mit wilden Tieren³⁰ gekämpft habe, was nützt es mir, wenn die Toten nicht auferstehen?³¹ Lasset uns dann essen und trinken, denn morgen werden wir sterben.³² [Weish 2,6] +1 Korinther 1Kor 54 15 32 30 Mit erbitterten Feinden. (Tert., Chrys., Thom.) Vielleicht bezieht sich das Wort auf die [Apg 19,9] erzählten Ereignisse. Nach Menschenweise kämpft, wen allein menschliche Gründe zu demselben bewegen und in demselben aufrecht erhalten. War es nicht die Hoffnung auf die Auferstehung, welche den Apostel erfüllte, so hat sein Kampf keinen Nutzen gehabt. +1 Korinther 1Kor 54 15 32 31 Dieser Bedingungssatz wird besser zu den folgenden Worten gezogen, die aus [Jes 22,13] entnommen sind. +1 Korinther 1Kor 54 15 32 32 Die Lehren von der Unsterblichkeit der Seelen und der Auferstehung des Leibes hängen so eng miteinander zusammen, dass, wer der einen widerspricht, stets auch der anderen entgegentritt. Die Seele ist mit dem Leibe zu einem Wesen vereinigt, dem Menschen und wird gegen ihre eigentliche Bestimmung von demselben getrennt. So ist sie, solange sie nicht mit dem Körper wieder vereint wird, unvollkommen. Nun kann aber das, was natürlich und wesentlich ist, nicht gleichsam nichts sein, das hingegen, was gegen die Natur ist, unendlich; dies wäre aber der Fall, bliebe die Seele ohne den Leib (Thom.). Wie der Heiland, um die Sadducäer zu widerlegen, einen Grund braucht, der zunächst nur die Unsterblichkeit der Seele zeigt [Mt 22,31ff], so hielt Paulus eine ähnliche Beweisführung hier für ausreichend. Zudem gilt seine Beweisführung in Voraussetzung der gegenwärtigen Ordnung der göttlichen Vorsehung. Wer die Auferstehung des Leibes leugnet, bestreitet jede Seligkeit, welche eine ausreichende Belohnung der apostolischen Mühen zu sein vermag. Ja noch mehr, selbst die Erlösung wird in Frage gestellt. Gott hatte ja verheißen, durch die Erlösung allen Schaden, den Adams Ungehorsam über die Menschen gebracht, aufzuheben; würde die Erlösung also nicht dem Leibe durch die Auferstehung die Gabe der Unsterblichkeit wiedergeben, so wäre Jesus nicht mehr der verheißene Erlöser und unser Glaube eitel. +1 Korinther 1Kor 54 15 33 Nolite seduci: Corrumpunt mores bonos colloquia mala. Lasset euch nicht verführen; böse Reden verderben gute Sitten.³³ +1 Korinther 1Kor 54 15 33 33 Eine sprichwörtliche Redensart, die aus dem Dichter Menander (342 290 v. Chr.) entnommen ist. +1 Korinther 1Kor 54 15 34 Evigilate justi, et nolite peccare: ignorantiam enim Dei quidam habent, ad reverentiam vobis loquor. Werdet nüchtern, ihr Gerechten! und sündiget nicht, denn einige haben keine Erkenntnis Gottes;³⁴ zu eurer Beschämung sage ich es. +1 Korinther 1Kor 54 15 34 34 Vergl. [Mt 22,29] +1 Korinther 1Kor 54 15 35 Sed dicet aliquis: Quomodo resurgunt mortui? qualive corpore venient? Aber, wird jemand sagen: Wie stehen die Toten auf? oder mit welchem Leibe werden sie kommen?³⁵ +1 Korinther 1Kor 54 15 35 35 Wie die Sadducäer die Möglichkeit einer Auferstehung leugneten, weil sie meinten, der auferstandene Leib müsse den irdischen Bedürfnissen und Wünschen unterworfen sein, so scheinen auch die Gegner des heil. Paulus daher einen Einwurf zu entnehmen. +1 Korinther 1Kor 54 15 36 Insipiens, tu quod seminas non vivificatur, nisi prius moriatur. Du Unverständiger!³⁶ Was du säest, wird nicht lebendig, wenn es nicht zuvor stirbt.³⁷ +1 Korinther 1Kor 54 15 36 36 Der heil. Paulus will auf die große Unwissenheit dessen hinweisen, der so redet, nicht ihn beschimpfen. +1 Korinther 1Kor 54 15 36 37 Der Same wird mit dem toten Leibe verglichen. Freilich hat jener in sich einen Lebenskeim, dieser ist im Gegenteil von dem getrennt, was ihm Leben gab. Aber der heil. Paulus hat die Auferstehung schon so weit bewiesen, dass er dem Leibe ein, wenn auch nicht ihm innewohnendes, doch außer ihm befindliches Lebensprinzip zuschreiben kann: Gottes Bestimmung. +1 Korinther 1Kor 54 15 37 Et quod seminas, non corpus, quod futurum est, seminas, sed nudum granum, ut puta tritici, aut alicujus ceterorum. Und was du säest, nicht den Körper, welcher werden wird, säest du, sondern ein bloßes Korn, etwa von Weizen, oder von etwas anderem. +1 Korinther 1Kor 54 15 38 Deus autem dat illi corpus sicut vult: et unicuique seminum proprium corpus. Gott aber gibt ihm einen Körper, so wie er will, und einer jeden Samenart einen eigenen Körper.³⁸ +1 Korinther 1Kor 54 15 38 38 Wie der Same sich zur Pflanze verhält, die sich aus ihm entwickelt, so der tote Leib des Gerechten zu dem auferweckten Leibe: wie also der Same, der in der Erde verwest, keimt, wird der Leib, der gestorben ist, zu neuem Leben erwachen. Wie der Same in seinem neuen Leben höhere Eigenschaften hat, so der auferweckte Leib. Wie nach Gottes weisestem Ratschlusse die Eigenschaft der neuen Pflanzen von der Natur des verschiedenen Samens abhängt, so die Eigenschaften der auferweckten Leiber, je nachdem sie als Werkzeuge der Seele größerer oder minderer Ehre würdig sind. Die neuen Eigenschaften heben die Natur des früheren Körpers übrigens nicht auf, wie der Apostel nunmehr V. 39 41 zeigt. +1 Korinther 1Kor 54 15 39 Non omnis caro, eadem caro: sed alia quidem hominum, alia vero pecorum, alia volucrum, alia autem piscium. Nicht jedes Fleisch ist dasselbe Fleisch; sondern ein anderes ist das der Menschen, ein anderes das des Viehes, ein anderes das der Vögel, ein anderes das der Fische.³⁹ +1 Korinther 1Kor 54 15 39 39 Das Wort Fleisch bedeutet hier den ganzen belebten Leib und seine Natur. +1 Korinther 1Kor 54 15 40 Et corpora clestia, et corpora terrestria: sed alia quidem clestium gloria, alia autem terrestrium: So gibt es himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere ist die Herrlichkeit⁴⁰ der himmlischen, eine andere die der irdischen. +1 Korinther 1Kor 54 15 40 40 Im Griech. steht hier derselbe Ausdruck wie V. 41, weshalb auch dieselbe lateinische Übersetzung vielleicht passender gewesen wäre. +1 Korinther 1Kor 54 15 41 Alia claritas solis, alia claritas lunæ, et alia claritas stellarum. Stella enim a stella differt in claritate: Ein anderer ist der Glanz der Sonne, ein anderer der Glanz des Mondes, und ein anderer der Glanz der Sterne; denn ein Stern ist vom anderen verschieden an Glanz.⁴¹ +1 Korinther 1Kor 54 15 41 41 Wenn die Körper der lebenden Wesen, obgleich alle sterblich, dennoch nach der Verschiedenheit jener Wesen verschieden sind, und wenn die Körper, obwohl alle sichtbar, dennoch nach der Verschiedenheit des Ortes verschieden sind, so dass die Himmelskörper einen anderen Glanz haben, als die irdischen, und selbst wenn die am Himmel leuchtenden Sterne dennoch an Licht einander übertreffen oder sich gegenseitig nachstehen, so ist es nicht wunderbar, wenn auch bei der Auferstehung der Toten die Herrlichkeit der Verdienste verschieden ist (Aug.). +1 Korinther 1Kor 54 15 42 Sic et resurrectio mortuorum. Seminatur in corruptione, surget in incorruptione. So ist es auch mit der Auferstehung der Toten.⁴² Es wird gesäet in Verweslichkeit,⁴³ es wird auferstehen in Unverweslichkeit.⁴⁴ +1 Korinther 1Kor 54 15 42 42 Die einzelnen Teile des Vergleiches wendet der Apostel indes nicht an, sondern kehrt zu dem V. 37 angeführten Beispiele von dem Samen zurück, und nennt einige allen in Herrlichkeit auferstehenden Leibern gemeinsamen Eigenschaften. (V. 42 44) +1 Korinther 1Kor 54 15 42 43 Im Tode. (Tert.) +1 Korinther 1Kor 54 15 42 44 Frei von jenem Leiden, die erste Eigenschaft des auferstandenen Leibes. +1 Korinther 1Kor 54 15 43 Seminatur in ignobilitate, surget in gloria: Seminatur in infirmitate, surget in virtute: Es wird gesäet in Unehre, auferstehen wird es in Herrlichkeit;⁴⁵ gesäet wird es in Schwachheit, auferstehen wird es in Kraft.⁴⁶ +1 Korinther 1Kor 54 15 43 45 Auf Erden ist der Leib tausend Unvollkommenheiten unterworfen, ganz besonders im Tode. Im Himmel wird gleichsam die Herrlichkeit Gottes, welche seine Seele schaut, an ihm widerstrahlen: die Klarheit, die zweite Eigenschaft des auferstandenen Leibes. +1 Korinther 1Kor 54 15 43 46 Hier auf Erden waren die Kräfte des Körpers schwach, so dass der Leib ein unvollkommenes Werkzeug der Seele war; dort wird er bereit und geeignet sein, der Seele in allem zu gehorchen: die dritte Eigenschaft des verklärten Leibes, seine Beweglichkeit. +1 Korinther 1Kor 54 15 44 Seminatur corpus animale, surget corpus spiritale. Si est corpus animale, est et spiritale, sicut scriptum est: Es wird gesäet ein sinnlicher Leib, auferstehen wird ein geistiger Leib.⁴⁷ Wenn ein sinnlicher Leib ist, so ist auch ein geistiger Leib,⁴⁸ wie geschrieben steht: +1 Korinther 1Kor 54 15 44 47 Der Apostel fasst das Gesagte zusammen. Die Seele gibt das mit den Tieren gemeinsame, rein körperliche Leben, wie sie in anderen Tätigkeiten als ein rein geistiges Wesen handelt. In diesen geistigen Dingen leistet zwar der Leib der Seele einige Dienste, aber noch mehr ist er ihr hinderlich. [Weish 6,15] Im Zustand der Auferstandenen werden die uns mit den Tieren gemeinsamen Tätigkeiten dem Körper nicht mehr eigen sein, und so wird der Leib ohne Hindernis und Ermüdung der Seele zu dienen vermögen, welche vom Heil. Geist beglückt ist (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 15 44 48 Dem die Seele das Leben gibt. Wie die Seele den Leib hier zu den Lebensverrichtungen des tierischen Lebens gebraucht, so wird er ihr dort auch zu ihrer höheren geistigen Wirksamkeit dienstbar sein. +1 Korinther 1Kor 54 15 45 Factus est primus homo Adam in animam viventem, novissimus Adam in spiritum vivificantem. Der erste Mensch Adam ward eine lebendige Seele,⁴⁹ der letzte Adam ein lebendig machender Geist.⁵⁰ +1 Korinther 1Kor 54 15 45 49 [Gen 2,7] Der zweite Teil ist in dem angeführten Texte bereits angedeutet, wenn man die vorbildliche Stellung des ersten Menschen in's Auge fasst. Vergl. [Röm 5,14ff]. Auf diese aber weist der Gegensatz hin: Der erste der letzte.. (V. 47 der zweite) Lebendige Seele: zu einem in Kraft der Seele lebenden Wesen, einem tierischen Leibe. Freilich erhielt er noch die heiligmachende Gnade und andere Gaben des Heil. Geistes; aber diese waren nicht seiner Natur gebührend und gingen mit der ersten Sünde bereits verloren. +1 Korinther 1Kor 54 15 45 50 Ein Wesen, welches durch den Geist lebt und Leben gibt. Die Seele des Heilandes konnte wegen der Vereinigung des Wortes mit der menschlichen Natur nicht ohne die heiligmachende Gnade und die Gabe des Heil. Geistes sein, ja war sogar vom ersten Augenblicke ihres Daseins an zur seligen Anschauung der Gottheit erhoben. Deshalb heißt sie mit vollerem Rechte Geist. Diese Seele hätte nach ihrer Beziehung zum Leibe auch diesen geistig gemacht, indem sie ihm die Gaben der Verklärung zu Teil werden ließ, wenn nicht nach Gottes besonderem Ratschlusse dies verhindert worden wäre; der Sohn Gottes wollte uns in allem, außer der Sünde, ähnlich werden, und in einem dem Leiden unterworfenen Leibe unsere Erlösung vollbringen. Nachdem diese durch die Auferstehung vollendet war, verklärte und verherrlichte die Seligkeit des Geistes auch den Leib, und ward so zu einem lebenspendenden Geiste; doch ist dieser Geist auch allen, die durch ihn auferstehen werden, Urheber und Quell des unvergänglichen und glorreichen Lebens, da er den Leib unserer Niedrigkeit dem Leibe seiner Herrlichkeit gleichförmig machen wird. +1 Korinther 1Kor 54 15 46 Sed non prius quod spiritale est, sed quod animale: deinde quod spiritale. Aber das Geistige ist nicht das erste, sondern das Sinnliche; dann das Geistige.⁵¹ +1 Korinther 1Kor 54 15 46 51 Warum ist der erste Adam nicht ein lebendigmachender Geist gewesen? Diese Frage beantwortet der Apostel durch den Hinweis, dass Gott durch das Unvollkommene zum Vollkommenen fortführt (Chrys., Thom.) +1 Korinther 1Kor 54 15 47 Primus homo de terra, terrenus: secundus homo de clo, clestis. Der erste Mensch aus Erde ist irdisch, der zweite Mensch vom Himmel ist himmlisch.⁵² +1 Korinther 1Kor 54 15 47 52 Aus derselben Schriftstelle, welche in V. 45 dem Apostel vor Augen schwebt, zieht Paulus aus der Erschaffung des ersten Menschen den Schluss auf seine irdische Natur. Der Leib Adams war aus sich selbst der Vergänglichkeit und dem Tode unterworfen und wäre diesem anheimgefallen, wenn Gott nicht ein anderes Mittel dagegen, den Baum des Lebens, gegeben hätte. Der zweite Mensch ist Christus, das zweite Haupt des Menschengeschlechtes, das Haupt der Auserwählten. Er ist vom Himmel als eingeborener Sohn Gottes, der für uns Mensch ward aus Maria der Jungfrau. Sein Leib aber war nicht nur vom ersten Augenblick der Menschwerdung an der Herrlichkeit fähig, sondern hatte auch ein Recht auf dieselbe, wie er sie bei der Auferstehung auch empfing (Cyr., Tert., Thom.). Aus erde, vom Himmel sagt der Apostel, weil man zu sagen pflegt, dass eine Sache aus demjenigen Teil, welcher der erste bei ihrem Entstehen ist, dasjenige ist, woraus sie wird. Adam ward zuerst aus Erde gebildet, Christi Gottheit war, ehe sie sich mit seiner heil. Menschheit vereinte, im Himmel (Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 15 48 Qualis terrenus, tales et terreni: et qualis clestis, tales et clestes. Wie der irdische, so auch die irdischen, und wie der himmlische, so auch die himmlischen.⁵³ +1 Korinther 1Kor 54 15 48 53 Wie wir von Adam einen sterblichen Leib empfangen haben, so erlangen wir auch, so viele wir durch den himmlischen Adam neu geschaffen werden, von ihm einen unsterblichen und verklärten Leib. +1 Korinther 1Kor 54 15 49 Igitur, sicut portavimus imaginem terreni, portemus et imaginem clestis. Wie wir daher das Bild des Irdischen getragen haben, so lasst uns auch das Bild des Himmlischen tragen.⁵⁴ +1 Korinther 1Kor 54 15 49 54 Die Ähnlichkeit mit Adam haben wir durch den tierischen Leib, die Verähnlichung mit Christus hängt von unserem freien Willen ab. In der Taufe legen wir das Bild des irdischen Adam ab, mit Christus dem Gekreuzigten den Leib der Sünde zerstörend [Röm 6,6]; aber dass wir bis an's Ende die Ähnlichkeit des himmlischen tragen und nach Leib und Seele Glieder Christi, Tempel des Heil. Geistes bleiben, hängt von unserer Mitwirkung ab. +1 Korinther 1Kor 54 15 50 Hoc autem dico, fratres: quia caro et sanguis regnum Dei possidere non possunt: neque corruptio incorruptelam possidebit. Dieses aber sage ich, Brüder! Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht in Besitz nehmen; auch wird die Verwesung nicht die Unverweslichkeit besitzen.⁵⁵ +1 Korinther 1Kor 54 15 50 55 Fleisch und Blut bezeichnen hier die sterbliche Natur (Tert., Aug., Hier., Thom.). Wer da meint, dass dieser irdische Leib so in einen himmlischen verwandelt werden soll, dass weder diese Glieder, noch die Substanz des Fleisches sein werden, irrt ganz offenbar. Christus ist das Vorbild der Auferstehung, er zeigte sich mit den gleichen Gliedern, im gleichen Leibe, Augen und Händen wahrnehmbar. [Lk 24,39] Nicht also sagt der Apostel: Die Substanz des Leibes wird nicht im Reiche Gottes sein, sondern die Vergänglichkeit des Leibes wird dort nicht mehr sein (Aug.). +1 Korinther 1Kor 54 15 51 Ecce mysterium vobis dico: Omnes quidem resurgemus, sed non omnes immutabimur. Sehet, ein Geheimnis sage ich euch:⁵⁶ Alle zwar werden wir auferstehen, aber nicht alle werden wir verwandelt werden. +1 Korinther 1Kor 54 15 51 56 Der Apostel nennt die nachfolgende Belehrung ein Geheimnis, nicht allein weil der Gegenstand zu den schwierigeren Wahrheiten gehört, die wir einzig aus der Offenbarung kennen, sondern auch weil es ihm besonders offenbart ist. Vergl. [1Thess 4,14]. Der von der Vulgata gegebene Text findet sich nur in einer griechischen Handschrift. Die anderen haben: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden. So lasen auch Orig., Greg. v. Nyss., Chrys., Cyr. v. Alex., Theod. und die meisten Übersetzungen, ja selbst der heil. Hieronymus zitiert den Text einmal so als authentisch. Aber müssen nicht alle Menschen nach anderen Zeugnissen der heil. Schrift sterben? [Hebr 9,27, Röm 5,12] Gewiss ist es so gesagt; aber wenn Gott, der so vielen Gläubigen die Sünden erlässt, einigen auch die Strafe der Sünde erlassen will, wollen wir ihm Vorschriften machen? (Aug., Thom.) Dass die Gerechten, welche Christus bei seiner zweiten Ankunft hier auf Erden lebend findet, aus dieser Sterblichkeit ohne Tod in die Unsterblichkeit eingehen werden, ist die fast einmütige Meinung der griechischen Väter, welche auch unter den lateinischen Vätern ihre Vertreter hat (Tert., Hier.). da der heil. Augustin ihr nicht beitrat, sind sehr viele Theologen seiner Autorität gefolgt. Nach der Lesart, welche die Vulgata bietet, ist von der allgemeinen Auferstehung die Rede: Gerechte und Verworfene werden auferstehen, aber nur die ersteren werden in jenen glorreichen Stand umgewandelt werden. +1 Korinther 1Kor 54 15 52 In momento, in ictu oculi, in novissima tuba: canet enim tuba, et mortui resurgent incorrupti: et nos immutabimur: Plötzlich, in einem Augenblick, auf den Schall der letzten Posaune; denn schallen wird die Posaune,⁵⁷ und die Toten werden unverweslich auferstehen, und wir werden verwandelt werden.⁵⁸ +1 Korinther 1Kor 54 15 52 57 Das Bild hat der Apostel wohl aus [Ex 19,13.16] genommen. Welches das große und offenbare Zeichen sein wird, das der Apostel auch die Stimme des Erzengels und der Posaune Gottes nennt [1Thess 4,15], und das auch die Stimme des Herrn selbst im Evangelium heißt [Joh 5,28], wissen wir nicht (Aug.). Es wird das letzte Zeichen sein, das dieser Welt gegeben wird. +1 Korinther 1Kor 54 15 52 58 Die Überlebenden werden so verwandelt, dass der Leib von dieser Seele nicht verlassen, sondern, während diese in ihm bleibt, verklärt wird. (Chrys., Tert., Hier.) Der Apostel rechnet sich hier nicht zu denen, welche bei der Ankunft des Herrn, noch leben werden, da er sich [1Kor 6,14] bereits zu denen gerechnet hat, welche der Herr auferwecken wird, und da er einige Monate nach der Abfassung dieses Briefes noch schreibt, er wisse nicht, ob der Herr ihn noch in diesem Leben finden werde oder nicht. [2Kor 4,14] Er gebraucht also die erste Person der Mehrheit, wie an anderen Stellen, in kommunikativem Sinne (Chrys., Aug.), da er durchaus nicht weiß, wann der Herr kommen wird. +1 Korinther 1Kor 54 15 53 Oportet enim corruptibile hoc induere incorruptionem: et mortale hoc induere immortalitatem. Denn dieses Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche anziehen die Unsterblichkeit.⁵⁹ +1 Korinther 1Kor 54 15 53 59 Im ersten Gliede spricht der Apostel von der Auferstehung, im zweiten von der Verwandlung. Er betrachtet, ähnlich wie [2Kor 5,2ff], den verherrlichten Leib wie ein Kleid, das die Verstorbenen anziehen, mit dem die Lebenden sich überkleiden. Warum beide mit dem unverweslichen und unsterblichen Leibe bekleidet werden müssen, hat Paulus V. 50 gesagt: Weil Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht besitzen kann. +1 Korinther 1Kor 54 15 54 Cum autem mortale hoc induerit immortalitatem, tunc fiet sermo, qui scriptus est: Absorpta est mors in victoria. Wenn aber dieses Sterbliche die Unsterblichkeit angezogen hat, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod im Sieg.⁶⁰ +1 Korinther 1Kor 54 15 54 60 Vielleicht rufen die Seligen so, vergl. [Joh 10,35], wenn der volle Sieg Christi davongetragen ist. Das angeführte Wort steht [Jes 25,8] (Hier.). +1 Korinther 1Kor 54 15 55 Ubi est mors victoria tua? ubi est mors stimulus tuus? Wo ist dein Sieg, Tod? wo ist dein Stachel, Tod?⁶¹ +1 Korinther 1Kor 54 15 55 61 Der als Person gedachte Tod wird spöttisch gefragt, wo der Sieg ist, den er über die Gestorbenen davongetragen zu haben glaubte, und der Stachel, mit dem er die Lebenden verfolgte und sich zu unterwerfen versuchte. +1 Korinther 1Kor 54 15 56 Stimulus autem mortis peccatum est: virtus vero peccati lex. Der Stachel des Todes⁶² aber ist die Sünde;⁶³ die Stärke der Sünde aber das Gesetz.⁶⁴ +1 Korinther 1Kor 54 15 56 62 Der Stachel des Todes, seine Waffe, auf der seine Kraft beruht. Wie der Skorpion ein kleines Tier ist, aber durch seinen giftigen Stachel auch die Tapfersten zu Falle bringt, so hat der Tod, der durch sich und ohne die Sünde nichts vermochte, durch diese sich die Herrlichkeit über die ganze Menschheit erworben. +1 Korinther 1Kor 54 15 56 63 Die Erbsünde. +1 Korinther 1Kor 54 15 56 64 Durch das Gesetz ist die Sünde wie durch eine gebotene Gelegenheit stärker geworden und gleichsam auf ihr höchstes Maß gestiegen. +1 Korinther 1Kor 54 15 57 Deo autem gratias, qui dedit nobis victoriam per Dominum nostrum Jesum Christum. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg verliehen hat durch unsern Herrn Jesus Christus.⁶⁵ +1 Korinther 1Kor 54 15 57 65 Was das Gesetz nicht gewähren konnte, hat Christus gewährt, der durch seinen Tod das Gesetz aufhob und der Sünde die Kraft nahm, für dieselbe Genugtuung leistete und uns erlösend dem Tode den Stachel nahm und ihn selbst vernichtete. Der Apostel wählt die Zeit der Gegenwart, um diesen Sieg, den der Herr durch seine glorreiche Auferstehung an sich bereits davongetragen hat, der aber noch für uns bevorsteht, als ganz sicher zu bezeichnen. Wie die Wespe, die einen Felsen stechen will, nichts vermag, sondern ihren Stachel vielmehr verliert, so verlor auch der Tod, als er mit Christus, dem Leben kämpfen wollte, seinen Stachel (Athanas.). +1 Korinther 1Kor 54 15 58 Itaque fratres mei dilecti, stabiles estote, et immobiles: abundantes in opere Domini semper, scientes quod labor vester non est inanis in Domino. Darum, meine lieben Brüder! seid standhaft und unerschütterlich;⁶⁶ voll des Eifers im Werke des Herrn⁶⁷ allezeit, da ihr wisset, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn.⁶⁸ +1 Korinther 1Kor 54 15 58 66 Da Gott uns durch Christus den Sieg gibt über Tod und Sünde, können und müssen wir feststehen im Glauben an die zukünftige Auferstehung. +1 Korinther 1Kor 54 15 58 67 Jedes gute Werk ist des Herrn, sowohl weil es von ihm geheißen ist (Theoph.), wie besonders weil es nur mit dem Beistande seiner Gnade geschehen kann. +1 Korinther 1Kor 54 15 58 68 Auf der sicheren Überzeugung, dass unsere Mühen im Herrn nicht ohne Frucht bleiben, sondern uns für dieselben die ewige Herrlichkeit zu Teil werden wird, beruht unser Eifer. So dürfen wir also bei unseren guten Werken uns durchaus des Lohnes erinnern, den Gott uns verheißt. +1 Korinther 1Kor 54 16 0 IV. Schlusswort des Briefes: 1. Die zu sammelnde Kollekte und die Ankunft des heil. Paulus. (V. 9) 2. Timotheus, Apollo und die Gesandten der Korinther. (V. 18) 3. Grüße und Segen des Apostels. +1 Korinther 1Kor 54 16 1 De collectis autem, quæ fiunt in sanctos, sicut ordinavi Ecclesiis Galatiæ, ita et vos facite. Mit der Sammlung aber,¹ welche für die Heiligen gehalten wird, machet es so, wie ich es für die Gemeinden von Galatien angeordnet habe. +1 Korinther 1Kor 54 16 1 1 Auf seiner dritten Missionsreise befahl der Apostel den Gemeinden, welche er auf seiner ersten Reise im Süden von Galatien gegründet hatte, Kollekten zu veranstalten [Apg 18,23], zu Gunsten armer Christen in Jerusalem. Von Ephesus aus hatte er den Korinthern diese Kollekte empfohlen [2Kor 8,10] und ihre Bereitwilligkeit den Macedoniern als Vorbild vor Augen gestellt. [2Kor 9,2] Über diese Kollekte spricht der heil. Paulus auch [2Kor 8,1-9.15] und [Röm 15,25ff]. Der Apostel nennt dieselben nirgends Almosen, sondern überall entweder Kollekte oder Segen [2Kor 9,5] oder Mitteilung [Röm 15,26], ja selbst heiligen Dienst. [2Kor 9,12] +1 Korinther 1Kor 54 16 2 Per unam sabbati unusquisque vestrum apud se seponat, recondens quod ei bene placuerit: ut non, cum venero, tunc collectæ fiant. Am ersten Tage der Woche² lege ein jeder von euch bei sich zurück und spare auf, was ihm gut dünkt,³ damit nicht erst, wenn ich komme, dann die Sammlung veranstaltet werde. +1 Korinther 1Kor 54 16 2 2 Am Tage der Auferstehung des Herrn. Dieser ward also in besonderer Ehe gehalten. +1 Korinther 1Kor 54 16 2 3 Griech.: je nach Gewinn, Einnahme. Um allem Argwohn und allem Tadel zu entgehen, will der Apostel die Sache nicht allein auf sich nehmen. Vergl. [2Kor 8,18ff]. +1 Korinther 1Kor 54 16 3 Cum autem præsens fuero: quos probaveritis per epistolas, hos mittam perferre gratiam vestram in Jerusalem. Wenn ich aber anwesend sein werde, so will ich diejenigen, welche ihr durch Briefe für tauglich erklärt, nach Jerusalem absenden, eure Gabe zu überbringen. +1 Korinther 1Kor 54 16 4 Quod si dignum fuerit ut et ego eam, mecum ibunt. Wenn es wert ist, dass auch ich reise,⁴ so sollen sie mit mir reisen. +1 Korinther 1Kor 54 16 4 4 Da der Apostel sich feierlichst zur Sammlung verpflichtet hatte, und von den Aposteln gleichsam derselben vorgesetzt worden war, konnte er dieselbe nicht kurzweg anderen überlassen, sondern musste sich alle Anordnungen vorbehalten. In jedem Falle sollen Abgesandte das Geld nach Jerusalem überbringen. Seine wichtigen Arbeiten kann er nicht aus jedem geringfügigen Anlasse unterbrechen. +1 Korinther 1Kor 54 16 5 Veniam autem ad vos, cum Macedoniam pertransiero: nam Macedoniam pertransibo. Ich will aber zu euch kommen, wenn ich Macedonien durchreist habe; denn ich will Macedonien durchreisen.⁵ +1 Korinther 1Kor 54 16 5 5 Als der heil. Paulus diesen Brief schrieb, wollte er von Ephesus nach Korinth kommen, um von dort nach Macedonien zu reisen und dann wieder nach Korinth zurückzukehren. [2Kor 1,15ff] Da die Korinther dies wussten, musste er ihnen anzeigen, dass eine Änderung eintritt: Seid nicht eifersüchtig, als ob ich die Macedonier euch vorziehe, ich werde dort nur kurze Zeit weilen (V. 6), bei euch aber länger bleiben, damit ihr mich dahin geleitet, wohin ich gehen werde. Die Ursache der Änderung seines Reiseplanes gibt der Apostel nicht an: er will nicht kommen, sie zu strafen, und will sie nicht betrüben, sondern ihnen Zeit zur Buße lassen. Vergl. [2Kor 1,15ff, 2Kor 2,1ff]. Diesen Grund übergeht er, um ihnen nur von seiner Liebe zu sprechen (V. 7). +1 Korinther 1Kor 54 16 6 Apud vos autem forsitan manebo, vel etiam hiemabo: ut vos me deducatis quocumque iero. Bei euch aber werde ich vielleicht verweilen, oder sogar überwintern, damit ihr mir das Geleite gebet, wohin ich etwa gehe. +1 Korinther 1Kor 54 16 7 Nolo enim vos modo in transitu videre, spero enim me aliquantulum temporis manere apud vos, si Dominus permiserit. Ich will euch jetzt nämlich nicht im Vorbeigehen sehen,⁶ denn ich hoffe, einige Zeit bei euch zu verweilen, wenn der Herr es gestattet.⁷ +1 Korinther 1Kor 54 16 7 6 Dies müsste ich tun, wollte ich noch über Korinth nach Macedonien reisen. +1 Korinther 1Kor 54 16 7 7 Längerer oder kürzerer Aufenthalt hängt nicht allein von dem Willen des Apostels, sondern besonders vom Willen Gottes ab, der den heil. Paulus auf allen Reisen leitete und sich ihm bisweilen aus außerordentliche Weise kundgab, z. B. [Apg 16,6]. +1 Korinther 1Kor 54 16 8 Permanebo autem Ephesi usque ad Pentecosten. In Ephesus aber werde ich bis Pfingsten bleiben.⁸ +1 Korinther 1Kor 54 16 8 8 Etwa zwei Monate. +1 Korinther 1Kor 54 16 9 Ostium enim mihi apertum est magnum, et evidens: et adversarii multi. Denn eine große und weitausschauende Tür⁹ ist mir eröffnet, und der Widersacher sind viele. +1 Korinther 1Kor 54 16 9 9 Das Bild bezeichnet eine Gelegenheit, das Evangelium zu predigen. Vergl. [Apg 19] +1 Korinther 1Kor 54 16 10 Si autem venerit Timotheus, videte ut sine timore sit apud vos: opus enim Domini operatur, sicut et ego. Wenn aber Timotheus kommt, so sehet zu, dass er ohne Furcht bei euch sei;¹⁰ denn er arbeitet am Werke des Herrn, wie auch ich.¹¹ +1 Korinther 1Kor 54 16 10 10 Wie der Apostel fürchtet, die Epheser möchten ihn seiner Jugend halber geringschätzen [1Tim 4,12], so musste er auch seitens der Parteiführer in Achaja etwas besorgen, obwohl Timotheus in Korinth mit ihm gewirkt hatte. [2Kor 1,19, Apg 18,5ff] +1 Korinther 1Kor 54 16 10 11 Das Apostelamt. +1 Korinther 1Kor 54 16 11 Ne quis ergo illum spernat: deducite autem illum in pace, ut veniat ad me: exspecto enim illum cum fratribus. Niemand also verachte ihn, geleitet ihn aber in Frieden,¹² dass er zu mir komme; denn ich erwarte ihn mit den Brüdern.¹³ +1 Korinther 1Kor 54 16 11 12 Ohne Streit und ihn als Lehrer verehrend. +1 Korinther 1Kor 54 16 11 13 Paulus erwartet Timotheus und die Brüder (Thom.), besonders Erastus. [Apg 19,22] +1 Korinther 1Kor 54 16 12 De Apollo autem fratre vobis notum facio, quoniam multum rogavi eum ut veniret ad vos cum fratribus: et utique non fuit voluntas ut nunc veniret: veniet autem, cum ei vacuum fuerit. Von dem Bruder Apollo aber tue ich euch kund, dass ich ihn dringend gebeten habe, mit den Brüdern zu euch zu kommen;¹⁴ und war es zwar sein Wille nicht, jetzt zu kommen, indes wird er kommen, wenn er Zeit haben wird. +1 Korinther 1Kor 54 16 12 14 Der heil. Paulus muss den Apollo als wahrhaft apostolischen Mann gekannt haben, wohl geeignet, das Ackerfeld, das er angebaut, zu bewässern und zu bearbeiten. +1 Korinther 1Kor 54 16 13 Vigilate, state in fide, viriliter agite, et confortamini. Seid wachsam; stehet fest im Glauben; handelt mannhaft, und seid stark!¹⁵ +1 Korinther 1Kor 54 16 13 15 Habet Mannesmut und Kraft. +1 Korinther 1Kor 54 16 14 Omnia vestra in caritate fiant. Alles, was ihr tuet, geschehe in Liebe!¹⁶ +1 Korinther 1Kor 54 16 14 16 Diese Mahnung war den Korinthern besonders notwendig, denn alles, was der Apostel in diesem Briefe erinnern musste, ging aus dem Mangel an Liebe hervor (Chrys.). Die Erwähnung des Namens Apollo legte die Mahnung nahe. +1 Korinther 1Kor 54 16 15 Obsecro autem vos fratres, nostis domum Stephanæ, et Fortunati, et Achaici: quoniam sunt primitiæ Achaiæ, et in ministerium sanctorum ordinaverunt seipsos: Ich ermahne euch, Brüder! ihr kennet das Haus des Stephanas, des Fortunatus und des Achaikus, dass sie Erstlinge von Achaja sind¹⁷ und sich dem Dienste der Heiligen gewidmet haben;¹⁸ +1 Korinther 1Kor 54 16 15 17 Die Namen Fortunatus und Achaikus sind wohl durch einen Fehler der Abschreiber aus V. 17 hier noch einmal eingesetzt worden. Die Hausgenossen des Stephanas hatte Paulus selbst getauft. [1Kor 1,16] Ähnlich nennt der Apostel den Epänetus den Erstling Asiens. [Röm 16,5] +1 Korinther 1Kor 54 16 15 18 Diese V. 16 vorhergehenden Worte enthalten die Gründe, weshalb sie sich den Hausgenossen des neubekehrten Stephanas unterordnen (d. i. ihnen besondere Zuvorkommenheit und Ehrfurcht erweisen) sollen: jene sind die Erstlinge Achajas, die Erstlinge aber sind besonderer Ehre würdig (Chrys.); sodann sind sie auch eifriger und frömmer (Thom.), da sie freiwillige Gastfreundschaft und andere Liebesbeweise gegen die Brüder üben. (Dienst der Heiligen.) +1 Korinther 1Kor 54 16 16 Ut et vos subditi sitis ejusmodi, et omni cooperanti, et laboranti. ordnet auch ihr euch solchen unter, und allen, welche mitwirken und arbeiten. +1 Korinther 1Kor 54 16 17 Gaudeo autem in præsentia Stephanæ, et Fortunati, et Achaici: quoniam id, quod vobis deerat, ipsi suppleverunt: Ich freue mich über die Anwesenheit des Stephanas, Fortunatus und Achaikus,¹⁹ denn, was eurerseits mangelte, haben diese ersetzt;²⁰ +1 Korinther 1Kor 54 16 17 19 Über Fortunatus und Achaikus ist sonst nichts Sicheres bekannt. Man nimmt an, dass sie den Brief der korinthischen Kirche gebracht und diesen des heil. Paulus in ihre Heimat mit sich genommen haben. +1 Korinther 1Kor 54 16 17 20 Die Übersetzung der Vulgata scheint einen Vorwurf gegen die Korinther zu enthalten, den der Apostel am Ende seines Briefes doch kaum gemacht hätte. Der heil. Paulus will wohl sagen: Durch ihre Anwesenheit haben die Gesandten für eure Abwesenheit Ersatz geleistet (Chrys., Thom.). +1 Korinther 1Kor 54 16 18 Refecerunt enim et meum spiritum, et vestrum. Cognoscite ergo qui hujusmodi sunt. denn sie haben meinen Geist erquickt und den eurigen.²¹ Erkennet sie denn als solche an! +1 Korinther 1Kor 54 16 18 21 Sie haben Paulus und die Korinther erfreut, denn stellten die ganze Gemeinde dar (Chrys.). +1 Korinther 1Kor 54 16 19 Salutant vos Ecclesiæ Asiæ. Salutant vos in Domino multum, Aquila, et Priscilla, cum domestica sua Ecclesia: apud quos et hospitor. Es grüßen euch die Gemeinden von Asien.²² Es grüßen euch vielmals im Herrn²³ Aquila und Priscilla samt der Versammlung in ihrem Hause,²⁴ bei welchen ich auch herberge.²⁵ +1 Korinther 1Kor 54 16 19 22 Drei Jahre in Ephesus weilend, hatte Paulus in der ganzen Provinz Asien, deren Hauptstadt Ephesus war, Gemeinden gegründet. [Apg 19,10] +1 Korinther 1Kor 54 16 19 23 Alle Gläubigen grüßen sich im Herrn, in dem alle Glieder der Kirche eines sind. +1 Korinther 1Kor 54 16 19 24 Die treuen Helfer des heil. Paulus, welche ihn in Korinth in ihrem Hause aufgenommen [Apg 18,1ff] und Apollo weiter unterrichtet hatten. [Apg 18,26ff] In Ephesus hatten sie wohl das von Paulus gestreute Samenkorn weiter gepflegt und, die Neubekehrten in ihrem Hause versammelnd, gleichsam den Grundstein der Kirche von Ephesus gelegt. Ein Teil der Gläubigen versammelte sich auch jetzt noch dort. +1 Korinther 1Kor 54 16 19 25 Diese Worte fehlen in den meisten griechischen und den besseren lateinischen Handschriften. +1 Korinther 1Kor 54 16 20 Salutant vos omnes fratres. Salutate invicem in osculo sancto. Es grüßen euch alle Brüder. Grüßet einander mit heiligem Kusse.²⁶ +1 Korinther 1Kor 54 16 20 26 Im Morgenlande, und ganz besonders bei den Juden, war die Sitte, sich durch einen Kuss zu begrüßen, eine sehr allgemeine. Nicht allein Verwandte und Freunde küssten sich untereinander, sondern auch Obere und Untergebene, um Liebe, Freundschaft und Ehrfurcht auszudrücken. Von den Juden ging der Kuss als Zeichen der brüderlichen Liebe, durch welche alle Glieder des geistigen Leibes miteinander verbunden sind, auf die Christen so über, dass diese jede Bedeutung fleischlicher Liebe davon ausschlossen, wie die Namen zeigen: heiliger Kuss, Kuss der Liebe, Kuss im Herrn, Friedenskuss usw. Zudem grüßten sich nur Männer untereinander und Frauen untereinander mit demselben. Der Kuss ist Versöhnung, sagt der heil. Cyrill von Jerusalem, und darum heilig. +1 Korinther 1Kor 54 16 21 Salutatio, mea manu Pauli. Mein Gruß von meiner, des Paulus, Hand.²⁷ +1 Korinther 1Kor 54 16 21 27 Das übrige hat der Apostel diktiert, den Gruß setzt er selbst bei. Den Grund gibt [2Thess 2,2, 2Thess 3,17] an. Keine Partei in Korinth kann mehr in Zweifel ziehen, dass der Brief von ihm herrührt. +1 Korinther 1Kor 54 16 22 Si quis non amat Dominum nostrum Jesum Christum, sit anathema, Maran Atha. Wenn jemand unsern Herrn Jesus Christus nicht liebt, der sei ausgeschlossen.²⁸ Maran atha.²⁹ +1 Korinther 1Kor 54 16 22 28 Dem ewigen Untergange geweiht. +1 Korinther 1Kor 54 16 22 29 Die Bedeutung dieser aramäischen Worte ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich bedeuten sie: Unser Herr, komme! Und wurden so bei dem Gottesdienste gebraucht. +1 Korinther 1Kor 54 16 23 Gratia Domini nostri Jesu Christi vobiscum. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch! +1 Korinther 1Kor 54 16 24 Caritas mea cum omnibus vobis in Christo Jesu. Amen. Meine Liebe mit euch allen in Christus Jesus. Amen.³⁰ +1 Korinther 1Kor 54 16 24 30 Mit allen, auch denen, die er getadelt hat. So schließt er mit Worten der Liebe. +2 Korinther 2Kor 55 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 14): Überschrift. (V. 2) Danksagung. (V. 11) Übergang (V. 14) I. Apologetischer Teil. (1,15 7,16): 1. Verteidigung des Apostels gegen die Anschuldigung der Leichtfertigung und Unbeständigkeit (1,15 2,17): der Anschuldigung der Leichtfertigkeit gegenüber weist der heil. Paulus auf seine Standhaftigkeit hin. (V. 22) Die Verleumdung wird als unbegründet erwiesen durch die Darlegung der Gründe, welche den Apostel zu einer Änderung seiner Reisepläne veranlassten. [2Kor 2,11] +Galater Gal 55 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 11): Überschrift. (V. 5) Tadel der Galater. (V. 11) I. Apologetischer Teil. (1,11 2,21): Die apostolische Gewalt und Lehre des heil. Paulus. 1. Der göttliche Ursprung der Lehre des heil. Paulus (1,11 24): Weder konnte er vor der Bekehrung seine Lehre von Menschen empfangen (V. 14), noch hat er sie nach derselben von den Aposteln erhalten. Galater Gal 55 1 1 PAULUS Apostolus non ab hominibus, neque per hominem, sed per Jesum Christum, et Deum Patrem, qui suscitavit eum a mortuis: Paulus, Apostel, nicht von Menschen, noch durch einen Menschen,¹ sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater,² der ihn von den Toten auferweckt hat, -2 Korinther 2Kor 54 1 1 Paulus Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, et Timotheus frater, Ecclesiæ Dei, quæ est Corinthi cum omnibus sanctis, qui sunt in universa Achaia. Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, an die Kirche Gottes zu Korinth und an alle Heiligen, welche in ganz Achaja sind. +2 Korinther 2Kor 55 1 1 Paulus Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, et Timotheus frater, Ecclesiæ Dei, quæ est Corinthi cum omnibus sanctis, qui sunt in universa Achaia. Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, an die Kirche Gottes zu Korinth und an alle Heiligen, welche in ganz Achaja sind. Galater Gal 55 1 1 1 Um die Gläubigen gegen die Irrtümer der judaisierenden Christen zu schützen, will der Apostel seine Autorität nachweisen und zeigen, dass das Gesetz zur Erlangung der Rechtfertigung unnütz ist. Die ersten Verse bereits weisen auf dies sein Vorhaben hin: V. 1, 2 seine apostolische Autorität; V. 3 5 unsere Erlösung durch Christus. Ein Apostel den anderen gleichgestellt, nicht von Menschen berufen als der Haupt- und bewirkenden Ursache, noch auch durch ihre Mitwirkung. Das erstere ist zwar allen Arbeitern des Evangeliums gemeinsam, das andere aber den Aposteln eigen, welche Christus selbst berufen (Chrys.). Galater Gal 55 1 1 2 Der Apostel vereint Vater und Sohn, um den unmittelbaren Urheber seiner Berufung anzugeben, Gott. Indirekt deutet er an, dass der Vater ihn durch den Sohn, den er von den Toten auferweckt, berufen hat. -2 Korinther 2Kor 54 1 2 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade sei euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.¹ +2 Korinther 2Kor 55 1 2 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade sei euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.¹ Galater Gal 55 1 2 Et qui mecum sunt omnes fratres, Ecclesiis Galatiæ. und alle Brüder, die bei mir sind,³ an die Gemeinden von Galatien.⁴ -2 Korinther 2Kor 54 1 2 1 Die Überschrift weicht von der im ersten Briefe gebrauchten wenig ab. Gleichsam als zweiter Verfasser wird Timotheus genannt (wie im Briefe an die Philipper, Kolosser, Philemon, 1. und 2. Thess.). Niemand außer Titus, der den Brief selbst an die Korinther überbringen sollte, war den letzteren so bekannt und galt bei ihnen so viel, wie Timotheus. Die Grußformel ist die gleiche, wie in anderen Briefen. +2 Korinther 2Kor 55 1 2 1 Die Überschrift weicht von der im ersten Briefe gebrauchten wenig ab. Gleichsam als zweiter Verfasser wird Timotheus genannt (wie im Briefe an die Philipper, Kolosser, Philemon, 1. und 2. Thess.). Niemand außer Titus, der den Brief selbst an die Korinther überbringen sollte, war den letzteren so bekannt und galt bei ihnen so viel, wie Timotheus. Die Grußformel ist die gleiche, wie in anderen Briefen. Galater Gal 55 1 2 3 Die Mitarbeiter des Apostels, welche den Galatern wohl bekannt waren. Galater Gal 55 1 2 4 Allen Gemeinden, die Paulus in den Städten von Südgalatien gegründet hatte. Dass der heil. Paulus dem Worte Gemeinden sein Lob beifügt, ist ein Zeichen seiner Betrübnis. Galater Gal 55 1 3 Gratia vobis, et pax a Deo Patre, et Domino nostro Jesu Christo, Gnade euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserm Herrn Jesus Christus,⁵ -2 Korinther 2Kor 54 1 3 Benedictus Deus et pater Domini nostri Jesu Christi, Pater misericordiarum, et Deus totius consolationis, Gepriesen sei Gott² und der Vater unseres Herrn Jesus Christus,³ der Vater der Erbarmungen, und der Gott alles Trostes,⁴ [Eph 1,3, 1Petr 1,3] -2 Korinther 2Kor 54 1 3 2 Diese Worte entsprechen einer im A. T. häufigen Formel. [Gen 9,26, Gen 14,20] u. a. Das gleiche Wort wird für segnen gebraucht. Gott segnet, indem er seine Wohltaten erweist; der Mensch segnet ein Geschöpf, wenn er ihm Gutes wünscht, und Gott, indem er ihn preist. -2 Korinther 2Kor 54 1 3 3 Die Worte unseres Herrn Jesus Christus hängen ebenso von Gott wie von Vater ab. Der Apostel hat das fleischgewordene Wort vor Augen. (Chrys., Tert., Hier.) Ähnlich spricht der Heiland selbst [Joh 20,17]. -2 Korinther 2Kor 54 1 3 4 Die Barmherzigkeit wird dem Vater besonders zugeschrieben (Chrys.). Gott ist der Gott alles Trostes, d. i. jeder Trost, der uns zukommt, hat ihn zum Urheber und Spender. Wie also der Heil. Geist in besonderer Weise der Tröster heißt, und auch dem Sohne dieser Name zukommt [Joh 14,16], so ist auch der Vater wahrhaft ein Tröster. +2 Korinther 2Kor 55 1 3 Benedictus Deus et pater Domini nostri Jesu Christi, Pater misericordiarum, et Deus totius consolationis, Gepriesen sei Gott² und der Vater unseres Herrn Jesus Christus,³ der Vater der Erbarmungen, und der Gott alles Trostes,⁴ [Eph 1,3, 1Petr 1,3] +2 Korinther 2Kor 55 1 3 2 Diese Worte entsprechen einer im A. T. häufigen Formel. [Gen 9,26, Gen 14,20] u. a. Das gleiche Wort wird für segnen gebraucht. Gott segnet, indem er seine Wohltaten erweist; der Mensch segnet ein Geschöpf, wenn er ihm Gutes wünscht, und Gott, indem er ihn preist. +2 Korinther 2Kor 55 1 3 3 Die Worte unseres Herrn Jesus Christus hängen ebenso von Gott wie von Vater ab. Der Apostel hat das fleischgewordene Wort vor Augen. (Chrys., Tert., Hier.) Ähnlich spricht der Heiland selbst [Joh 20,17]. +2 Korinther 2Kor 55 1 3 4 Die Barmherzigkeit wird dem Vater besonders zugeschrieben (Chrys.). Gott ist der Gott alles Trostes, d. i. jeder Trost, der uns zukommt, hat ihn zum Urheber und Spender. Wie also der Heil. Geist in besonderer Weise der Tröster heißt, und auch dem Sohne dieser Name zukommt [Joh 14,16], so ist auch der Vater wahrhaft ein Tröster. Galater Gal 55 1 3 5 Der Apostel wünscht den Galatern alle übernatürlichen Wohltaten, durch welche dieselben fähig gemacht werden, ein wahrhaft christliches Leben zu führen, und deren Frucht jener Friede ist, den die Welt nicht geben kann. Galater Gal 55 1 4 Qui dedit semetipsum pro peccatis nostris, ut eriperet nos de præsenti sæculo nequam, secundum voluntatem Dei et Patris nostri, welcher sich selbst dahingegeben hat⁶ für unsere Sünden,⁷ um uns von der gegenwärtigen bösen Welt⁸ zu erretten, nach dem Willen Gottes, unseres Vaters, -2 Korinther 2Kor 54 1 4 Qui consolatur nos in omni tribulatione nostra: ut possimus et ipsi consolari eos, qui in omni pressura sunt, per exhortationem, qua exhortamur et ipsi a Deo. der uns⁵ tröstet in aller unserer Trübsal, auf dass auch wir diejenigen trösten können, welche in allerlei Bedrängnis sind, durch die Ermunterung, mit der auch wir von Gott getröstet werden.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 1 4 5 Besonders Paulus und Timotheus. -2 Korinther 2Kor 54 1 4 6 Mit wenigen Worten stellt uns der heil. Paulus das Bild eines apostolischen Mannes vor Augen, der weiß, dass alles, Heimsuchungen und Tröstungen ihm von Gott gespendet werden, damit sie zum Nutzen und Fortschritt der Gläubigen beitragen. Gott hält in seinen Gaben eine strenge Ordnung inne, und will, wenn er besondere Gnaden verleiht, dass dieselben anderen Nutzen bringen. +2 Korinther 2Kor 55 1 4 Qui consolatur nos in omni tribulatione nostra: ut possimus et ipsi consolari eos, qui in omni pressura sunt, per exhortationem, qua exhortamur et ipsi a Deo. der uns⁵ tröstet in aller unserer Trübsal, auf dass auch wir diejenigen trösten können, welche in allerlei Bedrängnis sind, durch die Ermunterung, mit der auch wir von Gott getröstet werden.⁶ +2 Korinther 2Kor 55 1 4 5 Besonders Paulus und Timotheus. +2 Korinther 2Kor 55 1 4 6 Mit wenigen Worten stellt uns der heil. Paulus das Bild eines apostolischen Mannes vor Augen, der weiß, dass alles, Heimsuchungen und Tröstungen ihm von Gott gespendet werden, damit sie zum Nutzen und Fortschritt der Gläubigen beitragen. Gott hält in seinen Gaben eine strenge Ordnung inne, und will, wenn er besondere Gnaden verleiht, dass dieselben anderen Nutzen bringen. Galater Gal 55 1 4 6 Nämlich in den Tod. Der Sohn Gottes hat sich dahingegeben, um die Ungerechtigkeit in uns durch die Gerechtigkeit zu vertreiben, die Weisheit hat sich dahingegeben, um unsere Torheit zu besiegen, die Heiligkeit und Stärke hat sich dahingegeben, um unsere Bosheit und Schwäche wegzunehmen. So hat er uns nach der Hoffnung, in der wir glauben, nicht allein im zukünftigen Leben von den Strafen befreit, sondern auch von dieser Welt, indem wir mit Christus gestorben zur Neuheit des Lebens umgewandelt werden (Hier.). Galater Gal 55 1 4 7 Ist der Tod Christi die genügende Ursache unseres Heiles und wird uns in den Sakramenten des Neuen Testamentes, welche ihre Wirksamkeit aus dem Leiden Christi herleiten, Gnade zu Teil, so ist es überflüssig, mit dem Neuen Testamente die Vorschriften des Alten zu beobachten, durch welche weder die Gnade gewährt, noch das Heil erworben wird (Thom.). Galater Gal 55 1 4 8 Die Welt ist böse, weil der Satan, der Fürst dieser Welt, auch nach der Ankunft Christi seine Herrschaft über alle diejenigen behält, welche die Gnade Gottes nicht annehmen, und auch weil er andere sich wieder zu unterwerfen sucht. -2 Korinther 2Kor 54 1 5 Quoniam sicut abundant passiones Christi in nobis: ita et per Christum abundat consolatio nostra. Denn so wie die Leiden Christi⁷ uns reichlich zu Teil werden, so wird uns auch durch Christus reicher Trost gewährt. +2 Korinther 2Kor 55 1 5 Quoniam sicut abundant passiones Christi in nobis: ita et per Christum abundat consolatio nostra. Denn so wie die Leiden Christi⁷ uns reichlich zu Teil werden, so wird uns auch durch Christus reicher Trost gewährt. Galater Gal 55 1 5 Cui est gloria in sæcula sæculorum: Amen. dem die Ehre ist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. -2 Korinther 2Kor 54 1 5 7 Die in Christus wegen unserer Sünden begonnenen Leiden (Thom.), welche so gewissermaßen auf uns herabgeleitet werden. -2 Korinther 2Kor 54 1 6 Sive autem tribulamur pro vestra exhortatione et salute, sive consolamur pro vestra consolatione, sive exhortamur pro vestra exhortatione et salute, quæ operatur tolerantiam earundem passionum, quas et nos patimur: Ob wir aber Trübsal erleiden, so ist es zu eurer Ermahnung und eurem Heile, oder ob wir getröstet werden, so ist es zu euerm Troste, oder ob wir ermuntert werden,⁸ so ist es zu eurer Ermahnung und zu euerm Heile, welches⁹ geduldiges Ertragen derselben Leiden wirkt, die auch wir dulden, +2 Korinther 2Kor 55 1 5 7 Die in Christus wegen unserer Sünden begonnenen Leiden (Thom.), welche so gewissermaßen auf uns herabgeleitet werden. +2 Korinther 2Kor 55 1 6 Sive autem tribulamur pro vestra exhortatione et salute, sive consolamur pro vestra consolatione, sive exhortamur pro vestra exhortatione et salute, quæ operatur tolerantiam earundem passionum, quas et nos patimur: Ob wir aber Trübsal erleiden, so ist es zu eurer Ermahnung und eurem Heile, oder ob wir getröstet werden, so ist es zu euerm Troste, oder ob wir ermuntert werden,⁸ so ist es zu eurer Ermahnung und zu euerm Heile, welches⁹ geduldiges Ertragen derselben Leiden wirkt, die auch wir dulden, Galater Gal 55 1 6 Miror quod sic tam cito transferimini ab eo, qui vos vocavit in gratiam Christi in aliud Evangelium: Ich bin erstaunt, dass ihr euch so bald⁹ abwenden lasset von dem, der euch zur Gnade Christi berufen hat, zu einem anderen Evangelium,¹⁰ -2 Korinther 2Kor 54 1 6 8 Die Worte: oder ob wir ermuntert werden usw. sind in der Vulg. eine zweite Übersetzung derselben schon unmittelbar vorher wiedergegebenen griechischen Worte und daher auszulassen. -2 Korinther 2Kor 54 1 6 9 Welche Hoffnung des Heiles usw. Der griechische Text lautet zwar abweichend, hat aber gleichfalls seine Schwierigkeit. Am richtigsten scheint es, mit den besten griech. Handschriften, der Itala und den älteren Handschriften der Vulg. vor den Worten welches wirkt, die anderen zu eurem Heile auszulassen. +2 Korinther 2Kor 55 1 6 8 Die Worte: oder ob wir ermuntert werden usw. sind in der Vulg. eine zweite Übersetzung derselben schon unmittelbar vorher wiedergegebenen griechischen Worte und daher auszulassen. +2 Korinther 2Kor 55 1 6 9 Welche Hoffnung des Heiles usw. Der griechische Text lautet zwar abweichend, hat aber gleichfalls seine Schwierigkeit. Am richtigsten scheint es, mit den besten griech. Handschriften, der Itala und den älteren Handschriften der Vulg. vor den Worten welches wirkt, die anderen zu eurem Heile auszulassen. Galater Gal 55 1 6 9 Vor wenigen Wochen erst hat der Apostel die Galater im besten Stande verlassen. Der Ausruf des heil. Paulus zeigt ihnen, wie hoch er sie geschätzt hatte. Ihre Schuld ist groß, denn sie haben sich mit freiem Willen, in großem Unverstande abwenden lassen, dazu von dem, der sie berufen, von Gott, dem Vater, um ihnen alle übernatürlichen Gaben zu verleihen; und zu was sind sie abgefallen? Galater Gal 55 1 6 10 Wenn die Gegner ihre Lehren nicht mit diesem ehrenvollen Namen geschmückt hätten, würden die Christen nicht auf sie gehört haben, und wenn sie nicht behauptet hätten, ein vollkommeneres Evangelium zu verkünden als Paulus, wären die Gläubigen nicht auf ihre Seite getreten. Aber ein anderes Evangelium ist kein Evangelium, sondern nur Bosheit der falschen Apostel. -2 Korinther 2Kor 54 1 7 Ut spes nostra firma sit pro vobis: scientes quod sicut socii passionum estis, sic eritis et consolationis. so dass¹⁰ unsere Hoffnung fest ist um euretwillen, da wir wissen, dass ihr, wie ihr Teilhaber der Leiden seid, so es auch der Tröstung sein werdet. +2 Korinther 2Kor 55 1 7 Ut spes nostra firma sit pro vobis: scientes quod sicut socii passionum estis, sic eritis et consolationis. so dass¹⁰ unsere Hoffnung fest ist um euretwillen, da wir wissen, dass ihr, wie ihr Teilhaber der Leiden seid, so es auch der Tröstung sein werdet. Galater Gal 55 1 7 Quod non est aliud, nisi sunt aliqui, qui vos conturbant, et volunt convertere Evangelium Christi. da es doch kein anderes gibt; nur dass sich etliche finden, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verkehren wollen.¹¹ -2 Korinther 2Kor 54 1 7 10 Richtiger: und (Hieronymus und die lat. Handschriften) +2 Korinther 2Kor 55 1 7 10 Richtiger: und (Hieronymus und die lat. Handschriften) Galater Gal 55 1 7 11 Der Versuch dieser Menschen ist freilich ein vergeblicher, denn das Evangelium kann kein anderes als das wahre sein. Galater Gal 55 1 8 Sed licet nos, aut Angelus de clo evangelizet vobis præterquam quod evangelizavimus vobis, anathema sit. Allein wenn auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete, als wir euch verkündet haben, der sei ausgestoßen!¹² -2 Korinther 2Kor 54 1 8 Non enim volumus ignorare vos fratres de tribulatione nostra, quæ facta est in Asia, quoniam supra modum gravati sumus supra virtutem, ita ut tæderet nos etiam vivere. Denn wir wollen euch, Brüder! nicht in Unkenntnis lassen über unsere Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir über die Maßen beschwert wurden, über Vermögen,¹¹ so dass wir sogar des Lebens überdrüssig wurden.¹² -2 Korinther 2Kor 54 1 8 11 Mehr als die Kraft des Menschen tragen kann, ja weit über die menschlichen Kräfte, so dass nur eine außerordentliche Hilfe den Apostel aufrecht erhielt. Welche Heimsuchung der heil. Paulus meint, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Die meisten Ausleger nehmen an, dass er von dem durch Demetrius angestifteten Aufstande [Apg 19,23-40] redet (Theod., Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 1 8 12 Besser: so dass wir sogar am Leben verzweifelten, sicher sterben zu müssen glaubten. +2 Korinther 2Kor 55 1 8 Non enim volumus ignorare vos fratres de tribulatione nostra, quæ facta est in Asia, quoniam supra modum gravati sumus supra virtutem, ita ut tæderet nos etiam vivere. Denn wir wollen euch, Brüder! nicht in Unkenntnis lassen über unsere Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir über die Maßen beschwert wurden, über Vermögen,¹¹ so dass wir sogar des Lebens überdrüssig wurden.¹² +2 Korinther 2Kor 55 1 8 11 Mehr als die Kraft des Menschen tragen kann, ja weit über die menschlichen Kräfte, so dass nur eine außerordentliche Hilfe den Apostel aufrecht erhielt. Welche Heimsuchung der heil. Paulus meint, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Die meisten Ausleger nehmen an, dass er von dem durch Demetrius angestifteten Aufstande [Apg 19,23-40] redet (Theod., Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 1 8 12 Besser: so dass wir sogar am Leben verzweifelten, sicher sterben zu müssen glaubten. Galater Gal 55 1 8 12 Damit niemand behaupte, dass er seine eigene Meinung preise, will er sich selbst in den Fluch einschließen, ja, da die Gegner zu der Autorität des heil. Jakobus und Johannes fliehen, auch die Engel Gottes. Der Fall freilich, dass Paulus oder ein Engel ein entgegengesetztes Evangelium predigen sollten, ist ein unmöglicher. Galater Gal 55 1 9 Sicut prædiximus, et nunc iterum dico: Si quis vobis evangelizaverit præter id, quod accepistis, anathema sit. Wie wir eben gesagt haben,¹³ so sage ich auch jetzt abermals: Wenn jemand euch ein anderes Evangelium verkündet als das, welches ihr empfangen habt, der sei ausgestoßen!¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 1 9 Sed ipsi in nobismetipsis responsum mortis habuimus, ut non simus fidentes in nobis, sed in Deo, qui suscitat mortuos: Aber wir hatten in uns selbst das Todesurteil gesprochen,¹³ damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt;¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 1 9 13 Ich war ohne Hoffnung auf Erhaltung meines Lebens. Welches Gottes Absicht dabei war, sagen die folgenden Worte. +2 Korinther 2Kor 55 1 9 Sed ipsi in nobismetipsis responsum mortis habuimus, ut non simus fidentes in nobis, sed in Deo, qui suscitat mortuos: Aber wir hatten in uns selbst das Todesurteil gesprochen,¹³ damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt;¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 1 9 13 Ich war ohne Hoffnung auf Erhaltung meines Lebens. Welches Gottes Absicht dabei war, sagen die folgenden Worte. Galater Gal 55 1 9 13 Bei euch weilend (Aug., Hier.), auf der zweiten Missionsreise. -2 Korinther 2Kor 54 1 9 14 Also um so mehr kann Gott die Todesgefahr entreißen. +2 Korinther 2Kor 55 1 9 14 Also um so mehr kann Gott die Todesgefahr entreißen. Galater Gal 55 1 9 14 In den Worten des heil. Paulus liegt die Rechtfertigung der Kirche, wenn dieselbe über die Irrlehre ein ähnliches Verdammungsurteil spricht. Derselbe Geist, der Paulus erfüllte, leitet auch die Kirche. Diese äußerste Strafe der Ausstoßung ist dem Bestande des Leibes Christi so notwendig als die Liebe, mit welcher sie allen Irrenden nachgeht; denn ein Körper, der seine unverbesserlich faulen Glieder nicht abschneidet und ausschneidet, muss endlich selbst faulen. -2 Korinther 2Kor 54 1 10 Qui de tantis periculis nos eripuit, et eruit: in quem speramus quoniam et adhuc eripiet, der uns aus so großen Gefahren errettet hat und errettet; auf den wir hoffen, dass er auch ferner erretten wird, +2 Korinther 2Kor 55 1 10 Qui de tantis periculis nos eripuit, et eruit: in quem speramus quoniam et adhuc eripiet, der uns aus so großen Gefahren errettet hat und errettet; auf den wir hoffen, dass er auch ferner erretten wird, Galater Gal 55 1 10 Modo enim hominibus suadeo, an Deo? An quæro hominibus placere? Si adhuc hominibus placerem, Christi servus non essem. Suche ich denn¹⁵ nun Menschengunst zu gewinnen, oder ist es mir um Gottes Beifall zu tun? Oder trachte ich, Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefallen wollte,¹⁶ so wäre ich nicht Christi Diener. Galater Gal 55 1 10 15 Der Apostel begegnet dem stillschweigenden Einwurfe: Warum bist du so hart? Galater Gal 55 1 10 16 Wie vor meiner Bekehrung. Der heil. Paulus weist nur jenes Bemühen, den Menschen zu gefallen, von sich, welches das Bemühen, Gott zu gefallen, ausschließt (Thom.). Galater Gal 55 1 11 Notum enim vobis facio, fratres, Evangelium, quod evangelizatum est a me, quia non est secundum hominem: Denn ich tue euch kund, Brüder!¹⁷ das Evangelium, welches ich verkündet habe,¹⁸ ist nicht Menschenlehre; [1Kor 15,1] -2 Korinther 2Kor 54 1 11 Adjuvantibus est vobis in oratione pro nobis: ut ex multorum personis, ejus quæ in nobis est donationis, per multos gratiæ agantur pro nobis. da auch ihr durch euer Gebet¹⁵ für uns mitbehilflich seid, damit für die Gabe, die uns um vieler willen verliehen ist, durch viele für uns Dank gesagt werde. -2 Korinther 2Kor 54 1 11 15 Diese Gebete sind notwendig, denn Gott erteilt einem viele Güter, wenn viele darum bitten. Gott will, dass man ihm für seine Gaben dankt, und dass viele zur Danksagung gehalten seien (Thom.). Die Danksagung, welche Gott voraussieht, bewegt ihn gleichsam, seine Erbarmung zu spenden. +2 Korinther 2Kor 55 1 11 Adjuvantibus est vobis in oratione pro nobis: ut ex multorum personis, ejus quæ in nobis est donationis, per multos gratiæ agantur pro nobis. da auch ihr durch euer Gebet¹⁵ für uns mitbehilflich seid, damit für die Gabe, die uns um vieler willen verliehen ist, durch viele für uns Dank gesagt werde. +2 Korinther 2Kor 55 1 11 15 Diese Gebete sind notwendig, denn Gott erteilt einem viele Güter, wenn viele darum bitten. Gott will, dass man ihm für seine Gaben dankt, und dass viele zur Danksagung gehalten seien (Thom.). Die Danksagung, welche Gott voraussieht, bewegt ihn gleichsam, seine Erbarmung zu spenden. Galater Gal 55 1 11 17 Der Beisatz Brüder soll die Galater erinnern, dass Paulus nur aus Liebe streng ist. Galater Gal 55 1 11 18 Das Evangelium, welches die Gegner unvollkommen nennen und der Lehre anderer Apostel nachstellen, als ob es von ihrer Lehre verschieden wäre. Galater Gal 55 1 12 Neque enim ego ab homine accepi illud, neque didici, sed per revelationem Jesu Christi. denn auch ich habe es nicht von einem Menschen empfangen, noch gelernt,¹⁹ sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi. [Eph 3,3] -2 Korinther 2Kor 54 1 12 Nam gloria nostra hæc est, testimonium conscientiæ nostræ quod in simplicitate cordis et sinceritate Dei: et non in sapientia carnali, sed in gratia Dei conversati sumus in hoc mundo: abundantius autem ad vos. Denn¹⁶ das ist unser Ruhm, das Zeugnis unseres Gewissens, dass wir in Einfalt des Herzens und Aufrichtigkeit aus Gott, und nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes¹⁷ in dieser Welt gewandelt haben, ganz besonders bei euch.¹⁸ -2 Korinther 2Kor 54 1 12 16 Indem der Apostel zum ersten Teile seines Briefes übergeht, seiner Rechtfertigung, erklärt er, warum er sicher hofft, durch das Gebet der Korinther unterstützt zu werden: es ist das Zeugnis seines Gewissens. -2 Korinther 2Kor 54 1 12 17 Hiermit bestimmt er die Quellen seiner Einfalt und Aufrichtigkeit noch einmal. -2 Korinther 2Kor 54 1 12 18 Da er bei den Korinthern länger weilte, hatte er dort reichere Gelegenheit dazu. Doch gerade diese Aufrichtigkeit stellten die Gegner des Apostels in Abrede. Deshalb beruft sich der heil. Paulus auf die Erfahrung der Gläubigen. +2 Korinther 2Kor 55 1 12 Nam gloria nostra hæc est, testimonium conscientiæ nostræ quod in simplicitate cordis et sinceritate Dei: et non in sapientia carnali, sed in gratia Dei conversati sumus in hoc mundo: abundantius autem ad vos. Denn¹⁶ das ist unser Ruhm, das Zeugnis unseres Gewissens, dass wir in Einfalt des Herzens und Aufrichtigkeit aus Gott, und nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes¹⁷ in dieser Welt gewandelt haben, ganz besonders bei euch.¹⁸ +2 Korinther 2Kor 55 1 12 16 Indem der Apostel zum ersten Teile seines Briefes übergeht, seiner Rechtfertigung, erklärt er, warum er sicher hofft, durch das Gebet der Korinther unterstützt zu werden: es ist das Zeugnis seines Gewissens. +2 Korinther 2Kor 55 1 12 17 Hiermit bestimmt er die Quellen seiner Einfalt und Aufrichtigkeit noch einmal. +2 Korinther 2Kor 55 1 12 18 Da er bei den Korinthern länger weilte, hatte er dort reichere Gelegenheit dazu. Doch gerade diese Aufrichtigkeit stellten die Gegner des Apostels in Abrede. Deshalb beruft sich der heil. Paulus auf die Erfahrung der Gläubigen. Galater Gal 55 1 12 19 Derjenige empfängt das Evangelium, der es von Christus erhält und durch dasselbe zum Glauben kommt. Wer die in demselben dargestellten Wahrheiten klar durch einen anderen erklärt erhält, lernt dasselbe. (Hier.) Der Apostel hat die ganze Wahrheit nicht auf einmal erhalten, wie [Apg 26,15ff] zeigt. -2 Korinther 2Kor 54 1 13 Non enim alia scribimus vobis, quam quæ legistis, et cognovistis. Spero autem quod usque in finem cognoscetis, Denn wir schreiben euch nichts anderes, als was ihr gelesen und erkannt habt;¹⁹ ja, ich hoffe, ihr werdet es bis an's Ende²⁰ erkennen, +2 Korinther 2Kor 55 1 13 Non enim alia scribimus vobis, quam quæ legistis, et cognovistis. Spero autem quod usque in finem cognoscetis, Denn wir schreiben euch nichts anderes, als was ihr gelesen und erkannt habt;¹⁹ ja, ich hoffe, ihr werdet es bis an's Ende²⁰ erkennen, Galater Gal 55 1 13 Audistis enim conversationem meam aliquando in Judaismo: quoniam supra modum persequebar Ecclesiam Dei, et expugnabam illam, Denn ihr habt ja von meinem ehemaligen Wandel im Judentume gehört, dass ich die Kirche Gottes über die Maßen verfolgte, und sie zu zerstören suchte, -2 Korinther 2Kor 54 1 13 19 Er schreibt nichts anderes in diesem Briefe, als was sie bereits in den früheren gelesen und in seinen Predigten gehört haben. -2 Korinther 2Kor 54 1 13 20 Bis an das Ende dieses Lebens oder: der Welt, also immer. -2 Korinther 2Kor 54 1 14 Sicut et cognovistis nos ex parte, quod gloria vestra sumus, sicut et vos nostra, in die Domini nostri Jesu Christi. wie ihr uns auch zum Teil erkannt habt, dass wir euer Ruhm sind, gleichwie auch ihr der unsrige, am Tage unseres Herrn Jesus Christus.²¹ +2 Korinther 2Kor 55 1 13 19 Er schreibt nichts anderes in diesem Briefe, als was sie bereits in den früheren gelesen und in seinen Predigten gehört haben. +2 Korinther 2Kor 55 1 13 20 Bis an das Ende dieses Lebens oder: der Welt, also immer. +2 Korinther 2Kor 55 1 14 Sicut et cognovistis nos ex parte, quod gloria vestra sumus, sicut et vos nostra, in die Domini nostri Jesu Christi. wie ihr uns auch zum Teil erkannt habt, dass wir euer Ruhm sind, gleichwie auch ihr der unsrige, am Tage unseres Herrn Jesus Christus.²¹ Galater Gal 55 1 14 Et proficiebam in Judaismo supra multos coætaneos meos in genere meo, abundantius æmulator existens paternarum mearum traditionum. und wie ich es im Judentume vielen meiner Altersgenossen in meinem Volke zuvorgetan, da ich heftiger eiferte für die Satzungen meiner Väter.²⁰ Galater Gal 55 1 14 20 Nur Gottes Eingreifen hat aus dem Eiferer für das Gesetz gleichsam einen Gegner des Gesetzes gemacht, mithin handelt der Apostel nicht aus Hass gegen das Gesetz, wenn er jetzt nicht wünscht, dass es von den Galatern angenommen werde. Der Vergleich seines früheren Lebenslaufes mit dem jetzigen bietet den Galatern einen gewichtigen Grund, das Gesetz nicht auf sich zu nehmen. Der Apostel weist V. 13 auf sein Verhalten zur Kirche, V. 14 auf seine Stellung zum Gesetze hin. Er verfolgte die Kirche Gottes nicht nur wie die anderen Juden, sondern über die Maßen, und nicht zufrieden selbst mit der Beobachtung der in seiner Familie gleichsam erblichen pharisäischen Vorschriften, offenbarte er sich als ein heftiger Eiferer um dieselben. Nun blieben die Pharisäer auch jetzt noch Feinde des Evangeliums, und jene von ihnen, welche Christen geworden waren, blieben dem mosaischen Gesetze zugetan [Apg 15,15]; also war es undenkbar, dass Paulus vor seiner Bekehrung etwas von den Christen gelernt hatte oder sich von Hass gegen das Gesetz leiten ließ, wen er jetzt lehrte, dass alle vom Gesetze frei sind. -2 Korinther 2Kor 54 1 14 21 Der Apostel hofft, die Korinther werden sich seiner am Tage des Gerichtes rühmen. Damit dies nicht anmaßend scheine, nennt er sie wechselweise seinen Ruhm. Jetzt erkennen die Korinther unvollkommen, was ihnen bei dem jüngsten Gerichte ganz klar vor Augen stehen wird (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 1 15 Et hac confidentia volui prius venire ad vos, ut secundam gratiam haberetis: Und in diesem Vertrauen wollte ich schon früher²² zu euch kommen, damit ihr einen zweiten Gnadenerweis hättet,²³ +2 Korinther 2Kor 55 1 14 21 Der Apostel hofft, die Korinther werden sich seiner am Tage des Gerichtes rühmen. Damit dies nicht anmaßend scheine, nennt er sie wechselweise seinen Ruhm. Jetzt erkennen die Korinther unvollkommen, was ihnen bei dem jüngsten Gerichte ganz klar vor Augen stehen wird (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 1 15 Et hac confidentia volui prius venire ad vos, ut secundam gratiam haberetis: Und in diesem Vertrauen wollte ich schon früher²² zu euch kommen, damit ihr einen zweiten Gnadenerweis hättet,²³ Galater Gal 55 1 15 Cum autem placuit ei, qui me segregavit ex utero matris meæ, et vocavit per gratiam suam, Als es aber dem, der mich von meiner Mutter Schoße an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, gefiel, -2 Korinther 2Kor 54 1 15 22 Ehe ich nach Macedonien ging. -2 Korinther 2Kor 54 1 15 23 Wenn ich aus Macedonien zu euch zurückkam. +2 Korinther 2Kor 55 1 15 22 Ehe ich nach Macedonien ging. +2 Korinther 2Kor 55 1 15 23 Wenn ich aus Macedonien zu euch zurückkam. Galater Gal 55 1 16 Ut revelaret Filium suum in me, ut evangelizarem illum in gentibus: continuo non acquievi carni et sanguini, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn unter den Heiden verkündete,²¹ habe ich mich keinen Augenblick an Fleisch und Blut gewandt, -2 Korinther 2Kor 54 1 16 Et per vos transire in Macedoniam, et iterum a Macedonia venire ad vos, et a vobis deduci in Judæam. und zwar von euch nach Macedonien reisen, und wiederum von Macedonien zu euch kommen, und mich von euch nach Judäa geleiten lassen.²⁴ +2 Korinther 2Kor 55 1 16 Et per vos transire in Macedoniam, et iterum a Macedonia venire ad vos, et a vobis deduci in Judæam. und zwar von euch nach Macedonien reisen, und wiederum von Macedonien zu euch kommen, und mich von euch nach Judäa geleiten lassen.²⁴ Galater Gal 55 1 16 21 Gott hat das ganze Leben, Gaben und Erziehung des heiligen Paulus so geordnet oder zugelassen, dass er zu der Zeit, welche Gott auserwählt hatte, ein geeignetes Werkzeug war, den Heiden das Evangelium zu verkünden (Chrys., Ök.). Die Berufung zum Glauben fiel bei Paulus mit der Berufung zum Apostelamt zusammen. Gott offenbarte seinen Sohn in dem Apostel, so dass dieser den Herrn ganz in sich aufnahm. -2 Korinther 2Kor 54 1 16 24 Diesen Plan hatte der heil. Paulus durch den verloren gegangenen Brief oder durch einen Boten kundgegeben. In dem ersten Briefe an die Korinther aber [1Kor 16,5ff] hatte er eine Änderung eintreten lassen. Der Apostel wusste, dass seine Ankunft ihnen geistige Gnaden vermitteln werde, die ersten, wenn der durch Korinth nach Macedonien, die zweiten, wenn er aus Macedonien durch Korinth nach Palästina reiste. +2 Korinther 2Kor 55 1 16 24 Diesen Plan hatte der heil. Paulus durch den verloren gegangenen Brief oder durch einen Boten kundgegeben. In dem ersten Briefe an die Korinther aber [1Kor 16,5ff] hatte er eine Änderung eintreten lassen. Der Apostel wusste, dass seine Ankunft ihnen geistige Gnaden vermitteln werde, die ersten, wenn der durch Korinth nach Macedonien, die zweiten, wenn er aus Macedonien durch Korinth nach Palästina reiste. Galater Gal 55 1 17 Neque veni Jerosolymam ad antecessores meos Apostolos: sed abii in Arabiam: et iterum reversus sum Damascum: noch bin ich nach Jerusalem zu denen gegangen, die vor mir Apostel waren,²² sondern ich zog nach Arabien, und kehrte dann wieder zurück nach Damaskus.²³ -2 Korinther 2Kor 54 1 17 Cum ergo hoc voluissem, numquid levitate usus sum? Aut quæ cogito, secundum carnem cogito, ut sit apud me EST, et NON? Habe ich nun, da ich dieses vorhatte,²⁵ leichtsinnig gehandelt? Oder was ich vorhabe, habe ich es dem Fleische gemäß vor, so dass bei mir bald Ja, bald Nein ist?²⁶ +2 Korinther 2Kor 55 1 17 Cum ergo hoc voluissem, numquid levitate usus sum? Aut quæ cogito, secundum carnem cogito, ut sit apud me EST, et NON? Habe ich nun, da ich dieses vorhatte,²⁵ leichtsinnig gehandelt? Oder was ich vorhabe, habe ich es dem Fleische gemäß vor, so dass bei mir bald Ja, bald Nein ist?²⁶ Galater Gal 55 1 17 22 In der früheren Berufung erkennt Paulus also keine höhere Autorität den übrigen Aposteln zu, weshalb er, ebenso wie sie durch den Herrn berufen, auch nicht für nötig hielt, sie zu befragen. Galater Gal 55 1 17 23 Um zu zeigen, dass er bis zu der Zeit, wo er sein Amt auszuüben begann, nichts von einem Apostel gelernt hat, noch hat lernen können, zählt Paulus die verschiedenen Länder, in welchen er sich seit einer Bekehrung aufgehalten hat, genau auf. Der heil. Lukas berichtet zwar auch [Apg 9,19-28] von den Anfängen der Kirche bei Juden und Heiden, aber berührt die besondere Geschichte der Apostel nur, soweit sie dazu dient, die Geschichte der Kirche zu beleuchten; deshalb übergeht er die Reise des heil. Paulus nach Arabien mit Stillschweigen, während er seine Bekehrung und seine Reise nach Jerusalem erzählt. In Jerusalem sah Paulus mehrere zur Zeit seiner Anwesenheit dort weilende Apostel [Apg 9,27], Petrus und Jakobus. Die Flucht aus Damaskus erzählt der Apostel selbst [2Kor 11,32ff]. Hier übergeht er dieselbe, weil ihre Erwähnung nichts zur Sache tut. Bei dem heil. Lukas ist ein doppelter Aufenthalt in Damaskus erwähnt: [Apg 9], V. 19 und V. 22. Die Rückkehr nach Damaskus fällt vor das V. 22 erzählte Ereignis. -2 Korinther 2Kor 54 1 17 25 Da ich dieses vorhatte, aber nachher meinen Plan aus wichtigen Gründen änderte usw. -2 Korinther 2Kor 54 1 17 26 Nämlich. Zu gleicher Zeit und aus Laune. Wer die Dinge nach dem Geiste ansieht und beschließt, achtet allein auf das, was Gott will, nimmt sich das vor, was er als Gotteswillen erkennt, und führt es mit allem Eifer aus. -2 Korinther 2Kor 54 1 18 Fidelis autem Deus, quia sermo noster, qui fuit apud vos, non est in illo EST, et NON. Getreu aber ist Gott! Denn unsere Predigt an euch war nicht bald Ja, bald Nein.²⁷ +2 Korinther 2Kor 55 1 17 25 Da ich dieses vorhatte, aber nachher meinen Plan aus wichtigen Gründen änderte usw. +2 Korinther 2Kor 55 1 17 26 Nämlich. Zu gleicher Zeit und aus Laune. Wer die Dinge nach dem Geiste ansieht und beschließt, achtet allein auf das, was Gott will, nimmt sich das vor, was er als Gotteswillen erkennt, und führt es mit allem Eifer aus. +2 Korinther 2Kor 55 1 18 Fidelis autem Deus, quia sermo noster, qui fuit apud vos, non est in illo EST, et NON. Getreu aber ist Gott! Denn unsere Predigt an euch war nicht bald Ja, bald Nein.²⁷ Galater Gal 55 1 18 Deinde post annos tres veni Jerosolymam videre Petrum, et mansi apud eum diebus quindecim: Hierauf, drei Jahre später, kam ich nach Jerusalem,²⁴ um Petrus zu sehen,²⁵ und blieb bei ihm fünfzehn Tage; Galater Gal 55 1 18 24 Bei seiner Flucht aus Damaskus, wo er zum zweiten Male weilend wohl mehrere Monate zugebracht hatte. Galater Gal 55 1 18 25 Der griech. Ausdruck ist ein für den heil. Petrus überaus ehrenvoller. Übrigens wollte Paulus, vom Heilande selbst belehrt, nichts von ihm lernen, zumal er nur fünfzehn Tage blieb, sondern nur dem Apostelfürsten die gebührende Ehre erweisen (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 1 18 27 Die Treue Gottes ist die letzte Ursache der apostolischen Standhaftigkeit. Gott hält seine Versprechungen. Er hatte verheißen, auch Prediger der Wahrheit zu senden, und da ich von ihm zu euch gesendet bin, ist unser Wort an euch nicht bald Ja, bald Nein, ist in ihm keine Veränderlichkeit. -2 Korinther 2Kor 54 1 19 Dei enim filius Jesus Christus, qui in vobis per nos prædicatus est, per me, et Silvanum, et Timotheum, non fuit EST et NON, sed EST in illo fuit. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der bei euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich, Silvanus und Timotheus, war nicht bald Ja, bald Nein, sondern Ja ist in ihm gewesen.²⁸ +2 Korinther 2Kor 55 1 18 27 Die Treue Gottes ist die letzte Ursache der apostolischen Standhaftigkeit. Gott hält seine Versprechungen. Er hatte verheißen, auch Prediger der Wahrheit zu senden, und da ich von ihm zu euch gesendet bin, ist unser Wort an euch nicht bald Ja, bald Nein, ist in ihm keine Veränderlichkeit. +2 Korinther 2Kor 55 1 19 Dei enim filius Jesus Christus, qui in vobis per nos prædicatus est, per me, et Silvanum, et Timotheum, non fuit EST et NON, sed EST in illo fuit. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der bei euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich, Silvanus und Timotheus, war nicht bald Ja, bald Nein, sondern Ja ist in ihm gewesen.²⁸ Galater Gal 55 1 19 Alium autem Apostolorum vidi neminem, nisi Jacobum fratrem Domini. einen andern aber von den Aposteln habe ich nicht gesehen, als Jakobus, den Bruder des Herrn.²⁶ Galater Gal 55 1 19 26 Jakobus, den Sohn des Alphäus, den Bischof von Jerusalem, der ein großes Ansehen genoss. Warum der Apostel so schnell Jerusalem verlassen musste, erzählt der heil. Lukas [Apg 9,29]. -2 Korinther 2Kor 54 1 19 28 Bisweilen redet der heil. Paulus hier in der Einzahl, bisweilen in der Mehrzahl. Indes wenn er auch, in der Mehrzahl redend, Timotheus (oder andere) mit einschließt, ist stets der Apostel selbst vor allem gemeint. Der Sohn Gottes war der Gegenstand aller Predigten, der wahrste und vollkommene, unveränderliche Gegenstand derselben, und Gott muss seiner treue gemäß wachen, dass derselbe ohne Falsch und Wechsel verkündet werde. -2 Korinther 2Kor 54 1 20 Quotquot enim promissiones Dei sunt, in illo EST: ideo et per ipsum Amen Deo ad gloriam nostram. Denn alle Verheißungen Gottes sind in ihm Ja,²⁹ darum ist auch durch ihn das Amen zu Gott zu unserem Ruhme. +2 Korinther 2Kor 55 1 19 28 Bisweilen redet der heil. Paulus hier in der Einzahl, bisweilen in der Mehrzahl. Indes wenn er auch, in der Mehrzahl redend, Timotheus (oder andere) mit einschließt, ist stets der Apostel selbst vor allem gemeint. Der Sohn Gottes war der Gegenstand aller Predigten, der wahrste und vollkommene, unveränderliche Gegenstand derselben, und Gott muss seiner treue gemäß wachen, dass derselbe ohne Falsch und Wechsel verkündet werde. +2 Korinther 2Kor 55 1 20 Quotquot enim promissiones Dei sunt, in illo EST: ideo et per ipsum Amen Deo ad gloriam nostram. Denn alle Verheißungen Gottes sind in ihm Ja,²⁹ darum ist auch durch ihn das Amen zu Gott zu unserem Ruhme. Galater Gal 55 1 20 Quæ autem scribo vobis, ecce coram Deo quia non mentior. Was ich euch aber schreibe, sehet, bei Gott, ich lüge nicht!²⁷ Galater Gal 55 1 20 27 So wichtig erscheint ihm seine Behauptung, dass er erst drei Jahre nach seiner Bekehrung Petrus und Jakobus gesehen, und dies durch wenige Tage. -2 Korinther 2Kor 54 1 20 29 Die messianischen Verheißungen, welche Gott den Patriarchen gegeben und durch die Propheten den Kindern Israels verkündet, sind in Christus erfüllt worden (Aug.), in ihm als wahr erschienen, so dass wir zu denselben Amen sagen können. Zur Ehre der Apostel? Ja, weil eure Bekehrung unser Ruhm ist, oder weil es unser Ruhm ist, das Wort Gottes zu zeigen und zu verkünden (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 1 21 Qui autem confirmat nos vobiscum in Christo, et qui unxit nos Deus: Gott aber ist es, der uns mit euch in Christus befestigt, und der uns gesalbt hat, +2 Korinther 2Kor 55 1 20 29 Die messianischen Verheißungen, welche Gott den Patriarchen gegeben und durch die Propheten den Kindern Israels verkündet, sind in Christus erfüllt worden (Aug.), in ihm als wahr erschienen, so dass wir zu denselben Amen sagen können. Zur Ehre der Apostel? Ja, weil eure Bekehrung unser Ruhm ist, oder weil es unser Ruhm ist, das Wort Gottes zu zeigen und zu verkünden (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 1 21 Qui autem confirmat nos vobiscum in Christo, et qui unxit nos Deus: Gott aber ist es, der uns mit euch in Christus befestigt, und der uns gesalbt hat, Galater Gal 55 1 21 Deinde veni in partes Syriæ, et Ciliciæ. Dann kam ich in die Gegenden von Syrien und Cilicien.²⁸ Galater Gal 55 1 21 28 In die Gegenden, in welchen Paulus das Evangelium verkündete. [Apg 11,25] -2 Korinther 2Kor 54 1 22 Qui et signavit nos, et dedit pignus Spiritus in cordibus nostris. der uns auch das Siegel aufgedrückt, und das Pfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.³⁰ +2 Korinther 2Kor 55 1 22 Qui et signavit nos, et dedit pignus Spiritus in cordibus nostris. der uns auch das Siegel aufgedrückt, und das Pfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.³⁰ Galater Gal 55 1 22 Eram autem ignotus facie Ecclesiis Judææ, quæ erant in Christo: Ich war aber den Gemeinden von Judäa,²⁹ die in Christus sind,³⁰ von Angesicht unbekannt. Galater Gal 55 1 22 29 Wenngleich Judäa ein Teil der römischen Provinz Syrien war, betrachtet Paulus sie hier im Gegensatze zu Syrien als eine besondere Provinz im Gegensatze zu den Gegenden von Syrien. -2 Korinther 2Kor 54 1 22 30 Nicht auf gleiche Weise festigt indes Gott die Apostel und die Gläubigen. Jenen steht er bei, dass sie nicht schwanken, noch sich ändern in der Lehre, die sie zu überliefern haben; diesen, dass sie die empfangene Lehre fest bewahren. Dass der heil. Paulus in V. 21 die Korinther sich beigesellt (uns mit euch), geschieht, um sie selbst zu Zeugen seiner Unveränderlichkeit aufzurufen. In den folgenden drei Gliedern spricht er indes ausschließlich von den apostolischen Arbeitern. Der uns gesalbt hat: Im N. T. werden als von Gott gesalbt außer Jesus [Lk 4,18, Apg 4,27, Apg 10,38, Hebr 1,9], welcher der Gesalbte im höchsten Sinne ist, nur Paulus und seine Mitarbeiter an dieser Stelle bezeichnet. Es handelt sich also um eine Gnade, welche denjenigen, welcher sie erhält, zu einem zweiten Christus macht, geeignet, seine Worte fortzusetzen und seine Lehre ohne Irrtum zu verbreiten. Es wird demnach das Apostelamt bezeichnet und die Mitteilung des Heil. Geistes, welche zur Verwaltung desselben erfordert wird. Das Siegel hat (wie aus [Eph 1,13] zu schließen) den Zweck, etwas zu bezeugen. Hier also soll es bezeugen, dass Paulus und seine Genossen wahre Apostel sind. Vergl. [1Kor 9,3]. Es ist dies die Verleihung der Gnadengaben des Heil. Geistes. Das Pfand ist der Heil. Geist, als Unterpfand der ewigen Seligkeit. Also: der Vater gibt den apostolischen Arbeitern den Geist der Gnadengaben, um sie als seine wahren Gesandten kundzutun. Aus dieser ihnen verliehenen Gabe kann und muss geschlossen werden, dass sie auch mit den inneren Gaben des Heil. Geistes ausgerüstet sind, durch welche sie vor allem Irrtum in ihrer Predigt bewahrt werden. So ist es klar, dass sie in Christus befestigt sind. +2 Korinther 2Kor 55 1 22 30 Nicht auf gleiche Weise festigt indes Gott die Apostel und die Gläubigen. Jenen steht er bei, dass sie nicht schwanken, noch sich ändern in der Lehre, die sie zu überliefern haben; diesen, dass sie die empfangene Lehre fest bewahren. Dass der heil. Paulus in V. 21 die Korinther sich beigesellt (uns mit euch), geschieht, um sie selbst zu Zeugen seiner Unveränderlichkeit aufzurufen. In den folgenden drei Gliedern spricht er indes ausschließlich von den apostolischen Arbeitern. Der uns gesalbt hat: Im N. T. werden als von Gott gesalbt außer Jesus [Lk 4,18, Apg 4,27, Apg 10,38, Hebr 1,9], welcher der Gesalbte im höchsten Sinne ist, nur Paulus und seine Mitarbeiter an dieser Stelle bezeichnet. Es handelt sich also um eine Gnade, welche denjenigen, welcher sie erhält, zu einem zweiten Christus macht, geeignet, seine Worte fortzusetzen und seine Lehre ohne Irrtum zu verbreiten. Es wird demnach das Apostelamt bezeichnet und die Mitteilung des Heil. Geistes, welche zur Verwaltung desselben erfordert wird. Das Siegel hat (wie aus [Eph 1,13] zu schließen) den Zweck, etwas zu bezeugen. Hier also soll es bezeugen, dass Paulus und seine Genossen wahre Apostel sind. Vergl. [1Kor 9,3]. Es ist dies die Verleihung der Gnadengaben des Heil. Geistes. Das Pfand ist der Heil. Geist, als Unterpfand der ewigen Seligkeit. Also: der Vater gibt den apostolischen Arbeitern den Geist der Gnadengaben, um sie als seine wahren Gesandten kundzutun. Aus dieser ihnen verliehenen Gabe kann und muss geschlossen werden, dass sie auch mit den inneren Gaben des Heil. Geistes ausgerüstet sind, durch welche sie vor allem Irrtum in ihrer Predigt bewahrt werden. So ist es klar, dass sie in Christus befestigt sind. Galater Gal 55 1 22 30 D. i. mit Christus, ihrem Haupte, innigst vereint. Galater Gal 55 1 23 Tantum autem auditum habebant: Quoniam qui persequebatur nos aliquando, nunc evangelizat fidem, quam aliquando expugnabat: Nur durch Hörensagen erfuhren sie: Der uns ehedem verfolgte, verkündet nun den Glauben, welchen er ehemals anfocht; -2 Korinther 2Kor 54 1 23 Ego autem testem Deum invoco in animam meam, quod parcens vobis, non veni ultra Corinthum: non quia dominamur fidei vestræ, sed adjutores sumus gaudii vestri: nam fide statis. Ich aber rufe Gott³¹ zum Zeugen auf meine Seele an, dass ich aus Schonung für euch noch nicht wieder nach Korinth gekommen bin; nicht als ob wir über euern Glauben Herrschaft ausüben wollten,³² sondern um Mitbeförderer eurer Freude zu sein; denn ihr stehet fest im Glauben.³³ -2 Korinther 2Kor 54 1 23 31 Gott, den Zeugen meiner Gedanken, rufe ich zum Zeugen über meine Seele an, deren Geheimnisse er kennt, damit er mich strafe, wenn ich lüge. -2 Korinther 2Kor 54 1 23 32 Paulus will jeden Schein von Anmaßung fern halten, im Gegensatze zu den korinthischen Pseudoaposteln (Chrys., Theoph., Thom.). Euer Glaube muss dem freien Willen entspringen, die Apostel aber sind nur Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. [1Kor 4,1] -2 Korinther 2Kor 54 1 23 33 Der Apostel kann sich um so weniger eine solche Herrschaft über die Korinther anmaßen, als sie im Glauben feststehen. Nicht in diesem Punkte also gilt ihnen die Schonung, sondern in ihren Taten bedarf etwas der Besserung. +2 Korinther 2Kor 55 1 23 Ego autem testem Deum invoco in animam meam, quod parcens vobis, non veni ultra Corinthum: non quia dominamur fidei vestræ, sed adjutores sumus gaudii vestri: nam fide statis. Ich aber rufe Gott³¹ zum Zeugen auf meine Seele an, dass ich aus Schonung für euch noch nicht wieder nach Korinth gekommen bin; nicht als ob wir über euern Glauben Herrschaft ausüben wollten,³² sondern um Mitbeförderer eurer Freude zu sein; denn ihr stehet fest im Glauben.³³ +2 Korinther 2Kor 55 1 23 31 Gott, den Zeugen meiner Gedanken, rufe ich zum Zeugen über meine Seele an, deren Geheimnisse er kennt, damit er mich strafe, wenn ich lüge. +2 Korinther 2Kor 55 1 23 32 Paulus will jeden Schein von Anmaßung fern halten, im Gegensatze zu den korinthischen Pseudoaposteln (Chrys., Theoph., Thom.). Euer Glaube muss dem freien Willen entspringen, die Apostel aber sind nur Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. [1Kor 4,1] +2 Korinther 2Kor 55 1 23 33 Der Apostel kann sich um so weniger eine solche Herrschaft über die Korinther anmaßen, als sie im Glauben feststehen. Nicht in diesem Punkte also gilt ihnen die Schonung, sondern in ihren Taten bedarf etwas der Besserung. Galater Gal 55 1 24 Et in me clarificabant Deum. und sie priesen Gott meinetwegen.³¹ Galater Gal 55 1 24 31 Mithin billigten sie seine Verkündigung des Evangeliums und ihren Inhalt. (Hier., Tert.) -2 Korinther 2Kor 54 2 0 Die Verleumdung, dass der Apostel unbeständig sei, wird durch die Darlegung der Gründe widerlegt, welche den Apostel zu einer Änderung seiner Reisepläne veranlassten. (V. 11) Der heil. Paulus sagt Gott Dank, der ihn als seinen wahren Apostel anerkennt. -Galater Gal 55 2 0 2. Übereinstimmung des Evangeliums des heil. Paulus mit der Lehre der übrigen Apostel (2,1 21): a. Das Evangelium des Völkerapostels ist von den Autoritäten der Kirche im Apostelkonzile gutgeheißen worden (V. 10): 1. Durch die von den Aposteln zurückgewiesene Forderung der Beschneidung des Titus. (V. 5) 2. Durch die Anerkennung der Lehre und Würde des heil. Paulus seitens der Säulen der Kirche. (V. 10) b. Das Evangelium des heil. Paulus ist in der Streitfrage mit Petrus bewährt erfunden (V. 21): 1. Anfang der Streitfrage und Tadel des heil. Petrus. (V. 14) 2. Beweis für die Berechtigung des Tadels: Das Gesetz ist abgeschafft. (V. 21) -2 Korinther 2Kor 54 2 1 Statui autem hoc ipsum apud me, ne iterum in tristitia venirem ad vos. Ich habe aber eben dies bei mir beschlossen, nicht wieder mit Betrübnis zu euch zu kommen.¹ +2 Korinther 2Kor 55 2 0 Die Verleumdung, dass der Apostel unbeständig sei, wird durch die Darlegung der Gründe widerlegt, welche den Apostel zu einer Änderung seiner Reisepläne veranlassten. (V. 11) Der heil. Paulus sagt Gott Dank, der ihn als seinen wahren Apostel anerkennt. +Galater Gal 55 2 0 2. Übereinstimmung des Evangeliums des heil. Paulus mit der Lehre der übrigen Apostel (2,1 21): a. Das Evangelium des Völkerapostels ist von den Autoritäten der Kirche im Apostelkonzile gutgeheißen worden (V. 10): 1. Durch die von den Aposteln zurückgewiesene Forderung der Beschneidung des Titus. (V. 5) 2. Durch die Anerkennung der Lehre und Würde des heil. Paulus seitens der Säulen der Kirche. (V. 10) b. Das Evangelium des heil. Paulus ist in der Streitfrage mit Petrus bewährt erfunden (V. 21): 1. Anfang der Streitfrage und Tadel des heil. Petrus. (V. 14) 2. Beweis für die Berechtigung des Tadels: Das Gesetz ist abgeschafft. (V. 21) +2 Korinther 2Kor 55 2 1 Statui autem hoc ipsum apud me, ne iterum in tristitia venirem ad vos. Ich habe aber eben dies bei mir beschlossen, nicht wieder mit Betrübnis zu euch zu kommen.¹ Galater Gal 55 2 1 Deinde post annos quatuordecim, iterum ascendi Jerosolymam cum Barnaba, assumpto et Tito. Hierauf, vierzehn Jahre¹ darnach, ging ich wiederum nach Jerusalem hinauf mit Barnabas, und nahm auch den Titus mit.² -2 Korinther 2Kor 54 2 1 1 Der Apostel wird, indem er strafend viele betrübt, selbst mitbetrübt. Da der heil. Paulus jetzt die dritte Reise nach Korinth machen will, muss seine zweite Anwesenheit bereits nicht ohne Betrübnis gewesen sein. +2 Korinther 2Kor 55 2 1 1 Der Apostel wird, indem er strafend viele betrübt, selbst mitbetrübt. Da der heil. Paulus jetzt die dritte Reise nach Korinth machen will, muss seine zweite Anwesenheit bereits nicht ohne Betrübnis gewesen sein. Galater Gal 55 2 1 1 Die Partikel darauf, welche der heil. Paulus dreimal wiederholt [Apg 1,18.21, Apg 2,1] verteilt das Leben des Völkerapostels seit seiner Bekehrung in verschiedene aufeinander folgende Abschnitte: Reise nach Arabien und Aufenthalt in Damaskus Reise nach Jerusalem und Apostolat in Syrien und Cilicien. Neue Reise nach Jerusalem. Wie also drei Jahre [Gal 1,18.21, Gal 2,1] die Zeit der Reise nach Arabien und des Aufenthaltes in Damaskus bestimmen, so 14 die Zeit der apostolische Wirksamkeit in Syrien und Cilicien. Seit der Bekehrung im Jahre 34 waren also 17, seit der ersten Reise nach Jerusalem im Jahre 37 waren 14 Jahre verflossen, mithin fällt die zweite Reise nach Jerusalem, zum Apostelkonzil, in das Jahr 51. Galater Gal 55 2 1 2 Wenngleich der heil. Paulus nur Titus als Begleiter ausdrücklich mit Namen nennt, hatte er doch wohl noch andere außer Barnabas. [Apg 15,2] -2 Korinther 2Kor 54 2 2 Si enim ego contristo vos: et quis est, qui me lætificet, nisi qui contristatur ex me? Denn wenn ich euch betrübe, wer ist es da, der mich erfreue, als eben der, welcher durch mich betrübt wird?² +2 Korinther 2Kor 55 2 2 Si enim ego contristo vos: et quis est, qui me lætificet, nisi qui contristatur ex me? Denn wenn ich euch betrübe, wer ist es da, der mich erfreue, als eben der, welcher durch mich betrübt wird?² Galater Gal 55 2 2 Ascendi autem secundum revelationem: et contuli cum illis Evangelium, quod prædico in gentibus, seorsum autem iis, qui videbantur aliquid esse: ne forte in vacuum currerem, aut cucurrissem. Ich ging aber hin, einer Offenbarung folgend, und legte ihnen das Evangelium vor,³ das ich unter den Heiden verkünde,⁴ insbesondere aber denen, die in Ansehen standen,⁵ dass ich nicht etwa vergeblich liefe, oder gelaufen wäre.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 2 2 2 Vergeblich erwartet man von denen, welche von Trauer verzehrt werden, Trost und Freude. Nun aber hätte Paulus die Korinther zuvor zurechtweisen müssen (Thom.). Viele heil. Väter erklären die Stelle freilich in einem fast entgegengesetzten Sinne. +2 Korinther 2Kor 55 2 2 2 Vergeblich erwartet man von denen, welche von Trauer verzehrt werden, Trost und Freude. Nun aber hätte Paulus die Korinther zuvor zurechtweisen müssen (Thom.). Viele heil. Väter erklären die Stelle freilich in einem fast entgegengesetzten Sinne. Galater Gal 55 2 2 3 Nach Lukas ist er von den Antiochenern gesendet, aber wie der heil. Petrus von Kornelius eingeladen, dennoch auf Befehl des Heil. Geistes sich nach Cäsarea begab [Apg 10,19], so war Paulus durch eine göttliche Offenbarung belehrt sich nach Jerusalem zu begeben, wohin die Antiochener ihn entsendeten. Die Ursache der Offenbarung war wohl die Streitfrage über die Notwendigkeit der Beschneidung. Galater Gal 55 2 2 4 Der Zusatz: unter den Heiden ist gemacht, um anzudeuten, dass die Frage über die Freiheit von den legalen Vorschriften des alten Bundes, die er von Anbeginn seines Apostolates an verkündet und auch damals noch verkündete, erörtert wurde. Galater Gal 55 2 2 5 Paulus verhandelte zuerst in einer öffentlichen Versammlung vor der versammelten Gemeinde und dann insbesondere mit den Aposteln und Vorstehern. Was in dieser Verhandlung mit den Aposteln geschah, berichtet Paulus, während der heil. Lukas eine zweite öffentliche Verhandlung beschreibt, in welcher die Apostel den Gläubigen ihre und der Vorsteher Beschlüsse mitteilten. [Apg 15,7-22] Übrigens bezeichnet der Ausdruck: die in Ansehen standen die gesamten Autoritäten der Kirche von Jerusalem, Apostel und Bischöfe, nicht die V. 9 genannten Apostel allein, die Säulen der Gesamtkirche sind. Galater Gal 55 2 2 6 Die Kirche zu Jerusalem soll von dem durch Paulus gepredigten Evangelium Kenntnis nehmen und prüfen, ob wirklich seine apostolischen Arbeiten sämtlich nutzlos und vergeblich seien, wie seine Gegner behaupteten (Aug., Phot.). Wird die lat. Übersetzung durch: damit wiedergegeben, so ist der Sinn, dass der Apostel anderen die Überzeugung verschaffen will, dass das, was er gepredigt, mit der Lehre der anderen Apostel übereinstimmte (Theod.). Galater Gal 55 2 3 Sed neque Titus, qui mecum erat, cum esset gentilis, compulsus est circumcidi: Aber nicht einmal⁷ Titus, der bei mir war, wurde, obschon er ein Heide war, gezwungen, sich beschneiden zu lassen. -2 Korinther 2Kor 54 2 3 Et hoc ipsum scripsi vobis, ut non cum venero, tristitiam super tristitiam habeam, de quibus oportuerat me gaudere: confidens in omnibus vobis, quia meum gaudium, omnium vestrum est. Eben darum habe ich dieses geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, Betrübnis über Betrübnis von Seiten derer habe, an welchen ich Freude haben sollte;³ denn ich habe zu euch allen das Vertrauen, dass meine Freude euer aller Freude ist. -2 Korinther 2Kor 54 2 3 3 Damit zu der früheren Betrübnis, welche die Nachrichten über eure Verirrungen mir verursacht haben, nicht eine neue Betrübnis hinzukomme, wenn ich nach Korinth zurückkehrend euch in die gleichen Fehler versunken finde. +2 Korinther 2Kor 55 2 3 Et hoc ipsum scripsi vobis, ut non cum venero, tristitiam super tristitiam habeam, de quibus oportuerat me gaudere: confidens in omnibus vobis, quia meum gaudium, omnium vestrum est. Eben darum habe ich dieses geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, Betrübnis über Betrübnis von Seiten derer habe, an welchen ich Freude haben sollte;³ denn ich habe zu euch allen das Vertrauen, dass meine Freude euer aller Freude ist. +2 Korinther 2Kor 55 2 3 3 Damit zu der früheren Betrübnis, welche die Nachrichten über eure Verirrungen mir verursacht haben, nicht eine neue Betrübnis hinzukomme, wenn ich nach Korinth zurückkehrend euch in die gleichen Fehler versunken finde. Galater Gal 55 2 3 7 Nicht nur erklärte man, ich sei nicht vergeblich gelaufen, sondern usw. Einige Christen forderten also die Beschneidung des Titus, doch stimmten die Apostel nicht zu (Chrys.). Der Grund dafür folgt in V. 4. Galater Gal 55 2 4 Sed propter subintroductos falsos fratres, qui subintroierunt explorare libertatem nostram, quam habemus in Christo Jesu, ut nos in servitutem redigerent. Wegen der eingeschlichenen falschen Brüder aber,⁸ welche sich eingedrängt hatten, um unserer Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, aufzulauern, damit sie uns in Knechtschaft brächten; -2 Korinther 2Kor 54 2 4 Nam ex multa tribulatione, et angustia cordis scripsi vobis per multas lacrimas: non ut contristemini: sed ut sciatis, quam caritatem habeam abundantius in vobis. Denn aus vieler Trübsal und Herzensangst heraus habe ich euch unter vielen Tränen geschrieben,⁴ nicht damit ihr betrübt würdet, sondern damit ihr erkennet, welche Liebe ich vorzüglich gegen euch hege.⁵ -2 Korinther 2Kor 54 2 4 4 Es steht nicht fest, was der heil. Paulus geschrieben hat und wann. Vielleicht ist von dem 1. Briefe an die Korinther die Rede. Ich habe euch deshalb denselben geschrieben, damit ihr durch denselben zwar betrübt würdet, aber zur Buße. [1Kor 7,9] Um also das in [2Kor 1], V. 23 Gesagte zu erklären: Ich bin aus Schonung gegen euch nicht gekommen, führt er nun alles an, was er damals getan. -2 Korinther 2Kor 54 2 4 5 Der Zusammenhang forderte, dass Paulus sagte: Nicht dass ihr betrübt würdet, sondern damit ihr Buße tatet, denn zu diesem Zwecke hatte er geschrieben. Statt dessen aber sagt er, um ihre Herzen zu gewinnen: damit ihr meine Liebe erkennet, und zwar gegen euch (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 2 4 Nam ex multa tribulatione, et angustia cordis scripsi vobis per multas lacrimas: non ut contristemini: sed ut sciatis, quam caritatem habeam abundantius in vobis. Denn aus vieler Trübsal und Herzensangst heraus habe ich euch unter vielen Tränen geschrieben,⁴ nicht damit ihr betrübt würdet, sondern damit ihr erkennet, welche Liebe ich vorzüglich gegen euch hege.⁵ +2 Korinther 2Kor 55 2 4 4 Es steht nicht fest, was der heil. Paulus geschrieben hat und wann. Vielleicht ist von dem 1. Briefe an die Korinther die Rede. Ich habe euch deshalb denselben geschrieben, damit ihr durch denselben zwar betrübt würdet, aber zur Buße. [1Kor 7,9] Um also das in [2Kor 1], V. 23 Gesagte zu erklären: Ich bin aus Schonung gegen euch nicht gekommen, führt er nun alles an, was er damals getan. +2 Korinther 2Kor 55 2 4 5 Der Zusammenhang forderte, dass Paulus sagte: Nicht dass ihr betrübt würdet, sondern damit ihr Buße tatet, denn zu diesem Zwecke hatte er geschrieben. Statt dessen aber sagt er, um ihre Herzen zu gewinnen: damit ihr meine Liebe erkennet, und zwar gegen euch (Chrys.). Galater Gal 55 2 4 8 Ohne alles Recht haben sie sich heimlich eingedrängt. So wollen sie ausspüren, wo sie einen Angriff versuchen und wie sie uns in Knechtschaft des Gesetzes bringen können. Ohne Zweifel hatte Paulus auf seiner zweiten Reise das Dekret des Apostelkonzils verkündet. Hätten die Apostel die Beschneidung des Titus gestattet, so würden die falschen Lehrer gesucht haben, den Gläubigen einzureden, auch die aus dem Heidentum Bekehrten müssten sich der Beschneidung unterwerfen. Wohl dachten die Apostel hierbei an alle aus dem Heidentume Bekehrten, aber deshalb kann Paulus auch V. 5 sagen: Bei euch. Obgleich also Titus nicht beschnitten war, behandelten ihn die Apostel dennoch als vollen Christen, dem nichts fehlte. [Gal 3,3] Auch das Evangelium des heil. Paulus ward nicht als unvollständig erfunden (V. 6), sondern die Säulen der Kirche erkannten sein Apostolat als durch göttliche Gnaden bestätigt, an (V. 7, 8) ihn aber als wahren Apostel, mit dem sie sich innigst vereinten und über die Verteilung der Länder verständigten, in denen jeder tätig sein sollte. (V. 9, 10) Wenngleich der heil. Lukas von diesem allem nichts ausdrücklich berichtet, schildert er doch, wie Paulus der Übereinkunft gemäß unter den Heiden arbeitet und von seinen apostolischen Reisen nach Jerusalem zurückgekehrt, auf's innigste mit dieser Kirche verbunden. -2 Korinther 2Kor 54 2 5 Si quis autem contristavit, non me contristavit: sed ex parte, ut non onerem omnes vos. Wenn aber jemand Betrübnis verursacht hat,⁶ so hat er nicht mich allein, sondern zum Teile, um ihn nicht zu belasten, wenigstens euch alle betrübt.⁷ +2 Korinther 2Kor 55 2 5 Si quis autem contristavit, non me contristavit: sed ex parte, ut non onerem omnes vos. Wenn aber jemand Betrübnis verursacht hat,⁶ so hat er nicht mich allein, sondern zum Teile, um ihn nicht zu belasten, wenigstens euch alle betrübt.⁷ Galater Gal 55 2 5 Quibus neque ad horam cessimus subjectione, ut veritas Evangelii permaneat apud vos: diesen gaben wir auch nicht einen Augenblick durch Unterwerfung nach, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch Bestand habe. -2 Korinther 2Kor 54 2 5 6 Da der Apostel inzwischen durch Titus erfahren hatte, dass der Sünder, den er mit Strafe belegt, Buße getan habe, musste er nunmehr auch bestimmen, was mit ihm geschehen sollte. -2 Korinther 2Kor 54 2 5 7 Die Übersetzung entspricht der Erklärung des heil. Chrysostomos u. a. Nach der Interpunktion der heutigen Vulgata kann man indes auch erklären: er hat nicht mir allein Betrübnis verursacht, sondern auch vielen von euch. Warum aber fügt er bei: zum Teil? Um euch nicht zu belasten, d. i. nicht alle von der Teilnahme an der Betrübnis auszunehmen, was dasselbe wäre, wie euch der Härte des Herzens beschuldigen. -2 Korinther 2Kor 54 2 6 Sufficit illi, qui ejusmodi est, objurgatio hæc, quæ fit a pluribus: Es genügt einem solchen diese Züchtigung, die von der Mehrheit zu Teil geworden,⁸ +2 Korinther 2Kor 55 2 5 6 Da der Apostel inzwischen durch Titus erfahren hatte, dass der Sünder, den er mit Strafe belegt, Buße getan habe, musste er nunmehr auch bestimmen, was mit ihm geschehen sollte. +2 Korinther 2Kor 55 2 5 7 Die Übersetzung entspricht der Erklärung des heil. Chrysostomos u. a. Nach der Interpunktion der heutigen Vulgata kann man indes auch erklären: er hat nicht mir allein Betrübnis verursacht, sondern auch vielen von euch. Warum aber fügt er bei: zum Teil? Um euch nicht zu belasten, d. i. nicht alle von der Teilnahme an der Betrübnis auszunehmen, was dasselbe wäre, wie euch der Härte des Herzens beschuldigen. +2 Korinther 2Kor 55 2 6 Sufficit illi, qui ejusmodi est, objurgatio hæc, quæ fit a pluribus: Es genügt einem solchen diese Züchtigung, die von der Mehrheit zu Teil geworden,⁸ Galater Gal 55 2 6 Ab iis autem, qui videbantur esse aliquid, (quales aliquando fuerint, nihil mea interest. Deus personam hominis non accipit) mihi enim qui videbantur esse aliquid, nihil contulerunt. Diejenigen dagegen, welche in Ansehen standen (wer sie sonst gewesen sind, tut für mich nichts zur Sache;⁹ Gott sieht nicht auf das Ansehen der Person), auch diese, welche in Ansehen standen, haben mich nichts Neues gelehrt; [Röm 2,11] -2 Korinther 2Kor 54 2 6 8 Der Blutschänder wird, wie in dem vorhergehenden Briefe, nur mittelbar bezeichnet, dort freilich, um ihn zu beschämen, wie wenn er nicht würdig sei, dass sein Name genannt werde, hier aus Nachsicht, um seinen Namen und sein Vergehen gleichsam geheim zu halten (Chrys.). Die Strafe genügt, nicht um Gott eine in jeder Weise genügende Buße zu leisten, sondern nach Zeit und Umständen. Besser ist es, dass durch die Reue die Frucht der Besserung erlangt werde, als dass der Sünder verzweifle und in größere Sünden stürze (Thom.). Nicht also nur die Natur der Sünde, sondern auch die Beschaffenheit des Herzens des Sünders ist bei der Abmessung der Sünde in Frage zu ziehen (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 2 6 8 Der Blutschänder wird, wie in dem vorhergehenden Briefe, nur mittelbar bezeichnet, dort freilich, um ihn zu beschämen, wie wenn er nicht würdig sei, dass sein Name genannt werde, hier aus Nachsicht, um seinen Namen und sein Vergehen gleichsam geheim zu halten (Chrys.). Die Strafe genügt, nicht um Gott eine in jeder Weise genügende Buße zu leisten, sondern nach Zeit und Umständen. Besser ist es, dass durch die Reue die Frucht der Besserung erlangt werde, als dass der Sünder verzweifle und in größere Sünden stürze (Thom.). Nicht also nur die Natur der Sünde, sondern auch die Beschaffenheit des Herzens des Sünders ist bei der Abmessung der Sünde in Frage zu ziehen (Chrys.). Galater Gal 55 2 6 9 Wie hoch ihr Ansehen auf dem Konzil gewesen sein mag, ist ohne Bedeutung und kümmert mich nicht, denn Gott schaut nur auf die inneren Gaben. Was diese angeht, sind die, welche in Jerusalem hochstehen, nicht über mir; denn sie fügten meiner Lehre nichts bei, noch verbesserten sie dieselbe, obwohl sie wussten, dass ich nach Jerusalem gekommen war, sie zu befragen, und obgleich sie es tun mussten, wenn meine Lehre der Christi nicht entsprach (Chrys.). Galater Gal 55 2 7 Sed econtra cum vidissent quod creditum est mihi Evangelium præputii, sicut et Petro circumcisionis: sondern im Gegenteile, als sie sahen, dass mir das Evangelium bei den Unbeschnittenen anvertraut ist, wie dem Petrus bei den Beschnittenen,¹⁰ -2 Korinther 2Kor 54 2 7 Ita ut e contrario magis donetis, et consolemini, ne forte abundantiori tristitia absorbeatur qui ejusmodi est. so möget ihr ihm nun im Gegenteile vielmehr verzeihen und ihn trösten, damit er, der in dieser Lage ist, nicht etwa in allzugroße Traurigkeit versinke.⁹ -2 Korinther 2Kor 54 2 7 9 Der Apostel redet dieselben an, welche er sich [1Kor 5,13] gewendet, da alle wie an der Ausschließung, so an der Aufnahme des Sünders ihren Teil haben: die Vorgesetzten, indem sie dieselbe anordnen, die Untergebenen, indem sie dieselbe beobachten und ausführen. +2 Korinther 2Kor 55 2 7 Ita ut e contrario magis donetis, et consolemini, ne forte abundantiori tristitia absorbeatur qui ejusmodi est. so möget ihr ihm nun im Gegenteile vielmehr verzeihen und ihn trösten, damit er, der in dieser Lage ist, nicht etwa in allzugroße Traurigkeit versinke.⁹ +2 Korinther 2Kor 55 2 7 9 Der Apostel redet dieselben an, welche er sich [1Kor 5,13] gewendet, da alle wie an der Ausschließung, so an der Aufnahme des Sünders ihren Teil haben: die Vorgesetzten, indem sie dieselbe anordnen, die Untergebenen, indem sie dieselbe beobachten und ausführen. Galater Gal 55 2 7 10 Paulus vergleicht sein Apostelamt nur mit dem des heil. Petrus und stellt sich ihm gleich im Amte. Ohne Zweifel erwähnt er ihn deshalb allein von allen Aposteln, weil sein Primat in der ganzen Kirche bekannt war. Petrus hatte als erster, zwölf Jahre noch vor dem Konzil, den Heiden das Wort des Herrn verkündet [Apg 15,14], und Paulus selbst hatte auf seiner ersten Reise in jenen Städten, an welche dieser Brief gerichtet ist, stets zuerst den Juden das Evangelium angeboten. Der Apostel berichtet also hier lediglich die damalige Wirksamkeit der Apostel. Wie Petrus viele Kirchen unter bekehrten Juden errichtet hat, so Paulus unter den Heiden, und dies mit vielen außerordentlichen Gnaden, welche von Gottes Beistand Zeugnis geben. Galater Gal 55 2 8 (Qui enim operatus est Petro in Apostolatum circumcisionis, operatus est et mihi inter gentes) (denn der mit Petrus wirksam war zum Apostelamte bei den Beschnittenen, war auch mit mir wirksam unter den Heiden) -2 Korinther 2Kor 54 2 8 Propter quod obsecro vos, ut confirmetis in illum caritatem: Darum ermahne ich euch,¹⁰ dass ihr gegen ihn Liebe beweiset.¹¹ -2 Korinther 2Kor 54 2 8 10 Oder: Ich befehle euch mahnend, denn der Apostel gibt eine Vorschrift. -2 Korinther 2Kor 54 2 8 11 Wie der Blutschänder durch den Befehl der kirchlichen Vorsteher aus der Kirche gestoßen war, dem der größere Teil der Gläubigen im Gehorsam nachlebte, so will der Apostel, soll der Ausgestoßene auch durch einen neuen Erlass der kirchlichen Oberen wieder aufgenommen werden. -2 Korinther 2Kor 54 2 9 Ideo enim et scripsi, ut cognoscam experimentum vestrum, an in omnibus obedientes sitis. Denn deswegen habe ich euch geschrieben,¹² um euch zu prüfen, ob ihr in allem gehorsam seid. +2 Korinther 2Kor 55 2 8 Propter quod obsecro vos, ut confirmetis in illum caritatem: Darum ermahne ich euch,¹⁰ dass ihr gegen ihn Liebe beweiset.¹¹ +2 Korinther 2Kor 55 2 8 10 Oder: Ich befehle euch mahnend, denn der Apostel gibt eine Vorschrift. +2 Korinther 2Kor 55 2 8 11 Wie der Blutschänder durch den Befehl der kirchlichen Vorsteher aus der Kirche gestoßen war, dem der größere Teil der Gläubigen im Gehorsam nachlebte, so will der Apostel, soll der Ausgestoßene auch durch einen neuen Erlass der kirchlichen Oberen wieder aufgenommen werden. +2 Korinther 2Kor 55 2 9 Ideo enim et scripsi, ut cognoscam experimentum vestrum, an in omnibus obedientes sitis. Denn deswegen habe ich euch geschrieben,¹² um euch zu prüfen, ob ihr in allem gehorsam seid. Galater Gal 55 2 9 Et cum cognovissent gratiam, quæ data est mihi, Jacobus, et Cephas, et Joannes, qui videbantur columnæ esse, dextras dederunt mihi, et Barnabæ societatis: ut nos in gentes, ipsi autem in circumcisionem: und da sie die Gnade erkannten, die mir verliehen ist, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, welche als Säulen galten,¹¹ mir und Barnabas die Hand zur Gemeinschaft,¹² dass wir uns an die Heiden, sie aber sich an die Beschnittenen wendeten; Galater Gal 55 2 9 11 Den Aposteln war nicht die Sorge für eine einzelne Kirche, sondern die Verbreitung des Evangeliums auf dem ganzen Erdkreise anvertraut, auf ihnen beruht deshalb die ganze Kirche. Jakobus, Sohn des Alphäus, steht voran, weil die judaisierenden Christen seinen Namen missbrauchten, um Paulus zu bekämpfen. -2 Korinther 2Kor 54 2 9 12 Nicht sowohl das, was er jetzt über die Aufnahme des Blutschänders bestimmt (Theod., Chrys.), als vielmehr was der Apostel im ersten Briefe geschrieben hat: Ich schreibe seine Aufnahme mit Recht vor; denn auch in dem früheren Briefe habe ich, als ich befahl, ihn aus der Kirche auszusetzen, nicht die Absicht gehabt, nach der größten Strenge verfahrend ihn zur Verzweiflung zu bringen, sondern vielmehr euren Gehorsam kennen zu lernen und jenen zur Buße zu bewegen. +2 Korinther 2Kor 55 2 9 12 Nicht sowohl das, was er jetzt über die Aufnahme des Blutschänders bestimmt (Theod., Chrys.), als vielmehr was der Apostel im ersten Briefe geschrieben hat: Ich schreibe seine Aufnahme mit Recht vor; denn auch in dem früheren Briefe habe ich, als ich befahl, ihn aus der Kirche auszusetzen, nicht die Absicht gehabt, nach der größten Strenge verfahrend ihn zur Verzweiflung zu bringen, sondern vielmehr euren Gehorsam kennen zu lernen und jenen zur Buße zu bewegen. Galater Gal 55 2 9 12 Wenngleich, wie [Apg 11,22.29ff] erzählt wird, eine gewisse Verbindung zwischen den heidenchristlichen Kirchen und Jerusalem bestand, so ließ Gott doch die heidenchristlichen Kirchen sich mehren und stark werden, ehe er die letzten Ruinen der Scheidewand, welche die Heiden von den Juden getrennt hatte und die durch Christi Tod beseitigt war, entfernte. Die Apostel geben sich die Rechte, damit nicht die verschiedene Übung auch ein verschiedenes Evangelium schien. Da Juden und Heiden in den Schafstall Christi zu führen waren, die in Palästina wohnenden Juden aber vor allem Verkehr mit Heiden mehr zurückschreckten, wurden die Arbeitsfelder so verteilt, dass die einen besonders in Palästina, die anderen vorzüglich unter den Heiden das Evangelium verkünden sollten. Übrigens sollte diese Abmahnung nur für einige Zeit gelten. Ein neuer Beweis der Übereinstimmung des heil. Paulus mit den übrigen Aposteln: Wir haben uns den Erdkreis für die Predigt geteilt, doch die Sorge für die Armen in Judäa sollte uns gemeinsam sein. Wäre unter uns Streit und Krieg gewesen, die anderen Apostel hätten dies nicht angenommen (Chrys.). Galater Gal 55 2 10 Tantum ut pauperum memores essemus, quod etiam sollicitus fui hoc ipsum facere. nur sollten wir der Armen eingedenk sein, was auch wirklich zu tun ich mich beeifert habe. -2 Korinther 2Kor 54 2 10 Cui autem aliquid donastis, et ego: nam et ego quod donavi, si quid donavi, propter vos in persona Christi, Wenn ihr aber etwas verziehen habt, dem habe auch ich verziehen;¹³ denn was ich vergeben habe, wenn ich etwas vergeben habe, habe ich vergeben um euretwillen an Christi Statt, -2 Korinther 2Kor 54 2 10 13 Es handelt sich um den Blutschänder. Der Apostel weist wohl auf den Erlass der schwereren Strafe hin, deren er den Blutschänder wert erklärt hatte. Damit niemand glaube, Paulus setze aus Streben nach Menschengunst die Sorge um die Gerechtigkeit hintan, fügt er bei: an Christi Statt. (Eigentlich: indem Christus es sieht und gutheißt.) -2 Korinther 2Kor 54 2 11 Ut non circumveniamur a satana: non enim ignoramus cogitationes ejus. damit wir nicht vom Satan überlistet werden;¹⁴ denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt.¹⁵ +2 Korinther 2Kor 55 2 10 Cui autem aliquid donastis, et ego: nam et ego quod donavi, si quid donavi, propter vos in persona Christi, Wenn ihr aber etwas verziehen habt, dem habe auch ich verziehen;¹³ denn was ich vergeben habe, wenn ich etwas vergeben habe, habe ich vergeben um euretwillen an Christi Statt, +2 Korinther 2Kor 55 2 10 13 Es handelt sich um den Blutschänder. Der Apostel weist wohl auf den Erlass der schwereren Strafe hin, deren er den Blutschänder wert erklärt hatte. Damit niemand glaube, Paulus setze aus Streben nach Menschengunst die Sorge um die Gerechtigkeit hintan, fügt er bei: an Christi Statt. (Eigentlich: indem Christus es sieht und gutheißt.) +2 Korinther 2Kor 55 2 11 Ut non circumveniamur a satana: non enim ignoramus cogitationes ejus. damit wir nicht vom Satan überlistet werden;¹⁴ denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt.¹⁵ Galater Gal 55 2 11 Cum autem venisset Cephas Antiochiam: in faciem ei restiti, quia reprehensibilis erat. Als aber Kephas¹³ nach Antiochia gekommen war,¹⁴ widerstand ich ihm in's Angesicht,¹⁵ weil er tadelnswert war.¹⁶ Galater Gal 55 2 11 13 Das ganze Altertum (außer Klem. von Alexand. allein) stimmt darin überein, dass dieser Kephas kein anderer ist, als der heil. Petrus. Da aber in der hier berichteten Tatsache eine große Schwierigkeit zu liegen schien, nahm Orig., dem Chrys. und Hier. folgten, an, Paulus habe nach Übereinkunft mit Petrus denselben nur scheinbar getadelt. Dann aber fiele auf die heil. Schrift selbst ein Irrtum zurück, da sie bezeugt, dass Petrus nicht recht wandelte (Aug.). -2 Korinther 2Kor 54 2 11 14 Stets will der Satan schaden, stets übervorteilen, um uns den Tod zu bringen; aber wir müssen uns hüten, dass unser Heilmittel nicht sein Sieg werde, indem er durch unsere Strenge verloren geht, der durch unsere Nachsicht befreit werden konnte (Ambr.). +2 Korinther 2Kor 55 2 11 14 Stets will der Satan schaden, stets übervorteilen, um uns den Tod zu bringen; aber wir müssen uns hüten, dass unser Heilmittel nicht sein Sieg werde, indem er durch unsere Strenge verloren geht, der durch unsere Nachsicht befreit werden konnte (Ambr.). Galater Gal 55 2 11 14 Der Apostel zeigt, dass er nicht nur auf dem Konzil als gleichberechtigt anerkannt ward, sondern dass er auch als Gleichberechtigter im Apostolat dem Apostelfürsten Petrus gegenüber gehandelt habe. -2 Korinther 2Kor 54 2 11 15 Diese ganze Stelle wird oft für das Recht der Kirche, Ablässe zu verleihen, angeführt. Zunächst ist freilich die Rede von der Lösung und Aufhebung des Kirchenbannes; indes ist diese Aufnahme hier, da die der Sünde gebührende Strafe noch nicht voll gebüßt ist, eine Nachlassung der zeitlichen, von der Kirche auferlegten Strafe. Dass aber auch Gott gleichzeitig einen Teil der ihm noch gebührenden Strafe nachließ, folgt daraus, dass der heil. Paulus dem Sünder mehr Schaden zugefügt als Nutzen gewährt hätte, wenn dieser durch den Erlass der Kirchenstrafe nun genötigt ward im Fegefeuer mehr abzubüßen. +2 Korinther 2Kor 55 2 11 15 Diese ganze Stelle wird oft für das Recht der Kirche, Ablässe zu verleihen, angeführt. Zunächst ist freilich die Rede von der Lösung und Aufhebung des Kirchenbannes; indes ist diese Aufnahme hier, da die der Sünde gebührende Strafe noch nicht voll gebüßt ist, eine Nachlassung der zeitlichen, von der Kirche auferlegten Strafe. Dass aber auch Gott gleichzeitig einen Teil der ihm noch gebührenden Strafe nachließ, folgt daraus, dass der heil. Paulus dem Sünder mehr Schaden zugefügt als Nutzen gewährt hätte, wenn dieser durch den Erlass der Kirchenstrafe nun genötigt ward im Fegefeuer mehr abzubüßen. Galater Gal 55 2 11 15 Der Ausdruck besagt nichts weiter als: öffentlich und frei widerstehen, also in Gegenwart aller. (V. 14) Galater Gal 55 2 11 16 Wegen seines Verhaltens. (Vergl. V. 14) Damit ist aber nicht gesagt, dass Petrus gesündigt habe. Galater Gal 55 2 12 Prius enim quam venirent quidam a Jacobo, cum gentibus edebat: cum autem venissent, subtrahebat, et segregabat se timens eos, qui ex circumcisione erant. Denn bevor einige von Jakobus her kamen,¹⁷ aß er mit den Heiden;¹⁸ als sie aber gekommen waren, zog er sich zurück und sonderte sich ab, aus Furcht vor denen, die aus der Beschneidung waren. -2 Korinther 2Kor 54 2 12 Cum venissem autem Troadem propter Evangelium Christi, et ostium mihi apertum esset in Domino, Als ich aber um der Verkündigung des Evangeliums Christi willen nach Troas kam¹⁶ und mir eine Türe im Herrn aufgetan war, -2 Korinther 2Kor 54 2 12 16 Das Zeit nach ist V. 12 mit V. 3, 4 zu verbinden. Da die Korinther durch den Bericht des Titus bereits wussten, wo er seinen Meister treffen sollte, und vermuteten, dass derselbe dem heil. Paulus von ihnen Nachrichten bringen sollte, ist alles nur kurz angedeutet, nicht ausgeführt. +2 Korinther 2Kor 55 2 12 Cum venissem autem Troadem propter Evangelium Christi, et ostium mihi apertum esset in Domino, Als ich aber um der Verkündigung des Evangeliums Christi willen nach Troas kam¹⁶ und mir eine Türe im Herrn aufgetan war, +2 Korinther 2Kor 55 2 12 16 Das Zeit nach ist V. 12 mit V. 3, 4 zu verbinden. Da die Korinther durch den Bericht des Titus bereits wussten, wo er seinen Meister treffen sollte, und vermuteten, dass derselbe dem heil. Paulus von ihnen Nachrichten bringen sollte, ist alles nur kurz angedeutet, nicht ausgeführt. Galater Gal 55 2 12 17 Hausgenossen des Jakobus, welche wie er selbst Eiferer um das Gesetz waren [Apg 21,20], aber noch keine volle Kenntnis dieser Frage und ihrer Lösung besaßen, da sie die Heidenchristen von der Beobachtung des Gesetzes befreiten, die Judenchristen zu derselben zwangen. Sie glaubten sich noch an das Gesetz gebunden, und der heil. Petrus hielt die Zeit noch nicht für gekommen, ihnen ihre volle Freiheit in Christus zu offenbaren, sondern glaubte, es sei besser, sich im Verkehr mit den Heidenchristen einige Schranken zu setzen, d. i. nicht mehr mit ihnen zu speisen. Da nun aber mit der Feier der heil. Geheimnisse Liebesmahle verbunden waren, musste sich diese seine Trennung auch bei denselben offenbaren. Überall zwar waren die Liebesmahle gemeinsam unter Wahrung des Aposteldekretes, die Judenchristen und Jerusalem indes, welche in ihrer Vaterstadt nur reine Speisen auftragen ließen, glaubten in Antiochia denselben Titus beobachten zu müssen. Da der heil. Petrus sich ihnen ganz besonders widmete, fürchtete er ihnen Ärgernis zu geben, wenn er mit den Heidenchristen speiste. So kam selbst in die religiösen Versammlungen eine Sonderung, welche der Anfang einer größeren Spaltung werden konnte. Galater Gal 55 2 12 18 Was Petrus von dem Gesetze, seiner Verpflichtung und seinem Werte hielt, hatte er bereits mehrfach offenbart. [Apg 11,1ff, Apg 15,8ff] Ebenso aß er, nach Antiochia gekommen, regelmäßig mit den Heidenchristen, nur das Aposteldekret beobachtend. Er stimmte also mit Paulus überein, dass nicht allein die bekehrten Heiden, sondern auch die Judenchristen nicht mehr an das Gesetz gebunden seien und wenngleich das Konzil hierüber nichts ausdrücklich bestimmt, sondern einzig die Brüder unter den Heiden im Auge gehabt hatte [Apg 15,23], billigte er dennoch die Lehre des heil. Paulus über diese Sache. Deshalb gab Petrus diese Lebensweise nur gleichsam gezwungen auf. -2 Korinther 2Kor 54 2 13 Non habui requiem spiritui meo, eo quod non invenerim Titum fratrem meum, sed valefaciens eis, profectus sum in Macedoniam. hatte ich keine Ruhe in meinem Geiste, weil ich Titus, meinen Bruder, nicht antraf; sondern ich nahm von ihnen Abschied und zog nach Macedonien. +2 Korinther 2Kor 55 2 13 Non habui requiem spiritui meo, eo quod non invenerim Titum fratrem meum, sed valefaciens eis, profectus sum in Macedoniam. hatte ich keine Ruhe in meinem Geiste, weil ich Titus, meinen Bruder, nicht antraf; sondern ich nahm von ihnen Abschied und zog nach Macedonien. Galater Gal 55 2 13 Et simulationi ejus consenserunt ceteri Judæi, ita ut et Barnabas duceretur ab eis in illam simulationem. Und seiner Verstellung¹⁹ schlossen sich die übrigen Juden an, so dass sogar Barnabas zu der gleichen Verstellung von ihnen verleitet wurde. Galater Gal 55 2 13 19 Der Apostel nennt das Verhalten des heil. Petrus und der übrigen Verstellung, insofern die äußere Handlung nicht mit ihrem inneren Urteile übereinstimmte: sie waren überzeugt, dass die mosaischen Ritualvorschriften sie nicht verpflichteten und handelten doch, indem sie sich von den Heidenchristen zurückzogen, als ob sie noch an dieselben gebunden wären. Ähnlich verstellte sich auch Paulus. [Apg 21,20ff] Aber war auch Handlung und Ursache derselben bei Paulus und Petrus gleich, die Folgen der Handlung waren doch verschiedene. Das Beispiel des Hauptes der Kirche zog alle nach sich, und da auch Barnabas mit den Judenchristen sich von Paulus zurückzogen, durfte er nicht länger schweigen. Galater Gal 55 2 14 Sed cum vidissem quod non recte ambularent ad veritatem Evangelii, dixi Cephæ coram omnibus: Si tu, cum Judæus sis, gentiliter vivis, et non judaice: quomodo Gentes cogis judaizare? Da ich aber sah, dass sie nicht recht wandelten,²⁰ entsprechend der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Kephas in Gegenwart aller: Wenn du, obwohl du ein Jude bist, in heidnischer und nicht in jüdischer Weise lebst, wie kannst du die Heiden zwingen jüdische Gebräuche zu beobachten?²¹ -2 Korinther 2Kor 54 2 14 Deo autem gratias, qui semper triumphat nos in Christo Jesu, et odorem notitiæ suæ manifestat per nos in omni loco: Gott aber sei Dank, der allezeit macht, dass wir den Sieg erlangen in Christus Jesus,¹⁷ und dass der Wohlgeruch seiner Erkenntnis sich durch uns verbreitet aller Orten;¹⁸ -2 Korinther 2Kor 54 2 14 17 Durch Christus Jesus, dessen Glieder und Werkzeuge die apostolischen Arbeiter sind. -2 Korinther 2Kor 54 2 14 18 Das Bild ist von dem Opfer hergenommen. +2 Korinther 2Kor 55 2 14 Deo autem gratias, qui semper triumphat nos in Christo Jesu, et odorem notitiæ suæ manifestat per nos in omni loco: Gott aber sei Dank, der allezeit macht, dass wir den Sieg erlangen in Christus Jesus,¹⁷ und dass der Wohlgeruch seiner Erkenntnis sich durch uns verbreitet aller Orten;¹⁸ +2 Korinther 2Kor 55 2 14 17 Durch Christus Jesus, dessen Glieder und Werkzeuge die apostolischen Arbeiter sind. +2 Korinther 2Kor 55 2 14 18 Das Bild ist von dem Opfer hergenommen. Galater Gal 55 2 14 20 Sie wandelten auf dem rechten Wege, aber nicht recht, d. i. nicht entsprechend der Wahrheit. Der Fehler lag im Wandel, nicht in der Lehre (Tert.). Wäre der Fehler in der Lehre gewesen, wie hätte Paulus nachweisen können, dass sie in derselben übereinstimmten? Da der Irrtum allen schadete, genügte es nicht, ihn insgeheim zu bessern (Aug.). Galater Gal 55 2 14 21 Jüdische Gebräuche beobachten: Sich den Vorschriften des Gesetzes, insbesondere über den Unterschied der Speisen unterwerfen. Zwingen: moralisch, da du die Heidenchristen gleichsam als unrein erniedrigst, müssen sie zu der Meinung kommen, dass die Beobachtung des Mosaischen Gesetzes ihnen eine größere Vollkommenheit und Würde mitteilen würde und sie dieselbe mithin auf sich nehmen sollen, um den Judenchristen gleich zu stehen. Wie groß war das Ansehen des heil. Petrus in der jungen Kirche! Paulus, ihren Apostel, der sie, unter ihnen weilend, durch so viele Jahre nicht nur durch Beispiele, sondern auch durch Worte belehrt hatte, und der lehrte, dass das ganze Gesetz abgeschafft sei, verließen die Heidenchristen, sobald Petrus durch sein verändertes Verhalten nicht mehr mit ihnen übereinzustimmen schien! Ja, Paulus hielt auch selbst sein Ansehen nicht für genügend, um die Antiochener zurückzuhalten und von der vermeintlichen Meinung des heil. Petrus abzuwenden, da er sich bemüht, dass Petrus erklären soll, er stimme mit ihm überein. Das Wort Verstellung (V. 13) ist mithin in sehr weitem Sinne zu nehmen. Hätte Paulus gemeint, dass Petrus dadurch sündigte, so hätte er ihn gleich anfangs mahnen müssen; er tat dies aber erst, als die Folgen sich zeigten und die Einheit der Kirche gefährdet ward. Der heil. Paulus entdeckte diese Gefahr zuerst, darum erhob er seine Stimme. -2 Korinther 2Kor 54 2 15 Quia Christi bonus odor sumus Deo in iis, qui salvi fiunt, et in iis, qui pereunt: denn¹⁹ wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die zu Grunde gehen:²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 2 15 Quia Christi bonus odor sumus Deo in iis, qui salvi fiunt, et in iis, qui pereunt: denn¹⁹ wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die zu Grunde gehen:²⁰ Galater Gal 55 2 15 Nos natura Judæi, et non ex Gentibus peccatores. Wir sind von Geburt Juden, und nicht Sünder aus den Heiden her.²² -2 Korinther 2Kor 54 2 15 19 Gott hat dem Apostel bei seinen Arbeiten beigestanden, jedenfalls nicht weil er, wie seine Gegner sagen, leichtsinnig und unbeständig gewesen ist, sondern weil er treu und aufrichtig sein Amt verwaltet hat. -2 Korinther 2Kor 54 2 15 20 Die Apostel sind ein Wohlgeruch Christi für Gott, weil Christus in ihnen lebt [Gal 2,20] und der einzige Gegenstand ihrer Predigt ist. Da aber die Menschen einen freien Willen haben und das Gute nicht aus Notwendigkeit tun müssen, damit die Gläubigen die Krone erlangen, die Ungläubigen den Strafen anheimfallen, so geht unser Wohlgeruch, der an sich gut ist, durch die Beschaffenheit derjenigen, welche ihn aufnehmen oder nicht aufnehmen, zum Leben oder zum Tode über (Hier.). +2 Korinther 2Kor 55 2 15 19 Gott hat dem Apostel bei seinen Arbeiten beigestanden, jedenfalls nicht weil er, wie seine Gegner sagen, leichtsinnig und unbeständig gewesen ist, sondern weil er treu und aufrichtig sein Amt verwaltet hat. +2 Korinther 2Kor 55 2 15 20 Die Apostel sind ein Wohlgeruch Christi für Gott, weil Christus in ihnen lebt [Gal 2,20] und der einzige Gegenstand ihrer Predigt ist. Da aber die Menschen einen freien Willen haben und das Gute nicht aus Notwendigkeit tun müssen, damit die Gläubigen die Krone erlangen, die Ungläubigen den Strafen anheimfallen, so geht unser Wohlgeruch, der an sich gut ist, durch die Beschaffenheit derjenigen, welche ihn aufnehmen oder nicht aufnehmen, zum Leben oder zum Tode über (Hier.). Galater Gal 55 2 15 22 Die Rede des heil. Paulus wird weiter geführt. Nicht zufrieden mit seiner Frage will Paulus auch den Judenchristen, welche mit Petrus Verstellung geübt, und die der Meinung zu sein schienen, die Beobachtung des Gesetzes sei notwendig, zeigen, dass dieselbe mit dem Glauben an Christus in Widerspruch steht. Wir: zunächst Paulus und Petrus, sodann auch die übrigen anwesenden Judenchristen. Der Apostel nennt die Heiden Sünder, weil sie den wahren Gott nicht kannten, während die Juden das Gesetz, Auserwählung als Gottesvolk und die Verheißungen hatten. Galater Gal 55 2 16 Scientes autem quod non justificatur homo ex operibus legis, nisi per fidem Jesu Christi: et nos in Christo Jesu credimus, ut justificemur ex fide Christi, et non ex operibus legis: propter quod ex operibus legis non justificabitur omnis caro. Weil wir aber wissen, dass der Mensch nicht gerechtfertigt wird durch Werke des Gesetzes, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so haben auch wir den Glauben an Christus Jesus angenommen, damit wir gerechtfertigt werden durch den Glauben an Christus, und nicht durch Werke des Gesetzes, weil durch Werke des Gesetzes kein Mensch gerechtfertigt werden wird.²³ -2 Korinther 2Kor 54 2 16 Aliis quidem odor mortis in mortem: aliis autem odor vitæ in vitam. Et ad hæc quis tam idoneus? den einen ein Geruch des Todes zum Tode, den andern ein Geruch des Lebens zum Leben.²¹ Und wer ist hierzu so tauglich?²² -2 Korinther 2Kor 54 2 16 21 Den einen sind die Apostel ein Geruch des Todes, d. i. der Sünden, welche zum ewigen Tode führen, den andern ein Geruch des Lebens, d. i. der Liebe und anderer Tugenden, welche zum ewigen Leben führen (Thom.). Wie der Heiland, so sind die Apostel zur Auferstehung und zum Falle vieler in Israel gesetzt. -2 Korinther 2Kor 54 2 16 22 Das Wörtchen so fehlt im Griech. und bei den meisten lat. Vätern. +2 Korinther 2Kor 55 2 16 Aliis quidem odor mortis in mortem: aliis autem odor vitæ in vitam. Et ad hæc quis tam idoneus? den einen ein Geruch des Todes zum Tode, den andern ein Geruch des Lebens zum Leben.²¹ Und wer ist hierzu so tauglich?²² +2 Korinther 2Kor 55 2 16 21 Den einen sind die Apostel ein Geruch des Todes, d. i. der Sünden, welche zum ewigen Tode führen, den andern ein Geruch des Lebens, d. i. der Liebe und anderer Tugenden, welche zum ewigen Leben führen (Thom.). Wie der Heiland, so sind die Apostel zur Auferstehung und zum Falle vieler in Israel gesetzt. +2 Korinther 2Kor 55 2 16 22 Das Wörtchen so fehlt im Griech. und bei den meisten lat. Vätern. Galater Gal 55 2 16 23 Wie hoch die Judenchristen auch das Gesetz vor ihrer Bekehrung gestellt hatten, jetzt war es ihnen aus der göttlichen Offenbarung klar geworden, dass dasselbe nicht die Gerechtigkeit wirkt, die vor Gott Wert hat. Durch die Beifügung: nicht durch Werke des Gesetzes erklärt Paulus den Sinn des von ihm angeführten [Ps 142,2]. Vergl. [Röm 3,20]. Das Wort rechtfertigen bedeutet gerecht machen. Dieser Bedeutung verwandt ist eine andere, davon abgeleitete: jemanden (im Gerichte) für gerecht erklären. Auch dies kann Gott, der die Wahrheit und Gerechtigkeit selbst ist, nicht tun, wenn jemand nicht wirklich innerlich gerecht ist. Werke des Gesetzes: Das ganze Gesetz. (Aug.) Mithin ist der Glaube an Jesus Christus zwar zunächst die gläubige Annahme seiner Offenbarung, sodann aber auch alles dessen, was er uns gebracht hat. Galater Gal 55 2 17 Quod si quærentes justificari in Christo, inventi sumus et ipsi peccatores, numquid Christus peccati minister est? Absit. Wenn wir nun aber, die wir in Christo gerechtfertigt zu werden suchen, selbst auch als Sünder erfunden wurden, ist dann Christus etwa ein Helfer der Sünde?²⁴ Das sei ferne! -2 Korinther 2Kor 54 2 17 Non enim sumus sicut plurimi, adulterantes verbum Dei, sed ex sinceritate, sed sicut ex Deo, coram Deo, in Christo loquimur. Denn wir sind nicht, wie so viele, Fälscher²³ des Wortes Gottes, sondern aus lauterem Triebe, sondern so wie aus Gott reden wir²⁴ vor Gott, in Christus. -2 Korinther 2Kor 54 2 17 23 Das Bild ist nach dem Griechischen, von dem Wirte hergenommen, der Wasser in den Wein gießt und das für Geld verkauft, was umsonst gegeben werden sollte. -2 Korinther 2Kor 54 2 17 24 Die Apostel überliefern die reine Lehre aus Gott redend, d. i. von Gott selbst inspiriert, vor Gott, den sie als Zeugen ihrer Verkündigung vor Augen haben, in Christus, dem sie als Glieder und Werkzeuge angehören. +2 Korinther 2Kor 55 2 17 Non enim sumus sicut plurimi, adulterantes verbum Dei, sed ex sinceritate, sed sicut ex Deo, coram Deo, in Christo loquimur. Denn wir sind nicht, wie so viele, Fälscher²³ des Wortes Gottes, sondern aus lauterem Triebe, sondern so wie aus Gott reden wir²⁴ vor Gott, in Christus. +2 Korinther 2Kor 55 2 17 23 Das Bild ist nach dem Griechischen, von dem Wirte hergenommen, der Wasser in den Wein gießt und das für Geld verkauft, was umsonst gegeben werden sollte. +2 Korinther 2Kor 55 2 17 24 Die Apostel überliefern die reine Lehre aus Gott redend, d. i. von Gott selbst inspiriert, vor Gott, den sie als Zeugen ihrer Verkündigung vor Augen haben, in Christus, dem sie als Glieder und Werkzeuge angehören. Galater Gal 55 2 17 24 Wir Judenchristen haben erkannt, dass wir einzig durch den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt werden können und haben das Gesetz hintangesetzt, um an den Glauben an Christus, welcher die verdienstliche Ursache unserer Gerechtigkeit ist, die Rechtfertigung zu suchen. Wenn wir aber so, d. i. nach Hintansetzung des Gesetzes, die Gerechtigkeit suchend, Sünder, den Heiden ähnlich geworden und erfunden sind, so ist also Christus, um dessentwillen wir diesen Weg betreten und das Gesetz hintangesetzt haben, ein Helfer der Sünde, da er die Ursache und der Beförderer unserer (vorausgesetzten) Sünden ist? Galater Gal 55 2 18 Si enim quæ destruxi, iterum hæc ædifico: prævaricatorem me constituo. Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wiederum aufbaue, so stelle ich mich als Übertreter dar.²⁵ Galater Gal 55 2 18 25 Jene versuchten zu beweisen, dass der, welcher das Gesetz nicht beobachtet, ein Sünder sei. Paulus wendete den Vorwurf auf seine Gegner zurück, indem er zeigt: Wer das Gesetz beobachtet, versündigt sich nicht allein gegen den Glauben, sondern auch gegen das Gesetz selbst. Das Gesetz wird als ein Gebäude aufgefasst, welches die zerstören, die es verwerfen, diejenigen wieder aufzubauen versuchen, welche es, nachdem sie es verworfen, derart wieder aufnehmen und es für so notwendig halten, dass sie es an die Stelle setzen, welche zuvor der Tod Christi inne hatte. Ohne weiter auf das in Antiochia Geschehene Rücksicht zu nehmen, legt der heil. Paulus die Lehre von der Auffassung des Gesetzes allgemein vor und spricht deshalb in der ersten Person. Derjenige übertritt das Gesetz, der es, nachdem es ihn selbst zum Glauben geführt und seine eigene Abschaffung nachgewiesen hat, dennoch an Stelle desselben setzen will. (Chrys., Theod.) @@ -63600,96 +63655,96 @@ Galater Gal 55 2 20 29 Im sterblichen Leben, im Gegensatze zu dem übernatürli Galater Gal 55 2 21 Non abjicio gratiam Dei. Si enim per legem justitia, ergo gratis Christus mortuus est. Ich verwerfe die Gnade Gottes³⁰ nicht. Denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.³¹ Galater Gal 55 2 21 30 Das Opfer des Heilandes, der sich für uns dargebracht hat. Galater Gal 55 2 21 31 Wenn der lebendige Glaube zur Rechtfertigung nicht genügt, sondern nur einen Teil der Ursache derselben bildet, den anderen aber das Gesetz, so leugne ich, dass die Verdienste Christi ausreichend sind. -Galater Gal 55 3 0 II. Dogmatischer Teil. (3,1 4,31): Das Gesetz Moses hilft nicht des Abraham verheißenen Segens teilhaftig zu werden. 1. Die Nutzlosigkeit des Gesetzes steht aus der Erfahrung der Galater selbst fest. (V. 1 7) 2. Die Nutzlosigkeit des Gesetzes zeigt sich aus der ganzen Natur der Abraham gemachten Verheißungen. (3,8 4,20) a. Nur die an Christus glauben, haben ein Anrecht auf die Abraham gemachten Verheißungen. (V. 14) b. Die Abraham gemachte Verheißung ist durch das Gesetz nicht geändert. (V. 18) c. Welche Stelle also hat das Gesetz in der Heilsordnung eingenommen? [Gal 4,6] Es war ein Lehrmeister auf Christus. (V. 24) Als Christus kam, hörte es auf, ein solcher zu sein. -2 Korinther 2Kor 54 3 0 2. Verteidigung des heil. Paulus gegen die Anschuldigung des Hochmutes (3,1 4,6) a. Der Anschuldigung der Anmaßung stellt der Apostel den Hinweis auf sein Amt entgegen. (V. 6) b. Die Erhabenheit derselben gibt ihm jene Zuversicht, welche seine Gegner Anmaßung nennen. [2Kor 4,6]: wegen der Erhabenheit des Neuen Testamentes gebührt dem Apostel große Herrlichkeit (V. 11), und so ziemt es sich für ihn, mit großer Zuversicht zu reden. +Galater Gal 55 3 0 II. Dogmatischer Teil. (3,1 4,31): Das Gesetz Moses hilft nicht des Abraham verheißenen Segens teilhaftig zu werden. 1. Die Nutzlosigkeit des Gesetzes steht aus der Erfahrung der Galater selbst fest. (V. 1 7) 2. Die Nutzlosigkeit des Gesetzes zeigt sich aus der ganzen Natur der Abraham gemachten Verheißungen. (3,8 4,20) a. Nur die an Christus glauben, haben ein Anrecht auf die Abraham gemachten Verheißungen. (V. 14) b. Die Abraham gemachte Verheißung ist durch das Gesetz nicht geändert. (V. 18) c. Welche Stelle also hat das Gesetz in der Heilsordnung eingenommen? [Gal 4,6] Es war ein Lehrmeister auf Christus. (V. 24) Als Christus kam, hörte es auf, ein solcher zu sein. +2 Korinther 2Kor 55 3 0 2. Verteidigung des heil. Paulus gegen die Anschuldigung des Hochmutes (3,1 4,6) a. Der Anschuldigung der Anmaßung stellt der Apostel den Hinweis auf sein Amt entgegen. (V. 6) b. Die Erhabenheit derselben gibt ihm jene Zuversicht, welche seine Gegner Anmaßung nennen. [2Kor 4,6]: wegen der Erhabenheit des Neuen Testamentes gebührt dem Apostel große Herrlichkeit (V. 11), und so ziemt es sich für ihn, mit großer Zuversicht zu reden. Galater Gal 55 3 1 O insensati Galatæ, quis vos fascinavit non obedire veritati, ante quorum oculos Jesus Christus præscriptus est, in vobis crucifixus? O ihr unverständigen Galater!¹ Wer hat euch bezaubert, der Wahrheit nicht zu gehorchen? euch, denen Jesus Christus vor Augen gestellt worden, als wäre er unter euch gekreuzigt?² -2 Korinther 2Kor 54 3 1 Incipimus iterum nosmetipsos commendare? aut numquid egemus (sicut quidam) commendatitiis epistolis ad vos, aut ex vobis? Fangen wir an, uns wiederum selbst zu empfehlen? Oder bedürfen wir etwa (wie einige) Empfehlungsbriefe an euch, oder von euch?¹ -2 Korinther 2Kor 54 3 1 1 Der Apostel widerlegt die stillschweigenden Anklagen seiner Gegner. Er hat weder seinen Ruhm, noch seinen Vorteil gesucht. Muss der Vater seinen Söhnen empfohlen werden oder begehrt er, von seinen Kindern andern empfohlen zu werden? Einige: die falschen Lehrer in Korinth. +2 Korinther 2Kor 55 3 1 Incipimus iterum nosmetipsos commendare? aut numquid egemus (sicut quidam) commendatitiis epistolis ad vos, aut ex vobis? Fangen wir an, uns wiederum selbst zu empfehlen? Oder bedürfen wir etwa (wie einige) Empfehlungsbriefe an euch, oder von euch?¹ +2 Korinther 2Kor 55 3 1 1 Der Apostel widerlegt die stillschweigenden Anklagen seiner Gegner. Er hat weder seinen Ruhm, noch seinen Vorteil gesucht. Muss der Vater seinen Söhnen empfohlen werden oder begehrt er, von seinen Kindern andern empfohlen zu werden? Einige: die falschen Lehrer in Korinth. Galater Gal 55 3 1 1 Unverständig ist, wer die Wahrheit nicht besitzt. Galater Gal 55 3 1 2 Sie waren auf das beste über den Tod Christi, dessen Ursache und seine Verdienste unterrichtet worden und hatten sich dennoch verführen lassen, denselben gering zu schätzen. Galater Gal 55 3 2 Hoc solum a vobis volo discere: Ex operibus legis Spiritum accepistis, an ex auditu fidei? Dieses nur will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist³ durch Werke des Gesetzes empfangen, oder durch Annahme des Glaubens?⁴ -2 Korinther 2Kor 54 3 2 Epistola nostra vos estis, scripta in cordibus nostris, quæ scitur, et legitur ab omnibus hominibus: Unser Brief seid ihr, uns in die Herzen geschrieben, gekannt und gelesen von allen Menschen.² -2 Korinther 2Kor 54 3 2 2 Ähnlich [1Kor 9,2ff]. Dieser Brief ist zwar im Herzen geschrieben, zugleich aber doch allen Christen sichtbar und lesbar. Der Apostel hatte wohl die Tugenden der Korinther in allen Kirchen verkündet und so den Brief allen Kirchen zu lesen gegeben. +2 Korinther 2Kor 55 3 2 Epistola nostra vos estis, scripta in cordibus nostris, quæ scitur, et legitur ab omnibus hominibus: Unser Brief seid ihr, uns in die Herzen geschrieben, gekannt und gelesen von allen Menschen.² +2 Korinther 2Kor 55 3 2 2 Ähnlich [1Kor 9,2ff]. Dieser Brief ist zwar im Herzen geschrieben, zugleich aber doch allen Christen sichtbar und lesbar. Der Apostel hatte wohl die Tugenden der Korinther in allen Kirchen verkündet und so den Brief allen Kirchen zu lesen gegeben. Galater Gal 55 3 2 3 Den Heiligen Geist. Galater Gal 55 3 2 4 In der ersten Kirche offenbarte sich der Heil. Geist nach der Predigt des Glaubens sichtbar in den Gläubigen. Auch die Galater hatten seine Gaben empfangen. Woher aber? Nicht durch Werke des Gesetzes, da sie Heiden gewesen waren, also durch die Annahme des Glaubens. Konnte dies die Kraft des Glaubens, so suchen wir vergeblich ein anderes Mittel zur Vollkommenheit zu gelangen; denn schwerer ist es, den Ungerechten zu einem Gerechten zu machen, als den Gerechten in der Gerechtigkeit zu bewahren. Galater Gal 55 3 3 Sic stulti estis, ut cum spiritu cperitis, nunc carne consummemini? So töricht seid ihr, dass, nachdem ihr im Geiste⁵ angefangen, ihr im Fleische zur Vollendung geführt werden wollt? -2 Korinther 2Kor 54 3 3 Manifestati quod epistola estis Christi, ministrata a nobis, et scripta non atramento, sed spiritu Dei vivi. Non in tabulis lapideis, sed in tabulis cordis carnalibus. Ihr seid offenbar ein Brief Christi, ausgefertigt von uns, und geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.³ -2 Korinther 2Kor 54 3 3 3 Welch ein Brief! Sein Urheber ist Christus, unter dessen Diktat der Apostel und seine Genossen denselben geschrieben. So sind sie denn in erster Linie ein Brief Christi, in zweiter des heil. Paulus, durch dessen Wirksamkeit jener in ihren Herzen Glaube, Hoffnung, Liebe und die übrigen Tugenden geschrieben hat (Thom.). Nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste Gottes; denn um in der Seele die Tugenden zu wecken, gebraucht Christus den Heil. Geist. Zudem werden die Prediger des Evangeliums nicht nur von dem Heil. Geist angetrieben, das, was zu glauben, zu hoffen und zu lieben ist, vorzulegen, sondern sie bringen dem heiligen Geiste, der im innersten Herzen wirkt, auch gleichsam das, was er wirken soll, dar und schreiben somit auch selbst als Helfer des Heiligen Geistes durch den Geist des lebendigen Gottes die Heilslehren den Herzen ein. Wenigstens in dem letzten Gliede des Satzes hat der Apostel den Unterschied der beiden Testamente vor Augen. Das A. T. war auf steinerne Tafeln geschrieben, die gleichsam das Bild der steinernen Herzen der Juden waren, welche weder durch Wohltaten, noch durch Drohungen und Strafen zum Gehorsam gebracht werden konnten. Deshalb hatte Gott verheißen, im N. T. fleischerne Herzen zu geben [Ez 36,26, Ez 11,9], in die er sein Gesetz schreiben könnte. Vergl. [Jer 31,38]. +2 Korinther 2Kor 55 3 3 Manifestati quod epistola estis Christi, ministrata a nobis, et scripta non atramento, sed spiritu Dei vivi. Non in tabulis lapideis, sed in tabulis cordis carnalibus. Ihr seid offenbar ein Brief Christi, ausgefertigt von uns, und geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.³ +2 Korinther 2Kor 55 3 3 3 Welch ein Brief! Sein Urheber ist Christus, unter dessen Diktat der Apostel und seine Genossen denselben geschrieben. So sind sie denn in erster Linie ein Brief Christi, in zweiter des heil. Paulus, durch dessen Wirksamkeit jener in ihren Herzen Glaube, Hoffnung, Liebe und die übrigen Tugenden geschrieben hat (Thom.). Nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste Gottes; denn um in der Seele die Tugenden zu wecken, gebraucht Christus den Heil. Geist. Zudem werden die Prediger des Evangeliums nicht nur von dem Heil. Geist angetrieben, das, was zu glauben, zu hoffen und zu lieben ist, vorzulegen, sondern sie bringen dem heiligen Geiste, der im innersten Herzen wirkt, auch gleichsam das, was er wirken soll, dar und schreiben somit auch selbst als Helfer des Heiligen Geistes durch den Geist des lebendigen Gottes die Heilslehren den Herzen ein. Wenigstens in dem letzten Gliede des Satzes hat der Apostel den Unterschied der beiden Testamente vor Augen. Das A. T. war auf steinerne Tafeln geschrieben, die gleichsam das Bild der steinernen Herzen der Juden waren, welche weder durch Wohltaten, noch durch Drohungen und Strafen zum Gehorsam gebracht werden konnten. Deshalb hatte Gott verheißen, im N. T. fleischerne Herzen zu geben [Ez 36,26, Ez 11,9], in die er sein Gesetz schreiben könnte. Vergl. [Jer 31,38]. Galater Gal 55 3 3 5 Im Heil. Geiste, der die Kirche lehrt und regiert und die einzelnen Gläubigen innerlich erneuert. Den Gegensatz bildet das Fleisch, mit dem das Zeremonialgesetz sich beschäftigt, durch welches die falschen Apostel die Galater zur Vollkommenheit führen wollten. Galater Gal 55 3 4 Tanta passi estis sine causa? si tamen sine causa. So Großes habt ihr ohne Grund gelitten? wenn jedoch⁶ ohne Grund! -2 Korinther 2Kor 54 3 4 Fiduciam autem talem habemus per Christum ad Deum: Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott,⁴ -2 Korinther 2Kor 54 3 4 4 Dieses Vertrauen hat Gott als Ziel, aus dessen Kraft ich dies sage, denn er wirkt in mir (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 3 4 Fiduciam autem talem habemus per Christum ad Deum: Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott,⁴ +2 Korinther 2Kor 55 3 4 4 Dieses Vertrauen hat Gott als Ziel, aus dessen Kraft ich dies sage, denn er wirkt in mir (Thom.). Galater Gal 55 3 4 6 Wenn es jedoch wahr ist, was ich nicht glauben möchte, dass euer Abfall schon vollendet ist und alles, was ihr wegen des Glaubens erduldet habt, von euch umsonst und ohne Furcht ertragen ist (Theod., Vikt.). Wie schwere Verfolgungen sie erlitten hatten, berichtet der heil. Lukas [Apg 13,50, Apg 14,2.5ff.18ff]. Auch der Apostel erwähnt solche [Gal 4,13.29]. Galater Gal 55 3 5 Qui ergo tribuit vobis Spiritum, et operatur virtutes in vobis: ex operibus legis, an ex auditu fidei? Nun also, der euch den Geist verleiht und Wunder unter euch wirkt, tut er es durch Gesetzeswerke, oder durch die Annahme der Glaubenspredigt? -2 Korinther 2Kor 54 3 5 Non quod sufficientes simus cogitare aliquid a nobis, quasi ex nobis: sed sufficientia nostra ex Deo est: nicht als ob wir tüchtig wären, von uns selbst etwas zu denken, als aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit ist aus Gott,⁵ -2 Korinther 2Kor 54 3 5 5 Beide Verhältniswörter von und aus bezeichnen zwar den Ursprung, mit dem Unterschiede indes, dass von den näheren, aus den weiteren bezeichnet. Von der Gnade Gottes unterstützt kann der heil. Paulus wohl kaum etwas von sich denken, aber die Fähigkeit dazu habe er nicht aus sich selbst als dem letzten Grunde, sondern aus Gott. Indem er sagt von uns, nimmt er den freien Willen in Schutz, indem er sagt als aus uns empfiehlt er die göttliche Gnade (Thom.). Der Apostel redet von allem Guten, welches zum Heile des ewigen Lebens dient. (II. Konzil v. Orange, Aug.) +2 Korinther 2Kor 55 3 5 Non quod sufficientes simus cogitare aliquid a nobis, quasi ex nobis: sed sufficientia nostra ex Deo est: nicht als ob wir tüchtig wären, von uns selbst etwas zu denken, als aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit ist aus Gott,⁵ +2 Korinther 2Kor 55 3 5 5 Beide Verhältniswörter von und aus bezeichnen zwar den Ursprung, mit dem Unterschiede indes, dass von den näheren, aus den weiteren bezeichnet. Von der Gnade Gottes unterstützt kann der heil. Paulus wohl kaum etwas von sich denken, aber die Fähigkeit dazu habe er nicht aus sich selbst als dem letzten Grunde, sondern aus Gott. Indem er sagt von uns, nimmt er den freien Willen in Schutz, indem er sagt als aus uns empfiehlt er die göttliche Gnade (Thom.). Der Apostel redet von allem Guten, welches zum Heile des ewigen Lebens dient. (II. Konzil v. Orange, Aug.) Galater Gal 55 3 6 Sicut scriptum est: Abraham credidit Deo, et reputatum est illi ad justitiam. Wie geschrieben steht:⁷ Abraham glaubte Gott, und es ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet. -2 Korinther 2Kor 54 3 6 Qui et idoneos nos fecit ministros novi testamenti: non littera, sed Spiritu: littera enim occidit, Spiritus autem vivificat. welcher uns auch fähig gemacht hat, Diener des Neuen Bundes,⁶ nicht dem Buchstaben, sondern dem Geiste nach zu sein;⁷ denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.⁸ -2 Korinther 2Kor 54 3 6 6 Jenes Bundes, der von Jeremias vorhergesagt [Jer 31,31ff] und durch Jesus mit dem ganzen Menschengeschlechte geschlossen ist [Hebr 9,15], und der an die Stelle des Alten, einst auf dem Berge Sinai mit den Kindern Israels geschlossenen, getreten ist. -2 Korinther 2Kor 54 3 6 7 Griech.: nicht des Buchstaben, sondern des Geistes. Mit Rücksicht auf V. 3 erklärt Paulus den verschiedenen Charakter der beiden Testamente, und bald auch die Tugenden, durch welche das Neue den Vorzug hat vor dem Alten, weitläufiger zu erklären. Das alte Gesetz war zwar geistig [Röm 7,14], aber gab den Geist nicht, da Moses nicht diesen, sondern Buchstaben brachte (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 3 6 Qui et idoneos nos fecit ministros novi testamenti: non littera, sed Spiritu: littera enim occidit, Spiritus autem vivificat. welcher uns auch fähig gemacht hat, Diener des Neuen Bundes,⁶ nicht dem Buchstaben, sondern dem Geiste nach zu sein;⁷ denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.⁸ +2 Korinther 2Kor 55 3 6 6 Jenes Bundes, der von Jeremias vorhergesagt [Jer 31,31ff] und durch Jesus mit dem ganzen Menschengeschlechte geschlossen ist [Hebr 9,15], und der an die Stelle des Alten, einst auf dem Berge Sinai mit den Kindern Israels geschlossenen, getreten ist. +2 Korinther 2Kor 55 3 6 7 Griech.: nicht des Buchstaben, sondern des Geistes. Mit Rücksicht auf V. 3 erklärt Paulus den verschiedenen Charakter der beiden Testamente, und bald auch die Tugenden, durch welche das Neue den Vorzug hat vor dem Alten, weitläufiger zu erklären. Das alte Gesetz war zwar geistig [Röm 7,14], aber gab den Geist nicht, da Moses nicht diesen, sondern Buchstaben brachte (Chrys.). Galater Gal 55 3 6 7 [Gen 15,6] -2 Korinther 2Kor 54 3 6 8 Wohl war das Gesetz heilig [Röm 7,12], aber der durch die Sünde verdorbene Mensch hatte weder in sich selbst die nötige Kraft, um das Gesetz zu erfüllen, noch erhielt er dieselbe von dem Gesetze. Im Gegenteile mehrte das Gesetz durch seine Verbote die böse Lust. -2 Korinther 2Kor 54 3 7 Quod si ministratio mortis litteris deformata in lapidibus, fuit in gloria, ita ut non possent intendere filii Israel in faciem Moysi propter gloriam vultus ejus, quæ evacuatur: Wenn nun⁹ das Amt des todbringenden Buchstabens, das in Steine eingegraben war, eine solche Herrlichkeit hatte, dass die Kinder Israels nicht Moses in das Angesicht schauen konnten, wegen des Glanzes seines Antlitzes, der doch vergänglich war, +2 Korinther 2Kor 55 3 6 8 Wohl war das Gesetz heilig [Röm 7,12], aber der durch die Sünde verdorbene Mensch hatte weder in sich selbst die nötige Kraft, um das Gesetz zu erfüllen, noch erhielt er dieselbe von dem Gesetze. Im Gegenteile mehrte das Gesetz durch seine Verbote die böse Lust. +2 Korinther 2Kor 55 3 7 Quod si ministratio mortis litteris deformata in lapidibus, fuit in gloria, ita ut non possent intendere filii Israel in faciem Moysi propter gloriam vultus ejus, quæ evacuatur: Wenn nun⁹ das Amt des todbringenden Buchstabens, das in Steine eingegraben war, eine solche Herrlichkeit hatte, dass die Kinder Israels nicht Moses in das Angesicht schauen konnten, wegen des Glanzes seines Antlitzes, der doch vergänglich war, Galater Gal 55 3 7 Cognoscite ergo quia qui ex fide sunt, ii sunt filii Abrahæ. Erkennet also: die, welche aus dem Glauben sind, diese⁸ sind Kinder Abrahams.⁹ Galater Gal 55 3 7 8 Diese: keine anderen. -2 Korinther 2Kor 54 3 7 9 Auf dreifache Weise vergleicht der Apostel die beiden Testamente, um den Vorzug des Neuen zu zeigen: die Offenbarung derselben (V. 7, 8), ihre Wirkung (V. 9, 10), ihre Dauer. (V. 11) +2 Korinther 2Kor 55 3 7 9 Auf dreifache Weise vergleicht der Apostel die beiden Testamente, um den Vorzug des Neuen zu zeigen: die Offenbarung derselben (V. 7, 8), ihre Wirkung (V. 9, 10), ihre Dauer. (V. 11) Galater Gal 55 3 7 9 Die falschen Apostel suchten die Galater zu überreden, dass sie sich beschneiden lassen müssten, wollten sie als Kinder Abrahams der ihm gemachten Verheißungen teilhaftig werden. Paulus zeigt also, dass sie schon durch den Glauben Kinder Abrahams sind, da sie der Segnungen bereits teilhaftig geworden. Jemand ist dessen Sohn, dessen Werke er nachahmt; nun suchte Abraham nicht durch die Beschneidung gerechtfertigt zu werden, sondern durch den Glauben, also sind die, welche durch den Glauben gerechtfertigt zu werden suchen, Kinder Abrahams (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 3 8 Quomodo non magis ministratio Spiritus erit in gloria? wie wird nicht viel mehr das Amt des Geistes voll Herrlichkeit sein?¹⁰ +2 Korinther 2Kor 55 3 8 Quomodo non magis ministratio Spiritus erit in gloria? wie wird nicht viel mehr das Amt des Geistes voll Herrlichkeit sein?¹⁰ Galater Gal 55 3 8 Providens autem Scriptura quia ex fide justificat gentes Deus, prænuntiavit Abrahæ: Quia benedicentur in te omnes gentes. Da aber die Schrift¹⁰ voraussah,¹¹ dass Gott die Heiden durch den Glauben rechtfertigt, verkündete sie dem Abraham voraus: In dir sollen alle Völker gesegnet werden.¹² [Gen 12,3, Gen 18,18] -2 Korinther 2Kor 54 3 8 10 Wie das Amt verschieden ist, so die Herrlichkeit: der Glanz auf dem Angesichte des Moses bedurfte fortwährender Erneuerung [Ex 34,35], und während das Amt des A. T. in Herrlichkeit war, heißt es von dem des Neuen, dass es noch weit mehr ein solches sein wird. +2 Korinther 2Kor 55 3 8 10 Wie das Amt verschieden ist, so die Herrlichkeit: der Glanz auf dem Angesichte des Moses bedurfte fortwährender Erneuerung [Ex 34,35], und während das Amt des A. T. in Herrlichkeit war, heißt es von dem des Neuen, dass es noch weit mehr ein solches sein wird. Galater Gal 55 3 8 10 Gott, der Urheber der heil. Schrift. Galater Gal 55 3 8 11 Ehe das Gesetz gegeben wurde. Galater Gal 55 3 8 12 Alle Gnaden hat Christus verdient und dies für alle, also nicht nur für einen Teil, wie die falschen Lehrer den Gläubigen einreden wollten. In dir, in dir, dem Vater der Gläubigen, werden alle Gläubigen gesegnet. Wie nur die Juden, welche seinen Glauben nachahmen, seine Söhne sind, so werden die Heiden seine Söhne, indem sie glauben (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 3 9 Nam si ministratio damnationis gloria est: multo magis abundat ministerium justitiæ in gloria. Denn wenn das Amt der Verdammung Herrlichkeit ist,¹¹ so ist viel mehr das Amt der Gerechtigkeit überreich an Herrlichkeit. +2 Korinther 2Kor 55 3 9 Nam si ministratio damnationis gloria est: multo magis abundat ministerium justitiæ in gloria. Denn wenn das Amt der Verdammung Herrlichkeit ist,¹¹ so ist viel mehr das Amt der Gerechtigkeit überreich an Herrlichkeit. Galater Gal 55 3 9 Igitur qui ex fide sunt, benedicentur cum fideli Abraham. Somit werden die, welche aus dem Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet werden. -2 Korinther 2Kor 54 3 9 11 Richtiger: war. +2 Korinther 2Kor 55 3 9 11 Richtiger: war. Galater Gal 55 3 10 Quicumque enim ex operibus legis sunt, sub maledicto sunt. Scriptum est enim: Maledictus omnis, qui non permanserit in omnibus, quæ scripta sunt in libro legis ut faciat ea. Denn alle, die sich auf die Werke des Gesetzes stützen, sind unter dem Fluche; denn es steht geschrieben: Verflucht ein jeder, der nicht verharret in allem, was in dem Buche des Gesetzes geschrieben ist, dass er es tue.¹³ -2 Korinther 2Kor 54 3 10 Nam nec glorificatum est, quod claruit in hac parte, propter excellentem gloriam. Ja, was dort verherrlicht war, ist im Vergleich hierzu nicht verherrlicht, wegen der weit überstrahlenden Herrlichkeit.¹² -2 Korinther 2Kor 54 3 10 12 So groß ist die Herrlichkeit, welche den Dienern des Neuen Bundes vorbehalten ist, dass im Vergleich zu ihr die Herrlichkeit Moses kaum diesen Namen verdient. Sie war eine die Nacht erhellende Leuchte, doch wenn es Mittag ist, verschwindet eine solche und gilt nicht einmal mehr als Licht (Theod.). +2 Korinther 2Kor 55 3 10 Nam nec glorificatum est, quod claruit in hac parte, propter excellentem gloriam. Ja, was dort verherrlicht war, ist im Vergleich hierzu nicht verherrlicht, wegen der weit überstrahlenden Herrlichkeit.¹² +2 Korinther 2Kor 55 3 10 12 So groß ist die Herrlichkeit, welche den Dienern des Neuen Bundes vorbehalten ist, dass im Vergleich zu ihr die Herrlichkeit Moses kaum diesen Namen verdient. Sie war eine die Nacht erhellende Leuchte, doch wenn es Mittag ist, verschwindet eine solche und gilt nicht einmal mehr als Licht (Theod.). Galater Gal 55 3 10 13 [Dtn 27,26] Wer dem Fluche entgehen will, muss jede Vorschrift des Gesetzes, ohne Ausnahme, stets und überall erfüllen. Nun kann dies aber niemand leisten, da das Gesetz zwar Erkenntnis der Sünde gewährt, nicht aber die Kraft, es zu halten. So wirkt es also Zorn. [Röm 3,20] -2 Korinther 2Kor 54 3 11 Si enim quod evacuatur, per gloriam est: multo magis quod manet, in gloria est. Denn wenn das, was vergänglich ist, voll Herrlichkeit ist, so wird noch viel mehr das, was bleibt, Herrlichkeit haben.¹³ +2 Korinther 2Kor 55 3 11 Si enim quod evacuatur, per gloriam est: multo magis quod manet, in gloria est. Denn wenn das, was vergänglich ist, voll Herrlichkeit ist, so wird noch viel mehr das, was bleibt, Herrlichkeit haben.¹³ Galater Gal 55 3 11 Quoniam autem in lege nemo justificatur apud Deum, manifestum est: quia justus ex fide vivit. Dass aber durch das Gesetz niemand bei Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn der Gerechte lebt aus dem Glauben.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 3 11 13 Das, was gegeben wird, um vorüber zu gehen, ist nichts im Vergleich zu dem, was gegeben wird, um immer zu dauern (Thom.). Nicht allein an die äußere Herrlichkeit, sondern auch an die zukünftige, welche bei der zweiten Ankunft Christi verliehen wird, ist zu denken. +2 Korinther 2Kor 55 3 11 13 Das, was gegeben wird, um vorüber zu gehen, ist nichts im Vergleich zu dem, was gegeben wird, um immer zu dauern (Thom.). Nicht allein an die äußere Herrlichkeit, sondern auch an die zukünftige, welche bei der zweiten Ankunft Christi verliehen wird, ist zu denken. Galater Gal 55 3 11 14 Der Gerechte, welcher meinen Worten glaubt und an denselben nicht zweifelt, wird als Lohn das ewige Leben haben. Galater Gal 55 3 12 Lex autem non est ex fide, sed, Qui fecerit ea, vivet in illis. Das Gesetz aber ist nicht aus dem Glauben,¹⁵ sondern wer es tut, wird darin leben. [Lev 18,5] -2 Korinther 2Kor 54 3 12 Habentes igitur talem spem, multa fiducia utimur: Da wir nun¹⁴ eine solche Hoffnung¹⁵ haben, so handeln wir mit großer Zuversicht,¹⁶ -2 Korinther 2Kor 54 3 12 14 Wie gezeigt ist, als Diener des Evangeliums. -2 Korinther 2Kor 54 3 12 15 Auch eine viel größere und ewig dauernde Herrlichkeit. +2 Korinther 2Kor 55 3 12 Habentes igitur talem spem, multa fiducia utimur: Da wir nun¹⁴ eine solche Hoffnung¹⁵ haben, so handeln wir mit großer Zuversicht,¹⁶ +2 Korinther 2Kor 55 3 12 14 Wie gezeigt ist, als Diener des Evangeliums. +2 Korinther 2Kor 55 3 12 15 Auch eine viel größere und ewig dauernde Herrlichkeit. Galater Gal 55 3 12 15 Das Gesetz, d. i. die verschiedenen Vorschriften, welche Moses gegeben, schreibt vor, was zu tun, nicht, was zu glauben ist (Thom.). Die Heiligen des A. T. glaubten wohl und liebten, wie das Gesetz es vorschrieb, aber nicht in Kraft des Gesetzes, welches Vorschriften gab, sondern in Kraft des Messias, der in demselben verheißen war, den sie im Glauben erwarteten und auf dessen Ankunft sie durch dasselbe vorbereitet wurden. -2 Korinther 2Kor 54 3 12 16 Ohne etwas zu verbergen, sondern offen redend, und fürchten nicht, euren Augen wehe zu tun, wie Moses denen der Juden (Chrys.). Zunächst gilt seine Zuversicht der Empfehlung seiner selbst, sodann seiner gesamten Predigt. -2 Korinther 2Kor 54 3 13 Et non sicut Moyses ponebat velamen super faciem suam, ut non intenderent filii Israel in faciem ejus, quod evacuatur, und nicht so wie Moses, der eine Hülle über sein Angesicht legte, damit die Söhne Israels das auf seinem Angesichte nicht schauen möchten, was abgetan wird.¹⁷ +2 Korinther 2Kor 55 3 12 16 Ohne etwas zu verbergen, sondern offen redend, und fürchten nicht, euren Augen wehe zu tun, wie Moses denen der Juden (Chrys.). Zunächst gilt seine Zuversicht der Empfehlung seiner selbst, sodann seiner gesamten Predigt. +2 Korinther 2Kor 55 3 13 Et non sicut Moyses ponebat velamen super faciem suam, ut non intenderent filii Israel in faciem ejus, quod evacuatur, und nicht so wie Moses, der eine Hülle über sein Angesicht legte, damit die Söhne Israels das auf seinem Angesichte nicht schauen möchten, was abgetan wird.¹⁷ Galater Gal 55 3 13 Christus nos redemit de maledicto legis, factus pro nobis maledictum: quia scriptum est: Maledictus omnis qui pendet in ligno: Christus hat uns losgekauft vom Fluche des Gesetzes,¹⁶ da er für uns zum Fluche¹⁷ geworden; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holze hängt;¹⁸ Galater Gal 55 3 13 16 Vers 13 bildet den Gegensatz zu V. 11, 12. Weit entfernt, den Galatern alle Hoffnung zu nehmen, will er ihnen vielmehr die wahre Quelle aller Hoffnung und alles Vertrauens eröffnen. Deshalb bezeichnet das Objekt uns diejenigen, welche dem Fluche des Gesetzes unterworfen waren, die Juden. Diese waren zuerst von dem Fluche zu befreien, damit alsdann auch die Heiden zum Heile gelangten. -2 Korinther 2Kor 54 3 13 17 Der lateinische Text ist hier sicher verdorben. Nach dem Griechischen und selbst allen lateinischen Vätern muss es heißen: auf das Ziel und Ende dessen usw. Nach der heil. Schrift bedeckte Moses mit einer Hülle sein Angesicht, um mit dem Volke, welches den Glanz desselben nicht ertragen konnte, ungehindert zu reden. Indessen Gott, der den Glanz nicht hinwegnahm, aber Moses befahl, denselben mit einer Decke zu verbergen, hatte eine andere Absicht dabei; diese ist es, welche Paulus hier offenbart: die Kinder Israels sollten das Ziel und Ende dessen, was abgetan wird, noch nicht fest in's Auge fassen und vollkommen erkennen, so verhüllte ihnen Moses, der ihnen die Gebote offenbarte, etwas anders als die Apostel, welche alles offenbaren. Das, was abgetan wird, ist der Alte Bund (Chrys., Theod., Aug.), sein Ziel und zugleich sein Ende ist Christus. +2 Korinther 2Kor 55 3 13 17 Der lateinische Text ist hier sicher verdorben. Nach dem Griechischen und selbst allen lateinischen Vätern muss es heißen: auf das Ziel und Ende dessen usw. Nach der heil. Schrift bedeckte Moses mit einer Hülle sein Angesicht, um mit dem Volke, welches den Glanz desselben nicht ertragen konnte, ungehindert zu reden. Indessen Gott, der den Glanz nicht hinwegnahm, aber Moses befahl, denselben mit einer Decke zu verbergen, hatte eine andere Absicht dabei; diese ist es, welche Paulus hier offenbart: die Kinder Israels sollten das Ziel und Ende dessen, was abgetan wird, noch nicht fest in's Auge fassen und vollkommen erkennen, so verhüllte ihnen Moses, der ihnen die Gebote offenbarte, etwas anders als die Apostel, welche alles offenbaren. Das, was abgetan wird, ist der Alte Bund (Chrys., Theod., Aug.), sein Ziel und zugleich sein Ende ist Christus. Galater Gal 55 3 13 17 Wie Christus selbst unschuldig die Sünden der Welt auf sich nehmend nicht ein Sünder sein, sondern als Sünder erscheinen wollte [2Kor 5,21], so wollte er auch, indem er allen Fluch auf nahm, nicht als Verfluchter, denn vielmehr als Fluch erscheinen, d. i. als Mann, in dem außer dem Fluche sich nichts findet. Die Worte: verflucht usw. sind keine Beschimpfung des Heilandes. Dem sterblichen Teile nach hing er am Kreuze; woher aber die Sterblichkeit ist, wissen die Gläubigen, es ist die Strafe und der Fluch des ersten Menschen, die der Herr auf sich genommen hat, unsere Sünden an seinem Leib an das Kreuz tragend. Wenn man also sagte: Der Tod ist verflucht, würde niemand erschrecken, was anders aber hat am Kreuze, wenn nicht die Sünde des alten Menschen, welche der Herr für uns in der Sterblichkeit seines Fleisches auf sich nahm? (Aug.) Galater Gal 55 3 13 18 [Dtn 21,23] Galater Gal 55 3 14 Ut in gentibus benedictio Abrahæ fieret in Christo Jesu, ut pollicitationem Spiritus accipiamus per fidem. damit über die Heiden der Segen Abrahams käme durch Christus Jesus,¹⁹ so dass wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben. -2 Korinther 2Kor 54 3 14 Sed obtusi sunt sensus eorum. Usque in hodiernum enim diem, idipsum velamen in lectione veteris testamenti manet non revelatum, (quoniam in Christo evacuatur) Aber ihr Sinn ist abgestumpft;¹⁸ denn bis auf den heutigen Tag bleibt dieselbe Hülle bei der Lesung des Alten Bundes unaufgedeckt, weil sie in Christus abgenommen wird,¹⁹ -2 Korinther 2Kor 54 3 14 18 Der Sinn der jüngeren Juden, denen Christus (im Gegensatze zu ihren Vätern in der Wüste) offen gepredigt wird, ist durch ihre Schuld abgestumpft. -2 Korinther 2Kor 54 3 14 19 Die Hülle ist hier sinnbildlich gebraucht, mit Bezug auf die Wirkung. Sie erkennen Christus nicht. Nur der Glaube nimmt die Decke hinweg. +2 Korinther 2Kor 55 3 14 Sed obtusi sunt sensus eorum. Usque in hodiernum enim diem, idipsum velamen in lectione veteris testamenti manet non revelatum, (quoniam in Christo evacuatur) Aber ihr Sinn ist abgestumpft;¹⁸ denn bis auf den heutigen Tag bleibt dieselbe Hülle bei der Lesung des Alten Bundes unaufgedeckt, weil sie in Christus abgenommen wird,¹⁹ +2 Korinther 2Kor 55 3 14 18 Der Sinn der jüngeren Juden, denen Christus (im Gegensatze zu ihren Vätern in der Wüste) offen gepredigt wird, ist durch ihre Schuld abgestumpft. +2 Korinther 2Kor 55 3 14 19 Die Hülle ist hier sinnbildlich gebraucht, mit Bezug auf die Wirkung. Sie erkennen Christus nicht. Nur der Glaube nimmt die Decke hinweg. Galater Gal 55 3 14 19 Christus hat die Scheidewand zwischen Juden und Heiden niedergerissen und beide empfangen nun -2 Korinther 2Kor 54 3 15 Sed usque in hodiernum diem, cum legitur Moyses, velamen positum est super cor eorum: Vielmehr bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen. +2 Korinther 2Kor 55 3 15 Sed usque in hodiernum diem, cum legitur Moyses, velamen positum est super cor eorum: Vielmehr bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen. Galater Gal 55 3 15 Fratres (secundum hominem dico) tamen hominis confirmatum testamentum nemo spernit, aut superordinat. Brüder!²⁰ (ich rede nach Menschenweise)²¹ eines Menschen rechtskräftiges Testament hält doch niemand für nicht verpflichtend oder fügt etwas hinzu. [Hebr 9,17] Galater Gal 55 3 15 20 Die er zuvor unverständige Galater genannt, redet er jetzt Brüder an. Galater Gal 55 3 15 21 Der vorhergehende Beweisgrund war der heil. Schrift entnommen, dieser stützt sich auf die Vernunft (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 3 16 Cum autem conversus fuerit ad Dominum, auferetur velamen. Wenn sich aber jemand zu dem Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen werden.²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 3 16 Cum autem conversus fuerit ad Dominum, auferetur velamen. Wenn sich aber jemand zu dem Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen werden.²⁰ Galater Gal 55 3 16 Abrahæ dictæ sunt promissiones, et semini ejus. Non dicit: Et seminibus, quasi in multis: sed quasi in uno: Et semini tuo, qui est Christus. Nun sind die Verheißungen²² dem Abraham zugesagt worden und seinem Samen.²³ Es heißt nicht: Und den Samen, wie in Bezug auf viele, sondern von einem: Und deinem Samen,²⁴ das ist Christus. -2 Korinther 2Kor 54 3 16 20 Die Worte weisen wohl auf [Ex 34,34] zurück. +2 Korinther 2Kor 55 3 16 20 Die Worte weisen wohl auf [Ex 34,34] zurück. Galater Gal 55 3 16 22 Die oftmals wiederholte Verheißung. Galater Gal 55 3 16 23 Da die Verheißung nicht allein Abraham sondern auch seinem Samen gegeben ist, so hat dieselbe nicht mit Abrahams Tode ein Ende genommen, sondern ist auch auf seinen Samen übergegangen. Galater Gal 55 3 16 24 [Gen 17,8] (Iren., Orig.) Indem Gott in der Verheißung den Sammelnamen wählte, nicht hingegen die Mehrzahl, welche einzelne bezeichnet, zeigte er gleichsam, dass Abrahams Nachkommen in einen Körper vereinigt werden sollen. Als Einheit ist den leiblichen Kindern Abrahams das Recht auf seine Erbschaft zu Teil geworden, als Einheit den geistigen, soweit diese eines sind in dem geistigen Christus, der Kirche (Iren., Aug.) Galater Gal 55 3 17 Hoc autem dico, testamentum confirmatum a Deo: quæ post quadringentos et triginta annos facta est lex, non irritum facit ad evacuandam promissionem. Da sage ich nun also: Das von Gott bekräftigte Testament²⁵ wird durch das Gesetz, welches vierhundert und dreißig Jahre darnach gegeben ward,²⁶ nicht aufgehoben, so dass die Verheißung vereitelt werden sollte. -2 Korinther 2Kor 54 3 17 Dominus autem Spiritus est: Ubi autem Spiritus Domini: ibi libertas. Der Herr ist Geist;²¹ wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.²² [Joh 4,24] -2 Korinther 2Kor 54 3 17 21 Auch diese Worte weisen auf [Ex 34,34] zurück: der Herr aber ist jener Heil. Geist, von dem ich vorher geredet habe, welcher den Neuen Bund in die Herzen schreibt usw. (V. 6ff). Diese Worte beweisen auch die Gottheit des Heil. Geistes. -2 Korinther 2Kor 54 3 17 22 Im Gegensatze zur Knechtschaft des A. T. +2 Korinther 2Kor 55 3 17 Dominus autem Spiritus est: Ubi autem Spiritus Domini: ibi libertas. Der Herr ist Geist;²¹ wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.²² [Joh 4,24] +2 Korinther 2Kor 55 3 17 21 Auch diese Worte weisen auf [Ex 34,34] zurück: der Herr aber ist jener Heil. Geist, von dem ich vorher geredet habe, welcher den Neuen Bund in die Herzen schreibt usw. (V. 6ff). Diese Worte beweisen auch die Gottheit des Heil. Geistes. +2 Korinther 2Kor 55 3 17 22 Im Gegensatze zur Knechtschaft des A. T. Galater Gal 55 3 17 25 Darf keines Menschen Testament, wenn es in gesetzmäßiger Form abgefasst ist, ungültig gemacht werden, so kann dies noch viel weniger mit einem von Gott vorher, d. i. vor dem Gesetze, bekräftigten Testamente geschehen. Galater Gal 55 3 17 26 Die Zahl stimmt nicht mit [Gen 15,3] verglichen mit [Ex 12,40] überein, denn von der Verheißung bis zum Gesetze verflossen mehr als 600 Jahre. Viele alte Erklärer nehmen an, dass die auch von der Vulgata [Ex 12,40] beibehaltene Lesart des heutigen hebräischen Textes, welche den Aufenthalt in Ägypten auf 430 Jahre bestimmt, nicht unversehrt ist, und lesen mit der Sept., dem chaldäischen Paraphrasten und dem samarit. Pentateuch: In Chanaan und Ägypten (Eus., Aug., Thom.). Andere nehmen an, dass Paulus seine Zählung mit der letzten, Jakob gemachten Verheißung beginnt. -2 Korinther 2Kor 54 3 18 Nos vero omnes, revelata facie gloriam Domini speculantes, in eandem imaginem transformamur a claritate in claritatem, tamquam a Domini Spiritu. Und wir²³ alle schauen mit enthülltem Angesichte wie in einem Spiegel²⁴ die Herrlichkeit des Herrn und werden umgewandelt in dasselbe Bild von Klarheit zu Klarheit,²⁵ eben wie von dem Geiste des Herrn.²⁶ +2 Korinther 2Kor 55 3 18 Nos vero omnes, revelata facie gloriam Domini speculantes, in eandem imaginem transformamur a claritate in claritatem, tamquam a Domini Spiritu. Und wir²³ alle schauen mit enthülltem Angesichte wie in einem Spiegel²⁴ die Herrlichkeit des Herrn und werden umgewandelt in dasselbe Bild von Klarheit zu Klarheit,²⁵ eben wie von dem Geiste des Herrn.²⁶ Galater Gal 55 3 18 Nam si ex lege hereditas, jam non ex promissione. Abrahæ autem per repromissionem donavit Deus. Denn wenn die Erbschaft kraft des Gesetzes käme, so käme sie nicht kraft der Verheißung; dem Abraham aber hat Gott durch die Verheißung sich gnädig erwiesen. -2 Korinther 2Kor 54 3 18 23 Wir Christen genießen das Glück bereits alle (Chrys., Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 3 18 24 Im Spiegel des Evangeliums, in welchem die Herrlichkeit des Herrn widerstrahlt. -2 Korinther 2Kor 54 3 18 25 Nicht weil wir dies Bild wie einen Spiegel zurückwerfen, sondern weil wir dieses Bild empfangen und bewahren. Täglich wird diese Ähnlichkeit mit Christus größer, zunächst indem wir denken, lieben, suchen, was des Herrn ist, dann auch innerlich durch Gnade und Liebe, denen unsere zukünftige Umwandlung in der Herrlichkeit entspricht. -2 Korinther 2Kor 54 3 18 26 Der Erfolg entspricht der Ursache und solchem Urheber die Größe des Erfolges. +2 Korinther 2Kor 55 3 18 23 Wir Christen genießen das Glück bereits alle (Chrys., Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 3 18 24 Im Spiegel des Evangeliums, in welchem die Herrlichkeit des Herrn widerstrahlt. +2 Korinther 2Kor 55 3 18 25 Nicht weil wir dies Bild wie einen Spiegel zurückwerfen, sondern weil wir dieses Bild empfangen und bewahren. Täglich wird diese Ähnlichkeit mit Christus größer, zunächst indem wir denken, lieben, suchen, was des Herrn ist, dann auch innerlich durch Gnade und Liebe, denen unsere zukünftige Umwandlung in der Herrlichkeit entspricht. +2 Korinther 2Kor 55 3 18 26 Der Erfolg entspricht der Ursache und solchem Urheber die Größe des Erfolges. Galater Gal 55 3 19 Quid igitur lex? Propter transgressiones posita est donec veniret semen, cui promiserat, ordinata per Angelos in manu mediatoris. Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen ist es aufgestellt worden,²⁷ bis der Same käme, dem die Verheißung galt, verordnet durch Engel, aufgestellt durch einen Mittler.²⁸ Galater Gal 55 3 19 27 Nach dem Griech.: Den Verheißungen beigefügt. Einige (Chrys., Theod., Hier.) erklären: Das Gesetz ist gegeben, die Übertretungen zu strafen und in Schranken zu halten. Besser scheint eine andere Erklärung: Das Gesetz ward gegeben, um die Übertretungen zu offenbaren und zu vermehren, damit der Mensch so seine Schwäche erkannte und angespornt würde, zur Gnade und zum Glauben, mit deren Hilfe er sie meiden könnte, seine Zuflucht zu nehmen (Aug., Thom.). Die Menschen (sagt der heil. Thomas) hatten eine doppelte falsche Meinung von sich: Sie überhoben sich ihres Wissens und ihrer Kraft. Indem Gott sie eine Zeit lang ohne Unterweisung dem Naturgesetze überließ, zeigte er ihnen, dass sie in stolzem Wahne ihres Wissens sich überhoben. Da sie indes noch im Irrtume über ihre eigene Kraft befangen waren, indem sie sagten: Es gibt keinen, der Gebote gebe, er sollte wohl sehen, dass wir dieselben zu beobachten im Stande sind, so ward ihnen das Gesetz zu Teil, welches Erkenntnis der Sünde bringen sollte. Denn da der Mensch sah, dass er ohne die Gnade sich nicht von Sünden freihalten konnte, musste die Erkenntnis davon, welche das Gesetz vermittelte, die Sehnsucht nach der Gnade wecken. Galater Gal 55 3 19 28 Der Mittler war Moses. Das mosaische Gesetz also stand dem Bündnis der Verheißungen weit nach und konnte nicht an dessen Stelle treten. @@ -63719,88 +63774,88 @@ Galater Gal 55 3 28 Non est Judæus, neque Græcus: non est servus, neque liber: Galater Gal 55 3 28 43 Alle sind Kinder Gottes durch den Glauben, alle haben Christus angezogen, alle sind eines in Christus, haben die gleiche Gestalt mit Christus. Wer zuvor Heide oder Sklave war, hat jetzt nicht die Gestalt eines Engels oder Erzengels angenommen, sondern des Heilandes selbst. (Chrys.) Wenn jemand einmal den Herrn angezogen hat und in die Flamme des Heil. Geistes versetzt glüht, so lässt sich nicht erkennen, ob er Gold oder Silber ist, so lange er im Feuer bleibt, nur Feuer ist an ihm bemerklich, so ist an den Christen nur Christus sichtbar (Hier.). Ja, von heiliger Begeisterung fortgerissen erkennt der Apostel nicht einmal mehr die sozialen und die natürlichen Unterschiede unter den Menschen an: in der Vereinigung mit Christus sind alle eine moralische Person, ein neuer Mensch Galater Gal 55 3 29 Si autem vos Christi, ergo semen Abrahæ estis, secundum promissionem heredes. Wenn ihr aber Christi seid, so seid ihr Abrahams Same, Erben⁴⁴ gemäß der Verheißung. Galater Gal 55 3 29 44 Ihr seid Glieder Christi (V. 27, 28), nun ist Christus der Same Abrahams, dem die Verheißungen gegeben sind (V. 16), euch also sind dieselben auch gegeben. (Aug., Thom.) -2 Korinther 2Kor 54 4 0 Ihres Amtes eingedenk, empfehlen sich die Apostel durch Offenbarung der Wahrheit. (V. 6) 3. Darlegung der Weise, wie die Apostel ihr Amt verwalten. (4,7 6,10): a. Welches Ziel die Apostel bei der Verwaltung ihres Amtes im Auge haben [2Kor 5,10]: warum führen dieselben trotz ihres erhabenen Berufes ein hartes und demütiges Leben? (V. 12) Sie ertragen alles wegen der Hoffnung auf die glorreiche Auferstehung. -Galater Gal 55 4 0 Die Zeit des Gesetzes, die Zeit der Unmündigkeit und der Knechtschaft, hat durch die Ankunft Christi ihr Ende erreicht. (V. 7) d. Ermahnung (V. 20): Die Galater möchten nicht zu dem Stande der Knechtschaft zurückkehren (V. 11), sondern ihrer früheren Liebe gegen den Apostel eingedenk ihm nachfolgen. (V. 16) und sich vor den falschen Aposteln hüten. (V. 20) 3. Die Unnützlichkeit des Gesetzes wird aus dem vorbildlichen Sinne der Geschichte der beiden Söhne Abrahams nachgewiesen. -2 Korinther 2Kor 54 4 1 Ideo habentes administrationem, juxta quod misericordiam consecuti sumus non deficimus, Darum,¹ weil wir dieses Amt haben, vermöge der uns widerfahrenen Barmherzigkeit, verlieren wir den Mut nicht; +2 Korinther 2Kor 55 4 0 Ihres Amtes eingedenk, empfehlen sich die Apostel durch Offenbarung der Wahrheit. (V. 6) 3. Darlegung der Weise, wie die Apostel ihr Amt verwalten. (4,7 6,10): a. Welches Ziel die Apostel bei der Verwaltung ihres Amtes im Auge haben [2Kor 5,10]: warum führen dieselben trotz ihres erhabenen Berufes ein hartes und demütiges Leben? (V. 12) Sie ertragen alles wegen der Hoffnung auf die glorreiche Auferstehung. +Galater Gal 55 4 0 Die Zeit des Gesetzes, die Zeit der Unmündigkeit und der Knechtschaft, hat durch die Ankunft Christi ihr Ende erreicht. (V. 7) d. Ermahnung (V. 20): Die Galater möchten nicht zu dem Stande der Knechtschaft zurückkehren (V. 11), sondern ihrer früheren Liebe gegen den Apostel eingedenk ihm nachfolgen. (V. 16) und sich vor den falschen Aposteln hüten. (V. 20) 3. Die Unnützlichkeit des Gesetzes wird aus dem vorbildlichen Sinne der Geschichte der beiden Söhne Abrahams nachgewiesen. +2 Korinther 2Kor 55 4 1 Ideo habentes administrationem, juxta quod misericordiam consecuti sumus non deficimus, Darum,¹ weil wir dieses Amt haben, vermöge der uns widerfahrenen Barmherzigkeit, verlieren wir den Mut nicht; Galater Gal 55 4 1 Dico autem: Quanto tempore heres parvulus est, nihil differt a servo, cum sit dominus omnium: Ich sage aber:¹ So lange der Erbe² unmündig ist, unterscheidet er sich nicht von dem Knechte, obwohl er Herr von allem ist; -2 Korinther 2Kor 54 4 1 1 Darum: die Partikel bezieht sich auf die unmittelbar vorhergehende Beschreibung des glücklichen Standes der Christen zurück. +2 Korinther 2Kor 55 4 1 1 Darum: die Partikel bezieht sich auf die unmittelbar vorhergehende Beschreibung des glücklichen Standes der Christen zurück. Galater Gal 55 4 1 1 Der Apostel fügt seiner Auseinandersetzung eine neue Erklärung bei. Galater Gal 55 4 1 2 Der Erbe ist hier wohl in einem Alter zu denken, bei dem auch der Vater noch am Leben ist (Chrys., Hier., Thom.). Galater Gal 55 4 2 Sed sub tutoribus, et actoribus est usque ad præfinitum tempus a patre: sondern er steht unter Vormündern und Sachwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit. -2 Korinther 2Kor 54 4 2 Sed abdicamus occulta dedecoris, non ambulantes in astutia, neque adulterantes verbum Dei, sed in manifestatione veritatis commendantes nosmetipsos ad omnem conscientiam hominum coram Deo. sondern weisen von uns zaghafte Zurückhaltung,² indem wir nicht in Arglist wandeln, noch das Wort Gottes fälschen, sondern uns selbst durch die Offenbarung der Wahrheit an jedes Gewissen der Menschen vor Gott empfehlen.³ -2 Korinther 2Kor 54 4 2 2 Der Sinn ist nach dem griech. Texte, den die Vulgata nicht ganz klar wiedergibt, der in der Übersetzung ausgedrückte. Der Gegensatz zu diesem Satzgliede ist die Offenbarung der Wahrheit. Daher liegt der Nachdruck auf der Heimlichkeit. -2 Korinther 2Kor 54 4 2 3 Während die falschen Apostel sich den verkehrten Leidenschaften der Menschen durch Schlauheit und Verfälschung der Wahrheit empfahlen, wendet sich Paulus an die Gewissen aller Menschen, Gläubigen und Ungläubigen, da dieser innere Richter, wenn er nicht von Sünden verblendet ist, die offene Handlungsweise des Apostels billigen muss. Vor Gott: Paulus ruft Gott, der weder irren, noch uns täuschen kann, zum Zeugen dessen an, was er gesagt hat. -2 Korinther 2Kor 54 4 3 Quod si etiam opertum est Evangelium nostrum: in iis, qui pereunt, est opertum: Wenn aber unser Evangelium auch verhüllt ist,⁴ so ist es nur vor denen verhüllt, welche verloren gehen; +2 Korinther 2Kor 55 4 2 Sed abdicamus occulta dedecoris, non ambulantes in astutia, neque adulterantes verbum Dei, sed in manifestatione veritatis commendantes nosmetipsos ad omnem conscientiam hominum coram Deo. sondern weisen von uns zaghafte Zurückhaltung,² indem wir nicht in Arglist wandeln, noch das Wort Gottes fälschen, sondern uns selbst durch die Offenbarung der Wahrheit an jedes Gewissen der Menschen vor Gott empfehlen.³ +2 Korinther 2Kor 55 4 2 2 Der Sinn ist nach dem griech. Texte, den die Vulgata nicht ganz klar wiedergibt, der in der Übersetzung ausgedrückte. Der Gegensatz zu diesem Satzgliede ist die Offenbarung der Wahrheit. Daher liegt der Nachdruck auf der Heimlichkeit. +2 Korinther 2Kor 55 4 2 3 Während die falschen Apostel sich den verkehrten Leidenschaften der Menschen durch Schlauheit und Verfälschung der Wahrheit empfahlen, wendet sich Paulus an die Gewissen aller Menschen, Gläubigen und Ungläubigen, da dieser innere Richter, wenn er nicht von Sünden verblendet ist, die offene Handlungsweise des Apostels billigen muss. Vor Gott: Paulus ruft Gott, der weder irren, noch uns täuschen kann, zum Zeugen dessen an, was er gesagt hat. +2 Korinther 2Kor 55 4 3 Quod si etiam opertum est Evangelium nostrum: in iis, qui pereunt, est opertum: Wenn aber unser Evangelium auch verhüllt ist,⁴ so ist es nur vor denen verhüllt, welche verloren gehen; Galater Gal 55 4 3 Ita et nos cum essemus parvuli, sub elementis mundi eramus servientes. So waren auch wir,³ als wir unmündig waren, den Anfangsgründen der Welt dienstbar.⁴ Galater Gal 55 4 3 3 Die zum Glauben bekehrten Juden (Chrys., Theod., Thom.). Die Juden waren bereits vor ihrer Bekehrung natürliche Nachkommen Abrahams und hatten in ihren Vätern die Verheißungen empfangen, welche ihnen wegen der Treue Gottes ein gewisses Recht zu dem Erbe verliehen. -2 Korinther 2Kor 54 4 3 4 Dieses Bild ruft die Verhüllung des Moses in's Gedächtnis zurück: nur diejenigen, welche auf dem Wege des Verderbens wandeln, werden durch einen Vorhang an der Erkenntnis des Evangeliums behindert. +2 Korinther 2Kor 55 4 3 4 Dieses Bild ruft die Verhüllung des Moses in's Gedächtnis zurück: nur diejenigen, welche auf dem Wege des Verderbens wandeln, werden durch einen Vorhang an der Erkenntnis des Evangeliums behindert. Galater Gal 55 4 3 4 Das Zeremonialgesetz ist gemeint, welchem die Juden sich wie einem Vormunde und Sachwalter unterwerfen mussten. Es waren äußere Dinge, von denen die Juden in ihren gottesdienstlichen Verrichtungen abhingen, und denen sie so gewissermaßen dienten. -2 Korinther 2Kor 54 4 4 In quibus Deus hujus sæculi excæcavit mentes infidelium, ut non fulgeat illis illuminatio Evangelii gloriæ Christi, qui est imago Dei. den Ungläubigen, deren Herzen der Gott dieser Welt⁵ verblendet hat,⁶ dass ihnen die Erleuchtung des Evangeliums der Herrlichkeit Christi nicht strahle, welcher das Ebenbild Gottes ist.⁷ +2 Korinther 2Kor 55 4 4 In quibus Deus hujus sæculi excæcavit mentes infidelium, ut non fulgeat illis illuminatio Evangelii gloriæ Christi, qui est imago Dei. den Ungläubigen, deren Herzen der Gott dieser Welt⁵ verblendet hat,⁶ dass ihnen die Erleuchtung des Evangeliums der Herrlichkeit Christi nicht strahle, welcher das Ebenbild Gottes ist.⁷ Galater Gal 55 4 4 At ubi venit plenitudo temporis, misit Deus Filium suum factum ex muliere, factum sub lege, Als aber die Fülle der Zeit kam,⁵ sandte Gott seinen Sohn, gebildet aus einem Weibe,⁶ unter das Gesetz gestellt,⁷ -2 Korinther 2Kor 54 4 4 5 Der Teufel. (Aug., Cyr. v. Alex., Thom.) +2 Korinther 2Kor 55 4 4 5 Der Teufel. (Aug., Cyr. v. Alex., Thom.) Galater Gal 55 4 4 5 Gott hatte eine bestimmte Zeit festgesetzt, in der das Gesetz sein Ziel, ein Zuchtmeister zu sein, erreichen sollte. Der Apostel stellt die Zeit gleichsam als Maß dar, welches durch die Jahre gefüllt wird. -2 Korinther 2Kor 54 4 4 6 Die Ungläubigen werden solche, die verloren gehen, wenn sie sich vom Satan verblenden lassen. +2 Korinther 2Kor 55 4 4 6 Die Ungläubigen werden solche, die verloren gehen, wenn sie sich vom Satan verblenden lassen. Galater Gal 55 4 4 6 Diese Worte widerlegen den Irrtum des Valentinus und anderer, welche sagten, Christus habe einen Leib aus dem Himmel gebracht, und der Doketen, welche ihm einen Scheinleib zuschrieben (Tert., Bas., Hier.). Ebenso vernichtet diese Stelle die Irrlehre des Nestorius, welcher leugnete, dass Maria die Mutter Gottes sei. (Cyr. Alex., Theod.). Gegen die Ebioniter und andere, welche die Mutter Gottes nach der Geburt des Herrn nicht mehr als Jungfrau betrachten wollten, mahnen die heil. Väter, dass das Wort Weib hier ebenso gebraucht wird wie im Evangelium, nämlich einzig um das Geschlecht zu bezeichnen. (Tert., Hier.) Im übrigen weist gerade der kurze Ausspruch: Aus einem Weibe auf den Ausschluss jeder menschlichen Mitwirkung und das Wunder des Heiligen Geistes hin. -2 Korinther 2Kor 54 4 4 7 Das Evangelium verbreitet Licht, weil es die Herrlichkeit Christi verkündet; wie groß aber diese Herrlichkeit ist, sagen die letzten Worte des Verses. Damit ein Bild vollkommen sei, sind drei Stücke erforderlich, welche sich in Christus voll finden: Ähnlichkeit, Ursprung, vollkommenste Gleichheit. +2 Korinther 2Kor 55 4 4 7 Das Evangelium verbreitet Licht, weil es die Herrlichkeit Christi verkündet; wie groß aber diese Herrlichkeit ist, sagen die letzten Worte des Verses. Damit ein Bild vollkommen sei, sind drei Stücke erforderlich, welche sich in Christus voll finden: Ähnlichkeit, Ursprung, vollkommenste Gleichheit. Galater Gal 55 4 4 7 Christus war nicht nur wahrer Mensch, sondern auch vom Eintritt in dieses Leben an dem Gesetze unterworfen. Vergl. [Lk 2,21ff]. Der Apostel betont die Wahrheit der Menschwerdung und der Unterwerfung des Herrn unter das Gesetz, weil sie der Grundstein jener Wahrheit ist, die er sein Evangelium zu nennen pflegt: Die Aufhebung des Gesetzes durch den Tod Christi und die Allgemeinheit des Heiles durch Christus. Galater Gal 55 4 5 Ut eos, qui sub lege erant, redimeret, ut adoptionem filiorum reciperemus. damit er die, welche unter dem Gesetze standen, erlöste, damit wir an Kindes Statt angenommen würden.⁸ -2 Korinther 2Kor 54 4 5 Non enim nosmetipsos prædicamus, sed Jesum Christum Dominum nostrum: nos autem servos vestros per Jesum: Denn nicht uns selbst verkündigen wir, sondern Jesus Christus als unsern Herrn, uns aber als treue Diener durch Jesus.⁸ -2 Korinther 2Kor 54 4 5 8 um Jesu willen. V. 5 ist dem V. 2 parallel und gleichsam seine Fortsetzung, wenngleich er vor allem eine weitere Zurückweisung der Beschuldigung enthält, dass die Predigt des Evangeliums dunkel sei. Der Gegenstand der Predigt ist Jesus Christus als Herr, mithin eine Predigt der Herrlichkeit Christi, der ein Bild Gottes ist. +2 Korinther 2Kor 55 4 5 Non enim nosmetipsos prædicamus, sed Jesum Christum Dominum nostrum: nos autem servos vestros per Jesum: Denn nicht uns selbst verkündigen wir, sondern Jesus Christus als unsern Herrn, uns aber als treue Diener durch Jesus.⁸ +2 Korinther 2Kor 55 4 5 8 um Jesu willen. V. 5 ist dem V. 2 parallel und gleichsam seine Fortsetzung, wenngleich er vor allem eine weitere Zurückweisung der Beschuldigung enthält, dass die Predigt des Evangeliums dunkel sei. Der Gegenstand der Predigt ist Jesus Christus als Herr, mithin eine Predigt der Herrlichkeit Christi, der ein Bild Gottes ist. Galater Gal 55 4 5 8 Die beiden Satzglieder erklären in umgekehrter Folge die beiden letzten Glieder von V. 4; der heil. Paulus kehrt die Folge um, das Verhältnis der Zeiten zu wahren. Christi Sendung hatte als untergeordnetes Ziel die Befreiung der Juden von der Knechtschaft des Gesetzes, und damit die Niederreißung der Trennungsmauer zwischen Juden und Heiden, als höchstes Ziel die verheißene Annahme aller an Kindes Statt. -2 Korinther 2Kor 54 4 6 Quoniam Deus, qui dixit de tenebris lucem splendescere, ipse illuxit in cordibus nostris ad illuminationem scientiæ claritatis Dei, in facie Christi Jesu. Denn Gott, welcher befahl, dass aus Finsternis Licht erglänzte, er ist es, der unsere Herzen erleuchtet hat, dass das Licht der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes strahlend aufging, im Angesichte Christi Jesu.⁹ +2 Korinther 2Kor 55 4 6 Quoniam Deus, qui dixit de tenebris lucem splendescere, ipse illuxit in cordibus nostris ad illuminationem scientiæ claritatis Dei, in facie Christi Jesu. Denn Gott, welcher befahl, dass aus Finsternis Licht erglänzte, er ist es, der unsere Herzen erleuchtet hat, dass das Licht der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes strahlend aufging, im Angesichte Christi Jesu.⁹ Galater Gal 55 4 6 Quoniam autem estis filii, misit Deus Spiritum Filii sui in corda vestra clamantem: Abba, Pater. Weil ihr aber Kinder seid, so sandte Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der da ruft: Abba, Vater!⁹ -2 Korinther 2Kor 54 4 6 9 Nicht ohne besonderen Grund ruft der Apostel den Gläubigen den Akt in's Gedächtnis, durch welchen Gott das Werk der Scheidung begann [Gen 1,3]; denn er, der Vater des Lichtes [Jak 1,17], der gleich am Anfange der körperlichen Schöpfung die Finsternis nicht über dieselbe wollte herrschen lassen, konnte nicht zulassen, dass geistige Finsternis die ganze Erde bedeckte. Dies hatte Paulus an sich selbst einst erfahren, vergl. [1Joh 1,5], und auch die übrigen Apostel haben das Licht empfangen, um die Herzen durch die wahre Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes zu erleuchten. Doch diese Herrlichkeit kann von den Menschen hier auf Erden nicht in sich selbst geschaut werden, hat sich aber in Christus offenbart, der das Bild Gottes ist, damit es im Angesichte Jesu Christi strahlte. Diejenigen also, welche verloren gehen, werden auch der Herrlichkeit des Vaters beraubt, die sich in der heil. Menschheit des Herrn zu erkennen gibt. (Chrys., Ök., Theoph., Thom.) Moses verhüllt sein Haupt, da von seinem Antlitze des Heilandes widerstrahlte, welch andere Herrlichkeit, von dem Antlitze des Heilandes widerstrahlend, erleuchtet von den Aposteln kundgetan, die Welt! +2 Korinther 2Kor 55 4 6 9 Nicht ohne besonderen Grund ruft der Apostel den Gläubigen den Akt in's Gedächtnis, durch welchen Gott das Werk der Scheidung begann [Gen 1,3]; denn er, der Vater des Lichtes [Jak 1,17], der gleich am Anfange der körperlichen Schöpfung die Finsternis nicht über dieselbe wollte herrschen lassen, konnte nicht zulassen, dass geistige Finsternis die ganze Erde bedeckte. Dies hatte Paulus an sich selbst einst erfahren, vergl. [1Joh 1,5], und auch die übrigen Apostel haben das Licht empfangen, um die Herzen durch die wahre Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes zu erleuchten. Doch diese Herrlichkeit kann von den Menschen hier auf Erden nicht in sich selbst geschaut werden, hat sich aber in Christus offenbart, der das Bild Gottes ist, damit es im Angesichte Jesu Christi strahlte. Diejenigen also, welche verloren gehen, werden auch der Herrlichkeit des Vaters beraubt, die sich in der heil. Menschheit des Herrn zu erkennen gibt. (Chrys., Ök., Theoph., Thom.) Moses verhüllt sein Haupt, da von seinem Antlitze des Heilandes widerstrahlte, welch andere Herrlichkeit, von dem Antlitze des Heilandes widerstrahlend, erleuchtet von den Aposteln kundgetan, die Welt! Galater Gal 55 4 6 9 Nur die, welche Kinder Gottes sind, aber diese alle, empfangen den Heil. Geist in ihren Herzen. Die Sendung des Heil. Geistes ist also das göttliche Siegel ihrer Annahme an Kindes Statt und das Unterpfand des zukünftigen Erbes. Dieser lehrt alle rufen, so rufen, wie einst der Heiland rief [Mk 14,36]: Vater! Von der 1. Person Plur., mit welcher Paulus alle Personen umfasst hatte, geht der Apostel zur Anrede an die Galater über, indem er ihre eigene Erfahrung anruft. Der Geist des Sohnes ist die Person des Heil. Geistes selbst. Das aramäische Abba wurde wohl in den Kirchen gebraucht (Grund: [Mt 6,9]) Doch fügte man dem hebräischen die griechische Übersetzung bei, um durch diese Wiederholung das kindliche Vertrauen noch klarer auszudrücken. Galater Gal 55 4 7 Itaque jam non est servus, sed filius: Quod si filius: et heres per Deum. So ist er denn¹⁰ nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, auch Erbe durch Gott. -2 Korinther 2Kor 54 4 7 Habemus autem thesaurum istum in vasis fictilibus: ut sublimitas sit virtutis Dei, et non ex nobis. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen,¹⁰ damit die Überschwenglichkeit der Kraft¹¹ nicht uns, sondern Gott beigemessen werde. -2 Korinther 2Kor 54 4 7 10 Die Gegner hatten wohl das, was der Apostel im vorhergehenden Briefe [1Kor 4,8-13] von sich gesagt, benützt, ihn als einen gottverlassenen Menschen hinzustellen. Der Apostel bekennt noch einmal seine Schwachheit, aber, weist darauf hin, dass Gott dieselbe gewollt, um seine Kraft zu offenbaren. Der Schatz ist das Licht, welches die Apostel empfangen haben, andere zu erleuchten; der Körper ist wie ein irdenes Gefäß, das leicht zerbrochen wird. +2 Korinther 2Kor 55 4 7 Habemus autem thesaurum istum in vasis fictilibus: ut sublimitas sit virtutis Dei, et non ex nobis. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen,¹⁰ damit die Überschwenglichkeit der Kraft¹¹ nicht uns, sondern Gott beigemessen werde. +2 Korinther 2Kor 55 4 7 10 Die Gegner hatten wohl das, was der Apostel im vorhergehenden Briefe [1Kor 4,8-13] von sich gesagt, benützt, ihn als einen gottverlassenen Menschen hinzustellen. Der Apostel bekennt noch einmal seine Schwachheit, aber, weist darauf hin, dass Gott dieselbe gewollt, um seine Kraft zu offenbaren. Der Schatz ist das Licht, welches die Apostel empfangen haben, andere zu erleuchten; der Körper ist wie ein irdenes Gefäß, das leicht zerbrochen wird. Galater Gal 55 4 7 10 Griech.: So bist du denn nicht usw. -2 Korinther 2Kor 54 4 7 11 Die erhabene Kraft, welche an uns erscheint. +2 Korinther 2Kor 55 4 7 11 Die erhabene Kraft, welche an uns erscheint. Galater Gal 55 4 8 Sed tunc quidem ignorantes Deum, iis qui natura non sunt dii, serviebatis. Damals freilich dientet ihr, weil ihr Gott nicht kanntet, Göttern, die in Wirklichkeit keine sind; -2 Korinther 2Kor 54 4 8 In omnibus tribulationem patimur, sed non angustiamur: aporiamur, sed non destituimur: In allem sind wir bedrängt,¹² aber wir werden nicht mutlos; wir sind in Nöten, aber verzagen nicht. -2 Korinther 2Kor 54 4 8 12 Das erste allgemeine Glied wird durch die drei folgenden besonderen erklärt. -2 Korinther 2Kor 54 4 9 Persecutionem patimur, sed non derelinquimur: dejicimur, sed non perimus: Wir leiden Verfolgung, aber werden nicht preisgegeben; wir werden niedergeworfen, aber wir gehen nicht zu Grunde.¹³ +2 Korinther 2Kor 55 4 8 In omnibus tribulationem patimur, sed non angustiamur: aporiamur, sed non destituimur: In allem sind wir bedrängt,¹² aber wir werden nicht mutlos; wir sind in Nöten, aber verzagen nicht. +2 Korinther 2Kor 55 4 8 12 Das erste allgemeine Glied wird durch die drei folgenden besonderen erklärt. +2 Korinther 2Kor 55 4 9 Persecutionem patimur, sed non derelinquimur: dejicimur, sed non perimus: Wir leiden Verfolgung, aber werden nicht preisgegeben; wir werden niedergeworfen, aber wir gehen nicht zu Grunde.¹³ Galater Gal 55 4 9 Nunc autem cum cognoveritis Deum immo cogniti sitis a Deo: quomodo convertimini iterum ad infirma, et egena elementa, quibus denuo servire vultis? jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, oder vielmehr von Gott erkannt seid,¹¹ wie wendet ihr euch wieder zu den schwachen und dürftigen Anfangsgründen, denen ihr von neuem dienen wollet?¹² Galater Gal 55 4 9 11 Da ihr von Gott mannigfache Wohltaten erlangt habt: den Heil. Geist und andere Gaben. Galater Gal 55 4 9 12 Zu den jüdischen Riten. Dieselben sind schwach, weil sie keine Kraft hatten zu heiligen, dürftig, weil sie nur der Schatten künftiger Güter waren. Sie kehren wieder zurück, nachdem sie Christus angezogen und in ihm das Gesetz erfüllt hatten. Vor der Bekehrung hatten sie ein der Knechtschaft des Gesetzes ähnliches Joch getragen, das freilich noch härter war, als das Gesetz. -2 Korinther 2Kor 54 4 9 13 Im Folgenden gibt er Gottes Absicht bei diesen Heimsuchungen an. -2 Korinther 2Kor 54 4 10 Semper mortificationem Jesu in corpore nostro circumferentes, ut et vita Jesu manifestetur in corporibus nostris. Immerdar tragen wir die Tötung Jesu an unserem Leibe herum, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde.¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 4 9 13 Im Folgenden gibt er Gottes Absicht bei diesen Heimsuchungen an. +2 Korinther 2Kor 55 4 10 Semper mortificationem Jesu in corpore nostro circumferentes, ut et vita Jesu manifestetur in corporibus nostris. Immerdar tragen wir die Tötung Jesu an unserem Leibe herum, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde.¹⁴ Galater Gal 55 4 10 Dies observatis, et menses, et tempora, et annos. Ihr beobachtet Tage, und Monate, und Zeiten, und Jahre.¹³ Galater Gal 55 4 10 13 Der Apostel nennt die Teile des jüdischen Kultes, welchen die Galater bereits angenommen. Die Irrlehrer gingen klüglich allmählich und langsam vor. Die Tage sind die Sabbate, die Monate der erste und der siebente, die heiligen Zeiten Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest, die Jahre des Sabbats (7.) und Jubiläums (50.) Jahr. Aber haben nicht auch wir noch bestimmte Zeiten und Tage im Kirchenjahre? Gewiss, aber dieselben haben eine ganz andere Bedeutung für uns, als jene der Juden. Wir feiern nicht das Fest der ungesäuerten Brote, sondern der Auferstehung und des Kreuzes des Herrn, wir rechnen nicht wie die Juden sieben Wochen bis Pfingsten, sondern verehren die Ankunft des Heil. Geistes. Und damit nicht der Mangel an geordneten Versammlungen den Glauben des Volkes an Christus mindere, sind einige Tage bestimmt, an denen wir zusammenkommen, nicht weil die Tage an sich eine besondere Bedeutung haben, sondern damit aus dem gegenseitigen Anblicke, an welchem Tage wir auch zusammenkommen, eine größere Freude entstehe. Aber sind nicht alle Tage zuletzt gleich? Ist Christus nur am Karfreitag am Kreuze zu verehren, nur am Sonntage als auferstanden anzubeten? Gewiss ist jeder Tag ein Tag der Auferstehung des Herrn, und stets genießen wir seinen Leib, aber es sind bestimmte Fast- und Festtage weise aufgestellt worden, um derentwillen, welche mehr der Welt sich weihen als Gott, und nicht ihr ganzes Leben in der Kirche zubringen und vor den menschlichen Handlungen Gott das Opfer ihrer Gebete weder darbringen wollen, noch können. Während wir stets fasten oder immer beten und den Tag des Herrn durch den Empfang seines heil. Leibes feiern können, dürfen die Juden nicht ebenso zu allen Zeiten das Lamm opfern, Pfingsten feiern, fasten usw. (Orig., Hier.) -2 Korinther 2Kor 54 4 10 14 Damit die Apostel auch den auferweckten und in der Herrlichkeit lebenden Heiland an ihrem Leibe offenbar machen. Vom Tage seiner Bekehrung an bis zu der Zeit, wo der heil. Paulus diesen Brief schrieb, war er bereits 24 oder 25 Jahre allen Heimsuchungen preisgegeben. +2 Korinther 2Kor 55 4 10 14 Damit die Apostel auch den auferweckten und in der Herrlichkeit lebenden Heiland an ihrem Leibe offenbar machen. Vom Tage seiner Bekehrung an bis zu der Zeit, wo der heil. Paulus diesen Brief schrieb, war er bereits 24 oder 25 Jahre allen Heimsuchungen preisgegeben. Galater Gal 55 4 11 Timeo vos, ne forte sine causa laboraverim in vobis. Ich bin um euch in Sorge, ich möchte vielleicht vergeblich unter euch gearbeitet haben.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 4 11 Semper enim nos, qui vivimus, in mortem tradimur propter Jesum: ut et vita Jesu manifestetur in carne nostra mortali. Denn immerdar werden wir, die wir leben, dem Tode überliefert um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleische offenbar werde.¹⁵ +2 Korinther 2Kor 55 4 11 Semper enim nos, qui vivimus, in mortem tradimur propter Jesum: ut et vita Jesu manifestetur in carne nostra mortali. Denn immerdar werden wir, die wir leben, dem Tode überliefert um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleische offenbar werde.¹⁵ Galater Gal 55 4 11 14 Ich fürchte, aber verzweifle nicht, ich sehe den Sturm, doch noch habt ihr nicht Schiffbruch gelitten (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 4 11 15 Immer tragen die Apostel die Tötung des Herrn an ihrem Leibe, weil sie immer, lebend, wegen Jesus fortwährender Todesgefahren ausgesetzt werden. Das Leben Jesu aber offenbart sich durch die Erhaltung des Lebens der Apostel. +2 Korinther 2Kor 55 4 11 15 Immer tragen die Apostel die Tötung des Herrn an ihrem Leibe, weil sie immer, lebend, wegen Jesus fortwährender Todesgefahren ausgesetzt werden. Das Leben Jesu aber offenbart sich durch die Erhaltung des Lebens der Apostel. Galater Gal 55 4 12 Estote sicut ego, quia et ego sicut vos: fratres obsecro vos: Nihil me læsistis. Seid wie ich;¹⁵ denn auch ich bin wie ihr.¹⁶ Brüder! ich bitte euch, in nichts habt ihr mich gekränkt.¹⁷ -2 Korinther 2Kor 54 4 12 Ergo mors in nobis operatur, vita autem in vobis. Demnach ist in uns der Tod wirksam, das Leben aber in euch.¹⁶ +2 Korinther 2Kor 55 4 12 Ergo mors in nobis operatur, vita autem in vobis. Demnach ist in uns der Tod wirksam, das Leben aber in euch.¹⁶ Galater Gal 55 4 12 15 Verlasset die Vorschrift des Gesetzes, wie ich sie verlassen habe. -2 Korinther 2Kor 54 4 12 16 Tod und Leben werden wie Personen hingestellt. Wohl werden die Apostel tausend Gefahren preisgegeben, aber sie werden nicht überwunden, noch behindert, ihr Amt bei den Gläubigen auszuüben; auch diesen das Leben mitteilend, dass in ihnen das Leben des Herrn sich offenbart, indem sie gläubig werden. +2 Korinther 2Kor 55 4 12 16 Tod und Leben werden wie Personen hingestellt. Wohl werden die Apostel tausend Gefahren preisgegeben, aber sie werden nicht überwunden, noch behindert, ihr Amt bei den Gläubigen auszuüben; auch diesen das Leben mitteilend, dass in ihnen das Leben des Herrn sich offenbart, indem sie gläubig werden. Galater Gal 55 4 12 16 Auch ich bin vom Gesetze frei geworden, wie ihr es vor eurer Bekehrung waret (Theod.). Galater Gal 55 4 12 17 Im Gegenteile; waret ihr mir bisher stets gehorsam, so werdet ihr mich denn auch jetzt nicht durch Ungehorsam betrüben. Galater Gal 55 4 13 Scitis autem quia per infirmitatem carnis evangelizavi vobis jampridem: et tentationem vestram in carne mea Ihr wisset aber, dass ich in Schwachheit des Fleisches¹⁸ euch ehedem das Evangelium verkündet habe, und eure Prüfung durch mein Fleisch -2 Korinther 2Kor 54 4 13 Habentes autem eundem spiritum fidei, sicut scriptum est: Credidi, propter quod locutus sum: et nos credimus, propter quod et loquimur: Da wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: Ich glaubte, darum redete ich; so glauben auch wir, und darum reden wir auch,¹⁷ [Ps 115,1] -2 Korinther 2Kor 54 4 13 17 Wir reden mitten unter den Verfolgungen. Der Glaube ist, wie der beigefügte Text zeigt, hier der Glaube an die Treue und Gerechtigkeit Gottes, der seine Verheißungen erfüllt und seinen Dienern beisteht, schließt also eine gewisse Hoffnung ein. Die Apostel haben denselben Geist wie jene, die diese Worte geschrieben haben. (Aug., Chrys.) +2 Korinther 2Kor 55 4 13 Habentes autem eundem spiritum fidei, sicut scriptum est: Credidi, propter quod locutus sum: et nos credimus, propter quod et loquimur: Da wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: Ich glaubte, darum redete ich; so glauben auch wir, und darum reden wir auch,¹⁷ [Ps 115,1] +2 Korinther 2Kor 55 4 13 17 Wir reden mitten unter den Verfolgungen. Der Glaube ist, wie der beigefügte Text zeigt, hier der Glaube an die Treue und Gerechtigkeit Gottes, der seine Verheißungen erfüllt und seinen Dienern beisteht, schließt also eine gewisse Hoffnung ein. Die Apostel haben denselben Geist wie jene, die diese Worte geschrieben haben. (Aug., Chrys.) Galater Gal 55 4 13 18 Als ich Verfolgung litt (Aug., Hier., Chrys.) -2 Korinther 2Kor 54 4 14 Scientes quoniam qui suscitavit Jesum, et nos cum Jesu suscitabit, et constituet vobiscum. weil wir wissen, dass der, welcher Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch darstellen wird.¹⁸ +2 Korinther 2Kor 55 4 14 Scientes quoniam qui suscitavit Jesum, et nos cum Jesu suscitabit, et constituet vobiscum. weil wir wissen, dass der, welcher Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch darstellen wird.¹⁸ Galater Gal 55 4 14 Non sprevistis, neque respuistis: sed sicut Angelum Dei excepistis me, sicut Christum Jesum. habt ihr nicht für wert gehalten, gegen sie zu kämpfen und sie verschmäht,¹⁹ sondern wie einen Engel Gottes habt ihr mich aufgenommen, wie Jesus Christus. -2 Korinther 2Kor 54 4 14 18 Gott wird seinen Dienern, seiner Verheißung gemäß. Das ewige Leben geben. Er wird uns mit Jesus auferwecken, damit wir dieselbe Herrlichkeit mit Jesus in Besitz nehmen; denn da wir seine Glieder sind, müssen wir bei dem Haupte sein. +2 Korinther 2Kor 55 4 14 18 Gott wird seinen Dienern, seiner Verheißung gemäß. Das ewige Leben geben. Er wird uns mit Jesus auferwecken, damit wir dieselbe Herrlichkeit mit Jesus in Besitz nehmen; denn da wir seine Glieder sind, müssen wir bei dem Haupte sein. Galater Gal 55 4 14 19 Es war keine geringe Versuchung für euch vorhanden, euch meiner Predigt zu verschließen; doch ihr habt die Versuchung nicht für wert gehalten, sie zu besiegen, derart waret ihr hochherzig, ihr habt sie derart verabscheut, dass nicht einmal der Versuch eines Kampfes notwendig ward. Galater Gal 55 4 15 Ubi est ergo beatitudo vestra? Testimonium enim perhibeo vobis, quia, si fieri posset, oculos vestros eruissetis, et dedissetis mihi. Wo ist daher eure Seligpreisung?²⁰ Ich gebe euch nämlich das Zeugnis, dass ihr, wenn es möglich wäre, euch die Augen ausgerissen und mir gegeben hättet. -2 Korinther 2Kor 54 4 15 Omnia enim propter vos: ut gratia abundans, per multos in gratiarum actione, abundet in gloriam Dei. Denn alles geschieht um euretwillen,¹⁹ damit die Gnade, durch den Dank vieler wachsend, zu desto größerer Verherrlichung Gottes diene. -2 Korinther 2Kor 54 4 15 19 Alles tun und tragen wir um euretwillen. +2 Korinther 2Kor 55 4 15 Omnia enim propter vos: ut gratia abundans, per multos in gratiarum actione, abundet in gloriam Dei. Denn alles geschieht um euretwillen,¹⁹ damit die Gnade, durch den Dank vieler wachsend, zu desto größerer Verherrlichung Gottes diene. +2 Korinther 2Kor 55 4 15 19 Alles tun und tragen wir um euretwillen. Galater Gal 55 4 15 20 Ihr prieset euch selig, dass ihr mich, wenn ich auch durch Verfolgungen und Heimsuchungen behaftet war, aufgenommen hattet. -2 Korinther 2Kor 54 4 16 Propter quod non deficimus: sed licet is, qui foris est, noster homo corrumpatur: tamen is, qui intus est, renovatur de die in diem. Darum verlieren wir nicht den Mut, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere von Tag zu Tag neu.²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 4 16 Propter quod non deficimus: sed licet is, qui foris est, noster homo corrumpatur: tamen is, qui intus est, renovatur de die in diem. Darum verlieren wir nicht den Mut, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere von Tag zu Tag neu.²⁰ Galater Gal 55 4 16 Ergo inimicus vobis factus sum, verum dicens vobis? Bin ich denn euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sagte?²¹ -2 Korinther 2Kor 54 4 16 20 Der heil. Paulus unterscheidet den äußeren und den inneren Menschen nicht etwa in gleicher Weise wie den alten und neuen. Der äußere Mensch ist der Leib mit seinen Sinnen, der innere die Seele mit ihren Kräften. Der sterbliche Leib leidet unter den beständigen Heimsuchungen, während die Seele durch dieselben gestärkt wird, die Sünden abzulegen, und täglich neue Kräfte gewinnt, da sie auf den Lohn schaut, den sie durch Heimsuchungen erlangt. +2 Korinther 2Kor 55 4 16 20 Der heil. Paulus unterscheidet den äußeren und den inneren Menschen nicht etwa in gleicher Weise wie den alten und neuen. Der äußere Mensch ist der Leib mit seinen Sinnen, der innere die Seele mit ihren Kräften. Der sterbliche Leib leidet unter den beständigen Heimsuchungen, während die Seele durch dieselben gestärkt wird, die Sünden abzulegen, und täglich neue Kräfte gewinnt, da sie auf den Lohn schaut, den sie durch Heimsuchungen erlangt. Galater Gal 55 4 16 21 Dies wäre im Gegenteile Ursache gewesen, mich mehr zu ehren; nun aber bin ich euer Feind, da ich euch das wahre Evangelium verkündet habe? Galater Gal 55 4 17 mulantur vos non bene: sed excludere vos volunt, ut illos æmulemini. Sie eifern um euch nicht, wie es recht ist, sondern vielmehr wollen sie euch ausschließen,²² damit ihr euch um sie beeifert. -2 Korinther 2Kor 54 4 17 Id enim, quod in præsenti est momentaneum et leve tribulationis nostræ, supra modum in sublimitate æternum gloriæ pondus operatur in nobis, Denn unsere gegenwärtige Trübsal, die augenblicklich und erträglich ist, bewirkt eine überschwengliche, ewige, alles überwiegende Herrlichkeit in uns,²¹ -2 Korinther 2Kor 54 4 17 21 Ähnlich [Röm 8,18]. Paulus vergleicht die gegenwärtigen Trübsale mit dem zukünftigen Lohne, aber zeigt zugleich durch die Gegenüberstellung, wie sehr der Lohn die Leiden übertreffen wird. Obgleich in der heil. Schrift den guten Werken so viel zugemessen wird, dass Christus selbst verheißt, es werde der, der einem von den Niedrigsten einen Trunk Wasser gebe, seines Lohnes nicht ermangeln, und der Apostel bezeugt, dass das, was in der Gegenwart augenblicklich und leicht an unserer Bedrängnis ist, eine über die Maßen große Herrlichkeit in uns bewirken wird, so sei es doch ferne, dass ein Mensch auf sich selber vertraue oder sich rühme, und nicht im Herrn, dessen Güte gegen alle Menschen so groß ist, dass er will, es soll ihr Verdienst sein, was sein Geschenk ist. (Konzil von Trient, Sitz 6, Kap. 16) +2 Korinther 2Kor 55 4 17 Id enim, quod in præsenti est momentaneum et leve tribulationis nostræ, supra modum in sublimitate æternum gloriæ pondus operatur in nobis, Denn unsere gegenwärtige Trübsal, die augenblicklich und erträglich ist, bewirkt eine überschwengliche, ewige, alles überwiegende Herrlichkeit in uns,²¹ +2 Korinther 2Kor 55 4 17 21 Ähnlich [Röm 8,18]. Paulus vergleicht die gegenwärtigen Trübsale mit dem zukünftigen Lohne, aber zeigt zugleich durch die Gegenüberstellung, wie sehr der Lohn die Leiden übertreffen wird. Obgleich in der heil. Schrift den guten Werken so viel zugemessen wird, dass Christus selbst verheißt, es werde der, der einem von den Niedrigsten einen Trunk Wasser gebe, seines Lohnes nicht ermangeln, und der Apostel bezeugt, dass das, was in der Gegenwart augenblicklich und leicht an unserer Bedrängnis ist, eine über die Maßen große Herrlichkeit in uns bewirken wird, so sei es doch ferne, dass ein Mensch auf sich selber vertraue oder sich rühme, und nicht im Herrn, dessen Güte gegen alle Menschen so groß ist, dass er will, es soll ihr Verdienst sein, was sein Geschenk ist. (Konzil von Trient, Sitz 6, Kap. 16) Galater Gal 55 4 17 22 Nämlich von der Gemeinschaft mit jenem Lehrer, der nicht auf ihrer Seite stand. (Thom.) -2 Korinther 2Kor 54 4 18 Non contemplantibus nobis quæ videntur, sed quæ non videntur. Quæ enim videntur, temporalia sunt: quæ autem non videntur, æterna sunt. wenn wir nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare. Denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ist ewig.²² +2 Korinther 2Kor 55 4 18 Non contemplantibus nobis quæ videntur, sed quæ non videntur. Quæ enim videntur, temporalia sunt: quæ autem non videntur, æterna sunt. wenn wir nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare. Denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ist ewig.²² Galater Gal 55 4 18 Bonum autem æmulamini in bono semper: et non tantum cum præsens sum apud vos. Es ist aber gut, wenn immer um des Guten willen um euch geeifert wird, und nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin.²³ -2 Korinther 2Kor 54 4 18 22 Jene widersprechen der rechtgläubigen Lehre der Religion, welche sagen, dass der Gerechte bei jedem guten Werke wenigstens lässlich sündige oder gar die ewigen Strafen verdiene; sowie auch jene, welche behaupten, dass die Gerechten durch alle Werke sündigen, wenn sie bei denselben, um ihre Lässigkeit anzueifern und sich zum Laufe zu ermuntern, außer der Absicht, Gott zu verherrlichen, auch auf den ewigen Lohn schauen. (Konzil von Trient, Sitz 6, Kap. 11) +2 Korinther 2Kor 55 4 18 22 Jene widersprechen der rechtgläubigen Lehre der Religion, welche sagen, dass der Gerechte bei jedem guten Werke wenigstens lässlich sündige oder gar die ewigen Strafen verdiene; sowie auch jene, welche behaupten, dass die Gerechten durch alle Werke sündigen, wenn sie bei denselben, um ihre Lässigkeit anzueifern und sich zum Laufe zu ermuntern, außer der Absicht, Gott zu verherrlichen, auch auf den ewigen Lohn schauen. (Konzil von Trient, Sitz 6, Kap. 11) Galater Gal 55 4 18 23 Jetzt habt ihr den rechten Weg verlassen. Als ich bei euch war, waret ihr würdig, dass alle um euch eiferten. Meine Abwesenheit war euch Gelegenheit zum Falle. (Chrys., Theoph., Theod.) Galater Gal 55 4 19 Filioli mei, quos iterum parturio, donec formetur Christus in vobis. O meine Kindlein, die ich abermals mit Schmerzen gebäre, bis Christus in euch gestaltet wird!²⁴ Galater Gal 55 4 19 24 Nur an dieser Stelle nennt der heil. Paulus die Christen seine Kinder, wie der heil. Johannes oft. Schmerzen bereiten dem heil. Paulus die Sorgen wegen der Gefahr der Verführung, welche die Galater umgibt (Aug.). @@ -63832,105 +63887,105 @@ Galater Gal 55 4 30 Sed quid dicit Scriptura? Ejice ancillam, et filium ejus: no Galater Gal 55 4 30 39 Zwar sprach Sara diese Worte, aber da Gott sie billigte und Abraham befahl, nach denselben zu handeln, schreibt der Apostel dieselben mit recht Gott zu. Übrigens ward Ismael nicht zur Strafe für eine zeitliche Verfolgung des Erbes beraubt, sondern weil er als Sohn der Unfreien kein Recht auf dasselbe hatte, wie Paulus andeutet, indem er den Sohn der Magd dem Sohne der Freien entgegenstellt. Galater Gal 55 4 31 Itaque, fratres, non sumus ancillæ filii, sed liberæ: qua libertate Christus nos liberavit. Demnach, Brüder! sind wir nicht Kinder der Magd, sondern der Freien, vermöge der Freiheit, mit der Christus uns befreit hat.⁴⁰ Galater Gal 55 4 31 40 Die Kirche ist frei, weil sie Sara, der freien, entspricht (V. 26); wir sind Söhne der freien, weil wir wie Isaak nicht nach dem Fleische, sondern nach dem Geiste kraft der der Kirche gemachten Verheißung gezeugt werden (V. 28), und weil wir deshalb wie Isaak von den Söhnen der Magd Verfolgung dulden und wie er das Recht auf das Erbe besitzen. -2 Korinther 2Kor 54 5 0 In der Hoffnung auf eine glorreiche Auferstehung sucht der Apostel einzig Christus, dem Richter, zu gefallen. (V. 10) b. Beweggründe, welche die Apostel bei der Verwaltung ihres Amtes leiten (5,11 6,10): Welches ist das Ziel dieser Verteidigung? (V. 13) Die Liebe Christi treibt und leitet die Apostel. -Galater Gal 55 5 0 III. Ermahnender Teil (5,1 6,10): Praktische Folgerungen und Mahnungen. 1. Praktische Folgerungen aus der vorgelegten Lehre (5,11 25): a: Die Galater mögen sich hüten, die Gnade Gottes zu verlieren, indem sie sich dem Gesetze unterwerfen. (V. 6) b. Die Verführer der Galater verdienen schwere Strafe. (V. 12) c. Die Gläubigen mögen sich hüten, nicht die Freiheit des Evangeliums in die Knechtschaft des Fleisches zu verkehren (V. 25): Von dem Gesetze befreit, mögen sie die Feindschaft durch die Übung der Liebe meiden. (V. 15) Um die Knechtschaft des Fleisches zu meiden, mögen sie im Geiste wandeln. (V. 25) 2. Verschiedene Mahnungen (5,26 6,10) +2 Korinther 2Kor 55 5 0 In der Hoffnung auf eine glorreiche Auferstehung sucht der Apostel einzig Christus, dem Richter, zu gefallen. (V. 10) b. Beweggründe, welche die Apostel bei der Verwaltung ihres Amtes leiten (5,11 6,10): Welches ist das Ziel dieser Verteidigung? (V. 13) Die Liebe Christi treibt und leitet die Apostel. +Galater Gal 55 5 0 III. Ermahnender Teil (5,1 6,10): Praktische Folgerungen und Mahnungen. 1. Praktische Folgerungen aus der vorgelegten Lehre (5,11 25): a: Die Galater mögen sich hüten, die Gnade Gottes zu verlieren, indem sie sich dem Gesetze unterwerfen. (V. 6) b. Die Verführer der Galater verdienen schwere Strafe. (V. 12) c. Die Gläubigen mögen sich hüten, nicht die Freiheit des Evangeliums in die Knechtschaft des Fleisches zu verkehren (V. 25): Von dem Gesetze befreit, mögen sie die Feindschaft durch die Übung der Liebe meiden. (V. 15) Um die Knechtschaft des Fleisches zu meiden, mögen sie im Geiste wandeln. (V. 25) 2. Verschiedene Mahnungen (5,26 6,10) Galater Gal 55 5 1 State, et nolite iterum jugo servitutis contineri. Seid standhaft, und lasset euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen! -2 Korinther 2Kor 54 5 1 Scimus enim quoniam si terrestris domus nostra hujus habitationis dissolvatur, quod ædificationem ex Deo habemus, domum non manufactam, æternam in clis. Denn wir wissen, dass, wenn diese unsere irdische Hütte abgebrochen wird, wir einen Bau von Gott empfangen, ein nicht mit Händen gemachtes ewiges Haus im Himmel. -2 Korinther 2Kor 54 5 2 Nam et in hoc ingemiscimus, habitationem nostram, quæ de clo est, superindui cupientes: Denn auch in dieser Hütte seufzen wir voll Verlangen, mit unserer Wohnung, die vom Himmel ist, überkleidet zu werden;¹ +2 Korinther 2Kor 55 5 1 Scimus enim quoniam si terrestris domus nostra hujus habitationis dissolvatur, quod ædificationem ex Deo habemus, domum non manufactam, æternam in clis. Denn wir wissen, dass, wenn diese unsere irdische Hütte abgebrochen wird, wir einen Bau von Gott empfangen, ein nicht mit Händen gemachtes ewiges Haus im Himmel. +2 Korinther 2Kor 55 5 2 Nam et in hoc ingemiscimus, habitationem nostram, quæ de clo est, superindui cupientes: Denn auch in dieser Hütte seufzen wir voll Verlangen, mit unserer Wohnung, die vom Himmel ist, überkleidet zu werden;¹ Galater Gal 55 5 2 Ecce ego Paulus dico vobis: quoniam si circumcidamini, Christus vobis nihil proderit. Sehet, ich Paulus¹ sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasset, so wird Christus euch nichts nützen.² -2 Korinther 2Kor 54 5 2 1 Der Apostel stellt die gebrechliche und zeitweise Wohnung, den Leib, der festen und beständigen Wohnung entgegen, die derselbe verherrlicht im Himmel sein wird. +2 Korinther 2Kor 55 5 2 1 Der Apostel stellt die gebrechliche und zeitweise Wohnung, den Leib, der festen und beständigen Wohnung entgegen, die derselbe verherrlicht im Himmel sein wird. Galater Gal 55 5 2 1 Apostel Jesu Christi. Galater Gal 55 5 2 2 Widerspricht dem nicht [Röm 2,25]? Keineswegs, da der Apostel an der letzten Stelle von der Beschneidung vor der Verkündigung des Evangeliums redet. Wenn der Apostel ferner den Timotheus beschnitt, so tat er dies nicht, weil er ihn so zu einem vollkommenen Christen machen wollte, sondern um zu verhindern, dass dieser von den ungläubigen Juden, unter denen er das Evangelium verkünden wollte, als unreiner Heide verworfen würde. Dem also schadet die Beschneidung, der von ihr etwas erhofft (Hier.), nicht dem, der ihr keine Bedeutung für seine Seele zuschreibt (Aug.). Wer sich beschneiden lässt, tut es aus Furcht vor dem Gesetze, wer aber das Gesetz fürchtet, glaubt nicht an die Macht Christi, wer aber nicht an Christus glaubt, erlangt auch nichts von ihm (Chrys.). Die Beschneidung war das Zeichen des noch zukünftigen Messias; wer sich aus religiöser Verehrung beschneiden ließ, glaubte also nicht, dass er schon gekommen sei (Thom.). Galater Gal 55 5 3 Testificor autem rursus omni homini circumcidenti se, quoniam debitor est universæ legis faciendæ. Ich bezeuge³ es noch einmal jedem Menschen, der sich beschneiden lässt:⁴ er ist schuldig, das ganze Gesetz zu erfüllen.⁵ -2 Korinther 2Kor 54 5 3 Si tamen vestiti, non nudi inveniamur. wenn anders wir bekleidet, nicht bloß befunden werden.² -2 Korinther 2Kor 54 5 3 2 Kann das Begehren der Natur nicht vergeblich sein, so noch weniger das der Gnade; denn ein Sehnen, das sein Ziel nicht erreicht, konnte Gott nicht in das Herz senken. Mit den letzten Worten verlässt der Apostel das vorige Bild und wählt das eines Kleides, welches angetan wird. In V. 4 verbindet er wiederum beide Bilder. Niemand wird überkleidet, der nicht bereits bekleidet ist (Tert.). Darum fügt der Apostel genauere Erklärungen bei: wenn wir indes mit dem sterblichen Leibe bekleidet, seiner noch nicht beraubt, erfunden werden. +2 Korinther 2Kor 55 5 3 Si tamen vestiti, non nudi inveniamur. wenn anders wir bekleidet, nicht bloß befunden werden.² +2 Korinther 2Kor 55 5 3 2 Kann das Begehren der Natur nicht vergeblich sein, so noch weniger das der Gnade; denn ein Sehnen, das sein Ziel nicht erreicht, konnte Gott nicht in das Herz senken. Mit den letzten Worten verlässt der Apostel das vorige Bild und wählt das eines Kleides, welches angetan wird. In V. 4 verbindet er wiederum beide Bilder. Niemand wird überkleidet, der nicht bereits bekleidet ist (Tert.). Darum fügt der Apostel genauere Erklärungen bei: wenn wir indes mit dem sterblichen Leibe bekleidet, seiner noch nicht beraubt, erfunden werden. Galater Gal 55 5 3 3 Ich rufe Gott zum Zeugen an. Galater Gal 55 5 3 4 Der sich jetzt noch beschneiden lässt in der falschen Meinung, die Beschneidung sei notwendig. Galater Gal 55 5 3 5 Wer im Gesetze Gerechtigkeit und Seligkeit zu finden hofft, hat keinen Teil an Christus. Durch Taufe und Glaube hatten sie Christus angezogen und waren ihm eingepflanzt worden [Joh 15,4ff]; sobald sie sich dem Gesetze zuwenden, welches nur der Zuchtmeister auf Christus war, sagen sie sich von diesem los. -2 Korinther 2Kor 54 5 4 Nam et qui sumus in hoc tabernaculo, ingemiscimus gravati: eo quod nolumus exspoliari, sed supervestiri, ut absorbeatur quod mortale est, a vita. Denn auch da wir in diesem Zelte sind, seufzen wir bedrückt, weil wir nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen,³ so dass das Sterbliche vom Leben verschlungen wird. +2 Korinther 2Kor 55 5 4 Nam et qui sumus in hoc tabernaculo, ingemiscimus gravati: eo quod nolumus exspoliari, sed supervestiri, ut absorbeatur quod mortale est, a vita. Denn auch da wir in diesem Zelte sind, seufzen wir bedrückt, weil wir nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen,³ so dass das Sterbliche vom Leben verschlungen wird. Galater Gal 55 5 4 Evacuati estis a Christo, qui in lege justificamini: a gratia excidistis. Ihr habt keinen Teil mehr an Christus, wenn ihr durch das Gesetz wollt gerechtfertigt werden; ihr seid der Gnade verlustig gegangen. -2 Korinther 2Kor 54 5 4 3 Sie wünschen, dass der Leib, während die Seele in ihm bleibt, aus einem vergänglichen ein unsterblicher und verherrlichter werde. -2 Korinther 2Kor 54 5 5 Qui autem efficit nos in hoc ipsum, Deus, qui dedit nobis pignus spiritus. Der uns aber hierzu bereit macht, ist Gott,⁴ der uns das Unterpfand des Geistes gegeben hat.⁵ +2 Korinther 2Kor 55 5 4 3 Sie wünschen, dass der Leib, während die Seele in ihm bleibt, aus einem vergänglichen ein unsterblicher und verherrlichter werde. +2 Korinther 2Kor 55 5 5 Qui autem efficit nos in hoc ipsum, Deus, qui dedit nobis pignus spiritus. Der uns aber hierzu bereit macht, ist Gott,⁴ der uns das Unterpfand des Geistes gegeben hat.⁵ Galater Gal 55 5 5 Nos enim spiritu ex fide, spem justitiæ exspectamus. Denn wir⁶ erwarten im Geiste⁷ aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit.⁸ -2 Korinther 2Kor 54 5 5 4 Der Apostel deutet auf [Hos 13,14] hin. -2 Korinther 2Kor 54 5 5 5 Der Apostel muss noch beweisen, dass die Sehnsucht, von der er gesprochen, uns von Gott in's Herz gegeben ist: der uns hierzu bereit macht: dass wir nicht beraubt, sondern überkleidet werden wollen. (Cyr. v. Alex., Tert., Hier.) Jetzt glauben wir an die Herrlichkeit Christi, einst werden wir sie schauen. +2 Korinther 2Kor 55 5 5 4 Der Apostel deutet auf [Hos 13,14] hin. +2 Korinther 2Kor 55 5 5 5 Der Apostel muss noch beweisen, dass die Sehnsucht, von der er gesprochen, uns von Gott in's Herz gegeben ist: der uns hierzu bereit macht: dass wir nicht beraubt, sondern überkleidet werden wollen. (Cyr. v. Alex., Tert., Hier.) Jetzt glauben wir an die Herrlichkeit Christi, einst werden wir sie schauen. Galater Gal 55 5 5 6 Die durch die Taufe mit Christus verbundenen. Galater Gal 55 5 5 7 Im Heil. Geiste (Chrys., Theod.). Wie der Heil. Geist die bewirkende Ursache, so ist der Glaube die subjektive, disponierende. Galater Gal 55 5 5 8 Das, was die Gerechtigkeit hofft (Theod., Thom.). Galater Gal 55 5 6 Nam in Christo Jesu neque circumcisio aliquid valet, neque præputium: sed fides, quæ per caritatem operatur. In Christus Jesus⁹ vermag ja weder Beschneidung etwas, noch Unbeschnittensein, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.¹⁰ -2 Korinther 2Kor 54 5 6 Audentes igitur semper, scientes quoniam dum sumus in corpore, peregrinamur a Domino: Darum hegen wir festes Vertrauen immerdar, indem wir wissen, dass, so lange wir im Leibe sind, wir in der Fremde sind, fern vom Herrn, +2 Korinther 2Kor 55 5 6 Audentes igitur semper, scientes quoniam dum sumus in corpore, peregrinamur a Domino: Darum hegen wir festes Vertrauen immerdar, indem wir wissen, dass, so lange wir im Leibe sind, wir in der Fremde sind, fern vom Herrn, Galater Gal 55 5 6 9 Bei denen, die in Christus Jesus sind. Beschneidung und Vorhaut tun nichts für die Seligkeit. Galater Gal 55 5 6 10 Wie wir das Leben des Körpers aus seiner Bewegung erkennen, so das Leben des Glaubens aus den guten Werken. Wie der Leib tot ist, wenn die Seele ihn verlässt, so der Glaube, wenn die Liebe weicht. Um diesen lebendigen Glauben bitten die Katechumenen vor der Taufe, denn kein anderer vereint mit Christus. (Konzil von Trient, Sitz 6, Von der Rechtfert. 7) -2 Korinther 2Kor 54 5 7 (Per fidem enim ambulamus, et non per speciem.) (denn im Glauben wandeln wir, und nicht im Schauen.) +2 Korinther 2Kor 55 5 7 (Per fidem enim ambulamus, et non per speciem.) (denn im Glauben wandeln wir, und nicht im Schauen.) Galater Gal 55 5 7 Currebatis bene: quis vos impedivit veritati non obedire? Ihr waret in gutem Laufe,¹¹ wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Galater Gal 55 5 7 11 Das Bild ist von den in öffentlichen Wettläufen um eine Belohnung Streitenden hergenommen. Vergl. [1Kor 9,24]. Wer dort zu gewinnen wünscht, muss den rechten Weg und die vorgeschriebene Weise innehalten und so an das Ziel kommen. Die Galater hatten, noch ehe sie das Ziel erreicht, den rechten Weg verlassen. Galater Gal 55 5 8 Persuasio hæc non est ex eo, qui vocat vos. Diese Überredung¹² kommt nicht von dem, der euch beruft.¹³ -2 Korinther 2Kor 54 5 8 Audemus autem, et bonam voluntatem habemus magis peregrinari a corpore, et præsentes esse ad Dominum. Ja, wir hegen festes Vertrauen und unser Sinn geht darauf, eher auszuziehen aus dem Leibe und einzugehen zu dem Herrn.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 5 8 6 Diese Erwägung, dass wir den Leib verlassend nicht mehr von dem Herrn fern sind, mehrt das Vertrauen der apostolischen Arbeiter und bewirkt, dass sie selbst den Tod, wenn auch die Natur eher verlangt, überkleidet als entkleidet zu werden, nicht nur nicht fürchten, sondern wünschen. +2 Korinther 2Kor 55 5 8 Audemus autem, et bonam voluntatem habemus magis peregrinari a corpore, et præsentes esse ad Dominum. Ja, wir hegen festes Vertrauen und unser Sinn geht darauf, eher auszuziehen aus dem Leibe und einzugehen zu dem Herrn.⁶ +2 Korinther 2Kor 55 5 8 6 Diese Erwägung, dass wir den Leib verlassend nicht mehr von dem Herrn fern sind, mehrt das Vertrauen der apostolischen Arbeiter und bewirkt, dass sie selbst den Tod, wenn auch die Natur eher verlangt, überkleidet als entkleidet zu werden, nicht nur nicht fürchten, sondern wünschen. Galater Gal 55 5 8 12 Die Bemühungen der falschen Apostel, die Gläubigen mitten im Laufe aufzuhalten. Galater Gal 55 5 8 13 Wenn nicht von Gott dem Vater, werden die Verführer vom Teufel geleitet (Thom.). Galater Gal 55 5 9 Modicum fermentum totam massam corrumpit. Ein wenig¹⁴ Sauerteig¹⁵ zersetzt die ganze Masse. [1Kor 5,6] -2 Korinther 2Kor 54 5 9 Et ideo contendimus sive absentes, sive præsentes placere illi. Darum bemühen wir uns auch, sei es im Leibe, sei es außerhalb desselben, ihm zu gefallen.⁷ -2 Korinther 2Kor 54 5 9 7 Am Tage, wo er kommt. +2 Korinther 2Kor 55 5 9 Et ideo contendimus sive absentes, sive præsentes placere illi. Darum bemühen wir uns auch, sei es im Leibe, sei es außerhalb desselben, ihm zu gefallen.⁷ +2 Korinther 2Kor 55 5 9 7 Am Tage, wo er kommt. Galater Gal 55 5 9 14 Sind jene Irrlehrer auch wenig zahlreich, so ist die Gefahr doch nicht klein. Ein Funke ist etwas Kleines, und dennoch kann er Häuser und Städte in Asche legen, und wie der Krebs den ganzen Körper allmählich angreift und ein räudiges Schaf alle ansteckt, so bringen jene sicheres Unheil, wenn ihr euch nicht von ihnen entfernt (Hier.). Galater Gal 55 5 9 15 Die Verführer. -2 Korinther 2Kor 54 5 10 Omnes enim nos manifestari oportet ante Tribunal Christi, ut referat unusquisque propria corporis, prout gessit, sive bonum, sive malum. Denn alle müssen wir⁸ offenbar werden⁹ vor dem Richterstuhle Christi, damit ein jeder, je nachdem er in seinem Leibe Gutes oder Böses getan hat, darnach empfange. [Röm 14,10] +2 Korinther 2Kor 55 5 10 Omnes enim nos manifestari oportet ante Tribunal Christi, ut referat unusquisque propria corporis, prout gessit, sive bonum, sive malum. Denn alle müssen wir⁸ offenbar werden⁹ vor dem Richterstuhle Christi, damit ein jeder, je nachdem er in seinem Leibe Gutes oder Böses getan hat, darnach empfange. [Röm 14,10] Galater Gal 55 5 10 Ego confido in vobis in Domino, quod nihil aliud sapietis: qui autem conturbat vos, portabit judicium, quicumque est ille. Ich¹⁶ habe das Vertrauen zu euch im Herrn,¹⁷ dass ihr nicht anders gesinnt sein werdet; wer euch aber irre macht, wird sein Urteil tragen,¹⁸ wer er auch sein mag.¹⁹ -2 Korinther 2Kor 54 5 10 8 Wir mögen noch leben oder schon gestorben sein. -2 Korinther 2Kor 54 5 10 9 Wir müssen am jüngsten Gerichte nicht nur erscheinen, sondern auch offenbar werden, damit wir, was wir durch den Leib (in der Zeit, wo der Mensch im Leibe war) gehandelt haben, hier, nachdem wir Gutes oder Böses getan, Lohn oder Strafe empfangen. Damit aber wird keineswegs der Nutzen geleugnet, den unsere Gebete den Abgeschiedenen bringen: dies eben haben ja die in der Gnade Abgeschiedenen sich erworben, dass ihnen die Fürbitten für sie Nutzen bringen, und darum können diese Fürbitten nicht allen zu Hilfe kommen, weil nicht alle gleich gelebt haben (Aug.). +2 Korinther 2Kor 55 5 10 8 Wir mögen noch leben oder schon gestorben sein. +2 Korinther 2Kor 55 5 10 9 Wir müssen am jüngsten Gerichte nicht nur erscheinen, sondern auch offenbar werden, damit wir, was wir durch den Leib (in der Zeit, wo der Mensch im Leibe war) gehandelt haben, hier, nachdem wir Gutes oder Böses getan, Lohn oder Strafe empfangen. Damit aber wird keineswegs der Nutzen geleugnet, den unsere Gebete den Abgeschiedenen bringen: dies eben haben ja die in der Gnade Abgeschiedenen sich erworben, dass ihnen die Fürbitten für sie Nutzen bringen, und darum können diese Fürbitten nicht allen zu Hilfe kommen, weil nicht alle gleich gelebt haben (Aug.). Galater Gal 55 5 10 16 Ich: Wie ich denke, denket auch ihr! Galater Gal 55 5 10 17 Der Herr ist die Quelle aller Hoffnung und Zuversicht, er wird die irrtümliche Meinung der Galater bessern. Galater Gal 55 5 10 18 Das Urteil wird wohl die Verdammnis sein. Galater Gal 55 5 10 19 Die falschen Propheten genossen großes Ansehen. -2 Korinther 2Kor 54 5 11 Scientes ergo timorem Domini hominibus suademus, Deo autem manifesti sumus. Spero autem et in conscientiis vestris manifestos nos esse. Da wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist,¹⁰ überzeugen wir die Menschen,¹¹ und Gott sind wir offenbar. Ich hoffe aber, dass wir auch in euren Gewissen offenbar sind. +2 Korinther 2Kor 55 5 11 Scientes ergo timorem Domini hominibus suademus, Deo autem manifesti sumus. Spero autem et in conscientiis vestris manifestos nos esse. Da wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist,¹⁰ überzeugen wir die Menschen,¹¹ und Gott sind wir offenbar. Ich hoffe aber, dass wir auch in euren Gewissen offenbar sind. Galater Gal 55 5 11 Ego autem, fratres, si circumcisionem adhuc prædico: quid adhuc persecutionem patior? Ergo evacuatum est scandalum crucis. Wenn ich aber, Brüder! noch die Beschneidung predigte,²⁰ warum leide ich dann noch Verfolgung?²¹ So ist ja das Ärgernis des Kreuzes abgetan!²² -2 Korinther 2Kor 54 5 11 10 Die Furcht des Herrn, von welcher der Apostel hier redet, ist die kindliche Furcht. Zuweilen bezeichnet das Wort Furcht auch den Gegenstand derselben, hier also das schreckliche Weltgericht: die Furcht vor dem Gerichte, welches der Herr einst halten wird (Chrys., Theod.). -2 Korinther 2Kor 54 5 11 11 Der Gegenstand der Überzeugung ist, dass wir uns bemühen, Christus, dem Richter, zu gefallen. Der Apostel denkt an seine Gegner. Um dem Herrn zu gefallen, muss man selbst jede böse Meinung zu entfernen suchen, welche unsere Tätigkeit für Gott beeinträchtigt (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 5 11 10 Die Furcht des Herrn, von welcher der Apostel hier redet, ist die kindliche Furcht. Zuweilen bezeichnet das Wort Furcht auch den Gegenstand derselben, hier also das schreckliche Weltgericht: die Furcht vor dem Gerichte, welches der Herr einst halten wird (Chrys., Theod.). +2 Korinther 2Kor 55 5 11 11 Der Gegenstand der Überzeugung ist, dass wir uns bemühen, Christus, dem Richter, zu gefallen. Der Apostel denkt an seine Gegner. Um dem Herrn zu gefallen, muss man selbst jede böse Meinung zu entfernen suchen, welche unsere Tätigkeit für Gott beeinträchtigt (Chrys.). Galater Gal 55 5 11 20 Die falschen Apostel sagten wohl, dass Paulus selbst das Gesetz beobachte und nicht überall dasselbe predige (Theod.), indem sie die Anbequemung des Apostels [1Kor 9,1.22] so auslegten. Zudem hatte der Apostel beim Beginne seiner zweiten Reise mitten in Galatien den Timotheus beschnitten. [Apg 16,3] Galater Gal 55 5 11 21 Die ersten Christen wurden von den Juden nicht so verfolgt, weil sie Jesus als den verheißenen Messias predigten, als vielmehr weil man meinte, dass sie das Gesetz abschafften. Vergl. [Apg 6,13, Apg 21,28]. Auf dieser Weise waren die Verfolgungen besonders zahlreich und schwer gewesen. [Apg 16,16ff, Apg 17,5ff13ff, Apg 18,6.9ff] Galater Gal 55 5 11 22 Der Apostel redet ironisch. Galater Gal 55 5 12 Utinam et abscindantur qui vos conturbant. Möchten doch die, welche euch irre machen, auch abgeschnitten werden!²³ -2 Korinther 2Kor 54 5 12 Non iterum commendamus nos vobis, sed occasionem damus vobis gloriandi pro nobis: ut habeatis ad eos, qui in facie gloriantur, et non in corde. Wir wollen uns euch nicht wiederum empfehlen, sondern geben euch Anlass, euch unser zu rühmen, damit ihr denen antworten könnet, die ihren Ruhm im Äußern und nicht im Innern suchen.¹² -2 Korinther 2Kor 54 5 12 12 Der heil. Paulus beschreibt die falschen Apostel als Heuchler. +2 Korinther 2Kor 55 5 12 Non iterum commendamus nos vobis, sed occasionem damus vobis gloriandi pro nobis: ut habeatis ad eos, qui in facie gloriantur, et non in corde. Wir wollen uns euch nicht wiederum empfehlen, sondern geben euch Anlass, euch unser zu rühmen, damit ihr denen antworten könnet, die ihren Ruhm im Äußern und nicht im Innern suchen.¹² +2 Korinther 2Kor 55 5 12 12 Der heil. Paulus beschreibt die falschen Apostel als Heuchler. Galater Gal 55 5 12 23 Eigentlich: Verstümmelt werden. Mögen sie sich nicht nur beschneiden, sondern selbst verstümmeln. Denn wenn die Beschneidung eines Gliedes schon so viel nützt, wie viel mehr erst die Verstümmelung. Götzendiener nahmen eine solche zu Ehren ihrer Götzen vor (Tert., Ambr., Chrys., Hier., Theoph.). Der Apostel redet nicht aus Abneigung gegen seine Gegner, sondern aus Liebe zur Kirche so hart. Galater Gal 55 5 13 Vos enim in libertatem vocati estis, fratres: tantum ne libertatem in occasionem detis carnis, sed per caritatem Spiritus servite invicem. Denn ihr seid zur Freiheit²⁴ berufen, Brüder! nur gebrauchet die Freiheit nicht zum Anlasse für das Fleisch, sondern dienet einander durch die Liebe des Geistes.²⁵ -2 Korinther 2Kor 54 5 13 Sive enim mente excedimus, Deo: sive sobrii sumus, vobis. Denn sei es, dass wir uns übernehmen, so ist es für Gott; sei es, dass wir uns mäßigen, so ist es für euch.¹³ -2 Korinther 2Kor 54 5 13 13 Wir mögen, durch den Eifer hingerissen, das Evangelium gelegen oder ungelegen verkündend, gleichsam von Sinnen scheinen, so gereicht unser Tun zur Ehre Gottes, oder wir mögen mit Mäßigung unseren Beruf üben, so gereicht die Mäßigung zu eurem Nutzen. +2 Korinther 2Kor 55 5 13 Sive enim mente excedimus, Deo: sive sobrii sumus, vobis. Denn sei es, dass wir uns übernehmen, so ist es für Gott; sei es, dass wir uns mäßigen, so ist es für euch.¹³ +2 Korinther 2Kor 55 5 13 13 Wir mögen, durch den Eifer hingerissen, das Evangelium gelegen oder ungelegen verkündend, gleichsam von Sinnen scheinen, so gereicht unser Tun zur Ehre Gottes, oder wir mögen mit Mäßigung unseren Beruf üben, so gereicht die Mäßigung zu eurem Nutzen. Galater Gal 55 5 13 24 Zur Freiheit von dem Gesetze. Galater Gal 55 5 13 25 Das Fleisch ist der niedere Teil des Menschen, welcher nach dem Verluste der ursprünglichen Gnade nicht allein der Neigung zum Guten entbehrt, sondern auch die Reizung der Sünde in sich bewahrt und gegen den Geist sich erhebend dem Gesetze der Sünde dient. Nicht dazu ist euch von Christus die Freiheit gegeben, damit ihr das Gute verlasset, sondern damit ihr ohne Joch recht wandelt. Galater Gal 55 5 14 Omnis enim lex in uno sermone impletur: Diliges proximum tuum sicut teipsum. Denn das ganze Gesetz wird durch das eine Wort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.²⁶ [Lev 19,18, Mt 22,39, Röm 13,8] -2 Korinther 2Kor 54 5 14 Caritas enim Christi urget nos: æstimantes hoc, quoniam si unus pro omnibus mortuus est, ergo omnes mortui sunt: Denn die Liebe Christi¹⁴ drängt uns, indem wir also urteilen: Ist einer für alle gestorben, so sind alle gestorben;¹⁵ -2 Korinther 2Kor 54 5 14 14 Die Liebe Christi gegen die Menschen (Chrys., J. Dam., Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 5 14 15 Alle sind durch Teilnahme an dem Tode Christi in dem gestorben, was sie zuvor waren, d. i. als Glieder des alten Menschen, Adam. Der Tod Christi hat so hohen Wert, dass er die Stelle des Todes aller vertritt seinem Werte nach, wenngleich er dies seiner Wirksamkeit nach nur für die tut, welche auf den Tod Christi getauft werden, und so geistig mit ihm sterben. +2 Korinther 2Kor 55 5 14 Caritas enim Christi urget nos: æstimantes hoc, quoniam si unus pro omnibus mortuus est, ergo omnes mortui sunt: Denn die Liebe Christi¹⁴ drängt uns, indem wir also urteilen: Ist einer für alle gestorben, so sind alle gestorben;¹⁵ +2 Korinther 2Kor 55 5 14 14 Die Liebe Christi gegen die Menschen (Chrys., J. Dam., Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 5 14 15 Alle sind durch Teilnahme an dem Tode Christi in dem gestorben, was sie zuvor waren, d. i. als Glieder des alten Menschen, Adam. Der Tod Christi hat so hohen Wert, dass er die Stelle des Todes aller vertritt seinem Werte nach, wenngleich er dies seiner Wirksamkeit nach nur für die tut, welche auf den Tod Christi getauft werden, und so geistig mit ihm sterben. Galater Gal 55 5 14 26 Da die Liebe in zwei Geboten ihre Erfüllung findet, der Liebe Gottes und des Nächsten, warum erwähnt der Apostel hier und in dem Briefe an die Römer nur die Nächstenliebe? Weil die Menschen die Gottesliebe heucheln können, da seltener Versuchungen diese treffen, wer aber die Nächstenliebe nicht hat, wird dessen bald überführt. Übrigens wird der, welcher Gott aus ganzem Herzen liebt, auch den Nächsten lieben wie sich selbst, weil der es befiehlt, den er von ganzem Herzen liebt; und umgekehrt, wie kann der, der alle Menschen liebt, Gott nicht lieben, durch dessen Gnade er die Liebe des Nächsten vollbringt? Da also ein Gebot ohne das andere nicht sein kann, genügte es das eine zu erwähnen, und zwar das, über dessen Erfüllung die Gewissheit leichter ist. Galater Gal 55 5 15 Quod si invicem mordetis, et comeditis: videte ne ab invicem consumamini. Wenn ihr aber einander beißet und esset, sehet zu, dass ihr euch nicht gegenseitig aufzehret.²⁷ -2 Korinther 2Kor 54 5 15 Et pro omnibus mortuus est Christus: ut, et qui vivunt, jam non sibi vivant, sed ei, qui pro ipsis mortuus est et resurrexit. und für alle ist Christus gestorben, damit auch die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.¹⁶ -2 Korinther 2Kor 54 5 15 16 Diejenigen, welche dem alten Menschen nach gestorben sind, haben in der Taufe ein neues Leben empfangen, dessen Ursprung der Tod Christi ist, und darum müssen sie es nach dem Willen dessen, dem sie es verdanken, gebrauchen; um so mehr als die Gläubigen nicht allein dem Tode des Herrn, sondern auch seiner Auferstehung vereint sind. Nun war das Ziel des Todes Christi, dass die, welche nach dem geistigen Tode des alten Menschen zu einem neuen Leben erweckt sind, dies nicht dazu verwenden, nur ihre eigenen Vorteile zu suchen und ihren Wünschen nachzujagen, sondern alle ihre Gedanken und Werke auf den zu richten, der für unsere Sünden gestorben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt und unser Vorbild ist. +2 Korinther 2Kor 55 5 15 Et pro omnibus mortuus est Christus: ut, et qui vivunt, jam non sibi vivant, sed ei, qui pro ipsis mortuus est et resurrexit. und für alle ist Christus gestorben, damit auch die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.¹⁶ +2 Korinther 2Kor 55 5 15 16 Diejenigen, welche dem alten Menschen nach gestorben sind, haben in der Taufe ein neues Leben empfangen, dessen Ursprung der Tod Christi ist, und darum müssen sie es nach dem Willen dessen, dem sie es verdanken, gebrauchen; um so mehr als die Gläubigen nicht allein dem Tode des Herrn, sondern auch seiner Auferstehung vereint sind. Nun war das Ziel des Todes Christi, dass die, welche nach dem geistigen Tode des alten Menschen zu einem neuen Leben erweckt sind, dies nicht dazu verwenden, nur ihre eigenen Vorteile zu suchen und ihren Wünschen nachzujagen, sondern alle ihre Gedanken und Werke auf den zu richten, der für unsere Sünden gestorben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt und unser Vorbild ist. Galater Gal 55 5 15 27 Der Apostel stellt die gegenseitige Feindschaft, welche aus Parteisucht hervorgeht, klar vor Augen: Jene verharren in der Bosheit und üben die äußerste Grausamkeit, bis sie endlich sich wechselseitig verderben. -2 Korinther 2Kor 54 5 16 Itaque nos ex hoc neminem novimus secundum carnem. Et si cognovimus secundum carnem Christum: sed nunc jam non novimus. Darum kennen wir von nun an dem Fleische nach niemand mehr; und wenn wir auch dem Fleische nach Christus gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr.¹⁷ +2 Korinther 2Kor 55 5 16 Itaque nos ex hoc neminem novimus secundum carnem. Et si cognovimus secundum carnem Christum: sed nunc jam non novimus. Darum kennen wir von nun an dem Fleische nach niemand mehr; und wenn wir auch dem Fleische nach Christus gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr.¹⁷ Galater Gal 55 5 16 Dico autem: Spiritu ambulate, et desideria carnis non perficietis. Ich sage aber:²⁸ Wandelt im Geiste, so werdet ihr die Gelüste des Fleisches nicht vollbringen.²⁹ [1Petr 2,11] -2 Korinther 2Kor 54 5 16 17 Vor seiner Bekehrung hatte der Apostel alles darnach beurteilt, wie es der Natur, dem alten Menschen, gefiel, und sich dessen gerühmt, was bei den Juden hoch geachtet ward; doch seitdem er in Christus gestorben und ein neues Geschöpf geworden ist, beurteilte er alles nach der neuen Richtschnur, welche er mit dem neuen Leben empfangen hat. +2 Korinther 2Kor 55 5 16 17 Vor seiner Bekehrung hatte der Apostel alles darnach beurteilt, wie es der Natur, dem alten Menschen, gefiel, und sich dessen gerühmt, was bei den Juden hoch geachtet ward; doch seitdem er in Christus gestorben und ein neues Geschöpf geworden ist, beurteilte er alles nach der neuen Richtschnur, welche er mit dem neuen Leben empfangen hat. Galater Gal 55 5 16 28 Der Apostel erklärt die vorhergehenden Worte. Galater Gal 55 5 16 29 Über den Sinn des Wortes Fleisch siehe Anmerkung 25. Der Geist ist der höhere Teil des Menschen, soweit er, mit der Gnade ausgestattet, den Heil. Geist besitzt, den Ursprung der übernatürlichen Handlungen (Ök., Thom.). Im Geiste wandelt der Mensch, dessen Handlungen sich nach den Eingebungen der Gnade richten. -2 Korinther 2Kor 54 5 17 Si qua ergo in Christo nova creatura, vetera transierunt: ecce facta sunt omnia nova. Wenn somit jemand in Christus ist, so ist er ein neues Geschöpf, so ist das Alte vorübergegangen; siehe, so ist alles neu geworden.¹⁸ [Jes 43,19, Offb 21,5] +2 Korinther 2Kor 55 5 17 Si qua ergo in Christo nova creatura, vetera transierunt: ecce facta sunt omnia nova. Wenn somit jemand in Christus ist, so ist er ein neues Geschöpf, so ist das Alte vorübergegangen; siehe, so ist alles neu geworden.¹⁸ [Jes 43,19, Offb 21,5] Galater Gal 55 5 17 Caro enim concupiscit adversus spiritum: spiritus autem adversus carnem: hæc enim sibi invicem adversantur: ut non quæcumque vultis, illa faciatis. Denn das Fleisch begehrt wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch;³⁰ denn diese widerstreben einander, damit ihr nicht das tuet, was ihr wollt.³¹ -2 Korinther 2Kor 54 5 17 18 Eine andere Art zu denken und die Dinge wertzuschätzen ist gekommen. Wenn der Apostel bei diesen Worten an eine Stelle des A. T. gedacht hat, so dürfte es am wahrscheinlichsten [Jes 43,18] sein. +2 Korinther 2Kor 55 5 17 18 Eine andere Art zu denken und die Dinge wertzuschätzen ist gekommen. Wenn der Apostel bei diesen Worten an eine Stelle des A. T. gedacht hat, so dürfte es am wahrscheinlichsten [Jes 43,18] sein. Galater Gal 55 5 17 30 Das Fleisch möchte dem Geiste die Herrschaft entreißen, der Geist das Fleisch unterdrücken; hieraus entsteht ein beständiger Widerstreit. Galater Gal 55 5 17 31 Was wir tun und wem wir folgen, hängt von unserer Wahl ab. Galater Gal 55 5 18 Quod si spiritu ducimini, non estis sub lege. Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetze.³² -2 Korinther 2Kor 54 5 18 Omnia autem ex Deo, qui nos reconciliavit sibi per Christum: et dedit nobis ministerium reconciliationis: Alles aber kommt von Gott, der uns mit sich versöhnt hat durch Christus, und uns¹⁹ das Amt der Versöhnung gegeben hat. -2 Korinther 2Kor 54 5 18 19 Den Aposteln. +2 Korinther 2Kor 55 5 18 Omnia autem ex Deo, qui nos reconciliavit sibi per Christum: et dedit nobis ministerium reconciliationis: Alles aber kommt von Gott, der uns mit sich versöhnt hat durch Christus, und uns¹⁹ das Amt der Versöhnung gegeben hat. +2 Korinther 2Kor 55 5 18 19 Den Aposteln. Galater Gal 55 5 18 32 D. i. unter der Knechtschaft des Gesetzes. Durch die Taufe sind sie Christus einverleibt und frei geworden, sie fallen aber in die Knechtschaft zurück, sobald sie nicht dem Geiste gehorchen, sondern dem Fleische zu dienen beginnen. Der Geist ist der Heil. Geist selbst, oder die göttliche Gnade, die in dem Herzen der Gläubigen wohnt. -2 Korinther 2Kor 54 5 19 Quoniam quidem Deus erat in Christo mundum reconcilians sibi, non reputans illis delicta ipsorum, et posuit in nobis verbum reconciliationis. Denn Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt, indem er ihnen ihre Vergehen nicht anrechnete, und in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt.²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 5 19 Quoniam quidem Deus erat in Christo mundum reconcilians sibi, non reputans illis delicta ipsorum, et posuit in nobis verbum reconciliationis. Denn Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt, indem er ihnen ihre Vergehen nicht anrechnete, und in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt.²⁰ Galater Gal 55 5 19 Manifesta sunt autem opera carnis: quæ sunt fornicatio, immunditia, impudicitia, luxuria, Offenkundig sind die Werke des Fleisches,³³ welche sind: Unzucht, Unlauterkeit, Unschamhaftigkeit, Unkeuschheit, -2 Korinther 2Kor 54 5 19 20 Damit die Menschen mit Gott versöhnt werden können, sind zwei Dinge erforderlich: Gott muss ihnen die Sünde erlassen, die Menschen müssen die Bedingungen erfüllen, welche Gott für den Nachlass der Sünden stellt. Beides deutet der Apostel an: indem er nicht anrechnete er hat das Wort der Versöhnung niedergelegt. Der erste Teil wird nur angedeutet, denn die Eingießung der heiligmachenden Gnade wird nicht erwähnt. Das zweite hat den Sinn: er gab uns die Kraft und den Willen, der Welt diese in Christus vollbrachte Versöhnung zu verkünden, und dass wir so die Menschen dazu führen, durch die Taufe Christus gleichförmig zu werden. (Thom.) Aufmunterung und Darbietung der Mittel, die Versöhnung mit Gott zu erlangen, ist das Amt der Apostel. +2 Korinther 2Kor 55 5 19 20 Damit die Menschen mit Gott versöhnt werden können, sind zwei Dinge erforderlich: Gott muss ihnen die Sünde erlassen, die Menschen müssen die Bedingungen erfüllen, welche Gott für den Nachlass der Sünden stellt. Beides deutet der Apostel an: indem er nicht anrechnete er hat das Wort der Versöhnung niedergelegt. Der erste Teil wird nur angedeutet, denn die Eingießung der heiligmachenden Gnade wird nicht erwähnt. Das zweite hat den Sinn: er gab uns die Kraft und den Willen, der Welt diese in Christus vollbrachte Versöhnung zu verkünden, und dass wir so die Menschen dazu führen, durch die Taufe Christus gleichförmig zu werden. (Thom.) Aufmunterung und Darbietung der Mittel, die Versöhnung mit Gott zu erlangen, ist das Amt der Apostel. Galater Gal 55 5 19 33 Man erkennt den Baum an seinen Früchten [Mt 12,33]. Der Apostel will nicht alle Laster aufzählen, sondern einzig die herrschenden hervorheben. Die erste Gattung derselben umfasst drei Sünden gegen das sechste Gebot. Die Worte Unschamhaftigkeit, Unkeuschheit sind Übersetzungen für ein und dasselbe Wort. An zweiter Stelle werden zwei Sünden gegen Gott genannt; ihnen folgen neun Sünden gegen den Nächsten, der erste Name ist ein Sammelname. Die vierte Klasse der Sünden sind zwei Vergehen gegen die Mäßigkeit. -2 Korinther 2Kor 54 5 20 Pro Christo ergo legatione fungimur, tamquam Deo exhortante per nos. Obsecramus pro Christo, reconciliamini Deo. Für Christus also sind wir Gesandte, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt. Wir bitten an Christi Statt:²¹ Lasset euch versöhnen mit Gott! +2 Korinther 2Kor 55 5 20 Pro Christo ergo legatione fungimur, tamquam Deo exhortante per nos. Obsecramus pro Christo, reconciliamini Deo. Für Christus also sind wir Gesandte, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt. Wir bitten an Christi Statt:²¹ Lasset euch versöhnen mit Gott! Galater Gal 55 5 20 Idolorum servitus, veneficia, inimicitiæ, contentiones, æmulationes, iræ, rixæ, dissensiones, sectæ, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streitigkeiten, Eifersucht, Zorn, Hader, Zerwürfnisse, Spaltungen, -2 Korinther 2Kor 54 5 20 21 Die Apostel setzen das Werk Christi fort, und was der Vater einst durch den Heiland getan, tut er nun durch seine Stellvertreter, die Apostel. +2 Korinther 2Kor 55 5 20 21 Die Apostel setzen das Werk Christi fort, und was der Vater einst durch den Heiland getan, tut er nun durch seine Stellvertreter, die Apostel. Galater Gal 55 5 21 Invidiæ, homicidia, ebrietates, comessationes, et his similia, quæ prædico vobis, sicut prædixi: quoniam qui talia agunt, regnum Dei non consequentur. Missgunst, Mordtaten, Trunkenheit, Schwelgerei, und diesen ähnliches, wovon ich euch voraussage,³⁴ wie ich es schon ehedem gesagt habe,³⁵ dass die, welche solches tun,³⁶ das Reich Gottes nicht erlangen werden.³⁷ -2 Korinther 2Kor 54 5 21 Eum, qui non noverat peccatum, pro nobis peccatum fecit, ut nos efficeremur justitia Dei in ipso. Den, welcher von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gerechtigkeit Gottes in ihm würden.²² -2 Korinther 2Kor 54 5 21 22 Er hat ihn gleichsam wie den größten Sünder behandelt, in dem nichts außer der Sünde ist, und dies, damit wir ihm, der für uns genugtut und stirbt, verbunden, durch seine Gnade, nicht durch unser Verdienst, Gerechte würden in jener Gerechtigkeit, welche Gott uns barmherzig schenkte und in unsere Herzen gießt. +2 Korinther 2Kor 55 5 21 Eum, qui non noverat peccatum, pro nobis peccatum fecit, ut nos efficeremur justitia Dei in ipso. Den, welcher von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gerechtigkeit Gottes in ihm würden.²² +2 Korinther 2Kor 55 5 21 22 Er hat ihn gleichsam wie den größten Sünder behandelt, in dem nichts außer der Sünde ist, und dies, damit wir ihm, der für uns genugtut und stirbt, verbunden, durch seine Gnade, nicht durch unser Verdienst, Gerechte würden in jener Gerechtigkeit, welche Gott uns barmherzig schenkte und in unsere Herzen gießt. Galater Gal 55 5 21 34 Jetzt in diesem Briefe. Galater Gal 55 5 21 35 Als ich bei euch war. Galater Gal 55 5 21 36 Nachdem sie zumal zum Glauben gekommen sind. @@ -63945,402 +64000,402 @@ Galater Gal 55 5 24 Qui autem sunt Christi, carnem suam crucifixerunt cum vitiis Galater Gal 55 5 24 42 Durch die Taufe werden wir dem am Kreuze sterbenden Christus verbunden, und mit Christus stirbt unser alter Mensch, d. i. das Fleisch mit seinen Leidenschaften und Begierlichkeiten, aus der Taufe aber geht ein neuer Mensch hervor, so dass nun Christus selbst in uns durch seinen Geist lebt. Vergl. [Röm 6,3ff]. Galater Gal 55 5 25 Si spiritu vivimus, spiritu et ambulemus. Wenn wir im Geiste leben, lasset uns auch im Geiste wandeln. Galater Gal 55 5 26 Non efficiamur inanis gloriæ cupidi, invicem provocantes, invicem invidentes. Lasset uns nicht lüstern sein nach eitler Ehre, so dass wir einander herausfordern, einander beneiden! -2 Korinther 2Kor 54 6 0 Wie die Liebe Christi in dem Leben der Apostel sich offenbart. (V. 10) 4. Beschluss der Verteidigung. (6,11 7,16) a. Der Liebe des Apostels entsprechen die Gläubigen, indem sie die Laster der Heiden meiden. (6,11 7,1) -Galater Gal 55 6 0 2. Verschiedene Mahnungen. (V. 10) Schlusswort des Briefes (6,11 18) +2 Korinther 2Kor 55 6 0 Wie die Liebe Christi in dem Leben der Apostel sich offenbart. (V. 10) 4. Beschluss der Verteidigung. (6,11 7,16) a. Der Liebe des Apostels entsprechen die Gläubigen, indem sie die Laster der Heiden meiden. (6,11 7,1) +Galater Gal 55 6 0 2. Verschiedene Mahnungen. (V. 10) Schlusswort des Briefes (6,11 18) Galater Gal 55 6 1 Fratres, et si præoccupatus fuerit homo in aliquo delicto, vos, qui spirituales estis, hujusmodi instruite in spiritu lenitatis, considerans te ipsum, ne et tu tenteris. Brüder! wenn einmal ein Mensch von irgend einer Sünde übereilt worden ist, so sollt ihr, die ihr geistig gesinnt seid,¹ einen solchen im Geiste der Sanftmut zurechtweisen;² auch habe acht auf dich selbst, damit nicht auch du versucht werdest.³ -2 Korinther 2Kor 54 6 1 Adjuvantes autem exhortamur ne in vacuum gratiam Dei recipiatis. Als Mitarbeiter¹ aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht fruchtlos die Gnade Gottes empfanget.² -2 Korinther 2Kor 54 6 1 1 Da Gott durch sie ermahnt, gebraucht er ihre Hilfe (Ök., Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 6 1 Adjuvantes autem exhortamur ne in vacuum gratiam Dei recipiatis. Als Mitarbeiter¹ aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht fruchtlos die Gnade Gottes empfanget.² +2 Korinther 2Kor 55 6 1 1 Da Gott durch sie ermahnt, gebraucht er ihre Hilfe (Ök., Thom.). Galater Gal 55 6 1 1 Alle Gläubigen, welche im Geiste wandeln. -2 Korinther 2Kor 54 6 1 2 Richtiger: empfangen habet. Vergebens empfängt man die Gnade, wenn man sie in sich müßig lässt und nicht gute Werke mit ihr vollbringt. (Anselm., Thom.) +2 Korinther 2Kor 55 6 1 2 Richtiger: empfangen habet. Vergebens empfängt man die Gnade, wenn man sie in sich müßig lässt und nicht gute Werke mit ihr vollbringt. (Anselm., Thom.) Galater Gal 55 6 1 2 Wenngleich die Gläubigen durch die Taufe Christus einverleibt sind, ist doch die böse Lust noch nicht in ihnen gänzlich erstorben, so dass es geschehen kann, dass Jemand dem Heil. Geiste nicht folgend einer plötzlichen Versuchung nachgibt und vom rechten Wege abweicht. Auch dann hat er noch ein Anrecht auf unsere Liebe. Er ist mit Sanftmut zu behandeln, damit er sich bekehre. Niemals also dürfen wir einen anderen zurechtweisen, mahnt der heil. Augustin, ohne uns zuvor vor Gott geprüft zu haben, ob die Liebe uns treibt. Wenn der, welchen du so zurechtweisest, dich beschimpft, dir droht, dich verfolgt, so antworte ihm nichts, bis deine Wunde geheilt ist, damit deine Zunge nicht der Sünde diene und du nicht Böses mit Bösem vergeltest. Denn was du mit erbittertem Herzen sagst, gibt die Aufregung des Rasenden ein, nicht die Liebe der Bessernden. Liebe und sage was du willst. Glaubst du in Schärfe des Wortes Gottes den Irrenden von der Belagerung der Laster befreien zu sollen, tue es, es wird kein Fluch sein. Wenn du aber zwar mit Liebe beginnst, du aber dann, wenn der Widerstand entgegentritt, nicht sowohl dem Fehler entgegentrittst als dem Menschen Feind wirst, so musst du diesen Staub nachher mit Tränen abwaschen. Ach, wie viel öfter macht uns der Zorn der Zurechtgewiesenen zornig als sein Elend barmherzig! Anders freilich sind die zu behandeln, welche im Bösen beharren. Galater Gal 55 6 1 3 Nichts bricht die Härte bei der Bestrafung so wie die Furcht eigenen Falles (Thom.). Galater Gal 55 6 2 Alter alterius onera portate, et sic adimplebitis legem Christi. Traget einer des andern Last,⁴ und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.⁵ -2 Korinther 2Kor 54 6 2 Ait enim: Tempore accepto exaudivi te, et in die salutis adjuvi te. Ecce nunc tempus acceptabile, ecce nunc dies salutis: Denn er³ spricht: Zur genehmen Zeit habe ich dich erhört, und am Tage des Heiles habe ich dir geholfen!⁴ Sehet, jetzt ist die gnadenreiche Zeit, sehet, jetzt ist der Tag des Heiles!⁵ -2 Korinther 2Kor 54 6 2 3 Gott -2 Korinther 2Kor 54 6 2 4 [Jes 49,8] Diese Worte sind an den Knecht des Herrn, den Messias, gerichtet. Sie sind gleichsam eine Zusammenfassung der Segnungen des messianischen Zeitalters. +2 Korinther 2Kor 55 6 2 Ait enim: Tempore accepto exaudivi te, et in die salutis adjuvi te. Ecce nunc tempus acceptabile, ecce nunc dies salutis: Denn er³ spricht: Zur genehmen Zeit habe ich dich erhört, und am Tage des Heiles habe ich dir geholfen!⁴ Sehet, jetzt ist die gnadenreiche Zeit, sehet, jetzt ist der Tag des Heiles!⁵ +2 Korinther 2Kor 55 6 2 3 Gott +2 Korinther 2Kor 55 6 2 4 [Jes 49,8] Diese Worte sind an den Knecht des Herrn, den Messias, gerichtet. Sie sind gleichsam eine Zusammenfassung der Segnungen des messianischen Zeitalters. Galater Gal 55 6 2 4 Du hast diesen Fehler, jenen nicht, ein anderer hat zwar den, von dem du frei bist, aber er hat deinen Fehler nicht. Trage sein Gebrechen und er das deine (Theod.). Es ist von solchen Unvollkommenheiten die Rede, welche sich nach außen kundtun. -2 Korinther 2Kor 54 6 2 5 Vers 3 ist die Fortsetzung von V. 1. so dass V. 2 eine Parenthese bildet. +2 Korinther 2Kor 55 6 2 5 Vers 3 ist die Fortsetzung von V. 1. so dass V. 2 eine Parenthese bildet. Galater Gal 55 6 2 5 Das Gebot der Liebe wird voll erfüllt, wenn die Liebe auch die Sünder umfasst. -2 Korinther 2Kor 54 6 3 Nemini dantes ullam offensionem, ut non vituperetur ministerium nostrum: Geben wir niemanden irgend einen Anstoß, damit unser Amt nicht getadelt werde;⁶ [1Kor 10,32] +2 Korinther 2Kor 55 6 3 Nemini dantes ullam offensionem, ut non vituperetur ministerium nostrum: Geben wir niemanden irgend einen Anstoß, damit unser Amt nicht getadelt werde;⁶ [1Kor 10,32] Galater Gal 55 6 3 Nam si quis existimat se aliquid esse, cum nihil sit, ipse se seducit. Denn wenn Jemand etwas zu sein glaubt, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 6 3 6 Wer anderen Anstoß gibt, dessen Predigt wird vernachlässigt, und er selbst verhindert es, dass seine Tätigkeit Frucht bringt. Ist nur einer der Diener des Evangeliums nicht treu, so schadet er allen. +2 Korinther 2Kor 55 6 3 6 Wer anderen Anstoß gibt, dessen Predigt wird vernachlässigt, und er selbst verhindert es, dass seine Tätigkeit Frucht bringt. Ist nur einer der Diener des Evangeliums nicht treu, so schadet er allen. Galater Gal 55 6 3 6 Wenn Jemand sich für etwas Großes hält, täuscht er sich selbst, weil er nichts ist (Hier.) und aus sich nur Lüge und Sünde hat. (2. Araus. Konzil K. 22) -2 Korinther 2Kor 54 6 4 Sed in omnibus exhibeamus nosmetipsos sicut Dei ministros in multa patientia, in tribulationibus, in necessitatibus, in angustiis, vielmehr erweisen⁷ wir uns in allen Dingen als Diener Gottes in vieler Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, [1Kor 4,1] +2 Korinther 2Kor 55 6 4 Sed in omnibus exhibeamus nosmetipsos sicut Dei ministros in multa patientia, in tribulationibus, in necessitatibus, in angustiis, vielmehr erweisen⁷ wir uns in allen Dingen als Diener Gottes in vieler Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, [1Kor 4,1] Galater Gal 55 6 4 Opus autem suum probet unusquisque, et sic in semetipso tantum gloriam habebit, et non in altero. Ein jeder aber prüfe sein eigenes Tun,⁷ und so wird er nur in sich selbst Ruhm haben, und nicht in dem andern;⁸ -2 Korinther 2Kor 54 6 4 7 Ein Apostel soll sich besonders durch Taten empfehlen. +2 Korinther 2Kor 55 6 4 7 Ein Apostel soll sich besonders durch Taten empfehlen. Galater Gal 55 6 4 7 Sein gesamtes Verhalten prüfe jeder selbst. Galater Gal 55 6 4 8 Dieser Teil des Satzes hat ironischen Sinn: Dann wird er nicht in Versuchung kommen, andere gering zu schätzen, wohl aber sich gering achten, da er sich mit so zahlreichen Unvollkommenheiten belastet sieht. Galater Gal 55 6 5 Unusquisque enim onus suum portabit. denn ein jeder wird seine eigene Last⁹ tragen. [1Kor 3,8] -2 Korinther 2Kor 54 6 5 In plagis, in carceribus, in seditionibus, in laboribus, in vigiliis, in jejuniis, bei Schlägen, in Gefängnissen, bei Aufruhr, bei Mühen, bei Nachtwachen, bei Fasten,⁸ -2 Korinther 2Kor 54 6 5 8 Die Geduld ist den Aposteln am meisten vonnöten; und die Gelegenheiten, sie zu üben, sind zahllos. Einige von diesen Gelegenheiten nennt der Apostel. Es sind neun, die in drei Klassen abgeteilt sind. In der ersten werden sie nach ihrer Schwere unterschieden, in der zweiten einige widrige Dinge genannt, deren Ursache andere sind, in der dritten einige Beispiele von Widerwärtigkeiten angeführt, welche die Apostel freiwillig auf sich nehmen. Die Nöte sind unvermeidliche, schwere Widerwärtigkeiten, die Ängste so gewaltige, dass der Mensch nicht weiß, wie er sich aus ihnen befreien soll. Die folgenden von anderen verursachten Prüfungen sind wohl nach dem Grade geordnet, in dem sie das Wirken der Apostel behindern. Der Aufruhr nötigt sie zur Unstätigkeit. +2 Korinther 2Kor 55 6 5 In plagis, in carceribus, in seditionibus, in laboribus, in vigiliis, in jejuniis, bei Schlägen, in Gefängnissen, bei Aufruhr, bei Mühen, bei Nachtwachen, bei Fasten,⁸ +2 Korinther 2Kor 55 6 5 8 Die Geduld ist den Aposteln am meisten vonnöten; und die Gelegenheiten, sie zu üben, sind zahllos. Einige von diesen Gelegenheiten nennt der Apostel. Es sind neun, die in drei Klassen abgeteilt sind. In der ersten werden sie nach ihrer Schwere unterschieden, in der zweiten einige widrige Dinge genannt, deren Ursache andere sind, in der dritten einige Beispiele von Widerwärtigkeiten angeführt, welche die Apostel freiwillig auf sich nehmen. Die Nöte sind unvermeidliche, schwere Widerwärtigkeiten, die Ängste so gewaltige, dass der Mensch nicht weiß, wie er sich aus ihnen befreien soll. Die folgenden von anderen verursachten Prüfungen sind wohl nach dem Grade geordnet, in dem sie das Wirken der Apostel behindern. Der Aufruhr nötigt sie zur Unstätigkeit. Galater Gal 55 6 5 9 Die eigenen Fehler und Sünden, mit denen sein Gewissen beschwert ist. Es wird dies vor dem Gerichte Gottes geschehen, wo Niemand mehr für uns eintreten kann (Hier., Chrys., Aug.). -2 Korinther 2Kor 54 6 6 In castitate, in scientia, in longanimitate, in suavitate, in Spiritu sancto, in caritate non ficta, durch Reinheit, durch Weisheit, durch Langmut, durch Freundlichkeit, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, +2 Korinther 2Kor 55 6 6 In castitate, in scientia, in longanimitate, in suavitate, in Spiritu sancto, in caritate non ficta, durch Reinheit, durch Weisheit, durch Langmut, durch Freundlichkeit, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, Galater Gal 55 6 6 Communicet autem is, qui catechizatur verbo, ei, qui se catechizat, in omnibus bonis. Wer aber unterwiesen wird im Worte, teile dem, der ihn unterweist, von allem Guten mit.¹⁰ Galater Gal 55 6 6 10 Er teile von dem zum Leben notwendigen Gütern mit (Chrys., Theod., Aug., Hier.). Die Galater waren wohl nicht besonders eifrig im Geben. Vergl. [Gal 2,10] und [1Kor 16,1]. Galater Gal 55 6 7 Nolite errare: Deus non irridetur. Täuschet euch nicht! Gott lässt seiner nicht spotten.¹¹ -2 Korinther 2Kor 54 6 7 In verbo veritatis, in virtute Dei, per arma justitiæ a dextris, et a sinistris, durch das Wort der Wahrheit, durch die Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit zum Angriff und zur Verteidigung,⁹ -2 Korinther 2Kor 54 6 7 9 Von der Geduld geht der heil. Paulus zu den übrigen apostolischen Tugenden über, von denen er acht anführt. Die ersten sechs müssen in der ganzen Art zu handeln sich zeigen, die beiden anderen die Predigt empfehlen, die letzte fasst alle vorhergehenden gleichsam zusammen. Reinheit: Reinheit des Herzens und Heiligkeit. Weisheit: besonders apostolische Klugheit, die nach Zeit und Umständen das Rechte trifft. Die Langmut erträgt Gegner und Sünder, die Freundlichkeit zeigt sich besonders gegen die Schwachen; beide wollen die, gegen welche sie geübt werden, zu Christus führen. Durch den Heil. Geist soll das ganze Tun der Apostel geleitet werden, damit es nur ein Ziel hat, dass sie selbst sich als würdige Wohnungen des Heil. Geistes bewähren; die Worte: durch die Waffen usw. schließen die Aufzählung. Diese Waffen werden von der Gerechtigkeit dargeboten, oder sind bestimmt, sie zu verbreiten. +2 Korinther 2Kor 55 6 7 In verbo veritatis, in virtute Dei, per arma justitiæ a dextris, et a sinistris, durch das Wort der Wahrheit, durch die Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit zum Angriff und zur Verteidigung,⁹ +2 Korinther 2Kor 55 6 7 9 Von der Geduld geht der heil. Paulus zu den übrigen apostolischen Tugenden über, von denen er acht anführt. Die ersten sechs müssen in der ganzen Art zu handeln sich zeigen, die beiden anderen die Predigt empfehlen, die letzte fasst alle vorhergehenden gleichsam zusammen. Reinheit: Reinheit des Herzens und Heiligkeit. Weisheit: besonders apostolische Klugheit, die nach Zeit und Umständen das Rechte trifft. Die Langmut erträgt Gegner und Sünder, die Freundlichkeit zeigt sich besonders gegen die Schwachen; beide wollen die, gegen welche sie geübt werden, zu Christus führen. Durch den Heil. Geist soll das ganze Tun der Apostel geleitet werden, damit es nur ein Ziel hat, dass sie selbst sich als würdige Wohnungen des Heil. Geistes bewähren; die Worte: durch die Waffen usw. schließen die Aufzählung. Diese Waffen werden von der Gerechtigkeit dargeboten, oder sind bestimmt, sie zu verbreiten. Galater Gal 55 6 7 11 Wenngleich der heil. Paulus zunächst die Pflicht der Gläubigen im Auge hat, die Lehrer zu erhalten, gilt seine Mahnung sicher allen, dass sie freigebig und wohltätig seien. Gott zeigt nicht sofort, dass die Entschuldigungen, welche die kargen Geber vor anderen und dem eigenen Gewissen vorbringen, eitel und nichtig sind, sondern erwartet die Zeit der Ernte, um die Spreu von dem Weizen zu trennen und jene verbrennen zu lassen. Galater Gal 55 6 8 Quæ enim seminaverit homo, hæc et metet. Quoniam qui seminat in carne sua, de carne et metet corruptionem: qui autem seminat in spiritu, de spiritu metet vitam æternam. Denn was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch säet, wird von dem Fleische auch Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, wird von dem Geiste ewiges Leben ernten.¹² -2 Korinther 2Kor 54 6 8 Per gloriam, et ignobilitatem, per infamiam, et bonam famam: ut seductores, et veraces, sicut qui ignoti, et cogniti: bei Ehre und Schmach, bei schlechtem und gutem Ruf;¹⁰ als Verführer geachtet, und doch wahrhaft, als Unbekannte, und doch Bekannte; -2 Korinther 2Kor 54 6 8 10 Damit er zeige, dass die Apostel nicht von äußeren Dingen abhängen, fügt Paulus die Lebensumstände bei, in denen sich die Diener Gottes empfehlen. +2 Korinther 2Kor 55 6 8 Per gloriam, et ignobilitatem, per infamiam, et bonam famam: ut seductores, et veraces, sicut qui ignoti, et cogniti: bei Ehre und Schmach, bei schlechtem und gutem Ruf;¹⁰ als Verführer geachtet, und doch wahrhaft, als Unbekannte, und doch Bekannte; +2 Korinther 2Kor 55 6 8 10 Damit er zeige, dass die Apostel nicht von äußeren Dingen abhängen, fügt Paulus die Lebensumstände bei, in denen sich die Diener Gottes empfehlen. Galater Gal 55 6 8 12 Der Apostel empfiehlt die Freigebigkeit. (Vergl. Anm. 11) Je nach der Art des Samens wird auch die Ernte sein. Wer Unkraut säet, kann von seinem Acker keinen Weizen als Frucht erwarten. Übrigens ist auch die Natur des Ackers zu erwägen, ob derselbe ein guter oder schlechter ist. Was wir denken, sagen, tun, wird auf einem von zwei Äckern gesäet, dem Fleische oder dem Geiste. Was Gutes aus dem Herzen oder Munde hervorgeht oder von uns getan wird, ist auf den Geist gesäet und wird reiche Frucht tragen für das ewige Leben; was böse ist, fällt auf den Acker des Fleisches und wird die Ernte des Verderbens tragen (Hier.). Paulus spricht nicht in gleicher Weise von beiden Äckern: Das Böse wird auf sein Fleisch gesäet, das Gute auf den Geist. So ist also der erstgenannte Acker in Wahrheit des Menschen, der andere vielmehr Gottes. -2 Korinther 2Kor 54 6 9 Quasi morientes, et ecce vivimus: ut castigati, et non mortificati: als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte, und doch nicht zum Tode Gebrachte; +2 Korinther 2Kor 55 6 9 Quasi morientes, et ecce vivimus: ut castigati, et non mortificati: als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte, und doch nicht zum Tode Gebrachte; Galater Gal 55 6 9 Bonum autem facientes, non deficiamus: tempore enim suo metemus non deficientes. Lasset uns also Gutes tun und nicht ermüden; denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht nachlassen. [2Thess 3,13] -2 Korinther 2Kor 54 6 10 Quasi tristes, semper autem gaudentes: sicut egentes, multos autem locupletantes: tamquam nihil habentes, et omnia possidentes. als Trauernde, und doch immerdar Fröhliche, als Arme, und viele Bereichernde, als nichts Habende, und alles Besitzende.¹¹ +2 Korinther 2Kor 55 6 10 Quasi tristes, semper autem gaudentes: sicut egentes, multos autem locupletantes: tamquam nihil habentes, et omnia possidentes. als Trauernde, und doch immerdar Fröhliche, als Arme, und viele Bereichernde, als nichts Habende, und alles Besitzende.¹¹ Galater Gal 55 6 10 Ergo dum tempus habemus, operemur bonum ad omnes, maxime autem ad domesticos fidei. Darum, so lange wir Zeit haben, lasset uns Gutes tun an allen, besonders aber an den Glaubensgenossen.¹³ -2 Korinther 2Kor 54 6 10 11 Sieben Verdächtigungen der Gegner stellt Paulus sieben wahre Umstände entgegen. Die Apostel werden Verführer genannt, welche das Volk in Irrtümer stürzen, und empfehlen sich durch das Wort der Wahrheit. Sie werden als solche hingestellt, welche sich noch nicht durch ihre Taten als Diener Gottes erwiesen haben (oder die keinen Wert haben), und sie sind wohlbekannt in der ganzen Kirche. Sie werden von den Gegnern als von Gott wegen ihrer Sünden gestrafte Menschen hingestellt, die er stets mit dem Tode bedroht, und siehe, Gott lässt sie nicht töten, damit das Leben Jesu an ihrem sterblichen Leibe offenbar werde. Die Apostel werden geschildert, als ob beständige Trauer sie heimsuche, und doch haben sie stets süßen Trost vom Herrn inmitten ihrer Trübsale. Sie werden als nichtsbesitzende Arme verspottet, und besitzen doch und teilen alle geistigen Güter mit, wenn auch die zeitlichen ihnen abgehen. +2 Korinther 2Kor 55 6 10 11 Sieben Verdächtigungen der Gegner stellt Paulus sieben wahre Umstände entgegen. Die Apostel werden Verführer genannt, welche das Volk in Irrtümer stürzen, und empfehlen sich durch das Wort der Wahrheit. Sie werden als solche hingestellt, welche sich noch nicht durch ihre Taten als Diener Gottes erwiesen haben (oder die keinen Wert haben), und sie sind wohlbekannt in der ganzen Kirche. Sie werden von den Gegnern als von Gott wegen ihrer Sünden gestrafte Menschen hingestellt, die er stets mit dem Tode bedroht, und siehe, Gott lässt sie nicht töten, damit das Leben Jesu an ihrem sterblichen Leibe offenbar werde. Die Apostel werden geschildert, als ob beständige Trauer sie heimsuche, und doch haben sie stets süßen Trost vom Herrn inmitten ihrer Trübsale. Sie werden als nichtsbesitzende Arme verspottet, und besitzen doch und teilen alle geistigen Güter mit, wenn auch die zeitlichen ihnen abgehen. Galater Gal 55 6 10 13 Wohlzutun und alles Gute zu tun empfiehlt der Apostel. Darf man aber einen mehr lieben als den andern? Die Liebe kann größer sein ebenso ihrem Gegenstande, wie ihrem eigenen Grade nach. Jemanden lieben heißt ihm Gutes wünschen. Wir lieben also den einen mehr als den andern, ebenso wenn wir ihm ein größeres Gut wünschen wie wenn wir ihn inniger lieben. Was das erste angeht, müssen wir alle Menschen gleichmäßig lieben, denn allen müssen wir das ewige Leben wünschen, indes die Stärke des inneren Aktes muss nicht allen gegenüber die gleiche sein. Der Grund der intensiveren Handlung ist die Vereinigung und die Ähnlichkeit, mithin müssen wir jene stärker und inniger lieben, welche uns ähnlicher und inniger vereint sind (Thom.). Ist nicht aber unsere Ähnlichkeit und Vereinigung größer mit denen, welche mit uns durch die taufe Christus vereint und seine Glieder geworden sind? Galater Gal 55 6 11 Videte qualibus litteris scripsi vobis mea manu. Sehet, mit welchen Buchstaben ich euch mit eigener Hand geschrieben habe!¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 6 11 Os nostrum patet ad vos o Corinthii, cor nostrum dilatatum est. Unser Mund ist aufgetan gegen euch, ihr Korinther! unser Herz ist weit geworden.¹² -2 Korinther 2Kor 54 6 11 12 Damit es nicht scheine, als ob der Apostel sich haben loben wollen, fügt er bei, dass seine große Liebe zu den Korinthern ihn genötigt hat, so zu schreiben. Der Mund ist aufgetan: ich werde frei und offen, wie Freunde unter sich zu tun pflegen, die Liebe drängt mich ja. +2 Korinther 2Kor 55 6 11 Os nostrum patet ad vos o Corinthii, cor nostrum dilatatum est. Unser Mund ist aufgetan gegen euch, ihr Korinther! unser Herz ist weit geworden.¹² +2 Korinther 2Kor 55 6 11 12 Damit es nicht scheine, als ob der Apostel sich haben loben wollen, fügt er bei, dass seine große Liebe zu den Korinthern ihn genötigt hat, so zu schreiben. Der Mund ist aufgetan: ich werde frei und offen, wie Freunde unter sich zu tun pflegen, die Liebe drängt mich ja. Galater Gal 55 6 11 14 Der Apostel schreibt mit eigener Hand und mit größeren Buchstaben einige Mahnungen unter das, was er einem anderer diktiert hat. Ich habe geschrieben: Die Alten versetzten sich in den Briefen in die Zeit, wo der Empfänger den Brief erhielt. Die Worte beziehen sich also auf das Folgende (Hier., Mops.) Galater Gal 55 6 12 Quicumque enim volunt placere in carne, hi cogunt vos circumcidi, tantum ut crucis Christi persecutionem non patiantur. Denn alle, die dem Fleische nach gefallen wollen, diese nötigen euch, euch beschneiden zu lassen, nur damit sie nicht um des Kreuzes Christi willen Verfolgung zu leiden haben.¹⁵ -2 Korinther 2Kor 54 6 12 Non angustiamini in nobis: angustiamini autem in visceribus vestris: Beengt werdet ihr nicht in uns, aber beengt in euren eigenen Herzen.¹³ -2 Korinther 2Kor 54 6 12 13 Wie der, welcher nicht geliebt wird, gleichsam aus dem Herzen getrieben wird, so dass nicht einmal sein Andenken bewahrt wird, so wohnt der, welcher geliebt wird, gleichsam in dem Herzen des Liebenden, wie in seinem Hause, und nimmt umso mehr Platz darin ein, je mehr er geliebt wird. Freilich liebten ihn die Korinther nicht ebenso, vergl. [2Kor 12,15], und doch wünscht der Apostel, der wie seine Kinder liebt, so sehr von ihnen wie ein Vater geliebt zu werden. +2 Korinther 2Kor 55 6 12 Non angustiamini in nobis: angustiamini autem in visceribus vestris: Beengt werdet ihr nicht in uns, aber beengt in euren eigenen Herzen.¹³ +2 Korinther 2Kor 55 6 12 13 Wie der, welcher nicht geliebt wird, gleichsam aus dem Herzen getrieben wird, so dass nicht einmal sein Andenken bewahrt wird, so wohnt der, welcher geliebt wird, gleichsam in dem Herzen des Liebenden, wie in seinem Hause, und nimmt umso mehr Platz darin ein, je mehr er geliebt wird. Freilich liebten ihn die Korinther nicht ebenso, vergl. [2Kor 12,15], und doch wünscht der Apostel, der wie seine Kinder liebt, so sehr von ihnen wie ein Vater geliebt zu werden. Galater Gal 55 6 12 15 D. i. alle, die in äußeren Dingen schön erscheinen und anderen gefallen wollen, ohne auf die Beschaffenheit ihres Herzens zu achten. Die äußeren Dinge sind die Beschneidung und andere fleischliche Beobachtungen (Thom.). Sie sind Heuchler, da bei der Einführung des Mosaischen Gesetzes kein gutes Ziel haben. Indem sie die Galater zur Beschneidung zu bringen suchen, wollen sie sich den durch das Kreuz Christi hervorgerufenen Verfolgungen entziehen. Die römischen Kaiser hatten den Juden im ganzen römischen Reiche freie Religionsübung gestattet; so wurden die Christen, welche beschnitten waren, von den Heiden für Juden gehalten, während die Unbeschnittenen von Heiden und Juden zugleich angefochten und verfolgt wurden. Dieser doppelten Verfolgung suchten die falschen Apostel durch die Empfehlung der Beschneidung zu entgehen. Galater Gal 55 6 13 Neque enim qui circumciduntur, legem custodiunt: sed volunt vos circumcidi, ut in carne vestra glorientur. Denn auch die, welche sich beschneiden lassen, halten das Gesetz nicht;¹⁶ aber sie wollen, dass ihr euch beschneiden lasset, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. -2 Korinther 2Kor 54 6 13 Eandem autem habentes remunerationem, tamquam filiis dico: dilatamini et vos. Da ihr nun die gleiche Vergeltung haben werdet, ich rede zu meinen Kindern, so erweitert auch ihr euer Herz.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 6 13 14 Da ihr die gleiche Belohnung haben werdet wie wir, bemühet euch, ein weites Herz zu haben, wie wir (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 6 13 Eandem autem habentes remunerationem, tamquam filiis dico: dilatamini et vos. Da ihr nun die gleiche Vergeltung haben werdet, ich rede zu meinen Kindern, so erweitert auch ihr euer Herz.¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 6 13 14 Da ihr die gleiche Belohnung haben werdet wie wir, bemühet euch, ein weites Herz zu haben, wie wir (Thom.). Galater Gal 55 6 13 16 Die falschen Apostel wollen, um den Verfolgungen zu entgehen, die Privilegien der Juden genießen und suchen sich als wahre Juden zu erweisen, nicht etwa durch Beobachtung des Gesetzes, sondern indem sie sich rühmen, dass sie das Gesetz unter den Heidenchristen verbreitet hätten. -2 Korinther 2Kor 54 6 14 Nolite jugum ducere cum infidelibus. Quæ enim participatio justitiæ cum iniquitate? Aut quæ societas luci ad tenebras? Ziehet nicht ein Joch mit den Ungläubigen;¹⁵ denn welche Gemeinschaft hat die Gerechtigkeit mit der Ungerechtigkeit? Oder wie kann sich das Licht mit der Finsternis vereinigen?¹⁶ +2 Korinther 2Kor 55 6 14 Nolite jugum ducere cum infidelibus. Quæ enim participatio justitiæ cum iniquitate? Aut quæ societas luci ad tenebras? Ziehet nicht ein Joch mit den Ungläubigen;¹⁵ denn welche Gemeinschaft hat die Gerechtigkeit mit der Ungerechtigkeit? Oder wie kann sich das Licht mit der Finsternis vereinigen?¹⁶ Galater Gal 55 6 14 Mihi autem absit gloriari, nisi in cruce Domini nostri Jesu Christi: per quem mihi mundus crucifixus est, et ego mundo. Von mir aber sei es fern mich zu rühmen, außer in dem Kreuze unsers Herrn Jesus Christus,¹⁷ durch welchen mir die Welt¹⁸ gekreuzigt ist, und ich der Welt.¹⁹ -2 Korinther 2Kor 54 6 14 15 Da ihr anderer Art seid, als die Heiden (das griech. Wort weist auf das [Dtn 22,10] gegebene Verbot hin), so heget keine Gemeinschaft mit den Heiden: Gehet nicht auf den verkehrten Weg, den jene verfolgen, wahret euch frei von aller Befleckung des Leibes und der Seele. -2 Korinther 2Kor 54 6 14 16 Das Licht ist die christliche Religion, das Heidentum die Finsternis der Unwissenheit und des Irrtums. +2 Korinther 2Kor 55 6 14 15 Da ihr anderer Art seid, als die Heiden (das griech. Wort weist auf das [Dtn 22,10] gegebene Verbot hin), so heget keine Gemeinschaft mit den Heiden: Gehet nicht auf den verkehrten Weg, den jene verfolgen, wahret euch frei von aller Befleckung des Leibes und der Seele. +2 Korinther 2Kor 55 6 14 16 Das Licht ist die christliche Religion, das Heidentum die Finsternis der Unwissenheit und des Irrtums. Galater Gal 55 6 14 17 Der Apostel sagt nicht: Ich rühme mich nicht, sondern: Das sei fern von mir, dass ich mich rühme! Doch einer Sache wünscht er sich zu rühmen, des Kreuzes des Herrn. Die Kreuzesstrafe war bei den Juden selbst nicht eine Todesart, sondern eine Schmach, welche Hingerichteten angetan ward. Wohl ist alles, was Christus getan, Grund, uns dessen zu rühmen und es zu preisen, doch das Kreuz Christi ist der höchste Gegenstand unseres Rühmens (Cyr. v. Jerus.). Galater Gal 55 6 14 18 Die Welt sind alle zeitlichen Dinge, soweit sie von Gott abgewendet sind und dem Fleische dienen. Galater Gal 55 6 14 19 Der Apostel findet nichts in der Welt, was er nicht verabscheute, wie die Welt das Kreuz Christi verabscheut. -2 Korinther 2Kor 54 6 15 Quæ autem conventio Christi ad Belial? Aut quæ pars fideli cum infideli? Wie stimmt Christus mit Belial überein?¹⁷ Oder welchen Anteil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? +2 Korinther 2Kor 55 6 15 Quæ autem conventio Christi ad Belial? Aut quæ pars fideli cum infideli? Wie stimmt Christus mit Belial überein?¹⁷ Oder welchen Anteil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Galater Gal 55 6 15 In Christo enim Jesu neque circumcisio aliquid valet, neque præputium, sed nova creatura. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung etwas, noch Unbeschnittensein, sondern ein neues Geschöpf.²⁰ -2 Korinther 2Kor 54 6 15 17 Dem Haupte des Gottesreiches stellt der Apostel das Haupt des Reiches des Verderbens entgegen, um damit die verschiedene Natur der Glieder beider Reiche zu kennzeichnen. Nur durch den Glauben wird man ein Glied des Reiches Christi. +2 Korinther 2Kor 55 6 15 17 Dem Haupte des Gottesreiches stellt der Apostel das Haupt des Reiches des Verderbens entgegen, um damit die verschiedene Natur der Glieder beider Reiche zu kennzeichnen. Nur durch den Glauben wird man ein Glied des Reiches Christi. Galater Gal 55 6 15 20 Vergl. [Gal 3,27ff, Gal 5,6]. Nur eines hat Wert vor Gott, der Stand der übernatürlichen Gnade, der Mensch im durch die Liebe tätigen Glauben, Christi Miterbe. So lebt und urteilt Paulus, so müssen alle urteilen, welche auf Christus getauft, den alten Menschen ausgezogen und sich nach dem Bilde ihres Schöpfers erneuert haben. [Kol 3,9ff] -2 Korinther 2Kor 54 6 16 Qui autem consensus templo Dei cum idolis? Vos enim estis templum Dei vivi, sicut dicit Deus: Quoniam inhabitabo in illis, et inambulabo inter eos, et ero illorum Deus, et ipsi erunt mihi populus. Wie verträgt sich der Tempel Gottes mit den Götzen?¹⁸ Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott spricht: Ich werde in ihnen wohnen, und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. [Lev 26,12] +2 Korinther 2Kor 55 6 16 Qui autem consensus templo Dei cum idolis? Vos enim estis templum Dei vivi, sicut dicit Deus: Quoniam inhabitabo in illis, et inambulabo inter eos, et ero illorum Deus, et ipsi erunt mihi populus. Wie verträgt sich der Tempel Gottes mit den Götzen?¹⁸ Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott spricht: Ich werde in ihnen wohnen, und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. [Lev 26,12] Galater Gal 55 6 16 Et quicumque hanc regulam secuti fuerint, pax super illos, et misericordia, et super Israel Dei. Und alle, welche dieser Richtschnur²¹ folgen, Friede über sie und Barmherzigkeit,²² und über das Israel Gottes!²³ -2 Korinther 2Kor 54 6 16 18 Der Tempel des Herrn galt als so heilig, dass niemand es wagte, etwas, was zum Götzendienste gehörte, in denselben zu bringen. Vergl. [Ez 8,3ff]. Jener Gegensatz, der zwischen dem Tempel des wahren Gottes und den Götzenbildern ist, besteht auch zwischen Christen- und Heidentum. +2 Korinther 2Kor 55 6 16 18 Der Tempel des Herrn galt als so heilig, dass niemand es wagte, etwas, was zum Götzendienste gehörte, in denselben zu bringen. Vergl. [Ez 8,3ff]. Jener Gegensatz, der zwischen dem Tempel des wahren Gottes und den Götzenbildern ist, besteht auch zwischen Christen- und Heidentum. Galater Gal 55 6 16 21 Diese Richtschnur des Glaubens und Handelns: Die V. 15 aufgestellte. Galater Gal 55 6 16 22 Er wünscht ihnen den Frieden, den die Vereinigung mit Christus gewährt, und die göttliche Barmherzigkeit, welche alle Glieder Christi erfahren, worin immer sie derselben bedürfen, und ganz besonders am Tage des Gerichtes. Galater Gal 55 6 16 23 Das Israel Gottes steht im Gegensatze zu dem Israel nach dem Fleische. Es sind dies alle Gläubigen, sei es heidnischer, sei es jüdischer Herkunft (Chrys., Ök., Hier., Thom.). Das Wörtchen und hat mithin erklärenden Sinn. -2 Korinther 2Kor 54 6 17 Propter quod exite de medio eorum, et separamini, dicit Dominus, et immundum ne tetigeritis: Darum gehet hinweg aus ihrer Mitte, und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret nicht an, was unrein ist, [Jes 52,11] +2 Korinther 2Kor 55 6 17 Propter quod exite de medio eorum, et separamini, dicit Dominus, et immundum ne tetigeritis: Darum gehet hinweg aus ihrer Mitte, und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret nicht an, was unrein ist, [Jes 52,11] Galater Gal 55 6 17 De cetero nemo mihi molestus sit: ego enim stigmata Domini Jesu in corpore meo porto. Fernerhin falle mir Niemand lästig; denn ich trage die Wundmale des Herrn Jesus an meinem Leibe.²⁴ Galater Gal 55 6 17 24 Durch sein Ansehen will der Apostel den Streitigkeiten ein Ende machen, und zum Beweise seines Ansehens fügt er diese Worte bei. Die Sklaven trugen im Morgenlande ein Zeichen eingebrannt, welches kundtat, wem sie gehörten, so will der heil. Paulus als wahrer Diener Christi und als Apostel an dem Zeichen Christi erkannt werden, welches er an seinem Leibe trägt. Es sind die Narben der Schläge und Wunden, welche Paulus für Christus gelitten und die Spuren der Verfolgungen und Trübsale, die ihm sein Apostelamt zugezogen. Schön sagt der Apostel: Ich trage, gleichsam im Triumphe, nicht einfach: ich habe (Chrys.). Ich schreibe euch nichts weiter, statt der Buchstaben zeige ich euch die Spuren meiner Wunden, diese sind das Zeugnis, dass meine Predigt wahr ist, da ich solches für dieselbe gern getragen (Theod.). Galater Gal 55 6 18 Gratia Domini nostri Jesu Christi, cum spiritu vestro, fratres. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geiste, Brüder! Amen.²⁵ -2 Korinther 2Kor 54 6 18 Et ego recipiam vos: et ero vobis in patrem, et vos eritis mihi in filios, et filias, dicit Dominus omnipotens. so werde ich euch annehmen; und ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.¹⁹ [Jer 32,37] -2 Korinther 2Kor 54 6 18 19 Der Apostel verbindet, wie oft, mehrere Prophezeiungen miteinander. Die Stelle [Jer 32,37] erklärt der Apostel wohl gleichzeitig durch den Rückblick auf [Jer 31,35]. Er gibt eine Zusammenfassung der göttlichen Verheißungen. +2 Korinther 2Kor 55 6 18 Et ego recipiam vos: et ero vobis in patrem, et vos eritis mihi in filios, et filias, dicit Dominus omnipotens. so werde ich euch annehmen; und ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.¹⁹ [Jer 32,37] +2 Korinther 2Kor 55 6 18 19 Der Apostel verbindet, wie oft, mehrere Prophezeiungen miteinander. Die Stelle [Jer 32,37] erklärt der Apostel wohl gleichzeitig durch den Rückblick auf [Jer 31,35]. Er gibt eine Zusammenfassung der göttlichen Verheißungen. Galater Gal 55 6 18 25 Der Apostel wünscht die Gnade dem Geiste, weil dieselbe im Geiste und vom Geiste empfangen wird und auf den Geist ihre Kraft übt. -2 Korinther 2Kor 54 7 0 b. Der Apostel weist seine beständige Liebe gegen die Gläubigen nach (V. 2 16): seine Herzensgesinnung früher und jetzt. (V. 7) Seine Freude über den Erfolg des früheren Briefes. (V. 12) Die Mehrung seiner Freude durch die Freude seines Jüngers. -2 Korinther 2Kor 54 7 1 Has ergo habentes promissiones, carissimi, mundemus nos ab omni inquinamento carnis, et spiritus perficientes sanctificationem in timore Dei. Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebteste! so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen, indem wir die Heiligung in der Furcht Gottes zur Vollendung bringen.¹ -2 Korinther 2Kor 54 7 1 1 Alle Sünden, sowohl jene, welche im Körper gleichsam ihren Sitz haben (Unmäßigkeit, Unlauterkeit usw.), wie die, welche ohne einer Ergötzung der Sinne vollbracht werden (wie Eitelkeit, Stolz u. a.) gehören gleichsam zum Heidentume (Thom.). Freilich sind die Gläubigen durch die Taufe von ihren früheren Befleckungen rein geworden, doch bleibt in ihnen der Zunder der Sünde und somit die Gefahr, sich von neuem zu beflecken. Deshalb befiehlt ihnen der Apostel, die in der Taufe erlangte Reinheit immer vollkommener zu machen, was nur geschehen kann, wenn sie in der kindlichen Furcht des Herrn leben. -2 Korinther 2Kor 54 7 2 Capite nos. Neminem læsimus, neminem corrupimus, neminem circumvenimus. Fasset uns!² Wir haben niemanden Unrecht getan, niemanden zu Grunde gerichtet, niemanden übervorteilt. -2 Korinther 2Kor 54 7 2 2 Wie [2Kor 6,13] mahnt der Apostel die Korinther zur Liebe: nehmet uns in euer Herz auf! Lasset uns keinen so engen Raum in demselben! (Theoph., Theod., Ök.) -2 Korinther 2Kor 54 7 3 Non ad condemnationem vestram dico: prædiximus enim quod in cordibus nostris estis ad commoriendum, et ad convivendum. Nicht um euch zu verurteilen sage ich das;³ denn wir haben schon zuvor gesagt, dass ihr in unseren Herzen seid, um zusammen zu sterben und zu leben.⁴ -2 Korinther 2Kor 54 7 3 3 Nicht ihr habt die Verleumdungen gegen uns aufgebracht oder sie gutgeheißen, indem ihr denselben glaubtet. -2 Korinther 2Kor 54 7 3 4 Welch Ausdruck der höchsten Liebe! -2 Korinther 2Kor 54 7 4 Multa mihi fiducia est apud vos, multa mihi gloriatio pro vobis, repletus sum consolatione, superabundo gaudio in omni tribulatione nostra. Groß ist meine Zuversicht euch gegenüber,⁵ groß mein Rühmen über euch, ich bin mit Trost erfüllt, überreich an Freude bei aller unserer Trübsal. -2 Korinther 2Kor 54 7 4 5 Mein Freimut, mit dem ich eure Fehler getadelt habe. (Chrys., Theod.) -2 Korinther 2Kor 54 7 5 Nam et cum venissemus in Macedoniam, nullam requiem habuit caro nostra, sed omnem tribulationem passi sumus: foris pugnæ, intus timores. Denn auch als wir nach Macedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern wir erduldeten Trübsale aller Art; von außen Kämpfe, von innen Befürchtungen.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 7 5 6 Fleisch und Geist bedeuten beide den Menschen. Doch immerhin litt der Apostel innere Betrübnis, da er den Titus nicht in Troas fand; in Macedonien kamen zu derselben noch äußere Heimsuchungen hinzu. -2 Korinther 2Kor 54 7 6 Sed qui consolatur humiles, consolatus est nos Deus in adventu Titi. Der aber, welcher die Niedergebeugten tröstet, Gott, tröstete uns durch die Ankunft des Titus;⁷ -2 Korinther 2Kor 54 7 6 7 Da Titus von euch freudige Nachrichten brachte. -2 Korinther 2Kor 54 7 7 Non solum autem in adventu ejus, sed etiam in consolatione, qua consolatus est in vobis, referens nobis vestrum desiderium, vestrum fletum, vestram æmulationem pro me, ita ut magis gauderem. nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, den er bei euch gefunden,⁸ indem er uns von eurer Sehnsucht, euren Tränen und von eurem Eifer für mich berichtete,⁹ so dass ich mich noch mehr freute.¹⁰ -2 Korinther 2Kor 54 7 7 8 Gott tröstete den Apostel durch die Tröstungen des Titus. Titus aber hatte gleichsam doppelten Trost in Korinth empfunden. Er hatte die Gläubigen gebessert gefunden, was für ihn keine kleine Freude war, und wiederum, als er, zu Paulus zurückgekehrt, seinem Meister die frohen Nachrichten überbrachte. -2 Korinther 2Kor 54 7 7 9 Titus berichtete von der Sehnsucht der Korinther den heil. Paulus bei sich zu sehen, ihrer Betrübnis über die Nichtbeachtung der Mahnungen ihres Vaters, ihrem Eifer, dessen Verteidigung zu führen. -2 Korinther 2Kor 54 7 7 10 Meine gegenwärtige Freude überwand meine vorhergehende Betrübnis und vertilgte sie gänzlich (Phot., Thom.). Die weitere Erklärung folgt im nächsten Verse. -2 Korinther 2Kor 54 7 8 Quoniam etsi contristavi vos in epistola, non me pnitet: etsi pniteret, videns quod epistola illa (etsi ad horam) vos contristavit; Denn wenn ich euch auch durch den Brief betrübt habe, so bereue ich es nicht; und wenn es mich auch reute, als ich sah, dass jener Brief euch (obwohl nur auf kurze Zeit) betrübte, -2 Korinther 2Kor 54 7 9 Nunc gaudeo: non quia contristati estis, sed quia contristati estis ad pnitentiam. Contristati enim estis secundum Deum, ut in nullo detrimentum patiamini ex nobis. so freue ich mich jetzt,¹¹ nicht dass ihr betrübt wurdet, sondern dass ihr zur Buße betrübt worden seid; denn¹² ihr seid gottgefällig betrübt worden,¹³ damit ihr durch uns in nichts Schaden leidet.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 7 9 11 Wenn der Sohn eine Operation bestehen muss, freut sich der Vater, nicht weil der Sohn leiden muss, sondern weil die Krankheit verjagt wird. -2 Korinther 2Kor 54 7 9 12 Warum ihre Betrübnis diese herrliche Frucht der Buße getragen hat, erklärt der Apostel durch die doppelte Art von Trauer und ihre verschiedenen Früchte. -2 Korinther 2Kor 54 7 9 13 Die Betrübnis aus Liebe zu Gott und zur Gerechtigkeit, die Gott befohlen, ist der Gegensatz zur Betrübnis der Welt. -2 Korinther 2Kor 54 7 9 14 Weit entfernt, Schaden zu leiden, habt ihr im Gegenteile großen Nutzen gehabt. Gott hat mich angetrieben, den strengen Brief zu schreiben, der euch betrübt hat, weil er euch auf diesem Wege zur Besserung führen wollte. Hätte ich euch nicht betrübt, so würdet ihr durch mich einen schweren Schaden erlitten haben. Ähnlich wie der, der dem Kaufmann das versagt, was er zum Handel braucht, im Schaden zufügt, so hätte ich euch Schaden angetan, wenn ich euch nicht zur Buße Gelegenheit gegeben hätte (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 7 10 Quæ enim secundum Deum tristitia est, pnitentiam in salutem stabilem operatur: sæculi autem tristitia mortem operatur. Denn die gottgefällige Betrübnis bewirkt standhafte Buße zum Heile; die Betrübung der Welt aber bewirkt Tod.¹⁵ [1Petr 2,19] -2 Korinther 2Kor 54 7 10 15 Jede Traurigkeit entspringt daraus, dass man das nicht hat, was man liebt. Welcher Art aber die Liebe ist, solcher Art ist auch die von ihr verursachte Traurigkeit. Liebt jemand Gott, so ist auch seine Traurigkeit Gott gemäß; liebt jemand die Welt, so ist seine Traurigkeit die der Welt (Thom.). Wie ihrem Ursprunge nach, so unterscheiden sich diese beiden Arten von Traurigkeit auch durch die Früchte. Die erste wirkt Buße, wahre und aufrichtige Sinnesänderung, die andere führt zum ewigen Tode. -2 Korinther 2Kor 54 7 11 Ecce enim hoc ipsum, secundum Deum contristari vos, quantam in vobis operatur sollicitudinem: sed defensionem, sed indignationem, sed timorem, sed desiderium, sed æmulationem, sed vindictam: in omnibus exhibuistis vos, incontaminatos esse negotio. Denn sehet,¹⁶ eben dies, dass ihr in gottgefällige Traurigkeit versetzt wurdet, welch große Sorgsamkeit hat es in euch gewirkt!¹⁷ ja vielmehr Verantwortung, ja, Unwillen, ja Furcht, ja Sehnsucht, ja Eifer, ja Bestrafung! In allem habt ihr bewiesen, dass ihr rein seid in ihrer Angelegenheit. -2 Korinther 2Kor 54 7 11 16 Der Apostel hat wohl besonders jene Traurigkeit vor Augen, in welche die Korinther seine Zurechtweisung wegen der Nichtbestrafung des Blutschänders gestürzt hat. -2 Korinther 2Kor 54 7 11 17 Die Sorgsamkeit ist etwas allgemeines, der Gegensatz zu der früheren Nachlässigkeit. Die übrigen sechs Früchte werden je zwei und zwei zusammengestellt, um die Art zu kennzeichnen, wie die Korinther diese Sorgsamkeit gegen ihn, gegen sich, gegen den Blutschänder bewiesen haben. Durch die Betrübnis sind sie veranlasst worden, sich vor Titus zu verteidigen, dass sie keinen Anteil hatten an jenem Verbrechen, und ihren Unwillen auszusprechen, dass sie ihre Gemeinde durch solchen Makel beflecken ließen, und denselben noch nicht beseitigt haben. Wohl fürchteten sie, der Apostel möchte als strenger Richter kommen, dennoch sehnten sie sich nach der Ankunft des liebenden Vaters. Vom Apostel ermahnt, wurden sie vom heil. Feuer entflammt und rächten die der Kirche angetane Unbill, indem sie den Blutschänder aus derselben ausstießen. So zeigten sie, dass sie an jenem Verbrechen keinen Anteil hatten. -2 Korinther 2Kor 54 7 12 Igitur, etsi scripsi vobis, non propter eum, qui fecit injuriam, nec propter eum, qui passus est: sed ad manifestandam sollicitudinem nostram, quam habemus pro vobis. Also, wenn ich euch schrieb, war es nicht um dessentwillen, der Unrecht getan hat, noch auch um dessentwillen, der es erduldet hat,¹⁸ sondern um unsere Sorge zu offenbaren,¹⁹ welche wir für euch haben -2 Korinther 2Kor 54 7 12 18 Der Blutschänder und sein Vater werden in zarter Liebe nur so bezeichnet. -2 Korinther 2Kor 54 7 12 19 Nicht so sehr wegen des Blutschänders, wie viel mehr um seine aufrichtige Sorge für das Heil der Korinther zu offenbaren. -2 Korinther 2Kor 54 7 13 Coram Deo: ideo consolati sumus. In consolatione autem nostra, abundantius magis gavisi sumus super gaudio Titi, quia refectus est spiritus ejus ab omnibus vobis. vor Gott; darum sind wir getröstet. In unserem Troste aber haben wir uns noch weit mehr gefreut über die Freude des Titus, dass sein Geist von euch allen erquickt worden ist.²⁰ -2 Korinther 2Kor 54 7 13 20 Wie Paulus sich über die Freude des Titus gefreut hat, erklärt er so, dass er seine frühere (V. 14) und seine gegenwärtige Liebe zu der korinthischen Gemeinde darlegt. -2 Korinther 2Kor 54 7 14 Et si quid apud illum de vobis gloriatus sum, non sum confusus: sed sicut omnia vobis in veritate locuti sumus, ita et gloriatio nostra, quæ fuit ad Titum, veritas facta est, Und wenn ich ihm etwas von euch gerühmt habe, so bin ich nicht zu Schanden geworden; sondern so wie wir euch alles der Wahrheit gemäß gesagt haben, so ist auch unser Rühmen vor Titus Wahrheit geworden;²¹ -2 Korinther 2Kor 54 7 14 21 Der Erfolg hat gezeigt, dass das Lob, welches ich euch vor Titus gespendet habe, der Wahrheit entsprach. -2 Korinther 2Kor 54 7 15 Et viscera ejus abundantius in vobis sunt: reminiscentis omnium vestrum obedientiam: quomodo cum timore, et tremore excepistis illum. und sein Herz ist euch in noch höherem Maße zugetan, da er sich des Gehorsams euer aller erinnert, wie ihr ihn mit Ehrfurcht und Zittern aufgenommen habt.²² -2 Korinther 2Kor 54 7 15 22 So groß war ihr Bestreben, ihm zu gehorchen. -2 Korinther 2Kor 54 7 16 Gaudeo quod in omnibus confido in vobis. Ich freue mich, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.²³ -2 Korinther 2Kor 54 7 16 23 Da Titus als Abgesandter des Paulus einen solchen Gehorsam gefunden hat, haben sich die Korinther gegen den Apostel selbst voller Gehorsam gezeigt. -2 Korinther 2Kor 54 8 0 II. Ermahnender Teil (8,1 9,15): 1. Bestimmung der Weise, wie die Kollekte zu sammeln ist (8,1 15): welches Verdienst die Macedonier sich um die Kollekte erworben haben. (V. 6) Was die Korinther füglich leisten sollen. (V. 15) 2. Bestimmung der Personen, durch welche die Kollekte zu Ende zu führen ist (8,16 9,5): Empfehlung des Titus und seiner zwei Gefährten. -2 Korinther 2Kor 54 8 1 Notam autem facimus vobis, fratres, gratiam Dei, quæ data est in Ecclesiis Macedoniæ: Wir tun euch aber, Brüder! die Gnade Gottes kund, welche den Gemeinden Macedoniens verliehen worden ist,¹ -2 Korinther 2Kor 54 8 1 1 Wie die einzelnen Christen, sollen auch die Einzelgemeinden als Glieder des Leibes Christi untereinander so eng verbunden und vereinigt werden, dass sie nicht nur alle Freuden und Leiden gemeinsam haben, sondern dass sie sich auch gegenseitig durch ihr Beispiel zu allen Tugenden ermuntern. Deshalb stellt der Apostel den Korinthern die Freigebigkeit der Macedonier vor Augen. Welches die besondere den Gemeinden von Macedonien von Gott erwiesene Gnade ist, wird im Folgenden genauer gesagt. -2 Korinther 2Kor 54 8 2 Quod in multo experimento tribulationis abundantia gaudii ipsorum fuit, et altissima paupertas eorum abundavit in divitias simplicitatis eorum: dass bei vieler Prüfung durch Trübsal ihre Freude übergroß war, und ihre tiefe Armut sich reich zeigte in der Fülle ihrer Einfalt; -2 Korinther 2Kor 54 8 3 Quia secundum virtutem testimonium illis reddo, et supra virtutem voluntarii fuerunt, denn nach Vermögen, ich bezeuge es ihnen, ja über Vermögen sind sie willfährig gewesen,² -2 Korinther 2Kor 54 8 3 2 Sie waren freudig im Leiden und reich an Freigebigkeit in schwerster Armut. Die Prüfung umfasst wohl beide Glieder. -2 Korinther 2Kor 54 8 4 Cum multa exhortatione obsecrantes nos gratiam, et communicationem ministerii, quod fit in Sanctos. und haben uns mit vielem Zureden³ um die Gnade und die Teilnahme an der Hilfeleistung gebeten, welche für die Heiligen veranstaltet wird.⁴ -2 Korinther 2Kor 54 8 4 3 Sie glaubten, nicht uns eine Gnade zu erweisen, sondern eine solche zu erhalten (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 8 4 4 V. 3 5 sind nach dem Griechischen ein Satzgefüge. Die Gabe der Macedonier wird wegen der Größe der Gabe, des bereiten Willens, der reinen Absicht gelobt. -2 Korinther 2Kor 54 8 5 Et non sicut speravimus, sed semetipsos dederunt primum Domino, deinde nobis per voluntatem Dei, Und nicht nur wie wir gehofft hatten, sondern sich selbst gaben sie zuerst dem Herrn hin, dann uns durch den Willen Gottes;⁵ -2 Korinther 2Kor 54 8 5 5 Die Hauptabsicht wird von der zweiten, untergeordneten Meinung unterschieden. Beide hat Gott ihnen verliehen. Ungebeten nahmen sie sich der Sache an, und verlangten ihren Anteil daran. Ja sie brachten sich selbst mit ihrer ganzen Habe dar, damit alles, was etwa zu nehmen ihm gefiele, zur Hilfe für die armen Brüder diente. Mit welch reiner Absicht handelten sie zudem! Dem Heilande, der für sie arm geworden, wollten sie wiedervergelten und zugleich dem Apostel, dem Stellvertreter Christi, durch den sie zum Glauben geführt waren, ihre Liebe und Dankbarkeit beweisen, da sie wussten, wie sehr ihm diese Frage am Herzen lag. -2 Korinther 2Kor 54 8 6 Ita ut rogaremus Titum: ut quemadmodum cpit, ita et perficiat in vobis etiam gratiam istam. so dass wir den Titus baten, er möchte, wie er angefangen, so auch dieses Liebeswerk unter euch vollenden.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 8 6 6 Da wir die Macedonier so überaus eifrig erfunden haben, senden wir den Titus, damit auch ihr jenem an Tugend gleichkommet. -2 Korinther 2Kor 54 8 7 Sed sicut in omnibus abundatis fide, et sermone, et scientia, et omni sollicitudine, insuper et caritate vestra in nos, ut et in hac gratia abundetis. Doch wie ihr in allen Dingen überreich seid,⁷ in Glauben,⁸ und in Wort, und in Erkenntnis,⁹ und allem Eifer, überdies auch in eurer Liebe zu uns, so sollt ihr auch in dieser Gnade¹⁰ euch auszeichnen. -2 Korinther 2Kor 54 8 7 7 Von der mittelbaren Mahnung geht Paulus zur unmittelbaren über. Sein Vorgehen ist ein Meisterwerk von Pastoralklugheit. Damit die Korinther nicht durch das den Macedoniern gespendete Lob beleidigt werden, lobt er auch sie und spricht den Wunsch aus, ihre Freigebigkeit möchte ihren übrigen Tugenden gleichkommen (V. 7), damit es nicht nachher scheine, er wolle sie zur Spendung zwingen. In dieser Sache will er nichts durch ein Gebot erlangen, es genüge, wenn sie sich des Heilandes erinnerten, der für uns arm geworden ist. (V. 8, 9) Damit er nun nichts Neues zu fordern scheine, mahnt er sie, dass es sich nur um ihren eigenen Nutzen handle, und nur das zu Ende zu führen sei, was sie bereits seit einem Jahre sich vorgenommen. (V. 10, 11) Damit die Last endlich nicht zu hart erscheine, gibt er ihnen Maß und Ziel der Freigebigkeit an. Die Korinther scheinen in Geldsachen nicht allzu leicht zu behandeln gewesen sein. -2 Korinther 2Kor 54 8 7 8 In der Tugend des Glaubens. -2 Korinther 2Kor 54 8 7 9 Vergl. [1Kor 1,5]. -2 Korinther 2Kor 54 8 7 10 Gabe Gottes. Der Apostel bezeichnet damit auch den Glauben usw. als Gnaden. -2 Korinther 2Kor 54 8 8 Non quasi imperans dico: sed per aliorum sollicitudinem, etiam vestræ caritatis ingenium bonum comprobans. Nicht, als wollte ich befehlen, sage ich es, sondern um durch den Eifer anderer die Echtheit eurer Liebe zu bewähren. -2 Korinther 2Kor 54 8 9 Scitis enim gratiam Domini nostri Jesu Christi, quoniam propter vos egenus factus est, cum esset dives, ut illius inopia vos divites essetis. Denn¹¹ ihr kennet die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, dass er um euretwillen arm geworden ist, da er reich war, damit ihr durch seine Armut reich würdet.¹² -2 Korinther 2Kor 54 8 9 11 Der braucht kein Gebot, der sich an Christi Armut erinnert. -2 Korinther 2Kor 54 8 9 12 Vergl. [Phil 2,5ff]. Dieses Vorbild kann sehr wohl die Stelle eines Gebotes vertreten. Die allen Menschen erwiesene Wohltat stellt der Apostel den Gläubigen so dar, als ob sie den Gläubigen von eigen wäre. Der Heiland ward ein Kind, damit du ein vollkommener Mann sein könnest, er ward in Windeln gewickelt, damit du aus den Banden des Todes befreit würdest. Jene Armut ist mein Reichtum, die Schwachheit des Herrn meine Stärke. Meine Seele waschen die Tränen jenes Kindes ab. (Ambr.) -2 Korinther 2Kor 54 8 10 Et consilium in hoc do: hoc enim vobis utile est, qui non solum facere, sed et velle cpistis ab anno priore: Und hierin gebe ich euch einen Rat; denn dies ist für euch nützlich, die ihr nicht nur mit dem Tun, sondern auch mit dem Wollen seit dem vorigen Jahre den Anfang gemacht habt; [2Kor 9,2] -2 Korinther 2Kor 54 8 11 Nunc vero et facto perficite: ut quemadmodum promptus est animus voluntatis, ita sit et perficiendi ex eo, quod habetis. jetzt aber führet es auch durch die Tat zu Ende, damit, wie die Bereitwilligkeit des Wollens da ist, so auch das Vollbringen da sei, nach dem Maße dessen, was ihr habt.¹³ -2 Korinther 2Kor 54 8 11 13 Macedonier und Korinther werden der Zeit nach in Vergleich gestellt, seit welcher sie für das Liebeswerk tätig sind, und die Korinther werden jenen vorgezogen. Die Korinther hatten begonnen zu tun, aber waren durch die Parteistreitigkeiten von dem Werke abgezogen worden, so dass sie jetzt für dasselbe nicht eintraten, obwohl ihr guter Wille geblieben war. Vergl. [1Kor 16,1]. Den Macedoniern, die selbst arm waren (V. 2), scheint der Apostel erst von dem Liebeswerke gesprochen zu haben, als er nach der Absendung des ersten Briefes an die Korinther nach Macedonien kam. Die Macedonier sammelten also, während in Korinth das Werk stockte. Nachdem Paulus durch Titus erfahren, dass der Friede wiederhergestellt sei, will er den Eifer wecken. Damit aber das den Macedoniern gespendete Lob sie nicht beleidige, erkennt er auch die Verdienste der Korinther an. Von welchem Monate an Paulus das Jahr rechnet, ist uns unbekannt. Dieser Brief ist um den September 58 geschrieben, der vorhergehende um das Osterfest desselben Jahres. Da aber im letzteren die Angelegenheit der Sammlung bereits als bekannt vorausgesetzt wird, hatte Paulus diese selbst wohl in dem [1Kor 5,9] erwähnten, uns verloren gegangenen Briefe angeordnet. -2 Korinther 2Kor 54 8 12 Si enim voluntas prompta est, secundum id, quod habet, accepta est, non secundum id, quod non habet. Denn wenn der Wille bereit ist, so ist er nach dem, was er hat, wohlgefällig, nicht nach dem, was er nicht hat.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 8 12 14 Der eine Grund ist dem Wesen der Wohltätigkeit, der andere dem Ziele des Almosens entnommen. So sehr auch der heil. Paulus die außerordentliche Freigebigkeit der Macedonier gelobt hat, mahnt er doch, dass Gott von uns nichts fordert, als was wir nach unseren Kräften leisten können. Nicht die Größe des Geschenkes, sondern der bereite Wille macht angenehm bei Gott. -2 Korinther 2Kor 54 8 13 Non enim ut aliis sit remissio, vobis autem tribulatio, sed ex æqualitate. Denn es sollen andere nicht Behaglichkeit, ihr aber Bedrängnis haben, sondern es sei Gleichheit. -2 Korinther 2Kor 54 8 14 In præsenti tempore vestra abundantia illorum inopiam suppleat: ut et illorum abundantia vestræ inopiæ sit supplementum, ut fiat æqualitas, sicut scriptum est: In der gegenwärtigen Zeit soll euer Überfluss ihrem Mangel¹⁵ abhelfen, damit auch ihr Überfluss eurem Mangel¹⁶ abhelfe, auf dass Gleichheit eintrete, wie geschrieben steht: -2 Korinther 2Kor 54 8 14 15 Ihrem Mangel an zeitlichen Gütern. -2 Korinther 2Kor 54 8 14 16 Eurem Mangel an geistlichen Gütern. (Chrys., Theod., Thom.) Vergl. [Röm 15,27]. -2 Korinther 2Kor 54 8 15 Qui multum non abundavit: et qui modicum, non minoravit. Wer vieles hatte, hatte nicht Überfluss; und wer wenig, litt nicht Mangel.¹⁷ -2 Korinther 2Kor 54 8 15 17 Jene Gleichheit, welche bei der Sammlung des Mannas ein Wunder bewirkte, dass alle so viele hatten, als jeder bedurfte, soll unter Christen die brüderliche Liebe herstellen. Paulus passt die Worte [Ex 16,18] seinem Gegenstande an. -2 Korinther 2Kor 54 8 16 Gratias autem Deo, qui dedit eamdem sollicitudinem pro vobis in corde Titi, Dank aber sei Gott,¹⁸ welcher denselben Eifer für euch Titus in das Herz gegeben hat; -2 Korinther 2Kor 54 8 16 18 Da jede gute Gabe von Gott kommt, müssen wir ihm für seine beständige Güte beständig Dank sagen. -2 Korinther 2Kor 54 8 17 Quoniam exhortationem quidem suscepit: sed cum sollicitior esset, sua voluntate profectus est ad vos. denn die Aufforderung zwar hat er angenommen, ja, da er eifervoller war, ist er aus freiem Willen zu euch gereist.¹⁹ -2 Korinther 2Kor 54 8 17 19 Der Apostel versetzt sich nach der Weise des Altertums in seinem Briefe in die Zeit, wo der Brief gelesen wurde. Vergl. [Apg 15,22-27] -2 Korinther 2Kor 54 8 18 Misimus etiam cum illo fratrem, cujus laus est in Evangelio per omnes Ecclesias: Wir haben auch mit ihm den Bruder gesandt, dessen Lob in Sache des Evangeliums bei allen Gemeinden ist.²⁰ -2 Korinther 2Kor 54 8 18 20 Wenn der Name dieses Bruders im Neuen Testamente aufbewahrt ist, kann er sich nur [Apg 20,4] finden, wo die Reisegenossen des Apostels genannt werden. Alsdann kann es wiederum nur einer der drei ersten sein, Sopater, Aristarchus und Sekundus, da es sich um einen von den macedonischen Kirchen Erwählten handelt. -2 Korinther 2Kor 54 8 19 Non solum autem, sed et ordinatus est ab Ecclesiis comes peregrinationis nostræ in hanc gratiam, quæ ministratur a nobis ad Domini gloriam, et destinatam voluntatem nostram: Nicht allein aber dies, sondern er ist auch von den Gemeinden²¹ als unser Reisegefährte zu diesem Liebeswerke abgeordnet worden, das von uns zur Ehre des Herrn und unserem bestimmten Willen gemäß besorgt wird, -2 Korinther 2Kor 54 8 19 21 Macedoniens. -2 Korinther 2Kor 54 8 20 Devitantes hoc, ne quis nos vituperet in hac plenitudine, quæ ministratur a nobis. um zu verhüten, dass nicht jemand uns wegen dieser reichen Gabe, die von uns vermittelt wird, übel nachrede; -2 Korinther 2Kor 54 8 21 Providemus enim bona non solum coram Deo, sed etiam coram hominibus. denn wir tragen Sorge für das Gute nicht allein vor Gott, sondern auch vor den Menschen.²² [Spr 3,4] -2 Korinther 2Kor 54 8 21 22 Nach der Vorschrift des Herrn [Mt 5,16]. Für uns selbst genügt das gute Gewissen, für euch aber muss ich Sorge tragen, dass niemand unsern guten Ruf bei euch schädige. Wer auf sein Gewissen vertrauend seinen guten Ruf vernachlässigt, ist grausam gegen den Nächsten, besonders wenn seine Stellung eine solche ist wie die, welche der Apostel [Tit 2,7] erwähnt (Aug.). -2 Korinther 2Kor 54 8 22 Misimus autem cum illis et fratrem nostrum, quem probavimus in multis sæpe sollicitum esse: nunc autem multo sollicitiorem, confidentia multa in vos, Wir haben aber mit ihnen auch unsern Bruder gesandt, dessen Eifer wir oft in vielen Dingen erprobt haben, und der jetzt in großem Zutrauen zu euch noch viel eifriger ist.²³ -2 Korinther 2Kor 54 8 22 23 Es ist unbekannt, wer gemeint ist. -2 Korinther 2Kor 54 8 23 Sive pro Tito, qui est socius meus, et in vos adjutor, sive fratres nostri, Apostoli Ecclesiarum, gloria Christi. Gilt es Titus: er ist mein Gefährte und Mitarbeiter bei euch, oder unsere Brüder: sie sind die Abgesandten der Gemeinde, Christi Ehre.²⁴ -2 Korinther 2Kor 54 8 23 24 Betreffs Titus genügt es zu sagen, dass er einer der gewöhnlichen Genossen des heil. Paulus ist, die beiden anderen, Brüder des heil. Paulus und der Korinther, sind als Abgesandte von Gemeinden der Liebe würdig. -2 Korinther 2Kor 54 8 24 Ostensionem ergo, quæ est caritatis vestræ, et nostræ gloriæ pro vobis, in illos ostendite in faciem Ecclesiarum. Gebet denn den Erweis eurer Liebe und unsers Rühmens über euch gegen sie im Angesichte der Gemeinden kund.²⁵ -2 Korinther 2Kor 54 8 24 25 Bietet alle Schätze eurer Liebe auf und bestätiget meine Lobsprüche über euch, so werdet ihr alle Gemeinden ehren. -2 Korinther 2Kor 54 9 0 Ursache, warum der Apostel bereits jetzt Titus mit zwei Gefährten nach Korinth sendet. (V. 5) 3. Die Kollekte ist mit fröhlicher Freigebigkeit zu vollenden. -2 Korinther 2Kor 54 9 1 Nam de ministerio, quod fit in sanctos ex abundanti est mihi scribere vobis. Denn von der Hilfeleistung,¹ welche für die Heiligen geschieht, ist es überflüssig für mich, euch zu schreiben.² -2 Korinther 2Kor 54 9 1 1 Von der Almosensammlung. -2 Korinther 2Kor 54 9 1 2 Es konnte jemand dem Apostel sagen: Du mahnst uns, die Boten, welche du uns sendest, gut aufzunehmen. Warum wünschest du nicht vielmehr, dass wir reichlich zu der Kollekte beitragen? Solchen Fragen beugt der Apostel vor. Er gibt an, warum er die Abgesandten einzig der Person nach empfohlen hat, ohne von ihrem Auftrage zu reden. -2 Korinther 2Kor 54 9 2 Scio enim promptum animum vestrum: pro quo de vobis glorior apud Macedones. Quoniam et Achaia parata est ab anno præterito, et vestra æmulatio provocavit plurimos. Kenne ich doch euer williges Gemüt, wegen dessen ich mich eurer bei den Macedoniern rühme, dass auch Achaja von dem vergangenen Jahre her bereit ist, und euer Eifer hat so viele von ihnen zur Nachahmung angeeifert. -2 Korinther 2Kor 54 9 3 Misi autem fratres: ut ne quod gloriamur de vobis, evacuetur in hac parte, ut (quemadmodum dixi) parati sitis: Ich habe aber doch die Brüder gesandt, damit unser Rühmen über euch nicht in diesem Stücke³ zunichte werde,⁴ und ihr (wie ich gesagt habe) bereit seiet,⁵ -2 Korinther 2Kor 54 9 3 3 Betreffs der Kollekten. -2 Korinther 2Kor 54 9 3 4 Als nichtig erfunden werde. -2 Korinther 2Kor 54 9 3 5 Die Kollekte zu glücklichem Ende führend. -2 Korinther 2Kor 54 9 4 Ne cum venerint Macedones mecum, et invenerint vos imparatos, erubescamus nos (ut non dicamus vos) in hac substantia. dass nicht, wenn die Macedonier mit mir kommen und euch unvorbereitet finden sollten, wir⁶ (um nicht zu sagen ihr) beschämt würden in dieser Sache. -2 Korinther 2Kor 54 9 4 6 Der heil. Paulus wird beschämt, wenn er sich zu Unrecht gerühmt hat. -2 Korinther 2Kor 54 9 5 Necessarium ergo existimavi rogare fratres, ut præveniant ad vos, et præparent repromissam benedictionem hanc paratam esse sic, quasi benedictionem, non tamquam avaritiam. Ich habe es daher für nötig erachtet, die Brüder zu bitten, dass sie zu euch vorausreisen und den verheißenen Segen vorbereiten, damit derselbe bereit liege, und zwar wie Segen,⁷ und nicht wie Geiz. -2 Korinther 2Kor 54 9 5 7 Was hierzu erfordert wird, sagen die folgenden Verse (6 15): Freudigkeit und Freigebigkeit. (Theoph., Ök.) -2 Korinther 2Kor 54 9 6 Hoc autem dico: Qui parce seminat, parce et metet: et qui seminat in benedictionibus, de benedictionibus et metet. Dies aber sage ich: Wer spärlich säet, der wird auch spärlich ernten; und wer in Segnungen säet, wird auch in Segnungen ernten.⁸ -2 Korinther 2Kor 54 9 6 8 Die wohltätige Liebe wird ewigen Lohn erlangen. In Segnungen säet, wer aus gutem Willen im Vertrauen auf die zukünftige Vergeltung säet; er wird diese Hoffnung nicht getäuscht sehen, wenn er erntet. Wie der Same in der natürlichen Ordnung aus sich Frucht trägt, so dass diese aus ihm hervorgeht, so stehen die guten Werke nach Gottes Anordnung mit der himmlischen Herrlichkeit in Verbindung und verdienen sie. Ist zudem auch das Wesen der ewigen Seligkeit die gleiche für alle, da Gott ihr Untergrund ist, so ist doch der Grad derselben je nach den Verdiensten verschieden. Wohl steht der, der weniger sät, ebenso auf der rechten Seite des Richters wie der, welcher mehr säet, und wohl ist alle Gattung des Samens gleich, aber doch die Zahl verschieden. (Hier.) Spärlich säet auch der Habsüchtige, dem das, was er gibt, gleichsam abgepresst werden muss; denn sein Herz ist eng, mag auch die Gabe groß sein. Hingegen die arme Witwe, welche zwei Heller in den Opferkasten wirft, hat mehr gegeben, als alle Reichen. Der säet am besten, der so viel gibt, wie er kann. -2 Korinther 2Kor 54 9 7 Unusquisque prout destinavit in corde suo, non ex tristitia, aut ex necessitate: hilarem enim datorem diligit Deus. Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat,⁹ nicht mit Traurigkeit¹⁰ oder aus Zwang;¹¹ denn einen freudigen Geber liebt Gott.¹² [Sir 35,11] -2 Korinther 2Kor 54 9 7 9 Der Apostel setzt voraus, dass alle bereits bestimmt haben, wie viel sie geben wollen, und will einzig, dass sie mit rechter Gesinnung geben und in gebührender Weise die Kollekte beendigen. -2 Korinther 2Kor 54 9 7 10 D. i. nicht traurig, wie der Geizige, der alles für verloren ansieht, was er etwa gibt. -2 Korinther 2Kor 54 9 7 11 D. i. nicht ungern, gleichsam durch das Ansehen der Höheren, oder die Scham vor den Brüdern oder durch die Umstände gezwungen. -2 Korinther 2Kor 54 9 7 12 Nicht den Geber schlechthin, sondern den fröhlichen Geber lobt und belohnt Gott (Thom.). Gibst du das Brot betrübt, so hast du das Brot verloren und das Verdienst dazu (Aug.). -2 Korinther 2Kor 54 9 8 Potens est autem Deus omnem gratiam abundare facere in vobis: ut in omnibus semper omnem sufficientiam habentes, abundetis in omne opus bonum, Gott aber hat die Macht, euch jegliche Gabe im Überflusse zu geben;¹³ damit ihr in allem immer volle Genüge habet¹⁴ und überreich seiet zu jedem guten Werke,¹⁵ -2 Korinther 2Kor 54 9 8 13 Diese Worte sind aus der Septuag, [Spr 8,22] entnommen, ähnliche Worte finden sich in der dem Texte beigefügten Parallelstelle. -2 Korinther 2Kor 54 9 8 14 Damit die Freudigkeit nicht durch die Sorge um zeitliche Dinge erstickt, und die Freigebigkeit nicht durch unnütze Bekümmernis um die Zukunft gemindert werde, zeigt der Apostel, dass der Barmherzige nichts zu fürchten hat. Er entbehrt seine Güter auf einige Zeit, aber nur um sie nachher mit Gewinn wieder zurück zu erlangen. Ja noch mehr, wie V. 8 verheißt. -2 Korinther 2Kor 54 9 8 15 Was Gott kann, wird er auch tun, wenn ein Grund dazu da ist. Ein solcher Grund fehlt nicht, denn nach Gottes Wille ist das Almosen nicht geboten, damit es dem Empfänger völlige Sorglosigkeit, dem Geber Not verursache. [2Kor 8,12] Ein anderer Grund aus der Erfahrung folgt V. 10ff. -2 Korinther 2Kor 54 9 9 Sicut scriptum est: Dispersit, dedit pauperibus: justitia ejus manet in sæculum sæculi. wie geschrieben steht: Er hat ausgestreut, den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit.¹⁶ -2 Korinther 2Kor 54 9 9 16 [Ps 111,9] Gerecht ist derjenige, der alle Tugenden hat, durch die er Gott gefällt. -2 Korinther 2Kor 54 9 10 Qui autem administrat semen seminanti: et panem ad manducandum præstabit, et multiplicabit semen vestrum, et augebit incrementa frugum justitiæ vestræ: Und der, welcher dem Säemanne Samen darreicht, wird auch Brot zur Speise gewähren, und euren Samen vervielfältigen, und die Früchte eurer Gerechtigkeit mehren,¹⁷ -2 Korinther 2Kor 54 9 10 17 Einige griechische Erklärer setzen die Interpunktion so, dass das Subjekt ist: der, welcher dem Sämanne Samen gibt und Brot zur Speise. Dies scheint richtig, da der Apostel wohl [Jes 55,10] vor Augen hatte (Theoph.). -2 Korinther 2Kor 54 9 11 Ut in omnibus locupletati abundetis in omnem simplicitatem, quæ operatur per nos gratiarum actionem Deo. dass ihr in allem reich werdet und Überfluss habet zu aller Einfalt,¹⁸ welche durch uns Danksagung gegen Gott bewirkt.¹⁹ -2 Korinther 2Kor 54 9 11 18 Jedes Werk der Barmherzigkeit in Einfalt zu vollbringen, auf die Bedürftigkeit der Brüder schauend, denen ihr helfen wollt, und auf Gottes Ehre, wegen dessen ihr eure Brüder liebt und ihnen helft. -2 Korinther 2Kor 54 9 11 19 Die Einfalt der Gläubigen, welche den Armen beisteht, treibt diese an, Gott Dank zu sagen. -2 Korinther 2Kor 54 9 12 Quoniam ministerium hujus officii non solum supplet ea, quæ desunt sanctis, sed etiam abundat per multas gratiarum actiones in Domino, Denn die Leistung dieser Liebesspende²⁰ ersetzt nicht nur das, was den Heiligen mangelt, sondern bringt auch reiche Frucht durch viele Danksagungen im Herrn,²¹ -2 Korinther 2Kor 54 9 12 20 Das griech. Wort deutet an, dass die Gabe gleichsam ein Gott dargebrachtes Opfer ist, dessen Diener die Gläubigen sind. -2 Korinther 2Kor 54 9 12 21 Die Kollekte hat zwei Ziele: ein minder hohes und ein höheres. -2 Korinther 2Kor 54 9 13 Per probationem ministerii hujus, glorificantes Deum in obedientia confessionis vestræ, in Evangelium Christi, et simplicitate communicationis in illos, et in omnes, indem sie wegen dieses erprobten Liebesdienstes Gott preisen für den Gehorsam eures Bekenntnisses gegen das Evangelium Christi,²² und für die Wohlgeneigtheit im Mitteilen, an sie und an alle, -2 Korinther 2Kor 54 9 13 22 D. i. für euren Gehorsam des Glaubens. Aus der Liebe gegen die Brüder erkennt man, ob jemand Gott liebt. [1Joh 4,20] Wenn also die Korinther dieses höchste Gebot beobachteten, lag für die Bewohner von Jerusalem der Schluss für den Glauben der ersteren nahe. Welches Lob spendet der Apostel den Christen Palästinas, die aus so hohen Gründen sich freuen und über das, was anderen zu Teil wird! -2 Korinther 2Kor 54 9 14 Et in ipsorum obsecratione pro vobis, desiderantium vos propter eminentem gratiam Dei in vobis. und in ihrem Gebete für euch, da sie sich herzlich nach euch sehnen wegen der überschwenglichen Gnade Gottes gegen euch.²³ -2 Korinther 2Kor 54 9 14 23 Welch innige Vereinigung der Liebe unter den Kirchen hofft der Apostel durch diese Kollekte herbeizuführen! -2 Korinther 2Kor 54 9 15 Gratias Deo super inenarrabili dono ejus. Gott sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!²⁴ -2 Korinther 2Kor 54 9 15 24 Jene Güter, welche Gott denen, die das Almosen empfangen, und denen, welche es spenden, verleiht. (Chrys.) -2 Korinther 2Kor 54 10 0 III. Polemischer Teil. (10,1 13,10) 1. Die Apostelgewalt des heil. Paulus (K. 10,1-18): Paulus bittet seine Gegner, ihn nicht zu zwingen, seine Gewalt gegen sie zu gebrauchen. (V. 6) Auch persönlich gegenwärtig fehle ihm nicht der Mut, gegen sie aufzutreten. (V. 11) Sein Rühmen stützt sich nicht, wie das ihre, auf eine angemaßte Gewalt. -2 Korinther 2Kor 54 10 1 Ipse autem ego Paulus obsecro vos per mansuetudinem, et modestiam Christi, qui in facie quidem humilis sum inter vos, absens autem confido in vobis. Ich selbst aber, Paulus, bitte euch bei der Sanftmut und Milde Christi, der ich in's Angesicht zwar gering bin unter euch, abwesend aber Mut habe gegen euch.¹ -2 Korinther 2Kor 54 10 1 1 Wenngleich die Herzen der Gläubigen zum größten Teil dem Apostel sicher bereits wiedergewonnen waren, war doch zu befürchten, dass einige neuen Verleumdungen der Gegner ihr Ohr leihen möchten. Deshalb muss der Apostel seine Autorität noch gegen diese wahren. Daraus, dass der heil. Paulus nur in seinen Briefen strenger war, schlossen seine Feinde, er habe keine Macht. Die Schilderung seiner Person ist eine ironische Wiederholung der Worte seiner Verleumder. Trotzdem möchte der Apostel auch jetzt lieber die Milde des Heilandes nachahmen, wie er durch die eingefügte Beschwörung der Ungehorsamen zeigt. -2 Korinther 2Kor 54 10 2 Rogo autem vos ne præsens audeam per eam confidentiam, qua existimor audere in quosdam, qui arbitrantur nos tamquam secundum carnem ambulemus. Ich bitte euch nun, dass ich nicht anwesend Mut haben müsse mit jener Zuversicht, mit der ich, wie man meint, Mut habe gegen gewisse, die dafürhalten, dass wir nach dem Fleische wandeln.² -2 Korinther 2Kor 54 10 2 2 Ich bitte euch, versetzet mich nicht in die Notwendigkeit, euch zu zeigen, dass ich auch persönlich gegenwärtig der Kraft und Macht nicht ermangle. Indes nur seinen Verleumdern gilt die Strenge. -2 Korinther 2Kor 54 10 3 In carne enim ambulantes, non secundum carnem militamus. Denn ob wir auch im Fleische wandeln, so kämpfen wir nicht nach dem Fleische.³ -2 Korinther 2Kor 54 10 3 3 Wohl wandelt auch der heil. Paulus noch in dieser Leiblichkeit und trägt die Begierlichkeit in sich, aber er folgt ihren Anreizungen nicht und wird nicht durch die niedrigen Neigungen geleitet in der Verwaltung des ihm von Gott anvertrauten Amtes, sondern er kämpft als rechter Streiter Christi mit guten Waffen. -2 Korinther 2Kor 54 10 4 Nam arma militiæ nostræ non carnalia sunt, sed potentia Deo ad destructionem munitionum, consilia destruentes, Denn die Waffen unsers Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festen,⁴ indem wir die Ratschläge zerstören⁵ -2 Korinther 2Kor 54 10 4 4 Was von dem sterblichen und schwachen Fleische herrührt, ist schwach, was aber vom Geiste, ist stark durch Gottes Kraft. Welcher Art sind die Waffen der Gegner? Fleischliche Waffen sind die bösen Künste, mit denen der Apostel nach der Behauptung der Verleumder das Evangelium verfälscht und die Gläubigen betört und in das Verderben stürzt, mächtige Waffen sind diejenigen, mit welchen er ausgerüstet war. Dass die Waffen des Apostels geistige sind, zeigt auch das Ziel, für welches er dieselben erhalten hat. Welches die Festen sind, sagt der Apostel im folgenden Verse. -2 Korinther 2Kor 54 10 4 5 Die Waffen des Apostels sind stark, wie die Erfolge zeigen. -2 Korinther 2Kor 54 10 5 Et omnem altitudinem extollentem se adversus scientiam Dei, et in captivitatem redigentes omnem intellectum in obsequium Christi, und jede Hoheit, welche sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, jeden Verstand zum Gehorsame Christi gefangen nehmen,⁶ -2 Korinther 2Kor 54 10 5 6 Der Verstand, welcher durch fleischliche Neigungen fortgerissen, sich gegen die von Gott offenbarte Lehre erhebt, ist so gefangen zu nehmen, dass er sich demütig Christus unterwirft. Das harte Wort gefangen nehmen mildert der heil. Paulus durch den Zusatz zum Gehorsame Christi (Chrys.); denn wer sich dem Herrn gefangen gibt, wird nicht als Feind niedergeworfen, sondern als Freund der Wahrheit teilhaftig. Das Wort Gehorsam zeigt, dass der wahre Glaube nicht allein vom Verstande ausgeht, sondern auch die Unterwerfung des Wollens fordert. -2 Korinther 2Kor 54 10 6 Et in promptu habentes ulcisci omnem inobedientiam, cum impleta fuerit vestra obedientia. und bereit sind, allen Ungehorsam zu züchtigen, sobald euer Gehorsam vollendet sein wird.⁷ -2 Korinther 2Kor 54 10 6 7 Der Apostel wendet das Bild auf die Gegner und die korinthische Gemeinde an. Er betrachtet dieselbe als eine von seinen Gegnern mit Wall und Befestigungen umgebene Burg, welche Paulus für seinen König erobern soll und kann. Diejenigen, welche sich in Güte unterwerfen und die etwa hartnäckig bleibenden Irrlehrer verlassen, wird er gütig aufnehmen, und alsdann erst gegen diejenigen mit Strafen vorgehen, deren Bosheit unheilbar scheint. -2 Korinther 2Kor 54 10 7 Quæ secundum faciem sunt, videte. Si quis confidit sibi Christi se esse, hoc cogitet iterum apud se: quia sicut ipse Christi est, ita et nos. Sehet, was vor Augen liegt!⁸ Wenn jemand sich zutraut, Christi zu sein, so bedenke er dies wiederum bei sich, dass, wie er Christi ist, so auch wir.⁹ -2 Korinther 2Kor 54 10 7 8 Alles liegt so klar vor Augen, dass das Urteil über die Verleumdungen der Gegner leicht ist. -2 Korinther 2Kor 54 10 7 9 Wir sind Apostel Christi, nicht weniger als jene. Allmählich wächst die Heftigkeit der Rede (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 10 8 Nam, et si amplius aliquid gloriatus fuero de potestate nostra, quam dedit nobis Dominus in ædificationem, et non in destructionem vestram: non erubescam. Denn wenn ich mich auch etwas mehr unserer Gewalt rühmen werde, die uns der Herr zur Auferbauung, und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat,¹⁰ so werde ich nicht zu Schanden werden. -2 Korinther 2Kor 54 10 8 10 Die Verneinung steht nicht im Widerspruch mit V. 4, wenn man auf die Zusätze eure (V. 8) und der Festen (V. 4) achtet. Übrigens fordert jeder Bau, dass die Hindernisse beseitigt werden, schlechtes Material entfernt, und nur gutes gebraucht werde. Der Apostel hat eine Gewalt empfangen, um zu bauen, eine andere, alle hartnäckig Widerspenstigen niederzuwerfen (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 10 9 Ut autem non existimer tamquam terrere vos per epistolas: Damit ihr aber nicht glaubet, ich wollte euch schrecken durch Briefe , -2 Korinther 2Kor 54 10 10 Quoniam quidem epistolæ, inquiunt, graves sunt et fortes: præsentia autem corporis infirma, et sermo contemptibilis: denn die Briefe, sagen sie, sind streng und heftig, seine leibliche Gegenwart aber ist schwach, und seine Rede verächtlich - -2 Korinther 2Kor 54 10 11 Hoc cogitet qui ejusmodi est, quia quales sumus verbo per epistolas absentes, tales et præsentes in facto. so bedenke ein solcher,¹¹ dass, wie wir abwesend in Worten durch Briefe sind, wir so auch anwesend in der Tat sein werden. -2 Korinther 2Kor 54 10 11 11 Derjenige, der dies für wahr hält. Als der Apostel zum ersten Male nach Korinth kam, geschah es in Schwachheit und Furcht und Zittern, und er predigte nur einfache Wahrheiten. Zum zweiten Male kam er in Trauer und musste überaus milde verfahren. Zum dritten Male kommend [2Kor 13,1] wird er die Strenge und Stärke zeigen, welche sich in seinen Briefen offenbart; ob dies aber jenen gefallen wird, welche den Verleumdungen noch immer Glauben schenken? -2 Korinther 2Kor 54 10 12 Non enim audemus inserere, aut comparare nos quibusdam, qui seipsos commendant: sed ipsi in nobis nosmetipsos metientes, et comparantes nosmetipsos nobis. Denn wir wagen es nicht, uns gewissen Leuten beizugesellen, die sich selbst empfehlen, oder uns mit ihnen zu vergleichen; sondern wir messen uns nach dem, was wir in uns sind, und wir vergleichen uns mit uns selbst.¹² -2 Korinther 2Kor 54 10 12 12 Der griechische Text ist mit den griechischen Vätern und dem heil. Augustin anders zu übersetzen, nämlich: sondern sie selbst (die Gegner) werden von Sinnen, sich nach dem messend, was sie in sich sind, und sich mit sich selbst vergleichend. Bereits die alten Ausleger klagen darüber, dass der heil. Paulus, um seine Gegner zu schonen, so dunkel rede. -2 Korinther 2Kor 54 10 13 Nos autem non in immensum gloriabimur, sed secundum mensuram regulæ, qua mensus est nobis Deus, mensuram pertingendi usque ad vos. Wir werden uns nicht in's Unbemessene rühmen, sondern nach dem Maße der Richtschnur, welche uns Gott zugeteilt hat, als Maß, um bis zu euch hinzureichen.¹³ [Eph 4,7] -2 Korinther 2Kor 54 10 13 13 Der Apostel erklärt sich mit großer Ironie für unwürdig, sich mit jenen großen Männern zu vergleichen, welche ihr eigenes Lob verkünden und sich so selbst empfehlen. Als Grund seiner Unwürdigkeit führt er den ungeheuren Unterschied an, der zwischen seiner und ihrer Handlungsweise besteht und der jeden Vergleich ausschließt. Seine Gegner loben sich, da ihnen jede Richtschnur, außer ihnen selbst, nach der sie sich beurteilen möchten, abgeht, in's Unendliche; denn Gott hat ihnen das Apostelamt nicht anvertraut, sondern sie schreiben sich fremde Arbeiten zu und stellen als Richtschnur, nach der sie sich messen, ihre eitle Meinung von sich und ihren Verdiensten auf. So finden sie niemand würdig, sich mit ihnen zu vergleichen, erheben sich über alle und kommen von Sinnen. Paulus wird sich nicht in's Unendliche rühmen, denn er hat von Gott eine Richtschnur außer sich empfangen, nach der er sich und seine Arbeiten beurteilt: es ist sein Beruf, innerhalb eines ihm zugemessenen Gebietes das Evangelium zu verkünden. Wie Gott ihm dies bei seiner Bekehrung zuwies [Gal 1,16, Gal 2,7, Eph 3,8] u.a. und durch besondere Weisungen ihn leitete, vergl. [Apg 16,6-8], so hat er ihn auch durch den Erfolg seiner Anstrengungen, und durch innere und äußere Gnaden gewiss gemacht, dass er die Grenzen seines Amtes nicht überschritten habe. (Chrys., Theod., Aug.) Der Sinn der Vulgata ist der gleiche: Wir sagen das von uns, was uns angemessen ist, d. i. was an unseren Taten seinen Maßstab findet (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 10 14 Non enim quasi non pertingentes ad vos, superextendimus nos: usque ad vos enim pervenimus in Evangelio Christi: Denn nicht, als wenn wir nicht bis zu euch reichten, dehnen wir uns über Gebühr aus; sondern wir sind bis zu euch hingelangt mit dem Evangelium Christi.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 10 14 14 Indem der Apostel sich der korinthischen Kirche rühmt, überschreitet er das ihm zugewiesene Maß nicht, da Korinth innerhalb des dem Apostel zugewiesenen Gebietes liegt. Wenn die Korinther alles das erwägen, was Paulus durch die Kraft Gottes unter ihnen vollbracht, können sie nicht zweifeln, dass auch sie seiner Sorge anvertraut sind. -2 Korinther 2Kor 54 10 15 Non in immensum gloriantes in alienis laboribus: spem autem habentes crescentis fidei vestræ, in vobis magnificari, secundum regulam nostram in abundantiam, Nicht in's Unbemessene rühmen wir uns fremder Arbeiten;¹⁵ wir haben vielmehr die Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, durch euch unserer Aufgabe gemäß reichlich zu wachsen, -2 Korinther 2Kor 54 10 15 15 Die Gegner des Apostels rühmen sich ohne Maß und schmücken sich mit fremden Verdiensten, indem sie sich die Arbeiten anderer zueignen (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 10 16 Etiam in illa, quæ ultra vos sunt, evangelizare, non in aliena regula in iis quæ præparata sunt gloriari. so dass wir auch in jenen Gegenden, welche über euch hinausliegen, das Evangelium verkünden, nicht innerhalb einer fremden Aufgabe uns dessen rühmen müssen, was schon zu Stande gebracht ist.¹⁶ -2 Korinther 2Kor 54 10 16 16 Nachdem der Apostel den ganzen Orient mit seinen Arbeiten erfüllt hat, will er jetzt dem Occidente die Predigt des Heiles bringen, besonders Spanien, und wählt Korinth zum Ausgangspunkte für das Abendland, wie Antiochia der Mittelpunkt seines Wirkens im Morgenlande gewesen war. -2 Korinther 2Kor 54 10 17 Qui autem gloriatur, in Domino glorietur. Wer sich aber rühmt, der rühme sich im Herrn;¹⁷ [1Kor 1,31, Jer 9,23] -2 Korinther 2Kor 54 10 17 17 Alles soll der Mensch auf Gott beziehen, von dem alles Gute herabsteigt, und ohne dessen Gnade er selbst nichts vermag. -2 Korinther 2Kor 54 10 18 Non enim qui seipsum commendat, ille probatus est: sed quem Deus commendat. denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, ist bewährt, sondern der, welchen Gott empfiehlt.¹⁸ -2 Korinther 2Kor 54 10 18 18 Denjenigen empfiehlt Gott und der ist bewährt, den Gott aussendet zu predigen; wen er aber nicht sendet, empfiehlt er nicht. Wer nicht gesandt predigt, empfiehlt sich selbst und ist nicht bewährt. -2 Korinther 2Kor 54 11 0 2. Rühmen des Apostels gegen seine Verleumder. (11,1 12,10) a. Rühmen des Apostels über seine Tätigkeit (V. 1 15): Entschuldigung. (V. 6) Rühmen, dass er das Evangelium stets gepredigt habe und predigen werde. (V. 15) b. Rühmen des heil. Paulus über die von ihm ertragenen Heimsuchungen. (V. 16 33) Wiederholte Entschuldigung. (V. 21) Aufzählung seiner Trübsale, um zu zeigen, wie sehr er seine Gegner übertrifft. -2 Korinther 2Kor 54 11 1 Utinam sustineretis modicum quid insipientiæ meæ, sed et supportate me: Möchtet ihr ein wenig Torheit von mir ertragen! Ja, ertraget mich!¹ -2 Korinther 2Kor 54 11 1 1 Jedes Rühmen, auch das notwendige und der Wahrheit entsprechende, gilt denen, welche Notwendigkeit und Wahrheit nicht anerkennen, als Torheit. Ihrer Meinung sich anbequemend nennt Paulus sein Rühmen Torheit. -2 Korinther 2Kor 54 11 2 mulor enim vos Dei æmulatione. Despondi enim vos uni viro virginem castam exhibere Christo. Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifersucht;² denn ich habe euch verlobt einem Manne, als keusche Jungfrau euch Christus darzustellen.³ -2 Korinther 2Kor 54 11 2 2 Indem der Apostel sich rühmt, sucht er sich nicht selbst, noch seinen Ruhm. Paulus liebt die Gläubigen derart, dass er ihren Verkehr mit den falschen Aposteln, da derselbe voller Gefahren ist, nicht ertragen kann (Chrys., Thom.). Um aber jeden Gedanken an natürliche Eifersucht fernzuhalten, setzt der Apostel bei: mit ähnlicher Eifersucht, wie die, welche Gott selbst hegt. Wie Gott im A. B. um das Volk Israel, welches er sich verlobt [Ez 16,8], eiferte [Sach 1,14ff], so jetzt nicht minder um die Kirche, welche er sich nach den Verheißungen [Hos 2,19ff, Jes 54,2ff] in Christus verlobt hat. [Eph 5,25ff] Paulus ist nur gleichsam der Brautführer, der Vermittler der Ehe, durch welchen die Braut die Gaben Christi erhalten hat. -2 Korinther 2Kor 54 11 2 3 Jetzt ist die Zeit der Verlobung, die Hochzeit hat statt, wenn der Heiland kommt. -2 Korinther 2Kor 54 11 3 Timeo autem ne sicut serpens Hevam seduxit astutia sua, ita corrumpantur sensus vestri, et excidant a simplicitate, quæ est in Christo. Ich fürchte aber, dass, gleichwie die Schlange mit ihrer Arglist Eva verführt hat, so auch euer Sinn verderbt und der Einfalt entfremdet werden möchte, die in Christus ist.⁴ [Gen 3,4] -2 Korinther 2Kor 54 11 3 4 Wie Adam das Vorbild Christi ist [Röm 5,14], so stellt Eva als Mutter der Lebenden die Kirche und die Kirchen dar. Auch Eva war von Gott rein erschaffen und rein dem Adam verlobt, aber vom Teufel verführt brach sei dem Manne, durch welchen sie Gottes Gebot erfahren, und Gott selbst, der das Gebot gegeben, die Treue; so können die Korinther den einfachen und reinen Glauben Christi verlassen. -2 Korinther 2Kor 54 11 4 Nam si is, qui venit, alium Christum prædicat, quem non prædicavimus, aut alium spiritum accipitis, quem non accepistis: aut aliud Evangelium, quod non recepistis: recte pateremini. Denn wenn der, welcher kommt,⁵ einen andern Christus predigt, den wir nicht gepredigt, oder ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht überkommen habt, so würdet ihr es mit Recht ertragen.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 11 4 5 D. i. wer sich selbst zum Lehrer aufwirft. -2 Korinther 2Kor 54 11 4 6 Der Apostel macht den Korinthern einen ironischen Vorwurf wegen der Leichtigkeit, mit der sie eine Lehre aufnahmen, die von der seinigen abwich. Die falschen Apostel verhießen wohl, ein vollkommeneres Bild von Christus zu geben, einen anderen Geist und ein anderes Evangelium. Wären die Verheißungen wahr gewesen, so hätten die Korinther jene Lehre mit Recht ertragen. -2 Korinther 2Kor 54 11 5 Existimo enim nihil me minus fecisse a magnis Apostolis. Denn ich glaube, dass ich nicht weniger getan habe, als die großen Apostel.⁷ -2 Korinther 2Kor 54 11 5 7 Die wahrscheinlichste Auslegung nimmt an, dass der Apostel sich mit den falschen Lehrern vergleicht. In nichts steht er diesen nach, als in einem Punkte. (V. 6) -2 Korinther 2Kor 54 11 6 Nam etsi imperitus sermone, sed non scientia, in omnibus autem manifestati sumus vobis. Denn wenn ich auch unerfahren in der Rede bin, so doch nicht in der Erkenntnis,⁸ sondern in allem sind wir euch offenbar geworden. -2 Korinther 2Kor 54 11 6 8 Jene aufgeblasene Beredsamkeit, deren die Gegner sich rühmten, ist dem heil. Paulus fremd. Diesen Vorzug lässt er den Gegnern, für sich aber nimmt er die Erkenntnis in Anspruch. Die Wahrheit beider Aussagen steht den Korinthern aus eigener Erfahrung fest. -2 Korinther 2Kor 54 11 7 Aut numquid peccatum feci, meipsum humilians, ut vos exaltemini? quoniam gratis Evangelium Dei evangelizavi vobis? Oder habe ich etwa eine Sünde begangen, dass ich mich erniedrigte, damit ihr erhöht würdet? dass ich euch unentgeltlich das Evangelium Gottes verkündet habe?⁹ -2 Korinther 2Kor 54 11 7 9 Die falschen Apostel behaupteten, das Evangelium selbst werde verächtlich, wenn seine Verkünder wie niedrige Sklaven durch ihrer Hände Arbeit ihren Unterhalt suchten. Der Apostel hingegen will alles leiden, wenn er dadurch einige aus der Sünde zum Stande der Gnade emporführt. -2 Korinther 2Kor 54 11 8 Alias Ecclesias exspoliavi, accipiens stipendium ad ministerium vestrum. Andere Kirchen habe ich beraubt, indem ich Unterstützung annahm,¹⁰ um euch zu dienen. -2 Korinther 2Kor 54 11 8 10 Die armen macedonischen Kirchen sind wohl gemeint. Nur in der äußersten Notwendigkeit nahm der Apostel von ihnen das wenige an, was zu seinem Lebensunterhalte notwendig war, anders als seine Gegner. -2 Korinther 2Kor 54 11 9 Et cum essem apud vos, et egerem; nulli onerosus fui: nam quod mihi deerat, suppleverunt fratres, qui venerunt a Macedonia: et in omnibus sine onere me vobis servavi, et servabo. Und als ich bei euch war¹¹ und Mangel litt, bin ich keinem lästig gewesen; denn was mir mangelte, dem halfen die Brüder ab, welche aus Macedonien kamen;¹² und in allem habe ich mich gehütet, euch beschwerlich zu sein, und werde es auch ferner tun. -2 Korinther 2Kor 54 11 9 11 Um eure Kirche zu gründen. -2 Korinther 2Kor 54 11 9 12 Silas und Timotheus. -2 Korinther 2Kor 54 11 10 Est veritas Christi in me, quoniam hæc gloriatio non infringetur in me in regionibus Achaiæ. So gewiss die Wahrheit Christi in mir ist, wird dies mein Rühmen mir in den Gegenden Achajas nicht geschmälert werden.¹³ -2 Korinther 2Kor 54 11 10 13 Damit es klar sei, dass er mit Überlegung so rede, ruft er Christus als Zeugen an, der mit seiner Wahrheit in ihm lebt. -2 Korinther 2Kor 54 11 11 Quare? quia non diligo vos? deus scit. Warum? weil ich euch nicht liebe? Gott weiß es!¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 11 11 14 Weiter unten, [2Kor 12,13], kommt der Apostel auf diesen Punkt zurück. -2 Korinther 2Kor 54 11 12 Quod autem facio, et faciam: ut amputem occasionem eorum, qui volunt occasionem, ut in quo gloriantur, inveniantur sicut et nos. Was ich aber tue, werde ich auch ferner tun, um denen die Gelegenheit abzuschneiden, welche eine Gelegenheit suchen, in dem, worin sie sich rühmen, so erfunden zu werden, wie wir.¹⁵ -2 Korinther 2Kor 54 11 12 15 Der Sinn dieser Worte war den Korinthern klar, uns fehlt die Kenntnis der näheren Umstände. Am wahrscheinlichsten ist die Annahme, dass die falschen Apostel sogar mit Gewalt den Gläubigen Geschenke abdrangen, ein anderes Verfahren eines wahren Apostels für unwürdig erklärten (V. 7) und den heil. Paulus der Heuchelei beschuldigten, dass er zwar selbst nichts von den Korinthern angenommen, aber durch seine Abgesandten den Korinthern mit List ihr Geld abgenommen habe. Vergl. [2Kor 12,16ff]. So hofften sie, ihre Handlungsweise zu rechtfertigen und den Aposteln in schiefes Licht zu setzen (Aug., Thom.). Der Sinn des Verses ist also. Ich werde meine frühere Weise, das Evangelium zu predigen, beibehalten, damit ich die Gelegenheit, sich über den Empfang des Unterhaltes als über ein apostolisches Privileg zu rühmen, denen abschneide, welche darnach trachten, dass sie in dem, dessen sie sich rühmen (dem Rechte auf den Unterhalt), wie wir erfunden werden. Wenn wir nichts annehmen, rühmen jene sich umsonst der Ähnlichkeit mit uns. -2 Korinther 2Kor 54 11 13 Nam ejusmodi pseudoapostoli, sunt operarii subdoli, transfigurantes se in apostolos Christi. Denn solche¹⁶ Leute sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, welche die Gestalt der Apostel Christi annehmen. -2 Korinther 2Kor 54 11 13 16 D. i. die, welche eine solche Gelegenheit suchen. Der wahre Apostel sucht Christi Sache, der falsche einen eigenen Nutzen. -2 Korinther 2Kor 54 11 14 Et non mirum: ipse enim satanas transfigurat se in angelum lucis. Und kein Wunder! denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichtes an!¹⁷ -2 Korinther 2Kor 54 11 14 17 Sie nehmen die äußere Gestalt an ohne innere Ähnlichkeit. -2 Korinther 2Kor 54 11 15 Non est ergo magnum, si ministri ejus transfigurentur velut ministri justitiæ: quorum finis erit secundum opera ipsorum. Darum ist es nichts Sonderliches, wenn seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; doch ihr Ende wird nach ihren Werken sein. -2 Korinther 2Kor 54 11 16 Iterum dico, (ne quis me putet insipientem esse, alioquin velut insipientem accipite me, ut et ego modicum quid glorier) Abermals sage ich:¹⁸ Niemand halte mich für töricht! Wenn aber, so nehmet mich wie einen Törichten auf, damit auch ich mich ein wenig rühme. -2 Korinther 2Kor 54 11 16 18 Wenn der Fürst der Geister der Finsternis bisweilen die Gestalt eines Engels des Lichtes annehmen kann, obwohl zwischen Licht und Finsternis der höchste Gegensatz ist, so ist es nicht wunderbar, wenn jene Menschen sich heuchlerisch für Apostel ausgeben. Die Engel des Lichtes genießen das Licht, in dem Gott wohnt, und tragen es wie ein Strahlenkleid mit sich; ihre Aufgabe ist es, die Menschen zu erleuchten, welche die bösen Geister in die Finsternis der Sünde zu stürzen suchen. Der böse Geist erscheint bisweilen in der Gestalt eines Engels des Lichtes, häufiger indes stellt er dem Menschen anscheinende oder wahre Güter vor Augen, um ihn zu täuschen und in schwere Sünden zu stürzen. Als der Apostel sich zum ersten Male empfahl, bat er die Korinther um Geduld, weil er aus vernünftigem Eifer handle; hier zeigt er, dass, wenn er selbst nach ihrer Meinung töricht handeln sollte, jene ihn ertragen müssten (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 11 17 Quod loquor, non loquor secundum Deum, sed quasi in insipientia, in hac substantia gloriæ. Was ich rede, sage ich nicht nach Gott, sondern wie in Torheit in diesem Gegenstande des Rühmens.¹⁹ -2 Korinther 2Kor 54 11 17 19 Das Beiwort: wie zeigt, dass das Rühmen des Apostels nur nach äußerem Scheine dem der Menschen ähnlich sei, welche Gottes Gebote über demselben vernachlässigen. -2 Korinther 2Kor 54 11 18 Quoniam multi gloriantur secundum carnem: et ego gloriabor. Da viele sich rühmen nach dem Fleische, so werde auch ich mich rühmen.²⁰ -2 Korinther 2Kor 54 11 18 20 Nach dem Fleische rühmt sich, wer sich seines vornehmen Standes oder anderer äußerer Dinge rühmt. -2 Korinther 2Kor 54 11 19 Libenter enim suffertis insipientes: cum sitis ipsi sapientes. Gerne ertragt ihr ja die Toren, da ihr selbst weise seid.²¹ -2 Korinther 2Kor 54 11 19 21 Der heil. Paulus ward umso mehr veranlasst, seine Gegner nachzuahmen, als er sah, wie die Korinther ihrer Weisheit gemäß jene Torheit liebten. Die Worte sind ironisch. -2 Korinther 2Kor 54 11 20 Sustinetis enim si quis vos in servitutem redigit, si quis devorat, si quis accipit, si quis extollitur, si quis in faciem vos cædit. Denn ihr ertragt es, wenn jemand euch knechtet, wenn jemand euch aussaugt, wenn jemand euch das eure nimmt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch in's Angesicht schlägt.²² -2 Korinther 2Kor 54 11 20 22 Wie herrschsüchtig, habgierig, listig, stolz als Kinder Abrahams und gewalttätig müssen die falschen Apostel gewesen sein! Paulus hingegen hatte die Korinther stets als Vater, nicht als Herr behandelt [2Kor 1,23], sich von Eifer ganz für sie aufgezehrt [2Kor 12,15] und für ihr Heil besorgt [2Kor 7,12], das Evangelium umsonst verkündet. [1Kor 9,1ff] Frei von aller List hatte er das Wort Gottes auch nicht verfälscht. [2Kor 4,2] In allen diesen Dingen, welche die Korinther so gern von den falschen Aposteln ertragen, lässt Paulus ihnen Vorrang zu. -2 Korinther 2Kor 54 11 21 Secundum ignobilitatem dico, quasi nos infirmi fuerimus in hac parte. In quo quis audet (in insipientia dico) audeo et ego: Zur Schande sage ich es, als wenn wir in diesem Stücke schwach gewesen; worüber jemand sich zu rühmen wagt,²³ (ich rede in Torheit),²⁴ wage auch ich es. -2 Korinther 2Kor 54 11 21 23 Der Apostel fährt in seiner ironischen Sprechweise fort: Zu meine Schande gestehe ich, dass ich in allen diesen Dingen hinter den falschen Aposteln zurückgeblieben bin, wie die Gegner sagen. Freilich wagten dieselben nicht, sich dessen offen zu rühmen; doch welcher guten Sache jemand sich rühmt, dieser kann sich auch der Apostel rühmen. -2 Korinther 2Kor 54 11 21 24 Selbst im Falle der Notwendigkeit von sich etwas Großes sagen, nennt der Apostel Torheit, um uns zu zeigen, wie sehr alles Rühmen zu fliehen ist (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 11 22 Hebræi sunt, et ego: Israelitæ sunt, et ego: Semen Abrahæ sunt, et ego: Sie sind Hebräer, auch ich; sie sind Israeliten, auch ich; sie sind Nachkommen Abrahams, auch ich; -2 Korinther 2Kor 54 11 23 Ministri Christi sunt, (ut minus sapiens dico) plus ego: in laboribus plurimis, in carceribus abundantius, in plagis supra modum, in mortibus frequenter. sie sind Diener Christi (dass ich es unweise sage), ich noch mehr;²⁵ durch Mühseligkeiten in großer Zahl, bei Kerker in Fülle, bei Schlägen über die Maßen, bei häufigen Todesgefahren.²⁶ -2 Korinther 2Kor 54 11 23 25 Zweier Vorzüge rühmten die falschen Apostel sich besonders: ihrer jüdischen Abstammung und ihrer apostolischen Würde. Das erstere scheint dem Apostel keine lange Erörterung zu verdienen. Hebräer: Name der Nation, der sie von allen anderen Völkern unterscheidet. Israeliten: auserwähltes Volk Gottes, Bezeichnung der Religion. Nachkommen Abrahams: Anrecht auf die messianischen Verheißungen besitzend. -2 Korinther 2Kor 54 11 23 26 Lukas hat nur einer Gefangenschaft vor der Abfassung dieses Briefes berichtet [Apg 16,23]; der heilige Klemens von Rom bezeugt, dass der Apostel sieben Male in Fesseln geworfen ward, wohl diejenigen mit eingerechnet, welche er von Jerusalem nach Cäsarea und Rom trug. [Apg 22,23ff] -2 Korinther 2Kor 54 11 24 A Judæis quinquies, quadragenas, una minus, accepi. Von den Juden habe ich fünfmal je vierzig Streiche weniger einen bekommen. -2 Korinther 2Kor 54 11 25 Ter virgis cæsus sum, semel lapidatus sum, ter naufragium feci, nocte et die in profundo maris fui, Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal bin ich gesteinigt worden, dreimal habe ich Schiffbruch gelitten, einen Tag und eine Nacht bin ich in der Meerestiefe gewesen,²⁷ -2 Korinther 2Kor 54 11 25 27 Das Gesetz gestattete nur vierzig Streiche. Um jede Verletzung desselben zu verhüten, schrieben die Pharisäer vor, einen Streich weniger zu geben. Auf die Absicht des Gesetzgebers zu achten, kam ihnen freilich nicht in den Sinn, weshalb die Geißelung bisweilen mit dem Tode des Bestraften endete. Lukas berichtet keine von den durch die Juden vollzogenen Geißelungen, nur eine von den drei seitens der Heiden vorgenommenen. [Apg 16,22] Warum der heil. Paulus sich nicht auch bei den beiden anderen Geißelungen auf sein römisches Bürgerrecht berufen, wissen wir nicht. Die Steinigung erlitt der Apostel auf seiner ersten Missionsreise in Lystra. [Apg 14,18] Die drei Schiffbrüche übergeht Lukas, denn der von ihm erwähnte [Apg 27,41ff] fällt etwa drei Jahre nach Abfassung dieses Briefes. Was die Worte: einen Tag und eine Nacht bin ich in der Meerestiefe gewesen andeuten, ist nicht klar. Der heil. Chrys. u. a. nehmen an, dass Paulus, nachdem das Schiff zerschellt, einen Tag und eine Nacht von den Wogen umhergetrieben ward, bis ein anderes Schiff ihn aufnahm; wenige fassen den Ausdruck ganz wörtlich und nehmen ein Wunder an. -2 Korinther 2Kor 54 11 26 In itineribus sæpe, periculis fluminum, periculis latronum, periculis ex genere, periculis ex gentibus, periculis in civitate, periculis in solitudine, periculis in mari, periculis in falsis fratribus: auf Reisen oftmals, in Gefahren von Flüssen, Gefahren von Räubern, Gefahren von meinem Volke, Gefahren von Heiden, Gefahren in Städten, Gefahren in den Wüsteneien, Gefahren auf dem Meere, Gefahren von falschen Brüdern,²⁸ -2 Korinther 2Kor 54 11 26 28 Drei große Missionsreisen und zwei Reisen nach Jerusalem werden in der Apostelgeschichte erwähnt. Zu diesen kommt die Reise nach Arabien [Gal 1,17], nach Illyrien [Röm 15,9], die zweite Reise nach Achaja [2Kor 13,1], und vielleicht auch andere kleine Reisen. Lukas hat einzig die Ausbreitung der Kirche unter den Heiden vor Augen, und lässt deshalb weg, was die ungläubigen Juden und Heiden in Asien, Macedonien und Achaja taten, um die Predigt des heil. Paulus zu behindern. -2 Korinther 2Kor 54 11 27 In labore, et ærumna, in vigiliis multis, in fame, et siti, in jejuniis multis, in frigore, et nuditate. bei Mühsal und Anstrengungen, bei vielfältigen Nachtwachen, bei Hunger und Durst, bei vielmaligem Fasten, bei Kälte und Blöße,²⁹ -2 Korinther 2Kor 54 11 27 29 Es sind dies Beschwerden, welche größtenteils aus seiner Armut herrührten. -2 Korinther 2Kor 54 11 28 Præter illa, quæ extrinsecus sunt, instantia mea quotidiana, sollicitudo omnium Ecclesiarum. außer dem, was sonst sich zutrifft, der tägliche Andrang zu mir, die Sorge für alle Gemeinden.³⁰ -2 Korinther 2Kor 54 11 28 30 Der Apostel zählt die Schwierigkeiten auf, welche ihm die Leitung der von ihm gestifteten Kirchen verursacht. Zwei Beispiele erklären dies weiter im folgenden Verse. -2 Korinther 2Kor 54 11 29 Quis infirmatur, et ego non infirmor? quis scandalizatur, et ego non uror? Wer wird schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und es brennt mich nicht?³¹ -2 Korinther 2Kor 54 11 29 31 Der Apostel glaubte seiner Pflicht nicht genügt zu haben, wenn er durch seine tausendfältigen Mühen nur Söhne in Christus zeugte, sondern er wollte sie auch als Söhne nähren, als Vater erziehen, als Lehrer unterrichten. Das Wort brennen drückt einen ungeheuren Schmerz aus. Alle übrigen Widrigkeiten vermochten nicht seinen inneren Frieden zu stören; was er aber durch das Ärgernis an den schwachen Brüdern litt, zerriss sein Herz (Chrys.). -2 Korinther 2Kor 54 11 30 Si gloriari oportet: quæ infirmitatis meæ sunt, gloriabor. Wenn ich mich rühmen soll, so will ich mich nur meiner Schwachheit rühmen. -2 Korinther 2Kor 54 11 31 Deus et Pater Domini nostri Jesu Christi, qui est benedictus in sæcula, scit quod non mentior. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der hochgelobt ist in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge!³² -2 Korinther 2Kor 54 11 31 32 Was der Apostel in wenigen Jahren gelitten, schien die Kräfte eines einzelnen Menschen zu übersteigen. Der Apostel bestätigt die Wahrheit des Erzählten mit einem Eide und mahnt zugleich, dass er die Beweise seiner Schwachheit nicht ohne Grund angeführt hat. Die glorreichen Früchte seiner Tätigkeit standen in so zahlreichen von ihm gegründeten Gemeinden vor Augen; indem er also auf seine Schwachheiten hinwies, zeigte er zugleich, wie groß die göttliche Kraft gewesen sein musste, die solches vollbracht. -2 Korinther 2Kor 54 11 32 Damasci præpositus gentis Aretæ regis, custodiebat civitatem Damascenorum ut me comprehenderet: Zu Damaskus ließ der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damascener bewachen, um mich zu ergreifen; -2 Korinther 2Kor 54 11 33 Et per fenestram in sporta dimissus sum per murum, et sic effugi manus ejus. und aus einem Fenster wurde ich in einem Korbe durch die Mauer hinabgelassen, und so entfloh ich seinen Händen.³³ -2 Korinther 2Kor 54 11 33 33 Zur Bekräftigung dessen, was in der vorhergehenden Anmerkung als die Absicht des heil. Paulus bezeichnet ist, führt er den Beweis seiner Schwäche an, mit der er sein Amt begonnen, und die gleichsam ein Vorzeichen der Beschwerden und Verfolgungen war, welche ihn in seiner ganzen Tätigkeit erwarteten. Vergl. [Apg 9,23ff]. -2 Korinther 2Kor 54 12 0 c. Rühmen des Apostels über die ihm von Gott verliehenen Gaben. (V. 1 10) Über die Visionen darf er sich mit Recht rühmen (V. 5), doch rühmt er sich lieber seiner Schwachheiten. (V. 10) 3. Schluss des polemischen Teiles (12,11 13,10) a. Da die Korinthe geschwiegen, hat der heil. Paulus sich selbst empfehlen müssen. (V. 11 18) b. Das Ziel dieser Verteidigung war die Erbauung und Besserung der Korinther. (12,19 13,10) Die Korinther erkennt er nicht als seine Richter an. -2 Korinther 2Kor 54 12 1 Si gloriari oportet (non expedit quidem: ) veniam autem ad visiones, et revelationes Domini. Wenn ich mich rühmen muss (es frommt zwar nicht), so will ich auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn kommen.¹ -2 Korinther 2Kor 54 12 1 1 Der Anfang ist ähnlich wie [2Kor 11,1ff]. Die falschen Apostel hatten die von dem Apostel im vorhergehenden Briefe [1Kor 9,1, 1Kor 15,8] zum Beweis seiner Apostelwürde angeführte Erscheinung in Zweifel gezogen und für erdichtet ausgegeben. So muss denn Paulus noch weiter von seinen Gesichten und Offenbarungen sprechen, indes führt er nur eine ausführlicher an. -2 Korinther 2Kor 54 12 2 Scio hominem in Christo ante annos quatuordecim, sive in corpore nescio, sive extra corpus nescio, Deus scit, raptum hujusmodi usque ad tertium clum. Ich kenne einen Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren² - ob in dem Leibe, ich weiß es nicht, ob außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es,³ - entrückt wurde, bis in den dritten Himmel;⁴ -2 Korinther 2Kor 54 12 2 2 Die Zeitangabe unterstützt die Glaubenswürdigkeit der Erzählung. Wenn der Brief im Jahre 58 geschrieben, fällt die Vision in das Jahr 44, dasselbe, in dem er mit Barnabas von den Antiochienern nach Jerusalem gesandt wurde, um Almosen zu überbringen. [Apg 11,27ff] Ob dies das Gesicht ist, dessen Paulus vor den Juden Erwähnung tut [Apg 22,17ff], lässt sich nicht bestimmen. -2 Korinther 2Kor 54 12 2 3 Paulus weiß nicht, ob er durch Beschauung oder seiner Seele nach in den Himmel entrückt war; nach anderen, ob er nur der Seele oder auch dem Leibe nach entrückt ward. -2 Korinther 2Kor 54 12 2 4 Dieser Ausdruck deutet etwas Erhabenes an, wenngleich man nicht bestimmt sagen kann, was. Es wird in der Heiligen Schrift sonst ein dreifacher Himmel erwähnt: die niedere Luftregion, der Sternenhimmel und der Aufenthalt der Gerechten und Engel bei Gott. Nach einigen (Joh. Damasc., Thom.) ward Paulus durch die materiellen Himmel bis vor Gott entrückt, nach anderen sind gleichsam drei Stufen der Seligkeit zu unterscheiden. Nach Aug. und Thom. sah Paulus Gott in seiner Wesenheit, andere bestreiten dies. -2 Korinther 2Kor 54 12 3 Et scio hujusmodi hominem sive in corpore, sive extra corpus nescio, Deus scit: und ich weiß, dass dieser Mensch, - ob in dem Leibe, oder außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es - -2 Korinther 2Kor 54 12 4 Quoniam raptus est in Paradisum: et audivit arcana verba, quæ non licet homini loqui. in das Paradies entrückt ward, und geheimnisvolle Worte hörte, die ein Mensch nicht aussprechen darf.⁵ -2 Korinther 2Kor 54 12 4 5 Zur höchsten Erkenntnis, deren sich diejenigen erfreuen, welche mit Gott selbst im Himmel sind (V. 2), erhoben ward Paulus zugleich zur höchsten Seligkeit entrückt. (Aug., Ambr., Thom.) In einem inneren neuen Zustande der Seele erfasste der Apostel Wahrheiten, deren Offenbarung Gott sich vorbehält. -2 Korinther 2Kor 54 12 5 Pro hujusmodi gloriabor: pro me autem nihil gloriabor nisi in infirmitatibus meis. Von einem solchen will ich rühmen, von mir aber will ich nichts rühmen, außer meine Schwachheiten.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 12 5 6 In dieser Entrückung hatte Paulus selbst nichts getan, deshalb spricht er von sich in der dritten Person. Von dieser, welche ohne alles Verdienst die höchsten Gnaden Gottes empfangen hat, unterscheidet er eine andere, welche täglichen Schwachheiten unterliegt, aber trotz derselben sich als Werkzeug in Gottes Hand erweist. -2 Korinther 2Kor 54 12 6 Nam, et si voluero gloriari, non ero insipiens: veritatem enim dicam: parco autem, ne quis me existimet supra id, quod videt in me, aut aliquid audit ex me. Denn wenn ich mich auch rühmen wollte, so werde ich nicht töricht sein, denn ich werde die Wahrheit sagen; ich enthalte mich aber dessen, damit niemand mehr von mir halte, als er an mir sieht, oder von mir hört.⁷ -2 Korinther 2Kor 54 12 6 7 Aus seinen Handlungen, welche alle bekannt sind, und seinen Worten, welche von allen gehört werden, will er beurteilt werden; denn er ist sicher, dass die Gläubigen, deren Gemüter nicht mit Vorurteilen erfüllt sind, alsdann ein gerechtes Urteil über ihn fällen werden, so dass kein Grund da ist, sein eigenes Lob zu verkünden. -2 Korinther 2Kor 54 12 7 Et ne magnitudo revelationum extollat me, datus est mihi stimulus carnis meæ angelus satanæ, qui me colaphizet. Und damit ich mich nicht wegen der Größe der Offenbarungen überhebe, wurde mir ein Stachel in mein Fleisch gegeben, ein Engel des Satans, dass er mich mit Fäusten schlage.⁸ -2 Korinther 2Kor 54 12 7 8 Die schwere Heimsuchung erinnert ihn, dass er noch im sterblichen Leibe weilt, wenngleich er in den dritten Himmel verzückt war. Welcher Art diese Heimsuchung war, war den Korinthern bekannt, uns indes ist dies unbekannt. Diese Heimsuchung rührt zunächst von dem bösen Geiste her, indes lässt Gott dieselbe eines höheren Zweckes halber zu (Aug.). Es muss ein großer Schmerz gewesen sein, zumal er beständig war, also wahrscheinlich eine Krankheit (Basil., Greg. v. Naz., Theoph., Hier., Aug., Thom.), über deren Art indes nichts feststeht. Andere Erklärer denken an Versuchungen. -2 Korinther 2Kor 54 12 8 Propter quod ter Dominum rogavi ut discederet a me: Um dessentwillen⁹ habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass jener von mir weichen möge;¹⁰ -2 Korinther 2Kor 54 12 8 9 Wegen dieses Engels des Satans. -2 Korinther 2Kor 54 12 8 10 Der Engel des Satans. -2 Korinther 2Kor 54 12 9 Et dixit mihi: Sufficit tibi gratia mea: nam virtus in infirmitate perficitur. Libenter igitur gloriabor in infirmitatibus meis, ut inhabitet in me virtus Christi. er aber¹¹ sprach zu mir: Es genügt dir meine Gnade; denn die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Gerne will ich mich darum meiner Schwachheiten rühmen, damit in mir die Kraft Christi wohne.¹² -2 Korinther 2Kor 54 12 9 11 Der Herr, der ihm entweder sichtbar erschien, oder im Herzen zu ihm redete. Gott erhörte ihn auf vollkommene Weise, indem er ihm die Hilfe seiner Gnade versprach, die ihm Sieg und höheres Verdienst verschaffen sollte. Gott gibt oft den Betenden nicht das, was sie wollen, sondern das, was sie lieber wollen (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 12 9 12 Grund: Weil die Kraft Christi in mir gleichsam Wohnung nehmen will. -2 Korinther 2Kor 54 12 10 Propter quod placeo mihi in infirmitatibus meis, in contumeliis, in necessitatibus, in persecutionibus, in angustiis pro Christo: Cum enim infirmor, tunc potens sum. Darum habe ich Wohlgefallen an meinen Schwachheiten, an Schmähungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Bedrängnissen um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. -2 Korinther 2Kor 54 12 11 Factus sum insipiens, vos me coegistis. Ego enim a vobis debui commendari: nihil enim minus fui ab iis, qui sunt supra modum Apostoli: tametsi nihil sum: Ich bin ein Tor geworden, ihr habt mich dazu gezwungen;¹³ denn ich hätte von euch sollen empfohlen werden, da ich in nichts denen nachgestanden bin, welche die ausgezeichnetsten Apostel sind, wenn ich auch nichts bin.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 12 11 13 Nämlich: mich zu empfehlen. Der Ausruf ist entweder ironisch, oder im Sinne der Gegner gemeint. -2 Korinther 2Kor 54 12 11 14 Ich war nichts weniger zu jener Zeit, als ich bei euch war, als die falschen Apostel. Indem Paulus hinzufügt, dass er nichts sei, demütigt er seine Gegner, welche sich als die hervorragendsten Apostel hinstellten. -2 Korinther 2Kor 54 12 12 Signa tamen Apostolatus mei facta sunt super vos in omni patientia, in signis, et prodigiis, et virtutibus. Sind doch die Erweise meines Apostelamtes¹⁵ unter euch erbracht durch alle Geduld,¹⁶ durch Zeichen und Wunder und Kraft.¹⁷ [Röm 15,18-19] -2 Korinther 2Kor 54 12 12 15 Meines echten und wahren Apostelamtes. -2 Korinther 2Kor 54 12 12 16 Die apostolische Geduld ist jene Tugend der Seele, welche ihr die Stärke verleiht, nicht einmal in den größten Unglücksfällen vom Wege der Gebote Gottes abzuweichen. -2 Korinther 2Kor 54 12 12 17 Die drei Namen bezeichnen die gleichen außergewöhnlichen Werke mit verschiedenen Namen nach ihren verschiedenen Beziehungen. Zeichen erwerben den Gottgesandten Autorität und beglaubigen die Offenbarung, Wunder sind Dinge, welche die Kräfte der Natur überragen und die Aufmerksamkeit und Bewunderung der Menschen erregen, Kräfte offenbaren eine außergewöhnliche, göttliche Macht. Der erste Name bezeichnet also das Ziel, der zweite die Natur, der dritte die Ursache der Wunder. -2 Korinther 2Kor 54 12 13 Quid est enim, quod minus habuistis præ ceteris Ecclesiis, nisi quod ego ipse non gravavi vos? Donate mihi hanc injuriam. Denn was ist es, worin ihr verkürzt worden wäret gegen die übrigen Gemeinden, außer dass ich euch nicht zur Last fiel?¹⁸ Verzeihet mir dieses Unrecht! -2 Korinther 2Kor 54 12 13 18 Diese Worte enthalten eine Anspielung auf die Verleumdung der falschen Apostel, als ob er von den Korinthern wegen seiner geringeren Liebe zu ihnen nicht den Unterhalt habe annehmen wollen, und ironisch nennt er diese Fürsorge, den Korinthern nicht zur Last zu fallen, ein Unrecht. -2 Korinther 2Kor 54 12 14 Ecce tertio hoc paratus sum venire ad vos: et non ero gravis vobis. Non enim quæro quæ vestra sunt, sed vos. Nec enim debent filii parentibus thesaurizare, sed parentes filiis. Sehet, zum dritten Male bin ich jetzt bereit, zu euch zu kommen, und ich werde euch nicht zur Last fallen;¹⁹ denn ich suche nicht das Eurige, sondern euch. Nicht die Kinder sollen ja für die Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern für die Kinder.²⁰ -2 Korinther 2Kor 54 12 14 19 Glaubet nicht, dass ich deshalb, weil ich von euch nichts annehme, nicht zu euch kommen werde, bin ich doch das zweite Mal gekommen; nein, ich bin auch jetzt bereit, zum dritten Male zu kommen, ohne euch zur Last zu fallen (Chrys.). Liebe ich euch deshalb weniger? -2 Korinther 2Kor 54 12 14 20 Ich suche nicht eure zeitlichen Güter, sondern eure Seelen. Kinder müssen den Eltern in ihren Nöten zu Hilfe kommen, nicht für sie Schätze sammeln. Schätze sammelt man für die Zukunft; nun pflegen aber die Kinder den Eltern zu folgen, nicht umgekehrt, also gehört das Sammeln den Eltern zu (Thom.). -2 Korinther 2Kor 54 12 15 Ego autem libentissime impendam, et superimpendar ipse pro animabus vestris: licet plus vos diligens, minus diligar. Überaus gern will ich alles aufopfern, ja mich selbst will ich opfern für eure Seelen, obgleich ich, je mehr ich euch liebe, um so weniger geliebt werde. [Röm 9,3] -2 Korinther 2Kor 54 12 16 Sed esto: ego vos non gravavi: sed cum essem astutus, dolo vos cepi. Doch dem sei so, ich bin euch nicht zur Last gefallen; allein da ich verschlagen sei, habe ich euch mit List gefangen.²¹ -2 Korinther 2Kor 54 12 16 21 Die Worte sind gleichsam dem Munde der Gegner entnommen. -2 Korinther 2Kor 54 12 17 Numquid per aliquem eorum, quos misi ad vos, circumveni vos? Habe ich etwa durch einen von denen, die²² ich zu euch gesandt habe, euch überlistet? -2 Korinther 2Kor 54 12 17 22 Der Apostel hatte also mehrere Personen gesendet, unter ihnen Timotheus [1Kor 16,10] und Titus. -2 Korinther 2Kor 54 12 18 Rogavi Titum, et misi cum illo fratrem. Numquid Titus vos circumvenit? nonne eodem spiritu ambulavimus? nonne iisdem vestigiis? Ich habe den Titus gebeten und mit ihm den Bruder gesendet. Hat euch etwa Titus überlistet? Sind wir nicht in demselben Geiste gewandelt? nicht in denselben Fußstapfen? -2 Korinther 2Kor 54 12 19 Olim putatis quod excusemus nos apud vos? Coram Deo in Christo loquimur: Omnia autem carissimi propter ædificationem vestram. Ihr meint wohl lange schon, dass wir uns bei euch entschuldigen? Vor Gott in Christus reden wir; alles aber, Geliebte! geschieht um eurer Erbauung willen.²³ -2 Korinther 2Kor 54 12 19 23 Gott allein erkennen wir als Richter an, in Christus reden wir als seine Glieder und Diener, alles aber soll zu eurer Erbauung dienen. -2 Korinther 2Kor 54 12 20 Timeo enim ne forte cum venero, non quales volo, inveniam vos: et ego inveniar a vobis, qualem non vultis: ne forte contentiones, æmulationes, animositates, dissensiones, detractiones, susurrationes, inflationes, seditiones sint inter vos: Denn ich fürchte,²⁴ dass ich, wenn ich komme, euch etwa nicht so finde, wie ich euch wünsche, und dass ihr mich so findet, wie ihr nicht wünscht;²⁵ es möchten etwa Streitigkeiten, Eifersüchteleien, Erzürnungen, Entzweiungen, Verleumdungen, Ohrenbläsereien, Aufgeblasenheit, Auflehnungen unter euch sein; -2 Korinther 2Kor 54 12 20 24 Wenn Gott allein sein Richter ist, wozu hat Paulus also sich vor den Korinthern gerechtfertigt? Er wollte dieselben bewegen, alle Überbleibsel der Sünden zu beseitigen. -2 Korinther 2Kor 54 12 20 25 Der Apostel wünscht, sie frei zu finden von dem im ersten Briefe gerügten Fehlern; die Korinther möchten ihn nicht als strengen Richter haben. -2 Korinther 2Kor 54 12 21 Ne iterum cum venero, humiliet me Deus apud vos, et lugeam multos ex iis, qui ante peccaverunt, et non egerunt pnitentiam super immunditia, et fornicatione, et impudicitia, quam gesserunt. Gott möchte mich wiederum, wenn ich komme, bei euch demütigen, und ich viele betrauern müssen von denen, welche vorher gesündigt und nicht Buße getan haben wegen der Unlauterkeit, Unzucht und Geilheit, die sie getrieben haben.²⁶ -2 Korinther 2Kor 54 12 21 26 Sich selbst keiner Sünde bewusst, betrübt sich der Apostel über fremde Sünden, und nennt es eine Demütigung, wenn er erfahren müsste, dass seine Predigt nicht die erhofften Früchte getragen. Im ersten, heute verlorenen Briefe hatte Paulus befohlen, die Gesellschaft derer, welche der Unzucht ergeben waren, zu meiden [1Kor 5,9ff], im zweiten hatte er mit Strenge eingeschärft, diese Sünde zu fliehen, damit er nicht viele strafen müsse. [1Kor 6,12ff] Die Unlauterkeit umfasst alle Sünden gegen das sechste Gebot, die Unzucht, die bei den Korinthern häufigere Art derselben, die Geilheit, zügellose Begierden und schwere Sünden. -2 Korinther 2Kor 54 13 0 Der heil. Apostel wird als ein strenger Richter aller derer kommen, welche sich nicht bessern wollen. (V. 6) Indes hegt er die Hoffnung, dass er seine von Gott erhaltene Gewalt nicht wird in Anwendung bringen müssen. (V. 10) IV. Schluss des Briefes (13,11 13) -2 Korinther 2Kor 54 13 1 Ecce tertio hoc venio ad vos: In ore duorum, vel trium testium stabit omne verbum. Sehet, ich komme zum dritten Male zu euch.¹ Auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen wird eine Sache feststehen. [Dtn 19,15, Mt 18,16, Joh 8,17, Hebr 10,28] -2 Korinther 2Kor 54 13 1 1 Auf seiner ersten Reise hatte der Apostel die Kirche gegründet, auf der zweiten sich zwar über die Laster der Gläubigen betrübt, doch erst jetzt will er als Richter kommen. -2 Korinther 2Kor 54 13 2 Prædixi, et prædico, ut præsens, et nunc absens iis, qui ante peccaverunt, et ceteris omnibus, quoniam si venero iterum, non parcam. Ich habe es vorhergesagt, und sage es vorher, wie bei meiner Anwesenheit,² so jetzt bei meiner Abwesenheit, sowohl denen, die vorher³ gesündigt haben, wie allen übrigen,⁴ dass, wenn ich wieder komme, ich nicht schonen werde.⁵ -2 Korinther 2Kor 54 13 2 2 Jetzt wird jeder auf das Zeugnis zweier oder dreier hin als unschuldig erklärt oder verurteilt werden. Bei seiner zweiten Ankunft. -2 Korinther 2Kor 54 13 2 3 Vor der zweiten Ankunft. -2 Korinther 2Kor 54 13 2 4 D. i. allen übrigen, welche sich gleichen Lastern ergeben haben. -2 Korinther 2Kor 54 13 2 5 Die Korinther haben ihn gezwungen, sein apostolisches Ansehen zu gebrauchen, da sie an demselben zu zweifeln scheinen. Christus redet in dem Apostel, und dessen Drohungen gehen von dem Herrn aus, der sie in Erfüllung gehen lassen wird. -2 Korinther 2Kor 54 13 3 An experimentum quæritis ejus, qui in me loquitur Christus, qui in vobis non infirmatur, sed potens est in vobis? Verlangt ihr eine Bewährung dessen, der in mir redet, Christus, der an euch nicht schwach, sondern mächtig unter euch ist? -2 Korinther 2Kor 54 13 4 Nam etsi crucifixus est ex infirmitate: sed vivit ex virtute Dei. Nam et nos infirmi sumus in illo: sed vivemus cum eo ex virtute Dei in vobis. Denn wenn er auch aus Schwachheit gekreuzigt worden ist, so lebt er doch aus Gottes Kraft; denn auch wir sind schwach in ihm, doch werden wir mit ihm leben aus Gottes Kraft in euch.⁶ -2 Korinther 2Kor 54 13 4 6 Auch Paulus ist mächtig, trotz seiner scheinbaren Schwäche. Wie Christus in seinem Leben schwach schien, aber durch die Kraft Gottes auferweckt als Richter zur Rechten des Vaters sitzt, so scheinen die Apostel, in denen der auferstandene Christus redet, indem sie um seinetwillen vieles leiden, schwach; aber durch die Kraft Gottes mit Christus gestärkt, leben sie, und sind mächtig, und üben ihre Macht über die Christen aus. Wenn der Apostel nach Korinth kommt, wird er diese seine apostolische Machtvollkommenheit offenbaren. -2 Korinther 2Kor 54 13 5 Vosmetipsos tentate si estis in fide: ipsi vos probate. An non cognoscitis vosmetipsos quia Christus Jesus in vobis est? nisi forte reprobi estis. Stellet euch selbst auf die Probe, ob ihr im Glauben seid,⁷ prüfet euch selbst! Oder erkennet ihr euch selbst nicht, dass Christus Jesus in euch ist? ihr müsstet denn etwa unbewährt sein.⁸ -2 Korinther 2Kor 54 13 5 7 Jede Prüfung ist zwar ein auf die Probe stellen, aber das Wort auf die Probe stellen lässt noch nicht erkennen, welches der Ausgang sein wird, während das Prüfen einen guten Ausgang erhoffen lässt. Der Gegenstand der Prüfung und der Erforschung ist, ob sie lebendigen Glauben haben und also Christus in ihnen lebt. -2 Korinther 2Kor 54 13 5 8 Nicht aufrichtige Christen, in denen Christus nicht wohnen kann. -2 Korinther 2Kor 54 13 6 Spero autem quod cognoscetis, quia nos non sumus reprobi. Ich hoffe aber, ihr werdet erkennen, dass wir nicht unbewährt sind.⁹ -2 Korinther 2Kor 54 13 6 9 Die Korinther sollen sich als wahre Christen erweisen, Paulus als wahrer Apostel. Für jene genügt es also, wenn sie in lebendigem Glauben erfunden werden, für ihn, wenn er die apostolische Gewalt übt: ich will machen, dass ihr meine Gewalt anerkennt, und werde nicht gestatten, sie zu verachten. -2 Korinther 2Kor 54 13 7 Oramus autem Deum ut nihil mali faciatis, non ut nos probati appareamus, sed ut vos quod bonum est faciatis: nos autem ut reprobi simus. Wir flehen aber zu Gott, dass ihr nichts Böses tun möget, nicht, dass wir bewährt erscheinen, sondern damit ihr das Gute tuet, wir aber wie unbewährt seien.¹⁰ -2 Korinther 2Kor 54 13 7 10 Der Apostel wünscht, dass die Korinther, von Gottes Gnade unterstützt, sich von Sünden freihalten; durchaus aber nicht, dass er selbst Gelegenheit finde, seine Gewalt zu üben, und so als bewährt zu erscheinen, sondern lieber jede Gelegenheit, diese auszuüben, zu entbehren. Wo keine Schuld ist, sind wir gleich, und einer hat nicht das Recht, über andere zu richten. -2 Korinther 2Kor 54 13 8 Non enim possumus aliquid adversus veritatem, sed pro veritate. Denn wir vermögen nichts wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit.¹¹ -2 Korinther 2Kor 54 13 8 11 Die Wahrheit ist die durch Christus gebrachte und im Evangelium offenbarte, welche diejenigen mit Wort und Tat bekennen, welche in lebendigem Glauben leben und deshalb sich rühmen können, dass Christus in ihnen lebt. Um für diese evangelische Wahrheit einzutreten und sie zu verbreiten, sind die Apostel als Richter eingesetzt; gegen diejenigen also können sie ihre Gewalt nicht üben, welche in dem Glauben des Evangeliums feststehen und ihn durch ein gutes Leben zum Ausdruck bringen. -2 Korinther 2Kor 54 13 9 Gaudemus enim, quoniam nos infirmi sumus, vos autem potentes estis. Hoc et oramus vestram consummationem. Wir freuen uns ja, wenn wir schwach sind, ihr aber stark seid;¹² darum beten wir auch um eure Vollendung. -2 Korinther 2Kor 54 13 9 12 Der Apostel liebt die Korinther so sehr, dass er auf seinen Ruf vergessend nur ihren Fortschritt im Auge hatte. Deshalb freut er sich, wenn er die Gelegenheit, seine Gewalt zu üben, nicht findet, und so schwach erscheint, sofern er diese Gewalt, deren er sich rühmte, nicht in Anwendung bringen konnte, wenn nur die gläubigen im christlichen Leben so fest begründet sind, dass sie gleichsam der richterlichen Gewalt der Apostel entzogen scheinen. -2 Korinther 2Kor 54 13 10 Ideo hæc absens scribo, ut non præsens durius agam secundum potestatem, quam Dominus dedit mihi in ædificationem, et non in destructionem. Darum schreibe ich dies¹³ abwesend, damit ich anwesend nicht mit Strenge verfahren müsse, vermöge der Gewalt, die mir der Herr verliehen hat zur Erbauung, und nicht zur Zerstörung. [2Kor 10,8] -2 Korinther 2Kor 54 13 10 13 Dies: den dritten Teil dieses Briefes, von [2Kor 10,1] an. Die gesamte kirchliche, auch die Strafgewalt hat als Ziel die Erbauung; wer also den Sünder durch Härte zu brechen sucht, welchen er durch Güte bessern kann, missbraucht seine Gewalt. Hingegen ist der hart zu behandeln, der durch Sanftmut sich nicht bessern lässt. -2 Korinther 2Kor 54 13 11 De cetero, fratres, gaudete, perfecti estote, exhortamini, idem sapite, pacem habete, et Deus pacis, et dilectionis erit vobiscum. Übrigens, Brüder! freuet euch, werdet vollkommen, tröstet einander, seid gleichgesinnt, haltet Frieden, und der Gott des Friedens und der Liebe wird mit euch sein.¹⁴ -2 Korinther 2Kor 54 13 11 14 Wenn ihr gleichgesinnt seid und Friede haltet. -2 Korinther 2Kor 54 13 12 Salutate invicem in osculo sancto. Salutant vos omnes sancti. Grüßet einander in heiligem Kusse!¹⁵ Es grüßen euch alle Heiligen.¹⁶ -2 Korinther 2Kor 54 13 12 15 Siehe [Röm 16,16]. -2 Korinther 2Kor 54 13 12 16 Alle Brüder jener Gemeinde, in welcher Paulus diesen Brief schrieb. -2 Korinther 2Kor 54 13 13 Gratia Domini nostri Jesu Christi, et caritas Dei, et communicatio sancti Spiritus sit cum omnibus vobis. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.¹⁷ -2 Korinther 2Kor 54 13 13 17 Eine feierlichere Segensformel findet sich in seinem Briefe. Die Gnade Christi, durch welche wir gerechtfertigt und selig werden, die Liebe Gottes des Vaters, durch welche wir mit ihm vereinigt werden, die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, der uns seine göttlichen Gaben gibt, sei mit euch allen. (Thom.) Dieser Segensspruch ist ein Bekenntnis der drei Personen und ihrer einheitlichen Macht, welche der Anfang alles Heiles ist. Die Liebe Gottes sandte uns den Erlöser Jesus, durch dessen Gnade wir gerettet sind. Dass wir diese Gnade besitzen, gewährt uns die Gemeinschaft des Heil. Geistes. Diese schützt die von Gott Geliebten und durch die Gnade Christi Geretteten. Diese Stelle lehrt die Gleichheit des Heil. Geistes mit dem Vater und dem Sohne, (Chrys.) das gemeinsame Handeln der Personen in dem Wirken nach außen, die Gleichheit des Sohnes, der vor dem Vater genannt wird, mit diesem. Allen Christen, auch denen, von denen er das Schlimmste gelitten, wünscht Paulus das Beste, so beweisend, dass auch das, was er Hartes gesagt, nur der Liebe entsprang. -Epheser Eph 56 1 0 Aufschrift des Briefes. (V. 1, 2) I. Dogmatischer Teil. (1,3 3,21) Der Apostel bringt Gott Dank und Gebet dar und preist dessen Wohltaten, die er allen Gläubigen insgesamt, insbesondere aber den Heidenchristen durch Christus und in Christus erwiesen. (1,3 3,21) 1. Der Apostel sagt für alle Wohltaten Dank, welche Gott allen Gläubigen durch Christus erwiesen hat (1, V. 3 14): Für die Auserwählung. (V. 6) Für die Erlösung. (V. 12) Für das Geschenk des Heil. Geistes. (V. 14) 2. Besondere Danksagung für die Beharrlichkeit der Epheser im Glauben und in der Liebe. (1,15 2,22) a. Gebet für die Epheser, dass sie die Erhabenheit der Berufung zum Glauben und der zukünftigen Herrlichkeit, sowie die Größe der Macht Gottes erkennen mögen. (V. 19) b. Kurze Erklärung, wie groß Gottes Kraft ist (V. 20 2,10): er hat Christus von den Toten erweckt ihn über alles erhoben und zum Haupte seiner Kirche gemacht. +2 Korinther 2Kor 55 7 0 b. Der Apostel weist seine beständige Liebe gegen die Gläubigen nach (V. 2 16): seine Herzensgesinnung früher und jetzt. (V. 7) Seine Freude über den Erfolg des früheren Briefes. (V. 12) Die Mehrung seiner Freude durch die Freude seines Jüngers. +2 Korinther 2Kor 55 7 1 Has ergo habentes promissiones, carissimi, mundemus nos ab omni inquinamento carnis, et spiritus perficientes sanctificationem in timore Dei. Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebteste! so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen, indem wir die Heiligung in der Furcht Gottes zur Vollendung bringen.¹ +2 Korinther 2Kor 55 7 1 1 Alle Sünden, sowohl jene, welche im Körper gleichsam ihren Sitz haben (Unmäßigkeit, Unlauterkeit usw.), wie die, welche ohne einer Ergötzung der Sinne vollbracht werden (wie Eitelkeit, Stolz u. a.) gehören gleichsam zum Heidentume (Thom.). Freilich sind die Gläubigen durch die Taufe von ihren früheren Befleckungen rein geworden, doch bleibt in ihnen der Zunder der Sünde und somit die Gefahr, sich von neuem zu beflecken. Deshalb befiehlt ihnen der Apostel, die in der Taufe erlangte Reinheit immer vollkommener zu machen, was nur geschehen kann, wenn sie in der kindlichen Furcht des Herrn leben. +2 Korinther 2Kor 55 7 2 Capite nos. Neminem læsimus, neminem corrupimus, neminem circumvenimus. Fasset uns!² Wir haben niemanden Unrecht getan, niemanden zu Grunde gerichtet, niemanden übervorteilt. +2 Korinther 2Kor 55 7 2 2 Wie [2Kor 6,13] mahnt der Apostel die Korinther zur Liebe: nehmet uns in euer Herz auf! Lasset uns keinen so engen Raum in demselben! (Theoph., Theod., Ök.) +2 Korinther 2Kor 55 7 3 Non ad condemnationem vestram dico: prædiximus enim quod in cordibus nostris estis ad commoriendum, et ad convivendum. Nicht um euch zu verurteilen sage ich das;³ denn wir haben schon zuvor gesagt, dass ihr in unseren Herzen seid, um zusammen zu sterben und zu leben.⁴ +2 Korinther 2Kor 55 7 3 3 Nicht ihr habt die Verleumdungen gegen uns aufgebracht oder sie gutgeheißen, indem ihr denselben glaubtet. +2 Korinther 2Kor 55 7 3 4 Welch Ausdruck der höchsten Liebe! +2 Korinther 2Kor 55 7 4 Multa mihi fiducia est apud vos, multa mihi gloriatio pro vobis, repletus sum consolatione, superabundo gaudio in omni tribulatione nostra. Groß ist meine Zuversicht euch gegenüber,⁵ groß mein Rühmen über euch, ich bin mit Trost erfüllt, überreich an Freude bei aller unserer Trübsal. +2 Korinther 2Kor 55 7 4 5 Mein Freimut, mit dem ich eure Fehler getadelt habe. (Chrys., Theod.) +2 Korinther 2Kor 55 7 5 Nam et cum venissemus in Macedoniam, nullam requiem habuit caro nostra, sed omnem tribulationem passi sumus: foris pugnæ, intus timores. Denn auch als wir nach Macedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern wir erduldeten Trübsale aller Art; von außen Kämpfe, von innen Befürchtungen.⁶ +2 Korinther 2Kor 55 7 5 6 Fleisch und Geist bedeuten beide den Menschen. Doch immerhin litt der Apostel innere Betrübnis, da er den Titus nicht in Troas fand; in Macedonien kamen zu derselben noch äußere Heimsuchungen hinzu. +2 Korinther 2Kor 55 7 6 Sed qui consolatur humiles, consolatus est nos Deus in adventu Titi. Der aber, welcher die Niedergebeugten tröstet, Gott, tröstete uns durch die Ankunft des Titus;⁷ +2 Korinther 2Kor 55 7 6 7 Da Titus von euch freudige Nachrichten brachte. +2 Korinther 2Kor 55 7 7 Non solum autem in adventu ejus, sed etiam in consolatione, qua consolatus est in vobis, referens nobis vestrum desiderium, vestrum fletum, vestram æmulationem pro me, ita ut magis gauderem. nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, den er bei euch gefunden,⁸ indem er uns von eurer Sehnsucht, euren Tränen und von eurem Eifer für mich berichtete,⁹ so dass ich mich noch mehr freute.¹⁰ +2 Korinther 2Kor 55 7 7 8 Gott tröstete den Apostel durch die Tröstungen des Titus. Titus aber hatte gleichsam doppelten Trost in Korinth empfunden. Er hatte die Gläubigen gebessert gefunden, was für ihn keine kleine Freude war, und wiederum, als er, zu Paulus zurückgekehrt, seinem Meister die frohen Nachrichten überbrachte. +2 Korinther 2Kor 55 7 7 9 Titus berichtete von der Sehnsucht der Korinther den heil. Paulus bei sich zu sehen, ihrer Betrübnis über die Nichtbeachtung der Mahnungen ihres Vaters, ihrem Eifer, dessen Verteidigung zu führen. +2 Korinther 2Kor 55 7 7 10 Meine gegenwärtige Freude überwand meine vorhergehende Betrübnis und vertilgte sie gänzlich (Phot., Thom.). Die weitere Erklärung folgt im nächsten Verse. +2 Korinther 2Kor 55 7 8 Quoniam etsi contristavi vos in epistola, non me pnitet: etsi pniteret, videns quod epistola illa (etsi ad horam) vos contristavit; Denn wenn ich euch auch durch den Brief betrübt habe, so bereue ich es nicht; und wenn es mich auch reute, als ich sah, dass jener Brief euch (obwohl nur auf kurze Zeit) betrübte, +2 Korinther 2Kor 55 7 9 Nunc gaudeo: non quia contristati estis, sed quia contristati estis ad pnitentiam. Contristati enim estis secundum Deum, ut in nullo detrimentum patiamini ex nobis. so freue ich mich jetzt,¹¹ nicht dass ihr betrübt wurdet, sondern dass ihr zur Buße betrübt worden seid; denn¹² ihr seid gottgefällig betrübt worden,¹³ damit ihr durch uns in nichts Schaden leidet.¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 7 9 11 Wenn der Sohn eine Operation bestehen muss, freut sich der Vater, nicht weil der Sohn leiden muss, sondern weil die Krankheit verjagt wird. +2 Korinther 2Kor 55 7 9 12 Warum ihre Betrübnis diese herrliche Frucht der Buße getragen hat, erklärt der Apostel durch die doppelte Art von Trauer und ihre verschiedenen Früchte. +2 Korinther 2Kor 55 7 9 13 Die Betrübnis aus Liebe zu Gott und zur Gerechtigkeit, die Gott befohlen, ist der Gegensatz zur Betrübnis der Welt. +2 Korinther 2Kor 55 7 9 14 Weit entfernt, Schaden zu leiden, habt ihr im Gegenteile großen Nutzen gehabt. Gott hat mich angetrieben, den strengen Brief zu schreiben, der euch betrübt hat, weil er euch auf diesem Wege zur Besserung führen wollte. Hätte ich euch nicht betrübt, so würdet ihr durch mich einen schweren Schaden erlitten haben. Ähnlich wie der, der dem Kaufmann das versagt, was er zum Handel braucht, im Schaden zufügt, so hätte ich euch Schaden angetan, wenn ich euch nicht zur Buße Gelegenheit gegeben hätte (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 7 10 Quæ enim secundum Deum tristitia est, pnitentiam in salutem stabilem operatur: sæculi autem tristitia mortem operatur. Denn die gottgefällige Betrübnis bewirkt standhafte Buße zum Heile; die Betrübung der Welt aber bewirkt Tod.¹⁵ [1Petr 2,19] +2 Korinther 2Kor 55 7 10 15 Jede Traurigkeit entspringt daraus, dass man das nicht hat, was man liebt. Welcher Art aber die Liebe ist, solcher Art ist auch die von ihr verursachte Traurigkeit. Liebt jemand Gott, so ist auch seine Traurigkeit Gott gemäß; liebt jemand die Welt, so ist seine Traurigkeit die der Welt (Thom.). Wie ihrem Ursprunge nach, so unterscheiden sich diese beiden Arten von Traurigkeit auch durch die Früchte. Die erste wirkt Buße, wahre und aufrichtige Sinnesänderung, die andere führt zum ewigen Tode. +2 Korinther 2Kor 55 7 11 Ecce enim hoc ipsum, secundum Deum contristari vos, quantam in vobis operatur sollicitudinem: sed defensionem, sed indignationem, sed timorem, sed desiderium, sed æmulationem, sed vindictam: in omnibus exhibuistis vos, incontaminatos esse negotio. Denn sehet,¹⁶ eben dies, dass ihr in gottgefällige Traurigkeit versetzt wurdet, welch große Sorgsamkeit hat es in euch gewirkt!¹⁷ ja vielmehr Verantwortung, ja, Unwillen, ja Furcht, ja Sehnsucht, ja Eifer, ja Bestrafung! In allem habt ihr bewiesen, dass ihr rein seid in ihrer Angelegenheit. +2 Korinther 2Kor 55 7 11 16 Der Apostel hat wohl besonders jene Traurigkeit vor Augen, in welche die Korinther seine Zurechtweisung wegen der Nichtbestrafung des Blutschänders gestürzt hat. +2 Korinther 2Kor 55 7 11 17 Die Sorgsamkeit ist etwas allgemeines, der Gegensatz zu der früheren Nachlässigkeit. Die übrigen sechs Früchte werden je zwei und zwei zusammengestellt, um die Art zu kennzeichnen, wie die Korinther diese Sorgsamkeit gegen ihn, gegen sich, gegen den Blutschänder bewiesen haben. Durch die Betrübnis sind sie veranlasst worden, sich vor Titus zu verteidigen, dass sie keinen Anteil hatten an jenem Verbrechen, und ihren Unwillen auszusprechen, dass sie ihre Gemeinde durch solchen Makel beflecken ließen, und denselben noch nicht beseitigt haben. Wohl fürchteten sie, der Apostel möchte als strenger Richter kommen, dennoch sehnten sie sich nach der Ankunft des liebenden Vaters. Vom Apostel ermahnt, wurden sie vom heil. Feuer entflammt und rächten die der Kirche angetane Unbill, indem sie den Blutschänder aus derselben ausstießen. So zeigten sie, dass sie an jenem Verbrechen keinen Anteil hatten. +2 Korinther 2Kor 55 7 12 Igitur, etsi scripsi vobis, non propter eum, qui fecit injuriam, nec propter eum, qui passus est: sed ad manifestandam sollicitudinem nostram, quam habemus pro vobis. Also, wenn ich euch schrieb, war es nicht um dessentwillen, der Unrecht getan hat, noch auch um dessentwillen, der es erduldet hat,¹⁸ sondern um unsere Sorge zu offenbaren,¹⁹ welche wir für euch haben +2 Korinther 2Kor 55 7 12 18 Der Blutschänder und sein Vater werden in zarter Liebe nur so bezeichnet. +2 Korinther 2Kor 55 7 12 19 Nicht so sehr wegen des Blutschänders, wie viel mehr um seine aufrichtige Sorge für das Heil der Korinther zu offenbaren. +2 Korinther 2Kor 55 7 13 Coram Deo: ideo consolati sumus. In consolatione autem nostra, abundantius magis gavisi sumus super gaudio Titi, quia refectus est spiritus ejus ab omnibus vobis. vor Gott; darum sind wir getröstet. In unserem Troste aber haben wir uns noch weit mehr gefreut über die Freude des Titus, dass sein Geist von euch allen erquickt worden ist.²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 7 13 20 Wie Paulus sich über die Freude des Titus gefreut hat, erklärt er so, dass er seine frühere (V. 14) und seine gegenwärtige Liebe zu der korinthischen Gemeinde darlegt. +2 Korinther 2Kor 55 7 14 Et si quid apud illum de vobis gloriatus sum, non sum confusus: sed sicut omnia vobis in veritate locuti sumus, ita et gloriatio nostra, quæ fuit ad Titum, veritas facta est, Und wenn ich ihm etwas von euch gerühmt habe, so bin ich nicht zu Schanden geworden; sondern so wie wir euch alles der Wahrheit gemäß gesagt haben, so ist auch unser Rühmen vor Titus Wahrheit geworden;²¹ +2 Korinther 2Kor 55 7 14 21 Der Erfolg hat gezeigt, dass das Lob, welches ich euch vor Titus gespendet habe, der Wahrheit entsprach. +2 Korinther 2Kor 55 7 15 Et viscera ejus abundantius in vobis sunt: reminiscentis omnium vestrum obedientiam: quomodo cum timore, et tremore excepistis illum. und sein Herz ist euch in noch höherem Maße zugetan, da er sich des Gehorsams euer aller erinnert, wie ihr ihn mit Ehrfurcht und Zittern aufgenommen habt.²² +2 Korinther 2Kor 55 7 15 22 So groß war ihr Bestreben, ihm zu gehorchen. +2 Korinther 2Kor 55 7 16 Gaudeo quod in omnibus confido in vobis. Ich freue mich, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.²³ +2 Korinther 2Kor 55 7 16 23 Da Titus als Abgesandter des Paulus einen solchen Gehorsam gefunden hat, haben sich die Korinther gegen den Apostel selbst voller Gehorsam gezeigt. +2 Korinther 2Kor 55 8 0 II. Ermahnender Teil (8,1 9,15): 1. Bestimmung der Weise, wie die Kollekte zu sammeln ist (8,1 15): welches Verdienst die Macedonier sich um die Kollekte erworben haben. (V. 6) Was die Korinther füglich leisten sollen. (V. 15) 2. Bestimmung der Personen, durch welche die Kollekte zu Ende zu führen ist (8,16 9,5): Empfehlung des Titus und seiner zwei Gefährten. +2 Korinther 2Kor 55 8 1 Notam autem facimus vobis, fratres, gratiam Dei, quæ data est in Ecclesiis Macedoniæ: Wir tun euch aber, Brüder! die Gnade Gottes kund, welche den Gemeinden Macedoniens verliehen worden ist,¹ +2 Korinther 2Kor 55 8 1 1 Wie die einzelnen Christen, sollen auch die Einzelgemeinden als Glieder des Leibes Christi untereinander so eng verbunden und vereinigt werden, dass sie nicht nur alle Freuden und Leiden gemeinsam haben, sondern dass sie sich auch gegenseitig durch ihr Beispiel zu allen Tugenden ermuntern. Deshalb stellt der Apostel den Korinthern die Freigebigkeit der Macedonier vor Augen. Welches die besondere den Gemeinden von Macedonien von Gott erwiesene Gnade ist, wird im Folgenden genauer gesagt. +2 Korinther 2Kor 55 8 2 Quod in multo experimento tribulationis abundantia gaudii ipsorum fuit, et altissima paupertas eorum abundavit in divitias simplicitatis eorum: dass bei vieler Prüfung durch Trübsal ihre Freude übergroß war, und ihre tiefe Armut sich reich zeigte in der Fülle ihrer Einfalt; +2 Korinther 2Kor 55 8 3 Quia secundum virtutem testimonium illis reddo, et supra virtutem voluntarii fuerunt, denn nach Vermögen, ich bezeuge es ihnen, ja über Vermögen sind sie willfährig gewesen,² +2 Korinther 2Kor 55 8 3 2 Sie waren freudig im Leiden und reich an Freigebigkeit in schwerster Armut. Die Prüfung umfasst wohl beide Glieder. +2 Korinther 2Kor 55 8 4 Cum multa exhortatione obsecrantes nos gratiam, et communicationem ministerii, quod fit in Sanctos. und haben uns mit vielem Zureden³ um die Gnade und die Teilnahme an der Hilfeleistung gebeten, welche für die Heiligen veranstaltet wird.⁴ +2 Korinther 2Kor 55 8 4 3 Sie glaubten, nicht uns eine Gnade zu erweisen, sondern eine solche zu erhalten (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 8 4 4 V. 3 5 sind nach dem Griechischen ein Satzgefüge. Die Gabe der Macedonier wird wegen der Größe der Gabe, des bereiten Willens, der reinen Absicht gelobt. +2 Korinther 2Kor 55 8 5 Et non sicut speravimus, sed semetipsos dederunt primum Domino, deinde nobis per voluntatem Dei, Und nicht nur wie wir gehofft hatten, sondern sich selbst gaben sie zuerst dem Herrn hin, dann uns durch den Willen Gottes;⁵ +2 Korinther 2Kor 55 8 5 5 Die Hauptabsicht wird von der zweiten, untergeordneten Meinung unterschieden. Beide hat Gott ihnen verliehen. Ungebeten nahmen sie sich der Sache an, und verlangten ihren Anteil daran. Ja sie brachten sich selbst mit ihrer ganzen Habe dar, damit alles, was etwa zu nehmen ihm gefiele, zur Hilfe für die armen Brüder diente. Mit welch reiner Absicht handelten sie zudem! Dem Heilande, der für sie arm geworden, wollten sie wiedervergelten und zugleich dem Apostel, dem Stellvertreter Christi, durch den sie zum Glauben geführt waren, ihre Liebe und Dankbarkeit beweisen, da sie wussten, wie sehr ihm diese Frage am Herzen lag. +2 Korinther 2Kor 55 8 6 Ita ut rogaremus Titum: ut quemadmodum cpit, ita et perficiat in vobis etiam gratiam istam. so dass wir den Titus baten, er möchte, wie er angefangen, so auch dieses Liebeswerk unter euch vollenden.⁶ +2 Korinther 2Kor 55 8 6 6 Da wir die Macedonier so überaus eifrig erfunden haben, senden wir den Titus, damit auch ihr jenem an Tugend gleichkommet. +2 Korinther 2Kor 55 8 7 Sed sicut in omnibus abundatis fide, et sermone, et scientia, et omni sollicitudine, insuper et caritate vestra in nos, ut et in hac gratia abundetis. Doch wie ihr in allen Dingen überreich seid,⁷ in Glauben,⁸ und in Wort, und in Erkenntnis,⁹ und allem Eifer, überdies auch in eurer Liebe zu uns, so sollt ihr auch in dieser Gnade¹⁰ euch auszeichnen. +2 Korinther 2Kor 55 8 7 7 Von der mittelbaren Mahnung geht Paulus zur unmittelbaren über. Sein Vorgehen ist ein Meisterwerk von Pastoralklugheit. Damit die Korinther nicht durch das den Macedoniern gespendete Lob beleidigt werden, lobt er auch sie und spricht den Wunsch aus, ihre Freigebigkeit möchte ihren übrigen Tugenden gleichkommen (V. 7), damit es nicht nachher scheine, er wolle sie zur Spendung zwingen. In dieser Sache will er nichts durch ein Gebot erlangen, es genüge, wenn sie sich des Heilandes erinnerten, der für uns arm geworden ist. (V. 8, 9) Damit er nun nichts Neues zu fordern scheine, mahnt er sie, dass es sich nur um ihren eigenen Nutzen handle, und nur das zu Ende zu führen sei, was sie bereits seit einem Jahre sich vorgenommen. (V. 10, 11) Damit die Last endlich nicht zu hart erscheine, gibt er ihnen Maß und Ziel der Freigebigkeit an. Die Korinther scheinen in Geldsachen nicht allzu leicht zu behandeln gewesen sein. +2 Korinther 2Kor 55 8 7 8 In der Tugend des Glaubens. +2 Korinther 2Kor 55 8 7 9 Vergl. [1Kor 1,5]. +2 Korinther 2Kor 55 8 7 10 Gabe Gottes. Der Apostel bezeichnet damit auch den Glauben usw. als Gnaden. +2 Korinther 2Kor 55 8 8 Non quasi imperans dico: sed per aliorum sollicitudinem, etiam vestræ caritatis ingenium bonum comprobans. Nicht, als wollte ich befehlen, sage ich es, sondern um durch den Eifer anderer die Echtheit eurer Liebe zu bewähren. +2 Korinther 2Kor 55 8 9 Scitis enim gratiam Domini nostri Jesu Christi, quoniam propter vos egenus factus est, cum esset dives, ut illius inopia vos divites essetis. Denn¹¹ ihr kennet die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, dass er um euretwillen arm geworden ist, da er reich war, damit ihr durch seine Armut reich würdet.¹² +2 Korinther 2Kor 55 8 9 11 Der braucht kein Gebot, der sich an Christi Armut erinnert. +2 Korinther 2Kor 55 8 9 12 Vergl. [Phil 2,5ff]. Dieses Vorbild kann sehr wohl die Stelle eines Gebotes vertreten. Die allen Menschen erwiesene Wohltat stellt der Apostel den Gläubigen so dar, als ob sie den Gläubigen von eigen wäre. Der Heiland ward ein Kind, damit du ein vollkommener Mann sein könnest, er ward in Windeln gewickelt, damit du aus den Banden des Todes befreit würdest. Jene Armut ist mein Reichtum, die Schwachheit des Herrn meine Stärke. Meine Seele waschen die Tränen jenes Kindes ab. (Ambr.) +2 Korinther 2Kor 55 8 10 Et consilium in hoc do: hoc enim vobis utile est, qui non solum facere, sed et velle cpistis ab anno priore: Und hierin gebe ich euch einen Rat; denn dies ist für euch nützlich, die ihr nicht nur mit dem Tun, sondern auch mit dem Wollen seit dem vorigen Jahre den Anfang gemacht habt; [2Kor 9,2] +2 Korinther 2Kor 55 8 11 Nunc vero et facto perficite: ut quemadmodum promptus est animus voluntatis, ita sit et perficiendi ex eo, quod habetis. jetzt aber führet es auch durch die Tat zu Ende, damit, wie die Bereitwilligkeit des Wollens da ist, so auch das Vollbringen da sei, nach dem Maße dessen, was ihr habt.¹³ +2 Korinther 2Kor 55 8 11 13 Macedonier und Korinther werden der Zeit nach in Vergleich gestellt, seit welcher sie für das Liebeswerk tätig sind, und die Korinther werden jenen vorgezogen. Die Korinther hatten begonnen zu tun, aber waren durch die Parteistreitigkeiten von dem Werke abgezogen worden, so dass sie jetzt für dasselbe nicht eintraten, obwohl ihr guter Wille geblieben war. Vergl. [1Kor 16,1]. Den Macedoniern, die selbst arm waren (V. 2), scheint der Apostel erst von dem Liebeswerke gesprochen zu haben, als er nach der Absendung des ersten Briefes an die Korinther nach Macedonien kam. Die Macedonier sammelten also, während in Korinth das Werk stockte. Nachdem Paulus durch Titus erfahren, dass der Friede wiederhergestellt sei, will er den Eifer wecken. Damit aber das den Macedoniern gespendete Lob sie nicht beleidige, erkennt er auch die Verdienste der Korinther an. Von welchem Monate an Paulus das Jahr rechnet, ist uns unbekannt. Dieser Brief ist um den September 58 geschrieben, der vorhergehende um das Osterfest desselben Jahres. Da aber im letzteren die Angelegenheit der Sammlung bereits als bekannt vorausgesetzt wird, hatte Paulus diese selbst wohl in dem [1Kor 5,9] erwähnten, uns verloren gegangenen Briefe angeordnet. +2 Korinther 2Kor 55 8 12 Si enim voluntas prompta est, secundum id, quod habet, accepta est, non secundum id, quod non habet. Denn wenn der Wille bereit ist, so ist er nach dem, was er hat, wohlgefällig, nicht nach dem, was er nicht hat.¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 8 12 14 Der eine Grund ist dem Wesen der Wohltätigkeit, der andere dem Ziele des Almosens entnommen. So sehr auch der heil. Paulus die außerordentliche Freigebigkeit der Macedonier gelobt hat, mahnt er doch, dass Gott von uns nichts fordert, als was wir nach unseren Kräften leisten können. Nicht die Größe des Geschenkes, sondern der bereite Wille macht angenehm bei Gott. +2 Korinther 2Kor 55 8 13 Non enim ut aliis sit remissio, vobis autem tribulatio, sed ex æqualitate. Denn es sollen andere nicht Behaglichkeit, ihr aber Bedrängnis haben, sondern es sei Gleichheit. +2 Korinther 2Kor 55 8 14 In præsenti tempore vestra abundantia illorum inopiam suppleat: ut et illorum abundantia vestræ inopiæ sit supplementum, ut fiat æqualitas, sicut scriptum est: In der gegenwärtigen Zeit soll euer Überfluss ihrem Mangel¹⁵ abhelfen, damit auch ihr Überfluss eurem Mangel¹⁶ abhelfe, auf dass Gleichheit eintrete, wie geschrieben steht: +2 Korinther 2Kor 55 8 14 15 Ihrem Mangel an zeitlichen Gütern. +2 Korinther 2Kor 55 8 14 16 Eurem Mangel an geistlichen Gütern. (Chrys., Theod., Thom.) Vergl. [Röm 15,27]. +2 Korinther 2Kor 55 8 15 Qui multum non abundavit: et qui modicum, non minoravit. Wer vieles hatte, hatte nicht Überfluss; und wer wenig, litt nicht Mangel.¹⁷ +2 Korinther 2Kor 55 8 15 17 Jene Gleichheit, welche bei der Sammlung des Mannas ein Wunder bewirkte, dass alle so viele hatten, als jeder bedurfte, soll unter Christen die brüderliche Liebe herstellen. Paulus passt die Worte [Ex 16,18] seinem Gegenstande an. +2 Korinther 2Kor 55 8 16 Gratias autem Deo, qui dedit eamdem sollicitudinem pro vobis in corde Titi, Dank aber sei Gott,¹⁸ welcher denselben Eifer für euch Titus in das Herz gegeben hat; +2 Korinther 2Kor 55 8 16 18 Da jede gute Gabe von Gott kommt, müssen wir ihm für seine beständige Güte beständig Dank sagen. +2 Korinther 2Kor 55 8 17 Quoniam exhortationem quidem suscepit: sed cum sollicitior esset, sua voluntate profectus est ad vos. denn die Aufforderung zwar hat er angenommen, ja, da er eifervoller war, ist er aus freiem Willen zu euch gereist.¹⁹ +2 Korinther 2Kor 55 8 17 19 Der Apostel versetzt sich nach der Weise des Altertums in seinem Briefe in die Zeit, wo der Brief gelesen wurde. Vergl. [Apg 15,22-27] +2 Korinther 2Kor 55 8 18 Misimus etiam cum illo fratrem, cujus laus est in Evangelio per omnes Ecclesias: Wir haben auch mit ihm den Bruder gesandt, dessen Lob in Sache des Evangeliums bei allen Gemeinden ist.²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 8 18 20 Wenn der Name dieses Bruders im Neuen Testamente aufbewahrt ist, kann er sich nur [Apg 20,4] finden, wo die Reisegenossen des Apostels genannt werden. Alsdann kann es wiederum nur einer der drei ersten sein, Sopater, Aristarchus und Sekundus, da es sich um einen von den macedonischen Kirchen Erwählten handelt. +2 Korinther 2Kor 55 8 19 Non solum autem, sed et ordinatus est ab Ecclesiis comes peregrinationis nostræ in hanc gratiam, quæ ministratur a nobis ad Domini gloriam, et destinatam voluntatem nostram: Nicht allein aber dies, sondern er ist auch von den Gemeinden²¹ als unser Reisegefährte zu diesem Liebeswerke abgeordnet worden, das von uns zur Ehre des Herrn und unserem bestimmten Willen gemäß besorgt wird, +2 Korinther 2Kor 55 8 19 21 Macedoniens. +2 Korinther 2Kor 55 8 20 Devitantes hoc, ne quis nos vituperet in hac plenitudine, quæ ministratur a nobis. um zu verhüten, dass nicht jemand uns wegen dieser reichen Gabe, die von uns vermittelt wird, übel nachrede; +2 Korinther 2Kor 55 8 21 Providemus enim bona non solum coram Deo, sed etiam coram hominibus. denn wir tragen Sorge für das Gute nicht allein vor Gott, sondern auch vor den Menschen.²² [Spr 3,4] +2 Korinther 2Kor 55 8 21 22 Nach der Vorschrift des Herrn [Mt 5,16]. Für uns selbst genügt das gute Gewissen, für euch aber muss ich Sorge tragen, dass niemand unsern guten Ruf bei euch schädige. Wer auf sein Gewissen vertrauend seinen guten Ruf vernachlässigt, ist grausam gegen den Nächsten, besonders wenn seine Stellung eine solche ist wie die, welche der Apostel [Tit 2,7] erwähnt (Aug.). +2 Korinther 2Kor 55 8 22 Misimus autem cum illis et fratrem nostrum, quem probavimus in multis sæpe sollicitum esse: nunc autem multo sollicitiorem, confidentia multa in vos, Wir haben aber mit ihnen auch unsern Bruder gesandt, dessen Eifer wir oft in vielen Dingen erprobt haben, und der jetzt in großem Zutrauen zu euch noch viel eifriger ist.²³ +2 Korinther 2Kor 55 8 22 23 Es ist unbekannt, wer gemeint ist. +2 Korinther 2Kor 55 8 23 Sive pro Tito, qui est socius meus, et in vos adjutor, sive fratres nostri, Apostoli Ecclesiarum, gloria Christi. Gilt es Titus: er ist mein Gefährte und Mitarbeiter bei euch, oder unsere Brüder: sie sind die Abgesandten der Gemeinde, Christi Ehre.²⁴ +2 Korinther 2Kor 55 8 23 24 Betreffs Titus genügt es zu sagen, dass er einer der gewöhnlichen Genossen des heil. Paulus ist, die beiden anderen, Brüder des heil. Paulus und der Korinther, sind als Abgesandte von Gemeinden der Liebe würdig. +2 Korinther 2Kor 55 8 24 Ostensionem ergo, quæ est caritatis vestræ, et nostræ gloriæ pro vobis, in illos ostendite in faciem Ecclesiarum. Gebet denn den Erweis eurer Liebe und unsers Rühmens über euch gegen sie im Angesichte der Gemeinden kund.²⁵ +2 Korinther 2Kor 55 8 24 25 Bietet alle Schätze eurer Liebe auf und bestätiget meine Lobsprüche über euch, so werdet ihr alle Gemeinden ehren. +2 Korinther 2Kor 55 9 0 Ursache, warum der Apostel bereits jetzt Titus mit zwei Gefährten nach Korinth sendet. (V. 5) 3. Die Kollekte ist mit fröhlicher Freigebigkeit zu vollenden. +2 Korinther 2Kor 55 9 1 Nam de ministerio, quod fit in sanctos ex abundanti est mihi scribere vobis. Denn von der Hilfeleistung,¹ welche für die Heiligen geschieht, ist es überflüssig für mich, euch zu schreiben.² +2 Korinther 2Kor 55 9 1 1 Von der Almosensammlung. +2 Korinther 2Kor 55 9 1 2 Es konnte jemand dem Apostel sagen: Du mahnst uns, die Boten, welche du uns sendest, gut aufzunehmen. Warum wünschest du nicht vielmehr, dass wir reichlich zu der Kollekte beitragen? Solchen Fragen beugt der Apostel vor. Er gibt an, warum er die Abgesandten einzig der Person nach empfohlen hat, ohne von ihrem Auftrage zu reden. +2 Korinther 2Kor 55 9 2 Scio enim promptum animum vestrum: pro quo de vobis glorior apud Macedones. Quoniam et Achaia parata est ab anno præterito, et vestra æmulatio provocavit plurimos. Kenne ich doch euer williges Gemüt, wegen dessen ich mich eurer bei den Macedoniern rühme, dass auch Achaja von dem vergangenen Jahre her bereit ist, und euer Eifer hat so viele von ihnen zur Nachahmung angeeifert. +2 Korinther 2Kor 55 9 3 Misi autem fratres: ut ne quod gloriamur de vobis, evacuetur in hac parte, ut (quemadmodum dixi) parati sitis: Ich habe aber doch die Brüder gesandt, damit unser Rühmen über euch nicht in diesem Stücke³ zunichte werde,⁴ und ihr (wie ich gesagt habe) bereit seiet,⁵ +2 Korinther 2Kor 55 9 3 3 Betreffs der Kollekten. +2 Korinther 2Kor 55 9 3 4 Als nichtig erfunden werde. +2 Korinther 2Kor 55 9 3 5 Die Kollekte zu glücklichem Ende führend. +2 Korinther 2Kor 55 9 4 Ne cum venerint Macedones mecum, et invenerint vos imparatos, erubescamus nos (ut non dicamus vos) in hac substantia. dass nicht, wenn die Macedonier mit mir kommen und euch unvorbereitet finden sollten, wir⁶ (um nicht zu sagen ihr) beschämt würden in dieser Sache. +2 Korinther 2Kor 55 9 4 6 Der heil. Paulus wird beschämt, wenn er sich zu Unrecht gerühmt hat. +2 Korinther 2Kor 55 9 5 Necessarium ergo existimavi rogare fratres, ut præveniant ad vos, et præparent repromissam benedictionem hanc paratam esse sic, quasi benedictionem, non tamquam avaritiam. Ich habe es daher für nötig erachtet, die Brüder zu bitten, dass sie zu euch vorausreisen und den verheißenen Segen vorbereiten, damit derselbe bereit liege, und zwar wie Segen,⁷ und nicht wie Geiz. +2 Korinther 2Kor 55 9 5 7 Was hierzu erfordert wird, sagen die folgenden Verse (6 15): Freudigkeit und Freigebigkeit. (Theoph., Ök.) +2 Korinther 2Kor 55 9 6 Hoc autem dico: Qui parce seminat, parce et metet: et qui seminat in benedictionibus, de benedictionibus et metet. Dies aber sage ich: Wer spärlich säet, der wird auch spärlich ernten; und wer in Segnungen säet, wird auch in Segnungen ernten.⁸ +2 Korinther 2Kor 55 9 6 8 Die wohltätige Liebe wird ewigen Lohn erlangen. In Segnungen säet, wer aus gutem Willen im Vertrauen auf die zukünftige Vergeltung säet; er wird diese Hoffnung nicht getäuscht sehen, wenn er erntet. Wie der Same in der natürlichen Ordnung aus sich Frucht trägt, so dass diese aus ihm hervorgeht, so stehen die guten Werke nach Gottes Anordnung mit der himmlischen Herrlichkeit in Verbindung und verdienen sie. Ist zudem auch das Wesen der ewigen Seligkeit die gleiche für alle, da Gott ihr Untergrund ist, so ist doch der Grad derselben je nach den Verdiensten verschieden. Wohl steht der, der weniger sät, ebenso auf der rechten Seite des Richters wie der, welcher mehr säet, und wohl ist alle Gattung des Samens gleich, aber doch die Zahl verschieden. (Hier.) Spärlich säet auch der Habsüchtige, dem das, was er gibt, gleichsam abgepresst werden muss; denn sein Herz ist eng, mag auch die Gabe groß sein. Hingegen die arme Witwe, welche zwei Heller in den Opferkasten wirft, hat mehr gegeben, als alle Reichen. Der säet am besten, der so viel gibt, wie er kann. +2 Korinther 2Kor 55 9 7 Unusquisque prout destinavit in corde suo, non ex tristitia, aut ex necessitate: hilarem enim datorem diligit Deus. Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat,⁹ nicht mit Traurigkeit¹⁰ oder aus Zwang;¹¹ denn einen freudigen Geber liebt Gott.¹² [Sir 35,11] +2 Korinther 2Kor 55 9 7 9 Der Apostel setzt voraus, dass alle bereits bestimmt haben, wie viel sie geben wollen, und will einzig, dass sie mit rechter Gesinnung geben und in gebührender Weise die Kollekte beendigen. +2 Korinther 2Kor 55 9 7 10 D. i. nicht traurig, wie der Geizige, der alles für verloren ansieht, was er etwa gibt. +2 Korinther 2Kor 55 9 7 11 D. i. nicht ungern, gleichsam durch das Ansehen der Höheren, oder die Scham vor den Brüdern oder durch die Umstände gezwungen. +2 Korinther 2Kor 55 9 7 12 Nicht den Geber schlechthin, sondern den fröhlichen Geber lobt und belohnt Gott (Thom.). Gibst du das Brot betrübt, so hast du das Brot verloren und das Verdienst dazu (Aug.). +2 Korinther 2Kor 55 9 8 Potens est autem Deus omnem gratiam abundare facere in vobis: ut in omnibus semper omnem sufficientiam habentes, abundetis in omne opus bonum, Gott aber hat die Macht, euch jegliche Gabe im Überflusse zu geben;¹³ damit ihr in allem immer volle Genüge habet¹⁴ und überreich seiet zu jedem guten Werke,¹⁵ +2 Korinther 2Kor 55 9 8 13 Diese Worte sind aus der Septuag, [Spr 8,22] entnommen, ähnliche Worte finden sich in der dem Texte beigefügten Parallelstelle. +2 Korinther 2Kor 55 9 8 14 Damit die Freudigkeit nicht durch die Sorge um zeitliche Dinge erstickt, und die Freigebigkeit nicht durch unnütze Bekümmernis um die Zukunft gemindert werde, zeigt der Apostel, dass der Barmherzige nichts zu fürchten hat. Er entbehrt seine Güter auf einige Zeit, aber nur um sie nachher mit Gewinn wieder zurück zu erlangen. Ja noch mehr, wie V. 8 verheißt. +2 Korinther 2Kor 55 9 8 15 Was Gott kann, wird er auch tun, wenn ein Grund dazu da ist. Ein solcher Grund fehlt nicht, denn nach Gottes Wille ist das Almosen nicht geboten, damit es dem Empfänger völlige Sorglosigkeit, dem Geber Not verursache. [2Kor 8,12] Ein anderer Grund aus der Erfahrung folgt V. 10ff. +2 Korinther 2Kor 55 9 9 Sicut scriptum est: Dispersit, dedit pauperibus: justitia ejus manet in sæculum sæculi. wie geschrieben steht: Er hat ausgestreut, den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit.¹⁶ +2 Korinther 2Kor 55 9 9 16 [Ps 111,9] Gerecht ist derjenige, der alle Tugenden hat, durch die er Gott gefällt. +2 Korinther 2Kor 55 9 10 Qui autem administrat semen seminanti: et panem ad manducandum præstabit, et multiplicabit semen vestrum, et augebit incrementa frugum justitiæ vestræ: Und der, welcher dem Säemanne Samen darreicht, wird auch Brot zur Speise gewähren, und euren Samen vervielfältigen, und die Früchte eurer Gerechtigkeit mehren,¹⁷ +2 Korinther 2Kor 55 9 10 17 Einige griechische Erklärer setzen die Interpunktion so, dass das Subjekt ist: der, welcher dem Sämanne Samen gibt und Brot zur Speise. Dies scheint richtig, da der Apostel wohl [Jes 55,10] vor Augen hatte (Theoph.). +2 Korinther 2Kor 55 9 11 Ut in omnibus locupletati abundetis in omnem simplicitatem, quæ operatur per nos gratiarum actionem Deo. dass ihr in allem reich werdet und Überfluss habet zu aller Einfalt,¹⁸ welche durch uns Danksagung gegen Gott bewirkt.¹⁹ +2 Korinther 2Kor 55 9 11 18 Jedes Werk der Barmherzigkeit in Einfalt zu vollbringen, auf die Bedürftigkeit der Brüder schauend, denen ihr helfen wollt, und auf Gottes Ehre, wegen dessen ihr eure Brüder liebt und ihnen helft. +2 Korinther 2Kor 55 9 11 19 Die Einfalt der Gläubigen, welche den Armen beisteht, treibt diese an, Gott Dank zu sagen. +2 Korinther 2Kor 55 9 12 Quoniam ministerium hujus officii non solum supplet ea, quæ desunt sanctis, sed etiam abundat per multas gratiarum actiones in Domino, Denn die Leistung dieser Liebesspende²⁰ ersetzt nicht nur das, was den Heiligen mangelt, sondern bringt auch reiche Frucht durch viele Danksagungen im Herrn,²¹ +2 Korinther 2Kor 55 9 12 20 Das griech. Wort deutet an, dass die Gabe gleichsam ein Gott dargebrachtes Opfer ist, dessen Diener die Gläubigen sind. +2 Korinther 2Kor 55 9 12 21 Die Kollekte hat zwei Ziele: ein minder hohes und ein höheres. +2 Korinther 2Kor 55 9 13 Per probationem ministerii hujus, glorificantes Deum in obedientia confessionis vestræ, in Evangelium Christi, et simplicitate communicationis in illos, et in omnes, indem sie wegen dieses erprobten Liebesdienstes Gott preisen für den Gehorsam eures Bekenntnisses gegen das Evangelium Christi,²² und für die Wohlgeneigtheit im Mitteilen, an sie und an alle, +2 Korinther 2Kor 55 9 13 22 D. i. für euren Gehorsam des Glaubens. Aus der Liebe gegen die Brüder erkennt man, ob jemand Gott liebt. [1Joh 4,20] Wenn also die Korinther dieses höchste Gebot beobachteten, lag für die Bewohner von Jerusalem der Schluss für den Glauben der ersteren nahe. Welches Lob spendet der Apostel den Christen Palästinas, die aus so hohen Gründen sich freuen und über das, was anderen zu Teil wird! +2 Korinther 2Kor 55 9 14 Et in ipsorum obsecratione pro vobis, desiderantium vos propter eminentem gratiam Dei in vobis. und in ihrem Gebete für euch, da sie sich herzlich nach euch sehnen wegen der überschwenglichen Gnade Gottes gegen euch.²³ +2 Korinther 2Kor 55 9 14 23 Welch innige Vereinigung der Liebe unter den Kirchen hofft der Apostel durch diese Kollekte herbeizuführen! +2 Korinther 2Kor 55 9 15 Gratias Deo super inenarrabili dono ejus. Gott sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!²⁴ +2 Korinther 2Kor 55 9 15 24 Jene Güter, welche Gott denen, die das Almosen empfangen, und denen, welche es spenden, verleiht. (Chrys.) +2 Korinther 2Kor 55 10 0 III. Polemischer Teil. (10,1 13,10) 1. Die Apostelgewalt des heil. Paulus (K. 10,1-18): Paulus bittet seine Gegner, ihn nicht zu zwingen, seine Gewalt gegen sie zu gebrauchen. (V. 6) Auch persönlich gegenwärtig fehle ihm nicht der Mut, gegen sie aufzutreten. (V. 11) Sein Rühmen stützt sich nicht, wie das ihre, auf eine angemaßte Gewalt. +2 Korinther 2Kor 55 10 1 Ipse autem ego Paulus obsecro vos per mansuetudinem, et modestiam Christi, qui in facie quidem humilis sum inter vos, absens autem confido in vobis. Ich selbst aber, Paulus, bitte euch bei der Sanftmut und Milde Christi, der ich in's Angesicht zwar gering bin unter euch, abwesend aber Mut habe gegen euch.¹ +2 Korinther 2Kor 55 10 1 1 Wenngleich die Herzen der Gläubigen zum größten Teil dem Apostel sicher bereits wiedergewonnen waren, war doch zu befürchten, dass einige neuen Verleumdungen der Gegner ihr Ohr leihen möchten. Deshalb muss der Apostel seine Autorität noch gegen diese wahren. Daraus, dass der heil. Paulus nur in seinen Briefen strenger war, schlossen seine Feinde, er habe keine Macht. Die Schilderung seiner Person ist eine ironische Wiederholung der Worte seiner Verleumder. Trotzdem möchte der Apostel auch jetzt lieber die Milde des Heilandes nachahmen, wie er durch die eingefügte Beschwörung der Ungehorsamen zeigt. +2 Korinther 2Kor 55 10 2 Rogo autem vos ne præsens audeam per eam confidentiam, qua existimor audere in quosdam, qui arbitrantur nos tamquam secundum carnem ambulemus. Ich bitte euch nun, dass ich nicht anwesend Mut haben müsse mit jener Zuversicht, mit der ich, wie man meint, Mut habe gegen gewisse, die dafürhalten, dass wir nach dem Fleische wandeln.² +2 Korinther 2Kor 55 10 2 2 Ich bitte euch, versetzet mich nicht in die Notwendigkeit, euch zu zeigen, dass ich auch persönlich gegenwärtig der Kraft und Macht nicht ermangle. Indes nur seinen Verleumdern gilt die Strenge. +2 Korinther 2Kor 55 10 3 In carne enim ambulantes, non secundum carnem militamus. Denn ob wir auch im Fleische wandeln, so kämpfen wir nicht nach dem Fleische.³ +2 Korinther 2Kor 55 10 3 3 Wohl wandelt auch der heil. Paulus noch in dieser Leiblichkeit und trägt die Begierlichkeit in sich, aber er folgt ihren Anreizungen nicht und wird nicht durch die niedrigen Neigungen geleitet in der Verwaltung des ihm von Gott anvertrauten Amtes, sondern er kämpft als rechter Streiter Christi mit guten Waffen. +2 Korinther 2Kor 55 10 4 Nam arma militiæ nostræ non carnalia sunt, sed potentia Deo ad destructionem munitionum, consilia destruentes, Denn die Waffen unsers Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festen,⁴ indem wir die Ratschläge zerstören⁵ +2 Korinther 2Kor 55 10 4 4 Was von dem sterblichen und schwachen Fleische herrührt, ist schwach, was aber vom Geiste, ist stark durch Gottes Kraft. Welcher Art sind die Waffen der Gegner? Fleischliche Waffen sind die bösen Künste, mit denen der Apostel nach der Behauptung der Verleumder das Evangelium verfälscht und die Gläubigen betört und in das Verderben stürzt, mächtige Waffen sind diejenigen, mit welchen er ausgerüstet war. Dass die Waffen des Apostels geistige sind, zeigt auch das Ziel, für welches er dieselben erhalten hat. Welches die Festen sind, sagt der Apostel im folgenden Verse. +2 Korinther 2Kor 55 10 4 5 Die Waffen des Apostels sind stark, wie die Erfolge zeigen. +2 Korinther 2Kor 55 10 5 Et omnem altitudinem extollentem se adversus scientiam Dei, et in captivitatem redigentes omnem intellectum in obsequium Christi, und jede Hoheit, welche sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, jeden Verstand zum Gehorsame Christi gefangen nehmen,⁶ +2 Korinther 2Kor 55 10 5 6 Der Verstand, welcher durch fleischliche Neigungen fortgerissen, sich gegen die von Gott offenbarte Lehre erhebt, ist so gefangen zu nehmen, dass er sich demütig Christus unterwirft. Das harte Wort gefangen nehmen mildert der heil. Paulus durch den Zusatz zum Gehorsame Christi (Chrys.); denn wer sich dem Herrn gefangen gibt, wird nicht als Feind niedergeworfen, sondern als Freund der Wahrheit teilhaftig. Das Wort Gehorsam zeigt, dass der wahre Glaube nicht allein vom Verstande ausgeht, sondern auch die Unterwerfung des Wollens fordert. +2 Korinther 2Kor 55 10 6 Et in promptu habentes ulcisci omnem inobedientiam, cum impleta fuerit vestra obedientia. und bereit sind, allen Ungehorsam zu züchtigen, sobald euer Gehorsam vollendet sein wird.⁷ +2 Korinther 2Kor 55 10 6 7 Der Apostel wendet das Bild auf die Gegner und die korinthische Gemeinde an. Er betrachtet dieselbe als eine von seinen Gegnern mit Wall und Befestigungen umgebene Burg, welche Paulus für seinen König erobern soll und kann. Diejenigen, welche sich in Güte unterwerfen und die etwa hartnäckig bleibenden Irrlehrer verlassen, wird er gütig aufnehmen, und alsdann erst gegen diejenigen mit Strafen vorgehen, deren Bosheit unheilbar scheint. +2 Korinther 2Kor 55 10 7 Quæ secundum faciem sunt, videte. Si quis confidit sibi Christi se esse, hoc cogitet iterum apud se: quia sicut ipse Christi est, ita et nos. Sehet, was vor Augen liegt!⁸ Wenn jemand sich zutraut, Christi zu sein, so bedenke er dies wiederum bei sich, dass, wie er Christi ist, so auch wir.⁹ +2 Korinther 2Kor 55 10 7 8 Alles liegt so klar vor Augen, dass das Urteil über die Verleumdungen der Gegner leicht ist. +2 Korinther 2Kor 55 10 7 9 Wir sind Apostel Christi, nicht weniger als jene. Allmählich wächst die Heftigkeit der Rede (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 10 8 Nam, et si amplius aliquid gloriatus fuero de potestate nostra, quam dedit nobis Dominus in ædificationem, et non in destructionem vestram: non erubescam. Denn wenn ich mich auch etwas mehr unserer Gewalt rühmen werde, die uns der Herr zur Auferbauung, und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat,¹⁰ so werde ich nicht zu Schanden werden. +2 Korinther 2Kor 55 10 8 10 Die Verneinung steht nicht im Widerspruch mit V. 4, wenn man auf die Zusätze eure (V. 8) und der Festen (V. 4) achtet. Übrigens fordert jeder Bau, dass die Hindernisse beseitigt werden, schlechtes Material entfernt, und nur gutes gebraucht werde. Der Apostel hat eine Gewalt empfangen, um zu bauen, eine andere, alle hartnäckig Widerspenstigen niederzuwerfen (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 10 9 Ut autem non existimer tamquam terrere vos per epistolas: Damit ihr aber nicht glaubet, ich wollte euch schrecken durch Briefe , +2 Korinther 2Kor 55 10 10 Quoniam quidem epistolæ, inquiunt, graves sunt et fortes: præsentia autem corporis infirma, et sermo contemptibilis: denn die Briefe, sagen sie, sind streng und heftig, seine leibliche Gegenwart aber ist schwach, und seine Rede verächtlich - +2 Korinther 2Kor 55 10 11 Hoc cogitet qui ejusmodi est, quia quales sumus verbo per epistolas absentes, tales et præsentes in facto. so bedenke ein solcher,¹¹ dass, wie wir abwesend in Worten durch Briefe sind, wir so auch anwesend in der Tat sein werden. +2 Korinther 2Kor 55 10 11 11 Derjenige, der dies für wahr hält. Als der Apostel zum ersten Male nach Korinth kam, geschah es in Schwachheit und Furcht und Zittern, und er predigte nur einfache Wahrheiten. Zum zweiten Male kam er in Trauer und musste überaus milde verfahren. Zum dritten Male kommend [2Kor 13,1] wird er die Strenge und Stärke zeigen, welche sich in seinen Briefen offenbart; ob dies aber jenen gefallen wird, welche den Verleumdungen noch immer Glauben schenken? +2 Korinther 2Kor 55 10 12 Non enim audemus inserere, aut comparare nos quibusdam, qui seipsos commendant: sed ipsi in nobis nosmetipsos metientes, et comparantes nosmetipsos nobis. Denn wir wagen es nicht, uns gewissen Leuten beizugesellen, die sich selbst empfehlen, oder uns mit ihnen zu vergleichen; sondern wir messen uns nach dem, was wir in uns sind, und wir vergleichen uns mit uns selbst.¹² +2 Korinther 2Kor 55 10 12 12 Der griechische Text ist mit den griechischen Vätern und dem heil. Augustin anders zu übersetzen, nämlich: sondern sie selbst (die Gegner) werden von Sinnen, sich nach dem messend, was sie in sich sind, und sich mit sich selbst vergleichend. Bereits die alten Ausleger klagen darüber, dass der heil. Paulus, um seine Gegner zu schonen, so dunkel rede. +2 Korinther 2Kor 55 10 13 Nos autem non in immensum gloriabimur, sed secundum mensuram regulæ, qua mensus est nobis Deus, mensuram pertingendi usque ad vos. Wir werden uns nicht in's Unbemessene rühmen, sondern nach dem Maße der Richtschnur, welche uns Gott zugeteilt hat, als Maß, um bis zu euch hinzureichen.¹³ [Eph 4,7] +2 Korinther 2Kor 55 10 13 13 Der Apostel erklärt sich mit großer Ironie für unwürdig, sich mit jenen großen Männern zu vergleichen, welche ihr eigenes Lob verkünden und sich so selbst empfehlen. Als Grund seiner Unwürdigkeit führt er den ungeheuren Unterschied an, der zwischen seiner und ihrer Handlungsweise besteht und der jeden Vergleich ausschließt. Seine Gegner loben sich, da ihnen jede Richtschnur, außer ihnen selbst, nach der sie sich beurteilen möchten, abgeht, in's Unendliche; denn Gott hat ihnen das Apostelamt nicht anvertraut, sondern sie schreiben sich fremde Arbeiten zu und stellen als Richtschnur, nach der sie sich messen, ihre eitle Meinung von sich und ihren Verdiensten auf. So finden sie niemand würdig, sich mit ihnen zu vergleichen, erheben sich über alle und kommen von Sinnen. Paulus wird sich nicht in's Unendliche rühmen, denn er hat von Gott eine Richtschnur außer sich empfangen, nach der er sich und seine Arbeiten beurteilt: es ist sein Beruf, innerhalb eines ihm zugemessenen Gebietes das Evangelium zu verkünden. Wie Gott ihm dies bei seiner Bekehrung zuwies [Gal 1,16, Gal 2,7, Eph 3,8] u.a. und durch besondere Weisungen ihn leitete, vergl. [Apg 16,6-8], so hat er ihn auch durch den Erfolg seiner Anstrengungen, und durch innere und äußere Gnaden gewiss gemacht, dass er die Grenzen seines Amtes nicht überschritten habe. (Chrys., Theod., Aug.) Der Sinn der Vulgata ist der gleiche: Wir sagen das von uns, was uns angemessen ist, d. i. was an unseren Taten seinen Maßstab findet (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 10 14 Non enim quasi non pertingentes ad vos, superextendimus nos: usque ad vos enim pervenimus in Evangelio Christi: Denn nicht, als wenn wir nicht bis zu euch reichten, dehnen wir uns über Gebühr aus; sondern wir sind bis zu euch hingelangt mit dem Evangelium Christi.¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 10 14 14 Indem der Apostel sich der korinthischen Kirche rühmt, überschreitet er das ihm zugewiesene Maß nicht, da Korinth innerhalb des dem Apostel zugewiesenen Gebietes liegt. Wenn die Korinther alles das erwägen, was Paulus durch die Kraft Gottes unter ihnen vollbracht, können sie nicht zweifeln, dass auch sie seiner Sorge anvertraut sind. +2 Korinther 2Kor 55 10 15 Non in immensum gloriantes in alienis laboribus: spem autem habentes crescentis fidei vestræ, in vobis magnificari, secundum regulam nostram in abundantiam, Nicht in's Unbemessene rühmen wir uns fremder Arbeiten;¹⁵ wir haben vielmehr die Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, durch euch unserer Aufgabe gemäß reichlich zu wachsen, +2 Korinther 2Kor 55 10 15 15 Die Gegner des Apostels rühmen sich ohne Maß und schmücken sich mit fremden Verdiensten, indem sie sich die Arbeiten anderer zueignen (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 10 16 Etiam in illa, quæ ultra vos sunt, evangelizare, non in aliena regula in iis quæ præparata sunt gloriari. so dass wir auch in jenen Gegenden, welche über euch hinausliegen, das Evangelium verkünden, nicht innerhalb einer fremden Aufgabe uns dessen rühmen müssen, was schon zu Stande gebracht ist.¹⁶ +2 Korinther 2Kor 55 10 16 16 Nachdem der Apostel den ganzen Orient mit seinen Arbeiten erfüllt hat, will er jetzt dem Occidente die Predigt des Heiles bringen, besonders Spanien, und wählt Korinth zum Ausgangspunkte für das Abendland, wie Antiochia der Mittelpunkt seines Wirkens im Morgenlande gewesen war. +2 Korinther 2Kor 55 10 17 Qui autem gloriatur, in Domino glorietur. Wer sich aber rühmt, der rühme sich im Herrn;¹⁷ [1Kor 1,31, Jer 9,23] +2 Korinther 2Kor 55 10 17 17 Alles soll der Mensch auf Gott beziehen, von dem alles Gute herabsteigt, und ohne dessen Gnade er selbst nichts vermag. +2 Korinther 2Kor 55 10 18 Non enim qui seipsum commendat, ille probatus est: sed quem Deus commendat. denn nicht, wer sich selbst empfiehlt, ist bewährt, sondern der, welchen Gott empfiehlt.¹⁸ +2 Korinther 2Kor 55 10 18 18 Denjenigen empfiehlt Gott und der ist bewährt, den Gott aussendet zu predigen; wen er aber nicht sendet, empfiehlt er nicht. Wer nicht gesandt predigt, empfiehlt sich selbst und ist nicht bewährt. +2 Korinther 2Kor 55 11 0 2. Rühmen des Apostels gegen seine Verleumder. (11,1 12,10) a. Rühmen des Apostels über seine Tätigkeit (V. 1 15): Entschuldigung. (V. 6) Rühmen, dass er das Evangelium stets gepredigt habe und predigen werde. (V. 15) b. Rühmen des heil. Paulus über die von ihm ertragenen Heimsuchungen. (V. 16 33) Wiederholte Entschuldigung. (V. 21) Aufzählung seiner Trübsale, um zu zeigen, wie sehr er seine Gegner übertrifft. +2 Korinther 2Kor 55 11 1 Utinam sustineretis modicum quid insipientiæ meæ, sed et supportate me: Möchtet ihr ein wenig Torheit von mir ertragen! Ja, ertraget mich!¹ +2 Korinther 2Kor 55 11 1 1 Jedes Rühmen, auch das notwendige und der Wahrheit entsprechende, gilt denen, welche Notwendigkeit und Wahrheit nicht anerkennen, als Torheit. Ihrer Meinung sich anbequemend nennt Paulus sein Rühmen Torheit. +2 Korinther 2Kor 55 11 2 mulor enim vos Dei æmulatione. Despondi enim vos uni viro virginem castam exhibere Christo. Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifersucht;² denn ich habe euch verlobt einem Manne, als keusche Jungfrau euch Christus darzustellen.³ +2 Korinther 2Kor 55 11 2 2 Indem der Apostel sich rühmt, sucht er sich nicht selbst, noch seinen Ruhm. Paulus liebt die Gläubigen derart, dass er ihren Verkehr mit den falschen Aposteln, da derselbe voller Gefahren ist, nicht ertragen kann (Chrys., Thom.). Um aber jeden Gedanken an natürliche Eifersucht fernzuhalten, setzt der Apostel bei: mit ähnlicher Eifersucht, wie die, welche Gott selbst hegt. Wie Gott im A. B. um das Volk Israel, welches er sich verlobt [Ez 16,8], eiferte [Sach 1,14ff], so jetzt nicht minder um die Kirche, welche er sich nach den Verheißungen [Hos 2,19ff, Jes 54,2ff] in Christus verlobt hat. [Eph 5,25ff] Paulus ist nur gleichsam der Brautführer, der Vermittler der Ehe, durch welchen die Braut die Gaben Christi erhalten hat. +2 Korinther 2Kor 55 11 2 3 Jetzt ist die Zeit der Verlobung, die Hochzeit hat statt, wenn der Heiland kommt. +2 Korinther 2Kor 55 11 3 Timeo autem ne sicut serpens Hevam seduxit astutia sua, ita corrumpantur sensus vestri, et excidant a simplicitate, quæ est in Christo. Ich fürchte aber, dass, gleichwie die Schlange mit ihrer Arglist Eva verführt hat, so auch euer Sinn verderbt und der Einfalt entfremdet werden möchte, die in Christus ist.⁴ [Gen 3,4] +2 Korinther 2Kor 55 11 3 4 Wie Adam das Vorbild Christi ist [Röm 5,14], so stellt Eva als Mutter der Lebenden die Kirche und die Kirchen dar. Auch Eva war von Gott rein erschaffen und rein dem Adam verlobt, aber vom Teufel verführt brach sei dem Manne, durch welchen sie Gottes Gebot erfahren, und Gott selbst, der das Gebot gegeben, die Treue; so können die Korinther den einfachen und reinen Glauben Christi verlassen. +2 Korinther 2Kor 55 11 4 Nam si is, qui venit, alium Christum prædicat, quem non prædicavimus, aut alium spiritum accipitis, quem non accepistis: aut aliud Evangelium, quod non recepistis: recte pateremini. Denn wenn der, welcher kommt,⁵ einen andern Christus predigt, den wir nicht gepredigt, oder ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht überkommen habt, so würdet ihr es mit Recht ertragen.⁶ +2 Korinther 2Kor 55 11 4 5 D. i. wer sich selbst zum Lehrer aufwirft. +2 Korinther 2Kor 55 11 4 6 Der Apostel macht den Korinthern einen ironischen Vorwurf wegen der Leichtigkeit, mit der sie eine Lehre aufnahmen, die von der seinigen abwich. Die falschen Apostel verhießen wohl, ein vollkommeneres Bild von Christus zu geben, einen anderen Geist und ein anderes Evangelium. Wären die Verheißungen wahr gewesen, so hätten die Korinther jene Lehre mit Recht ertragen. +2 Korinther 2Kor 55 11 5 Existimo enim nihil me minus fecisse a magnis Apostolis. Denn ich glaube, dass ich nicht weniger getan habe, als die großen Apostel.⁷ +2 Korinther 2Kor 55 11 5 7 Die wahrscheinlichste Auslegung nimmt an, dass der Apostel sich mit den falschen Lehrern vergleicht. In nichts steht er diesen nach, als in einem Punkte. (V. 6) +2 Korinther 2Kor 55 11 6 Nam etsi imperitus sermone, sed non scientia, in omnibus autem manifestati sumus vobis. Denn wenn ich auch unerfahren in der Rede bin, so doch nicht in der Erkenntnis,⁸ sondern in allem sind wir euch offenbar geworden. +2 Korinther 2Kor 55 11 6 8 Jene aufgeblasene Beredsamkeit, deren die Gegner sich rühmten, ist dem heil. Paulus fremd. Diesen Vorzug lässt er den Gegnern, für sich aber nimmt er die Erkenntnis in Anspruch. Die Wahrheit beider Aussagen steht den Korinthern aus eigener Erfahrung fest. +2 Korinther 2Kor 55 11 7 Aut numquid peccatum feci, meipsum humilians, ut vos exaltemini? quoniam gratis Evangelium Dei evangelizavi vobis? Oder habe ich etwa eine Sünde begangen, dass ich mich erniedrigte, damit ihr erhöht würdet? dass ich euch unentgeltlich das Evangelium Gottes verkündet habe?⁹ +2 Korinther 2Kor 55 11 7 9 Die falschen Apostel behaupteten, das Evangelium selbst werde verächtlich, wenn seine Verkünder wie niedrige Sklaven durch ihrer Hände Arbeit ihren Unterhalt suchten. Der Apostel hingegen will alles leiden, wenn er dadurch einige aus der Sünde zum Stande der Gnade emporführt. +2 Korinther 2Kor 55 11 8 Alias Ecclesias exspoliavi, accipiens stipendium ad ministerium vestrum. Andere Kirchen habe ich beraubt, indem ich Unterstützung annahm,¹⁰ um euch zu dienen. +2 Korinther 2Kor 55 11 8 10 Die armen macedonischen Kirchen sind wohl gemeint. Nur in der äußersten Notwendigkeit nahm der Apostel von ihnen das wenige an, was zu seinem Lebensunterhalte notwendig war, anders als seine Gegner. +2 Korinther 2Kor 55 11 9 Et cum essem apud vos, et egerem; nulli onerosus fui: nam quod mihi deerat, suppleverunt fratres, qui venerunt a Macedonia: et in omnibus sine onere me vobis servavi, et servabo. Und als ich bei euch war¹¹ und Mangel litt, bin ich keinem lästig gewesen; denn was mir mangelte, dem halfen die Brüder ab, welche aus Macedonien kamen;¹² und in allem habe ich mich gehütet, euch beschwerlich zu sein, und werde es auch ferner tun. +2 Korinther 2Kor 55 11 9 11 Um eure Kirche zu gründen. +2 Korinther 2Kor 55 11 9 12 Silas und Timotheus. +2 Korinther 2Kor 55 11 10 Est veritas Christi in me, quoniam hæc gloriatio non infringetur in me in regionibus Achaiæ. So gewiss die Wahrheit Christi in mir ist, wird dies mein Rühmen mir in den Gegenden Achajas nicht geschmälert werden.¹³ +2 Korinther 2Kor 55 11 10 13 Damit es klar sei, dass er mit Überlegung so rede, ruft er Christus als Zeugen an, der mit seiner Wahrheit in ihm lebt. +2 Korinther 2Kor 55 11 11 Quare? quia non diligo vos? deus scit. Warum? weil ich euch nicht liebe? Gott weiß es!¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 11 11 14 Weiter unten, [2Kor 12,13], kommt der Apostel auf diesen Punkt zurück. +2 Korinther 2Kor 55 11 12 Quod autem facio, et faciam: ut amputem occasionem eorum, qui volunt occasionem, ut in quo gloriantur, inveniantur sicut et nos. Was ich aber tue, werde ich auch ferner tun, um denen die Gelegenheit abzuschneiden, welche eine Gelegenheit suchen, in dem, worin sie sich rühmen, so erfunden zu werden, wie wir.¹⁵ +2 Korinther 2Kor 55 11 12 15 Der Sinn dieser Worte war den Korinthern klar, uns fehlt die Kenntnis der näheren Umstände. Am wahrscheinlichsten ist die Annahme, dass die falschen Apostel sogar mit Gewalt den Gläubigen Geschenke abdrangen, ein anderes Verfahren eines wahren Apostels für unwürdig erklärten (V. 7) und den heil. Paulus der Heuchelei beschuldigten, dass er zwar selbst nichts von den Korinthern angenommen, aber durch seine Abgesandten den Korinthern mit List ihr Geld abgenommen habe. Vergl. [2Kor 12,16ff]. So hofften sie, ihre Handlungsweise zu rechtfertigen und den Aposteln in schiefes Licht zu setzen (Aug., Thom.). Der Sinn des Verses ist also. Ich werde meine frühere Weise, das Evangelium zu predigen, beibehalten, damit ich die Gelegenheit, sich über den Empfang des Unterhaltes als über ein apostolisches Privileg zu rühmen, denen abschneide, welche darnach trachten, dass sie in dem, dessen sie sich rühmen (dem Rechte auf den Unterhalt), wie wir erfunden werden. Wenn wir nichts annehmen, rühmen jene sich umsonst der Ähnlichkeit mit uns. +2 Korinther 2Kor 55 11 13 Nam ejusmodi pseudoapostoli, sunt operarii subdoli, transfigurantes se in apostolos Christi. Denn solche¹⁶ Leute sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, welche die Gestalt der Apostel Christi annehmen. +2 Korinther 2Kor 55 11 13 16 D. i. die, welche eine solche Gelegenheit suchen. Der wahre Apostel sucht Christi Sache, der falsche einen eigenen Nutzen. +2 Korinther 2Kor 55 11 14 Et non mirum: ipse enim satanas transfigurat se in angelum lucis. Und kein Wunder! denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichtes an!¹⁷ +2 Korinther 2Kor 55 11 14 17 Sie nehmen die äußere Gestalt an ohne innere Ähnlichkeit. +2 Korinther 2Kor 55 11 15 Non est ergo magnum, si ministri ejus transfigurentur velut ministri justitiæ: quorum finis erit secundum opera ipsorum. Darum ist es nichts Sonderliches, wenn seine Diener die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen; doch ihr Ende wird nach ihren Werken sein. +2 Korinther 2Kor 55 11 16 Iterum dico, (ne quis me putet insipientem esse, alioquin velut insipientem accipite me, ut et ego modicum quid glorier) Abermals sage ich:¹⁸ Niemand halte mich für töricht! Wenn aber, so nehmet mich wie einen Törichten auf, damit auch ich mich ein wenig rühme. +2 Korinther 2Kor 55 11 16 18 Wenn der Fürst der Geister der Finsternis bisweilen die Gestalt eines Engels des Lichtes annehmen kann, obwohl zwischen Licht und Finsternis der höchste Gegensatz ist, so ist es nicht wunderbar, wenn jene Menschen sich heuchlerisch für Apostel ausgeben. Die Engel des Lichtes genießen das Licht, in dem Gott wohnt, und tragen es wie ein Strahlenkleid mit sich; ihre Aufgabe ist es, die Menschen zu erleuchten, welche die bösen Geister in die Finsternis der Sünde zu stürzen suchen. Der böse Geist erscheint bisweilen in der Gestalt eines Engels des Lichtes, häufiger indes stellt er dem Menschen anscheinende oder wahre Güter vor Augen, um ihn zu täuschen und in schwere Sünden zu stürzen. Als der Apostel sich zum ersten Male empfahl, bat er die Korinther um Geduld, weil er aus vernünftigem Eifer handle; hier zeigt er, dass, wenn er selbst nach ihrer Meinung töricht handeln sollte, jene ihn ertragen müssten (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 11 17 Quod loquor, non loquor secundum Deum, sed quasi in insipientia, in hac substantia gloriæ. Was ich rede, sage ich nicht nach Gott, sondern wie in Torheit in diesem Gegenstande des Rühmens.¹⁹ +2 Korinther 2Kor 55 11 17 19 Das Beiwort: wie zeigt, dass das Rühmen des Apostels nur nach äußerem Scheine dem der Menschen ähnlich sei, welche Gottes Gebote über demselben vernachlässigen. +2 Korinther 2Kor 55 11 18 Quoniam multi gloriantur secundum carnem: et ego gloriabor. Da viele sich rühmen nach dem Fleische, so werde auch ich mich rühmen.²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 11 18 20 Nach dem Fleische rühmt sich, wer sich seines vornehmen Standes oder anderer äußerer Dinge rühmt. +2 Korinther 2Kor 55 11 19 Libenter enim suffertis insipientes: cum sitis ipsi sapientes. Gerne ertragt ihr ja die Toren, da ihr selbst weise seid.²¹ +2 Korinther 2Kor 55 11 19 21 Der heil. Paulus ward umso mehr veranlasst, seine Gegner nachzuahmen, als er sah, wie die Korinther ihrer Weisheit gemäß jene Torheit liebten. Die Worte sind ironisch. +2 Korinther 2Kor 55 11 20 Sustinetis enim si quis vos in servitutem redigit, si quis devorat, si quis accipit, si quis extollitur, si quis in faciem vos cædit. Denn ihr ertragt es, wenn jemand euch knechtet, wenn jemand euch aussaugt, wenn jemand euch das eure nimmt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch in's Angesicht schlägt.²² +2 Korinther 2Kor 55 11 20 22 Wie herrschsüchtig, habgierig, listig, stolz als Kinder Abrahams und gewalttätig müssen die falschen Apostel gewesen sein! Paulus hingegen hatte die Korinther stets als Vater, nicht als Herr behandelt [2Kor 1,23], sich von Eifer ganz für sie aufgezehrt [2Kor 12,15] und für ihr Heil besorgt [2Kor 7,12], das Evangelium umsonst verkündet. [1Kor 9,1ff] Frei von aller List hatte er das Wort Gottes auch nicht verfälscht. [2Kor 4,2] In allen diesen Dingen, welche die Korinther so gern von den falschen Aposteln ertragen, lässt Paulus ihnen Vorrang zu. +2 Korinther 2Kor 55 11 21 Secundum ignobilitatem dico, quasi nos infirmi fuerimus in hac parte. In quo quis audet (in insipientia dico) audeo et ego: Zur Schande sage ich es, als wenn wir in diesem Stücke schwach gewesen; worüber jemand sich zu rühmen wagt,²³ (ich rede in Torheit),²⁴ wage auch ich es. +2 Korinther 2Kor 55 11 21 23 Der Apostel fährt in seiner ironischen Sprechweise fort: Zu meine Schande gestehe ich, dass ich in allen diesen Dingen hinter den falschen Aposteln zurückgeblieben bin, wie die Gegner sagen. Freilich wagten dieselben nicht, sich dessen offen zu rühmen; doch welcher guten Sache jemand sich rühmt, dieser kann sich auch der Apostel rühmen. +2 Korinther 2Kor 55 11 21 24 Selbst im Falle der Notwendigkeit von sich etwas Großes sagen, nennt der Apostel Torheit, um uns zu zeigen, wie sehr alles Rühmen zu fliehen ist (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 11 22 Hebræi sunt, et ego: Israelitæ sunt, et ego: Semen Abrahæ sunt, et ego: Sie sind Hebräer, auch ich; sie sind Israeliten, auch ich; sie sind Nachkommen Abrahams, auch ich; +2 Korinther 2Kor 55 11 23 Ministri Christi sunt, (ut minus sapiens dico) plus ego: in laboribus plurimis, in carceribus abundantius, in plagis supra modum, in mortibus frequenter. sie sind Diener Christi (dass ich es unweise sage), ich noch mehr;²⁵ durch Mühseligkeiten in großer Zahl, bei Kerker in Fülle, bei Schlägen über die Maßen, bei häufigen Todesgefahren.²⁶ +2 Korinther 2Kor 55 11 23 25 Zweier Vorzüge rühmten die falschen Apostel sich besonders: ihrer jüdischen Abstammung und ihrer apostolischen Würde. Das erstere scheint dem Apostel keine lange Erörterung zu verdienen. Hebräer: Name der Nation, der sie von allen anderen Völkern unterscheidet. Israeliten: auserwähltes Volk Gottes, Bezeichnung der Religion. Nachkommen Abrahams: Anrecht auf die messianischen Verheißungen besitzend. +2 Korinther 2Kor 55 11 23 26 Lukas hat nur einer Gefangenschaft vor der Abfassung dieses Briefes berichtet [Apg 16,23]; der heilige Klemens von Rom bezeugt, dass der Apostel sieben Male in Fesseln geworfen ward, wohl diejenigen mit eingerechnet, welche er von Jerusalem nach Cäsarea und Rom trug. [Apg 22,23ff] +2 Korinther 2Kor 55 11 24 A Judæis quinquies, quadragenas, una minus, accepi. Von den Juden habe ich fünfmal je vierzig Streiche weniger einen bekommen. +2 Korinther 2Kor 55 11 25 Ter virgis cæsus sum, semel lapidatus sum, ter naufragium feci, nocte et die in profundo maris fui, Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal bin ich gesteinigt worden, dreimal habe ich Schiffbruch gelitten, einen Tag und eine Nacht bin ich in der Meerestiefe gewesen,²⁷ +2 Korinther 2Kor 55 11 25 27 Das Gesetz gestattete nur vierzig Streiche. Um jede Verletzung desselben zu verhüten, schrieben die Pharisäer vor, einen Streich weniger zu geben. Auf die Absicht des Gesetzgebers zu achten, kam ihnen freilich nicht in den Sinn, weshalb die Geißelung bisweilen mit dem Tode des Bestraften endete. Lukas berichtet keine von den durch die Juden vollzogenen Geißelungen, nur eine von den drei seitens der Heiden vorgenommenen. [Apg 16,22] Warum der heil. Paulus sich nicht auch bei den beiden anderen Geißelungen auf sein römisches Bürgerrecht berufen, wissen wir nicht. Die Steinigung erlitt der Apostel auf seiner ersten Missionsreise in Lystra. [Apg 14,18] Die drei Schiffbrüche übergeht Lukas, denn der von ihm erwähnte [Apg 27,41ff] fällt etwa drei Jahre nach Abfassung dieses Briefes. Was die Worte: einen Tag und eine Nacht bin ich in der Meerestiefe gewesen andeuten, ist nicht klar. Der heil. Chrys. u. a. nehmen an, dass Paulus, nachdem das Schiff zerschellt, einen Tag und eine Nacht von den Wogen umhergetrieben ward, bis ein anderes Schiff ihn aufnahm; wenige fassen den Ausdruck ganz wörtlich und nehmen ein Wunder an. +2 Korinther 2Kor 55 11 26 In itineribus sæpe, periculis fluminum, periculis latronum, periculis ex genere, periculis ex gentibus, periculis in civitate, periculis in solitudine, periculis in mari, periculis in falsis fratribus: auf Reisen oftmals, in Gefahren von Flüssen, Gefahren von Räubern, Gefahren von meinem Volke, Gefahren von Heiden, Gefahren in Städten, Gefahren in den Wüsteneien, Gefahren auf dem Meere, Gefahren von falschen Brüdern,²⁸ +2 Korinther 2Kor 55 11 26 28 Drei große Missionsreisen und zwei Reisen nach Jerusalem werden in der Apostelgeschichte erwähnt. Zu diesen kommt die Reise nach Arabien [Gal 1,17], nach Illyrien [Röm 15,9], die zweite Reise nach Achaja [2Kor 13,1], und vielleicht auch andere kleine Reisen. Lukas hat einzig die Ausbreitung der Kirche unter den Heiden vor Augen, und lässt deshalb weg, was die ungläubigen Juden und Heiden in Asien, Macedonien und Achaja taten, um die Predigt des heil. Paulus zu behindern. +2 Korinther 2Kor 55 11 27 In labore, et ærumna, in vigiliis multis, in fame, et siti, in jejuniis multis, in frigore, et nuditate. bei Mühsal und Anstrengungen, bei vielfältigen Nachtwachen, bei Hunger und Durst, bei vielmaligem Fasten, bei Kälte und Blöße,²⁹ +2 Korinther 2Kor 55 11 27 29 Es sind dies Beschwerden, welche größtenteils aus seiner Armut herrührten. +2 Korinther 2Kor 55 11 28 Præter illa, quæ extrinsecus sunt, instantia mea quotidiana, sollicitudo omnium Ecclesiarum. außer dem, was sonst sich zutrifft, der tägliche Andrang zu mir, die Sorge für alle Gemeinden.³⁰ +2 Korinther 2Kor 55 11 28 30 Der Apostel zählt die Schwierigkeiten auf, welche ihm die Leitung der von ihm gestifteten Kirchen verursacht. Zwei Beispiele erklären dies weiter im folgenden Verse. +2 Korinther 2Kor 55 11 29 Quis infirmatur, et ego non infirmor? quis scandalizatur, et ego non uror? Wer wird schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und es brennt mich nicht?³¹ +2 Korinther 2Kor 55 11 29 31 Der Apostel glaubte seiner Pflicht nicht genügt zu haben, wenn er durch seine tausendfältigen Mühen nur Söhne in Christus zeugte, sondern er wollte sie auch als Söhne nähren, als Vater erziehen, als Lehrer unterrichten. Das Wort brennen drückt einen ungeheuren Schmerz aus. Alle übrigen Widrigkeiten vermochten nicht seinen inneren Frieden zu stören; was er aber durch das Ärgernis an den schwachen Brüdern litt, zerriss sein Herz (Chrys.). +2 Korinther 2Kor 55 11 30 Si gloriari oportet: quæ infirmitatis meæ sunt, gloriabor. Wenn ich mich rühmen soll, so will ich mich nur meiner Schwachheit rühmen. +2 Korinther 2Kor 55 11 31 Deus et Pater Domini nostri Jesu Christi, qui est benedictus in sæcula, scit quod non mentior. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der hochgelobt ist in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge!³² +2 Korinther 2Kor 55 11 31 32 Was der Apostel in wenigen Jahren gelitten, schien die Kräfte eines einzelnen Menschen zu übersteigen. Der Apostel bestätigt die Wahrheit des Erzählten mit einem Eide und mahnt zugleich, dass er die Beweise seiner Schwachheit nicht ohne Grund angeführt hat. Die glorreichen Früchte seiner Tätigkeit standen in so zahlreichen von ihm gegründeten Gemeinden vor Augen; indem er also auf seine Schwachheiten hinwies, zeigte er zugleich, wie groß die göttliche Kraft gewesen sein musste, die solches vollbracht. +2 Korinther 2Kor 55 11 32 Damasci præpositus gentis Aretæ regis, custodiebat civitatem Damascenorum ut me comprehenderet: Zu Damaskus ließ der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damascener bewachen, um mich zu ergreifen; +2 Korinther 2Kor 55 11 33 Et per fenestram in sporta dimissus sum per murum, et sic effugi manus ejus. und aus einem Fenster wurde ich in einem Korbe durch die Mauer hinabgelassen, und so entfloh ich seinen Händen.³³ +2 Korinther 2Kor 55 11 33 33 Zur Bekräftigung dessen, was in der vorhergehenden Anmerkung als die Absicht des heil. Paulus bezeichnet ist, führt er den Beweis seiner Schwäche an, mit der er sein Amt begonnen, und die gleichsam ein Vorzeichen der Beschwerden und Verfolgungen war, welche ihn in seiner ganzen Tätigkeit erwarteten. Vergl. [Apg 9,23ff]. +2 Korinther 2Kor 55 12 0 c. Rühmen des Apostels über die ihm von Gott verliehenen Gaben. (V. 1 10) Über die Visionen darf er sich mit Recht rühmen (V. 5), doch rühmt er sich lieber seiner Schwachheiten. (V. 10) 3. Schluss des polemischen Teiles (12,11 13,10) a. Da die Korinthe geschwiegen, hat der heil. Paulus sich selbst empfehlen müssen. (V. 11 18) b. Das Ziel dieser Verteidigung war die Erbauung und Besserung der Korinther. (12,19 13,10) Die Korinther erkennt er nicht als seine Richter an. +2 Korinther 2Kor 55 12 1 Si gloriari oportet (non expedit quidem: ) veniam autem ad visiones, et revelationes Domini. Wenn ich mich rühmen muss (es frommt zwar nicht), so will ich auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn kommen.¹ +2 Korinther 2Kor 55 12 1 1 Der Anfang ist ähnlich wie [2Kor 11,1ff]. Die falschen Apostel hatten die von dem Apostel im vorhergehenden Briefe [1Kor 9,1, 1Kor 15,8] zum Beweis seiner Apostelwürde angeführte Erscheinung in Zweifel gezogen und für erdichtet ausgegeben. So muss denn Paulus noch weiter von seinen Gesichten und Offenbarungen sprechen, indes führt er nur eine ausführlicher an. +2 Korinther 2Kor 55 12 2 Scio hominem in Christo ante annos quatuordecim, sive in corpore nescio, sive extra corpus nescio, Deus scit, raptum hujusmodi usque ad tertium clum. Ich kenne einen Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren² - ob in dem Leibe, ich weiß es nicht, ob außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es,³ - entrückt wurde, bis in den dritten Himmel;⁴ +2 Korinther 2Kor 55 12 2 2 Die Zeitangabe unterstützt die Glaubenswürdigkeit der Erzählung. Wenn der Brief im Jahre 58 geschrieben, fällt die Vision in das Jahr 44, dasselbe, in dem er mit Barnabas von den Antiochienern nach Jerusalem gesandt wurde, um Almosen zu überbringen. [Apg 11,27ff] Ob dies das Gesicht ist, dessen Paulus vor den Juden Erwähnung tut [Apg 22,17ff], lässt sich nicht bestimmen. +2 Korinther 2Kor 55 12 2 3 Paulus weiß nicht, ob er durch Beschauung oder seiner Seele nach in den Himmel entrückt war; nach anderen, ob er nur der Seele oder auch dem Leibe nach entrückt ward. +2 Korinther 2Kor 55 12 2 4 Dieser Ausdruck deutet etwas Erhabenes an, wenngleich man nicht bestimmt sagen kann, was. Es wird in der Heiligen Schrift sonst ein dreifacher Himmel erwähnt: die niedere Luftregion, der Sternenhimmel und der Aufenthalt der Gerechten und Engel bei Gott. Nach einigen (Joh. Damasc., Thom.) ward Paulus durch die materiellen Himmel bis vor Gott entrückt, nach anderen sind gleichsam drei Stufen der Seligkeit zu unterscheiden. Nach Aug. und Thom. sah Paulus Gott in seiner Wesenheit, andere bestreiten dies. +2 Korinther 2Kor 55 12 3 Et scio hujusmodi hominem sive in corpore, sive extra corpus nescio, Deus scit: und ich weiß, dass dieser Mensch, - ob in dem Leibe, oder außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es - +2 Korinther 2Kor 55 12 4 Quoniam raptus est in Paradisum: et audivit arcana verba, quæ non licet homini loqui. in das Paradies entrückt ward, und geheimnisvolle Worte hörte, die ein Mensch nicht aussprechen darf.⁵ +2 Korinther 2Kor 55 12 4 5 Zur höchsten Erkenntnis, deren sich diejenigen erfreuen, welche mit Gott selbst im Himmel sind (V. 2), erhoben ward Paulus zugleich zur höchsten Seligkeit entrückt. (Aug., Ambr., Thom.) In einem inneren neuen Zustande der Seele erfasste der Apostel Wahrheiten, deren Offenbarung Gott sich vorbehält. +2 Korinther 2Kor 55 12 5 Pro hujusmodi gloriabor: pro me autem nihil gloriabor nisi in infirmitatibus meis. Von einem solchen will ich rühmen, von mir aber will ich nichts rühmen, außer meine Schwachheiten.⁶ +2 Korinther 2Kor 55 12 5 6 In dieser Entrückung hatte Paulus selbst nichts getan, deshalb spricht er von sich in der dritten Person. Von dieser, welche ohne alles Verdienst die höchsten Gnaden Gottes empfangen hat, unterscheidet er eine andere, welche täglichen Schwachheiten unterliegt, aber trotz derselben sich als Werkzeug in Gottes Hand erweist. +2 Korinther 2Kor 55 12 6 Nam, et si voluero gloriari, non ero insipiens: veritatem enim dicam: parco autem, ne quis me existimet supra id, quod videt in me, aut aliquid audit ex me. Denn wenn ich mich auch rühmen wollte, so werde ich nicht töricht sein, denn ich werde die Wahrheit sagen; ich enthalte mich aber dessen, damit niemand mehr von mir halte, als er an mir sieht, oder von mir hört.⁷ +2 Korinther 2Kor 55 12 6 7 Aus seinen Handlungen, welche alle bekannt sind, und seinen Worten, welche von allen gehört werden, will er beurteilt werden; denn er ist sicher, dass die Gläubigen, deren Gemüter nicht mit Vorurteilen erfüllt sind, alsdann ein gerechtes Urteil über ihn fällen werden, so dass kein Grund da ist, sein eigenes Lob zu verkünden. +2 Korinther 2Kor 55 12 7 Et ne magnitudo revelationum extollat me, datus est mihi stimulus carnis meæ angelus satanæ, qui me colaphizet. Und damit ich mich nicht wegen der Größe der Offenbarungen überhebe, wurde mir ein Stachel in mein Fleisch gegeben, ein Engel des Satans, dass er mich mit Fäusten schlage.⁸ +2 Korinther 2Kor 55 12 7 8 Die schwere Heimsuchung erinnert ihn, dass er noch im sterblichen Leibe weilt, wenngleich er in den dritten Himmel verzückt war. Welcher Art diese Heimsuchung war, war den Korinthern bekannt, uns indes ist dies unbekannt. Diese Heimsuchung rührt zunächst von dem bösen Geiste her, indes lässt Gott dieselbe eines höheren Zweckes halber zu (Aug.). Es muss ein großer Schmerz gewesen sein, zumal er beständig war, also wahrscheinlich eine Krankheit (Basil., Greg. v. Naz., Theoph., Hier., Aug., Thom.), über deren Art indes nichts feststeht. Andere Erklärer denken an Versuchungen. +2 Korinther 2Kor 55 12 8 Propter quod ter Dominum rogavi ut discederet a me: Um dessentwillen⁹ habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass jener von mir weichen möge;¹⁰ +2 Korinther 2Kor 55 12 8 9 Wegen dieses Engels des Satans. +2 Korinther 2Kor 55 12 8 10 Der Engel des Satans. +2 Korinther 2Kor 55 12 9 Et dixit mihi: Sufficit tibi gratia mea: nam virtus in infirmitate perficitur. Libenter igitur gloriabor in infirmitatibus meis, ut inhabitet in me virtus Christi. er aber¹¹ sprach zu mir: Es genügt dir meine Gnade; denn die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Gerne will ich mich darum meiner Schwachheiten rühmen, damit in mir die Kraft Christi wohne.¹² +2 Korinther 2Kor 55 12 9 11 Der Herr, der ihm entweder sichtbar erschien, oder im Herzen zu ihm redete. Gott erhörte ihn auf vollkommene Weise, indem er ihm die Hilfe seiner Gnade versprach, die ihm Sieg und höheres Verdienst verschaffen sollte. Gott gibt oft den Betenden nicht das, was sie wollen, sondern das, was sie lieber wollen (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 12 9 12 Grund: Weil die Kraft Christi in mir gleichsam Wohnung nehmen will. +2 Korinther 2Kor 55 12 10 Propter quod placeo mihi in infirmitatibus meis, in contumeliis, in necessitatibus, in persecutionibus, in angustiis pro Christo: Cum enim infirmor, tunc potens sum. Darum habe ich Wohlgefallen an meinen Schwachheiten, an Schmähungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Bedrängnissen um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. +2 Korinther 2Kor 55 12 11 Factus sum insipiens, vos me coegistis. Ego enim a vobis debui commendari: nihil enim minus fui ab iis, qui sunt supra modum Apostoli: tametsi nihil sum: Ich bin ein Tor geworden, ihr habt mich dazu gezwungen;¹³ denn ich hätte von euch sollen empfohlen werden, da ich in nichts denen nachgestanden bin, welche die ausgezeichnetsten Apostel sind, wenn ich auch nichts bin.¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 12 11 13 Nämlich: mich zu empfehlen. Der Ausruf ist entweder ironisch, oder im Sinne der Gegner gemeint. +2 Korinther 2Kor 55 12 11 14 Ich war nichts weniger zu jener Zeit, als ich bei euch war, als die falschen Apostel. Indem Paulus hinzufügt, dass er nichts sei, demütigt er seine Gegner, welche sich als die hervorragendsten Apostel hinstellten. +2 Korinther 2Kor 55 12 12 Signa tamen Apostolatus mei facta sunt super vos in omni patientia, in signis, et prodigiis, et virtutibus. Sind doch die Erweise meines Apostelamtes¹⁵ unter euch erbracht durch alle Geduld,¹⁶ durch Zeichen und Wunder und Kraft.¹⁷ [Röm 15,18-19] +2 Korinther 2Kor 55 12 12 15 Meines echten und wahren Apostelamtes. +2 Korinther 2Kor 55 12 12 16 Die apostolische Geduld ist jene Tugend der Seele, welche ihr die Stärke verleiht, nicht einmal in den größten Unglücksfällen vom Wege der Gebote Gottes abzuweichen. +2 Korinther 2Kor 55 12 12 17 Die drei Namen bezeichnen die gleichen außergewöhnlichen Werke mit verschiedenen Namen nach ihren verschiedenen Beziehungen. Zeichen erwerben den Gottgesandten Autorität und beglaubigen die Offenbarung, Wunder sind Dinge, welche die Kräfte der Natur überragen und die Aufmerksamkeit und Bewunderung der Menschen erregen, Kräfte offenbaren eine außergewöhnliche, göttliche Macht. Der erste Name bezeichnet also das Ziel, der zweite die Natur, der dritte die Ursache der Wunder. +2 Korinther 2Kor 55 12 13 Quid est enim, quod minus habuistis præ ceteris Ecclesiis, nisi quod ego ipse non gravavi vos? Donate mihi hanc injuriam. Denn was ist es, worin ihr verkürzt worden wäret gegen die übrigen Gemeinden, außer dass ich euch nicht zur Last fiel?¹⁸ Verzeihet mir dieses Unrecht! +2 Korinther 2Kor 55 12 13 18 Diese Worte enthalten eine Anspielung auf die Verleumdung der falschen Apostel, als ob er von den Korinthern wegen seiner geringeren Liebe zu ihnen nicht den Unterhalt habe annehmen wollen, und ironisch nennt er diese Fürsorge, den Korinthern nicht zur Last zu fallen, ein Unrecht. +2 Korinther 2Kor 55 12 14 Ecce tertio hoc paratus sum venire ad vos: et non ero gravis vobis. Non enim quæro quæ vestra sunt, sed vos. Nec enim debent filii parentibus thesaurizare, sed parentes filiis. Sehet, zum dritten Male bin ich jetzt bereit, zu euch zu kommen, und ich werde euch nicht zur Last fallen;¹⁹ denn ich suche nicht das Eurige, sondern euch. Nicht die Kinder sollen ja für die Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern für die Kinder.²⁰ +2 Korinther 2Kor 55 12 14 19 Glaubet nicht, dass ich deshalb, weil ich von euch nichts annehme, nicht zu euch kommen werde, bin ich doch das zweite Mal gekommen; nein, ich bin auch jetzt bereit, zum dritten Male zu kommen, ohne euch zur Last zu fallen (Chrys.). Liebe ich euch deshalb weniger? +2 Korinther 2Kor 55 12 14 20 Ich suche nicht eure zeitlichen Güter, sondern eure Seelen. Kinder müssen den Eltern in ihren Nöten zu Hilfe kommen, nicht für sie Schätze sammeln. Schätze sammelt man für die Zukunft; nun pflegen aber die Kinder den Eltern zu folgen, nicht umgekehrt, also gehört das Sammeln den Eltern zu (Thom.). +2 Korinther 2Kor 55 12 15 Ego autem libentissime impendam, et superimpendar ipse pro animabus vestris: licet plus vos diligens, minus diligar. Überaus gern will ich alles aufopfern, ja mich selbst will ich opfern für eure Seelen, obgleich ich, je mehr ich euch liebe, um so weniger geliebt werde. [Röm 9,3] +2 Korinther 2Kor 55 12 16 Sed esto: ego vos non gravavi: sed cum essem astutus, dolo vos cepi. Doch dem sei so, ich bin euch nicht zur Last gefallen; allein da ich verschlagen sei, habe ich euch mit List gefangen.²¹ +2 Korinther 2Kor 55 12 16 21 Die Worte sind gleichsam dem Munde der Gegner entnommen. +2 Korinther 2Kor 55 12 17 Numquid per aliquem eorum, quos misi ad vos, circumveni vos? Habe ich etwa durch einen von denen, die²² ich zu euch gesandt habe, euch überlistet? +2 Korinther 2Kor 55 12 17 22 Der Apostel hatte also mehrere Personen gesendet, unter ihnen Timotheus [1Kor 16,10] und Titus. +2 Korinther 2Kor 55 12 18 Rogavi Titum, et misi cum illo fratrem. Numquid Titus vos circumvenit? nonne eodem spiritu ambulavimus? nonne iisdem vestigiis? Ich habe den Titus gebeten und mit ihm den Bruder gesendet. Hat euch etwa Titus überlistet? Sind wir nicht in demselben Geiste gewandelt? nicht in denselben Fußstapfen? +2 Korinther 2Kor 55 12 19 Olim putatis quod excusemus nos apud vos? Coram Deo in Christo loquimur: Omnia autem carissimi propter ædificationem vestram. Ihr meint wohl lange schon, dass wir uns bei euch entschuldigen? Vor Gott in Christus reden wir; alles aber, Geliebte! geschieht um eurer Erbauung willen.²³ +2 Korinther 2Kor 55 12 19 23 Gott allein erkennen wir als Richter an, in Christus reden wir als seine Glieder und Diener, alles aber soll zu eurer Erbauung dienen. +2 Korinther 2Kor 55 12 20 Timeo enim ne forte cum venero, non quales volo, inveniam vos: et ego inveniar a vobis, qualem non vultis: ne forte contentiones, æmulationes, animositates, dissensiones, detractiones, susurrationes, inflationes, seditiones sint inter vos: Denn ich fürchte,²⁴ dass ich, wenn ich komme, euch etwa nicht so finde, wie ich euch wünsche, und dass ihr mich so findet, wie ihr nicht wünscht;²⁵ es möchten etwa Streitigkeiten, Eifersüchteleien, Erzürnungen, Entzweiungen, Verleumdungen, Ohrenbläsereien, Aufgeblasenheit, Auflehnungen unter euch sein; +2 Korinther 2Kor 55 12 20 24 Wenn Gott allein sein Richter ist, wozu hat Paulus also sich vor den Korinthern gerechtfertigt? Er wollte dieselben bewegen, alle Überbleibsel der Sünden zu beseitigen. +2 Korinther 2Kor 55 12 20 25 Der Apostel wünscht, sie frei zu finden von dem im ersten Briefe gerügten Fehlern; die Korinther möchten ihn nicht als strengen Richter haben. +2 Korinther 2Kor 55 12 21 Ne iterum cum venero, humiliet me Deus apud vos, et lugeam multos ex iis, qui ante peccaverunt, et non egerunt pnitentiam super immunditia, et fornicatione, et impudicitia, quam gesserunt. Gott möchte mich wiederum, wenn ich komme, bei euch demütigen, und ich viele betrauern müssen von denen, welche vorher gesündigt und nicht Buße getan haben wegen der Unlauterkeit, Unzucht und Geilheit, die sie getrieben haben.²⁶ +2 Korinther 2Kor 55 12 21 26 Sich selbst keiner Sünde bewusst, betrübt sich der Apostel über fremde Sünden, und nennt es eine Demütigung, wenn er erfahren müsste, dass seine Predigt nicht die erhofften Früchte getragen. Im ersten, heute verlorenen Briefe hatte Paulus befohlen, die Gesellschaft derer, welche der Unzucht ergeben waren, zu meiden [1Kor 5,9ff], im zweiten hatte er mit Strenge eingeschärft, diese Sünde zu fliehen, damit er nicht viele strafen müsse. [1Kor 6,12ff] Die Unlauterkeit umfasst alle Sünden gegen das sechste Gebot, die Unzucht, die bei den Korinthern häufigere Art derselben, die Geilheit, zügellose Begierden und schwere Sünden. +2 Korinther 2Kor 55 13 0 Der heil. Apostel wird als ein strenger Richter aller derer kommen, welche sich nicht bessern wollen. (V. 6) Indes hegt er die Hoffnung, dass er seine von Gott erhaltene Gewalt nicht wird in Anwendung bringen müssen. (V. 10) IV. Schluss des Briefes (13,11 13) +2 Korinther 2Kor 55 13 1 Ecce tertio hoc venio ad vos: In ore duorum, vel trium testium stabit omne verbum. Sehet, ich komme zum dritten Male zu euch.¹ Auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen wird eine Sache feststehen. [Dtn 19,15, Mt 18,16, Joh 8,17, Hebr 10,28] +2 Korinther 2Kor 55 13 1 1 Auf seiner ersten Reise hatte der Apostel die Kirche gegründet, auf der zweiten sich zwar über die Laster der Gläubigen betrübt, doch erst jetzt will er als Richter kommen. +2 Korinther 2Kor 55 13 2 Prædixi, et prædico, ut præsens, et nunc absens iis, qui ante peccaverunt, et ceteris omnibus, quoniam si venero iterum, non parcam. Ich habe es vorhergesagt, und sage es vorher, wie bei meiner Anwesenheit,² so jetzt bei meiner Abwesenheit, sowohl denen, die vorher³ gesündigt haben, wie allen übrigen,⁴ dass, wenn ich wieder komme, ich nicht schonen werde.⁵ +2 Korinther 2Kor 55 13 2 2 Jetzt wird jeder auf das Zeugnis zweier oder dreier hin als unschuldig erklärt oder verurteilt werden. Bei seiner zweiten Ankunft. +2 Korinther 2Kor 55 13 2 3 Vor der zweiten Ankunft. +2 Korinther 2Kor 55 13 2 4 D. i. allen übrigen, welche sich gleichen Lastern ergeben haben. +2 Korinther 2Kor 55 13 2 5 Die Korinther haben ihn gezwungen, sein apostolisches Ansehen zu gebrauchen, da sie an demselben zu zweifeln scheinen. Christus redet in dem Apostel, und dessen Drohungen gehen von dem Herrn aus, der sie in Erfüllung gehen lassen wird. +2 Korinther 2Kor 55 13 3 An experimentum quæritis ejus, qui in me loquitur Christus, qui in vobis non infirmatur, sed potens est in vobis? Verlangt ihr eine Bewährung dessen, der in mir redet, Christus, der an euch nicht schwach, sondern mächtig unter euch ist? +2 Korinther 2Kor 55 13 4 Nam etsi crucifixus est ex infirmitate: sed vivit ex virtute Dei. Nam et nos infirmi sumus in illo: sed vivemus cum eo ex virtute Dei in vobis. Denn wenn er auch aus Schwachheit gekreuzigt worden ist, so lebt er doch aus Gottes Kraft; denn auch wir sind schwach in ihm, doch werden wir mit ihm leben aus Gottes Kraft in euch.⁶ +2 Korinther 2Kor 55 13 4 6 Auch Paulus ist mächtig, trotz seiner scheinbaren Schwäche. Wie Christus in seinem Leben schwach schien, aber durch die Kraft Gottes auferweckt als Richter zur Rechten des Vaters sitzt, so scheinen die Apostel, in denen der auferstandene Christus redet, indem sie um seinetwillen vieles leiden, schwach; aber durch die Kraft Gottes mit Christus gestärkt, leben sie, und sind mächtig, und üben ihre Macht über die Christen aus. Wenn der Apostel nach Korinth kommt, wird er diese seine apostolische Machtvollkommenheit offenbaren. +2 Korinther 2Kor 55 13 5 Vosmetipsos tentate si estis in fide: ipsi vos probate. An non cognoscitis vosmetipsos quia Christus Jesus in vobis est? nisi forte reprobi estis. Stellet euch selbst auf die Probe, ob ihr im Glauben seid,⁷ prüfet euch selbst! Oder erkennet ihr euch selbst nicht, dass Christus Jesus in euch ist? ihr müsstet denn etwa unbewährt sein.⁸ +2 Korinther 2Kor 55 13 5 7 Jede Prüfung ist zwar ein auf die Probe stellen, aber das Wort auf die Probe stellen lässt noch nicht erkennen, welches der Ausgang sein wird, während das Prüfen einen guten Ausgang erhoffen lässt. Der Gegenstand der Prüfung und der Erforschung ist, ob sie lebendigen Glauben haben und also Christus in ihnen lebt. +2 Korinther 2Kor 55 13 5 8 Nicht aufrichtige Christen, in denen Christus nicht wohnen kann. +2 Korinther 2Kor 55 13 6 Spero autem quod cognoscetis, quia nos non sumus reprobi. Ich hoffe aber, ihr werdet erkennen, dass wir nicht unbewährt sind.⁹ +2 Korinther 2Kor 55 13 6 9 Die Korinther sollen sich als wahre Christen erweisen, Paulus als wahrer Apostel. Für jene genügt es also, wenn sie in lebendigem Glauben erfunden werden, für ihn, wenn er die apostolische Gewalt übt: ich will machen, dass ihr meine Gewalt anerkennt, und werde nicht gestatten, sie zu verachten. +2 Korinther 2Kor 55 13 7 Oramus autem Deum ut nihil mali faciatis, non ut nos probati appareamus, sed ut vos quod bonum est faciatis: nos autem ut reprobi simus. Wir flehen aber zu Gott, dass ihr nichts Böses tun möget, nicht, dass wir bewährt erscheinen, sondern damit ihr das Gute tuet, wir aber wie unbewährt seien.¹⁰ +2 Korinther 2Kor 55 13 7 10 Der Apostel wünscht, dass die Korinther, von Gottes Gnade unterstützt, sich von Sünden freihalten; durchaus aber nicht, dass er selbst Gelegenheit finde, seine Gewalt zu üben, und so als bewährt zu erscheinen, sondern lieber jede Gelegenheit, diese auszuüben, zu entbehren. Wo keine Schuld ist, sind wir gleich, und einer hat nicht das Recht, über andere zu richten. +2 Korinther 2Kor 55 13 8 Non enim possumus aliquid adversus veritatem, sed pro veritate. Denn wir vermögen nichts wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit.¹¹ +2 Korinther 2Kor 55 13 8 11 Die Wahrheit ist die durch Christus gebrachte und im Evangelium offenbarte, welche diejenigen mit Wort und Tat bekennen, welche in lebendigem Glauben leben und deshalb sich rühmen können, dass Christus in ihnen lebt. Um für diese evangelische Wahrheit einzutreten und sie zu verbreiten, sind die Apostel als Richter eingesetzt; gegen diejenigen also können sie ihre Gewalt nicht üben, welche in dem Glauben des Evangeliums feststehen und ihn durch ein gutes Leben zum Ausdruck bringen. +2 Korinther 2Kor 55 13 9 Gaudemus enim, quoniam nos infirmi sumus, vos autem potentes estis. Hoc et oramus vestram consummationem. Wir freuen uns ja, wenn wir schwach sind, ihr aber stark seid;¹² darum beten wir auch um eure Vollendung. +2 Korinther 2Kor 55 13 9 12 Der Apostel liebt die Korinther so sehr, dass er auf seinen Ruf vergessend nur ihren Fortschritt im Auge hatte. Deshalb freut er sich, wenn er die Gelegenheit, seine Gewalt zu üben, nicht findet, und so schwach erscheint, sofern er diese Gewalt, deren er sich rühmte, nicht in Anwendung bringen konnte, wenn nur die gläubigen im christlichen Leben so fest begründet sind, dass sie gleichsam der richterlichen Gewalt der Apostel entzogen scheinen. +2 Korinther 2Kor 55 13 10 Ideo hæc absens scribo, ut non præsens durius agam secundum potestatem, quam Dominus dedit mihi in ædificationem, et non in destructionem. Darum schreibe ich dies¹³ abwesend, damit ich anwesend nicht mit Strenge verfahren müsse, vermöge der Gewalt, die mir der Herr verliehen hat zur Erbauung, und nicht zur Zerstörung. [2Kor 10,8] +2 Korinther 2Kor 55 13 10 13 Dies: den dritten Teil dieses Briefes, von [2Kor 10,1] an. Die gesamte kirchliche, auch die Strafgewalt hat als Ziel die Erbauung; wer also den Sünder durch Härte zu brechen sucht, welchen er durch Güte bessern kann, missbraucht seine Gewalt. Hingegen ist der hart zu behandeln, der durch Sanftmut sich nicht bessern lässt. +2 Korinther 2Kor 55 13 11 De cetero, fratres, gaudete, perfecti estote, exhortamini, idem sapite, pacem habete, et Deus pacis, et dilectionis erit vobiscum. Übrigens, Brüder! freuet euch, werdet vollkommen, tröstet einander, seid gleichgesinnt, haltet Frieden, und der Gott des Friedens und der Liebe wird mit euch sein.¹⁴ +2 Korinther 2Kor 55 13 11 14 Wenn ihr gleichgesinnt seid und Friede haltet. +2 Korinther 2Kor 55 13 12 Salutate invicem in osculo sancto. Salutant vos omnes sancti. Grüßet einander in heiligem Kusse!¹⁵ Es grüßen euch alle Heiligen.¹⁶ +2 Korinther 2Kor 55 13 12 15 Siehe [Röm 16,16]. +2 Korinther 2Kor 55 13 12 16 Alle Brüder jener Gemeinde, in welcher Paulus diesen Brief schrieb. +2 Korinther 2Kor 55 13 13 Gratia Domini nostri Jesu Christi, et caritas Dei, et communicatio sancti Spiritus sit cum omnibus vobis. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.¹⁷ +2 Korinther 2Kor 55 13 13 17 Eine feierlichere Segensformel findet sich in seinem Briefe. Die Gnade Christi, durch welche wir gerechtfertigt und selig werden, die Liebe Gottes des Vaters, durch welche wir mit ihm vereinigt werden, die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, der uns seine göttlichen Gaben gibt, sei mit euch allen. (Thom.) Dieser Segensspruch ist ein Bekenntnis der drei Personen und ihrer einheitlichen Macht, welche der Anfang alles Heiles ist. Die Liebe Gottes sandte uns den Erlöser Jesus, durch dessen Gnade wir gerettet sind. Dass wir diese Gnade besitzen, gewährt uns die Gemeinschaft des Heil. Geistes. Diese schützt die von Gott Geliebten und durch die Gnade Christi Geretteten. Diese Stelle lehrt die Gleichheit des Heil. Geistes mit dem Vater und dem Sohne, (Chrys.) das gemeinsame Handeln der Personen in dem Wirken nach außen, die Gleichheit des Sohnes, der vor dem Vater genannt wird, mit diesem. Allen Christen, auch denen, von denen er das Schlimmste gelitten, wünscht Paulus das Beste, so beweisend, dass auch das, was er Hartes gesagt, nur der Liebe entsprang. +Epheser Eph 56 1 0 Aufschrift des Briefes. (V. 1, 2) I. Dogmatischer Teil. (1,3 3,21) Der Apostel bringt Gott Dank und Gebet dar und preist dessen Wohltaten, die er allen Gläubigen insgesamt, insbesondere aber den Heidenchristen durch Christus und in Christus erwiesen. (1,3 3,21) 1. Der Apostel sagt für alle Wohltaten Dank, welche Gott allen Gläubigen durch Christus erwiesen hat (1, V. 3 14): Für die Auserwählung. (V. 6) Für die Erlösung. (V. 12) Für das Geschenk des Heil. Geistes. (V. 14) 2. Besondere Danksagung für die Beharrlichkeit der Epheser im Glauben und in der Liebe. (1,15 2,22) a. Gebet für die Epheser, dass sie die Erhabenheit der Berufung zum Glauben und der zukünftigen Herrlichkeit, sowie die Größe der Macht Gottes erkennen mögen. (V. 19) b. Kurze Erklärung, wie groß Gottes Kraft ist (V. 20 2,10): er hat Christus von den Toten erweckt ihn über alles erhoben und zum Haupte seiner Kirche gemacht. Epheser Eph 56 1 1 PAULUS Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, omnibus sanctis, qui sunt Ephesi, et fidelibus in Christo Jesu. Paulus, Apostel Jesu Christi¹ durch den Willen Gottes,² an alle Heiligen³ zu Ephesus und Gläubigen in Christus Jesus.⁴ Epheser Eph 56 1 1 1 Überall hebt der heil. Paulus in seinen Briefen seine apostolische Würde hervor. Epheser Eph 56 1 1 2 Gottes: Die Bedingungen, damit Jemand im strengen Sinne Apostel heißen konnte, waren: Von Gott berufen und Zeuge der Auferstehung Jesu Christi gewesen zu sein. Vergl. [Apg 1,21ff]. @@ -64415,7 +64470,7 @@ Epheser Eph 56 1 22 49 Griechisch: Und ihn gab er als Haupt über alles der Kir Epheser Eph 56 1 23 Quæ est corpus ipsius, et plenitudo ejus, qui omnia in omnibus adimpletur. welche sein Leib⁵⁰ ist, und die Fülle dessen, der in allem durch alle erfüllt wird.⁵¹ Epheser Eph 56 1 23 50 Was das Haupt für den Leib, ist Christus für die Kirche. So kann also die Kirche nicht von Christus geschieden werden. Epheser Eph 56 1 23 51 Wie der Körper die Erfüllung und Ergänzung des Hauptes ist, so ist die Kirche die Erfüllung Christi, in Hinsicht auf die Hände in dem Menschen, der wohltätig ist, in Hinsicht auf die Füße in dem Menschen, der die Kranken besucht, in Hinsicht auf die Zunge in dem, der lehrt (Theoph.). Damit ist V. 19 beleuchtet. Was Gott in machtvoller Weise an Christus getan, wird er auch an der Kirche tun, ja hat es schon getan, hat an ihr seine überweltliche Herrlichkeit und Herrschaft verwirklicht. -Epheser Eph 56 2 0 Die Größe der Kraft Gottes erhellt ferner aus dem, was Gott an den Ephesern getan, die er ebenso wie die Juden aus dem Tode der Sünde (V. 3) aus Liebe mit Christus auferweckt und erhöht hat, um die Reichtümer seiner Gnade zu offenbaren (V. 7), denn aus Gnaden sind sie gerettet, nicht aus Werken eigener Kraft. (V. 10) c. Damit die Epheser also die Größe ihrer Berufung stets würdigen (V. 11 22), sollen sie sich an ihren früheren Zustand erinnern und dessen Gegensatz gegen die Juden (V. 12) erwägen, dass sie jetzt durch Christi Blut seinem Volke beigesellt sind (V. 13), da Christus durch seinen Tod Juden und Heiden versöhnt und ihnen gleicherweise den Zugang zum Vater eröffnet hat (V. 18), so dass die Heiden jetzt gleichfalls Bürger des messianischen Reiches und Steine jenes Baues sind, dessen Eckstein Christus ist. +Epheser Eph 56 2 0 Die Größe der Kraft Gottes erhellt ferner aus dem, was Gott an den Ephesern getan, die er ebenso wie die Juden aus dem Tode der Sünde (V. 3) aus Liebe mit Christus auferweckt und erhöht hat, um die Reichtümer seiner Gnade zu offenbaren (V. 7), denn aus Gnaden sind sie gerettet, nicht aus Werken eigener Kraft. (V. 10) c. Damit die Epheser also die Größe ihrer Berufung stets würdigen (V. 11 22), sollen sie sich an ihren früheren Zustand erinnern und dessen Gegensatz gegen die Juden (V. 12) erwägen, dass sie jetzt durch Christi Blut seinem Volke beigesellt sind (V. 13), da Christus durch seinen Tod Juden und Heiden versöhnt und ihnen gleicherweise den Zugang zum Vater eröffnet hat (V. 18), so dass die Heiden jetzt gleichfalls Bürger des messianischen Reiches und Steine jenes Baues sind, dessen Eckstein Christus ist. Epheser Eph 56 2 1 Et vos, cum essetis mortui delictis, et peccatis vestris, Auch euch,¹ die ihr tot waret durch eure Übertretungen und Sünden,² Epheser Eph 56 2 1 1 Der Gedanke wird V. 4 wiederaufgenommen. Zunächst redet Paulus die Heidenchristen an, um hierauf auch die Judenchristen einzuschließen. Epheser Eph 56 2 1 2 Die Leser sind am überweltlichen Lebensstande Christi beteiligt und so ist ihre Hoffnung gewiss. Wie bei Jesus, handelt es sich bei ihnen um eine Auferweckung aus einem Todeszustande, den der Apostel V. 1 3 beschreibt. @@ -64482,7 +64537,7 @@ Epheser Eph 56 2 22 In quo et vos coædificamini in habitaculum Dei in Spiritu. Epheser Eph 56 2 22 42 Ecksteine. Epheser Eph 56 2 22 43 Heiden- und Judenchristen. Paulus nimmt seinen Hauptgedanken wieder auf, dass beide im Gottesreiche gleichberechtigt sind. Epheser Eph 56 2 22 44 Der Apostel hat in diesem Kapitel die Kennzeichen der wahren Kirche angegeben: Einheit (V. 14), Sichtbarkeit (V. 16, 18), Heiligkeit (V. 19, 22), Katholizität (V. 20), Apostolizität (V. 20). -Epheser Eph 56 3 0 3. Gebet, dass Gott die Epheser in ihrer Berufung bewahre (Kap. 3, V. 1 20): a. Beginn des Gebetes (V. 1), das er abbricht, um den Ephesern darzulegen, wie hoch er das Apostolat unter den Heiden stellt. (V. 13) b. Fortsetzung des Gebetes: Gott möge die Epheser im Glauben stärken, in der Liebe fest wurzeln lassen, sie zu der alles Erkennen übersteigenden Liebe führen und mit der Fülle der Gnaden ausstatten. (V. 19) c. Gebet und Danksagung werden mit einer kurzen Doxologie geschlossen. +Epheser Eph 56 3 0 3. Gebet, dass Gott die Epheser in ihrer Berufung bewahre (Kap. 3, V. 1 20): a. Beginn des Gebetes (V. 1), das er abbricht, um den Ephesern darzulegen, wie hoch er das Apostolat unter den Heiden stellt. (V. 13) b. Fortsetzung des Gebetes: Gott möge die Epheser im Glauben stärken, in der Liebe fest wurzeln lassen, sie zu der alles Erkennen übersteigenden Liebe führen und mit der Fülle der Gnaden ausstatten. (V. 19) c. Gebet und Danksagung werden mit einer kurzen Doxologie geschlossen. Epheser Eph 56 3 1 Hujus rei gratia, ego Paulus vinctus Christi Jesu, pro vobis gentibus, Um deswillen¹ ich Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch Heiden,² Epheser Eph 56 3 1 1 Wegen des [Eph 2,22] Gesagten. Dieser Satz wird erst V. 14 wieder aufgenommen (Theodor). Die dazwischen liegenden Verse sind gleichsam eine Parenthese, in welcher Paulus den Ephesern den Wert ihres Glaubens zeigt. Epheser Eph 56 3 1 2 Es handelt sich um die erste Gefangenschaft. Christus ist es, der den Apostel gefesselt hat, um seinetwillen trägt Paulus diese Ketten zum Besten der Heiden. Das Leiden eines Gliedes kommt allen Gläubigen zu Gute, kraft der Vereinigung zu derselben Gemeinschaft. @@ -64536,7 +64591,7 @@ Epheser Eph 56 3 21 Ipsi gloria in Ecclesia, et in Christo Jesu in omnes generat Epheser Eph 56 3 21 30 Die ihm gebührende Ehre. Epheser Eph 56 3 21 31 Die Kirche ist der äußere Bereich des Lobes, die geistige Sphäre ist Christus. Epheser Eph 56 3 21 32 Der erste Teil endet mit einer der gehobenen Haltung desselben entsprechenden Doxologie an den Gott, der die Gebete erhört und überschwenglich erhört. -Epheser Eph 56 4 0 II. Ermahnender Teil: Über die Pflichten eines wahrhaft christlichen Lebens und die Bekämpfung heidnischer Laster. (Kap. 4,1 6,9) 1. Die Einheit der Kirche ist zu wahren. (Kap. 4, V. 1 16) a. Da die Bekehrten den Judenchristen gleichstehen, müssen beide Teile sich bemühen, die Einheit zu wahren, und zwar nicht nur eine äußere, sondern die innere (V. 3), da sie einen Leib bilden, ein Geist sie beseelt, und sie zu demselben Ziele mit gleichen Mitteln hinstreben. (V. 6) b. Die Verschiedenheit der Glieder darf diese Einheit in keiner Weise stören (V. 7 16), denn: Christus verteilt seine Gaben, einem jeden nach seinem Wohlgefallen spendend (V. 11); diese Verschiedenheit aber führt die Menschen zur vollkommenen Einheit im Glauben. (V. 16) 2. Die Gläubigen müssen ein von dem Leben der Heiden verschiedenes Leben führen. (4,17 5,20): a. Schilderung der heidnischen Sitten (V. 19), denen entgegen die Christen den alten Menschen ablegen und den neuen anziehen müssen (V. 24), besonders vor der Lüge und anderen heidnischen Lastern sich hütend (V. 30) und wahre Liebe übend. +Epheser Eph 56 4 0 II. Ermahnender Teil: Über die Pflichten eines wahrhaft christlichen Lebens und die Bekämpfung heidnischer Laster. (Kap. 4,1 6,9) 1. Die Einheit der Kirche ist zu wahren. (Kap. 4, V. 1 16) a. Da die Bekehrten den Judenchristen gleichstehen, müssen beide Teile sich bemühen, die Einheit zu wahren, und zwar nicht nur eine äußere, sondern die innere (V. 3), da sie einen Leib bilden, ein Geist sie beseelt, und sie zu demselben Ziele mit gleichen Mitteln hinstreben. (V. 6) b. Die Verschiedenheit der Glieder darf diese Einheit in keiner Weise stören (V. 7 16), denn: Christus verteilt seine Gaben, einem jeden nach seinem Wohlgefallen spendend (V. 11); diese Verschiedenheit aber führt die Menschen zur vollkommenen Einheit im Glauben. (V. 16) 2. Die Gläubigen müssen ein von dem Leben der Heiden verschiedenes Leben führen. (4,17 5,20): a. Schilderung der heidnischen Sitten (V. 19), denen entgegen die Christen den alten Menschen ablegen und den neuen anziehen müssen (V. 24), besonders vor der Lüge und anderen heidnischen Lastern sich hütend (V. 30) und wahre Liebe übend. Epheser Eph 56 4 1 Obsecro itaque vos ego vinctus in Domino, ut digne ambuletis vocatione, qua vocati estis, Ich ermahne euch also,¹ ich, der Gefesselte im Herrn,² wandelt würdig des Berufes,³ zu dem ihr berufen seid, [1Kor 7,20, Phil 1,27] Epheser Eph 56 4 1 1 Dem vorausgehenden Gedanken entsprechend. Auch im folgenden kommt der Apostel beständig auf die Bruderliebe, die Einheit und den Frieden zurück. Epheser Eph 56 4 1 2 Für Christus gefesselt zu sein ist Paulus ruhmvoller, als sein Apostel zu heißen (Chrys.). @@ -64620,7 +64675,7 @@ Epheser Eph 56 4 30 50 Dieser übertragende Ausdruck soll zeigen, wie sehr Gott Epheser Eph 56 4 31 Omnis amaritudo, et ira, et indignatio, et clamor, et blasphemia tollatur a vobis cum omni malitia. Alle Bitterkeit, Groll, Zorn, Geschrei und Lästerung werde entfernt von euch, zusammt aller Bosheit! Epheser Eph 56 4 32 Estote autem invicem benigni, misericordes, donantes invicem sicut et Deus in Christo donavit vobis. Seid vielmehr gegeneinander gütig, barmherzig, einander vergebend, wie auch Gott in Christus euch vergeben hat.⁵¹ [Kol 3,13] Epheser Eph 56 4 32 51 Die Verzeihung, welche Gott uns hat zu Teil werden lassen, ist wie der Beweggrund, so der Maßstab, nach dem wir unsern Mitmenschen vergeben müssen. Gott, der Beleidigte, gab seinen Sohn zur Versöhnung dahin, uns aber kostet es nichts, und wir wollten nicht vergeben? (Chrys.) Drei von den Ausdrücken gehen das Gemüt an, zwei kennzeichnen tätliche Äußerungen jener Gesinnung. -Epheser Eph 56 5 0 Diese Liebe werden sie üben, wenn sie Gott nachahmen, dessen Kinder sie sind, und Christus, der sich selbst für sie dahingegeben. (V. 2) Endlich müssen sie von jeder Unreinheit sich fernhalten. (V. 5) b. Warnung vor Verführern (V. 7), denn da sie nicht mehr Finsternis sind, sondern Licht, müssen sie die Werke der Finsternis meiden. (V. 14) c. Als Weise mögen sie die Zeit auskaufen, Gottes Willen tun und mit dem Heil. Geiste erfüllt in Danksagung und Gebet beharren. (V. 20) 3. Besondere Vorschriften für die christlichen Familien. (5,21 6,9) a. Allen Vorgesetzten ist Gehorsam zu erweisen. (V. 21) b. Die gegenseitigen Pflichten der Gatten (V. 22 33): der Ehefrauen (V. 24), der Männer. (V. 27) Der tiefste Grund der für beide gegebenen Vorschriften. +Epheser Eph 56 5 0 Diese Liebe werden sie üben, wenn sie Gott nachahmen, dessen Kinder sie sind, und Christus, der sich selbst für sie dahingegeben. (V. 2) Endlich müssen sie von jeder Unreinheit sich fernhalten. (V. 5) b. Warnung vor Verführern (V. 7), denn da sie nicht mehr Finsternis sind, sondern Licht, müssen sie die Werke der Finsternis meiden. (V. 14) c. Als Weise mögen sie die Zeit auskaufen, Gottes Willen tun und mit dem Heil. Geiste erfüllt in Danksagung und Gebet beharren. (V. 20) 3. Besondere Vorschriften für die christlichen Familien. (5,21 6,9) a. Allen Vorgesetzten ist Gehorsam zu erweisen. (V. 21) b. Die gegenseitigen Pflichten der Gatten (V. 22 33): der Ehefrauen (V. 24), der Männer. (V. 27) Der tiefste Grund der für beide gegebenen Vorschriften. Epheser Eph 56 5 1 Estote ergo imitatores Dei, sicut filii carissimi: Seid denn Nachahmer Gottes als geliebte Kinder;¹ Epheser Eph 56 5 1 1 Kinder müssen den Vater nachahmen. Worin sollen wir Gott nachahmen? In der Güte und Barmherzigkeit (Chrys.). Epheser Eph 56 5 2 Et ambulate in dilectione, sicut et Christus dilexit nos, et tradidit semetipsum pro nobis oblationem, et hostiam Deo in odorem suavitatis. und wandelt in Liebe,² wie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns dahingegeben hat als Gabe und Opfer,³ Gott zum lieblichen Geruche.⁴ @@ -64699,7 +64754,7 @@ Epheser Eph 56 5 32 Sacramentum hoc magnum est, ego autem dico in Christo et in Epheser Eph 56 5 32 44 Die Gnade, welche die natürliche Liebe vervollkommnen, die unauflösliche Einheit bekräftigen und die Gatten heiligen soll, hat Christus selbst, der Einsetzer und Vollender der hochwürdigen Sakramente, uns durch sein Leiden verdient, was der heil. Paulus andeutet, da er sagt: Männer, liebet eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich selbst dargegeben hat für sie; alsbald beifügend: Dieses Geheimnis ist groß, ich sage aber in Christus und in der Kirche. (Konzil von Trient, Sitz 24 Lehre vom Sakrament der Ehe) Weil die christliche Ehe das Abbild der Vereinigung Christi mit der Kirche ist, ist sie ein äußeres Zeichen, und zwar ein von Christus eingesetztes, da er sie zum Bilde seiner Vereinigung mit der Kirche erhob. Nun wäre sie aber kein wahres Bild jener Vereinigung, wenn sie nicht mit Gnadenspendungen verknüpft wäre, wie die Vereinigung Christi mit der Kirche. Also hat die Ehe alles, was zu einem Sakramente erfordert wird. Soweit die Andeutungen des heil. Paulus, welche durch die einmütige Auslegung der heil. Väter ein helles Licht empfangen. Epheser Eph 56 5 33 Verumtamen et vos singuli, unusquisque uxorem suam sicut seipsum diligat: uxor autem timeat virum suum. Indes sollt auch ihr insgesamt ein jeder sein Weib lieben wie sich selbst; das Weib aber fürchte ihren Mann.⁴⁵ Epheser Eph 56 5 33 45 Zusammenfassung der für Mann und Frau gegebenen Ermahnungen. -Epheser Eph 56 6 0 Die gegenseitigen Pflichten der Kinder (V. 3) und Eltern. (V. 4) d. Pflichten der Knechte (V. 8) und Herren gegeneinander. (V. 9) Epilog (V. 10 24) 1. Mahnung an alle, stark im Herrn zu sein (V. 10), zum Kampfe gegen den Teufel (V. 12), gegen den sie sich mit der Rüstung Gottes wappnen müssen (V. 17), und insbesondere zum Gebet, welchem sich auch der Apostel selbst empfiehlt. (V. 20) 2. Zuletzt verweist Paulus die Epheser an Tychikus betreffs Nachrichten über ihn (V. 22) und gibt ihnen seinen Segen. +Epheser Eph 56 6 0 Die gegenseitigen Pflichten der Kinder (V. 3) und Eltern. (V. 4) d. Pflichten der Knechte (V. 8) und Herren gegeneinander. (V. 9) Epilog (V. 10 24) 1. Mahnung an alle, stark im Herrn zu sein (V. 10), zum Kampfe gegen den Teufel (V. 12), gegen den sie sich mit der Rüstung Gottes wappnen müssen (V. 17), und insbesondere zum Gebet, welchem sich auch der Apostel selbst empfiehlt. (V. 20) 2. Zuletzt verweist Paulus die Epheser an Tychikus betreffs Nachrichten über ihn (V. 22) und gibt ihnen seinen Segen. Epheser Eph 56 6 1 Filii, obedite parentibus vestris in Domino: hoc enim justum est. Ihr Kinder! gehorchet euren Eltern im Herrn;¹ denn das ist recht.² Epheser Eph 56 6 1 1 Der Herr sei die bewegende Ursache und auch die Grenze. Epheser Eph 56 6 1 2 Recht nach Gottes Gesetz (Theod.), sittliche Pflicht. @@ -64756,693 +64811,693 @@ Epheser Eph 56 6 23 Pax fratribus, et caritas cum fide a Deo Patre, et Domino Je Epheser Eph 56 6 23 31 Mit demselben Segenswunsche, mit dem der Apostel den Brief begonnen, schließt er ihn. Im Beginne hat er den Lesern Gnade und Frieden gewünscht, hier wünscht er ihnen Frieden, Liebe mit Glaube und Gnade. In diesen drei Worten liegt der Inbegriff des ganzen christlichen Lebens: die göttliche Gnade als Wurzel, die Liebe mit dem Glauben, d. i. der in der Liebe tätige Glaube als Stamm, der innere Friede als Blüte des geistlichen Lebens. Epheser Eph 56 6 24 Gratia cum omnibus, qui diligunt Dominum nostrum Jesum Christum in incorruptione. Amen. Die Gnade sei mit allen, welche unsern Herrn Jesum Christum in Unvergänglichkeit lieben!³² Amen. Epheser Eph 56 6 24 32 In dieser Gestalt soll die Gnade den Christen zu teil werden, d. i. wie Gott unvergänglich ist, so ist auch die Unvergänglichkeit das höchste Gut, welches die Gnade zu bieten vermag, und dies wünscht der Apostel den Lesern. -Philliper Phil 57 1 0 Eingang. (Kap. 1, V. 1 11): Aufschrift. (V. 2) Danksagung für den Eifer der Philipper (V. 8), für dessen Wachstum und Belohnung der Apostel betet. (V. 11) I. Erzählender Teil. (Kap. 1, V. 12 Kap. 2, V. 30): Nachrichten über Paulus und seine Gefährten untermischt mit Mahnungen. 1. Nachrichten über Paulus (V. 26): a. Seine Gefangenschaft hat der Verbreitung des Evangeliums Nutzen gebracht. (V. 14) b. Wenngleich nicht alle Brüder in guter Absicht wirken, sondern manche, um dem Apostel zu schaden, bleibt sein Wahlspruch: Wenn nur Christus verkündet wird. (V. 18) c. Paulus sucht allein die Ehre Gottes und hofft durch die Gebete der Philipper zu erlangen, dass er sie durch Leben wie durch Tode wirke. (V. 21) d. Was besser für ihn sei, weiß er nicht, ob zu leben oder zu sterben. Das letztere wünscht er, doch da er den Philippern noch notwendig, hofft er noch, wieder zu ihnen zu kommen. (V. 26) 2. Mahnungen. (Kap. 1 V. 27 Kap 2 V. 18) a. Die Philipper mögen des Evangeliums würdig wandeln, für den Glauben kämpfend und leidend. -Philliper Phil 57 1 1 PAULUS, et Timotheus servi Jesu Christi, omnibus sanctis in Christo Jesu, qui sunt Philippis, cum Episcopis, et Diaconibus. Paulus und Timotheus,¹ Diener Jesu Christi,² an alle Heiligen in Christus Jesus, die zu Philippi sind, samt den Bischöfen³ und Diakonen. -Philliper Phil 57 1 1 1 Timotheus weilt mit Paulus in Rom. Der Apostel setzt dessen Namen bei, weil Timotheus sein vorzüglichster Mitarbeiter und zugleich Mitverkündiger des Evangeliums bei den Philippern war. [Apg 16,10ff] Vergl. auch [1Kor 1,1, 2Kor 1,1, 2Thess 1,1]. Der Apostel will seinen Jünger den Philippern empfehlen, vergl. [Phil 2,20], und dessen Wirken bei den Philippern eine günstige Aufnahme sichern. -Philliper Phil 57 1 1 2 Den Namen Apostel lässt Paulus in einigen Briefen (1., 2. Thess., Phil.) aus. Er betont diese seine Würde da, wo dieselbe nicht genügend anerkannt wird (Kor., Gal.) oder bei den Gemeinden, denen er nicht selbst das Evangelium verkündet hat (Röm., Kol.) oder endlich, bei denen er dadurch seinem Schreiben einen größeren Nachdruck geben will (Ephes., 2. Tim., Tit.). Hier ist der Amtsname wohl ausgelassen, weil Paulus den Timotheus sich selbst möglichst gleichstellen wollte. Diener Gottes heißen im A. T. Moses, Josue, und David; Paulus und Timotheus sind als Verkünder des Evangeliums auserwählte Diener Gottes. -Philliper Phil 57 1 1 3 Bischöfe und Diakone hatten wohl an Paulus geschrieben und den Epaphroditus gesendet (Chrys.). Mit dem Namen Bischöfe werden die Kirchenvorsteher bezeichnet, weshalb die Presbyter wohl mit einbegriffen werden. So lange die Apostel lebten, leiteten jene die von ihnen gestifteten Gemeinden in Abhängigkeit von den Jüngern des Herrn. Dass die kirchlichen Oberen nach der Gemeinde genannt werden, erklärt sich daraus, dass der Brief an die letzteren gerichtet ist. -Philliper Phil 57 1 2 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! -Philliper Phil 57 1 3 Gratias ago Deo meo in omni memoria vestri, Ich danke meinem Gott,⁴ so oft ich eurer gedenke, -Philliper Phil 57 1 3 4 Vergl. [Apg 27,23] und unten [Phil 4,19]. -Philliper Phil 57 1 4 Semper in cunctis orationibus meis pro omnibus vobis, cum gaudio deprecationem faciens, indem ich allezeit in allen meinen Gebeten für euch alle⁵ mit Freuden das Gebet verrichte, -Philliper Phil 57 1 4 5 Die Häufung des Wortes alle (allezeit, für alle) zeigt, wie liebeerfüllt das Herz des Apostels ist. -Philliper Phil 57 1 5 Super communicatione vestra in Evangelio Christi a prima die usque nunc. wegen der Gemeinschaft mit euch für das Evangelium Christi⁶ vom ersten Tage an bis jetzt.⁷ -Philliper Phil 57 1 5 6 Die übersandte Hilfeleistung ist Gegenstand des Dankes, wie Veranlassung dieses Briefes. Nach dem Griech. ist zu übersetzen: Wegen eures einmütigen Zusammenstehens für das Evangelium. Vergl. [Phil 4,10.14ff]. -Philliper Phil 57 1 5 7 Ich danke Gott, dass ihr Teilnehmer und Mitgenossen gewesen seid an den apostolischen Arbeiten für das Evangelium (B. T.) von Anfang bis jetzt. (Chrys., Theoph.) Andere denken an die Liebesspenden. -Philliper Phil 57 1 6 Confidens hoc ipsum, quia qui cpit in vobis opus bonum, perficiet usque in diem Christi Jesu. Ich hoffe eben dies mit Zuversicht, dass der, welcher in euch das gute Werk angefangen hat, es auch vollenden wird, bis auf den Tag Christi Jesu;⁸ -Philliper Phil 57 1 6 8 Gott hat durch seine zuvorkommende Gnade das gute Werk in euch begonnen, auch zur Vollendung bedarf es seiner Gnade. Eine absolute Gewissheit über die Beharrlichkeit kann niemand haben, es sei denn durch besondere Offenbarung. (Trid. Konz. Sitz 6, Kap. 13, Kann. 16) Deshalb spricht der Apostel nur die zuversichtliche Hoffnung aus, deren Grund er in Gott setzt. -Philliper Phil 57 1 7 Sicut est mihi justum hoc sentire pro omnibus vobis: eo quod habeam vos in corde, et in vinculis meis, et in defensione, et confirmatione Evangelii, socios gaudii mei omnes vos esse. wie es denn billig für mich ist, solches für euch alle zu denken, weil ich euch im Herzen trage, die ihr sowohl in meinen Banden⁹ wie bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums insgesamt Mitgenossen meiner Freude¹⁰ seid. -Philliper Phil 57 1 7 9 Die Fesseln und seine Arbeiten sind seine Freude, da er auch in Banden das Evangelium zu befestigen vermag. Siehe [Apg 28,30.31]. -Philliper Phil 57 1 7 10 Griech.: Gnade. Eigentlich haben sie in der Tat am Verdienste des Apostels, an seinen apostolischen Arbeiten und Leiden Anteil. Vergl. [Mt 10,41]. -Philliper Phil 57 1 8 Testis enim mihi est Deus, quomodo cupiam omnes vos in visceribus Jesu Christi. Denn Gott ist mein Zeuge,¹¹ wie ich mich nach euch allen sehne in der innigsten Liebe Jesu Christi.¹² -Philliper Phil 57 1 8 11 Gott allein kennt sein Herz ganz. -Philliper Phil 57 1 8 12 Seine Sehnsucht richtet sich nicht darauf, nach Philippi zu kommen, sondern er begründet das V. 7 Gesagte. Die geistige Gemeinschaft mit den Philippern ist ihm Gegenstand sehnenden Verlangens, ihm also von höchster Wichtigkeit, und seine Leser ermöglichen dieselbe zu seiner Freude. In der innigsten Liebe Jesu Christi: Es ist gleichsam der Ort, in dem er die Philipper liebt, im Herzen Jesu (Thom.), mit dem sich der Apostel verbunden weiß. Paulus lebt in Christus und Christus in ihm, so schlägt Christi Herz gleichsam in Paulus für die Philipper. -Philliper Phil 57 1 9 Et hoc oro ut caritas vestra magis ac magis abundet in scientia, et in omni sensu: Und zwar bete ich darum, dass eure Liebe mehr und mehr zunehme an Erkenntnis und in allem Verständnis,¹³ -Philliper Phil 57 1 9 13 Die Liebe soll klarer Erkenntnis und richtiger Wahl folgen (Chrys.). Zwar fehlt es den Philippern nicht daran, indes ist ihnen ein höheres Maß von klarer Erkenntnis und richtigem sittlichen Takte zu wünschen. Warum? Zeigt er [Phil 3,2ff]. Ohne dies vermögen sie das Schlechte nicht als schlecht zu erkennen (V. 10), noch lauter erfunden zu werden. -Philliper Phil 57 1 10 Ut probetis potiora, ut sitis sinceri, et sine offensa in diem Christi, auf dass ihr das Bessere erprobet, damit ihr lauter und ohne Anstoß seiet auf den Tag Christi,¹⁴ -Philliper Phil 57 1 10 14 Der Tag Christi ist der Tag des Gerichtes. -Philliper Phil 57 1 11 Repleti fructu justitiæ per Jesum Christum, in gloriam et laudem Dei. erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit¹⁵ durch Jesus Christus, zur Ehre und zum Lobe Gottes.¹⁶ -Philliper Phil 57 1 11 15 Dem göttlichen Wohlgefallen, das Gottes Werk ist. -Philliper Phil 57 1 11 16 Zur Anerkennung der sich offenbarenden Vollkommenheiten Gottes und zu seinem Lobe. Gute Werke kann der Mensch nur durch Christus wirken [Joh 15,5] und soll sie auf Gott lenken. -Philliper Phil 57 1 12 Scire autem vos volo fratres, quia quæ circa me sunt, magis ad profectum venerunt Evangelii: Ich will aber,¹⁷ dass ihr wisset,¹⁸ Brüder! dass meine Lage vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen ist, -Philliper Phil 57 1 12 17 Es liegt mir am Herzen. -Philliper Phil 57 1 12 18 Der Apostel will die etwaige Besorgnis der Philipper zerstreuen, dass seine Gefangenschaft die Ausbreitung des Evangeliums hemme. -Philliper Phil 57 1 13 Ita ut vincula mea manifesta fierent in Christo in omni prætorio et in ceteris omnibus, so dass meine Bande in Christus kundgeworden sind¹⁹ bei der ganzen Leibwache²⁰ und bei allen übrigen,²¹ -Philliper Phil 57 1 13 19 Das Wort Bande hebt den Begriff stärker hervor, als wenn Paulus sich schlechthin einen Gefangenen nennen würde. Die Gefangenschaft, welche sonst den Menschen der Kenntnis der Welt entzieht, ward für mich die Ursache, kundzuwerden durch Christus, der es mir ermöglicht hat, vielen zu predigen. -Philliper Phil 57 1 13 20 Den Prätorianern. -Philliper Phil 57 1 13 21 Durch meine ungehinderte Tätigkeit. -Philliper Phil 57 1 14 Et plures e fratribus in Domino confidentes vinculis meis, abundantius auderent sine timore verbum Dei loqui. und die Mehrzahl der Brüder im Herrn,²² ermutigt durch meine Bande, es mehr und mehr wagen, ohne Furcht das Wort Gottes zu verkündigen. -Philliper Phil 57 1 14 22 Im Glauben an den Herrn. Der standhafte Mut des heiligen Paulus war ihnen ein Beweis für die Göttlichkeit der Sache, für die er eintrat und litt. -Philliper Phil 57 1 15 Quidam quidem et propter invidiam, et contentionem: quidam autem et propter bonam voluntatem Christum prædicant, Einige freilich verkündigen Christus aus Neid und Streitsucht, aber auch andere aus guter Gesinnung,²³ -Philliper Phil 57 1 15 23 Zwei Beweggründe werden genannt. Auch die an erster Stelle Genannten predigen Christus ohne Furcht. Alle haben durch die Lage des heil. Paulus Mut gewonnen, doch ist ihre persönliche Stellung zu ihm eine verschiedene. -Philliper Phil 57 1 16 Quidam ex caritate: scientes quoniam in defensionem Evangelii positus sum. die einen aus Liebe,²⁴ weil sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums bestimmt bin; -Philliper Phil 57 1 16 24 Es sind die V. 14 als die Mehrzahl Bezeichneten. Da sie mich in die Unmöglichkeit versetzt sehen, das Evangelium vollkommen frei zu predigen, wollen sie mich unterstützen. -Philliper Phil 57 1 17 Quidam autem ex contentione Christum annuntiant non sincere, existimantes pressuram se suscitare vinculis meis. die anderen aber verkündigen Christus aus Streitsucht, nicht aus reiner Absicht, weil sie wähnen, meinen Banden Trübsal zu erwecken.²⁵ -Philliper Phil 57 1 17 25 Die bereits V. 15 Genannten, welche aus Neid über das wachsende Ansehen des Apostels und aus Streitsucht gegen ihn Christus verkünden, sind wohl judaisierende Lehrer, welche Paulus als den Verächter des Gesetzes ansahen. Indem sie den Apostel nach sich beurteilen, meinen sie dem Apostel Schmerz zuzufügen, wenn sie sich Ruhm erwerben. Zweimal werden die beiden Klassen aufgezählt: V. 14 nach ihrem Charakter, V. 16 in umgekehrter Ordnung, um die Richtigkeit ihrer Kennzeichnung durch ihre Stellung zu Paulus zu erweisen. Nicht die böse Absicht jener Lehrer schuf neue Gläubige, sondern das Evangelium, das sie verkündeten. So wendete Gott das Böse zum Guten, und das ist es, was dem heil. Paulus zur Freude gereicht. -Philliper Phil 57 1 18 Quid enim? Dum omni modo sive per occasionem, sive per veritatem Christus annuntietur: et in hoc gaudeo, sed et gaudebo. Doch was liegt daran? Wenn nur auf alle Weise Christus verkündigt wird, sei es zum Vorwande,²⁶ sei es in Wahrheit; darüber freue ich mich, ja, werde ich mich auch ferner freuen.²⁷ -Philliper Phil 57 1 18 26 So nach dem Griech. klarer, nämlich in Wahrheit in unlauterer Absicht. -Philliper Phil 57 1 18 27 Nicht nur die Gegenwart gibt Paulus Anlass zur Freude, sondern auch die Zukunft, wie diese sich auch gestalten mag. Stand im Vorhergehenden der Fortgang des Evangeliums im Vordergrunde, so richtet der Apostel jetzt den Blick auf sein eigenes Heil. Zwei Gründe sind es, die ihm Zuversicht gewähren: Die Fürbitte der Gemeinde und der Beistand des Geistes Christi. -Philliper Phil 57 1 19 Scio enim quia hoc mihi proveniet ad salutem, per vestram orationem, et subministrationem Spiritus Jesu Christi, Denn ich weiß, dass mir dies zum Heile²⁸ gereichen wird durch euer Gebet und den Beistand des Geistes Jesu Christi, -Philliper Phil 57 1 19 28 Zum ewigen Heile. -Philliper Phil 57 1 20 Secundum exspectationem, et spem meam, quia in nullo confundar: sed in omni fiducia sicut semper, et nunc magnificabitur Christus in corpore meo, sive per vitam, sive per mortem. wie ich denn die Erwartung und Hoffnung hege, dass ich in keinem Stücke werde zu Schanden werden, sondern dass in aller Zuversicht, wie allezeit, so auch jetzt Christus an meinem Leibe verherrlicht werden wird, sei es durch Leben oder durch Tod.²⁹ -Philliper Phil 57 1 20 29 Stirbt Paulus, so ist sein Bekenntnis, das seinen Tod verursacht, für Christus ein Ruhm; bleibt er am Leben, so weiht er seine ganze Tätigkeit wie seine Leiden Gottes Ehre. An unserem Leibe wird Christus verherrlicht, indem wir diesem seinem Dienste weihen [1Kor 6,20] oder indem wir ihn für Christus zum Opfer bringen. So gereicht alles Gott zur Verherrlichung, uns zur Seligkeit. -Philliper Phil 57 1 21 Mihi enim vivere Christus est, et mori lucrum. Denn für mich³⁰ ist Christus das Leben, und das Sterben Gewinn.³¹ -Philliper Phil 57 1 21 30 Das für mich wird betont vorangestellt. Christus, der Gegenstand seiner ganzen Liebe, der Mittelpunkt seines Denkens und Strebens, gleichsam der Grund, in dem sein ganzes Leben wurzelt. -Philliper Phil 57 1 21 31 Andere denken, wenn sie vom Leben sprechen, an diese Welt, ich lebe nur für Christus, denn nur ihn liebe ich. Vergl. [Gal 2,20]. Durch den Tod aber werde ich des ewigen Lebens und der Vereinigung mit Christus teilhaftig (Aug., Ambr.). -Philliper Phil 57 1 22 Quod si vivere in carne, hic mihi fructus operis est, et quid eligam ignoro. Wenn aber das Leben im Fleische dazu dient, mein Wirken fruchtbar zu machen, so weiß ich nicht, was ich wählen soll.³² -Philliper Phil 57 1 22 32 Da andererseits das Leben Bedingung ist für die Fortsetzung des apostolischen Wirkens und für die Verbreitung des Evangeliums, so weiß ich nicht, was vorzuziehen ist. -Philliper Phil 57 1 23 Coarctor autem e duobus: desiderium habens dissolvi, et esse cum Christo, multo magis melius: Ich werde vielmehr von beiden Seiten gedrängt: da ich das Verlangen habe, abzuscheiden und mit Christus zu sein,³³ denn dies³⁴ ist um vieles besser; -Philliper Phil 57 1 23 33 Losgelöst zu werden von den Ketten dieser Sterblichkeit. (Aug., ähnlich [2Kor 5,8]) Der Tod ist an sich weder etwas Gutes, noch etwas Böses. Deshalb fügt der Apostel bei: Und mit Christus zu sein. Die Seelen der gerechten also, welche nichts abzubüßen haben, werden alsbald der beseligenden Anschauung Gottes teilhaftig. (Chrys., Aug., Hier.) -Philliper Phil 57 1 23 34 Gerade dies. -Philliper Phil 57 1 24 Permanere autem in carne, necessarium propter vos. im Fleische aber zu bleiben ist notwendig um euretwillen.³⁵ -Philliper Phil 57 1 24 35 Dem natürlichen Menschen ist Sterben eine harte Pein, doch die Liebe überwindet alle Schrecken des Todes. Wie erhaben ist das Herz des heil. Paulus! Die Liebe zu Christus und die Liebe zu den Mitmenschen kämpfen gleichsam miteinander. Die erstere von Christus, dem Quelle der Liebe ausgehend und zu ihm zurückkehrend, ist stärker, doch auch die letztere fordert um jener willen ihr Recht. So ist denn der Kämpfer, der bereits die Krone empfangen kann, zu weiterem Kampfe zum Besten aller Christen bereit. -Philliper Phil 57 1 25 Et hoc confidens scio quia manebo, et permanebo omnibus vobis ad profectum vestrum, et gaudium fidei: Und dies weiß ich zuversichtlich, dass ich bleiben und bei euch allen verbleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben,³⁶ -Philliper Phil 57 1 25 36 Dieser Vers enthält in seiner gewöhnlichen Erklärung eine unüberwindliche Schwierigkeit. Leben und Sterben ist dem Apostel wünschenswert, ein jedes aus einem anderen Grunde. Was auch geschehen mag, es wird dem Apostel zum Heile und Christus zum Ruhme gereichen. Was aber wird eintreten? Nach [Phil 2,17] rechnet Paulus mit der Möglichkeit seines gewaltsamen Todes, mithin kann der Apostel es hier nicht als sicher bezeichnen, dass er leben werde. Er weiß, dass er auf Erden noch nützlich sein kann (V. 25, 26), so wagt er sich noch nicht die selige Ewigkeit zu wünschen und überlässt dem Herrn die Entscheidung. Das aber weiß ich: Bleibe ich, so verbleibe ich bei euch usw. Stände an dieser Stelle: Das weiß ich, dass ich mit Christus sein werde, so würde man ergänzen: Wen ich sterbe. Da Paulus nun die andere Möglichkeit erwägt: ich werde mit euch bleiben, so ist zu erklären: Wenn ich bleibe. -Philliper Phil 57 1 26 Ut gratulatio vestra abundet in Christo Jesu in me, per meum adventum iterum ad vos. damit euer Frohlocken in Christo Jesu durch mich um so reicher werde durch meine abermalige Hinkunft zu euch. -Philliper Phil 57 1 27 Tantum digne Evangelio Christi conversamini: ut sive cum venero, et videro vos, sive absens audiam de vobis quia statis in uno spiritu unanimes, collaborantes fidei Evangelii: Nur wandelt würdig des Evangeliums Christi, damit ich, sei es, dass ich komme und euch sehe, sei es, dass ich fern bin, von euch höre, dass ihr feststehet³⁷ in einem Geiste, eines Sinnes, zusammen kämpfend für den Glauben an das Evangelium, [Eph 4,1, Kol 1,10, 1Thess 2,12] -Philliper Phil 57 1 27 37 Wie das Heer gegen den Feind dasteht, so dass ein Wille alle leitet und eine Gesinnung alle belebt, so soll auch die Gemeinde der Philipper in einem Geiste, dem heil. Geiste zusammenstehen, er soll sie führen und stärken. -Philliper Phil 57 1 28 Et in nullo terreamini ab adversariis: quæ illis est causa perditionis, vobis autem salutis, et hoc a Deo: und dass ihr euch in Nichts schrecken lasset von den Widersachern; denn dies ist für sie eine Ursache des Verderbens, für euch aber des Heiles, und das von Gott;³⁸ -Philliper Phil 57 1 28 38 Eine solche Unerschrockenheit zeugt von der Gerechtigkeit der Sache, die ihr verteidigt, und gibt euch die Sicherheit des Sieges, die den Feind entmutigt und ihm gleichsam seine Niederlage ankündigt. Die gerechte Sache siegt zuletzt und bringt euch Heil, dem Feinde Verderben, da sie euch diese Unerschrockenheit verleiht. So griechisch. Lateinisch: Dass sie euch verfolgen, ist für sie die Ursache des Verderbens. -Philliper Phil 57 1 29 Quia vobis donatum est pro Christo, non solum ut in eum credatis, sed ut etiam pro illo patiamini: denn³⁹ euch ist die Gnade zu Teil geworden für Christus, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, -Philliper Phil 57 1 29 39 Gründe für unerschrockenes Leiden um des Evangeliums willen: Leiden für Christus ist Gottes Geschenk und nicht weniger eine Gnade vom Herrn als der Glaube (Aug.), mithin ein Zeichen besonderer Liebe Gottes. Sodann teilen sie mit Paulus, ihrem Lehrer, das gleiche Los. Sie haben ihn in Philippi leiden sehen [Apg 16,19-24] und erfahren aus diesem Briefe und durch Epaphroditus, dass er noch fortwährend leidet und kämpft. -Philliper Phil 57 1 30 Idem certamen habentes, quale et vidistis in me, et nunc audistis de me. indem ihr denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen und jetzt von mir höret.⁴⁰ -Philliper Phil 57 1 30 40 Zuerst stellt der Apostel den Wert der Mahnung vor Augen: Im Zusammenhang mit Christus und in der liebevollen Gesinnung, welche die Mahnung eingibt. Von dem Werte der Mahnung geht er zum Wert der Gemeinschaft über, welche zwischen ihm und den Philippern im Heil. Geiste besteht und die sie veranlassen muss, seinen Wünschen zu entsprechen. Den letzten Grund bildet ihre Willfährigkeit zu guten Werken, ihre Liebe zu ihm und insbesondere ihr Mitleid mit seiner gegenwärtigen Lage. -Philliper Phil 57 2 0 b. Die Philipper möchten insbesondere vollkommene Eintracht, die Frucht der Demut und Selbstverleugnung bewahren. (V. 4) Nach dem Beispiele Christi (V. 5) und dem Vorbilde seiner Demut und seines Gehorsams, durch welche er die Herrlichkeit erlangte (V. 11) c. Wie unter den Augen des Apostels, so sollen sie jetzt in seiner Abwesenheit eifrig ihr Heil wirken, eingedenk dessen, dass Gott ihr Helfer ist (V. 13), wie Leuchten in der Finsternis sein und so dem Apostel eine Ursache des Ruhmes am Tage des Gerichtes werden, dass er nicht umsonst gearbeitet. (V. 18) 3. Empfehlungen betreffs seiner Genossen (V. 19 30): Des Timotheus, den er zu ihnen zu senden verheißt (V. 24), des Epaphroditus, der krank gewesen und den er jetzt schon sendet. -Philliper Phil 57 2 1 Si qua ergo consolatio in Christo, si quod solatium caritatis, si qua societas spiritus, si qua viscera miserationis: Wenn es also irgend einen Zuspruch in Christus gibt,¹ wenn irgend einen Trost der Liebe, wenn irgendwelche Gemeinschaft des Geistes, wenn irgend herzliches Erbarmen, -Philliper Phil 57 2 1 1 Die Häufung der Voraussetzungen zeigt, wie sehr ihm dies am Herzen liegt und wie er es nicht genug empfehlen kann (Chrys.). -Philliper Phil 57 2 2 Implete gaudium meum, ut idem sapiatis, eandem caritatem habentes, unanimes, idipsum sentientes, so machet meine Freude voll,² dass ihr gleichgesinnt seiet, indem ihr gleiche Liebe habet, einmütig, eines Sinnes,³ -Philliper Phil 57 2 2 2 Euer Zustand ist erfreulich, machet ihn, wie meine Freude vollkommen. -Philliper Phil 57 2 2 3 Beweis der gleichen Liebe. Eines Sinnes in der Beurteilung und Behandlung jeder Sache. Wie das geschehen soll, gibt V. 2 4 an. Eines Sinnes: Griech.: Das eine in's Auge fassend, also die Sache Christi, euer Heil. -Philliper Phil 57 2 3 Nihil per contentionem, neque per inanem gloriam: sed in humilitate superiores sibi invicem arbitrantes, dass ihr nichts aus Streitsucht noch aus eitler Ehrsucht tuet, sondern in Demut einer den andern für höher achtend als sich selbst,⁴ -Philliper Phil 57 2 3 4 Da die rechte Eintracht aus der wahren und vollkommenen Demut hervorwächst, empfiehlt der Apostel diese besonders. Aber wie kann man andere als höhere ansehen? Niemand ist so gut, dass an ihm keine Unvollkommenheit wäre, wenn dieselbe auch verborgen ist. Zudem hat der Nächste vielleicht etwas, was ihn über unsere offenbaren Vorzüge stellt (Aug.). Endlich kennt der, der sich selbst kennt, seine Untreue und schätzt sich deshalb gering. -Philliper Phil 57 2 4 Non quæ sua sunt singuli considerantes, sed ea, quæ aliorum. dass nicht jeder auf das Seinige sehe, sondern auf das, was der andern ist.⁵ -Philliper Phil 57 2 4 5 Mit der Demut muss die Opferwilligkeit verbunden sein. -Philliper Phil 57 2 5 Hoc enim sentite in vobis, quod et in Christo Jesu: Denn so sollt ihr gesinnt sein, wie auch Christus Jesus gesinnt war,⁶ -Philliper Phil 57 2 5 6 Um seinen Mahnungen größeren Nachdruck zu geben, stellt Paulus (V. 5 11) das Beispiel des Herrn vor Augen, der in seiner Menschwerdung, in seinem Gehorsam und endlich im Tode am Kreuze ein unerreichbares Vorbild der Selbstentäußerung und Opferwilligkeit gegeben hat. -Philliper Phil 57 2 6 Qui cum in forma Dei esset, non rapinam arbitratus est esse se æqualem Deo: welcher, da er in Gottes Gestalt war,⁷ es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein; -Philliper Phil 57 2 6 7 Die Form ist eigentlich das Gleiche wie die Gestalt. In der zweiten Person gewann Gott gleichsam Gestalt, sofern er sich selbst schaut. Nun ist aber alles Sein in Gott Wesen, also auch dieses Bild. Trägt dies Bild Gottes Wesenheit, so setzten die griechischen Väter an dieser Stelle mit Recht den Ausdruck Natur dafür ein (Chrys., Theod., Ökum.). Die Worte Gott gleich stellen die Wesenheit in den Vordergrund. Da Christus als das ewige Wort in der Gestalt Gottes, das Prinzip aller Offenbarung nach innen und nach außen war, hielt er sein Gottgleichsein nicht für etwas Angemaßtes, sondern für ihn von Natur zukommend. Aber im Bewusstsein seiner gottgleichen Wesenheit und Herrlichkeit entäußerte er sich, und zwar der göttlichen Gestalt bei der Menschwerdung, indem er Knechtsgestalt annahm. Knechtsgestalt wird die menschliche Natur im Gegensatze zu Gott genannt, weil dieser der Herr aller Geschöpfe, sie ihm gegenüber also Knechte sind, doch fehlt wohl nicht die Anspielung auf das A. T. Einen schönen Gegensatz bildet die Selbstentäußerung zur unrechtmäßigen Aneignung fremden Eigentums: Raub. -Philliper Phil 57 2 7 Sed semetipsum exinanivit formam servi accipiens, in similitudinem hominum factus, et habitu inventus ut homo. sondern sich selbst entäußerte,⁸ indem er Knechtsgestalt annahm, den Menschen gleich⁹ geworden und im Äußeren¹⁰ als ein Mensch erfunden ward. -Philliper Phil 57 2 7 8 Wie entäußerte er sich? Indem er annahm, was er zuvor nicht wahr; nicht indem er verlor, was er gewesen, sondern indem er dies verbarg. Er erniedrigte sich; da er Gott war, erschien er als Mensch (Aug.). -Philliper Phil 57 2 7 9 Nicht dass er kein wahrer Mensch war, sondern weil er kein bloßer Mensch, weil er ein Gottmensch war. Zudem hatte er nicht alles mit und gemeinsam, nicht die Art der Herkunft, nicht die Sünde (Chrys.). -Philliper Phil 57 2 7 10 Durch die äußere Erscheinung und den Wandel bewies Christus, dass er ein Mensch, wenn er auch wahrer Gott war. Das als bezeichnet, wie die entsprechende hebräische Partikel, die Wahrheit: Als wahrer Mensch. Vergl. [Joh 11,14]. -Philliper Phil 57 2 8 Humiliavit semetipsum factus obediens usque ad mortem, mortem autem crucis. Er erniedrigte sich selbst, indem er gehorsam ward¹¹ bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze. -Philliper Phil 57 2 8 11 Nämlich Gott den Vater. Hätte Christus gelitten, aber nicht aus Gehorsam, so wäre dies nichts so Großes gewesen wie jetzt, wo zu dem Leiden der Gehorsam hinzutritt (Thom.). Als Beweis des Gehorsams wird wie [Hebr 5,8] die höchste Stufe desselben erwähnt. Der Tod war für ihn noch viel mehr als für uns, die wir in Adam gesündigt, etwas der Natur Widerstreitendes. Mit dem Tode am Kreuze war zudem die Ausstoßung aus der Gottesgemeinde verbunden. -Philliper Phil 57 2 9 Propter quod et Deus exaltavit illum, et donavit illi nomen, quod est super omne nomen: Darum¹² hat ihn auch Gott hoch erhoben, und ihm einen Namen¹³ gegeben, der über alle Namen ist, -Philliper Phil 57 2 9 12 Dem demütigen Gehorsame folgt die Erhöhung der menschlichen Natur, denn als Gott besaß Christus stets die Herrlichkeit und wird sie besitzen. Durch seinen Gehorsam erwarb Christus nicht nur uns, sondern auch sich Verdienste: die Verklärung seines Leibes, die Auffahrt zum Himmel, sein glorreiches Sitzen zur Rechten Gottes. -Philliper Phil 57 2 9 13 Der Name, mit dem wir den Herrn bezeichnen, drückt nun etwas Höheres aus als irgendein Name, mit dem ein Geschöpf benannt wird. Der Name Gottes ist im A. T. Gott, soweit er sich der Welt offenbart. Hier also ist mit dem Ausdruck Name die hohe, alles überragende Würde des Heilandes bezeichnet, welche er vom Vater erhalten. -Philliper Phil 57 2 10 Ut in nomine Jesu omne genu flectatur clestium, terrestrium, et infernorum, auf dass in dem Namen¹⁴ Jesu sich jedes Knie beuge aller Wesen¹⁵ im Himmel, auf Erden und unter der Erde, [Jes 45,24, Röm 14,11] -Philliper Phil 57 2 10 14 Auf Grund des Namens. Was der her als Mensch auf Erden getan, ist Grund dieser Verehrung. Vergl. [Offb 5,12]. -Philliper Phil 57 2 10 15 Die Absicht, in der Gott Christus über alle Wesen erhoben hat, ist, damit ihm von allen Geschöpfen Huldigung und Anbetung dargebracht werde, wofür die Kniebeugung der Ausdruck ist. [Eph 3,14] Also auch den Menschen Christus dürfen und sollen wir anbeten, weil die menschliche Natur mit der zweiten Person der Gottheit hypostatisch vereint ist. Vergl. [Jes 45,23]. Unter der Erde sind die Abgeschiedenen gedacht. -Philliper Phil 57 2 11 Et omnis lingua confiteatur quia Dominus Jesus Christus in gloria est Dei Patris. und jede Zunge¹⁶ bekenne, dass Jesus Christus der Herr zum Preise Gottes, des Vaters ist.¹⁷ -Philliper Phil 57 2 11 16 Alle Geschöpfe müssen bekennen, dass Christus der Herr aller geschaffenen Wesen ist. -Philliper Phil 57 2 11 17 Griech.: Dass Jesus Christus der Herr sei zur Verherrlichung Gottes des Vaters. Da Gott dem Herrn diese Herrschaft gegeben, ist die freudige Anerkennung derselben eine Verherrlichung des Vaters. Das Reich Gottes ist jetzt das Reich Christi geworden, und wir können uns Gott nur nahen, indem wir Christus nahen. Die Verehrung des Heilandes ist der Gottesdienst, der den Vater ehrt. Das Reich Christi begann mit der Erhöhung des Herrn nach seinem Tode und währt, bis der letzte Feind überwunden ist und der Herr dem Vater alles zu Füßen legt. -Philliper Phil 57 2 12 Itaque carissimi mei (sicut semper obedistis): non ut in præsentia mei tantum, sed multo magis nunc in absentia mea, cum metu et tremore vestram salutem operamini. Demnach, meine Geliebten! (wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid), lasset es nicht bewenden bei dem, was in meiner Anwesenheit geschehen,¹⁸ sondern wirket noch viel mehr jetzt, bei meiner Abwesenheit, mit Furcht und Zittern¹⁹ euer Heil. -Philliper Phil 57 2 12 18 Die Gegenwart des Apostels war den Philippern ein großer Sporn gewesen, der Tugend nachzustreben, jetzt, wo er fern ist, bedarf es einer noch größeren Anstrengung, um festzustehen. Der Vers bezieht sich auf [Phil 1,27] zurück. Der Zusatz: Wie in meiner Anwesenheit nimmt der Mahnung die Bitterkeit. -Philliper Phil 57 2 12 19 Wie sollten wir ohne Furcht je zum Heile gelangen, wo der Kampf so groß, die Hindernisse so viele sind? Weder das Wollen, noch das Vollbringen liegt in euren eigenen Kräften, erklärt der heil. Augustin, sondern Gott ist es, der beides durch seine Gnade in euch wirkt. So ist also stets zu besorgen, er möchte seine Gnade entziehen und euch eurer Ohnmacht überlassen. Also für das Wollen, wie für das Vollbringen, ist Gottes zuvorkommende Gnade erforderlich. Andererseits aber darf diese nicht unbenützt bleiben, sondern der Mensch soll die höchste Ehre und Auszeichnung erlangen, mit Gott durch die von diesem erlangte Kraft mitzuwirken (Trid. Konz. Sitz 6, Kap. 5). -Philliper Phil 57 2 13 Deus est enim, qui operatur in vobis et velle, et perficere pro bona voluntate. Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen wie das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.²⁰ -Philliper Phil 57 2 13 20 Gnädigen Beschluss, Wohlwollen. Gott ist ihnen gegenwärtig, wenn Paulus auch fern ist. -Philliper Phil 57 2 14 Omnia autem facite sine murmurationibus, et hæsitationibus: Tuet alles ohne Murren und Zaudern,²¹ [1Petr 4,9] -Philliper Phil 57 2 14 21 Ohne Murren gegen Gott, wegen der Strenge seiner Gebote, der Verfolgungen usw. Ohne Vernünftelei und Zweifel, hinter denen der ungehorsam sich zu verbergen sucht. Gott fordert willigen Gehorsam und volle Hingebung. -Philliper Phil 57 2 15 Ut sitis sine querela, et simplices filii Dei, sine reprehensione in medio nationis pravæ, et perversæ: inter quos lucetis sicut luminaria in mundo, damit ihr tadellos und lautere Kinder Gottes seiet, unsträflich inmitten eines verderbten und verkehrten Geschlechtes, unter denen ihr leuchtet²² wie Gestirne in der Welt, -Philliper Phil 57 2 15 22 Christus ist gleichsam die Sonne der geistigen Welt. Wer seine Wahrheit, die das Leben gibt, in sich aufnimmt, wird selbst Licht. Die Gläubigen sind gleichsam die Sterne, welche in das Dunkel der Welt hineinleuchten und ihr den Weg zur Rettung weisen. -Philliper Phil 57 2 16 Verbum vitæ continentes ad gloriam meam in die Christi, quia non in vacuum cucurri, neque in vacuum laboravi. indem ihr am Worte des Lebens festhaltet, mir zum Ruhme auf den Tag Christi, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin und nicht vergeblich gearbeitet habe.²³ -Philliper Phil 57 2 16 23 Die Verdoppelung: Gelaufen, gearbeitet, sowie die Wiederholung des vergeblich sind Zeichen der großen Freude, welche der Apostel erhofft. -Philliper Phil 57 2 17 Sed et si immolor supra sacrificium, et obsequium fidei vestræ, gaudeo, et congratulor omnibus vobis. Aber wenn ich auch hingeopfert werde zu der Opfergabe und dem Dienste eures Glaubens,²⁴ so freue ich mich und frohlocke mit euch allen. -Philliper Phil 57 2 17 24 Die Ausdrücke sind vom jüdischen Opferkultes hergenommen. Nach [Num 15,5ff] war zu den Schlachtopfern noch ein Trankopfer von Wein darzubringen. Der Glaube ist ein Opfer: vermittels desselben bringen sich die Christen Gott dar als Eigentum, so dass sie das Opfer sind, und vermöge desselben üben sie eine heilige Tätigkeit, ein priesterliches Amt. Nach anderen freut sich der Apostel, sein Blut für den Glauben vergießen zu dürfen, welcher durch ihn die von ihm Bekehrten Gott zu eigen gegeben hatte. -Philliper Phil 57 2 18 Idipsum autem et vos gaudete, et congratulamini mihi. Über eben dies freuet auch ihr euch und frohlocket mit mir. -Philliper Phil 57 2 19 Spero autem in Domino Jesu, Timotheum me cito mittere ad vos: ut et ego bono animo sim, cognitis quæ circa vos sunt. Ich hoffe aber im Herrn Jesus,²⁵ den Timotheus bald zu euch senden zu können, damit auch ich guten Mutes sei, indem ich erfahre, wie es um euch steht.²⁶ -Philliper Phil 57 2 19 25 Jesus wird dies durch seine Gewalt ermöglichen. -Philliper Phil 57 2 19 26 Indem der Apostel die Hoffnung ausspricht, von den Philippern gute Nachrichten zu erhalten, weckt er ihren Eifer und tröstet sie, da sie sehen, wie sehr sie ihm am Herzen liegen. -Philliper Phil 57 2 20 Neminem enim habeo tam unanimem, qui sincera affectione pro vobis sollicitus sit. Denn ich habe keinen an Sinnesart ihm Gleichstehenden,²⁷ der mit herzlicher Teilnahme für euch besorgt sei. -Philliper Phil 57 2 20 27 In der Verkündigung des Evangeliums und der Sorge um die Philipper. -Philliper Phil 57 2 21 Omnes enim quæ sua sunt quærunt, non quæ sunt Jesu Christi. Denn alle suchen das Ihrige, nicht das, was Jesu Christi ist.²⁸ [1Kor 13,5] -Philliper Phil 57 2 21 28 Außer Timotheus hat der Apostel niemand, der die Reise übernehmen wollte, die doch ein Dienst Christi ist, sondern jeder suchte das Seine. So hat Timotheus eine einzigartige Selbstlosigkeit gezeigt. Lukas und andere waren wohl damals nicht in Rom, wie das Fehlen der Grüße am Ende des Briefes zeigt. -Philliper Phil 57 2 22 Experimentum autem ejus cognoscite, quia sicut patri filius, mecum servivit in Evangelio. Wie bewährt er aber ist, sollt²⁹ ihr daran erkennen, dass er, wie ein Sohn seinem Vater, mit mir gedient hat für das Evangelium.³⁰ -Philliper Phil 57 2 22 29 Die indikative Form: ihr wisst, wäre vorzuziehen, da der Apostel sich so auf die Kenntnis der Philipper bezieht. -Philliper Phil 57 2 22 30 Der heil. Paulus wollte eigentlich sagen: Er hat mir gedient wie ein Kind dem Vater. Doch wendet er den Satz so, dass Timotheus nicht als ihm dienend, sondern als sein Genosse, er aber als Diener des Evangeliums hingestellt wird. -Philliper Phil 57 2 23 Hunc igitur spero me mittere ad vos, mox ut videro quæ circa me sunt. Ihn also hoffe ich zu euch zu senden, sobald ich meine Lage absehen kann. -Philliper Phil 57 2 24 Confido autem in Domino quoniam et ipse veniam ad vos cito. Ich habe aber die Zuversicht im Herrn, dass ich auch selbst bald zu euch kommen werde.³¹ -Philliper Phil 57 2 24 31 Die Sendung des Timotheus ist noch nicht alles, was der Apostel tun will; er will auch selbst kommen, wenn der Herr es so will. -Philliper Phil 57 2 25 Necessarium autem existimavi Epaphroditum fratrem, et cooperatorem, et commilitonem meum, vestrum autem apostolum, et ministrum necessitatis meæ, mittere ad vos: Indes habe ich für notwendig erachtet, den Epaphroditus, meinen Bruder, Mitarbeiter und Mitstreiter, euren Abgesandten und Diener meiner Bedürfnisse,³² zu euch zu senden, -Philliper Phil 57 2 25 32 Die zarte Rücksicht, mit der Paulus den Epaphroditus verteidigt und in den Augen der Philipper hebt, hat ein Gegenstück nur in der Fürsorge für Onesimus. (Brief an Philem.) Die Rückkehr des Epaphroditus ist das Werk des Paulus. Notwendig: Ihr habt gehört, dass er in Rom krank geworden ist, dies aber, dass ihr von seiner Krankheit erfahren, hat den Kranken beunruhigt, die Krankheit ward lebensgefährlich. So wehrt Paulus jeden Vorwurf ab, als ob Epaphroditus den Apostel aus Bequemlichkeit verließ. -Philliper Phil 57 2 26 Quoniam quidem omnes vos desiderabat: et mstus erat, propterea quod audieratis illum infirmatum. da er sich nach euch allen sehnte und bekümmert war, weil ihr gehört hattet, dass er krank sei. -Philliper Phil 57 2 27 Nam et infirmatus est usque ad mortem: sed deus misertus est ejus: non solum autem ejus, verum etiam et mei, ne tristitiam super tristitiam haberem. Denn wirklich war er dem Tode nahe; aber Gott hat sich seiner erbarmt, nicht allein aber seiner, sondern auch meiner, dass ich nicht Betrübnis über Betrübnis hätte.³³ -Philliper Phil 57 2 27 33 Zur Betrübnis über seine eigene Lage sollte nicht die Trauer über Epaphroditus kommen. -Philliper Phil 57 2 28 Festinantius ergo misi illum, ut viso eo iterum gaudeatis, et ego sine tristitia sim. Um so eiliger also sende ich ihn, damit ihr euch seines Wiedersehens freuet, und ich keine³⁴ Betrübnis habe. -Philliper Phil 57 2 28 34 Griech.: weniger. -Philliper Phil 57 2 29 Excipite itaque illum cum omni gaudio in Domino, et ejusmodi cum honore habetote. Heißet ihn denn willkommen im Herrn³⁵ mit aller Freude und haltet solche Männer in Ehren. -Philliper Phil 57 2 29 35 Als solchen, der Christus angehört. -Philliper Phil 57 2 30 Quoniam propter opus Christi usque ad mortem accessit, tradens animam suam ut impleret id, quod ex vobis deerat erga meum obsequium. Denn um des Werkes Christi willen³⁶ ist er dem Tode nahe gekommen, indem er sein Leben auf's Spiel setzte, um das zu ersetzen, was von eurer Seite fehlte an der Dienstleistung für mich.³⁷ -Philliper Phil 57 2 30 36 Sei es durch apostolische Tätigkeit, sei es, was wahrscheinlicher, durch die Paulus geleisteten Dienste. -Philliper Phil 57 2 30 37 Da ihr selbst nicht zugegen seid. -Philliper Phil 57 3 0 II. Ermahnender Teil (Kap. 3, V. 1 Kap. 4, V. 7): 1. Mahnung zur Vorsicht gegen die Gefahren seitens judaisierender Lehrer (Kap 3, V. 1 Kap. 4, V. 1): a. Die falsche und die wahre Beschneidung. (V. 3) b. Paulus verachtet die Werke nicht, weil er etwa selbst nie solche gehabt (V. 6), sondern weil er nach der wahren Gerechtigkeit trachtet, die aus Gott ist und im Glauben wurzelt (V. 11), c. demütig bekennend, dass er der ewigen Glorie noch nicht sicher sei, aber aus allen Kräften darnach trachte, sie zu erlangen. (V. 14) d. Mahnung an die Leser, als geistliche und vollkommene Menschen so zu fühlen, wie der Apostel selbst, und auf dem rechten Wege zu beharren. (V. 17) e. Um dieser Mahnung Nachdruck zu geben, vergleicht er die, welche dem Untergange zueilen und die zur Teilnahme an der Herrlichkeit Christi Berufenen. -Philliper Phil 57 3 1 De cetero fratres mei gaudete in Domino. Eadem vobis scribere, mihi quidem non pigrum, vobis autem necessarium. Im Übrigen,¹ meine Brüder! freuet euch im Herrn. Das nämliche² euch zu schreiben, ist mir nicht lästig, euch aber notwendig. -Philliper Phil 57 3 1 1 Der Apostel wollte hier den Brief enden, doch veranlasst ihn die Erinnerung an die Gefahr, in welcher die Philipper schweben, noch eine weitere Mahnung beizufügen, um erst [Phil 4,8] den Schluss zu machen. -Philliper Phil 57 3 1 2 Die folgenden Warnungen vor Irrlehrern. Sind solche vielleicht in einem verloren gegangenen Briefe bereits gegeben worden? -Philliper Phil 57 3 2 Videte canes, videte malos operarios, videte concisionem. Hütet euch³ vor den Hunden,⁴ hütet euch vor den bösen Arbeitern,⁵ hütet euch vor der Zerschneidung!⁶ -Philliper Phil 57 3 2 3 Die dreimalige Wiederholung dieser Aufforderung erhöht das Angelegentliche dieser Warnung. -Philliper Phil 57 3 2 4 Das Bild des Hundes kommt in verschiedener Bedeutung in der heil. Schrift vor. Hier kommt der Hund als ein verächtliches Tier in Betracht, in welcher Beziehung er auch das Bild der Heiden für die Juden war. Dazu kommt die Zudringlichkeit. Wie eine Meute umstellen sie den Apostel. -Philliper Phil 57 3 2 5 Sie scheinen für das Evangelium zu arbeiten und verkehren doch die Lehre Christi durch ihre Irrtümer. -Philliper Phil 57 3 2 6 Das Abstraktum für: die Zerschnittenen. Die Beschreibung entfernt etwas Überflüssiges und dient zur Reinheit, die Zerschneidung zerstört eine Sache. Es handelt sich um die auch [Gal 5,11] bekämpften judaisierenden Lehrer. Die Beschneidung war das Zeichen des Glaubens Abrahams an die Verheißung. Deshalb wird bereits im A. T. die Beschneidung symbolisch verstanden. [Lev 26,41, Dtn 10,16, Dtn 30,6, Ez 44,7] ist von der Beschneidung des Herzens, [Jer 6,10] von der der Ohren, [Ez 6,12.30] von derjenigen der Lippen die Rede. Der heil. Paulus deutet sie hier auf die Umänderung des Herzens. Die körperliche Beschneidung hat nur Wert als religiöses Gut; als solches ist sie aber durch den Tod des Herrn aufgehoben und heißt nun mit Recht Zerschneidung. -Philliper Phil 57 3 3 Nos enim sumus circumcisio, qui spiritu servimus Deo, et gloriamur in Christo Jesu, et non in carne fiduciam habentes, Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geiste Gott dienen, und uns in Christus Jesus rühmen, und nicht auf das Fleisch unser Vertrauen setzen, -Philliper Phil 57 3 4 Quamquam ego habeam confidentiam et in carne. Si quis alius videtur confidere in carne, ego magis, obwohl ich meinerseits auch auf das Fleisch Vertrauen setzen könnte.⁷ Wenn irgendein anderer meint, auf das Fleisch vertrauen zu können, so ich noch mehr. [2Kor 11,18] -Philliper Phil 57 3 4 7 Wenn der Apostel gegen Beschneidung und Gesetz eifert, so könnte jemand ihm vorwerfen, er tue es, weil er sie nicht habe. Indem Paulus das gering schätzt, was er selber besitzt, werden seine Worte wirksamer. -Philliper Phil 57 3 5 Circumcisus octavo die, ex genere Israel, de tribu Benjamin, Hebræus ex Hebræis, secundum legem Pharisæus, Ich bin beschnitten am achten Tage, bin aus dem Geschlechte Israel, aus dem Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, dem Gesetze nach ein Pharisäer, -Philliper Phil 57 3 6 Secundum æmulationem persequens Ecclesiam Dei, secundum justitiam, quæ in lege est, conversatus sine querela: dem Eifer nach ein Verfolger der Kirche Gottes,⁸ und der auf das Gesetz sich gründenden Gerechtigkeit nach von untadelhaftem Wandel. -Philliper Phil 57 3 6 8 Die ersten drei sind anererbte Vorzüge des Apostels, die folgenden selbsterworbene: Weder er noch seine Voreltern waren Proselyten, er stammt von Abraham, Isaak und Jakob, aus dem Stamme, der mit Juda und Levi vereint Gott treu blieb, und in dessen Gebiet Jerusalem und der Tempel liegt, aus einer hebräisch redenden Familie, die nichts vom israelitischen Wesen verloren. Dazu gehörte er zuvor zu der streng orthodoxen und am meisten geachteten Partei der Pharisäer, ja, war ein Eiferer für das Gesetz und ein Verfolger alles dessen, was diesem entgegenstand. Endlich hatte er sich in Hinsicht auf die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig erwiesen, so dass menschliches Urteil an ihm nichts auszusetzen fand. [Apg 23,1] -Philliper Phil 57 3 7 Sed quæ mihi fuerunt lucra, hæc arbitratus sum propter Christum detrimenta. Doch was mir Gewinn war, das alles habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. -Philliper Phil 57 3 8 Verumtamen existimo omnia detrimentum esse propter eminentem scientiam Jesu Christi Domini mei: propter quem omnia detrimentum feci, et arbitror ut stercora, ut Christum lucrifaciam, Ja, ich halte⁹ alles für Schaden gegen die alles übertreffende Erkenntnis Jesu Christi, meines Herrn, um dessentwillen ich dieses allen verlustig gegangen bin, und es für Kot erachte, damit ich Christus gewinne, -Philliper Phil 57 3 8 9 Griech.: auch jetzt noch. -Philliper Phil 57 3 9 Et inveniar in illo non habens meam justitiam, quæ ex lege est, sed illam, quæ ex fide est Christi Jesu: quæ ex Deo est justitia in fide und in ihm erfunden werde,¹⁰ nicht mit meiner Gerechtigkeit, die aus dem Gesetze kommt, sondern mit jener, welche aus dem Glauben an Christus Jesus stammt der Gerechtigkeit aus Gott auf Grund des Glaubens;¹¹ -Philliper Phil 57 3 9 10 Das Sein in Christus wird negativ und positiv bestimmt. -Philliper Phil 57 3 9 11 Dies wird mit feierlichem Nachdrucke wiederholt. -Philliper Phil 57 3 10 Ad cognoscendum illum, et virtutem resurrectionis ejus, et societatem passionum illius: configuratus morti ejus: um ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tode gleichgestaltet werde,¹² -Philliper Phil 57 3 10 12 Zerlegung des V. 8. Um ihn zu gewinnen, und dies Gewinnen hat als Zweck, ihn zu erkennen. Der Inhalt des christlichen Lebens sind überirdische Ziele und Güter. Das erste, was das Gewinnen Christi gewährt, ist der Anteil an seinem überirdischen Leben, das zweite die Teilnahme an seinem Leiden. Wie der Tod den Heiland Von der Welt schied, so scheidet das Leben den Christen, indem sein alter Mensch der Welt gekreuzigt wird. -Philliper Phil 57 3 11 Si quo modo occurram ad resurrectionem, quæ est ex mortuis: ob ich etwa zur Auferstehung von den Toten gelangen möge.¹³ -Philliper Phil 57 3 11 13 Die anderen bleiben im Todesstande, der Christ aber erwirbt einen Leib der Herrlichkeit. -Philliper Phil 57 3 12 Non quod jam acceperim, aut jam perfectus sim: sequor autem, si quomodo comprehendam in quo et comprehensus sum a Christo Jesu. Nicht, dass ich es¹⁴ schon erlangt hätte oder schon vollkommen geworden wäre; ich strebe aber darnach, ob ich es etwa ergreifen möchte, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin. -Philliper Phil 57 3 12 14 Die in V. 9, 10 beschriebenen Güter. Der Apostel hat die Güter des Judentums als fleischliche bezeichnet, welche er verschmäht, um höhere, die sich in Christus befinden, zu gewinnen. Hat er diese schon vollkommen erlangt? Er geht (12 14) daran, ein etwaiges Missverständnis fernzuhalten. -Philliper Phil 57 3 13 Fratres, ego me non arbitror comprehendisse. Unum autem: quæ quidem retro sunt obliviscens, ad ea vero, quæ sunt priora, extendens meipsum, Brüder!¹⁵ ich halte nicht von mir selbst, dass ich es ergriffen habe;¹⁶ eines aber tue ich: Das, was hinter mir liegt, vergessend,¹⁷ nach dem aber, was vor mir ist, mich ausstreckend,¹⁸ -Philliper Phil 57 3 13 15 Wenn Paulus in V. 14 das V. 13 Gesagte noch einmal wiederholt, und zwar mit der Anrede: Brüder, so zeigt das betont vorangestellte ich, dass er sein Urteil über sich selbst in Gegensatz stellt zu dem Urteile anderer. Vielleicht fürchtet er, die Philipper möchten von sich selbst eine zu hohe Meinung haben: Ich bin fern, von mir eine solche zu hegen, ziemt es sich für euch, stolz von euch zu denken? Ich nehme für mich nur eines in Anspruch, das eifrige Bemühen (V. 14). -Philliper Phil 57 3 13 16 Wie weit ich auch etwa fortgeschritten, noch bin ich fern von meinem Vorbilde, Christus. -Philliper Phil 57 3 13 17 Vergiss das, was hinter dir liegt, schaue nicht darauf zurück, damit du nicht dort bleibest, wohin du schaust (Aug.). -Philliper Phil 57 3 13 18 Wie der Läufer im Wettlauf. Das Ziel des Apostels ist Christus, sein Lohn die ewige Glückseligkeit. -Philliper Phil 57 3 14 Ad destinatum persequor, ad bravium supernæ vocationis Dei in Christo Jesu. eile ich dem vorgesteckten Ziele zu, dem Siegespreise der von oben erhaltenen Berufung Gottes¹⁹ in Christus Jesus.²⁰ -Philliper Phil 57 3 14 19 Der von Gott erfolgten Berufung. (Akt der Berufung) -Philliper Phil 57 3 14 20 In Christus ist die Berufung zum Heile begründet, durch ihn wird sie vermittelt. -Philliper Phil 57 3 15 Quicumque ergo perfecti sumus, hoc sentiamus: et si quid aliter sapitis, et hoc vobis Deus revelabit. So viele nun vollkommen sind,²¹ lasset uns diese Gesinnung haben; und wenn ihr in irgend etwas anderen Sinnes seid, so wird euch Gott auch dies offenbaren.²² -Philliper Phil 57 3 15 21 Geistig, nach der Vollkommenheit trachtend. Zuvor hat der Apostel gesagt (V. 12): Nicht, dass ich schon vollkommen bin, hier wendet er sich an die Vollkommenen. Ob die Leser sich vielleicht etwas überhoben? Die wahre Vollkommenheit ist ja, sich seiner Unvollkommenheit bewusst zu sein und vorwärts zu streben. -Philliper Phil 57 3 15 22 Vers 12 14 sind zur Abwehr eines möglichen Missverständnisses des vorher Gesagten (Nicht dass) vom Apostel eingeschoben, und dabei ist die Mahnung, sich vor Selbstüberschätzung zu hüten, beigefügt. Diese Gesinnung bezieht sich auf eine Sache zurück, also auf das V. 12 14 Gesagte, das damit seinen Abschluss findet. Worauf aber geht die zweite Hälfte des 15. Verses? Gewiss nicht wieder auf den Wert der Demut, da die Mahnung abgeschlossen ist, dass die Einbildung, vollkommen zu sein, eine große Gefahr für das Heil der Philipper enthalten habe, über welche der heil. Paulus nicht ruhig hinweggehen konnte, es auch hierüber keiner besonderen Offenbarung bedurfte, da seine kräftige Abmahnung deutlich genug war. Es dürfte das in etwas auf dasselbe gehen, was nach V. 1 dem Apostel nicht lästig ist zu schreiben, den Philippern aber notwendig. Die Ruhe, mit der der Apostel spricht, schließt den Gedanken an eine der Gemeinde drohende Gefahr aus. Es ist also wohl das scharfe Urteil über die Judaisten gemeint, welches den Philippern zu hart erscheinen konnte. -Philliper Phil 57 3 16 Verumtamen ad quod pervenimus ut idem sapiamus, et in eadem permaneamus regula. Indes,²³ wozu wir gelangt sind, in derselben Richtung wollen wir auch, damit wir eines Sinnes seien, verharren. -Philliper Phil 57 3 16 23 Das Urteil über die Irrlehrer sei dahingestellt, bleiben wir in Übereinstimmung, und zwar in der Richtung, zu der wir in der Anschauung über die Gnade gelangt sind. -Philliper Phil 57 3 17 Imitatores mei estote fratres, et observate eos qui ita ambulant, sicut habetis formam nostram. Werdet meine Nachfolger,²⁴ Brüder! und schauet auf die, welche also wandeln, wie ihr uns zum Vorbilde habt. -Philliper Phil 57 3 17 24 Griech.: Mitnachfolger, nämlich mit anderen, welche so wandeln, wie der Apostel. -Philliper Phil 57 3 18 Multi enim ambulant, quos sæpe dicebam vobis (nunc autem et flens dico) inimicos crucis Christi: Denn viele wandeln, wie ich euch von ihnen oft gesagt habe,²⁵ (jetzt aber unter Tränen sage), als die Feinde des Kreuzes Christi,²⁶ -Philliper Phil 57 3 18 25 Sie waren also nicht in der Gemeinde von Philippi. Ihr Gegensatz ist V. 17: uns. -Philliper Phil 57 3 18 26 Die Christen, welche in weltlichen Lüsten ihr Ziel suchen (Chrys.). -Philliper Phil 57 3 19 Quorum finis interitus: quorum Deus venter est: et gloria in confusione ipsorum, qui terrena sapiunt. deren Ende das Verderben,²⁷ deren Gott der Bauch ist, und deren Ruhm in ihrer Schande besteht, die nach dem Irdischen trachten. -Philliper Phil 57 3 19 27 Das Schrecklichste stellt Paulus an die Spitze: Ihr Ende ist ewiger Untergang, weil die sinnliche Lust ihr höchstes Gut ist. -Philliper Phil 57 3 20 Nostra autem conversatio in clis est: unde etiam Salvatorem exspectamus Dominum nostrum Jesum Christum, Unser²⁸ Wandel²⁹ aber ist im Himmel, von wo wir auch den Heiland erwarten, unsern Herrn Jesus Christus, -Philliper Phil 57 3 20 28 Aller in V. 17 Bezeichneten. -Philliper Phil 57 3 20 29 Griech.: Bürgerschaft; wir sind Bürger der triumphierenden Kirche, deren Haupt schon jetzt glorreich im Himmel herrscht. Jener gehört der wahre Christ der Bestimmung und den Heilsgütern nach an, wenn er auch tatsächlich noch in der streitenden weilt. -Philliper Phil 57 3 21 Qui reformabit corpus humilitatis nostræ, configuratum corpori claritatis suæ, secundum operationem, qua etiam possit subjicere sibi omnia. welcher den Leib unserer Niedrigkeit umgestalten wird, dass er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch welche er sich auch alles unterwerfen kann.³⁰ -Philliper Phil 57 3 21 30 In der dereinstigen Auferweckung und Umwandlung unserer Leiber wird sich dieselbe Kraft Christi offenbaren, durch welche er über seine Feine triumphieren und sich alles unterwerfen wird. Das Ende der Feinde des Kreuzes Christi also wird ewiges Verderben sein, jener aber, die mit Paulus dem Heilande entgegenharren, Verklärung und Sieg. -Philliper Phil 57 4 0 f. Schluss: Mahnung zur Beharrlichkeit. (V. 1) 2. Besondere Mahnungen (V. 2 7): a. Mahnung an zwei Frauen und einen Mitarbeiter. (V. 3) b. Mahnungen an alle betreffs verschiedener Tugenden und Friedenswunsch. (V. 7) Schluss (Kap. 4, V. 8 23): 1. Allgemeine Ermunterung zu allen Tugenden. (V. 9) 2. Danksagung für die durch Epaphroditus gespendeten Almosen. (V. 18) 3. Segenswünsche, Grüße, Segen des Apostels. -Philliper Phil 57 4 1 Itaque fratres mei carissimi, et desideratissimi, gaudium meum, et corona mea: sic state in Domino, carissimi: Demnach,¹ meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude² und meine Krone!³ stehet also fest im Herrn, Geliebte! -Philliper Phil 57 4 1 1 Nach dem [Phil 3,20] Gesagten. -Philliper Phil 57 4 1 2 Durch eure Festigkeit im Glauben. -Philliper Phil 57 4 1 3 Paulus sah seine Krone, den Kranz seines Sieges, bereits errungen, und so erübrigte ihm nur die Bitte um Feststehen, um Ausdauer im dem errungenen. -Philliper Phil 57 4 2 Evodiam rogo, et Syntychen deprecor idipsum sapere in Domino. Die Evodia⁴ ermahne ich, und die Syntyche⁵ bitte ich,⁶ eines Sinnes zu sein im Herrn.⁷ -Philliper Phil 57 4 2 4 Evodia und Syntyche waren für die Sache des Evangeliums tätig, werden indes sonst nicht weiter genannt. -Philliper Phil 57 4 2 5 Der bewährte Eifer der beiden Frauen (V. 3) erregte in beiden wohl eine Versuchung zur Eifersucht. -Philliper Phil 57 4 2 6 Das doppelte Mahnwort gibt der Aufforderung größeren Nachdruck. Der Zusatz: Im Herrn, der das gleiche Verhältnis zu Christus in Erinnerung bringt, bietet zugleich das Mittel zur Wiedergewinnung des Friedens. -Philliper Phil 57 4 2 7 In den Gemeinden von Macedonien waren die Frauen von großer Bedeutung. Vergl. [Apg 16,13, Apg 17,4.12]. -Philliper Phil 57 4 3 Etiam rogo et te germane compar, adjuva illas, quæ mecum laboraverunt in Evangelio cum Clemente, et ceteris adjutoribus meis, quorum nomina sunt in libro vitæ. Ja, ich bitte auch dich, treuer Genosse!⁸ nimm dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben, in Gemeinschaft mit Clemens⁹ und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche des Lebens stehen.¹⁰ -Philliper Phil 57 4 3 8 Aufrichtiger Genosse meiner Predigt (Thom.). Das Bild ist im Griech. vom Joche hergenommen (Theodor.) und die christliche Gemeinde als Acker Gottes betrachtet. Die Anrede gilt wohl dem Vorsteher der Gemeinde. -Philliper Phil 57 4 3 9 Clemens Romanus. (Hier., Eus., Epiphan) Auch die Kirche billigt diese Meinung, indem sie in der Messe des heil. Clemens diesen Text lesen lässt. -Philliper Phil 57 4 3 10 Ich will die Namen nicht alle aufzählen, da ich zuversichtlich hoffe, dass sie an anderer Stelle, im Buche des Lebens, besser verzeichnet sind. Das Buch des Lebens als Bild der göttlichen Vorherbestimmung findet sich häufig in der heil. Schrift. [Ps 68,29, Lk 10,20, Offb 20,15] u. a. -Philliper Phil 57 4 4 Gaudete in Domino semper: iterum dico gaudete. Freuet euch im Herrn allezeit; abermals sage ich, freuet euch!¹¹ -Philliper Phil 57 4 4 11 Bereits [Phil 3,1] hat er die Philipper zur Freude ermuntert: Im Herrn, nicht in der Welt (Aug.), im Glauben an Christus, in Bewahrung seiner Gebote und in der Erwartung ewigen Lohnes. Schön wiederholt der Apostel die Mahnung: Freuet euch zwei Mal, denn da die Lage eher Trauer erzeugte, wies er durch die Wiederholung kräftig darauf hin, dass man sich auf alle Weise freuen soll (Chrys.). -Philliper Phil 57 4 5 Modestia vestra nota sit omnibus hominibus: Dominus prope est. Euer freundliches Wesen¹² werde allen Menschen kund; der Herr ist nahe!¹³ -Philliper Phil 57 4 5 12 So nach dem Griech. -Philliper Phil 57 4 5 13 Begründung des Vorausgehenden, insbesondere aber der Mahnung zur Freude. Vergl. [1Kor 16,22]. -Philliper Phil 57 4 6 Nihil solliciti sitis: sed in omni oratione, et obsecratione, cum gratiarum actione petitiones vestræ innotescant apud Deum. Um nichts seid in Sorgen, sondern in allen Dingen mögen durch das Gebet und das Flehen nebst Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.¹⁴ [Mt 6,25] -Philliper Phil 57 4 6 14 Nur der ist ängstlich besorgt, der nicht alle Verhältnisse seines Lebens in der Abhängigkeit von Gott zu betrachten gewöhnt ist. Gott liebt uns, darum ist das beste Mittel gegen die Sorgen, seine Anliegen Gott kundzugeben und gleichsam in seine Hand zu legen. Doch noch bleibt die Frage, ob Gott die Bitte auch erhört? Die volle Überwindung der Sorge wird erst statthaben, wenn wir unsere Angelegenheiten mit Danksagung darlegen. Hat uns Gott bisher so gut geleitet, so wird er auch Gegenwart und Zukunft so ordnen, dass wir ihm danken müssen. Werfen wir alle Sorgen auf ihn, ob kleine, ob große, und statt der Sorge wird uns jener Friede zu Teil, der mehr leistet, als der höchste Verstand vermag. -Philliper Phil 57 4 7 Et pax Dei, quæ exsuperat omnem sensum, custodiat corda vestra, et intelligentias vestras in Christo Jesu. Und der Friede Gottes, der allen Begriff übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus. -Philliper Phil 57 4 8 De cetero fratres, quæcumque sunt vera, quæcumque pudica, quæcumque justa, quæcumque sancta, quæcumque amabilia, quæcumque bonæ famæ, si qua virtus, si qua laus disciplinæ, hæc cogitate. Im übrigen, Brüder! was immer¹⁵ wahr ist, was ehrbar, was gerecht, was heilig, was liebenswürdig, was rühmlich, wenn etwas eine Tugend, wenn etwas eine löbliche Zucht¹⁶ ist, darauf seid bedacht. -Philliper Phil 57 4 8 15 Das sechsmal wiederholte was immer und zweimalige wenn etwas macht die Mahnung besonders dringlich und zeigt den weiten Umfang, in dem sie gemeint ist. Alle Lüge und Heuchelei, alles leichtfertige Wesen, alle Ungerechtigkeit gegen Mitmenschen, alles Unheilige (griech. Unreine), alles Rohe, alles, was den guten Namen in Gefahr bringt, sei fern! -Philliper Phil 57 4 8 16 Keine sittliche Tüchtigkeit in Gesinnung und Handlung sei den Christen fern! -Philliper Phil 57 4 9 Quæ et didicistis, et accepistis, et audistis, et vidistis in me, hæc agite: et Deus pacis erit vobiscum. Was ihr auch gelernt, empfangen, gehört und an mir gesehen habt, das tuet; und der Gott des Friedens¹⁷ wird mit euch sein. -Philliper Phil 57 4 9 17 Der Urheber und die Quelle des inneren Friedens. -Philliper Phil 57 4 10 Gavisus sum autem in Domino vehementer, quoniam tandem aliquando refloruistis pro me sentire, sicut et sentiebatis: occupati autem eratis. Höchlich aber habe ich mich im Herrn gefreut, dass ihr endlich einmal wieder aufgeblüht seid, für mich besorgt zu sein, wie ihr ja auch besorgt waret; doch ihr waret durch die Umstände behindert.¹⁸ -Philliper Phil 57 4 10 18 Eine Zeit lang habt ihr mir keine Hilfe senden können, da über euch selbst drückende Umstände hereingebrochen waren, doch nun ist euer Wohlstand wieder ausgesprosst, so dass eure Liebe sich wieder betätigen kann. Nicht eure Nachlässigkeit war die Ursache eurer Unterlassung, sondern eure Not. Da das Bild einen stillschweigenden Vorwurf zu enthalten scheint, beseitigt Paulus jeden Argwohn eines Tadels durch den Zusatz: wie (griech.: worin) ihr auch besorgt waret. Wohl waret ihr auch damals um mich besorgt, doch war es euch unmöglich, mich zu unterstützen (Chrys., Theoph.). -Philliper Phil 57 4 11 Non quasi propter penuriam dico: ego enim didici, in quibus sum, sufficiens esse. Nicht als ob ich dies des Mangels wegen sagte; denn ich habe gelernt, mich mit dem, was ich habe, zu begnügen. -Philliper Phil 57 4 12 Scio et humiliari, scio et abundare: (ubique et in omnibus institutus sum) et satiari, et esurire, et abundare, et penuriam pati: Ich weiß mich in kümmerliche Lage zu finden, ich weiß auch in Überfluss mich zu schicken (ich bin in allen Lagen und in allen Verhältnissen geübt), satt zu werden wie zu hungern, Überfluss zu haben, wie Mangel zu leiden.¹⁹ -Philliper Phil 57 4 12 19 Ich habe gelernt (griech.: bin eingeweiht), in jeder Lebenslage auf mir selbst zu stehen. Nicht also meiner Not wegen habe ich mich gefreut, dass ihr wieder für mich besorgt seid (Ambr.). Not leiden kann jeder, doch wer versteht die Not zu ertragen? Wer vermag nicht im Überflusse zu leben? Doch wer ist es, dem der Überfluss nicht Schaden tun kann? (Aug.) -Philliper Phil 57 4 13 Omnia possum in eo, qui me confortat. Alles vermag ich in dem, der mich stark macht.²⁰ -Philliper Phil 57 4 13 20 Durch diesen Zusatz hält Paulus allen Schein, als vertraue er auf seine Kraft, fern. Die gleiche Zuversicht darf jeder Christ im Herrn hegen. -Philliper Phil 57 4 14 Verumtamen bene fecistis, communicantes tribulationi meæ. Gleichwohl habt ihr wohl daran getan, dass ihr an meiner Bedrängnis Teil nahmet.²¹ -Philliper Phil 57 4 14 21 So haben wir also vielleicht nicht wohl getan, wenn wir dir zu Hilfe kamen? Konnten die Philipper fragen. Nein, ihre Gabe war ein Ausdruck der Gemeinschaft der Liebe; jeder von beiden hat Teil an dem, was der andere hat oder erduldet. Wie die Philipper durch die Hilfe gleichsam einen Teil seiner Drangsale übernommen haben, so werden sie auch am Verdienste seines Leidens Teil haben und so sich selbst nützen. -Philliper Phil 57 4 15 Scitis autem et vos Philippenses, quod in principio Evangelii, quando profectus sum a Macedonia, nulla mihi Ecclesia communicavit in ratione dati et accepti, nisi vos soli: Es ist euch aber auch selbst bekannt, Philipper, dass im Anfange des Evangeliums,²² als ich aus Macedonien auszog, keine Gemeinde mit mir in Hinsicht auf Geben und Empfangen in Gemeinschaft trat,²³ als ihr allein. -Philliper Phil 57 4 15 22 Über den Aufenthalt des Apostels in Philippi siehe [Apg 16], über seine Reise von da durch Macedonien [Apg 17,14.15]. -Philliper Phil 57 4 15 23 Diese Ausdrücke sind aus dem Kaufmannsleben genommen. Wie der Kaufmann mit denen, mit welchen er Handelsgeschäfte anknüpft, in Berechnung über Einnahmen und Ausgaben tritt, und wie seine Rechnung dann richtig ist, wenn diese sich decken, so sind auch die Philipper mit dem, was das Evangelium verkündet, in das Verhältnis von Geben und Nehmen getreten. Ein ähnliches Bild [1Kor 9,11]. -Philliper Phil 57 4 16 Quia et Thessalonicam semel et bis in usum mihi misistis. Denn auch nach Thessalonich habt ihr einmal und ein zweites Mal²⁴ gesendet, was ich bedurfte. -Philliper Phil 57 4 16 24 Auf der zweiten Missionsreise, als der Apostel schon in Macedonien war. Ihr habt gleichsam ein Kapital bei mir angelegt, das Zinsen trägt, die ewige Seligkeit. Diese hat der Apostel vor allem im Auge. -Philliper Phil 57 4 17 Non quia quæro datum, sed requiro fructum abundantem in ratione vestra. Nicht als suchte ich die Gabe, sondern ich suche den Gewinn, der sich für eure Rechnung mehrt. -Philliper Phil 57 4 18 Habeo autem omnia, et abundo: repletus sum, acceptis ab Epaphrodito quæ misistis odorem suavitatis, hostiam acceptam, placentem Deo. Ich habe aber alles, und habe reichlich; mir ist die Fülle geworden, seitdem ich von Epaphroditus das erhalten habe, was ihr gesandt habt, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Gott wohlgefälliges Opfer.²⁵ -Philliper Phil 57 4 18 25 Das Bild ist von den alten Opfern hergenommen. Was sie in Liebe gegeben, haben sie zuletzt Gott dargebracht. -Philliper Phil 57 4 19 Deus autem meus impleat omne desiderium vestrum secundum divitias suas in gloria in Christo Jesu. Mein Gott²⁶ aber erfülle all euer Verlangen²⁷ nach seinem Reichtume in Herrlichkeit in Christus Jesus. -Philliper Phil 57 4 19 26 Mein Gott: Da Paulus der Empfänger einer Gabe gewesen ist, welche die Philipper Gott als Opfer dargebracht haben. -Philliper Phil 57 4 19 27 All euer Verlangen nach irdischen oder himmlischen Gütern wird er erfüllen, in Fülle übernatürlicher Güter und auf überweltliche Art. Dieser Segen wird durch Christus zu Teil. -Philliper Phil 57 4 20 Deo autem et Patri nostro gloria in sæcula sæculorum: Amen. Unserem Gott und²⁸ Vater aber sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.²⁹ -Philliper Phil 57 4 20 28 Und: der unser Vater ist. -Philliper Phil 57 4 20 29 Es sei, wie ich wünsche. Vergl. [Röm 16,27]. -Philliper Phil 57 4 21 Salutate omnem sanctum in Christo Jesu. Grüßet einen jeden Heiligen³⁰ in Christus Jesus.³¹ -Philliper Phil 57 4 21 30 Jedem Gläubigen insbesondere. -Philliper Phil 57 4 21 31 Ihm alles Heil wünschend, das Christus erworben hat. -Philliper Phil 57 4 22 Salutant vos, qui mecum sunt, fratres. Salutant vos omnes sancti, maxime autem qui de Cæsaris domo sunt. Es grüßen euch die Brüder, welche bei mir sind.³² Es grüßen euch alle Heiligen, besonders aber die von des Kaisers Hause.³³ -Philliper Phil 57 4 22 32 Die mir beistehen in der Gefangenschaft und in der Verkündigung des Evangeliums. -Philliper Phil 57 4 22 33 Es sind wohl Angehörige der Dienerschaft gemeint. Welch große Liebe muss zwischen den Christen damals geherrscht haben, wenn die römischen die zu Philippi so grüßen! (Chrys.) -Philliper Phil 57 4 23 Gratia Domini nostri Jesu Christi cum spiritu vestro. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit eurem Geiste! Amen.³⁴ -Philliper Phil 57 4 23 34 Möchten auch wir diesen Segen erlangen durch die Fürsprache dessen, der diesen Brief geschrieben und durch die Gnade unseres Herrn! (Theod.) -1 Thessalonicher 1Thess 59 1 0 I. Eingang. (Kap. 1): Aufschrift und Danksagung für die Früchte, welche das Evangelium unter den Thessalonichern getragen hat: 1. Danksagung für ihren Glauben. (V. 4) 2. Ausdruck der Zuversicht, dass Gott sie auserwählt hat, da der Apostel bei ihnen in Kraft gepredigt und sie den Glauben mit Freuden angenommen haben, derart, dass sie anderen Kirchen zum Vorbilde geworden sind. -Kolosser Kol 58 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 8): Aufschrift (V. 3) und Danksagung für die reiche Frucht, welche die Predigt des Evangeliums unter den Kolossern getragen hat. (V. 8) I. Dogmatisch polemischer Teil (Kap. 1, V, V. 9 Kap. 2, V. 23): 1. Der Apostel verheißt, auch ferner für die Kolosser zu beten, dass sie immer mehr in der Wissenschaft des Heilandes zunehmen. (V. 12) 2. Nachweis der Würde Christi, unseres Erlösers (V. 13 23) a. Aus den Wohltaten, die wir von ihm erhalten haben: Erlösung und Nachlass der Sünden. (V. 14) b. Aus seinem Verhältnisse zum Vater als dessen Abbild (V. 15), zu allen Geschöpfen als ihr Schöpfer und Erhalter (V. 17), zur Kirche als deren Haupt, da in ihm die Fülle der Gottheit ist und durch ihn alle mit Gott versöhnt sind. (V. 20) c. Ermahnung zur Festigkeit im Glauben, der ihnen überliefert ist und der ganzen Erde verkündet wird. (V. 23) a. Damit die Leser diese Mahnungen desto besser aufnehmen, schickt er den Grund voraus, warum er ihnen schreibt (1,24 2,3): er ist von Gott zum Heidenapostel bestimmt, um sie über die übergroßen Reichtümer, welche Christus den Heiden gebracht, zu unterrichten und sie zur Vollkommenheit zu führen. +Philliper Phil 58 1 0 Eingang. (Kap. 1, V. 1 11): Aufschrift. (V. 2) Danksagung für den Eifer der Philipper (V. 8), für dessen Wachstum und Belohnung der Apostel betet. (V. 11) I. Erzählender Teil. (Kap. 1, V. 12 Kap. 2, V. 30): Nachrichten über Paulus und seine Gefährten untermischt mit Mahnungen. 1. Nachrichten über Paulus (V. 26): a. Seine Gefangenschaft hat der Verbreitung des Evangeliums Nutzen gebracht. (V. 14) b. Wenngleich nicht alle Brüder in guter Absicht wirken, sondern manche, um dem Apostel zu schaden, bleibt sein Wahlspruch: Wenn nur Christus verkündet wird. (V. 18) c. Paulus sucht allein die Ehre Gottes und hofft durch die Gebete der Philipper zu erlangen, dass er sie durch Leben wie durch Tode wirke. (V. 21) d. Was besser für ihn sei, weiß er nicht, ob zu leben oder zu sterben. Das letztere wünscht er, doch da er den Philippern noch notwendig, hofft er noch, wieder zu ihnen zu kommen. (V. 26) 2. Mahnungen. (Kap. 1 V. 27 Kap 2 V. 18) a. Die Philipper mögen des Evangeliums würdig wandeln, für den Glauben kämpfend und leidend. +Philliper Phil 58 1 1 PAULUS, et Timotheus servi Jesu Christi, omnibus sanctis in Christo Jesu, qui sunt Philippis, cum Episcopis, et Diaconibus. Paulus und Timotheus,¹ Diener Jesu Christi,² an alle Heiligen in Christus Jesus, die zu Philippi sind, samt den Bischöfen³ und Diakonen. +Philliper Phil 58 1 1 1 Timotheus weilt mit Paulus in Rom. Der Apostel setzt dessen Namen bei, weil Timotheus sein vorzüglichster Mitarbeiter und zugleich Mitverkündiger des Evangeliums bei den Philippern war. [Apg 16,10ff] Vergl. auch [1Kor 1,1, 2Kor 1,1, 2Thess 1,1]. Der Apostel will seinen Jünger den Philippern empfehlen, vergl. [Phil 2,20], und dessen Wirken bei den Philippern eine günstige Aufnahme sichern. +Philliper Phil 58 1 1 2 Den Namen Apostel lässt Paulus in einigen Briefen (1., 2. Thess., Phil.) aus. Er betont diese seine Würde da, wo dieselbe nicht genügend anerkannt wird (Kor., Gal.) oder bei den Gemeinden, denen er nicht selbst das Evangelium verkündet hat (Röm., Kol.) oder endlich, bei denen er dadurch seinem Schreiben einen größeren Nachdruck geben will (Ephes., 2. Tim., Tit.). Hier ist der Amtsname wohl ausgelassen, weil Paulus den Timotheus sich selbst möglichst gleichstellen wollte. Diener Gottes heißen im A. T. Moses, Josue, und David; Paulus und Timotheus sind als Verkünder des Evangeliums auserwählte Diener Gottes. +Philliper Phil 58 1 1 3 Bischöfe und Diakone hatten wohl an Paulus geschrieben und den Epaphroditus gesendet (Chrys.). Mit dem Namen Bischöfe werden die Kirchenvorsteher bezeichnet, weshalb die Presbyter wohl mit einbegriffen werden. So lange die Apostel lebten, leiteten jene die von ihnen gestifteten Gemeinden in Abhängigkeit von den Jüngern des Herrn. Dass die kirchlichen Oberen nach der Gemeinde genannt werden, erklärt sich daraus, dass der Brief an die letzteren gerichtet ist. +Philliper Phil 58 1 2 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! +Philliper Phil 58 1 3 Gratias ago Deo meo in omni memoria vestri, Ich danke meinem Gott,⁴ so oft ich eurer gedenke, +Philliper Phil 58 1 3 4 Vergl. [Apg 27,23] und unten [Phil 4,19]. +Philliper Phil 58 1 4 Semper in cunctis orationibus meis pro omnibus vobis, cum gaudio deprecationem faciens, indem ich allezeit in allen meinen Gebeten für euch alle⁵ mit Freuden das Gebet verrichte, +Philliper Phil 58 1 4 5 Die Häufung des Wortes alle (allezeit, für alle) zeigt, wie liebeerfüllt das Herz des Apostels ist. +Philliper Phil 58 1 5 Super communicatione vestra in Evangelio Christi a prima die usque nunc. wegen der Gemeinschaft mit euch für das Evangelium Christi⁶ vom ersten Tage an bis jetzt.⁷ +Philliper Phil 58 1 5 6 Die übersandte Hilfeleistung ist Gegenstand des Dankes, wie Veranlassung dieses Briefes. Nach dem Griech. ist zu übersetzen: Wegen eures einmütigen Zusammenstehens für das Evangelium. Vergl. [Phil 4,10.14ff]. +Philliper Phil 58 1 5 7 Ich danke Gott, dass ihr Teilnehmer und Mitgenossen gewesen seid an den apostolischen Arbeiten für das Evangelium (B. T.) von Anfang bis jetzt. (Chrys., Theoph.) Andere denken an die Liebesspenden. +Philliper Phil 58 1 6 Confidens hoc ipsum, quia qui cpit in vobis opus bonum, perficiet usque in diem Christi Jesu. Ich hoffe eben dies mit Zuversicht, dass der, welcher in euch das gute Werk angefangen hat, es auch vollenden wird, bis auf den Tag Christi Jesu;⁸ +Philliper Phil 58 1 6 8 Gott hat durch seine zuvorkommende Gnade das gute Werk in euch begonnen, auch zur Vollendung bedarf es seiner Gnade. Eine absolute Gewissheit über die Beharrlichkeit kann niemand haben, es sei denn durch besondere Offenbarung. (Trid. Konz. Sitz 6, Kap. 13, Kann. 16) Deshalb spricht der Apostel nur die zuversichtliche Hoffnung aus, deren Grund er in Gott setzt. +Philliper Phil 58 1 7 Sicut est mihi justum hoc sentire pro omnibus vobis: eo quod habeam vos in corde, et in vinculis meis, et in defensione, et confirmatione Evangelii, socios gaudii mei omnes vos esse. wie es denn billig für mich ist, solches für euch alle zu denken, weil ich euch im Herzen trage, die ihr sowohl in meinen Banden⁹ wie bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums insgesamt Mitgenossen meiner Freude¹⁰ seid. +Philliper Phil 58 1 7 9 Die Fesseln und seine Arbeiten sind seine Freude, da er auch in Banden das Evangelium zu befestigen vermag. Siehe [Apg 28,30.31]. +Philliper Phil 58 1 7 10 Griech.: Gnade. Eigentlich haben sie in der Tat am Verdienste des Apostels, an seinen apostolischen Arbeiten und Leiden Anteil. Vergl. [Mt 10,41]. +Philliper Phil 58 1 8 Testis enim mihi est Deus, quomodo cupiam omnes vos in visceribus Jesu Christi. Denn Gott ist mein Zeuge,¹¹ wie ich mich nach euch allen sehne in der innigsten Liebe Jesu Christi.¹² +Philliper Phil 58 1 8 11 Gott allein kennt sein Herz ganz. +Philliper Phil 58 1 8 12 Seine Sehnsucht richtet sich nicht darauf, nach Philippi zu kommen, sondern er begründet das V. 7 Gesagte. Die geistige Gemeinschaft mit den Philippern ist ihm Gegenstand sehnenden Verlangens, ihm also von höchster Wichtigkeit, und seine Leser ermöglichen dieselbe zu seiner Freude. In der innigsten Liebe Jesu Christi: Es ist gleichsam der Ort, in dem er die Philipper liebt, im Herzen Jesu (Thom.), mit dem sich der Apostel verbunden weiß. Paulus lebt in Christus und Christus in ihm, so schlägt Christi Herz gleichsam in Paulus für die Philipper. +Philliper Phil 58 1 9 Et hoc oro ut caritas vestra magis ac magis abundet in scientia, et in omni sensu: Und zwar bete ich darum, dass eure Liebe mehr und mehr zunehme an Erkenntnis und in allem Verständnis,¹³ +Philliper Phil 58 1 9 13 Die Liebe soll klarer Erkenntnis und richtiger Wahl folgen (Chrys.). Zwar fehlt es den Philippern nicht daran, indes ist ihnen ein höheres Maß von klarer Erkenntnis und richtigem sittlichen Takte zu wünschen. Warum? Zeigt er [Phil 3,2ff]. Ohne dies vermögen sie das Schlechte nicht als schlecht zu erkennen (V. 10), noch lauter erfunden zu werden. +Philliper Phil 58 1 10 Ut probetis potiora, ut sitis sinceri, et sine offensa in diem Christi, auf dass ihr das Bessere erprobet, damit ihr lauter und ohne Anstoß seiet auf den Tag Christi,¹⁴ +Philliper Phil 58 1 10 14 Der Tag Christi ist der Tag des Gerichtes. +Philliper Phil 58 1 11 Repleti fructu justitiæ per Jesum Christum, in gloriam et laudem Dei. erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit¹⁵ durch Jesus Christus, zur Ehre und zum Lobe Gottes.¹⁶ +Philliper Phil 58 1 11 15 Dem göttlichen Wohlgefallen, das Gottes Werk ist. +Philliper Phil 58 1 11 16 Zur Anerkennung der sich offenbarenden Vollkommenheiten Gottes und zu seinem Lobe. Gute Werke kann der Mensch nur durch Christus wirken [Joh 15,5] und soll sie auf Gott lenken. +Philliper Phil 58 1 12 Scire autem vos volo fratres, quia quæ circa me sunt, magis ad profectum venerunt Evangelii: Ich will aber,¹⁷ dass ihr wisset,¹⁸ Brüder! dass meine Lage vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen ist, +Philliper Phil 58 1 12 17 Es liegt mir am Herzen. +Philliper Phil 58 1 12 18 Der Apostel will die etwaige Besorgnis der Philipper zerstreuen, dass seine Gefangenschaft die Ausbreitung des Evangeliums hemme. +Philliper Phil 58 1 13 Ita ut vincula mea manifesta fierent in Christo in omni prætorio et in ceteris omnibus, so dass meine Bande in Christus kundgeworden sind¹⁹ bei der ganzen Leibwache²⁰ und bei allen übrigen,²¹ +Philliper Phil 58 1 13 19 Das Wort Bande hebt den Begriff stärker hervor, als wenn Paulus sich schlechthin einen Gefangenen nennen würde. Die Gefangenschaft, welche sonst den Menschen der Kenntnis der Welt entzieht, ward für mich die Ursache, kundzuwerden durch Christus, der es mir ermöglicht hat, vielen zu predigen. +Philliper Phil 58 1 13 20 Den Prätorianern. +Philliper Phil 58 1 13 21 Durch meine ungehinderte Tätigkeit. +Philliper Phil 58 1 14 Et plures e fratribus in Domino confidentes vinculis meis, abundantius auderent sine timore verbum Dei loqui. und die Mehrzahl der Brüder im Herrn,²² ermutigt durch meine Bande, es mehr und mehr wagen, ohne Furcht das Wort Gottes zu verkündigen. +Philliper Phil 58 1 14 22 Im Glauben an den Herrn. Der standhafte Mut des heiligen Paulus war ihnen ein Beweis für die Göttlichkeit der Sache, für die er eintrat und litt. +Philliper Phil 58 1 15 Quidam quidem et propter invidiam, et contentionem: quidam autem et propter bonam voluntatem Christum prædicant, Einige freilich verkündigen Christus aus Neid und Streitsucht, aber auch andere aus guter Gesinnung,²³ +Philliper Phil 58 1 15 23 Zwei Beweggründe werden genannt. Auch die an erster Stelle Genannten predigen Christus ohne Furcht. Alle haben durch die Lage des heil. Paulus Mut gewonnen, doch ist ihre persönliche Stellung zu ihm eine verschiedene. +Philliper Phil 58 1 16 Quidam ex caritate: scientes quoniam in defensionem Evangelii positus sum. die einen aus Liebe,²⁴ weil sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums bestimmt bin; +Philliper Phil 58 1 16 24 Es sind die V. 14 als die Mehrzahl Bezeichneten. Da sie mich in die Unmöglichkeit versetzt sehen, das Evangelium vollkommen frei zu predigen, wollen sie mich unterstützen. +Philliper Phil 58 1 17 Quidam autem ex contentione Christum annuntiant non sincere, existimantes pressuram se suscitare vinculis meis. die anderen aber verkündigen Christus aus Streitsucht, nicht aus reiner Absicht, weil sie wähnen, meinen Banden Trübsal zu erwecken.²⁵ +Philliper Phil 58 1 17 25 Die bereits V. 15 Genannten, welche aus Neid über das wachsende Ansehen des Apostels und aus Streitsucht gegen ihn Christus verkünden, sind wohl judaisierende Lehrer, welche Paulus als den Verächter des Gesetzes ansahen. Indem sie den Apostel nach sich beurteilen, meinen sie dem Apostel Schmerz zuzufügen, wenn sie sich Ruhm erwerben. Zweimal werden die beiden Klassen aufgezählt: V. 14 nach ihrem Charakter, V. 16 in umgekehrter Ordnung, um die Richtigkeit ihrer Kennzeichnung durch ihre Stellung zu Paulus zu erweisen. Nicht die böse Absicht jener Lehrer schuf neue Gläubige, sondern das Evangelium, das sie verkündeten. So wendete Gott das Böse zum Guten, und das ist es, was dem heil. Paulus zur Freude gereicht. +Philliper Phil 58 1 18 Quid enim? Dum omni modo sive per occasionem, sive per veritatem Christus annuntietur: et in hoc gaudeo, sed et gaudebo. Doch was liegt daran? Wenn nur auf alle Weise Christus verkündigt wird, sei es zum Vorwande,²⁶ sei es in Wahrheit; darüber freue ich mich, ja, werde ich mich auch ferner freuen.²⁷ +Philliper Phil 58 1 18 26 So nach dem Griech. klarer, nämlich in Wahrheit in unlauterer Absicht. +Philliper Phil 58 1 18 27 Nicht nur die Gegenwart gibt Paulus Anlass zur Freude, sondern auch die Zukunft, wie diese sich auch gestalten mag. Stand im Vorhergehenden der Fortgang des Evangeliums im Vordergrunde, so richtet der Apostel jetzt den Blick auf sein eigenes Heil. Zwei Gründe sind es, die ihm Zuversicht gewähren: Die Fürbitte der Gemeinde und der Beistand des Geistes Christi. +Philliper Phil 58 1 19 Scio enim quia hoc mihi proveniet ad salutem, per vestram orationem, et subministrationem Spiritus Jesu Christi, Denn ich weiß, dass mir dies zum Heile²⁸ gereichen wird durch euer Gebet und den Beistand des Geistes Jesu Christi, +Philliper Phil 58 1 19 28 Zum ewigen Heile. +Philliper Phil 58 1 20 Secundum exspectationem, et spem meam, quia in nullo confundar: sed in omni fiducia sicut semper, et nunc magnificabitur Christus in corpore meo, sive per vitam, sive per mortem. wie ich denn die Erwartung und Hoffnung hege, dass ich in keinem Stücke werde zu Schanden werden, sondern dass in aller Zuversicht, wie allezeit, so auch jetzt Christus an meinem Leibe verherrlicht werden wird, sei es durch Leben oder durch Tod.²⁹ +Philliper Phil 58 1 20 29 Stirbt Paulus, so ist sein Bekenntnis, das seinen Tod verursacht, für Christus ein Ruhm; bleibt er am Leben, so weiht er seine ganze Tätigkeit wie seine Leiden Gottes Ehre. An unserem Leibe wird Christus verherrlicht, indem wir diesem seinem Dienste weihen [1Kor 6,20] oder indem wir ihn für Christus zum Opfer bringen. So gereicht alles Gott zur Verherrlichung, uns zur Seligkeit. +Philliper Phil 58 1 21 Mihi enim vivere Christus est, et mori lucrum. Denn für mich³⁰ ist Christus das Leben, und das Sterben Gewinn.³¹ +Philliper Phil 58 1 21 30 Das für mich wird betont vorangestellt. Christus, der Gegenstand seiner ganzen Liebe, der Mittelpunkt seines Denkens und Strebens, gleichsam der Grund, in dem sein ganzes Leben wurzelt. +Philliper Phil 58 1 21 31 Andere denken, wenn sie vom Leben sprechen, an diese Welt, ich lebe nur für Christus, denn nur ihn liebe ich. Vergl. [Gal 2,20]. Durch den Tod aber werde ich des ewigen Lebens und der Vereinigung mit Christus teilhaftig (Aug., Ambr.). +Philliper Phil 58 1 22 Quod si vivere in carne, hic mihi fructus operis est, et quid eligam ignoro. Wenn aber das Leben im Fleische dazu dient, mein Wirken fruchtbar zu machen, so weiß ich nicht, was ich wählen soll.³² +Philliper Phil 58 1 22 32 Da andererseits das Leben Bedingung ist für die Fortsetzung des apostolischen Wirkens und für die Verbreitung des Evangeliums, so weiß ich nicht, was vorzuziehen ist. +Philliper Phil 58 1 23 Coarctor autem e duobus: desiderium habens dissolvi, et esse cum Christo, multo magis melius: Ich werde vielmehr von beiden Seiten gedrängt: da ich das Verlangen habe, abzuscheiden und mit Christus zu sein,³³ denn dies³⁴ ist um vieles besser; +Philliper Phil 58 1 23 33 Losgelöst zu werden von den Ketten dieser Sterblichkeit. (Aug., ähnlich [2Kor 5,8]) Der Tod ist an sich weder etwas Gutes, noch etwas Böses. Deshalb fügt der Apostel bei: Und mit Christus zu sein. Die Seelen der gerechten also, welche nichts abzubüßen haben, werden alsbald der beseligenden Anschauung Gottes teilhaftig. (Chrys., Aug., Hier.) +Philliper Phil 58 1 23 34 Gerade dies. +Philliper Phil 58 1 24 Permanere autem in carne, necessarium propter vos. im Fleische aber zu bleiben ist notwendig um euretwillen.³⁵ +Philliper Phil 58 1 24 35 Dem natürlichen Menschen ist Sterben eine harte Pein, doch die Liebe überwindet alle Schrecken des Todes. Wie erhaben ist das Herz des heil. Paulus! Die Liebe zu Christus und die Liebe zu den Mitmenschen kämpfen gleichsam miteinander. Die erstere von Christus, dem Quelle der Liebe ausgehend und zu ihm zurückkehrend, ist stärker, doch auch die letztere fordert um jener willen ihr Recht. So ist denn der Kämpfer, der bereits die Krone empfangen kann, zu weiterem Kampfe zum Besten aller Christen bereit. +Philliper Phil 58 1 25 Et hoc confidens scio quia manebo, et permanebo omnibus vobis ad profectum vestrum, et gaudium fidei: Und dies weiß ich zuversichtlich, dass ich bleiben und bei euch allen verbleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben,³⁶ +Philliper Phil 58 1 25 36 Dieser Vers enthält in seiner gewöhnlichen Erklärung eine unüberwindliche Schwierigkeit. Leben und Sterben ist dem Apostel wünschenswert, ein jedes aus einem anderen Grunde. Was auch geschehen mag, es wird dem Apostel zum Heile und Christus zum Ruhme gereichen. Was aber wird eintreten? Nach [Phil 2,17] rechnet Paulus mit der Möglichkeit seines gewaltsamen Todes, mithin kann der Apostel es hier nicht als sicher bezeichnen, dass er leben werde. Er weiß, dass er auf Erden noch nützlich sein kann (V. 25, 26), so wagt er sich noch nicht die selige Ewigkeit zu wünschen und überlässt dem Herrn die Entscheidung. Das aber weiß ich: Bleibe ich, so verbleibe ich bei euch usw. Stände an dieser Stelle: Das weiß ich, dass ich mit Christus sein werde, so würde man ergänzen: Wen ich sterbe. Da Paulus nun die andere Möglichkeit erwägt: ich werde mit euch bleiben, so ist zu erklären: Wenn ich bleibe. +Philliper Phil 58 1 26 Ut gratulatio vestra abundet in Christo Jesu in me, per meum adventum iterum ad vos. damit euer Frohlocken in Christo Jesu durch mich um so reicher werde durch meine abermalige Hinkunft zu euch. +Philliper Phil 58 1 27 Tantum digne Evangelio Christi conversamini: ut sive cum venero, et videro vos, sive absens audiam de vobis quia statis in uno spiritu unanimes, collaborantes fidei Evangelii: Nur wandelt würdig des Evangeliums Christi, damit ich, sei es, dass ich komme und euch sehe, sei es, dass ich fern bin, von euch höre, dass ihr feststehet³⁷ in einem Geiste, eines Sinnes, zusammen kämpfend für den Glauben an das Evangelium, [Eph 4,1, Kol 1,10, 1Thess 2,12] +Philliper Phil 58 1 27 37 Wie das Heer gegen den Feind dasteht, so dass ein Wille alle leitet und eine Gesinnung alle belebt, so soll auch die Gemeinde der Philipper in einem Geiste, dem heil. Geiste zusammenstehen, er soll sie führen und stärken. +Philliper Phil 58 1 28 Et in nullo terreamini ab adversariis: quæ illis est causa perditionis, vobis autem salutis, et hoc a Deo: und dass ihr euch in Nichts schrecken lasset von den Widersachern; denn dies ist für sie eine Ursache des Verderbens, für euch aber des Heiles, und das von Gott;³⁸ +Philliper Phil 58 1 28 38 Eine solche Unerschrockenheit zeugt von der Gerechtigkeit der Sache, die ihr verteidigt, und gibt euch die Sicherheit des Sieges, die den Feind entmutigt und ihm gleichsam seine Niederlage ankündigt. Die gerechte Sache siegt zuletzt und bringt euch Heil, dem Feinde Verderben, da sie euch diese Unerschrockenheit verleiht. So griechisch. Lateinisch: Dass sie euch verfolgen, ist für sie die Ursache des Verderbens. +Philliper Phil 58 1 29 Quia vobis donatum est pro Christo, non solum ut in eum credatis, sed ut etiam pro illo patiamini: denn³⁹ euch ist die Gnade zu Teil geworden für Christus, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, +Philliper Phil 58 1 29 39 Gründe für unerschrockenes Leiden um des Evangeliums willen: Leiden für Christus ist Gottes Geschenk und nicht weniger eine Gnade vom Herrn als der Glaube (Aug.), mithin ein Zeichen besonderer Liebe Gottes. Sodann teilen sie mit Paulus, ihrem Lehrer, das gleiche Los. Sie haben ihn in Philippi leiden sehen [Apg 16,19-24] und erfahren aus diesem Briefe und durch Epaphroditus, dass er noch fortwährend leidet und kämpft. +Philliper Phil 58 1 30 Idem certamen habentes, quale et vidistis in me, et nunc audistis de me. indem ihr denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen und jetzt von mir höret.⁴⁰ +Philliper Phil 58 1 30 40 Zuerst stellt der Apostel den Wert der Mahnung vor Augen: Im Zusammenhang mit Christus und in der liebevollen Gesinnung, welche die Mahnung eingibt. Von dem Werte der Mahnung geht er zum Wert der Gemeinschaft über, welche zwischen ihm und den Philippern im Heil. Geiste besteht und die sie veranlassen muss, seinen Wünschen zu entsprechen. Den letzten Grund bildet ihre Willfährigkeit zu guten Werken, ihre Liebe zu ihm und insbesondere ihr Mitleid mit seiner gegenwärtigen Lage. +Philliper Phil 58 2 0 b. Die Philipper möchten insbesondere vollkommene Eintracht, die Frucht der Demut und Selbstverleugnung bewahren. (V. 4) Nach dem Beispiele Christi (V. 5) und dem Vorbilde seiner Demut und seines Gehorsams, durch welche er die Herrlichkeit erlangte (V. 11) c. Wie unter den Augen des Apostels, so sollen sie jetzt in seiner Abwesenheit eifrig ihr Heil wirken, eingedenk dessen, dass Gott ihr Helfer ist (V. 13), wie Leuchten in der Finsternis sein und so dem Apostel eine Ursache des Ruhmes am Tage des Gerichtes werden, dass er nicht umsonst gearbeitet. (V. 18) 3. Empfehlungen betreffs seiner Genossen (V. 19 30): Des Timotheus, den er zu ihnen zu senden verheißt (V. 24), des Epaphroditus, der krank gewesen und den er jetzt schon sendet. +Philliper Phil 58 2 1 Si qua ergo consolatio in Christo, si quod solatium caritatis, si qua societas spiritus, si qua viscera miserationis: Wenn es also irgend einen Zuspruch in Christus gibt,¹ wenn irgend einen Trost der Liebe, wenn irgendwelche Gemeinschaft des Geistes, wenn irgend herzliches Erbarmen, +Philliper Phil 58 2 1 1 Die Häufung der Voraussetzungen zeigt, wie sehr ihm dies am Herzen liegt und wie er es nicht genug empfehlen kann (Chrys.). +Philliper Phil 58 2 2 Implete gaudium meum, ut idem sapiatis, eandem caritatem habentes, unanimes, idipsum sentientes, so machet meine Freude voll,² dass ihr gleichgesinnt seiet, indem ihr gleiche Liebe habet, einmütig, eines Sinnes,³ +Philliper Phil 58 2 2 2 Euer Zustand ist erfreulich, machet ihn, wie meine Freude vollkommen. +Philliper Phil 58 2 2 3 Beweis der gleichen Liebe. Eines Sinnes in der Beurteilung und Behandlung jeder Sache. Wie das geschehen soll, gibt V. 2 4 an. Eines Sinnes: Griech.: Das eine in's Auge fassend, also die Sache Christi, euer Heil. +Philliper Phil 58 2 3 Nihil per contentionem, neque per inanem gloriam: sed in humilitate superiores sibi invicem arbitrantes, dass ihr nichts aus Streitsucht noch aus eitler Ehrsucht tuet, sondern in Demut einer den andern für höher achtend als sich selbst,⁴ +Philliper Phil 58 2 3 4 Da die rechte Eintracht aus der wahren und vollkommenen Demut hervorwächst, empfiehlt der Apostel diese besonders. Aber wie kann man andere als höhere ansehen? Niemand ist so gut, dass an ihm keine Unvollkommenheit wäre, wenn dieselbe auch verborgen ist. Zudem hat der Nächste vielleicht etwas, was ihn über unsere offenbaren Vorzüge stellt (Aug.). Endlich kennt der, der sich selbst kennt, seine Untreue und schätzt sich deshalb gering. +Philliper Phil 58 2 4 Non quæ sua sunt singuli considerantes, sed ea, quæ aliorum. dass nicht jeder auf das Seinige sehe, sondern auf das, was der andern ist.⁵ +Philliper Phil 58 2 4 5 Mit der Demut muss die Opferwilligkeit verbunden sein. +Philliper Phil 58 2 5 Hoc enim sentite in vobis, quod et in Christo Jesu: Denn so sollt ihr gesinnt sein, wie auch Christus Jesus gesinnt war,⁶ +Philliper Phil 58 2 5 6 Um seinen Mahnungen größeren Nachdruck zu geben, stellt Paulus (V. 5 11) das Beispiel des Herrn vor Augen, der in seiner Menschwerdung, in seinem Gehorsam und endlich im Tode am Kreuze ein unerreichbares Vorbild der Selbstentäußerung und Opferwilligkeit gegeben hat. +Philliper Phil 58 2 6 Qui cum in forma Dei esset, non rapinam arbitratus est esse se æqualem Deo: welcher, da er in Gottes Gestalt war,⁷ es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein; +Philliper Phil 58 2 6 7 Die Form ist eigentlich das Gleiche wie die Gestalt. In der zweiten Person gewann Gott gleichsam Gestalt, sofern er sich selbst schaut. Nun ist aber alles Sein in Gott Wesen, also auch dieses Bild. Trägt dies Bild Gottes Wesenheit, so setzten die griechischen Väter an dieser Stelle mit Recht den Ausdruck Natur dafür ein (Chrys., Theod., Ökum.). Die Worte Gott gleich stellen die Wesenheit in den Vordergrund. Da Christus als das ewige Wort in der Gestalt Gottes, das Prinzip aller Offenbarung nach innen und nach außen war, hielt er sein Gottgleichsein nicht für etwas Angemaßtes, sondern für ihn von Natur zukommend. Aber im Bewusstsein seiner gottgleichen Wesenheit und Herrlichkeit entäußerte er sich, und zwar der göttlichen Gestalt bei der Menschwerdung, indem er Knechtsgestalt annahm. Knechtsgestalt wird die menschliche Natur im Gegensatze zu Gott genannt, weil dieser der Herr aller Geschöpfe, sie ihm gegenüber also Knechte sind, doch fehlt wohl nicht die Anspielung auf das A. T. Einen schönen Gegensatz bildet die Selbstentäußerung zur unrechtmäßigen Aneignung fremden Eigentums: Raub. +Philliper Phil 58 2 7 Sed semetipsum exinanivit formam servi accipiens, in similitudinem hominum factus, et habitu inventus ut homo. sondern sich selbst entäußerte,⁸ indem er Knechtsgestalt annahm, den Menschen gleich⁹ geworden und im Äußeren¹⁰ als ein Mensch erfunden ward. +Philliper Phil 58 2 7 8 Wie entäußerte er sich? Indem er annahm, was er zuvor nicht wahr; nicht indem er verlor, was er gewesen, sondern indem er dies verbarg. Er erniedrigte sich; da er Gott war, erschien er als Mensch (Aug.). +Philliper Phil 58 2 7 9 Nicht dass er kein wahrer Mensch war, sondern weil er kein bloßer Mensch, weil er ein Gottmensch war. Zudem hatte er nicht alles mit und gemeinsam, nicht die Art der Herkunft, nicht die Sünde (Chrys.). +Philliper Phil 58 2 7 10 Durch die äußere Erscheinung und den Wandel bewies Christus, dass er ein Mensch, wenn er auch wahrer Gott war. Das als bezeichnet, wie die entsprechende hebräische Partikel, die Wahrheit: Als wahrer Mensch. Vergl. [Joh 11,14]. +Philliper Phil 58 2 8 Humiliavit semetipsum factus obediens usque ad mortem, mortem autem crucis. Er erniedrigte sich selbst, indem er gehorsam ward¹¹ bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze. +Philliper Phil 58 2 8 11 Nämlich Gott den Vater. Hätte Christus gelitten, aber nicht aus Gehorsam, so wäre dies nichts so Großes gewesen wie jetzt, wo zu dem Leiden der Gehorsam hinzutritt (Thom.). Als Beweis des Gehorsams wird wie [Hebr 5,8] die höchste Stufe desselben erwähnt. Der Tod war für ihn noch viel mehr als für uns, die wir in Adam gesündigt, etwas der Natur Widerstreitendes. Mit dem Tode am Kreuze war zudem die Ausstoßung aus der Gottesgemeinde verbunden. +Philliper Phil 58 2 9 Propter quod et Deus exaltavit illum, et donavit illi nomen, quod est super omne nomen: Darum¹² hat ihn auch Gott hoch erhoben, und ihm einen Namen¹³ gegeben, der über alle Namen ist, +Philliper Phil 58 2 9 12 Dem demütigen Gehorsame folgt die Erhöhung der menschlichen Natur, denn als Gott besaß Christus stets die Herrlichkeit und wird sie besitzen. Durch seinen Gehorsam erwarb Christus nicht nur uns, sondern auch sich Verdienste: die Verklärung seines Leibes, die Auffahrt zum Himmel, sein glorreiches Sitzen zur Rechten Gottes. +Philliper Phil 58 2 9 13 Der Name, mit dem wir den Herrn bezeichnen, drückt nun etwas Höheres aus als irgendein Name, mit dem ein Geschöpf benannt wird. Der Name Gottes ist im A. T. Gott, soweit er sich der Welt offenbart. Hier also ist mit dem Ausdruck Name die hohe, alles überragende Würde des Heilandes bezeichnet, welche er vom Vater erhalten. +Philliper Phil 58 2 10 Ut in nomine Jesu omne genu flectatur clestium, terrestrium, et infernorum, auf dass in dem Namen¹⁴ Jesu sich jedes Knie beuge aller Wesen¹⁵ im Himmel, auf Erden und unter der Erde, [Jes 45,24, Röm 14,11] +Philliper Phil 58 2 10 14 Auf Grund des Namens. Was der her als Mensch auf Erden getan, ist Grund dieser Verehrung. Vergl. [Offb 5,12]. +Philliper Phil 58 2 10 15 Die Absicht, in der Gott Christus über alle Wesen erhoben hat, ist, damit ihm von allen Geschöpfen Huldigung und Anbetung dargebracht werde, wofür die Kniebeugung der Ausdruck ist. [Eph 3,14] Also auch den Menschen Christus dürfen und sollen wir anbeten, weil die menschliche Natur mit der zweiten Person der Gottheit hypostatisch vereint ist. Vergl. [Jes 45,23]. Unter der Erde sind die Abgeschiedenen gedacht. +Philliper Phil 58 2 11 Et omnis lingua confiteatur quia Dominus Jesus Christus in gloria est Dei Patris. und jede Zunge¹⁶ bekenne, dass Jesus Christus der Herr zum Preise Gottes, des Vaters ist.¹⁷ +Philliper Phil 58 2 11 16 Alle Geschöpfe müssen bekennen, dass Christus der Herr aller geschaffenen Wesen ist. +Philliper Phil 58 2 11 17 Griech.: Dass Jesus Christus der Herr sei zur Verherrlichung Gottes des Vaters. Da Gott dem Herrn diese Herrschaft gegeben, ist die freudige Anerkennung derselben eine Verherrlichung des Vaters. Das Reich Gottes ist jetzt das Reich Christi geworden, und wir können uns Gott nur nahen, indem wir Christus nahen. Die Verehrung des Heilandes ist der Gottesdienst, der den Vater ehrt. Das Reich Christi begann mit der Erhöhung des Herrn nach seinem Tode und währt, bis der letzte Feind überwunden ist und der Herr dem Vater alles zu Füßen legt. +Philliper Phil 58 2 12 Itaque carissimi mei (sicut semper obedistis): non ut in præsentia mei tantum, sed multo magis nunc in absentia mea, cum metu et tremore vestram salutem operamini. Demnach, meine Geliebten! (wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid), lasset es nicht bewenden bei dem, was in meiner Anwesenheit geschehen,¹⁸ sondern wirket noch viel mehr jetzt, bei meiner Abwesenheit, mit Furcht und Zittern¹⁹ euer Heil. +Philliper Phil 58 2 12 18 Die Gegenwart des Apostels war den Philippern ein großer Sporn gewesen, der Tugend nachzustreben, jetzt, wo er fern ist, bedarf es einer noch größeren Anstrengung, um festzustehen. Der Vers bezieht sich auf [Phil 1,27] zurück. Der Zusatz: Wie in meiner Anwesenheit nimmt der Mahnung die Bitterkeit. +Philliper Phil 58 2 12 19 Wie sollten wir ohne Furcht je zum Heile gelangen, wo der Kampf so groß, die Hindernisse so viele sind? Weder das Wollen, noch das Vollbringen liegt in euren eigenen Kräften, erklärt der heil. Augustin, sondern Gott ist es, der beides durch seine Gnade in euch wirkt. So ist also stets zu besorgen, er möchte seine Gnade entziehen und euch eurer Ohnmacht überlassen. Also für das Wollen, wie für das Vollbringen, ist Gottes zuvorkommende Gnade erforderlich. Andererseits aber darf diese nicht unbenützt bleiben, sondern der Mensch soll die höchste Ehre und Auszeichnung erlangen, mit Gott durch die von diesem erlangte Kraft mitzuwirken (Trid. Konz. Sitz 6, Kap. 5). +Philliper Phil 58 2 13 Deus est enim, qui operatur in vobis et velle, et perficere pro bona voluntate. Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen wie das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.²⁰ +Philliper Phil 58 2 13 20 Gnädigen Beschluss, Wohlwollen. Gott ist ihnen gegenwärtig, wenn Paulus auch fern ist. +Philliper Phil 58 2 14 Omnia autem facite sine murmurationibus, et hæsitationibus: Tuet alles ohne Murren und Zaudern,²¹ [1Petr 4,9] +Philliper Phil 58 2 14 21 Ohne Murren gegen Gott, wegen der Strenge seiner Gebote, der Verfolgungen usw. Ohne Vernünftelei und Zweifel, hinter denen der ungehorsam sich zu verbergen sucht. Gott fordert willigen Gehorsam und volle Hingebung. +Philliper Phil 58 2 15 Ut sitis sine querela, et simplices filii Dei, sine reprehensione in medio nationis pravæ, et perversæ: inter quos lucetis sicut luminaria in mundo, damit ihr tadellos und lautere Kinder Gottes seiet, unsträflich inmitten eines verderbten und verkehrten Geschlechtes, unter denen ihr leuchtet²² wie Gestirne in der Welt, +Philliper Phil 58 2 15 22 Christus ist gleichsam die Sonne der geistigen Welt. Wer seine Wahrheit, die das Leben gibt, in sich aufnimmt, wird selbst Licht. Die Gläubigen sind gleichsam die Sterne, welche in das Dunkel der Welt hineinleuchten und ihr den Weg zur Rettung weisen. +Philliper Phil 58 2 16 Verbum vitæ continentes ad gloriam meam in die Christi, quia non in vacuum cucurri, neque in vacuum laboravi. indem ihr am Worte des Lebens festhaltet, mir zum Ruhme auf den Tag Christi, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin und nicht vergeblich gearbeitet habe.²³ +Philliper Phil 58 2 16 23 Die Verdoppelung: Gelaufen, gearbeitet, sowie die Wiederholung des vergeblich sind Zeichen der großen Freude, welche der Apostel erhofft. +Philliper Phil 58 2 17 Sed et si immolor supra sacrificium, et obsequium fidei vestræ, gaudeo, et congratulor omnibus vobis. Aber wenn ich auch hingeopfert werde zu der Opfergabe und dem Dienste eures Glaubens,²⁴ so freue ich mich und frohlocke mit euch allen. +Philliper Phil 58 2 17 24 Die Ausdrücke sind vom jüdischen Opferkultes hergenommen. Nach [Num 15,5ff] war zu den Schlachtopfern noch ein Trankopfer von Wein darzubringen. Der Glaube ist ein Opfer: vermittels desselben bringen sich die Christen Gott dar als Eigentum, so dass sie das Opfer sind, und vermöge desselben üben sie eine heilige Tätigkeit, ein priesterliches Amt. Nach anderen freut sich der Apostel, sein Blut für den Glauben vergießen zu dürfen, welcher durch ihn die von ihm Bekehrten Gott zu eigen gegeben hatte. +Philliper Phil 58 2 18 Idipsum autem et vos gaudete, et congratulamini mihi. Über eben dies freuet auch ihr euch und frohlocket mit mir. +Philliper Phil 58 2 19 Spero autem in Domino Jesu, Timotheum me cito mittere ad vos: ut et ego bono animo sim, cognitis quæ circa vos sunt. Ich hoffe aber im Herrn Jesus,²⁵ den Timotheus bald zu euch senden zu können, damit auch ich guten Mutes sei, indem ich erfahre, wie es um euch steht.²⁶ +Philliper Phil 58 2 19 25 Jesus wird dies durch seine Gewalt ermöglichen. +Philliper Phil 58 2 19 26 Indem der Apostel die Hoffnung ausspricht, von den Philippern gute Nachrichten zu erhalten, weckt er ihren Eifer und tröstet sie, da sie sehen, wie sehr sie ihm am Herzen liegen. +Philliper Phil 58 2 20 Neminem enim habeo tam unanimem, qui sincera affectione pro vobis sollicitus sit. Denn ich habe keinen an Sinnesart ihm Gleichstehenden,²⁷ der mit herzlicher Teilnahme für euch besorgt sei. +Philliper Phil 58 2 20 27 In der Verkündigung des Evangeliums und der Sorge um die Philipper. +Philliper Phil 58 2 21 Omnes enim quæ sua sunt quærunt, non quæ sunt Jesu Christi. Denn alle suchen das Ihrige, nicht das, was Jesu Christi ist.²⁸ [1Kor 13,5] +Philliper Phil 58 2 21 28 Außer Timotheus hat der Apostel niemand, der die Reise übernehmen wollte, die doch ein Dienst Christi ist, sondern jeder suchte das Seine. So hat Timotheus eine einzigartige Selbstlosigkeit gezeigt. Lukas und andere waren wohl damals nicht in Rom, wie das Fehlen der Grüße am Ende des Briefes zeigt. +Philliper Phil 58 2 22 Experimentum autem ejus cognoscite, quia sicut patri filius, mecum servivit in Evangelio. Wie bewährt er aber ist, sollt²⁹ ihr daran erkennen, dass er, wie ein Sohn seinem Vater, mit mir gedient hat für das Evangelium.³⁰ +Philliper Phil 58 2 22 29 Die indikative Form: ihr wisst, wäre vorzuziehen, da der Apostel sich so auf die Kenntnis der Philipper bezieht. +Philliper Phil 58 2 22 30 Der heil. Paulus wollte eigentlich sagen: Er hat mir gedient wie ein Kind dem Vater. Doch wendet er den Satz so, dass Timotheus nicht als ihm dienend, sondern als sein Genosse, er aber als Diener des Evangeliums hingestellt wird. +Philliper Phil 58 2 23 Hunc igitur spero me mittere ad vos, mox ut videro quæ circa me sunt. Ihn also hoffe ich zu euch zu senden, sobald ich meine Lage absehen kann. +Philliper Phil 58 2 24 Confido autem in Domino quoniam et ipse veniam ad vos cito. Ich habe aber die Zuversicht im Herrn, dass ich auch selbst bald zu euch kommen werde.³¹ +Philliper Phil 58 2 24 31 Die Sendung des Timotheus ist noch nicht alles, was der Apostel tun will; er will auch selbst kommen, wenn der Herr es so will. +Philliper Phil 58 2 25 Necessarium autem existimavi Epaphroditum fratrem, et cooperatorem, et commilitonem meum, vestrum autem apostolum, et ministrum necessitatis meæ, mittere ad vos: Indes habe ich für notwendig erachtet, den Epaphroditus, meinen Bruder, Mitarbeiter und Mitstreiter, euren Abgesandten und Diener meiner Bedürfnisse,³² zu euch zu senden, +Philliper Phil 58 2 25 32 Die zarte Rücksicht, mit der Paulus den Epaphroditus verteidigt und in den Augen der Philipper hebt, hat ein Gegenstück nur in der Fürsorge für Onesimus. (Brief an Philem.) Die Rückkehr des Epaphroditus ist das Werk des Paulus. Notwendig: Ihr habt gehört, dass er in Rom krank geworden ist, dies aber, dass ihr von seiner Krankheit erfahren, hat den Kranken beunruhigt, die Krankheit ward lebensgefährlich. So wehrt Paulus jeden Vorwurf ab, als ob Epaphroditus den Apostel aus Bequemlichkeit verließ. +Philliper Phil 58 2 26 Quoniam quidem omnes vos desiderabat: et mstus erat, propterea quod audieratis illum infirmatum. da er sich nach euch allen sehnte und bekümmert war, weil ihr gehört hattet, dass er krank sei. +Philliper Phil 58 2 27 Nam et infirmatus est usque ad mortem: sed deus misertus est ejus: non solum autem ejus, verum etiam et mei, ne tristitiam super tristitiam haberem. Denn wirklich war er dem Tode nahe; aber Gott hat sich seiner erbarmt, nicht allein aber seiner, sondern auch meiner, dass ich nicht Betrübnis über Betrübnis hätte.³³ +Philliper Phil 58 2 27 33 Zur Betrübnis über seine eigene Lage sollte nicht die Trauer über Epaphroditus kommen. +Philliper Phil 58 2 28 Festinantius ergo misi illum, ut viso eo iterum gaudeatis, et ego sine tristitia sim. Um so eiliger also sende ich ihn, damit ihr euch seines Wiedersehens freuet, und ich keine³⁴ Betrübnis habe. +Philliper Phil 58 2 28 34 Griech.: weniger. +Philliper Phil 58 2 29 Excipite itaque illum cum omni gaudio in Domino, et ejusmodi cum honore habetote. Heißet ihn denn willkommen im Herrn³⁵ mit aller Freude und haltet solche Männer in Ehren. +Philliper Phil 58 2 29 35 Als solchen, der Christus angehört. +Philliper Phil 58 2 30 Quoniam propter opus Christi usque ad mortem accessit, tradens animam suam ut impleret id, quod ex vobis deerat erga meum obsequium. Denn um des Werkes Christi willen³⁶ ist er dem Tode nahe gekommen, indem er sein Leben auf's Spiel setzte, um das zu ersetzen, was von eurer Seite fehlte an der Dienstleistung für mich.³⁷ +Philliper Phil 58 2 30 36 Sei es durch apostolische Tätigkeit, sei es, was wahrscheinlicher, durch die Paulus geleisteten Dienste. +Philliper Phil 58 2 30 37 Da ihr selbst nicht zugegen seid. +Philliper Phil 58 3 0 II. Ermahnender Teil (Kap. 3, V. 1 Kap. 4, V. 7): 1. Mahnung zur Vorsicht gegen die Gefahren seitens judaisierender Lehrer (Kap 3, V. 1 Kap. 4, V. 1): a. Die falsche und die wahre Beschneidung. (V. 3) b. Paulus verachtet die Werke nicht, weil er etwa selbst nie solche gehabt (V. 6), sondern weil er nach der wahren Gerechtigkeit trachtet, die aus Gott ist und im Glauben wurzelt (V. 11), c. demütig bekennend, dass er der ewigen Glorie noch nicht sicher sei, aber aus allen Kräften darnach trachte, sie zu erlangen. (V. 14) d. Mahnung an die Leser, als geistliche und vollkommene Menschen so zu fühlen, wie der Apostel selbst, und auf dem rechten Wege zu beharren. (V. 17) e. Um dieser Mahnung Nachdruck zu geben, vergleicht er die, welche dem Untergange zueilen und die zur Teilnahme an der Herrlichkeit Christi Berufenen. +Philliper Phil 58 3 1 De cetero fratres mei gaudete in Domino. Eadem vobis scribere, mihi quidem non pigrum, vobis autem necessarium. Im Übrigen,¹ meine Brüder! freuet euch im Herrn. Das nämliche² euch zu schreiben, ist mir nicht lästig, euch aber notwendig. +Philliper Phil 58 3 1 1 Der Apostel wollte hier den Brief enden, doch veranlasst ihn die Erinnerung an die Gefahr, in welcher die Philipper schweben, noch eine weitere Mahnung beizufügen, um erst [Phil 4,8] den Schluss zu machen. +Philliper Phil 58 3 1 2 Die folgenden Warnungen vor Irrlehrern. Sind solche vielleicht in einem verloren gegangenen Briefe bereits gegeben worden? +Philliper Phil 58 3 2 Videte canes, videte malos operarios, videte concisionem. Hütet euch³ vor den Hunden,⁴ hütet euch vor den bösen Arbeitern,⁵ hütet euch vor der Zerschneidung!⁶ +Philliper Phil 58 3 2 3 Die dreimalige Wiederholung dieser Aufforderung erhöht das Angelegentliche dieser Warnung. +Philliper Phil 58 3 2 4 Das Bild des Hundes kommt in verschiedener Bedeutung in der heil. Schrift vor. Hier kommt der Hund als ein verächtliches Tier in Betracht, in welcher Beziehung er auch das Bild der Heiden für die Juden war. Dazu kommt die Zudringlichkeit. Wie eine Meute umstellen sie den Apostel. +Philliper Phil 58 3 2 5 Sie scheinen für das Evangelium zu arbeiten und verkehren doch die Lehre Christi durch ihre Irrtümer. +Philliper Phil 58 3 2 6 Das Abstraktum für: die Zerschnittenen. Die Beschreibung entfernt etwas Überflüssiges und dient zur Reinheit, die Zerschneidung zerstört eine Sache. Es handelt sich um die auch [Gal 5,11] bekämpften judaisierenden Lehrer. Die Beschneidung war das Zeichen des Glaubens Abrahams an die Verheißung. Deshalb wird bereits im A. T. die Beschneidung symbolisch verstanden. [Lev 26,41, Dtn 10,16, Dtn 30,6, Ez 44,7] ist von der Beschneidung des Herzens, [Jer 6,10] von der der Ohren, [Ez 6,12.30] von derjenigen der Lippen die Rede. Der heil. Paulus deutet sie hier auf die Umänderung des Herzens. Die körperliche Beschneidung hat nur Wert als religiöses Gut; als solches ist sie aber durch den Tod des Herrn aufgehoben und heißt nun mit Recht Zerschneidung. +Philliper Phil 58 3 3 Nos enim sumus circumcisio, qui spiritu servimus Deo, et gloriamur in Christo Jesu, et non in carne fiduciam habentes, Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geiste Gott dienen, und uns in Christus Jesus rühmen, und nicht auf das Fleisch unser Vertrauen setzen, +Philliper Phil 58 3 4 Quamquam ego habeam confidentiam et in carne. Si quis alius videtur confidere in carne, ego magis, obwohl ich meinerseits auch auf das Fleisch Vertrauen setzen könnte.⁷ Wenn irgendein anderer meint, auf das Fleisch vertrauen zu können, so ich noch mehr. [2Kor 11,18] +Philliper Phil 58 3 4 7 Wenn der Apostel gegen Beschneidung und Gesetz eifert, so könnte jemand ihm vorwerfen, er tue es, weil er sie nicht habe. Indem Paulus das gering schätzt, was er selber besitzt, werden seine Worte wirksamer. +Philliper Phil 58 3 5 Circumcisus octavo die, ex genere Israel, de tribu Benjamin, Hebræus ex Hebræis, secundum legem Pharisæus, Ich bin beschnitten am achten Tage, bin aus dem Geschlechte Israel, aus dem Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, dem Gesetze nach ein Pharisäer, +Philliper Phil 58 3 6 Secundum æmulationem persequens Ecclesiam Dei, secundum justitiam, quæ in lege est, conversatus sine querela: dem Eifer nach ein Verfolger der Kirche Gottes,⁸ und der auf das Gesetz sich gründenden Gerechtigkeit nach von untadelhaftem Wandel. +Philliper Phil 58 3 6 8 Die ersten drei sind anererbte Vorzüge des Apostels, die folgenden selbsterworbene: Weder er noch seine Voreltern waren Proselyten, er stammt von Abraham, Isaak und Jakob, aus dem Stamme, der mit Juda und Levi vereint Gott treu blieb, und in dessen Gebiet Jerusalem und der Tempel liegt, aus einer hebräisch redenden Familie, die nichts vom israelitischen Wesen verloren. Dazu gehörte er zuvor zu der streng orthodoxen und am meisten geachteten Partei der Pharisäer, ja, war ein Eiferer für das Gesetz und ein Verfolger alles dessen, was diesem entgegenstand. Endlich hatte er sich in Hinsicht auf die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig erwiesen, so dass menschliches Urteil an ihm nichts auszusetzen fand. [Apg 23,1] +Philliper Phil 58 3 7 Sed quæ mihi fuerunt lucra, hæc arbitratus sum propter Christum detrimenta. Doch was mir Gewinn war, das alles habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. +Philliper Phil 58 3 8 Verumtamen existimo omnia detrimentum esse propter eminentem scientiam Jesu Christi Domini mei: propter quem omnia detrimentum feci, et arbitror ut stercora, ut Christum lucrifaciam, Ja, ich halte⁹ alles für Schaden gegen die alles übertreffende Erkenntnis Jesu Christi, meines Herrn, um dessentwillen ich dieses allen verlustig gegangen bin, und es für Kot erachte, damit ich Christus gewinne, +Philliper Phil 58 3 8 9 Griech.: auch jetzt noch. +Philliper Phil 58 3 9 Et inveniar in illo non habens meam justitiam, quæ ex lege est, sed illam, quæ ex fide est Christi Jesu: quæ ex Deo est justitia in fide und in ihm erfunden werde,¹⁰ nicht mit meiner Gerechtigkeit, die aus dem Gesetze kommt, sondern mit jener, welche aus dem Glauben an Christus Jesus stammt der Gerechtigkeit aus Gott auf Grund des Glaubens;¹¹ +Philliper Phil 58 3 9 10 Das Sein in Christus wird negativ und positiv bestimmt. +Philliper Phil 58 3 9 11 Dies wird mit feierlichem Nachdrucke wiederholt. +Philliper Phil 58 3 10 Ad cognoscendum illum, et virtutem resurrectionis ejus, et societatem passionum illius: configuratus morti ejus: um ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tode gleichgestaltet werde,¹² +Philliper Phil 58 3 10 12 Zerlegung des V. 8. Um ihn zu gewinnen, und dies Gewinnen hat als Zweck, ihn zu erkennen. Der Inhalt des christlichen Lebens sind überirdische Ziele und Güter. Das erste, was das Gewinnen Christi gewährt, ist der Anteil an seinem überirdischen Leben, das zweite die Teilnahme an seinem Leiden. Wie der Tod den Heiland Von der Welt schied, so scheidet das Leben den Christen, indem sein alter Mensch der Welt gekreuzigt wird. +Philliper Phil 58 3 11 Si quo modo occurram ad resurrectionem, quæ est ex mortuis: ob ich etwa zur Auferstehung von den Toten gelangen möge.¹³ +Philliper Phil 58 3 11 13 Die anderen bleiben im Todesstande, der Christ aber erwirbt einen Leib der Herrlichkeit. +Philliper Phil 58 3 12 Non quod jam acceperim, aut jam perfectus sim: sequor autem, si quomodo comprehendam in quo et comprehensus sum a Christo Jesu. Nicht, dass ich es¹⁴ schon erlangt hätte oder schon vollkommen geworden wäre; ich strebe aber darnach, ob ich es etwa ergreifen möchte, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin. +Philliper Phil 58 3 12 14 Die in V. 9, 10 beschriebenen Güter. Der Apostel hat die Güter des Judentums als fleischliche bezeichnet, welche er verschmäht, um höhere, die sich in Christus befinden, zu gewinnen. Hat er diese schon vollkommen erlangt? Er geht (12 14) daran, ein etwaiges Missverständnis fernzuhalten. +Philliper Phil 58 3 13 Fratres, ego me non arbitror comprehendisse. Unum autem: quæ quidem retro sunt obliviscens, ad ea vero, quæ sunt priora, extendens meipsum, Brüder!¹⁵ ich halte nicht von mir selbst, dass ich es ergriffen habe;¹⁶ eines aber tue ich: Das, was hinter mir liegt, vergessend,¹⁷ nach dem aber, was vor mir ist, mich ausstreckend,¹⁸ +Philliper Phil 58 3 13 15 Wenn Paulus in V. 14 das V. 13 Gesagte noch einmal wiederholt, und zwar mit der Anrede: Brüder, so zeigt das betont vorangestellte ich, dass er sein Urteil über sich selbst in Gegensatz stellt zu dem Urteile anderer. Vielleicht fürchtet er, die Philipper möchten von sich selbst eine zu hohe Meinung haben: Ich bin fern, von mir eine solche zu hegen, ziemt es sich für euch, stolz von euch zu denken? Ich nehme für mich nur eines in Anspruch, das eifrige Bemühen (V. 14). +Philliper Phil 58 3 13 16 Wie weit ich auch etwa fortgeschritten, noch bin ich fern von meinem Vorbilde, Christus. +Philliper Phil 58 3 13 17 Vergiss das, was hinter dir liegt, schaue nicht darauf zurück, damit du nicht dort bleibest, wohin du schaust (Aug.). +Philliper Phil 58 3 13 18 Wie der Läufer im Wettlauf. Das Ziel des Apostels ist Christus, sein Lohn die ewige Glückseligkeit. +Philliper Phil 58 3 14 Ad destinatum persequor, ad bravium supernæ vocationis Dei in Christo Jesu. eile ich dem vorgesteckten Ziele zu, dem Siegespreise der von oben erhaltenen Berufung Gottes¹⁹ in Christus Jesus.²⁰ +Philliper Phil 58 3 14 19 Der von Gott erfolgten Berufung. (Akt der Berufung) +Philliper Phil 58 3 14 20 In Christus ist die Berufung zum Heile begründet, durch ihn wird sie vermittelt. +Philliper Phil 58 3 15 Quicumque ergo perfecti sumus, hoc sentiamus: et si quid aliter sapitis, et hoc vobis Deus revelabit. So viele nun vollkommen sind,²¹ lasset uns diese Gesinnung haben; und wenn ihr in irgend etwas anderen Sinnes seid, so wird euch Gott auch dies offenbaren.²² +Philliper Phil 58 3 15 21 Geistig, nach der Vollkommenheit trachtend. Zuvor hat der Apostel gesagt (V. 12): Nicht, dass ich schon vollkommen bin, hier wendet er sich an die Vollkommenen. Ob die Leser sich vielleicht etwas überhoben? Die wahre Vollkommenheit ist ja, sich seiner Unvollkommenheit bewusst zu sein und vorwärts zu streben. +Philliper Phil 58 3 15 22 Vers 12 14 sind zur Abwehr eines möglichen Missverständnisses des vorher Gesagten (Nicht dass) vom Apostel eingeschoben, und dabei ist die Mahnung, sich vor Selbstüberschätzung zu hüten, beigefügt. Diese Gesinnung bezieht sich auf eine Sache zurück, also auf das V. 12 14 Gesagte, das damit seinen Abschluss findet. Worauf aber geht die zweite Hälfte des 15. Verses? Gewiss nicht wieder auf den Wert der Demut, da die Mahnung abgeschlossen ist, dass die Einbildung, vollkommen zu sein, eine große Gefahr für das Heil der Philipper enthalten habe, über welche der heil. Paulus nicht ruhig hinweggehen konnte, es auch hierüber keiner besonderen Offenbarung bedurfte, da seine kräftige Abmahnung deutlich genug war. Es dürfte das in etwas auf dasselbe gehen, was nach V. 1 dem Apostel nicht lästig ist zu schreiben, den Philippern aber notwendig. Die Ruhe, mit der der Apostel spricht, schließt den Gedanken an eine der Gemeinde drohende Gefahr aus. Es ist also wohl das scharfe Urteil über die Judaisten gemeint, welches den Philippern zu hart erscheinen konnte. +Philliper Phil 58 3 16 Verumtamen ad quod pervenimus ut idem sapiamus, et in eadem permaneamus regula. Indes,²³ wozu wir gelangt sind, in derselben Richtung wollen wir auch, damit wir eines Sinnes seien, verharren. +Philliper Phil 58 3 16 23 Das Urteil über die Irrlehrer sei dahingestellt, bleiben wir in Übereinstimmung, und zwar in der Richtung, zu der wir in der Anschauung über die Gnade gelangt sind. +Philliper Phil 58 3 17 Imitatores mei estote fratres, et observate eos qui ita ambulant, sicut habetis formam nostram. Werdet meine Nachfolger,²⁴ Brüder! und schauet auf die, welche also wandeln, wie ihr uns zum Vorbilde habt. +Philliper Phil 58 3 17 24 Griech.: Mitnachfolger, nämlich mit anderen, welche so wandeln, wie der Apostel. +Philliper Phil 58 3 18 Multi enim ambulant, quos sæpe dicebam vobis (nunc autem et flens dico) inimicos crucis Christi: Denn viele wandeln, wie ich euch von ihnen oft gesagt habe,²⁵ (jetzt aber unter Tränen sage), als die Feinde des Kreuzes Christi,²⁶ +Philliper Phil 58 3 18 25 Sie waren also nicht in der Gemeinde von Philippi. Ihr Gegensatz ist V. 17: uns. +Philliper Phil 58 3 18 26 Die Christen, welche in weltlichen Lüsten ihr Ziel suchen (Chrys.). +Philliper Phil 58 3 19 Quorum finis interitus: quorum Deus venter est: et gloria in confusione ipsorum, qui terrena sapiunt. deren Ende das Verderben,²⁷ deren Gott der Bauch ist, und deren Ruhm in ihrer Schande besteht, die nach dem Irdischen trachten. +Philliper Phil 58 3 19 27 Das Schrecklichste stellt Paulus an die Spitze: Ihr Ende ist ewiger Untergang, weil die sinnliche Lust ihr höchstes Gut ist. +Philliper Phil 58 3 20 Nostra autem conversatio in clis est: unde etiam Salvatorem exspectamus Dominum nostrum Jesum Christum, Unser²⁸ Wandel²⁹ aber ist im Himmel, von wo wir auch den Heiland erwarten, unsern Herrn Jesus Christus, +Philliper Phil 58 3 20 28 Aller in V. 17 Bezeichneten. +Philliper Phil 58 3 20 29 Griech.: Bürgerschaft; wir sind Bürger der triumphierenden Kirche, deren Haupt schon jetzt glorreich im Himmel herrscht. Jener gehört der wahre Christ der Bestimmung und den Heilsgütern nach an, wenn er auch tatsächlich noch in der streitenden weilt. +Philliper Phil 58 3 21 Qui reformabit corpus humilitatis nostræ, configuratum corpori claritatis suæ, secundum operationem, qua etiam possit subjicere sibi omnia. welcher den Leib unserer Niedrigkeit umgestalten wird, dass er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch welche er sich auch alles unterwerfen kann.³⁰ +Philliper Phil 58 3 21 30 In der dereinstigen Auferweckung und Umwandlung unserer Leiber wird sich dieselbe Kraft Christi offenbaren, durch welche er über seine Feine triumphieren und sich alles unterwerfen wird. Das Ende der Feinde des Kreuzes Christi also wird ewiges Verderben sein, jener aber, die mit Paulus dem Heilande entgegenharren, Verklärung und Sieg. +Philliper Phil 58 4 0 f. Schluss: Mahnung zur Beharrlichkeit. (V. 1) 2. Besondere Mahnungen (V. 2 7): a. Mahnung an zwei Frauen und einen Mitarbeiter. (V. 3) b. Mahnungen an alle betreffs verschiedener Tugenden und Friedenswunsch. (V. 7) Schluss (Kap. 4, V. 8 23): 1. Allgemeine Ermunterung zu allen Tugenden. (V. 9) 2. Danksagung für die durch Epaphroditus gespendeten Almosen. (V. 18) 3. Segenswünsche, Grüße, Segen des Apostels. +Philliper Phil 58 4 1 Itaque fratres mei carissimi, et desideratissimi, gaudium meum, et corona mea: sic state in Domino, carissimi: Demnach,¹ meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude² und meine Krone!³ stehet also fest im Herrn, Geliebte! +Philliper Phil 58 4 1 1 Nach dem [Phil 3,20] Gesagten. +Philliper Phil 58 4 1 2 Durch eure Festigkeit im Glauben. +Philliper Phil 58 4 1 3 Paulus sah seine Krone, den Kranz seines Sieges, bereits errungen, und so erübrigte ihm nur die Bitte um Feststehen, um Ausdauer im dem errungenen. +Philliper Phil 58 4 2 Evodiam rogo, et Syntychen deprecor idipsum sapere in Domino. Die Evodia⁴ ermahne ich, und die Syntyche⁵ bitte ich,⁶ eines Sinnes zu sein im Herrn.⁷ +Philliper Phil 58 4 2 4 Evodia und Syntyche waren für die Sache des Evangeliums tätig, werden indes sonst nicht weiter genannt. +Philliper Phil 58 4 2 5 Der bewährte Eifer der beiden Frauen (V. 3) erregte in beiden wohl eine Versuchung zur Eifersucht. +Philliper Phil 58 4 2 6 Das doppelte Mahnwort gibt der Aufforderung größeren Nachdruck. Der Zusatz: Im Herrn, der das gleiche Verhältnis zu Christus in Erinnerung bringt, bietet zugleich das Mittel zur Wiedergewinnung des Friedens. +Philliper Phil 58 4 2 7 In den Gemeinden von Macedonien waren die Frauen von großer Bedeutung. Vergl. [Apg 16,13, Apg 17,4.12]. +Philliper Phil 58 4 3 Etiam rogo et te germane compar, adjuva illas, quæ mecum laboraverunt in Evangelio cum Clemente, et ceteris adjutoribus meis, quorum nomina sunt in libro vitæ. Ja, ich bitte auch dich, treuer Genosse!⁸ nimm dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben, in Gemeinschaft mit Clemens⁹ und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche des Lebens stehen.¹⁰ +Philliper Phil 58 4 3 8 Aufrichtiger Genosse meiner Predigt (Thom.). Das Bild ist im Griech. vom Joche hergenommen (Theodor.) und die christliche Gemeinde als Acker Gottes betrachtet. Die Anrede gilt wohl dem Vorsteher der Gemeinde. +Philliper Phil 58 4 3 9 Clemens Romanus. (Hier., Eus., Epiphan) Auch die Kirche billigt diese Meinung, indem sie in der Messe des heil. Clemens diesen Text lesen lässt. +Philliper Phil 58 4 3 10 Ich will die Namen nicht alle aufzählen, da ich zuversichtlich hoffe, dass sie an anderer Stelle, im Buche des Lebens, besser verzeichnet sind. Das Buch des Lebens als Bild der göttlichen Vorherbestimmung findet sich häufig in der heil. Schrift. [Ps 68,29, Lk 10,20, Offb 20,15] u. a. +Philliper Phil 58 4 4 Gaudete in Domino semper: iterum dico gaudete. Freuet euch im Herrn allezeit; abermals sage ich, freuet euch!¹¹ +Philliper Phil 58 4 4 11 Bereits [Phil 3,1] hat er die Philipper zur Freude ermuntert: Im Herrn, nicht in der Welt (Aug.), im Glauben an Christus, in Bewahrung seiner Gebote und in der Erwartung ewigen Lohnes. Schön wiederholt der Apostel die Mahnung: Freuet euch zwei Mal, denn da die Lage eher Trauer erzeugte, wies er durch die Wiederholung kräftig darauf hin, dass man sich auf alle Weise freuen soll (Chrys.). +Philliper Phil 58 4 5 Modestia vestra nota sit omnibus hominibus: Dominus prope est. Euer freundliches Wesen¹² werde allen Menschen kund; der Herr ist nahe!¹³ +Philliper Phil 58 4 5 12 So nach dem Griech. +Philliper Phil 58 4 5 13 Begründung des Vorausgehenden, insbesondere aber der Mahnung zur Freude. Vergl. [1Kor 16,22]. +Philliper Phil 58 4 6 Nihil solliciti sitis: sed in omni oratione, et obsecratione, cum gratiarum actione petitiones vestræ innotescant apud Deum. Um nichts seid in Sorgen, sondern in allen Dingen mögen durch das Gebet und das Flehen nebst Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.¹⁴ [Mt 6,25] +Philliper Phil 58 4 6 14 Nur der ist ängstlich besorgt, der nicht alle Verhältnisse seines Lebens in der Abhängigkeit von Gott zu betrachten gewöhnt ist. Gott liebt uns, darum ist das beste Mittel gegen die Sorgen, seine Anliegen Gott kundzugeben und gleichsam in seine Hand zu legen. Doch noch bleibt die Frage, ob Gott die Bitte auch erhört? Die volle Überwindung der Sorge wird erst statthaben, wenn wir unsere Angelegenheiten mit Danksagung darlegen. Hat uns Gott bisher so gut geleitet, so wird er auch Gegenwart und Zukunft so ordnen, dass wir ihm danken müssen. Werfen wir alle Sorgen auf ihn, ob kleine, ob große, und statt der Sorge wird uns jener Friede zu Teil, der mehr leistet, als der höchste Verstand vermag. +Philliper Phil 58 4 7 Et pax Dei, quæ exsuperat omnem sensum, custodiat corda vestra, et intelligentias vestras in Christo Jesu. Und der Friede Gottes, der allen Begriff übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus. +Philliper Phil 58 4 8 De cetero fratres, quæcumque sunt vera, quæcumque pudica, quæcumque justa, quæcumque sancta, quæcumque amabilia, quæcumque bonæ famæ, si qua virtus, si qua laus disciplinæ, hæc cogitate. Im übrigen, Brüder! was immer¹⁵ wahr ist, was ehrbar, was gerecht, was heilig, was liebenswürdig, was rühmlich, wenn etwas eine Tugend, wenn etwas eine löbliche Zucht¹⁶ ist, darauf seid bedacht. +Philliper Phil 58 4 8 15 Das sechsmal wiederholte was immer und zweimalige wenn etwas macht die Mahnung besonders dringlich und zeigt den weiten Umfang, in dem sie gemeint ist. Alle Lüge und Heuchelei, alles leichtfertige Wesen, alle Ungerechtigkeit gegen Mitmenschen, alles Unheilige (griech. Unreine), alles Rohe, alles, was den guten Namen in Gefahr bringt, sei fern! +Philliper Phil 58 4 8 16 Keine sittliche Tüchtigkeit in Gesinnung und Handlung sei den Christen fern! +Philliper Phil 58 4 9 Quæ et didicistis, et accepistis, et audistis, et vidistis in me, hæc agite: et Deus pacis erit vobiscum. Was ihr auch gelernt, empfangen, gehört und an mir gesehen habt, das tuet; und der Gott des Friedens¹⁷ wird mit euch sein. +Philliper Phil 58 4 9 17 Der Urheber und die Quelle des inneren Friedens. +Philliper Phil 58 4 10 Gavisus sum autem in Domino vehementer, quoniam tandem aliquando refloruistis pro me sentire, sicut et sentiebatis: occupati autem eratis. Höchlich aber habe ich mich im Herrn gefreut, dass ihr endlich einmal wieder aufgeblüht seid, für mich besorgt zu sein, wie ihr ja auch besorgt waret; doch ihr waret durch die Umstände behindert.¹⁸ +Philliper Phil 58 4 10 18 Eine Zeit lang habt ihr mir keine Hilfe senden können, da über euch selbst drückende Umstände hereingebrochen waren, doch nun ist euer Wohlstand wieder ausgesprosst, so dass eure Liebe sich wieder betätigen kann. Nicht eure Nachlässigkeit war die Ursache eurer Unterlassung, sondern eure Not. Da das Bild einen stillschweigenden Vorwurf zu enthalten scheint, beseitigt Paulus jeden Argwohn eines Tadels durch den Zusatz: wie (griech.: worin) ihr auch besorgt waret. Wohl waret ihr auch damals um mich besorgt, doch war es euch unmöglich, mich zu unterstützen (Chrys., Theoph.). +Philliper Phil 58 4 11 Non quasi propter penuriam dico: ego enim didici, in quibus sum, sufficiens esse. Nicht als ob ich dies des Mangels wegen sagte; denn ich habe gelernt, mich mit dem, was ich habe, zu begnügen. +Philliper Phil 58 4 12 Scio et humiliari, scio et abundare: (ubique et in omnibus institutus sum) et satiari, et esurire, et abundare, et penuriam pati: Ich weiß mich in kümmerliche Lage zu finden, ich weiß auch in Überfluss mich zu schicken (ich bin in allen Lagen und in allen Verhältnissen geübt), satt zu werden wie zu hungern, Überfluss zu haben, wie Mangel zu leiden.¹⁹ +Philliper Phil 58 4 12 19 Ich habe gelernt (griech.: bin eingeweiht), in jeder Lebenslage auf mir selbst zu stehen. Nicht also meiner Not wegen habe ich mich gefreut, dass ihr wieder für mich besorgt seid (Ambr.). Not leiden kann jeder, doch wer versteht die Not zu ertragen? Wer vermag nicht im Überflusse zu leben? Doch wer ist es, dem der Überfluss nicht Schaden tun kann? (Aug.) +Philliper Phil 58 4 13 Omnia possum in eo, qui me confortat. Alles vermag ich in dem, der mich stark macht.²⁰ +Philliper Phil 58 4 13 20 Durch diesen Zusatz hält Paulus allen Schein, als vertraue er auf seine Kraft, fern. Die gleiche Zuversicht darf jeder Christ im Herrn hegen. +Philliper Phil 58 4 14 Verumtamen bene fecistis, communicantes tribulationi meæ. Gleichwohl habt ihr wohl daran getan, dass ihr an meiner Bedrängnis Teil nahmet.²¹ +Philliper Phil 58 4 14 21 So haben wir also vielleicht nicht wohl getan, wenn wir dir zu Hilfe kamen? Konnten die Philipper fragen. Nein, ihre Gabe war ein Ausdruck der Gemeinschaft der Liebe; jeder von beiden hat Teil an dem, was der andere hat oder erduldet. Wie die Philipper durch die Hilfe gleichsam einen Teil seiner Drangsale übernommen haben, so werden sie auch am Verdienste seines Leidens Teil haben und so sich selbst nützen. +Philliper Phil 58 4 15 Scitis autem et vos Philippenses, quod in principio Evangelii, quando profectus sum a Macedonia, nulla mihi Ecclesia communicavit in ratione dati et accepti, nisi vos soli: Es ist euch aber auch selbst bekannt, Philipper, dass im Anfange des Evangeliums,²² als ich aus Macedonien auszog, keine Gemeinde mit mir in Hinsicht auf Geben und Empfangen in Gemeinschaft trat,²³ als ihr allein. +Philliper Phil 58 4 15 22 Über den Aufenthalt des Apostels in Philippi siehe [Apg 16], über seine Reise von da durch Macedonien [Apg 17,14.15]. +Philliper Phil 58 4 15 23 Diese Ausdrücke sind aus dem Kaufmannsleben genommen. Wie der Kaufmann mit denen, mit welchen er Handelsgeschäfte anknüpft, in Berechnung über Einnahmen und Ausgaben tritt, und wie seine Rechnung dann richtig ist, wenn diese sich decken, so sind auch die Philipper mit dem, was das Evangelium verkündet, in das Verhältnis von Geben und Nehmen getreten. Ein ähnliches Bild [1Kor 9,11]. +Philliper Phil 58 4 16 Quia et Thessalonicam semel et bis in usum mihi misistis. Denn auch nach Thessalonich habt ihr einmal und ein zweites Mal²⁴ gesendet, was ich bedurfte. +Philliper Phil 58 4 16 24 Auf der zweiten Missionsreise, als der Apostel schon in Macedonien war. Ihr habt gleichsam ein Kapital bei mir angelegt, das Zinsen trägt, die ewige Seligkeit. Diese hat der Apostel vor allem im Auge. +Philliper Phil 58 4 17 Non quia quæro datum, sed requiro fructum abundantem in ratione vestra. Nicht als suchte ich die Gabe, sondern ich suche den Gewinn, der sich für eure Rechnung mehrt. +Philliper Phil 58 4 18 Habeo autem omnia, et abundo: repletus sum, acceptis ab Epaphrodito quæ misistis odorem suavitatis, hostiam acceptam, placentem Deo. Ich habe aber alles, und habe reichlich; mir ist die Fülle geworden, seitdem ich von Epaphroditus das erhalten habe, was ihr gesandt habt, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Gott wohlgefälliges Opfer.²⁵ +Philliper Phil 58 4 18 25 Das Bild ist von den alten Opfern hergenommen. Was sie in Liebe gegeben, haben sie zuletzt Gott dargebracht. +Philliper Phil 58 4 19 Deus autem meus impleat omne desiderium vestrum secundum divitias suas in gloria in Christo Jesu. Mein Gott²⁶ aber erfülle all euer Verlangen²⁷ nach seinem Reichtume in Herrlichkeit in Christus Jesus. +Philliper Phil 58 4 19 26 Mein Gott: Da Paulus der Empfänger einer Gabe gewesen ist, welche die Philipper Gott als Opfer dargebracht haben. +Philliper Phil 58 4 19 27 All euer Verlangen nach irdischen oder himmlischen Gütern wird er erfüllen, in Fülle übernatürlicher Güter und auf überweltliche Art. Dieser Segen wird durch Christus zu Teil. +Philliper Phil 58 4 20 Deo autem et Patri nostro gloria in sæcula sæculorum: Amen. Unserem Gott und²⁸ Vater aber sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.²⁹ +Philliper Phil 58 4 20 28 Und: der unser Vater ist. +Philliper Phil 58 4 20 29 Es sei, wie ich wünsche. Vergl. [Röm 16,27]. +Philliper Phil 58 4 21 Salutate omnem sanctum in Christo Jesu. Grüßet einen jeden Heiligen³⁰ in Christus Jesus.³¹ +Philliper Phil 58 4 21 30 Jedem Gläubigen insbesondere. +Philliper Phil 58 4 21 31 Ihm alles Heil wünschend, das Christus erworben hat. +Philliper Phil 58 4 22 Salutant vos, qui mecum sunt, fratres. Salutant vos omnes sancti, maxime autem qui de Cæsaris domo sunt. Es grüßen euch die Brüder, welche bei mir sind.³² Es grüßen euch alle Heiligen, besonders aber die von des Kaisers Hause.³³ +Philliper Phil 58 4 22 32 Die mir beistehen in der Gefangenschaft und in der Verkündigung des Evangeliums. +Philliper Phil 58 4 22 33 Es sind wohl Angehörige der Dienerschaft gemeint. Welch große Liebe muss zwischen den Christen damals geherrscht haben, wenn die römischen die zu Philippi so grüßen! (Chrys.) +Philliper Phil 58 4 23 Gratia Domini nostri Jesu Christi cum spiritu vestro. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit eurem Geiste! Amen.³⁴ +Philliper Phil 58 4 23 34 Möchten auch wir diesen Segen erlangen durch die Fürsprache dessen, der diesen Brief geschrieben und durch die Gnade unseres Herrn! (Theod.) +1 Thessalonicher 1Thess 59 1 0 I. Eingang. (Kap. 1): Aufschrift und Danksagung für die Früchte, welche das Evangelium unter den Thessalonichern getragen hat: 1. Danksagung für ihren Glauben. (V. 4) 2. Ausdruck der Zuversicht, dass Gott sie auserwählt hat, da der Apostel bei ihnen in Kraft gepredigt und sie den Glauben mit Freuden angenommen haben, derart, dass sie anderen Kirchen zum Vorbilde geworden sind. +Kolosser Kol 59 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 8): Aufschrift (V. 3) und Danksagung für die reiche Frucht, welche die Predigt des Evangeliums unter den Kolossern getragen hat. (V. 8) I. Dogmatisch polemischer Teil (Kap. 1, V, V. 9 Kap. 2, V. 23): 1. Der Apostel verheißt, auch ferner für die Kolosser zu beten, dass sie immer mehr in der Wissenschaft des Heilandes zunehmen. (V. 12) 2. Nachweis der Würde Christi, unseres Erlösers (V. 13 23) a. Aus den Wohltaten, die wir von ihm erhalten haben: Erlösung und Nachlass der Sünden. (V. 14) b. Aus seinem Verhältnisse zum Vater als dessen Abbild (V. 15), zu allen Geschöpfen als ihr Schöpfer und Erhalter (V. 17), zur Kirche als deren Haupt, da in ihm die Fülle der Gottheit ist und durch ihn alle mit Gott versöhnt sind. (V. 20) c. Ermahnung zur Festigkeit im Glauben, der ihnen überliefert ist und der ganzen Erde verkündet wird. (V. 23) a. Damit die Leser diese Mahnungen desto besser aufnehmen, schickt er den Grund voraus, warum er ihnen schreibt (1,24 2,3): er ist von Gott zum Heidenapostel bestimmt, um sie über die übergroßen Reichtümer, welche Christus den Heiden gebracht, zu unterrichten und sie zur Vollkommenheit zu führen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 1 PAULUS, et Silvanus, et Timotheus Ecclesiæ Thessalonicensium in Deo Patre, et Domino Jesu Christo. Paulus und Silvanus und Timotheus¹ an die Gemeinde der Thessalonicher, die da ist in Gott dem Vater und dem Herrn Jesus Christus.² -Kolosser Kol 58 1 1 PAULUS Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, et Timotheus frater: Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes,¹ und Timotheus, der Bruder,² +Kolosser Kol 59 1 1 PAULUS Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, et Timotheus frater: Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes,¹ und Timotheus, der Bruder,² 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 1 1 Die Aufschrift des ersten Briefes an die Thessalonicher ist kürzer als die in allen anderen paulinischen Briefen. Dass Paulus sich nicht wie in den meisten übrigen Briefen als Apostel bezeichnet, hat wohl seinen Grund in seiner Stellung zu der Gemeinde von Thessalonich, hatte er sie doch selbst erst vor kurzem gegründet und hing diese doch treu an ihm. Dazu kommt, dass dieser Brief die Christen nur loben und ermutigen soll. Silvanus oder Silas war nach dem Apostelkonzil ausgewählt worden, mit Paulus und Barnabas zur Verkündigung der Beschlüsse des Konzils nach Antiochia gesendet zu werden; er gehörte zu den angesehensten Brüdern. [Apg 25,22.32]. Seit Jahren war er der Gefährte des heil. Paulus Durch ihn sandte der Apostel Petrus seinen ersten Brief an die Gemeinden von Kleinasien. Timotheus war auf der zweiten Missionsreise von Paulus von Lystra an als Reisegenosse erwählt worden. [Apg 16,17] Seine Sendung nach Thessalonich ist der erste Akt größerer Wirksamkeit. -Kolosser Kol 58 1 1 1 Da Paulus diese Kirche nicht selbst gegründet, fügt er seinem Namen die Bezeichnung seiner Würde bei. Der Zusatz durch den Willen Gottes ist einerseits ein Ausdruck seiner persönlichen Demut, andererseits das Bewusstsein der Würde seines Amtes. Wie [Phil 1] und [Phlm 1] stellt er sich den Timotheus zur Seite, dem er vielleicht auch diesen Brief diktierte. +Kolosser Kol 59 1 1 1 Da Paulus diese Kirche nicht selbst gegründet, fügt er seinem Namen die Bezeichnung seiner Würde bei. Der Zusatz durch den Willen Gottes ist einerseits ein Ausdruck seiner persönlichen Demut, andererseits das Bewusstsein der Würde seines Amtes. Wie [Phil 1] und [Phlm 1] stellt er sich den Timotheus zur Seite, dem er vielleicht auch diesen Brief diktierte. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 1 2 Die Worte In Gott (unserem) Vater und in dem Herrn Jesus Christus kennzeichnen die Gemeinde als eine christliche. Der heil. Paulus unterscheidet sorgfältig die historische gottmenschliche Person des Herrn, Jesus, von seiner Würde als Messias, Christus, wie dies in diesem Briefe besonders deutlich hervortritt. Welch hehren Klang hatte auch das Wort Gott (der wahre einzige Gott) für die bekehrten Thessalonicher, so oft es ihnen aus diesen Briefen entgegentönt! -Kolosser Kol 58 1 1 2 Als Sohn desselben himmlischen Vaters durch den Glauben und als Mitarbeiter in der Predigt des Evangeliums. +Kolosser Kol 59 1 1 2 Als Sohn desselben himmlischen Vaters durch den Glauben und als Mitarbeiter in der Predigt des Evangeliums. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 2 Gratia vobis, et pax. Gratias, agimus Deo semper pro omnibus vobis, memoriam vestri facientes in orationibus nostris sine intermissione, Gnade und Friede sei euch!³ Wir sagen Gott Dank allezeit für euch alle, euer eingedenk in unseren⁴ Gebeten, ohne Unterlass⁵ -Kolosser Kol 58 1 2 Eis, qui sunt Colossis, sanctis, et fidelibus fratribus in Christo Jesu. den Heiligen³ und gläubigen Brüdern in Christus Jesus zu Kolossä. +Kolosser Kol 59 1 2 Eis, qui sunt Colossis, sanctis, et fidelibus fratribus in Christo Jesu. den Heiligen³ und gläubigen Brüdern in Christus Jesus zu Kolossä. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 2 3 Eine der Vorschrift des Herrn [Mt 10,12.13] entsprechende Umbildung der heidnischen (Freude) und der jüdischen Grußformel (Friede). Ähnlich lautet schon der Gruß Josephs. [Gen 43,23] Gnade und Friede verhalten sich wie Keim und Frucht, Ursache und Wirkung. -Kolosser Kol 58 1 2 3 Dem aus der gottesfeindlichen Welt in das Gottesreich Berufenen. +Kolosser Kol 59 1 2 3 Dem aus der gottesfeindlichen Welt in das Gottesreich Berufenen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 2 4 Ob die Mehrzahl auf Paulus allein oder auf alle drei in V. 1 genannten Personen geht, ist nicht zu entscheiden, so wenig wie an allen anderen Stellen des Briefes. [1Thess 1,5.6.8.9, 1Thess 2,1-11] usw. Nur selten spricht Paulus von sich in Singular [1Thess 2,18, 1Thess 3,5, 1Thess 5,27], sich dabei ausdrücklich von seinen Gehilfen unterscheidend. Der Dank, dessen Gegenstand die Gläubigen sind, richtet sich an Gott, der sie mit seinem Evangelium begnadet und so mit Paulus vereint hat. Der liebevolle, überschwengliche Aspekt der Liebe, welcher sich hier offenbart, kehrt im Briefe häufig wieder. [1Thess 1,7.8, 1Thess 2,13, 1Thess 3,6.16, 1Thess 4,10] 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 2 5 Ohne Unterlass gehört zu dem Folgenden. (Chrys., Theoph.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 3 Memores operis fidei vestræ, et laboris, et caritatis, et sustinentiæ spei Domini nostri Jesu Christi, ante Deum et Patrem nostrum: gedenkend eures Glaubenswerkes und eurer Mühe und Liebe und Standhaftigkeit in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus,⁶ vor Gott und unserm Vater, -Kolosser Kol 58 1 3 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gratias agimus Deo, et Patri Domini nostri Jesu Christi semper pro vobis orantes: Gnade sei euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Wir⁴ danken Gott und⁵ dem Vater unsers Herrn Jesus Christus immerdar, für euch betend, -Kolosser Kol 58 1 3 4 Paulus allein, oder etwa Timotheus mit ihm? Fast in allen Briefen folgt auf den Eingangsgruß eine Danksagung. -Kolosser Kol 58 1 3 5 Der der Vater Jesu Christi ist (Chrys., Hier.). +Kolosser Kol 59 1 3 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gratias agimus Deo, et Patri Domini nostri Jesu Christi semper pro vobis orantes: Gnade sei euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Wir⁴ danken Gott und⁵ dem Vater unsers Herrn Jesus Christus immerdar, für euch betend, +Kolosser Kol 59 1 3 4 Paulus allein, oder etwa Timotheus mit ihm? Fast in allen Briefen folgt auf den Eingangsgruß eine Danksagung. +Kolosser Kol 59 1 3 5 Der der Vater Jesu Christi ist (Chrys., Hier.). 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 3 6 Die drei göttlichen Tugenden sind die Ursache seines Dankes, so dass er denselben steigernd drei Betätigungen parallel stellt, welche deren Wesen entsprechen. Der Glaube befähigt zum Werke, die Liebe zur Aufopferung, die Hoffnung zur Beharrlichkeit in Trübsalen. Die Hoffnung ist auf den Herrn gegründet. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 4 Scientes fratres, dilecti a Deo, electionem vestram: indem wir überzeugt sind, von Gott geliebte Brüder!⁷ von eurer Auserwählung, -Kolosser Kol 58 1 4 Audientes fidem vestram in Christo Jesu, et dilectionem, quam habetis in sanctos omnes da wir von eurem Glauben⁶ an Christus Jesus,⁷ und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen hegt, gehört haben, -Kolosser Kol 58 1 4 6 Er beginnt mit dem Glauben, weil dieser der Anfang und Grundstein des übernatürlichen Lebens ist. Glauben und Liebe sind Geschenke, denn wir könnte man Gott Dank sagen für das, was er nicht gegeben, noch getan hat? (Aug.) +Kolosser Kol 59 1 4 Audientes fidem vestram in Christo Jesu, et dilectionem, quam habetis in sanctos omnes da wir von eurem Glauben⁶ an Christus Jesus,⁷ und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen hegt, gehört haben, +Kolosser Kol 59 1 4 6 Er beginnt mit dem Glauben, weil dieser der Anfang und Grundstein des übernatürlichen Lebens ist. Glauben und Liebe sind Geschenke, denn wir könnte man Gott Dank sagen für das, was er nicht gegeben, noch getan hat? (Aug.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 4 7 Diese feierliche Anrede findet sich nur an dieser Stelle, wo Paulus den Beweis der göttlichen Liebe beifügt, ihre Auserwählung und Berufung zum Glauben. Wie die Juden im A. T. von den Heiden für Gott ausgeschieden waren, so werden im N. T. die Christen aus der Welt von Gott auserwählt, zum Glauben berufen und Gegenstand seiner Liebe. -Kolosser Kol 58 1 4 7 Ihr Glaube wurzelt in Christus, so dass sie durch denselben ihm gleichsam einverpflanzt sind. Dieser Glaube ist in Liebe tätig. +Kolosser Kol 59 1 4 7 Ihr Glaube wurzelt in Christus, so dass sie durch denselben ihm gleichsam einverpflanzt sind. Dieser Glaube ist in Liebe tätig. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 5 Quia Evangelium nostrum non fuit ad vos in sermone tantum, sed et in virtute, et in Spiritu sancto, et in plenitudine multa, sicut scitis quales fuerimus in vobis propter vos. denn unser Evangelium kam nicht zu euch nur in Worten allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geiste, und in reicher Fülle,⁸ wie ihr denn wisset, was wir bei euch waren um euretwillen. -Kolosser Kol 58 1 5 Propter spem, quæ reposita est vobis in clis: quam audistis in verbo veritatis Evangelii: um der Hoffnung willen, die euch im Himmel⁸ aufbehalten ist,⁹ von welcher ihr gehört habt durch das Wort der Wahrheit des Evangeliums, +Kolosser Kol 59 1 5 Propter spem, quæ reposita est vobis in clis: quam audistis in verbo veritatis Evangelii: um der Hoffnung willen, die euch im Himmel⁸ aufbehalten ist,⁹ von welcher ihr gehört habt durch das Wort der Wahrheit des Evangeliums, 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 5 8 Unsere Verkündigung des Evangeliums. Kraft, Geist, Fülle sind verschiedene Gesichtspunkte für dieselbe Sache, wobei der zweite und dritte Ausdruck enger verbunden werden: erfolgreiche Kraft, welche im Heiligen Geist ihren Ursprung hatte, der die Verkünder des Evangeliums mit seiner Fülle ausstattete. -Kolosser Kol 58 1 5 8 Im Himmel, über dieser Welt, sind die Güter, welche die Christen hoffen, sicher aufbewahrt, und von dort werden ihnen dieselben zu Teil werden. Das gleiche Bild findet sich [Mt 6,20, Mt 19,21] u. a. Dass diese Güter ihnen gewiss sind, haben sie auch in der Predigt des Evangeliums schon jetzt erfahren. -Kolosser Kol 58 1 5 9 Da der heil. Paulus für Glauben, Hoffnung und Liebe Dank sagt, sind diese drei Tugenden ihm besondere Gaben Gottes. -Kolosser Kol 58 1 6 Quod pervenit ad vos, sicut et in universo mundo est, et fructificat, et crescit sicut in vobis, ex ea die, qua audistis, et cognovistis gratiam Dei in veritate, welches zu euch gekommen ist,¹⁰ wie es auch in der ganzen Welt¹¹ ist, und es bringt Frucht¹² und nimmt zu, ebenso wie unter euch,¹³ von dem Tage an, da ihr gehört und die Gnade Gottes in Wahrheit erkannt habt, +Kolosser Kol 59 1 5 8 Im Himmel, über dieser Welt, sind die Güter, welche die Christen hoffen, sicher aufbewahrt, und von dort werden ihnen dieselben zu Teil werden. Das gleiche Bild findet sich [Mt 6,20, Mt 19,21] u. a. Dass diese Güter ihnen gewiss sind, haben sie auch in der Predigt des Evangeliums schon jetzt erfahren. +Kolosser Kol 59 1 5 9 Da der heil. Paulus für Glauben, Hoffnung und Liebe Dank sagt, sind diese drei Tugenden ihm besondere Gaben Gottes. +Kolosser Kol 59 1 6 Quod pervenit ad vos, sicut et in universo mundo est, et fructificat, et crescit sicut in vobis, ex ea die, qua audistis, et cognovistis gratiam Dei in veritate, welches zu euch gekommen ist,¹⁰ wie es auch in der ganzen Welt¹¹ ist, und es bringt Frucht¹² und nimmt zu, ebenso wie unter euch,¹³ von dem Tage an, da ihr gehört und die Gnade Gottes in Wahrheit erkannt habt, 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 6 Et vos imitatores nostri facti estis, et Domini, excipientes verbum in tribulatione multa, cum gaudio Spiritus sancti: Und ihr seid unsere und des Herrn Nachfolger geworden,⁹ indem ihr das Wort unter vieler Bedrängnis aufnahmet mit der Freudigkeit des Heiligen Geistes,¹⁰ 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 6 9 Zweiter Erkenntnisgrund für die gewisse Erwählung der Thessalonicher: Ihre eigene Stellung zum Evangelium, die Nachfolge des heil. Paulus und des Herrn. Die Parallelen [Gal 4,12, 1Kor 4,16, 1Kor 11,1, Phil 3,17] machen es wahrscheinlich, dass der Apostel die Nachfolge im allgemeinen Sinne nimmt. Paulus stellt sich voran, weil die Thessalonicher nicht den Herrn selbst zu sehen das Glück gehabt, sondern nur ihn, doch ihn als Nachfolger des Heilandes. So sagt der heil. Paulus der Gemeinde das höchste Lob, denn so sind auch sie selbst wieder Vorbilder für andere Christen geworden. (V. 7) 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 6 10 Das Evangelium, das sie mit der Freudigkeit, welche der Heil. Geist verleiht, unter den höchsten Opfern angenommen, hat sie so hoch emporgeführt. -Kolosser Kol 58 1 6 10 Gegensatz zu V. 5: Aufbehalten. Der Glaube, der den Gegenstand der Hoffnung im Keime in sich trägt, ist euch zu Teil geworden. -Kolosser Kol 58 1 6 11 Indem der Apostel für die Bekehrung der Kolosser dankt, geht sein Blick über die ganze Erde hin, auf der der gleiche Glaube überall seine Stätte gefunden. -Kolosser Kol 58 1 6 12 Vom ersten Augenblick der Verkündigung an hat das Evangelium bei den Kolossern stetig Frucht getragen in Tugenden und guten Werken und ist gewachsen durch die sich mehrende Zahl der Gläubigen. (Theod., Chrys.). -Kolosser Kol 58 1 6 13 Welche Kunst besitzt der Apostel, sich die Herzen zu gewinnen! -Kolosser Kol 58 1 7 Sicut didicistis ab Epaphra carissimo conservo nostro, qui est fidelis pro vobis minister Christi Jesu, so wie ihr sie ja von Epaphras¹⁴ gelernt habt, unserm geliebten Mitdiener, welcher ein treuer Diener Christi Jesu für euch ist, +Kolosser Kol 59 1 6 10 Gegensatz zu V. 5: Aufbehalten. Der Glaube, der den Gegenstand der Hoffnung im Keime in sich trägt, ist euch zu Teil geworden. +Kolosser Kol 59 1 6 11 Indem der Apostel für die Bekehrung der Kolosser dankt, geht sein Blick über die ganze Erde hin, auf der der gleiche Glaube überall seine Stätte gefunden. +Kolosser Kol 59 1 6 12 Vom ersten Augenblick der Verkündigung an hat das Evangelium bei den Kolossern stetig Frucht getragen in Tugenden und guten Werken und ist gewachsen durch die sich mehrende Zahl der Gläubigen. (Theod., Chrys.). +Kolosser Kol 59 1 6 13 Welche Kunst besitzt der Apostel, sich die Herzen zu gewinnen! +Kolosser Kol 59 1 7 Sicut didicistis ab Epaphra carissimo conservo nostro, qui est fidelis pro vobis minister Christi Jesu, so wie ihr sie ja von Epaphras¹⁴ gelernt habt, unserm geliebten Mitdiener, welcher ein treuer Diener Christi Jesu für euch ist, 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 7 Ita ut facti sitis forma omnibus credentibus in Macedonia, et in Achaia. so dass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Macedonien und Achaja.¹¹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 7 11 Griechenland wurde von den Römern in die beiden Provinzen Macedonien und Achaja (Hellas und Peloponnes, mit Athen und Korinth) eingeteilt. -Kolosser Kol 58 1 7 14 Epaphras, ein geborener Kolosser, war wohl der Stifter der Kirche von Kolossä. Dem rechten Erkennen ist die rechte Verkündigung vorausgegangen. Damit hat Paulus die Autorität des Epaphras anerkannt, war es doch sein, wie aller Apostel, Vorrecht und Pflicht, die rechten Lehrer zu stützen, die Irrlehrer kundzutun, gemäß [Lk 10,16, Joh 20,21]. -Kolosser Kol 58 1 8 Qui etiam manifestavit nobis dilectionem vestram in spiritu: der uns auch eure Liebe im Geiste¹⁵ kundgetan hat. +Kolosser Kol 59 1 7 14 Epaphras, ein geborener Kolosser, war wohl der Stifter der Kirche von Kolossä. Dem rechten Erkennen ist die rechte Verkündigung vorausgegangen. Damit hat Paulus die Autorität des Epaphras anerkannt, war es doch sein, wie aller Apostel, Vorrecht und Pflicht, die rechten Lehrer zu stützen, die Irrlehrer kundzutun, gemäß [Lk 10,16, Joh 20,21]. +Kolosser Kol 59 1 8 Qui etiam manifestavit nobis dilectionem vestram in spiritu: der uns auch eure Liebe im Geiste¹⁵ kundgetan hat. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 8 A vobis enim diffamatus est sermo Domini, non solum in Macedonia, et in Achaia, sed et in omni loco fides vestra, quæ est ad Deum, profecta est, ita ut non sit nobis necesse quidquam loqui. Denn von euch her ist das Wort des Herrn¹² erschollen, nicht nur in Macedonien und Achaja, sondern überallhin¹³ ist euer Glaube an Gott¹⁴ kund geworden, so dass wir nicht nötig haben, etwas davon zu sagen.¹⁵ 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 8 12 Das Wort, welches der Herr verkündigen lässt, das Evangelium, ist weit hinausgeklungen, und sein Ausgangspunkt war Thessalonich. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 8 13 In die ganze Welt. Ähnlich [Röm 1,8, Kol 1,6.23]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 8 14 Sie waren einst Heiden gewesen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 8 15 Derselbe Gedanke wird in V. 9 noch einmal begründet. -Kolosser Kol 58 1 8 15 Im Heil. Geiste. Jede andere Liebe hat nur den Namen, nicht die Wahrheit (Chrys.). +Kolosser Kol 59 1 8 15 Im Heil. Geiste. Jede andere Liebe hat nur den Namen, nicht die Wahrheit (Chrys.). 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 9 Ipsi enim de nobis annuntiant qualem introitum habuerimus ad vos: et quomodo conversi estis ad Deum a simulacris, servire Deo vivo, et vero, Denn sie selbst verkündigen von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden, und wie ihr euch zu Gott von den Götzen hinweg bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, -Kolosser Kol 58 1 9 Ideo et nos ex qua die audivimus, non cessamus pro vobis orantes, et postulantes ut impleamini agnitione voluntatis ejus, in omni sapientia et intellectu spiritali: Deshalb hören auch wir von dem Tage an, da wir es vernommen haben, nicht auf, für euch zu beten und zu bitten,¹⁶ dass ihr erfüllt werden möget¹⁷ mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistigen Weisheit und Einsicht,¹⁸ -Kolosser Kol 58 1 9 16 Von dem Danke für das Gute an der Gemeinde geht der Apostel zur Fürbitte über. Die Nachricht von der Liebe der Kolosser trieb ihn an, im Gebete für sie zu beharren. -Kolosser Kol 58 1 9 17 Die wahre christliche Erkenntnis ist nicht ein Erzeugnis des Verstandes, sondern eine Gabe Gottes. -Kolosser Kol 58 1 9 18 Die Weisheit ist das Vermögen, aus einem höheren Gesichtspunkte das Einzelne zu beurteilen und zu wählen, die Einsicht, es nach seinem Wesen zu erkennen. Schon im A. T. finden sich diese beiden Ausdrücke verbunden, so [Ex 31,3, Dtn 4,6, 1Chr 22,12] u. a. -Kolosser Kol 58 1 10 Ut ambuletis digne Deo per omnia placentes: in omni opere bono fructificantes, et crescentes in scientia Dei: dass ihr Gottes würdig wandelt, ihm in allem wohlgefällig, indem ihr an jeglichem guten Werke Frucht bringt und wachset in der Erkenntnis Gottes;¹⁹ +Kolosser Kol 59 1 9 Ideo et nos ex qua die audivimus, non cessamus pro vobis orantes, et postulantes ut impleamini agnitione voluntatis ejus, in omni sapientia et intellectu spiritali: Deshalb hören auch wir von dem Tage an, da wir es vernommen haben, nicht auf, für euch zu beten und zu bitten,¹⁶ dass ihr erfüllt werden möget¹⁷ mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistigen Weisheit und Einsicht,¹⁸ +Kolosser Kol 59 1 9 16 Von dem Danke für das Gute an der Gemeinde geht der Apostel zur Fürbitte über. Die Nachricht von der Liebe der Kolosser trieb ihn an, im Gebete für sie zu beharren. +Kolosser Kol 59 1 9 17 Die wahre christliche Erkenntnis ist nicht ein Erzeugnis des Verstandes, sondern eine Gabe Gottes. +Kolosser Kol 59 1 9 18 Die Weisheit ist das Vermögen, aus einem höheren Gesichtspunkte das Einzelne zu beurteilen und zu wählen, die Einsicht, es nach seinem Wesen zu erkennen. Schon im A. T. finden sich diese beiden Ausdrücke verbunden, so [Ex 31,3, Dtn 4,6, 1Chr 22,12] u. a. +Kolosser Kol 59 1 10 Ut ambuletis digne Deo per omnia placentes: in omni opere bono fructificantes, et crescentes in scientia Dei: dass ihr Gottes würdig wandelt, ihm in allem wohlgefällig, indem ihr an jeglichem guten Werke Frucht bringt und wachset in der Erkenntnis Gottes;¹⁹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 10 Et exspectare Filium ejus de clis (quem suscitavit ex mortuis) Jesum, qui eripuit nos ab ira ventura. und seinen Sohn vom Himmel herab zu erwarten (den er von den Toten auferweckt hat), Jesus,¹⁶ der uns von dem zukünftigen Zorngerichte¹⁷ errettet hat. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 10 16 Zwei Dinge werden verkündet: Wie die Apostel voll Kraft und Geist das Evangelium in Thessalonich gepredigt, vergl. [1Thess 2,1], und wie die Thessalonicher dasselbe aufgenommen. (V. 6) Durch das Christentum ist ihnen der rechte Gottesdienst zu Teil geworden und die Hoffnung auf den auferstandenen Heiland. Der lebendige und wahre Gott heißt Gott schon im A. T. oft im Gegensatze zu den toten, nichtigen Götzen. Auch die letzten Worte des 10. Verses klingen an das A. T. [Dan 7,13] an. Jesus ist als der Sohn Gottes durch die Auferstehung beglaubigt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 1 10 17 Dem Gerichte. -Kolosser Kol 58 1 10 19 Ein der Kinder Gottes und Jünger Christi würdiger Wandel trägt erstlich Früchte guter Werke, wie ein guter Baum gute Früchte bringt, indem er auch die Erkenntnis wachsen lässt, sodann führt er in gleichem Maße zur geduldigen Ertragung der Schwierigkeiten in diesem Leben (V. 11) und zu freudigem Danke für die Berufung zum Christentum und für die Verheißung des ewigen Erbteiles. -Kolosser Kol 58 1 11 In omni virtute confortati secundum potentiam claritatis ejus in omni patientia, et longanimitate cum gaudio mit aller Kraft gestärkt, nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu aller Standhaftigkeit und Langmut, mit Freuden,²⁰ -Kolosser Kol 58 1 11 20 Der Christ muss beständig kämpfen und braucht Kraft, ja volle Kraft, wie solche nur Gott nach Maßgabe der Macht seiner Herrlichkeit geben kann. Der von außen entgegentretende Widerstand, wie die innere Leidensscheu, werden so überwunden. -Kolosser Kol 58 1 12 Gratias agentes Deo Patri, qui dignos nos fecit in partem sortis sanctorum in lumine: indem wir Gott, dem Vater,²¹ Dank sagen, der uns würdig gemacht hat,²² Teil zu nehmen am Erbe der Heiligen im Lichte;²³ -Kolosser Kol 58 1 12 21 Weil er unser Vater ist, als den er sich erwiesen hat, indem er uns an dem Lichte teilnehmen ließ, in dem er selbst wohnt, am Gottesreiche. Da Paulus jetzt zu der Beschreibung einer allen Christen erwiesenen Wohltat übergeht, fährt er in der ersten Person der Mehrzahl fort. -Kolosser Kol 58 1 12 22 Wir sind also nicht aus uns selbst würdig, sondern dass wir es sind, ist Gottes Geschenk. Denselben Gedanken legt V. 12 das Wort Erbe der heiligen nahe. -Kolosser Kol 58 1 12 23 Schon im A. T. ist das Licht Bild des Heiles. [Jes 49,6] u. a. Das Licht ist also hier die Stätte des Lichtes, das Gottesreich, im Gegensatze zur Finsternis der Welt. Das Erbe der Heiligen im Lichte ist das Gut, welches (V. 5) im Himmel aufbehalten ist. -Kolosser Kol 58 1 13 Qui eripuit nos de potestate tenebrarum, et transtulit in regnum filii dilectionis suæ, welcher uns aus der Gewalt der Finsternis befreit und in das Reich des Sohnes seiner Liebe²⁴ versetzt hat, -Kolosser Kol 58 1 13 24 Eine solche Bezeichnung des Heilandes (Sohn, der seine Liebe besitzt) findet sich nur an dieser Stelle. Die Errettung ist die negative, die Erlösung, die Versetzung in das Reich des Sohnes seiner Liebe, die positive Seite des Anteils, den wir am Gottesreiche haben. -Kolosser Kol 58 1 14 In quo habemus redemptionem per sanguinem ejus, remissionem peccatorum: in welchem wir die Erlösung haben²⁵ durch sein Blut,²⁶ die Vergebung der Sünden; -Kolosser Kol 58 1 14 25 Christus ist die fortdauernde Quelle der Erlösung. -Kolosser Kol 58 1 14 26 Der Zusatz durch sein Blut fehlt in den meisten griechischen Handschriften. -Kolosser Kol 58 1 15 Qui est imago Dei invisibilis, primogenitus omnis creaturæ: welcher²⁷ das Ebenbild Gottes ist, des Unsichtbaren,²⁸ der Erstgeborne²⁹ vor aller Schöpfung;³⁰ -Kolosser Kol 58 1 15 27 Mit V. 15 geht Paulus von dem, was Christus für uns getan, zu dem über, was er ist. Und zwar V. 15 17: Was er seinem Verhältnis zum Vater gemäß der Welt gegenüber ist. V. 18 20: Was der Heiland als Haupt, Stammvater und Erlöser der Kirche ist. -Kolosser Kol 58 1 15 28 Was Paulus von der Erhabenheit Christi vor dessen Menschwerdung sagt, soll dazu dienen, das, was er über den erhöhten Heiland sagt, vor jeder Einschränkung zu bewahren. In Christus ist der an sich unsichtbare Gott für uns im Glauben sichtbar, offenbar geworden (Chrys.). Der Sohn heißt Ebenbild des Vaters, weil er zwar die Gottheit besitzt, aber mitgeteilt. -Kolosser Kol 58 1 15 29 Der Apostel sagt nicht: Der zuerst Erschaffene, sondern: Der Vom Vater Erzeugte (Ambr.). Der Sinn dieses Wortes ist (wie seine Anwendung auf die Israeliten [Ex 4,22] und auf die Christen [Hebr 12,22] zeigt) nicht an sich das zeitlich frühere Dasein, sondern das besondere Vorrecht der Erstgeburt. So wird es von Christus [Röm 8,27, Hebr 1,6] gebraucht. Indes hat Paulus auch den Vorrang der Ewigkeit Christi vor allen Geschöpfen im Auge (Theoph., Theod.). Erklärte das erste Wort Bild das Verhältnis des Heilandes zu Gott, so bezeichnet das zweite seine Stellung zu den Geschöpfen. Die Auffassung der Arianer, als ob Christus hier das erste der Geschöpfe genannt werde, widerstreitet, wie der Bedeutung der Worte, so dem Zusammenhange. Wenn nämlich nach V. 16 alles Geschaffene von ihm abhängt, kann er unmöglich selbst ein Geschöpf sein. -Kolosser Kol 58 1 15 30 Die geistigen Wesen, denn wie V. 16 zeigt, ist an Himmel und Erde selbst nicht gedacht, wie auch V. 16 für ihn V. 20 mit sich bestätigen. Der Apostel will ja nachweisen, dass Christus über alle Engel erhaben ist. -Kolosser Kol 58 1 16 Quoniam in ipso condita sunt universa in clis, et in terra, visibilia, et invisibilia, sive throni, sive dominationes, sive principatus, sive potestates: omnia per ipsum, et in ipso creata sunt: denn in ihm ist alles erschaffen, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare,³¹ seien es Throne oder Herrschaften, oder Fürstentümer oder Gewalten, alles ist durch ihn und für ihn³² geschaffen; -Kolosser Kol 58 1 16 31 Die unsichtbaren, geistigen Wesen sind die höchsten unter allen Geschöpfen, doch auch sie sind Christus untergeordnet. Da die Reihenfolge in der Aufzählung der Engelordnungen an den verschiedenen Stellen verschieden ist, wird hier keine Rangordnung derselben beabsichtigt, sondern durch die Häufung der Namen die keine Ordnung ausschließende Herrschaftsstellung Christi hervorgehoben. -Kolosser Kol 58 1 16 32 Wie Christus Ursprung der Welt, so ist er ihr Ziel. Für ihn: Dies ist der Sinn der Übersetzung nach dem griech. Urtexte. Was [Röm 11,36, 1Kor 8,6] von Gott, wird hier von Christus dem Herrn ausgesagt. Doch ist hier nicht das Verhältnis des Heilandes zu Gott, sondern das der Welt zu Christus dargestellt. -Kolosser Kol 58 1 17 Et ipse est ante omnes, et omnia in ipso constant. und er³³ ist vor allen,³⁴ und alles hat seinen Bestand in ihm.³⁵ -Kolosser Kol 58 1 17 33 Er selbst und kein anderer. -Kolosser Kol 58 1 17 34 Besser: vor allem. -Kolosser Kol 58 1 17 35 Ähnlich [Hebr 1,3]. -Kolosser Kol 58 1 18 Et ipse est caput corporis Ecclesiæ, qui est principium, primogenitus ex mortuis: ut sit in omnibus ipse primatum tenens. Und er³⁶ ist das Haupt des Leibes der Kirche,³⁷ er, der da ist der Anfang, der Erstgeborne von den Toten,³⁸ damit er in allem³⁹ den Vorrang habe; -Kolosser Kol 58 1 18 36 Wie V. 17 im Gegensatze zu der Engellehre der Irrlehrer: Er, kein anderer. -Kolosser Kol 58 1 18 37 Das Bild des Leibes wird von der Kirche gebraucht, ihre innere Einheit als eines gegliederten Organismus [Röm 12,4, 1Kor 12,12ff] zu kennzeichnen, zugleich mit ihrer Vereinigung mit dem Haupte, Christus. [1Kor 11,3, Eph 5,23] Die Genitive des Leibes der Kirche sind einander also untergeordnet: Die Kirche ist ein Leib, das Haupt dieses Leibes ist Christus. -Kolosser Kol 58 1 18 38 Wenn auch andere vor Christus auferstanden sind, starben sie doch wieder und besiegten den Tod nicht auf immer. Christi Auferstehung ist uns durch die Taufe zu eigen gegeben, wenn sie auch erst in unserer Auferstehung vollkommen ihre Früchte zeigt. Diese Würde als Haupt der Kirche, als Stammvater des neuen Geschlechtes, als erster in der Auferstehung war dem Heilande von Ewigkeit her bestimmt. (Damit.) -Kolosser Kol 58 1 18 39 Diese Stellung zur Kirche hat Gott dem Erlöser gegeben, damit er in jeder Beziehung der erste sei: Wie der Höchste über alle Geschöpfe, so der erste als Haupt der Kirche und der erste in der Auferstehung. -Kolosser Kol 58 1 19 Quia in ipso complacuit, omnem plenitudinem inhabitare: denn in ihm gefiel es Gott, die ganze Fülle wohnen zu lassen,⁴⁰ -Kolosser Kol 58 1 19 40 Der Anteil am göttlichen Wesen gebührte der menschlichen Natur nicht aus sich, sondern ward ihr zu Teil, als das Wort sie annahm. Also Christus gebührt der Vorrang, weil er nicht nur Mensch, sondern auch Gott war. Die Fülle der Gottheit wohnte in ihm: wohl eine Anspielung auf das sichtbare Wohnen Gottes unter seinem Volke. -Kolosser Kol 58 1 20 Et per eum reconciliare omnia in ipsum, pacificans per sanguinem crucis ejus, sive quæ in terris, sive quæ in clis sunt. und durch ihn alles mit sich zu versöhnen, indem er Frieden stiftete durch das Blut seines Kreuzes, sowohl was auf der Erde,⁴¹ als was im Himmel ist.⁴² -Kolosser Kol 58 1 20 41 Paulus nennt zuerst die irdischen Geschöpfe, weil die Versöhnung auf Erden geschehen ist und das Irdische zunächst betraf. Christus hat die ganze Welt in das rechte Verhältnis zu Gott gebracht. Durch die bei den Engeln beginnende und zu den Menschen fortschreitende Sünde war ein Riss in die Schöpfung gebracht, welche die Geister- und Körperwelt und der beide verbindende und sich vereinigende Mensch darstellt. Gehören nun die Engel zu denen, für welche das Werk der Versöhnung gleichfalls seine Wirkung übt, siehe [Eph 3,10], so sind sie nicht, wie die Irrlehrer meinen, die Versöhner. -Kolosser Kol 58 1 20 42 Der Apostel ruft die historische Art des Todes Christi in's Gedächtnis, der ein Opfer war zur Versöhnung im Himmel und auf Erden. -Kolosser Kol 58 1 21 Et vos cum essetis aliquando alienati, et inimici sensu in operibus malis: Auch euch,⁴³ die ihr ehedem entfremdet und feindlich gesinnt waret in bösen Werken,⁴⁴ -Kolosser Kol 58 1 21 43 Der Apostel kehrt zu dem Gedanken V. 13, 14 zurück. Alles, was Paulus von der zweiten Hälfte des V. 15 an gesagt hat, war nur eine weitere Ausführung des ersten Teiles dieses Verses. -Kolosser Kol 58 1 21 44 Ihr waret Gott entfremdet und feindselig, indem ihr böse Werke vollbrachtet. Diese waren Zeichen und Grund eurer Entfremdung und Feindschaft. -Kolosser Kol 58 1 22 Nunc autem reconciliavit in corpore carnis ejus per mortem, exhibere vos sanctos, et immaculatos, et irreprehensibiles coram ipso: hat er jetzt versöhnt in dem Leibe seines Fleisches⁴⁵ durch den Tod, um euch heilig und unbefleckt und unsträflich⁴⁶ darzustellen⁴⁷ vor ihm; -Kolosser Kol 58 1 22 45 Die Betonung dieses Wortes geschieht wohl im Gegensatze zu den Irrlehren: Die Engel vermochten nicht uns zu erlösen, weil ihnen der leidensfähige Leib fehlte. -Kolosser Kol 58 1 22 46 Indem Christus sich für uns in den Tod dahingab, tilgte er für uns genugtuend das, was uns von Gott trennte, die Sündenschuld, und erwarb, was uns wieder mit ihm vereinte, den Heil. Geist, den Geist der Liebe. Die Häufung der Ausdrücke, welche die Umgestaltung bezeichnen, ist ein Anzeichen für die Vollkommenheit derselben. -Kolosser Kol 58 1 22 47 Im zukünftigen Gericht. -Kolosser Kol 58 1 23 Si tamen permanetis in fide fundati, et stabiles, et immobiles a spe Evangelii, quod audistis, quod prædicatum est in universa creatura, quæ sub clo est, cujus factus sum ego Paulus minister. wenn ihr anders im Glauben beharret, festgegründet⁴⁸ und beständig, und euch nicht wankend machen lasset in der Hoffnung des Evangeliums,⁴⁹ welches ihr gehört habt, das verkündigt worden ist in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel,⁵⁰ dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.⁵¹ -Kolosser Kol 58 1 23 48 Die Gläubigen sind ein geistiger Bau, dessen Fundament der Glaube bildet und den die Hoffnung sich zum Himmel erheben lässt. -Kolosser Kol 58 1 23 49 Das, was das Evangelium hoffen lässt, und seine Verkündigung. (V. 5) -Kolosser Kol 58 1 23 50 Bei Juden und Heiden. Dürfen die Kolosser sich von dem Evangelium, das in der ganzen Welt verkündet wird, trennen und so von der Kirche scheiden? -Kolosser Kol 58 1 23 51 Vergl. V. 9. Der Apostel weist auf seine Autorität hin, so seinen Mahnungen den Weg bahnend. -Kolosser Kol 58 1 24 Qui nunc gaudeo in passionibus pro vobis, et adimpleo ea, quæ desunt passionum Christi, in carne mea pro corpore ejus, quod est Ecclesia: Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch,⁵² und ergänze das an meinem Fleische,⁵³ was an den Leiden Christi noch mangelt⁵⁴ für seinen Leib, welcher die Kirche ist, -Kolosser Kol 58 1 24 52 Ich freue mich, dass ich auch für euch, die ich nie gesehen, ein Diener des Evangeliums geworden bin, zwar nicht durch Verkündigung desselben, doch aber durch mein jetziges Leiden. Ich bin ein Diener der Gesamtheit, und so kommt mein Leiden auch euch zugute, ist für euch genugtuend, die ihr Glieder des Leibes Christi seid. -Kolosser Kol 58 1 24 53 An meinem, den Drangsalen unterworfenen Leibe. -Kolosser Kol 58 1 24 54 Christus hat also nicht alles gelitten, was zu leiden ist? Paulus muss in seinem Leiden an die Stelle Christi treten? Paulus leidet um Christi willen und als sein Glied, so leidet also Christus in ihm. So rief ja der Heiland selbst, als er sich Paulus offenbarte, ihm zu: Was verfolgst du mich? Ich bin Jesus, den du verfolgst. Das Leiden des Herrn wird bis zum Ende der Welt fortgesetzt, und wie er es ist, der in seinen Heiligen geehrt und geliebt und in den Armen gespeist und bekleidet wird, so ist er es auch, der mitleidet in allen denen, welche um der Gerechtigkeit willen Schmach leiden. (H. Leo.) Wenn auch Christus zur Genugtuung für uns gelitten hat, sind wir deshalb doch nicht befreit vom Kreuz, Übung der Tugenden und Buße. Die Mühen und Arbeiten Christi in der Verkündigung des göttlichen Wortes beschränkten sich ferner auf Palästina und dauerten nur kurze Zeit, den anderen Völkern müssen die Apostel predigen und so ergänzen, was den Mühen Christi zur Auferbauung der Kirche noch abgeht. Deshalb mahnt der heil. Petrus [1Petr 2,21], dass Christus ein Vorbild hinterlassen hat, dem wir folgen sollen. So ist also für Christus ein Leiden geblieben, das er zwar nicht selbst, aber in seinen Gliedern zu erdulden hat (Chrys.), damit sein Leib durch Leiden auferbaut werde. Sein Leiden für die Kirche aufzuopfern, leitet den heil. Paulus sein Amt an. (V. 23) Der Schatz der Verdienste, welche Christus einst in seinem irdischen Erdenwandel und jetzt in seinen Gerechten erwirbt, ist der Schatz der Kirche. Soweit die Leiden Christi denselben bilden, ist er nicht nur eine ausreichende, nein, selbst eine überfließende Genugtuung für alle Sünden; die Verdienste der Heiligen sind im Vereine mit den Verdiensten Christi nicht Sünden tilgend, sondern nur Sündenstrafen mildernd oder ganz erlassend, soweit sie uns zugewendet werden. -Kolosser Kol 58 1 25 Cujus factus sum ego minister secundum dispensationem Dei, quæ data est mihi in vos, ut impleam verbum Dei: deren Diener ich geworden bin nach Gottes Veranstaltung, die mir für euch zuerteilt ward, das Wort Gottes voll zu machen,⁵⁵ -Kolosser Kol 58 1 25 55 Die Vollendung des Gesetzes hat statt, wenn es treu beobachtet wird, die Vollendung der Weissagung, wenn sie eintritt, also des Evangeliums, der Heilsbotschaft, wenn dies Heil von allen Menschen angenommen wird. -Kolosser Kol 58 1 26 Mysterium, quod absconditum fuit a sæculis, et generationibus, nunc autem manifestatum est sanctis ejus, das Geheimnis,⁵⁶ welches von Ewigkeit und Alters her⁵⁷ verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist,⁵⁸ -Kolosser Kol 58 1 26 56 Das Geheimnis der Berufung der Heiden zur Teilnahme am Gottesreiche. -Kolosser Kol 58 1 26 57 Die beiden Worte zeigen die Allgemeinheit der Verborgenheit. -Kolosser Kol 58 1 26 58 Den Christen. -Kolosser Kol 58 1 27 Quibus voluit Deus notas facere divitias gloriæ sacramenti hujus in gentibus, quod est Christus, in vobis spes gloriæ, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum⁵⁹ der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden sei,⁶⁰ das ist Christus, der in euch die Hoffnung der Herrlichkeit ist,⁶¹ -Kolosser Kol 58 1 27 59 Wie große Güter dies offenbarte Geheimnis, diese Berufung der Heiden, verleiht. -Kolosser Kol 58 1 27 60 Die Herrlichkeit und Kraft des Evangeliums zeigte sich am klarsten unter den Heiden. Die Juden hatten die Propheten, sie durften also hoffen, nicht so die Heiden. [1Thess 4,13] Doch auch diese, die bis dahin nur irdische Ziele hatten, dürfen nun auf ein ewiges hoffen. -Kolosser Kol 58 1 27 61 Christus ist, wie Gegenstand des Glaubens, so Grund der Hoffnung. -Kolosser Kol 58 1 28 Quem nos annuntiamus, corripientes omnem hominem, et docentes omnem hominem, in omni sapientia, ut exhibeamus omnem hominem perfectum in Christo Jesu. welchen wir verkündigen, indem wir jedermann ermahnen und jedermann belehren in aller Weisheit, damit wir jedermann⁶² vollkommen in Christus Jesus⁶³ darstellen; -Kolosser Kol 58 1 28 62 Die dreimalige Wiederholung jedermann ist gegen die Irrlehrer gerichtet. Wie fühlt der Apostel die Größe seines Berufes! -Kolosser Kol 58 1 28 63 In Christus: Mit Christus durch Glaube und Liebe verbunden und ihm gleichsam eingepflanzt. -Kolosser Kol 58 1 29 In quo et laboro, certando secundum operationem ejus, quam operatur in me in virtute. wofür⁶⁴ ich mich auch mühe,⁶⁵ kämpfend vermöge seiner Wirksamkeit, die in mir in Kraft schafft. -Kolosser Kol 58 1 29 64 Griech.: Auf welches Ziel hin. -Kolosser Kol 58 1 29 65 Die Gefangenschaft macht den Kampf doppelt schwierig. Dass er aber die Schwierigkeiten überwindet, ermöglicht die Machtwirksamkeit Christi, die sich fortwährend an ihm mächtig erweist. -1 Thessalonicher 1Thess 59 2 0 II. Berichtender Teil (Kap. 2,1 Kap. 3,13): Was der Apostel gegenwärtig und abwesend für die Thessalonicher getan und wie diese sich jetzt und zuvor verhalten. 1. Die Anwesenheit des Apostels. (V. 1 16) a. Was Paulus bei den Thessalonichern weilend getan und was die Thessalonicher gesehen (V. 1 12): 1) Nicht gebrochen durch die Heimsuchungen verkündete er ihnen das Evangelium, Kraft schöpfend aus der Wahrheit der heiligen Lehre und seiner reinen Absicht, nur Gott zu gefallen. (V. 4) 2) Denn nicht hat er bei ihnen Menschengunst gesucht, noch Reichtum oder Ruhm, sondern einzig aus Liebe zu ihnen hat er seines Amtes gewaltet. (V. 8) 3) Darum hat er, um ihnen nicht zur Last zu fallen, Tag und Nacht mit seinen Händen gearbeitet. So können also die neugewonnenen Christen ihm mit Gott Zeugnis geben, wie väterlich er um ihr Heil bemüht war. (V. 12) b. Was die Thessalonicher waren, bezeugt er selbst (V. 13 16): 1) Sie haben das Evangelium nicht als Menschenwort, sondern als Wort Gottes aufgenommen. (V. 13) 2) Sie haben in Verfolgungen, dessen Kraft in sich gezeigt, den ersten Christen von Jerusalem so ähnlich geworden. (V. 16) 2. Die Abwesenheit des Apostels (Kap. 2, V. 17 Kap. 3, V. 10) 1) Fern weilend hegte Paulus das innigste Verlangen, zu den Thessalonichern zurückzukehren, doch Satan verhinderte dies. (V. 20) -Kolosser Kol 58 2 0 Kraft seines Amtes möchte Paulus also auch sie, ob er sie auch noch nicht gesehen, zur vollkommenen Erkenntnis des Evangeliums führen. (V. 3) b. Warnung vor falschen Aposteln und Mahnung, dass die Kolosser im Glauben standhaft (V. 6) nur Christus allein angehören mögen mit Verachtung eitler Weisheit (V. 8), denn in Christus wohnt die Fülle der Gottheit (V. 9), von ihm haben sie alle Güter empfangen, deren sie sich erfreuen (V. 10), durch ihn sind sie der geistigen Beschneidung teilhaftig geworden (V. 12), da er durch seinen Tod ihre Erlösung von der Sünde erworben, das alte Gesetz aufgehoben und einen vollständigen Sieg über die Feinde davongetragen. (V. 15) c. Praktischer Schluss: Die jüdischen Riten sind nicht mehr zu beobachten, denn sie waren nur Vorbilder (V. 17), noch sind die Engel mit Zurücksetzung Christi zu verehren (V. 19), noch ist endlich die falsche und Gott missfällige Askese der Irrlehrer zu üben. -Kolosser Kol 58 2 1 Volo enim vos scire qualem sollicitudinem habeam pro vobis, et pro iis, qui sunt Laodiceæ, et quicumque non viderunt faciem meam in carne: Denn¹ ihr sollt wissen, welch große Sorge ich um euch und um die in Laodicea, und um alle habe, die mein Angesicht im Fleische nicht gesehen haben,² +Kolosser Kol 59 1 10 19 Ein der Kinder Gottes und Jünger Christi würdiger Wandel trägt erstlich Früchte guter Werke, wie ein guter Baum gute Früchte bringt, indem er auch die Erkenntnis wachsen lässt, sodann führt er in gleichem Maße zur geduldigen Ertragung der Schwierigkeiten in diesem Leben (V. 11) und zu freudigem Danke für die Berufung zum Christentum und für die Verheißung des ewigen Erbteiles. +Kolosser Kol 59 1 11 In omni virtute confortati secundum potentiam claritatis ejus in omni patientia, et longanimitate cum gaudio mit aller Kraft gestärkt, nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu aller Standhaftigkeit und Langmut, mit Freuden,²⁰ +Kolosser Kol 59 1 11 20 Der Christ muss beständig kämpfen und braucht Kraft, ja volle Kraft, wie solche nur Gott nach Maßgabe der Macht seiner Herrlichkeit geben kann. Der von außen entgegentretende Widerstand, wie die innere Leidensscheu, werden so überwunden. +Kolosser Kol 59 1 12 Gratias agentes Deo Patri, qui dignos nos fecit in partem sortis sanctorum in lumine: indem wir Gott, dem Vater,²¹ Dank sagen, der uns würdig gemacht hat,²² Teil zu nehmen am Erbe der Heiligen im Lichte;²³ +Kolosser Kol 59 1 12 21 Weil er unser Vater ist, als den er sich erwiesen hat, indem er uns an dem Lichte teilnehmen ließ, in dem er selbst wohnt, am Gottesreiche. Da Paulus jetzt zu der Beschreibung einer allen Christen erwiesenen Wohltat übergeht, fährt er in der ersten Person der Mehrzahl fort. +Kolosser Kol 59 1 12 22 Wir sind also nicht aus uns selbst würdig, sondern dass wir es sind, ist Gottes Geschenk. Denselben Gedanken legt V. 12 das Wort Erbe der heiligen nahe. +Kolosser Kol 59 1 12 23 Schon im A. T. ist das Licht Bild des Heiles. [Jes 49,6] u. a. Das Licht ist also hier die Stätte des Lichtes, das Gottesreich, im Gegensatze zur Finsternis der Welt. Das Erbe der Heiligen im Lichte ist das Gut, welches (V. 5) im Himmel aufbehalten ist. +Kolosser Kol 59 1 13 Qui eripuit nos de potestate tenebrarum, et transtulit in regnum filii dilectionis suæ, welcher uns aus der Gewalt der Finsternis befreit und in das Reich des Sohnes seiner Liebe²⁴ versetzt hat, +Kolosser Kol 59 1 13 24 Eine solche Bezeichnung des Heilandes (Sohn, der seine Liebe besitzt) findet sich nur an dieser Stelle. Die Errettung ist die negative, die Erlösung, die Versetzung in das Reich des Sohnes seiner Liebe, die positive Seite des Anteils, den wir am Gottesreiche haben. +Kolosser Kol 59 1 14 In quo habemus redemptionem per sanguinem ejus, remissionem peccatorum: in welchem wir die Erlösung haben²⁵ durch sein Blut,²⁶ die Vergebung der Sünden; +Kolosser Kol 59 1 14 25 Christus ist die fortdauernde Quelle der Erlösung. +Kolosser Kol 59 1 14 26 Der Zusatz durch sein Blut fehlt in den meisten griechischen Handschriften. +Kolosser Kol 59 1 15 Qui est imago Dei invisibilis, primogenitus omnis creaturæ: welcher²⁷ das Ebenbild Gottes ist, des Unsichtbaren,²⁸ der Erstgeborne²⁹ vor aller Schöpfung;³⁰ +Kolosser Kol 59 1 15 27 Mit V. 15 geht Paulus von dem, was Christus für uns getan, zu dem über, was er ist. Und zwar V. 15 17: Was er seinem Verhältnis zum Vater gemäß der Welt gegenüber ist. V. 18 20: Was der Heiland als Haupt, Stammvater und Erlöser der Kirche ist. +Kolosser Kol 59 1 15 28 Was Paulus von der Erhabenheit Christi vor dessen Menschwerdung sagt, soll dazu dienen, das, was er über den erhöhten Heiland sagt, vor jeder Einschränkung zu bewahren. In Christus ist der an sich unsichtbare Gott für uns im Glauben sichtbar, offenbar geworden (Chrys.). Der Sohn heißt Ebenbild des Vaters, weil er zwar die Gottheit besitzt, aber mitgeteilt. +Kolosser Kol 59 1 15 29 Der Apostel sagt nicht: Der zuerst Erschaffene, sondern: Der Vom Vater Erzeugte (Ambr.). Der Sinn dieses Wortes ist (wie seine Anwendung auf die Israeliten [Ex 4,22] und auf die Christen [Hebr 12,22] zeigt) nicht an sich das zeitlich frühere Dasein, sondern das besondere Vorrecht der Erstgeburt. So wird es von Christus [Röm 8,27, Hebr 1,6] gebraucht. Indes hat Paulus auch den Vorrang der Ewigkeit Christi vor allen Geschöpfen im Auge (Theoph., Theod.). Erklärte das erste Wort Bild das Verhältnis des Heilandes zu Gott, so bezeichnet das zweite seine Stellung zu den Geschöpfen. Die Auffassung der Arianer, als ob Christus hier das erste der Geschöpfe genannt werde, widerstreitet, wie der Bedeutung der Worte, so dem Zusammenhange. Wenn nämlich nach V. 16 alles Geschaffene von ihm abhängt, kann er unmöglich selbst ein Geschöpf sein. +Kolosser Kol 59 1 15 30 Die geistigen Wesen, denn wie V. 16 zeigt, ist an Himmel und Erde selbst nicht gedacht, wie auch V. 16 für ihn V. 20 mit sich bestätigen. Der Apostel will ja nachweisen, dass Christus über alle Engel erhaben ist. +Kolosser Kol 59 1 16 Quoniam in ipso condita sunt universa in clis, et in terra, visibilia, et invisibilia, sive throni, sive dominationes, sive principatus, sive potestates: omnia per ipsum, et in ipso creata sunt: denn in ihm ist alles erschaffen, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare,³¹ seien es Throne oder Herrschaften, oder Fürstentümer oder Gewalten, alles ist durch ihn und für ihn³² geschaffen; +Kolosser Kol 59 1 16 31 Die unsichtbaren, geistigen Wesen sind die höchsten unter allen Geschöpfen, doch auch sie sind Christus untergeordnet. Da die Reihenfolge in der Aufzählung der Engelordnungen an den verschiedenen Stellen verschieden ist, wird hier keine Rangordnung derselben beabsichtigt, sondern durch die Häufung der Namen die keine Ordnung ausschließende Herrschaftsstellung Christi hervorgehoben. +Kolosser Kol 59 1 16 32 Wie Christus Ursprung der Welt, so ist er ihr Ziel. Für ihn: Dies ist der Sinn der Übersetzung nach dem griech. Urtexte. Was [Röm 11,36, 1Kor 8,6] von Gott, wird hier von Christus dem Herrn ausgesagt. Doch ist hier nicht das Verhältnis des Heilandes zu Gott, sondern das der Welt zu Christus dargestellt. +Kolosser Kol 59 1 17 Et ipse est ante omnes, et omnia in ipso constant. und er³³ ist vor allen,³⁴ und alles hat seinen Bestand in ihm.³⁵ +Kolosser Kol 59 1 17 33 Er selbst und kein anderer. +Kolosser Kol 59 1 17 34 Besser: vor allem. +Kolosser Kol 59 1 17 35 Ähnlich [Hebr 1,3]. +Kolosser Kol 59 1 18 Et ipse est caput corporis Ecclesiæ, qui est principium, primogenitus ex mortuis: ut sit in omnibus ipse primatum tenens. Und er³⁶ ist das Haupt des Leibes der Kirche,³⁷ er, der da ist der Anfang, der Erstgeborne von den Toten,³⁸ damit er in allem³⁹ den Vorrang habe; +Kolosser Kol 59 1 18 36 Wie V. 17 im Gegensatze zu der Engellehre der Irrlehrer: Er, kein anderer. +Kolosser Kol 59 1 18 37 Das Bild des Leibes wird von der Kirche gebraucht, ihre innere Einheit als eines gegliederten Organismus [Röm 12,4, 1Kor 12,12ff] zu kennzeichnen, zugleich mit ihrer Vereinigung mit dem Haupte, Christus. [1Kor 11,3, Eph 5,23] Die Genitive des Leibes der Kirche sind einander also untergeordnet: Die Kirche ist ein Leib, das Haupt dieses Leibes ist Christus. +Kolosser Kol 59 1 18 38 Wenn auch andere vor Christus auferstanden sind, starben sie doch wieder und besiegten den Tod nicht auf immer. Christi Auferstehung ist uns durch die Taufe zu eigen gegeben, wenn sie auch erst in unserer Auferstehung vollkommen ihre Früchte zeigt. Diese Würde als Haupt der Kirche, als Stammvater des neuen Geschlechtes, als erster in der Auferstehung war dem Heilande von Ewigkeit her bestimmt. (Damit.) +Kolosser Kol 59 1 18 39 Diese Stellung zur Kirche hat Gott dem Erlöser gegeben, damit er in jeder Beziehung der erste sei: Wie der Höchste über alle Geschöpfe, so der erste als Haupt der Kirche und der erste in der Auferstehung. +Kolosser Kol 59 1 19 Quia in ipso complacuit, omnem plenitudinem inhabitare: denn in ihm gefiel es Gott, die ganze Fülle wohnen zu lassen,⁴⁰ +Kolosser Kol 59 1 19 40 Der Anteil am göttlichen Wesen gebührte der menschlichen Natur nicht aus sich, sondern ward ihr zu Teil, als das Wort sie annahm. Also Christus gebührt der Vorrang, weil er nicht nur Mensch, sondern auch Gott war. Die Fülle der Gottheit wohnte in ihm: wohl eine Anspielung auf das sichtbare Wohnen Gottes unter seinem Volke. +Kolosser Kol 59 1 20 Et per eum reconciliare omnia in ipsum, pacificans per sanguinem crucis ejus, sive quæ in terris, sive quæ in clis sunt. und durch ihn alles mit sich zu versöhnen, indem er Frieden stiftete durch das Blut seines Kreuzes, sowohl was auf der Erde,⁴¹ als was im Himmel ist.⁴² +Kolosser Kol 59 1 20 41 Paulus nennt zuerst die irdischen Geschöpfe, weil die Versöhnung auf Erden geschehen ist und das Irdische zunächst betraf. Christus hat die ganze Welt in das rechte Verhältnis zu Gott gebracht. Durch die bei den Engeln beginnende und zu den Menschen fortschreitende Sünde war ein Riss in die Schöpfung gebracht, welche die Geister- und Körperwelt und der beide verbindende und sich vereinigende Mensch darstellt. Gehören nun die Engel zu denen, für welche das Werk der Versöhnung gleichfalls seine Wirkung übt, siehe [Eph 3,10], so sind sie nicht, wie die Irrlehrer meinen, die Versöhner. +Kolosser Kol 59 1 20 42 Der Apostel ruft die historische Art des Todes Christi in's Gedächtnis, der ein Opfer war zur Versöhnung im Himmel und auf Erden. +Kolosser Kol 59 1 21 Et vos cum essetis aliquando alienati, et inimici sensu in operibus malis: Auch euch,⁴³ die ihr ehedem entfremdet und feindlich gesinnt waret in bösen Werken,⁴⁴ +Kolosser Kol 59 1 21 43 Der Apostel kehrt zu dem Gedanken V. 13, 14 zurück. Alles, was Paulus von der zweiten Hälfte des V. 15 an gesagt hat, war nur eine weitere Ausführung des ersten Teiles dieses Verses. +Kolosser Kol 59 1 21 44 Ihr waret Gott entfremdet und feindselig, indem ihr böse Werke vollbrachtet. Diese waren Zeichen und Grund eurer Entfremdung und Feindschaft. +Kolosser Kol 59 1 22 Nunc autem reconciliavit in corpore carnis ejus per mortem, exhibere vos sanctos, et immaculatos, et irreprehensibiles coram ipso: hat er jetzt versöhnt in dem Leibe seines Fleisches⁴⁵ durch den Tod, um euch heilig und unbefleckt und unsträflich⁴⁶ darzustellen⁴⁷ vor ihm; +Kolosser Kol 59 1 22 45 Die Betonung dieses Wortes geschieht wohl im Gegensatze zu den Irrlehren: Die Engel vermochten nicht uns zu erlösen, weil ihnen der leidensfähige Leib fehlte. +Kolosser Kol 59 1 22 46 Indem Christus sich für uns in den Tod dahingab, tilgte er für uns genugtuend das, was uns von Gott trennte, die Sündenschuld, und erwarb, was uns wieder mit ihm vereinte, den Heil. Geist, den Geist der Liebe. Die Häufung der Ausdrücke, welche die Umgestaltung bezeichnen, ist ein Anzeichen für die Vollkommenheit derselben. +Kolosser Kol 59 1 22 47 Im zukünftigen Gericht. +Kolosser Kol 59 1 23 Si tamen permanetis in fide fundati, et stabiles, et immobiles a spe Evangelii, quod audistis, quod prædicatum est in universa creatura, quæ sub clo est, cujus factus sum ego Paulus minister. wenn ihr anders im Glauben beharret, festgegründet⁴⁸ und beständig, und euch nicht wankend machen lasset in der Hoffnung des Evangeliums,⁴⁹ welches ihr gehört habt, das verkündigt worden ist in der ganzen Schöpfung unter dem Himmel,⁵⁰ dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.⁵¹ +Kolosser Kol 59 1 23 48 Die Gläubigen sind ein geistiger Bau, dessen Fundament der Glaube bildet und den die Hoffnung sich zum Himmel erheben lässt. +Kolosser Kol 59 1 23 49 Das, was das Evangelium hoffen lässt, und seine Verkündigung. (V. 5) +Kolosser Kol 59 1 23 50 Bei Juden und Heiden. Dürfen die Kolosser sich von dem Evangelium, das in der ganzen Welt verkündet wird, trennen und so von der Kirche scheiden? +Kolosser Kol 59 1 23 51 Vergl. V. 9. Der Apostel weist auf seine Autorität hin, so seinen Mahnungen den Weg bahnend. +Kolosser Kol 59 1 24 Qui nunc gaudeo in passionibus pro vobis, et adimpleo ea, quæ desunt passionum Christi, in carne mea pro corpore ejus, quod est Ecclesia: Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch,⁵² und ergänze das an meinem Fleische,⁵³ was an den Leiden Christi noch mangelt⁵⁴ für seinen Leib, welcher die Kirche ist, +Kolosser Kol 59 1 24 52 Ich freue mich, dass ich auch für euch, die ich nie gesehen, ein Diener des Evangeliums geworden bin, zwar nicht durch Verkündigung desselben, doch aber durch mein jetziges Leiden. Ich bin ein Diener der Gesamtheit, und so kommt mein Leiden auch euch zugute, ist für euch genugtuend, die ihr Glieder des Leibes Christi seid. +Kolosser Kol 59 1 24 53 An meinem, den Drangsalen unterworfenen Leibe. +Kolosser Kol 59 1 24 54 Christus hat also nicht alles gelitten, was zu leiden ist? Paulus muss in seinem Leiden an die Stelle Christi treten? Paulus leidet um Christi willen und als sein Glied, so leidet also Christus in ihm. So rief ja der Heiland selbst, als er sich Paulus offenbarte, ihm zu: Was verfolgst du mich? Ich bin Jesus, den du verfolgst. Das Leiden des Herrn wird bis zum Ende der Welt fortgesetzt, und wie er es ist, der in seinen Heiligen geehrt und geliebt und in den Armen gespeist und bekleidet wird, so ist er es auch, der mitleidet in allen denen, welche um der Gerechtigkeit willen Schmach leiden. (H. Leo.) Wenn auch Christus zur Genugtuung für uns gelitten hat, sind wir deshalb doch nicht befreit vom Kreuz, Übung der Tugenden und Buße. Die Mühen und Arbeiten Christi in der Verkündigung des göttlichen Wortes beschränkten sich ferner auf Palästina und dauerten nur kurze Zeit, den anderen Völkern müssen die Apostel predigen und so ergänzen, was den Mühen Christi zur Auferbauung der Kirche noch abgeht. Deshalb mahnt der heil. Petrus [1Petr 2,21], dass Christus ein Vorbild hinterlassen hat, dem wir folgen sollen. So ist also für Christus ein Leiden geblieben, das er zwar nicht selbst, aber in seinen Gliedern zu erdulden hat (Chrys.), damit sein Leib durch Leiden auferbaut werde. Sein Leiden für die Kirche aufzuopfern, leitet den heil. Paulus sein Amt an. (V. 23) Der Schatz der Verdienste, welche Christus einst in seinem irdischen Erdenwandel und jetzt in seinen Gerechten erwirbt, ist der Schatz der Kirche. Soweit die Leiden Christi denselben bilden, ist er nicht nur eine ausreichende, nein, selbst eine überfließende Genugtuung für alle Sünden; die Verdienste der Heiligen sind im Vereine mit den Verdiensten Christi nicht Sünden tilgend, sondern nur Sündenstrafen mildernd oder ganz erlassend, soweit sie uns zugewendet werden. +Kolosser Kol 59 1 25 Cujus factus sum ego minister secundum dispensationem Dei, quæ data est mihi in vos, ut impleam verbum Dei: deren Diener ich geworden bin nach Gottes Veranstaltung, die mir für euch zuerteilt ward, das Wort Gottes voll zu machen,⁵⁵ +Kolosser Kol 59 1 25 55 Die Vollendung des Gesetzes hat statt, wenn es treu beobachtet wird, die Vollendung der Weissagung, wenn sie eintritt, also des Evangeliums, der Heilsbotschaft, wenn dies Heil von allen Menschen angenommen wird. +Kolosser Kol 59 1 26 Mysterium, quod absconditum fuit a sæculis, et generationibus, nunc autem manifestatum est sanctis ejus, das Geheimnis,⁵⁶ welches von Ewigkeit und Alters her⁵⁷ verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist,⁵⁸ +Kolosser Kol 59 1 26 56 Das Geheimnis der Berufung der Heiden zur Teilnahme am Gottesreiche. +Kolosser Kol 59 1 26 57 Die beiden Worte zeigen die Allgemeinheit der Verborgenheit. +Kolosser Kol 59 1 26 58 Den Christen. +Kolosser Kol 59 1 27 Quibus voluit Deus notas facere divitias gloriæ sacramenti hujus in gentibus, quod est Christus, in vobis spes gloriæ, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum⁵⁹ der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden sei,⁶⁰ das ist Christus, der in euch die Hoffnung der Herrlichkeit ist,⁶¹ +Kolosser Kol 59 1 27 59 Wie große Güter dies offenbarte Geheimnis, diese Berufung der Heiden, verleiht. +Kolosser Kol 59 1 27 60 Die Herrlichkeit und Kraft des Evangeliums zeigte sich am klarsten unter den Heiden. Die Juden hatten die Propheten, sie durften also hoffen, nicht so die Heiden. [1Thess 4,13] Doch auch diese, die bis dahin nur irdische Ziele hatten, dürfen nun auf ein ewiges hoffen. +Kolosser Kol 59 1 27 61 Christus ist, wie Gegenstand des Glaubens, so Grund der Hoffnung. +Kolosser Kol 59 1 28 Quem nos annuntiamus, corripientes omnem hominem, et docentes omnem hominem, in omni sapientia, ut exhibeamus omnem hominem perfectum in Christo Jesu. welchen wir verkündigen, indem wir jedermann ermahnen und jedermann belehren in aller Weisheit, damit wir jedermann⁶² vollkommen in Christus Jesus⁶³ darstellen; +Kolosser Kol 59 1 28 62 Die dreimalige Wiederholung jedermann ist gegen die Irrlehrer gerichtet. Wie fühlt der Apostel die Größe seines Berufes! +Kolosser Kol 59 1 28 63 In Christus: Mit Christus durch Glaube und Liebe verbunden und ihm gleichsam eingepflanzt. +Kolosser Kol 59 1 29 In quo et laboro, certando secundum operationem ejus, quam operatur in me in virtute. wofür⁶⁴ ich mich auch mühe,⁶⁵ kämpfend vermöge seiner Wirksamkeit, die in mir in Kraft schafft. +Kolosser Kol 59 1 29 64 Griech.: Auf welches Ziel hin. +Kolosser Kol 59 1 29 65 Die Gefangenschaft macht den Kampf doppelt schwierig. Dass er aber die Schwierigkeiten überwindet, ermöglicht die Machtwirksamkeit Christi, die sich fortwährend an ihm mächtig erweist. +1 Thessalonicher 1Thess 59 2 0 II. Berichtender Teil (Kap. 2,1 Kap. 3,13): Was der Apostel gegenwärtig und abwesend für die Thessalonicher getan und wie diese sich jetzt und zuvor verhalten. 1. Die Anwesenheit des Apostels. (V. 1 16) a. Was Paulus bei den Thessalonichern weilend getan und was die Thessalonicher gesehen (V. 1 12): 1) Nicht gebrochen durch die Heimsuchungen verkündete er ihnen das Evangelium, Kraft schöpfend aus der Wahrheit der heiligen Lehre und seiner reinen Absicht, nur Gott zu gefallen. (V. 4) 2) Denn nicht hat er bei ihnen Menschengunst gesucht, noch Reichtum oder Ruhm, sondern einzig aus Liebe zu ihnen hat er seines Amtes gewaltet. (V. 8) 3) Darum hat er, um ihnen nicht zur Last zu fallen, Tag und Nacht mit seinen Händen gearbeitet. So können also die neugewonnenen Christen ihm mit Gott Zeugnis geben, wie väterlich er um ihr Heil bemüht war. (V. 12) b. Was die Thessalonicher waren, bezeugt er selbst (V. 13 16): 1) Sie haben das Evangelium nicht als Menschenwort, sondern als Wort Gottes aufgenommen. (V. 13) 2) Sie haben in Verfolgungen, dessen Kraft in sich gezeigt, den ersten Christen von Jerusalem so ähnlich geworden. (V. 16) 2. Die Abwesenheit des Apostels (Kap. 2, V. 17 Kap. 3, V. 10) 1) Fern weilend hegte Paulus das innigste Verlangen, zu den Thessalonichern zurückzukehren, doch Satan verhinderte dies. (V. 20) +Kolosser Kol 59 2 0 Kraft seines Amtes möchte Paulus also auch sie, ob er sie auch noch nicht gesehen, zur vollkommenen Erkenntnis des Evangeliums führen. (V. 3) b. Warnung vor falschen Aposteln und Mahnung, dass die Kolosser im Glauben standhaft (V. 6) nur Christus allein angehören mögen mit Verachtung eitler Weisheit (V. 8), denn in Christus wohnt die Fülle der Gottheit (V. 9), von ihm haben sie alle Güter empfangen, deren sie sich erfreuen (V. 10), durch ihn sind sie der geistigen Beschneidung teilhaftig geworden (V. 12), da er durch seinen Tod ihre Erlösung von der Sünde erworben, das alte Gesetz aufgehoben und einen vollständigen Sieg über die Feinde davongetragen. (V. 15) c. Praktischer Schluss: Die jüdischen Riten sind nicht mehr zu beobachten, denn sie waren nur Vorbilder (V. 17), noch sind die Engel mit Zurücksetzung Christi zu verehren (V. 19), noch ist endlich die falsche und Gott missfällige Askese der Irrlehrer zu üben. +Kolosser Kol 59 2 1 Volo enim vos scire qualem sollicitudinem habeam pro vobis, et pro iis, qui sunt Laodiceæ, et quicumque non viderunt faciem meam in carne: Denn¹ ihr sollt wissen, welch große Sorge ich um euch und um die in Laodicea, und um alle habe, die mein Angesicht im Fleische nicht gesehen haben,² 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 1 Nam ipsi scitis, fratres, introitum nostrum ad vos, quia non inanis fuit: Ihr selbst wisset es ja,¹ Brüder! dass unser Eingang bei euch nicht erfolglos gewesen ist,² 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 1 1 Anknüpfung an [1Thess 1,9]. -Kolosser Kol 58 2 1 1 Begründung zu [Kol 1,29]. +Kolosser Kol 59 2 1 1 Begründung zu [Kol 1,29]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 1 2 Vergl. [Apg 17]. -Kolosser Kol 58 2 1 2 Dieser Vers zeigt, dass Paulus in Kolossä nicht selbst das Evangelium verkündet hat. (Chrys., Theoph., Ambr.) Seine Liebe aber umfasst alle Christen. -Kolosser Kol 58 2 2 Ut consolentur corda ipsorum, instructi in caritate, et in omnes divitias plenitudinis intellectus, in agnitionem mysterii Dei Patris et Christi Jesu: dass ihren Herzen Zuspruch zu Teil werde, indem sie in Liebe unterwiesen³ werden, und zu allem Reichtume der Fülle der Einsicht gelangen, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters, und Christi Jesu,⁴ +Kolosser Kol 59 2 1 2 Dieser Vers zeigt, dass Paulus in Kolossä nicht selbst das Evangelium verkündet hat. (Chrys., Theoph., Ambr.) Seine Liebe aber umfasst alle Christen. +Kolosser Kol 59 2 2 Ut consolentur corda ipsorum, instructi in caritate, et in omnes divitias plenitudinis intellectus, in agnitionem mysterii Dei Patris et Christi Jesu: dass ihren Herzen Zuspruch zu Teil werde, indem sie in Liebe unterwiesen³ werden, und zu allem Reichtume der Fülle der Einsicht gelangen, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters, und Christi Jesu,⁴ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 2 Sed ante passi, et contumeliis affecti (sicut scitis) in Philippis, fiduciam habuimus in Deo nostro loqui ad vos Evangelium Dei in multa sollicitudine. sondern obwohl wir zuvor, wie ihr wisst, in Philippi Leiden und Schmach erduldet hatten,³ fassten wir, im Vertrauen auf unsern Gott,⁴ doch den Mut, euch das Evangelium Gottes zu verkünden in großer Sorgsamkeit.⁵ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 2 3 Der Apostel hebt alles hervor, was ihn mit der Gemeinde von Thessalonich vereinigt. (Ebenso [1Thess 1,52,2.5, 1Thess 3,4, 1Thess 2,11] u. a. m.) -Kolosser Kol 58 2 2 3 In Liebe vereint sollen sie im Glauben und durch Glauben hingelangen zur festen Übung und zur klaren Erkenntnis des Geheimnisses, das im Gottmenschen offenbart ist. Diesem Glauben entspringt die Liebe, welche wiederum ihrerseits den Glauben stützt. Nur als lebendiges Glied der Kirche kann der Mensch zur wahren Erkenntnis Gottes gelangen, denn nur die Liebe vermag die unendliche Liebe zu erfassen, die uns in Christus erwiesen ist. +Kolosser Kol 59 2 2 3 In Liebe vereint sollen sie im Glauben und durch Glauben hingelangen zur festen Übung und zur klaren Erkenntnis des Geheimnisses, das im Gottmenschen offenbart ist. Diesem Glauben entspringt die Liebe, welche wiederum ihrerseits den Glauben stützt. Nur als lebendiges Glied der Kirche kann der Mensch zur wahren Erkenntnis Gottes gelangen, denn nur die Liebe vermag die unendliche Liebe zu erfassen, die uns in Christus erwiesen ist. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 2 4 Wie süß musste dies Wort den Herzen der Thessalonicher sein. -Kolosser Kol 58 2 2 4 Zur vollen Erkenntnis des Geheimnisses, welches den Vater und seinen menschgewordenen Sohn betrifft. Es ist das [Kol 1,27] genannte. +Kolosser Kol 59 2 2 4 Zur vollen Erkenntnis des Geheimnisses, welches den Vater und seinen menschgewordenen Sohn betrifft. Es ist das [Kol 1,27] genannte. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 2 5 Griech.: Unter vielen Kämpfen. -Kolosser Kol 58 2 3 In quo sunt omnes thesauri sapientiæ, et scientiæ absconditi. in welchem⁵ alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind.⁶ +Kolosser Kol 59 2 3 In quo sunt omnes thesauri sapientiæ, et scientiæ absconditi. in welchem⁵ alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind.⁶ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 3 Exhortatio enim nostra non de errore, neque de immunditia, neque in dolo, Denn⁶ unser Zuspruch geht nicht aus Irrwahn, noch aus Unlauterkeit hervor, noch ist er mit Trug verbunden,⁷ -Kolosser Kol 58 2 3 5 In Christus. +Kolosser Kol 59 2 3 5 In Christus. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 3 6 Antwort auf die stillschweigend vorausgesetzte Frage: Woher hatten die Apostel nach allen vorhergegangenen Leiden den Mut, das Evangelium in Thessalonich zu verkünden? -Kolosser Kol 58 2 3 6 Die Schätze liegen nicht offen zu Tage, sondern müssen gesucht werden, wenn auch keine menschliche Kraft sie zu entdecken vermag. In ihm sind alle Schätze der Weisheit, also wird, wer den Glauben nicht zum Führer nimmt, nie zu wahrer Weisheit gelangen, da außer ihm nur Scheinweisheit ist. +Kolosser Kol 59 2 3 6 Die Schätze liegen nicht offen zu Tage, sondern müssen gesucht werden, wenn auch keine menschliche Kraft sie zu entdecken vermag. In ihm sind alle Schätze der Weisheit, also wird, wer den Glauben nicht zum Führer nimmt, nie zu wahrer Weisheit gelangen, da außer ihm nur Scheinweisheit ist. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 3 7 Nicht aus einem Irrwahn ist ihre Verkündigung entsprungen, noch hat Unlauterkeit sie zu derselben bewogen, noch haben sie List und Trug angewendet. Dieser negativen Begründung folgt V. 16 die positive. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 4 Sed sicut probati sumus a Deo ut crederetur nobis Evangelium: ita loquimur non quasi hominibus placentes, sed Deo, qui probat corda nostra. sondern so wie wir von Gott bewährt erfunden wurden,⁸ mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir nicht als solche, die Menschen gefallen wollen, sondern dem Gott, der unsere Herzen prüft.⁹ -Kolosser Kol 58 2 4 Hoc autem dico, ut nemo vos decipiat in sublimitate sermonum. Dies⁷ aber sage ich, damit euch niemand täusche mit hochfahrender Rede.⁸ -Kolosser Kol 58 2 4 7 Das, was ich von den in Christus enthaltenen Schätzen gesagt habe, soll euch davor bewahren, euch, indem ihr Weisheit suchet, von falschen Lehrern irre führen zu lassen. +Kolosser Kol 59 2 4 Hoc autem dico, ut nemo vos decipiat in sublimitate sermonum. Dies⁷ aber sage ich, damit euch niemand täusche mit hochfahrender Rede.⁸ +Kolosser Kol 59 2 4 7 Das, was ich von den in Christus enthaltenen Schätzen gesagt habe, soll euch davor bewahren, euch, indem ihr Weisheit suchet, von falschen Lehrern irre führen zu lassen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 4 8 Die göttliche Berufung hat Paulus die Pflicht auferlegt, das Evangelium zu verkünden. -Kolosser Kol 58 2 4 8 Griech.: Unter dem Scheine der Wahrheit. Einige lat. Handschriften lesen subtilitate. Das ist das Bestreben der Irrlehrer, nicht die Ungläubigen zu bekehren, sondern die Unsrigen zu verkehren (Tert.). +Kolosser Kol 59 2 4 8 Griech.: Unter dem Scheine der Wahrheit. Einige lat. Handschriften lesen subtilitate. Das ist das Bestreben der Irrlehrer, nicht die Ungläubigen zu bekehren, sondern die Unsrigen zu verkehren (Tert.). 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 4 9 Bisweilen müssen wir auch den Menschen zu gefallen suchen, wenn dies nämlich die Ehre Gottes fordert, wie der Apostel selbst bezeugt. [1Kor 10,33] (Thom.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 5 Neque enim aliquando fuimus in sermone adulationis, sicut scitis: neque in occasione avaritiæ: Deus testis est: Denn¹⁰ weder haben wir uns je schmeichlerischer Worte bedient, wie ihr wisset, noch haben wir Vorwand zur Habsucht gesucht, Gott ist Zeuge!¹¹ -Kolosser Kol 58 2 5 Nam etsi corpore absens sum, sed spiritu vobiscum sum: gaudens, et videns ordinem vestrum, et firmamentum ejus, quæ in Christo est, fidei vestræ. Denn wenn ich auch dem Leibe nach abwesend bin, so bin ich doch im Geiste⁹ bei euch, mich freuend, indem ich eure Ordnung und die Festigkeit¹⁰ eures Glaubens an Christus sehe. [1Kor 5,3] -Kolosser Kol 58 2 5 9 Im Heil. Geiste nahe, freue ich mich über den günstigen Stand der Gemeinde, den Epaphras mir geschildert. +Kolosser Kol 59 2 5 Nam etsi corpore absens sum, sed spiritu vobiscum sum: gaudens, et videns ordinem vestrum, et firmamentum ejus, quæ in Christo est, fidei vestræ. Denn wenn ich auch dem Leibe nach abwesend bin, so bin ich doch im Geiste⁹ bei euch, mich freuend, indem ich eure Ordnung und die Festigkeit¹⁰ eures Glaubens an Christus sehe. [1Kor 5,3] +Kolosser Kol 59 2 5 9 Im Heil. Geiste nahe, freue ich mich über den günstigen Stand der Gemeinde, den Epaphras mir geschildert. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 5 10 Der Apostel will V. 4 begründen, geht aber unvermerkt zu einer Schilderung seiner gesamten Tätigkeit über: Drei Glieder, deren letztes in V. 6, 7 noch eine weitere Ausführung findet. -Kolosser Kol 58 2 5 10 Die Gemeinde von Kolossä ist einem in Schlachtordnung aufgestellten Heere gleich, das in der festen Burg des Glaubens den Kampf aufnimmt. +Kolosser Kol 59 2 5 10 Die Gemeinde von Kolossä ist einem in Schlachtordnung aufgestellten Heere gleich, das in der festen Burg des Glaubens den Kampf aufnimmt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 5 11 Das erste ist offenbar, darum ruft Paulus die Thessalonicher selbst als Zeugen an, das zweite ist im Herzen verborgen, darum kann nur Gott die Wahrheit der Behauptung bezeugen. (Chrys.) -Kolosser Kol 58 2 6 Sicut ergo accepistis Jesum Christum Dominum, in ipso ambulate. So wie ihr also Jesus Christus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt in ihm,¹¹ +Kolosser Kol 59 2 6 Sicut ergo accepistis Jesum Christum Dominum, in ipso ambulate. So wie ihr also Jesus Christus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt in ihm,¹¹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 6 Nec quærentes ab hominibus gloriam, neque a vobis, neque ab aliis. noch auch suchten wir Ehre von den Menschen,¹² weder von euch, noch von andern.¹³ -Kolosser Kol 58 2 6 11 Haltet fest an dem Herrn über alle Herren, so wie euch die Lehre überliefert ist. Er sei euer Wandel, er sei das Erdreich, in dem ihr so feste Wurzel geschlagen, dass nicht jeder Wind der Lehre euch erschüttert, er sei das Fundament, auf dem ihr erbaut werdet, sicher vor dem Einsturz. +Kolosser Kol 59 2 6 11 Haltet fest an dem Herrn über alle Herren, so wie euch die Lehre überliefert ist. Er sei euer Wandel, er sei das Erdreich, in dem ihr so feste Wurzel geschlagen, dass nicht jeder Wind der Lehre euch erschüttert, er sei das Fundament, auf dem ihr erbaut werdet, sicher vor dem Einsturz. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 6 12 Nicht bei den Menschen hat Paulus Ehre gesucht, sondern Gott zu gefallen war sein Bestreben. (V. 4) 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 6 13 Weder von den Thessalonichern selbst, noch von anderen Gemeinden hat er Lob und Beifall gewünscht für das, was er in Thessalonich getan. Und doch hätte es nahe gelegen, Ehren zu fordern. (V. 7) -Kolosser Kol 58 2 7 Radicati, et superædificati in ipso, et confirmati fide, sicut et didicistis, abundantes in illo in gratiarum actione: festgewurzelt und auferbaut in ihm, und fest im Glauben,¹² so wie ihr gelehrt seid,¹³ zunehmend in ihm mit Danksagung.¹⁴ +Kolosser Kol 59 2 7 Radicati, et superædificati in ipso, et confirmati fide, sicut et didicistis, abundantes in illo in gratiarum actione: festgewurzelt und auferbaut in ihm, und fest im Glauben,¹² so wie ihr gelehrt seid,¹³ zunehmend in ihm mit Danksagung.¹⁴ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 7 Cum possemus vobis oneri esse ut Christi Apostoli: sed facti sumus parvuli in medio vestrum, tamquam si nutrix foveat filios suos. Obwohl wir euch hätten beschwerlich sein dürfen als Apostel Christi,¹⁴ sind wir vielmehr Kinder¹⁵ geworden in eurer Mitte, wie wenn eine Säugende¹⁶ ihre Kinder pflegt. -Kolosser Kol 58 2 7 12 Durch den Glauben eingepflanzt und gegründet in Christus. -Kolosser Kol 58 2 7 13 Wie oft betont der Apostel die Notwendigkeit, der von den Boten Christi überlieferten Lehre treu anzuhängen! (V. 6, 7) +Kolosser Kol 59 2 7 12 Durch den Glauben eingepflanzt und gegründet in Christus. +Kolosser Kol 59 2 7 13 Wie oft betont der Apostel die Notwendigkeit, der von den Boten Christi überlieferten Lehre treu anzuhängen! (V. 6, 7) 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 7 14 Griech.: Gewichtig auftreten (auf Ehren Anspruch erheben) als Sendboten des Messias, des Himmelskönigs. Der Ausdruck entspricht dem Ehre suchen. (V. 6) Die Übersetzung der Vulgata entspricht so nicht ganz dem Sinne. -Kolosser Kol 58 2 7 14 Wachsend und zunehmend in der Erkenntnis, dem Glauben und der Liebe (Chrys.) Der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Andeutungsweise ist der Apostel bereits auf das gekommen, was die Veranlassung und der Gegenstand des Briefes ist. [Kol 1,7.23, Kol 2,6.7] u. a. +Kolosser Kol 59 2 7 14 Wachsend und zunehmend in der Erkenntnis, dem Glauben und der Liebe (Chrys.) Der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Andeutungsweise ist der Apostel bereits auf das gekommen, was die Veranlassung und der Gegenstand des Briefes ist. [Kol 1,7.23, Kol 2,6.7] u. a. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 7 15 Positive Schilderung. Mit kindlicher Demut. Klem., Orig., Chrys., Euth. u. a. lesen im Griech. (mit manchen Handschriften) mit Weglassung eines Buchstabens: mild. Damit wird der schroffe Übergang zu dem teilweise entgegengesetzten Bilde gemindert. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 7 16 Eine Mutter, die ihre Kinder nährt. Auch [Gal 4,19] stellt Paulus sein Verhältnis zur Gemeinde unter dem Bilde einer Mutter dar, die ihren Kindern das Leben gibt. [1Kor 4,15, Phlm 1,10] nennt er sich einen geistigen Vater. -Kolosser Kol 58 2 8 Videte ne quis vos decipiat per philosophiam, et inanem fallaciam secundum traditionem hominum, secundum elementa mundi, et non secundum Christum: Sehet zu, dass euch niemand verführe¹⁵ durch die Weltweisheit¹⁶ und eitlen Trug nach der Überlieferung der Menschen,¹⁷ nach den Anfangsgründen der Welt,¹⁸ und nicht nach Christus,¹⁹ +Kolosser Kol 59 2 8 Videte ne quis vos decipiat per philosophiam, et inanem fallaciam secundum traditionem hominum, secundum elementa mundi, et non secundum Christum: Sehet zu, dass euch niemand verführe¹⁵ durch die Weltweisheit¹⁶ und eitlen Trug nach der Überlieferung der Menschen,¹⁷ nach den Anfangsgründen der Welt,¹⁸ und nicht nach Christus,¹⁹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 8 Ita desiderantes vos, cupide volebamus tradere vobis non solum Evangelium Dei, sed etiam animas nostras: quoniam carissimi nobis facti estis. So wünschten wir voll Liebe zu euch, von Herzen, euch nicht nur das Evangelium Gottes mitzuteilen, sondern auch unser Leben¹⁷ für euch hinzugeben, weil ihr uns überaus lieb geworden waret.¹⁸ -Kolosser Kol 58 2 8 15 Griech.: dass euch niemand als Raub wegführe, der Kirche entreiße. -Kolosser Kol 58 2 8 16 Die Lehre der Irrlehrer, welche sich mit Unrecht Weltweisheit, Philosophie nennt. [1Tim 6,20] Wie aus dem Folgenden erhellt, waren ihre Bestandteile die Lehre von der Notwendigkeit des jüdischen Zeremonialgesetzes (V. 11 ff.) und eine besondere Art orientalischer Engellehre. (V. 18 ff.) +Kolosser Kol 59 2 8 15 Griech.: dass euch niemand als Raub wegführe, der Kirche entreiße. +Kolosser Kol 59 2 8 16 Die Lehre der Irrlehrer, welche sich mit Unrecht Weltweisheit, Philosophie nennt. [1Tim 6,20] Wie aus dem Folgenden erhellt, waren ihre Bestandteile die Lehre von der Notwendigkeit des jüdischen Zeremonialgesetzes (V. 11 ff.) und eine besondere Art orientalischer Engellehre. (V. 18 ff.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 8 17 Auch sein dem Evangelium ganz gehörendes Leben. -Kolosser Kol 58 2 8 17 Weil diese Philosophie nicht auf göttlicher Offenbarung, sondern auf menschlicher Einbildung beruht. Jede Religionsphilosophie, welche nicht die geoffenbarte Wahrheit zum Leitsterne hat, ist leer und trügerisch; leer, ohne Gehalt, weil nur die göttliche Offenbarung die reine und ganze Wahrheit in sich fasst; trügerisch, weil sie statt Wahrheit Irrtum, mehr oder weniger Lüge gibt. +Kolosser Kol 59 2 8 17 Weil diese Philosophie nicht auf göttlicher Offenbarung, sondern auf menschlicher Einbildung beruht. Jede Religionsphilosophie, welche nicht die geoffenbarte Wahrheit zum Leitsterne hat, ist leer und trügerisch; leer, ohne Gehalt, weil nur die göttliche Offenbarung die reine und ganze Wahrheit in sich fasst; trügerisch, weil sie statt Wahrheit Irrtum, mehr oder weniger Lüge gibt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 8 18 Die Interpunktion der beiden letzten Verse ist besser so zu ordnen, dass hinter V. 6 ein Komma steht, hinter in eurer Mitte ein Punkt, so dass V. 7 wieder mit einem Komma schließt. -Kolosser Kol 58 2 8 18 Das Judentum mit seinen Lehren und Satzungen bot die Anfangsgründe, durch welche die Menschheit auf die eigentliche und wahre Wissenschaft in Christus, den Glauben und die Rechtfertigung, vorbereitet ward (Thom.). Die wahre Weisheit hat Christus zum Anfang und zur Richtschnur. Dazu kommt, dass nach der Lehre des späteren Judentums Engelmächte alles Körperliche leiten, aus der Rücksicht auf diese erflossen die Verbote der Irrlehrer. -Kolosser Kol 58 2 8 19 In dem erhöhten Christus, der zur Rechten Gottes sitzt, wohnt die Fülle dessen, was Gott zum Gotte macht, die göttliche Wesenheit, bleibend, also auch die Fülle der Wahrheit, mithin haben die Kolosser nicht notwendig, sich anderswohin zu wenden. -Kolosser Kol 58 2 9 Quia in ipso inhabitat omnis plenitudo divinitatis corporaliter: denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig,²⁰ +Kolosser Kol 59 2 8 18 Das Judentum mit seinen Lehren und Satzungen bot die Anfangsgründe, durch welche die Menschheit auf die eigentliche und wahre Wissenschaft in Christus, den Glauben und die Rechtfertigung, vorbereitet ward (Thom.). Die wahre Weisheit hat Christus zum Anfang und zur Richtschnur. Dazu kommt, dass nach der Lehre des späteren Judentums Engelmächte alles Körperliche leiten, aus der Rücksicht auf diese erflossen die Verbote der Irrlehrer. +Kolosser Kol 59 2 8 19 In dem erhöhten Christus, der zur Rechten Gottes sitzt, wohnt die Fülle dessen, was Gott zum Gotte macht, die göttliche Wesenheit, bleibend, also auch die Fülle der Wahrheit, mithin haben die Kolosser nicht notwendig, sich anderswohin zu wenden. +Kolosser Kol 59 2 9 Quia in ipso inhabitat omnis plenitudo divinitatis corporaliter: denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig,²⁰ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 9 Memores enim estis fratres laboris nostri, et fatigationis: nocte ac die operantes, ne quem vestrum gravaremus, prædicavimus in vobis Evangelium Dei. Ihr erinnert euch ja,¹⁹ Brüder!²⁰ unserer Mühe und Beschwerde; wie wir Tag und Nacht arbeiteten,²¹ um keinem von euch beschwerlich zu fallen, da wir euch das Evangelium Gottes verkündeten. [1Kor 4,12, 2Thess 3,8] 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 9 19 Ja: Begründung von V. 7ff. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 9 20 Das Wort Brüder, welches Paulus in diesem Briefe allein dreizehn Mal anwendet, hat an keiner Stelle nun den Zweck, die Anrede zu erneuern, sondern mildert entweder eine Mahnung, oder dient zu einer dem sonstigen Zusammenhange entsprechenden Beteuerung der Liebe. -Kolosser Kol 58 2 9 20 Leibhaftig: im Sinne von [Joh 1,14]: wesenhaft. (Aug.) Gegensatz V. 8 Anfangsgründe, V. 17: Schatten Christus. Wie hoch also steht er über allen Engelmächten! (V. 10) +Kolosser Kol 59 2 9 20 Leibhaftig: im Sinne von [Joh 1,14]: wesenhaft. (Aug.) Gegensatz V. 8 Anfangsgründe, V. 17: Schatten Christus. Wie hoch also steht er über allen Engelmächten! (V. 10) 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 9 21 Indem der Apostel die Thessalonicher an seine Arbeit erinnert, stellt er wiederum die Verkündigung des Evangeliums als Hauptsache vor Augen. Über die Sache vergl. [1Kor 9,6-18, 2Thess 1,7ff, Apg 26,33ff] 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 10 Vos testes estis, et deus, quam sancte, et juste, et sine querela, vobis, qui credidistis, fuimus: Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig, gerecht und untadelig²² wir uns bei euch erwiesen haben, die ihr gläubig geworden seid; -Kolosser Kol 58 2 10 Et estis in illo repleti, qui est caput omnis principatus, et potestatis: und in ihm seid ihr erfüllt,²¹ der das Haupt aller Gewalten und Mächte ist;²² -Kolosser Kol 58 2 10 21 Mit den Gaben, welche aus der Würde eures Herrn herfließen. +Kolosser Kol 59 2 10 Et estis in illo repleti, qui est caput omnis principatus, et potestatis: und in ihm seid ihr erfüllt,²¹ der das Haupt aller Gewalten und Mächte ist;²² +Kolosser Kol 59 2 10 21 Mit den Gaben, welche aus der Würde eures Herrn herfließen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 10 22 Heilig drückt das rechte Verhalten gegen Gott, gerecht das gegen die Menschen aus, untadelig fasst beide zusammen. Da der Apostel von der Pflichtmäßigkeit seines Verhaltens gegen Gott und Menschen spricht, ruft er die Thessalonicher wie Gott zu Zeugen an. -Kolosser Kol 58 2 10 22 Wie solltet ihr also Erkenntnis und Weisheit erst durch Engeldienst suchen, mit Hintansetzung des Herrn und Königs der Engel? +Kolosser Kol 59 2 10 22 Wie solltet ihr also Erkenntnis und Weisheit erst durch Engeldienst suchen, mit Hintansetzung des Herrn und Königs der Engel? 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 11 Sicut scitis, qualiter unumquemque vestrum (sicut pater filios suos) wie wir, ihr wisset es ja, einen jeden von euch (wie ein Vater seine Kinder)²³ -Kolosser Kol 58 2 11 In quo et circumcisi estis circumcisione non manu facta in exspoliatione corporis carnis, sed in circumcisione Christi: in dem ihr auch beschnitten seid, nicht durch eine Beschneidung, welche mit der Hand geschehen, durch Hinwegnahme des Fleisches am Leibe, sondern durch die Beschneidung Christi,²³ +Kolosser Kol 59 2 11 In quo et circumcisi estis circumcisione non manu facta in exspoliatione corporis carnis, sed in circumcisione Christi: in dem ihr auch beschnitten seid, nicht durch eine Beschneidung, welche mit der Hand geschehen, durch Hinwegnahme des Fleisches am Leibe, sondern durch die Beschneidung Christi,²³ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 11 23 Seine hingebende Liebe hat Paulus im Bilde der Mutter vor Augen gestellt, das Bild des Vaters zeigt ihn in treu und unermüdlich leitender Liebe, die sich einem jeden einzelnen gegenüber bewiesen. -Kolosser Kol 58 2 11 23 Da in Christus der Kirche alle religiösen Güter geschenkt sind, so auch das, was die Beschneidung an solchen bot. In der jüdischen Beschneidung wurde ein Teil des äußeren Fleisches weggenommen, in der Beschneidung, welche Christus gewährt, wird die Gesamtheit, der ganze Leib sündhaften Wesens abgelegt. Der Ritus der Beschneidung hatte im A. T. eine symbolische Bedeutung, sofern er die ihr Unterworfenen dem Gottesvolke einreihte. An vielen Stellen, insbesondere bei den Propheten, wird das Wort Beschneidung bildlich für den rechten Herzenszustand genommen. (So schon [Lev 26,41, Dtn 10,16, Dtn 30,6, Jer 4,4, Ez 44,7] u. a.) Die jüdische Beschneidung bedeutete, was in Christus verwirklicht ward, die Ablegung des Leibes (Hinwegnahme des Fleisches am Leibe) auf die jüdische Beschneidung. Objektiv ist die Beschneidung Christi an allen vollbracht durch seinen Tod, individuell wird sie in der Taufe vollzogen, in welcher der Christ dem alten Menschen nach begraben wird, den Leib des Fleisches ablegt und den des Geistes anzieht. +Kolosser Kol 59 2 11 23 Da in Christus der Kirche alle religiösen Güter geschenkt sind, so auch das, was die Beschneidung an solchen bot. In der jüdischen Beschneidung wurde ein Teil des äußeren Fleisches weggenommen, in der Beschneidung, welche Christus gewährt, wird die Gesamtheit, der ganze Leib sündhaften Wesens abgelegt. Der Ritus der Beschneidung hatte im A. T. eine symbolische Bedeutung, sofern er die ihr Unterworfenen dem Gottesvolke einreihte. An vielen Stellen, insbesondere bei den Propheten, wird das Wort Beschneidung bildlich für den rechten Herzenszustand genommen. (So schon [Lev 26,41, Dtn 10,16, Dtn 30,6, Jer 4,4, Ez 44,7] u. a.) Die jüdische Beschneidung bedeutete, was in Christus verwirklicht ward, die Ablegung des Leibes (Hinwegnahme des Fleisches am Leibe) auf die jüdische Beschneidung. Objektiv ist die Beschneidung Christi an allen vollbracht durch seinen Tod, individuell wird sie in der Taufe vollzogen, in welcher der Christ dem alten Menschen nach begraben wird, den Leib des Fleisches ablegt und den des Geistes anzieht. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 12 Deprecantes vos, et consolantes, testificati sumus, ut ambularetis digne Deo, qui vocavit vos in suum regnum, et gloriam. gebeten, ermuntert und beschworen haben,²⁴ dass ihr Gottes würdig²⁵ wandeln möchtet, der euch zu seinem Reiche und zu seiner Herrlichkeit berufen hat. -Kolosser Kol 58 2 12 Consepulti ei in baptismo, in quo et resurrexistis per fidem operationis Dei, qui suscitavit illum a mortuis. indem ihr mit ihm in der Taufe begraben wurdet, und in ihm durch den Glauben an die Macht Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat, auch auferstanden seid.²⁴ +Kolosser Kol 59 2 12 Consepulti ei in baptismo, in quo et resurrexistis per fidem operationis Dei, qui suscitavit illum a mortuis. indem ihr mit ihm in der Taufe begraben wurdet, und in ihm durch den Glauben an die Macht Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat, auch auferstanden seid.²⁴ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 12 24 Die drei Zeitworte bilden eine Steigerung. -Kolosser Kol 58 2 12 24 Das Wort begraben weist auf den symbolischen Ritus der Taufe durch Untertauchen hin. Auferstanden: Im Griech.: Mitauferstanden. Der Glaube an die Macht Gottes ist für die Erwachsenen eine Vorbedingung der Taufe. (Trid. Konz. Sitz 6 Kap. 6) Die Wirksamkeit Gottes wird auf die Auferweckung beschränkt, zuerst weil der Apostel von unserer Auferweckung sprach, die in derjenigen des Herrn ihren Grund hat und in ihr vorbildlich geschehen ist, sodann weil die Auferstehung die stärkste Stütze unseres Glaubens ist. [1Kor 15,17] +Kolosser Kol 59 2 12 24 Das Wort begraben weist auf den symbolischen Ritus der Taufe durch Untertauchen hin. Auferstanden: Im Griech.: Mitauferstanden. Der Glaube an die Macht Gottes ist für die Erwachsenen eine Vorbedingung der Taufe. (Trid. Konz. Sitz 6 Kap. 6) Die Wirksamkeit Gottes wird auf die Auferweckung beschränkt, zuerst weil der Apostel von unserer Auferweckung sprach, die in derjenigen des Herrn ihren Grund hat und in ihr vorbildlich geschehen ist, sodann weil die Auferstehung die stärkste Stütze unseres Glaubens ist. [1Kor 15,17] 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 12 25 Das Wort würdig bringt zwei Gedanken zum Ausdruck: Die Pflicht, Gottes Vorschriften gemäß zu wandeln, und die Herrlichkeit der Berufung zu Gottes Reich. Gott ist Grund, Vorbild und Ziel des Wandels der Christen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 13 Ideo et nos gratias agimus Deo sine intermissione: quoniam cum accepissetis a nobis verbum auditus Dei, accepistis illud, non ut verbum hominum, sed (sicut est vere) verbum Dei, qui operatur in vobis, qui credidistis. Darum²⁶ danken auch wir Gott ohne Unterlass dafür,²⁷ dass ihr die Verkündigung des Wortes Gottes, das ihr von uns²⁸ vernahmet, aufgenommen habt nicht als Menschenwort, sondern (wie es Wahrheit ist) als Gottes Wort,²⁹ der in euch wirkt,³⁰ die ihr gläubig geworden seid. -Kolosser Kol 58 2 13 Et vos cum mortui essetis in delictis, et præputio carnis vestræ, convivificavit cum illo, donans vobis omnia delicta: Auch euch, die ihr tot waret in den Vergehungen und in der Vorhaut eures Fleisches,²⁵ hat er lebendig gemacht mit ihm, indem er euch alle Vergehungen vergab, -Kolosser Kol 58 2 13 25 Paulus wendet sich an die Heidenchristen. Der Tod erscheint hier im anderen Sinne als V. 12. Sie waren tot, da sie von Gott abgewendet der durch die Erbsünde verdorbenen Begierlichkeit folgten. Die Vorhaut ist das Bild der Sünde, in der wir geboren werden, und der Werke, die aus ihr folgen. Durch den Tod in der Taufe wurden euch eure Sünden nachgelassen, und durch die Auferstehung mit Christus ward euch ein neues Leben gegeben, das Unterpfand der künftigen Auferstehung. +Kolosser Kol 59 2 13 Et vos cum mortui essetis in delictis, et præputio carnis vestræ, convivificavit cum illo, donans vobis omnia delicta: Auch euch, die ihr tot waret in den Vergehungen und in der Vorhaut eures Fleisches,²⁵ hat er lebendig gemacht mit ihm, indem er euch alle Vergehungen vergab, +Kolosser Kol 59 2 13 25 Paulus wendet sich an die Heidenchristen. Der Tod erscheint hier im anderen Sinne als V. 12. Sie waren tot, da sie von Gott abgewendet der durch die Erbsünde verdorbenen Begierlichkeit folgten. Die Vorhaut ist das Bild der Sünde, in der wir geboren werden, und der Werke, die aus ihr folgen. Durch den Tod in der Taufe wurden euch eure Sünden nachgelassen, und durch die Auferstehung mit Christus ward euch ein neues Leben gegeben, das Unterpfand der künftigen Auferstehung. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 13 26 Wegen des V. 10 12 Gesagten. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 13 27 Da die Apostel in Gottes Auftrage wirken, danken sie ihm auch für den Erfolg ihrer Predigt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 13 28 Zunächst Paulus und Silas [Apg 17,5ff], dann die Apostel und Lehrer des Evangeliums überhaupt. [Apg 5,17ff, Apg 6,12ff] 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 13 29 Das Wort, das Gott durch uns zu euch redet. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 13 30 Die Wirksamkeit ist ein Merkmal des Gotteswortes [Ps 33,4, Ps 118, Ps 137,2, Jes 55,11, Hebr 4,12, Jak 1,21, 1Petr 1,23], doch zeigt dies sich nur da wirksam, wo es die rechte Aufnahme, den Glauben findet. (Vergl. V. 10) 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 14 Vos enim imitatores facti estis fratres ecclesiarum Dei, quæ sunt in Judæa in Christo Jesu: quia eadem passi estis et vos a contribulibus vestris, sicut et ipsi a Judæis: Denn ihr seid Nachahmer geworden, Brüder, der Kirchen Gottes, welche in Judäa sind in Christus Jesus, da auch ihr dasselbe erlitten habet von euren eigenen Volksgenossen, wie sie von den Juden,³¹ -Kolosser Kol 58 2 14 Delens quod adversus nos erat chirographum decreti, quod erat contrarium nobis, et ipsum tulit de medio, affigens illud cruci: da er den wider uns lautenden Schuldbrief der Satzungen auslöschte und ihn an das Kreuz heftend wegnahm;²⁶ -Kolosser Kol 58 2 14 26 Solange der Gesetzesbund bestand, der insbesondere in der Beschneidung seinen Ausdruck fand, war eine Scheidemauer zwischen Juden und Heiden errichtet. Die einzelnen zeremoniellen Satzungen des A. B. sind gleichsam die Buchstaben, aus denen der Bund besteht, und bilden eine zu bezahlende Schuld, welche die Juden durch ihre Unterschrift anerkannt haben. [Ex 24,3] Nun aber trat das Gesetz als Gegner auf, da sie es nicht erfüllt. Da beseitigte Christus den Schuldschein gänzlich, indem er ihn an das Kreuz nagelte, und so seine Gültigkeit aufhob und vernichtete. Christus ward ja von den Juden gekreuzigt und so aus ihrem Bunde ausgestoßen, derart, dass alle, die sich an ihn halten, außerhalb des Judentums stehen müssen. Ist er zudem durch seinen Tod irdischen Verhältnissen entrückt, so haben alle für irdische Verhältnisse gegebenen Vorschriften des Judentums für ihn ihre Kraft verloren, mithin auch für alle, die zu ihm gehören. Das Subjekt von V. 14 ist Gott. +Kolosser Kol 59 2 14 Delens quod adversus nos erat chirographum decreti, quod erat contrarium nobis, et ipsum tulit de medio, affigens illud cruci: da er den wider uns lautenden Schuldbrief der Satzungen auslöschte und ihn an das Kreuz heftend wegnahm;²⁶ +Kolosser Kol 59 2 14 26 Solange der Gesetzesbund bestand, der insbesondere in der Beschneidung seinen Ausdruck fand, war eine Scheidemauer zwischen Juden und Heiden errichtet. Die einzelnen zeremoniellen Satzungen des A. B. sind gleichsam die Buchstaben, aus denen der Bund besteht, und bilden eine zu bezahlende Schuld, welche die Juden durch ihre Unterschrift anerkannt haben. [Ex 24,3] Nun aber trat das Gesetz als Gegner auf, da sie es nicht erfüllt. Da beseitigte Christus den Schuldschein gänzlich, indem er ihn an das Kreuz nagelte, und so seine Gültigkeit aufhob und vernichtete. Christus ward ja von den Juden gekreuzigt und so aus ihrem Bunde ausgestoßen, derart, dass alle, die sich an ihn halten, außerhalb des Judentums stehen müssen. Ist er zudem durch seinen Tod irdischen Verhältnissen entrückt, so haben alle für irdische Verhältnisse gegebenen Vorschriften des Judentums für ihn ihre Kraft verloren, mithin auch für alle, die zu ihm gehören. Das Subjekt von V. 14 ist Gott. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 14 31 Die Verfolgung, deren Ziel der heil. Paulus gewesen, hatte sich nach seiner Abreise gegen die Christen gewendet und für diese eine große Gefahr des Abfalls herbeigeführt. Seit kurzer Zeit erst hatten sie das Christentum als eine Botschaft des Heiles angenommen, waren nicht wankend geworden, wahre Nachahmer des Heilandes und seiner Jünger in den übrigen Gemeinden. Kann noch ein Zweifel sein, dass die Aufnahme des Evangeliums eine wirksame war? 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 15 Qui et Dominum occiderunt Jesum, et prophetas, et nos persecuti sunt, et Deo non placent, et omnibus hominibus adversantur, welche den Herrn³² Jesus getötet, ebenso wie die Propheten, und auch uns verfolgt haben,³³ und Gott missfällig und allen Menschen feindlich sind,³⁴ -Kolosser Kol 58 2 15 Et exspolians principatus, et potestates traduxit confidenter, palam triumphans illos in semetipso. und da er die Mächte und die Gewalten entwaffnet,²⁷ stellte er sie kühnlich zur Schau, indem er sie im Triumphe aufführte in sich.²⁸ -Kolosser Kol 58 2 15 27 Hinter dem Gesetze stehen geistige Mächte als Hüter. Christus ist nicht nur höher als diese, nein, er beseitigte sie sogar gleichsam im Kampfe, so dass die Irrlehrer sich als Gegner Christi darstellen, wenn sie jene über ihn setzen. Der Ausdruck weist auf die zweite Hälfte des 10. V. zurück. Nach anderer Erklärung ist hier von der Besiegung der bösen Geister die Rede. -Kolosser Kol 58 2 15 28 Infolge des Todes Christi verloren jene Geisteswesen ihre beherrschende Stellung, und dies ward durch denselben offenbar, da der Herr sie im Triumph in sich (an seinem Kreuze) aufführte. +Kolosser Kol 59 2 15 Et exspolians principatus, et potestates traduxit confidenter, palam triumphans illos in semetipso. und da er die Mächte und die Gewalten entwaffnet,²⁷ stellte er sie kühnlich zur Schau, indem er sie im Triumphe aufführte in sich.²⁸ +Kolosser Kol 59 2 15 27 Hinter dem Gesetze stehen geistige Mächte als Hüter. Christus ist nicht nur höher als diese, nein, er beseitigte sie sogar gleichsam im Kampfe, so dass die Irrlehrer sich als Gegner Christi darstellen, wenn sie jene über ihn setzen. Der Ausdruck weist auf die zweite Hälfte des 10. V. zurück. Nach anderer Erklärung ist hier von der Besiegung der bösen Geister die Rede. +Kolosser Kol 59 2 15 28 Infolge des Todes Christi verloren jene Geisteswesen ihre beherrschende Stellung, und dies ward durch denselben offenbar, da der Herr sie im Triumph in sich (an seinem Kreuze) aufführte. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 15 32 Den Herrn, den Messias, der Jesus war. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 15 33 Paulus stellt hier gleichsam ein Verzeichnis der Sünden der Juden zusammen. An die Spitze setzt er den schlimmsten Frevel, die Kreuzigung des Messias. Diese können sich nicht mit Unwissenheit entschuldigen, da sie den getötet, welchen die Propheten vorausverkündet, vergl. [Mt 23,31.37, Apg 7,52], und den jetzt die Apostel bezeugen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 15 34 Dadurch dass sie Christus, den Mittelpunkt ihres religiösen Lebens, verwarfen, haben sie aufgehört, das geliebte Volk Gottes zu sein. Da sie ferner verkannten, was die wahren Kinder Abrahams ausmacht, verschlossen sie sich in törichten Partikularismus und meinten, außerhalb des Judenvolkes gebe es kein Heil, und hinderten, als Abbilder des höllischen Feindes im Paradiese, den Apostel, den Heiden das Evangelium zu predigen. Als Ganzes betrachtet, erwirbt das Volk so zu alten Feinden neue und eilt, sein Maß voll zu machen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 16 Prohibentes nos gentibus loqui ut salvæ fiant, ut impleant peccata sua semper: pervenit enim ira Dei super illos usque in finem. da sie uns wehren wollen, den Heiden zu predigen, damit diese selig werden, um immerdar das Maß ihrer Sünden voll zu machen;³⁵ denn der Zorn Gottes ist über sie³⁶ gekommen zum Ende hin. -Kolosser Kol 58 2 16 Nemo ergo vos judicet in cibo, aut in potu, aut in parte diei festi, aut neomeniæ, aut sabbatorum: So soll euch denn Niemand richten wegen Speise oder wegen Trank, oder betreffs eines Festtages oder eines Neumondes oder Sabbats,²⁹ -Kolosser Kol 58 2 16 29 Niemand verurteile euch also (Folgerung aus V. 14, 15) wegen Essen und Trinken, dass das Gesetz verbiete. Da das Gesetz Moses nur Speiseverbote hatte [Lev 7,10-27] und nur für die Zeit des Nasiräats oder des priesterlichen Dienstes [Lev 10,9] Wein verbot, gingen die Irrlehrer über dasselbe hinaus und verschärften die Vorschriften des Gesetzes für Christen. Vergl. [Gal 4,10]. +Kolosser Kol 59 2 16 Nemo ergo vos judicet in cibo, aut in potu, aut in parte diei festi, aut neomeniæ, aut sabbatorum: So soll euch denn Niemand richten wegen Speise oder wegen Trank, oder betreffs eines Festtages oder eines Neumondes oder Sabbats,²⁹ +Kolosser Kol 59 2 16 29 Niemand verurteile euch also (Folgerung aus V. 14, 15) wegen Essen und Trinken, dass das Gesetz verbiete. Da das Gesetz Moses nur Speiseverbote hatte [Lev 7,10-27] und nur für die Zeit des Nasiräats oder des priesterlichen Dienstes [Lev 10,9] Wein verbot, gingen die Irrlehrer über dasselbe hinaus und verschärften die Vorschriften des Gesetzes für Christen. Vergl. [Gal 4,10]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 16 35 Gottes Güte lässt die Sünden sich häufen bis zu einem bestimmten Maße, alsdann tritt seine Gerechtigkeit hervor und verhängt ihre Strafen. Die thessalonischen Christen versicherte Paulus zuvor [1Thess 1,10], dass sie vor dem kommenden Zorne gerettet seien, hier bietet er ihnen durch den Hinweis auf Gottes Gerechtigkeit Trost. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 16 36 Griech.: Es eilt aber der Zorn. -Kolosser Kol 58 2 17 Quæ sunt umbra futurorum: corpus autem Christi. denn diese sind ein Schatten dessen, was zukünftig war; der Körper aber ist Christi.³⁰ +Kolosser Kol 59 2 17 Quæ sunt umbra futurorum: corpus autem Christi. denn diese sind ein Schatten dessen, was zukünftig war; der Körper aber ist Christi.³⁰ 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 17 Nos autem fratres desolati a vobis ad tempus horæ, aspectu, non corde, abundantius festinavimus faciem vestram videre cum multo desiderio: Wir aber, Brüder!³⁷ verwaist³⁸ von euch auf eine kurze Zeit³⁹ dem Angesichte, nicht dem Herzen nach, haben uns um so mehr beeilt, euer Angesicht zu sehen mit großem Verlangen; -Kolosser Kol 58 2 17 30 Die Zeremonialvorschriften des Gesetzes waren in sich ein leerer und gehaltloser Schatten, nur ein Vorbild der Güter, welche uns zu teil werden sollten. Die Wahrheit aber gehört Christus und ist Christus, wie auch der fortgesetzte Christus, die Kirche. Statt also, dass die Unterwerfung der Christen unter das Ritualgesetz eine höhere Vollkommenheit ist, bildet sie vielmehr einen Rückschritt von den himmlischen Gütern zu ihrem vorbildlichen Schatten. +Kolosser Kol 59 2 17 30 Die Zeremonialvorschriften des Gesetzes waren in sich ein leerer und gehaltloser Schatten, nur ein Vorbild der Güter, welche uns zu teil werden sollten. Die Wahrheit aber gehört Christus und ist Christus, wie auch der fortgesetzte Christus, die Kirche. Statt also, dass die Unterwerfung der Christen unter das Ritualgesetz eine höhere Vollkommenheit ist, bildet sie vielmehr einen Rückschritt von den himmlischen Gütern zu ihrem vorbildlichen Schatten. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 17 37 Der Apostel häuft die Ausdrücke der Zärtlichkeit, um den Christen die Größe seiner Liebe zu zeigen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 17 38 Wenn dieses Wort auch zunächst auf Kinder angewendet wird, welche ihre Eltern verloren haben, so doch auch umgekehrt auf Eltern, die ihrer Kinder beraubt sind. Paulus ist der geistliche Vater der Thessalonicher. Die Bilder erinnern an die V. 7 und 11 gebrauchten. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 17 39 Die Zeit bis zur Sendung des Timotheus nach Thessalonich. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 18 Quoniam voluimus venire ad vos: ego quidem Paulus, et semel, et iterum, sed impedivit nos satanas. wollten wir doch⁴⁰ zu euch kommen, nämlich ich, Paulus, einmal und ein zweites Mal, doch der Satan⁴¹ hat uns gehindert. -Kolosser Kol 58 2 18 Nemo vos seducat, volens in humilitate, et religione Angelorum, quæ non vidit ambulans, frustra inflatus sensu carnis suæ, Lasset euch von niemand verführen,³¹ der an Demut und Dienst der Engel Gefallen findet,³² indem er sich zu Dingen, die er nicht gesehen hat, versteigt, ohne Grund aufgeblasen von dem Sinne seines Fleisches,³³ -Kolosser Kol 58 2 18 31 Griech.: Niemand raube euch den Kampfpreis (die ewige Krone). -Kolosser Kol 58 2 18 32 Als ob die Engel zwischen uns und Gott notwendig Mittler sein müssten, da wir zu gering sind, um es wagen zu dürfen, selbst Gott zu nahen. In der Folge artete der Engeldienst in Kleinasien bis zum Götzendienste aus, wie der 35. Kanon des Konzils von Laodicea zeigt. Man bemerke wohl, dass hier nicht eine jede Verehrung und Anrufung der Engel und Heiligen getadelt ist, sondern nur die falsche, sündhafte, abergläubische, nur eine solche, welche die Engel und Heiligen über Christus stellt. Die wahre Verehrung der Engel und Heiligen ist eigentlich eine Verehrung Christi selber; denn wir verehren in ihnen nicht das Geschöpf, sondern die Kraft Christi, die in ihnen auf eine bestimmte Weise offenbar geworden ist, und wir rufen nicht ihre helfende Kraft an, als wenn sie diese aus sich hätten, sondern insoferne sie selbst aus Christus haben, mit dem sie auf das innigste vereint sind. -Kolosser Kol 58 2 18 33 Was die Irrlehrer Demut nennen, bezeichnet der Apostel als Hochmut, als eine Äußerung ihres fleischlichen Sinnes. Während die Irrlehrer (V. 16) wähnten, ganz dem Fleische entfremdet zu sein, herrscht dies in ihrem Herzen, da sie etwas Besonderes sein wollen, und ihrer scheinbaren Demut zum Trotz andere verurteilen (V. 16) und ihrer Krone zu berauben suchen. (V. 18) Dazu prahlen sie mit einer Weisheit, die sie nicht besitzen, als ob sie nämlich in die Tiefen der Geisterwelt durch geistige Anschauung einzudringen vermöchten. +Kolosser Kol 59 2 18 Nemo vos seducat, volens in humilitate, et religione Angelorum, quæ non vidit ambulans, frustra inflatus sensu carnis suæ, Lasset euch von niemand verführen,³¹ der an Demut und Dienst der Engel Gefallen findet,³² indem er sich zu Dingen, die er nicht gesehen hat, versteigt, ohne Grund aufgeblasen von dem Sinne seines Fleisches,³³ +Kolosser Kol 59 2 18 31 Griech.: Niemand raube euch den Kampfpreis (die ewige Krone). +Kolosser Kol 59 2 18 32 Als ob die Engel zwischen uns und Gott notwendig Mittler sein müssten, da wir zu gering sind, um es wagen zu dürfen, selbst Gott zu nahen. In der Folge artete der Engeldienst in Kleinasien bis zum Götzendienste aus, wie der 35. Kanon des Konzils von Laodicea zeigt. Man bemerke wohl, dass hier nicht eine jede Verehrung und Anrufung der Engel und Heiligen getadelt ist, sondern nur die falsche, sündhafte, abergläubische, nur eine solche, welche die Engel und Heiligen über Christus stellt. Die wahre Verehrung der Engel und Heiligen ist eigentlich eine Verehrung Christi selber; denn wir verehren in ihnen nicht das Geschöpf, sondern die Kraft Christi, die in ihnen auf eine bestimmte Weise offenbar geworden ist, und wir rufen nicht ihre helfende Kraft an, als wenn sie diese aus sich hätten, sondern insoferne sie selbst aus Christus haben, mit dem sie auf das innigste vereint sind. +Kolosser Kol 59 2 18 33 Was die Irrlehrer Demut nennen, bezeichnet der Apostel als Hochmut, als eine Äußerung ihres fleischlichen Sinnes. Während die Irrlehrer (V. 16) wähnten, ganz dem Fleische entfremdet zu sein, herrscht dies in ihrem Herzen, da sie etwas Besonderes sein wollen, und ihrer scheinbaren Demut zum Trotz andere verurteilen (V. 16) und ihrer Krone zu berauben suchen. (V. 18) Dazu prahlen sie mit einer Weisheit, die sie nicht besitzen, als ob sie nämlich in die Tiefen der Geisterwelt durch geistige Anschauung einzudringen vermöchten. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 18 40 Begründung zu V. 17 und zugleich zu [1Thess 3,1] V. 19 gilt von allen Gemeinden, die der Apostel gestiftet, vergl. [Phil 4,1], V. 20 von den Thessalonichern insbesondere. Die Gläubigen sind seine Hoffnung, sofern er sie bei dem Gerichte hofft vom Heilande treu und rein erfunden zu sehen, eine herrliche Frucht seiner Mühen. Im Griech. reiht sich die zweite Frage an: Oder seid nicht auch ihr es? 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 18 41 Derselbe, der sich der Verkündigung des Evangeliums durch seine Werkzeuge, die Juden, widersetzt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 19 Quæ est enim nostra spes, aut gaudium, aut corona gloriæ? Nonne vos ante Dominum nostrum Jesum Christum estis in adventu ejus? Denn wer ist unsere Hoffnung oder unsere Freude oder unsere Ruhmeskrone? Seid es nicht ihr vor unserm Herrn Jesus Christus bei seiner Ankunft? -Kolosser Kol 58 2 19 Et non tenens caput, ex quo totum corpus per nexus, et conjunctiones subministratum, et constructum crescit in augmentum Dei. aber nicht festhaltend an dem Haupte, von welchem aus der ganze Leib, durch Gelenke und Bänder verbunden und zusammengehalten, heranwächst zum Wachstum in Gott.³⁴ -Kolosser Kol 58 2 19 34 Aller religiöse Fortschritt ist davon abhängig, ob man mit Christus vereinigt ist; nun geben die Irrlehrer aber diese Vereinigung auf, so begeben sie sich also jeder Möglichkeit eines religiösen Wachstums. Soll das Haupt den Gliedern das Wachstum gewähren, so müssen diese mit ihm verbunden sein durch Gelenke und Bänder; durch jene wird jedes Glied in Stand gesetzt, den Auftrag des Hauptes auszuführen, durch diese der Leib zu einem zusammenhängenden Ganzen gestaltet. So hängt alles Wachstum, wie Gott es will, von Christus ab. Nur also mit ihm verbunden, nur indem in ihm alle Glieder vereint sind, vermag die gesamte Kirche Wachstum zu erlangen. Die gesamte Kirche, der Leib der Kirche, denn wer sich von dieser trennt, entzieht sich dem Einflusse des Hauptes. Ein Glaube und gemeinsame Sakramente verbinden die Christen untereinander und mit Christus, und durch diese ergießt sich die Lebenskraft, der Heil. Geist, in die einzelnen miteinander und mit Christus verbundenen Glieder. Indem die Irrlehrer dem Heilande die Engel zur Seite stellten, trennten sie sich vom Haupte. +Kolosser Kol 59 2 19 Et non tenens caput, ex quo totum corpus per nexus, et conjunctiones subministratum, et constructum crescit in augmentum Dei. aber nicht festhaltend an dem Haupte, von welchem aus der ganze Leib, durch Gelenke und Bänder verbunden und zusammengehalten, heranwächst zum Wachstum in Gott.³⁴ +Kolosser Kol 59 2 19 34 Aller religiöse Fortschritt ist davon abhängig, ob man mit Christus vereinigt ist; nun geben die Irrlehrer aber diese Vereinigung auf, so begeben sie sich also jeder Möglichkeit eines religiösen Wachstums. Soll das Haupt den Gliedern das Wachstum gewähren, so müssen diese mit ihm verbunden sein durch Gelenke und Bänder; durch jene wird jedes Glied in Stand gesetzt, den Auftrag des Hauptes auszuführen, durch diese der Leib zu einem zusammenhängenden Ganzen gestaltet. So hängt alles Wachstum, wie Gott es will, von Christus ab. Nur also mit ihm verbunden, nur indem in ihm alle Glieder vereint sind, vermag die gesamte Kirche Wachstum zu erlangen. Die gesamte Kirche, der Leib der Kirche, denn wer sich von dieser trennt, entzieht sich dem Einflusse des Hauptes. Ein Glaube und gemeinsame Sakramente verbinden die Christen untereinander und mit Christus, und durch diese ergießt sich die Lebenskraft, der Heil. Geist, in die einzelnen miteinander und mit Christus verbundenen Glieder. Indem die Irrlehrer dem Heilande die Engel zur Seite stellten, trennten sie sich vom Haupte. 1 Thessalonicher 1Thess 59 2 20 Vos enim estis gloria nostra et gaudium. Ja, ihr seid unsere Ehre und unsere Freude! -Kolosser Kol 58 2 20 Si ergo mortui estis cum Christo ab elementis hujus mundi: quid adhuc tamquam viventes in mundo decernitis? Wenn³⁵ ihr also mit Christus den Anfangsgründen dieser Welt abgestorben seid, was stellt ihr noch Satzungen auf, als lebtet ihr in der Welt?³⁶ -Kolosser Kol 58 2 20 35 Wie es wirklich der Fall ist. -Kolosser Kol 58 2 20 36 Griech.: Warum legt man euch Satzungen auf? Der Tadel gilt indes auch in der Vulgata (wie V. 16, 18) den Irrlehrern. -Kolosser Kol 58 2 21 Ne tetigeritis, neque gustaveritis, neque contrectaveritis: Fasset nicht an, kostet nicht, berühret nicht!³⁷ -Kolosser Kol 58 2 21 37 Das erste Gebot geht auf levitisch unreine Dinge, das zweite und dritte ist ein Speiseverbot. Die Art, wie der Apostel dieselben darstellt, zeigt die ängstliche Sorgsamkeit der Irrlehrer und ihre Kleinlichkeit, jede noch so äußerliche Berührung zu vermeiden. -Kolosser Kol 58 2 22 Quæ sunt omnia in interitum ipso usu, secundum præcepta, et doctrinas hominum: Dinge, welche doch alle durch den Gebrauch der Vernichtung geweiht sind,³⁸ nach den Satzungen und Lehren der Menschen.³⁹ -Kolosser Kol 58 2 22 38 Die unvollkommenen Zeremonien des Gesetzes schlossen einen Keim in sich, der sich in Christus entfaltete und zur Reife gelangte. Nicht diesen fasst der Apostel in's Auge, sondern die irdische, vergängliche Seite. Wohl waren auch in dieser Güter enthalten, sofern sie das Schuldbewusstsein und die Sehnsucht nach dem Erlöser wach erhielten, doch als Christus gekommen, verlor das Vorbild seine Bedeutung und wurde leere Form. Wer getauft ist, ist mit Christus allen jenen Satzungen gestorben. Der Zwischensatz enthält das Urteil des Apostels. Diese von den judaisierenden Lehrern verbotenen Dinge sind nach Gottes Absicht zum Gebrauch der Menschen und durch den Gebrauch zur Vernichtung bestimmt. Wie konnte es also Gottes Wille sein, dass der Mensch dieselben meiden, und gar, dass er durch ihre Meidung Heil und Seligkeit erlangen soll? Es fehlt Gottes Wille. -Kolosser Kol 58 2 22 39 Damit hat der Apostel nicht die Fastengebote der Kirche verworfen, wie klar ist; hat doch die Kirche nach der vom Heilande erhaltenen Vollmacht göttliches Ansehen [Lk 10,16] und haben doch auch die Apostel selbst schon gewisse Vorschriften eingeschärft. Vergl. [Apg 16,4]. -Kolosser Kol 58 2 23 Quæ sunt rationem quidem habentia sapientiæ in superstitione, et humilitate, et non ad parcendum corpori, non in honore aliquo ad saturitatem carnis. Denn haben diese auch den Schein⁴⁰ von Weisheit durch selbstgewählten Gottesdienst und Demut und Schonungslosigkeit gegen den Leib, so dienen sie doch nicht in irgend etwas, was ehrenhaft ist, zur Sättigung des Fleisches.⁴¹ -Kolosser Kol 58 2 23 40 Schein, griech.: Ruf. -Kolosser Kol 58 2 23 41 Die Askese der Irrlehrer sollte das Vertrauen erwecken, dass sie höhere Erleuchtungen hätten, und Mittel zur Erlangung von solchen sein. Sie legen sich über das allgemein Gebotene hinausgehende Andachtsübungen auf, tragen Demut zur Schau und kasteien ihren Leib, alles, um zuletzt ihrem Stolze zu schmeicheln. Anders handelt die katholische Kirche. Ihr fehlt nicht die [Röm 13,14] vom Apostel erwähnte Gesinnung Christi, und ihr Ziel ist nicht die Pflege des sündhaften ich, sondern die Bändigung desselben. In der Tat, während der Heiland z. B. das Fasten der Pharisäer verwirft, empfiehlt er zugleich das Fasten selbst und lehrt die rechte Weise desselben [Mt 6] (V. 16 18). Deshalb verwirft auch Paulus die Züchtigung des Leibes nicht. [1Kor 9,27] -Kolosser Kol 58 3 0 II. Ermahnungen (Kap. 3, V. 1 4 V. 6): 1. Allgemeine Ermahnungen (Kap. 3, V. 1 17) a. Was oben ist, sollen die Gläubigen, welche zu neuem Leben auferstanden sind, suchen. (V. 4) b. Der alte Mensch der Sünde ist abzulegen (V. 9), c. der neue Mensch nach dem Vorbilde Christi anzuziehen (V. 11) und alle Tugenden, insbesondere die Liebe und die gute Meinung, zu üben. (V. 17) 2. Besondere Ermahnungen für Verhältnisse des Hauswesens (Kap 3, V. 18 Kap. 4, V. 1): a. Für Eheleute. (V. 19) b. Für Kinder und Eltern. (V. 21) c. Für Knechte und Herren. (4,1) -1 Thessalonicher 1Thess 59 3 0 2) So hat er wenigstens Timotheus zu ihnen senden wollen, sie in ihren Drangsalen zu trösten und zu stärken, obwohl er ihnen bereits zuvor gezeigt, dass Christen nicht ohne Heimsuchung bleiben können. (V. 5) 3) Nicht minder zeigt sich seine Liebe in der Freude über die günstigen Nachrichten, welche Timotheus ihm über ihre Standhaftigkeit im Glauben und in der Liebe gebracht (V. 6), die ihn zu neuem Danke gegen Gott, aber auch zu erneutem Gebete an den Herrn veranlasst, ihn wieder nach Thessalonich zurückkehren zu lassen. (V. 10) 4) Der Apostel beschließt diesen Abschnitt mit der Bitte an Gott, er wolle ihn zu den Gläubigen zurückführen, jene aber in der Liebe und allen Tugenden stetig wachsen lassen. +Kolosser Kol 59 2 20 Si ergo mortui estis cum Christo ab elementis hujus mundi: quid adhuc tamquam viventes in mundo decernitis? Wenn³⁵ ihr also mit Christus den Anfangsgründen dieser Welt abgestorben seid, was stellt ihr noch Satzungen auf, als lebtet ihr in der Welt?³⁶ +Kolosser Kol 59 2 20 35 Wie es wirklich der Fall ist. +Kolosser Kol 59 2 20 36 Griech.: Warum legt man euch Satzungen auf? Der Tadel gilt indes auch in der Vulgata (wie V. 16, 18) den Irrlehrern. +Kolosser Kol 59 2 21 Ne tetigeritis, neque gustaveritis, neque contrectaveritis: Fasset nicht an, kostet nicht, berühret nicht!³⁷ +Kolosser Kol 59 2 21 37 Das erste Gebot geht auf levitisch unreine Dinge, das zweite und dritte ist ein Speiseverbot. Die Art, wie der Apostel dieselben darstellt, zeigt die ängstliche Sorgsamkeit der Irrlehrer und ihre Kleinlichkeit, jede noch so äußerliche Berührung zu vermeiden. +Kolosser Kol 59 2 22 Quæ sunt omnia in interitum ipso usu, secundum præcepta, et doctrinas hominum: Dinge, welche doch alle durch den Gebrauch der Vernichtung geweiht sind,³⁸ nach den Satzungen und Lehren der Menschen.³⁹ +Kolosser Kol 59 2 22 38 Die unvollkommenen Zeremonien des Gesetzes schlossen einen Keim in sich, der sich in Christus entfaltete und zur Reife gelangte. Nicht diesen fasst der Apostel in's Auge, sondern die irdische, vergängliche Seite. Wohl waren auch in dieser Güter enthalten, sofern sie das Schuldbewusstsein und die Sehnsucht nach dem Erlöser wach erhielten, doch als Christus gekommen, verlor das Vorbild seine Bedeutung und wurde leere Form. Wer getauft ist, ist mit Christus allen jenen Satzungen gestorben. Der Zwischensatz enthält das Urteil des Apostels. Diese von den judaisierenden Lehrern verbotenen Dinge sind nach Gottes Absicht zum Gebrauch der Menschen und durch den Gebrauch zur Vernichtung bestimmt. Wie konnte es also Gottes Wille sein, dass der Mensch dieselben meiden, und gar, dass er durch ihre Meidung Heil und Seligkeit erlangen soll? Es fehlt Gottes Wille. +Kolosser Kol 59 2 22 39 Damit hat der Apostel nicht die Fastengebote der Kirche verworfen, wie klar ist; hat doch die Kirche nach der vom Heilande erhaltenen Vollmacht göttliches Ansehen [Lk 10,16] und haben doch auch die Apostel selbst schon gewisse Vorschriften eingeschärft. Vergl. [Apg 16,4]. +Kolosser Kol 59 2 23 Quæ sunt rationem quidem habentia sapientiæ in superstitione, et humilitate, et non ad parcendum corpori, non in honore aliquo ad saturitatem carnis. Denn haben diese auch den Schein⁴⁰ von Weisheit durch selbstgewählten Gottesdienst und Demut und Schonungslosigkeit gegen den Leib, so dienen sie doch nicht in irgend etwas, was ehrenhaft ist, zur Sättigung des Fleisches.⁴¹ +Kolosser Kol 59 2 23 40 Schein, griech.: Ruf. +Kolosser Kol 59 2 23 41 Die Askese der Irrlehrer sollte das Vertrauen erwecken, dass sie höhere Erleuchtungen hätten, und Mittel zur Erlangung von solchen sein. Sie legen sich über das allgemein Gebotene hinausgehende Andachtsübungen auf, tragen Demut zur Schau und kasteien ihren Leib, alles, um zuletzt ihrem Stolze zu schmeicheln. Anders handelt die katholische Kirche. Ihr fehlt nicht die [Röm 13,14] vom Apostel erwähnte Gesinnung Christi, und ihr Ziel ist nicht die Pflege des sündhaften ich, sondern die Bändigung desselben. In der Tat, während der Heiland z. B. das Fasten der Pharisäer verwirft, empfiehlt er zugleich das Fasten selbst und lehrt die rechte Weise desselben [Mt 6] (V. 16 18). Deshalb verwirft auch Paulus die Züchtigung des Leibes nicht. [1Kor 9,27] +Kolosser Kol 59 3 0 II. Ermahnungen (Kap. 3, V. 1 4 V. 6): 1. Allgemeine Ermahnungen (Kap. 3, V. 1 17) a. Was oben ist, sollen die Gläubigen, welche zu neuem Leben auferstanden sind, suchen. (V. 4) b. Der alte Mensch der Sünde ist abzulegen (V. 9), c. der neue Mensch nach dem Vorbilde Christi anzuziehen (V. 11) und alle Tugenden, insbesondere die Liebe und die gute Meinung, zu üben. (V. 17) 2. Besondere Ermahnungen für Verhältnisse des Hauswesens (Kap 3, V. 18 Kap. 4, V. 1): a. Für Eheleute. (V. 19) b. Für Kinder und Eltern. (V. 21) c. Für Knechte und Herren. (4,1) +1 Thessalonicher 1Thess 59 3 0 2) So hat er wenigstens Timotheus zu ihnen senden wollen, sie in ihren Drangsalen zu trösten und zu stärken, obwohl er ihnen bereits zuvor gezeigt, dass Christen nicht ohne Heimsuchung bleiben können. (V. 5) 3) Nicht minder zeigt sich seine Liebe in der Freude über die günstigen Nachrichten, welche Timotheus ihm über ihre Standhaftigkeit im Glauben und in der Liebe gebracht (V. 6), die ihn zu neuem Danke gegen Gott, aber auch zu erneutem Gebete an den Herrn veranlasst, ihn wieder nach Thessalonich zurückkehren zu lassen. (V. 10) 4) Der Apostel beschließt diesen Abschnitt mit der Bitte an Gott, er wolle ihn zu den Gläubigen zurückführen, jene aber in der Liebe und allen Tugenden stetig wachsen lassen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 1 Propter quod non sustinentes amplius, placuit nobis remanere Athenis, solis: Darum konnten wir¹ es nicht länger ertragen und entschlossen uns, allein in Athen² zurückzubleiben, -Kolosser Kol 58 3 1 Igitur, si consurrexistis cum Christo: quæ sursum sunt quærite, ubi Christus est in dextera Dei sedens: Wenn¹ ihr nun mit Christus mit auferstanden seid,² so suchet, was droben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.³ +Kolosser Kol 59 3 1 Igitur, si consurrexistis cum Christo: quæ sursum sunt quærite, ubi Christus est in dextera Dei sedens: Wenn¹ ihr nun mit Christus mit auferstanden seid,² so suchet, was droben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.³ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 1 1 Paulus -Kolosser Kol 58 3 1 1 Voraussetzung einer unzweifelhaften Tatsache. +Kolosser Kol 59 3 1 1 Voraussetzung einer unzweifelhaften Tatsache. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 1 2 [Apg 17,10] wird nur berichtet, dass der Apostel Silas und Timotheus befahl, nach Athen zu kommen. Diese Stelle zeigt, dass jene dem Befehle nachkamen und Timotheus von dort nach Thessalonich entsandt ward. -Kolosser Kol 58 3 1 2 Anknüpfend an [Kol 2,11-12; 20]. Wir sind mit Christus in der Taufe begraben und mit ihm auferstanden. Da nun Christus, unser Haupt und Erlöser, glorreich zum Himmel aufgefahren ist, muss auch unser Sinnen und Trachten himmelwärts gerichtet sein. -Kolosser Kol 58 3 1 3 Das droben wird näher bestimmt. Nicht nur ist Christus hoch erhoben, sondern so hoch, dass der Himmelskönig ihm den Platz zu seiner rechten angewiesen hat [Ps 110,1] Vergl. [Mk 12,36] und [Apg 2,34], so kundgebend, dass der Heiland an allen Gütern und Ehren Gottes Anteil hat. -Kolosser Kol 58 3 2 Quæ sursum sunt sapite, non quæ super terram. Auf das, was oben ist, lasset euren Sinn gerichtet sein, nicht auf das, was auf Erden ist.⁴ +Kolosser Kol 59 3 1 2 Anknüpfend an [Kol 2,11-12; 20]. Wir sind mit Christus in der Taufe begraben und mit ihm auferstanden. Da nun Christus, unser Haupt und Erlöser, glorreich zum Himmel aufgefahren ist, muss auch unser Sinnen und Trachten himmelwärts gerichtet sein. +Kolosser Kol 59 3 1 3 Das droben wird näher bestimmt. Nicht nur ist Christus hoch erhoben, sondern so hoch, dass der Himmelskönig ihm den Platz zu seiner rechten angewiesen hat [Ps 110,1] Vergl. [Mk 12,36] und [Apg 2,34], so kundgebend, dass der Heiland an allen Gütern und Ehren Gottes Anteil hat. +Kolosser Kol 59 3 2 Quæ sursum sunt sapite, non quæ super terram. Auf das, was oben ist, lasset euren Sinn gerichtet sein, nicht auf das, was auf Erden ist.⁴ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 2 Et misimus Timotheum fratrem nostrum, et ministrum Dei in Evangelio Christi ad confirmandos vos, et exhortandos pro fide vestra: inzwischen aber sandten wir den Timotheus, unsern Bruder und Diener Gottes im Evangelium Christi,³ um euch zu festigen und zu ermuntern in eurem Glauben, [Apg 16,1] 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 2 3 Der Apostel pflegt seine Gehilfen, wenn er ihrer in seinen Briefen Erwähnung tut, durch ehrenvolle Beinamen auszuzeichnen. Timotheus war noch jung und vielleicht noch wenig hervorgetreten, wie sein Zurückbleiben in Thessalonich [Apg 17,10] vermuten lässt. Damit also die Thessalonicher die Größe der Liebe des heil. Paulus erkennen, die sich darin kundgibt, dass er ihn gerade sendet, fügt er innige Worte über dessen Stellung zu ihm selbst bei. Timotheus ist ein von den Aposteln als Bruder anerkannter Mann; mit Paulus selbst also treten die Thessalonicher, soweit dies möglich, durch ihn in Verbindung. Doch Timotheus ist noch mehr, er ist ein Mitarbeiter (so das Griech.) des einen, wahren, lebendigen Gottes in der Verkündigung des Messias. Nur einmal noch braucht der heil. Paulus die Bezeichnung: Mitarbeiter Gottes für die Apostel. [1Kor 3,9] -Kolosser Kol 58 3 2 4 Der Apostel wiederholt seine Mahnung mit Kennzeichnung dessen, was einem wahren Christen fern liegen muss. Statt des vorhergehenden suchet sagt er jetzt mit größerer Schärfe: Lasset euren Sinn gerichtet sein. Die Irrlehrer schrieben die äußere Meidung gewisser irdischer Dinge vor, Paulus fordert eine Gesinnung, die ihr Lebensziel über dem Irdischen sucht, wenngleich so wenig der äußere Genuss [Phil 4,12], wie die irdische Arbeit [1Thess 4,11, Eph 4,28] als Mittel der Betätigung der Gesinnung der Gläubigen versagt sind. Während das Fundament eines Hauses zuunterst kommt, ist unser Eckstein in der Höhe, damit er uns durch das Gewicht der Liebe nach oben ziehe (Aug.). Diese Stelle des Apostels hat die Kirche schon in ihren ersten Zeiten veranlasst, die Gläubigen in der heil. Messe aufzuopfern: Aufwärts die herzen! +Kolosser Kol 59 3 2 4 Der Apostel wiederholt seine Mahnung mit Kennzeichnung dessen, was einem wahren Christen fern liegen muss. Statt des vorhergehenden suchet sagt er jetzt mit größerer Schärfe: Lasset euren Sinn gerichtet sein. Die Irrlehrer schrieben die äußere Meidung gewisser irdischer Dinge vor, Paulus fordert eine Gesinnung, die ihr Lebensziel über dem Irdischen sucht, wenngleich so wenig der äußere Genuss [Phil 4,12], wie die irdische Arbeit [1Thess 4,11, Eph 4,28] als Mittel der Betätigung der Gesinnung der Gläubigen versagt sind. Während das Fundament eines Hauses zuunterst kommt, ist unser Eckstein in der Höhe, damit er uns durch das Gewicht der Liebe nach oben ziehe (Aug.). Diese Stelle des Apostels hat die Kirche schon in ihren ersten Zeiten veranlasst, die Gläubigen in der heil. Messe aufzuopfern: Aufwärts die herzen! 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 3 Ut nemo moveatur in tribulationibus istis: ipsi enim scitis quod in hoc positi sumus. damit niemand in diesen Drangsalen⁴ wankend werde; wisset ihr doch selbst, dass wir⁵ dazu bestimmt sind. -Kolosser Kol 58 3 3 Mortui enim estis, et vita vestra est abscondita cum Christo in Deo. Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.⁵ +Kolosser Kol 59 3 3 Mortui enim estis, et vita vestra est abscondita cum Christo in Deo. Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.⁵ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 3 4 Die Drangsale, welche die Thessalonicher noch soeben erfahren [1Thess 2,14] und die jeden Augenblick wiederkehren können. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 3 5 Alle Christen (Chrys.). Wohl geht das Leiden vorüber, aber dass wir in dieser bösen Welt leiden, ist ein von Gott gewolltes Merkmal des Christentums. Vergl. [Apg 14,22]. -Kolosser Kol 58 3 3 5 Wie der, welcher leiblich stirbt, nichts mehr mit der Erde gemeinsam hat, und wie er begraben den Augen der Menschen entrückt ist, so sollen auch die Christen, nachdem sie in der Taufe mit Christus gestorben, nichts mehr mit der Welt gemeinsam haben und gleichsam in Gott, wie in einem Zufluchtsort, sich verbergen (Gegensatz [Kol 2,20]), nicht mehr der Welt leben, damit sie, wie Christus jetzt verborgen herrscht und erst am Tage des Gerichtes als Sieger über alle Feinde in Herrlichkeit erscheint, wie jetzt Glieder des Verborgenen, so einst des in Herrlichkeit Erscheinenden seien. Denn wie die Perle in der Muschel verborgen ist (sagt Theoph.), aber herrlich leuchtet, sobald diese gebrochen ist, so werden auch wir, wenn unsere Sterblichkeit gelöst ist, in die Herrlichkeit eintreten. Was der Apostel V. 5ff als notwendige Betätigung dieser Vereinigung mit Christus bezeichnet, hebt die Verborgenheit des Christen nicht auf, da die Beweggründe desselben nur Gott offenbar sind. +Kolosser Kol 59 3 3 5 Wie der, welcher leiblich stirbt, nichts mehr mit der Erde gemeinsam hat, und wie er begraben den Augen der Menschen entrückt ist, so sollen auch die Christen, nachdem sie in der Taufe mit Christus gestorben, nichts mehr mit der Welt gemeinsam haben und gleichsam in Gott, wie in einem Zufluchtsort, sich verbergen (Gegensatz [Kol 2,20]), nicht mehr der Welt leben, damit sie, wie Christus jetzt verborgen herrscht und erst am Tage des Gerichtes als Sieger über alle Feinde in Herrlichkeit erscheint, wie jetzt Glieder des Verborgenen, so einst des in Herrlichkeit Erscheinenden seien. Denn wie die Perle in der Muschel verborgen ist (sagt Theoph.), aber herrlich leuchtet, sobald diese gebrochen ist, so werden auch wir, wenn unsere Sterblichkeit gelöst ist, in die Herrlichkeit eintreten. Was der Apostel V. 5ff als notwendige Betätigung dieser Vereinigung mit Christus bezeichnet, hebt die Verborgenheit des Christen nicht auf, da die Beweggründe desselben nur Gott offenbar sind. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 4 Nam et cum apud vos essemus, prædicebamus vobis passuros nos tribulationes, sicut et factum est, et scitis. Schon als wir bei euch waren, haben wir es euch ja vorhergesagt, dass wir Drangsale leiden würden, wie es auch geschehen und euch kund ist.⁶ -Kolosser Kol 58 3 4 Cum Christus apparuerit, vita vestra: tunc et vos apparebitis cum ipso in gloria. Wenn Christus, euer Leben,⁶ erscheinen wird,⁷ alsdann werdet auch ihr mit ihm erscheinen in Herrlichkeit. +Kolosser Kol 59 3 4 Cum Christus apparuerit, vita vestra: tunc et vos apparebitis cum ipso in gloria. Wenn Christus, euer Leben,⁶ erscheinen wird,⁷ alsdann werdet auch ihr mit ihm erscheinen in Herrlichkeit. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 4 6 Das Bewusstsein, dass das Kreuz der Anteil der Christen ist, wird so Ursache des Trostes und der Kraft, da die Gläubigen wissen, wer es sendet und wozu es dient. -Kolosser Kol 58 3 4 6 Christus ist nicht nur der Grund unseres Lebens, er ist selbst dessen Inhalt. -Kolosser Kol 58 3 4 7 Es erscheint, was zuvor in Dunkel gehüllt war. +Kolosser Kol 59 3 4 6 Christus ist nicht nur der Grund unseres Lebens, er ist selbst dessen Inhalt. +Kolosser Kol 59 3 4 7 Es erscheint, was zuvor in Dunkel gehüllt war. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 5 Propterea et ego amplius non sustinens, misi ad cognoscendam fidem vestram: ne forte tentaverit vos is, qui tentat, et inanis fiat labor noster. Darum⁷ habe ich auch, da ich es nicht länger ertrug, hingesendet,⁸ um Kunde zu erlangen von eurem Glauben,⁹ ob nicht vielleicht der Versucher euch versucht habe, und so unsere Arbeit vereitelt werde. -Kolosser Kol 58 3 5 Mortificate ergo membra vestra, quæ sunt super terram: fornicationem, immunditiam, libidinem, concupiscentiam malam, et avaritiam, quæ est simulacrorum servitus: So ertötet denn⁸ eure Glieder, welche irdisch sind, Unzucht, Unlauterkeit, Geilheit, böse Begierde, und die Habsucht, welche ja Götzendienst ist,⁹ +Kolosser Kol 59 3 5 Mortificate ergo membra vestra, quæ sunt super terram: fornicationem, immunditiam, libidinem, concupiscentiam malam, et avaritiam, quæ est simulacrorum servitus: So ertötet denn⁸ eure Glieder, welche irdisch sind, Unzucht, Unlauterkeit, Geilheit, böse Begierde, und die Habsucht, welche ja Götzendienst ist,⁹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 5 7 Neuer Grund zu dem V. 1 angegebenen. Dort war es liebevolles Verlangen nach ihnen, hier ist es liebevolle Sorge um die Thessalonicher, welche den Apostel zur Sendung des Timotheus veranlasst: Die Heimsuchungen könnten ihre Beständigkeit im Glauben erschüttern. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 5 8 Hatte der Apostel [1Thess 2,18] bereits zweimal den festen Entschluss gefasst, selbst nach Thessalonich zu kommen, so lag ihm daran zu zeigen, dass Timotheus Sendung einen würdigen Ersatz bietet. Der Nachweis hat den Zusammenhang unterbrochen, den er nun durch die Wiederholung des V. 2 bereits gesagten Ich habe Timotheus gesendet herstellt. -Kolosser Kol 58 3 5 8 V. 3, 4 hatten das Nicht was auf Erden ist V. 2 begründet. Der Apostel nimmt den Gedanken wieder auf, indem er im Einzelnen zeigt, wie die Sünde fernzuhalten ist. (V. 5 7 negativ, V. 10 17 positiv, dort abmahnend, hier vorschreibend) +Kolosser Kol 59 3 5 8 V. 3, 4 hatten das Nicht was auf Erden ist V. 2 begründet. Der Apostel nimmt den Gedanken wieder auf, indem er im Einzelnen zeigt, wie die Sünde fernzuhalten ist. (V. 5 7 negativ, V. 10 17 positiv, dort abmahnend, hier vorschreibend) 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 5 9 Der feste Glaube der Thessalonicher und ihre Anhänglichkeit an ihn, ihr Glaube und ihre Liebe, haben den Apostel getröstet. -Kolosser Kol 58 3 5 9 Während V. 2 vom Sterben die Rede war, spricht jetzt der Apostel von der Abtötung, die des Stand des mit Christus auferstandenen Christen herbeiführen helfen muss durch Unterwerfung der Begierden. Der Zusatz: Welche irdisch sind habt das Merkmal hervor, das den Gliedern eigen ist. Die nachfolgenden Sünden werden dann mit den Gliedern identifiziert, da diese ihre Träger sind. Die drei ersten Sünden sind tatsächliche Fleischessünden; die Habsucht, welche dem irdischen Gut einen selbständigen Wert beimisst, setzt sich ein Ziel außer Gott und wird damit Götzendienst. -Kolosser Kol 58 3 6 Propter quæ venit ira Dei super filios incredulitatis: um deretwillen der Zorn Gottes¹⁰ über die Kinder des Unglaubens kommt, +Kolosser Kol 59 3 5 9 Während V. 2 vom Sterben die Rede war, spricht jetzt der Apostel von der Abtötung, die des Stand des mit Christus auferstandenen Christen herbeiführen helfen muss durch Unterwerfung der Begierden. Der Zusatz: Welche irdisch sind habt das Merkmal hervor, das den Gliedern eigen ist. Die nachfolgenden Sünden werden dann mit den Gliedern identifiziert, da diese ihre Träger sind. Die drei ersten Sünden sind tatsächliche Fleischessünden; die Habsucht, welche dem irdischen Gut einen selbständigen Wert beimisst, setzt sich ein Ziel außer Gott und wird damit Götzendienst. +Kolosser Kol 59 3 6 Propter quæ venit ira Dei super filios incredulitatis: um deretwillen der Zorn Gottes¹⁰ über die Kinder des Unglaubens kommt, 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 6 Nunc autem veniente Timotheo ad nos a vobis, et annuntiante nobis fidem et caritatem vestram, et quia memoriam nostri habetis bonam semper, desiderantes nos videre, sicut et nos quoque vos: Jetzt aber, da Timotheus von euch zu uns gekommen ist und uns die Botschaft¹⁰ von eurem Glauben und eurer Liebe gebracht hat, und dass ihr uns stets in gutem Andenken habet, euch sehnend uns zu sehen, wie auch wir euch, 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 6 10 Im Griech. steht, um die überaus große Freude des heil. Paulus zu kennzeichnen, Freudenbotschaft. Welch zarte Hirtenliebe! So lange der Apostel fürchten muss, seinen Schäflein möchte eine Gefahr drohen, bangt er; empfängt er gute Nachrichten über sie, vergisst er der eigenen Heimsuchungen. -Kolosser Kol 58 3 6 10 Schon auf Erden, noch mehr beim Gerichte. -Kolosser Kol 58 3 7 In quibus et vos ambulastis aliquando, cum viveretis in illis. in welchen auch ihr einst wandeltet, als ihr unter ihnen lebtet. +Kolosser Kol 59 3 6 10 Schon auf Erden, noch mehr beim Gerichte. +Kolosser Kol 59 3 7 In quibus et vos ambulastis aliquando, cum viveretis in illis. in welchen auch ihr einst wandeltet, als ihr unter ihnen lebtet. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 7 Ideo consolati sumus fratres in vobis in omni necessitate, et tribulatione nostra per fidem vestram, so sind wir deshalb, meine Brüder, euretwegen getröstet worden bei all unserer Not und Bedrängnis durch euren Glauben; 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 8 Quoniam nunc vivimus, si vos statis in Domino. denn nun leben wir,¹¹ wenn ihr feststehet im Herrn. -Kolosser Kol 58 3 8 Nunc autem deponite et vos omnia: iram, indignationem, malitiam, blasphemiam, turpem sermonem de ore vestro. Jetzt aber leget auch ihr dies alles¹¹ ab: Zorn, Erbitterung, Bosheit, Lästerung,¹² unehrbare Reden aus eurem Munde. [Röm 6,4, Eph 4,22, Hebr 12,1] +Kolosser Kol 59 3 8 Nunc autem deponite et vos omnia: iram, indignationem, malitiam, blasphemiam, turpem sermonem de ore vestro. Jetzt aber leget auch ihr dies alles¹¹ ab: Zorn, Erbitterung, Bosheit, Lästerung,¹² unehrbare Reden aus eurem Munde. [Röm 6,4, Eph 4,22, Hebr 12,1] 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 8 11 Die Botschaft war mehr als ein Trost, sie war eine Neubelebung des Apostels. Die Worte bilden im Griechischen einen Pentameter, was vielleicht auf ein Zitat urchristlicher Poesie hinweist. -Kolosser Kol 58 3 8 11 Die vorher genannten Sünden, welche noch durch weitere Beifügungen ergänzt werden. Die Christen sollen die Sünde ablegen, wie etwas Angenommenes, wie ein Gewand, das den Menschen umgibt, nicht wie etwas demselben Natürliches. -Kolosser Kol 58 3 8 12 Jede Rede, welche den andern schmäht und seiner Ehre Abbruch tut. Die ersten drei Worte bezeichneten die Gesinnung, Lästerung und unehrbare Reden die Verletzung der wahren Liebe im Worte. +Kolosser Kol 59 3 8 11 Die vorher genannten Sünden, welche noch durch weitere Beifügungen ergänzt werden. Die Christen sollen die Sünde ablegen, wie etwas Angenommenes, wie ein Gewand, das den Menschen umgibt, nicht wie etwas demselben Natürliches. +Kolosser Kol 59 3 8 12 Jede Rede, welche den andern schmäht und seiner Ehre Abbruch tut. Die ersten drei Worte bezeichneten die Gesinnung, Lästerung und unehrbare Reden die Verletzung der wahren Liebe im Worte. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 9 Quam enim gratiarum actionem possumus Deo retribuere pro vobis in omni gaudio, quo gaudemus propter vos ante Deum nostrum, Denn welchen Dank¹² können wir Gott für euch darbringen zur Vergeltung für alle Freude, die wir eurethalben empfinden vor unserem Gott, -Kolosser Kol 58 3 9 Nolite mentiri invicem, exspoliantes vos veterem hominem cum actibus suis, Belüget einander nicht, ziehet aus den alten Menschen mit seinen Taten,¹³ +Kolosser Kol 59 3 9 Nolite mentiri invicem, exspoliantes vos veterem hominem cum actibus suis, Belüget einander nicht, ziehet aus den alten Menschen mit seinen Taten,¹³ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 9 12 Kein Dank reicht aus für die in V. 7,8 aufgezählten Wohltaten Gottes. (Theoph.) -Kolosser Kol 58 3 9 13 Durch beständige Bekämpfung. Lassen wir vom Kampfe ab, so werden jene Laster sofort wieder das Herz in Besitz nehmen und in Fesseln schlagen. (Aug.) +Kolosser Kol 59 3 9 13 Durch beständige Bekämpfung. Lassen wir vom Kampfe ab, so werden jene Laster sofort wieder das Herz in Besitz nehmen und in Fesseln schlagen. (Aug.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 10 Nocte ac die abundantius orantes, ut videamus faciem vestram, et compleamus ea, quæ desunt fidei vestræ? indem wir Tag und Nacht eifrigst flehen, dass wir euer Angesicht sehen mögen und das, was eurem Glauben abgeht, vervollständigen dürfen. -Kolosser Kol 58 3 10 Et induentes novum eum, qui renovatur in agnitionem secundum imaginem ejus, qui creavit illum. und ziehet den neuen an,¹⁴ der da erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbilde dessen, der ihn erschaffen hat,¹⁵ -Kolosser Kol 58 3 10 14 Durch die Heiligung ist der alte Mensch in der Taufe abgelegt, der neue geboren, doch damit der neue Mensch bleibe, bedarf es des Kampfes. Wie [2Kor 5,1ff] der Leib, so wird hier die religiöse Seite der Menschen durch die Worte ablegen, anziehen wie ein Kleid dargestellt, während die Beifügung den alten, den neuen Menschen zeigt, wie umfassend das Ablegen und Anziehen zu verstehen ist. -Kolosser Kol 58 3 10 15 Zur vollen und praktischen Erkenntnis dessen, der den neuen Menschen geschaffen, Christus, zur Ähnlichkeit unseres Lebens mit dem seinen. Es lassen sich drei Teile unterscheiden: Abwendung von Gott in dem Herzen des alten Menschen, Zuwendung zu Gott, Übereinstimmung seines Strebens mit dem ewigen Ziele bei dem neuen Menschen. Falsches Urteil des alten Menschen, der sein Ich zum Mittelpunkte der Verurteilung aller Lebensverhältnisse macht, Erkenntnis nach dem Ebenbilde Christi bei dem neuen. Endlich verschiedene Art des Handelns bei beiden. Der Apostel lässt bei der Beschreibung des alten Menschen den zweiten Teil unerwähnt und hebt nur den dritten hervor (mit seinen Taten V. 9), während er umgekehrt bei der Beschreibung des neuen Menschen nur den zweiten (V. 10) nennt als Grundlage des sich von selbst ergebenden dritten. -Kolosser Kol 58 3 11 Ubi non est gentilis, et Judæus, circumcisio, et præputium, Barbarus, et Scytha, servus, et liber: sed omnia, et in omnibus Christus. wo nicht Heide, noch Jude ist, nicht Beschneidung noch Vorhaut, nicht Barbar und Scythe, nicht Knecht und Freier,¹⁶ sondern alles und in allen Christus.¹⁷ +Kolosser Kol 59 3 10 Et induentes novum eum, qui renovatur in agnitionem secundum imaginem ejus, qui creavit illum. und ziehet den neuen an,¹⁴ der da erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbilde dessen, der ihn erschaffen hat,¹⁵ +Kolosser Kol 59 3 10 14 Durch die Heiligung ist der alte Mensch in der Taufe abgelegt, der neue geboren, doch damit der neue Mensch bleibe, bedarf es des Kampfes. Wie [2Kor 5,1ff] der Leib, so wird hier die religiöse Seite der Menschen durch die Worte ablegen, anziehen wie ein Kleid dargestellt, während die Beifügung den alten, den neuen Menschen zeigt, wie umfassend das Ablegen und Anziehen zu verstehen ist. +Kolosser Kol 59 3 10 15 Zur vollen und praktischen Erkenntnis dessen, der den neuen Menschen geschaffen, Christus, zur Ähnlichkeit unseres Lebens mit dem seinen. Es lassen sich drei Teile unterscheiden: Abwendung von Gott in dem Herzen des alten Menschen, Zuwendung zu Gott, Übereinstimmung seines Strebens mit dem ewigen Ziele bei dem neuen Menschen. Falsches Urteil des alten Menschen, der sein Ich zum Mittelpunkte der Verurteilung aller Lebensverhältnisse macht, Erkenntnis nach dem Ebenbilde Christi bei dem neuen. Endlich verschiedene Art des Handelns bei beiden. Der Apostel lässt bei der Beschreibung des alten Menschen den zweiten Teil unerwähnt und hebt nur den dritten hervor (mit seinen Taten V. 9), während er umgekehrt bei der Beschreibung des neuen Menschen nur den zweiten (V. 10) nennt als Grundlage des sich von selbst ergebenden dritten. +Kolosser Kol 59 3 11 Ubi non est gentilis, et Judæus, circumcisio, et præputium, Barbarus, et Scytha, servus, et liber: sed omnia, et in omnibus Christus. wo nicht Heide, noch Jude ist, nicht Beschneidung noch Vorhaut, nicht Barbar und Scythe, nicht Knecht und Freier,¹⁶ sondern alles und in allen Christus.¹⁷ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 11 Ipse autem Deus, et Pater noster, et Dominus noster Jesus Christus dirigat viam nostram ad vos. Er aber, Gott, unser Vater, und unser Herr Jesus Christus, wolle unsern Weg zu euch ebnen.¹³ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 11 13 Das V. 10 erwähnte Gebet, dessen Ziel Satan entgegentritt. -Kolosser Kol 58 3 11 16 Vier Wortpaare, um alles Trennende zu verneinen. Die Nationalität der durch ihre Sprache herrschenden Griechen wird im Griech. (wo nicht Grieche, noch Jude) den die Macht besitzenden Römern vorgezogen, bei der Religion kennzeichnet die Juden als durch den Besitz von Gottes Offenbarungen höherstehend. Unter den Nationalitäten geht der Begriff der Rohheit wachsend aufwärts, da die Scythen als halbe Wilde galten. Den Schluss bildet eine widernatürliche Folge der Sünde: Die Sklaverei. -Kolosser Kol 58 3 11 17 Alle Christen sind in Christus ein Leib, von Christus kommen allen alle Güter zu. +Kolosser Kol 59 3 11 16 Vier Wortpaare, um alles Trennende zu verneinen. Die Nationalität der durch ihre Sprache herrschenden Griechen wird im Griech. (wo nicht Grieche, noch Jude) den die Macht besitzenden Römern vorgezogen, bei der Religion kennzeichnet die Juden als durch den Besitz von Gottes Offenbarungen höherstehend. Unter den Nationalitäten geht der Begriff der Rohheit wachsend aufwärts, da die Scythen als halbe Wilde galten. Den Schluss bildet eine widernatürliche Folge der Sünde: Die Sklaverei. +Kolosser Kol 59 3 11 17 Alle Christen sind in Christus ein Leib, von Christus kommen allen alle Güter zu. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 12 Vos autem Dominus multiplicet, et abundare faciat caritatem vestram in invicem, et in omnes, quemadmodum et nos in vobis: Euch aber wolle der Herr¹⁴ wachsen und reich werden lassen in eurer Liebe gegeneinander und gegen alle,¹⁵ so wie auch wir sie haben gegen euch,¹⁶ -Kolosser Kol 58 3 12 Induite vos ergo sicut electi Dei, sancti, et dilecti, viscera misericordiæ, benignitatem, humilitatem, modestiam, patientiam: Ziehet also an als Auserwählte Gottes,¹⁸ Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Güte, Demut,¹⁹ Sanftmut, Langmut; [Eph 6,11] +Kolosser Kol 59 3 12 Induite vos ergo sicut electi Dei, sancti, et dilecti, viscera misericordiæ, benignitatem, humilitatem, modestiam, patientiam: Ziehet also an als Auserwählte Gottes,¹⁸ Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Güte, Demut,¹⁹ Sanftmut, Langmut; [Eph 6,11] 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 12 14 Der Herr der Kirche und Teilnehmer an der Weltregierung. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 12 15 Gegen eure Mitchristen in Thessalonich und gegen alle Menschen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 12 16 Das Maß und Vorbild der Liebe habt ihr an uns (Theoph.). -Kolosser Kol 58 3 12 18 Auserwählte und Kirche sind Wechselbegriffe. Indem jemand der Kirche eingegliedert wird, tritt zu Tage, dass Gott ihn auserwählt. Mit dieser Auserwählung ist die Absonderung von der sündigen Welt (Heilige) und die göttliche Liebe verbunden. -Kolosser Kol 58 3 12 19 Diese Tugend konnte weder das Heidentum, noch als Gesinnung das Judentum, erst Christus hat sie gelehrt. -Kolosser Kol 58 3 13 Supportantes invicem, et donantes vobismetipsis si quis adversus aliquem habet querelam: sicut et Dominus donavit vobis, ita et vos. indem ihr einander ertraget und einander verzeihet, wenn jemand wider den andern eine Klage hat; so wie der Herr euch vergeben hat, also auch ihr!²⁰ +Kolosser Kol 59 3 12 18 Auserwählte und Kirche sind Wechselbegriffe. Indem jemand der Kirche eingegliedert wird, tritt zu Tage, dass Gott ihn auserwählt. Mit dieser Auserwählung ist die Absonderung von der sündigen Welt (Heilige) und die göttliche Liebe verbunden. +Kolosser Kol 59 3 12 19 Diese Tugend konnte weder das Heidentum, noch als Gesinnung das Judentum, erst Christus hat sie gelehrt. +Kolosser Kol 59 3 13 Supportantes invicem, et donantes vobismetipsis si quis adversus aliquem habet querelam: sicut et Dominus donavit vobis, ita et vos. indem ihr einander ertraget und einander verzeihet, wenn jemand wider den andern eine Klage hat; so wie der Herr euch vergeben hat, also auch ihr!²⁰ 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 13 Ad confirmanda corda vestra sine querela in sanctitate, ante Deum et Patrem nostrum, in adventu Domini nostri Jesu Christi cum omnibus sanctis ejus. Amen. eure Herzen zu festigen, dass sie tadellos seien in der Heiligkeit¹⁷ vor Gott und unserem Vater bei der Ankunft unsers Herrn Jesus Christus mit allen seinen Heiligen.¹⁸ Amen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 13 17 Zustand der Heiligkeit. 1 Thessalonicher 1Thess 59 3 13 18 Bei dem letzten Gerichte, wenn der Herr mit allen Engeln kommt. (Sap. 14,5) Dann wird Paulus auf ewig mit seinen Brüdern vereint und sein Gebet im Übermaß erhört sein. -Kolosser Kol 58 3 13 20 Nicht allein, weil Christus, sondern auch wie Christus vergeben hat. Das gleiche Vergehen wird [Eph 4,32] Gott zugeschrieben. -Kolosser Kol 58 3 14 Super omnia autem hæc, caritatem habete, quod est vinculum perfectionis: Über alles dies aber habet die Liebe, welche das Band der Vollkommenheit ist.²¹ -Kolosser Kol 58 3 14 21 Die Liebe ist gleichsam ein Obergewand, das über alle anderen Tugenden gezogen werden soll, oder ein Gürtel, ein Einheitsband, das die Vollkommenheit ausmacht. -Kolosser Kol 58 3 15 Et pax Christi exsultet in cordibus vestris, in qua et vocati estis in uno corpore: et grati estote. Und der Friede Christi herrsche²² in euren Herzen, zu welchem ihr ja auch berufen seid in einem Leibe; und beweiset euch dankbar! -Kolosser Kol 58 3 15 22 Von dem sittlichen Verhalten der Kolosser geht Paulus auf die religiöse Verfassung über. Der Friede, den Christus gebracht [Joh 14,27] und den schon die Engel verkündet [Lk 2,14], wird wie ein Sieger im Kampfe dargestellt. -Kolosser Kol 58 3 16 Verbum Christi habitet in vobis abundanter, in omni sapientia, docentes, et commonentes vosmetipsos, psalmis, hymnis, et canticis spiritualibus, in gratia cantantes in cordibus vestris Deo. Das Wort Christi wohne reichlich unter euch, so dass ihr euch einander mit aller Weisheit²³ belehret und ermuntert durch Psalmen und Lobgesänge und geistliche Lieder, so dass ihr Gott in der Gnade lobsinget in euren Herzen.²⁴ -Kolosser Kol 58 3 16 23 Das Wort Gottes wohne in reicher Fülle unter euch, ohne dass Irrlehrer es zu verdrängen vermögen. Mit aller Weisheit: Gegensatz zur Scheinweisheit der Irrlehrer. -Kolosser Kol 58 3 16 24 Über Psalmen und geistliche Lieder siehe [Eph 5,Anm.24]. -Kolosser Kol 58 3 17 Omne, quodcumque facitis in verbo aut in opere, omnia in nomine Domini Jesu Christi, gratias agentes Deo et Patri per ipsum. Alles, was ihr immer tun möget in Wort und in Werk, das tuet alles im Namen des Herrn Jesus Christus,²⁵ indem ihr Gott und dem Vater durch ihn danksagt!²⁶ [1Kor 10,31] -Kolosser Kol 58 3 17 25 Vergl. [1Kor 10,31]. Diese Mahnung als positives Gebot gefasst, gilt nicht für jeden Akt, wohl aber als negatives Gebot: Wir sollen Nichts tun, was unserem Verhältnis zu Christus (der Name steht für das Wesen der Persönlichkeit) entgegen ist. Wir tu etwas im Namen Jesu Christi, wenn der Glaube unser Führer ist, wenn die Hoffnung auf Christus, der uns durch sein Leiden alle Gnaden erworben, uns stützt, besonders aber, wenn wir aus Liebe zu dem, der für uns den Tod gelitten, zu seiner Ehre alles tun. -Kolosser Kol 58 3 17 26 Alles Tun des Christen soll eine Erweisung des Dankes sein, den er Gott schuldet, und, da wir nur durch Christus mit Gott verbunden sind, durch ihn darbringt. -Kolosser Kol 58 3 18 Mulieres subditæ estote viris, sicut oportet, in Domino. Ihr Frauen! seid euren Männern untergeben, wie es sich ziemt im Herrn.²⁷ -Kolosser Kol 58 3 18 27 Paulus will verhüten, dass sein in V. 11 den Christen gegebener Grundsatz missverstanden werde, indem das, was von der religiösen Sphäre gilt, auf irdische Verhältnisse übertragen wird. Ähnlich [1Kor 7,24]. Nicht der untergeordnete Teil erhält den Anspruch, höhere Rechte geltend zu machen, sondern dem übergeordneten wird die Pflicht auferlegt, für die Übung seiner Rechte bestimmte Grenzen zu beachten. So ward den einen die Möglichkeit genommen, das Christentum zur Rechtfertigung gewaltsamen Umsturzes zu missbrauchen, den andern aber durch die Durchdringung mit dem Geiste des Christentums eine christliche Erneuerung aller Verhältnisse als Pflicht auferlegt. -Kolosser Kol 58 3 19 Viri diligite uxores vestras, et nolite amari esse ad illas. Ihr Männer! liebet eure Frauen und lasset euch nicht gegen sie erbittern.²⁸ -Kolosser Kol 58 3 19 28 Die Männer sollen nicht nur ihre Stellung als Haupt der Familie im Auge haben, sondern den Frauen christliche Liebe (diese bezeichnet das griech. und lat. Wort) zeigen und keine bittere Stimmung aufkommen lassen. Ähnlich lautet die Vorschrift für alle Christen. V. 13 -Kolosser Kol 58 3 20 Filii obedite parentibus per omnia: hoc enim placitum est in Domino. Ihr Kinder! gehorchet euren Eltern in allem; denn das ist wohlgefällig im Herrn.²⁹ -Kolosser Kol 58 3 20 29 Die Kinder sollen nicht meinen, durch das Christentum eine gewisse Selbständigkeit den Eltern gegenüber erhalten zu haben. -Kolosser Kol 58 3 21 Patres, nolite ad indignationem provocare filios vestros, ut non pusillo animo fiant. Ihr Väter! reizet eure Kinder nicht zum Zorne, damit sie nicht mutlos werden.³⁰ -Kolosser Kol 58 3 21 30 Der Apostel verwirft die notwendige Züchtigung nicht, sondern nur die harte, launenhafte, ungerechte Behandlung, welche Verbitterung hervorruft, das Vertrauen und die Kraft zum Kampfe gegen das Böse raubt. -Kolosser Kol 58 3 22 Servi obedite per omnia dominis carnalibus, non ad oculum servientes, quasi hominibus placentes, sed in simplicitate cordis, timentes Deum. Ihr Knechte!³¹ gehorchet in allem den leiblichen Herren, nicht in Augendienerei, als solche, die Menschen gefallen wollen, sondern in Einfalt des Herzens, als solche, die Gott fürchten. [Tit 2,9] -Kolosser Kol 58 3 22 31 Die Schicksale des Onesimus sind dem Apostel Veranlassung, die Sklavenfrage ausführlicher zu behandeln. Besonders für die Sklaven lag die Versuchung nahe, die christliche Freiheit auf die soziale zu übertragen. Hatte nun Paulus auch durch die Rücksendung des Onesimus zu Philemon bereits einer solchen Folgerung vorgebeugt, so legte seine Fürbitte für jenen doch leicht den Gedanken nahe, als ob der Ungehorsam kein schweres Vergehen sei. Dem gegenüber betont der Apostel die Pflicht des Gehorsams, ja geht über das Maß des gesetzlich geforderten, der sich mit der Ausführung begnügen darf, hinaus und fordert inneren Gehorsam und aus höherem Beweggrunde. Der Sklave übt den Gehorsam, um nicht bestraft zu werden und soweit er beaufsichtigt wird, der Christ ist im Herzen willig aus Rücksicht auf Christus, den Herrn aller Herren. -Kolosser Kol 58 3 23 Quodcumque facitis, ex animo operamini sicut Domino, et non hominibus: Was ihr immer tun möget, das tuet von Herzen, als für den Herrn und nicht für die Menschen; [Eph 6,7] -Kolosser Kol 58 3 24 Scientes quod a Domino accipietis retributionem hereditatis. Domino Christo servite. da ihr wisset, dass ihr vom Herrn die Vergeltung des Erbes erhalten werdet.31a Christus, dem Herrn, dienet! [Röm 2,6] -Kolosser Kol 58 3 24 31a Der Sklave hatte keinen Anspruch auf Lohn und war unfähig zu erben. Der Herr im Himmel, obwohl so viel höher als der irdische, der also auch ungleich mehr berechtigt ist, Gehorsam zu fordern, als der irdische, erkennt in seiner Gnade den Gehorsam als verdienstlich an und will ihm Vergeltung zu Teil werden lassen, ein Erbe, auf das die Sklaven nicht weniger Recht haben sollen als ihre zeitlichen Herren. Christus macht sie aus Sklaven zu Kindern Gottes. -Kolosser Kol 58 3 25 Qui enim injuriam facit, recipiet id, quod inique gessit: et non est personarum acceptio apud Deum. Denn der, welcher Unrecht tut, wird die Vergeltung empfangen für das, was er Unrecht getan hat; und kein Ansehen der Person gilt bei Gott.³² -Kolosser Kol 58 3 25 32 Die Sklaven sollen nicht meinen, dass, weil sie Christen sind, der Herr über ein Unrecht ihrerseits parteilich hinwegsehen werde. -1 Thessalonicher 1Thess 59 4 0 III. Ermahnender Teil: Mahnung an die Leser, alle Laster zu meiden und der Tugend nachzueifern. Belehrung über die Wiederkunft des Herrn. (Kap. 4,1 5,22) 1. Mahnung alle Laster zu meiden (Kap. 4, V. 1 12): a. Nach der allgemeinen Mahnung alle ihnen gegebenen Vorschriften zu beobachten (V. 2), b. muntert der Apostel die Thessalonicher insbesondere auf: 1) die standesgemäße Keuschheit zu wahren (V. 5), insbesondere sich von dem Ehebruche unbefleckt zu erhalten (V. 6), indem er heilsame Beweggründe dazu beifügt (V. 8), 2) in der Liebe sich immer mehr auszuzeichnen (V. 10), 3) ruhig ihren Pflichten lebend ein gutes Beispiel zu geben. (V. 12) 2. Belehrung über die Wiederkunft des Herrn (Kap. 4,13 Kap. 5,11): a. Um die bange Besorgnis um die Verstorbenen zu bannen, zeigt der Apostel, dass jene mit den noch Lebenden dem Heilande bei seiner Wiederkunft entgegen kommen werden. -Kolosser Kol 58 4 0 3. Allgemeine Mahnungen (V. 2 6): a. Zum Gebet, auch für den Apostel selbst (V. 4); b. Zur Klugheit im Reden und Handeln. (V. 6) Schluss (Kap. 4, V. 7 18): 1. Zweck der Sendung des Tychikus und Onesimus. (V. 9) 2. Grüße. (V. 15) 3. Ersuchen, diesen Brief den Laodicenern mitzuteilen wie auch den Brief des Apostels an die Laodicener in Kolossä zu lesen. (V. 17) 4. Eigenhändig geschriebener Gruß, apostolischer Segen. -Kolosser Kol 58 4 1 Domini, quod justum est et æquum, servis præstate: scientes quod et vos Dominum habetis in clo. Ihr Herren! was gerecht und billig ist, gewähret den Knechten, da ihr wisset, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.¹ +Kolosser Kol 59 3 13 20 Nicht allein, weil Christus, sondern auch wie Christus vergeben hat. Das gleiche Vergehen wird [Eph 4,32] Gott zugeschrieben. +Kolosser Kol 59 3 14 Super omnia autem hæc, caritatem habete, quod est vinculum perfectionis: Über alles dies aber habet die Liebe, welche das Band der Vollkommenheit ist.²¹ +Kolosser Kol 59 3 14 21 Die Liebe ist gleichsam ein Obergewand, das über alle anderen Tugenden gezogen werden soll, oder ein Gürtel, ein Einheitsband, das die Vollkommenheit ausmacht. +Kolosser Kol 59 3 15 Et pax Christi exsultet in cordibus vestris, in qua et vocati estis in uno corpore: et grati estote. Und der Friede Christi herrsche²² in euren Herzen, zu welchem ihr ja auch berufen seid in einem Leibe; und beweiset euch dankbar! +Kolosser Kol 59 3 15 22 Von dem sittlichen Verhalten der Kolosser geht Paulus auf die religiöse Verfassung über. Der Friede, den Christus gebracht [Joh 14,27] und den schon die Engel verkündet [Lk 2,14], wird wie ein Sieger im Kampfe dargestellt. +Kolosser Kol 59 3 16 Verbum Christi habitet in vobis abundanter, in omni sapientia, docentes, et commonentes vosmetipsos, psalmis, hymnis, et canticis spiritualibus, in gratia cantantes in cordibus vestris Deo. Das Wort Christi wohne reichlich unter euch, so dass ihr euch einander mit aller Weisheit²³ belehret und ermuntert durch Psalmen und Lobgesänge und geistliche Lieder, so dass ihr Gott in der Gnade lobsinget in euren Herzen.²⁴ +Kolosser Kol 59 3 16 23 Das Wort Gottes wohne in reicher Fülle unter euch, ohne dass Irrlehrer es zu verdrängen vermögen. Mit aller Weisheit: Gegensatz zur Scheinweisheit der Irrlehrer. +Kolosser Kol 59 3 16 24 Über Psalmen und geistliche Lieder siehe [Eph 5,Anm.24]. +Kolosser Kol 59 3 17 Omne, quodcumque facitis in verbo aut in opere, omnia in nomine Domini Jesu Christi, gratias agentes Deo et Patri per ipsum. Alles, was ihr immer tun möget in Wort und in Werk, das tuet alles im Namen des Herrn Jesus Christus,²⁵ indem ihr Gott und dem Vater durch ihn danksagt!²⁶ [1Kor 10,31] +Kolosser Kol 59 3 17 25 Vergl. [1Kor 10,31]. Diese Mahnung als positives Gebot gefasst, gilt nicht für jeden Akt, wohl aber als negatives Gebot: Wir sollen Nichts tun, was unserem Verhältnis zu Christus (der Name steht für das Wesen der Persönlichkeit) entgegen ist. Wir tu etwas im Namen Jesu Christi, wenn der Glaube unser Führer ist, wenn die Hoffnung auf Christus, der uns durch sein Leiden alle Gnaden erworben, uns stützt, besonders aber, wenn wir aus Liebe zu dem, der für uns den Tod gelitten, zu seiner Ehre alles tun. +Kolosser Kol 59 3 17 26 Alles Tun des Christen soll eine Erweisung des Dankes sein, den er Gott schuldet, und, da wir nur durch Christus mit Gott verbunden sind, durch ihn darbringt. +Kolosser Kol 59 3 18 Mulieres subditæ estote viris, sicut oportet, in Domino. Ihr Frauen! seid euren Männern untergeben, wie es sich ziemt im Herrn.²⁷ +Kolosser Kol 59 3 18 27 Paulus will verhüten, dass sein in V. 11 den Christen gegebener Grundsatz missverstanden werde, indem das, was von der religiösen Sphäre gilt, auf irdische Verhältnisse übertragen wird. Ähnlich [1Kor 7,24]. Nicht der untergeordnete Teil erhält den Anspruch, höhere Rechte geltend zu machen, sondern dem übergeordneten wird die Pflicht auferlegt, für die Übung seiner Rechte bestimmte Grenzen zu beachten. So ward den einen die Möglichkeit genommen, das Christentum zur Rechtfertigung gewaltsamen Umsturzes zu missbrauchen, den andern aber durch die Durchdringung mit dem Geiste des Christentums eine christliche Erneuerung aller Verhältnisse als Pflicht auferlegt. +Kolosser Kol 59 3 19 Viri diligite uxores vestras, et nolite amari esse ad illas. Ihr Männer! liebet eure Frauen und lasset euch nicht gegen sie erbittern.²⁸ +Kolosser Kol 59 3 19 28 Die Männer sollen nicht nur ihre Stellung als Haupt der Familie im Auge haben, sondern den Frauen christliche Liebe (diese bezeichnet das griech. und lat. Wort) zeigen und keine bittere Stimmung aufkommen lassen. Ähnlich lautet die Vorschrift für alle Christen. V. 13 +Kolosser Kol 59 3 20 Filii obedite parentibus per omnia: hoc enim placitum est in Domino. Ihr Kinder! gehorchet euren Eltern in allem; denn das ist wohlgefällig im Herrn.²⁹ +Kolosser Kol 59 3 20 29 Die Kinder sollen nicht meinen, durch das Christentum eine gewisse Selbständigkeit den Eltern gegenüber erhalten zu haben. +Kolosser Kol 59 3 21 Patres, nolite ad indignationem provocare filios vestros, ut non pusillo animo fiant. Ihr Väter! reizet eure Kinder nicht zum Zorne, damit sie nicht mutlos werden.³⁰ +Kolosser Kol 59 3 21 30 Der Apostel verwirft die notwendige Züchtigung nicht, sondern nur die harte, launenhafte, ungerechte Behandlung, welche Verbitterung hervorruft, das Vertrauen und die Kraft zum Kampfe gegen das Böse raubt. +Kolosser Kol 59 3 22 Servi obedite per omnia dominis carnalibus, non ad oculum servientes, quasi hominibus placentes, sed in simplicitate cordis, timentes Deum. Ihr Knechte!³¹ gehorchet in allem den leiblichen Herren, nicht in Augendienerei, als solche, die Menschen gefallen wollen, sondern in Einfalt des Herzens, als solche, die Gott fürchten. [Tit 2,9] +Kolosser Kol 59 3 22 31 Die Schicksale des Onesimus sind dem Apostel Veranlassung, die Sklavenfrage ausführlicher zu behandeln. Besonders für die Sklaven lag die Versuchung nahe, die christliche Freiheit auf die soziale zu übertragen. Hatte nun Paulus auch durch die Rücksendung des Onesimus zu Philemon bereits einer solchen Folgerung vorgebeugt, so legte seine Fürbitte für jenen doch leicht den Gedanken nahe, als ob der Ungehorsam kein schweres Vergehen sei. Dem gegenüber betont der Apostel die Pflicht des Gehorsams, ja geht über das Maß des gesetzlich geforderten, der sich mit der Ausführung begnügen darf, hinaus und fordert inneren Gehorsam und aus höherem Beweggrunde. Der Sklave übt den Gehorsam, um nicht bestraft zu werden und soweit er beaufsichtigt wird, der Christ ist im Herzen willig aus Rücksicht auf Christus, den Herrn aller Herren. +Kolosser Kol 59 3 23 Quodcumque facitis, ex animo operamini sicut Domino, et non hominibus: Was ihr immer tun möget, das tuet von Herzen, als für den Herrn und nicht für die Menschen; [Eph 6,7] +Kolosser Kol 59 3 24 Scientes quod a Domino accipietis retributionem hereditatis. Domino Christo servite. da ihr wisset, dass ihr vom Herrn die Vergeltung des Erbes erhalten werdet.31a Christus, dem Herrn, dienet! [Röm 2,6] +Kolosser Kol 59 3 24 31a Der Sklave hatte keinen Anspruch auf Lohn und war unfähig zu erben. Der Herr im Himmel, obwohl so viel höher als der irdische, der also auch ungleich mehr berechtigt ist, Gehorsam zu fordern, als der irdische, erkennt in seiner Gnade den Gehorsam als verdienstlich an und will ihm Vergeltung zu Teil werden lassen, ein Erbe, auf das die Sklaven nicht weniger Recht haben sollen als ihre zeitlichen Herren. Christus macht sie aus Sklaven zu Kindern Gottes. +Kolosser Kol 59 3 25 Qui enim injuriam facit, recipiet id, quod inique gessit: et non est personarum acceptio apud Deum. Denn der, welcher Unrecht tut, wird die Vergeltung empfangen für das, was er Unrecht getan hat; und kein Ansehen der Person gilt bei Gott.³² +Kolosser Kol 59 3 25 32 Die Sklaven sollen nicht meinen, dass, weil sie Christen sind, der Herr über ein Unrecht ihrerseits parteilich hinwegsehen werde. +1 Thessalonicher 1Thess 59 4 0 III. Ermahnender Teil: Mahnung an die Leser, alle Laster zu meiden und der Tugend nachzueifern. Belehrung über die Wiederkunft des Herrn. (Kap. 4,1 5,22) 1. Mahnung alle Laster zu meiden (Kap. 4, V. 1 12): a. Nach der allgemeinen Mahnung alle ihnen gegebenen Vorschriften zu beobachten (V. 2), b. muntert der Apostel die Thessalonicher insbesondere auf: 1) die standesgemäße Keuschheit zu wahren (V. 5), insbesondere sich von dem Ehebruche unbefleckt zu erhalten (V. 6), indem er heilsame Beweggründe dazu beifügt (V. 8), 2) in der Liebe sich immer mehr auszuzeichnen (V. 10), 3) ruhig ihren Pflichten lebend ein gutes Beispiel zu geben. (V. 12) 2. Belehrung über die Wiederkunft des Herrn (Kap. 4,13 Kap. 5,11): a. Um die bange Besorgnis um die Verstorbenen zu bannen, zeigt der Apostel, dass jene mit den noch Lebenden dem Heilande bei seiner Wiederkunft entgegen kommen werden. +Kolosser Kol 59 4 0 3. Allgemeine Mahnungen (V. 2 6): a. Zum Gebet, auch für den Apostel selbst (V. 4); b. Zur Klugheit im Reden und Handeln. (V. 6) Schluss (Kap. 4, V. 7 18): 1. Zweck der Sendung des Tychikus und Onesimus. (V. 9) 2. Grüße. (V. 15) 3. Ersuchen, diesen Brief den Laodicenern mitzuteilen wie auch den Brief des Apostels an die Laodicener in Kolossä zu lesen. (V. 17) 4. Eigenhändig geschriebener Gruß, apostolischer Segen. +Kolosser Kol 59 4 1 Domini, quod justum est et æquum, servis præstate: scientes quod et vos Dominum habetis in clo. Ihr Herren! was gerecht und billig ist, gewähret den Knechten, da ihr wisset, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.¹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 1 De cetero ergo, fratres, rogamus vos et obsecramus in Domino Jesu, ut quemadmodum accepistis a nobis quomodo oporteat vos ambulare, et placere Deo, sic et ambuletis, ut abundetis magis. Im übrigen nun,¹ Brüder! bitten und ermahnen wir euch im Herrn Jesus,² dass ihr so, wie ihr von uns vernommen habet, wie ihr wandeln und Gott wohlgefallen sollt, so auch wirklich wandelt,³ damit ihr immer mehr zunehmet.⁴ 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 1 1 Das nun knüpft an die beiden letzten Briefe des vorigen Kapitels an. -Kolosser Kol 58 4 1 1 Wenn beide Teile sich als Diener Christi ansehen, werden die Sklaven gehorsam, die Herren gerecht und milde sein. Wie ganz anders klingen die Worte des Apostels als die der heutigen angeblichen Beglücker der Arbeiter! Wenn du meinst, mahnt der heil. Augustin die Herren, dass dein Diener dich braucht, damit du ihm Brot gebest, so benötigst auch du seiner, damit er dir helfe in deinen Arbeiten. So ist keiner von euch wahrhaft nur Herr, keiner wahrhaft nur Diener. +Kolosser Kol 59 4 1 1 Wenn beide Teile sich als Diener Christi ansehen, werden die Sklaven gehorsam, die Herren gerecht und milde sein. Wie ganz anders klingen die Worte des Apostels als die der heutigen angeblichen Beglücker der Arbeiter! Wenn du meinst, mahnt der heil. Augustin die Herren, dass dein Diener dich braucht, damit du ihm Brot gebest, so benötigst auch du seiner, damit er dir helfe in deinen Arbeiten. So ist keiner von euch wahrhaft nur Herr, keiner wahrhaft nur Diener. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 1 2 Indem Paulus im Herrn Jesus mahnt, wird die Mahnung eine Mahnung des Herrn selbst. Herr Jesus ist gleichbedeutend mit Jesus Christus; Jesus, der Gesalbte. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 1 3 Dem Inhalte des Evangeliums gemäß. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 1 4 In solchem Wandel. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 2 Scitis enim quæ præcepta dederim vobis per Dominum Jesum. Ihr wisset ja, welche Vorschriften ich euch gegeben habe durch den Herrn Jesus.⁵ -Kolosser Kol 58 4 2 Orationi instate, vigilantes in ea in gratiarum actione: Seid beharrlich im Gebete, und seid wachsam darin mit Danksagung.² -Kolosser Kol 58 4 2 2 Wer nicht für die empfangenen Wohltaten Dank sagt, ist neuer nicht würdig. +Kolosser Kol 59 4 2 Orationi instate, vigilantes in ea in gratiarum actione: Seid beharrlich im Gebete, und seid wachsam darin mit Danksagung.² +Kolosser Kol 59 4 2 2 Wer nicht für die empfangenen Wohltaten Dank sagt, ist neuer nicht würdig. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 2 5 In Christus haben die Gebote des heil. Paulus alles, was an ihnen lediglich sein Gedanke und Wille war, verloren und haben den Charakter des Heilandes angenommen, der zwischen der Gemeinde und dem Apostel steht, und dem, was dieser sagt, jener gegenüber Kraft verleiht. -Kolosser Kol 58 4 3 Orantes simul et pro nobis, ut Deus aperiat nobis ostium sermonis ad loquendum mysterium Christi (propter quod etiam vinctus sum) Betet auch zugleich für uns,³ dass Gott uns eine Türe des Wortes auftuen möge, das Geheimnis Christi zu verkündigen (um dessen willen ich auch in Banden bin),⁴ [Eph 6,19, 2Thess 3,1] +Kolosser Kol 59 4 3 Orantes simul et pro nobis, ut Deus aperiat nobis ostium sermonis ad loquendum mysterium Christi (propter quod etiam vinctus sum) Betet auch zugleich für uns,³ dass Gott uns eine Türe des Wortes auftuen möge, das Geheimnis Christi zu verkündigen (um dessen willen ich auch in Banden bin),⁴ [Eph 6,19, 2Thess 3,1] 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 3 Hæc est enim voluntas Dei, sanctificatio vestra: ut abstineatis vos a fornicatione, Das nämlich ist der Wille Gottes, eure Heiligung;⁶ dass ihr euch enthaltet der Unzucht,⁷ [Röm 12,2, Eph 5,17] -Kolosser Kol 58 4 3 3 Wenn Paulus um das Gebet der Kolosser bittet, so hat er nicht sich dabei im Auge, sondern das Reich Gottes, dass er die Möglichkeit erhalte, seine Wirksamkeit wieder zu üben. Das gleiche Bild [1Kor 16,9, 2Kor 2,12]. -Kolosser Kol 58 4 3 4 Wohl sind auch seine Bande ein Dienst für das Evangelium, doch weiß er sich zu einer umfassenderen Aufgabe berufen. +Kolosser Kol 59 4 3 3 Wenn Paulus um das Gebet der Kolosser bittet, so hat er nicht sich dabei im Auge, sondern das Reich Gottes, dass er die Möglichkeit erhalte, seine Wirksamkeit wieder zu üben. Das gleiche Bild [1Kor 16,9, 2Kor 2,12]. +Kolosser Kol 59 4 3 4 Wohl sind auch seine Bande ein Dienst für das Evangelium, doch weiß er sich zu einer umfassenderen Aufgabe berufen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 3 6 Nicht durch äußere Gaben und Zeremonien wird Gottes Wohlgefallen gewonnen, sondern Gott verlangt, dass wir selbst heilig seien. Vergl. [Hebr 12,14]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 3 7 Von jeder Sünde der Unreinheit. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 4 Ut sciat unusquisque vestrum vas suum possidere in sanctificatione, et honore: dass ein jeder von euch wisse sein Gefäß⁸ in Heiligkeit und Ehre zu besitzen, -Kolosser Kol 58 4 4 Ut manifestem illud ita ut oportet me loqui. damit ich es kund tun möge,⁵ so wie ich es verkünden soll. -Kolosser Kol 58 4 4 5 Das Offenbaren, verständlich machen, schließt bereits einen Erfolg des Verkündigens (V. 3) ein. Der Nachdruck liegt aber auf dem Wie ich es verkünden soll. +Kolosser Kol 59 4 4 Ut manifestem illud ita ut oportet me loqui. damit ich es kund tun möge,⁵ so wie ich es verkünden soll. +Kolosser Kol 59 4 4 5 Das Offenbaren, verständlich machen, schließt bereits einen Erfolg des Verkündigens (V. 3) ein. Der Nachdruck liegt aber auf dem Wie ich es verkünden soll. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 4 8 Jüdischer Sprachgebrauch für Bezeichnung des Weibes (mit Bezugnahme auf [1Petr 3,7] Aug., Theod., Thom.). Andere verstehen darunter den eigenen Leib. (Tert., Chrys.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 5 Non in passione desiderii, sicut et gentes, quæ ignorant Deum: nicht in sinnlicher Leidenschaft, wie die Heiden, welche Gott nicht kennen;⁹ -Kolosser Kol 58 4 5 In sapientia ambulate ad eos, qui foris sunt: tempus redimentes. In Weisheit verhaltet euch gegen die, welche draußen sind, indem ihr die Zeit wohl benützet.⁶ -Kolosser Kol 58 4 5 6 Jede Gelegenheit benützend. Vergl. [Eph 5,16]. +Kolosser Kol 59 4 5 In sapientia ambulate ad eos, qui foris sunt: tempus redimentes. In Weisheit verhaltet euch gegen die, welche draußen sind, indem ihr die Zeit wohl benützet.⁶ +Kolosser Kol 59 4 5 6 Jede Gelegenheit benützend. Vergl. [Eph 5,16]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 5 9 Der Mangel an wahrer Gotteserkenntnis hatte bei den Heiden einen seiner Hauptgründe in der Unzucht. -Kolosser Kol 58 4 6 Sermo vester semper in gratia sale sit conditus, ut sciatis quomodo oporteat vos unicuique respondere. Eure Rede sei allezeit wohlgefällig, mit Salz gewürzt,⁷ so dass ihr wisset, wie ihr einem jeden antworten müsset! +Kolosser Kol 59 4 6 Sermo vester semper in gratia sale sit conditus, ut sciatis quomodo oporteat vos unicuique respondere. Eure Rede sei allezeit wohlgefällig, mit Salz gewürzt,⁷ so dass ihr wisset, wie ihr einem jeden antworten müsset! 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 6 Et ne quis supergrediatur, neque circumveniat in negotio fratrem suum: quoniam vindex est Dominus de his omnibus, sicut prædiximus vobis, et testificatisumus. und¹⁰ dass niemand übergreife, und seinen Bruder im Geschäfte übervorteile; denn der Herr ist Rächer von allem diesem, wie wir euch schon verkündet und bezeugt haben. -Kolosser Kol 58 4 6 7 Die Rede ist im Bilde einer geistigen Speise dargestellt. Das Salz ist in seiner würzenden Kraft das Bild der Weisheit und Klugheit und ist gleichbedeutend mit der Gnade. Die erste Hälfte des 6. Verses ist eine Anwendung des In Weisheit verhaltet euch V. 5, während die zweite Hälfte einen speziellen Fall der ersten bietet. Jede Frage ist eine Zeit (Gelegenheit), die wohl zu benützen ist, und zwar in der Weise, welche die Weisheit lehrt. +Kolosser Kol 59 4 6 7 Die Rede ist im Bilde einer geistigen Speise dargestellt. Das Salz ist in seiner würzenden Kraft das Bild der Weisheit und Klugheit und ist gleichbedeutend mit der Gnade. Die erste Hälfte des 6. Verses ist eine Anwendung des In Weisheit verhaltet euch V. 5, während die zweite Hälfte einen speziellen Fall der ersten bietet. Jede Frage ist eine Zeit (Gelegenheit), die wohl zu benützen ist, und zwar in der Weise, welche die Weisheit lehrt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 6 10 Zweites Hauptmoment des Willens Gottes (Siehe V. 3 Orig., Thom.): Vermeidung aller Verletzung der Gerechtigkeit. Unsittlichkeit und Habsucht waren die Hauptfehler des Heidentums. Bruder bezeichnet hier wohl jeden Mitmenschen. -Kolosser Kol 58 4 7 Quæ circa me sunt, omnia vobis nota faciet Tychicus carissimus frater, et fidelis minister, et conservus in Domino: Das, was mich betrifft, wird euch Tychikus alles kund tun, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn,⁸ +Kolosser Kol 59 4 7 Quæ circa me sunt, omnia vobis nota faciet Tychicus carissimus frater, et fidelis minister, et conservus in Domino: Das, was mich betrifft, wird euch Tychikus alles kund tun, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn,⁸ 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 7 Non enim vocavit nos Deus in immunditiam, sed in sanctificationem. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unlauterkeit, sondern zur Heiligung.¹¹ -Kolosser Kol 58 4 7 8 Drei ehrende Beinamen. Vergl. [Eph 6,21]. Diener: Helfer, während das zweite Wort, Knecht, eine unbedingte Unterordnung anzeigt. +Kolosser Kol 59 4 7 8 Drei ehrende Beinamen. Vergl. [Eph 6,21]. Diener: Helfer, während das zweite Wort, Knecht, eine unbedingte Unterordnung anzeigt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 7 11 Also wird Gott alle, welche der Unlauterkeit nachgegeben und nicht der Heiligung gelebt haben, strafen. -Kolosser Kol 58 4 8 Quem misi ad vos ad hoc ipsum ut cognoscat, quæ circa vos sunt, et consoletur corda vestra, den ich eben darum zu euch gesandt habe, damit er erfahre, wie es um euch steht, und eure Herzen tröste, +Kolosser Kol 59 4 8 Quem misi ad vos ad hoc ipsum ut cognoscat, quæ circa vos sunt, et consoletur corda vestra, den ich eben darum zu euch gesandt habe, damit er erfahre, wie es um euch steht, und eure Herzen tröste, 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 8 Itaque qui hæc spernit, non hominem spernit, sed Deum: qui etiam dedit Spiritum suum sanctum in nobis. Wer daher dies missachtet, missachtet nicht einen Menschen, sondern Gott, denselben, der seinen Heiligen Geist in unsere Herzen gegeben hat.¹² 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 8 12 Gott wohlzugefallen, [1Thess 4,1] heilig und untadelig vor ihm zu sein. [1Thess 3,13] Diese Heiligung ist Gottes Wille [1Thess 4,3] und ein Merkmal des christlichen Berufes [1Thess 4,7], der sie aber gibt, ist Gott. Die besseren Handschriften der Vulgata lesen wie der griech. Text: In eure Herzen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 9 De caritate autem fraternitatis non necesse habemus scribere vobis: ipsi enim vos a Deo didicistis ut diligatis invicem. Wegen der Bruderliebe¹³ aber haben wir nicht nötig, euch zu schreiben,¹⁴ denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, euch einander zu lieben.¹⁵ [Joh 13,34] -Kolosser Kol 58 4 9 Cum Onesimo carissimo, et fideli fratre, qui ex vobis est. Omnia, quæ hic aguntur, nota facient vobis. zugleich mit Onesimus, dem geliebten und treuen Bruder,⁹ welcher aus eurer Stadt ist. Alles, was hier vorgeht, werden sie euch kund tun. -Kolosser Kol 58 4 9 9 Ein bewährter, mir nahestehender Christ. Über Onesimus siehe den Brief an Philemon. +Kolosser Kol 59 4 9 Cum Onesimo carissimo, et fideli fratre, qui ex vobis est. Omnia, quæ hic aguntur, nota facient vobis. zugleich mit Onesimus, dem geliebten und treuen Bruder,⁹ welcher aus eurer Stadt ist. Alles, was hier vorgeht, werden sie euch kund tun. +Kolosser Kol 59 4 9 9 Ein bewährter, mir nahestehender Christ. Über Onesimus siehe den Brief an Philemon. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 9 13 Was [1Thess 3,12] als Wunsch ausgesprochen, dass Gott es verleihe, wird hier als Pflicht der Christen bezeichnet. Die Nächstenliebe, welche selbst die Feinde umfasst, sieht in dem Nächsten nur einen Menschen, den Gott zu lieben befohlen. Die Bruderliebe hingegen fasst auch das Gemeinsame, das Band der heiligsten Vereinigung in Gott und den göttlichen Gütern ins Auge und lässt die Herzen in gemeinsamer Liebe sich zusammenschließen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 9 14 Wenn es nicht notwendig ist, davon zu sprechen, warum erwähnt der Apostel dies noch? Indem er sagt: Es ist nicht notwendig, prägt er mit größerer Kraft ein, wie hoch diese Liebe zu schätzen und wie sehr sie zu wahren ist. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 9 15 Ähnlich der Heiland selbst. [Mt 23,8] -Kolosser Kol 58 4 10 Salutat vos Aristarchus concaptivus meus, et Marcus consobrinus Barnabæ, de quo accepistis mandata: si venerit ad vos, excipite illum: Es grüßt euch Aristarchus, mein Mitgefangener,¹⁰ und Markus, der Geschwistersohn des Barnabas,¹¹ wegen dessen ihr Weisungen¹² erhalten habt; wenn er zu euch kommt, nehmet euch seiner an; +Kolosser Kol 59 4 10 Salutat vos Aristarchus concaptivus meus, et Marcus consobrinus Barnabæ, de quo accepistis mandata: si venerit ad vos, excipite illum: Es grüßt euch Aristarchus, mein Mitgefangener,¹⁰ und Markus, der Geschwistersohn des Barnabas,¹¹ wegen dessen ihr Weisungen¹² erhalten habt; wenn er zu euch kommt, nehmet euch seiner an; 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 10 Etenim illud facitis in omnes fratres in universa Macedonia. Rogamus autem vos fratres ut abundetis magis, Und ihr tut es denn auch gegen alle Brüder in ganz Macedonien.¹⁶ Wir bitten euch aber, Brüder! nehmet darin mehr und mehr zu,¹⁷ -Kolosser Kol 58 4 10 10 Aristarch stammte aus Thessalonich [Apg 20,4] und hatte den Apostel nach Jerusalem begleitet. [Apg 19,20, Apg 20,4] In Rom teilte Aristarch mit Epaphras [Phlm 1,23] freiwillig die Gefangenschaft des heil. Paulus. -Kolosser Kol 58 4 10 11 Wohl Markus der Evangelist (Hier., Ökum., Theoph.); er wird zu seiner Empfehlung Vetter des bei allen Christen hochangesehenen Barnabas genannt. -Kolosser Kol 58 4 10 12 Empfehlungsschreiben, die später litteræ testimoniales genannten Schreiben. +Kolosser Kol 59 4 10 10 Aristarch stammte aus Thessalonich [Apg 20,4] und hatte den Apostel nach Jerusalem begleitet. [Apg 19,20, Apg 20,4] In Rom teilte Aristarch mit Epaphras [Phlm 1,23] freiwillig die Gefangenschaft des heil. Paulus. +Kolosser Kol 59 4 10 11 Wohl Markus der Evangelist (Hier., Ökum., Theoph.); er wird zu seiner Empfehlung Vetter des bei allen Christen hochangesehenen Barnabas genannt. +Kolosser Kol 59 4 10 12 Empfehlungsschreiben, die später litteræ testimoniales genannten Schreiben. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 10 16 Menschen vermögen nur, den rechten Weg zu weisen, wenn Gott lehrt, gibt er zugleich die Kraft, ihn zu beschreiten. Vielleicht redet der Apostel hier besonders von dem Beweise der Liebe, welcher in der Gastfreundschaft besteht. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 10 17 In jeder Beziehung. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 11 Et operam detis ut quieti sitis, et ut vestrum negotium agatis, et operemini manibus vestris, sicut præcepimus vobis: und bestrebet euch, ein stilles Leben zu führen, eure eigenen Angelegenheiten zu besorgen und mit euren Händen zu arbeiten,¹⁸ wie wir es euch geboten haben, -Kolosser Kol 58 4 11 Et Jesus, qui dicitur Justus: qui sunt ex circumcisione: hi soli sunt adjutores mei in regno Dei, qui mihi fuerunt solatio. und Jesus, genannt Justus.¹³ Von denen, welche aus dem Judentume sind, sind diese meine einzigen Mitarbeiter für das Reich Gottes,¹⁴ die mir zum Troste gewesen sind. -Kolosser Kol 58 4 11 13 Von Justus wissen wir weiter nichts. Es ist nicht der [Apg 18,7] erwähnte. -Kolosser Kol 58 4 11 14 Die gebornen Juden, welche als solche das Gottesreich als höchste Sehnsucht kanten, hätten die gleichsam natürlichen Mitarbeiter des Apostels sein sollen. Da sie sich ihm entzogen, wurden die Genannten umso mehr sein Trost. +Kolosser Kol 59 4 11 Et Jesus, qui dicitur Justus: qui sunt ex circumcisione: hi soli sunt adjutores mei in regno Dei, qui mihi fuerunt solatio. und Jesus, genannt Justus.¹³ Von denen, welche aus dem Judentume sind, sind diese meine einzigen Mitarbeiter für das Reich Gottes,¹⁴ die mir zum Troste gewesen sind. +Kolosser Kol 59 4 11 13 Von Justus wissen wir weiter nichts. Es ist nicht der [Apg 18,7] erwähnte. +Kolosser Kol 59 4 11 14 Die gebornen Juden, welche als solche das Gottesreich als höchste Sehnsucht kanten, hätten die gleichsam natürlichen Mitarbeiter des Apostels sein sollen. Da sie sich ihm entzogen, wurden die Genannten umso mehr sein Trost. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 11 18 Die erste christliche Gemeinde in Thessalonich bestand also aus Leuten, die ihren Unterhalt mit der Hände Arbeit verdienen mussten. -Kolosser Kol 58 4 12 Salutat vos Epaphras, qui ex vobis est, servus Christi Jesu, semper sollicitus pro vobis in orationibus, ut stetis perfecti, et pleni in omni voluntate Dei. Es grüßt euch Epaphras,¹⁵ der aus eurer Stadt ist, ein Diener Christi Jesu, allezeit besorgt für euch im Gebete, dass ihr vollkommen feststehen möget und vollendet in allem, was Gottes Wille ist. +Kolosser Kol 59 4 12 Salutat vos Epaphras, qui ex vobis est, servus Christi Jesu, semper sollicitus pro vobis in orationibus, ut stetis perfecti, et pleni in omni voluntate Dei. Es grüßt euch Epaphras,¹⁵ der aus eurer Stadt ist, ein Diener Christi Jesu, allezeit besorgt für euch im Gebete, dass ihr vollkommen feststehen möget und vollendet in allem, was Gottes Wille ist. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 12 Et ut honeste ambuletis ad eos, qui foris sunt: et nullius aliquid desideretis. ehrbar zu wandeln vor denen, die draußen sind,¹⁹ und von niemanden etwas zu begehren.²⁰ -Kolosser Kol 58 4 12 15 Über Epaphras siehe [Kol 1,7]. +Kolosser Kol 59 4 12 15 Über Epaphras siehe [Kol 1,7]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 12 19 Den Nichtchristen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 12 20 Die Christen sollen also aus zwei Gründen ein arbeitsames Leben führen: Um den Heiden keinen Anstoß zu geben und um nicht anderen zur Last zu fallen. -Kolosser Kol 58 4 13 Testimonium enim illi perhibeo quod habet multum laborem pro vobis, et pro iis, qui sunt Laodiceæ, et qui Hierapoli. Denn ich bezeuge ihm, dass er viel Mühsal hat um euch und um die, welche in Laodicea und in Hierapolis sind.¹⁶ +Kolosser Kol 59 4 13 Testimonium enim illi perhibeo quod habet multum laborem pro vobis, et pro iis, qui sunt Laodiceæ, et qui Hierapoli. Denn ich bezeuge ihm, dass er viel Mühsal hat um euch und um die, welche in Laodicea und in Hierapolis sind.¹⁶ 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 13 Nolumus autem vos ignorare fratres de dormientibus, ut non contristemini sicut et ceteri, qui spem non habent. Wir wollen euch aber, Brüder! nicht in Unkunde lassen²¹ über die Entschlafenen,²² damit ihr nicht traurig seiet wie die übrigen, welche keine Hoffnung haben.²³ -Kolosser Kol 58 4 13 16 Erweiterung des V. 13: Für die Gemeinde von Kolossä betet Epaphras nicht nur, sondern nimmt mancherlei schwere Mühe für sie auf sich und ist auch für die Nachbargemeinde Laodicea (3 4 Stunden von Kolossä) und Hierapolis (2 Stunden von Laodicea) tätig. Epaphras hatte diese drei Gemeinden wohl gegründet. +Kolosser Kol 59 4 13 16 Erweiterung des V. 13: Für die Gemeinde von Kolossä betet Epaphras nicht nur, sondern nimmt mancherlei schwere Mühe für sie auf sich und ist auch für die Nachbargemeinde Laodicea (3 4 Stunden von Kolossä) und Hierapolis (2 Stunden von Laodicea) tätig. Epaphras hatte diese drei Gemeinden wohl gegründet. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 13 21 Es waren wohl in der Gemeinde von Thessalonich manchen solche gestorben, die ihrem Herzen nahe gestanden, und betreffs dieser entstand der bange Zweifel, ob auch für sie die frohe Botschaft von der Wiederkehr des Herrn Geltung habe. Wenn solche Zweifel weitergriffen und ohne Lösung blieben, konnten sie leicht das ganze Evangelium als ungewiss hinstellen. Die ersten Christen hofften die Wiederkunft des Heilandes noch zu erleben, deshalb steht diese so oft im Vordergrunde ihrer Erwägungen und Wünsche. Erst nachdem mehrere Generationen in's Grab gesunken, ward es allen klar bewusst, dass die offenbarten Wahrheiten, die Auferstehung der Toten, den Ausgangspunkt aller Zukunftshoffnungen bilden müssen, nicht aber die ungewisse Hoffnung, jene noch lebend zu schauen. Paulus beschränkt sich in seiner Belehrung darauf, von der Auferstehung der Gläubigen zu sprechen, da er die Lehre von der allgemeinen Auferstehung und dem Weltgerichte wohl bereits persönlich vorgetragen. Die Formel: Wir wollen euch nicht in Unkunde lassen, pflegt der Apostel zu gebrauchen, wenn er bisher unbekannte Tatsachen oder Geheimnisse mitteilt. [Röm 1,13, 2Kor 11,3, Röm 11,25, 1Kor 10,1ff] Die Thessalonicher hatten die Frage vermutlich selbst vorgelegt. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 13 22 Der Ausdruck ist mit besonderer Rücksicht auf die sofort zur Sprache kommende Wiederauferweckung gewählt. Vergl. [Mk 5,39, Joh 11,11]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 13 23 Die Heiden und alle, welche gleich ihnen nicht an ein ewiges Leben glauben. Die Auferstehung des Leibes und die Unsterblichkeit der Seelen gehören dem Apostel zusammen: wer die eine verwirft, hält ihm zufolge auch die andere nicht fest. Vergl. [1Kor 15,32]. Darf nun aber der Christ nicht trauern? Gewiss darf er es, denn der Tod unserer Lieben ist ein Opfer, das Gott verlangt. Doch der Glaube muss die Trauer mindern, da wir wissen, dass die Verstorbenen nur auf kurze Zeit von uns getrennt und in ein besseres Vaterland gegangen sind. (Aug.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 14 Si enim credimus quod Jesus mortuus est, et resurrexit: ita et deus eos, qui dormierunt per Jesum, adducet cum eo. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so²⁴ wird ja auch Gott die, welche durch Jesus entschlafen sind, mit ihm herbeiführen.²⁵ -Kolosser Kol 58 4 14 Salutat vos Lucas medicus carissimus, et Demas. Es grüßt euch Lukas, der Arzt,¹⁷ der teure, und Demas.¹⁸ -Kolosser Kol 58 4 14 17 Lukas war mit dem Apostel nach Rom gekommen [Apg 28,14], indes teilte er wohl die Gefangenschaft des heil. Paulus nicht, weshalb er erst jetzt genannt wird. -Kolosser Kol 58 4 14 18 Demas erhält kein Lob. Entweder ist dies absichtslos ausgelassen (denn [Phlm 1,24] steht er mit einem lobenden Beinamen vor Lukas), oder aber ihm diktierte Paulus diesen Brief. +Kolosser Kol 59 4 14 Salutat vos Lucas medicus carissimus, et Demas. Es grüßt euch Lukas, der Arzt,¹⁷ der teure, und Demas.¹⁸ +Kolosser Kol 59 4 14 17 Lukas war mit dem Apostel nach Rom gekommen [Apg 28,14], indes teilte er wohl die Gefangenschaft des heil. Paulus nicht, weshalb er erst jetzt genannt wird. +Kolosser Kol 59 4 14 18 Demas erhält kein Lob. Entweder ist dies absichtslos ausgelassen (denn [Phlm 1,24] steht er mit einem lobenden Beinamen vor Lukas), oder aber ihm diktierte Paulus diesen Brief. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 14 24 Der Vergleich wird nicht genau durchgeführt. Statt im ersten Gliede ebenfalls Gott zum Subjekt zu machen, wählt der Apostel einen neutralen Ausdruck: Jesus ist gestorben (nicht: entschlafen) und auferstanden. Im zweiten Teile setzt Paulus statt der Auferweckung das ein, was derselben Folge wird: Die Einführung in das Reich der Seligkeit. Mit ihm: die Trennung von Jesus war ja die Ursache der Unruhe für die Thessalonicher. Wo das Haupt ist, werden auch die Glieder sein. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 14 25 Die Worte durch Jesus verbinden wie die Vulgata Chrysostomus und Theophylakt mit entschlafen sind: Die in der Glaubens- und Liebesgemeinschaft mit Jesus entschlafen sind. Verbindet man jene Worte mit: herbeiführen, so weisen sie auf Christus, den Urheber der Erlösung und den Vermittler der vollendeten Frucht der Erlösung. -Kolosser Kol 58 4 15 Salutate fratres, qui sunt Laodiceæ, et Nympham, et quæ in domo ejus est, ecclesiam. Grüßet die Brüder in Laodicea, und den Nymphas, und die in seinem Hause befindliche Gemeinde.¹⁹ +Kolosser Kol 59 4 15 Salutate fratres, qui sunt Laodiceæ, et Nympham, et quæ in domo ejus est, ecclesiam. Grüßet die Brüder in Laodicea, und den Nymphas, und die in seinem Hause befindliche Gemeinde.¹⁹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 15 Hoc enim vobis dicimus in verbo Domini, quia nos, qui vivimus, qui residui sumus in adventum Domini, non præveniemus eos, qui dormierunt. Denn das sagen wir euch als das Wort des Herrn:²⁶ Wir, die wir leben, die wir übriggelassen werden²⁷ bis zur Ankunft des Herrn, werden denen, die entschlafen sind, nicht zuvorkommen. [1Kor 15,23] -Kolosser Kol 58 4 15 19 Der sich in seinem Hause versammelnde Teil der Gemeinde. Vergl. [Röm 16,5]. +Kolosser Kol 59 4 15 19 Der sich in seinem Hause versammelnde Teil der Gemeinde. Vergl. [Röm 16,5]. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 15 26 Der Herr, der es verheißen, wird es auch ausführen. Vielleicht hatte der Herr ihm dies besonders offenbart. (Chrys., Theod.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 15 27 Wenn der Apostel hier sich und die Thessalonicher einschließt, so kann die Erwartung, die Ankunft des Herrn zu erleben, nur auf einem Wunsche und der aus diesem entspringenden Hoffnung beruhen, ohne dass Paulus eine Zeit angeben will, in der Christus glorreich erscheinen wird, wie [1Thess 5,1ff] und [2Thess 2,2ff] zeigen. Es lässt sich keine Stelle in allen Briefen aufweisen, aus der mit Bestimmtheit nachgewiesen werden könnte, Paulus habe sicher geglaubt, er werde die Ankunft des Herrn zum Gerichte noch erleben. Denn [1Kor 6,14] und [2Kor 4,14] sagt er, Gott werde uns auferwecken, [2Tim 4,6] die Zeit seiner Auflösung stehe bevor, [2Thess 2,2ff] der Tag der Ankunft des Herrn sei unbekannt. Worauf es ihm hier also ankommt, ist die Wahrheit, dass bei der Wiederkunft Christi die noch Lebenden nichts vor den Verstorbenen voraus haben werden, und dies allein verbürgt das Wort des Herrn. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 16 Quoniam ipse Dominus in jussu, et in voce Archangeli, et in tuba Dei descendet de clo: et mortui, qui in Christo sunt, resurgent primi. Denn²⁸ er, der Herr wird beim Aufrufe, bei der Stimme des Erzengels und bei der Posaune Gottes, vom Himmel herniedersteigen,²⁹ und die Toten, die in Christus sind,³⁰ werden zuerst auferstehen. -Kolosser Kol 58 4 16 Et cum lecta fuerit apud vos epistola hæc, facite ut et in Laodicensium ecclesia legatur: et eam, quæ Laodicensium est, vos legatis. Und wenn dieser Brief bei euch vorgelesen ist, so sorget, dass er auch in der Gemeinde von Laodicea vorgelesen werde; und dass ihr auch den von Laodicea leset.²⁰ -Kolosser Kol 58 4 16 20 Die Verhältnisse dieser Gemeinden mussten einander ähnlich sein. Der Brief an die Laodicener ist (ebenso wie ein Brief an die Korinther, vergl. [1Kor 5,9], und einer an die Philipper, vergl. [Phil 3,1]) verloren gegangen. +Kolosser Kol 59 4 16 Et cum lecta fuerit apud vos epistola hæc, facite ut et in Laodicensium ecclesia legatur: et eam, quæ Laodicensium est, vos legatis. Und wenn dieser Brief bei euch vorgelesen ist, so sorget, dass er auch in der Gemeinde von Laodicea vorgelesen werde; und dass ihr auch den von Laodicea leset.²⁰ +Kolosser Kol 59 4 16 20 Die Verhältnisse dieser Gemeinden mussten einander ähnlich sein. Der Brief an die Laodicener ist (ebenso wie ein Brief an die Korinther, vergl. [1Kor 5,9], und einer an die Philipper, vergl. [Phil 3,1]) verloren gegangen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 16 28 Die vom Apostel gewählten Züge zeigen teils die gemeinsame Vollendung der Lebenden und Verstorbenen, teils haben sie grundlegende Bedeutung für die Auferstehung der Entschlafenen, teils stellen sie den Heiland als den Bürgen und Mittelpunkt der Hoffnung hin. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 16 29 Die Schilderung erinnert an die Erscheinung Gottes auf dem Berge Sinai. [Ex 19] V. 11ff. Der Aufrufende ist wohl nicht Gott selbst, wenngleich dieser befiehlt, dass nun alles seine Vollendung habe. Über die Stimme des Erzengels siehe [Dan 12,1]. Nach dem heil. Thomas ist Michael, der Führer der guten Engel und der Schützer der Kirche A. und N. T., dieser Engel. Die Erscheinungen Gottes wurden schon im A. T. durch Posaunenstöße angekündigt und von solchen begleitet [Ex 19,13.16, Ps 47,6, Joel 2,1] u. a., wie auch die feierlichen, sichtbar durch Gottes Hand gewirkten Katastrophen [Offb 811] von Posaunenschall begleitet werden. Was nun freilich an dieser Stelle unter dieser himmlischen Posaune, vergl. [Mt 24,31, Offb 11,15-18], zu verstehen ist, ist nicht zu ermessen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 16 30 Die ihm eingegliedert sind, die Gerechten. -Kolosser Kol 58 4 17 Et dicite Archippo: Vide ministerium, quod accepisti in Domino, ut illud impleas. Und saget dem Archippus: Habe Acht auf das Amt, welches du empfangen hast im Herrn, dass du es vollkommen verwaltest.²¹ +Kolosser Kol 59 4 17 Et dicite Archippo: Vide ministerium, quod accepisti in Domino, ut illud impleas. Und saget dem Archippus: Habe Acht auf das Amt, welches du empfangen hast im Herrn, dass du es vollkommen verwaltest.²¹ 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 17 Deinde nos, qui vivimus, qui relinquimur, simul rapiemur cum illis in nubibus obviam Christo in ara, et sic semper cum Domino erimus. Alsdann³¹ werden wir, die wir noch leben, die wir übriggelassen sind, zugleich mit ihnen entrückt werden auf Wolken, Christus entgegen in die Luft,³² und so werden wir³³ immerdar bei dem Herrn sein.³⁴ -Kolosser Kol 58 4 17 21 Archippus war ein Verwandter des Philemon. Vergl. [Phlm 1,2]. Nach Hieronymus und Theodoret war er Bischof von Kolossä. Er soll aus der Zahl der 70 Jünger gewesen sein und bei Laodicea das Martyrium erlitten haben. +Kolosser Kol 59 4 17 21 Archippus war ein Verwandter des Philemon. Vergl. [Phlm 1,2]. Nach Hieronymus und Theodoret war er Bischof von Kolossä. Er soll aus der Zahl der 70 Jünger gewesen sein und bei Laodicea das Martyrium erlitten haben. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 17 31 In dramatischer Darstellung zerlegt der Apostel die Ereignisse gleichsam in verschiedene Akte. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 17 32 Werden die zur Zeit der Ankunft Christi noch Lebenden sterben, ehe ihre Umwandlung erfolgt? Aug., Thom. u. a. antworten hierauf mit Ja, die griech. Väter, sowie Tertull. und Hier. mit Nein. Der Strafe des Todes sind alle Menschen unterworfen [Röm 5,12], doch muss dieselbe nicht notwendig an allen vollstreckt werden. Die Frommen werden in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Während die Sünder auf der Erde das Urteil ihrer Verdammnis erwarten, werden die Gerechten auf Wolken gen Himmel geführt, wie Christus von einer solchen aufgenommen ward [Apg 1,9] und nach [Mt 24,30, Apg 1,11] auf einer Wolke wiederkehren wird. Der Ort der Begegnung der Gerechten mit dem Herrn ist also zwischen Himmel und Erde; nicht als ob wir dort bleiben werden, gehen wir doch dem kommenden, nicht dem bleibenden Christus entgegen. (Aug.) 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 17 33 Alle, Lebende und Heimgegangene. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 17 34 Die völlige Vereinigung mit Jesus ist für Paulus überall das, woran er zuerst denkt bei der Erwähnung der Seligkeit. -Kolosser Kol 58 4 18 Salutatio, mea manu Pauli. Memores estote vinculorum meorum. Gratia vobiscum. Amen. Gruß mit meiner, des Paulus, Hand.²² Seid eingedenk meiner Bande.²³ Die Gnade sei mit euch! Amen. +Kolosser Kol 59 4 18 Salutatio, mea manu Pauli. Memores estote vinculorum meorum. Gratia vobiscum. Amen. Gruß mit meiner, des Paulus, Hand.²² Seid eingedenk meiner Bande.²³ Die Gnade sei mit euch! Amen. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 18 Itaque consolamini invicem in verbis istis. So tröstet denn einander mit diesen Worten!³⁵ -Kolosser Kol 58 4 18 22 Nur den Schluss schreibt Paulus eigenhändig. -Kolosser Kol 58 4 18 23 Nicht allein, um für mich zu beten (V. 3), sondern auch, um im Glauben gestärkt zu werden, für den ihr mich solches leiden sehet. +Kolosser Kol 59 4 18 22 Nur den Schluss schreibt Paulus eigenhändig. +Kolosser Kol 59 4 18 23 Nicht allein, um für mich zu beten (V. 3), sondern auch, um im Glauben gestärkt zu werden, für den ihr mich solches leiden sehet. 1 Thessalonicher 1Thess 59 4 18 35 Den Trost, den ich hier schriftlich spende, führet euch oft gegenseitig zu Herzen. -1 Thessalonicher 1Thess 59 5 0 b. Jeder vorwitzigen Frage über die Wiederkunft des Herrn vorbeugend, erinnert Paulus an das, was er gelehrt, dass dieselbe plötzlich statthaben wird. (V. 3) c. So mögen den alle wachen und die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gleichsam als Waffen ergreifen. (V. 11) 3. Weitere Mahnungen (V. 12 22): a. Über die Pflichten der Untergebenen, dankbar, liebevoll, friedvoll zu sein (V. 13), über die Pflicht der Vorgesetzten, einem jeden nach seinem Bedürfnisse beizustehen. (V. 15) Mahnungen zu weisem Gebrauche der geistigen Gaben, zur Meidung aller Sünden. +1 Thessalonicher 1Thess 59 5 0 b. Jeder vorwitzigen Frage über die Wiederkunft des Herrn vorbeugend, erinnert Paulus an das, was er gelehrt, dass dieselbe plötzlich statthaben wird. (V. 3) c. So mögen den alle wachen und die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gleichsam als Waffen ergreifen. (V. 11) 3. Weitere Mahnungen (V. 12 22): a. Über die Pflichten der Untergebenen, dankbar, liebevoll, friedvoll zu sein (V. 13), über die Pflicht der Vorgesetzten, einem jeden nach seinem Bedürfnisse beizustehen. (V. 15) Mahnungen zu weisem Gebrauche der geistigen Gaben, zur Meidung aller Sünden. 1 Thessalonicher 1Thess 59 5 1 De temporibus autem, et momentis fratres non indigetis ut scribamus vobis. Über die Zeit und Stunde¹ aber, Brüder! habt ihr nicht nötig, dass wir euch schreiben; 1 Thessalonicher 1Thess 59 5 1 1 Zu welcher der Herr kommt, Gericht zu halten. 1 Thessalonicher 1Thess 59 5 2 Ipsi enim diligenter scitis quia dies Domini, sicut fur in nocte, ita veniet. denn ihr selbst wisset gar wohl, dass der Tag des Herrn so wie ein Dieb in der Nacht kommen wird.² @@ -65515,7 +65570,7 @@ Kolosser Kol 58 4 18 23 Nicht allein, um für mich zu beten (V. 3), sondern auc 1 Thessalonicher 1Thess 59 5 27 Adjuro vos per Dominum ut legatur epistola hæc omnibus sanctis fratribus. Ich beschwöre euch bei dem Herrn, diesen Brief allen heiligen Brüdern vorlesen zu lassen.⁴⁴ 1 Thessalonicher 1Thess 59 5 27 44 Der Brief ist wohl an die geistlichen Vorsteher gesendet, damit diese ihn vorlesen. Wie der ganze Brief, so zeigen die Schlussworte die Innigkeit der Liebe des Apostels zu allen Gliedern der Gemeinde von Thessalonich. 1 Thessalonicher 1Thess 59 5 28 Gratia Domini nostri Jesu Christi vobiscum. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch! Amen. -2 Thessalonicher 2Thess 60 1 0 I. Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 12): 1. Aufschrift. (V. 1 2) 2. Danksagung verbunden mit Mahnung und Tröstung (V. 3 12): a. Paulus sagt Gott Dank für den Fortschritt der Thessalonicher im Glauben, in der Bruderliebe und besonders in der geduldigen Ertragung der Widerwärtigkeiten (V. 5) b. Am Tage des Gerichtes wird Gott den Heimgesuchten Vergeltung gewähren, über die Verfolger aber schwere und ewige Strafe verhängen. (V. 10) c. Um sie noch mehr aufzumuntern und zu trösten, verspricht der Apostel den Thessalonichern, zu beten, dass Gott sie noch reichere Fortschritte in allen Tugenden machen lassen wolle. +2 Thessalonicher 2Thess 60 1 0 I. Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 12): 1. Aufschrift. (V. 1 2) 2. Danksagung verbunden mit Mahnung und Tröstung (V. 3 12): a. Paulus sagt Gott Dank für den Fortschritt der Thessalonicher im Glauben, in der Bruderliebe und besonders in der geduldigen Ertragung der Widerwärtigkeiten (V. 5) b. Am Tage des Gerichtes wird Gott den Heimgesuchten Vergeltung gewähren, über die Verfolger aber schwere und ewige Strafe verhängen. (V. 10) c. Um sie noch mehr aufzumuntern und zu trösten, verspricht der Apostel den Thessalonichern, zu beten, dass Gott sie noch reichere Fortschritte in allen Tugenden machen lassen wolle. 2 Thessalonicher 2Thess 60 1 1 PAULUS, et Silvanus, et Timotheus: Ecclesiæ Thessalonicensium in Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Paulus und Silvanus und Timotheus an die Gemeinde der Thessalonicher in Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. 2 Thessalonicher 2Thess 60 1 2 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade euch und Friede von Gott unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 2 Thessalonicher 2Thess 60 1 3 Gratias agere debemus semper Deo pro vobis, fratres, ita ut dignum est, quoniam supercrescit fides vestra, et abundat caritas uniuscujusque vestrum in invicem: Danksagen¹ müssen² wir Gott allezeit euretwegen, Brüder! wie es sich gebührt,³ weil euer Glaube über die Maßen zunimmt, und euer aller gegenseitige Liebe sich überaus mehrt;⁴ @@ -65550,7 +65605,7 @@ Kolosser Kol 58 4 18 23 Nicht allein, um für mich zu beten (V. 3), sondern auc 2 Thessalonicher 2Thess 60 1 11 21 Zu diesem Zwecke: Damit Christus einst in den Seinigen verherrlicht werde. Denn wie die Berufung zum Glauben, so ist auch die Gabe der Beharrlichkeit ein Ausfluss der besonderen Güte Gottes. (Trid. Konzil, Sitz 6, Kap. 13) 2 Thessalonicher 2Thess 60 1 12 Ut clarificetur nomen Domini nostri Jesu Christi in vobis, et vos in illo secundum gratiam Dei nostri, et Domini Jesu Christi. damit der Name unsers Herrn Jesus Christus verherrlicht werde in euch, und ihr in ihm, nach der Gnade unsers Gottes und des Herrn Jesus Christus.²² 2 Thessalonicher 2Thess 60 1 12 22 Was V. 10 als Ziel der ganzen Kirche, wird hier als Ziel der Thessalonicher und Gegenstand der Gebete des Apostels bezeichnet. Christus wird verherrlicht durch Standhaftigkeit im Glauben, durch Bekenntnis unter Leiden und Verfolgung, kurz, durch ein christliches Leben. Die Verherrlichung Christi in den Thessalonichern ist zugleich ihre Verherrlichung in Christus, da sie geistig immer inniger mit Christus vereinigt werden und am Tage der Auferstehung auch dem Leibe nach in seine Verklärung eingehen. Alles aber verdanken sie der Gnade, die uns Christus erworben. Der Name des Herrn Jesus Christus: Der Herr so weit er erkannt und bekannt ist. -2 Thessalonicher 2Thess 60 2 0 II. Dogmatischer Teil: Die Zeit der Wiederkunft Christi. (Kap. 2, V. 1 16): 1. Die Thessalonicher mögen niemand glauben, der auf eine angebliche Offenbarung gestützt, oder einen gefälschten Brief des Apostels weisend, sie überreden wollte, der Tag des Herrn sei nahe. (V. 1, 2) 2. Christus wird nicht so bald kommen (V. 11): a. Der Ankunft des Herrn muss ein allgemeiner Abfall vom Glauben und das Erscheinen des Antichristes vorhergehen. (V. 5) b. Die Zeichen des Erscheinens des Antichristes zeigen sich zwar schon, indes kann er nicht kommen, ehe das, was ihn hemmt, weggeräumt ist. Was ihn aber hemmt, wissen die Thessalonicher aus der mündlichen Belehrung des Apostels. (V. 7) c. Beschreibung des Auftretens des Antichristes und Erklärung, warum Gott dessen Bosheit zulässt. (V. 11) 3. Paulus beschließt diesen Abschnitt mit Dank gegen Gott, der die Thessalonicher, so vertraut er fest, vor der Betörung durch den Antichrist bewahren wird, hat er sie doch zum Heile erwählt und berufen. (V. 13) So mögen sie denn ihrerseits in dem Glauben beharren, den sie von ihm gelernt, und mit der Gnade mitwirken, welche der Apostel ihnen von Christus und dem Vater erfleht. +2 Thessalonicher 2Thess 60 2 0 II. Dogmatischer Teil: Die Zeit der Wiederkunft Christi. (Kap. 2, V. 1 16): 1. Die Thessalonicher mögen niemand glauben, der auf eine angebliche Offenbarung gestützt, oder einen gefälschten Brief des Apostels weisend, sie überreden wollte, der Tag des Herrn sei nahe. (V. 1, 2) 2. Christus wird nicht so bald kommen (V. 11): a. Der Ankunft des Herrn muss ein allgemeiner Abfall vom Glauben und das Erscheinen des Antichristes vorhergehen. (V. 5) b. Die Zeichen des Erscheinens des Antichristes zeigen sich zwar schon, indes kann er nicht kommen, ehe das, was ihn hemmt, weggeräumt ist. Was ihn aber hemmt, wissen die Thessalonicher aus der mündlichen Belehrung des Apostels. (V. 7) c. Beschreibung des Auftretens des Antichristes und Erklärung, warum Gott dessen Bosheit zulässt. (V. 11) 3. Paulus beschließt diesen Abschnitt mit Dank gegen Gott, der die Thessalonicher, so vertraut er fest, vor der Betörung durch den Antichrist bewahren wird, hat er sie doch zum Heile erwählt und berufen. (V. 13) So mögen sie denn ihrerseits in dem Glauben beharren, den sie von ihm gelernt, und mit der Gnade mitwirken, welche der Apostel ihnen von Christus und dem Vater erfleht. 2 Thessalonicher 2Thess 60 2 1 Rogamus autem vos fratres per adventum Domini nostri Jesu Christi, et nostræ congregationis in ipsum: Wir bitten euch aber, Brüder! bei der Ankunft¹ unsers Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, 2 Thessalonicher 2Thess 60 2 1 1 Griech.: hinsichtlich. Eine Sache, über die der Apostel erst eine Belehrung geben will, kann nicht zur Beschwörung dienen. 2 Thessalonicher 2Thess 60 2 2 Ut non cito moveamini a vestro sensu, neque terreamini, neque per spiritum, neque per sermonem, neque per epistolam tamquam per nos missam, quasi instet dies Domini. dass ihr nicht so schnell² wankelmütig werdet, noch euch erschrecken lasset, weder durch Geisteseingebung,³ noch durch einen Ausspruch,⁴ noch durch einen Brief, als kämen sie von uns, wie wenn der Tag des Herrn nahe bevorstehe. @@ -65593,7 +65648,7 @@ Kolosser Kol 58 4 18 23 Nicht allein, um für mich zu beten (V. 3), sondern auc 2 Thessalonicher 2Thess 60 2 16 24 Der Apostel steigt von seiner eigenen Wirksamkeit für das Evangelium empor, zuerst zu Christus, dem Vermittler aller Gnaden, dann zu Gott, der letzten Quelle alles Heiles. Christus und Gott verbindet er im Griech. durch einen Artikel, wie er auch die Prädikate im Singularis setzt, um ihre vollkommenste Einheit zu kennzeichnen. In Christus hat uns Gott alles gegeben, Trost in den Nöten der Gegenwart und Hoffnung für die Zukunft. Der Trost ist ein ewiger, d. i. unvergänglicher, da keine Macht der Erde ihn zu rauben vermag. 2 Thessalonicher 2Thess 60 2 17 Exhortetur corda vestra, et confirmet in omni opere, et sermone bono. ermuntere eure Herzen und stärke sie²⁵ in jeglichem guten Werke und Worte! 2 Thessalonicher 2Thess 60 2 17 25 Sie dem Bösen wie der Schwachheit entziehend. -2 Thessalonicher 2Thess 60 3 0 III. Ermahnender Teil (Kap. 3, V. 1 15): 1. Paulus bittet die Gläubigen, durch ihre Gebete den Fortschritt des Evangeliums und seine Befreiung von Gott zu erlangen. (V. 2) 2. In der Hoffnung, die Thessalonicher werden mit der Gnade Gottes in der Erfüllung der Vorschriften, die er ihnen gegeben, beharren (V. 5), a. mahnt der Apostel sie, sich von den Brüdern fernzuhalten, welche jene Vorschriften nicht beobachten (V. 6), b. und fordert die Unruhigen und Trägen auf, sich zu bessern, indem er ihnen sein Beispiel in's Gedächtnis zurückruft. (V. 12) c. Allen endlich wünscht er Fortschritte in der Tugend und schärft ihnen nochmals ein, sich von den Brüdern, welche auf seine Mahnungen nicht hören, fernzuhalten und sie zu strafen. (V. 15) Epilog (Kap. 3, V. 16 18): Apostolischer Segen und eigenhändiger Gruß. +2 Thessalonicher 2Thess 60 3 0 III. Ermahnender Teil (Kap. 3, V. 1 15): 1. Paulus bittet die Gläubigen, durch ihre Gebete den Fortschritt des Evangeliums und seine Befreiung von Gott zu erlangen. (V. 2) 2. In der Hoffnung, die Thessalonicher werden mit der Gnade Gottes in der Erfüllung der Vorschriften, die er ihnen gegeben, beharren (V. 5), a. mahnt der Apostel sie, sich von den Brüdern fernzuhalten, welche jene Vorschriften nicht beobachten (V. 6), b. und fordert die Unruhigen und Trägen auf, sich zu bessern, indem er ihnen sein Beispiel in's Gedächtnis zurückruft. (V. 12) c. Allen endlich wünscht er Fortschritte in der Tugend und schärft ihnen nochmals ein, sich von den Brüdern, welche auf seine Mahnungen nicht hören, fernzuhalten und sie zu strafen. (V. 15) Epilog (Kap. 3, V. 16 18): Apostolischer Segen und eigenhändiger Gruß. 2 Thessalonicher 2Thess 60 3 1 De cetero fratres orate pro nobis ut sermo Dei currat, et clarificetur, sicut et apud vos: Im übrigen, Brüder! betet für uns, damit das Wort des Herrn seinen Lauf habe¹ und verherrlicht werde,² so wie es bei euch geschehen,³ [Eph 6,19, Kol 4,3] 2 Thessalonicher 2Thess 60 3 1 1 Bild aus [Ps 145,15]. 2 Thessalonicher 2Thess 60 3 1 2 Damit beides geschehen könne, muss das Wort Gottes, und müssen seinen Verkünder von dem schlimmsten Widersacher befreit werden (Theod.). Es ist wohl besonders an die [Apg 18] erwähnten Schwierigkeiten zu denken. @@ -65635,825 +65690,825 @@ Kolosser Kol 58 4 18 23 Nicht allein, um für mich zu beten (V. 3), sondern auc 2 Thessalonicher 2Thess 60 3 17 Salutatio, mea manu Pauli: quod est signum in omni epistola: ita scribo. Hier mein, des Paulus eigenhändiger Gruß, das Zeichen in jedem Briefe; so schreibe ich.²³ 2 Thessalonicher 2Thess 60 3 17 23 Den vorigen Brief hatte er also nicht selbst unterschrieben. Die Worte des Apostels deuten an, dass ihm ein Brief unterschoben war. Vergl. [2Thess 2,2]. In jedem Briefe, den ich etwa noch an euch schreibe, sei meine Handschrift, wie ihr sie hier (V. 17) vor Augen habt, das Kennzeichen der Echtheit desselben. 2 Thessalonicher 2Thess 60 3 18 Gratia Domini nostri Jesu Christi cum omnibus vobis. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen. -1 Timotheus 1Tim 61 1 0 Nach kurzem Eingange (Kap. 1,1.2) folgen: I. Vorschriften über die rechte Weise, das Evangelium zu predigen (Kap. 1, V. 3 20): 1. Weder falsche noch unnütze Lehren sind zu überliefern. Das Ziel der Predigt sei die Liebe. (V. 5) 2. Von beiden Punkten sind einige abgeirrt, indem sie nicht einsehen, was zu lehren ist (V. 7) und von dem Gesetze, das in sich gut, aber der Ungerechten wegen gegeben ist, nicht recht reden. (V. 10) 3. Die rechte Predigt ist jene, mit welcher der Apostel betraut ist, der einst ein Verfolger, jetzt von Gott Barmherzigkeit erlangt hat, das Evangelium von dem durch Christus zu gewinnenden Heil verkündet in Wort und durch sein Beispiel. (V. 17) 4. Deshalb empfiehlt er dem Timotheus die gleiche Predigt; denn wer diese zurückweist, leidet am Glauben Schiffbruch, wie Hymenäus und Alexander, welche der Apostel selbst aus der Kirche entfernt hat. -1 Timotheus 1Tim 61 1 1 PAULUS Apostolus Jesu Christi secundum imperium Dei Salvatoris nostri, et Christi Jesu spei nostræ: Paulus, Apostel Jesu Christi¹ nach der Anordnung Gottes,² unsers Heilandes,³ und Christi Jesu, unserer Hoffnung,⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 1 1 1 Wie in anderen Briefen, stellt der heil. Paulus hier seine apostolische Autorität an die Spitze, um dem Schreiben besonderen Nachdruck zu geben, wohl nicht so wegen Timotheus, als wegen der Gläubigen und der Irrlehrer, denen jener nun die Autorität des Apostels entgegenstellen konnte. -1 Timotheus 1Tim 61 1 1 2 Der Wille Gottes begründet ebenso die Pflicht wie das Recht des heil. Paulus. -1 Timotheus 1Tim 61 1 1 3 Ausführlicher findet sich der hier in ein Wort zusammengefasste Gedanke [1Kor 1,21, Eph 2,8] -1 Timotheus 1Tim 61 1 1 4 Des Urhebers und Vermittlers unserer Hoffnung. -1 Timotheus 1Tim 61 1 2 Timotheo dilecto filio in fide. Gratia, misericordia, et pax a Deo Patre, et Christo Jesu Domino nostro. an Timotheus, den geliebten⁵ Sohn im Glauben. Gnade, Erbarmung und Friede⁶ von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserm Herrn. [Apg 16,1] -1 Timotheus 1Tim 61 1 2 5 Griech.: Dem echten. Das Kindesverhältnis des Timotheus zu Paulus hat einen tieferen Grund als das durch leibliche Erzeugung entstandene. -1 Timotheus 1Tim 61 1 2 6 Diese Erweiterung der üblichen Grußformel findet sich nur noch [2Tim 1,2] und [2Joh 1,3] und hat wohl in der großen Liebe des Apostels zu seinem Jünger (vergl. V. 5, 23) ihren Grund. -1 Timotheus 1Tim 61 1 3 Sicut rogavi te ut remaneres Ephesi cum irem in Macedoniam, ut denuntiares quibusdam ne aliter docerent, Wie ich dich gebeten habe, in Ephesus zu bleiben, als ich nach Macedonien ging, damit du gewissen Leuten⁷ einschärftest, nicht anders zu lehren, -1 Timotheus 1Tim 61 1 3 7 Die Timotheus kennt. Ähnlich [Gal 1,7, 1Kor 4,18, 2Kor 3,1]. -1 Timotheus 1Tim 61 1 4 Neque intenderent fabulis, et genealogiis interminatis: quæ quæstiones præstant magis quam ædificationem Dei, quæ est in fide. und sich nicht mit Fabeln⁸ und endlosen Geschlechtsregistern⁹ zu befassen, welche viel mehr Streitfragen¹⁰ herbeiführen, als den Gottesbau,¹¹ welcher auf dem Glauben beruht, fördern. -1 Timotheus 1Tim 61 1 4 8 Erdichteten Erzählungen. -1 Timotheus 1Tim 61 1 4 9 Es sind die alttestamentlichen Geschlechtsregister oder ihre traditionellen Fortbildungen gemeint, mit denen man nie zu Ende kommen kann. -1 Timotheus 1Tim 61 1 4 10 Streitfragen, Meinungsverschiedenheiten, die aus den Grübeleien hervorgehen. Den Gegensatz bilden die beiden letzten Worte des Verses. Die ersten Samenkörner des Gnostizismus finden sich hier bereits ausgestreut. -1 Timotheus 1Tim 61 1 4 11 Die von Gott gesetzte Heilsordnung. Das gleiche Bild [1Kor 3,9]. Der Grund ist Christus. Zu der Ausrichtung, Befestigung und Vollendung ist Gott durch seine Diener tätig [Eph 4,11ff, 2Kor 10,8] und die jedem Gläubigen verliehenen Gnaden und Kräfte fördern den Bau Gottes. [1Kor 14,3.5, Röm 14,19, Röm 15,2] -1 Timotheus 1Tim 61 1 5 Finis autem præcepti est caritas de corde puro, et conscientia bona, et fide non ficta. Der Endzweck des Gebotes¹² aber ist Liebe¹³ aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.¹⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 1 5 12 Des V. 3 erwähnten Gebotes. (Chrys., Theoph.) -1 Timotheus 1Tim 61 1 5 13 Die Quelle der rechten Liebe ist die göttliche Liebe. Das Herz ist gleichsam der Herd der Flamme, das Gewissen die Luft, in der sie brennt. -1 Timotheus 1Tim 61 1 5 14 Wer, nachdem Gott sich geoffenbart, noch die Wahrheit selbst suchen will oder von der offenbarten Wahrheit nur annimmt, was ihm gefällt, glaubt nicht Gott, sondern sich. Die Liebe kann nur aus aufrichtigem Glauben kommen. Oder kann der Gott lieben, der seine Offenbarung nicht annimmt? Kann der Liebe gegen die Menschen besitzen, dem es an Demut gebricht? -1 Timotheus 1Tim 61 1 6 A quibus quidam aberrantes, conversi sunt in vaniloquium, Davon¹⁵ sind einige abgeirrt, und sind auf eitles Gerede verfallen, -1 Timotheus 1Tim 61 1 6 15 Von der rechten Lehre. -1 Timotheus 1Tim 61 1 7 Volentes esse legis doctores, non intelligentes neque quæ loquuntur, neque de quibus affirmant. indem sie Gesetzeslehrer sein wollten, ohne zu verstehen, weder was sie reden, noch worüber sie Behauptungen aufstellen.¹⁶ -1 Timotheus 1Tim 61 1 7 16 So tiefsinnig ihre Reden auch klangen, verstanden sie dieselben weder selbst, noch auch andere, denen sie ihre vermeintliche Weisheit empfahlen. Ihre Zuversichtlichkeit steht im geradesten Gegensatze zu dem Verständnis. Die Quelle der Verirrung ist Mangel an Glauben und sittliche Verirrung. Im Epheserbriefe wird das Wesen des Irrtums noch unbestimmter bezeichnet, hier schon genauer, noch mehr im Titusbrief [Tit 1,15ff]. -1 Timotheus 1Tim 61 1 8 Scimus autem quia bona est lex, si quis ea legitime utatur: Wir wissen aber,¹⁷ dass das Gesetz gut ist,¹⁸ wenn jemand es gesetzmäßig¹⁹ gebraucht, [Röm 7,12] -1 Timotheus 1Tim 61 1 8 17 Paulus zeigt, dass er kein unbedingter Verächter des Gesetzes ist. Dass die Judenchristen ihre Ehrfurcht für das väterliche Gesetz nicht aufgaben, war berechtigt und dem Ursprunge desselben wie dem Ausspruche des Herrn, siehe [Mt 5,17-19], gemäß; auch die Apostel taten nichts anderes [Apg 3,1, Apg 18,18, Apg 21,20ff]. Jedoch, dass viele von den Judenchristen den mosaischen Bund als die höchste Offenbarung, die Satzungen des A. T. in ihrer ganzen Ausdehnung als unwandelbar ansahen, das Evangelium nur für eine Vervollkommnung des Judentums hielten, nicht aber als Ende desselben und als eine neue Heilsanstalt anerkannten, war eine mit dem Geiste des Christentums unvereinbare Anschauungsweise. [Apg 15] -1 Timotheus 1Tim 61 1 8 18 Sittlich wertvoll. Ähnlich [Röm 3,31] und [Röm 7,12ff]. -1 Timotheus 1Tim 61 1 8 19 Seinem wahren Sinne und seiner Bestimmung nach. Das Gesetz sollte ein Zuchtmeister auf Christus sein [Gal 3,24], deshalb hörte mit dem Erscheinen des Herrn seine vorbereitende Bedeutung auf. Der Schatten wich, als das Licht erschien, die Weckung des Schuldbewusstseins und der Erlösungsbedürftigkeit machte der Anwesenheit des Heiles Platz. Nachdem der Heil. Geist erschienen, war das Gesetz nicht mehr ein äußeres, sondern war ein inneres Gebot geworden, da die Liebe den Christen zu dessen Erfüllung anleitete und befähigte. Für den Liebenden gibt es kein hartes, von außen herantretendes: Du sollst. -1 Timotheus 1Tim 61 1 9 Sciens hoc quia lex justo non est posita, sed injustis, et non subditis, impiis, et peccatoribus, sceleratis, et contaminatis, parricidis, et matricidis, homicidis, sofern er weiß, dass das Gesetz nicht dem Gerechten²⁰ auferlegt ist,²¹ sondern den Ungerechten²² und Unbotmäßigen, Gottlosen und Sündern, Lasterhaften und Unreinen, Vatermördern und Muttermördern, Totschlägern,²³ -1 Timotheus 1Tim 61 1 9 20 Den durch Christus Gerechtfertigten. -1 Timotheus 1Tim 61 1 9 21 Wie eine Last, die er aus Furcht tragen muss. -1 Timotheus 1Tim 61 1 9 22 Dies ich an kein Gesetz binden, deren Wille von Gott abgewendet ist. -1 Timotheus 1Tim 61 1 9 23 Zuerst zählt der Apostel drei Paare allgemeiner Laster auf, die sich überhaupt um Gesetze nicht kümmern, dann folgen bestimmte einzelne Laster. Nicht nur für die Personen, welche in Sünden leben, sondern auch für alles Sündhafte, das anderen, die sonst gut leben, anhaftet, ist ein Gesetz vorhanden es zu rügen und zu strafen. -1 Timotheus 1Tim 61 1 10 Fornicariis, masculorum concubitoribus, plagiariis, mendacibus, et perjuris, et si quid aliud sanæ doctrinæ adversatur, Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern,²⁴ Lügnern, Meineidigen und was sonst noch der gesunden Lehre²⁵ widerstreitet, -1 Timotheus 1Tim 61 1 10 24 Hierauf stand im Alten Testamente die Todesstrafe. [Ex 21,16, Dtn 24,7] -1 Timotheus 1Tim 61 1 10 25 Sittenlehre -1 Timotheus 1Tim 61 1 11 Quæ est secundum Evangelium gloriæ beati Dei, quod creditum est mihi. welche dem herrlichen Evangelium des seligen Gottes gemäß ist,²⁶ das mir anvertraut ist. -1 Timotheus 1Tim 61 1 11 26 Seine Lehre von der Bedeutung des A. T. ist im Evangelium begründet und beruht nicht auf selbsteigener Willkür. In diesem Evangelium offenbart sich die Herrlichkeit des allseligen Gottes im Gegensatze zum Evangelium der Irrlehrer, der Erfindung von Menschen, die nicht beseligen kann. Gott ist in sich selig und will die Gläubigen selig machen. -1 Timotheus 1Tim 61 1 12 Gratias ago ei, qui me confortavit Christo Jesu Domino nostro, quia fidelem me existimavit, ponens in ministerio: Ich sage dem Dank,²⁷ der mir Kraft gegeben, Christus Jesus, unserm Herrn, dass er mich für treu erachtet hat, indem er mich in das Amt²⁸ einsetzte; -1 Timotheus 1Tim 61 1 12 27 Antwort auf einen stillschweigenden Einwurf gegen V. 11: Kann ein einstmaliger heftiger Verfolger des Evangeliums jetzt ein rechtmäßiger Apostel sein? -1 Timotheus 1Tim 61 1 12 28 [Apg 9,15]. Vergl. [Apg 22,15, Apg 26,16] und [Apg 13,2]. -1 Timotheus 1Tim 61 1 13 Qui prius blasphemus fui, et persecutor, et contumeliosus: sed misericordiam Dei consecutus sum, quia ignorans feci in incredulitate. der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Bedrücker war; aber ich habe Gottes Barmherzigkeit erlangt, weil ich unwissend²⁹ gehandelt hatte im Unglauben. -1 Timotheus 1Tim 61 1 13 29 Wie groß war Gottes Barmherzigkeit, die sich seiner erbarmte, da ihn die Unwissenheit in so tiefes Verderben stürzte! Doch was er zuvor getan, war keine Sünde wider den Heil. Geist [Mt 12,31], sondern sein Unglaube entsprang aus dem Mangel an Erkenntnis. Er erwartete einen anderen Messias als einen solchen, wie Jesus sich gezeigt, ein anderes Reich, als er von diesem gestiftet sah. -1 Timotheus 1Tim 61 1 14 Superabundavit autem gratia Domini nostri cum fide, et dilectione, quæ est in Christo Jesu. Überschwänglich aber erwies sich die Gnade unsers Herrn mit dem Glauben und der Liebe,³⁰ die in Christus Jesus sind. -1 Timotheus 1Tim 61 1 14 30 Zweiter Grund der Begnadigung und Grund der Berufung zum Apostelamt. Der Apostel ist sich bewusst, dass er Glauben und Liebe des wahren Christen in sich trägt, vergl. [Gal 2,16, 2Tim 1,12, Phil 1,21, Phil 2,1ff], ja er darf sich selbst das Zeugnis geben, dass er durch seinen Glauben und durch seine Liebe ein würdiger Apostel des Herrn ist. (V. 29) Aber dass er den Unglauben überwand und ein solches Maß des Glaubens und der Liebe erlangte, durch das er ein Vorbild der Gläubigen ward, ist Gnade Gottes. -1 Timotheus 1Tim 61 1 15 Fidelis sermo, et omni acceptione dignus: quod Christus Jesus venit in hunc mundum peccatores salvos facere, quorum primus ego sum: Zuverlässig³¹ ist das Wort³² und aller Annahme würdig, dass Christus Jesus in diese Welt gekommen ist,³³ die Sünder zu retten, unter denen ich der erste bin.³⁴ [Mk 2,17] -1 Timotheus 1Tim 61 1 15 31 Im Gegensatze zu den Spekulationen der Irrlehrer. -1 Timotheus 1Tim 61 1 15 32 Das Folgende. Solche Formel fügt Paulus öfter einem Ausspruche bei, um diesen als besonders wichtig hervorzuheben. -1 Timotheus 1Tim 61 1 15 33 Durch die Menschwerdung. -1 Timotheus 1Tim 61 1 15 34 Ob Christus auch ohne ein solches Ziel zu haben, Mensch geworden wäre? Wohl mag dies wahrscheinlich sein, doch lässt es sich aus dieser Stelle nicht nachweisen. -1 Timotheus 1Tim 61 1 16 Sed ideo misericordiam consecutus sum: ut in me primo ostenderet Christus Jesus omnem patientiam ad informationem eorum, qui credituri sunt illi, in vitam æternam. Aber darum habe ich Barmherzigkeit erlangt, damit an mir, als dem ersten,³⁵ Christus Jesus das ganze Maß seiner Langmut zeigte, zur Belehrung für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben.³⁶ -1 Timotheus 1Tim 61 1 16 35 Dem größten (Aug.). Ist Paulus wirklich ein Sünder, wenn er aus Unwissenheit handelte (V. 13), wenn er mit gutem Gewissen für Gott eiferte [Apg 22,3] mit gutem Gewissen Gott diente [Apg 23,1] und in der Gerechtigkeit nach dem Gesetze tadellos war? [Phil 8,3] Die Leidenschaft, die ihn an der Erkenntnis der Wahrheit hinderte, war Sünde, hatte sie ihn doch Gottes Mahnungen überhören lassen, wie z. B. dem Tode des heil. Stephanus. Warum aber nennt er sich den größten Sünder, wie [1Kor 15,9] den letzten der Apostel? Die Demut denkt von sich gering und beschäftigt sich nur mit der eigenen Fehlerhaftigkeit. -1 Timotheus 1Tim 61 1 16 36 Wie der Arzt einen zuvor schweren Kranken anderen vorstellt, um auch ihnen Hoffnung zu machen, so hat Christus mich, den Sündhaftesten, nicht nur geheilt, sondern auch mit Gnaden überhäuft, um allen Menschen seine unendliche Langmut zu zeigen, damit keiner, wenn er auf mich schaut, an seinem Heile verzweifle. -1 Timotheus 1Tim 61 1 17 Regi autem sæculorum immortali, invisibili, soli Deo honor, et gloria in sæcula sæculorum. Amen. Dem Könige der Ewigkeit aber, dem unsterblichen,³⁷ unsichtbaren,³⁸ alleinigen³⁹ Gott sei Ehre und Herrlichkeit⁴⁰ in alle Ewigkeit! Amen.⁴¹ -1 Timotheus 1Tim 61 1 17 37 Als unsterblich ist Gott über alle Zeitlichkeit erhaben und kann also ein Herrscher der Ewigkeit sein. -1 Timotheus 1Tim 61 1 17 38 Seine Herrschaft muss im Glauben erfasst werden. [Hebr 11,27] -1 Timotheus 1Tim 61 1 17 39 Seine Herrschaft ist unbeschränkt, mit niemand geteilt. -1 Timotheus 1Tim 61 1 17 40 Diese Verbindung kehrt nur [Offb 5,12] wieder. -1 Timotheus 1Tim 61 1 17 41 Es geschehe! Diese Schlussformel ging aus dem israelitischen in den christlichen Gebrauch über. -1 Timotheus 1Tim 61 1 18 Hoc præceptum commendo tibi fili Timothee, secundum præcedentes in te prophetias, ut milites in illis bonam militiam, Diese Mahnung⁴² lege ich dir an's Herz, mein Sohn Timotheus! gemäß den früheren über dich ergangenen Weissagungen,⁴³ dass du in Kraft derselben den guten Kampf kämpfest, -1 Timotheus 1Tim 61 1 18 42 Die V. 3 5 ausgesprochene. -1 Timotheus 1Tim 61 1 18 43 Aussprüche über seine Würdigkeit zum bischöflichen Amte bei seiner Auserwählung. -1 Timotheus 1Tim 61 1 19 Habens fidem, et bonam conscientiam, quam quidam repellentes, circa fidem naufragaverunt: indem du den Glauben⁴⁴ und ein gutes Gewissen⁴⁵ bewahrst, welches⁴⁶ einige⁴⁷ von sich gestoßen und so im Glauben Schiffbruch gelitten haben; -1 Timotheus 1Tim 61 1 19 44 Vergl. [Eph 6,16]. -1 Timotheus 1Tim 61 1 19 45 Verfehlungen sind Quelle und Grund von Irr- und Unglauben. Vergl. [Röm 1,21ff]. Die evangelische Wahrheit ist kein reines Gedächtnis- oder Verstandeswerk, sondern leben und Kraft. -1 Timotheus 1Tim 61 1 19 46 Welches, nämlich: gute Gewissen, das ein hohes Gut, nicht einzig ein lästiger Warner ist. Wer gefehlt, sucht sich aus Furcht vor der zukünftigen Strafe zu überreden, die Religion sei nur Trug. (Theoph.) Ist die Schädigung des Glaubens die Folge des Verlierens des guten Gewissens, so ist klar, dass das gute Gewissen der Grund, nicht die Folge des Glaubens ist. -1 Timotheus 1Tim 61 1 19 47 Einige von den V. 3 Genannten. -1 Timotheus 1Tim 61 1 20 Ex quibus est Hymenæus, et Alexander: quos tradidi Satanæ, ut discant non blasphemare. zu welchen Hymenäus⁴⁸ und Alexander⁴⁹ gehören, die ich dem Satan⁵⁰ übergeben habe,⁵¹ damit sie lernen, nicht zu lästern. -1 Timotheus 1Tim 61 1 20 48 Hymenäus wird [2Tim 2,17] wieder als Beispiel eines Irrlehrers angeführt. Er leugnete, wohl infolge unsittlichen Lebenswandels, die Auferstehung der Toten. -1 Timotheus 1Tim 61 1 20 49 Ob dies derselbe wie der [2Tim 4,14] erwähnte ist, steht nicht fest. -1 Timotheus 1Tim 61 1 20 50 Satan ist fortwährend zur Vermehrung des Bösen tätig, wie er der erste Urheber desselben war. -1 Timotheus 1Tim 61 1 20 51 Ähnlich [1Kor 5,5]. Die Exkommunikation ist an beiden Stellen mit einer ganz besonderen Strafe verbunden. Jedenfalls soll der böse Geist, wie dort ein leibliches Leiden, so hier eine schmerzliche Züchtigung herbeiführen. Im Griech. ist hinzugefügt: Damit sie gezüchtigt (und so verhindert) werden (ferner zu lästern). Wie paart sich aber die Liebe mit solcher Strenge? Paulus hasst die Sünde, diese soll verhütet werden, die Sünder aber umkehren. -1 Timotheus 1Tim 61 2 0 II. Vorschriften über das öffentliche Gebet (Kap. 2, V. 1 15): 1. Für wen ist zu beten? Für alle Menschen und Obrigkeiten (V. 2), so schreibt Gott vor, der alle Menschen selig machen will, wie er durch den Tod Christi für alle und durch die Sendung des Apostels an die Heiden gezeigt. (V. 7) 2. Wer soll beten und wie? Die Männer frei von Sünden (V. 8), die Frauen geschmückt mit Tugenden vielmehr als mit kostbaren Kleidern. (V. 10) 3. Die Frauen sollen in der christlichen Versammlung schweigen und lernen (V. 12), da die Frau, wie die Schöpfung und der Sündenfall zeigt, dem Manne unterworfen sein soll. (V. 14) Ihre Berufssphäre und der Weg zum Heil für sie. -1 Timotheus 1Tim 61 2 1 Obsecro igitur primum omnium fieri obsecrationes, orationes, postulationes, gratiarum actiones pro omnibus hominibus: Ich ermahne nun¹ vor allem,² Gebete, Bitten, Fürbitten, Danksagungen³ zu verrichten für alle Menschen,⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 2 1 1 Zurückbeziehung auf [1Tim 1,3]. Der eigentliche Gegenstand meines Schreibens ist dieser. -1 Timotheus 1Tim 61 2 1 2 Unter allem, was zum christlichen Leben notwendig ist, nimmt das Gebet die erste Stelle ein, ist es doch der beste Schild gegen die Versuchungen, das beste Mittel zum Fortschritt. (Thom.) -1 Timotheus 1Tim 61 2 1 3 Gebet im allgemeinen, Bittgebet, Fürbitte und Dankgebet. Der heil. Augustin bezieht diese Stelle auf die heilige Messe und deren Gebete. -1 Timotheus 1Tim 61 2 1 4 Keiner wird ausgenommen. Man vergleiche die Eingangsgebete in der Liturgie des heil. Chrysostomus und die in der lateinischen Kirche jetzt noch am Karfreitag üblichen Gebete. -1 Timotheus 1Tim 61 2 2 Pro regibus, et omnibus, qui in sublimitate sunt, ut quietam, et tranquillam vitam agamus in omni pietate, et castitate. für Könige und für alle, die in obrigkeitlichem Ansehen⁵ stehen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.⁶ -1 Timotheus 1Tim 61 2 2 5 Die Juden beteten nur in gewissen Umständen für die weltliche, nichtjüdische Gewalt [Bar 1,10, Jes 29,7, Esra 6,10] und nährten zur Zeit die Empörungssucht gegen heidnische Obrigkeiten. Dazu gingen die Verfolgungen von der Obrigkeit aus oder wurden von dieser geduldet, was nicht geeignet war, ihr die Liebe der Christen zu gewinnen. Kein besseres Mittel gab es nun, jeder feindseligen Gesinnung gegen dieselbe vorzubeugen, als indem der Apostel die Obrigkeit dem Gebete der Christen empfahl. Das Gebet für die Fürsten hängt nicht von dem Religionsbekenntnisse oder der Würdigkeit derselben ab, denn der Christ sieht in ihnen nicht die menschlichen Personen, sondern die Stellvertreter Gottes zur Handhabung des Rechtes. Vergl. [Tit 3,1]. Wie treu die Christen diese Mahnung des Apostels selbst heidnischen Verfolgern gegenüber beobachteten, bezeugen Justinus (Apol. 1) und Tertullian. (Apol. 30) -1 Timotheus 1Tim 61 2 2 6 Ziel und Frucht, nicht Gegenstand des Gebetes. -1 Timotheus 1Tim 61 2 3 Hoc enim bonum est, et acceptum coram Salvatore nostro Deo, Denn dies⁷ ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heilande,⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 2 3 7 Der subjektiven Absicht werden die verpflichtenden Gründe beigefügt: Das Gebet ist an sich gut, Gott wohlgefällig, und entspricht insbesondere dem göttlichen Heilswillen. -1 Timotheus 1Tim 61 2 3 8 Die heil. Dreifaltigkeit. Unser Gebet für die Ungläubigen soll sich also besonders auf ihre Bekehrung richten. -1 Timotheus 1Tim 61 2 4 Qui omnes homines vult salvos fieri, et ad agnitionem veritatis venire. der da will,⁹ dass alle¹⁰ Menschen das Heil erlangen¹¹ und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.¹² -1 Timotheus 1Tim 61 2 4 9 Soviel auf ihn ankommt. Deshalb bietet er auch die dazu nötigen Mittel, deren Erfolg durch den Mangel an gutem Willen seitens der Menschen freilich vielfach vereitelt wird. -1 Timotheus 1Tim 61 2 4 10 Vergl. [2Petr 3,9]. Nicht nur etwa die Gläubigen oder nur die Vorherbestimmten, sondern jeder einzelne Mensch. -1 Timotheus 1Tim 61 2 4 11 Wenn die Ungläubigen das natürlich Gute tun, das in ihren Kräften steht, so hilft Gott durch besonderen Beistand weiter zum Heile. Die Treue gegen seine Eingebungen und Anregungen wird Gott bewegen, die Gnade des Glaubens zu gewähren. Wenn der Arzt alle Kranken einlädt, seine Hilfe anzunehmen, ist es da seine Schuld, wenn einer derselben sie zurückweist und stirbt? (Ambrosiaster) -1 Timotheus 1Tim 61 2 4 12 Der Apostel setzt hier die Vorbedingung, den Weg zum Heile, an die zweite Stelle, das Ziel aber voran, da dies von Gott zuerst in's Auge gefasst wird. -1 Timotheus 1Tim 61 2 5 Unus enim Deus, unus et mediator Dei et hominum homo Christus Jesus: Denn¹³ einer ist Gott, einer auch ist Mittler zwischen Gott und den Menschen,¹⁴ der Mensch¹⁵ Christus Jesus, -1 Timotheus 1Tim 61 2 5 13 Dritter und vierter Grund. Da einer Gott ist, folgt, dass der Gnadenweg nur einer ist, und darum ohne die Erkenntnis der denselben kundmachenden Wahrheit niemand gerettet werden kann. Einer ist der Erlöser, also kann niemand gerettet werden als durch ihn. -1 Timotheus 1Tim 61 2 5 14 Wohl waren die Menschen als Geschöpfe an Gott als den Schöpfer, als Untertanen an den Herrn, Gesetzgeber und Richter gebunden, indes war die Verbindung für den Menschen teils eine tote [Eph 2,5], da er das Bewusstsein davon verloren, teils zum Tode. [Eph 2,3] Da erschien Jesus Christus als Mensch und zeigte in seiner Person Gottheit und Menschheit auf das innigste vereinigt. Er gab sich als Lösegeld hin für alle und hob so das Verhältnis der Menschen zu Gott auf, soweit es eine Verbindung zum Tode war, indem er Schuld und Strafe des ganzen Menschengeschlechtes auf sich nahm. Alsdann kehrte er mit seiner heiligsten Menschheit in den Himmel zurück, wo er fort und fort das Mittleramt übt, die Menschheit mit Gott verbindet. -1 Timotheus 1Tim 61 2 5 15 Seine Mittlerschaft reicht also so weit als es nur Menschen gibt. -1 Timotheus 1Tim 61 2 6 Qui dedit redemptionem semetipsum pro omnibus, testimonium temporibus suis: welcher sich selbst als Lösegeld hingegeben hat¹⁶ für alle,¹⁷ ein Zeugnis¹⁸ zu seiner Zeit,¹⁹ -1 Timotheus 1Tim 61 2 6 16 Der Mensch war durch seinen Abfall von Gott unter die Herrschaft der Sünde und damit in die Sklaverei Satans gekommen. Da er aus freiem Willen sich in diese Lage gebracht, geriet er Gott gegenüber in Schuld. Die Gefangenschaft musste gelöst, die Schuld bezahlt werden. Beides leistete Christus, der für die Menschen vollbrachte, was diese hätten tun müssen, und so zugleich die Kette der Sklaverei löste. -1 Timotheus 1Tim 61 2 6 17 Da Christus sich für alle hingegeben, ging auch Gottes Heilswille auf alle. -1 Timotheus 1Tim 61 2 6 18 Von der Heiligkeit, wie von der Liebe Gottes. Von jener, da auf den Heiland die Strafe der Sünden gelegt ward, von dieser, da seine Hingabe ein Beweis ist, dass sie von Gott geliebt und zum Heile berufen sind. Der Heilswille Gottes, alle Menschen, Juden wie Heiden, zum Heile zu führen, war im A. T. Geheimnis, das zu seiner Zeit offenbart werden sollte [Gal 4,4] und von dem Christus Zeugnis gegeben. -1 Timotheus 1Tim 61 2 6 19 In dieser Zeit. -1 Timotheus 1Tim 61 2 7 In quo positus sum ego prædicator, et Apostolus (veritatem dico, non mentior) doctor gentium in fide, et veritate. für welches ich bestimmt bin als Prediger und Apostel²⁰ (ich rede die Wahrheit, ich lüge nicht), als Lehrer der Heiden in Glauben und Wahrheit.²¹ -1 Timotheus 1Tim 61 2 7 20 Die Berufung auf sein Apostelamt für die Heiden wird wohl mit Rücksicht auf den allgemeinen Heilswillen Gottes (V. 4) beigefügt. Sein Amtscharakter als Apostel ist schon bezeichnet, es kommt also nur darauf an, zu betonen, dass er als solcher insbesondere die Heiden zu lehren hat, was er durch die Bekräftigung: ich rede die Wahrheit, einleitet. -1 Timotheus 1Tim 61 2 7 21 Sphäre, in der er sein Amt als Heidenapostel verwalten soll: In der Erweckung des Glaubens und der Erkenntnis der Wahrheit. -1 Timotheus 1Tim 61 2 8 Volo ergo viros orare in omni loco, levantes puras manus sine ira, et disceptatione. Ich will²² nun,²³ dass die Männer aller Orten²⁴ beten, indem sie reine²⁵ Hände erheben,²⁶ ohne Zorn und Streit. -1 Timotheus 1Tim 61 2 8 22 Ich verordne. -1 Timotheus 1Tim 61 2 8 23 Wiederaufnahme von V. 1, der bis V. 7 begründet ist. -1 Timotheus 1Tim 61 2 8 24 An allen für das öffentliche Gebet bestimmten Orten. -1 Timotheus 1Tim 61 2 8 25 Dem religiösen Akte gemäß. -1 Timotheus 1Tim 61 2 8 26 Das Aufheben der Hände beim Gebet wie beim Segnen [Lk 24,50] ist jüdische [Ex 17,11, Ps 28,2, Ps 62,5] u. a. und altchristliche Sitte. (Tertull., Clem. Alex.) -1 Timotheus 1Tim 61 2 9 Similiter et mulieres in habitu ornato, cum verecundia, et sobrietate ornantes se, et non in tortis crinibus, aut auro, aut margaritis, vel veste pretiosa: Gleicherweise²⁷ auch, dass die Frauen sich schmücken mit ehrbarer Tracht, in Schamhaftigkeit und Sittsamkeit, nicht mit Haargeflechten, oder Gold, oder Perlen, oder kostbarer Kleidung;²⁸ [1Petr 3,3] -1 Timotheus 1Tim 61 2 9 27 Die den Männern gegebenen Vorschriften gelten zwar den Frauen gleicherweise, indes empfiehlt der Apostel jedem Geschlechte diejenigen Eigenschaften insbesondere, welche demselben vorzüglich notwendig sind. -1 Timotheus 1Tim 61 2 9 28 Auch außerhalb der heiligen Versammlung gilt diese Vorschrift. Die Frauen haben die Neigung zu gefallen, diese Neigung ist nicht zu tadeln, wohl aber die Gefallsucht, welche sich offenbart, wenn die Frau ohne Schamhaftigkeit und Mäßigung, also in übertriebener Ziersucht sich schmückt. Vergl. auch [1Kor 11,12.16]. -1 Timotheus 1Tim 61 2 10 Sed quod decet mulieres, promittentes pietatem per opera bona. sondern, wie es sich ziemt²⁹ für Frauen, welche sich zur Frömmigkeit bekennen, durch gute Werke. -1 Timotheus 1Tim 61 2 10 29 Sich zu schmücken. -1 Timotheus 1Tim 61 2 11 Mulier in silentio discat cum omni subjectione. Die Frau³⁰ lerne in der Stille in aller Untertänigkeit. -1 Timotheus 1Tim 61 2 11 30 Von dem Verhalten der Frauen beim Gebet geht der Apostel auf den anderen Teil des Gottesdienstes, die Lehrvorträge, über. In der Stille lernen ist eine Art der Untertänigkeit. -1 Timotheus 1Tim 61 2 12 Docere autem mulieri non permitto, neque dominari in virum: sed esse in silentio. Zu lehren aber gestatte ich der Frau nicht,³¹ noch auch sich über den Mann zu erheben,³² sondern sie soll sich still verhalten. [1Kor 14,34] -1 Timotheus 1Tim 61 2 12 31 In der christlichen Versammlung, das Evangelium auslegend, in seiner Wahrheit und in seinen Vorschriften, mit dem Anspruche auf Glauben und Gehorsam der übrigen, kraft eines Lehramtes. Es ist den Frauen hingegen nicht verboten, das, was sie gelernt haben, da mitzuteilen, wo es zu ihrem besonderen Berufe gehört, z. B. bei den Kindern (V. 15) oder wo besondere Umstände dies erfordern. [Apg 18,26] Wohl kann es geschehen, dass Frauen ihre inneren Erfahrungen auch in größeren Kreisen aussprechen [Apg 2,17.18, Apg 21,9] Vergl. [1Kor 11,7ff], indes dürfen sie nie als Lehrerinnen der Gläubigen auftreten, namentlich in der Versammlung. [1Kor 14,34.35] -1 Timotheus 1Tim 61 2 12 32 Auch in häuslichen Verhältnissen. -1 Timotheus 1Tim 61 2 13 Adam enim primus formatus est: deinde Heva: Denn³³ Adam wurde zuerst gebildet, darnach Eva;³⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 2 13 33 Begründung zu V. 12 und damit auch zu V. 11. -1 Timotheus 1Tim 61 2 13 34 Da der Mann eine Zeit lang ohne das Weib war, ist er nicht auf deren Leitung angewiesen. Die Ergänzung, das Verhältnis des Weibes zum Manne, siehe [1Kor 11,7ff]. -1 Timotheus 1Tim 61 2 14 Et Adam non est seductus: mulier autem seducta in prævaricatione fuit. und Adam ward nicht verführt, das Weib aber ward verführt und beging so die Übertretung.³⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 2 14 35 Eva ward durch die Verheißungen der Schlange getäuscht, während Adam der Stimme Evas gehorchte. [Gen 3,12.17] So ist das leicht zu täuschende Weib nicht geeignet, eine Lehrerin der Wahrheit zu sein. -1 Timotheus 1Tim 61 2 15 Salvabitur autem per filiorum generationem, si permanserit in fide, et dilectione, et sanctificatione cum sobrietate. Sie³⁶ wird das Heil aber erlangen durch Kindergebären,³⁷ wenn sie im Glauben und in Liebe und Heiligung mit Eingezogenheit verharrt.³⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 2 15 36 Von der Vertreterin der Frauen geht der Apostel auf diese selbst über. Ist nach V. 11ff der Wirkungskreis der Frauen auch beschränkt, so hat sie doch auch einen solchen zur Erlangung des Heils. Der Apostel spricht hier von dem nach der natürlichen Gottesordnung besonderen Beruf der verheirateten Frau [Gen 3,16], während er [1Kor 7] die Frage erörtert, was für die Erfüllung der religiösen Aufgaben unter Umständen ratsamer ist. -1 Timotheus 1Tim 61 2 15 37 Das Kindergebären tritt an die Stelle des versagten Lehrberufes. War nun jener nicht als Mittel zur Seligkeit hier gedacht, so auch das Kindergebären nicht. Die Bedingungen der Seligkeit ferner, welche folgen, stehen in keiner Verbindung zum Kindergebären. Also muss die Präposition per (a) hier lokal genommen werden, ja, nach [2Kor 2,4] kann es selbst als begleitender Umstand gefasst werden. Um den Gedanken, dass die Frau durch Kindergebären das Heil wirkt, in dem vorliegenden Texte zu finden, dehnten einige das Kindergebären auf die Bedeutung der Erziehung und Erfüllung aller mütterlichen Pflichten aus (Chrys., Theoph.), während andere an die Schmerzen dachten, deren Ertragung eine gewisse Genugtuung leistet. -1 Timotheus 1Tim 61 2 15 38 Das Beharren im Glauben. Liebe und Heiligung soll noch besonders mit Mäßigung verbunden sein, weil die Frauen gern über die Schranken weiblichen Berufes hinaus eine Tätigkeit suchen. Griech. und in den letzten lat. Handschriften Plur.: Wenn sie (die Kinder) verharren (so weit die Mutter darauf einwirken kann). -1 Timotheus 1Tim 61 3 0 III. Eigenschaften der Diener der Kirche (Kap. 3, V. 1 13): 1. Die Bischofswürde darf begehrt werden (V. 1), doch muss jeder Bewerber sowohl im Privatleben (V. 3), wie im häuslichen (V. 5) und öffentlichen Leben seine Tugend bewährt haben. (V. 7) 2. Auch die Diakone müssen sich durch Tugenden in ihrem Privatleben auszeichnen und sind deshalb vor der Berufung zu prüfen (V. 10); sie müssen auch in ihrem Familienkreise bewährt sein, denn nur wer auf der niederen Stufe treu ist, verdient zu höherer Würde befördert zu werden. (V. 13) Diese Vorschriften sollen Timotheus als Richtschnur dienen. (V. 15) IV. Mahnungen betreffs der Irrlehrer (3,16 4,16): 1. Preis des Geheimnisses der Menschwerdung. -1 Timotheus 1Tim 61 3 1 Fidelis sermo: Si quis episcopatum desiderat, bonum opus desiderat. Gewiss ist das Wort:¹ wenn jemand das Bischofsamt² verlangt, so verlangt er ein vorzügliches Amt. -1 Timotheus 1Tim 61 3 1 1 Diese Einleitung weist, wie [1Tim 1,15] auf die Wichtigkeit des Folgenden hin. -1 Timotheus 1Tim 61 3 1 2 Nicht die Würde, sondern die Bürde, die Tätigkeit. Die rechte Ordnung fordert, dass man für eine Würde jemanden suche, nicht dass die Menschen sich um eine solche bemühen (Greg.). Dies gilt für die bischöfliche Würde umso mehr, als die mit derselben verbundene Verantwortlichkeit und Amtslast selbst für die Schulter der Engel erschreckend ist. (Trid. Kirchenr. Sitz 6, Von der Reform 1) -1 Timotheus 1Tim 61 3 2 Oportet ergo episcopum irreprehensibilem esse, unius uxoris virum, sobrium, prudentem, ornatum, pudicum, hospitalem, doctorem, Es muss also³ ein Bischof untadelhaft⁴ sein, nur eines Weibes Mann,⁵ nüchtern,⁶ klug, würdevoll,⁷ ehrbar, gastfrei,⁸ zum Lehren geschickt, [Tit 1,7] -1 Timotheus 1Tim 61 3 2 3 Folgerung aus dem Wesen des bischöflichen Amtes. -1 Timotheus 1Tim 61 3 2 4 Niemand eine gerechte Gelegenheit zum Tadel, zur Herabsetzung bietend. -1 Timotheus 1Tim 61 3 2 5 Eine solche Veranlassung zur Herabsetzung würde z.B. in der zweiten Ehe, dem Zeichen der Unenthaltsamkeit, liegen. Dass der Apostel nicht an gleichzeitige Bigamie denken kann, die ohnehin bei Juden und Heiden selten war, zeigt die entsprechende Redeweise [1Tim 5,9] (Theodor, Hier., Ök., Theoph.) Vielmehr ist von successiver Bigamie die Rede. (Tert., Orig. u. a.). Gewiss will Paulus auch nicht den Bischöfen gebieten, sich zu verheiraten, sondern nimmt den Stand der Ehe als das für die Männer damals gewöhnlich Zutreffende an. Soll dieser aber zur Zeit der Übernahme des Amtes als fortbestehend bezeichnet werden? In vielen Fällen traf dies wohl zu, mangels einer größeren Auswahl unter den Gläubigen, indes nehmen viele Ausleger an, und diese Meinung ist wohlbegründet, dass solche verheiratete Bischöfe vom Augenblick ihrer Erwählung an das Gesetz des Zölibates gebunden waren, vergl. [Tit 1,8], wie das 2. Konzil von Karthago i. J. 397 bezeugt: Was die Apostel gelehrt und das Altertum beobachtet, wollen auch wir bewahren. (Kan. 2) -1 Timotheus 1Tim 61 3 2 6 In geistigem Sinne: Durch keine Leidenschaft verblendet und mit richtigem Einblicke in die Verhältnisse des Lebens begabt. -1 Timotheus 1Tim 61 3 2 7 Im Griech. steht nur ein Wort für diese beiden Ausdrücke. -1 Timotheus 1Tim 61 3 2 8 Diese Tugend wird auch den einfachen Gläubigen empfohlen. [Röm 12,13] -1 Timotheus 1Tim 61 3 3 Non vinolentum, non percussorem, sed modestum: non litigiosum, non cupidum, sed nicht dem Trunke ergeben, kein Schläger,⁹ sondern eingezogen,¹⁰ nicht zänkisch, nicht habsüchtig, sondern -1 Timotheus 1Tim 61 3 3 9 Kein Polterer, Lärmer, ohne Selbstbeherrschung. -1 Timotheus 1Tim 61 3 3 10 Griech.: Milde, nachgiebig. -1 Timotheus 1Tim 61 3 4 Suæ domui bene præpositum: filios habentem subditos cum omni castitate. seinem eigenen Hause wohl vorstehend, und die Kinder in Untertänigkeit haltend¹¹ mit aller Ehrbarkeit. -1 Timotheus 1Tim 61 3 4 11 Wie soll der Fremde in Unterwürfigkeit halten, der seine eigenen Kinder nicht in Gehorsam zu halten vermag? Oder wer soll andere Keuschheit lehren, der seine eigenen Kinder nicht zur Sittsamkeit anzuleiten vermag? -1 Timotheus 1Tim 61 3 5 Si quis autem domui suæ præesse nescit, quomodo Ecclesiæ Dei diligentiam habebit? Wenn aber jemand seinem eigenen Hause nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Kirche Gottes¹² Sorge tragen? -1 Timotheus 1Tim 61 3 5 12 Die von Gott zu Heiligen Angenommenen, soweit diese unter ihrem Erlöser und dessen Aposteln eine Gemeinschaft bilden durch Einheit des Glaubens und Lebens [Apg 2,47] und durch Vereinigung zu Übungen des Glaubens und christlichen Lebens [1Kor 11,18]. Diese Gemeinde ist über die ganze Welt verbreitet [Eph 1,22], aber stellt sich auch in bestimmten kleineren Umgrenzungen, Provinzen, Städten dar [Gal 1,2, Apg 8,9, 1Kor 1,2, Kol 4,16, Röm 16,4]. -1 Timotheus 1Tim 61 3 6 Non neophytum: ne in superbiam elatus, in judicium incidat diaboli. Nicht ein Neubekehrter,¹³ damit er nicht, von Dünkel aufgeblasen,¹⁴ dem Gerichte des Teufels anheimfalle.¹⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 3 6 13 Griech.: Neugepflanzte. Christus ist der Ölbaum, dem die Christen durch die Taufe eingepfropft werden. -1 Timotheus 1Tim 61 3 6 14 Wenn er ein Lehrer wird, bevor er noch recht Schüler geworden, und unter die Fürsten erhoben wird, ehe er gehorchen gelernt (Chrys.). -1 Timotheus 1Tim 61 3 6 15 In die Verdammnis, welche den Teufel getroffen. (Hier., Chrys., Aug.) Doch kann das Wort auch allgemeiner gefasst werden: Der Verleumders, dass er nicht durch Anstoß, den er gibt, Verleumder (vergl, V. 7 die draußen sind) zum Urteil über ihn veranlasse. Der Heiland will, dass niemand sich so Lehrer nennen lasse, dass der Erlöser selbst nicht mehr Lehrer bliebe, sondern indem jemand ohne Anschluss an ihn seine eigene Meinung verficht, und dass keiner sich Herr nennen lasse, so dass er nicht mehr Herr bliebe. Dies geschähe, wenn jemand nach seiner Willkür belohnte, strafte usw. [Mt 23,7-12, Mt 20,25-27]. Es gehört aber viel Weisheit und Selbstverleugnung dazu, ein rechter Verwalter zu sein, Eigenschaften, welche ein Neubekehrter kaum besitzt oder wenigstens noch nicht bewiesen hat. -1 Timotheus 1Tim 61 3 7 Oportet autem illum et testimonium habere bonum ab iis, qui foris sunt, ut non in opprobrium incidat, et in laqueum diaboli. Er muss aber auch ein gutes Zeugnis¹⁶ haben von denen, die draußen sind,¹⁷ damit er nicht in Schmach und in die Fallstricke des Teufels falle.¹⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 3 7 16 Diese Vorschrift besteht fort und fort. (Kirchenr. v. Trient, Sitz 25, Von der Reform, Kap. 5) -1 Timotheus 1Tim 61 3 7 17 Von den Ungläubigen. -1 Timotheus 1Tim 61 3 7 18 Der ihn, wenn er selbst bei den Nichtchristen verrufen ist, wieder zu den Ungläubigen herüberzuziehen suchen wird. (Thom.) -1 Timotheus 1Tim 61 3 8 Diaconos similiter pudicos, non bilingues, non multo vino deditos, non turpe lucrum sectantes: Die Diakone¹⁹ seien desgleichen ehrbar, nicht doppelzüngig, nicht vielem Trinken ergeben, nicht nach schnödem Gewinne trachtend,²⁰ -1 Timotheus 1Tim 61 3 8 19 Ob solche schon [Apg 5,6.9.10] unter den Jünglingen zu verstehen sind? Der Name Diakon kommt jedenfalls erst bei der [Apg 6,1ff] erwähnten Gelegenheit vor, doch wird ihr Dienst bereits vorausgesetzt. Es gab also bereits im Beginne der christlichen Kirche solche, welche mit untergeordneten Dienstleistungen im Heiligtume beauftragt waren. [Apg 6,3-6, Apg 5,12] Diakone werden auch [Phil 1,1] erwähnt. Die Wichtigkeit ihres Amtes, wie ihr unmittelbarer Einfluss auf die Gemeindeglieder, machte die größte Behutsamkeit bei ihrer Auswahl zur Pflicht. -1 Timotheus 1Tim 61 3 8 20 Sie haben die Güter der Kirche zu verwalten und den Armen Unterstützungen auszuteilen. -1 Timotheus 1Tim 61 3 9 Habentes mysterium fidei in conscientia pura. das Geheimnis des Glaubens²¹ in einem reinen Gewissen²² bewahrend. -1 Timotheus 1Tim 61 3 9 21 Die gesamte Glaubenslehre. (Vergl. V. 16) -1 Timotheus 1Tim 61 3 9 22 In tadellosem Lebenswandel. Christlicher Glaube und christliches Leben entsprechen einander. Wer den Glauben im Leben praktisch verleugnet, wird ihn bald auch theoretisch verleugnen. -1 Timotheus 1Tim 61 3 10 Et hi autem probentur primum: et sic ministrent, nullum crimen habentes. Und zwar sollen diese zuerst geprüft werden; dann erst, wenn sie untadelig sind, mögen sie das Amt ausüben.²³ -1 Timotheus 1Tim 61 3 10 23 Bei den Priestern und Bischöfen hat Paulus die Notwendigkeit der Prüfung nicht so hervorgehoben, doch ist sie auch dort genügend angedeutet. -1 Timotheus 1Tim 61 3 11 Mulieres similiter pudicas, non detrahentes, sobrias, fideles in omnibus. Die Frauen²⁴ sollen gleicherweise ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern,²⁵ treu in allem. -1 Timotheus 1Tim 61 3 11 24 Das Wort scheint auf eine besondere Stellung der hier gemeinten Frauen in der Kirche hinzuweisen. Es sind wohl also die Diakonissen (Chrys., Theoph., Ökum.) -1 Timotheus 1Tim 61 3 11 25 Voll Selbstbeherrschung. -1 Timotheus 1Tim 61 3 12 Diaconi sint unius uxoris viri: qui filiis suis bene præsint, et suis domibus. Die Diakone seien Männer einer Frau, ihren Kindern und dem eigenen Hause wohl vorstehend; -1 Timotheus 1Tim 61 3 13 Qui enim bene ministraverint, gradum bonum sibi acquirent, et multam fiduciam in fide, quæ est in Christo Jesu. denn diejenigen, welche ihr Amt gut verwalten, werden sich eine wertvolle Ehrenstufe²⁶ erwerben und große Zuversicht²⁷ im Glauben, der in Christus Jesus ist.²⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 3 13 26 So Ambr., Theophyl., Thomas. der Apostel zeigt den Weg zu dem V. 1 erwähnten Amte. Das Amt heißt hier eigentlich gut mit Beziehung auf V. 1. -1 Timotheus 1Tim 61 3 13 27 Jene Stärke des christlichen Willens, vermöge der in seine Warnungen, Wünsche, Hoffnungen ohne Scheu ausspricht. -1 Timotheus 1Tim 61 3 13 28 Der in Christus seinen Grund hat. -1 Timotheus 1Tim 61 3 14 Hæc tibi scribo, sperans me ad te venire cito. Dies²⁹ schreibe ich dir, obgleich ich hoffe, bald zu dir zu kommen; -1 Timotheus 1Tim 61 3 14 29 Das von [1Tim 2,1] an Gesagte. -1 Timotheus 1Tim 61 3 15 Si autem tardavero, ut scias quomodo oporteat te in domo Dei conversari, quæ est Ecclesia Dei vivi, columna et firmamentum veritatis. wenn ich aber säume, damit du wissest, wie du im Hause Gottes wandeln sollst, das ja ist die Kirche des lebendigen Gottes,³⁰ eine Säule und Grundfeste der Wahrheit.³¹ -1 Timotheus 1Tim 61 3 15 30 Die Gemeinde der Christen heißt eine Herde Gottes, weil Gott sie weidet [1Thess 2,12, Eph 4,4], sie zusammenhält [Joh 19,28.29], sie leitet und vollendet. [Joh 17,11, Joh 17,24] Sie heißt Haus Gottes, weil sie auf Gott gegründet ist [1Kor 3,9, 1Petr 5,10, 2Tim 2,19], von ihm eingerichtet [Hebr 3,4], von ihm, dem in seinem Worte und seiner Kraft stets in der Gegenwärtigen, bewohnt wird [Eph 2,22], und ihm geweiht ist [Eph 3,21, Eph 5,26.27], damit er darin fort und fort verehrt werde. Sie ist auch Gottes Haus, weil eine Familie Gottes [Eph 2,19], denn die Glieder sind Kinder Gottes, er ihr Vater [Röm 8,15ff], und die Christen untereinander darum Brüder. [Apg 6,3, 1Kor 5,11, Phil 1,14, 1Petr 2,17] An dieser Stelle weist der Apostel besonders darauf hin, dass Gott durch sein Wort in der Kirche gegenwärtig ist, das er in ihr niedergelegt hat [Joh 17,6, Joh 8,11] und das in ihr verkündet wird. -1 Timotheus 1Tim 61 3 15 31 Soll die Wahrheit in dieser Welt eine Stätte finden, so bedarf sie einer Säule oder Unterlage. Die Säule bietet eine Stütze, so sichert also die vom Geiste Christi geleitete Kirche die durch den Herrn kundgewordene Wahrheit. In der Tat, blickt der Apostel auf die, welche der Kirche nicht angehören, sie sind Unwissende und Irrende [Eph 2,7-19], blickt er auf die von der Wahrheit Erleuchteten, diese sind Glieder der Kirche. [Apg 3,22-41] Schaut er aber einen Christen, der die Kirche verlässt oder von ihr ausgestoßen wird, so ist es ein dem Irrtum Verfallener. [1Tim 1,19.20] Nirgends also erblickt er die Wahrheit als in der Kirche. Die Kirche ist eine Grundfeste der Wahrheit, d. i. zwischen der Wahrheit und der Kirche ist eine notwendige Beziehung: Jene ist an diese gebunden, durch diese gesichert. Ist nun die Kirche Säule und Grundfeste der Wahrheit, so kann sie von der Wahrheit nicht verlassen werden. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 Et manifeste magnum est pietatis sacramentum, quod manifestatum est in carne, justificatum est in spiritu, apparuit angelis, prædicatum est gentibus, creditum est in mundo, assumptum est in gloria. Ja, anerkannt groß³² ist das Geheimnis der Frömmigkeit³³ von dem³⁴ der offenbar ward³⁵ im Fleische, gerechtfertigt³⁶ im Geiste,³⁷ von den Engeln geschaut,³⁸ verkündet unter den Heiden,³⁹ geglaubt in der Welt, erhoben in Herrlichkeit.⁴⁰ -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 32 Die Wahrheit, deren Träger die Kirche ist, ist nach dem Urteil aller etwas Hochwichtiges. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 33 Diese Bezeichnung weist auf die hohe Bedeutung der Wahrheit hin: ein durch keine Menschenweisheit erforschbares Geheimnis, für das nur lautere Frömmigkeit empfänglich macht. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 34 Grammatisch geht dies auf Geheimnis, logisch auf Christus, weshalb griech. auch steht: Welcher. Das Subjekt war den Christen wohl aus einem altchristlichen Gesange bekannt, aus dem der Apostel hier einen Teil anführt. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 35 Offenbart wird, was vorher, wenn auch verborgen, doch schon da war. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 36 Gerecht erwiesen. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 37 Gegensatz: Im Fleische. Durch seine Auferstehung und die Ausgießung des Heil. Geistes erwies er sich als wahrer Erlöser. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 38 Er erschien den Engeln als der erhöhte. Die Engel schauten zwar in Gott auch den Ratschluss, die Menschheit zu erlösen, doch die Weise der Erlösung lernten sie in ihren Einzelheiten erst aus der Ausführung desselben kennen. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 39 Die höchsten (Engel) wie die niedrigsten vernünftigen Geschöpfe (die Heiden) erkannten ihn. -1 Timotheus 1Tim 61 3 16 40 Die Welt nahm ihn im Glauben auf, der Himmel in der göttlichen Herrlichkeit. Mit der Himmelfahrt endete das irdische Leben Christi und der Herr nahm auch als Mensch fortan Teil an der Herrlichkeit, welche er beim Vater vor Anbeginn der Welt hatte. -1 Timotheus 1Tim 61 4 0 Häretiker sind die, welche falsche Glaubenssätze und besonders eine falsche Askese lehren. (V. 3) Gründe, weshalb diese Askese eine falsche ist. (V. 5) 2. Nicht allein soll Timotheus dies den Gläubigen vorlegen, sondern auch selbst, trotz seines noch nicht vorgerückten Alters, allen in Wort und Tat als Vorbild der Tugend voranleuchten. (V. 12) 3. Deshalb soll er Lesung und Lehre seine Zeit widmen, jener Gnade eingedenk, welche er bei seiner Weihe empfangen, damit er seiner Herde das Heil verschaffen könne. -1 Timotheus 1Tim 61 4 1 Spiritus autem manifeste dicit, quia in novissimis temporibus discedent quidam a fide, attendentes spiritibus erroris, et doctrinis dæmoniorum, Der Geist¹ aber² sagt ausdrücklich,³ dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden,⁴ indem sie irreführenden Geistern⁵ und Lehren der bösen Geister⁶ Gehör geben; [2Tim 3,1, 2Petr 3,3, Jud 1,18] -1 Timotheus 1Tim 61 4 1 1 Der Heil. Geist der Prophezeiung. Die Weise, wie der Heil. Geist prophetisch wirkte, war verschieden. Bald verlieh er jemand selbst die Kenntnis der Dinge, welche er ihm zu erkennen geben wollte, wie [1Kor 12,10], bald vermittelte er dieselbe durch dritte Personen [Apg 21,11], bald gab er nur eine Ahnung des Bevorstehenden [Apg 20,22], bald war eine Prophezeiung in klaren und bestimmten Anschauungen und Worten vermittelt. [Apg 21,22] An dieser Stelle ist dem Apostel durch Dritte die Kunde in bestimmter und klarer Rede gegeben. -1 Timotheus 1Tim 61 4 1 2 Gegensatz zu [1Tim 3,15]. -1 Timotheus 1Tim 61 4 1 3 Unzweideutig. -1 Timotheus 1Tim 61 4 1 4 [1Tim 1,6ff] spricht er von der Gefahr, hier von der Tatsache des Abfalls. -1 Timotheus 1Tim 61 4 1 5 Lehrern, welchen selbst irrend auch andere in ihre Irrtümer zu verwickeln suchen [Mt 27,63, 2Kor 6,8, 2Joh 1,7], unter dem Vorwande höherer Eingebungen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 1 6 Gegensatz zum Heil. Geiste der Wahrheit und Frömmigkeit. -1 Timotheus 1Tim 61 4 2 In hypocrisi loquentium mendacium, et cauteriatam habentium suam conscientiam, solche, die mit Heuchelei Lügen reden⁷ und ein Brandmal in ihrem eigenen Gewissen tragen,⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 4 2 7 Nach außen geben sie sich den Anschein frommer Menschen durch Enthaltsamkeit, innerlich aber sind sie entweiht. Ihr Gewissen trägt das unauslöschliche Brandmal ihres bösen Lebens. (Theoph.) -1 Timotheus 1Tim 61 4 2 8 Die Missetäter wurden mit einem glühenden Eisen gezeichnet, ein ähnlich unauslöschliches Zeichen ist jenen in das Gewissen eingebrannt. -1 Timotheus 1Tim 61 4 3 Prohibentium nubere, abstinere a cibis, quos Deus creavit ad percipiendum cum gratiarum actione fidelibus, et iis, qui cognoverunt veritatem. die da verbieten zu heiraten⁹ und Speisen zu genießen,¹⁰ welche doch Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung genossen werden¹¹ von den Gläubigen und¹² von denen, welche die Wahrheit erkannt haben. -1 Timotheus 1Tim 61 4 3 9 Sie verbieten die Gemeinschaft zur Erzeugung von Kindern. Hatten jene im Gewissen Gebrandmarkten, wie zu vermuten, vergl. [Tit 1,15ff], sich durch Unzucht entwürdigt, so war, wie es bei allen Dingen zu geschehen pflegt, die man missbraucht und durch deren sündhaften Genuss man sich herabwürdigt, jetzt in ihnen ein Überdruss an dem entstanden, was sie zuvor geliebt, und Vorwürfe des Gewissens erhoben sich. Beide führten sie dahin, nicht den Missbrauch zu bereuen und zu untersagen, sondern die Ehe selbst zu verbieten. Dabei gaben sie sich den falschen Schein von Frömmigkeit. Der Herr selbst war in der Ehelosigkeit vorangegangen, er hatte den Ehestand in seiner ganzen ernsten Bedeutung gezeigt [Mt 10,10], hatte gelehrt, dass die Zwecke des Himmels manchen gänzliche Enthaltung zur Pflicht machen. [Mt 19,12] Von seinen Aposteln waren die meisten ehelos, wer es aber nicht gewesen, hatte dem ehelichen Zusammenleben entsagt. Paulus selbst stelle den jungfräulichen Stand als Bedingung hin, Gott in vorzüglichster Weise zu dienen. [1Kor 7] So konnten jene sich das Ansehen geben, als prägten sie das Vorbild und die Lehre des Herrn am reinsten und vollkommensten aus. Und dennoch waren sie Heuchler, denn die Lehre des Herrn und seiner Apostel enthält keine Spur von Missbilligung der ehelichen Gemeinschaft und bezeichnet in keiner Weise die Enthaltung von der Ehe als etwas an sich Verdienstliches oder gar Gebotenes. Vielmehr gehört die Ehe in die ganze Heilsordnung des Evangeliums und ist also von dieser allen jenen geboten, welche nicht in der Beschaffenheit des Herzens oder in äußeren Verhältnissen entscheidenden Beruf zur Jungfräulichkeit haben. [1Kor 7] -1 Timotheus 1Tim 61 4 3 10 Haftete auch nach dem Sündenfalle der natürlichen Geschlechtsverbindung ein Makel an und lastete seitdem auch auf der ganzen Natur ein Fluch, so wird der erstere doch durch die sakramentalen Gnaden der Ehe weggenommen und der letztere durch Segnungen und Gebete aufgehoben. Auch hier war wohl Schwelgerei eine der tatsächlichen Ursachen des Irrtums. Zudem konnte das A. T. diesem einen gewissen Anhalt bieten, das Fasten des Herrn und die Empfehlung des Fastens, sowie die Übung desselben seitens der jünger zu höheren Zwecken [Apg 13,3] konnten ihnen einen Vorwand gewähren. Doch was die Irrlehrer veranlasste, gewisse Speisen zu meiden, war ihr irrendes Gewissen, während Christus kraft seiner Versenkung in Gott fastete. Die Verführer aßen nicht, weil sie gewisse Speisen für in sich böse hielten, die Apostel fasteten, weil sie sich scheuten, die gute Gabe zur Unzeit oder zum sittlichen Nachteil zu gebrauchen. Es ist ein Unterschied, sagt der heil. Augustin, ob man aus abergläubischer Ursache eine Speise nicht genießt, oder deshalb, weil man sich abtöten will. Diese Lehre stammt von den Propheten und Aposteln, jene ist eine Lüge der bösen Geister. Seine letzten Wurzeln hat dieser Irrtum in der Annahme, dass die Materie von Ewigkeit neben Gott als böses Prinzip bestand. Der Apostel widerlegt hier nur den auf die Enthaltung von Speisen bezüglichen Irrtum, da er die christliche Vorstellung von der Ehe bereits [1Tim 2,15] angedeutet hat. -1 Timotheus 1Tim 61 4 3 11 Die Irrlehre verleugnet Gottes Werk und arbeitet seiner Absicht entgegen, den Genuss der Speise durch dankbare Gesinnung und derselben angemessene Werke zu einem Preise Gottes zu machen. Gott hätte den Menschen nicht in eine die Speise darbietende Welt hineingesetzt, wenn er nicht in der angegebenen Weise daran Anteil haben sollte. -1 Timotheus 1Tim 61 4 3 12 Das ist. -1 Timotheus 1Tim 61 4 4 Quia omnis creatura Dei bona est, et nihil rejiciendum quod cum gratiarum actione percipitur: Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung genossen wird;¹³ -1 Timotheus 1Tim 61 4 4 13 Nach [Gen 1,31]. Das Verbot gewisser Speisen im A. T. hatte teils diätetische Gründe. Vor solchen Speisen braucht der Apostel nicht zu warnen, da diese sich von selbst verbieten. Teils hatte das Verbot politisch-religiöse Ursache, insofern es die Gelegenheit zur Vermischung mit den Heiden und zur Annahme ihrer Laster abschneiden sollte. Diese Rücksicht hält der Apostel aufrecht. [1Kor 8,9.10] Soweit der Zweck eine humane Absicht war (die Weckung und Bewahrung der Zartheit der Gesinnung), fiel er im N. T. fort, da dieses Ziel nur für den roheren Zustand des israelitischen Volkes gelten konnte. Die symbolische, typische Bedeutung der Enthaltsamkeit, die Erweckung des Bewusstseins der Notwendigkeit einer Befreiung von aller Unreinigkeit, hatte mit dem Erscheinen Christi und der Stiftung seiner Kirche ihre Bestimmung erfüllt. An sich aber hatte auch Moses keine Speise für unrein erklärt. Die Kirche untersagt an manchen Buß- und Trauertagen gewisse Speisen, weil es zum Heile unserer Seele zuträglich ist, wenn wir uns manchmal etwas Angenehmes versagen, die sinnliche Begierde zähmen und unsern Eigenwillen zum Opfer bringen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 5 Sanctificatur enim per verbum Dei, et orationem. denn es wird geheiligt¹⁴ durch das Wort Gottes und das Gebet.¹⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 4 5 14 Der Christ ist heilig und zur Heiligkeit berufen. Dieser Heiligkeit entbehrt die natürlich gute Speise. Hindert der Genuss derselben nun das Streben nach Heiligung? Nein, wenn die Speise durch die Danksagung gleichfalls etwas Gottgeweihtes wird. Aus den Worten des Apostels erhellt die Wichtigkeit des Tischgebetes. Seit dem Sündenfalle lastet auf der Schöpfung ein Fluch. Indem also der Mensch die Speise in sich aufnimmt, nimmt er gleichsam am Fluche, der die Natur betroffen, teil. Geheiligt, d. i. dem Fluche enthoben, wird die Nahrung durch das Tischgebet. Dieses ist im niedrigsten Grade, was im höheren die kirchliche Segnung ist, eine religiöse Weihe der Natur. So erhält die Legende von dem Giftbecher des heil. Johannes eine tiefere Bedeutung. Was der Heiland [Mt 15,11] sagt, steht damit nicht im Widerspruche, da er von einer geistigen Unreinheit redet, während hier von einer Wegnahme einer gewissen Makel die Rede ist. -1 Timotheus 1Tim 61 4 5 15 Das Gebet war meist aus dem geschriebenen Worte Gottes entnommen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 6 Hæc proponens fratribus, bonus eris minister Christi Jesu enutritus verbis fidei, et bonæ doctrinæ, quam assecutus es. Wenn du dies den Brüdern darlegst, so wirst du ein guter Diener Christi¹⁶ Jesu sein, dich nährend mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre,¹⁷ welcher du gefolgt bist. -1 Timotheus 1Tim 61 4 6 16 Stellt Timotheus die Brüder vor den Verirrungen sicher, so leistet er Christus selbst einen Dienst. -1 Timotheus 1Tim 61 4 6 17 Wie der Körper stets Nahrung zu sich nimmt, so muss die Seele durch die Glaubenslehre der Kirche genährt werden. -1 Timotheus 1Tim 61 4 7 Ineptas autem, et aniles fabulas devita: exerce autem teipsum ad pietatem. Mit albernen¹⁸ und altweibischen Fabeln dagegen befasse dich nicht; übe dich vielmehr in der Frömmigkeit.¹⁹ [2Tim 2,23, Tit 3,9] -1 Timotheus 1Tim 61 4 7 18 Griech.: Profanen, nicht heiligen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 7 19 So dass du dazu tüchtig wirst. -1 Timotheus 1Tim 61 4 8 Nam corporalis exercitatio, ad modicum utilis est: pietas autem ad omnia utilis est, promissionem habens vitæ, quæ nunc est, et futuræ. Denn die leibliche Übung²⁰ ist zu wenigem nütze; die Frömmigkeit aber ist zu allem nützlich, da sie die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens hat.²¹ -1 Timotheus 1Tim 61 4 8 20 Der Kämpfer. (Theod.) -1 Timotheus 1Tim 61 4 8 21 Während die körperliche Übung nur für das körperliche Leben Nutzen bringt, umfasst die geistige Übung zur Frömmigkeit das zeitliche wie das jenseitige Leben; sie hat die Verheißung glücklichen Lebens. Das höchste der Erdengüter ist der Friede. -1 Timotheus 1Tim 61 4 9 Fidelis sermo, et omni acceptione dignus. Zuverlässig ist das Wort, und aller Annahme würdig.²² -1 Timotheus 1Tim 61 4 9 22 Damit wird das Vorhergehende abgeschlossen, anders als [1Tim 1,15]. -1 Timotheus 1Tim 61 4 10 In hoc enim laboramus, et maledicimur, quia speramus in Deum vivum, qui est Salvator omnium hominum, maxime fidelium. Denn dafür²³ mühen wir²⁴ uns und leiden wir Schmach, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott setzen,²⁵ welcher der Erretter aller Menschen ist, vorzüglich der Gläubigen.²⁶ -1 Timotheus 1Tim 61 4 10 23 Mit Rücksicht auf den hohen Wert dieses Wortes. -1 Timotheus 1Tim 61 4 10 24 Paulus und andere christliche Lehrer. -1 Timotheus 1Tim 61 4 10 25 Wir hoffen, dass Gott uns nicht allein die gegenwärtigen Güter, sondern auch die zukünftigen gewähren wird, und so ertragen wir mit Gleichmut Mühe und Leiden. -1 Timotheus 1Tim 61 4 10 26 Derjenigen, welche mit der Gnade Gottes mitwirken, der übrigen, so viel an ihm liegt. -1 Timotheus 1Tim 61 4 11 Præcipe hæc, et doce. Dies²⁷ schreibe vor und lehre!²⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 4 11 27 Das von [1Tim 3,16] bis hierher Gesagte. -1 Timotheus 1Tim 61 4 11 28 Schreibe vor, was zu tun ist, lehre, was zu glauben. -1 Timotheus 1Tim 61 4 12 Nemo adolescentiam tuam contemnat: sed exemplum esto fidelium in verbo, in conversatione, in caritate, in fide, in castitate. Niemand missachte deine Jugend,²⁹ vielmehr sei ein Vorbild für die Gläubigen in Wort, in Wandel, in Liebe, in Glauben, in Reinheit.³⁰ -1 Timotheus 1Tim 61 4 12 29 Hüte dich, so zu wandeln, dass jemand Grund hätte, deine Jugend (Timotheus war wohl etwa 33 37 Jahre alt) gering zu achten. Seine Taten sollen gleichsam sein Alter vergessen machen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 12 30 Wort und Wandel offenbaren die im Innern verborgene Gesinnung. Liebe und Glauben sind die Grundpfeiler alles wahrhaft christlichen Lebens. Durch die Keuschheit empfängt das Leben des Vorstehers der christlichen Gemeinde eine höhere Weihe. Timotheus soll durch sein ganzes Leben predigen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 13 Dum venio, attende lectioni, exhortationi, et doctrinæ. Bis ich komme,³¹ halte an mit Lesen,³² Ermahnen, Lehren. -1 Timotheus 1Tim 61 4 13 31 Vergl. Kap. 3 V. 14. -1 Timotheus 1Tim 61 4 13 32 Der heiligen Schrift in der Versammlung der Christen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 14 Noli negligere gratiam, quæ in te est, quæ data est tibi per prophetiam, cum impositione manuum presbyterii. Vernachlässige nicht die Gnadengabe, die in dir ist,³³ welche dir durch Weissagung³⁴ mit Handauflegung der Priester verliehen ward.³⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 4 14 33 Die Gnade ist allgemein ein Beweis der liebenden Gesinnung Gottes gegen die Menschen, ein Gnadengeschenk [Röm 11,29], das durch Christus erworben und vermittelt ist. [Röm 5,15.16, Röm 6,23] In besonderer Weise ist sie die durch den Heil. Geist in den Menschen gelegte Fähigkeit christlicher Erkenntnis und Wirksamkeit, sowohl im allgemeinen [1Kor 1,7, 1Kor 12,4], wie in bestimmter Richtung und Form [1Kor 12,8-10], für einzelne Bedürfnisse und Verhältnisse. [1Kor 12,9] Zu den letztern gehört der Beruf eines Lehrers und Vorstehers der Gläubigen, und die hierzu erteilte besondere Vollmacht, Erleuchtung und Kraft, ist also eine Gnadengabe. [Röm 12,7.8, 1Kor 12,28.30] -1 Timotheus 1Tim 61 4 14 34 Vergl. [1Tim 1,18]. -1 Timotheus 1Tim 61 4 14 35 Die Bischöfe ordinierten, die Priester assistierten. Die Handauflegung war bereits bei den Juden Symbol der Anerkennung, wie der Mitteilung. So legte der Opfernde dem Opfertiere die Hände auf, um es als seine Gabe Gott darzustellen [Ex 29,10-15.19], und die Söhne Israel legten ihre Hände auf die Leviten, um diese als Opfer an Gott, als Gottgeweihte anzuerkennen. [Num 8,10] Jakob legte Ephraim und Manasse die Hände auf, um ihnen den Segen Gottes mitzuteilen, Moses legte dem Josue die Hände auf, damit dieser mit der Gabe der Weisheit erfüllt würde. [Dtn 34,9] Beides vereint [Num 27,18-20]. Jesus legt den Kindern die Hände auf, indem er sie segnet; er und seine Apostel verleihen durch Händeauflegung Gesundheit. [Lk 13,13, Apg 8,17, Apg 28,8] An dieser Stelle ist die Handauflegung also (ähnlich wie [Apg 19,16]) ein Sinnbild der Mitteilung. Diese Handauflegung ist zu unterscheiden von der [2Tim 1,6] erwähnten. Letztere war eine Mitteilung der Gnade vermittelst der Handauflegung des Apostels, hier ist die assistierende Tätigkeit der anderen Bischöfe (denn auch diese heißen Presbyter) oder der Priester ausdrücklicher erwähnt. Vergl. auch [Apg 6,6] und [Apg 13,3]. -1 Timotheus 1Tim 61 4 15 Hæc meditare, in his esto: ut profectus tuus manifestus sit omnibus. Dies³⁶ nimm zu Herzen,³⁷ darin lebe, dass dein Fortschritt offenbar sei vor allen!³⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 4 15 36 Das V. 12 14 Gesagte. -1 Timotheus 1Tim 61 4 15 37 Griech.: Sorge. -1 Timotheus 1Tim 61 4 15 38 Vor allen Gläubigen. -1 Timotheus 1Tim 61 4 16 Attende tibi, et doctrinæ: insta in illis. Hoc enim faciens, et teipsum salvum facies, et eos, qui te audiunt. Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre; dabei³⁹ verharre! Denn wenn du dies tust, so wirst du dich selbst retten und die, welche dich hören. -1 Timotheus 1Tim 61 4 16 39 Bei dem unmittelbar zuvor oder in V. 12 14 Gesagten. -1 Timotheus 1Tim 61 5 0 V. Pflichten des Bischofes gegen die einzelnen Glieder der Gemeinde (Kap 5,1 6,2): 1. Pflichten gegen die Greise, Jüngeren und Frauen. (V. 2) 2. Pflichten gegen die Witwen: a. Welche Witwen sind auf Kosten der Gemeinde zu erhalten? Witwen ohne Stütze, die fromm leben. (V. 8) b. Welche Witwen sind in das Gemeindeamt der Witwen aufzunehmen? Sechzigjährige, nur einmal verheiratete, in allen Tugenden geübte. (V. 10) Jüngere hingegen sollen nicht zugelassen werden, da ihre Standhaftigkeit und ihr Eifer zweifelhaft sind. (V. 15) c. Wer soll die anderen Witwen erhalten? Die Angehörigen. (V. 16) 3. Pflichten gegen die Priester: a. Die Priester haben das Recht auf Unterhalt seitens der Gemeinde. (V. 18) b. Anklagen gegen dieselben sind nicht leicht zuzulassen. Fehlen sie öffentlich, so sind sie von den übrigen Priestern zu strafen. (V. 20) Vor aller Parteilichkeit muss man auf der Hut sein. (V. 21) c. Ehe ein Priester ordiniert wird, ist große Vorsicht notwendig. (V. 22) d. Um dies alles recht auszuführen, soll Timotheus selbst nach Heiligkeit streben, ohne indes seine Gesundheit in Gefahr zu bringen. (V. 24) e. Nicht alles Gute und Böse ist sofort offenbar. -1 Timotheus 1Tim 61 5 1 Seniorem ne increpaveris, sed obsecra ut patrem: juvenes, ut fratres: Einen Älteren fahre nicht hart an,¹ sondern ermahne ihn wie einen Vater, Jüngere wie Brüder; -1 Timotheus 1Tim 61 5 1 1 Die Achtung, welche das Alter fordert, darf auch der kirchliche Vorgesetzte nicht verletzen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 2 Anus, ut matres: juvenculas, ut sorores in omni castitate: ältere Frauen wie Mütter, jüngere wie Schwestern in aller Reinheit.² -1 Timotheus 1Tim 61 5 2 2 Also ohne Vertraulichkeit. -1 Timotheus 1Tim 61 5 3 Viduas honora, quæ vere viduæ sunt. Witwen halte in Ehren,³ die wahrhaft Witwen sind.⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 5 3 3 Durch Beihilfe zum Lebensunterhalt (vergl. V. 17, 18) aus den freiwilligen Gaben der Gläubigen. Immerhin sollen die Witwen gewissen Bedingungen entsprechen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 3 4 Das griech. Wort für Witwe bedeutet eine Betrübte, der Hilfe Beraubte, das lateinische, eine Verwaiste, etwas Entbehrende. Nur jene sollen unterstützt werden, welche nicht allein des Mannes beraubt sind, sondern auch keine anderen Anverwandten haben, die sie unterstützen. (Aug., Hier., Thom.) -1 Timotheus 1Tim 61 5 4 Si qua autem vidua filios, aut nepotes habet: discat primum domum suam regere, et mutuam vicem reddere parentibus: hoc enim acceptum est coram Deo. Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so lerne sie⁵ zuerst⁶ ihr eigenes Haus leiten und ihren Eltern Entgelt leisten; denn das ist angenehm vor Gott. -1 Timotheus 1Tim 61 5 4 5 Nach der Vulg. ist dies auf die Witwen zu beziehen, im Griech. indes steht der Plural und gilt das Wort mithin von den Söhnen (Ökum., Theoph.). Wenn eine Witwe Söhne oder Enkel hat, so mögen diese durch dich zuerst lernen, für ihre Mutter und Großmutter, von denen sie so lange erhalten wurden, Sorge zu tragen (Theoph., Hier.). Die Übersetzung entspricht auch in anderen Worten nicht ganz dem griech. Texte, nach dem das Subjekt das Haus nicht leiten, sondern kindliche Gesinnung, Familiensinn üben soll. Das eigene Haus steht im Gegensatze zu den fremden der Gemeindegenossen. Dass nun die Witwe die Dankbarkeit gegen ihre Eltern dadurch beweisen soll, dass sie ihre mütterlichen Pflichten gegen Kinder und Enkel treu erfüllt, ist ein sich nicht ungezwungen darbietender Gedanke. Bis V. 8 spricht der Apostel von Witwen, welche von der Gemeinde erhalten werden, von V. 9 an von solchen, welche im Dienste der Kirche stehen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 4 6 Entweder: Ehe sie dieselben der Mildtätigkeit der Gläubigen empfehlen lässt, oder: Ehe die Kinder und Enkel anderen Wohltaten erweisen, mögen sie für Mutter und Großmutter gebührend Sorge tragen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 5 Quæ autem vere vidua est, et desolata, speret in Deum, et instet obsecrationibus, et orationibus nocte ac die. Die aber wahrhaft Witwe und⁷ vereinsamt ist, setze⁸ ihre Hoffnung auf Gott, und verharre⁹ im Gebete und Flehen Tag und Nacht. -1 Timotheus 1Tim 61 5 5 7 Nämlich, Gegensatz zu V. 4. -1 Timotheus 1Tim 61 5 5 8 Griech.: Setzt. -1 Timotheus 1Tim 61 5 5 9 Griech.: Verharrt. Der Apostel gibt die Eigenschaften an, welche eine Witwe haben soll, die von der Gemeinde unterhalten wird. -1 Timotheus 1Tim 61 5 6 Nam quæ in deliciis est, vivens mortua est. Denn¹⁰ die, welche ein üppiges Leben führt, ist lebendig tot.¹¹ -1 Timotheus 1Tim 61 5 6 10 Griech.: Aber. Gegensatz zu V. 5. -1 Timotheus 1Tim 61 5 6 11 Sie scheint den Menschen zu leben, doch für Christus, der in das Verborgene sieht, ist sie tot (Hier.), nämlich dem Geiste nach. (Aug.) -1 Timotheus 1Tim 61 5 7 Et hoc præcipe ut irreprehensibiles sint. Dies¹² schärfe ein, damit sie untadelig seien.¹³ -1 Timotheus 1Tim 61 5 7 12 Mehrzahl, also V. 5, 6. -1 Timotheus 1Tim 61 5 7 13 Begründung zu V. 4: Sie mögen lernen. (Griech.) Wenn ein Sohn aber ein Enkel für seine Verwandten nicht sorgt, hat er, wenn auch nicht mit Worten, doch mit Taten den Glauben verleugnet, da der Inhalt des Glaubens nicht ein bloßes Gedankenwesen, sondern göttliche Gnade und Wahrheit ist, an welche der Glaubende seinen Geist so hingibt, dass der Gegenstand des Glaubens auch Gegenstand der Liebe des Herzens wird. Wo also die Liebe nicht ist und wirkt, da ist auch der Glaube nicht vorhanden. Die Liebespflicht ist besonders dringend gegen die durch Verwandtschaft und Glauben am nächsten Stehenden. Zudem sind solche Menschen auch Ursache, dass andere den Glauben geringschätzen. Ungläubige endlich haben keine so klare Erkenntnis dieser Pflicht. -1 Timotheus 1Tim 61 5 8 Si quis autem suorum, et maxime domesticorum curam non habet, fidem negavit, et est infideli deterior. Wenn aber jemand für die Seinigen, und besonders für die Hausgenossen nicht Sorge trägt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. -1 Timotheus 1Tim 61 5 9 Vidua eligatur non minus sexaginta annorum, quæ fuerit unius viri uxor, Als Witwe werde gewählt eine nicht unter sechzig Jahre alte,¹⁴ die nur eines Mannes Frau gewesen ist,¹⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 5 9 14 Das Griech. bedeutet wohl: In ein Verzeichnis eintragen. In welches Verzeichnis? In das der zu Unterstützenden? (Chrys., Theod., Hier.) Dies ist nicht wahrscheinlich. Wir schon der Ausdruck eintragen von den zum Kriegsdienst bestimmten Bürgern gebraucht, so ist es auch klar, dass nicht erst das Lebensalter von 60 Jahren das Bedürfnis nach Unterstützung herbeiführt. Werden endlich die Eigenschaften erwogen, welche Paulus hier von den Witwen fordert, so ist ersichtlich, dass von solchen die Rede ist, welchen die Erziehung der von der Gemeinde übernommenen Kinder, sowie die Verpflegung von Armen und Kranken zugewiesen war, und die in der alten Kirche einen eigenen Stand bildeten. Der Apostel nennt sie Witwen, ein Name der wohl für den Sand in Übung blieb, auch wenn jene nicht Witwen waren. Die ersten Anfänge dieser Kirchendienerinnen sehen wir in den frommen Frauen, welche den Heiland unterstützten. Die hier Bezeichneten übten eine Art Aufsicht über die Witwen und Waisen der Gemeinde und legten das Versprechen steter Witwenschaft ab (Tertull.). Auf dem Konzil von Chalcedon wurde das Alter auf 40 Jahre herabgesetzt und alsbald Jungfrauen als Diakonissinnen angenommen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 9 15 Öftere Heirat ist ein Zeichen der Unenthaltsamkeit (Theoph.). -1 Timotheus 1Tim 61 5 10 In operibus bonis testimonium habens, si filios educavit, si hospitio recepit, si sanctorum pedes lavit, si tribulationem patientibus subministravit, si omne opus bonum subsecuta est. die das Zeugnis guter Werke hat, wenn sie Kinder auferzogen, wenn sie Gastfreundschaft geübt, wenn sie den Heiligen¹⁶ die Füße gewaschen,¹⁷ wenn sie den Bedrängten Hilfe geleistet, wenn sie jedem guten Werke nachgestrebt hat. -1 Timotheus 1Tim 61 5 10 16 Den Christen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 10 17 Der niedrigste Dienst steht als Zeichen der Gastfreundschaft und Dienstfertigkeit im Allgemeinen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 11 Adolescentiores autem viduas devita: Cum enim luxuriatæ fuerint in Christo, nubere volunt: Jüngere Witwen¹⁸ weise zurück; denn wenn sie Christus zuwider¹⁹ üppig geworden sind, wollen sie²⁰ heiraten, -1 Timotheus 1Tim 61 5 11 18 Jüngere allgemein, ohne dass gerade an die in V. 9 bezeichnete Altersgrenze zu denken ist. -1 Timotheus 1Tim 61 5 11 19 Dem sie wohl durch ein Gelübde verbunden sind. -1 Timotheus 1Tim 61 5 11 20 Mit ungestümem Begehr. -1 Timotheus 1Tim 61 5 12 Habentes damnationem, quæ primam fidem irritam fecerunt: und ziehen das Urteil auf sich, dass sie die erste Treue gebrochen haben.²¹ -1 Timotheus 1Tim 61 5 12 21 Da sie das Band nicht mehr anerkennt, das sie an Christus und die Kirche knüpft. -1 Timotheus 1Tim 61 5 13 Simul autem et otiosæ discunt circuire domos: non solum otiosæ, sed et verbosæ, et curiosæ, loquentes quæ non oportet. Zugleich²² lernen sie aber auch, müßig in den Häusern herumlaufen, und nicht nur müßig, sondern auch geschwätzig und vorwitzig, redend, was sich nicht ziemt. -1 Timotheus 1Tim 61 5 13 22 Ein zweiter Grund, weshalb Paulus die jüngeren Witwen zur Würde und Aufgabe einer Diakonissin nicht zulassen will. Da das Amt vielfach Gelegenheit bietet, in die Familien zu kommen, würden jüngere Frauen leicht die ihnen gestellte Aufgabe vernachlässigen, sich in die Familienangelegenheiten einmischen und die Zeit mit unnützen Gesprächen verlieren. -1 Timotheus 1Tim 61 5 14 Volo ergo juniores nubere, filios procreare, matresfamilias esse, nullam occasionem dare adversario maledicti gratia. Ich will daher,²³ dass die jüngeren²⁴ heiraten, Kinder gebären, Hausmütter seien, dem Widersacher²⁵ keinen Anlass geben zur Lästerung. -1 Timotheus 1Tim 61 5 14 23 Nicht als höchsten Grundsatz, sondern als Forderung, die sich aus seinen Beobachtungen und Erwägungen ergibt. (Vergl. V. 15.) -1 Timotheus 1Tim 61 5 14 24 Zunächst verwitwete, dann auch andere jüngere Frauen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 14 25 Juden und Heiden. -1 Timotheus 1Tim 61 5 15 Jam enim quædam conversæ sunt retro satanam. Denn bereits haben sich einige abgewandt, dem Satan nach.²⁶ -1 Timotheus 1Tim 61 5 15 26 Sich auf den Weg der Sünde wendend. -1 Timotheus 1Tim 61 5 16 Si quis fidelis habet viduas, subministret illis, et non gravetur Ecclesia: ut iis, quæ vere viduæ sunt, sufficiat. Wenn einem Gläubigen die Sorge für Witwen obliegt,²⁷ so verpflege er sie, und die Gemeinde werde nicht belastet, damit diese für die, welche wahrhaft Witwen sind, sorgen könne. -1 Timotheus 1Tim 61 5 16 27 Als Verwandter. Anwendung des V. 4. 8 erörterten Grundsatzes. -1 Timotheus 1Tim 61 5 17 Qui bene præsunt presbyteri, duplici honore digni habeantur: maxime qui laborant in verbo et doctrina. Priester, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre²⁸ würdig geachtet werden, besonders solche, welche in Wort und Lehre arbeiten.²⁹ -1 Timotheus 1Tim 61 5 17 28 Durch ihre Stellung haben sie bereits Anspruch auf Ehre. -1 Timotheus 1Tim 61 5 17 29 Die Ehrenerweisung, welche in der Darreichung des Lebensunterhaltes besteht, ist hier eingeschlossen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 18 Dicit enim Scriptura: Non alligabis os bovi trituranti. Et: Dignus est operarius mercede sua. Denn die Schrift sagt: Dem dreschenden Ochsen sollst du das Maul nicht verbinden.³⁰ Und: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.³¹ -1 Timotheus 1Tim 61 5 18 30 Die Stelle [Dtn 25,4] wird auch [1Kor 9,9] auf den Anspruch der Verkündiger des Evangeliums auf Unterhaltung durch die Gemeinde bezogen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 18 31 Auf diesen Ausspruch Christi [Lk 10,7] weist Paulus auch [1Kor 9,14] hin. Dass Paulus bei der Anführung an dieser Stelle nicht beifügt: Der Herr sagt, erklärt sich daraus, dass Timotheus Ursprung und Bedeutung des Wortes genugsam kannte. -1 Timotheus 1Tim 61 5 19 Adversus presbyterum accusationem noli recipere, nisi sub duobus aut tribus testibus. Gegen einen Priester nimm keine Klage an, es sei denn, dass zwei oder drei Zeugen gegen ihn stehen.³² -1 Timotheus 1Tim 61 5 19 32 Die [Dtn 19,15], vergl. [Dtn 17,6], gegebene Regel ist besonders Priestern gegenüber zu beobachten, da ihr Amt ein solches ist, dass ihr Ruf leicht in Gefahr kommt. Zudem sind Untergebene immer geneigter, das Verfahren ihrer Oberen härter zu beurteilen, oder durch deren Mahnungen erbittert zu werden. -1 Timotheus 1Tim 61 5 20 Peccantes coram omnibus argue: ut et ceteri timorem habeant. Die Fehlenden weise vor allen³³ zurecht, damit auch die übrigen Furcht bekommen.³⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 5 20 33 Zunächst redet der Apostel von den Priestern, mithin sind es auch nur Priester, in deren Gegenwart jene zurechtzuweisen sind; in weiterer Folge gilt die Weisung von allen Menschen, welche durch eine öffentliche Ärgernis gebende Sünde sich verfehlen. (Kirchenr. von Trid. Sitz 24. Von der Reform Kap. 8) -1 Timotheus 1Tim 61 5 20 34 Vor gleicher Rüge. -1 Timotheus 1Tim 61 5 21 Testor coram Deo et Christo Jesu, et electis angelis, ut hæc custodias sine præjudicio, nihil faciens in alteram partem declinando. Ich beschwöre dich vor Gott und Christus Jesus und den auserwählten Engeln,³⁵ dass du dies³⁶ beobachtest ohne Vorurteil und nichts tuest nach parteiischer Zuneigung. -1 Timotheus 1Tim 61 5 21 35 Die Beschwörung soll Timotheus den heiligen Ernst der Mahnung zeigen, und ist zugleich eine Anrufung des allwissenden und allgegenwärtigen Gottes, jenen zu strafen, wenn er der Mahnung nicht folgt, und des Richters Jesus Christus, der einst fragen wird, ob er die Mahnung befolgt hat, sowie der auserwählten Engel (der Gott am nächsten stehenden Engel). (Leo.), welche den Thron Gottes umgeben und mit Christus zum Gerichte erscheinen werden. [Mt 25,31] -1 Timotheus 1Tim 61 5 21 36 V. 19, 20 (Chrys., Theoph.) Timotheus soll als Stellvertreter des Apostels handeln. -1 Timotheus 1Tim 61 5 22 Manus cito nemini imposueris, neque communicaveris peccatis alienis. Teipsum castum custodi. Lege niemand die Hände schnell auf³⁷ und mache dich nicht fremder Sünden teilhaftig. Bewahre dich selbst keusch.³⁸ -1 Timotheus 1Tim 61 5 22 37 Die Priesterweihe [Apg 6,6] ist nicht übereilt, ohne Prüfung, aus menschlicher Zuneigung (V. 21) zu erteilen: Nicht vor dem Alter der Reife, vor der Zeit der Prüfung, vor dem Verdienste der Arbeit, vor der Erfahrung über den Charakter. (Leo d. Gr.) -1 Timotheus 1Tim 61 5 22 38 Griech.: Ohne Makel ohne Flecken. -1 Timotheus 1Tim 61 5 23 Noli adhuc aquam bibere, sed modico vino utere propter stomachum tuum, et frequentes tuas infirmitates. Trinke nicht mehr Wasser,³⁹ sondern genieße ein wenig Wein um deines Magens und deiner häufigen Kränklichkeit willen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 23 39 Timotheus hatte wohl bisher, um die am Ende des V. 22 erwähnte Tugend zu üben, nur Wasser getrunken. -1 Timotheus 1Tim 61 5 24 Quorundam hominum peccata manifesta sunt, præcedentia ad judicium: quosdam autem et subsequuntur. Mancher Menschen Sünden sind offenkundig und gehen zum Gerichte⁴⁰ voraus, manchen aber folgen sie erst nach.⁴¹ -1 Timotheus 1Tim 61 5 24 40 Sind so offenkundig, dass sie nicht erst durch ein Gericht festgestellt werden müssen. -1 Timotheus 1Tim 61 5 24 41 Manche Menschen muss man erst lange beobachten, ehe ihre Sünden offenbar werden. -1 Timotheus 1Tim 61 5 25 Similiter et facta bona manifesta sunt: et quæ aliter se habent, abscondi non possunt. Ebenso sind auch die guten Werke offenkundig, und die, mit denen es sich anders verhält, können nicht verborgen bleiben.⁴² -1 Timotheus 1Tim 61 5 25 42 Wie Timotheus durch seine gänzliche Enthaltsamkeit den Beweis seines makellosen Lebens gegeben hat. -1 Timotheus 1Tim 61 6 0 4. Pflichten der Knechte: Dieselben sind zu mahnen, dass sie ihre Herren ehren und auch jene, welche gläubig sind, nicht unter dem Vorwande, das sie Brüder seien, gering achten. (V. 2) VI. Besondere Vorschriften für Timotheus allein (Kap. 6, V. 3 21): 1. Mahnung, alles dies zu lehren. Wer anders lehrt, sucht nur Streit und seinen eigenen Nutzen. (V. 5) Den größten Nutzen bringt Frömmigkeit, die mit Genügsamkeit verbunden ist; wer hingegen Reichtum sucht, fällt in die Schlingen des Teufels (V. 10) 2. Solches meidend, soll Timotheus der Tugend nachstreben und den guten Kampf kämpfen, der zum Leben führt. (V. 12) Um diese Mahnung dem Herzen seines Jüngers tiefer einzuprägen, fügt der Apostel eine feierliche Beschwörung bei, alle diese Vorschriften ohne Flecken zu wahren. (V. 16) 3. Vorschrift, Reiche den Wert der Demut zu lehren. (V. 19) 4. Mahnung, die Hinterlage des Glaubens zu wahren, und von Neuerungen falscher Wissenschaft sich fern zu halten. Segen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 1 Quicumque sunt sub jugo servi, dominos suos omni honore dignos arbitrentur, ne nomen Domini et doctrina blasphemetur. Alle, welche unter dem Joche als Sklaven dienen,¹ sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name des Herrn und die Lehre gelästert werde.² -1 Timotheus 1Tim 61 6 1 1 Nichtchristlichen Herren gegenüber empfinden die Sklaven ihre Lage als ein Joch. Indes den Christen drängt der Glaube, welcher ihn mit dem Herrn verbindet, und die Liebe, die er diesem schuldig ist, die Dienste, welche verlangt werden, gern zu leisten. -1 Timotheus 1Tim 61 6 1 2 Als ob das Christentum Unbotmäßigkeit billigte. -1 Timotheus 1Tim 61 6 2 Qui autem fideles habent dominos, non contemnant, quia fratres sunt: sed magis serviant, quia fideles sunt et dilecti, qui beneficii participes sunt. Hæc doce, et exhortare. Diejenigen aber, welche gläubige Herren haben, sollen diese nicht deswegen geringschätzen, weil sie Brüder sind,³ sondern nur umso mehr dienstbar sein, weil es Gläubige und Geliebte sind, welche der Wohltat teilhaftig werden.⁴ Dies lehre und schärfe ein!⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 6 2 3 Und somit vor dem himmlischen Vater gleich. Vielmehr sollen sie umso bereitwilliger dienen, da diejenigen, welchen sie ihre Dienste weihen, Christen, also mit größerer Liebe zu umfassen sind. -1 Timotheus 1Tim 61 6 2 4 Die gläubigen Herren befleißigen sich des Wohltuns allgemein und besonders gegen die Knechte, dieser Liebesbeweis aber verpflichtet die Knechte zu dankbarer Gegenliebe. (Chrys.) -1 Timotheus 1Tim 61 6 2 5 Das über das Verhalten der Sklaven Gesagte. -1 Timotheus 1Tim 61 6 3 Si quis aliter docet, et non acquiescit sanis sermonibus Domini nostri Jesu Christi, et ei, quæ secundum pietatem est, doctrinæ: Wenn jemand anders lehrt,⁶ und nicht an den heilsamen Worten unsers Herrn Jesus Christus⁷ hält und der der Frömmigkeit gemäßen Lehre, -1 Timotheus 1Tim 61 6 3 6 Zum Schlusse eilend, greift der Apostel noch einmal auf die Irrlehren [1Tim 1,3] zurück. -1 Timotheus 1Tim 61 6 3 7 Worten, die von dem Heilande handeln. -1 Timotheus 1Tim 61 6 4 Superbus est, nihil sciens, sed languens circa quæstiones, et pugnas verborum: ex quibus oriuntur invidiæ, contentiones, blasphemiæ, suspiciones malæ, der ist dünkelhaft,⁸ während er doch nichts versteht, vielmehr kränkelt an Streitfragen und Wortgezänk,⁹ aus welchen Neid,¹⁰ Hader,¹¹ Lästerungen,¹² böser Argwohn¹³ entstehen, -1 Timotheus 1Tim 61 6 4 8 Indem er jene Torheiten, die er lehrt, für besonders hohe Wahrheiten ansieht. -1 Timotheus 1Tim 61 6 4 9 Nur solches, nicht die Wahrheit sucht er. -1 Timotheus 1Tim 61 6 4 10 Wenn einer gesiegt hat. -1 Timotheus 1Tim 61 6 4 11 Bei der Entscheidung, wer gesiegt hat. -1 Timotheus 1Tim 61 6 4 12 Gegen den, welchen er mit Gründen nicht hat besiegen können. -1 Timotheus 1Tim 61 6 4 13 Gegen den Gegner. -1 Timotheus 1Tim 61 6 5 Conflictationes hominum mente corruptorum, et qui veritate privati sunt, existimantium quæstum esse pietatem. stete Händel von Menschen, die in ihrem Urteil verdorben und der Wahrheit bar sind,¹⁴ welche wähnen, die Frömmigkeit sei ein Mittel zum Gewinn.¹⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 6 5 14 Infolge der Verderbnis ihres Urteils. -1 Timotheus 1Tim 61 6 5 15 Wie können sie also meinen über anderen zu stehen in der Erkenntnis der Wahrheit! Daher auch Neid, Streit, Argwohn usw. -1 Timotheus 1Tim 61 6 6 Est autem quæstus magnus pietas cum sufficientia. In der Tat, ein großer Gewinn ist Frömmigkeit,¹⁶ wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist, -1 Timotheus 1Tim 61 6 6 16 Der Apostel verbessert sich gleichsam: Ja, die Frömmigkeit ist ein großer Gewinn, aber in dem [1Tim 4,8] erklärten Sinne (Theod.). -1 Timotheus 1Tim 61 6 7 Nihil enim intulimus in hunc mundum: haud dubium quod nec auferre quid possumus. denn nichts haben wir in diese Welt hereingebracht; ohne Zweifel können wir auch nichts mit hinausnehmen.¹⁷ [Ijob 1,21, Koh 5,14] -1 Timotheus 1Tim 61 6 7 17 Der liebe Gott hat uns beim Eintritt in die Welt mit dem ausgestattet, wessen wir bedürfen, um unser letztes Ziel erreichen zu können. Da er uns nun beim Eintritte keine irdischen Güter verliehen, können wir auch nichts mit uns nehmen, wenn der Tod Leib und Seele trennt. So bildet der Satz die Begründung zu V. 6: Da diese Güter für unser ewiges Sein ohne Wert sind, kann die Frömmigkeit, welche Gottes Wohlgefallen und unser letztes Ziel sucht, jenen Gütern gegenüber nur genügsam sein, erwirbt uns aber so das Höchste, das ewige Leben, Gott selbst. -1 Timotheus 1Tim 61 6 8 Habentes autem alimenta, et quibus tegamur, his contenti simus. Wenn wir jedoch¹⁸ Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran¹⁹ genügen lassen. [Spr 27,26] -1 Timotheus 1Tim 61 6 8 18 Gegensatz zu der Zeit, wo wir noch nichts hatten, weil wir nichts in die Welt gebracht. -1 Timotheus 1Tim 61 6 8 19 An dem, was zur Nahrung und Kleidung notwendig ist. -1 Timotheus 1Tim 61 6 9 Nam qui volunt divites fieri, incidunt in tentationem, et in laqueum diaboli, et desideria multa inutilia, et nociva, quæ mergunt homines in interitum, et perditionem. Denn²⁰ die reich werden wollen,²¹ fallen in Versuchung und in Fallstricke des Teufels,²² und viele unnütze und schädliche Begierden, welche die Menschen in Untergang und Verderben stürzen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 9 20 Gegensatz zu der Voraussetzung des V. 7ff und Begründung zu V. 8, dass die Christen genügsam sind. -1 Timotheus 1Tim 61 6 9 21 Die fest entschlossen sind, es zu werden. -1 Timotheus 1Tim 61 6 9 22 Dieser Zusatz fehlt im Griechischen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 10 Radix enim omnium malorum est cupiditas: quam quidam appetentes erraverunt a fide, et inseruerunt se doloribus multis. Denn²³ die Habsucht ist eine Wurzel aller Übel;²⁴ einige, die sich ihr ergaben, sind vom Glauben abgeirrt²⁵ und haben sich in viele Schmerzen²⁶ verstrickt. -1 Timotheus 1Tim 61 6 10 23 Begründung zu dem ganzen V. 9. -1 Timotheus 1Tim 61 6 10 24 Es kann aus der Habsucht alles Böse hervorgehen. Unter anderen Gesichtspunkten wird der Stolz der Anfang aller Sünden genannt. [Sir 10,15], (vergl. Thom. 1,2 qu 84a 1.2) Der Stolz ist gleichsam Anfang und Keim eines Sündenbaumes, dessen Wurzel die Habsucht ist, die dem Sündenbaum fortwährend Saft und Kraft zuführt. -1 Timotheus 1Tim 61 6 10 25 Wie in V. 5 gesagt ist. -1 Timotheus 1Tim 61 6 10 26 Gewissensschmerzen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 11 Tu autem o homo Dei hæc fuge: sectare vero justitiam pietatem, fidem, caritatem, patientiam, mansuetudinem. Du aber, o Mann Gottes!²⁷ fliehe dies;²⁸ strebe vielmehr nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut. -1 Timotheus 1Tim 61 6 11 27 Von Gott erwählte, Gott darstellende Person. Mit größerem Rechte als im A. T. die Propheten [1Kön 9,7, 2Chr 8,14] heißen im N. T. die Diener Christi und Hirten der Seelen so. Diese Anrede muss Timotheus veranlassen, die Mahnung des Apostels desto mehr zu beherzigen, die Habsucht und ihre Folgen zu fliehen und sich um alle christlichen Tugenden zu bemühen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 11 28 Das V. 3 5 Gesagte. -1 Timotheus 1Tim 61 6 12 Certa bonum certamen fidei, apprehende vitam æternam, in qua vocatus es, et confessus bonam confessionem coram multis testibus. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens,²⁹ ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen bist und für welches du das gute Bekenntnis³⁰ abgelegt hast vor vielen Zeugen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 12 29 Der Glaube kämpft. Der Mensch kann nur als Gläubiger in diesen Kampf eintreten. -1 Timotheus 1Tim 61 6 12 30 Bei der Taufe. -1 Timotheus 1Tim 61 6 13 Præcipio tibi coram Deo, qui vivificat omnia, et Christo Jesu, qui testimonium reddidit sub Pontio Pilato, bonam confessionem: Ich gebiete dir vor Gott, der allem Leben gibt,³¹ und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus Zeugnis abgelegt hat, das gute Bekenntnis,³² -1 Timotheus 1Tim 61 6 13 31 Mit feierlichem Nachdrucke befiehlt der Apostel, was er V. 11 eingeschärft, vor Gott, der allem, was lebt, das Leben gibt und dem, der nach dem ewigen Leben ringt, auch dieses verleiht. -1 Timotheus 1Tim 61 6 13 32 Das bei der Taufe von Timotheus abgelegte Zeugnis von Christus, welches der Heiland, der erste und seinem Wesen nach vollgültige Zeuge, gleichfalls über sich gegeben, dass er der Messias sei. -1 Timotheus 1Tim 61 6 14 Ut serves mandatum sine macula, irreprehensibile usque in adventum Domini nostri Jesu Christi, das Gebot³³ unbefleckt und untadelhaft zu halten bis zur Ankunft unsers Herrn Jesus Christus,³⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 6 14 33 Das in V. 11 gegebene. -1 Timotheus 1Tim 61 6 14 34 Griech.: Bis zur Erscheinung unsers Herrn zum Gerichte. -1 Timotheus 1Tim 61 6 15 Quem suis temporibus ostendet beatus et solus potens, Rex regum, et Dominus dominantium: welche zu seiner Zeit zeigen wird der selige und alleinige Machthaber,³⁵ der König der Könige, und der Herr der Herrschenden,³⁶ [Offb 17,14] -1 Timotheus 1Tim 61 6 15 35 Vergl. [2Makk 12,15, Sir 46,5]. Da Gott in sich selig ist, bedarf er keines Dinges außer sich. -1 Timotheus 1Tim 61 6 15 36 Nach [Dtn 10,17, Ps 135,3]. -1 Timotheus 1Tim 61 6 16 Qui solus habet immortalitatem, et lucem inhabitat inaccessibilem: quem nullus hominum vidit, sed nec videre potest: cui honor, et imperium sempiternum: Amen. der allein Unsterblichkeit besitzt³⁷ und in unnahbarem Lichte wohnt;³⁸ den kein Mensch gesehen hat, noch auch zu sehen vermag, dem Ehre und ewige Macht sei.³⁹ Amen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 16 37 Vergl. [1Kor 15,53ff]. Hier Umschreibung von Dem Unsterblichen [1Tim 1,17] -1 Timotheus 1Tim 61 6 16 38 Der Himmel ist ein Reich des Lichtes, in dem der Glanz der göttlichen Herrlichkeit so groß ist, dass kein Auge denselben zu ertragen vermag. -1 Timotheus 1Tim 61 6 16 39 In V. 15 war seine Macht besonders gepriesen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 17 Divitibus hujus sæculi præcipe non sublime sapere, neque sperare in incerto divitiarum, sed in Deo vivo (qui præstat nobis omnia abunde ad fruendum) Den Reichen⁴⁰ dieser Welt⁴¹ gebiete, nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen,⁴² sondern auf den lebendigen Gott (der uns alles reichlich⁴³ zum Genusse darbietet),⁴⁴ -1 Timotheus 1Tim 61 6 17 40 Vers 3 16 sind eine Schlussermahnung für Timotheus. Eine Ermahnung an die, welche reich sind, ließ sich in die Erörterung V. 9 nicht gut einfügen, weshalb der Apostel sie hier gibt. -1 Timotheus 1Tim 61 6 17 41 Gegensatz zu der neuen Welt, welche die Ankunft Christi (V. 14) herbeiführt. -1 Timotheus 1Tim 61 6 17 42 Die Warnung einer Verkündigung gegen andere: sich nicht über sie zu erheben, wird die andere vor dem eitlen Vertrauen auf den Reichtum beigefügt. -1 Timotheus 1Tim 61 6 17 43 Da Gott allen, nicht nur den Reichen, alles, was sie brauchen, reichlich darbietet, kann man auf ihn vertrauen und bedarf nicht des Reichtums, um Vertrauen zu haben, ist doch jener auch ganz ungeeignet, solches in uns zu wecken. -1 Timotheus 1Tim 61 6 17 44 Was Gott gibt, genießen wir; so vergeht das Geschenk zwar mit dem Gebrauche, aber es bleibt auch nicht, wie bei dem Reichen, Hochmut, der sich seines Besitzes überhebe. -1 Timotheus 1Tim 61 6 18 Bene agere, divites fieri in bonis operibus, facile tribuere, communicare, Gutes zu tun, reich zu werden an guten Werken, freigebig zu sein, mitzuteilen,⁴⁵ -1 Timotheus 1Tim 61 6 18 45 Gleichsam andere zu Mitbesitzern zu machen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 19 Thesaurizare sibi fundamentum bonum in futurum, ut apprehendant veram vitam. sich einen Schatz als eine gute Grundlage für die Zukunft zu sammeln,⁴⁶ damit sie das wahrhafte Leben ergreifen.⁴⁷ -1 Timotheus 1Tim 61 6 19 46 Man legt einen solchen Schatz zum eigenen Vorteil bei Seite auf die in V. 18 geschilderte Weise. -1 Timotheus 1Tim 61 6 19 47 Wer mit sicherer Hand etwas ergreifen will, muss eine feste Unterlage unter den Füßen haben. -1 Timotheus 1Tim 61 6 20 O Timothee, depositum custodi, devitans profanas vocum novitates, et oppositiones falsi nominis scientiæ, O Timotheus!⁴⁸ bewahre, was dir anvertraut ist,⁴⁹ indem du die verwerflichen Neuerungen⁵⁰ im Reden und die Gegensätze⁵¹ der fälschlich so genannten Wissenschaft meidest,⁵² -1 Timotheus 1Tim 61 6 20 48 Die Innigkeit der Anrede wie [1Tim 1,18] wird durch das O wie [1Tim 6,11] noch eindringlicher. -1 Timotheus 1Tim 61 6 20 49 Was dir anvertraut ist, nicht was du erfunden hast; was du empfangen, nicht was du dir ausgedacht hast, nicht eine Sache deines Scharfsinnes, sondern der Überlieferung, deren Wächter und Nachfolger du bist (Vinz. von Lerin.). das Empfangene wird hier dem falschen Wissen gegenübergestellt, [2Tim 1,13.14] wird es heilsame Worte genannt. [Tit 2,2] wird der Jünger vom Apostel angewiesen, das von diesem Gehörte bei anderen niederzulegen. Alles dies gibt dem Ausdruck eine bestimmte Beziehung auf die Lehre des Evangeliums. Diese soll Timotheus so, wie er sie übernommen, rein und ungeschmälert festhalten. -1 Timotheus 1Tim 61 6 20 50 Griech.: Das leere, allen wahren Inhaltes entbehrende Geschwätz. -1 Timotheus 1Tim 61 6 20 51 Die Sätze, welche die Irrlehrer, gegeneinander und gegen die Wahrheit aufstellen, ohne Inhalt von Wahrheit. -1 Timotheus 1Tim 61 6 20 52 Einer Wissenschaft, die nur leeres Geschwätz und sich selbst widersprechende Säte hervorbringt, dazu gegen die Wahrheit kämpft, fehlt alles außer dem Namen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 21 Quam quidam promittentes, circa fidem exciderunt. Gratia tecum. Amen. zu welcher einige sich bekannt haben,⁵³ und so vom Glauben abgefallen sind. Die Gnade sei mit dir! Amen. -1 Timotheus 1Tim 61 6 21 53 Welche besonders zu kennen einige gelten wollten. -2 Timotheus 2Tim 62 1 0 Feierlicher Eingang (Kap. 1, V. 1 5): 1. Feierliche Aufschrift. (V. 2) 2. Innige Danksagung. (V. 5) I. Der heil. Paulus ermuntert seinen Jünger zur Treue und Stärke. (Kap. 1, V. 16 Kap. 2, V. 13): 1. Timotheus soll sich treu an seinen Meister anschließen und eifrig das Evangelium verkünden (Kap. 1, V. 6 18): a. Paulus ruft Timotheus die durch die Weihe erlangte Gnadengabe in's Gedächtnis zurück (V. 7) und ermahnt ihn, sich der Fesseln seines Lehrers oder des Evangeliums nicht zu schämen, sondern das Evangelium eifrig zu verkünden. (V. 8) b. Hierzu ist er verpflichtet, da Timotheus, nur aus Gnade zur Verkündigung des Evangeliums berufen, durch dasselbe die höchsten Wohltaten erlangt hat (V. 10), und da sein Lehrer jetzt für eben dies Evangelium Fesseln trägt, des zukünftigen ewigen Lohnes gewiss. (V. 12) c. Seines Lehrers Vorbild folgend, soll Timotheus also an dem festhalten, was jener ihm überliefert (V. 14), indem er sich an die unglücklichen asiatischen Abtrünnigen erinnert und andererseits Onesiphorus vor Augen stellt, welcher den Apostel in Rom aufgesucht hat, ohne sich seiner Bande zu schämen. -Titus Tit 63 1 0 Längere Aufschrift (Kap. 1, V. 1 4): Die Würde des heil. Paulus. (V. 3) Lob des Glaubens des Titus. I. Belehrung über die für das Vorsteheramt notwendigen Eigenschaften. (Kap. 1, V. 5 16) Paulus macht Titus aufmerksam, was bei der Aufstellung von geistlichen Vorstehern zu beachten ist: a. Er habe seinen Jünger auf Kreta zurückgelassen, damit derselbe in den einzelnen Städten geistliche Vorsteher einsetze. (V. 5) b. Bei der Auswahl derselben ist die erste Frage, ob sie von den Fehlern frei sind, welche der Apostel nennt, hingegen die Tugenden besitzen, welche er aufzählt. C. Mahnung darauf zu achten, dass die Lehrer glaubenstreu sind (V. 9): 1) und zwar nicht nur, weil viele Verführer da sind, die zurückgewiesen werden müssen (V. 11), sondern auch 2) weil die Kreter, ihrer natürlichen Anlage nach, sehr geneigt sind sich verführen zu lassen. (V. 13) Deshalb soll Titus sie streng mahnen, dass sie den jüdischen Fabeln keinen Glauben schenken und jenen nicht nachfolgen, die zwar mit Worten Gott bekennen, durch ihre Taten aber verleugnen. +1 Timotheus 1Tim 62 1 0 Nach kurzem Eingange (Kap. 1,1.2) folgen: I. Vorschriften über die rechte Weise, das Evangelium zu predigen (Kap. 1, V. 3 20): 1. Weder falsche noch unnütze Lehren sind zu überliefern. Das Ziel der Predigt sei die Liebe. (V. 5) 2. Von beiden Punkten sind einige abgeirrt, indem sie nicht einsehen, was zu lehren ist (V. 7) und von dem Gesetze, das in sich gut, aber der Ungerechten wegen gegeben ist, nicht recht reden. (V. 10) 3. Die rechte Predigt ist jene, mit welcher der Apostel betraut ist, der einst ein Verfolger, jetzt von Gott Barmherzigkeit erlangt hat, das Evangelium von dem durch Christus zu gewinnenden Heil verkündet in Wort und durch sein Beispiel. (V. 17) 4. Deshalb empfiehlt er dem Timotheus die gleiche Predigt; denn wer diese zurückweist, leidet am Glauben Schiffbruch, wie Hymenäus und Alexander, welche der Apostel selbst aus der Kirche entfernt hat. +1 Timotheus 1Tim 62 1 1 PAULUS Apostolus Jesu Christi secundum imperium Dei Salvatoris nostri, et Christi Jesu spei nostræ: Paulus, Apostel Jesu Christi¹ nach der Anordnung Gottes,² unsers Heilandes,³ und Christi Jesu, unserer Hoffnung,⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 1 1 1 Wie in anderen Briefen, stellt der heil. Paulus hier seine apostolische Autorität an die Spitze, um dem Schreiben besonderen Nachdruck zu geben, wohl nicht so wegen Timotheus, als wegen der Gläubigen und der Irrlehrer, denen jener nun die Autorität des Apostels entgegenstellen konnte. +1 Timotheus 1Tim 62 1 1 2 Der Wille Gottes begründet ebenso die Pflicht wie das Recht des heil. Paulus. +1 Timotheus 1Tim 62 1 1 3 Ausführlicher findet sich der hier in ein Wort zusammengefasste Gedanke [1Kor 1,21, Eph 2,8] +1 Timotheus 1Tim 62 1 1 4 Des Urhebers und Vermittlers unserer Hoffnung. +1 Timotheus 1Tim 62 1 2 Timotheo dilecto filio in fide. Gratia, misericordia, et pax a Deo Patre, et Christo Jesu Domino nostro. an Timotheus, den geliebten⁵ Sohn im Glauben. Gnade, Erbarmung und Friede⁶ von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserm Herrn. [Apg 16,1] +1 Timotheus 1Tim 62 1 2 5 Griech.: Dem echten. Das Kindesverhältnis des Timotheus zu Paulus hat einen tieferen Grund als das durch leibliche Erzeugung entstandene. +1 Timotheus 1Tim 62 1 2 6 Diese Erweiterung der üblichen Grußformel findet sich nur noch [2Tim 1,2] und [2Joh 1,3] und hat wohl in der großen Liebe des Apostels zu seinem Jünger (vergl. V. 5, 23) ihren Grund. +1 Timotheus 1Tim 62 1 3 Sicut rogavi te ut remaneres Ephesi cum irem in Macedoniam, ut denuntiares quibusdam ne aliter docerent, Wie ich dich gebeten habe, in Ephesus zu bleiben, als ich nach Macedonien ging, damit du gewissen Leuten⁷ einschärftest, nicht anders zu lehren, +1 Timotheus 1Tim 62 1 3 7 Die Timotheus kennt. Ähnlich [Gal 1,7, 1Kor 4,18, 2Kor 3,1]. +1 Timotheus 1Tim 62 1 4 Neque intenderent fabulis, et genealogiis interminatis: quæ quæstiones præstant magis quam ædificationem Dei, quæ est in fide. und sich nicht mit Fabeln⁸ und endlosen Geschlechtsregistern⁹ zu befassen, welche viel mehr Streitfragen¹⁰ herbeiführen, als den Gottesbau,¹¹ welcher auf dem Glauben beruht, fördern. +1 Timotheus 1Tim 62 1 4 8 Erdichteten Erzählungen. +1 Timotheus 1Tim 62 1 4 9 Es sind die alttestamentlichen Geschlechtsregister oder ihre traditionellen Fortbildungen gemeint, mit denen man nie zu Ende kommen kann. +1 Timotheus 1Tim 62 1 4 10 Streitfragen, Meinungsverschiedenheiten, die aus den Grübeleien hervorgehen. Den Gegensatz bilden die beiden letzten Worte des Verses. Die ersten Samenkörner des Gnostizismus finden sich hier bereits ausgestreut. +1 Timotheus 1Tim 62 1 4 11 Die von Gott gesetzte Heilsordnung. Das gleiche Bild [1Kor 3,9]. Der Grund ist Christus. Zu der Ausrichtung, Befestigung und Vollendung ist Gott durch seine Diener tätig [Eph 4,11ff, 2Kor 10,8] und die jedem Gläubigen verliehenen Gnaden und Kräfte fördern den Bau Gottes. [1Kor 14,3.5, Röm 14,19, Röm 15,2] +1 Timotheus 1Tim 62 1 5 Finis autem præcepti est caritas de corde puro, et conscientia bona, et fide non ficta. Der Endzweck des Gebotes¹² aber ist Liebe¹³ aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.¹⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 1 5 12 Des V. 3 erwähnten Gebotes. (Chrys., Theoph.) +1 Timotheus 1Tim 62 1 5 13 Die Quelle der rechten Liebe ist die göttliche Liebe. Das Herz ist gleichsam der Herd der Flamme, das Gewissen die Luft, in der sie brennt. +1 Timotheus 1Tim 62 1 5 14 Wer, nachdem Gott sich geoffenbart, noch die Wahrheit selbst suchen will oder von der offenbarten Wahrheit nur annimmt, was ihm gefällt, glaubt nicht Gott, sondern sich. Die Liebe kann nur aus aufrichtigem Glauben kommen. Oder kann der Gott lieben, der seine Offenbarung nicht annimmt? Kann der Liebe gegen die Menschen besitzen, dem es an Demut gebricht? +1 Timotheus 1Tim 62 1 6 A quibus quidam aberrantes, conversi sunt in vaniloquium, Davon¹⁵ sind einige abgeirrt, und sind auf eitles Gerede verfallen, +1 Timotheus 1Tim 62 1 6 15 Von der rechten Lehre. +1 Timotheus 1Tim 62 1 7 Volentes esse legis doctores, non intelligentes neque quæ loquuntur, neque de quibus affirmant. indem sie Gesetzeslehrer sein wollten, ohne zu verstehen, weder was sie reden, noch worüber sie Behauptungen aufstellen.¹⁶ +1 Timotheus 1Tim 62 1 7 16 So tiefsinnig ihre Reden auch klangen, verstanden sie dieselben weder selbst, noch auch andere, denen sie ihre vermeintliche Weisheit empfahlen. Ihre Zuversichtlichkeit steht im geradesten Gegensatze zu dem Verständnis. Die Quelle der Verirrung ist Mangel an Glauben und sittliche Verirrung. Im Epheserbriefe wird das Wesen des Irrtums noch unbestimmter bezeichnet, hier schon genauer, noch mehr im Titusbrief [Tit 1,15ff]. +1 Timotheus 1Tim 62 1 8 Scimus autem quia bona est lex, si quis ea legitime utatur: Wir wissen aber,¹⁷ dass das Gesetz gut ist,¹⁸ wenn jemand es gesetzmäßig¹⁹ gebraucht, [Röm 7,12] +1 Timotheus 1Tim 62 1 8 17 Paulus zeigt, dass er kein unbedingter Verächter des Gesetzes ist. Dass die Judenchristen ihre Ehrfurcht für das väterliche Gesetz nicht aufgaben, war berechtigt und dem Ursprunge desselben wie dem Ausspruche des Herrn, siehe [Mt 5,17-19], gemäß; auch die Apostel taten nichts anderes [Apg 3,1, Apg 18,18, Apg 21,20ff]. Jedoch, dass viele von den Judenchristen den mosaischen Bund als die höchste Offenbarung, die Satzungen des A. T. in ihrer ganzen Ausdehnung als unwandelbar ansahen, das Evangelium nur für eine Vervollkommnung des Judentums hielten, nicht aber als Ende desselben und als eine neue Heilsanstalt anerkannten, war eine mit dem Geiste des Christentums unvereinbare Anschauungsweise. [Apg 15] +1 Timotheus 1Tim 62 1 8 18 Sittlich wertvoll. Ähnlich [Röm 3,31] und [Röm 7,12ff]. +1 Timotheus 1Tim 62 1 8 19 Seinem wahren Sinne und seiner Bestimmung nach. Das Gesetz sollte ein Zuchtmeister auf Christus sein [Gal 3,24], deshalb hörte mit dem Erscheinen des Herrn seine vorbereitende Bedeutung auf. Der Schatten wich, als das Licht erschien, die Weckung des Schuldbewusstseins und der Erlösungsbedürftigkeit machte der Anwesenheit des Heiles Platz. Nachdem der Heil. Geist erschienen, war das Gesetz nicht mehr ein äußeres, sondern war ein inneres Gebot geworden, da die Liebe den Christen zu dessen Erfüllung anleitete und befähigte. Für den Liebenden gibt es kein hartes, von außen herantretendes: Du sollst. +1 Timotheus 1Tim 62 1 9 Sciens hoc quia lex justo non est posita, sed injustis, et non subditis, impiis, et peccatoribus, sceleratis, et contaminatis, parricidis, et matricidis, homicidis, sofern er weiß, dass das Gesetz nicht dem Gerechten²⁰ auferlegt ist,²¹ sondern den Ungerechten²² und Unbotmäßigen, Gottlosen und Sündern, Lasterhaften und Unreinen, Vatermördern und Muttermördern, Totschlägern,²³ +1 Timotheus 1Tim 62 1 9 20 Den durch Christus Gerechtfertigten. +1 Timotheus 1Tim 62 1 9 21 Wie eine Last, die er aus Furcht tragen muss. +1 Timotheus 1Tim 62 1 9 22 Dies ich an kein Gesetz binden, deren Wille von Gott abgewendet ist. +1 Timotheus 1Tim 62 1 9 23 Zuerst zählt der Apostel drei Paare allgemeiner Laster auf, die sich überhaupt um Gesetze nicht kümmern, dann folgen bestimmte einzelne Laster. Nicht nur für die Personen, welche in Sünden leben, sondern auch für alles Sündhafte, das anderen, die sonst gut leben, anhaftet, ist ein Gesetz vorhanden es zu rügen und zu strafen. +1 Timotheus 1Tim 62 1 10 Fornicariis, masculorum concubitoribus, plagiariis, mendacibus, et perjuris, et si quid aliud sanæ doctrinæ adversatur, Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern,²⁴ Lügnern, Meineidigen und was sonst noch der gesunden Lehre²⁵ widerstreitet, +1 Timotheus 1Tim 62 1 10 24 Hierauf stand im Alten Testamente die Todesstrafe. [Ex 21,16, Dtn 24,7] +1 Timotheus 1Tim 62 1 10 25 Sittenlehre +1 Timotheus 1Tim 62 1 11 Quæ est secundum Evangelium gloriæ beati Dei, quod creditum est mihi. welche dem herrlichen Evangelium des seligen Gottes gemäß ist,²⁶ das mir anvertraut ist. +1 Timotheus 1Tim 62 1 11 26 Seine Lehre von der Bedeutung des A. T. ist im Evangelium begründet und beruht nicht auf selbsteigener Willkür. In diesem Evangelium offenbart sich die Herrlichkeit des allseligen Gottes im Gegensatze zum Evangelium der Irrlehrer, der Erfindung von Menschen, die nicht beseligen kann. Gott ist in sich selig und will die Gläubigen selig machen. +1 Timotheus 1Tim 62 1 12 Gratias ago ei, qui me confortavit Christo Jesu Domino nostro, quia fidelem me existimavit, ponens in ministerio: Ich sage dem Dank,²⁷ der mir Kraft gegeben, Christus Jesus, unserm Herrn, dass er mich für treu erachtet hat, indem er mich in das Amt²⁸ einsetzte; +1 Timotheus 1Tim 62 1 12 27 Antwort auf einen stillschweigenden Einwurf gegen V. 11: Kann ein einstmaliger heftiger Verfolger des Evangeliums jetzt ein rechtmäßiger Apostel sein? +1 Timotheus 1Tim 62 1 12 28 [Apg 9,15]. Vergl. [Apg 22,15, Apg 26,16] und [Apg 13,2]. +1 Timotheus 1Tim 62 1 13 Qui prius blasphemus fui, et persecutor, et contumeliosus: sed misericordiam Dei consecutus sum, quia ignorans feci in incredulitate. der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Bedrücker war; aber ich habe Gottes Barmherzigkeit erlangt, weil ich unwissend²⁹ gehandelt hatte im Unglauben. +1 Timotheus 1Tim 62 1 13 29 Wie groß war Gottes Barmherzigkeit, die sich seiner erbarmte, da ihn die Unwissenheit in so tiefes Verderben stürzte! Doch was er zuvor getan, war keine Sünde wider den Heil. Geist [Mt 12,31], sondern sein Unglaube entsprang aus dem Mangel an Erkenntnis. Er erwartete einen anderen Messias als einen solchen, wie Jesus sich gezeigt, ein anderes Reich, als er von diesem gestiftet sah. +1 Timotheus 1Tim 62 1 14 Superabundavit autem gratia Domini nostri cum fide, et dilectione, quæ est in Christo Jesu. Überschwänglich aber erwies sich die Gnade unsers Herrn mit dem Glauben und der Liebe,³⁰ die in Christus Jesus sind. +1 Timotheus 1Tim 62 1 14 30 Zweiter Grund der Begnadigung und Grund der Berufung zum Apostelamt. Der Apostel ist sich bewusst, dass er Glauben und Liebe des wahren Christen in sich trägt, vergl. [Gal 2,16, 2Tim 1,12, Phil 1,21, Phil 2,1ff], ja er darf sich selbst das Zeugnis geben, dass er durch seinen Glauben und durch seine Liebe ein würdiger Apostel des Herrn ist. (V. 29) Aber dass er den Unglauben überwand und ein solches Maß des Glaubens und der Liebe erlangte, durch das er ein Vorbild der Gläubigen ward, ist Gnade Gottes. +1 Timotheus 1Tim 62 1 15 Fidelis sermo, et omni acceptione dignus: quod Christus Jesus venit in hunc mundum peccatores salvos facere, quorum primus ego sum: Zuverlässig³¹ ist das Wort³² und aller Annahme würdig, dass Christus Jesus in diese Welt gekommen ist,³³ die Sünder zu retten, unter denen ich der erste bin.³⁴ [Mk 2,17] +1 Timotheus 1Tim 62 1 15 31 Im Gegensatze zu den Spekulationen der Irrlehrer. +1 Timotheus 1Tim 62 1 15 32 Das Folgende. Solche Formel fügt Paulus öfter einem Ausspruche bei, um diesen als besonders wichtig hervorzuheben. +1 Timotheus 1Tim 62 1 15 33 Durch die Menschwerdung. +1 Timotheus 1Tim 62 1 15 34 Ob Christus auch ohne ein solches Ziel zu haben, Mensch geworden wäre? Wohl mag dies wahrscheinlich sein, doch lässt es sich aus dieser Stelle nicht nachweisen. +1 Timotheus 1Tim 62 1 16 Sed ideo misericordiam consecutus sum: ut in me primo ostenderet Christus Jesus omnem patientiam ad informationem eorum, qui credituri sunt illi, in vitam æternam. Aber darum habe ich Barmherzigkeit erlangt, damit an mir, als dem ersten,³⁵ Christus Jesus das ganze Maß seiner Langmut zeigte, zur Belehrung für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben.³⁶ +1 Timotheus 1Tim 62 1 16 35 Dem größten (Aug.). Ist Paulus wirklich ein Sünder, wenn er aus Unwissenheit handelte (V. 13), wenn er mit gutem Gewissen für Gott eiferte [Apg 22,3] mit gutem Gewissen Gott diente [Apg 23,1] und in der Gerechtigkeit nach dem Gesetze tadellos war? [Phil 8,3] Die Leidenschaft, die ihn an der Erkenntnis der Wahrheit hinderte, war Sünde, hatte sie ihn doch Gottes Mahnungen überhören lassen, wie z. B. dem Tode des heil. Stephanus. Warum aber nennt er sich den größten Sünder, wie [1Kor 15,9] den letzten der Apostel? Die Demut denkt von sich gering und beschäftigt sich nur mit der eigenen Fehlerhaftigkeit. +1 Timotheus 1Tim 62 1 16 36 Wie der Arzt einen zuvor schweren Kranken anderen vorstellt, um auch ihnen Hoffnung zu machen, so hat Christus mich, den Sündhaftesten, nicht nur geheilt, sondern auch mit Gnaden überhäuft, um allen Menschen seine unendliche Langmut zu zeigen, damit keiner, wenn er auf mich schaut, an seinem Heile verzweifle. +1 Timotheus 1Tim 62 1 17 Regi autem sæculorum immortali, invisibili, soli Deo honor, et gloria in sæcula sæculorum. Amen. Dem Könige der Ewigkeit aber, dem unsterblichen,³⁷ unsichtbaren,³⁸ alleinigen³⁹ Gott sei Ehre und Herrlichkeit⁴⁰ in alle Ewigkeit! Amen.⁴¹ +1 Timotheus 1Tim 62 1 17 37 Als unsterblich ist Gott über alle Zeitlichkeit erhaben und kann also ein Herrscher der Ewigkeit sein. +1 Timotheus 1Tim 62 1 17 38 Seine Herrschaft muss im Glauben erfasst werden. [Hebr 11,27] +1 Timotheus 1Tim 62 1 17 39 Seine Herrschaft ist unbeschränkt, mit niemand geteilt. +1 Timotheus 1Tim 62 1 17 40 Diese Verbindung kehrt nur [Offb 5,12] wieder. +1 Timotheus 1Tim 62 1 17 41 Es geschehe! Diese Schlussformel ging aus dem israelitischen in den christlichen Gebrauch über. +1 Timotheus 1Tim 62 1 18 Hoc præceptum commendo tibi fili Timothee, secundum præcedentes in te prophetias, ut milites in illis bonam militiam, Diese Mahnung⁴² lege ich dir an's Herz, mein Sohn Timotheus! gemäß den früheren über dich ergangenen Weissagungen,⁴³ dass du in Kraft derselben den guten Kampf kämpfest, +1 Timotheus 1Tim 62 1 18 42 Die V. 3 5 ausgesprochene. +1 Timotheus 1Tim 62 1 18 43 Aussprüche über seine Würdigkeit zum bischöflichen Amte bei seiner Auserwählung. +1 Timotheus 1Tim 62 1 19 Habens fidem, et bonam conscientiam, quam quidam repellentes, circa fidem naufragaverunt: indem du den Glauben⁴⁴ und ein gutes Gewissen⁴⁵ bewahrst, welches⁴⁶ einige⁴⁷ von sich gestoßen und so im Glauben Schiffbruch gelitten haben; +1 Timotheus 1Tim 62 1 19 44 Vergl. [Eph 6,16]. +1 Timotheus 1Tim 62 1 19 45 Verfehlungen sind Quelle und Grund von Irr- und Unglauben. Vergl. [Röm 1,21ff]. Die evangelische Wahrheit ist kein reines Gedächtnis- oder Verstandeswerk, sondern leben und Kraft. +1 Timotheus 1Tim 62 1 19 46 Welches, nämlich: gute Gewissen, das ein hohes Gut, nicht einzig ein lästiger Warner ist. Wer gefehlt, sucht sich aus Furcht vor der zukünftigen Strafe zu überreden, die Religion sei nur Trug. (Theoph.) Ist die Schädigung des Glaubens die Folge des Verlierens des guten Gewissens, so ist klar, dass das gute Gewissen der Grund, nicht die Folge des Glaubens ist. +1 Timotheus 1Tim 62 1 19 47 Einige von den V. 3 Genannten. +1 Timotheus 1Tim 62 1 20 Ex quibus est Hymenæus, et Alexander: quos tradidi Satanæ, ut discant non blasphemare. zu welchen Hymenäus⁴⁸ und Alexander⁴⁹ gehören, die ich dem Satan⁵⁰ übergeben habe,⁵¹ damit sie lernen, nicht zu lästern. +1 Timotheus 1Tim 62 1 20 48 Hymenäus wird [2Tim 2,17] wieder als Beispiel eines Irrlehrers angeführt. Er leugnete, wohl infolge unsittlichen Lebenswandels, die Auferstehung der Toten. +1 Timotheus 1Tim 62 1 20 49 Ob dies derselbe wie der [2Tim 4,14] erwähnte ist, steht nicht fest. +1 Timotheus 1Tim 62 1 20 50 Satan ist fortwährend zur Vermehrung des Bösen tätig, wie er der erste Urheber desselben war. +1 Timotheus 1Tim 62 1 20 51 Ähnlich [1Kor 5,5]. Die Exkommunikation ist an beiden Stellen mit einer ganz besonderen Strafe verbunden. Jedenfalls soll der böse Geist, wie dort ein leibliches Leiden, so hier eine schmerzliche Züchtigung herbeiführen. Im Griech. ist hinzugefügt: Damit sie gezüchtigt (und so verhindert) werden (ferner zu lästern). Wie paart sich aber die Liebe mit solcher Strenge? Paulus hasst die Sünde, diese soll verhütet werden, die Sünder aber umkehren. +1 Timotheus 1Tim 62 2 0 II. Vorschriften über das öffentliche Gebet (Kap. 2, V. 1 15): 1. Für wen ist zu beten? Für alle Menschen und Obrigkeiten (V. 2), so schreibt Gott vor, der alle Menschen selig machen will, wie er durch den Tod Christi für alle und durch die Sendung des Apostels an die Heiden gezeigt. (V. 7) 2. Wer soll beten und wie? Die Männer frei von Sünden (V. 8), die Frauen geschmückt mit Tugenden vielmehr als mit kostbaren Kleidern. (V. 10) 3. Die Frauen sollen in der christlichen Versammlung schweigen und lernen (V. 12), da die Frau, wie die Schöpfung und der Sündenfall zeigt, dem Manne unterworfen sein soll. (V. 14) Ihre Berufssphäre und der Weg zum Heil für sie. +1 Timotheus 1Tim 62 2 1 Obsecro igitur primum omnium fieri obsecrationes, orationes, postulationes, gratiarum actiones pro omnibus hominibus: Ich ermahne nun¹ vor allem,² Gebete, Bitten, Fürbitten, Danksagungen³ zu verrichten für alle Menschen,⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 2 1 1 Zurückbeziehung auf [1Tim 1,3]. Der eigentliche Gegenstand meines Schreibens ist dieser. +1 Timotheus 1Tim 62 2 1 2 Unter allem, was zum christlichen Leben notwendig ist, nimmt das Gebet die erste Stelle ein, ist es doch der beste Schild gegen die Versuchungen, das beste Mittel zum Fortschritt. (Thom.) +1 Timotheus 1Tim 62 2 1 3 Gebet im allgemeinen, Bittgebet, Fürbitte und Dankgebet. Der heil. Augustin bezieht diese Stelle auf die heilige Messe und deren Gebete. +1 Timotheus 1Tim 62 2 1 4 Keiner wird ausgenommen. Man vergleiche die Eingangsgebete in der Liturgie des heil. Chrysostomus und die in der lateinischen Kirche jetzt noch am Karfreitag üblichen Gebete. +1 Timotheus 1Tim 62 2 2 Pro regibus, et omnibus, qui in sublimitate sunt, ut quietam, et tranquillam vitam agamus in omni pietate, et castitate. für Könige und für alle, die in obrigkeitlichem Ansehen⁵ stehen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.⁶ +1 Timotheus 1Tim 62 2 2 5 Die Juden beteten nur in gewissen Umständen für die weltliche, nichtjüdische Gewalt [Bar 1,10, Jes 29,7, Esra 6,10] und nährten zur Zeit die Empörungssucht gegen heidnische Obrigkeiten. Dazu gingen die Verfolgungen von der Obrigkeit aus oder wurden von dieser geduldet, was nicht geeignet war, ihr die Liebe der Christen zu gewinnen. Kein besseres Mittel gab es nun, jeder feindseligen Gesinnung gegen dieselbe vorzubeugen, als indem der Apostel die Obrigkeit dem Gebete der Christen empfahl. Das Gebet für die Fürsten hängt nicht von dem Religionsbekenntnisse oder der Würdigkeit derselben ab, denn der Christ sieht in ihnen nicht die menschlichen Personen, sondern die Stellvertreter Gottes zur Handhabung des Rechtes. Vergl. [Tit 3,1]. Wie treu die Christen diese Mahnung des Apostels selbst heidnischen Verfolgern gegenüber beobachteten, bezeugen Justinus (Apol. 1) und Tertullian. (Apol. 30) +1 Timotheus 1Tim 62 2 2 6 Ziel und Frucht, nicht Gegenstand des Gebetes. +1 Timotheus 1Tim 62 2 3 Hoc enim bonum est, et acceptum coram Salvatore nostro Deo, Denn dies⁷ ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heilande,⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 2 3 7 Der subjektiven Absicht werden die verpflichtenden Gründe beigefügt: Das Gebet ist an sich gut, Gott wohlgefällig, und entspricht insbesondere dem göttlichen Heilswillen. +1 Timotheus 1Tim 62 2 3 8 Die heil. Dreifaltigkeit. Unser Gebet für die Ungläubigen soll sich also besonders auf ihre Bekehrung richten. +1 Timotheus 1Tim 62 2 4 Qui omnes homines vult salvos fieri, et ad agnitionem veritatis venire. der da will,⁹ dass alle¹⁰ Menschen das Heil erlangen¹¹ und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.¹² +1 Timotheus 1Tim 62 2 4 9 Soviel auf ihn ankommt. Deshalb bietet er auch die dazu nötigen Mittel, deren Erfolg durch den Mangel an gutem Willen seitens der Menschen freilich vielfach vereitelt wird. +1 Timotheus 1Tim 62 2 4 10 Vergl. [2Petr 3,9]. Nicht nur etwa die Gläubigen oder nur die Vorherbestimmten, sondern jeder einzelne Mensch. +1 Timotheus 1Tim 62 2 4 11 Wenn die Ungläubigen das natürlich Gute tun, das in ihren Kräften steht, so hilft Gott durch besonderen Beistand weiter zum Heile. Die Treue gegen seine Eingebungen und Anregungen wird Gott bewegen, die Gnade des Glaubens zu gewähren. Wenn der Arzt alle Kranken einlädt, seine Hilfe anzunehmen, ist es da seine Schuld, wenn einer derselben sie zurückweist und stirbt? (Ambrosiaster) +1 Timotheus 1Tim 62 2 4 12 Der Apostel setzt hier die Vorbedingung, den Weg zum Heile, an die zweite Stelle, das Ziel aber voran, da dies von Gott zuerst in's Auge gefasst wird. +1 Timotheus 1Tim 62 2 5 Unus enim Deus, unus et mediator Dei et hominum homo Christus Jesus: Denn¹³ einer ist Gott, einer auch ist Mittler zwischen Gott und den Menschen,¹⁴ der Mensch¹⁵ Christus Jesus, +1 Timotheus 1Tim 62 2 5 13 Dritter und vierter Grund. Da einer Gott ist, folgt, dass der Gnadenweg nur einer ist, und darum ohne die Erkenntnis der denselben kundmachenden Wahrheit niemand gerettet werden kann. Einer ist der Erlöser, also kann niemand gerettet werden als durch ihn. +1 Timotheus 1Tim 62 2 5 14 Wohl waren die Menschen als Geschöpfe an Gott als den Schöpfer, als Untertanen an den Herrn, Gesetzgeber und Richter gebunden, indes war die Verbindung für den Menschen teils eine tote [Eph 2,5], da er das Bewusstsein davon verloren, teils zum Tode. [Eph 2,3] Da erschien Jesus Christus als Mensch und zeigte in seiner Person Gottheit und Menschheit auf das innigste vereinigt. Er gab sich als Lösegeld hin für alle und hob so das Verhältnis der Menschen zu Gott auf, soweit es eine Verbindung zum Tode war, indem er Schuld und Strafe des ganzen Menschengeschlechtes auf sich nahm. Alsdann kehrte er mit seiner heiligsten Menschheit in den Himmel zurück, wo er fort und fort das Mittleramt übt, die Menschheit mit Gott verbindet. +1 Timotheus 1Tim 62 2 5 15 Seine Mittlerschaft reicht also so weit als es nur Menschen gibt. +1 Timotheus 1Tim 62 2 6 Qui dedit redemptionem semetipsum pro omnibus, testimonium temporibus suis: welcher sich selbst als Lösegeld hingegeben hat¹⁶ für alle,¹⁷ ein Zeugnis¹⁸ zu seiner Zeit,¹⁹ +1 Timotheus 1Tim 62 2 6 16 Der Mensch war durch seinen Abfall von Gott unter die Herrschaft der Sünde und damit in die Sklaverei Satans gekommen. Da er aus freiem Willen sich in diese Lage gebracht, geriet er Gott gegenüber in Schuld. Die Gefangenschaft musste gelöst, die Schuld bezahlt werden. Beides leistete Christus, der für die Menschen vollbrachte, was diese hätten tun müssen, und so zugleich die Kette der Sklaverei löste. +1 Timotheus 1Tim 62 2 6 17 Da Christus sich für alle hingegeben, ging auch Gottes Heilswille auf alle. +1 Timotheus 1Tim 62 2 6 18 Von der Heiligkeit, wie von der Liebe Gottes. Von jener, da auf den Heiland die Strafe der Sünden gelegt ward, von dieser, da seine Hingabe ein Beweis ist, dass sie von Gott geliebt und zum Heile berufen sind. Der Heilswille Gottes, alle Menschen, Juden wie Heiden, zum Heile zu führen, war im A. T. Geheimnis, das zu seiner Zeit offenbart werden sollte [Gal 4,4] und von dem Christus Zeugnis gegeben. +1 Timotheus 1Tim 62 2 6 19 In dieser Zeit. +1 Timotheus 1Tim 62 2 7 In quo positus sum ego prædicator, et Apostolus (veritatem dico, non mentior) doctor gentium in fide, et veritate. für welches ich bestimmt bin als Prediger und Apostel²⁰ (ich rede die Wahrheit, ich lüge nicht), als Lehrer der Heiden in Glauben und Wahrheit.²¹ +1 Timotheus 1Tim 62 2 7 20 Die Berufung auf sein Apostelamt für die Heiden wird wohl mit Rücksicht auf den allgemeinen Heilswillen Gottes (V. 4) beigefügt. Sein Amtscharakter als Apostel ist schon bezeichnet, es kommt also nur darauf an, zu betonen, dass er als solcher insbesondere die Heiden zu lehren hat, was er durch die Bekräftigung: ich rede die Wahrheit, einleitet. +1 Timotheus 1Tim 62 2 7 21 Sphäre, in der er sein Amt als Heidenapostel verwalten soll: In der Erweckung des Glaubens und der Erkenntnis der Wahrheit. +1 Timotheus 1Tim 62 2 8 Volo ergo viros orare in omni loco, levantes puras manus sine ira, et disceptatione. Ich will²² nun,²³ dass die Männer aller Orten²⁴ beten, indem sie reine²⁵ Hände erheben,²⁶ ohne Zorn und Streit. +1 Timotheus 1Tim 62 2 8 22 Ich verordne. +1 Timotheus 1Tim 62 2 8 23 Wiederaufnahme von V. 1, der bis V. 7 begründet ist. +1 Timotheus 1Tim 62 2 8 24 An allen für das öffentliche Gebet bestimmten Orten. +1 Timotheus 1Tim 62 2 8 25 Dem religiösen Akte gemäß. +1 Timotheus 1Tim 62 2 8 26 Das Aufheben der Hände beim Gebet wie beim Segnen [Lk 24,50] ist jüdische [Ex 17,11, Ps 28,2, Ps 62,5] u. a. und altchristliche Sitte. (Tertull., Clem. Alex.) +1 Timotheus 1Tim 62 2 9 Similiter et mulieres in habitu ornato, cum verecundia, et sobrietate ornantes se, et non in tortis crinibus, aut auro, aut margaritis, vel veste pretiosa: Gleicherweise²⁷ auch, dass die Frauen sich schmücken mit ehrbarer Tracht, in Schamhaftigkeit und Sittsamkeit, nicht mit Haargeflechten, oder Gold, oder Perlen, oder kostbarer Kleidung;²⁸ [1Petr 3,3] +1 Timotheus 1Tim 62 2 9 27 Die den Männern gegebenen Vorschriften gelten zwar den Frauen gleicherweise, indes empfiehlt der Apostel jedem Geschlechte diejenigen Eigenschaften insbesondere, welche demselben vorzüglich notwendig sind. +1 Timotheus 1Tim 62 2 9 28 Auch außerhalb der heiligen Versammlung gilt diese Vorschrift. Die Frauen haben die Neigung zu gefallen, diese Neigung ist nicht zu tadeln, wohl aber die Gefallsucht, welche sich offenbart, wenn die Frau ohne Schamhaftigkeit und Mäßigung, also in übertriebener Ziersucht sich schmückt. Vergl. auch [1Kor 11,12.16]. +1 Timotheus 1Tim 62 2 10 Sed quod decet mulieres, promittentes pietatem per opera bona. sondern, wie es sich ziemt²⁹ für Frauen, welche sich zur Frömmigkeit bekennen, durch gute Werke. +1 Timotheus 1Tim 62 2 10 29 Sich zu schmücken. +1 Timotheus 1Tim 62 2 11 Mulier in silentio discat cum omni subjectione. Die Frau³⁰ lerne in der Stille in aller Untertänigkeit. +1 Timotheus 1Tim 62 2 11 30 Von dem Verhalten der Frauen beim Gebet geht der Apostel auf den anderen Teil des Gottesdienstes, die Lehrvorträge, über. In der Stille lernen ist eine Art der Untertänigkeit. +1 Timotheus 1Tim 62 2 12 Docere autem mulieri non permitto, neque dominari in virum: sed esse in silentio. Zu lehren aber gestatte ich der Frau nicht,³¹ noch auch sich über den Mann zu erheben,³² sondern sie soll sich still verhalten. [1Kor 14,34] +1 Timotheus 1Tim 62 2 12 31 In der christlichen Versammlung, das Evangelium auslegend, in seiner Wahrheit und in seinen Vorschriften, mit dem Anspruche auf Glauben und Gehorsam der übrigen, kraft eines Lehramtes. Es ist den Frauen hingegen nicht verboten, das, was sie gelernt haben, da mitzuteilen, wo es zu ihrem besonderen Berufe gehört, z. B. bei den Kindern (V. 15) oder wo besondere Umstände dies erfordern. [Apg 18,26] Wohl kann es geschehen, dass Frauen ihre inneren Erfahrungen auch in größeren Kreisen aussprechen [Apg 2,17.18, Apg 21,9] Vergl. [1Kor 11,7ff], indes dürfen sie nie als Lehrerinnen der Gläubigen auftreten, namentlich in der Versammlung. [1Kor 14,34.35] +1 Timotheus 1Tim 62 2 12 32 Auch in häuslichen Verhältnissen. +1 Timotheus 1Tim 62 2 13 Adam enim primus formatus est: deinde Heva: Denn³³ Adam wurde zuerst gebildet, darnach Eva;³⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 2 13 33 Begründung zu V. 12 und damit auch zu V. 11. +1 Timotheus 1Tim 62 2 13 34 Da der Mann eine Zeit lang ohne das Weib war, ist er nicht auf deren Leitung angewiesen. Die Ergänzung, das Verhältnis des Weibes zum Manne, siehe [1Kor 11,7ff]. +1 Timotheus 1Tim 62 2 14 Et Adam non est seductus: mulier autem seducta in prævaricatione fuit. und Adam ward nicht verführt, das Weib aber ward verführt und beging so die Übertretung.³⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 2 14 35 Eva ward durch die Verheißungen der Schlange getäuscht, während Adam der Stimme Evas gehorchte. [Gen 3,12.17] So ist das leicht zu täuschende Weib nicht geeignet, eine Lehrerin der Wahrheit zu sein. +1 Timotheus 1Tim 62 2 15 Salvabitur autem per filiorum generationem, si permanserit in fide, et dilectione, et sanctificatione cum sobrietate. Sie³⁶ wird das Heil aber erlangen durch Kindergebären,³⁷ wenn sie im Glauben und in Liebe und Heiligung mit Eingezogenheit verharrt.³⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 2 15 36 Von der Vertreterin der Frauen geht der Apostel auf diese selbst über. Ist nach V. 11ff der Wirkungskreis der Frauen auch beschränkt, so hat sie doch auch einen solchen zur Erlangung des Heils. Der Apostel spricht hier von dem nach der natürlichen Gottesordnung besonderen Beruf der verheirateten Frau [Gen 3,16], während er [1Kor 7] die Frage erörtert, was für die Erfüllung der religiösen Aufgaben unter Umständen ratsamer ist. +1 Timotheus 1Tim 62 2 15 37 Das Kindergebären tritt an die Stelle des versagten Lehrberufes. War nun jener nicht als Mittel zur Seligkeit hier gedacht, so auch das Kindergebären nicht. Die Bedingungen der Seligkeit ferner, welche folgen, stehen in keiner Verbindung zum Kindergebären. Also muss die Präposition per (a) hier lokal genommen werden, ja, nach [2Kor 2,4] kann es selbst als begleitender Umstand gefasst werden. Um den Gedanken, dass die Frau durch Kindergebären das Heil wirkt, in dem vorliegenden Texte zu finden, dehnten einige das Kindergebären auf die Bedeutung der Erziehung und Erfüllung aller mütterlichen Pflichten aus (Chrys., Theoph.), während andere an die Schmerzen dachten, deren Ertragung eine gewisse Genugtuung leistet. +1 Timotheus 1Tim 62 2 15 38 Das Beharren im Glauben. Liebe und Heiligung soll noch besonders mit Mäßigung verbunden sein, weil die Frauen gern über die Schranken weiblichen Berufes hinaus eine Tätigkeit suchen. Griech. und in den letzten lat. Handschriften Plur.: Wenn sie (die Kinder) verharren (so weit die Mutter darauf einwirken kann). +1 Timotheus 1Tim 62 3 0 III. Eigenschaften der Diener der Kirche (Kap. 3, V. 1 13): 1. Die Bischofswürde darf begehrt werden (V. 1), doch muss jeder Bewerber sowohl im Privatleben (V. 3), wie im häuslichen (V. 5) und öffentlichen Leben seine Tugend bewährt haben. (V. 7) 2. Auch die Diakone müssen sich durch Tugenden in ihrem Privatleben auszeichnen und sind deshalb vor der Berufung zu prüfen (V. 10); sie müssen auch in ihrem Familienkreise bewährt sein, denn nur wer auf der niederen Stufe treu ist, verdient zu höherer Würde befördert zu werden. (V. 13) Diese Vorschriften sollen Timotheus als Richtschnur dienen. (V. 15) IV. Mahnungen betreffs der Irrlehrer (3,16 4,16): 1. Preis des Geheimnisses der Menschwerdung. +1 Timotheus 1Tim 62 3 1 Fidelis sermo: Si quis episcopatum desiderat, bonum opus desiderat. Gewiss ist das Wort:¹ wenn jemand das Bischofsamt² verlangt, so verlangt er ein vorzügliches Amt. +1 Timotheus 1Tim 62 3 1 1 Diese Einleitung weist, wie [1Tim 1,15] auf die Wichtigkeit des Folgenden hin. +1 Timotheus 1Tim 62 3 1 2 Nicht die Würde, sondern die Bürde, die Tätigkeit. Die rechte Ordnung fordert, dass man für eine Würde jemanden suche, nicht dass die Menschen sich um eine solche bemühen (Greg.). Dies gilt für die bischöfliche Würde umso mehr, als die mit derselben verbundene Verantwortlichkeit und Amtslast selbst für die Schulter der Engel erschreckend ist. (Trid. Kirchenr. Sitz 6, Von der Reform 1) +1 Timotheus 1Tim 62 3 2 Oportet ergo episcopum irreprehensibilem esse, unius uxoris virum, sobrium, prudentem, ornatum, pudicum, hospitalem, doctorem, Es muss also³ ein Bischof untadelhaft⁴ sein, nur eines Weibes Mann,⁵ nüchtern,⁶ klug, würdevoll,⁷ ehrbar, gastfrei,⁸ zum Lehren geschickt, [Tit 1,7] +1 Timotheus 1Tim 62 3 2 3 Folgerung aus dem Wesen des bischöflichen Amtes. +1 Timotheus 1Tim 62 3 2 4 Niemand eine gerechte Gelegenheit zum Tadel, zur Herabsetzung bietend. +1 Timotheus 1Tim 62 3 2 5 Eine solche Veranlassung zur Herabsetzung würde z.B. in der zweiten Ehe, dem Zeichen der Unenthaltsamkeit, liegen. Dass der Apostel nicht an gleichzeitige Bigamie denken kann, die ohnehin bei Juden und Heiden selten war, zeigt die entsprechende Redeweise [1Tim 5,9] (Theodor, Hier., Ök., Theoph.) Vielmehr ist von successiver Bigamie die Rede. (Tert., Orig. u. a.). Gewiss will Paulus auch nicht den Bischöfen gebieten, sich zu verheiraten, sondern nimmt den Stand der Ehe als das für die Männer damals gewöhnlich Zutreffende an. Soll dieser aber zur Zeit der Übernahme des Amtes als fortbestehend bezeichnet werden? In vielen Fällen traf dies wohl zu, mangels einer größeren Auswahl unter den Gläubigen, indes nehmen viele Ausleger an, und diese Meinung ist wohlbegründet, dass solche verheiratete Bischöfe vom Augenblick ihrer Erwählung an das Gesetz des Zölibates gebunden waren, vergl. [Tit 1,8], wie das 2. Konzil von Karthago i. J. 397 bezeugt: Was die Apostel gelehrt und das Altertum beobachtet, wollen auch wir bewahren. (Kan. 2) +1 Timotheus 1Tim 62 3 2 6 In geistigem Sinne: Durch keine Leidenschaft verblendet und mit richtigem Einblicke in die Verhältnisse des Lebens begabt. +1 Timotheus 1Tim 62 3 2 7 Im Griech. steht nur ein Wort für diese beiden Ausdrücke. +1 Timotheus 1Tim 62 3 2 8 Diese Tugend wird auch den einfachen Gläubigen empfohlen. [Röm 12,13] +1 Timotheus 1Tim 62 3 3 Non vinolentum, non percussorem, sed modestum: non litigiosum, non cupidum, sed nicht dem Trunke ergeben, kein Schläger,⁹ sondern eingezogen,¹⁰ nicht zänkisch, nicht habsüchtig, sondern +1 Timotheus 1Tim 62 3 3 9 Kein Polterer, Lärmer, ohne Selbstbeherrschung. +1 Timotheus 1Tim 62 3 3 10 Griech.: Milde, nachgiebig. +1 Timotheus 1Tim 62 3 4 Suæ domui bene præpositum: filios habentem subditos cum omni castitate. seinem eigenen Hause wohl vorstehend, und die Kinder in Untertänigkeit haltend¹¹ mit aller Ehrbarkeit. +1 Timotheus 1Tim 62 3 4 11 Wie soll der Fremde in Unterwürfigkeit halten, der seine eigenen Kinder nicht in Gehorsam zu halten vermag? Oder wer soll andere Keuschheit lehren, der seine eigenen Kinder nicht zur Sittsamkeit anzuleiten vermag? +1 Timotheus 1Tim 62 3 5 Si quis autem domui suæ præesse nescit, quomodo Ecclesiæ Dei diligentiam habebit? Wenn aber jemand seinem eigenen Hause nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Kirche Gottes¹² Sorge tragen? +1 Timotheus 1Tim 62 3 5 12 Die von Gott zu Heiligen Angenommenen, soweit diese unter ihrem Erlöser und dessen Aposteln eine Gemeinschaft bilden durch Einheit des Glaubens und Lebens [Apg 2,47] und durch Vereinigung zu Übungen des Glaubens und christlichen Lebens [1Kor 11,18]. Diese Gemeinde ist über die ganze Welt verbreitet [Eph 1,22], aber stellt sich auch in bestimmten kleineren Umgrenzungen, Provinzen, Städten dar [Gal 1,2, Apg 8,9, 1Kor 1,2, Kol 4,16, Röm 16,4]. +1 Timotheus 1Tim 62 3 6 Non neophytum: ne in superbiam elatus, in judicium incidat diaboli. Nicht ein Neubekehrter,¹³ damit er nicht, von Dünkel aufgeblasen,¹⁴ dem Gerichte des Teufels anheimfalle.¹⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 3 6 13 Griech.: Neugepflanzte. Christus ist der Ölbaum, dem die Christen durch die Taufe eingepfropft werden. +1 Timotheus 1Tim 62 3 6 14 Wenn er ein Lehrer wird, bevor er noch recht Schüler geworden, und unter die Fürsten erhoben wird, ehe er gehorchen gelernt (Chrys.). +1 Timotheus 1Tim 62 3 6 15 In die Verdammnis, welche den Teufel getroffen. (Hier., Chrys., Aug.) Doch kann das Wort auch allgemeiner gefasst werden: Der Verleumders, dass er nicht durch Anstoß, den er gibt, Verleumder (vergl, V. 7 die draußen sind) zum Urteil über ihn veranlasse. Der Heiland will, dass niemand sich so Lehrer nennen lasse, dass der Erlöser selbst nicht mehr Lehrer bliebe, sondern indem jemand ohne Anschluss an ihn seine eigene Meinung verficht, und dass keiner sich Herr nennen lasse, so dass er nicht mehr Herr bliebe. Dies geschähe, wenn jemand nach seiner Willkür belohnte, strafte usw. [Mt 23,7-12, Mt 20,25-27]. Es gehört aber viel Weisheit und Selbstverleugnung dazu, ein rechter Verwalter zu sein, Eigenschaften, welche ein Neubekehrter kaum besitzt oder wenigstens noch nicht bewiesen hat. +1 Timotheus 1Tim 62 3 7 Oportet autem illum et testimonium habere bonum ab iis, qui foris sunt, ut non in opprobrium incidat, et in laqueum diaboli. Er muss aber auch ein gutes Zeugnis¹⁶ haben von denen, die draußen sind,¹⁷ damit er nicht in Schmach und in die Fallstricke des Teufels falle.¹⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 3 7 16 Diese Vorschrift besteht fort und fort. (Kirchenr. v. Trient, Sitz 25, Von der Reform, Kap. 5) +1 Timotheus 1Tim 62 3 7 17 Von den Ungläubigen. +1 Timotheus 1Tim 62 3 7 18 Der ihn, wenn er selbst bei den Nichtchristen verrufen ist, wieder zu den Ungläubigen herüberzuziehen suchen wird. (Thom.) +1 Timotheus 1Tim 62 3 8 Diaconos similiter pudicos, non bilingues, non multo vino deditos, non turpe lucrum sectantes: Die Diakone¹⁹ seien desgleichen ehrbar, nicht doppelzüngig, nicht vielem Trinken ergeben, nicht nach schnödem Gewinne trachtend,²⁰ +1 Timotheus 1Tim 62 3 8 19 Ob solche schon [Apg 5,6.9.10] unter den Jünglingen zu verstehen sind? Der Name Diakon kommt jedenfalls erst bei der [Apg 6,1ff] erwähnten Gelegenheit vor, doch wird ihr Dienst bereits vorausgesetzt. Es gab also bereits im Beginne der christlichen Kirche solche, welche mit untergeordneten Dienstleistungen im Heiligtume beauftragt waren. [Apg 6,3-6, Apg 5,12] Diakone werden auch [Phil 1,1] erwähnt. Die Wichtigkeit ihres Amtes, wie ihr unmittelbarer Einfluss auf die Gemeindeglieder, machte die größte Behutsamkeit bei ihrer Auswahl zur Pflicht. +1 Timotheus 1Tim 62 3 8 20 Sie haben die Güter der Kirche zu verwalten und den Armen Unterstützungen auszuteilen. +1 Timotheus 1Tim 62 3 9 Habentes mysterium fidei in conscientia pura. das Geheimnis des Glaubens²¹ in einem reinen Gewissen²² bewahrend. +1 Timotheus 1Tim 62 3 9 21 Die gesamte Glaubenslehre. (Vergl. V. 16) +1 Timotheus 1Tim 62 3 9 22 In tadellosem Lebenswandel. Christlicher Glaube und christliches Leben entsprechen einander. Wer den Glauben im Leben praktisch verleugnet, wird ihn bald auch theoretisch verleugnen. +1 Timotheus 1Tim 62 3 10 Et hi autem probentur primum: et sic ministrent, nullum crimen habentes. Und zwar sollen diese zuerst geprüft werden; dann erst, wenn sie untadelig sind, mögen sie das Amt ausüben.²³ +1 Timotheus 1Tim 62 3 10 23 Bei den Priestern und Bischöfen hat Paulus die Notwendigkeit der Prüfung nicht so hervorgehoben, doch ist sie auch dort genügend angedeutet. +1 Timotheus 1Tim 62 3 11 Mulieres similiter pudicas, non detrahentes, sobrias, fideles in omnibus. Die Frauen²⁴ sollen gleicherweise ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern,²⁵ treu in allem. +1 Timotheus 1Tim 62 3 11 24 Das Wort scheint auf eine besondere Stellung der hier gemeinten Frauen in der Kirche hinzuweisen. Es sind wohl also die Diakonissen (Chrys., Theoph., Ökum.) +1 Timotheus 1Tim 62 3 11 25 Voll Selbstbeherrschung. +1 Timotheus 1Tim 62 3 12 Diaconi sint unius uxoris viri: qui filiis suis bene præsint, et suis domibus. Die Diakone seien Männer einer Frau, ihren Kindern und dem eigenen Hause wohl vorstehend; +1 Timotheus 1Tim 62 3 13 Qui enim bene ministraverint, gradum bonum sibi acquirent, et multam fiduciam in fide, quæ est in Christo Jesu. denn diejenigen, welche ihr Amt gut verwalten, werden sich eine wertvolle Ehrenstufe²⁶ erwerben und große Zuversicht²⁷ im Glauben, der in Christus Jesus ist.²⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 3 13 26 So Ambr., Theophyl., Thomas. der Apostel zeigt den Weg zu dem V. 1 erwähnten Amte. Das Amt heißt hier eigentlich gut mit Beziehung auf V. 1. +1 Timotheus 1Tim 62 3 13 27 Jene Stärke des christlichen Willens, vermöge der in seine Warnungen, Wünsche, Hoffnungen ohne Scheu ausspricht. +1 Timotheus 1Tim 62 3 13 28 Der in Christus seinen Grund hat. +1 Timotheus 1Tim 62 3 14 Hæc tibi scribo, sperans me ad te venire cito. Dies²⁹ schreibe ich dir, obgleich ich hoffe, bald zu dir zu kommen; +1 Timotheus 1Tim 62 3 14 29 Das von [1Tim 2,1] an Gesagte. +1 Timotheus 1Tim 62 3 15 Si autem tardavero, ut scias quomodo oporteat te in domo Dei conversari, quæ est Ecclesia Dei vivi, columna et firmamentum veritatis. wenn ich aber säume, damit du wissest, wie du im Hause Gottes wandeln sollst, das ja ist die Kirche des lebendigen Gottes,³⁰ eine Säule und Grundfeste der Wahrheit.³¹ +1 Timotheus 1Tim 62 3 15 30 Die Gemeinde der Christen heißt eine Herde Gottes, weil Gott sie weidet [1Thess 2,12, Eph 4,4], sie zusammenhält [Joh 19,28.29], sie leitet und vollendet. [Joh 17,11, Joh 17,24] Sie heißt Haus Gottes, weil sie auf Gott gegründet ist [1Kor 3,9, 1Petr 5,10, 2Tim 2,19], von ihm eingerichtet [Hebr 3,4], von ihm, dem in seinem Worte und seiner Kraft stets in der Gegenwärtigen, bewohnt wird [Eph 2,22], und ihm geweiht ist [Eph 3,21, Eph 5,26.27], damit er darin fort und fort verehrt werde. Sie ist auch Gottes Haus, weil eine Familie Gottes [Eph 2,19], denn die Glieder sind Kinder Gottes, er ihr Vater [Röm 8,15ff], und die Christen untereinander darum Brüder. [Apg 6,3, 1Kor 5,11, Phil 1,14, 1Petr 2,17] An dieser Stelle weist der Apostel besonders darauf hin, dass Gott durch sein Wort in der Kirche gegenwärtig ist, das er in ihr niedergelegt hat [Joh 17,6, Joh 8,11] und das in ihr verkündet wird. +1 Timotheus 1Tim 62 3 15 31 Soll die Wahrheit in dieser Welt eine Stätte finden, so bedarf sie einer Säule oder Unterlage. Die Säule bietet eine Stütze, so sichert also die vom Geiste Christi geleitete Kirche die durch den Herrn kundgewordene Wahrheit. In der Tat, blickt der Apostel auf die, welche der Kirche nicht angehören, sie sind Unwissende und Irrende [Eph 2,7-19], blickt er auf die von der Wahrheit Erleuchteten, diese sind Glieder der Kirche. [Apg 3,22-41] Schaut er aber einen Christen, der die Kirche verlässt oder von ihr ausgestoßen wird, so ist es ein dem Irrtum Verfallener. [1Tim 1,19.20] Nirgends also erblickt er die Wahrheit als in der Kirche. Die Kirche ist eine Grundfeste der Wahrheit, d. i. zwischen der Wahrheit und der Kirche ist eine notwendige Beziehung: Jene ist an diese gebunden, durch diese gesichert. Ist nun die Kirche Säule und Grundfeste der Wahrheit, so kann sie von der Wahrheit nicht verlassen werden. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 Et manifeste magnum est pietatis sacramentum, quod manifestatum est in carne, justificatum est in spiritu, apparuit angelis, prædicatum est gentibus, creditum est in mundo, assumptum est in gloria. Ja, anerkannt groß³² ist das Geheimnis der Frömmigkeit³³ von dem³⁴ der offenbar ward³⁵ im Fleische, gerechtfertigt³⁶ im Geiste,³⁷ von den Engeln geschaut,³⁸ verkündet unter den Heiden,³⁹ geglaubt in der Welt, erhoben in Herrlichkeit.⁴⁰ +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 32 Die Wahrheit, deren Träger die Kirche ist, ist nach dem Urteil aller etwas Hochwichtiges. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 33 Diese Bezeichnung weist auf die hohe Bedeutung der Wahrheit hin: ein durch keine Menschenweisheit erforschbares Geheimnis, für das nur lautere Frömmigkeit empfänglich macht. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 34 Grammatisch geht dies auf Geheimnis, logisch auf Christus, weshalb griech. auch steht: Welcher. Das Subjekt war den Christen wohl aus einem altchristlichen Gesange bekannt, aus dem der Apostel hier einen Teil anführt. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 35 Offenbart wird, was vorher, wenn auch verborgen, doch schon da war. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 36 Gerecht erwiesen. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 37 Gegensatz: Im Fleische. Durch seine Auferstehung und die Ausgießung des Heil. Geistes erwies er sich als wahrer Erlöser. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 38 Er erschien den Engeln als der erhöhte. Die Engel schauten zwar in Gott auch den Ratschluss, die Menschheit zu erlösen, doch die Weise der Erlösung lernten sie in ihren Einzelheiten erst aus der Ausführung desselben kennen. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 39 Die höchsten (Engel) wie die niedrigsten vernünftigen Geschöpfe (die Heiden) erkannten ihn. +1 Timotheus 1Tim 62 3 16 40 Die Welt nahm ihn im Glauben auf, der Himmel in der göttlichen Herrlichkeit. Mit der Himmelfahrt endete das irdische Leben Christi und der Herr nahm auch als Mensch fortan Teil an der Herrlichkeit, welche er beim Vater vor Anbeginn der Welt hatte. +1 Timotheus 1Tim 62 4 0 Häretiker sind die, welche falsche Glaubenssätze und besonders eine falsche Askese lehren. (V. 3) Gründe, weshalb diese Askese eine falsche ist. (V. 5) 2. Nicht allein soll Timotheus dies den Gläubigen vorlegen, sondern auch selbst, trotz seines noch nicht vorgerückten Alters, allen in Wort und Tat als Vorbild der Tugend voranleuchten. (V. 12) 3. Deshalb soll er Lesung und Lehre seine Zeit widmen, jener Gnade eingedenk, welche er bei seiner Weihe empfangen, damit er seiner Herde das Heil verschaffen könne. +1 Timotheus 1Tim 62 4 1 Spiritus autem manifeste dicit, quia in novissimis temporibus discedent quidam a fide, attendentes spiritibus erroris, et doctrinis dæmoniorum, Der Geist¹ aber² sagt ausdrücklich,³ dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden,⁴ indem sie irreführenden Geistern⁵ und Lehren der bösen Geister⁶ Gehör geben; [2Tim 3,1, 2Petr 3,3, Jud 1,18] +1 Timotheus 1Tim 62 4 1 1 Der Heil. Geist der Prophezeiung. Die Weise, wie der Heil. Geist prophetisch wirkte, war verschieden. Bald verlieh er jemand selbst die Kenntnis der Dinge, welche er ihm zu erkennen geben wollte, wie [1Kor 12,10], bald vermittelte er dieselbe durch dritte Personen [Apg 21,11], bald gab er nur eine Ahnung des Bevorstehenden [Apg 20,22], bald war eine Prophezeiung in klaren und bestimmten Anschauungen und Worten vermittelt. [Apg 21,22] An dieser Stelle ist dem Apostel durch Dritte die Kunde in bestimmter und klarer Rede gegeben. +1 Timotheus 1Tim 62 4 1 2 Gegensatz zu [1Tim 3,15]. +1 Timotheus 1Tim 62 4 1 3 Unzweideutig. +1 Timotheus 1Tim 62 4 1 4 [1Tim 1,6ff] spricht er von der Gefahr, hier von der Tatsache des Abfalls. +1 Timotheus 1Tim 62 4 1 5 Lehrern, welchen selbst irrend auch andere in ihre Irrtümer zu verwickeln suchen [Mt 27,63, 2Kor 6,8, 2Joh 1,7], unter dem Vorwande höherer Eingebungen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 1 6 Gegensatz zum Heil. Geiste der Wahrheit und Frömmigkeit. +1 Timotheus 1Tim 62 4 2 In hypocrisi loquentium mendacium, et cauteriatam habentium suam conscientiam, solche, die mit Heuchelei Lügen reden⁷ und ein Brandmal in ihrem eigenen Gewissen tragen,⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 4 2 7 Nach außen geben sie sich den Anschein frommer Menschen durch Enthaltsamkeit, innerlich aber sind sie entweiht. Ihr Gewissen trägt das unauslöschliche Brandmal ihres bösen Lebens. (Theoph.) +1 Timotheus 1Tim 62 4 2 8 Die Missetäter wurden mit einem glühenden Eisen gezeichnet, ein ähnlich unauslöschliches Zeichen ist jenen in das Gewissen eingebrannt. +1 Timotheus 1Tim 62 4 3 Prohibentium nubere, abstinere a cibis, quos Deus creavit ad percipiendum cum gratiarum actione fidelibus, et iis, qui cognoverunt veritatem. die da verbieten zu heiraten⁹ und Speisen zu genießen,¹⁰ welche doch Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung genossen werden¹¹ von den Gläubigen und¹² von denen, welche die Wahrheit erkannt haben. +1 Timotheus 1Tim 62 4 3 9 Sie verbieten die Gemeinschaft zur Erzeugung von Kindern. Hatten jene im Gewissen Gebrandmarkten, wie zu vermuten, vergl. [Tit 1,15ff], sich durch Unzucht entwürdigt, so war, wie es bei allen Dingen zu geschehen pflegt, die man missbraucht und durch deren sündhaften Genuss man sich herabwürdigt, jetzt in ihnen ein Überdruss an dem entstanden, was sie zuvor geliebt, und Vorwürfe des Gewissens erhoben sich. Beide führten sie dahin, nicht den Missbrauch zu bereuen und zu untersagen, sondern die Ehe selbst zu verbieten. Dabei gaben sie sich den falschen Schein von Frömmigkeit. Der Herr selbst war in der Ehelosigkeit vorangegangen, er hatte den Ehestand in seiner ganzen ernsten Bedeutung gezeigt [Mt 10,10], hatte gelehrt, dass die Zwecke des Himmels manchen gänzliche Enthaltung zur Pflicht machen. [Mt 19,12] Von seinen Aposteln waren die meisten ehelos, wer es aber nicht gewesen, hatte dem ehelichen Zusammenleben entsagt. Paulus selbst stelle den jungfräulichen Stand als Bedingung hin, Gott in vorzüglichster Weise zu dienen. [1Kor 7] So konnten jene sich das Ansehen geben, als prägten sie das Vorbild und die Lehre des Herrn am reinsten und vollkommensten aus. Und dennoch waren sie Heuchler, denn die Lehre des Herrn und seiner Apostel enthält keine Spur von Missbilligung der ehelichen Gemeinschaft und bezeichnet in keiner Weise die Enthaltung von der Ehe als etwas an sich Verdienstliches oder gar Gebotenes. Vielmehr gehört die Ehe in die ganze Heilsordnung des Evangeliums und ist also von dieser allen jenen geboten, welche nicht in der Beschaffenheit des Herzens oder in äußeren Verhältnissen entscheidenden Beruf zur Jungfräulichkeit haben. [1Kor 7] +1 Timotheus 1Tim 62 4 3 10 Haftete auch nach dem Sündenfalle der natürlichen Geschlechtsverbindung ein Makel an und lastete seitdem auch auf der ganzen Natur ein Fluch, so wird der erstere doch durch die sakramentalen Gnaden der Ehe weggenommen und der letztere durch Segnungen und Gebete aufgehoben. Auch hier war wohl Schwelgerei eine der tatsächlichen Ursachen des Irrtums. Zudem konnte das A. T. diesem einen gewissen Anhalt bieten, das Fasten des Herrn und die Empfehlung des Fastens, sowie die Übung desselben seitens der jünger zu höheren Zwecken [Apg 13,3] konnten ihnen einen Vorwand gewähren. Doch was die Irrlehrer veranlasste, gewisse Speisen zu meiden, war ihr irrendes Gewissen, während Christus kraft seiner Versenkung in Gott fastete. Die Verführer aßen nicht, weil sie gewisse Speisen für in sich böse hielten, die Apostel fasteten, weil sie sich scheuten, die gute Gabe zur Unzeit oder zum sittlichen Nachteil zu gebrauchen. Es ist ein Unterschied, sagt der heil. Augustin, ob man aus abergläubischer Ursache eine Speise nicht genießt, oder deshalb, weil man sich abtöten will. Diese Lehre stammt von den Propheten und Aposteln, jene ist eine Lüge der bösen Geister. Seine letzten Wurzeln hat dieser Irrtum in der Annahme, dass die Materie von Ewigkeit neben Gott als böses Prinzip bestand. Der Apostel widerlegt hier nur den auf die Enthaltung von Speisen bezüglichen Irrtum, da er die christliche Vorstellung von der Ehe bereits [1Tim 2,15] angedeutet hat. +1 Timotheus 1Tim 62 4 3 11 Die Irrlehre verleugnet Gottes Werk und arbeitet seiner Absicht entgegen, den Genuss der Speise durch dankbare Gesinnung und derselben angemessene Werke zu einem Preise Gottes zu machen. Gott hätte den Menschen nicht in eine die Speise darbietende Welt hineingesetzt, wenn er nicht in der angegebenen Weise daran Anteil haben sollte. +1 Timotheus 1Tim 62 4 3 12 Das ist. +1 Timotheus 1Tim 62 4 4 Quia omnis creatura Dei bona est, et nihil rejiciendum quod cum gratiarum actione percipitur: Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung genossen wird;¹³ +1 Timotheus 1Tim 62 4 4 13 Nach [Gen 1,31]. Das Verbot gewisser Speisen im A. T. hatte teils diätetische Gründe. Vor solchen Speisen braucht der Apostel nicht zu warnen, da diese sich von selbst verbieten. Teils hatte das Verbot politisch-religiöse Ursache, insofern es die Gelegenheit zur Vermischung mit den Heiden und zur Annahme ihrer Laster abschneiden sollte. Diese Rücksicht hält der Apostel aufrecht. [1Kor 8,9.10] Soweit der Zweck eine humane Absicht war (die Weckung und Bewahrung der Zartheit der Gesinnung), fiel er im N. T. fort, da dieses Ziel nur für den roheren Zustand des israelitischen Volkes gelten konnte. Die symbolische, typische Bedeutung der Enthaltsamkeit, die Erweckung des Bewusstseins der Notwendigkeit einer Befreiung von aller Unreinigkeit, hatte mit dem Erscheinen Christi und der Stiftung seiner Kirche ihre Bestimmung erfüllt. An sich aber hatte auch Moses keine Speise für unrein erklärt. Die Kirche untersagt an manchen Buß- und Trauertagen gewisse Speisen, weil es zum Heile unserer Seele zuträglich ist, wenn wir uns manchmal etwas Angenehmes versagen, die sinnliche Begierde zähmen und unsern Eigenwillen zum Opfer bringen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 5 Sanctificatur enim per verbum Dei, et orationem. denn es wird geheiligt¹⁴ durch das Wort Gottes und das Gebet.¹⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 4 5 14 Der Christ ist heilig und zur Heiligkeit berufen. Dieser Heiligkeit entbehrt die natürlich gute Speise. Hindert der Genuss derselben nun das Streben nach Heiligung? Nein, wenn die Speise durch die Danksagung gleichfalls etwas Gottgeweihtes wird. Aus den Worten des Apostels erhellt die Wichtigkeit des Tischgebetes. Seit dem Sündenfalle lastet auf der Schöpfung ein Fluch. Indem also der Mensch die Speise in sich aufnimmt, nimmt er gleichsam am Fluche, der die Natur betroffen, teil. Geheiligt, d. i. dem Fluche enthoben, wird die Nahrung durch das Tischgebet. Dieses ist im niedrigsten Grade, was im höheren die kirchliche Segnung ist, eine religiöse Weihe der Natur. So erhält die Legende von dem Giftbecher des heil. Johannes eine tiefere Bedeutung. Was der Heiland [Mt 15,11] sagt, steht damit nicht im Widerspruche, da er von einer geistigen Unreinheit redet, während hier von einer Wegnahme einer gewissen Makel die Rede ist. +1 Timotheus 1Tim 62 4 5 15 Das Gebet war meist aus dem geschriebenen Worte Gottes entnommen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 6 Hæc proponens fratribus, bonus eris minister Christi Jesu enutritus verbis fidei, et bonæ doctrinæ, quam assecutus es. Wenn du dies den Brüdern darlegst, so wirst du ein guter Diener Christi¹⁶ Jesu sein, dich nährend mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre,¹⁷ welcher du gefolgt bist. +1 Timotheus 1Tim 62 4 6 16 Stellt Timotheus die Brüder vor den Verirrungen sicher, so leistet er Christus selbst einen Dienst. +1 Timotheus 1Tim 62 4 6 17 Wie der Körper stets Nahrung zu sich nimmt, so muss die Seele durch die Glaubenslehre der Kirche genährt werden. +1 Timotheus 1Tim 62 4 7 Ineptas autem, et aniles fabulas devita: exerce autem teipsum ad pietatem. Mit albernen¹⁸ und altweibischen Fabeln dagegen befasse dich nicht; übe dich vielmehr in der Frömmigkeit.¹⁹ [2Tim 2,23, Tit 3,9] +1 Timotheus 1Tim 62 4 7 18 Griech.: Profanen, nicht heiligen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 7 19 So dass du dazu tüchtig wirst. +1 Timotheus 1Tim 62 4 8 Nam corporalis exercitatio, ad modicum utilis est: pietas autem ad omnia utilis est, promissionem habens vitæ, quæ nunc est, et futuræ. Denn die leibliche Übung²⁰ ist zu wenigem nütze; die Frömmigkeit aber ist zu allem nützlich, da sie die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens hat.²¹ +1 Timotheus 1Tim 62 4 8 20 Der Kämpfer. (Theod.) +1 Timotheus 1Tim 62 4 8 21 Während die körperliche Übung nur für das körperliche Leben Nutzen bringt, umfasst die geistige Übung zur Frömmigkeit das zeitliche wie das jenseitige Leben; sie hat die Verheißung glücklichen Lebens. Das höchste der Erdengüter ist der Friede. +1 Timotheus 1Tim 62 4 9 Fidelis sermo, et omni acceptione dignus. Zuverlässig ist das Wort, und aller Annahme würdig.²² +1 Timotheus 1Tim 62 4 9 22 Damit wird das Vorhergehende abgeschlossen, anders als [1Tim 1,15]. +1 Timotheus 1Tim 62 4 10 In hoc enim laboramus, et maledicimur, quia speramus in Deum vivum, qui est Salvator omnium hominum, maxime fidelium. Denn dafür²³ mühen wir²⁴ uns und leiden wir Schmach, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott setzen,²⁵ welcher der Erretter aller Menschen ist, vorzüglich der Gläubigen.²⁶ +1 Timotheus 1Tim 62 4 10 23 Mit Rücksicht auf den hohen Wert dieses Wortes. +1 Timotheus 1Tim 62 4 10 24 Paulus und andere christliche Lehrer. +1 Timotheus 1Tim 62 4 10 25 Wir hoffen, dass Gott uns nicht allein die gegenwärtigen Güter, sondern auch die zukünftigen gewähren wird, und so ertragen wir mit Gleichmut Mühe und Leiden. +1 Timotheus 1Tim 62 4 10 26 Derjenigen, welche mit der Gnade Gottes mitwirken, der übrigen, so viel an ihm liegt. +1 Timotheus 1Tim 62 4 11 Præcipe hæc, et doce. Dies²⁷ schreibe vor und lehre!²⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 4 11 27 Das von [1Tim 3,16] bis hierher Gesagte. +1 Timotheus 1Tim 62 4 11 28 Schreibe vor, was zu tun ist, lehre, was zu glauben. +1 Timotheus 1Tim 62 4 12 Nemo adolescentiam tuam contemnat: sed exemplum esto fidelium in verbo, in conversatione, in caritate, in fide, in castitate. Niemand missachte deine Jugend,²⁹ vielmehr sei ein Vorbild für die Gläubigen in Wort, in Wandel, in Liebe, in Glauben, in Reinheit.³⁰ +1 Timotheus 1Tim 62 4 12 29 Hüte dich, so zu wandeln, dass jemand Grund hätte, deine Jugend (Timotheus war wohl etwa 33 37 Jahre alt) gering zu achten. Seine Taten sollen gleichsam sein Alter vergessen machen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 12 30 Wort und Wandel offenbaren die im Innern verborgene Gesinnung. Liebe und Glauben sind die Grundpfeiler alles wahrhaft christlichen Lebens. Durch die Keuschheit empfängt das Leben des Vorstehers der christlichen Gemeinde eine höhere Weihe. Timotheus soll durch sein ganzes Leben predigen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 13 Dum venio, attende lectioni, exhortationi, et doctrinæ. Bis ich komme,³¹ halte an mit Lesen,³² Ermahnen, Lehren. +1 Timotheus 1Tim 62 4 13 31 Vergl. Kap. 3 V. 14. +1 Timotheus 1Tim 62 4 13 32 Der heiligen Schrift in der Versammlung der Christen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 14 Noli negligere gratiam, quæ in te est, quæ data est tibi per prophetiam, cum impositione manuum presbyterii. Vernachlässige nicht die Gnadengabe, die in dir ist,³³ welche dir durch Weissagung³⁴ mit Handauflegung der Priester verliehen ward.³⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 4 14 33 Die Gnade ist allgemein ein Beweis der liebenden Gesinnung Gottes gegen die Menschen, ein Gnadengeschenk [Röm 11,29], das durch Christus erworben und vermittelt ist. [Röm 5,15.16, Röm 6,23] In besonderer Weise ist sie die durch den Heil. Geist in den Menschen gelegte Fähigkeit christlicher Erkenntnis und Wirksamkeit, sowohl im allgemeinen [1Kor 1,7, 1Kor 12,4], wie in bestimmter Richtung und Form [1Kor 12,8-10], für einzelne Bedürfnisse und Verhältnisse. [1Kor 12,9] Zu den letztern gehört der Beruf eines Lehrers und Vorstehers der Gläubigen, und die hierzu erteilte besondere Vollmacht, Erleuchtung und Kraft, ist also eine Gnadengabe. [Röm 12,7.8, 1Kor 12,28.30] +1 Timotheus 1Tim 62 4 14 34 Vergl. [1Tim 1,18]. +1 Timotheus 1Tim 62 4 14 35 Die Bischöfe ordinierten, die Priester assistierten. Die Handauflegung war bereits bei den Juden Symbol der Anerkennung, wie der Mitteilung. So legte der Opfernde dem Opfertiere die Hände auf, um es als seine Gabe Gott darzustellen [Ex 29,10-15.19], und die Söhne Israel legten ihre Hände auf die Leviten, um diese als Opfer an Gott, als Gottgeweihte anzuerkennen. [Num 8,10] Jakob legte Ephraim und Manasse die Hände auf, um ihnen den Segen Gottes mitzuteilen, Moses legte dem Josue die Hände auf, damit dieser mit der Gabe der Weisheit erfüllt würde. [Dtn 34,9] Beides vereint [Num 27,18-20]. Jesus legt den Kindern die Hände auf, indem er sie segnet; er und seine Apostel verleihen durch Händeauflegung Gesundheit. [Lk 13,13, Apg 8,17, Apg 28,8] An dieser Stelle ist die Handauflegung also (ähnlich wie [Apg 19,16]) ein Sinnbild der Mitteilung. Diese Handauflegung ist zu unterscheiden von der [2Tim 1,6] erwähnten. Letztere war eine Mitteilung der Gnade vermittelst der Handauflegung des Apostels, hier ist die assistierende Tätigkeit der anderen Bischöfe (denn auch diese heißen Presbyter) oder der Priester ausdrücklicher erwähnt. Vergl. auch [Apg 6,6] und [Apg 13,3]. +1 Timotheus 1Tim 62 4 15 Hæc meditare, in his esto: ut profectus tuus manifestus sit omnibus. Dies³⁶ nimm zu Herzen,³⁷ darin lebe, dass dein Fortschritt offenbar sei vor allen!³⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 4 15 36 Das V. 12 14 Gesagte. +1 Timotheus 1Tim 62 4 15 37 Griech.: Sorge. +1 Timotheus 1Tim 62 4 15 38 Vor allen Gläubigen. +1 Timotheus 1Tim 62 4 16 Attende tibi, et doctrinæ: insta in illis. Hoc enim faciens, et teipsum salvum facies, et eos, qui te audiunt. Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre; dabei³⁹ verharre! Denn wenn du dies tust, so wirst du dich selbst retten und die, welche dich hören. +1 Timotheus 1Tim 62 4 16 39 Bei dem unmittelbar zuvor oder in V. 12 14 Gesagten. +1 Timotheus 1Tim 62 5 0 V. Pflichten des Bischofes gegen die einzelnen Glieder der Gemeinde (Kap 5,1 6,2): 1. Pflichten gegen die Greise, Jüngeren und Frauen. (V. 2) 2. Pflichten gegen die Witwen: a. Welche Witwen sind auf Kosten der Gemeinde zu erhalten? Witwen ohne Stütze, die fromm leben. (V. 8) b. Welche Witwen sind in das Gemeindeamt der Witwen aufzunehmen? Sechzigjährige, nur einmal verheiratete, in allen Tugenden geübte. (V. 10) Jüngere hingegen sollen nicht zugelassen werden, da ihre Standhaftigkeit und ihr Eifer zweifelhaft sind. (V. 15) c. Wer soll die anderen Witwen erhalten? Die Angehörigen. (V. 16) 3. Pflichten gegen die Priester: a. Die Priester haben das Recht auf Unterhalt seitens der Gemeinde. (V. 18) b. Anklagen gegen dieselben sind nicht leicht zuzulassen. Fehlen sie öffentlich, so sind sie von den übrigen Priestern zu strafen. (V. 20) Vor aller Parteilichkeit muss man auf der Hut sein. (V. 21) c. Ehe ein Priester ordiniert wird, ist große Vorsicht notwendig. (V. 22) d. Um dies alles recht auszuführen, soll Timotheus selbst nach Heiligkeit streben, ohne indes seine Gesundheit in Gefahr zu bringen. (V. 24) e. Nicht alles Gute und Böse ist sofort offenbar. +1 Timotheus 1Tim 62 5 1 Seniorem ne increpaveris, sed obsecra ut patrem: juvenes, ut fratres: Einen Älteren fahre nicht hart an,¹ sondern ermahne ihn wie einen Vater, Jüngere wie Brüder; +1 Timotheus 1Tim 62 5 1 1 Die Achtung, welche das Alter fordert, darf auch der kirchliche Vorgesetzte nicht verletzen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 2 Anus, ut matres: juvenculas, ut sorores in omni castitate: ältere Frauen wie Mütter, jüngere wie Schwestern in aller Reinheit.² +1 Timotheus 1Tim 62 5 2 2 Also ohne Vertraulichkeit. +1 Timotheus 1Tim 62 5 3 Viduas honora, quæ vere viduæ sunt. Witwen halte in Ehren,³ die wahrhaft Witwen sind.⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 5 3 3 Durch Beihilfe zum Lebensunterhalt (vergl. V. 17, 18) aus den freiwilligen Gaben der Gläubigen. Immerhin sollen die Witwen gewissen Bedingungen entsprechen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 3 4 Das griech. Wort für Witwe bedeutet eine Betrübte, der Hilfe Beraubte, das lateinische, eine Verwaiste, etwas Entbehrende. Nur jene sollen unterstützt werden, welche nicht allein des Mannes beraubt sind, sondern auch keine anderen Anverwandten haben, die sie unterstützen. (Aug., Hier., Thom.) +1 Timotheus 1Tim 62 5 4 Si qua autem vidua filios, aut nepotes habet: discat primum domum suam regere, et mutuam vicem reddere parentibus: hoc enim acceptum est coram Deo. Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so lerne sie⁵ zuerst⁶ ihr eigenes Haus leiten und ihren Eltern Entgelt leisten; denn das ist angenehm vor Gott. +1 Timotheus 1Tim 62 5 4 5 Nach der Vulg. ist dies auf die Witwen zu beziehen, im Griech. indes steht der Plural und gilt das Wort mithin von den Söhnen (Ökum., Theoph.). Wenn eine Witwe Söhne oder Enkel hat, so mögen diese durch dich zuerst lernen, für ihre Mutter und Großmutter, von denen sie so lange erhalten wurden, Sorge zu tragen (Theoph., Hier.). Die Übersetzung entspricht auch in anderen Worten nicht ganz dem griech. Texte, nach dem das Subjekt das Haus nicht leiten, sondern kindliche Gesinnung, Familiensinn üben soll. Das eigene Haus steht im Gegensatze zu den fremden der Gemeindegenossen. Dass nun die Witwe die Dankbarkeit gegen ihre Eltern dadurch beweisen soll, dass sie ihre mütterlichen Pflichten gegen Kinder und Enkel treu erfüllt, ist ein sich nicht ungezwungen darbietender Gedanke. Bis V. 8 spricht der Apostel von Witwen, welche von der Gemeinde erhalten werden, von V. 9 an von solchen, welche im Dienste der Kirche stehen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 4 6 Entweder: Ehe sie dieselben der Mildtätigkeit der Gläubigen empfehlen lässt, oder: Ehe die Kinder und Enkel anderen Wohltaten erweisen, mögen sie für Mutter und Großmutter gebührend Sorge tragen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 5 Quæ autem vere vidua est, et desolata, speret in Deum, et instet obsecrationibus, et orationibus nocte ac die. Die aber wahrhaft Witwe und⁷ vereinsamt ist, setze⁸ ihre Hoffnung auf Gott, und verharre⁹ im Gebete und Flehen Tag und Nacht. +1 Timotheus 1Tim 62 5 5 7 Nämlich, Gegensatz zu V. 4. +1 Timotheus 1Tim 62 5 5 8 Griech.: Setzt. +1 Timotheus 1Tim 62 5 5 9 Griech.: Verharrt. Der Apostel gibt die Eigenschaften an, welche eine Witwe haben soll, die von der Gemeinde unterhalten wird. +1 Timotheus 1Tim 62 5 6 Nam quæ in deliciis est, vivens mortua est. Denn¹⁰ die, welche ein üppiges Leben führt, ist lebendig tot.¹¹ +1 Timotheus 1Tim 62 5 6 10 Griech.: Aber. Gegensatz zu V. 5. +1 Timotheus 1Tim 62 5 6 11 Sie scheint den Menschen zu leben, doch für Christus, der in das Verborgene sieht, ist sie tot (Hier.), nämlich dem Geiste nach. (Aug.) +1 Timotheus 1Tim 62 5 7 Et hoc præcipe ut irreprehensibiles sint. Dies¹² schärfe ein, damit sie untadelig seien.¹³ +1 Timotheus 1Tim 62 5 7 12 Mehrzahl, also V. 5, 6. +1 Timotheus 1Tim 62 5 7 13 Begründung zu V. 4: Sie mögen lernen. (Griech.) Wenn ein Sohn aber ein Enkel für seine Verwandten nicht sorgt, hat er, wenn auch nicht mit Worten, doch mit Taten den Glauben verleugnet, da der Inhalt des Glaubens nicht ein bloßes Gedankenwesen, sondern göttliche Gnade und Wahrheit ist, an welche der Glaubende seinen Geist so hingibt, dass der Gegenstand des Glaubens auch Gegenstand der Liebe des Herzens wird. Wo also die Liebe nicht ist und wirkt, da ist auch der Glaube nicht vorhanden. Die Liebespflicht ist besonders dringend gegen die durch Verwandtschaft und Glauben am nächsten Stehenden. Zudem sind solche Menschen auch Ursache, dass andere den Glauben geringschätzen. Ungläubige endlich haben keine so klare Erkenntnis dieser Pflicht. +1 Timotheus 1Tim 62 5 8 Si quis autem suorum, et maxime domesticorum curam non habet, fidem negavit, et est infideli deterior. Wenn aber jemand für die Seinigen, und besonders für die Hausgenossen nicht Sorge trägt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. +1 Timotheus 1Tim 62 5 9 Vidua eligatur non minus sexaginta annorum, quæ fuerit unius viri uxor, Als Witwe werde gewählt eine nicht unter sechzig Jahre alte,¹⁴ die nur eines Mannes Frau gewesen ist,¹⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 5 9 14 Das Griech. bedeutet wohl: In ein Verzeichnis eintragen. In welches Verzeichnis? In das der zu Unterstützenden? (Chrys., Theod., Hier.) Dies ist nicht wahrscheinlich. Wir schon der Ausdruck eintragen von den zum Kriegsdienst bestimmten Bürgern gebraucht, so ist es auch klar, dass nicht erst das Lebensalter von 60 Jahren das Bedürfnis nach Unterstützung herbeiführt. Werden endlich die Eigenschaften erwogen, welche Paulus hier von den Witwen fordert, so ist ersichtlich, dass von solchen die Rede ist, welchen die Erziehung der von der Gemeinde übernommenen Kinder, sowie die Verpflegung von Armen und Kranken zugewiesen war, und die in der alten Kirche einen eigenen Stand bildeten. Der Apostel nennt sie Witwen, ein Name der wohl für den Sand in Übung blieb, auch wenn jene nicht Witwen waren. Die ersten Anfänge dieser Kirchendienerinnen sehen wir in den frommen Frauen, welche den Heiland unterstützten. Die hier Bezeichneten übten eine Art Aufsicht über die Witwen und Waisen der Gemeinde und legten das Versprechen steter Witwenschaft ab (Tertull.). Auf dem Konzil von Chalcedon wurde das Alter auf 40 Jahre herabgesetzt und alsbald Jungfrauen als Diakonissinnen angenommen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 9 15 Öftere Heirat ist ein Zeichen der Unenthaltsamkeit (Theoph.). +1 Timotheus 1Tim 62 5 10 In operibus bonis testimonium habens, si filios educavit, si hospitio recepit, si sanctorum pedes lavit, si tribulationem patientibus subministravit, si omne opus bonum subsecuta est. die das Zeugnis guter Werke hat, wenn sie Kinder auferzogen, wenn sie Gastfreundschaft geübt, wenn sie den Heiligen¹⁶ die Füße gewaschen,¹⁷ wenn sie den Bedrängten Hilfe geleistet, wenn sie jedem guten Werke nachgestrebt hat. +1 Timotheus 1Tim 62 5 10 16 Den Christen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 10 17 Der niedrigste Dienst steht als Zeichen der Gastfreundschaft und Dienstfertigkeit im Allgemeinen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 11 Adolescentiores autem viduas devita: Cum enim luxuriatæ fuerint in Christo, nubere volunt: Jüngere Witwen¹⁸ weise zurück; denn wenn sie Christus zuwider¹⁹ üppig geworden sind, wollen sie²⁰ heiraten, +1 Timotheus 1Tim 62 5 11 18 Jüngere allgemein, ohne dass gerade an die in V. 9 bezeichnete Altersgrenze zu denken ist. +1 Timotheus 1Tim 62 5 11 19 Dem sie wohl durch ein Gelübde verbunden sind. +1 Timotheus 1Tim 62 5 11 20 Mit ungestümem Begehr. +1 Timotheus 1Tim 62 5 12 Habentes damnationem, quæ primam fidem irritam fecerunt: und ziehen das Urteil auf sich, dass sie die erste Treue gebrochen haben.²¹ +1 Timotheus 1Tim 62 5 12 21 Da sie das Band nicht mehr anerkennt, das sie an Christus und die Kirche knüpft. +1 Timotheus 1Tim 62 5 13 Simul autem et otiosæ discunt circuire domos: non solum otiosæ, sed et verbosæ, et curiosæ, loquentes quæ non oportet. Zugleich²² lernen sie aber auch, müßig in den Häusern herumlaufen, und nicht nur müßig, sondern auch geschwätzig und vorwitzig, redend, was sich nicht ziemt. +1 Timotheus 1Tim 62 5 13 22 Ein zweiter Grund, weshalb Paulus die jüngeren Witwen zur Würde und Aufgabe einer Diakonissin nicht zulassen will. Da das Amt vielfach Gelegenheit bietet, in die Familien zu kommen, würden jüngere Frauen leicht die ihnen gestellte Aufgabe vernachlässigen, sich in die Familienangelegenheiten einmischen und die Zeit mit unnützen Gesprächen verlieren. +1 Timotheus 1Tim 62 5 14 Volo ergo juniores nubere, filios procreare, matresfamilias esse, nullam occasionem dare adversario maledicti gratia. Ich will daher,²³ dass die jüngeren²⁴ heiraten, Kinder gebären, Hausmütter seien, dem Widersacher²⁵ keinen Anlass geben zur Lästerung. +1 Timotheus 1Tim 62 5 14 23 Nicht als höchsten Grundsatz, sondern als Forderung, die sich aus seinen Beobachtungen und Erwägungen ergibt. (Vergl. V. 15.) +1 Timotheus 1Tim 62 5 14 24 Zunächst verwitwete, dann auch andere jüngere Frauen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 14 25 Juden und Heiden. +1 Timotheus 1Tim 62 5 15 Jam enim quædam conversæ sunt retro satanam. Denn bereits haben sich einige abgewandt, dem Satan nach.²⁶ +1 Timotheus 1Tim 62 5 15 26 Sich auf den Weg der Sünde wendend. +1 Timotheus 1Tim 62 5 16 Si quis fidelis habet viduas, subministret illis, et non gravetur Ecclesia: ut iis, quæ vere viduæ sunt, sufficiat. Wenn einem Gläubigen die Sorge für Witwen obliegt,²⁷ so verpflege er sie, und die Gemeinde werde nicht belastet, damit diese für die, welche wahrhaft Witwen sind, sorgen könne. +1 Timotheus 1Tim 62 5 16 27 Als Verwandter. Anwendung des V. 4. 8 erörterten Grundsatzes. +1 Timotheus 1Tim 62 5 17 Qui bene præsunt presbyteri, duplici honore digni habeantur: maxime qui laborant in verbo et doctrina. Priester, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre²⁸ würdig geachtet werden, besonders solche, welche in Wort und Lehre arbeiten.²⁹ +1 Timotheus 1Tim 62 5 17 28 Durch ihre Stellung haben sie bereits Anspruch auf Ehre. +1 Timotheus 1Tim 62 5 17 29 Die Ehrenerweisung, welche in der Darreichung des Lebensunterhaltes besteht, ist hier eingeschlossen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 18 Dicit enim Scriptura: Non alligabis os bovi trituranti. Et: Dignus est operarius mercede sua. Denn die Schrift sagt: Dem dreschenden Ochsen sollst du das Maul nicht verbinden.³⁰ Und: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.³¹ +1 Timotheus 1Tim 62 5 18 30 Die Stelle [Dtn 25,4] wird auch [1Kor 9,9] auf den Anspruch der Verkündiger des Evangeliums auf Unterhaltung durch die Gemeinde bezogen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 18 31 Auf diesen Ausspruch Christi [Lk 10,7] weist Paulus auch [1Kor 9,14] hin. Dass Paulus bei der Anführung an dieser Stelle nicht beifügt: Der Herr sagt, erklärt sich daraus, dass Timotheus Ursprung und Bedeutung des Wortes genugsam kannte. +1 Timotheus 1Tim 62 5 19 Adversus presbyterum accusationem noli recipere, nisi sub duobus aut tribus testibus. Gegen einen Priester nimm keine Klage an, es sei denn, dass zwei oder drei Zeugen gegen ihn stehen.³² +1 Timotheus 1Tim 62 5 19 32 Die [Dtn 19,15], vergl. [Dtn 17,6], gegebene Regel ist besonders Priestern gegenüber zu beobachten, da ihr Amt ein solches ist, dass ihr Ruf leicht in Gefahr kommt. Zudem sind Untergebene immer geneigter, das Verfahren ihrer Oberen härter zu beurteilen, oder durch deren Mahnungen erbittert zu werden. +1 Timotheus 1Tim 62 5 20 Peccantes coram omnibus argue: ut et ceteri timorem habeant. Die Fehlenden weise vor allen³³ zurecht, damit auch die übrigen Furcht bekommen.³⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 5 20 33 Zunächst redet der Apostel von den Priestern, mithin sind es auch nur Priester, in deren Gegenwart jene zurechtzuweisen sind; in weiterer Folge gilt die Weisung von allen Menschen, welche durch eine öffentliche Ärgernis gebende Sünde sich verfehlen. (Kirchenr. von Trid. Sitz 24. Von der Reform Kap. 8) +1 Timotheus 1Tim 62 5 20 34 Vor gleicher Rüge. +1 Timotheus 1Tim 62 5 21 Testor coram Deo et Christo Jesu, et electis angelis, ut hæc custodias sine præjudicio, nihil faciens in alteram partem declinando. Ich beschwöre dich vor Gott und Christus Jesus und den auserwählten Engeln,³⁵ dass du dies³⁶ beobachtest ohne Vorurteil und nichts tuest nach parteiischer Zuneigung. +1 Timotheus 1Tim 62 5 21 35 Die Beschwörung soll Timotheus den heiligen Ernst der Mahnung zeigen, und ist zugleich eine Anrufung des allwissenden und allgegenwärtigen Gottes, jenen zu strafen, wenn er der Mahnung nicht folgt, und des Richters Jesus Christus, der einst fragen wird, ob er die Mahnung befolgt hat, sowie der auserwählten Engel (der Gott am nächsten stehenden Engel). (Leo.), welche den Thron Gottes umgeben und mit Christus zum Gerichte erscheinen werden. [Mt 25,31] +1 Timotheus 1Tim 62 5 21 36 V. 19, 20 (Chrys., Theoph.) Timotheus soll als Stellvertreter des Apostels handeln. +1 Timotheus 1Tim 62 5 22 Manus cito nemini imposueris, neque communicaveris peccatis alienis. Teipsum castum custodi. Lege niemand die Hände schnell auf³⁷ und mache dich nicht fremder Sünden teilhaftig. Bewahre dich selbst keusch.³⁸ +1 Timotheus 1Tim 62 5 22 37 Die Priesterweihe [Apg 6,6] ist nicht übereilt, ohne Prüfung, aus menschlicher Zuneigung (V. 21) zu erteilen: Nicht vor dem Alter der Reife, vor der Zeit der Prüfung, vor dem Verdienste der Arbeit, vor der Erfahrung über den Charakter. (Leo d. Gr.) +1 Timotheus 1Tim 62 5 22 38 Griech.: Ohne Makel ohne Flecken. +1 Timotheus 1Tim 62 5 23 Noli adhuc aquam bibere, sed modico vino utere propter stomachum tuum, et frequentes tuas infirmitates. Trinke nicht mehr Wasser,³⁹ sondern genieße ein wenig Wein um deines Magens und deiner häufigen Kränklichkeit willen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 23 39 Timotheus hatte wohl bisher, um die am Ende des V. 22 erwähnte Tugend zu üben, nur Wasser getrunken. +1 Timotheus 1Tim 62 5 24 Quorundam hominum peccata manifesta sunt, præcedentia ad judicium: quosdam autem et subsequuntur. Mancher Menschen Sünden sind offenkundig und gehen zum Gerichte⁴⁰ voraus, manchen aber folgen sie erst nach.⁴¹ +1 Timotheus 1Tim 62 5 24 40 Sind so offenkundig, dass sie nicht erst durch ein Gericht festgestellt werden müssen. +1 Timotheus 1Tim 62 5 24 41 Manche Menschen muss man erst lange beobachten, ehe ihre Sünden offenbar werden. +1 Timotheus 1Tim 62 5 25 Similiter et facta bona manifesta sunt: et quæ aliter se habent, abscondi non possunt. Ebenso sind auch die guten Werke offenkundig, und die, mit denen es sich anders verhält, können nicht verborgen bleiben.⁴² +1 Timotheus 1Tim 62 5 25 42 Wie Timotheus durch seine gänzliche Enthaltsamkeit den Beweis seines makellosen Lebens gegeben hat. +1 Timotheus 1Tim 62 6 0 4. Pflichten der Knechte: Dieselben sind zu mahnen, dass sie ihre Herren ehren und auch jene, welche gläubig sind, nicht unter dem Vorwande, das sie Brüder seien, gering achten. (V. 2) VI. Besondere Vorschriften für Timotheus allein (Kap. 6, V. 3 21): 1. Mahnung, alles dies zu lehren. Wer anders lehrt, sucht nur Streit und seinen eigenen Nutzen. (V. 5) Den größten Nutzen bringt Frömmigkeit, die mit Genügsamkeit verbunden ist; wer hingegen Reichtum sucht, fällt in die Schlingen des Teufels (V. 10) 2. Solches meidend, soll Timotheus der Tugend nachstreben und den guten Kampf kämpfen, der zum Leben führt. (V. 12) Um diese Mahnung dem Herzen seines Jüngers tiefer einzuprägen, fügt der Apostel eine feierliche Beschwörung bei, alle diese Vorschriften ohne Flecken zu wahren. (V. 16) 3. Vorschrift, Reiche den Wert der Demut zu lehren. (V. 19) 4. Mahnung, die Hinterlage des Glaubens zu wahren, und von Neuerungen falscher Wissenschaft sich fern zu halten. Segen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 1 Quicumque sunt sub jugo servi, dominos suos omni honore dignos arbitrentur, ne nomen Domini et doctrina blasphemetur. Alle, welche unter dem Joche als Sklaven dienen,¹ sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name des Herrn und die Lehre gelästert werde.² +1 Timotheus 1Tim 62 6 1 1 Nichtchristlichen Herren gegenüber empfinden die Sklaven ihre Lage als ein Joch. Indes den Christen drängt der Glaube, welcher ihn mit dem Herrn verbindet, und die Liebe, die er diesem schuldig ist, die Dienste, welche verlangt werden, gern zu leisten. +1 Timotheus 1Tim 62 6 1 2 Als ob das Christentum Unbotmäßigkeit billigte. +1 Timotheus 1Tim 62 6 2 Qui autem fideles habent dominos, non contemnant, quia fratres sunt: sed magis serviant, quia fideles sunt et dilecti, qui beneficii participes sunt. Hæc doce, et exhortare. Diejenigen aber, welche gläubige Herren haben, sollen diese nicht deswegen geringschätzen, weil sie Brüder sind,³ sondern nur umso mehr dienstbar sein, weil es Gläubige und Geliebte sind, welche der Wohltat teilhaftig werden.⁴ Dies lehre und schärfe ein!⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 6 2 3 Und somit vor dem himmlischen Vater gleich. Vielmehr sollen sie umso bereitwilliger dienen, da diejenigen, welchen sie ihre Dienste weihen, Christen, also mit größerer Liebe zu umfassen sind. +1 Timotheus 1Tim 62 6 2 4 Die gläubigen Herren befleißigen sich des Wohltuns allgemein und besonders gegen die Knechte, dieser Liebesbeweis aber verpflichtet die Knechte zu dankbarer Gegenliebe. (Chrys.) +1 Timotheus 1Tim 62 6 2 5 Das über das Verhalten der Sklaven Gesagte. +1 Timotheus 1Tim 62 6 3 Si quis aliter docet, et non acquiescit sanis sermonibus Domini nostri Jesu Christi, et ei, quæ secundum pietatem est, doctrinæ: Wenn jemand anders lehrt,⁶ und nicht an den heilsamen Worten unsers Herrn Jesus Christus⁷ hält und der der Frömmigkeit gemäßen Lehre, +1 Timotheus 1Tim 62 6 3 6 Zum Schlusse eilend, greift der Apostel noch einmal auf die Irrlehren [1Tim 1,3] zurück. +1 Timotheus 1Tim 62 6 3 7 Worten, die von dem Heilande handeln. +1 Timotheus 1Tim 62 6 4 Superbus est, nihil sciens, sed languens circa quæstiones, et pugnas verborum: ex quibus oriuntur invidiæ, contentiones, blasphemiæ, suspiciones malæ, der ist dünkelhaft,⁸ während er doch nichts versteht, vielmehr kränkelt an Streitfragen und Wortgezänk,⁹ aus welchen Neid,¹⁰ Hader,¹¹ Lästerungen,¹² böser Argwohn¹³ entstehen, +1 Timotheus 1Tim 62 6 4 8 Indem er jene Torheiten, die er lehrt, für besonders hohe Wahrheiten ansieht. +1 Timotheus 1Tim 62 6 4 9 Nur solches, nicht die Wahrheit sucht er. +1 Timotheus 1Tim 62 6 4 10 Wenn einer gesiegt hat. +1 Timotheus 1Tim 62 6 4 11 Bei der Entscheidung, wer gesiegt hat. +1 Timotheus 1Tim 62 6 4 12 Gegen den, welchen er mit Gründen nicht hat besiegen können. +1 Timotheus 1Tim 62 6 4 13 Gegen den Gegner. +1 Timotheus 1Tim 62 6 5 Conflictationes hominum mente corruptorum, et qui veritate privati sunt, existimantium quæstum esse pietatem. stete Händel von Menschen, die in ihrem Urteil verdorben und der Wahrheit bar sind,¹⁴ welche wähnen, die Frömmigkeit sei ein Mittel zum Gewinn.¹⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 6 5 14 Infolge der Verderbnis ihres Urteils. +1 Timotheus 1Tim 62 6 5 15 Wie können sie also meinen über anderen zu stehen in der Erkenntnis der Wahrheit! Daher auch Neid, Streit, Argwohn usw. +1 Timotheus 1Tim 62 6 6 Est autem quæstus magnus pietas cum sufficientia. In der Tat, ein großer Gewinn ist Frömmigkeit,¹⁶ wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist, +1 Timotheus 1Tim 62 6 6 16 Der Apostel verbessert sich gleichsam: Ja, die Frömmigkeit ist ein großer Gewinn, aber in dem [1Tim 4,8] erklärten Sinne (Theod.). +1 Timotheus 1Tim 62 6 7 Nihil enim intulimus in hunc mundum: haud dubium quod nec auferre quid possumus. denn nichts haben wir in diese Welt hereingebracht; ohne Zweifel können wir auch nichts mit hinausnehmen.¹⁷ [Ijob 1,21, Koh 5,14] +1 Timotheus 1Tim 62 6 7 17 Der liebe Gott hat uns beim Eintritt in die Welt mit dem ausgestattet, wessen wir bedürfen, um unser letztes Ziel erreichen zu können. Da er uns nun beim Eintritte keine irdischen Güter verliehen, können wir auch nichts mit uns nehmen, wenn der Tod Leib und Seele trennt. So bildet der Satz die Begründung zu V. 6: Da diese Güter für unser ewiges Sein ohne Wert sind, kann die Frömmigkeit, welche Gottes Wohlgefallen und unser letztes Ziel sucht, jenen Gütern gegenüber nur genügsam sein, erwirbt uns aber so das Höchste, das ewige Leben, Gott selbst. +1 Timotheus 1Tim 62 6 8 Habentes autem alimenta, et quibus tegamur, his contenti simus. Wenn wir jedoch¹⁸ Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran¹⁹ genügen lassen. [Spr 27,26] +1 Timotheus 1Tim 62 6 8 18 Gegensatz zu der Zeit, wo wir noch nichts hatten, weil wir nichts in die Welt gebracht. +1 Timotheus 1Tim 62 6 8 19 An dem, was zur Nahrung und Kleidung notwendig ist. +1 Timotheus 1Tim 62 6 9 Nam qui volunt divites fieri, incidunt in tentationem, et in laqueum diaboli, et desideria multa inutilia, et nociva, quæ mergunt homines in interitum, et perditionem. Denn²⁰ die reich werden wollen,²¹ fallen in Versuchung und in Fallstricke des Teufels,²² und viele unnütze und schädliche Begierden, welche die Menschen in Untergang und Verderben stürzen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 9 20 Gegensatz zu der Voraussetzung des V. 7ff und Begründung zu V. 8, dass die Christen genügsam sind. +1 Timotheus 1Tim 62 6 9 21 Die fest entschlossen sind, es zu werden. +1 Timotheus 1Tim 62 6 9 22 Dieser Zusatz fehlt im Griechischen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 10 Radix enim omnium malorum est cupiditas: quam quidam appetentes erraverunt a fide, et inseruerunt se doloribus multis. Denn²³ die Habsucht ist eine Wurzel aller Übel;²⁴ einige, die sich ihr ergaben, sind vom Glauben abgeirrt²⁵ und haben sich in viele Schmerzen²⁶ verstrickt. +1 Timotheus 1Tim 62 6 10 23 Begründung zu dem ganzen V. 9. +1 Timotheus 1Tim 62 6 10 24 Es kann aus der Habsucht alles Böse hervorgehen. Unter anderen Gesichtspunkten wird der Stolz der Anfang aller Sünden genannt. [Sir 10,15], (vergl. Thom. 1,2 qu 84a 1.2) Der Stolz ist gleichsam Anfang und Keim eines Sündenbaumes, dessen Wurzel die Habsucht ist, die dem Sündenbaum fortwährend Saft und Kraft zuführt. +1 Timotheus 1Tim 62 6 10 25 Wie in V. 5 gesagt ist. +1 Timotheus 1Tim 62 6 10 26 Gewissensschmerzen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 11 Tu autem o homo Dei hæc fuge: sectare vero justitiam pietatem, fidem, caritatem, patientiam, mansuetudinem. Du aber, o Mann Gottes!²⁷ fliehe dies;²⁸ strebe vielmehr nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut. +1 Timotheus 1Tim 62 6 11 27 Von Gott erwählte, Gott darstellende Person. Mit größerem Rechte als im A. T. die Propheten [1Kön 9,7, 2Chr 8,14] heißen im N. T. die Diener Christi und Hirten der Seelen so. Diese Anrede muss Timotheus veranlassen, die Mahnung des Apostels desto mehr zu beherzigen, die Habsucht und ihre Folgen zu fliehen und sich um alle christlichen Tugenden zu bemühen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 11 28 Das V. 3 5 Gesagte. +1 Timotheus 1Tim 62 6 12 Certa bonum certamen fidei, apprehende vitam æternam, in qua vocatus es, et confessus bonam confessionem coram multis testibus. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens,²⁹ ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen bist und für welches du das gute Bekenntnis³⁰ abgelegt hast vor vielen Zeugen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 12 29 Der Glaube kämpft. Der Mensch kann nur als Gläubiger in diesen Kampf eintreten. +1 Timotheus 1Tim 62 6 12 30 Bei der Taufe. +1 Timotheus 1Tim 62 6 13 Præcipio tibi coram Deo, qui vivificat omnia, et Christo Jesu, qui testimonium reddidit sub Pontio Pilato, bonam confessionem: Ich gebiete dir vor Gott, der allem Leben gibt,³¹ und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus Zeugnis abgelegt hat, das gute Bekenntnis,³² +1 Timotheus 1Tim 62 6 13 31 Mit feierlichem Nachdrucke befiehlt der Apostel, was er V. 11 eingeschärft, vor Gott, der allem, was lebt, das Leben gibt und dem, der nach dem ewigen Leben ringt, auch dieses verleiht. +1 Timotheus 1Tim 62 6 13 32 Das bei der Taufe von Timotheus abgelegte Zeugnis von Christus, welches der Heiland, der erste und seinem Wesen nach vollgültige Zeuge, gleichfalls über sich gegeben, dass er der Messias sei. +1 Timotheus 1Tim 62 6 14 Ut serves mandatum sine macula, irreprehensibile usque in adventum Domini nostri Jesu Christi, das Gebot³³ unbefleckt und untadelhaft zu halten bis zur Ankunft unsers Herrn Jesus Christus,³⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 6 14 33 Das in V. 11 gegebene. +1 Timotheus 1Tim 62 6 14 34 Griech.: Bis zur Erscheinung unsers Herrn zum Gerichte. +1 Timotheus 1Tim 62 6 15 Quem suis temporibus ostendet beatus et solus potens, Rex regum, et Dominus dominantium: welche zu seiner Zeit zeigen wird der selige und alleinige Machthaber,³⁵ der König der Könige, und der Herr der Herrschenden,³⁶ [Offb 17,14] +1 Timotheus 1Tim 62 6 15 35 Vergl. [2Makk 12,15, Sir 46,5]. Da Gott in sich selig ist, bedarf er keines Dinges außer sich. +1 Timotheus 1Tim 62 6 15 36 Nach [Dtn 10,17, Ps 135,3]. +1 Timotheus 1Tim 62 6 16 Qui solus habet immortalitatem, et lucem inhabitat inaccessibilem: quem nullus hominum vidit, sed nec videre potest: cui honor, et imperium sempiternum: Amen. der allein Unsterblichkeit besitzt³⁷ und in unnahbarem Lichte wohnt;³⁸ den kein Mensch gesehen hat, noch auch zu sehen vermag, dem Ehre und ewige Macht sei.³⁹ Amen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 16 37 Vergl. [1Kor 15,53ff]. Hier Umschreibung von Dem Unsterblichen [1Tim 1,17] +1 Timotheus 1Tim 62 6 16 38 Der Himmel ist ein Reich des Lichtes, in dem der Glanz der göttlichen Herrlichkeit so groß ist, dass kein Auge denselben zu ertragen vermag. +1 Timotheus 1Tim 62 6 16 39 In V. 15 war seine Macht besonders gepriesen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 17 Divitibus hujus sæculi præcipe non sublime sapere, neque sperare in incerto divitiarum, sed in Deo vivo (qui præstat nobis omnia abunde ad fruendum) Den Reichen⁴⁰ dieser Welt⁴¹ gebiete, nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen,⁴² sondern auf den lebendigen Gott (der uns alles reichlich⁴³ zum Genusse darbietet),⁴⁴ +1 Timotheus 1Tim 62 6 17 40 Vers 3 16 sind eine Schlussermahnung für Timotheus. Eine Ermahnung an die, welche reich sind, ließ sich in die Erörterung V. 9 nicht gut einfügen, weshalb der Apostel sie hier gibt. +1 Timotheus 1Tim 62 6 17 41 Gegensatz zu der neuen Welt, welche die Ankunft Christi (V. 14) herbeiführt. +1 Timotheus 1Tim 62 6 17 42 Die Warnung einer Verkündigung gegen andere: sich nicht über sie zu erheben, wird die andere vor dem eitlen Vertrauen auf den Reichtum beigefügt. +1 Timotheus 1Tim 62 6 17 43 Da Gott allen, nicht nur den Reichen, alles, was sie brauchen, reichlich darbietet, kann man auf ihn vertrauen und bedarf nicht des Reichtums, um Vertrauen zu haben, ist doch jener auch ganz ungeeignet, solches in uns zu wecken. +1 Timotheus 1Tim 62 6 17 44 Was Gott gibt, genießen wir; so vergeht das Geschenk zwar mit dem Gebrauche, aber es bleibt auch nicht, wie bei dem Reichen, Hochmut, der sich seines Besitzes überhebe. +1 Timotheus 1Tim 62 6 18 Bene agere, divites fieri in bonis operibus, facile tribuere, communicare, Gutes zu tun, reich zu werden an guten Werken, freigebig zu sein, mitzuteilen,⁴⁵ +1 Timotheus 1Tim 62 6 18 45 Gleichsam andere zu Mitbesitzern zu machen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 19 Thesaurizare sibi fundamentum bonum in futurum, ut apprehendant veram vitam. sich einen Schatz als eine gute Grundlage für die Zukunft zu sammeln,⁴⁶ damit sie das wahrhafte Leben ergreifen.⁴⁷ +1 Timotheus 1Tim 62 6 19 46 Man legt einen solchen Schatz zum eigenen Vorteil bei Seite auf die in V. 18 geschilderte Weise. +1 Timotheus 1Tim 62 6 19 47 Wer mit sicherer Hand etwas ergreifen will, muss eine feste Unterlage unter den Füßen haben. +1 Timotheus 1Tim 62 6 20 O Timothee, depositum custodi, devitans profanas vocum novitates, et oppositiones falsi nominis scientiæ, O Timotheus!⁴⁸ bewahre, was dir anvertraut ist,⁴⁹ indem du die verwerflichen Neuerungen⁵⁰ im Reden und die Gegensätze⁵¹ der fälschlich so genannten Wissenschaft meidest,⁵² +1 Timotheus 1Tim 62 6 20 48 Die Innigkeit der Anrede wie [1Tim 1,18] wird durch das O wie [1Tim 6,11] noch eindringlicher. +1 Timotheus 1Tim 62 6 20 49 Was dir anvertraut ist, nicht was du erfunden hast; was du empfangen, nicht was du dir ausgedacht hast, nicht eine Sache deines Scharfsinnes, sondern der Überlieferung, deren Wächter und Nachfolger du bist (Vinz. von Lerin.). das Empfangene wird hier dem falschen Wissen gegenübergestellt, [2Tim 1,13.14] wird es heilsame Worte genannt. [Tit 2,2] wird der Jünger vom Apostel angewiesen, das von diesem Gehörte bei anderen niederzulegen. Alles dies gibt dem Ausdruck eine bestimmte Beziehung auf die Lehre des Evangeliums. Diese soll Timotheus so, wie er sie übernommen, rein und ungeschmälert festhalten. +1 Timotheus 1Tim 62 6 20 50 Griech.: Das leere, allen wahren Inhaltes entbehrende Geschwätz. +1 Timotheus 1Tim 62 6 20 51 Die Sätze, welche die Irrlehrer, gegeneinander und gegen die Wahrheit aufstellen, ohne Inhalt von Wahrheit. +1 Timotheus 1Tim 62 6 20 52 Einer Wissenschaft, die nur leeres Geschwätz und sich selbst widersprechende Säte hervorbringt, dazu gegen die Wahrheit kämpft, fehlt alles außer dem Namen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 21 Quam quidam promittentes, circa fidem exciderunt. Gratia tecum. Amen. zu welcher einige sich bekannt haben,⁵³ und so vom Glauben abgefallen sind. Die Gnade sei mit dir! Amen. +1 Timotheus 1Tim 62 6 21 53 Welche besonders zu kennen einige gelten wollten. +2 Timotheus 2Tim 63 1 0 Feierlicher Eingang (Kap. 1, V. 1 5): 1. Feierliche Aufschrift. (V. 2) 2. Innige Danksagung. (V. 5) I. Der heil. Paulus ermuntert seinen Jünger zur Treue und Stärke. (Kap. 1, V. 16 Kap. 2, V. 13): 1. Timotheus soll sich treu an seinen Meister anschließen und eifrig das Evangelium verkünden (Kap. 1, V. 6 18): a. Paulus ruft Timotheus die durch die Weihe erlangte Gnadengabe in's Gedächtnis zurück (V. 7) und ermahnt ihn, sich der Fesseln seines Lehrers oder des Evangeliums nicht zu schämen, sondern das Evangelium eifrig zu verkünden. (V. 8) b. Hierzu ist er verpflichtet, da Timotheus, nur aus Gnade zur Verkündigung des Evangeliums berufen, durch dasselbe die höchsten Wohltaten erlangt hat (V. 10), und da sein Lehrer jetzt für eben dies Evangelium Fesseln trägt, des zukünftigen ewigen Lohnes gewiss. (V. 12) c. Seines Lehrers Vorbild folgend, soll Timotheus also an dem festhalten, was jener ihm überliefert (V. 14), indem er sich an die unglücklichen asiatischen Abtrünnigen erinnert und andererseits Onesiphorus vor Augen stellt, welcher den Apostel in Rom aufgesucht hat, ohne sich seiner Bande zu schämen. +Titus Tit 63 1 0 Längere Aufschrift (Kap. 1, V. 1 4): Die Würde des heil. Paulus. (V. 3) Lob des Glaubens des Titus. I. Belehrung über die für das Vorsteheramt notwendigen Eigenschaften. (Kap. 1, V. 5 16) Paulus macht Titus aufmerksam, was bei der Aufstellung von geistlichen Vorstehern zu beachten ist: a. Er habe seinen Jünger auf Kreta zurückgelassen, damit derselbe in den einzelnen Städten geistliche Vorsteher einsetze. (V. 5) b. Bei der Auswahl derselben ist die erste Frage, ob sie von den Fehlern frei sind, welche der Apostel nennt, hingegen die Tugenden besitzen, welche er aufzählt. C. Mahnung darauf zu achten, dass die Lehrer glaubenstreu sind (V. 9): 1) und zwar nicht nur, weil viele Verführer da sind, die zurückgewiesen werden müssen (V. 11), sondern auch 2) weil die Kreter, ihrer natürlichen Anlage nach, sehr geneigt sind sich verführen zu lassen. (V. 13) Deshalb soll Titus sie streng mahnen, dass sie den jüdischen Fabeln keinen Glauben schenken und jenen nicht nachfolgen, die zwar mit Worten Gott bekennen, durch ihre Taten aber verleugnen. Titus Tit 63 1 1 PAULUS servus Dei, Apostolus autem Jesu Christi secundum fidem electorum Dei, et agnitionem veritatis, quæ secundum pietatem est. Paulus, Diener Gottes,¹ und Apostel Jesu Christi, für den Glauben der Auserwählten Gottes² und die Erkenntnis³ der Wahrheit, welche der Frömmigkeit gemäß ist, -2 Timotheus 2Tim 62 1 1 PAULUS Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, secundum promissionem vitæ, quæ est in Christo Jesu: Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes¹ nach der Verheißung des Lebens, welches in Christus Jesus ist,² -2 Timotheus 2Tim 62 1 1 1 Dieser Zusatz charakterisiert das Schreiben noch mehr als ein amtliches, als schon die Berufung auf die Apostelwürde getan. +2 Timotheus 2Tim 63 1 1 PAULUS Apostolus Jesu Christi per voluntatem Dei, secundum promissionem vitæ, quæ est in Christo Jesu: Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes¹ nach der Verheißung des Lebens, welches in Christus Jesus ist,² +2 Timotheus 2Tim 63 1 1 1 Dieser Zusatz charakterisiert das Schreiben noch mehr als ein amtliches, als schon die Berufung auf die Apostelwürde getan. Titus Tit 63 1 1 1 Während Paulus sich [Röm 1,1] an erster Stelle als Diener Christi bezeichnet, nennt er sich hier allgemeiner Diener Gottes, ein Eingang, der sich nur noch [Jak 1,1] findet, hier aber mit dem Zusatze: und des Herrn Jesus Christus. Paulus bezeichnet damit seine besondere Amtsstellung Gott gegenüber. Vergl. [Jak 1,1] und [Apg 16,17, Offb 1,1]. So kennzeichnet er sein Schreiben als ein amtliches apostolisches, nicht privates. -2 Timotheus 2Tim 62 1 1 2 Der Apostel ist berufen, das Leben, welches durch Christus erlangt wird, den Menschen zu verkündigen. (Theod.) +2 Timotheus 2Tim 63 1 1 2 Der Apostel ist berufen, das Leben, welches durch Christus erlangt wird, den Menschen zu verkündigen. (Theod.) Titus Tit 63 1 1 2 Derer, die von der Welt ausgeschieden sind, um den Glauben des Heiles anzunehmen. Titus Tit 63 1 1 3 Volle Erkenntnis. -2 Timotheus 2Tim 62 1 2 Timotheo carissimo filio, gratia, misericordia, pax a Deo Patre, et Christo Jesu Domino nostro. an Timotheus, meinen geliebten Sohn. Gnade, Erbarmung, Friede von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserm Herrn. +2 Timotheus 2Tim 63 1 2 Timotheo carissimo filio, gratia, misericordia, pax a Deo Patre, et Christo Jesu Domino nostro. an Timotheus, meinen geliebten Sohn. Gnade, Erbarmung, Friede von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserm Herrn. Titus Tit 63 1 2 In spem vitæ æternæ, quam promisit qui non mentitur, Deus, ante tempora sæcularia: zur Hoffnung des ewigen Lebens,⁴ welches Gott, der nicht lügt,⁵ vor unvordenklichen Zeiten verheißen,⁶ Titus Tit 63 1 2 4 Zweites Ziel des Apostolates: in den Gläubigen die Hoffnung auf das ewige Leben zu wecken und zu erhalten. Titus Tit 63 1 2 5 Dessen Verheißung nicht trügen kann. Titus Tit 63 1 2 6 Der unvordenklichen Zeiten, im A. B. verheißen. Titus Tit 63 1 3 Manifestavit autem temporibus suis verbum suum in prædicatione, quæ credita est mihi secundum præceptum Salvatoris nostri Dei: zu seiner Zeit⁷ aber hat er sein Wort⁸ kundgetan durch die Verkündigung, mit der ich betraut bin, nach Anordnung unsers Heilandes, Gottes,⁹ -2 Timotheus 2Tim 62 1 3 Gratias ago Deo, cui servio a progenitoribus in conscientia pura, quod sine intermissione habeam tui memoriam in orationibus meis, nocte ac die Ich sage Gott Dank,³ dem ich von den Voreltern her⁴ mit reinem Gewissen diene,⁵ wie ich ohne Unterlass deiner eingedenk bin in meinen Gebeten Tag und Nacht, -2 Timotheus 2Tim 62 1 3 3 Das Objekt der Danksagung folgt in V. 5. -2 Timotheus 2Tim 62 1 3 4 Er hat Gott gleichsam schon in seinen Voreltern gedient, sein Dienst ist die Fortsetzung des ihren, während der Vater des Timotheus Heide war. -2 Timotheus 2Tim 62 1 3 5 Demselben Gotte wie seine Vorfahren dient der Apostel mit reinem Gewissen. Welch Gegensatz gegen die Irrlehrer in Ephesus! [1Tim 1,19, Tit 1,15.16, Tit 3,11, Offb 2,14.20] +2 Timotheus 2Tim 63 1 3 Gratias ago Deo, cui servio a progenitoribus in conscientia pura, quod sine intermissione habeam tui memoriam in orationibus meis, nocte ac die Ich sage Gott Dank,³ dem ich von den Voreltern her⁴ mit reinem Gewissen diene,⁵ wie ich ohne Unterlass deiner eingedenk bin in meinen Gebeten Tag und Nacht, +2 Timotheus 2Tim 63 1 3 3 Das Objekt der Danksagung folgt in V. 5. +2 Timotheus 2Tim 63 1 3 4 Er hat Gott gleichsam schon in seinen Voreltern gedient, sein Dienst ist die Fortsetzung des ihren, während der Vater des Timotheus Heide war. +2 Timotheus 2Tim 63 1 3 5 Demselben Gotte wie seine Vorfahren dient der Apostel mit reinem Gewissen. Welch Gegensatz gegen die Irrlehrer in Ephesus! [1Tim 1,19, Tit 1,15.16, Tit 3,11, Offb 2,14.20] Titus Tit 63 1 3 7 Zu geeigneter, von ihm erwählter Zeit. Vergl. [1Tim 2,6, 1Tim 6,15, Gal 4,4, Eph 1,10]. Titus Tit 63 1 3 8 Sein Wort: Das verheißene ewige Leben ist als solches noch nicht kundgetan und doch ist etwas anderes schon an die Stelle der Verheißung des Lebens getreten, was eine tatsächliche Kundgebung war und zum Leben in engster Beziehung stand, wen es dies selbst auch nicht war. Es ist dies die Botschaft des Heiles, welches der Apostel verkündet. Titus Tit 63 1 3 9 Erklärung, inwiefern er als Apostel Christi im Dienste Gottes steht. (V. 1) Titus Tit 63 1 4 Tito dilecto filio secundum communem fidem, gratia, et pax a Deo Patre, et Christo Jesu Salvatore nostro. an Titus, den geliebten Sohn vermöge des gemeinschaftlichen Glaubens,¹⁰ Gnade und Friede von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserem Heiland.¹¹ -2 Timotheus 2Tim 62 1 4 Desiderans te videre, memor lacrimarum tuarum, ut gaudio implear, voll Sehnsucht dich zu sehen, wenn ich an deine Tränen⁶ denke, damit ich mit Freude erfüllt werden möchte,⁷ -2 Timotheus 2Tim 62 1 4 6 Welche Timotheus bei dem Abschiede vom Apostel vergossen. -2 Timotheus 2Tim 62 1 4 7 Die Freude des Timotheus soll auch das Herz des heil. Paulus mit Freude erfüllen. +2 Timotheus 2Tim 63 1 4 Desiderans te videre, memor lacrimarum tuarum, ut gaudio implear, voll Sehnsucht dich zu sehen, wenn ich an deine Tränen⁶ denke, damit ich mit Freude erfüllt werden möchte,⁷ +2 Timotheus 2Tim 63 1 4 6 Welche Timotheus bei dem Abschiede vom Apostel vergossen. +2 Timotheus 2Tim 63 1 4 7 Die Freude des Timotheus soll auch das Herz des heil. Paulus mit Freude erfüllen. Titus Tit 63 1 4 10 Griech.: dem wahren rechten Sohne. Titus war also von dem Apostel bekehrt. Er ist ein wahrer Sohn, vergl. [1Tim 1,2], weil der gleiche Glaube ihn erfüllt. Titus Tit 63 1 4 11 Wie Gott den Auftrag gegeben, die Botschaft des Heiles zu verkünden, welche den Weg zur Erlangung desselben zeigt, so ist Christus der Mittler der Erleuchtung und der Erlangung. -2 Timotheus 2Tim 62 1 5 Recordationem accipiens ejus fidei, quæ est in te non ficta, quæ et habitavit primum in avia tua Loide, et matre tua Eunice, certus sum autem quod et in te. da ich mir jenen Glauben in die Erinnerung rufe, der ungeheuchelt in dir lebt, und der zuerst in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunice wohnte, und, ich bin gewiss, auch in dir.⁸ +2 Timotheus 2Tim 63 1 5 Recordationem accipiens ejus fidei, quæ est in te non ficta, quæ et habitavit primum in avia tua Loide, et matre tua Eunice, certus sum autem quod et in te. da ich mir jenen Glauben in die Erinnerung rufe, der ungeheuchelt in dir lebt, und der zuerst in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunice wohnte, und, ich bin gewiss, auch in dir.⁸ Titus Tit 63 1 5 Hujus rei gratia reliqui te Cretæ, ut ea, quæ desunt, corrigas, et constituas per civitates presbyteros, sicut et ego disposui tibi. Deshalb habe ich dich auf Kreta zurückgelassen,¹² damit du das, was mangelt, in Ordnung bringest, und von Stadt zu Stadt Vorsteher bestellst,¹³ wie ich dich auch angewiesen habe: -2 Timotheus 2Tim 62 1 5 8 Der Glaube ist Timotheus gleichsam als teures Erbgut überkommen, da vor ihm Großmutter und Mutter denselben angenommen, und wurzelt so umso fester. (Parallele mit dem Anfange von V. 3.) Warum aber redet der Apostel von seiner Überzeugung, nicht schlechthin von der Tatsache? Die folgenden Ermahnungen zeigen, dass die Bewährung dieses Glaubens etwas zu wünschen übrig ließ, so dass das Feuer gleichsam unter der Asche glühte. (V. 6) +2 Timotheus 2Tim 63 1 5 8 Der Glaube ist Timotheus gleichsam als teures Erbgut überkommen, da vor ihm Großmutter und Mutter denselben angenommen, und wurzelt so umso fester. (Parallele mit dem Anfange von V. 3.) Warum aber redet der Apostel von seiner Überzeugung, nicht schlechthin von der Tatsache? Die folgenden Ermahnungen zeigen, dass die Bewährung dieses Glaubens etwas zu wünschen übrig ließ, so dass das Feuer gleichsam unter der Asche glühte. (V. 6) Titus Tit 63 1 5 12 Nachdem Paulus nach der ersten Gefangenschaft mit Titus nach Kreta gekommen. Titus Tit 63 1 5 13 Titus soll die geistlichen Vorsteher aus eigener Machtvollkommenheit aufstellen, auf die Gemeinde aber soll er insoweit Rücksicht nehmen, dass er nur solche wählt, die bei ihr guten Ruf genießen. (V. 6) Der Etymologie des Wortes nach soll Titus Älteste aufstellen. Doch bereits im A. T. führten Männer, welche in der Gemeinde ein Vorsteheramt bekleideten, diesen Namen ohne Rücksicht auf ihr Alter. Im N. T. werden mit diesem Namen entsprechend die Bischöfe und Priester bezeichnet. [Apg 11,30, Apg 14,22, Apg 20,17, 1Petr 5,1] Die einzelne Gemeinde ist ihre Herde. [Apg 20,28, 1Petr 5,2] Sie haben für die Reinheit der Lehre Sorge zu tragen [Apg 20,30], die Gebete und heiligen Handlungen zu verrichten und in Verbindung mit den Aposteln und mit gewisser Beteiligung der Gemeinde die kirchlichen Angelegenheiten zu beraten und zu entscheiden. [Apg 15,26, Apg 23,16.4] Titus Tit 63 1 6 Si quis sine crimine est, unius uxoris vir, filios habens fideles, non in accusatione luxuriæ, aut non subditos. wenn¹⁴ einer untadelig ist,¹⁵ nur eines Weibes Mann,¹⁶ gläubige Kinder hat,¹⁷ die nicht wegen Ausschweifung verrufen oder unbotmäßig sind.¹⁸ -2 Timotheus 2Tim 62 1 6 Propter quam causam admoneo te ut resuscites gratiam Dei, quæ est in te per impositionem manuum mearum. Deshalb⁹ erinnere ich dich, dass du die Gnadengabe Gottes wieder erweckest, welche in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.¹⁰ -2 Timotheus 2Tim 62 1 6 9 Weil ich von deinem ungeheucheltem Glauben überzeugt bin. -2 Timotheus 2Tim 62 1 6 10 Die Kraft des Geistes wird mit dem Feuer verglichen. Gemeint ist die [1Tim 4,14] erwähnte Gnadengabe. Diese ist eine Kraft, welche umso stärker wird, je mehr sie in Anwendung kommt, deren Vernachlässigung (ähnlich wie [Mt 25,28]) Strafe verdient. Die Lehre von der Unzerstörbarkeit der durch die Ordination mitgeteilten Gewalt (Aug.) findet hier ihren biblischen Anknüpfungspunkt. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 7 Vom Priesterth. Kann. 9) Die Händeauflegung ist kein bloßes sinnbildliches Zeichen, da durch dieselbe die Weihe und Gnadengabe mitgeteilt wird. (Ebenda Kann. 6) +2 Timotheus 2Tim 63 1 6 Propter quam causam admoneo te ut resuscites gratiam Dei, quæ est in te per impositionem manuum mearum. Deshalb⁹ erinnere ich dich, dass du die Gnadengabe Gottes wieder erweckest, welche in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.¹⁰ +2 Timotheus 2Tim 63 1 6 9 Weil ich von deinem ungeheucheltem Glauben überzeugt bin. +2 Timotheus 2Tim 63 1 6 10 Die Kraft des Geistes wird mit dem Feuer verglichen. Gemeint ist die [1Tim 4,14] erwähnte Gnadengabe. Diese ist eine Kraft, welche umso stärker wird, je mehr sie in Anwendung kommt, deren Vernachlässigung (ähnlich wie [Mt 25,28]) Strafe verdient. Die Lehre von der Unzerstörbarkeit der durch die Ordination mitgeteilten Gewalt (Aug.) findet hier ihren biblischen Anknüpfungspunkt. (Kirchenrecht von Trient, Sitz 7 Vom Priesterth. Kann. 9) Die Händeauflegung ist kein bloßes sinnbildliches Zeichen, da durch dieselbe die Weihe und Gnadengabe mitgeteilt wird. (Ebenda Kann. 6) Titus Tit 63 1 6 14 Nur solche, die diese Eigenschaften haben. Titus Tit 63 1 6 15 Guten Ruf besitzt. Vergl. [1Tim 3,2]. Titus Tit 63 1 6 16 Bei Heiden und Juden standen alle, welche sich nur einmal verheirateten, in besonderen Ehren. Ganz besonderes Gewicht legte man auf die eine Ehe bei den Priestern. Bei den Christen der ersten Zeiten herrschte zudem eine besondere Abneigung gegen die zweite Ehe. (Athenag., Theoph., Minuc. Felix) Nach Eintritt in das Priestertum durfte niemand mehr heiraten. Titus Tit 63 1 6 17 Da die christliche Gemeinde noch jünger war, konnte es Familien geben, in denen einzelne Glieder der Wahrheit noch nicht gewonnen waren. Titus Tit 63 1 6 18 Wie könnte der andere lehren, der seine eigenen Söhne nicht belehrt? (Chrys.) Sind aber die Söhne ohne die Schuld des Vorstehers missraten, so könnte er sich ihretwegen schämen, andere zurechtzuweisen. (Hier.) Titus Tit 63 1 7 Oportet enim Episcopum sine crimine esse, sicut Dei dispensatorem: non superbum, non iracundum, non vinolentum, non percussorem, non turpis lucri cupidum: Denn der Bischof¹⁹ muss als Haushalter Gottes²⁰ untadelig²¹ sein, nicht eigenmächtig, nicht zornmütig, nicht dem Trunke ergeben, nicht händelsüchtig, nicht nach schnödem Gewinne begierig,²² -2 Timotheus 2Tim 62 1 7 Non enim dedit nobis Deus spiritum timoris: sed virtutis, et dilectionis, et sobrietatis. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit, sondern der Stärke und Liebe und Selbstbeherrschung gegeben.¹¹ -2 Timotheus 2Tim 62 1 7 11 Der Geist der Kraft erfüllt das Herz mit freudiger Bereitwilligkeit zum Bekenntnis der göttlichen Lehre. Der Geist der Liebe macht der Aufopferung fähig und hält das Band der Gemeinschaft in Glauben und Leben aufrecht, der Geist der Selbstbeherrschung lässt sich durch keine Furcht beirren und gibt sich keiner Leidenschaft hin. Dies sind die Gnaden, welche die Weihe für das geistliche Amt mitteilt. +2 Timotheus 2Tim 63 1 7 Non enim dedit nobis Deus spiritum timoris: sed virtutis, et dilectionis, et sobrietatis. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit, sondern der Stärke und Liebe und Selbstbeherrschung gegeben.¹¹ +2 Timotheus 2Tim 63 1 7 11 Der Geist der Kraft erfüllt das Herz mit freudiger Bereitwilligkeit zum Bekenntnis der göttlichen Lehre. Der Geist der Liebe macht der Aufopferung fähig und hält das Band der Gemeinschaft in Glauben und Leben aufrecht, der Geist der Selbstbeherrschung lässt sich durch keine Furcht beirren und gibt sich keiner Leidenschaft hin. Dies sind die Gnaden, welche die Weihe für das geistliche Amt mitteilt. Titus Tit 63 1 7 19 Während der Name Presbyter mehr die Würdestellung kennzeichnet, hebt die Bezeichnung Bischof die Amtstätigkeit der höchsten Vorsteher hervor. Titus Tit 63 1 7 20 Die Gemeinde ist als Haus, Familie Gottes gedacht, wie [1Kor 3,15], über welche der Bischof als Aufseher, Verwalter gesetzt ist, und zwar in Gottes Auftrag und Namen, so dass jeder Flecken an ihr Gottes Ehre schmälert. Titus Tit 63 1 7 21 In seinem persönlichen, wie im Familienleben. (V. 6) Titus Tit 63 1 7 22 Das Bild des wahren guten Hirten siehe [Joh 10, Mt 12,14]. Titus Tit 63 1 8 Sed hospitalem, benignum, sobrium, justum, sanctum, continentem, sondern gastfrei,²³ gütig, besonnen, gerecht,²⁴ heilig, sich selbst beherrschend,²⁵ -2 Timotheus 2Tim 62 1 8 Noli itaque erubescere testimonium Domini nostri, neque me vinctum ejus: sed collabora Evangelio secundum virtutem Dei: Schäme dich also nicht des Zeugnisses von unserem Herrn,¹² noch meiner, seines Gefangenen,¹³ sondern leide mit für das Evangelium vermöge der Kraft Gottes,¹⁴ -2 Timotheus 2Tim 62 1 8 12 Zeugnis zu geben von Christus. -2 Timotheus 2Tim 62 1 8 13 Christus schützte seine Zeugen nicht nur nicht vor der Welt, sondern legte ihnen selbst die Fesseln an, welche sie vor dieser schutzlos erscheinen ließen. Paulus war bereits zum zweiten Male in Gefangenschaft. -2 Timotheus 2Tim 62 1 8 14 Vermöge der Kraft, welche der Geist Gottes (V. 7) mitteilt. +2 Timotheus 2Tim 63 1 8 Noli itaque erubescere testimonium Domini nostri, neque me vinctum ejus: sed collabora Evangelio secundum virtutem Dei: Schäme dich also nicht des Zeugnisses von unserem Herrn,¹² noch meiner, seines Gefangenen,¹³ sondern leide mit für das Evangelium vermöge der Kraft Gottes,¹⁴ +2 Timotheus 2Tim 63 1 8 12 Zeugnis zu geben von Christus. +2 Timotheus 2Tim 63 1 8 13 Christus schützte seine Zeugen nicht nur nicht vor der Welt, sondern legte ihnen selbst die Fesseln an, welche sie vor dieser schutzlos erscheinen ließen. Paulus war bereits zum zweiten Male in Gefangenschaft. +2 Timotheus 2Tim 63 1 8 14 Vermöge der Kraft, welche der Geist Gottes (V. 7) mitteilt. Titus Tit 63 1 8 23 Fremde zu beherbergen ist eine Pflicht, welche der Apostel allen Gläubigen auferlegt. [Hebr 11,2, 1Petr 4,9] Darf da der geistliche Vorsteher, das Vorbild der Gemeinde, zurückbleiben? Und darf der, der vom Altare mehr erhält als er bedarf, den Überschuss anders verwenden als zu Werken der Barmherzigkeit und Liebe? Titus Tit 63 1 8 24 Ein Mann, so wie er nach Gottes Willen sein soll. Titus Tit 63 1 8 25 Die Selbstbeherrschung lehrt sich alles dessen zu enthalten, was die Leidenschaft verlangt (Chrys.). -2 Timotheus 2Tim 62 1 9 Qui nos liberavit, et vocavit vocatione sua sancta, non secundum opera nostra, sed secundum propositum suum, et gratiam, quæ data est nobis in Christo Jesu ante tempora sæcularia. der uns errettet und berufen hat durch seine heilige Berufung,¹⁵ nicht zufolge unserer Werke, sondern nach seinem Ratschlusse der Gnade, die uns verliehen worden in Christus Jesus vor ewigen Zeiten.¹⁶ [Tit 3,5] +2 Timotheus 2Tim 63 1 9 Qui nos liberavit, et vocavit vocatione sua sancta, non secundum opera nostra, sed secundum propositum suum, et gratiam, quæ data est nobis in Christo Jesu ante tempora sæcularia. der uns errettet und berufen hat durch seine heilige Berufung,¹⁵ nicht zufolge unserer Werke, sondern nach seinem Ratschlusse der Gnade, die uns verliehen worden in Christus Jesus vor ewigen Zeiten.¹⁶ [Tit 3,5] Titus Tit 63 1 9 Amplectentem eum, qui secundum doctrinam est, fidelem sermonem: ut potens sit exhortari in doctrina sana, et eos, qui contradicunt, arguere. festhaltend an dem der Lehre²⁶ entsprechenden zuverlässigen Worte, damit er im Stande sei, in der gesunden Lehre zu ermahnen und die Widersprechenden zurechtzuweisen.²⁷ -2 Timotheus 2Tim 62 1 9 15 Durch seine heiligende, wirksame Berufung. Sie ist heilig, weil sie alles darreicht, was zur Heilsvollendung gehört, auch die Kraft zum Leiden. -2 Timotheus 2Tim 62 1 9 16 Dem von Ewigkeit her zum Mittler bestimmten Sohn Gottes. +2 Timotheus 2Tim 63 1 9 15 Durch seine heiligende, wirksame Berufung. Sie ist heilig, weil sie alles darreicht, was zur Heilsvollendung gehört, auch die Kraft zum Leiden. +2 Timotheus 2Tim 63 1 9 16 Dem von Ewigkeit her zum Mittler bestimmten Sohn Gottes. Titus Tit 63 1 9 26 Nur das ist Gottes Wort, was der Lehre gemäß ist, welche Christus verkündet und von den Aposteln hat ausbreiten lassen. Nicht also die heil. Schrift ist nach dem heil. Paulus der letzte Richter, war diese doch damals, wenigstens das N. T., noch nicht vollständig vorhanden, noch die eigene Vernunft (ist doch Gottes Offenbarung die Quelle der übernatürlichen Wahrheit); sondern das kirchliche Lehramt und dessen Lehre. Titus Tit 63 1 9 27 Die übrigen Eigenschaften sind ihm mit den Christgläubigen gemein, doch wer Lehrer sein will, muss für den Glauben eintreten und die Irrenden von ihrem Unrecht strafend überführen können. Der Apostel fügt hier die [1Tim 3,6] gemachte Einschränkung nicht bei, da sich sonst vielleicht keine geeignete Persönlichkeit gefunden hätte. Titus Tit 63 1 10 Sunt enim multi etiam inobedientes, vaniloqui, et seductores: maxime qui de circumcisione sunt: Denn es gibt viele Unbotmäßige, leere Schwätzer und Verführer, besonders unter denen aus der Beschneidung.²⁸ -2 Timotheus 2Tim 62 1 10 Manifestata est autem nunc per illuminationem Salvatoris nostri Jesu Christi, qui destruxit quidem mortem, illuminavit autem vitam, et incorruptionem per Evangelium: Jetzt aber ist sie offenbart worden¹⁷ durch die Erscheinung unsers Heilandes Jesus Christus, der den Tod¹⁸ vernichtet, dagegen Leben und Unverweslichkeit an's Licht gebracht hat durch das Evangelium, -2 Timotheus 2Tim 62 1 10 17 Durch die Verwirklichung. -2 Timotheus 2Tim 62 1 10 18 Gegensatz: Leben. [Tit 1,2] Für den Leib hat Christus den irdischen Tod vernichtet, der nur eine kurze Zeit währt [Joh 11,2.4, 1Kor 15]; in Beziehung auf den ganzen Menschen den Abgang des rechten Lebens, des Lichtes und der Kraft aus Gott, mit aller Sündhaftigkeit und allem Elend, die Ursache und Wirkung derselben sind. Christus hat die Macht der Finsternis und der Sünde, welcher den Menschen überwältigte, so dass dieser sich dem Geiste Gottes entzog, durch seine Lehre, sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung besiegt. Dazu gibt er allen, die sich mit ihm in Glauben und Liebe vereinen, den Geist Gottes und seinen Leib als Kraft zur seligen Auferstehung, selbst für den Leib. +2 Timotheus 2Tim 63 1 10 Manifestata est autem nunc per illuminationem Salvatoris nostri Jesu Christi, qui destruxit quidem mortem, illuminavit autem vitam, et incorruptionem per Evangelium: Jetzt aber ist sie offenbart worden¹⁷ durch die Erscheinung unsers Heilandes Jesus Christus, der den Tod¹⁸ vernichtet, dagegen Leben und Unverweslichkeit an's Licht gebracht hat durch das Evangelium, +2 Timotheus 2Tim 63 1 10 17 Durch die Verwirklichung. +2 Timotheus 2Tim 63 1 10 18 Gegensatz: Leben. [Tit 1,2] Für den Leib hat Christus den irdischen Tod vernichtet, der nur eine kurze Zeit währt [Joh 11,2.4, 1Kor 15]; in Beziehung auf den ganzen Menschen den Abgang des rechten Lebens, des Lichtes und der Kraft aus Gott, mit aller Sündhaftigkeit und allem Elend, die Ursache und Wirkung derselben sind. Christus hat die Macht der Finsternis und der Sünde, welcher den Menschen überwältigte, so dass dieser sich dem Geiste Gottes entzog, durch seine Lehre, sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung besiegt. Dazu gibt er allen, die sich mit ihm in Glauben und Liebe vereinen, den Geist Gottes und seinen Leib als Kraft zur seligen Auferstehung, selbst für den Leib. Titus Tit 63 1 10 28 Besonders Judenchristen verfälschten aus Gewinnsucht die reine Lehre. Titus Tit 63 1 11 Quos oportet redargui: qui universas domos subvertunt, docentes quæ non oportet, turpis lucri gratia. Diese muss man zum Schweigen bringen;²⁹ da sie ganze Häuser verkehren, indem sie lehren, was nicht recht ist, schnöden Gewinnes halber. -2 Timotheus 2Tim 62 1 11 In quo positus sum ego prædicator, et Apostolus, et magister gentium. für welches ich bestellt bin als Verkündiger und Apostel und Lehrer der Heiden.¹⁹ -2 Timotheus 2Tim 62 1 11 19 Vergl. [Apg 22,21]. Durch diese ehrenvollen Titel, die er sich selbst gibt, stärkt er Timotheus. +2 Timotheus 2Tim 63 1 11 In quo positus sum ego prædicator, et Apostolus, et magister gentium. für welches ich bestellt bin als Verkündiger und Apostel und Lehrer der Heiden.¹⁹ +2 Timotheus 2Tim 63 1 11 19 Vergl. [Apg 22,21]. Durch diese ehrenvollen Titel, die er sich selbst gibt, stärkt er Timotheus. Titus Tit 63 1 11 29 Zwei Gründe: Von Seiten der falschen Lehrer (V. 10, 11), von Seiten der Kreter. (V. 12) -2 Timotheus 2Tim 62 1 12 Ob quam causam etiam hæc patior, sed non confundor. Scio enim cui credidi, et certus sum quia potens est depositum meum servare in illum diem. Um dieser Ursache willen leide ich auch solches.²⁰ Aber ich schäme mich dessen nicht,²¹ denn ich weiß, auf wen ich mein Vertrauen gesetzt habe, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, meine Hinterlage zu bewahren auf jenen Tag. +2 Timotheus 2Tim 63 1 12 Ob quam causam etiam hæc patior, sed non confundor. Scio enim cui credidi, et certus sum quia potens est depositum meum servare in illum diem. Um dieser Ursache willen leide ich auch solches.²⁰ Aber ich schäme mich dessen nicht,²¹ denn ich weiß, auf wen ich mein Vertrauen gesetzt habe, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, meine Hinterlage zu bewahren auf jenen Tag. Titus Tit 63 1 12 Dixit quidam ex illis, proprius ipsorum propheta: Cretenses semper mendaces, malæ bestiæ, ventres pigri. Es hat einer aus ihnen,³⁰ ihr eigener Prophet³¹ gesagt: Die Kreter sind immerdar Lügner, bösartige Tiere,³² müßige Bäuche.³³ -2 Timotheus 2Tim 62 1 12 20 Meine Gefangenschaft. -2 Timotheus 2Tim 62 1 12 21 Er würde sich schämen, wenn ihm das Leiden ein Zeichen wäre, dass der Herr seine Gesandten im Stich lässt und den Feinden des Evangeliums preisgibt. +2 Timotheus 2Tim 63 1 12 20 Meine Gefangenschaft. +2 Timotheus 2Tim 63 1 12 21 Er würde sich schämen, wenn ihm das Leiden ein Zeichen wäre, dass der Herr seine Gesandten im Stich lässt und den Feinden des Evangeliums preisgibt. Titus Tit 63 1 12 30 Aus den Unbotmäßigen (V. 10), die Kreter sind. Titus Tit 63 1 12 31 Ihr ihnen angehöriger, also sie genau kennender und von ihnen anerkannter Prophet, dessen Urteil sie also müssen gelten lassen. Gemeint ist Epimenides aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. (Chrys., Theoph., Epiph., Hier.) Titus Tit 63 1 12 32 Zu Tieren an sittlicher Rohheit und Bösartigkeit herabgesunkene Menschen. Titus Tit 63 1 12 33 Träges Wohlleben liebend. Titus Tit 63 1 13 Testimonium hoc verum est. Quam ob causam increpa illos dure, ut sani sint in fide, Dieses Zeugnis ist wahr. Deswegen weise sie³⁴ scharf zurecht,³⁵ damit sie gesund seien im Glauben. -2 Timotheus 2Tim 62 1 13 Formam habe sanorum verborum, quæ a me audisti in fide, et in dilectione in Christo Jesu. Das Vorbild heilsamer Worte, welche du von mir gehört hast, bewahre im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus sind.²² -2 Timotheus 2Tim 62 1 13 22 Nur im Glauben, nicht durch bloße Verstandestätigkeit, nur in der Liebe, und zwar in jener Liebe, welche auf das innigste mit Christus vereint, kann die wahre Liebe festgehalten werden. +2 Timotheus 2Tim 63 1 13 Formam habe sanorum verborum, quæ a me audisti in fide, et in dilectione in Christo Jesu. Das Vorbild heilsamer Worte, welche du von mir gehört hast, bewahre im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus sind.²² +2 Timotheus 2Tim 63 1 13 22 Nur im Glauben, nicht durch bloße Verstandestätigkeit, nur in der Liebe, und zwar in jener Liebe, welche auf das innigste mit Christus vereint, kann die wahre Liebe festgehalten werden. Titus Tit 63 1 13 34 Die Unbotmäßigen. (V. 9) Auf sie allein, wie sie V. 11 geschildert werden, passen die V. 12 gekennzeichneten Eigenschaften der Kreter. Titus Tit 63 1 13 35 Griech.: Überweise (wie die Ärzte scharf schneidend). Lass es unverkennbar sein, dass nicht Lust am Schelten dich bewegt, sondern die reine Absicht, vor Unheil zu bewahren. Allgemeine Regel [2Tim 2,24.25]: Wen die Sanftmut nicht zu bessern vermag, gegen diesen muss Strenge geübt werden. Titus Tit 63 1 14 Non intendentes Judaicis fabulis, et mandatis hominum aversantium se a veritate. und nicht jüdischen Fabeln³⁶ Gehör schenken und Geboten von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden. -2 Timotheus 2Tim 62 1 14 Bonum depositum custodi per Spiritum sanctum, qui habitat in nobis. Die schöne Hinterlage bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!²³ -2 Timotheus 2Tim 62 1 14 23 Darin besteht der Beistand, welchen der Heil. Geist der Kirche oder der Gesamtheit ihrer Vorsteher gewährt, dass die von den Aposteln ihr übergebene Lehre rein und unversehrt bewahrt wird. Die Kirche kann die Hinterlage nicht mehren, sondern sie nur entfalten und in ihre Bestandteile zerlegen. +2 Timotheus 2Tim 63 1 14 Bonum depositum custodi per Spiritum sanctum, qui habitat in nobis. Die schöne Hinterlage bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!²³ +2 Timotheus 2Tim 63 1 14 23 Darin besteht der Beistand, welchen der Heil. Geist der Kirche oder der Gesamtheit ihrer Vorsteher gewährt, dass die von den Aposteln ihr übergebene Lehre rein und unversehrt bewahrt wird. Die Kirche kann die Hinterlage nicht mehren, sondern sie nur entfalten und in ihre Bestandteile zerlegen. Titus Tit 63 1 14 36 Statt auf das eine, das Not tut, ihr Herz zu wenden, achten sie auf leere Fabeln, vergl. [1Tim 1,6], die wohl von der heiligen Geschichte ausgingen, aber in törichten Erfindungen sich verloren. Die geborenen Juden hielten am hartnäckigsten an diesen fest. (V. 10) Auf praktischem Gebiete wendeten sie sich von den Christenpflichten ab zur Beobachtung und Höherschätzung gewisser zeremoniellen Vorschriften [Kol 2,16.17.21] und Unterscheidung von Rein und Unrein. -2 Timotheus 2Tim 62 1 15 Scis hoc, quod aversi sunt a me omnes, qui in Asia sunt, ex quibus est Phigellus, et Hermogenes. Du weißt ja,²⁴ dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewendet haben, unter diesen Phigellus und Hermogenes.²⁵ +2 Timotheus 2Tim 63 1 15 Scis hoc, quod aversi sunt a me omnes, qui in Asia sunt, ex quibus est Phigellus, et Hermogenes. Du weißt ja,²⁴ dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewendet haben, unter diesen Phigellus und Hermogenes.²⁵ Titus Tit 63 1 15 Omnia munda mundis: coinquinatis autem, et infidelibus nihil est mundum, sed inquinatæ sunt eorum et mens, et conscientia. Alles ist den Reinen rein;³⁷ den Befleckten³⁸ und Ungläubigen aber ist nichts rein,³⁹ sondern⁴⁰ befleckt ist ihr Sinn und ihr Gewissen.⁴¹ [Röm 14,20] -2 Timotheus 2Tim 62 1 15 24 Wie in V. 12 14 für das Schäme dich nicht des Zeugnisses (V. 8) das Vorbild des Apostels, so ist V. 16 18 für die Mahnung: noch meiner seines Gefangenen das Vorbild des Onesiphorus (V. 16) dem Timotheus vor Augen gestellt. V. 15 bildet hierzu die Einleitung und stellt alles in das rechte Licht. -2 Timotheus 2Tim 62 1 15 25 An diese hat Paulus wohl die Aufforderung gerichtet, nach Rom zu kommen und für ihn einzutreten. Timotheus kannte diese Tatsache, weil jene wohl in Ephesus lebten. +2 Timotheus 2Tim 63 1 15 24 Wie in V. 12 14 für das Schäme dich nicht des Zeugnisses (V. 8) das Vorbild des Apostels, so ist V. 16 18 für die Mahnung: noch meiner seines Gefangenen das Vorbild des Onesiphorus (V. 16) dem Timotheus vor Augen gestellt. V. 15 bildet hierzu die Einleitung und stellt alles in das rechte Licht. +2 Timotheus 2Tim 63 1 15 25 An diese hat Paulus wohl die Aufforderung gerichtet, nach Rom zu kommen und für ihn einzutreten. Timotheus kannte diese Tatsache, weil jene wohl in Ephesus lebten. Titus Tit 63 1 15 37 Denen, die wahrhaft rein sind, ist alles, was von jenen als rein und unrein unterschieden wird, sittlich rein, vermag sie nicht in Gottes Augen zu beflecken. Titus Tit 63 1 15 38 Den sittlich Befleckten: Gegensatz zu: den reinen. Titus Tit 63 1 15 39 Ihr eigenes Wesen ist vor Gott befleckt, dies also macht, dass alles, womit sie in Berührung kommen, vor Gott nicht rein ist. Der Apostel sagt: Nichts ist rein; nicht aber: Alles ist unrein. Nichts, was der mit schwerer Sünde Belastete tut, ist in den Augen Gottes rein, aber nicht alles, was er tut, ist Sünde. (Kirchenrecht von Trient Sitz 6, Kann. 7) Titus Tit 63 1 15 40 Begründung der eben aufgestellten Behauptung. Titus Tit 63 1 15 41 Die Ursache, weshalb alles befleckt ist, was sie berühren, liegt nicht in den Dingen, sondern in ihrer Vernunft und ihrem Gewissen. Die Vernunft ist hier sittliches Bewusstsein, das Gewissen das Bewusstsein frei erweckter Gesinnung und vollbrachter Handlung: Ihr Inneres ist entweiht ebenso durch ihre böse Denkweise, wie durch ihr böses Gewissen. -2 Timotheus 2Tim 62 1 16 Det misericordiam Dominus Onesiphori domui: quia sæpe me refrigeravit, et catenam meam non erubuit: Der Herr schenke dem Hause des Onesiphorus²⁶ sein Erbarmen; denn oftmals hat er mich erquickt²⁷ und sich meiner Ketten nicht geschämt. [2Tim 4,19] +2 Timotheus 2Tim 63 1 16 Det misericordiam Dominus Onesiphori domui: quia sæpe me refrigeravit, et catenam meam non erubuit: Der Herr schenke dem Hause des Onesiphorus²⁶ sein Erbarmen; denn oftmals hat er mich erquickt²⁷ und sich meiner Ketten nicht geschämt. [2Tim 4,19] Titus Tit 63 1 16 Confitentur se nosse Deum, factis autem negant: cum sint abominati, et incredibiles, et ad omne opus bonum reprobi. Sie geben vor, Gott zu kennen, in den Werken aber verleugnen sie ihn;⁴² denn sie sind verabscheuungswürdig, dem Glauben ungehorsam und zu jedem guten Werke untauglich. -2 Timotheus 2Tim 62 1 16 26 Wenn der Wunsch darauf hinweisen sollte, dass Onesiphorus bereits tot ist, so lehrt der Apostel durch sein Beispiel hier, für die Verstorbenen zu beten. -2 Timotheus 2Tim 62 1 16 27 Körperlich und geistig. +2 Timotheus 2Tim 63 1 16 26 Wenn der Wunsch darauf hinweisen sollte, dass Onesiphorus bereits tot ist, so lehrt der Apostel durch sein Beispiel hier, für die Verstorbenen zu beten. +2 Timotheus 2Tim 63 1 16 27 Körperlich und geistig. Titus Tit 63 1 16 42 Sie rühmen sich zwar einer besonderen Erkenntnis Gottes, verleugnen ihn aber in Gesinnung und Handlung. -2 Timotheus 2Tim 62 1 17 Sed cum Romam venisset, sollicite me quæsivit, et invenit. Vielmehr forschte er, als er nach Rom kam, eifrig nach mir, und fand mich. -2 Timotheus 2Tim 62 1 18 Det illi Dominus invenire misericordiam a Domino in illa die. Et quanta Ephesi ministravit mihi, tu melius nosti. Der Herr²⁸ gebe ihm, dass er Erbarmung finde vor dem Herrn²⁹ an jenem Tage! Und wie große Dienste er mir³⁰ in Ephesus geleistet, weißt du am besten. -2 Timotheus 2Tim 62 1 18 28 Der Herr Jesus Christus. -2 Timotheus 2Tim 62 1 18 29 Von Gott, dem Weltenrichter. Wiedergabe des alttestamentlichen Jahve. -2 Timotheus 2Tim 62 1 18 30 Dies Wort fehlt im Griech. Seine Liebe erstreckte sich auf alle Christen, Niemand musste dies besser wissen als der Bischof von Ephesus. -Titus Tit 63 2 0 II. Mahnung an Titus, allen die gesunde Lehre zu verkünden. (Kap. 2, V. 1 15): 1. Der Apostel zählt die Pflichten einzelner Altersstufen und Personen auf (V. 10): a. Die Greise sollen nüchtern, ehrbar usw. sein. (V. 2) b. Die bejahrten Frauen sollen heilig sein und durch ihre Tugenden den jüngeren Frauen den rechten Weg weisen. Ihr Hauswesen gut verwaltend mögen sie es nicht zulassen, dass ihretwegen das Evangelium gelästert werde. (V. 5) c. Auch die jüngeren Männer soll Titus zur Selbstbeherrschung anleiten, durch sein Beispiel voranleuchtend, so dass niemand den Christen einen Vorwurf machen kann. (V. 10) 2. Gründe, warum Titus dies alles leisten soll (V. 14): Dies zu lehren ist Christus gekommen (V. 12) und so handelnd bereiten wir uns auf die Wiederkunft Christi vor, der sich uns geschenkt, um sich ein auserwähltes und reines Volk zu schaffen. (V. 14) 3. Dies alles soll Titus lehren als einer der Gewalt hat, und niemand soll ihn wegen seines noch nicht sehr vorgerückten Alters geringschätzen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 0 2. Timotheus soll sich stark zeigen in der Gnade (Kap. 2, V. 1 13): a. Daher soll er das, was er selbst gelernt, andere lehren, damit auch diese die Predigt des Evangeliums verbreiten. (V. 2) b. Mit Hintansetzung aller weltlichen Geschäfte soll er aus Kräften tätig sein, denn nur wer rechtmäßig kämpft, erlangt die Siegeskrone, und nur der Ackersmann, welcher arbeitet, hat ein Recht darauf, die Früchte einzuernten. (V. 7) c. Diese Stärke soll er nach dem Vorbilde seines Lehrers aus der Erinnerung an die Auferstehung Christi gewinnen, denn wer mit dem Herrn leidet und stirbt, wird mit ihm herrschen, wer ihn aber verleugnet, den wird er wieder verleugnen. (V. 13) II. Der Apostel wiederholt einige Vorschriften über die rechte Amtsführung. (Kap. 2,14 bis Kap. 4,18): 1. Das rechte Verhalten gegen Häretiker (Kap. 2 V. 14 Kap. 3 V. 17): a. Alles Streiten ist zu vermeiden (V. 26): 1) Durch das Streiten werden die Zuhörer verwirrt. Deshalb ist die rechte Lehre vorzulegen und ungeistliches und leeres Geschwätz zu meiden, durch das nur Gottlosigkeit geweckt und verbreitet wird. (V. 17) 2) Ein Beispiel von Häretikern bieten Hymeneus und Philetus, welche die zukünftige Auferstehung leugnen, aber das feste Fundament der Kirche nicht zu erschüttern vermögen, sondern nur zeigen, dass nicht alle Gefäße im Hause golden und silbern sind. (V. 21) 3) Timotheus soll sich also der Tugend befleißen, mit allen in Frieden leben und törichte Fragen meiden, die nur Streit zur Folge haben (V. 23), denn es ziemt sich nicht, dass ein Diener Gottes streitet. -2 Timotheus 2Tim 62 2 1 Tu ergo fili mi confortare in gratia, quæ est in Christo Jesu: Du also,¹ mein Sohn!² erstarke³ in der Gnade,⁴ die in Christus Jesus ist; +2 Timotheus 2Tim 63 1 17 Sed cum Romam venisset, sollicite me quæsivit, et invenit. Vielmehr forschte er, als er nach Rom kam, eifrig nach mir, und fand mich. +2 Timotheus 2Tim 63 1 18 Det illi Dominus invenire misericordiam a Domino in illa die. Et quanta Ephesi ministravit mihi, tu melius nosti. Der Herr²⁸ gebe ihm, dass er Erbarmung finde vor dem Herrn²⁹ an jenem Tage! Und wie große Dienste er mir³⁰ in Ephesus geleistet, weißt du am besten. +2 Timotheus 2Tim 63 1 18 28 Der Herr Jesus Christus. +2 Timotheus 2Tim 63 1 18 29 Von Gott, dem Weltenrichter. Wiedergabe des alttestamentlichen Jahve. +2 Timotheus 2Tim 63 1 18 30 Dies Wort fehlt im Griech. Seine Liebe erstreckte sich auf alle Christen, Niemand musste dies besser wissen als der Bischof von Ephesus. +Titus Tit 63 2 0 II. Mahnung an Titus, allen die gesunde Lehre zu verkünden. (Kap. 2, V. 1 15): 1. Der Apostel zählt die Pflichten einzelner Altersstufen und Personen auf (V. 10): a. Die Greise sollen nüchtern, ehrbar usw. sein. (V. 2) b. Die bejahrten Frauen sollen heilig sein und durch ihre Tugenden den jüngeren Frauen den rechten Weg weisen. Ihr Hauswesen gut verwaltend mögen sie es nicht zulassen, dass ihretwegen das Evangelium gelästert werde. (V. 5) c. Auch die jüngeren Männer soll Titus zur Selbstbeherrschung anleiten, durch sein Beispiel voranleuchtend, so dass niemand den Christen einen Vorwurf machen kann. (V. 10) 2. Gründe, warum Titus dies alles leisten soll (V. 14): Dies zu lehren ist Christus gekommen (V. 12) und so handelnd bereiten wir uns auf die Wiederkunft Christi vor, der sich uns geschenkt, um sich ein auserwähltes und reines Volk zu schaffen. (V. 14) 3. Dies alles soll Titus lehren als einer der Gewalt hat, und niemand soll ihn wegen seines noch nicht sehr vorgerückten Alters geringschätzen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 0 2. Timotheus soll sich stark zeigen in der Gnade (Kap. 2, V. 1 13): a. Daher soll er das, was er selbst gelernt, andere lehren, damit auch diese die Predigt des Evangeliums verbreiten. (V. 2) b. Mit Hintansetzung aller weltlichen Geschäfte soll er aus Kräften tätig sein, denn nur wer rechtmäßig kämpft, erlangt die Siegeskrone, und nur der Ackersmann, welcher arbeitet, hat ein Recht darauf, die Früchte einzuernten. (V. 7) c. Diese Stärke soll er nach dem Vorbilde seines Lehrers aus der Erinnerung an die Auferstehung Christi gewinnen, denn wer mit dem Herrn leidet und stirbt, wird mit ihm herrschen, wer ihn aber verleugnet, den wird er wieder verleugnen. (V. 13) II. Der Apostel wiederholt einige Vorschriften über die rechte Amtsführung. (Kap. 2,14 bis Kap. 4,18): 1. Das rechte Verhalten gegen Häretiker (Kap. 2 V. 14 Kap. 3 V. 17): a. Alles Streiten ist zu vermeiden (V. 26): 1) Durch das Streiten werden die Zuhörer verwirrt. Deshalb ist die rechte Lehre vorzulegen und ungeistliches und leeres Geschwätz zu meiden, durch das nur Gottlosigkeit geweckt und verbreitet wird. (V. 17) 2) Ein Beispiel von Häretikern bieten Hymeneus und Philetus, welche die zukünftige Auferstehung leugnen, aber das feste Fundament der Kirche nicht zu erschüttern vermögen, sondern nur zeigen, dass nicht alle Gefäße im Hause golden und silbern sind. (V. 21) 3) Timotheus soll sich also der Tugend befleißen, mit allen in Frieden leben und törichte Fragen meiden, die nur Streit zur Folge haben (V. 23), denn es ziemt sich nicht, dass ein Diener Gottes streitet. +2 Timotheus 2Tim 63 2 1 Tu ergo fili mi confortare in gratia, quæ est in Christo Jesu: Du also,¹ mein Sohn!² erstarke³ in der Gnade,⁴ die in Christus Jesus ist; Titus Tit 63 2 1 Tu autem loquere quæ decent sanam doctrinam: Du aber rede,¹ was der gesunden Lehre angemessen ist: -2 Timotheus 2Tim 62 2 1 1 Mit Rückblick auf [2Tim 1,14]. +2 Timotheus 2Tim 63 2 1 1 Mit Rückblick auf [2Tim 1,14]. Titus Tit 63 2 1 1 Im Gegensatze zu den V. 10ff Geschilderten. Rede, wie man die erkannte Wahrheit im Leben bewährt. -2 Timotheus 2Tim 62 2 1 2 Das, wozu er ihn in seinem persönlichen Leben ermahnt, liegt seinem geistlichen Vater besonders am Herzen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 1 3 Gott hat uns den Geist der Festigkeit gegeben, du hast in Onesiphorus ein Beispiel der Standhaftigkeit, also erstarke auch du. -2 Timotheus 2Tim 62 2 1 4 Die Gnade allein vermag uns stark zu machen, ihre Quelle aber ist Christus. +2 Timotheus 2Tim 63 2 1 2 Das, wozu er ihn in seinem persönlichen Leben ermahnt, liegt seinem geistlichen Vater besonders am Herzen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 1 3 Gott hat uns den Geist der Festigkeit gegeben, du hast in Onesiphorus ein Beispiel der Standhaftigkeit, also erstarke auch du. +2 Timotheus 2Tim 63 2 1 4 Die Gnade allein vermag uns stark zu machen, ihre Quelle aber ist Christus. Titus Tit 63 2 2 Senes ut sobrii sint, pudici, prudentes, sani in fide, in dilectione, in patientia: Dass die bejahrten Männer nüchtern sein sollen, ehrbar, klug,² gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; -2 Timotheus 2Tim 62 2 2 Et quæ audisti a me per multos testes, hæc commenda fidelibus hominibus, qui idonei erunt et alios docere. und was du von mir vernommen hast durch viele Zeugen,⁵ das vertraue zuverlässigen Menschen an, welche tüchtig sein werden, auch andere zu lehren.⁶ +2 Timotheus 2Tim 63 2 2 Et quæ audisti a me per multos testes, hæc commenda fidelibus hominibus, qui idonei erunt et alios docere. und was du von mir vernommen hast durch viele Zeugen,⁵ das vertraue zuverlässigen Menschen an, welche tüchtig sein werden, auch andere zu lehren.⁶ Titus Tit 63 2 2 2 Vergl. [Sir 24,6]. -2 Timotheus 2Tim 62 2 2 5 In Gegenwart vieler Zeugen, welche zur Bekräftigung meines Wortes anwesend waren. Der Apostel spricht wohl von der Weihe. -2 Timotheus 2Tim 62 2 2 6 Durch das lebendige Wort hat Paulus dem Timotheus die reine Lehre anvertraut, dieser soll das hinterlegte Kleinod nicht nur sorgsam bewahren, sondern auch anderen zuverlässigen Männern überliefern, welche im Stande sind, die gleiche Lehre durch mündliche Überlieferung anderen zu übermitteln. An das lebendige Wort also, nicht an einen toten Buchstaben, knüpft Paulus die Fortpflanzung der Lehre. -2 Timotheus 2Tim 62 2 3 Labora sicut bonus miles Christi Jesu. Leide als ein guter Kriegsmann Christi Jesu.⁷ +2 Timotheus 2Tim 63 2 2 5 In Gegenwart vieler Zeugen, welche zur Bekräftigung meines Wortes anwesend waren. Der Apostel spricht wohl von der Weihe. +2 Timotheus 2Tim 63 2 2 6 Durch das lebendige Wort hat Paulus dem Timotheus die reine Lehre anvertraut, dieser soll das hinterlegte Kleinod nicht nur sorgsam bewahren, sondern auch anderen zuverlässigen Männern überliefern, welche im Stande sind, die gleiche Lehre durch mündliche Überlieferung anderen zu übermitteln. An das lebendige Wort also, nicht an einen toten Buchstaben, knüpft Paulus die Fortpflanzung der Lehre. +2 Timotheus 2Tim 63 2 3 Labora sicut bonus miles Christi Jesu. Leide als ein guter Kriegsmann Christi Jesu.⁷ Titus Tit 63 2 3 Anus similiter in habitu sancto, non criminatrices, non multo vino servientes, bene docentes: die bejahrten Frauen³ desgleichen in ihrer Haltung, wie es Heiligen geziemt,⁴ nicht verleumderisch,⁵ nicht dem Trunke ergeben, gute Lehren gebend, Titus Tit 63 2 3 3 Die Reise des Alters soll lehren alles Ungesunde von der Übung dieser Tugenden fernzuhalten. Titus Tit 63 2 3 4 Das Evangelium befreite die Person und den Beruf der Frau von der Geringschätzung, die auf ihnen lastete, setzte sie dem Werte nach vor Gott dem Manne gleich und gab ihr eine heilige Bedeutung. [Eph 5,21ff] Ebenso hob es den Beruf der Frau als Weib, Gattin und Mutter [1Tim 2,15] in seiner Wichtigkeit für die Gemeinde der Heiligen hervor. Titus Tit 63 2 3 5 Das Gefühl der schwäche verbunden mit dem Wunsche zu gefallen führen dies oft herbei. -2 Timotheus 2Tim 62 2 3 7 Die Erstarkung in der Gnade (V. 1) soll sich besonders im Leiden für das Evangelium bewähren. Dass Timotheus mit jenen (so nach dem Griech.), denen er die fernere Verkündigung aufträgt, auf sich nimmt. Die Gründe, welche dazu verpflichten und ermutigen, bietet der Apostel V. 3 7. +2 Timotheus 2Tim 63 2 3 7 Die Erstarkung in der Gnade (V. 1) soll sich besonders im Leiden für das Evangelium bewähren. Dass Timotheus mit jenen (so nach dem Griech.), denen er die fernere Verkündigung aufträgt, auf sich nimmt. Die Gründe, welche dazu verpflichten und ermutigen, bietet der Apostel V. 3 7. Titus Tit 63 2 4 Ut prudentiam doceant adolescentulas, ut viros suos ament, filios suos diligant, damit sie die jungen Frauen⁶ Besonnenheit lehren, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, -2 Timotheus 2Tim 62 2 4 Nemo militans Deo implicat se negotiis sæcularibus: ut ei placeat, cui se probavit. Kein Streiter Gottes⁸ verwickelt sich in weltliche Geschäfte, damit er dem gefalle, dem er sich verpflichtet hat.⁹ +2 Timotheus 2Tim 63 2 4 Nemo militans Deo implicat se negotiis sæcularibus: ut ei placeat, cui se probavit. Kein Streiter Gottes⁸ verwickelt sich in weltliche Geschäfte, damit er dem gefalle, dem er sich verpflichtet hat.⁹ Titus Tit 63 2 4 6 Die jüngeren Frauen. Hier ist das Motiv für die Entstehung des kirchlichen Witweninstitutes. [1Tim 5,9ff] -2 Timotheus 2Tim 62 2 4 8 Dies Wort fehlt im Griech. Es ist also die Rede von dem gewöhnlichen Kriegsdienst, ähnlich wie V. 5, 6 von menschlichen Verhältnissen handeln. Die Anwendung überlässt der Apostel seinem Jünger. -2 Timotheus 2Tim 62 2 4 9 Griech.: dem Kriegsherrn. +2 Timotheus 2Tim 63 2 4 8 Dies Wort fehlt im Griech. Es ist also die Rede von dem gewöhnlichen Kriegsdienst, ähnlich wie V. 5, 6 von menschlichen Verhältnissen handeln. Die Anwendung überlässt der Apostel seinem Jünger. +2 Timotheus 2Tim 63 2 4 9 Griech.: dem Kriegsherrn. Titus Tit 63 2 5 Prudentes, castas, sobrias, domus curam habentes, benignas, subditas viris suis, ut non blasphemetur verbum Dei: besonnen, keusch, sittsam, häuslich,⁷ gütig, ihren Männern untertan zu sein, damit das Wort Gottes nicht gelästert werde.⁸ -2 Timotheus 2Tim 62 2 5 Nam et qui certat in agone, non coronatur nisi legitime certaverit. Denn auch wer im Wettkampfe streitet,¹⁰ wird nicht gekrönt, wenn er nicht ordnungsgemäß gekämpft hat.¹¹ +2 Timotheus 2Tim 63 2 5 Nam et qui certat in agone, non coronatur nisi legitime certaverit. Denn auch wer im Wettkampfe streitet,¹⁰ wird nicht gekrönt, wenn er nicht ordnungsgemäß gekämpft hat.¹¹ Titus Tit 63 2 5 7 Das Haus ist der eigentlichste Wirkungskreis der Frau. Titus Tit 63 2 5 8 Das Wort Gottes wird verunehrt, wenn solche, die als Bekenner desselben gelten, sich vor den Nichtchristen nicht in aller sittlichen Stärke und Reinheit zeigen, welche das Evangelium verlangt und gewährt. -2 Timotheus 2Tim 62 2 5 10 Dieser Vergleich ist dem Apostel sehr geläufig. Vergl. [1Kor 9,24.25, 1Tim 6,12, 2Tim 4,7]. -2 Timotheus 2Tim 62 2 5 11 Der apostolische Streiter darf nicht nur mutig beginnen, sondern muss auch ebenso fortsetzen und vollenden. Anzufangen, sagt der heil. Hieronymus, ist die Sache vieler, zu vollenden die Sache weniger. Bei den Christen handelt es sich nicht um den Anfang, sondern um das Ende. Paulus fing schlimm an, endete aber gut. Bei Judas ist der Anfang rühmlich, das Ende aber Verderben und Verdammnis. Die Ordnung für den Kämpfer Christi ist das Leiden. -2 Timotheus 2Tim 62 2 6 Laborantem agricolam oportet primum de fructibus percipere. Der arbeitende Ackersmann soll zuerst von den Früchten genießen.¹² +2 Timotheus 2Tim 63 2 5 10 Dieser Vergleich ist dem Apostel sehr geläufig. Vergl. [1Kor 9,24.25, 1Tim 6,12, 2Tim 4,7]. +2 Timotheus 2Tim 63 2 5 11 Der apostolische Streiter darf nicht nur mutig beginnen, sondern muss auch ebenso fortsetzen und vollenden. Anzufangen, sagt der heil. Hieronymus, ist die Sache vieler, zu vollenden die Sache weniger. Bei den Christen handelt es sich nicht um den Anfang, sondern um das Ende. Paulus fing schlimm an, endete aber gut. Bei Judas ist der Anfang rühmlich, das Ende aber Verderben und Verdammnis. Die Ordnung für den Kämpfer Christi ist das Leiden. +2 Timotheus 2Tim 63 2 6 Laborantem agricolam oportet primum de fructibus percipere. Der arbeitende Ackersmann soll zuerst von den Früchten genießen.¹² Titus Tit 63 2 6 Juvenes similiter hortare ut sobrii sint. Die jüngeren Männer ermahne auf gleiche Weise, sittsam sich selbst zu beherrschen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 6 12 Zuerst muss der Landmann arbeiten, alsdann kann er die Früchte seiner Arbeit erhoffen (Chrys.) So muss auch der Verkünder des Evangeliums zuerst die Leiden tragen, die aus der Feindschaft, auf die das Evangelium stößt, erwachsen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 7 Intellige quæ dico: dabit enim tibi Dominus in omnibus intellectum. Verstehe wohl, was ich sage; denn der Herr wird dir in allen Dingen¹³ Einsicht geben. +2 Timotheus 2Tim 63 2 6 12 Zuerst muss der Landmann arbeiten, alsdann kann er die Früchte seiner Arbeit erhoffen (Chrys.) So muss auch der Verkünder des Evangeliums zuerst die Leiden tragen, die aus der Feindschaft, auf die das Evangelium stößt, erwachsen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 7 Intellige quæ dico: dabit enim tibi Dominus in omnibus intellectum. Verstehe wohl, was ich sage; denn der Herr wird dir in allen Dingen¹³ Einsicht geben. Titus Tit 63 2 7 In omnibus teipsum præbe exemplum bonorum operum in doctrina, in integritate, in gravitate, In allen Dingen erweise dich selbst als Vorbild guter Werke,⁹ in Lehre, in Unsträflichkeit, in Würde.¹⁰ Titus Tit 63 2 7 9 Die Menschen glauben mehr den Augen als den Ohren. Titus Tit 63 2 7 10 Griech.: In der Lehre Unsträflichkeit und Würde. Das erste bezeichnet die Gesinnung, mit der Titus lehren soll, das andere den Inhalt dessen, was er den Gläubigen vorlegen soll. Die Weise endlich, wie er als Lehrer auftreten soll, gibt der würdevolle Ernst an. Der Inhalt sei gesund, durch keinen Irrtum entstellt, und daher untadelig. Ein Beweggrund das Lehramt so zu verwalten soll die Entwaffnung des Gegners sein. -2 Timotheus 2Tim 62 2 7 13 In allem, was dein Amt erfordert. +2 Timotheus 2Tim 63 2 7 13 In allem, was dein Amt erfordert. Titus Tit 63 2 8 Verbum sanum, irreprehensibile: ut is, qui ex adverso est, vereatur, nihil habens malum dicere de nobis: Deine Worte seien lauter, untadelig, damit der Widersacher¹¹ beschämt werde, wenn er nichts Böses hat, das er über uns sagen könnte. -2 Timotheus 2Tim 62 2 8 Memor esto Dominum JESUM CHRISTUM resurrexisse a mortuis ex semine David, secundum Evangelium meum, Sei eingedenk, dass der Herr Jesus Christus, entsprossen aus dem Samen Davids,¹⁴ auferstanden ist von den Toten,¹⁵ nach meinem Evangelium,¹⁶ +2 Timotheus 2Tim 63 2 8 Memor esto Dominum JESUM CHRISTUM resurrexisse a mortuis ex semine David, secundum Evangelium meum, Sei eingedenk, dass der Herr Jesus Christus, entsprossen aus dem Samen Davids,¹⁴ auferstanden ist von den Toten,¹⁵ nach meinem Evangelium,¹⁶ Titus Tit 63 2 8 11 Juden und Heiden. -2 Timotheus 2Tim 62 2 8 14 Die durch seine Abstammung bestimmte Herrscherwürde wird (wie V. 12) hervorgehoben. -2 Timotheus 2Tim 62 2 8 15 Erinnere dich, dass Jesus einmal von den Toten auferstanden, auf immer den Tod überwunden hat, damit du sicher seiest, dass du auch für ihn den Tod erleiden musst, der Sieg auch dir behalten ist. -2 Timotheus 2Tim 62 2 8 16 Dass Christus, der von den Toten auferstanden, der Herr sei, war der Hauptinhalt des Evangeliums, welches Paulus verkündete, und diese Wahrheit gerade musste Timotheus Kraft zum Leiden verheißen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 8 14 Die durch seine Abstammung bestimmte Herrscherwürde wird (wie V. 12) hervorgehoben. +2 Timotheus 2Tim 63 2 8 15 Erinnere dich, dass Jesus einmal von den Toten auferstanden, auf immer den Tod überwunden hat, damit du sicher seiest, dass du auch für ihn den Tod erleiden musst, der Sieg auch dir behalten ist. +2 Timotheus 2Tim 63 2 8 16 Dass Christus, der von den Toten auferstanden, der Herr sei, war der Hauptinhalt des Evangeliums, welches Paulus verkündete, und diese Wahrheit gerade musste Timotheus Kraft zum Leiden verheißen. Titus Tit 63 2 9 Servos dominis suis subditos esse, in omnibus placentes, non contradicentes, Die Knechte ermahne, ihren Herren untertan, in allem wohlgefällig zu sein, nicht widersprechend, [Eph 6,5] -2 Timotheus 2Tim 62 2 9 In quo laboro usque ad vincula, quasi male operans: sed verbum Dei non est alligatum. dessentwegen ich leide¹⁷ bis zu Fesseln, wie ein Übeltäter; doch das Wort Gottes ist nicht gefesselt.¹⁸ -2 Timotheus 2Tim 62 2 9 17 Im Griech. ist eine schöne Gegenüberstellung: Ich leide Schlimmes wie einer, der Schlimmes tut. Ebenso: Bande, nicht gebunden. -2 Timotheus 2Tim 62 2 9 18 Das Evangelium, soweit es von seinen Verkündigern unabhängig ist. Nicht nur Paulus selbst ist noch schriftlich oder mündlich für das Evangelium tätig, sondern auch andere. +2 Timotheus 2Tim 63 2 9 In quo laboro usque ad vincula, quasi male operans: sed verbum Dei non est alligatum. dessentwegen ich leide¹⁷ bis zu Fesseln, wie ein Übeltäter; doch das Wort Gottes ist nicht gefesselt.¹⁸ +2 Timotheus 2Tim 63 2 9 17 Im Griech. ist eine schöne Gegenüberstellung: Ich leide Schlimmes wie einer, der Schlimmes tut. Ebenso: Bande, nicht gebunden. +2 Timotheus 2Tim 63 2 9 18 Das Evangelium, soweit es von seinen Verkündigern unabhängig ist. Nicht nur Paulus selbst ist noch schriftlich oder mündlich für das Evangelium tätig, sondern auch andere. Titus Tit 63 2 10 Non fraudantes, sed in omnibus fidem bonam ostendentes: ut doctrinam Salvatoris nostri Dei ornent in omnibus. nichts entwendend, sondern in allem sich vollkommen treu erweisend, damit sie der Lehre Gottes, unsers Heilandes,¹² in allen Stücken zur Zierde gereichen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 10 Ideo omnia sustineo propter electos, ut et ipsi salutem consequantur, quæ est in Christo Jesu, cum gloria clesti. Deshalb ertrage ich alles¹⁹ um der Auserwählten²⁰ willen, damit auch sie das Heil, das in Christus Jesus ist, mit der himmlischen²¹ Herrlichkeit erlangen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 10 Ideo omnia sustineo propter electos, ut et ipsi salutem consequantur, quæ est in Christo Jesu, cum gloria clesti. Deshalb ertrage ich alles¹⁹ um der Auserwählten²⁰ willen, damit auch sie das Heil, das in Christus Jesus ist, mit der himmlischen²¹ Herrlichkeit erlangen. Titus Tit 63 2 10 12 Dem, was Gott im Evangelium als Richtschnur des Handelns offenbart hat. -2 Timotheus 2Tim 62 2 10 19 Die Gewissheit, dass die Wirksamkeit des Evangeliums durch kein Missgeschick seiner Verkünder gehemmt werden kann, ermutigt Paulus zum Dulden, wie der gleiche Hinweis (V. 9) auch Timotheus ermutigen soll. -2 Timotheus 2Tim 62 2 10 20 Der anderen Gläubigen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 10 21 Griech.: ewigen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 11 Fidelis sermo: Nam si commortui sumus, et convivemus: Zuverlässig ist das Wort;²² denn²³ wenn wir mit ihm gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; +2 Timotheus 2Tim 63 2 10 19 Die Gewissheit, dass die Wirksamkeit des Evangeliums durch kein Missgeschick seiner Verkünder gehemmt werden kann, ermutigt Paulus zum Dulden, wie der gleiche Hinweis (V. 9) auch Timotheus ermutigen soll. +2 Timotheus 2Tim 63 2 10 20 Der anderen Gläubigen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 10 21 Griech.: ewigen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 11 Fidelis sermo: Nam si commortui sumus, et convivemus: Zuverlässig ist das Wort;²² denn²³ wenn wir mit ihm gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; Titus Tit 63 2 11 Apparuit enim gratia Dei Salvatoris nostri omnibus hominibus, Denn¹³ die Gnade Gottes, unsers Heilandes¹⁴ ist allen Menschen erschienen.¹⁵ Titus Tit 63 2 11 13 Dogmatische Begründung der von V. 1 an gegebenen Vorschriften. Titus Tit 63 2 11 14 Griech.: Die Gnade Gottes ist, allen Menschen Heil bringend, erschienen. Titus Tit 63 2 11 15 Das Heil ist der Sonne gleich erschienen, allen Menschen bestimmt, in der Menschwerdung des Herrn. -2 Timotheus 2Tim 62 2 11 22 Diese Formel bezieht sich auf das Vorhergehende wie [1Tim 4,9] (Chrys., Ökum., Theoph.), und zwar auf V. 8, die Auferstehung Christi zur Herrlichkeit, die er seinen Gläubigen mitteilen will. -2 Timotheus 2Tim 62 2 11 23 Besser Anführung: wie es in dem bekannten Hymnus heißt: Wer duldet, wird herrschen, und wer mit ihm stirbt, leben (V. 11) usw. Die Christen sind der mystische Leib Christi, der dem Haupte gleichgestaltet sein muss. -2 Timotheus 2Tim 62 2 12 Si sustinebimus, et conregnabimus: si negaverimus, et ille negabit nos: wenn wir duldend ausharren, werden wir auch mitherrschen; wenn wir ihn verleugnen, so wird auch er uns verleugnen; +2 Timotheus 2Tim 63 2 11 22 Diese Formel bezieht sich auf das Vorhergehende wie [1Tim 4,9] (Chrys., Ökum., Theoph.), und zwar auf V. 8, die Auferstehung Christi zur Herrlichkeit, die er seinen Gläubigen mitteilen will. +2 Timotheus 2Tim 63 2 11 23 Besser Anführung: wie es in dem bekannten Hymnus heißt: Wer duldet, wird herrschen, und wer mit ihm stirbt, leben (V. 11) usw. Die Christen sind der mystische Leib Christi, der dem Haupte gleichgestaltet sein muss. +2 Timotheus 2Tim 63 2 12 Si sustinebimus, et conregnabimus: si negaverimus, et ille negabit nos: wenn wir duldend ausharren, werden wir auch mitherrschen; wenn wir ihn verleugnen, so wird auch er uns verleugnen; Titus Tit 63 2 12 Erudiens nos, ut abnegantes impietatem, et sæcularia desideria: sobrie, et juste, et pie vivamus in hoc sæculo, und unterweist uns, dass wir der Gottlosigkeit¹⁶ und den weltlichen Lüsten entsagen,¹⁷ sittsam, gerecht und fromm¹⁸ leben in dieser Welt,¹⁹ Titus Tit 63 2 12 16 Die Gott gebührende Verehrung anderen zollen ist Gottlosigkeit. Titus Tit 63 2 12 17 Die Entsagung bezeichnet Abwendung und Hass. Titus Tit 63 2 12 18 Die Pflichten gegen uns, den Nächsten, Gott treu erfüllend. Titus Tit 63 2 12 19 Zur Überleitung auf die Ankunft der Herrlichkeit gesetzt. -2 Timotheus 2Tim 62 2 13 Si non credimus, ille fidelis permanet, negare seipsum non potest. wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich nicht selbst verleugnen.²⁴ +2 Timotheus 2Tim 63 2 13 Si non credimus, ille fidelis permanet, negare seipsum non potest. wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich nicht selbst verleugnen.²⁴ Titus Tit 63 2 13 Exspectantes beatam spem, et adventum gloriæ magni Dei, et Salvatoris nostri Jesu Christi: indem wir der seligen Hoffnung²⁰ harren und der Ankunft der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesus Christus,²¹ Titus Tit 63 2 13 20 Sind dem Christen die weltlichen Begierden untersagt, so flößt die Gnade das Verlangen nach der Seligkeit und die Hoffnung auf dieselbe ein, einer andern Seligkeit, als die Welt zu geben vermag. Titus Tit 63 2 13 21 Bezeichnung Christi, dessen Herrlichkeit bei seiner Ankunft offenbar wird. (Chrys., Theod.) Es ist dies eine klassische Stelle für die Gottheit des Heilandes, wie [Röm 9,5, Kol 2,9], Paulus nennt Christus vielleicht mit Anspielung auf den großen Zeus, der auf Kreta verehrt ward, den großen Gott. -2 Timotheus 2Tim 62 2 13 24 Er hält seine Verheißungen und macht seine Drohungen wahr. +2 Timotheus 2Tim 63 2 13 24 Er hält seine Verheißungen und macht seine Drohungen wahr. Titus Tit 63 2 14 Qui dedit semetipsum pro nobis, ut nos redimeret ab omni iniquitate, et mundaret sibi populum acceptabilem, sectatorem bonorum operum. welcher sich selbst für uns dahingegeben hat,²² damit er uns von aller Ungerechtigkeit erlöste, und sich ein Volk rein darstellte, das er sich zu eigen nehmen könne,²³ das eifrig ist in guten Werken.²⁴ -2 Timotheus 2Tim 62 2 14 Hæc commone: testificans coram Domino. Noli contendere verbis: ad nihil enim utile est, nisi ad subversionem audientium. Dieses²⁵ bringe in Erinnerung, Zeugnis ablegend vor dem Herrn. Lass dich nicht in Wortgezänk ein;²⁶ denn es nützet zu nichts,²⁷ als zur Verkehrung der Hörenden. +2 Timotheus 2Tim 63 2 14 Hæc commone: testificans coram Domino. Noli contendere verbis: ad nihil enim utile est, nisi ad subversionem audientium. Dieses²⁵ bringe in Erinnerung, Zeugnis ablegend vor dem Herrn. Lass dich nicht in Wortgezänk ein;²⁶ denn es nützet zu nichts,²⁷ als zur Verkehrung der Hörenden. Titus Tit 63 2 14 22 Freiwillig und stellvertretend, so die Menschen aus der Gefangenschaft der Sünde loskaufend. Titus Tit 63 2 14 23 Griech.: Volk des Eigentums. Der Apostel hat wohl [Ex 19,5, Dtn 7,6, Dtn 14,2, Dtn 26,18] vor Augen. Wie Israel ein Gott besonders angehöriges Volk war, so sind die Christen noch viel mehr ein Christus gehörendes Volk, da er sie mit seinem Blut erkauft hat. Titus Tit 63 2 14 24 Die Erlösung war Christi Werk allein, zu guten Werken wird unsere Mitwirkung gefordert. -2 Timotheus 2Tim 62 2 14 25 Die V. 11 13 ausgesprochenen Wahrheiten. Sie leben im christlichen Bewusstsein, deshalb genügt es an, dieselben zu erinnern. -2 Timotheus 2Tim 62 2 14 26 Darf man also den Glauben nicht rechtfertigen, die Wahrheit nicht verteidigen? Gewiss, sagt doch Paulus dies selbst [Tit 1,9]. Mit Worten streitet der, sagt der heil. Augustin, der nicht darauf sieht, wie er den Irrtum durch die Wahrheit besiege, sondern wie sein Wort vor dem des anderen den Vorzug behalte. -2 Timotheus 2Tim 62 2 14 27 Griech.: was zu nichts nützt, zum Verderben der Hörenden. -2 Timotheus 2Tim 62 2 15 Sollicite cura teipsum probabilem exhibere Deo, operarium inconfusibilem, recte tractantem verbum veritatis: Sei eifrig bemüht, dich selbst Gott bewährt zu erweisen als einen Arbeiter, der keine Scheu kennt, der das Wort der Wahrheit recht behandelt.²⁸ +2 Timotheus 2Tim 63 2 14 25 Die V. 11 13 ausgesprochenen Wahrheiten. Sie leben im christlichen Bewusstsein, deshalb genügt es an, dieselben zu erinnern. +2 Timotheus 2Tim 63 2 14 26 Darf man also den Glauben nicht rechtfertigen, die Wahrheit nicht verteidigen? Gewiss, sagt doch Paulus dies selbst [Tit 1,9]. Mit Worten streitet der, sagt der heil. Augustin, der nicht darauf sieht, wie er den Irrtum durch die Wahrheit besiege, sondern wie sein Wort vor dem des anderen den Vorzug behalte. +2 Timotheus 2Tim 63 2 14 27 Griech.: was zu nichts nützt, zum Verderben der Hörenden. +2 Timotheus 2Tim 63 2 15 Sollicite cura teipsum probabilem exhibere Deo, operarium inconfusibilem, recte tractantem verbum veritatis: Sei eifrig bemüht, dich selbst Gott bewährt zu erweisen als einen Arbeiter, der keine Scheu kennt, der das Wort der Wahrheit recht behandelt.²⁸ Titus Tit 63 2 15 Hæc loquere, et exhortare, et argue cum omni imperio. Nemo te contemnat. So²⁵ rede und ermahne, und weise zurecht²⁶ mit allem Nachdruck.²⁷ Niemand dürfe dich gering achten!²⁸ Titus Tit 63 2 15 25 Wie in diesem Kapitel gesagt ist. Titus Tit 63 2 15 26 Stufenleiter: Lehre, ermuntere dazu, weise die Ungehorsamen zurecht. Titus Tit 63 2 15 27 Vergl. [Mt 7,29]. Mit aller Autorität als Diener Gottes. (Thom.) Dies gehört zu den beiden letzten: Sprich jedes Wort der Mahnung und Rüge mit vollem Nachdruck. -2 Timotheus 2Tim 62 2 15 28 Griech.: der gerade (nach der Norm V. 8) schneidet, d. i. den Inhalt der Wahrheit, nicht Worte bietet. +2 Timotheus 2Tim 63 2 15 28 Griech.: der gerade (nach der Norm V. 8) schneidet, d. i. den Inhalt der Wahrheit, nicht Worte bietet. Titus Tit 63 2 15 28 Vergl. [1Tim 4,12]. -2 Timotheus 2Tim 62 2 16 Profana autem, et vaniloquia devita: multum enim proficiunt ad impietatem: Unheilige und leere Schwätzereien hingegen meide; denn sie schreiten zu immer größerer Gottlosigkeit fort,²⁹ -2 Timotheus 2Tim 62 2 16 29 Direkter Streit veranlasst die Irrlehrer sich noch fester in ihre Irrtümer zu verrennen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 17 Et sermo eorum ut cancer serpit: ex quibus est Hymenæus, et Philetus, und ihr Gerede frisst um sich wie der Krebs.³⁰ Zu diesen gehören Hymenäus und Philetus,³¹ -2 Timotheus 2Tim 62 2 17 30 Wenn es in den entgegengestellten Wahrheiten neuen Stoff zum Spekulieren und Disputieren erhält. -2 Timotheus 2Tim 62 2 17 31 Hymenäus war nach [1Tim 1,20] wegen Lästerungen mit schwerer Strafe belegt worden, da Paulus ihn von seinem verkehrten Wege zurückführen wollte. Er, wie Philetus, leugnete die Auferstehung, und so auch die Wiederkunft Christi und das Gericht, und zerstörte so das ganze Glaubensleben. Nach V. 17 nahmen sie zwar scheinbar die christliche Wahrheit der Auferstehung an, wandelten sie aber in einer Weise um, dass sie vom Ziele der Wahrheit abirrten, indem sie die Auferstehung geistig deuteten und bei der Taufe geschehen meinten. -2 Timotheus 2Tim 62 2 18 Qui a veritate exciderunt, dicentes resurrectionem esse jam factam, et subverterunt quorumdam fidem. welche von der Wahrheit abgefallen sind, indem sie sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und die so den Glauben mancher zerstört haben. -2 Timotheus 2Tim 62 2 19 Sed firmum fundamentum Dei stat, habens signaculum hoc: Cognovit Dominus qui sunt ejus, et discedat ab iniquitate omnis, qui nominat nomen Domini. Jedoch der feste Grundbau Gottes³² steht unerschüttert und hat dies als Siegel:³³ Es kennt der Herr³⁴ die, welche sein sind,³⁵ und: Es stehe ab von Ungerechtigkeit ein jeder, der den Namen des Herrn nennt!³⁶ -2 Timotheus 2Tim 62 2 19 32 Das Grundgebäude, die Grundmauer, wie dieselbe durch den Eckstein zusammengehalten, den Hauptteil und die Stütze des Glaubens bildet [Offb 21,14, Am 1,4.7.10, Hos 8,14, Spr 18,19], so dass der Aufbau davon unterschieden werden kann. [Eph 2,2, Apg 16,16, Hebr 11,10] u. a. Das Gebäude ist im N. T., namentlich bei Paulus [1Kor 3,9] die von Christus gestiftete, von ihm zur Einheit verbundene und geleitete Gemeinschaft, die Kirche. Das Grundgebäude der Kirche leidet keinen Schaden. Diesen inneren Grundbau bilden diejenigen, welche in innigster Glaubenstreue und Heiligkeit mit dem äußeren, den Aposteln, Christus vereinigt sind. -2 Timotheus 2Tim 62 2 19 33 Das Siegel und die Inschrift des Grundsteines, vergl. [Offb 21,14], sind zugleich Beglaubigungsmittel, so dass das Siegel die feste Unerschütterlichkeit bekräftigt. -2 Timotheus 2Tim 62 2 19 34 Gott, Jahve. -2 Timotheus 2Tim 62 2 19 35 Anspielung auf [Num 16,5] (nach der Septuag.) -2 Timotheus 2Tim 62 2 19 36 Vergl. [Jes 26,13] nach der Septuag.: Wer den Namen Gottes als seines Gottes nennt, ist sein. Die Ungerechtigkeit ist das unreligiöse Wesen (V. 16), welches von der Wahrheit abführt und zum Umsturz des Glaubens bringt. (V. 18) -2 Timotheus 2Tim 62 2 20 In magna autem domo non solum sunt vasa aurea, et argentea, sed et lignea, et fictilia: et quædam quidem in honorem, quædam autem in contumeliam. In einem großen Hause sind aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene; und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre.³⁷ -2 Timotheus 2Tim 62 2 20 37 Der Vergleich ist zwischen einem großen Hause und der Kirche angestellt. (Cypr., Aug.) Wer recht denkt und handelt, gleicht den goldenen Gefäßen; wer schwachgläubig usw. ist, ist, wenn er auch äußerlich noch zur Kirche gehört, einem tönernen Gefäße gleich. Doch beide Arten von Gefäßen werden auch ihrer Bestimmung nach unterschieden, da die goldenen Gefäße zu für sie ehrenvollen Gebrauch bestimmt sind, die geringwertigen zu gewöhnlichem Gebrauch. Die Tatsache nun, dass es in der Kirche auch solche Glieder gibt, deren Glaube schwankend wird, und die somit zu Falle kommen können, ist bereits durch V. 14, 18 als bestehend erwiesen. Wie können aber in der Kirche, die eine Einrichtung Gottes und somit heilig ist, und welche kräftige Mittel hat, ihre Glieder zur Herrlichkeit zu führen, Gute und Böse zugleich sein? Dies ist den Absichten Gottes nicht widersprechend, sodann aber liegt es (im Gegensatze zu der unveränderlichen Natur der Gefäße) in eines jeden Menschen Macht, ein wahres und nützliches Glied der Kirche zu werden, um so der ewigen Verdammnis zu entgehen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 21 Si quis ergo emundaverit se ab istis, erit vas in honorem sanctificatum, et utile Domino ad omne opus bonum paratum. Wenn nun jemand sich rein hält von diesen,³⁸ so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und brauchbar für den Herrn, zu jedem guten Werke geschickt. -2 Timotheus 2Tim 62 2 21 38 Von diesen Gefäßen der Unreinigkeit und von allem, was sie zu solchen macht. Den Weg zeigt die zweite Siegelinschrift. V. 19 -2 Timotheus 2Tim 62 2 22 Juvenilia autem desideria fuge, sectare vero justitiam, fidem, spem, caritatem, et pacem cum iis, qui invocant Dominum de corde puro. Die jugendlichen Gelüste³⁹ aber fliehe; strebe dagegen⁴⁰ nach Gerechtigkeit, Glaube, Hoffnung, Liebe und Friede mit denen, welche den Herrn aus reinem Herzen anrufen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 22 39 Gelüste, wie sie bei jüngeren, ungereiften Christen vorkommen. Diese müssen dem Zusammenhange nach sich auf den Aufbau der Gemeinde und das Bestreben beziehen, alle Angehörigen derselben zu Gefäßen der Ehre zu machen. Nun hofft die Jugend leicht große Erfolge durch Eifern und Streiten, während diese doch nach V. 16 nicht zum Ziele führen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 22 40 Ähnlich [1Tim 6,11]. der Apostel gibt ihm die positiven Mittel an, selbst ein Gefäß zur Ehre zu werden: Gerechtigkeit (Gegensatz V. 19: Ungerechtigkeit) und die beiden Hauptstücke des Christentums, wie [1Tim 6,11]: Glaube und Liebe, alsdann mit Beziehung auf V. 21. Friede mit denen usw., den echten Gliedern der Kirche. Sollte er nicht aber auch mit anderen Frieden halten? So viel an ihm lag, ja, doch kann zwischen Guten und Bösen kein wahrer Frieden sein, da der Frieden Eintracht bedeutet, die mit der Bosheit unmöglich ist. (Thom.) -2 Timotheus 2Tim 62 2 23 Stultas autem, et sine disciplina quæstiones devita: sciens quia generant lites. Die törichten⁴¹ und zur Lehre nicht gehörigen Fragen aber meide, da du weißt, dass sie Streitigkeiten erzeugen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 23 41 Und sich doch als besondere Weisheit ausgebenden. -2 Timotheus 2Tim 62 2 24 Servum autem Domini non oportet litigare: sed mansuetum esse ad omnes, docibilem, patientem, Ein Diener des Herrn aber soll nicht streiten,⁴² sondern sanftmütig sein gegen alle, fähig zu lehren,⁴³ duldsam,⁴⁴ -2 Timotheus 2Tim 62 2 24 42 Ein Diener des Herrn, der der König des Friedens ist [Röm 15,33], soll nicht leidenschaftlich streiten. (V. 22) -2 Timotheus 2Tim 62 2 24 43 Der im Stande ist, durch sein freundliches Wort die Irrenden zu belehren. -2 Timotheus 2Tim 62 2 24 44 Geduldig, gelassen. Durch Milde wird der göttlichen Gnade der Weg gebahnt und der Irrende der Erkenntnis der Wahrheit zugänglich gemacht. -2 Timotheus 2Tim 62 2 25 Cum modestia corripientem eos, qui resistunt veritati: nequando Deus det illis pnitentiam ad cognoscendam veritatem, mit Milde die zurechtweisend, welche der Wahrheit⁴⁵ widerstreben; ob⁴⁶ Gott ihnen etwa Sinnesänderung verleiht zur Erkenntnis der Wahrheit, -2 Timotheus 2Tim 62 2 25 45 Das Wort fehlt im Griechischen. -2 Timotheus 2Tim 62 2 25 46 Zweifel und Hoffnung gemischt. Geschieht dies, so ist es Gottes Werk. -2 Timotheus 2Tim 62 2 26 Et resipiscant a diaboli laqueis, a quo captivi tenentur ad ipsius voluntatem. und sie wieder zu sich kommen⁴⁷ aus den Schlingen des Teufels,⁴⁸ von welchen sie gefangen gehalten werden zu seinem Willen.⁴⁹ -2 Timotheus 2Tim 62 2 26 47 Nach dem Griech. ist ihre Sinneserregung eine Art Rausch, in dem sie nicht im Stande sind, die Verkehrtheit derselben klar einzusehen. Der Teufel hat sie berückt, sich diesem umnebelten Erkenntnisstreben zuzustreben. -2 Timotheus 2Tim 62 2 26 48 Sie können nur zu sich kommen, indem sie zugleich aus dieser Schlinge befreit werden. -2 Timotheus 2Tim 62 2 26 49 Im Griech.: zum Willen jenes, also Gottes. Aus ihrem Rausch zu sich gekommen, werden sie Gottes Willen erfüllen, zu dessen Erkenntnis die Sinnesänderung sie geführt. -2 Timotheus 2Tim 62 3 0 b. Der Apostel beschreibt die Verkehrtheit der zukünftigen Häretiker: In alle Laster versunken werden sie unter dem Schein der Frömmigkeit andere zu verführen suchen und der Wahrheit allezeit widerstreben. (V. 5) Sie sind durchaus zu meiden, denn können sie auch einige schwache Frauen verführen, so werden sie ihr Ziel dennoch nicht erreichen, weil ihre Torheit allen offenbar ist. (V. 9) c. Timotheus möge der Lehre seine Meisters, welche dieser ihm voll überliefert, und dessen Beispiel, das er geschaut, allezeit folgen. (V. 11) 1) Er möge sich erinnern, dass alle, die fromm sind, Verfolgung leiden, die Bösen aber noch böser werden. (V. 13) 2) Er möge die rechte Lehre festhalten, da er weiß, von wem er sie erhalten und auf welches Fundament sich dieselbe stützt, nämlich auf die heiligen Schriften, welche von Gott eingegeben die Wahrheiten enthalten, deren ein Lehrer bedarf, um sein Amt recht zu verwalten. -Titus Tit 63 3 0 III. Allgemeinere Mahnungen: (Kap. 3, V. 1 11): 1. Mahnung zum Gehorsam gegen die Obrigkeiten. (V. 1) 2. Mahnung zur Liebe gegen alle Menschen und zur Nachgiebigkeit. Niemand ist zu verachten, denn auch jene Christen waren einst in Laster versunken, dass sie nun aber rein sind, ist nicht ihr Verdienst, sondern das Werk der Gnade Christi (V. 7), deshalb sollen sie täglich in guten Werken fortschreiten. (V. 8) 3. Mahnung, eitle Streitfragen zu meiden, welche die Irrlehrer aufzuwerfen pflegen, auch die Häretiker selbst zu meiden. (V. 11) Epilog (V. 12 15): Paulus lädt Titus zu sich nach Nikopolis ein. Grüße. Apostolischer Segen. -2 Timotheus 2Tim 62 3 1 Hoc autem scito, quod in novissimis diebus instabunt tempora periculosa: Das aber wisse,¹ dass in den letzten Tagen² gefahrvolle Zeiten eintreten werden; +2 Timotheus 2Tim 63 2 16 Profana autem, et vaniloquia devita: multum enim proficiunt ad impietatem: Unheilige und leere Schwätzereien hingegen meide; denn sie schreiten zu immer größerer Gottlosigkeit fort,²⁹ +2 Timotheus 2Tim 63 2 16 29 Direkter Streit veranlasst die Irrlehrer sich noch fester in ihre Irrtümer zu verrennen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 17 Et sermo eorum ut cancer serpit: ex quibus est Hymenæus, et Philetus, und ihr Gerede frisst um sich wie der Krebs.³⁰ Zu diesen gehören Hymenäus und Philetus,³¹ +2 Timotheus 2Tim 63 2 17 30 Wenn es in den entgegengestellten Wahrheiten neuen Stoff zum Spekulieren und Disputieren erhält. +2 Timotheus 2Tim 63 2 17 31 Hymenäus war nach [1Tim 1,20] wegen Lästerungen mit schwerer Strafe belegt worden, da Paulus ihn von seinem verkehrten Wege zurückführen wollte. Er, wie Philetus, leugnete die Auferstehung, und so auch die Wiederkunft Christi und das Gericht, und zerstörte so das ganze Glaubensleben. Nach V. 17 nahmen sie zwar scheinbar die christliche Wahrheit der Auferstehung an, wandelten sie aber in einer Weise um, dass sie vom Ziele der Wahrheit abirrten, indem sie die Auferstehung geistig deuteten und bei der Taufe geschehen meinten. +2 Timotheus 2Tim 63 2 18 Qui a veritate exciderunt, dicentes resurrectionem esse jam factam, et subverterunt quorumdam fidem. welche von der Wahrheit abgefallen sind, indem sie sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und die so den Glauben mancher zerstört haben. +2 Timotheus 2Tim 63 2 19 Sed firmum fundamentum Dei stat, habens signaculum hoc: Cognovit Dominus qui sunt ejus, et discedat ab iniquitate omnis, qui nominat nomen Domini. Jedoch der feste Grundbau Gottes³² steht unerschüttert und hat dies als Siegel:³³ Es kennt der Herr³⁴ die, welche sein sind,³⁵ und: Es stehe ab von Ungerechtigkeit ein jeder, der den Namen des Herrn nennt!³⁶ +2 Timotheus 2Tim 63 2 19 32 Das Grundgebäude, die Grundmauer, wie dieselbe durch den Eckstein zusammengehalten, den Hauptteil und die Stütze des Glaubens bildet [Offb 21,14, Am 1,4.7.10, Hos 8,14, Spr 18,19], so dass der Aufbau davon unterschieden werden kann. [Eph 2,2, Apg 16,16, Hebr 11,10] u. a. Das Gebäude ist im N. T., namentlich bei Paulus [1Kor 3,9] die von Christus gestiftete, von ihm zur Einheit verbundene und geleitete Gemeinschaft, die Kirche. Das Grundgebäude der Kirche leidet keinen Schaden. Diesen inneren Grundbau bilden diejenigen, welche in innigster Glaubenstreue und Heiligkeit mit dem äußeren, den Aposteln, Christus vereinigt sind. +2 Timotheus 2Tim 63 2 19 33 Das Siegel und die Inschrift des Grundsteines, vergl. [Offb 21,14], sind zugleich Beglaubigungsmittel, so dass das Siegel die feste Unerschütterlichkeit bekräftigt. +2 Timotheus 2Tim 63 2 19 34 Gott, Jahve. +2 Timotheus 2Tim 63 2 19 35 Anspielung auf [Num 16,5] (nach der Septuag.) +2 Timotheus 2Tim 63 2 19 36 Vergl. [Jes 26,13] nach der Septuag.: Wer den Namen Gottes als seines Gottes nennt, ist sein. Die Ungerechtigkeit ist das unreligiöse Wesen (V. 16), welches von der Wahrheit abführt und zum Umsturz des Glaubens bringt. (V. 18) +2 Timotheus 2Tim 63 2 20 In magna autem domo non solum sunt vasa aurea, et argentea, sed et lignea, et fictilia: et quædam quidem in honorem, quædam autem in contumeliam. In einem großen Hause sind aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene; und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre.³⁷ +2 Timotheus 2Tim 63 2 20 37 Der Vergleich ist zwischen einem großen Hause und der Kirche angestellt. (Cypr., Aug.) Wer recht denkt und handelt, gleicht den goldenen Gefäßen; wer schwachgläubig usw. ist, ist, wenn er auch äußerlich noch zur Kirche gehört, einem tönernen Gefäße gleich. Doch beide Arten von Gefäßen werden auch ihrer Bestimmung nach unterschieden, da die goldenen Gefäße zu für sie ehrenvollen Gebrauch bestimmt sind, die geringwertigen zu gewöhnlichem Gebrauch. Die Tatsache nun, dass es in der Kirche auch solche Glieder gibt, deren Glaube schwankend wird, und die somit zu Falle kommen können, ist bereits durch V. 14, 18 als bestehend erwiesen. Wie können aber in der Kirche, die eine Einrichtung Gottes und somit heilig ist, und welche kräftige Mittel hat, ihre Glieder zur Herrlichkeit zu führen, Gute und Böse zugleich sein? Dies ist den Absichten Gottes nicht widersprechend, sodann aber liegt es (im Gegensatze zu der unveränderlichen Natur der Gefäße) in eines jeden Menschen Macht, ein wahres und nützliches Glied der Kirche zu werden, um so der ewigen Verdammnis zu entgehen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 21 Si quis ergo emundaverit se ab istis, erit vas in honorem sanctificatum, et utile Domino ad omne opus bonum paratum. Wenn nun jemand sich rein hält von diesen,³⁸ so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und brauchbar für den Herrn, zu jedem guten Werke geschickt. +2 Timotheus 2Tim 63 2 21 38 Von diesen Gefäßen der Unreinigkeit und von allem, was sie zu solchen macht. Den Weg zeigt die zweite Siegelinschrift. V. 19 +2 Timotheus 2Tim 63 2 22 Juvenilia autem desideria fuge, sectare vero justitiam, fidem, spem, caritatem, et pacem cum iis, qui invocant Dominum de corde puro. Die jugendlichen Gelüste³⁹ aber fliehe; strebe dagegen⁴⁰ nach Gerechtigkeit, Glaube, Hoffnung, Liebe und Friede mit denen, welche den Herrn aus reinem Herzen anrufen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 22 39 Gelüste, wie sie bei jüngeren, ungereiften Christen vorkommen. Diese müssen dem Zusammenhange nach sich auf den Aufbau der Gemeinde und das Bestreben beziehen, alle Angehörigen derselben zu Gefäßen der Ehre zu machen. Nun hofft die Jugend leicht große Erfolge durch Eifern und Streiten, während diese doch nach V. 16 nicht zum Ziele führen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 22 40 Ähnlich [1Tim 6,11]. der Apostel gibt ihm die positiven Mittel an, selbst ein Gefäß zur Ehre zu werden: Gerechtigkeit (Gegensatz V. 19: Ungerechtigkeit) und die beiden Hauptstücke des Christentums, wie [1Tim 6,11]: Glaube und Liebe, alsdann mit Beziehung auf V. 21. Friede mit denen usw., den echten Gliedern der Kirche. Sollte er nicht aber auch mit anderen Frieden halten? So viel an ihm lag, ja, doch kann zwischen Guten und Bösen kein wahrer Frieden sein, da der Frieden Eintracht bedeutet, die mit der Bosheit unmöglich ist. (Thom.) +2 Timotheus 2Tim 63 2 23 Stultas autem, et sine disciplina quæstiones devita: sciens quia generant lites. Die törichten⁴¹ und zur Lehre nicht gehörigen Fragen aber meide, da du weißt, dass sie Streitigkeiten erzeugen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 23 41 Und sich doch als besondere Weisheit ausgebenden. +2 Timotheus 2Tim 63 2 24 Servum autem Domini non oportet litigare: sed mansuetum esse ad omnes, docibilem, patientem, Ein Diener des Herrn aber soll nicht streiten,⁴² sondern sanftmütig sein gegen alle, fähig zu lehren,⁴³ duldsam,⁴⁴ +2 Timotheus 2Tim 63 2 24 42 Ein Diener des Herrn, der der König des Friedens ist [Röm 15,33], soll nicht leidenschaftlich streiten. (V. 22) +2 Timotheus 2Tim 63 2 24 43 Der im Stande ist, durch sein freundliches Wort die Irrenden zu belehren. +2 Timotheus 2Tim 63 2 24 44 Geduldig, gelassen. Durch Milde wird der göttlichen Gnade der Weg gebahnt und der Irrende der Erkenntnis der Wahrheit zugänglich gemacht. +2 Timotheus 2Tim 63 2 25 Cum modestia corripientem eos, qui resistunt veritati: nequando Deus det illis pnitentiam ad cognoscendam veritatem, mit Milde die zurechtweisend, welche der Wahrheit⁴⁵ widerstreben; ob⁴⁶ Gott ihnen etwa Sinnesänderung verleiht zur Erkenntnis der Wahrheit, +2 Timotheus 2Tim 63 2 25 45 Das Wort fehlt im Griechischen. +2 Timotheus 2Tim 63 2 25 46 Zweifel und Hoffnung gemischt. Geschieht dies, so ist es Gottes Werk. +2 Timotheus 2Tim 63 2 26 Et resipiscant a diaboli laqueis, a quo captivi tenentur ad ipsius voluntatem. und sie wieder zu sich kommen⁴⁷ aus den Schlingen des Teufels,⁴⁸ von welchen sie gefangen gehalten werden zu seinem Willen.⁴⁹ +2 Timotheus 2Tim 63 2 26 47 Nach dem Griech. ist ihre Sinneserregung eine Art Rausch, in dem sie nicht im Stande sind, die Verkehrtheit derselben klar einzusehen. Der Teufel hat sie berückt, sich diesem umnebelten Erkenntnisstreben zuzustreben. +2 Timotheus 2Tim 63 2 26 48 Sie können nur zu sich kommen, indem sie zugleich aus dieser Schlinge befreit werden. +2 Timotheus 2Tim 63 2 26 49 Im Griech.: zum Willen jenes, also Gottes. Aus ihrem Rausch zu sich gekommen, werden sie Gottes Willen erfüllen, zu dessen Erkenntnis die Sinnesänderung sie geführt. +2 Timotheus 2Tim 63 3 0 b. Der Apostel beschreibt die Verkehrtheit der zukünftigen Häretiker: In alle Laster versunken werden sie unter dem Schein der Frömmigkeit andere zu verführen suchen und der Wahrheit allezeit widerstreben. (V. 5) Sie sind durchaus zu meiden, denn können sie auch einige schwache Frauen verführen, so werden sie ihr Ziel dennoch nicht erreichen, weil ihre Torheit allen offenbar ist. (V. 9) c. Timotheus möge der Lehre seine Meisters, welche dieser ihm voll überliefert, und dessen Beispiel, das er geschaut, allezeit folgen. (V. 11) 1) Er möge sich erinnern, dass alle, die fromm sind, Verfolgung leiden, die Bösen aber noch böser werden. (V. 13) 2) Er möge die rechte Lehre festhalten, da er weiß, von wem er sie erhalten und auf welches Fundament sich dieselbe stützt, nämlich auf die heiligen Schriften, welche von Gott eingegeben die Wahrheiten enthalten, deren ein Lehrer bedarf, um sein Amt recht zu verwalten. +Titus Tit 63 3 0 III. Allgemeinere Mahnungen: (Kap. 3, V. 1 11): 1. Mahnung zum Gehorsam gegen die Obrigkeiten. (V. 1) 2. Mahnung zur Liebe gegen alle Menschen und zur Nachgiebigkeit. Niemand ist zu verachten, denn auch jene Christen waren einst in Laster versunken, dass sie nun aber rein sind, ist nicht ihr Verdienst, sondern das Werk der Gnade Christi (V. 7), deshalb sollen sie täglich in guten Werken fortschreiten. (V. 8) 3. Mahnung, eitle Streitfragen zu meiden, welche die Irrlehrer aufzuwerfen pflegen, auch die Häretiker selbst zu meiden. (V. 11) Epilog (V. 12 15): Paulus lädt Titus zu sich nach Nikopolis ein. Grüße. Apostolischer Segen. +2 Timotheus 2Tim 63 3 1 Hoc autem scito, quod in novissimis diebus instabunt tempora periculosa: Das aber wisse,¹ dass in den letzten Tagen² gefahrvolle Zeiten eintreten werden; Titus Tit 63 3 1 Admone illos principibus, et potestatibus subditos esse, dicto obedire, ad omne opus bonum paratos esse: Mahne sie, den Fürsten und Gewalten¹ untertan zu sein, den Befehlen Gehorsam zu leisten, zu jedem guten Werke bereit zu sein,² -2 Timotheus 2Tim 62 3 1 1 Hinweis auf die Wichtigkeit des zu Sagenden. +2 Timotheus 2Tim 63 3 1 1 Hinweis auf die Wichtigkeit des zu Sagenden. Titus Tit 63 3 1 1 Das Abstraktum stellt die verlangte Unterwürfigkeit als eine der Würde zu leistende dar. Über denselben Gegenstand [Röm 13] V. 1 7, [1Petr 2,13] -2 Timotheus 2Tim 62 3 1 2 In den letzten Tagen des gegenwärtigen Weltlaufes. +2 Timotheus 2Tim 63 3 1 2 In den letzten Tagen des gegenwärtigen Weltlaufes. Titus Tit 63 3 1 2 Die Aufgabe der Obrigkeit ist es, Gutes zu befehlen. Das Christentum gibt keine nähere Bestimmung über die Einrichtung der Staaten; dem bestehenden Rechtszustande unterwirft sich der Christ als einem von Gott zur Handhabung der Gerechtigkeit gesetzten. Titus Tit 63 3 2 Neminem blasphemare, non litigiosos esse, sed modestos, omnem ostendentes mansuetudinem ad omnes homines. niemanden zu lästern, nicht streitsüchtig, sondern nachgiebig zu sein, und alle Sanftmut zu beweisen gegen alle Menschen.³ -2 Timotheus 2Tim 62 3 2 Erunt homines seipsos amantes, cupidi, elati, superbi, blasphemi, parentibus non obedientes ingrati, scelesti, denn es werden Menschen sein, die nur sich lieben³ habsüchtig, prahlerisch, hoffärtig, schmähsüchtig,⁴ gegen die Eltern ungehorsam, undankbar, lasterhaft, -2 Timotheus 2Tim 62 3 2 3 Aus dem Übermaße der Eigenliebe entspringt das Laster der Irrlehre. (Aug.) +2 Timotheus 2Tim 63 3 2 Erunt homines seipsos amantes, cupidi, elati, superbi, blasphemi, parentibus non obedientes ingrati, scelesti, denn es werden Menschen sein, die nur sich lieben³ habsüchtig, prahlerisch, hoffärtig, schmähsüchtig,⁴ gegen die Eltern ungehorsam, undankbar, lasterhaft, +2 Timotheus 2Tim 63 3 2 3 Aus dem Übermaße der Eigenliebe entspringt das Laster der Irrlehre. (Aug.) Titus Tit 63 3 2 3 Eine nähere Bestimmung gibt der Apostel [Röm 12,18]. -2 Timotheus 2Tim 62 3 2 4 Gott und den Nächsten lästernd. -2 Timotheus 2Tim 62 3 3 Sine affectione, sine pace criminatores, incontinentes, immites, sine benignitate, lieblos, unfriedsam, verleumderisch, unenthaltsam, unbarmherzig, schonungslos,⁵ +2 Timotheus 2Tim 63 3 2 4 Gott und den Nächsten lästernd. +2 Timotheus 2Tim 63 3 3 Sine affectione, sine pace criminatores, incontinentes, immites, sine benignitate, lieblos, unfriedsam, verleumderisch, unenthaltsam, unbarmherzig, schonungslos,⁵ Titus Tit 63 3 3 Eramus enim aliquando et nos insipientes, increduli, errantes, servientes desideriis, et voluptatibus variis, in malitia et invidia agentes, odibiles, odientes invicem. Denn einst⁴ waren auch wir unverständig,⁵ ungläubig,⁶ verirrt, mancherlei Begierden und Lüsten fröhnend, in Bosheit und Neid dahinlebend, verabscheuungswürdig, einander hassend. Titus Tit 63 3 3 4 Die Erinnerung hieran ist ein Grund zum rechten Verhalten gegen andere (Chrys.). -2 Timotheus 2Tim 62 3 3 5 Griech.: Ohne Liebe zum Guten. +2 Timotheus 2Tim 63 3 3 5 Griech.: Ohne Liebe zum Guten. Titus Tit 63 3 3 5 Ohne die rechte Einsicht. Titus Tit 63 3 3 6 Griech.: Ungehorsam, nämlich gegen Gott und seine Gebote im Gewissen, woraus dann das völlige Abirren von dem Höchsten und von der wahren Bestimmung des Menschen entspringt. -2 Timotheus 2Tim 62 3 4 Proditores, protervi, tumidi, et voluptatum amatores magis quam Dei: verräterisch, frech, aufgeblasen, die Wollust mehr liebend als Gott, +2 Timotheus 2Tim 63 3 4 Proditores, protervi, tumidi, et voluptatum amatores magis quam Dei: verräterisch, frech, aufgeblasen, die Wollust mehr liebend als Gott, Titus Tit 63 3 4 Cum autem benignitas, et humanitas apparuit Salvatoris nostri Dei: Als aber⁷ die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unsers Heilandes,⁸ erschien,⁹ Titus Tit 63 3 4 7 Wenn wir jetzt nicht mehr sind, was wir waren, haben wir dies in keiner Weise uns selbst zu verdanken und also keinen Grund, auf andere verächtlich herabzublicken. Titus Tit 63 3 4 8 Des Vaters, der unser Erlöser ward, indem er seinen eingeborenen Sohn auf die Erde herniedersandte. Titus Tit 63 3 4 9 Wie ein leuchtendes Gestirn. Titus Tit 63 3 5 Non ex operibus justitiæ, quæ fecimus nos, sed secundum suam misericordiam salvos nos fecit per lavacrum regenerationis, et renovationis Spiritus sancti, hat er uns nicht wegen der Werke, die wir in Gerechtigkeit getan, sondern nach seiner Erbarmung gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes,¹⁰ [2Tim 1,9] -2 Timotheus 2Tim 62 3 5 Habentes speciem quidem pietatis, virtutem autem ejus abnegantes. Et hos devita: zwar den äußeren Schein der Frömmigkeit an sich tragend, die Kraft derselben aber verleugnend.⁶ Solche meide! -2 Timotheus 2Tim 62 3 5 6 Besäßen sie wahrhafte Frömmigkeit, so würde diese in ihnen andere Früchte zeitigen. +2 Timotheus 2Tim 63 3 5 Habentes speciem quidem pietatis, virtutem autem ejus abnegantes. Et hos devita: zwar den äußeren Schein der Frömmigkeit an sich tragend, die Kraft derselben aber verleugnend.⁶ Solche meide! +2 Timotheus 2Tim 63 3 5 6 Besäßen sie wahrhafte Frömmigkeit, so würde diese in ihnen andere Früchte zeitigen. Titus Tit 63 3 5 10 Die gesamte Lehre von der Heiligung ist in diesem Verse enthalten. Wir sind gerechtfertigt ohne Werke, sei es der Natur, sei es des mosaischen Gesetzes; wir sind in der Taufe von den Sünden befreit worden; durch innerliche Erneuerung gerechtfertigt, deren Ursache der Heil. Geist ist. (Vergl. Kirchenrat von Trient Sitz 6, Kann. 11). Titus Tit 63 3 6 Quem effudit in nos abunde per Jesum Christum Salvatorem nostrum: welchen er überreichlich auf uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland,¹¹ -2 Timotheus 2Tim 62 3 6 Ex his enim sunt, qui penetrant domos, et captivas ducunt mulierculas oneratas peccatis, quæ ducuntur variis desideriis: Denn zu diesen gehören die,⁷ welche sich in die Häuser einschleichen und die schwachen Frauen gefangen nehmen,⁸ welche, mit Sünden beschwert, von mannigfaltigen Lüsten geleitet werden,⁹ -2 Timotheus 2Tim 62 3 6 7 Bei den Nachgenannten sind alle Versuche sie zu bessern vergeblich (V. 8) und deshalb unnötig. (V. 9) -2 Timotheus 2Tim 62 3 6 8 Diese Worte sind voller Ironie. Gefangen nehmen wird von Kriegsgefangenen gesagt, der gleiche Spott liegt in dem Ausdrucke: schwache, leicht verführbare Weiblein. Wie der erste Verführer, wenden sich die Irrlehrer zuerst an die Frauen und suchen diese zu gewinnen, um durch sie andere zu verführen. Der heil. Hieronymus zählt eine lange Reihe von Irrlehrern auf, die so gehandelt haben, von Simon Magus, Nikolaus, Marcion, Apelles, Montanus bis auf Arius und Donatus. -2 Timotheus 2Tim 62 3 6 9 Wegen der Menge der Sünden, mit denen sie belastet sind, suchen sie Beruhigung, ohne ihren Lüsten entsagen zu müssen. Die Irrlehrer gewähren diese mit leichten Gründen, ohne Umkehr zu fordern. +2 Timotheus 2Tim 63 3 6 Ex his enim sunt, qui penetrant domos, et captivas ducunt mulierculas oneratas peccatis, quæ ducuntur variis desideriis: Denn zu diesen gehören die,⁷ welche sich in die Häuser einschleichen und die schwachen Frauen gefangen nehmen,⁸ welche, mit Sünden beschwert, von mannigfaltigen Lüsten geleitet werden,⁹ +2 Timotheus 2Tim 63 3 6 7 Bei den Nachgenannten sind alle Versuche sie zu bessern vergeblich (V. 8) und deshalb unnötig. (V. 9) +2 Timotheus 2Tim 63 3 6 8 Diese Worte sind voller Ironie. Gefangen nehmen wird von Kriegsgefangenen gesagt, der gleiche Spott liegt in dem Ausdrucke: schwache, leicht verführbare Weiblein. Wie der erste Verführer, wenden sich die Irrlehrer zuerst an die Frauen und suchen diese zu gewinnen, um durch sie andere zu verführen. Der heil. Hieronymus zählt eine lange Reihe von Irrlehrern auf, die so gehandelt haben, von Simon Magus, Nikolaus, Marcion, Apelles, Montanus bis auf Arius und Donatus. +2 Timotheus 2Tim 63 3 6 9 Wegen der Menge der Sünden, mit denen sie belastet sind, suchen sie Beruhigung, ohne ihren Lüsten entsagen zu müssen. Die Irrlehrer gewähren diese mit leichten Gründen, ohne Umkehr zu fordern. Titus Tit 63 3 6 11 Zwei andere Ursachen der Rechtfertigung; die formale: die heiligmachende Gnade, durch welche die ganze heilige Dreifaltigkeit in uns ihren Sitz aufschlägt, die verdienstliche Ursache: Christus. Titus Tit 63 3 7 Ut justificati gratia ipsius, heredes simus secundum spem vitæ æternæ. damit wir, gerechtfertigt durch seine Gnade,¹² der Hoffnung gemäß Erben würden des ewigen Lebens.¹³ -2 Timotheus 2Tim 62 3 7 Semper discentes, et nunquam ad scientiam veritatis pervenientes. die allezeit lernen und nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können.¹⁰ -2 Timotheus 2Tim 62 3 7 10 Jene Frauen, welche mit ihren Lastern nicht brechen wollen, fühlen sich durch den Druck ihres Schuldgefühles getrieben, religiöse Belehrung, aber nur theoretische zu suchen, nicht solche, die sie zum Verlassen dessen zwingt, was sie lieben. Die Verderbnis des Herzens verblendet den Sinn, wie bei ihren Lehrern. +2 Timotheus 2Tim 63 3 7 Semper discentes, et nunquam ad scientiam veritatis pervenientes. die allezeit lernen und nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können.¹⁰ +2 Timotheus 2Tim 63 3 7 10 Jene Frauen, welche mit ihren Lastern nicht brechen wollen, fühlen sich durch den Druck ihres Schuldgefühles getrieben, religiöse Belehrung, aber nur theoretische zu suchen, nicht solche, die sie zum Verlassen dessen zwingt, was sie lieben. Die Verderbnis des Herzens verblendet den Sinn, wie bei ihren Lehrern. Titus Tit 63 3 7 12 Die Absicht Gottes bei der Ausgießung des Heil. Geistes ist zunächst unsere Rechtfertigung. Gerecht ist der, dessen Gesinnung und Handlungsweise mit dem Gesetze Gottes übereinstimmt. Da nun der Heil. Geist den Menschen innerlich umschafft und die Liebe, welches des Gesetzes Erfüllung ist, in sein Herz gießt, so macht der Heil. Geist auch den Menschen innerlich und wahrhaft vor Gott gerecht. Eine nur äußere Gerechterklärung, wie man sie bei den Akatholiken wohl aus dem gerichtlichen Gebrauche des griech. Wortes (dikaiun) herleiten möchte, widerspricht der heil. Schrift an jeder Stelle. Titus Tit 63 3 7 13 Die Endursache: die ewige Seligkeit, welche die Gerechtfertigten jetzt schon der Hoffnung nach besitzen. Das Wort Erben enthält eine Anspielung auf die Verteilung des heil. Landes. [Joh 13,23.28] Das Land der Väter war durch das Elend der Verbannung den Hebräern überaus teuer geworden und ward Bild und Ausdruck alles Heiles, das sie vom Messias erwarteten. Das N. T. nahm den gleichen Ausdruck Erbteil an, änderte aber die Bedeutung in dem Verhältnisse, als sein Heil höher und geistiger ist als das von den Juden erwartete. -2 Timotheus 2Tim 62 3 8 Quemadmodum autem Jannes, et Mambres restiterunt Moysi: ita et hi resistunt veritati, homines corrupti mente, reprobi circa fidem, Wie aber Jannes und Mambres¹¹ dem Moses widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit, Menschen verderbten Sinnes, nicht bewährt im Glauben. +2 Timotheus 2Tim 63 3 8 Quemadmodum autem Jannes, et Mambres restiterunt Moysi: ita et hi resistunt veritati, homines corrupti mente, reprobi circa fidem, Wie aber Jannes und Mambres¹¹ dem Moses widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit, Menschen verderbten Sinnes, nicht bewährt im Glauben. Titus Tit 63 3 8 Fidelis sermo est: et de his volo te confirmare: ut curent bonis operibus præesse qui credunt Deo. Hæc sunt bona, et utilia hominibus. Zuverlässig ist das Wort,¹⁴ und ich will, dass du dies bekräftigest, damit diejenigen, welche an Gott gläubig geworden sind, beflissen seien gute Werke zu üben. Dies¹⁵ ist den Menschen gut und heilsam. -2 Timotheus 2Tim 62 3 8 11 Nach der jüdischen Tradition waren dies ägyptische Zauberer, welche Moses vor Pharao Widerstand leisteten, indem sie gleichfalls wunderbare Zeichen und Dinge taten. [Ex 7,11.22, Ex 8,7] +2 Timotheus 2Tim 63 3 8 11 Nach der jüdischen Tradition waren dies ägyptische Zauberer, welche Moses vor Pharao Widerstand leisteten, indem sie gleichfalls wunderbare Zeichen und Dinge taten. [Ex 7,11.22, Ex 8,7] Titus Tit 63 3 8 14 Das in V. 4 7 Gesagte. Titus Tit 63 3 8 15 Dasselbe wie im Anfange des Verses. Titus Tit 63 3 9 Stultas autem quæstiones, et genealogias, et contentiones, et pugnas legis devita; sunt enim inutiles, et vanæ. Auf törichte Streitfragen aber, Geschlechtsregister,¹⁶ Zänkereien und Streitigkeiten über das Gesetz¹⁷ lass dich nicht ein; denn sie sind unnütz und eitel. [2Tim 2,23] -2 Timotheus 2Tim 62 3 9 Sed ultra non proficient: insipientia enim eorum manifesta erit omnibus, sicut et illorum fuit. Doch sie werden nicht weit vorankommen,¹² denn ihr Unverstand wird allen offenbar werden, wie es auch bei jenen geschah.¹³ -2 Timotheus 2Tim 62 3 9 12 Sie suchen mit ihren besonderen Mitteln zu erreichen, was Timotheus durch die Verkündigung der Wahrheit erreichen will, und fesseln die Verführten an sich, sie der Wahrheit entfremdend, dadurch dass sie sich als fromme Leute gebärden und zur Frömmigkeit anleiten wollen, während sie keine Frucht der Frömmigkeit besitzen und die von ihnen Geleiteten auf ihren Sündenwegen belassen. -2 Timotheus 2Tim 62 3 9 13 Ihre Torheit wird endlich offenbar werden, wie die Ohnmacht jener Zauberer. [Ex 8,18.19] Ist Lüge und Irrtum bis zu einem gewissen Punkte gelangt, so zerfallen sie in sich selbst. Sie können mächtig werden, doch nicht übermächtig, sie können die Kirche angreifen, doch nicht besiegen. So findet [2Tim 2,17, 2Tim 3,1.13] eine gewisse Einschränkung. +2 Timotheus 2Tim 63 3 9 Sed ultra non proficient: insipientia enim eorum manifesta erit omnibus, sicut et illorum fuit. Doch sie werden nicht weit vorankommen,¹² denn ihr Unverstand wird allen offenbar werden, wie es auch bei jenen geschah.¹³ +2 Timotheus 2Tim 63 3 9 12 Sie suchen mit ihren besonderen Mitteln zu erreichen, was Timotheus durch die Verkündigung der Wahrheit erreichen will, und fesseln die Verführten an sich, sie der Wahrheit entfremdend, dadurch dass sie sich als fromme Leute gebärden und zur Frömmigkeit anleiten wollen, während sie keine Frucht der Frömmigkeit besitzen und die von ihnen Geleiteten auf ihren Sündenwegen belassen. +2 Timotheus 2Tim 63 3 9 13 Ihre Torheit wird endlich offenbar werden, wie die Ohnmacht jener Zauberer. [Ex 8,18.19] Ist Lüge und Irrtum bis zu einem gewissen Punkte gelangt, so zerfallen sie in sich selbst. Sie können mächtig werden, doch nicht übermächtig, sie können die Kirche angreifen, doch nicht besiegen. So findet [2Tim 2,17, 2Tim 3,1.13] eine gewisse Einschränkung. Titus Tit 63 3 9 16 Die Lehren über Klassen, Emanation usw. der Geister. (Tertull.) Titus Tit 63 3 9 17 Vergl. [1Tim 6,4]. Es handelte sich wohl um einen angeblich tieferen Sinn des Gesetzes. -2 Timotheus 2Tim 62 3 10 Tu autem assecutus es meam doctrinam, institutionem, propositum, fidem, longanimitatem, dilectionem, patientiam, Du aber bist mir in der Lehre nachgefolgt, im Wandel, im Streben, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, +2 Timotheus 2Tim 63 3 10 Tu autem assecutus es meam doctrinam, institutionem, propositum, fidem, longanimitatem, dilectionem, patientiam, Du aber bist mir in der Lehre nachgefolgt, im Wandel, im Streben, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, Titus Tit 63 3 10 Hæreticum hominem post unam, et secundam correptionem devita: Einen ketzerischen Menschen¹⁸ meide, nach ein- oder zweimaliger Zurechtweisung;¹⁹ Titus Tit 63 3 10 18 Die göttliche offenbarte Wahrheit duldet es nicht, dass man das eine vom Evangelium annehme, das andere für indifferent erkläre, das dritte verwerfe; aber auch nicht, dass man Dinge, die ihm fremd sind, beifüge. Als Wahrheit von Gott gegeben lässt das Evangelium nicht zu, dass man es nach Vorurteil oder persönlicher Neigung auffasse und gestalte. Als Wahrheit endlich für alle gestattet es nicht, dass die einen sich ein vollkommenes Wissen zuschreiben, das nicht für alle sei. In allen drei Punkten trugen die Verirrungen jener Irrlehrer auf Kreta den Charakter der Häresie, d. i. solcher Gesinnungsart, welche sich mit dem Glauben und dem Streben der Kirche in entschiedenen und hartnäckigen Widerspruch stellt. Titus Tit 63 3 10 19 Ist die Mahnung ohne Erfolg, so ist dies ein Zeichen, dass es jenem um etwas anderes zu tun ist als um Wahrheit und Tugend, sei es auch, dass er selber meint, nur im Interesse dieser zu sprechen und zu handeln. Will man seine Verirrung hinwegdisputieren? Es wäre, wie die Geschichte zeigt, alle Mühe verloren. Sind die Gründe für die Wahrheit stärker und die Geschicklichkeit des Disputierenden größer, so wird der Gegner vielmehr gereizt; gelingt es diesem, trotz seiner schlechten Sache durch seine Geschicklichkeit über den Gläubigen zu siegen, so schadet der Disputierende der guten Sache in den Augen vieler, die nur nach dem Scheine urteilen, und dem Verirrten selbst, dem sein Sieg alle Zweifel zerstreut und die Gewissensbisse erstickt. Die Mahnung ist notwendig, nicht allein, damit die Hartnäckigkeit feststehe, sondern auch damit dem Irrenden Gelegenheit geboten werde, den Irrtum zu erkennen und die Wahrheit anzunehmen. Vergl. [2Tim 2,25.26]. Die Zurechtweisung muss mit Geltendmachung der amtlichen Stellung des Bischofes geschehen und mit der Androhung der Ausschließung verbunden sein. Titus Tit 63 3 11 Sciens quia subversus est, qui ejusmodi est, et delinquit, cum sit proprio judicio condemnatus. da du weißt, dass ein solcher verkehrt²⁰ ist und sündigt, als einer, der durch sein eigenes Urteil verdammt ist.²¹ -2 Timotheus 2Tim 62 3 11 Persecutiones, passiones: qualia mihi facta sunt Antiochiæ, Iconii, et Lystris: quales persecutiones sustinui, et ex omnibus eripuit me Dominus. in den Verfolgungen, in den Leiden, wie mich solche in Antiochia, Ikonium und Lystra¹⁴ getroffen haben, welche Verfolgungen ich bestanden habe, und aus allen hat mich der Herr¹⁵ errettet.¹⁶ -2 Timotheus 2Tim 62 3 11 14 [Apg 13,14.50, Apg 14,1-6.18] Der Apostel nennt diese Städte, weil er in ihnen gerade geweilt, als Timotheus Christ ward, und jene Erlebnisse also gleichsam das erste Vorbild für diesen wurden. -2 Timotheus 2Tim 62 3 11 15 Christus. -2 Timotheus 2Tim 62 3 11 16 Also vertraue auch du. +2 Timotheus 2Tim 63 3 11 Persecutiones, passiones: qualia mihi facta sunt Antiochiæ, Iconii, et Lystris: quales persecutiones sustinui, et ex omnibus eripuit me Dominus. in den Verfolgungen, in den Leiden, wie mich solche in Antiochia, Ikonium und Lystra¹⁴ getroffen haben, welche Verfolgungen ich bestanden habe, und aus allen hat mich der Herr¹⁵ errettet.¹⁶ +2 Timotheus 2Tim 63 3 11 14 [Apg 13,14.50, Apg 14,1-6.18] Der Apostel nennt diese Städte, weil er in ihnen gerade geweilt, als Timotheus Christ ward, und jene Erlebnisse also gleichsam das erste Vorbild für diesen wurden. +2 Timotheus 2Tim 63 3 11 15 Christus. +2 Timotheus 2Tim 63 3 11 16 Also vertraue auch du. Titus Tit 63 3 11 20 Metapher vom Gebäude, das, wenn ein Teil einfällt, ausgebessert werden kann, doch wenn das Fundament wankt, selbst einstürzt. Der Apostel schließt übrigens nur die Hoffnung aus, welche sich auf die Mahnung gründet, denn das Wort [Röm 11,23] bleibt stets wahr. Titus Tit 63 3 11 21 Er vermag keine Entschuldigung und Verteidigung mehr vorzubringen. -2 Timotheus 2Tim 62 3 12 Et omnes, qui pie volunt vivere in Christo Jesu, persecutionem patientur. So werden alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus,¹⁷ Verfolgung leiden.¹⁸ +2 Timotheus 2Tim 63 3 12 Et omnes, qui pie volunt vivere in Christo Jesu, persecutionem patientur. So werden alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus,¹⁷ Verfolgung leiden.¹⁸ Titus Tit 63 3 12 Cum misero ad te Artemam, aut Tychicum, festina ad me venire Nicopolim: ibi enim statui hiemare. Wenn ich Artemas oder Tychikus²² zu dir sende, so eile zu mir nach Nikopolis²³ zu kommen; denn daselbst habe ich beschlossen, den Winter über zu bleiben. -2 Timotheus 2Tim 62 3 12 17 Frommes Leben ist nur in Lebensgemeinschaft mit Christus möglich. -2 Timotheus 2Tim 62 3 12 18 Alle Christen. +2 Timotheus 2Tim 63 3 12 17 Frommes Leben ist nur in Lebensgemeinschaft mit Christus möglich. +2 Timotheus 2Tim 63 3 12 18 Alle Christen. Titus Tit 63 3 12 22 Artemas ist unbekannt, Tychikus wird [Apg 20,4, Eph 6,21.22, Kol 4,7.8, 2Tim 4,12] erwähnt. Titus Tit 63 3 12 23 Eine Stadt dieses Namens gab es in Thracien und in Cilicien. Die erstere, die hier wohl gemeint ist, war als Übergangsstation von Griechenland nach Italien sehr gelegen. Titus Tit 63 3 13 Zenam legisperitum, et Apollo sollicite præmitte, ut nihil illis desit. Zenas, den Gesetzkundigen,²⁴ und Apollo²⁵ sende voraus,²⁶ und sorge, dass ihnen nichts mangle. -2 Timotheus 2Tim 62 3 13 Mali autem homines, et seductores proficient in pejus, errantes, et in errorem mittentes. Böse Menschen¹⁹ aber und Verführer²⁰ werden immer weiter fortschreiten im Argen;²¹ irrend und in Irrtum führend.²² -2 Timotheus 2Tim 62 3 13 19 Solche, die in V. 1 5 Geschilderten. -2 Timotheus 2Tim 62 3 13 20 Wie die in V. 6 9 Gekennzeichneten. -2 Timotheus 2Tim 62 3 13 21 In V. 9 war von dem äußeren Erfolge die Rede, hier von der inneren Entwicklung. -2 Timotheus 2Tim 62 3 13 22 In der V. 6 geschilderten Weise. +2 Timotheus 2Tim 63 3 13 Mali autem homines, et seductores proficient in pejus, errantes, et in errorem mittentes. Böse Menschen¹⁹ aber und Verführer²⁰ werden immer weiter fortschreiten im Argen;²¹ irrend und in Irrtum führend.²² +2 Timotheus 2Tim 63 3 13 19 Solche, die in V. 1 5 Geschilderten. +2 Timotheus 2Tim 63 3 13 20 Wie die in V. 6 9 Gekennzeichneten. +2 Timotheus 2Tim 63 3 13 21 In V. 9 war von dem äußeren Erfolge die Rede, hier von der inneren Entwicklung. +2 Timotheus 2Tim 63 3 13 22 In der V. 6 geschilderten Weise. Titus Tit 63 3 13 24 Entweder war Zenas vor seiner Bekehrung Schriftgelehrter, oder, da er seinen Beinamen nach der Bekehrung beibehielt, wahrscheinlich Rechtsgelehrter. Titus Tit 63 3 13 25 Der aus dem ersten Korintherbriefe bekannte Apollo. Siehe [1Kor 16,12]. Titus Tit 63 3 13 26 Wahrscheinlich kamen Zenas und Apollo mit diesem Briefe nach Kreta, und ihre Reise über diese Insel bestimmte den Apostel, diesen Brief an Titus zu schreiben. -2 Timotheus 2Tim 62 3 14 Tu vero permane in iis, quæ didicisti, et credita sunt tibi: sciens a quo didiceris. Du indes beharre in dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut worden ist; denn du weißt ja, von wem du es gelernt hast;²³ +2 Timotheus 2Tim 63 3 14 Tu vero permane in iis, quæ didicisti, et credita sunt tibi: sciens a quo didiceris. Du indes beharre in dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut worden ist; denn du weißt ja, von wem du es gelernt hast;²³ Titus Tit 63 3 14 Discant autem et nostri bonis operibus præesse ad usus necessarios: ut non sint infructuosi. Aber auch die Unsrigen²⁷ mögen lernen,²⁸ gute Werke zu üben zur Befriedigung nötiger Bedürfnisse,²⁹ damit sie nicht unfruchtbar seien. -2 Timotheus 2Tim 62 3 14 23 Beweggründe zur Beharrlichkeit im Glauben: 1. Glaubwürdigkeit seines Lehrers, dessen Uneigennützigkeit, Einsicht, Erfolge, Wunder ihn als Apostel Christi beglaubigen, so dass Timotheus nicht sowohl ihm als Christus glaubt. (V. 14) 2. Das Zeugnis der Schriften des A. T. für die Wahrheit des Christentums. Die heil. Schriften des A. T. unterweisen nur denjenigen wahrhaft, der mit lebendigem Glauben an Christus an sie herantritt. Erst im Lichte des N. T. gelangen wir zum vollständigen Verständnisse des Alten. Das Lehramt ist das erste Motiv des Glaubens, die heil. Schriften setzen die Kenntnis des Glaubens bereits voraus, die sie stärken. (Vergl. Kirchenrecht von Trient Sitz 4 von der Herausgabe und dem Gebrauche der heiligen Bücher.) +2 Timotheus 2Tim 63 3 14 23 Beweggründe zur Beharrlichkeit im Glauben: 1. Glaubwürdigkeit seines Lehrers, dessen Uneigennützigkeit, Einsicht, Erfolge, Wunder ihn als Apostel Christi beglaubigen, so dass Timotheus nicht sowohl ihm als Christus glaubt. (V. 14) 2. Das Zeugnis der Schriften des A. T. für die Wahrheit des Christentums. Die heil. Schriften des A. T. unterweisen nur denjenigen wahrhaft, der mit lebendigem Glauben an Christus an sie herantritt. Erst im Lichte des N. T. gelangen wir zum vollständigen Verständnisse des Alten. Das Lehramt ist das erste Motiv des Glaubens, die heil. Schriften setzen die Kenntnis des Glaubens bereits voraus, die sie stärken. (Vergl. Kirchenrecht von Trient Sitz 4 von der Herausgabe und dem Gebrauche der heiligen Bücher.) Titus Tit 63 3 14 27 Die Glieder der Gemeinde von Kreta. Titus Tit 63 3 14 28 An deinem Beispiele. Titus Tit 63 3 14 29 Die guten Werke sind hier wie V. 8 als selbstverständlich vorausgesetzt und erhalten nur ihre bestimmte Richtung angewiesen: Für bestimmte notwendige Bedürfnisse Sorge zu tragen. Dem Zusammenhange nach liegt der Gedanke an die Unterstützung Reisender nahe. Die bedürftigen Mitchristen sind es, welche an den gläubigen Christen Frucht suchen. Titus Tit 63 3 15 Salutant te qui mecum sunt omnes: saluta eos, qui nos amant in fide. Gratia Dei cum omnibus vobis. Amen. Es grüßen dich alle, die bei mir sind.³⁰ Grüße die, welche uns im Glauben lieben.³¹ Die Gnade Gottes sei mit euch allen! Amen. -2 Timotheus 2Tim 62 3 15 Et quia ab infantia sacras litteras nosti, quæ te possunt instruere ad salutem, per fidem, quæ est in Christo Jesu. und wie du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche dich unterweisen können zum Heile durch den Glauben an Christus Jesus. +2 Timotheus 2Tim 63 3 15 Et quia ab infantia sacras litteras nosti, quæ te possunt instruere ad salutem, per fidem, quæ est in Christo Jesu. und wie du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche dich unterweisen können zum Heile durch den Glauben an Christus Jesus. Titus Tit 63 3 15 30 Meine Mitarbeiter. Vergl. [2Tim 4,21]. Der Gruß des heiligen Paulus selbst geht noch an andere. Titus Tit 63 3 15 31 Der Zusatz weist wohl darauf hin, dass es in der Gemeinde auch solche bereits gab, die am Glauben Schiffbruch gelitten. Der Schlusssegenswunsch dagegen schließt alle ein. -2 Timotheus 2Tim 62 3 16 Omnis scriptura divinitus inspirata utilis est ad docendum, ad arguendum, ad corripiendum, ad erudiendum in justitia: Alle von Gott eingegebene Schrift ist nützlich²⁴ zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,²⁵ [2Petr 1,20] -2 Timotheus 2Tim 62 3 16 24 Der Apostel sagt nicht: reicht aus, behauptet nicht, dass die heil. Schrift an sich hinreiche, die volle Fülle des Glaubens und christlichen Lebens zu gewähren, so dass weder die Überlieferung, noch das Hirtenamt notwendig sind. Wäre dies seine Absicht, so folgte daraus sogar, dass das A. T. ausreicht und die Evangelien und Briefe des N. T. nicht dazu notwendig sind, da er diese nicht im Auge hat. -2 Timotheus 2Tim 62 3 16 25 Vierfache Aufgabe des Lehrers und vierfache Waffe, welche die heil. Schrift ihm bietet: Belehren, strafend von allen überführen, was dem göttlichen Willen zuwider ist (Theodor.), bessern, zur Gerechtigkeit erziehen. -2 Timotheus 2Tim 62 3 17 Ut perfectus sit homo Dei, ad omne opus bonum instructus. damit der gottgeweihte Mensch²⁶ vollkommen werde, zu jedem guten Werke geschickt. -2 Timotheus 2Tim 62 3 17 26 Die Gläubigen. Der Apostel wählt dies Wort wohl, um anzudeuten, dass die von Gott eingegebene heil. Schrift auch nur für solche, die Gott angehören, den genannten Nutzen hat. -2 Timotheus 2Tim 62 4 0 2. Der Apostel beschwört seinen Jünger, bei der Ankunft des Richters (V. 1) sein Amt gut zu verwalten (V. 2 8): a. Timotheus soll das Evangelium mit Stärke, Geduld, Weisheit verkünden, und dies umso mehr, je mehr die Menschen sich von der Wahrheit ab- und verkehrten Lehren zuwenden. (V. 4) b. Er soll seines Amtes mit Eifer walten, denn Paulus wird bald aus diesem Leben scheiden, die Krone zu empfangen, welche ihm für seine Treue aufbehalten ist und welche der gerechte Richter allen denen geben will, die seine Ankunft lieben. (V. 8) IV. Längerer Schluss (V. 9 22): 1. Einladung an Timotheus bald zu kommen, da Paulus mit Lukas allein gelassen ist. Markus soll ihn begleiten. Den in Troas zurückgelassenen Mantel und Bücher möchte Timotheus mitbringen. (V. 13) 2. Mahnung an Timotheus sich vor Alexander zu hüten, der dem Apostel so viel Böses getan. Stand des Prozesses des heil. Paulus. (V. 18) 3. Grüße, wiederholte Einladung, apostolischer Segen für Timotheus und die Gläubigen. -2 Timotheus 2Tim 62 4 1 Testificor coram Deo, et Jesu Christo, qui judicaturus est vivos, et mortuos, per adventum ipsius, et regnum ejus: Ich beschwöre dich vor Gott und Jesus Christus,¹ der Lebendige und Tote richten wird, bei seiner Ankunft² und seinem Reiche; -2 Timotheus 2Tim 62 4 1 1 Wie [1Tim 5,21]. Christus, der einst als Richter kommen wird, ruft er als Zeugen an. -2 Timotheus 2Tim 62 4 1 2 Die dann noch Lebenden und die schon Gestorbenen. Vergl. [1Thess 4,17]. Weder Leben, noch Tod vermag sich deines Lohnes zu berauben, doch vermag auch der Tod nicht dich der Strafe zu entziehen, wenn du nicht treu bist. -2 Timotheus 2Tim 62 4 2 Prædica verbum, insta opportune, importune: argue, obsecra, increpa in omni patientia, et doctrina. verkünde das Wort, halte darauf, es sei gelegen oder ungelegen,³ überweise, ermahne, rüge⁴ in aller Langmut und Belehrung.⁵ -2 Timotheus 2Tim 62 4 2 3 Für die, zu welchen er redet. Du willst verloren gehen? Ich will es nicht. (Aug.) -2 Timotheus 2Tim 62 4 2 4 Im Griech. stehen diese beiden Worte in umgekehrter Folge. -2 Timotheus 2Tim 62 4 2 5 In jeder Erweisung langmütiger Liebe [1Kor 13,7] und jeder Art von Belehrung. -2 Timotheus 2Tim 62 4 3 Erit enim tempus, cum sanam doctrinam non sustinebunt, sed ad sua desideria coacervabunt sibi magistros, prurientes auribus, Denn es wird eine Zeit kommen,⁶ wo sie die gesunde Lehre nicht ertragen,⁷ sondern nach eigenen Gelüsten sich Lehrer über Lehrer nehmen werden,⁸ lüstern nach dem, was den Ohren angenehm, -2 Timotheus 2Tim 62 4 3 6 In der Zukunft, die Timotheus noch erleben wird. -2 Timotheus 2Tim 62 4 3 7 Weil sie mit ihren bösen Neigungen unverträglich ist. -2 Timotheus 2Tim 62 4 3 8 Nur wo jeder Lehrer Neues bringt und doch keiner das Rechte, lebt ein solches Verlangen. -2 Timotheus 2Tim 62 4 4 Et a veritate quidem auditum avertent, ad fabulas autem convertentur. und das Gehör von der Wahrheit abwenden, den Fabeln dagegen sich zuwenden werden.⁹ -2 Timotheus 2Tim 62 4 4 9 Schon werden diese Fabeln jetzt verbreitet, doch wann werden jene sich ihnen mit Begier zuwenden, da dieselben den Schein religiöser Dinge haben [2Tim 3,5.7] und doch nicht zwingen, mit den Sünden zu brechen. -2 Timotheus 2Tim 62 4 5 Tu vero vigila, in omnibus labora, opus fac Evangelistæ, ministerium tuum imple. Sobrius esto. Du aber sei wachsam, ertrage alle Mühseligkeiten, tue das Werk eines Evangelisten,¹⁰ vollbringe dein Amt. Sei nüchtern! -2 Timotheus 2Tim 62 4 5 10 Dies ist deine Lebensaufgabe. -2 Timotheus 2Tim 62 4 6 Ego enim jam delibor, et tempus resolutionis meæ instat. Denn ich werde schon hingeopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe.¹¹ -2 Timotheus 2Tim 62 4 6 11 Nimm du meine Stelle ein. Mein Blut wird im Märtyrertode vergossen werden. -2 Timotheus 2Tim 62 4 7 Bonum certamen certavi, cursum consummavi, fidem servavi. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. -2 Timotheus 2Tim 62 4 8 In reliquo reposita est mihi corona justitiæ, quam reddet mihi Dominus in illa die justus judex: non solum autem mihi, sed et iis, qui diligunt adventum ejus. Festina ad me venire cito. Im übrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit¹² hinterlegt, welche mir der Herr an jenem Tage geben wird, der gerechte Richter;¹³ nicht allein aber mir, sondern ebenso denen, die seine Ankunft lieben. Beeile dich, bald zu mir zu kommen. -2 Timotheus 2Tim 62 4 8 12 Der Kranz, welcher die Gerechtigkeit, das Gott wohlgefällige Verhalten [2Tim 3,16] krönt. -2 Timotheus 2Tim 62 4 8 13 Entspricht der Lohn der Gerechtigkeit, so entspringt er dem Verdienste. Demgemäß lehrt der heil. Kirchenrat von Trient: Gottes Güte gegen alle Menschen ist so groß, dass er will, es soll ihr Verdienst sein, was sein Geschenk ist. (Sitz 6) Aber auch: Wenn jemand sagt, die guten Werke des gerechtfertigten Menschen seien derart Gaben Gottes, dass sie nicht auch Verdienste des Gerechtfertigten selbst sind, oder der Gerechtfertigte selbst verdiene durch die guten Werke, welche von ihm durch die Gnade Gottes und das Verdienst Jesu Christi, dessen lebendiges Glied er ist, vollbracht werden, nicht wahrhaft eine Vermehrung der Gnade, das ewige Leben und, im Falle er in der Gnade dahinscheidet, die Erlangung eben dieses ewigen Lebens und auch eine Vermehrung der Herrlichkeit, der sei ausgeschlossen. (Sitz 6, Kann. 32) Wem indes würde der gerechte Richter diese Krone zuteilen, dem der barmherzige Vater nicht zuvor die Gnade geschenkt? Und wie wäre es eine Krone der Gerechtigkeit, wenn die Gnade nicht vorausgegangen wäre, welche den Sünder gerecht macht? Wie würde jene Krone aus Gerechtigkeit gegeben, wäre die Rechtfertigung nicht aus Gnaden verliehen? (Aug.) So ist Gott eigentlich sich, nicht dem Menschen ein Schuldner. Die Krone wird nach dem Tode der Seele des Menschen zu Teil, erst am großen Gerichtstage der Seele und dem Leibe. -2 Timotheus 2Tim 62 4 9 Demas enim me reliquit, diligens hoc sæculum, et abiit Thessalonicam: Denn Demas hat mich verlassen, aus Liebe zu dieser Welt,¹⁴ und ist nach Thessalonich gegangen, -2 Timotheus 2Tim 62 4 9 14 Gegensatz: Ankunft Christi V. 8, mit der die Ewigkeit beginnt. Demas (zusammengezogen aus Demetrius) war nach [Kol 4,14] und [Phlm 1,24] der Beistand des Apostels in Rom gewesen. Jetzt hat er ihn verlassen, wohl aus Furcht, in das gleiche Schicksal verwickelt zu werden. -2 Timotheus 2Tim 62 4 10 Crescens in Galatiam, Titus in Dalmatiam. Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien.¹⁵ -2 Timotheus 2Tim 62 4 10 15 Dass beide vorher bei ihm waren, folgt aus der Tatsache, dass sie in jene Länder gereist sind, nicht. -2 Timotheus 2Tim 62 4 11 Lucas est mecum solus. Marcum assume, et adduc tecum: est enim mihi utilis in ministerium. Lukas ist allein¹⁶ bei mir. Nimm den Markus¹⁷ zu dir und bring ihn mit dir; denn er ist mir nützlich zur Dienstleistung. [Kol 4,14] -2 Timotheus 2Tim 62 4 11 16 Er allein genügte dem Apostel also nicht. -2 Timotheus 2Tim 62 4 11 17 Siehe [Kol 4,10, Phlm 1,24]. -2 Timotheus 2Tim 62 4 12 Tychicum autem misi Ephesum. Tychikus habe ich nach Ephesus gesandt.¹⁸ -2 Timotheus 2Tim 62 4 12 18 Diese Nachricht steht wohl in engerer Beziehung zu dem Auftrage betreffs des Markus. Tychikus soll vermutlich die Stelle des Timotheus während dessen Abwesenheit einnehmen, so dass Markus, der ihn sonst etwa vertritt, ihn ohne Gefährdung der Gemeinde von Ephesus begleiten kann. -2 Timotheus 2Tim 62 4 13 Penulam, quam reliqui Troade apud Carpum, veniens affer tecum, et libros, maxime autem membranas. Den Mantel,¹⁹ welchen ich in Troas²⁰ bei Karpus gelassen habe, bringe mit, wenn du kommst; auch die Bücher, besonders aber die Pergamentrollen.²¹ -2 Timotheus 2Tim 62 4 13 19 Nach anderen ist zu übersetzen: Bücherliste. -2 Timotheus 2Tim 62 4 13 20 Auf der [1Tim 3,14] als beabsichtigt bezeichneten Rückreise nach Ephesus hätte Paulus Troas berühren können. -2 Timotheus 2Tim 62 4 13 21 Diese waren kostbarer als auf Papier geschriebene Bücher. -2 Timotheus 2Tim 62 4 14 Alexander ærarius multa mala mihi ostendit: reddet illi Dominus secundum opera ejus: Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses zugefügt;²² der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken.²³ -2 Timotheus 2Tim 62 4 14 22 Ob dies derselbe Alexander ist, der [1Tim 1,20] erwähnt wird? Jedenfalls ist es nicht der [Apg 19,33] erwähnte. -2 Timotheus 2Tim 62 4 14 23 Die sichere Vergeltung Christi soll die Schlechtigkeit der Handlungsweise noch stärker hervorheben. -2 Timotheus 2Tim 62 4 15 Quem et tu devita: valde enim restitit verbis nostris. Vor ihm magst auch du dich hüten,²⁴ denn er hat sich unsern Reden heftig widersetzt.²⁵ -2 Timotheus 2Tim 62 4 15 24 Alexander war also damals in Ephesus. -2 Timotheus 2Tim 62 4 15 25 In der Gerichtsverhandlung. Unseren Reden: Insofern Paulus im Namen der Christen sprach, deren Sache angeklagt war. -2 Timotheus 2Tim 62 4 16 In prima mea defensione nemo mihi affuit, sed omnes me dereliquerunt: non illis imputetur. Bei meiner ersten Verantwortung²⁶ hat mir niemand zur Seite gestanden, sondern alle²⁷ haben mich verlassen; möge es ihnen nicht zugerechnet werden! -2 Timotheus 2Tim 62 4 16 26 Weitere Begründung seiner Einladung durch die Schilderung seiner Verlassenheit bei der ersten Verantwortung in der gegenwärtigen zweiten Gefangenschaft. -2 Timotheus 2Tim 62 4 16 27 Alle die, deren Zeugnis für mich von Bedeutung war und deren Anwesenheit ich erwarten durfte. Es geschah wohl aus Mangel an Mut. -2 Timotheus 2Tim 62 4 17 Dominus autem mihi adstitit, et confortavit me, ut per me prædicatio impleatur, et audiant omnes gentes: et liberatus sum de ore Leonis. Der Herr aber hat mir beigestanden und hat mich gestärkt,²⁸ damit durch mich die Verkündigung vollbracht würde und alle Völker sie hörten, und ich ward aus dem Rachen des Löwen befreit.²⁹ -2 Timotheus 2Tim 62 4 17 28 Von den Menschen verlasen, erhielt ich von Gott Kraft, vor den Richtern das Evangelium zu verkünden und so durch meine Verteidigung und jene Verkündigung das Evangelium allen Völkern kundzutun, deren Vertreter sich in Rom befanden. -2 Timotheus 2Tim 62 4 17 29 Das Bild ist aus der Erzählung [Dan 6] entlehnt: Aus der Todesgefahr. -2 Timotheus 2Tim 62 4 18 Liberavit me Dominus ab omni opere malo: et salvum faciet in regnum suum cleste, cui gloria in sæcula sæculorum. Amen. Der Herr hat mich befreit von allem Bösen, das man mir bereitet, und wird mir in sein himmlisches Reich helfen, er, welchem Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. -2 Timotheus 2Tim 62 4 19 Saluta Priscam, et Aquilam, et Onesiphori domum. Grüße Priska und Aquila,³⁰ und das Haus des Onesiphorus.³¹ -2 Timotheus 2Tim 62 4 19 30 Vergl. [Röm 16,3]. -2 Timotheus 2Tim 62 4 19 31 Vergl. [2Tim 1,16]. -2 Timotheus 2Tim 62 4 20 Erastus remansit Corinthi. Trophimum autem reliqui infirmum Mileti. Erastus ist in Korinth zurückgeblieben, den Trophimus aber habe ich krank in Milet zurückgelassen.³² -2 Timotheus 2Tim 62 4 20 32 Die Grüße an die Freunde in Ephesus erinnern ihn, einige Personen zu erwähnen, von denen er vermutet, dass sie dort nicht sind und die als geborene Epheser Grüße dorthin gesandt hätten, wären sie in Rom. -2 Timotheus 2Tim 62 4 21 Festina ante hiemem venire. Salutant te Eubulus, et Pudens, et Linus, et Claudia, et fratres omnes. Beeile dich, vor dem Winter zu kommen!³³ Es grüßen dich Eubulus, und Pudens, und Linus, und Klaudia, und alle Brüder.³⁴ -2 Timotheus 2Tim 62 4 21 33 Vor dem Winter des Jahres 66 auf 67. -2 Timotheus 2Tim 62 4 21 34 Diese Namen kommen weder im Römerbrief, noch im Philipperbriefe vor. Pudens soll der Vater der beiden Jungfrauen und Märtyrinnen Praxedis und Pudentiana gewesen sein. Die römische Kirche feiert sein Fest am 14. Juni. Linus war der erste Nachfolger des heil. Petrus. (Iren.) Claudia soll die Frau des Pudens gewesen sein. Diese Grüße deuten darauf hin, dass Timotheus schon einmal in Rom und mit den römischen Christen bekannt war. -2 Timotheus 2Tim 62 4 22 Dominus Jesus Christus cum spiritu tuo. Gratia vobiscum. Amen. Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geiste! Die Gnade sei mit euch!³⁵ Amen. -2 Timotheus 2Tim 62 4 22 35 Der erste Gruß gilt wohl Timotheus persönlich, der andere ist an die von ihm geleitete Gemeinde gerichtet. -Philemon Phlm 64 1 0 1. Briefaufschrift (V. 1 3) und Danksagung für die Beharrlichkeit des Philemon im Glauben und für seine Liebe gegen die Mitchristen. (V. 7) 2. Gegenstand des Briefes. (V. 8) Der heil. Paulus bittet Philemon seinem Sklaven zu verzeihen, indem er die Beweggründe nur kurz berührt: a. Wohl könnte Paulus befehlen, doch will er lieber bitten, als Freund des Philemon, als Greis, als Gefangener Christi, für seinen Sohn, den er in Fesseln gezeugt, der jetzt ein anderer als er fortgegangen, zu seinem Herrn zurückkehrt. (V. 11) b. Zwar ist Paulus berechtigt, den Sklaven bei sich zu behalten, damit dieser ihm statt seines Herrn Dienste erweise, doch will er von diesem Rechte keinen Gebrauch machen, damit Philemon über jenen selbst bestimmend sich ein größeres Verdienst erwerbe. (V. 14) c. Der Sklave ist durch eigene Schuld entflohen, doch die göttliche Vorsehung hat es zum Guten gewendet, da Onesimus dem Apostel und seinem Herrn den größten Nutzen gebracht hat. (V. 17) d. Den Schaden, den Onesimus verursacht, übernimmt Paulus als Verpflichtung, indem er die Zuversicht ausspricht, dass seine Bitte keine vergebliche sein werde. (V. 21) 3. Epilog. Ersuchen, ihm Gastfreundschaft zu gewähren. Grüße. Apostolischer Segen. -Philemon Phlm 64 1 1 PAULUS vinctus Christi Jesu, et Timotheus frater: Philemoni dilecto, et adjutori nostro, Paulus, Gefesselter Christi Jesu,¹ und Timotheus, der Bruder,² an Philemon,³ unseren Geliebten,⁴ und Mitarbeiter,⁵ -Philemon Phlm 64 1 1 1 Paulus fügt seinem Namen den Titel Apostel nicht bei. Nicht mit apostolischer Vollmacht will er hier auftreten, sondern er kommt als Bittender. Die Erwähnung seiner Fesseln, welche Christus ihm angelegt, muss seiner Bitte Nachdruck verleihen. -Philemon Phlm 64 1 1 2 Timotheus war dem Philemon bekannt, weshalb Paulus ihn als Mitbittenden einfügt. -Philemon Phlm 64 1 1 3 Philemon war ein Kolosser, wie aus [Kol 4,9.17] hervorgeht. V. 7 wird seine Mildtätigkeit gegen arme Christen gerühmt, V. 22 lädt sich der Apostel zu ihm ein, Umstände, die auf Wohlhabenheit hinweisen. -Philemon Phlm 64 1 1 4 Ausdruck, der die Gegenliebe hervorrufen soll. -Philemon Phlm 64 1 1 5 Nach den apostolischen Konstitutionen (7,46) war er (später?) Bischof von Kolossä. Er soll unter Nero den Märtyrertod gestorben sein. -Philemon Phlm 64 1 2 Et Appiæ sorori carissimæ, et Archippo commilitoni nostro, et ecclesiæ, quæ in domo tua est. und an Appia,⁶ die geliebte Schwester, und an Archippus, unsern Mitstreiter,⁷ und an die zu deinem Hause⁸ gehörige Gemeinde. -Philemon Phlm 64 1 2 6 Appia war wahrscheinlich die Frau des Philemon. (Chrys., Theod., Theoph., Ök.) Sie war, wie die Anrede zeigt, eine Christin. Das römische Martyrologium setzt ihr Martyrium auf den 22. November. Der Apostel wendet sich an sie, weil die Fürbitte für einen Sklaven die Hausfrau anging. -Philemon Phlm 64 1 2 7 Archippus war in Abwesenheit des Epaphras der Vorsteher der Gemeinde in Kolossä. (V. 23) [Kol 4,17] Ob er mit Philemon verwandt war, ist nicht festzustellen. -Philemon Phlm 64 1 2 8 Jener Teil der Gemeinde von Kolossä, der sich im Hause des Philemon versammelte. Wenngleich der Apostel im Folgenden nur zu Philemon redet, zieht er doch die Hausgemeinde in das Interesse, über diese aber geht er, da die Sache eine Hausangelegenheit ist, nicht hinaus. -Philemon Phlm 64 1 3 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. -Philemon Phlm 64 1 4 Gratias ago Deo meo, semper memoriam tui faciens in orationibus meis, Ich danke⁹ meinem Gott, indem ich allezeit deiner eingedenk bin in meinen Gebeten, -Philemon Phlm 64 1 4 9 Bevor der Apostel seine Bitte ausspricht, hebt er, gleichsam um das Wohlwollen Philemons zu wecken, die Tugenden desselben hervor, besonders seine Liebe und Treue zu Christus und gegen die Mitchristen. Da er aber dieses Lob in Form eines Dankes gegen Gott ausspricht, liegt darin für den gelobten zugleich eine Ermahnung, diesen Glauben und diese Liebe nicht als sein Verdienst, sondern vielmehr als eine Gabe Gottes anzusehen. Die Einzahl der redenden Person schließt Timotheus als Mitbriefschreiber aus. -Philemon Phlm 64 1 5 Audiens caritatem tuam, et fidem, quam habes in Domino Jesu, et in omnes sanctos: da ich von deiner Liebe und dem Glauben höre, welchen du an den Herrn Jesus und für alle Heiligen hast,¹⁰ -Philemon Phlm 64 1 5 10 Beide Eigenschaften hat Philemon besonders in der V. 7 erwähnten Liebeshandlung gezeigt, die aus dem Glauben stammte. Die Liebe hat Philemon gegen alle Heiligen gezeigt, den Glauben gegen den Heiland. Paulus stellt jene Liebe voran, weil er Philemon zur Liebe bewegen will. -Philemon Phlm 64 1 6 Ut communicatio fidei tuæ evidens fiat in agnitione omnis operis boni, quod est in vobis in Christo Jesu. so dass die Gemeinschaft deines Glaubens¹¹ offenbar wird, indem all das Gute, das bei euch geschieht in Christus Jesus, anerkannt wird. -Philemon Phlm 64 1 6 11 Der Sinn des Vulgatatextes ist: Deine Liebe und dein Glaube sind derart, dass die Glaubensgemeinschaft, in der du mit den übrigen Christen stehst, offenbar wird, indem alle das Gute, das bei euch um Christi willen geschieht, anerkennen. Anders der griechische Text: Deine Glaubensgemeinschaft möge sich wirksam erweisen um Christi willen, indem du recht lebendig die großen Heilsgüter erkennst, welche uns als Christen zuteil geworden sind. Der Apostel hat stets den Gegenstand seiner Bitte vor Augen. -Philemon Phlm 64 1 7 Gaudium enim magnum habui, et consolationem in caritate tua: quia viscera sanctorum requieverunt per te, frater. Denn große Freude und Trost¹² habe ich in deiner Liebe gefunden, dass nämlich die Herzen der Gläubigen durch dich, Bruder, erquickt sind. -Philemon Phlm 64 1 7 12 Wie in V. 5 den objektiven, so legt der Apostel hier den subjektiven Grund seines Dankes dar. -Philemon Phlm 64 1 8 Propter quod multam fiduciam habens in Christo Jesu imperandi tibi quod ad rem pertinet: Darum,¹³ obschon ich in Christus Jesus große Zuversicht habe, dir das Geziemende zu befehlen, -Philemon Phlm 64 1 8 13 Darum: Paulus bereitet der erst in V. 17 auszusprechenden Bitte den Weg. -Philemon Phlm 64 1 9 Propter caritatem magis obsecro, cum sis talis, ut Paulus senex, nunc autem et vinctus Jesu Christi: bitte ich doch vielmehr um der Liebe willen,¹⁴ da du ein solcher bist,¹⁵ wie Paulus, ein Greis, jetzt aber auch Gefangener Jesu Christi, -Philemon Phlm 64 1 9 14 Wenn er, der für Christus leidet, einen Christen um etwas bittet, so muss dieser willig sein, die Bitte zu gewähren: V. 8. Es ist etwas Besonderes, wenn ich bitte. V. 9: wenn ich bitte. V. 10: Gegenstand der Bitte. -Philemon Phlm 64 1 9 15 Nach dem Griech. bezieht sich dies auf Paulus. Nach der Vulg. ist der Sinn: Da du ein Greis bist, wie ich, bitte ich, denn es ziemt sich nicht, einem Greise zu befehlen. Nach dem Griech. weist Paulus darauf hin, wie er, obwohl erst etwa 60 Jahre, doch durch die dreißigjährige Arbeit für das Evangelium, vergl. [2Kor 11,23ff], alt und grau geworden ist. Paulus, ein von Gott erkorener Apostel, bittet, ein im Dienste Christi ergrauter Mann, der Fesseln trägt um des Heilandes willen, zu welchem auch Philemon sich bekennt. -Philemon Phlm 64 1 10 Obsecro te pro meo filio, quem genui in vinculis, Onesimo, bitte ich dich für meinen Sohn,¹⁶ welchen ich in meinen Banden gezeugt habe, für Onesimus, -Philemon Phlm 64 1 10 16 Nach dieser Vorbereitung folgt noch immer die Bitte selbst nicht, sondern zunächst nur der Hinweis auf die Person, welche sie betrifft. Es gilt das Wohlwollen für die Person, welche Gegenstand derselben ist, zu erwecken. Deshalb beschreibt er diese in einer Weise, welche das Herz gewinnt: es ist mein Kind, das ich in Banden, also in Leiden und Schmerzen gezeugt habe. Erst hierauf folgt der Name. Wohl hat Onesimus (der Nützliche) früher seinem Namen keine Ehre gemacht, doch da er sich bekehrt hat, wird er sich als treu und gewissenhaft bewähren. -Philemon Phlm 64 1 11 Qui tibi aliquando inutilis fuit, nunc autem et mihi, et tibi utilis, der dir einst unnütz war, jetzt aber dir und mir nützlich ist, -Philemon Phlm 64 1 12 Quem remisi tibi. Tu autem illum, ut mea viscera, suscipe. den ich dir zurücksende. Du aber nimm ihn auf, als wäre es mein eigenes Herz.¹⁷ -Philemon Phlm 64 1 12 17 Wie könnte Philemon gegen das Herz des heil. Paulus hart sein? -Philemon Phlm 64 1 13 Quem ego volueram mecum detinere, ut pro te mihi ministraret in vinculis Evangelii: Gern hätte ich ihn bei mir behalten,¹⁸ damit er mir an deiner Stelle diene¹⁹ in den Banden, die ich um des Evangeliums willen trage, -Philemon Phlm 64 1 13 18 Der Grund ist bereits V. 11 angedeutet. -Philemon Phlm 64 1 13 19 Da Philemon dem heil. Paulus in seinen Banden gewiss gern jede Erleichterung verschaffen würde, wäre die Dienste, die Onesimus ihm leistete, im Interesse seines Hauses, oder an seiner Statt geleistet. -Philemon Phlm 64 1 14 Sine consilio autem tuo nihil volui facere, uti ne velut ex necessitate bonum tuum esset, sed voluntarium. doch ohne deine Zustimmung habe ich nichts tun wollen, damit deine Wohltat²⁰ nicht wie aus Zwang geschähe, sondern freiwillig. -Philemon Phlm 64 1 14 20 Ich sende ihn dir zurück. Du hast nun das Recht, über ihn zu verfügen, doch ich habe durch die Rücksendung dir nur Gelegenheit geben wollen, demselben aus freien Stücken Gutes zu erweisen. Hätte Paulus den Onesimus bei sich behalten, so wäre Philemon dadurch gezwungen gewesen, seinem Sklaven zu verzeihen, nun aber wird dies ganz freiwillig geschehen. -Philemon Phlm 64 1 15 Forsitan enim ideo discessit ad horam a te, ut æternum illum reciperes: Denn²¹ vielleicht²² ist er deswegen auf kurze Zeit von dir getrennt worden, damit du ihn auf ewig zurückempfingest, -Philemon Phlm 64 1 15 21 Begründung zu V. 14: damit usw. -Philemon Phlm 64 1 15 22 Die göttliche Vorsehung weiß alles zum Guten zu wenden, so auch diese Flucht des untreuen Sklaven zu seiner Bekehrung. Der Apostel sagt: vielleicht teils weil eine unbedingte Behauptung für den gekränkten Herrn des entwichenen Sklaven unzart und anstößig gewesen wäre, teils weil die Gerichte Gottes verborgen sind und sich nichts sicheres über dieselben sagen lässt. Der Apostel nennt die Flucht eine Trennung, um die Schuld des entlaufenen Sklaven nicht schroff zu bezeichnen: Die kurze Trennung hat eine ewige Wiedervereinigung bewirkt. Philemon ist jetzt mit Onesimus vereint in Christus durch Glauben und Liebe, und diese Vereinigung reicht in die Ewigkeit. -Philemon Phlm 64 1 16 Jam non ut servum, sed pro servo carissimum fratrem, maxime mihi: quanto autem magis tibi et in carne, et in Domino? nicht ferner als Knecht, sondern anstatt eines Knechtes als geliebten Bruder,²³ was er mir vorzüglich ist, wie viel mehr aber dir, sowohl dem Fleische nach als im Herrn. -Philemon Phlm 64 1 16 23 Euer gegenseitiges Verhältnis hat sich vervollkommnet. Das Christentum kennt zwar als solches keine Sklaverei, aber wo es solche vorfindet, sucht es auf das Innere zu wirken, damit diese der Nächstenliebe widersprechende Einrichtung unmöglich werde. Vergl. [Kol 3,Anm.30]. Auch wenn Onesimus Sklave bleibt, hat Philemon ihn in religiöser Beziehung als Bruder anzuerkennen und mit brüderlicher Liebe zu umfassen. Doch auch dies erwähnt Paulus nicht, ohne zu betonen, dass Onesimus zunächst und in erster Linie ihm selber Bruder ist. Von Paulus als Bruder anerkannt, wird er auch von anderen dafür angesehen werden, wie viel mehr von Philemon. Dem Philemon steht er nicht nur als Christ nahe, sondern auch vermöge des natürlich menschlichen Verhältnisses, als Hausgenosse. -Philemon Phlm 64 1 17 Si ergo habes me socium, suscipe illum sicut me: Wenn ich dir daher Mitgenosse bin,²⁴ so nimm ihn auf wie mich.²⁵ -Philemon Phlm 64 1 17 24 Genosse im Glauben und in der Liebe. Um unserer christlichen Gemeinschaft willen nimm ihn auf, wie du mich aufnehmen würdest, käme ich zu dir. -Philemon Phlm 64 1 17 25 Nachdem der Apostel den Wert des Onesimus für sich und Philemon geschildert, dessen Rücksendung als ein persönliches Opfer seinerseits bezeichnet hat, das also Philemon zu dankbarer Erfüllung seines Wunsches bewegen muss, und hervorgehoben hat, dass Philemon in dem zurückkehrenden Sklaven vor allem seinen Bruder zu sehen hat, fügt er nun endlich die Bitte bei um freundliche Aufnahme des Sklaven. Aber auch diese wird wieder so eingekleidet, dass nicht nur der Anspruch ein weitgehender ist, sondern der Wunsch auch notwendig gewährt werden muss. -Philemon Phlm 64 1 18 Si autem aliquid nocuit tibi, aut debet: hoc mihi imputa. Hat er dich aber irgendwie geschädigt, oder ist er dir etwas schuldig, so rechne dies mir an.²⁶ -Philemon Phlm 64 1 18 26 Noch ein Punkt ist zu ordnen, damit Onesimus eine freundliche Aufnahme gesichert sei. Philemon ist durch seinen Sklaven ein Schaden zugefügt worden, und so ist Onesimus zum Schadenersatz verpflichtet. Mit zarter Schonung gegen Onesimus spricht Paulus von dem Falle, dass jener seinem Herrn ein Unrecht getan. Alsdann fügt er mit eigener Hand bei, dass er die Schuld auf sich nehme, so einen Schuldschein ausstellend: ich, Paulus, schreibe mit eigener Hand, ich, nicht der eigentliche Schuldner, werde es bezahlen. Er hat wohl nur diesen Satz selbst geschrieben, das Übrige diktiert. -Philemon Phlm 64 1 19 Ego Paulus scripsi mea manu: ego reddam, ut non dicam tibi, quod et teipsum mihi debes: Ich, Paulus, schreibe es mit eigner Hand: Ich will es zurückzahlen, um dir nicht zu sagen, dass du auch dich selbst mir schuldig bist.²⁷ -Philemon Phlm 64 1 19 27 Stelle die Schuld mir in Rechnung, damit ich nicht sage dir (so besser nach dem Griech.). Du bist mein Schuldner, ziehe also nur von der Gegenrechnung ab, was Onesimus schuldet. Du schuldest mir viel mehr als er dir, denn du schuldest mir dein eigenes Ich, dessen ewiges Heil. Also wirst du das Geld, das du von Onesimus nicht mehr verlangen darfst, auch von mir nicht einziehen. -Philemon Phlm 64 1 20 Ita frater. Ego te fruar in Domino: Refice viscera mea in Domino. Ja, Bruder! ich selbst möchte von dir Nutzen ziehen im Herrn;²⁸ erquicke mein Herz im Herrn!²⁹ -Philemon Phlm 64 1 20 28 Im Herrn: Es handelt sich nicht um äußere Dinge, sondern um religiöse Güter, ein christliches Werk, eine Tat, die Christus anrechnet. -Philemon Phlm 64 1 20 29 Stille meine liebevolle Sorge für Onesimus durch deine Verzeihung und durch gütige Aufnahme. -Philemon Phlm 64 1 21 Confidens in obedientia tua scripsi tibi: sciens quoniam et super id, quod dico, facies. Voll Vertrauen auf deine Folgsamkeit schreibe ich dir, denn ich weiß, dass du noch mehr tun wirst als ich sage.³⁰ -Philemon Phlm 64 1 21 30 Wenn Paulus V. 8 gesagt, er wolle nicht befehlen, sondern nur bitten, lässt er doch hier seine apostolische Machtvollkommenheit leicht durchblicken und deutet auf die Pflicht Philemons hin, deren Erfüllung er ihm durch die Form der Bitte erleichtert hat. Doch sogleich fügt er in herzgewinnender Weise bei, er wisse, dass Philemon sogar mehr tun werde, als er in diesem Briefe sage, d. i. dass Philemon alle seine Erwartungen (denn Bestimmtes hat er ja in diesem Briefe außer der Verzeihung nicht erbeten) übertreffen werde. -Philemon Phlm 64 1 22 Simul autem et para mihi hospitium: nam spero per orationes vestras donari me vobis. Zugleich aber bereite mir auch eine Unterkunft; denn ich hoffe, dass ich euch durch euere Gebete werde geschenkt werden.³¹ -Philemon Phlm 64 1 22 31 Zugleich mit dem, was ich gleichzeitig tue. Es ist dies nicht nur ein Zeugnis der Liebe des heil. Paulus, sondern zugleich ein neuer Beweggrund für Philemon, die Bitte des Apostels zu erhören. Der Apostel hofft aus der Gefangenschaft befreit zu werden, doch geben ihm nicht so die Verhältnisse die Zuversicht, wie die Fürbitte der Gläubigen in Kolossä und anderwärts. Auf die Reise nach Spanien sollte also alsbald eine Visitationsreise durch Kleinasien folgen. -Philemon Phlm 64 1 23 Salutat te Epaphras concaptivus meus in Christo Jesu, Es grüßt dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christus Jesus, -Philemon Phlm 64 1 24 Marcus, Aristarchus, Demas, et Lucas, adjutores mei. Markus, Aristarchus, Demas und Lukas, meine Mitarbeiter.³² -Philemon Phlm 64 1 24 32 Es folgen Grüße von denselben, welche auch die Gemeinde von Kolossä im Briefe an diese haben grüßen lassen. An erster Stelle wird Epaphras als Mitbürger des Philemon genannt und Aristarch (wie [Kol 4,10] siehe diese Stelle) als Mitgefangener des heil. Paulus bezeichnet. Markus, Aristarch, von jüdischer Herkunft, Demas und Lukas, Heidenchristen, alle vier Mithelfer des heil. Paulus, senden dem Philemon als Zeichen ihrer Liebe ihren Gruß. Derselbe ist eine stillschweigende Fürbitte für Onesimus. -Philemon Phlm 64 1 25 Gratia Domini nostri Jesu Christi cum spiritu vestro. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euerem Geiste! Amen.³³ -Philemon Phlm 64 1 25 33 Dieselbe Formel [Gal 6,18]. -Jakobus Jak 66 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 18): 1. Aufschrift. (V. 1) 2. Ermahnung die Trübsale geduldig zu ertragen (V. 1 18): a. Von der griechischen Grußformel ausgehend mahnt der Apostel die Gläubigen, die Trübsale freudig zu ertragen, da dieselben recht erduldet zur Vollkommenheit führen. (V. 4) b. Da niemand dieselben recht erduldet, er besitze denn die göttliche Weisheit, mögen die Gläubigen Gott mit Vertrauen um diese bitten, denn wer zweifelnd betet, wird nicht erhört. (V. 8) c. Die wahre Weisheit besteht darin, dass jeder mit seinem Lose zufrieden ist; so rühme sich also der Arme seines übernatürlichen Reichtums, und der Reiche demütige sich, da sein Reichtum vergänglich ist. (V. 11) d. Glückselig, wer in gebührender Weise die Trübsale erträgt, welche ihm die Krone verschaffen. (V. 12) Jene bilden auch keine Versuchung zur Sünde, denn Gott kann nicht zur Sünde reizen, sondern der Anregung zur Sünde, welche sich etwa in der Trübsal findet, rührt von der Begierlichkeit her. (V. 15) Von Gott aber kommt uns nur Gutes, wie er uns selbst gezeigt, da er uns zu dem neuen Leben seiner Wahrheit zeugte. (V. 18) I. Der Glaube, welcher durch die Liebe beseelt und lebendig gemacht wird und sich in Werken offenbart, ist notwendig. (1,19 2,26) 1. Die Christen müssen Täter des Wortes Christi sein (1,19 2,13): a. Da die Christen durch das Wort der Wahrheit wiedergeboren sind, müssen sie es gern und in Ruhe hören; (V. 21) doch nicht allein hören, sondern auch im Werke vollbringen. (V. 26) b. Diesen Satz beleuchtet der Apostel durch Beispiele (1,26 2,9): 1. Wer lehrt, ohne seine Zunge zu bezähmen, hat nicht die wahre Gottesverehrung, (V. 26) 2. So wenig wie der, welcher Witwen und Waisen im Stiche lässt. +2 Timotheus 2Tim 63 3 16 Omnis scriptura divinitus inspirata utilis est ad docendum, ad arguendum, ad corripiendum, ad erudiendum in justitia: Alle von Gott eingegebene Schrift ist nützlich²⁴ zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,²⁵ [2Petr 1,20] +2 Timotheus 2Tim 63 3 16 24 Der Apostel sagt nicht: reicht aus, behauptet nicht, dass die heil. Schrift an sich hinreiche, die volle Fülle des Glaubens und christlichen Lebens zu gewähren, so dass weder die Überlieferung, noch das Hirtenamt notwendig sind. Wäre dies seine Absicht, so folgte daraus sogar, dass das A. T. ausreicht und die Evangelien und Briefe des N. T. nicht dazu notwendig sind, da er diese nicht im Auge hat. +2 Timotheus 2Tim 63 3 16 25 Vierfache Aufgabe des Lehrers und vierfache Waffe, welche die heil. Schrift ihm bietet: Belehren, strafend von allen überführen, was dem göttlichen Willen zuwider ist (Theodor.), bessern, zur Gerechtigkeit erziehen. +2 Timotheus 2Tim 63 3 17 Ut perfectus sit homo Dei, ad omne opus bonum instructus. damit der gottgeweihte Mensch²⁶ vollkommen werde, zu jedem guten Werke geschickt. +2 Timotheus 2Tim 63 3 17 26 Die Gläubigen. Der Apostel wählt dies Wort wohl, um anzudeuten, dass die von Gott eingegebene heil. Schrift auch nur für solche, die Gott angehören, den genannten Nutzen hat. +2 Timotheus 2Tim 63 4 0 2. Der Apostel beschwört seinen Jünger, bei der Ankunft des Richters (V. 1) sein Amt gut zu verwalten (V. 2 8): a. Timotheus soll das Evangelium mit Stärke, Geduld, Weisheit verkünden, und dies umso mehr, je mehr die Menschen sich von der Wahrheit ab- und verkehrten Lehren zuwenden. (V. 4) b. Er soll seines Amtes mit Eifer walten, denn Paulus wird bald aus diesem Leben scheiden, die Krone zu empfangen, welche ihm für seine Treue aufbehalten ist und welche der gerechte Richter allen denen geben will, die seine Ankunft lieben. (V. 8) IV. Längerer Schluss (V. 9 22): 1. Einladung an Timotheus bald zu kommen, da Paulus mit Lukas allein gelassen ist. Markus soll ihn begleiten. Den in Troas zurückgelassenen Mantel und Bücher möchte Timotheus mitbringen. (V. 13) 2. Mahnung an Timotheus sich vor Alexander zu hüten, der dem Apostel so viel Böses getan. Stand des Prozesses des heil. Paulus. (V. 18) 3. Grüße, wiederholte Einladung, apostolischer Segen für Timotheus und die Gläubigen. +2 Timotheus 2Tim 63 4 1 Testificor coram Deo, et Jesu Christo, qui judicaturus est vivos, et mortuos, per adventum ipsius, et regnum ejus: Ich beschwöre dich vor Gott und Jesus Christus,¹ der Lebendige und Tote richten wird, bei seiner Ankunft² und seinem Reiche; +2 Timotheus 2Tim 63 4 1 1 Wie [1Tim 5,21]. Christus, der einst als Richter kommen wird, ruft er als Zeugen an. +2 Timotheus 2Tim 63 4 1 2 Die dann noch Lebenden und die schon Gestorbenen. Vergl. [1Thess 4,17]. Weder Leben, noch Tod vermag sich deines Lohnes zu berauben, doch vermag auch der Tod nicht dich der Strafe zu entziehen, wenn du nicht treu bist. +2 Timotheus 2Tim 63 4 2 Prædica verbum, insta opportune, importune: argue, obsecra, increpa in omni patientia, et doctrina. verkünde das Wort, halte darauf, es sei gelegen oder ungelegen,³ überweise, ermahne, rüge⁴ in aller Langmut und Belehrung.⁵ +2 Timotheus 2Tim 63 4 2 3 Für die, zu welchen er redet. Du willst verloren gehen? Ich will es nicht. (Aug.) +2 Timotheus 2Tim 63 4 2 4 Im Griech. stehen diese beiden Worte in umgekehrter Folge. +2 Timotheus 2Tim 63 4 2 5 In jeder Erweisung langmütiger Liebe [1Kor 13,7] und jeder Art von Belehrung. +2 Timotheus 2Tim 63 4 3 Erit enim tempus, cum sanam doctrinam non sustinebunt, sed ad sua desideria coacervabunt sibi magistros, prurientes auribus, Denn es wird eine Zeit kommen,⁶ wo sie die gesunde Lehre nicht ertragen,⁷ sondern nach eigenen Gelüsten sich Lehrer über Lehrer nehmen werden,⁸ lüstern nach dem, was den Ohren angenehm, +2 Timotheus 2Tim 63 4 3 6 In der Zukunft, die Timotheus noch erleben wird. +2 Timotheus 2Tim 63 4 3 7 Weil sie mit ihren bösen Neigungen unverträglich ist. +2 Timotheus 2Tim 63 4 3 8 Nur wo jeder Lehrer Neues bringt und doch keiner das Rechte, lebt ein solches Verlangen. +2 Timotheus 2Tim 63 4 4 Et a veritate quidem auditum avertent, ad fabulas autem convertentur. und das Gehör von der Wahrheit abwenden, den Fabeln dagegen sich zuwenden werden.⁹ +2 Timotheus 2Tim 63 4 4 9 Schon werden diese Fabeln jetzt verbreitet, doch wann werden jene sich ihnen mit Begier zuwenden, da dieselben den Schein religiöser Dinge haben [2Tim 3,5.7] und doch nicht zwingen, mit den Sünden zu brechen. +2 Timotheus 2Tim 63 4 5 Tu vero vigila, in omnibus labora, opus fac Evangelistæ, ministerium tuum imple. Sobrius esto. Du aber sei wachsam, ertrage alle Mühseligkeiten, tue das Werk eines Evangelisten,¹⁰ vollbringe dein Amt. Sei nüchtern! +2 Timotheus 2Tim 63 4 5 10 Dies ist deine Lebensaufgabe. +2 Timotheus 2Tim 63 4 6 Ego enim jam delibor, et tempus resolutionis meæ instat. Denn ich werde schon hingeopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe.¹¹ +2 Timotheus 2Tim 63 4 6 11 Nimm du meine Stelle ein. Mein Blut wird im Märtyrertode vergossen werden. +2 Timotheus 2Tim 63 4 7 Bonum certamen certavi, cursum consummavi, fidem servavi. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. +2 Timotheus 2Tim 63 4 8 In reliquo reposita est mihi corona justitiæ, quam reddet mihi Dominus in illa die justus judex: non solum autem mihi, sed et iis, qui diligunt adventum ejus. Festina ad me venire cito. Im übrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit¹² hinterlegt, welche mir der Herr an jenem Tage geben wird, der gerechte Richter;¹³ nicht allein aber mir, sondern ebenso denen, die seine Ankunft lieben. Beeile dich, bald zu mir zu kommen. +2 Timotheus 2Tim 63 4 8 12 Der Kranz, welcher die Gerechtigkeit, das Gott wohlgefällige Verhalten [2Tim 3,16] krönt. +2 Timotheus 2Tim 63 4 8 13 Entspricht der Lohn der Gerechtigkeit, so entspringt er dem Verdienste. Demgemäß lehrt der heil. Kirchenrat von Trient: Gottes Güte gegen alle Menschen ist so groß, dass er will, es soll ihr Verdienst sein, was sein Geschenk ist. (Sitz 6) Aber auch: Wenn jemand sagt, die guten Werke des gerechtfertigten Menschen seien derart Gaben Gottes, dass sie nicht auch Verdienste des Gerechtfertigten selbst sind, oder der Gerechtfertigte selbst verdiene durch die guten Werke, welche von ihm durch die Gnade Gottes und das Verdienst Jesu Christi, dessen lebendiges Glied er ist, vollbracht werden, nicht wahrhaft eine Vermehrung der Gnade, das ewige Leben und, im Falle er in der Gnade dahinscheidet, die Erlangung eben dieses ewigen Lebens und auch eine Vermehrung der Herrlichkeit, der sei ausgeschlossen. (Sitz 6, Kann. 32) Wem indes würde der gerechte Richter diese Krone zuteilen, dem der barmherzige Vater nicht zuvor die Gnade geschenkt? Und wie wäre es eine Krone der Gerechtigkeit, wenn die Gnade nicht vorausgegangen wäre, welche den Sünder gerecht macht? Wie würde jene Krone aus Gerechtigkeit gegeben, wäre die Rechtfertigung nicht aus Gnaden verliehen? (Aug.) So ist Gott eigentlich sich, nicht dem Menschen ein Schuldner. Die Krone wird nach dem Tode der Seele des Menschen zu Teil, erst am großen Gerichtstage der Seele und dem Leibe. +2 Timotheus 2Tim 63 4 9 Demas enim me reliquit, diligens hoc sæculum, et abiit Thessalonicam: Denn Demas hat mich verlassen, aus Liebe zu dieser Welt,¹⁴ und ist nach Thessalonich gegangen, +2 Timotheus 2Tim 63 4 9 14 Gegensatz: Ankunft Christi V. 8, mit der die Ewigkeit beginnt. Demas (zusammengezogen aus Demetrius) war nach [Kol 4,14] und [Phlm 1,24] der Beistand des Apostels in Rom gewesen. Jetzt hat er ihn verlassen, wohl aus Furcht, in das gleiche Schicksal verwickelt zu werden. +2 Timotheus 2Tim 63 4 10 Crescens in Galatiam, Titus in Dalmatiam. Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien.¹⁵ +2 Timotheus 2Tim 63 4 10 15 Dass beide vorher bei ihm waren, folgt aus der Tatsache, dass sie in jene Länder gereist sind, nicht. +2 Timotheus 2Tim 63 4 11 Lucas est mecum solus. Marcum assume, et adduc tecum: est enim mihi utilis in ministerium. Lukas ist allein¹⁶ bei mir. Nimm den Markus¹⁷ zu dir und bring ihn mit dir; denn er ist mir nützlich zur Dienstleistung. [Kol 4,14] +2 Timotheus 2Tim 63 4 11 16 Er allein genügte dem Apostel also nicht. +2 Timotheus 2Tim 63 4 11 17 Siehe [Kol 4,10, Phlm 1,24]. +2 Timotheus 2Tim 63 4 12 Tychicum autem misi Ephesum. Tychikus habe ich nach Ephesus gesandt.¹⁸ +2 Timotheus 2Tim 63 4 12 18 Diese Nachricht steht wohl in engerer Beziehung zu dem Auftrage betreffs des Markus. Tychikus soll vermutlich die Stelle des Timotheus während dessen Abwesenheit einnehmen, so dass Markus, der ihn sonst etwa vertritt, ihn ohne Gefährdung der Gemeinde von Ephesus begleiten kann. +2 Timotheus 2Tim 63 4 13 Penulam, quam reliqui Troade apud Carpum, veniens affer tecum, et libros, maxime autem membranas. Den Mantel,¹⁹ welchen ich in Troas²⁰ bei Karpus gelassen habe, bringe mit, wenn du kommst; auch die Bücher, besonders aber die Pergamentrollen.²¹ +2 Timotheus 2Tim 63 4 13 19 Nach anderen ist zu übersetzen: Bücherliste. +2 Timotheus 2Tim 63 4 13 20 Auf der [1Tim 3,14] als beabsichtigt bezeichneten Rückreise nach Ephesus hätte Paulus Troas berühren können. +2 Timotheus 2Tim 63 4 13 21 Diese waren kostbarer als auf Papier geschriebene Bücher. +2 Timotheus 2Tim 63 4 14 Alexander ærarius multa mala mihi ostendit: reddet illi Dominus secundum opera ejus: Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses zugefügt;²² der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken.²³ +2 Timotheus 2Tim 63 4 14 22 Ob dies derselbe Alexander ist, der [1Tim 1,20] erwähnt wird? Jedenfalls ist es nicht der [Apg 19,33] erwähnte. +2 Timotheus 2Tim 63 4 14 23 Die sichere Vergeltung Christi soll die Schlechtigkeit der Handlungsweise noch stärker hervorheben. +2 Timotheus 2Tim 63 4 15 Quem et tu devita: valde enim restitit verbis nostris. Vor ihm magst auch du dich hüten,²⁴ denn er hat sich unsern Reden heftig widersetzt.²⁵ +2 Timotheus 2Tim 63 4 15 24 Alexander war also damals in Ephesus. +2 Timotheus 2Tim 63 4 15 25 In der Gerichtsverhandlung. Unseren Reden: Insofern Paulus im Namen der Christen sprach, deren Sache angeklagt war. +2 Timotheus 2Tim 63 4 16 In prima mea defensione nemo mihi affuit, sed omnes me dereliquerunt: non illis imputetur. Bei meiner ersten Verantwortung²⁶ hat mir niemand zur Seite gestanden, sondern alle²⁷ haben mich verlassen; möge es ihnen nicht zugerechnet werden! +2 Timotheus 2Tim 63 4 16 26 Weitere Begründung seiner Einladung durch die Schilderung seiner Verlassenheit bei der ersten Verantwortung in der gegenwärtigen zweiten Gefangenschaft. +2 Timotheus 2Tim 63 4 16 27 Alle die, deren Zeugnis für mich von Bedeutung war und deren Anwesenheit ich erwarten durfte. Es geschah wohl aus Mangel an Mut. +2 Timotheus 2Tim 63 4 17 Dominus autem mihi adstitit, et confortavit me, ut per me prædicatio impleatur, et audiant omnes gentes: et liberatus sum de ore Leonis. Der Herr aber hat mir beigestanden und hat mich gestärkt,²⁸ damit durch mich die Verkündigung vollbracht würde und alle Völker sie hörten, und ich ward aus dem Rachen des Löwen befreit.²⁹ +2 Timotheus 2Tim 63 4 17 28 Von den Menschen verlasen, erhielt ich von Gott Kraft, vor den Richtern das Evangelium zu verkünden und so durch meine Verteidigung und jene Verkündigung das Evangelium allen Völkern kundzutun, deren Vertreter sich in Rom befanden. +2 Timotheus 2Tim 63 4 17 29 Das Bild ist aus der Erzählung [Dan 6] entlehnt: Aus der Todesgefahr. +2 Timotheus 2Tim 63 4 18 Liberavit me Dominus ab omni opere malo: et salvum faciet in regnum suum cleste, cui gloria in sæcula sæculorum. Amen. Der Herr hat mich befreit von allem Bösen, das man mir bereitet, und wird mir in sein himmlisches Reich helfen, er, welchem Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. +2 Timotheus 2Tim 63 4 19 Saluta Priscam, et Aquilam, et Onesiphori domum. Grüße Priska und Aquila,³⁰ und das Haus des Onesiphorus.³¹ +2 Timotheus 2Tim 63 4 19 30 Vergl. [Röm 16,3]. +2 Timotheus 2Tim 63 4 19 31 Vergl. [2Tim 1,16]. +2 Timotheus 2Tim 63 4 20 Erastus remansit Corinthi. Trophimum autem reliqui infirmum Mileti. Erastus ist in Korinth zurückgeblieben, den Trophimus aber habe ich krank in Milet zurückgelassen.³² +2 Timotheus 2Tim 63 4 20 32 Die Grüße an die Freunde in Ephesus erinnern ihn, einige Personen zu erwähnen, von denen er vermutet, dass sie dort nicht sind und die als geborene Epheser Grüße dorthin gesandt hätten, wären sie in Rom. +2 Timotheus 2Tim 63 4 21 Festina ante hiemem venire. Salutant te Eubulus, et Pudens, et Linus, et Claudia, et fratres omnes. Beeile dich, vor dem Winter zu kommen!³³ Es grüßen dich Eubulus, und Pudens, und Linus, und Klaudia, und alle Brüder.³⁴ +2 Timotheus 2Tim 63 4 21 33 Vor dem Winter des Jahres 66 auf 67. +2 Timotheus 2Tim 63 4 21 34 Diese Namen kommen weder im Römerbrief, noch im Philipperbriefe vor. Pudens soll der Vater der beiden Jungfrauen und Märtyrinnen Praxedis und Pudentiana gewesen sein. Die römische Kirche feiert sein Fest am 14. Juni. Linus war der erste Nachfolger des heil. Petrus. (Iren.) Claudia soll die Frau des Pudens gewesen sein. Diese Grüße deuten darauf hin, dass Timotheus schon einmal in Rom und mit den römischen Christen bekannt war. +2 Timotheus 2Tim 63 4 22 Dominus Jesus Christus cum spiritu tuo. Gratia vobiscum. Amen. Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geiste! Die Gnade sei mit euch!³⁵ Amen. +2 Timotheus 2Tim 63 4 22 35 Der erste Gruß gilt wohl Timotheus persönlich, der andere ist an die von ihm geleitete Gemeinde gerichtet. +Philemon Phlm 65 1 0 1. Briefaufschrift (V. 1 3) und Danksagung für die Beharrlichkeit des Philemon im Glauben und für seine Liebe gegen die Mitchristen. (V. 7) 2. Gegenstand des Briefes. (V. 8) Der heil. Paulus bittet Philemon seinem Sklaven zu verzeihen, indem er die Beweggründe nur kurz berührt: a. Wohl könnte Paulus befehlen, doch will er lieber bitten, als Freund des Philemon, als Greis, als Gefangener Christi, für seinen Sohn, den er in Fesseln gezeugt, der jetzt ein anderer als er fortgegangen, zu seinem Herrn zurückkehrt. (V. 11) b. Zwar ist Paulus berechtigt, den Sklaven bei sich zu behalten, damit dieser ihm statt seines Herrn Dienste erweise, doch will er von diesem Rechte keinen Gebrauch machen, damit Philemon über jenen selbst bestimmend sich ein größeres Verdienst erwerbe. (V. 14) c. Der Sklave ist durch eigene Schuld entflohen, doch die göttliche Vorsehung hat es zum Guten gewendet, da Onesimus dem Apostel und seinem Herrn den größten Nutzen gebracht hat. (V. 17) d. Den Schaden, den Onesimus verursacht, übernimmt Paulus als Verpflichtung, indem er die Zuversicht ausspricht, dass seine Bitte keine vergebliche sein werde. (V. 21) 3. Epilog. Ersuchen, ihm Gastfreundschaft zu gewähren. Grüße. Apostolischer Segen. +Philemon Phlm 65 1 1 PAULUS vinctus Christi Jesu, et Timotheus frater: Philemoni dilecto, et adjutori nostro, Paulus, Gefesselter Christi Jesu,¹ und Timotheus, der Bruder,² an Philemon,³ unseren Geliebten,⁴ und Mitarbeiter,⁵ +Philemon Phlm 65 1 1 1 Paulus fügt seinem Namen den Titel Apostel nicht bei. Nicht mit apostolischer Vollmacht will er hier auftreten, sondern er kommt als Bittender. Die Erwähnung seiner Fesseln, welche Christus ihm angelegt, muss seiner Bitte Nachdruck verleihen. +Philemon Phlm 65 1 1 2 Timotheus war dem Philemon bekannt, weshalb Paulus ihn als Mitbittenden einfügt. +Philemon Phlm 65 1 1 3 Philemon war ein Kolosser, wie aus [Kol 4,9.17] hervorgeht. V. 7 wird seine Mildtätigkeit gegen arme Christen gerühmt, V. 22 lädt sich der Apostel zu ihm ein, Umstände, die auf Wohlhabenheit hinweisen. +Philemon Phlm 65 1 1 4 Ausdruck, der die Gegenliebe hervorrufen soll. +Philemon Phlm 65 1 1 5 Nach den apostolischen Konstitutionen (7,46) war er (später?) Bischof von Kolossä. Er soll unter Nero den Märtyrertod gestorben sein. +Philemon Phlm 65 1 2 Et Appiæ sorori carissimæ, et Archippo commilitoni nostro, et ecclesiæ, quæ in domo tua est. und an Appia,⁶ die geliebte Schwester, und an Archippus, unsern Mitstreiter,⁷ und an die zu deinem Hause⁸ gehörige Gemeinde. +Philemon Phlm 65 1 2 6 Appia war wahrscheinlich die Frau des Philemon. (Chrys., Theod., Theoph., Ök.) Sie war, wie die Anrede zeigt, eine Christin. Das römische Martyrologium setzt ihr Martyrium auf den 22. November. Der Apostel wendet sich an sie, weil die Fürbitte für einen Sklaven die Hausfrau anging. +Philemon Phlm 65 1 2 7 Archippus war in Abwesenheit des Epaphras der Vorsteher der Gemeinde in Kolossä. (V. 23) [Kol 4,17] Ob er mit Philemon verwandt war, ist nicht festzustellen. +Philemon Phlm 65 1 2 8 Jener Teil der Gemeinde von Kolossä, der sich im Hause des Philemon versammelte. Wenngleich der Apostel im Folgenden nur zu Philemon redet, zieht er doch die Hausgemeinde in das Interesse, über diese aber geht er, da die Sache eine Hausangelegenheit ist, nicht hinaus. +Philemon Phlm 65 1 3 Gratia vobis, et pax a Deo Patre nostro, et Domino Jesu Christo. Gnade euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. +Philemon Phlm 65 1 4 Gratias ago Deo meo, semper memoriam tui faciens in orationibus meis, Ich danke⁹ meinem Gott, indem ich allezeit deiner eingedenk bin in meinen Gebeten, +Philemon Phlm 65 1 4 9 Bevor der Apostel seine Bitte ausspricht, hebt er, gleichsam um das Wohlwollen Philemons zu wecken, die Tugenden desselben hervor, besonders seine Liebe und Treue zu Christus und gegen die Mitchristen. Da er aber dieses Lob in Form eines Dankes gegen Gott ausspricht, liegt darin für den gelobten zugleich eine Ermahnung, diesen Glauben und diese Liebe nicht als sein Verdienst, sondern vielmehr als eine Gabe Gottes anzusehen. Die Einzahl der redenden Person schließt Timotheus als Mitbriefschreiber aus. +Philemon Phlm 65 1 5 Audiens caritatem tuam, et fidem, quam habes in Domino Jesu, et in omnes sanctos: da ich von deiner Liebe und dem Glauben höre, welchen du an den Herrn Jesus und für alle Heiligen hast,¹⁰ +Philemon Phlm 65 1 5 10 Beide Eigenschaften hat Philemon besonders in der V. 7 erwähnten Liebeshandlung gezeigt, die aus dem Glauben stammte. Die Liebe hat Philemon gegen alle Heiligen gezeigt, den Glauben gegen den Heiland. Paulus stellt jene Liebe voran, weil er Philemon zur Liebe bewegen will. +Philemon Phlm 65 1 6 Ut communicatio fidei tuæ evidens fiat in agnitione omnis operis boni, quod est in vobis in Christo Jesu. so dass die Gemeinschaft deines Glaubens¹¹ offenbar wird, indem all das Gute, das bei euch geschieht in Christus Jesus, anerkannt wird. +Philemon Phlm 65 1 6 11 Der Sinn des Vulgatatextes ist: Deine Liebe und dein Glaube sind derart, dass die Glaubensgemeinschaft, in der du mit den übrigen Christen stehst, offenbar wird, indem alle das Gute, das bei euch um Christi willen geschieht, anerkennen. Anders der griechische Text: Deine Glaubensgemeinschaft möge sich wirksam erweisen um Christi willen, indem du recht lebendig die großen Heilsgüter erkennst, welche uns als Christen zuteil geworden sind. Der Apostel hat stets den Gegenstand seiner Bitte vor Augen. +Philemon Phlm 65 1 7 Gaudium enim magnum habui, et consolationem in caritate tua: quia viscera sanctorum requieverunt per te, frater. Denn große Freude und Trost¹² habe ich in deiner Liebe gefunden, dass nämlich die Herzen der Gläubigen durch dich, Bruder, erquickt sind. +Philemon Phlm 65 1 7 12 Wie in V. 5 den objektiven, so legt der Apostel hier den subjektiven Grund seines Dankes dar. +Philemon Phlm 65 1 8 Propter quod multam fiduciam habens in Christo Jesu imperandi tibi quod ad rem pertinet: Darum,¹³ obschon ich in Christus Jesus große Zuversicht habe, dir das Geziemende zu befehlen, +Philemon Phlm 65 1 8 13 Darum: Paulus bereitet der erst in V. 17 auszusprechenden Bitte den Weg. +Philemon Phlm 65 1 9 Propter caritatem magis obsecro, cum sis talis, ut Paulus senex, nunc autem et vinctus Jesu Christi: bitte ich doch vielmehr um der Liebe willen,¹⁴ da du ein solcher bist,¹⁵ wie Paulus, ein Greis, jetzt aber auch Gefangener Jesu Christi, +Philemon Phlm 65 1 9 14 Wenn er, der für Christus leidet, einen Christen um etwas bittet, so muss dieser willig sein, die Bitte zu gewähren: V. 8. Es ist etwas Besonderes, wenn ich bitte. V. 9: wenn ich bitte. V. 10: Gegenstand der Bitte. +Philemon Phlm 65 1 9 15 Nach dem Griech. bezieht sich dies auf Paulus. Nach der Vulg. ist der Sinn: Da du ein Greis bist, wie ich, bitte ich, denn es ziemt sich nicht, einem Greise zu befehlen. Nach dem Griech. weist Paulus darauf hin, wie er, obwohl erst etwa 60 Jahre, doch durch die dreißigjährige Arbeit für das Evangelium, vergl. [2Kor 11,23ff], alt und grau geworden ist. Paulus, ein von Gott erkorener Apostel, bittet, ein im Dienste Christi ergrauter Mann, der Fesseln trägt um des Heilandes willen, zu welchem auch Philemon sich bekennt. +Philemon Phlm 65 1 10 Obsecro te pro meo filio, quem genui in vinculis, Onesimo, bitte ich dich für meinen Sohn,¹⁶ welchen ich in meinen Banden gezeugt habe, für Onesimus, +Philemon Phlm 65 1 10 16 Nach dieser Vorbereitung folgt noch immer die Bitte selbst nicht, sondern zunächst nur der Hinweis auf die Person, welche sie betrifft. Es gilt das Wohlwollen für die Person, welche Gegenstand derselben ist, zu erwecken. Deshalb beschreibt er diese in einer Weise, welche das Herz gewinnt: es ist mein Kind, das ich in Banden, also in Leiden und Schmerzen gezeugt habe. Erst hierauf folgt der Name. Wohl hat Onesimus (der Nützliche) früher seinem Namen keine Ehre gemacht, doch da er sich bekehrt hat, wird er sich als treu und gewissenhaft bewähren. +Philemon Phlm 65 1 11 Qui tibi aliquando inutilis fuit, nunc autem et mihi, et tibi utilis, der dir einst unnütz war, jetzt aber dir und mir nützlich ist, +Philemon Phlm 65 1 12 Quem remisi tibi. Tu autem illum, ut mea viscera, suscipe. den ich dir zurücksende. Du aber nimm ihn auf, als wäre es mein eigenes Herz.¹⁷ +Philemon Phlm 65 1 12 17 Wie könnte Philemon gegen das Herz des heil. Paulus hart sein? +Philemon Phlm 65 1 13 Quem ego volueram mecum detinere, ut pro te mihi ministraret in vinculis Evangelii: Gern hätte ich ihn bei mir behalten,¹⁸ damit er mir an deiner Stelle diene¹⁹ in den Banden, die ich um des Evangeliums willen trage, +Philemon Phlm 65 1 13 18 Der Grund ist bereits V. 11 angedeutet. +Philemon Phlm 65 1 13 19 Da Philemon dem heil. Paulus in seinen Banden gewiss gern jede Erleichterung verschaffen würde, wäre die Dienste, die Onesimus ihm leistete, im Interesse seines Hauses, oder an seiner Statt geleistet. +Philemon Phlm 65 1 14 Sine consilio autem tuo nihil volui facere, uti ne velut ex necessitate bonum tuum esset, sed voluntarium. doch ohne deine Zustimmung habe ich nichts tun wollen, damit deine Wohltat²⁰ nicht wie aus Zwang geschähe, sondern freiwillig. +Philemon Phlm 65 1 14 20 Ich sende ihn dir zurück. Du hast nun das Recht, über ihn zu verfügen, doch ich habe durch die Rücksendung dir nur Gelegenheit geben wollen, demselben aus freien Stücken Gutes zu erweisen. Hätte Paulus den Onesimus bei sich behalten, so wäre Philemon dadurch gezwungen gewesen, seinem Sklaven zu verzeihen, nun aber wird dies ganz freiwillig geschehen. +Philemon Phlm 65 1 15 Forsitan enim ideo discessit ad horam a te, ut æternum illum reciperes: Denn²¹ vielleicht²² ist er deswegen auf kurze Zeit von dir getrennt worden, damit du ihn auf ewig zurückempfingest, +Philemon Phlm 65 1 15 21 Begründung zu V. 14: damit usw. +Philemon Phlm 65 1 15 22 Die göttliche Vorsehung weiß alles zum Guten zu wenden, so auch diese Flucht des untreuen Sklaven zu seiner Bekehrung. Der Apostel sagt: vielleicht teils weil eine unbedingte Behauptung für den gekränkten Herrn des entwichenen Sklaven unzart und anstößig gewesen wäre, teils weil die Gerichte Gottes verborgen sind und sich nichts sicheres über dieselben sagen lässt. Der Apostel nennt die Flucht eine Trennung, um die Schuld des entlaufenen Sklaven nicht schroff zu bezeichnen: Die kurze Trennung hat eine ewige Wiedervereinigung bewirkt. Philemon ist jetzt mit Onesimus vereint in Christus durch Glauben und Liebe, und diese Vereinigung reicht in die Ewigkeit. +Philemon Phlm 65 1 16 Jam non ut servum, sed pro servo carissimum fratrem, maxime mihi: quanto autem magis tibi et in carne, et in Domino? nicht ferner als Knecht, sondern anstatt eines Knechtes als geliebten Bruder,²³ was er mir vorzüglich ist, wie viel mehr aber dir, sowohl dem Fleische nach als im Herrn. +Philemon Phlm 65 1 16 23 Euer gegenseitiges Verhältnis hat sich vervollkommnet. Das Christentum kennt zwar als solches keine Sklaverei, aber wo es solche vorfindet, sucht es auf das Innere zu wirken, damit diese der Nächstenliebe widersprechende Einrichtung unmöglich werde. Vergl. [Kol 3,Anm.30]. Auch wenn Onesimus Sklave bleibt, hat Philemon ihn in religiöser Beziehung als Bruder anzuerkennen und mit brüderlicher Liebe zu umfassen. Doch auch dies erwähnt Paulus nicht, ohne zu betonen, dass Onesimus zunächst und in erster Linie ihm selber Bruder ist. Von Paulus als Bruder anerkannt, wird er auch von anderen dafür angesehen werden, wie viel mehr von Philemon. Dem Philemon steht er nicht nur als Christ nahe, sondern auch vermöge des natürlich menschlichen Verhältnisses, als Hausgenosse. +Philemon Phlm 65 1 17 Si ergo habes me socium, suscipe illum sicut me: Wenn ich dir daher Mitgenosse bin,²⁴ so nimm ihn auf wie mich.²⁵ +Philemon Phlm 65 1 17 24 Genosse im Glauben und in der Liebe. Um unserer christlichen Gemeinschaft willen nimm ihn auf, wie du mich aufnehmen würdest, käme ich zu dir. +Philemon Phlm 65 1 17 25 Nachdem der Apostel den Wert des Onesimus für sich und Philemon geschildert, dessen Rücksendung als ein persönliches Opfer seinerseits bezeichnet hat, das also Philemon zu dankbarer Erfüllung seines Wunsches bewegen muss, und hervorgehoben hat, dass Philemon in dem zurückkehrenden Sklaven vor allem seinen Bruder zu sehen hat, fügt er nun endlich die Bitte bei um freundliche Aufnahme des Sklaven. Aber auch diese wird wieder so eingekleidet, dass nicht nur der Anspruch ein weitgehender ist, sondern der Wunsch auch notwendig gewährt werden muss. +Philemon Phlm 65 1 18 Si autem aliquid nocuit tibi, aut debet: hoc mihi imputa. Hat er dich aber irgendwie geschädigt, oder ist er dir etwas schuldig, so rechne dies mir an.²⁶ +Philemon Phlm 65 1 18 26 Noch ein Punkt ist zu ordnen, damit Onesimus eine freundliche Aufnahme gesichert sei. Philemon ist durch seinen Sklaven ein Schaden zugefügt worden, und so ist Onesimus zum Schadenersatz verpflichtet. Mit zarter Schonung gegen Onesimus spricht Paulus von dem Falle, dass jener seinem Herrn ein Unrecht getan. Alsdann fügt er mit eigener Hand bei, dass er die Schuld auf sich nehme, so einen Schuldschein ausstellend: ich, Paulus, schreibe mit eigener Hand, ich, nicht der eigentliche Schuldner, werde es bezahlen. Er hat wohl nur diesen Satz selbst geschrieben, das Übrige diktiert. +Philemon Phlm 65 1 19 Ego Paulus scripsi mea manu: ego reddam, ut non dicam tibi, quod et teipsum mihi debes: Ich, Paulus, schreibe es mit eigner Hand: Ich will es zurückzahlen, um dir nicht zu sagen, dass du auch dich selbst mir schuldig bist.²⁷ +Philemon Phlm 65 1 19 27 Stelle die Schuld mir in Rechnung, damit ich nicht sage dir (so besser nach dem Griech.). Du bist mein Schuldner, ziehe also nur von der Gegenrechnung ab, was Onesimus schuldet. Du schuldest mir viel mehr als er dir, denn du schuldest mir dein eigenes Ich, dessen ewiges Heil. Also wirst du das Geld, das du von Onesimus nicht mehr verlangen darfst, auch von mir nicht einziehen. +Philemon Phlm 65 1 20 Ita frater. Ego te fruar in Domino: Refice viscera mea in Domino. Ja, Bruder! ich selbst möchte von dir Nutzen ziehen im Herrn;²⁸ erquicke mein Herz im Herrn!²⁹ +Philemon Phlm 65 1 20 28 Im Herrn: Es handelt sich nicht um äußere Dinge, sondern um religiöse Güter, ein christliches Werk, eine Tat, die Christus anrechnet. +Philemon Phlm 65 1 20 29 Stille meine liebevolle Sorge für Onesimus durch deine Verzeihung und durch gütige Aufnahme. +Philemon Phlm 65 1 21 Confidens in obedientia tua scripsi tibi: sciens quoniam et super id, quod dico, facies. Voll Vertrauen auf deine Folgsamkeit schreibe ich dir, denn ich weiß, dass du noch mehr tun wirst als ich sage.³⁰ +Philemon Phlm 65 1 21 30 Wenn Paulus V. 8 gesagt, er wolle nicht befehlen, sondern nur bitten, lässt er doch hier seine apostolische Machtvollkommenheit leicht durchblicken und deutet auf die Pflicht Philemons hin, deren Erfüllung er ihm durch die Form der Bitte erleichtert hat. Doch sogleich fügt er in herzgewinnender Weise bei, er wisse, dass Philemon sogar mehr tun werde, als er in diesem Briefe sage, d. i. dass Philemon alle seine Erwartungen (denn Bestimmtes hat er ja in diesem Briefe außer der Verzeihung nicht erbeten) übertreffen werde. +Philemon Phlm 65 1 22 Simul autem et para mihi hospitium: nam spero per orationes vestras donari me vobis. Zugleich aber bereite mir auch eine Unterkunft; denn ich hoffe, dass ich euch durch euere Gebete werde geschenkt werden.³¹ +Philemon Phlm 65 1 22 31 Zugleich mit dem, was ich gleichzeitig tue. Es ist dies nicht nur ein Zeugnis der Liebe des heil. Paulus, sondern zugleich ein neuer Beweggrund für Philemon, die Bitte des Apostels zu erhören. Der Apostel hofft aus der Gefangenschaft befreit zu werden, doch geben ihm nicht so die Verhältnisse die Zuversicht, wie die Fürbitte der Gläubigen in Kolossä und anderwärts. Auf die Reise nach Spanien sollte also alsbald eine Visitationsreise durch Kleinasien folgen. +Philemon Phlm 65 1 23 Salutat te Epaphras concaptivus meus in Christo Jesu, Es grüßt dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christus Jesus, +Philemon Phlm 65 1 24 Marcus, Aristarchus, Demas, et Lucas, adjutores mei. Markus, Aristarchus, Demas und Lukas, meine Mitarbeiter.³² +Philemon Phlm 65 1 24 32 Es folgen Grüße von denselben, welche auch die Gemeinde von Kolossä im Briefe an diese haben grüßen lassen. An erster Stelle wird Epaphras als Mitbürger des Philemon genannt und Aristarch (wie [Kol 4,10] siehe diese Stelle) als Mitgefangener des heil. Paulus bezeichnet. Markus, Aristarch, von jüdischer Herkunft, Demas und Lukas, Heidenchristen, alle vier Mithelfer des heil. Paulus, senden dem Philemon als Zeichen ihrer Liebe ihren Gruß. Derselbe ist eine stillschweigende Fürbitte für Onesimus. +Philemon Phlm 65 1 25 Gratia Domini nostri Jesu Christi cum spiritu vestro. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euerem Geiste! Amen.³³ +Philemon Phlm 65 1 25 33 Dieselbe Formel [Gal 6,18]. +Jakobus Jak 66 1 0 Eingang des Briefes (Kap. 1, V. 1 18): 1. Aufschrift. (V. 1) 2. Ermahnung die Trübsale geduldig zu ertragen (V. 1 18): a. Von der griechischen Grußformel ausgehend mahnt der Apostel die Gläubigen, die Trübsale freudig zu ertragen, da dieselben recht erduldet zur Vollkommenheit führen. (V. 4) b. Da niemand dieselben recht erduldet, er besitze denn die göttliche Weisheit, mögen die Gläubigen Gott mit Vertrauen um diese bitten, denn wer zweifelnd betet, wird nicht erhört. (V. 8) c. Die wahre Weisheit besteht darin, dass jeder mit seinem Lose zufrieden ist; so rühme sich also der Arme seines übernatürlichen Reichtums, und der Reiche demütige sich, da sein Reichtum vergänglich ist. (V. 11) d. Glückselig, wer in gebührender Weise die Trübsale erträgt, welche ihm die Krone verschaffen. (V. 12) Jene bilden auch keine Versuchung zur Sünde, denn Gott kann nicht zur Sünde reizen, sondern der Anregung zur Sünde, welche sich etwa in der Trübsal findet, rührt von der Begierlichkeit her. (V. 15) Von Gott aber kommt uns nur Gutes, wie er uns selbst gezeigt, da er uns zu dem neuen Leben seiner Wahrheit zeugte. (V. 18) I. Der Glaube, welcher durch die Liebe beseelt und lebendig gemacht wird und sich in Werken offenbart, ist notwendig. (1,19 2,26) 1. Die Christen müssen Täter des Wortes Christi sein (1,19 2,13): a. Da die Christen durch das Wort der Wahrheit wiedergeboren sind, müssen sie es gern und in Ruhe hören; (V. 21) doch nicht allein hören, sondern auch im Werke vollbringen. (V. 26) b. Diesen Satz beleuchtet der Apostel durch Beispiele (1,26 2,9): 1. Wer lehrt, ohne seine Zunge zu bezähmen, hat nicht die wahre Gottesverehrung, (V. 26) 2. So wenig wie der, welcher Witwen und Waisen im Stiche lässt. Jakobus Jak 66 1 1 JACOBUS Dei, et Domini nostri Jesu Christi servus, duodecim tribubus, quæ sunt in dispersione, salutem. Jakobus, Diener Gottes¹ und unsers Herrn² Jesus Christus,³ den zwölf Stämmen,⁴ die in der Zerstreuung⁵ sind, Gruß.⁶ Jakobus Jak 66 1 1 1 Gottes: des Vaters. Jakobus Jak 66 1 1 2 Des Herrn über alles Erschaffene [Ps 109,1], vergl. [Mt 22,43ff, Mk 12,36ff] und alle Erlösten. @@ -66553,7 +66608,7 @@ Jakobus Jak 66 1 27 Religio munda, et immaculata apud Deum et Patrem, hæc est: Jakobus Jak 66 1 27 70 Der falschen Frömmigkeit wird die wahre gegenübergestellt. Jakobus Jak 66 1 27 71 Wie ihn Christus uns kennen gelehrt. Jakobus Jak 66 1 27 72 Der Apostel will nicht den ganzen Begriff der Frömmigkeit erschöpfen, sondern hebt nur mit Berücksichtigung des Bedürfnisses seiner Leser zwei wesentliche Stücke hervor: Die Barmherzigkeit gegen den Nächsten, gegen die am meisten der Hilfe Bedürftigen, und die Reinhaltung seiner selbst von der Befleckung der sündigen Welt. [1Joh 5,19] Als Kinder Gottes gehören die Christen nicht mehr der Welt an, doch müssen sie mit derselben verkehren und haben sich also vor ihrem befleckenden Einflusse zu bewahren. Hilft Gott auch dabei [Joh 17,15], so müssen wir doch mitwirken. [1Tim 5,22] -Jakobus Jak 66 2 0 3. Auch der hat keine wahre Gottesverehrung, der in der heiligen Versammlung zwischen Arm und Reich einen unberechtigten Unterschied macht. (V. 4) Denn so wird der beschämt, den Gott zuerst zu seinem Reiche berufen, der aber geehrt, der als Bedrücker der Armen der Ehre unwürdig ist. (V. 9) c. Diese, wie alle übrigen Vorschriften, sind treu zu beobachten, weil der, welcher sich in einer verschuldet, aller schuldig ist, da der Urheber von allen einer ist, Gott. (V. 13) 2. Nachweis, dass der Glaube ohne die Werke nichts nützt (V. 14 26): a. Wie bloße Worte des Wunsches von seiten des Reichen dem Armen nichts helfen, so nützt der Glaube nichts, auch wenn er den Weg zum Heile zeigt, ohne gute Werke. (V. 18) b. Auch die bösen Geister haben eine Art Glauben. (V. 19) c. Die heil. Schrift beweist, dass außer dem Glauben Werke erfordert werden: Abraham zeigt, indem er seinen Sohn Gott darbringt, lebendigen Glauben, ebenso Rahab durch ihr gegen die Kundschafter geübtes Erbarmen. (V. 25) d. Wie also der Leib ohne Seele, so ist der Glaube ohne Werke tot. +Jakobus Jak 66 2 0 3. Auch der hat keine wahre Gottesverehrung, der in der heiligen Versammlung zwischen Arm und Reich einen unberechtigten Unterschied macht. (V. 4) Denn so wird der beschämt, den Gott zuerst zu seinem Reiche berufen, der aber geehrt, der als Bedrücker der Armen der Ehre unwürdig ist. (V. 9) c. Diese, wie alle übrigen Vorschriften, sind treu zu beobachten, weil der, welcher sich in einer verschuldet, aller schuldig ist, da der Urheber von allen einer ist, Gott. (V. 13) 2. Nachweis, dass der Glaube ohne die Werke nichts nützt (V. 14 26): a. Wie bloße Worte des Wunsches von seiten des Reichen dem Armen nichts helfen, so nützt der Glaube nichts, auch wenn er den Weg zum Heile zeigt, ohne gute Werke. (V. 18) b. Auch die bösen Geister haben eine Art Glauben. (V. 19) c. Die heil. Schrift beweist, dass außer dem Glauben Werke erfordert werden: Abraham zeigt, indem er seinen Sohn Gott darbringt, lebendigen Glauben, ebenso Rahab durch ihr gegen die Kundschafter geübtes Erbarmen. (V. 25) d. Wie also der Leib ohne Seele, so ist der Glaube ohne Werke tot. Jakobus Jak 66 2 1 Fratres mei, nolite in personarum acceptione habere fidem Domini nostri Jesu Christi gloriæ. Meine Brüder! haltet doch den Glauben an unsern Herrn der Herrlichkeit¹ Jesus Christus nicht gefangen unter Ansehen der Person. [Dtn 1,17, Spr 24,23, Sir 42,1] Jakobus Jak 66 2 1 1 Diese Beifügung hebt den Gegensatz zwischen dem Glauben und dem Ansehen der Person noch mehr hervor. Jakobus Jak 66 2 2 Etenim si introierit in conventum vestrum vir aureum annulum habens in veste candida, introierit autem et pauper in sordido habitu, Denn wenn in eure Versammlung² ein Mann einträte mit goldenem Ringe³ und in prächtigem Gewande,⁴ es käme aber auch ein Armer in schlechter⁵ Kleidung, @@ -66628,7 +66683,7 @@ Jakobus Jak 66 2 26 Sicut enim corpus sine spiritu mortuum est, ita et fides sin Jakobus Jak 66 2 26 46 Der von der Seele losgelöste, lebensfähige, aber nicht lebende. Jakobus Jak 66 2 26 47 Ohne den Geist, der den Leib belebt. Jakobus Jak 66 2 26 48 Wo keine Werke sind, tut sich der Glaube nicht kund, durchdringt und beherrscht den Menschen nicht. Erst die Werke zeigen, dass der Glaube eine lebendige Kraft Gottes in dem wiedergeborenen Menschen ist. -Jakobus Jak 66 3 0 II. Der Apostel mahnt die Christen, sich nicht um das Lehramt zu beeifern. (3,1 4,12): 1. Die vielen und großen Gefahren der Zunge (V. 1 12) a) In vielen Dingen verfehlen wir uns alle, besonders mit der Zunge. Ist diese auch ein kleines Glied, so kann sie doch Großes bewirken: wie Pferd und Schiff durch kleine Mittel geleitet werden und ein kleiner Funke einen großen Brand entzündet, so befleckt die Zunge zuweilen den ganzen Menschen. (V. 6) b) Der Mensch, der selbst die wildesten Tiere zu bändigen vermag, ist außer Stande, seine Zunge zu bezähmen. (V. 8) c) Der Christ aber, der mit seiner Zunge Gott verherrlicht, muss sich um so mehr hüten, mit diesem Gliede Menschen in's Verderben zu stürzen. (V. 12) 2. Die Sucht, als Lehrer unter den Christen aufzutreten, entspringt dem Mangel wahrer Weisheit. (V. 13 18) a) Denn nach dem Lehramte trachten beweist Mangel an Milde wie an anderen Eigenschaften der Weisheit, und ein Herz voll bitteren Zankes und voll Eifersucht. (V. 16) b) Eigenschaften der wahren Weisheit und Gerechtigkeit. +Jakobus Jak 66 3 0 II. Der Apostel mahnt die Christen, sich nicht um das Lehramt zu beeifern. (3,1 4,12): 1. Die vielen und großen Gefahren der Zunge (V. 1 12) a) In vielen Dingen verfehlen wir uns alle, besonders mit der Zunge. Ist diese auch ein kleines Glied, so kann sie doch Großes bewirken: wie Pferd und Schiff durch kleine Mittel geleitet werden und ein kleiner Funke einen großen Brand entzündet, so befleckt die Zunge zuweilen den ganzen Menschen. (V. 6) b) Der Mensch, der selbst die wildesten Tiere zu bändigen vermag, ist außer Stande, seine Zunge zu bezähmen. (V. 8) c) Der Christ aber, der mit seiner Zunge Gott verherrlicht, muss sich um so mehr hüten, mit diesem Gliede Menschen in's Verderben zu stürzen. (V. 12) 2. Die Sucht, als Lehrer unter den Christen aufzutreten, entspringt dem Mangel wahrer Weisheit. (V. 13 18) a) Denn nach dem Lehramte trachten beweist Mangel an Milde wie an anderen Eigenschaften der Weisheit, und ein Herz voll bitteren Zankes und voll Eifersucht. (V. 16) b) Eigenschaften der wahren Weisheit und Gerechtigkeit. Jakobus Jak 66 3 1 Nolite plures magistri fieri fratres mei, scientes quoniam majus judicium sumitis. Meine Brüder!¹ werdet nicht² zahlreich Lehrer, da ihr wisset, dass ihr ein strengeres Gericht auf euch ladet. Jakobus Jak 66 3 1 1 Der Tadel bezieht sich auf den Fehler, den auch Paulus [Röm 2,17ff] an den Juden rügt, nur dass bei denen, an welche Jakobus schreibt, zu dem Gesetze der Glaube hinzugetreten und vielen auch etwas Äußerliches geworden waren. Jakobus Jak 66 3 1 2 Dränget euch nicht herzu. Wie in der jüdischen Synagoge mit Erlaubnis des Vorstehers einzelne reden durften, vergl. [Lk 4,16ff], so war es auch in der christlichen Gemeinde. Vergl. [1Kor 14]. @@ -66676,7 +66731,7 @@ Jakobus Jak 66 3 17 Quæ autem desursum est sapientia, primum quidem pudica est, Jakobus Jak 66 3 17 28 Diese sieben Eigenschaften sind von den Wirkungen hergenommen, welche die göttliche Weisheit hervorbringt und die ihr eigenstes Wesen offenbaren. Lauter: frei von unlauterem Wesen. Hierauf werden zuerst drei genannt, welche sich gegen die Eifersucht und Parteisucht richten. Dem Guten zustimmend fehlt in den besten griech. Handschriften. Gute Früchte sind die Erweise werktätiger Liebe. (Gegensatz V. 16: jede böse Tat.) Jakobus Jak 66 3 18 Fructus autem justitiæ, in pace seminatur, facientibus pacem. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden gesäet bei denen, welche Frieden üben.²⁹ Jakobus Jak 66 3 18 29 Der Same, der die Frucht bildet, wird wieder gesät; die Frucht ist die Gerechtigkeit. Nur dem Friedfertigen erwächst aus der Aussaat der Gerechtigkeit, die sie üben, die Frucht der Gerechtigkeit. V. 17 entspricht dem V. 15, V. 18 dem V. 16. -Jakobus Jak 66 4 0 3. Die Früchte dieses Ehrgeizes sind: Streit, Zwietracht und mancherlei Sünden (V. 1 12): a) Die Quelle dieser Sünden sind die Begierden, denen jene neuen Lehrer schmeicheln, die als Freunde der Welt Feinde Gottes sind, und denen Gott auch, weil sie hochmütig sind, widersteht. (V. 6) b) Mahnung an alle, deshalb mit wahrer Demut Gott zu nahen, (V. 10) c) und sich nicht gegenseitig wie Gesetzgeber und Richter zu richten, da Gott allein Richter und Gesetzgeber ist. (V. 12) III. Verschiedene Mahnungen. (Kap. 4 V. 13 Kap. 5 V. 18): 1. Die Leser sollen sich erinnern, dass alles von Gott abhängt, und deshalb sich nicht ihres Besitzes stolz rühmen. +Jakobus Jak 66 4 0 3. Die Früchte dieses Ehrgeizes sind: Streit, Zwietracht und mancherlei Sünden (V. 1 12): a) Die Quelle dieser Sünden sind die Begierden, denen jene neuen Lehrer schmeicheln, die als Freunde der Welt Feinde Gottes sind, und denen Gott auch, weil sie hochmütig sind, widersteht. (V. 6) b) Mahnung an alle, deshalb mit wahrer Demut Gott zu nahen, (V. 10) c) und sich nicht gegenseitig wie Gesetzgeber und Richter zu richten, da Gott allein Richter und Gesetzgeber ist. (V. 12) III. Verschiedene Mahnungen. (Kap. 4 V. 13 Kap. 5 V. 18): 1. Die Leser sollen sich erinnern, dass alles von Gott abhängt, und deshalb sich nicht ihres Besitzes stolz rühmen. Jakobus Jak 66 4 1 Unde bella, et lites in vobis? Nonne hinc? ex concupiscentiis vestris, quæ militant in membris vestris? Woher sind Kriege¹ und Streitigkeiten² unter euch?³ Nicht daher? Aus euren Begierden,⁴ die in euren Gliedern kämpfen?⁵ Jakobus Jak 66 4 1 1 Zustand des Kampfes. Jakobus Jak 66 4 1 2 Einzelne Zusammenstöße. @@ -66740,7 +66795,7 @@ Jakobus Jak 66 4 17 Scienti igitur bonum facere, et non facienti, peccatum est i Jakobus Jak 66 4 17 44 Abschluss und Ergebnis des Vorhergehenden. (V. 13 16) Jakobus Jak 66 4 17 45 Wie er Gott wohlgefällig zu handeln hat. Jakobus Jak 66 4 17 46 Vergl. [Lk 12,47]. -Jakobus Jak 66 5 0 2. Der Apostel tadelt die Reichen heftig, dass sie ihren Reichtum missbrauchen und die Armen ohne Aufhören bedrücken, (V. 6) und tröstet die Armen, sie zur Geduld aufmunternd im Hinblick auf den zukünftigen Lohn. (V. 11) 3. Lehre über den Eid. (V. 12) 4. Vorschrift für das Verhalten der Schwerkranken (V. 13) und Mahnung, die Priester zur Spendung der heiligen Ölung zu rufen. (V. 15) 5. Empfehlung des Gebetes nach dem Vorbilde des Elias, welches zugleich den Wert des Gebetes zeigt. (V. 18) Epilog (V. 19, V. 20): Wer einen Sünder bekehrt, erlangt großen Lohn; um diesen mögen die Christen sich bemühen. +Jakobus Jak 66 5 0 2. Der Apostel tadelt die Reichen heftig, dass sie ihren Reichtum missbrauchen und die Armen ohne Aufhören bedrücken, (V. 6) und tröstet die Armen, sie zur Geduld aufmunternd im Hinblick auf den zukünftigen Lohn. (V. 11) 3. Lehre über den Eid. (V. 12) 4. Vorschrift für das Verhalten der Schwerkranken (V. 13) und Mahnung, die Priester zur Spendung der heiligen Ölung zu rufen. (V. 15) 5. Empfehlung des Gebetes nach dem Vorbilde des Elias, welches zugleich den Wert des Gebetes zeigt. (V. 18) Epilog (V. 19, V. 20): Wer einen Sünder bekehrt, erlangt großen Lohn; um diesen mögen die Christen sich bemühen. Jakobus Jak 66 5 1 Agite nunc divites, plorate ululantes in miseriis vestris, quæ advenient vobis. Wohlan nun, ihr Reichen!¹ weinet und wehklaget² über die Trübsale, die über euch hereinbrechen werden.³ Jakobus Jak 66 5 1 1 Die Sprache des Apostels wird hier der Propheten des A. T. ähnlich, wenn sie das Strafgericht über Jerusalem verkünden. Er versichert die Christen, dass Gott sie nicht verlassen hat und ihre Bedrücker, jene Nichtchristen, auf welche das V. 4 6 Enthaltene Anwendung findet, heimsuchen wird. Da die Mahnung zur Bekehrung, anders als [Jak 4,1-10], fehlt, sind die Drohungen als gegen Nichtchristen gerichtet anzusehen, umso mehr als V. 7 die Brüder mit jenem Gerichte über die Reichen getröstet werden. Dass der Apostel solche anredet, die nicht zu seinen Hörern und Lesern gehören, ist dem Charakter der alttestamentlichen Prophezeiungen gemäß. Z. B. [Jes 33,1]. Vergl. [Mt 23,13ff.37]. Jakobus Jak 66 5 1 2 Vergl. [Lk 6,24.25]. @@ -66816,1140 +66871,1140 @@ Jakobus Jak 66 5 20 Scire debet quoniam qui converti fecerit peccatorem ab error Jakobus Jak 66 5 20 53 Dem geistigen Tode, der, wenn er nicht aufgehoben wird, in den ewigen übergeht. Jakobus Jak 66 5 20 54 Des zuvor Verirrten und nun Bekehrten. Jakobus Jak 66 5 20 55 Anfang an [Spr 10,12]. Vergl. [1Petr 4,8]. Da die Sünden in den Augen Gottes zu bedecken sind, sind sie nach dem Sprachgebrauche des A. T. als getilgt bezeichnet. Wohl kann nur Gott vergeben, dennoch wird dies hier in uneigentlicher Weise dem Menschen zugeschrieben, insofern er Gott dazu veranlasst. Diese Vergebung ist die Voraussetzung des Rettens. -1 Petrus 1Petr 67 1 0 Eingang des Briefes (1, V. 1 12): 1. Aufschrift, welche die Vorrechte der Christen kundgibt. (V. 2) 2. Danksagung und Empfehlung der durch das Evangelium den Christen gebrachten Güter (V. 3 12): a. Sie sind wiedergeboren als Erben des Himmels, der ihnen sicher ist, da Gott sie durch den Glauben für die Seligkeit bewahren wird. (V. 5) Wenn also auch jetzt Leiden sie heimsuchen, werden sie sich doch bei der Ankunft Christi freuen. (V. 9) b. Wie groß das Heil sein wird, das Christus bringt, geht daraus hervor, dass die Propheten es zu schauen und zu erforschen verlangten und selbst die Engel begehren es genau zu erkennen. (V. 12) I. Mahnung zu wahrhaft christlichem Leben (1,13 2,10) 1. Da ein solches Heil ihnen bereitet ist, müssen die Leser mit lebendiger Hoffnung erfüllt sein, die sie antreibt, dem, von welchem sie zum Heile berufen sind, durch ein heiliges Leben ähnlich zu werden. (V. 16) Die Christen haben einen Vater, der zugleich Richter ist (V. 17); sie sind durch das kostbare Blut Christi erkauft und haben durch Christus den Glauben empfangen. (V. 21) 2. Mit dieser Hoffnung vereinige sich wahre Bruderliebe (V. 22), denn wir sind Brüder aus unvergänglichem Samen gezeugt, d. i. aus dem ewigen Worte. -1 Petrus 1Petr 67 1 1 PETRUS Apostolus Jesu Christi, electis advenis dispersionis Ponti, Galatiæ, Cappadociæ, Asiæ, et Bithyniæ Petrus, Apostel Jesu Christi,¹ an die auserwählten² Fremdlinge in der Zerstreuung³ von Pontus, Galatien, Kappadocien, Asien und Bithynien,⁴ -1 Petrus 1Petr 67 1 1 1 Da die Würde des heil. Petrus angezweifelt wird, fehlt der vom heil. Paulus oft gemachte Zusatz: Durch den Willen Gottes. Als Apostel Jesu Christi hat Petrus ein Recht, die Gläubigen zu belehren und zu ermahnen, und diese haben die Pflicht, ihn ehrfurchtsvoll zu hören. -1 Petrus 1Petr 67 1 1 2 Das Wort Auswahl findet sich auch im A. T. [Num 11,28, Ps 106,6, Jes 65,9] u. a. Quellen, bezieht sich indes nicht auf die Auswahl einzelner im Sinne der Vorherbestimmung, sondern ist ein Attribut der Gemeinschaft: Jedes Glied der Gemeinde gehört zu dem auserwählten Geschlechte. Vergl. [Jak 2,5]. -1 Petrus 1Petr 67 1 1 3 Die Christen sind auf Erden Fremdlinge, weil Auserwählte und zum Glauben Berufene, denn ihre Heimat ist der Himmel. Dieser Gedanke kehrt im Briefe mehrfach wieder. Nach dem Sprachgebrauche wollen Euseb., Ökum., Hier. unter den Fremdlingen Judenchristen als Leser verstehen, während anderen dieses Wort auf Heidenchristen zu deuten scheint. (Aug., Cassiod.) Es sind wohl aber unter den Juden und Heiden verstreut lebende Juden- und Heidenchristen zu verstehen, da der heil. Petrus auch mehrmals [1Petr 1,14, 1Petr 2,10, 1Petr 4,3] ehemalige Heiden anredet und er nicht allein ein Judenapostel war, wie Jakobus. Die christliche Gemeinde schart sich noch immer um Jerusalem. -1 Petrus 1Petr 67 1 1 4 Die Aufzählung geht von Osten nach Westen. -1 Petrus 1Petr 67 1 2 Secundum præscientiam Dei Patris, in sanctificationem Spiritus, in obedientiam, et aspersionem sanguinis Jesu Christi: Gratia vobis, et pax multiplicetur. gemäß⁵ dem Vorauswissen Gottes des Vaters, zur Heiligung des Geistes, zum Gehorsame und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi:⁶ Gnade und Friede werde euch in Fülle!⁷ -1 Petrus 1Petr 67 1 2 5 Gemäß Gottes ewigem Ratschlusse. Dieser Ratschluss hat sich an ihm in der Zeit in der Heiligung des Geistes erfüllt, zum Ziele des Glaubensgehorsames und zur Aufnahme in den von Gott durch den Tod Christi gestifteten Bund der Gnade. Dem Gesetzesgehorsam, den Israel gelobt, entspricht der Glaubensgehorsam der Christen. Beides aber, Gehorsam und Besprengung ist das einheitliche Ziel der doppelten Erwählung: die Heiligung des Geistes, die Taufe. [Apg 2,39] Über die Besprengung vergl. [Ex 24,8, Hebr 9,18ff, Hebr 12,24]. -1 Petrus 1Petr 67 1 2 6 Dieser Vers ist ein klares Zeugnis des Glaubens an die heil. Dreifaltigkeit. Der Vater ist die Ursache des Heiles durch Gnade und Vorherbestimmung, der Sohn durch sein Opfer, der heil. Geist durch die Neuschaffung. -1 Petrus 1Petr 67 1 2 7 Die Gnade ist die Wurzel, der Friede die Frucht des christlichen Lebens. Die zweite Hälfte dieses Wunsches: [Dan 3,21, Dan 6,26] Septuag. -1 Petrus 1Petr 67 1 3 Benedictus Deus et Pater Domini nostri Jesu Christi, qui secundum misericordiam suam magnam regeneravit nos in spem vivam, per resurrectionem Jesu Christi ex mortuis, Gepriesen sei⁸ Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus,⁹ der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu lebendiger¹⁰ Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,¹¹ [2Kor 1,3, Eph 1,3] -1 Petrus 1Petr 67 1 3 8 Solche Segensformeln waren vielleicht in der Liturgie der ersten Christengemeinde üblich. Vergl. [2Kor 4,3, Eph 1,3]. Ihre Wurzel [Gen 9,26, Dan 3,28]. -1 Petrus 1Petr 67 1 3 9 Vergl. [Röm 15,6]. Wie der Ausdruck Gott Abrahams usw. die Israeliten daran erinnerte, dass sie Glieder des auserwählten Volkes waren, so stellt dieses Wort den Christen ihre Würde vor Augen. -1 Petrus 1Petr 67 1 3 10 Die sich in einem christlichen Lebenswandel bewährt kraft der Gnade, welche der Auferstandene verleiht. -1 Petrus 1Petr 67 1 3 11 Statt der gesamten Erlösung erwähnt der Apostel nur den Schlussstein derselben. -1 Petrus 1Petr 67 1 4 In hæreditatem incorruptibilem, et incontaminatam, et immarcescibilem, conservatam in clis in vobis, zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe,¹² welches im Himmel aufbehalten ist für euch,¹³ -1 Petrus 1Petr 67 1 4 12 Das Abraham und seinen Nachkommen verheißene Land war von jeher ein Bild der den Kindern Gottes zukommenden Fülle der Güter. Das Erbe wird durch drei Eigenschaften charakterisiert: Es trägt nicht die Keime des Todes, keine Sünde kann in dasselbe eindringen, anders als alles Irdische strahlt es in steter Blüte. -1 Petrus 1Petr 67 1 4 13 Wert und Sicherheit des Erbes: Gott bewahrt das Gut im Himmel und schützt die Christen auf Erden, dass sie zum Besitze des Erbes gelangen. -1 Petrus 1Petr 67 1 5 Qui in virtute Dei custodimini per fidem in salutem, paratam revelari in tempore novissimo. die ihr durch die Kraft Gottes mittelst des Glaubens bewahrt werdet für eine Seligkeit, welche bereit ist offenbart zu werden in der letzten Zeit.¹⁴ -1 Petrus 1Petr 67 1 5 14 Vor der ganzen Welt bei der Erscheinung des Herrn. Die Seligkeit ist für sie aufbewahrt, doch auch sie für die Seligkeit. -1 Petrus 1Petr 67 1 6 In quo exsultabitis, modicum nunc si oportet contristari in variis tentationibus: In dieser werdet ihr frohlocken, wenn ihr jetzt auf eine kleine Weile Betrübnis dulden müsst in mancherlei Anfechtungen,¹⁵ -1 Petrus 1Petr 67 1 6 15 Die jetzigen Leidenstage scheinen mit der künftigen Seligkeit in Widerspruch zu stehen, doch den Christen trifft nichts als nach Gottes Willen, und die Prüfungen dauern nur kurze Zeit. Die Leiden heißen Prüfungen, weil sie den Glauben auf die Probe stellen. Die mancherlei Prüfungen siehe [1Petr 2,12, 1Petr 3,9, 1Petr 4,4]; andere [1Petr 2,18ff, 1Petr 3,9]. Vergl. 31,16; [1Petr 5,8.9]. Der Apostel häuft in seiner Liebe gleichsam die Trostgründe, um die Gläubigen vor allen gefahren für den Glauben zu bewahren und sie im Wege des Heiles zu stärken. -1 Petrus 1Petr 67 1 7 Ut probatio vestræ fidei multo pretiosior auro (quod per ignem probatur) inveniatur in laudem, et gloriam, et honorem in revelatione Jesu Christi: damit¹⁶ die Bewährung eures Glaubens um vieles kostbarer als durch Feuer erprobtes Gold¹⁷ erfunden werde zum Lobe¹⁸ und zur Herrlichkeit,¹⁹ und zur Ehre bei der Offenbarung Jesu Christi,²⁰ -1 Petrus 1Petr 67 1 7 16 Neuer Trostgrund: Zweck der leiden nach Gottes Absicht und Erfolg des Ertragens. -1 Petrus 1Petr 67 1 7 17 Gold ist nach menschlicher Wertschätzung die kostbarste Sache. Aus dem Werte des Goldes auf Erden sollen die Christen auf die Herrlichkeit des erprobten Glaubens schließen. Vergl. [1Petr 1,18.19]. Nach dem Griech. heißt das Gold vergänglich: der Glaube hingegen hat ewigen Wert. Lässt Gold, obgleich es vergänglich ist, sich durch das verzehrende Feuer erproben, um wie viel mehr wird euer Glaube, der seinem Wesen und Werte nach unvergänglich ist, im Stande sein, sich im Feuer der Prüfung zu bewähren. Die Prüfungen werden in der heil. Schrift oft unter dem Bilde des Feuers dargestellt: [Ijob 23,10, Ps 65,10, Spr 17,3] u. a. -1 Petrus 1Petr 67 1 7 18 Anerkennung aus dem Munde des ewigen Richters. -1 Petrus 1Petr 67 1 7 19 Zur ewigen Herrlichkeit. -1 Petrus 1Petr 67 1 7 20 Zur aus beiden hervorgehenden Ehre vor Gott und der Welt. -1 Petrus 1Petr 67 1 8 Quem cum non videritis, diligitis: in quem nunc quoque non videntes creditis: credentes autem exsultabitis lætitia inenarrabili, et glorificata: welchen ihr,²¹ ohne ihn gesehen zu haben, liebt, an welchen ihr, obwohl ihr ihn nicht schaut, glaubt;²² weil ihr aber glaubt, werdet ihr frohlocken mit unaussprechlicher und verklärter Freude, -1 Petrus 1Petr 67 1 8 21 Der Apostel will von der Zukunft allmählich auf die Gegenwart zurückkommen. -1 Petrus 1Petr 67 1 8 22 In diesem Verse finden sich zum ersten Male bei dem Apostelfürsten die drei göttlichen Tugenden vereinigt: die Hoffnung indirekt im Frohlocken, direkt ist sie V. 3 erwähnt; die beiden anderen ausdrücklich. Die Worte des 8. Verses lassen sich auch passend auf den im heiligsten Sakrament verborgenen Heiland anwenden. -1 Petrus 1Petr 67 1 9 Reportantes finem fidei vestræ, salutem animarum. indem ihr das Ziel eures Glaubens erlangen werdet,²³ das Heil der Seelen.²⁴ -1 Petrus 1Petr 67 1 9 23 Griech.: davontragen wird. Man trägt davon, was man zuvor verdient hat. -1 Petrus 1Petr 67 1 9 24 Die Seligkeit wird auch dem Leibe zu Teil werden, doch nur um der Seele willen. -1 Petrus 1Petr 67 1 10 De qua salute exquisierunt, atque scrutati sunt prophetæ, qui de futura in vobis gratia prophetaverunt: Über dieses Heil²⁵ suchten und forschten die Propheten, welche von der euch bestimmten Gnade geweissagt haben, -1 Petrus 1Petr 67 1 10 25 Das Heil in Christus, das im Glauben gegenwärtig dereinst erst vollendet zu Teil wird. -1 Petrus 1Petr 67 1 11 Scrutantes in quod, vel quale tempus significaret in eis Spiritus Christi: prænuntians eas quæ in Christo sunt passiones, et posteriores glorias: forschend,²⁶ auf welche Zeit und Umstände der Geist Christi in ihnen hindeute, indem er die Christus bestimmten Leiden und die darauf folgende Herrlichkeit²⁷ vorherverkündete, -1 Petrus 1Petr 67 1 11 26 Dass alle Propheten forschten, ist nur erklärlich, wenn es sich um eine Sache von unendlicher Bedeutung handelte. Die Offenbarung ward ihnen ohne menschliches Zutun, ihr Forschen Erfüllung und der Predigt des Evangeliums hervorgehoben, da auch das Evangelium kraft des Heiligen Geistes verkündet wird, wie das Pfingstfest zeigte. (V. 12) -1 Petrus 1Petr 67 1 11 27 Dem Apostel steht wohl besonders [Jes 53] vor Augen. Da nur der Amtsname des Herrn gesetzt ist, tritt das Leiden in seiner Bedeutung für unsere Erlösung stärker hervor. Die darauf folgende: [Lk 26,26]. Die Herrlichkeit offenbarte sich in der Auferstehung, der Himmelfahrt und dem Sitzen zur Rechten Gottes. -1 Petrus 1Petr 67 1 12 Quibus revelatum est quia non sibimetipsis, vobis autem ministrabant ea, quæ nunc nuntiata sunt vobis per eos, qui evangelizaverunt vobis, Spiritu sancto misso de clo in quem desiderant Angeli prospicere. da ihnen geoffenbaret wurde,²⁸ dass sie nicht für sich selbst, sondern für euch das mitteilten, was euch²⁹ jetzt durch diejenigen verkündet wird, die euch in Kraft des vom Himmel gesandten Heiligen Geistes³⁰ das Evangelium verkündigt haben,³¹ in welchen³² Einblick zu haben die Engel begehren. -1 Petrus 1Petr 67 1 12 28 Fortdauernd. Sie wussten, dass sie selbst das Ziel nicht mehr schauen würden. -1 Petrus 1Petr 67 1 12 29 Das wiederholte euch hebt die Bevorzugung der Leser den Propheten gegenüber hervor. Ist an ihnen bereits ein Teil der prophetischen Voraussagung in Erfüllung gegangen, so wird auch das übrige erfüllt und die Herrlichkeit ihnen zu Teil werden. -1 Petrus 1Petr 67 1 12 30 Dasselbe, was die Propheten weissagten, bildet den Inhalt des Evangeliums, und derselbe Geist, welcher die Propheten erleuchtete, erfüllt auch die Lehrer der Kirche. Alter und Neuer Bund sind einer. (Beda) -1 Petrus 1Petr 67 1 12 31 Obwohl die Propheten wussten, dass die Gnade, welche sie verkündeten, einer späteren Zeit zu Teil werden sollte, wurden sie in der Verkündigung nicht träge. Wie undankbar sind wir, wenn die Erfüllung, die wir gesehen, uns nicht im Leiden aufrecht erhält! -1 Petrus 1Petr 67 1 12 32 Christus (Beda) oder: den Heil. Geist, welchen mit dem Vater und dem Sohne zu schauen das stete Verlangen der Engel ist, um weitern Einblick (nach dem griech. Texte) in das Geheimnis der Erlösung zu erlangen, dessen Ratschluss Gott ihnen offenbart hat. Die Engel nahmen innigen Anteil an der Erlösung. [Hebr 1,14] Sie ziehen Israel voran in der Wüste, verkünden das Gesetz auf Sinai, flehen für Israel [Sach 1,12], geben den Propheten Aufschlüsse über die Zukunft und das messianische Heil. Ein Engel bringt die Botschaft, Engel verkünden die Geburt des Herrn, wachen über den Heiland und seine heil. Mutter [Mt 1,20, Mt 2,13ff]. Vergl. auch [Joh 1,52, Mt 4,11, Lk 22,43, Mt 28,26, Apg 1,10]. Sie sind auch in der Kirche und für die Kirche tätig: [Apg 8,26, Apg 10,3.6, Apg 11,13, Apg 27,23.24, Offb 1,1, Offb 20,1, Offb 22,6]. Sie sind bei den gottesdienstlichen Versammlungen der Gläubigen zugegen [1Kor 11,10], freuen sich über die Bekehrung der Sünder und die Gerechtigkeit der Gerechten [Lk 15,7], haben Kenntnis von der sich durch die Kirche offenbarenden mannigfaltigen Weisheit Gottes [Eph 3,10] und nehmen an den Leiden und Kämpfen der Kirche, deren Glieder sie sind [Hebr 12,22], mannigfachen Anteil. [Apg 5,19.20, Apg 12,7.11, 2Kor 4,9, Offb 5ff] Sie werden auch dermal einst bei dem Weltgerichte zugegen sein und es vollbringen helfen. [Mt 13,39ff] So begleiten die Engel das Erlösungswerk von Anfang bis zum Ende und haben Einsicht in dasselbe. Dennoch birgt es auch für die Geheimnisse, die sie nicht zu ergründen vermögen. -1 Petrus 1Petr 67 1 13 Propter quod succincti lumbos mentis vestræ, sobrii perfecte sperate in eam, quæ offertur vobis, gratiam, in revelationem Jesu Christi: Darum³³ umgürtet die Lenden eures Gemütes,³⁴ seid nüchtern,³⁵ und setzet eure ganze Hoffnung auf die Gnade, welche euch in der Offenbarung Jesu Christi³⁶ dargeboten wird, -1 Petrus 1Petr 67 1 13 33 Grund für das V. 3 12 Gesagte. -1 Petrus 1Petr 67 1 13 34 Wie man die Lenden gürtet. Arbeiter, Pilger, Kämpfer pflegten vor dem Beginne ihrer Tätigkeit das lange Obergewand durch einen Gürtel um die Lenden zusammenzufassen und in die Höhe zu schürzen, um nicht behindert zu sein und den Körper zu festigen. So ist der Gürtel das Bild der geistigen Bereitschaft und Kraft. Vergl. [Eph 6,14, Lk 12,35]. -1 Petrus 1Petr 67 1 13 35 Das Ziel der Hoffnung und den Weg im Auge behaltend, weder durch irdische Lockungen geblendet, noch durch das Leiden geschreckt. -1 Petrus 1Petr 67 1 13 36 In der Vollendung des Heiles. -1 Petrus 1Petr 67 1 14 Quasi filii obedientiæ, non configurati prioribus ignorantiæ vestræ desideriis: als³⁷ Kinder des Gehorsams, euer Leben nicht nach den Lüsten gestaltend, wie zuvor in eurer Unwissenheit,³⁸ -1 Petrus 1Petr 67 1 14 37 Da ihr Kinder des Gehorsams gegen die Wahrheit [1Petr 2,22] seid. -1 Petrus 1Petr 67 1 14 38 Die Unwissenheit ist bei den Propheten nie ein theoretisches Nichtwissen, sondern eine sittliche Haltung, die Tadel verdient und Ursache der Lüste ist. -1 Petrus 1Petr 67 1 15 Sed secundum eum, qui vocavit vos, Sanctum: et ipsi in omni conversatione sancti sitis: sondern nach dem Vorbilde des Heiligen,³⁹ der euch berufen hat,⁴⁰ erweiset euch auch selbst heilig in allem Wandel; -1 Petrus 1Petr 67 1 15 39 Der unendlich heilig in sich und Quelle aller Heiligkeit ist. -1 Petrus 1Petr 67 1 15 40 Mit Bezug auf V. 14 gesagt, Grund, warum die Christen heilig sein müssen. In der Berufung haben sie von Gott, wie die Kraft und Gnade, so auch die Pflicht erhalten, nach dem Vorbilde dessen, der sie zur Heiligkeit in Christus berufen, heilig zu sein. Diese innere Heiligkeit soll sich in ihrem ganzen Wandel wie ein Abbild Gottes ausprägen. -1 Petrus 1Petr 67 1 16 Quoniam scriptum est: Sancti eritis, quoniam ego sanctus sum. denn⁴¹ es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.⁴² [Lev 11,44 (korr.Lev 11,14Lev 11,44; vgl. Allioli 1839)] -1 Petrus 1Petr 67 1 16 41 Begründung der gesamten Ermahnung. -1 Petrus 1Petr 67 1 16 42 Die Christen sind noch viel mehr Gottes auserwähltes Volk als Israel. -1 Petrus 1Petr 67 1 17 Et si patrem invocatis eum, qui sine acceptione personarum judicat secundum uniuscujusque opus, in timore incolatus vestri tempore conversamini. Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden nach seinen Werken richtet, so wandelt in Furcht,⁴³ so lange eure Pilgerfahrt währt,⁴⁴ [Dtn 10,17, Apg 10,34, Röm 2,11] -1 Petrus 1Petr 67 1 17 43 Dem Vater entspricht die Bezeichnung der Christen als Kinder (V. 14), das Anrufen dem Berufen. (V. 15) Ist Gott auch Vater, so ist er doch auch Richter. -1 Petrus 1Petr 67 1 17 44 Der Christ hat als Kind Gottes seine Heimat im Himmel. -1 Petrus 1Petr 67 1 18 Scientes quod non corruptibilibus auro, vel argento redempti estis de vana vestra conversatione paternæ traditionis: da ihr wisset, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, Gold oder Silber, erlöst seid von eurem eitlen Wandel,⁴⁵ der sich von den Vätern auf euch vererbt hatte,⁴⁶ -1 Petrus 1Petr 67 1 18 45 Eitel ist der Wandel, der sein Ziel, das göttliche Wohlgefallen, nicht erreicht. -1 Petrus 1Petr 67 1 18 46 Es war also eine schwer zu sprengende Fessel, zumal es zuletzt der von Adam stammende Sündenbann war, den Christus löste. -1 Petrus 1Petr 67 1 19 Sed pretioso sanguine quasi agni immaculati Christi, et incontaminati: sondern mit dem kostbaren Blute Christi,⁴⁷ als eines unbefleckten und makellosen Lammes;⁴⁸ [1Kor 6,20, 1Kor 7,23, Hebr 9,14] -1 Petrus 1Petr 67 1 19 47 Das Blut war kostbar in sich, weil des Sohnes Gottes und des unbefleckten Lammes, für uns, weil es von der Sünde befreit und uns die Erbschaft des Himmels erwirbt. Vergl. [Röm 3,25, Hebr 9,14, Mt 26,28, Offb 5,9]. -1 Petrus 1Petr 67 1 19 48 Das Lamm war ein im A. T. oft erwähntes Opfertier. Christus heißt ein unbeflecktes Lamm, weil er als solches in dem Opferlamme vorgebildet und von den Propheten vorhergesagt war. [Jes 53, Jer 11,19, Ps 37,14.15] Das [Lev 22,18ff] für das Opfertier gebrauchte Wort makellos ist hier geistig zu nehmen. -1 Petrus 1Petr 67 1 20 Præcogniti quidem ante mundi constitutionem, manifestati autem novissimis temporibus propter vos, welcher vor Grundlegung der Welt ausersehen war,⁴⁹ in den letzten Zeiten⁵⁰ aber um euretwillen offenbart ward, -1 Petrus 1Petr 67 1 20 49 Daran erinnert der heil. Petrus öfter in seinen Reden. Vergl. [Apg 2,23, Apg 3,20, Apg 4,28]; auch Paulus [Eph 1,4, 1Kor 2,7]. -1 Petrus 1Petr 67 1 20 50 Das ist nicht dasselbe wie: in der letzten Zeit. (V. 5) Bezeichnet ist die letzte Periode der irdischen Entfaltung des Reiches Gottes. -1 Petrus 1Petr 67 1 21 Qui per ipsum fideles estis in Deo, qui suscitavit eum a mortuis, et dedit ei gloriam, ut fides vestra, et spes esset in Deo: die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit verliehen hat, so dass⁵¹ euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott beruht. -1 Petrus 1Petr 67 1 21 51 Folge der Auferweckung und Verherrlichung Christi, die das Unterpfand für die Vollendung der Glieder Christi ist. Im Griech. lauten die folgenden Worte: So dass euer Glaube auch Hoffnung auf Gott ist. -1 Petrus 1Petr 67 1 22 Animas vestras castificantes in obedientia caritatis, in fraternitatis amore, simplici ex corde invicem diligite attentius: Reiniget eure Seelen⁵² im Gehorsam der Liebe, zur Bruderliebe,⁵³ liebet einander innig aus aufrichtigem Herzen; -1 Petrus 1Petr 67 1 22 52 Von allem, was euch von der Welt anhaftet. Ohne Reinigung gelangt ihr nicht zur Liebe. Griech.: im Gehorsam der Wahrheit. In der demütigen Unterwerfung unter das, was die im Evangelium verkündete Wahrheit von uns fordert: Gläubige Annahme, willige Folgsamkeit in dem, wozu die Wahrheit uns verpflichtet. -1 Petrus 1Petr 67 1 22 53 Die Liebe der Christen zueinander. Durch die Wiedergeburt [1Petr 1,3] sind die Christen Kinder Gottes [1Petr 1,14.17] und dadurch untereinander Brüder geworden [1Petr 2,17, 1Petr 5,9.12], also zur Bruderliebe verpflichtet. [1Petr 1,22, 1Petr 2,17] Freilich vereint schon die gemeinsame Abstammung die Menschen zu einer Familie und verpflichtet sie zu gegenseitiger Liebe. Doch die natürliche Liebe ist oft selbstsüchtig und kalt, die wahre Liebe ist eine von Gott eingegossene Tugend. -1 Petrus 1Petr 67 1 23 Renati non ex semine corruptibili, sed incorruptibili per verbum Dei vivi, et permanentis in æternum: da ihr ja wiedergeboren seid nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem,⁵⁴ durch das Wort des lebendigen Gottes, der in Ewigkeit bleibt.⁵⁵ -1 Petrus 1Petr 67 1 23 54 Den Gegensatz gegen vergänglich und unvergänglich stellt Petrus auf, um etwas als überaus wertvoll zu bezeichnen. (V. 17, V. 18) Der unvergängliche Same ist die heiligmachende Gnade; das, wodurch dieser Keim in uns eingepflanzt, ist das im Glauben erfasste und im Sakramente der Taufe wirksame Wort Gottes. -1 Petrus 1Petr 67 1 23 55 Griech.: durch Gottes lebendiges Wort, das in Ewigkeit bleibt. Das Wort ist lebendig, weil es vom lebendigen Gott ausgeht und das Leben der Gnade und die Seligkeit verleiht. -1 Petrus 1Petr 67 1 24 Quia omnis caro ut fnum: et omnis gloria ejus tamquam flos fni: exaruit fnum, et flos ejus decidit. Denn alles Fleisch⁵⁶ ist wie Gras, und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume; das Gras verdorrt, und seine Blume fällt ab; -1 Petrus 1Petr 67 1 24 56 Die sündhafte Menschennatur im Gegensatze zu dem neuen Leben der Gläubigen. Mit dem Welken des Grases fällt die Blume dahin, so die Blüte des Fleisches mit diesem. Die Worte sind aus [Jes 40,6] entlehnt. Vergl. [1Petr 1,10.11]. -1 Petrus 1Petr 67 1 25 Verbum autem Domini manet in æternum: hoc est autem verbum, quod evangelizatum est in vos. das Wort des Herrn aber bleibt in Ewigkeit!⁵⁷ Dies aber ist das Wort, welches euch als Evangelium verkündigt worden ist. -1 Petrus 1Petr 67 1 25 57 Das Zitat bestätigt zunächst nur das Beharren. Isaias versteht unter dem Worte Gottes alle göttliche Offenbarung, insbesondere die Verheißungen. Auch im A. T. war das Wort Gottes ein ewiges und lebendiges, aber nur insofern Christus und sein Evangelium darin verheißen war. In demselben verhüllt lag die jetzige Offenbarung. -1 Petrus 1Petr 67 2 0 Da wir Brüder sind, müssen wir alles ablegen, was der Liebe entgegensteht. (V. 1) 3. Haben sie dies abgelegt, so mögen die Christen wie Kinder nach der Milch der wahren Lehre begehren, die sie wachsen lässt und stark macht, damit sie als lebendige Steine auf den wahren Eckstein gebaut werden und mit ihm auf das innigste vereinigt wahre geistige Opfer darzubringen vermögen. (V. 5) Diese Lehre wird aus der heil. Schrift bekräftigt (V. 8) und die Würde derer empfohlen, welche auf Christus gebaut das wahre Volk Gottes ausmachen. (V. 10) II. Verschiedene Mahnungen (2,11 4,19): 1. Verhalten derer, die sich unter Heiden finden (2,11 3,12) a. Die unter Heiden lebenden Christen müssen durch ihren guten Wandel die böse Nachrede der Heiden widerlegen und sie dazu bringen, Gott zu verherrlichen. (V. 12) b. Insbesondere ist der Gehorsam zu leisten: 1. Vor allem gegen die Obrigkeit, da dies der Wille Gottes ist und da so die Schmähsüchtigen zum Verstummen gebracht werden. 2. Von den Knechten (Sklaven) aber insbesondere gegen ihre Herren, auch gegen die unwirschen (V. 18), denn um des Gewissens willen ein Unrecht leiden zu dürfen ist eine Gnade (V. 20), werden wir doch so Christus ähnlich, der, selbst unschuldig, für unsere Sünden gelitten hat. -1 Petrus 1Petr 67 2 1 Deponentes igitur omnem malitiam, et omnem dolum, et simulationes, et invidias, et omnes detractiones, Leget also ab alle Bosheit¹ und alle Arglist, Verstellung und Neid,² und alle üblen Nachreden, [Röm 6,4, Mt 21,42] -1 Petrus 1Petr 67 2 1 1 Folgerung aus [1Petr 1,22.23]. Als Wiedergeborene. -1 Petrus 1Petr 67 2 1 2 Jede Art böser, der Bruderliebe entgegengesetzter Gesinnung. Der Apostel wiederholt dreimal alle (jeder Art), um anzudeuten, wie vielfach das Böse ist, gegen das er sich wendet. Als Fehler, die zu der ungeheuchelten Bruderliebe im schroffsten Gegensatze stehen, zählt der Apostel hauptsächlich fünf auf: Die Bosheit freut sich über das Übel des Nächsten und betrübt sich über sein Glück, die Arglist schafft ein doppeltes Herz, Verstellung macht doppelzüngig, Nachrede raubt den guten Ruf. (Aug.) -1 Petrus 1Petr 67 2 2 Sicut modo geniti infantes, rationabile, sine dolo lac concupiscite: ut in eo crescatis in salutem: und verlanget als neugeborne Kinder,³ nach der geistigen, lauteren⁴ Milch,⁵ um durch sie heranzuwachsen zum Heile, -1 Petrus 1Petr 67 2 2 3 Dies Wort bezieht sich auf [1Petr 1,23, 1Petr 2,1] zurück. -1 Petrus 1Petr 67 2 2 4 Durch menschliche Satzungen nicht verfälschten Milch. -1 Petrus 1Petr 67 2 2 5 Milch bedeutet hier die gesamte christliche Wahrheit. Anders [1Kor 3,2, Hebr 5,12]. -1 Petrus 1Petr 67 2 3 Si tamen gustastis quoniam dulcis est Dominus. wenn ihr anders⁶ gekostet⁷ habt, wie gütig der Herr⁸ ist. -1 Petrus 1Petr 67 2 3 6 Da ihr ja doch schon. -1 Petrus 1Petr 67 2 3 7 Gott, der die Liebe ist, lässt die, welche sich ihm ganz hingeben, oft, besonders im Gebete, eine innere Wonne empfinden, welche eine Wirkung der übernatürlichen Gnade ist. Diese Wonne hat ihren Sitz im Geiste, doch fließt sie auch auf unsere niederen Seelenkräfte über. (Thom.) -1 Petrus 1Petr 67 2 3 8 Der Inhalt des als Milch gepriesenen Evangeliums. Während er bisher von dem einzelnen und seinem Wachstum gesprochen, fasst der Apostel jetzt die Gläubigen als Gemeinschaft. -1 Petrus 1Petr 67 2 4 Ad quem accedentes lapidem vivum, ab hominibus quidem reprobatum, a Deo autem electum, et honorificatum: Zu ihm⁹ nun tretet hinzu, dem lebendigen¹⁰ Steine,¹¹ der zwar von den Menschen verworfen, von Gott aber auserwählt und hoch in Ehren ist; -1 Petrus 1Petr 67 2 4 9 In geistiger Weise, indem ihr immer mehr aus dem Geiste der Welt heraustretet und durch tägliche Tugendübungen dem Herrn näher kommt. -1 Petrus 1Petr 67 2 4 10 Dem nach der Auferstehung ewig lebenden und lebenspendenden Heilande. -1 Petrus 1Petr 67 2 4 11 Hinweis auf [Ps 117,22, Jes 28,16]. Durch seine Menschwerdung, seinen Tod und seine Auferstehung ward Christus der Eckstein, welcher den Gottesbau der Kirche trägt. [Mt 21,42, Apg 4,11, Eph 2,20] -1 Petrus 1Petr 67 2 5 Et ipsi tamquam lapides vivi superædificamini, domus spiritualis, sacerdotium sanctum, offerre spirituales hostias, acceptabiles Deo per Jesum Christum: und werdet auch ihr als lebendige Steine¹² gebaut auf ihn als ein geistiger Tempel, zu einer heiligen Priesterschaft,¹³ um geistige Opfer darzubringen, welche Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.¹⁴ -1 Petrus 1Petr 67 2 5 12 Lebendige Steine sind die Christen, sofern sie mit der Gnade mitwirken. So lange sie dies tun, werden sie erbaut. Indem sie nämlich durch das Herzutreten ihren Glauben an Christus betätigen, werden sie fester auf ihn gegründet und wachsen in aller Vollkommenheit. (V. 2) Dies heißt in der heil. Schrift erbaut werden. -1 Petrus 1Petr 67 2 5 13 Der in die Verklärung eingegangene Christus ist unser einziger Hoherpriester, am Throne seines himmlischen Vaters fortwährend für uns fürbittend und bis zum Ende dieses Amtes waltend. [Hebr 9,11ff] Durch die Taufe ist der Christ in die Priesterschaft Christi eingetreten, um Teil zu haben an dem Erlösungswerke und dessen Früchte zu erlangen, durch die Firmung wird er gestärkt, sich selbst Gott zum Opfer darzubringen. Die Priesterweihe endlich macht ihn zum Repräsentanten des einen unsichtbaren Hohenpriesters, nicht nur für sich, sondern auch für andere, dass er die Macht hat, das Opfer Christi unblutig fortdauernd darzubringen. Diese drei Sakramente drücken in ihrem Charakter jedes der Seele eine gewisse, wenngleich verschiedene Teilnahme am Priestertume Christi ein. (Thom.) Wo Priestertum, da ist auch ein Opfer. Die Opfer der Priester im N. T. sind im Gegensatze zu dem A. T. geistige Opfer, Anbetung Gottes im Geiste, Verdemütigung, Aufopferung aller inneren und äußeren christlichen Werke, die wir durch Jesus Christus, unsern Hohenpriester, darbringen, d. i. durch lebendigen Glauben uns mit seinem Versöhnungsopfer vereinend, im Heiligen Geiste vollbringen. -1 Petrus 1Petr 67 2 5 14 Das Bild wird von dem Apostel nicht streng festgehalten, da der Christ einmal als Haus, in dem Gott wohnt, dann als der bezeichnet wird, welcher in dem Hause wohnt. Die Christen sind wie geistige Tempel im Gegensatze zu dem steinernen des A. B. -1 Petrus 1Petr 67 2 6 Propter quod continet Scriptura: Ecce pono in Sion lapidem summum angularem, electum, pretiosum: et qui crediderit in eum, non confundetur. Darum¹⁵ steht in der Schrift: Siehe, ich lege in Sion¹⁶ einen auserlesenen kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. -1 Petrus 1Petr 67 2 6 15 Weil ein geistiges Gebäude durch ihn erstehen soll. -1 Petrus 1Petr 67 2 6 16 An der heiligen Stätte des Lebens, Leidens und der Auferstehung dessen, der der Eckstein der Kirche ist, weil in ihm die göttliche Macht der Gnade ruht, durch die er über alle herrschen soll, und weil auf ihn die ganze Kirche sich gründet. -1 Petrus 1Petr 67 2 7 Vobis igitur honor credentibus: non credentibus autem lapis, quem reprobaverunt ædificantes, hic factus est in caput anguli: Euer also, die ihr glaubt, ist die Ehre,¹⁷ denen aber, die nicht glauben,¹⁸ ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden,¹⁹ [Mt 21,42, Ps 117,22, Jes 8,14] -1 Petrus 1Petr 67 2 7 17 Zurückweisend auf V. 6. Ehre, die von Gott und vor Gott den Gläubigen hernieden durch die Gnade, in der Ewigkeit durch die Herrlichkeit zu Teil wird. (Im Griech. ich ein Anklang an V. 6: Stein, von dem alle Ehre ausgeht und dem diese ähnlich macht.) -1 Petrus 1Petr 67 2 7 18 Da der Glaube ein Gehorsam gegen Gott ist, ist der Unglaube eine Auflehnung. -1 Petrus 1Petr 67 2 7 19 Das Zitat ist nach der Septuag gegeben. Die Bauleute sind die obersten Priester und Schriftgelehrten der Juden, Was der Prophet von Jahve sagt, bezieht Petrus und Paulus [Röm 9,33] auf Christus. Es wird hier nicht so fast das Verhalten der Ungläubigen gegen Christus als Christi gegen die Ungläubigen ausgedrückt. -1 Petrus 1Petr 67 2 8 Et lapis offensionis, et petra scandali his, qui offendunt verbo, nec credunt in quo et positi sunt. und zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Ärgernisses denen, welche Anstoß an dem Worte nehmen, und an dasselbe nicht glauben,²⁰ wozu sie auch bestimmt sind.²¹ -1 Petrus 1Petr 67 2 8 20 Auf den Unglauben als Bedingung folgt der Anstoß nach göttlichem Ratschluss. Nach dem Griech.: dem Worte nicht gehorchend. -1 Petrus 1Petr 67 2 8 21 Zu welchem Anstoße sie zur Strafe für ihren Unglauben auch bestimmt sind. Wer die Gnade zurückweist, dem wird sie entzogen, und so fällt er noch mehr. -1 Petrus 1Petr 67 2 9 Vos autem genus electum, regale sacerdotium, gens sancta, populus acquisitionis: ut virtutes annuntietis ejus, qui de tenebris vos vocavit in admirabile lumen suum. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht,²² ein königliches Priestertum,²³ ein heiliges Volk,²⁴ ein Volk des Eigentums,²⁵ auf dass²⁶ ihr die Tugenden dessen verkündet,²⁷ der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Lichte berufen hat;²⁸ -1 Petrus 1Petr 67 2 9 22 Wie Israel durch leibliche Abstammung von einem Stammvater Abraham ein Volk war, das auserwählte, so ist das geistige Israel durch gemeinschaftliche neue Geburt aus Gott ein auserwähltes Geschlecht. -1 Petrus 1Petr 67 2 9 23 Ihr seid eine Priesterschaft, dessen Glieder Könige und Priester sind. Inwiefern die Christen Priester sind, ist oben Anm. 13 gesagt. Sie haben königliche Würde, weil sie als Christen über alle Völker erhoben und mit Christus berufen sind zu herrschen. [Offb 1,6, Offb 5,10, Mt 25,34] Die königliche Würde wurzelt in der priesterlichen der Christen. Dadurch, dass sie Gott geweiht sind und ein Gott geweihtes Leben führen, besitzen sie jene Erhabenheit über die Welt und den Anspruch, den ewigen Königsthron zu erhalten. Die Bezeichnung königliches Priestertum ward schon dem israelitischen Volke im A. B. beigelegt. ([Ex 19,6] Septuag) So wenig nun dort dadurch ein besonderer Priesterstand ausgeschlossen ward, eben so wenig ist dies im N.T. der Fall. Wenn ferner die Christen ebenso Könige wie Priester sind, und doch nur im uneigentlichen Sinne Könige sind, so auch Priester im weiteren Sinne. Die Benennung: königliches Priestertum, heiliges Priestertum sind wie die anderen: Lebendige Steine, erbaut werden, geistiges Haus, geistige Opfer ein bildlicher Ausdruck, welcher das eigentliche Priestertum zur Voraussetzung hat, wie die anderen Bilder ihr Vorbild, von dem sie die Ähnlichkeit entnehmen. -1 Petrus 1Petr 67 2 9 24 Nach [Ex 19,6] Septuag Gott geweiht. -1 Petrus 1Petr 67 2 9 25 [Dtn 7,6] Septuag [Mal 3,17, Jes 43,21]. Die Christen sind Gott durch das Blut Christi erworben. -1 Petrus 1Petr 67 2 9 26 Dies ist mit allen vier Eigenschaften zu verbinden. -1 Petrus 1Petr 67 2 9 27 Die Eigenschaften, welche sich in den Werken der Erlösung und Heiligung offenbaren, die Liebe, Weisheit, Heiligkeit, Macht Gottes. -1 Petrus 1Petr 67 2 9 28 Wirksam berufen hat. Wunderbar ist das Licht dem Ursprunge, dem Inhalte und der Wirkung nach. Sein Ursprung ist übernatürlich, sein Inhalt ist Wahrheit, die über die Vernunft hinausgeht, es enthält Kräfte, welche die Natur des Menschen weit überragen, es entreißt den Menschen der Sünde und stattet ihn mit Gnade und Seligkeit aus. -1 Petrus 1Petr 67 2 10 Qui aliquando non populus, nunc autem populus Dei: qui non consecuti misericordiam, nunc autem misericordiam consecuti. euch, die ihr einst ein Nichtvolk waret, jetzt aber Gottes Volk seid; die ihr Nichtbegnadigte waret, nun aber Begnadigte seid.²⁹ [Hos 2,24, Röm 9,25] -1 Petrus 1Petr 67 2 10 29 Als Heiden waret ihr ein Nicht Volk, da Gott das Haupt jedes Volkes sein muss, damit es ein Volk sei. Wie Gott der eigentliche König aller Völker ist, alle anderen aber nur in entfernterem Maße, wie nur Gottes Reich das wahre, in das einst alle weltlichen aufgelöst werden, so ist auch nur Gottes Volk ein wahres Volk, eine vollendete, eine mit seinem Könige wirklich vereinte Gemeinschaft. Begnadigte seid ihr durch die Berufung zum Christentum. -1 Petrus 1Petr 67 2 11 Carissimi, obsecro vos tamquam advenas et peregrinos abstinere vos a carnalibus desideriis, quæ militant adversus animam, Geliebte!³⁰ ich ermahne euch, enthaltet euch als³¹ Fremdlinge und Pilger, der fleischlichen³² Begierden, welche wider die Seele streiten, -1 Petrus 1Petr 67 2 11 30 Nur noch [1Petr 4,12] wiederkehrend. Beide Male ist diese Anrede nicht ohne Grund gebraucht; sie soll der folgenden Mahnung Nachdruck verleihen. -1 Petrus 1Petr 67 2 11 31 In dieser Eigenschaft gilt auch mein Wort. -1 Petrus 1Petr 67 2 11 32 Sofern sie in der verderbten, mit der Begierlichkeit behafteten und so zur Sünde neigenden Menschennatur ihren Sitz haben. So lange der Mensch hier auf Erden wandelt, umlagern ihn die Begierden gleichsam und suchen sich die Seele zu unterwerfen. -1 Petrus 1Petr 67 2 12 Conversationem vestram inter gentes habentes bonam: ut in eo, quod detrectant de vobis tamquam de malefactoribus, ex bonis operibus vos considerantes, glorificent Deum in die visitationis. indem ihr einen guten Wandel³³ unter den Heiden führt, damit sie, worin sie von euch, als wäret ihr Übeltäter, Arges reden, euch aus den guten Werken erkennen und Gott preisen am Tage der Heimsuchung.³⁴ -1 Petrus 1Petr 67 2 12 33 Der gute Wandel hat noch ein weiteres Ziel. -1 Petrus 1Petr 67 2 12 34 Heimsuchen ist jedes sich offenbaren Gottes, sei es zum Segen sei es zum Verderben. Hier ist eine gnadenreiche Heimsuchung, die Bekehrung gemeint. -1 Petrus 1Petr 67 2 13 Subjecti igitur estote omni humanæ creaturæ propter Deum: sive regi quasi præcellenti: Seid daher untertan aller menschlichen Ordnung³⁵ um Gottes willen, sei es dem Könige,³⁶ als dem Oberherrn, -1 Petrus 1Petr 67 2 13 35 Menschlich heißt die Ordnung, zunächst die Obrigkeit, im Gegensatze zu der unmittelbar von Gott eingesetzten und Gottes Gepräge tragenden kirchlichen Ordnung und Einrichtung, weil die Einrichtungen eines Landes Folgen menschlicher Entwicklung sind. Es liegt also hier kein Widerspruch mit [Röm 13,1] vor, denn dass die menschliche Obrigkeit ihren letzten Grund in Gott hat, liegt schon in dem Worte: durch den Herrn (Christus) ausgesprochen und wird V. 15 weiter ausgeführt. -1 Petrus 1Petr 67 2 13 36 Dem Kaiser. -1 Petrus 1Petr 67 2 14 Sive ducibus tamquam ab eo missis ad vindictam malefactorum, laudem vero bonorum: oder den Statthaltern, als solchen, welche von ihm abgeordnet sind zur Bestrafung der Übeltäter und zur Belobung derer, die Gutes tun. -1 Petrus 1Petr 67 2 15 Quia sic est voluntas Dei, ut benefacientes obmutescere faciatis imprudentium hominum ignorantiam: denn³⁷ so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Rechttun die Unwissenheit der unverständigen Menschen³⁸ zum Schweigen bringt; -1 Petrus 1Petr 67 2 15 37 Begründung zu der in V. 13 ausgesprochenen Mahnung. -1 Petrus 1Petr 67 2 15 38 Welche der höchsten Weisheit den Zutritt in ihre Seele versagen. -1 Petrus 1Petr 67 2 16 Quasi liberi, et non quasi velamen habentes malitiæ libertatem, sed sicut servi Dei. als solche, die frei sind,³⁹ aber nicht als solche, welche die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit brauchen, sondern als Diener Gottes.⁴⁰ -1 Petrus 1Petr 67 2 16 39 V. 15 war eine Parenthese. Nunmehr kommt der Apostel dem Einwurfe zuvor, als ob die christliche Freiheit von dem Gehorsam gegen die staatlichen und sittlichen Gesetze entbinde. Wer sich in all seinem Tun nach Gottes Willen richtet, ist frei, frei von der Knechtschaft der Sünde, wie von der des A. T. -1 Petrus 1Petr 67 2 16 40 Für die Judenchristen lag es nahe, die Freiheit von dem mosaischen Gesetze auf die Freiheit von den Satzungen der heidnischen Obrigkeit auszudehnen und unter dem Deckmantel der christlichen Freiheit Ungesetzliches zu tun. Die Heidenchristen konnten ihrerseits meinen, da sie zu einer höheren Würde emporgehoben waren, sich von den natürlichen Pflichten frei machen zu können. -1 Petrus 1Petr 67 2 17 Omnes honorate: fraternitatem diligite: Deum timete: regem honorificate. Ehret alle,⁴¹ liebet die Brüder,⁴² fürchtet Gott,⁴³ ehret den König! -1 Petrus 1Petr 67 2 17 41 Ob Christen oder Nichtgläubige. Aus jedem Menschen leuchtet euch das Ebenbilde Gottes entgegen. -1 Petrus 1Petr 67 2 17 42 Zwar sind wir allen Menschen Liebe schuldig [Mt 22,37] u. a., in besonderer Weise indes denen, die mit uns durch das Band des Glaubens, dieselbe Hoffnung und die gleiche Liebe auf das innigste verbunden sind. -1 Petrus 1Petr 67 2 17 43 Vergl. [1Petr 1,17]. -1 Petrus 1Petr 67 2 18 Servi subditi estote in omni timore dominis, non tantum bonis et modestis, sed etiam dyscolis. Ihr Knechte!⁴⁴ seid untertan in aller Furcht⁴⁵ den Herren, nicht allein den gütigen und milden, sondern auch den unleidlichen. [Kol 3,22, Eph 6,5] -1 Petrus 1Petr 67 2 18 44 Sklaven -1 Petrus 1Petr 67 2 18 45 Besonders Gottes, der euch diesen Stand zugewiesen. -1 Petrus 1Petr 67 2 19 Hæc est enim gratia, si propter Dei conscientiam sustinet quis tristitias, patiens injuste. Denn das⁴⁶ ist wohlgefällig,⁴⁷ wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegen Gott Widerwärtigkeiten erträgt, indem er unverschuldet leidet.⁴⁸ -1 Petrus 1Petr 67 2 19 46 Das Folgende. -1 Petrus 1Petr 67 2 19 47 Gott wohlgefällig. -1 Petrus 1Petr 67 2 19 48 Weil ihr wisst, dass ihr nach seinem Willen auch Unrecht mit Geduld tragen sollt. -1 Petrus 1Petr 67 2 20 Quæ enim est gloria, si peccantes, et colaphizati suffertis? Sed si bene facientes patienter sustinetis: hæc est gratia apud Deum. Was ist ja auch das für ein Ruhm,⁴⁹ wenn ihr wegen Vergehungen Züchtigungen⁵⁰ erduldet? Aber wenn ihr Gutes tuet, und dabei geduldig leidet, das ist wohlgefällig bei Gott. -1 Petrus 1Petr 67 2 20 49 Vor den Menschen, welche die Gnadenkraft des Christentums erkennen. -1 Petrus 1Petr 67 2 20 50 Faustschläge in's Angesicht (so genauer der lateinische und der griechische Text) waren eine gewöhnliche Strafe für Sklaven. -1 Petrus 1Petr 67 2 21 In hoc enim vocati estis: quia et Christus passus est pro nobis, vobis relinquens exemplum ut sequamini vestigia ejus. Denn dazu seid ihr berufen,⁵¹ da ja auch Christus für uns gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen hat, damit ihr in seine Fußstapfen tretet;⁵² -1 Petrus 1Petr 67 2 21 51 Und alle Christen mit euch. -1 Petrus 1Petr 67 2 21 52 Bild eines Führers, in dessen Fußstapfen man auf schwierigem Wege treten muss. -1 Petrus 1Petr 67 2 22 Qui peccatum non fecit, nec inventus est dolus in ore ejus: er, der keine Sünde getan, und in dessen Munde kein Trug gefunden ist,⁵³ [Jes 53,9] -1 Petrus 1Petr 67 2 22 53 So nach der Septuag [Jes 53,9]. Trotz aller Bemühungen seiner Feinde ward in seinem Munde kein Trug gefunden. -1 Petrus 1Petr 67 2 23 Qui cum malediceretur, non maledicebat: cum pateretur, non comminabatur: tradebat autem judicanti se injuste: der nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt,⁵⁴ sondern sich dem überließ, der ihn ungerecht verurteilte;⁵⁵ -1 Petrus 1Petr 67 2 23 54 Steigerung. Auch [Mt 26,64] war kein Drohen der Rachsucht und Widersetzlichkeit, sondern der Liebe und Barmherzigkeit, wie Christi Gebet am Kreuze bewies. -1 Petrus 1Petr 67 2 23 55 Nach dem Griech.: der gerecht richtet. Er überließ es Gott, welches die Folge des Unrechtes sein sollte, das ihm geschah. Einen gerechten Richter über sich zu wissen ist ein großer Trost für unschuldig Leidende und ein mächtiger Beweggrund, Gott alles anheimzustellen. -1 Petrus 1Petr 67 2 24 Qui peccata nostra ipse pertulit in corpore suo super lignum: ut peccatis mortui, justitiæ vivamus: cujus livore sanati estis. der unsere Sünden selbst⁵⁶ an seinem Leibe an das Holz trug,⁵⁷ damit wir den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben mögen, durch dessen Wunden ihr geheilt worden seid.⁵⁸ [Jes 53,4.6.8, (korr.Jes 53,4; 6,8Jes 53,4.6.8; vgl. Allioli 1839), Apg 8,28ff] -1 Petrus 1Petr 67 2 24 56 Jesus hat unschuldig (V. 22), geduldig (V. 23), stellvertretend (V. 24) gelitten. Auch hier steht [Jes 53,4-6.10-12] dem Apostel vor Augen. -1 Petrus 1Petr 67 2 24 57 Seine Sünden tragen heißt im A. T. die Strafe für seine Sünden erleiden; eines anderen Sünde tragen also die Strafe für die Sünden anderer abbüßen. [Lev 5,1, Klgl 5,7, Ez 18,19] Der Heiland nahm unsere Sünden als eine auf ihm ruhende Last mit sich auf das Kreuz und büßte sie dort. Die Vorstellung des Sündentragens und die des Opfers sind zwar verschiedenen Gedankenreihen entlehnt, doch sind diese nicht einander entgegengesetzt. Das Holz weist auf ein Opfer, vergl. [1Petr 5,30], das freilich nicht die Sünden, sondern der mit unsern Sünden belastete Leib des Herrn brachte. -1 Petrus 1Petr 67 2 24 58 Christi Wunden unsere Heilung. -1 Petrus 1Petr 67 2 25 Eratis enim sicut oves errantes, sed conversi estis nunc ad Pastorem, et Episcopum animarum vestrarum. Denn ihr waret wie irrende Schafe;⁵⁹ nun aber seid ihr bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.⁶⁰ -1 Petrus 1Petr 67 2 25 59 [Jes 53,6], vergl. [Lk 15,14ff] und die Verheißung [Ez 34,15.16]. -1 Petrus 1Petr 67 2 25 60 Christus ist der wahre, schon im A. T. verheißene und vorgebildete [Jes 40,11, Ez 34,23] gute Hirte, der in heiliger Liebe sein Leben für seine Schafe dahingab [Joh 10,15], der große Hirt [Hebr 13,20], der Erzhirt. [1Petr 5,4.19] Seine Stimme hat euch aus der Wüste zur Herde zurückgerufen. Christus ist der eigentliche Hirt und Bischof der Seelen [Ez 34,11], die übrigen sind einzig seine Stellvertreter. -1 Petrus 1Petr 67 3 0 c. Pflichten der Eheleute gegeneinander: 1. Die Frauen sollen ihren Männern untergeben sein, um diese, wenn sie etwa noch nicht bekehrt sind, durch ihren guten Wandel zum Glauben zu führen. (V. 2) Den Leib sollen sie nicht mit kostbaren Kleidern, sondern nach dem Vorbilde Saras, deren Töchter sie geworden, das Herz mit Tugenden schmücken. (V. 6) 2. Die Männer sollen ihrerseits ihre Frauen als Miterben der Himmelsgnade ehren. (V. 7) d. Alle Gläubigen endlich sollen wahre Liebe üben und niemals Böses mit Bösem vergelten, sondern im Gegenteile segnen, damit auch sie Segen erlangen (V. 9), wie die heil. Schrift schon bezeugt. (V. 12) 2. Verhalten der Gläubigen bei der gegenwärtigen Verfolgung. (3,13 4,19) a. Vor allem sollen die Leser sich bemühen ein gutes Gewissen zu haben und vor den Obrigkeiten ohne alle Furcht den Grund ihrer Hoffnung so vorlegen, dass ihre Verleumder beschämt werden (V. 16), denn besser ist es unschuldig als schuldig zu leiden und so Christus ähnlich zu werden, der gerecht, dennoch für die Ungerechten sterbend uns allen unschätzbare Güter verdiente. -1 Petrus 1Petr 67 3 1 Similiter et mulieres subditæ sint viris suis: ut et si qui non credunt verbo, per mulierum conversationem sine verbo lucrifiant, Gleicherweise¹ sollen auch die Frauen ihren Männern untergeben sein, damit auch diejenigen, die etwa dem Worte² nicht glauben, durch den Wandel der Frauen ohne Wort³ gewonnen werden,⁴ -1 Petrus 1Petr 67 3 1 1 Anknüpfend an [1Petr 2,17]. -1 Petrus 1Petr 67 3 1 2 Wie der natürlichen Anlage nach, so ist auf Grund des positiven göttlichen Gesetzes im A. und im N. B. [Gen 3,16, Eph 5,22-24] der Mann das Haupt des Weibes. (2) Des Evangeliums. Wenn das Wort des Evangeliums nichts fruchtet, wird das Wort der Frau, das die Männer belehren oder ermahnen soll, noch weniger ausrichten. Das einzig wirksame Mittel bleibt da die praktische Predigt eines echt christlichen Wandels. -1 Petrus 1Petr 67 3 1 3 Nicht so Worte, wie Beispiele sind notwendig und erfolgreich. -1 Petrus 1Petr 67 3 1 4 Eigentlich ist der Gewinn auf Seite derer, welche sich bekehren. In den Worten des Apostels spiegelt sich indes der hohe Wert der Menschenseele. [Mt 16,26] -1 Petrus 1Petr 67 3 2 Considerantes in timore castam conversationem vestram. wenn sie euern in Furcht reinen Wandel vor Augen haben. [1Kor 7,16, Eph 5,22] -1 Petrus 1Petr 67 3 3 Quarum non sit extrinsecus capillatura, aut circumdatio auri, aut indumenti vestimentorum cultus: Der Schmuck der Frauen sei nicht der äußerliche in Haargeflechten, oder Anlegen goldenen Geschmeides, oder in gesuchtem Anzuge, -1 Petrus 1Petr 67 3 4 Sed qui absconditus est cordis homo, in incorruptibilitate quieti, et modesti spiritus, qui est in conspectu Dei locuples. sondern der verborgene Herzensmensch⁵ in der Unvergänglichkeit des stillen und sanften Geistes, der vor Gott kostbar ist.⁶ -1 Petrus 1Petr 67 3 4 5 Mit demütiger und ehrfurchtsvoller Scheu vor jeder Pflichtverletzung, die in der Furcht Gottes wurzelt. -1 Petrus 1Petr 67 3 4 6 Vergl. [1Thess 4,11, 2Thess 3,12]. -1 Petrus 1Petr 67 3 5 Sic enim aliquando et sanctæ mulieres, sperantes in Deo, ornabant se, subjectæ propriis viris. Denn so schmückten sich einst⁷ auch die heiligen⁸ Frauen, die auf Gott hofften, indem sie ihren Männern untertan waren.⁹ -1 Petrus 1Petr 67 3 5 7 Ein scheinbarer Widerspruch, dass das, was verborgen ist vor den Augen der Menschen, ihr Schmuck sein soll, doch wird derselbe im Relativsatze gelöst. -1 Petrus 1Petr 67 3 5 8 So werden sie wegen ihrer Stellung und Bedeutung in der heiligen Geschichte, wie wegen ihrer persönlichen Tugend und Gottesfurcht genannt. -1 Petrus 1Petr 67 3 5 9 Um der Hoffnung willen auf Gott. -1 Petrus 1Petr 67 3 6 Sicut Sara obediebat Abrahæ, dominum eum vocans: cujus estis filiæ benefacientes, et non pertimentes ullam perturbationem. So gehorchte,¹⁰ ihn Gebieter¹¹ nennend, Sara dem Abraham, deren Töchter ihr seid,¹² wenn ihr Gutes tut und bei keiner Widerwärtigkeit den Mut verliert. -1 Petrus 1Petr 67 3 6 10 Beständig. -1 Petrus 1Petr 67 3 6 11 [Gen 18,12] nach der Septuag in Erfüllung des [Gen 3,16] gegebenen Gebotes. Sara, das Weib Abrahams und die Mutter Isaaks, aus dessen Stamme der verheißene Erlöser der Welt kam, ward als die geistige Stammmutter aller Gläubigen vergl. [Gal 4,22-28], besonders der gläubig gewordenen Frauen, verehrt. -1 Petrus 1Petr 67 3 6 12 Griech.: geworden seid. Der heil. Petrus schreibt also nicht nur an Judenchristen. -1 Petrus 1Petr 67 3 7 Viri similiter cohabitantes secundum scientiam, quasi infirmiori vasculo muliebri impertientes honorem, tamquam et cohæredibus gratiæ vitæ: ut non impediantur orationes vestræ. Ihr Männer gleicherweise, lebet in Einsicht¹³ mit dem weiblichen Gebilde,¹⁴ als dem schwächeren, zusammen,¹⁵ indem ihr ihnen Achtung erweiset als solchen, die auch Miterben¹⁶ der Gnade des Lebens¹⁷ sind, damit euere Gebete¹⁸ nicht behindert werden. -1 Petrus 1Petr 67 3 7 13 Was diese ist, beschreibt der Apostel alsbald: Mit Berücksichtigung ihrer Schwäche, mit dem Bewusstsein, dass auch sie Anteil an der Gnade des ewigen Lebens hat. -1 Petrus 1Petr 67 3 7 14 Das latein. und griech. Wort bedeutet an sich Gefäß. Dieser Ausdruck steht vom Menschen als Geschöpf Gottes und seiner dadurch bedingten Abhängigkeit von Gott [Röm 9,22.23], oder als einem Werkzeug Gottes [Apg 9,15] vom menschlichen Leibe in seiner Schwäche und Gebrechlichkeit. [2Kor 4,7] Der Komparativ zeigt hier, dass die Bezeichnung auch dem Manne zukommt, soweit dessen Beziehung zu Gott berücksichtigt wird. -1 Petrus 1Petr 67 3 7 15 Im ehelichen Leben. -1 Petrus 1Petr 67 3 7 16 Mann und Frau stehen darin gleich. In diesem Verse ist die Stellung der Frau nach der Offenbarung beschrieben. -1 Petrus 1Petr 67 3 7 17 Des ewigen Lebens, das um Gnade um Christi willen verliehen wird. -1 Petrus 1Petr 67 3 7 18 Die gemeinsamen Gebete. Wie soll ich das Glück des Ehebundes beschreiben, den die Kirche segnet? Fragt Tertullian. Zusammen beten sie. Das gemeinsame Gebet gehört also zu den Segnungen des Ehestandes. -1 Petrus 1Petr 67 3 8 In fine autem omnes unanimes, compatientes, fraternitatis amatores, misericordes, modesti, humiles: Endlich aber seid alle gleichgesinnt,¹⁹ mitleidig, bruderliebend, barmherzig, sittsam, demütig; -1 Petrus 1Petr 67 3 8 19 Um diese Einheit hat der Heiland noch kurz vor seinem Tode für seine Jünger gebetet [Joh 17,21], zu ihr ermahnt der Völkerapostel oftmals, und von den ersten Christen heißt es, dass sie ein Herz und eine Seele waren. [Apg 4,32] -1 Petrus 1Petr 67 3 9 Non reddentes malum pro malo, nec maledictum pro maledicto, sed e contrario benedicentes: quia in hoc vocati estis, ut benedictionem hæreditate possideatis. vergeltet nicht Böses mit Bösem,²⁰ nicht Schmähwort mit Schmähwort, sondern im Gegenteile segnet, weil ihr dazu berufen seid, Segen zu ererben.²¹ -1 Petrus 1Petr 67 3 9 20 Dem Apostel stehen bestimmte Aussprüche des Herrn vor Augen. [Lk 6,28, Mt 5,44] -1 Petrus 1Petr 67 3 9 21 Der Gedanke an diesen herrlichen Beruf erweitere euer Herz. Es wäre euer unwürdig und stände im Widerspruche mit jenem ewigen Segen, zu dem ihr berufen seid, lasst ihr euch zu dem Gegenteile des Segens hinreißen. -1 Petrus 1Petr 67 3 10 Qui enim vult vitam diligere, et dies videre bonos, coerceat linguam suam a malo: et labia ejus ne loquantur dolum. Denn wer das Leben lieben²² und gute²³ Tage sehen will, halte seine Zunge zurück vom Bösen, und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden.²⁴ -1 Petrus 1Petr 67 3 10 22 Ein Leben, das man christlich lieben kann, ist nur dies, welches unter Gottes Augen geführt und von ihm gesegnet wird. Die Worte sind dem [Ps 33,13ff] nach der Septuag entnommen, mit einer kleinen Abänderung. -1 Petrus 1Petr 67 3 10 23 Nicht durch selbstverschuldete Leiden getrübte. -1 Petrus 1Petr 67 3 10 24 Der hebr. und griech. Ausdruck setzen der Zunge Böses zu reden voraus. -1 Petrus 1Petr 67 3 11 Declinet a malo, et faciat bonum: inquirat pacem, et sequatur eam: Er wende sich ab vom Bösen, und tue Gutes;²⁵ er suche Frieden, und jage ihm nach. -1 Petrus 1Petr 67 3 11 25 Wie in Worten, so soll sich der Christ in Taten beherrschen. -1 Petrus 1Petr 67 3 12 Quia oculi Domini super justos, et aures ejus in preces eorum: vultus autem Domini super facientes mala. Denn die Augen des Herrn sind auf die Gerechten gerichtet, und seine Ohren merken auf ihr Flehen;²⁶ das Angesicht des Herrn aber ist wider die, welche Böses tun. -1 Petrus 1Petr 67 3 12 26 Auge und Ohr drücken besonders die innige Teilnahme des Herrn, das Antlitz die Gewalt seines Zornes aus, obwohl des letztere sonst auch für das gnädige Anschauen Gottes gesetzt wird. -1 Petrus 1Petr 67 3 13 Et quis est qui vobis noceat, si boni æmulatores fueritis? Und wer wird euch schaden, wenn ihr eifrig dem Guten nachtrachtet?²⁷ -1 Petrus 1Petr 67 3 13 27 Gott ist der Schutzherr der gerechten, also kann niemand ihnen schaden. -1 Petrus 1Petr 67 3 14 Sed et si quid patimini propter justitiam, beati. Timorem autem eorum ne timueritis, et non conturbemini. Jedoch wenn ihr auch etwas leiden solltet um der Gerechtigkeit willen,²⁸ selig seid ihr! Lasset euch nicht von Furcht vor ihnen einnehmen, noch euch beunruhigen.²⁹ [Mt 5,10] -1 Petrus 1Petr 67 3 14 28 Wenn auch ein Leiden euch treffen sollte, wird es doch keine Schädigung sein. Diese Wahrheit hat der heil. Petrus aus dem Munde des Herrn selbst gehört [Mt 5,10] und genugsam in seinen eigenen Verfolgungen erfahren. Vergl. [1Petr 2,21]. So stellt er in diesem Verse die höchste christliche Anschauung vom wahren Glücke des Menschen dar. -1 Petrus 1Petr 67 3 14 29 Wohl Erinnerung an [Jes 8,12.13] nach der Septuag. -1 Petrus 1Petr 67 3 15 Dominum autem Christum sanctificate in cordibus vestris, parati semper ad satisfactionem omni poscenti vos rationem de ea, quæ in vobis est, spe. Den Herrn Christus aber heiliget in euern Herzen,³⁰ allezeit³¹ bereit zur Verantwortung gegen jeden, der von euch Rechenschaft³² über die Hoffnung fordert, die ihr in euch habt;³³ -1 Petrus 1Petr 67 3 15 30 Ohne das Herz keine wahre Heilighaltung. Den Heiland in Liebe, Furcht und Anbetung als den höchsten Herrn anerkennen und dem gemäß nichts tun, was seinem Willen zuwider ist, wohl aber jedes Opfer bringen, um in Gemeinschaft mit ihm zu bleiben. Der Text ist aus [Jes 8,13] genommen. An Stelle Jahves der Heerscharen ist Christus der Herr gesetzt, ein deutliches Zeugnis für seine Gottheit. -1 Petrus 1Petr 67 3 15 31 Keine Zeit, noch Person ist ausgenommen. -1 Petrus 1Petr 67 3 15 32 Jede Antwort, welche der Christ für seinen Glauben und seine Hoffnung auf Christus und das ewige Leben gibt, soweit es notwendig erscheint und er es vermag. Die Frage, ob die Christen, wenn sei in diesem Leben geduldig leiden und sich vieles versagen, die Hoffnung auf einen Ersatz im anderen Leben haben, lag nahe. -1 Petrus 1Petr 67 3 15 33 Die christliche Hoffnung durchdringt und erfüllt das Herz. -1 Petrus 1Petr 67 3 16 Sed cum modestia, et timore, conscientiam habentes bonam: ut in eo, quod detrahunt vobis, confundantur, qui calumniantur vestram bonam in Christo conversationem. doch mit Sanftmut und Furcht,³⁴ indem ihr ein gutes Gewissen habt, damit die, welche euern guten Wandel in Christus³⁵ verleumden, darin zu Schanden werden,³⁶ worin sie euch übel nachreden. -1 Petrus 1Petr 67 3 16 34 In Milde und im Bewusstsein der Wahrheit und mit dem Wunsche zu überzeugen, nicht mit hochmütigem Selbstvertrauen und in trotziger Weise, sondern mit Scheu vor Gott, dessen Sache sie vertreten und der alles aus Gnaden geschenkt, und mit Achtung vor den Menschen. -1 Petrus 1Petr 67 3 16 35 Euer Wandel muss in Christus gegründet sein. -1 Petrus 1Petr 67 3 16 36 Haltloser kann die Beschuldigung der Feinde nicht sein, als wenn sie in eben der Sache, welche sie zum Vorwurfe machen, ihre Beschämung finden. Wenn euer gewissen euch bezeugt, dass ihr die Lehen Christi zur Richtschnur des Lebens nehmt, werdet ihr das Christentum mit überzeugender Kraft gegen die Gegner verteidigen können, ohne fürchten zu müssen, dass euer Wandel eure Worte Lügen strafe. -1 Petrus 1Petr 67 3 17 Melius est enim benefacientes (si voluntas Dei velit) pati, quam malefacientes. Denn besser³⁷ ist es, ihr leidet (wenn es Gottes Wille³⁸ sein sollte), um guter als um böser Taten willen;³⁹ -1 Petrus 1Petr 67 3 17 37 Der Seele zuträglicher. [2Petr 2,26, 1Kor 7,9.38] -1 Petrus 1Petr 67 3 17 38 So hebt der heil. Petrus nachdrücklich hervor, dass ohne Gottes Willen kein Leiden uns treffen kann. -1 Petrus 1Petr 67 3 17 39 Unschuldiges Leiden wird umso heilsamer wirken, je mehr die Christen auch zur Zeit desselben ihren Feindes Gutes erweisen, um deren Heil zu vermitteln. -1 Petrus 1Petr 67 3 18 Quia et Christus semel pro peccatis nostris mortuus est, justus pro injustis, ut nos offerret Deo, mortificatus quidem carne, vivificatus autem spiritu. ist ja⁴⁰ auch Christus einmal⁴¹ für unsere Sünden⁴² gestorben, als Gerechter für Ungerechte, auf dass er uns Gott darbrächte,⁴³ getötet zwar dem Fleische nach, aber lebendig gemacht dem Geiste nach.⁴⁴ [Röm 5,6] -1 Petrus 1Petr 67 3 18 40 Diese Stelle hat große Ähnlichkeit mit [1Petr 2,21]; nur dass dort die Leiden Christi als Vorbild hingestellt werden, hier mehr die erlösende Bedeutung derselben betont wird. -1 Petrus 1Petr 67 3 18 41 Hervorhebung der Kürze und der Kraft des Leidens. -1 Petrus 1Petr 67 3 18 42 Das Leiden war durch die Sünde veranlasst und sollte diese tilgen. Die besonderen Umstände, unter denen Christus litt, und das Ziel seines Leidens müssen mit der Leidenslage der Leser und dem von dem Apostel geforderten Verhalten im Leiden Ähnlichkeit haben. -1 Petrus 1Petr 67 3 18 43 Dies Wort bezeichnet in der rituellen Sprache der Septuag die Darbringung fleckenloser Opfertiere vor dem Herrn. [Lev 3,12, Lev 4,4] In gleichem Sinne steht es, wo Priester und Leviten zum Heiligtume hingeführt wurden, waren doch auch diese selbst gleichsam Opfer. Er weist also auf das Priestertum hin. Wie kann ein Toter aber solche Wirksamkeit üben? Das beantworten die beiden Partizipien. -1 Petrus 1Petr 67 3 18 44 Der menschlichen Natur nach im Stande seiner Erniedrigung getötet, während seine Seele von seiner Gottheit und der von dieser mitgeteilten Gnadenfülle verklärt war. Hiernach war Christus dem Tode nicht zugänglich, sondern erweckte den Leib und gab ihm Anteil an den Eigenschaften der verklärten Seele. -1 Petrus 1Petr 67 3 19 In quo et his, qui in carcere erant, spiritibus veniens prædicavit: In diesem⁴⁵ ist er auch hingegangen und hat⁴⁶ den Geistern, die im Gefängnisse waren, gepredigt,⁴⁷ -1 Petrus 1Petr 67 3 19 45 In diesem Geiste, der Seele, die mit der Gottheit vereint war. -1 Petrus 1Petr 67 3 19 46 Sogar. Dies entspricht der Hervorhebung ihres Unglaubens. V. 19. Die Juden hielten die Zeitgenossen Noes für unfähig allen Heiles. -1 Petrus 1Petr 67 3 19 47 Die meisten Ausleger älterer und neuerer Zeit verstehen diesen Vers von dem Hinabsteigen Christi in die Unterwelt und seiner Predigt an die Seelen der in der Sündflut untergegangenen Zeitgenossen Noes. Sollten diese sich etwa noch in der Unterwelt bekehren? Dies anzunehmen würde geoffenbarten Wahrheiten widersprechen. Sofort nach dem Tode ist das Gericht [Hebr 9,27] und am Tage des Todes vergilt Gott einem jeden nach seinen Wegen. [Sir 11,21, Koh 11,3] Sofort nach seinem Tode ward der reiche Prasser auf ewig in die Hölle gestürzt [2Kor 5,10], wie Lazarus des Trostes teilhaftig ward. [Lk 16,22ff] Bald nach dem Tode hofft Paulus bei Christus [Phil 1,21ff] zu sein. [2Kor 5,1] Eine Bekehrungspredigt ist also nicht anzunehmen, ebenso wenig aber, dem gewählten Ausdrucke nach, eine Bestätigung der Verdammung. Der Text bezeichnet die, an welche die Predigt gerichtet war, als die, welche einst, in den Tagen Noes, ungläubig waren. Christus verkündete wohl allen Seelen in der Unterwelt sein Erscheinen und die Vollbringung der Erlösung, doch werden jene Zeitgenossen Noes besonders hervorgehoben, weil einige davon selig werden sollten. Es ist nämlich wahrscheinlich, dass viele derselben beim Hereinbrechen der Sündflut in Reue und Buße sich zu Gott wendeten und bekehrten. Diese also erfüllt die an alle, welche einst ungläubig gewesen waren, gerichtet Predigt, mit Trost und Freude, wie die, welche verdammt waren, wohl von Schmerz und Verzweiflung gepackt wurden. Im Totenreiche unterscheidet Christus selbst in der Geschichte von dem reichen Manne und dem armen Lazarus den Aufenthalt der Gerechten, den Schoß Abrahams, später die Vorhölle der Väter genannt, von dem Straforte der Verdammten; doch ist weiter zu unterscheiden zwischen der eigentlichen Vorhölle, dem Aufenthaltsorte der Väter, und dem Reinigungsorte derer, welche zwar zeitweilig ungläubig waren, doch noch vor dem Tode zur wahren Bekehrung gelangt waren oder eine fides implicita hatten. Die Zeit, wo der Herr diese Predigt vollbrachte, sind die zwischen dem Tode und der Auferstehung liegenden Stunden. (Iren., Tert.) Das Herabsteigen des Herrn in die Unterwelt war die letzte Stufe seiner Erniedrigung, aber damit auch der Wendepunkt und der Anfang der Erhöhung. Da er selbst nicht gesündigt, kam er indes in die Unterwelt nicht als ein ihrer Macht Unterworfener, sondern als Sieger. -1 Petrus 1Petr 67 3 20 Qui increduli fuerant aliquando, quando exspectabant Dei patientiam in diebus Noe, cum fabricaretur arca: in qua pauci, id est octo animæ salvæ factæ sunt per aquam. die einst ungläubig waren, als sie in den Tagen Noes sich auf Gottes Langmut verließen,⁴⁸ während die Arche gebaut ward, in welcher wenige, nämlich acht Seelen,⁴⁹ gerettet wurden durch das Wasser, -1 Petrus 1Petr 67 3 20 48 Nach den besten Handschriften der Vulgata und dem Messbuche (Fer. VI. Pasch.): quando exspectabat Dei patientia. So auch im Griech. -1 Petrus 1Petr 67 3 20 49 Gegensatz zu den vielen Ungläubigen. -1 Petrus 1Petr 67 3 21 Quod et vos nunc similis formæ salvos facit baptisma: non carnis depositio sordium, sed conscientiæ bonæ interrogatio in Deum per resurrectionem Jesu Christi, wie⁵⁰ dies auch euch im Gegenbilde⁵¹ nun errettet als Taufe,⁵² die nicht eine Ablegung körperlicher Unreinigkeit⁵³ ist, sondern an Gott gerichtete Begehrung eines guten Gewissens,⁵⁴ durch die Auferstehung Jesu Christi,⁵⁵ -1 Petrus 1Petr 67 3 21 50 Der Apostel will auf die Macht und Herrlichkeit des siegreich auferstandenen Heilandes hinweisen und zeigen, wie seine Wirksamkeit sich nicht nur über die Erde, sondern auch bis in die Tiefe der Unterwelt und in die Höhe des Himmels erstreckt. Als Beweis für diese umfassende Wirksamkeit wählt er das größte Strafgericht der alten Welt. Der Gedanke an die Sündflut lag umso näher, als sie ein Abbild der großen Katastrophe des zukünftigen Gerichtes ist. [Mt 24,37ff, Lk 17,26ff, 2Petr 3,5ff] Zugleich ward dem Apostel so Gelegenheit gegeben, einen tröstlichen Hinweis auf die Zahl der einst Geretteten zu geben und jenen schönen Vergleich zwischen den Wassern der Sündflut, durch welche die Gläubigen der damaligen Zeit, und dem Wasser der Taufe zu bieten, durch welches jetzt die Gläubigen gerettet werden. (V. 21) -1 Petrus 1Petr 67 3 21 51 Im A. B. wurde der N. nicht nur durch Worte vorausverkündet, sondern auch in Tatsachen Vorbilder desselben gegeben. So waren Sara und Hagar mit ihren Kindern [Gal 4,22], der Durchgang durch das rote Meer [1Kor 10,1], die Rettung Noes durch das Wasser, das alle Ungläubigen tötete, und die Entstehung eines neuen Geschlechtes ein Vorbild der Taufe, die ebenfalls begräbt und neu belebt. Noch mehr, Noes Errettung war keine bloße leibliche. Er glaubte der göttlichen Drohung und baute im Glauben, ohne zu sehen, die Arche, welche ihn retten sollte. Seine Errettung war also eine Glaubenstat, eine Wiedergeburt für ihn. -1 Petrus 1Petr 67 3 21 52 Die heil. Väter sahen in der Arche das Vorbild des Kreuzes Christi oder der Kirche. Dass sie eine solche Bedeutung hat, ist unzweifelhaft (Chrys.), indes zieht der Apostel an dieser Stelle im ewigen Leben. -1 Petrus 1Petr 67 3 21 53 Gegensatz zwischen einer rein äußerlichen und einer auf das Innere abzielenden Handlung. -1 Petrus 1Petr 67 3 21 54 Die an Gott gerichtete Bitte um ein gutes Gewissen, die Bitte, dass Gott das gute Gewissen, nach welchem die Christen in der Taufe verlangt und das sie erhalten, ihnen jederzeit bewahre, Kraft und Stärke spendend. -1 Petrus 1Petr 67 3 21 55 Errettet durch die Auferstehung. Die Auferstehung ist die Krone und Vollendung des Erlösungswerkes. Als Auferstandener kann Christus die rettende Wirkung der Taufe sicherstellen, hat er doch nun Teil an der Herrschaft Gottes, dem alle Gewalten unterworfen sind, und kann alle Kraft geben zum Gutestun und alle Hindernisse beseitigen. -1 Petrus 1Petr 67 3 22 Qui est in dextera Dei, deglutiens mortem ut vitæ æternæ hæredes efficeremur: profectus in clum subjectis sibi angelis, et potestatibus, et virtutibus. welcher zur Rechten Gottes ist, nachdem er den Tod verschlungen,⁵⁶ damit wir Erben des ewigen Lebens würden, und in den Himmel gegangen ist, wo ihm Engel, Gewalten und Kräfte⁵⁷ untertan wurden. -1 Petrus 1Petr 67 3 22 56 Die Worte Nachdem er bis Lebens würden fehlen im Griech. und in einigen lateinischen Handschriften. Durch seine Auferstehung und Erhöhung zur Rechten Gottes hat Christus dem leiblichen Tode sowie dem Tode der Sünde und des ewigen Verderbens, dem wir verfallen waren, seine Gewalt genommen, damit wir des ewigen Lebens teilhaftig würden. -1 Petrus 1Petr 67 3 22 57 Alle himmlischen Mächte, welches auch ihr Name ist. Über die besonderen Aufgaben der einzelnen Engelchöre sind nur Vermutungen möglich, da die Offenbarung uns keine sicheren Anhaltspunkte gewährt. (Aug.) Diese Macht des Herrn gibt uns die feste Zuversicht und Freudigkeit des Glaubens, dass nichts uns schaden kann, sondern alle Dinge mitwirken müssen zum Heile, da das Leiden um der Gerechtigkeit willen uns ihm ähnlich macht und selbst der Tod nur zum Leben führen kann. -1 Petrus 1Petr 67 4 0 b. Dem gestorbenen Christus ähnlich geworden sind auch die Christen, selbst den Sünden gestorben, in denen sie vor ihrer Berufung gelebt. (V. 2) So mögen sie sich denn durch die Schmähungen der Heiden nicht zum Rückfall in das alte Leben verleiten lassen (V. 4), denn die Heiden werden über jene dem gerechten Richter Rechenschaft geben müssen. (V. 6) Auf dieses Gericht harrend mögen die Leser selbst wachen und sich in allen Tugenden üben. (V. 11) c. Es ist nicht befremdlich, dass diese Verfolgung über die Gläubigen gekommen ist, sondern vielmehr mögen sie sich über dieselbe freuen, da diese sie der Leiden Christi teilhaftig macht. (V. 14) Sie mögen sich also hüten, als Schuldige zu leiden und sich nicht schämen, wenn sie für den Christennamen leiden müssen. (V. 16) Nahe ist ja das Gericht, in dem sie wegen der jetzt erlittenen Verfolgung das ewige Leben erlangen werden. -1 Petrus 1Petr 67 4 1 Christo igitur passo in carne, et vos eadem cogitatione armamini: quia qui passus est in carne, desiit a peccatis: Da Christus also dem Fleische nach gelitten hat,¹ so waffnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung;² denn wer dem Fleische nach gelitten hat,³ der hat aufgehört zu sündigen, -1 Petrus 1Petr 67 4 1 1 Christus ist seinem Fleische nach, seiner irdisch menschlichen Erscheinungsweise nach tot. Der Apostel geht auf die Tatsache des Leidens [1Petr 3,18] zurück. -1 Petrus 1Petr 67 4 1 2 So lange sie als Heiden lebten, lebte in ihnen das Fleisch und waren ihre Begierden die Richtschnur ihrer Sitten. Als Christen sind sie dem Fleische nach tot. Ähnl. [Röm 6,3-13]. -1 Petrus 1Petr 67 4 1 3 Wer in der Taufe mit Christus dem Fleische nach gestorben ist, muss sich die Abtötung des Fleisches angelegen sein lassen. (Aug., Ökum.) -1 Petrus 1Petr 67 4 2 Ut jam non desideriis hominum, sed voluntati Dei, quod reliquum est in carne vivat temporis. so dass er nicht mehr den Gelüsten der Menschen, sondern dem Willen Gottes⁴ die noch übrige Zeit im Fleische⁵ lebt. [Eph 4,23] -1 Petrus 1Petr 67 4 2 4 Gegensatz: Mannigfaltige Lüste der Menschen ein Wille Gottes. Welche Lüste gemeint sind, zeigt V. 3. -1 Petrus 1Petr 67 4 2 5 Die Zeit des noch übrigen irdischen Lebens. Christus hat an unserer statt die Strafe der Sünden gelitten und durch seine Auferstehung bewirkt, dass nicht wir selbst sterben, sondern der alte Mensch in uns; durch seine Auferstehung aber auch ein neuer Mensch in uns erschaffen wird. So wird das Leiden Christi dem Christen zum Kreuze, d. i. zu einer Ertötung des alten Menschen in der Kraft des Todes Christi und durch das Leiden hört die Sünde in ihm immer mehr auf. -1 Petrus 1Petr 67 4 3 Sufficit enim præteritum tempus ad voluntatem gentium consummandam his, qui ambulaverunt in luxuriis, desideriis, vinolentiis, comessationibus, potationibus, et illicitis idolorum cultibus. Denn es ist genug, dass sie⁶ die vergangene Zeit des Lebens das Verlangen der Heiden erfüllt haben, da sie in Ausschweifungen, Sinneslust, Berauschungen, Schmausereien, Zechgelagen und frevelhaftem Götzendienste wandelten.⁷ -1 Petrus 1Petr 67 4 3 6 Griech.: ihr. -1 Petrus 1Petr 67 4 3 7 Gegen göttliches und menschliches Recht streitende Götzendienerei. -1 Petrus 1Petr 67 4 4 In quo admirantur non concurrentibus vobis in eamdem luxuriæ confusionem, blasphemantes. Darüber fasst sie Verwunderung, dass ihr nicht mit ihnen den gleichen wüsten Ausschweifungen zulaufet, und sie lästern. -1 Petrus 1Petr 67 4 5 Qui reddent rationem ei, qui paratus est judicare vivos et mortuos. Doch sie werden dem Rechenschaft⁸ geben müssen, der bereit steht zu richten die Lebendigen⁸ und die Toten. -1 Petrus 1Petr 67 4 5 8 Die zur Zeit der Erscheinung des Herrn zum Gerichte noch am Leben sind. -1 Petrus 1Petr 67 4 5 8 Die zur Zeit der Erscheinung des Herrn zum Gerichte noch am Leben sind. -1 Petrus 1Petr 67 4 6 Propter hoc enim et mortuis evangelizatum est: ut judicentur quidem secundum homines in carne, vivant autem secundum Deum in spiritu. Denn deshalb ist auch den Toten⁹ das Evangelium verkündet worden, damit sie, ob sie auch wie alle Menschen dem Fleische nach gerichtet sind,¹⁰ doch nach Gottes Willen¹¹ im Geiste leben. -1 Petrus 1Petr 67 4 6 9 Erinnerung an das [1Petr 3,19] Gesagte. Deshalb folgt die Begründung und Verallgemeinerung. Die [1Petr 3,19] angeführten sind Totenbeispiele. Übrigens ist das Evangelium so nur den Toten verkündet worden, denen diese Verkündigung nützen konnte. -1 Petrus 1Petr 67 4 6 10 Damit sie durch den Tod, der eine Strafe der Sünde ist, gerichtet, dem Geiste nach leben. Griech.: Obwohl sie bereits, wie es Menschen zukommt, d. i. dem Fleische nach, gerichtet waren. Vergl. auch die folgende Anmerkung. -1 Petrus 1Petr 67 4 6 11 Wie es seinem Wesen entspricht, somit ewig selig dem Heil. Geiste nach leben. Dies war Ziel und Inhalt der Verkündigung des Evangeliums, wenn es auch auf Erden, wie bei jenen, den einen zum Heil, den andern zum Verderben gereichte. Nach anderen: So dass die Toten, obgleich sie nach der gewöhnlichen und heidnischen Anschauung als solche beurteilt und angesehen werden, die im Fleische völlig vernichtet sind, doch vor Gott und durch seine Gabe im Geiste der Gnade und himmlischen Glorie ewig fortleben. -1 Petrus 1Petr 67 4 7 Omnium autem finis appropinquavit. Estote itaque prudentes, et vigilate in orationibus. Das Ende aller Dinge aber hat sich genähert.¹² Seid also klug und wachsam im Gebete. [Lk 21,36, 1Joh 2,18] -1 Petrus 1Petr 67 4 7 12 Mit der Menschwerdung Christi hat die Schlussperiode der Weltgeschichte begonnen. Was jederzeit eintreten kann, ist nahe, ähnlich wie der Tod, dem das Weltende auch darin ähnlich ist, dass die Stunde beider ungewiss ist. [Apg 1,7', Lk 21,36] Wie Paulus und Jakobus hält Petrus freilich in seiner Sehnsucht nach dem Heilande (nicht infolge einer Offenbarung) das Weltende für wahrscheinlich nahe, obwohl alle Apostel mit dem heil. Petrus es als möglich bezeichnen, dass bis zum Eintritte jenes Tages noch Jahrtausende vergehen werden. [2Petr 3,8.9] -1 Petrus 1Petr 67 4 8 Ante omnia autem, mutuam in vobismetipsis caritatem continuam habentes: quia caritas operit multitudinem peccatorum. Vor allem aber lasset eure Liebe zueinander eine anhaltende sein; denn die Liebe¹³ bedeckt¹⁴ eine Menge von Sünden.¹⁵ [Spr 10,12] -1 Petrus 1Petr 67 4 8 13 Entweder ist dies eine gnadenreiche Verheißung: Wer Gottes- und Nächstenliebe hat und übt, erwirbt sich dadurch Verzeihung bei Gott (Tert., Ambros.) oder: Wer Liebe übt, verzeiht dem Nächsten seine Fehler und Sünden. (Chrys. Aug.) Die zweite Erklärung entspricht besser der Stelle [Spr 10,12] aus der der Ausspruch des heil. Petrus in etwas veränderter Form genommen ist. -1 Petrus 1Petr 67 4 8 14 Gott will die Sünden ansehen, als wären sie nie vorgekommen. -1 Petrus 1Petr 67 4 8 15 Im Verkehre der Menschen ermangelt es nicht an Verfehlungen, die echte Liebe aber kennt kein Maß im Vergehen [Mt 18,21.22]. Vergl. [Jak 5,10], wo der gleiche Ausspruch im anderen Sinne wiederkehrt. -1 Petrus 1Petr 67 4 9 Hospitales invicem sine murmuratione: Seid gastfrei¹⁶ gegen einander ohne Murren. [Röm 12,13, Phil 2,14] -1 Petrus 1Petr 67 4 9 16 Die gastliche Aufnahme fremder Christen wird im N. T. oft empfohlen [Röm 12,13, Hebr 13,2.3, Joh 5ff], und der heilige Paulus bezeichnet sie als eine der Eigenschaften eines zu wählenden Bischofs. [1Tim 3,2, Tit 1,8] -1 Petrus 1Petr 67 4 10 Unusquisque, sicut accepit gratiam, in alterutrum illam administrantes, sicut boni dispensatores multiformis gratiæ Dei. Dienet einander, jeder mit der Gabe die er empfangen hat, als gute Verwalter¹⁷ der mannigfaltigen Gnaden Gottes. [Röm 12,6] -1 Petrus 1Petr 67 4 10 17 Die Christen sind nicht Eigentümer der Gnadengaben, dass sie über dieselben frei schalten und walten dürften, sondern nur Verwalter, welche diese wie die leiblichen Güter nach Gottes Willen verwenden müssen. Dem Apostel standen wohl die Gleichnisse von dem anvertrauten Talente und dem ungerechten Haushalter vor Augen. [Mt 25,14ff, Lk 12,42ff, Lk 16,1ff] Das Bild vom Haushalter kommt auch beim heil. Paulus vor [1Kor 4,1] und [Tit 1,7]. -1 Petrus 1Petr 67 4 11 Si quis loquitur, quasi sermones Dei: si quis ministrat, tamquam ex virtute, quam administrat Deus: ut in omnibus honorificetur Deus per Jesum Christum: cui est gloria, et imperium in sæcula sæculorum: Amen. Wenn jemand redet,¹⁸ so rede er als Worte Gottes,¹⁹ wenn jemand dient,²⁰ so diene er²¹ als aus der Kraft, die Gott spendet, damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus,²² welchem²³ die Herrlichkeit²⁴ und die Herrschaft²⁵ ist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.²⁶ -1 Petrus 1Petr 67 4 11 18 Reden ist hier die Gnadengabe. [1Kor 12,8-10] -1 Petrus 1Petr 67 4 11 19 Im Bewusstsein, dass er es von Gott empfangen hat, mit aufrichtiger Demut und Liebe. (Gregor d. Gr.) -1 Petrus 1Petr 67 4 11 20 Alle Gnadengaben, welche auf das Tun abzielen, besonders die leiblichen Werke der Barmherzigkeit. -1 Petrus 1Petr 67 4 11 21 Rückbeziehung auf V. 10, V. 11. Namentlich auf die ersten Worte von V. 10. -1 Petrus 1Petr 67 4 11 22 Was Gott spendet, wird uns durch Christus zu Teil; was wir auf Grund seiner Gnade alsdann vollbringen, tun wir in der Kraft Gottes durch Vermittlung Christi. -1 Petrus 1Petr 67 4 11 23 Gott. (Ökum.) Dieselbe Formel [1Petr 5,11], wo sie sich gleichfalls auf Gott, und [Offb 1,5], wo sie sich auf Christus bezieht. -1 Petrus 1Petr 67 4 11 24 Die absolute Herrlichkeit. -1 Petrus 1Petr 67 4 11 25 Die sich nach außen offenbarende Macht Gottes. Da ihm Herrlichkeit und Macht zugehört, müssen auch die Christen die von ihm verliehenen Gnadengaben zu seiner Verherrlichung gebrauchen. -1 Petrus 1Petr 67 4 11 26 Wahrlich. Im A. T. bestätigt diese Beifügung insbesondere die Annahme eines Eides oder Bundes, wie sie auch am Schlusse der Doxologie eines Gesanges oder Gebetes, wie [Ps 41,14, Ps 72,19], vorkommt. Im N. T. steht sie auch am Anfange des Satzes in den reden des Herrn, um dem Nachfolgenden eine feierliche Einleitung zu geben. In den Briefen der Apostel begegnet sie uns am Schlusse einer Doxologie oder eines Segenswunsches als feierliche Bekräftigung. -1 Petrus 1Petr 67 4 12 Carissimi, nolite peregrinari in fervore, qui ad tentationem vobis fit, quasi novi aliquid vobis contingat: Geliebte! Lasset euch nicht irre machen durch das Läuterungsfeuer, das zur Prüfung über euch kommt, als begegnete euch etwas Befremdliches,²⁷ -1 Petrus 1Petr 67 4 12 27 Nicht zu eurer Würde als Kinder Gottes [1Petr 1,14.17] und auserwähltes Geschlecht, als königliche Priesterschaft [1Petr 2,9] Passendes. Da Leiden zur Läuterung notwendig sind [1Petr 1,7, 1Petr 5,10] und der von Christus durch sein Leiden vorgezeichnete Weg zur Herrlichkeit (V. 14) [1Petr 2,21, 1Petr 3,17.18], sowie ein Zeichen seiner Auserwählung sind. [1Petr 4,14] -1 Petrus 1Petr 67 4 13 Sed communicantes Christi passionibus gaudete, ut et in revelatione gloriæ ejus gaudeatis exsultantes. sondern in dem Maße, wie ihr Teil habt an den Leiden Christi,²⁸ freuet euch, damit ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit euch freuen möget und frohlocken.²⁹ -1 Petrus 1Petr 67 4 13 28 Das Leiden Christi setzt sich gleichsam in ihren Leiden fort und wiederholt sich, da Christus in ihnen gehasst wird. [Apg 9,45] -1 Petrus 1Petr 67 4 13 29 In Freude auf Erden. Wie ganz anders wird das Frohlocken im Himmel sein! -1 Petrus 1Petr 67 4 14 Si exprobramini in nomine Christi, beati eritis: quoniam quod est honoris, gloriæ, et virtutis Dei, et qui est ejus Spiritus, super vos requiescit. Wenn ihr um des Namens Christi willen³⁰ geschmäht werdet, so seid ihr selig; denn die Ehre und Herrlichkeit und Kraft Gottes und sein Geist ruht auf euch!³¹ -1 Petrus 1Petr 67 4 14 30 Weil ihr Christus angehört. -1 Petrus 1Petr 67 4 14 31 Bleibend, mit euch vereint, kann er durch keine Anfechtungen hinweggenommen werden, in euch seine Wirksamkeit übend. -1 Petrus 1Petr 67 4 15 Nemo autem vestrum patiatur ut homicida, aut fur, aut maledicus, aut alienorum appetitor. Keiner von euch aber leide als Mörder, oder Dieb, oder Lästerer, oder als einer, der nach fremdem Gute trachtet.³² -1 Petrus 1Petr 67 4 15 32 Erläuterung zu: Im Namen Christi V. 15, in negativer, V. 16 in positiver Weise. -1 Petrus 1Petr 67 4 16 Si autem ut Christianus, non erubescat: glorificet autem Deum in isto nomine. Leidet er dagegen als Christ,³³ so schäme er sich nicht; vielmehr verherrliche er Gott in diesem Namen.³⁴ -1 Petrus 1Petr 67 4 16 33 Dieser Name kommt, außer an dieser Stelle, im N. T. nur noch an zwei anderen vor: [Apg 11,26] und [Apg 26,28]. Er ging nicht von den Jüngern aus, welche sich vielmehr Jünger, Gläubige, heilige, Brüder nannten, noch weniger von den Juden, von denen die Anhänger des Heilandes verächtlich als Galiläer, Nazaräer u. a. bezeichnet wurden, sondern von den heidnischen Römern in Antiochia. Dort traten die Christen diesen zum ersten Male als von den Juden unterschieden entgegen. Dieser Name war vielleicht zuerst ein offizieller, erhielt aber bald eine verächtliche Bedeutung. An allen drei Stellen, wo er im N. T. vorkommt, ist er eine nicht kirchliche Bezeichnung. Nachdem der Name aber einmal das Ziel des Hasses seitens der Heiden geworden war, brauchten auch die Christen ihn, seine tiefe Bedeutung wohl erfassend, so dass der zweite Nachfolger des heil. Petrus auf dem Stuhle zu Antiochia, der Märtyrer Ignatius, den Gläubigen zurufen konnte: Es geziemt sich, dass ihr nicht allein Christen heißt, sondern auch seid. -1 Petrus 1Petr 67 4 16 34 Wie Petrus selbst getan. [Apg 5,41] -1 Petrus 1Petr 67 4 17 Quoniam tempus est ut incipiat judicium a domo Dei. Si autem primum a nobis: quis finis eorum, qui non credunt Dei Evangelio? Denn es ist die Zeit³⁵ da, dass das Gericht³⁶ am Hause Gottes³⁷ anfange. Wenn es aber zuerst bei uns beginnt, welches wird das Ende derer sein,³⁸ welche dem Evangelium Gottes nicht glauben? -1 Petrus 1Petr 67 4 17 35 Die von Gott festgesetzte Zeit. Vergl. V. 7. -1 Petrus 1Petr 67 4 17 36 Das über alle Menschen und Völker sich erstreckende, dessen Vorboten die Leiden und Verfolgungen der Kirche sind, da Gott durch diese die Fehler und Sünden der Glieder straft und für immer mehr von aller Unvollkommenheit befreit. Vergl. [1Kor 11,31.32]. Dies Gericht, welches für die Guten eine Läuterung ist, ist für die Bösen zum Untergange. -1 Petrus 1Petr 67 4 17 37 Die Kirche ist das geistige Haus, dessen Grundstein Christus, dessen Bausteine die Glieder der Kirche sind. [1Petr 2,4.5] Es ist Gottes Haus, weil von ihm gegründet, ihm angehörend und bestimmt ihm zu dienen. -1 Petrus 1Petr 67 4 17 38 Dass es dort beginnen soll, haben betreffs des A. B., und damit mittelbar auch für die Kirche, die Propheten vorausgesagt [Jer 25,29, Jer 49,12, Ez 9,6, Am 3,2] und der Heiland seinen Aposteln vorherverkündet. [Mt 24,9ff, Lk 21,12ff] -1 Petrus 1Petr 67 4 18 Et si justus vix salvabitur, impius, et peccator ubi parebunt? Und wenn der Gerechte kaum wird gerettet werden, wo wird der Gottlose und Sünder erscheinen?³⁹ [Spr 11,31] -1 Petrus 1Petr 67 4 18 39 Aus der Schwere des Gerichtes über die Christen ist auf die Schwere des Gerichtes über die Ungläubigen und Gottlosen zu schließen. Die Anführung ist aus [Spr 11,31] nach der Septuag genommen, indes mit einer kleinen Abweichung. -1 Petrus 1Petr 67 4 19 Itaque et hi, qui patiuntur secundum voluntatem Dei, fideli Creatori commendent animas suas in benefactis. Darum mögen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen dem treuen Schöpfer anempfehlen mit guten Werken.⁴⁰ -1 Petrus 1Petr 67 4 19 40 Der Christ muss das Leiden als eine väterliche Züchtigung betrachten, die ihn vor dem verdammenden Endgerichte bewahrt, dass die Ungläubigen trifft. Deshalb hat er alle Ursache seinem Schöpfer in diesem Worte tritt das Verhältnis des Menschen zu Gott und dessen Allmacht besonders hervor zu vertrauen und nur darauf zu denken, wie er trotz aller Schmähungen und Verfolgungen dabei beharre Gutes zu tun. -1 Petrus 1Petr 67 5 0 III. Mahnungen an die Gläubigen. (Kap. 5, V. 1 11): 1. Mahnung an die kirchlichen Vorsteher, ihre Herde wohl zu weiden und derselben durch das Beispiel ihres Lebens voranzuleuchten (V. 3), denn alsdann werden sie vom Erzhirten eine unverwelkliche Krone erlangen. (V. 4) 2. Mahnung an die Herde, den Hirten untergeben zu sein. (V. 5) 3. Mahnung an Hirten und Herde zugleich: Dass alle sich demütigen unter die gewaltige Hand Gottes, der sie zu seiner Zeit erhöhen wird (V. 7), dass alle sich der Selbstbeherrschung befleißigen und wachen mögen, damit sie dem Teufel widerstehen können, der sie verderben will, indem sie sich mit dem Gedanken trösten, dass ihre Brüder von derselben Verfolgung bedrängt werden, Gott aber, der sie berufen, sie auch in der Verfolgung festigen werde. (V. 11) Epilog (V. 12 14): Übermittlung des Briefes durch Silvanus. Grüße. Apostolischer Segen. -1 Petrus 1Petr 67 5 1 Seniores ergo, qui in vobis sunt, obsecro, consenior et testis Christi passionum: qui et ejus quæ in futuro revelanda est, gloriæ communicator: Die Vorsteher nun,¹ die bei euch sind, ermahne ich, als ihr Mitpriester² und Zeuge der Leiden Christi,³ wie auch Teilnehmer⁴ der Herrlichkeit, die einst offenbar werden soll,⁵ -1 Petrus 1Petr 67 5 1 1 Anknüpfend an [1Petr 4,7.17]. -1 Petrus 1Petr 67 5 1 2 Die dreifache Selbstbezeichnung des Apostels gibt der in V. 2, V. 3 folgenden Ermahnung an die geistlichen Vorsteher eine besondere Kraft und großen Nachdruck. -1 Petrus 1Petr 67 5 1 3 Wenn der Apostel durch die Bezeichnung Mitpresbyter sich den geistlichen Vorstehern in gewissen Dingen gleichstellt, hebt er doch durch die zweite Bezeichnung seine auf persönliche Kenntnis des Lebens Christi und seine Berufung sich gründende apostolische Würde hervor. Vergl. [Apg 1,21.22, Apg 2,32, Apg 3,15, Apg 5,32, Apg 10,39.41], wo der heil. Petrus es anwendet. Zeuge der Leiden des Heilandes nennt sich der heil. Petrus, weil das Leiden der eigentliche Mittelpunkt im Leben des Herrn und nach Gottes Willen unsere Erlösung sein sollte und so am wirksamsten zum geduldigen Leiden bewegen musste. -1 Petrus 1Petr 67 5 1 4 Auch euch wird dies zu Teil werden, wenn ihr euer Amt treu verwaltet. Der Apostel spricht so sicher wohl infolge einer ihm vom Heilande gegebenen Offenbarung. -1 Petrus 1Petr 67 5 1 5 Bei der Wiederkunft des Herrn. -1 Petrus 1Petr 67 5 2 Pascite qui in vobis est gregem Dei, providentes non coacte, sed spontanee secundum Deum: neque turpis lucri gratia, sed voluntarie: weidet⁶ die euch anvertraute Herde Gottes, und traget für sie⁷ Sorge nicht aus Zwang, sondern gern, nach Gottes Anordnung, und nicht schnöden Gewinnes wegen, sondern aus willigem Herzen,⁸ -1 Petrus 1Petr 67 5 2 6 Das Bild vom Hirten und der Herde ist aus dem A. T. [Ps 22,1, Jer 3,15] u. a. in das Neue übergegangen. Weide bezeichnet die gesamte Tätigkeit, welche die Vorsteher zum Heile der ihnen anvertrauten Herde zu üben haben. -1 Petrus 1Petr 67 5 2 7 Die Herde Gottes, die er sich auserwählt und durch sein Blut erkauft hat, ist eine. -1 Petrus 1Petr 67 5 2 8 Wohl durften die Verkünder des Evangeliums vom Evangelium leben [1Kor 9,7-14], doch sollen sie den Dienst des Evangeliums nicht zum Gegenstande der Gewinnsucht machen. -1 Petrus 1Petr 67 5 3 Neque ut dominantes in cleris, sed forma facti gregis ex animo. und nicht als solche, die über das Erbe Gottes⁹ gewalttätig herrschen wollen,¹⁰ sondern als solche, die Vorbilder der Herde sind von Herzen. -1 Petrus 1Petr 67 5 3 9 Griech.: kleros, clerus, das Los, das man durch das Los oder sonst wie zugewiesen wird. Im letzteren Sinne steht es hier und bedeutet die den Vorstehern zugewiesenen Gemeinden. (Cyrill Alex., Beda.) -1 Petrus 1Petr 67 5 3 10 Vergl. [Mt 20,25-28, Mk 10,42-45]. -1 Petrus 1Petr 67 5 4 Et cum apparuerit princeps pastorum, percipietis immarcescibilem gloriæ coronam. Und wenn der Erzhirt¹¹ erscheinen wird,¹² werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. -1 Petrus 1Petr 67 5 4 11 Vergl. [Hebr 13,20]. Alle geistlichen Hirten sind nur seine Stellvertreter, deshalb soll er ihr Vorbild sein. -1 Petrus 1Petr 67 5 4 12 Vergl. [Dan 12,3]. -1 Petrus 1Petr 67 5 5 Similiter adolescentes subditi estote senioribus. Omnes autem invicem humilitatem insinuate, quia Deus superbis resistit, humilibus autem dat gratiam. Desgleichen, ihr Jüngeren!¹³ seid untertan den Vorstehern. Alle aber lasset euch von der Demut durchdringen gegeneinander;¹⁴ denn Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. [Jak 4,6.10] -1 Petrus 1Petr 67 5 5 13 Laien? -1 Petrus 1Petr 67 5 5 14 Griech.: Alle aber sind einander untertan. Hoffärtig sind die, welche sich über ihre Pflichten gegen Gott und Menschen hinwegsetzen. -1 Petrus 1Petr 67 5 6 Humiliamini igitur sub potenti manu Dei, ut vos exaltet in tempore visitationis: Demütiget euch also unter die gewaltige Hand Gottes,¹⁵ damit er euch erhöhe zur Zeit der Heimsuchung, -1 Petrus 1Petr 67 5 6 15 Beim Leiden. Der Apostel kehrt zu seinem Hauptgegenstande zurück. Der Ausdruck gewaltige Hand ist aus dem A. T. genommen. Vergl. [Dtn 3,24, Ex 3,19, Lk 1,51]. Die sich in den Geschicken der Völker wie der einzelnen offenbarende Hand Gottes. -1 Petrus 1Petr 67 5 7 Omnem sollicitudinem vestram projicientes in eum, quoniam ipsi cura est de vobis. indem ihr alle eure Sorgen auf ihn¹⁶ werfet; denn er sorgt für euch.¹⁷ -1 Petrus 1Petr 67 5 7 16 Dem Verse liegt [Ps 54,23] nach der Septuag zu Grunde. Seine Sorge auf den Herrn werfen: sein Herz gleichsam von dieser Last befreiend. Vergl. [Phil 4,6.7]. -1 Petrus 1Petr 67 5 7 17 Ohne seinen Willen kann uns kein Übel treffen; er stärkt durch seine Gnade zum Leiden, lässt uns aber nicht über unsere Kräfte versucht werden und lenkt alles zum Besten. -1 Petrus 1Petr 67 5 8 Sobrii estote, et vigilate: quia adversarius vester diabolus tamquam leo rugiens circuit, quærens quem devoret: Seid nüchtern und wachet;¹⁸ denn euer Widersacher, der Teufel,¹⁹ geht wie ein brüllender Löwe umher²⁰ und sucht, wen er verschlingen könne; -1 Petrus 1Petr 67 5 8 18 Vergl. [Mt 26,41]. -1 Petrus 1Petr 67 5 8 19 Griech.: der Ankläger. Hebr.: Satan, Erklärung zu: Widersacher (zu erklären aus [Sach 3,1.2]). -1 Petrus 1Petr 67 5 8 20 Vergl. [Ijob 1,7, Ijob 2,2]. Auch Christus wird [Offb 5,5] ein Löwe genannt wegen seiner Stärke; der Teufel aber heißt so wegen seiner Wildheit. Christus hat diesen Namen als Sieger, der Teufel als Schädiger. (Aug.) Mit der Unterwerfung unter Gottes Hand muss die kräftige Tat verbunden sein. Vergl. [Eph 6,13ff]. -1 Petrus 1Petr 67 5 9 Cui resistite fortes in fide: scientes eamdem passionem ei, quæ in mundo est, vestræ fraternitati fieri. ihm widerstehet fest im Glauben,²¹ und wisset, dass dieselben Leiden euren Brüdern in der Welt²² widerfahren! [Eph 6,12ff] -1 Petrus 1Petr 67 5 9 21 Wir müssen mit jener Festigkeit widerstehen, welche der Glaube gibt, der uns lehrt, was Gott in Christus für uns getan, um uns von der Knechtschaft des Satans und dem ewigen Verderben zu entreißen, und der das herrliche Ziel zeigt, das uns erwartet, wenn wir dem Bösen widerstehen, wie auch das ewige Verderben, dem die anheimfallen, welche sich von ihm verschlingen lassen. Der Glaube weist auf die Kraft der Gnade im Kampfe und auf die Macht des Gebetes und der guten Werke. Vergl. [Eph 6,11-18]. -1 Petrus 1Petr 67 5 9 22 Grund, warum sie mit ihren Brüdern zu leiden haben. In der Welt, dem Herrschaftsgebiete Satans, kann und darf der Christ nichts erwarten als Schmach und Verfolgungen aller Art. Doch wie [1Petr 4,12] sucht der Apostel den Leser durch den Trost aufzurichten, dass Kampf das Los aller Gläubigen ist. -1 Petrus 1Petr 67 5 10 Deus autem omnis gratiæ, qui vocavit nos in æternam suam gloriam in Christo Jesu, modicum passos ipse perficiet, confirmabit, solidabitque. Der Gott aller Gnade²³ aber, der uns in Christus Jesus berufen hat²⁴ zu seiner ewigen Herrlichkeit, er wird uns, nachdem wir eine kurze Weile gelitten haben, vollenden, stärken und festigen.²⁵ -1 Petrus 1Petr 67 5 10 23 Der Urheber aller Gnade, der jederzeit die notwendige Gnade geben kann. Der die Christen durch seine Gnade berufen, wird auch ebenso durch seine Gnade das gute Werk vollenden. -1 Petrus 1Petr 67 5 10 24 In der ersten Huld, der Berufung, liegt die Bürgschaft für die Erfüllung der folgenden Verheißung. Das Ziel der Berufung ist Gottes Verherrlichung. -1 Petrus 1Petr 67 5 10 25 Er, der Anfänger des Heils, wird auch deshalb der Vollender sein. Er wird das Werk der Heiligung bis an's Ende hinausführen, den Christen Festigkeit im Glauben und im Widerstande verleihen. -1 Petrus 1Petr 67 5 11 Ipsi gloria, et imperium in sæcula sæculorum: Amen. Ihm ist die Herrlichkeit und die Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. -1 Petrus 1Petr 67 5 12 Per Silvanum fidelem fratrem vobis, ut arbitror, breviter scripsi: obsecrans et contestans, hanc esse veram gratiam Dei, in qua statis. Durch Silvanus,²⁶ den treuen Bruder, habe ich euch, wie ich glaube, in Kürze geschrieben, euch zu ermahnen und zu bezeugen, dass dies die wahrhafte Gnade Gottes ist,²⁷ in welcher ihr steht.²⁸ -1 Petrus 1Petr 67 5 12 26 Der [2Kor 1,19, 1Thess 1,1, 2Thess 1,1] erwählte und in der Apostelgeschichte Silas Genannte. [Apg 15,22.27] u. a. -1 Petrus 1Petr 67 5 12 27 Die im Christentume geschenkte, in der ihr auch steht, ob auch Leiden euch treffen. So liegt denn darin eine Bestätigung der Predigt des heil. Paulus und seiner Gehilfen, vergl. auch [1Petr 1,12.25], und vielleicht war gerade deshalb Silvanus zum Überbringer dieses Briefes gewählt, damit er den Lesern bezeugte, dass der heil. Petrus alle Lehren des heil. Paulus bestätigt hatte, und so alle Zweifel beseitigte. -1 Petrus 1Petr 67 5 12 28 Das Ziel des Schreibens war die Lehre: Durch Leid zur Herrlichkeit, und das Zeugnis, dass der Gnadenstand der Leser der rechte sei. -1 Petrus 1Petr 67 5 13 Salutat vos ecclesia, quæ est in Babylone colecta, et Marcus filius meus. Es grüßet euch die mitauserwählte Gemeinde zu Babylon²⁹ und Markus, mein Sohn. -1 Petrus 1Petr 67 5 13 29 Babylon ist Rom, die heidnische Hauptstadt der Welt. (Pap., Clem. von Alex., Hier.) Für diese Erklärung spricht auch der Gruß des Markus. Es steht fest, dass dieser mit dem heil. Petrus in Rom war und dort das Evangelium verfasste. Vergl. auch [Offb 14,8] u. a. -1 Petrus 1Petr 67 5 14 Salutate invicem in osculo sancto: Gratia vobis omnibus, qui estis in Christo Jesu. Amen. Grüßet einander mit dem heiligen Kusse. Gnade sei euch allen, die ihr in Christus Jesus seid! Amen.³⁰ -1 Petrus 1Petr 67 5 14 30 Wie der Apostel seinen Brief mit dem Gruße des Friedens begonnen, so schließt er mit demselben. Nachdrucksvoll fügt er bei: In Christus, da sie durch den Glauben und die Gnade in der Gemeinschaft mit Christus stehen, dem Urheber und der Quelle des Friedens, den nur er allein verleihen kann. So weist Petrus zurück auf [1Petr 1,2]. -2 Petrus 2Petr 68 1 0 Aufschrift (Kap. 1, V. 1 2), welche zugleich Inhalt und Ziel des Briefes andeutet. I. Größe der durch Christus uns gebrachten Güter und Festigkeit des christlichen Glaubens. (1,3-21): 1. Die von Christus uns verliehenen Güter und die dafür geforderten Gegengaben. (V. 3 15) a. Christi göttliche Kraft hat den Christen alles verliehen, was zum übernatürlichen Leben gehört, da er sie zum Evangelium berief und seiner Gottheit teilhaftig machte. (V. 4) b. Deshalb müssen die Christen alle Mühen anwenden, in allen Tugenden zu wachsen und von einer zur anderen fortzuschreiten. Acht Stufen gleichsam sind es, auf denen man zur Liebe emporsteigt. (V. 7) c. In den Tugenden wachsend werden sie zu vollkommener Erkenntnis Christi gelangen, jene aber vernachlässigend werden sie unglücklich sein; deshalb mögen sie durch gute Werke ihre Berufung sicher machen und sich den Zugang zum Himmelreich erwerben. (V. 11) d. Damit sie dies leichter tun können, ruft ihnen der Apostel, obwohl sie dies bereits wissen, stets dasselbe in's Gedächtnis zurück, und da er aus göttlicher Offenbarung weiß, dass er bald sterben werde, legt er es ihnen durch diesen Brief von neuem an's Herz, stets das Gleiche auch nach seinem Abscheiden zu wahren. (V. 15) 2. Der Grund, weshalb er diese Mahnung so sehr einschränkt, ist die Festigkeit des Fundamentes, auf dem der Glaube der Christen an die Wiederkunft Christi ruht (V. 16 21): a. Der Apostel selber war bei der Verklärung Christi Augenzeuge der Größe Christi und hat also eine sichere Kenntnis von der Kraft und der Ankunft des Herrn. (V. 18) b. Die Sicherheit wird noch gemehrt durch die Weissagung des A. T., welche der Heil. Geist selbst gegeben, da er durch die Propheten redete. -2 Petrus 2Petr 68 1 1 SIMON Petrus, servus, et Apostolus Jesu Christi, iis, qui coæqualem nobiscum sortiti sunt fidem in justitia Dei nostri, et Salvatoris Jesu Christi. Simon Petrus,¹ Diener und Apostel Jesu Christi,² denen, welche mit uns den gleichen kostbaren Glauben³ erlangt haben, in der Gerechtigkeit⁴ unsers Gottes und Heilandes Jesu Christi.⁵ -2 Petrus 2Petr 68 1 1 1 Der spezifisch jüdisch klingende Name Simon charakterisiert ihn als Judenchristen. Der vollständige Name hat etwas feierliches, testamentartiges. (Vergl. V. 13) In den Briefen des heil. Paulus heißt der Apostel nur Petrus oder Kephas, da der Völkerapostel den heil. Petrus erst später kennengelernt hat, so dass sein früherer Name ihm fern lag. (Aug.) -2 Petrus 2Petr 68 1 1 2 Vergl. Anm. 42. -2 Petrus 2Petr 68 1 1 3 Im subjektiven oder objektiven Sinne gleichen Wertes für Juden- und Heidenchristen. Vergl. [Apg 15] V. 8 11. -2 Petrus 2Petr 68 1 1 4 Durch die Erlösungsgnade, welche Christus verdient hat. Diese wird allen Menschen ohne Unterschied von Gott durch Christus zu Teil. -2 Petrus 2Petr 68 1 1 5 Es galt, die Gläubigen gegen Irrlehren zu stärken, welche die göttliche Macht und Herrlichkeit Christi und seine Wiederkehr zum Gerichte leugneten und zügellose Sinnlichkeit gestatteten. Darum hebt der heil. Petrus die kostbare Gabe des Glaubens hervor. -2 Petrus 2Petr 68 1 2 Gratia vobis, et pax adimpleatur in cognitione Dei, et Christi Jesu Domini nostri: Gnade und Friede werde euch in immer reicherer Fülle in der Erkenntnis⁶ Gottes und Christi Jesu, unsers Herrn!⁷ -2 Petrus 2Petr 68 1 2 6 Nach dem Griech. ist dies eine sich den Gegenstand gänzlich aneignende, mit ihm eins werdende Erkenntnis, also ein Erkennen mit dem Verstande und ein Anerkennen mit dem Willen. Die Vulgata schließt V. 3 an V. 2 an, was der Gewohnheit anderer Briefe entgegen ist und dem Inhalte von V. 3, V. 4 nicht entspricht, da diese zur Begründung von V. 5, nicht aber als Erklärung zu V. 2 werde in reicherer Fülle dienen, wie die Vulgata hat. Besser also wird V. 3 als Beginn des eigentlichen Briefes gefasst. -2 Petrus 2Petr 68 1 2 7 In V. 3 bezeichnet er ihn als Gott, V. 8; [2Petr 2,20, 2Petr 3,18] und als Gegenstand der Erkenntnis. Überall ist die von Gott in Christus geoffenbarte Gnade und Wahrheit des Christentums verstanden. Die Erkenntnis ist der Sache nach mit dem Glauben dasselbe (V. 3) [2Petr 2,20.21], nur hebt der erstere Ausdruck die Neigung des Glaubens mehr hervor. Der heil. Petrus wählt dieses Wort, weil er eine Irrlehre bekämpft, welche die Gläubigen durch fälschlich vorgegebene Erkenntnis verleiten will. -2 Petrus 2Petr 68 1 3 Quomodo omnia nobis divinæ virtutis suæ, quæ ad vitam, et pietatem donata sunt, per cognitionem ejus, qui vocavit nos propria gloria, et virtute, Wie seine göttliche Macht⁸ uns alles,⁹ was zum Leben und zur Gottseligkeit dient, durch die Erkenntnis dessen geschenkt hat, der uns berufen hat,¹⁰ in eigener¹¹ Herrlichkeit¹² und Kraft,¹³ -2 Petrus 2Petr 68 1 3 8 Die Macht, welche er als unser Gott und Heiland besitzt, durch die er Tod und Hölle besiegt hat und zur Rechten des Vaters sitzt, ist uns die Quelle des Heiles geworden. -2 Petrus 2Petr 68 1 3 9 Es fehlt uns also nichts, mithin haben sie keine Entschuldigung vor Gott, wenn sie nicht christlich leben. Das übernatürliche Leben ist der Grund der Frömmigkeit, die Frömmigkeit aber die Betätigung dieses Lebens. -2 Petrus 2Petr 68 1 3 10 Gott hat sie zur gläubigen Erkenntnis des Christentums berufen. Vergl. [1Petr 1,5, 1Petr 2,9, 1Petr 5,10] und sie sind dem Rufe gefolgt. -2 Petrus 2Petr 68 1 3 11 Die Berufung geht unmittelbar von Gott aus. -2 Petrus 2Petr 68 1 3 12 Das Wesen Gottes ist Mittel und Ursache der Berufung, vergl. [Gal 1,15], die Berufung strahlt gleichsam aus Gottes Wesenheit hervor. -2 Petrus 2Petr 68 1 3 13 Diese Kraft überwindet alle Hindernisse. -2 Petrus 2Petr 68 1 4 Per quem maxima, et pretiosa nobis promissa donavit: ut per hæc efficiamini divinæ consortes naturæ: fugientes ejus, quæ in mundo est, concupiscentiæ corruptionem. durch welchen¹⁴ er uns die übergroßen und kostbaren Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch diese der göttlichen Natur¹⁵ teilhaftig werdet,¹⁶ entronnen dem in der Welt herrschenden Verderben¹⁷ der Begierlichkeit. -2 Petrus 2Petr 68 1 4 14 Griech.: durch welche. Nach der Vulgata ist Christus, nicht der Vater, der Berufende. Durch seine Herrlichkeit und Kraft hat Gott uns in Christus die im A. B. den Menschen gemachten Verheißungen dem Inhalte nach geschenkt. Der Apostel geht aus der ersten in die zweite Person über, um seinen Lesern diese trostvolle Wahrheit recht an's Herz zu legen. -2 Petrus 2Petr 68 1 4 15 Wie sie sich von allem unterscheidet, was nicht Gott ist. -2 Petrus 2Petr 68 1 4 16 Die Christen sind aus Gott geboren und so Kinder Gottes und erben. Nun hat aber das Kind notwendigerweise Teil an der Natur dessen, der es zeugt, also muss den Christen ein gewisser Anteil an der göttlichen Natur zukommen. Diese Teilnahme ist nun aber einerseits nicht eine bloße Eigenschaft der menschlichen Natur, andererseits nicht ein Aufgehen derselben in der göttlichen. Sie besteht vielmehr darin, dass der Mensch innerlich erhöht, sein Wesen verklärt wird, indem er der göttlichen Natur ähnlicher gemacht wird in der Geistigkeit, der höchsten Immaterialität. Durch den Glauben nehmen wir Teil an dem göttlichen Erkennen, durch die Liebe am göttlichen Leben, die ganze Seele wird gleichsam neugeschaffen nach der Ähnlichkeit Gottes. (Thom.) -2 Petrus 2Petr 68 1 4 17 Hier ist die sündhafte Lust, welche zur Sünde, und mit dem leiblichen Tode zum ewigen führt, Voraussetzung des Verderbens; wie V. 3 das Leben zugleich die Voraussetzung und der Beginn des wahrhaft dauernden Lebens ist. -2 Petrus 2Petr 68 1 5 Vos autem curam omnem subinferentes, ministrate in fide vestra virtutem, in virtute autem scientiam, So wendet denn¹⁸ allen Eifer an und betätiget in eurem Glauben die sittliche Tatkraft,¹⁹ in der sittlichen Tatkraft aber die Erkenntnis,²⁰ -2 Petrus 2Petr 68 1 5 18 Der Apostel hebt acht Tugenden hervor, welche gleichsam Grundpfeiler des christlichen Lebens sind und die anderen Tugenden tragen. Wenn nun auch jede folgende das Erzeugnis und die Vollendung der vorhergehenden ist, sind sie doch alle zugleich der Seele eigen. -2 Petrus 2Petr 68 1 5 19 Der Glaube ist Grund und Wurzel aller christlichen Tugenden. [Hebr 11,6] Ohne die sittliche Tatkraft ist der Glaube tot; sie entspringt aber aus dem Glauben. -2 Petrus 2Petr 68 1 5 20 Die Erkenntnis, was zu tun und was zu lassen ist, damit in allem Gottes Ehre gefördert werde. -2 Petrus 2Petr 68 1 6 In scientia autem abstinentiam, in abstinentia autem patientiam, in patientia autem pietatem, in der Erkenntnis die Enthaltsamkeit,²¹ in der Enthaltsamkeit die Geduld,²² in der Geduld die Gottseligkeit,²³ -2 Petrus 2Petr 68 1 6 21 Selbstbeherrschung. Diese hat die Einsicht zur Voraussetzung und betätigt sich gegen die Leidenschaften. Ist jene eine Tugend des Verstandes, so diese des Willens. -2 Petrus 2Petr 68 1 6 22 Nur in der frommen Hingabe an Gott findet die Geduld festen Stand. Sie selbst aber hat die Selbstbeherrschung zur Voraussetzung. -2 Petrus 2Petr 68 1 6 23 Das von den drei göttlichen Tugenden getragene Verhalten des Christen, mit dem er sich bemüht, als Pflichten gegen Gott, und um seinetwillen auch gegen den Nächsten treu zu erfüllen. -2 Petrus 2Petr 68 1 7 In pietate autem amorem fraternitatis, in amore autem fraternitatis caritatem. in der Gottseligkeit die Bruderliebe, in der Bruderliebe die Nächstenliebe.²⁴ -2 Petrus 2Petr 68 1 7 24 Wie der Glaube am Anfange, so nimmt die Liebe am Schlusse eine besondere Stellung ein, jener ist die Grundlage und Wurzel, diese die Krone und Vollendung. -2 Petrus 2Petr 68 1 8 Hæc enim si vobiscum adsint, et superent, non vacuos, nec sine fructu vos constituent in Domini nostri Jesu Christi cognitione. Denn wenn dies²⁵ bei euch vorhanden ist und sich mehrt, so wird es euch nicht untätig, noch unfruchtbar sein lassen für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. -2 Petrus 2Petr 68 1 8 25 Weil nur der, welcher eifrig der Tugend nachstrebt, zu immer lebendigerer und immer vollkommenerer Erkenntnis Christi und des Christentums gelangt (V. 8), das Unglück dessen aber, der dieses Strebens ermangelt, überaus groß ist. -2 Petrus 2Petr 68 1 9 Cui enim non præsto sunt hæc, cæcus est, et manu tentans, oblivionem accipiens purgationis veterum suorum delictorum. Denn wem dies mangelt, der ist blind, mit der Hand in der Irre tastend, und hat der Reinigung von seinen alten Sünden vergessen. -2 Petrus 2Petr 68 1 10 Quapropter fratres magis satagite ut per bona opera certam vestram vocationem, et electionem faciatis: hæc enim facientes, non peccabitis aliquando. Darum Brüder!²⁶ beeifert euch um so mehr, eure Berufung²⁷ und Auserwählung durch gute Werke²⁸ gewiss zu machen; denn wenn ihr dies tuet, werdet ihr niemals zu Falle kommen.²⁹ -2 Petrus 2Petr 68 1 10 26 Diese Anrede findet sich im Briefe nur an dieser Stelle, während der Apostel die Leser zweimal in jedem der beiden Briefe Geliebte anredet. -2 Petrus 2Petr 68 1 10 27 Zum Stande des Glaubens und der Gnade. Sie sind vor vielen anderen berufen. Die Berufung erinnert an V. 3 und [1Petr 1,15, 1Petr 5,10]; die Auserwählung an die Bezeichnung der Christen [1Petr 1,1, 1Petr 2,9]. -2 Petrus 2Petr 68 1 10 28 Im Griech. fehlt: durch gute Werke. Wie? Zeigen V. 8, V. 9. -2 Petrus 2Petr 68 1 10 29 Griech.: Anstoßen, fallen. -2 Petrus 2Petr 68 1 11 Sic enim abundanter ministrabitur vobis introitus in æternum regnum Domini nostri, et Salvatoris Jesu Christi. Denn so³⁰ wird euch ein weit offener Eingang in das ewige Reich unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus verstattet werden.³¹ -2 Petrus 2Petr 68 1 11 30 Wenn ihr dies tut. -2 Petrus 2Petr 68 1 11 31 Das himmlische Reich des Herrn, das unserm irdischen Auge verborgen, bereits in der Ewigkeit besteht und seine unwandelbare und ewige Vollendung bei der Wiederkunft Christi zum Gericht erhalten wird. Euren Verdienst hier wird die Gabe Gottes dort entsprechen. -2 Petrus 2Petr 68 1 12 Propter quod incipiam vos semper commonere de his: et quidem scientes et confirmatos vos in præsenti veritate. Darum³² werde ich darauf bedacht sein, euch stets³³ an diese Dinge³⁴ zu erinnern, obwohl ihr sie wisset und gefestigt seid in der euch gegenwärtigen Wahrheit. -2 Petrus 2Petr 68 1 12 32 V. 11. -2 Petrus 2Petr 68 1 12 33 Unter allen Verhältnissen und Umständen. Denn von dem christlichen Leben hängt das ewige Heil ab, und tausend Klippen drohen jedem. -2 Petrus 2Petr 68 1 12 34 Über das V. 3 11 Gesagte. -2 Petrus 2Petr 68 1 13 Justum autem arbitror quamdiu sum in hoc tabernaculo, suscitare vos in commonitione: Ich halte es aber für Pflicht,³⁵ so lange ich in diesem Gezelte bin, euch aufzumuntern durch Erinnerung, -2 Petrus 2Petr 68 1 13 35 Durch sein Amt im Hinblick auf seinen baldigen Tod und die ihnen drohenden Gefahren musste er, wenn sie auch zur Zeit ihn erfreuen, doch dieses Ermahnungsschreiben an sie richten. Sein Hintritt ist baldig, nach anderen plötzlich. -2 Petrus 2Petr 68 1 14 Certus quod velox est depositio tabernaculi mei secundum quod et Dominus noster Jesus Christus significavit mihi. da ich weiß, dass mein Gezelt³⁶ bald abgebrochen³⁷ werden wird, wie auch unser Herr Jesus Christus mir offenbart hat. -2 Petrus 2Petr 68 1 14 36 Wie [2Kor 5,1.4]. Gegensatz zu dem Baue aus Gott. Derselbe Gedanke ist in dem Bilde [1Petr 1,17] und [1Petr 2,11]. -2 Petrus 2Petr 68 1 14 37 Eigentlich: abgelegt. Indes legt man ein Gezelt nicht ab, sondern ein Kleid. Der Apostel will vielleicht durch die Wahl des Ausdrucks die freudige Leichtigkeit ausdrücken, mit der seine Seele sich zu Gott aufschwingen wird. -2 Petrus 2Petr 68 1 15 Dabo autem operam et frequenter habere vos post obitum meum, ut horum memoriam faciatis. Ich werde aber Sorge tragen, dass ihr im Stande seiet auch oftmals nach meinem Tode dieser Dinge zu gedenken.³⁸ -2 Petrus 2Petr 68 1 15 38 Der gegenwärtige Brief soll für die Leser ein schriftliches Denkmal sein, dass sie auch nach dem Tode des Apostels an seine Mahnungen erinnert. Andere Ausleger verstehen die Worte von einem Versprechen nach seinem Tode für die Christen zu beten, was aber aus dem Wortlaute nicht herzuleiten ist. -2 Petrus 2Petr 68 1 16 Non enim doctas fabulas secuti notam fecimus vobis Domini nostri Jesu Christi virtutem, et præsentiam: sed speculatores facti illius magnitudinis. Denn nicht klug ersonnenen Fabeln³⁹ folgend haben wir⁴⁰ euch die Macht⁴¹ und Ankunft unsers Herrn Jesus Christus kundgetan, sondern als solche, die Augenzeugen seiner Hoheit geworden sind.⁴² -2 Petrus 2Petr 68 1 16 39 An den fünf Stellen, an denen dieses Wort im N. T. vorkommt, bezeichnet es stets unwahre Erzählungen oder lehren. Der heil. Petrus hat die in Kap 2, 3 bekämpften Irrlehren vor Augen, namentlich jene, welche die Wahrheit, dass Christus in göttlicher acht im Himmel thront und in Herrlichkeit kommen wird, leugnete. -2 Petrus 2Petr 68 1 16 40 Die Apostel. -2 Petrus 2Petr 68 1 16 41 Die Macht des im Himmel thronenden Heilandes. -2 Petrus 2Petr 68 1 16 42 Bei der Verklärung V. 17, V. 18. Derselben Berufung auf seine Zeugenschaft von der großen und wunderbaren Verherrlichung des Erlösers begegnen wir in den reden des heil. Petrus. [Apg 2,32, Apg 3,15, Apg 5,32, Apg 19,39] Auch bei der Wahl eines Apostels an Stelle des Judas stellt der Apostelfürst als Forderung, dass der zu Erwählende mit dem Herrn seit der Taufe gewandelt. [Apg 1,20] Auch im ersten Briefe beruft er sich [1Petr 5,6] auf diese Zeugenschaft. -2 Petrus 2Petr 68 1 17 Accipiens enim a Deo Patre honorem, et gloriam, voce delapsa ad eum hujuscemodi a magnifica gloria: Hic est Filius meus dilectus, in quo mihi complacui, ipsum audite. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit,⁴³ als von der hocherhabenen Herrlichkeit eine Stimme zu ihm herabkam, also lautend: Dies ist mein Sohn, der geliebte,⁴⁴ an dem ich Wohlgefallen habe, ihn höret! -2 Petrus 2Petr 68 1 17 43 Die Christus allezeit eigene Größe, die sich in der Verklärung und in vielen Wundern offenbarte. Auf die Verklärung beruft sich der heil. Petrus, weil diese das Abbild der Herrlichkeit des Herrn im Himmel war, und weil dieselbe zugleich mit dem Zeugnisse des Vaters deutlicher Beweis dafür ist, dass Christus der ewige Sohn Gottes ist und als solcher Macht hat, zum Gerichte zu kommen. -2 Petrus 2Petr 68 1 17 44 Auf dem von Ewigkeit her die Liebe des Vaters ruht. Zeugen sind die beiden Apostel Jakobus und Johannes. (Ähnl. V. 16 alle Apostel.) -2 Petrus 2Petr 68 1 18 Et hanc vocem nos audivimus de clo allatam, cum essemus cum ipso in monte sancto. Und diese Stimme haben wir gehört, vom Himmel erschallend, da wir mit ihm auf dem heiligen⁴⁵ Berge waren. -2 Petrus 2Petr 68 1 18 45 Heilig ist der Berg durch die Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit Christi und das Zeugnis des Vaters. -2 Petrus 2Petr 68 1 19 Et habemus firmiorem propheticum sermonem: cui benefacitis attendentes quasi lucernæ lucenti in caliginoso loco donec dies elucescat, et lucifer oriatur in cordibus vestris: Und so ist uns⁴⁶ nun das prophetische Wort⁴⁷ sicherer,⁴⁸ und ihr tut wohl,⁴⁹ darauf zu achten als auf eine Leuchte,⁵⁰ die da scheint an einem dunklen Orte, bis der Tag⁵¹ anbricht, und der Morgenstern aufgeht in euern Herzen;⁵² -2 Petrus 2Petr 68 1 19 46 Die Christen. -2 Petrus 2Petr 68 1 19 47 Die alttestamentlichen Prophezeiungen, die der Apostel als ein Ganzes auffasst, und die bisherige Erfüllung bilden die Grundlage unseres Glaubens, bis wir zum Schauen gelangen. -2 Petrus 2Petr 68 1 19 48 Der Komparativ weist auf den Unterschied zwischen der Zeit der Verheißung und der Erfüllung. Die Erfüllung hat eine Prophezeiung bestätigt, und diese Erfüllung ist Bürgschaft dafür, dass alles, was noch zu erfüllen ist, gleichfalls eintreten wird, besonders die Wiederkunft des Herrn. -2 Petrus 2Petr 68 1 19 49 Anerkennung des bisherigen Verhaltens. -2 Petrus 2Petr 68 1 19 50 Der Vergleich erinnert an [Ps 118,105]. Der dunkle Ort ist die Welt in ihrem gegenwärtigen Zustande. (Beda) So lange sie dieser Leuchte die Augen nicht verschließen, vermag weder Sünde, noch Verführungsversuche der Irrlehrer ihnen das Heil zu verdunkeln. -2 Petrus 2Petr 68 1 19 51 Der Tag des Wiederkunft des Herrn mit seiner Beseligung. Der Tag, der in euren Herzen anbricht, ist gleichsam der Wiederschein dessen, der einst der Welt erscheint. -2 Petrus 2Petr 68 1 19 52 Vgl. [Offb 22,16]. Das Vatikanische Konzil erklärt (Kap. 3 Vom Glauben), dass wie die Prophezeiungen und Wunder Gottes Allmacht und Wissen klar zeigen, so auch die sichersten und jedem Verständnisse zugänglichen Zeichen der göttlichen Offenbarung sind, indem es als Beweisstelle den vorstehenden Vers anführt. -2 Petrus 2Petr 68 1 20 Hoc primum intelligentes quod omnis prophetia Scripturæ propria interpretatione non fit. indem ihr dies vor allem erkennet, dass keine Weissagung der Schrift Sache eigener⁵³ Auslegung ist. [2Tim 3,16] -2 Petrus 2Petr 68 1 20 53 Durch die Propheten selbst, wie V. 21 weiter erklärt wird. Er bezeichnet das Menschliche im Gegensatze zum Göttlichen: keine Weissagung beruht auf menschlicher Deutung und ist durch menschliche Deutung der Zukunft entstanden. Andere nach dem griech. Texte anders. -2 Petrus 2Petr 68 1 21 Non enim voluntate humana allata est aliquando prophetia: sed Spiritu sancto inspirati, locuti sunt sancti Dei homines. Denn nie ist eine Weissagung durch den Willen eines Menschen ergangen, sondern vom Heiligen Geiste getrieben⁵⁴ redeten⁵⁵ heilige Gottesmänner.⁵⁶ -2 Petrus 2Petr 68 1 21 54 Griech.: getragen, über ihre natürlichen Fähigkeiten emporgehoben und mit übernatürlicher Erleuchtung erfüllt. -2 Petrus 2Petr 68 1 21 55 Die Fortsetzung dieser Gedanken siehe [2Petr 3,3ff]. Die Propheten haben die im A. T. enthaltenen Weissagungen verkündet. -2 Petrus 2Petr 68 1 21 56 Die Propheten. Heilig: wegen der Heiligkeit ihres Amtes und weil der heil. Geist in ihnen wirksam war, endlich auch wegen der Heiligkeit ihres Lebens. Da sie vom Heil. Geist getrieben redeten, kann auch nur er deuten, was sie geredet. -2 Petrus 2Petr 68 2 0 II. Warnung vor Irrlehrern. (2,1 3,13): 1. Das zukünftige Los der falschen Lehrer. Mahnung sie zu meiden. (V. 1 11) a. Wie im A. B., so werden auch im N. B. falsche Lehrer sein, welche gefährliche Sekten stiften, den Herrn, ihren Erlösern, verleugnen, und sich den sichern Untergang beschleunigen, zumal ihr lasterhaftes Leben die Ursache wird, dass die wahre Lehre von den Ungläubigen geschmäht wird, um sie selbst aus Habsucht durch erdichtete Rede schimpflichen Gewinn suchen. (V. 3) Doch sie werden dem Zorne Gottes nicht entgehen, wie die Strafen beweisen, welche Gott über die abtrünnigen Engel, über das ganze Menschengeschlecht bei der Sündflut und endlich über Sodoma und Gomorrha verhängt hat. (V. 6) b. Die Gläubigen dürfen indes nicht meinen, dass auch sie jene Strafe miterleiden müssen, denn Lot, der gerecht war, ward allein von Gott bewahrt. (V. 8) Gott also wird sie schützen, die Bösen strafen, und über die Irrlehrer, welche aus Hochmut neue Sekten schaffen, härtere Züchtigung verhängen, obwohl die verdammten Engel ihre Strafe nicht mehr zu ertragen vermögen. (V. 11) 2. Beschreibung des Lebens und der Lehre der falschen Lehrer und Widerlegung derselben. (2,12 3,13) a. Die Irrlehrer sind in ihrem Lebenswandel gotteslästerlich, habsüchtig, allen Lüsten ergeben, Verführer, wahre Söhne Balaams. (V. 16) Während sie Sklaven der Verdorbenheit sind, heucheln sie Freiheit, verlocken andere zum Lasterleben, und laden umso größere Schuld auf sich, weil sie zu ihrem Gespeie zurückgekehrt sind. -2 Petrus 2Petr 68 2 1 Fuerunt vero et pseudoprophetæ in populo, sicut et in vobis erunt magistri mendaces, qui introducent sectas perditionis, et eum, qui emit eos, Dominum negant: superducentes sibi celerem perditionem. Es traten aber¹ auch falsche Propheten² unter dem Volke auf,³ wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche Sonderrichtungen⁴ des Verderbens einführen werden, indem sie den Herrn,⁵ der sie erkauft hat, verleugnen, so schnelles Verderben über sich selbst herbeiführend.⁶ -2 Petrus 2Petr 68 2 1 1 Erinnerung an [Mt 24,11]. -2 Petrus 2Petr 68 2 1 2 Menschen, die sich fälschlich als Propheten ausgeben. Die Tatsache, dass im Volke Israel falsche Propheten auftraten, ist, wie das ganze A. T. typisch für das N. Falsch sind die hier bezeichneten Lehrer schon dadurch, dass sie sich als Lehrer ausgeben. Hier spricht der heil. Petrus von der Zukunft. V. 9 schildert er ihr Treiben. Ein solcher Übergang ist in Weissagungen häufig, hier aber auch daraus zu erklären, dass die Irrlehrer bereits anderswo ihr Wesen entfaltet haben, während sie im Leserkreise erst beginnen, ihr Gift auszustreuen. -2 Petrus 2Petr 68 2 1 3 Dem auserwählten Volk Gottes, Israel. -2 Petrus 2Petr 68 2 1 4 Dies Volk kommt im N. T. für eine Partei der Juden [Apg 5,17], als jüdische Bezeichnung des Christentums [Apg 25,5.14, Apg 28,22] endlich [Gal 5,20, Tit 3,16] (und an dieser Stelle) für eine Absonderung von der kirchlichen Gemeinschaft auf Grund falscher, der Einfalt und Reinheit des Glaubens zuwider laufender Lehren vor: Sekte. -2 Petrus 2Petr 68 2 1 5 Dies Wort wird im A. T. in der Septuag von Gott gebraucht. Hier bezeichnet es den Heiland als göttlichen Herrn und Gebieter, dem alle Geschöpfe untertan sein müssen. -2 Petrus 2Petr 68 2 1 6 Durch ihre Lehren, indem sie die Macht und Wiederkunft Christi leugnen, durch ihr Leben, da sie von seinen Geboten nichts wissen wollen. -2 Petrus 2Petr 68 2 2 Et multi sequentur eorum luxurias, per quos via veritatis blasphemabitur: Und viele werden ihren Ausschweifungen⁷ folgen, und der Weg der Wahrheit⁸ wird durch sie gelästert werden; -2 Petrus 2Petr 68 2 2 7 Besonders durch Verführung zu bösen Lüsten gewannen sie großen Anhang. Wie unwürdig ist es, sich solchen anzuschließen. -2 Petrus 2Petr 68 2 2 8 Mit einem alttestamentlichen Ausdrucke ist das Christentum bezeichnet, das in der Apostelgeschichte mehrfach schlechthin den Weg der Wahrheit und des Heiles, und die Wege des Judentums wie des Heidentums galten nicht als Wege, sondern als Irrwege. Darum heißt in der Apostelgeschichte das Christentum auch der Weg Gottes [Apg 19,2, Apg 9,23, Apg 22,43, Apg 24,14.22] und er Weg des Herrn [Apg 18,25], da Gott und Christus ihn als Heilsweg offenbart haben. -2 Petrus 2Petr 68 2 3 Et in avaritia fictis verbis de vobis negotiabuntur: quibus judicium jam olim non cessat: et perditio eorum non dormitat. und sie werden in Habsucht mit erdichteten⁹ Worten von euch Gewinn zu ziehen suchen, aber längst schon säumt ihr Gericht¹⁰ nicht, und ihr Verderben schlummert nicht.¹¹ -2 Petrus 2Petr 68 2 3 9 Ohne Grund und Inhalt. -2 Petrus 2Petr 68 2 3 10 Wie am Schlusse des V. 1 Hinweis auf das Gericht. Dort hat er es als Folge ihres Treibens bezeichnet, hier stellt er es als Wirkung der göttlichen Strafgerechtigkeit dar. -2 Petrus 2Petr 68 2 3 11 Von Alters her, wie V. 4 6 zeigen. -2 Petrus 2Petr 68 2 4 Si enim Deus angelis peccantibus non pepercit, sed rudentibus inferni detractos in tartarum tradidit cruciandos, in judicium reservari. Hat doch Gott die Engel,¹² welche gesündigt hatten, nicht verschont, sondern mit Ketten der Hölle gefesselt, und sie in den Abgrund zur Peinigung verstoßen, damit sie zum Gerichte aufbewahrt werden, [Jud 1,6] -2 Petrus 2Petr 68 2 4 12 Die Engel, welche vor dem Sündenfalle der ersten Menschen durch Hochmut gegen Gott gesündigt und zur Strafe aus dem Himmel in die Hölle verstoßen sind. -2 Petrus 2Petr 68 2 5 Et originali mundo non pepercit, sed octavum Noe justitiæ præconem custodivit, diluvium mundo impiorum inducens. und der alten Welt¹³ nicht geschont, sondern nur Noe,¹⁴ den Prediger der Gerechtigkeit,¹⁵ als den achten¹⁶ geschützt, als er die Sündflut über die Welt der Gottlosen¹⁷ kommen ließ; [Gen 7,1] -2 Petrus 2Petr 68 2 5 13 Die vorsündflutliche Welt. -2 Petrus 2Petr 68 2 5 14 Noe wird vom heil. Petrus hier wie [1Petr 3,20] als Vorbild der Christen erwähnt. Auch der Heiland erinnerte in seiner Rede über das Weltende an Noes Zeit. [Mt 24,37ff] Der heil. Paulus stellt ihn den Christen gleichfalls als Vorbild hin. [Hebr 11,7] -2 Petrus 2Petr 68 2 5 15 Durch sein tugendhaftes Leben, wie durch sein Wort und den Bau der Arche, forderte er seine Zeitgenossen auf, den Weg des Unglaubens und der Ungerechtigkeit zu verlassen. -2 Petrus 2Petr 68 2 5 16 Noe mit sieben Seelen, mit denen, welche mit ihm in die Arche gingen. -2 Petrus 2Petr 68 2 5 17 Weil von Gottlosen bewohnt und entweiht. [Gen 6,13] -2 Petrus 2Petr 68 2 6 Et civitates Sodomorum, et Gomorrhæorum in cinerem redigens, eversione damnavit: exemplum eorum, qui impie acturi sunt, ponens: auch die Städte Sodoma und Gomorrha in Asche verwandelt und mit Zerstörung bestraft, und sie als Vorbild für die, welche gottlos handeln werden, aufgestellt,¹⁸ [Gen 19,25] -2 Petrus 2Petr 68 2 6 18 Ähnlich Judas V. 7. Der Hinweis geht nicht allein auf das Feuer, das jetzt in der Hölle brennt, sondern insbesondere auf das Gericht. [2Petr 3,7] -2 Petrus 2Petr 68 2 7 Et justum Lot oppressum a nefandorum injuria, ac luxuriosa conversatione eripuit: während er den gerechten Lot errettete, der unter der Gewalttätigkeit der Frevler und ihrem ausschweifenden Wandel schwer litt;¹⁹ -2 Petrus 2Petr 68 2 7 19 Wie der Apostel V. 5 dem Strafbeispiel der vorsündflutlichen Welt das Rettungsvorbild Noes gegenübergestellt, so ist hier das Beispiel der Strafe Sodomas und Gomorrhas Veranlassung zur Warnung und das Beispiel der Errettung Lots Beweggrund zur Ermutigung der Gläubigen. Der Schmerz Lots muss in den Herzen der Leser sich erneuern. -2 Petrus 2Petr 68 2 8 Aspectu enim, et auditu justus erat: habitans apud eos, qui de die in diem animam justam iniquis operibus cruciabant. denn bei allem, was er sah und hörte, blieb er gerecht, obwohl er inmitten derer wohnte, welche von Tag zu Tag seine gerechte Seele durch böse Werke peinigten. -2 Petrus 2Petr 68 2 9 Novit Dominus pios de tentatione eripere: iniquos vero in diem judicii reservare cruciandos: Es weiß der Herr²⁰ die Frommen aus der Versuchung zu erretten,²¹ die Ungerechten²² aber auf den Tag des Gerichtes zur Peinigung²³ aufzubewahren, -2 Petrus 2Petr 68 2 9 20 Gott. -2 Petrus 2Petr 68 2 9 21 Durch Versuchung seitens des Bösen, wie durch Leiden. -2 Petrus 2Petr 68 2 9 22 Solche waren die bösen Engel (V. 5), die Bewohner von Sodoma und Gomorrha (V. 8), und sind die gottlosen Irrlehrer. (V. 10) -2 Petrus 2Petr 68 2 9 23 Griech. besser: In Strafe bewahrt bis auf den Tag des Gerichtes. Die Strafe beginnt mit dem Tode. -2 Petrus 2Petr 68 2 10 Magis autem eos, qui post carnem in concupiscentia immunditiæ ambulant, dominationemque contemnunt, audaces, sibi placentes, sectas non metuunt introducere blasphemantes: vorzüglich aber diejenigen, welche in unreiner Lust dem Fleische nachwandeln,²⁴ die Herrschaft²⁵ verachten, vermessen und selbstgefällig sich nicht scheuen, Trennungen einzuführen und zu lästern;²⁶ -2 Petrus 2Petr 68 2 10 24 Die Irrlehrer werden als grobe Unzuchtssünder und Verächter Christi, als des einen Herrn und Heilandes, charakterisiert. Das Letztere ist der Grund der erstgenannten Verirrung. -2 Petrus 2Petr 68 2 10 25 Christus. Dieser wird ja in diesem Briefe als Herr bezeichnet, seine höchste Macht leugnen die Irrlehrer. (Vergl. Judas V. 8.) -2 Petrus 2Petr 68 2 10 26 Griech.: sie scheuen sich nicht, Herrlichkeiten zu lästern. So heißen die gefallenen Engel wegen ihrer ursprünglich gottähnlichen Natur. -2 Petrus 2Petr 68 2 11 Ubi Angeli fortitudine, et virtute cum sint majores, non portant adversum se exsecrabile judicium. während doch Engel, die an Stärke und Macht größer sind,²⁷ kein Fluchurteil wider einander fällen.²⁸ -2 Petrus 2Petr 68 2 11 27 Mächtiger als die Herrlichkeiten. -2 Petrus 2Petr 68 2 11 28 Die guten Engel enthalten sich im Hinblick auf Gott jedes eigenmächtigen lästernden Urteils selbst über die bösen Geister. Griech.: wider dieselben. -2 Petrus 2Petr 68 2 12 Hi vero velut irrationabilia pecora, naturaliter in captionem, et in perniciem in his quæ ignorant blasphemantes in corruptione sua peribunt, Diese aber werden, wie unvernünftige Tiere,²⁹ welche von Natur bestimmt sind gefangen und getötet zu werden, da sie über das lästern, was sie nicht verstehen, in ihrer Verdorbenheit zu Grunde gehen,³⁰ -2 Petrus 2Petr 68 2 12 29 Sie, die sich selbst über die Geisterwelt erheben, stehen nicht einmal auf der Stufe von Menschen, sondern sind zu den Tieren herabgesunken. Durch ihren Unglauben kennen sie die Herrlichkeiten nicht und wagen sie deshalb zu lästern und als ohnmächtige Wesen zu verspotten. -2 Petrus 2Petr 68 2 12 30 Sie gehen blind dem verderben entgegen. Nach einigen liegt hierin die Gleichheit mit den Tieren. Um ihres sittlichen Unwertes willen werden sie dem Verderben anheimfallen. -2 Petrus 2Petr 68 2 13 Percipientes mercedem injustitiæ, voluptatem existimantes diei delicias: coinquinationes, et maculæ deliciis affluentes, in conviviis suis luxuriantes vobiscum, und so den Lohn ihrer Ungerechtigkeit empfangen, sie,³¹ die für Lust die Schwelgerei erachten, wie der Tag sie ihnen darbietet, die als Schmutz- und Schandflecken³² in Üppigkeit schwelgen,³³ bei ihren Gastmählern unter euch prassend, -2 Petrus 2Petr 68 2 13 31 Charakterisierung der Irrlehrer: Hinsichtlich des Wohllebens V. 13, der Unzucht V. 14, der Habsucht V. 15, des Lohnes, der der Ungerechtigkeit gebührt. Vergl. [Offb 1,18]. -2 Petrus 2Petr 68 2 13 32 Vergl. Judas V. 12. -2 Petrus 2Petr 68 2 13 33 Viele griech. Handschriften lesen: in ihren Betrügereien, indem sie sich nämlich durch Anpreisung ihrer falschen Weisheit Geld und Teilnahme an den Mahlen (besonders Liebesmahlen: Judas V. 12) erschleichen. -2 Petrus 2Petr 68 2 14 Oculos habentes plenos adulterii, et incessabilis delicti. Pellicientes animas instabiles, cor exercitatum avaritia habentes, maledictionis filii: die Augen voller Ehebruch und unaufhörlicher Sünde. Sie verlocken die schwankenden Seelen, ihr Herz ist erfüllt von Künsten der Habsucht,³⁴ sie sind Kinder des Fluches. -2 Petrus 2Petr 68 2 14 34 Wohlgeübt sich fremdes Eigentum anzueignen. -2 Petrus 2Petr 68 2 15 Derelinquentes rectam viam erraverunt, secuti viam Balaam ex Bosor, qui mercedem iniquitatis amavit: Sie haben den geraden Weg³⁵ verlassen und sind abgeirrt, indem sie dem Wege Balaams, des Sohnes Bosors,³⁶ folgten, welcher den Lohn der Ungerechtigkeit liebte,³⁷ -2 Petrus 2Petr 68 2 15 35 Das Christentum, den weg der Wahrheit und Gerechtigkeit. -2 Petrus 2Petr 68 2 15 36 [Num 22,5, Dtn 23,5] Sie haben die Habsucht Balaams aus Bosor (richtiger: des Sohnes Bosors oder Beors) nachgeahmt. -2 Petrus 2Petr 68 2 15 37 Da er durch göttliche Offenbarung wusste, dass Israel das gesegnete Volk Gottes war. Die Irrlehrer suchen einen irdischen Lohn der Ungerechtigkeit gleichsam als Pfand des ewigen Lohnes dieser Ungerechtigkeit, den sie zwar nicht suchen, der ihnen aber unvermeidlich zu Teil wird. -2 Petrus 2Petr 68 2 16 Correptionem vero habuit suæ vesaniæ: subjugale mutum animal, hominis voce loquens, prohibuit prophetæ insipientiam. aber auch die Zurechtweisung für seine Torheit empfing; ein sprachloses Lasttier³⁸ redete mit Menschenstimme, und wehrte der Torheit des Propheten. -2 Petrus 2Petr 68 2 16 38 Die Eselin hinderte nicht die Reise, sondern widerstand der Widersinnigkeit, mit welcher Balaam gegen den Engel des Herrn vorging. -2 Petrus 2Petr 68 2 17 Hi sunt fontes sine aqua, et nebulæ turbinibus exagitatæ, quibus caligo tenebrarum reservatur. Diese sind wasserlose Quellen,³⁹ Nebelwolken,⁴⁰ von Sturmwinden gejagt;⁴¹ ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbehalten. -2 Petrus 2Petr 68 2 17 39 Dies Bild erinnert an [Jer 2,13, Spr 10,11ff, Jes 58,11] und an die Worte des Herrn [Joh 4,13.14, Joh 7,38]. Das Wasser ist Sinnbild der die Seele für Zeit und Ewigkeit beseligendes Wahrheit. Diese Wahrheit versprechen auch die Irrlehrer, doch trügerisch. -2 Petrus 2Petr 68 2 17 40 Bei Judas trübe, um auf das schmutzige Wesen der Irrlehrer hinzuweisen. -2 Petrus 2Petr 68 2 17 41 Sie lieben die Finsternis mehr als das Licht. [Joh 3,19] Vom Sturme ihrer Leidenschaften gejagt werden die Irrlehrer erst in dem Dunkel der Finsternis Ruhe finden. Diese Schilderung passt auf die Irrlehrer aller Jahrhunderte. (Hier.) -2 Petrus 2Petr 68 2 18 Superba enim vanitatis loquentes, pelliciunt in desideriis carnis luxuriæ eos, qui paululum effugiunt, qui in errore conversantur: Denn indem sie hochfahrende Reden voll Nichtigkeit führen, verlocken sie durch fleischliche Gelüste und Ausschweifungen die, welche kaum denen entrinnen,⁴² welche im Irrtume wandeln, -2 Petrus 2Petr 68 2 18 42 Die durch ihre Bekehrung kaum dem Irrtum entflohen sind. Griech.: die, welche kaum entflohen sind, denen noch manches heidnische und verkehrte anheftet. -2 Petrus 2Petr 68 2 19 Libertatem illis promittentes, cum ipsi servi sint corruptionis: a quo enim quis superatus est, hujus et servus est. indem sie ihnen Freiheit⁴³ verheißen, sie, die selber Sklaven des Verderbens sind; denn von wem jemand überwältigt wird, dessen Sklave ist er auch.⁴⁴ -2 Petrus 2Petr 68 2 19 43 Freilich nicht die Freiheit von der Sünde, sondern die Freiheit zur Sünde. -2 Petrus 2Petr 68 2 19 44 Bild aus dem Kriegsrechte. -2 Petrus 2Petr 68 2 20 Si enim refugientes coinquinationes mundi in cognitione Domini nostri, et Salvatoris Jesu Christi, his rursus implicati superantur: facta sunt eis posteriora deteriora prioribus. Denn wenn⁴⁵ die, welche durch die Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes⁴⁶ Jesus Christus den Befleckungen der Welt⁴⁷ entronnen sind,⁴⁸ sich von denselben doch wieder verstricken und überwinden lassen, so ist bei ihnen das Letzte ärger geworden als das Erste. [Mt 12,45, Hebr 10,26ff] -2 Petrus 2Petr 68 2 20 45 Nachdrucksvolle Behauptung. -2 Petrus 2Petr 68 2 20 46 Erinnerung an die göttliche Macht des Herrn, die für die Gerechten tröstlich, für die Abtrünnigen und Sünder furchtbar ist. An der Persönlichkeit dessen, von dem sie der Sinnlichkeit halber abgefallen sind, ist die Tiefe ihres Falles und die Größe des bevorstehenden Verderbens zu ermessen. -2 Petrus 2Petr 68 2 20 47 Die Laster und Ausschweifungen. -2 Petrus 2Petr 68 2 20 48 Der Zustand vor der Bekehrung wird mit dem durch den Abfall herbeigeführten verglichen. Als Heiden besaßen sie in ihrer Unwissenheit eine Entschuldigung, die ihnen jetzt abgeht. Auf ihren Zustand im Heidentume folgte die Bekehrung, dann der Abfall, und da dieser wohl dauernd ist, ewiges Verderben. Vergl. [Hebr 6,4-6, Hebr 10,26.27]. -2 Petrus 2Petr 68 2 21 Melius enim erat illis non cognoscere viam justitiæ, quam post agnitionem retrorsum converti ab eo, quod illis traditum est sancto mandato. Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit⁴⁹ nicht kennengelernt zu haben, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt, sich wieder abwenden von dem heiligen Gebote,⁵⁰ das ihnen überliefert ist. -2 Petrus 2Petr 68 2 21 49 Der Weg der Gerechtigkeit ist das Christentum seinem innersten Wesen nach, besonders indem es die Menschen befähigt, Gutes zu tun. -2 Petrus 2Petr 68 2 21 50 Dies ist das Christentum kraft der ihm innewohnenden und die Menschen verpflichtenden göttlichen Autorität. Heilig nennt der Apostel es hier, weil die Irrlehren gerade den stärksten Gegensatz dazu bilden. -2 Petrus 2Petr 68 2 22 Contigit enim eis illud veri proverbii: Canis reversus ad suum vomitum: et, Sus lota in volutabro luti. Es ist ihnen widerfahren, was das wahre Sprichwort sagt: Der Hund wendet sich zurück zu dem, was er gespieen; und: Das Schwein wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kote.⁵¹ -2 Petrus 2Petr 68 2 22 51 Die beiden hier erwähnten Tiere sind nach der Anschauung des A. T. unrein und verachtet, ein Bild lasterhafter Menschen. Vergl. [Mt 6,7]. Beide Sprüche haben die gleiche Tendenz. Der erste ist [Spr 26,11] entnommen, in der Umgestaltung, welche ihm der Gebrauch gegeben, der andere hat keine Quelle im A. T. Das Erbrechen sinnbildet die Sünden und Laster, in welche sie nach ihrer Bekehrung zurückfallen. Die Verse 20 27 zeigen, dass auch der Gerechtfertigte wieder in Sünden fallen und die Gnade Gottes verlieren kann. -2 Petrus 2Petr 68 3 0 b. Aus den Lehren der Irrlehrer handelt der Apostel, damit die Leser der Lehre eingedenk seien, welche sie den Aposteln erhalten (V. 2): 1. Daraus, dass nach der Meinung der Irrlehrer alles von Anfang an so geblieben ist, wie es jetzt ist, wollen diese schließen, dass auch alles so bleiben wird. (V. 4) 2. Indes die so reden, wissen nicht, dass Gott bereits einmal die Welt durch die Sündflut hat untergehen lassen und dass Himmel und Erde jetzt dem Feuer am Tage des Gerichtes aufbewahrt bleibt. (V. 7) Sie wissen nicht, dass Gott ein anderes Maß für die Zeit hat als wir, und dass er, wenn er auf die Erfüllung seiner Verheißungen warten lässt, dies nur tut, um allen Zeit zur Buße zu lassen. (V. 9) 3. Da nun aber der Tag des Herrn sicher kommen wird, mögen die Christen bemüht sein, die Ankunft des Herrn und jene Neuschöpfung schneller herbeizuführen, in welcher die Gerechtigkeit thronen wird. (V. 13) Epilog. (V. 14 18): Alles, was er geschrieben, kurz zusammenfassend, mahnt Petrus die Christen: 1. Ein heiliges Leben zu führen. (V. 14) 2. Die ihnen gewährte Zeit zu gebrauchen, um ihr Heil zu wirken, wozu sie auch Paulus nach der ihm von Gott gewordenen Weisheit in seinen Briefen ermuntert, in denen manches schwer ist, was die Irrlehrer, ebenso wie die übrige Schrift, zu ihrem Verderben missbrauchen. (V. 16) 3. Gewarnt mögen die Leser sich hüten, sich in jene Irrtümer verstricken zu lassen, vielmehr wachsen in der Erkenntnis unseres Herrn. -2 Petrus 2Petr 68 3 1 Hanc ecce vobis, carissimi, secundam scribo epistolam, in quibus vestram excito in commonitione sinceram mentem: Sehet, Geliebte!¹ dies ist bereits der zweite Brief, den ich euch schreibe, um durch Ermahnungen euern lautern Sinn zu wecken, -2 Petrus 2Petr 68 3 1 1 Je größer die Gefahren, desto größer die Besorgnis des Apostels. (Vergl. V. 9, V. 14, V. 17) -2 Petrus 2Petr 68 3 2 Ut memores sitis eorum, quæ prædixi verborum a sanctis Prophetis, et Apostolorum vestrorum, præceptorum Domini et Salvatoris. auf dass ihr gedenket an die Worte, die ich aus den heiligen Propheten vorher erwähnt habe,² und an die von euern Aposteln³ mitgeteilten Gebote⁴ des Herrn und Heilandes.⁵ -2 Petrus 2Petr 68 3 2 2 Griech.: Auf dass ihr der von dem heiligen Propheten vorhergesagten Worte und des Gebotes eurer Apostel von dem Herrn und Heiland gedenket. -2 Petrus 2Petr 68 3 2 3 Paulus und seine Mitarbeiter. -2 Petrus 2Petr 68 3 2 4 Die Prophezeiungen sind die des A. T.; die Gebote sind des Heilandes, als dessen, der sie gegeben, der Apostel als derer, die sie kraft des göttlichen Auftrages verkündet haben. -2 Petrus 2Petr 68 3 2 5 Ist Christus Gott, so steht schwere Strafe bevor, wird sein gebot nicht bewahrt. Ist er der Heiland, wer sollte nicht aus Liebe zu ihm an seiner Offenbarung festhalten? -2 Petrus 2Petr 68 3 3 Hoc primum scientes quod venient in novissimis diebus in deceptione illusores, juxta proprias concupiscentias ambulantes, Vor allem wisset,⁶ dass am Ende der Tage⁷ Spötter mit Trug kommen werden, welche nach ihren eigenen Lüsten wandeln,⁸ -2 Petrus 2Petr 68 3 3 6 Um fest zu stehen. -2 Petrus 2Petr 68 3 3 7 Vergl. [1Petr 4,7] hier V. 8, V. 9. -2 Petrus 2Petr 68 3 3 8 Statt die Worte der Propheten und das Gebot des Heilandes und der Apostel zu Wegweisern zu nehmen. -2 Petrus 2Petr 68 3 4 Dicentes: Ubi est promissio, aut adventus ejus? Ex quo enim patres dormierunt, omnia sic perseverant ab initio creaturæ. und sagen: Wo ist die Verheißung, oder seine⁹ Wiederkunft?¹⁰ Denn von der Zeit her, wo die Väter entschlafen sind, verbleibt alles so, seitdem die geschaffenen Dinge ihren Anfang genommen!¹¹ -2 Petrus 2Petr 68 3 4 9 Sie nennen nicht einmal den Namen Christi. -2 Petrus 2Petr 68 3 4 10 Griech.: die Verheißung seiner Ankunft. Dieselbe ist im A. wie im N. B. häufig vorausgesagt. Die Irrlehrer suchen diese Verheißung lächerlich zu machen. Vergl. [1Petr 1,18]. -2 Petrus 2Petr 68 3 4 11 Hier sind zwei Gedanken ineinander verwebt: Seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles, wie es ist; und: Von Anfang der Schöpfung an bleibt alles, wie es ist. Die Väter sind die Väter des Volkes Israel, insbesondere die Patriarchen und Propheten, welchen die Verheißungen gegeben. Der Sinn ist also: So gewiss von Anfang der Welt al alles so geblieben ist, so gewiss wird es auch ferner so bleiben, und so wenig die Prophezeiungen bisher erfüllt sind, so wenig werden sie es werden. Andere verstehen die Worte von den Vätern dieses Geschlechtes, dem die Spötter angehören. Petrus schrieb diesen Brief etwa 35 Jahre nach der Himmelfahrt Christi, Christus aber hatte gesagt: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist. [Mt 24,34] Viele erwarteten mit dem Strafgerichte über die Juden die Wiederkehr des Herrn zum Weltgerichte. -2 Petrus 2Petr 68 3 5 Latet enim eos hoc volentes, quod cli erant prius, et terra, de aqua, et per aquam consistens Dei verbo: Absichtlich nämlich vergessen sie dies, dass der Himmel¹² einst¹³ war, und die Erde aus Wasser und durch Wasser¹⁴ kraft des Wortes¹⁵ Gottes sich gestaltet hat, -2 Petrus 2Petr 68 3 5 12 Der Lusthimmel. -2 Petrus 2Petr 68 3 5 13 Von Anbeginn der Schöpfung bis zur Sündflut. Gegensatz V. 7. Wasser bedeckte die Erde bei der Schöpfung, so verdankte sie diesem bei ihrer Gestaltung die Verwirklichung bei der Sündflut den Untergang. -2 Petrus 2Petr 68 3 5 14 De Stoff, per Mittel: Wort Gottes und Wasser. -2 Petrus 2Petr 68 3 5 15 Mit Beziehung auf [Gen 1,3ff.6.9]. -2 Petrus 2Petr 68 3 6 Per quæ, ille tunc mundus aqua inundatus periit. wodurch auch die damalige Welt, von Wasser überflutet,¹⁶ zu Grunde ging. -2 Petrus 2Petr 68 3 6 16 Wodurch: durch Wasser. Die damalige Welt ging durch Wasser zu Grunde, die jetzige wird durch Feuer umgestaltet werden (V. 7); dass die Umgestaltung der Welt durch Feuer statthaben werde, findet sich in der heil. Schrift nur an dieser Stelle. -2 Petrus 2Petr 68 3 7 Cli autem, qui nunc sunt, et terra eodem verbo repositi sunt, igni reservati in diem judicii, et perditionis impiorum hominum. Der jetzige Himmel aber und die Erde sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und dem Feuer vorbehalten auf den Tag des Gerichtes und des Verderbens der gottlosen Menschen. -2 Petrus 2Petr 68 3 8 Unum vero hoc non lateat vos, carissimi, quia unus dies apud Dominum sicut mille anni, et mille anni sicut dies unus. Dies eine aber vergesset nicht,¹⁷ Geliebte! dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag.¹⁸ -2 Petrus 2Petr 68 3 8 17 Der erste Einwurf V. 4. In V. 5 hatte er auf einen von jenen Irrlehrern übersehenen Gesichtspunkt hingewiesen. Hier hebt der Apostel denjenigen hervor, welchen die Leser nicht übersehen dürfen und den im Auge zu behalten für sie ausreicht. -2 Petrus 2Petr 68 3 8 18 [Ps 89,4] Die Zeit der Wiederkunft des Herrn bestimmt nicht die Erwartung der Menschen, sondern die göttliche Langmut. Für Gott ist seit dem Tode der Väter zudem noch keine lange Zeit verflossen; deshalb wird die Erfüllung der Verheißung eintreten, dann, wenn der von ihm gewählte Zeitpunkt da ist. -2 Petrus 2Petr 68 3 9 Non tardat Dominus promissionem suam, sicut quidam existimant: sed patienter agit propter vos, nolens aliquos perire, sed omnes ad pnitentiam reverti. Nicht säumt der Herr mit seiner Verheißung, wie einige meinen, sondern er übt Langmut um euretwillen, indem er nicht will, dass jemand verloren gehe,¹⁹ sondern dass sich alle zur Buße wenden.²⁰ -2 Petrus 2Petr 68 3 9 19 Ewig -2 Petrus 2Petr 68 3 9 20 Dies ist die Bedingung für die Sünder, um zu erlangen, was Gott will, dass sie selig werden. -2 Petrus 2Petr 68 3 10 Adveniet autem dies Domini ut fur: in quo cli magno impetu transient, elementa vero calore solventur, terra autem et quæ in ipsa sunt opera, exurentur. Es wird aber der Tag des Herrn²¹ kommen wie ein Dieb; alsdann werden die Himmel²² mit gewaltigem Krachen vergehen, die Elemente sich in Feuersglut verzehren und die Erde samt ihren Werken auf ihr verbrennen. -2 Petrus 2Petr 68 3 10 21 Der Tag, an welchem der Herr zum Gerichte kommt. Vergl. [Apg 2,20, Lk 19,41]. Das Bild vom Diebe, vergl. [1Thess 5,2ff, Offb 3,3, Offb 16,15], soll die Leser zur Wachsamkeit mahnen. Vergl. [Mt 24,42ff]. -2 Petrus 2Petr 68 3 10 22 Der Lusthimmel, wie V. 7, nicht der Sternenhimmel. Wann die Katastrophe eintritt, ob vor dem Gerichte (Thom.), oder nach demselben (Aug.), steht nicht fest. -2 Petrus 2Petr 68 3 11 Cum igitur hæc omnia dissolvenda sint, quales oportet vos esse in sanctis conversationibus, et pietatibus, Da nun dies alles einst hinschwinden wird,²³ wie sehr sollt ihr euch eines heiligen Wandels und der Gottseligkeit befleißigen, -2 Petrus 2Petr 68 3 11 23 Das Präsens drückt die Gewissheit der noch zukünftigen Ereignisse aus. -2 Petrus 2Petr 68 3 12 Exspectantes, et properantes in adventum diei Domini, per quem cli ardentes solventur, et elementa ignis ardore tabescent? indem ihr erwartet und entgegeneilt der Ankunft des Tages des Herrn,²⁴ durch den²⁵ die Himmel in Feuer aufgehen und die Elemente in Gluthitze vergehen werden. -2 Petrus 2Petr 68 3 12 24 Machet durch wahre Buße, dass jene Langmut Gottes nicht notwendig sei. -2 Petrus 2Petr 68 3 12 25 Griech. wegen deren (Ankunft) -2 Petrus 2Petr 68 3 13 Novos vero clos, et novam terram secundum promissa ipsius exspectamus, in quibus justitia habitat. Einen neuen Himmel aber und eine neue Erde²⁶ erwarten wir nach seinen Verheißungen,²⁷ in welchen²⁸ Gerechtigkeit wohnt. -2 Petrus 2Petr 68 3 13 26 Der gegenwärtige Himmel und die gegenwärtige Erde werden in einem neuen herrlichen Zustand übertreten. Es ist dies eine weitere Aufmunterung zu heiligem Wandel und ein Trost für die Gläubigen. Vergl. [Offb 21,1]. -2 Petrus 2Petr 68 3 13 27 Die Verheißung [Jes 65,17, Jes 66,2]. Es ist ein Trost für die Gläubigen, da sie dort allen Bedrängnissen und Versuchungen entzogen sein werden, es ist auch eine Mahnung, alle Ungerechtigkeit zu meiden, welche von dort ausschließt. -2 Petrus 2Petr 68 3 13 28 Himmel und Erde Schauplatz der Sünde und der Erlösung, werden auch die Wohnung der Gerechtigkeit sein. -2 Petrus 2Petr 68 3 14 Propter quod carissimi hæc exspectantes, satagite immaculati, et inviolati ei inveniri in pace. Darum, Geliebte! beeifert euch, in der Erwartung dessen,²⁹ unbefleckt und untadelig³⁰ vor ihm erfunden zu werden in Frieden; -2 Petrus 2Petr 68 3 14 29 Darum: Zusammenfassung der in V. 5 13 gegebenen Darlegungen. Dessen: des in V. 12, V. 13 Gesagten. -2 Petrus 2Petr 68 3 14 30 Gegensatz zu den Eigenschaften der Irrlehrer [1Petr 2,13]. -2 Petrus 2Petr 68 3 15 Et Domini nostri longanimitatem, salutem arbitremini: sicut et carissimus frater noster Paulus secundum datam sibi sapientiam scripsit vobis, und achtet die Langmut unsers Herrn³¹ für Heil,³² so wie auch unser geliebter Bruder³³ Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat;³⁴ -2 Petrus 2Petr 68 3 15 31 Christus -2 Petrus 2Petr 68 3 15 32 Etwas, was Heil bezweckt. -2 Petrus 2Petr 68 3 15 33 Mitapostel. -2 Petrus 2Petr 68 3 15 34 Die Antinomianer missbrauchten die Briefe des heil. Paulus, als ob er ihre Irrtümer begünstigte. -2 Petrus 2Petr 68 3 16 Sicut et omnibus epistolis, loquens in eis de his, in quibus sunt quædam difficilia intellectu, quæ indocti, et instabiles depravant, sicut et ceteras Scripturas, ad suam ipsorum perditionem. wie³⁵ auch in allen seinen Briefen, wenn er von diesen Dingen redet, in welchen³⁶ manches Schwerverständliche vorkommt,³⁷ was die Unwissenden und Schwankenden ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben verdrehen. -2 Petrus 2Petr 68 3 16 35 Wohl mit Bezug auf die beiden Imperative. V. 14, V. 15a. -2 Petrus 2Petr 68 3 16 36 Grund sie zu erwähnen. -2 Petrus 2Petr 68 3 16 37 Die Ursache liegt in der hohen Weisheit des heil. Paulus, die aber auch jeden antinomistischen Irrtum ausschließt. Es können nur die kleinasiatischen Briefe des Völkerapostels in Betracht kommen, also die an die Galater, Kolosser, Epheser. Am wahrscheinlichsten ist, dass der heil. Petrus den Brief an die Epheser im Auge hat, da dieser ein Rundschreiben war und an die Pflicht, der Berufung zum Christentum gemäß zu leben, erinnert. Die Schwierigkeit des Verständnisses teilten die Briefe des heil. Paulus mit der ganzen heil. Schrift. Mit Recht bestimmt deshalb der heilige Kirchenrat von Trient: Um zügellose Geister in Schranken zu halten, soll niemand auf eigene Einsicht vertrauend in Sachen des Glaubens und der Sitten, welche auf den Aufbau der christlichen Lehren sich beziehen, die heil. Schrift nach seinem Sinne verdrehen, entgegen dem Sinne, welchen die heil. Mutter, die Kirche, der es zusteht, zu entscheiden über den wahren Sinn und die Auslegung der heil. Schriften, festhielt und festhält; oder auch es wagen, gegen die einmütige Übereinstimmung der Väter die Schrift selbst auszulegen, selbst wenn derlei Auslegungen zu keiner Zeit der Öffentlichkeit übergeben werden soll. -2 Petrus 2Petr 68 3 17 Vos igitur fratres præscientes custodite, ne insipientium errore traducti excidatis a propria firmitate: Ihr also, Brüder!³⁸ die ihr dies voraus wisset, seid auf eurer Hut, damit ihr euch nicht durch den Irrwahn der Toren³⁹ mit fortreißen lasset und eures festen Standes verlustig gehet. -2 Petrus 2Petr 68 3 17 38 Noch einmal wendet der Apostel sich eindringlich an seine Leser. -2 Petrus 2Petr 68 3 17 39 Griech.: der Zuchtlosen. Durch ihre falsche Lehre von der Freiheit leugneten sie die Verpflichtung des Sittengesetzes. -2 Petrus 2Petr 68 3 18 Crescite vero in gratia, et in cognitione Domini nostri, et Salvatoris Jesu Christi. Ipsi gloria et nunc, et in diem æternitatis. Amen. Wachset vielmehr in der Gnade und in der Erkenntnis⁴⁰ unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit,⁴¹ wie jetzt, so auf den Tag der Ewigkeit.⁴² Amen. -2 Petrus 2Petr 68 3 18 40 Wie am Eingange seines Briefes betont der Apostel am Schlusse die christliche Erkenntnis (Gnosis) als Gegenmittel gegen die falsche und antichristliche Gnosis der Irrlehre. -2 Petrus 2Petr 68 3 18 41 Die Doxologie schließt zugleich ein Bekenntnis des Heilandes als Gott und eine Aufforderung in sich ihm anzuhängen. -2 Petrus 2Petr 68 3 18 42 Der Tag an welchem der Herr zu Gericht kommt, und die damit beginnende Ewigkeit. -1 Johannes 1Joh 69 1 0 In einer kurzen Einleitung [1Joh 1,1-4] empfiehlt der Apostel den Lesern sein Evangelium, weil er in demselben als Augenzeuge von dem Worte des Lebens zu dem Zwecke berichtet, das die Gläubigen, mit dem Vater und dem Sohne auf das innigste verbunden, volle Freude genießen mögen. I. Wir müssen im Lichte wandeln, da Gott Licht ist (1,5 2,29): 1. Da Gott Licht ist, müssen wir im Lichte wandeln (1,5 2,11): a. Wer in der Finsternis ist, hat keine Gemeinschaft mit Gott, der Licht ist (V. 7). B. Wer aber im Lichte wandeln will, muss vor allem sich als Sünder bekennen, um durch dies Bekenntnis Nachlass der Sünden zu erlangen. (V. 10) -1 Johannes 1Joh 69 1 1 QUOD fuit ab initio, quod audivimus, quod vidimus oculis nostris, quod perspeximus, et manus nostræ contrectaverunt de verbo vitæ: Was¹ von Anfang² war,³ was⁴ wir⁵ gehört,⁶ was wir mit unseren Augen gesehen,⁷ was wir geschaut⁸ und unsere Hände betastet haben,⁹ von dem Worte des Lebens,¹⁰ -1 Johannes 1Joh 69 1 1 1 Nicht die durch die Sinne wahrgenommenen Tatsachen, welche Christi Person betreffen, sondern das Wesen Christi, welches jene erkennen gelehrt, ist, was er bezeugen will. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 2 Der uns sichtbar erschienen, war bereits von Anfang an (nach einigen: Von Anfang der Schöpfung an und also schon vorher). -1 Johannes 1Joh 69 1 1 3 Das Wort war führt zur Ewigkeit. (Basil.) Wenngleich jene unwandelbare Natur kein war und kein sein wird zulässt, sondern nur ist, sagen wir dennoch wegen des Wechsels der Zeiten, in der unsere Sterblichkeit zugebracht wird, nicht ohne Grund war und wird sein, und ist; war von den vergangenen Jahrhunderten, ist von der Gegenwart, wird sein von der Zukunft. War: weil sie nie mangelte, wird sein: weil sie niemals mangeln wird, ist: weil sie immer ist. (Aug.) Die Vulgata setzt hier das Perfekt im Gegensatze zu [Joh 1,1], in Konformität mit den übrigen Verben. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 4 Die hierauf sich beziehenden Zeitwörter bilden eine Steigerung. Vom Hören (mit eigenen Ohren), geht der Apostel zum Sehen über, dem er, um es als ein unmittelbares zu kennzeichnen, den Beisatz gibt: Mit unseren Augen. Von dem Sehen steigt er zum Betrachten und endlich zur sichersten sinnlichen Wahrnehmung, dem Betasten, empor. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 5 Johannes und seine Mitapostel. Wenngleich der Verfasser sich nicht nennt, charakterisiert er sich doch so als einen Augenzeugen dessen, was er verkündet, wie er V. 3 die Leser zwar nicht bezeichnet, aber doch sein Verhältnis zu ihnen angibt, und V. 4 zwar nicht einen Segenswunsch ausspricht, aber doch einen Wunsch, den er durch sein Schreiben erfüllen will. Auf diese Weise wird der an sich so charakteristische Eingang des Briefes doch dem anderer Briefe nicht allzu unähnlich. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 6 Die Lehren, welche wir vernommen haben. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 7 Besonders die Wunder. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 8 Die durch alles Tun Christi hindurchleuchtende Gottesherrlichkeit. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 9 Erinnerung an den Apostel Thomas [Joh 20,27]. -1 Johannes 1Joh 69 1 1 10 Verbinde: Was wir gehört usw. von dem Worte des Lebens, von dem Worte, welches das Leben ist, also der zweiten Person der Gottheit. -1 Johannes 1Joh 69 1 2 Et vita manifestata est, et vidimus, et testamur, et annuntiamus vobis vitam æternam, quæ erat apud Patrem, et apparuit nobis: ja,¹¹ das Leben hat sich offenbart,¹² und wir haben gesehen¹³ und bezeugen,¹⁴ und verkündigen¹⁵ euch das ewige Leben,¹⁶ welches bei dem Vater war und uns erschienen ist, -¹⁷ -1 Johannes 1Joh 69 1 2 11 Anknüpfung an: Das Wort des Lebens, Erklärung, inwiefern der, betreffs dessen die Apostel ihre Wahrnehmung machten, in V. 1 so bezeichnet werden konnte. -1 Johannes 1Joh 69 1 2 12 Es war also vor der Offenbarung bereits beim Vater. -1 Johannes 1Joh 69 1 2 13 Zusammenfassung der drei in V. 1 zuletzt genannten Arten des Wahrnehmens. -1 Johannes 1Joh 69 1 2 14 Von der Wahrheit und Zuverlässigkeit dessen, was wir erkannt und verkündet. -1 Johannes 1Joh 69 1 2 15 Als Apostel. -1 Johannes 1Joh 69 1 2 16 Alle drei Zeitwörter beziehen sich auf dies Objekt. -1 Johannes 1Joh 69 1 2 17 Es ist uns als ein solches erschienen, das seiner Natur nach von diesem irdischen Leben unabhängig, ewig ist. -1 Johannes 1Joh 69 1 3 Quod vidimus et audivimus, annuntiamus vobis, ut et vos societatem habeatis nobiscum, et societas nostra sit cum Patre, et cum Filio ejus Jesu Christo. was wir¹⁸ gesehen und gehört haben,¹⁹ verkündigen wir euch,²⁰ damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habet und unsere Gemeinschaft eine Gemeinschaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohne, Jesus Christus.²¹ -1 Johannes 1Joh 69 1 3 18 Ich mit den anderen Augen- und Ohrenzeugen. Im Bewusstsein der Zusammengehörigkeit mit allen Aposteln und Dienern Christi tritt der heil. Johannes den Lesern mit Autorität gegenüber. -1 Johannes 1Joh 69 1 3 19 Was wir selbst wahrgenommen und aus dem Munde Christi als richtige Erkenntnis seines göttlichen Wesens und seiner Aufgabe auf Erden gehört haben. -1 Johannes 1Joh 69 1 3 20 Durch die Predigt. Es ist wohl auch an das Evangelium zu denken, welches der Apostel mit diesem Begleitschreiben übersendet. (Vergl. V. 4.) -1 Johannes 1Joh 69 1 3 21 Die beiden Glieder des Absichtssatzes entsprechen der doppelten Bitte Jesu im hohenpriesterlichen Gebete. [Joh 17,21] Die Leser sollen in lebendiger Glaubens- und Liebesgemeinschaft mit den Aposteln, den Grundfesten der Kirche Christi, stehen und dadurch untereinander eines sein. Diese Gemeinschaft aber soll ihren innersten Grund in der Lebensgemeinschaft haben, in welcher jeder einzelne durch den Heil. Geist mit Vater und Sohn steht. Durch die Botschaft der Apostel und den Glauben der Christen wird der Heiland so unser, wie er ihr war, und die Wahrheiten, welche sie gesehen und betrachtet, geschehen gleichsam von neuem für uns, in deren Herzen der Heiland Wohnung nimmt. [Joh 14,23] Nach dem Griech. kann V. 3b auch als Aussage gefasst werden. Die Gemeinschaft mit Gott dem Vater und seinem Sohne ist die innige Liebesverbindung mit ihnen und die Teilnahme an ihren Gütern. Die Gemeinschaft wird nur auf den Vater und den Sohn, nicht auch auf den Heil. Geist bezogen, weil dieser mit dem Christen ohnehin schon verbunden gedacht wird; denn nicht nur erhält ihn der Geist in der Taufe, sondern jener ist auch die Grundlage seines ganzen geistigen Lebens, der Geist seines Geistes, seines Denkens und Handelns. Auch ist der Heil. Geist zugleich unter Vater und Sohn mitverstanden, da er der Geist beider ist. -1 Johannes 1Joh 69 1 4 Et hæc scribimus vobis ut gaudeatis, et gaudium vestrum sit plenum. Und dies²² schreiben wir euch, damit ihr euch freuet und eure Freude vollkommen sei.²³ -1 Johannes 1Joh 69 1 4 22 Diesen Brief. -1 Johannes 1Joh 69 1 4 23 Ein anderes Ziel als das der Verkündigung V. 3. Die Freude soll voll sein in der Gemeinschaft, in der Liebe, in der Einheit. (Aug.) Im Griech. fehl: Damit ihr euch freuet. -1 Johannes 1Joh 69 1 5 Et hæc est annuntiatio, quam audivimus ab eo, et annuntiamus vobis: Quoniam Deus lux est, et tenebræ in eo non sunt ullæ. Das ist aber die Verkündigung,²⁴ die wir von ihm gehört haben²⁵ und euch wieder verkünden:²⁶ Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.²⁷ -1 Johannes 1Joh 69 1 5 24 Inhalt der apostolischen Verkündigung. (V. 3) Darin besteht die Verkündigung. -1 Johannes 1Joh 69 1 5 25 Nicht als ob die folgenden Worte genau so von dem Herrn gesprochen wären, sondern inhaltlich von ihm: Von Christus, dem Sohne Gottes. -1 Johannes 1Joh 69 1 5 26 Als seine Botschaft. -1 Johannes 1Joh 69 1 5 27 Gott ist das wesenhafte Licht, von dem jedes geistige erschaffen und eine Teilnahme, eine physische ein Symbol ist. Er ist Licht, weil er sich selbst klar wahrnimmt, und alles in sich, da er die erste Wahrheit, die Wahrheit selbst ist. Finsternis bedeutet hier jede Art von Unvollkommenheit. Daher heißen die bösen Geister Fürsten der Finsternis [Lk 22,53, Eph 6,12, Kol 1,13, 2Petr 2,17, Jud 1,13], die Bösen Kinder der Finsternis [Lk 16,8, Joh 11,36, Eph 5,8, 1Thess 5,5] und die bösen Werke Werke der Finsternis. [Joh 3,19-21, 2Kor 6,14, Lk 1,19, Röm 13,12, 1Joh 2,9.11] Doch da der Vers eine heilsgeschichtliche Bedeutung haben muss, besagt er wohl, was in und mit Christus gekommen ist, dass Gott sich als Licht in Christus offenbart hat. -1 Johannes 1Joh 69 1 6 Si dixerimus quoniam societatem habemus cum eo, et in tenebris ambulamus, mentimur, et veritatem non facimus. Wenn wir²⁸ sagen: Wir haben Gemeinschaft mit ihm,²⁹ und wandeln³⁰ doch in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.³¹ -1 Johannes 1Joh 69 1 6 28 Indem der Apostel sich einschließt, redet er schonend, aber auch wirkungsvoller. -1 Johannes 1Joh 69 1 6 29 Gemeinschaft mit Gott ist das Ziel aller Frömmigkeit. Die Vereinigung mit Gott beginnt im Glauben und findet in der Liebe ihre Vollendung. Mit dieser inneren Lebensgemeinschaft kann in uns so wenig ein Wandel in der Finsternis bestehen, wie in Gott selbst Finsternis sein kann. Gott, das ewige Licht, hat den Menschen zu einem Abbilde seines Lichtwesens erschaffen und ihn in Christus wieder dazu hergestellt. Wer daher mit Gott in Verbindung steht, in dem ist alle Unwahrheit und Unlauterkeit überwunden. -1 Johannes 1Joh 69 1 6 30 Das Wandeln ist bewusstes Weilen des Christen in der Sünde als seinem Elemente. Wer mit Gott verbunden ist, meidet die Sünde und die Gelegenheit zur Sünde. -1 Johannes 1Joh 69 1 6 31 Die Sünde ist eine verwirklichte Lüge, die Gerechtigkeit das Vollbringen der Wahrheit. Vergl. [Joh 3,20]. -1 Johannes 1Joh 69 1 7 Si autem in luce ambulamus sicut et ipse est in luce, societatem habemus ad invicem, et sanguis Jesu Christi, Filii ejus, emundat nos ab omni peccato. Wenn wir aber im Lichte wandeln,³² wie er selbst im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander,³³ und³⁴ das Blut Jesu Christi seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. [Hebr 9,14] -1 Johannes 1Joh 69 1 7 32 Gegensatz zu Gott, dem das Sein zukommt. -1 Johannes 1Joh 69 1 7 33 Die Gemeinschaft untereinander ist ein Erkennungszeichen dafür, dass wir im Lichte wandeln, ebenso wie wenn wir uns der Früchte des Erlösungstodes des Herrn, die wir in der Taufe und Buße erlangt haben, mehr und mehr teilhaftig machen. (Aug., Hier.) -1 Johannes 1Joh 69 1 7 34 Wie V. 6 ist der Satz zweigliedrig. -1 Johannes 1Joh 69 1 8 Si dixerimus quoniam peccatum non habemus, ipsi nos seducimus, et veritas in nobis non est. Wenn wir sagen:³⁵ Wir haben keine Sünde,³⁶ so führen wir uns selbst in Irrtum, und die Wahrheit ist nicht in uns.³⁷ [Spr 20,9] -1 Johannes 1Joh 69 1 8 35 Die erste Bedingung, der Wahrheit den Zugang in unser Herz zu eröffnen, ist, dass wir unsere Sünden reumütig bekennen. (V. 8, V. 10) Die zweite Bedingung ist, dass wir die Sünde sorgfältig meiden, und fallen wir doch, dass wir alsdann in gläubigem Vertrauen zu Christus, unserem Fürsprecher und Versöhner beim Vater, unsere Zuflucht nehmen. -1 Johannes 1Joh 69 1 8 36 Aufnahme des Gedankens V. 6. Die Mahnung geht wohl besonders an die Irrlehrer seiner Zeit. Die Nikolaiten lebten, als sei sinnliche Ausschweifung nicht Sünde, und Simon, der Zauberer, erklärte sich für die große Kraft Gottes, welche sich natürlich für rein und sündlos halten musste. Die späteren Gnostiker meinten, es gebe Menschen höheren Wesens: sobald diese sich der Teilnahme am göttlichen Wesen bewusst sind, mögen sie tun, was sie wollen; es gibt für sie keine Sünde mehr, da das reine göttliche Wesen nicht befleckt werden kann. Vielleicht zog auch Cerinth schon ähnliche Folgerungen aus seinen Lehrsätzen. Sünde: aktuelle Sünde. Demgemäß definierte das Konzil von Trient: Wenn jemand sagt, der einmal gerechtfertigte Mensch könne nicht mehr sündigen, noch auch die Gnade verlieren, und darum sei der, welcher fällt und sündigt, gar nicht wahrhaft gerecht gewesen; oder im Gegenteile, er könne im ganzen Leben alle Sünden, selbst auch die lässlichen, meiden, es sei denn mit besonderer Bevorzugung von Gott, wie die Kirche von der seligsten Jungfrau annimmt, der sei ausgeschlossen. (Sitz 6, Kann. 23) Wenngleich die Gerechten das Licht der Gerechtigkeit hell erstrahlen lassen, sind sie dennoch nicht so rein, dass kein Flecken sie zu trüben vermöchte, wie der heil. Johannes bezeugt. Denn wenn auch die Gerechten in dieser Sterblichkeit gerecht sein können, vermögen sie dennoch nicht gänzlich von Schuld frei zu bleiben. (Greg.) Wen wir alle Heiligen, die heil. Jungfrau ausgenommen, versammeln und sie fragen könnten, ob sie ohne Sünde waren, sie würden alle einmütig rufen: Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 1 8 37 Sie erleuchtet uns nicht und bestimmt unseren Wandel nicht. -1 Johannes 1Joh 69 1 9 Si confiteamur peccata nostra: fidelis est, et justus, ut remittat nobis peccata nostra, et emundet nos ab omni iniquitate. Wenn wir unsere Sünden³⁸ bekennen,³⁹ so ist er treu⁴⁰ und gerecht,⁴¹ dass er uns unsere Sünden vergibt, und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. -1 Johannes 1Joh 69 1 9 38 Die Mehrzahl, anders als V. 8. Das Bekenntnis soll also nicht darauf abzielen, dass wir uns als im Zustande der Sünde befindlich bezeichnen, sondern soll eine Anklage der bestimmten einzelnen Sünden sein. Das Bekenntnis im Allgemeinen entspricht leicht einer bloßen Tätigkeit des Verstandes ohne Reue. -1 Johannes 1Joh 69 1 9 39 Bei dem Priester Gottes legt der Christ in Schmerz und Einfalt das Bekenntnis seines Gewissenszustandes ab, erklärt die Last seiner Seele und sucht Heilung selbst für kleine Wunden. (Cypr.) Kniee vor dem Priester nieder und beuge die Kniee vor dem von Gott Geliebten. (Tert.) -1 Johannes 1Joh 69 1 9 40 In seiner Verheißung, dem Reuigen die Sünden zu vergeben. (Cypr.) -1 Johannes 1Joh 69 1 9 41 Indem er zwischen dem unbußfertigen und dem reuigen Sünder unterscheidet und diesem seine Gerechtigkeit verleiht. (Vergl. Konzil von Trient Sitz 6, Kap. 7) -1 Johannes 1Joh 69 1 10 Si dixerimus quoniam non peccavimus: mendacem facimus eum, et verbum ejus non est in nobis. Wenn wir sagen: Wir haben nicht gesündigt,⁴² so machen wir ihn zum Lügner,⁴³ und sein Wort ist nicht in uns. -1 Johannes 1Joh 69 1 10 42 Nachdem wir Christen geworden sind. -1 Johannes 1Joh 69 1 10 43 Gott hat geoffenbart, dass alle Menschen Sünder sind. Vergl. [Röm 3,10-18]. Gott ist durch sich selbst wahrhaft und du durch Gott, denn durch dich bist du ein Lügner. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 2 0 Der Nachlass der Sünden wird durch Christus erlangt, der die Sühne für alle Sünden ist. (V. 2) Außerdem muss, wer im Lichte wandelt, die Gebote Christi beobachten, um sich so mit Gott zu vereinigen und in ihm zu bleiben. (V. 6) c. Unter allen Geboten nimmt die erste Stelle das alte und zugleich neue Gebot der Liebe ein; von seiner Beobachtung also hängt die Entscheidung ab, ob jemand im Lichte oder in der Finsternis wandelt. (V. 11) 2. Zwei Laster, welche die Menschen insbesondere hindern, im Lichte zu wandeln (V. 12 29): a. Nachdem der Apostel, um sich das Wohlwollen der Leser zu sichern, diese versichert, dass er ihren Tugenden wegen sich an die Niederschrift des Evangeliums und an die Abfassung dieses Briefes gemacht habe, (V. 14) b. mahnt er sie vor allem, die Welt nicht zu lieben, die eine allgemeine Verderberin sei und schnell mit all ihrer Lust vorübergehe (V. 17), c. und untersagt ihnen vor allem den Verkehr mit den Irrlehrern, welche er Antichristen nennt, weil sie Vorläufer des Antichrist seien, da sie leugnen, dass Jesus der Christus sei, und weder Vater noch Sohn anerkennen. (V. 23) Diese meidend sollen die Christen in dem treu beharren, was sie durch den Heil. Geist gelernt, damit sie die Wiederkehr Christi mit Zuversicht erwarten können. -1 Johannes 1Joh 69 2 1 Filioli mei, hæc scribo vobis, ut non peccetis. Sed et si quis peccaverit, advocatum habemus apud Patrem, Jesum Christum justum: Meine Kindlein!¹ dies² schreibe ich³ euch, damit ihr nicht sündiget. Aber wenn auch⁴ jemand gesündigt hat, so haben wir⁵ einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten,⁶ -1 Johannes 1Joh 69 2 1 1 Der heil. Johannes ist der geistliche Vater der Leser, ihnen mit herzlicher Liebe zugetan, dazu ein hochbetagter Greis. -1 Johannes 1Joh 69 2 1 2 Rückbeziehung auf [1Joh 1,4]. Gemeint ist wohl das [1Joh 1,7-10] Gesagte. -1 Johannes 1Joh 69 2 1 3 Der Anrede Meine Kindlein entsprechend, statt der mit apostolischer Autorität verbundenen 1. Person Plural. -1 Johannes 1Joh 69 2 1 4 Wenn auch kein Mensch das ganze Leben hindurch ohne Sünde zu bleiben vermag, kann er doch jede einzelne Sünde für sich genommen, meiden. Darum gilt es zu kämpfen. (Beda) -1 Johannes 1Joh 69 2 1 5 Christus hatte sich [Joh 14,16] als Beistand bezeichnet, jetzt bezeichnet ihn der Apostel ach seinem Heimgange als solchen. Indem der Apostel sich unter die einschließt, die einen Anwalt beim Vater haben, will er sich unter die Sünder rechnen, eher als dass er sich an die Stelle des Heilandes setzte. Alle Fürbitten von Heiligen sind solche von Menschen, anders die Fürbitte Christi. Zudem gründet sich unsere Fürbitte, ebenso wie die der Heiligen im Himmel, auf die Fürbitte Christi. Daher schließt die Kirche alle Gebete: durch Christus, unsern Herrn. Wie Christus der Hirt ist (sagt der heil. Augustin) so auch Petrus, aber Christus ist der wahre Hirt, weil er seine Schafe weidet, Petrus ist also nicht in sich Hirt, sondern im Herrn, so sind auch die Märtyrer nicht unsere Fürsprecher in sich selbst, sondern in dem, dem sie vereinigt sind wie die Glieder dem Haupte. -1 Johannes 1Joh 69 2 1 6 Als Gerechter bedarf Christus nicht selbst eines Fürsprechers. -1 Johannes 1Joh 69 2 2 Et ipse est propitiatio pro peccatis nostris: non pro nostris autem tantum, sed etiam pro totius mundi. und er ist die Sühne für unsere Sünden;⁷ nicht allein für die unsrigen,⁸ sondern auch für die der ganzen Welt.⁹ -1 Johannes 1Joh 69 2 2 7 Christi Fürsprache gründet sich auf sein Sühnungswerk. Seine Fürsprache ist eine immerwährende. -1 Johannes 1Joh 69 2 2 8 Für die Sünden der Christen. -1 Johannes 1Joh 69 2 2 9 Damit die Leser sich nicht in der alle umfassenden Liebe Gottes bevorzugt glauben, als habe er um ihrer selbst willen ein besonderes Wohlgefallen an ihnen, fügt er bei: der ganzen Welt. Doch lassen nicht alle diese Sühnung an sich zur Wirkung gelangen. -1 Johannes 1Joh 69 2 3 Et in hoc scimus quoniam cognovimus eum, si mandata ejus observemus. Und¹⁰ daraus¹¹ ersehen wir, dass wir ihn¹² erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten.¹³ -1 Johannes 1Joh 69 2 3 10 Anknüpfung an V. 1, an das durch den Brief beabsichtigte Nichtsündigen. -1 Johannes 1Joh 69 2 3 11 Aus dem Folgenden. -1 Johannes 1Joh 69 2 3 12 Gott. Der Apostel knüpft wieder an das Thema [1Joh 1,5] an. Das Erkennen ist ein lebendiges, das Gesinnung und Handlung bestimmt. -1 Johannes 1Joh 69 2 3 13 Jeder, der Gott lebendig erkennt, liebt ihn auch, und wer Gott wahrhaft liebt, hält seine Gebote, denn die Gebote sind der Ausdruck seines Willens und ebenso sehr zu seiner Ehre, wie zu unserem Heile gegeben. -1 Johannes 1Joh 69 2 4 Qui dicit se nosse eum, et mandata ejus non custodit, mendax est, et in hoc veritas non est. Wer da sagt, er habe ihn erkannt, und seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und in ihm ist die Wahrheit nicht.¹⁴ -1 Johannes 1Joh 69 2 4 14 Parallele zu [1Joh 1,6]. Dann sind wir wahrhaft gläubig, wenn wir im Werke vollenden, was wie im Worte verheißen. (Greg.) -1 Johannes 1Joh 69 2 5 Qui autem servat verbum ejus, vere in hoc caritas Dei perfecta est: et in hoc scimus quoniam in ipso sumus. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaft¹⁵ die Liebe Gottes vollkommen,¹⁶ und daran¹⁷ erkennen wir, dass wir in ihm sind. -1 Johannes 1Joh 69 2 5 15 Gegensatz zu dem V. 4 lügenhaft behaupteten Vorhandensein. -1 Johannes 1Joh 69 2 5 16 So weit dies auf Erden möglich. Die Liebe besitzt die ganze Größe und Breite der göttlichen Aussprüche. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 2 5 17 Wenn wir in der Liebe zu Gott vollendet sind, wie es sich durch das Halten der Gebote erweist. -1 Johannes 1Joh 69 2 6 Qui dicit se in ipso manere, debet, sicut ille ambulavit, et ipse ambulare. Wer sagt, dass er in ihm bleibe,¹⁸ der muss,¹⁹ wie er gewandelt hat, ebenso auch selbst wandeln. -1 Johannes 1Joh 69 2 6 18 Steigerung: V. 3: Gott erkennen, V. 5: In Gott sein. V. 6: In Gott bleiben. -1 Johannes 1Joh 69 2 6 19 Damit der, welcher behauptet, in Christus zu bleiben, wahr rede, ist er verpflichtet, diese Behauptung auch zu bewähren. Um noch einmal zu sagen, wie dies geschieht, verweist der Apostel auf das Vorbild Christi, der ja das Sein in Gott als das Charakteristische seines Lebens von sich ausgesagt. [Joh 10,38, Joh 14,10ff, Joh 17,21] Noch ist nicht gesagt, worin der vorbildliche Wandel Christi bestand, doch weist die Bezeichnung gerecht (V. 1) schon darauf hin, dass es ein Wandel in dem vollen Halten der göttlichen Gebote war. (V. 3) Was ist wandeln, worin er gewandelt, anders als alles Glück verachten, dass er verachtet, Widriges nicht fürchten, dass er getragen, lehren, was er gelehrt, hoffen, was er verheißen hat? (Prosper.) -1 Johannes 1Joh 69 2 7 Carissimi, non mandatum novum scribo vobis, sed mandatum vetus, quod habuistis ab initio: mandatum vetus est verbum, quod audistis. Geliebte!²⁰ nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot,²¹ das ihr von Anfang an²² hattet; das alte Gebot ist das Wort, welches ihr gehört habt.²³ -1 Johannes 1Joh 69 2 7 20 Der Apostel geht zu dem Thema einer zweiten Belehrung über, die wiederum eine doppelseitige ist, indem aus der Tatsache, dass es bereits eine Stätte des Lichtes auf Erden gibt [1Joh 2,6], geschlossen wird, dass die Zugehörigkeit zu ihr sich in der Bruderliebe erweist (V. 9 11) und alle Weltliebe ausschließt. (V. 12 17) Johannes will durch die Wiederholung der Anrede das Folgende recht hervorheben und an's Herz legen. -1 Johannes 1Joh 69 2 7 21 Das von [1Joh 1,5] an Gesagte. -1 Johannes 1Joh 69 2 7 22 Von Anfang ihres Christenlebens an, das mit der Verkündigung begann. -1 Johannes 1Joh 69 2 7 23 Die apostolische Verkündigung. -1 Johannes 1Joh 69 2 8 Iterum mandatum novum scribo vobis, quod verum est et in ipso, et in vobis: quia tenebræ transierunt, et verum lumen jam lucet. Wiederum²⁴ schreibe ich euch ein neues Gebot, das wahr ist,²⁵ sowohl bei ihm²⁶ als bei euch,²⁷ denn die Finsternis²⁸ ist vergangen und das wahre Licht leuchtet schon.²⁹ -1 Johannes 1Joh 69 2 8 24 Wiederum leitet einen Gegensatz ein. Der Apostel bezeichnet jetzt das Gebot, das er V. 7 als genannt, als neu. -1 Johannes 1Joh 69 2 8 25 Die scheinbar mit V. 7 in Widerspruch stehende Betrachtungsweise ist berechtigt, in welcher Beziehung, sagt der Relativsatz. -1 Johannes 1Joh 69 2 8 26 Bei Christus. -1 Johannes 1Joh 69 2 8 27 Das Gebot bleibt zwar immer das gleiche, doch ist es neu nach denen, denen es auferlegt wird, und nach den Umständen, in denen seine Beobachtung gefordert wird. -1 Johannes 1Joh 69 2 8 28 Der Zustand der noch unerleuchteten Welt. -1 Johannes 1Joh 69 2 8 29 In der Gemeinde der Erleuchteten, während die Finsternis immer mehr schwindet. In diesem Gegensatze zwischen der Lichtgemeinde und der Welt gilt es, zu der aus der Offenbarung in Christus sich ergebenden Forderung Stellung zu nehmen, die neu ist, insofern sie sich näher bestimmt zum Gebote der Bruderliebe und zum Verbot der Weltliebe. -1 Johannes 1Joh 69 2 9 Qui dicit se in luce esse, et fratrem suum odit, in tenebris est usque adhuc. Wer da sagt,³⁰ er sei im Lichte,³¹ und hasst seinen Bruder,³² der ist in der Finsternis bis zur Stunde. -1 Johannes 1Joh 69 2 9 30 Eingang wie V. 4. -1 Johannes 1Joh 69 2 9 31 Er sei mit dem Lichte innerlich verbunden. -1 Johannes 1Joh 69 2 9 32 Gegensatz. Das Wort Bruder kommt zwar im N. T. oft für jeden Nächsten vor, indes ist nach [1Joh 3,11], besonders aber nach [1Joh 3,16] und [1Joh 5,1] hier der christliche Mitbruder zu verstehen. Diese echte Bruderliebe ist mit der allgemeinen Liebe zu allen Menschen insofern unzertrennlich, als Christus ja auch als Sühnopfer für die ganze Welt gestorben ist. Neben der Liebe kennt Johannes nur den Hass, eine Gleichgültigkeit gibt es für ihn nicht. -1 Johannes 1Joh 69 2 10 Qui diligit fratrem suum, in lumine manet, et scandalum in eo non est. Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Lichte,³³ und in ihm ist kein Anstoß.³⁴ -1 Johannes 1Joh 69 2 10 33 Die Bruderliebe beweist, dass man in der Sphäre des Lichtes nicht nur ist, sondern auch bleibt. -1 Johannes 1Joh 69 2 10 34 Wie wir im leiblichen Leben des Lichtes bedürfen, um uns beim Gehen vor dem Anstoßen und Fallen zu bewahren, das im Dunkel unvermeidlich ist, so muss das Licht in unser Inneres eindringen und dort alle Finsternis verscheuchen, damit wir nicht Anlass zum Sündigen (zum Verletzen der Bruderliebe) geben. -1 Johannes 1Joh 69 2 11 Qui autem odit fratrem suum, in tenebris est, et in tenebris ambulat, et nescit quo eat: quia tenebræ obcæcaverunt oculos ejus. Wer aber seinen Bruder hasset, ist in der Finsternis, und wandelt in der Finsternis, und weiß nicht, wohin er geht,³⁵ denn die Finsternis hat seine Augen geblendet.³⁶ -1 Johannes 1Joh 69 2 11 35 Der Apostel kehrt noch einmal zu dem Gedanken des V. 9 zurück, um ihn fortzuführen, wie er V. 10 den Gegensatz dargestellt hat. Dem Bilde des Anstoßes liegt die Vorstellung des Wandelns zu Grunde. Wer in der Finsternis wandelt, kann vom rechten Wege abkommen und derart vom Ziele des Christen, der Liebe, abirren, dass er zu dem äußersten Gegensatze, dem Hasse, kommt. -1 Johannes 1Joh 69 2 11 36 Vergl. [Joh 12,40], nach [Jes 6,10]. Ohne das Licht von Gott vermag unser geistiges Auge den rechten Weg nicht zu sehen; ein Zeichen, dass wir das Licht nicht haben, ist der Hass gegen den Bruder. -1 Johannes 1Joh 69 2 12 Scribo vobis, filioli, quoniam remittuntur vobis peccata propter nomen ejus. Ich schreibe euch,³⁷ Kinder!³⁸ da euch ja die Sünden vergeben werden³⁹ um seines Namens willen.⁴⁰ -1 Johannes 1Joh 69 2 12 37 Das Griech. bietet zwei Gruppen mit je drei Gliedern. Die zweite Gruppe, mit V. 14 beginnend, hat im Griech. die Zeit der Vergangenheit: ich habe euch geschrieben. In der Vulgata fehlt V. 14 ein Satzglied: Ich habe euch geschrieben, Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang ist. -1 Johannes 1Joh 69 2 12 38 Der Apostel redet die Gesamtheit der Leser an. -1 Johannes 1Joh 69 2 12 39 Griech.: vergeben sind. Dies ist die für ihr Christentum grundlegende Tatsache. Vergl. [1Joh 1,7]. -1 Johannes 1Joh 69 2 12 40 Weil Christus ist, was sein Name besagt, der Erlöser und Mittler. -1 Johannes 1Joh 69 2 13 Scribo vobis patres, quoniam cognovistis eum, qui ab initio est. Scribo vobis adolescentes, quoniam vicistis malignum. Ich schreibe euch, Väter!⁴¹ weil ihr ja den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, Jünglinge!⁴² weil ihr den Bösen⁴³ überwunden habet. -1 Johannes 1Joh 69 2 13 41 Die Erfahrung des Alters hat sie in die Tiefe der Erkenntnis geführt. -1 Johannes 1Joh 69 2 13 42 Jede Altersstufe erhält das ihrer Anlage und Betätigung entsprechende Lob. Den Jünglingen ziemt der Kampf. -1 Johannes 1Joh 69 2 13 43 Der Böse ist der Teufel. [Joh 17,15] -1 Johannes 1Joh 69 2 14 Scribo vobis infantes, quoniam cognovistis patrem. Scribo vobis juvenes, quoniam fortes estis, et verbum Dei manet in vobis, et vicistis malignum. Ich schreibe euch,⁴⁴ Kindlein! weil ihr ja den Vater erkannt habt. Ich schreibe euch, Jünglinge! weil ihr stark seid, und das Wort Gottes in euch bleibt,⁴⁵ und ihr den Argen überwunden habt.⁴⁶ -1 Johannes 1Joh 69 2 14 44 Griech.: ich habe euch geschrieben. (Vergl. Anm. 37) Wenn das, was er zu schreiben im Begriff steht, für die Angehörigen der Christengemeinde gelte, so soll doch nicht ausgeschlossen sein, dass er sie bereits V. 9 11 als Genossen der Gemeinde des Lichtes angeredet hat. Nach anderen bezieht sich der Apostel auf das Evangelium, das er geschrieben. -1 Johannes 1Joh 69 2 14 45 Die Kraft könnte im Kampfe ermatten, doch in ihnen ist die Quelle bleibender Stärke. -1 Johannes 1Joh 69 2 14 46 Der immer wieder euch angreift. -1 Johannes 1Joh 69 2 15 Nolite diligere mundum, neque ea, quæ in mundo sunt. Si quis diligit mundum, non est caritas Patris in eo: Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist.⁴⁷ Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters⁴⁸ nicht in ihm. -1 Johannes 1Joh 69 2 15 47 Vers 15 17 bildet einen gewissen Parallelismus zu 9 11. Die Welt bedeutet im Evangelium des heil. Johannes, wo das Wort etwa siebzig Mal vorkommt, die gottentfremdete Menschheit. Von den übrigen Geschöpfen gilt die Lehre des heil. Augustin: Was in der Welt ist, hat Gott erschaffen. Warum soll ich nicht lieben, was Gott geschaffen? Gott verbietet dir nicht dies zu lieben, sondern nur es so zu lieben, als ob es dich beseligen könnte; er gebietet, es nur zu lieben, um den Schöpfer zu loben und zu lieben. Liebst du aber diese Dinge so, dass du den Schöpfer hintansetzt, soll dir deine böse Liebe nicht zugerechnet werden? Zudem, wenn es heißt: Liebet dies nicht, wird da gesagt, ihr sollt nicht essen, nicht trinken, keine Familie haben? Nicht dies, aber alles werde auf den Schöpfer bezogen. Lasset euch nicht von den Geschöpfen verstricken, dass ihr liebet, nur um zu genießen, was ihr zum Gebrauche haben sollt. -1 Johannes 1Joh 69 2 15 48 Die Liebe zu dem, welchen die Kinder des Lichtes als ihren Vater erkannt haben. -1 Johannes 1Joh 69 2 16 Quoniam omne, quod est in mundo, concupiscentia carnis est, et concupiscentia oculorum, et superbia vitæ: quæ non est ex Patre, sed ex mundo est. Denn alles, was in der Welt ist,⁴⁹ ist Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens, was nicht vom Vater, sondern von der Welt ist.⁵⁰ -1 Johannes 1Joh 69 2 16 49 Ähnlich wie in V. 15 geht der Apostel von den zur Welt gehörenden Personen zu dem über, was im Inneren derselben ist. Griech.: Alles, was den Inhalt, das Wesen der Welt ausmacht, was gleichsam ihr inneres Leben ist. Es sind dies: die Begierde, welche das Fleisch hegt, die Begierde, welche durch die Augen erregt wird, der prahlerische Übermut. In der Erklärung der einzelnen Ausdrücke gehen die Ausleger weit auseinander. Fleischeslust: Was dem Fleische eigen ist, Essen und sinnliche Lust. (Aug.) Augenlust: Was zu schauen Vergnügen macht. (Aug., Bed.) Die Fleischeslust ist wohl die dem Fleische auch ohne Reiz von außen innewohnende Lust, welche den Geist, der sich von Gott los reißt, gänzlich beherrscht; die Augenlust der von außen im Menschen erweckte Reiz. Die erstere ist deshalb vorwiegend Genusssucht, die andere die Sucht, Geschöpfe in seinen Dienst zu ziehen. Beide gehen oft ineinander über. Als drittes Laster tritt die Selbsterhebung des Menschen hinzu, welche aber Genusssucht und Habsucht (in weiterem Sinne) in ihrem Dienste hat und sich daher als Herrschsucht, Prunksucht u. a. m. offenbart. (Vergl. Thom. I.2 qu. 77 a. 5) Zu ihrer Bekämpfung dient die Übung der dreifachen guten Werke: Fasten, Almosengeben, Beten, wie ihr Gegensatz die klösterlichen Gelübde der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams sind. -1 Johannes 1Joh 69 2 16 50 Nur was aus der gottwidrigen Menschheit stammt, ist an sich schon gottwidrig. Der Vater ist der Vater der Christen, der Gotteskinder. -1 Johannes 1Joh 69 2 17 Et mundus transit, et concupiscentia ejus. Qui autem facit voluntatem Dei, manet in æternum. Und die Welt⁵¹ vergeht⁵² samt ihrer Lust;⁵³ wer aber den Willen Gottes tut,⁵⁴ bleibt in Ewigkeit.⁵⁵ -1 Johannes 1Joh 69 2 17 51 Die gottwidrige Menschenwelt. -1 Johannes 1Joh 69 2 17 52 Dies ist das Schicksal der Welt ihrem innersten Wesen nach. -1 Johannes 1Joh 69 2 17 53 Diese verfällt dem Gerichte und dem Weltmenschen. -1 Johannes 1Joh 69 2 17 54 Diese Worte kennzeichnen die Welt als dem Willen Gottes nicht gehorchend. Den Willen Gottes tun ist nach V. 5 die Liebe zu Gott. -1 Johannes 1Joh 69 2 17 55 Vergl. [1Petr 1,25] und [Jes 40,8] er erlangt das ewige Leben. -1 Johannes 1Joh 69 2 18 Filioli, novissima hora est: et sicut audistis quia Antichristus venit: et nunc Antichristi multi facti sunt; unde scimus, quia novissima hora est. Kindlein!⁵⁶ es ist die letzte Stunde;⁵⁷ und wie ihr gehört habt,⁵⁸ dass der Antichrist kommt,⁵⁹ so sind auch jetzt viele Antichristen erschienen,⁶⁰ woraus wir erkennen, dass es die letzte Stunde ist.⁶¹ -1 Johannes 1Joh 69 2 18 56 Diese Anrede ist wie V. 13 an alle Leser gerichtet. -1 Johannes 1Joh 69 2 18 57 Es ist die letzte Weltzeit. -1 Johannes 1Joh 69 2 18 58 Durch die euch verkündete Lehre. -1 Johannes 1Joh 69 2 18 59 Das Präsens ist die Form eines allgemeinen Lehrsatzes, vergl. [Mk 9,12], in welchem über die Zeit nichts ausgesagt wird. Der Name Antichrist findet sich nur im 1. und 2. Brief des heil. Johannes. Vergl. [2Thess 2,3ff]. -1 Johannes 1Joh 69 2 18 60 Wie euch verkündet ist. -1 Johannes 1Joh 69 2 18 61 Ehe das Gericht eintritt, muss die Welt für dasselbe reif werden. Die Erscheinung der Antichristen im weiteren Sinne zeigt, dass wir in der Zeit vor dem Gerichte leben, insofern ihr Auftreten die Ankunft des persönlichen Antichristen anzeigt. -1 Johannes 1Joh 69 2 19 Ex nobis prodierunt, sed non erant ex nobis: nam, si fuissent ex nobis, permansissent utique nobiscum: sed ut manifesti sint quoniam non sunt omnes ex nobis. Von uns sind sie ausgegangen, aber sie waren nicht von uns;⁶² denn wenn sie von uns gewesen wären, so würden sie doch bei uns geblieben sein; allein es sollte an ihnen offenbar werden, dass nicht alle von uns sind. -1 Johannes 1Joh 69 2 19 62 Sie sind aus unserer Mitte hervorgegangen, indes trotz ihrer äußeren Angehörigkeit, gehörten sie uns durch das innere Band der Wahrheit und Gnade nicht an. Während sie unter uns sind, sind sie nicht aus uns, doch noch nicht offenbar als solche. Erst indem sie sich trennen, werden sie als solche offenbar. (Aug.) Auch der Abfall jener Ungetreuen muss dem Zwecke des lieben Gottes dienen. Bei jedem häretischen Abfalle fegt Gott die Tenne seiner Kirche und sondert die Spreu von dem Weizen. Diese Sichtung und Scheidung ist jedes Mal ein Fortschritt der Kirche, eine Vorbotin der letzten Scheidung im allgemeinen Gerichte. -1 Johannes 1Joh 69 2 20 Sed vos unctionem habetis a Sancto, et nostis omnia. Doch ihr habt die Salbung⁶³ vom Heiligen⁶⁴ und wisset alles.⁶⁵ -1 Johannes 1Joh 69 2 20 63 Die Salbung ist eine bildliche Bezeichnung der Verleihung des Heil. Geistes. -1 Johannes 1Joh 69 2 20 64 Von Christus [Joh 6,69, Apg 3,14], wie der Gegensatz zum Antichrist zeigt. Wer die Salbung empfängt, ist selbst ein Gesalbter, also mit dem Gesalbten im wahren Sinne wesensverwandt, gehört zum wahren Priestertume. [1Petr 2,9] Ein solcher kann nichts mit dem Antichristentum zu tun haben. -1 Johannes 1Joh 69 2 20 65 Griech. alle: kraft der Salbung seid ihr alle Wissende. Nach der Vulg.: Ihr wisst alles, was zum Wesen der christlichen Wahrheit gehört. -1 Johannes 1Joh 69 2 21 Non scripsi vobis quasi ignorantibus veritatem, sed quasi scientibus eam: et quoniam omne mendacium ex veritate non est. Ich schreibe euch nicht, weil ihr die Wahrheit nicht wüsstet,⁶⁶ sondern weil ihr sie wisset, und weil keine Lüge aus der Wahrheit kommt.⁶⁷ -1 Johannes 1Joh 69 2 21 66 Er hat V. 18, V. 19 nicht geschrieben, weil sie die Wahrheit nicht kannten, sondern gerade weil sie dieselbe kennen. Machet euch dieselbe also fruchtreich! -1 Johannes 1Joh 69 2 21 67 Die Lüge stammt vielmehr aus dem Teufel. [Joh 8,44] Darum wissen sie, dass die Antichristen, welche sich gegen die Wahrheit erheben, nie der christlichen Gemeinschaft wahrhaft angehört haben, welche ja die Wahrheit kennt und bekennt. -1 Johannes 1Joh 69 2 22 Quis est mendax, nisi is, qui negat quoniam Jesus est Christus? Hic est Antichristus, qui negat Patrem, et Filium. Wer anders ist der Lügner als der, welcher leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, welcher den Vater und den Sohn leugnet. -1 Johannes 1Joh 69 2 23 Omnis, qui negat Filium, nec Patrem habet; qui confitetur Filium, et Patrem habet. Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.⁶⁸ -1 Johannes 1Joh 69 2 23 68 Der Lügner, den ich gemeint, ist derjenige, welcher die Grundwahrheit des Christentums leugnet, dass Jesus der Heiland der Welt, das menschgewordene Wort des ewigen Vaters ist. Vergl. [Joh 20,31]. Wer also die Gottheit leugnet, wie die Ebioniten, oder die wahre Menschheit Christi in Abrede stellt, wie die Doketen, ein solcher verwirft das ganze Christentum, ist also ein wahrer Antichrist. Wer leugnet, dass Jesus der Christ sei, leugnet, dass Gott sich in ihm als der im Sohne seiende und wirkende Vater offenbart hat, und leugnet so Gott, den Offenbarer. -1 Johannes 1Joh 69 2 24 Vos quod audistis ab initio, in vobis permaneat: si in vobis permanserit quod audistis ab initio, et vos in Filio, et Patre manebitis. Ihr was ihr von Anfang an gehört habt,⁶⁹ das bleibe in euch!⁷⁰ Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt,⁷¹ so werdet auch ihr in dem Sohne und in dem Vater bleiben.⁷² -1 Johannes 1Joh 69 2 24 69 Das ganze Evangelium, insbesondere die Grundlehre desselben, die in V. 22 ausgesprochen ist. -1 Johannes 1Joh 69 2 24 70 Zunächst in der Erkenntnis. -1 Johannes 1Joh 69 2 24 71 Sie durchdringend und beherrschend, indem sie selbst es festhalten. -1 Johannes 1Joh 69 2 24 72 Wenn auch der Geist das volle Verständnis und die Gewissheit von der Wahrheit wirkt, so ist ihnen doch die von den Antichristen geleugnete Tatsache (V. 22) zuerst von den Aposteln verkündet worden. -1 Johannes 1Joh 69 2 25 Et hæc est repromissio, quam ipse pollicitus est nobis, vitam æternam. Und das⁷³ ist die Verheißung, welche er⁷⁴ uns gegeben hat, das ewige Leben. -1 Johannes 1Joh 69 2 25 73 Das Bleiben in dem Sohne und in dem Vater. -1 Johannes 1Joh 69 2 25 74 Christus. -1 Johannes 1Joh 69 2 26 Hæc scripsi vobis de his, qui seducunt vos. Dieses⁷⁵ habe ich euch über jene geschrieben, welche euch verführen wollen. -1 Johannes 1Joh 69 2 26 75 Die Mahnung V. 24ff. -1 Johannes 1Joh 69 2 27 Et vos unctionem, quam accepistis ab eo, maneat in vobis. Et non necesse habetis ut aliquis doceat vos: sed sicut unctio ejus docet vos de omnibus, et verum est, et non est mendacium. Et sicut docuit vos: manete in eo. Was euch betrifft,⁷⁶ so bleibe die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, in euch,⁷⁷ und ihr habt nicht nötig, dass jemand euch belehre;⁷⁸ sondern so, wie euch seine Salbung über alles belehrt, so ist es auch wahr und ist keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat,⁷⁹ so⁸⁰ bleibet in ihm. -1 Johannes 1Joh 69 2 27 76 Starke Hervorhebung der Angeredeten, wie in V. 20. -1 Johannes 1Joh 69 2 27 77 Zurückweisung auf V. 20. Griech.: bleibt in euch. Der Geist, den ihr empfangen habt, ist euch gegeben, damit er in Ewigkeit bleibe. [Joh 14,16] Dies ist der Vorzug eures Christenstandes. -1 Johannes 1Joh 69 2 27 78 Was tun wir also, die wir euch lehren? Wenn die Salbung euch über alles belehrt, mühen wir uns also ohne Ursache? Doch ich stelle eine Frage und richte sie an den Apostel selbst. Du sagst: Seine Salbung belehrt uns über alles. Wozu hast du also diesen Brief geschrieben? Was hast du die Leser lehren wollen? Sehet da ein Geheimnis, Brüder. Der Schall unserer Worte dringt an eure Ohren, der Lehrer ist in euren Herzen. Wäre dieser Lehrer nicht in euren Herzen, umsonst würden unsere Worte ertönen. Einen Thron im Himmel hat der, welcher eure Herzen lehrt. Christus ist es, der euch durch seine Eingebungen und seine Salbung lehrt. Wir mögen also durch unsere Reden pflanzen oder begießen, wir sind Nichts, sondern Gott ist es, der das Gedeihen gibt, seine Salbung ist es, die euch über alles belehrt. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 2 27 79 Da Gott euch belehrt, so bedarf es dessen nicht, dass ich noch des weiteren über das Antichristentum spreche. Da ferner Gott nicht lügen kann, ist es wahr, was er sagt, und bedarf nicht menschlicher Verbesserung. -1 Johannes 1Joh 69 2 27 80 Dementsprechend, wie der Geist euch gelehrt hat, bleibet in Gott. -1 Johannes 1Joh 69 2 28 Et nunc filioli manete in eo: ut cum apparuerit, habeamus fiduciam, et non confundamur ab eo in adventu ejus. Und nun,⁸¹ Kindlein! bleibet in ihm, damit wir, wenn er erscheinen wird,⁸² Zuversicht haben, und nicht mit Scham von ihm weichen müssen bei seiner Ankunft.⁸³ -1 Johannes 1Joh 69 2 28 81 Der allgemeinen und für alle Zeiten geltenden Ermahnung fügt der Apostel eine neue an, welche den augenblicklichen Zeitpunkt in's Auge fasst, wie er ihn V. 18 charakterisiert hat. Die neue Wendung der Ermahnung tritt in dem Absichtssatze hervor. -1 Johannes 1Joh 69 2 28 82 Es wird nicht angegeben, zu welcher Zeit die Wiederkunft Christi eintreten wird. -1 Johannes 1Joh 69 2 28 83 Sind wir hier mit Gott vereinigt, so kann unsere jetzige Gemeinschaft mit Gott nur zur vollendeten Gemeinschaft mit ihm dort führen. -1 Johannes 1Joh 69 2 29 Si scitis quoniam justus est, scitote quoniam et omnis, qui facit justitiam, ex ipso natus est. Wenn ihr wisset, dass er gerecht ist, so erkennet auch, dass ein jeder, der Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist.⁸⁴ -1 Johannes 1Joh 69 2 29 84 Die richterliche Gerechtigkeit Gottes setzt eine Norm voraus, nach der er richtet. Diese ist die Gerechtigkeit, das Wandeln nach Gottes Willen, die das Kennzeichen ist, dass jemand aus Gott geboren ist. Jeder, aber auch nur der, der die Gerechtigkeit übt, darf zuversichtlich das Gericht erwarten. -1 Johannes 1Joh 69 3 0 II. Würde der Gläubigen als Kinder Gottes, Bedingungen, um in dieser Würde zu verbleiben (3,1 4,6): 1. Die Christen müssen nach der Heiligkeit streben und die Sünde meiden (V. 1 10): a. Da die Herrlichkeit der Kinder Gottes noch nicht erschienen ist, müssen alle Kinder Gottes sich heiligen (V. 3), b. und deshalb alle Sünden meiden (V. 4): da diese Christus entgegengesetzt sind, der kam sie aufzuheben (V. 6), und da sie den Menschen zu einem Kinde des Teufels machen, so dass, wie die Heiligkeit das Kennzeichen der Kinder Gottes, so die Sünde das Kennzeichen der Kinder des Teufels ist. (V. 10) 2. Zweite Bedingung, die mit der Heiligkeit auf's innigste verbunden ist, da sie die Erfüllung des göttlichen Gebotes ist: Die Bruderliebe, (V. 11) welche die Kinder des Teufels, wie Kain und die Welt, nicht kennen und hassen. (V. 13) Der Apostel benutzt die Gelegenheit, die Liebe zu empfehlen, welche das Leben verleiht, wie der Hass den Tod bringt, (V. 15) die Liebe zu beschreiben, deren Vorbild Christus ist, der sie nicht nur im Worte, sondern in der Tat übte (V. 18), die Früchte der Liebe zu preisen, welche unserem Herzen Zuversicht Gott gegenüber verleiht und unseren Gebeten die Erhörung sichert. (V. 23) 3. Dritte Bedingung der Annahme an Kindesstatt, dass wir an den Namen des Sohnes Gottes, Jesus Christus, glauben und seine Gebote halten. -1 Johannes 1Joh 69 3 1 Videte qualem caritatem dedit nobis Pater, ut filii Dei nominemur et simus. Propter hoc mundus non novit nos: quia non novit eum. Sehet, welche Liebe¹ uns der Vater erwiesen hat, dass² wir Kinder Gottes heißen sollen und sind.³ Darum⁴ erkennt die Welt⁵ uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.⁶ -1 Johannes 1Joh 69 3 1 1 Der Apostel setzt voraus, dass die Leser das [1Joh 2,29] genannte Wirken Gottes an sich erfahren haben. Demgemäß fordert sie zur Betrachtung der wunderbaren großen göttlichen Liebe auf, welche dies voraussetzt, und die sich an ihnen sichtbar gezeigt hat. -1 Johannes 1Joh 69 3 1 2 Nach einigen ist dies der Beweis der Liebe, nach anderen das Ziel: wir sollen Gott ähnlich werden, der uns gezeugt, da wir nur dadurch Anspruch auf den Namen Kinder Gottes haben. -1 Johannes 1Joh 69 3 1 3 Griech.: und wir sind es wirklich. -1 Johannes 1Joh 69 3 1 4 Weil wir sind, was wir nach Gottes Absicht heißen und sein sollen. -1 Johannes 1Joh 69 3 1 5 Die Welt: im Sinne von [1Joh 2,15ff]. -1 Johannes 1Joh 69 3 1 6 [Joh 17,25] Wie sollte die Welt die Gotteskinder, die eben nach ihrer Ähnlichkeit mit Gott das sind, was sie heißen, als solche erkennen, da sie Gott selbst seinem Wesen nach nicht erkannt hat? Darum darf uns die Verkennung der Welt nicht irre machen in unserem Bewusstsein [1Joh 2,29]. -1 Johannes 1Joh 69 3 2 Carissimi, nunc filii Dei sumus, et nondum apparuit quid erimus. Scimus quoniam cum apparuerit, similes ei erimus: quoniam videbimus eum sicuti est. Geliebte!⁷ jetzt⁸ sind wir Kinder Gottes, aber noch ward es nicht offenbar, was wir sein werden.⁹ Wir wissen,¹⁰ dass, wenn er sich offenbart, wir ihm ähnlich sein werden, weil wir ihn schauen werden, so wie er ist.¹¹ -1 Johannes 1Joh 69 3 2 7 Der Apostel nimmt die Aussage über unsern Kindschaftsstand wieder auf, da die Bruderliebe [1Joh 2,9] auf dem Bewusstsein der gemeinsamen Gotteskindschaft beruht. -1 Johannes 1Joh 69 3 2 8 Gegenstand [1Joh 2,28]. -1 Johannes 1Joh 69 3 2 9 In der Verklärung. -1 Johannes 1Joh 69 3 2 10 Wenn wir uns auch keine Vorstellung davon machen können. -1 Johannes 1Joh 69 3 2 11 Wenn schon das gegenwärtige Schauen Gottes in Christus [1Joh 2,24], wenn es fruchtbringend ist, das Gezeugtsein aus Gott zur Folge hat [1Joh 2,29], uns Gott ähnlich und zu seinen Kindern macht (V. 1), so muss das Schauen Gottes von Angesicht zu Angesicht, vergl. [1Kor 13,12], unsere innigste Ähnlichkeit mit Gott vollenden. Das Schauen ist mit der innigsten Liebe verbunden und vereinigt uns so ganz mit dem Geschauten, uns ihm ähnlich machend. Da wir nun Gott ewig schauen werden, werden wir ewig mit ihm in Liebe vereint bleiben. Vergl. [2Petr 1,4]. -1 Johannes 1Joh 69 3 3 Et omnis, qui habet hanc spem in eo, sanctificat se, sicut et ille sanctus est. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, heiligt sich, sowie auch er heilig ist.¹² -1 Johannes 1Joh 69 3 3 12 Wer solche Hoffnung hegt, kann nicht der Sünde dienen. Die lebendige Hoffnung ist gleichsam die Mutter der inneren Heiligung. Wie der, welcher vor dem Angesichte Jahves erscheinen wollte, sich vorher von aller levitischen Unreinigkeit frei machen musste, so wird auch der, der hofft, einst Gott zu schauen, sich von allen Flecken reinigen. Gott heiligt niemand gegen dessen Willen. Doch auch wer sich selbst heiligt, hat dies nicht aus sich, sondern aus Gott, der in ihm Wohnung nimmt. (Aug.) Wie er heilig ist: dem Apostel hat bereits im V. 1 das Bild des wesenhaften Sohnes Gottes vorgeschwebt, der, weil er sündlos war, allezeit Gottes Angesicht schaute. -1 Johannes 1Joh 69 3 4 Omnis, qui facit peccatum, et iniquitatem facit: et peccatum est iniquitas. Jeder,¹³ der die Sünde tut,¹⁴ tut auch die Gesetzwidrigkeit, und die Sünde ist Gesetzwidrigkeit.¹⁵ -1 Johannes 1Joh 69 3 4 13 Der Apostel legt den Lesern drei Gründe dar, weshalb der Christ zur Selbstläuterung und Heiligung verbunden ist. [1Joh 4,5-7.8-10a] -1 Johannes 1Joh 69 3 4 14 Mit vollem Wissen und Willen. Eine solche Auflehnung gegen den göttlichen Willen muss gestraft werden, mithin kann die Sünde nie erlaubt sein, und keine Umstände können bewirken, dass sie Gottes Willen gemäß sei. -1 Johannes 1Joh 69 3 4 15 Die Sünde ist ein Wort, eine Begierde, eine Tat gegen das ewige Gesetz (Aug.). Diese Gesetzeswidrigkeit ist der christlichen Hoffnung entgegengesetzt. -1 Johannes 1Joh 69 3 5 Et scitis quia ille apparuit ut peccata nostra tolleret: et peccatum in eo non est. Und ihr wisset,¹⁶ dass er¹⁷ erschienen ist, um unsere Sünden hinwegzunehmen, und in ihm ist keine Sünde.¹⁸ -1 Johannes 1Joh 69 3 5 16 Erklärung, inwiefern allein das Sichreinigen von der Sünde dem Ziele der Menschwerdung, in der sich die Heiligkeit Christi (V. 3), offenbarte, entspricht. -1 Johannes 1Joh 69 3 5 17 Christus -1 Johannes 1Joh 69 3 5 18 Diese Worte werden koordiniert, um als Grundlage für V. 6 zu dienen. -1 Johannes 1Joh 69 3 6 Omnis, qui in eo manet, non peccat: et omnis, qui peccat, non vidit eum, nec cognovit eum. Keiner, der in ihm bleibt, sündigt;¹⁹ und jeder, der sündigt,²⁰ hat ihn nicht gesehen,²¹ noch ihn erkannt.²² -1 Johannes 1Joh 69 3 6 19 Wer in innigster Lebensgemeinschaft mit Christus steht, sündigt nicht; Zurückbeziehung auf die Mahnung [1Joh 2,27]. Es ist dies wahr, soweit die Lebensgemeinschaft besteht (Aug.), also unbedingt vom idealen Standpunkte aus, nach dem, was das christliche Leben sein sollte. Ähnlich Paulus [2Kor 5,17]. Andererseits ist es gewiss, dass auch dem gerechtfertigten Christen noch die Sünde nahe treten kann und er also sowohl der vergebenden und erlösenden Gnade Gottes, wie der Selbstläuterung bedarf. Vergl. [1Joh 1,8-10, 1Joh 2,1ff, 1Joh 3,3]. Immerhin ist die Sünde dem Christen etwas Fremdes geworden, von dem er sich alsbald zu befreien bemüht ist. Calvin wollte aus dieser Stelle beweisen, dass, wer einmal gerechtfertigt ist, diese Gnade nicht verlieren kann. Gegen diese Behauptung definierte das Tridentiner Konzil: Wenn jemand sagt, der einmal gerechtfertigte Mensch könne nicht mehr sündigen, noch auch die Gnade verlieren, und darum sei der, welcher fällt und sündigt, gar nicht gerechtfertigt gewesen, oder im Gegenteile, er könne im ganzen Leben alle Sünden, selbst auch die lässlichen, meiden, ohne mit besonderer Gnadenbevorzugung von Gott, wie die Kirche von der seligsten Jungfrau annimmt, der sei ausgeschlossen. (Sitz 6 Kann 23) -1 Johannes 1Joh 69 3 6 20 Wer sündigt, ohne sich von der Sünde zu reinigen, also noch nicht in Christus bleibt. -1 Johannes 1Joh 69 3 6 21 Noch nicht geistig ergriffen. Wie das Schauen Gottes zur Ähnlichkeit mit ihm emporhebt (V. 2), so führt das geistige Sichversenken in Christus zur Freiheit von der Sünde, die ihm eigen war. -1 Johannes 1Joh 69 3 6 22 Sich mit der Erfahrung des Herzens in ihn eingelebt. -1 Johannes 1Joh 69 3 7 Filioli, nemo vos seducat. Qui facit justitiam, justus est: sicut et ille justus est. Kindlein! lasset euch von niemand verführen!²³ Wer die Gerechtigkeit tut,²⁴ ist gerecht, gleichwie auch er gerecht ist. -1 Johannes 1Joh 69 3 7 23 Durch die Behauptung, dass man gerecht sein könne, ohne die Gerechtigkeit zu üben. -1 Johannes 1Joh 69 3 7 24 Wer die innere Gerechtigkeit in seinem Leben ausprägt, vergl. [1Joh 2,29], wer die volle und ganze in Gottes Gesetz gebotene Gerechtigkeit übt. Wir sind gerecht, wie er gerecht ist (sagt der heil. Augustin), doch er in unwandelbarer Dauer, wir, indem wir an den glauben, den wir einst schauen werden. Und wenn unsere Gerechtigkeit vollkommen geworden sein wird, wenn wir den Engeln gleich sein werden, auch dann wird sie der seinen nicht gleichkommen. Wie weit ist sie also jetzt von ihm entfernt, wenn sie selbst dann der seinen nicht gleichkommt! -1 Johannes 1Joh 69 3 8 Qui facit peccatum, ex diabolo est: quoniam ab initio diabolus peccat. In hoc apparuit Filius Dei, ut dissolvat opera diaboli. Wer die Sünde tut,²⁵ ist vom Teufel,²⁶ denn der Teufel sündigt von Anfang an.²⁷ Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.²⁸ -1 Johannes 1Joh 69 3 8 25 Wer in der Sünde wie in seinem Elemente lebend und verharrend tut, was dem göttlichen Willen zuwider ist. -1 Johannes 1Joh 69 3 8 26 Vergl. [Joh 8,44]. Seiner Sinnes- und Lebensrichtung nach hat er seinen Ursprung vom Teufel, wie der, welcher, welcher die Gerechtigkeit tut, aus Gott gezeugt ist. [1Joh 2,29] Dass ein solcher, wie hier beschrieben, nicht gerecht, nicht Gott wohlgefällig sein kann, ist klar. -1 Johannes 1Joh 69 3 8 27 Seitdem es eine Sünde auf Erden gibt. -1 Johannes 1Joh 69 3 8 28 Nach [Joh 2,19] ist der Teufel der Urheber aller sündhaften Richtung. Der Heiland will die Werke zerstören, welche der Teufel in allen denen wirkt, die aus ihm ihren Ursprung haben. Alles, was der Teufel tut, ist immer schlecht. Denn wenn er auch einmal das täte, was an sich gut ist, so würde er es doch nicht in guter Absicht vollbringen, wie wenn er die Wahrheit redete, um zu täuschen. Auch seine natürlichen Gaben missbraucht er zum Bösen. (Thom.) -1 Johannes 1Joh 69 3 9 Omnis, qui natus est ex Deo, peccatum non facit: quoniam semen ipsius in eo manet, et non potest peccare, quoniam ex Deo natus est. Jeder, der aus Gott geboren ist, begeht keine Sünde,²⁹ denn sein Same³⁰ bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen,³¹ denn er ist aus Gott geboren. -1 Johannes 1Joh 69 3 9 29 Zurückbeziehung auf [1Joh 2,29]. Wie V. 6 stellt hier der Apostel den idealen Standpunkt vor Augen: da die heiligmachende Gnade in dem Christen bleibt und Gott ihn vor dem Falle beschützt. Johannes sagt nicht, dass der Christ überhaupt nicht sündigen kann, dies widerspräche dem [1Joh 1,7] und [1Joh 2,2] Gesagten, noch weniger, dass ein Christ die Kindschaft Gottes nicht verlieren könne, denn dies stände im Widerspruch zu [Hebr 6,4ff], sondern insoweit in den Kindern Gottes das neue Leben wirksam ist, wird es, wenn auch die Christen jetzt noch bisweilen in Sünden fallen, dennoch zuletzt gewiss siegen über alle Macht des Todes und der Finsternis. Der Apostel sieht sie schon auf dem Gipfel stehen, zu welchem sie emporsteigen. Der Geist kann nicht sündigen, insofern er aus Gott geboren ist. Bei den Gottlosen hingegen sieht der Apostel nur auf die Giftquelle, die sogar das von Gott geschenkte Gute sogleich in ihren Bereich zieht, ohne dass er hier darauf Rücksicht nimmt, dass viele solcher Teufelskinder noch Gotteskinder werden können. Der Grund der schroffen Gegenüberstellung ist, dass er seinen Lesern recht eindringlich die große Wahrheit an das Herz legen will, dass es keine Neutralität zwischen Gott und dem Teufel gibt und man entweder dem einen dienen muss, oder dem anderen. -1 Johannes 1Joh 69 3 9 30 Das Wort Gottes, die heiligmachende Gnade. Die heiligmachende Gnade verhält sich zur Seligkeit wie der Same bei den lebenden Wesen zu dem, was aus ihm hervorgeht. (Thom.) -1 Johannes 1Joh 69 3 9 31 Steigerung: Er tut nicht Sünde, er kann nicht sündigen. -1 Johannes 1Joh 69 3 10 In hoc manifesti sunt filii Dei, et filii diaboli. Omnis qui non est justus, non est ex Deo, et qui non diligit fratrem suum: Daran³² sind die Kinder Gottes³³ und die Kinder des Teufels offenbar. Jeder, der nicht gerecht ist,³⁴ ist nicht aus Gott, so auch, wer seinen Bruder nicht liebt;³⁵ -1 Johannes 1Joh 69 3 10 32 An diesen Merkmalen. -1 Johannes 1Joh 69 3 10 33 Wie [1Joh 3,1]. -1 Johannes 1Joh 69 3 10 34 Damit ist V. 7 weiter erklärt: Wer Gerechtigkeit übt. -1 Johannes 1Joh 69 3 10 35 Aus der Gerechtigkeit hebt der Apostel besonders die Bruderliebe hervor als leicht erkennbares Merkmal der Gotteskindschaft, da diese, wie er [1Joh 2,10] gezeigt, alle, die zur Gemeinde des Lichtes gehören, untereinander verbindet. Zu ergänzen ist am Schlusse des Verses: ist nicht aus Gott, sondern aus dem Teufel. Mögen sich alle mit dem Kreuze Christi bezeichnen, alle Amen antworten, alle Alleluja singen, alle in die Kirche eintreten, die Kinder Gottes werden von den Kindern des Teufels nur durch die Liebe unterschieden. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 3 11 Quoniam hæc est annuntiatio, quam audistis ab initio, ut diligatis alterutrum. denn dies ist die Verkündigung,³⁶ welche ihr von Anfang an³⁷ gehört habt, dass ihr einander lieben sollt. [Joh 13,34, Joh 15,12] -1 Johannes 1Joh 69 3 11 36 Dasselbe, was [1Joh 2,7] Gebot heißt. -1 Johannes 1Joh 69 3 11 37 Seitdem ihr die Botschaft des Evangeliums vernommen. -1 Johannes 1Joh 69 3 12 Non sicut Cain, qui ex maligno erat, et occidit fratrem suum. Et propter quid occidit eum? Quoniam opera ejus maligna erant: fratris autem ejus justa. Nicht³⁸ wie Kain, der aus dem Bösen war und seinen Bruder erschlug!³⁹ Und weshalb erschlug er ihn?⁴⁰ Weil seine Werke böse waren,⁴¹ die seines Bruders aber gerecht.⁴² -1 Johannes 1Joh 69 3 12 38 Nicht: Vergl. [Joh 6,58]. Die Botschaft, welche ihr gehört habt, ist nicht dem ähnlich, was ihr von Kain wisset, sie ist das Gegenteil davon. -1 Johannes 1Joh 69 3 12 39 Der ihm in seiner Unschuld und Geduld keinen Widerstand leistet. -1 Johannes 1Joh 69 3 12 40 Er muss doch ein Ziel gehabt haben, das zu erreichen er diese grause Tat verübte. -1 Johannes 1Joh 69 3 12 41 Jeder kann nur die Werke dessen tun, von dem er seinen Ursprung hat. -1 Johannes 1Joh 69 3 12 42 Es war also der sittliche Gegensatz, der ihn bewog, seinen Bruder zu hassen, wie ihr gemeinsamer Ursprung aus Gott die Christen antreibt, sich gegenseitig zu lieben. -1 Johannes 1Joh 69 3 13 Nolite mirari fratres, si odit vos mundus. Wundert euch nicht, Brüder!⁴³ wenn⁴⁴ euch die Welt⁴⁵ hasset. -1 Johannes 1Joh 69 3 13 43 Anwendung des V. 12 Gesagten. -1 Johannes 1Joh 69 3 13 44 Dass, die notwendige Tatsache. -1 Johannes 1Joh 69 3 13 45 Die Welt im schlechten Sinne, die Liebhaber der Welt. Jeder Böse verfolgt den Guten deshalb, weil dieser sich nicht mit ihm zum Bösen verbindet. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 3 14 Nos scimus quoniam translati sumus de morte ad vitam, quoniam diligimus fratres. Qui non diligit, manet in morte: Wir⁴⁶ wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben übergegangen sind, weil wir die Brüder lieben.⁴⁷ Wer nicht liebt,⁴⁸ bleibt im Tode.⁴⁹ -1 Johannes 1Joh 69 3 14 46 Der Apostel vereinigt sich mit den V. 13 als Brüder Angeredeten im Gegensatze zur Welt. -1 Johannes 1Joh 69 3 14 47 Ursache des Seins aus Gott, [1Joh 2,25]. Wir erkennen, dass wir aus Gott gezeugt sind, an der Bruderliebe. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 3 14 48 Griech.: Wer die Brüder nicht liebt. -1 Johannes 1Joh 69 3 14 49 Das Fehlen der Liebe zeigt, dass jemand noch im Todeszustand des natürlichen Menschen ist. -1 Johannes 1Joh 69 3 15 Omnis, qui odit fratrem suum, homicida est. Et scitis quoniam omnis homicida non habet vitam æternam in semetipso manentem. Jeder,⁵⁰ der seinen Bruder hasset, ist ein Mörder. Und ihr wisset, dass kein Mörder das ewige Leben in sich bleibend hat.⁵¹ -1 Johannes 1Joh 69 3 15 50 Jeder: Rückblick auf Kain V. 12. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder wie Kain. Wie der Heiland den Zorn [Mt 5,22], so setzt der Apostel den Hass dem Morde gleich, weil dieser auf die Vernichtung des Bruders ausgeht. Kann er auch sein letztes Ziel nicht erreichen, so macht diese innere Meinung den Menschen doch zum Mörder. (Hieron.) -1 Johannes 1Joh 69 3 15 51 Er ist nicht zum wahren Leben aus Gott gekommen, das nach seiner Natur nach ewig ist. -1 Johannes 1Joh 69 3 16 In hoc cognovimus caritatem Dei, quoniam ille animam suam pro nobis posuit: et nos debemus pro fratribus animas ponere. Daran⁵² haben wir die Liebe Gottes⁵³ erkannt,⁵⁴ dass er⁵⁵ sein Leben für uns⁵⁶ dahingegeben hat; so müssen auch wir für die Brüder das Leben dahingeben.⁵⁷ -1 Johannes 1Joh 69 3 16 52 An dem Beispiele Christi. -1 Johannes 1Joh 69 3 16 53 Gottes fehlt im Griechischen. -1 Johannes 1Joh 69 3 16 54 Da der Hass mit dem Morden gleichsteht, der Beraubung des Lebens, so charakterisiert der heil. Johannes die Liebe, das Kennzeichen des wahren Lebens (V. 14), dadurch, dass sie uns bewegt, das eigene Leben für andere hinzugeben. -1 Johannes 1Joh 69 3 16 55 Zurückweisung auf V. 7, wo Christus als Vorbild der Gerechtigkeit hingestellt ist, also auch als Vorbild des Hauptstückes derselben, der Liebe. -1 Johannes 1Joh 69 3 16 56 Darin bestand die Liebe. -1 Johannes 1Joh 69 3 16 57 Aus diesem Vorbilde folgt für uns die Pflicht, gleichfalls unser Leben dahinzugeben, wenn die Bruderliebe es erfordert, die der Hauptteil der Gerechtigkeit ist. (V. 10) Der Apostel nennt das Höchste, weil er das Vorbild Christi vor Augen gestellt hat, und fordert umso mehr jede sich selbst verleugnende, werktätige Liebe, welche ein solches Opfer nicht beansprucht. -1 Johannes 1Joh 69 3 17 Qui habuerit substantiam hujus mundi, et viderit fratrem suum necessitatem habere, et clauserit viscera sua ab eo: quomodo caritas Dei manet in eo? Wer die Güter dieser Welt hat,⁵⁸ und, wenn er seinen Bruder Not leiden sieht,⁵⁹ sein Herz vor ihm verschließt, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?⁶⁰ -1 Johannes 1Joh 69 3 17 58 Gegensatz zur Liebe und ihrem Verhalten, Versäumnis der Liebespflicht, wo es sich um ein geringes Opfer handelt. Die Güter dieser Welt sind etwas überaus Geringfügiges, im Vergleiche zum Leben, das man dahingeben soll. -1 Johannes 1Joh 69 3 17 59 Da tut sich das Herz von selbst auf, deshalb wendet sich der schlechte Christ von dem Bruder ab, um nicht zu einem Opfer für denselben angetrieben zu werden. -1 Johannes 1Joh 69 3 17 60 Es ist unmöglich, dass die Liebe Gottes in ihm bleibt, denn sie besteht darin, dass man Gottes Gebote hält [1Joh 2,5], so müsste jene ihn also antreiben, das Gebot der Liebe zu erfüllen. Hat nun jeder Christ diese Liebe, so kann sie nicht in ihm bleiben, wenn er sich ihren Anregungen absichtlich verschließt, da sie ihn antreibt, das Gebot zu erfüllen. Bist du noch nicht in der Lage, für den Bruder zu sterben, so bist du doch im Stande, dem Bruder von deinem Vermögen mitzuteilen. (Aug.) Wie wir der, welcher für die Schafe Christi sein Vermögen nicht geben will, sein Leben geben? (Greg.) -1 Johannes 1Joh 69 3 18 Filioli mei, non diligamus verbo, neque lingua, sed opere et veritate. Meine Kindlein!⁶¹ lasset uns nicht mit Worten noch mit der Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.⁶² -1 Johannes 1Joh 69 3 18 61 Wie V. 7 beginnt der Apostel mit einer neuen Anrede, um durch den Ausdruck zärtlicher Liebe die Mahnung, welche harte Mängel als vielleicht vorhanden voraussetzt, zu mildern. -1 Johannes 1Joh 69 3 18 62 Die Tat ist den Worten, die immerhin ein wahres Gefühl aussprechen, aber ohne dass mit ihnen werktätige Hilfe verbunden ist, die Wahrheit der Zunge leeren heuchlerischen Worten entgegengesetzt. -1 Johannes 1Joh 69 3 19 In hoc cognoscimus quoniam ex veritate sumus: et in conspectu ejus suadebimus corda nostra. Daran⁶³ erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind,⁶⁴ und dadurch werden unsere Herzen vor seinem Angesichte sich beruhigen,⁶⁵ -1 Johannes 1Joh 69 3 19 63 An dieser wahren Liebe. -1 Johannes 1Joh 69 3 19 64 Der Ausdruck ist durch das Wort Wahrheit in V. 18 bestimmt, doch, wenn dort die subjektive Wahrheit in's Auge gefasst wird, so hier die objektive. [Joh 18,37] Aus der Wahrheit sein ist dasselbe wie aus Gott sein. V. 10 Nur dadurch, dass wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, können wir vor Gottes Angesicht unser Herz beruhigen. -1 Johannes 1Joh 69 3 19 65 Wir werden unser Herz davon überzeugen, dass diese Wahrheit auch auf den speziellen Fall Anwendung findet, dass das Herz sich mancher Sünden und Übertretungen bewusst ist, die es ihm zweifelhaft machen, ob wir wirklich aus der Wahrheit sind. -1 Johannes 1Joh 69 3 20 Quoniam si reprehenderit nos cor nostrum: major est Deus corde nostro, et novit omnia. dass, wenn uns unser Herz anklagt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.⁶⁶ -1 Johannes 1Joh 69 3 20 66 Gott als der Vergebende. Der Besitz der wahren Bruderliebe ist ein Merkmal der Kindschaft Gottes, und in dem Bewusstsein, dass wir die Bruderliebe haben und somit Kinder Gottes sind, können wir vor Gott unser Herz beruhigen, wenn es uns unsere anderweitigen Fehler und Gebrechen vorhält. Gottes Allwissenheit durchdringt alles, also auch unser Herz, unsere Bruderliebe und den Grund derselben, das Sein aus der Wahrheit, aus ihm selbst. -1 Johannes 1Joh 69 3 21 Carissimi, si cor nostrum non reprehenderit nos, fiduciam habemus ad Deum: Geliebte! wenn unser Herz uns nicht anklagt,⁶⁷ so haben wir Zuversicht zu Gott,⁶⁸ -1 Johannes 1Joh 69 3 21 67 Zweiter Fall. Die Liebe selbst seufzt, die Liebe selbst betet; der vermag nicht gegen sie das Ohr zu verschließen, der sie selbst gegeben. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 3 21 68 Dass und warum das Bewusstsein, dass wir noch Sünde haben, [1Joh 1,8ff] die Zuversicht nicht aufhebt, zeigt [1Joh 2,1ff]. -1 Johannes 1Joh 69 3 22 Et quidquid petierimus, accipiemus ab eo: quoniam mandata ejus custodimus, et ea, quæ sunt placita coram eo, facimus. und werden, um was wir nur bitten, von ihm erlangen,⁶⁹ weil wir seine Gebote halten⁷⁰ und das tun, was vor ihm wohlgefällig ist.⁷¹ -1 Johannes 1Joh 69 3 22 69 Die Berechtigung unserer Zuversicht erfahren wir durch die Erhörung unserer Gebete. -1 Johannes 1Joh 69 3 22 70 Begründung, weshalb wir von Gott das Erbetene empfangen. Vergl. [1Joh 2,3ff]. Also in der Gebetserhörung erprobt sich die Zuversicht, die wir zu Gott haben dürfen; die Zuversicht aber ist begründet durch das Tun der Gerechtigkeit und die Bruderliebe insbesondere. -1 Johannes 1Joh 69 3 22 71 Deshalb verlässt er uns seinerseits nicht. -1 Johannes 1Joh 69 3 23 Et hoc est mandatum ejus: Ut credamus in nomine Filii ejus Jesu Christi: et diligamus alterutrum, sicut dedit mandatum nobis. Und dies ist sein Gebot: Dass wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben⁷² und einander lieben sollen, wie er uns das Gebot gegeben hat.⁷³ -1 Johannes 1Joh 69 3 23 72 Vergl. V. 11. Ein Grundgebot aller Gebete, damit unsere Gebete erhört werden. Mit dem lebendigen Glauben ist die Liebe verbunden, wie mit der Sonne das Licht, mit der Wurzel die Blüte, darum werden Glaube und Liebe als ein Gebot bezeichnet. Dass der Glaube als Gebot bezeichnet wird, weist auf die Notwendigkeit unserer Mittätigkeit hin. -1 Johannes 1Joh 69 3 23 73 [Joh 13,34] Subjekt des Satzes ist Christus. -1 Johannes 1Joh 69 3 24 Et qui servat mandata ejus, in illo manet, et ipse in eo: et in hoc scimus quoniam manet in nobis de Spiritu, quem dedit nobis. Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm, und er in ihm;⁷⁴ und daran⁷⁵ erkennen wir, dass er in uns bleibt, an dem Geiste, den er uns gegeben hat.⁷⁶ [1Joh 4,13, Joh 14,23, Röm 8,9, 1Kor 12,13] -1 Johannes 1Joh 69 3 24 74 Wer seine Gebote hält, ist nicht allein durch die Erhörung seiner Gebete des Heils gewiss (V. 21), sondern das Beobachten der Gebote ist das Zeichen unsers Heilsstandes, die dieser von selbst mit sich bringt. Wie nach [1Joh 2,5] das Halten des göttlichen Wortes, dessen Inhalt die Gebote sind [1Joh 2,3], unser Sein in Gott offenbart, so beweist das dauernde Halten der Gebote Gottes, dass wir dauernd in ihm sind, dass wir in ihm bleiben und er in uns. -1 Johannes 1Joh 69 3 24 75 An den Folgenden. -1 Johannes 1Joh 69 3 24 76 Der Abschluss kehrt zu [1Joh 3,24] zurück. Wenn du findest, dass du Liebe hast, so hast du den Geist Gottes, und die ganze heilige Dreifaltigkeit wohnt in dir. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 4 0 a. Nicht jedem Geiste ist demnach zu glauben, sondern zu beachten, dass nur der Geist aus Gottes Geist redet, der bekennt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Wer aber Jesus und Christus trennt, ist nicht von Gott, sondern vom Antichrist, der schon jetzt in der Welt tätig ist. (V. 3) b. Johannes spricht den Lesern seine Freude aus, dass sie, da Gott in ihnen sei, von jenen Antichristen nichts zu fürchten haben, deren Worten nur die Kinder der Welt ihr Ohr leihen, nicht sie, die nur auf den Apostel hören. (V. 6) III. Da der Vater seinen eingeborenen Sohn aus Liebe für uns dahingegeben, müssen wir Liebe mit Liebe vergelten (4,7 5,12): 1. Empfehlung der Liebe Gottes und des Nächsten, welche so miteinander verbunden sind, dass die eine nicht ohne die andere sein kann (V. 7 21): a. Das Motiv der Liebe ist Gottes Liebe gegen uns, die sich besonders darin kundgetan, dass er seinen eingeborenen Sohn für uns als Sühne dahingab. (V. 11) b. Die Früchte und die Wurzel der Liebe sind demnach: Wer die Liebe besitzt, in dem wohnt Gott und verleiht ihm seinen Geist. (V. 13) Die Wurzel der Liebe ist der Glaube an Jesus Christus, darum bleibt Gott auch in dem, der in Liebe bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist. (V. 16) Wer die wahre Liebe besitzt, darf den Tag des Gerichtes mit Zuversicht erwarten. (V. 18) c. Mahnung zur Liebe Gottes und des Nächsten. -1 Johannes 1Joh 69 4 1 Carissimi, nolite omni spiritui credere, sed probate spiritus si ex Deo sint: quoniam multi pseudoprophetæ exierunt in mundum. Geliebte! glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind;¹ denn es sind viele Lügenpropheten in die Welt ausgegangen. -1 Johannes 1Joh 69 4 1 1 Nicht jeder Geist ist das Kennzeichen, dass Gott in uns bleibt, sondern nur der, welcher sich als Gottes Geist offenbart. Aus Gott reden die wahren Propheten, die rechten Lehrer. Die falschen Propheten (Antichristen [1Joh 2,18]) folgen einem anderen Geiste. Eine solche Prüfung der Geister empfiehlt auch der heil. Paulus [1Thess 5,21]. Die Unterscheidung der Geister war in der apostolischen Zeit eine besondere Gnadengabe [1Kor 12,10], deren Stelle bei der Ausbreitung der Kirche das auch vorher bereits bestehende unfehlbare Lehramt der Kirche ausschließlich eingenommen hat. -1 Johannes 1Joh 69 4 2 In hoc cognoscitur spiritus Dei: omnis spiritus qui confitetur Jesum Christum in carne venisse, ex Deo est: Daran wird der Geist² Gottes erkannt: Jeder Geist, welcher bekennt,³ dass Jesus Christus⁴ im Fleische gekommen ist,⁵ ist aus Gott;⁶ -1 Johannes 1Joh 69 4 2 2 Der Geist, welcher nach [1Joh 3,24] in uns bleibt. -1 Johannes 1Joh 69 4 2 3 Alles Bekennen ist der Ausdruck der inneren Überzeugung. Diese aber wird von dem heil. Geiste gegeben [1Joh 2,20], mithin kann auch das Bekenntnis diesem zugeschrieben werden, der sich in den Christen als Gottes Geist erweist, indem er jenen zur Erfüllung des ersten göttlichen Gebotes, des Glaubens an den Namen seines Sohnes Jesus Christus [1Joh 3,23] führt. -1 Johannes 1Joh 69 4 2 4 Der ewige Sohn Gottes. Vergl. [1Joh 2,23]. -1 Johannes 1Joh 69 4 2 5 Nur so haben wir ihn ja als den, der er ist [1Joh 1,1] und als höchste Offenbarung Gottes erkannt. -1 Johannes 1Joh 69 4 2 6 Zurückbeziehung auf V. 1. -1 Johannes 1Joh 69 4 3 Et omnis spiritus, qui solvit Jesum, ex Deo non est, et hic est Antichristus, de quo audistis quoniam venit, et nunc jam in mundo est. und jeder Geist, welcher Jesus aufhebt,⁷ ist nicht aus Gott, und dies ist der Antichrist,⁸ von dem ihr gehört habt, dass er kommt, und schon jetzt ist er in der Welt.⁹ -1 Johannes 1Joh 69 4 3 7 Griech.: der nicht bekennt. Jesus griech. den Jesus, Jesus, wie er zuvor beschrieben ist (V. 2). Der Apostel hat wohl die Doketen seiner Zeit im Auge, welche behaupteten, Christus habe zum Scheine einen menschlichen Leib angenommen, und die hypostatische Vereinigung der göttlichen und menschlichen Natur in Christus, die persönliche Menschwerdung in einem bestimmten einzelnen in Fleisch und Blut gekleideten Menschen, leugneten. Doch mit diesem Grundirrtume, der das ganze Erlösungswerk Christi vernichtet, hängen alle Irrlehrer aller Zeiten mittelbar oder unmittelbar zusammen, so dass der Apostel hier ein allgemeines dogmatisches Kriterium bietet, an dem man die wahren und die falschen Lehrer unterscheiden kann. Ein ähnliches Kriterium stellte Paulus [1Kor 13,3] auf. Ein menschliches und sittliches Prüfungsmittel gibt der Heiland [Mt 7,16]. -1 Johannes 1Joh 69 4 3 8 Die besten Handschriften der Vulgata haben den Genitiv: ist der Geist des Antichrist. Aus [1Joh 2,18] wissen die Leser, dass der Antichrist kommt, aber da er an jener Stelle die Voraussagung durch das Erscheinen der vielen Antichristen erklärt hat, gilt sie auch von denen, die den Geist des Antichristes haben. -1 Johannes 1Joh 69 4 3 9 In jenen falschen Propheten. -1 Johannes 1Joh 69 4 4 Vos ex Deo estis filioli, et vicistis eum, quoniam major est qui in vobis est, quam qui in mundo. Ihr seid aus Gott,¹⁰ Kindlein! und habt sie¹¹ überwunden; denn der in euch ist,¹² ist größer als der in der Welt¹³ ist. -1 Johannes 1Joh 69 4 4 10 Vergl. [1Joh 3,1]. -1 Johannes 1Joh 69 4 4 11 Die Welt. Griech.: sie, die falschen Propheten. Durch die Aufnahme in die Kindschaft Gottes ist ihnen der Sieg gesichert. -1 Johannes 1Joh 69 4 4 12 Gott und der uns von ihm mitgeteilte Geist. [1Joh 3,24] -1 Johannes 1Joh 69 4 4 13 In der widergöttlichen Welt. Anders V. 1, wo die Erde, die Menschen, verstanden sind. -1 Johannes 1Joh 69 4 5 Ipsi de mundo sunt: ideo de mundo loquuntur, et mundus eos audit. Sie sind aus der Welt,¹⁴ darum reden sie aus der Welt,¹⁵ und die Welt hört auf sie. -1 Johannes 1Joh 69 4 5 14 Wenn sie auch früher äußerlich unserer Gemeinschaft angehörten, hat ihr Ausscheiden gezeigt, wem ihr Herz gehörte. -1 Johannes 1Joh 69 4 5 15 Sie schöpfen ihre Lehre aus der der gottwidrigen Menschheit eigenen Weisheit, und nicht aus der Offenbarung. Vergl. [Joh 3,31, Joh 8,23.47, Joh 18,37]. Die falschen Lehrer gehen aus dem Zeitgeiste hervor und wissen sich demselben anzubequemen, sie führen eine der Welt entsprechende und ihr darum gefallende Sprache. (Ökum.) Der wahre Christ ist aus Gott und hört nur auf Gottes Stimme, welche durch die Kirche zu ihm redet. Es ist also ein weiteres Kennzeichen der Wahrheit, dass sie den Kampf gegen die herrschende falsche Weltansicht aufnimmt und gegen das in der Welt herrschende Verderben auftritt. -1 Johannes 1Joh 69 4 6 Nos ex Deo sumus. Qui novit Deum, audit nos: qui non est ex Deo, non audit nos: in hoc cognoscimus Spiritum veritatis, et spiritum erroris. Wir¹⁶ sind aus Gott. Wer Gott erkennt,¹⁷ hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns;¹⁸ daran¹⁹ erkennen wir²⁰ den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrwahns.²¹ -1 Johannes 1Joh 69 4 6 16 Der Apostel und die anderen Verkündiger der Wahrheit. -1 Johannes 1Joh 69 4 6 17 Vergl. [1Joh 2,5] und [1Joh 2,28]. -1 Johannes 1Joh 69 4 6 18 Weil wir aus Gott sind. -1 Johannes 1Joh 69 4 6 19 Siehe [1Joh 3,24]. -1 Johannes 1Joh 69 4 6 20 Die Apostel erkennen aus der Annahme oder Zurückweisung ihres Wortes, wer aus Gott ist und wer nicht. -1 Johannes 1Joh 69 4 6 21 Der Geist, welcher antreibt, die Apostel zu hören, kann nur der Geist der Wahrheit sein, der Geist, welcher die Welt bewegt, auf die falschen Propheten zu hören, kann nur der Geist des Irrwahns sein. Wie das Bekenntnis des im Fleische gekommenen Jesus (V. 2), so charakterisiert das bleibende Hören auf die Apostel (V. 5) den Geist, durch den Gott selbst in den Christen bleibt und sie das Gebot des Glaubens erfüllen lehrt. -1 Johannes 1Joh 69 4 7 Carissimi, diligamus nos invicem: quia caritas ex Deo est. Et omnis, qui diligit, ex Deo natus est, et cognoscit Deum. Geliebte! lasset uns einander lieben,²² denn die Liebe ist aus Gott;²³ und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.²⁴ -1 Johannes 1Joh 69 4 7 22 Schon zweimal hat der Apostel in diesem Sendschreiben von der Liebe gesprochen, [1Joh 2,5-11], und ausführlicher [1Joh 3,10-24]. Jetzt knüpft er an das zweite Gebot [1Joh 3,23] an, um zu zeigen, dass man an seiner Erfüllung das Bleiben Gottes durch seinen Geist in uns erkennen kann. -1 Johannes 1Joh 69 4 7 23 Wie der Geist, welcher Jesus bekennt. -1 Johannes 1Joh 69 4 7 24 Die Erfüllung des Gebotes der Liebe beweist jenes Bleiben Gottes in uns, das an dem Besitze des Geistes erkannt wird. [1Joh 3,24] -1 Johannes 1Joh 69 4 8 Qui non diligit, non novit Deum: quoniam Deus caritas est. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt;²⁵ denn Gott ist Liebe.²⁶ -1 Johannes 1Joh 69 4 8 25 Niemand sage, wenn er die Liebe verletzt: Ich sündige nur gegen einen Menschen; gegen einen Menschen sündigen ist etwas Leichtes, ich will nicht gegen Gott sündigen. Wie solltest du nicht gegen Gott sündigen, wenn du gegen die Liebe sündigst? Gott ist die Liebe. (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 4 8 26 Sein Wesen ist Liebe. Wer Gott erkennt, wird aus ihm gezeugt, nimmt Gottes Wesen, also die Liebe, in sich auf. -1 Johannes 1Joh 69 4 9 In hoc apparuit caritas Dei in nobis, quoniam Filium suum unigenitum misit Deus in mundum, ut vivamus per eum. Dadurch hat sich Gottes Liebe gegen uns²⁷ offenbart,²⁸ dass Gott seinen eingebornen Sohn²⁹ in die Welt gesandt hat, dass wir³⁰ durch ihn leben sollen. [Joh 3,16] -1 Johannes 1Joh 69 4 9 27 Nach anderen: in uns; diese Kundmachung des Wesens Gottes ist in unserm Innern erfolgt. -1 Johannes 1Joh 69 4 9 28 Das Wesen Gottes, das bis dahin noch nicht bekannt war. -1 Johannes 1Joh 69 4 9 29 Nicht einen Engel, nicht einen Diener, sondern den Sohn, der der Abglanz seines Wesens ist [Hebr 1,3], damit wir durch diesen an seinem Leben Teil haben sollen. -1 Johannes 1Joh 69 4 9 30 Die Absicht Gottes war, allen das Leben mitzuteilen, doch nur die Gläubigen entsprechen derselben. -1 Johannes 1Joh 69 4 10 In hoc est caritas: non quasi nos dilexerimus Deum, sed quoniam ipse prior dilexit nos, et misit Filium suum propitiationem pro peccatis nostris. Darin besteht die Liebe;³¹ nicht dass wir Gott geliebt haben,³² sondern dass er uns zuerst geliebt³³ und seinen Sohn gesandt hat als Sühne für unsere Sünden.³⁴ [1Joh 2,2] -1 Johannes 1Joh 69 4 10 31 Rückkehr zu dem Gedanken V. 7. -1 Johannes 1Joh 69 4 10 32 Was die wahrhaft Frommen des A. T. getan. [Joh 5,42] -1 Johannes 1Joh 69 4 10 33 In der Sendung des Sohnes ist nicht nur die Liebe als das Wesen Gottes, sondern auch das Wesen der Liebe überhaupt offenbar geworden, sofern daraus erst folgt, dass alle Liebe in ihm ihren Ursprung hat. -1 Johannes 1Joh 69 4 10 34 Ehe wir Gottes Liebe noch verstanden und erkannten, tilgte sie in dem Sühnopfer Christi unsere Sünden. (Vergl. V. 9) Aus dieser Liebe Gottes zu uns, aus der Mitteilung seines eigenen Wesens an uns, kann erst unsere Liebe zu ihm herfließen. -1 Johannes 1Joh 69 4 11 Carissimi, si sic Deus dilexit nos: et nos debemus alterutrum diligere. Geliebte! wenn Gott uns also³⁵ geliebt, so müssen³⁶ auch wir einander lieben. -1 Johannes 1Joh 69 4 11 35 Dass in der Sendung Christi das Wesen der Liebe (V. 10) und in dieser das Wesen Gottes (V. 8) offenbar geworden ist. -1 Johannes 1Joh 69 4 11 36 Vergl. [1Joh 2,6, 1Joh 3,16]. Das Wesen Gottes muss, soweit wir es erkennen, unser Verhalten und das innere Wesen bestimmen. -1 Johannes 1Joh 69 4 12 Deum nemo vidit unquam. Si diligamus invicem, Deus in nobis manet, et caritas ejus in nobis perfecta est. Gott hat niemand jemals geschaut.³⁷ Wenn wir einander lieben, so bleibt³⁸ Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.³⁹ -1 Johannes 1Joh 69 4 12 37 Vergl. [Joh 1,18]. Niemand hat Gott geschaut, dass er sein Wesen erkannt hätte. Doch es offenbart sich in der Liebe. -1 Johannes 1Joh 69 4 12 38 So bleibt Gott in uns, und so erkennen wir daran, dass Gott in uns bleibt, ähnlich wie aus dem Glauben. V. 4 -1 Johannes 1Joh 69 4 12 39 Wir haben den Gipfelpunkt des Gnadenstandes erreicht, denn Gottes eigenstes Wesen, welches Liebe ist, ist in uns verwirklicht. -1 Johannes 1Joh 69 4 13 In hoc cognoscimus quoniam in eo manemus, et ipse in nobis: quoniam de Spiritu suo dedit nobis. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben, und er in uns, weil er uns von seinem Geiste gegeben hat.⁴⁰ -1 Johannes 1Joh 69 4 13 40 Rückbeziehung auf [1Joh 3,24]. Der Geist, der in alle Wahrheit leitet, lehrt uns Gott in Christus erkennen, macht uns die Liebe, die in Christus erschienen ist, als sein Wesen (V. 8) und die Quelle aller Liebe (V. 10) kund, und verleiht uns den Glauben (V. 14, V. 15) und die wahre Liebe. (V. 16) -1 Johannes 1Joh 69 4 14 Et nos vidimus, et testificamur quoniam Pater misit Filium suum Salvatorem mundi. Und wir⁴¹ haben es geschaut und bezeugen, dass der Vater⁴² seinen Sohn als Heiland der Welt gesendet hat. -1 Johannes 1Joh 69 4 14 41 Ich mit allen Augenzeugen des Lebens Jesu. -1 Johannes 1Joh 69 4 14 42 So nannte der Heiland den, der ihn gesandt. Daran haben die Apostel zuerst das Wesen Gottes erkannt, dass der Vater vor Grundlegung der Welt den Sohn liebte [Joh 17,24], und aus eigener Erfahrung gelernt, dass jener den Sohn aus Liebe in die Welt gesandt hat. -1 Johannes 1Joh 69 4 15 Quisquis confessus fuerit quoniam Jesus est Filius Dei, Deus in eo manet, et ipse in Deo. Wer immer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er in Gott.⁴³ -1 Johannes 1Joh 69 4 15 43 Das Zeugnis muss gläubig angenommen werden. Dass dies geschieht, wird im Bekenntnis erwiesen. Der Apostel bezieht sich auf die Erfüllung des ersten Gebotes [1Joh 3,23] zurück. Das Bekenntnis, das V. 2 aufgestellt war, wird hier nach V. 14 erweitert und in der Form gegeben, die sich [1Joh 3,23] findet. Dieses Bekenntnis ist eine Zurückweisung der antichristlichen Lüge (V. 2) und darum, ebenso wie die Liebe (V. 21), ein Kennzeichen, dass Gott in dem, welcher dies Bekenntnis ablegt und hält, bleibt und er in Gott. -1 Johannes 1Joh 69 4 16 Et nos cognovimus, et credidimus caritati, quam habet Deus in nobis. Deus caritas est: et qui manet in caritate, in Deo manet, et Deus in eo. Und wir⁴⁴ haben erkannt und geglaubt⁴⁵ an die Liebe, welche Gott zu uns⁴⁶ hat. Gott ist Liebe,⁴⁷ und⁴⁸ wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott in ihm.⁴⁹ -1 Johannes 1Joh 69 4 16 44 Die Gläubigen. -1 Johannes 1Joh 69 4 16 45 Der wahre Glaube ist ein erkennender, die wahre Erkenntnis eine gläubige Überzeugung aus Gott von der Wahrheit des Erkannten mit der Erkenntnis zusammen bilden den vollen christlichen Glauben. -1 Johannes 1Joh 69 4 16 46 Oder: in uns. -1 Johannes 1Joh 69 4 16 47 Dies hat der Apostel bereits V. 8 als den Mittelpunkt der wahren Gotteserkenntnis bezeichnet. Also ist unsere Liebe ein Kennzeichen unserer Gottesgemeinschaft, wie das Bekenntnis des Glaubens (V. 15), und somit wirklich die Erfüllung der in diesen beiden Forderungen sich zusammenfassenden Gebote Gottes. [1Joh 3,23ff] -1 Johannes 1Joh 69 4 16 48 Somit -1 Johannes 1Joh 69 4 16 49 Da Gott die Liebe ist, bleibt der in Gott, der in der Liebe bleibt. Nun aber kann niemand in der Liebe bleiben, wenn die Liebe nicht der wirksame Mittelpunkt seines Lebens ist und bleibt, also ist durch das Bleiben in der Liebe gezeigt, dass Gott, dessen Wesen die Liebe ist, in dem, der in der Liebe ist, bleibt. (Vergl. V. 12.) Gott ist die Liebe. Was ist besser als die Liebe? Und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, was ist also sicherer als die Liebe? Und Gott in ihm. Was ist also seliger als die Liebe? (Bernh.) -1 Johannes 1Joh 69 4 17 In hoc perfecta est caritas Dei nobiscum, ut fiduciam habeamus in die judicii: quia sicut ille est, et nos sumus in hoc mundo. Dadurch ist die Liebe Gottes⁵⁰ bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben auf den Tag des Gerichtes, denn so wie er ist,⁵¹ sind auch wir in dieser Welt. -1 Johannes 1Joh 69 4 17 50 Der Genitiv Gottes fehlt in den besten griech. Handschriften. Nach der Vulgata ist der Sinn: die Liebe Gottes, sofern sie sich mit uns gleichsam in Gemeinschaft setzt, um uns zu sich zu erheben, erreicht den Gipfel ihrer Tätigkeit; oder: die Liebe Gottes zu uns, welche sich besonders in der Sendung des Sohnes kundgegeben hat, erweist sich in ihrer Macht und Herrlichkeit. Nach dem Kontext (V. 16, V. 18) ist aber wohl viel mehr an die uns innewohnende Liebe zu denken. Die Worte: Die Liebe weisen auf V. 16 zurück: in der Liebe. Diese Liebe umfasst ebenso die Gottes- wie die Bruderliebe. Von der Zuversicht war bereits [1Joh 3,21] die Rede. Hier wird sie in ihrer letzten Bewährung gefasst, welche sie am Tage des Gerichtes bieten soll. Wie sie [1Joh 2,28] von dem Bleiben in Gott abhängig gemacht ist, so hier von dem Bleiben in der Liebe, die ja Gott ist. -1 Johannes 1Joh 69 4 17 51 Wie der erhöhte Christus (Aug.) nur noch im Vater ist, vergl. [Joh 14,20], von allen irdischen Beziehungen gelöst, so stehen auch wir zu Gott, wir sind in der Liebe und also in Gott und können mithin nicht verurteilt werden. -1 Johannes 1Joh 69 4 18 Timor non est in caritate: sed perfecta caritas foras mittit timorem, quoniam timor pnam habet; qui autem timet, non est perfectus in caritate. Furcht ist nicht in der Liebe,⁵² sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer aber fürchtet,⁵³ ist nicht vollendet in der Liebe.⁵⁴ -1 Johannes 1Joh 69 4 18 52 Furcht vor Gott als dem Richter, knechtische Furcht vor Strafe, die mit der Selbstsucht eines ist, jene Furcht, welche die Strafe und Pein, die sie bei dem Gerichte zu erwarten hat, schon in sich trägt, ist unvereinbar mit der Liebe. Die kindliche Furcht, Gott zu beleidigen, muss freilich auf Erden mit der Liebe verbunden sein. -1 Johannes 1Joh 69 4 18 53 Und umgekehrt, wer vollkommen ist in der Liebe, kennt jene mit derselben unvereinbare knechtische Furcht vor dem Richter nicht. -1 Johannes 1Joh 69 4 18 54 Vollendet im Sinne des V. 17. -1 Johannes 1Joh 69 4 19 Nos ergo diligamus Deum, quoniam Deus prior dilexit nos. Lasset uns also Gott lieben,⁵⁵ weil Gott uns zuerst geliebt hat. -1 Johannes 1Joh 69 4 19 55 Mit Nachdruck. Vergl. [Röm 5,5ff, Röm 11,35]. Nach dem Griech.: Wir lieben, weil er zuerst geliebt. -1 Johannes 1Joh 69 4 20 Si quis dixerit quoniam diligo Deum, et fratrem suum oderit, mendax est. Qui enim non diligit fratrem suum quem videt, Deum, quem non videt, quomodo potest diligere? Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner.⁵⁶ Denn wer seinen Bruder, den er sieht, nicht liebt, wie vermag der Gott zu lieben, den er nicht sieht?⁵⁷ -1 Johannes 1Joh 69 4 20 56 In der Liebe V. 19 ist die Bruderliebe einbegriffen. Wie kannst du den lieben, dessen Gebote du hassest? Wer könnte sagen: Ich liebe den Kaiser, aber hasse seine Gesetze? Daran erkennt der Kaiser, dass du ihn liebst, wenn seine Gesetze beobachtet werden. Bewahre sein Gebot und liebe deinen Bruder. Liebst du aber deinen Bruder nicht, wie liebst du da den, dessen Gebot du gering achtest? (Aug.) -1 Johannes 1Joh 69 4 20 57 Der Bruder ist Gottes sichtbares Ebenbild, wer also dies nicht liebt, kann keine wahre Liebe zu dem unsichtbaren Urbilde haben. -1 Johannes 1Joh 69 4 21 Et hoc mandatum habemus a Deo: ut qui diligit Deum, diligat et fratrem suum. Und dieses Gebot haben wir von Gott,⁵⁸ dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll. [Joh 13,34, Joh 15,12, Eph 5,2] -1 Johannes 1Joh 69 4 21 58 Die Bruderliebe ist nicht allein ihrer Natur nach untrennbar von der Gottesliebe, sondern beruht auch auf einem ausdrücklichen Gebote Gottes. Was also V. 16 19 von der Liebe gesagt ist, gilt ebenso von der Bruderliebe, wie von der Gottesliebe. Die Hervorhebung der göttlichen Forderung entspricht [1Joh 3,23] und bestätigt also das V. 23ff. über den Grund der Heilsgewissheit Gesagte betreffs der Erfüllung des Liebesgebotes endgültig. Noch bleibt dem Apostel übrig, von der Erfüllung des [1Joh 3,23] genannten Gebotes dasselbe nachzuweisen. -1 Johannes 1Joh 69 5 0 2. Darlegung, dass der Glaube in Wahrheit die Wurzel der Liebe ist (V. 1 12): a. Der Glaube an Jesus Christus macht uns zu Kindern Gottes und bewirkt, dass wir Gott lieben und auch den Nächsten, die Liebe zu Gott aber wird aus der Beobachtung der Gebote erkannt, durch welche (und mittelbar also durch den Glauben) wir die Welt besiegen. (V. 5) b. Dass Jesus der Christus ist, steht aus göttlichem Zeugnisse fest, das jedes menschliche Zeugnis überragt und also angenommen werden muss, im Glauben aber angenommen, das ewige Leben gewährt. (V. 12) Epilog (V. 13 21): 1. Johannes hat diesen Brief geschrieben, damit die Gläubigen wissen, dass sie durch den Glauben an Jesus Christus das ewige Leben haben werden. (V. 13) Die nächste Frucht dieses Glaubens aber ist die Zuversicht, in der sie von Gott alles, auch das Leben eines nicht zum Tode sündigen Bruders, erlangen können. (V. 17) 2. Die aus Gott geboren sind, müssen sich der Sünde enthalten, die Welt verabscheuen und an Gott und seinen Sohn glauben, um das ewige Leben zu erlangen. (V. 20) 3. Mahnung, die Gläubigen möchten sich vor Götzendienst bewahren. -1 Johannes 1Joh 69 5 1 Omnis, qui credit, quoniam Jesus est Christus, ex Deo natus est. Et omnis, qui diligit eum qui genuit, diligit et eum qui natus est ex eo. Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christ sei, ist aus Gott geboren;¹ und jeder, welcher den Erzeuger liebt, liebt auch den, der von ihm erzeugt ist.² -1 Johannes 1Joh 69 5 1 1 Begriff des Glaubens, wie er [1Joh 3,23] gegeben. Er ist Wirkung und darum Kennzeichen der Zeugung aus Gott, wie die Liebe Kennzeichen der Gottesgemeinschaft ist [1Joh 4,16], durch welche wir Kinder Gottes werden. Der Glaubensinhalt wird im Gegensatz zu der Leugnung der Antichristen [1Joh 2,22] dahin angegeben, dass die Person Jesu, wie er als Mensch uns entgegentrat, die zweite Person der göttlichen Natur des Messias ist. Der erste Teil des Verses blickt auf das [1Joh 4,7] Gesagte zurück. -1 Johannes 1Joh 69 5 1 2 Der Apostel hat [1Joh 3,23] neben dem Glauben die Bruderliebe als zweites Gebot genannt und [1Joh 4,21] als Gebot Gottes hervorgehoben. Er hebt also noch einmal hervor, dass, wenn die Liebe sich auf den Vater richtet, sie sich auf dessen Kinder, die Mitchristen, erstrecken muss. Nach dem heil. Augustin und dem heil. Hilarius ist der, der aus Gott erzeugt ist, an dieser Stelle Christus. -1 Johannes 1Joh 69 5 2 In hoc cognoscimus quoniam diligamus natos Dei, cum Deum diligamus, et mandata ejus faciamus. Daran³ erkennen wir,⁴ dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.⁵ -1 Johannes 1Joh 69 5 2 3 Vergl. [1Joh 2,5, 1Joh 3,10.19, 1Joh 4,17]. -1 Johannes 1Joh 69 5 2 4 Wann tritt ein, was in V. 1 gesagt ist? Woran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben? -1 Johannes 1Joh 69 5 2 5 Wenn wir Gott wahrhaft lieben (im Gegensatze zu [1Joh 4,20]), indem wir seine Gebote erfüllen. -1 Johannes 1Joh 69 5 3 Hæc est enim caritas Dei, ut mandata ejus custodiamus: et mandata ejus gravia non sunt. Denn das ist⁶ die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten,⁷ und seine Gebote sind nicht schwer.⁸ -1 Johannes 1Joh 69 5 3 6 Darin bewährt sich. -1 Johannes 1Joh 69 5 3 7 Vergl. [1Joh 2,5]. Wie Christus seine Liebe durch seinen Gehorsam gegen den Vater bewies [Joh 14,31], fordert er von uns die gleiche Bewährung der Liebe zu ihm. [Joh 14,15.21] -1 Johannes 1Joh 69 5 3 8 Vergl. [Mt 11,30]. In dem, was man liebt, hat man keine Mühe, oder hat man Mühe, so liebt man diese (Aug.), Wenn jemand sagt, die Gebote Gottes seien unmöglich zu halten für den Menschen, selbst für den Gerechtfertigten und für den in der Gnade stehenden, der sei ausgeschlossen. (Konzil von Trient Sitz 6 Kan. 18) -1 Johannes 1Joh 69 5 4 Quoniam omne, quod natum est ex Deo, vincit mundum: et hæc est victoria, quæ vincit mundum, fides nostra. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt;⁹ und das ist der Sieg, welcher die Welt überwindet: der Glaube.¹⁰ -1 Johannes 1Joh 69 5 4 9 Das Halten der Gebote ist für den, der Gott liebt, etwas Selbstverständliches [1Joh 2,5]. Aber sind nicht die Schwierigkeiten und Versuchungen, welche die Welt schafft, zu schwer? Nein, wer aus Gott geboren ist, besiegt sie: [1Joh 4,4] Der feste Glaube an Christus versichert ihn des Gnadenbeistandes, zeigt ihm die Krone, die seiner wartet, und verbindet ihn mit Gott. -1 Johannes 1Joh 69 5 4 10 Der den Lesern mit dem Apostel gemeinsame Glaube. Sieg: Urheber des Sieges. Als solcher hat der Glaube sich schon bewährt. -1 Johannes 1Joh 69 5 5 Quis est, qui vincit mundum, nisi qui credit quoniam Jesus est Filius Dei? Wer ist es, der die Welt überwindet,¹¹ als nur wer glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?¹² -1 Johannes 1Joh 69 5 5 11 Vergl. [1Joh 2,22]. Der Apostel kehrt vom Glauben zu dem zurück, der den Glauben hat, und damit zu V. 1: Der Gläubige überwindet, wie alles was aus Gott geboren ist, die Welt. -1 Johannes 1Joh 69 5 5 12 Vergl. [1Joh 4,15]. Wie in V. 1 stellt sich der Apostel den Irrlehrern entgegen, welche den Sohn leugneten, indem sie bestritten, dass Jesus der Christ sei. [1Joh 2,22] -1 Johannes 1Joh 69 5 6 Hic est, qui venit per aquam et sanguinem, Jesus Christus: non in aqua solum, sed in aqua et sanguine. Et spiritus est, qui testificatur, quoniam Christus est veritas. Dieser ist es,¹³ der durch Wasser und Blut gekommen ist,¹⁴ Jesus Christus, nicht in Wasser allein, sondern in Wasser und Blut.¹⁵ Und der Geist¹⁶ ist es, welcher Zeugnis gibt, dass Christus die Wahrheit ist. -1 Johannes 1Joh 69 5 6 13 Die Irrlehrer sahen in dem Heilande einen himmlischen Äon, der sich in der Taufe mit dem Menschen Jesus verband und vor dem Tode von ihm schied. Diesem Irrtume gegenüber bezeugt der Apostel die Glaubenswahrheit. Dieser ist es: Der Mensch Jesus, welcher der Sohn Gottes war. (V. 5) -1 Johannes 1Joh 69 5 6 14 Das Kommen ist bei dem heil. Johannes ein feierlicher Ausdruck, der das Erscheinen des Heilandes in der Welt bedeutet. Zunächst weist die Präposition durch auf zwei Tatsachen hin, durch welche er gleichsam hindurchging. Die Propheten hatten vorausgesagt, dass der Herr die Menschen mit seinem Blute erlösen und durch die Taufe reinigen werde [Ez 36,47, Sach 12,12] und alle Opfer des A. B. wiesen darauf hin. Christus starb am Kreuze und ward im Jordan getauft, dem Wasser die Kraft der Heiligung verleihend. Wie ferner das Wasser die Taufe, so bedeutete das Blut die heil. Eucharistie, jenes die Grundbedingung zur Teilnahme an der Frucht der Erlösung, letztere den Höhepunkt aller Sakramente. Mit diesen Sakramenten gleichsam ausgerüstet ist Christus gekommen und hat sich dadurch als den Messias allen denen bewährt, welche das Zeugnis des Heil. Geistes in sich tragen, allen Gläubigen. Der heil. Augustin findet in den Worten eine Hindeutung auf die [Joh 19,34] erzählte Tatsache, dass aus der Seitenwunde Jesu am Kreuze Blut und Wasser floss. An jener Stelle bereits weist der Apostel auf diesen Umstand als auf etwas Wunderbares, tief Bedeutsames hin. Das Wasser ist Symbol der Wiedergeburt, die uns in Christus zu Teil wird, das Blut Symbol der Versöhnung, da nur durch Blut die Versöhnung mit Gott vollbracht wird. [Hebr 9,22] Da nun das neue Leben aus Christus uns in der Taufe eingepflanzt wird und die Früchte seines Sühnopfers, das er am Kreuze dargebracht, uns vorzugsweise in der heil. Eucharistie zugewendet werden, deutet der Apostel auch auf diese hin. Im Evangelium stellt er wegen der Rücksichtnahme auf die Sakramente das Wasser voran. -1 Johannes 1Joh 69 5 6 15 Die Negation zeigt, dass der Apostel sich gegen die Irrlehrer wendet. Diese ließen zu, dass Christus (der Äon) im Wasser, nicht aber, dass er im blutigen Tode gekommen sei. Der Apostel stellt im Gegenteile gerade den Tod Christi als die höchste Liebesoffenbarung Gottes, vergl. [1Joh 4,10], hin. Das am Kreuze geflossene Blut war das Blut des im Fleische gekommenen Gottessohnes. [1Joh 4,2] -1 Johannes 1Joh 69 5 6 16 Der Heil. Geist, von dem Christus [Joh 15,26] gesagt, dass er von ihm zeugen werde. Als Geist Gottes [1Joh 4,13] mit dem Sohne von Ewigkeit her in Lebensgemeinschaft stehend mit dem Vater [1Joh 1,2], kennt er diesen und kann bezeugen, dass der durch Wasser und Blut gekommene eben dieser Gottessohn war. Nach dem Griech. lauten die letzten Worte des V. 6: weil der Geist die Wahrheit ist. -1 Johannes 1Joh 69 5 7 Quoniam tres sunt, qui testimonium dant in clo: Pater, Verbum, et Spiritus sanctus: et hi tres unum sunt. Denn drei sind, welche Zeugnis geben¹⁷ im Himmel: Der Vater, das Wort und der Heilige Geist; und diese drei sind eines. -1 Johannes 1Joh 69 5 7 17 Was der Heil. Geist bezeugt, ist wahr, denn wie es [Dtn 17,6, Dtn 19,15] verlangt wird, damit eine Tatsache endgültig verbürgt sei, sind drei übereinstimmende Zeugen da. -1 Johannes 1Joh 69 5 8 Et tres sunt, qui testimonium dant in terra: Spiritus, et aqua, et sanguis: et hi tres unum sunt. Und drei sind, welche Zeugnis geben auf Erden: Der Geist und das Wasser, und das Blut; und diese drei sind eines.¹⁸ -1 Johannes 1Joh 69 5 8 18 Im Griech. lautet nach den uns erhaltenen Handschriften der Text V. 7, V. 8: So sind es drei, die Zeugnis ablegen, der Geist, das Wasser und das Blut, und die drei sind einig (auf eines hin). Die beiden bereits V. 6 erwähnten Momente erscheinen hier als Zeugnis, dass der, den sie betreffen, Gottes Sohn ist. Bei der Taufe ward seine Gottessohnschaft durch die Mitteilung des Heil. Geistes schon erwiesen [Joh 1,33ff]; bei dem Tode dadurch, dass dem Herrn kein Bein gebrochen, sondern durch den Lanzenstich seine Seite so eröffnet ward, dass daraus die Messianität Christi [Joh 19,35ff] d. i. seine ewige Gottessohnschaft bezeugt ward. (V. 5) Indes, wenn auch unsere griechischen Handschriften aus nicht sicher festzustellenden Ursachen die übrigen Worte nicht haben, welche die Vulgata bietet und unser Text in der Vulgataform bei den Vätern nur bei dem heil. Cyprian und alsdann erst bei dem Bischofe Vigilius am Ende des 5. Jahrhunderts erscheint, bleibt dem katholischen Dogmatiker das Recht, sich für das Dogma der göttlichen Trinität auf die Stelle der Vulgata zu berufen. Denn die Vulgata hat diesen Text, und diese ist auf dem Konzil von Trient (Sitz 4) in rebus fidei et morum, in den Dingen, welche Glauben und Sitten betreffen, für authentisch erklärt worden, mitsamt allen ihren Teilen. Allein lassen wir auch jene Worte V. 7 einmal außer Acht, so haben wir dennoch in unserem Abschnitte die göttliche Trinität genau in derselben Weise ausgedrückt, wie die heil. Schrift sonst von diesem Geheimnisse spricht: Der Vater, der bezeugt V. 9, der Sohn, der bezeugt wird V. 6ff, der Heil. Geist, durch welchen der Sohn vom Vater bezeugt wird V. 6b, somit eine ganz ähnliche Stelle wie bei der Taufe Christi. [Mt 3,16ff] -1 Johannes 1Joh 69 5 9 Si testimonium hominum accipimus, testimonium Dei majus est: quoniam hoc est testimonium Dei, quod majus est, quoniam testificatus est de Filio suo. Wenn wir das Zeugnis der Menschen annehmen, so ist das Zeugnis Gottes größer;¹⁹ denn dies²⁰ ist das Zeugnis Gottes, welches größer ist, dass er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohne. -1 Johannes 1Joh 69 5 9 19 Das Zeugnis Gottes unterliegt nicht den Unvollkommenheiten, denen selbst ein dreifaches menschliches unterworfen ist. -1 Johannes 1Joh 69 5 9 20 Dieses Zeugnis der drei zeugen ist eben das Gotteszeugnis, das seiner Natur nach größer ist als jedes menschliche, weil in ihm Gott ein Zeugnis abgelegt, das dauernd (Perfekt) betreffs seines Sohnes gültig bleibt. Das Zeugnis des Geistes ist ein Gotteszeugnis, denn der Geist ist der Geist Gottes. [1Joh 3,24] Das Zeugnis des Wassers geht auf ein Wort Gottes an den Täufer zurück [Joh 1,33], wie das Zeugnis des Blutes auf Gottesworte der heil. Schrift [Joh 19,36ff], deren Erfüllung Gott selbst herbeigeführt hat, um durch dieselbe für die Gottessohnschaft Christi Zeugnis abzulegen. -1 Johannes 1Joh 69 5 10 Qui credit in Filium Dei, habet testimonium Dei in se. Qui non credit Filio, mendacem facit eum: quia non credit in testimonium quod testificatus est Deus de Filio suo. Wer an den Sohn Gottes glaubt,²¹ hat das Zeugnis²² Gottes in sich. Wer dem Sohne²³ nicht glaubt, macht ihn zum Lügner, weil er an das Zeugnis nicht glaubt, welches Gott über seinen Sohn gegeben hat. -1 Johannes 1Joh 69 5 10 21 Wenn jemand das Zeugnis, welches Gott von seinem Sohne gegeben hat, (V. 9) annimmt. -1 Johannes 1Joh 69 5 10 22 Ihm ist das Zeugnis nicht mehr ein rein äußeres, sondern ein innerliches, subjektives, indem er die Kraft der von Gott bezeugten Wahrheit in seiner Seele erfährt. Wer aber jenem Zeugnisse nicht glaubt, hat Gott durch diesen Unglauben zum Lügner [1Joh 1,10] erklärt. Vergl. [Joh 3,33]. -1 Johannes 1Joh 69 5 10 23 Griech.: Gott. Wer an den Sohn nicht glaubt, weigert Gottes Zeugnis den Glauben, und macht so diesen zum Lügner. -1 Johannes 1Joh 69 5 11 Et hoc est testimonium, quoniam vitam æternam dedit nobis Deus. Et hæc vita in Filio ejus est. Und dies ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben²⁴ gegeben hat;²⁵ und dieses Leben ist in seinem Sohne.²⁶ -1 Johannes 1Joh 69 5 11 24 Den Sieg über Sünde und Tod hier, und dort als Vollendung das ewige Leben. So lange wir auf Erden als Pilger wallen, haben wir das ewige Leben in der Hoffnung; wenn wir in den Himmel zu Gott gelangen, erhalten wir es in sich selbst. (Beda) -1 Johannes 1Joh 69 5 11 25 Da jeder Gläubige in dem Sohne ewiges Leben hat [Joh 3,15], so zeugt dieses ewige Leben uns dafür, dass Jesus der Sohn Gottes ist, weil er nur als der Sohn, der mit dem Vater ewiges Sein hat [1Joh 1,2] uns jenes vermitteln konnte. -1 Johannes 1Joh 69 5 11 26 Wie der, welcher den Sohn leugnet, den Vater nicht hat [1Joh 2,23], so hat nur der den Sohn, der ihn in Jesus erkannt hat und an diesen als den Sohn Gottes glaubt. Wer ihn aber hat, schaut in ihm den Vater. [Joh 14,9] Da nun die Anschauung Gottes allein das wahre ewige Leben ist [Joh 17,3], so hat er bereits das Leben, das mit dem Glauben gegeben ist. [Joh 5,24, Joh 6,47] -1 Johannes 1Joh 69 5 12 Qui habet Filium, habet vitam: qui non habet Filium, vitam non habet. Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn nicht hat, hat das Leben nicht.²⁷ -1 Johannes 1Joh 69 5 12 27 Wer den nicht hat, in dem die volle Offenbarung Gottes ist, kann auch nicht das wahre Leben haben, das in der Anschauung Gottes besteht. Dies ist die Strafe dafür, das er Gott zum Lügner gemacht, indem er sein Zeugnis nicht annahm und so nicht zum Glauben an den Sohn kam. Vergl. [1Joh 3,14]. Hat nun der Gläubige das wahre Leben, so hat er auch ebenso die volle Heilsgewissheit, wie der, welcher die Liebe hat. [1Joh 4,16ff] -1 Johannes 1Joh 69 5 13 Hæc scribo vobis: ut sciatis quoniam vitam habetis æternam, qui creditis in nomine Filii Dei. Dieses²⁸ schreibe ich euch, damit ihr wisset,²⁹ dass ihr das ewige Leben habt, die ihr³⁰ an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. -1 Johannes 1Joh 69 5 13 28 Was er V. 11ff gesagt hat. -1 Johannes 1Joh 69 5 13 29 Damit es euch zum vollen Bewusstsein komme und ihr freudige Zuversicht zu Gott und festes Vertrauen im Gebete und in der Fürbitte für sündige Brüder gewinnet. Denn das Gebet ist gleichsam die Hand, welche der Glaube (und die Hoffnung) ausstreckt, um damit die Gnade Gottes zu ergreifen. -1 Johannes 1Joh 69 5 13 30 Euch habe ich in den V. 11 folg. gemeint. -1 Johannes 1Joh 69 5 14 Et hæc est fiducia, quam habemus ad eum: Quia quodcumque petierimus: secundum voluntatem ejus, audit nos. Und dies ist die Zuversicht,³¹ welche wir zu ihm haben,³² dass er uns in allem, was wir nach seinem Willen begehren werden,³³ erhört.³⁴ -1 Johannes 1Joh 69 5 14 31 Die Zuversicht, im Glauben bereits das ewige Leben zu besitzen, wie sie der Apostel hat und in den Lesern erwecken will und, wie er annimmt, erweckt hat. In der Gebetserhörung wir diese Zuversicht als eine wohlbegründete unmittelbar erprobt. [1Joh 3,22] -1 Johannes 1Joh 69 5 14 32 Vergl. [1Joh 2,17]. Dieser Zusatz soll keine Einschränkung sein, sondern gibt die selbstverständliche Voraussetzung an, dass der, welcher im Glauben das ewige Leben hat, den Willen Gottes in allem, also auch im Beten, kennt und tut, wie ja [1Joh 3,22] das Tun seiner Gebote die Voraussetzung der in der Gebetserhörung erprobten Heilsgewissheit ist. -1 Johannes 1Joh 69 5 14 33 Darin besteht die wahre Zuversicht zu Gott, dass wir wissen, dass wir kraft des Bewusstseins der Gebetserhörung das Erbetene stets unmittelbar haben. -1 Johannes 1Joh 69 5 14 34 Wir erbitten das, was wir noch nicht haben, was uns mangelt, doch in der wahren Zuversicht zu Gott wandelt sich durch das Gebet das Nichthaben in Empfangen, in inneren idealen Besitz und damit in die Sicherheit, dass es uns auch in der Sache zu Teil wird. Die Übersetzung kann auch lauten: Dass wir das Erbetene von ihm erlangen. -1 Johannes 1Joh 69 5 15 Et scimus quia audit nos quidquid petierimus: scimus quoniam habemus petitiones quas postulamus ab eo. Und wenn wir wissen, dass er uns erhört, um was wir immer bitten, so wissen wir, dass wir das von ihm Erbetene erlangen. -1 Johannes 1Joh 69 5 16 Qui scit fratrem suum peccare peccatum non ad mortem, petat, et dabitur ei vita peccanti non ad mortem. Est peccatum ad mortem: non pro illo dico ut roget quis. Wer weiß, dass sein Bruder sündigt, aber nicht zum Tode,³⁵ der bitte, und es wird dem, der nicht³⁶ zum Tode sündigt, das Leben gegeben werden.³⁷ Es gibt eine Sünde zum Tode; nicht für diese, sage ich, dass jemand beten solle.³⁸ -1 Johannes 1Joh 69 5 16 35 Wer sündigt [1Joh 1,8], aber die Sünde bekennt [1Joh 1,9], dem wird die Sünde getilgt auf Grund der Fürbitte unseres Erlösers [1Joh 2,1ff], aber wer als Christ in der Finsternis wandelt [1Joh 1,6], für diesen soll die Fürbitte der frommen Christen eintreten, damit er zur Erkenntnis und zum Bekenntnisse komme. Der Tod ist der geistige Tod; eine Sünde zum Tod ist also eine Sünde, welche das wahre Leben, welches Gott uns in Christus verliehen hat, aus unserer Seele vertreibt. Nach einigen ist hier jede schwere Sünde verstanden im Sinne der alttestamentlichen Unterscheidung, nach der es für gewisse Sünden Vergebung auf Grund der Opfersühne gab [Num 18,22] und [Num 15,29-31], während andere die Todesstrafe zur Folge hatten, vergl. [Hebr 10,28], indes wohl nicht ganz mit Recht. Nach [Joh 8,24] stirbt der Nichtchrist in seinen Sünden dahin, wenn er nicht zum Glauben kommt, so kann es also für den Christen nur eine Sünde geben, welche endgültig zum Tode führt: den Abfall vom Glauben, wie er für die Antichristen durch ihr Ausscheiden aus der kirchlichen Gemeinschaft [1Joh 2,19] konstatiert ist. Der Apostel spricht hier von einer Sünde, welche durch sich selbst in den Augen aller Mitchristen als Sünde zum Tode erscheint, also ist wohl die gleiche Sünde, von der [Hebr 6,4-6] die Rede ist, gemeint. -1 Johannes 1Joh 69 5 16 36 Die griechische Negation zeigt, dass das Urteil, ob jemand noch nicht zum Tode gesündigt habe, also bereits völlig vom Glauben abgefallen sei, nicht immer sicher ist. Deshalb hebt der Apostel noch einmal hervor, dass es eine Sünde zum Tode gibt, von der er nicht rede. -1 Johannes 1Joh 69 5 16 37 Griech.: Er wird das Leben geben. (Der Bittende.) -1 Johannes 1Joh 69 5 16 38 Sollte man nicht das Gegenteil erwarten? Ist nicht, je verderblicher die Sünde, die Fürbitte um so dringlicher? Gewiss, aber im gegebenen Falle ist sie aussichtslos. Der Apostel nimmt an, wie der heil. Paulus [Hebr 6,4ff], dass ein Zustand der Verstocktheit eingetreten ist, welcher für alle Einwirkungen der göttlichen Gnade unzugänglich macht. Der Apostel verbietet nicht, auch für solche zu beten, doch ist die Sünde, die nicht zum Tode führt, hier für ihn der Hauptgegenstand, gelegentlich dessen er die Todsünde erwähnt, damit die Christen nicht beirrt werden, wenn ihre Fürbitte unerhört bleibt. -1 Johannes 1Joh 69 5 17 Omnis iniquitas, peccatum est: et est peccatum ad mortem. Jede Ungerechtigkeit ist Sünde;³⁹ so gibt es auch eine Sünde, die zum Tode ist.⁴⁰ -1 Johannes 1Joh 69 5 17 39 Der Apostel kehrt noch einmal zu der Sünde zurück, die nicht zum Tode führt, um zu zeigen, wie viele andere Fälle der Fürbitte dem Christen noch bleiben. Jede Ungerechtigkeit: Bestimmung des Umfanges der Sünde, wie [1Joh 3,4] ihres Wesens. Alles, was im Gegensatze steht zu der Gerechtigkeit, die der Apostel [1Joh 2,29] und [1Joh 3,7] charakterisiert hat, ist Ungerechtigkeit, also Sünde. -1 Johannes 1Joh 69 5 17 40 Der Schluss des Verses ist im Griech.: Und es gibt eine Sünde, die nicht zum Tode ist, wo also das V. 16 Gesagte keine Geltung hat. -1 Johannes 1Joh 69 5 18 Scimus quia omnis, qui natus est ex Deo, non peccat: sed generatio Dei conservat eum, et malignus non tangit eum. Wir wissen,⁴¹ dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt,⁴² sondern die Geburt aus Gott bewahrt ihn, und der Arge tastet ihn nicht an.⁴³ -1 Johannes 1Joh 69 5 18 41 Das dreimal wiederholte: Wir wissen bedingt nicht eine einfache Koordination gleicher Sätze. -1 Johannes 1Joh 69 5 18 42 Zwischen dem aus Gott geboren sein und dem Sündigen besteht ein innerer Widerspruch. Vergl. [1Joh 3,6.9]. Wenn sich also im Leben eines Christen noch Sünde findet, so ist diese etwas Fremdes, seinem inneren Wesen Entgegengesetztes, wovon er sich zu befreien bemüht ist. -1 Johannes 1Joh 69 5 18 43 Der Teufel und dessen von außen kommende Angriffe vermögen des Christen gottgezeugtes Wesen nicht zu schädigen. Griech.: sondern durch die Geburt aus Gott bewahrt er sich selbst usw. -1 Johannes 1Joh 69 5 19 Scimus quoniam ex Deo sumus: et mundus totus in maligno positus est. Wir wissen,⁴⁴ dass wir aus Gott sind;⁴⁵ und die ganze Welt in dem Argen liegt.⁴⁶ -1 Johannes 1Joh 69 5 19 44 Anwendung des V. 18 auf die Glieder der Christengemeinde. -1 Johannes 1Joh 69 5 19 45 Wie der Apostel bereits [1Joh 4,4] bezeugt hat. -1 Johannes 1Joh 69 5 19 46 Wie die erste Satzhälfte dem ersten Teile von V. 18, so entspricht die zweite Satzhälfte dem zweiten Teile des vorhergehenden Verses. Wenn der Teufel die aus Gott geborenen nicht zu schädigen vermag, so auch nicht die Welt. Die Welt liegt im Argen: ist vollständig und widerstandslos der Macht des Teufels dahingegeben. -1 Johannes 1Joh 69 5 20 Et scimus quoniam Filius Dei venit, et dedit nobis sensum ut cognoscamus verum Deum, et simus in vero Filio ejus. Hic est verus Deus, et vita æterna. Und wir wissen,⁴⁷ dass der Sohn Gottes gekommen ist, und uns Einsicht verliehen hat,⁴⁸ dass wir den wahren Gott erkennen und in seinem wahren Sohne seien.⁴⁹ Dies ist der wahre Gott und das ewige Leben.⁵⁰ -1 Johannes 1Joh 69 5 20 47 Aber widerspricht nicht der V. 16 besprochene Fall der Anwendung von V. 18 auf die Christen? Nein, weil die letzte Gewissheit des Heiles, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in ihrer Glaubensüberzeugung unerschütterlich fest steht. -1 Johannes 1Joh 69 5 20 48 Ein dauerndes Geschenk. Der Sinn ist das übernatürliche Erkenntnisvermögen. Wie der natürliche Sinn uns das Mittel ist, die Außenwelt wahrzunehmen, und uns ihr Dasein verbürgt, so hat der Christ ein übernatürliches Vermögen, den wahrhaftigen Gott zu erkennen. [Joh 17,3] Wo aber anders als in dem Mensch gewordenen Sohne Gottes? -1 Johannes 1Joh 69 5 20 49 Griech.: dass wir den wahrhaftigen Gott erkennen, und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus. Dass wir in Christus wurzeln, dessen muss der Christ sich innerlich bewusst sein. Dass der Sohn Gottes, durch den das Wesen Gottes ganz erkannt werden soll, der Wahrhaftige genannt wird, geschieht, um die Gleichheit dessen, was wir erkennen, mit dem, worin wir sind, zu bezeichnen. Vergl. [Joh 17,3]. Um die volle Berechtigung der Identifizierung noch klarer zu zeigen, fügt der heil. Johannes bei: Dieser, nämlich Jesus Christus, der Sohn Gottes. -1 Johannes 1Joh 69 5 20 50 So heißt im Evangelium [Joh 11,25] und [Joh 14,6] Christus das Leben, d. i. der Vermittler, der Urheber des Lebens. Der Vater, die ursprüngliche Quelle des Lebens, hat dem Sohne gegeben, das Leben zu haben in sich selber [Joh 5,26], damit dieser, wie der Mittler alles Heils, so der Vermittler des Lebens für die Welt werde. Mit dem Worte des Lebens, in dem sich das Leben offenbart hat [1Joh 1,1ff], hat der Brief begonnen, mit dem Hinweise auf Jesus Christus als den gottgleichen Sohn, welcher der Vermittler des Lebens ist, schließt er. -1 Johannes 1Joh 69 5 21 Filioli, custodite vos a simulacris. Amen. Kindlein!⁵¹ hütet euch vor den Götzen.⁵² Amen. -1 Johannes 1Joh 69 5 21 51 Noch einmal zeigt der Apostel in der Anrede seine zärtliche Liebe. -1 Johannes 1Joh 69 5 21 52 Indem er von ihnen Abschied nimmt, bittet er die, welche er bisher ermahnt hat, sich nun selbst zu bewahren vor den Abgöttern, vor allen Wahngebilden, welche der Mensch sich von Gott macht im Gegensatze zu dem einen wahrhaften Gott, der in Christus offenbar geworden ist. [Joh 17,3] Hierher gehören die Mahnbilder der Gnostiker, wie der Antinomisten [1Joh 2,4], der Hasser der Brüder [1Joh 2,9], der weltlich Gesinnten. [1Joh 2,16] Alle Mahnungen des Briefes in Gott zu bleiben, wie er in Christus offenbar geworden ist [1Joh 2,28], sich von der Sünde zu reinigen [1Joh 3,3], sich im Christenstande durch die Bruderliebe zu bewähren [1Joh 3,18, 1Joh 4,7.11], werden in dieser letzten Mahnung zusammengefasst. -2 Johannes 2Joh 70 1 0 1. Im Eingange eröffnet der Apostel, warum er jene Kirche und ihre Glieder liebe: weil sie die Wahrheit angenommen haben und in ihr beharren. (V. 3) 2. Er spricht seine Freude darüber aus, dass viele Glieder der Kirche in der Wahrheit wandeln, und ruft ihnen das neue Gebot der Liebe in's Gedächtnis zurück. (V. 6) 3. Da Verführer aufgetreten sind, welche die Menschwerdung des Wortes leugnen, mahnt der heil. Johannes die Gläubigen, sich vor jenen zu hüten, damit sie nicht, indem sie ihnen folgen, des ewigen Lohnes verlustig gehen (V. 8), und befiehlt den Christen, sich von dem Umgange mit jenen fernzuhalten, um nicht an ihren bösen Werken Teil zu haben. (V. 11) 4. Er schreibt nur so kurz, weil er die Gemeinde selbst bald besuchen wird. Grüße von der Gemeinde, bei der er selbst weilt. -2 Johannes 2Joh 70 1 1 SENIOR Electæ dominæ, et natis ejus, quos ego diligo in veritate, et non ego solus, sed et omnes, qui cognoverunt veritatem. Der Älteste¹ der Elekta, der Herrin,² und ihren Kindern,³ welche ich⁴ in Wahrheit⁵ liebe, und nicht ich allein, sondern auch alle, welche die Wahrheit erkannt haben,⁶ -2 Johannes 2Joh 70 1 1 1 Welche Bedeutung dieser Titel in Kleinasien im allgemeinen haben mochte, lässt sich aus [1Petr 5,1] schließen; die Individualisierung durch den Artikel aber und der Gebrauch des Gattungsnamens für den Eigennamen zeigt, dass dieser Titel dem Verfasser in ganz besonderer Weise zukam. Auch Irenäus gebraucht diesen Ausdruck für die höchsten Träger der Kirchengewalt, wie Polykarp und den Bischof von Rom. -2 Johannes 2Joh 70 1 1 2 Der Name der Gemeinde wird nicht beigefügt, doch wird dieselbe als eine von Gott zu seinem Eigentum und zum Gegenstande seiner Liebe erwählte, bezeichnet. Vergl. [1Petr 5,13]. Der Brief hatte wohl neben seiner nächsten Bestimmung eine encyklische. -2 Johannes 2Joh 70 1 1 3 Die Glieder der Gemeinde, da die Kirche gleichsam das Ehegemahl Christi ist. -2 Johannes 2Joh 70 1 1 4 Mit Nachdruck: Ich, euer Bischof, im Gegensatze zu anderen, welche sich bemühen, Einfluss auf die Gemeinde zu erlangen, doch nicht aus Liebe, die in Wahrheit Liebe zu heißen vermag. -2 Johannes 2Joh 70 1 1 5 Mit echt christlicher Liebe. Gegensatz V. 7. -2 Johannes 2Joh 70 1 1 6 Alle wahren Christen. -2 Johannes 2Joh 70 1 2 Propter veritatem, quæ permanet in nobis, et nobiscum erit in æternum. um der Wahrheit⁷ willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit. -2 Johannes 2Joh 70 1 2 7 Die göttliche Wahrheit, die wir mit allen Christen gemeinsam haben, ist der Mittelpunkt unseres Lebens, und so auch das Motiv unserer Liebe zu den Mitchristen. Das Bleiben der Wahrheit in ihnen wird betont, weil der, in welchem die Wahrheit nicht bleibt, aufhört, ein Christ und Objekt der christlichen Bruderliebe zu sein. -2 Johannes 2Joh 70 1 3 Sit vobiscum gratia, misericordia, pax a Deo Patre, et a Christo Jesu Filio Patris in veritate, et caritate. Gnade sei⁸ mit euch, Erbarmen, Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, dem Sohne des Vaters, in Wahrheit und Liebe!⁹ -2 Johannes 2Joh 70 1 3 8 Griech.: wird sein. Der Apostel spricht eine gewisse Erwartung aus, welche sich auf die vorhergehende Aussage gründet. -2 Johannes 2Joh 70 1 3 9 Aufzählung der Heilsgüter, welche mit dem Besitze der Wahrheit verbunden sind, Gnade, Erbarmen und Friede: Die gebende Gnade Gottes, die sich in der Menschwerdung offenbart hat; [Joh 1,14] die Barmherzigkeit, die sich jeder Not, geistlicher wie leiblicher, erbarmt, vergl. [Jak 2,13, Jak 3,17], und der von dem Heilande verheißene Friede. [Joh 14,27] In gleich unmittelbarer Weise werden diese drei Güter von dem Vater und dem Sohne hergeleitet, die sie uns zu Teil werden lassen in der Erkenntnis und in der daraus folgenden Liebe. (V. 1) Der Apostel weist auf den Inhalt des Briefes hin, der zur Liebe ermahnt und vor Irrlehrern warnt. -2 Johannes 2Joh 70 1 4 Gavisus sum valde, quoniam inveni de filiis tuis ambulantes in veritate, sicut mandatum accepimus a Patre. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich unter deinen Kindern¹⁰ solche fand, welche in der Wahrheit¹¹ wandeln, sowie wir das Gebot vom Vater empfangen haben. -2 Johannes 2Joh 70 1 4 10 Er kann das gleiche nicht von allen Gliedern der Gemeinde rühmen. Zart verhüllt der Apostel den Tadel, den er auszusprechen hat, in einer bloßen Beschränkung des Lobes. -2 Johannes 2Joh 70 1 4 11 Die Wahrheit entspricht dem, was wir als Gebot vom Vater empfangen haben. Dies umfasst Glauben und Liebe. -2 Johannes 2Joh 70 1 5 Et nunc rogo te domina, non tamquam mandatum novum scribens tibi, sed quod habuimus ab initio, ut diligamus alterutrum. Und nun bitte ich dich,¹² Herrin! nicht als ob ich dir ein neues Gebot schriebe, sondern das, welches wir von Anfang an¹³ gehabt haben, dass wir einander lieben sollen.¹⁴ [Joh 13,34, Joh 15,12] -2 Johannes 2Joh 70 1 5 12 Wie früher einige der Glieder der Gemeinde ihm Freude gemacht haben, so bittet er jetzt die ganze Gemeinde, ihm durch gleichen Wandel dieselbe Freude zu bereiten. -2 Johannes 2Joh 70 1 5 13 Sie besitzen dies Gebot von dem Augenblicke an, wo sie Christen geworden sind. -2 Johannes 2Joh 70 1 5 14 Vergl. [1Joh 3,11]. Es waren wohl Verfehlungen gegen die Bruderliebe vorgekommen. -2 Johannes 2Joh 70 1 6 Et hæc est caritas, ut ambulemus secundum mandata ejus. Hoc est enim mandatum, ut quemadmodum audistis ab initio, in eo ambuletis: Und dies ist die Liebe,¹⁵ dass wir nach seinen Geboten wandeln. Denn dies ist das Gebot, dass ihr, wie¹⁶ ihr es von Anfang an¹⁷ gehört habt, in demselben wandelt. [1Joh 2,7, 1Joh 5,3] -2 Johannes 2Joh 70 1 6 15 Die Liebe zu Gott, wie [1Joh 5,3] die Liebe nach dem V. 4 erwähnten Gebote. Alle Gebote werden, wie [1Joh 3,22ff], in eines zusammengefasst, und zwar so, dass neben der Bruderliebe (V. 5) nur der zweite Hauptpunkt genannt wird, der dem göttlichen Willen in Wahrheit entsprechenden Wandel (V. 4) besteht, den nun die ganze Gemeinde zur Freude des heil. Johannes zeigen soll. -2 Johannes 2Joh 70 1 6 16 In der Weise, die der Verkündigung des Glaubens entspricht. -2 Johannes 2Joh 70 1 6 17 Vom Anfang der Heilsbotschaft an. Vergl. [1Joh 2,34, 1Joh 3,11]. -2 Johannes 2Joh 70 1 7 Quoniam multi seductores exierunt in mundum, qui non confitentur Jesum Christum venisse in carnem: hic est seductor, et antichristus. Denn¹⁸ viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, welche nicht¹⁹ bekennen, dass Jesus Christus im Fleische gekommen ist. Ein solcher ist der Verführer und der Antichrist.²⁰ [1Joh 4,2.3] -2 Johannes 2Joh 70 1 7 18 Das Wandeln im göttlichen Gebot nach Maßgabe der apostolischen Verkündigung ist als besonderes Gebot, ja als Summe aller Gebote aufgestellt, weil viele Verführer in die Welt ausgegangen sind. -2 Johannes 2Joh 70 1 7 19 Nach der griech. Negation scheint der Apostel bestimmte Personen im Auge zu haben. Zu dem Gegenstande der Leugnung vergl. [1Joh 4,2]. -2 Johannes 2Joh 70 1 7 20 In jenen vielen Verführern ist der Antichrist erschienen. [1Joh 2,18] Die Leugnung lässt den Riss zwischen Gott und Menschen bestehen, während die frohe Botschaft die Wiedervereinigung beider proklamiert. -2 Johannes 2Joh 70 1 8 Videte vosmetipsos, ne perdatis quæ operati estis: sed ut mercedem plenam accipiatis. Habet Acht auf euch selbst, damit ihr nicht verlieret, was ihr erarbeitet habt,²¹ sondern vollen Lohn empfanget! -2 Johannes 2Joh 70 1 8 21 Griech.: was wir erarbeitet haben, der Apostel und seine Mithelfer. Der Lohn der evangelischen Arbeiter besteht nach [Joh 4,36] darin, dass sie denen, an denen sie arbeiten, zum ewigen Leben verhelfen. Die Leser empfangen den vollen Lohn, wenn sie das, was die Apostel gewirkt, nicht zu Grunde gehen lassen. -2 Johannes 2Joh 70 1 9 Omnis, qui recedit, et non permanet in doctrina Christi, Deum non habet: qui permanet in doctrina, hic et Patrem et Filium habet. Jeder, der abweicht²² und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als den Sohn.²³ -2 Johannes 2Joh 70 1 9 22 Griech.: Jeder, der vorangeht: nämlich über die Grenzen der Lehren Christi hinaus. Ironische Anspielung auf das Vorgehen der Irrlehrer, mit ihrer Gnosis über die Lehren Christi hinausgekommen zu sein. Ein wahrer Fortschritt ist nur möglich im Festhalten und auf dem Grunde der Lehre Christi und von Christus, denn die Lehre des Heilandes ist die Offenbarung der ewigen Wahrheit, die ewige Wahrheit aber ist Gott selbst. Einen Christus, wie die Irrlehrer ihn verkündigen, kann Gott nicht offenbaren und hat ihn nicht offenbart. -2 Johannes 2Joh 70 1 9 23 Wer in der Lehre bleibt, in der allein Christus als volle Gottesoffenbarung ist, hat in ihm den Vater, der in ihm offenbar wird, und damit auch den Sohn, in dem er offenbar geworden ist. Diese zu rauben, ist die Absicht der Verführer. -2 Johannes 2Joh 70 1 10 Si quis venit ad vos, et hanc doctrinam non affert, nolite recipere eum in domum, nec Ave ei dixeritis. Wenn jemand²⁴ zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt,²⁵ so nehmet ihn nicht in das Haus auf, und bietet ihm keinen Gruß.²⁶ -2 Johannes 2Joh 70 1 10 24 Ein reisender Lehrer. -2 Johannes 2Joh 70 1 10 25 Und die Lehre, welche er bringt, ist nicht diese. -2 Johannes 2Joh 70 1 10 26 Gewähret ihm keine gastliche Aufnahme und verkehret nicht mit ihm in vertrauter Weise. Anderenfalls würdet ihr seiner Irrlehre Vorschub leisten und euch fremder Sünde teilhaftig machen. Das allgemeine Gebot der Nächstenliebe wird durch diese Vorschrift des Apostels nicht beeinträchtigt. -2 Johannes 2Joh 70 1 11 Qui enim dicit illi Ave, communicat operibus ejus malignis. Denn wer ihm einen Gruß bietet, nimmt teil an seinen bösen Werken.²⁷ -2 Johannes 2Joh 70 1 11 27 Insofern er ihn als christlichen Bruder anerkennt und sein verführerisches Treiben dadurch unterstützt. -2 Johannes 2Joh 70 1 12 Plura habens vobis scribere, nolui per chartam, et atramentum: spero enim me futurum apud vos, et os ad os loqui: ut gaudium vestrum plenum sit. Wiewohl ich euch noch vieles zu schreiben hätte, wollte ich es doch nicht durch Papier und Tinte tun; denn ich hoffe, zu euch zu kommen, und von Mund zu Mund zu reden, damit eure Freude vollkommen sei. -2 Johannes 2Joh 70 1 13 Salutant te filii sororis tuæ Electæ. Es grüßen dich die Kinder deiner Schwester Elekta.²⁸ -2 Johannes 2Joh 70 1 13 28 Die Kinder der Gemeinde, bei der er sich aufhält. Es ist wohl die Gemeinde von Ephesus, welche der Apostel durch das Ehrenwort auszeichnet. -Judas Jud 72 1 0 Nach der Aufschrift (V. 2) deutet der Apostel den Grund an, der ihn bestimmt hat, diesen Brief zu schreiben: die den Gemeinden von Seiten jener Irrlehrer drohende Gefahr, welche die Gnade Gottes in Ausschweifung verkehren und den Herrn verleugnen. (V. 4) I. Beschreibung der Irrlehrer und des Schicksals, das ihrer wartet, um die Leser vor ihren Lehren zu bewahren (V. 5 16): 1. Drei Beispiele von Gottesgerichten: Untergang der ungläubigen Juden in der Wüste. (V. 5) Verdammung der rebellischen und stolzen Engel zur ewigen Finsternis. (V. 6) Strafe über die sündigen Sodomiter. (V. 7) Der Irrlehrer, welche die gleichen Sünden der Sittenlosigkeit, der Überhebung und des Unglaubens begehen, wartet eine ähnliche Strafe. (V. 8) 2. Den Gegensatz zu der Überhebung der Irrlehrer bildet der heil. Michael. Während dieser nicht einmal gegen den Teufel ein lästerndes Urteil zu fällen wagte, schmähen jene, was sie nicht kennen, und missbrauchen, was sie kennen, zu ihrem Verderben. (V. 10) 3. So erwartet die Irrlehrer denn die Strafe Kains, Balaams und der Söhne Kore, deren Nachfolger sie durch ihre Sünden geworden sind. (V. 13) 4. Schon Enoch hat die Verführer und ihren Untergang vorhergesagt. (V. 16) II. Praktische Mahnungen an die Gläubigen (V. 17 23): 1. Ihre Lehrer haben ihnen vorausgesagt, dass solche Irrlehrer kommen werden, daran sollen sie sich erinnern (V. 19) und festhaltend am wahren Glauben sich in der Liebe Gottes bewahren, den künftigen Lohn erwartend. (V. 21) 2. Belehrung, wie die Gläubigen sich gegen jene Irrlehrer verhalten sollen: Die hartnäckigen sind, als bereits gerichtet, zurechtzuweisen, die anderen ihres Irrtums zu überführen, jene endlich, welche ohne ihre Schuld in Irrtum gefallen sind, mit großer Barmherzigkeit zu behandeln. (V. 23) Schluss: Doxologie. -3 Johannes 3Joh 71 1 0 1. Nach Angabe des Empfängers und nach dem Gruß (V. 2) spricht der Apostel 2. seine Freude über die guten Nachrichten aus, welche er über den heiligen Wandel des Gajus, und besonders über dessen Gastfreundschaft durch seine Jünger erhalten, und mahnt ihn, das Gleiche auch in Zukunft zu tun, da es sich geziemt, den Verkündern des Evangeliums beizustehen. (V. 8) 3. Heftiger Tadel des Diotrephes, der zwar den ersten Platz in der Gemeinde beansprucht, aber die Gastfreundschaft nicht übt, ja solche, die sie üben, aus der Versammlung vertreibt. Verheißung des Apostels nach seiner Ankunft Wandel zu schaffen. (V. 10) 4. Allgemeine Mahnung, stets das Gute zu tun, und Empfehlung des Demetrius. Entschuldigung wegen der Kürze des Briefes. Grüße. -3 Johannes 3Joh 71 1 1 SENIOR Gaio carissimo, quem ego diligo in veritate. Der Älteste an Gajus,¹ den Geliebten, den ich in Wahrheit liebe.² +1 Petrus 1Petr 68 1 0 Eingang des Briefes (1, V. 1 12): 1. Aufschrift, welche die Vorrechte der Christen kundgibt. (V. 2) 2. Danksagung und Empfehlung der durch das Evangelium den Christen gebrachten Güter (V. 3 12): a. Sie sind wiedergeboren als Erben des Himmels, der ihnen sicher ist, da Gott sie durch den Glauben für die Seligkeit bewahren wird. (V. 5) Wenn also auch jetzt Leiden sie heimsuchen, werden sie sich doch bei der Ankunft Christi freuen. (V. 9) b. Wie groß das Heil sein wird, das Christus bringt, geht daraus hervor, dass die Propheten es zu schauen und zu erforschen verlangten und selbst die Engel begehren es genau zu erkennen. (V. 12) I. Mahnung zu wahrhaft christlichem Leben (1,13 2,10) 1. Da ein solches Heil ihnen bereitet ist, müssen die Leser mit lebendiger Hoffnung erfüllt sein, die sie antreibt, dem, von welchem sie zum Heile berufen sind, durch ein heiliges Leben ähnlich zu werden. (V. 16) Die Christen haben einen Vater, der zugleich Richter ist (V. 17); sie sind durch das kostbare Blut Christi erkauft und haben durch Christus den Glauben empfangen. (V. 21) 2. Mit dieser Hoffnung vereinige sich wahre Bruderliebe (V. 22), denn wir sind Brüder aus unvergänglichem Samen gezeugt, d. i. aus dem ewigen Worte. +1 Petrus 1Petr 68 1 1 PETRUS Apostolus Jesu Christi, electis advenis dispersionis Ponti, Galatiæ, Cappadociæ, Asiæ, et Bithyniæ Petrus, Apostel Jesu Christi,¹ an die auserwählten² Fremdlinge in der Zerstreuung³ von Pontus, Galatien, Kappadocien, Asien und Bithynien,⁴ +1 Petrus 1Petr 68 1 1 1 Da die Würde des heil. Petrus angezweifelt wird, fehlt der vom heil. Paulus oft gemachte Zusatz: Durch den Willen Gottes. Als Apostel Jesu Christi hat Petrus ein Recht, die Gläubigen zu belehren und zu ermahnen, und diese haben die Pflicht, ihn ehrfurchtsvoll zu hören. +1 Petrus 1Petr 68 1 1 2 Das Wort Auswahl findet sich auch im A. T. [Num 11,28, Ps 106,6, Jes 65,9] u. a. Quellen, bezieht sich indes nicht auf die Auswahl einzelner im Sinne der Vorherbestimmung, sondern ist ein Attribut der Gemeinschaft: Jedes Glied der Gemeinde gehört zu dem auserwählten Geschlechte. Vergl. [Jak 2,5]. +1 Petrus 1Petr 68 1 1 3 Die Christen sind auf Erden Fremdlinge, weil Auserwählte und zum Glauben Berufene, denn ihre Heimat ist der Himmel. Dieser Gedanke kehrt im Briefe mehrfach wieder. Nach dem Sprachgebrauche wollen Euseb., Ökum., Hier. unter den Fremdlingen Judenchristen als Leser verstehen, während anderen dieses Wort auf Heidenchristen zu deuten scheint. (Aug., Cassiod.) Es sind wohl aber unter den Juden und Heiden verstreut lebende Juden- und Heidenchristen zu verstehen, da der heil. Petrus auch mehrmals [1Petr 1,14, 1Petr 2,10, 1Petr 4,3] ehemalige Heiden anredet und er nicht allein ein Judenapostel war, wie Jakobus. Die christliche Gemeinde schart sich noch immer um Jerusalem. +1 Petrus 1Petr 68 1 1 4 Die Aufzählung geht von Osten nach Westen. +1 Petrus 1Petr 68 1 2 Secundum præscientiam Dei Patris, in sanctificationem Spiritus, in obedientiam, et aspersionem sanguinis Jesu Christi: Gratia vobis, et pax multiplicetur. gemäß⁵ dem Vorauswissen Gottes des Vaters, zur Heiligung des Geistes, zum Gehorsame und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi:⁶ Gnade und Friede werde euch in Fülle!⁷ +1 Petrus 1Petr 68 1 2 5 Gemäß Gottes ewigem Ratschlusse. Dieser Ratschluss hat sich an ihm in der Zeit in der Heiligung des Geistes erfüllt, zum Ziele des Glaubensgehorsames und zur Aufnahme in den von Gott durch den Tod Christi gestifteten Bund der Gnade. Dem Gesetzesgehorsam, den Israel gelobt, entspricht der Glaubensgehorsam der Christen. Beides aber, Gehorsam und Besprengung ist das einheitliche Ziel der doppelten Erwählung: die Heiligung des Geistes, die Taufe. [Apg 2,39] Über die Besprengung vergl. [Ex 24,8, Hebr 9,18ff, Hebr 12,24]. +1 Petrus 1Petr 68 1 2 6 Dieser Vers ist ein klares Zeugnis des Glaubens an die heil. Dreifaltigkeit. Der Vater ist die Ursache des Heiles durch Gnade und Vorherbestimmung, der Sohn durch sein Opfer, der heil. Geist durch die Neuschaffung. +1 Petrus 1Petr 68 1 2 7 Die Gnade ist die Wurzel, der Friede die Frucht des christlichen Lebens. Die zweite Hälfte dieses Wunsches: [Dan 3,21, Dan 6,26] Septuag. +1 Petrus 1Petr 68 1 3 Benedictus Deus et Pater Domini nostri Jesu Christi, qui secundum misericordiam suam magnam regeneravit nos in spem vivam, per resurrectionem Jesu Christi ex mortuis, Gepriesen sei⁸ Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus,⁹ der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu lebendiger¹⁰ Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,¹¹ [2Kor 1,3, Eph 1,3] +1 Petrus 1Petr 68 1 3 8 Solche Segensformeln waren vielleicht in der Liturgie der ersten Christengemeinde üblich. Vergl. [2Kor 4,3, Eph 1,3]. Ihre Wurzel [Gen 9,26, Dan 3,28]. +1 Petrus 1Petr 68 1 3 9 Vergl. [Röm 15,6]. Wie der Ausdruck Gott Abrahams usw. die Israeliten daran erinnerte, dass sie Glieder des auserwählten Volkes waren, so stellt dieses Wort den Christen ihre Würde vor Augen. +1 Petrus 1Petr 68 1 3 10 Die sich in einem christlichen Lebenswandel bewährt kraft der Gnade, welche der Auferstandene verleiht. +1 Petrus 1Petr 68 1 3 11 Statt der gesamten Erlösung erwähnt der Apostel nur den Schlussstein derselben. +1 Petrus 1Petr 68 1 4 In hæreditatem incorruptibilem, et incontaminatam, et immarcescibilem, conservatam in clis in vobis, zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe,¹² welches im Himmel aufbehalten ist für euch,¹³ +1 Petrus 1Petr 68 1 4 12 Das Abraham und seinen Nachkommen verheißene Land war von jeher ein Bild der den Kindern Gottes zukommenden Fülle der Güter. Das Erbe wird durch drei Eigenschaften charakterisiert: Es trägt nicht die Keime des Todes, keine Sünde kann in dasselbe eindringen, anders als alles Irdische strahlt es in steter Blüte. +1 Petrus 1Petr 68 1 4 13 Wert und Sicherheit des Erbes: Gott bewahrt das Gut im Himmel und schützt die Christen auf Erden, dass sie zum Besitze des Erbes gelangen. +1 Petrus 1Petr 68 1 5 Qui in virtute Dei custodimini per fidem in salutem, paratam revelari in tempore novissimo. die ihr durch die Kraft Gottes mittelst des Glaubens bewahrt werdet für eine Seligkeit, welche bereit ist offenbart zu werden in der letzten Zeit.¹⁴ +1 Petrus 1Petr 68 1 5 14 Vor der ganzen Welt bei der Erscheinung des Herrn. Die Seligkeit ist für sie aufbewahrt, doch auch sie für die Seligkeit. +1 Petrus 1Petr 68 1 6 In quo exsultabitis, modicum nunc si oportet contristari in variis tentationibus: In dieser werdet ihr frohlocken, wenn ihr jetzt auf eine kleine Weile Betrübnis dulden müsst in mancherlei Anfechtungen,¹⁵ +1 Petrus 1Petr 68 1 6 15 Die jetzigen Leidenstage scheinen mit der künftigen Seligkeit in Widerspruch zu stehen, doch den Christen trifft nichts als nach Gottes Willen, und die Prüfungen dauern nur kurze Zeit. Die Leiden heißen Prüfungen, weil sie den Glauben auf die Probe stellen. Die mancherlei Prüfungen siehe [1Petr 2,12, 1Petr 3,9, 1Petr 4,4]; andere [1Petr 2,18ff, 1Petr 3,9]. Vergl. 31,16; [1Petr 5,8.9]. Der Apostel häuft in seiner Liebe gleichsam die Trostgründe, um die Gläubigen vor allen gefahren für den Glauben zu bewahren und sie im Wege des Heiles zu stärken. +1 Petrus 1Petr 68 1 7 Ut probatio vestræ fidei multo pretiosior auro (quod per ignem probatur) inveniatur in laudem, et gloriam, et honorem in revelatione Jesu Christi: damit¹⁶ die Bewährung eures Glaubens um vieles kostbarer als durch Feuer erprobtes Gold¹⁷ erfunden werde zum Lobe¹⁸ und zur Herrlichkeit,¹⁹ und zur Ehre bei der Offenbarung Jesu Christi,²⁰ +1 Petrus 1Petr 68 1 7 16 Neuer Trostgrund: Zweck der leiden nach Gottes Absicht und Erfolg des Ertragens. +1 Petrus 1Petr 68 1 7 17 Gold ist nach menschlicher Wertschätzung die kostbarste Sache. Aus dem Werte des Goldes auf Erden sollen die Christen auf die Herrlichkeit des erprobten Glaubens schließen. Vergl. [1Petr 1,18.19]. Nach dem Griech. heißt das Gold vergänglich: der Glaube hingegen hat ewigen Wert. Lässt Gold, obgleich es vergänglich ist, sich durch das verzehrende Feuer erproben, um wie viel mehr wird euer Glaube, der seinem Wesen und Werte nach unvergänglich ist, im Stande sein, sich im Feuer der Prüfung zu bewähren. Die Prüfungen werden in der heil. Schrift oft unter dem Bilde des Feuers dargestellt: [Ijob 23,10, Ps 65,10, Spr 17,3] u. a. +1 Petrus 1Petr 68 1 7 18 Anerkennung aus dem Munde des ewigen Richters. +1 Petrus 1Petr 68 1 7 19 Zur ewigen Herrlichkeit. +1 Petrus 1Petr 68 1 7 20 Zur aus beiden hervorgehenden Ehre vor Gott und der Welt. +1 Petrus 1Petr 68 1 8 Quem cum non videritis, diligitis: in quem nunc quoque non videntes creditis: credentes autem exsultabitis lætitia inenarrabili, et glorificata: welchen ihr,²¹ ohne ihn gesehen zu haben, liebt, an welchen ihr, obwohl ihr ihn nicht schaut, glaubt;²² weil ihr aber glaubt, werdet ihr frohlocken mit unaussprechlicher und verklärter Freude, +1 Petrus 1Petr 68 1 8 21 Der Apostel will von der Zukunft allmählich auf die Gegenwart zurückkommen. +1 Petrus 1Petr 68 1 8 22 In diesem Verse finden sich zum ersten Male bei dem Apostelfürsten die drei göttlichen Tugenden vereinigt: die Hoffnung indirekt im Frohlocken, direkt ist sie V. 3 erwähnt; die beiden anderen ausdrücklich. Die Worte des 8. Verses lassen sich auch passend auf den im heiligsten Sakrament verborgenen Heiland anwenden. +1 Petrus 1Petr 68 1 9 Reportantes finem fidei vestræ, salutem animarum. indem ihr das Ziel eures Glaubens erlangen werdet,²³ das Heil der Seelen.²⁴ +1 Petrus 1Petr 68 1 9 23 Griech.: davontragen wird. Man trägt davon, was man zuvor verdient hat. +1 Petrus 1Petr 68 1 9 24 Die Seligkeit wird auch dem Leibe zu Teil werden, doch nur um der Seele willen. +1 Petrus 1Petr 68 1 10 De qua salute exquisierunt, atque scrutati sunt prophetæ, qui de futura in vobis gratia prophetaverunt: Über dieses Heil²⁵ suchten und forschten die Propheten, welche von der euch bestimmten Gnade geweissagt haben, +1 Petrus 1Petr 68 1 10 25 Das Heil in Christus, das im Glauben gegenwärtig dereinst erst vollendet zu Teil wird. +1 Petrus 1Petr 68 1 11 Scrutantes in quod, vel quale tempus significaret in eis Spiritus Christi: prænuntians eas quæ in Christo sunt passiones, et posteriores glorias: forschend,²⁶ auf welche Zeit und Umstände der Geist Christi in ihnen hindeute, indem er die Christus bestimmten Leiden und die darauf folgende Herrlichkeit²⁷ vorherverkündete, +1 Petrus 1Petr 68 1 11 26 Dass alle Propheten forschten, ist nur erklärlich, wenn es sich um eine Sache von unendlicher Bedeutung handelte. Die Offenbarung ward ihnen ohne menschliches Zutun, ihr Forschen Erfüllung und der Predigt des Evangeliums hervorgehoben, da auch das Evangelium kraft des Heiligen Geistes verkündet wird, wie das Pfingstfest zeigte. (V. 12) +1 Petrus 1Petr 68 1 11 27 Dem Apostel steht wohl besonders [Jes 53] vor Augen. Da nur der Amtsname des Herrn gesetzt ist, tritt das Leiden in seiner Bedeutung für unsere Erlösung stärker hervor. Die darauf folgende: [Lk 26,26]. Die Herrlichkeit offenbarte sich in der Auferstehung, der Himmelfahrt und dem Sitzen zur Rechten Gottes. +1 Petrus 1Petr 68 1 12 Quibus revelatum est quia non sibimetipsis, vobis autem ministrabant ea, quæ nunc nuntiata sunt vobis per eos, qui evangelizaverunt vobis, Spiritu sancto misso de clo in quem desiderant Angeli prospicere. da ihnen geoffenbaret wurde,²⁸ dass sie nicht für sich selbst, sondern für euch das mitteilten, was euch²⁹ jetzt durch diejenigen verkündet wird, die euch in Kraft des vom Himmel gesandten Heiligen Geistes³⁰ das Evangelium verkündigt haben,³¹ in welchen³² Einblick zu haben die Engel begehren. +1 Petrus 1Petr 68 1 12 28 Fortdauernd. Sie wussten, dass sie selbst das Ziel nicht mehr schauen würden. +1 Petrus 1Petr 68 1 12 29 Das wiederholte euch hebt die Bevorzugung der Leser den Propheten gegenüber hervor. Ist an ihnen bereits ein Teil der prophetischen Voraussagung in Erfüllung gegangen, so wird auch das übrige erfüllt und die Herrlichkeit ihnen zu Teil werden. +1 Petrus 1Petr 68 1 12 30 Dasselbe, was die Propheten weissagten, bildet den Inhalt des Evangeliums, und derselbe Geist, welcher die Propheten erleuchtete, erfüllt auch die Lehrer der Kirche. Alter und Neuer Bund sind einer. (Beda) +1 Petrus 1Petr 68 1 12 31 Obwohl die Propheten wussten, dass die Gnade, welche sie verkündeten, einer späteren Zeit zu Teil werden sollte, wurden sie in der Verkündigung nicht träge. Wie undankbar sind wir, wenn die Erfüllung, die wir gesehen, uns nicht im Leiden aufrecht erhält! +1 Petrus 1Petr 68 1 12 32 Christus (Beda) oder: den Heil. Geist, welchen mit dem Vater und dem Sohne zu schauen das stete Verlangen der Engel ist, um weitern Einblick (nach dem griech. Texte) in das Geheimnis der Erlösung zu erlangen, dessen Ratschluss Gott ihnen offenbart hat. Die Engel nahmen innigen Anteil an der Erlösung. [Hebr 1,14] Sie ziehen Israel voran in der Wüste, verkünden das Gesetz auf Sinai, flehen für Israel [Sach 1,12], geben den Propheten Aufschlüsse über die Zukunft und das messianische Heil. Ein Engel bringt die Botschaft, Engel verkünden die Geburt des Herrn, wachen über den Heiland und seine heil. Mutter [Mt 1,20, Mt 2,13ff]. Vergl. auch [Joh 1,52, Mt 4,11, Lk 22,43, Mt 28,26, Apg 1,10]. Sie sind auch in der Kirche und für die Kirche tätig: [Apg 8,26, Apg 10,3.6, Apg 11,13, Apg 27,23.24, Offb 1,1, Offb 20,1, Offb 22,6]. Sie sind bei den gottesdienstlichen Versammlungen der Gläubigen zugegen [1Kor 11,10], freuen sich über die Bekehrung der Sünder und die Gerechtigkeit der Gerechten [Lk 15,7], haben Kenntnis von der sich durch die Kirche offenbarenden mannigfaltigen Weisheit Gottes [Eph 3,10] und nehmen an den Leiden und Kämpfen der Kirche, deren Glieder sie sind [Hebr 12,22], mannigfachen Anteil. [Apg 5,19.20, Apg 12,7.11, 2Kor 4,9, Offb 5ff] Sie werden auch dermal einst bei dem Weltgerichte zugegen sein und es vollbringen helfen. [Mt 13,39ff] So begleiten die Engel das Erlösungswerk von Anfang bis zum Ende und haben Einsicht in dasselbe. Dennoch birgt es auch für die Geheimnisse, die sie nicht zu ergründen vermögen. +1 Petrus 1Petr 68 1 13 Propter quod succincti lumbos mentis vestræ, sobrii perfecte sperate in eam, quæ offertur vobis, gratiam, in revelationem Jesu Christi: Darum³³ umgürtet die Lenden eures Gemütes,³⁴ seid nüchtern,³⁵ und setzet eure ganze Hoffnung auf die Gnade, welche euch in der Offenbarung Jesu Christi³⁶ dargeboten wird, +1 Petrus 1Petr 68 1 13 33 Grund für das V. 3 12 Gesagte. +1 Petrus 1Petr 68 1 13 34 Wie man die Lenden gürtet. Arbeiter, Pilger, Kämpfer pflegten vor dem Beginne ihrer Tätigkeit das lange Obergewand durch einen Gürtel um die Lenden zusammenzufassen und in die Höhe zu schürzen, um nicht behindert zu sein und den Körper zu festigen. So ist der Gürtel das Bild der geistigen Bereitschaft und Kraft. Vergl. [Eph 6,14, Lk 12,35]. +1 Petrus 1Petr 68 1 13 35 Das Ziel der Hoffnung und den Weg im Auge behaltend, weder durch irdische Lockungen geblendet, noch durch das Leiden geschreckt. +1 Petrus 1Petr 68 1 13 36 In der Vollendung des Heiles. +1 Petrus 1Petr 68 1 14 Quasi filii obedientiæ, non configurati prioribus ignorantiæ vestræ desideriis: als³⁷ Kinder des Gehorsams, euer Leben nicht nach den Lüsten gestaltend, wie zuvor in eurer Unwissenheit,³⁸ +1 Petrus 1Petr 68 1 14 37 Da ihr Kinder des Gehorsams gegen die Wahrheit [1Petr 2,22] seid. +1 Petrus 1Petr 68 1 14 38 Die Unwissenheit ist bei den Propheten nie ein theoretisches Nichtwissen, sondern eine sittliche Haltung, die Tadel verdient und Ursache der Lüste ist. +1 Petrus 1Petr 68 1 15 Sed secundum eum, qui vocavit vos, Sanctum: et ipsi in omni conversatione sancti sitis: sondern nach dem Vorbilde des Heiligen,³⁹ der euch berufen hat,⁴⁰ erweiset euch auch selbst heilig in allem Wandel; +1 Petrus 1Petr 68 1 15 39 Der unendlich heilig in sich und Quelle aller Heiligkeit ist. +1 Petrus 1Petr 68 1 15 40 Mit Bezug auf V. 14 gesagt, Grund, warum die Christen heilig sein müssen. In der Berufung haben sie von Gott, wie die Kraft und Gnade, so auch die Pflicht erhalten, nach dem Vorbilde dessen, der sie zur Heiligkeit in Christus berufen, heilig zu sein. Diese innere Heiligkeit soll sich in ihrem ganzen Wandel wie ein Abbild Gottes ausprägen. +1 Petrus 1Petr 68 1 16 Quoniam scriptum est: Sancti eritis, quoniam ego sanctus sum. denn⁴¹ es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.⁴² [Lev 11,44 (korr.Lev 11,14Lev 11,44; vgl. Allioli 1839)] +1 Petrus 1Petr 68 1 16 41 Begründung der gesamten Ermahnung. +1 Petrus 1Petr 68 1 16 42 Die Christen sind noch viel mehr Gottes auserwähltes Volk als Israel. +1 Petrus 1Petr 68 1 17 Et si patrem invocatis eum, qui sine acceptione personarum judicat secundum uniuscujusque opus, in timore incolatus vestri tempore conversamini. Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden nach seinen Werken richtet, so wandelt in Furcht,⁴³ so lange eure Pilgerfahrt währt,⁴⁴ [Dtn 10,17, Apg 10,34, Röm 2,11] +1 Petrus 1Petr 68 1 17 43 Dem Vater entspricht die Bezeichnung der Christen als Kinder (V. 14), das Anrufen dem Berufen. (V. 15) Ist Gott auch Vater, so ist er doch auch Richter. +1 Petrus 1Petr 68 1 17 44 Der Christ hat als Kind Gottes seine Heimat im Himmel. +1 Petrus 1Petr 68 1 18 Scientes quod non corruptibilibus auro, vel argento redempti estis de vana vestra conversatione paternæ traditionis: da ihr wisset, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, Gold oder Silber, erlöst seid von eurem eitlen Wandel,⁴⁵ der sich von den Vätern auf euch vererbt hatte,⁴⁶ +1 Petrus 1Petr 68 1 18 45 Eitel ist der Wandel, der sein Ziel, das göttliche Wohlgefallen, nicht erreicht. +1 Petrus 1Petr 68 1 18 46 Es war also eine schwer zu sprengende Fessel, zumal es zuletzt der von Adam stammende Sündenbann war, den Christus löste. +1 Petrus 1Petr 68 1 19 Sed pretioso sanguine quasi agni immaculati Christi, et incontaminati: sondern mit dem kostbaren Blute Christi,⁴⁷ als eines unbefleckten und makellosen Lammes;⁴⁸ [1Kor 6,20, 1Kor 7,23, Hebr 9,14] +1 Petrus 1Petr 68 1 19 47 Das Blut war kostbar in sich, weil des Sohnes Gottes und des unbefleckten Lammes, für uns, weil es von der Sünde befreit und uns die Erbschaft des Himmels erwirbt. Vergl. [Röm 3,25, Hebr 9,14, Mt 26,28, Offb 5,9]. +1 Petrus 1Petr 68 1 19 48 Das Lamm war ein im A. T. oft erwähntes Opfertier. Christus heißt ein unbeflecktes Lamm, weil er als solches in dem Opferlamme vorgebildet und von den Propheten vorhergesagt war. [Jes 53, Jer 11,19, Ps 37,14.15] Das [Lev 22,18ff] für das Opfertier gebrauchte Wort makellos ist hier geistig zu nehmen. +1 Petrus 1Petr 68 1 20 Præcogniti quidem ante mundi constitutionem, manifestati autem novissimis temporibus propter vos, welcher vor Grundlegung der Welt ausersehen war,⁴⁹ in den letzten Zeiten⁵⁰ aber um euretwillen offenbart ward, +1 Petrus 1Petr 68 1 20 49 Daran erinnert der heil. Petrus öfter in seinen Reden. Vergl. [Apg 2,23, Apg 3,20, Apg 4,28]; auch Paulus [Eph 1,4, 1Kor 2,7]. +1 Petrus 1Petr 68 1 20 50 Das ist nicht dasselbe wie: in der letzten Zeit. (V. 5) Bezeichnet ist die letzte Periode der irdischen Entfaltung des Reiches Gottes. +1 Petrus 1Petr 68 1 21 Qui per ipsum fideles estis in Deo, qui suscitavit eum a mortuis, et dedit ei gloriam, ut fides vestra, et spes esset in Deo: die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit verliehen hat, so dass⁵¹ euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott beruht. +1 Petrus 1Petr 68 1 21 51 Folge der Auferweckung und Verherrlichung Christi, die das Unterpfand für die Vollendung der Glieder Christi ist. Im Griech. lauten die folgenden Worte: So dass euer Glaube auch Hoffnung auf Gott ist. +1 Petrus 1Petr 68 1 22 Animas vestras castificantes in obedientia caritatis, in fraternitatis amore, simplici ex corde invicem diligite attentius: Reiniget eure Seelen⁵² im Gehorsam der Liebe, zur Bruderliebe,⁵³ liebet einander innig aus aufrichtigem Herzen; +1 Petrus 1Petr 68 1 22 52 Von allem, was euch von der Welt anhaftet. Ohne Reinigung gelangt ihr nicht zur Liebe. Griech.: im Gehorsam der Wahrheit. In der demütigen Unterwerfung unter das, was die im Evangelium verkündete Wahrheit von uns fordert: Gläubige Annahme, willige Folgsamkeit in dem, wozu die Wahrheit uns verpflichtet. +1 Petrus 1Petr 68 1 22 53 Die Liebe der Christen zueinander. Durch die Wiedergeburt [1Petr 1,3] sind die Christen Kinder Gottes [1Petr 1,14.17] und dadurch untereinander Brüder geworden [1Petr 2,17, 1Petr 5,9.12], also zur Bruderliebe verpflichtet. [1Petr 1,22, 1Petr 2,17] Freilich vereint schon die gemeinsame Abstammung die Menschen zu einer Familie und verpflichtet sie zu gegenseitiger Liebe. Doch die natürliche Liebe ist oft selbstsüchtig und kalt, die wahre Liebe ist eine von Gott eingegossene Tugend. +1 Petrus 1Petr 68 1 23 Renati non ex semine corruptibili, sed incorruptibili per verbum Dei vivi, et permanentis in æternum: da ihr ja wiedergeboren seid nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem,⁵⁴ durch das Wort des lebendigen Gottes, der in Ewigkeit bleibt.⁵⁵ +1 Petrus 1Petr 68 1 23 54 Den Gegensatz gegen vergänglich und unvergänglich stellt Petrus auf, um etwas als überaus wertvoll zu bezeichnen. (V. 17, V. 18) Der unvergängliche Same ist die heiligmachende Gnade; das, wodurch dieser Keim in uns eingepflanzt, ist das im Glauben erfasste und im Sakramente der Taufe wirksame Wort Gottes. +1 Petrus 1Petr 68 1 23 55 Griech.: durch Gottes lebendiges Wort, das in Ewigkeit bleibt. Das Wort ist lebendig, weil es vom lebendigen Gott ausgeht und das Leben der Gnade und die Seligkeit verleiht. +1 Petrus 1Petr 68 1 24 Quia omnis caro ut fnum: et omnis gloria ejus tamquam flos fni: exaruit fnum, et flos ejus decidit. Denn alles Fleisch⁵⁶ ist wie Gras, und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume; das Gras verdorrt, und seine Blume fällt ab; +1 Petrus 1Petr 68 1 24 56 Die sündhafte Menschennatur im Gegensatze zu dem neuen Leben der Gläubigen. Mit dem Welken des Grases fällt die Blume dahin, so die Blüte des Fleisches mit diesem. Die Worte sind aus [Jes 40,6] entlehnt. Vergl. [1Petr 1,10.11]. +1 Petrus 1Petr 68 1 25 Verbum autem Domini manet in æternum: hoc est autem verbum, quod evangelizatum est in vos. das Wort des Herrn aber bleibt in Ewigkeit!⁵⁷ Dies aber ist das Wort, welches euch als Evangelium verkündigt worden ist. +1 Petrus 1Petr 68 1 25 57 Das Zitat bestätigt zunächst nur das Beharren. Isaias versteht unter dem Worte Gottes alle göttliche Offenbarung, insbesondere die Verheißungen. Auch im A. T. war das Wort Gottes ein ewiges und lebendiges, aber nur insofern Christus und sein Evangelium darin verheißen war. In demselben verhüllt lag die jetzige Offenbarung. +1 Petrus 1Petr 68 2 0 Da wir Brüder sind, müssen wir alles ablegen, was der Liebe entgegensteht. (V. 1) 3. Haben sie dies abgelegt, so mögen die Christen wie Kinder nach der Milch der wahren Lehre begehren, die sie wachsen lässt und stark macht, damit sie als lebendige Steine auf den wahren Eckstein gebaut werden und mit ihm auf das innigste vereinigt wahre geistige Opfer darzubringen vermögen. (V. 5) Diese Lehre wird aus der heil. Schrift bekräftigt (V. 8) und die Würde derer empfohlen, welche auf Christus gebaut das wahre Volk Gottes ausmachen. (V. 10) II. Verschiedene Mahnungen (2,11 4,19): 1. Verhalten derer, die sich unter Heiden finden (2,11 3,12) a. Die unter Heiden lebenden Christen müssen durch ihren guten Wandel die böse Nachrede der Heiden widerlegen und sie dazu bringen, Gott zu verherrlichen. (V. 12) b. Insbesondere ist der Gehorsam zu leisten: 1. Vor allem gegen die Obrigkeit, da dies der Wille Gottes ist und da so die Schmähsüchtigen zum Verstummen gebracht werden. 2. Von den Knechten (Sklaven) aber insbesondere gegen ihre Herren, auch gegen die unwirschen (V. 18), denn um des Gewissens willen ein Unrecht leiden zu dürfen ist eine Gnade (V. 20), werden wir doch so Christus ähnlich, der, selbst unschuldig, für unsere Sünden gelitten hat. +1 Petrus 1Petr 68 2 1 Deponentes igitur omnem malitiam, et omnem dolum, et simulationes, et invidias, et omnes detractiones, Leget also ab alle Bosheit¹ und alle Arglist, Verstellung und Neid,² und alle üblen Nachreden, [Röm 6,4, Mt 21,42] +1 Petrus 1Petr 68 2 1 1 Folgerung aus [1Petr 1,22.23]. Als Wiedergeborene. +1 Petrus 1Petr 68 2 1 2 Jede Art böser, der Bruderliebe entgegengesetzter Gesinnung. Der Apostel wiederholt dreimal alle (jeder Art), um anzudeuten, wie vielfach das Böse ist, gegen das er sich wendet. Als Fehler, die zu der ungeheuchelten Bruderliebe im schroffsten Gegensatze stehen, zählt der Apostel hauptsächlich fünf auf: Die Bosheit freut sich über das Übel des Nächsten und betrübt sich über sein Glück, die Arglist schafft ein doppeltes Herz, Verstellung macht doppelzüngig, Nachrede raubt den guten Ruf. (Aug.) +1 Petrus 1Petr 68 2 2 Sicut modo geniti infantes, rationabile, sine dolo lac concupiscite: ut in eo crescatis in salutem: und verlanget als neugeborne Kinder,³ nach der geistigen, lauteren⁴ Milch,⁵ um durch sie heranzuwachsen zum Heile, +1 Petrus 1Petr 68 2 2 3 Dies Wort bezieht sich auf [1Petr 1,23, 1Petr 2,1] zurück. +1 Petrus 1Petr 68 2 2 4 Durch menschliche Satzungen nicht verfälschten Milch. +1 Petrus 1Petr 68 2 2 5 Milch bedeutet hier die gesamte christliche Wahrheit. Anders [1Kor 3,2, Hebr 5,12]. +1 Petrus 1Petr 68 2 3 Si tamen gustastis quoniam dulcis est Dominus. wenn ihr anders⁶ gekostet⁷ habt, wie gütig der Herr⁸ ist. +1 Petrus 1Petr 68 2 3 6 Da ihr ja doch schon. +1 Petrus 1Petr 68 2 3 7 Gott, der die Liebe ist, lässt die, welche sich ihm ganz hingeben, oft, besonders im Gebete, eine innere Wonne empfinden, welche eine Wirkung der übernatürlichen Gnade ist. Diese Wonne hat ihren Sitz im Geiste, doch fließt sie auch auf unsere niederen Seelenkräfte über. (Thom.) +1 Petrus 1Petr 68 2 3 8 Der Inhalt des als Milch gepriesenen Evangeliums. Während er bisher von dem einzelnen und seinem Wachstum gesprochen, fasst der Apostel jetzt die Gläubigen als Gemeinschaft. +1 Petrus 1Petr 68 2 4 Ad quem accedentes lapidem vivum, ab hominibus quidem reprobatum, a Deo autem electum, et honorificatum: Zu ihm⁹ nun tretet hinzu, dem lebendigen¹⁰ Steine,¹¹ der zwar von den Menschen verworfen, von Gott aber auserwählt und hoch in Ehren ist; +1 Petrus 1Petr 68 2 4 9 In geistiger Weise, indem ihr immer mehr aus dem Geiste der Welt heraustretet und durch tägliche Tugendübungen dem Herrn näher kommt. +1 Petrus 1Petr 68 2 4 10 Dem nach der Auferstehung ewig lebenden und lebenspendenden Heilande. +1 Petrus 1Petr 68 2 4 11 Hinweis auf [Ps 117,22, Jes 28,16]. Durch seine Menschwerdung, seinen Tod und seine Auferstehung ward Christus der Eckstein, welcher den Gottesbau der Kirche trägt. [Mt 21,42, Apg 4,11, Eph 2,20] +1 Petrus 1Petr 68 2 5 Et ipsi tamquam lapides vivi superædificamini, domus spiritualis, sacerdotium sanctum, offerre spirituales hostias, acceptabiles Deo per Jesum Christum: und werdet auch ihr als lebendige Steine¹² gebaut auf ihn als ein geistiger Tempel, zu einer heiligen Priesterschaft,¹³ um geistige Opfer darzubringen, welche Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.¹⁴ +1 Petrus 1Petr 68 2 5 12 Lebendige Steine sind die Christen, sofern sie mit der Gnade mitwirken. So lange sie dies tun, werden sie erbaut. Indem sie nämlich durch das Herzutreten ihren Glauben an Christus betätigen, werden sie fester auf ihn gegründet und wachsen in aller Vollkommenheit. (V. 2) Dies heißt in der heil. Schrift erbaut werden. +1 Petrus 1Petr 68 2 5 13 Der in die Verklärung eingegangene Christus ist unser einziger Hoherpriester, am Throne seines himmlischen Vaters fortwährend für uns fürbittend und bis zum Ende dieses Amtes waltend. [Hebr 9,11ff] Durch die Taufe ist der Christ in die Priesterschaft Christi eingetreten, um Teil zu haben an dem Erlösungswerke und dessen Früchte zu erlangen, durch die Firmung wird er gestärkt, sich selbst Gott zum Opfer darzubringen. Die Priesterweihe endlich macht ihn zum Repräsentanten des einen unsichtbaren Hohenpriesters, nicht nur für sich, sondern auch für andere, dass er die Macht hat, das Opfer Christi unblutig fortdauernd darzubringen. Diese drei Sakramente drücken in ihrem Charakter jedes der Seele eine gewisse, wenngleich verschiedene Teilnahme am Priestertume Christi ein. (Thom.) Wo Priestertum, da ist auch ein Opfer. Die Opfer der Priester im N. T. sind im Gegensatze zu dem A. T. geistige Opfer, Anbetung Gottes im Geiste, Verdemütigung, Aufopferung aller inneren und äußeren christlichen Werke, die wir durch Jesus Christus, unsern Hohenpriester, darbringen, d. i. durch lebendigen Glauben uns mit seinem Versöhnungsopfer vereinend, im Heiligen Geiste vollbringen. +1 Petrus 1Petr 68 2 5 14 Das Bild wird von dem Apostel nicht streng festgehalten, da der Christ einmal als Haus, in dem Gott wohnt, dann als der bezeichnet wird, welcher in dem Hause wohnt. Die Christen sind wie geistige Tempel im Gegensatze zu dem steinernen des A. B. +1 Petrus 1Petr 68 2 6 Propter quod continet Scriptura: Ecce pono in Sion lapidem summum angularem, electum, pretiosum: et qui crediderit in eum, non confundetur. Darum¹⁵ steht in der Schrift: Siehe, ich lege in Sion¹⁶ einen auserlesenen kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. +1 Petrus 1Petr 68 2 6 15 Weil ein geistiges Gebäude durch ihn erstehen soll. +1 Petrus 1Petr 68 2 6 16 An der heiligen Stätte des Lebens, Leidens und der Auferstehung dessen, der der Eckstein der Kirche ist, weil in ihm die göttliche Macht der Gnade ruht, durch die er über alle herrschen soll, und weil auf ihn die ganze Kirche sich gründet. +1 Petrus 1Petr 68 2 7 Vobis igitur honor credentibus: non credentibus autem lapis, quem reprobaverunt ædificantes, hic factus est in caput anguli: Euer also, die ihr glaubt, ist die Ehre,¹⁷ denen aber, die nicht glauben,¹⁸ ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden,¹⁹ [Mt 21,42, Ps 117,22, Jes 8,14] +1 Petrus 1Petr 68 2 7 17 Zurückweisend auf V. 6. Ehre, die von Gott und vor Gott den Gläubigen hernieden durch die Gnade, in der Ewigkeit durch die Herrlichkeit zu Teil wird. (Im Griech. ich ein Anklang an V. 6: Stein, von dem alle Ehre ausgeht und dem diese ähnlich macht.) +1 Petrus 1Petr 68 2 7 18 Da der Glaube ein Gehorsam gegen Gott ist, ist der Unglaube eine Auflehnung. +1 Petrus 1Petr 68 2 7 19 Das Zitat ist nach der Septuag gegeben. Die Bauleute sind die obersten Priester und Schriftgelehrten der Juden, Was der Prophet von Jahve sagt, bezieht Petrus und Paulus [Röm 9,33] auf Christus. Es wird hier nicht so fast das Verhalten der Ungläubigen gegen Christus als Christi gegen die Ungläubigen ausgedrückt. +1 Petrus 1Petr 68 2 8 Et lapis offensionis, et petra scandali his, qui offendunt verbo, nec credunt in quo et positi sunt. und zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Ärgernisses denen, welche Anstoß an dem Worte nehmen, und an dasselbe nicht glauben,²⁰ wozu sie auch bestimmt sind.²¹ +1 Petrus 1Petr 68 2 8 20 Auf den Unglauben als Bedingung folgt der Anstoß nach göttlichem Ratschluss. Nach dem Griech.: dem Worte nicht gehorchend. +1 Petrus 1Petr 68 2 8 21 Zu welchem Anstoße sie zur Strafe für ihren Unglauben auch bestimmt sind. Wer die Gnade zurückweist, dem wird sie entzogen, und so fällt er noch mehr. +1 Petrus 1Petr 68 2 9 Vos autem genus electum, regale sacerdotium, gens sancta, populus acquisitionis: ut virtutes annuntietis ejus, qui de tenebris vos vocavit in admirabile lumen suum. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht,²² ein königliches Priestertum,²³ ein heiliges Volk,²⁴ ein Volk des Eigentums,²⁵ auf dass²⁶ ihr die Tugenden dessen verkündet,²⁷ der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Lichte berufen hat;²⁸ +1 Petrus 1Petr 68 2 9 22 Wie Israel durch leibliche Abstammung von einem Stammvater Abraham ein Volk war, das auserwählte, so ist das geistige Israel durch gemeinschaftliche neue Geburt aus Gott ein auserwähltes Geschlecht. +1 Petrus 1Petr 68 2 9 23 Ihr seid eine Priesterschaft, dessen Glieder Könige und Priester sind. Inwiefern die Christen Priester sind, ist oben Anm. 13 gesagt. Sie haben königliche Würde, weil sie als Christen über alle Völker erhoben und mit Christus berufen sind zu herrschen. [Offb 1,6, Offb 5,10, Mt 25,34] Die königliche Würde wurzelt in der priesterlichen der Christen. Dadurch, dass sie Gott geweiht sind und ein Gott geweihtes Leben führen, besitzen sie jene Erhabenheit über die Welt und den Anspruch, den ewigen Königsthron zu erhalten. Die Bezeichnung königliches Priestertum ward schon dem israelitischen Volke im A. B. beigelegt. ([Ex 19,6] Septuag) So wenig nun dort dadurch ein besonderer Priesterstand ausgeschlossen ward, eben so wenig ist dies im N.T. der Fall. Wenn ferner die Christen ebenso Könige wie Priester sind, und doch nur im uneigentlichen Sinne Könige sind, so auch Priester im weiteren Sinne. Die Benennung: königliches Priestertum, heiliges Priestertum sind wie die anderen: Lebendige Steine, erbaut werden, geistiges Haus, geistige Opfer ein bildlicher Ausdruck, welcher das eigentliche Priestertum zur Voraussetzung hat, wie die anderen Bilder ihr Vorbild, von dem sie die Ähnlichkeit entnehmen. +1 Petrus 1Petr 68 2 9 24 Nach [Ex 19,6] Septuag Gott geweiht. +1 Petrus 1Petr 68 2 9 25 [Dtn 7,6] Septuag [Mal 3,17, Jes 43,21]. Die Christen sind Gott durch das Blut Christi erworben. +1 Petrus 1Petr 68 2 9 26 Dies ist mit allen vier Eigenschaften zu verbinden. +1 Petrus 1Petr 68 2 9 27 Die Eigenschaften, welche sich in den Werken der Erlösung und Heiligung offenbaren, die Liebe, Weisheit, Heiligkeit, Macht Gottes. +1 Petrus 1Petr 68 2 9 28 Wirksam berufen hat. Wunderbar ist das Licht dem Ursprunge, dem Inhalte und der Wirkung nach. Sein Ursprung ist übernatürlich, sein Inhalt ist Wahrheit, die über die Vernunft hinausgeht, es enthält Kräfte, welche die Natur des Menschen weit überragen, es entreißt den Menschen der Sünde und stattet ihn mit Gnade und Seligkeit aus. +1 Petrus 1Petr 68 2 10 Qui aliquando non populus, nunc autem populus Dei: qui non consecuti misericordiam, nunc autem misericordiam consecuti. euch, die ihr einst ein Nichtvolk waret, jetzt aber Gottes Volk seid; die ihr Nichtbegnadigte waret, nun aber Begnadigte seid.²⁹ [Hos 2,24, Röm 9,25] +1 Petrus 1Petr 68 2 10 29 Als Heiden waret ihr ein Nicht Volk, da Gott das Haupt jedes Volkes sein muss, damit es ein Volk sei. Wie Gott der eigentliche König aller Völker ist, alle anderen aber nur in entfernterem Maße, wie nur Gottes Reich das wahre, in das einst alle weltlichen aufgelöst werden, so ist auch nur Gottes Volk ein wahres Volk, eine vollendete, eine mit seinem Könige wirklich vereinte Gemeinschaft. Begnadigte seid ihr durch die Berufung zum Christentum. +1 Petrus 1Petr 68 2 11 Carissimi, obsecro vos tamquam advenas et peregrinos abstinere vos a carnalibus desideriis, quæ militant adversus animam, Geliebte!³⁰ ich ermahne euch, enthaltet euch als³¹ Fremdlinge und Pilger, der fleischlichen³² Begierden, welche wider die Seele streiten, +1 Petrus 1Petr 68 2 11 30 Nur noch [1Petr 4,12] wiederkehrend. Beide Male ist diese Anrede nicht ohne Grund gebraucht; sie soll der folgenden Mahnung Nachdruck verleihen. +1 Petrus 1Petr 68 2 11 31 In dieser Eigenschaft gilt auch mein Wort. +1 Petrus 1Petr 68 2 11 32 Sofern sie in der verderbten, mit der Begierlichkeit behafteten und so zur Sünde neigenden Menschennatur ihren Sitz haben. So lange der Mensch hier auf Erden wandelt, umlagern ihn die Begierden gleichsam und suchen sich die Seele zu unterwerfen. +1 Petrus 1Petr 68 2 12 Conversationem vestram inter gentes habentes bonam: ut in eo, quod detrectant de vobis tamquam de malefactoribus, ex bonis operibus vos considerantes, glorificent Deum in die visitationis. indem ihr einen guten Wandel³³ unter den Heiden führt, damit sie, worin sie von euch, als wäret ihr Übeltäter, Arges reden, euch aus den guten Werken erkennen und Gott preisen am Tage der Heimsuchung.³⁴ +1 Petrus 1Petr 68 2 12 33 Der gute Wandel hat noch ein weiteres Ziel. +1 Petrus 1Petr 68 2 12 34 Heimsuchen ist jedes sich offenbaren Gottes, sei es zum Segen sei es zum Verderben. Hier ist eine gnadenreiche Heimsuchung, die Bekehrung gemeint. +1 Petrus 1Petr 68 2 13 Subjecti igitur estote omni humanæ creaturæ propter Deum: sive regi quasi præcellenti: Seid daher untertan aller menschlichen Ordnung³⁵ um Gottes willen, sei es dem Könige,³⁶ als dem Oberherrn, +1 Petrus 1Petr 68 2 13 35 Menschlich heißt die Ordnung, zunächst die Obrigkeit, im Gegensatze zu der unmittelbar von Gott eingesetzten und Gottes Gepräge tragenden kirchlichen Ordnung und Einrichtung, weil die Einrichtungen eines Landes Folgen menschlicher Entwicklung sind. Es liegt also hier kein Widerspruch mit [Röm 13,1] vor, denn dass die menschliche Obrigkeit ihren letzten Grund in Gott hat, liegt schon in dem Worte: durch den Herrn (Christus) ausgesprochen und wird V. 15 weiter ausgeführt. +1 Petrus 1Petr 68 2 13 36 Dem Kaiser. +1 Petrus 1Petr 68 2 14 Sive ducibus tamquam ab eo missis ad vindictam malefactorum, laudem vero bonorum: oder den Statthaltern, als solchen, welche von ihm abgeordnet sind zur Bestrafung der Übeltäter und zur Belobung derer, die Gutes tun. +1 Petrus 1Petr 68 2 15 Quia sic est voluntas Dei, ut benefacientes obmutescere faciatis imprudentium hominum ignorantiam: denn³⁷ so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Rechttun die Unwissenheit der unverständigen Menschen³⁸ zum Schweigen bringt; +1 Petrus 1Petr 68 2 15 37 Begründung zu der in V. 13 ausgesprochenen Mahnung. +1 Petrus 1Petr 68 2 15 38 Welche der höchsten Weisheit den Zutritt in ihre Seele versagen. +1 Petrus 1Petr 68 2 16 Quasi liberi, et non quasi velamen habentes malitiæ libertatem, sed sicut servi Dei. als solche, die frei sind,³⁹ aber nicht als solche, welche die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit brauchen, sondern als Diener Gottes.⁴⁰ +1 Petrus 1Petr 68 2 16 39 V. 15 war eine Parenthese. Nunmehr kommt der Apostel dem Einwurfe zuvor, als ob die christliche Freiheit von dem Gehorsam gegen die staatlichen und sittlichen Gesetze entbinde. Wer sich in all seinem Tun nach Gottes Willen richtet, ist frei, frei von der Knechtschaft der Sünde, wie von der des A. T. +1 Petrus 1Petr 68 2 16 40 Für die Judenchristen lag es nahe, die Freiheit von dem mosaischen Gesetze auf die Freiheit von den Satzungen der heidnischen Obrigkeit auszudehnen und unter dem Deckmantel der christlichen Freiheit Ungesetzliches zu tun. Die Heidenchristen konnten ihrerseits meinen, da sie zu einer höheren Würde emporgehoben waren, sich von den natürlichen Pflichten frei machen zu können. +1 Petrus 1Petr 68 2 17 Omnes honorate: fraternitatem diligite: Deum timete: regem honorificate. Ehret alle,⁴¹ liebet die Brüder,⁴² fürchtet Gott,⁴³ ehret den König! +1 Petrus 1Petr 68 2 17 41 Ob Christen oder Nichtgläubige. Aus jedem Menschen leuchtet euch das Ebenbilde Gottes entgegen. +1 Petrus 1Petr 68 2 17 42 Zwar sind wir allen Menschen Liebe schuldig [Mt 22,37] u. a., in besonderer Weise indes denen, die mit uns durch das Band des Glaubens, dieselbe Hoffnung und die gleiche Liebe auf das innigste verbunden sind. +1 Petrus 1Petr 68 2 17 43 Vergl. [1Petr 1,17]. +1 Petrus 1Petr 68 2 18 Servi subditi estote in omni timore dominis, non tantum bonis et modestis, sed etiam dyscolis. Ihr Knechte!⁴⁴ seid untertan in aller Furcht⁴⁵ den Herren, nicht allein den gütigen und milden, sondern auch den unleidlichen. [Kol 3,22, Eph 6,5] +1 Petrus 1Petr 68 2 18 44 Sklaven +1 Petrus 1Petr 68 2 18 45 Besonders Gottes, der euch diesen Stand zugewiesen. +1 Petrus 1Petr 68 2 19 Hæc est enim gratia, si propter Dei conscientiam sustinet quis tristitias, patiens injuste. Denn das⁴⁶ ist wohlgefällig,⁴⁷ wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegen Gott Widerwärtigkeiten erträgt, indem er unverschuldet leidet.⁴⁸ +1 Petrus 1Petr 68 2 19 46 Das Folgende. +1 Petrus 1Petr 68 2 19 47 Gott wohlgefällig. +1 Petrus 1Petr 68 2 19 48 Weil ihr wisst, dass ihr nach seinem Willen auch Unrecht mit Geduld tragen sollt. +1 Petrus 1Petr 68 2 20 Quæ enim est gloria, si peccantes, et colaphizati suffertis? Sed si bene facientes patienter sustinetis: hæc est gratia apud Deum. Was ist ja auch das für ein Ruhm,⁴⁹ wenn ihr wegen Vergehungen Züchtigungen⁵⁰ erduldet? Aber wenn ihr Gutes tuet, und dabei geduldig leidet, das ist wohlgefällig bei Gott. +1 Petrus 1Petr 68 2 20 49 Vor den Menschen, welche die Gnadenkraft des Christentums erkennen. +1 Petrus 1Petr 68 2 20 50 Faustschläge in's Angesicht (so genauer der lateinische und der griechische Text) waren eine gewöhnliche Strafe für Sklaven. +1 Petrus 1Petr 68 2 21 In hoc enim vocati estis: quia et Christus passus est pro nobis, vobis relinquens exemplum ut sequamini vestigia ejus. Denn dazu seid ihr berufen,⁵¹ da ja auch Christus für uns gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen hat, damit ihr in seine Fußstapfen tretet;⁵² +1 Petrus 1Petr 68 2 21 51 Und alle Christen mit euch. +1 Petrus 1Petr 68 2 21 52 Bild eines Führers, in dessen Fußstapfen man auf schwierigem Wege treten muss. +1 Petrus 1Petr 68 2 22 Qui peccatum non fecit, nec inventus est dolus in ore ejus: er, der keine Sünde getan, und in dessen Munde kein Trug gefunden ist,⁵³ [Jes 53,9] +1 Petrus 1Petr 68 2 22 53 So nach der Septuag [Jes 53,9]. Trotz aller Bemühungen seiner Feinde ward in seinem Munde kein Trug gefunden. +1 Petrus 1Petr 68 2 23 Qui cum malediceretur, non maledicebat: cum pateretur, non comminabatur: tradebat autem judicanti se injuste: der nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt,⁵⁴ sondern sich dem überließ, der ihn ungerecht verurteilte;⁵⁵ +1 Petrus 1Petr 68 2 23 54 Steigerung. Auch [Mt 26,64] war kein Drohen der Rachsucht und Widersetzlichkeit, sondern der Liebe und Barmherzigkeit, wie Christi Gebet am Kreuze bewies. +1 Petrus 1Petr 68 2 23 55 Nach dem Griech.: der gerecht richtet. Er überließ es Gott, welches die Folge des Unrechtes sein sollte, das ihm geschah. Einen gerechten Richter über sich zu wissen ist ein großer Trost für unschuldig Leidende und ein mächtiger Beweggrund, Gott alles anheimzustellen. +1 Petrus 1Petr 68 2 24 Qui peccata nostra ipse pertulit in corpore suo super lignum: ut peccatis mortui, justitiæ vivamus: cujus livore sanati estis. der unsere Sünden selbst⁵⁶ an seinem Leibe an das Holz trug,⁵⁷ damit wir den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben mögen, durch dessen Wunden ihr geheilt worden seid.⁵⁸ [Jes 53,4.6.8, (korr.Jes 53,4; 6,8Jes 53,4.6.8; vgl. Allioli 1839), Apg 8,28ff] +1 Petrus 1Petr 68 2 24 56 Jesus hat unschuldig (V. 22), geduldig (V. 23), stellvertretend (V. 24) gelitten. Auch hier steht [Jes 53,4-6.10-12] dem Apostel vor Augen. +1 Petrus 1Petr 68 2 24 57 Seine Sünden tragen heißt im A. T. die Strafe für seine Sünden erleiden; eines anderen Sünde tragen also die Strafe für die Sünden anderer abbüßen. [Lev 5,1, Klgl 5,7, Ez 18,19] Der Heiland nahm unsere Sünden als eine auf ihm ruhende Last mit sich auf das Kreuz und büßte sie dort. Die Vorstellung des Sündentragens und die des Opfers sind zwar verschiedenen Gedankenreihen entlehnt, doch sind diese nicht einander entgegengesetzt. Das Holz weist auf ein Opfer, vergl. [1Petr 5,30], das freilich nicht die Sünden, sondern der mit unsern Sünden belastete Leib des Herrn brachte. +1 Petrus 1Petr 68 2 24 58 Christi Wunden unsere Heilung. +1 Petrus 1Petr 68 2 25 Eratis enim sicut oves errantes, sed conversi estis nunc ad Pastorem, et Episcopum animarum vestrarum. Denn ihr waret wie irrende Schafe;⁵⁹ nun aber seid ihr bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.⁶⁰ +1 Petrus 1Petr 68 2 25 59 [Jes 53,6], vergl. [Lk 15,14ff] und die Verheißung [Ez 34,15.16]. +1 Petrus 1Petr 68 2 25 60 Christus ist der wahre, schon im A. T. verheißene und vorgebildete [Jes 40,11, Ez 34,23] gute Hirte, der in heiliger Liebe sein Leben für seine Schafe dahingab [Joh 10,15], der große Hirt [Hebr 13,20], der Erzhirt. [1Petr 5,4.19] Seine Stimme hat euch aus der Wüste zur Herde zurückgerufen. Christus ist der eigentliche Hirt und Bischof der Seelen [Ez 34,11], die übrigen sind einzig seine Stellvertreter. +1 Petrus 1Petr 68 3 0 c. Pflichten der Eheleute gegeneinander: 1. Die Frauen sollen ihren Männern untergeben sein, um diese, wenn sie etwa noch nicht bekehrt sind, durch ihren guten Wandel zum Glauben zu führen. (V. 2) Den Leib sollen sie nicht mit kostbaren Kleidern, sondern nach dem Vorbilde Saras, deren Töchter sie geworden, das Herz mit Tugenden schmücken. (V. 6) 2. Die Männer sollen ihrerseits ihre Frauen als Miterben der Himmelsgnade ehren. (V. 7) d. Alle Gläubigen endlich sollen wahre Liebe üben und niemals Böses mit Bösem vergelten, sondern im Gegenteile segnen, damit auch sie Segen erlangen (V. 9), wie die heil. Schrift schon bezeugt. (V. 12) 2. Verhalten der Gläubigen bei der gegenwärtigen Verfolgung. (3,13 4,19) a. Vor allem sollen die Leser sich bemühen ein gutes Gewissen zu haben und vor den Obrigkeiten ohne alle Furcht den Grund ihrer Hoffnung so vorlegen, dass ihre Verleumder beschämt werden (V. 16), denn besser ist es unschuldig als schuldig zu leiden und so Christus ähnlich zu werden, der gerecht, dennoch für die Ungerechten sterbend uns allen unschätzbare Güter verdiente. +1 Petrus 1Petr 68 3 1 Similiter et mulieres subditæ sint viris suis: ut et si qui non credunt verbo, per mulierum conversationem sine verbo lucrifiant, Gleicherweise¹ sollen auch die Frauen ihren Männern untergeben sein, damit auch diejenigen, die etwa dem Worte² nicht glauben, durch den Wandel der Frauen ohne Wort³ gewonnen werden,⁴ +1 Petrus 1Petr 68 3 1 1 Anknüpfend an [1Petr 2,17]. +1 Petrus 1Petr 68 3 1 2 Wie der natürlichen Anlage nach, so ist auf Grund des positiven göttlichen Gesetzes im A. und im N. B. [Gen 3,16, Eph 5,22-24] der Mann das Haupt des Weibes. (2) Des Evangeliums. Wenn das Wort des Evangeliums nichts fruchtet, wird das Wort der Frau, das die Männer belehren oder ermahnen soll, noch weniger ausrichten. Das einzig wirksame Mittel bleibt da die praktische Predigt eines echt christlichen Wandels. +1 Petrus 1Petr 68 3 1 3 Nicht so Worte, wie Beispiele sind notwendig und erfolgreich. +1 Petrus 1Petr 68 3 1 4 Eigentlich ist der Gewinn auf Seite derer, welche sich bekehren. In den Worten des Apostels spiegelt sich indes der hohe Wert der Menschenseele. [Mt 16,26] +1 Petrus 1Petr 68 3 2 Considerantes in timore castam conversationem vestram. wenn sie euern in Furcht reinen Wandel vor Augen haben. [1Kor 7,16, Eph 5,22] +1 Petrus 1Petr 68 3 3 Quarum non sit extrinsecus capillatura, aut circumdatio auri, aut indumenti vestimentorum cultus: Der Schmuck der Frauen sei nicht der äußerliche in Haargeflechten, oder Anlegen goldenen Geschmeides, oder in gesuchtem Anzuge, +1 Petrus 1Petr 68 3 4 Sed qui absconditus est cordis homo, in incorruptibilitate quieti, et modesti spiritus, qui est in conspectu Dei locuples. sondern der verborgene Herzensmensch⁵ in der Unvergänglichkeit des stillen und sanften Geistes, der vor Gott kostbar ist.⁶ +1 Petrus 1Petr 68 3 4 5 Mit demütiger und ehrfurchtsvoller Scheu vor jeder Pflichtverletzung, die in der Furcht Gottes wurzelt. +1 Petrus 1Petr 68 3 4 6 Vergl. [1Thess 4,11, 2Thess 3,12]. +1 Petrus 1Petr 68 3 5 Sic enim aliquando et sanctæ mulieres, sperantes in Deo, ornabant se, subjectæ propriis viris. Denn so schmückten sich einst⁷ auch die heiligen⁸ Frauen, die auf Gott hofften, indem sie ihren Männern untertan waren.⁹ +1 Petrus 1Petr 68 3 5 7 Ein scheinbarer Widerspruch, dass das, was verborgen ist vor den Augen der Menschen, ihr Schmuck sein soll, doch wird derselbe im Relativsatze gelöst. +1 Petrus 1Petr 68 3 5 8 So werden sie wegen ihrer Stellung und Bedeutung in der heiligen Geschichte, wie wegen ihrer persönlichen Tugend und Gottesfurcht genannt. +1 Petrus 1Petr 68 3 5 9 Um der Hoffnung willen auf Gott. +1 Petrus 1Petr 68 3 6 Sicut Sara obediebat Abrahæ, dominum eum vocans: cujus estis filiæ benefacientes, et non pertimentes ullam perturbationem. So gehorchte,¹⁰ ihn Gebieter¹¹ nennend, Sara dem Abraham, deren Töchter ihr seid,¹² wenn ihr Gutes tut und bei keiner Widerwärtigkeit den Mut verliert. +1 Petrus 1Petr 68 3 6 10 Beständig. +1 Petrus 1Petr 68 3 6 11 [Gen 18,12] nach der Septuag in Erfüllung des [Gen 3,16] gegebenen Gebotes. Sara, das Weib Abrahams und die Mutter Isaaks, aus dessen Stamme der verheißene Erlöser der Welt kam, ward als die geistige Stammmutter aller Gläubigen vergl. [Gal 4,22-28], besonders der gläubig gewordenen Frauen, verehrt. +1 Petrus 1Petr 68 3 6 12 Griech.: geworden seid. Der heil. Petrus schreibt also nicht nur an Judenchristen. +1 Petrus 1Petr 68 3 7 Viri similiter cohabitantes secundum scientiam, quasi infirmiori vasculo muliebri impertientes honorem, tamquam et cohæredibus gratiæ vitæ: ut non impediantur orationes vestræ. Ihr Männer gleicherweise, lebet in Einsicht¹³ mit dem weiblichen Gebilde,¹⁴ als dem schwächeren, zusammen,¹⁵ indem ihr ihnen Achtung erweiset als solchen, die auch Miterben¹⁶ der Gnade des Lebens¹⁷ sind, damit euere Gebete¹⁸ nicht behindert werden. +1 Petrus 1Petr 68 3 7 13 Was diese ist, beschreibt der Apostel alsbald: Mit Berücksichtigung ihrer Schwäche, mit dem Bewusstsein, dass auch sie Anteil an der Gnade des ewigen Lebens hat. +1 Petrus 1Petr 68 3 7 14 Das latein. und griech. Wort bedeutet an sich Gefäß. Dieser Ausdruck steht vom Menschen als Geschöpf Gottes und seiner dadurch bedingten Abhängigkeit von Gott [Röm 9,22.23], oder als einem Werkzeug Gottes [Apg 9,15] vom menschlichen Leibe in seiner Schwäche und Gebrechlichkeit. [2Kor 4,7] Der Komparativ zeigt hier, dass die Bezeichnung auch dem Manne zukommt, soweit dessen Beziehung zu Gott berücksichtigt wird. +1 Petrus 1Petr 68 3 7 15 Im ehelichen Leben. +1 Petrus 1Petr 68 3 7 16 Mann und Frau stehen darin gleich. In diesem Verse ist die Stellung der Frau nach der Offenbarung beschrieben. +1 Petrus 1Petr 68 3 7 17 Des ewigen Lebens, das um Gnade um Christi willen verliehen wird. +1 Petrus 1Petr 68 3 7 18 Die gemeinsamen Gebete. Wie soll ich das Glück des Ehebundes beschreiben, den die Kirche segnet? Fragt Tertullian. Zusammen beten sie. Das gemeinsame Gebet gehört also zu den Segnungen des Ehestandes. +1 Petrus 1Petr 68 3 8 In fine autem omnes unanimes, compatientes, fraternitatis amatores, misericordes, modesti, humiles: Endlich aber seid alle gleichgesinnt,¹⁹ mitleidig, bruderliebend, barmherzig, sittsam, demütig; +1 Petrus 1Petr 68 3 8 19 Um diese Einheit hat der Heiland noch kurz vor seinem Tode für seine Jünger gebetet [Joh 17,21], zu ihr ermahnt der Völkerapostel oftmals, und von den ersten Christen heißt es, dass sie ein Herz und eine Seele waren. [Apg 4,32] +1 Petrus 1Petr 68 3 9 Non reddentes malum pro malo, nec maledictum pro maledicto, sed e contrario benedicentes: quia in hoc vocati estis, ut benedictionem hæreditate possideatis. vergeltet nicht Böses mit Bösem,²⁰ nicht Schmähwort mit Schmähwort, sondern im Gegenteile segnet, weil ihr dazu berufen seid, Segen zu ererben.²¹ +1 Petrus 1Petr 68 3 9 20 Dem Apostel stehen bestimmte Aussprüche des Herrn vor Augen. [Lk 6,28, Mt 5,44] +1 Petrus 1Petr 68 3 9 21 Der Gedanke an diesen herrlichen Beruf erweitere euer Herz. Es wäre euer unwürdig und stände im Widerspruche mit jenem ewigen Segen, zu dem ihr berufen seid, lasst ihr euch zu dem Gegenteile des Segens hinreißen. +1 Petrus 1Petr 68 3 10 Qui enim vult vitam diligere, et dies videre bonos, coerceat linguam suam a malo: et labia ejus ne loquantur dolum. Denn wer das Leben lieben²² und gute²³ Tage sehen will, halte seine Zunge zurück vom Bösen, und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden.²⁴ +1 Petrus 1Petr 68 3 10 22 Ein Leben, das man christlich lieben kann, ist nur dies, welches unter Gottes Augen geführt und von ihm gesegnet wird. Die Worte sind dem [Ps 33,13ff] nach der Septuag entnommen, mit einer kleinen Abänderung. +1 Petrus 1Petr 68 3 10 23 Nicht durch selbstverschuldete Leiden getrübte. +1 Petrus 1Petr 68 3 10 24 Der hebr. und griech. Ausdruck setzen der Zunge Böses zu reden voraus. +1 Petrus 1Petr 68 3 11 Declinet a malo, et faciat bonum: inquirat pacem, et sequatur eam: Er wende sich ab vom Bösen, und tue Gutes;²⁵ er suche Frieden, und jage ihm nach. +1 Petrus 1Petr 68 3 11 25 Wie in Worten, so soll sich der Christ in Taten beherrschen. +1 Petrus 1Petr 68 3 12 Quia oculi Domini super justos, et aures ejus in preces eorum: vultus autem Domini super facientes mala. Denn die Augen des Herrn sind auf die Gerechten gerichtet, und seine Ohren merken auf ihr Flehen;²⁶ das Angesicht des Herrn aber ist wider die, welche Böses tun. +1 Petrus 1Petr 68 3 12 26 Auge und Ohr drücken besonders die innige Teilnahme des Herrn, das Antlitz die Gewalt seines Zornes aus, obwohl des letztere sonst auch für das gnädige Anschauen Gottes gesetzt wird. +1 Petrus 1Petr 68 3 13 Et quis est qui vobis noceat, si boni æmulatores fueritis? Und wer wird euch schaden, wenn ihr eifrig dem Guten nachtrachtet?²⁷ +1 Petrus 1Petr 68 3 13 27 Gott ist der Schutzherr der gerechten, also kann niemand ihnen schaden. +1 Petrus 1Petr 68 3 14 Sed et si quid patimini propter justitiam, beati. Timorem autem eorum ne timueritis, et non conturbemini. Jedoch wenn ihr auch etwas leiden solltet um der Gerechtigkeit willen,²⁸ selig seid ihr! Lasset euch nicht von Furcht vor ihnen einnehmen, noch euch beunruhigen.²⁹ [Mt 5,10] +1 Petrus 1Petr 68 3 14 28 Wenn auch ein Leiden euch treffen sollte, wird es doch keine Schädigung sein. Diese Wahrheit hat der heil. Petrus aus dem Munde des Herrn selbst gehört [Mt 5,10] und genugsam in seinen eigenen Verfolgungen erfahren. Vergl. [1Petr 2,21]. So stellt er in diesem Verse die höchste christliche Anschauung vom wahren Glücke des Menschen dar. +1 Petrus 1Petr 68 3 14 29 Wohl Erinnerung an [Jes 8,12.13] nach der Septuag. +1 Petrus 1Petr 68 3 15 Dominum autem Christum sanctificate in cordibus vestris, parati semper ad satisfactionem omni poscenti vos rationem de ea, quæ in vobis est, spe. Den Herrn Christus aber heiliget in euern Herzen,³⁰ allezeit³¹ bereit zur Verantwortung gegen jeden, der von euch Rechenschaft³² über die Hoffnung fordert, die ihr in euch habt;³³ +1 Petrus 1Petr 68 3 15 30 Ohne das Herz keine wahre Heilighaltung. Den Heiland in Liebe, Furcht und Anbetung als den höchsten Herrn anerkennen und dem gemäß nichts tun, was seinem Willen zuwider ist, wohl aber jedes Opfer bringen, um in Gemeinschaft mit ihm zu bleiben. Der Text ist aus [Jes 8,13] genommen. An Stelle Jahves der Heerscharen ist Christus der Herr gesetzt, ein deutliches Zeugnis für seine Gottheit. +1 Petrus 1Petr 68 3 15 31 Keine Zeit, noch Person ist ausgenommen. +1 Petrus 1Petr 68 3 15 32 Jede Antwort, welche der Christ für seinen Glauben und seine Hoffnung auf Christus und das ewige Leben gibt, soweit es notwendig erscheint und er es vermag. Die Frage, ob die Christen, wenn sei in diesem Leben geduldig leiden und sich vieles versagen, die Hoffnung auf einen Ersatz im anderen Leben haben, lag nahe. +1 Petrus 1Petr 68 3 15 33 Die christliche Hoffnung durchdringt und erfüllt das Herz. +1 Petrus 1Petr 68 3 16 Sed cum modestia, et timore, conscientiam habentes bonam: ut in eo, quod detrahunt vobis, confundantur, qui calumniantur vestram bonam in Christo conversationem. doch mit Sanftmut und Furcht,³⁴ indem ihr ein gutes Gewissen habt, damit die, welche euern guten Wandel in Christus³⁵ verleumden, darin zu Schanden werden,³⁶ worin sie euch übel nachreden. +1 Petrus 1Petr 68 3 16 34 In Milde und im Bewusstsein der Wahrheit und mit dem Wunsche zu überzeugen, nicht mit hochmütigem Selbstvertrauen und in trotziger Weise, sondern mit Scheu vor Gott, dessen Sache sie vertreten und der alles aus Gnaden geschenkt, und mit Achtung vor den Menschen. +1 Petrus 1Petr 68 3 16 35 Euer Wandel muss in Christus gegründet sein. +1 Petrus 1Petr 68 3 16 36 Haltloser kann die Beschuldigung der Feinde nicht sein, als wenn sie in eben der Sache, welche sie zum Vorwurfe machen, ihre Beschämung finden. Wenn euer gewissen euch bezeugt, dass ihr die Lehen Christi zur Richtschnur des Lebens nehmt, werdet ihr das Christentum mit überzeugender Kraft gegen die Gegner verteidigen können, ohne fürchten zu müssen, dass euer Wandel eure Worte Lügen strafe. +1 Petrus 1Petr 68 3 17 Melius est enim benefacientes (si voluntas Dei velit) pati, quam malefacientes. Denn besser³⁷ ist es, ihr leidet (wenn es Gottes Wille³⁸ sein sollte), um guter als um böser Taten willen;³⁹ +1 Petrus 1Petr 68 3 17 37 Der Seele zuträglicher. [2Petr 2,26, 1Kor 7,9.38] +1 Petrus 1Petr 68 3 17 38 So hebt der heil. Petrus nachdrücklich hervor, dass ohne Gottes Willen kein Leiden uns treffen kann. +1 Petrus 1Petr 68 3 17 39 Unschuldiges Leiden wird umso heilsamer wirken, je mehr die Christen auch zur Zeit desselben ihren Feindes Gutes erweisen, um deren Heil zu vermitteln. +1 Petrus 1Petr 68 3 18 Quia et Christus semel pro peccatis nostris mortuus est, justus pro injustis, ut nos offerret Deo, mortificatus quidem carne, vivificatus autem spiritu. ist ja⁴⁰ auch Christus einmal⁴¹ für unsere Sünden⁴² gestorben, als Gerechter für Ungerechte, auf dass er uns Gott darbrächte,⁴³ getötet zwar dem Fleische nach, aber lebendig gemacht dem Geiste nach.⁴⁴ [Röm 5,6] +1 Petrus 1Petr 68 3 18 40 Diese Stelle hat große Ähnlichkeit mit [1Petr 2,21]; nur dass dort die Leiden Christi als Vorbild hingestellt werden, hier mehr die erlösende Bedeutung derselben betont wird. +1 Petrus 1Petr 68 3 18 41 Hervorhebung der Kürze und der Kraft des Leidens. +1 Petrus 1Petr 68 3 18 42 Das Leiden war durch die Sünde veranlasst und sollte diese tilgen. Die besonderen Umstände, unter denen Christus litt, und das Ziel seines Leidens müssen mit der Leidenslage der Leser und dem von dem Apostel geforderten Verhalten im Leiden Ähnlichkeit haben. +1 Petrus 1Petr 68 3 18 43 Dies Wort bezeichnet in der rituellen Sprache der Septuag die Darbringung fleckenloser Opfertiere vor dem Herrn. [Lev 3,12, Lev 4,4] In gleichem Sinne steht es, wo Priester und Leviten zum Heiligtume hingeführt wurden, waren doch auch diese selbst gleichsam Opfer. Er weist also auf das Priestertum hin. Wie kann ein Toter aber solche Wirksamkeit üben? Das beantworten die beiden Partizipien. +1 Petrus 1Petr 68 3 18 44 Der menschlichen Natur nach im Stande seiner Erniedrigung getötet, während seine Seele von seiner Gottheit und der von dieser mitgeteilten Gnadenfülle verklärt war. Hiernach war Christus dem Tode nicht zugänglich, sondern erweckte den Leib und gab ihm Anteil an den Eigenschaften der verklärten Seele. +1 Petrus 1Petr 68 3 19 In quo et his, qui in carcere erant, spiritibus veniens prædicavit: In diesem⁴⁵ ist er auch hingegangen und hat⁴⁶ den Geistern, die im Gefängnisse waren, gepredigt,⁴⁷ +1 Petrus 1Petr 68 3 19 45 In diesem Geiste, der Seele, die mit der Gottheit vereint war. +1 Petrus 1Petr 68 3 19 46 Sogar. Dies entspricht der Hervorhebung ihres Unglaubens. V. 19. Die Juden hielten die Zeitgenossen Noes für unfähig allen Heiles. +1 Petrus 1Petr 68 3 19 47 Die meisten Ausleger älterer und neuerer Zeit verstehen diesen Vers von dem Hinabsteigen Christi in die Unterwelt und seiner Predigt an die Seelen der in der Sündflut untergegangenen Zeitgenossen Noes. Sollten diese sich etwa noch in der Unterwelt bekehren? Dies anzunehmen würde geoffenbarten Wahrheiten widersprechen. Sofort nach dem Tode ist das Gericht [Hebr 9,27] und am Tage des Todes vergilt Gott einem jeden nach seinen Wegen. [Sir 11,21, Koh 11,3] Sofort nach seinem Tode ward der reiche Prasser auf ewig in die Hölle gestürzt [2Kor 5,10], wie Lazarus des Trostes teilhaftig ward. [Lk 16,22ff] Bald nach dem Tode hofft Paulus bei Christus [Phil 1,21ff] zu sein. [2Kor 5,1] Eine Bekehrungspredigt ist also nicht anzunehmen, ebenso wenig aber, dem gewählten Ausdrucke nach, eine Bestätigung der Verdammung. Der Text bezeichnet die, an welche die Predigt gerichtet war, als die, welche einst, in den Tagen Noes, ungläubig waren. Christus verkündete wohl allen Seelen in der Unterwelt sein Erscheinen und die Vollbringung der Erlösung, doch werden jene Zeitgenossen Noes besonders hervorgehoben, weil einige davon selig werden sollten. Es ist nämlich wahrscheinlich, dass viele derselben beim Hereinbrechen der Sündflut in Reue und Buße sich zu Gott wendeten und bekehrten. Diese also erfüllt die an alle, welche einst ungläubig gewesen waren, gerichtet Predigt, mit Trost und Freude, wie die, welche verdammt waren, wohl von Schmerz und Verzweiflung gepackt wurden. Im Totenreiche unterscheidet Christus selbst in der Geschichte von dem reichen Manne und dem armen Lazarus den Aufenthalt der Gerechten, den Schoß Abrahams, später die Vorhölle der Väter genannt, von dem Straforte der Verdammten; doch ist weiter zu unterscheiden zwischen der eigentlichen Vorhölle, dem Aufenthaltsorte der Väter, und dem Reinigungsorte derer, welche zwar zeitweilig ungläubig waren, doch noch vor dem Tode zur wahren Bekehrung gelangt waren oder eine fides implicita hatten. Die Zeit, wo der Herr diese Predigt vollbrachte, sind die zwischen dem Tode und der Auferstehung liegenden Stunden. (Iren., Tert.) Das Herabsteigen des Herrn in die Unterwelt war die letzte Stufe seiner Erniedrigung, aber damit auch der Wendepunkt und der Anfang der Erhöhung. Da er selbst nicht gesündigt, kam er indes in die Unterwelt nicht als ein ihrer Macht Unterworfener, sondern als Sieger. +1 Petrus 1Petr 68 3 20 Qui increduli fuerant aliquando, quando exspectabant Dei patientiam in diebus Noe, cum fabricaretur arca: in qua pauci, id est octo animæ salvæ factæ sunt per aquam. die einst ungläubig waren, als sie in den Tagen Noes sich auf Gottes Langmut verließen,⁴⁸ während die Arche gebaut ward, in welcher wenige, nämlich acht Seelen,⁴⁹ gerettet wurden durch das Wasser, +1 Petrus 1Petr 68 3 20 48 Nach den besten Handschriften der Vulgata und dem Messbuche (Fer. VI. Pasch.): quando exspectabat Dei patientia. So auch im Griech. +1 Petrus 1Petr 68 3 20 49 Gegensatz zu den vielen Ungläubigen. +1 Petrus 1Petr 68 3 21 Quod et vos nunc similis formæ salvos facit baptisma: non carnis depositio sordium, sed conscientiæ bonæ interrogatio in Deum per resurrectionem Jesu Christi, wie⁵⁰ dies auch euch im Gegenbilde⁵¹ nun errettet als Taufe,⁵² die nicht eine Ablegung körperlicher Unreinigkeit⁵³ ist, sondern an Gott gerichtete Begehrung eines guten Gewissens,⁵⁴ durch die Auferstehung Jesu Christi,⁵⁵ +1 Petrus 1Petr 68 3 21 50 Der Apostel will auf die Macht und Herrlichkeit des siegreich auferstandenen Heilandes hinweisen und zeigen, wie seine Wirksamkeit sich nicht nur über die Erde, sondern auch bis in die Tiefe der Unterwelt und in die Höhe des Himmels erstreckt. Als Beweis für diese umfassende Wirksamkeit wählt er das größte Strafgericht der alten Welt. Der Gedanke an die Sündflut lag umso näher, als sie ein Abbild der großen Katastrophe des zukünftigen Gerichtes ist. [Mt 24,37ff, Lk 17,26ff, 2Petr 3,5ff] Zugleich ward dem Apostel so Gelegenheit gegeben, einen tröstlichen Hinweis auf die Zahl der einst Geretteten zu geben und jenen schönen Vergleich zwischen den Wassern der Sündflut, durch welche die Gläubigen der damaligen Zeit, und dem Wasser der Taufe zu bieten, durch welches jetzt die Gläubigen gerettet werden. (V. 21) +1 Petrus 1Petr 68 3 21 51 Im A. B. wurde der N. nicht nur durch Worte vorausverkündet, sondern auch in Tatsachen Vorbilder desselben gegeben. So waren Sara und Hagar mit ihren Kindern [Gal 4,22], der Durchgang durch das rote Meer [1Kor 10,1], die Rettung Noes durch das Wasser, das alle Ungläubigen tötete, und die Entstehung eines neuen Geschlechtes ein Vorbild der Taufe, die ebenfalls begräbt und neu belebt. Noch mehr, Noes Errettung war keine bloße leibliche. Er glaubte der göttlichen Drohung und baute im Glauben, ohne zu sehen, die Arche, welche ihn retten sollte. Seine Errettung war also eine Glaubenstat, eine Wiedergeburt für ihn. +1 Petrus 1Petr 68 3 21 52 Die heil. Väter sahen in der Arche das Vorbild des Kreuzes Christi oder der Kirche. Dass sie eine solche Bedeutung hat, ist unzweifelhaft (Chrys.), indes zieht der Apostel an dieser Stelle im ewigen Leben. +1 Petrus 1Petr 68 3 21 53 Gegensatz zwischen einer rein äußerlichen und einer auf das Innere abzielenden Handlung. +1 Petrus 1Petr 68 3 21 54 Die an Gott gerichtete Bitte um ein gutes Gewissen, die Bitte, dass Gott das gute Gewissen, nach welchem die Christen in der Taufe verlangt und das sie erhalten, ihnen jederzeit bewahre, Kraft und Stärke spendend. +1 Petrus 1Petr 68 3 21 55 Errettet durch die Auferstehung. Die Auferstehung ist die Krone und Vollendung des Erlösungswerkes. Als Auferstandener kann Christus die rettende Wirkung der Taufe sicherstellen, hat er doch nun Teil an der Herrschaft Gottes, dem alle Gewalten unterworfen sind, und kann alle Kraft geben zum Gutestun und alle Hindernisse beseitigen. +1 Petrus 1Petr 68 3 22 Qui est in dextera Dei, deglutiens mortem ut vitæ æternæ hæredes efficeremur: profectus in clum subjectis sibi angelis, et potestatibus, et virtutibus. welcher zur Rechten Gottes ist, nachdem er den Tod verschlungen,⁵⁶ damit wir Erben des ewigen Lebens würden, und in den Himmel gegangen ist, wo ihm Engel, Gewalten und Kräfte⁵⁷ untertan wurden. +1 Petrus 1Petr 68 3 22 56 Die Worte Nachdem er bis Lebens würden fehlen im Griech. und in einigen lateinischen Handschriften. Durch seine Auferstehung und Erhöhung zur Rechten Gottes hat Christus dem leiblichen Tode sowie dem Tode der Sünde und des ewigen Verderbens, dem wir verfallen waren, seine Gewalt genommen, damit wir des ewigen Lebens teilhaftig würden. +1 Petrus 1Petr 68 3 22 57 Alle himmlischen Mächte, welches auch ihr Name ist. Über die besonderen Aufgaben der einzelnen Engelchöre sind nur Vermutungen möglich, da die Offenbarung uns keine sicheren Anhaltspunkte gewährt. (Aug.) Diese Macht des Herrn gibt uns die feste Zuversicht und Freudigkeit des Glaubens, dass nichts uns schaden kann, sondern alle Dinge mitwirken müssen zum Heile, da das Leiden um der Gerechtigkeit willen uns ihm ähnlich macht und selbst der Tod nur zum Leben führen kann. +1 Petrus 1Petr 68 4 0 b. Dem gestorbenen Christus ähnlich geworden sind auch die Christen, selbst den Sünden gestorben, in denen sie vor ihrer Berufung gelebt. (V. 2) So mögen sie sich denn durch die Schmähungen der Heiden nicht zum Rückfall in das alte Leben verleiten lassen (V. 4), denn die Heiden werden über jene dem gerechten Richter Rechenschaft geben müssen. (V. 6) Auf dieses Gericht harrend mögen die Leser selbst wachen und sich in allen Tugenden üben. (V. 11) c. Es ist nicht befremdlich, dass diese Verfolgung über die Gläubigen gekommen ist, sondern vielmehr mögen sie sich über dieselbe freuen, da diese sie der Leiden Christi teilhaftig macht. (V. 14) Sie mögen sich also hüten, als Schuldige zu leiden und sich nicht schämen, wenn sie für den Christennamen leiden müssen. (V. 16) Nahe ist ja das Gericht, in dem sie wegen der jetzt erlittenen Verfolgung das ewige Leben erlangen werden. +1 Petrus 1Petr 68 4 1 Christo igitur passo in carne, et vos eadem cogitatione armamini: quia qui passus est in carne, desiit a peccatis: Da Christus also dem Fleische nach gelitten hat,¹ so waffnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung;² denn wer dem Fleische nach gelitten hat,³ der hat aufgehört zu sündigen, +1 Petrus 1Petr 68 4 1 1 Christus ist seinem Fleische nach, seiner irdisch menschlichen Erscheinungsweise nach tot. Der Apostel geht auf die Tatsache des Leidens [1Petr 3,18] zurück. +1 Petrus 1Petr 68 4 1 2 So lange sie als Heiden lebten, lebte in ihnen das Fleisch und waren ihre Begierden die Richtschnur ihrer Sitten. Als Christen sind sie dem Fleische nach tot. Ähnl. [Röm 6,3-13]. +1 Petrus 1Petr 68 4 1 3 Wer in der Taufe mit Christus dem Fleische nach gestorben ist, muss sich die Abtötung des Fleisches angelegen sein lassen. (Aug., Ökum.) +1 Petrus 1Petr 68 4 2 Ut jam non desideriis hominum, sed voluntati Dei, quod reliquum est in carne vivat temporis. so dass er nicht mehr den Gelüsten der Menschen, sondern dem Willen Gottes⁴ die noch übrige Zeit im Fleische⁵ lebt. [Eph 4,23] +1 Petrus 1Petr 68 4 2 4 Gegensatz: Mannigfaltige Lüste der Menschen ein Wille Gottes. Welche Lüste gemeint sind, zeigt V. 3. +1 Petrus 1Petr 68 4 2 5 Die Zeit des noch übrigen irdischen Lebens. Christus hat an unserer statt die Strafe der Sünden gelitten und durch seine Auferstehung bewirkt, dass nicht wir selbst sterben, sondern der alte Mensch in uns; durch seine Auferstehung aber auch ein neuer Mensch in uns erschaffen wird. So wird das Leiden Christi dem Christen zum Kreuze, d. i. zu einer Ertötung des alten Menschen in der Kraft des Todes Christi und durch das Leiden hört die Sünde in ihm immer mehr auf. +1 Petrus 1Petr 68 4 3 Sufficit enim præteritum tempus ad voluntatem gentium consummandam his, qui ambulaverunt in luxuriis, desideriis, vinolentiis, comessationibus, potationibus, et illicitis idolorum cultibus. Denn es ist genug, dass sie⁶ die vergangene Zeit des Lebens das Verlangen der Heiden erfüllt haben, da sie in Ausschweifungen, Sinneslust, Berauschungen, Schmausereien, Zechgelagen und frevelhaftem Götzendienste wandelten.⁷ +1 Petrus 1Petr 68 4 3 6 Griech.: ihr. +1 Petrus 1Petr 68 4 3 7 Gegen göttliches und menschliches Recht streitende Götzendienerei. +1 Petrus 1Petr 68 4 4 In quo admirantur non concurrentibus vobis in eamdem luxuriæ confusionem, blasphemantes. Darüber fasst sie Verwunderung, dass ihr nicht mit ihnen den gleichen wüsten Ausschweifungen zulaufet, und sie lästern. +1 Petrus 1Petr 68 4 5 Qui reddent rationem ei, qui paratus est judicare vivos et mortuos. Doch sie werden dem Rechenschaft⁸ geben müssen, der bereit steht zu richten die Lebendigen⁸ und die Toten. +1 Petrus 1Petr 68 4 5 8 Die zur Zeit der Erscheinung des Herrn zum Gerichte noch am Leben sind. +1 Petrus 1Petr 68 4 5 8 Die zur Zeit der Erscheinung des Herrn zum Gerichte noch am Leben sind. +1 Petrus 1Petr 68 4 6 Propter hoc enim et mortuis evangelizatum est: ut judicentur quidem secundum homines in carne, vivant autem secundum Deum in spiritu. Denn deshalb ist auch den Toten⁹ das Evangelium verkündet worden, damit sie, ob sie auch wie alle Menschen dem Fleische nach gerichtet sind,¹⁰ doch nach Gottes Willen¹¹ im Geiste leben. +1 Petrus 1Petr 68 4 6 9 Erinnerung an das [1Petr 3,19] Gesagte. Deshalb folgt die Begründung und Verallgemeinerung. Die [1Petr 3,19] angeführten sind Totenbeispiele. Übrigens ist das Evangelium so nur den Toten verkündet worden, denen diese Verkündigung nützen konnte. +1 Petrus 1Petr 68 4 6 10 Damit sie durch den Tod, der eine Strafe der Sünde ist, gerichtet, dem Geiste nach leben. Griech.: Obwohl sie bereits, wie es Menschen zukommt, d. i. dem Fleische nach, gerichtet waren. Vergl. auch die folgende Anmerkung. +1 Petrus 1Petr 68 4 6 11 Wie es seinem Wesen entspricht, somit ewig selig dem Heil. Geiste nach leben. Dies war Ziel und Inhalt der Verkündigung des Evangeliums, wenn es auch auf Erden, wie bei jenen, den einen zum Heil, den andern zum Verderben gereichte. Nach anderen: So dass die Toten, obgleich sie nach der gewöhnlichen und heidnischen Anschauung als solche beurteilt und angesehen werden, die im Fleische völlig vernichtet sind, doch vor Gott und durch seine Gabe im Geiste der Gnade und himmlischen Glorie ewig fortleben. +1 Petrus 1Petr 68 4 7 Omnium autem finis appropinquavit. Estote itaque prudentes, et vigilate in orationibus. Das Ende aller Dinge aber hat sich genähert.¹² Seid also klug und wachsam im Gebete. [Lk 21,36, 1Joh 2,18] +1 Petrus 1Petr 68 4 7 12 Mit der Menschwerdung Christi hat die Schlussperiode der Weltgeschichte begonnen. Was jederzeit eintreten kann, ist nahe, ähnlich wie der Tod, dem das Weltende auch darin ähnlich ist, dass die Stunde beider ungewiss ist. [Apg 1,7', Lk 21,36] Wie Paulus und Jakobus hält Petrus freilich in seiner Sehnsucht nach dem Heilande (nicht infolge einer Offenbarung) das Weltende für wahrscheinlich nahe, obwohl alle Apostel mit dem heil. Petrus es als möglich bezeichnen, dass bis zum Eintritte jenes Tages noch Jahrtausende vergehen werden. [2Petr 3,8.9] +1 Petrus 1Petr 68 4 8 Ante omnia autem, mutuam in vobismetipsis caritatem continuam habentes: quia caritas operit multitudinem peccatorum. Vor allem aber lasset eure Liebe zueinander eine anhaltende sein; denn die Liebe¹³ bedeckt¹⁴ eine Menge von Sünden.¹⁵ [Spr 10,12] +1 Petrus 1Petr 68 4 8 13 Entweder ist dies eine gnadenreiche Verheißung: Wer Gottes- und Nächstenliebe hat und übt, erwirbt sich dadurch Verzeihung bei Gott (Tert., Ambros.) oder: Wer Liebe übt, verzeiht dem Nächsten seine Fehler und Sünden. (Chrys. Aug.) Die zweite Erklärung entspricht besser der Stelle [Spr 10,12] aus der der Ausspruch des heil. Petrus in etwas veränderter Form genommen ist. +1 Petrus 1Petr 68 4 8 14 Gott will die Sünden ansehen, als wären sie nie vorgekommen. +1 Petrus 1Petr 68 4 8 15 Im Verkehre der Menschen ermangelt es nicht an Verfehlungen, die echte Liebe aber kennt kein Maß im Vergehen [Mt 18,21.22]. Vergl. [Jak 5,10], wo der gleiche Ausspruch im anderen Sinne wiederkehrt. +1 Petrus 1Petr 68 4 9 Hospitales invicem sine murmuratione: Seid gastfrei¹⁶ gegen einander ohne Murren. [Röm 12,13, Phil 2,14] +1 Petrus 1Petr 68 4 9 16 Die gastliche Aufnahme fremder Christen wird im N. T. oft empfohlen [Röm 12,13, Hebr 13,2.3, Joh 5ff], und der heilige Paulus bezeichnet sie als eine der Eigenschaften eines zu wählenden Bischofs. [1Tim 3,2, Tit 1,8] +1 Petrus 1Petr 68 4 10 Unusquisque, sicut accepit gratiam, in alterutrum illam administrantes, sicut boni dispensatores multiformis gratiæ Dei. Dienet einander, jeder mit der Gabe die er empfangen hat, als gute Verwalter¹⁷ der mannigfaltigen Gnaden Gottes. [Röm 12,6] +1 Petrus 1Petr 68 4 10 17 Die Christen sind nicht Eigentümer der Gnadengaben, dass sie über dieselben frei schalten und walten dürften, sondern nur Verwalter, welche diese wie die leiblichen Güter nach Gottes Willen verwenden müssen. Dem Apostel standen wohl die Gleichnisse von dem anvertrauten Talente und dem ungerechten Haushalter vor Augen. [Mt 25,14ff, Lk 12,42ff, Lk 16,1ff] Das Bild vom Haushalter kommt auch beim heil. Paulus vor [1Kor 4,1] und [Tit 1,7]. +1 Petrus 1Petr 68 4 11 Si quis loquitur, quasi sermones Dei: si quis ministrat, tamquam ex virtute, quam administrat Deus: ut in omnibus honorificetur Deus per Jesum Christum: cui est gloria, et imperium in sæcula sæculorum: Amen. Wenn jemand redet,¹⁸ so rede er als Worte Gottes,¹⁹ wenn jemand dient,²⁰ so diene er²¹ als aus der Kraft, die Gott spendet, damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus,²² welchem²³ die Herrlichkeit²⁴ und die Herrschaft²⁵ ist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.²⁶ +1 Petrus 1Petr 68 4 11 18 Reden ist hier die Gnadengabe. [1Kor 12,8-10] +1 Petrus 1Petr 68 4 11 19 Im Bewusstsein, dass er es von Gott empfangen hat, mit aufrichtiger Demut und Liebe. (Gregor d. Gr.) +1 Petrus 1Petr 68 4 11 20 Alle Gnadengaben, welche auf das Tun abzielen, besonders die leiblichen Werke der Barmherzigkeit. +1 Petrus 1Petr 68 4 11 21 Rückbeziehung auf V. 10, V. 11. Namentlich auf die ersten Worte von V. 10. +1 Petrus 1Petr 68 4 11 22 Was Gott spendet, wird uns durch Christus zu Teil; was wir auf Grund seiner Gnade alsdann vollbringen, tun wir in der Kraft Gottes durch Vermittlung Christi. +1 Petrus 1Petr 68 4 11 23 Gott. (Ökum.) Dieselbe Formel [1Petr 5,11], wo sie sich gleichfalls auf Gott, und [Offb 1,5], wo sie sich auf Christus bezieht. +1 Petrus 1Petr 68 4 11 24 Die absolute Herrlichkeit. +1 Petrus 1Petr 68 4 11 25 Die sich nach außen offenbarende Macht Gottes. Da ihm Herrlichkeit und Macht zugehört, müssen auch die Christen die von ihm verliehenen Gnadengaben zu seiner Verherrlichung gebrauchen. +1 Petrus 1Petr 68 4 11 26 Wahrlich. Im A. T. bestätigt diese Beifügung insbesondere die Annahme eines Eides oder Bundes, wie sie auch am Schlusse der Doxologie eines Gesanges oder Gebetes, wie [Ps 41,14, Ps 72,19], vorkommt. Im N. T. steht sie auch am Anfange des Satzes in den reden des Herrn, um dem Nachfolgenden eine feierliche Einleitung zu geben. In den Briefen der Apostel begegnet sie uns am Schlusse einer Doxologie oder eines Segenswunsches als feierliche Bekräftigung. +1 Petrus 1Petr 68 4 12 Carissimi, nolite peregrinari in fervore, qui ad tentationem vobis fit, quasi novi aliquid vobis contingat: Geliebte! Lasset euch nicht irre machen durch das Läuterungsfeuer, das zur Prüfung über euch kommt, als begegnete euch etwas Befremdliches,²⁷ +1 Petrus 1Petr 68 4 12 27 Nicht zu eurer Würde als Kinder Gottes [1Petr 1,14.17] und auserwähltes Geschlecht, als königliche Priesterschaft [1Petr 2,9] Passendes. Da Leiden zur Läuterung notwendig sind [1Petr 1,7, 1Petr 5,10] und der von Christus durch sein Leiden vorgezeichnete Weg zur Herrlichkeit (V. 14) [1Petr 2,21, 1Petr 3,17.18], sowie ein Zeichen seiner Auserwählung sind. [1Petr 4,14] +1 Petrus 1Petr 68 4 13 Sed communicantes Christi passionibus gaudete, ut et in revelatione gloriæ ejus gaudeatis exsultantes. sondern in dem Maße, wie ihr Teil habt an den Leiden Christi,²⁸ freuet euch, damit ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit euch freuen möget und frohlocken.²⁹ +1 Petrus 1Petr 68 4 13 28 Das Leiden Christi setzt sich gleichsam in ihren Leiden fort und wiederholt sich, da Christus in ihnen gehasst wird. [Apg 9,45] +1 Petrus 1Petr 68 4 13 29 In Freude auf Erden. Wie ganz anders wird das Frohlocken im Himmel sein! +1 Petrus 1Petr 68 4 14 Si exprobramini in nomine Christi, beati eritis: quoniam quod est honoris, gloriæ, et virtutis Dei, et qui est ejus Spiritus, super vos requiescit. Wenn ihr um des Namens Christi willen³⁰ geschmäht werdet, so seid ihr selig; denn die Ehre und Herrlichkeit und Kraft Gottes und sein Geist ruht auf euch!³¹ +1 Petrus 1Petr 68 4 14 30 Weil ihr Christus angehört. +1 Petrus 1Petr 68 4 14 31 Bleibend, mit euch vereint, kann er durch keine Anfechtungen hinweggenommen werden, in euch seine Wirksamkeit übend. +1 Petrus 1Petr 68 4 15 Nemo autem vestrum patiatur ut homicida, aut fur, aut maledicus, aut alienorum appetitor. Keiner von euch aber leide als Mörder, oder Dieb, oder Lästerer, oder als einer, der nach fremdem Gute trachtet.³² +1 Petrus 1Petr 68 4 15 32 Erläuterung zu: Im Namen Christi V. 15, in negativer, V. 16 in positiver Weise. +1 Petrus 1Petr 68 4 16 Si autem ut Christianus, non erubescat: glorificet autem Deum in isto nomine. Leidet er dagegen als Christ,³³ so schäme er sich nicht; vielmehr verherrliche er Gott in diesem Namen.³⁴ +1 Petrus 1Petr 68 4 16 33 Dieser Name kommt, außer an dieser Stelle, im N. T. nur noch an zwei anderen vor: [Apg 11,26] und [Apg 26,28]. Er ging nicht von den Jüngern aus, welche sich vielmehr Jünger, Gläubige, heilige, Brüder nannten, noch weniger von den Juden, von denen die Anhänger des Heilandes verächtlich als Galiläer, Nazaräer u. a. bezeichnet wurden, sondern von den heidnischen Römern in Antiochia. Dort traten die Christen diesen zum ersten Male als von den Juden unterschieden entgegen. Dieser Name war vielleicht zuerst ein offizieller, erhielt aber bald eine verächtliche Bedeutung. An allen drei Stellen, wo er im N. T. vorkommt, ist er eine nicht kirchliche Bezeichnung. Nachdem der Name aber einmal das Ziel des Hasses seitens der Heiden geworden war, brauchten auch die Christen ihn, seine tiefe Bedeutung wohl erfassend, so dass der zweite Nachfolger des heil. Petrus auf dem Stuhle zu Antiochia, der Märtyrer Ignatius, den Gläubigen zurufen konnte: Es geziemt sich, dass ihr nicht allein Christen heißt, sondern auch seid. +1 Petrus 1Petr 68 4 16 34 Wie Petrus selbst getan. [Apg 5,41] +1 Petrus 1Petr 68 4 17 Quoniam tempus est ut incipiat judicium a domo Dei. Si autem primum a nobis: quis finis eorum, qui non credunt Dei Evangelio? Denn es ist die Zeit³⁵ da, dass das Gericht³⁶ am Hause Gottes³⁷ anfange. Wenn es aber zuerst bei uns beginnt, welches wird das Ende derer sein,³⁸ welche dem Evangelium Gottes nicht glauben? +1 Petrus 1Petr 68 4 17 35 Die von Gott festgesetzte Zeit. Vergl. V. 7. +1 Petrus 1Petr 68 4 17 36 Das über alle Menschen und Völker sich erstreckende, dessen Vorboten die Leiden und Verfolgungen der Kirche sind, da Gott durch diese die Fehler und Sünden der Glieder straft und für immer mehr von aller Unvollkommenheit befreit. Vergl. [1Kor 11,31.32]. Dies Gericht, welches für die Guten eine Läuterung ist, ist für die Bösen zum Untergange. +1 Petrus 1Petr 68 4 17 37 Die Kirche ist das geistige Haus, dessen Grundstein Christus, dessen Bausteine die Glieder der Kirche sind. [1Petr 2,4.5] Es ist Gottes Haus, weil von ihm gegründet, ihm angehörend und bestimmt ihm zu dienen. +1 Petrus 1Petr 68 4 17 38 Dass es dort beginnen soll, haben betreffs des A. B., und damit mittelbar auch für die Kirche, die Propheten vorausgesagt [Jer 25,29, Jer 49,12, Ez 9,6, Am 3,2] und der Heiland seinen Aposteln vorherverkündet. [Mt 24,9ff, Lk 21,12ff] +1 Petrus 1Petr 68 4 18 Et si justus vix salvabitur, impius, et peccator ubi parebunt? Und wenn der Gerechte kaum wird gerettet werden, wo wird der Gottlose und Sünder erscheinen?³⁹ [Spr 11,31] +1 Petrus 1Petr 68 4 18 39 Aus der Schwere des Gerichtes über die Christen ist auf die Schwere des Gerichtes über die Ungläubigen und Gottlosen zu schließen. Die Anführung ist aus [Spr 11,31] nach der Septuag genommen, indes mit einer kleinen Abweichung. +1 Petrus 1Petr 68 4 19 Itaque et hi, qui patiuntur secundum voluntatem Dei, fideli Creatori commendent animas suas in benefactis. Darum mögen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen dem treuen Schöpfer anempfehlen mit guten Werken.⁴⁰ +1 Petrus 1Petr 68 4 19 40 Der Christ muss das Leiden als eine väterliche Züchtigung betrachten, die ihn vor dem verdammenden Endgerichte bewahrt, dass die Ungläubigen trifft. Deshalb hat er alle Ursache seinem Schöpfer in diesem Worte tritt das Verhältnis des Menschen zu Gott und dessen Allmacht besonders hervor zu vertrauen und nur darauf zu denken, wie er trotz aller Schmähungen und Verfolgungen dabei beharre Gutes zu tun. +1 Petrus 1Petr 68 5 0 III. Mahnungen an die Gläubigen. (Kap. 5, V. 1 11): 1. Mahnung an die kirchlichen Vorsteher, ihre Herde wohl zu weiden und derselben durch das Beispiel ihres Lebens voranzuleuchten (V. 3), denn alsdann werden sie vom Erzhirten eine unverwelkliche Krone erlangen. (V. 4) 2. Mahnung an die Herde, den Hirten untergeben zu sein. (V. 5) 3. Mahnung an Hirten und Herde zugleich: Dass alle sich demütigen unter die gewaltige Hand Gottes, der sie zu seiner Zeit erhöhen wird (V. 7), dass alle sich der Selbstbeherrschung befleißigen und wachen mögen, damit sie dem Teufel widerstehen können, der sie verderben will, indem sie sich mit dem Gedanken trösten, dass ihre Brüder von derselben Verfolgung bedrängt werden, Gott aber, der sie berufen, sie auch in der Verfolgung festigen werde. (V. 11) Epilog (V. 12 14): Übermittlung des Briefes durch Silvanus. Grüße. Apostolischer Segen. +1 Petrus 1Petr 68 5 1 Seniores ergo, qui in vobis sunt, obsecro, consenior et testis Christi passionum: qui et ejus quæ in futuro revelanda est, gloriæ communicator: Die Vorsteher nun,¹ die bei euch sind, ermahne ich, als ihr Mitpriester² und Zeuge der Leiden Christi,³ wie auch Teilnehmer⁴ der Herrlichkeit, die einst offenbar werden soll,⁵ +1 Petrus 1Petr 68 5 1 1 Anknüpfend an [1Petr 4,7.17]. +1 Petrus 1Petr 68 5 1 2 Die dreifache Selbstbezeichnung des Apostels gibt der in V. 2, V. 3 folgenden Ermahnung an die geistlichen Vorsteher eine besondere Kraft und großen Nachdruck. +1 Petrus 1Petr 68 5 1 3 Wenn der Apostel durch die Bezeichnung Mitpresbyter sich den geistlichen Vorstehern in gewissen Dingen gleichstellt, hebt er doch durch die zweite Bezeichnung seine auf persönliche Kenntnis des Lebens Christi und seine Berufung sich gründende apostolische Würde hervor. Vergl. [Apg 1,21.22, Apg 2,32, Apg 3,15, Apg 5,32, Apg 10,39.41], wo der heil. Petrus es anwendet. Zeuge der Leiden des Heilandes nennt sich der heil. Petrus, weil das Leiden der eigentliche Mittelpunkt im Leben des Herrn und nach Gottes Willen unsere Erlösung sein sollte und so am wirksamsten zum geduldigen Leiden bewegen musste. +1 Petrus 1Petr 68 5 1 4 Auch euch wird dies zu Teil werden, wenn ihr euer Amt treu verwaltet. Der Apostel spricht so sicher wohl infolge einer ihm vom Heilande gegebenen Offenbarung. +1 Petrus 1Petr 68 5 1 5 Bei der Wiederkunft des Herrn. +1 Petrus 1Petr 68 5 2 Pascite qui in vobis est gregem Dei, providentes non coacte, sed spontanee secundum Deum: neque turpis lucri gratia, sed voluntarie: weidet⁶ die euch anvertraute Herde Gottes, und traget für sie⁷ Sorge nicht aus Zwang, sondern gern, nach Gottes Anordnung, und nicht schnöden Gewinnes wegen, sondern aus willigem Herzen,⁸ +1 Petrus 1Petr 68 5 2 6 Das Bild vom Hirten und der Herde ist aus dem A. T. [Ps 22,1, Jer 3,15] u. a. in das Neue übergegangen. Weide bezeichnet die gesamte Tätigkeit, welche die Vorsteher zum Heile der ihnen anvertrauten Herde zu üben haben. +1 Petrus 1Petr 68 5 2 7 Die Herde Gottes, die er sich auserwählt und durch sein Blut erkauft hat, ist eine. +1 Petrus 1Petr 68 5 2 8 Wohl durften die Verkünder des Evangeliums vom Evangelium leben [1Kor 9,7-14], doch sollen sie den Dienst des Evangeliums nicht zum Gegenstande der Gewinnsucht machen. +1 Petrus 1Petr 68 5 3 Neque ut dominantes in cleris, sed forma facti gregis ex animo. und nicht als solche, die über das Erbe Gottes⁹ gewalttätig herrschen wollen,¹⁰ sondern als solche, die Vorbilder der Herde sind von Herzen. +1 Petrus 1Petr 68 5 3 9 Griech.: kleros, clerus, das Los, das man durch das Los oder sonst wie zugewiesen wird. Im letzteren Sinne steht es hier und bedeutet die den Vorstehern zugewiesenen Gemeinden. (Cyrill Alex., Beda.) +1 Petrus 1Petr 68 5 3 10 Vergl. [Mt 20,25-28, Mk 10,42-45]. +1 Petrus 1Petr 68 5 4 Et cum apparuerit princeps pastorum, percipietis immarcescibilem gloriæ coronam. Und wenn der Erzhirt¹¹ erscheinen wird,¹² werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. +1 Petrus 1Petr 68 5 4 11 Vergl. [Hebr 13,20]. Alle geistlichen Hirten sind nur seine Stellvertreter, deshalb soll er ihr Vorbild sein. +1 Petrus 1Petr 68 5 4 12 Vergl. [Dan 12,3]. +1 Petrus 1Petr 68 5 5 Similiter adolescentes subditi estote senioribus. Omnes autem invicem humilitatem insinuate, quia Deus superbis resistit, humilibus autem dat gratiam. Desgleichen, ihr Jüngeren!¹³ seid untertan den Vorstehern. Alle aber lasset euch von der Demut durchdringen gegeneinander;¹⁴ denn Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. [Jak 4,6.10] +1 Petrus 1Petr 68 5 5 13 Laien? +1 Petrus 1Petr 68 5 5 14 Griech.: Alle aber sind einander untertan. Hoffärtig sind die, welche sich über ihre Pflichten gegen Gott und Menschen hinwegsetzen. +1 Petrus 1Petr 68 5 6 Humiliamini igitur sub potenti manu Dei, ut vos exaltet in tempore visitationis: Demütiget euch also unter die gewaltige Hand Gottes,¹⁵ damit er euch erhöhe zur Zeit der Heimsuchung, +1 Petrus 1Petr 68 5 6 15 Beim Leiden. Der Apostel kehrt zu seinem Hauptgegenstande zurück. Der Ausdruck gewaltige Hand ist aus dem A. T. genommen. Vergl. [Dtn 3,24, Ex 3,19, Lk 1,51]. Die sich in den Geschicken der Völker wie der einzelnen offenbarende Hand Gottes. +1 Petrus 1Petr 68 5 7 Omnem sollicitudinem vestram projicientes in eum, quoniam ipsi cura est de vobis. indem ihr alle eure Sorgen auf ihn¹⁶ werfet; denn er sorgt für euch.¹⁷ +1 Petrus 1Petr 68 5 7 16 Dem Verse liegt [Ps 54,23] nach der Septuag zu Grunde. Seine Sorge auf den Herrn werfen: sein Herz gleichsam von dieser Last befreiend. Vergl. [Phil 4,6.7]. +1 Petrus 1Petr 68 5 7 17 Ohne seinen Willen kann uns kein Übel treffen; er stärkt durch seine Gnade zum Leiden, lässt uns aber nicht über unsere Kräfte versucht werden und lenkt alles zum Besten. +1 Petrus 1Petr 68 5 8 Sobrii estote, et vigilate: quia adversarius vester diabolus tamquam leo rugiens circuit, quærens quem devoret: Seid nüchtern und wachet;¹⁸ denn euer Widersacher, der Teufel,¹⁹ geht wie ein brüllender Löwe umher²⁰ und sucht, wen er verschlingen könne; +1 Petrus 1Petr 68 5 8 18 Vergl. [Mt 26,41]. +1 Petrus 1Petr 68 5 8 19 Griech.: der Ankläger. Hebr.: Satan, Erklärung zu: Widersacher (zu erklären aus [Sach 3,1.2]). +1 Petrus 1Petr 68 5 8 20 Vergl. [Ijob 1,7, Ijob 2,2]. Auch Christus wird [Offb 5,5] ein Löwe genannt wegen seiner Stärke; der Teufel aber heißt so wegen seiner Wildheit. Christus hat diesen Namen als Sieger, der Teufel als Schädiger. (Aug.) Mit der Unterwerfung unter Gottes Hand muss die kräftige Tat verbunden sein. Vergl. [Eph 6,13ff]. +1 Petrus 1Petr 68 5 9 Cui resistite fortes in fide: scientes eamdem passionem ei, quæ in mundo est, vestræ fraternitati fieri. ihm widerstehet fest im Glauben,²¹ und wisset, dass dieselben Leiden euren Brüdern in der Welt²² widerfahren! [Eph 6,12ff] +1 Petrus 1Petr 68 5 9 21 Wir müssen mit jener Festigkeit widerstehen, welche der Glaube gibt, der uns lehrt, was Gott in Christus für uns getan, um uns von der Knechtschaft des Satans und dem ewigen Verderben zu entreißen, und der das herrliche Ziel zeigt, das uns erwartet, wenn wir dem Bösen widerstehen, wie auch das ewige Verderben, dem die anheimfallen, welche sich von ihm verschlingen lassen. Der Glaube weist auf die Kraft der Gnade im Kampfe und auf die Macht des Gebetes und der guten Werke. Vergl. [Eph 6,11-18]. +1 Petrus 1Petr 68 5 9 22 Grund, warum sie mit ihren Brüdern zu leiden haben. In der Welt, dem Herrschaftsgebiete Satans, kann und darf der Christ nichts erwarten als Schmach und Verfolgungen aller Art. Doch wie [1Petr 4,12] sucht der Apostel den Leser durch den Trost aufzurichten, dass Kampf das Los aller Gläubigen ist. +1 Petrus 1Petr 68 5 10 Deus autem omnis gratiæ, qui vocavit nos in æternam suam gloriam in Christo Jesu, modicum passos ipse perficiet, confirmabit, solidabitque. Der Gott aller Gnade²³ aber, der uns in Christus Jesus berufen hat²⁴ zu seiner ewigen Herrlichkeit, er wird uns, nachdem wir eine kurze Weile gelitten haben, vollenden, stärken und festigen.²⁵ +1 Petrus 1Petr 68 5 10 23 Der Urheber aller Gnade, der jederzeit die notwendige Gnade geben kann. Der die Christen durch seine Gnade berufen, wird auch ebenso durch seine Gnade das gute Werk vollenden. +1 Petrus 1Petr 68 5 10 24 In der ersten Huld, der Berufung, liegt die Bürgschaft für die Erfüllung der folgenden Verheißung. Das Ziel der Berufung ist Gottes Verherrlichung. +1 Petrus 1Petr 68 5 10 25 Er, der Anfänger des Heils, wird auch deshalb der Vollender sein. Er wird das Werk der Heiligung bis an's Ende hinausführen, den Christen Festigkeit im Glauben und im Widerstande verleihen. +1 Petrus 1Petr 68 5 11 Ipsi gloria, et imperium in sæcula sæculorum: Amen. Ihm ist die Herrlichkeit und die Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. +1 Petrus 1Petr 68 5 12 Per Silvanum fidelem fratrem vobis, ut arbitror, breviter scripsi: obsecrans et contestans, hanc esse veram gratiam Dei, in qua statis. Durch Silvanus,²⁶ den treuen Bruder, habe ich euch, wie ich glaube, in Kürze geschrieben, euch zu ermahnen und zu bezeugen, dass dies die wahrhafte Gnade Gottes ist,²⁷ in welcher ihr steht.²⁸ +1 Petrus 1Petr 68 5 12 26 Der [2Kor 1,19, 1Thess 1,1, 2Thess 1,1] erwählte und in der Apostelgeschichte Silas Genannte. [Apg 15,22.27] u. a. +1 Petrus 1Petr 68 5 12 27 Die im Christentume geschenkte, in der ihr auch steht, ob auch Leiden euch treffen. So liegt denn darin eine Bestätigung der Predigt des heil. Paulus und seiner Gehilfen, vergl. auch [1Petr 1,12.25], und vielleicht war gerade deshalb Silvanus zum Überbringer dieses Briefes gewählt, damit er den Lesern bezeugte, dass der heil. Petrus alle Lehren des heil. Paulus bestätigt hatte, und so alle Zweifel beseitigte. +1 Petrus 1Petr 68 5 12 28 Das Ziel des Schreibens war die Lehre: Durch Leid zur Herrlichkeit, und das Zeugnis, dass der Gnadenstand der Leser der rechte sei. +1 Petrus 1Petr 68 5 13 Salutat vos ecclesia, quæ est in Babylone colecta, et Marcus filius meus. Es grüßet euch die mitauserwählte Gemeinde zu Babylon²⁹ und Markus, mein Sohn. +1 Petrus 1Petr 68 5 13 29 Babylon ist Rom, die heidnische Hauptstadt der Welt. (Pap., Clem. von Alex., Hier.) Für diese Erklärung spricht auch der Gruß des Markus. Es steht fest, dass dieser mit dem heil. Petrus in Rom war und dort das Evangelium verfasste. Vergl. auch [Offb 14,8] u. a. +1 Petrus 1Petr 68 5 14 Salutate invicem in osculo sancto: Gratia vobis omnibus, qui estis in Christo Jesu. Amen. Grüßet einander mit dem heiligen Kusse. Gnade sei euch allen, die ihr in Christus Jesus seid! Amen.³⁰ +1 Petrus 1Petr 68 5 14 30 Wie der Apostel seinen Brief mit dem Gruße des Friedens begonnen, so schließt er mit demselben. Nachdrucksvoll fügt er bei: In Christus, da sie durch den Glauben und die Gnade in der Gemeinschaft mit Christus stehen, dem Urheber und der Quelle des Friedens, den nur er allein verleihen kann. So weist Petrus zurück auf [1Petr 1,2]. +2 Petrus 2Petr 69 1 0 Aufschrift (Kap. 1, V. 1 2), welche zugleich Inhalt und Ziel des Briefes andeutet. I. Größe der durch Christus uns gebrachten Güter und Festigkeit des christlichen Glaubens. (1,3-21): 1. Die von Christus uns verliehenen Güter und die dafür geforderten Gegengaben. (V. 3 15) a. Christi göttliche Kraft hat den Christen alles verliehen, was zum übernatürlichen Leben gehört, da er sie zum Evangelium berief und seiner Gottheit teilhaftig machte. (V. 4) b. Deshalb müssen die Christen alle Mühen anwenden, in allen Tugenden zu wachsen und von einer zur anderen fortzuschreiten. Acht Stufen gleichsam sind es, auf denen man zur Liebe emporsteigt. (V. 7) c. In den Tugenden wachsend werden sie zu vollkommener Erkenntnis Christi gelangen, jene aber vernachlässigend werden sie unglücklich sein; deshalb mögen sie durch gute Werke ihre Berufung sicher machen und sich den Zugang zum Himmelreich erwerben. (V. 11) d. Damit sie dies leichter tun können, ruft ihnen der Apostel, obwohl sie dies bereits wissen, stets dasselbe in's Gedächtnis zurück, und da er aus göttlicher Offenbarung weiß, dass er bald sterben werde, legt er es ihnen durch diesen Brief von neuem an's Herz, stets das Gleiche auch nach seinem Abscheiden zu wahren. (V. 15) 2. Der Grund, weshalb er diese Mahnung so sehr einschränkt, ist die Festigkeit des Fundamentes, auf dem der Glaube der Christen an die Wiederkunft Christi ruht (V. 16 21): a. Der Apostel selber war bei der Verklärung Christi Augenzeuge der Größe Christi und hat also eine sichere Kenntnis von der Kraft und der Ankunft des Herrn. (V. 18) b. Die Sicherheit wird noch gemehrt durch die Weissagung des A. T., welche der Heil. Geist selbst gegeben, da er durch die Propheten redete. +2 Petrus 2Petr 69 1 1 SIMON Petrus, servus, et Apostolus Jesu Christi, iis, qui coæqualem nobiscum sortiti sunt fidem in justitia Dei nostri, et Salvatoris Jesu Christi. Simon Petrus,¹ Diener und Apostel Jesu Christi,² denen, welche mit uns den gleichen kostbaren Glauben³ erlangt haben, in der Gerechtigkeit⁴ unsers Gottes und Heilandes Jesu Christi.⁵ +2 Petrus 2Petr 69 1 1 1 Der spezifisch jüdisch klingende Name Simon charakterisiert ihn als Judenchristen. Der vollständige Name hat etwas feierliches, testamentartiges. (Vergl. V. 13) In den Briefen des heil. Paulus heißt der Apostel nur Petrus oder Kephas, da der Völkerapostel den heil. Petrus erst später kennengelernt hat, so dass sein früherer Name ihm fern lag. (Aug.) +2 Petrus 2Petr 69 1 1 2 Vergl. Anm. 42. +2 Petrus 2Petr 69 1 1 3 Im subjektiven oder objektiven Sinne gleichen Wertes für Juden- und Heidenchristen. Vergl. [Apg 15] V. 8 11. +2 Petrus 2Petr 69 1 1 4 Durch die Erlösungsgnade, welche Christus verdient hat. Diese wird allen Menschen ohne Unterschied von Gott durch Christus zu Teil. +2 Petrus 2Petr 69 1 1 5 Es galt, die Gläubigen gegen Irrlehren zu stärken, welche die göttliche Macht und Herrlichkeit Christi und seine Wiederkehr zum Gerichte leugneten und zügellose Sinnlichkeit gestatteten. Darum hebt der heil. Petrus die kostbare Gabe des Glaubens hervor. +2 Petrus 2Petr 69 1 2 Gratia vobis, et pax adimpleatur in cognitione Dei, et Christi Jesu Domini nostri: Gnade und Friede werde euch in immer reicherer Fülle in der Erkenntnis⁶ Gottes und Christi Jesu, unsers Herrn!⁷ +2 Petrus 2Petr 69 1 2 6 Nach dem Griech. ist dies eine sich den Gegenstand gänzlich aneignende, mit ihm eins werdende Erkenntnis, also ein Erkennen mit dem Verstande und ein Anerkennen mit dem Willen. Die Vulgata schließt V. 3 an V. 2 an, was der Gewohnheit anderer Briefe entgegen ist und dem Inhalte von V. 3, V. 4 nicht entspricht, da diese zur Begründung von V. 5, nicht aber als Erklärung zu V. 2 werde in reicherer Fülle dienen, wie die Vulgata hat. Besser also wird V. 3 als Beginn des eigentlichen Briefes gefasst. +2 Petrus 2Petr 69 1 2 7 In V. 3 bezeichnet er ihn als Gott, V. 8; [2Petr 2,20, 2Petr 3,18] und als Gegenstand der Erkenntnis. Überall ist die von Gott in Christus geoffenbarte Gnade und Wahrheit des Christentums verstanden. Die Erkenntnis ist der Sache nach mit dem Glauben dasselbe (V. 3) [2Petr 2,20.21], nur hebt der erstere Ausdruck die Neigung des Glaubens mehr hervor. Der heil. Petrus wählt dieses Wort, weil er eine Irrlehre bekämpft, welche die Gläubigen durch fälschlich vorgegebene Erkenntnis verleiten will. +2 Petrus 2Petr 69 1 3 Quomodo omnia nobis divinæ virtutis suæ, quæ ad vitam, et pietatem donata sunt, per cognitionem ejus, qui vocavit nos propria gloria, et virtute, Wie seine göttliche Macht⁸ uns alles,⁹ was zum Leben und zur Gottseligkeit dient, durch die Erkenntnis dessen geschenkt hat, der uns berufen hat,¹⁰ in eigener¹¹ Herrlichkeit¹² und Kraft,¹³ +2 Petrus 2Petr 69 1 3 8 Die Macht, welche er als unser Gott und Heiland besitzt, durch die er Tod und Hölle besiegt hat und zur Rechten des Vaters sitzt, ist uns die Quelle des Heiles geworden. +2 Petrus 2Petr 69 1 3 9 Es fehlt uns also nichts, mithin haben sie keine Entschuldigung vor Gott, wenn sie nicht christlich leben. Das übernatürliche Leben ist der Grund der Frömmigkeit, die Frömmigkeit aber die Betätigung dieses Lebens. +2 Petrus 2Petr 69 1 3 10 Gott hat sie zur gläubigen Erkenntnis des Christentums berufen. Vergl. [1Petr 1,5, 1Petr 2,9, 1Petr 5,10] und sie sind dem Rufe gefolgt. +2 Petrus 2Petr 69 1 3 11 Die Berufung geht unmittelbar von Gott aus. +2 Petrus 2Petr 69 1 3 12 Das Wesen Gottes ist Mittel und Ursache der Berufung, vergl. [Gal 1,15], die Berufung strahlt gleichsam aus Gottes Wesenheit hervor. +2 Petrus 2Petr 69 1 3 13 Diese Kraft überwindet alle Hindernisse. +2 Petrus 2Petr 69 1 4 Per quem maxima, et pretiosa nobis promissa donavit: ut per hæc efficiamini divinæ consortes naturæ: fugientes ejus, quæ in mundo est, concupiscentiæ corruptionem. durch welchen¹⁴ er uns die übergroßen und kostbaren Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch diese der göttlichen Natur¹⁵ teilhaftig werdet,¹⁶ entronnen dem in der Welt herrschenden Verderben¹⁷ der Begierlichkeit. +2 Petrus 2Petr 69 1 4 14 Griech.: durch welche. Nach der Vulgata ist Christus, nicht der Vater, der Berufende. Durch seine Herrlichkeit und Kraft hat Gott uns in Christus die im A. B. den Menschen gemachten Verheißungen dem Inhalte nach geschenkt. Der Apostel geht aus der ersten in die zweite Person über, um seinen Lesern diese trostvolle Wahrheit recht an's Herz zu legen. +2 Petrus 2Petr 69 1 4 15 Wie sie sich von allem unterscheidet, was nicht Gott ist. +2 Petrus 2Petr 69 1 4 16 Die Christen sind aus Gott geboren und so Kinder Gottes und erben. Nun hat aber das Kind notwendigerweise Teil an der Natur dessen, der es zeugt, also muss den Christen ein gewisser Anteil an der göttlichen Natur zukommen. Diese Teilnahme ist nun aber einerseits nicht eine bloße Eigenschaft der menschlichen Natur, andererseits nicht ein Aufgehen derselben in der göttlichen. Sie besteht vielmehr darin, dass der Mensch innerlich erhöht, sein Wesen verklärt wird, indem er der göttlichen Natur ähnlicher gemacht wird in der Geistigkeit, der höchsten Immaterialität. Durch den Glauben nehmen wir Teil an dem göttlichen Erkennen, durch die Liebe am göttlichen Leben, die ganze Seele wird gleichsam neugeschaffen nach der Ähnlichkeit Gottes. (Thom.) +2 Petrus 2Petr 69 1 4 17 Hier ist die sündhafte Lust, welche zur Sünde, und mit dem leiblichen Tode zum ewigen führt, Voraussetzung des Verderbens; wie V. 3 das Leben zugleich die Voraussetzung und der Beginn des wahrhaft dauernden Lebens ist. +2 Petrus 2Petr 69 1 5 Vos autem curam omnem subinferentes, ministrate in fide vestra virtutem, in virtute autem scientiam, So wendet denn¹⁸ allen Eifer an und betätiget in eurem Glauben die sittliche Tatkraft,¹⁹ in der sittlichen Tatkraft aber die Erkenntnis,²⁰ +2 Petrus 2Petr 69 1 5 18 Der Apostel hebt acht Tugenden hervor, welche gleichsam Grundpfeiler des christlichen Lebens sind und die anderen Tugenden tragen. Wenn nun auch jede folgende das Erzeugnis und die Vollendung der vorhergehenden ist, sind sie doch alle zugleich der Seele eigen. +2 Petrus 2Petr 69 1 5 19 Der Glaube ist Grund und Wurzel aller christlichen Tugenden. [Hebr 11,6] Ohne die sittliche Tatkraft ist der Glaube tot; sie entspringt aber aus dem Glauben. +2 Petrus 2Petr 69 1 5 20 Die Erkenntnis, was zu tun und was zu lassen ist, damit in allem Gottes Ehre gefördert werde. +2 Petrus 2Petr 69 1 6 In scientia autem abstinentiam, in abstinentia autem patientiam, in patientia autem pietatem, in der Erkenntnis die Enthaltsamkeit,²¹ in der Enthaltsamkeit die Geduld,²² in der Geduld die Gottseligkeit,²³ +2 Petrus 2Petr 69 1 6 21 Selbstbeherrschung. Diese hat die Einsicht zur Voraussetzung und betätigt sich gegen die Leidenschaften. Ist jene eine Tugend des Verstandes, so diese des Willens. +2 Petrus 2Petr 69 1 6 22 Nur in der frommen Hingabe an Gott findet die Geduld festen Stand. Sie selbst aber hat die Selbstbeherrschung zur Voraussetzung. +2 Petrus 2Petr 69 1 6 23 Das von den drei göttlichen Tugenden getragene Verhalten des Christen, mit dem er sich bemüht, als Pflichten gegen Gott, und um seinetwillen auch gegen den Nächsten treu zu erfüllen. +2 Petrus 2Petr 69 1 7 In pietate autem amorem fraternitatis, in amore autem fraternitatis caritatem. in der Gottseligkeit die Bruderliebe, in der Bruderliebe die Nächstenliebe.²⁴ +2 Petrus 2Petr 69 1 7 24 Wie der Glaube am Anfange, so nimmt die Liebe am Schlusse eine besondere Stellung ein, jener ist die Grundlage und Wurzel, diese die Krone und Vollendung. +2 Petrus 2Petr 69 1 8 Hæc enim si vobiscum adsint, et superent, non vacuos, nec sine fructu vos constituent in Domini nostri Jesu Christi cognitione. Denn wenn dies²⁵ bei euch vorhanden ist und sich mehrt, so wird es euch nicht untätig, noch unfruchtbar sein lassen für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. +2 Petrus 2Petr 69 1 8 25 Weil nur der, welcher eifrig der Tugend nachstrebt, zu immer lebendigerer und immer vollkommenerer Erkenntnis Christi und des Christentums gelangt (V. 8), das Unglück dessen aber, der dieses Strebens ermangelt, überaus groß ist. +2 Petrus 2Petr 69 1 9 Cui enim non præsto sunt hæc, cæcus est, et manu tentans, oblivionem accipiens purgationis veterum suorum delictorum. Denn wem dies mangelt, der ist blind, mit der Hand in der Irre tastend, und hat der Reinigung von seinen alten Sünden vergessen. +2 Petrus 2Petr 69 1 10 Quapropter fratres magis satagite ut per bona opera certam vestram vocationem, et electionem faciatis: hæc enim facientes, non peccabitis aliquando. Darum Brüder!²⁶ beeifert euch um so mehr, eure Berufung²⁷ und Auserwählung durch gute Werke²⁸ gewiss zu machen; denn wenn ihr dies tuet, werdet ihr niemals zu Falle kommen.²⁹ +2 Petrus 2Petr 69 1 10 26 Diese Anrede findet sich im Briefe nur an dieser Stelle, während der Apostel die Leser zweimal in jedem der beiden Briefe Geliebte anredet. +2 Petrus 2Petr 69 1 10 27 Zum Stande des Glaubens und der Gnade. Sie sind vor vielen anderen berufen. Die Berufung erinnert an V. 3 und [1Petr 1,15, 1Petr 5,10]; die Auserwählung an die Bezeichnung der Christen [1Petr 1,1, 1Petr 2,9]. +2 Petrus 2Petr 69 1 10 28 Im Griech. fehlt: durch gute Werke. Wie? Zeigen V. 8, V. 9. +2 Petrus 2Petr 69 1 10 29 Griech.: Anstoßen, fallen. +2 Petrus 2Petr 69 1 11 Sic enim abundanter ministrabitur vobis introitus in æternum regnum Domini nostri, et Salvatoris Jesu Christi. Denn so³⁰ wird euch ein weit offener Eingang in das ewige Reich unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus verstattet werden.³¹ +2 Petrus 2Petr 69 1 11 30 Wenn ihr dies tut. +2 Petrus 2Petr 69 1 11 31 Das himmlische Reich des Herrn, das unserm irdischen Auge verborgen, bereits in der Ewigkeit besteht und seine unwandelbare und ewige Vollendung bei der Wiederkunft Christi zum Gericht erhalten wird. Euren Verdienst hier wird die Gabe Gottes dort entsprechen. +2 Petrus 2Petr 69 1 12 Propter quod incipiam vos semper commonere de his: et quidem scientes et confirmatos vos in præsenti veritate. Darum³² werde ich darauf bedacht sein, euch stets³³ an diese Dinge³⁴ zu erinnern, obwohl ihr sie wisset und gefestigt seid in der euch gegenwärtigen Wahrheit. +2 Petrus 2Petr 69 1 12 32 V. 11. +2 Petrus 2Petr 69 1 12 33 Unter allen Verhältnissen und Umständen. Denn von dem christlichen Leben hängt das ewige Heil ab, und tausend Klippen drohen jedem. +2 Petrus 2Petr 69 1 12 34 Über das V. 3 11 Gesagte. +2 Petrus 2Petr 69 1 13 Justum autem arbitror quamdiu sum in hoc tabernaculo, suscitare vos in commonitione: Ich halte es aber für Pflicht,³⁵ so lange ich in diesem Gezelte bin, euch aufzumuntern durch Erinnerung, +2 Petrus 2Petr 69 1 13 35 Durch sein Amt im Hinblick auf seinen baldigen Tod und die ihnen drohenden Gefahren musste er, wenn sie auch zur Zeit ihn erfreuen, doch dieses Ermahnungsschreiben an sie richten. Sein Hintritt ist baldig, nach anderen plötzlich. +2 Petrus 2Petr 69 1 14 Certus quod velox est depositio tabernaculi mei secundum quod et Dominus noster Jesus Christus significavit mihi. da ich weiß, dass mein Gezelt³⁶ bald abgebrochen³⁷ werden wird, wie auch unser Herr Jesus Christus mir offenbart hat. +2 Petrus 2Petr 69 1 14 36 Wie [2Kor 5,1.4]. Gegensatz zu dem Baue aus Gott. Derselbe Gedanke ist in dem Bilde [1Petr 1,17] und [1Petr 2,11]. +2 Petrus 2Petr 69 1 14 37 Eigentlich: abgelegt. Indes legt man ein Gezelt nicht ab, sondern ein Kleid. Der Apostel will vielleicht durch die Wahl des Ausdrucks die freudige Leichtigkeit ausdrücken, mit der seine Seele sich zu Gott aufschwingen wird. +2 Petrus 2Petr 69 1 15 Dabo autem operam et frequenter habere vos post obitum meum, ut horum memoriam faciatis. Ich werde aber Sorge tragen, dass ihr im Stande seiet auch oftmals nach meinem Tode dieser Dinge zu gedenken.³⁸ +2 Petrus 2Petr 69 1 15 38 Der gegenwärtige Brief soll für die Leser ein schriftliches Denkmal sein, dass sie auch nach dem Tode des Apostels an seine Mahnungen erinnert. Andere Ausleger verstehen die Worte von einem Versprechen nach seinem Tode für die Christen zu beten, was aber aus dem Wortlaute nicht herzuleiten ist. +2 Petrus 2Petr 69 1 16 Non enim doctas fabulas secuti notam fecimus vobis Domini nostri Jesu Christi virtutem, et præsentiam: sed speculatores facti illius magnitudinis. Denn nicht klug ersonnenen Fabeln³⁹ folgend haben wir⁴⁰ euch die Macht⁴¹ und Ankunft unsers Herrn Jesus Christus kundgetan, sondern als solche, die Augenzeugen seiner Hoheit geworden sind.⁴² +2 Petrus 2Petr 69 1 16 39 An den fünf Stellen, an denen dieses Wort im N. T. vorkommt, bezeichnet es stets unwahre Erzählungen oder lehren. Der heil. Petrus hat die in Kap 2, 3 bekämpften Irrlehren vor Augen, namentlich jene, welche die Wahrheit, dass Christus in göttlicher acht im Himmel thront und in Herrlichkeit kommen wird, leugnete. +2 Petrus 2Petr 69 1 16 40 Die Apostel. +2 Petrus 2Petr 69 1 16 41 Die Macht des im Himmel thronenden Heilandes. +2 Petrus 2Petr 69 1 16 42 Bei der Verklärung V. 17, V. 18. Derselben Berufung auf seine Zeugenschaft von der großen und wunderbaren Verherrlichung des Erlösers begegnen wir in den reden des heil. Petrus. [Apg 2,32, Apg 3,15, Apg 5,32, Apg 19,39] Auch bei der Wahl eines Apostels an Stelle des Judas stellt der Apostelfürst als Forderung, dass der zu Erwählende mit dem Herrn seit der Taufe gewandelt. [Apg 1,20] Auch im ersten Briefe beruft er sich [1Petr 5,6] auf diese Zeugenschaft. +2 Petrus 2Petr 69 1 17 Accipiens enim a Deo Patre honorem, et gloriam, voce delapsa ad eum hujuscemodi a magnifica gloria: Hic est Filius meus dilectus, in quo mihi complacui, ipsum audite. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit,⁴³ als von der hocherhabenen Herrlichkeit eine Stimme zu ihm herabkam, also lautend: Dies ist mein Sohn, der geliebte,⁴⁴ an dem ich Wohlgefallen habe, ihn höret! +2 Petrus 2Petr 69 1 17 43 Die Christus allezeit eigene Größe, die sich in der Verklärung und in vielen Wundern offenbarte. Auf die Verklärung beruft sich der heil. Petrus, weil diese das Abbild der Herrlichkeit des Herrn im Himmel war, und weil dieselbe zugleich mit dem Zeugnisse des Vaters deutlicher Beweis dafür ist, dass Christus der ewige Sohn Gottes ist und als solcher Macht hat, zum Gerichte zu kommen. +2 Petrus 2Petr 69 1 17 44 Auf dem von Ewigkeit her die Liebe des Vaters ruht. Zeugen sind die beiden Apostel Jakobus und Johannes. (Ähnl. V. 16 alle Apostel.) +2 Petrus 2Petr 69 1 18 Et hanc vocem nos audivimus de clo allatam, cum essemus cum ipso in monte sancto. Und diese Stimme haben wir gehört, vom Himmel erschallend, da wir mit ihm auf dem heiligen⁴⁵ Berge waren. +2 Petrus 2Petr 69 1 18 45 Heilig ist der Berg durch die Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit Christi und das Zeugnis des Vaters. +2 Petrus 2Petr 69 1 19 Et habemus firmiorem propheticum sermonem: cui benefacitis attendentes quasi lucernæ lucenti in caliginoso loco donec dies elucescat, et lucifer oriatur in cordibus vestris: Und so ist uns⁴⁶ nun das prophetische Wort⁴⁷ sicherer,⁴⁸ und ihr tut wohl,⁴⁹ darauf zu achten als auf eine Leuchte,⁵⁰ die da scheint an einem dunklen Orte, bis der Tag⁵¹ anbricht, und der Morgenstern aufgeht in euern Herzen;⁵² +2 Petrus 2Petr 69 1 19 46 Die Christen. +2 Petrus 2Petr 69 1 19 47 Die alttestamentlichen Prophezeiungen, die der Apostel als ein Ganzes auffasst, und die bisherige Erfüllung bilden die Grundlage unseres Glaubens, bis wir zum Schauen gelangen. +2 Petrus 2Petr 69 1 19 48 Der Komparativ weist auf den Unterschied zwischen der Zeit der Verheißung und der Erfüllung. Die Erfüllung hat eine Prophezeiung bestätigt, und diese Erfüllung ist Bürgschaft dafür, dass alles, was noch zu erfüllen ist, gleichfalls eintreten wird, besonders die Wiederkunft des Herrn. +2 Petrus 2Petr 69 1 19 49 Anerkennung des bisherigen Verhaltens. +2 Petrus 2Petr 69 1 19 50 Der Vergleich erinnert an [Ps 118,105]. Der dunkle Ort ist die Welt in ihrem gegenwärtigen Zustande. (Beda) So lange sie dieser Leuchte die Augen nicht verschließen, vermag weder Sünde, noch Verführungsversuche der Irrlehrer ihnen das Heil zu verdunkeln. +2 Petrus 2Petr 69 1 19 51 Der Tag des Wiederkunft des Herrn mit seiner Beseligung. Der Tag, der in euren Herzen anbricht, ist gleichsam der Wiederschein dessen, der einst der Welt erscheint. +2 Petrus 2Petr 69 1 19 52 Vgl. [Offb 22,16]. Das Vatikanische Konzil erklärt (Kap. 3 Vom Glauben), dass wie die Prophezeiungen und Wunder Gottes Allmacht und Wissen klar zeigen, so auch die sichersten und jedem Verständnisse zugänglichen Zeichen der göttlichen Offenbarung sind, indem es als Beweisstelle den vorstehenden Vers anführt. +2 Petrus 2Petr 69 1 20 Hoc primum intelligentes quod omnis prophetia Scripturæ propria interpretatione non fit. indem ihr dies vor allem erkennet, dass keine Weissagung der Schrift Sache eigener⁵³ Auslegung ist. [2Tim 3,16] +2 Petrus 2Petr 69 1 20 53 Durch die Propheten selbst, wie V. 21 weiter erklärt wird. Er bezeichnet das Menschliche im Gegensatze zum Göttlichen: keine Weissagung beruht auf menschlicher Deutung und ist durch menschliche Deutung der Zukunft entstanden. Andere nach dem griech. Texte anders. +2 Petrus 2Petr 69 1 21 Non enim voluntate humana allata est aliquando prophetia: sed Spiritu sancto inspirati, locuti sunt sancti Dei homines. Denn nie ist eine Weissagung durch den Willen eines Menschen ergangen, sondern vom Heiligen Geiste getrieben⁵⁴ redeten⁵⁵ heilige Gottesmänner.⁵⁶ +2 Petrus 2Petr 69 1 21 54 Griech.: getragen, über ihre natürlichen Fähigkeiten emporgehoben und mit übernatürlicher Erleuchtung erfüllt. +2 Petrus 2Petr 69 1 21 55 Die Fortsetzung dieser Gedanken siehe [2Petr 3,3ff]. Die Propheten haben die im A. T. enthaltenen Weissagungen verkündet. +2 Petrus 2Petr 69 1 21 56 Die Propheten. Heilig: wegen der Heiligkeit ihres Amtes und weil der heil. Geist in ihnen wirksam war, endlich auch wegen der Heiligkeit ihres Lebens. Da sie vom Heil. Geist getrieben redeten, kann auch nur er deuten, was sie geredet. +2 Petrus 2Petr 69 2 0 II. Warnung vor Irrlehrern. (2,1 3,13): 1. Das zukünftige Los der falschen Lehrer. Mahnung sie zu meiden. (V. 1 11) a. Wie im A. B., so werden auch im N. B. falsche Lehrer sein, welche gefährliche Sekten stiften, den Herrn, ihren Erlösern, verleugnen, und sich den sichern Untergang beschleunigen, zumal ihr lasterhaftes Leben die Ursache wird, dass die wahre Lehre von den Ungläubigen geschmäht wird, um sie selbst aus Habsucht durch erdichtete Rede schimpflichen Gewinn suchen. (V. 3) Doch sie werden dem Zorne Gottes nicht entgehen, wie die Strafen beweisen, welche Gott über die abtrünnigen Engel, über das ganze Menschengeschlecht bei der Sündflut und endlich über Sodoma und Gomorrha verhängt hat. (V. 6) b. Die Gläubigen dürfen indes nicht meinen, dass auch sie jene Strafe miterleiden müssen, denn Lot, der gerecht war, ward allein von Gott bewahrt. (V. 8) Gott also wird sie schützen, die Bösen strafen, und über die Irrlehrer, welche aus Hochmut neue Sekten schaffen, härtere Züchtigung verhängen, obwohl die verdammten Engel ihre Strafe nicht mehr zu ertragen vermögen. (V. 11) 2. Beschreibung des Lebens und der Lehre der falschen Lehrer und Widerlegung derselben. (2,12 3,13) a. Die Irrlehrer sind in ihrem Lebenswandel gotteslästerlich, habsüchtig, allen Lüsten ergeben, Verführer, wahre Söhne Balaams. (V. 16) Während sie Sklaven der Verdorbenheit sind, heucheln sie Freiheit, verlocken andere zum Lasterleben, und laden umso größere Schuld auf sich, weil sie zu ihrem Gespeie zurückgekehrt sind. +2 Petrus 2Petr 69 2 1 Fuerunt vero et pseudoprophetæ in populo, sicut et in vobis erunt magistri mendaces, qui introducent sectas perditionis, et eum, qui emit eos, Dominum negant: superducentes sibi celerem perditionem. Es traten aber¹ auch falsche Propheten² unter dem Volke auf,³ wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche Sonderrichtungen⁴ des Verderbens einführen werden, indem sie den Herrn,⁵ der sie erkauft hat, verleugnen, so schnelles Verderben über sich selbst herbeiführend.⁶ +2 Petrus 2Petr 69 2 1 1 Erinnerung an [Mt 24,11]. +2 Petrus 2Petr 69 2 1 2 Menschen, die sich fälschlich als Propheten ausgeben. Die Tatsache, dass im Volke Israel falsche Propheten auftraten, ist, wie das ganze A. T. typisch für das N. Falsch sind die hier bezeichneten Lehrer schon dadurch, dass sie sich als Lehrer ausgeben. Hier spricht der heil. Petrus von der Zukunft. V. 9 schildert er ihr Treiben. Ein solcher Übergang ist in Weissagungen häufig, hier aber auch daraus zu erklären, dass die Irrlehrer bereits anderswo ihr Wesen entfaltet haben, während sie im Leserkreise erst beginnen, ihr Gift auszustreuen. +2 Petrus 2Petr 69 2 1 3 Dem auserwählten Volk Gottes, Israel. +2 Petrus 2Petr 69 2 1 4 Dies Volk kommt im N. T. für eine Partei der Juden [Apg 5,17], als jüdische Bezeichnung des Christentums [Apg 25,5.14, Apg 28,22] endlich [Gal 5,20, Tit 3,16] (und an dieser Stelle) für eine Absonderung von der kirchlichen Gemeinschaft auf Grund falscher, der Einfalt und Reinheit des Glaubens zuwider laufender Lehren vor: Sekte. +2 Petrus 2Petr 69 2 1 5 Dies Wort wird im A. T. in der Septuag von Gott gebraucht. Hier bezeichnet es den Heiland als göttlichen Herrn und Gebieter, dem alle Geschöpfe untertan sein müssen. +2 Petrus 2Petr 69 2 1 6 Durch ihre Lehren, indem sie die Macht und Wiederkunft Christi leugnen, durch ihr Leben, da sie von seinen Geboten nichts wissen wollen. +2 Petrus 2Petr 69 2 2 Et multi sequentur eorum luxurias, per quos via veritatis blasphemabitur: Und viele werden ihren Ausschweifungen⁷ folgen, und der Weg der Wahrheit⁸ wird durch sie gelästert werden; +2 Petrus 2Petr 69 2 2 7 Besonders durch Verführung zu bösen Lüsten gewannen sie großen Anhang. Wie unwürdig ist es, sich solchen anzuschließen. +2 Petrus 2Petr 69 2 2 8 Mit einem alttestamentlichen Ausdrucke ist das Christentum bezeichnet, das in der Apostelgeschichte mehrfach schlechthin den Weg der Wahrheit und des Heiles, und die Wege des Judentums wie des Heidentums galten nicht als Wege, sondern als Irrwege. Darum heißt in der Apostelgeschichte das Christentum auch der Weg Gottes [Apg 19,2, Apg 9,23, Apg 22,43, Apg 24,14.22] und er Weg des Herrn [Apg 18,25], da Gott und Christus ihn als Heilsweg offenbart haben. +2 Petrus 2Petr 69 2 3 Et in avaritia fictis verbis de vobis negotiabuntur: quibus judicium jam olim non cessat: et perditio eorum non dormitat. und sie werden in Habsucht mit erdichteten⁹ Worten von euch Gewinn zu ziehen suchen, aber längst schon säumt ihr Gericht¹⁰ nicht, und ihr Verderben schlummert nicht.¹¹ +2 Petrus 2Petr 69 2 3 9 Ohne Grund und Inhalt. +2 Petrus 2Petr 69 2 3 10 Wie am Schlusse des V. 1 Hinweis auf das Gericht. Dort hat er es als Folge ihres Treibens bezeichnet, hier stellt er es als Wirkung der göttlichen Strafgerechtigkeit dar. +2 Petrus 2Petr 69 2 3 11 Von Alters her, wie V. 4 6 zeigen. +2 Petrus 2Petr 69 2 4 Si enim Deus angelis peccantibus non pepercit, sed rudentibus inferni detractos in tartarum tradidit cruciandos, in judicium reservari. Hat doch Gott die Engel,¹² welche gesündigt hatten, nicht verschont, sondern mit Ketten der Hölle gefesselt, und sie in den Abgrund zur Peinigung verstoßen, damit sie zum Gerichte aufbewahrt werden, [Jud 1,6] +2 Petrus 2Petr 69 2 4 12 Die Engel, welche vor dem Sündenfalle der ersten Menschen durch Hochmut gegen Gott gesündigt und zur Strafe aus dem Himmel in die Hölle verstoßen sind. +2 Petrus 2Petr 69 2 5 Et originali mundo non pepercit, sed octavum Noe justitiæ præconem custodivit, diluvium mundo impiorum inducens. und der alten Welt¹³ nicht geschont, sondern nur Noe,¹⁴ den Prediger der Gerechtigkeit,¹⁵ als den achten¹⁶ geschützt, als er die Sündflut über die Welt der Gottlosen¹⁷ kommen ließ; [Gen 7,1] +2 Petrus 2Petr 69 2 5 13 Die vorsündflutliche Welt. +2 Petrus 2Petr 69 2 5 14 Noe wird vom heil. Petrus hier wie [1Petr 3,20] als Vorbild der Christen erwähnt. Auch der Heiland erinnerte in seiner Rede über das Weltende an Noes Zeit. [Mt 24,37ff] Der heil. Paulus stellt ihn den Christen gleichfalls als Vorbild hin. [Hebr 11,7] +2 Petrus 2Petr 69 2 5 15 Durch sein tugendhaftes Leben, wie durch sein Wort und den Bau der Arche, forderte er seine Zeitgenossen auf, den Weg des Unglaubens und der Ungerechtigkeit zu verlassen. +2 Petrus 2Petr 69 2 5 16 Noe mit sieben Seelen, mit denen, welche mit ihm in die Arche gingen. +2 Petrus 2Petr 69 2 5 17 Weil von Gottlosen bewohnt und entweiht. [Gen 6,13] +2 Petrus 2Petr 69 2 6 Et civitates Sodomorum, et Gomorrhæorum in cinerem redigens, eversione damnavit: exemplum eorum, qui impie acturi sunt, ponens: auch die Städte Sodoma und Gomorrha in Asche verwandelt und mit Zerstörung bestraft, und sie als Vorbild für die, welche gottlos handeln werden, aufgestellt,¹⁸ [Gen 19,25] +2 Petrus 2Petr 69 2 6 18 Ähnlich Judas V. 7. Der Hinweis geht nicht allein auf das Feuer, das jetzt in der Hölle brennt, sondern insbesondere auf das Gericht. [2Petr 3,7] +2 Petrus 2Petr 69 2 7 Et justum Lot oppressum a nefandorum injuria, ac luxuriosa conversatione eripuit: während er den gerechten Lot errettete, der unter der Gewalttätigkeit der Frevler und ihrem ausschweifenden Wandel schwer litt;¹⁹ +2 Petrus 2Petr 69 2 7 19 Wie der Apostel V. 5 dem Strafbeispiel der vorsündflutlichen Welt das Rettungsvorbild Noes gegenübergestellt, so ist hier das Beispiel der Strafe Sodomas und Gomorrhas Veranlassung zur Warnung und das Beispiel der Errettung Lots Beweggrund zur Ermutigung der Gläubigen. Der Schmerz Lots muss in den Herzen der Leser sich erneuern. +2 Petrus 2Petr 69 2 8 Aspectu enim, et auditu justus erat: habitans apud eos, qui de die in diem animam justam iniquis operibus cruciabant. denn bei allem, was er sah und hörte, blieb er gerecht, obwohl er inmitten derer wohnte, welche von Tag zu Tag seine gerechte Seele durch böse Werke peinigten. +2 Petrus 2Petr 69 2 9 Novit Dominus pios de tentatione eripere: iniquos vero in diem judicii reservare cruciandos: Es weiß der Herr²⁰ die Frommen aus der Versuchung zu erretten,²¹ die Ungerechten²² aber auf den Tag des Gerichtes zur Peinigung²³ aufzubewahren, +2 Petrus 2Petr 69 2 9 20 Gott. +2 Petrus 2Petr 69 2 9 21 Durch Versuchung seitens des Bösen, wie durch Leiden. +2 Petrus 2Petr 69 2 9 22 Solche waren die bösen Engel (V. 5), die Bewohner von Sodoma und Gomorrha (V. 8), und sind die gottlosen Irrlehrer. (V. 10) +2 Petrus 2Petr 69 2 9 23 Griech. besser: In Strafe bewahrt bis auf den Tag des Gerichtes. Die Strafe beginnt mit dem Tode. +2 Petrus 2Petr 69 2 10 Magis autem eos, qui post carnem in concupiscentia immunditiæ ambulant, dominationemque contemnunt, audaces, sibi placentes, sectas non metuunt introducere blasphemantes: vorzüglich aber diejenigen, welche in unreiner Lust dem Fleische nachwandeln,²⁴ die Herrschaft²⁵ verachten, vermessen und selbstgefällig sich nicht scheuen, Trennungen einzuführen und zu lästern;²⁶ +2 Petrus 2Petr 69 2 10 24 Die Irrlehrer werden als grobe Unzuchtssünder und Verächter Christi, als des einen Herrn und Heilandes, charakterisiert. Das Letztere ist der Grund der erstgenannten Verirrung. +2 Petrus 2Petr 69 2 10 25 Christus. Dieser wird ja in diesem Briefe als Herr bezeichnet, seine höchste Macht leugnen die Irrlehrer. (Vergl. Judas V. 8.) +2 Petrus 2Petr 69 2 10 26 Griech.: sie scheuen sich nicht, Herrlichkeiten zu lästern. So heißen die gefallenen Engel wegen ihrer ursprünglich gottähnlichen Natur. +2 Petrus 2Petr 69 2 11 Ubi Angeli fortitudine, et virtute cum sint majores, non portant adversum se exsecrabile judicium. während doch Engel, die an Stärke und Macht größer sind,²⁷ kein Fluchurteil wider einander fällen.²⁸ +2 Petrus 2Petr 69 2 11 27 Mächtiger als die Herrlichkeiten. +2 Petrus 2Petr 69 2 11 28 Die guten Engel enthalten sich im Hinblick auf Gott jedes eigenmächtigen lästernden Urteils selbst über die bösen Geister. Griech.: wider dieselben. +2 Petrus 2Petr 69 2 12 Hi vero velut irrationabilia pecora, naturaliter in captionem, et in perniciem in his quæ ignorant blasphemantes in corruptione sua peribunt, Diese aber werden, wie unvernünftige Tiere,²⁹ welche von Natur bestimmt sind gefangen und getötet zu werden, da sie über das lästern, was sie nicht verstehen, in ihrer Verdorbenheit zu Grunde gehen,³⁰ +2 Petrus 2Petr 69 2 12 29 Sie, die sich selbst über die Geisterwelt erheben, stehen nicht einmal auf der Stufe von Menschen, sondern sind zu den Tieren herabgesunken. Durch ihren Unglauben kennen sie die Herrlichkeiten nicht und wagen sie deshalb zu lästern und als ohnmächtige Wesen zu verspotten. +2 Petrus 2Petr 69 2 12 30 Sie gehen blind dem verderben entgegen. Nach einigen liegt hierin die Gleichheit mit den Tieren. Um ihres sittlichen Unwertes willen werden sie dem Verderben anheimfallen. +2 Petrus 2Petr 69 2 13 Percipientes mercedem injustitiæ, voluptatem existimantes diei delicias: coinquinationes, et maculæ deliciis affluentes, in conviviis suis luxuriantes vobiscum, und so den Lohn ihrer Ungerechtigkeit empfangen, sie,³¹ die für Lust die Schwelgerei erachten, wie der Tag sie ihnen darbietet, die als Schmutz- und Schandflecken³² in Üppigkeit schwelgen,³³ bei ihren Gastmählern unter euch prassend, +2 Petrus 2Petr 69 2 13 31 Charakterisierung der Irrlehrer: Hinsichtlich des Wohllebens V. 13, der Unzucht V. 14, der Habsucht V. 15, des Lohnes, der der Ungerechtigkeit gebührt. Vergl. [Offb 1,18]. +2 Petrus 2Petr 69 2 13 32 Vergl. Judas V. 12. +2 Petrus 2Petr 69 2 13 33 Viele griech. Handschriften lesen: in ihren Betrügereien, indem sie sich nämlich durch Anpreisung ihrer falschen Weisheit Geld und Teilnahme an den Mahlen (besonders Liebesmahlen: Judas V. 12) erschleichen. +2 Petrus 2Petr 69 2 14 Oculos habentes plenos adulterii, et incessabilis delicti. Pellicientes animas instabiles, cor exercitatum avaritia habentes, maledictionis filii: die Augen voller Ehebruch und unaufhörlicher Sünde. Sie verlocken die schwankenden Seelen, ihr Herz ist erfüllt von Künsten der Habsucht,³⁴ sie sind Kinder des Fluches. +2 Petrus 2Petr 69 2 14 34 Wohlgeübt sich fremdes Eigentum anzueignen. +2 Petrus 2Petr 69 2 15 Derelinquentes rectam viam erraverunt, secuti viam Balaam ex Bosor, qui mercedem iniquitatis amavit: Sie haben den geraden Weg³⁵ verlassen und sind abgeirrt, indem sie dem Wege Balaams, des Sohnes Bosors,³⁶ folgten, welcher den Lohn der Ungerechtigkeit liebte,³⁷ +2 Petrus 2Petr 69 2 15 35 Das Christentum, den weg der Wahrheit und Gerechtigkeit. +2 Petrus 2Petr 69 2 15 36 [Num 22,5, Dtn 23,5] Sie haben die Habsucht Balaams aus Bosor (richtiger: des Sohnes Bosors oder Beors) nachgeahmt. +2 Petrus 2Petr 69 2 15 37 Da er durch göttliche Offenbarung wusste, dass Israel das gesegnete Volk Gottes war. Die Irrlehrer suchen einen irdischen Lohn der Ungerechtigkeit gleichsam als Pfand des ewigen Lohnes dieser Ungerechtigkeit, den sie zwar nicht suchen, der ihnen aber unvermeidlich zu Teil wird. +2 Petrus 2Petr 69 2 16 Correptionem vero habuit suæ vesaniæ: subjugale mutum animal, hominis voce loquens, prohibuit prophetæ insipientiam. aber auch die Zurechtweisung für seine Torheit empfing; ein sprachloses Lasttier³⁸ redete mit Menschenstimme, und wehrte der Torheit des Propheten. +2 Petrus 2Petr 69 2 16 38 Die Eselin hinderte nicht die Reise, sondern widerstand der Widersinnigkeit, mit welcher Balaam gegen den Engel des Herrn vorging. +2 Petrus 2Petr 69 2 17 Hi sunt fontes sine aqua, et nebulæ turbinibus exagitatæ, quibus caligo tenebrarum reservatur. Diese sind wasserlose Quellen,³⁹ Nebelwolken,⁴⁰ von Sturmwinden gejagt;⁴¹ ihnen ist das Dunkel der Finsternis aufbehalten. +2 Petrus 2Petr 69 2 17 39 Dies Bild erinnert an [Jer 2,13, Spr 10,11ff, Jes 58,11] und an die Worte des Herrn [Joh 4,13.14, Joh 7,38]. Das Wasser ist Sinnbild der die Seele für Zeit und Ewigkeit beseligendes Wahrheit. Diese Wahrheit versprechen auch die Irrlehrer, doch trügerisch. +2 Petrus 2Petr 69 2 17 40 Bei Judas trübe, um auf das schmutzige Wesen der Irrlehrer hinzuweisen. +2 Petrus 2Petr 69 2 17 41 Sie lieben die Finsternis mehr als das Licht. [Joh 3,19] Vom Sturme ihrer Leidenschaften gejagt werden die Irrlehrer erst in dem Dunkel der Finsternis Ruhe finden. Diese Schilderung passt auf die Irrlehrer aller Jahrhunderte. (Hier.) +2 Petrus 2Petr 69 2 18 Superba enim vanitatis loquentes, pelliciunt in desideriis carnis luxuriæ eos, qui paululum effugiunt, qui in errore conversantur: Denn indem sie hochfahrende Reden voll Nichtigkeit führen, verlocken sie durch fleischliche Gelüste und Ausschweifungen die, welche kaum denen entrinnen,⁴² welche im Irrtume wandeln, +2 Petrus 2Petr 69 2 18 42 Die durch ihre Bekehrung kaum dem Irrtum entflohen sind. Griech.: die, welche kaum entflohen sind, denen noch manches heidnische und verkehrte anheftet. +2 Petrus 2Petr 69 2 19 Libertatem illis promittentes, cum ipsi servi sint corruptionis: a quo enim quis superatus est, hujus et servus est. indem sie ihnen Freiheit⁴³ verheißen, sie, die selber Sklaven des Verderbens sind; denn von wem jemand überwältigt wird, dessen Sklave ist er auch.⁴⁴ +2 Petrus 2Petr 69 2 19 43 Freilich nicht die Freiheit von der Sünde, sondern die Freiheit zur Sünde. +2 Petrus 2Petr 69 2 19 44 Bild aus dem Kriegsrechte. +2 Petrus 2Petr 69 2 20 Si enim refugientes coinquinationes mundi in cognitione Domini nostri, et Salvatoris Jesu Christi, his rursus implicati superantur: facta sunt eis posteriora deteriora prioribus. Denn wenn⁴⁵ die, welche durch die Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes⁴⁶ Jesus Christus den Befleckungen der Welt⁴⁷ entronnen sind,⁴⁸ sich von denselben doch wieder verstricken und überwinden lassen, so ist bei ihnen das Letzte ärger geworden als das Erste. [Mt 12,45, Hebr 10,26ff] +2 Petrus 2Petr 69 2 20 45 Nachdrucksvolle Behauptung. +2 Petrus 2Petr 69 2 20 46 Erinnerung an die göttliche Macht des Herrn, die für die Gerechten tröstlich, für die Abtrünnigen und Sünder furchtbar ist. An der Persönlichkeit dessen, von dem sie der Sinnlichkeit halber abgefallen sind, ist die Tiefe ihres Falles und die Größe des bevorstehenden Verderbens zu ermessen. +2 Petrus 2Petr 69 2 20 47 Die Laster und Ausschweifungen. +2 Petrus 2Petr 69 2 20 48 Der Zustand vor der Bekehrung wird mit dem durch den Abfall herbeigeführten verglichen. Als Heiden besaßen sie in ihrer Unwissenheit eine Entschuldigung, die ihnen jetzt abgeht. Auf ihren Zustand im Heidentume folgte die Bekehrung, dann der Abfall, und da dieser wohl dauernd ist, ewiges Verderben. Vergl. [Hebr 6,4-6, Hebr 10,26.27]. +2 Petrus 2Petr 69 2 21 Melius enim erat illis non cognoscere viam justitiæ, quam post agnitionem retrorsum converti ab eo, quod illis traditum est sancto mandato. Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit⁴⁹ nicht kennengelernt zu haben, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt, sich wieder abwenden von dem heiligen Gebote,⁵⁰ das ihnen überliefert ist. +2 Petrus 2Petr 69 2 21 49 Der Weg der Gerechtigkeit ist das Christentum seinem innersten Wesen nach, besonders indem es die Menschen befähigt, Gutes zu tun. +2 Petrus 2Petr 69 2 21 50 Dies ist das Christentum kraft der ihm innewohnenden und die Menschen verpflichtenden göttlichen Autorität. Heilig nennt der Apostel es hier, weil die Irrlehren gerade den stärksten Gegensatz dazu bilden. +2 Petrus 2Petr 69 2 22 Contigit enim eis illud veri proverbii: Canis reversus ad suum vomitum: et, Sus lota in volutabro luti. Es ist ihnen widerfahren, was das wahre Sprichwort sagt: Der Hund wendet sich zurück zu dem, was er gespieen; und: Das Schwein wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kote.⁵¹ +2 Petrus 2Petr 69 2 22 51 Die beiden hier erwähnten Tiere sind nach der Anschauung des A. T. unrein und verachtet, ein Bild lasterhafter Menschen. Vergl. [Mt 6,7]. Beide Sprüche haben die gleiche Tendenz. Der erste ist [Spr 26,11] entnommen, in der Umgestaltung, welche ihm der Gebrauch gegeben, der andere hat keine Quelle im A. T. Das Erbrechen sinnbildet die Sünden und Laster, in welche sie nach ihrer Bekehrung zurückfallen. Die Verse 20 27 zeigen, dass auch der Gerechtfertigte wieder in Sünden fallen und die Gnade Gottes verlieren kann. +2 Petrus 2Petr 69 3 0 b. Aus den Lehren der Irrlehrer handelt der Apostel, damit die Leser der Lehre eingedenk seien, welche sie den Aposteln erhalten (V. 2): 1. Daraus, dass nach der Meinung der Irrlehrer alles von Anfang an so geblieben ist, wie es jetzt ist, wollen diese schließen, dass auch alles so bleiben wird. (V. 4) 2. Indes die so reden, wissen nicht, dass Gott bereits einmal die Welt durch die Sündflut hat untergehen lassen und dass Himmel und Erde jetzt dem Feuer am Tage des Gerichtes aufbewahrt bleibt. (V. 7) Sie wissen nicht, dass Gott ein anderes Maß für die Zeit hat als wir, und dass er, wenn er auf die Erfüllung seiner Verheißungen warten lässt, dies nur tut, um allen Zeit zur Buße zu lassen. (V. 9) 3. Da nun aber der Tag des Herrn sicher kommen wird, mögen die Christen bemüht sein, die Ankunft des Herrn und jene Neuschöpfung schneller herbeizuführen, in welcher die Gerechtigkeit thronen wird. (V. 13) Epilog. (V. 14 18): Alles, was er geschrieben, kurz zusammenfassend, mahnt Petrus die Christen: 1. Ein heiliges Leben zu führen. (V. 14) 2. Die ihnen gewährte Zeit zu gebrauchen, um ihr Heil zu wirken, wozu sie auch Paulus nach der ihm von Gott gewordenen Weisheit in seinen Briefen ermuntert, in denen manches schwer ist, was die Irrlehrer, ebenso wie die übrige Schrift, zu ihrem Verderben missbrauchen. (V. 16) 3. Gewarnt mögen die Leser sich hüten, sich in jene Irrtümer verstricken zu lassen, vielmehr wachsen in der Erkenntnis unseres Herrn. +2 Petrus 2Petr 69 3 1 Hanc ecce vobis, carissimi, secundam scribo epistolam, in quibus vestram excito in commonitione sinceram mentem: Sehet, Geliebte!¹ dies ist bereits der zweite Brief, den ich euch schreibe, um durch Ermahnungen euern lautern Sinn zu wecken, +2 Petrus 2Petr 69 3 1 1 Je größer die Gefahren, desto größer die Besorgnis des Apostels. (Vergl. V. 9, V. 14, V. 17) +2 Petrus 2Petr 69 3 2 Ut memores sitis eorum, quæ prædixi verborum a sanctis Prophetis, et Apostolorum vestrorum, præceptorum Domini et Salvatoris. auf dass ihr gedenket an die Worte, die ich aus den heiligen Propheten vorher erwähnt habe,² und an die von euern Aposteln³ mitgeteilten Gebote⁴ des Herrn und Heilandes.⁵ +2 Petrus 2Petr 69 3 2 2 Griech.: Auf dass ihr der von dem heiligen Propheten vorhergesagten Worte und des Gebotes eurer Apostel von dem Herrn und Heiland gedenket. +2 Petrus 2Petr 69 3 2 3 Paulus und seine Mitarbeiter. +2 Petrus 2Petr 69 3 2 4 Die Prophezeiungen sind die des A. T.; die Gebote sind des Heilandes, als dessen, der sie gegeben, der Apostel als derer, die sie kraft des göttlichen Auftrages verkündet haben. +2 Petrus 2Petr 69 3 2 5 Ist Christus Gott, so steht schwere Strafe bevor, wird sein gebot nicht bewahrt. Ist er der Heiland, wer sollte nicht aus Liebe zu ihm an seiner Offenbarung festhalten? +2 Petrus 2Petr 69 3 3 Hoc primum scientes quod venient in novissimis diebus in deceptione illusores, juxta proprias concupiscentias ambulantes, Vor allem wisset,⁶ dass am Ende der Tage⁷ Spötter mit Trug kommen werden, welche nach ihren eigenen Lüsten wandeln,⁸ +2 Petrus 2Petr 69 3 3 6 Um fest zu stehen. +2 Petrus 2Petr 69 3 3 7 Vergl. [1Petr 4,7] hier V. 8, V. 9. +2 Petrus 2Petr 69 3 3 8 Statt die Worte der Propheten und das Gebot des Heilandes und der Apostel zu Wegweisern zu nehmen. +2 Petrus 2Petr 69 3 4 Dicentes: Ubi est promissio, aut adventus ejus? Ex quo enim patres dormierunt, omnia sic perseverant ab initio creaturæ. und sagen: Wo ist die Verheißung, oder seine⁹ Wiederkunft?¹⁰ Denn von der Zeit her, wo die Väter entschlafen sind, verbleibt alles so, seitdem die geschaffenen Dinge ihren Anfang genommen!¹¹ +2 Petrus 2Petr 69 3 4 9 Sie nennen nicht einmal den Namen Christi. +2 Petrus 2Petr 69 3 4 10 Griech.: die Verheißung seiner Ankunft. Dieselbe ist im A. wie im N. B. häufig vorausgesagt. Die Irrlehrer suchen diese Verheißung lächerlich zu machen. Vergl. [1Petr 1,18]. +2 Petrus 2Petr 69 3 4 11 Hier sind zwei Gedanken ineinander verwebt: Seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles, wie es ist; und: Von Anfang der Schöpfung an bleibt alles, wie es ist. Die Väter sind die Väter des Volkes Israel, insbesondere die Patriarchen und Propheten, welchen die Verheißungen gegeben. Der Sinn ist also: So gewiss von Anfang der Welt al alles so geblieben ist, so gewiss wird es auch ferner so bleiben, und so wenig die Prophezeiungen bisher erfüllt sind, so wenig werden sie es werden. Andere verstehen die Worte von den Vätern dieses Geschlechtes, dem die Spötter angehören. Petrus schrieb diesen Brief etwa 35 Jahre nach der Himmelfahrt Christi, Christus aber hatte gesagt: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist. [Mt 24,34] Viele erwarteten mit dem Strafgerichte über die Juden die Wiederkehr des Herrn zum Weltgerichte. +2 Petrus 2Petr 69 3 5 Latet enim eos hoc volentes, quod cli erant prius, et terra, de aqua, et per aquam consistens Dei verbo: Absichtlich nämlich vergessen sie dies, dass der Himmel¹² einst¹³ war, und die Erde aus Wasser und durch Wasser¹⁴ kraft des Wortes¹⁵ Gottes sich gestaltet hat, +2 Petrus 2Petr 69 3 5 12 Der Lusthimmel. +2 Petrus 2Petr 69 3 5 13 Von Anbeginn der Schöpfung bis zur Sündflut. Gegensatz V. 7. Wasser bedeckte die Erde bei der Schöpfung, so verdankte sie diesem bei ihrer Gestaltung die Verwirklichung bei der Sündflut den Untergang. +2 Petrus 2Petr 69 3 5 14 De Stoff, per Mittel: Wort Gottes und Wasser. +2 Petrus 2Petr 69 3 5 15 Mit Beziehung auf [Gen 1,3ff.6.9]. +2 Petrus 2Petr 69 3 6 Per quæ, ille tunc mundus aqua inundatus periit. wodurch auch die damalige Welt, von Wasser überflutet,¹⁶ zu Grunde ging. +2 Petrus 2Petr 69 3 6 16 Wodurch: durch Wasser. Die damalige Welt ging durch Wasser zu Grunde, die jetzige wird durch Feuer umgestaltet werden (V. 7); dass die Umgestaltung der Welt durch Feuer statthaben werde, findet sich in der heil. Schrift nur an dieser Stelle. +2 Petrus 2Petr 69 3 7 Cli autem, qui nunc sunt, et terra eodem verbo repositi sunt, igni reservati in diem judicii, et perditionis impiorum hominum. Der jetzige Himmel aber und die Erde sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und dem Feuer vorbehalten auf den Tag des Gerichtes und des Verderbens der gottlosen Menschen. +2 Petrus 2Petr 69 3 8 Unum vero hoc non lateat vos, carissimi, quia unus dies apud Dominum sicut mille anni, et mille anni sicut dies unus. Dies eine aber vergesset nicht,¹⁷ Geliebte! dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag.¹⁸ +2 Petrus 2Petr 69 3 8 17 Der erste Einwurf V. 4. In V. 5 hatte er auf einen von jenen Irrlehrern übersehenen Gesichtspunkt hingewiesen. Hier hebt der Apostel denjenigen hervor, welchen die Leser nicht übersehen dürfen und den im Auge zu behalten für sie ausreicht. +2 Petrus 2Petr 69 3 8 18 [Ps 89,4] Die Zeit der Wiederkunft des Herrn bestimmt nicht die Erwartung der Menschen, sondern die göttliche Langmut. Für Gott ist seit dem Tode der Väter zudem noch keine lange Zeit verflossen; deshalb wird die Erfüllung der Verheißung eintreten, dann, wenn der von ihm gewählte Zeitpunkt da ist. +2 Petrus 2Petr 69 3 9 Non tardat Dominus promissionem suam, sicut quidam existimant: sed patienter agit propter vos, nolens aliquos perire, sed omnes ad pnitentiam reverti. Nicht säumt der Herr mit seiner Verheißung, wie einige meinen, sondern er übt Langmut um euretwillen, indem er nicht will, dass jemand verloren gehe,¹⁹ sondern dass sich alle zur Buße wenden.²⁰ +2 Petrus 2Petr 69 3 9 19 Ewig +2 Petrus 2Petr 69 3 9 20 Dies ist die Bedingung für die Sünder, um zu erlangen, was Gott will, dass sie selig werden. +2 Petrus 2Petr 69 3 10 Adveniet autem dies Domini ut fur: in quo cli magno impetu transient, elementa vero calore solventur, terra autem et quæ in ipsa sunt opera, exurentur. Es wird aber der Tag des Herrn²¹ kommen wie ein Dieb; alsdann werden die Himmel²² mit gewaltigem Krachen vergehen, die Elemente sich in Feuersglut verzehren und die Erde samt ihren Werken auf ihr verbrennen. +2 Petrus 2Petr 69 3 10 21 Der Tag, an welchem der Herr zum Gerichte kommt. Vergl. [Apg 2,20, Lk 19,41]. Das Bild vom Diebe, vergl. [1Thess 5,2ff, Offb 3,3, Offb 16,15], soll die Leser zur Wachsamkeit mahnen. Vergl. [Mt 24,42ff]. +2 Petrus 2Petr 69 3 10 22 Der Lusthimmel, wie V. 7, nicht der Sternenhimmel. Wann die Katastrophe eintritt, ob vor dem Gerichte (Thom.), oder nach demselben (Aug.), steht nicht fest. +2 Petrus 2Petr 69 3 11 Cum igitur hæc omnia dissolvenda sint, quales oportet vos esse in sanctis conversationibus, et pietatibus, Da nun dies alles einst hinschwinden wird,²³ wie sehr sollt ihr euch eines heiligen Wandels und der Gottseligkeit befleißigen, +2 Petrus 2Petr 69 3 11 23 Das Präsens drückt die Gewissheit der noch zukünftigen Ereignisse aus. +2 Petrus 2Petr 69 3 12 Exspectantes, et properantes in adventum diei Domini, per quem cli ardentes solventur, et elementa ignis ardore tabescent? indem ihr erwartet und entgegeneilt der Ankunft des Tages des Herrn,²⁴ durch den²⁵ die Himmel in Feuer aufgehen und die Elemente in Gluthitze vergehen werden. +2 Petrus 2Petr 69 3 12 24 Machet durch wahre Buße, dass jene Langmut Gottes nicht notwendig sei. +2 Petrus 2Petr 69 3 12 25 Griech. wegen deren (Ankunft) +2 Petrus 2Petr 69 3 13 Novos vero clos, et novam terram secundum promissa ipsius exspectamus, in quibus justitia habitat. Einen neuen Himmel aber und eine neue Erde²⁶ erwarten wir nach seinen Verheißungen,²⁷ in welchen²⁸ Gerechtigkeit wohnt. +2 Petrus 2Petr 69 3 13 26 Der gegenwärtige Himmel und die gegenwärtige Erde werden in einem neuen herrlichen Zustand übertreten. Es ist dies eine weitere Aufmunterung zu heiligem Wandel und ein Trost für die Gläubigen. Vergl. [Offb 21,1]. +2 Petrus 2Petr 69 3 13 27 Die Verheißung [Jes 65,17, Jes 66,2]. Es ist ein Trost für die Gläubigen, da sie dort allen Bedrängnissen und Versuchungen entzogen sein werden, es ist auch eine Mahnung, alle Ungerechtigkeit zu meiden, welche von dort ausschließt. +2 Petrus 2Petr 69 3 13 28 Himmel und Erde Schauplatz der Sünde und der Erlösung, werden auch die Wohnung der Gerechtigkeit sein. +2 Petrus 2Petr 69 3 14 Propter quod carissimi hæc exspectantes, satagite immaculati, et inviolati ei inveniri in pace. Darum, Geliebte! beeifert euch, in der Erwartung dessen,²⁹ unbefleckt und untadelig³⁰ vor ihm erfunden zu werden in Frieden; +2 Petrus 2Petr 69 3 14 29 Darum: Zusammenfassung der in V. 5 13 gegebenen Darlegungen. Dessen: des in V. 12, V. 13 Gesagten. +2 Petrus 2Petr 69 3 14 30 Gegensatz zu den Eigenschaften der Irrlehrer [1Petr 2,13]. +2 Petrus 2Petr 69 3 15 Et Domini nostri longanimitatem, salutem arbitremini: sicut et carissimus frater noster Paulus secundum datam sibi sapientiam scripsit vobis, und achtet die Langmut unsers Herrn³¹ für Heil,³² so wie auch unser geliebter Bruder³³ Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat;³⁴ +2 Petrus 2Petr 69 3 15 31 Christus +2 Petrus 2Petr 69 3 15 32 Etwas, was Heil bezweckt. +2 Petrus 2Petr 69 3 15 33 Mitapostel. +2 Petrus 2Petr 69 3 15 34 Die Antinomianer missbrauchten die Briefe des heil. Paulus, als ob er ihre Irrtümer begünstigte. +2 Petrus 2Petr 69 3 16 Sicut et omnibus epistolis, loquens in eis de his, in quibus sunt quædam difficilia intellectu, quæ indocti, et instabiles depravant, sicut et ceteras Scripturas, ad suam ipsorum perditionem. wie³⁵ auch in allen seinen Briefen, wenn er von diesen Dingen redet, in welchen³⁶ manches Schwerverständliche vorkommt,³⁷ was die Unwissenden und Schwankenden ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben verdrehen. +2 Petrus 2Petr 69 3 16 35 Wohl mit Bezug auf die beiden Imperative. V. 14, V. 15a. +2 Petrus 2Petr 69 3 16 36 Grund sie zu erwähnen. +2 Petrus 2Petr 69 3 16 37 Die Ursache liegt in der hohen Weisheit des heil. Paulus, die aber auch jeden antinomistischen Irrtum ausschließt. Es können nur die kleinasiatischen Briefe des Völkerapostels in Betracht kommen, also die an die Galater, Kolosser, Epheser. Am wahrscheinlichsten ist, dass der heil. Petrus den Brief an die Epheser im Auge hat, da dieser ein Rundschreiben war und an die Pflicht, der Berufung zum Christentum gemäß zu leben, erinnert. Die Schwierigkeit des Verständnisses teilten die Briefe des heil. Paulus mit der ganzen heil. Schrift. Mit Recht bestimmt deshalb der heilige Kirchenrat von Trient: Um zügellose Geister in Schranken zu halten, soll niemand auf eigene Einsicht vertrauend in Sachen des Glaubens und der Sitten, welche auf den Aufbau der christlichen Lehren sich beziehen, die heil. Schrift nach seinem Sinne verdrehen, entgegen dem Sinne, welchen die heil. Mutter, die Kirche, der es zusteht, zu entscheiden über den wahren Sinn und die Auslegung der heil. Schriften, festhielt und festhält; oder auch es wagen, gegen die einmütige Übereinstimmung der Väter die Schrift selbst auszulegen, selbst wenn derlei Auslegungen zu keiner Zeit der Öffentlichkeit übergeben werden soll. +2 Petrus 2Petr 69 3 17 Vos igitur fratres præscientes custodite, ne insipientium errore traducti excidatis a propria firmitate: Ihr also, Brüder!³⁸ die ihr dies voraus wisset, seid auf eurer Hut, damit ihr euch nicht durch den Irrwahn der Toren³⁹ mit fortreißen lasset und eures festen Standes verlustig gehet. +2 Petrus 2Petr 69 3 17 38 Noch einmal wendet der Apostel sich eindringlich an seine Leser. +2 Petrus 2Petr 69 3 17 39 Griech.: der Zuchtlosen. Durch ihre falsche Lehre von der Freiheit leugneten sie die Verpflichtung des Sittengesetzes. +2 Petrus 2Petr 69 3 18 Crescite vero in gratia, et in cognitione Domini nostri, et Salvatoris Jesu Christi. Ipsi gloria et nunc, et in diem æternitatis. Amen. Wachset vielmehr in der Gnade und in der Erkenntnis⁴⁰ unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit,⁴¹ wie jetzt, so auf den Tag der Ewigkeit.⁴² Amen. +2 Petrus 2Petr 69 3 18 40 Wie am Eingange seines Briefes betont der Apostel am Schlusse die christliche Erkenntnis (Gnosis) als Gegenmittel gegen die falsche und antichristliche Gnosis der Irrlehre. +2 Petrus 2Petr 69 3 18 41 Die Doxologie schließt zugleich ein Bekenntnis des Heilandes als Gott und eine Aufforderung in sich ihm anzuhängen. +2 Petrus 2Petr 69 3 18 42 Der Tag an welchem der Herr zu Gericht kommt, und die damit beginnende Ewigkeit. +1 Johannes 1Joh 70 1 0 In einer kurzen Einleitung [1Joh 1,1-4] empfiehlt der Apostel den Lesern sein Evangelium, weil er in demselben als Augenzeuge von dem Worte des Lebens zu dem Zwecke berichtet, das die Gläubigen, mit dem Vater und dem Sohne auf das innigste verbunden, volle Freude genießen mögen. I. Wir müssen im Lichte wandeln, da Gott Licht ist (1,5 2,29): 1. Da Gott Licht ist, müssen wir im Lichte wandeln (1,5 2,11): a. Wer in der Finsternis ist, hat keine Gemeinschaft mit Gott, der Licht ist (V. 7). B. Wer aber im Lichte wandeln will, muss vor allem sich als Sünder bekennen, um durch dies Bekenntnis Nachlass der Sünden zu erlangen. (V. 10) +1 Johannes 1Joh 70 1 1 QUOD fuit ab initio, quod audivimus, quod vidimus oculis nostris, quod perspeximus, et manus nostræ contrectaverunt de verbo vitæ: Was¹ von Anfang² war,³ was⁴ wir⁵ gehört,⁶ was wir mit unseren Augen gesehen,⁷ was wir geschaut⁸ und unsere Hände betastet haben,⁹ von dem Worte des Lebens,¹⁰ +1 Johannes 1Joh 70 1 1 1 Nicht die durch die Sinne wahrgenommenen Tatsachen, welche Christi Person betreffen, sondern das Wesen Christi, welches jene erkennen gelehrt, ist, was er bezeugen will. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 2 Der uns sichtbar erschienen, war bereits von Anfang an (nach einigen: Von Anfang der Schöpfung an und also schon vorher). +1 Johannes 1Joh 70 1 1 3 Das Wort war führt zur Ewigkeit. (Basil.) Wenngleich jene unwandelbare Natur kein war und kein sein wird zulässt, sondern nur ist, sagen wir dennoch wegen des Wechsels der Zeiten, in der unsere Sterblichkeit zugebracht wird, nicht ohne Grund war und wird sein, und ist; war von den vergangenen Jahrhunderten, ist von der Gegenwart, wird sein von der Zukunft. War: weil sie nie mangelte, wird sein: weil sie niemals mangeln wird, ist: weil sie immer ist. (Aug.) Die Vulgata setzt hier das Perfekt im Gegensatze zu [Joh 1,1], in Konformität mit den übrigen Verben. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 4 Die hierauf sich beziehenden Zeitwörter bilden eine Steigerung. Vom Hören (mit eigenen Ohren), geht der Apostel zum Sehen über, dem er, um es als ein unmittelbares zu kennzeichnen, den Beisatz gibt: Mit unseren Augen. Von dem Sehen steigt er zum Betrachten und endlich zur sichersten sinnlichen Wahrnehmung, dem Betasten, empor. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 5 Johannes und seine Mitapostel. Wenngleich der Verfasser sich nicht nennt, charakterisiert er sich doch so als einen Augenzeugen dessen, was er verkündet, wie er V. 3 die Leser zwar nicht bezeichnet, aber doch sein Verhältnis zu ihnen angibt, und V. 4 zwar nicht einen Segenswunsch ausspricht, aber doch einen Wunsch, den er durch sein Schreiben erfüllen will. Auf diese Weise wird der an sich so charakteristische Eingang des Briefes doch dem anderer Briefe nicht allzu unähnlich. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 6 Die Lehren, welche wir vernommen haben. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 7 Besonders die Wunder. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 8 Die durch alles Tun Christi hindurchleuchtende Gottesherrlichkeit. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 9 Erinnerung an den Apostel Thomas [Joh 20,27]. +1 Johannes 1Joh 70 1 1 10 Verbinde: Was wir gehört usw. von dem Worte des Lebens, von dem Worte, welches das Leben ist, also der zweiten Person der Gottheit. +1 Johannes 1Joh 70 1 2 Et vita manifestata est, et vidimus, et testamur, et annuntiamus vobis vitam æternam, quæ erat apud Patrem, et apparuit nobis: ja,¹¹ das Leben hat sich offenbart,¹² und wir haben gesehen¹³ und bezeugen,¹⁴ und verkündigen¹⁵ euch das ewige Leben,¹⁶ welches bei dem Vater war und uns erschienen ist, -¹⁷ +1 Johannes 1Joh 70 1 2 11 Anknüpfung an: Das Wort des Lebens, Erklärung, inwiefern der, betreffs dessen die Apostel ihre Wahrnehmung machten, in V. 1 so bezeichnet werden konnte. +1 Johannes 1Joh 70 1 2 12 Es war also vor der Offenbarung bereits beim Vater. +1 Johannes 1Joh 70 1 2 13 Zusammenfassung der drei in V. 1 zuletzt genannten Arten des Wahrnehmens. +1 Johannes 1Joh 70 1 2 14 Von der Wahrheit und Zuverlässigkeit dessen, was wir erkannt und verkündet. +1 Johannes 1Joh 70 1 2 15 Als Apostel. +1 Johannes 1Joh 70 1 2 16 Alle drei Zeitwörter beziehen sich auf dies Objekt. +1 Johannes 1Joh 70 1 2 17 Es ist uns als ein solches erschienen, das seiner Natur nach von diesem irdischen Leben unabhängig, ewig ist. +1 Johannes 1Joh 70 1 3 Quod vidimus et audivimus, annuntiamus vobis, ut et vos societatem habeatis nobiscum, et societas nostra sit cum Patre, et cum Filio ejus Jesu Christo. was wir¹⁸ gesehen und gehört haben,¹⁹ verkündigen wir euch,²⁰ damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habet und unsere Gemeinschaft eine Gemeinschaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohne, Jesus Christus.²¹ +1 Johannes 1Joh 70 1 3 18 Ich mit den anderen Augen- und Ohrenzeugen. Im Bewusstsein der Zusammengehörigkeit mit allen Aposteln und Dienern Christi tritt der heil. Johannes den Lesern mit Autorität gegenüber. +1 Johannes 1Joh 70 1 3 19 Was wir selbst wahrgenommen und aus dem Munde Christi als richtige Erkenntnis seines göttlichen Wesens und seiner Aufgabe auf Erden gehört haben. +1 Johannes 1Joh 70 1 3 20 Durch die Predigt. Es ist wohl auch an das Evangelium zu denken, welches der Apostel mit diesem Begleitschreiben übersendet. (Vergl. V. 4.) +1 Johannes 1Joh 70 1 3 21 Die beiden Glieder des Absichtssatzes entsprechen der doppelten Bitte Jesu im hohenpriesterlichen Gebete. [Joh 17,21] Die Leser sollen in lebendiger Glaubens- und Liebesgemeinschaft mit den Aposteln, den Grundfesten der Kirche Christi, stehen und dadurch untereinander eines sein. Diese Gemeinschaft aber soll ihren innersten Grund in der Lebensgemeinschaft haben, in welcher jeder einzelne durch den Heil. Geist mit Vater und Sohn steht. Durch die Botschaft der Apostel und den Glauben der Christen wird der Heiland so unser, wie er ihr war, und die Wahrheiten, welche sie gesehen und betrachtet, geschehen gleichsam von neuem für uns, in deren Herzen der Heiland Wohnung nimmt. [Joh 14,23] Nach dem Griech. kann V. 3b auch als Aussage gefasst werden. Die Gemeinschaft mit Gott dem Vater und seinem Sohne ist die innige Liebesverbindung mit ihnen und die Teilnahme an ihren Gütern. Die Gemeinschaft wird nur auf den Vater und den Sohn, nicht auch auf den Heil. Geist bezogen, weil dieser mit dem Christen ohnehin schon verbunden gedacht wird; denn nicht nur erhält ihn der Geist in der Taufe, sondern jener ist auch die Grundlage seines ganzen geistigen Lebens, der Geist seines Geistes, seines Denkens und Handelns. Auch ist der Heil. Geist zugleich unter Vater und Sohn mitverstanden, da er der Geist beider ist. +1 Johannes 1Joh 70 1 4 Et hæc scribimus vobis ut gaudeatis, et gaudium vestrum sit plenum. Und dies²² schreiben wir euch, damit ihr euch freuet und eure Freude vollkommen sei.²³ +1 Johannes 1Joh 70 1 4 22 Diesen Brief. +1 Johannes 1Joh 70 1 4 23 Ein anderes Ziel als das der Verkündigung V. 3. Die Freude soll voll sein in der Gemeinschaft, in der Liebe, in der Einheit. (Aug.) Im Griech. fehl: Damit ihr euch freuet. +1 Johannes 1Joh 70 1 5 Et hæc est annuntiatio, quam audivimus ab eo, et annuntiamus vobis: Quoniam Deus lux est, et tenebræ in eo non sunt ullæ. Das ist aber die Verkündigung,²⁴ die wir von ihm gehört haben²⁵ und euch wieder verkünden:²⁶ Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.²⁷ +1 Johannes 1Joh 70 1 5 24 Inhalt der apostolischen Verkündigung. (V. 3) Darin besteht die Verkündigung. +1 Johannes 1Joh 70 1 5 25 Nicht als ob die folgenden Worte genau so von dem Herrn gesprochen wären, sondern inhaltlich von ihm: Von Christus, dem Sohne Gottes. +1 Johannes 1Joh 70 1 5 26 Als seine Botschaft. +1 Johannes 1Joh 70 1 5 27 Gott ist das wesenhafte Licht, von dem jedes geistige erschaffen und eine Teilnahme, eine physische ein Symbol ist. Er ist Licht, weil er sich selbst klar wahrnimmt, und alles in sich, da er die erste Wahrheit, die Wahrheit selbst ist. Finsternis bedeutet hier jede Art von Unvollkommenheit. Daher heißen die bösen Geister Fürsten der Finsternis [Lk 22,53, Eph 6,12, Kol 1,13, 2Petr 2,17, Jud 1,13], die Bösen Kinder der Finsternis [Lk 16,8, Joh 11,36, Eph 5,8, 1Thess 5,5] und die bösen Werke Werke der Finsternis. [Joh 3,19-21, 2Kor 6,14, Lk 1,19, Röm 13,12, 1Joh 2,9.11] Doch da der Vers eine heilsgeschichtliche Bedeutung haben muss, besagt er wohl, was in und mit Christus gekommen ist, dass Gott sich als Licht in Christus offenbart hat. +1 Johannes 1Joh 70 1 6 Si dixerimus quoniam societatem habemus cum eo, et in tenebris ambulamus, mentimur, et veritatem non facimus. Wenn wir²⁸ sagen: Wir haben Gemeinschaft mit ihm,²⁹ und wandeln³⁰ doch in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.³¹ +1 Johannes 1Joh 70 1 6 28 Indem der Apostel sich einschließt, redet er schonend, aber auch wirkungsvoller. +1 Johannes 1Joh 70 1 6 29 Gemeinschaft mit Gott ist das Ziel aller Frömmigkeit. Die Vereinigung mit Gott beginnt im Glauben und findet in der Liebe ihre Vollendung. Mit dieser inneren Lebensgemeinschaft kann in uns so wenig ein Wandel in der Finsternis bestehen, wie in Gott selbst Finsternis sein kann. Gott, das ewige Licht, hat den Menschen zu einem Abbilde seines Lichtwesens erschaffen und ihn in Christus wieder dazu hergestellt. Wer daher mit Gott in Verbindung steht, in dem ist alle Unwahrheit und Unlauterkeit überwunden. +1 Johannes 1Joh 70 1 6 30 Das Wandeln ist bewusstes Weilen des Christen in der Sünde als seinem Elemente. Wer mit Gott verbunden ist, meidet die Sünde und die Gelegenheit zur Sünde. +1 Johannes 1Joh 70 1 6 31 Die Sünde ist eine verwirklichte Lüge, die Gerechtigkeit das Vollbringen der Wahrheit. Vergl. [Joh 3,20]. +1 Johannes 1Joh 70 1 7 Si autem in luce ambulamus sicut et ipse est in luce, societatem habemus ad invicem, et sanguis Jesu Christi, Filii ejus, emundat nos ab omni peccato. Wenn wir aber im Lichte wandeln,³² wie er selbst im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander,³³ und³⁴ das Blut Jesu Christi seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. [Hebr 9,14] +1 Johannes 1Joh 70 1 7 32 Gegensatz zu Gott, dem das Sein zukommt. +1 Johannes 1Joh 70 1 7 33 Die Gemeinschaft untereinander ist ein Erkennungszeichen dafür, dass wir im Lichte wandeln, ebenso wie wenn wir uns der Früchte des Erlösungstodes des Herrn, die wir in der Taufe und Buße erlangt haben, mehr und mehr teilhaftig machen. (Aug., Hier.) +1 Johannes 1Joh 70 1 7 34 Wie V. 6 ist der Satz zweigliedrig. +1 Johannes 1Joh 70 1 8 Si dixerimus quoniam peccatum non habemus, ipsi nos seducimus, et veritas in nobis non est. Wenn wir sagen:³⁵ Wir haben keine Sünde,³⁶ so führen wir uns selbst in Irrtum, und die Wahrheit ist nicht in uns.³⁷ [Spr 20,9] +1 Johannes 1Joh 70 1 8 35 Die erste Bedingung, der Wahrheit den Zugang in unser Herz zu eröffnen, ist, dass wir unsere Sünden reumütig bekennen. (V. 8, V. 10) Die zweite Bedingung ist, dass wir die Sünde sorgfältig meiden, und fallen wir doch, dass wir alsdann in gläubigem Vertrauen zu Christus, unserem Fürsprecher und Versöhner beim Vater, unsere Zuflucht nehmen. +1 Johannes 1Joh 70 1 8 36 Aufnahme des Gedankens V. 6. Die Mahnung geht wohl besonders an die Irrlehrer seiner Zeit. Die Nikolaiten lebten, als sei sinnliche Ausschweifung nicht Sünde, und Simon, der Zauberer, erklärte sich für die große Kraft Gottes, welche sich natürlich für rein und sündlos halten musste. Die späteren Gnostiker meinten, es gebe Menschen höheren Wesens: sobald diese sich der Teilnahme am göttlichen Wesen bewusst sind, mögen sie tun, was sie wollen; es gibt für sie keine Sünde mehr, da das reine göttliche Wesen nicht befleckt werden kann. Vielleicht zog auch Cerinth schon ähnliche Folgerungen aus seinen Lehrsätzen. Sünde: aktuelle Sünde. Demgemäß definierte das Konzil von Trient: Wenn jemand sagt, der einmal gerechtfertigte Mensch könne nicht mehr sündigen, noch auch die Gnade verlieren, und darum sei der, welcher fällt und sündigt, gar nicht wahrhaft gerecht gewesen; oder im Gegenteile, er könne im ganzen Leben alle Sünden, selbst auch die lässlichen, meiden, es sei denn mit besonderer Bevorzugung von Gott, wie die Kirche von der seligsten Jungfrau annimmt, der sei ausgeschlossen. (Sitz 6, Kann. 23) Wenngleich die Gerechten das Licht der Gerechtigkeit hell erstrahlen lassen, sind sie dennoch nicht so rein, dass kein Flecken sie zu trüben vermöchte, wie der heil. Johannes bezeugt. Denn wenn auch die Gerechten in dieser Sterblichkeit gerecht sein können, vermögen sie dennoch nicht gänzlich von Schuld frei zu bleiben. (Greg.) Wen wir alle Heiligen, die heil. Jungfrau ausgenommen, versammeln und sie fragen könnten, ob sie ohne Sünde waren, sie würden alle einmütig rufen: Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 1 8 37 Sie erleuchtet uns nicht und bestimmt unseren Wandel nicht. +1 Johannes 1Joh 70 1 9 Si confiteamur peccata nostra: fidelis est, et justus, ut remittat nobis peccata nostra, et emundet nos ab omni iniquitate. Wenn wir unsere Sünden³⁸ bekennen,³⁹ so ist er treu⁴⁰ und gerecht,⁴¹ dass er uns unsere Sünden vergibt, und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. +1 Johannes 1Joh 70 1 9 38 Die Mehrzahl, anders als V. 8. Das Bekenntnis soll also nicht darauf abzielen, dass wir uns als im Zustande der Sünde befindlich bezeichnen, sondern soll eine Anklage der bestimmten einzelnen Sünden sein. Das Bekenntnis im Allgemeinen entspricht leicht einer bloßen Tätigkeit des Verstandes ohne Reue. +1 Johannes 1Joh 70 1 9 39 Bei dem Priester Gottes legt der Christ in Schmerz und Einfalt das Bekenntnis seines Gewissenszustandes ab, erklärt die Last seiner Seele und sucht Heilung selbst für kleine Wunden. (Cypr.) Kniee vor dem Priester nieder und beuge die Kniee vor dem von Gott Geliebten. (Tert.) +1 Johannes 1Joh 70 1 9 40 In seiner Verheißung, dem Reuigen die Sünden zu vergeben. (Cypr.) +1 Johannes 1Joh 70 1 9 41 Indem er zwischen dem unbußfertigen und dem reuigen Sünder unterscheidet und diesem seine Gerechtigkeit verleiht. (Vergl. Konzil von Trient Sitz 6, Kap. 7) +1 Johannes 1Joh 70 1 10 Si dixerimus quoniam non peccavimus: mendacem facimus eum, et verbum ejus non est in nobis. Wenn wir sagen: Wir haben nicht gesündigt,⁴² so machen wir ihn zum Lügner,⁴³ und sein Wort ist nicht in uns. +1 Johannes 1Joh 70 1 10 42 Nachdem wir Christen geworden sind. +1 Johannes 1Joh 70 1 10 43 Gott hat geoffenbart, dass alle Menschen Sünder sind. Vergl. [Röm 3,10-18]. Gott ist durch sich selbst wahrhaft und du durch Gott, denn durch dich bist du ein Lügner. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 2 0 Der Nachlass der Sünden wird durch Christus erlangt, der die Sühne für alle Sünden ist. (V. 2) Außerdem muss, wer im Lichte wandelt, die Gebote Christi beobachten, um sich so mit Gott zu vereinigen und in ihm zu bleiben. (V. 6) c. Unter allen Geboten nimmt die erste Stelle das alte und zugleich neue Gebot der Liebe ein; von seiner Beobachtung also hängt die Entscheidung ab, ob jemand im Lichte oder in der Finsternis wandelt. (V. 11) 2. Zwei Laster, welche die Menschen insbesondere hindern, im Lichte zu wandeln (V. 12 29): a. Nachdem der Apostel, um sich das Wohlwollen der Leser zu sichern, diese versichert, dass er ihren Tugenden wegen sich an die Niederschrift des Evangeliums und an die Abfassung dieses Briefes gemacht habe, (V. 14) b. mahnt er sie vor allem, die Welt nicht zu lieben, die eine allgemeine Verderberin sei und schnell mit all ihrer Lust vorübergehe (V. 17), c. und untersagt ihnen vor allem den Verkehr mit den Irrlehrern, welche er Antichristen nennt, weil sie Vorläufer des Antichrist seien, da sie leugnen, dass Jesus der Christus sei, und weder Vater noch Sohn anerkennen. (V. 23) Diese meidend sollen die Christen in dem treu beharren, was sie durch den Heil. Geist gelernt, damit sie die Wiederkehr Christi mit Zuversicht erwarten können. +1 Johannes 1Joh 70 2 1 Filioli mei, hæc scribo vobis, ut non peccetis. Sed et si quis peccaverit, advocatum habemus apud Patrem, Jesum Christum justum: Meine Kindlein!¹ dies² schreibe ich³ euch, damit ihr nicht sündiget. Aber wenn auch⁴ jemand gesündigt hat, so haben wir⁵ einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten,⁶ +1 Johannes 1Joh 70 2 1 1 Der heil. Johannes ist der geistliche Vater der Leser, ihnen mit herzlicher Liebe zugetan, dazu ein hochbetagter Greis. +1 Johannes 1Joh 70 2 1 2 Rückbeziehung auf [1Joh 1,4]. Gemeint ist wohl das [1Joh 1,7-10] Gesagte. +1 Johannes 1Joh 70 2 1 3 Der Anrede Meine Kindlein entsprechend, statt der mit apostolischer Autorität verbundenen 1. Person Plural. +1 Johannes 1Joh 70 2 1 4 Wenn auch kein Mensch das ganze Leben hindurch ohne Sünde zu bleiben vermag, kann er doch jede einzelne Sünde für sich genommen, meiden. Darum gilt es zu kämpfen. (Beda) +1 Johannes 1Joh 70 2 1 5 Christus hatte sich [Joh 14,16] als Beistand bezeichnet, jetzt bezeichnet ihn der Apostel ach seinem Heimgange als solchen. Indem der Apostel sich unter die einschließt, die einen Anwalt beim Vater haben, will er sich unter die Sünder rechnen, eher als dass er sich an die Stelle des Heilandes setzte. Alle Fürbitten von Heiligen sind solche von Menschen, anders die Fürbitte Christi. Zudem gründet sich unsere Fürbitte, ebenso wie die der Heiligen im Himmel, auf die Fürbitte Christi. Daher schließt die Kirche alle Gebete: durch Christus, unsern Herrn. Wie Christus der Hirt ist (sagt der heil. Augustin) so auch Petrus, aber Christus ist der wahre Hirt, weil er seine Schafe weidet, Petrus ist also nicht in sich Hirt, sondern im Herrn, so sind auch die Märtyrer nicht unsere Fürsprecher in sich selbst, sondern in dem, dem sie vereinigt sind wie die Glieder dem Haupte. +1 Johannes 1Joh 70 2 1 6 Als Gerechter bedarf Christus nicht selbst eines Fürsprechers. +1 Johannes 1Joh 70 2 2 Et ipse est propitiatio pro peccatis nostris: non pro nostris autem tantum, sed etiam pro totius mundi. und er ist die Sühne für unsere Sünden;⁷ nicht allein für die unsrigen,⁸ sondern auch für die der ganzen Welt.⁹ +1 Johannes 1Joh 70 2 2 7 Christi Fürsprache gründet sich auf sein Sühnungswerk. Seine Fürsprache ist eine immerwährende. +1 Johannes 1Joh 70 2 2 8 Für die Sünden der Christen. +1 Johannes 1Joh 70 2 2 9 Damit die Leser sich nicht in der alle umfassenden Liebe Gottes bevorzugt glauben, als habe er um ihrer selbst willen ein besonderes Wohlgefallen an ihnen, fügt er bei: der ganzen Welt. Doch lassen nicht alle diese Sühnung an sich zur Wirkung gelangen. +1 Johannes 1Joh 70 2 3 Et in hoc scimus quoniam cognovimus eum, si mandata ejus observemus. Und¹⁰ daraus¹¹ ersehen wir, dass wir ihn¹² erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten.¹³ +1 Johannes 1Joh 70 2 3 10 Anknüpfung an V. 1, an das durch den Brief beabsichtigte Nichtsündigen. +1 Johannes 1Joh 70 2 3 11 Aus dem Folgenden. +1 Johannes 1Joh 70 2 3 12 Gott. Der Apostel knüpft wieder an das Thema [1Joh 1,5] an. Das Erkennen ist ein lebendiges, das Gesinnung und Handlung bestimmt. +1 Johannes 1Joh 70 2 3 13 Jeder, der Gott lebendig erkennt, liebt ihn auch, und wer Gott wahrhaft liebt, hält seine Gebote, denn die Gebote sind der Ausdruck seines Willens und ebenso sehr zu seiner Ehre, wie zu unserem Heile gegeben. +1 Johannes 1Joh 70 2 4 Qui dicit se nosse eum, et mandata ejus non custodit, mendax est, et in hoc veritas non est. Wer da sagt, er habe ihn erkannt, und seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und in ihm ist die Wahrheit nicht.¹⁴ +1 Johannes 1Joh 70 2 4 14 Parallele zu [1Joh 1,6]. Dann sind wir wahrhaft gläubig, wenn wir im Werke vollenden, was wie im Worte verheißen. (Greg.) +1 Johannes 1Joh 70 2 5 Qui autem servat verbum ejus, vere in hoc caritas Dei perfecta est: et in hoc scimus quoniam in ipso sumus. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaft¹⁵ die Liebe Gottes vollkommen,¹⁶ und daran¹⁷ erkennen wir, dass wir in ihm sind. +1 Johannes 1Joh 70 2 5 15 Gegensatz zu dem V. 4 lügenhaft behaupteten Vorhandensein. +1 Johannes 1Joh 70 2 5 16 So weit dies auf Erden möglich. Die Liebe besitzt die ganze Größe und Breite der göttlichen Aussprüche. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 2 5 17 Wenn wir in der Liebe zu Gott vollendet sind, wie es sich durch das Halten der Gebote erweist. +1 Johannes 1Joh 70 2 6 Qui dicit se in ipso manere, debet, sicut ille ambulavit, et ipse ambulare. Wer sagt, dass er in ihm bleibe,¹⁸ der muss,¹⁹ wie er gewandelt hat, ebenso auch selbst wandeln. +1 Johannes 1Joh 70 2 6 18 Steigerung: V. 3: Gott erkennen, V. 5: In Gott sein. V. 6: In Gott bleiben. +1 Johannes 1Joh 70 2 6 19 Damit der, welcher behauptet, in Christus zu bleiben, wahr rede, ist er verpflichtet, diese Behauptung auch zu bewähren. Um noch einmal zu sagen, wie dies geschieht, verweist der Apostel auf das Vorbild Christi, der ja das Sein in Gott als das Charakteristische seines Lebens von sich ausgesagt. [Joh 10,38, Joh 14,10ff, Joh 17,21] Noch ist nicht gesagt, worin der vorbildliche Wandel Christi bestand, doch weist die Bezeichnung gerecht (V. 1) schon darauf hin, dass es ein Wandel in dem vollen Halten der göttlichen Gebote war. (V. 3) Was ist wandeln, worin er gewandelt, anders als alles Glück verachten, dass er verachtet, Widriges nicht fürchten, dass er getragen, lehren, was er gelehrt, hoffen, was er verheißen hat? (Prosper.) +1 Johannes 1Joh 70 2 7 Carissimi, non mandatum novum scribo vobis, sed mandatum vetus, quod habuistis ab initio: mandatum vetus est verbum, quod audistis. Geliebte!²⁰ nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot,²¹ das ihr von Anfang an²² hattet; das alte Gebot ist das Wort, welches ihr gehört habt.²³ +1 Johannes 1Joh 70 2 7 20 Der Apostel geht zu dem Thema einer zweiten Belehrung über, die wiederum eine doppelseitige ist, indem aus der Tatsache, dass es bereits eine Stätte des Lichtes auf Erden gibt [1Joh 2,6], geschlossen wird, dass die Zugehörigkeit zu ihr sich in der Bruderliebe erweist (V. 9 11) und alle Weltliebe ausschließt. (V. 12 17) Johannes will durch die Wiederholung der Anrede das Folgende recht hervorheben und an's Herz legen. +1 Johannes 1Joh 70 2 7 21 Das von [1Joh 1,5] an Gesagte. +1 Johannes 1Joh 70 2 7 22 Von Anfang ihres Christenlebens an, das mit der Verkündigung begann. +1 Johannes 1Joh 70 2 7 23 Die apostolische Verkündigung. +1 Johannes 1Joh 70 2 8 Iterum mandatum novum scribo vobis, quod verum est et in ipso, et in vobis: quia tenebræ transierunt, et verum lumen jam lucet. Wiederum²⁴ schreibe ich euch ein neues Gebot, das wahr ist,²⁵ sowohl bei ihm²⁶ als bei euch,²⁷ denn die Finsternis²⁸ ist vergangen und das wahre Licht leuchtet schon.²⁹ +1 Johannes 1Joh 70 2 8 24 Wiederum leitet einen Gegensatz ein. Der Apostel bezeichnet jetzt das Gebot, das er V. 7 als genannt, als neu. +1 Johannes 1Joh 70 2 8 25 Die scheinbar mit V. 7 in Widerspruch stehende Betrachtungsweise ist berechtigt, in welcher Beziehung, sagt der Relativsatz. +1 Johannes 1Joh 70 2 8 26 Bei Christus. +1 Johannes 1Joh 70 2 8 27 Das Gebot bleibt zwar immer das gleiche, doch ist es neu nach denen, denen es auferlegt wird, und nach den Umständen, in denen seine Beobachtung gefordert wird. +1 Johannes 1Joh 70 2 8 28 Der Zustand der noch unerleuchteten Welt. +1 Johannes 1Joh 70 2 8 29 In der Gemeinde der Erleuchteten, während die Finsternis immer mehr schwindet. In diesem Gegensatze zwischen der Lichtgemeinde und der Welt gilt es, zu der aus der Offenbarung in Christus sich ergebenden Forderung Stellung zu nehmen, die neu ist, insofern sie sich näher bestimmt zum Gebote der Bruderliebe und zum Verbot der Weltliebe. +1 Johannes 1Joh 70 2 9 Qui dicit se in luce esse, et fratrem suum odit, in tenebris est usque adhuc. Wer da sagt,³⁰ er sei im Lichte,³¹ und hasst seinen Bruder,³² der ist in der Finsternis bis zur Stunde. +1 Johannes 1Joh 70 2 9 30 Eingang wie V. 4. +1 Johannes 1Joh 70 2 9 31 Er sei mit dem Lichte innerlich verbunden. +1 Johannes 1Joh 70 2 9 32 Gegensatz. Das Wort Bruder kommt zwar im N. T. oft für jeden Nächsten vor, indes ist nach [1Joh 3,11], besonders aber nach [1Joh 3,16] und [1Joh 5,1] hier der christliche Mitbruder zu verstehen. Diese echte Bruderliebe ist mit der allgemeinen Liebe zu allen Menschen insofern unzertrennlich, als Christus ja auch als Sühnopfer für die ganze Welt gestorben ist. Neben der Liebe kennt Johannes nur den Hass, eine Gleichgültigkeit gibt es für ihn nicht. +1 Johannes 1Joh 70 2 10 Qui diligit fratrem suum, in lumine manet, et scandalum in eo non est. Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Lichte,³³ und in ihm ist kein Anstoß.³⁴ +1 Johannes 1Joh 70 2 10 33 Die Bruderliebe beweist, dass man in der Sphäre des Lichtes nicht nur ist, sondern auch bleibt. +1 Johannes 1Joh 70 2 10 34 Wie wir im leiblichen Leben des Lichtes bedürfen, um uns beim Gehen vor dem Anstoßen und Fallen zu bewahren, das im Dunkel unvermeidlich ist, so muss das Licht in unser Inneres eindringen und dort alle Finsternis verscheuchen, damit wir nicht Anlass zum Sündigen (zum Verletzen der Bruderliebe) geben. +1 Johannes 1Joh 70 2 11 Qui autem odit fratrem suum, in tenebris est, et in tenebris ambulat, et nescit quo eat: quia tenebræ obcæcaverunt oculos ejus. Wer aber seinen Bruder hasset, ist in der Finsternis, und wandelt in der Finsternis, und weiß nicht, wohin er geht,³⁵ denn die Finsternis hat seine Augen geblendet.³⁶ +1 Johannes 1Joh 70 2 11 35 Der Apostel kehrt noch einmal zu dem Gedanken des V. 9 zurück, um ihn fortzuführen, wie er V. 10 den Gegensatz dargestellt hat. Dem Bilde des Anstoßes liegt die Vorstellung des Wandelns zu Grunde. Wer in der Finsternis wandelt, kann vom rechten Wege abkommen und derart vom Ziele des Christen, der Liebe, abirren, dass er zu dem äußersten Gegensatze, dem Hasse, kommt. +1 Johannes 1Joh 70 2 11 36 Vergl. [Joh 12,40], nach [Jes 6,10]. Ohne das Licht von Gott vermag unser geistiges Auge den rechten Weg nicht zu sehen; ein Zeichen, dass wir das Licht nicht haben, ist der Hass gegen den Bruder. +1 Johannes 1Joh 70 2 12 Scribo vobis, filioli, quoniam remittuntur vobis peccata propter nomen ejus. Ich schreibe euch,³⁷ Kinder!³⁸ da euch ja die Sünden vergeben werden³⁹ um seines Namens willen.⁴⁰ +1 Johannes 1Joh 70 2 12 37 Das Griech. bietet zwei Gruppen mit je drei Gliedern. Die zweite Gruppe, mit V. 14 beginnend, hat im Griech. die Zeit der Vergangenheit: ich habe euch geschrieben. In der Vulgata fehlt V. 14 ein Satzglied: Ich habe euch geschrieben, Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang ist. +1 Johannes 1Joh 70 2 12 38 Der Apostel redet die Gesamtheit der Leser an. +1 Johannes 1Joh 70 2 12 39 Griech.: vergeben sind. Dies ist die für ihr Christentum grundlegende Tatsache. Vergl. [1Joh 1,7]. +1 Johannes 1Joh 70 2 12 40 Weil Christus ist, was sein Name besagt, der Erlöser und Mittler. +1 Johannes 1Joh 70 2 13 Scribo vobis patres, quoniam cognovistis eum, qui ab initio est. Scribo vobis adolescentes, quoniam vicistis malignum. Ich schreibe euch, Väter!⁴¹ weil ihr ja den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, Jünglinge!⁴² weil ihr den Bösen⁴³ überwunden habet. +1 Johannes 1Joh 70 2 13 41 Die Erfahrung des Alters hat sie in die Tiefe der Erkenntnis geführt. +1 Johannes 1Joh 70 2 13 42 Jede Altersstufe erhält das ihrer Anlage und Betätigung entsprechende Lob. Den Jünglingen ziemt der Kampf. +1 Johannes 1Joh 70 2 13 43 Der Böse ist der Teufel. [Joh 17,15] +1 Johannes 1Joh 70 2 14 Scribo vobis infantes, quoniam cognovistis patrem. Scribo vobis juvenes, quoniam fortes estis, et verbum Dei manet in vobis, et vicistis malignum. Ich schreibe euch,⁴⁴ Kindlein! weil ihr ja den Vater erkannt habt. Ich schreibe euch, Jünglinge! weil ihr stark seid, und das Wort Gottes in euch bleibt,⁴⁵ und ihr den Argen überwunden habt.⁴⁶ +1 Johannes 1Joh 70 2 14 44 Griech.: ich habe euch geschrieben. (Vergl. Anm. 37) Wenn das, was er zu schreiben im Begriff steht, für die Angehörigen der Christengemeinde gelte, so soll doch nicht ausgeschlossen sein, dass er sie bereits V. 9 11 als Genossen der Gemeinde des Lichtes angeredet hat. Nach anderen bezieht sich der Apostel auf das Evangelium, das er geschrieben. +1 Johannes 1Joh 70 2 14 45 Die Kraft könnte im Kampfe ermatten, doch in ihnen ist die Quelle bleibender Stärke. +1 Johannes 1Joh 70 2 14 46 Der immer wieder euch angreift. +1 Johannes 1Joh 70 2 15 Nolite diligere mundum, neque ea, quæ in mundo sunt. Si quis diligit mundum, non est caritas Patris in eo: Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist.⁴⁷ Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters⁴⁸ nicht in ihm. +1 Johannes 1Joh 70 2 15 47 Vers 15 17 bildet einen gewissen Parallelismus zu 9 11. Die Welt bedeutet im Evangelium des heil. Johannes, wo das Wort etwa siebzig Mal vorkommt, die gottentfremdete Menschheit. Von den übrigen Geschöpfen gilt die Lehre des heil. Augustin: Was in der Welt ist, hat Gott erschaffen. Warum soll ich nicht lieben, was Gott geschaffen? Gott verbietet dir nicht dies zu lieben, sondern nur es so zu lieben, als ob es dich beseligen könnte; er gebietet, es nur zu lieben, um den Schöpfer zu loben und zu lieben. Liebst du aber diese Dinge so, dass du den Schöpfer hintansetzt, soll dir deine böse Liebe nicht zugerechnet werden? Zudem, wenn es heißt: Liebet dies nicht, wird da gesagt, ihr sollt nicht essen, nicht trinken, keine Familie haben? Nicht dies, aber alles werde auf den Schöpfer bezogen. Lasset euch nicht von den Geschöpfen verstricken, dass ihr liebet, nur um zu genießen, was ihr zum Gebrauche haben sollt. +1 Johannes 1Joh 70 2 15 48 Die Liebe zu dem, welchen die Kinder des Lichtes als ihren Vater erkannt haben. +1 Johannes 1Joh 70 2 16 Quoniam omne, quod est in mundo, concupiscentia carnis est, et concupiscentia oculorum, et superbia vitæ: quæ non est ex Patre, sed ex mundo est. Denn alles, was in der Welt ist,⁴⁹ ist Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens, was nicht vom Vater, sondern von der Welt ist.⁵⁰ +1 Johannes 1Joh 70 2 16 49 Ähnlich wie in V. 15 geht der Apostel von den zur Welt gehörenden Personen zu dem über, was im Inneren derselben ist. Griech.: Alles, was den Inhalt, das Wesen der Welt ausmacht, was gleichsam ihr inneres Leben ist. Es sind dies: die Begierde, welche das Fleisch hegt, die Begierde, welche durch die Augen erregt wird, der prahlerische Übermut. In der Erklärung der einzelnen Ausdrücke gehen die Ausleger weit auseinander. Fleischeslust: Was dem Fleische eigen ist, Essen und sinnliche Lust. (Aug.) Augenlust: Was zu schauen Vergnügen macht. (Aug., Bed.) Die Fleischeslust ist wohl die dem Fleische auch ohne Reiz von außen innewohnende Lust, welche den Geist, der sich von Gott los reißt, gänzlich beherrscht; die Augenlust der von außen im Menschen erweckte Reiz. Die erstere ist deshalb vorwiegend Genusssucht, die andere die Sucht, Geschöpfe in seinen Dienst zu ziehen. Beide gehen oft ineinander über. Als drittes Laster tritt die Selbsterhebung des Menschen hinzu, welche aber Genusssucht und Habsucht (in weiterem Sinne) in ihrem Dienste hat und sich daher als Herrschsucht, Prunksucht u. a. m. offenbart. (Vergl. Thom. I.2 qu. 77 a. 5) Zu ihrer Bekämpfung dient die Übung der dreifachen guten Werke: Fasten, Almosengeben, Beten, wie ihr Gegensatz die klösterlichen Gelübde der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams sind. +1 Johannes 1Joh 70 2 16 50 Nur was aus der gottwidrigen Menschheit stammt, ist an sich schon gottwidrig. Der Vater ist der Vater der Christen, der Gotteskinder. +1 Johannes 1Joh 70 2 17 Et mundus transit, et concupiscentia ejus. Qui autem facit voluntatem Dei, manet in æternum. Und die Welt⁵¹ vergeht⁵² samt ihrer Lust;⁵³ wer aber den Willen Gottes tut,⁵⁴ bleibt in Ewigkeit.⁵⁵ +1 Johannes 1Joh 70 2 17 51 Die gottwidrige Menschenwelt. +1 Johannes 1Joh 70 2 17 52 Dies ist das Schicksal der Welt ihrem innersten Wesen nach. +1 Johannes 1Joh 70 2 17 53 Diese verfällt dem Gerichte und dem Weltmenschen. +1 Johannes 1Joh 70 2 17 54 Diese Worte kennzeichnen die Welt als dem Willen Gottes nicht gehorchend. Den Willen Gottes tun ist nach V. 5 die Liebe zu Gott. +1 Johannes 1Joh 70 2 17 55 Vergl. [1Petr 1,25] und [Jes 40,8] er erlangt das ewige Leben. +1 Johannes 1Joh 70 2 18 Filioli, novissima hora est: et sicut audistis quia Antichristus venit: et nunc Antichristi multi facti sunt; unde scimus, quia novissima hora est. Kindlein!⁵⁶ es ist die letzte Stunde;⁵⁷ und wie ihr gehört habt,⁵⁸ dass der Antichrist kommt,⁵⁹ so sind auch jetzt viele Antichristen erschienen,⁶⁰ woraus wir erkennen, dass es die letzte Stunde ist.⁶¹ +1 Johannes 1Joh 70 2 18 56 Diese Anrede ist wie V. 13 an alle Leser gerichtet. +1 Johannes 1Joh 70 2 18 57 Es ist die letzte Weltzeit. +1 Johannes 1Joh 70 2 18 58 Durch die euch verkündete Lehre. +1 Johannes 1Joh 70 2 18 59 Das Präsens ist die Form eines allgemeinen Lehrsatzes, vergl. [Mk 9,12], in welchem über die Zeit nichts ausgesagt wird. Der Name Antichrist findet sich nur im 1. und 2. Brief des heil. Johannes. Vergl. [2Thess 2,3ff]. +1 Johannes 1Joh 70 2 18 60 Wie euch verkündet ist. +1 Johannes 1Joh 70 2 18 61 Ehe das Gericht eintritt, muss die Welt für dasselbe reif werden. Die Erscheinung der Antichristen im weiteren Sinne zeigt, dass wir in der Zeit vor dem Gerichte leben, insofern ihr Auftreten die Ankunft des persönlichen Antichristen anzeigt. +1 Johannes 1Joh 70 2 19 Ex nobis prodierunt, sed non erant ex nobis: nam, si fuissent ex nobis, permansissent utique nobiscum: sed ut manifesti sint quoniam non sunt omnes ex nobis. Von uns sind sie ausgegangen, aber sie waren nicht von uns;⁶² denn wenn sie von uns gewesen wären, so würden sie doch bei uns geblieben sein; allein es sollte an ihnen offenbar werden, dass nicht alle von uns sind. +1 Johannes 1Joh 70 2 19 62 Sie sind aus unserer Mitte hervorgegangen, indes trotz ihrer äußeren Angehörigkeit, gehörten sie uns durch das innere Band der Wahrheit und Gnade nicht an. Während sie unter uns sind, sind sie nicht aus uns, doch noch nicht offenbar als solche. Erst indem sie sich trennen, werden sie als solche offenbar. (Aug.) Auch der Abfall jener Ungetreuen muss dem Zwecke des lieben Gottes dienen. Bei jedem häretischen Abfalle fegt Gott die Tenne seiner Kirche und sondert die Spreu von dem Weizen. Diese Sichtung und Scheidung ist jedes Mal ein Fortschritt der Kirche, eine Vorbotin der letzten Scheidung im allgemeinen Gerichte. +1 Johannes 1Joh 70 2 20 Sed vos unctionem habetis a Sancto, et nostis omnia. Doch ihr habt die Salbung⁶³ vom Heiligen⁶⁴ und wisset alles.⁶⁵ +1 Johannes 1Joh 70 2 20 63 Die Salbung ist eine bildliche Bezeichnung der Verleihung des Heil. Geistes. +1 Johannes 1Joh 70 2 20 64 Von Christus [Joh 6,69, Apg 3,14], wie der Gegensatz zum Antichrist zeigt. Wer die Salbung empfängt, ist selbst ein Gesalbter, also mit dem Gesalbten im wahren Sinne wesensverwandt, gehört zum wahren Priestertume. [1Petr 2,9] Ein solcher kann nichts mit dem Antichristentum zu tun haben. +1 Johannes 1Joh 70 2 20 65 Griech. alle: kraft der Salbung seid ihr alle Wissende. Nach der Vulg.: Ihr wisst alles, was zum Wesen der christlichen Wahrheit gehört. +1 Johannes 1Joh 70 2 21 Non scripsi vobis quasi ignorantibus veritatem, sed quasi scientibus eam: et quoniam omne mendacium ex veritate non est. Ich schreibe euch nicht, weil ihr die Wahrheit nicht wüsstet,⁶⁶ sondern weil ihr sie wisset, und weil keine Lüge aus der Wahrheit kommt.⁶⁷ +1 Johannes 1Joh 70 2 21 66 Er hat V. 18, V. 19 nicht geschrieben, weil sie die Wahrheit nicht kannten, sondern gerade weil sie dieselbe kennen. Machet euch dieselbe also fruchtreich! +1 Johannes 1Joh 70 2 21 67 Die Lüge stammt vielmehr aus dem Teufel. [Joh 8,44] Darum wissen sie, dass die Antichristen, welche sich gegen die Wahrheit erheben, nie der christlichen Gemeinschaft wahrhaft angehört haben, welche ja die Wahrheit kennt und bekennt. +1 Johannes 1Joh 70 2 22 Quis est mendax, nisi is, qui negat quoniam Jesus est Christus? Hic est Antichristus, qui negat Patrem, et Filium. Wer anders ist der Lügner als der, welcher leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist der Antichrist, welcher den Vater und den Sohn leugnet. +1 Johannes 1Joh 70 2 23 Omnis, qui negat Filium, nec Patrem habet; qui confitetur Filium, et Patrem habet. Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.⁶⁸ +1 Johannes 1Joh 70 2 23 68 Der Lügner, den ich gemeint, ist derjenige, welcher die Grundwahrheit des Christentums leugnet, dass Jesus der Heiland der Welt, das menschgewordene Wort des ewigen Vaters ist. Vergl. [Joh 20,31]. Wer also die Gottheit leugnet, wie die Ebioniten, oder die wahre Menschheit Christi in Abrede stellt, wie die Doketen, ein solcher verwirft das ganze Christentum, ist also ein wahrer Antichrist. Wer leugnet, dass Jesus der Christ sei, leugnet, dass Gott sich in ihm als der im Sohne seiende und wirkende Vater offenbart hat, und leugnet so Gott, den Offenbarer. +1 Johannes 1Joh 70 2 24 Vos quod audistis ab initio, in vobis permaneat: si in vobis permanserit quod audistis ab initio, et vos in Filio, et Patre manebitis. Ihr was ihr von Anfang an gehört habt,⁶⁹ das bleibe in euch!⁷⁰ Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt,⁷¹ so werdet auch ihr in dem Sohne und in dem Vater bleiben.⁷² +1 Johannes 1Joh 70 2 24 69 Das ganze Evangelium, insbesondere die Grundlehre desselben, die in V. 22 ausgesprochen ist. +1 Johannes 1Joh 70 2 24 70 Zunächst in der Erkenntnis. +1 Johannes 1Joh 70 2 24 71 Sie durchdringend und beherrschend, indem sie selbst es festhalten. +1 Johannes 1Joh 70 2 24 72 Wenn auch der Geist das volle Verständnis und die Gewissheit von der Wahrheit wirkt, so ist ihnen doch die von den Antichristen geleugnete Tatsache (V. 22) zuerst von den Aposteln verkündet worden. +1 Johannes 1Joh 70 2 25 Et hæc est repromissio, quam ipse pollicitus est nobis, vitam æternam. Und das⁷³ ist die Verheißung, welche er⁷⁴ uns gegeben hat, das ewige Leben. +1 Johannes 1Joh 70 2 25 73 Das Bleiben in dem Sohne und in dem Vater. +1 Johannes 1Joh 70 2 25 74 Christus. +1 Johannes 1Joh 70 2 26 Hæc scripsi vobis de his, qui seducunt vos. Dieses⁷⁵ habe ich euch über jene geschrieben, welche euch verführen wollen. +1 Johannes 1Joh 70 2 26 75 Die Mahnung V. 24ff. +1 Johannes 1Joh 70 2 27 Et vos unctionem, quam accepistis ab eo, maneat in vobis. Et non necesse habetis ut aliquis doceat vos: sed sicut unctio ejus docet vos de omnibus, et verum est, et non est mendacium. Et sicut docuit vos: manete in eo. Was euch betrifft,⁷⁶ so bleibe die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, in euch,⁷⁷ und ihr habt nicht nötig, dass jemand euch belehre;⁷⁸ sondern so, wie euch seine Salbung über alles belehrt, so ist es auch wahr und ist keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat,⁷⁹ so⁸⁰ bleibet in ihm. +1 Johannes 1Joh 70 2 27 76 Starke Hervorhebung der Angeredeten, wie in V. 20. +1 Johannes 1Joh 70 2 27 77 Zurückweisung auf V. 20. Griech.: bleibt in euch. Der Geist, den ihr empfangen habt, ist euch gegeben, damit er in Ewigkeit bleibe. [Joh 14,16] Dies ist der Vorzug eures Christenstandes. +1 Johannes 1Joh 70 2 27 78 Was tun wir also, die wir euch lehren? Wenn die Salbung euch über alles belehrt, mühen wir uns also ohne Ursache? Doch ich stelle eine Frage und richte sie an den Apostel selbst. Du sagst: Seine Salbung belehrt uns über alles. Wozu hast du also diesen Brief geschrieben? Was hast du die Leser lehren wollen? Sehet da ein Geheimnis, Brüder. Der Schall unserer Worte dringt an eure Ohren, der Lehrer ist in euren Herzen. Wäre dieser Lehrer nicht in euren Herzen, umsonst würden unsere Worte ertönen. Einen Thron im Himmel hat der, welcher eure Herzen lehrt. Christus ist es, der euch durch seine Eingebungen und seine Salbung lehrt. Wir mögen also durch unsere Reden pflanzen oder begießen, wir sind Nichts, sondern Gott ist es, der das Gedeihen gibt, seine Salbung ist es, die euch über alles belehrt. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 2 27 79 Da Gott euch belehrt, so bedarf es dessen nicht, dass ich noch des weiteren über das Antichristentum spreche. Da ferner Gott nicht lügen kann, ist es wahr, was er sagt, und bedarf nicht menschlicher Verbesserung. +1 Johannes 1Joh 70 2 27 80 Dementsprechend, wie der Geist euch gelehrt hat, bleibet in Gott. +1 Johannes 1Joh 70 2 28 Et nunc filioli manete in eo: ut cum apparuerit, habeamus fiduciam, et non confundamur ab eo in adventu ejus. Und nun,⁸¹ Kindlein! bleibet in ihm, damit wir, wenn er erscheinen wird,⁸² Zuversicht haben, und nicht mit Scham von ihm weichen müssen bei seiner Ankunft.⁸³ +1 Johannes 1Joh 70 2 28 81 Der allgemeinen und für alle Zeiten geltenden Ermahnung fügt der Apostel eine neue an, welche den augenblicklichen Zeitpunkt in's Auge fasst, wie er ihn V. 18 charakterisiert hat. Die neue Wendung der Ermahnung tritt in dem Absichtssatze hervor. +1 Johannes 1Joh 70 2 28 82 Es wird nicht angegeben, zu welcher Zeit die Wiederkunft Christi eintreten wird. +1 Johannes 1Joh 70 2 28 83 Sind wir hier mit Gott vereinigt, so kann unsere jetzige Gemeinschaft mit Gott nur zur vollendeten Gemeinschaft mit ihm dort führen. +1 Johannes 1Joh 70 2 29 Si scitis quoniam justus est, scitote quoniam et omnis, qui facit justitiam, ex ipso natus est. Wenn ihr wisset, dass er gerecht ist, so erkennet auch, dass ein jeder, der Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist.⁸⁴ +1 Johannes 1Joh 70 2 29 84 Die richterliche Gerechtigkeit Gottes setzt eine Norm voraus, nach der er richtet. Diese ist die Gerechtigkeit, das Wandeln nach Gottes Willen, die das Kennzeichen ist, dass jemand aus Gott geboren ist. Jeder, aber auch nur der, der die Gerechtigkeit übt, darf zuversichtlich das Gericht erwarten. +1 Johannes 1Joh 70 3 0 II. Würde der Gläubigen als Kinder Gottes, Bedingungen, um in dieser Würde zu verbleiben (3,1 4,6): 1. Die Christen müssen nach der Heiligkeit streben und die Sünde meiden (V. 1 10): a. Da die Herrlichkeit der Kinder Gottes noch nicht erschienen ist, müssen alle Kinder Gottes sich heiligen (V. 3), b. und deshalb alle Sünden meiden (V. 4): da diese Christus entgegengesetzt sind, der kam sie aufzuheben (V. 6), und da sie den Menschen zu einem Kinde des Teufels machen, so dass, wie die Heiligkeit das Kennzeichen der Kinder Gottes, so die Sünde das Kennzeichen der Kinder des Teufels ist. (V. 10) 2. Zweite Bedingung, die mit der Heiligkeit auf's innigste verbunden ist, da sie die Erfüllung des göttlichen Gebotes ist: Die Bruderliebe, (V. 11) welche die Kinder des Teufels, wie Kain und die Welt, nicht kennen und hassen. (V. 13) Der Apostel benutzt die Gelegenheit, die Liebe zu empfehlen, welche das Leben verleiht, wie der Hass den Tod bringt, (V. 15) die Liebe zu beschreiben, deren Vorbild Christus ist, der sie nicht nur im Worte, sondern in der Tat übte (V. 18), die Früchte der Liebe zu preisen, welche unserem Herzen Zuversicht Gott gegenüber verleiht und unseren Gebeten die Erhörung sichert. (V. 23) 3. Dritte Bedingung der Annahme an Kindesstatt, dass wir an den Namen des Sohnes Gottes, Jesus Christus, glauben und seine Gebote halten. +1 Johannes 1Joh 70 3 1 Videte qualem caritatem dedit nobis Pater, ut filii Dei nominemur et simus. Propter hoc mundus non novit nos: quia non novit eum. Sehet, welche Liebe¹ uns der Vater erwiesen hat, dass² wir Kinder Gottes heißen sollen und sind.³ Darum⁴ erkennt die Welt⁵ uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.⁶ +1 Johannes 1Joh 70 3 1 1 Der Apostel setzt voraus, dass die Leser das [1Joh 2,29] genannte Wirken Gottes an sich erfahren haben. Demgemäß fordert sie zur Betrachtung der wunderbaren großen göttlichen Liebe auf, welche dies voraussetzt, und die sich an ihnen sichtbar gezeigt hat. +1 Johannes 1Joh 70 3 1 2 Nach einigen ist dies der Beweis der Liebe, nach anderen das Ziel: wir sollen Gott ähnlich werden, der uns gezeugt, da wir nur dadurch Anspruch auf den Namen Kinder Gottes haben. +1 Johannes 1Joh 70 3 1 3 Griech.: und wir sind es wirklich. +1 Johannes 1Joh 70 3 1 4 Weil wir sind, was wir nach Gottes Absicht heißen und sein sollen. +1 Johannes 1Joh 70 3 1 5 Die Welt: im Sinne von [1Joh 2,15ff]. +1 Johannes 1Joh 70 3 1 6 [Joh 17,25] Wie sollte die Welt die Gotteskinder, die eben nach ihrer Ähnlichkeit mit Gott das sind, was sie heißen, als solche erkennen, da sie Gott selbst seinem Wesen nach nicht erkannt hat? Darum darf uns die Verkennung der Welt nicht irre machen in unserem Bewusstsein [1Joh 2,29]. +1 Johannes 1Joh 70 3 2 Carissimi, nunc filii Dei sumus, et nondum apparuit quid erimus. Scimus quoniam cum apparuerit, similes ei erimus: quoniam videbimus eum sicuti est. Geliebte!⁷ jetzt⁸ sind wir Kinder Gottes, aber noch ward es nicht offenbar, was wir sein werden.⁹ Wir wissen,¹⁰ dass, wenn er sich offenbart, wir ihm ähnlich sein werden, weil wir ihn schauen werden, so wie er ist.¹¹ +1 Johannes 1Joh 70 3 2 7 Der Apostel nimmt die Aussage über unsern Kindschaftsstand wieder auf, da die Bruderliebe [1Joh 2,9] auf dem Bewusstsein der gemeinsamen Gotteskindschaft beruht. +1 Johannes 1Joh 70 3 2 8 Gegenstand [1Joh 2,28]. +1 Johannes 1Joh 70 3 2 9 In der Verklärung. +1 Johannes 1Joh 70 3 2 10 Wenn wir uns auch keine Vorstellung davon machen können. +1 Johannes 1Joh 70 3 2 11 Wenn schon das gegenwärtige Schauen Gottes in Christus [1Joh 2,24], wenn es fruchtbringend ist, das Gezeugtsein aus Gott zur Folge hat [1Joh 2,29], uns Gott ähnlich und zu seinen Kindern macht (V. 1), so muss das Schauen Gottes von Angesicht zu Angesicht, vergl. [1Kor 13,12], unsere innigste Ähnlichkeit mit Gott vollenden. Das Schauen ist mit der innigsten Liebe verbunden und vereinigt uns so ganz mit dem Geschauten, uns ihm ähnlich machend. Da wir nun Gott ewig schauen werden, werden wir ewig mit ihm in Liebe vereint bleiben. Vergl. [2Petr 1,4]. +1 Johannes 1Joh 70 3 3 Et omnis, qui habet hanc spem in eo, sanctificat se, sicut et ille sanctus est. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, heiligt sich, sowie auch er heilig ist.¹² +1 Johannes 1Joh 70 3 3 12 Wer solche Hoffnung hegt, kann nicht der Sünde dienen. Die lebendige Hoffnung ist gleichsam die Mutter der inneren Heiligung. Wie der, welcher vor dem Angesichte Jahves erscheinen wollte, sich vorher von aller levitischen Unreinigkeit frei machen musste, so wird auch der, der hofft, einst Gott zu schauen, sich von allen Flecken reinigen. Gott heiligt niemand gegen dessen Willen. Doch auch wer sich selbst heiligt, hat dies nicht aus sich, sondern aus Gott, der in ihm Wohnung nimmt. (Aug.) Wie er heilig ist: dem Apostel hat bereits im V. 1 das Bild des wesenhaften Sohnes Gottes vorgeschwebt, der, weil er sündlos war, allezeit Gottes Angesicht schaute. +1 Johannes 1Joh 70 3 4 Omnis, qui facit peccatum, et iniquitatem facit: et peccatum est iniquitas. Jeder,¹³ der die Sünde tut,¹⁴ tut auch die Gesetzwidrigkeit, und die Sünde ist Gesetzwidrigkeit.¹⁵ +1 Johannes 1Joh 70 3 4 13 Der Apostel legt den Lesern drei Gründe dar, weshalb der Christ zur Selbstläuterung und Heiligung verbunden ist. [1Joh 4,5-7.8-10a] +1 Johannes 1Joh 70 3 4 14 Mit vollem Wissen und Willen. Eine solche Auflehnung gegen den göttlichen Willen muss gestraft werden, mithin kann die Sünde nie erlaubt sein, und keine Umstände können bewirken, dass sie Gottes Willen gemäß sei. +1 Johannes 1Joh 70 3 4 15 Die Sünde ist ein Wort, eine Begierde, eine Tat gegen das ewige Gesetz (Aug.). Diese Gesetzeswidrigkeit ist der christlichen Hoffnung entgegengesetzt. +1 Johannes 1Joh 70 3 5 Et scitis quia ille apparuit ut peccata nostra tolleret: et peccatum in eo non est. Und ihr wisset,¹⁶ dass er¹⁷ erschienen ist, um unsere Sünden hinwegzunehmen, und in ihm ist keine Sünde.¹⁸ +1 Johannes 1Joh 70 3 5 16 Erklärung, inwiefern allein das Sichreinigen von der Sünde dem Ziele der Menschwerdung, in der sich die Heiligkeit Christi (V. 3), offenbarte, entspricht. +1 Johannes 1Joh 70 3 5 17 Christus +1 Johannes 1Joh 70 3 5 18 Diese Worte werden koordiniert, um als Grundlage für V. 6 zu dienen. +1 Johannes 1Joh 70 3 6 Omnis, qui in eo manet, non peccat: et omnis, qui peccat, non vidit eum, nec cognovit eum. Keiner, der in ihm bleibt, sündigt;¹⁹ und jeder, der sündigt,²⁰ hat ihn nicht gesehen,²¹ noch ihn erkannt.²² +1 Johannes 1Joh 70 3 6 19 Wer in innigster Lebensgemeinschaft mit Christus steht, sündigt nicht; Zurückbeziehung auf die Mahnung [1Joh 2,27]. Es ist dies wahr, soweit die Lebensgemeinschaft besteht (Aug.), also unbedingt vom idealen Standpunkte aus, nach dem, was das christliche Leben sein sollte. Ähnlich Paulus [2Kor 5,17]. Andererseits ist es gewiss, dass auch dem gerechtfertigten Christen noch die Sünde nahe treten kann und er also sowohl der vergebenden und erlösenden Gnade Gottes, wie der Selbstläuterung bedarf. Vergl. [1Joh 1,8-10, 1Joh 2,1ff, 1Joh 3,3]. Immerhin ist die Sünde dem Christen etwas Fremdes geworden, von dem er sich alsbald zu befreien bemüht ist. Calvin wollte aus dieser Stelle beweisen, dass, wer einmal gerechtfertigt ist, diese Gnade nicht verlieren kann. Gegen diese Behauptung definierte das Tridentiner Konzil: Wenn jemand sagt, der einmal gerechtfertigte Mensch könne nicht mehr sündigen, noch auch die Gnade verlieren, und darum sei der, welcher fällt und sündigt, gar nicht gerechtfertigt gewesen, oder im Gegenteile, er könne im ganzen Leben alle Sünden, selbst auch die lässlichen, meiden, ohne mit besonderer Gnadenbevorzugung von Gott, wie die Kirche von der seligsten Jungfrau annimmt, der sei ausgeschlossen. (Sitz 6 Kann 23) +1 Johannes 1Joh 70 3 6 20 Wer sündigt, ohne sich von der Sünde zu reinigen, also noch nicht in Christus bleibt. +1 Johannes 1Joh 70 3 6 21 Noch nicht geistig ergriffen. Wie das Schauen Gottes zur Ähnlichkeit mit ihm emporhebt (V. 2), so führt das geistige Sichversenken in Christus zur Freiheit von der Sünde, die ihm eigen war. +1 Johannes 1Joh 70 3 6 22 Sich mit der Erfahrung des Herzens in ihn eingelebt. +1 Johannes 1Joh 70 3 7 Filioli, nemo vos seducat. Qui facit justitiam, justus est: sicut et ille justus est. Kindlein! lasset euch von niemand verführen!²³ Wer die Gerechtigkeit tut,²⁴ ist gerecht, gleichwie auch er gerecht ist. +1 Johannes 1Joh 70 3 7 23 Durch die Behauptung, dass man gerecht sein könne, ohne die Gerechtigkeit zu üben. +1 Johannes 1Joh 70 3 7 24 Wer die innere Gerechtigkeit in seinem Leben ausprägt, vergl. [1Joh 2,29], wer die volle und ganze in Gottes Gesetz gebotene Gerechtigkeit übt. Wir sind gerecht, wie er gerecht ist (sagt der heil. Augustin), doch er in unwandelbarer Dauer, wir, indem wir an den glauben, den wir einst schauen werden. Und wenn unsere Gerechtigkeit vollkommen geworden sein wird, wenn wir den Engeln gleich sein werden, auch dann wird sie der seinen nicht gleichkommen. Wie weit ist sie also jetzt von ihm entfernt, wenn sie selbst dann der seinen nicht gleichkommt! +1 Johannes 1Joh 70 3 8 Qui facit peccatum, ex diabolo est: quoniam ab initio diabolus peccat. In hoc apparuit Filius Dei, ut dissolvat opera diaboli. Wer die Sünde tut,²⁵ ist vom Teufel,²⁶ denn der Teufel sündigt von Anfang an.²⁷ Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.²⁸ +1 Johannes 1Joh 70 3 8 25 Wer in der Sünde wie in seinem Elemente lebend und verharrend tut, was dem göttlichen Willen zuwider ist. +1 Johannes 1Joh 70 3 8 26 Vergl. [Joh 8,44]. Seiner Sinnes- und Lebensrichtung nach hat er seinen Ursprung vom Teufel, wie der, welcher, welcher die Gerechtigkeit tut, aus Gott gezeugt ist. [1Joh 2,29] Dass ein solcher, wie hier beschrieben, nicht gerecht, nicht Gott wohlgefällig sein kann, ist klar. +1 Johannes 1Joh 70 3 8 27 Seitdem es eine Sünde auf Erden gibt. +1 Johannes 1Joh 70 3 8 28 Nach [Joh 2,19] ist der Teufel der Urheber aller sündhaften Richtung. Der Heiland will die Werke zerstören, welche der Teufel in allen denen wirkt, die aus ihm ihren Ursprung haben. Alles, was der Teufel tut, ist immer schlecht. Denn wenn er auch einmal das täte, was an sich gut ist, so würde er es doch nicht in guter Absicht vollbringen, wie wenn er die Wahrheit redete, um zu täuschen. Auch seine natürlichen Gaben missbraucht er zum Bösen. (Thom.) +1 Johannes 1Joh 70 3 9 Omnis, qui natus est ex Deo, peccatum non facit: quoniam semen ipsius in eo manet, et non potest peccare, quoniam ex Deo natus est. Jeder, der aus Gott geboren ist, begeht keine Sünde,²⁹ denn sein Same³⁰ bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen,³¹ denn er ist aus Gott geboren. +1 Johannes 1Joh 70 3 9 29 Zurückbeziehung auf [1Joh 2,29]. Wie V. 6 stellt hier der Apostel den idealen Standpunkt vor Augen: da die heiligmachende Gnade in dem Christen bleibt und Gott ihn vor dem Falle beschützt. Johannes sagt nicht, dass der Christ überhaupt nicht sündigen kann, dies widerspräche dem [1Joh 1,7] und [1Joh 2,2] Gesagten, noch weniger, dass ein Christ die Kindschaft Gottes nicht verlieren könne, denn dies stände im Widerspruch zu [Hebr 6,4ff], sondern insoweit in den Kindern Gottes das neue Leben wirksam ist, wird es, wenn auch die Christen jetzt noch bisweilen in Sünden fallen, dennoch zuletzt gewiss siegen über alle Macht des Todes und der Finsternis. Der Apostel sieht sie schon auf dem Gipfel stehen, zu welchem sie emporsteigen. Der Geist kann nicht sündigen, insofern er aus Gott geboren ist. Bei den Gottlosen hingegen sieht der Apostel nur auf die Giftquelle, die sogar das von Gott geschenkte Gute sogleich in ihren Bereich zieht, ohne dass er hier darauf Rücksicht nimmt, dass viele solcher Teufelskinder noch Gotteskinder werden können. Der Grund der schroffen Gegenüberstellung ist, dass er seinen Lesern recht eindringlich die große Wahrheit an das Herz legen will, dass es keine Neutralität zwischen Gott und dem Teufel gibt und man entweder dem einen dienen muss, oder dem anderen. +1 Johannes 1Joh 70 3 9 30 Das Wort Gottes, die heiligmachende Gnade. Die heiligmachende Gnade verhält sich zur Seligkeit wie der Same bei den lebenden Wesen zu dem, was aus ihm hervorgeht. (Thom.) +1 Johannes 1Joh 70 3 9 31 Steigerung: Er tut nicht Sünde, er kann nicht sündigen. +1 Johannes 1Joh 70 3 10 In hoc manifesti sunt filii Dei, et filii diaboli. Omnis qui non est justus, non est ex Deo, et qui non diligit fratrem suum: Daran³² sind die Kinder Gottes³³ und die Kinder des Teufels offenbar. Jeder, der nicht gerecht ist,³⁴ ist nicht aus Gott, so auch, wer seinen Bruder nicht liebt;³⁵ +1 Johannes 1Joh 70 3 10 32 An diesen Merkmalen. +1 Johannes 1Joh 70 3 10 33 Wie [1Joh 3,1]. +1 Johannes 1Joh 70 3 10 34 Damit ist V. 7 weiter erklärt: Wer Gerechtigkeit übt. +1 Johannes 1Joh 70 3 10 35 Aus der Gerechtigkeit hebt der Apostel besonders die Bruderliebe hervor als leicht erkennbares Merkmal der Gotteskindschaft, da diese, wie er [1Joh 2,10] gezeigt, alle, die zur Gemeinde des Lichtes gehören, untereinander verbindet. Zu ergänzen ist am Schlusse des Verses: ist nicht aus Gott, sondern aus dem Teufel. Mögen sich alle mit dem Kreuze Christi bezeichnen, alle Amen antworten, alle Alleluja singen, alle in die Kirche eintreten, die Kinder Gottes werden von den Kindern des Teufels nur durch die Liebe unterschieden. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 3 11 Quoniam hæc est annuntiatio, quam audistis ab initio, ut diligatis alterutrum. denn dies ist die Verkündigung,³⁶ welche ihr von Anfang an³⁷ gehört habt, dass ihr einander lieben sollt. [Joh 13,34, Joh 15,12] +1 Johannes 1Joh 70 3 11 36 Dasselbe, was [1Joh 2,7] Gebot heißt. +1 Johannes 1Joh 70 3 11 37 Seitdem ihr die Botschaft des Evangeliums vernommen. +1 Johannes 1Joh 70 3 12 Non sicut Cain, qui ex maligno erat, et occidit fratrem suum. Et propter quid occidit eum? Quoniam opera ejus maligna erant: fratris autem ejus justa. Nicht³⁸ wie Kain, der aus dem Bösen war und seinen Bruder erschlug!³⁹ Und weshalb erschlug er ihn?⁴⁰ Weil seine Werke böse waren,⁴¹ die seines Bruders aber gerecht.⁴² +1 Johannes 1Joh 70 3 12 38 Nicht: Vergl. [Joh 6,58]. Die Botschaft, welche ihr gehört habt, ist nicht dem ähnlich, was ihr von Kain wisset, sie ist das Gegenteil davon. +1 Johannes 1Joh 70 3 12 39 Der ihm in seiner Unschuld und Geduld keinen Widerstand leistet. +1 Johannes 1Joh 70 3 12 40 Er muss doch ein Ziel gehabt haben, das zu erreichen er diese grause Tat verübte. +1 Johannes 1Joh 70 3 12 41 Jeder kann nur die Werke dessen tun, von dem er seinen Ursprung hat. +1 Johannes 1Joh 70 3 12 42 Es war also der sittliche Gegensatz, der ihn bewog, seinen Bruder zu hassen, wie ihr gemeinsamer Ursprung aus Gott die Christen antreibt, sich gegenseitig zu lieben. +1 Johannes 1Joh 70 3 13 Nolite mirari fratres, si odit vos mundus. Wundert euch nicht, Brüder!⁴³ wenn⁴⁴ euch die Welt⁴⁵ hasset. +1 Johannes 1Joh 70 3 13 43 Anwendung des V. 12 Gesagten. +1 Johannes 1Joh 70 3 13 44 Dass, die notwendige Tatsache. +1 Johannes 1Joh 70 3 13 45 Die Welt im schlechten Sinne, die Liebhaber der Welt. Jeder Böse verfolgt den Guten deshalb, weil dieser sich nicht mit ihm zum Bösen verbindet. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 3 14 Nos scimus quoniam translati sumus de morte ad vitam, quoniam diligimus fratres. Qui non diligit, manet in morte: Wir⁴⁶ wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben übergegangen sind, weil wir die Brüder lieben.⁴⁷ Wer nicht liebt,⁴⁸ bleibt im Tode.⁴⁹ +1 Johannes 1Joh 70 3 14 46 Der Apostel vereinigt sich mit den V. 13 als Brüder Angeredeten im Gegensatze zur Welt. +1 Johannes 1Joh 70 3 14 47 Ursache des Seins aus Gott, [1Joh 2,25]. Wir erkennen, dass wir aus Gott gezeugt sind, an der Bruderliebe. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 3 14 48 Griech.: Wer die Brüder nicht liebt. +1 Johannes 1Joh 70 3 14 49 Das Fehlen der Liebe zeigt, dass jemand noch im Todeszustand des natürlichen Menschen ist. +1 Johannes 1Joh 70 3 15 Omnis, qui odit fratrem suum, homicida est. Et scitis quoniam omnis homicida non habet vitam æternam in semetipso manentem. Jeder,⁵⁰ der seinen Bruder hasset, ist ein Mörder. Und ihr wisset, dass kein Mörder das ewige Leben in sich bleibend hat.⁵¹ +1 Johannes 1Joh 70 3 15 50 Jeder: Rückblick auf Kain V. 12. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder wie Kain. Wie der Heiland den Zorn [Mt 5,22], so setzt der Apostel den Hass dem Morde gleich, weil dieser auf die Vernichtung des Bruders ausgeht. Kann er auch sein letztes Ziel nicht erreichen, so macht diese innere Meinung den Menschen doch zum Mörder. (Hieron.) +1 Johannes 1Joh 70 3 15 51 Er ist nicht zum wahren Leben aus Gott gekommen, das nach seiner Natur nach ewig ist. +1 Johannes 1Joh 70 3 16 In hoc cognovimus caritatem Dei, quoniam ille animam suam pro nobis posuit: et nos debemus pro fratribus animas ponere. Daran⁵² haben wir die Liebe Gottes⁵³ erkannt,⁵⁴ dass er⁵⁵ sein Leben für uns⁵⁶ dahingegeben hat; so müssen auch wir für die Brüder das Leben dahingeben.⁵⁷ +1 Johannes 1Joh 70 3 16 52 An dem Beispiele Christi. +1 Johannes 1Joh 70 3 16 53 Gottes fehlt im Griechischen. +1 Johannes 1Joh 70 3 16 54 Da der Hass mit dem Morden gleichsteht, der Beraubung des Lebens, so charakterisiert der heil. Johannes die Liebe, das Kennzeichen des wahren Lebens (V. 14), dadurch, dass sie uns bewegt, das eigene Leben für andere hinzugeben. +1 Johannes 1Joh 70 3 16 55 Zurückweisung auf V. 7, wo Christus als Vorbild der Gerechtigkeit hingestellt ist, also auch als Vorbild des Hauptstückes derselben, der Liebe. +1 Johannes 1Joh 70 3 16 56 Darin bestand die Liebe. +1 Johannes 1Joh 70 3 16 57 Aus diesem Vorbilde folgt für uns die Pflicht, gleichfalls unser Leben dahinzugeben, wenn die Bruderliebe es erfordert, die der Hauptteil der Gerechtigkeit ist. (V. 10) Der Apostel nennt das Höchste, weil er das Vorbild Christi vor Augen gestellt hat, und fordert umso mehr jede sich selbst verleugnende, werktätige Liebe, welche ein solches Opfer nicht beansprucht. +1 Johannes 1Joh 70 3 17 Qui habuerit substantiam hujus mundi, et viderit fratrem suum necessitatem habere, et clauserit viscera sua ab eo: quomodo caritas Dei manet in eo? Wer die Güter dieser Welt hat,⁵⁸ und, wenn er seinen Bruder Not leiden sieht,⁵⁹ sein Herz vor ihm verschließt, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?⁶⁰ +1 Johannes 1Joh 70 3 17 58 Gegensatz zur Liebe und ihrem Verhalten, Versäumnis der Liebespflicht, wo es sich um ein geringes Opfer handelt. Die Güter dieser Welt sind etwas überaus Geringfügiges, im Vergleiche zum Leben, das man dahingeben soll. +1 Johannes 1Joh 70 3 17 59 Da tut sich das Herz von selbst auf, deshalb wendet sich der schlechte Christ von dem Bruder ab, um nicht zu einem Opfer für denselben angetrieben zu werden. +1 Johannes 1Joh 70 3 17 60 Es ist unmöglich, dass die Liebe Gottes in ihm bleibt, denn sie besteht darin, dass man Gottes Gebote hält [1Joh 2,5], so müsste jene ihn also antreiben, das Gebot der Liebe zu erfüllen. Hat nun jeder Christ diese Liebe, so kann sie nicht in ihm bleiben, wenn er sich ihren Anregungen absichtlich verschließt, da sie ihn antreibt, das Gebot zu erfüllen. Bist du noch nicht in der Lage, für den Bruder zu sterben, so bist du doch im Stande, dem Bruder von deinem Vermögen mitzuteilen. (Aug.) Wie wir der, welcher für die Schafe Christi sein Vermögen nicht geben will, sein Leben geben? (Greg.) +1 Johannes 1Joh 70 3 18 Filioli mei, non diligamus verbo, neque lingua, sed opere et veritate. Meine Kindlein!⁶¹ lasset uns nicht mit Worten noch mit der Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.⁶² +1 Johannes 1Joh 70 3 18 61 Wie V. 7 beginnt der Apostel mit einer neuen Anrede, um durch den Ausdruck zärtlicher Liebe die Mahnung, welche harte Mängel als vielleicht vorhanden voraussetzt, zu mildern. +1 Johannes 1Joh 70 3 18 62 Die Tat ist den Worten, die immerhin ein wahres Gefühl aussprechen, aber ohne dass mit ihnen werktätige Hilfe verbunden ist, die Wahrheit der Zunge leeren heuchlerischen Worten entgegengesetzt. +1 Johannes 1Joh 70 3 19 In hoc cognoscimus quoniam ex veritate sumus: et in conspectu ejus suadebimus corda nostra. Daran⁶³ erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind,⁶⁴ und dadurch werden unsere Herzen vor seinem Angesichte sich beruhigen,⁶⁵ +1 Johannes 1Joh 70 3 19 63 An dieser wahren Liebe. +1 Johannes 1Joh 70 3 19 64 Der Ausdruck ist durch das Wort Wahrheit in V. 18 bestimmt, doch, wenn dort die subjektive Wahrheit in's Auge gefasst wird, so hier die objektive. [Joh 18,37] Aus der Wahrheit sein ist dasselbe wie aus Gott sein. V. 10 Nur dadurch, dass wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, können wir vor Gottes Angesicht unser Herz beruhigen. +1 Johannes 1Joh 70 3 19 65 Wir werden unser Herz davon überzeugen, dass diese Wahrheit auch auf den speziellen Fall Anwendung findet, dass das Herz sich mancher Sünden und Übertretungen bewusst ist, die es ihm zweifelhaft machen, ob wir wirklich aus der Wahrheit sind. +1 Johannes 1Joh 70 3 20 Quoniam si reprehenderit nos cor nostrum: major est Deus corde nostro, et novit omnia. dass, wenn uns unser Herz anklagt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.⁶⁶ +1 Johannes 1Joh 70 3 20 66 Gott als der Vergebende. Der Besitz der wahren Bruderliebe ist ein Merkmal der Kindschaft Gottes, und in dem Bewusstsein, dass wir die Bruderliebe haben und somit Kinder Gottes sind, können wir vor Gott unser Herz beruhigen, wenn es uns unsere anderweitigen Fehler und Gebrechen vorhält. Gottes Allwissenheit durchdringt alles, also auch unser Herz, unsere Bruderliebe und den Grund derselben, das Sein aus der Wahrheit, aus ihm selbst. +1 Johannes 1Joh 70 3 21 Carissimi, si cor nostrum non reprehenderit nos, fiduciam habemus ad Deum: Geliebte! wenn unser Herz uns nicht anklagt,⁶⁷ so haben wir Zuversicht zu Gott,⁶⁸ +1 Johannes 1Joh 70 3 21 67 Zweiter Fall. Die Liebe selbst seufzt, die Liebe selbst betet; der vermag nicht gegen sie das Ohr zu verschließen, der sie selbst gegeben. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 3 21 68 Dass und warum das Bewusstsein, dass wir noch Sünde haben, [1Joh 1,8ff] die Zuversicht nicht aufhebt, zeigt [1Joh 2,1ff]. +1 Johannes 1Joh 70 3 22 Et quidquid petierimus, accipiemus ab eo: quoniam mandata ejus custodimus, et ea, quæ sunt placita coram eo, facimus. und werden, um was wir nur bitten, von ihm erlangen,⁶⁹ weil wir seine Gebote halten⁷⁰ und das tun, was vor ihm wohlgefällig ist.⁷¹ +1 Johannes 1Joh 70 3 22 69 Die Berechtigung unserer Zuversicht erfahren wir durch die Erhörung unserer Gebete. +1 Johannes 1Joh 70 3 22 70 Begründung, weshalb wir von Gott das Erbetene empfangen. Vergl. [1Joh 2,3ff]. Also in der Gebetserhörung erprobt sich die Zuversicht, die wir zu Gott haben dürfen; die Zuversicht aber ist begründet durch das Tun der Gerechtigkeit und die Bruderliebe insbesondere. +1 Johannes 1Joh 70 3 22 71 Deshalb verlässt er uns seinerseits nicht. +1 Johannes 1Joh 70 3 23 Et hoc est mandatum ejus: Ut credamus in nomine Filii ejus Jesu Christi: et diligamus alterutrum, sicut dedit mandatum nobis. Und dies ist sein Gebot: Dass wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben⁷² und einander lieben sollen, wie er uns das Gebot gegeben hat.⁷³ +1 Johannes 1Joh 70 3 23 72 Vergl. V. 11. Ein Grundgebot aller Gebete, damit unsere Gebete erhört werden. Mit dem lebendigen Glauben ist die Liebe verbunden, wie mit der Sonne das Licht, mit der Wurzel die Blüte, darum werden Glaube und Liebe als ein Gebot bezeichnet. Dass der Glaube als Gebot bezeichnet wird, weist auf die Notwendigkeit unserer Mittätigkeit hin. +1 Johannes 1Joh 70 3 23 73 [Joh 13,34] Subjekt des Satzes ist Christus. +1 Johannes 1Joh 70 3 24 Et qui servat mandata ejus, in illo manet, et ipse in eo: et in hoc scimus quoniam manet in nobis de Spiritu, quem dedit nobis. Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm, und er in ihm;⁷⁴ und daran⁷⁵ erkennen wir, dass er in uns bleibt, an dem Geiste, den er uns gegeben hat.⁷⁶ [1Joh 4,13, Joh 14,23, Röm 8,9, 1Kor 12,13] +1 Johannes 1Joh 70 3 24 74 Wer seine Gebote hält, ist nicht allein durch die Erhörung seiner Gebete des Heils gewiss (V. 21), sondern das Beobachten der Gebote ist das Zeichen unsers Heilsstandes, die dieser von selbst mit sich bringt. Wie nach [1Joh 2,5] das Halten des göttlichen Wortes, dessen Inhalt die Gebote sind [1Joh 2,3], unser Sein in Gott offenbart, so beweist das dauernde Halten der Gebote Gottes, dass wir dauernd in ihm sind, dass wir in ihm bleiben und er in uns. +1 Johannes 1Joh 70 3 24 75 An den Folgenden. +1 Johannes 1Joh 70 3 24 76 Der Abschluss kehrt zu [1Joh 3,24] zurück. Wenn du findest, dass du Liebe hast, so hast du den Geist Gottes, und die ganze heilige Dreifaltigkeit wohnt in dir. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 4 0 a. Nicht jedem Geiste ist demnach zu glauben, sondern zu beachten, dass nur der Geist aus Gottes Geist redet, der bekennt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Wer aber Jesus und Christus trennt, ist nicht von Gott, sondern vom Antichrist, der schon jetzt in der Welt tätig ist. (V. 3) b. Johannes spricht den Lesern seine Freude aus, dass sie, da Gott in ihnen sei, von jenen Antichristen nichts zu fürchten haben, deren Worten nur die Kinder der Welt ihr Ohr leihen, nicht sie, die nur auf den Apostel hören. (V. 6) III. Da der Vater seinen eingeborenen Sohn aus Liebe für uns dahingegeben, müssen wir Liebe mit Liebe vergelten (4,7 5,12): 1. Empfehlung der Liebe Gottes und des Nächsten, welche so miteinander verbunden sind, dass die eine nicht ohne die andere sein kann (V. 7 21): a. Das Motiv der Liebe ist Gottes Liebe gegen uns, die sich besonders darin kundgetan, dass er seinen eingeborenen Sohn für uns als Sühne dahingab. (V. 11) b. Die Früchte und die Wurzel der Liebe sind demnach: Wer die Liebe besitzt, in dem wohnt Gott und verleiht ihm seinen Geist. (V. 13) Die Wurzel der Liebe ist der Glaube an Jesus Christus, darum bleibt Gott auch in dem, der in Liebe bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist. (V. 16) Wer die wahre Liebe besitzt, darf den Tag des Gerichtes mit Zuversicht erwarten. (V. 18) c. Mahnung zur Liebe Gottes und des Nächsten. +1 Johannes 1Joh 70 4 1 Carissimi, nolite omni spiritui credere, sed probate spiritus si ex Deo sint: quoniam multi pseudoprophetæ exierunt in mundum. Geliebte! glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind;¹ denn es sind viele Lügenpropheten in die Welt ausgegangen. +1 Johannes 1Joh 70 4 1 1 Nicht jeder Geist ist das Kennzeichen, dass Gott in uns bleibt, sondern nur der, welcher sich als Gottes Geist offenbart. Aus Gott reden die wahren Propheten, die rechten Lehrer. Die falschen Propheten (Antichristen [1Joh 2,18]) folgen einem anderen Geiste. Eine solche Prüfung der Geister empfiehlt auch der heil. Paulus [1Thess 5,21]. Die Unterscheidung der Geister war in der apostolischen Zeit eine besondere Gnadengabe [1Kor 12,10], deren Stelle bei der Ausbreitung der Kirche das auch vorher bereits bestehende unfehlbare Lehramt der Kirche ausschließlich eingenommen hat. +1 Johannes 1Joh 70 4 2 In hoc cognoscitur spiritus Dei: omnis spiritus qui confitetur Jesum Christum in carne venisse, ex Deo est: Daran wird der Geist² Gottes erkannt: Jeder Geist, welcher bekennt,³ dass Jesus Christus⁴ im Fleische gekommen ist,⁵ ist aus Gott;⁶ +1 Johannes 1Joh 70 4 2 2 Der Geist, welcher nach [1Joh 3,24] in uns bleibt. +1 Johannes 1Joh 70 4 2 3 Alles Bekennen ist der Ausdruck der inneren Überzeugung. Diese aber wird von dem heil. Geiste gegeben [1Joh 2,20], mithin kann auch das Bekenntnis diesem zugeschrieben werden, der sich in den Christen als Gottes Geist erweist, indem er jenen zur Erfüllung des ersten göttlichen Gebotes, des Glaubens an den Namen seines Sohnes Jesus Christus [1Joh 3,23] führt. +1 Johannes 1Joh 70 4 2 4 Der ewige Sohn Gottes. Vergl. [1Joh 2,23]. +1 Johannes 1Joh 70 4 2 5 Nur so haben wir ihn ja als den, der er ist [1Joh 1,1] und als höchste Offenbarung Gottes erkannt. +1 Johannes 1Joh 70 4 2 6 Zurückbeziehung auf V. 1. +1 Johannes 1Joh 70 4 3 Et omnis spiritus, qui solvit Jesum, ex Deo non est, et hic est Antichristus, de quo audistis quoniam venit, et nunc jam in mundo est. und jeder Geist, welcher Jesus aufhebt,⁷ ist nicht aus Gott, und dies ist der Antichrist,⁸ von dem ihr gehört habt, dass er kommt, und schon jetzt ist er in der Welt.⁹ +1 Johannes 1Joh 70 4 3 7 Griech.: der nicht bekennt. Jesus griech. den Jesus, Jesus, wie er zuvor beschrieben ist (V. 2). Der Apostel hat wohl die Doketen seiner Zeit im Auge, welche behaupteten, Christus habe zum Scheine einen menschlichen Leib angenommen, und die hypostatische Vereinigung der göttlichen und menschlichen Natur in Christus, die persönliche Menschwerdung in einem bestimmten einzelnen in Fleisch und Blut gekleideten Menschen, leugneten. Doch mit diesem Grundirrtume, der das ganze Erlösungswerk Christi vernichtet, hängen alle Irrlehrer aller Zeiten mittelbar oder unmittelbar zusammen, so dass der Apostel hier ein allgemeines dogmatisches Kriterium bietet, an dem man die wahren und die falschen Lehrer unterscheiden kann. Ein ähnliches Kriterium stellte Paulus [1Kor 13,3] auf. Ein menschliches und sittliches Prüfungsmittel gibt der Heiland [Mt 7,16]. +1 Johannes 1Joh 70 4 3 8 Die besten Handschriften der Vulgata haben den Genitiv: ist der Geist des Antichrist. Aus [1Joh 2,18] wissen die Leser, dass der Antichrist kommt, aber da er an jener Stelle die Voraussagung durch das Erscheinen der vielen Antichristen erklärt hat, gilt sie auch von denen, die den Geist des Antichristes haben. +1 Johannes 1Joh 70 4 3 9 In jenen falschen Propheten. +1 Johannes 1Joh 70 4 4 Vos ex Deo estis filioli, et vicistis eum, quoniam major est qui in vobis est, quam qui in mundo. Ihr seid aus Gott,¹⁰ Kindlein! und habt sie¹¹ überwunden; denn der in euch ist,¹² ist größer als der in der Welt¹³ ist. +1 Johannes 1Joh 70 4 4 10 Vergl. [1Joh 3,1]. +1 Johannes 1Joh 70 4 4 11 Die Welt. Griech.: sie, die falschen Propheten. Durch die Aufnahme in die Kindschaft Gottes ist ihnen der Sieg gesichert. +1 Johannes 1Joh 70 4 4 12 Gott und der uns von ihm mitgeteilte Geist. [1Joh 3,24] +1 Johannes 1Joh 70 4 4 13 In der widergöttlichen Welt. Anders V. 1, wo die Erde, die Menschen, verstanden sind. +1 Johannes 1Joh 70 4 5 Ipsi de mundo sunt: ideo de mundo loquuntur, et mundus eos audit. Sie sind aus der Welt,¹⁴ darum reden sie aus der Welt,¹⁵ und die Welt hört auf sie. +1 Johannes 1Joh 70 4 5 14 Wenn sie auch früher äußerlich unserer Gemeinschaft angehörten, hat ihr Ausscheiden gezeigt, wem ihr Herz gehörte. +1 Johannes 1Joh 70 4 5 15 Sie schöpfen ihre Lehre aus der der gottwidrigen Menschheit eigenen Weisheit, und nicht aus der Offenbarung. Vergl. [Joh 3,31, Joh 8,23.47, Joh 18,37]. Die falschen Lehrer gehen aus dem Zeitgeiste hervor und wissen sich demselben anzubequemen, sie führen eine der Welt entsprechende und ihr darum gefallende Sprache. (Ökum.) Der wahre Christ ist aus Gott und hört nur auf Gottes Stimme, welche durch die Kirche zu ihm redet. Es ist also ein weiteres Kennzeichen der Wahrheit, dass sie den Kampf gegen die herrschende falsche Weltansicht aufnimmt und gegen das in der Welt herrschende Verderben auftritt. +1 Johannes 1Joh 70 4 6 Nos ex Deo sumus. Qui novit Deum, audit nos: qui non est ex Deo, non audit nos: in hoc cognoscimus Spiritum veritatis, et spiritum erroris. Wir¹⁶ sind aus Gott. Wer Gott erkennt,¹⁷ hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns;¹⁸ daran¹⁹ erkennen wir²⁰ den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrwahns.²¹ +1 Johannes 1Joh 70 4 6 16 Der Apostel und die anderen Verkündiger der Wahrheit. +1 Johannes 1Joh 70 4 6 17 Vergl. [1Joh 2,5] und [1Joh 2,28]. +1 Johannes 1Joh 70 4 6 18 Weil wir aus Gott sind. +1 Johannes 1Joh 70 4 6 19 Siehe [1Joh 3,24]. +1 Johannes 1Joh 70 4 6 20 Die Apostel erkennen aus der Annahme oder Zurückweisung ihres Wortes, wer aus Gott ist und wer nicht. +1 Johannes 1Joh 70 4 6 21 Der Geist, welcher antreibt, die Apostel zu hören, kann nur der Geist der Wahrheit sein, der Geist, welcher die Welt bewegt, auf die falschen Propheten zu hören, kann nur der Geist des Irrwahns sein. Wie das Bekenntnis des im Fleische gekommenen Jesus (V. 2), so charakterisiert das bleibende Hören auf die Apostel (V. 5) den Geist, durch den Gott selbst in den Christen bleibt und sie das Gebot des Glaubens erfüllen lehrt. +1 Johannes 1Joh 70 4 7 Carissimi, diligamus nos invicem: quia caritas ex Deo est. Et omnis, qui diligit, ex Deo natus est, et cognoscit Deum. Geliebte! lasset uns einander lieben,²² denn die Liebe ist aus Gott;²³ und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.²⁴ +1 Johannes 1Joh 70 4 7 22 Schon zweimal hat der Apostel in diesem Sendschreiben von der Liebe gesprochen, [1Joh 2,5-11], und ausführlicher [1Joh 3,10-24]. Jetzt knüpft er an das zweite Gebot [1Joh 3,23] an, um zu zeigen, dass man an seiner Erfüllung das Bleiben Gottes durch seinen Geist in uns erkennen kann. +1 Johannes 1Joh 70 4 7 23 Wie der Geist, welcher Jesus bekennt. +1 Johannes 1Joh 70 4 7 24 Die Erfüllung des Gebotes der Liebe beweist jenes Bleiben Gottes in uns, das an dem Besitze des Geistes erkannt wird. [1Joh 3,24] +1 Johannes 1Joh 70 4 8 Qui non diligit, non novit Deum: quoniam Deus caritas est. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt;²⁵ denn Gott ist Liebe.²⁶ +1 Johannes 1Joh 70 4 8 25 Niemand sage, wenn er die Liebe verletzt: Ich sündige nur gegen einen Menschen; gegen einen Menschen sündigen ist etwas Leichtes, ich will nicht gegen Gott sündigen. Wie solltest du nicht gegen Gott sündigen, wenn du gegen die Liebe sündigst? Gott ist die Liebe. (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 4 8 26 Sein Wesen ist Liebe. Wer Gott erkennt, wird aus ihm gezeugt, nimmt Gottes Wesen, also die Liebe, in sich auf. +1 Johannes 1Joh 70 4 9 In hoc apparuit caritas Dei in nobis, quoniam Filium suum unigenitum misit Deus in mundum, ut vivamus per eum. Dadurch hat sich Gottes Liebe gegen uns²⁷ offenbart,²⁸ dass Gott seinen eingebornen Sohn²⁹ in die Welt gesandt hat, dass wir³⁰ durch ihn leben sollen. [Joh 3,16] +1 Johannes 1Joh 70 4 9 27 Nach anderen: in uns; diese Kundmachung des Wesens Gottes ist in unserm Innern erfolgt. +1 Johannes 1Joh 70 4 9 28 Das Wesen Gottes, das bis dahin noch nicht bekannt war. +1 Johannes 1Joh 70 4 9 29 Nicht einen Engel, nicht einen Diener, sondern den Sohn, der der Abglanz seines Wesens ist [Hebr 1,3], damit wir durch diesen an seinem Leben Teil haben sollen. +1 Johannes 1Joh 70 4 9 30 Die Absicht Gottes war, allen das Leben mitzuteilen, doch nur die Gläubigen entsprechen derselben. +1 Johannes 1Joh 70 4 10 In hoc est caritas: non quasi nos dilexerimus Deum, sed quoniam ipse prior dilexit nos, et misit Filium suum propitiationem pro peccatis nostris. Darin besteht die Liebe;³¹ nicht dass wir Gott geliebt haben,³² sondern dass er uns zuerst geliebt³³ und seinen Sohn gesandt hat als Sühne für unsere Sünden.³⁴ [1Joh 2,2] +1 Johannes 1Joh 70 4 10 31 Rückkehr zu dem Gedanken V. 7. +1 Johannes 1Joh 70 4 10 32 Was die wahrhaft Frommen des A. T. getan. [Joh 5,42] +1 Johannes 1Joh 70 4 10 33 In der Sendung des Sohnes ist nicht nur die Liebe als das Wesen Gottes, sondern auch das Wesen der Liebe überhaupt offenbar geworden, sofern daraus erst folgt, dass alle Liebe in ihm ihren Ursprung hat. +1 Johannes 1Joh 70 4 10 34 Ehe wir Gottes Liebe noch verstanden und erkannten, tilgte sie in dem Sühnopfer Christi unsere Sünden. (Vergl. V. 9) Aus dieser Liebe Gottes zu uns, aus der Mitteilung seines eigenen Wesens an uns, kann erst unsere Liebe zu ihm herfließen. +1 Johannes 1Joh 70 4 11 Carissimi, si sic Deus dilexit nos: et nos debemus alterutrum diligere. Geliebte! wenn Gott uns also³⁵ geliebt, so müssen³⁶ auch wir einander lieben. +1 Johannes 1Joh 70 4 11 35 Dass in der Sendung Christi das Wesen der Liebe (V. 10) und in dieser das Wesen Gottes (V. 8) offenbar geworden ist. +1 Johannes 1Joh 70 4 11 36 Vergl. [1Joh 2,6, 1Joh 3,16]. Das Wesen Gottes muss, soweit wir es erkennen, unser Verhalten und das innere Wesen bestimmen. +1 Johannes 1Joh 70 4 12 Deum nemo vidit unquam. Si diligamus invicem, Deus in nobis manet, et caritas ejus in nobis perfecta est. Gott hat niemand jemals geschaut.³⁷ Wenn wir einander lieben, so bleibt³⁸ Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.³⁹ +1 Johannes 1Joh 70 4 12 37 Vergl. [Joh 1,18]. Niemand hat Gott geschaut, dass er sein Wesen erkannt hätte. Doch es offenbart sich in der Liebe. +1 Johannes 1Joh 70 4 12 38 So bleibt Gott in uns, und so erkennen wir daran, dass Gott in uns bleibt, ähnlich wie aus dem Glauben. V. 4 +1 Johannes 1Joh 70 4 12 39 Wir haben den Gipfelpunkt des Gnadenstandes erreicht, denn Gottes eigenstes Wesen, welches Liebe ist, ist in uns verwirklicht. +1 Johannes 1Joh 70 4 13 In hoc cognoscimus quoniam in eo manemus, et ipse in nobis: quoniam de Spiritu suo dedit nobis. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben, und er in uns, weil er uns von seinem Geiste gegeben hat.⁴⁰ +1 Johannes 1Joh 70 4 13 40 Rückbeziehung auf [1Joh 3,24]. Der Geist, der in alle Wahrheit leitet, lehrt uns Gott in Christus erkennen, macht uns die Liebe, die in Christus erschienen ist, als sein Wesen (V. 8) und die Quelle aller Liebe (V. 10) kund, und verleiht uns den Glauben (V. 14, V. 15) und die wahre Liebe. (V. 16) +1 Johannes 1Joh 70 4 14 Et nos vidimus, et testificamur quoniam Pater misit Filium suum Salvatorem mundi. Und wir⁴¹ haben es geschaut und bezeugen, dass der Vater⁴² seinen Sohn als Heiland der Welt gesendet hat. +1 Johannes 1Joh 70 4 14 41 Ich mit allen Augenzeugen des Lebens Jesu. +1 Johannes 1Joh 70 4 14 42 So nannte der Heiland den, der ihn gesandt. Daran haben die Apostel zuerst das Wesen Gottes erkannt, dass der Vater vor Grundlegung der Welt den Sohn liebte [Joh 17,24], und aus eigener Erfahrung gelernt, dass jener den Sohn aus Liebe in die Welt gesandt hat. +1 Johannes 1Joh 70 4 15 Quisquis confessus fuerit quoniam Jesus est Filius Dei, Deus in eo manet, et ipse in Deo. Wer immer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er in Gott.⁴³ +1 Johannes 1Joh 70 4 15 43 Das Zeugnis muss gläubig angenommen werden. Dass dies geschieht, wird im Bekenntnis erwiesen. Der Apostel bezieht sich auf die Erfüllung des ersten Gebotes [1Joh 3,23] zurück. Das Bekenntnis, das V. 2 aufgestellt war, wird hier nach V. 14 erweitert und in der Form gegeben, die sich [1Joh 3,23] findet. Dieses Bekenntnis ist eine Zurückweisung der antichristlichen Lüge (V. 2) und darum, ebenso wie die Liebe (V. 21), ein Kennzeichen, dass Gott in dem, welcher dies Bekenntnis ablegt und hält, bleibt und er in Gott. +1 Johannes 1Joh 70 4 16 Et nos cognovimus, et credidimus caritati, quam habet Deus in nobis. Deus caritas est: et qui manet in caritate, in Deo manet, et Deus in eo. Und wir⁴⁴ haben erkannt und geglaubt⁴⁵ an die Liebe, welche Gott zu uns⁴⁶ hat. Gott ist Liebe,⁴⁷ und⁴⁸ wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott in ihm.⁴⁹ +1 Johannes 1Joh 70 4 16 44 Die Gläubigen. +1 Johannes 1Joh 70 4 16 45 Der wahre Glaube ist ein erkennender, die wahre Erkenntnis eine gläubige Überzeugung aus Gott von der Wahrheit des Erkannten mit der Erkenntnis zusammen bilden den vollen christlichen Glauben. +1 Johannes 1Joh 70 4 16 46 Oder: in uns. +1 Johannes 1Joh 70 4 16 47 Dies hat der Apostel bereits V. 8 als den Mittelpunkt der wahren Gotteserkenntnis bezeichnet. Also ist unsere Liebe ein Kennzeichen unserer Gottesgemeinschaft, wie das Bekenntnis des Glaubens (V. 15), und somit wirklich die Erfüllung der in diesen beiden Forderungen sich zusammenfassenden Gebote Gottes. [1Joh 3,23ff] +1 Johannes 1Joh 70 4 16 48 Somit +1 Johannes 1Joh 70 4 16 49 Da Gott die Liebe ist, bleibt der in Gott, der in der Liebe bleibt. Nun aber kann niemand in der Liebe bleiben, wenn die Liebe nicht der wirksame Mittelpunkt seines Lebens ist und bleibt, also ist durch das Bleiben in der Liebe gezeigt, dass Gott, dessen Wesen die Liebe ist, in dem, der in der Liebe ist, bleibt. (Vergl. V. 12.) Gott ist die Liebe. Was ist besser als die Liebe? Und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, was ist also sicherer als die Liebe? Und Gott in ihm. Was ist also seliger als die Liebe? (Bernh.) +1 Johannes 1Joh 70 4 17 In hoc perfecta est caritas Dei nobiscum, ut fiduciam habeamus in die judicii: quia sicut ille est, et nos sumus in hoc mundo. Dadurch ist die Liebe Gottes⁵⁰ bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben auf den Tag des Gerichtes, denn so wie er ist,⁵¹ sind auch wir in dieser Welt. +1 Johannes 1Joh 70 4 17 50 Der Genitiv Gottes fehlt in den besten griech. Handschriften. Nach der Vulgata ist der Sinn: die Liebe Gottes, sofern sie sich mit uns gleichsam in Gemeinschaft setzt, um uns zu sich zu erheben, erreicht den Gipfel ihrer Tätigkeit; oder: die Liebe Gottes zu uns, welche sich besonders in der Sendung des Sohnes kundgegeben hat, erweist sich in ihrer Macht und Herrlichkeit. Nach dem Kontext (V. 16, V. 18) ist aber wohl viel mehr an die uns innewohnende Liebe zu denken. Die Worte: Die Liebe weisen auf V. 16 zurück: in der Liebe. Diese Liebe umfasst ebenso die Gottes- wie die Bruderliebe. Von der Zuversicht war bereits [1Joh 3,21] die Rede. Hier wird sie in ihrer letzten Bewährung gefasst, welche sie am Tage des Gerichtes bieten soll. Wie sie [1Joh 2,28] von dem Bleiben in Gott abhängig gemacht ist, so hier von dem Bleiben in der Liebe, die ja Gott ist. +1 Johannes 1Joh 70 4 17 51 Wie der erhöhte Christus (Aug.) nur noch im Vater ist, vergl. [Joh 14,20], von allen irdischen Beziehungen gelöst, so stehen auch wir zu Gott, wir sind in der Liebe und also in Gott und können mithin nicht verurteilt werden. +1 Johannes 1Joh 70 4 18 Timor non est in caritate: sed perfecta caritas foras mittit timorem, quoniam timor pnam habet; qui autem timet, non est perfectus in caritate. Furcht ist nicht in der Liebe,⁵² sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer aber fürchtet,⁵³ ist nicht vollendet in der Liebe.⁵⁴ +1 Johannes 1Joh 70 4 18 52 Furcht vor Gott als dem Richter, knechtische Furcht vor Strafe, die mit der Selbstsucht eines ist, jene Furcht, welche die Strafe und Pein, die sie bei dem Gerichte zu erwarten hat, schon in sich trägt, ist unvereinbar mit der Liebe. Die kindliche Furcht, Gott zu beleidigen, muss freilich auf Erden mit der Liebe verbunden sein. +1 Johannes 1Joh 70 4 18 53 Und umgekehrt, wer vollkommen ist in der Liebe, kennt jene mit derselben unvereinbare knechtische Furcht vor dem Richter nicht. +1 Johannes 1Joh 70 4 18 54 Vollendet im Sinne des V. 17. +1 Johannes 1Joh 70 4 19 Nos ergo diligamus Deum, quoniam Deus prior dilexit nos. Lasset uns also Gott lieben,⁵⁵ weil Gott uns zuerst geliebt hat. +1 Johannes 1Joh 70 4 19 55 Mit Nachdruck. Vergl. [Röm 5,5ff, Röm 11,35]. Nach dem Griech.: Wir lieben, weil er zuerst geliebt. +1 Johannes 1Joh 70 4 20 Si quis dixerit quoniam diligo Deum, et fratrem suum oderit, mendax est. Qui enim non diligit fratrem suum quem videt, Deum, quem non videt, quomodo potest diligere? Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner.⁵⁶ Denn wer seinen Bruder, den er sieht, nicht liebt, wie vermag der Gott zu lieben, den er nicht sieht?⁵⁷ +1 Johannes 1Joh 70 4 20 56 In der Liebe V. 19 ist die Bruderliebe einbegriffen. Wie kannst du den lieben, dessen Gebote du hassest? Wer könnte sagen: Ich liebe den Kaiser, aber hasse seine Gesetze? Daran erkennt der Kaiser, dass du ihn liebst, wenn seine Gesetze beobachtet werden. Bewahre sein Gebot und liebe deinen Bruder. Liebst du aber deinen Bruder nicht, wie liebst du da den, dessen Gebot du gering achtest? (Aug.) +1 Johannes 1Joh 70 4 20 57 Der Bruder ist Gottes sichtbares Ebenbild, wer also dies nicht liebt, kann keine wahre Liebe zu dem unsichtbaren Urbilde haben. +1 Johannes 1Joh 70 4 21 Et hoc mandatum habemus a Deo: ut qui diligit Deum, diligat et fratrem suum. Und dieses Gebot haben wir von Gott,⁵⁸ dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll. [Joh 13,34, Joh 15,12, Eph 5,2] +1 Johannes 1Joh 70 4 21 58 Die Bruderliebe ist nicht allein ihrer Natur nach untrennbar von der Gottesliebe, sondern beruht auch auf einem ausdrücklichen Gebote Gottes. Was also V. 16 19 von der Liebe gesagt ist, gilt ebenso von der Bruderliebe, wie von der Gottesliebe. Die Hervorhebung der göttlichen Forderung entspricht [1Joh 3,23] und bestätigt also das V. 23ff. über den Grund der Heilsgewissheit Gesagte betreffs der Erfüllung des Liebesgebotes endgültig. Noch bleibt dem Apostel übrig, von der Erfüllung des [1Joh 3,23] genannten Gebotes dasselbe nachzuweisen. +1 Johannes 1Joh 70 5 0 2. Darlegung, dass der Glaube in Wahrheit die Wurzel der Liebe ist (V. 1 12): a. Der Glaube an Jesus Christus macht uns zu Kindern Gottes und bewirkt, dass wir Gott lieben und auch den Nächsten, die Liebe zu Gott aber wird aus der Beobachtung der Gebote erkannt, durch welche (und mittelbar also durch den Glauben) wir die Welt besiegen. (V. 5) b. Dass Jesus der Christus ist, steht aus göttlichem Zeugnisse fest, das jedes menschliche Zeugnis überragt und also angenommen werden muss, im Glauben aber angenommen, das ewige Leben gewährt. (V. 12) Epilog (V. 13 21): 1. Johannes hat diesen Brief geschrieben, damit die Gläubigen wissen, dass sie durch den Glauben an Jesus Christus das ewige Leben haben werden. (V. 13) Die nächste Frucht dieses Glaubens aber ist die Zuversicht, in der sie von Gott alles, auch das Leben eines nicht zum Tode sündigen Bruders, erlangen können. (V. 17) 2. Die aus Gott geboren sind, müssen sich der Sünde enthalten, die Welt verabscheuen und an Gott und seinen Sohn glauben, um das ewige Leben zu erlangen. (V. 20) 3. Mahnung, die Gläubigen möchten sich vor Götzendienst bewahren. +1 Johannes 1Joh 70 5 1 Omnis, qui credit, quoniam Jesus est Christus, ex Deo natus est. Et omnis, qui diligit eum qui genuit, diligit et eum qui natus est ex eo. Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christ sei, ist aus Gott geboren;¹ und jeder, welcher den Erzeuger liebt, liebt auch den, der von ihm erzeugt ist.² +1 Johannes 1Joh 70 5 1 1 Begriff des Glaubens, wie er [1Joh 3,23] gegeben. Er ist Wirkung und darum Kennzeichen der Zeugung aus Gott, wie die Liebe Kennzeichen der Gottesgemeinschaft ist [1Joh 4,16], durch welche wir Kinder Gottes werden. Der Glaubensinhalt wird im Gegensatz zu der Leugnung der Antichristen [1Joh 2,22] dahin angegeben, dass die Person Jesu, wie er als Mensch uns entgegentrat, die zweite Person der göttlichen Natur des Messias ist. Der erste Teil des Verses blickt auf das [1Joh 4,7] Gesagte zurück. +1 Johannes 1Joh 70 5 1 2 Der Apostel hat [1Joh 3,23] neben dem Glauben die Bruderliebe als zweites Gebot genannt und [1Joh 4,21] als Gebot Gottes hervorgehoben. Er hebt also noch einmal hervor, dass, wenn die Liebe sich auf den Vater richtet, sie sich auf dessen Kinder, die Mitchristen, erstrecken muss. Nach dem heil. Augustin und dem heil. Hilarius ist der, der aus Gott erzeugt ist, an dieser Stelle Christus. +1 Johannes 1Joh 70 5 2 In hoc cognoscimus quoniam diligamus natos Dei, cum Deum diligamus, et mandata ejus faciamus. Daran³ erkennen wir,⁴ dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.⁵ +1 Johannes 1Joh 70 5 2 3 Vergl. [1Joh 2,5, 1Joh 3,10.19, 1Joh 4,17]. +1 Johannes 1Joh 70 5 2 4 Wann tritt ein, was in V. 1 gesagt ist? Woran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben? +1 Johannes 1Joh 70 5 2 5 Wenn wir Gott wahrhaft lieben (im Gegensatze zu [1Joh 4,20]), indem wir seine Gebote erfüllen. +1 Johannes 1Joh 70 5 3 Hæc est enim caritas Dei, ut mandata ejus custodiamus: et mandata ejus gravia non sunt. Denn das ist⁶ die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten,⁷ und seine Gebote sind nicht schwer.⁸ +1 Johannes 1Joh 70 5 3 6 Darin bewährt sich. +1 Johannes 1Joh 70 5 3 7 Vergl. [1Joh 2,5]. Wie Christus seine Liebe durch seinen Gehorsam gegen den Vater bewies [Joh 14,31], fordert er von uns die gleiche Bewährung der Liebe zu ihm. [Joh 14,15.21] +1 Johannes 1Joh 70 5 3 8 Vergl. [Mt 11,30]. In dem, was man liebt, hat man keine Mühe, oder hat man Mühe, so liebt man diese (Aug.), Wenn jemand sagt, die Gebote Gottes seien unmöglich zu halten für den Menschen, selbst für den Gerechtfertigten und für den in der Gnade stehenden, der sei ausgeschlossen. (Konzil von Trient Sitz 6 Kan. 18) +1 Johannes 1Joh 70 5 4 Quoniam omne, quod natum est ex Deo, vincit mundum: et hæc est victoria, quæ vincit mundum, fides nostra. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt;⁹ und das ist der Sieg, welcher die Welt überwindet: der Glaube.¹⁰ +1 Johannes 1Joh 70 5 4 9 Das Halten der Gebote ist für den, der Gott liebt, etwas Selbstverständliches [1Joh 2,5]. Aber sind nicht die Schwierigkeiten und Versuchungen, welche die Welt schafft, zu schwer? Nein, wer aus Gott geboren ist, besiegt sie: [1Joh 4,4] Der feste Glaube an Christus versichert ihn des Gnadenbeistandes, zeigt ihm die Krone, die seiner wartet, und verbindet ihn mit Gott. +1 Johannes 1Joh 70 5 4 10 Der den Lesern mit dem Apostel gemeinsame Glaube. Sieg: Urheber des Sieges. Als solcher hat der Glaube sich schon bewährt. +1 Johannes 1Joh 70 5 5 Quis est, qui vincit mundum, nisi qui credit quoniam Jesus est Filius Dei? Wer ist es, der die Welt überwindet,¹¹ als nur wer glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?¹² +1 Johannes 1Joh 70 5 5 11 Vergl. [1Joh 2,22]. Der Apostel kehrt vom Glauben zu dem zurück, der den Glauben hat, und damit zu V. 1: Der Gläubige überwindet, wie alles was aus Gott geboren ist, die Welt. +1 Johannes 1Joh 70 5 5 12 Vergl. [1Joh 4,15]. Wie in V. 1 stellt sich der Apostel den Irrlehrern entgegen, welche den Sohn leugneten, indem sie bestritten, dass Jesus der Christ sei. [1Joh 2,22] +1 Johannes 1Joh 70 5 6 Hic est, qui venit per aquam et sanguinem, Jesus Christus: non in aqua solum, sed in aqua et sanguine. Et spiritus est, qui testificatur, quoniam Christus est veritas. Dieser ist es,¹³ der durch Wasser und Blut gekommen ist,¹⁴ Jesus Christus, nicht in Wasser allein, sondern in Wasser und Blut.¹⁵ Und der Geist¹⁶ ist es, welcher Zeugnis gibt, dass Christus die Wahrheit ist. +1 Johannes 1Joh 70 5 6 13 Die Irrlehrer sahen in dem Heilande einen himmlischen Äon, der sich in der Taufe mit dem Menschen Jesus verband und vor dem Tode von ihm schied. Diesem Irrtume gegenüber bezeugt der Apostel die Glaubenswahrheit. Dieser ist es: Der Mensch Jesus, welcher der Sohn Gottes war. (V. 5) +1 Johannes 1Joh 70 5 6 14 Das Kommen ist bei dem heil. Johannes ein feierlicher Ausdruck, der das Erscheinen des Heilandes in der Welt bedeutet. Zunächst weist die Präposition durch auf zwei Tatsachen hin, durch welche er gleichsam hindurchging. Die Propheten hatten vorausgesagt, dass der Herr die Menschen mit seinem Blute erlösen und durch die Taufe reinigen werde [Ez 36,47, Sach 12,12] und alle Opfer des A. B. wiesen darauf hin. Christus starb am Kreuze und ward im Jordan getauft, dem Wasser die Kraft der Heiligung verleihend. Wie ferner das Wasser die Taufe, so bedeutete das Blut die heil. Eucharistie, jenes die Grundbedingung zur Teilnahme an der Frucht der Erlösung, letztere den Höhepunkt aller Sakramente. Mit diesen Sakramenten gleichsam ausgerüstet ist Christus gekommen und hat sich dadurch als den Messias allen denen bewährt, welche das Zeugnis des Heil. Geistes in sich tragen, allen Gläubigen. Der heil. Augustin findet in den Worten eine Hindeutung auf die [Joh 19,34] erzählte Tatsache, dass aus der Seitenwunde Jesu am Kreuze Blut und Wasser floss. An jener Stelle bereits weist der Apostel auf diesen Umstand als auf etwas Wunderbares, tief Bedeutsames hin. Das Wasser ist Symbol der Wiedergeburt, die uns in Christus zu Teil wird, das Blut Symbol der Versöhnung, da nur durch Blut die Versöhnung mit Gott vollbracht wird. [Hebr 9,22] Da nun das neue Leben aus Christus uns in der Taufe eingepflanzt wird und die Früchte seines Sühnopfers, das er am Kreuze dargebracht, uns vorzugsweise in der heil. Eucharistie zugewendet werden, deutet der Apostel auch auf diese hin. Im Evangelium stellt er wegen der Rücksichtnahme auf die Sakramente das Wasser voran. +1 Johannes 1Joh 70 5 6 15 Die Negation zeigt, dass der Apostel sich gegen die Irrlehrer wendet. Diese ließen zu, dass Christus (der Äon) im Wasser, nicht aber, dass er im blutigen Tode gekommen sei. Der Apostel stellt im Gegenteile gerade den Tod Christi als die höchste Liebesoffenbarung Gottes, vergl. [1Joh 4,10], hin. Das am Kreuze geflossene Blut war das Blut des im Fleische gekommenen Gottessohnes. [1Joh 4,2] +1 Johannes 1Joh 70 5 6 16 Der Heil. Geist, von dem Christus [Joh 15,26] gesagt, dass er von ihm zeugen werde. Als Geist Gottes [1Joh 4,13] mit dem Sohne von Ewigkeit her in Lebensgemeinschaft stehend mit dem Vater [1Joh 1,2], kennt er diesen und kann bezeugen, dass der durch Wasser und Blut gekommene eben dieser Gottessohn war. Nach dem Griech. lauten die letzten Worte des V. 6: weil der Geist die Wahrheit ist. +1 Johannes 1Joh 70 5 7 Quoniam tres sunt, qui testimonium dant in clo: Pater, Verbum, et Spiritus sanctus: et hi tres unum sunt. Denn drei sind, welche Zeugnis geben¹⁷ im Himmel: Der Vater, das Wort und der Heilige Geist; und diese drei sind eines. +1 Johannes 1Joh 70 5 7 17 Was der Heil. Geist bezeugt, ist wahr, denn wie es [Dtn 17,6, Dtn 19,15] verlangt wird, damit eine Tatsache endgültig verbürgt sei, sind drei übereinstimmende Zeugen da. +1 Johannes 1Joh 70 5 8 Et tres sunt, qui testimonium dant in terra: Spiritus, et aqua, et sanguis: et hi tres unum sunt. Und drei sind, welche Zeugnis geben auf Erden: Der Geist und das Wasser, und das Blut; und diese drei sind eines.¹⁸ +1 Johannes 1Joh 70 5 8 18 Im Griech. lautet nach den uns erhaltenen Handschriften der Text V. 7, V. 8: So sind es drei, die Zeugnis ablegen, der Geist, das Wasser und das Blut, und die drei sind einig (auf eines hin). Die beiden bereits V. 6 erwähnten Momente erscheinen hier als Zeugnis, dass der, den sie betreffen, Gottes Sohn ist. Bei der Taufe ward seine Gottessohnschaft durch die Mitteilung des Heil. Geistes schon erwiesen [Joh 1,33ff]; bei dem Tode dadurch, dass dem Herrn kein Bein gebrochen, sondern durch den Lanzenstich seine Seite so eröffnet ward, dass daraus die Messianität Christi [Joh 19,35ff] d. i. seine ewige Gottessohnschaft bezeugt ward. (V. 5) Indes, wenn auch unsere griechischen Handschriften aus nicht sicher festzustellenden Ursachen die übrigen Worte nicht haben, welche die Vulgata bietet und unser Text in der Vulgataform bei den Vätern nur bei dem heil. Cyprian und alsdann erst bei dem Bischofe Vigilius am Ende des 5. Jahrhunderts erscheint, bleibt dem katholischen Dogmatiker das Recht, sich für das Dogma der göttlichen Trinität auf die Stelle der Vulgata zu berufen. Denn die Vulgata hat diesen Text, und diese ist auf dem Konzil von Trient (Sitz 4) in rebus fidei et morum, in den Dingen, welche Glauben und Sitten betreffen, für authentisch erklärt worden, mitsamt allen ihren Teilen. Allein lassen wir auch jene Worte V. 7 einmal außer Acht, so haben wir dennoch in unserem Abschnitte die göttliche Trinität genau in derselben Weise ausgedrückt, wie die heil. Schrift sonst von diesem Geheimnisse spricht: Der Vater, der bezeugt V. 9, der Sohn, der bezeugt wird V. 6ff, der Heil. Geist, durch welchen der Sohn vom Vater bezeugt wird V. 6b, somit eine ganz ähnliche Stelle wie bei der Taufe Christi. [Mt 3,16ff] +1 Johannes 1Joh 70 5 9 Si testimonium hominum accipimus, testimonium Dei majus est: quoniam hoc est testimonium Dei, quod majus est, quoniam testificatus est de Filio suo. Wenn wir das Zeugnis der Menschen annehmen, so ist das Zeugnis Gottes größer;¹⁹ denn dies²⁰ ist das Zeugnis Gottes, welches größer ist, dass er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohne. +1 Johannes 1Joh 70 5 9 19 Das Zeugnis Gottes unterliegt nicht den Unvollkommenheiten, denen selbst ein dreifaches menschliches unterworfen ist. +1 Johannes 1Joh 70 5 9 20 Dieses Zeugnis der drei zeugen ist eben das Gotteszeugnis, das seiner Natur nach größer ist als jedes menschliche, weil in ihm Gott ein Zeugnis abgelegt, das dauernd (Perfekt) betreffs seines Sohnes gültig bleibt. Das Zeugnis des Geistes ist ein Gotteszeugnis, denn der Geist ist der Geist Gottes. [1Joh 3,24] Das Zeugnis des Wassers geht auf ein Wort Gottes an den Täufer zurück [Joh 1,33], wie das Zeugnis des Blutes auf Gottesworte der heil. Schrift [Joh 19,36ff], deren Erfüllung Gott selbst herbeigeführt hat, um durch dieselbe für die Gottessohnschaft Christi Zeugnis abzulegen. +1 Johannes 1Joh 70 5 10 Qui credit in Filium Dei, habet testimonium Dei in se. Qui non credit Filio, mendacem facit eum: quia non credit in testimonium quod testificatus est Deus de Filio suo. Wer an den Sohn Gottes glaubt,²¹ hat das Zeugnis²² Gottes in sich. Wer dem Sohne²³ nicht glaubt, macht ihn zum Lügner, weil er an das Zeugnis nicht glaubt, welches Gott über seinen Sohn gegeben hat. +1 Johannes 1Joh 70 5 10 21 Wenn jemand das Zeugnis, welches Gott von seinem Sohne gegeben hat, (V. 9) annimmt. +1 Johannes 1Joh 70 5 10 22 Ihm ist das Zeugnis nicht mehr ein rein äußeres, sondern ein innerliches, subjektives, indem er die Kraft der von Gott bezeugten Wahrheit in seiner Seele erfährt. Wer aber jenem Zeugnisse nicht glaubt, hat Gott durch diesen Unglauben zum Lügner [1Joh 1,10] erklärt. Vergl. [Joh 3,33]. +1 Johannes 1Joh 70 5 10 23 Griech.: Gott. Wer an den Sohn nicht glaubt, weigert Gottes Zeugnis den Glauben, und macht so diesen zum Lügner. +1 Johannes 1Joh 70 5 11 Et hoc est testimonium, quoniam vitam æternam dedit nobis Deus. Et hæc vita in Filio ejus est. Und dies ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben²⁴ gegeben hat;²⁵ und dieses Leben ist in seinem Sohne.²⁶ +1 Johannes 1Joh 70 5 11 24 Den Sieg über Sünde und Tod hier, und dort als Vollendung das ewige Leben. So lange wir auf Erden als Pilger wallen, haben wir das ewige Leben in der Hoffnung; wenn wir in den Himmel zu Gott gelangen, erhalten wir es in sich selbst. (Beda) +1 Johannes 1Joh 70 5 11 25 Da jeder Gläubige in dem Sohne ewiges Leben hat [Joh 3,15], so zeugt dieses ewige Leben uns dafür, dass Jesus der Sohn Gottes ist, weil er nur als der Sohn, der mit dem Vater ewiges Sein hat [1Joh 1,2] uns jenes vermitteln konnte. +1 Johannes 1Joh 70 5 11 26 Wie der, welcher den Sohn leugnet, den Vater nicht hat [1Joh 2,23], so hat nur der den Sohn, der ihn in Jesus erkannt hat und an diesen als den Sohn Gottes glaubt. Wer ihn aber hat, schaut in ihm den Vater. [Joh 14,9] Da nun die Anschauung Gottes allein das wahre ewige Leben ist [Joh 17,3], so hat er bereits das Leben, das mit dem Glauben gegeben ist. [Joh 5,24, Joh 6,47] +1 Johannes 1Joh 70 5 12 Qui habet Filium, habet vitam: qui non habet Filium, vitam non habet. Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn nicht hat, hat das Leben nicht.²⁷ +1 Johannes 1Joh 70 5 12 27 Wer den nicht hat, in dem die volle Offenbarung Gottes ist, kann auch nicht das wahre Leben haben, das in der Anschauung Gottes besteht. Dies ist die Strafe dafür, das er Gott zum Lügner gemacht, indem er sein Zeugnis nicht annahm und so nicht zum Glauben an den Sohn kam. Vergl. [1Joh 3,14]. Hat nun der Gläubige das wahre Leben, so hat er auch ebenso die volle Heilsgewissheit, wie der, welcher die Liebe hat. [1Joh 4,16ff] +1 Johannes 1Joh 70 5 13 Hæc scribo vobis: ut sciatis quoniam vitam habetis æternam, qui creditis in nomine Filii Dei. Dieses²⁸ schreibe ich euch, damit ihr wisset,²⁹ dass ihr das ewige Leben habt, die ihr³⁰ an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. +1 Johannes 1Joh 70 5 13 28 Was er V. 11ff gesagt hat. +1 Johannes 1Joh 70 5 13 29 Damit es euch zum vollen Bewusstsein komme und ihr freudige Zuversicht zu Gott und festes Vertrauen im Gebete und in der Fürbitte für sündige Brüder gewinnet. Denn das Gebet ist gleichsam die Hand, welche der Glaube (und die Hoffnung) ausstreckt, um damit die Gnade Gottes zu ergreifen. +1 Johannes 1Joh 70 5 13 30 Euch habe ich in den V. 11 folg. gemeint. +1 Johannes 1Joh 70 5 14 Et hæc est fiducia, quam habemus ad eum: Quia quodcumque petierimus: secundum voluntatem ejus, audit nos. Und dies ist die Zuversicht,³¹ welche wir zu ihm haben,³² dass er uns in allem, was wir nach seinem Willen begehren werden,³³ erhört.³⁴ +1 Johannes 1Joh 70 5 14 31 Die Zuversicht, im Glauben bereits das ewige Leben zu besitzen, wie sie der Apostel hat und in den Lesern erwecken will und, wie er annimmt, erweckt hat. In der Gebetserhörung wir diese Zuversicht als eine wohlbegründete unmittelbar erprobt. [1Joh 3,22] +1 Johannes 1Joh 70 5 14 32 Vergl. [1Joh 2,17]. Dieser Zusatz soll keine Einschränkung sein, sondern gibt die selbstverständliche Voraussetzung an, dass der, welcher im Glauben das ewige Leben hat, den Willen Gottes in allem, also auch im Beten, kennt und tut, wie ja [1Joh 3,22] das Tun seiner Gebote die Voraussetzung der in der Gebetserhörung erprobten Heilsgewissheit ist. +1 Johannes 1Joh 70 5 14 33 Darin besteht die wahre Zuversicht zu Gott, dass wir wissen, dass wir kraft des Bewusstseins der Gebetserhörung das Erbetene stets unmittelbar haben. +1 Johannes 1Joh 70 5 14 34 Wir erbitten das, was wir noch nicht haben, was uns mangelt, doch in der wahren Zuversicht zu Gott wandelt sich durch das Gebet das Nichthaben in Empfangen, in inneren idealen Besitz und damit in die Sicherheit, dass es uns auch in der Sache zu Teil wird. Die Übersetzung kann auch lauten: Dass wir das Erbetene von ihm erlangen. +1 Johannes 1Joh 70 5 15 Et scimus quia audit nos quidquid petierimus: scimus quoniam habemus petitiones quas postulamus ab eo. Und wenn wir wissen, dass er uns erhört, um was wir immer bitten, so wissen wir, dass wir das von ihm Erbetene erlangen. +1 Johannes 1Joh 70 5 16 Qui scit fratrem suum peccare peccatum non ad mortem, petat, et dabitur ei vita peccanti non ad mortem. Est peccatum ad mortem: non pro illo dico ut roget quis. Wer weiß, dass sein Bruder sündigt, aber nicht zum Tode,³⁵ der bitte, und es wird dem, der nicht³⁶ zum Tode sündigt, das Leben gegeben werden.³⁷ Es gibt eine Sünde zum Tode; nicht für diese, sage ich, dass jemand beten solle.³⁸ +1 Johannes 1Joh 70 5 16 35 Wer sündigt [1Joh 1,8], aber die Sünde bekennt [1Joh 1,9], dem wird die Sünde getilgt auf Grund der Fürbitte unseres Erlösers [1Joh 2,1ff], aber wer als Christ in der Finsternis wandelt [1Joh 1,6], für diesen soll die Fürbitte der frommen Christen eintreten, damit er zur Erkenntnis und zum Bekenntnisse komme. Der Tod ist der geistige Tod; eine Sünde zum Tod ist also eine Sünde, welche das wahre Leben, welches Gott uns in Christus verliehen hat, aus unserer Seele vertreibt. Nach einigen ist hier jede schwere Sünde verstanden im Sinne der alttestamentlichen Unterscheidung, nach der es für gewisse Sünden Vergebung auf Grund der Opfersühne gab [Num 18,22] und [Num 15,29-31], während andere die Todesstrafe zur Folge hatten, vergl. [Hebr 10,28], indes wohl nicht ganz mit Recht. Nach [Joh 8,24] stirbt der Nichtchrist in seinen Sünden dahin, wenn er nicht zum Glauben kommt, so kann es also für den Christen nur eine Sünde geben, welche endgültig zum Tode führt: den Abfall vom Glauben, wie er für die Antichristen durch ihr Ausscheiden aus der kirchlichen Gemeinschaft [1Joh 2,19] konstatiert ist. Der Apostel spricht hier von einer Sünde, welche durch sich selbst in den Augen aller Mitchristen als Sünde zum Tode erscheint, also ist wohl die gleiche Sünde, von der [Hebr 6,4-6] die Rede ist, gemeint. +1 Johannes 1Joh 70 5 16 36 Die griechische Negation zeigt, dass das Urteil, ob jemand noch nicht zum Tode gesündigt habe, also bereits völlig vom Glauben abgefallen sei, nicht immer sicher ist. Deshalb hebt der Apostel noch einmal hervor, dass es eine Sünde zum Tode gibt, von der er nicht rede. +1 Johannes 1Joh 70 5 16 37 Griech.: Er wird das Leben geben. (Der Bittende.) +1 Johannes 1Joh 70 5 16 38 Sollte man nicht das Gegenteil erwarten? Ist nicht, je verderblicher die Sünde, die Fürbitte um so dringlicher? Gewiss, aber im gegebenen Falle ist sie aussichtslos. Der Apostel nimmt an, wie der heil. Paulus [Hebr 6,4ff], dass ein Zustand der Verstocktheit eingetreten ist, welcher für alle Einwirkungen der göttlichen Gnade unzugänglich macht. Der Apostel verbietet nicht, auch für solche zu beten, doch ist die Sünde, die nicht zum Tode führt, hier für ihn der Hauptgegenstand, gelegentlich dessen er die Todsünde erwähnt, damit die Christen nicht beirrt werden, wenn ihre Fürbitte unerhört bleibt. +1 Johannes 1Joh 70 5 17 Omnis iniquitas, peccatum est: et est peccatum ad mortem. Jede Ungerechtigkeit ist Sünde;³⁹ so gibt es auch eine Sünde, die zum Tode ist.⁴⁰ +1 Johannes 1Joh 70 5 17 39 Der Apostel kehrt noch einmal zu der Sünde zurück, die nicht zum Tode führt, um zu zeigen, wie viele andere Fälle der Fürbitte dem Christen noch bleiben. Jede Ungerechtigkeit: Bestimmung des Umfanges der Sünde, wie [1Joh 3,4] ihres Wesens. Alles, was im Gegensatze steht zu der Gerechtigkeit, die der Apostel [1Joh 2,29] und [1Joh 3,7] charakterisiert hat, ist Ungerechtigkeit, also Sünde. +1 Johannes 1Joh 70 5 17 40 Der Schluss des Verses ist im Griech.: Und es gibt eine Sünde, die nicht zum Tode ist, wo also das V. 16 Gesagte keine Geltung hat. +1 Johannes 1Joh 70 5 18 Scimus quia omnis, qui natus est ex Deo, non peccat: sed generatio Dei conservat eum, et malignus non tangit eum. Wir wissen,⁴¹ dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt,⁴² sondern die Geburt aus Gott bewahrt ihn, und der Arge tastet ihn nicht an.⁴³ +1 Johannes 1Joh 70 5 18 41 Das dreimal wiederholte: Wir wissen bedingt nicht eine einfache Koordination gleicher Sätze. +1 Johannes 1Joh 70 5 18 42 Zwischen dem aus Gott geboren sein und dem Sündigen besteht ein innerer Widerspruch. Vergl. [1Joh 3,6.9]. Wenn sich also im Leben eines Christen noch Sünde findet, so ist diese etwas Fremdes, seinem inneren Wesen Entgegengesetztes, wovon er sich zu befreien bemüht ist. +1 Johannes 1Joh 70 5 18 43 Der Teufel und dessen von außen kommende Angriffe vermögen des Christen gottgezeugtes Wesen nicht zu schädigen. Griech.: sondern durch die Geburt aus Gott bewahrt er sich selbst usw. +1 Johannes 1Joh 70 5 19 Scimus quoniam ex Deo sumus: et mundus totus in maligno positus est. Wir wissen,⁴⁴ dass wir aus Gott sind;⁴⁵ und die ganze Welt in dem Argen liegt.⁴⁶ +1 Johannes 1Joh 70 5 19 44 Anwendung des V. 18 auf die Glieder der Christengemeinde. +1 Johannes 1Joh 70 5 19 45 Wie der Apostel bereits [1Joh 4,4] bezeugt hat. +1 Johannes 1Joh 70 5 19 46 Wie die erste Satzhälfte dem ersten Teile von V. 18, so entspricht die zweite Satzhälfte dem zweiten Teile des vorhergehenden Verses. Wenn der Teufel die aus Gott geborenen nicht zu schädigen vermag, so auch nicht die Welt. Die Welt liegt im Argen: ist vollständig und widerstandslos der Macht des Teufels dahingegeben. +1 Johannes 1Joh 70 5 20 Et scimus quoniam Filius Dei venit, et dedit nobis sensum ut cognoscamus verum Deum, et simus in vero Filio ejus. Hic est verus Deus, et vita æterna. Und wir wissen,⁴⁷ dass der Sohn Gottes gekommen ist, und uns Einsicht verliehen hat,⁴⁸ dass wir den wahren Gott erkennen und in seinem wahren Sohne seien.⁴⁹ Dies ist der wahre Gott und das ewige Leben.⁵⁰ +1 Johannes 1Joh 70 5 20 47 Aber widerspricht nicht der V. 16 besprochene Fall der Anwendung von V. 18 auf die Christen? Nein, weil die letzte Gewissheit des Heiles, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in ihrer Glaubensüberzeugung unerschütterlich fest steht. +1 Johannes 1Joh 70 5 20 48 Ein dauerndes Geschenk. Der Sinn ist das übernatürliche Erkenntnisvermögen. Wie der natürliche Sinn uns das Mittel ist, die Außenwelt wahrzunehmen, und uns ihr Dasein verbürgt, so hat der Christ ein übernatürliches Vermögen, den wahrhaftigen Gott zu erkennen. [Joh 17,3] Wo aber anders als in dem Mensch gewordenen Sohne Gottes? +1 Johannes 1Joh 70 5 20 49 Griech.: dass wir den wahrhaftigen Gott erkennen, und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus. Dass wir in Christus wurzeln, dessen muss der Christ sich innerlich bewusst sein. Dass der Sohn Gottes, durch den das Wesen Gottes ganz erkannt werden soll, der Wahrhaftige genannt wird, geschieht, um die Gleichheit dessen, was wir erkennen, mit dem, worin wir sind, zu bezeichnen. Vergl. [Joh 17,3]. Um die volle Berechtigung der Identifizierung noch klarer zu zeigen, fügt der heil. Johannes bei: Dieser, nämlich Jesus Christus, der Sohn Gottes. +1 Johannes 1Joh 70 5 20 50 So heißt im Evangelium [Joh 11,25] und [Joh 14,6] Christus das Leben, d. i. der Vermittler, der Urheber des Lebens. Der Vater, die ursprüngliche Quelle des Lebens, hat dem Sohne gegeben, das Leben zu haben in sich selber [Joh 5,26], damit dieser, wie der Mittler alles Heils, so der Vermittler des Lebens für die Welt werde. Mit dem Worte des Lebens, in dem sich das Leben offenbart hat [1Joh 1,1ff], hat der Brief begonnen, mit dem Hinweise auf Jesus Christus als den gottgleichen Sohn, welcher der Vermittler des Lebens ist, schließt er. +1 Johannes 1Joh 70 5 21 Filioli, custodite vos a simulacris. Amen. Kindlein!⁵¹ hütet euch vor den Götzen.⁵² Amen. +1 Johannes 1Joh 70 5 21 51 Noch einmal zeigt der Apostel in der Anrede seine zärtliche Liebe. +1 Johannes 1Joh 70 5 21 52 Indem er von ihnen Abschied nimmt, bittet er die, welche er bisher ermahnt hat, sich nun selbst zu bewahren vor den Abgöttern, vor allen Wahngebilden, welche der Mensch sich von Gott macht im Gegensatze zu dem einen wahrhaften Gott, der in Christus offenbar geworden ist. [Joh 17,3] Hierher gehören die Mahnbilder der Gnostiker, wie der Antinomisten [1Joh 2,4], der Hasser der Brüder [1Joh 2,9], der weltlich Gesinnten. [1Joh 2,16] Alle Mahnungen des Briefes in Gott zu bleiben, wie er in Christus offenbar geworden ist [1Joh 2,28], sich von der Sünde zu reinigen [1Joh 3,3], sich im Christenstande durch die Bruderliebe zu bewähren [1Joh 3,18, 1Joh 4,7.11], werden in dieser letzten Mahnung zusammengefasst. +2 Johannes 2Joh 71 1 0 1. Im Eingange eröffnet der Apostel, warum er jene Kirche und ihre Glieder liebe: weil sie die Wahrheit angenommen haben und in ihr beharren. (V. 3) 2. Er spricht seine Freude darüber aus, dass viele Glieder der Kirche in der Wahrheit wandeln, und ruft ihnen das neue Gebot der Liebe in's Gedächtnis zurück. (V. 6) 3. Da Verführer aufgetreten sind, welche die Menschwerdung des Wortes leugnen, mahnt der heil. Johannes die Gläubigen, sich vor jenen zu hüten, damit sie nicht, indem sie ihnen folgen, des ewigen Lohnes verlustig gehen (V. 8), und befiehlt den Christen, sich von dem Umgange mit jenen fernzuhalten, um nicht an ihren bösen Werken Teil zu haben. (V. 11) 4. Er schreibt nur so kurz, weil er die Gemeinde selbst bald besuchen wird. Grüße von der Gemeinde, bei der er selbst weilt. +2 Johannes 2Joh 71 1 1 SENIOR Electæ dominæ, et natis ejus, quos ego diligo in veritate, et non ego solus, sed et omnes, qui cognoverunt veritatem. Der Älteste¹ der Elekta, der Herrin,² und ihren Kindern,³ welche ich⁴ in Wahrheit⁵ liebe, und nicht ich allein, sondern auch alle, welche die Wahrheit erkannt haben,⁶ +2 Johannes 2Joh 71 1 1 1 Welche Bedeutung dieser Titel in Kleinasien im allgemeinen haben mochte, lässt sich aus [1Petr 5,1] schließen; die Individualisierung durch den Artikel aber und der Gebrauch des Gattungsnamens für den Eigennamen zeigt, dass dieser Titel dem Verfasser in ganz besonderer Weise zukam. Auch Irenäus gebraucht diesen Ausdruck für die höchsten Träger der Kirchengewalt, wie Polykarp und den Bischof von Rom. +2 Johannes 2Joh 71 1 1 2 Der Name der Gemeinde wird nicht beigefügt, doch wird dieselbe als eine von Gott zu seinem Eigentum und zum Gegenstande seiner Liebe erwählte, bezeichnet. Vergl. [1Petr 5,13]. Der Brief hatte wohl neben seiner nächsten Bestimmung eine encyklische. +2 Johannes 2Joh 71 1 1 3 Die Glieder der Gemeinde, da die Kirche gleichsam das Ehegemahl Christi ist. +2 Johannes 2Joh 71 1 1 4 Mit Nachdruck: Ich, euer Bischof, im Gegensatze zu anderen, welche sich bemühen, Einfluss auf die Gemeinde zu erlangen, doch nicht aus Liebe, die in Wahrheit Liebe zu heißen vermag. +2 Johannes 2Joh 71 1 1 5 Mit echt christlicher Liebe. Gegensatz V. 7. +2 Johannes 2Joh 71 1 1 6 Alle wahren Christen. +2 Johannes 2Joh 71 1 2 Propter veritatem, quæ permanet in nobis, et nobiscum erit in æternum. um der Wahrheit⁷ willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit. +2 Johannes 2Joh 71 1 2 7 Die göttliche Wahrheit, die wir mit allen Christen gemeinsam haben, ist der Mittelpunkt unseres Lebens, und so auch das Motiv unserer Liebe zu den Mitchristen. Das Bleiben der Wahrheit in ihnen wird betont, weil der, in welchem die Wahrheit nicht bleibt, aufhört, ein Christ und Objekt der christlichen Bruderliebe zu sein. +2 Johannes 2Joh 71 1 3 Sit vobiscum gratia, misericordia, pax a Deo Patre, et a Christo Jesu Filio Patris in veritate, et caritate. Gnade sei⁸ mit euch, Erbarmen, Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, dem Sohne des Vaters, in Wahrheit und Liebe!⁹ +2 Johannes 2Joh 71 1 3 8 Griech.: wird sein. Der Apostel spricht eine gewisse Erwartung aus, welche sich auf die vorhergehende Aussage gründet. +2 Johannes 2Joh 71 1 3 9 Aufzählung der Heilsgüter, welche mit dem Besitze der Wahrheit verbunden sind, Gnade, Erbarmen und Friede: Die gebende Gnade Gottes, die sich in der Menschwerdung offenbart hat; [Joh 1,14] die Barmherzigkeit, die sich jeder Not, geistlicher wie leiblicher, erbarmt, vergl. [Jak 2,13, Jak 3,17], und der von dem Heilande verheißene Friede. [Joh 14,27] In gleich unmittelbarer Weise werden diese drei Güter von dem Vater und dem Sohne hergeleitet, die sie uns zu Teil werden lassen in der Erkenntnis und in der daraus folgenden Liebe. (V. 1) Der Apostel weist auf den Inhalt des Briefes hin, der zur Liebe ermahnt und vor Irrlehrern warnt. +2 Johannes 2Joh 71 1 4 Gavisus sum valde, quoniam inveni de filiis tuis ambulantes in veritate, sicut mandatum accepimus a Patre. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich unter deinen Kindern¹⁰ solche fand, welche in der Wahrheit¹¹ wandeln, sowie wir das Gebot vom Vater empfangen haben. +2 Johannes 2Joh 71 1 4 10 Er kann das gleiche nicht von allen Gliedern der Gemeinde rühmen. Zart verhüllt der Apostel den Tadel, den er auszusprechen hat, in einer bloßen Beschränkung des Lobes. +2 Johannes 2Joh 71 1 4 11 Die Wahrheit entspricht dem, was wir als Gebot vom Vater empfangen haben. Dies umfasst Glauben und Liebe. +2 Johannes 2Joh 71 1 5 Et nunc rogo te domina, non tamquam mandatum novum scribens tibi, sed quod habuimus ab initio, ut diligamus alterutrum. Und nun bitte ich dich,¹² Herrin! nicht als ob ich dir ein neues Gebot schriebe, sondern das, welches wir von Anfang an¹³ gehabt haben, dass wir einander lieben sollen.¹⁴ [Joh 13,34, Joh 15,12] +2 Johannes 2Joh 71 1 5 12 Wie früher einige der Glieder der Gemeinde ihm Freude gemacht haben, so bittet er jetzt die ganze Gemeinde, ihm durch gleichen Wandel dieselbe Freude zu bereiten. +2 Johannes 2Joh 71 1 5 13 Sie besitzen dies Gebot von dem Augenblicke an, wo sie Christen geworden sind. +2 Johannes 2Joh 71 1 5 14 Vergl. [1Joh 3,11]. Es waren wohl Verfehlungen gegen die Bruderliebe vorgekommen. +2 Johannes 2Joh 71 1 6 Et hæc est caritas, ut ambulemus secundum mandata ejus. Hoc est enim mandatum, ut quemadmodum audistis ab initio, in eo ambuletis: Und dies ist die Liebe,¹⁵ dass wir nach seinen Geboten wandeln. Denn dies ist das Gebot, dass ihr, wie¹⁶ ihr es von Anfang an¹⁷ gehört habt, in demselben wandelt. [1Joh 2,7, 1Joh 5,3] +2 Johannes 2Joh 71 1 6 15 Die Liebe zu Gott, wie [1Joh 5,3] die Liebe nach dem V. 4 erwähnten Gebote. Alle Gebote werden, wie [1Joh 3,22ff], in eines zusammengefasst, und zwar so, dass neben der Bruderliebe (V. 5) nur der zweite Hauptpunkt genannt wird, der dem göttlichen Willen in Wahrheit entsprechenden Wandel (V. 4) besteht, den nun die ganze Gemeinde zur Freude des heil. Johannes zeigen soll. +2 Johannes 2Joh 71 1 6 16 In der Weise, die der Verkündigung des Glaubens entspricht. +2 Johannes 2Joh 71 1 6 17 Vom Anfang der Heilsbotschaft an. Vergl. [1Joh 2,34, 1Joh 3,11]. +2 Johannes 2Joh 71 1 7 Quoniam multi seductores exierunt in mundum, qui non confitentur Jesum Christum venisse in carnem: hic est seductor, et antichristus. Denn¹⁸ viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, welche nicht¹⁹ bekennen, dass Jesus Christus im Fleische gekommen ist. Ein solcher ist der Verführer und der Antichrist.²⁰ [1Joh 4,2.3] +2 Johannes 2Joh 71 1 7 18 Das Wandeln im göttlichen Gebot nach Maßgabe der apostolischen Verkündigung ist als besonderes Gebot, ja als Summe aller Gebote aufgestellt, weil viele Verführer in die Welt ausgegangen sind. +2 Johannes 2Joh 71 1 7 19 Nach der griech. Negation scheint der Apostel bestimmte Personen im Auge zu haben. Zu dem Gegenstande der Leugnung vergl. [1Joh 4,2]. +2 Johannes 2Joh 71 1 7 20 In jenen vielen Verführern ist der Antichrist erschienen. [1Joh 2,18] Die Leugnung lässt den Riss zwischen Gott und Menschen bestehen, während die frohe Botschaft die Wiedervereinigung beider proklamiert. +2 Johannes 2Joh 71 1 8 Videte vosmetipsos, ne perdatis quæ operati estis: sed ut mercedem plenam accipiatis. Habet Acht auf euch selbst, damit ihr nicht verlieret, was ihr erarbeitet habt,²¹ sondern vollen Lohn empfanget! +2 Johannes 2Joh 71 1 8 21 Griech.: was wir erarbeitet haben, der Apostel und seine Mithelfer. Der Lohn der evangelischen Arbeiter besteht nach [Joh 4,36] darin, dass sie denen, an denen sie arbeiten, zum ewigen Leben verhelfen. Die Leser empfangen den vollen Lohn, wenn sie das, was die Apostel gewirkt, nicht zu Grunde gehen lassen. +2 Johannes 2Joh 71 1 9 Omnis, qui recedit, et non permanet in doctrina Christi, Deum non habet: qui permanet in doctrina, hic et Patrem et Filium habet. Jeder, der abweicht²² und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als den Sohn.²³ +2 Johannes 2Joh 71 1 9 22 Griech.: Jeder, der vorangeht: nämlich über die Grenzen der Lehren Christi hinaus. Ironische Anspielung auf das Vorgehen der Irrlehrer, mit ihrer Gnosis über die Lehren Christi hinausgekommen zu sein. Ein wahrer Fortschritt ist nur möglich im Festhalten und auf dem Grunde der Lehre Christi und von Christus, denn die Lehre des Heilandes ist die Offenbarung der ewigen Wahrheit, die ewige Wahrheit aber ist Gott selbst. Einen Christus, wie die Irrlehrer ihn verkündigen, kann Gott nicht offenbaren und hat ihn nicht offenbart. +2 Johannes 2Joh 71 1 9 23 Wer in der Lehre bleibt, in der allein Christus als volle Gottesoffenbarung ist, hat in ihm den Vater, der in ihm offenbar wird, und damit auch den Sohn, in dem er offenbar geworden ist. Diese zu rauben, ist die Absicht der Verführer. +2 Johannes 2Joh 71 1 10 Si quis venit ad vos, et hanc doctrinam non affert, nolite recipere eum in domum, nec Ave ei dixeritis. Wenn jemand²⁴ zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt,²⁵ so nehmet ihn nicht in das Haus auf, und bietet ihm keinen Gruß.²⁶ +2 Johannes 2Joh 71 1 10 24 Ein reisender Lehrer. +2 Johannes 2Joh 71 1 10 25 Und die Lehre, welche er bringt, ist nicht diese. +2 Johannes 2Joh 71 1 10 26 Gewähret ihm keine gastliche Aufnahme und verkehret nicht mit ihm in vertrauter Weise. Anderenfalls würdet ihr seiner Irrlehre Vorschub leisten und euch fremder Sünde teilhaftig machen. Das allgemeine Gebot der Nächstenliebe wird durch diese Vorschrift des Apostels nicht beeinträchtigt. +2 Johannes 2Joh 71 1 11 Qui enim dicit illi Ave, communicat operibus ejus malignis. Denn wer ihm einen Gruß bietet, nimmt teil an seinen bösen Werken.²⁷ +2 Johannes 2Joh 71 1 11 27 Insofern er ihn als christlichen Bruder anerkennt und sein verführerisches Treiben dadurch unterstützt. +2 Johannes 2Joh 71 1 12 Plura habens vobis scribere, nolui per chartam, et atramentum: spero enim me futurum apud vos, et os ad os loqui: ut gaudium vestrum plenum sit. Wiewohl ich euch noch vieles zu schreiben hätte, wollte ich es doch nicht durch Papier und Tinte tun; denn ich hoffe, zu euch zu kommen, und von Mund zu Mund zu reden, damit eure Freude vollkommen sei. +2 Johannes 2Joh 71 1 13 Salutant te filii sororis tuæ Electæ. Es grüßen dich die Kinder deiner Schwester Elekta.²⁸ +2 Johannes 2Joh 71 1 13 28 Die Kinder der Gemeinde, bei der er sich aufhält. Es ist wohl die Gemeinde von Ephesus, welche der Apostel durch das Ehrenwort auszeichnet. +Judas Jud 72 1 0 Nach der Aufschrift (V. 2) deutet der Apostel den Grund an, der ihn bestimmt hat, diesen Brief zu schreiben: die den Gemeinden von Seiten jener Irrlehrer drohende Gefahr, welche die Gnade Gottes in Ausschweifung verkehren und den Herrn verleugnen. (V. 4) I. Beschreibung der Irrlehrer und des Schicksals, das ihrer wartet, um die Leser vor ihren Lehren zu bewahren (V. 5 16): 1. Drei Beispiele von Gottesgerichten: Untergang der ungläubigen Juden in der Wüste. (V. 5) Verdammung der rebellischen und stolzen Engel zur ewigen Finsternis. (V. 6) Strafe über die sündigen Sodomiter. (V. 7) Der Irrlehrer, welche die gleichen Sünden der Sittenlosigkeit, der Überhebung und des Unglaubens begehen, wartet eine ähnliche Strafe. (V. 8) 2. Den Gegensatz zu der Überhebung der Irrlehrer bildet der heil. Michael. Während dieser nicht einmal gegen den Teufel ein lästerndes Urteil zu fällen wagte, schmähen jene, was sie nicht kennen, und missbrauchen, was sie kennen, zu ihrem Verderben. (V. 10) 3. So erwartet die Irrlehrer denn die Strafe Kains, Balaams und der Söhne Kore, deren Nachfolger sie durch ihre Sünden geworden sind. (V. 13) 4. Schon Enoch hat die Verführer und ihren Untergang vorhergesagt. (V. 16) II. Praktische Mahnungen an die Gläubigen (V. 17 23): 1. Ihre Lehrer haben ihnen vorausgesagt, dass solche Irrlehrer kommen werden, daran sollen sie sich erinnern (V. 19) und festhaltend am wahren Glauben sich in der Liebe Gottes bewahren, den künftigen Lohn erwartend. (V. 21) 2. Belehrung, wie die Gläubigen sich gegen jene Irrlehrer verhalten sollen: Die hartnäckigen sind, als bereits gerichtet, zurechtzuweisen, die anderen ihres Irrtums zu überführen, jene endlich, welche ohne ihre Schuld in Irrtum gefallen sind, mit großer Barmherzigkeit zu behandeln. (V. 23) Schluss: Doxologie. +3 Johannes 3Joh 72 1 0 1. Nach Angabe des Empfängers und nach dem Gruß (V. 2) spricht der Apostel 2. seine Freude über die guten Nachrichten aus, welche er über den heiligen Wandel des Gajus, und besonders über dessen Gastfreundschaft durch seine Jünger erhalten, und mahnt ihn, das Gleiche auch in Zukunft zu tun, da es sich geziemt, den Verkündern des Evangeliums beizustehen. (V. 8) 3. Heftiger Tadel des Diotrephes, der zwar den ersten Platz in der Gemeinde beansprucht, aber die Gastfreundschaft nicht übt, ja solche, die sie üben, aus der Versammlung vertreibt. Verheißung des Apostels nach seiner Ankunft Wandel zu schaffen. (V. 10) 4. Allgemeine Mahnung, stets das Gute zu tun, und Empfehlung des Demetrius. Entschuldigung wegen der Kürze des Briefes. Grüße. +3 Johannes 3Joh 72 1 1 SENIOR Gaio carissimo, quem ego diligo in veritate. Der Älteste an Gajus,¹ den Geliebten, den ich in Wahrheit liebe.² Judas Jud 72 1 1 JUDAS Jesu Christi servus, frater autem Jacobi, his, qui sunt in Deo Patre dilectis, et Christo Jesu conservatis, et vocatis. Judas, Diener Jesu Christi¹ und Bruder des Jakobus,² den in Gott, dem Vater, Geliebten und für Jesus Christus Bewahrten³ und Berufenen.⁴ -3 Johannes 3Joh 71 1 1 1 Der Brief beginnt wie der zweite mit einer kurzen Adresse, welche nur den Absender und den Empfänger nennt. +3 Johannes 3Joh 72 1 1 1 Der Brief beginnt wie der zweite mit einer kurzen Adresse, welche nur den Absender und den Empfänger nennt. Judas Jud 72 1 1 1 Als Apostel. -3 Johannes 3Joh 71 1 1 2 Der heil. Apostel redet den Gajus in diesem kurzen Briefe noch dreimal mit dem Worte der Liebe an, das hier noch dadurch verstärkt wird, dass Johannes wie [2Joh 1,1] erklärt, dass seine Liebe zu ihm eine wahre sei. +3 Johannes 3Joh 72 1 1 2 Der heil. Apostel redet den Gajus in diesem kurzen Briefe noch dreimal mit dem Worte der Liebe an, das hier noch dadurch verstärkt wird, dass Johannes wie [2Joh 1,1] erklärt, dass seine Liebe zu ihm eine wahre sei. Judas Jud 72 1 1 2 Durch diesen Zusatz macht er sich den Lesern kenntlich, denen Jakobus eine Autorität gewesen sein muss. Die dem Verfasser in besonderer Weise eigene Demut offenbart sich in dem Briefe, der ein Rundschreiben an die Christen ist, wenngleich dem heil. Judas ein bestimmter Leserkreis vor Augen steht. Judas Jud 72 1 1 3 Vollkommen das Eigentum dessen Gewordenen, der sie durch sein Blut erkauft. Gott hat sie in allen Gefahren der Welt für Christus bewahrt und wird sie auch ferner bewahren, wenn sie fest bleiben im Glauben, in der Liebe Gottes und in der Hoffnung auf Jesus Christus beharren. Sie sind bewahrt auch vor den Irrlehrern, welche die Lebensgemeinschaft mit Gott und Christus abgebrochen haben. Judas Jud 72 1 1 4 Vergl. [Mt 20,16]. Den zur Rechtfertigung in Christus Berufenen. Das nächste Ziel der Berufung war, dass sie Christus einverleibt würden. Da sie dem göttlichen Rufe Folge geleistet, hat der Heil. Geist den Empfängern des Briefes das Gnadengeschenk der Liebe Gottes verliehen und sie so in die innigste Liebes- und Lebensgemeinschaft mit dem Vater aufgenommen. Die drei Ausdrücke: geliebt, bewahrt, berufen stehen in der Ordnung von Ursache und Wirkung. Der Quell des Heils für die Menschen ist das göttliche Erbarmen. Nimmt ein Mensch dies an, so erhält er Friede, verbunden mit der Liebe gegen Gott und Menschen. In den gewählten Worten liegt leicht ein Hinweis auf die heil. Dreifaltigkeit, deren einzelnen Personen die verschiedenen Gaben zugeschrieben werden. Judas Jud 72 1 2 Misericordia vobis, et pax, et caritas adimpleatur. Barmherzigkeit und Friede und Liebe werde euch in Fülle!⁵ -3 Johannes 3Joh 71 1 2 Carissime, de omnibus orationem facio prospere te ingredi, et valere, sicut prospere agit anima tua. Geliebter! ich bete, dass es dir in allem³ wohl ergehe und du gesund sein mögest,⁴ so wie es deiner Seele wohl ergeht.⁵ -3 Johannes 3Joh 71 1 2 3 In zeitlichen und geistigen Dingen. (Beda) -3 Johannes 3Joh 71 1 2 4 Gajus war also wohl krank oder kränklich. -3 Johannes 3Joh 71 1 2 5 Es ist das schönste Lob, das der heil. Johannes dem Gajus erteilen konnte, dass er kein größeres Wohlergehen zu wünschen hat als dessen sich seine Seele schon erfreut. +3 Johannes 3Joh 72 1 2 Carissime, de omnibus orationem facio prospere te ingredi, et valere, sicut prospere agit anima tua. Geliebter! ich bete, dass es dir in allem³ wohl ergehe und du gesund sein mögest,⁴ so wie es deiner Seele wohl ergeht.⁵ +3 Johannes 3Joh 72 1 2 3 In zeitlichen und geistigen Dingen. (Beda) +3 Johannes 3Joh 72 1 2 4 Gajus war also wohl krank oder kränklich. +3 Johannes 3Joh 72 1 2 5 Es ist das schönste Lob, das der heil. Johannes dem Gajus erteilen konnte, dass er kein größeres Wohlergehen zu wünschen hat als dessen sich seine Seele schon erfreut. Judas Jud 72 1 2 5 Der Gruß im Eingange der Briefe der Apostel ist ein Segenswunsch, ja selbst ein Segen, der die Gemüter auf die apostolischen Belehrungen und Mahnungen vorbereitet. Vergl. [Mt 1,12]. Der dreiteilige Segenswunsch entspricht hier der Lage der Leser, welche dem Christenglauben in großen Schwierigkeiten treu geblieben sind. Die drei den Lesern gewünschten Güter sind nach einer Steigerung geordnet: Zuvorkommende Gnade, Friede Gottes, Heiligung. Diese Güter sollen sich mehren. Barmherzigkeit wird dem Leser in den Pastoralbriefen und in dem 2. Briefe des heil. Johannes gewünscht. (V. 3) Liebe wünscht nur der heil. Judas dem Leser im Eingangsgruße, wohl veranlasst auf die Mittätigkeit, welche Gott fordert. -3 Johannes 3Joh 71 1 3 Gavisus sum valde venientibus fratribus, et testimonium perhibentibus veritati tuæ, sicut tu in veritate ambulas. Ich habe mich sehr gefreut,⁶ wenn⁷ Brüder kamen und deiner Wahrheit⁸ Zeugnis gaben, wie du in der Wahrheit⁹ wandelst. +3 Johannes 3Joh 72 1 3 Gavisus sum valde venientibus fratribus, et testimonium perhibentibus veritati tuæ, sicut tu in veritate ambulas. Ich habe mich sehr gefreut,⁶ wenn⁷ Brüder kamen und deiner Wahrheit⁸ Zeugnis gaben, wie du in der Wahrheit⁹ wandelst. Judas Jud 72 1 3 Carissimi, omnem sollicitudinem faciens scribendi vobis de communi vestra salute, necesse habui scribere vobis: deprecans supercertari semel traditæ sanctis fidei. Geliebte!⁶ da ich mit allem Eifer bedacht war, euch über euer gemeinsames Heil zu schreiben,⁷ sah ich mich genötigt euch zu schreiben, dass ihr, wie ich euch inständig bitte, für den einmal⁸ den Heiligen überlieferten⁹ Glauben kämpfet. -3 Johannes 3Joh 71 1 3 6 Die Vulgata lässt die Übergangspartikel denn aus. +3 Johannes 3Joh 72 1 3 6 Die Vulgata lässt die Übergangspartikel denn aus. Judas Jud 72 1 3 6 Eine solche Anrede findet sich im Eingange eines apostolischen Sendschreibens außer 3 Joh V. 2 nur hier, griech. wie [1Petr 1,2]: ein Hinweis auf die Mittätigkeit, welche Gott fordert. -3 Johannes 3Joh 71 1 3 7 Anstatt den Gegenstand seiner Freude zu nennen, gibt der Apostel den Anlass derselben an: Wenn: So oft. +3 Johannes 3Joh 72 1 3 7 Anstatt den Gegenstand seiner Freude zu nennen, gibt der Apostel den Anlass derselben an: Wenn: So oft. Judas Jud 72 1 3 7 Eben mit der Absicht umgehend, ein umfassendes Lehrschreiben über das christliche Heil zu verfassen, richtet er statt eines solchen jetzt ein Ermahnungsschreiben an die Christen, für den ihnen überlieferten Glauben einzustehen. Griech.: unser Heil. -3 Johannes 3Joh 71 1 3 8 Deinem Glauben und dem Wandel nach demselben. Nach anderen: die Wahrheit über dich. Nach ihnen war Gajus verleumdet. +3 Johannes 3Joh 72 1 3 8 Deinem Glauben und dem Wandel nach demselben. Nach anderen: die Wahrheit über dich. Nach ihnen war Gajus verleumdet. Judas Jud 72 1 3 8 Einmal für alle Male ist der Glaube ihnen so ganz und vollkommen überliefert, dass er keines Zusatzes Bedarf und als unveränderliche Richtschnur gelten muss. Also auch, was Judas schreibt, war zuvor bereits in diesem Glauben enthalten und sein Brief ist nur ein Zeugnis für das, was den Gläubigen überliefert ist. -3 Johannes 3Joh 71 1 3 9 Nach anderen: In Wahrheit, wirklich. +3 Johannes 3Joh 72 1 3 9 Nach anderen: In Wahrheit, wirklich. Judas Jud 72 1 3 9 Von den Aposteln. Wie Moses [Apg 6,14] der Überlieferer des A. B. genannt wird, so sind die Apostel die Quelle der Überlieferung der Offenbarung des N. B. [1Kor 11,2-23, 1Kor 15,3]. Judas Jud 72 1 4 Subintroierunt enim quidam homines (qui olim præscripti sunt in hoc judicium) impii, Dei nostri gratiam transferentes in luxuriam, et solum Dominatorem, et Dominum nostrum Jesum Christum negantes. Denn es haben sich gewisse Menschen eingeschlichen¹⁰ (die für ein solches Strafgericht längst vorherbestimmt sind), Gottlose, welche die Gnade unsers Gottes in Ausschweifung verkehren, und unsern alleinigen Gebieter, den Herrn Jesus Christus, verleugnen.¹¹ -3 Johannes 3Joh 71 1 4 Majorem horum non habeo gratiam, quam ut audiam filios meos in veritate ambulare. Eine größere Freude¹⁰ habe ich nicht, als wenn ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit¹¹ wandeln. -3 Johannes 3Joh 71 1 4 10 Hier offenbart sich das von Liebe glühende Herz des Apostels. +3 Johannes 3Joh 72 1 4 Majorem horum non habeo gratiam, quam ut audiam filios meos in veritate ambulare. Eine größere Freude¹⁰ habe ich nicht, als wenn ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit¹¹ wandeln. +3 Johannes 3Joh 72 1 4 10 Hier offenbart sich das von Liebe glühende Herz des Apostels. Judas Jud 72 1 4 10 Heimlich und widerrechtlich. Sind die Irrlehrer auch äußerlich Glieder der Kirche, so gehören sie ihr doch innerlich nicht an. Der Apostel charakterisiert sie als gewisse Menschen (verächtlich), die für dieses Strafgericht längst vorherbestimmt sind, und als Gottlose. Die Gottlosigkeit wird wieder in zwei Eigenschaften, einer sittlichen und einer Glaubens-Verirrung, aufgezeigt. Wie aber sind jene Irrlehrer längst vorherbestimmt? Die Leser kennen die Vorbilder und Prophezeiungen, in welche jene Verirrten gekennzeichnet sind. Der Apostel hat zudem alles vor Augen, was er nachstehend von dem ungläubigen Volke Israel, den abtrünnigen Engeln u. a. sagen wird. Die Vorausbestimmung ist nicht zum Abfalle, sondern zum Gerichte wegen des vorausgesehenen aus freier Entschließung gewählten Abfalles. (Clem. Alexandr.) -3 Johannes 3Joh 71 1 4 11 In der durch Christus offenbarten Wahrheit. +3 Johannes 3Joh 72 1 4 11 In der durch Christus offenbarten Wahrheit. Judas Jud 72 1 4 11 Jesus Christus ist als Gott mit dem Vater wesensgleicher Herr, vergl. [2Petr 1,21], darum Alleinherrscher in aller Macht, Weisheit und Liebe des Vaters. Er ist der Herr der Erlösten, doch von ihm haben sich die Irrlehrer durch Leugnung seiner Herrschaft losgesagt. Judas Jud 72 1 5 Commonere autem vos volo, scientes semel omnia, quoniam Jesus populum de terra gypti salvans, secundo eos, qui non crediderunt, perdidit. Ich will euch aber, die ihr einmal alles wisset, daran erinnern,¹² dass Jesus,¹³ nachdem er sein Volk aus dem Lande Ägypten gerettet,¹⁴ das zweite Mal jene, welche nicht glaubten, vernichtet hat.¹⁵ [Num 14,37] -3 Johannes 3Joh 71 1 5 Carissime, fideliter facis quidquid operaris in fratres, et hoc in peregrinos, Geliebter! du handelst treulich¹² in allem, was du an den Brüdern tust, und besonders an den fremden.¹³ -3 Johannes 3Joh 71 1 5 12 Deinem christlichen Berufe entsprechend (Thom.), wie du zuvor schon getan. (V. 6) +3 Johannes 3Joh 72 1 5 Carissime, fideliter facis quidquid operaris in fratres, et hoc in peregrinos, Geliebter! du handelst treulich¹² in allem, was du an den Brüdern tust, und besonders an den fremden.¹³ +3 Johannes 3Joh 72 1 5 12 Deinem christlichen Berufe entsprechend (Thom.), wie du zuvor schon getan. (V. 6) Judas Jud 72 1 5 12 Die Gottlosen sind bereits in Vorbildern und Weissagungen verurteilt. -3 Johannes 3Joh 71 1 5 13 An fremden Missionären. +3 Johannes 3Joh 72 1 5 13 An fremden Missionären. Judas Jud 72 1 5 13 Der Retter und Richter war Jesus, der bereits im Paradiese verheißene Heiland der Menschen. Der also, der von sich sagt: Der Vater richtet niemand, sondern er hat das Gericht dem Sohne übergeben [Joh 5,22], hat bereits vor der Menschwerdung das Amt des Richters geübt. (Hilar.) Judas Jud 72 1 5 14 Der Apostel hat jenes Strafgericht in der Wüste vor Augen, das [Num 14] erzählt wird. (Der heil. Petrus stellt statt dieses Beispiels die Sündflut seinen Lesern vor.) Mit Nachdruck weist Judas darauf hin, dass die, welche Zu Grunde gingen, vorher aus Ägypten gerettet waren. So sind auch die, welche der Apostel warnt, aus der Knechtschaft der Sünde und des Teufels zwar befreit, aber dennoch in Gefahr, auf ihrer Wanderung durch die Wüste dieses Lebens zu Schaden zu kommen. Judas Jud 72 1 5 15 Als es sich um die Errettung in der Wüste handelte. Alle die, welche nicht glaubten und sich nicht seiner Leitung vertrauensvoll hingaben, gingen zu Grunde. So hat Christus auch die Leser einmal gerettet; lassen sie sich nun zum Unglauben verführen auf dem Wege durch die Welt, so wird Christus ihr strenger Richter. -3 Johannes 3Joh 71 1 6 Qui testimonium reddiderunt caritati tuæ in conspectu ecclesiæ: quos, benefaciens, deduces digne Deo. Ja, diese haben von deiner Liebe auch Zeugnis gegeben vor der Gemeinde, und du wirst wohl tun, wenn du sie weiter förderst,¹⁴ wie es Gottes würdig ist.¹⁵ +3 Johannes 3Joh 72 1 6 Qui testimonium reddiderunt caritati tuæ in conspectu ecclesiæ: quos, benefaciens, deduces digne Deo. Ja, diese haben von deiner Liebe auch Zeugnis gegeben vor der Gemeinde, und du wirst wohl tun, wenn du sie weiter förderst,¹⁴ wie es Gottes würdig ist.¹⁵ Judas Jud 72 1 6 Angelos vero, qui non servaverunt suum principatum, sed dereliquerunt suum domicilium, in judicium magni diei, vinculis æternis sub caligine reservavit. Auch hat er die Engel,¹⁶ welche ihre Herrschaft nicht bewahrten, sondern ihre Wohnung verließen,¹⁷ auf das Gericht des großen Tages mit ewigen Banden unter der Finsternis bewahrt. [2Petr 2,4] -3 Johannes 3Joh 71 1 6 14 Die fremden Glaubensboten, welche den Gajus bei Johannes gelobt, wollen zu ersterem zurückkehren, um von seinem Aufenthaltsorte aus ihre Missionsreisen fortzusetzen. -3 Johannes 3Joh 71 1 6 15 In dessen Dienst sie stehen. +3 Johannes 3Joh 72 1 6 14 Die fremden Glaubensboten, welche den Gajus bei Johannes gelobt, wollen zu ersterem zurückkehren, um von seinem Aufenthaltsorte aus ihre Missionsreisen fortzusetzen. +3 Johannes 3Joh 72 1 6 15 In dessen Dienst sie stehen. Judas Jud 72 1 6 16 Die Würde der Engel bestand darin, dass sie Gott dienten und so mit ihm herrschten. Als die Engel Gott den Dienst versagten, mussten sie aus dem ihrem Dienste zugewiesenen Bereiche und der Herrschaft weichen; und da sie sich von Gott, ihrem Erleuchter, losgesagt, wurden sie in die Finsternis verstoßen, die das Bild ihrer inneren Verirrung ist. (Thom.) Ein anderer Ort ist den bösen Geistern wegen ihrer Schuld zugewiesen, die Hölle, ein anderer zu unserer Bewährung gestattet, der Raum unter dem sichtbaren Himmel. Bis zum jüngsten Tage dauert unsere Bewährung, also auch eine verhältnismäßige Freiheit der bösen Geister. (Thom.) Erst bei dem Gerichte trifft sie das Vollmaß der Höllenstrafe. (Justin, Tatian, Aug., Hier.) Vergl. [Offb 20,27]. Wie aber die Herrlichkeit der guten Engel nicht gemindert wird dadurch, dass sie zu uns kommen, so auch nicht die Qual der bösen Geister dadurch, dass sie uns versuchen dürfen. (Thom.) Judas Jud 72 1 6 17 Die beiden ersten Beispiele warnen die Gegner des Apostels wegen ihres zum Unglauben führenden Stolzes, das dritte wegen ihrer Fleischessünden. (Vergl. V. 4) Judas Jud 72 1 7 Sicut Sodoma, et Gomorrha, et finitimæ civitates simili modo exfornicatæ, et abeuntes post carnem alteram, factæ sunt exemplum, ignis æterni pnam sustinentes. Wie Sodoma und Gomorrha und die umliegenden Städte, welche in ähnlicher Weise sich in Unzucht erschöpften und unnatürlicher Wollust nachgingen, zum Beispiele geworden sind,¹⁸ indem sie die Strafe ewigen Feuers¹⁹ erleiden.²⁰ [2Petr 2,6] -3 Johannes 3Joh 71 1 7 Pro nomine enim ejus profecti sunt, nihil accipientes a gentibus. Denn¹⁶ für seinen Namen¹⁷ sind sie ausgezogen, ohne von den Heiden etwas anzunehmen.¹⁸ -3 Johannes 3Joh 71 1 7 16 Begründung des in V. 6 erteilten Lobes aus der Würdigkeit und Bedürftigkeit der fremden Brüder. -3 Johannes 3Joh 71 1 7 17 Seinen Namen durch die Verkündigung des von ihm gesandten Heiles zu verherrlichen. -3 Johannes 3Joh 71 1 7 18 Dies tun sie grundsätzlich nicht, um nicht eigennützig zu erscheinen. Ähnlich machte es der heil. Paulus. [1Kor 9,18, 2Kor 11,7ff, 1Thess 2,9] +3 Johannes 3Joh 72 1 7 Pro nomine enim ejus profecti sunt, nihil accipientes a gentibus. Denn¹⁶ für seinen Namen¹⁷ sind sie ausgezogen, ohne von den Heiden etwas anzunehmen.¹⁸ +3 Johannes 3Joh 72 1 7 16 Begründung des in V. 6 erteilten Lobes aus der Würdigkeit und Bedürftigkeit der fremden Brüder. +3 Johannes 3Joh 72 1 7 17 Seinen Namen durch die Verkündigung des von ihm gesandten Heiles zu verherrlichen. +3 Johannes 3Joh 72 1 7 18 Dies tun sie grundsätzlich nicht, um nicht eigennützig zu erscheinen. Ähnlich machte es der heil. Paulus. [1Kor 9,18, 2Kor 11,7ff, 1Thess 2,9] Judas Jud 72 1 7 18 Stehen als Beispiel da vor aller Augen. Judas Jud 72 1 7 19 Das über jene Städte gekommene Feuer ist ein Bild des Höllenfeuers. Judas Jud 72 1 7 20 Die Dauer der Strafe wird in ihrer Schrecklichkeit am Vorbilde gezeigt. Judas Jud 72 1 8 Similiter et hi carnem quidem maculant, dominationem autem spernunt, majestatem autem blasphemant. Ebenso beflecken auch diese²¹ das Fleisch,²² verachten die Herrschaft²³ und lästern die Majestät.²⁴ -3 Johannes 3Joh 71 1 8 Nos ergo debemus suscipere hujusmodi, ut cooperatores simus veritatis. Wir also¹⁹ müssen uns solcher annehmen, damit wir Mitarbeiter der Wahrheit²⁰ werden. -3 Johannes 3Joh 71 1 8 19 Da sie von den Heiden nichts annehmen, sind wir, als ihre Brüder, verpflichtet, sie zu unterstützen. Da hier nur das Verhältnis des Christen zum Christen in Betracht kommt, schließt der heil. Johannes sich ein. -3 Johannes 3Joh 71 1 8 20 Mitarbeiter der Glaubensboten für die Wahrheit. +3 Johannes 3Joh 72 1 8 Nos ergo debemus suscipere hujusmodi, ut cooperatores simus veritatis. Wir also¹⁹ müssen uns solcher annehmen, damit wir Mitarbeiter der Wahrheit²⁰ werden. +3 Johannes 3Joh 72 1 8 19 Da sie von den Heiden nichts annehmen, sind wir, als ihre Brüder, verpflichtet, sie zu unterstützen. Da hier nur das Verhältnis des Christen zum Christen in Betracht kommt, schließt der heil. Johannes sich ein. +3 Johannes 3Joh 72 1 8 20 Mitarbeiter der Glaubensboten für die Wahrheit. Judas Jud 72 1 8 21 Griech.: diese Träumer. Judas Jud 72 1 8 22 Wie diese dem gewisse Menschen, so entspricht beflecken dem in Ausschweifung verkehren des V. 4. Judas Jud 72 1 8 23 Die Hoheit und Herrschaft Christi: V. 4. die unsern Herrn verleugnen. Judas Jud 72 1 8 24 Die Engel. (V. 9, V. 10, Clem. v. Alex.) -3 Johannes 3Joh 71 1 9 Scripsissem forsitan ecclesiæ: sed is, qui amat primatum gerere in eis, Diotrephes, non recipit nos: Ich hätte vielleicht auch an die Gemeinde²¹ geschrieben, aber jener, welcher es liebt²² unter ihnen den Vorsitz zu führen, Diotrephes, nimmt uns nicht an.²³ +3 Johannes 3Joh 72 1 9 Scripsissem forsitan ecclesiæ: sed is, qui amat primatum gerere in eis, Diotrephes, non recipit nos: Ich hätte vielleicht auch an die Gemeinde²¹ geschrieben, aber jener, welcher es liebt²² unter ihnen den Vorsitz zu führen, Diotrephes, nimmt uns nicht an.²³ Judas Jud 72 1 9 Cum Michael Archangelus cum diabolo disputans altercaretur de Moysi corpore, non est ausus judicium inferre blasphemiæ: sed dixit: Imperet tibi Dominus. Als der Erzengel Michael,²⁵ mit dem Teufel rechtend um den Leib des Moses stritt,²⁶ wagte er es nicht ein lästerndes Urteil gegen ihn zu fällen,²⁷ sondern sprach: Der Herr gebiete dir! -3 Johannes 3Joh 71 1 9 21 Die Gemeinde des Gajus. Nach anderen griech. Handschriften: Ich habe an die Gemeinde geschrieben. -3 Johannes 3Joh 71 1 9 22 Das Präsens bezeichnet das ständige, grundsätzliche Verhalten. -3 Johannes 3Joh 71 1 9 23 Diotrephes muss eine hohe Stellung in der Gemeinde innehaben. +3 Johannes 3Joh 72 1 9 21 Die Gemeinde des Gajus. Nach anderen griech. Handschriften: Ich habe an die Gemeinde geschrieben. +3 Johannes 3Joh 72 1 9 22 Das Präsens bezeichnet das ständige, grundsätzliche Verhalten. +3 Johannes 3Joh 72 1 9 23 Diotrephes muss eine hohe Stellung in der Gemeinde innehaben. Judas Jud 72 1 9 25 Michael = Wer ist wie Gott? Niemand ist Gott gleich. Michael ist nach [Dan 12,1] einer der Engelfürsten und der Beschützer des auserwählten Volkes. Im N. T. wird er [Offb 12,7] als gegen des Drachen kämpfend dargestellt. Judas Jud 72 1 9 26 Diese Worte knüpfen, der jüdischen Tradition folgend, an [Dtn 34,5.6] an. Moses war nach Gottes Voraussagung gestorben, doch sollte sein Leib unversehrt bleiben. Der Teufel will sein Recht auf den Tod, vergl. [Joh 14,30], und die Folge des Todes, die Verwesung, geltend machen, doch Gott lässt den Leib des Moses durch seinen Engel der Verwesung entziehen. Warum? Wohl weil Moses als Mittler des A. B. (Ambros., Greg. v. Nyss.) das Vorbild des Erlösers ist. Vergl. [Dtn 18,15]. So konnte Moses denn [Lk 9,29-31] leiblich erscheinen, und Gesetz und Propheten mit Christus und in Christus verklärt werden. (Hil.) Vergl. auch [Offb 11,3ff]. Bei dem Streite zwischen Michael und Satan blieb der erstere Sieger. Judas Jud 72 1 9 27 In der Obmacht des heil. Michael lag das Entscheidungsurteil; ohne dem Bösen ein Scheltwort zuzuschleudern, welches die ehemalige Würde desselben verletzen konnte, überließ Michael Gott das Strafurteil. (Aug.) -3 Johannes 3Joh 71 1 10 Propter hoc si venero, commonebo ejus opera, quæ facit: verbis malignis garriens in nos: et quasi non ei ista sufficiant, neque ipse suscipit fratres : et eos qui suscipiunt, prohibet, et de ecclesia ejicit. Darum werde ich, wenn ich komme,²⁴ ihm seine Werke, die er tut, vorhalten, da er mit bösen Reden wider uns schwätzt und, wie wenn dies ihm noch nicht genügte, weder selbst die Brüder aufnimmt,²⁵ noch es denen, die es tun wollen, gestattet, und sie aus der Versammlung ausstößt.²⁶ +3 Johannes 3Joh 72 1 10 Propter hoc si venero, commonebo ejus opera, quæ facit: verbis malignis garriens in nos: et quasi non ei ista sufficiant, neque ipse suscipit fratres : et eos qui suscipiunt, prohibet, et de ecclesia ejicit. Darum werde ich, wenn ich komme,²⁴ ihm seine Werke, die er tut, vorhalten, da er mit bösen Reden wider uns schwätzt und, wie wenn dies ihm noch nicht genügte, weder selbst die Brüder aufnimmt,²⁵ noch es denen, die es tun wollen, gestattet, und sie aus der Versammlung ausstößt.²⁶ Judas Jud 72 1 10 Hi autem quæcumque quidem ignorant, blasphemant: quæcumque autem naturaliter, tamquam muta animalia, norunt, in his corrumpuntur. Diese aber lästern alles, was sie nicht kennen,²⁸ das aber, was sie von Natur, wie die unvernünftigen Tiere, verstehen, darin verderben sie. -3 Johannes 3Joh 71 1 10 24 Da der Apostel weiß, dass Diotrephes der Annahme des an die Gemeinde gerichteten Briefes entgegentreten wird, will er, wenn er sie besuchen wird, jenem seine schändlichen Werke vorhalten, nämlich dass er uns schmäht usw. (V. 10) -3 Johannes 3Joh 71 1 10 25 Wohl in der V. 6 gedachten Weise. -3 Johannes 3Joh 71 1 10 26 Er bedroht sie mit der Exkommunikation, die er auch, soweit es ihm gelingt, die höchste Gewalt in der Gemeinde an sich zu reißen (V. 9), zur Ausführung bringt. Lieblosigkeit und eigenwillige Herrschsucht sind die bösen Werke des Diotrephes. +3 Johannes 3Joh 72 1 10 24 Da der Apostel weiß, dass Diotrephes der Annahme des an die Gemeinde gerichteten Briefes entgegentreten wird, will er, wenn er sie besuchen wird, jenem seine schändlichen Werke vorhalten, nämlich dass er uns schmäht usw. (V. 10) +3 Johannes 3Joh 72 1 10 25 Wohl in der V. 6 gedachten Weise. +3 Johannes 3Joh 72 1 10 26 Er bedroht sie mit der Exkommunikation, die er auch, soweit es ihm gelingt, die höchste Gewalt in der Gemeinde an sich zu reißen (V. 9), zur Ausführung bringt. Lieblosigkeit und eigenwillige Herrschsucht sind die bösen Werke des Diotrephes. Judas Jud 72 1 10 28 Die Welt der Geister. Sie sind im Wahne des Materialismus befangen und spotten über die Geisterwelt. Judas Jud 72 1 11 Væ illis, quia in via Cain abierunt, et errore Balaam mercede effusi sunt, et in contradictione Core perierunt: Wehe ihnen, denn sie sind den Weg Kains gewandelt und haben sich in den Irrtum Balaams um Lohnes willen fortreißen lassen und sind in der Auflehnung Kores zu Grunde gegangen.²⁹ -3 Johannes 3Joh 71 1 11 Carissime, noli imitari malum, sed quod bonum est. Qui benefacit, ex Deo est: qui malefacit, non vidit Deum. Geliebter! ahme nicht das Böse²⁷ nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut,²⁸ ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen.²⁹ [1Joh 3,6.10] -3 Johannes 3Joh 71 1 11 27 Das Böse im Allgemeinen, als dessen besonderes Beispiel das Verhalten des Diotrephes dient. -3 Johannes 3Joh 71 1 11 28 Wer Gutes tut im umfassenden Sinne, wie [1Joh 3,10] von dem, der Gerechtigkeit übt, gesagt wird, dass er aus Gott sei. -3 Johannes 3Joh 71 1 11 29 Die Erkenntnis Gottes in Christus ist die Voraussetzung des Seins in Gott. [1Joh 2,3] +3 Johannes 3Joh 72 1 11 Carissime, noli imitari malum, sed quod bonum est. Qui benefacit, ex Deo est: qui malefacit, non vidit Deum. Geliebter! ahme nicht das Böse²⁷ nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut,²⁸ ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen.²⁹ [1Joh 3,6.10] +3 Johannes 3Joh 72 1 11 27 Das Böse im Allgemeinen, als dessen besonderes Beispiel das Verhalten des Diotrephes dient. +3 Johannes 3Joh 72 1 11 28 Wer Gutes tut im umfassenden Sinne, wie [1Joh 3,10] von dem, der Gerechtigkeit übt, gesagt wird, dass er aus Gott sei. +3 Johannes 3Joh 72 1 11 29 Die Erkenntnis Gottes in Christus ist die Voraussetzung des Seins in Gott. [1Joh 2,3] Judas Jud 72 1 11 29 Wer Kains, Balaams, Kores Wege geht, den hat dadurch das Wehe getroffen, das Gott über die Vorbilder eines solchen ausgesprochen. Es steht die Vergangenheit, weil Judas sich das angedrohte Strafgericht vergegenwärtigt. Kain, ob auch gewarnt, folgte seiner bösen Begierde mit Verachtung der Mahnung Gottes. [Gen 4,7] Balaam, strauchelnd geworden, durch seine Habsucht verblendet, wollte gegen den Willen Gottes Israel fluchen. In dem Widerstreben gegen den göttlichen Willen und gegen die Gnade gleichen die Irrlehrer jenen. Die Auflehnung der Irrlehrer besteht in dem hochmütigen Widerstreben gegen Gott und dessen Ordnungen in der Kirche, denen ihre antinomistische Lehre Hohn spricht. In den angeführten Beispielen der Strafgerechtigkeit Gottes findet man, ebenso wie in der Bezeichnung der Verfehlungen, eine Steigerung: Wandeln, straucheln, zu Grunde gehen Pfad, Irrweg, Widerspruch. Kain hatte noch keinen Teil an der von Gott zu ordnenden Heilsveranstaltung; Balaam gehörte zwar dieser Heilsveranstaltung in Israel nicht an, doch kommt er mit derselben in außerordentliche Berührung und ist mit prophetischem Geiste ausgerüstet; Kore steht mitten im Gottesstaate, ja ist Levit, und so ausgezeichnet im Volke des Bundes, deshalb war auch seine Empörung gegen Gott die schlimmste. Judas Jud 72 1 12 Hi sunt in epulis suis maculæ, convivantes sine timore, semetipsos pascentes, nubes sine aqua, quæ a ventis circumferuntur, arbores autumnales, infructuosæ, bis mortuæ, eradicatæ, Diese sind bei ihren Liebesmahlen³⁰ Schandflecken, indem sie ohne Scheu prassen, sich selbst weiden; wasserlose Wolken, die von den Winden dahingetrieben werden,³¹ Bäume im Spätherbst, unfruchtbar,³² zweifach erstorben,³³ entwurzelt,³⁴ -3 Johannes 3Joh 71 1 12 Demetrio testimonium redditur ab omnibus, et ab ipsa veritate, sed et nos testimonium perhibemus: et nosti quoniam testimonium nostrum verum est. Demetrius hat von Jedermann³⁰ und von der Wahrheit selbst³¹ ein gutes Zeugnis; aber auch wir geben ein gutes Zeugnis, und du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist. -3 Johannes 3Joh 71 1 12 30 In seiner Gemeinde. +3 Johannes 3Joh 72 1 12 Demetrio testimonium redditur ab omnibus, et ab ipsa veritate, sed et nos testimonium perhibemus: et nosti quoniam testimonium nostrum verum est. Demetrius hat von Jedermann³⁰ und von der Wahrheit selbst³¹ ein gutes Zeugnis; aber auch wir geben ein gutes Zeugnis, und du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist. +3 Johannes 3Joh 72 1 12 30 In seiner Gemeinde. Judas Jud 72 1 12 30 Sie fröhnen ihrer Sinnlichkeit und üben keine Bruderliebe bei den Liebesmahlen, bei denen doch Mäßigkeit und Bruderliebe herrschen soll. Griech.: bei euren Liebesmahlen. -3 Johannes 3Joh 71 1 12 31 Von der Wahrheit des Glaubens und der Sitten, die sich in seinem Wandel abspiegelt und offenbart. Gajus wusste wohl nicht, zu welcher Seite Demetrius gehörte. +3 Johannes 3Joh 72 1 12 31 Von der Wahrheit des Glaubens und der Sitten, die sich in seinem Wandel abspiegelt und offenbart. Gajus wusste wohl nicht, zu welcher Seite Demetrius gehörte. Judas Jud 72 1 12 31 So dünn und so leicht sind diese Wolken, dass der Wind sie vorübertreibt, ohne dass sie der Erde den Regen spenden, den zu geben sie bestimmt sind. Vergl. [Spr 24,14]. Judas Jud 72 1 12 32 Eigentlich: Bäume die ihre Frucht nicht reifen lassen. Judas Jud 72 1 12 33 Völlig unfruchtbar. Judas Jud 72 1 12 34 Gänzlich abgestorben, ihrer Wurzeln beraubt. -3 Johannes 3Joh 71 1 13 Multa habui tibi scribere: sed nolui per atramentum, et calamum scribere tibi. Noch vieles hätte ich dir zu schreiben, aber ich wollte dir nicht durch Tinte und Feder schreiben.³² +3 Johannes 3Joh 72 1 13 Multa habui tibi scribere: sed nolui per atramentum, et calamum scribere tibi. Noch vieles hätte ich dir zu schreiben, aber ich wollte dir nicht durch Tinte und Feder schreiben.³² Judas Jud 72 1 13 Fluctus feri maris, dispumantes suas confusiones, sidera errantia: quibus procella tenebrarum servata est in æternum. tobende Meereswogen, ihre eigene Schande ausschäumend,³⁵ Irrsterne,³⁶ welchen der Sturm der Finsternis für ewig aufbehalten ist. -3 Johannes 3Joh 71 1 13 32 Vergl. [2Joh 1,12]. +3 Johannes 3Joh 72 1 13 32 Vergl. [2Joh 1,12]. Judas Jud 72 1 13 35 Vergl. [Jes 57,20]. In nie befriedigter Unruhe treiben sie den Schlamm ihrer Schändlichkeit aus der Tiefe zu Tage. Judas Jud 72 1 13 36 Irrsterne, die zuletzt ohne Licht bleiben, Bild der Haltlosigkeit, die aus dem Irrtume stammt. Sturm: griech.: Dunkel. -3 Johannes 3Joh 71 1 14 Spero autem protinus te videre, et os ad os loquemur. Pax tibi. Salutant te amici. Saluta amicos nominatim. Ich hoffe vielmehr dich bald zu sehen,³³ dann werden wir von Mund zu Mund reden.³⁴ Friede sei mit dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde namentlich.³⁵ +3 Johannes 3Joh 72 1 14 Spero autem protinus te videre, et os ad os loquemur. Pax tibi. Salutant te amici. Saluta amicos nominatim. Ich hoffe vielmehr dich bald zu sehen,³³ dann werden wir von Mund zu Mund reden.³⁴ Friede sei mit dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde namentlich.³⁵ Judas Jud 72 1 14 Prophetavit autem et de his septimus ab Adam Enoch, dicens: Ecce venit Dominus in sanctis millibus suis Es hat aber auch auf diese der siebente³⁷ von Adam, Enoch, geweissagt, indem er sprach:³⁸ Siehe, es ist der Herr gekommen³⁹ mit seinen heiligen Tausenden, -3 Johannes 3Joh 71 1 14 33 Der [2Joh 1,12] in Aussicht gestellte Besuch stand also nahe bevor. -3 Johannes 3Joh 71 1 14 34 Über das, was der Apostel jetzt nicht schreiben will. -3 Johannes 3Joh 71 1 14 35 Dem Charakter des Privatschreibens entsprechend sendet der Apostel nur Grüße an die Freunde, die er aber jeden insbesondere gegrüßt wissen will, um ihnen so besser seine innige Liebe kundzutun, und grüßt Gajus von den Freunden. +3 Johannes 3Joh 72 1 14 33 Der [2Joh 1,12] in Aussicht gestellte Besuch stand also nahe bevor. +3 Johannes 3Joh 72 1 14 34 Über das, was der Apostel jetzt nicht schreiben will. +3 Johannes 3Joh 72 1 14 35 Dem Charakter des Privatschreibens entsprechend sendet der Apostel nur Grüße an die Freunde, die er aber jeden insbesondere gegrüßt wissen will, um ihnen so besser seine innige Liebe kundzutun, und grüßt Gajus von den Freunden. Judas Jud 72 1 14 37 Das hohe Alter des Propheten wird nachdrücklich hervorgehoben. Als der siebente ist Henoch das Vorbild der ewigen Sabbatszeit, die an das Ende der jetzigen Arbeitstage der Menschheit sich anreihen wird. Als solcher ist er auch der Prophet des Gerichtes, das jenem Sabbat vorbereitend vorausgeht, und durch seine wunderbare Entrückung ist er der Prophet der Auferstehung und des ewigen Lebens, die dem Gerichte folgen wird. [Gen 5,24] Judas Jud 72 1 14 38 Was Henoch von den Gottlosen jener Zeit gesagt, gilt auch von allen, die jenen in der Gottlosigkeit ähnlich werden. Judas Jud 72 1 14 39 Prophetische Voraussicht, als wäre das Kommen schon erfolgt. @@ -67981,1250 +68036,1250 @@ Judas Jud 72 1 24 Ei autem, qui potens est vos conservare sine peccato, et const Judas Jud 72 1 24 55 Christus war der Mittler der Majestät Gottes in der Schöpfung und ist durch die Erlösung Mittler bis an das Ende der Welt. Judas Jud 72 1 25 Soli Deo Salvatori nostro, per Jesum Christum Dominum nostrum, gloria et magnificentia, imperium et potestas ante omne sæculum, et nunc et in omnia sæcula sæculorum. Amen. ihm, dem alleinigen Gott, unserm Heilande, durch Jesus Christus, unsern Herrn, ist Herrlichkeit und Majestät, Herrschaft und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.⁵⁶ Judas Jud 72 1 25 56 Vergl. [Röm 16,25]. -Offenbarung Offb 73 1 0 Einleitung zur Offenbarung (1. V. 1 V. 20a): 1. Aufschrift des Buches (V. 6) 2. Grundlegendes Gesicht der Offenbarung: Der Heiland erscheint (V. 8) inmitten der sieben Leuchter und befiehlt, den sieben Kirchen die Bedeutung der Erscheinung zu schreiben. (V. 20) I. Sendschreiben an die Gemeinden Asiens. (1,20b 3,22): A. Vorbemerkung. -Offenbarung Offb 73 1 1 APOCALYPSIS Jesu Christi, quam dedit illi Deus palam facere servis suis, quæ oportet fieri cito: et significavit, mittens per Angelum suum servo suo Joanni, Offenbarung¹ Jesu Christi,² welche Gott ihm gegeben hat, seinen Dienern³ kund zu tun, was in Bälde⁴ geschehen soll;⁵ und er hat es, indem er seinen Engel sandte,⁶ seinem Diener⁷ Johannes⁸ kund getan,⁹ -Offenbarung Offb 73 1 1 1 Kundgebung von Geheimnissen, welche bis dahin in Gott verborgen waren, hier von zukünftigen Ereignissen. Siehe V. 19. -Offenbarung Offb 73 1 1 2 Offenbarung, deren Urheber Jesus Christus ist, der als Sohn Gottes alles vom Vater hat, als Gottmensch aber beständiger Mittler zwischen Gott und Menschen ist. Gott hat sie ihm gegeben, vergl. [Joh 7,16] und [Joh 17,7.8], damit er sie seiner Zeit den Gläubigen mitteilte. In der Sache ist es eine Offenbarung, in der Weise, wie diese geboten wird, eine Verhüllung, welche aber die erhabensten Mahnungen enthält. Wie der heil. Johannes sich als Evangelist über die anderen Evangelien erhebt, so als Prophet über die übrigen Propheten. (Petr. Damian) -Offenbarung Offb 73 1 1 3 Den Christen. -Offenbarung Offb 73 1 1 4 Die ganze neutestamentliche Zeit ist nach christlicher Anschauung eine kurze (Greg.), ist eine Knospe, der die Blüte bald folgt. Johannes unterscheidet den Anfang der zukünftigen Dinge wohl von ihrer entfernten Vollendung, denn wenngleich er hier sagt: bald, weist er doch immer von neuem auf die Notwendigkeit geduldigen Ausharrens hin und ermahnt die Christen zu solchem. -Offenbarung Offb 73 1 1 5 Was nach göttlicher Vorherbestimmung geschehen soll. Soll: Vergl. [Offb 17,10, Offb 20,3, Mt 24,6], also auch ohne die Menschen und wider die Menschen, die freudigen Ereignisse zum Trost der Bedrängten und zur Beschämung der Sünder, die widrigen, damit die Kirche wachse, indem sie Verfolgung leidet. -Offenbarung Offb 73 1 1 6 Vergl. [Sach 1,9.13, Sach 2,3, Dan 8,16, Dan 9,21] erscheint Gabriel als Ausleger der Vision. Der Ausdruck ist hier, da verschiedene Erklärer auftreten: [Offb 10,1ff, Offb 17,1.7.15, Offb 18,1, Offb 19,9, Offb 21,9, Offb 22,1], 1. Allgemein zu nehmen. Erst [Offb 22,6.16] kehrt der hier zuerst genannte Engel wieder. -Offenbarung Offb 73 1 1 7 Diener Jesu Christi heißt Johannes wegen seines prophetischen Amtes, wie der Engel sich [Offb 22,8] Mitdiener des heil. Johannes und seiner Brüder, der Propheten, nennt. -Offenbarung Offb 73 1 1 8 Der Evangelist Johannes brauchte sich nicht zu nennen, da das von ihm Erzählte viele Zeugen hatte, anders der Seher Johannes. Der Apostel hebt den erhabenen prophetischen Charakter seines Buches hervor durch die Stufenleiter: Gott, Christus, der Engel, Johannes. -Offenbarung Offb 73 1 1 9 Wörtlich: gezeigt. Der Ausdruck ist wohl der Bilder wegen gewählt. -Offenbarung Offb 73 1 2 Qui testimonium perhibuit verbo Dei, et testimonium Jesu Christi, quæcumque vidit. welcher das Wort Gottes¹⁰ und das Zeugnis Jesu Christi, alles, was er gesehen,¹¹ bezeugt hat. -Offenbarung Offb 73 1 2 10 Das Wort der Offenbarung Christi, wie Johannes sie später in seinem Evangelium niederlegte und hier bietet. -Offenbarung Offb 73 1 2 11 Das Sehen steht auch für das Hören. (V. 12) -Offenbarung Offb 73 1 3 Beatus, qui legit, et audit verba prophetiæ hujus: et servat ea, quæ in ea scripta sunt: tempus enim prope est. Selig, wer¹² da liest¹³ und hört¹⁴ die Worte dieser Weissagung, und bewahrt, was in ihr geschrieben steht; denn der Zeitpunkt¹⁵ ist nahe! -Offenbarung Offb 73 1 3 12 Die Vulgata weicht hier etwas vom griech. Texte ab: Selig, wer da liest und die, welche hören und bewahren. -Offenbarung Offb 73 1 3 13 Der Vorleser. -Offenbarung Offb 73 1 3 14 Die Hörer sind die Christen. Diese aber sollen die Worte der Weissagung (wie die Vorleser) nicht nur hören, sondern auch im Herzen bewahren, wie Maria [Lk 2,19], und üben. Die Offenbarung soll ja eine Mahnung an die Gläubigen sein, in der letzten Zeit der bittersten Not und des härtesten Kampfes treu auszuharren. -Offenbarung Offb 73 1 3 15 Die Gelegenheit, aus der Offenbarung Nutzen zu ziehen. Nach dem heil. Thomas: Der Zeitpunkt, wo die Verfolgung endet, der Tod. -Offenbarung Offb 73 1 4 Joannes septem ecclesiis, quæ sunt in Asia. Gratia vobis, et pax ab eo, qui est, et qui erat, et qui venturus est: et a septem spiritibus, qui in conspectu throni ejus sunt: Johannes an die sieben Gemeinden in Asien.¹⁶ Gnade euch und Friede¹⁷ von dem, der ist,¹⁸ und der war,¹⁹ und der kommen wird;²⁰ und von den sieben Geistern, die vor seinem Throne sind;²¹ -Offenbarung Offb 73 1 4 16 An diese sieben Gemeinden ist das ganze Buch gerichtet, nach dem Befehl des Heilandes. (V. 11ff) Warum der Apostel dieses Buch gerade jenen Gemeinden widmet, während doch noch viele andere waren, darüber gehen die Meinungen sehr auseinander. Der wahrscheinlichste Grund ist, dass ihm diese in der ersten Vision (V. 12ff) als Typus der Gesamtkirche gezeigt werden. (Chrys., Aug., Greg., Isidor) Sieben ist ja die symbolische Zahl des Verhältnisses Gottes zu der Welt. In sieben Jahren als der Weltwoche [Offb 11,2] vollendet sich der Ratschluss Gottes, dieser ist enthalten im Buche mit sieben Siegeln; auch der Feind Gottes, der Satan und das Tier [Offb 12,3, Offb 13,1] zeigen die Siebenzahl. -Offenbarung Offb 73 1 4 17 Gnade und Frieden werden in fast allen apostolischen Briefen in der Grußformel verbunden. ([2Joh 1,3] kommt noch Erbarmen hinzu.) Nach Tertullian fügten die Apostel den Wunsch der Gnade zu dem Friedenswunsche nach der Auferstehung des Herrn hinzu. -Offenbarung Offb 73 1 4 18 Jahve; ähnliche Umschreibung [Ex 3,14]. -Offenbarung Offb 73 1 4 19 Wenngleich Gottes unveränderliche Natur kein war und wir sein zulässt, sondern nur ein Ist, sagen wir doch ohne Irrtum: War, ist und sein wird. Er war, weil er nie anfing zu sein; er wird sein, weil er nie aufhört; er ist, weil er immer ist. Da die menschliche Rede sich dem Unterschiede der Zeit anpassen muss, dürfen wir mit Recht dem, der zu jeder Zeit ist, jedes Zeitwort zuschreiben. (Aug.) Gemeint ist die ganze heilige Dreifaltigkeit. -Offenbarung Offb 73 1 4 20 Mit Beziehung auf den Inhalt der Offenbarung gewählter Ausdruck. -Offenbarung Offb 73 1 4 21 Die sieben Geister werden noch zweimal erwähnt: [Offb 4,5] die sieben Fackeln vor dem Throne Gottes, [Offb 5,7] die sieben Augen des Lammes. Gemeint ist die dritte Person der Gottheit, der Heil. Geist nach seinen sieben Gaben und Wirkungen. (Viktor, Primas., Beda) Vergl. [Sach 4,10]. Der Heil. Geist wird hier als vor dem Throne (vor Gott dem Vater befindlich) dargestellt, weil seine Sendung nach außen dargestellt wird. Er ist der Geist des Vaters und des Sohnes, die so wenig wie der Heil. Geist mit diesen Namen bezeichnet, sondern nach ihren Taten und Erweisungen beschrieben werden. Die sieben Geister stehen in Beziehung zu den sieben Vorstehern und dadurch zu den [Offb 1,20] als Leuchtern vorgestellten sieben Gemeinden selbst. Das Feuer, von dem die sieben Fackeln brennen [Offb 4,5] ist bei allen sieben das gleiche, aber es wird zur siebenfachen Flamme durch den Leuchter und seine Arme und Lampen. Der Leuchter ist das Volk Gottes. -Offenbarung Offb 73 1 5 Et a Jesu Christo, qui est testis fidelis, primogenitus mortuorum, et princeps regum terræ, qui dilexit nos, et lavit nos a peccatis nostris in sanguine suo, und von Jesus Christus,²² welcher der treue Zeuge ist,²³ der Erstgeborne der Toten,²⁴ und der Herrscher über die Könige der Erde,²⁵ der uns geliebt und uns abgewaschen hat von unsern Sünden in seinem Blute,²⁶ -Offenbarung Offb 73 1 5 22 Gnade und Friede vom Vater, vom Heil. Geist und vom Sohne. -Offenbarung Offb 73 1 5 23 Das ganze Leben des Heilandes und sein Tod waren ein Zeugnis für die Wahrheit. -Offenbarung Offb 73 1 5 24 Der erste, der von den Toten zu einem seligen und unsterblichen Leben auferstand, das zugleich Vorbild und Ursache der Auferstehung aller anderen, vergl. [Röm 8,29], sein soll. (Thom.) Die Beifügung dieses Titels stärkt den Mut zur Ertragung der Verfolgungen. -Offenbarung Offb 73 1 5 25 Vergl. [Offb 17,4]. Durch seine Erniedrigung hat Christus den Sieg über die Welt errungen [Joh 16,33] und ist bei seiner Erhöhung vom himmlischen Vater zum Herrscher über alle Geschöpfe eingesetzt [Hebr 1,2, Apg 13,33], dereinst als Richter wiederkehrend. Der Apostel hat Christus so nach seinem dreifachen messianischen Amte als Propheten, Hohenpriester und König charakterisiert. Diesen drei Prädikaten folgen drei andere, welche angeben, was der Herr nach seinem messianischen Amte für uns getan hat, indem zu jedem Prädikate eine Lobpreisung beigefügt wird. -Offenbarung Offb 73 1 5 26 Im Griech. beginnt die Lobpreisung: Ihm, der uns liebt und von unseren Sünden usw. -Offenbarung Offb 73 1 6 Et fecit nos regnum, et sacerdotes Deo et Patri suo: ipsi gloria, et imperium in sæcula sæculorum: Amen. und uns zu einem Königtume und zu Priestern für Gott, seinen Vater gemacht hat;²⁷ ihm die Ehre und die Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.²⁸ -Offenbarung Offb 73 1 6 27 Zu einem Reiche, in dem wir Könige, vergl. [Offb 5,10], und zugleich Priester sind. Hier wie [1Petr 2,9] wird der eigentliche Beruf des Volkes Gottes [Ex 19,6] von den Nachkommen Abrahams auf die Christen übertragen. -Offenbarung Offb 73 1 6 28 Können wir Gott auch nichts geben, so ist doch die Lobpreisung der Ausdruck der Liebe, denn dem, welchen wir über alles lieben, müssen wir alles Erhabene wünschen. -Offenbarung Offb 73 1 7 Ecce venit cum nubibus, et videbit eum omnis oculus, et qui eum pupugerunt. Et plangent se super eum omnes tribus terræ: Etiam: Amen. Sehet, er kommt in den Wolken,²⁹ und jegliches Auge wird ihn schauen,³⁰ auch die, welche ihn durchstochen haben.³¹ Und es werden über ihn wehklagen alle Geschlechter der Erde.³² Ja! Amen. -Offenbarung Offb 73 1 7 29 Eigentlich: mit, umgeben von Wolken. Vergl. [Dan 7,13, 2Petr 3,8]. -Offenbarung Offb 73 1 7 30 Ähnlich wie [Am 1,12] fasst der Apostel die Hauptsache des Buches zusammen, wie er sie [Offb 22,7.12ff] noch einmal wiederholt. Der Herr kommt zum Gerichte über alle seine Feinde. [Mt 16,27] Vergl. [Mt 26,64]. Der Heiland kommt während der ganzen Weltzeit zum Gerichte über die Welt und die Kirche, und dieses Kommen ist in der Offenbarung beschrieben. Da aber sein Kommen jetzt verborgen ist, ist er wenigen offenbar. (Chrys.) Der Heiland kommt zum Gerichte; als ob er schon gegenwärtig wäre. -Offenbarung Offb 73 1 7 31 Beziehung auf [Sach 12,10]. Der Evangelist führt [Offb 19,37] diese Stelle mit Beziehung auf die Durchstechung der Seite Christi und die endliche Bekehrung Israels an. Gemeint sind alle, die ihn als Feinde verfolgt haben. Aus dieser Stelle schließen Cyr., Chrys., Hieron., dass der Heiland bei seiner Ankunft zum Gerichte die verherrlichten Wundmale seines Leibes sichtbar erscheinen lassen wird. -Offenbarung Offb 73 1 7 32 Wenn der Herr zum Gerichte kommt. (Aug.) -Offenbarung Offb 73 1 8 Ego sum , et , principium, et finis, dicit Dominus Deus: qui est, et qui erat, et qui venturus est, omnipotens. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende,³³ spricht der Herr, Gott, der da ist, und der war, und der kommen wird, der Allmächtige. -Offenbarung Offb 73 1 8 33 Der Anfang und das Ende. Wohl eine aus [Offb 21,6, Offb 22,13] herübergenommene Glosse. Wie in V. 4 redet hier Gott, die heil. Dreifaltigkeit. Ich bin die Quelle alles Erschaffenen und sein Ziel. -Offenbarung Offb 73 1 9 Ego Joannes frater vester, et particeps in tribulatione, et regno et patientia in Christo Jesu: fui in insula, quæ appellatur Patmos, propter verbum Dei, et testimonium Jesu: Ich Johannes,³⁴ euer Bruder und Mitgenosse in der Drangsal und im Königtum,³⁵ und in der Geduld³⁶ in Christus Jesus,³⁷ war³⁸ auf der Insel, die Patmos heißt,³⁹ um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen von Jesus. -Offenbarung Offb 73 1 9 34 Die Hervorhebung der Person des Verfassers soll eine Bürgschaft für die Wichtigkeit der Sache sein, deren nahe Beziehung zu den Lesern auch der Zusatz euer Bruder hervorhebt. Vergl. [Dan 8,1, Dan 9,2, Dan 10,2]: ich, Daniel. -Offenbarung Offb 73 1 9 35 Also dem Anrechte nach und innerlich schon hier des Reiches Jesu teilhaftig. Vergl. [2Tim 2,12]. -Offenbarung Offb 73 1 9 36 In der standhaften Ausdauer, welche der Heiland gewährt. -Offenbarung Offb 73 1 9 37 Dieser Zusatz gehört zu allen drei vorhergehenden Bestimmungen: Von diesen drei Dingen will Johannes ja schreiben. Von der Trübsal, welche der Kirche bevorsteht, von dem Reiche, das ihr bereitet ist, und von der Ausdauer, die sie beweisen soll. -Offenbarung Offb 73 1 9 38 Er war wohl auch noch auf Patmos, als er die ihm gewordene Offenbarung niederschrieb. -Offenbarung Offb 73 1 9 39 Patmos ist eine kleine, zu den Sporaden gehörige Insel im ägäischen Meere, südwestlich von Ephesus, zwischen Naros und Samos, unweit der kleinasiatischen Küste. Sie ist unfruchtbar und ungesund. Noch jetzt wird dort der Sarkophag des heil. Johannes und die Grotte der Offenbarung gezeigt. -Offenbarung Offb 73 1 10 Fui in spiritu in Dominica die, et audivi post me vocem magnam tamquam tubæ. Da war ich im Geiste⁴⁰ an dem Tage des Herrn,⁴¹ und ich hörte hinter mir⁴² eine starke Stimme, wie von einer Posaune,⁴³ -Offenbarung Offb 73 1 10 40 Es ist der Zustand der Verzückung, in welcher das äußere Auge geschlossen, das innere geöffnet ist. (Aug.) Was mit dem Apostel geschieht, sind also geistige Vorgänge. (Konzil von Ancyra 314) Der Ausdruck kehrt [Offb 4,2] wieder. Vergl. auch [Offb 21,10]. Der Geist des Apostels wurde in Gemeinschaft gesetzt mit dem Geiste der Weissagung (V. 11). -Offenbarung Offb 73 1 10 41 Die Sitte der Feier des Sonntags als des Auferstehungstages des Herrn wird bereits [1Kor 16,2, Apg 20,7] berührt. Der Name findet sich weiter in der Lehre der Apostel, und bei dem heil. Ignatius. -Offenbarung Offb 73 1 10 42 Das Hören bereitet auf das Sehen vor. (Beda) -Offenbarung Offb 73 1 10 43 Die Posaune drückt Stärke und Wohlklang der Stimme aus. Nach [Joel 2,1] sollen die Priester das Volk vom Nahen des Gerichtes durch den Klang der Posaune in Kenntnis setzen. Vergl. auch [1Thess 4,16]. Es ist der Herr, der zu ihm redet. -Offenbarung Offb 73 1 11 Dicentis: Quod vides, scribe in libro: et mitte septem ecclesiis, quæ sunt in Asia, Epheso, et Smyrnæ, et Pergamo, et Thyatiræ, et Sardis, et Philadelphiæ, et Laodiciæ: die sprach: Was du schaust,⁴⁴ schreibe in ein Buch,⁴⁵ und sende es den sieben Gemeinden in Asien, nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamus, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia, und nach Laodicia.⁴⁶ -Offenbarung Offb 73 1 11 44 Die gesamte Offenbarung. -Offenbarung Offb 73 1 11 45 Nicht nur die sieben Worte des Heilandes, die sieben Sendschreiben, sondern alles. Wenn auf Befehl des Herrn ein Buch an diese sieben Gemeinden gerichtet wird, das laut V. 1 allen Dienern des Herrn bestimmt ist, so treten diese Gemeinden in ein besonderes Verhältnis zur Gesamtkirche. -Offenbarung Offb 73 1 11 46 Die Gemeinden werden nach ihrer geographischen Lage von Patmos aus von Süden nach Norden aufgezählt. -Offenbarung Offb 73 1 12 Et conversus sum ut viderem vocem, quæ loquebatur mecum: Et conversus vidi septem candelabra aurea: Und ich wandte mich um, die Stimme⁴⁷ zu sehen, die zu mir redete; und da ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter,⁴⁸ -Offenbarung Offb 73 1 12 47 Das Wort ist aus der Lebhaftigkeit der Vorstellung gewählt. Eigentlich: den zu sehen, der zu mir sprach. -Offenbarung Offb 73 1 12 48 Die sieben goldenen Leuchter werden V. 28 von Christus selbst als Sinnbilder der sieben Gemeinden erklärt. Wie im Tempel immer brennende Leuchter als Symbol des Volkes Israel waren, so hatte Christus diese Gemeinden als Leuchter hingestellt, damit sie das Heidentum durchstrahlten. Statt des siebenarmigen Leuchters des A. B. werden sieben einzelne Leuchter genannt, weil jede der Gaben des Heil. Geistes, der Einheit unbeschadet, sich in besonderer Weise äußert. -Offenbarung Offb 73 1 13 Et in medio septem candelabrorum aureorum similem filio hominis, vestitum podere, et præcinctum ad mamillas zona aurea: und inmitten der sieben goldenen Leuchter einen, der einem Menschensohne glich,⁴⁹ angetan mit einem langen Gewande,⁵⁰ und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel.⁵¹ -Offenbarung Offb 73 1 13 49 Christus wird von dem Apostel nicht genannt, sondern wie er in seiner Verklärung ist, nach [Dan 7,13] beschrieben. Im Übrigen wird dem heil. Johannes, da er im Geiste ist, alles symbolisch vorgestellt. Jeder Zug der Visionen hat seine Bedeutung, weshalb der Heiland in verschiedenen Gestalten erscheint, z.B. [Offb 5] als Lamm mit der Todeswunde. Die Eigenschaften, welche hier vom Heilande angegeben werden, kehren im zweiten oder dritten Kapitel wieder, wie sie ihm auch im zweiten Teile des Buches gegeben werden. [Offb 14,14] erscheint der Herr als der einem Menschensohne ähnliche, die Augen wie Feuerflammen werden [Offb 19,12] erwähnt, das Schwert [Offb 19,15] kurz, der Herr wird hier so beschrieben, wie er sich nachher wirksam erweist. -Offenbarung Offb 73 1 13 50 Ein linnenes Gewand trägt er als himmlischer Hoherpriester und Herrscher. (Vergl. [1Sam 15,27] Iren.) -Offenbarung Offb 73 1 13 51 Der Gürtel ist bei dem Hohenpriester des A. B. Sinnbild der Enthaltsamkeit und Reinheit. Während aber jener ihn um die Lenden trug, trägt ihn der Heiland um die Brust als Zeichen seiner vollendeten Freiheit von jeder Regung der Sünde. (Chrys., Greg., Anselm.) Doch der Gürtel des Herrn ist nicht nur mit Goldfäden durchwirkt [Ex 28,8], sondern golden, wie ihn die Könige tragen. [1Makk 10,89] -Offenbarung Offb 73 1 14 Caput autem ejus, et capilli erant candidi tamquam lana alba, et tamquam nix, et oculi ejus tamquam flamma ignis, Sein Haupt aber und⁵² seine Haare waren weiß wie Wolle und wie Schnee,⁵³ und seine Augen wie Feuerflammen,⁵⁴ -Offenbarung Offb 73 1 14 52 Nämlich. -Offenbarung Offb 73 1 14 53 Ähnlich beschreibt [Dan 7,9] den Alten der Tage. Zeichen der Verklärung und Ewigkeit. -Offenbarung Offb 73 1 14 54 Die Augen flammen zum Zeichen seiner gegen alles Unheilige mit Zorn gerichteten Allwissenheit. Der Gemeinde zu Thyatyra stellt sich der Heiland als der da, der von ihr erkannt sein will, als der, welcher Herzen und Nieren erforscht [Offb 2,23], darum mit solchen Augen; [Offb 19,11] erscheint er mit denselben, weil er gerecht richtet. -Offenbarung Offb 73 1 15 Et pedes ejus similes aurichalco, sicut in camino ardenti, et vox illius tamquam vox aquarum multarum: seine Füße ähnlich dem im Ofen glühenden Glanzerze,⁵⁵ und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser;⁵⁶ -Offenbarung Offb 73 1 15 55 Zu solchen Flammenaugen gehören die Füße, welche alles Unheilige niedertreten. -Offenbarung Offb 73 1 15 56 Die Stimme, mit welche er der Kirche und der Welt seine Entschlüsse verkündet und seinen Feinden Halt gebietet. Darum bezeichnet sie auch die Unterwerfung der ganzen Erde durch seine Botschaft. (Greg., Beda) Die Wasser sind die Völker. Indes wird [Offb 14,2, Offb 19,6] daneben das Rollen des Donners der Stimme beigemessen, weshalb man den Ausdruck als majestätisch brausend auffassen kann. -Offenbarung Offb 73 1 16 Et habebat in dextera sua stellas septem: et de ore ejus gladius utraque parte acutus exibat: et facies ejus sicut sol lucet in virtute sua. und er hielt in seiner Rechten sieben Sterne,⁵⁷ und aus seinem Munde ging ein zweischneidiges Schwert⁵⁸ hervor, und sein Angesicht war, wie wenn die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.⁵⁹ -Offenbarung Offb 73 1 16 57 Die sieben Sterne sind Symbole der Bischöfe jener Gemeinden, welche durch die Leuchter dargestellt werden. (V. 20) Sterne stehen schon im A. T. als Bild für Herrscher [Num 24,17, Jes 14,12], doch auch die Lehrer werden [Dan 12,3] Sternen verglichen. Die Bischöfe sind Träger des Kirchenamtes und Inhaber des Lehramtes: sie sollen auch den Gläubigen vorleuchten, und auf den stürmischen Wogen dieser Zeitlichkeit gleich den Gestirnen des Himmels zu Wegweisern dienen. Christus hält sie in seiner Rechten, denn von ihm haben sie ihr Licht, ihre Sendung und Vollmacht: er ist ihr Beschützer und Versorger. Dieser Zug kehrt [Offb 2,1] und [Offb 3,1] wieder, wenngleich an letzter Stelle das Bild nicht so ausgemalt wird. -Offenbarung Offb 73 1 16 58 Das Schwert ist Sinnbild der unwiderstehlichen Strafgewalt seines Wortes, das tief in die Herzen der Sünder eindringt [Hebr 4,12] und sie die Gerechtigkeit seines Richterspruches fühlen lässt [Offb 19,5], vor dem alle Feinde zu Schanden werden. (Beda) -Offenbarung Offb 73 1 16 59 Wie die Sonne ihre Kraft voll entfaltet. Der Heiland ist dargestellt als der, der er für seine gesamte Kirche in Gegenwart, Zukunft und Vollendung ist. So sind die sieben Gemeinden ein Bild der ganzen Kirche. -Offenbarung Offb 73 1 17 Et cum vidissem eum, cecidi ad pedes ejus tamquam mortuus. Et posuit dexteram suam super me, dicens: Noli timere: ego sum primus, et novissimus, Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot nieder,⁶⁰ und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte,⁶¹ -Offenbarung Offb 73 1 17 60 Wie Moses sein Angesicht vor dem Anblicke Gottes verhüllte [Ex 23,20ff] und Daniel von dem Glanze der himmlischen Herrlichkeit überwältigt niederfiel [Dan 8,17], wie selbst Seraphine ihr Antlitz mit den Flügeln vor dem Glanze der Gottheit bedecken [Jes 6,2], so wird Johannes von Schrecken erfasst, wie auch die Apostel von der Herrlichkeit des verklärten Heilandes geblendet niederfielen. [Mt 17,6] Doch der Heiland ermutigt ihn, wie auf dem Berge (und wie der Engel [Lk 1,13.30, Mk 16,6]). -Offenbarung Offb 73 1 17 61 Was [Jes 41,4, Jes 44,6, Jes 48,12] von Gott ausgesagt wird, dass er Anfang und Ende ist, wird hier von Christus gesagt, durch den alles geschaffen und durch welchen auch alles erneuert wird. (Beda, Ambros.) Diese Worte dienen [Offb 2,8] und [Offb 22,13] auch zum Troste der Gläubigen, dass Christus derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. -Offenbarung Offb 73 1 18 Et vivus, et fui mortuus, et ecce sum vivens in sæcula sæculorum, et habeo claves mortis, et inferni. und der Lebendige;⁶² ich war tot,⁶³ und siehe, ich lebe in alle Ewigkeit, und habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.⁶⁴ -Offenbarung Offb 73 1 18 62 Deshalb bringe ich durch mein Erscheinen Leben. -Offenbarung Offb 73 1 18 63 Vergl. [Hos 13,14]. -Offenbarung Offb 73 1 18 64 Der Unterwelt werden [Jes 38,10, Mt 16,18] zugeschrieben, ebenso dem Tode als dem Weg zur Unterwelt [Ps 9,14], deshalb werden zu beiden Schlüssel erwähnt. Da nun Übergabe und Besitz der Schlüssel nach der auch [Offb 3,7] wieder berührten Stelle [Jes 22,22] Bild der Übergabe und des Besitzes der Macht ist, nennt sich der Heiland den Überwinder des Todes in Ewigkeit, den Beherrscher von Tod und Unterwelt. Während die V. 17, V. 18 dem Herrn beigelegten Eigenschaften ihn in seiner Stellung als Menschensohn zu der Welt und zu seinem Volke darstellen und seine richtende Macht hervorheben, stellen die V. 13 16 angegebenen Eigenschaften seine Gottheit in den Vordergrund und heben namentlich seine seligmachende, Leben gebende und den Tod überwindende Macht hervor. Die Erscheinung des Herrn (V. 13 16) hatte den Seher mit Schrecken erfüllt. Wie der Heiland sich in V. 17, V. 18 dem Apostel offenbart, wird er sich in allem erweisen, was das Buch enthüllt. -Offenbarung Offb 73 1 19 Scribe ergo quæ vidisti, et quæ sunt, et quæ oportet fieri post hæc. Schreibe nun,⁶⁵ was du gesehen hast, was ist, und was nach diesem geschehen soll.⁶⁶ -Offenbarung Offb 73 1 19 65 Mit der Tröstung des heil. Johannes ist der Zwischenfall, der V. 12 spielte, beendet. Die Stimme des Herrn hatte V. 11 die Offenbarung begonnen mit dem Befehle zu schreiben. Der Wunsch des Apostels, die Stimme zu sehen, hatte die Fortsetzung des Befehles unterbrochen. Jetzt fährt der Herr in dem V. 11 begonnenen Befehle fort: Da du nun weißt, wer ich bin usw.: Nun: Hier führt der Herr weiter die Worte: was du siehst (V. 11) und was bald geschehen soll (V. 11) näher aus. -Offenbarung Offb 73 1 19 66 Das, was die Gegenwart angeht, wird in den Briefen in [Offb 2, Offb 3] gezeigt, die Zukunft von [Offb 4,1] wie die Wiederaufnahme der letzten Worte von V. 19 zeigt. -Offenbarung Offb 73 1 20 Sacramentum septem stellarum, quas vidisti in dextera mea, et septem candelabra aurea: septem stellæ Angeli sunt septem ecclesiarum: et candelabra septem, septem ecclesiæ sunt. Das Geheimnis⁶⁷ der sieben Sterne, welche du in meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter: die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.⁶⁸ -Offenbarung Offb 73 1 20 67 Ein Anakoluth: Das Geheimnis der sieben Sterne und der sieben Leuchter anlangend, so sind. -Offenbarung Offb 73 1 20 68 Der Heiland erklärt das, was zunächst in Kap. 2 und 3 des Verständnisses bedurfte. Die Bischöfe als Repräsentanten der Gemeinden werden Engel genannt. Vergl. [Offb 2,1.8]. Schon im A. T. wird Priestern und Propheten dieser Name beigelegt, um ihre hohe Würde zu kennzeichnen. Vergl. [Sir 5,5, Mal 2,7.8, Apg 1,13]. Die Sterne empfangen von dem Herrn, der die Sonne ist, Licht und Bahn; so werden die Vorsteher der Gemeinde von Gott und seinem Sohne mit deren Wort an die Gemeinde gesendet. Die Gemeinden sind Leuchter und Träger des göttlichen Lichtes, das der Herr durch seinen Geist anzündet. Das V. 13 18 geschilderte Gesicht bleibt während der gesamten Offenbarung. Zwischen den Leuchtern stehend, spricht der Herr [Offb 1,13-19]. Auch [Offb 22,6] versetzt in die gleichen Umstände. -Offenbarung Offb 73 2 0 B. Die sieben Worte des Herrn an jede der sieben Gemeinden. (2,1 3,22) I. 1. Sendschreiben an die Gemeinde von Ephesus. (V. 7) 2. Sendschreiben an die Gemeinde von Smyrna. (V. 11) 3. Sendschreiben an die Gemeinde von Pergamus. (V. 17) II. 4. Sendschreiben an die Gemeinde von Thyatira. -Offenbarung Offb 73 2 1 Angelo Ephesi ecclesiæ scribe: Hæc dicit, qui tenet septem stellas in dextera sua, qui ambulat in medio septem candelabrorum aureorum: Dem Engel der Gemeinde¹ zu Ephesus² schreibe: So spricht der, welcher die sieben Sterne in seiner Rechten hält,³ welcher wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter:⁴ -Offenbarung Offb 73 2 1 1 Die sieben Briefe sind nach derselben Einteilung geschrieben: Aufschrift, welche außer dem Namen der Kirche einen der im ersten Kapitel angegebenen Namen des Herrn enthält; Gegenstand des Schreibens, der jedes Mal mit der Versicherung eingeleitet wird, dass der Herr den Stand jener Gemeinde kennt und nach Umständen Lob, Tadel und Mahnungen beifügt. Schluss: Mahnung an alle, auf das Gesagte zu hören und Verheißung der Belohnung. Die Briefe zerfallen in zwei Klassen, insofern den drei ersten eine Mahnung, den vier letzten eine Verheißung vorausgeht. In den Briefen werden zwar Zustände und Verhältnisse dargestellt, wie sie in den damaligen Gemeinden obwalteten, wie sie aber in der Kirche zu allen Zeiten wiedergekehrt sind und bis zum Ende der Zeiten wiederkehren werden. -Offenbarung Offb 73 2 1 2 In Ephesus weilte der heil. Paulus eine Zeit lang und sammelte eine blühende Gemeinde, welche vorwiegend aus bekehrten Heiden bestand. [Apg 19, Apg 20,17] Nachdem der Apostel Ephesus verlassen, leitete Timotheus diese Gemeinde. [1Tim 1,3] Nach dem Tode beider nahm der heil. Johannes dauernd seinen Sitz in dieser Stadt. Das Auftreten judaisierender Lehrer rügt der heil. Paulus [1Tim 1,7, 1Tim 4,1-3], der heil. Ignatius warnt vor Spaltungen. -Offenbarung Offb 73 2 1 3 Die Bezeichnung des Herrn ist aus [Offb 1,13.16] entnommen. -Offenbarung Offb 73 2 1 4 Die Bezeichnung ist mit sittlicher Beziehung auf V. 5b gewählt. Die Anrede ist zunächst an den Vorsteher, dann aber, wie V. 5 zeigt, an die ganze Gemeinde gerichtet. -Offenbarung Offb 73 2 2 Scio opera tua, et laborem, et patientiam tuam, et quia non potes sustinere malos: et tentasti eos, qui se dicunt Apostolos esse, et non sunt: et invenisti eos mendaces: Ich kenne deine Werke,⁵ und deine Mühe, und deine Geduld, und dass du die Bösen⁶ nicht ertragen kannst;⁷ und du hast die geprüft, welche sich Apostel nennen, und es nicht sind,⁸ und hast sie als Lügner erfunden. -Offenbarung Offb 73 2 2 5 Die Werke werden zerlegt in mühevolle Arbeit und ertragende Geduld. Die mühevolle Arbeit wird durch den zweiten Teil des zweiten Verses, die ertragende Geduld in V. 3 näher erklärt. -Offenbarung Offb 73 2 2 6 Die Bosheit ist als eine dem göttlichen Gesetze entgegenstehende zu fassen, insbesondere also alles ein Widerspruch gegen die göttliche Wahrheit, welche das innere und äußere Leben der Gläubigen bestimmt. -Offenbarung Offb 73 2 2 7 Gegensatz: nicht ertragen V. 2, ertragen V. 3. -Offenbarung Offb 73 2 2 8 Zum Apostelamt gehörte, dass man von Christus berufen und darum auch den Herrn gesehen und mit ihm verkehrt hatte. Vergl. [Apg 1,21.22]. Vielleicht ist das Wort Apostel hier allgemeiner: Gesandte Christi zu fassen. Dass es judaisierende Irrlehrer waren, liegt nahe hieraus zu schließen. -Offenbarung Offb 73 2 3 Et patientiam habes, et sustinuisti propter nomen meum, et non defecisti. Und du hast Geduld, und hast viel ertragen um meines Namens willen, und bist nicht müde geworden.⁹ -Offenbarung Offb 73 2 3 9 Drittes Lob. Die Bösen vermag die Gemeinde nicht zu ertragen, Christi Kreuz trägt sie willig. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 2 4 Sed habeo adversum te, quod caritatem tuam primam reliquisti. Aber ich habe wider dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.¹⁰ -Offenbarung Offb 73 2 4 10 Die Liebe der ersten Zeit nach deiner Bekehrung (bei dem Bischof: nach deinem Amtseintritt). Die Innigkeit der Liebe war nicht mehr die alte. -Offenbarung Offb 73 2 5 Memor esto itaque unde excideris: et age pnitentiam, et prima opera fac: sin autem, venio tibi, et movebo candelabrum tuum de loco suo, nisi pnitentiam egeris. So gedenke nun, von wo du herabgesunken bist, tue Buße, und übe die ersten Werke; wo nicht, so komme ich schnell über dich¹¹ und werde deinen Leuchter von seiner Stelle rücken, wenn du nicht Buße tust.¹² -Offenbarung Offb 73 2 5 11 Hier kündigt Christus sich als Richter an: Ich werde dich aus der Zahl der Christengemeinden austilgen. Nach dem Bilde [Offb 1,12.20] sind sie ein Leuchter, weil das durch das Wort des Herrn entzündete Licht auf sie, als auf einen Leuchter, gestellt ist, Gott zum Lobe, damit es in die Welt seinen Schein werfe. Verlassen sie diese Liebe Christi, so geht diese ihre Stellung zu Gott und Menschen verloren. -Offenbarung Offb 73 2 5 12 Die Wiederholung der Aufforderung zur Buße soll die Gemeinde trösten, dass sie dem angedrohten Unglück noch entgehen kann. Dasselbe Ziel hat die wiederholte Hervorhebung des Guten. (V. 6) -Offenbarung Offb 73 2 6 Sed hoc habes, quia odisti facta Nicolaitarum, quæ et ego odi. Aber das hast du, dass du die Werke¹³ der Nikolaiten¹⁴ hassest, welche auch ich hasse. -Offenbarung Offb 73 2 6 13 Die Werke, nicht die Personen. So schließt der Hass der Werke nicht die Sorge um das Seelenheil der Verführer aus. Vergl. [2Tim 2,24ff]. -Offenbarung Offb 73 2 6 14 Nach [Offb 2,15] traten die Nikolaiten in die Fußstapfen Balaams, indem sie das Essen des Götzenfleisches und die Unzucht gestatteten. Diese Sekte trieb in Ephesus und Pergamus ihr Wesen, doch gab es nach [Offb 2,20] auch in Thyatira Anhänger der Sekte. Sie standen nach [Offb 2,24] in Verbindung mit einer gnostischen Sekte. Das christliche Altertum bezeichnet den Diakon Nikolaus [Apg 6,5] als den Urheber der Irrlehre, doch ist nicht festzustellen, ob eine tugendhafte Äußerung seinerseits durch Missverständnis den Irrtum hervorrief, oder ob er selbst eine Irrlehre aufstellte. -Offenbarung Offb 73 2 7 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis: Vincenti dabo edere de ligno vitæ, quod est in Paradiso Dei mei. Wer Ohren hat, der höre,¹⁵ was der Geist¹⁶ zu den Gemeinden¹⁷ spricht: Wer überwindet,¹⁸ dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens,¹⁹ der im Paradiese meines Gottes ist. -Offenbarung Offb 73 2 7 15 Vergl. [Mt 11,15] u. a. Wer mit den Ohren hört, erfasse es im Verständnisse. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 2 7 16 Der Heil. Geist, der ja Christi Geist ist. -Offenbarung Offb 73 2 7 17 Zu allen Gemeinden. -Offenbarung Offb 73 2 7 18 Wer im Kampfe treu bleibt bis zum Ende. -Offenbarung Offb 73 2 7 19 Vom Baume des Lebens, welcher das Gegenbild des Baumes des Lebens im Paradiese [Gen 2,9] ist und von dem [Offb 22,2, Offb 14,19] die Rede ist. Nach Maßgabe der alttestamentliche Stelle [Gen 2,3] wird auch hier der Ort der Seligkeit Paradies genannt: Gott wird ihm alles in Fülle spenden, was den verklärten Seligen ewiges Leben gewährt. -Offenbarung Offb 73 2 8 Et Angelo Smyrnæ ecclesiæ scribe: Hæc dicit primus, et novissimus, qui fuit mortuus, et vivit: Und dem Engel der Gemeinde zu Smyrna²⁰ schreibe: So spricht der Erste und Letzte, der tot war und lebt:²¹ [Offb 1,17.18] -Offenbarung Offb 73 2 8 20 Smyrna, etwa zwei Tagesreisen nördlich von Ephesus. Wer die dortige Christengemeinde gründete, ist unbekannt. In der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts war der heil. Polykarp, Schüler des heil. Johannes, dort Bischof. Er erlitt im Jahre 168 den Martertod im hohen Alter, weshalb man ihn den Engel von Smyrna vermuten kann. -Offenbarung Offb 73 2 8 21 Vier Dinge sagt der Apostel hier von Christus: Er ist der erste, vor dem niemand, also nicht ein Geschöpf, wie die Arianer behaupteten. Er ist der letzte, nach dem keiner gegen die Arianer. Er war tot: Gegen die Manichäer, welche die Menschheit Christi leugneten. Er lebt gegen Simon Magus und andere, welche die Auferstehung des Herrn bestritten. Als ersterem gebührt ihm Ehre, als letztem Furcht, denn er ist der Richter. Dem Gestorbenen gebührt Liebe, da er sein Leben für uns dahingegeben, der lebende sichert die Hoffnung, denn er wird uns auferwecken. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 2 9 Scio tribulationem tuam, et paupertatem tuam, sed dives es: et blasphemaris ab his, qui se dicunt Judæos esse, et non sunt, sed sunt synagoga satanæ. Ich kenne deine²² Bedrängnis,²³ und deine Armut, doch du bist reich,²⁴ und du wirst gelästert von denen, die sich selbst Juden nennen und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans. -Offenbarung Offb 73 2 9 22 Die Anrede ist zunächst an den Bischof gerichtet, aber wie V. 10. einige von euch zeigt, gelten die Worte auch der Gemeinde. -Offenbarung Offb 73 2 9 23 Woher die Trübsal kommt, zeigt das Folgende: aus der Verlästerung der Juden. Mit Absicht nennt der Apostel diese eine Synagoge (griech. nicht ecclesia) des Satan, nicht sie sind das Volk Gottes, sondern die Christen. In Kleinasien, und auch sonst, gingen die ersten Christenverfolgungen von dem in allen Städten befindlichen und durch Reichtum mächtigen Judengemeinden aus. [Apg 13,50, Apg 14,2.19, Apg 17,5, Apg 20,3, Apg 21,27] Konnten diese an den Christen keine Gewalt verüben, so reizten sie durch Lästerungen und Verleumdungen die heidnischen Gewalten gegen jene auf. [Apg 13,45, Apg 18,6, Apg 19,6] Auch der Märtyrertod des heil. Polykarpus, Bischofs von Smyrna, erfolgte unter wesentlicher Beteiligung der Juden. -Offenbarung Offb 73 2 9 24 Im wahren Sinne, an geistlichen Gütern. -Offenbarung Offb 73 2 10 Nihil horum timeas quæ passurus es. Ecce missurus est diabolus aliquos ex vobis in carcerem ut tentemini: et habebitis tribulationem diebus decem. Esto fidelis usque ad mortem, et dabo tibi coronam vitæ. Fürchte nichts von dem, was dir an Leiden bevorsteht.²⁵ Siehe, der Teufel²⁶ wird einige von euch in das Gefängnis²⁷ werfen, damit ihr geprüft werdet; und ihr werdet Drangsal haben²⁸ zehn Tage lang.²⁹ Sei getreu bis zum Tode, so werde ich dir die Krone des Lebens³⁰ geben! -Offenbarung Offb 73 2 10 25 Die Gemeinde hat nicht zum Tadel Anlass gegeben, es bedarf also nur der Aufmunterung und Verheißung. Wen Kains Bosheit nicht heimsucht, der wird kein Abel. (Greg.) -Offenbarung Offb 73 2 10 26 Als eigentlicher Urheber der Leiden wird der Teufel genannt (vergl. V. 9: Synagoge Satans), der Urfeind Christi und seines Reiches, welcher Juden und Heiden als seine Werkzeuge gebraucht. -Offenbarung Offb 73 2 10 27 Die Erwähnung des Gefängnisses weist noch mehr als die des Todes auf das Eingreifen der heidnischen Machthaber hin. -Offenbarung Offb 73 2 10 28 Beides, das Versuchtwerden wie die Drangsal haben, ist eine vom Teufel in der Absicht sie zu verderben bereitete Versuchung, in welcher der Herr indes seinen Beistand gewähren wird. -Offenbarung Offb 73 2 10 29 Die Zehnzahl ist symbolisch, eine vollgemessene Zeit, da dieselbe aber nach Tagen bestimmt wird, ist sie eine kurze. -Offenbarung Offb 73 2 10 30 Die Ermahnung zeigt, dass die Verfolgung eine heftige sein wird. Die Siegeskrone: Dies Bild aus dem Kampfspiele kehrt bei dem heil. Paulus besonders häufig wieder. -Offenbarung Offb 73 2 11 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis: Qui vicerit, non lædetur a morte secunda. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht: Wer siegt, soll keine Schädigung erfahren von dem zweiten Tode.³¹ -Offenbarung Offb 73 2 11 31 Der zweite Tod ist die Verdammnis, welche dem Sünder im Gerichte Gottes trifft, der ewige Tod nach dem zeitlichen. -Offenbarung Offb 73 2 12 Et Angelo Pergami ecclesiæ scribe: Hæc dicit qui habet rhomphæam utraque parte acutam: Und dem Engel der Gemeinde zu Pergamus³² schreibe: So spricht, der das zweischneidige Schwert hat:³³ [Offb 1,16 (korr.Offb 11,6Offb 1,16; vgl. Allioli 1839)] -Offenbarung Offb 73 2 12 32 Pergamus in Mysien war der Sitz eines römischen Obergerichtes, besonders ausgezeichnet durch einen berühmten Tempel des Äskulap und einen Riesenaltar des Zeus. Tertullian erwähnt nach V. 13 den Märtyrer Antipas. Eusebius nennt u. a. den Märtyrer Karpus, den manche für den Bischof halten, an welchen dies Schreiben gerichtet ist. -Offenbarung Offb 73 2 12 33 Die Bezeichnung Christi, nach [Offb 1,16], zielt auf die Drohung gegen die Balaamiter. (V. 16) -Offenbarung Offb 73 2 13 Scio ubi habitas, ubi sedes est satanæ: et tenes nomen meum, et non negasti fidem meam. Et in diebus illis Antipas testis meus fidelis, qui occisus est apud vos, ubi satanas habitat. Ich weiß, wo du wohnst: wo der Thron Satans ist,³⁴ und du hältst fest an meinem Namen und hast den Glauben an mich nicht verleugnet. Und in jenen Tagen bewährte Antipas sich als mein treuer Zeuge,³⁵ der bei euch getötet ward, da, wo der Satan wohnt.³⁶ -Offenbarung Offb 73 2 13 34 Der Wohnort der Gemeinde bringt bestimmte Gefahren mit sich. In Pergamus hat der Fürst dieser Welt, der Leiter der Heiden in ihren gottwidrigen Bestrebungen, nicht allein seine Wirksamkeit, sondern selbst seinen Thron. Hier zuerst hat er Märtyrerblut vergossen. -Offenbarung Offb 73 2 13 35 Von Antipas ist nichts Genaueres bekannt. Simon Metaphrastes macht ihn zum Bischofe von Pergamon und lässt ihn von Domitian in einen glühenden Stier verbrannt werden. Das römische und griechische Martyrologium feiert sein Fest am 11. April. -Offenbarung Offb 73 2 13 36 Der dadurch seine Gesinnung besonders offenbarte. -Offenbarung Offb 73 2 14 Sed habeo adversus te pauca: quia habes illic tenentes doctrinam Balaam, qui docebat Balac mittere scandalum coram filiis Israel, edere, et fornicari: Aber ich habe wider dich etwas Weniges,³⁷ dass du dort solche hast, welche zu der Lehre Balaams halten, der den Balak lehrte, Ärgernis anzurichten vor den Kindern Israels, Götzenopfer zu essen und Unzucht zu treiben.³⁸ -Offenbarung Offb 73 2 14 37 Nicht etwas an sich, seiner inneren Bedeutung nach Unwichtiges, sondern der Ausdruck ist gewählt, um die vorhergehende Anerkennung nicht aufzuheben, vielmehr das zu Sagende als Ausnahme zu kennzeichnen, die freilich immerhin nicht statthaben sollte. -Offenbarung Offb 73 2 14 38 Die Irrlehrer geben dieselben verführerischen Ratschläge wie Balaam. Vergl. [Num 25,1] und [Num 31,16ff]. Die Weisung Balaams enthielt ein Ärgernis (das griech. Wort bedeutet eigentlich das Stellholz in einer Falle), weil sie die Israeliten zu einer Sünde wider ihren Gott verführten. -Offenbarung Offb 73 2 15 Ita habes et tu tenentes doctrinam Nicolaitarum. So hast auch du solche, welche an der Lehre der Nikolaiten festhalten.³⁹ -Offenbarung Offb 73 2 15 39 Wie Balak an der Weisung Balaams hielt, so halten bei dir einige an der Irrlehre der Nikolaiten. Im griech. Texte gehört das gleicherweise, welches die Vulgata an den Anfang des V. 16 stellt, noch zu V. 15. Wie in Israel sich viele nach der Lehre Balaams versündigten, so sind in dir ähnlicherweise nikolaitische Frevler. Die beiden auch sonst von den Aposteln verbotenen Verfehlungen [Apg 15], welche hier mit Übergehung des [Num 25,1ff] erwähnten eigentlichen Götzendienstes gestraft werden, legen es nahe zu vermuten, dass dies ganz eigentlich die bösen Werke der Nikolaiten waren, bei welchem sie die Freiheit vorschützen mochten. -Offenbarung Offb 73 2 16 Similiter pnitentiam age: si quo minus veniam tibi cito, et pugnabo cum illis in gladio oris mei. Tue gleicherweise Buße;⁴⁰ wo aber nicht, so werde ich schnell über dich kommen, und werde mit ihnen kämpfen mit dem Schwerte meines Mundes.⁴¹ -Offenbarung Offb 73 2 16 40 Durch energisches Nachholen des Versäumten, durch Vorgehen gegen die Irrlehrer. -Offenbarung Offb 73 2 16 41 Wenn auch der Heiland nur gegen die Nikolaiten kämpfen will, wird sein Kommen doch immerhin ein richtendes und sichtendes für die ganze Gemeinde sein (über dich), wenn sie noch ferner versäumt, die noch heilbaren faulen Glieder zu retten, die schon abgestorbenen auszuscheiden. Das Schwert des Mundes ist der verdammende Urteilsspruch. -Offenbarung Offb 73 2 17 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis: Vincenti dabo manna absconditum, et dabo illi calculum candidum: et in calculo nomen novum scriptum, quod nemo scit, nisi qui accipit. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht: Wer siegt, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben,⁴² und werde ihm einen weißen Stein geben,⁴³ und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.⁴⁴ -Offenbarung Offb 73 2 17 42 Die Schlussverheißung bietet dem Überwindenden, dem, welcher den Kampf dieses Lebens glücklich vollendet hat, zwei Gaben des ewigen Lebens. Wie der Sieger sich insbesondere auch darin bewährt hat, dass er der Versuchung, vom Götzenopfer zu essen, widerstanden hat, so wird Gott ihm eine Speise reichen, welche ähnlich der Frucht vom Baume des Lebens (V. 7) das himmlische Leben gewähren wird. Verborgen ist es, weil es erst in der zukünftigen Herrlichkeit dem offenbar wird, der es genießt, wie dies ähnlich über den neuen Namen gesagt wird. -Offenbarung Offb 73 2 17 43 Die weiße Farbe sinnbildet den Glanz des Sieges [Offb 6,2] und entspricht dem reinen Wesen der Seligen im Himmel [Offb 4,4]. Auf kleine Steine pflegte man im Altertume zu schreiben. Die eigentliche Bedeutung derselben hebt erst der Name hervor. -Offenbarung Offb 73 2 17 44 Es ist des Kriegers eigener Name. (Beda) Neu ist dieser, weil er die neue, erst in dem zukünftigen Leben offenbar werdende Herrlichkeit der Gläubigen bezeichnet, und nur der denselben Empfangene kennt ihn, weil das Wissen von der ewigen Seligkeit des himmlischen Lebens nur durch die eigene Erfahrung gewonnen wird. Ähnlich heißt es [Offb 3,12], dass Gott der Vater, die Stadt Gottes und Gottes Sohn neue Namen empfangen werden, d. i. Gott sich in neuer, von der jetzigen verschiedenen Weise den Menschen offenbaren wird. Der Name drückt die Offenbarung Gottes nach außen aus. Nach [Offb 22,4] werden die Seligen Gottes neue Namen (von denen [Offb 3,12] Erwähnung geschieht) auf ihren Stirnen tragen. -Offenbarung Offb 73 2 18 Et Angelo Thyatiræ ecclesiæ scribe: Hæc dicit Filius Dei, qui habet oculos tamquam flammam ignis, et pedes ejus similes aurichalco: Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira⁴⁵ schreibe: Dies spricht der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und dessen Füße wie Glüherz sind:⁴⁶ [Offb 1,14.15] -Offenbarung Offb 73 2 18 45 Thyatira lag etwa 19 Stunden von Pergamum, an der Straße von dort nach Sardes. [Apg 16,14] wird eine Purpurhändlerin aus Thyatira erwähnt. Weder Judentum, noch Heidentum bedrängte diese Gemeinde, so hat sie sich ganz der Betätigung ihres Glaubens widmen können. Doch innerlich wird sie, wie V. 20, V. 21 zeigen, desto härter angefochten. -Offenbarung Offb 73 2 18 46 Der, welcher [Offb 1,13] einem Menschensohn ähnlich erscheint, ist, wie die dortige Schilderung bereits zeigt, der Sohn Gottes, obwohl dieser Name nur hier vorkommt. Hier aber bezeichnet der Herr sich so, weil V. 27 nach Maßgabe von [Ps 2] seine Herrlichkeit geltend gemacht wird. Mit den Flammenaugen [Offb 1,14] durchdringt er alles (vergl. V. 23) und mit seinen Füßen wie Erz [Offb 1,15] zertritt er alles Unreine und Feindselige. (Vergl. V. 27) -Offenbarung Offb 73 2 19 Novi opera tua, et fidem, et caritatem tuam, et ministerium, et patientiam tuam, et opera tua novissima plura prioribus. Ich kenne deine Werke und deinen Glauben, und deine Liebe, und deine Dienstleistung, und deine Geduld, und dass deine letzten Werke⁴⁷ mehr sind als die ersten.⁴⁸ -Offenbarung Offb 73 2 19 47 Die vier Glieder entsprechen sich zu je zweien und bilden eine Steigerung. Die Vulgata versetzt das zweite und dritte Glied. Nach der Aufzählung der einzelnen lobenswürdigen Werke fasst der Herr dieselben noch einmal zusammen und belobt sie noch deshalb, weil sie ein Fortschreiten aufweisen. Die Liebe umfasst die Gottes- und Bruderliebe und bewährt sich insbesondere in der Dienstleistung gegen alle Hilfsbedürftigen, der Glaube findet seine Bewährung in dem geduldigen Ausharren unter den Anfechtungen seitens der feindseligen Welt. -Offenbarung Offb 73 2 19 48 Der Gemeinde von Ephesus wurde in ähnlicher Weise umgekehrt ein Rückschritt vorgeworfen. (V. 5) -Offenbarung Offb 73 2 20 Sed habeo adversus te pauca: quia permittis mulierem Jezabel, quæ se dicit propheten, docere, et seducere servos meos, fornicari, et manducare de idolothytis. Aber ich habe etwas Weniges⁴⁹ wider dich: dass du dem Weibe⁵⁰ Jezabel,⁵¹ die sich selbst für eine Prophetin ausgibt, gestattest⁵² zu lehren und meine Knechte zu verführen, Unzucht zu treiben und von Götzenopfern zu essen.⁵³ -Offenbarung Offb 73 2 20 49 Dies fehlt im Griechischen. -Offenbarung Offb 73 2 20 50 Die besten griech. Handschriften lesen wie die Vulgata: Das Weib, nicht: dein Weib. Es ist von einer bestimmten Frau die Rede. -Offenbarung Offb 73 2 20 51 Dies ist wohl nicht der eigentliche Name des Weibes, sondern wie der V. 14 die Irrlehrer nach Balaam genannt werden, eine zweite Jezabel. [2Kön 9,22] Es ist eine falsche christliche Prophetin, welche die geoffenbarte Wahrheit mit heidnischen Wesen mischt. -Offenbarung Offb 73 2 20 52 Griech.: Dass du das Weib ihr Spiel treiben lässt, die sagt, sie sei eine Prophetin, und lehrt usw. -Offenbarung Offb 73 2 20 53 Was die Nikolaiten nach dem Vorbilde Balaams taten, tut dies Weib nach dem Vorbilde Jezabels, doch wird hier, im Gegensatze zu V. 14 die Buhlerei dem Essen von Götzenopfern vorangestellt. In Thyatira fand später der Montanismus einen besonders fruchtbaren Boden. (Epiphan.) -Offenbarung Offb 73 2 21 Et dedi illi tempus ut pnitentiam ageret: et non vult pnitere a fornicatione sua. Ich habe ihr Frist gegeben, dass sie Buße tue;⁵⁴ aber sie will sich nicht bekehren von ihrer Unzucht. -Offenbarung Offb 73 2 21 54 Auch dass Gott die falsche Prophetin hat gewähren lassen, ist ein darbieten von Bußzeit, obwohl die Gemeinde nicht berechtigt war, sie auftreten zu lassen. Jetzt ist unsere Zeit, jetzt können wir tun, was wir wollen, Gutes oder Böses, doch einst kommt Gottes Zeit, alsdann werden wir nicht mehr tun können, was wir wollen, sondern werden empfangen, was wir verdient haben. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 2 22 Ecce mittam eam in lectum: et qui mchantur cum ea, in tribulatione maxima erunt, nisi pnitentiam ab operibus suis egerint. Siehe,⁵⁵ ich werde sie auf das Krankenbett werfen,⁵⁶ und die mit ihr ehebrechen, werden in sehr großer Drangsal sein, wenn sie sich nicht bekehren von ihren Werken. -Offenbarung Offb 73 2 22 55 Siehe: hiermit wird etwas neues im Vergleich zu V. 21 eingeleitet. -Offenbarung Offb 73 2 22 56 Auf das Siechenbett, im Gegensatze zu dem Wollustlager. -Offenbarung Offb 73 2 23 Et filios ejus interficiam in morte, et scient omnes ecclesiæ, quia ego sum scrutans renes, et corda: et dabo unicuique vestrum secundum opera sua. Vobis autem dico, Und ihre Kinder⁵⁷ werde ich durch Todesgericht töten,⁵⁸ alle Gemeinden sollen erkennen,⁵⁹ dass ich es bin, der Herzen und Nieren erforscht,⁶⁰ und ich werde einem jeden von euch⁶¹ nach seinen Werken vergelten.⁶² Euch aber⁶³ sage ich, -Offenbarung Offb 73 2 23 57 Das ganze Treiben des Weibes wird mit einer gewissen Doppelsinnigkeit geschildert, insofern das libertinische Wesen desselben auch das Abbild ihrer Verführung zum Abfall von Gott ist. Einige Ausleger fassen die Ausdrücke ausschließlich in dem eben berührten übertragenen Sinne, in welchem aber die Kinder sich schwer einfügen lassen. -Offenbarung Offb 73 2 23 58 Die [Lev 20,10] angedrohte Strafe der Ehebrecher. Vielleicht liegt eine Anspielung auf das Geschick der Söhne Achabs [1Kön 10,7] darin. -Offenbarung Offb 73 2 23 59 Die sonst nur am Schlusse vorkommende Wendung an die Gemeinden findet sich hier in der Mitte, wohl weil die Vorgänge in Thyatira weithin Ärgernis gegeben hatten. Jedes Gericht des Herrn ist eine Offenbarung seiner Herrlichkeit und fördert und bestärkt die Gläubigen in ihrer Erkenntnis. -Offenbarung Offb 73 2 23 60 Der Sohn Gottes, der Richter, kennt das Innerste der Menschen. (V. 18) -Offenbarung Offb 73 2 23 61 Die ihr strafbar seid. -Offenbarung Offb 73 2 23 62 Da der Heiland das Herz durchforscht, kennt er die Quelle der Werke und den Wert derselben. -Offenbarung Offb 73 2 23 63 Der Herr redet jetzt den nicht angesteckten Teil der Gemeinde an (Beda), die er alsbald charakterisiert. Im Griech. gehören diese Worte zu dem folgenden Verse. -Offenbarung Offb 73 2 24 Et ceteris qui Thyatiræ estis: Quicumque non habent doctrinam hanc, et qui non cognoverunt altitudines satanæ, quemadmodum dicunt, non mittam super vos aliud pondus: den übrigen in Thyatira, allen, die nicht an dieser Lehre halten und die Tiefen des Satans,⁶⁴ wie sie⁶⁵ sagen, nicht erkannt haben: Euch werde ich keine andere Last auferlegen;⁶⁶ -Offenbarung Offb 73 2 24 64 Die Irrlehrer selbst redeten nicht von Satanstiefen bei sich, so dass sie sich mit der gnostisch tiefen Erkenntnis des Bösen gebrüstet hätten, sondern sie redeten von Gottheitstiefen, Christus aber setzt dies um in Satanstiefen, weil jene durch ihre angebliche tiefere Erkenntnis das Böse beschönigten. -Offenbarung Offb 73 2 24 65 Die Anhänger der Jezabel. -Offenbarung Offb 73 2 24 66 Diese Last kann Leiden oder Gebot sein: Kein anderes Leiden als ihr im Gegensatze und Kampfe gegen die falschen Propheten schon zu tragen habt. Oder: Kein anderes Gebot als die Last des Evangeliums. Diese ist euch auferlegt, sie haltet durch Glauben, Liebe und Beobachtung, bis ich komme, euch zu belohnen. (Greg., Thom.) Einige Ausleger denken an das [Apg 15,29] auferlegte Gebot. -Offenbarung Offb 73 2 25 Tamen id, quod habetis, tenete donec veniam. jedoch was ihr habt, das bewahret, bis ich komme.⁶⁷ -Offenbarung Offb 73 2 25 67 Zum Gerichte. Die Gemeinde zu Smyrna wird gar nicht auf das Kommen des Herrn, die Gemeinde zu Ephesus auf das Kommen des Herrn in der Zeit, die vierte, die zu Thyatira auf das kommen zum Gerichte hingewiesen, das nach dem Griech. als nicht nahe hingestellt wird: bis ich etwa komme. Ganz anders [Offb 3,20] bei der letzten Gemeinde, wo der Herr vor der Tür steht. -Offenbarung Offb 73 2 26 Et qui vicerit, et custodierit usque in finem opera mea, dabo illi potestatem super gentes, Und dem, der siegt und meine Werke⁶⁸ bis an's Ende bewahrt, werde ich Macht über die Heiden geben,⁶⁹ -Offenbarung Offb 73 2 26 68 Die Werke, welche der Herr fordert. -Offenbarung Offb 73 2 26 69 Darin besteht der Sieg. Das Ende kommt für den Einzelnen da, wo es für ihn nicht mehr des Überwindens bedarf, mit dem Tode. -Offenbarung Offb 73 2 27 Et reget eas in virga ferrea, et tamquam vas figuli confringentur. und er wird sie mit eisernem Stabe leiten, und wie Töpfergeschirr werden sie zertrümmert werden,⁷⁰ -Offenbarung Offb 73 2 27 70 Was sonst Christus zukommt, wird hier denen verheißen, welche ihm nachfolgen: Anteil an der Herrlichkeit der Sieger-, Richter- und Königsmacht, namentlich gegenüber den Feinden, wenn einst alle antichristlichen Mächte niedergeworfen sind und das Gericht eintritt. Wie der Heiland nach [Ps 2,8.9] vom Vater die Gewalt über die Heiden empfangen hat, dass er sie mit eisernem Stabe zertrümmert, wie irdene Gefäße, so werden die Gläubigen von ihm, dem Mittler, durch den sie schon jetzt das Königtum haben [Offb 1,6.9], zur Teilnahme an jener offenbar werdenden Herrlichkeit erhoben werden. [Offb 3,21, Offb 20,6] In dem Briefe an die Gemeinde zu Thyatira hat diese Verheißung ihre Beziehung im Gegensatze zu dem heidnischen, widergöttlichen Libertinismus der Jezabel und ihrer Anhänger. -Offenbarung Offb 73 2 28 Sicut et ego accepi a Patre meo: et dabo illi stellam matutinam. so wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.⁷¹ -Offenbarung Offb 73 2 28 71 Die zweite Gabe, welche der Heiland verheißt, ist schwer zu bestimmen. Entweder: ich mache ihn zu einem, der hilft, den Heilsweg zu gehen, als einer der Sieger und Könige, oder: Ich verleihe ihm die himmlische Herrlichkeit. Vergl. [Dan 12,3, Mt 13,43]. Die Sterne sind in der Offenbarung Symbole der Herrschaft. [Offb 22,16] wird der Heiland selbst der helle Morgenstern genannt, dessen Erscheinen den Tag der Ewigkeit herbeiführt. Stern und Zepter sind verbunden [Num 24,17]. Auch der Stern der heiligen drei Könige kündigte den Herrscher der Welt an. Was der Herr V. 10 dem Engel von Smyrna als Krone des Leben verheißt, wird V. 7 dem Engel von Ephesus als Brot des Lebens versprochen, dem Engel von Pergamos unter dem Bilde des weißen Steines V. 17 vorgestellt, hier dem Engel von Thyatira als Morgenstern gezeigt, Kap. 3 V. 5, dem Engel von Sardes Buch des Lebens genannt, V. 12 dem Engel von Philadelphia unter dem Bilde einer Säule im Tempel Gottes, und V. 21 dem Engel von Laodicea, Sitzen auf dem Throne Christi genannt, um durch den Wechsel der Namen die Fülle der Güter in verschiedener Weise zu kennzeichnen. -Offenbarung Offb 73 2 29 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! -Offenbarung Offb 73 3 0 5. Sendschreiben an die Gemeinde von Sardes. (V. 6) 6. Sendschreiben an die Gemeinde von Philadelphia. (V. 12) 7. Sendschreiben an die Gemeinde von Laodicea. -Offenbarung Offb 73 3 1 Et Angelo ecclesiæ Sardis scribe: Hæc dicit qui habet septem spiritus Dei, et septem stellas: Scio opera tua, quia nomen habes quod vivas, et mortuus es. Und dem Engel der Gemeinde zu Sardes¹ schreibe: So spricht der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat:² Ich kenne deine Werke,³ du hast den Namen,⁴ dass du lebst, und du bist tot.⁵ -Offenbarung Offb 73 3 1 1 Sardes, Hauptstadt von Lydien, am Flusse Pastolus, lag etwa 7 Meilen südlich von Thyatira, und war berühmt durch Größe, Reichtum und Üppigkeit. Über den Ursprung und die Verhältnisse der damaligen Christengemeinde ist nichts bekannt. -Offenbarung Offb 73 3 1 2 Der Herr tritt vor diese Gemeinde mit aus [Offb 1,4] und [Offb 1,16] entlehnten Prädikaten. Wenn er sich nun dieser Gemeinde als den vorstellt, der seiner Kirche durch alle Zeiten und für alle ihre Bedürfnisse seinen Heiligen Geist sendet, der ein Geist des Lebens ist, und der durch diesen die Kirche leitet, so ist der Grund hierfür in der Beschaffenheit der Gemeinde. Billig sollte sie durch diesen Geist lebendig sein, und war sie dennoch tot, so verdiente sie Strafe. -Offenbarung Offb 73 3 1 3 Die guten und die schlechten: Du bist tot, der Gnade entbehrend, durch deine Lässigkeit. Die Vorhaltung wird V. 1 3 an die in der Gemeinde überwiegenden toten Glieder, erst V. 4 an die besseren Christen gerichtet. -Offenbarung Offb 73 3 1 4 Den Ruf und das Ansehen. -Offenbarung Offb 73 3 1 5 Wie der Leib ohne die Seele tot ist, so die Seele ohne Gott. (Aug., Isidor.) -Offenbarung Offb 73 3 2 Esto vigilans, et confirma cetera, quæ moritura erant. Non enim invenio opera tua plena coram Deo meo. Werde wach,⁶ und stärke das übrige,⁷ das im Begriffe war zu sterben. Denn ich finde deine Werke⁸ nicht vollkommen vor meinem Gott. -Offenbarung Offb 73 3 2 6 Das Gegenteil des geistigen Todes. Werde wach und beweise dies durch die sofortige Tat: stärke. -Offenbarung Offb 73 3 2 7 Diejenigen Gemeindemitglieder, welche, wie früher auch der Bischof selbst, dem geistlichen Tode nahe waren. (Primas.) -Offenbarung Offb 73 3 2 8 Die gesamte Betätigung des inneren Lebens im äußeren Wandel seitens der Gemeinde entspricht nicht dem von Gott gewollten Maße. -Offenbarung Offb 73 3 3 In mente ergo habe qualiter acceperis, et audieris, et serva, et pnitentiam age. Si ergo non vigilaveris, veniam ad te tamquam fur, et nescies qua hora veniam ad te. So sei denn eingedenk, wie⁹ du empfangen und gehört hast, und bewahre es, und tue Buße.¹⁰ Wenn du nun¹¹ nicht wachest, so werde ich über dich¹² kommen wie ein Dieb,¹³ und du sollst nicht wissen, um welche Stunde ich über dich kommen werde.¹⁴ -Offenbarung Offb 73 3 3 9 Das Was hatte die Gemeinde bewahrt, die Lehre, aber nicht das Wie, die Freudigkeit und den Eifer, mit dem sei einst das Glaubensleben begonnen. Vergleiche das Sendschreiben an die Epheser [Eph 2,1ff]. -Offenbarung Offb 73 3 3 10 Halte an dem einmal Empfangenen fest, und da zur Zeit dein Zustand nicht der frühere ist, kehre zur früheren Gesinnung zurück. -Offenbarung Offb 73 3 3 11 Anknüpfung an die Mahnung V. 2. -Offenbarung Offb 73 3 3 12 Als Richter. -Offenbarung Offb 73 3 3 13 Vergl. [Offb 16,15]. Der Ausdruck schließt sich an [Jer 49,9, Joel 2,9] an, der auch [Mt 24,43, Lk 12,39, 1Thess 5,2] wiederkehrt. -Offenbarung Offb 73 3 3 14 Der Heiland redet hier wohl eher vom allgemeinen Weltgerichte als von dem persönlichen Gerichte der einzelnen. -Offenbarung Offb 73 3 4 Sed habes pauca nomina in Sardis, qui non inquinaverunt vestimenta sua: et ambulabunt mecum in albis, quia digni sunt. Doch hast du¹⁵ einige wenige Namen¹⁶ zu Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben;¹⁷ sie sollen mit mir¹⁸ in weißen Kleidern¹⁹ wandeln, denn sie sind dessen würdig.²⁰ -Offenbarung Offb 73 3 4 15 Du hast: Weil sie als Glieder der Gesamtgemeinde angehören. -Offenbarung Offb 73 3 4 16 Personen -Offenbarung Offb 73 3 4 17 Der Ausdruck ist wohl mit Rücksicht auf das Bild vom hochzeitlichen Kleide gewählt. [Offb 3,5.18, Offb 16,15] Schmutzige Kleider sind in der heil. Schrift häufig Bilder des Sündenschmutzes, mit dem jemand sich befleckt., z. B. [Jes 64,6]. Es ist merkwürdig, dass die beiden Gemeinden, welche den größten Gegensatz zu denen von Smyrna und Philadelphia darstellen, keine Nikolaiten haben. Es liegt darin eine Warnung, über der Gefahr, welche die Irrlehre birgt, nicht andere, für den einzelnen oft verhängnisvollere zu übersehen. Gegen die Irrlehre ist der Kampf gleichsam von selbst geboten, und erfrischt, während Wollust und Indifferentismus erschlaffenden Eindruck ausüben. -Offenbarung Offb 73 3 4 18 Im Reiche meiner Herrlichkeit. -Offenbarung Offb 73 3 4 19 Weiße Kleider sind, im Gegensatze zu den schmutzigen, Bild der sittlichen Reinheit und Heiligkeit. Darum trugen die Priester [Lev 16,4], darum trugen so oft die Engel weiße Kleider. Weil sie sich hier unbefleckt erhalten haben, sollen die oben Bezeichneten auch in der Vollendung bei dem Herrn in vollkommener Gerechtigkeit und Unschuld sein. Vergl. [Offb 3,18, Offb 4,4, Offb 6,11, Offb 7,9.13.14, Offb 19,8]. -Offenbarung Offb 73 3 4 20 Vergl. [Offb 16,6]. -Offenbarung Offb 73 3 5 Qui vicerit, sic vestietur vestimentis albis, et non delebo nomen ejus de Libro vitæ, et confitebor nomen ejus coram Patre meo, et coram Angelis ejus. Wer siegt, wird solchergestalt mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buche des Lebens, und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.²¹ -Offenbarung Offb 73 3 5 21 Die Schlussverheißung verspricht dem Überwinder drei Dinge: die Bekleidung mit weißen Kleidern, das Nichtaustilgen des Namens, das Bekennen vor dem Vater und den Engeln. Was V. 4 den wenigen Getreuen in Sardes verheißen, dass sie weiße Kleider erhalten sollen, wird hier auf alle Überwinder ausgedehnt. So: wie die V. 4 Genannten. Das Buch des Lebens wird bereits [Ex 32,32] erwähnt. Das gleiche Bild [Jes 4,3, Dan 12,1] u. a. In diesem Buche, welches seiner Natur nach ewig ist, findet sich von Anbeginn der Welt an [Offb 13,8] die Bezeugung Gottes über die ewige Seligkeit eingetragen, der die im Buche Verzeichneten entgegengehen. Dass niemand seiner Freiheit dadurch verlustig geht, wird durch die Möglichkeit angedeutet, dass ein Name getilgt werden könnte. Ich werde erklären, dass ihr Name im Buche des Lebens ist und bleibt. Im eigentlichen Sinne wird aus denselben kein Name getilgt. (Aug.) Der heil. Thomas erklärt: Durch die Rechtfertigung wird der Name vorweg eingeschrieben, so kann er noch ausgelöscht werden; unvertilgbar aber durch Beharrlichkeit und Verleihung der Herrlichkeit. Doch mit Voraussicht dessen, was wir tun, sind die Namen der Siegenden bereits eingetragen, ohne dass Gott einen derselben auslöschen müsste. Die dritte Verheißung ist, dass der Heiland die Namen der in das Buch Eingeschriebenen bei dem Weltgerichte als solche der Seinigen anerkennen wird. Vor meinem Vater erinnert an [Mt 10,32], Vor den Engeln an [Lk 12,8]. -Offenbarung Offb 73 3 6 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! -Offenbarung Offb 73 3 7 Et Angelo Philadelphiæ ecclesiæ scribe: Hæc dicit Sanctus et Verus, qui habet clavem David: qui aperit, et nemo claudit: claudit, et nemo aperit: Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia²² schreibe: So spricht der Heilige und der Wahrhaftige, welcher den Schlüssel Davids hat,²³ der öffnet, und niemand schließt, der schließt, und niemand öffnet:²⁴ -Offenbarung Offb 73 3 7 22 Philadelphia lag etwa 13 Stunden südöstlich von Sardes, wie dieses am Fuße des Tmolus. Nach den apostolischen Konstitutionen soll der heil. Petrus den ersten Bischof, Namens Demetrius, eingesetzt haben. Die Gemeinde von Philadelphia war, ähnlich wie die von Smyrna, der Feindseligkeit der Juden ausgesetzt gewesen und hatte den Namen des Herrn in geduldiger Treue bekannt, weshalb unter den Verheißungen auch eine solche wahrhaften Sieges über jene ist. -Offenbarung Offb 73 3 7 23 Mit drei Prädikaten stellt der Heiland sich dieser Gemeinde vor: als den heiligen, als den Wahrhaftigen, als den, der den Schlüssel Davids hat. Die Ausdrücke sind mit Rücksicht auf das zu Sagende gewählt. Der heilige: Wie sich Gott im A. T. oft z. B. [Jes 12,6] den Heiligen Israels nennt, denn als solchen will er sich durch den Dienst dieser Gemeinde (nach V. 9) an den entarteten Israeliten erweisen. Wahrhaftig nennt sich der Herr als der wahre, wesenhafte, wirkliche Herr, der allein wahrhaft Seiende. (So [Offb 3,14]: ein Zeuge, der diesen Namen voll verdient.) Das dritte Prädikat ist aus [Jes 22,22] entlehnt. Doch während dort Eliakim den Schlüssel des Hauses Davids erhalten soll, wird hier dem Antitypus desselben dem, der der Erbe des Königtums Davids ist, der Schlüssel Davids, das Eigentumsrecht im Hause und Reiche Davids zugeschrieben, da David und sein Gottesreich nur das weissagende Vorbild des Herrn und seines ewigen Reiches waren. -Offenbarung Offb 73 3 7 24 Die Worte: Der öffnet usw. sind eine weitere Ausführung der anderen: Welcher den Schlüssel Davids hat. Der Heiland, der an die Stelle Davids als König des Volkes und des Reiches Gottes getreten ist, hat die Macht, Menschen in das Reich Gottes zuzulassen und unwiderruflich auszuschließen. Dies ist die positive Seite der [Offb 1,18] erwähnten Macht des Heilandes. Durch die Gemeinde will der Herr einige Juden in sein Reich aufnehmen. -Offenbarung Offb 73 3 8 Scio opera tua. Ecce dedi coram te ostium apertum, quod nemo potest claudere: quia modicam habes virtutem, et servasti verbum meum, et non negasti nomen meum. Ich kenne deine Werke.²⁵ Siehe, ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand schließen kann.²⁶ Denn du hast wohl geringe Kraft, doch hast du mein Wort bewahrt, und meinen Namen nicht verleugnet.²⁷ -Offenbarung Offb 73 3 8 25 Wenngleich diese Worte an sich nur besagen, dass der Heiland den Stand der Gemeinde kennt, enthalten dieselben noch den Umständen nach ein Lob und einen Trost für dieselbe. Ihrer trotz äußerer Ohnmacht bewährte Treue beruht nicht allein auf einer Gnadengabe des Herrn, sondern dient auch dazu, wiederum durch sein Walten, dass durch die treue Gemeinde das Reich des Herrn bewahrt werde. -Offenbarung Offb 73 3 8 26 Die Tür ist geöffnet, damit andere unter Vermittlung der Gemeinde eintreten sollen, und zwar Juden (V. 9) Den Zusammenhang zwischen den Worten: Ich habe geöffnet, ich werde geben, und: ich werde nehmen deutet das jedes Mal wiederholte Siehe an. Christus bewährt seine Schlüsselgewalt, indem er seiner treuen und standhaften Gemeinde eine Tür geöffnet hat, durch welche die bisherigen Verfolger, eine Schar noch ungläubiger Juden, eintreten sollen. -Offenbarung Offb 73 3 8 27 Das treue, standhafte Bekenntnis ist die Ursache, deren Wirkung und Lohn durch das Eingreifen des Herrn die bereits erwähnte Bekehrung sein soll. -Offenbarung Offb 73 3 9 Ecce dabo de synagoga satanæ, qui dicunt se Judæos esse, et non sunt, sed mentiuntur: ecce faciam illos ut veniant, et adorent ante pedes tuos: et scient quia ego dilexi te: Siehe, ich werde etliche aus der Synagoge des Satans geben, die²⁸ sich selbst Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen;²⁹ siehe, ich werde machen, dass sie kommen und dir zu Füßen fallen,³⁰ und sie werden erkennen, dass ich dich liebe. -Offenbarung Offb 73 3 9 28 Nämlich etliche von denen, die sich Juden nennen. -Offenbarung Offb 73 3 9 29 Die Juden dem Fleische nach hielten sich für das wahre Israel, die Christen hingegen für vom Gesetze und von dem Gottesreiche Abgefallene, welche sie deshalb befeindeten. Über den Ausdruck: Synagoge des Satans siehe [Offb 2,9]. -Offenbarung Offb 73 3 9 30 Sich vor dir neigen, dir ihre Ehrfurcht bezeugen, als der Vermittlerin des göttlichen Heiles. -Offenbarung Offb 73 3 10 Quoniam servasti verbum patientiæ meæ, et ego servabo te ab hora tentationis, quæ ventura est in orbem universum tentare habitantes in terra. Weil du das Wort meiner Geduld³¹ bewahrt hast, so werde auch ich dich bewahren vor³² der Stunde der Versuchung,³³ welche über den ganzen Erdkreis kommen soll, die Bewohner der Erde³⁴ zu prüfen. -Offenbarung Offb 73 3 10 31 Mein Gebot von der Geduld. -Offenbarung Offb 73 3 10 32 Nach anderen ist zu übersetzen in, nämlich aus der Stunde der Versuchung heraus. -Offenbarung Offb 73 3 10 33 Die Zeit der Drangsal, welche der Wiederkunft des Herrn zum Gerichte vorausgehen wird. [Mt 24,21] Die gleiche Verheißung wird [Offb 7,3ff] den vierundvierzig Tausend aus Israel zu Teil. -Offenbarung Offb 73 3 10 34 Alle Menschen ohne Ausnahme. -Offenbarung Offb 73 3 11 Ecce venio cito: tene quod habes, ut nemo accipiat coronam tuam. Siehe, ich komme bald;³⁵ halte fest, was du hast, damit niemand dir deine Krone nehme.³⁶ -Offenbarung Offb 73 3 11 35 Ich komme, den Kämpfenden beizustehen, die Geprüfte zu befreien, die Sieger zu krönen. (Thom.) Während der Heiland den ersten drei Gemeinden von seiner Wiederkunft gar nicht redet, der Gemeinde zu Thyatira dieselbe nur aus der Ferne zeigt [Offb 2,25], die Gemeinde von Sardes warnt, dass er plötzlich kommt [Offb 3,3], sagt er der Gemeinde zu Philadelphia, der vorletzten, bereits, dass er schnell kommt. -Offenbarung Offb 73 3 11 36 Durch Verführung usw. rauben, nicht etwa für sich behalten. -Offenbarung Offb 73 3 12 Qui vicerit, faciam illum columnam in templo Dei mei, et foras non egredietur amplius: et scribam super eum nomen Dei mei, et nomen civitatis Dei mei novæ Jerusalem, quæ descendit de clo a Deo meo, et nomen meum novum. Wer siegt,³⁷ den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen,³⁸ und er³⁹ wird nicht mehr von da weichen, und ich werde den Namen meines Gottes auf ihn⁴⁰ schreiben, und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel, von meinem Gott, herabsteigt, und meinen Namen, den neuen.⁴¹ -Offenbarung Offb 73 3 12 37 Wie in allen Briefen geht hier die Schlussverheißung für den Sieger auf die Zeit der ewigen Herrlichkeit. -Offenbarung Offb 73 3 12 38 Wenngleich im Neuen Jerusalem keine besondere Stätte der Anbetung sein wird [Offb 21,22], kann doch die Gemeinschaft der vollendeten Gläubigen als der Tempel Gottes, in dem einzelne die Säulen bilden, angesehen werden, indem das Bild der zeitlichen Gemeinschaft der Heiligen [1Kor 3,16, Eph 2,19ff, 1Petr 2,5ff] auf die himmlische übertragen wird. Es ist die himmlische Wohnung Gottes, welche beim Eintritt der Vollendung [Offb 21,2.10] auf die neue Erde herabkommt, damit Gott und das Lamm bei der neuen Menschheit ewiglich wohne. [Offb 21,3, Offb 22,1.3] Unverrückbar dem Bau eingegliedert und denselben tragend werden die überwindenden Gläubigen mit Gott fest verbunden sein. -Offenbarung Offb 73 3 12 39 Der Überwinder. Wie die Gemeinde von Philadelphia, die den Herrn bewahrt hat, auch bewahrt werden soll, so der Überwinder. -Offenbarung Offb 73 3 12 40 Besser ist anzunehmen, dass die bildliche Rede fortgesetzt wird, und das Pronomen auf die Säule zu beziehen. -Offenbarung Offb 73 3 12 41 Wie der Name Gottes die Zugehörigkeit zu Gott bezeichnet, so der Name der Stadt Jerusalem das Bürgerrecht in ihr. Der neue Name ist der Name Jesus. (Thom.) Drei Verheißungen sind gegeben, die dritte verspricht drei Namen. -Offenbarung Offb 73 3 13 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! -Offenbarung Offb 73 3 14 Et Angelo Laodiciæ ecclesiæ scribe: Hæc dicit: Amen, testis fidelis, et verus, qui est principium creaturæ Dei: Und dem Engel der Gemeinde zu Laodicia⁴² schreibe: Dies spricht der Amen,⁴³ der getreue und wahrhaftige Zeuge,⁴⁴ welcher der Urgrund der Geschöpfe Gottes ist.⁴⁵ -Offenbarung Offb 73 3 14 42 Laodicia in Phrygien lag nahe bei Kolossä. Zur Zeit des heil. Paulus war dort eine Christengemeinde, an welche er ein Sendschreiben richtete. [Kol 4,16] Die Prädikate, welche Christus sich beilegt, entsprechen dem befohlenen Briefe. Zwei derselben sind neu, das mittlere ist aus [Offb 1,5] entnommen. -Offenbarung Offb 73 3 14 43 Der hebr. Ausdruck, vergl. [Jes 65,16], steht dem Sinne nach dem folgenden griechischen gleich, die doppelte Bezeichnung aber stellt von vornherein die zweifellose Gewissheit alles dessen fest, was der Herr der treue Zeuge [Offb 1,5] seiner Gemeinde zu Laodicea zu sagen hat: die Anklage (V. 15ff), den Rat (V. 18), die Drohung und die Verheißung. -Offenbarung Offb 73 3 14 44 Der deshalb den Namen Zeuge voll verdient. -Offenbarung Offb 73 3 14 45 Grund und Anfang der Schöpfung. (Klem. Alex., Theoph.) -Offenbarung Offb 73 3 15 Scio opera tua: quia neque frigidus es, neque calidus: utinam frigidus esses, aut calidus: Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist; o dass du kalt oder warm wärest!⁴⁶ -Offenbarung Offb 73 3 15 46 Die Kälte ist Feindschaft und Widerstand. (Ambros., Beda.) So war Saulus kalt, so lange er den Heiland verfolgte. Der Kalte, der nichts hat, erkennt leichter sein Nichts und sein Bedürfnis nach Buße und Glauben, doch der Laue und Halbe tröstet sich mit dem, was er hat, über das, was er nicht hat, und glaubt kaum an seinen Mangel. -Offenbarung Offb 73 3 16 Sed quia tepidus es, et nec frigidus, nec calidus, incipiam te evomere ex ore meo. So aber, weil du lau bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.⁴⁷ -Offenbarung Offb 73 3 16 47 Aus dem Bilde heraus, dem gemäß das Laue Ekel erregt, weist der Heiland auf sein Gericht hin, bei dem er die Gemeinde von sich weisen wird, wenn sie nicht noch Buße tut. -Offenbarung Offb 73 3 17 Quia dicis: Quod dives sum, et locupletatus, et nullius egeo: et nescis quia tu es miser, et miserabilis, et pauper, et cæcus, et nudus. Denn du sagst:⁴⁸ Ich bin reich und habe Reichtum erworben und bedarf nichts,⁴⁹ und du weißt nicht,⁵⁰ dass du⁵¹ elend und erbarmungswürdig, und arm und blind und bloß bist.⁵² -Offenbarung Offb 73 3 17 48 Begründung für das im Nachsatze V. 18 Gesagte. -Offenbarung Offb 73 3 17 49 Nach einigen ist von geistigem Reichtum die Rede (Beda., Greg.), nach anderen von zeitlichem. Hat die Gemeinde auch das Bewusstsein, worauf es vor allem ankommt, so ist sie doch in hochmütiger Selbstüberhebung befangen. Sie ist aber nicht reich, so wenig sie heiß ist und in voller Gemeinschaft mit dem Herrn steht, sonst würde sie nicht so sprechen. Die drei Ausdrücke bedeuten eine Steigerung: ich bin reich durch das, was ich empfangen habe, ich habe mir Reichtümer dazu erworben, mein Reichtum ist so angewachsen, dass ich davon gesättigt bin. -Offenbarung Offb 73 3 17 50 Selbsttäuschung der Gemeinde, denn des Herrn Urteil ist entscheidend. -Offenbarung Offb 73 3 17 51 Nachdrücklich. -Offenbarung Offb 73 3 17 52 Die Ausdrücke sind mit Bezugnahme auf das Folgende gewählt. Die Blindheit ist eine Steigerung der Armut. (Ähnliche Vorwürfe an die Pharisäer [Mt 15,14, Mt 23,26]) Nackt: Aller verdienstlicher Werke ermangelnd und deshalb am Tage des Gerichtes zu beschämen. Die geistliche Armut ist mit dem geistlichen Elende wesentlich eines. -Offenbarung Offb 73 3 18 Suadeo tibi emere a me aurum ignitum probatum ut locuples fias, et vestimentis albis induaris, et non appareat confusio nuditatis tuæ, et collyrio inunge oculos tuos ut videas. Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich und mit weißen Kleidern angetan werdest, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehest.⁵³ -Offenbarung Offb 73 3 18 53 Gold, damit du reich werdest Gegensatz: arm. Weiße Kleider Gegensatz: nackt. Augensalbe Gegensatz: blind. Da der Heiland die Gaben mit Gold, dazu mit gediegenem und lauterem Golde, vergleicht, liegt das Bild des Kaufens nahe. Freilich muss die Gemeinde auch etwas dafür hingeben, ihre Selbstüberschätzung und Selbstgerechtigkeit, um das wahrhaft wertvolle und kostbare geistliche Gut zu erlangen. Nur in der Vorstellung, nicht in der Sache sind die weißen Kleider von dem Golde verschieden, wie die Nacktheit nichts ist als Armut. Dem eingebildeten Reichtum und der wirklichen Armut gegenüber (V. 17) war das Gold freilich zuerst zu nennen. Die Augensalbe ist die Erleuchtung des Heil. Geistes. Alles dies soll die Gemeinde von Christus kaufen, denn von ihm wird der Heil. Geist gesandt. Die durch solche Erleuchtung gewonnene innere Erkenntnis ist das erste Stück des wahren Reichtums. -Offenbarung Offb 73 3 19 Ego quos amo, arguo, et castigo. mulare ergo, et pnitentiam age. Ich⁵⁴ strafe und züchtige⁵⁵ die, welche ich lieb habe. So werde nun eifrig und tue Buße! -Offenbarung Offb 73 3 19 54 Ich: nachdrücklich vorangestellt. -Offenbarung Offb 73 3 19 55 Im Griech. ist der Unterschied feiner. Der eine Ausdruck bedeutet Erziehen überhaupt, das auch mit Strafen verbunden sein kann, der andere jemand sein Unrecht so vor Augen halten, dass er es anerkennen muss, ein Teil des allgemeinen Ausdruckes. Der Rat (V. 18) gehört zu dem ersteren, da er eine Zusage einschließt. So ist beides ein Ausfluss der Liebe des Herrn. Der heil. Thomas gibt fünf Gründe an, warum der Heiland straft: Zur Prüfung, wie den Tobias und Job, zur Bewahrung der Demut, wie den heil. Paulus [2Kor 12] zur Reinigung, wie Maria, die Schwester Moses [Num 12,4] zur Verherrlichung Gottes, wie den Blindgebornen [Joh 12], zur Strafe, wie Herodes. [Apg 12] -Offenbarung Offb 73 3 20 Ecce sto ad ostium, et pulso: si quis audierit vocem meam, et aperuerit mihi januam, intrabo ad illum, et cnabo cum illo, et ipse mecum. Siehe, ich stehe vor der Tür, und klopfe an.⁵⁶ Wenn jemand meine Stimme hört und mir die Tür aufmacht, so werde ich zu ihm eingehen und mit ihm Mahl halten, und er mit mir.⁵⁷ -Offenbarung Offb 73 3 20 56 Im Wesentlichen nichts anderes als das: Ich komme bald. [Offb 2,5.16, Offb 3,3.11] Es ist, wie [Mt 24,33, Mk 13,34] zeigt, Ankündigung der Wiederkunft des Herrn. Das Hören und Öffnen geschieht durch Annahme und Beherzigung im Diesseits, wenngleich die Verheißung: Ich werde zu ihm eingehen und mit ihm Mahl halten, erst mit dem Erscheinen des Herrn erfüllt wird. Von der Himmelfahrt des Heilandes an bis zu seiner Wiederkunft ist das Verhältnis des Herrn zu seiner Kirche ein Brautstand. Mit dem im Herrn Verstorbenen feiert der Heiland Hochzeit, bis er von dieser einst aufbrechend [Lk 12,36.37] den Menschen erscheint, um die, welche er dann wachend findet, mit den selig Vollendeten im Himmel heimzuführen auf die neue Erde. Das Klopfen und die Stimme des Herrn ist nicht wesentlich verschieden von den V. 10 erwähnten Beweisen seiner Liebe. -Offenbarung Offb 73 3 20 57 In der Vereinigung am gemeinsamen Tische stellt sich die Gemeinschaft des Hauses dar. Deshalb aß man auch ihnen Teil des Opfers, um sich als mit der Gottheit wieder vereint zu zeigen. Vergl. zu dem Bilde [Lk 14,16ff, Mt 8,11.12]. Zur Sache vergl. [Offb 19,9]. -Offenbarung Offb 73 3 21 Qui vicerit, dabo ei sedere mecum in throno meo: sicut et ego vici, et sedi cum patre meo in throno ejus. Wer überwindet, dem werde ich verleihen, mit mir auf meinem Throne zu sitzen;⁵⁸ so wie auch ich überwunden und mich zu meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.⁵⁹ -Offenbarung Offb 73 3 21 58 Den Jüngern verheißt der Herr einen Thron bei dem allgemeinen Gerichte. [Mt 19,28] Da der Heiland den Thron der Herrlichkeit inne hat, die Jünger schlechthin Throne, so werden ihre Throne wohl wie im Bilde [Offb 4,4] den seinigen umstehen und niedriger sein als dieser. Auf Thronen sitzen bedeutet die göttliche Herrschaft teilen. Wird hier nun alle Vollendeten die Teilnahme an der Herrschaft der neuen Menschheit über die neue Erde, das Sitzen auf dem Throne Gottes und des Herrn verheißen, so wird den Aposteln insbesondere zugesagt, dass sie mit und unter dem Herrn die neue Menschheit regieren sollen. -Offenbarung Offb 73 3 21 59 Damit ist der siebenmalige Weckruf geendet. -Offenbarung Offb 73 3 22 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! -Offenbarung Offb 73 4 0 II. Offenbarung Jesu Christi in Gesichten, welche den sieben Gemeinden kundgetan werden sollen (4,1 22,5): 1. Einleitendes Gesicht zum zweiten Teile: Wo und wie der heil. Johannes dieser Gesichte teilhaftig ward. (4,1 11) Im Geist in den Himmel entrückt sieht Johannes den Thron Gottes, welchen 24 Älteste und vier Wesen, Gottes Lob singend, umgeben. -Offenbarung Offb 73 4 1 Post hæc vidi: et ecce ostium apertum in clo, et vox prima, quam audivi tamquam tubæ loquentis mecum, dicens: Ascende huc, et ostendam tibi quæ oportet fieri post hæc. Nach diesem schaute ich,¹ und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel.² Und die vorige Stimme, die ich hörte, wie wenn eine Posaune zu mir redete,³ sprach: Steige herauf, hierher,⁴ so will ich dir zeigen, was nach diesem geschehen soll!⁵ -Offenbarung Offb 73 4 1 1 Die Worte: Nach diesem schaute ich leiten eine neue und besonders wichtige Vision ein; die Formel: und ich sah ein neues Moment in derselben Hauptvision. Nach einigen Auslegern ist zwischen [Offb 3,22] und [Offb 4,1] ein Zeitraum zu denken, in welchem Johannes nicht in der Ekstase war. Nach anderen stellt sich dem Apostel ein neues Bild dar. -Offenbarung Offb 73 4 1 2 Da eine Tür des Himmels sich öffnet, des Hauses [Ex 28,17], des Palastes Gottes, in welchem er thront [Ps 11,4, Ps 18,7, Ps 29,9], kann der heil. Johannes in denselben blicken. -Offenbarung Offb 73 4 1 3 Nicht die Stimme Christi, welche nach der ersten Stimme [Offb 1,10] zu dem Apostel geredet, sondern eben jene zuerst vernommene Stimme. -Offenbarung Offb 73 4 1 4 Er soll im Geiste an den Standpunkt des Redenden treten. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 4 1 5 Dies zu zeigen ist die Aufgabe des zweiten Teiles der Apokalypse, wie der Herr bereits [Offb 1,19] gezeigt. -Offenbarung Offb 73 4 2 Et statim fui in spiritu: et ecce sedes posita erat in clo, et supra sedem sedens. Alsbald war ich im Geiste.⁶ Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Throne ein Sitzender.⁷ -Offenbarung Offb 73 4 2 6 Der Geist der Weissagung, welcher seit [Offb 1,10] über Johannes gekommen war, begann jetzt, da er nicht mehr Dinge dieser Zeit und Welt, sondern Wunder des Endes und Gottestaten der Vollendung, und darum auch Himmlisches, schauen soll, in anderer Weise auf ihn zu wirken. -Offenbarung Offb 73 4 2 7 Auf dem Throne saß Gott, der Vater, wie [Offb 4,5] zeigt, wo er von dem Heil. Geiste, und [Offb 5,6], wo er von dem Sohne unterschieden wird. Wie [Offb 1,12ff] die Erscheinung Christi der Art war, dass dieselbe in Beziehung zu den Kap. 2, 3 nachfolgenden Reden des Herrn an seine Gemeinden stand, so lässt auch hier die Erscheinung Gottes schon voraus erkennen, dass es sich um ein Gericht über die Feinde und um Gnadenerweisung gegen die Gläubigen handelt. (Viktorin.) -Offenbarung Offb 73 4 3 Et qui sedebat similis erat aspectui lapidis jaspidis, et sardinis: et iris erat in circuitu sedis similis visioni smaragdinæ. Und der da saß, war von Ansehen einem Jaspis- und Sardisstein ähnlich;⁸ und ein Regenbogen war rings um den Thron, wie Smaragd anzusehen.⁹ -Offenbarung Offb 73 4 3 8 Unter Jaspis ist wohl unser Diamant zu verstehen, da der eigentliche Jaspis nicht kostbar und durchsichtig ist, noch den [Offb 21,11] genannten Eigenschaften entspricht. Er ist das Sinnbild der Heiligkeit Gottes. Der rote Rubin ist das Symbol der Strafgerechtigkeit Gottes. Der Doppelglanz der beiden durcheinander funkelnden Steine ist eine Versinnbildlichung der wesentlichen Einheit der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. -Offenbarung Offb 73 4 3 9 Um den Thron, denselben in der Höhe umgebend, sah Johannes die Gestalt eines grünen Regenbogens als Symbol der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit. -Offenbarung Offb 73 4 4 Et in circuitu sedis sedilia viginti quatuor: et super thronos viginti quatuor seniores sedentes, circumamicti vestimentis albis, et in capitibus eorum coronæ aureæ: Rings um den Thron waren vierundzwanzig Throne; und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, angetan mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen.¹⁰ -Offenbarung Offb 73 4 4 10 Die Ältesten sind menschliche Wesen, von den seligen Überwindern [Offb 7,9] als Repräsentanten verschieden. Ob es alt- und neutestamentliche Vertreter sind, etwa die Patriarchen und die Apostel, (Andr. Caes.) steht nicht fest, nur eines ist klar: sie sind in der Zahl zweimal zwölf Vertreter der alt- und neutestamentlichen Gemeinde. Als wahres Gottesvolk sind sie mit priesterlichen Gewändern angetan und als königliche Sieger und Mitherrscher Christi mit goldenen Kronen geschmückt. Gott tut nichts in seinem Reiche auf Erden, ohne es diesen, seinen Dienern, zu offenbaren. Jene sitzen, wenn sie mit dem Herrn richten, sie fallen nieder und beten an, wenn Gott einen Ratschluss herrlich hinausgeführt. [Offb 5,6] erscheint das Lamm mit sieben Hörnern und Augen in ihrer Mitte als das ewige Haupt seiner Kirche, [Offb 5,8] bringen die Ältesten die Gebete der Heiligen dar. [Offb 7,14] stellt einer der Ältesten die in der letzten Trübsal für den Heiland Gestorbenen dem heil. Johannes vor, und [Offb 11,15.16] danken sie Gott, dass die Zeit des Lohnes für alle Auserwählten da ist. -Offenbarung Offb 73 4 5 Et de throno procedebant fulgura, et voces, et tonitrua: et septem lampades ardentes ante thronum, qui sunt septem spiritus Dei. Und von dem Throne gingen Blitze, und Schall, und Donner aus;¹¹ und sieben Feuerfackeln brannten vor dem Throne, dies sind die sieben Geister Gottes.¹² -Offenbarung Offb 73 4 5 11 Vom Throne Gottes. Der Schall ist wohl das Brausen und Tönen, das im Gewitter Donner und Blitz begleitet. -Offenbarung Offb 73 4 5 12 Die erste Vershälfte stellt die Machtwirkungen Gottes im Gebiete des natürlichen Lebens, die zweite die Gnadenwirkungen dar, welche Gott fortwährend durch seinen Geist übt (die sieben Fackeln weisen auf die sieben Geister [Offb 1,4] zurück). Gott zeigt allezeit seine Macht in der natürlichen Welt, zu dem Zwecke, um alle durch seinen Geist zu berufen, zu erleuchten und zu heiligen. -Offenbarung Offb 73 4 6 Et in conspectu sedis tamquam mare vitreum simile crystallo: et in medio sedis, et in circuitu sedis quatuor animalia plena oculis ante et retro. Vor dem Throne war ein gläsernes Meer, dem Kristalle¹³ ähnlich, und in der Mitte des Thrones und ringsum den Thron waren vier Wesen voller Augen, vorn und hinten. -Offenbarung Offb 73 4 6 13 Der kristallhelle Fußboden trägt den Thron Gottes. Er versinnbildet den Himmel. [Offb 18,21] wird er wegen seiner Helle und Durchsichtigkeit erwähnt. Er ist dem Kristall ähnlich, also wie von feinstem Glase. -Offenbarung Offb 73 4 7 Et animal primum simile leoni, et secundum animal simile vitulo, et tertium animal habens faciem quasi hominis, et quartum animal simile aquilæ volanti. Das erste Wesen glich einem Löwen, das zweite Wesen glich einem Stiere, das dritte Wesen hatte ein Angesicht wie ein Mensch, und das vierte Wesen glich einem fliegenden Adler.¹⁴ -Offenbarung Offb 73 4 7 14 Die Wesen befinden sich wohl in der Mitte je einer Seite, also in der Mitte und doch rund um den Thron, (Ambros.) das Angesicht dem Beschauer zugewendet. Die Wesen sind Cherube. [Ez 1,5ff] In der Vision erscheinen diese höchsten Geister wie [Ez 1] in der Gestalt der höchsten vier irdischen Geschöpfe: der starke Löwe, der dem Gottesopfer dienende Stier, der hochfliegende Adler, der vernunftbegabte Mensch. (Macht, Gerechtigkeit und Offenbarung, Hoheit und Weisheit, Güte Gottes.) Die Worte [Offb 5,9] sprechen sie mit dem Ältesten zusammen, so dass diese keine Schwierigkeit für die eben gegebene Auslegung bieten. Der Adler hat hier zwar die Flügel ausgebreitet, fliegt aber nicht. -Offenbarung Offb 73 4 8 Et quatuor animalia, singula eorum habebant alas senas: et in circuitu, et intus plena sunt oculis: et requiem non habebant die ac nocte, dicentia: Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus omnipotens, qui erat, et qui est, et qui venturus est. Jedes der vier Wesen hatte sechs Flügel,¹⁵ und außen herum und innen waren sie ganz voll Augen, und sie riefen ohne Ausruhen Tag und Nacht:¹⁶ Heilig, heilig, heilig¹⁷ ist der Herr, Gott, der Allmächtige, der da war, und der da ist, und der da kommen wird! [Jes 6,3] -Offenbarung Offb 73 4 8 15 Die Cherube haben als die Zeugen der göttlichen Gnadengegenwart Flügel, weil der Gott des Heiles von dieser Stätte aus zu den Menschen kommen will. In der Stiftshütte hatten sie zwei gesenkte Flügel, weil dort die Stätte Gottes ist, bei Ezechiel haben sie auch Räder, da sie dort auf die Zeit hindeuten, wo die Stätte des Heiles ihren Lauf über die ganze Erde nehmen soll, bei Johannes ist die Zahl der der Verbindung zwischen Himmel und Erde dienenden Flügel, wie bei [Jes 6,2] auf 6 erhöht, die nach ihrer Haltung Ehrfurcht, Demut und die stets auf Gottes Wink bereite Tätigkeit andeuten. Doch ihr Flug ist kein blinder, sondern die Augen, welche ringsum und an ihren Flügeln inwendig und auswendig bedecken, schauen auf den Thron und auf die Welt, Wachsamkeit und Weisheit verbindend. -Offenbarung Offb 73 4 8 16 Irdisch gesprochen, denn bei Gott gibt es keinen Wechsel. -Offenbarung Offb 73 4 8 17 Der Lobgesang ist bis auf den der Offenbarung entsprechenden Schluss der gleiche wie [Jes 6,2]. Der dreimal heilige, der Herr, der allmächtige Gott, er ist auch der Ewige, der kommen wird. Die Worte stimmen mit der Erscheinung des Thronenden [Offb 5,2ff], wie diese selbst mit seinem eigenen Worte [Offb 1,8] übereinstimmt. -Offenbarung Offb 73 4 9 Et cum darent illa animalia gloriam, et honorem, et benedictionem sedenti super thronum, viventi in sæcula sæculorum, Und wenn¹⁸ die vier Wesen dem, der auf dem Throne sitzt und in alle Ewigkeit lebt,¹⁹ Herrlichkeit, und Ehre, und Dank darbrachten, -Offenbarung Offb 73 4 9 18 So oft. -Offenbarung Offb 73 4 9 19 Ähnlich preisen ihn die Wesen. Daher wird V. 10 diese noch einmal die Ursache des Lobes und den Grund aller Hoffnung und Weissagung einschließende Bezeichnung Gottes wiederholt. -Offenbarung Offb 73 4 10 Procidebant viginti quatuor seniores ante sedentem in throno, et adorabant viventem in sæcula sæculorum, et mittebant coronas suas ante thronum dicentes: so fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Throne saß, und beteten den an, der da lebt in alle Ewigkeit und legten ihre Kronen nieder vor dem Throne,²⁰ und sprachen: -Offenbarung Offb 73 4 10 20 Dreifache Bezeugung der Ehrfurcht: Niederfallen auf das Angesicht in dieser Andacht, Anbetung, dankbare Niederlegung der Kronen vor Gottes Thron. -Offenbarung Offb 73 4 11 Dignus es Domine Deus noster accipere gloriam, et honorem, et virtutem: quia tu creasti omnia, et propter voluntatem tuam erant, et creata sunt. Würdig bist du, Herr, unser Gott, zu nehmen²¹ die Verherrlichung, und die Ehre, und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen,²² und wegen deines Willens waren sie und wurden sie geschaffen.²³ -Offenbarung Offb 73 4 11 21 Nicht allein von uns diese Huldigung entgegenzunehmen, sondern auch dir zu eigen zu nehmen, zur vollen Geltung zu bringen, durch Niederwerfung deiner Feinde und Vollendung deines Reiches. -Offenbarung Offb 73 4 11 22 Das Responsorium der Ältesten, der Vertreter der erlösten Menschheit, führt den in der Lobpreisung der Cherubine begonnenen Gedanken fort: Ja, es ist, wie die Wesen sagen: du bist der lebendige Gott des Heils allezeit, darum bist du auch würdig, die Herrlichkeit und Macht an dich zu nehmen. -Offenbarung Offb 73 4 11 23 Wegen deines Heilswillens, weil du nicht nur das Heil schaffen (wofür die Wesen ihn der Herrlichkeit würdig erkennen), sondern auch durch die Annahme der Herrlichkeit usw. vollenden wolltest, hast du alle Dinge geschaffen. Deshalb steht in V. 11 Macht, statt wie V. 9 Danksagung. Zu dem, wozu Gott so aufgefordert wird, wird in Kap. 5 durch Beschließung der das Ende einleitenden Begebnisse der Anfang gemacht. -Offenbarung Offb 73 5 0 2. Erste Hälfte des zweiten Teiles (5,1 11,14) A. Die sechs ersten Siegelgesichte (5,1 6,17) a. Einleitendes Gesicht (V. 1 14): Der auf dem Throne Sitzende hält ein verschlossenes Buch, das niemand öffnen kann. (V. 3) Den hierüber betrübten Apostel tröstet einer der Ältesten: Denn plötzlich erscheint das Lamm inmitten der Ältesten, wie getötet. (V. 6) Dieses nimmt das Buch und öffnet es unter dem Jubel der vier Wesen und der 24 Ältesten, welche dem Lamme ihre Anbetung darbringen. -Offenbarung Offb 73 5 1 Et vidi in dextera sedentis supra thronum, librum scriptum intus et foris, signatum sigillis septem. Und ich sah auf der Rechten dessen, der auf dem Throne saß, ein Buch,¹ das inwendig und auswendig beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt war.² -Offenbarung Offb 73 5 1 1 Nicht ein Gerichtsbuch, sondern ein Buch, in dem die Schicksale der Welt beschrieben sind. Das Buch ist versiegelt zum Zeichen, dass sein Inhalt bisher unbekannt bleiben sollte und geblieben ist. -Offenbarung Offb 73 5 1 2 Mit sieben Siegeln ist es versiegelt, weil der in ihm beschriebene Inhalt, die Entwicklung des Heilsrates bis zur Vollendung, sich in von Gott bemessener Zeit durch Taten Gottes verwirklichen wird. Wie die sieben Siegel angebracht sind, ist nicht ganz ersichtlich. Nur eines wird gesagt: Die sieben Siegel werden der Reihe nach [Offb 6,1] eröffnet. Besteht das Buch aus sieben Pergamentrollen mit je einem Siegel, oder ist nur ein Pergament, das da, wo es auf das Holz aufgewickelt zu Ende ist, mit sieben Siegeln versehen ist? Das Letztere ist wahrscheinlicher, da der Inhalt des Buches sich aus dem Erbrechen der Siegel darstellt, ohne dass von einer Öffnung der Buchrolle selbst die Rede ist. Das Beschriebensein der Buchrollen auf beiden Seiten zeigt den reichen Inhalt, den die eine, innere Seite nicht zu fassen vermag. -Offenbarung Offb 73 5 2 Et vidi Angelum fortem, prædicantem voce magna: Quis est dignus aperire librum, et solvere signacula ejus? Und ich sah einen gewaltigen Engel,³ der mit mächtiger Stimme ausrief: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen?⁴ -Offenbarung Offb 73 5 2 3 Sein Ruf soll durch die gesamte Schöpfung dringen. -Offenbarung Offb 73 5 2 4 Derjenige, welcher die Siegel wegnimmt, und damit das Buch öffnet, soll zugleich derjenige sein, durch den der Inhalt des Buches, die in ihm beschriebene Sache zum Vollzuge und so auch zur Offenbarung kommt. Nur um eine Mitteilung zu machen, musste das Lamm nicht allein würdig sein, nicht erst gesiegt haben, geschlachtet sein, um einer bloßen Mitteilung willen bricht nicht die gesamte Schöpfung in Jubel aus. Die Würdigkeit ist die Voraussetzung des Könnens und zwar nicht allein der Macht zu öffnen, sondern auch auszuführen. -Offenbarung Offb 73 5 3 Et nemo poterat neque in clo, neque in terra, neque subtus terram aperire librum, neque respicere illum. Und niemand, weder im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde,⁵ vermochte das Buch zu öffnen, noch es einzusehen. -Offenbarung Offb 73 5 3 5 Die gesamte Schöpfung wird, wie [Offb 2,10] in drei große Regionen geteilt: Himmel, Erde, Aufenthalt der abgeschiedenen Seelen. -Offenbarung Offb 73 5 4 Et ego flebam multum, quoniam nemo dignus inventus est aperire librum, nec videre eum. Da weinte ich sehr, weil niemand würdig erfunden wurde, das Buch zu öffnen, noch es einzusehen.⁶ -Offenbarung Offb 73 5 4 6 Der Apostel weint nicht aus Kleinglauben oder weil er fürchtete, dass nun die Mitteilung des Buches nicht statthaben werde. Da ihm [Offb 1,19] und [Offb 4,1] eine Offenbarung über das Ende verheißen, und diese ihm durch Christus zu Teil werden sollte, der zudem im Gesichte neben ihm stand, konnte er nicht schließen, die Offenbarung vermöchte ihm nicht zu Teil zu werden, auch nicht durch den Herrn, der sie verheißen. Der Apostel ist tief ergriffen bei dem Gedanken, wie es um die Welt stünde, wenn der Heilsrat nicht zur Vollendung käme, ja wie traurig es steht, dass die Menschen alle Gott, seinem Heile und seiner Wahrheit so fern sind. -Offenbarung Offb 73 5 5 Et unus de senioribus dixit mihi: Ne fleveris: ecce vicit leo de tribu Juda, radix David, aperire librum, et solvere septem signacula ejus. Aber einer von den Ältesten⁷ sprach zu mir: Weine nicht! Siehe, der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids,⁸ hat gesiegt, das Buch zu öffnen und die sieben Siegel desselben zu lösen. -Offenbarung Offb 73 5 5 7 Einer von denen, welcher den Sieg Christi an sich erfahren und bewährt hatten und die darum die Bedeutung dieses Sieges auch für das Ende erkannten, redet hier, wo der Erlöser und sein Reich in Betracht kommt. -Offenbarung Offb 73 5 5 8 Christus ist der Löwe aus dem Stamme Juda: [Gen 49,9], weil er in seiner heiligsten von Juda stammenden Menschheit als der wahre, von Alters her verheißene Messias siegreich gestritten hat. Wurzel Davids [Jes 11,10] ist er als mit siegreicher Kraft aus der Wurzel Davids aufwachsender Sprössling. Die bloße Anschauung der Person des Überwinders ist so überwältigend für den Ältesten, dass ihm die Schilderung derselben zur Hauptsache wird, und die Eröffnung, dass er das Buch öffnen kann, dahinter zurücktritt. -Offenbarung Offb 73 5 6 Et vidi: et ecce in medio throni et quatuor animalium, et in medio seniorum, Agnum stantem tamquam occisum, habentem cornua septem, et oculos septem: qui sunt septem spiritus Dei, missi in omnem terram. Und ich schaute, und siehe, inmitten des Thrones und der vier lebenden Wesen und inmitten der Ältesten⁹ stand ein Lamm¹⁰ wie getötet,¹¹ und es hatte sieben Hörner und sieben Augen, dies sind die Geister Gottes, welche ausgesandt sind in alle Lande.¹² -Offenbarung Offb 73 5 6 9 Das doppelte inmitten bezeichnet in hebräischer Weise die beiden Grenzen, innerhalb deren das Lamm steht, den Raum, dessen Mittelpunkt der Thron mit den vier Wesen ist, und welcher nach außen durch den Kreis der Ältesten umschlossen wird. Damit wird die Erhabenheit des Lammes über alle Geschöpfe und seine Teilnahme an der göttlichen Weltregierung angedeutet. Von der Stellung des Lammes zum gläsernen Meere ist hier keine Erwähnung getan. -Offenbarung Offb 73 5 6 10 Ein gewaltiger Löwe ist angekündigt, ein Lämmlein (so nach dem Griech.) erscheint. -Offenbarung Offb 73 5 6 11 Es erscheint als solches, dessen Wundmale das einstmalige Geschlachtetsein erkennen lassen. (Andr. Caesar.) So hatte einst Isaias den Messias im Gesichte geschaut [Jes 53,6], so der Täufer ihn vor sich gesehen. [Joh 1,29.36] Die Wundmale hat der Herr zur Freude der Erlösten und zum Schrecken seiner Feinde behalten, ist ihm doch für das Todesleiden die Gewalt gegeben, das Buch zu öffnen, das Gericht über die Menschen zu halten, die Seinigen in die Seligkeit einzuführen, kurz, alle Gewalt im Himmel und auf Erden. [Mt 28,18] -Offenbarung Offb 73 5 6 12 Die sieben Hörner sind das Symbol seiner vollkommenen Macht; die sieben Augen sind der Heil. Geist (Beda), der nach [Offb 3,1] Christus, nach [Offb 4,5] dem Vater zugehört und auf die ganze Welt ausgesendet wird, zu allen Zeiten die Kirche zu erleuchten, zu heiligen und zu leiten. Kraft der Symbole der Augen wird der Geist als alles durchschauend bezeichnet. Es sind sieben Hörner, um dadurch auf die Aufgabe derselben hinzuweisen, die Kirche zu schützen, deren Repräsentanten die sieben Gemeinden sind. -Offenbarung Offb 73 5 7 Et venit: et accepit de dextera sedentis in throno librum. Und es kam, und nahm¹³ das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Throne saß. -Offenbarung Offb 73 5 7 13 Nehmen passt wegen des Zusammenhanges, der sie über alle Geschöpfe hervorragende Herrlichkeit des Lammes hervorhebt, besser als empfangen, was seine Unterordnung unter Gott ausdrücken würde. Das Lamm kann das Buch aus dem V. 5 angeführten Grunde nehmen. -Offenbarung Offb 73 5 8 Et cum aperuisset librum, quatuor animalia, et viginti quatuor seniores ceciderunt coram Agno, habentes singuli citharas, et phialas aureas plenas odoramentorum, quæ sunt orationes sanctorum: Und als es das Buch geöffnet hatte, fielen die vier lebenden Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamme,¹⁴ jeder eine Harfe¹⁵ und goldene Schalen¹⁶ voll Rauchwerks haltend, welches die Gebete der Heiligen sind.¹⁷ -Offenbarung Offb 73 5 8 14 Nach [Offb 6,1] öffnete das Lamm die Siegel der Reihe nach, so das Buch erschließend. Es ist also hier der angefangene Akt gemeint. Die 24 Ältesten fallen nieder, sobald sie sehen, dass das Lamm die Siegel lösen kann und bereits das erste zu lösen sich anschickt. Wie in [Offb 4] ein Wechsellobgesang Gott dargebracht ist, so hier dem Lamme, vor dem sich die vier Wesen und die Ältesten anbetend (vergl. V. 13 und [Offb 22,1]) niederwerfen. Auf den Lobgesang respondieren die Engelscharen (V. 12), und alle Geschöpfe nehmen denselben so auf, dass dem auf dem Throne Sitzenden und dem Lamme zugleich das am Schlusse gleichsam zusammengefasste Loblied erklingt, bis es in dem Amen der vier Wesen verklingt, welche das Lob des thronenden Gottes [Offb 4,8] und mit den Ältesten zugleich [Offb 5,9] das Lob des Lammes angestimmt hatten. Die 24 Ältesten wieder pflichten demselben durch ihr Niederfallen bei. So kehrt der Kreislauf in seinen Anfang zurück und nichts in der heiligen Gemeinde bleibt ohne Beteiligung an seinem Orte: Von den am Throne, der Stätte der göttlichen Gnadengegenwart, stehenden Cherubim geht der Preis aus, dringt vom Himmel auf die Erde, und kehrt, nachdem kein Mund schweigend geblieben, zur ewigen Gnadenstätte zurück. -Offenbarung Offb 73 5 8 15 Jeder der Ältesten. -Offenbarung Offb 73 5 8 16 Die mit Räucherwerk gefüllten Schalen haben eine der Zither entsprechende symbolische Bedeutung. Das Räucherwerk ist Symbol des Gebetes, teils wegen des Aufsteigens (Andacht), teils wegen des lieblichen Wohlgeruches, der gleichsam die Erhörung verbürgt. Welcher Art die Gebete sind, ob Bittgebete, wird nicht gesagt. -Offenbarung Offb 73 5 8 17 Die Heiligen sind die Christen. -Offenbarung Offb 73 5 9 Et cantabant canticum novum, dicentes: Dignus es Domine accipere librum, et aperire signacula ejus: quoniam occisus es, et redemisti nos Deo in sanguine tuo ex omni tribu, et lingua, et populo, et natione: Und sie sangen ein neues Lied¹⁸ und sprachen: Würdig bist du, Herr! das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest getötet und hast uns¹⁹ Gott mit deinem Blute erkauft²⁰ aus allen Stämmen, und Sprachen, und Völkern, und Nationen,²¹ -Offenbarung Offb 73 5 9 18 Die neue Gnadentat ist die Enthüllung des göttlichen Endrates zunächst durch Weissagung, alsdann mit der Tat. Nach anderen galt der erste Lobgesang dem Schöpfer, gilt der andere dem Erlöser. -Offenbarung Offb 73 5 9 19 Herr und uns fehlen im Griech. -Offenbarung Offb 73 5 9 20 Aus dem Machtbereich des Feindes. Die Engel schließen sich den Ältesten an. -Offenbarung Offb 73 5 9 21 Die Vierzahl bedeutet die Universalität. -Offenbarung Offb 73 5 10 Et fecisti nos Deo nostro regnum, et sacerdotes: et regnabimus super terram. und hast uns unserm Gott zu einem Königtume und zu Priestern gemacht; und wir werden herrschen auf der Erde.²² -Offenbarung Offb 73 5 10 22 In Gottes Reich als Priester und Könige. Inwiefern die Erlösten schon jetzt Könige sind, siehe [Offb 20,4ff], wie auf der neuen Erde [Offb 21]. Könige sind sie dem äußeren Stande, Priester der inneren Würde nach. (Thom.) Auf Erden herrschen die Christen, indem sie über das Fleisch, die Welt und den Teufel siegen, im Himmel aber herrschen sie mit Christus. -Offenbarung Offb 73 5 11 Et vidi, et audivi vocem Angelorum multorum in circuitu throni, et animalium, et seniorum: et erat numerus eorum millia millium, Und ich schaute und hörte die Stimme vieler Engel²³ rings um den Thron her, und um die Wesen und die Ältesten; ihre Zahl war tausendmal tausend;²⁴ -Offenbarung Offb 73 5 11 23 Die Engel nahmen Anteil an allem, was die Menschen angeht [Lk 5,7.10] (Thom.) Der Kreis der Vision erweitert sich, indem jetzt die Engel in den Lobgesang einfallen. Sie bilden den weitesten Kreis um den Thron Gottes, so dass die Erlösten demselben näher sind. Vergl. [Hebr 2,5ff] -Offenbarung Offb 73 5 11 24 Eigentlich Zehntausende von Zehntausenden und Tausende von Tausenden. Die Unbestimmtheit zeigt die Unzählbarkeit an. Die erste Zahl reichte noch nicht aus, daher häuft er sie noch. [Dan 7,10] ist die umgekehrte Ordnung in der Zahlenangabe. -Offenbarung Offb 73 5 12 Dicentium voce magna: Dignus est Agnus, qui occisus est, accipere virtutem, et divinitatem, et sapientiam, et fortitudinem, et honorem, et gloriam, et benedictionem. und sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das getötet worden ist, zu empfangen²⁵ die Macht, und Gottheit, und Weisheit, und Stärke, und Ehre, und Herrlichkeit und Lobpreisung.²⁶ -Offenbarung Offb 73 5 12 25 Das Nehmen des V. 9 wird in anderer Weise wieder aufgenommen: Das Lamm ist würdig von allen Menschen in seiner Macht gepriesen zu werden. -Offenbarung Offb 73 5 12 26 Die sieben Ausdrücke werden im Griech. durch einen vorgestellten Artikel gleichsam zu einer Gesamtvorstellung verbunden. Die Siebenzahl deutet das Vollmaß an. Da es sich um das Lob des Lammes handelt, stehen Macht, Reichtum (so das Griech.; der lat. Text hat wohl durch einen Schreibfehler divinitatem, statt divitias), Weisheit, Macht voran. Vergl. [Offb 4,11] und [Offb 7,12]. -Offenbarung Offb 73 5 13 Et omnem creaturam, quæ in clo est, et super terram, et sub terra, et quæ sunt in mari, et quæ in eo: omnes audivi dicentes: Sedenti in throno, et Agno: benedictio, et honor, et gloria, et potestas in sæcula sæculorum. Und alle Geschöpfe,²⁷ die im Himmel und auf Erden sind und unter der Erde und auf dem Meere und in demselben,²⁸ alle hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme sei der Preis und die Ehre, und die Herrlichkeit, und die Macht in alle Ewigkeit!²⁹ -Offenbarung Offb 73 5 13 27 In V. 3, wo von den vernunftbegabten Wesen die Rede war, wurden die Geschöpfe nach drei Orten geteilt, hier stimmt die gesamte Schöpfung (die Vierzahl, indem, wie [Ex 20,4], das Meer besonders aufgeführt wird) ein, und die Lobgesänge [Offb 4, Offb 5] schließen sich in einen gewaltigen Einklang zusammen. -Offenbarung Offb 73 5 13 28 Im Griech. steht der Plural, werden alle die vier Teile der Geschöpfe wieder zusammengefasst. -Offenbarung Offb 73 5 13 29 Die vier Momente der Lobpreisung entsprechen der vierfachen Gliederung der Gesamtschöpfung. -Offenbarung Offb 73 5 14 Et quatuor animalia dicebant: Amen. Et viginti quatuor seniores ceciderunt in facies suas: et adoraverunt viventem in sæcula sæculorum. Und die vier Wesen sprachen: Amen!³⁰ Und die vierundzwanzig Ältesten fielen auf ihr Angesicht nieder und beteten den an, der in alle Ewigkeit lebt.³¹ -Offenbarung Offb 73 5 14 30 Als höchste Engel bestätigen sie den Lobpreis. -Offenbarung Offb 73 5 14 31 Nach dem Amen bleibt dem Ältesten nichts mehr als stumme Anbetung, welche sie Gott und dem Lamme (vergl. V. 13) darbringen. -Offenbarung Offb 73 6 0 b. Das Lamm öffnet die ersten vier Siegel (6,1 8): Es gehen der Reihe nach hervor: ein Reiter auf weißem Rosse, um zu siegen (V. 2), ein Reiter auf feuerrotem Rosse, um der Erde den Frieden zu rauben (V. 4), ein Reiter auf schwarzem Rosse, um die Erde mit Hunger heimzusuchen (V. 6), ein Reiter auf fahlem Rosse, um vier Teile der Erde durch Schwert, Hunger und Sterben zu töten. (V. 8) c. Eröffnung des fünften und sechsten Siegels. (V. 9 17) Nach der Öffnung des fünften Siegels bitten die Märtyrer Gott um Bestrafung ihrer Verfolger. (V. 11) Nach der Öffnung des sechsten Siegels entsteht ein großes Erdbeben und es erscheinen große Zeichen am Himmel, während die Erde voller Schrecken ist: der große Tag des Zornes Gottes und des Lammes ist gekommen. -Offenbarung Offb 73 6 1 Et vidi quod aperuisset Agnus unum de septem sigillis, et audivi unum de quatuor animalibus, dicens, tamquam vocem tonitrui: Veni, et vide. Und ich sah, dass das Lamm eines von den sieben Siegeln¹ geöffnet hatte, und ich hörte eines der vier Wesen² wie mit Donnerstimme³ sprechen: Komm⁴ und siehe! -Offenbarung Offb 73 6 1 1 Wie die sieben Sendschreiben in 3 und 4 geschieden waren, so zerfallen diese sieben Siegel in 4 und 3. Die Zusammengehörigkeit der ersten vier Siegel zeigt sich darin, dass bei ihrer Öffnung allegorische Figuren erscheinen. Vier Reiter auf verschiedenartigen Rossen, in den drei letzten Siegeln aber Vorgänge nicht allegorischer Art geschildert werden. Außerdem sind jene vier ersten Siegel in gewisse Beziehung zu den vier Wesen gesetzt, welche den Thron Gottes umgeben [Offb 4,6ff], indem jedesmal, so oft ein Siegel geöffnet wird, eines der Wesen zu Johannes spricht: Komm. Das Gesicht von den Reitern erinnert an [Sach 1,7.17] die Aussendung von vier Reitern durch den Engel des Herrn, sowie an die Vision von der Waage. [Sach 6,1-8] So ziehen hier des Herrn Boten Sieg, Krieg, Teuerung, Tod, die Vorläufer der gewaltigsten Gerichte des Herrn [Mt 24,8] aus, die ganze irdische Welt heimzusuchen. Der äußere Zustand am Anfange des Endes, und zwar sofern dieser in Gottes Hand seinem Reiche dient, wird hier in Bildern dargestellt. Die symbolische Siebenzahl bedingt für das in sie Gefasste eine Entwicklung in der Zeit. Damit ist nicht gesagt, dass nicht im einzelnen gewisse Momente gleichzeitig in die Erscheinung treten können, z. B. das zweite und das erste Siegel. Darüber, wie lange Zeit das in den Gesichten der sieben Engel Geweissagte zu seiner Vollendung brauchen wird, ist nichts gesagt. -Offenbarung Offb 73 6 1 2 Welches Wesen, wird nicht gesagt; es ist wohl aber das erste, der Löwe. [Offb 4,7] -Offenbarung Offb 73 6 1 3 Die Donnerstimme gehört allen vier Wesen zu und wird der Kürze halber nur bei dem Ersten erwähnt. -Offenbarung Offb 73 6 1 4 Der Befehl: Komm, ergeht wohl an Johannes (im Griech. fehlt: und sieh), denn die nun folgenden Ereignisse oder das erscheinende Ross kommen nicht auf den Befehl des Cherub, sondern das Lamm ist der Enthüller. Johannes soll dem Inhalte der folgenden Gesichte geistig nahetreten. -Offenbarung Offb 73 6 2 Et vidi: et ecce equus albus, et qui sedebat super illum habebat arcum, et data est ei corona, et exivit vincens ut vinceret. Und ich schaute, und siehe, ein weißes Ross,⁵ und der darauf saß, hatte einen Bogen,⁶ und es ward ihm eine Krone gegeben, und er zog als Sieger aus, um zu siegen.⁷ -Offenbarung Offb 73 6 2 5 Das Ross ist ein Streittier. [Ijob 39,11ff] Das weiße Ross ist eine Auszeichnung der Sieger. -Offenbarung Offb 73 6 2 6 Der Bogen erreicht den Feind weithin. -Offenbarung Offb 73 6 2 7 Schon bei seinem Auszuge mit dem Siegeskranze geschmückt will er von Sieg zu Sieg eilen. (Um zu siegen: Hebraism.) Wer ist der Reiter? Nicht Christus in eigener Person. Anderenfalls wird die Harmonie des Bildes zerstört, da Christus wohl zugleich als Lamm und als Menschensohn auftreten kann, aber nicht zugleich das Lamm sein, das die Siegel des Buche öffnet, und der Reiter, der aus dem Buche hervorgeht. Auch wäre es merkwürdig, dass dann die Erscheinung Christi vor der der drei anderen stattfände, d. i. dass der Messias vor den messianischen Wesen kommt. Zudem kommt Christus doch erst [Offb 19,11] vom Himmel herab. Es ist also nach [Mt 24,7ff] der siegreiche Gang des Evangeliums durch die Welt zu verstehen. (Viktor, Primas.) Auf weißem Rosse kommt deshalb auch der zum Gerichte wiederkehrende Christus. -Offenbarung Offb 73 6 3 Et cum aperuisset sigillum secundum, audivi secundum animal, dicens: Veni, et vide. Und als es das zweite Siegel geöffnet, hörte ich das zweite Wesen sagen: Komm und siehe! -Offenbarung Offb 73 6 4 Et exivit alius equus rufus: et qui sedebat super illum, datum est ei ut sumeret pacem de terra, et ut invicem se interficiant, et datus est ei gladius magnus. Und ein anderes Ross zog aus, feuerrot,⁸ und dem, der darauf saß, wurde verliehen, den Frieden von der Erde wegzunehmen, und sie einander morden zu lassen, und es ward ihm ein großes Schwert gegeben. -Offenbarung Offb 73 6 4 8 Die Farbe deutet auf Blutvergießen, also Krieg. Der Friede wird von der Erde genommen, die Welt erschüttert, die Ankunft des Herrn vorbereitet. [Mt 24,7] -Offenbarung Offb 73 6 5 Et cum aperuisset sigillum tertium, audivi tertium animal, dicens: Veni, et vide. Et ecce equus niger: et qui sedebat super illum, habebat stateram in manu sua. Und als es das dritte Siegel geöffnet, hörte ich das dritte Wesen sagen: Komm und siehe! Und siehe, ein schwarzes⁹ Ross, und der darauf saß, hielt eine Waage in seiner Hand. -Offenbarung Offb 73 6 5 9 Die schwarze Farbe ist ein Anzeichen, dass sie in derselben erscheinende Gestalt eine Plage vorstellt, ein Diener des göttlichen Gerichtes ist. Durch das Abwägen des sonst abgemessenen Getreides wird die Teuerung vorgestellt. Vergl. [Lev 26,26, Ez 4,10.16] -Offenbarung Offb 73 6 6 Et audivi tamquam vocem in medio quatuor animalium dicentium: Bilibris tritici denario, et tres bilibres hordei denario, et vinum, et oleum ne læseris. Und ich hörte wie eine Stimme¹⁰ aus der Mitte der vier Wesen sagen: Ein Maß Weizen um einen Denar,¹¹ und drei Maß Gerste um einen Denar; das Öl aber und den Wein schädige nicht!¹² -Offenbarung Offb 73 6 6 10 Dem Seher bleibt die Person unbekannt, von welcher die Stimme ausgeht. Der Ruf erschallt inmitten der Repräsentanten der Geschöpfe, die von der Plage betroffen werden. -Offenbarung Offb 73 6 6 11 Das hier angegebene Maß, 552 Gr. an Gewicht, war dasjenige, das man auf einen Menschen täglich rechnet. Der Denar, der damals übliche Tagelohn, sollte der Preis für zwölf Maß Weizen sein (denen bei den Armen drei Maß Gerste entsprachen.) Nur mit Mühe werden also selbst kräftige Männer ihr Leben fristen können. Der gewöhnliche Preis für zwölf Maß Weizen war damals ein Denar, für zwölf Maß Gerste ein halber Denar. (Cicero Berres III.) -Offenbarung Offb 73 6 6 12 Dem Reiter wird genau die Grenze der von dem Herrn verhängten Plage vorgeschrieben. Dass Öl und Wein verschont bleiben, ist allerdings eine Milderung der Teuerung, doch wird gerade dadurch die Prüfung eine schwerere. -Offenbarung Offb 73 6 7 Et cum aperuisset sigillum quartum, audivi vocem quarti animalis dicentis: Veni, et vide. Und als es das vierte Siegel geöffnet hatte, hörte ich die Stimme des vierten Wesens sagen: Komm und siehe! -Offenbarung Offb 73 6 8 Et ecce equus pallidus: et qui sedebat super eum, nomen illi Mors, et infernus sequebatur eum, et data est illi potestas super quatuor partes terræ, interficere gladio, fame, et morte, et bestiis terræ. Und siehe, ein fahles Ross, und der auf demselben saß, heißt Tod, und das Totenreich folgte ihm;¹³ und es ward ihm Macht gegeben über vier Teile der Erde,¹⁴ zu töten durch Schwert, durch Hunger und durch Pest und durch die wilden Tiere der Erde.¹⁵ -Offenbarung Offb 73 6 8 13 Die grüngelbliche Farbe ist das Fahl der Leiche. Der Tod ist der Herr über alle die Todesgefahren, welche nachher aufgezählt werden. Die Unterwelt folgt ihm gleichsam als sein Diener, um die von demselben Getöteten aufzunehmen; darum hat er auch kein eigentliches Pferd, da der Tod das eigentliche Werk zu verrichte hat. -Offenbarung Offb 73 6 8 14 Nach dem Griech.: Der vierte Teil, weil nachher unter den Posaunen [Offb 8,9] der dritte Teil, und weiterhin schließlich das Ganze dem Tode übergeben wird. Wie unter dem dritten Siegel die Teuerung noch beschränkt wird, so hier der Tod. -Offenbarung Offb 73 6 8 15 Zur Ausführung seines Auftrages werden dem Tode vier Mittel angewiesen. Vergl. [Ez 14,21]. Nach der Vulgata soll der Tod über die ganze Erde hin nach allen Seiten in dem angegebenen Maße wüten. -Offenbarung Offb 73 6 9 Et cum aperuisset sigillum quintum: vidi subtus altare animas interfectorum propter verbum Dei, et propter testimonium, quod habebant. Und als es das fünfte Siegel geöffnet hatte,¹⁶ sah ich unter dem Altare die Seelen¹⁷ derjenigen, die um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, an welchem sie hielten,¹⁸ getötet wurden. -Offenbarung Offb 73 6 9 16 Das fünfte Siegelgesicht tritt aus der Reihe der bisherigen heraus. Kein Wesen verkündet es, kein Reiter erscheint in ihm; statt dessen erblickt der heil. Johannes unter dem Brandopferaltar die Seelen der Getöteten. Dass hier von einem Altar die Rede ist, der in [Offb 4, Offb 5] noch nicht erwähnt ward, hat zum Grunde, dass die einzelnen Dinge in das Gesicht und damit in die Beschreibung immer erst dann eintreten, wenn sie in den Gesichtsvorgängen eine Stelle einnehmen, wie hier der Altar, später die Bundeslade und der Tempel. -Offenbarung Offb 73 6 9 17 Wie das Blut der Opfertiere, in dem das Leben (die Seele) am Fuße des Altares ausgegossen ward, so hier die Seelen der Märtyrer. Es sind wohl die Seelen aller Blutzeugen von Abel an bis zur Zeit dieser Vision. Die Seelen sind zwar keine Leiber, mussten aber, so gut wie die sieben Geister, sichtbar werden, damit der heil. Johannes sie schauen konnte. Waren sie sichtbar, so konnten sie auch Kleider erhalten. Auf dieser Stelle beruht der Gebrauch der Kirche, Reliquien in die Altäre niederzulegen und unter denselben aufzubewahren. -Offenbarung Offb 73 6 9 18 Das Zeugnis ist, wie das Wort Gottes, objektiver Besitz der Gläubigen. Es ist das Zeugnis, welches Jesus in seiner gesamten Verkündigung abgelegt hat, an dem sie festgehalten. Vergl. [Joh 14,21], das sie also auch für den Herrn abgelegt haben. -Offenbarung Offb 73 6 10 Et clamabant voce magna, dicentes: Usquequo Domine, (sanctus, et verus) non judicas, et non vindicas sanguinem nostrum de iis, qui habitant in terra? Und sie¹⁹ riefen mit lauter Stimme²⁰ und sprachen: Wie lange, o Herr!²¹ (du Heiliger und Wahrhaftiger)²² richtest du nicht und rächest nicht unser Blut an den Bewohnern der Erde?²³ -Offenbarung Offb 73 6 10 19 Die Geschlachteten. -Offenbarung Offb 73 6 10 20 Mit heftigem Verlangen. (Greg.) Ihr Eifer entspricht der Gerechtigkeit, nicht dem Wunsche nach Rache, hat seinem Quell in dem Wunsche, dass Gottes Reich zu allen komme. (Aug.) -Offenbarung Offb 73 6 10 21 Dessen Diener und Werkzeuge wir im Leben waren. -Offenbarung Offb 73 6 10 22 Als Heiliger kann er das Böse nicht ungestraft lassen, als Wahrhaftiger, in seinen Zusagen zuverlässiger Herr, wird er sich als den rechten Herrn erweisen, sich seiner Diener annehmen. -Offenbarung Offb 73 6 10 23 Das Opfer der Märtyrer ist schon vollbracht, doch fehlt noch etwas: noch hat der Gott des Bundes sich nicht an seinen und ihren Feinden heilig erwiesen. (Beda.) Versündigungen, wie die Verfolgung der Bekenner Christi, heben moralisch die Bedeutung Gottes als des Herrschers der Welt auf. Aus dieser Stelle folgt u. a., dass die Heiligen im Himmel nicht über die Dinge auf Erden von Gott in Unwissenheit gelassen werden. -Offenbarung Offb 73 6 11 Et datæ sunt illis singulæ stolæ albæ: et dictum est illis ut requiescerent adhuc tempus modicum donec compleantur conservi eorum, et fratres eorum, qui interficiendi sunt sicut et illi. Und es ward ihnen, einem jeden, ein weißes Kleid gegeben;²⁴ und es ward ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit ruhen möchten,²⁵ bis die Zahl ihrer Mitknechte und Brüder erfüllt würde, die noch getötet werden sollten, eben so wie sie.²⁶ -Offenbarung Offb 73 6 11 24 Sie haben auch die Beschleunigung des Tages des Gerichtes und der Auferstehung erbeten. Es wird ihnen ein weißes Kleid gegeben, als Zeichen der Unschuld und Seligkeit, welche alle Überwinder haben, wenn sie in den Himmel eingehen. Während aber die Ältesten auch Kronen haben, empfangen die Märtyrer keine Kronen, weil sie dargestellt werden nach dem, was sie derzeit im Himmel sind, nicht nach dem, was sie in der Vollendung sein werden, auf die sie noch warten müssen. Nicht dass die Seligkeit der anderen Heiligen dem Wesen nach nicht dieselbe wäre, noch dass diese Seligkeit mit dem Tage des Gerichtes aufhörte, sondern sie erfährt alsdann eine Wandlung, eine Vollendung. (Bened. XII.) -Offenbarung Offb 73 6 11 25 Sie sollen von den Mühen, welche sie auf Erden bis in den Tod getragen, Ruhe haben und sich an dieser Ruhe noch eine Weile genügen lassen. Nicht als ob sie in Gott ruhten, ohne eine Tätigkeit gegen die Welt zu üben, oder sich gar in bewusstlosem Zustande befänden, sondern sie sind in lebensvoller Gemeinschaft mit Gott. Aus diesem Verse stammt wohl die Gewohnheit der Kirche, den abgeschiedenen Gläubigen die ewige Ruhe zu wünschen. -Offenbarung Offb 73 6 11 26 Nach der Erfüllung des V. 8 Angekündigten folgt also das Endgericht noch nicht unmittelbar. V. 11 verheißt das Eintreten desselben als gewiss. Die kurze Zeit wird näher bestimmt: bis die zukünftigen Märtyrer ihrer bestimmten Zahl nach den Tod erlitten. -Offenbarung Offb 73 6 12 Et vidi cum aperuisset sigillum sextum: et ecce terræmotus magnus factus est, et sol factus est niger tamquam saccus cilicinus: et luna tota facta est sicut sanguis: Und ich sah, als es das sechste Siegel geöffnet hatte; siehe, da entstand ein großes Erdbeben,²⁷ die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack,²⁸ und der ganze Mond ward wie Blut;²⁹ -Offenbarung Offb 73 6 12 27 Vorzeichen des letzten Gerichtes [Mt 24,8, Mk 13,9], die zur Bekehrung rufen soll. Während das hier erwähnte Erdbeben groß ist, ist das Erdbeben [Offb 16,18] so groß, wie nie eines gewesen. -Offenbarung Offb 73 6 12 28 Säcke und Mäntel aus grobem Zeuge wurden namentlich von Trauernden und Büßenden [Mt 11,21, Offb 11,3] getragen. Die Sonne wird schwarz wie ein aus schwarzen Haaren gewebtes Zeugstück, verfinstert sich. -Offenbarung Offb 73 6 12 29 Diese Erscheinung tritt ein, wenn eine Mondfinsternis stattgehabt hat. Ähnliche Erscheinungen an Sonne und Mond [Offb 8,12]. Hier ist also nur von vorübergehenden Erschütterungen die Rede, anders als an der soeben angeführten Stelle. -Offenbarung Offb 73 6 13 Et stellæ de clo ceciderunt super terram, sicut ficus emittit grossos suos cum a vento magno movetur. und die Sterne fielen vom Himmel auf die Erde, wie der Feigenbaum seine unzeitigen Feigen fallen lässt, wenn er von starkem Winde geschüttelt wird.³⁰ -Offenbarung Offb 73 6 13 30 Das Bild erinnert an Nahum [Offb 3,12], und der ganze Vers an [Jes 34,4]. Unreife Feigen fallen vor der Zeit, so könnte die Erde wie zur Zeit Noes ihrer natürlichen Beschaffenheit nach noch bestehen bleiben. -Offenbarung Offb 73 6 14 Et clum recessit sicut liber involutus: et omnis mons, et insulæ de locis suis motæ sunt: Und der Himmel wich zurück wie ein Buch, das man zusammenrollt,³¹ und alle Berge und Inseln wurden von ihrer Stätte gerückt.³² -Offenbarung Offb 73 6 14 31 Der Himmel wich in weiterer Ferne zurück und ward so kleiner wie eine zusammengelegte Buchrolle. Die Vernichtung folgt erst [Offb 20,11]. Es handelt sich hier um Erscheinungen, welche den Weltuntergang von fern ankündigen. -Offenbarung Offb 73 6 14 32 Die erste Erscheinung zeigte sich an der Erde, die folgenden am Himmel, mit dieser kehrt die Schilderung zur Erde zurück, die vom Erdbeben geschüttelt wird. Die Inseln werden mit den Bergen verbunden, weil sie gleichsam die Berge des vom Meere bedeckten Landes sind. -Offenbarung Offb 73 6 15 Et reges terræ, et principes, et tribuni, et divites, et fortes, et omnis servus, et liber absconderunt se in speluncis, et in petris montium: Und die Könige der Erde, und die Fürsten, und die Heerführer, und die Reichen, und die Mächtigen, und alle Knechte und alle Freien³³ verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge,³⁴ -Offenbarung Offb 73 6 15 33 Sieben Stände werden aufgezählt, um die Allgemeinheit auszudrücken. Keinerlei irdische Größe und Macht kann Schutz gewähren, die Könige teilen die Angst mit den niedrigsten Sklaven. -Offenbarung Offb 73 6 15 34 Vergl. [Jes 2,10.19]. Die Menschen, welche alsdann auf Erden leben werden, sind in laodicentischer Gesinnung abgefallene Massen der getauften Völker. Wenn sie auch nicht glauben, kennen sie doch das Christentum und vermuten jetzt dessen Wahrheit. Sie erkennen, dass die vorausgehenden Ereignisse ihnen das Gericht künden. -Offenbarung Offb 73 6 16 Et dicunt montibus, et petris: Cadite super nos, et abscondite nos a facie sedentis super thronum, et ab ira Agni: und sie sprechen zu den Bergen und den Felsen:³⁵ Fallet über uns, und bedecket uns vor dem Angesichte dessen, der auf dem Throne sitzt, und vor dem Zorne des Lammes! [Jes 2,19 (korr.Jes 2,17Jes 2,19; vgl. Allioli 1839), Lk 23,30] -Offenbarung Offb 73 6 16 35 In ihrer Furcht halten sie die Vorzeichen des Endes für dieses selbst; doch so wenig die Berge hier über sie fallen, sie zu töten und vor dem Gerichte des Lammes zu bewahren, so wenig ist dies bereits das Ende. -Offenbarung Offb 73 6 17 Quoniam venit dies magnus iræ ipsorum: et quis poterit stare? Denn gekommen ist³⁶ der große Tag ihres Zornes; und wer wird bestehen können?³⁷ -Offenbarung Offb 73 6 17 36 Steht bevor. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 6 17 37 Die Antwort auf die Frage gibt das nächste Kapitel. Die Siegelgesichte sollen den Anfang des Endes angeben. Eine Ausnahme macht nur das siebente Gesicht, welches das Ende selbst in seiner Entfaltung bringt und darum sich in die Posaunen entfaltet. Dass es sich um den Anfang des Endes handelte, hebt besonders das fünfte hervor. -Offenbarung Offb 73 7 0 B. Zwei Zwischengesichte: (V. 1 17) Bevor das siebente Siegel gelöst wird, werden die Diener Gottes mit seinem Zeichen bezeichnet (V. 8) und die zukünftige Glückseligkeit der Auserwählten beschrieben. -Offenbarung Offb 73 7 1 Post hæc vidi quatuor Angelos stantes super quatuor angulos terræ, tenentes quatuor ventos terræ ne flarent super terram, neque super mare, neque in ullam arborem. Nach diesem sah ich¹ vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde; diese hielten die vier Winde der Erde,² damit sie nicht auf Erden oder auf dem Meer, noch über einen Baum wehten.³ -Offenbarung Offb 73 7 1 1 Die Eröffnung des siebenten und letzten Siegels gehen zwei selbständige Visionen voraus: [Offb 7,1-8] und [Offb 7,9-17], die erste auf Erden, die zweite im Himmel. Beide geben Antwort auf die Frage, mit der die Vision des letzten Siegels schloss: Wer kann bestehen? Und dienen so als Einleitung in die Eröffnung des siebenten und letzten Siegels. -Offenbarung Offb 73 7 1 2 Die Vierzahl der Engel entspricht der Vierzahl der Ecken der Erde, welche wohl dabei als Fläche gedacht wird. Es sind vier bestimmte Engel, welche die Winde halten, bereit sie loszulassen, sobald das Vorhaben des schon aufsteigenden anderen Engels (V. 2ff) ausgeführt ist. Das Wehen der Winde bedeutet Gericht und da es vier sind, allgemeines Gericht über die ganze Erde. -Offenbarung Offb 73 7 1 3 Die Bäume werden hervorgehoben, weil ein Sturm diese vor anderen Gegenständen trifft. Der Sturm ist das schließliche Verderben des Gerichtes, das aus der Öffnung des siebenten Siegels über die Welt kommen soll. Dieses Siegel wird [Offb 8,1] geöffnet und bringt dann nicht wie die übrigen eine einzelne verderbliche Erscheinung, sondern sich zur Posaune entfaltend eine Reihe von über die Welt ergehenden Gerichten, welche durch den gemeinsamen Zweck, das Weltgericht herbeizuführen, sich zu einem die Welt vernichtenden Sturme vereinigen. Die Endgerichte (von [Offb 8,1] an) werden hier [Offb 7,1] als ein Sturm dargestellt, weil es darauf ankam, alles mit Eröffnung des siebenten Siegels über die Welt Kommende als einen Akt der Zerstörung und Vernichtung zu begreifen, von [Offb 8,1ff] ab aber in einer Reihe anderer Gesichte dargestellt, weil es sich dort darum handelt, das mit Öffnung des siebenten Siegels über die Welt Kommende nach seinen einzelnen Momenten auseinanderzulegen. -Offenbarung Offb 73 7 2 Et vidi alterum Angelum ascendentem ab ortu solis, habentem signum Dei vivi: et clamavit voce magna quatuor Angelis, quibus datum est nocere terræ, et mari, Und ich sah einen anderen Engel⁴ von Sonnenaufgang emporsteigen, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme⁵ den vier Engeln zu, denen Macht gegeben war, die Erde und das Meer zu schädigen, -Offenbarung Offb 73 7 2 4 Ein anderer als die vier Genannten. Es ist nur ein Engel (nicht wie einige wollen, Christus), wie aus V. 3 erhellt. Während Johannes die vier anderen Engel bereits an ihren Plätzen erblickte, will der jetzt auftretende Engel erst in die Handlung eingreifen. Der Engel, welcher kommt, eine segensreiche, ewiges Leben gewährende Aufgabe zu erfüllen, steigt von der Seite auf, von welcher durch die irdische Sonne Licht und Leben gebracht wird. -Offenbarung Offb 73 7 2 5 Der Ruf soll bis zu den Enden der Erde dringen, wo die Engel stehen. -Offenbarung Offb 73 7 3 Dicens: Nolite nocere terræ, et mari, neque arboribus, quoadusque signemus servos Dei nostri in frontibus eorum. und sprach: Schädiget nicht⁶ die Erde, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Diener unsers Gottes⁷ auf ihren Stirnen besiegelt haben!⁸ -Offenbarung Offb 73 7 3 6 Durch das Loslassen der Winde. Wenn aber aus dem eröffneten siebenten Siegel nicht verheerende Sturmwinde, sondern viele andere Plagen hervorgehen, so ist der formelle Grund, dass das nachfolgende Gesicht nicht wohl ein Moment aus der zwischen die beiden letzten Siegel einfallenden einfachen Vision aufnehmen und weiterführen kann; in der Sache aber ist keine Schwierigkeit. -Offenbarung Offb 73 7 3 7 Die hier redenden Engel gehen zunächst nur die V. 4ff bezeichneten Diener Gottes an, dem Zusammenhange nach das wahre Israel. Der Engel mit seinen Gehilfen ist infolge seines Verhältnisses zu demselben Gott ein Mitknecht derer, zu deren Dienst er gesandt ist. -Offenbarung Offb 73 7 3 8 Gott wird als König gedacht, der nach morgenländischer Sitte ein Siegel mit seinem Namen [Offb 14,1] führt. Als lebendiger Gott gibt er das Leben. Den Dienern Gottes soll gewährleistet werden, dass sie trotz der kommenden Leiden ihrem Herrn treu bleiben und hindurchgerettet werden durch alle Stürme bis zur Ankunft des Herrn. Während die Diener des Tieres das Zeichen des Tieres wie ein Sklavenzeichen annehmen, an der sichtbarsten Stelle, an der rechten Hand oder der Stirn [Offb 13,16, Offb 14,9, Offb 20,4], tragen die Diener Gottes den Namen und das Siegel Gottes nur an der Stirn, dem edelsten Teile. -Offenbarung Offb 73 7 4 Et audivi numerum signatorum, centum quadraginta quatuor millia signati, ex omni tribu filiorum Israel. Und ich hörte⁹ die Zahl der Besiegelten: Hundertvierundvierzigtausend¹⁰ Besiegelte aus allen Stämmen der Kinder Israels.¹¹ -Offenbarung Offb 73 7 4 9 Zwischen V. 3, V. 4 liegt der Akt der Besiegelung. -Offenbarung Offb 73 7 4 10 12 x 12 x 1000. Diese Zahl passt gut, die große, aber zählbare Schar der Gläubigen aus dem zwölfstämmigen Israel zu bezeichnen (Beda) gegenüber der unzähligen Schar aus allen Völkern, von der V. 9ff die Rede ist. (Thom.) Auch der Umstand, dass jeder Stamm die gleiche Zahl erhält und einer ausgelassen ist, zeigt, dass die Zahl symbolisch gemeint ist (Primas., Ambros., Anselm) und die vollendete Gottesgemeinde als ein wohlgeordnetes und wohlgegliedertes Ganze bezeichnet. Jeder Stamm, in tausendfacher Fülle in sich wieder zwölffach geteilt, spiegelt in tausendfacher Fülle die zwölfgeteilte Gestalt des Ganzen wieder. -Offenbarung Offb 73 7 4 11 Israels: Dies ist der Name der göttlichen Erwählung. -Offenbarung Offb 73 7 5 Ex tribu Juda duodecim millia signati: Ex tribu Ruben duodecim millia signati: Ex tribu Gad duodecim millia signati: Aus dem Stamme Juda zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Ruben zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Gad zwölftausend Besiegelte; -Offenbarung Offb 73 7 6 Ex tribu Aser duodecim millia signati: Ex tribu Nephthali duodecim millia signati: Ex tribu Manasse duodecim millia signati: aus dem Stamme Aser zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Nephthali zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Manasse zwölftausend Besiegelte; -Offenbarung Offb 73 7 7 Ex tribu Simeon duodecim millia signati: Ex tribu Levi duodecim millia signati: Ex tribu Issachar duodecim millia signati: aus dem Stamme Simeon zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Levi zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Issachar zwölftausend Besiegelte; -Offenbarung Offb 73 7 8 Ex tribu Zabulon duodecim millia signati: Ex tribu Joseph duodecim millia signati: Ex tribu Benjamin duodecim millia signati. aus dem Stamme Zabulon zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Joseph zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Benjamin zwölftausend Besiegelte;¹² -Offenbarung Offb 73 7 8 12 Der Stamm Dan fehlt, weil Joseph in zwei Stämme, Manasse und Joseph, geteilt ist (Joseph V. 8 statt Ephraim, weil letzterer Name im A. T. der des abgefallenen Reiches geworden war, Thom.), und so die heilige Zwölfzahl nur durch Auslassung eines Stammes erreicht werden konnte. Die Auslassung traf den Kleinsten oder den zumeist antichristlich Gesinnten. Aus [Gen 49,17] und [Dtn 33,22] hatte sich die auch wohl an [Jer 8,16] sich anlehnende Erwartung gebildet, dass der Antichrist aus Dan kommen werde, der auch in der Chronik [1Chr 41Chr 8] nicht mitgezählt wird. Nach Viktorin u. a. war dies der Grund der Auslassung an dieser Stelle. Die Auslassung hätte nicht geschehen können, wenn es sich um die zwölf Stämme als historische gehandelt hätte und nicht vielmehr um die Vorstellung des gesamten Israel aus zwölf Stämmen gebildet. Deshalb wird Levi wie ein anderer Stamm behandelt, denn er hat kein Vorrecht mehr. Die 144000 sind also das einst bekehrte Israel, dessen Bekehrung [Röm 11,25ff] vorhergesagt wird. Es ist die durch die große Trübsal hindurch gerettete und bewährte Endgemeinde. Die Menge der Heidenchristen hat nach V. 9ff die Märtyrerkrone erlangt, weshalb der Apostel sie V. 9 im Himmel sieht, die wenigen einzelnen, welche auf Erden übrig sind und sich der Endgemeinde angeschlossen haben, ändern den Typus derselben nicht. -Offenbarung Offb 73 7 9 Post hæc vidi turbam magnam, quam dinumerare nemo poterat ex omnibus gentibus, et tribubus, et populis, et linguis: stantes ante thronum, et in conspectu Agni, amicti stolis albis, et palmæ in manibus eorum. Nach diesem sah ich eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Völkern und Stämmen, und Nationen und Sprachen.¹³ Sie standen vor dem Throne und vor dem Lamme, angetan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen;¹⁴ -Offenbarung Offb 73 7 9 13 Die vier Namen drücken den Inbegriff aller Völker und Länder aus. Sind auch diese Besiegelte? V. 3 scheint darauf hinzudeuten. -Offenbarung Offb 73 7 9 14 Das Stehen vor dem Throne Gottes und des Lammes zeigt die ewige Gemeinschaft mit Gott und dem Lamme an, wie die himmlische Herrlichkeit und selige Freude auch durch die weißen Gewänder, vergl. [Offb 6,11], und die Palmenzweige in den Händen der Vollendeten ausgedrückt ist. -Offenbarung Offb 73 7 10 Et clamabant voce magna dicentes: Salus Deo nostro, qui sedet super thronum, et Agno. und sie riefen mit starker Stimme,¹⁵ und sprachen:¹⁶ Das Heil unserm Gott, der auf dem Throne sitzt und dem Lamme!¹⁷ -Offenbarung Offb 73 7 10 15 Die Stärke entspricht dem Drange ihrer Freude und Dankbarkeit. -Offenbarung Offb 73 7 10 16 Sie lobsingen Gott, der auf dem Throne sitzt, als dem letzten Urheber, und dem Lamme, als dem Mittler ihres Heiles, das sie nun vollkommen besitzen, nachdem sie aus aller Not, Versuchung, Sünde und Not entnommen und vor das Angesicht ihres Gottes gelangt sind. -Offenbarung Offb 73 7 10 17 Sie bekennen, das sie das Heil nur beiden verdanken. -Offenbarung Offb 73 7 11 Et omnes Angeli stabant in circuitu throni, et seniorum, et quatuor animalium: et ceciderunt in conspectu throni in facies suas, et adoraverunt Deum, Und alle Engel standen rings um den Thron, und um die Ältesten, und um die vier Wesen, und fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht nieder, und beteten Gott an,¹⁸ -Offenbarung Offb 73 7 11 18 Während der V. 9, V. 10 beschriebenen Szene standen die Engel schon um den Thron, jetzt fallen sie nieder. -Offenbarung Offb 73 7 12 Dicentes, Amen. Benedictio, et claritas, et sapientia, et gratiarum actio, honor, et virtus, et fortitudo Deo nostro in sæcula sæculorum. Amen. und sprachen: Amen!¹⁹ Die Lobpreisung²⁰ und die Herrlichkeit, und die Weisheit, und die Danksagung, die Ehre und die Macht und die Stärke unserm Gott in alle Ewigkeit! Amen. -Offenbarung Offb 73 7 12 19 Die Engel schließen zunächst den Lobgesang der Auserwählten ab. -Offenbarung Offb 73 7 12 20 Formell unterscheidet sich diese Lobpreisung von der [Offb 5,12] angeführten dadurch, dass an unserer Stelle jedes einzelne Moment durch den beigefügten Artikel in seiner vollen Selbständigkeit ausgeprägt erscheint. -Offenbarung Offb 73 7 13 Et respondit unus de senioribus, et dixit mihi: Hi, qui amicti sunt stolis albis, qui sunt? et unde venerunt? Da nahm einer von den Ältesten das Wort²¹ und sprach zu mir: Diese, welche mit weißen Kleidern angetan sind, wer sind sie, und woher sind sie gekommen?²² -Offenbarung Offb 73 7 13 21 Meinem Wunsche entsprechend. (Thom.) Wo es sich um Auslegung von Visionen handelt, welche sich auf die Schicksale oder auf die Glieder der Kirche beziehen, redet einer der Ältesten mit dem Seher. Wo es sich um die Auslegung von Visionen handelt, welche die durch die Macht Gottes über die Erde verhängten Geschicke angehen, redet eines der vier Wesen mit ihm. Wo es sich aber im Folgenden nicht um die Auslegung, sondern um die Einleitung der Gesichte handelt, redet ein Engel mit Posaunenstimme zu ihm, in den Visionen selbst aber sprechen andere Engel zueinander. -Offenbarung Offb 73 7 13 22 Die zweite Hälfte des Gesichtes enthält die Erklärung für die erste. -Offenbarung Offb 73 7 14 Et dixi illi: Domine mi, tu scis. Et dixit mihi: Hi sunt, qui venerunt de tribulatione magna, et laverunt stolas suas, et dealbaverunt eas in sanguine Agni. Und ich sagte zu ihm: Mein Herr!²³ du weißt es. Er sprach zu mir: Dies sind die, welche aus der großen Drangsal kommen²⁴ und ihre Kleider gewaschen und weiß gemacht haben im Blute des Lammes.²⁵ -Offenbarung Offb 73 7 14 23 Johannes steht einem himmlischen Wesen, einem seligen Überwinder, gegenüber, dem er sich durch die Anrede, wie durch die Antwort, unterordnet. -Offenbarung Offb 73 7 14 24 Sie kommen (nach dem Griech.) in der Vision noch vor den Augen des heil. Johannes daher und sammeln sich vor dem Throne Gottes. Die große Trübsal ist die [Mt 24,21] von dem Herrn angekündigte und von Johannes geweissagte, welche nach [Offb 6,17] also im siebenten Siegel zu erwarten ist und von der [Offb 6,12-17] die unmittelbaren Vorzeichen beschrieben sind. -Offenbarung Offb 73 7 14 25 Also nicht nur die Märtyrer, sondern alle Auserwählten, welche ihre Kleider im Blute des Lammes gewaschen und in standhafter Glaubenstreue bewahrt haben. (Beda) -Offenbarung Offb 73 7 15 Ideo sunt ante thronum Dei, et serviunt ei die ac nocte in templo ejus: et qui sedet in throno, habitabit super illos: Darum sind sie²⁶ vor dem Throne Gottes, und dienen²⁷ ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Throne sitzt, wird sich auf sie niederlassen.²⁸ -Offenbarung Offb 73 7 15 26 Die Schilderung der Seligkeit vollendet sich in einer dreifachen drei. -Offenbarung Offb 73 7 15 27 Der Dienst ist ein vierfacher: Ruhen, Schauen, Lieben, Loben. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 7 15 28 Nicht mehr wie einst in irdischer Verhüllung, sondern in himmlischer Unmittelbarkeit wird die Herrlichkeit Gottes ihnen nahe sein. -Offenbarung Offb 73 7 16 Non esurient, neque sitient amplius, nec cadet super illos sol, neque ullus æstus: Sie werden nicht mehr hungern,²⁹ noch³⁰ dürsten, es wird sie nicht mehr die Sonne treffen, noch irgend eine Glut,³¹ -Offenbarung Offb 73 7 16 29 Auch die weitere Schilderung der himmlischen Leidlosigkeit (V. 16) und der ewigen Erquickung und Tröstung (V. 17) wird mit alttestamentlichen Zügen gegeben. Die drei Bilder dieses Verses sind von dem Wüstenzuge hergenommen. -Offenbarung Offb 73 7 16 30 Griech.: noch auch mehr. -Offenbarung Offb 73 7 16 31 Welches es auch sei. -Offenbarung Offb 73 7 17 Quoniam Agnus, qui in medio throni est, reget illos, et deducet eos ad vitæ fontes aquarum, et absterget Deus omnem lacrimam ab oculis eorum. denn das Lamm,³² das inmitten vor dem Throne ist, wird sie weiden, und zu den Wasserquellen des Lebens führen; und Gott wird alle Tränen abtrocknen von ihren Augen.³³ [Offb 21,4] -Offenbarung Offb 73 7 17 32 Der erste Teil des Verses ist eine Wiederholung der Verheißung [Jes 49,10]. Doch statt: Ihr Erbarmer wird sie leiten heißt es hier: Das Lamm. Das Lamm, durch dessen Blut insbesondere die Gläubigen dahin gekommen sind, wo sie nun stehen, weidet dort die Seinigen, vergl. [Offb 14,1ff], und führt sie zu der Quelle des Lebenswassers. Der zweite Teil wiederholt die Weissagung [Jes 25,8]. -Offenbarung Offb 73 7 17 33 Bevor der Apostel [Offb 7,9ff] auf die [Offb 8,1] zu weissagende große Trübsal hingewiesen wird, die so vielen der sie erlebenden Gläubigen den Tod bringen wird (V. 9 17), soll er noch [Offb 7,1-8] den großen Teil schauen, dass Gott sich ein großes aus allen Stämmen der Erde gesammeltes Volk bewahren wird. So tritt Kap. 7 verbindend zwischen Kapitel 6 und 8. -Offenbarung Offb 73 8 0 C. Die sechs Posaunengesichte. (8,1 9,21) a. Einleitendes Gesicht: Bei der Öffnung des siebenten Siegels tritt im Himmel Stillschweigen ein durch eine halbe Stunde. Die sieben vor Gott stehenden Engel empfangen sieben Posaunen, bei deren Erschallen verkündet werden soll, was das siebente Siegel verschließt, nachdem zuvor ein anderer Engel Gott die Gebete der Heiligen dargebracht hat. (V. 6) b. Die vier ersten Posaunen werden geblasen: Bei der ersten wird der dritte Teil der Erde (V. 7), bei der zweiten der dritte Teil des Meeres (V. 9), bei der dritten der dritte Teil der Flüsse und Quellen (V. 11), bei der vierten der dritte Teil der Sterne zerstört. (V. 12) c. Vor dem Erschallen der zwei übrigen Posaunen wird den Bewohnern der Erde ein dreifaches Weh verkündet. -Offenbarung Offb 73 8 1 Et cum aperuisset sigillum septimum, factum est silentium in clo, quasi media hora. Und als es das siebente Siegel geöffnet hatte, war eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang.¹ -Offenbarung Offb 73 8 1 1 Bisher war im Himmel stetes Lobsingen und Preisen. Als das Lamm das Buch nahm [Offb 5,8ff], als es die Siegel öffnete [Offb 6,1.3.5.7.9.12], ward es im Himmel laut, und noch zuletzt [Offb 7,4-17] redete der Älteste. Jetzt, da das letzte Siegel geöffnet wird, stehen die Geschöpfe, besonders die Engel, in ehrfurchtsvoll erwartendem Schweigen da, der Offenbarung des Herrn zum Gerichte gewärtig. So hebt ihr Schweigen die Bedeutung des Siegels hervor und weist auf den Inhalt der Posaunen hin. Die halbe Stunde ist, da sie nicht einen Teil der Vision ausmacht, im eigentlichen Sinne zu nehmen. Die Szene ist übrigens nicht ganz leer, weil währenddessen der V. 3-6 geschilderte Vorgang sich abwickelt. -Offenbarung Offb 73 8 2 Et vidi septem Angelos stantes in conspectu Dei: et datæ sunt illis septem tubæ. Und ich sah die sieben Engel, welche vor Gott standen,² und es wurden ihnen sieben Posaunen³ gegeben. -Offenbarung Offb 73 8 2 2 Die sieben Engel [Tob 12,15], welche in einem gewissen Vorzuge vor Gott stehen. -Offenbarung Offb 73 8 2 3 Die eschatologische Bedeutung der Posaunen wird häufig im N. T. erwähnt: [Mt 24,31, 1Kor 15,52, 1Thess 4,16]. Da sie im A. T. die Festzeiten ankündigten, galten sie auch dort bereits mehrfach, wie [Hos 8,1] als Zeichen des hereinbrechenden Tages des Herrn. Zu Anfang werden Siegel enthüllt, dann folgen Posaunen, endlich kommen Schalen zur Anwendung: Enthüllung des göttlichen Endrates, Offenbarmachen des bisher Verborgenen, Ausführung durch Schalen bitteren Inhalts. Ausgerüstet sind die Engel bereits V. 2, doch erst der Zwischenvorgang V. 2-5 veranlasst sie, an die Tat zu gehen. -Offenbarung Offb 73 8 3 Et alius Angelus venit, et stetit ante altare habens thuribulum aureum: et data sunt illi incensa multa, ut daret de orationibus sanctorum omnium super altare aureum, quod est ante thronum Dei. Und ein anderer Engel kam⁴ und trat vor den Altar,⁵ ein goldenes Rauchfass haltend, und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben, damit er von den Gebeten⁶ aller Heiligen auf den goldenen Altar vor dem Throne Gottes legte. -Offenbarung Offb 73 8 3 4 Ein anderer als jene sieben, ein Engel, der eine andere Aufgabe hatte als sie. -Offenbarung Offb 73 8 3 5 Der Altar V. 5 ist wohl kein anderer als der V. 3, der Räucheraltar, denn sonst hätte der Engel von dem Altar, von dem er Kohlen genommen, zurückgehen müssen, wovon nichts gesagt wird. Der Altar aber, welcher sofort goldener genannt wird, kann nur der Rauchopferaltar des himmlischen Tempels sein. -Offenbarung Offb 73 8 3 6 Griech. den gebeten der Heiligen gebe, d. i.: ihren Gebeten angenehmen Duft verleihe. Die Handlung dient zur Kennzeichnung ihrer Eigenschaft vor Gott. Die Engel tragen gleichsam die Gebete hinauf. -Offenbarung Offb 73 8 4 Et ascendit fumus incensorum de orationibus sanctorum de manu Angeli coram Deo. Und es stieg auf der Rauch des Räucherwerkes von den Gebeten der Heiligen⁷ aus der Hand des Engels vor Gott. -Offenbarung Offb 73 8 4 7 Weder die Gebete, noch ihr Aufsteigen zu Gott, sind sonst sichtbar. Griech.: den gebeten der heiligen, d. i. ihnen Erhörung bedeutend. -Offenbarung Offb 73 8 5 Et accepit Angelus thuribulum, et implevit illud de igne altaris, et misit in terram, et facta sunt tonitrua, et voces, et fulgura, et terræmotus magnus. Und der Engel nahm das Weihrauchfass, und füllte es mit Feuer vom Altare,⁸ und warf es auf die Erde; da entstanden Donner und Stimmen, und Blitze und großes Erdbeben. -Offenbarung Offb 73 8 5 8 Der Engel hat den Inhalt des Rauchfasses auf den Altar geschüttet und der Rauch steigt auf. (V. 4) Jetzt nimmt er dasselbe wieder zur Hand, behufs eines neuen, aber mit den Ereignissen V. 3, V. 4 innerlich zusammenhängenden Dienstes. Zum Zeichen, dass die Gebete der Heiligen um Erfüllung der Beschlüsse Gottes über das Ende vor Gott gekommen und erhört sind, füllt er von demselben Feuer des Altares, welches den Weihrauch verzehrt hat, sein Rauchfass und wirft dann diese vom Altare genommene Kohlenglut auf die Erde hinab. Infolge davon entstehen Donner, Blitze usw. Ähnliches wird [Offb 4,5] und [Offb 11,19] berichtet, doch fehlt an der ersteren Stelle das Erdbeben, an der anderen kommt großer Hagel hinzu. -Offenbarung Offb 73 8 6 Et septem Angeli, qui habebant septem tubas, præparaverunt se ut tuba canerent. Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit in dieselben zu stoßen.⁹ -Offenbarung Offb 73 8 6 9 Was jedem Rufe folgt, schildern die gewaltigen Bilder. Vergl. [Ez 10,2] -Offenbarung Offb 73 8 7 Et primus Angelus tuba cecinit, et facta, est grando, et ignis, mista in sanguine, et missum est in terram, et tertia pars terræ combusta est, et tertia pars arborum concremata est, et omne fnum viride combustum est. Der erste Engel stieß in die Posaune;¹⁰ da entstand Hagel und Feuer mit Blut gemischt,¹¹ und es ward auf die Erde geworfen, und¹² der dritte Teil der Erde ward verbrannt, der dritte Teil der Bäume ward durch Feuer vernichtet, und alles grüne Gras ward versengt.¹³ -Offenbarung Offb 73 8 7 10 Die vier ersten Posaunen werden durch V. 13 ausdrücklich von den drei letzten unterschieden. Das Posaunenblasen signalisiert nicht nur die zu erwartenden Schrecknisse, sondern infolge des Posaunentons stellen sich dem schauenden Propheten die anzukündigenden Dinge selbst dar. Wie hier auf das Blasen die weissagenden Bilder erscheinen, so wird einst in der Zeit der Erfüllung auf den Befehlsruf Gottes das in denselben Dargestellte selbst erscheinen. -Offenbarung Offb 73 8 7 11 Das Blut erscheint nach dem Griechischen wie die Masse, in welcher sich Hagel und Feuer befinden. -Offenbarung Offb 73 8 7 12 Das Gesicht besteht bei den ersten vier Posaunen aus zwei Teilen, dem wunderbaren Vorgange und seiner Wirkung. -Offenbarung Offb 73 8 7 13 Ursache und Wirkung sind der sechsten ägyptischen Plage [Ex 9,22-25] ähnlich. Hier kommt indes zum Hagel und Feuer noch Blut, hier verbrennt das Feuer, dort schlägt der Hagel; hier wird das Drittheil der Erde und der Bäume und alles grüne Gras betroffen, dort nur Menschen, Tiere, Bäume, Gras des Landes Ägypten. Die hier geschilderte Plage ist nicht allein umfassender und schwerer als die ägyptische, sondern auch durch die Beifügung des Blutes eine wunderbarere. Gott wird die Welt in letzter Zeit, wenn sie wie Ägypten geworden, auch wie Ägypten heimsuchen. Das Feuer besteht wohl wie [Ex 9,24] aus Feuerklumpen. -Offenbarung Offb 73 8 8 Et secundus Angelus tuba cecinit: et tamquam mons magnus igne ardens missus est in mare, et facta est tertia pars maris sanguis, Und der zweite Engel stieß in die Posaune;¹⁴ da wurde etwas wie¹⁵ ein großer im Feuer brennender Berg in das Meer geworfen, und der dritte Teil des Meeres ward zu Blut,¹⁶ -Offenbarung Offb 73 8 8 14 Die zweite Plage hat kein Vorbild im A. T. -Offenbarung Offb 73 8 8 15 Es war kein eigentlicher Berg, aber sah so aus. -Offenbarung Offb 73 8 8 16 Dreifache Folge. -Offenbarung Offb 73 8 9 Et mortua est tertia pars creaturæ eorum, quæ habebant animas in mari, et tertia pars navium interiit. und es starb der dritte Teil der Geschöpfe, die im Meere leben, und der dritte Teil der Schiffe ging zu Grunde.¹⁷ -Offenbarung Offb 73 8 9 17 Die Wirkung entspricht der ägyptischen Plage [Ex 7,20ff]. Das Meer ist generisch genommen: Alle Meere. Die brennende Masse wälzt sich nicht selbst in's Meer, sondern wird hineingeworfen, damit Gott als Urheber der Plage hervorgehoben werde. Wie der dritte Teil der Schiffe verderbt wurde, wird nicht gesagt. -Offenbarung Offb 73 8 10 Et tertius Angelus tuba cecinit: et cecidit de clo stella magna, ardens tamquam facula, et cecidit in tertiam partem fluminum, et in fontes aquarum: Und der dritte Engel stieß in die Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Himmel, brennend wie eine Fackel, und fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen.¹⁸ -Offenbarung Offb 73 8 10 18 Streng genommen hat weder der Vorgang, noch die Wirkung ein alttestamentliches Vorbild. Ein wie eine Fackel brennender Stern wird durch Gott herabgeschleudert. Wie sich Ströme und Quellen zum Meere als die andere Hälfte der Gewässer verhalten, ergänzt dies Gesicht das vorige. -Offenbarung Offb 73 8 11 Et nomen stellæ dicitur Absinthium; et facta est tertia pars aquarum in absinthium: et multi hominum mortui sunt de aquis, quia amaræ factæ sunt. Und der Name des Sternes heißt Wermut.¹⁹ Und der dritte Teil der Gewässer ward zu Wermut; und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren. -Offenbarung Offb 73 8 11 19 Der Name soll die Kraft des Sternes andeuten, das Wasser bitter zu machen. -Offenbarung Offb 73 8 12 Et quartus Angelus tuba cecinit: et percussa est tertia pars solis, et tertia pars lunæ, et tertia pars stellarum, ita ut obscuraretur tertia pars eorum, et diei non luceret pars tertia, et noctis similiter. Und der vierte Engel stieß in die Posaune; da ward der dritte Teil der Sonne getroffen, und der dritte Teil des Mondes, und der dritte Teil der Sterne, so dass der dritte Teil derselben verfinstert ward, und der Tag zu einem Drittel nicht mehr hell war, und die Nacht gleicherweise.²⁰ -Offenbarung Offb 73 8 12 20 Betraf die erste Plage die Erde, die zweite das Meer, die dritte Flüsse und Quellen, so die vierte Sonne, Mond und Sterne. Die Gesamtheit aller Weltverhältnisse, in denen der Mensch lebt, wird geschädigt. Alle Plagen betreffen ein Drittheil, was gegen [Offb 6,8] eine Steigerung ist. Nach Analogie der vorhergehenden Plagen ist zu verstehen, dass ein Drittheil der Sterne verfinstert wird und ein Drittheil des Tages des Sonnenlichtes entbehrt, indes verstehen manche Ausleger die Worte dahin, das ein Drittes des Glanzes, welchen das Licht hat, weggenommen wurde. Die Verfinsterung der Sonne usw. ist bei den alten Propheten ein Vorzeichen des nahenden Gerichtes. Vergl. [Joel 3,4, Am 8,9]. Im Gesichte der vierten Posaune fehlt die Einleitung des Wunders, weil das Dunkelwerden selbst Gott als Urheber kundgibt. Die Vierheit der Teilung weist darauf hin, dass die Schädigung die ganze Welt treffen wird, wenngleich überall nur den vierten Teil. Die Zahl der Plagen vier ist visionär, also in der Verwirklichung nicht streng innezuhalten. Die hier geweissagten Schäden beziehen sich in erster Linie auf die Natur, während die anderen drei Posaunen direkt die Menschenwelt und ihre sittlichen Verhältnisse angehen. Wenn diese Strafgerichte nun aber auch um der Bösen willen kommen, so folgt daraus nicht, dass sie nur diesen sich fühlbar machen werden, sondern auch den Frommen. Nach [Offb 8,11] treffen die Plagen vielmehr alle, die Guten indes nicht als Strafgericht, sondern als Prüfungen Gottes. Wie das sechste Siegel nicht die [Mt 24,29], sondern die [Lk 21,11, Mk 13,8] geweissagten Zeichen enthält, so auch nicht die ersten vier Posaunen. -Offenbarung Offb 73 8 13 Et vidi, et audivi vocem unius aquilæ volantis per medium cli, dicentis voce magna: Væ, væ, væ habitantibus in terra de ceteris vocibus trium Angelorum, qui erant tuba canituri. Und ich schaute, und hörte die Stimme eines Adlers,²¹ der mitten durch den Himmel²² flog und mit lauter Stimme rief: Wehe, wehe, wehe den Bewohnern der Erde wegen des übrigen Schalles der drei Engel, die noch in die Posaune stoßen sollen. -Offenbarung Offb 73 8 13 21 Die drei letzten Posaunen, die drei Wehe werden durch einen Adler angekündigt. Einige Ausleger erinnern an den auf seine Beute stürzenden Adler, andere an den Adler als Unglücksboten. Vergl. [Dtn 28,49, Hos 8,1]. -Offenbarung Offb 73 8 13 22 Der Adler fliegt in der Mittagshöhe des Himmels, da er so von allen, welche seine Botschaft angeht, gehört und gesehen werden kann. Diese selbst soll auf die Bedeutung der folgenden drei Posaunen aufmerksam machen. -Offenbarung Offb 73 9 0 d. Nach dem Wehe erschallen die fünfte und sechste Posaune (9,1 21): Auf das Erschallen der fünften Posaune öffnet sich der Schlund des Abgrundes und es kommen Heuschrecken hervor, welche durch fünf Monate die nicht mit dem Zeichen Gottes bezeichneten Menschen schädigen und peinigen, doch nicht töten dürfen. (V. 11) So ist das erste Weh vorüber, doch bleiben noch die beiden anderen. (V. 12) Auf das Erschallen der sechsten Posaune werden vier Engel am Euphrat gelöst, welche mit einem ungeheuren Heere den dritten Teil der Menschen vernichten, ohne dass die anderen Buße tun. -Offenbarung Offb 73 9 1 Et quintus Angelus tuba cecinit: et vidi stellam de clo cecidisse in terram, et data est ei clavis putei abyssi. Und der fünfte Engel stieß in die Posaune. Da sah ich einen Stern,¹ der vom Himmel auf die Erde gefallen war,² und es ward ihm der Schlüssel zum Schlunde des Abgrundes gegeben. -Offenbarung Offb 73 9 1 1 Wenngleich der Stern an sich nur eine unmittelbar vom Himmel auf die Erde erfolgte Handlung Gottes ausdrückt, werden im A. T. doch die Engel oft als Sterne bezeichnet; dieser Engel ist ein böser, der als Gottes Werkzeug in Stand gesetzt wird, eine Plage höllischer Art über die Gottlosen zu bringen. -Offenbarung Offb 73 9 1 2 So sah ihn der Apostel. Der Fall war kein freiwilliger wie der Zusatz: Aus dem Himmel zeigt. So nimmt also auch dieses Posaunengesicht seinen Anfang und Ursprung von Gott. -Offenbarung Offb 73 9 2 Et aperuit puteum abyssi: et ascendit fumus putei, sicut fumus fornacis magnæ: et obscuratus est sol, et ar de fumo putei: Und er öffnete den Schlund des Abgrundes;³ da stieg Rauch auf aus dem Schlunde wie der Rauch eines großen Ofens,⁴ und die Sonne und die Luft wurden verfinstert von dem Rauche des Schlundes. -Offenbarung Offb 73 9 2 3 Der Abgrund ist hier die Hölle, von der ein Schacht an der Oberfläche der Erde mündet, der verschlossen ist, wie man noch jetzt in wasserarmen Gegenden des Orients Zisternen und Brunnen verschließt. Dass der Stern mit dem von Gott gegebenen Schlüssel öffnet, weist auf den doppelten Ursprung des Wehe: Die Hölle entsendet es, aber sie vermag dies nur, weil Gott es ihr gestattet. In den vorigen Posaunengesichten werden die Plagen unmittelbar von Gott gewirkt, in diesen drei letzten Plagen dienen die Geister der Hölle als Werkzeuge. -Offenbarung Offb 73 9 2 4 Er ist so dicht, um anzudeuten, dass sich alsbald etwas aus ihm entwickeln soll. -Offenbarung Offb 73 9 3 Et de fumo putei exierunt locustæ in terram, et data est illis potestas, sicut habent potestatem scorpiones terræ: Und aus dem Rauche des Schlundes kamen Heuschrecken hervor auf die Erde,⁵ und es ward ihnen Macht gegeben, wie sie die Skorpionen der Erde⁶ haben. -Offenbarung Offb 73 9 3 5 Was aus der Hölle aufstieg, kam als Rauch auf die Oberfläche der Erde, doch auf der Erde entstehen durch den Rauch, wohl aus einem Stoffe, der schon auf der Erde vorhanden war, Heuschrecken, die aus dem Rauche hervorkommen. -Offenbarung Offb 73 9 3 6 Gegensatz zu diesen unnatürlichen Heuschrecken. -Offenbarung Offb 73 9 4 Et præceptum est illis ne læderent fnum terræ, neque omne viride, neque omnem arborem: nisi tantum homines, qui non habent signum Dei in frontibus suis, Und es wurde ihnen geboten, weder das Gras der Erde, noch irgend etwas Grünes, noch irgend einen Baum zu beschädigen,⁷ sondern nur die Menschen, welche nicht das Siegel Gottes auf ihrer Stirn haben.⁸ -Offenbarung Offb 73 9 4 7 Warum? Ist in V. 5 ausgesprochen: sie sollen, was die Heuschrecken nicht tun, die Menschen schädigen, nicht töten, doch bis zur Verzweiflung quälen. Der ihnen die Macht gibt, ist Gott. Wohl haben sie ihre boshafte Kraft aus der Hölle, doch können sie dieselbe nicht gebrauchen, außer soweit Gott ihnen Ort und Raum gestattet. So erhalten sie V. 4 Verbot, V. 5 Gebot. -Offenbarung Offb 73 9 4 8 Diese Worte weisen auf [Offb 7,1ff] zurück. Wir haben hier das erste Beispiel, wie Gott seine Verheißung [Offb 7,1ff] wahr machen wird. -Offenbarung Offb 73 9 5 Et datum est illis ne occiderent eos: sed ut cruciarent mensibus quinque: et cruciatus eorum, ut cruciatus scorpii cum percutit hominem. Und es ward ihnen gegeben, nicht sie zu töten, sondern sie nur zu peinigen fünf Monate lang;⁹ und ihre Pein ist wie die Pein des Skorpions, wenn er einen Menschen sticht.¹⁰ -Offenbarung Offb 73 9 5 9 Die Zeitbestimmung zu erklären, fehlt jeder Anhalt. Immerhin zeigt sie, dass Zeit und Augenblick genau von Gott bestimmt sind. -Offenbarung Offb 73 9 5 10 Bildlicherweise kann jede Pein, die scharf und schmerzlich ist, mit dem Stiche des Skorpions verglichen werden. -Offenbarung Offb 73 9 6 Et in diebus illis quærent homines mortem, et non invenient eam: et desiderabunt mori, et fugiet mors ab eis. In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn nicht finden; sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen.¹¹ -Offenbarung Offb 73 9 6 11 Durch einen konkreten Zug wird die den Gottlosen von den Heuschrecken verursachte Qual gekennzeichnet. Vergl. gegen [Offb 6,16] die hier eingetretene Steigerung. Der Apostel braucht jetzt in der Darstellung die Zeit der Zukunft. -Offenbarung Offb 73 9 7 Et similitudines locustarum, similes equis paratis in prlium: et super capita earum tamquam coronæ similes auro: et facies earum tamquam facies hominum. Und die Gestalt der Heuschrecken¹² war Rossen ähnlich, gerüstet zum Kampfe, und auf ihren Häuptern waren wie goldene Kronen, und ihre Angesichter waren wie Menschengesichter; -Offenbarung Offb 73 9 7 12 Erst nachdem der Seher über Herkunft, Macht, Aufgabe und Ausrichtung derselben seitens der Heuschrecken gesprochen, beschreibt er deren Gestalt. -Offenbarung Offb 73 9 8 Et habebant capillos sicut capillos mulierum; et dentes earum, sicut dentes leonum erant: und sie hatten Haare wie Frauenhaare, und ihre Zähne waren wie Löwenzähne, -Offenbarung Offb 73 9 9 Et habebant loricas sicut loricas ferreas, et vox alarum earum sicut vox curruum equorum multorum currentium in bellum: und sie hatten Panzer wie eherne Panzer, und das Rauschen ihrer Flügel war wie das Rasseln von Wagen mit vielen Rossen, die in den Kampf laufen; -Offenbarung Offb 73 9 10 Et habebant caudas similes scorpionum, et aculei erant in caudis earum: et potestas earum nocere hominibus mensibus quinque: und sie hatten Schwänze ähnlich den Skorpionen, und Stacheln waren an ihren Schwänzen.¹³ Und ihre Macht war die Menschen zu schädigen auf fünf Monate. -Offenbarung Offb 73 9 10 13 Acht Eigenschaften der Heuschrecken werden V. 7 10 angeführt. Von der bekannten Ähnlichkeit der Heuschrecken mit dem Pferde ausgehend, vergleicht der Apostel sie wie [Joel 2,4] mit Rossen. Die Heuschrecken bedeuten also wohl gerüstete Kriegsheere. Die Kronen kennzeichnen diese als Sieger, da diese Sieger aber eigener Art sind, wird dies durch den Zusatz wie gekennzeichnet. Die Heuschreckengesichter schauend war es dem heil. Johannes, als sähe er Menschengesichter. Die Weiberhaare deuteten wohl auf weibische, üppige Sitten. Die Löwenzähne zerreißen und verschlingen, die Panzer gleichen den eisernen Panzern von Kriegern und machen die Heuschrecken unangreifbar. Das Geräusch der Flügel wird in der Betrachtung von den Heuschrecken selbst getrennt. -Offenbarung Offb 73 9 11 Et habebant super se regem angelum abyssi, cui nomen hebraice Abaddon, græce autem Apollyon, latine habens nomen Exterminans. Sie hatten über sich als König den Engel des Abgrundes, dessen Name auf hebräisch Abaddon ist, auf griechisch aber Apollyon, was lateinisch heißt der Verderber.¹⁴ -Offenbarung Offb 73 9 11 14 Der Artikel den Engel des Abgrundes weist auf einen Engel hin, welcher in besonderer Weise der Vorsteher des Abgrundes ist. Als solcher trägt er einen bestimmten Namen, welcher in der hebräischen Form jenes Verhältnis ausdrücklich anzeigt. Schon im A. T. heißt Abaddon das Reich des Verderbens in örtlicher Hinsicht, bei den Rabbinen ist es der tiefste Abgrund der Hölle. Der König ist also ein Engel, ein König der Hölle. Der Engel wird hebräisch mit einem abstrakten, statt eines konkreten Namens, griech. konkret der Verderber, genannt. Die lateinische Übersetzung rührt von dem heil. Hieronymus her. -Offenbarung Offb 73 9 12 Væ unum abiit, et ecce veniunt adhuc duo væ post hæc. Das erste Wehe ist vorüber, siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesem.¹⁵ -Offenbarung Offb 73 9 12 15 Eine Zwischenbemerkung des heil. Johannes selbst. Wann werden diese beiden Wehe eintreten? Wenn nicht allein der [Offb 6,1-17] geschilderte Beginn der Wehen vorüber ist, sondern auch die [Offb 8,7-12] geweissagten Zeichen am Himmel und auf Erden geschehen sind. In der Tat ist V. 4 bereits die Versiegelung [Offb 7,1-8] als geschehen vorausgesagt, das dort Geweissagte aber kann nicht hinter das sechste Siegel zurückgesetzt werden, also noch weniger die fünfte Posaune. Vergl. [Offb 9,5] und [Offb 10]. -Offenbarung Offb 73 9 13 Et sextus Angelus tuba cecinit: et audivi vocem unam ex quatuor cornibus altaris aurei, quod est ante oculos Dei, Und der sechste Engel posaunte. Da hörte ich eine Stimme von den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gottes Angesicht steht;¹⁶ -Offenbarung Offb 73 9 13 16 Was der Apostel in der Vision hört, stellt sich gleicherweise wie das, was er schaut, als Folge des Posaunenschalls dar. Die Stimme geht von den vier Ecken des goldenen Rauchopferaltares aus, vor dem die Gebete der Heiligen dargebracht wurden. Es ist also wohl Gottes Stimme, denn ihm ist das Opfer dargebracht. So hat also die Stimme eine ähnliche Bedeutung, wie [Offb 8,5] der Umstand, dass von diesem Altare Feuer auf die Erde geworfen wird. Auch die Parallele [Offb 16,7] spricht hierfür. Die sechste Plage ist also die eigentliche Antwort auf die [Offb 8,3ff] dargebrachte Bitte, die Hauptplage, von der die anderen nur ein Vorspiel waren. -Offenbarung Offb 73 9 14 Dicentem sexto Angelo, qui habebat tubam: Solve quatuor angelos, qui alligati sunt in flumine magno Euphrate. diese sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hielt:¹⁷ Löse die¹⁸ vier Engel, die gebunden sind am großen Strome Euphrat!¹⁹ -Offenbarung Offb 73 9 14 17 Der sechste Engel bläst nicht nur, sondern greift auch selbst in die Handlung ein. -Offenbarung Offb 73 9 14 18 Die noch als gefesselt zu beschreibenen Engel; dass dieselben mit den [Offb 7,1] erwähnten identisch sind, ist nicht wahrscheinlich, da diese ja einen anderen Standort hatten und nicht gebunden waren. Die Vierzahl der Engel besagt, dass das Heer nach allen vier Seiten der Erde geführt werden soll, um den dritten Teil der Menschen zu töten. Die Engel sind Gerichtsengel, aber obwohl in gewissem Sinne Anführer eines dämonischen Heeres, nicht notwendig böse Engel. -Offenbarung Offb 73 9 14 19 Die Erwähnung des Euphrat ist eine schematische, d. i. der Apostel bezeichnet mit einer Anlehnung an das A. T. die bestimmte Gegend, aus welcher in der alttestamentlichen Zeit die gottgesandten Plageheere der Assyrer über Israel u. a. kamen, um die Gegend zu charakterisieren, aus welcher das übernatürliche Plageheer über die Welt kommen soll. In jener Richtung liegt Babel. Es tritt die Macht auf, welche nachher die des Antichrist werden wird. -Offenbarung Offb 73 9 15 Et soluti sunt quatuor angeli, qui parati erant in horam, et diem, et mensem, et annum: ut occiderent tertiam partem hominum. Da wurden die vier Engel gelöst, die bereit waren auf Stunde, und Tag, und Monat und Jahr,²⁰ den dritten Teil der Menschen²¹ zu töten. -Offenbarung Offb 73 9 15 20 Immer standen sie, des göttlichen Winkes gegenwärtig, bereit auszuziehen, es mochte ihnen die nächste Stunde, oder der nächste Tag, oder der nächste Monat, oder das nächste Jahr als Zeit ihres Auszuges angesagt werden. Die Maßbestimmung: Der dritte Teil wiederholt sich bei allen Posaunen mit Ausnahme der fünften (V. 4), in welcher nichts vernichtet wird. Die Posaunengesichte werden den Siegelgerichten, die nur den vierten Teil treffen, und andererseits den Schalengerichten entgegengesetzt, welche das Ganze schlagen. -Offenbarung Offb 73 9 15 21 Der Zusatz: der Menschen bedeutet wohl, dass von diesem Töten auch die Gläubigen nicht ausgenommen werden sollen. Denn wenn auch die Versiegelung [Offb 7,1] den Bestand eines Volkes Gottes auch in letzter Zeit verbürgt, wird doch den einzelnen nicht verheißen, dass ihr zeitliches Leben erhalten werden soll. Die Versiegelung [Offb 9,4] ferner galt nur für die Plage der fünften Posaune. Ist also auch das Gericht dieser Posaune nur für die Bösen eine Strafe, (vergl. 13), so nimmt Gott doch auch die Frommen von öffentlichen Gerichten soweit nicht aus, als diese für sie zur Prüfung und Bewährung werden sollen. Dass unter der fünften Posaune die Menschen nur gequält, unter der sechsten getötet werden sollen, bedeutet eine Steigerung. Das Gebundensein der Engel V. 14 bestand also sachlich wohl darin, dass den Reiterscharen bisher nur das Quälen erlaubt war, jetzt auch das Töten gestattet wird. -Offenbarung Offb 73 9 16 Et numerus equestris exercitus vicies millies dena millia. Et audivi numerum eorum. Und die Zahl des Reiterheeres war zwanzigtausendmal zehntausend.²² Ich hörte ihre Zahl.²³ -Offenbarung Offb 73 9 16 22 Die Engel vereinigen wohl (zwischen V. 15 und 16) die auf der Erde zum Quälen zerstreuten Reiterscharen, damit diese sich über dieselbe zum Töten ergießen. Reiterscharen sind im Stande, schnell über die Erde dahin zu schweifen. Ihre Zahl ist die vielfach verdoppelte Zehnzahl, d. i. das verstärkteste Zeichen der Allgemeinheit. Vielleicht liegt eine Erinnerung an [Ps 67,18] zu Grunde. -Offenbarung Offb 73 9 16 23 Der Zusatz ist notwendig, um zu sagen, woher der Seher die Zahl wusste. -Offenbarung Offb 73 9 17 Et ita vidi equos in visione: et qui sedebant super eos, habebant loricas igneas, et hyacinthinas, et sulphureas, et capita equorum erant tamquam capita leonum: et de ore eorum procedit ignis, et fumus, et sulphur. Und also²⁴ schaute ich in dem Gesichte die Rosse, und die darauf saßen, hatten feuerfarbene, gelbe und schwefelfarbige Panzer, die Häupter der Rosse waren wie Löwenhäupter, und aus ihren Mäulern geht Feuer, Rauch und Schwefel hervor.²⁵ -Offenbarung Offb 73 9 17 24 Wie folgt. Der Zusatz besagt, dass es wirkliche Reiterscharen waren, sich aber mit ungewöhnlichen Eigenschaften ausgestattet zeigten. -Offenbarung Offb 73 9 17 25 Die Reiter tragen an ihren Panzern die Farben der Dinge, welche von den Mäulern der Rosse ausgehen. So werden Rosse und Reiter gleichsam als eines gefasst; die unnatürlichen Züge aber auf die ersteren übertragen. Die Panzer waren feuerfarben wie das Feuer, schwarzrot wie der glühende Rauch und schwefelgelb wie der Schwefel, die aus den Mäulern der Rosse gingen. Die Rosse hatten als Häupter Löwenköpfe (anders die Heuschrecken V. 8), weil sie töten sollen. Wen ihr Feuer trifft, verbrennt, wen ihr Rauch umqualmt, erstickt, wen ihr brennender Schwefel bespritzt, wird versengt. Der Schwefel wird dem Feuer beigefügt, wenn Gott ein Gericht sendet. Dass Schwefel mit dem Feuer aus dem Munde der Rosse geht, zeigt, dass ihr Töten ein Gottesgericht, gleich dem über Sodom ist. Endlich ist das Feuer der Hölle nach [Offb 19,20, Offb 21,9] ein Schwefelfeuer (weil ein Feuer des Gerichtes), und so wird die den Scharen eigene Macht zu töten als eine der Hölle entstammende bezeichnet. -Offenbarung Offb 73 9 18 Et ab his tribus plagis occisa est tertia pars hominum de igne, et de fumo, et sulphure, quæ procedebant de ore ipsorum. Durch diese drei Plagen ward der dritte Teil der Menschen getötet, durch das Feuer, den Rauch und den Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorgingen. -Offenbarung Offb 73 9 19 Potestas enim equorum in ore eorum est, et in caudis eorum: nam caudæ eorum similes serpentibus, habentes capita: et in his nocent. Denn die Macht der Rosse ist in ihrem Maule und in ihren Schweifen; denn ihre Schweife sind Schlangen gleich, und haben Köpfe, und mit diesen tun sie Schaden.²⁶ -Offenbarung Offb 73 9 19 26 Die Schweife bestanden aus dem Körper angewachsenen, mit den Köpfen nach unten gewendeten Schlangen. Während indes die Rosse mit ihren Mäulern töten, schädigen sie nur mit ihren Schweifen. Die Heuschreckenscharen der fünfte und die Reiterscharen der sechsten Posaune scheinen die gleichen Kriegsscharen zu sein, nur mit gesteigerter Macht. -Offenbarung Offb 73 9 20 Et ceteri homines, qui non sunt occisi in his plagis, neque pnitentiam egerunt de operibus manuum suarum, ut non adorarent dæmonia, et simulacra aurea, et argentea, et ærea, et lapidea, et lignea, quæ neque videre possunt, neque audire, neque ambulare, Und die übrigen Menschen, welche durch diese Plagen nicht getötet wurden, bekehrten sich nicht von den Werken ihrer Hände,²⁷ dass sie die bösen Geister und die Götzenbilder von Gold, und Silber, und Erz und Stein und Holz nicht mehr anbeteten, die weder sehen können, noch hören, noch gehen; -Offenbarung Offb 73 9 20 27 Die erste Sünde, in welcher die übrigen Menschen beharrten, war der Götzendienst, eigentlicher Götzendienst. Wer den Götzen dient, huldigt (nach [1Kor 10,20]) eigentlich dem hinter dem heidnischen Aberglauben stehenden Dämonen. -Offenbarung Offb 73 9 21 Et non egerunt pnitentiam ab homicidiis suis, neque a veneficiis suis, neque a fornicatione sua, neque a furtis suis. und sie taten keine Buße für ihre Mordtaten, noch für ihre Zaubereien, noch für ihre Unzucht, noch für ihre Diebereien.²⁸ -Offenbarung Offb 73 9 21 28 Der Sünde gegen Gott fügt der Apostel Sünden gegen den Nächsten, insbesondere gegen das 5. 7. Gebot nach der Anordnung des Hebräischen bei. Zaubereien sind dann als verführende Bezauberung zu fassen. Vergl. [Offb 18,23] mit [Offb 17,2] und [Offb 18,3]. Der Seher redet wohl von der [Offb 3,14] vorausgesagten Zeit des großen Abfalles. Vergl. [2Thess 2,3ff]. Das 10,1 11,14 Geweissagte soll gleichzeitig mit dem im Posaunenabschnitte Geweissagten geschehen. Mit [Offb 11,13] setzt dann das Enddrama bei dem Punkte ein, der [Offb 9,21] erreicht war. Die Schlussbemerkung dieses Kapitels soll also angeben, warum nunmehr mit der siebenten Posaune noch schärfere Gerichte kommen. Das letzte Herrenwort [Offb 3,14-22] zeigt die Welt in Lauheit; [Offb 6,15-17] dieselbe sich weiter von Gott abwendend in Abfall und unter den Strafgerichten in Verzweiflung des Unglaubens; [Offb 9,20] in das Heidentum zurücksinkend, bis sie [Offb 11,15ff] als vollendete antichristliche Weltmacht, Gott entgegentritt. -Offenbarung Offb 73 10 0 D. Zwei nachholende Gesichte (10,1 11,14): a. Ein anderer Engel, ein geöffnetes Buch haltend, verkündet mit einem Eide, dass bei dem Erschallen der siebenten Posaune das Geheimnis Gottes vollendet werde. Der Apostel muss jenes Buch verschlingen, um über viele Nationen und Völker zu prophezeien. -Offenbarung Offb 73 10 1 Et vidi alium Angelum fortem descendentem de clo amictum nube, et iris in capite ejus, et facies ejus erat ut sol, et pedes ejus tamquam columnæ ignis: Und¹ ich sah einen anderen gewaltigen Engel² vom Himmel herabsteigen, angetan mit einer Wolke, und der Regenbogen war über seinem Haupte, sein Antlitz war wie die Sonne, und seine Füße wie Feuersäulen;³ -Offenbarung Offb 73 10 1 1 Die beiden Gesichte [Offb 10,1-11] und [Offb 11,1-14] bilden ein Ganzes, so dass Kap. 10 die Einleitung und Ankündigung des Kap. 11 Erzählten ist, wie der Schluss von V. 14 zeigt. Da nun [Offb 9,12] mit dem Bemerken schloss. Das erste Weh ist vorüber und die beiden letzten stehen bevor, [Offb 9,21] aber ein solcher Abschluss nicht erfolgt ist, sondern erst [Offb 11,14] kommt, so sind die beiden Kapitel 10 und 11 noch ein Teil des sechsten Posaunengesichtes, der vielleicht dem bisher Erzählten, oder aber allen Ereignissen der sechs Posaunen gleichzeitig ist. Alsdann bildet der Abschnitt den Gegensatz zu [Offb 7,1-17], wo vorausverkündet wird, was gleichzeitig mit den noch zukünftigen in den Posaunengesichten zu weissagenden Ereignissen geschehen soll, den Grund aber gibt die Weissagung Kap. 10 und 11. -Offenbarung Offb 73 10 1 2 Zum Unterschiede von dem starken Engel [Offb 5,2]. Hiermit beginnt eine gewisse Wechselbeziehung zu [Offb 5]. -Offenbarung Offb 73 10 1 3 Indem der Engel vom Himmel herabsteigt, geht er den Weg, welchen der Herr bei seinem Kommen zum Gerichte wählen wird, erscheint als dessen Vorbote und bildet in seiner ganzen Erscheinung (vier charakteristische Merkmale) den Herrn vor, wie dieser in den Wolken des Himmels kommen wird. Der Regenbogen kennzeichnet ihn einen Boten der Gnade, welche Gott durch seinen Sohn gewähren wird, wenn dieser zum Gerichte kommen wird, seine Füße stellen die zermalmende und verzehrende Macht vor Augen, welche der Herr gegen seine Feinde übt. Der heil. Johannes hat den gleichen Standpunkt auf der Erde wie [Offb 1,9], den er auch [Offb 4,1] und [Offb 7,1] beibehalten, noch inne, wie V. 2 zeigt. -Offenbarung Offb 73 10 2 Et habebat in manu sua libellum apertum: et posuit pedem suum dextrum super mare, sinistrum autem super terram: und in seiner Hand hatte er ein geöffnetes Büchlein.⁴ Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, seinen linken aber auf das Land,⁵ -Offenbarung Offb 73 10 2 4 Das geöffnete Büchlein hält der Engel bis V. 8 in der Hand, bis wohin ein Zwischenvorgang erzählt wird. Was in 3 7 erzählt wird, ist nicht ohne Beziehung auf das, was nachher mit dem Büchlein geschieht. Das Büchlein bildet den Gegensatz zu dem Buche Kap. 5. Während jenes versiegelt war, ist das Büchlein offen. -Offenbarung Offb 73 10 2 5 So beweist er seine Macht über Erde und Meer. -Offenbarung Offb 73 10 3 Et clamavit voce magna, quemadmodum cum leo rugit. Et cum clamasset, locuta sunt septem tonitrua voces suas. und rief mit mächtiger Stimme, so wie ein Löwe brüllt.⁶ Und als er gerufen hatte, redeten die sieben Donner mit ihrem Schalle. -Offenbarung Offb 73 10 3 6 Was der Engel rief, wird nicht gesagt, doch müssen es drohende Worte gewesen sein, da sie dem drohenden Brüllen des Löwen verglichen werden. Dem Rufe des Engels folgt gleichsam als Wiederhall der Donner. Der Donner ist Gottes Stimme, im Donner hat Gott von Sinai zu seinem Volke geredet, im Donner redet er zur Erde. -Offenbarung Offb 73 10 4 Et cum locuta fuissent septem tonitrua voces suas, ego scripturus eram: et audivi vocem de clo dicentem mihi: Signa quæ locuta sunt septem tonitrua: et noli ea scribere. Und als die sieben Donner mit ihrem Schalle geredet hatten, wollte ich schreiben; doch ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe es nicht!⁷ -Offenbarung Offb 73 10 4 7 Das Aufschreibenwollen fällt dem Anscheine nach in die Vision. Doch der Seher soll nicht aufschreiben, was die Donner sagen, sondern es versiegeln, eben durch Nichtaufschreiben. Gott hielt es wohl für gut nicht anzudeuten, dass die Zukunft ein Geheimnis birgt, aber nicht den Schleier dieses Geheimnisses lüften zu lassen. Das Donnern geht dem Vorgange V. 5 7 voran, wo der Engel als Bote des Weltenrichters schwört, dass fortan der Endrat Gottes seinen Vollzug finden soll. So ist also der Donner Zeugnis, dass der folgende Schwur des Engels im Namen Gottes getan wird. Gott bestätigt denselben, indem er zur Einleitung desselben durch den Donner zur Erde spricht. Das siebenmalige Reden Gottes im Donner zeigt, dass Gott das vom Engel Geschworene in der von ihm vorausgesehenen Frist als Gotteswerk durch seine Allmacht vollenden wird. -Offenbarung Offb 73 10 5 Et Angelus, quem vidi stantem super mare et super terram, levavit manum suam ad clum: Und der Engel, den ich auf dem Meere und auf dem Lande stehen sah, erhob seine Hand⁸ zum Himmel, -Offenbarung Offb 73 10 5 8 Griech.: Die Rechte, die Hand des Schwures; in der Linken das Büchlein haltend. -Offenbarung Offb 73 10 6 Et juravit per viventem in sæcula sæculorum, qui creavit clum, et ea quæ in eo sunt: et terram, et ea quæ in ea sunt: et mare, et ea quæ in eo sunt: Quia tempus non erit amplius. und schwor bei dem, der da lebt in alle Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was in ihm ist, und die Erde und was auf ihr ist, und das Meer und was in ihm ist,⁹ dass hinfort keine Frist mehr sein soll; -Offenbarung Offb 73 10 6 9 Der Engel schwört bei dem Ewigen, dem Schöpfer aller Dinge, weil der Gegenstand des Schwures das Geheimnis Gottes ist, etwas in dem ewigen Ratschlusse Gottes Verborgenes, das er aber durch die Propheten (V. 7) und jetzt durch Johannes (V. 11) verkündet hat und als allmächtiger Herr unfehlbar ausführen wird. -Offenbarung Offb 73 10 7 Sed in diebus vocis septimi Angeli, cum cperit tuba canere, consummabitur mysterium Dei, sicut evangelizavit per servos suos prophetas. sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er anfängt in die Posaune zu stoßen, wird das Geheimnis Gottes vollendet werden,¹⁰ wie er durch seine Diener, die Propheten, die frohe Botschaft kundgetan.¹¹ -Offenbarung Offb 73 10 7 10 Die positive Erklärung des Ausdruckes bietet V. 7. Keine Verzögerung wird mehr eintreten, sondern die Erfüllung des Geheimnisses Gottes wird in der Zeit der siebenten Posaune statthaben, es wird zwischen dem gegenwärtigen Zeitpunkte, der hinter den Schluss der sechsten Posaune [Offb 9,21] und vor den zweiten Teil des erst [Offb 11,14] beendeten zweiten Wehe fällt, und die Zeit der siebenten Posaune keine Zwischenzeit mehr sein. Was also schon nach dem Schlusse des sechsten Siegelgesichtes erwartet werden durfte, aber noch nicht kam, weil Kap. 7 eine besondere Vorbereitung brachte und weiterhin aus dem siebenten Siegel selbst die neue Reihe der Posaunengesichte hervorging [Offb 8ff], das soll jetzt unverzüglich, in der siebenten Posaune, kommen. Indes kommt es tatsächlich in [Offb 11,16-19] noch nicht. Mit den Worten nämlich: In den Tagen, welche aus der siebenten Posaune folgen werden, wird das Geheimnis Gottes vollendet werden, wird der Sandpunkt der reinen Vision verlassen und die Beziehung auf die durch das siebente Posaunengesicht geweissagten Ereignisse eingemischt. Der Ausdruck Tage erinnert an [Dan 12,7]. -Offenbarung Offb 73 10 7 11 Was [Offb 9,20.21] erwarten ließ, sagt der Schwur des Engels ausdrücklich, indem seine Handlung sich gleichsam als Folgerung an jene Stelle anschließt. -Offenbarung Offb 73 10 8 Et audivi vocem de clo iterum loquentem mecum, et dicentem: Vade, et accipe librum apertum de manu Angeli stantis super mare, et super terram. Und ich hörte die Stimme aus dem Himmel abermals zu mir reden, und sagen: Gehe hin, und nimm das geöffnete Buch aus der Hand des Engels, der auf dem Meere und auf dem Lande steht!¹² -Offenbarung Offb 73 10 8 12 Hat der Engel bereits bei seiner ersten Handlung das offene Büchlein in der Hand gehalten, so muss, zumal V. 8 auf den Engel aus V. 2 hinweist und ihm befiehlt, sich das (V. 2 beschriebene) Buch geben zu lassen, ein Zusammenhang zwischen beiden Tatsachen sein. Ebenso wird zwischen dem Buche [Offb 5] und dem hier erwähnten Büchelchen ein bestimmtes Verhältnis obwalten. Das Büchelchen in [Offb 10] ist von jenem ein Teil, der kleine in [Offb 11,1-13] beschlossene, der als ein in dem Buche enthaltenes Büchlein dargestellt wird, weil er als Nachtrag zu den Siegel- und Posaunengesichten gegeben wird. Dies erklärt auch, warum es gleich offen war: als Teil des Buches [Offb 5], dessen letztes Siegel bereits gebrochen. Die beiden Handlungen des Engels [Offb 10,3-7] und [Offb 10,8-11] hängen als zwei Hälften miteinander zusammen. Die erste Handlung kündigt das Endgericht über die sündige Welt an. Doch was wird mit den Gläubigen geschehen? Und werden die Hinkenden und halben sich bekehren? Wir wissen zwar, dass das Volk Gottes erhalten bleiben soll und viele den Märtyrertod leiden werden, aber weiter nichts. Über jene soll Johannes uns Kunde geben; was [Offb 11,1-13] geschieht. So leitet die erste Handlung des Engels von [Offb 9,20.21] auf die zweite über, welche wieder ihrerseits den Zweck hat, die Weissagung [Offb 11,1-13] zu begründen und einzuleiten. Darum hatte auch der Engel das Büchlein, auf dessen Inhalt es zuletzt ankommt, bereits bei seinem Erscheinen V. 2 in der Hand. Der Schwur des Engels soll endlich hervorheben, dass durch die nur Nachträgliches bringende Weissagung [Offb 11,1-13] der Fortschritt der Endbegebenheiten nicht unterbrochen wird, dass das [Offb 11,1-13] Geweissagte zeitlich nicht etwa zwischen [Offb 9,21] und [Offb 11,15] treten soll, sondern vielmehr zwischen [Offb 9,21] und [Offb 11,15] keine Zeit liegen soll. -Offenbarung Offb 73 10 9 Et abii ad Angelum, dicens ei, ut daret mihi librum. Et dixit mihi: Accipe librum, et devora illum: et faciet amaricari ventrem tuum, sed in ore tuo erit dulce tamquam mel. Und ich ging hin zu dem Engel,¹³ und sagte ihm, dass er mir das Büchlein geben möge. Er sprach zu mir: Nimm das Büchlein, und iss es;¹⁴ in deinem Leibe wird es dir herb sein, aber in deinem Munde süß wie Honig. -Offenbarung Offb 73 10 9 13 In der Vision. -Offenbarung Offb 73 10 9 14 Vergl. [Ez 3,1ff]. Der Apostel soll durch das verschlingen des Buches den Inhalt seiner prophetischen Reden erlangen. -Offenbarung Offb 73 10 10 Et accepi librum de manu Angeli, et devoravi illum: et erat in ore meo tamquam mel dulce: et cum devorassem eum, amaricatus est venter meus: Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es, und es war in meinem Munde süß wie Honig; als ich es aber gegessen hatte, ward es bitter in meinem Leibe.¹⁵ -Offenbarung Offb 73 10 10 15 Anders als der Engel V. 9, der auf die innere Wirkung sieht, berichtet Johannes nach der Reihenfolge des Geschehens den Eindruck, welchen das verschlingen des Büchleins hervorbringt. Der Mund bezeichnet das Empfangen, der Leib das weitere Durchforschen und Innewerden der empfangenen Offenbarung. Dadurch, dass Johannes das Buch verschlungen, ist er zum Verkündigen seines Inhaltes tüchtig geworden. -Offenbarung Offb 73 10 11 Et dixit mihi: Oportet te iterum prophetare gentibus, et populis, et linguis, et regibus multis. Und er sprach zu mir: Du musst¹⁶ noch einmal¹⁷ weissagen über viele Völker und Nationen und Sprachen und Könige.¹⁸ -Offenbarung Offb 73 10 11 16 So will es Gott. -Offenbarung Offb 73 10 11 17 Nachdem bereits über Völker usw. eine Weissagung gegeben (6,1 9,21), soll wiederum eine Weissagung ergehen; nun aber nach Verschlingung des Büchleins, durch dich, Johannes. Denselben Gegenstand und denselben Zeitraum ergänzend holt weissagend nach, was [Offb 11,1-3] folgt. In letzterem Abschnitte führt Johannes in der Tat [Offb 11,1.2] nach Art des alttestamentlichen Propheten eine weissagende zeichenhafte Handlung aus, welche von dem Engel alsdann [Offb 11,3] erklärt wird. -Offenbarung Offb 73 10 11 18 Die vier Worte drücken die Gesamtheit der Menschenwelt aus, welche in der Zeit des Endes lebt. -Offenbarung Offb 73 11 0 b. Johannes soll den Tempel Gottes, mit Ausnahme des Vorhofes, messen, welch letzterer zugleich mit der heiligen Stadt auf 42 Monate den Heiden zur Verunehrung überliefert wird, während in einer gleichen Zeit (durch 1260 Tage) zwei Zeugen Gottes prophezeien und Wunder tun. (V. 6) Nach Verlauf dieser Zeit werden diese Zeugen von dem Tiere angegriffen und getötet, jedoch erstehen sie nach drei und einem halben Tage wieder auf und fahren gen Himmel. (V. 12) Während ein Erdbeben den zehnten Teil der Stadt zerstört und 7000 Menschen tötet, geben die übrigen Gott die Ehre. (V. 13) Das zweite Weh ist vorüber, doch das dritte kommt bald. (V. 14) 3. Zweite Hälfte des zweiten Teiles (11,15 22,5): 1) Einleitendes Gesicht (V. 15 19) Auf das Erschallen der siebenten Posaune feiern die Ältesten (prophetisch) den Sieg Gottes. -Offenbarung Offb 73 11 1 Et datus est mihi calamus similis virgæ, et dictum est mihi: Surge, et metire templum Dei, et altare, et adorantes in eo, Und es ward mir ein Rohr gegeben, ähnlich einem Maßstabe, und es ward mir gesagt:¹ Auf, und miss² den Tempel Gottes, und den Altar und die in ihm anbeten;³ -Offenbarung Offb 73 11 1 1 Von wem, bleibt ebenso unbestimmt wie [Offb 8,2, Offb 6,12]. -Offenbarung Offb 73 11 1 2 Das Umschließen mit der Messschnur, um etwas in sich Geschlossenes, von anderem Getrenntes zu kennzeichnen, kann an sich ein doppeltes Ziel haben: der Zerstörung oder der Bewahrung. Da hier alles Übrige hinausgeworfen werden soll, folgt, dass das Messen der Bewahrung gilt. -Offenbarung Offb 73 11 1 3 Das eigentliche Tempelhaus, das Allerheiligste und das Heilige, mit Ausschluss auch des inneren Vorhofes. Der Altar ist der im Heiligen stehende Räucheraltar. Die Anbetenden erscheinen auf der einen Seite als Priester, insofern sie Zutritt zum Heiligen, freien Zugang zu Gott haben, auf anderer Seite aber als nicht dem Stamme Levi zugehörig, nicht jüdische Priester, also priesterliche Christen, die gläubigen Christen. Da der Tempel V. 1 der Tempel Gottes heißt, so ist kein wirklich auf Erden vorhandenes Tempelgebäude, sondern die Stätte bezeichnet, wo Gott für seine Christenheit hier auf Erden gegenwärtig ist, seine Kirche. Die heilige Stadt ist zwar um den Tempel gebaut, aber weiter von ihm entfernt. -Offenbarung Offb 73 11 2 Atrium autem, quod est foris templum, ejice foras, et ne metiaris illud: quoniam datum est gentibus, et civitatem sanctam calcabunt mensibus quadraginta duobus: den Vorhof aber, der außerhalb des Tempels ist, wirf hinaus,⁴ und miss ihn nicht; denn er ist den Heiden hingegeben, und sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang.⁵ -Offenbarung Offb 73 11 2 4 Verwirf, und miss darum nicht. -Offenbarung Offb 73 11 2 5 Die Zeitangabe ist wie [Dan 7,25, Dan 12,7] und [Offb 12,14] schematisch. Siehe [Offb 9,Anm.19]. Die Bezeichnung nach Monaten, und vollends nach Tagen, soll den Eindruck hervortreten lassen, dass die Ereignisse lange und ununterbrochen währen. In [Offb 13,5] kehren die 42 Monate als die Dauer der Machtübung des Tieres wieder. Ist diese Zeit identisch mit der hier bezeichneten, so ist die letzte Hälfte der Weltwoche, die Tage der letzten Posaune, das dritte Wehe, die Zeit der nächsten Vorzeichen der Wiederkunft des Herrn gemeint. Vergl. [Lk 21,24] -Offenbarung Offb 73 11 3 Et dabo duobus testibus meis, et prophetabunt diebus mille ducentis sexaginta, amicti saccis. Und ich⁶ werde meinen zwei Zeugen⁷ verleihen,⁸ dass sie weissagen tausendzweihundertsechzig Tage lang,⁹ angetan mit Bußkleidern.¹⁰ -Offenbarung Offb 73 11 3 6 Ich: Christus. -Offenbarung Offb 73 11 3 7 Die zwei Zeugen stehen nicht vor den Augen des heil. Johannes. Nach Ambrosius u. a. sind die meisten Ausleger, gestützt auf [Gen 5,24] und [Hebr 11,5] der Ansicht, dass von Elias und Henoch die Rede ist. -Offenbarung Offb 73 11 3 8 Was er ihnen geben wird, ist nach hebräischer Weise durch und beigefügt. -Offenbarung Offb 73 11 3 9 Da V. 8 eine andere Bezeichnung für die Zeitdauer gewählt wird als V. 2, so sind die 1260 Tage wohl ein anderer Zeitraum als die 42 Monate vorhergehende Zeit. Die V. 7 erzählten Ereignisse bilden den Schluss, an den sich die 42 Monate anschließen. Das V. 8 13 berichtete Resultat der 1260 Tage ist dann dem gleichzeitig was durch das Messen V. 1, V. 2 bewirkt wird und die 42 Monate eröffnet. Aus der symbolischen Dauer ist keine Folgerung auf die wirkliche zu ziehen. Die Wahl einer Angabe von Tagen hebt die tägliche Ablegung des Zeugnisses hervor, während 42 Monate gesetzt werden, wo von der macht und Herrschaft des Antichristes die Rede ist, [Offb 11,2] und [Offb 13,5], und die Abmessung der letzten Trübsal seitens Gottes angegeben wird. -Offenbarung Offb 73 11 3 10 Sie werden wie Bußprediger Trauer um die Sünden der Welt tragen und vor den Christen von Christus Zeugnis geben. -Offenbarung Offb 73 11 4 Hi sunt duæ olivæ, et duo candelabra in conspectu Domini terræ stantes. Das sind die¹¹ zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. -Offenbarung Offb 73 11 4 11 Im Griech. stehen Artikel und weisen so auf bestimmte Personen. Diese Artikel weisen auf [Sach 4]. Die juden- und heidenchristlichen Gemeinden sind die Zeugen, doch kommt das Zeugnis vorzugsweise in repräsentativen Persönlichkeiten zur Erscheinung, an denen V. 5 und 8 erfüllt wird. -Offenbarung Offb 73 11 5 Et si quis voluerit eos nocere, ignis exiet de ore eorum, et devorabit inimicos eorum: et si quis voluerit eos lædere, sic oportet eum occidi. Und wenn jemand ihnen etwas zu Leide tun will, so wird Feuer aus ihrem Munde ausgehen und ihre Feinde verzehren;¹² und wenn jemand sie verletzen will, so soll er also getötet werden. -Offenbarung Offb 73 11 5 12 Beziehung auf [Jer 5,14]. Doch während bei Jeremias die Worte Gottes mit Feuer verglichen werden, kommt an dieser Stelle in der Vision Feuer aus ihrem Munde. Diese wie die folgenden Züge sind aus dem Leben des Elias und Moses entlehnt. Vergl. [2Kön 1,10ff]. Der heil. Johannes Damascenus, Theoderet, Ephrem, Cyrill von Alex., Greg. u. a. sind einmütig der Meinung, dass hier von Enoch und Elias die Rede ist. -Offenbarung Offb 73 11 6 Hi habent potestatem claudendi clum, ne pluat diebus prophetiæ ipsorum: et potestatem habent super aquas convertendi eas in sanguinem, et percutere terram omni plaga quotiescumque voluerint. Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, dass kein Regen falle in den Tagen ihrer Weissagung,¹³ und sie haben die Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln,¹⁴ und die Erde zu schlagen mit jeglicher Plage, so oft sie irgend wollen. -Offenbarung Offb 73 11 6 13 Vergl. [1Kön 17,1ff, 1Kön 18,1] u. a. -Offenbarung Offb 73 11 6 14 Vergl. [Ex 7]. -Offenbarung Offb 73 11 7 Et cum finierint testimonium suum, bestia, quæ ascendit de abysso, faciet adversum eos bellum, et vincet illos, et occidet eos. Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben,¹⁵ wird das Tier,¹⁶ das aus dem Abgrunde heraufsteigt, mit ihnen Krieg beginnen, und sie überwinden und sie töten. -Offenbarung Offb 73 11 7 15 Am Ende der 1260 Tage, der ersten Hälfte der letzten Weltwoche. -Offenbarung Offb 73 11 7 16 Das Tier ist aus [Dan 7,11] entnommen, nicht aber der Zusatz: Das aus dem Abgrund heraufsteigt. Es ist dasselbe Tier, wie [Offb 13,1, Offb 17,8]. An letzter Stelle findet eine Rückbeziehung auf diese statt. Der Abgrund ist nicht der Ort der Herkunft, wird doch [Offb 13,1] an letzterer das Völkermeer bezeichnet; sondern vielmehr Kennzeichnung des Charakters, der Hölle entstammend. Schon [Offb 9] V. 2, V. 3, V. 11 sammeln sich die antichristlichen Heerscharen infolge dämonischer Einflüsse, gewinnen einen König ihrer Art, vergewaltigen die Erde und verstricken deren Bewohner immer tiefer in das antichristliche Wesen. Auf diese in [Offb 9] gegebene Weissagung greift der Ausdruck zurück und führt dieselbe weiter. Im Verlaufe der ersten Hälfte der letzten Weltwoche wird der Antichrist mit seiner Macht erstehen, wenn er aber auf der Höhe derselben steht, um die Mitte der letzten Weltwoche, wenn die den zwei Zeugen gegebene Zeit um ist, wird er sich auch gegen das durch diese Zeugen repräsentierte Volk Gottes aus Juden und Heiden wenden und es besiegen. So sind wir auf dem Punkte, auf dem der Seher V. 1, V. 2 mit seiner prophetischen Handlung stand. Die Stimme des Herrn unterbricht V. 3 die Weissagung, und V. 8 knüpft nach dem Griech. wieder als Vision an. -Offenbarung Offb 73 11 8 Et corpora eorum jacebunt in plateis civitatis magnæ, quæ vocatur spiritualiter Sodoma, et gyptus, ubi et Dominus eorum crucifixus est. Und ihre Leiber werden liegen bleiben¹⁷ auf den Straßen der großen Stadt, welche geistiger Weise Sodoma und Ägypten genannt wird, wo auch ihr Herr gekreuzigt ward.¹⁸ -Offenbarung Offb 73 11 8 17 Wie die beiden Zeugen nicht eher getötet werden durften als bis ihre Sendung erfüllt war, so lässt der Allmächtige ihre Schmach auch nur zu, um sie nachher desto mehr zu verherrlichen. Das Nichtbegrabenwerden ist die höchste Schmach. Vergl. [Jes 14,19, Jer 22,19]. -Offenbarung Offb 73 11 8 18 Die Stadt, in welcher jene Zeugen ihre Wirksamkeit gehabt haben und in der das Tier, das dort wohl seinen Sitz hat, sie getötet hat. Nach V. 9 ist es eine Stadt, in der Leute aus allen Völkern wohnen und zusammenkommen. Ihrer geistigen Beschaffenheit, ihrem Versunkensein in die Sünde nach, die bis zur Gewalttätigkeit gegen Gottes Diener und Volk fortschreitet, verdient sie Sodoma und Ägypten genannt zu werden und wie jene dem Gerichte zu verfallen, während Gottes Diener errettet werden. Der Stadt wird eine Mitschuld am Tode der beiden Zeugen beigemessen. Während Jerusalem in V. 2 die heilige Stadt genannt wird, weil Gott sie bestimmt hatte heilig zu sein, wird sie doch in demselben Verse bereits als von dem Tempel und den wahren Anbetern getrennt dargestellt. Jerusalem ist hier typisch gesetzt für den Mittelpunkt der Christenheit gegen die Mitte der letzten Weltwoche. Vergl. [Offb 3,14-21]. Wo dieser Mittelpunkt sein wird, darüber besagt der konkrete Name der Vision: Jerusalem nichts, so wenig wie der Name Babylon betreffs der Hauptstadt der Weltmacht etwas Bestimmtes nahelegt. In V. 8 wird Jerusalem die große Stadt genannt, um auf die Menge der Gottesfeinde hinzuweisen, welche auch die Wahl des Landes Ägypten als Name versinnbildet. (Hieronymus) -Offenbarung Offb 73 11 9 Et videbunt de tribubus, et populis, et linguis, et gentibus corpora eorum per tres dies, et dimidium: et corpora eorum non sinent poni in monumentis. Und viele von den Stämmen und Völkern und Zungen und Nationen werden ihre Leiber sehen¹⁹ drei und einen halben Tag hindurch²⁰ und man wird ihre Leichname in kein Grab legen lassen. -Offenbarung Offb 73 11 9 19 Ihre Leichname werden, den Zeugen zur Schmach, unbeerdigt gelassen, um andere zu schrecken. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 11 9 20 Drei und ein halber Tag seht dem drei und einem halben Jahre V. 3 gegenüber. Die Zeit, während welcher die Leichen verachtet daliegen werden, wird im Vergleich zu der Zeit ihrer Wirksamkeit eine kurze sein, die Zeit des letzten und erbittertsten Kampfes hindurch. Länger duldet Gott die Unbilde gegen ihre Leiber nicht. -Offenbarung Offb 73 11 10 Et inhabitantes terram gaudebunt super illos, et jucundabuntur: et munera mittent invicem, quoniam hi duo prophetæ cruciaverunt eos, qui habitabant super terram. Und die Bewohner der Erde werden sich über sie freuen und frohlocken, und werden sich einander Geschenke senden,²¹ weil diese zwei Propheten den Bewohnern der Erde Qualen bereiteten.²² -Offenbarung Offb 73 11 10 21 Wie die Kunde von der Wirksamkeit der Zeugen (V. 4) über die ganze Erde gegangen war, so verbreitet sich auch die Nachricht von ihrem Tode überall. Überall freut man sich, und die einander nahe sind, machen sich Geschenke. Vergl. [Neh 8,10.12, Est 8,19.22]. Doch der Jubel dauert nicht lange. -Offenbarung Offb 73 11 10 22 Durch ihr Vorbild und ihre Mahnung zur Buße. Vergl. [Weish 2,12]. -Offenbarung Offb 73 11 11 Et post dies tres, et dimidium, spiritus vitæ a Deo intravit in eos. Et steterunt super pedes suos, et timor magnus cecidit super eos, qui viderunt eos. Aber nach drei Tagen und einem halben kam der Lebensodem von Gott²³ in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und große Furcht befiel die, welche sie sahen. -Offenbarung Offb 73 11 11 23 Vergl. [Gen 6,17, Gen 2,7]. Das Zeichen, dass ihnen das Leben zurückgegeben ist, dass sie sich auf ihre Füße stellen. Vergl. [1Kön 13,21, Ez 37,10]. -Offenbarung Offb 73 11 12 Et audierunt vocem magnam de clo, dicentem eis: Ascendite huc. Et ascenderunt in clum in nube: et viderunt illos inimici eorum. Und sie hörten eine mächtige Stimme vom Himmel, welche zu ihnen sprach: Steiget auf hierher! Da stiegen sie in den Himmel auf in einer Wolke,²⁴ und ihre Feinde sahen sie. -Offenbarung Offb 73 11 12 24 Sie steigen in einer Wolke zum Himmel auf, es widerfährt ihnen alles, wie ihrem Herrn und Erlöser. Ihre Feinde müssen es sehen und mit Scham und Furcht erfüllt werden. -Offenbarung Offb 73 11 13 Et in illa hora factus est terræmotus magnus, et decima pars civitatis cecidit: et occisa sunt in terræmotu nomina hominum septem millia: et reliqui in timorem sunt missi, et dederunt gloriam Deo cli. In jener Stunde²⁵ entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und es wurden durch das Erdbeben siebentausend Menschen getötet, die übrigen aber gerieten in Schrecken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.²⁶ -Offenbarung Offb 73 11 13 25 In der Stunde, in welcher das V. 12 Erzählte geschah, brach auch das Gottesgericht herein. Dasselbe beginnt bei dem Hause Gottes. [1Petr 4,17] Die Kirche wird um die Mitte, die Welt am Ende der letzten Weltwoche in's Gericht gerufen. -Offenbarung Offb 73 11 13 26 Wie über Jerusalem, so ergeht auch über Babel [Offb 16,19] das Gericht. Während aber von Babel [Offb 16,19] drei Teile fallen, das übrige von einem Mühlstein vernichtet wird und alle ihre Einwohner umkommen, fällt von der Christenstadt nur der zehnte Teil; es sind ja noch Anhänger der beiden Zeugen da, und die übrigen tun Buße. Diese Übrigen bilden den Gegensatz zu den Übrigen [Offb 9,20; Offb 16,9]. -Offenbarung Offb 73 11 14 Væ secundum abiit: et ecce væ tertium veniet cito. Das zweite Weh ist vorüber gegangen; siehe, das dritte Weh wird alsbald kommen.²⁷ -Offenbarung Offb 73 11 14 27 Die Weissagung hat uns bis in die Mitte der letzten Weltwoche geführt. Die Welt, das Reich des Antichrist, und Gottes Christengemeinde stehen für immer geschieden einander gegenüber. Damit ist die sechste Posaune, das zweite Wehe [Offb 8,13] geschlossen. Es bleibt das dritte übrig. Auch in dieses hat die Offenbarung [Offb 10,7] und [Offb 11,2.7] einen Einblick tun lassen: Es wird die ganze zweite Hälfte der Weltwoche umfassen, die 3 Zeiten, in denen der Antichrist seine Macht entfaltet, bis er selbst zu Falle kommt. Dies alles hebt V. 14 hervor. Nach ihm fallen [Offb 10, Offb 11] vor und in die sechste Posaune, während die siebente laut [Offb 10,6.7] und [Offb 11,2] das Ende bringt. Schnell: die Gnadenfrist ist vorbei. -Offenbarung Offb 73 11 15 Et septimus Angelus tuba cecinit: et factæ sunt voces magnæ in clo dicentes: Factum est regnum hujus mundi, Domini nostri et Christi ejus, et regnabit in sæcula sæculorum: Amen. Und der siebente Engel stieß in die Posaune.²⁸ Da ertönten laute Stimmen im Himmel, welche sprachen: Das Reich dieser Welt ist unserm Herrn und seinem Gesalbten zugefallen, und er wird herrschen in alle Ewigkeit. Amen.²⁹ -Offenbarung Offb 73 11 15 28 Die [Offb 10,6.7] und [Offb 11,14] bereits angekündigte siebente Posaune erschallt, bringt aber zunächst nur ein Gesicht, welches den Zweck hat, dem heil. Johannes die Absichten des Himmels bei dem zu zeigen, was jetzt geschehen soll. V. 15 verkünden Stimmen proleptisch die Vollendung des Gottesreiches, V. 16 18 führen die 24 Ältesten dies nach zwei Seiten weiter aus, V. 19 gehen von der himmlischen Gotteswohnung Zeichen aus, welche die von [Offb 12,1] ab erfolgende Ausführung des von der himmlischen Stimme und den Ältesten Gepriesene ankündigen. -Offenbarung Offb 73 11 15 29 Die Worte sind nicht mehr wie [Offb 5,8] und [Offb 8,3] bittend, sondern dankend: indes sind sie Proleptisch, insofern sie sofort nach dem Erschallen der Posaune, noch ehe irgend etwas von dem wirklich geschehen ist, was nachher mit ähnlichen Lobgesängen gefeiert wird, vergl. [Offb 19,1ff], sagen: Es ist zugelassen, und er wird die Herrschaft üben in Ewigkeit, denn kein Feind ist mehr da. Der Ausdruck: Dem Herrn und seinem Gesalbten ist aus [Ps 2,2] entnommen. Was diese Worte sagen, wird nach seinen einzelnen Momenten in verschiedenen Gesichten gezeigt. Daher kehrt dieser Ausspruch nicht allein an Wendepunkten [Offb 12,10, Offb 19,6], sondern auch zum Abschluss des Ganzen [Offb 22,5] wieder, zum Zeichen, dass das [Offb 11,15] Gesagte in den Folgenden 12,1 22,5 ausgeführt ist. -Offenbarung Offb 73 11 16 Et viginti quatuor seniores, qui in conspectu Dei sedent in sedibus suis, ceciderunt in facies suas, et adoraverunt Deum, dicentes: Und die vierundzwanzig Ältesten, welche vor dem Angesichte Gottes auf ihren Thronen sitzen, fielen auf ihr Angesicht nieder, und beteten Gott an, und sprachen:³⁰ -Offenbarung Offb 73 11 16 30 Ähnlich wie [Offb 7,11] wird die Rede der Himmlischen von den 24 Ältesten im Namen der in ihnen dargestellten Vollendeten, aufgenommen. Der Bitte bedarf es nicht mehr, deshalb danken sie: Erstlich dafür, dass Gott seine Herrschaft wieder an sich genommen, welche durch die Sünde beeinträchtigt war und im Antichrist ihr Vollmaß erreichte. Indem Gott sich als Herrscher zeigt, kommt für Freund und Feind die Vergeltung; dafür danken sie sodann V. 18. -Offenbarung Offb 73 11 17 Gratias agimus tibi Domine Deus omnipotens, qui es, et qui eras, et qui venturus es: quia accepisti virtutem tuam magnam, et regnasti. Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott! der du bist, und der du warst, und der du kommen wirst, dass du deine große Macht ergriffen und dich als Herrscher gezeigt hast. [Offb 1,4.8, Offb 4,8] -Offenbarung Offb 73 11 18 Et iratæ sunt gentes, et advenit ira tua, et tempus mortuorum judicari, et reddere mercedem servis tuis prophetis, et sanctis, et timentibus nomen tuum pusillis, et magnis, et exterminandi eos, qui corruperunt terram. Die Völker ergrimmten,³¹ und es kam dein Grimm, und die Zeit für die Toten gerichtet zu werden,³² und den Lohn zu geben³³ deinen Dienern, den Propheten, und den Heiligen, und denen, die deinen Namen fürchten,³⁴ den Kleinen und den Großen, und diejenigen zu verderben, welche die Erde verdarben.³⁵ -Offenbarung Offb 73 11 18 31 Die besten Handschriften haben diese nach der Erfüllung des Gerichtes nicht mehr passende Beifügung nicht. -Offenbarung Offb 73 11 18 32 Dem Gedanken nach ist dies aus [Ps 2], dem Wortlaut nach aus [Ps 98,1] genommen. -Offenbarung Offb 73 11 18 33 Mit dem Zorn Gottes kommt das Gericht, zum Gerichte aber müssen die Toten auferstehen. -Offenbarung Offb 73 11 18 34 Die Propheten sind die Lehrer, die Heiligen alle übrigen Diener Gottes, die den Namen Gottes Fürchtenden, alle Frommen. -Offenbarung Offb 73 11 18 35 Die Erde ist als die dem Menschen von Gott gegebene Wohnstatt der Inbegriff alles dessen, was Gott dem Menschen gegeben hat. Die Sünde verdirbt die Gabe Gottes, und so gebührt ihr wieder Verderben. [Gen 6,11-13] Das jetzt bevorstehende Verderben wird gleichsam die Wiederholung der Sündflut sein. Was hier die Ältesten preisen, wird im Folgenden als geschehen geschildert. Wie die zornig gewordenen Völker gegen den Herrn aufstehen, ist zwar schon aus [Offb 11,9ff] zu ersehen, doch wird es ausführlicher erst im Folgenden geschildert: [Offb 13,10ff, Offb 16,6, Offb 17,6, Offb 18,24]. Der Zorn Gottes kommt Kap. 16 18 und [Offb 19,1] wird Gott dafür gepriesen. Auferstehung und Gericht folgen in [Offb 20], die Zeit des Lohnes [Offb 21] und [Offb 22], die Form der Vergangenheit der obigen Verse ist also eine proleptische. -Offenbarung Offb 73 11 19 Et apertum est templum Dei in clo: et visa est arca testamenti ejus in templo ejus, et facta sunt fulgura, et voces, et terræmotus, et grando magna. Und es ward der Tempel Gottes im Himmel aufgetan, und die Lade seines Bundes ward in seinem Tempel sichtbar.³⁶ Und es kamen Blitze, und Rufe, und Erdbeben, und großer Hagel. -Offenbarung Offb 73 11 19 36 In [Offb 4, Offb 5] hatte Johannes den Thron Gottes geschaut, [Offb 6,9] den Brandopferaltar, [Offb 7,15] wird der ganze Tempel erwähnt, [Offb 8,3] erschien auch der Rauchopferaltar, also das Heilige geöffnet. Hier tut sich der Tempel noch weiter auf, so dass Johannes das Allerheiligste und in ihm die Bundeslade sieht. Eine andere Bedeutung hat die Öffnung [Offb 15,5]. Gott zeigt den Gläubigen das Symbol und Unterpfand, dass er das von den Propheten verheißene selige Geheimnis [Offb 10,7] sicher vollenden werde. Der gottfeindlichen Welt gegenüber aber ist gleichsam die Tür aufgetan für das aus dem tiefsten Heiligtume hervorgehende [Offb 19,2] Endgericht über dieselbe. daher die drohenden Vorzeichen, vergl. [Offb 8,5], dessen, was bei der Ausführung des Gerichtes wirklich über die antichristliche Welt hereinbricht. Vergl. [Offb 16,18]. Die wirkliche Aussendung der Blitze erfolgt erst [Offb 16,17-21], wo auch die vorstehende Formel wiederkehrt. Alles ist also proleptisch, die Öffnung des Tempels und die Zeichen sind die Antwort Gottes auf die Lobpreisung der Himmlischen und Ältesten V. 15 18, deren Ausführung bis [Offb 2,5] folgt. Die Vulgata hat in der Aufzählung an dritter Stelle die Donner ausgelassen. -Offenbarung Offb 73 12 0 2) Fünf die Verhältnisse während der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche schildernde Gesichte. (12,1 14,5) A. Zwei die Gottesgemeinde betreffende Gesichte. (12,1 17): a. Erstes Gesicht. (V. 1 6) Ein Weib, mit der Sonne bekleidet, erscheint, die einen Sohn gebären soll, welcher alle Völker mit eisernem Zepter beherrschen wird. Zugleich erscheint ein blutroter Drache, welcher dem Weibe und ihrem Sohne nachstellt. Der Sohn und das Weib werden entrückt. B. Zweites Gesicht. (V. 7 17): Der Drache wird mit seinen Engeln von Michael besiegt und auf die Erde herabgestürzt, infolge dessen im Himmel großer Jubel entsteht. (V. 12) Der Drache aber geht, nachdem er zur Erde niedergestürzt, vergeblich das Weib verfolgt hat, fort, um gegen die übrigen von ihrem Geschlechte, welche die Gebote Gottes halten, den Kampf zu beginnen. (V. 17) -Offenbarung Offb 73 12 1 Et signum magnum apparuit in clo: Mulier amicta sole, et luna sub pedibus ejus, et in capite ejus corona stellarum duodecim: Und¹ es erschien ein großes Zeichen² im Himmel: Ein Weib mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone von zwölf Sternen.³ -Offenbarung Offb 73 12 1 1 Die vier ersten Gesichte gehören paarweise zusammen. Das erste und zweite schildern die Verhältnisse der Kirche während der zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche, das dritte und vierte die Verhältnisse der antichristlichen Weltmacht während der gleichen Zeit. Das fünfte endlich zeigt die Kirche in dem Stande, in dem sie sich am Schlusse der letzten Weltwoche, nach der Vollendung der großen Trübsal befinden wird. -Offenbarung Offb 73 12 1 2 Was Johannes sah, wird hier und [Offb 15,1] ausnahmsweise ein Zeichen genannt, eine Erscheinung, welche über das, was von ihr selbst gesagt wird, hinaus noch etwas Anderes bedeutet. Das Zeichen ist groß, besonderen Eindruck machend, daher bedeutsam, wichtig. Es zeigt sich im Himmel, im Gegensatze zu Land und Meer. V. 9, 12, 13. -Offenbarung Offb 73 12 1 3 Das Weib steht in der Sonne, wie in einer Lichtmasse, die es ganz einhüllt; hat den Mond unter den Füßen und eine Krone, von zwölf Sternen geziert. Ein Lichtkörper umgibt sie, auf einem kleineren steht sie, Lichtkörper bilden ihren Kranz; so erscheint sie im vollsten Lichtglanze. So hat das Weib mit Christi Erscheinung [Offb 1,13-16] und Gottes [Offb 4,3] eine gewisse Ähnlichkeit; doch ist das Licht nicht sein Eigentum, sondern ihm nur als Gewand, als Schmuck verliehen. Sind die Lichter nun Himmelslichter, so weist dies darauf hin, dass Gott ihr dies himmlische Licht gegeben. Darum verfolgt sie auch der Fürst der Finsternis. Dieses Weib bildet den Gegensatz zu der großen Buhlerin [Offb 17,4]. Die Krone, welche in der Offenbarung stets den Sieger schmückt (vergl. [Offb 4,4, Offb 16,2, Offb 14,14] anders als der Drache V. 3 und die Buhlerin [Offb 17,4]), ist mit zwölf Sternen geschmückt. Die Zwölfzahl ist die Zahl des Volkes Gottes, dessen Führer einst die zwölf Patriarchen, später die zwölf Apostel waren. Das Weib ist also das Bild des Volkes Gottes. (Viktorin.) Die Vision erinnert an [Gen 37,9]. Sofern Maria als Mutter des Herrn die Mutter des wahren Israel war und in der Endgeschichte der Kirche sich der Anfang derselben wieder abspiegelt, kann dieser Teil des Gesichtes auch auf sie angewendet werden. -Offenbarung Offb 73 12 2 Et in utero habens, clamabat parturiens, et cruciabatur ut pariat. Und sie war gesegneten Leibes,⁴ und rief in Geburtswehen, und hatte große Pein, um zu gebären. -Offenbarung Offb 73 12 2 4 Der heil. Seher sieht das Weib, die Kirche der Letztzeit (nach anderen die judenchristliche Kirche. Siehe unten Anm. 31) gleichsam in Geburtswehen den Messias noch einmal aus sich zu gebären, das er herrsche auf Erden. Vergl. [Mt 24,8]. Das Kind wird geboren, aber noch ist die Gewalt des Satans zu groß, als dass Christus darauf herrschen könnte. Das Kind wir von seinen Verfolgungen und Nachstellungen zu Gott entrückt, und die Kirche auf Erden bleibt noch in einer Welt, die im Argen liegt. Doch nicht vergebens war es, was geschehen. Im Himmel wird zunächst der große Kampf ausgekämpft, für den die Erde noch nicht vorbereitet war. Christus ist, wenn auch als schwaches Kind, von neuem in seiner Kirche, dies gibt dem Erzengel im Himmel Macht, den Teufel anzugreifen und zu besiegen. Dort oben überwunden, wendet der Verführer sich nun auf die Erde, allein von da an hat die Kirche einen sicheren Ausblick auf den Ausgang. Das Verhältnis Gottes zu seinem Volke wird im A. T. oft unter dem Bilde des Ehebundes dargestellt. Die Beschreibung des Volkes Gottes als gekrönte Siegerin passt auf das, was [Offb 11,1-3] von der Kirche in den Kämpfen der ersten Hälfte der letzten Weltwoche gesagt wird. Schwere Krisen werden in der heil. Schrift oft unter dem Bilde von Geburtswehen dargestellt, die Anfänge der Endzeit vergleicht der Heiland selbst damit [Mt 24,8]. -Offenbarung Offb 73 12 3 Et visum est aliud signum in clo: et ecce draco magnus rufus habens capita septem, et cornua decem: et in capitibus ejus diademata septem, Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel; siehe, ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, und auf seinen Köpfen sieben Diademe;⁵ -Offenbarung Offb 73 12 3 5 Der Satan tritt [Gen 3,4] zuerst als Schlange auf. Diese Gestalt soll ihn also als Feind der Menschheit von Anfang an erweisen. Da er indes hier als Zeichen erscheint, nicht als persönliches Wesen, so ist er hier Repräsentant und Urheber aller gottwidrigen, christenfeindlichen Macht auf Erden. (Beda, Viktorin., Thom.) Der Drache erscheint rot, in der Farbe des Zornes und des Blutes, vergl. [Offb 6,4], denn er ist ein Menschenmörder von Anfang an [Joh 8,44] und die von ihm geleitete Weltmacht ist trunken vom Blut der Märtyrer. [Offb 17,6] Im Ganzen hat er dieselben Embleme wie sein Werkzeug, das Tier. [Offb 13,1] Doch während dies zehn Diademe auf zehn Hörnern hat, hat der Drache 7 Köpfe, 10 Hörner und 7 Diademe. Über das Verhältnis der Köpfe zu den Diademen wird nichts gesagt, weil dies für die Entwicklung ohne Einfluss ist. Die Diademe bezeichnen Herrschermacht, da Horn alle Mittel derselben. Bezeichnet die Zahl sieben das, was durch Gottes Zutun sich in der Zeit entwickelt und geschieht, die Zahl zehn aber die Allgemeinheit, so wird durch diese Zahlen dargestellt, dass auch das Böse allezeit unter Gottes Aufsicht und Leitung steht und dem Bösen die ganze Welt dienstbar ist. Der Drache ist also die urbildliche Erscheinung jener widergöttlichen Macht, welche durch das Tier dargestellt wird. -Offenbarung Offb 73 12 4 Et cauda ejus trahebat tertiam partem stellarum cli, et misit eas in terram, et draco stetit ante mulierem, quæ erat paritura: ut cum peperisset, filium ejus devoraret. und sein Schweif riss den dritten Teil der Sterne des Himmels herab und warf sie zur Erde.⁶ Und der Drache trat vor das Weib, das im Begriffe war zu gebären, um, wenn sie geboren hätte,⁷ ihr Kind zu verschlingen. -Offenbarung Offb 73 12 4 6 Die große Macht des Drachen, selbst über das Höchste der Welt, und sein Begehren, alles in den Abgrund hinabzuziehen, wird veranschaulicht, indem jener den dritten Teil der Sterne vom Himmel reißt, selbst in die über die Erde erhabene Schöpfung verderbend eingreifend. Betreffs des dritten Teiles vergl. [Offb 8,7-12, Offb 9,15.18]. -Offenbarung Offb 73 12 4 7 Manche Ausleger sehen hierin eine Anspielung auf Herodes und den Bethlehemitischen Kindermord. Vielleicht ist vielmehr an das Heranreifen der Endgemeinde zur vollen Heiligkeit zu denken, an ihre volle Loslösung von der Welt, vor welcher der Herr nicht als Richter erscheint. Dies Verhältnis dass die Kirche, erst wenn sie nach [Offb 11] die Überwinderin geworden, den Weltenrichter gleichsam aus sich gebiert, ist [Offb 12,1] dargestellt. Die Entrückung stellt dar, wie es dem Satan unmöglich ist zu verhindern, dass der Heiland als Richter der Welt und der Weltmacht hervortritt, weil der Herr auch als Weltenrichter sicher ist bei Gott. -Offenbarung Offb 73 12 5 Et peperit filium masculum, qui recturus erat omnes gentes in virga ferrea: et raptus est filius ejus ad Deum, et ad thronum ejus, Und sie gebar einen Sohn, einen mannhaften,⁸ der alle Völker mit eisernem Stabe beherrschen soll.⁹ Und ihr Sohn ward entrückt zu Gott und zu seinem Throne.¹⁰ -Offenbarung Offb 73 12 5 8 [Jer 20,15] -Offenbarung Offb 73 12 5 9 Vergl. [Offb 19,15]. -Offenbarung Offb 73 12 5 10 Die Himmelfahrt des Herrn bietet gemäß [Offb 3,21] gleichsam die Farben zu diesem Gemälde, das auf [Dan 7,13.14] beruht. Die Gläubigen werden zum Throne Gottes entrückt genannt, insofern sie den Qualen und Versuchungen wie dem Rachen des Drachens, der ihre Seele verschlingen wollte, entrissen und im Himmel aufgehoben sind, als Erben Gottes, als Miterben Christi, d. i. als Teilnehmer derselben Herrlichkeit. -Offenbarung Offb 73 12 6 Et mulier fugit in solitudinem ubi habebat locum paratum a Deo, ut ibi pascant eam diebus mille ducentis sexaginta. Das Weib aber floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hatte, dass sie daselbst tausendzweihundertundsechzig Tage ernährt würde.¹¹ -Offenbarung Offb 73 12 6 11 Wie einst der Prophet Elias auf Gottes Geheiß in die Wüste ging und dort von Raben ernährt ward, ähnlich geschieht es hier der Kirche in der letzten Drangsalszeit, die schematisch [Offb 9,Anm.19] als 1260 Tage dauernd, das ist sich durch die ganze zweite Hälfte der letzten Weltwoche erstreckend angegeben wird. Die Flucht des Weibes sieht Johannes auf der Erde, wie V. 13ff zeigt, wo dieselbe weiter beschrieben wird. -Offenbarung Offb 73 12 7 Et factum est prlium magnum in clo: Michael, et Angeli ejus prliabantur cum dracone, et draco pugnabat, et angeli ejus: Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel:¹² Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und seine Engel stritten, -Offenbarung Offb 73 12 7 12 Indem das Weib die Flucht ergreift, geschieht noch im Himmel etwas mit dem dort befindlichen Drachen, was das Gesicht V. 7 12 vorstellt. Das Weib hatte den Himmel verlasen, aber nicht der Drache. Gegen diesen beginnt der Erzengel Michael den Kampf (vergl. [Dan 10,13.21, Dan 12,1] Jud V. 9) und tritt für das Volk Gottes in der großen Trübsal ein. Dass aber der Drache wirklich bisher eine Stelle im Himmel gehabt, folgt aus dieser visionären Darstellung in keiner Weise, sondern einzig, dass er bei besonderen Veranlassungen Zutritt hatte, einzelne Fromme oder das Volk Gottes vor dem Allmächtigen zu verklagen, wie [Sach 3,1.2] zeigt. Der Kampf hat im griech. Text nicht den Beisatz groß. -Offenbarung Offb 73 12 8 Et non valuerunt, neque locus inventus est eorum amplius in clo. aber sie obsiegten nicht,¹³ und keine Stätte ward mehr für sie gefunden im Himmel.¹⁴ -Offenbarung Offb 73 12 8 13 Die Anschläge des Teufels werden zu Nichts werden. Da dieselben aber nicht sowohl irdische als überweltliche Verwicklungen herbeiführen, wird als Schauplatz derselben der Himmel gezeigt, und das die Kirche auf Erden vorstellende Weib in der Vision erscheint dort. In V. 6 hingegen werden Dinge dargestellt, welche infolge jener überweltlichen Vorgänge der Kirche auf Erden widerfahren werden, deshalb zeigen die Gesichte als Schauplatz, ebenso wie V. 13ff, die Erde. Dass aber das, was auf Erden geschieht, die Fortsetzung dessen ist, was V. 1 5 im Himmel geschah, zeigte die Person des Weibes, welche in V. 1 und 6 dieselbe ist. Was für den Sohn die Entrückung, ist für das Weib die Flucht: Die Sicherstellung vor dem Drachen. -Offenbarung Offb 73 12 8 14 Was im Gegenbilde gemeint ist, sagt V. 10. -Offenbarung Offb 73 12 9 Et projectus est draco ille magnus, serpens antiquus, qui vocatur diabolus, et satanas, qui seducit universum orbem: et projectus est in terram, et angeli ejus cum illo missi sunt. Und jener große Drache ward hinabgeworfen, die alte Schlange, welcher Teufel genannt wird und Satan, welcher die ganze Welt verführt;¹⁵ er ward hinabgeworfen auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.¹⁶ -Offenbarung Offb 73 12 9 15 Der große Drache: Als solcher war er von V. 3 an im Gesichte erschienen. Die alte Schlange heißt er als Verführer des Menschengeschlechtes. [Gen 3,1-5] Teufel und Satan, Verkläger und Widersacher. Welcher die ganze Welt verführt: wie [Offb 13] V. 14 [Offb 20,8.10] zeigen. Die Darlegung findet ihre ganze Bedeutung erst im Zusammenhange mit dem folgenden V. 17. Die gehäuften Benennungen beschreiben das Wesen des Feindes so vollständig wie möglich, um einerseits zu zeigen, was er nun auf Erden gegen die Gläubigen tun werde (V. 12ff), andererseits hervorzuheben, dass, so mannigfach auch seine feindliche Wirksamkeit sein mag, er doch ein schon von Grund aus besiegter Widersacher ist. Der Vision liegt in der Darstellung die Tatsache des Sturzes der gefallenen Engel zugrunde, die zwar mit dem vorliegenden Zusammenhange nichts zu tun hat, aber deren äußere Form die auszudrückende Wahrheit annimmt. -Offenbarung Offb 73 12 9 16 Nunmehr vermag er die Frommen nicht mehr zu verklagen. -Offenbarung Offb 73 12 10 Et audivi vocem magnam in clo dicentem: Nunc facta est salus, et virtus, et regnum Dei nostri, et potestas Christi ejus: quia projectus est accusator fratrum nostrorum, qui accusabat illos ante conspectum Dei nostri die ac nocte. Da hörte ich eine starke Stimme im Himmel¹⁷ rufen: Jetzt ist das Heil¹⁸ und die Kraft,¹⁹ und das Reich²⁰ unserem Gotte geworden, und die Macht²¹ seinem Gesalbten; denn hinabgeworfen²² ist der Ankläger unserer Brüder, der sie vor unserm Gott verklagte Tag und Nacht.²³ -Offenbarung Offb 73 12 10 17 Eine starke Himmel feiert im Himmel das, was soeben vor den Augen des heil. Johannes geschehen (V. 7 9), und zeigt ihm dessen Bedeutung als einen auch den Gläubigen zu Teil gewordenen Sieg über den Widersacher des Herrn und seines Reiches; aber dieselbe Stimme ruft auch Wehe über die ganze Erde. (Grund V. 12b) Die Stimme kommt von Himmelsbewohnern, und zwar von Brüdern der noch auf Erden weilenden Gläubigen, also nicht von Engeln, vergl. [Offb 22,9], sondern von bereits in die Seligkeit eingegangenen Menschen. -Offenbarung Offb 73 12 10 18 Die gleiche Formel [Offb 11,15], doch ist hier hinzugefügt: Jetzt. In [Offb 11,15] hieß es: Das Reich ist dem Herrn und seinem Gesalbten zugefallen, hier heißt es, dass dies jetzt geschehen ist. Das jetzt bezieht sich auf das V. 8, V. 9 Erzählte: Nachdem Michael den Sieg über den Satan, den V. 1 5 vorbereitete, davongetragen. Auch hier ist der Lobpreis proleptisch, da erst [Offb 12,1-9] das Reich Gottes der Verwirklichung näher bringen und nach V. 12 der Teufel noch kurze Zeit Macht hat (1260 Tage, wie V. 6 besagt). Vergl. [Mt 24,22]. Während bei dem Lobpreise [Offb 11,15] das vor Augen stand, was das Gericht der Welt und ihrem Reiche bringen soll, ist hier von der Christenheit und dem die Rede, was ihr zu Teil werden soll. Das Heil ist der Inbegriff aller Gerechtigkeit und Seligkeit, wie sie von Gott durch Christus den Menschen bereitet, von dem Drachen aber gewehrt wird. -Offenbarung Offb 73 12 10 19 Die Kraft Gottes hat sich in dem Siege über den Drachen erwiesen. -Offenbarung Offb 73 12 10 20 Die königliche Herrlichkeit Gottes, die ihm als Inhaber der unbedingten Macht eigen ist und die er besonders in dem Schaffen und Mitteilen des Heiles beweist. -Offenbarung Offb 73 12 10 21 Die Christus von Gott verliehene Machtvollkommenheit. -Offenbarung Offb 73 12 10 22 Der Grund der Lobpreisung ist das V. 8, V. 9 Berichtete, denn der Versuch des Drachen (V. 3ff) ging darauf aus, das Heil zunichte zu machen, der Kraft Gottes zu trotzen, sich gegen seine königliche Herrlichkeit aufzulehnen und die Macht Christi, ja diesen selbst zu vernichten. -Offenbarung Offb 73 12 10 23 Hier wir eine neue, V. 3 nicht erwähnte und mit jenem Ereignisse nur in mittelbaren Zusammenhange stehende Eigenschaft des Satans erwähnt: Er ist Ankläger der Gläubigen. Der Satan hat seinen Platz im Himmel verloren, insofern er die, welche Christus wahrhaft angehören und die wahrhaft Brüder der Heiligen im Himmel sind, nicht mehr vor Gott verklagen kann. Zwar vermag auch jetzt schon die Anklage Satans nichts gegen die wahren Glieder der Kirche, da Christus unser Fürsprecher im Himmel ist, der unsere Ankläger zu Schanden macht, vergl. [Hebr 7,25, Hebr 8,1], doch, so lange noch Untreue und Abfall in der Kirche ist, hat der Satan noch Grund zur Anklage. Erst wenn die Kirche einzig aus Bewährten [Eph 4,13] bestehen wird, ist sie der Anfechtung und Anklage des Satans enthoben. Daher V. 11: (Dann) haben sie ihn besiegt durch das Blut des Lammes, durch welches die Knechtschaft, in der die Menschen waren, gelöst und der Zugang zu Gott eröffnet ist, und auf Grund des Wortes ihres Zeugnisses, durch welches sie sich zu dem Lamme bekennen. -Offenbarung Offb 73 12 11 Et ipsi vicerunt eum propter sanguinem Agni, et propter verbum testimonii sui, et non dilexerunt animas suas usque ad mortem. Und sie haben ihn besiegt um des Blutes des Lammes willen, und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und haben ihre Seelen nicht geliebt bis zum Tode.²⁴ -Offenbarung Offb 73 12 11 24 Weil das Lamm sein Blut für sie vergossen und weil sie ihr Zeugnis von Christus standhaft bis zum Tode abgelegt. Der Kampf der Gläubigen ist ein sittlicher, indem der Sieg nur von ihnen, kraft des Blutes Christi, erworben werden kann. Sie sind in V. 11 so geworden, wie V. 1 das Weib darstellt. Satan hat dem Sohne nachgestellt, weil er in ihm den Weltenrichter erkannt, doch vergeblich. Alsdann hat er sich gegen das Weib gewendet, doch die Gläubigen sind in den Trübsalen der ersten Hälfte der letzten Weltwoche so heilig geworden, dass Satan sie nicht mehr vor Gott verklagen kann. Darum wird in der Mitte der letzten Zeit der Heiland als Weltenrichter gleichsam aus dem Schoße dieser Gemeinde hervorgehen. Kann denn der Teufel auch dem Herrn bei dem Throne Gottes nichts anhaben, so wird er doch die Endgemeinde verfolgen. Alsdann wird Michael den Feind angreifen, den Angreifer aus dem Himmel auf die Erde stürzen, dass er sie zwar noch verfolgen, aber nicht mehr bei Gott verklagen kann. Da Michael im Auftrage Gottes handelt, ist es Gott selbst, der, wenn die Christenheit der letzten Zeit sich in voller Heiligkeit zeigt, diese bezeugt und den Ankläger fortweist. -Offenbarung Offb 73 12 12 Propterea lætamini cli, et qui habitatis in eis. Væ terræ, et mari, quia descendit diabolus ad vos, habens iram magnam, sciens quod modicum tempus habet. Darum²⁵ freuet euch, ihr Himmel, und die ihr darin wohnet!²⁶ Wehe der Erde und dem Meere; denn der Teufel ist zu euch hinabgestiegen mit großem Grimme, da er weiß, dass er eine kurze Frist hat! -Offenbarung Offb 73 12 12 25 Wegen des Siege über den Drachen und der Standhaftigkeit der Gläubigen. -Offenbarung Offb 73 12 12 26 Die bereits der Macht Satans Entrückten. -Offenbarung Offb 73 12 13 Et postquam vidit draco quod projectus esset in terram, persecutus est mulierem, quæ peperit masculum: Und als der Drache sah, dass er auf die Erde herabgeworfen war,²⁷ verfolgte er das Weib, welches den Knaben geboren hatte. -Offenbarung Offb 73 12 13 27 Diese Erzählung schließt an V. 6 an. Das Weib war geflohen, ehe das V. 7 12 Berichtete geschah. V. 6 fällt also mit [Offb 13, Offb 14] zusammen. -Offenbarung Offb 73 12 14 Et datæ sunt mulieri alæ duæ aquilæ magnæ ut volaret in desertum in locum suum, ubi alitur per tempus et tempora, et dimidium temporis a facie serpentis. Da wurden dem Weibe die zwei Flügel des großen Adlers gegeben,²⁸ dass sie in die Wüste fliege an ihren Ort, wo sie genährt wird durch eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, geborgen vor der Schlange. -Offenbarung Offb 73 12 14 28 Da Johannes das Weib zuerst im Himmel gesehen, die Flucht aber auf Erden statthatte, erhielt das Weib in der Vision die zwei Flügel des großen Adlers. Die Vision erinnert an die Verheißung Gottes [Ex 19,4]. Die Erwähnung der Flügel hebt bestimmter hervor, dass diese Flucht der Kirche nicht eine Sache menschlicher Willkür oder gar menschlicher Zaghaftigkeit ist, sondern göttlichen Ratschlusses und göttlicher Veranstaltung; auch wird dadurch die Sicherheit und Schnelligkeit der Flucht versinnbildet. Mit den Flügeln gelangt das Weib in die Wüste an einen ihm von Gott zubereiteten Ort. Die Zeit ist dieselbe, wie V. 6, 12, 14. Vergl. [Dan 7,25, Dan 12,7]. Diese Zeit ist jene, von der auch [Offb 11,2] redet, während [Offb 12,3] die andere Hälfte der letzten Weltwoche betrifft. Die Wüste ist wohl eine Wüste der Völker. [Ez 20,34] -Offenbarung Offb 73 12 15 Et misit serpens ex ore suo post mulierem, aquam tamquam flumen, ut eam faceret trahi a flumine. Die Schlange aber schoss aus ihrem Rachen hinter dem Weibe her Wasser wie einen Strom,²⁹ dass sie von dem Strome fortgerissen würde. -Offenbarung Offb 73 12 15 29 Der Wasserstrom ist Abbild der Gefahr, welche der wütende Satan dem Weibe bereitet. Das Bild entspricht Stellen des A. T., wie [Ps 17,5.17, Ps 31,6, Ps 41,8, Ps 123,4]. -Offenbarung Offb 73 12 16 Et adjuvit terra mulierem, et aperuit terra os suum, et absorbuit flumen, quod misit draco de ore suo. Doch die Erde half dem Weibe, denn sie tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen geschossen hatte.³⁰ -Offenbarung Offb 73 12 16 30 Alle Vernichtungsversuche Satans sind vergeblich durch Gottes Schutz. -Offenbarung Offb 73 12 17 Et iratus est draco in mulierem: et abiit facere prlium cum reliquis de semine ejus, qui custodiunt mandata Dei, et habent testimonium Jesu Christi. Da ward der Drache zornig über das Weib, und ging hin Krieg zu führen mit den übrigen³¹ ihres Samens, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu Christi haben. -Offenbarung Offb 73 12 17 31 Die Kirche vermag der Satan nicht zu überwältigen, deshalb richtet er sich gegen die einzelnen Glieder. Vergl. [Offb 7,1ff]. Die Übrigen bilden den Gegensatz nicht zu dem Weibe, sondern zu dem Sohne des Weibes V. 5, der im Himmel geborgen ist. Das Weib hat also auf Erden noch Söhne, welche verfolgt werden. Diejenigen, welche für das Weib die alttestamentliche Gottesgemeinde, das wahre Israel, den heil. Rest [Jes 66,19] als Vorbild ansehen, und in ihr selbst die Fortsetzung dieser Gemeinde, die judenchristliche Gemeinde erblicken, finden in dem Bilde der Wüste und dem an das rote Meer erinnernden Wasser eine Bestätigung ihrer Ansicht. Nach ihrer Auslegung sind die hier gemeinten Übrigen also die Heidenchristen. Ach Beugung der Judenchristenheit bis zur Ankunft des Herrn richten sich die Verfolgungen des Satans nur gegen die Heidenchristen. Demgemäß sehen sie auch in der Zwölfzahl der Sterne die zwölf Patriarchen dargestellt. Wie der Drache seinen Kampf führt und welche Werkzeuge er dabei braucht, wird dem heil. Seher in den beiden Tieren [Offb 13] gezeigt. -Offenbarung Offb 73 12 18 Et stetit supra arenam maris. Und er stellte sich auf den Sand des Meeres.³² -Offenbarung Offb 73 12 18 32 Das Meer ist wohl [Dan 7,3], vergl. [Offb 13,1], entsprechend, als das Völkermeer anzusehen. Die Schilderung (V. 1 17) hat diesen Augenblick eingeleitet. Der Krieg (V. 17) soll beginnen und Satan ist als der eigentliche Urheber der Trübsal, welche die Gläubigen noch vor der Ankunft des Herrn zu bestehen haben, bezeichnet. -Offenbarung Offb 73 13 0 B. Zwei Gesichte die antichristliche Weltmacht in der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche betreffend. (Kap. 12,18 Kap. 13,18) a. Erstes Gesicht. (Kap. 12,18 13,10) Ein Tier steigt aus dem Meere empor, empfängt vom Drachen Macht und wird mit diesem angebetet. (V. 4) Es redet Lästerungen gegen Gott und führt Krieg gegen die Heiligen. (V. 10) b. Zweites Gesicht (V. 11 18) Ein zweites Tier steigt aus der Erde auf und verführt die Menschen durch Zeichen und Wunder, das Bild des ersten Tieres anzubeten. Die Zahl des Namens des Tieres ist 666. -Offenbarung Offb 73 13 1 Et vidi de mari bestiam ascendentem, habentem capita septem, et cornua decem, et super cornua ejus decem diademata, et super capita ejus nomina blasphemiæ. Und ich sah aus dem Meere¹ ein Tier aufsteigen,² das hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Hörnern zehn Diademe, und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung.³ -Offenbarung Offb 73 13 1 1 So steht der Drache am Meere, da er weiß, was nun geschehen wird. Der Drache bleibt während des folgenden Kampfes auf dem Schauplatz als der außerweltliche Urheber des ersteren. -Offenbarung Offb 73 13 1 2 Die Beschreibung des Tieres erinnert zunächst an den Drachen [Offb 12,3], der die gleichen Embleme der Machtgestaltungen und der Machtmittel, sieben Häupter und zehn Hörner, trug und sich dadurch als den Fürsten der Welt kundtat. Er ist auch der Herr des Tieres. Als das herrschende Prinzip trug der Drache Kronen auf den Häuptern, während hier die Hörner gekrönt erscheinen. Diese Kronen weisen auf Herrschaft, dass aber das Tier nur ein Vasall des Drachen ist, wird V. 2 ausdrücklich gesagt. Dieses hier erscheinende Tier ist nur das Abbild des Satans, des Drachen. In V. 11 erscheint noch ein zweites Tier, auch dieses ein Werkzeug des Drachen zu gleichem Ziele. Das erste Tier, dessen Schilderung hier gegeben wird, ist die Hauptmacht, die unter dem Bilde des zweiten Tieres dargestellte Macht ist nur die Helfershelferin und Dienerin desselben, weshalb die Beschreibung des zweiten Tieres wesentlich der des ersten entspricht. Die Beschreibung des ersten Tieres (V. 1, 2), die Bestimmung der Dauer seines Auftretens (V. 5), sein Auftreten (V. 5 7) weisen auf [Dan 7] zurück. Die Züge der Beschreibung sind mehrfach dem römischen Weltreiche entlehnt. Von diesem Tiere ist endlich auch schon [Offb 11,7] die Rede gewesen, dass es, wie hier [Offb 13,7], mit den heiligen kämpfte, und an jener Stelle fand eine Zurückbeziehung auf [Offb 9,1-21] statt. Wenn das Tier auch in [Offb 9] noch im Abgrunde verborgen bleibt und erst [Offb 11,7] erscheint, in der Mitte der letzten Weltwoche erscheint, zeigen doch die Abschnitte [Offb 9,1-12] und [Offb 9,13-21], wie die Macht des Abgrundes wächst, bis sie zu der Gestalt gelangt, in der sie in der Mitte der letzten Weltwoche erscheint und sich [Offb 11,7] mit Krieg und Sieg gegen die Heiligen wendet. Im Anfange der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche erscheint diese Macht hier [Offb 13,1] als das Tier, als die in sich geschlossene Weltmacht der Letztzeit, ähnlich wie [Offb 12,1] die Kirche zeigt in der Gestalt, welche sie in der letzten Hälfte der ersten Weltwoche erreicht hat. -Offenbarung Offb 73 13 1 3 Das Tier steigt aus dem Meere auf, [Offb 11,7] wie [Offb 17,8] steigt das Tier aus dem Abgrunde auf; das zweite Tier [Offb 11,13] aus der Erde. Denn die für das erste Tier wechselnde Verschiedenheit des Ursprunges wird einmal bedeutet, dass es aus dem Meere der Völkerwelt kommt, während an den anderen Stellen [Offb 9,1.2.11, Offb 11,7, Offb 17,8], an denen seine allmähliche Bildung geschildert wird, gezeigt wird, dass für sein geschäftiges Erscheinen dämonische Kräfte wirksam sind, wie ja auch der Drache es am Meere erwartet. Das Tier hat zehn Hörner und sieben Häupter. An erster Stelle werden die Häupter erwähnt, wohl weil sie zuerst auftauchen, während [Offb 12,3] und [Offb 17,3] die umgekehrte Ordnung beobachtet wird. Abweichend davon dass der Drache auf seinen sieben Häuptern sieben Diademe, auf den Hörnern nichts hat, hat das Tier auf seinen Hörnern zehn Diademe und auf seinen sieben Häuptern einen Namen der Lästerung. Wo der Rachen war und wie die Hörner sich verteilten, wird nicht gesagt. -Offenbarung Offb 73 13 2 Et bestia, quam vidi, similis erat pardo, et pedes ejus sicut pedes ursi, et os ejus sicut os leonis. Et dedit illi draco virtutem suam, et potestatem magnam. Und das Tier, das ich sah, war einem Panther ähnlich,⁴ und seine Füße wie Füße eines Bären, sein Rachen wie der Rachen eines Löwen. Und der Drache gab ihm seine Macht und große Gewalt.⁵ -Offenbarung Offb 73 13 2 4 Die weitere Beschreibung erinnert an die vier dem Meere entsteigenden Tiere bei [Dan 7], welche vom Propheten des A. B. als vier Weltreiche gedeutet werden: das babylonische (der Löwe), das medo-persische (der Bär), das macedonische (der Panther) und das römische (ein gestaltloses gräuliches Tier). Das letzte Tier hatte zehn Hörner; ein Staatenbund, aus dem zuletzt als anderes kleines Horn der Antichrist und sein Reich, die Schlussgestalt der gottfeindlichen Mächte, hervorgeht. Während aber Daniel die Entwicklung der Weltmächte in vier Tieren darstellt, kommen hier die Gestaltungen derselben als einzelne Teile eines Tieres wieder, und während bei Daniel vier Köpfe waren, zählt Johannes sieben, wie auch die Hörner, welche bei Daniel nur als eine Zwischengestaltung zwischen dem vierten Tiere und dem Antichrist erscheinen, bei Johannes in den Vordergrund treten, da sie zuerst genannt werden und Diademe tragen. Da nun aus [Offb 11,7], aus der Tiergestalt, aus dem Aufsteigen aus dem Meere und aus der Vergleichung mit [Dan 7] sich zeigt, dass dieses Tier eine aus der Völkerwelt aufsteigende, mit den Zeugen Gottes kämpfende widergöttliche Weltmacht ist, nicht in der Reihenfolge der geschichtlichen Gestaltungen, sondern eine bestimmte Einzelgestalt derselben, so gehört den übrigen Umständen nach die Macht der letzten Gestalt derselben an. Das gleiche zeigt die Erwägung der Einzelheiten. Hörner sind Machtmittel, und daher Sinnbilder der Macht und Mächte. Die zehn Hörner, welche das Tier trägt, bezeichnen nach [Offb 17,12] zehn Könige oder Königtümer. Hier werden die zehn Hörner nicht dem sechsten (dem danielischen vierten entsprechenden) Haupte zugeteilt, sondern ohne nähere Bestimmung des Sitzes derselben dem Tiere selbst, denn das Zehnkönigtum unter dem Antichrist bildet die letzte Phase der widergöttlichen Weltmacht, das siebente Haupt und das Tier selbst. [Offb 17,12] Warum aber führt der Seher die ganze weltgeschichtliche Entwicklung der Weltmacht in den sieben Häuptern, zehn Hörnern, Bärenfüßen usw. vor? Weil, wenn der Stein von Gottes Hand die Füße des Weltmachtbildes zerschlägt, alle Stoffe zertrümmert werden, aus denen die früheren Gestaltungen der Weltmacht gebildet waren. Wie dem Material nach, so ist die letzte Weltmacht den Tendenzen nach den Vorgängern gleich. Wie die Lästernamen lauteten, wird nicht angegeben. Das innerste Wesen des Tieres ist Lästerung. Auch bei [Dan 7,8] redet das den Antichrist und sein Reich bezeichnende Horn Vermessenheit gegen den höchsten Gott. -Offenbarung Offb 73 13 2 5 Der Fürst dieser Welt belehnt das Tier vor den Augen des Sehers mit derselben Herrschaft und Macht, die er [Lk 4,6] vergeblich dem Herrn angeboten, und richtet so die Weltmächte zu seinen Werkzeugen für die Verfolgung der Kirche der letzten Zeiten ein. Die Vulgata lässt das zweite Glied: seinen Thron, aus. Nach [Offb 16,10] ist der Thron des Drachen zugleich Thron des Tieres. -Offenbarung Offb 73 13 3 Et vidi unum de capitibus suis quasi occisum in mortem: et plaga mortis ejus curata est. Et admirata est universa terra post bestiam. Und ich sah eines von seinen Häuptern wie zum Tode verwundet, aber seine Todeswunde ward geheilt.⁶ Und bewundernd folgte die ganze Erde dem Tiere⁷ nach. -Offenbarung Offb 73 13 3 6 Infolge der Belebung seitens des Drachen wird eines der Häupter des Tieres, das der heil. Johannes wie zum Tode geschlachtet erblickt hat, von dieser Todeswunde wieder heil. Das Tier wird so dem Lamme [Offb 5,6] in gewisser Weise gleich und entgegengestellt. (Beda, Rich. Vikt.) Eines der Häupter, eine der geschichtlichen Gestaltungen der Weltmacht, war vernichtet und wird wieder hergestellt. Dies Haupt ist das sechste, die römische Weltmacht. -Offenbarung Offb 73 13 3 7 Der Grund der Verwunderung ist die Heilung der Todeswunde. Die ganze Erde, mit Ausnahme des kleinen Häufleins der wahrhaft Gläubigen, folgt dem Tiere. -Offenbarung Offb 73 13 4 Et adoraverunt draconem, qui dedit potestatem bestiæ: et adoraverunt bestiam, dicentes: Quis similis bestiæ? et quis poterit pugnare cum ea? Und sie beteten den Drachen an, der die Gewalt dem Tiere gegeben, und sie beteten das Tier an, indem sie sprachen: Wer ist dem Tiere ähnlich? und wer vermag mit ihm zu kämpfen?⁸ -Offenbarung Offb 73 13 4 8 Sie bringen dem Tiere anbetende Huldigung dar, die Gott gebührt. Die erste Frage ist eine gotteslästerliche Parodie des Lobes, mit welchem die alttestamentliche Gemeinde die Herrlichkeit Gottes feierte. [Jes 40,25, Ps 34,10, Ps 112,5] In der zweiten drückt sich das Verlangen aus, der Kampf mit denen, welche dem Tiere nicht huldigen, möchte beginnen. -Offenbarung Offb 73 13 5 Et datum est ei os loquens magna, et blasphemias: et data est ei potestas facere menses quadraginta duos. Und es ward ihm ein Maul gegeben, groß zu sprechen und Lästerungen auszustoßen; auch ward ihm Gewalt gegeben, so zu tun zweiundvierzig Monate lang.⁹ -Offenbarung Offb 73 13 5 9 Hierin liegt für den Christen das Tröstliche, dass das ganze widerchristliche Verhalten des Tieres von der göttlichen Zulassung abhängig ist, also nur so lange währt, wie Gott selbst es aus höherem Grunde will. -Offenbarung Offb 73 13 6 Et aperuit os suum in blasphemias ad Deum, blasphemare nomen ejus, et tabernaculum ejus, et eos, qui in clo habitant. Und es tat sein Maul auf zu Lästerungen gegen Gott, seinen Namen zu lästern, und sein Gezelt, und die Bewohner des Himmels.¹⁰ -Offenbarung Offb 73 13 6 10 Die Lästerung wird in dreifacher Weise bezeichnet: Gegen Gottes Namen, gegen Gott, wie er sich als Schöpfer und Erlöser offenbart hat; gegen den Himmel; gegen die Himmelsbewohner, die Engel und Seligen. Das Heidentum ist eine Religion des Diesseits und der Gegenwart, die nichts weiß und nichts wissen will von einem Heil in der Zukunft und im Jenseits und von einer Hilfe seitens Gottes. -Offenbarung Offb 73 13 7 Et est datum illi bellum facere cum sanctis, et vincere eos. Et data est illi potestas in omnem tribum, et populum, et linguam, et gentem. Auch ward es ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden. Und es ward ihm Gewalt gegeben über alle Stämme und Völker, und Zungen und Nationen.¹¹ -Offenbarung Offb 73 13 7 11 Wie trostreich wiederum für die Christen: Es ward ihm gegeben! Das Tier darf erstens, wie es der Drache [Offb 12,7] gewollt und [Offb 13,2] bereitet, den heiligen den Krieg erklären und sie äußerlich besiegen, sie quälen und töten, doch der wahre Sieg, das Beharren in der Treue des Glaubens, verbleibt laut [Offb 12,11] den heiligen unverkürzt. Da nach [Dan 7,21] das kleine Horn, der Antichrist, den Krieg mit den Heiligen führt, ist also das Tier der Antichrist. Zweitens gewinnt das Tier Macht über alle Stämme und Völker und Zungen und Nationen: die Gesamtheit der Erdbewohner, im Gegensatze zu den Heiligen. -Offenbarung Offb 73 13 8 Et adoraverunt eam omnes, qui inhabitant terram: quorum non sunt scripta nomina in libro vitæ Agni, qui occisus est ab origine mundi. Und alle Bewohner der Erde¹² beteten es an, deren Namen nicht geschrieben stehen im Lebensbuche des Lammes, welches geschlachtet ist von Anbeginn der Welt an.¹³ -Offenbarung Offb 73 13 8 12 Wie [Offb 6,10, Offb 8,13, Offb 11,10] die abgefallenen Massen. -Offenbarung Offb 73 13 8 13 Nach [Offb 17,8] gehört das Geschriebensein zu dem Zeitpunkte von Anbeginn der Welt an. Die das geschlachtete Lamm anbeten, leiden freilich Verfolgung, aber gerade dem geschlachteten Lamme gehört das Buch des Lebens. [Offb 3,5] Diese also werden, gleich dem Lamme, durch ihr Leiden siegen, vergl. [Offb 3,21], und durch alle Trübsale zur Herrlichkeit des ewigen Lebens hindurchdringen, während ihre Feinde trotz ihres zeitliches Sieges (V. 7) dem Gerichte verfallen. -Offenbarung Offb 73 13 9 Si quis habet aurem, audiat. Wer Ohren hat, der höre!¹⁴ -Offenbarung Offb 73 13 9 14 Die Aufforderung geht an die Gläubigen. -Offenbarung Offb 73 13 10 Qui in captivitatem duxerit, in captivitatem vadet: qui in gladio occiderit, oportet eum gladio occidi. Hic est patientia, et fides Sanctorum. Wer in Gefangenschaft führt, soll in Gefangenschaft wandern; wer mit dem Schwerte tötet, soll durch das Schwert getötet werden.¹⁵ Hier ist die Geduld und der Glaube der Heiligen.¹⁶ -Offenbarung Offb 73 13 10 15 Bisher hat der heil. Johannes das Gesicht von dem Tiere geschildert, wie es sich seinen Augen darstellte. Doch nun, da sich ihm das vor Augen stellt, was das Tier bedeutet, der Antichrist selbst, redet er in der Zukunft, weil er durch das Tier bedeutete Antichrist in Wirklichkeit nicht gegenwärtig sondern zukünftig ist. Der Satz ist eine für die Gläubigen trostreiche, zur Befolgung der Mahnung V. 9 aneifernde Hinweisung auf das Recht der Vergeltung, das über die Feinde sicher kommen wird. [Gen 9,6] -Offenbarung Offb 73 13 10 16 Hier haben sich Geduld und Glauben zu bewähren. -Offenbarung Offb 73 13 11 Et vidi aliam bestiam ascendentem de terra, et habebat cornua duo similia Agni, et loquebatur sicut draco. Und ich sah ein anderes¹⁷ Tier aufsteigen aus der Erde;¹⁸ das hatte zwei Hörner, ähnlich einem Lamme, und redete wie der Drache. -Offenbarung Offb 73 13 11 17 Das Merkmal, dass die Weltmacht widergöttliche Grundsätze und Bestrebungen hat, ist ihr so wesentlich, dass es noch einmal in einem zweiten besonderen Gesichte dargestellt wird. Das zweite Tier ist der Helfer des ersten und bringt das innerste sittliche Wesen des ersten recht zum Ausdruck, so dass V. 11 18 von dem ersten Tiere nicht minder als von dem zweiten gelten. -Offenbarung Offb 73 13 11 18 Während oben V. 1: aus dem Meere den Ursprung, die Völkerwelt, bedeutete, ist hier die Erde der Ursprung des irdischen Denkens und Wollens dieser Macht, vergl. [Dan 7,17], deren Weisheit eine irdische, der himmlischen des Menschensohnes entgegengesetzte ist. Die Hörner, nicht seine Gestalt, machen es einem Lamme ähnlich; es will so mit Christus, dem Lamme Gottes, irgendwie in Parallele treten. Indem die Hörner als wirkliche bezeichnet werden, ist gesagt, dass die Bedeutung nicht in ihnen selbst, sondern in ihrer Lammesähnlichkeit zu suchen ist: Es ist die Personifikation des falschen Prophetentums, welches der Heiland [Mt 7,15] in etwas milderer Weise beschreibt. Es redet, wie der Drache, verführend. Vergl. [Gen 3,1ff]. Was bedeutet dies Tier? Es kommt nicht weiter in der Offenbarung vor in Tiergestalt, wohl aber [Offb 16,13, Offb 19,20, Offb 20,10] unter der Bezeichnung: der falsche Prophet. Es tritt ferner nicht auf ohne das erste, nur als sein Begleiter und Helfer. Wie das erste Tier die widergöttliche Weltmacht des Endes und ihren Herrscher, den Antichrist darstellt, so das zweite diejenige falsche Lehre und Weisheit, welche das religiös sittliche Agens dieser letzten und äußersten Ausgeburt der Menschensünde sein wird. Schon Daniel wies [Dan 7,25, Dan 9,27, Dan 11,38] darauf hin. Das Gleiche sagt der Herr [Mt 24,5] voraus, der heil. Paulus wiederholt es [1Tim 4,1ff, 2Tim 3,1ff, 2Thess 2,9ff]; der heil. Petrus [2Petr 2,1ff, 2Petr 3,3]. Auch die Apokalypse hat schon [Offb 9,20] darauf hingewiesen und in [Offb 5, Offb 6] angedeutet, dass der Antichrist nicht nur mit einer widergöttlichen Macht, sondern auch mit einer widergöttlichen Intelligenz ausgerüstet sein wird. Die widerchristliche Weltmacht und die widerchristliche Weisheit werden denselben Ursprung und dieselbe Ursprungszeit haben, darum steigt das zweite Tier aus der Erde auf, weil diese Weisheit aus dem irdischen denken und Streben der Menschen kommt, und redet wie der Drache, weil sie darauf ausgehen wird, die Menschen zum Abfall und zur Sünde zu verführen. -Offenbarung Offb 73 13 12 Et potestatem prioris bestiæ omnem faciebat in conspectu ejus: et fecit terram, et habitantes in ea, adorare bestiam primam, cujus curata est plaga mortis. Alle Gewalt des ersten Tieres übte es unter dessen Augen,¹⁹ und es brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, dass sie das erste Tier anbeteten, dessen Todeswunde geheilt worden war.²⁰ -Offenbarung Offb 73 13 12 19 Als dessen Diener. -Offenbarung Offb 73 13 12 20 Dies war schon V. 4 als Ursache der staunenden Anbetung angegeben. -Offenbarung Offb 73 13 13 Et fecit signa magna, ut etiam ignem faceret de clo descendere in terram in conspectu hominum. Und es tat große Zeichen,²¹ so dass es selbst Feuer vom Himmel auf die Erde fallen ließ vor den Augen der Menschen.²² -Offenbarung Offb 73 13 13 21 V. 13 17 zeigen, wie es sich in seiner Dienststellung zu dem ersten Tiere betätigt. -Offenbarung Offb 73 13 13 22 Dass die falschen Propheten Scheinwunder tun werden, hat der Heiland vorausgesagt [Mt 24,24], und der heil. Paulus hat vor dem Antichristen deshalb in besonderer Weise gewarnt. [2Thess 2,9] Das Feuer enthält eine Anspielung auf das Wunder des Propheten Elias [1Kön 18,37ff, 2Kön 1,10.12]. Der falsche Prophet geht nicht so auf Vernichtung der Feinde aus, als darauf die Menschen zu überzeugen, das seine Kraft eine überirdische ist: Vor den Augen der Menschen. -Offenbarung Offb 73 13 14 Et seduxit habitantes in terra propter signa, quæ data sunt illi facere in conspectu bestiæ, dicens habitantibus in terra, ut faciant imaginem bestiæ, quæ habet plagam gladii, et vixit. Und es verführte die Bewohner der Erde durch die Zeichen, welche ihm zu tun gegeben sind vor dem Tiere,²³ indem es den Bewohnern der Erde sagte, sie sollten dem Tiere ein Bild machen, das die Schwertwunde hatte und wieder auflebte.²⁴ -Offenbarung Offb 73 13 14 23 Es ist dem falschen Propheten von Gott gegeben, Zeichen zu tun in demselben Sinne wie V. 5, V. 7. -Offenbarung Offb 73 13 14 24 Während die christliche Kirche äußerlich immer mehr schwindet, wird die Heilung der Wunde des ersten Tieres als Grund hingestellt, seine überwältigende Macht durch Anbetung zu preisen. Die Worte lauten hier etwas anders als V. 3, V. 12. Hier wird die Ursache der Wunde angegeben, das Schwert, wohl Waffengewalt. Im übrigen ist wohl festzuhalten, dass von einem wirklichen Bilde die Rede ist. -Offenbarung Offb 73 13 15 Et datum est illi ut daret spiritum imagini bestiæ, et ut loquatur imago bestiæ: et faciat ut quicumque non adoraverint imaginem bestiæ, occidantur. Und es ward ihm gegeben, dem Bilde des Tieres Geist²⁵ zu verleihen, und dass das Bild des Tieres redet und macht, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeten, getötet werden. -Offenbarung Offb 73 13 15 25 Ein dämonischer Geist (das Gegenteil [Offb 11,11]). Das Bild hat nicht von dem Tiere, von der rohen Gewalt, die Macht zu reden, sondern erst von der geistigen Macht, der lügnerischen Weisheit. Auch das Bild soll durch seine Reden beweisen, dass das Tier, welches durch dieses Zeichen seine göttliche Macht gezeigt, angebetet werden müsse. -Offenbarung Offb 73 13 16 Et faciet omnes pusillos, et magnos, et divites, et pauperes, et liberos, et servos habere characterem in dextera manu sua, aut in frontibus suis. Und es bringt alle,²⁶ Klein und Groß, Reich und Arm, Frei und Unfrei,²⁷ dazu, ein Malzeichen auf ihrer rechten Hand oder an ihrer Stirne zu tragen; -Offenbarung Offb 73 13 16 26 Dieses Scheinwunder fanatisiert die Anhänger des Tieres derart, dass sie die gläubigen Christen zu töten beginnen. -Offenbarung Offb 73 13 16 27 Der Begriff alle wird in anschaulicher Weise zerlegt. Die Anhänger des Tieres erkennen sich an gewissen ihre Zugehörigkeit zu dem Tiere verkündenden Abzeichen, die sie auf Anraten des falschen Propheten annehmen, auf der rechten Hand als Streiter des Tieres, oder auf der Stirn als Sklaven desselben, um so leichter als solche erkannt zu werden. -Offenbarung Offb 73 13 17 Et ne quis possit emere, aut vendere, nisi qui habet characterem, aut nomen bestiæ, aut numerum nominis ejus. und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, außer wer das Malzeichen hat, oder den Namen des Tieres, oder die Zahl seines Namens.²⁸ -Offenbarung Offb 73 13 17 28 Den Christen wird sogar der bürgerliche Verkehr unmöglich gemacht, soweit geht die Intoleranz der Anbeter des Tieres, worauf wohl [Offb 12,6] anspielt. Der Name, um den es sich handelt, ist der des ersten Tieres, wie [Offb 19,20] zeigt. -Offenbarung Offb 73 13 18 Hic sapientia est. Qui habet intellectum, computet numerum bestiæ. Numerus enim hominis est: et numerus ejus sexcenti sexaginta sex. Hier ist Weisheit. Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres. Es ist nämlich die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundert sechsundsechzig.²⁹ -Offenbarung Offb 73 13 18 29 Die Zahl, welche durch die Zusammenzählung der Zahlenwerte des Buchstabens herauskommt, ist die Zahl eines Menschen, des Menschen, der dies Tier in sich verwirklicht. In der Erklärung, was die Zahl bedeutet, scheiden sich zwei Richtungen. Die einen nehmen die Zahl rein symbolisch, die anderen als wirklichen Namen. Die symbolische Erklärung stützt sich auf [Dan 3,1ff]. Dort wird das Maß des Bildes der Weltmacht, welches Nebukadnezar seinen Völkern zur Anbetung aufstellen ließ, auf 60 Ellen Höhe und 6 Ellen Breite angegeben. 10 ist die Zahl der Ökumenizität, da es sich um ein Weltreich handelt, ebenso 6 das Zeichen, dass dieses alles erworben hat, was die Welt zu geben vermag. Sechs Tage war Gott tätig, die Welt zu schaffen und gab den Menschen die 6 Tage der Woche, ihr Werk in der Welt zu tun. Daher ist 6 das Wahrzeichen von allem, was Gott durch die Schöpfung gab und was der Mensch durch Arbeit aus der Welt gewinnen kann. Deshalb wird [1Kön 10,14] und [2Chr 9,13] die Menge des Goldes, das Salomon jährlich gewann, auf 666 Talente angegeben, den Weltbesitz des Königs als das Höchste in seiner Art darzustellen. Wie aber die sechs Schöpfungstage dem Sabbat gegenüberstehen, an dem der Mensch in Gott ruhen und das genießen soll, was die Welt nicht geben kann, so tritt in ähnlicher Weise die Zahl 6 in Gegensatz zu 7.: reicht nicht an die sieben heran, das durch 6 Bezeichnete kommt nicht an die göttliche Vollendung. Schon [Dtn 20,10] werden die chanaanitischen Völker sechs gezählt als in das gottentfremdete Weltleben versunkene Stämme. Kommt nun die Zahl 10 hinzu, so wird damit die Charakteristik als Weltmacht beigefügt. Die andere Klasse von Erklärungen sieht in der Zahl einen Namen angedeutet. Doch aus welcher Sprache ist das Alphabet zu nehmen? Die einen wählen das hebräische, da die Gewohnheit, Zahlenrätsel aufzustellen, in dieser Sprache heimisch war, zudem der heil. Johannes durchweg hebräisch gedacht habe, als er griechisch schrieb. Auch sprechen Stellen wie [Offb 9,11, Offb 16,16] dafür. Besonders wird alsdann Nero Cäsar als der bestimmte Name angesehen. Indes kann dieser Kaiser nur als Typus des Antichrist gelten, insofern dieser sich an keiner Persönlichkeit besser anschließen kann, als an den vollendetsten Geist des Bösen auf dem höchsten Throne der Erde. Der heil. Irenäus schlug eine Lösung aus der griechischen Sprache vor und erwähnt als das entsprechende Wort Lateinos, dem er freilich selbst den Namen Teitan vorzieht. Für das griechische Alphabet sprechen sich auch Primas., Viktorin., Beda, Andr. Cäs. aus. Es ist zuletzt nur zu sagen, was mit dem heil. Irenäus Andreas von Cäsarea (530 n. Chr.) sagt: Welcher Name gemeint ist, wird ebenso wie manches Andere noch Verborgene die Zeit offenbaren. Hätte der Name offenkundig und bekannt sein sollen, so hätte der Seher ihn wohl geoffenbart. -Offenbarung Offb 73 14 0 C. Zustand der Gottesgemeinde am Schlusse der letzten Weltwoche. Das Lamm steht auf dem Berge Sion umgeben von denen, welche mit dem Zeichen Gottes bezeichnet sind. (V. 5) 3) Sieben die Endkatastrophe darstellende Gesichte. (V. 6 20) a. Drei die Ankunft Christi verkündende Gesichte. (V. 6 13): Drei Engel verkünden, einer nach dem andern, dass das große Babylon untergehen wird (V. 7), dass die, welche das Zeichen des Tieres haben, vernichtet werden sollen (V. 8), während die, welche im Herrn sterben, selig sein werden. (V. 13) b. Ein die Ankunft Christi darstellendes Gesicht (V. 14) Der Menschensohn erscheint in einer weißen Wolke, eine scharfe Sichel in der Hand haltend. C. Drei die Folgen der Ankunft Christi offenbarende Gesichte. (V. 15 20): Der auf der Wolke Sitzende erntet die Erde ab. (V. 16) Erscheinung eines anderen Engels mit scharfer Sichel. (V. 17) Lese und Kelter des Zornes Gottes. -Offenbarung Offb 73 14 1 Et vidi: et ecce Agnus stabat supra montem Sion, et cum eo centum quadraginta quatuor millia habentes nomen ejus, et nomen Patris ejus scriptum in frontibus suis. Und ich schaute,¹ und siehe das Lamm stand auf dem Berge Sion,² und mit ihm hundert und vierundvierzig Tausend, welche seinen Namen und seines Vaters Namen auf ihren Stirnen geschrieben trugen.³ -Offenbarung Offb 73 14 1 1 Das vorliegende Kapitel enthält zwei einander aufnehmende Visionen (V. 1 5 und 6 20). Das erste Gesicht schließt sich den Gesichten [Offb 12, Offb 13] an, die es weiter führt. Wir haben die Gläubigen in der höchsten Bedrängnis, die Weltmacht auf dem Gipfel ihrer Macht gesehen. Die erste Vision dieses Kapitels zeigt uns das Ergebnis dieser Kämpfe. -Offenbarung Offb 73 14 1 2 Gott hält seine [Offb 7,1ff] gegebene Verheißung, er rettet sein Volk durch die große Trübsal der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche hindurch. Das Überraschende dieses Gesichtes kennzeichnet die Einleitung: und siehe. Sion ist das irdische Jerusalem. Dort sieht der heil. Johannes den Herrn in der Gestalt des Lammes, mithin noch nicht als Sieger, noch nicht wie er über seine Feinde triumphiert. Vergl. die nächste Anmerkung. -Offenbarung Offb 73 14 1 3 Es sind die bereits [Offb 7,2-8] beschriebenen Sieger. Der heil. Johannes hatte nach jenem Gesichte den weiteren Verlauf der letzten Weltwoche geschaut, insbesondere die Bedrückung und Zurückdrängung der Christen durch die antichristliche Weltmacht. Jetzt sieht er, dass Gott gehalten, was er zuvor versprochen. Doch die 144ooo stellen sich anders dar als Johannes sie [Offb 7,2-8] gesehen. Dort erhielten sie das bewahrende Siegel, hier ist nicht dieses mehr an ihren Stirnen, sondern die ausgeschriebenen Namen des Lammes und des Vaters, durch die sie als Eigentum des Lammes und des Vaters bezeichnet und so den mit dem Male des Tieres Gezeichneten entgegengestellt werden. Der Heiland erscheint als Lamm, weil die 144000 ihm durch Blut und Leiden nachgefolgt sind in der Kraft, die er ihnen durch sein Leiden erworben; er ist ihr Mittelpunkt. Wie einst die Urgemeinde von Sion ausging, so erscheint hier die Kirche des Endes an derselben Stätte. Nach Hieron. sind diese 144000 die aus Israels Stämmen Besiegelten [Offb 7,4], nach andern Gläubige aus allen Völkern gesammelt. -Offenbarung Offb 73 14 2 Et audivi vocem de cælo, tamquam vocem aquarum multarum, et tamquam vocem tonitrui magni: et vocem, quam audivi, sicut cithardorum citharizantium in citharis suis. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen starken Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie das Spiel von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielten.⁴ -Offenbarung Offb 73 14 2 4 Die Stimme hatte zu Anfang einen anderen Klang als nachher. Zuerst hörte er sie wie das Rauschen vieler Wasser, wie die Stimme vieler, vergl. [Offb 19,6], und stark wie das Rollen des Donners, dann lieblich wie die Stimme von Zitherspielern, die auf ihren Harfen spielen. -Offenbarung Offb 73 14 3 Et cantabant quasi canticum novum ante sedem, et ante quatuor animalia, et seniores: et nemo poterat dicere canticum, nisi illa centum quadraginta quatuor millia, qui empti sunt de terra. Und sie⁵ sangen wie ein neues Lied⁶ vor dem Throne und vor den vier lebenden Wesen und den Ältesten; und Niemand konnte das Lied singen,⁷ als jene hundertundvierundvierzig Tausend, die erkauft sind von der Erde.⁸ -Offenbarung Offb 73 14 3 5 Zu der streitenden Kirche gesellt sich hier die triumphierende, ähnlich wie [Offb 7,9ff]. Die Vollendeten singen gleichsam den noch auf Erden befindlichen 144000 das Lied vor, und nur diese können es lernen, weil nur sie jene Eigenschaften besitzen, welche dazu erfordert werden. -Offenbarung Offb 73 14 3 6 Ein neues Lied ist auch ein Lied, welches eine neue Gnadentat Gottes preist. Während des Singens standen sie vor Gott, an den sie ihr Lied richteten. -Offenbarung Offb 73 14 3 7 Griech.: lernen; so nämlich, dass sie es mitsingen können. -Offenbarung Offb 73 14 3 8 Der Ausdruck weist auf [Offb 5,9] zurück. Sie sind von der ganzen Erde erkauft und obwohl noch auf Erden, doch nicht von der Erde. -Offenbarung Offb 73 14 4 Hi sunt, qui cum mulieribus non sunt coinquinati: virgines enim sunt. Hi sequuntur Agnum quocumque ierit. Hi empti sunt ex hominibus primitiæ Deo, et Agno. Diese sind es, die sich mit Weibern nicht befleckt haben,⁹ denn sie sind jungfräulich. Sie sind es, die dem Lamme folgen, wohin es immer geht. Sie sind erkauft¹⁰ aus den Menschen als Erstlinge Gott und dem Lamme, -Offenbarung Offb 73 14 4 9 Seit dem Sündenfall hat der natürliche Geschlechtsgebrauch, auch der eheliche, etwas Verunreinigendes an sich, vergl. [Lev 15,8], das nur durch das Sakrament gehoben wird. Mit Beziehung darauf ist das Wort sich beflecken gewählt. Die Jungfräulichkeit, welche hier gepriesen wird, haben jene alle in der Verfolgung des Antichristen bewahrt (Aug., Hier., Beda), sie eignet also nicht nur Männern, sondern auch Frauen. Wie diese auf Erden den Stachel des Fleisches überwunden haben und Christus nachgefolgt sind, so folgen sie im himmlischen Chore dem Lamme, wohin es geht, sind dem Lamme immer am nächsten (Aug.), genießen vor den übrigen Heiligen die Freude der Seligkeit. -Offenbarung Offb 73 14 4 10 Zwar sind alle seligen erkauft, doch diese jungfräulichen Seelen als Erstlinge der Vollendung, als Blüte, als besonderes Opfer für Gott und das Lamm. -Offenbarung Offb 73 14 5 Et in ore eorum non est inventum mendacium: sine macula enim sunt ante thronum Dei. und in ihrem Munde ward kein Trug erfunden; denn sie sind ohne Makel vor dem Throne Gottes.¹¹ -Offenbarung Offb 73 14 5 11 Der zweite Vorzug, welcher ihnen eigen ist, ist die Wahrhaftigkeit, gegenüber der Herrschaft des Lügenpropheten. [Offb 13,13-17] Schon [Offb 7,12] sind sie so geschildert, dass der Teufel nichts an ihnen fand. Das sieghafte Weib [Offb 12] ist das Bild der Kirche in der Verfolgung während der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche, hier wird die Kirche durch dieselbe vollbereitet und aus derselben errettet dargestellt, ein Abbild der himmlischen. -Offenbarung Offb 73 14 6 Et vidi alterum Angelum volantem per medium cli, habentem Evangelium æternum, ut evangelizaret sedentibus super terram, et super omnem gentem, et tribum, et linguam, et populum: Und ich sah¹² einen anderen Engel mitten durch den Himmel hinfliegen,¹³ der das ewige Evangelium¹⁴ hatte, frohe Botschaft den Bewohnern der Erde zu bringen, allen Völkern, und Stämmen, und Zungen und Nationen,¹⁵ -Offenbarung Offb 73 14 6 12 Nachdem 6,1 11,13 den Verlauf der ersten Hälfte der letzten Weltwoche, und 11,15 14,5 den Verlauf der zweiten Hälfte dieser Woche bis zu ihrem Schlusse gezeigt, folgt nun die Endkatastrophe 14,6 22,5 mit ihren Folgen. Zunächst zeigt der Apostel 14,6-20 dieselbe in weiten Umrissen, um sie dann 15,1 2,5 in einer Reihe von Gesichten ihren einzelnen Momenten nach vorzuführen. In dem folgenden Abschnitte V. 6 20 wir diese Endkatastrophe in sieben Gesichten gezeigt, so dass die Wiederkunft des Herrn als viertes in die Mitte tritt, während die ersten drei dieselbe und ihr Ziel ankündigen, die drei folgenden die Folgen der Wiederkunft in allgemeinen Zügen darstellen. Demgemäß sind die Gesichte nicht wie die bei den Gemeinden in 3 und 4, oder wie bei den sieben Siegeln in 4 und 3, sondern in 3, 1, 3, geteilt, wie sich dies demgemäß 17,1 22,5 bei den Schalenengeln wiederholt. -Offenbarung Offb 73 14 6 13 Den sieben Posaunen- und Schalenengeln entsprechend treten V. 6, V. 8, V. 9, V. 14, V. 15, V. 17, V. 18 sieben verschiedene Wesen auf, sechs Engel und in ihrer Mitte der Heiland. -Offenbarung Offb 73 14 6 14 Das Evangelium kann nur die frohe Botschaft von Christus sein. Diese soll in der letzten Weltstunde noch einmal verkündet werden. Vergl. [Offb 10,7]. -Offenbarung Offb 73 14 6 15 Allen, Christen wie Ungläubigen, Frommen wie Gottlosen. -Offenbarung Offb 73 14 7 Dicens magna voce: Timete Dominum, et date illi honorem, quia venit hora judicii ejus: et adorate eum, qui fecit clum, et terram, mare, et fontes aquarum. und er sprach mit starker Stimme: Fürchtet den Herrn,¹⁶ und gebet ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. So betet den an, der den Himmel und die Erde, und das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat!¹⁷ -Offenbarung Offb 73 14 7 16 Des Endgerichtes. -Offenbarung Offb 73 14 7 17 Den wahren Gott im Gegensatze zu dem Tiere. Die Vierteilung der Welt findet sich schon [Offb 8,6.8]. Die Vergangenheit steht proleptisch an Stelle der Zukunft. -Offenbarung Offb 73 14 8 Et alius Angelus secutus est dicens: Cecidit, cecidit Babylon illa magna: quæ a vino iræ fornicationis suæ potavit omnes gentes. Und ein zweiter Engel folgte ihm und rief: Gefallen,¹⁸ gefallen ist Babylon, das Große,¹⁹ welches mit dem Zornwein seiner Unzucht alle Völker getränkt hat.²⁰ -Offenbarung Offb 73 14 8 18 Seit dem Turmbau zu Babel ist Babel Typus der sich gegen Gott vereint empörenden Menschen, doch bietet dem heiligen Seher wohl auch Rom sich als Gegenbild, welches das dereinstige Babel der Endzeit darstellt. -Offenbarung Offb 73 14 8 19 Babel wird als das Große bezeichnet mit Beziehung auf [Dan 4,27], wo Nebukadnezar es so nennt. Gemeint ist die Hauptstadt der Weltmacht. -Offenbarung Offb 73 14 8 20 Der Wein der Buhlerin hat zwei charakteristische Eigenschaften: Es ist ein Wein, welcher die Völker verführt, ihr abgöttisch zu huldigen, siehe [Offb 17,2], und zugleich ein Wein, welcher kraft des Zornes Gottes den Taumel der Völker wirkt. -Offenbarung Offb 73 14 9 Et tertius Angelus secutus est illos, dicens voce magna: Si quis adoraverit bestiam, et imaginem ejus, et acceperit characterem in fronte sua, aut in manu sua: Und ein dritter Engel folgte ihnen und rief mit lauter Stimme:²¹ Wer das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen an seiner Stirne oder auf seiner Hand annimmt, -Offenbarung Offb 73 14 9 21 Nicht nur die Hauptstadt der antichristlichen Weltmacht, und damit diese selbst, wird die Strafe treffen, sondern auch alle einzelnen, welche, sich gegen den letzten Mahnruf verstockend, in ihr geblieben sind. -Offenbarung Offb 73 14 10 Et hic bibet de vino iræ Dei, quod mistum est mero in calice iræ ipsius, et cruciabitur igne, et sulphure in conspectu Angelorum sanctorum, et ante conspectum Agni: der soll auch von dem Zornweine Gottes trinken, der ungemischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zornes,²² und soll gepeinigt werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamme.²³ -Offenbarung Offb 73 14 10 22 Die Worte sind dem V. 9 über Babel selbst ergangenen Ausspruche entlehnt. Der Zornwein Gottes ist ungemischt, wie Wein ohne Wasser, d. i. nicht gemildert. Was sonst ein menschliches Unglück leichter zu gestalten pflegt, fehlt hier. -Offenbarung Offb 73 14 10 23 Die Strafen werden in ihren Einzelheiten beschrieben: Die Anhänger des Tieres werden mit Feuer und Schwefel gequält werden (vergl. das Strafgericht Gottes an Sodoma [Gen 19,24]), ihre Strafe wird ewig währen (das Bild des Rauches ist aus [Jes 66,24] entnommen), sie werden nie innere Ruhe haben. (Gegensatz V. 13) Zur Erhöhung ihrer Pein werden sie ihre Strafe vor den Engeln und dem von den Anbetern des Tieres verachteten und verfolgten Lamme dulden, dessen Anblick ihnen beständig vorhalten wird, dass sie Gnade und Seligkeit hätten erlangen können. -Offenbarung Offb 73 14 11 Et fumus tormentorum eorum ascendet in sæcula sæculorum: nec habent requiem die ac nocte, qui adoraverunt bestiam, et imaginem ejus, et si quis acceperit characterem nominis ejus. Und der Rauch ihrer Qualen wird aufsteigen in alle Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeteten, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt. -Offenbarung Offb 73 14 12 Hic patientia Sanctorum est, qui custodiunt mandata Dei, et fidem Jesu. Hier ist die Geduld der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.²⁴ -Offenbarung Offb 73 14 12 24 In V. 12, V. 13 werden zwei Ermunterungen eingeschoben, und so die erste Gruppe, die drei ersten Engel, von den Folgenden geschieden. V. 12 redet der Apostel besonders die Gläubigen an, welche in der letzten großen Prüfungszeit leben werden. -Offenbarung Offb 73 14 13 Et audivi vocem de clo, dicentem mihi: Scribe: beati mortui, qui in Domino moriuntur. Amodo jam dicit Spiritus, ut requiescant a laboribus suis: opera enim illorum sequuntur illos. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die im Herrn sterben!²⁵ Von nun an bereits,²⁶ spricht der Geist,²⁷ sollen sie ausruhen von ihren Mühen;²⁸ denn ihre Werke folgen ihnen nach.²⁹ -Offenbarung Offb 73 14 13 25 Dies Wort des Trostes spricht eine himmlische Stimme, es ist also ein auf immer gültiges. Der Seher soll es aufschreiben, damit es bleibe und die Gläubigen je und je stärke. Dieses Wort bildet den tröstlichen Gegensatz zu V. 10, V. 11, in denen von dem Schicksale der Anbeter des Tieres die Rede war. So steht der Vers mit dem Vorhergehenden in Verbindung, mit dem Folgenden aber durch den Trost, den er allen Christen spendet, ehe er das Glück der bei der Ankunft des Herrn lebenden Gläubigen schildert. Im Herrn sterben, ist im Glauben an Christus abscheiden. [1Thess 4,16, 1Kor 15,18] -Offenbarung Offb 73 14 13 26 Die Bestimmung: Von nun an gehört nach dem Griechischen zu dem Vorhergehenden: welche im Herrn sterben. Im Griech. beginnt der zweite Satz: Ja, spricht der Geist. Die von nun an im Herrn Sterbenden sind selig zu preisen. Die früher im Herrn Gestorbenen also etwa nicht? Nicht diese bilden den Gegensatz. Da der Apostel V. 14 16 beschreibt, wie der Heiland bei seiner Wiederkunft die dann noch lebenden Frommen einernten wird, will er vorweg sagen, dass jene keinen Vorzug haben vor den früher Gestorbenen. -Offenbarung Offb 73 14 13 27 Die Stimme spricht wohl den ganzen Vers; sie erklärt dem heil. Johannes, was der Geist der Weissagung ihr bezeugt. Vergl. [Offb 19,9.10]. -Offenbarung Offb 73 14 13 28 Die Ruhe bildet den Gegensatz zu den Mühen und Kämpfen, in welchen die überlebenden Glieder der Kirche Christi noch ausharren müssen. -Offenbarung Offb 73 14 13 29 Die Ruhe wird erklärt als Lohn für die hienieden vollbrachten wahrhaft guten Werke. -Offenbarung Offb 73 14 14 Et vidi et ecce nubem candidam: et super nubem sedentem similem Filio hominis, habentem in capite suo coronam auream, et in manu sua falcem acutam. Und ich schaute, und siehe,³⁰ eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer ähnlich einem Menschensohne: der hatte auf seinem Haupte eine goldene Krone, und in seiner Hand eine scharfe Sichel.³¹ -Offenbarung Offb 73 14 14 30 Die Eingangsformel weist auf eine besonders bedeutsame Erscheinung hin. -Offenbarung Offb 73 14 14 31 Der ganzen Schilderung nach wird Christus bezeichnet, wie er zum Gerichte kommt, (Thom.) da er sich selbst als auf den Wolken kommend bezeichnet, [Mt 24,30] ebenso [Dan 7,13], und [Offb 1,13] einem Menschensohne ähnlich genannt wird. Die weiße Farbe zeigt, dass es mit dem Erscheinen des Menschensohnes licht wird, die goldene Krone ist die Siegeskrone, [Offb 6,2] zog er aus zu siegen, als Sieger kommt er jetzt, weshalb er nicht wie dort einen Bogen, sondern eine scharfe Sichel hat. Andere Ausleger fassen die Gestalt freilich als einen Engel, der Christus vertritt, gestützt auf [Mt 13,39ff], wo die Engel als Schnitter bezeichnet werden. -Offenbarung Offb 73 14 15 Et alius Angelus exivit de templo, clamans voce magna ad sedentem super nubem: Mitte falcem tuam, et mete quia venit hora ut metatur, quoniam aruit messis terræ. Und ein anderer Engel trat aus dem Tempel hervor und rief mit lauter Stimme dem, der auf der Wolke saß, zu:³² Lege deine Sichel an und ernte; denn die Stunde der Ernte ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.³³ -Offenbarung Offb 73 14 15 32 Der Engel (ein anderer im Gegensatze zu den V. 6, V. 8 genannten) tritt aus dem Tempel, der Wohnung Gottes [Offb 11,19] hervor. Er ruft im Namen Gottes des Vaters, der sich Zeit und Stunde des Gerichtes vorbehalten [Apg 1,7] dem Herrn, zu, vergl. [Joh 5,30, Joh 19,27], dass es Zeit sei, Gericht zu halten. Die Wirkung der Wiederkunft des Herrn wird in zwei Bildern, der Ernte (V. 14 16) und der Weinlese (V. 17 20), dargestellt. Die Ernte hält der Heiland persönlich, die Lese und Kelterung nimmt dann ein dritter Engel vor (V. 19, V. 20) auf Weisung eines erscheinenden zweiten Engels. -Offenbarung Offb 73 14 15 33 Da die ganze Erde reif ist, sind alle Bewohner der Erde, nachdem Sünde und Heil in der Weltentwicklung ihre Vollendung erreicht haben, jene in der antichristlichen Weltmacht, diese in der Kirche der Letztheit (wie es 2,1 14,5 vorausgeht) zur Ernte bestimmt. Indes ist doch ein Unterschied zu machen. In dem ersten Bilde werden die Gläubigen dargestellt, in dem zweiten [Offb 17,20] wird das Endgericht über die Gottlosen geschildert. Die Seinen holt der Heiland heim nach [Joh 14,3], seine Feinde zusammenzulesen sendet der Herr seine Engel aus. [Mt 13,41] -Offenbarung Offb 73 14 16 Et misit qui sedebat super nubem, falcem suam in terram, et demessa est terra. Und der auf der Wolke saß, schwang seine Sichel³⁴ über die Erde, und die Erde ward abgeerntet. -Offenbarung Offb 73 14 16 34 Diese kennzeichnet ihn als Herrn der Ernte. -Offenbarung Offb 73 14 17 Et alius Angelus exivit de templo, quod est in clo, habens et ipse falcem acutam. Und ein anderer Engel trat aus dem Tempel, der im Himmel ist, hervor; auch er eine scharfe Sichel haltend.³⁵ -Offenbarung Offb 73 14 17 35 Auch dieser Engel kommt aus dem Tempel, also als Gottesbote, nur hat er nicht, wie die Engel V. 15, V. 17 einen Befehl auszurichten, sondern auszuführen. Er hält ein Winzermesser in der Hand, doch wird der gleiche Ausdruck wie V. 14 gebraucht, um die Gemeinsamkeit des Werkes zu bezeichnen. -Offenbarung Offb 73 14 18 Et alius Angelus exivit de altari, qui habebat potestatem supra ignem: et clamavit voce magna ad eum, qui habebat falcem acutam, dicens: Mitte falcem tuam acutam, et vindemia botros vineæ terræ: quoniam maturæ sunt uvæ ejus. Und ein anderer Engel kam von dem Altare³⁶ hervor, der hatte Gewalt über das Feuer, und er rief mit lauter Stimme dem zu, der die scharfe Sichel hatte, und sprach: Schwinge deine scharfe Sichel und schneide die Trauben vom Weinstocke der Erde;³⁷ denn seine Trauben sind reif! -Offenbarung Offb 73 14 18 36 Von dem Brandopferaltare, der schon [Offb 8,3-5] erwähnt wurde. Das Feuer, das auf diesem Altare brennt, ist das Feuer der göttlichen Gerechtigkeit und Heiligkeit, welches alles sündhafte Wesen verzehrt; über dieses Feuer des göttlichen Strafgerichtes hat der Engel Gewalt. Dies Strafgericht soll folgen. -Offenbarung Offb 73 14 18 37 Die ganze Erde ist wie ein Weinstock gedacht: es sind die Bösen, die geerntet werden. (Beda, Thom.) Das Bild der Weinernte für das Gericht über die Feinde Gottes kehrt in der heil. Schrift häufig wieder. [Joel 4,13, Jer 49,9, Jes 63,2] -Offenbarung Offb 73 14 19 Et misit Angelus falcem suam acutam in terram, et vindemiavit vineam terræ, et misit in lacum iræ Dei magnum: Und der Engel schwang seine scharfe Sichel über die Erde, und las den Weinstock der Erde ab, und warf es in die große Kelter des Zornes Gottes.³⁸ -Offenbarung Offb 73 14 19 38 Vergl. [Mt 13,41.42]. Die Kelter ist ein Werkzeug des Zornes Gottes. -Offenbarung Offb 73 14 20 Et calcatus est lacus extra civitatem, et exivit sanguis de lacu usque ad frenos equorum per stadia mille sexcenta. Und die Kelter ward außerhalb der Stadt³⁹ getreten, und Blut floss aus der Kelter bis an die Zäume der Pferde, tausend sechshundert Stadien weit.⁴⁰ -Offenbarung Offb 73 14 20 39 Dies Gesicht schließt nicht, wie das V. 16, mit der Ausführung des Befehles ab, sondern fügt den Zusatz bei: Außerhalb der Stadt, außerhalb Jerusalems, der Kirche, der lebendigen Gottesgemeinde der letzten Tage, welche [Offb 14,1] gezeigt ist. -Offenbarung Offb 73 14 20 40 Das Bild der Weinlese geht in die Beschreibung der Wirklichkeit, der Tötung der Gottlosen über. Es findet ein so gewaltiges Blutbad statt, dass die Pferde, auf denen die zu Richtenden sitzen, bis an die Zügel im Blute gehen. Der Blutstrom dehnt sich noch 1600 Stadien (über 310 Kilometer) weit aus. Diese Zahl wird am besten symbolisch gedeutet. Die Grundzahl 4 multipliziert mit sich selbst und dann verhundertfacht, da 4 die Signatur der Erde ist, soll bezeichnen, dass das Blutmeer sich über alle vier Teile derselben ergießt, das furchtbare Gericht die ganze Erde umspannt. (Beda, Viktorin.) Vergl. [Offb 7,4]. Die Zahl besagt also, dass Zahl, Schlacht usw. nur der Darstellung dienen. -Offenbarung Offb 73 15 0 4) Die, die Momente der Endkatastrophe darstellenden Gruppen der Schalen- und Schalenengel-Gesichte (15,1 22,5): 1. Gruppe der sieben Schalengesichte. (15,1 16,21) A. Einleitendes Gesicht (V. 1 8) -Offenbarung Offb 73 15 1 Et vidi aliud signum in clo magnum, et mirabile, Angelos septem, habentes plagas septem novissimas: quoniam in illis consummata est ira Dei. Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar:¹ Sieben Engel, welche die sieben letzten Plagen hatten; denn durch sie ward der Zorn Gottes vollendet.² -Offenbarung Offb 73 15 1 1 Ein anderes Zeichen ist es im Gegensatze zu dem Gesichte [Offb 14,1ff, Offb 14,14ff]. Groß und wunderbar ist es, weil sich in ihm die Größe und Herrlichkeit, die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes in besonderer Weise kundtun. Dies wird auch durch das Erscheinen von sieben Engeln zugleich, die mit Schalen versehen sind, ausgedrückt. Der Apostel sieht die Engel wohl noch nicht, sondern gibt in diesem Verse gleichsam eine kurze Inhaltsangabe des bevorstehenden Gesichtes, gleichsam eine gemeinsame Überschrift für [Offb 15, Offb 16]. Der Vision der streitenden Mächte in [Offb 12, Offb 13] tritt die Vision der Engel gegenüber, welche das Gericht über jene, die Kirche verfolgende Macht bringen. [Offb 15,1] und [Offb 17,1] beginnen beide mit dem Zeitpunkte, der Kap. 14 V. 16 20 geschildert ist, dem Ausgang der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche. Nur Kap. 20 22 führen dann über diese hinaus. In [Offb 6,1-8] wird die Einleitung der Plagen gegeben, deren Steigerung nach [Offb 8,7-12] das Ende herbeiführt. Diese Herbeiführung schildert der Apostel jetzt Kap. 15,1 16,21. So schließt dieser Abschnitt sich in gewisser Weise an die aus Kap 6 und 8 angeführten Stellen an, setzt deren Inhalt fort. Die anderen, die Wiederkunft Christi begleitenden Folgen werden 17,1 22,5 in sieben Gesichten dargestellt. -Offenbarung Offb 73 15 1 2 Die sieben Gesichte zerfallen wieder in 4 und 3, wie die Siegel- und Posaunengesichte, die Vierzahl das Zeichen der Ausbreitung in alle vier Himmelsgegenden, die Dreizahl das Zeichen Gottes. Die Plagen heißen die letzten [Dan 11,36], weil durch sie der Zorn Gottes vollendet wird. Das Wort Plagen erinnert an die ägyptischen Plagen. -Offenbarung Offb 73 15 2 Et vidi tamquam mare vitreum mistum igne, et eos, qui vicerunt bestiam, et imaginem ejus, et numerum nominis ejus, stantes super mare vitreum, habentes citharas Dei: Und ich schaute,³ wie ein gläsernes Meer gemischt mit Feuer;⁴ und die über das Tier, und sein Bild, und über die Zahl seines Namens gesiegt hatten,⁵ standen an dem gläsernen Meere, und hatten Harfen Gottes,⁶ -Offenbarung Offb 73 15 2 3 Ehe die Plagen wirklich ergehen, wird das Ereignis im Himmel wieder vorbereitet und im Voraus gefeiert, wie [Offb 11,15]. Wie nach den ägyptischen Plagen das errettete Israel mit Moses ein Siegesdanklied sang [Ex 15], so singen hier die bereits vollendeten Sieger schon vor dem letzten Siege des Herrn über die antichristliche Welt ihren Lobgesang, wie [Offb 12,10]. -Offenbarung Offb 73 15 2 4 Das gläserne Meer ist der Himmel, in dem die Seligen weilen, welche [Offb 14,2.3] den 144000 das Loblied vorsangen. Zu jenen sind die während der antichristlichen Zeit und Verfolgung Getöteten hinzugekommen. Der Himmel ist rein, nicht getrübt, doch spiegelt sich jetzt in ihm das Zornfeuer des zum Endgerichte sich bereitenden Zornes Gottes wieder. -Offenbarung Offb 73 15 2 5 Die in der Zeit des Antichrist in der zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche getöteten Märtyrer, welche zwar dem Leibe nach dem Tiere unterlagen, ihre Seele aber von dessen Dienst unbefleckt erhielten. Sie sind unterschieden von den 144000 in [Offb 7,3-8] und den [Offb 14,1-5] Geschilderten, welche die Ankunft Christi erleben, und ebenso von den im Himmel Seligen aus allen Zeiten, welche [Offb 14,2.3] das Lied vorsingen: Zu diesen Letzteren treten sie hier hinzu. Es sind also dieselben, welche nach [Offb 6,11] noch getötet werden sollen und die [Offb 7,9-16] aus der Trübsal zu Gott kommen die hier nun bei Gott sind und sich des Gerichtes freuen. -Offenbarung Offb 73 15 2 6 Sie haben Harfen, wie die [Offb 14,2] Erwähnten, zu denen sie hinzugetreten sind, Harfen Gottes, weil diese ihnen von Gott und zu seinem Preise gegeben waren. -Offenbarung Offb 73 15 3 Et cantantes canticum Moysi servi Dei, et canticum Agni, dicentes: Magna, et mirabilia sunt opera tua Domine Deus omnipotens: justæ et veræ sunt viæ tuæ, Rex sæculorum. und sangen das Lied Moses, des Dieners Gottes, und das Lied des Lammes,⁷ und sprachen: Groß und wunderbar⁸ sind deine Werke,⁹ Herr, Gott, Allmächtiger! gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Ewigkeit! -Offenbarung Offb 73 15 3 7 Der Lobgesang, den die Sieger singen, wird als Lied Moses, des Dieners Gottes im vorzüglichen Sinne [Ex 14,31] u. a. bezeichnet und zugleich das Lied des Lammes genannt. Entweder nimmt man die Worte in dem Sinne, dass sie die Taten Gottes, die er durch Moses und das Lamm vollbracht, sangen, oder es heißt das Lied, aus dem ein Teil oder der Inhalt angegeben wird, so mit Beziehung auf den Lobgesang [Ex 15], der die Erlösung des Volkes Israel aus harter Bedrückung und das Gericht über seine Feinde pries. Darin hat Moses eine gewisse Ähnlichkeit mit Christus, dass Gott durch ihn Erlösung seines Volkes und Vernichtung seiner Feinde gewirkt. Wieder andre indes beziehen den Ausdruck auf das Lied Moses [Dtn 32], an dessen Inhalt es einigermaßen anklingt. -Offenbarung Offb 73 15 3 8 Vorbild [Ps 110,2, Ps 138,4] -Offenbarung Offb 73 15 3 9 Vergl. [Ps 144,7, Dtn 32,4]. Gottes Werke sind seine Führungen. Je näher dem Ziele, desto mehr zeigt sich deren Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit in der Weltgeschichte. Daher im Griech. die Anrede: König der Völker. (Vulg. König der Ewigkeiten) -Offenbarung Offb 73 15 4 Quis non timebit te Domine, et magnificabit nomen tuum? quia solus pius es: quoniam omnes gentes venient, et adorabunt in conspectu tuo, quoniam judicia tua manifesta sunt. Wer sollte dich nicht fürchten, Herr! und deinen Namen preisen?¹⁰ Du allein ja bist heilig. Ja,¹¹ alle Völker werden kommen, und vor dir anbeten,¹² denn deine Gerichte sind offenbar geworden.¹³ -Offenbarung Offb 73 15 4 10 Vergl. [Jer 10,7]. -Offenbarung Offb 73 15 4 11 Also ist Gott zu fürchten. -Offenbarung Offb 73 15 4 12 Ohne Rücksicht darauf, ob alle einzelnen sich bekehren. -Offenbarung Offb 73 15 4 13 In deinen Strafgerichten. -Offenbarung Offb 73 15 5 Et post hæc vidi, et ecce apertum est templum tabernaculi testimonii in clo: Und darnach schaute ich, und siehe, der Tempel des Gezeltes des Zeugnisses im Himmel tat sich auf;¹⁴ -Offenbarung Offb 73 15 5 14 Nach dem einleitenden Gesange treten die sieben Engel aus dem Tempelhause hervor, in welchem das die Gesetzeslade enthaltende Allerheiligste sichtbar wird. War zuvor der Blick des Sehers [Offb 11,19] auf die ganze Bundeslade gerichtet, welche Gesetz und Gnade, die Tafeln Moses und den Sühndeckel enthielt, so schaut er jetzt wohl besonders die Tafeln des Gesetzes, da es sich um die Vergeltung handelt. -Offenbarung Offb 73 15 6 Et exierunt septem Angeli habentes septem plagas de templo, vestiti lino mundo, et candido, et præcincti circa pectora zonis aureis. und es gingen die sieben Engel aus dem Tempel hervor, welche die sieben Plagen hatten, angetan mit reiner lichter Leinwand, und um die Brust gegürtet mit goldenen Gürteln.¹⁵ -Offenbarung Offb 73 15 6 15 Die Schilderung erinnert an [Ez 9,2ff] und [Dan 10,5]; die weiße Leinwand und der ihnen mit Christus gemeinsame goldene Gürtel, vergl. [Offb 1,13], charakterisieren ihre priesterliche und königliche Würde. Ehe sie heraustraten, standen sie anbetend vor dem Herrn und handeln nun in königlicher Machtvollkommenheit. -Offenbarung Offb 73 15 7 Et unum de quatuor animalibus dedit septem Angelis septem phialas aureas, plenas iracundiæ Dei viventis in sæcula sæculorum. Und eines der vier Wesen¹⁶ gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen, gefüllt mit dem Zorne Gottes, der in alle Ewigkeit lebt.¹⁷ -Offenbarung Offb 73 15 7 16 Eines der vier Wesen gibt die Schalen, um anzudeuten, dass der dieselbe füllende Zorn (wohl Feuer) und sein Werk vom Throne Gottes ausgehend als Akt der höchsten Gerechtigkeit golden sind. -Offenbarung Offb 73 15 7 17 Die Schalen, weil Gott durch die Strafen verherrlicht wird. Da Gott in alle Ewigkeit lebt, wird er, ja muss er das Böse sicher strafen. -Offenbarung Offb 73 15 8 Et impletum est templum fumo a majestate Dei, et de virtute ejus: et nemo poterat introire in templum, donec consummarentur septem plagæ septem Angelorum. Und der Tempel ward voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes, und von seiner Macht, und niemand konnte in den Tempel eintreten, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet werden.¹⁸ -Offenbarung Offb 73 15 8 18 Der Rauch macht den erhabenen Gott unsichtbar und unnahbar. Er geht von der Lade aus, doch wohl auch von den Schalen, da der Grund, weshalb Gott hier mit seiner Herrlichkeit den Tempel erfüllt, sein richterlicher Zorn ist. Vergl. [Ez 10,4]. Bis der zürnenden Gerechtigkeit Genüge geschehen, darf kein erschaffenes Wesen seiner Herrlichkeit nahen. Gott zeigt, wie furchtbar ernst es ihm mit dem Strafgericht ist, dessen Vollstrecker er selbst ausgestattet hat und dessen Ausführung er leitet. -Offenbarung Offb 73 16 0 B. Die vier ersten Schalengesichte (V. 1 8): Erstes Gesicht. (V. 2) Zweites Gesicht. (V. 3) Drittes Gesicht. (V. 7) Viertes Gesicht. (V. 9) C. Die drei letzten Schalengesichte. (V. 10 12): Fünftes Schalengesicht. (V. 11) Sechstes Schalengesicht. (V. 16) Siebentes Schalengesicht. -Offenbarung Offb 73 16 1 Et audivi vocem magnam de templo, dicentem septem Angelis: Ite, et effundite septem phialas iræ Dei in terram. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel¹ zu den sieben Engeln sagen: Gehet hin und gießet die sieben Schalen des Zornes Gottes aus auf die Erde!² -Offenbarung Offb 73 16 1 1 Gottes Stimme -Offenbarung Offb 73 16 1 2 Die Erde mit ihrem gesamten Umkreise, Licht und Luft eingeschlossen. (V. 8, V. 17) Die Plagen zerfallen in 4 und 3. Die ersten vier Plagen richten sich, wenn sie auch zuletzt die Menschen physisch schädigen, zunächst auf die Natur, während die drei letzten, wenn sie auch zunächst natürliche Dinge treffen, zuletzt sich doch gegen das ethische Leben (Thron des Tieres, Heeresmacht, Hauptstadt) richten. Gewisse Wiederholungen der einzelnen Plagemittel waren, wenn wir Posaunen- und Schalenplagen vergleichen, nicht wohl vermeidlich, da die dreimal wiederkehrende siebenfache Visionenreihe, aus welchen die prophetische Anschauung der Plagen erwachsen musste, die wirklich zu verhängenden Plagen enthalten musste. -Offenbarung Offb 73 16 2 Et abiit primus, et effudit phialam suam in terram, et factum est vulnus sævum, et pessimum in homines, qui habebant characterem bestiæ, et in eos, qui adoraverunt imaginem ejus. Da ging der erste hin und goss seine Schale aus auf die Erde.³ Und es kam ein verderbliches und sehr bösartiges Geschwür über die Menschen,⁴ welche das Malzeichen des Tieres hatten, und auf die, welche dessen Bild anbeteten. -Offenbarung Offb 73 16 2 3 Über das feste Land, wie der Gegensatz: das Meer V. 3 zeigt. -Offenbarung Offb 73 16 2 4 Etwa ein Pestgeschwür. Wie die sechste ägyptische Plage nicht die Israeliten traf, so schädigt die hier genannte nicht die 144000, sondern nur die Abgefallenen, die freilich die ganze Erde erfüllen. -Offenbarung Offb 73 16 3 Et secundus Angelus effudit phialam suam in mare, et factus est sanguis tamquam mortui: et omnis anima vivens mortua est in mari. Und der zweite Engel⁵ goss seine Schale aus auf das Meer; da entstand Blut wie das eines Toten, und alles, was Leben hatte, starb im Meere.⁶ -Offenbarung Offb 73 16 3 5 Engel fehlt im Griechischen. Es wird indes nicht gesagt, dass alle von der Plage Heimgesuchten auch sterben. -Offenbarung Offb 73 16 3 6 Die zweite Plage ist eine Steigerung der zweiten Posaunenplage [Offb 8,8ff]. Das Wasser des Meeres verwandelt sich in dickes, fauliges Blut, wie das von Toten. Dies hat wohl Beziehung auf die Sünde der Gottlosen: die das Blut der Heiligen vergossen haben wie Wasser, denen ward das Wasser zu Blut. Über die Folgen dieser Plage für die Menschen wird nichts weiter gesagt. -Offenbarung Offb 73 16 4 Et tertius effudit phialam suam super flumina, et super fontes aquarum, et factus est sanguis. Und der dritte Engel goss seine Schale aus auf die Flüsse und auf die Wasserquellen, und es ward Blut.⁷ -Offenbarung Offb 73 16 4 7 Diese Plage erinnert an die sechste ägyptische. Das Wasser wird zwar zu Blut, aber nicht zu dickem Blut eines Toten, da die Menschen es nach V. 6 noch trinken sollen. Die Ähnlichkeit mit der dritten Posaune [Offb 8,10.11] stützt sich auf die Verwandlung des Wassers. -Offenbarung Offb 73 16 5 Et audivi Angelum aquarum dicentem: Justus es Domine qui es, et qui eras sanctus, qui hæc judicasti: Da hörte ich den Engel der Gewässer⁸ sagen: Gerecht bist du, Herr! der da ist und war,⁹ du Heiliger, dass du solches Gericht geübt hast!¹⁰ -Offenbarung Offb 73 16 5 8 An dies dritte Gesicht knüpft sich ein Gespräch zwischen dem Engel und dem Altar (nach der Vulg. zwischen dem Engel und einem anderen Engel vom Altare her) über die Gerechtigkeit Gottes, welche sich in diesen Schalengerichten offenbart. Der Engel der Wasser ist wohl der eben genannte dritte, dem die Macht der Plagen über die Gewässer gegeben ward. -Offenbarung Offb 73 16 5 9 Der kommen wird steht hier nicht, wie [Offb 11,17], weil das Gericht schon im Vollzuge ist. -Offenbarung Offb 73 16 5 10 Die dritte Schalenplage, wie V. 6 zeigt. -Offenbarung Offb 73 16 6 Quia sanguinem Sanctorum, et prophetarum effuderunt, et sanguinem eis dedisti bibere: digni enim sunt. Denn das Blut der Heiligen und der Propheten¹¹ haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; ja sie haben es verdient. -Offenbarung Offb 73 16 6 11 Der zu ihrer Zeit Lebenden. -Offenbarung Offb 73 16 7 Et audivi alterum ab altari dicentem: Etiam Domine Deus omnipotens vera, et justa judicia tua. Und ich hörte einen anderen Engel vom Altare her sagen:¹² Ja, Herr, Gott, Allmächtiger! wahrhaft und gerecht sind deine Gerichte.¹³ -Offenbarung Offb 73 16 7 12 Griech.: Ich hörte aus dem Altare sagen, dem Brandopferaltare. Die Stimme ist die der [Offb 6,9-11] beschriebenen Seelen. Den Grund gibt [Offb 6,9-11]. -Offenbarung Offb 73 16 7 13 Die Stimme vom Altare dehnt den Ausspruch des dritten Engels auf alle Plagen aus. Wahrhaft: wie du gedroht, so führst du sie aus, und deine Drohungen sind nicht umsonst. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 16 8 Et quartus Angelus effudit phialam suam in solem, et datum est illi æstu affligere homines, et igni: Und der vierte Engel goss seine Schale aus auf die Sonne, und es ward ihr¹⁴ Macht gegeben, die Menschen durch Glut und durch Feuer zu peinigen; -Offenbarung Offb 73 16 8 14 Nach dem Griech. kann es zweifelhaft sein, ob der Engel oder die Sonne gemeint ist. Doch werden durch das Ausgießen der übrigen Schalen V. 3 das Meer, V. 4 die anderen Gewässer zu Plagemitteln, so fordert die Analogie das gleiche hier. -Offenbarung Offb 73 16 9 Et æstuaverunt homines æstu magno, et blasphemaverunt nomen Dei habentis potestatem super has plagas, neque egerunt pnitentiam ut darent illi gloriam. und die Menschen wurden versengt von großer Hitze, und lästerten den Namen Gottes, der Gewalt hat über diese Plagen, und sie taten nicht Buße, dass sie ihm die Ehre gaben.¹⁵ -Offenbarung Offb 73 16 9 15 So fühlbar auch diese vier Plagen für die Menschen der Letztheit, für die Anbeter des Tieres sein werden, lassen diese sich doch durch dieselben nicht zur Buße und zur Anbetung des Allmächtigen führen, sondern werden vielmehr zu Lästerungen gegen Gott fortgerissen. Es wird ihnen ergehen wie Pharao: je härter die Plagen wurden, desto mehr verstockte er sich. -Offenbarung Offb 73 16 10 Et quintus Angelus effudit phialam suam super sedem bestiæ: et factum est regnum ejus tenebrosum, et commanducaverunt linguas suas præ dolore: Und der fünfte Engel¹⁶ goss seine Schale aus auf¹⁷ den Thron des Tieres; und sein Reich ward verfinstert,¹⁸ und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz,¹⁹ -Offenbarung Offb 73 16 10 16 Mit der fünften Plage kommt das Gericht dem Antichristen selbst näher. -Offenbarung Offb 73 16 10 17 Der Thron (der noch nicht genannt war: vergl. [Offb 13,1ff]) bezeichnet die Richtung, welche die Plage nimmt. -Offenbarung Offb 73 16 10 18 Vergl. die neunte ägyptische Plage [Ex 10,21ff]. Diese Finsternis ist eine qualvolle. Zwischen dieser Plage und der fünften und sechsten Posaune ist insofern ein Zusammenhang, als das, was unter jenen entstand, durch die drei letzten Schalen zu Ende geführt wird. -Offenbarung Offb 73 16 10 19 Die Zunge zerbeißt man von physischen Schmerze. Es sind noch andere Plagen gleichzeitig tätig, besonders die erste, wie V. 11 zeigt, und diese werden bis zur Unleidlichkeit gesteigert. Die Finsternis macht die übrigen Leiden noch drückender und trostloser. -Offenbarung Offb 73 16 11 Et blasphemaverunt Deum cli præ doloribus, et vulneribus suis, et non egerunt pnitentiam ex operibus suis. und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und ihrer Geschwüre, und taten nicht Buße über ihre Werke. -Offenbarung Offb 73 16 12 Et sextus Angelus effudit phialam suam in flumen illud magnum Euphraten: et siccavit aquam ejus, ut præpararetur via regibus ab ortu solis. Und der sechste Engel goss seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat;²⁰ und er trocknete sein Wasser aus, damit den Königen vom Aufgang der Sonne her der Weg bereitet würde. -Offenbarung Offb 73 16 12 20 Am Euphrat liegt Babel, dort sammeln sich die antichristlichen Mächte. Die östlichen Könige gehören zu den V. 14 genannten Königen der ganzen Erde, sind also Werkzeuge des Drachen, welche gegen die Gläubigen ziehen. Sie sind identisch mit den zehn Königen [Offb 17,12ff], welche dem Tier ihre Macht leihen. Ähnlich wie [Offb 11,7] das Tier aus dem Abgrund proleptisch erwähnt wird, obwohl es erst [Offb 13] in die Ereignisse eingreift, wird hier von bestimmten Königen geredet, deren genaueres Verhältnis zu dem Tier erst aus [Offb 17,12ff] erhellt, deren Schicksal auch hier nur angedeutet wird. (V. 16) Vergl. [Offb 19,19]. Die Plage besteht nicht darin, dass die Könige versammelt werden, sondern dass sie nach Armagedon versammelt werden, um, während sie an den Kampf gegen Gott und seine Kirche denken, von dem Herrn insgesamt vernichtet (V. 16) zu werden, durch die Ankunft des Herrn. (V. 15) -Offenbarung Offb 73 16 13 Et vidi de ore draconis, et de ore bestiæ, et de ore pseudoprophetæ spiritus tres immundos in modum ranarum. Und ich sah aus dem Maule des Drachen, und aus dem Maule des Tieres, und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister wie Frösche hervorgehen.²¹ -Offenbarung Offb 73 16 13 21 Die unreinen Geister wurden in der Gestalt von Fröschen sichtbar, um den Eindruck, der durch das Wort auf die Könige geübt ist, zu kennzeichnen als von satanischen Kräften herstammend. Wenn der Drache, der wohl in Babel am Euphrat residierend gedacht ist, und das Tier, der falsche Prophet, vergl. [Offb 13,11], etwas beginnen, so kann ihr Vorhaben nur gegen Gott und sein Volk gehen. Sie können zu den das Tier anbetenden Königen dämonische Mächte entsenden, weil sie selbst unter der dämonischen Gewalt Satans stehen. Ein Geist geht unmittelbar, die beiden anderen mittelbar durch den Pseudopropheten und den Antichrist vom Satan aus. -Offenbarung Offb 73 16 14 Sunt enim spiritus dæmoniorum facientes signa, et procedunt ad reges totius terræ congregare illos in prlium ad diem magnum omnipotentis Dei. Es sind nämlich Geister von Teufeln, die Zeichen tun und²² ausgehen zu den Königen der ganzen Erde, sie zu sammeln zum Kampfe auf den großen Tag des allmächtigen Gottes. -Offenbarung Offb 73 16 14 22 Griech.: diese. -Offenbarung Offb 73 16 15 Ecce venio sicut fur. Beatus qui vigilat, et custodit vestimenta sua, ne nudus ambulet, et videant turpitudinem ejus. Siehe, ich komme wie ein Dieb.²³ Selig, wer wachet²⁴ und seine Kleider bewahrt, dass er nicht bloß wandeln müsse, und man seine Schande sehe!²⁵ -Offenbarung Offb 73 16 15 23 Im Namen Gottes macht der heil. Seher eine Zwischenbemerkung. Er will die Gläubigen vor aller Furcht wegen dieser feindlichen Zusammenrottung bewahren, aber auch zeigen, wer allein vor aller Gefahr behütet bleibt. Das Wort des Herrn, welches angeführt wird, ist [Offb 3,3] gegeben. -Offenbarung Offb 73 16 15 24 Selig, die dann wachen, wehe aber denen, welche sich wie die Könige sammeln auf den großen Tag des Herrn! (V. 14) Wenn die V. 14 angekündigten Ereignisse eingetreten sind, wird des Herrn Ruf zur Wahrheit werden: Siehe, ich komme unvermutet, wie ein Dieb in der Nacht; er wird erscheinen. Dann wird den Seinigen Heil und Seligkeit zu teil werden, den Feinden aber Vernichtung widerfahren. -Offenbarung Offb 73 16 15 25 Die heiligmachende Gnade mit allen sie begleitenden Tugenden sind die Kleider. -Offenbarung Offb 73 16 16 Et congregabit illos in locum, qui vocatur Hebraice Armagedon. Und er²⁶ wird sie an dem Orte versammeln, der auf hebräisch²⁷ Armagedon²⁸ heißt. -Offenbarung Offb 73 16 16 26 Wie Gott V. 12 ihr Beginnen ermöglicht hat, lässt er sie es auch V. 16 vollenden, doch zu ihrem Verderben. Vielleicht auch wird der Heiland (V. 15) als der Versammelnde angenommen. -Offenbarung Offb 73 16 16 27 Der Leser wird angewiesen den Ort und die Bedeutung desselben im A. T. zu suchen. -Offenbarung Offb 73 16 16 28 Der Name Magedon erinnert an das Mageddo in der Septuag, die früher chanaanitische Königsstadt war, dann zu Manasse gehörte. [Joh 12,21, Ri 1,27] u. a. Megiddo war im A. T. durch zwei Schlachten berühmt. Die erste fiel in die Zeit der Richter [Ri 4,5] als Barak mit Debora an den Wassern Megiddos den Feldherrn Sissera besiegte, dessen König Israel zwanzig Jahre lang hart bedrückt hatte. Die besonders [Ri 5,19] beschriebene Niederlage der Könige ist mit Worten gefeiert, welche wie für diese Stelle geschrieben sind. Der Ort, wo die antichristlichen Könige sich sammeln, um gegen die Kirche zu kämpfen, wird ihnen zu einem Armagedon werden, da der Herr alsdann den Seinen erscheint. Der siebente Engel gießt seine Schale auf die Luft und es entstehen furchtbare Lufterscheinungen, welche, wie [Offb 11,9] den Eintritt des Endes ankündigen. Das hierdurch eingeleitete Erdbeben bildet die eigentliche Plage dieser Schale, da nur der sich anschließende große Hagel nicht durch dieses vermittelt wird. -Offenbarung Offb 73 16 17 Et septimus Angelus effudit phialam suam in arem, et exivit vox magna de templo a throno, dicens: Factum est. Und der siebente Engel goss seine Schale aus in die Luft, und eine laute Stimme ging aus dem Tempel vom Throne her aus, die sprach: Es ist geschehen!²⁹ -Offenbarung Offb 73 16 17 29 Die Stimme ist Gottes Stimme; wie der Befehl von ihm ausgegangen, V. 1, so kommt auch der Schlussruf von Gott. -Offenbarung Offb 73 16 18 Et facta sunt fulgura, et voces, et tonitrua, et terræmotus factus est magnus, qualis nunquam fuit ex quo homines fuerunt super terram: talis terræmotus, sic magnus. Da kamen Blitze, und Rufe, und Donner, und ein großes Erdbeben entstand, wie niemals eines gewesen, seitdem Menschen auf Erden waren, ein so gewaltiges Erdbeben. -Offenbarung Offb 73 16 19 Et facta est civitas magna in tres partes: et civitates gentium ceciderunt; et Babylon magna venit in memoriam ante Deum, dare illi calicem vini indignationis iræ ejus. Und die große Stadt zerfiel in drei Teile; und die Städte der Völker fielen;³⁰ und Babylon, des Großen, ward gedacht vor Gott,³¹ dass man ihm den Becher des Zornweines seines Grimmes³² reiche. -Offenbarung Offb 73 16 19 30 Die erste Wirkung ist, dass die große Stadt, so genannt im Gegensatze zu Jerusalem [Offb 11,13] in drei Teile zerfällt, und die Städte der Völker fallen. Es wird Babel der Lohn zu Teil. Aus dem Zusammenhange von [Offb 13] an, wie aus dem Kontexte [Offb 16] folgt unzweifelhaft, dass die große Stadt mit dem großen Babel [Offb 14,8] gleich ist. Sie wird in ähnlicher Weise, aber in viel höherem Maße als [Offb 11,13] die Stadt Jerusalem, durch die letzte Heimsuchung des zweiten Wehe betroffen, denn Babel wird zerstört. Dort aber wirkt die letzte Plage, welche vor dem Endgericht über Jerusalem ergeht, die Buße der übrigen, während bei der antichristlichen Weltstadt der Letztzeit und bei dem gesamten Reiche des Antichristen alle, auch die furchtbarsten Plagen, nichts wirken als beharrliche Gotteslästerung, also unbußfertige Verstockung. (V. 21) -Offenbarung Offb 73 16 19 31 Gott gedenkt in der heil. Schrift in doppelter Weise: Entweder um zu belohnen, vergl. [Apg 10,31], oder um zu strafen. Vergl. [Ps 103,14]. Hier ist das letztere gemeint. -Offenbarung Offb 73 16 19 32 Das gleiche Bild [Offb 10,10]. Dort war vom Zornweine Gottes und von dem Becher seines Grimmes die Rede, hier ist beides vereint, um zu zeigen, wie der ganze Zorn Gottes mit voller Gewalt geübt wird. -Offenbarung Offb 73 16 20 Et omnis insula fugit, et montes non sunt inventi. Und alle Inseln verschwanden, und Berge wurden nicht mehr gefunden.³³ -Offenbarung Offb 73 16 20 33 Wie V. 19 das Ende der Geschichte, so berichtet V. 20 das Ende der Natur. Was [Offb 6,14] mit dem sechsten Siegel begonnen, wird hier vollendet. So ist das Ende der feindlichen Macht beschrieben. Dass aber die Frommen aus dem allen unversehrt gerettet werden, hat bereits V. 15, V. 16 gesagt. -Offenbarung Offb 73 16 21 Et grando magna sicut talentum descendit de clo in homines: et blasphemaverunt Deum homines propter plagam grandinis: quoniam magna facta est vehementer. Und ein großer Hagel,³⁴ wie Zentnersteine fiel vom Himmel herab auf die Menschen; da lästerten die Menschen Gott wegen der Plage des Hagels, denn sie war überaus groß geworden. -Offenbarung Offb 73 16 21 34 Ähnlich war die ägyptische Plage [Ex 9,18] und die erste Posaune [Offb 6,14]. Doch findet sich hier eine Steigerung, insofern die Hagelstücke etwa 59 kg wiegen. Bei Eröffnung des sechsten Siegels entstand ein Erdbeben, durch das alle Berge und Inseln von ihrer Stelle verrückt wurden, hier verschwinden sie. Schließlich wird zum letzten Male bemerkt, dass die Menschen trotzdem fortfahren, Gott zu lästern, doch da ist das Ende da. Die Schalen zeigen, wie der [Offb 14,6-20] verkündete Verlauf des Weltendes gleichsam Schritt für Schritt, durch Zeichen und Wunder und durch das Eingreifen Gottes herbeigeführt wird. Was [Offb 10,6-7] und [Offb 11,15-19] vorausverkündet war, was [Offb 14,6-20] als im Vollzuge begriffen gezeigt, das wiederholen die Schalengesichte, ein Stück nach dem anderen. Gott die Ehre zu geben [Offb 14,6.7] fordert eine Schale nach der anderen die Menschen auf. Vergl. [Offb 16,6.11.21]. Der Fall Babels [Offb 14,8] findet sich [Offb 16,19] vollendet, das Verderben der dem Antichrist dienenden Menschen, das [Offb 14,9ff] proleptisch verkündet ist, wird [Offb 16,2.5-7.9.10-12] erzählt. Die Wiederkunft Christi [Offb 14,14] wird [Offb 16,15]; die Errettung der Frommen [Offb 14,15.16] in [Offb 16,15] geschildert, der Gerichtstag Gottes [Offb 14,17-20] kehrt [Offb 16,14.16] wieder. Doch in den Schalengesichten wird, was [Offb 14,16-20] nicht geschehen, gezeigt, wie Gott selbst alle diese Plagen herbeiführt. Wenn also auch die Gesichte [Offb 14,6-20] und die Schalengesichte die gleichen Ereignisse behandeln, stellen die Schalengesichte diese doch in anderer Abfolge dar, als es dort geschehen. So wird der Fall Babels an erster Stelle schon im zweiten Gesichte gebracht, an letzterer aber im siebenten nur als Beispiel für den Untergang der Völker angeführt. Die Schalengesichte haben nicht den Zweck, die Ereignisse der Endkatastrophe der Reihe nach aufzuzählen, sondern die dieselben begleitenden Zeichen und Wunder besonders hervorzuheben. -Offenbarung Offb 73 17 0 2. Gruppe der sieben Schalenengel Gesichte. (17,1 22,5): A. Die drei ersten Gesichte: Der Fall Babylons. (17,1 19.10) a. der Fall der großen Buhlerin. (Kap. 17) -Offenbarung Offb 73 17 1 Et venit unus de septem Angelis, qui habebant septem phialas, et locutus est mecum, dicens: Veni ostendam tibi damnationem meretricis magnæ, quæ sedet super aquas multas, Und¹ es kam einer von den sieben Engeln,² welche die sieben Schalen hatten, und redete mit mir, und sprach: Komm,³ ich will dir die Verurteilung der großen Buhlerin zeigen,⁴ die an den vielen Gewässern sitzt,⁵ -Offenbarung Offb 73 17 1 1 Die folgende Gruppe von Gesichten führt die Ereignisse der Endkatastrophe näher aus und ergänzt so die Gruppen [Offb 14,6-20] und [Offb 16,1-21]. Sechs Engel erscheinen [Offb 17,1, Offb 18,1, Offb 18,21, Offb 19,17, Offb 20,1, Offb 21,9] nacheinander. In der Mitte zwischen ihnen erscheint [Offb 19,11] als vierter der Heiland selbst, um dem Seher weiter darzulegen, was schon die Gesichte des [Offb 14] und [Offb 16] gezeigt. So entsteht abermals eine Siebenzahl von Abschnitten, in gleicher Weise, wie [Offb 14,6-20]. Um die Zusammengehörigkeit der Gesichte zu kennzeichnen, wird bei der ersten [Offb 17,11] und bei der letzten Vision [Offb 21,9] gesagt, dass Schalenengel die ausführenden Werkzeuge Gottes seien, mithin stehen wohl auch die zwischenliegenden Gesichte zu den Schalengesichten in Beziehung. Von [Offb 12] an sind als Feinde der Kirche Christi dargestellt: der Drache als der Urfeind, das Tier aus dem Meere, die antichristliche Weltmacht mit dem Antichrist an der Spitze, endlich das diesem dienende Tier aus der Erde, der falsche Prophet. Während aber die Schilderung der Feinde Christi von dem eigentlichen Urheber der Feindschaft zu den ihm dienstbaren sichtbaren Mächte fortschritt, nimmt die Schilderung des Endgerichtes über diese feindlichen Mächte den umgekehrten Gang: Untergang Babels, der Hauptstadt der antichristlichen Weltmacht und Siegesfeier im Himmel über ihren Fall (17,1 19,10); Endgericht über den Antichrist und den falschen Propheten nach der Ankunft des Herrn [Offb 19,11-21], vorläufiges Gericht über Satan und Fesselung auf tausend Jahre und endgültige Verdammung. [Offb 20,1-10] -Offenbarung Offb 73 17 1 2 Es wird nicht gesagt, welcher. -Offenbarung Offb 73 17 1 3 Richte deine Aufmerksamkeit hierher. -Offenbarung Offb 73 17 1 4 Die Erfüllung des Versprechens folgt erst [Offb 18,1ff], ja der Abschluss erst [Offb 18,21]. Zunächst zeigt der Engel die Buhlerin selbst in ihrer antichristlichen Gestalt. Ihr Name entspricht dem [Offb 14,8] von ihr Gesagten, von welcher Stelle, wie von [Offb 16,19] hier die weitere Ausführung geboten wird. -Offenbarung Offb 73 17 1 5 Groß heißt sie, weil sie nicht allein in Buhlerei groß, sondern auch durch dieselbe groß und mächtig geworden ist. An den vielen Wassern. Der Ausdruck ist aus [Jer 51,13] entlehnt. Er sah sie so, wie V. 15 zeigt. Hier ist das Wort sinnbildlich zu nehmen, um sie als Mittelpunkt der Völker und des Weltverkehrs zu bezeichnen. -Offenbarung Offb 73 17 2 Cum qua fornicati sunt reges terræ, et inebriati sunt qui inhabitant terram de vino prostitutionis ejus. mit welcher die Könige der Erde Unzucht getrieben, und die Bewohner der Erde wurden vom Weine ihrer Unzucht berauscht.⁶ -Offenbarung Offb 73 17 2 6 Babel reichte der ganzen Welt den Trank der Betörung, dass sie sich ihm bezaubert hingab, aber wer ihn trank, trank Gottes Zorn, der vor Elend von Sinnen bringt. Vergl. [Offb 14,8]. Die Könige sind die Könige der Zeit, in welcher das große Babel die ganze Erde beherrscht. -Offenbarung Offb 73 17 3 Et abstulit me in spiritu in desertum. Et vidi mulierem sedentem super bestiam coccineam, plenam nominibus blasphemiæ, habentem capita septem, et cornua decem. Und er führte mich im Geiste fort in eine Wüste.⁷ Da sah ich ein Weib sitzen auf einem scharlachroten Tiere, welches voll war von Lästernamen und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.⁸ -Offenbarung Offb 73 17 3 7 Diese Wüste soll dem heil. Seher das bevorstehende Gericht (vergl. V. 16) in einem Charakterbilde vor Augen stellen, ehe er es [Offb 18,2ff] ausdrücklicher schaut. Dies Bild steht im Gegensatze zu dem Bilde [Offb 1]. -Offenbarung Offb 73 17 3 8 Diese Beschreibung passt nur auf das Tier [Offb 13,1], doch wird das Tier hier rot genannt. Karmesin ist die Farbe der Herrschaft, vergl. [Offb 18,16], weshalb auch das Weib, zu dem es in Beziehung steht, V. 4 so gekleidet ist. Dass die Kronen nicht genannt werden, findet aus V. 12 seine Erklärung, da dort die Könige ausdrücklich genannt werden. Wenn es hier heißt, dass das Tier voller Lästernamen war, so geschieht dies, weil die sichtbarsten und erhabensten Teile, die Köpfe, solche trugen. ([Offb 13,1] auf welche Stelle im Griechischen der Artikel vor Namen zurückweist). Sollte es aber auch am ganzen Leibe jetzt Lästernamen tragen, so ist nur sein Wesen noch mehr ausgeprägt. Dass das Weib auf dem Tiere saß, bedeutet, dass die Hauptstadt, das Reich, dem Antichrist seine ganze Richtung gibt, und andererseits von ihm getragen wird, auf seine physische Kraft und macht sich stützt. Die Völker sind dem Antichrist unterworfen, deshalb sitzt das Weib hier auf ihm, die V. 1 auf den Wassern saß. Hier wird zum ersten Male die antichristliche Weltmacht und die Weltstadt unterschieden. Die große Buhlerin ist in der Vision wohl eine wirkliche Stadt, die zuletzt die Hauptstadt des antichristlichen Weltreichs, vom Antichrist selbst zerstört wird. Im Gegenbilde ist das, was zur Zeit des heil. Johannes typisch Babylon (Rom) war, ein neues Babylon, Welthauptstadt des antichristlichen Weltreichs, die ebenso das vollendete Gegenbild von Rom sein wird, wie (in der einen Deutung) der Antichrist das von Nero. -Offenbarung Offb 73 17 4 Et mulier erat circumdata purpura, et coccino, et inaurata auro, et lapide pretioso, et margaritis, habens poculum aureum in manu sua, plenum abominatione, et immunditia fornicationis ejus: Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach, bedeckt mit Gold, Edelsteinen und Perlen, und hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Greueln und von der Unreinigkeit ihrer Unzucht.⁹ -Offenbarung Offb 73 17 4 9 Zu der Schilderung des Weibes vergl. [Ez 28,13, Jes 47,1.2.8]. Das Weib bildet mit dem Golde, den Edelsteinen, ihrer Erdenherrlichkeit den stärksten Gegensatz zu dem [Offb 12,1] geschilderten Weibe, das den Schmuck des Himmels trägt. In dem goldenen Becher, golden wie ihr Schmuck, trägt sie die Greuel ihrer Unsittlichkeit, durch welche sie die Völker verführt hat zur Abwendung von Gott und Christus. -Offenbarung Offb 73 17 5 Et in fronte ejus nomen scriptum: Mysterium: Babylon magna, mater fornicationum, et abominationum terræ. Auf ihrer Stirne war ein Name geschrieben: Geheimnis!¹⁰ Babylon, das große, die Mutter aller Unzucht und Greuel auf Erden.¹¹ -Offenbarung Offb 73 17 5 10 Der Name ist ein geheimnisvoller. Mysterium heißt sonst im N. T. nur ein Geheimnis, dessen Offenbarung von Gott ausgehen muss, so besonders alles, was auf die Erlösung Bezug hat. In Babel vereinigen sich die Kräfte der bösen Welt und ihre tiefsten Absichten zur Vereitlung des göttlichen Heilswillens. So braucht schon [Sach 2,11, Sach 5,11] den Namen Babel, so Petrus [1Petr 5,13] denselben für die Stadt Rom. Auf diese Deutung des Namens weist der gewählte Ausdruck bereits hin. -Offenbarung Offb 73 17 5 11 Es ist gleichsam die Mutter der anderen großen Städte im Bösen geworden, indem sie jenen ihren Unzuchts- und Greuelbecher bot und sie so sich ähnlich machte. -Offenbarung Offb 73 17 6 Et vidi mulierem ebriam de sanguine sanctorum, et de sanguine martyrum Jesu. Et miratus sum cum vidissem illam admiratione magna. Und ich sah das Weib trunken vom Blute der Heiligen und vom Blute der Zeugen Jesu.¹² Und ich verwunderte mich überaus, als ich dieselbe sah.¹³ -Offenbarung Offb 73 17 6 12 Sie ist trunken, nicht von dem Weine, den sie anderen bietet, sondern von dem Blute der Heiligen, das sie mit Lust vergossen hat und nach dem sie noch dürstet. Die Zeugen sind im Wesen von den Heiligen nicht verschieden, doch hebt der erste Name hervor, wie gerade das Zeugnis von Jesus, das sie dem Buhlwesen der Stadt gegenüber abgelegt haben, die Ursache ihres Todes ist. Vergl. [Offb 11,3.8]. -Offenbarung Offb 73 17 6 13 Der Apostel sieht hier statt der Weltmacht das Weib und von ihr getrennt und in eigentümlichem Verhältnisse zu ihr die Weltstadt. -Offenbarung Offb 73 17 7 Et dixit mihi Angelus: Quare miraris? Ego dicam tibi sacramentum mulieris, et bestiæ, quæ portat eam, quæ habet capita septem, et cornua decem. Da sprach der Engel zu mir: Warum verwunderst du dich?¹⁴ Ich will dir das Geheimnis¹⁵ des Weibes sagen, und des Tieres, welches sie trägt, das die sieben Häupter und die zehn Hörner hat.¹⁶ -Offenbarung Offb 73 17 7 14 Es ist nicht notwendig, denn ich will dir sagen usw. Die Frage soll auf eine beabsichtigte Beantwortung hindeuten, wie die Frage des Ältesten [Offb 7,13]. -Offenbarung Offb 73 17 7 15 Das Geheimnis, welche Bedeutung Weib und Tier und die Zusammengehörigkeit beider hat. -Offenbarung Offb 73 17 7 16 Das Tier, welches Johannes V. 3 gesehen, welches er bereits [Offb 13,1] geschaut. Die zweite Hälfte des Verses weist klar auf [Offb 13,3.4.8] zurück; also wird der Gegenstand der Verwunderung derselbe sein. Dort heißt es, dass eines der Häupter des Tieres wie geschlachtet war und seine Todeswunde heil ward. Johannes sah die Weltmacht, wie sie zuletzt war, wenn sie auch ihre früheren Gestalten in sich fasste, und zwar im engsten Verhältnis der Gemeinschaft mit der Weltstadt. (V. 3) -Offenbarung Offb 73 17 8 Bestia, quam vidisti, fuit, et non est, et ascensura est de abysso, et in interitum ibit: et mirabuntur inhabitantes terram (quorum non sunt scripta nomina in libro vitæ a constitutione mundi) videntes bestiam, quæ erat, et non est. Das Tier, welches du gesehen hast, war, und ist nicht, und es wird heraufsteigen¹⁷ aus dem Abgrund und in's Verderben hinfahren; und es werden sich die Bewohner der Erde verwundern¹⁸ (deren Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens von Grundlegung der Welt an), wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist. -Offenbarung Offb 73 17 8 17 Der Apostel kennzeichnet die Zeitläufe, deren letzte bis in die Gegenwart reicht, aber in der nächsten Zukunft in die dritte übergeht. [Offb 11,7] wird das Entsteigen aus dem Abgrunde des satanischen Reiches geschildert, vergl. [Offb 13,3], in demselben Sinne wird hier die gleiche Tatsache erwähnt. Doch wird an dieser Stelle das Endschicksal des Tieres beigefügt: durch den Sieg Christi und sein Gericht fällt es dem ewigen Verderbern anheim. Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft sind vom Standpunkte des geschichtlichen Auftretens der Weltmacht aus zu verstehen. -Offenbarung Offb 73 17 8 18 Sie werden es bewundern. -Offenbarung Offb 73 17 9 Et hic est sensus, qui habet sapientiam. Septem capita: septem montes sunt, super quos mulier sedet, et reges septem sunt. Hier zeigt sich der Verstand, der Weisheit hat:¹⁹ Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige.²⁰ -Offenbarung Offb 73 17 9 19 Diese Worte gehören zu V. 8, wie die ähnlichen Worte [Offb 13,9] und [Offb 14,12] zum Vorhergehenden gehören. (Anders [Offb 13,18].) Nur der gotterleuchtete Verstand versteht dieses Symbol des Tieres. Das Sitzen des Weibes auf den Bergen erinnert an sein Sitzen auf den Wassern und auf dem Tiere V. 1, V. 3; so wird also hier der gleiche Gedanke ausgesprochen sein, wie an jenen Stellen, mithin sind keine eigentlichen Berge hier zu verstehen. -Offenbarung Offb 73 17 9 20 Die sieben Häupter sind sieben Könige, d. i., da dieser Ausdruck aus [Dan 2,44, Dan 7,24, Dan 8,20.21] genommen ist; Herrschaften, welche mit den Königen eines gedacht werden, und zwar nicht gleichzeitige, sondern aufeinander folgende, wie V. 10 bestätigt. Also in sieben aufeinander folgenden Weltreichen entwickelt sich die antichristliche Weltmacht des Endes. Nun findet sich in der heil. Schrift für Reiche häufig auch das Bild des Berges, und zwar nicht allein für das Gottesreich, sondern auch für die diesem entgegenstehende Weltmächte. Vergl. [Jer 51,25, Sach 4,7, Sach 6,1-8]. Die sieben Weltreiche verhalten sich also zu der Stadt V. 1, V. 3, V. 7, V. 15 so, dass sie deren Grundlage bilden. Demnach sind die sieben Häupter des Tieres das gleiche wie die sieben Berge, sieben Weltreiche. Wie die Weltmacht des Endes alle in sich alle reproduziert und vereinigt [Offb 13,1], so wird auch die Weltstadt des Endreiches auf den vorangehenden Gestaltungen Babylons, Roms usw., sich so erheben, dass es dieselben gleichsam in sich fasst. Die Weltstadt hat also als Grundlage ihrer Existenz und Macht einmal die Völker der Erde: V. 1, V. 15, dann das Weltreich, das zwar nur durch ihre Hilfe werden kann, das aber sie wiederum schafft und hebt, V. 3, V. 7, endlich die geschichtlich vorausgegangenen Weltreiche mit ihren Weltstädten. V. 9 -Offenbarung Offb 73 17 10 Quinque ceciderunt, unus est, et alius nondum venit: et cum venerit, oportet illum breve tempus manere. Fünf sind gefallen, der eine ist, und der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, so soll er nur kurze Zeit bleiben.²¹ -Offenbarung Offb 73 17 10 21 Da hier nicht, wie V. 8 von dem Tiere, sondern von seinen sieben Hörnern, nicht von einer Weltmacht, sondern von der ganzen durch die Weltgeschichte gehenden Reihe von Weltmächten die Rede ist, ist der Standpunkt die Gegenwart des Sehers. Da das sechste Reich als bestehend angeführt wird, ist die Zahl sieben nicht nur symbolisch, sondern auch in eigentlichem Sinne zu nehmen. Hiernach ist das sechste das zur Zeit des heil. Johannes bestehende Römerreich, die anderen vorhergehenden also Macedonien, Medopersien und Babylonien. Das erste und zweite ist nicht mit Sicherheit anzugeben, doch dürften es wohl Ägypten und Assyrien sein. Bleiben ist bestehen. Nach göttlichem Ratschlusse wird das Zehnkönigtum kommen, aber nach demselben Ratschlusse, sobald der Antichrist in ihm erstanden, nur kurze Zeit bestehen. Vergl. [Offb 12,12, Offb 13,5]. -Offenbarung Offb 73 17 11 Et bestia, quæ erat, et non est: et ipsa octava est: et de septem est, et in interitum vadit. Und das Tier, welches war und nicht ist, es ist selbst der Achte, und doch einer von den sieben, und geht hin in's Verderben.²² -Offenbarung Offb 73 17 11 22 Da die sieben Häupter die Reihe aller Weltmächte von der ersten bis zur letzten darstellen sollen, ist das letzte Haupt das antichristliche Reich selbst, und folglich bedeutet das siebente Haupt wie das Tier selbst das Reich des Antichrist. Die Bezeichnung des Tieres ist wie in V. 8: das Tier hat, wenn es erscheint, eine Vergangenheit hinter sich, in der es aber zuletzt nicht war. V. 10 ist von den Häuptern die Rede, die nicht sind, V. 11 vom Tiere, das ist. Das in V. 8 stehende: wird heraufsteigen aus dem Abgrund ist hier ersetzt durch: es ist einer von den sieben. Wie jener Ausdruck, so bedeutet dieser die Herkunft. Da nun freilich inzwischen von den sieben Häuptern, vergl. [Offb 9, Offb 10], die Rede war, so wird der Ursprung mit Beziehung auf diese angegeben. V. 8 gibt es die dämonische, V. 11 die geschichtliche Herkunft des Tieres. Es ist von den sieben: Nämlich den sieben Häuptern. Nach dem Griech. ist hier von dem Herrscher die Rede, also wird er mit seinem Reiche aus jenen geschichtlich hervorgehen, alle sieben in sich fassen. Das antichristliche Reich, soweit es auf dem Antichrist beruht, hat noch einen anderen Seinsgrund in der Persönlichkeit des Antichrist, ist noch etwas anderes als jene sieben aufeinander folgenden Weltreiche, ist so nicht ganz zu ihnen zu zählen, geht nicht völlig in ihnen auf, obwohl es sie alle in sich fasst. Kurz: die antichristliche Weltmacht kann man, sofern sie aus dem Zehnkönigtum hervorgeht und dadurch mit dem früheren Reiche geschichtlich verbunden ist, in die Reihe der sieben Häupter stellen, aber zugleich, wenn der Antichrist daraus hervorgeht, als besondere Macht unter dem Bilde des Tieres darstellen. Auf allen diesen Weltmächten, einschließlich dem antichristlichen, ruht die Weltstadt des Engels. -Offenbarung Offb 73 17 12 Et decem cornua, quæ vidisti, decem reges sunt: qui regnum nondum acceperunt, sed potestatem tamquam reges una hora accipient post bestiam. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige,²³ welche noch²⁴ kein Königtum empfangen haben, aber sie werden Macht als Könige empfangen auf eine einzige Stunde unter dem Tiere.²⁵ -Offenbarung Offb 73 17 12 23 Nach [Offb 13,1, Offb 17,3] sind die Hörner das Zehnkönigtum, welches nach Daniel das römische Reich auflöst und zuletzt den Antichrist und sein Reich, das Tier hervorbringt. Die Zahl zehn ist nicht eigentlich, sondern schematisch zu nehmen. Die zehn Hörner bezeichnen die Vielheit der Königtümer, der Staatensysteme der Letztzeit. So kommt dies antichristliche Endreich also dreimal zur Darstellung: Als siebentes Haupt, sofern es unter den geschichtlichen Entwicklungen der Weltmacht die letzte ist; sodann als die zehn Hörner, sofern es die Weltgestalt des Zehnkönigtums ist; endlich als das ganze Tier selbst, insofern es die alle Phasen der Weltmacht bis auf das Zehnkönigtum in sich zusammenfassende vollendete Weltmacht des Endes ist. Das Befinden aller zehn auf sieben Häuptern bedeutet ihre Gleichzeitigkeit. -Offenbarung Offb 73 17 12 24 Das noch weist auf eine zweifache Zeit hin: eine Zeit, in welcher sie noch keine Herrschaft empfangen haben, und eine Zeit, in der sie mit dem Tiere Macht wie Könige empfangen, mit anderen Worten auf eine Zeit, wo sie noch nicht Könige sind, und eine Zeit, wo sie bereits sind. -Offenbarung Offb 73 17 12 25 Die Kronen, welche die Hörner früher trugen [Offb 13,1] fehlen hier. Die zehn Könige werden keine selbständigen Reiche sein, sondern unter dem Antichristen stehen. Dasselbe besagt die Übersetzung der Vulgata. Griech.: Mit dem Tiere, dies weist auf den Zweck des Staatenbundes, aber zeigt zugleich auf sein Ende. -Offenbarung Offb 73 17 13 Hi unum consilium habent, et virtutem, et potestatem suam bestiæ tradent. Diese haben einerlei Sinn und werden ihre Kraft und Macht dem Tiere geben.²⁶ -Offenbarung Offb 73 17 13 26 Die Gemeinschaft mit dem Antichrist (nach dem Griech.) wird weiter ausgeführt. Die Zeit ist also die einzige Stunde. (V. 12) Was [Offb 13,3.4] von den Menschen gesagt ist, dass sie den Antichrist bewundernd sich ihm unterwerfen, wird hier speziell von den derzeitigen Reichen der Erde gesagt. -Offenbarung Offb 73 17 14 Hi cum Agno pugnabunt, et Agnus vincet illos: quoniam Dominus dominorum est, et Rex regum, et qui cum illo sunt, vocati, electi, et fideles. Sie²⁷ werden mit dem Lamme kämpfen, aber das Lamm wird sie überwinden;²⁸ denn es ist der Herr der Herren und der König der Könige, und die mit ihm sind, sind die Berufenen, Auserwählten und Getreuen.²⁹ -Offenbarung Offb 73 17 14 27 Das Tier und die Könige. -Offenbarung Offb 73 17 14 28 Der Ausdruck ist aus [Dan 7,24] entlehnt und bezieht sich wohl auf den Ausgang, wie er [Offb 14,20, Offb 16,16] angekündigt und [Offb 19,17ff] beschrieben wird. Darum heißt es nicht, wie [Offb 11,7] und [Offb 13,7], dass der Antichrist die Heiligen besiegen wird, sondern umgekehrt, dass das Lamm siegen wird und die heiligen mit ihm, und wird als Grund angegeben, dass das Lamm der Herr der Herren und der König der Könige ist. Vergl. [Dan 7,14, Ps 88,28]. -Offenbarung Offb 73 17 14 29 Die dreifache Bezeichnung: vom Herrn Berufene und Auserwählte [Offb 14,1] die ihrerseits die Treue bewahrt haben, vergl. [Offb 2,20], hebt die Bedingung des Sieges hervor, dieselbe bekräftigend. -Offenbarung Offb 73 17 15 Et dixit mihi: Aquæ, quas vidisti ubi meretrix sedet, populi sunt, et gentes, et linguæ. Und er sprach zu mir: Die Gewässer, die du gesehen hast, wo die Buhlerin sitzt, sind Völker und Nationen und Zungen.³⁰ -Offenbarung Offb 73 17 15 30 Nachdem der Engel durch die Erklärung der zehn Hörner und ihres Verhältnisses zum Tiere an das Ende, mit welchem das Gericht über das Tier hereinbricht, nahe herangeführt hat, kehrt er jetzt wieder zu der Zeit zurück, wo Babels Fall bevorsteht und gibt die Deutung des Weibes und eine Beschreibung des Gerichtes über dasselbe, wie es V. 1 versprochen. Der Engel erinnert an die Wasser, damit der Seher verstehe, welche Bedeutung dem Gerichte über die Buhlerin zukommt. Die dereinstige Weltstadt wird den Mittelpunkt aller Völker bilden. -Offenbarung Offb 73 17 16 Et decem cornua, quæ vidisti in bestia: hi odient fornicariam, et desolatam facient illam, et nudam, et carnes ejus manducabunt, et ipsam igni concremabunt. Und die zehn Hörner, die du an dem Tiere gesehen hast, diese werden die Buhlerin hassen, und werden sie verödet machen und entblößet, und ihr Fleisch verzehren, und sie mit Feuer verbrennen.³¹ -Offenbarung Offb 73 17 16 31 Die antichristliche Weltmacht, welche bis dahin die gottlose Weltstadt trug, wird diese zuletzt hassen, und dieser Hass wird so groß sein, dass jene sich nicht mit der Demütigung ihrer bisherigen Metropole begnügt, sondern diese gänzlich zerstört. Der Grund dieser Feindschaft wird nicht angegeben. Der mächtige Einfluss der weltbeherrschenden Stadt ist wohl dem Antichristen lästig, er will der Alleinherrscher sein. Weltmächte gehen durch innere Zerfleischung zu Grunde. [Ez 38,21, Sach 14,13] Verlassen und einsam (V. 3) ist die Weltstadt wüst, ihrer Pracht beraubt, ja, die sonst so üppige Buhlerin wird ihres Fleisches beraubt (ihrer Einwohner) und endlich vernichtet der Brand sie ganz. -Offenbarung Offb 73 17 17 Deus enim dedit in corda eorum ut faciant quod placitum est illi: ut dent regnum suum bestiæ donec consummentur verba Dei. Denn Gott hat es ihnen in's Herz gegeben, zu tun, was ihm³² wohlgefällig ist, ihr Reich dem Tiere zu geben, bis die Worte Gottes³³ vollendet sind. -Offenbarung Offb 73 17 17 32 Dem Tiere, dem Antichrist. Nun hat dieser die Alleinherrschaft und wendet sich gegen die Kirche Gottes, vergl. [Offb 16,13-16], doch Babels Fall zieht auch seinen Sturz herbei. -Offenbarung Offb 73 17 17 33 Wesentlich dasselbe, was [Offb 10,7] das Geheimnis Gottes, die Aussprüche und Weissagungen Gottes über sein Reich und die Welt. -Offenbarung Offb 73 17 18 Et mulier, quam vidisti, est civitas magna, quæ habet regnum super reges terræ. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, welche die Herrschaft hat über die Könige der Erde.³⁴ -Offenbarung Offb 73 17 18 34 Zum Schlusse fasst der Engel noch einmal alles zusammen. Wie die Stadt V. 15 als Mittelpunkt des Völkerverkehrs, so wird sie hier als Beherrscherin und Königin der Erde bezeichnet. Wie diese Stadt heißen wird, wissen wir nicht, denn die Worte welche die Herrschaft hat enthalten eine Tatsache ohne Angabe der Zeit, wie [Offb 3,12]: die herabsteigt, [Offb 11,7]: das heraufsteigt, [Offb 17,1]: welche die Schalen hatten. -Offenbarung Offb 73 18 0 b. Ein anderer Engel steigt vom Himmel herab und verkündet (proleptisch), dass Babylon schon gefallen ist (V. 3), während zugleich eine Stimme vom Himmel die Auserwählten mahnt, die Stadt zu verlassen (V. 8) und die Trauerklage beschreibt, welche die verschiedenen Klassen der Menschen über deren Untergang erheben werden. (V. 20) c. Der dritte Engel verkündet, dass der Untergang Babylons ein ewiger sein werde. -Offenbarung Offb 73 18 1 Et post hæc vidi alium Angelum descendentem de clo, habentem potestatem magnam: et terra illuminata est a gloria ejus. Nach diesem¹ sah ich einen anderen Engel² vom Himmel herabsteigen, der hatte große Gewalt; und die Erde ward von seiner Herrlichkeit erleuchtet.³ -Offenbarung Offb 73 18 1 1 Der Engel hat versprochen, dem heil. Johannes das Gericht über die Weltstadt zu zeigen. Dies geschieht in den beiden folgenden Abschnitten [Offb 18,1-20] und 18,21 19,10 in verschiedenen das Gericht vorbereitenden [Offb 18,4-8], begleitenden [Offb 18,9-20] und ihm nachfolgenden Akten. [Offb 19,1-10] Das mittlere Teil also, der die Schnelligkeit und Völligkeit des Unterganges beschreibt, enthält zugleich das Geschehen desselben. Von dem Falle Babels handeln also insgesamt 17,1 19,10. -Offenbarung Offb 73 18 1 2 Der andere Engel wird dem Engel [Offb 17,1] gegenübergestellt. -Offenbarung Offb 73 18 1 3 Der Wichtigkeit der Tatsache gemäß, welche ja auch aus der weiten Ausdehnung der Erzählung vom Falle Babels erhellt, erscheint der Engel mit großer Gewalt ausgerüstet und in hellem Lichtglanze: Mit dem Gerichte über Babel bricht das Licht Christi über die Erde an. -Offenbarung Offb 73 18 2 Et exclamavit in fortitudine dicens: Cecidit, cecidit Babylon magna: et facta est habitatio dæmoniorum, et custodia omnis spiritus immundi, et custodia omnis volucris immundæ, et odibilis: Und er rief mit starker Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, das Große!⁴ und es ist eine Wohnung der bösen Geister geworden, ein Gefängnis aller unreinen Geister, ein Gewahrsam alles unreinen und verhassten Gevögels;⁵ -Offenbarung Offb 73 18 2 4 Proleptisch, wie V. 4 zeigt. -Offenbarung Offb 73 18 2 5 Das Gleiche wurde einst von den Propheten über Edom [Jes 34,13-15] und über das alte Babel [Jes 13,21.22, Jer 50,39] ausgerufen. Wie dem Vorbilde, so wird es dem Nachbilde ergehen. -Offenbarung Offb 73 18 3 Quia de vino iræ fornicationis ejus biberunt omnes gentes: et reges terræ cum illa fornicati sunt: et mercatores terræ de virtute deliciarum ejus divites facti sunt. denn vom Zornwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind reich geworden durch ihre gewaltige Üppigkeit. -Offenbarung Offb 73 18 4 Et audivi aliam vocem de clo, dicentem: Exite de illa populus meus: ut ne participes sitis delictorum ejus, et de plagis ejus non accipiatis. Und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel sagen:⁶ Ziehet aus von ihr, mein Volk! auf dass ihr nicht mit ihren Sünden Gemeinschaft habet, und dass ihr von ihren Plagen nicht empfanget; -Offenbarung Offb 73 18 4 6 Diese andere Stimme erhebt sich infolge der Ankündigung V. 1 3, es ist die Stimme eines Engels, der im Namen Gottes spricht. Vergl. [Offb 11,3]. Wie einst an Lot die Aufforderung erging, das dem Untergange geweihte Sodoma zu verlassen [Gen 19,15], und wie der Herr [Jer 51,6] zu Israel sprach: Fliehet aus Babylon, denn die Zeit der Rache ist da vor dem Herrn, so ergeht auch hier der Ruf des Engels an das Volk Gottes, an die wahrhaft Gläubigen, auszuziehen aus Babel, damit sie nicht teilnehmen, wie an der Schuld, so an den Strafen ihrer Sünden. Das Sündenleben ist gleichsam etwas der Stadt Gemeinsames, darum sollen die Gläubigen aufhören, ein Teil derselben zu sein, ehe die Strafe kommt. Also werden zur Endzeit noch Christen in der Stadt leben. -Offenbarung Offb 73 18 5 Quoniam pervenerunt peccata ejus usque ad clum, et recordatus est Dominus iniquitatum ejus. denn ihre Sünden haben sich bis an den Himmel gehäuft,⁷ und Gott hat ihrer Freveltaten gedacht. -Offenbarung Offb 73 18 5 7 Wörtlich griech.: Bis an den Himmel gehängt, befestigt, sind ihre Sünden. -Offenbarung Offb 73 18 6 Reddite illi sicut et ipsa reddidit vobis: et duplicate duplicia secundum opera ejus: in poculo, quo miscuit, miscete illi duplum. Gebet ihr zurück, wie sie euch gegeben,⁸ und gebet ihr doppelt nach ihren Taten; in den Becher, den sie euch eingeschenkt hat, schenket ihr doppelt ein! -Offenbarung Offb 73 18 6 8 Die Aufforderung ist an den Antichrist und an die zehn Könige gerichtet, denen Gott nach [Offb 17,16ff] in's Herz gegeben hat, die Buhlerin zu hassen und zu strafen. Trotz ihrer Gottwidrigkeit müssen jene als Werkzeuge Gottes handeln. Sie sollen an der gottlosen Stadt die strengste Vergeltung für deren sündhaftes Treiben und für ihre Verführung vollziehen; was Babel anderen Übles getan, sollen sie ihm zweifach vergelten. Die Selbstverherrlichung der Stadt soll in Trauer, die Üppigkeit in Qual verwandelt werden. -Offenbarung Offb 73 18 7 Quantum glorificavit se, et in deliciis fuit, tantum date illi tormentum et luctum: quia in corde suo dicit: Sedeo regina: et vidua non sum: et luctum non videbo. Soviel sie sich verherrlicht und geschwelgt hat, so viel gebet ihr Qual und Leid. Denn sie spricht in ihrem Herzen:⁹ Ich throne als Königin, und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen.¹⁰ -Offenbarung Offb 73 18 7 9 Vergl. [Offb 17,1.15] und [Jes 47,8]. -Offenbarung Offb 73 18 7 10 Sie rühmt sich ihrer Weltherrschaft. Witwe: Ihr Gemahl ist das Tier, von dem sie bisher getragen ward, und ihre Buhlen sind die Könige der Erde. Vergl. [Offb 17,2]. Sie zweifelt nicht, dass dies ihr Buhlleben fortdauern werde. Sie lebt ferner in vermessener Sicherheit, dass sie nie Totenklage um ihre Kinder (die Einwohner) erfahren werde. -Offenbarung Offb 73 18 8 Ideo in una die venient plagæ ejus, mors, et luctus, et fames, et igne comburetur: quia fortis est Deus, qui judicabit illam. Darum¹¹ werden ihre Plagen an einem Tage kommen, Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden; denn stark ist Gott, der sie richten wird.¹² -Offenbarung Offb 73 18 8 11 Weil ihr Herz so hochmütig spricht. -Offenbarung Offb 73 18 8 12 Wenn sie auch die starke Stadt heißt [Offb 18,10], ist Gott doch noch stärker, und er hat ihr Urteil gesprochen. An einem Tage: und zwar plötzlich. Vergl. [Jes 47,9]. Vier Plagen werden erwähnt: Tod (Tötung durch das Schwert), Trauer (Klagegeschrei über den Tod der Einwohner), Hungersnot (im Gegensatze zu ihrer früheren Üppigkeit), Feuersbrunst (die sie in einen Schutthaufen verwandelt). Richten wird: Griech. der sie gerichtet hat, der soeben die Vollstreckung des Urteils angeordnet hat. -Offenbarung Offb 73 18 9 Et flebunt, et plangent se super illam reges terræ, qui cum illa fornicati sunt, et in deliciis vixerunt, cum viderint fumum incendii ejus: Und es werden über sie weinen und wehklagen die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht getrieben und in Üppigkeit gelebt haben, wenn sie den Rauch ihres Brandes sehen werden. -Offenbarung Offb 73 18 10 Longe stantes propter timorem tormentorum ejus, dicentes: Væ, væ civitas illa magna Babylon, civitas illa fortis: quoniam una hora venit judicium tuum. Von ferne werden sie stehen, aus Furcht vor ihrer Qual, und sprechen: Wehe!¹³ Wehe! du große Stadt Babylon, du gewaltige Stadt, dass in einer Stunde dein Gericht gekommen ist!¹⁴ -Offenbarung Offb 73 18 10 13 Nun tritt die Vollstreckung bis zur Inbrandsetzung wohl ein, wie die folgenden Verse 9 19 zeigen. Die Klage ist der über Tyrus [Ez 27] nachgebildet. Alle Klassen, die bei dem Untergange Babels beteiligt sind, erheben ihre Stimme: Sie stehen von ferne, rufen Wehe und bedauern den Untergang der Stadt. Während in V. 4 8 die Form der Anrede gebraucht ist, folgt nun Schilderung, die V. 14 durch Anrede unterbrochen, V. 20 wieder ganz in diese übergeht. Zuerst werden V. 9, V. 10 die Könige der Erde mit dem Antichristen der Weltstadt gegenüberstehend geschildert. -Offenbarung Offb 73 18 10 14 Da die Könige sehen, wie plötzlich das Gericht über die einst so große und mächtige Stadt hereingebrochen ist, erinnern sie sich an alles, was jene ihnen geboten und trauern aus Eigennutz. Der Brand hält sie fern, so lassen sie aus der Ferne ihren Weheruf erschallen. Die Dauer der Stadt, die V. 8 noch als ein Tag bezeichnet ist, ist hier und V. 17, V. 19 schon nur eine Stunde. Die Plötzlichkeit des Unheils lässt jene Könige ein Gericht ahnen und sie fürchten für sich. -Offenbarung Offb 73 18 11 Et negotiatores terræ flebunt, et lugebunt super illam: quoniam merces eorum nemo emet amplius: Und die Handelsleute der Erde werden weinen und wehklagen über sie; denn ihre Waren wird niemand mehr kaufen,¹⁵ -Offenbarung Offb 73 18 11 15 Nicht um die Menschen, nur um ihre Verluste klagen die Kaufleute. -Offenbarung Offb 73 18 12 Merces auri, et argenti, et lapidis pretiosi, et margaritæ, et byssi, et purpuræ, et serici, et cocci, et omne lignum thyinum, et omnia vasa eboris, et omnia vasa de lapide pretioso, et æramento, et ferro, et marmore, Waren von Gold, Silber, Edelstein und Perlen, feiner Leinwand und Purpur, Seide, Scharlach, allerlei kostbares Holz, Geräte von Elfenbein, und allerlei Gefäße von kostbarem Stein, Erz, Eisen und Marmor, -Offenbarung Offb 73 18 13 Et cinnamomum, et odoramentorum, et unguenti, et thuris, et vini, et olei, et similæ, et tritici, et jumentorum, et ovium, et equorum, et rhedarum, et mancipiorum, et animarum hominum. auch Zimmet, Räucherwerk, Salben, Weihrauch, Wein, Öl, Weißmehl, Weizen, Lastvieh, Schafe, Rosse und Wagen, Sklaven und Menschenseelen. -Offenbarung Offb 73 18 14 Et poma desiderii animæ tuæ discesserunt a te, et omnia pinguia, et præclara perierunt a te, et amplius illa jam non invenient. Und das Obst, das deines Herzens Lust war, ist von dir gewichen, und alles Leckere und Köstliche ist dir verloren, und nimmer wird man es hinfort mehr finden. -Offenbarung Offb 73 18 15 Mercatores horum, qui divites facti sunt, ab ea longe stabunt propter timorem tormentorum ejus, flentes, ac lugentes, Die Verkäufer dieser Waren,¹⁶ die reich geworden sind, werden fern von ihr stehen, aus Furcht vor ihren Peinen, weinend und wehklagend, -Offenbarung Offb 73 18 15 16 Babel war Mittelpunkt des Luxus. Sieben Klassen von Waren werden aufgezählt: Schmuckgegenstände, Gegenstände zur Ausschmückung der Möbel, Gewürze und Rauchwerk, Delikatessen, üppige Lebensmittel, äußerer Prunk, Diener und Sklaven. Durch den Übergang in die Anrede, welche in prophetischen Reden nicht selten ist (und auch unten V. 23, V. 24 wiederkehrt), war die Schilderung der Klage unterbrochen, deshalb nimmt V. 15, V. 16 an die vorher aufgezählten Waren anknüpfend den V. 11 inhaltlich wieder auf und führt die Klage weiter. -Offenbarung Offb 73 18 16 Et dicentes: Væ, væ civitas illa magna, quæ amicta erat bysso, et purpura, et cocco, et deaurata erat auro, et lapide pretioso, et margaritis: und rufend: Wehe! wehe! die große Stadt, die gekleidet war in feine Leinwand, Purpur und Scharlach, und mit Gold, Edelsteinen und Perlen bedeckt war,¹⁷ -Offenbarung Offb 73 18 16 17 Die Schilderung entspricht der Beschreibung [Offb 17,4], nicht weil sie das Gesicht gesehen, sondern weil die Wirklichkeit der Stadt ihnen dies Bild vor Augen gestellt hat. Wie die Wehklage der Könige die Macht der Stadt hervorhob, so hier die Kaufleute, ihrem Charakter entsprechend, den Reichtum. -Offenbarung Offb 73 18 17 Quoniam una hora destitutæ sunt tantæ divitiæ, et omnis gubernator, et omnis, qui in lacum navigat, et nautæ, et qui in mari operantur, longe steterunt, dass in einer Stunde ihr so großer Reichtum dahin geschwunden ist! Und alle Steuerleute, und alle, die das Meer befahren, und alles Schiffsvolk, und alle, die auf dem Meere arbeiten,¹⁸ standen von ferne, -Offenbarung Offb 73 18 17 18 Griech.: das Meer bearbeiten. -Offenbarung Offb 73 18 18 Et clamaverunt videntes locum incendii ejus, dicentes: Quæ similis civitati huic magnæ? und schrieen, da sie ihre Brandstätte sahen, und sprachen: Welche Stadt war dieser großen Stadt gleich?¹⁹ -Offenbarung Offb 73 18 18 19 Der Augenblick, wo der Untergang der Stadt vollendet ist, rückt immer näher. Daher der Wechsel der Zeiten: V. 9 Zukunft, V. 11 Gegenwart, V. 17 Vergangenheit. Die klagende Frage ist aus [Ez 17,32] genommen. Zu ergänzen ist: An Tiefe des Falles, Gegensatz zu der Rede [Offb 13,4]. -Offenbarung Offb 73 18 19 Et miserunt pulverem super capita sua, et clamaverunt flentes, et lugentes, dicentes: Væ, væ civitas illa magna, in qua divites facti sunt omnes, qui habebant naves in mari de pretiis ejus: quoniam una hora desolata est. Und sie warfen Staub auf ihre Häupter,²⁰ und schrieen weinend und trauernd, und sprachen: Wehe! Wehe! die große Stadt, in welcher alle, die Schiffe auf dem Meere hatten, reich wurden von ihren Kostbarkeiten, dass sie in einer Stunde verödet ward! -Offenbarung Offb 73 18 19 20 Zeichen der höchsten Trauer. -Offenbarung Offb 73 18 20 Exsulta super eam clum, et sancti Apostoli, et prophetæ: quoniam judicavit Deus judicium vestrum de illa. Frohlocke über sie, Himmel, und ihr heiligen²¹ Apostel und Propheten!²² denn Gott hat an ihr für euch das Gericht vollzogen.²³ -Offenbarung Offb 73 18 20 21 Griech.: und ihr Heilige, Apostel usw. Die Heiligen sind die Gattung, doch werden Apostel und Lehrer besonders erwähnt, weil diese von dem Hasse der weltbeherrschenden Stadt am meisten betroffen waren, sie, welche die übrigen zur Heiligkeit führten. -Offenbarung Offb 73 18 20 22 Die Aufforderung zur Freud ergeht von derselben Stimme, die von V. 4 an redete. Die Himmel sind die Engel, die Heiligen alle Gläubigen, sie seien schon im Himmel oder noch auf Erden. -Offenbarung Offb 73 18 20 23 Das an der Stadt vollzogene, gleichsam von ihr entnommene Gericht ist zugleich die Rechtfertigung der von Babylon verfolgten, nun aber an ihr gerächten Gläubigen. Das Gericht über die Weltstadt ist das Zeichen des Herrn, dass er nun kommen wird, den Antichrist und dessen Mächte zu vernichten und seine Herrlichkeit aufzurichten. Vergl. [Offb 19,11ff]. -Offenbarung Offb 73 18 21 Et sustulit unus Angelus fortis lapidem quasi molarem magnum, et misit in mare, dicens: Hoc impetu mittetur Babylon civitas illa magna, et ultra jam non invenietur. Da hob ein starker Engel einen Stein auf, wie einen großen Mühlstein, und warf ihn in's Meer, indem er sprach:²⁴ Mit solchem Ungestüme²⁵ wird Babylon, die große Stadt, hinabgestürzt und nicht mehr gefunden werden.²⁶ -Offenbarung Offb 73 18 21 24 Insofern dieser Engel nicht nur etwas zu erklären hat, sondern etwas auszuführen, ist er mit den Engeln [Offb 17,1] und [Offb 18,1] in eine Reihe zu stellen. Die Vergleichung mit dem Mühlstein erinnert an [Mt 18,6]. Im übrigen ist die symbolische Handlung nach [Jer 57,63.64] vorgenommen, eine Stelle, welche wieder auf [Ex 15,4.5] zurückweist. Die Bedeutung der Handlung erklärt der Engel auch so. -Offenbarung Offb 73 18 21 25 Dies bezeichnet das Gewaltsame und Plötzliche des Versinkens. -Offenbarung Offb 73 18 21 26 Der Engel setzt seine Rede fort V. 22 24 indem er für die Schilderung Worte aus dem A. T. entlehnt. [Ez 26,13, Jer 25,10, Jer 7,36, Jer 16,9, Jer 33,11] u. a. Alles öffentliche und alles häusliche Leben, aller Genuss und alle Freude wird aus Babel verschwinden, alles wird in ihr öde, tot und wüste sterben. -Offenbarung Offb 73 18 22 Et vox cithardorum, et musicorum, et tibia canentium, et tuba non audietur in te amplius: et omnis artifex omnis artis non invenietur in te amplius: et vox molæ non audietur in te amplius: Und der Laut der Harfenspieler und Sänger, und Flötenspieler und Trompetenbläser soll in dir nicht mehr gehört werden; und ein Künstler irgend welcher Kunst soll in dir nicht mehr gefunden werden, und das Geräusch der Mühle soll in dir nicht mehr gehört werden; -Offenbarung Offb 73 18 23 Et lux lucernæ non lucebit in te amplius: et vox sponsi, et sponsæ non audietur adhuc in te: quia mercatores tui erant principes terræ, quia in veneficiis tuis erraverunt omnes gentes. und das Licht deines Leuchters soll in dir nicht mehr scheinen, die Stimme des Bräutigams und der Braut soll in dir nicht mehr gehört werden; denn²⁷ deine Kaufleute waren die Fürsten der Erde, denn durch deine Zauberei wurden alle Völker berückt. -Offenbarung Offb 73 18 23 27 Zum Schluss wird die Ursache des furchtbaren Gerichtes noch einmal hervorgehoben. Dieselbe ist eine dreifache: 1. Der unerhörte Luxus, der die Kaufleute so bereicherte, dass sie Tyrannen der Erde wurden. 2. Die Betörung der Völker. Vergl. [Offb 14,8, Offb 17,2.5]. 3. Die Vergießung des Blutes der Gläubigen, die jene hasste. Diese letzte Ursache wird besonders nachdrücklich dadurch hervorgehoben, dass auch die Form der Rede wechselt. -Offenbarung Offb 73 18 24 Et in ea sanguis prophetarum et sanctorum inventus est: et omnium, qui interfecti sunt in terra. Und in ihr ward das Blut der Propheten und Heiligen gefunden, ja aller, die getötet sind auf Erden.²⁸ -Offenbarung Offb 73 18 24 28 Wie nach dem Worte des Herrn [Mt 25,35ff] alles gerechte Blut von Abel an über Jerusalem kommen soll, so hier das Blut der Märtyrer und alles unschuldig vergossene Blut über Babel. Wie Jerusalem mit der Verwerfung des Heilandes das Maß seiner Sünden voll machte und nun die ganze von Israel aufgehäufte Schuld büßen musste, so zuletzt die Weltstadt der Endzeit. Johannes unterscheidet hier die ganze Menschheit in die Stadt Gottes und die Stadt der Bösen, wie später der heil. Augustin. -Offenbarung Offb 73 19 0 Im Himmel ist großer Jubel über den Untergang Babylons. (V. 10) B. Das mittlere, die Wiederkunft Christi darstellende Gesicht. (V. 11 16) C. Die drei letzten, die Folgen der Wiederkunft weisenden Gesichte (Kap. 19,17 22,5): 1) Fünftes Gesicht. (V. 17 21) Das göttliche Wort zieht mit dem Himmelsheer in den Kampf gegen das Tier und dessen Heer. (V. 18) Das Tier wird überwunden, sein Heer getötet, es selbst mit seinem Lügenpropheten in den Abgrund gestürzt. -Offenbarung Offb 73 19 1 Post hæc audivi quasi vocem turbarum multarum in clo dicentium: Alleluja: salus, et gloria, et virtus Deo nostro est: Hiernach¹ hörte ich wie die Stimme² von vielen Scharen im Himmel, die sprachen: Alleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist unserm Gott! -Offenbarung Offb 73 19 1 1 Nach Vollstreckung des Gerichtes preisen die himmlischen, der Aufforderung des Engels [Offb 18,20] folgend, mit lautem Lobgesange Gottes Macht, Herrlichkeit und Gerechtigkeit, die sich hier kundgetan. Dieser Lobpreis nimmt die Lobgesänge [Offb 4,8-11, Offb 5,8-14, Offb 11,15-19] und [Offb 12,10-12] wieder auf. Was dort erbeten ward, dafür wird hier Dank gesagt, was dort begonnen ist, findet hier seinen Abschluss. V. 1, V. 2 bilden die erste Strophe, an welche sich die Gegenstrophe V. 4 anschließt. Ein zweiter Teil beginnt V. 5 mit einer Einzelstimme, auf welche V. 6 8 der Chor der Himmlischen respondiert. -Offenbarung Offb 73 19 1 2 Griech.: Eine laute Stimme eines großen Haufens. Wie [Offb 18,20] zeigt, ist es die Gesamtheit der Himmelsbewohner (Engel, Wesen, Älteste). Sie preisen Gott mit dem alttestamentlichen Alleluja, Lobet den Herrn! Das sich sonst im N. T. nicht findet. Aus dem Lobgesange erhellt die -Offenbarung Offb 73 19 2 Quia vera, et justa judicia sunt ejus, qui judicavit de meretrice magna, quæ corrupit terram in prostitutione sua, et vindicavit sanguinem servorum suorum de manibus ejus. Denn³ wahrhaft und gerecht sind seine Gerichte, denn gerichtet hat er die große Buhlerin, welche die Erde verderbte durch ihre Unzucht, und hat das Blut seiner Diener von ihrer Hand gerächt. -Offenbarung Offb 73 19 2 3 Zwei Gründe: Gottes Gerichte sind stets wahrhaft und gerecht, vergl. [Offb 15,3, Offb 16,7], und: Hier haben sie sich als solche auf's neue an Babel erwiesen. Auch der Hinweis auf Babels Schuld fehlt nicht: Es hat durch seine Unzucht die Erde verderbt, aber darum hat Gott das Blut seiner Knechte an ihm gerächt. Was [Offb 6,10] erbeten ward, dafür wird jetzt gedankt. -Offenbarung Offb 73 19 3 Et iterum dixerunt: Alleluja. Et fumus ejus ascendit in sæcula sæculorum. Und abermals sprachen sie: Alleluja! Und der Rauch derselben steigt empor von Ewigkeit zu Ewigkeit.⁴ -Offenbarung Offb 73 19 3 4 Das zweite Alleluja, das dieselben anstimmen, wie V. 1, findet wieder seine Begründung: Babel wird nie wieder aufgebaut werden. Vergl. [Offb 18,9, Offb 15,18] und damit [Jes 34,9.10]. -Offenbarung Offb 73 19 4 Et ceciderunt seniores viginti quatuor, et quatuor animalia, et adoraverunt Deum sedentem super thronum, dicentes: Amen: alleluja. Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebenden Wesen fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Throne saß, und sprachen: Amen, Alleluja!⁵ -Offenbarung Offb 73 19 4 5 Ja, lobet den Herrn! Vergl. [Ps 105,48]. -Offenbarung Offb 73 19 5 Et vox de throno exivit, dicens: Laudem dicite Deo nostro omnes servi ejus: et qui timetis eum pusilli, et magni. Und⁶ eine Stimme⁷ ging vom Throne aus, die sprach: Lobpreiset unsern Gott, alle seine Diener, und die ihr ihn fürchtet, Klein und Groß!⁸ -Offenbarung Offb 73 19 5 6 Wohl sofort. -Offenbarung Offb 73 19 5 7 Es ist die Stimme eines der vier Wesen. -Offenbarung Offb 73 19 5 8 Da die Szene im Himmel vor sich geht, richtet sich die Aufforderung zunächst an die im Himmel Befindlichen. Der Engel motiviert seine Aufforderung nicht, doch die, welche derselben entsprechen, fügen V. 6 8 die Begründung bei. -Offenbarung Offb 73 19 6 Et audivi quasi vocem turbæ magnæ, et sicut vocem aquarum multarum, et sicut vocem tonitruorum magnorum, dicentium: Alleluja: quoniam regnavit Dominus Deus noster omnipotens. Und ich hörte wie eine Stimme⁹ vielen Volkes und wie das Rauschen großer Wasser, und wie das Rollen starker Donner,¹⁰ welche sprachen: Alleluja! denn der Herr hat sich als Herrscher gezeigt, unser Gott, der Allmächtige.¹¹ -Offenbarung Offb 73 19 6 9 Wer redet, sagt V. 5. -Offenbarung Offb 73 19 6 10 Wie der Gesang V. 1, tönte dieser wie das Stimmengewoge einer großen Menge, dann aber auch wie das Rauschen vieler Wasser und das Rollen vieler Donner. Die Singenden sind also diejenigen wie V. 1, nur ist ihr Gesang voller, weil der Gegenstand ihrer Lobpreisung hier herrlicher ist. -Offenbarung Offb 73 19 6 11 Vergl. V. 6. Was [Offb 11,17, Offb 12,10] noch bevorstand, ist jetzt da, das Gericht über Babel und damit das Reich der Herrlichkeit Gottes. -Offenbarung Offb 73 19 7 Gaudeamus, et exsultemus: et demus gloriam ei: quia venerunt nuptiæ Agni, et uxor ejus præparavit se. Lasset uns frohlocken und jubeln und ihm den Preis darbringen; denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes, und seine Braut hat sich bereitet.¹² -Offenbarung Offb 73 19 7 12 Siehe [Offb 3,20]. Die Hochzeit des Lammes mit der Kirche steht bevor (ist gekommen: proleptisch, denn [Offb 19,11] wird dieselbe erst beschrieben.) -Offenbarung Offb 73 19 8 Et datum est illi ut cooperiat se byssino splendenti, et candido. Byssinum enim justificationes sunt Sanctorum. Und es ward ihr gegeben, sich mit glänzendem, weißen Linnen zu kleiden; denn das Linnen sind gerechte Taten der Heiligen.¹³ -Offenbarung Offb 73 19 8 13 Sie hat in der Leidenszeit ihre Treue bewährt, sich von Sünden gereinigt und mit Tugenden geschmückt. Daher empfängt sie jetzt das glänzend reine Gewand, den Gegensatz zu der Pracht der Buhlerin [Offb 17,4]. Die guten Werke stammen aus Gottes Gnade und der Mitwirkung der Frommen. -Offenbarung Offb 73 19 9 Et dixit mihi: Scribe: Beati, qui ad cnam nuptiarum Agni vocati sunt: et dixit mihi: Hæc verba Dei vera sunt. Und er sprach zu mir: Schreibe:¹⁴ Selig, die zum Hochzeitsmahle des Lammes berufen sind!¹⁵ Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Gottesworte!¹⁶ -Offenbarung Offb 73 19 9 14 Wer? Ist nicht gesagt, vielleicht der Engel [Offb 18,21] oder irgend ein anderer. An diese Aufforderung knüpft sich V. 10 wieder ein Vorgang zwischen dem Redenden und Johannes. Vergl. auch [Offb 14,13]. -Offenbarung Offb 73 19 9 15 Die Kirche in ihrer einheitlichen Gestalt ist die Braut des Herrn (V. 7), die einzelnen Glieder die Hochzeitsgäste. Das Bild von der Hochzeit wird vertauscht mit dem Bilde vom Hochzeitsmahl, weil bei letzterem, vergl. [Offb 3,20], die Teilnahme der Einzelnen als Gäste mehr hervortritt. -Offenbarung Offb 73 19 9 16 Die in V. 5 8 enthaltene Verkündigung von der Wiederkunft Christi, der Besiegung der Feinde, der Hochzeit des Lammes usw. Diese Wiederholung erhöht die Sicherheit. -Offenbarung Offb 73 19 10 Et cecidi ante pedes ejus, ut adorarem eum. Et dicit mihi: Vide ne feceris: conservus tuus sum, et fratrum tuorum habentium testimonium Jesu. Deum adora. Testimonium enim Jesu est spiritus prophetiæ. Ich aber fiel ihm zu Füßen, um ihn anzubeten.¹⁷ Da sprach er zu mir: Tue es nicht;¹⁸ ich bin dein und deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu¹⁹ haben, Mitknecht.²⁰ Gott bete an! Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung.²¹ -Offenbarung Offb 73 19 10 17 Johannes fällt vor dem Redenden nicht nieder, weil er meint, es sei der Herr; denn dies ist doch kaum anzunehmen, sonst würde der Engel den Apostel ja an den Herrn, nicht an Gott verwiesen haben. Die Stelle entspricht [Dan 8,17, Dan 10,9.17] wo Daniel niederfällt, nicht weil er den Engel für Gott hält, sondern weil derselbe ein Himmelsbürger ist. So fällt wohl Johannes, von dem Inhalt des Verkündigten freudig überwältigt, vor dem nieder, der ihm zuletzt sie feste Versicherung von der Wahrheit der Verheißungen gegeben, und bezeugt dem Engel seine Ehrfurcht, nicht Anbetung. (Thom.) -Offenbarung Offb 73 19 10 18 Der Engel weist diese Ehrenbezeugung Gott zu mit Worten, die auf das V. 9 Gesagte zurückgreifen. Eine Zurechtweisung liegt nicht darin, sonst würde Johannes [Offb 22,9] nicht dasselbe wiederholt haben. -Offenbarung Offb 73 19 10 19 Das von Jesus ausgehende Zeugnis. Gemeint sind also die Christen. -Offenbarung Offb 73 19 10 20 Der Engel dient demselben Gott, wie die Christen. -Offenbarung Offb 73 19 10 21 Dieser Zusatz ist noch als des Engels anzusehen. (Beda.) Warum steht der Apostel und andere Propheten den Engeln gleich? Weil sie den gleichen Geist der Prophezeiung haben, das Zeugnis Jesu. -Offenbarung Offb 73 19 11 Et vidi clum apertum, et ecce equus albus, et qui sedebat super eum, vocabatur Fidelis, et Verax, et cum justitia judicat, et pugnat. Und ich sah den Himmel aufgetan,²² und siehe, ein weißes Pferd,²³ und der auf ihm saß, ist genannt Treu und Wahrhaftig,²⁴ und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit.²⁵ -Offenbarung Offb 73 19 11 22 Was der Lobgesang der Himmelsbewohner V. 1 10 als mit dem Gerichte gegeben verkündet, die Erscheinung des Herrn zur Annahme seiner Herrschaft und zur Hochzeit, stellt nun die Wiederkunft des Herrn dar, welche das Gesicht [Offb 14,14] erklärt. Von dieser Wiederkunft des Herrn ist alles was folgt bis [Offb 22,5] die Folge und Wirkung. -Offenbarung Offb 73 19 11 23 Die Beschreibung des Heilandes umfasst V. 11 13; 15 16 und wird V. 14 durch die Beschreibung seiner Begleitung unterbrochen. -Offenbarung Offb 73 19 11 24 Siehe [Offb 6,2]. Auch dort erschien der Herr am Anfang der letzten Weltwoche, so die großen Entscheidungskämpfe zwischen Gottes Reich und der feindlichen Welt einzuleiten. Das weiße Ross kennzeichnet ihn wie dort als Sieger (Gegensatz der Esel [Mt 21,2]), doch nicht mehr hat der Heiland wie dort den fernhin tragenden Bogen, sondern das Schwert, nicht mehr die Siegerkrone, sondern viele Diademe. -Offenbarung Offb 73 19 11 25 Vergl. [Offb 3,14]. In ihm erfüllen sich alle Verheißungen und Drohungen Gottes, und er richtet seine Feinde mit Gerechtigkeit, seine Kirche befreiend und belohnend. -Offenbarung Offb 73 19 12 Oculi autem ejus sicut flamma ignis, et in capite ejus diademata multa, habens nomen scriptum, quod nemo novit nisi ipse. Seine Augen aber waren wie Feuerflammen,²⁶ und auf seinem Haupte waren viele Kronen,²⁷ er hatte einen Namen geschrieben, den niemand kennt außer er selbst.²⁸ -Offenbarung Offb 73 19 12 26 Dieses wie andere Attribute entsprechen [Offb 1]. -Offenbarung Offb 73 19 12 27 Weil er der König der Könige ist. [Dan 7,14] Gegensatz nicht allein zu der beschränkten Zahl der Diademe des Tieres [Offb 13,1, Offb 12,3], sondern auch weil sein Königtum über alle Königtümer wirklich ein solches und ein rechtmäßiges und unvergängliches ist. -Offenbarung Offb 73 19 12 28 Gegensatz zu [Offb 13,1]. Er trägt den Namen wohl auf der Stirn. -Offenbarung Offb 73 19 13 Et vestitus erat veste aspersa sanguine: et vocatur nomen ejus, Verbum Dei. Er war angetan mit einem blutgetränkten Kleide;²⁹ und sein Name heißt: Das Wort Gottes.³⁰ -Offenbarung Offb 73 19 13 29 Das Blut seiner Feinde, die er jetzt besiegen wird, so sein Gericht vorbildend. [Jes 63,1ff] -Offenbarung Offb 73 19 13 30 Die Beifügung hebt jeden Zweifel, wer der Reiter ist, da er hier nach dem allgemein bekannten Namen genannt wird. -Offenbarung Offb 73 19 14 Et exercitus qui sunt in clo, sequebantur eum in equis albis, vestiti byssino albo, et mundo. Und die Heerscharen im Himmel folgten ihm auf weißen Rossen, gekleidet in weißes, reines Linnen.³¹ -Offenbarung Offb 73 19 14 31 Es sind Engel, wie die Voraussagungen [Mt 16,27, Mt 25,31, Mt 26,53, Lk 9,26, Mk 3,38, 2Thess 1,7] bezeugen. Eine ähnliche Kleidung weisen die Engel [Mt 28,3, Apg 1,10] auf. Als Priester und Diener der Gerechtigkeit (auch sie sind hier auf weißen Pferden) müssen die Engel rein und heilig sein. Ihre Gewänder sind nicht mit Blut besprengt, denn der Herr tritt die Kelter allein. Sie folgen ihm, nicht damit er durch ihre Hilfe siege, sondern um Zeugen seines glorreichen Sieges zu sein. -Offenbarung Offb 73 19 15 Et de ore ejus procedit gladius ex utraque parte acutus: ut in ipso percutiat gentes. Et ipse reget eas in virga ferrea: et ipse calcat torcular vini furoris iræ Dei omnipotentis. Und aus seinem Munde geht ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor, um mit ihm die Völker zu schlagen.³² Und er wird sie leiten mit eisernem Stabe;³³ und er tritt die Kelter des Zornweins, des Grimmes Gottes, des Allmächtigen.³⁴ -Offenbarung Offb 73 19 15 32 Das Schwert, wie [Offb 1,16, Offb 2,12]; vergl. [2Thess 2,8]. -Offenbarung Offb 73 19 15 33 Nach [Ps 2]. Das Wort blickt auf [Offb 2,27] und [Offb 12,5] zurück. Was der Herr [Offb 12,5] wurde, als das erweist er sich jetzt, nachdem die kurze Zeit der Verzögerung verstrichen. -Offenbarung Offb 73 19 15 34 Die Bilder der Kelter [Offb 14,19] und des Zornweines [Offb 14,10] sind hier zusammengeflossen. Der Herr wird hier als strafender Richter beschrieben. -Offenbarung Offb 73 19 16 Et habet in vestimento, et in femore suo scriptum: Rex regum, et Dominus dominantium. Auf seinem Kleide und auf seiner Hüfte³⁵ ist geschrieben: König der Könige und Herr der Herren. -Offenbarung Offb 73 19 16 35 So kann der Name deutlich gelesen werden. -Offenbarung Offb 73 19 17 Et vidi unum Angelum stantem in sole, et clamavit voce magna, dicens omnibus avibus, quæ volabant per medium cli: Venite, et congregamini ad cnam magnam Dei: Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen, der rief mit lauter Stimme allen Vögeln zu, die inmitten des Himmels hinflogen:³⁶ Herbei, sammelt euch zu dem großen Mahle Gottes, -Offenbarung Offb 73 19 17 36 Ein Engel kündigt den Sieg über die beiden Tiere und ihre Heere an. Er steht in der Sonne, d. i. im herrlichsten, der Siegesbotschaft angemessenen Glanze, und in der Mitte des Himmels, wo er den in der Mitte fliegenden Vögeln [Offb 14,6.8, Offb 8,13] am besten zurufen kann. In den Worten des Engels wird sinnbildlich ausgedrückt, dass den Feinden Gottes die völlige Vernichtung bevorsteht. Die Worte erinnern an [Ez 39,17-20], wo von der Niederlage Gogs die Rede ist. Das große Mahl, zu dem alle Tiere eingeladen werden, bildet die schreckenvolle Kehrseite zu dem Mahle des Lammes. (V. 9) Trotz der großen Machtentfaltung des Antichrist, auf welche auch die Einzelschilderung V. 18 hinweist, ist der Antichrist doch nur ein Sohn des Verderbens [2Thess 2,3], der in's Verderben führt. [Offb 17,18] Das Weltwesen ist im Grunde nur eine aufgeputzte Leiche. -Offenbarung Offb 73 19 18 Ut manducetis carnes regum, et carnes tribunorum, et carnes fortium, et carnes equorum, et sedentium in ipsis, et carnes omnium liberorum, et servorum, et pusillorum, et magnorum. dass ihr fresset das Fleisch der Könige, und das Fleisch der Heerführer, und das Fleisch der Helden, und das Fleisch der Rosse und ihrer Reiter, und das Fleisch aller Freien und Knechte, Kleinen und Großen! -Offenbarung Offb 73 19 19 Et vidi bestiam, et reges terræ, et exercitus eorum congregatos ad faciendum prlium cum illo, qui sedebat in equo, et cum exercitu ejus. Und ich sah³⁷ das Tier, und die Könige der Erde, und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heere.³⁸ -Offenbarung Offb 73 19 19 37 Diese Schilderung schließt sich an [Offb 16,12-16] an. -Offenbarung Offb 73 19 19 38 In wahnwitziger Vermessenheit will der Antichrist mit seinem Anhange, den zehn Königen nebst ihren Heeren [Offb 17,12ff] den schon [Offb 16,12] und [Offb 17,14] angekündigten Kampf mit dem König der Könige beginnen. Doch keine Schlacht wird berichtet, sondern einzig die Niederlage der antichristlichen Scharen. Die bloße Erscheinung des Herrn genügt, um die Macht des Antichrist zu vernichten. Vergl. [2Thess 2,8]. -Offenbarung Offb 73 19 20 Et apprehensa est bestia, et cum ea pseudopropheta: qui fecit signa coram ipso, quibus seduxit eos, qui acceperunt characterem bestiæ, et qui adoraverunt imaginem ejus. Vivi missi sunt hi duo in stagnum ignis ardentis sulphure: Und das Tier ward ergriffen, und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm getan, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und dessen Bild anbeteten. Lebendig wurden diese zwei in den Feuerpfuhl geworfen, der mit Schwefel brennt.³⁹ -Offenbarung Offb 73 19 20 39 V. 20 schildert den Ausgang der Führer, V. 21 den der Massen. Der Antichrist und sein Pseudoprophet [Offb 13,11] waren im gottesfeindlichen Wirken vereint, auch ihre Strafe ist eine gemeinsame, die gleiche, welche bereits Daniel [Dan 7,11] sah. Diese Strafe führen die Heerscharen des Herrn aus. Der Feuerpfuhl, in den sie lebendig geworfen werden, während ihre Anhänger den Tod finden, bildet den Gegensatz zu der Erhebung Enochs und Elias in den Himmel [Offb 11,12]. Über den Feuerpfuhl siehe [Offb 20,14ff, Offb 21,8]; er ist die Hölle. In diese fahren sie also mit Seele und Leib unmittelbar nach dem Siege des Herrn. -Offenbarung Offb 73 19 21 Et ceteri occisi sunt in gladio sedentis super equum, qui procedit de ore ipsius: et omnes aves saturatæ sunt carnibus eorum. Und die übrigen wurden getötet durch das Schwert dessen, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde geht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleische.⁴⁰ -Offenbarung Offb 73 19 21 40 Durch Christi Hauch, durch sein Richterwort, werden die übrigen getötet. So ist die Weltmacht des Endes gerichtet, wenn auch damit noch nicht alle Feinde Gottes abgetan sind, wie das Folgende zeigt. -Offenbarung Offb 73 20 0 2) Sechstes Gesicht (Kap. 20,1 21,8): Ein Engel schließt das Tier auf tausend Jahre in den Abgrund, nach Verlauf deren es auf kurze Zeit gelöst werden soll. (V. 3) Die Heiligen erstehen auf und herrschen mit Christus tausend Jahre. (V. 6) Nach Verlauf der tausend Jahre wird Satan aus seinem Gefängnisse freigelassen und beginnt von neuem den Krieg gegen die Heiligen, doch wird er besiegt und mit den Seinigen zu ewiger Pein in die Hölle gestürzt. (V. 10) Hierauf findet das Gericht über die Toten und über diejenigen statt, deren Namen nicht im Buche des Lebens geschrieben sind, und sie werden in den Feuerpfuhl gestürzt, mit dem zweiten Tode gestraft. -Offenbarung Offb 73 20 1 Et vidi Angelum descendentem de clo, habentem clavem abyssi, et catenam magnam in manu sua. Und ich sah einen Engel¹ vom Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand.² -Offenbarung Offb 73 20 1 1 Wenn auch der Heiland nach [Offb 1,18] der Herr über Tod und Unterwelt ist, ist es doch nicht unbedingt notwendig anzunehmen, dass er selbst erscheint (Thom.), sondern er konnte den Schlüssel in einem einzelnen Falle einem Engel behufs Ausrichtung eines Auftrages übergeben. Vergl. [Offb 9,1.2]. -Offenbarung Offb 73 20 1 2 Eigentlich über der Hand, so dass die Kette zu beiden Seiten herunterhängt. -Offenbarung Offb 73 20 2 Et apprehendit draconem, serpentem antiquum, qui est diabolus, et satanas, et ligavit eum per annos mille: Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist,³ und band ihn auf tausend Jahre,⁴ -Offenbarung Offb 73 20 2 3 Als Drache war Satan [Offb 16,13] auf die Erde geworfen; so war er [Offb 12,18] an den Rand des Völkermeeres getreten, die Völker zur antichristlichen Weltmacht zu gestalten, so hatte er [Offb 16,13] die Könige und Völker der Erde zum letzten Wettkampfe aufgestachelt, in dem sie [Offb 19,17] ihr Armagedon finden sollte. Nun endlich kommt die Reihe an ihn. Er wird als Drache gebunden, als Hintergrund aller Zusammenrottung feindlicher Weltmächte, als alte Schlange, vergl. [Offb 12,9], die seit [Gen 3] Urheber der Sünde und des Todes ist, als Teufel d. i. als Verführer, und als Satan, Ankläger der Menschen. Er hat zuvor sein ganzes Wesen herausgekehrt. -Offenbarung Offb 73 20 2 4 Unter dem Namen Teufel ist nicht notwendig jede teuflische Kraft, sind nicht notwendig alle bösen Geister zu verstehen, sondern es kann auf das Haupt beschränkt sein. (Thom.) Die Bindung des Teufels hatte bei der ersten Ankunft und dem Tode Christi statt: der Teufel ward hinausgeworfen [Joh 12,31], seine Herrschaft beschränkt und den Menschen Macht gegeben, ihn im Namen Christi zu vertreiben. [Mt 8,29, Mt 12,28] Diese Bindung besteht darin, dass er nicht seine ganze Kraft üben darf zur Verführung der Menschen. (Aug.) Unter den tausend Jahren verstehen sie meisten Erklärer die Zeit zwischen der Menschwerdung Christi und der Verführung des Antichrist (V. 7), oder der Auferstehung (V. 13), weil durch die Zahl der Vollkommenheit die Fülle der Zeiten bezeichnet wird. (Aug., Viktorin., Hier., Cassiodor., Primas., Thomas) In V. 7 ist die Zeit abgelaufen. Da die tausend Jahre nur in der Vision sind, können sie selbstverständlich nicht wörtlich in das Gegenbild übertragen werden. -Offenbarung Offb 73 20 3 Et misit eum in abyssum, et clausit, et signavit super illum ut non seducat amplius gentes, donec consummentur mille anni: et post hæc oportet illum solvi modico tempore. und warf ihn in den Abgrund,⁵ und verschloss und versiegelte diesen über ihm,⁶ dass er die Völker nicht mehr verführe, bis die tausend Jahre⁷ vollendet sind, nach diesen soll er auf kurze Zeit gelöst werden.⁸ -Offenbarung Offb 73 20 3 5 Der Abgrund ist wohl der Ort, von wo [Offb 9,1-3] dem Heuschreckenheere die dämonische Anregung und [Offb 9,11] dem Könige derselben seine dämonische Sendung kam, und von wo [Offb 11,7] und [Offb 17,8] das Tier hervorstieg. Nach V. 9 ist der Abgrund nur interimistischer Verwahrungsort für den Satan, aus dem er nach V. 7 noch wieder loskommen kann. -Offenbarung Offb 73 20 3 6 Dies verstärkt wie [Dan 6,17, Mt 27,66] den Begriff des Verschließens. -Offenbarung Offb 73 20 3 7 Die Zeiten der Erquickung [Apg 3,21] beginnen. -Offenbarung Offb 73 20 3 8 Nach Gottes Ratschluss soll das Böse zum Gerichte reisen. -Offenbarung Offb 73 20 4 Et vidi sedes, et sederunt super eas, et judicium datum est illis: et animas decollatorum propter testimonium Jesu, et propter verbum Dei, et qui non adoraverunt bestiam, neque imaginem ejus, nec acceperunt characterem ejus in frontibus, aut in manibus suis, et vixerunt, et regnaverunt cum Christo mille annis. Und⁹ ich sah Throne,¹⁰ und sie¹¹ setzten sich darauf, und es wurde ihnen verliehen, Gericht zu halten; und ich sah die Seelen derjenigen,¹² welche wegen des Zeugnisses Jesu und wegen des Wortes Gottes enthauptet waren, und die das Tier und sein Bild nicht angebetet, noch dessen Malzeichen an ihrer Stirne oder an ihrer Hand angenommen hatten,¹³ und sie wurden lebendig und herrschten mit Christus tausend Jahre.¹⁴ -Offenbarung Offb 73 20 4 9 Vers 1 3 bietet die eine Hälfte des Gesichtes, V. 4 6 die andere Seite desselben. V. 7 knüpft dann wieder an V. 3 an, und V. 4 6 bilden also eine Parallelvision zu V. 1 3. -Offenbarung Offb 73 20 4 10 Diese Vision entspricht nicht der Daniels [Dan 7,9.22]. Die Offenbarung bietet zwei Gerichte über den Satan, das erste [Offb 19,17-21], das andere [Offb 20,11ff], die Throne sind Richterstühle. -Offenbarung Offb 73 20 4 11 Wer? Wird nicht gesagt, jedenfalls sind es andere als die später im Gesicht erscheinenden Enthaupteten. Am nächsten liegt es, an die 24 Ältesten zu denken, denn da diese die Vertretung der Kirche sind [Offb 5,8] und die selige Hoffnung derselben öfter bezeugen [Offb 5,9, Offb 7,13ff, Offb 11,16ff] geziemt es sich für sie besonders, den Siegern den Lohn zuzusprechen. -Offenbarung Offb 73 20 4 12 Nicht allein derjenigen, deren Seele schon [Offb 6,9] nach Rache riefen, sondern auch der nachher hinzugekommenen, [Offb 6,11] u. a. Enthauptet werden ist metonymisch für jede Art des Getötetwerdens gesetzt. Nach den Märtyrern werden alle genannt, welche dem Tiere nicht gehuldigt: die wahrhaft Gläubigen aller Zeiten. -Offenbarung Offb 73 20 4 13 Wie [Offb 14,13] bereits gesagt, wird das ewige Los sofort nach dem Tode entschieden. Ähnlich also wie [Offb 6,11] der Seher schaut, dass den Märtyrern das weiße Kleid gegeben wird, das sie doch schon hatten, wird ihnen hier die Verleihung des Lebens zugeschrieben, dessen sie sich doch bereits erfreuten. -Offenbarung Offb 73 20 4 14 Aus dieser Stelle haben einige die Folgerung hergeleitet, dass zwischen dem gegenwärtigen Zustande der streitenden Kirche und den Beginn des vollkommenen Triumphes in der Ewigkeit eine etwa tausend Jahre dauernde glorreiche Herrschaft Christi auf Erden treten werde. Während die einen Anhänger dieser Meinung indes dies Reich ganz sinnlich und irdisch fassten, wie Cerinth, die Ebioniten, Apollinaris, die Mormonen und Irvingianer, verstanden andere dasselbe mehr geistig, wie einige Väter, Papias, Irenäus, Justinus, Tertullian, Laktantius u. a. Ihre Meinung können wir nicht annehmen, sagt der heil. Hieronymus von den letzteren, und der heil. Augustin erklärt sie nur dann für erträglich, wenn alle Seligkeit, welche den Heiligen in jener Zeit zugesprochen wird, als von der Gegenwart des Herrn ausgehend angenommen wird. Indes selbst eine solche Meinung lässt sich nicht wohl verteidigen, wenn man [Mt 16,27] mit derselben vergleicht: dann (bei seiner glorreichen Ankunft zum Gerichte) wird er jedem vergelten nach seinen Werken. Dies Gericht aber wird nur eines sein nach [Mt 25,32], verglichen mit [Mt 5,27ff]. Hiernach ist das Leben, von dem hier die Rede ist, die Seligkeit der Seele, deren Verleihung weiterhin die erste Auferstehung genannt wird. Wäre hier von der Auferstehung des Leibes die Rede, so würde es nicht heißen, dass die Seelen der Enthaupteten leben. -Offenbarung Offb 73 20 5 Ceteri mortuorum non vixerunt, donec consummentur mille anni: Hæc est resurrectio prima. Die übrigen Toten wurden nicht lebendig, bis¹⁵ die tausend Jahre vollendet sein werden. Dies ist die erste Auferstehung.¹⁶ -Offenbarung Offb 73 20 5 15 Bis bezeichnet den Zeitpunkt, vor dessen Eintreten sie das selige leben nicht genossen, nicht aber, dass sie es nachher erlangten. Vergl. [Mt 1,Anm.24]. -Offenbarung Offb 73 20 5 16 Diese erste Auferstehung ist keineswegs gleicher Art wie die des Leibes, welche V. 13 erwähnt wird. Die Auferstehung des Leibes heißt dort nicht einmal Auferstehung, geschweige denn zweite Auferstehung. In V. 5 wird der Leib nicht erwähnt, sondern nur Leben und Reich, welche den Seelen gleicherweise zukommen können. Nun besteht aber zwischen der Auferstehung des Leibes und der Zuteilung der Seligkeit an die Seele eine Analogie, weshalb auch Christus [Joh 5,24ff] beide Auferstehungen erwähnt: die der Seele nach erfolgende V. 24, die andere, nach Leib und Seele V. 28. Wenn ferner in V. 14 die Verdammung nach Leib und Seele zweiter Tod heißt, so kann sehr wohl die Aufnahme der Seele in die Seligkeit eine erste Auferstehung heißen, während die zweite die Verleihung der Seligkeit an Leib und Seele ist. Wie zwei Wiedergeburten sind, sagt der heil. Augustin, die eine nach dem Glauben durch die Taufe, die andere nach dem Fleische in der Unsterblichkeit und Unverweslichkeit desselben bei dem allgemeinen Gerichte, so sind auch zwei Auferstehungen, die erste, welche schon jetzt statthat, der Selen, die nicht dem zweiten Tode anheimfallen lässt; die zweite, welche jetzt noch nicht statthat, sondern am Ende der Zeiten ihre Erfüllung findet, ist nicht die der Seelen, sondern der Leiber, welche durch das Endgericht die einen dem zweiten Tode, die anderen jenem Leben zugeteilt werden, das keinen Tod hat. -Offenbarung Offb 73 20 6 Beatus, et sanctus, qui habet partem in resurrectione prima: in his secunda mors non habet potestatem: sed erunt sacerdotes Dei et Christi, et regnabunt cum illo mille annis. Selig und heilig, wer Teil hat an der ersten Auferstehung; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm tausend Jahre herrschen. -Offenbarung Offb 73 20 7 Et cum consummati fuerint mille anni, solvetur satanas de carcere suo, et exibit, et seducet gentes, quæ sunt super quatuor angulos terræ, Gog, et Magog, et congregabit eos in prlium, quorum numerus est sicut arena maris. Und wenn¹⁷ die tausend Jahre vollendet sein werden, wird der Satan¹⁸ aus seinem Gefängnisse losgelassen, und wird ausgehen und die Völker verführen, die an den vier Enden der Erde sind, Gog und Magog,¹⁹ und wird sie zum Kampfe versammeln, deren Zahl ist wie der Sand des Meeres. -Offenbarung Offb 73 20 7 17 Da die tausend Jahre nur in einer Vision vorhanden sind, sind sie für ihr Gegenbild als symbolische Zahl aufzufassen. Indes, wie die nun beginnende Redeweise zeigt, wo die Weissagung an die Stelle der visionären Darstellung tritt, bezeichnet der Apostel eine bestimmte Periode. -Offenbarung Offb 73 20 7 18 Während die Fesselung vier Momente umfasste, wird der böse Feind jetzt auf Befehl Gottes (vergl. V. 3) als Satan losgelassen. Nur die Macht, die Menschen aus Sünde in Sünde zu verführen und zu verklagen, erhält er für eine kleine Zeit (V. 3) zurück, doch nicht mehr die Macht, im Leben der Völker Gesamtgestaltungen der Sünde hervorzurufen. Wozu nun die Satansmacht dem Teufel nach Gottes Rat für eine Zeit zurückgegeben wird, zeigt sein Vorgehen V. 8, V. 9. -Offenbarung Offb 73 20 7 19 Die Völker sind an den vier Ecken der Erde, Ost, Süd, West und Nord. Deshalb steigen sie V. 9 von ihren Wohnsitzen auf die Breiten der Erde herauf. Diese Völker standen in keiner Beziehung zu dem Tiere, weshalb Satan selbst (vergl. dagegen [Offb 16,4ff]) sie zum Kampfe gegen die Heiligen verführt. Gog (historisch die Skythen) ist typisch, ebenso wie Magog, als Repräsentant der fernsten, ungebildetsten Heidenwelt gefasst, welche nach Unterwerfung der übrigen Feinde des Gottesreiches einen letzten Angriff auf dasselbe machen werden. [Ez 38,14] Schon [Offb 19,17] war auf die Szene, welche hier dem Seher vor Augen steht, hingewiesen worden. Darum wird durch den Artikel: zum Kampfe auf einen bekannterweise zu erwartenden Kampf hingewiesen. Vergl. [Offb 16,14]. -Offenbarung Offb 73 20 8 Et ascenderunt super latitudinem terræ, et circuierunt castra sanctorum, et civitatem dilectam. Und sie zogen herauf²⁰ über die Breite der Erde,²¹ und umringten das Heerlager der Heiligen²² und die geliebte Stadt.²³ -Offenbarung Offb 73 20 8 20 Dieser Ausdruck ist zwar bei Heereszügen gewöhnlich, indes hier um so passender, weil der Zug der Heiden wider Jerusalem hinauf geht. Vergl. [Lk 18,31]. -Offenbarung Offb 73 20 8 21 Vergl. [Hab 1,6]. -Offenbarung Offb 73 20 8 22 Das Heerlager ist außerhalb der Stadt, zwecks der Verteidigung desselben errichtet. Es wird nur erwähnt, um anzuzeigen, dass die Heiligen nicht ohne Schutz und Wehr sind. -Offenbarung Offb 73 20 8 23 Jerusalem. Soll Johannes die heiligen von Völkern angegriffen sehen, so muss er sie an einem Orte sehen, und dazu passt keiner besser als Jerusalem. An dem Orte, von welchem die Gemeinde ausging in die Welt, versammelt sie sich zuletzt siegreich wieder. Auf Zion schaute deshalb Johannes [Offb 14,1] die Endgemeinde mit dem Lamme in ihrer Mitte, zum Zeichen, dass sie alle Erdenstürme überdauern werde, hier also muss er sie nun nach den anderen Stürmen wieder erblicken. Vor Jerusalem hatte der Seher ferner [Offb 14,20] die Endschlacht geschaut, hier muss dieselbe also geschildert werden, da [Offb 20,7ff] nur das 14, V. 1 5 und V. 14 20 Geweissagte beschreibt. -Offenbarung Offb 73 20 9 Et descendit ignis a Deo de clo, et devoravit eos: et diabolus, qui seducebat eos, missus est in stagnum ignis, et sulphuris, ubi et bestia, Da fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie.²⁴ Und der Teufel,²⁵ der sie verführt, ward in den Feuer- und Schwefelpfuhl geworfen, wo auch das Tier -Offenbarung Offb 73 20 9 24 Das Feuer ist das furchtbarste Werkzeug des göttlichen Zorngerichtes. Vergl. [Gen 19,24, Lev 10,2, Num 16,35, Lk 9,54]. -Offenbarung Offb 73 20 9 25 Das Verführen war allezeit das Bestreben Satans. Hört die sündige Menschheit auf Erden auf, so ist auch die Wirksamkeit Satans zu Ende. Nun wird er nicht nur gebunden und für eine spätere Rolle aufbewahrt, sondern empfängt sein Gericht. Und da er vor das letzte Gericht der Menschheit nicht gehört, empfängt er das seine im Anschlusse an die Niederlage seiner letzten Werkzeuge sofort. -Offenbarung Offb 73 20 10 Et pseudopropheta cruciabuntur die ac nocte in sæcula sæculorum. und der falsche Prophet gepeinigt werden Tag und Nacht in alle Ewigkeit.²⁶ -Offenbarung Offb 73 20 10 26 Vergl. [Mt 25,41]. -Offenbarung Offb 73 20 11 Et vidi thronum magnum candidum, et sedentem super eum, a cujus conspectu fugit terra, et clum, et locus non est inventus eis. Und ich sah einen großen, weißen Thron,²⁷ und den, der darauf saß;²⁸ vor seinem Angesichte floh²⁹ die Erde und der Himmel, und es ward für sie keine Stätte gefunden. -Offenbarung Offb 73 20 11 27 Die Größe wie die weise, welche der Herrlichkeit und Heiligkeit des darauf sitzenden Richters entspricht, zeichnet diesen Thron vor den V. 4 geschauten aus. -Offenbarung Offb 73 20 11 28 Nach der Lehre des N. T. [Mt 25,31, 2Kor 5,10] u. a. Christus, denn anders als bei den früheren Schilderungen von Gerichtsakten z. B. [Offb 14,14ff, Offb 19,5] handelt es sich hier um das Endgericht. -Offenbarung Offb 73 20 11 29 So dass sie keine Stätte mehr hatten. Ist dies ein visionäres Bild, so hat die Frage: Wo haben die folgenden Visionen ihren Schauplatz? Keine Wichtigkeit. -Offenbarung Offb 73 20 12 Et vidi mortuos magnos, et pusillos stantes in conspectu throni, et libri aperti sunt: et alius Liber apertus est, qui est vitæ: et judicati sunt mortui ex his, quæ scripta erant in libris secundum opera ipsorum. Und ich sah die Toten, Groß und Klein, vor dem Throne stehend.³⁰ Und Bücher wurden aufgetan, und ein anderes Buch ward geöffnet, das Buch des Lebens;³¹ und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, gemäß ihren Werken. -Offenbarung Offb 73 20 12 30 Um ihren Richterspruch zu empfangen. -Offenbarung Offb 73 20 12 31 In diesen Büchern sind die Werke aufgezeichnet, nach welchen die Menschen gerichtet werden. Das Buch des Lebens ist nur eines: Es enthält die Namen aller derjenigen, welche des ewigen seligen Lebens in dem neuen Jerusalem teilhaftig werden. Je nach den Werken finden sich also die Namen der Menschen, welche in den Büchern stehen, in dem Buche des Lebens, oder finden sich nicht. -Offenbarung Offb 73 20 13 Et dedit mare mortuos, qui in eo erant: et mors, et infernus dederunt mortuos suos, qui in ipsis erant: et judicatum est de singulis secundum opera ipsorum. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, heraus, und der Tod und das Totenreich gaben ihre Toten, die in ihnen waren;³² und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. -Offenbarung Offb 73 20 13 32 Wie die Toten nach ihren persönlichen Verhältnissen V. 1 geschildert waren, so werden hier erschöpfend alle Orte genannt, an denen Tote sich finden. Wen indes nur das Schicksal der verdammten V. 15 ausdrücklich beschrieben wird, so geschieht dies zur Abschließung des Gerichtes über diese, damit alsdann die ewige Herrlichkeit der Gläubigen desto ausführlicher zum Troste und zur Ermutigung der letzteren gegeben werden könne. Das Wort Auferstehung wird betreffs der Bösen sorgfältig vermieden. -Offenbarung Offb 73 20 14 Et infernus, et mors missi sunt in stagnum ignis. Hæc est mors secunda. Und das Totenreich und der Tod wurden in den Feuerpfuhl geworfen.³³ Dies ist der zweite Tod.³⁴ -Offenbarung Offb 73 20 14 33 In der Vision schaut der Apostel wohl den Tod und das Totenreich personifiziert als dämonische Gestalten. Da dieser Weltlauf zu Ende ist und keine Menschen mehr geboren werden und in Sünde fallen, also auch nicht mehr sterben, sind diese Mächte fortan unnütz, und da sie nur infolge der Sünde da waren, können sie nur dorthin verwiesen werden, wohin alles Sündliche getan wird, in den Feuersee. -Offenbarung Offb 73 20 14 34 Im Griech.: dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Nach der Vulg.: dieser Tod ist der zweite. -Offenbarung Offb 73 20 15 Et qui non inventus est in Libro vitæ scriptus, missus est in stagnum ignis. Und wer nicht in dem Buche des Lebens aufgezeichnet erfunden ward, wurde in den Feuerpfuhl geworfen.³⁵ -Offenbarung Offb 73 20 15 35 Alle Menschen, deren Namen beim Gerichte V. 12 nicht im Buche des Lebens gefunden wurden, werden dem zweiten Tode übergeben. So ist nun alles, was Gott widerstrebte, der Antichrist und der falsche Prophet [Offb 19,20], der Satan [Offb 20,10], die gottlosen Menschen [Offb 20,15], der Tod und das Totenreich selber [Offb 20,14] in den Feuersee gestürzt. Doch während jene alle lebendig dorthin gekommen sind, sind die Menschen zuerst gestorben und dem Tode anheimgefallen. Streng genommen passt der Ausdruck zweiter Tod nur auf die Menschen. -Offenbarung Offb 73 21 0 Ein neuer Himmel und eine neue Erde erstehen. Aus dem Himmel steigt die neue heilige Stadt Jerusalem herab und die Wohnung Gottes ist bei den Menschen. (V. 8) 3) Siebentes Gesicht (Kap. 21,9 Kap. 22,5) Einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen hatten, zeigt dem Apostel das neue Jerusalem. -Offenbarung Offb 73 21 1 Et vidi clum novum, et terram novam. Primum enim clum, et prima terra abiit, et mare jam non est. Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,¹ und das Meer ist nicht mehr.² -Offenbarung Offb 73 21 1 1 Wenn aus [1Kor 15,42ff, Röm 8,21, Mt 19,28] hervorgeht, dass die neue Welt zu der alten ein Verhältnis hat, dass jene in dieser verklärt, wiedergeboren werden soll, so zeigt [2Petr 3,10] und das vorliegende Kapitel, dass nicht die jetzige Welt nur irgendwie umgebildet, sondern durch Gottes schöpferisches Eingreifen eine Neubildung statthaben soll. -Offenbarung Offb 73 21 1 2 Das Meer der alten Erde. -Offenbarung Offb 73 21 2 Et ego Joannes vidi sanctam civitatem Jerusalem novam descendentem de clo a Deo, paratam, sicut sponsam ornatam viro suo. Und ich, Johannes,³ sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem,⁴ aus dem Himmel herabsteigen von Gott,⁵ zubereitet wie eine Braut für ihren Bräutigam geschmückt ist. -Offenbarung Offb 73 21 2 3 Fehlt im Griechischen. -Offenbarung Offb 73 21 2 4 Im Folgenden geht die Beschreibung der Stadt nochmals in die der Himmelsgemeinde über, ein Fingerzeig, dass die Schilderung eine symbolische ist. Als Gott sich das Volk Israel auserwählt hatte, schuf er sich eine Stätte, wo er demselben mit seiner Gnade nahe sein und demnach auch, wo es sich um ihn versammeln sollte, ursprünglich die Stiftshütte, Tempel Zion zur Bezeichnung der Stätte der göttlichen Gnadengegenwart gebraucht. Doch als der Tod des Herrn alle Völker zum Gnadenbunde mit Gott berufen und sein Geist die Kirche gegründet hatte, ward die Stätte der göttlichen Gnadengegenwart der Erde entrückt und ist fortan da, wo der erhöhte Herr ist. Vom Himmel aus also entsendet der Herr sein Wort und seinen Geist, um sich ein Volk des Heiles zu sammeln. Den Himmel kennen alle als ihre Heimat, welche des Herrn Wort annehmen, und vereinigen sich dort mit dem Heilande nach dem Tode. Wenn nun einst der Lauf der Welt vollendet ist, wir Gott in neuer Weise der erlösten Menschheit persönlich gegenwärtig sein und sie um sich sammeln. In diesem Sinne spricht der Apostel von dem neuen Jerusalem: Heilig ist die Stadt, weil sie die Stadt Gottes ist, wo er für sein Volk wohnt und sich ihm gibt. Neu ist diese Gnadenstätte, weil sie weder das alttestamentliche, noch das obere Jerusalem [Gal 4,26] ist, sondern das himmlische Jerusalem [Hebr 12,22]; Jerusalem aber, weil es für die Seligen ist, was jenes für Israel und die Christen auf Erden war. Und wie das alte Jerusalem überging in das des neuen Testamentes, so wird auch unsere Gnadenstätte keine neue sein, sondern in neuer Gestalt vom Himmel auf die Erde übergehen. Die jetzige Gnadenstätte, der Thron des Heilandes zur Rechten Gottes, wird auf die Erde herabsteigen, damit der Herr mit dem Vater und dem Heiligen Geiste in dieser neuen Weise bei den Menschen wohne. Im zweiten Sinne, als Stätte, wohin die Menschen Gottes sich sammeln, wird die heilige Stadt in der zweiten Hälfte des Verses gefasst. -Offenbarung Offb 73 21 2 5 Zunächst wird das rein örtliche Verhältnis bezeichnet, dann aber auch angedeutet, dass die heilige Stadt von Gott herkommt, weil Gott sie zubereitet hat und herabsendet. -Offenbarung Offb 73 21 3 Et audivi vocem magnam de throno dicentem: Ecce tabernaculum Dei cum hominibus, et habitabit cum eis. Et ipsi populus ejus erunt, et ipse Deus cum eis erit eorum Deus: Und ich hörte eine starke Stimme vom Throne her sagen:⁶ Siehe, das Gezelt Gottes⁷ bei den Menschen! er wird bei ihnen wohnen; und sie werden sein Volk sein, und er, Gott selbst, wird bei ihnen sein als ihr Gott.⁸ -Offenbarung Offb 73 21 3 6 Die Schilderung der Stadt geht in die der Gemeinde über. Was Johannes schaut, erklärt ihm jetzt eine Stimme. Dieselbe ist zwar mächtig, doch geht sie nicht von Gott aus, da dessen Rede V. 5 von diesen Worten unterschieden wird. -Offenbarung Offb 73 21 3 7 Der Artikel weist darauf hin, dass das neue Jerusalem dieselbe Gotteswohnung ist, welche in der Stiftshütte und im Tempel, so wie im oberen Jerusalem war, doch mit dem Unterschiede: bei den Menschen. Im A. T. war Gott durch das Gezelt bei Israel, im N. T. bei denen, welche ihm durch Glauben und Gnade verbunden waren, in der Verklärung wird er bei allen erlösten Menschen schlechthin sein. Der gleiche Gedanke wird noch einmal bekräftigend hervorgehoben: Er wird bei ihnen wohnen. So wird sich erfüllen, was [Jer 24,7, Jer 31,1, Sach 8,8, Ez 37,27.28, Ez 47,3] u. a. verheißen war. Auch die andere Seite des Begriffes der heiligen Stadt wird beigefügt: Sie werden sein Volk sein, das neue Jerusalem wird sie zu einem Volke machen. -Offenbarung Offb 73 21 3 8 Die Schlussworte des V. 3 fassen beide Momente wieder zusammen, das Wohnen Gottes bei den Menschen und das Wohnen der Menschen bei Gott. -Offenbarung Offb 73 21 4 Et absterget Deus omnem lacrimam ab oculis eorum: et mors ultra non erit, neque luctus, neque clamor, neque dolor erit ultra, quia prima abierunt. Und⁹ Gott wird alle Tränen¹⁰ von ihren Augen trocknen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Klage, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist dahingegangen.¹¹ -Offenbarung Offb 73 21 4 9 Da das Leben der verklärten ein ganz heiliges ist, muss es auch ein ganz seliges sein. Diese vollkommene Glückseligkeit wir nach ihrer negativen Seite geschildert, welche aber die positive einschließt. -Offenbarung Offb 73 21 4 10 Alles Elend und alle Strafen, welche Tränen hervorrufen. Alle irdischen Strafen treffen uns entweder, wenn Leib und Seele getrennt werden: der Tod; oder wenn beide noch vereint sind, und alsdann entweder innerlich als Schmerz, oder äußerlich in Wort (Geschrei) oder Zeichen (Trauer). (Thom.) -Offenbarung Offb 73 21 4 11 Die erste Weltordnung, in welcher Sünde, Übel und Tod herrschten, ist vergangen. In der neuen ist ewige Freude, leben und Wonne. Vergl. [Jes 25,8] u. a. -Offenbarung Offb 73 21 5 Et dixit qui sedebat in throno: Ecce nova facio omnia. Et dixit mihi: Scribe, quia hæc verba fidelissima sunt, et vera. Und der auf dem Throne saß, sprach:¹² Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach¹³ zu mir: Schreibe,¹⁴ denn diese Worte sind zuverlässig und wahrhaftig.¹⁵ -Offenbarung Offb 73 21 5 12 Gott, der nach [Offb 20,11] als Weltrichter auf dem Throne sitzt, bestätigt in zweimaliger Rede das, was die himmlische Stimme, das Gesicht erklärend, verkündet, und nennt sein Werk, was Johannes V. 1 geschaut hat. -Offenbarung Offb 73 21 5 13 Die Wiederholung hebt hervor, dass die eigentliche Rede Gottes in V. 6 fortgesetzt wird, während der Befehl zum Schreiben nur ein von Gott (nach einigen: von einem Engel) gesprochenes Zwischenwort ist. -Offenbarung Offb 73 21 5 14 Was? Siehe ich mache alles neu. -Offenbarung Offb 73 21 5 15 Diese Worte: die Anm. 14 angegebenen. Vergl. [Offb 14,13]. -Offenbarung Offb 73 21 6 Et dixit mihi: Factum est. Ego sum , et : initium, et finis. Ego sitienti dabo de fonte aquæ vitæ, gratis. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen!¹⁶ Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich werde dem Dürstenden aus der Quelle des Lebens Wasser umsonst geben.¹⁷ -Offenbarung Offb 73 21 6 16 Diese Worte sind ja geschehen, sind ja Wirklichkeit geworden, in den Gesichten nämlich, die Johannes (von [Offb 20,11] an) geschaut hat. Wie aber kann und wird es so geschehen, wie der Apostel es gesehen? Weil Gott das A und O, der Schöpfer und Vollender der Welt ist. Vergl. [Offb 1,8.17, Offb 22,13]. -Offenbarung Offb 73 21 6 17 Wie wird Gott dies ausführen? Ich habe einen Quell lebendigen Wassers geschaffen und gebe jedem davon umsonst. So wird das Verderben der Sünde überwunden. Doch nur die werden am Heile Teil haben, welche aus dieser lebendigen Heilsquelle schöpfen und treu bleibend würdig werden an der Erneuerung Teil zu nehmen, während die übrigen verloren gehen. (Vergl. V. 12 15) Über die Sieger siehe V. 7, über die Unterliegenden V. 8. -Offenbarung Offb 73 21 7 Qui vicerit, possidebit hæc, et ero illi Deus, et ille erit mihi filius. Wer überwindet,¹⁸ soll dies¹⁹ ererben, und ich werde ihm Gott und er wird mir Sohn sein.²⁰ -Offenbarung Offb 73 21 7 18 Die Erinnerung an die Majestät des ewigen Gottes (V. 6) leitet Mahnung (V. 7) und Drohung (V. 8) ein. -Offenbarung Offb 73 21 7 19 Das Neue. -Offenbarung Offb 73 21 7 20 Ihm wird das V. 3, V. 4 der neuen Menschheit Verheißene zu Teil werden. -Offenbarung Offb 73 21 8 Timidis autem, et incredulis, et exsecratis, et homicidis, et fornicatoribus, et veneficis, et idololatris, et omnibus mendacibus, pars illorum erit in stagno ardenti igne, et sulphure: quod est mors secunda. Den Feigen aber, und Ungläubigen, mit Greueln Befleckten, Mördern, Unzüchtigen, Zauberern, Götzendienern und allen Lügnern²¹ soll ihr Teil werden in dem Pfuhl, der von Feuer und Schwefel brennt: dies ist der zweite Tod. [Offb 20,14] -Offenbarung Offb 73 21 8 21 An der Spitze stehen, im Gegensatze zu den im Kampfe mit der Welt liegenden glaubenstreuen Christen, die Christen, welche dem Kampfe ausweichen, indem sie den Glauben verleugnen, ebenso die ungläubigen Feinde des Glaubens. Die folgenden Bezeichnungen heben Verfehlungen sittlicher Art hervor, indem der allgemeine Ausdruck mit Greueln Befleckte spezifiziert wird. -Offenbarung Offb 73 21 9 Et venit unus de septem Angelis habentibus phialas plenas septem plagis novissimis, et locutus est mecum, dicens: Veni, et ostendam tibi sponsam, uxorem Agni. Und es kam einer der sieben Engel,²² welche die Schalen hatten, die voll waren von den sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sagte: Komm, ich will dir die Braut²³ zeigen, die Gemahlin des Lammes!²⁴ [Offb 19,7] -Offenbarung Offb 73 21 9 22 Dass dieser Engel kommt, auf den innigen Zusammenhang, der zwischen der Niederlage des Bösen und dem Triumphe des Guten ist. Dieser folgt auf jene, wie der Tag auf die Nacht. Dass einer der Schalenengel jetzt zu Johannes redet, zeigt, dass dies letzte, wie jenes erste und alle dazwischen liegenden Gesichte nur im einzelnen das erklären, was durch die mittels der Ausgießung der Schalen gewirkte Endkatastrophe bewirkt worden ist. Die Darstellung ist der in [Offb 17,1] gleich gebildet, wie auch V. 10 [Offb 17,3] entspricht. Wie ferner [Offb 17,1] Babel als Buhlerin, so wird hier dem Apostel Jerusalem als Braut und Ehegemahl dargestellt und jener gegenübergestellt. -Offenbarung Offb 73 21 9 23 Zurückbeziehung auf [Offb 21,2]. -Offenbarung Offb 73 21 9 24 Was [Offb 19,7] als bevorstehend verkündet und [Offb 21,2] als geschehen geschaut ward, ist nun vollendet; die Vereinigung des Herrn mit seiner Kirche ist vollzogen: Jetzt hat sie Haus und Heimat auf der neuen Erde gefunden. Doch wie [Offb 17,1] Babel nicht nur als einzelne Stadt, sondern als Hauptstadt des Antichrist und die alle Könige und Völker der Erde beherrschende Hauptstadt der Welt, so kommt sein Gegenbild, das neue Jerusalem, nicht nur als heilige Stadt, sondern auch als die den Mittelpunkt der neuen Erde bildende heilige Stadt, als Hauptstadt des Reiches der Herrlichkeit des Herrn in Betracht. (Vergl. V. 24.) -Offenbarung Offb 73 21 10 Et sustulit me in spiritu in montem magnum, et altum, et ostendit mihi civitatem sanctam Jerusalem descendentem de clo a Deo, Und er führte mich im Geiste fort²⁵ auf einen großen und hohen Berg²⁶ und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabstieg.²⁷ -Offenbarung Offb 73 21 10 25 Vergl. [Ez 40,2] und [Offb 17,3]. -Offenbarung Offb 73 21 10 26 Der Berg ist groß im Umfange im Verhältnis zu seiner Höhe. Diese Höhe gewährt dem heil. Johannes vollen Überblick über die Stadt. -Offenbarung Offb 73 21 10 27 Entweder ist V. 2 vorweggenommene Ankündigung oder das Herabsteigen wird hier als innig zum Wesen der Stadt gehörig bezeichnet; oder endlich die Stadt schwebt herab, während Johannes im Geiste auf den Berg versetzt wird. -Offenbarung Offb 73 21 11 Habentem claritatem Dei: et lumen ejus simile lapidi pretioso tamquam lapidi jaspidis, sicut crystallum. Sie hatte die Herrlichkeit Gottes,²⁸ und ihr Glanz²⁹ war gleich einem kostbaren Edelsteine, wie Jaspisstein,³⁰ wie Kristall.³¹ -Offenbarung Offb 73 21 11 28 Dies ist das Wichtigste. Wie erst die Herrlichkeit Gottes die Stiftshütte und den Tempel (auch den von [Ez 42,2ff] geschauten; ebenso [Offb 15,8]) zur Wohnung Gottes machte, so muss auch das neue Jerusalem jene haben, soll es die Wohnung Gottes bei den Menschen sein. (V. 3) Während V. 9 das zweite Moment an dem Begriffe des neuen Jerusalem, dass es nämlich die Gemeinde der in Christus vollendeten ist, in den Vordergrund stellte, wird nun das erste und grundlegende Moment hervorgehoben. Doch anders als einst in der Stiftshütte und in dem Tempel und jetzt bei dem erhöhten Herrn im Himmel [Offb 15,8] wird die Herrlichkeit Gottes einst im neuen Jerusalem wohnen. Diesen Unterschied hebt der Zusatz hervor: Ihre Leuchte war gleich einem kostbaren Steine. -Offenbarung Offb 73 21 11 29 Dieser Glanz ist die Herrlichkeit Gottes. -Offenbarung Offb 73 21 11 30 Gemeint ist wohl der Diamant, der nicht wie [Offb 4,3] mehr von dem Feuerschein des göttlichen Zornes durchzogen ist. -Offenbarung Offb 73 21 11 31 Nicht in einer Wolke, im vollsten Lichte strahlte die Herrlichkeit des Herrn über die neue Erde. -Offenbarung Offb 73 21 12 Et habebat murum magnum, et altum, habentem portas duodecim: et in portis angelos duodecim, et nomina inscripta, quæ sunt nomina duodecim tribuum filiorum Israel. Sie hatte eine große, hohe Mauer³² mit zwölf³³ Toren, und auf den Toren zwölf Engel,³⁴ und Namen darauf geschrieben, welche die Namen der zwölf Stämme der Kinder Israels sind.³⁵ -Offenbarung Offb 73 21 12 32 Ohne Bild: Das neue Jerusalem ist sicher gegen Feinde, sind diese doch bereits [Offb 19,20, Offb 20,10.15] abgetan. -Offenbarung Offb 73 21 12 33 Die Maße sind nach der heiligen Zwölfzahl des alttestamentlichen Gottesvolkes [Offb 14,1, Offb 7,4] gegeben, welche aus 3 und 4 zusammengesetzt das Bild der Allgemeinheit bietet. (Aug.) Die Stadt erscheint dem Seher wohl in ihrer gegenbildlichen Beziehung zum Allerheiligsten des alten Tempels und der Stiftshütte in Kubusform. -Offenbarung Offb 73 21 12 34 Die Tore sind offen, den Verkehr zwischen den Bewohnern der Stadt und denen der neuen Erde zu vermitteln. Doch ihre Sicherheit geschützt zu zeigen, halten Engel Wache und halten, wie der Engel über das Paradies, Hut über die Stadt Gottes. -Offenbarung Offb 73 21 12 35 Auch nach [Ez 48,31ff] soll jedes Tor den Namen eines Stammes haben. Dies weist auf eine bestimmte Ordnung hin, welche das neue Jerusalem hat. -Offenbarung Offb 73 21 13 Ab oriente portæ tres: et ab aquilone portæ tres: et ab austro portæ tres: et ab occasu portæ tres. Nach Morgen drei Tore, nach Mitternacht drei Tore, nach Mittag drei Tore, nach Abend drei Tore. -Offenbarung Offb 73 21 14 Et murus civitatis habens fundamenta duodecim, et in ipsis duodecim nomina duodecim Apostolorum Agni. Die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine, und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.³⁶ -Offenbarung Offb 73 21 14 36 Da die Stadt vier Seiten, und jede Seite drei Tore hat, so entstehen dazwischen zwölf Mauerabschnitte, von denen vier die Ecken der Stadt bilden. Jeder dieser Mauerabschnitte wird von einem gewaltigen Grundstein getragen, der hoch emporragt, so dass sein kostbares Material erkennbar ist und die Inschrift gelesen werden kann. Da auf diesen die Namen der Apostel geschrieben sind, vergl. [Eph 2,20], erscheint in dem himmlischen Jerusalem der alte und der neue Bund verklärt. Die Richtung der Stadt nach den vier Weltgegenden zeigt, dass sie der ganzen Erde angehört. -Offenbarung Offb 73 21 15 Et qui loquebatur mecum, habebat mensuram arundineam auream, ut metiretur civitatem, et portas ejus, et murum. Und der mit mir redete, hatte ein goldenes Rohr,³⁷ dass er die Stadt und ihre Tore und die Mauer messe. -Offenbarung Offb 73 21 15 37 Golden ist das Rohr wegen der Herrlichkeit der zu messenden Gegenstände. -Offenbarung Offb 73 21 16 Et civitas in quadro posita est, et longitudo ejus tanta est quanta et latitudo: et mensus est civitatem de arundine aurea per stadia duodecim millia: et longitudo, et altitudo, et latitudo ejus æqualia sunt. Und die Stadt war in's Gevierte gebaut,³⁸ und ihre Länge so groß wie ihre Breite. Und er maß die Stadt mit dem goldenen Maßstabe auf zwölftausend Stadien; ihre Länge und die Höhe und die Breite sind gleich.³⁹ -Offenbarung Offb 73 21 16 38 Dies bemerkt der Seher, noch ehe der Engel zu messen anfängt. Das Messen hat die Bedeutung, dass der Engel fortfährt, die Stadt zu zeigen. -Offenbarung Offb 73 21 16 39 Das Viereck, zumal das Quadrat, ist ein Bild der Vollkommenheit. Die Länge und Breite, und demnach auch die Höhe der Stadt beträgt über 300 Meilen; indes kann das Griech. auch von dem Gesamtumfange der Länge und Breite zusammen verstanden werden, in welchem Falle die Höhe 3000 Stadien beträgt. Das himmlische Jerusalem besitzt die höchste Vollkommenheit, wie die Maße 20. 10. 10. 10. symbolisch andeuten. -Offenbarung Offb 73 21 17 Et mensus est murum ejus centum quadraginta quatuor cubitorum, mensura hominis, quæ est Angeli. Und er maß ihre Mauer: hundert und vierundvierzig Ellen⁴⁰ nach Menschen-Maß, nach welchem die Engel sich richten.⁴¹ -Offenbarung Offb 73 21 17 40 Die Höhe der Mauer ist im Vergleich zu der Stadt eine geringe, da nichts Unreines eindringen kann. (Viktorin.) Die Stadt liegt wohl auf einem Berge, dessen Fuß die Maier umspannt. -Offenbarung Offb 73 21 17 41 Allgemein, wenn sie messen, was ja dann für Menschen geschieht. -Offenbarung Offb 73 21 18 Et erat structura muri ejus ex lapide jaspide: ipsa vero civitas aurum mundum simile vitro mundo. Und das Bauwerk ihrer Mauer⁴² war aus Jaspis; die Stadt selbst⁴³ aber reines Gold, ähnlich reinem Glase.⁴⁴ -Offenbarung Offb 73 21 18 42 Derjenige Teil, welcher in den Grundstein eingelassen ist. -Offenbarung Offb 73 21 18 43 Neben der Mauer wird die über dieselbe hoch emporragende Stadt erst im Ganzen beschrieben, ehe die einzelnen Teile V. 19 21 genauer bezeichnet werden. -Offenbarung Offb 73 21 18 44 Von jeder Beimischung frei und durchsichtig. -Offenbarung Offb 73 21 19 Et fundamenta muri civitatis omni lapide pretioso ornata. Fundamentum primum, jaspis: secundum, sapphirus: tertium, calcedonius: quartum, smaragdus: Die Grundsteine⁴⁵ der Mauer der Stadt sind mit allerlei Edelsteinen geschmückt. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, der vierte ein Smaragd, -Offenbarung Offb 73 21 19 45 Jeder Grundstein besteht aus einem Edelsteine. -Offenbarung Offb 73 21 20 Quintum, sardonyx: sextum, sardius: septimum chrysolithus: octavum, beryllus: nonum, topazius: decimum, chrysoprasus: undecimum, hyacinthus: duodecimum, amethystus. der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardis, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyacinth, der zwölfte ein Amethyst.⁴⁶ -Offenbarung Offb 73 21 20 46 Der Jaspis ist hier, wie V. 18, der hellglänzende Diamant. Der Saphir ist himmelblau, der Chalcedon nach den einen blau, nach anderen grün. Der Smaragd ist grün, der Sardonyx rot und weiß gestreift, der Sardis ein Karneol, fleischfarben, rot gestreift, der Chrysolith nach den einen goldglänzend, nach anderen hellgrün, durchsichtig. Der Beryllus ist nach den einen mit dem Onyx (Sardonyx) identisch, nach anderen eine meergrüne Smaragdart. Der Topas ist durchsichtig, glasglänzend, gelb, auch grün und andersfarbig. Der Chrysopras ist eine grüne, durchscheinende Chalcedrinerart, der Hyacinth ein feurigglänzender Stein, nach anderen veilchenblau, der Amethyst purpurfarben, nach anderen violett. Wie [Offb 17,4] Babel als Gegenbild Jerusalems mit Gold, Perlen und Edelsteinen geschmückt geschildert war, um es als Herrn der Welt zu kennzeichnen, zeigt sich jetzt die Stadt Gottes als Besitzerin aller Schätze und Reichtümer der Erde. -Offenbarung Offb 73 21 21 Et duodecim portæ, duodecim margaritæ sunt, per singulas: et singulæ portæ erant ex singulis margaritis: et platea civitatis aurum mundum, tamquam vitrum perlucidum. Und die zwölf Tore sind zwölf Perlen, jedes Tor war aus einer einzigen Perle; und die Straßen der Stadt reines Gold, durchsichtig wie Kristall. -Offenbarung Offb 73 21 22 Et templum non vidi in ea. Dominus enim Deus omnipotens templum illius est, et Agnus. Einen Tempel sah ich nicht in ihr; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, und das Lamm.⁴⁷ -Offenbarung Offb 73 21 22 47 Nach der Schilderung des äußeren Reichtums der Stadt kommt der Seher auf das zurück, was V. 11 von der in ihr wohnenden Herrlichkeit Gottes gesagt war. Nachdem V. 18 21 die einzelnen Bauteile der Stadt beschrieben sind, fährt V. 22 fort: Einen Tempel sah ich nicht in ihr. Ein Tempel ist ein sinnbildliches Heiligtum, in dem Gott unter bedeutsamer Hülle wohnt und sich offenbart. Doch im neuen Jerusalem ist laut V. 11 Gott selbst offenbar zugegen, ja nach diesem Verse auch das Lamm, und so hat das neue Jerusalem nicht nur was das ehemalige hatte, sondern mehr. Der Name Lamm weist darauf hin, dass Christus den Seligen diese Stätte durch sein Blut erworben und ihnen dies gegenwärtig ist. -Offenbarung Offb 73 21 23 Et civitas non eget sole, neque luna ut luceant in ea; nam claritas Dei illuminavit eam, et lucerna ejus est Agnus. Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, dass sie in ihr scheinen, denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Leuchte ist das Lamm.⁴⁸ -Offenbarung Offb 73 21 23 48 Selbstverständlich wird hier nicht Gott so dem Lamme gegenübergestellt, dass er als Sonne, dieses als Mond bezeichnet wird. -Offenbarung Offb 73 21 24 Et ambulabunt gentes in lumine ejus: et reges terræ afferent gloriam suam, et honorem in illam. Und die Völker werden⁴⁹ in ihrem Lichte⁵⁰ wandeln; und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre zu ihr bringen.⁵¹ -Offenbarung Offb 73 21 24 49 Die erzählende Form verlassend nimmt der Apostel hier wieder die Voraussagung auf. Auch die Heiden finden den alten Prophezeiungen gemäß in der Stadt und in der neuen Erde Aufnahme, da sie dem wahren Israel einverleibt sind. Vergl. [Offb 7,9ff]. -Offenbarung Offb 73 21 24 50 Griech.: durch ihr Licht hindurch, ihren Wandel und Weg nehmend. -Offenbarung Offb 73 21 24 51 Vergl. [Jes 60,11]. Alles, was den Königen Herrlichkeit verleiht und ihre Herrlichkeit ausmacht und bezeugt, ihr Bestes und Höchstes, bringen sie in die Stadt, weil sie an ihr, in der die Herrlichkeit Gottes ist, den Mittelpunkt ihres Lebens haben. Damit soll der Verkehr dieser Völker und Könige mit der ewigen Gottesstadt in Gegensatz gesetzt werden zu dem Verkehr der dem Antichrist folgenden Könige und Völker mit Babel [Offb 17,2]. Vielleicht ist dieser Verkehr der Völker und Könige der zweite Grund zu V. 25a. der heil. Johannes lässt, da er nicht wie Isaias die Kirche auf Erden mehr im Auge hat, aus den Worten des Propheten Isaias [Jes 60,11] den Zusatz des Nachts aus und muss deshalb erklären, weshalb die Tore nur bei Tage nicht verschlossen sein werden. -Offenbarung Offb 73 21 25 Et portæ ejus non claudentur per diem: nox enim non erit illic. Und ihre Tore werden nicht geschlossen werden am Tage; denn Nacht wird daselbst nicht sein. -Offenbarung Offb 73 21 26 Et afferent gloriam, et honorem gentium in illam. Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Völker zu derselben bringen. -Offenbarung Offb 73 21 27 Non intrabit in eam aliquod coinquinatum, aut abominationem faciens, et mendacium, nisi qui scripti sunt in libro vitæ Agni. Nichts Unreines wird in sie eingehen, noch wer Greuel übt und Lüge, sondern nur die, welche im Lebensbuche des Lammes geschrieben sind.⁵² -Offenbarung Offb 73 21 27 52 Wer die neue Stadt betreten darf, darf auch auf der neuen Erde wohnen. Wer also darf die Stadt betreten? Dies wird V. 27 durch zwei negative und eine positive Angabe dargelegt. Der Zusatz: Im Lebensbuche des Lammes weist darauf hin, dass niemand anders als durch Christus dahin gelangen kann, in das Buch des Lebens [Offb 20,12] eingeschrieben zu werden und auf die neue Erde zu gelangen. -Offenbarung Offb 73 22 0 Das neue Jerusalem (V. 5) Epilog (V. 6 21): Abschluss der Offenbarungen: 1. Zeugnis des Engels und Mahnung. (V. 7) 2. Zeugnis des Apostels (V. 10) und Mahnung. (V. 15) 3. Zeugnis des Heilandes (V. 17) und Mahnung. (V. 19) 4. Verabschiedung des heil. Johannes seitens des Heilandes. (V. 20) 5. Segenswunsch des Apostels. -Offenbarung Offb 73 22 1 Et ostendit mihi fluvium aquæ vitæ, splendidum tamquam crystallum, procedentem de sede Dei et Agni. Und er zeigte mir¹ einen Strom des Wassers des Lebens,² glänzend wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes ausging. -Offenbarung Offb 73 22 1 1 Vergl. [Offb 21,9] Auch hier, vergl. [Offb 21,27] tritt zu der Schilderung dessen, was der Seher geschaut, die ausdrückliche, der Absicht der gesamten Offenbarung entsprechende Erinnerung, dass allein die Diener Gottes, die Sieger, zu seiner Herrlichkeit gelangen. -Offenbarung Offb 73 22 1 2 Die persönliche Gegenwart Gottes und des Lammes gibt den Seligen das Leben, diese Wahrheit wird unter dem Bilde eines von der Herrlichkeit Gottes ausgehenden und durch die heilige Stadt fließenden Leben spendenden Wassers beschrieben. Die Schilderung lehnt sich an [Joel 4,18, Ez 47,1, Sach 14,8] an. Nach dem Vorbilde [Gen 2,10] kehrt in dem himmlischen Jerusalem die Erinnerung an das Paradies wieder, so schließt sich das Ende des Reiches Gottes an den Anfang an. [Offb 7,17] war bereits gesagt, dass das Lamm die Seinen zu Quellen von Wassern des Lebens führen werde; hier sehen wir die Quellen schon mal zu einem reichen Strome gestaltet. Der neuen Schöpfung gemäß ist das Wasser dieses Stromes nicht allein rein und durchsichtig, sondern glänzend wie Kristall. -Offenbarung Offb 73 22 2 In medio plateæ ejus, et ex utraque parte fluminis lignum vitæ, afferens fructus duodecim, per menses singulos reddens fructum suum, et folia ligni ad sanitatem gentium. In Mitten ihrer Straße³ und zu beiden Seiten des Stromes⁴ war der Baum⁵ des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt, jeden Monat gibt er seine Frucht, und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.⁶ -Offenbarung Offb 73 22 2 3 Entweder wie [Offb 21,1]: der Straßen, oder nur der Hauptstraße. -Offenbarung Offb 73 22 2 4 So stehen auf beiden Seiten zwischen der Straße und dem Strome in ihrer Mitte Baumreihen. -Offenbarung Offb 73 22 2 5 Begriff und Name ist aus [Gen 2,9, Gen 3,22] genommen. Doch der eine Lebensbaum ist hier eine Vielheit von Bäumen geworden. Was die Menschheit durch den Fall im Paradiese verloren, die stete unvermittelte Gegenwart Gottes und das unausgesetzte Leben aus ihm und in ihm, ist der in Christus erneuten Menschheit hier wiedergegeben. -Offenbarung Offb 73 22 2 6 Wie [Offb 21,12] die Stadtmauer nicht vor etwa noch auf der neuen Erde vorhandenen Feinden sichern, sondern zeigen soll, dass dem neuen Jerusalem keine Feinde mehr drohen werden, wie [Offb 21,4] nicht Tränen getrocknet werden sollen, die noch auf der neuen Erde fortfließen, sondern die, welche hienieden geweint sind, so werden die Völker dort von allen Übeln, mit denen sie in diesem Leben heimgesucht wurden, geheilt werden. Drückt V. 1 den Gedanken, dass die Seligen unaufhörlich das ewige Leben genießen werden, aus, so wird derselbe hier negativ dargestellt: es wird alles, was dem Besitze des ewigen Lebens entgegensteht, Krankheit, Übel, Sünde, Zorn fern sein. -Offenbarung Offb 73 22 3 Et omne maledictum non erit amplius: sed sedes Dei, et Agni in illa erunt, et servi ejus servient illi. Und kein Bann⁷ wird mehr sein,⁸ sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Diener werden ihm dienen.⁹ -Offenbarung Offb 73 22 3 7 Wie [Offb 21,24-27] geht der Bericht über das Geschaute in Weissagung über, indem der Schlusssatz des V. 2 durch einen inhaltsverwandten negativen Satz fortgesetzt wird. -Offenbarung Offb 73 22 3 8 Alles, worauf der Fluch Gottes ruhte, ist ja an seinen Ort gekommen und auf ewig von der Gemeinde der Heiligen geschieden. -Offenbarung Offb 73 22 3 9 Gott dienen ist Freude und Ehre. Der Vater und das Lamm sind hier als eines bezeichnet. Gottes Gegenwart ist der Quell für die Seligkeit der Menschen, deren Schilderung mit diesem Zuge beginnt. -Offenbarung Offb 73 22 4 Et videbunt faciem ejus: et nomen ejus in frontibus eorum. Sie werden sein Angesicht schauen¹⁰ und seinen Namen an ihren Stirnen tragen.¹¹ -Offenbarung Offb 73 22 4 10 Sie werden erlangen, was selbst Moses hier auf Erden nicht gewährt erhielt [Ex 33] (V. 20ff) und was der Anteil der Engel ist [Mt 18,10]. -Offenbarung Offb 73 22 4 11 Als dritter Zug des seligen Lebens wird bezeichnet, dass sie Gott geweiht, Gottes Eigentum und Priester sein werden. Vergl. [Offb 3,12, Offb 14,1]. -Offenbarung Offb 73 22 5 Et nox ultra non erit: et non egebunt lumine lucernæ, neque lumine solis, quoniam Dominus Deus illuminabit illos, et regnabunt in sæcula sæculorum. Und Nacht wird nicht mehr sein,¹² und man wird nicht des Lichtes einer Leuchte, oder des Lichtes der Sonne bedürfen; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.¹³ -Offenbarung Offb 73 22 5 12 Diese oben eigentlich zu verstehenden Worte sollen hier einen Teil der ewigen Glückseligkeit bezeichnen: Kein Schrecken der Finsternis, keine Macht der Sorge wird mehr an die Seligen herantreten. -Offenbarung Offb 73 22 5 13 Was dem Menschen ursprünglich von Gott gegeben, durch den Fall aber verloren gegangen war, wird der neuen Menschheit wiedergegeben, die das wiederhergestellte und unverlierbare Paradies ist. -Offenbarung Offb 73 22 6 Et dixit mihi: Hæc verba fidelissima sunt, et vera. Et Dominus Deus spirituum prophetarum misit Angelum suum ostendere servis suis quæ oportet fieri cito. Und¹⁴ er¹⁵ sprach zu mir:¹⁶ Diese Worte¹⁷ sind zuverlässig und wahrhaftig. Und der Herr,¹⁸ der Gott der Geister der Propheten,¹⁹ hat seinen Engel gesandt, seinen Dienern²⁰ zu zeigen, was in Bälde geschehen soll. -Offenbarung Offb 73 22 6 14 Die Beschreibung der Vollendung und mit ihr das Zeigen alles dessen, was hiernach geschehen soll [Offb 4,1] ist beendet; was [Offb 1,19] als Gegenstand der Offenbarung bezeichnet war, ist in seinen beiden Teilen (2,1 3,22 und 4,1 22,5) mitgeteilt. -Offenbarung Offb 73 22 6 15 Nicht der Schalenengel, sondern, wie die Schlussworte des V. 6 und 8 ausdrücklich besagen, der Engel [Offb 1,1] -Offenbarung Offb 73 22 6 16 Das Folgende ist Bericht des heil. Johannes, in welchen er hie und da Aussprüche des Herrn und des Engels mit deren eigenen Worten einflicht. Er erzählt einige nach dem Schlusse der Gesichte noch geschehene Ereignisse. Die Zeugen, welche er vorführt, sind die Gleichen wie [Offb 1,1]: Der Engel, Jesus, der Apostel selbst, deren Zeugnis er derart anführt, dass aus demselben der Ursprung der Offenbarung aus Gott erhellt und dass zugleich auf den Nutzen hingewiesen wird, welchen sie für Leser und Hörer haben kann und soll. -Offenbarung Offb 73 22 6 17 Die gesamte Offenbarung. (Anders [Offb 19,19, Offb 21,5] von dem zunächst Vorausgehenden.) -Offenbarung Offb 73 22 6 18 Die Bezeugung der göttlichen Urheberschaft der Offenbarung ist das Wichtigste. Darauf weist auch das in Bälde hin, wie [Offb 1,1] -Offenbarung Offb 73 22 6 19 Die Geister der Propheten, welche der Herr erleuchtet und unterweist. -Offenbarung Offb 73 22 6 20 Allen Gläubigen. -Offenbarung Offb 73 22 7 Et ecce venio velociter. Beatus, qui custodit verba prophetiæ libri hujus. Und siehe, ich komme bald!²¹ Selig, wer die Worte der Weissagung dieses Buches²² bewahrt! -Offenbarung Offb 73 22 7 21 Der Apostel zieht aus dem baldigen Kommen des Herrn einen praktischen Schluss für die Christen, indem er ein Wort des Herrn [Offb 3,11] wiederholt. Hinzuzudenken ist also: Spricht der Herr. -Offenbarung Offb 73 22 7 22 Auch die in [Offb 2,3] enthaltenen. -Offenbarung Offb 73 22 8 Et ego Joannes, qui audivi, et vidi hæc. Et postquam audissem, et vidissem cecidi ut adorarem ante pedes Angeli, qui mihi hæc ostendebat: Und ich, Johannes, bin es, der dies²³ gehört und gesehen hat.²⁴ Und als ich es²⁵ gehört und gesehen, fiel ich zu den Füßen des Engels, der mir dieses zeigte, nieder, um anzubeten.²⁶ -Offenbarung Offb 73 22 8 23 Die gesamte Offenbarung. Griech. Steht das zeitlose Particip Präf. -Offenbarung Offb 73 22 8 24 Doch das Zeugnis des Apostels kann wohl die richtige Wiedergabe, indes aus sich selbst nicht den höheren Ursprung und die innere Wahrheit des Gehörten und Gesehenen verbürgen. Daher berichtet Johannes jetzt einen zweiten Vorfall, der hinter die V. 6 berichteten Worte fällt. -Offenbarung Offb 73 22 8 25 Der Wechsel der Zeitform im Griech. zeigt, dass dies es etwas anderes ist als dies nämlich das V. 6 berichtete. -Offenbarung Offb 73 22 8 26 Die Worte des Engels V. 6 haben einen so überwältigenden Eindruck auf den heil. Johannes gemacht, dass er trotz der [Offb 19,10] erhaltenen Mahnung noch einmal die Huldigung versucht. Er erzählt dies, um zu erkennen zu geben, dass weder er, noch der Engel, der Urheber dieser Offenbarung ist. -Offenbarung Offb 73 22 9 Et dixit mihi: Vide ne feceris: conservus enim tuus sum, et fratrum tuorum prophetarum, et eorum, qui servant verba prophetiæ libri hujus: Deum adora. Aber er sprach zu mir: Tue es nicht, denn ich bin dein und deiner Brüder, der Propheten,²⁷ Mitknecht und derer, welche die Worte der Weissagung dieses Buches bewahren.²⁸ Gott bete an! -Offenbarung Offb 73 22 9 27 Die Propheten werden hier der gegebenen Offenbarung entsprechend, in besonderer Weise als Brüder des heil. Johannes bezeichnet. -Offenbarung Offb 73 22 9 28 Auch denen, welche den Inhalt der Offenbarung bewahren, den frommen Christen, stellt der Engel sich gleich. So verschwinden er und der heil. Johannes ganz gegen den eigentlichen Urheber der Offenbarungen, Gott. -Offenbarung Offb 73 22 10 Et dicit mihi: Ne signaveris verba prophetiæ libri hujus: tempus enim prope est. Und er sprach zu mir: Versiegle die Worte der Weissagung dieses Buches nicht;²⁹ denn die Zeit ist nahe.³⁰ -Offenbarung Offb 73 22 10 29 Durch das Zeugnis des Engels sind die Offenbarungen als göttliche bestätigt, doch noch musste der Aufzeichnung derselben, auf welche doch alle außer dem heil. Seher selbst angewiesen waren, eine Bestätigung zu Teil werden. Dies geschieht durch den Befehl des Engels, die Weissagung nicht zu versiegeln, nicht verborgen zu halten, das Gegenteil [Offb 10,4]. In demselben ist ebenso die Weisung enthalten, das Gehörte in ein Buch zu schreiben, wie es kundzugeben. Geschah nun die Aufzeichnung und Veröffentlichung der Weissagung auf Befehl des von Gott gesendeten Engels, so muss der Herr auch über die richtige Wiedergabe seiner Offenbarung wachen. -Offenbarung Offb 73 22 10 30 Je näher die Zeit rückt, in der diese Weissagungen sich erfüllen sollen, desto mehr bedürfen die Gläubigen der in denselben enthaltenen Warnungen und Tröstungen. -Offenbarung Offb 73 22 11 Qui nocet, noceat adhuc: et qui in sordibus est, sordescat adhuc: et qui justus est, justificetur adhuc: et sanctus, sanctificetur adhuc. Wer Schaden tut, tue auch ferner Schaden, und wer unrein ist, sei ferner unrein; wer gerecht ist, übe ferner Gerechtigkeit, und wer heilig ist, heilige sich noch weiter.³¹ -Offenbarung Offb 73 22 11 31 Wer auch jetzt noch, nachdem er diese Weissagungen vernommen, noch immer böse bleiben will, möge es tun, damit das Böse zur Reife komme und die endliche Scheidung folgen könne. Vergl. [Mt 13,30ff]. Er wird, da das Ende nahe ist, nur allzu früh innewerden, was es heißt, freventlich gegen Gott sündigen. Wer aber angefangen hat, sich zu rechtfertigen und zu heiligen, der fahre umso eifriger fort im Hinblicke auf das nahe Gericht und er wird seinen Lohn erlangen. -Offenbarung Offb 73 22 12 Ecce venio cito, et merces mea mecum est, reddere unicuique secundum opera sua. Siehe, ich komme bald,³² und mein Lohn ist mit mir, einem jeden nach seinen Werken zu vergelten.³³ -Offenbarung Offb 73 22 12 32 Die Vergeltung, auf welche Johannes V. 11 hingewiesen, hebt er nun noch weiter hervor. Er wiederholt zwei Aussprüche des Herrn, welche nach der Weise der alten Propheten hingestellt, als Zusammenfassung der ganzen Offenbarung gelten können, die den Heiland als mächtigen Bringer der Vergeltung bezeichnen. Vergl. V. 7. -Offenbarung Offb 73 22 12 33 Dieser Ausspruch ist zwar wörtlich so nirgends in der Offenbarung gegeben, doch setzt er sich fast wörtlich aus [Offb 11,18, Offb 2,23, Offb 20,12] u. a. zusammen. Zudem gründet er sich auf [Jes 40,10, Jes 62,11]. Der Lohn umfasst Belohnung und Strafe. -Offenbarung Offb 73 22 13 Ego sum , et , primus, et novissimus, principium, et finis. Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.³⁴ [Offb 1,8] -Offenbarung Offb 73 22 13 34 Christus ist im Stande, jederzeit die Vergeltung zu üben. Der Ausspruch Christi: [Offb 1,17, -Offb 2,8]. -Offenbarung Offb 73 22 14 Beati, qui lavant stolas suas in sanguine Agni: ut sit potestas eorum in ligno vitæ, et per portas intrent in civitatem. Selig,³⁵ die ihre Kleider im Blute des Lammes waschen, dass sie Macht³⁶ erhalten über den Baum des Lebens³⁷ und durch die Tore eingehen in die Stadt! -Offenbarung Offb 73 22 14 35 Auf die beiden Aussprüche Christi, dass er bald zur Vergeltung kommen werde und dass er zu dieser auch die Macht habe, begründet der Apostel die tröstliche Verheißung für die, welche den Willen des Herrn tun. V. 14, und die Drohung der Verwerfung für die, welche demselben ungehorsam sind. V. 15. -Offenbarung Offb 73 22 14 36 Sie sollen die Gebote halten, um selig zu werden. Die Seligkeit wird durch zwei Züge beschrieben, welche der Schilderung des Lebens auf der neuen Erde entnommen sind. [Offb 22,2, Offb 21,7] -Offenbarung Offb 73 22 14 37 Den Gegensatz bildet Adam, dem, als er sündigte, der Zugang zum Baume des Lebens verwehrt ward. -Offenbarung Offb 73 22 15 Foris canes, et venefici, et impudici, et homicidæ, et idolis servientes, et omnis, qui amat, et facit mendacium. Draußen sind die Hunde,³⁸ und die Zauberer, und die Unzüchtigen, und die Mörder, und die Götzendiener, und alle, welche die Lüge lieben und tun. -Offenbarung Offb 73 22 15 38 Infolge der Aussprüche des Herrn V. 12, V. 18 werden die Hunde allgemeine Bezeichnung der Unreinigkeit usw. von dem neuen Jerusalem ausgeschlossen sein. Sieben Klassen von Menschen werden aufgezählt. Sie decken sich mit dem [Offb 21,8] genannten vier Paaren und den [Offb 21,27] angeführten drei Klassen. Diese unheilige sieben zerfällt wieder in vier und drei. -Offenbarung Offb 73 22 16 Ego Jesus misi Angelum meum, testificari vobis hæc in ecclesiis. Ego sum radix, et genus David, stella splendida, et matutina. Ich, Jesus,³⁹ habe meinen Engel⁴⁰ gesendet, um euch dieses in den Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der hellleuchtende Morgenstern.⁴¹ -Offenbarung Offb 73 22 16 39 Hier zuerst und hier allein nennt sich der Herr mit seinen Personalnamen Jesus. Dieser Name ist gleichsam das Siegel auf die ganze Offenbarung, die eigenhändige Unterschrift des Königs der Ewigkeit. -Offenbarung Offb 73 22 16 40 Der Engel, der laut [Offb 1,1] dem Apostel die Offenbarung gezeigt und dieselbe V. 6 bezeugt hatte, ist wirklich von dem Herrn gesendet, der eben dies bezeugt und verbürgt. Der Herr aber darf sicher bei den Gemeinden Glauben fordern. -Offenbarung Offb 73 22 16 41 Nach der Grundstelle [Jes 11,10] ist Christus der Spross, der Nachkomme Davids. Was Wurzel bildlich sagt, drückt Geschlecht, Nachkomme deutlicher aus: Der, in welchem der dem Volke Abrahams, Hause Davids, verheißene Segen erschienen ist, auf den die Heiden hofften. Als glänzender Morgenstern ist er der Verkünder des ewigen Sonnenaufgangs, auf den keine Nacht mehr folgt. -Offenbarung Offb 73 22 17 Et spiritus, et sponsa dicunt: Veni. Et qui audit, dicat: Veni. Et qui sitit, veniat: et qui vult, accipiat aquam vitæ, gratis. Und der Geist und die Braut⁴² sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer will, der empfange Wasser des Lebens umsonst.⁴³ -Offenbarung Offb 73 22 17 42 Der Geist, welcher die Propheten zu ihrem Amte tüchtig macht und der den Glauben der Gemeinden und das hoffnungsvolle Verlangen nach dem Kommen des Herrn wirkt, und die Braut, die Kirche Christi. Das sehnsüchtige Verlangen der Kirche, dass der Heiland komme, soll auch das aller Gläubigen sein, die so zugleich den Glauben an Christi Würde, wie sie eben beschrieben, bekennen. -Offenbarung Offb 73 22 17 43 Bei seinem und des Engels Zeugnisse hatte der Apostel die sich ergebende Mahnung mit eigenen Worten angefügt. Hier fügt er eigene Worte des Herrn bei. Das erste schließt sich wieder unmittelbar an den Schluss des Zeugniswortes: Komm! An. Es: das komm des Geistes und der Braut. Um aber die Bereitwilligkeit noch mehr zu wecken, fügt der Herr seine Verheißung bei: Wer so spricht, wer ihm so mit dürstendem Verlangen entgegenkommt, wird ihn finden. Indes nur wer im Geiste der Braut ruft, wird die ewigen Lebensgüter empfangen, umsonst empfangen. -Offenbarung Offb 73 22 18 Contestor enim omni audienti verba prophetiæ libri hujus: Si quis apposuerit ad hæc, apponet Deus super illum plagas scriptas in libro isto. Ich⁴⁴ bezeuge einem jeden, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu denselben hinzu tut,⁴⁵ auf den wird Gott alle die Plagen legen, welche in diesem Buche beschrieben sind.⁴⁶ -Offenbarung Offb 73 22 18 44 Eine dritte Mahnung des Herrn, dessen, der in V. 20 Zeugnis gibt, in dessen Mund allein eine solche Warnung passt. Nach anderen sind es Worte des Apostels. -Offenbarung Offb 73 22 18 45 Jeder, der den Inhalt dieses Buches zu seiner Warnung und Ermunterung hört, soll das von Gott Geoffenbarte lauter bewahren und darnach tun, ohne die offenbarte Wahrheit über die Zukunft, Entwicklung und Vollendung des Reiches Gottes zu fälschen. -Offenbarung Offb 73 22 18 46 Die Plagen sind die Strafen, welche dies Buch vom Ende und vom Endgerichte den Bösen in Aussicht stellt. Diese Strafen werden zugleich beweisen, dass die Worte dieser Offenbarung zuverlässig und wahr sind. -Offenbarung Offb 73 22 19 Et si quis diminuerit de verbis libri prophetiæ hujus, auferet Deus partem ejus de libro vitæ, et de civitate sancta, et de his, quæ scripta sunt in libro isto. Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung hinwegnimmt, so wird Gott seinen Anteil von dem Buche⁴⁷ des Lebens hinwegnehmen, und von der heiligen Stadt, und von dem, was in diesem Buche geschrieben ist.⁴⁸ -Offenbarung Offb 73 22 19 47 Griech.: Vom Baume des Lebens. -Offenbarung Offb 73 22 19 48 Diese Worte erinnern an [Dtn 4,2]: Füget nichts zu dem Worte, das ich zu euch spreche, hinzu. Wie Paulus [Gal 1,8ff] den Fluch auf den herabruft, der die Lehre vom Glauben verdirbt, so wird hier der Fluch gegen den geschleudert, der die Lehre von der Hoffnung fälscht, handelt es sich doch hier um Stütze, Trost und Licht der Kirche in schwerster Drangsal. -Offenbarung Offb 73 22 20 Dicit qui testimonium perhibet istorum: Etiam venio cito: Amen. Veni Domine Jesu. Es spricht, der dieses⁴⁹ bezeugt: Ja, ich⁵⁰ komme bald! Amen. Komm, Herr Jesus!⁵¹ -Offenbarung Offb 73 22 20 49 Alles in dem Buche Geweissagte, oder speziell das V. 18, V. 19 Gesagte. -Offenbarung Offb 73 22 20 50 Christus. -Offenbarung Offb 73 22 20 51 Die sehnsuchtsvolle Hoffnung auf die Wiederkunft des Herrn bildet den Grundton der ganzen Offenbarung. Auf diese Hoffnung der streitenden Kirche drückt der Herr hier gleichsam das Siegel der Bestätigung und nimmt damit Abschied von dem heil. Seher. Gläubig und sehnsüchtig ruft ihm der treue Jünger der Mahnung des Herrn V. 17 gemäß zu: Es geschehe, komm, Herr Jesus. -Offenbarung Offb 73 22 21 Gratia Domini nostri Jesu Christi cum omnibus vobis. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.⁵² -Offenbarung Offb 73 22 21 52 Nachdem der Apostel vom Herrn entlassen, entlässt er seinerseits Hörer und Leser, in Form des die apostolischen Briefe schließenden Segenswunsches, wie auch der Eingang [Offb 1,4] einen solchen bietet. Nichts zwingt uns indes, den Gruß auf die Glieder der im Eingange genannten sieben Gemeinden zu beschränken, sondern jedem Leser bleibt es unbenommen, sich in die Zahl der Gegrüßten eingeschlossen zu denken. +Offenbarung Offb 74 1 0 Einleitung zur Offenbarung (1. V. 1 V. 20a): 1. Aufschrift des Buches (V. 6) 2. Grundlegendes Gesicht der Offenbarung: Der Heiland erscheint (V. 8) inmitten der sieben Leuchter und befiehlt, den sieben Kirchen die Bedeutung der Erscheinung zu schreiben. (V. 20) I. Sendschreiben an die Gemeinden Asiens. (1,20b 3,22): A. Vorbemerkung. +Offenbarung Offb 74 1 1 APOCALYPSIS Jesu Christi, quam dedit illi Deus palam facere servis suis, quæ oportet fieri cito: et significavit, mittens per Angelum suum servo suo Joanni, Offenbarung¹ Jesu Christi,² welche Gott ihm gegeben hat, seinen Dienern³ kund zu tun, was in Bälde⁴ geschehen soll;⁵ und er hat es, indem er seinen Engel sandte,⁶ seinem Diener⁷ Johannes⁸ kund getan,⁹ +Offenbarung Offb 74 1 1 1 Kundgebung von Geheimnissen, welche bis dahin in Gott verborgen waren, hier von zukünftigen Ereignissen. Siehe V. 19. +Offenbarung Offb 74 1 1 2 Offenbarung, deren Urheber Jesus Christus ist, der als Sohn Gottes alles vom Vater hat, als Gottmensch aber beständiger Mittler zwischen Gott und Menschen ist. Gott hat sie ihm gegeben, vergl. [Joh 7,16] und [Joh 17,7.8], damit er sie seiner Zeit den Gläubigen mitteilte. In der Sache ist es eine Offenbarung, in der Weise, wie diese geboten wird, eine Verhüllung, welche aber die erhabensten Mahnungen enthält. Wie der heil. Johannes sich als Evangelist über die anderen Evangelien erhebt, so als Prophet über die übrigen Propheten. (Petr. Damian) +Offenbarung Offb 74 1 1 3 Den Christen. +Offenbarung Offb 74 1 1 4 Die ganze neutestamentliche Zeit ist nach christlicher Anschauung eine kurze (Greg.), ist eine Knospe, der die Blüte bald folgt. Johannes unterscheidet den Anfang der zukünftigen Dinge wohl von ihrer entfernten Vollendung, denn wenngleich er hier sagt: bald, weist er doch immer von neuem auf die Notwendigkeit geduldigen Ausharrens hin und ermahnt die Christen zu solchem. +Offenbarung Offb 74 1 1 5 Was nach göttlicher Vorherbestimmung geschehen soll. Soll: Vergl. [Offb 17,10, Offb 20,3, Mt 24,6], also auch ohne die Menschen und wider die Menschen, die freudigen Ereignisse zum Trost der Bedrängten und zur Beschämung der Sünder, die widrigen, damit die Kirche wachse, indem sie Verfolgung leidet. +Offenbarung Offb 74 1 1 6 Vergl. [Sach 1,9.13, Sach 2,3, Dan 8,16, Dan 9,21] erscheint Gabriel als Ausleger der Vision. Der Ausdruck ist hier, da verschiedene Erklärer auftreten: [Offb 10,1ff, Offb 17,1.7.15, Offb 18,1, Offb 19,9, Offb 21,9, Offb 22,1], 1. Allgemein zu nehmen. Erst [Offb 22,6.16] kehrt der hier zuerst genannte Engel wieder. +Offenbarung Offb 74 1 1 7 Diener Jesu Christi heißt Johannes wegen seines prophetischen Amtes, wie der Engel sich [Offb 22,8] Mitdiener des heil. Johannes und seiner Brüder, der Propheten, nennt. +Offenbarung Offb 74 1 1 8 Der Evangelist Johannes brauchte sich nicht zu nennen, da das von ihm Erzählte viele Zeugen hatte, anders der Seher Johannes. Der Apostel hebt den erhabenen prophetischen Charakter seines Buches hervor durch die Stufenleiter: Gott, Christus, der Engel, Johannes. +Offenbarung Offb 74 1 1 9 Wörtlich: gezeigt. Der Ausdruck ist wohl der Bilder wegen gewählt. +Offenbarung Offb 74 1 2 Qui testimonium perhibuit verbo Dei, et testimonium Jesu Christi, quæcumque vidit. welcher das Wort Gottes¹⁰ und das Zeugnis Jesu Christi, alles, was er gesehen,¹¹ bezeugt hat. +Offenbarung Offb 74 1 2 10 Das Wort der Offenbarung Christi, wie Johannes sie später in seinem Evangelium niederlegte und hier bietet. +Offenbarung Offb 74 1 2 11 Das Sehen steht auch für das Hören. (V. 12) +Offenbarung Offb 74 1 3 Beatus, qui legit, et audit verba prophetiæ hujus: et servat ea, quæ in ea scripta sunt: tempus enim prope est. Selig, wer¹² da liest¹³ und hört¹⁴ die Worte dieser Weissagung, und bewahrt, was in ihr geschrieben steht; denn der Zeitpunkt¹⁵ ist nahe! +Offenbarung Offb 74 1 3 12 Die Vulgata weicht hier etwas vom griech. Texte ab: Selig, wer da liest und die, welche hören und bewahren. +Offenbarung Offb 74 1 3 13 Der Vorleser. +Offenbarung Offb 74 1 3 14 Die Hörer sind die Christen. Diese aber sollen die Worte der Weissagung (wie die Vorleser) nicht nur hören, sondern auch im Herzen bewahren, wie Maria [Lk 2,19], und üben. Die Offenbarung soll ja eine Mahnung an die Gläubigen sein, in der letzten Zeit der bittersten Not und des härtesten Kampfes treu auszuharren. +Offenbarung Offb 74 1 3 15 Die Gelegenheit, aus der Offenbarung Nutzen zu ziehen. Nach dem heil. Thomas: Der Zeitpunkt, wo die Verfolgung endet, der Tod. +Offenbarung Offb 74 1 4 Joannes septem ecclesiis, quæ sunt in Asia. Gratia vobis, et pax ab eo, qui est, et qui erat, et qui venturus est: et a septem spiritibus, qui in conspectu throni ejus sunt: Johannes an die sieben Gemeinden in Asien.¹⁶ Gnade euch und Friede¹⁷ von dem, der ist,¹⁸ und der war,¹⁹ und der kommen wird;²⁰ und von den sieben Geistern, die vor seinem Throne sind;²¹ +Offenbarung Offb 74 1 4 16 An diese sieben Gemeinden ist das ganze Buch gerichtet, nach dem Befehl des Heilandes. (V. 11ff) Warum der Apostel dieses Buch gerade jenen Gemeinden widmet, während doch noch viele andere waren, darüber gehen die Meinungen sehr auseinander. Der wahrscheinlichste Grund ist, dass ihm diese in der ersten Vision (V. 12ff) als Typus der Gesamtkirche gezeigt werden. (Chrys., Aug., Greg., Isidor) Sieben ist ja die symbolische Zahl des Verhältnisses Gottes zu der Welt. In sieben Jahren als der Weltwoche [Offb 11,2] vollendet sich der Ratschluss Gottes, dieser ist enthalten im Buche mit sieben Siegeln; auch der Feind Gottes, der Satan und das Tier [Offb 12,3, Offb 13,1] zeigen die Siebenzahl. +Offenbarung Offb 74 1 4 17 Gnade und Frieden werden in fast allen apostolischen Briefen in der Grußformel verbunden. ([2Joh 1,3] kommt noch Erbarmen hinzu.) Nach Tertullian fügten die Apostel den Wunsch der Gnade zu dem Friedenswunsche nach der Auferstehung des Herrn hinzu. +Offenbarung Offb 74 1 4 18 Jahve; ähnliche Umschreibung [Ex 3,14]. +Offenbarung Offb 74 1 4 19 Wenngleich Gottes unveränderliche Natur kein war und wir sein zulässt, sondern nur ein Ist, sagen wir doch ohne Irrtum: War, ist und sein wird. Er war, weil er nie anfing zu sein; er wird sein, weil er nie aufhört; er ist, weil er immer ist. Da die menschliche Rede sich dem Unterschiede der Zeit anpassen muss, dürfen wir mit Recht dem, der zu jeder Zeit ist, jedes Zeitwort zuschreiben. (Aug.) Gemeint ist die ganze heilige Dreifaltigkeit. +Offenbarung Offb 74 1 4 20 Mit Beziehung auf den Inhalt der Offenbarung gewählter Ausdruck. +Offenbarung Offb 74 1 4 21 Die sieben Geister werden noch zweimal erwähnt: [Offb 4,5] die sieben Fackeln vor dem Throne Gottes, [Offb 5,7] die sieben Augen des Lammes. Gemeint ist die dritte Person der Gottheit, der Heil. Geist nach seinen sieben Gaben und Wirkungen. (Viktor, Primas., Beda) Vergl. [Sach 4,10]. Der Heil. Geist wird hier als vor dem Throne (vor Gott dem Vater befindlich) dargestellt, weil seine Sendung nach außen dargestellt wird. Er ist der Geist des Vaters und des Sohnes, die so wenig wie der Heil. Geist mit diesen Namen bezeichnet, sondern nach ihren Taten und Erweisungen beschrieben werden. Die sieben Geister stehen in Beziehung zu den sieben Vorstehern und dadurch zu den [Offb 1,20] als Leuchtern vorgestellten sieben Gemeinden selbst. Das Feuer, von dem die sieben Fackeln brennen [Offb 4,5] ist bei allen sieben das gleiche, aber es wird zur siebenfachen Flamme durch den Leuchter und seine Arme und Lampen. Der Leuchter ist das Volk Gottes. +Offenbarung Offb 74 1 5 Et a Jesu Christo, qui est testis fidelis, primogenitus mortuorum, et princeps regum terræ, qui dilexit nos, et lavit nos a peccatis nostris in sanguine suo, und von Jesus Christus,²² welcher der treue Zeuge ist,²³ der Erstgeborne der Toten,²⁴ und der Herrscher über die Könige der Erde,²⁵ der uns geliebt und uns abgewaschen hat von unsern Sünden in seinem Blute,²⁶ +Offenbarung Offb 74 1 5 22 Gnade und Friede vom Vater, vom Heil. Geist und vom Sohne. +Offenbarung Offb 74 1 5 23 Das ganze Leben des Heilandes und sein Tod waren ein Zeugnis für die Wahrheit. +Offenbarung Offb 74 1 5 24 Der erste, der von den Toten zu einem seligen und unsterblichen Leben auferstand, das zugleich Vorbild und Ursache der Auferstehung aller anderen, vergl. [Röm 8,29], sein soll. (Thom.) Die Beifügung dieses Titels stärkt den Mut zur Ertragung der Verfolgungen. +Offenbarung Offb 74 1 5 25 Vergl. [Offb 17,4]. Durch seine Erniedrigung hat Christus den Sieg über die Welt errungen [Joh 16,33] und ist bei seiner Erhöhung vom himmlischen Vater zum Herrscher über alle Geschöpfe eingesetzt [Hebr 1,2, Apg 13,33], dereinst als Richter wiederkehrend. Der Apostel hat Christus so nach seinem dreifachen messianischen Amte als Propheten, Hohenpriester und König charakterisiert. Diesen drei Prädikaten folgen drei andere, welche angeben, was der Herr nach seinem messianischen Amte für uns getan hat, indem zu jedem Prädikate eine Lobpreisung beigefügt wird. +Offenbarung Offb 74 1 5 26 Im Griech. beginnt die Lobpreisung: Ihm, der uns liebt und von unseren Sünden usw. +Offenbarung Offb 74 1 6 Et fecit nos regnum, et sacerdotes Deo et Patri suo: ipsi gloria, et imperium in sæcula sæculorum: Amen. und uns zu einem Königtume und zu Priestern für Gott, seinen Vater gemacht hat;²⁷ ihm die Ehre und die Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.²⁸ +Offenbarung Offb 74 1 6 27 Zu einem Reiche, in dem wir Könige, vergl. [Offb 5,10], und zugleich Priester sind. Hier wie [1Petr 2,9] wird der eigentliche Beruf des Volkes Gottes [Ex 19,6] von den Nachkommen Abrahams auf die Christen übertragen. +Offenbarung Offb 74 1 6 28 Können wir Gott auch nichts geben, so ist doch die Lobpreisung der Ausdruck der Liebe, denn dem, welchen wir über alles lieben, müssen wir alles Erhabene wünschen. +Offenbarung Offb 74 1 7 Ecce venit cum nubibus, et videbit eum omnis oculus, et qui eum pupugerunt. Et plangent se super eum omnes tribus terræ: Etiam: Amen. Sehet, er kommt in den Wolken,²⁹ und jegliches Auge wird ihn schauen,³⁰ auch die, welche ihn durchstochen haben.³¹ Und es werden über ihn wehklagen alle Geschlechter der Erde.³² Ja! Amen. +Offenbarung Offb 74 1 7 29 Eigentlich: mit, umgeben von Wolken. Vergl. [Dan 7,13, 2Petr 3,8]. +Offenbarung Offb 74 1 7 30 Ähnlich wie [Am 1,12] fasst der Apostel die Hauptsache des Buches zusammen, wie er sie [Offb 22,7.12ff] noch einmal wiederholt. Der Herr kommt zum Gerichte über alle seine Feinde. [Mt 16,27] Vergl. [Mt 26,64]. Der Heiland kommt während der ganzen Weltzeit zum Gerichte über die Welt und die Kirche, und dieses Kommen ist in der Offenbarung beschrieben. Da aber sein Kommen jetzt verborgen ist, ist er wenigen offenbar. (Chrys.) Der Heiland kommt zum Gerichte; als ob er schon gegenwärtig wäre. +Offenbarung Offb 74 1 7 31 Beziehung auf [Sach 12,10]. Der Evangelist führt [Offb 19,37] diese Stelle mit Beziehung auf die Durchstechung der Seite Christi und die endliche Bekehrung Israels an. Gemeint sind alle, die ihn als Feinde verfolgt haben. Aus dieser Stelle schließen Cyr., Chrys., Hieron., dass der Heiland bei seiner Ankunft zum Gerichte die verherrlichten Wundmale seines Leibes sichtbar erscheinen lassen wird. +Offenbarung Offb 74 1 7 32 Wenn der Herr zum Gerichte kommt. (Aug.) +Offenbarung Offb 74 1 8 Ego sum , et , principium, et finis, dicit Dominus Deus: qui est, et qui erat, et qui venturus est, omnipotens. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende,³³ spricht der Herr, Gott, der da ist, und der war, und der kommen wird, der Allmächtige. +Offenbarung Offb 74 1 8 33 Der Anfang und das Ende. Wohl eine aus [Offb 21,6, Offb 22,13] herübergenommene Glosse. Wie in V. 4 redet hier Gott, die heil. Dreifaltigkeit. Ich bin die Quelle alles Erschaffenen und sein Ziel. +Offenbarung Offb 74 1 9 Ego Joannes frater vester, et particeps in tribulatione, et regno et patientia in Christo Jesu: fui in insula, quæ appellatur Patmos, propter verbum Dei, et testimonium Jesu: Ich Johannes,³⁴ euer Bruder und Mitgenosse in der Drangsal und im Königtum,³⁵ und in der Geduld³⁶ in Christus Jesus,³⁷ war³⁸ auf der Insel, die Patmos heißt,³⁹ um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen von Jesus. +Offenbarung Offb 74 1 9 34 Die Hervorhebung der Person des Verfassers soll eine Bürgschaft für die Wichtigkeit der Sache sein, deren nahe Beziehung zu den Lesern auch der Zusatz euer Bruder hervorhebt. Vergl. [Dan 8,1, Dan 9,2, Dan 10,2]: ich, Daniel. +Offenbarung Offb 74 1 9 35 Also dem Anrechte nach und innerlich schon hier des Reiches Jesu teilhaftig. Vergl. [2Tim 2,12]. +Offenbarung Offb 74 1 9 36 In der standhaften Ausdauer, welche der Heiland gewährt. +Offenbarung Offb 74 1 9 37 Dieser Zusatz gehört zu allen drei vorhergehenden Bestimmungen: Von diesen drei Dingen will Johannes ja schreiben. Von der Trübsal, welche der Kirche bevorsteht, von dem Reiche, das ihr bereitet ist, und von der Ausdauer, die sie beweisen soll. +Offenbarung Offb 74 1 9 38 Er war wohl auch noch auf Patmos, als er die ihm gewordene Offenbarung niederschrieb. +Offenbarung Offb 74 1 9 39 Patmos ist eine kleine, zu den Sporaden gehörige Insel im ägäischen Meere, südwestlich von Ephesus, zwischen Naros und Samos, unweit der kleinasiatischen Küste. Sie ist unfruchtbar und ungesund. Noch jetzt wird dort der Sarkophag des heil. Johannes und die Grotte der Offenbarung gezeigt. +Offenbarung Offb 74 1 10 Fui in spiritu in Dominica die, et audivi post me vocem magnam tamquam tubæ. Da war ich im Geiste⁴⁰ an dem Tage des Herrn,⁴¹ und ich hörte hinter mir⁴² eine starke Stimme, wie von einer Posaune,⁴³ +Offenbarung Offb 74 1 10 40 Es ist der Zustand der Verzückung, in welcher das äußere Auge geschlossen, das innere geöffnet ist. (Aug.) Was mit dem Apostel geschieht, sind also geistige Vorgänge. (Konzil von Ancyra 314) Der Ausdruck kehrt [Offb 4,2] wieder. Vergl. auch [Offb 21,10]. Der Geist des Apostels wurde in Gemeinschaft gesetzt mit dem Geiste der Weissagung (V. 11). +Offenbarung Offb 74 1 10 41 Die Sitte der Feier des Sonntags als des Auferstehungstages des Herrn wird bereits [1Kor 16,2, Apg 20,7] berührt. Der Name findet sich weiter in der Lehre der Apostel, und bei dem heil. Ignatius. +Offenbarung Offb 74 1 10 42 Das Hören bereitet auf das Sehen vor. (Beda) +Offenbarung Offb 74 1 10 43 Die Posaune drückt Stärke und Wohlklang der Stimme aus. Nach [Joel 2,1] sollen die Priester das Volk vom Nahen des Gerichtes durch den Klang der Posaune in Kenntnis setzen. Vergl. auch [1Thess 4,16]. Es ist der Herr, der zu ihm redet. +Offenbarung Offb 74 1 11 Dicentis: Quod vides, scribe in libro: et mitte septem ecclesiis, quæ sunt in Asia, Epheso, et Smyrnæ, et Pergamo, et Thyatiræ, et Sardis, et Philadelphiæ, et Laodiciæ: die sprach: Was du schaust,⁴⁴ schreibe in ein Buch,⁴⁵ und sende es den sieben Gemeinden in Asien, nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamus, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia, und nach Laodicia.⁴⁶ +Offenbarung Offb 74 1 11 44 Die gesamte Offenbarung. +Offenbarung Offb 74 1 11 45 Nicht nur die sieben Worte des Heilandes, die sieben Sendschreiben, sondern alles. Wenn auf Befehl des Herrn ein Buch an diese sieben Gemeinden gerichtet wird, das laut V. 1 allen Dienern des Herrn bestimmt ist, so treten diese Gemeinden in ein besonderes Verhältnis zur Gesamtkirche. +Offenbarung Offb 74 1 11 46 Die Gemeinden werden nach ihrer geographischen Lage von Patmos aus von Süden nach Norden aufgezählt. +Offenbarung Offb 74 1 12 Et conversus sum ut viderem vocem, quæ loquebatur mecum: Et conversus vidi septem candelabra aurea: Und ich wandte mich um, die Stimme⁴⁷ zu sehen, die zu mir redete; und da ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter,⁴⁸ +Offenbarung Offb 74 1 12 47 Das Wort ist aus der Lebhaftigkeit der Vorstellung gewählt. Eigentlich: den zu sehen, der zu mir sprach. +Offenbarung Offb 74 1 12 48 Die sieben goldenen Leuchter werden V. 28 von Christus selbst als Sinnbilder der sieben Gemeinden erklärt. Wie im Tempel immer brennende Leuchter als Symbol des Volkes Israel waren, so hatte Christus diese Gemeinden als Leuchter hingestellt, damit sie das Heidentum durchstrahlten. Statt des siebenarmigen Leuchters des A. B. werden sieben einzelne Leuchter genannt, weil jede der Gaben des Heil. Geistes, der Einheit unbeschadet, sich in besonderer Weise äußert. +Offenbarung Offb 74 1 13 Et in medio septem candelabrorum aureorum similem filio hominis, vestitum podere, et præcinctum ad mamillas zona aurea: und inmitten der sieben goldenen Leuchter einen, der einem Menschensohne glich,⁴⁹ angetan mit einem langen Gewande,⁵⁰ und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel.⁵¹ +Offenbarung Offb 74 1 13 49 Christus wird von dem Apostel nicht genannt, sondern wie er in seiner Verklärung ist, nach [Dan 7,13] beschrieben. Im Übrigen wird dem heil. Johannes, da er im Geiste ist, alles symbolisch vorgestellt. Jeder Zug der Visionen hat seine Bedeutung, weshalb der Heiland in verschiedenen Gestalten erscheint, z.B. [Offb 5] als Lamm mit der Todeswunde. Die Eigenschaften, welche hier vom Heilande angegeben werden, kehren im zweiten oder dritten Kapitel wieder, wie sie ihm auch im zweiten Teile des Buches gegeben werden. [Offb 14,14] erscheint der Herr als der einem Menschensohne ähnliche, die Augen wie Feuerflammen werden [Offb 19,12] erwähnt, das Schwert [Offb 19,15] kurz, der Herr wird hier so beschrieben, wie er sich nachher wirksam erweist. +Offenbarung Offb 74 1 13 50 Ein linnenes Gewand trägt er als himmlischer Hoherpriester und Herrscher. (Vergl. [1Sam 15,27] Iren.) +Offenbarung Offb 74 1 13 51 Der Gürtel ist bei dem Hohenpriester des A. B. Sinnbild der Enthaltsamkeit und Reinheit. Während aber jener ihn um die Lenden trug, trägt ihn der Heiland um die Brust als Zeichen seiner vollendeten Freiheit von jeder Regung der Sünde. (Chrys., Greg., Anselm.) Doch der Gürtel des Herrn ist nicht nur mit Goldfäden durchwirkt [Ex 28,8], sondern golden, wie ihn die Könige tragen. [1Makk 10,89] +Offenbarung Offb 74 1 14 Caput autem ejus, et capilli erant candidi tamquam lana alba, et tamquam nix, et oculi ejus tamquam flamma ignis, Sein Haupt aber und⁵² seine Haare waren weiß wie Wolle und wie Schnee,⁵³ und seine Augen wie Feuerflammen,⁵⁴ +Offenbarung Offb 74 1 14 52 Nämlich. +Offenbarung Offb 74 1 14 53 Ähnlich beschreibt [Dan 7,9] den Alten der Tage. Zeichen der Verklärung und Ewigkeit. +Offenbarung Offb 74 1 14 54 Die Augen flammen zum Zeichen seiner gegen alles Unheilige mit Zorn gerichteten Allwissenheit. Der Gemeinde zu Thyatyra stellt sich der Heiland als der da, der von ihr erkannt sein will, als der, welcher Herzen und Nieren erforscht [Offb 2,23], darum mit solchen Augen; [Offb 19,11] erscheint er mit denselben, weil er gerecht richtet. +Offenbarung Offb 74 1 15 Et pedes ejus similes aurichalco, sicut in camino ardenti, et vox illius tamquam vox aquarum multarum: seine Füße ähnlich dem im Ofen glühenden Glanzerze,⁵⁵ und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser;⁵⁶ +Offenbarung Offb 74 1 15 55 Zu solchen Flammenaugen gehören die Füße, welche alles Unheilige niedertreten. +Offenbarung Offb 74 1 15 56 Die Stimme, mit welche er der Kirche und der Welt seine Entschlüsse verkündet und seinen Feinden Halt gebietet. Darum bezeichnet sie auch die Unterwerfung der ganzen Erde durch seine Botschaft. (Greg., Beda) Die Wasser sind die Völker. Indes wird [Offb 14,2, Offb 19,6] daneben das Rollen des Donners der Stimme beigemessen, weshalb man den Ausdruck als majestätisch brausend auffassen kann. +Offenbarung Offb 74 1 16 Et habebat in dextera sua stellas septem: et de ore ejus gladius utraque parte acutus exibat: et facies ejus sicut sol lucet in virtute sua. und er hielt in seiner Rechten sieben Sterne,⁵⁷ und aus seinem Munde ging ein zweischneidiges Schwert⁵⁸ hervor, und sein Angesicht war, wie wenn die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.⁵⁹ +Offenbarung Offb 74 1 16 57 Die sieben Sterne sind Symbole der Bischöfe jener Gemeinden, welche durch die Leuchter dargestellt werden. (V. 20) Sterne stehen schon im A. T. als Bild für Herrscher [Num 24,17, Jes 14,12], doch auch die Lehrer werden [Dan 12,3] Sternen verglichen. Die Bischöfe sind Träger des Kirchenamtes und Inhaber des Lehramtes: sie sollen auch den Gläubigen vorleuchten, und auf den stürmischen Wogen dieser Zeitlichkeit gleich den Gestirnen des Himmels zu Wegweisern dienen. Christus hält sie in seiner Rechten, denn von ihm haben sie ihr Licht, ihre Sendung und Vollmacht: er ist ihr Beschützer und Versorger. Dieser Zug kehrt [Offb 2,1] und [Offb 3,1] wieder, wenngleich an letzter Stelle das Bild nicht so ausgemalt wird. +Offenbarung Offb 74 1 16 58 Das Schwert ist Sinnbild der unwiderstehlichen Strafgewalt seines Wortes, das tief in die Herzen der Sünder eindringt [Hebr 4,12] und sie die Gerechtigkeit seines Richterspruches fühlen lässt [Offb 19,5], vor dem alle Feinde zu Schanden werden. (Beda) +Offenbarung Offb 74 1 16 59 Wie die Sonne ihre Kraft voll entfaltet. Der Heiland ist dargestellt als der, der er für seine gesamte Kirche in Gegenwart, Zukunft und Vollendung ist. So sind die sieben Gemeinden ein Bild der ganzen Kirche. +Offenbarung Offb 74 1 17 Et cum vidissem eum, cecidi ad pedes ejus tamquam mortuus. Et posuit dexteram suam super me, dicens: Noli timere: ego sum primus, et novissimus, Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot nieder,⁶⁰ und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte,⁶¹ +Offenbarung Offb 74 1 17 60 Wie Moses sein Angesicht vor dem Anblicke Gottes verhüllte [Ex 23,20ff] und Daniel von dem Glanze der himmlischen Herrlichkeit überwältigt niederfiel [Dan 8,17], wie selbst Seraphine ihr Antlitz mit den Flügeln vor dem Glanze der Gottheit bedecken [Jes 6,2], so wird Johannes von Schrecken erfasst, wie auch die Apostel von der Herrlichkeit des verklärten Heilandes geblendet niederfielen. [Mt 17,6] Doch der Heiland ermutigt ihn, wie auf dem Berge (und wie der Engel [Lk 1,13.30, Mk 16,6]). +Offenbarung Offb 74 1 17 61 Was [Jes 41,4, Jes 44,6, Jes 48,12] von Gott ausgesagt wird, dass er Anfang und Ende ist, wird hier von Christus gesagt, durch den alles geschaffen und durch welchen auch alles erneuert wird. (Beda, Ambros.) Diese Worte dienen [Offb 2,8] und [Offb 22,13] auch zum Troste der Gläubigen, dass Christus derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. +Offenbarung Offb 74 1 18 Et vivus, et fui mortuus, et ecce sum vivens in sæcula sæculorum, et habeo claves mortis, et inferni. und der Lebendige;⁶² ich war tot,⁶³ und siehe, ich lebe in alle Ewigkeit, und habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.⁶⁴ +Offenbarung Offb 74 1 18 62 Deshalb bringe ich durch mein Erscheinen Leben. +Offenbarung Offb 74 1 18 63 Vergl. [Hos 13,14]. +Offenbarung Offb 74 1 18 64 Der Unterwelt werden [Jes 38,10, Mt 16,18] zugeschrieben, ebenso dem Tode als dem Weg zur Unterwelt [Ps 9,14], deshalb werden zu beiden Schlüssel erwähnt. Da nun Übergabe und Besitz der Schlüssel nach der auch [Offb 3,7] wieder berührten Stelle [Jes 22,22] Bild der Übergabe und des Besitzes der Macht ist, nennt sich der Heiland den Überwinder des Todes in Ewigkeit, den Beherrscher von Tod und Unterwelt. Während die V. 17, V. 18 dem Herrn beigelegten Eigenschaften ihn in seiner Stellung als Menschensohn zu der Welt und zu seinem Volke darstellen und seine richtende Macht hervorheben, stellen die V. 13 16 angegebenen Eigenschaften seine Gottheit in den Vordergrund und heben namentlich seine seligmachende, Leben gebende und den Tod überwindende Macht hervor. Die Erscheinung des Herrn (V. 13 16) hatte den Seher mit Schrecken erfüllt. Wie der Heiland sich in V. 17, V. 18 dem Apostel offenbart, wird er sich in allem erweisen, was das Buch enthüllt. +Offenbarung Offb 74 1 19 Scribe ergo quæ vidisti, et quæ sunt, et quæ oportet fieri post hæc. Schreibe nun,⁶⁵ was du gesehen hast, was ist, und was nach diesem geschehen soll.⁶⁶ +Offenbarung Offb 74 1 19 65 Mit der Tröstung des heil. Johannes ist der Zwischenfall, der V. 12 spielte, beendet. Die Stimme des Herrn hatte V. 11 die Offenbarung begonnen mit dem Befehle zu schreiben. Der Wunsch des Apostels, die Stimme zu sehen, hatte die Fortsetzung des Befehles unterbrochen. Jetzt fährt der Herr in dem V. 11 begonnenen Befehle fort: Da du nun weißt, wer ich bin usw.: Nun: Hier führt der Herr weiter die Worte: was du siehst (V. 11) und was bald geschehen soll (V. 11) näher aus. +Offenbarung Offb 74 1 19 66 Das, was die Gegenwart angeht, wird in den Briefen in [Offb 2, Offb 3] gezeigt, die Zukunft von [Offb 4,1] wie die Wiederaufnahme der letzten Worte von V. 19 zeigt. +Offenbarung Offb 74 1 20 Sacramentum septem stellarum, quas vidisti in dextera mea, et septem candelabra aurea: septem stellæ Angeli sunt septem ecclesiarum: et candelabra septem, septem ecclesiæ sunt. Das Geheimnis⁶⁷ der sieben Sterne, welche du in meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter: die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.⁶⁸ +Offenbarung Offb 74 1 20 67 Ein Anakoluth: Das Geheimnis der sieben Sterne und der sieben Leuchter anlangend, so sind. +Offenbarung Offb 74 1 20 68 Der Heiland erklärt das, was zunächst in Kap. 2 und 3 des Verständnisses bedurfte. Die Bischöfe als Repräsentanten der Gemeinden werden Engel genannt. Vergl. [Offb 2,1.8]. Schon im A. T. wird Priestern und Propheten dieser Name beigelegt, um ihre hohe Würde zu kennzeichnen. Vergl. [Sir 5,5, Mal 2,7.8, Apg 1,13]. Die Sterne empfangen von dem Herrn, der die Sonne ist, Licht und Bahn; so werden die Vorsteher der Gemeinde von Gott und seinem Sohne mit deren Wort an die Gemeinde gesendet. Die Gemeinden sind Leuchter und Träger des göttlichen Lichtes, das der Herr durch seinen Geist anzündet. Das V. 13 18 geschilderte Gesicht bleibt während der gesamten Offenbarung. Zwischen den Leuchtern stehend, spricht der Herr [Offb 1,13-19]. Auch [Offb 22,6] versetzt in die gleichen Umstände. +Offenbarung Offb 74 2 0 B. Die sieben Worte des Herrn an jede der sieben Gemeinden. (2,1 3,22) I. 1. Sendschreiben an die Gemeinde von Ephesus. (V. 7) 2. Sendschreiben an die Gemeinde von Smyrna. (V. 11) 3. Sendschreiben an die Gemeinde von Pergamus. (V. 17) II. 4. Sendschreiben an die Gemeinde von Thyatira. +Offenbarung Offb 74 2 1 Angelo Ephesi ecclesiæ scribe: Hæc dicit, qui tenet septem stellas in dextera sua, qui ambulat in medio septem candelabrorum aureorum: Dem Engel der Gemeinde¹ zu Ephesus² schreibe: So spricht der, welcher die sieben Sterne in seiner Rechten hält,³ welcher wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter:⁴ +Offenbarung Offb 74 2 1 1 Die sieben Briefe sind nach derselben Einteilung geschrieben: Aufschrift, welche außer dem Namen der Kirche einen der im ersten Kapitel angegebenen Namen des Herrn enthält; Gegenstand des Schreibens, der jedes Mal mit der Versicherung eingeleitet wird, dass der Herr den Stand jener Gemeinde kennt und nach Umständen Lob, Tadel und Mahnungen beifügt. Schluss: Mahnung an alle, auf das Gesagte zu hören und Verheißung der Belohnung. Die Briefe zerfallen in zwei Klassen, insofern den drei ersten eine Mahnung, den vier letzten eine Verheißung vorausgeht. In den Briefen werden zwar Zustände und Verhältnisse dargestellt, wie sie in den damaligen Gemeinden obwalteten, wie sie aber in der Kirche zu allen Zeiten wiedergekehrt sind und bis zum Ende der Zeiten wiederkehren werden. +Offenbarung Offb 74 2 1 2 In Ephesus weilte der heil. Paulus eine Zeit lang und sammelte eine blühende Gemeinde, welche vorwiegend aus bekehrten Heiden bestand. [Apg 19, Apg 20,17] Nachdem der Apostel Ephesus verlassen, leitete Timotheus diese Gemeinde. [1Tim 1,3] Nach dem Tode beider nahm der heil. Johannes dauernd seinen Sitz in dieser Stadt. Das Auftreten judaisierender Lehrer rügt der heil. Paulus [1Tim 1,7, 1Tim 4,1-3], der heil. Ignatius warnt vor Spaltungen. +Offenbarung Offb 74 2 1 3 Die Bezeichnung des Herrn ist aus [Offb 1,13.16] entnommen. +Offenbarung Offb 74 2 1 4 Die Bezeichnung ist mit sittlicher Beziehung auf V. 5b gewählt. Die Anrede ist zunächst an den Vorsteher, dann aber, wie V. 5 zeigt, an die ganze Gemeinde gerichtet. +Offenbarung Offb 74 2 2 Scio opera tua, et laborem, et patientiam tuam, et quia non potes sustinere malos: et tentasti eos, qui se dicunt Apostolos esse, et non sunt: et invenisti eos mendaces: Ich kenne deine Werke,⁵ und deine Mühe, und deine Geduld, und dass du die Bösen⁶ nicht ertragen kannst;⁷ und du hast die geprüft, welche sich Apostel nennen, und es nicht sind,⁸ und hast sie als Lügner erfunden. +Offenbarung Offb 74 2 2 5 Die Werke werden zerlegt in mühevolle Arbeit und ertragende Geduld. Die mühevolle Arbeit wird durch den zweiten Teil des zweiten Verses, die ertragende Geduld in V. 3 näher erklärt. +Offenbarung Offb 74 2 2 6 Die Bosheit ist als eine dem göttlichen Gesetze entgegenstehende zu fassen, insbesondere also alles ein Widerspruch gegen die göttliche Wahrheit, welche das innere und äußere Leben der Gläubigen bestimmt. +Offenbarung Offb 74 2 2 7 Gegensatz: nicht ertragen V. 2, ertragen V. 3. +Offenbarung Offb 74 2 2 8 Zum Apostelamt gehörte, dass man von Christus berufen und darum auch den Herrn gesehen und mit ihm verkehrt hatte. Vergl. [Apg 1,21.22]. Vielleicht ist das Wort Apostel hier allgemeiner: Gesandte Christi zu fassen. Dass es judaisierende Irrlehrer waren, liegt nahe hieraus zu schließen. +Offenbarung Offb 74 2 3 Et patientiam habes, et sustinuisti propter nomen meum, et non defecisti. Und du hast Geduld, und hast viel ertragen um meines Namens willen, und bist nicht müde geworden.⁹ +Offenbarung Offb 74 2 3 9 Drittes Lob. Die Bösen vermag die Gemeinde nicht zu ertragen, Christi Kreuz trägt sie willig. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 2 4 Sed habeo adversum te, quod caritatem tuam primam reliquisti. Aber ich habe wider dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.¹⁰ +Offenbarung Offb 74 2 4 10 Die Liebe der ersten Zeit nach deiner Bekehrung (bei dem Bischof: nach deinem Amtseintritt). Die Innigkeit der Liebe war nicht mehr die alte. +Offenbarung Offb 74 2 5 Memor esto itaque unde excideris: et age pnitentiam, et prima opera fac: sin autem, venio tibi, et movebo candelabrum tuum de loco suo, nisi pnitentiam egeris. So gedenke nun, von wo du herabgesunken bist, tue Buße, und übe die ersten Werke; wo nicht, so komme ich schnell über dich¹¹ und werde deinen Leuchter von seiner Stelle rücken, wenn du nicht Buße tust.¹² +Offenbarung Offb 74 2 5 11 Hier kündigt Christus sich als Richter an: Ich werde dich aus der Zahl der Christengemeinden austilgen. Nach dem Bilde [Offb 1,12.20] sind sie ein Leuchter, weil das durch das Wort des Herrn entzündete Licht auf sie, als auf einen Leuchter, gestellt ist, Gott zum Lobe, damit es in die Welt seinen Schein werfe. Verlassen sie diese Liebe Christi, so geht diese ihre Stellung zu Gott und Menschen verloren. +Offenbarung Offb 74 2 5 12 Die Wiederholung der Aufforderung zur Buße soll die Gemeinde trösten, dass sie dem angedrohten Unglück noch entgehen kann. Dasselbe Ziel hat die wiederholte Hervorhebung des Guten. (V. 6) +Offenbarung Offb 74 2 6 Sed hoc habes, quia odisti facta Nicolaitarum, quæ et ego odi. Aber das hast du, dass du die Werke¹³ der Nikolaiten¹⁴ hassest, welche auch ich hasse. +Offenbarung Offb 74 2 6 13 Die Werke, nicht die Personen. So schließt der Hass der Werke nicht die Sorge um das Seelenheil der Verführer aus. Vergl. [2Tim 2,24ff]. +Offenbarung Offb 74 2 6 14 Nach [Offb 2,15] traten die Nikolaiten in die Fußstapfen Balaams, indem sie das Essen des Götzenfleisches und die Unzucht gestatteten. Diese Sekte trieb in Ephesus und Pergamus ihr Wesen, doch gab es nach [Offb 2,20] auch in Thyatira Anhänger der Sekte. Sie standen nach [Offb 2,24] in Verbindung mit einer gnostischen Sekte. Das christliche Altertum bezeichnet den Diakon Nikolaus [Apg 6,5] als den Urheber der Irrlehre, doch ist nicht festzustellen, ob eine tugendhafte Äußerung seinerseits durch Missverständnis den Irrtum hervorrief, oder ob er selbst eine Irrlehre aufstellte. +Offenbarung Offb 74 2 7 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis: Vincenti dabo edere de ligno vitæ, quod est in Paradiso Dei mei. Wer Ohren hat, der höre,¹⁵ was der Geist¹⁶ zu den Gemeinden¹⁷ spricht: Wer überwindet,¹⁸ dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens,¹⁹ der im Paradiese meines Gottes ist. +Offenbarung Offb 74 2 7 15 Vergl. [Mt 11,15] u. a. Wer mit den Ohren hört, erfasse es im Verständnisse. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 2 7 16 Der Heil. Geist, der ja Christi Geist ist. +Offenbarung Offb 74 2 7 17 Zu allen Gemeinden. +Offenbarung Offb 74 2 7 18 Wer im Kampfe treu bleibt bis zum Ende. +Offenbarung Offb 74 2 7 19 Vom Baume des Lebens, welcher das Gegenbild des Baumes des Lebens im Paradiese [Gen 2,9] ist und von dem [Offb 22,2, Offb 14,19] die Rede ist. Nach Maßgabe der alttestamentliche Stelle [Gen 2,3] wird auch hier der Ort der Seligkeit Paradies genannt: Gott wird ihm alles in Fülle spenden, was den verklärten Seligen ewiges Leben gewährt. +Offenbarung Offb 74 2 8 Et Angelo Smyrnæ ecclesiæ scribe: Hæc dicit primus, et novissimus, qui fuit mortuus, et vivit: Und dem Engel der Gemeinde zu Smyrna²⁰ schreibe: So spricht der Erste und Letzte, der tot war und lebt:²¹ [Offb 1,17.18] +Offenbarung Offb 74 2 8 20 Smyrna, etwa zwei Tagesreisen nördlich von Ephesus. Wer die dortige Christengemeinde gründete, ist unbekannt. In der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts war der heil. Polykarp, Schüler des heil. Johannes, dort Bischof. Er erlitt im Jahre 168 den Martertod im hohen Alter, weshalb man ihn den Engel von Smyrna vermuten kann. +Offenbarung Offb 74 2 8 21 Vier Dinge sagt der Apostel hier von Christus: Er ist der erste, vor dem niemand, also nicht ein Geschöpf, wie die Arianer behaupteten. Er ist der letzte, nach dem keiner gegen die Arianer. Er war tot: Gegen die Manichäer, welche die Menschheit Christi leugneten. Er lebt gegen Simon Magus und andere, welche die Auferstehung des Herrn bestritten. Als ersterem gebührt ihm Ehre, als letztem Furcht, denn er ist der Richter. Dem Gestorbenen gebührt Liebe, da er sein Leben für uns dahingegeben, der lebende sichert die Hoffnung, denn er wird uns auferwecken. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 2 9 Scio tribulationem tuam, et paupertatem tuam, sed dives es: et blasphemaris ab his, qui se dicunt Judæos esse, et non sunt, sed sunt synagoga satanæ. Ich kenne deine²² Bedrängnis,²³ und deine Armut, doch du bist reich,²⁴ und du wirst gelästert von denen, die sich selbst Juden nennen und es nicht sind, sondern eine Synagoge des Satans. +Offenbarung Offb 74 2 9 22 Die Anrede ist zunächst an den Bischof gerichtet, aber wie V. 10. einige von euch zeigt, gelten die Worte auch der Gemeinde. +Offenbarung Offb 74 2 9 23 Woher die Trübsal kommt, zeigt das Folgende: aus der Verlästerung der Juden. Mit Absicht nennt der Apostel diese eine Synagoge (griech. nicht ecclesia) des Satan, nicht sie sind das Volk Gottes, sondern die Christen. In Kleinasien, und auch sonst, gingen die ersten Christenverfolgungen von dem in allen Städten befindlichen und durch Reichtum mächtigen Judengemeinden aus. [Apg 13,50, Apg 14,2.19, Apg 17,5, Apg 20,3, Apg 21,27] Konnten diese an den Christen keine Gewalt verüben, so reizten sie durch Lästerungen und Verleumdungen die heidnischen Gewalten gegen jene auf. [Apg 13,45, Apg 18,6, Apg 19,6] Auch der Märtyrertod des heil. Polykarpus, Bischofs von Smyrna, erfolgte unter wesentlicher Beteiligung der Juden. +Offenbarung Offb 74 2 9 24 Im wahren Sinne, an geistlichen Gütern. +Offenbarung Offb 74 2 10 Nihil horum timeas quæ passurus es. Ecce missurus est diabolus aliquos ex vobis in carcerem ut tentemini: et habebitis tribulationem diebus decem. Esto fidelis usque ad mortem, et dabo tibi coronam vitæ. Fürchte nichts von dem, was dir an Leiden bevorsteht.²⁵ Siehe, der Teufel²⁶ wird einige von euch in das Gefängnis²⁷ werfen, damit ihr geprüft werdet; und ihr werdet Drangsal haben²⁸ zehn Tage lang.²⁹ Sei getreu bis zum Tode, so werde ich dir die Krone des Lebens³⁰ geben! +Offenbarung Offb 74 2 10 25 Die Gemeinde hat nicht zum Tadel Anlass gegeben, es bedarf also nur der Aufmunterung und Verheißung. Wen Kains Bosheit nicht heimsucht, der wird kein Abel. (Greg.) +Offenbarung Offb 74 2 10 26 Als eigentlicher Urheber der Leiden wird der Teufel genannt (vergl. V. 9: Synagoge Satans), der Urfeind Christi und seines Reiches, welcher Juden und Heiden als seine Werkzeuge gebraucht. +Offenbarung Offb 74 2 10 27 Die Erwähnung des Gefängnisses weist noch mehr als die des Todes auf das Eingreifen der heidnischen Machthaber hin. +Offenbarung Offb 74 2 10 28 Beides, das Versuchtwerden wie die Drangsal haben, ist eine vom Teufel in der Absicht sie zu verderben bereitete Versuchung, in welcher der Herr indes seinen Beistand gewähren wird. +Offenbarung Offb 74 2 10 29 Die Zehnzahl ist symbolisch, eine vollgemessene Zeit, da dieselbe aber nach Tagen bestimmt wird, ist sie eine kurze. +Offenbarung Offb 74 2 10 30 Die Ermahnung zeigt, dass die Verfolgung eine heftige sein wird. Die Siegeskrone: Dies Bild aus dem Kampfspiele kehrt bei dem heil. Paulus besonders häufig wieder. +Offenbarung Offb 74 2 11 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis: Qui vicerit, non lædetur a morte secunda. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht: Wer siegt, soll keine Schädigung erfahren von dem zweiten Tode.³¹ +Offenbarung Offb 74 2 11 31 Der zweite Tod ist die Verdammnis, welche dem Sünder im Gerichte Gottes trifft, der ewige Tod nach dem zeitlichen. +Offenbarung Offb 74 2 12 Et Angelo Pergami ecclesiæ scribe: Hæc dicit qui habet rhomphæam utraque parte acutam: Und dem Engel der Gemeinde zu Pergamus³² schreibe: So spricht, der das zweischneidige Schwert hat:³³ [Offb 1,16 (korr.Offb 11,6Offb 1,16; vgl. Allioli 1839)] +Offenbarung Offb 74 2 12 32 Pergamus in Mysien war der Sitz eines römischen Obergerichtes, besonders ausgezeichnet durch einen berühmten Tempel des Äskulap und einen Riesenaltar des Zeus. Tertullian erwähnt nach V. 13 den Märtyrer Antipas. Eusebius nennt u. a. den Märtyrer Karpus, den manche für den Bischof halten, an welchen dies Schreiben gerichtet ist. +Offenbarung Offb 74 2 12 33 Die Bezeichnung Christi, nach [Offb 1,16], zielt auf die Drohung gegen die Balaamiter. (V. 16) +Offenbarung Offb 74 2 13 Scio ubi habitas, ubi sedes est satanæ: et tenes nomen meum, et non negasti fidem meam. Et in diebus illis Antipas testis meus fidelis, qui occisus est apud vos, ubi satanas habitat. Ich weiß, wo du wohnst: wo der Thron Satans ist,³⁴ und du hältst fest an meinem Namen und hast den Glauben an mich nicht verleugnet. Und in jenen Tagen bewährte Antipas sich als mein treuer Zeuge,³⁵ der bei euch getötet ward, da, wo der Satan wohnt.³⁶ +Offenbarung Offb 74 2 13 34 Der Wohnort der Gemeinde bringt bestimmte Gefahren mit sich. In Pergamus hat der Fürst dieser Welt, der Leiter der Heiden in ihren gottwidrigen Bestrebungen, nicht allein seine Wirksamkeit, sondern selbst seinen Thron. Hier zuerst hat er Märtyrerblut vergossen. +Offenbarung Offb 74 2 13 35 Von Antipas ist nichts Genaueres bekannt. Simon Metaphrastes macht ihn zum Bischofe von Pergamon und lässt ihn von Domitian in einen glühenden Stier verbrannt werden. Das römische und griechische Martyrologium feiert sein Fest am 11. April. +Offenbarung Offb 74 2 13 36 Der dadurch seine Gesinnung besonders offenbarte. +Offenbarung Offb 74 2 14 Sed habeo adversus te pauca: quia habes illic tenentes doctrinam Balaam, qui docebat Balac mittere scandalum coram filiis Israel, edere, et fornicari: Aber ich habe wider dich etwas Weniges,³⁷ dass du dort solche hast, welche zu der Lehre Balaams halten, der den Balak lehrte, Ärgernis anzurichten vor den Kindern Israels, Götzenopfer zu essen und Unzucht zu treiben.³⁸ +Offenbarung Offb 74 2 14 37 Nicht etwas an sich, seiner inneren Bedeutung nach Unwichtiges, sondern der Ausdruck ist gewählt, um die vorhergehende Anerkennung nicht aufzuheben, vielmehr das zu Sagende als Ausnahme zu kennzeichnen, die freilich immerhin nicht statthaben sollte. +Offenbarung Offb 74 2 14 38 Die Irrlehrer geben dieselben verführerischen Ratschläge wie Balaam. Vergl. [Num 25,1] und [Num 31,16ff]. Die Weisung Balaams enthielt ein Ärgernis (das griech. Wort bedeutet eigentlich das Stellholz in einer Falle), weil sie die Israeliten zu einer Sünde wider ihren Gott verführten. +Offenbarung Offb 74 2 15 Ita habes et tu tenentes doctrinam Nicolaitarum. So hast auch du solche, welche an der Lehre der Nikolaiten festhalten.³⁹ +Offenbarung Offb 74 2 15 39 Wie Balak an der Weisung Balaams hielt, so halten bei dir einige an der Irrlehre der Nikolaiten. Im griech. Texte gehört das gleicherweise, welches die Vulgata an den Anfang des V. 16 stellt, noch zu V. 15. Wie in Israel sich viele nach der Lehre Balaams versündigten, so sind in dir ähnlicherweise nikolaitische Frevler. Die beiden auch sonst von den Aposteln verbotenen Verfehlungen [Apg 15], welche hier mit Übergehung des [Num 25,1ff] erwähnten eigentlichen Götzendienstes gestraft werden, legen es nahe zu vermuten, dass dies ganz eigentlich die bösen Werke der Nikolaiten waren, bei welchem sie die Freiheit vorschützen mochten. +Offenbarung Offb 74 2 16 Similiter pnitentiam age: si quo minus veniam tibi cito, et pugnabo cum illis in gladio oris mei. Tue gleicherweise Buße;⁴⁰ wo aber nicht, so werde ich schnell über dich kommen, und werde mit ihnen kämpfen mit dem Schwerte meines Mundes.⁴¹ +Offenbarung Offb 74 2 16 40 Durch energisches Nachholen des Versäumten, durch Vorgehen gegen die Irrlehrer. +Offenbarung Offb 74 2 16 41 Wenn auch der Heiland nur gegen die Nikolaiten kämpfen will, wird sein Kommen doch immerhin ein richtendes und sichtendes für die ganze Gemeinde sein (über dich), wenn sie noch ferner versäumt, die noch heilbaren faulen Glieder zu retten, die schon abgestorbenen auszuscheiden. Das Schwert des Mundes ist der verdammende Urteilsspruch. +Offenbarung Offb 74 2 17 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis: Vincenti dabo manna absconditum, et dabo illi calculum candidum: et in calculo nomen novum scriptum, quod nemo scit, nisi qui accipit. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht: Wer siegt, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben,⁴² und werde ihm einen weißen Stein geben,⁴³ und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.⁴⁴ +Offenbarung Offb 74 2 17 42 Die Schlussverheißung bietet dem Überwindenden, dem, welcher den Kampf dieses Lebens glücklich vollendet hat, zwei Gaben des ewigen Lebens. Wie der Sieger sich insbesondere auch darin bewährt hat, dass er der Versuchung, vom Götzenopfer zu essen, widerstanden hat, so wird Gott ihm eine Speise reichen, welche ähnlich der Frucht vom Baume des Lebens (V. 7) das himmlische Leben gewähren wird. Verborgen ist es, weil es erst in der zukünftigen Herrlichkeit dem offenbar wird, der es genießt, wie dies ähnlich über den neuen Namen gesagt wird. +Offenbarung Offb 74 2 17 43 Die weiße Farbe sinnbildet den Glanz des Sieges [Offb 6,2] und entspricht dem reinen Wesen der Seligen im Himmel [Offb 4,4]. Auf kleine Steine pflegte man im Altertume zu schreiben. Die eigentliche Bedeutung derselben hebt erst der Name hervor. +Offenbarung Offb 74 2 17 44 Es ist des Kriegers eigener Name. (Beda) Neu ist dieser, weil er die neue, erst in dem zukünftigen Leben offenbar werdende Herrlichkeit der Gläubigen bezeichnet, und nur der denselben Empfangene kennt ihn, weil das Wissen von der ewigen Seligkeit des himmlischen Lebens nur durch die eigene Erfahrung gewonnen wird. Ähnlich heißt es [Offb 3,12], dass Gott der Vater, die Stadt Gottes und Gottes Sohn neue Namen empfangen werden, d. i. Gott sich in neuer, von der jetzigen verschiedenen Weise den Menschen offenbaren wird. Der Name drückt die Offenbarung Gottes nach außen aus. Nach [Offb 22,4] werden die Seligen Gottes neue Namen (von denen [Offb 3,12] Erwähnung geschieht) auf ihren Stirnen tragen. +Offenbarung Offb 74 2 18 Et Angelo Thyatiræ ecclesiæ scribe: Hæc dicit Filius Dei, qui habet oculos tamquam flammam ignis, et pedes ejus similes aurichalco: Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira⁴⁵ schreibe: Dies spricht der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und dessen Füße wie Glüherz sind:⁴⁶ [Offb 1,14.15] +Offenbarung Offb 74 2 18 45 Thyatira lag etwa 19 Stunden von Pergamum, an der Straße von dort nach Sardes. [Apg 16,14] wird eine Purpurhändlerin aus Thyatira erwähnt. Weder Judentum, noch Heidentum bedrängte diese Gemeinde, so hat sie sich ganz der Betätigung ihres Glaubens widmen können. Doch innerlich wird sie, wie V. 20, V. 21 zeigen, desto härter angefochten. +Offenbarung Offb 74 2 18 46 Der, welcher [Offb 1,13] einem Menschensohn ähnlich erscheint, ist, wie die dortige Schilderung bereits zeigt, der Sohn Gottes, obwohl dieser Name nur hier vorkommt. Hier aber bezeichnet der Herr sich so, weil V. 27 nach Maßgabe von [Ps 2] seine Herrlichkeit geltend gemacht wird. Mit den Flammenaugen [Offb 1,14] durchdringt er alles (vergl. V. 23) und mit seinen Füßen wie Erz [Offb 1,15] zertritt er alles Unreine und Feindselige. (Vergl. V. 27) +Offenbarung Offb 74 2 19 Novi opera tua, et fidem, et caritatem tuam, et ministerium, et patientiam tuam, et opera tua novissima plura prioribus. Ich kenne deine Werke und deinen Glauben, und deine Liebe, und deine Dienstleistung, und deine Geduld, und dass deine letzten Werke⁴⁷ mehr sind als die ersten.⁴⁸ +Offenbarung Offb 74 2 19 47 Die vier Glieder entsprechen sich zu je zweien und bilden eine Steigerung. Die Vulgata versetzt das zweite und dritte Glied. Nach der Aufzählung der einzelnen lobenswürdigen Werke fasst der Herr dieselben noch einmal zusammen und belobt sie noch deshalb, weil sie ein Fortschreiten aufweisen. Die Liebe umfasst die Gottes- und Bruderliebe und bewährt sich insbesondere in der Dienstleistung gegen alle Hilfsbedürftigen, der Glaube findet seine Bewährung in dem geduldigen Ausharren unter den Anfechtungen seitens der feindseligen Welt. +Offenbarung Offb 74 2 19 48 Der Gemeinde von Ephesus wurde in ähnlicher Weise umgekehrt ein Rückschritt vorgeworfen. (V. 5) +Offenbarung Offb 74 2 20 Sed habeo adversus te pauca: quia permittis mulierem Jezabel, quæ se dicit propheten, docere, et seducere servos meos, fornicari, et manducare de idolothytis. Aber ich habe etwas Weniges⁴⁹ wider dich: dass du dem Weibe⁵⁰ Jezabel,⁵¹ die sich selbst für eine Prophetin ausgibt, gestattest⁵² zu lehren und meine Knechte zu verführen, Unzucht zu treiben und von Götzenopfern zu essen.⁵³ +Offenbarung Offb 74 2 20 49 Dies fehlt im Griechischen. +Offenbarung Offb 74 2 20 50 Die besten griech. Handschriften lesen wie die Vulgata: Das Weib, nicht: dein Weib. Es ist von einer bestimmten Frau die Rede. +Offenbarung Offb 74 2 20 51 Dies ist wohl nicht der eigentliche Name des Weibes, sondern wie der V. 14 die Irrlehrer nach Balaam genannt werden, eine zweite Jezabel. [2Kön 9,22] Es ist eine falsche christliche Prophetin, welche die geoffenbarte Wahrheit mit heidnischen Wesen mischt. +Offenbarung Offb 74 2 20 52 Griech.: Dass du das Weib ihr Spiel treiben lässt, die sagt, sie sei eine Prophetin, und lehrt usw. +Offenbarung Offb 74 2 20 53 Was die Nikolaiten nach dem Vorbilde Balaams taten, tut dies Weib nach dem Vorbilde Jezabels, doch wird hier, im Gegensatze zu V. 14 die Buhlerei dem Essen von Götzenopfern vorangestellt. In Thyatira fand später der Montanismus einen besonders fruchtbaren Boden. (Epiphan.) +Offenbarung Offb 74 2 21 Et dedi illi tempus ut pnitentiam ageret: et non vult pnitere a fornicatione sua. Ich habe ihr Frist gegeben, dass sie Buße tue;⁵⁴ aber sie will sich nicht bekehren von ihrer Unzucht. +Offenbarung Offb 74 2 21 54 Auch dass Gott die falsche Prophetin hat gewähren lassen, ist ein darbieten von Bußzeit, obwohl die Gemeinde nicht berechtigt war, sie auftreten zu lassen. Jetzt ist unsere Zeit, jetzt können wir tun, was wir wollen, Gutes oder Böses, doch einst kommt Gottes Zeit, alsdann werden wir nicht mehr tun können, was wir wollen, sondern werden empfangen, was wir verdient haben. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 2 22 Ecce mittam eam in lectum: et qui mchantur cum ea, in tribulatione maxima erunt, nisi pnitentiam ab operibus suis egerint. Siehe,⁵⁵ ich werde sie auf das Krankenbett werfen,⁵⁶ und die mit ihr ehebrechen, werden in sehr großer Drangsal sein, wenn sie sich nicht bekehren von ihren Werken. +Offenbarung Offb 74 2 22 55 Siehe: hiermit wird etwas neues im Vergleich zu V. 21 eingeleitet. +Offenbarung Offb 74 2 22 56 Auf das Siechenbett, im Gegensatze zu dem Wollustlager. +Offenbarung Offb 74 2 23 Et filios ejus interficiam in morte, et scient omnes ecclesiæ, quia ego sum scrutans renes, et corda: et dabo unicuique vestrum secundum opera sua. Vobis autem dico, Und ihre Kinder⁵⁷ werde ich durch Todesgericht töten,⁵⁸ alle Gemeinden sollen erkennen,⁵⁹ dass ich es bin, der Herzen und Nieren erforscht,⁶⁰ und ich werde einem jeden von euch⁶¹ nach seinen Werken vergelten.⁶² Euch aber⁶³ sage ich, +Offenbarung Offb 74 2 23 57 Das ganze Treiben des Weibes wird mit einer gewissen Doppelsinnigkeit geschildert, insofern das libertinische Wesen desselben auch das Abbild ihrer Verführung zum Abfall von Gott ist. Einige Ausleger fassen die Ausdrücke ausschließlich in dem eben berührten übertragenen Sinne, in welchem aber die Kinder sich schwer einfügen lassen. +Offenbarung Offb 74 2 23 58 Die [Lev 20,10] angedrohte Strafe der Ehebrecher. Vielleicht liegt eine Anspielung auf das Geschick der Söhne Achabs [1Kön 10,7] darin. +Offenbarung Offb 74 2 23 59 Die sonst nur am Schlusse vorkommende Wendung an die Gemeinden findet sich hier in der Mitte, wohl weil die Vorgänge in Thyatira weithin Ärgernis gegeben hatten. Jedes Gericht des Herrn ist eine Offenbarung seiner Herrlichkeit und fördert und bestärkt die Gläubigen in ihrer Erkenntnis. +Offenbarung Offb 74 2 23 60 Der Sohn Gottes, der Richter, kennt das Innerste der Menschen. (V. 18) +Offenbarung Offb 74 2 23 61 Die ihr strafbar seid. +Offenbarung Offb 74 2 23 62 Da der Heiland das Herz durchforscht, kennt er die Quelle der Werke und den Wert derselben. +Offenbarung Offb 74 2 23 63 Der Herr redet jetzt den nicht angesteckten Teil der Gemeinde an (Beda), die er alsbald charakterisiert. Im Griech. gehören diese Worte zu dem folgenden Verse. +Offenbarung Offb 74 2 24 Et ceteris qui Thyatiræ estis: Quicumque non habent doctrinam hanc, et qui non cognoverunt altitudines satanæ, quemadmodum dicunt, non mittam super vos aliud pondus: den übrigen in Thyatira, allen, die nicht an dieser Lehre halten und die Tiefen des Satans,⁶⁴ wie sie⁶⁵ sagen, nicht erkannt haben: Euch werde ich keine andere Last auferlegen;⁶⁶ +Offenbarung Offb 74 2 24 64 Die Irrlehrer selbst redeten nicht von Satanstiefen bei sich, so dass sie sich mit der gnostisch tiefen Erkenntnis des Bösen gebrüstet hätten, sondern sie redeten von Gottheitstiefen, Christus aber setzt dies um in Satanstiefen, weil jene durch ihre angebliche tiefere Erkenntnis das Böse beschönigten. +Offenbarung Offb 74 2 24 65 Die Anhänger der Jezabel. +Offenbarung Offb 74 2 24 66 Diese Last kann Leiden oder Gebot sein: Kein anderes Leiden als ihr im Gegensatze und Kampfe gegen die falschen Propheten schon zu tragen habt. Oder: Kein anderes Gebot als die Last des Evangeliums. Diese ist euch auferlegt, sie haltet durch Glauben, Liebe und Beobachtung, bis ich komme, euch zu belohnen. (Greg., Thom.) Einige Ausleger denken an das [Apg 15,29] auferlegte Gebot. +Offenbarung Offb 74 2 25 Tamen id, quod habetis, tenete donec veniam. jedoch was ihr habt, das bewahret, bis ich komme.⁶⁷ +Offenbarung Offb 74 2 25 67 Zum Gerichte. Die Gemeinde zu Smyrna wird gar nicht auf das Kommen des Herrn, die Gemeinde zu Ephesus auf das Kommen des Herrn in der Zeit, die vierte, die zu Thyatira auf das kommen zum Gerichte hingewiesen, das nach dem Griech. als nicht nahe hingestellt wird: bis ich etwa komme. Ganz anders [Offb 3,20] bei der letzten Gemeinde, wo der Herr vor der Tür steht. +Offenbarung Offb 74 2 26 Et qui vicerit, et custodierit usque in finem opera mea, dabo illi potestatem super gentes, Und dem, der siegt und meine Werke⁶⁸ bis an's Ende bewahrt, werde ich Macht über die Heiden geben,⁶⁹ +Offenbarung Offb 74 2 26 68 Die Werke, welche der Herr fordert. +Offenbarung Offb 74 2 26 69 Darin besteht der Sieg. Das Ende kommt für den Einzelnen da, wo es für ihn nicht mehr des Überwindens bedarf, mit dem Tode. +Offenbarung Offb 74 2 27 Et reget eas in virga ferrea, et tamquam vas figuli confringentur. und er wird sie mit eisernem Stabe leiten, und wie Töpfergeschirr werden sie zertrümmert werden,⁷⁰ +Offenbarung Offb 74 2 27 70 Was sonst Christus zukommt, wird hier denen verheißen, welche ihm nachfolgen: Anteil an der Herrlichkeit der Sieger-, Richter- und Königsmacht, namentlich gegenüber den Feinden, wenn einst alle antichristlichen Mächte niedergeworfen sind und das Gericht eintritt. Wie der Heiland nach [Ps 2,8.9] vom Vater die Gewalt über die Heiden empfangen hat, dass er sie mit eisernem Stabe zertrümmert, wie irdene Gefäße, so werden die Gläubigen von ihm, dem Mittler, durch den sie schon jetzt das Königtum haben [Offb 1,6.9], zur Teilnahme an jener offenbar werdenden Herrlichkeit erhoben werden. [Offb 3,21, Offb 20,6] In dem Briefe an die Gemeinde zu Thyatira hat diese Verheißung ihre Beziehung im Gegensatze zu dem heidnischen, widergöttlichen Libertinismus der Jezabel und ihrer Anhänger. +Offenbarung Offb 74 2 28 Sicut et ego accepi a Patre meo: et dabo illi stellam matutinam. so wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.⁷¹ +Offenbarung Offb 74 2 28 71 Die zweite Gabe, welche der Heiland verheißt, ist schwer zu bestimmen. Entweder: ich mache ihn zu einem, der hilft, den Heilsweg zu gehen, als einer der Sieger und Könige, oder: Ich verleihe ihm die himmlische Herrlichkeit. Vergl. [Dan 12,3, Mt 13,43]. Die Sterne sind in der Offenbarung Symbole der Herrschaft. [Offb 22,16] wird der Heiland selbst der helle Morgenstern genannt, dessen Erscheinen den Tag der Ewigkeit herbeiführt. Stern und Zepter sind verbunden [Num 24,17]. Auch der Stern der heiligen drei Könige kündigte den Herrscher der Welt an. Was der Herr V. 10 dem Engel von Smyrna als Krone des Leben verheißt, wird V. 7 dem Engel von Ephesus als Brot des Lebens versprochen, dem Engel von Pergamos unter dem Bilde des weißen Steines V. 17 vorgestellt, hier dem Engel von Thyatira als Morgenstern gezeigt, Kap. 3 V. 5, dem Engel von Sardes Buch des Lebens genannt, V. 12 dem Engel von Philadelphia unter dem Bilde einer Säule im Tempel Gottes, und V. 21 dem Engel von Laodicea, Sitzen auf dem Throne Christi genannt, um durch den Wechsel der Namen die Fülle der Güter in verschiedener Weise zu kennzeichnen. +Offenbarung Offb 74 2 29 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! +Offenbarung Offb 74 3 0 5. Sendschreiben an die Gemeinde von Sardes. (V. 6) 6. Sendschreiben an die Gemeinde von Philadelphia. (V. 12) 7. Sendschreiben an die Gemeinde von Laodicea. +Offenbarung Offb 74 3 1 Et Angelo ecclesiæ Sardis scribe: Hæc dicit qui habet septem spiritus Dei, et septem stellas: Scio opera tua, quia nomen habes quod vivas, et mortuus es. Und dem Engel der Gemeinde zu Sardes¹ schreibe: So spricht der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat:² Ich kenne deine Werke,³ du hast den Namen,⁴ dass du lebst, und du bist tot.⁵ +Offenbarung Offb 74 3 1 1 Sardes, Hauptstadt von Lydien, am Flusse Pastolus, lag etwa 7 Meilen südlich von Thyatira, und war berühmt durch Größe, Reichtum und Üppigkeit. Über den Ursprung und die Verhältnisse der damaligen Christengemeinde ist nichts bekannt. +Offenbarung Offb 74 3 1 2 Der Herr tritt vor diese Gemeinde mit aus [Offb 1,4] und [Offb 1,16] entlehnten Prädikaten. Wenn er sich nun dieser Gemeinde als den vorstellt, der seiner Kirche durch alle Zeiten und für alle ihre Bedürfnisse seinen Heiligen Geist sendet, der ein Geist des Lebens ist, und der durch diesen die Kirche leitet, so ist der Grund hierfür in der Beschaffenheit der Gemeinde. Billig sollte sie durch diesen Geist lebendig sein, und war sie dennoch tot, so verdiente sie Strafe. +Offenbarung Offb 74 3 1 3 Die guten und die schlechten: Du bist tot, der Gnade entbehrend, durch deine Lässigkeit. Die Vorhaltung wird V. 1 3 an die in der Gemeinde überwiegenden toten Glieder, erst V. 4 an die besseren Christen gerichtet. +Offenbarung Offb 74 3 1 4 Den Ruf und das Ansehen. +Offenbarung Offb 74 3 1 5 Wie der Leib ohne die Seele tot ist, so die Seele ohne Gott. (Aug., Isidor.) +Offenbarung Offb 74 3 2 Esto vigilans, et confirma cetera, quæ moritura erant. Non enim invenio opera tua plena coram Deo meo. Werde wach,⁶ und stärke das übrige,⁷ das im Begriffe war zu sterben. Denn ich finde deine Werke⁸ nicht vollkommen vor meinem Gott. +Offenbarung Offb 74 3 2 6 Das Gegenteil des geistigen Todes. Werde wach und beweise dies durch die sofortige Tat: stärke. +Offenbarung Offb 74 3 2 7 Diejenigen Gemeindemitglieder, welche, wie früher auch der Bischof selbst, dem geistlichen Tode nahe waren. (Primas.) +Offenbarung Offb 74 3 2 8 Die gesamte Betätigung des inneren Lebens im äußeren Wandel seitens der Gemeinde entspricht nicht dem von Gott gewollten Maße. +Offenbarung Offb 74 3 3 In mente ergo habe qualiter acceperis, et audieris, et serva, et pnitentiam age. Si ergo non vigilaveris, veniam ad te tamquam fur, et nescies qua hora veniam ad te. So sei denn eingedenk, wie⁹ du empfangen und gehört hast, und bewahre es, und tue Buße.¹⁰ Wenn du nun¹¹ nicht wachest, so werde ich über dich¹² kommen wie ein Dieb,¹³ und du sollst nicht wissen, um welche Stunde ich über dich kommen werde.¹⁴ +Offenbarung Offb 74 3 3 9 Das Was hatte die Gemeinde bewahrt, die Lehre, aber nicht das Wie, die Freudigkeit und den Eifer, mit dem sei einst das Glaubensleben begonnen. Vergleiche das Sendschreiben an die Epheser [Eph 2,1ff]. +Offenbarung Offb 74 3 3 10 Halte an dem einmal Empfangenen fest, und da zur Zeit dein Zustand nicht der frühere ist, kehre zur früheren Gesinnung zurück. +Offenbarung Offb 74 3 3 11 Anknüpfung an die Mahnung V. 2. +Offenbarung Offb 74 3 3 12 Als Richter. +Offenbarung Offb 74 3 3 13 Vergl. [Offb 16,15]. Der Ausdruck schließt sich an [Jer 49,9, Joel 2,9] an, der auch [Mt 24,43, Lk 12,39, 1Thess 5,2] wiederkehrt. +Offenbarung Offb 74 3 3 14 Der Heiland redet hier wohl eher vom allgemeinen Weltgerichte als von dem persönlichen Gerichte der einzelnen. +Offenbarung Offb 74 3 4 Sed habes pauca nomina in Sardis, qui non inquinaverunt vestimenta sua: et ambulabunt mecum in albis, quia digni sunt. Doch hast du¹⁵ einige wenige Namen¹⁶ zu Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben;¹⁷ sie sollen mit mir¹⁸ in weißen Kleidern¹⁹ wandeln, denn sie sind dessen würdig.²⁰ +Offenbarung Offb 74 3 4 15 Du hast: Weil sie als Glieder der Gesamtgemeinde angehören. +Offenbarung Offb 74 3 4 16 Personen +Offenbarung Offb 74 3 4 17 Der Ausdruck ist wohl mit Rücksicht auf das Bild vom hochzeitlichen Kleide gewählt. [Offb 3,5.18, Offb 16,15] Schmutzige Kleider sind in der heil. Schrift häufig Bilder des Sündenschmutzes, mit dem jemand sich befleckt., z. B. [Jes 64,6]. Es ist merkwürdig, dass die beiden Gemeinden, welche den größten Gegensatz zu denen von Smyrna und Philadelphia darstellen, keine Nikolaiten haben. Es liegt darin eine Warnung, über der Gefahr, welche die Irrlehre birgt, nicht andere, für den einzelnen oft verhängnisvollere zu übersehen. Gegen die Irrlehre ist der Kampf gleichsam von selbst geboten, und erfrischt, während Wollust und Indifferentismus erschlaffenden Eindruck ausüben. +Offenbarung Offb 74 3 4 18 Im Reiche meiner Herrlichkeit. +Offenbarung Offb 74 3 4 19 Weiße Kleider sind, im Gegensatze zu den schmutzigen, Bild der sittlichen Reinheit und Heiligkeit. Darum trugen die Priester [Lev 16,4], darum trugen so oft die Engel weiße Kleider. Weil sie sich hier unbefleckt erhalten haben, sollen die oben Bezeichneten auch in der Vollendung bei dem Herrn in vollkommener Gerechtigkeit und Unschuld sein. Vergl. [Offb 3,18, Offb 4,4, Offb 6,11, Offb 7,9.13.14, Offb 19,8]. +Offenbarung Offb 74 3 4 20 Vergl. [Offb 16,6]. +Offenbarung Offb 74 3 5 Qui vicerit, sic vestietur vestimentis albis, et non delebo nomen ejus de Libro vitæ, et confitebor nomen ejus coram Patre meo, et coram Angelis ejus. Wer siegt, wird solchergestalt mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buche des Lebens, und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.²¹ +Offenbarung Offb 74 3 5 21 Die Schlussverheißung verspricht dem Überwinder drei Dinge: die Bekleidung mit weißen Kleidern, das Nichtaustilgen des Namens, das Bekennen vor dem Vater und den Engeln. Was V. 4 den wenigen Getreuen in Sardes verheißen, dass sie weiße Kleider erhalten sollen, wird hier auf alle Überwinder ausgedehnt. So: wie die V. 4 Genannten. Das Buch des Lebens wird bereits [Ex 32,32] erwähnt. Das gleiche Bild [Jes 4,3, Dan 12,1] u. a. In diesem Buche, welches seiner Natur nach ewig ist, findet sich von Anbeginn der Welt an [Offb 13,8] die Bezeugung Gottes über die ewige Seligkeit eingetragen, der die im Buche Verzeichneten entgegengehen. Dass niemand seiner Freiheit dadurch verlustig geht, wird durch die Möglichkeit angedeutet, dass ein Name getilgt werden könnte. Ich werde erklären, dass ihr Name im Buche des Lebens ist und bleibt. Im eigentlichen Sinne wird aus denselben kein Name getilgt. (Aug.) Der heil. Thomas erklärt: Durch die Rechtfertigung wird der Name vorweg eingeschrieben, so kann er noch ausgelöscht werden; unvertilgbar aber durch Beharrlichkeit und Verleihung der Herrlichkeit. Doch mit Voraussicht dessen, was wir tun, sind die Namen der Siegenden bereits eingetragen, ohne dass Gott einen derselben auslöschen müsste. Die dritte Verheißung ist, dass der Heiland die Namen der in das Buch Eingeschriebenen bei dem Weltgerichte als solche der Seinigen anerkennen wird. Vor meinem Vater erinnert an [Mt 10,32], Vor den Engeln an [Lk 12,8]. +Offenbarung Offb 74 3 6 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! +Offenbarung Offb 74 3 7 Et Angelo Philadelphiæ ecclesiæ scribe: Hæc dicit Sanctus et Verus, qui habet clavem David: qui aperit, et nemo claudit: claudit, et nemo aperit: Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia²² schreibe: So spricht der Heilige und der Wahrhaftige, welcher den Schlüssel Davids hat,²³ der öffnet, und niemand schließt, der schließt, und niemand öffnet:²⁴ +Offenbarung Offb 74 3 7 22 Philadelphia lag etwa 13 Stunden südöstlich von Sardes, wie dieses am Fuße des Tmolus. Nach den apostolischen Konstitutionen soll der heil. Petrus den ersten Bischof, Namens Demetrius, eingesetzt haben. Die Gemeinde von Philadelphia war, ähnlich wie die von Smyrna, der Feindseligkeit der Juden ausgesetzt gewesen und hatte den Namen des Herrn in geduldiger Treue bekannt, weshalb unter den Verheißungen auch eine solche wahrhaften Sieges über jene ist. +Offenbarung Offb 74 3 7 23 Mit drei Prädikaten stellt der Heiland sich dieser Gemeinde vor: als den heiligen, als den Wahrhaftigen, als den, der den Schlüssel Davids hat. Die Ausdrücke sind mit Rücksicht auf das zu Sagende gewählt. Der heilige: Wie sich Gott im A. T. oft z. B. [Jes 12,6] den Heiligen Israels nennt, denn als solchen will er sich durch den Dienst dieser Gemeinde (nach V. 9) an den entarteten Israeliten erweisen. Wahrhaftig nennt sich der Herr als der wahre, wesenhafte, wirkliche Herr, der allein wahrhaft Seiende. (So [Offb 3,14]: ein Zeuge, der diesen Namen voll verdient.) Das dritte Prädikat ist aus [Jes 22,22] entlehnt. Doch während dort Eliakim den Schlüssel des Hauses Davids erhalten soll, wird hier dem Antitypus desselben dem, der der Erbe des Königtums Davids ist, der Schlüssel Davids, das Eigentumsrecht im Hause und Reiche Davids zugeschrieben, da David und sein Gottesreich nur das weissagende Vorbild des Herrn und seines ewigen Reiches waren. +Offenbarung Offb 74 3 7 24 Die Worte: Der öffnet usw. sind eine weitere Ausführung der anderen: Welcher den Schlüssel Davids hat. Der Heiland, der an die Stelle Davids als König des Volkes und des Reiches Gottes getreten ist, hat die Macht, Menschen in das Reich Gottes zuzulassen und unwiderruflich auszuschließen. Dies ist die positive Seite der [Offb 1,18] erwähnten Macht des Heilandes. Durch die Gemeinde will der Herr einige Juden in sein Reich aufnehmen. +Offenbarung Offb 74 3 8 Scio opera tua. Ecce dedi coram te ostium apertum, quod nemo potest claudere: quia modicam habes virtutem, et servasti verbum meum, et non negasti nomen meum. Ich kenne deine Werke.²⁵ Siehe, ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand schließen kann.²⁶ Denn du hast wohl geringe Kraft, doch hast du mein Wort bewahrt, und meinen Namen nicht verleugnet.²⁷ +Offenbarung Offb 74 3 8 25 Wenngleich diese Worte an sich nur besagen, dass der Heiland den Stand der Gemeinde kennt, enthalten dieselben noch den Umständen nach ein Lob und einen Trost für dieselbe. Ihrer trotz äußerer Ohnmacht bewährte Treue beruht nicht allein auf einer Gnadengabe des Herrn, sondern dient auch dazu, wiederum durch sein Walten, dass durch die treue Gemeinde das Reich des Herrn bewahrt werde. +Offenbarung Offb 74 3 8 26 Die Tür ist geöffnet, damit andere unter Vermittlung der Gemeinde eintreten sollen, und zwar Juden (V. 9) Den Zusammenhang zwischen den Worten: Ich habe geöffnet, ich werde geben, und: ich werde nehmen deutet das jedes Mal wiederholte Siehe an. Christus bewährt seine Schlüsselgewalt, indem er seiner treuen und standhaften Gemeinde eine Tür geöffnet hat, durch welche die bisherigen Verfolger, eine Schar noch ungläubiger Juden, eintreten sollen. +Offenbarung Offb 74 3 8 27 Das treue, standhafte Bekenntnis ist die Ursache, deren Wirkung und Lohn durch das Eingreifen des Herrn die bereits erwähnte Bekehrung sein soll. +Offenbarung Offb 74 3 9 Ecce dabo de synagoga satanæ, qui dicunt se Judæos esse, et non sunt, sed mentiuntur: ecce faciam illos ut veniant, et adorent ante pedes tuos: et scient quia ego dilexi te: Siehe, ich werde etliche aus der Synagoge des Satans geben, die²⁸ sich selbst Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen;²⁹ siehe, ich werde machen, dass sie kommen und dir zu Füßen fallen,³⁰ und sie werden erkennen, dass ich dich liebe. +Offenbarung Offb 74 3 9 28 Nämlich etliche von denen, die sich Juden nennen. +Offenbarung Offb 74 3 9 29 Die Juden dem Fleische nach hielten sich für das wahre Israel, die Christen hingegen für vom Gesetze und von dem Gottesreiche Abgefallene, welche sie deshalb befeindeten. Über den Ausdruck: Synagoge des Satans siehe [Offb 2,9]. +Offenbarung Offb 74 3 9 30 Sich vor dir neigen, dir ihre Ehrfurcht bezeugen, als der Vermittlerin des göttlichen Heiles. +Offenbarung Offb 74 3 10 Quoniam servasti verbum patientiæ meæ, et ego servabo te ab hora tentationis, quæ ventura est in orbem universum tentare habitantes in terra. Weil du das Wort meiner Geduld³¹ bewahrt hast, so werde auch ich dich bewahren vor³² der Stunde der Versuchung,³³ welche über den ganzen Erdkreis kommen soll, die Bewohner der Erde³⁴ zu prüfen. +Offenbarung Offb 74 3 10 31 Mein Gebot von der Geduld. +Offenbarung Offb 74 3 10 32 Nach anderen ist zu übersetzen in, nämlich aus der Stunde der Versuchung heraus. +Offenbarung Offb 74 3 10 33 Die Zeit der Drangsal, welche der Wiederkunft des Herrn zum Gerichte vorausgehen wird. [Mt 24,21] Die gleiche Verheißung wird [Offb 7,3ff] den vierundvierzig Tausend aus Israel zu Teil. +Offenbarung Offb 74 3 10 34 Alle Menschen ohne Ausnahme. +Offenbarung Offb 74 3 11 Ecce venio cito: tene quod habes, ut nemo accipiat coronam tuam. Siehe, ich komme bald;³⁵ halte fest, was du hast, damit niemand dir deine Krone nehme.³⁶ +Offenbarung Offb 74 3 11 35 Ich komme, den Kämpfenden beizustehen, die Geprüfte zu befreien, die Sieger zu krönen. (Thom.) Während der Heiland den ersten drei Gemeinden von seiner Wiederkunft gar nicht redet, der Gemeinde zu Thyatira dieselbe nur aus der Ferne zeigt [Offb 2,25], die Gemeinde von Sardes warnt, dass er plötzlich kommt [Offb 3,3], sagt er der Gemeinde zu Philadelphia, der vorletzten, bereits, dass er schnell kommt. +Offenbarung Offb 74 3 11 36 Durch Verführung usw. rauben, nicht etwa für sich behalten. +Offenbarung Offb 74 3 12 Qui vicerit, faciam illum columnam in templo Dei mei, et foras non egredietur amplius: et scribam super eum nomen Dei mei, et nomen civitatis Dei mei novæ Jerusalem, quæ descendit de clo a Deo meo, et nomen meum novum. Wer siegt,³⁷ den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen,³⁸ und er³⁹ wird nicht mehr von da weichen, und ich werde den Namen meines Gottes auf ihn⁴⁰ schreiben, und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel, von meinem Gott, herabsteigt, und meinen Namen, den neuen.⁴¹ +Offenbarung Offb 74 3 12 37 Wie in allen Briefen geht hier die Schlussverheißung für den Sieger auf die Zeit der ewigen Herrlichkeit. +Offenbarung Offb 74 3 12 38 Wenngleich im Neuen Jerusalem keine besondere Stätte der Anbetung sein wird [Offb 21,22], kann doch die Gemeinschaft der vollendeten Gläubigen als der Tempel Gottes, in dem einzelne die Säulen bilden, angesehen werden, indem das Bild der zeitlichen Gemeinschaft der Heiligen [1Kor 3,16, Eph 2,19ff, 1Petr 2,5ff] auf die himmlische übertragen wird. Es ist die himmlische Wohnung Gottes, welche beim Eintritt der Vollendung [Offb 21,2.10] auf die neue Erde herabkommt, damit Gott und das Lamm bei der neuen Menschheit ewiglich wohne. [Offb 21,3, Offb 22,1.3] Unverrückbar dem Bau eingegliedert und denselben tragend werden die überwindenden Gläubigen mit Gott fest verbunden sein. +Offenbarung Offb 74 3 12 39 Der Überwinder. Wie die Gemeinde von Philadelphia, die den Herrn bewahrt hat, auch bewahrt werden soll, so der Überwinder. +Offenbarung Offb 74 3 12 40 Besser ist anzunehmen, dass die bildliche Rede fortgesetzt wird, und das Pronomen auf die Säule zu beziehen. +Offenbarung Offb 74 3 12 41 Wie der Name Gottes die Zugehörigkeit zu Gott bezeichnet, so der Name der Stadt Jerusalem das Bürgerrecht in ihr. Der neue Name ist der Name Jesus. (Thom.) Drei Verheißungen sind gegeben, die dritte verspricht drei Namen. +Offenbarung Offb 74 3 13 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! +Offenbarung Offb 74 3 14 Et Angelo Laodiciæ ecclesiæ scribe: Hæc dicit: Amen, testis fidelis, et verus, qui est principium creaturæ Dei: Und dem Engel der Gemeinde zu Laodicia⁴² schreibe: Dies spricht der Amen,⁴³ der getreue und wahrhaftige Zeuge,⁴⁴ welcher der Urgrund der Geschöpfe Gottes ist.⁴⁵ +Offenbarung Offb 74 3 14 42 Laodicia in Phrygien lag nahe bei Kolossä. Zur Zeit des heil. Paulus war dort eine Christengemeinde, an welche er ein Sendschreiben richtete. [Kol 4,16] Die Prädikate, welche Christus sich beilegt, entsprechen dem befohlenen Briefe. Zwei derselben sind neu, das mittlere ist aus [Offb 1,5] entnommen. +Offenbarung Offb 74 3 14 43 Der hebr. Ausdruck, vergl. [Jes 65,16], steht dem Sinne nach dem folgenden griechischen gleich, die doppelte Bezeichnung aber stellt von vornherein die zweifellose Gewissheit alles dessen fest, was der Herr der treue Zeuge [Offb 1,5] seiner Gemeinde zu Laodicea zu sagen hat: die Anklage (V. 15ff), den Rat (V. 18), die Drohung und die Verheißung. +Offenbarung Offb 74 3 14 44 Der deshalb den Namen Zeuge voll verdient. +Offenbarung Offb 74 3 14 45 Grund und Anfang der Schöpfung. (Klem. Alex., Theoph.) +Offenbarung Offb 74 3 15 Scio opera tua: quia neque frigidus es, neque calidus: utinam frigidus esses, aut calidus: Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist; o dass du kalt oder warm wärest!⁴⁶ +Offenbarung Offb 74 3 15 46 Die Kälte ist Feindschaft und Widerstand. (Ambros., Beda.) So war Saulus kalt, so lange er den Heiland verfolgte. Der Kalte, der nichts hat, erkennt leichter sein Nichts und sein Bedürfnis nach Buße und Glauben, doch der Laue und Halbe tröstet sich mit dem, was er hat, über das, was er nicht hat, und glaubt kaum an seinen Mangel. +Offenbarung Offb 74 3 16 Sed quia tepidus es, et nec frigidus, nec calidus, incipiam te evomere ex ore meo. So aber, weil du lau bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.⁴⁷ +Offenbarung Offb 74 3 16 47 Aus dem Bilde heraus, dem gemäß das Laue Ekel erregt, weist der Heiland auf sein Gericht hin, bei dem er die Gemeinde von sich weisen wird, wenn sie nicht noch Buße tut. +Offenbarung Offb 74 3 17 Quia dicis: Quod dives sum, et locupletatus, et nullius egeo: et nescis quia tu es miser, et miserabilis, et pauper, et cæcus, et nudus. Denn du sagst:⁴⁸ Ich bin reich und habe Reichtum erworben und bedarf nichts,⁴⁹ und du weißt nicht,⁵⁰ dass du⁵¹ elend und erbarmungswürdig, und arm und blind und bloß bist.⁵² +Offenbarung Offb 74 3 17 48 Begründung für das im Nachsatze V. 18 Gesagte. +Offenbarung Offb 74 3 17 49 Nach einigen ist von geistigem Reichtum die Rede (Beda., Greg.), nach anderen von zeitlichem. Hat die Gemeinde auch das Bewusstsein, worauf es vor allem ankommt, so ist sie doch in hochmütiger Selbstüberhebung befangen. Sie ist aber nicht reich, so wenig sie heiß ist und in voller Gemeinschaft mit dem Herrn steht, sonst würde sie nicht so sprechen. Die drei Ausdrücke bedeuten eine Steigerung: ich bin reich durch das, was ich empfangen habe, ich habe mir Reichtümer dazu erworben, mein Reichtum ist so angewachsen, dass ich davon gesättigt bin. +Offenbarung Offb 74 3 17 50 Selbsttäuschung der Gemeinde, denn des Herrn Urteil ist entscheidend. +Offenbarung Offb 74 3 17 51 Nachdrücklich. +Offenbarung Offb 74 3 17 52 Die Ausdrücke sind mit Bezugnahme auf das Folgende gewählt. Die Blindheit ist eine Steigerung der Armut. (Ähnliche Vorwürfe an die Pharisäer [Mt 15,14, Mt 23,26]) Nackt: Aller verdienstlicher Werke ermangelnd und deshalb am Tage des Gerichtes zu beschämen. Die geistliche Armut ist mit dem geistlichen Elende wesentlich eines. +Offenbarung Offb 74 3 18 Suadeo tibi emere a me aurum ignitum probatum ut locuples fias, et vestimentis albis induaris, et non appareat confusio nuditatis tuæ, et collyrio inunge oculos tuos ut videas. Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich und mit weißen Kleidern angetan werdest, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehest.⁵³ +Offenbarung Offb 74 3 18 53 Gold, damit du reich werdest Gegensatz: arm. Weiße Kleider Gegensatz: nackt. Augensalbe Gegensatz: blind. Da der Heiland die Gaben mit Gold, dazu mit gediegenem und lauterem Golde, vergleicht, liegt das Bild des Kaufens nahe. Freilich muss die Gemeinde auch etwas dafür hingeben, ihre Selbstüberschätzung und Selbstgerechtigkeit, um das wahrhaft wertvolle und kostbare geistliche Gut zu erlangen. Nur in der Vorstellung, nicht in der Sache sind die weißen Kleider von dem Golde verschieden, wie die Nacktheit nichts ist als Armut. Dem eingebildeten Reichtum und der wirklichen Armut gegenüber (V. 17) war das Gold freilich zuerst zu nennen. Die Augensalbe ist die Erleuchtung des Heil. Geistes. Alles dies soll die Gemeinde von Christus kaufen, denn von ihm wird der Heil. Geist gesandt. Die durch solche Erleuchtung gewonnene innere Erkenntnis ist das erste Stück des wahren Reichtums. +Offenbarung Offb 74 3 19 Ego quos amo, arguo, et castigo. mulare ergo, et pnitentiam age. Ich⁵⁴ strafe und züchtige⁵⁵ die, welche ich lieb habe. So werde nun eifrig und tue Buße! +Offenbarung Offb 74 3 19 54 Ich: nachdrücklich vorangestellt. +Offenbarung Offb 74 3 19 55 Im Griech. ist der Unterschied feiner. Der eine Ausdruck bedeutet Erziehen überhaupt, das auch mit Strafen verbunden sein kann, der andere jemand sein Unrecht so vor Augen halten, dass er es anerkennen muss, ein Teil des allgemeinen Ausdruckes. Der Rat (V. 18) gehört zu dem ersteren, da er eine Zusage einschließt. So ist beides ein Ausfluss der Liebe des Herrn. Der heil. Thomas gibt fünf Gründe an, warum der Heiland straft: Zur Prüfung, wie den Tobias und Job, zur Bewahrung der Demut, wie den heil. Paulus [2Kor 12] zur Reinigung, wie Maria, die Schwester Moses [Num 12,4] zur Verherrlichung Gottes, wie den Blindgebornen [Joh 12], zur Strafe, wie Herodes. [Apg 12] +Offenbarung Offb 74 3 20 Ecce sto ad ostium, et pulso: si quis audierit vocem meam, et aperuerit mihi januam, intrabo ad illum, et cnabo cum illo, et ipse mecum. Siehe, ich stehe vor der Tür, und klopfe an.⁵⁶ Wenn jemand meine Stimme hört und mir die Tür aufmacht, so werde ich zu ihm eingehen und mit ihm Mahl halten, und er mit mir.⁵⁷ +Offenbarung Offb 74 3 20 56 Im Wesentlichen nichts anderes als das: Ich komme bald. [Offb 2,5.16, Offb 3,3.11] Es ist, wie [Mt 24,33, Mk 13,34] zeigt, Ankündigung der Wiederkunft des Herrn. Das Hören und Öffnen geschieht durch Annahme und Beherzigung im Diesseits, wenngleich die Verheißung: Ich werde zu ihm eingehen und mit ihm Mahl halten, erst mit dem Erscheinen des Herrn erfüllt wird. Von der Himmelfahrt des Heilandes an bis zu seiner Wiederkunft ist das Verhältnis des Herrn zu seiner Kirche ein Brautstand. Mit dem im Herrn Verstorbenen feiert der Heiland Hochzeit, bis er von dieser einst aufbrechend [Lk 12,36.37] den Menschen erscheint, um die, welche er dann wachend findet, mit den selig Vollendeten im Himmel heimzuführen auf die neue Erde. Das Klopfen und die Stimme des Herrn ist nicht wesentlich verschieden von den V. 10 erwähnten Beweisen seiner Liebe. +Offenbarung Offb 74 3 20 57 In der Vereinigung am gemeinsamen Tische stellt sich die Gemeinschaft des Hauses dar. Deshalb aß man auch ihnen Teil des Opfers, um sich als mit der Gottheit wieder vereint zu zeigen. Vergl. zu dem Bilde [Lk 14,16ff, Mt 8,11.12]. Zur Sache vergl. [Offb 19,9]. +Offenbarung Offb 74 3 21 Qui vicerit, dabo ei sedere mecum in throno meo: sicut et ego vici, et sedi cum patre meo in throno ejus. Wer überwindet, dem werde ich verleihen, mit mir auf meinem Throne zu sitzen;⁵⁸ so wie auch ich überwunden und mich zu meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.⁵⁹ +Offenbarung Offb 74 3 21 58 Den Jüngern verheißt der Herr einen Thron bei dem allgemeinen Gerichte. [Mt 19,28] Da der Heiland den Thron der Herrlichkeit inne hat, die Jünger schlechthin Throne, so werden ihre Throne wohl wie im Bilde [Offb 4,4] den seinigen umstehen und niedriger sein als dieser. Auf Thronen sitzen bedeutet die göttliche Herrschaft teilen. Wird hier nun alle Vollendeten die Teilnahme an der Herrschaft der neuen Menschheit über die neue Erde, das Sitzen auf dem Throne Gottes und des Herrn verheißen, so wird den Aposteln insbesondere zugesagt, dass sie mit und unter dem Herrn die neue Menschheit regieren sollen. +Offenbarung Offb 74 3 21 59 Damit ist der siebenmalige Weckruf geendet. +Offenbarung Offb 74 3 22 Qui habet aurem, audiat quid Spiritus dicat ecclesiis. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist zu den Gemeinden spricht! +Offenbarung Offb 74 4 0 II. Offenbarung Jesu Christi in Gesichten, welche den sieben Gemeinden kundgetan werden sollen (4,1 22,5): 1. Einleitendes Gesicht zum zweiten Teile: Wo und wie der heil. Johannes dieser Gesichte teilhaftig ward. (4,1 11) Im Geist in den Himmel entrückt sieht Johannes den Thron Gottes, welchen 24 Älteste und vier Wesen, Gottes Lob singend, umgeben. +Offenbarung Offb 74 4 1 Post hæc vidi: et ecce ostium apertum in clo, et vox prima, quam audivi tamquam tubæ loquentis mecum, dicens: Ascende huc, et ostendam tibi quæ oportet fieri post hæc. Nach diesem schaute ich,¹ und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel.² Und die vorige Stimme, die ich hörte, wie wenn eine Posaune zu mir redete,³ sprach: Steige herauf, hierher,⁴ so will ich dir zeigen, was nach diesem geschehen soll!⁵ +Offenbarung Offb 74 4 1 1 Die Worte: Nach diesem schaute ich leiten eine neue und besonders wichtige Vision ein; die Formel: und ich sah ein neues Moment in derselben Hauptvision. Nach einigen Auslegern ist zwischen [Offb 3,22] und [Offb 4,1] ein Zeitraum zu denken, in welchem Johannes nicht in der Ekstase war. Nach anderen stellt sich dem Apostel ein neues Bild dar. +Offenbarung Offb 74 4 1 2 Da eine Tür des Himmels sich öffnet, des Hauses [Ex 28,17], des Palastes Gottes, in welchem er thront [Ps 11,4, Ps 18,7, Ps 29,9], kann der heil. Johannes in denselben blicken. +Offenbarung Offb 74 4 1 3 Nicht die Stimme Christi, welche nach der ersten Stimme [Offb 1,10] zu dem Apostel geredet, sondern eben jene zuerst vernommene Stimme. +Offenbarung Offb 74 4 1 4 Er soll im Geiste an den Standpunkt des Redenden treten. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 4 1 5 Dies zu zeigen ist die Aufgabe des zweiten Teiles der Apokalypse, wie der Herr bereits [Offb 1,19] gezeigt. +Offenbarung Offb 74 4 2 Et statim fui in spiritu: et ecce sedes posita erat in clo, et supra sedem sedens. Alsbald war ich im Geiste.⁶ Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Throne ein Sitzender.⁷ +Offenbarung Offb 74 4 2 6 Der Geist der Weissagung, welcher seit [Offb 1,10] über Johannes gekommen war, begann jetzt, da er nicht mehr Dinge dieser Zeit und Welt, sondern Wunder des Endes und Gottestaten der Vollendung, und darum auch Himmlisches, schauen soll, in anderer Weise auf ihn zu wirken. +Offenbarung Offb 74 4 2 7 Auf dem Throne saß Gott, der Vater, wie [Offb 4,5] zeigt, wo er von dem Heil. Geiste, und [Offb 5,6], wo er von dem Sohne unterschieden wird. Wie [Offb 1,12ff] die Erscheinung Christi der Art war, dass dieselbe in Beziehung zu den Kap. 2, 3 nachfolgenden Reden des Herrn an seine Gemeinden stand, so lässt auch hier die Erscheinung Gottes schon voraus erkennen, dass es sich um ein Gericht über die Feinde und um Gnadenerweisung gegen die Gläubigen handelt. (Viktorin.) +Offenbarung Offb 74 4 3 Et qui sedebat similis erat aspectui lapidis jaspidis, et sardinis: et iris erat in circuitu sedis similis visioni smaragdinæ. Und der da saß, war von Ansehen einem Jaspis- und Sardisstein ähnlich;⁸ und ein Regenbogen war rings um den Thron, wie Smaragd anzusehen.⁹ +Offenbarung Offb 74 4 3 8 Unter Jaspis ist wohl unser Diamant zu verstehen, da der eigentliche Jaspis nicht kostbar und durchsichtig ist, noch den [Offb 21,11] genannten Eigenschaften entspricht. Er ist das Sinnbild der Heiligkeit Gottes. Der rote Rubin ist das Symbol der Strafgerechtigkeit Gottes. Der Doppelglanz der beiden durcheinander funkelnden Steine ist eine Versinnbildlichung der wesentlichen Einheit der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. +Offenbarung Offb 74 4 3 9 Um den Thron, denselben in der Höhe umgebend, sah Johannes die Gestalt eines grünen Regenbogens als Symbol der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit. +Offenbarung Offb 74 4 4 Et in circuitu sedis sedilia viginti quatuor: et super thronos viginti quatuor seniores sedentes, circumamicti vestimentis albis, et in capitibus eorum coronæ aureæ: Rings um den Thron waren vierundzwanzig Throne; und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, angetan mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen.¹⁰ +Offenbarung Offb 74 4 4 10 Die Ältesten sind menschliche Wesen, von den seligen Überwindern [Offb 7,9] als Repräsentanten verschieden. Ob es alt- und neutestamentliche Vertreter sind, etwa die Patriarchen und die Apostel, (Andr. Caes.) steht nicht fest, nur eines ist klar: sie sind in der Zahl zweimal zwölf Vertreter der alt- und neutestamentlichen Gemeinde. Als wahres Gottesvolk sind sie mit priesterlichen Gewändern angetan und als königliche Sieger und Mitherrscher Christi mit goldenen Kronen geschmückt. Gott tut nichts in seinem Reiche auf Erden, ohne es diesen, seinen Dienern, zu offenbaren. Jene sitzen, wenn sie mit dem Herrn richten, sie fallen nieder und beten an, wenn Gott einen Ratschluss herrlich hinausgeführt. [Offb 5,6] erscheint das Lamm mit sieben Hörnern und Augen in ihrer Mitte als das ewige Haupt seiner Kirche, [Offb 5,8] bringen die Ältesten die Gebete der Heiligen dar. [Offb 7,14] stellt einer der Ältesten die in der letzten Trübsal für den Heiland Gestorbenen dem heil. Johannes vor, und [Offb 11,15.16] danken sie Gott, dass die Zeit des Lohnes für alle Auserwählten da ist. +Offenbarung Offb 74 4 5 Et de throno procedebant fulgura, et voces, et tonitrua: et septem lampades ardentes ante thronum, qui sunt septem spiritus Dei. Und von dem Throne gingen Blitze, und Schall, und Donner aus;¹¹ und sieben Feuerfackeln brannten vor dem Throne, dies sind die sieben Geister Gottes.¹² +Offenbarung Offb 74 4 5 11 Vom Throne Gottes. Der Schall ist wohl das Brausen und Tönen, das im Gewitter Donner und Blitz begleitet. +Offenbarung Offb 74 4 5 12 Die erste Vershälfte stellt die Machtwirkungen Gottes im Gebiete des natürlichen Lebens, die zweite die Gnadenwirkungen dar, welche Gott fortwährend durch seinen Geist übt (die sieben Fackeln weisen auf die sieben Geister [Offb 1,4] zurück). Gott zeigt allezeit seine Macht in der natürlichen Welt, zu dem Zwecke, um alle durch seinen Geist zu berufen, zu erleuchten und zu heiligen. +Offenbarung Offb 74 4 6 Et in conspectu sedis tamquam mare vitreum simile crystallo: et in medio sedis, et in circuitu sedis quatuor animalia plena oculis ante et retro. Vor dem Throne war ein gläsernes Meer, dem Kristalle¹³ ähnlich, und in der Mitte des Thrones und ringsum den Thron waren vier Wesen voller Augen, vorn und hinten. +Offenbarung Offb 74 4 6 13 Der kristallhelle Fußboden trägt den Thron Gottes. Er versinnbildet den Himmel. [Offb 18,21] wird er wegen seiner Helle und Durchsichtigkeit erwähnt. Er ist dem Kristall ähnlich, also wie von feinstem Glase. +Offenbarung Offb 74 4 7 Et animal primum simile leoni, et secundum animal simile vitulo, et tertium animal habens faciem quasi hominis, et quartum animal simile aquilæ volanti. Das erste Wesen glich einem Löwen, das zweite Wesen glich einem Stiere, das dritte Wesen hatte ein Angesicht wie ein Mensch, und das vierte Wesen glich einem fliegenden Adler.¹⁴ +Offenbarung Offb 74 4 7 14 Die Wesen befinden sich wohl in der Mitte je einer Seite, also in der Mitte und doch rund um den Thron, (Ambros.) das Angesicht dem Beschauer zugewendet. Die Wesen sind Cherube. [Ez 1,5ff] In der Vision erscheinen diese höchsten Geister wie [Ez 1] in der Gestalt der höchsten vier irdischen Geschöpfe: der starke Löwe, der dem Gottesopfer dienende Stier, der hochfliegende Adler, der vernunftbegabte Mensch. (Macht, Gerechtigkeit und Offenbarung, Hoheit und Weisheit, Güte Gottes.) Die Worte [Offb 5,9] sprechen sie mit dem Ältesten zusammen, so dass diese keine Schwierigkeit für die eben gegebene Auslegung bieten. Der Adler hat hier zwar die Flügel ausgebreitet, fliegt aber nicht. +Offenbarung Offb 74 4 8 Et quatuor animalia, singula eorum habebant alas senas: et in circuitu, et intus plena sunt oculis: et requiem non habebant die ac nocte, dicentia: Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus omnipotens, qui erat, et qui est, et qui venturus est. Jedes der vier Wesen hatte sechs Flügel,¹⁵ und außen herum und innen waren sie ganz voll Augen, und sie riefen ohne Ausruhen Tag und Nacht:¹⁶ Heilig, heilig, heilig¹⁷ ist der Herr, Gott, der Allmächtige, der da war, und der da ist, und der da kommen wird! [Jes 6,3] +Offenbarung Offb 74 4 8 15 Die Cherube haben als die Zeugen der göttlichen Gnadengegenwart Flügel, weil der Gott des Heiles von dieser Stätte aus zu den Menschen kommen will. In der Stiftshütte hatten sie zwei gesenkte Flügel, weil dort die Stätte Gottes ist, bei Ezechiel haben sie auch Räder, da sie dort auf die Zeit hindeuten, wo die Stätte des Heiles ihren Lauf über die ganze Erde nehmen soll, bei Johannes ist die Zahl der der Verbindung zwischen Himmel und Erde dienenden Flügel, wie bei [Jes 6,2] auf 6 erhöht, die nach ihrer Haltung Ehrfurcht, Demut und die stets auf Gottes Wink bereite Tätigkeit andeuten. Doch ihr Flug ist kein blinder, sondern die Augen, welche ringsum und an ihren Flügeln inwendig und auswendig bedecken, schauen auf den Thron und auf die Welt, Wachsamkeit und Weisheit verbindend. +Offenbarung Offb 74 4 8 16 Irdisch gesprochen, denn bei Gott gibt es keinen Wechsel. +Offenbarung Offb 74 4 8 17 Der Lobgesang ist bis auf den der Offenbarung entsprechenden Schluss der gleiche wie [Jes 6,2]. Der dreimal heilige, der Herr, der allmächtige Gott, er ist auch der Ewige, der kommen wird. Die Worte stimmen mit der Erscheinung des Thronenden [Offb 5,2ff], wie diese selbst mit seinem eigenen Worte [Offb 1,8] übereinstimmt. +Offenbarung Offb 74 4 9 Et cum darent illa animalia gloriam, et honorem, et benedictionem sedenti super thronum, viventi in sæcula sæculorum, Und wenn¹⁸ die vier Wesen dem, der auf dem Throne sitzt und in alle Ewigkeit lebt,¹⁹ Herrlichkeit, und Ehre, und Dank darbrachten, +Offenbarung Offb 74 4 9 18 So oft. +Offenbarung Offb 74 4 9 19 Ähnlich preisen ihn die Wesen. Daher wird V. 10 diese noch einmal die Ursache des Lobes und den Grund aller Hoffnung und Weissagung einschließende Bezeichnung Gottes wiederholt. +Offenbarung Offb 74 4 10 Procidebant viginti quatuor seniores ante sedentem in throno, et adorabant viventem in sæcula sæculorum, et mittebant coronas suas ante thronum dicentes: so fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Throne saß, und beteten den an, der da lebt in alle Ewigkeit und legten ihre Kronen nieder vor dem Throne,²⁰ und sprachen: +Offenbarung Offb 74 4 10 20 Dreifache Bezeugung der Ehrfurcht: Niederfallen auf das Angesicht in dieser Andacht, Anbetung, dankbare Niederlegung der Kronen vor Gottes Thron. +Offenbarung Offb 74 4 11 Dignus es Domine Deus noster accipere gloriam, et honorem, et virtutem: quia tu creasti omnia, et propter voluntatem tuam erant, et creata sunt. Würdig bist du, Herr, unser Gott, zu nehmen²¹ die Verherrlichung, und die Ehre, und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen,²² und wegen deines Willens waren sie und wurden sie geschaffen.²³ +Offenbarung Offb 74 4 11 21 Nicht allein von uns diese Huldigung entgegenzunehmen, sondern auch dir zu eigen zu nehmen, zur vollen Geltung zu bringen, durch Niederwerfung deiner Feinde und Vollendung deines Reiches. +Offenbarung Offb 74 4 11 22 Das Responsorium der Ältesten, der Vertreter der erlösten Menschheit, führt den in der Lobpreisung der Cherubine begonnenen Gedanken fort: Ja, es ist, wie die Wesen sagen: du bist der lebendige Gott des Heils allezeit, darum bist du auch würdig, die Herrlichkeit und Macht an dich zu nehmen. +Offenbarung Offb 74 4 11 23 Wegen deines Heilswillens, weil du nicht nur das Heil schaffen (wofür die Wesen ihn der Herrlichkeit würdig erkennen), sondern auch durch die Annahme der Herrlichkeit usw. vollenden wolltest, hast du alle Dinge geschaffen. Deshalb steht in V. 11 Macht, statt wie V. 9 Danksagung. Zu dem, wozu Gott so aufgefordert wird, wird in Kap. 5 durch Beschließung der das Ende einleitenden Begebnisse der Anfang gemacht. +Offenbarung Offb 74 5 0 2. Erste Hälfte des zweiten Teiles (5,1 11,14) A. Die sechs ersten Siegelgesichte (5,1 6,17) a. Einleitendes Gesicht (V. 1 14): Der auf dem Throne Sitzende hält ein verschlossenes Buch, das niemand öffnen kann. (V. 3) Den hierüber betrübten Apostel tröstet einer der Ältesten: Denn plötzlich erscheint das Lamm inmitten der Ältesten, wie getötet. (V. 6) Dieses nimmt das Buch und öffnet es unter dem Jubel der vier Wesen und der 24 Ältesten, welche dem Lamme ihre Anbetung darbringen. +Offenbarung Offb 74 5 1 Et vidi in dextera sedentis supra thronum, librum scriptum intus et foris, signatum sigillis septem. Und ich sah auf der Rechten dessen, der auf dem Throne saß, ein Buch,¹ das inwendig und auswendig beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt war.² +Offenbarung Offb 74 5 1 1 Nicht ein Gerichtsbuch, sondern ein Buch, in dem die Schicksale der Welt beschrieben sind. Das Buch ist versiegelt zum Zeichen, dass sein Inhalt bisher unbekannt bleiben sollte und geblieben ist. +Offenbarung Offb 74 5 1 2 Mit sieben Siegeln ist es versiegelt, weil der in ihm beschriebene Inhalt, die Entwicklung des Heilsrates bis zur Vollendung, sich in von Gott bemessener Zeit durch Taten Gottes verwirklichen wird. Wie die sieben Siegel angebracht sind, ist nicht ganz ersichtlich. Nur eines wird gesagt: Die sieben Siegel werden der Reihe nach [Offb 6,1] eröffnet. Besteht das Buch aus sieben Pergamentrollen mit je einem Siegel, oder ist nur ein Pergament, das da, wo es auf das Holz aufgewickelt zu Ende ist, mit sieben Siegeln versehen ist? Das Letztere ist wahrscheinlicher, da der Inhalt des Buches sich aus dem Erbrechen der Siegel darstellt, ohne dass von einer Öffnung der Buchrolle selbst die Rede ist. Das Beschriebensein der Buchrollen auf beiden Seiten zeigt den reichen Inhalt, den die eine, innere Seite nicht zu fassen vermag. +Offenbarung Offb 74 5 2 Et vidi Angelum fortem, prædicantem voce magna: Quis est dignus aperire librum, et solvere signacula ejus? Und ich sah einen gewaltigen Engel,³ der mit mächtiger Stimme ausrief: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen?⁴ +Offenbarung Offb 74 5 2 3 Sein Ruf soll durch die gesamte Schöpfung dringen. +Offenbarung Offb 74 5 2 4 Derjenige, welcher die Siegel wegnimmt, und damit das Buch öffnet, soll zugleich derjenige sein, durch den der Inhalt des Buches, die in ihm beschriebene Sache zum Vollzuge und so auch zur Offenbarung kommt. Nur um eine Mitteilung zu machen, musste das Lamm nicht allein würdig sein, nicht erst gesiegt haben, geschlachtet sein, um einer bloßen Mitteilung willen bricht nicht die gesamte Schöpfung in Jubel aus. Die Würdigkeit ist die Voraussetzung des Könnens und zwar nicht allein der Macht zu öffnen, sondern auch auszuführen. +Offenbarung Offb 74 5 3 Et nemo poterat neque in clo, neque in terra, neque subtus terram aperire librum, neque respicere illum. Und niemand, weder im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde,⁵ vermochte das Buch zu öffnen, noch es einzusehen. +Offenbarung Offb 74 5 3 5 Die gesamte Schöpfung wird, wie [Offb 2,10] in drei große Regionen geteilt: Himmel, Erde, Aufenthalt der abgeschiedenen Seelen. +Offenbarung Offb 74 5 4 Et ego flebam multum, quoniam nemo dignus inventus est aperire librum, nec videre eum. Da weinte ich sehr, weil niemand würdig erfunden wurde, das Buch zu öffnen, noch es einzusehen.⁶ +Offenbarung Offb 74 5 4 6 Der Apostel weint nicht aus Kleinglauben oder weil er fürchtete, dass nun die Mitteilung des Buches nicht statthaben werde. Da ihm [Offb 1,19] und [Offb 4,1] eine Offenbarung über das Ende verheißen, und diese ihm durch Christus zu Teil werden sollte, der zudem im Gesichte neben ihm stand, konnte er nicht schließen, die Offenbarung vermöchte ihm nicht zu Teil zu werden, auch nicht durch den Herrn, der sie verheißen. Der Apostel ist tief ergriffen bei dem Gedanken, wie es um die Welt stünde, wenn der Heilsrat nicht zur Vollendung käme, ja wie traurig es steht, dass die Menschen alle Gott, seinem Heile und seiner Wahrheit so fern sind. +Offenbarung Offb 74 5 5 Et unus de senioribus dixit mihi: Ne fleveris: ecce vicit leo de tribu Juda, radix David, aperire librum, et solvere septem signacula ejus. Aber einer von den Ältesten⁷ sprach zu mir: Weine nicht! Siehe, der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids,⁸ hat gesiegt, das Buch zu öffnen und die sieben Siegel desselben zu lösen. +Offenbarung Offb 74 5 5 7 Einer von denen, welcher den Sieg Christi an sich erfahren und bewährt hatten und die darum die Bedeutung dieses Sieges auch für das Ende erkannten, redet hier, wo der Erlöser und sein Reich in Betracht kommt. +Offenbarung Offb 74 5 5 8 Christus ist der Löwe aus dem Stamme Juda: [Gen 49,9], weil er in seiner heiligsten von Juda stammenden Menschheit als der wahre, von Alters her verheißene Messias siegreich gestritten hat. Wurzel Davids [Jes 11,10] ist er als mit siegreicher Kraft aus der Wurzel Davids aufwachsender Sprössling. Die bloße Anschauung der Person des Überwinders ist so überwältigend für den Ältesten, dass ihm die Schilderung derselben zur Hauptsache wird, und die Eröffnung, dass er das Buch öffnen kann, dahinter zurücktritt. +Offenbarung Offb 74 5 6 Et vidi: et ecce in medio throni et quatuor animalium, et in medio seniorum, Agnum stantem tamquam occisum, habentem cornua septem, et oculos septem: qui sunt septem spiritus Dei, missi in omnem terram. Und ich schaute, und siehe, inmitten des Thrones und der vier lebenden Wesen und inmitten der Ältesten⁹ stand ein Lamm¹⁰ wie getötet,¹¹ und es hatte sieben Hörner und sieben Augen, dies sind die Geister Gottes, welche ausgesandt sind in alle Lande.¹² +Offenbarung Offb 74 5 6 9 Das doppelte inmitten bezeichnet in hebräischer Weise die beiden Grenzen, innerhalb deren das Lamm steht, den Raum, dessen Mittelpunkt der Thron mit den vier Wesen ist, und welcher nach außen durch den Kreis der Ältesten umschlossen wird. Damit wird die Erhabenheit des Lammes über alle Geschöpfe und seine Teilnahme an der göttlichen Weltregierung angedeutet. Von der Stellung des Lammes zum gläsernen Meere ist hier keine Erwähnung getan. +Offenbarung Offb 74 5 6 10 Ein gewaltiger Löwe ist angekündigt, ein Lämmlein (so nach dem Griech.) erscheint. +Offenbarung Offb 74 5 6 11 Es erscheint als solches, dessen Wundmale das einstmalige Geschlachtetsein erkennen lassen. (Andr. Caesar.) So hatte einst Isaias den Messias im Gesichte geschaut [Jes 53,6], so der Täufer ihn vor sich gesehen. [Joh 1,29.36] Die Wundmale hat der Herr zur Freude der Erlösten und zum Schrecken seiner Feinde behalten, ist ihm doch für das Todesleiden die Gewalt gegeben, das Buch zu öffnen, das Gericht über die Menschen zu halten, die Seinigen in die Seligkeit einzuführen, kurz, alle Gewalt im Himmel und auf Erden. [Mt 28,18] +Offenbarung Offb 74 5 6 12 Die sieben Hörner sind das Symbol seiner vollkommenen Macht; die sieben Augen sind der Heil. Geist (Beda), der nach [Offb 3,1] Christus, nach [Offb 4,5] dem Vater zugehört und auf die ganze Welt ausgesendet wird, zu allen Zeiten die Kirche zu erleuchten, zu heiligen und zu leiten. Kraft der Symbole der Augen wird der Geist als alles durchschauend bezeichnet. Es sind sieben Hörner, um dadurch auf die Aufgabe derselben hinzuweisen, die Kirche zu schützen, deren Repräsentanten die sieben Gemeinden sind. +Offenbarung Offb 74 5 7 Et venit: et accepit de dextera sedentis in throno librum. Und es kam, und nahm¹³ das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Throne saß. +Offenbarung Offb 74 5 7 13 Nehmen passt wegen des Zusammenhanges, der sie über alle Geschöpfe hervorragende Herrlichkeit des Lammes hervorhebt, besser als empfangen, was seine Unterordnung unter Gott ausdrücken würde. Das Lamm kann das Buch aus dem V. 5 angeführten Grunde nehmen. +Offenbarung Offb 74 5 8 Et cum aperuisset librum, quatuor animalia, et viginti quatuor seniores ceciderunt coram Agno, habentes singuli citharas, et phialas aureas plenas odoramentorum, quæ sunt orationes sanctorum: Und als es das Buch geöffnet hatte, fielen die vier lebenden Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamme,¹⁴ jeder eine Harfe¹⁵ und goldene Schalen¹⁶ voll Rauchwerks haltend, welches die Gebete der Heiligen sind.¹⁷ +Offenbarung Offb 74 5 8 14 Nach [Offb 6,1] öffnete das Lamm die Siegel der Reihe nach, so das Buch erschließend. Es ist also hier der angefangene Akt gemeint. Die 24 Ältesten fallen nieder, sobald sie sehen, dass das Lamm die Siegel lösen kann und bereits das erste zu lösen sich anschickt. Wie in [Offb 4] ein Wechsellobgesang Gott dargebracht ist, so hier dem Lamme, vor dem sich die vier Wesen und die Ältesten anbetend (vergl. V. 13 und [Offb 22,1]) niederwerfen. Auf den Lobgesang respondieren die Engelscharen (V. 12), und alle Geschöpfe nehmen denselben so auf, dass dem auf dem Throne Sitzenden und dem Lamme zugleich das am Schlusse gleichsam zusammengefasste Loblied erklingt, bis es in dem Amen der vier Wesen verklingt, welche das Lob des thronenden Gottes [Offb 4,8] und mit den Ältesten zugleich [Offb 5,9] das Lob des Lammes angestimmt hatten. Die 24 Ältesten wieder pflichten demselben durch ihr Niederfallen bei. So kehrt der Kreislauf in seinen Anfang zurück und nichts in der heiligen Gemeinde bleibt ohne Beteiligung an seinem Orte: Von den am Throne, der Stätte der göttlichen Gnadengegenwart, stehenden Cherubim geht der Preis aus, dringt vom Himmel auf die Erde, und kehrt, nachdem kein Mund schweigend geblieben, zur ewigen Gnadenstätte zurück. +Offenbarung Offb 74 5 8 15 Jeder der Ältesten. +Offenbarung Offb 74 5 8 16 Die mit Räucherwerk gefüllten Schalen haben eine der Zither entsprechende symbolische Bedeutung. Das Räucherwerk ist Symbol des Gebetes, teils wegen des Aufsteigens (Andacht), teils wegen des lieblichen Wohlgeruches, der gleichsam die Erhörung verbürgt. Welcher Art die Gebete sind, ob Bittgebete, wird nicht gesagt. +Offenbarung Offb 74 5 8 17 Die Heiligen sind die Christen. +Offenbarung Offb 74 5 9 Et cantabant canticum novum, dicentes: Dignus es Domine accipere librum, et aperire signacula ejus: quoniam occisus es, et redemisti nos Deo in sanguine tuo ex omni tribu, et lingua, et populo, et natione: Und sie sangen ein neues Lied¹⁸ und sprachen: Würdig bist du, Herr! das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest getötet und hast uns¹⁹ Gott mit deinem Blute erkauft²⁰ aus allen Stämmen, und Sprachen, und Völkern, und Nationen,²¹ +Offenbarung Offb 74 5 9 18 Die neue Gnadentat ist die Enthüllung des göttlichen Endrates zunächst durch Weissagung, alsdann mit der Tat. Nach anderen galt der erste Lobgesang dem Schöpfer, gilt der andere dem Erlöser. +Offenbarung Offb 74 5 9 19 Herr und uns fehlen im Griech. +Offenbarung Offb 74 5 9 20 Aus dem Machtbereich des Feindes. Die Engel schließen sich den Ältesten an. +Offenbarung Offb 74 5 9 21 Die Vierzahl bedeutet die Universalität. +Offenbarung Offb 74 5 10 Et fecisti nos Deo nostro regnum, et sacerdotes: et regnabimus super terram. und hast uns unserm Gott zu einem Königtume und zu Priestern gemacht; und wir werden herrschen auf der Erde.²² +Offenbarung Offb 74 5 10 22 In Gottes Reich als Priester und Könige. Inwiefern die Erlösten schon jetzt Könige sind, siehe [Offb 20,4ff], wie auf der neuen Erde [Offb 21]. Könige sind sie dem äußeren Stande, Priester der inneren Würde nach. (Thom.) Auf Erden herrschen die Christen, indem sie über das Fleisch, die Welt und den Teufel siegen, im Himmel aber herrschen sie mit Christus. +Offenbarung Offb 74 5 11 Et vidi, et audivi vocem Angelorum multorum in circuitu throni, et animalium, et seniorum: et erat numerus eorum millia millium, Und ich schaute und hörte die Stimme vieler Engel²³ rings um den Thron her, und um die Wesen und die Ältesten; ihre Zahl war tausendmal tausend;²⁴ +Offenbarung Offb 74 5 11 23 Die Engel nahmen Anteil an allem, was die Menschen angeht [Lk 5,7.10] (Thom.) Der Kreis der Vision erweitert sich, indem jetzt die Engel in den Lobgesang einfallen. Sie bilden den weitesten Kreis um den Thron Gottes, so dass die Erlösten demselben näher sind. Vergl. [Hebr 2,5ff] +Offenbarung Offb 74 5 11 24 Eigentlich Zehntausende von Zehntausenden und Tausende von Tausenden. Die Unbestimmtheit zeigt die Unzählbarkeit an. Die erste Zahl reichte noch nicht aus, daher häuft er sie noch. [Dan 7,10] ist die umgekehrte Ordnung in der Zahlenangabe. +Offenbarung Offb 74 5 12 Dicentium voce magna: Dignus est Agnus, qui occisus est, accipere virtutem, et divinitatem, et sapientiam, et fortitudinem, et honorem, et gloriam, et benedictionem. und sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das getötet worden ist, zu empfangen²⁵ die Macht, und Gottheit, und Weisheit, und Stärke, und Ehre, und Herrlichkeit und Lobpreisung.²⁶ +Offenbarung Offb 74 5 12 25 Das Nehmen des V. 9 wird in anderer Weise wieder aufgenommen: Das Lamm ist würdig von allen Menschen in seiner Macht gepriesen zu werden. +Offenbarung Offb 74 5 12 26 Die sieben Ausdrücke werden im Griech. durch einen vorgestellten Artikel gleichsam zu einer Gesamtvorstellung verbunden. Die Siebenzahl deutet das Vollmaß an. Da es sich um das Lob des Lammes handelt, stehen Macht, Reichtum (so das Griech.; der lat. Text hat wohl durch einen Schreibfehler divinitatem, statt divitias), Weisheit, Macht voran. Vergl. [Offb 4,11] und [Offb 7,12]. +Offenbarung Offb 74 5 13 Et omnem creaturam, quæ in clo est, et super terram, et sub terra, et quæ sunt in mari, et quæ in eo: omnes audivi dicentes: Sedenti in throno, et Agno: benedictio, et honor, et gloria, et potestas in sæcula sæculorum. Und alle Geschöpfe,²⁷ die im Himmel und auf Erden sind und unter der Erde und auf dem Meere und in demselben,²⁸ alle hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme sei der Preis und die Ehre, und die Herrlichkeit, und die Macht in alle Ewigkeit!²⁹ +Offenbarung Offb 74 5 13 27 In V. 3, wo von den vernunftbegabten Wesen die Rede war, wurden die Geschöpfe nach drei Orten geteilt, hier stimmt die gesamte Schöpfung (die Vierzahl, indem, wie [Ex 20,4], das Meer besonders aufgeführt wird) ein, und die Lobgesänge [Offb 4, Offb 5] schließen sich in einen gewaltigen Einklang zusammen. +Offenbarung Offb 74 5 13 28 Im Griech. steht der Plural, werden alle die vier Teile der Geschöpfe wieder zusammengefasst. +Offenbarung Offb 74 5 13 29 Die vier Momente der Lobpreisung entsprechen der vierfachen Gliederung der Gesamtschöpfung. +Offenbarung Offb 74 5 14 Et quatuor animalia dicebant: Amen. Et viginti quatuor seniores ceciderunt in facies suas: et adoraverunt viventem in sæcula sæculorum. Und die vier Wesen sprachen: Amen!³⁰ Und die vierundzwanzig Ältesten fielen auf ihr Angesicht nieder und beteten den an, der in alle Ewigkeit lebt.³¹ +Offenbarung Offb 74 5 14 30 Als höchste Engel bestätigen sie den Lobpreis. +Offenbarung Offb 74 5 14 31 Nach dem Amen bleibt dem Ältesten nichts mehr als stumme Anbetung, welche sie Gott und dem Lamme (vergl. V. 13) darbringen. +Offenbarung Offb 74 6 0 b. Das Lamm öffnet die ersten vier Siegel (6,1 8): Es gehen der Reihe nach hervor: ein Reiter auf weißem Rosse, um zu siegen (V. 2), ein Reiter auf feuerrotem Rosse, um der Erde den Frieden zu rauben (V. 4), ein Reiter auf schwarzem Rosse, um die Erde mit Hunger heimzusuchen (V. 6), ein Reiter auf fahlem Rosse, um vier Teile der Erde durch Schwert, Hunger und Sterben zu töten. (V. 8) c. Eröffnung des fünften und sechsten Siegels. (V. 9 17) Nach der Öffnung des fünften Siegels bitten die Märtyrer Gott um Bestrafung ihrer Verfolger. (V. 11) Nach der Öffnung des sechsten Siegels entsteht ein großes Erdbeben und es erscheinen große Zeichen am Himmel, während die Erde voller Schrecken ist: der große Tag des Zornes Gottes und des Lammes ist gekommen. +Offenbarung Offb 74 6 1 Et vidi quod aperuisset Agnus unum de septem sigillis, et audivi unum de quatuor animalibus, dicens, tamquam vocem tonitrui: Veni, et vide. Und ich sah, dass das Lamm eines von den sieben Siegeln¹ geöffnet hatte, und ich hörte eines der vier Wesen² wie mit Donnerstimme³ sprechen: Komm⁴ und siehe! +Offenbarung Offb 74 6 1 1 Wie die sieben Sendschreiben in 3 und 4 geschieden waren, so zerfallen diese sieben Siegel in 4 und 3. Die Zusammengehörigkeit der ersten vier Siegel zeigt sich darin, dass bei ihrer Öffnung allegorische Figuren erscheinen. Vier Reiter auf verschiedenartigen Rossen, in den drei letzten Siegeln aber Vorgänge nicht allegorischer Art geschildert werden. Außerdem sind jene vier ersten Siegel in gewisse Beziehung zu den vier Wesen gesetzt, welche den Thron Gottes umgeben [Offb 4,6ff], indem jedesmal, so oft ein Siegel geöffnet wird, eines der Wesen zu Johannes spricht: Komm. Das Gesicht von den Reitern erinnert an [Sach 1,7.17] die Aussendung von vier Reitern durch den Engel des Herrn, sowie an die Vision von der Waage. [Sach 6,1-8] So ziehen hier des Herrn Boten Sieg, Krieg, Teuerung, Tod, die Vorläufer der gewaltigsten Gerichte des Herrn [Mt 24,8] aus, die ganze irdische Welt heimzusuchen. Der äußere Zustand am Anfange des Endes, und zwar sofern dieser in Gottes Hand seinem Reiche dient, wird hier in Bildern dargestellt. Die symbolische Siebenzahl bedingt für das in sie Gefasste eine Entwicklung in der Zeit. Damit ist nicht gesagt, dass nicht im einzelnen gewisse Momente gleichzeitig in die Erscheinung treten können, z. B. das zweite und das erste Siegel. Darüber, wie lange Zeit das in den Gesichten der sieben Engel Geweissagte zu seiner Vollendung brauchen wird, ist nichts gesagt. +Offenbarung Offb 74 6 1 2 Welches Wesen, wird nicht gesagt; es ist wohl aber das erste, der Löwe. [Offb 4,7] +Offenbarung Offb 74 6 1 3 Die Donnerstimme gehört allen vier Wesen zu und wird der Kürze halber nur bei dem Ersten erwähnt. +Offenbarung Offb 74 6 1 4 Der Befehl: Komm, ergeht wohl an Johannes (im Griech. fehlt: und sieh), denn die nun folgenden Ereignisse oder das erscheinende Ross kommen nicht auf den Befehl des Cherub, sondern das Lamm ist der Enthüller. Johannes soll dem Inhalte der folgenden Gesichte geistig nahetreten. +Offenbarung Offb 74 6 2 Et vidi: et ecce equus albus, et qui sedebat super illum habebat arcum, et data est ei corona, et exivit vincens ut vinceret. Und ich schaute, und siehe, ein weißes Ross,⁵ und der darauf saß, hatte einen Bogen,⁶ und es ward ihm eine Krone gegeben, und er zog als Sieger aus, um zu siegen.⁷ +Offenbarung Offb 74 6 2 5 Das Ross ist ein Streittier. [Ijob 39,11ff] Das weiße Ross ist eine Auszeichnung der Sieger. +Offenbarung Offb 74 6 2 6 Der Bogen erreicht den Feind weithin. +Offenbarung Offb 74 6 2 7 Schon bei seinem Auszuge mit dem Siegeskranze geschmückt will er von Sieg zu Sieg eilen. (Um zu siegen: Hebraism.) Wer ist der Reiter? Nicht Christus in eigener Person. Anderenfalls wird die Harmonie des Bildes zerstört, da Christus wohl zugleich als Lamm und als Menschensohn auftreten kann, aber nicht zugleich das Lamm sein, das die Siegel des Buche öffnet, und der Reiter, der aus dem Buche hervorgeht. Auch wäre es merkwürdig, dass dann die Erscheinung Christi vor der der drei anderen stattfände, d. i. dass der Messias vor den messianischen Wesen kommt. Zudem kommt Christus doch erst [Offb 19,11] vom Himmel herab. Es ist also nach [Mt 24,7ff] der siegreiche Gang des Evangeliums durch die Welt zu verstehen. (Viktor, Primas.) Auf weißem Rosse kommt deshalb auch der zum Gerichte wiederkehrende Christus. +Offenbarung Offb 74 6 3 Et cum aperuisset sigillum secundum, audivi secundum animal, dicens: Veni, et vide. Und als es das zweite Siegel geöffnet, hörte ich das zweite Wesen sagen: Komm und siehe! +Offenbarung Offb 74 6 4 Et exivit alius equus rufus: et qui sedebat super illum, datum est ei ut sumeret pacem de terra, et ut invicem se interficiant, et datus est ei gladius magnus. Und ein anderes Ross zog aus, feuerrot,⁸ und dem, der darauf saß, wurde verliehen, den Frieden von der Erde wegzunehmen, und sie einander morden zu lassen, und es ward ihm ein großes Schwert gegeben. +Offenbarung Offb 74 6 4 8 Die Farbe deutet auf Blutvergießen, also Krieg. Der Friede wird von der Erde genommen, die Welt erschüttert, die Ankunft des Herrn vorbereitet. [Mt 24,7] +Offenbarung Offb 74 6 5 Et cum aperuisset sigillum tertium, audivi tertium animal, dicens: Veni, et vide. Et ecce equus niger: et qui sedebat super illum, habebat stateram in manu sua. Und als es das dritte Siegel geöffnet, hörte ich das dritte Wesen sagen: Komm und siehe! Und siehe, ein schwarzes⁹ Ross, und der darauf saß, hielt eine Waage in seiner Hand. +Offenbarung Offb 74 6 5 9 Die schwarze Farbe ist ein Anzeichen, dass sie in derselben erscheinende Gestalt eine Plage vorstellt, ein Diener des göttlichen Gerichtes ist. Durch das Abwägen des sonst abgemessenen Getreides wird die Teuerung vorgestellt. Vergl. [Lev 26,26, Ez 4,10.16] +Offenbarung Offb 74 6 6 Et audivi tamquam vocem in medio quatuor animalium dicentium: Bilibris tritici denario, et tres bilibres hordei denario, et vinum, et oleum ne læseris. Und ich hörte wie eine Stimme¹⁰ aus der Mitte der vier Wesen sagen: Ein Maß Weizen um einen Denar,¹¹ und drei Maß Gerste um einen Denar; das Öl aber und den Wein schädige nicht!¹² +Offenbarung Offb 74 6 6 10 Dem Seher bleibt die Person unbekannt, von welcher die Stimme ausgeht. Der Ruf erschallt inmitten der Repräsentanten der Geschöpfe, die von der Plage betroffen werden. +Offenbarung Offb 74 6 6 11 Das hier angegebene Maß, 552 Gr. an Gewicht, war dasjenige, das man auf einen Menschen täglich rechnet. Der Denar, der damals übliche Tagelohn, sollte der Preis für zwölf Maß Weizen sein (denen bei den Armen drei Maß Gerste entsprachen.) Nur mit Mühe werden also selbst kräftige Männer ihr Leben fristen können. Der gewöhnliche Preis für zwölf Maß Weizen war damals ein Denar, für zwölf Maß Gerste ein halber Denar. (Cicero Berres III.) +Offenbarung Offb 74 6 6 12 Dem Reiter wird genau die Grenze der von dem Herrn verhängten Plage vorgeschrieben. Dass Öl und Wein verschont bleiben, ist allerdings eine Milderung der Teuerung, doch wird gerade dadurch die Prüfung eine schwerere. +Offenbarung Offb 74 6 7 Et cum aperuisset sigillum quartum, audivi vocem quarti animalis dicentis: Veni, et vide. Und als es das vierte Siegel geöffnet hatte, hörte ich die Stimme des vierten Wesens sagen: Komm und siehe! +Offenbarung Offb 74 6 8 Et ecce equus pallidus: et qui sedebat super eum, nomen illi Mors, et infernus sequebatur eum, et data est illi potestas super quatuor partes terræ, interficere gladio, fame, et morte, et bestiis terræ. Und siehe, ein fahles Ross, und der auf demselben saß, heißt Tod, und das Totenreich folgte ihm;¹³ und es ward ihm Macht gegeben über vier Teile der Erde,¹⁴ zu töten durch Schwert, durch Hunger und durch Pest und durch die wilden Tiere der Erde.¹⁵ +Offenbarung Offb 74 6 8 13 Die grüngelbliche Farbe ist das Fahl der Leiche. Der Tod ist der Herr über alle die Todesgefahren, welche nachher aufgezählt werden. Die Unterwelt folgt ihm gleichsam als sein Diener, um die von demselben Getöteten aufzunehmen; darum hat er auch kein eigentliches Pferd, da der Tod das eigentliche Werk zu verrichte hat. +Offenbarung Offb 74 6 8 14 Nach dem Griech.: Der vierte Teil, weil nachher unter den Posaunen [Offb 8,9] der dritte Teil, und weiterhin schließlich das Ganze dem Tode übergeben wird. Wie unter dem dritten Siegel die Teuerung noch beschränkt wird, so hier der Tod. +Offenbarung Offb 74 6 8 15 Zur Ausführung seines Auftrages werden dem Tode vier Mittel angewiesen. Vergl. [Ez 14,21]. Nach der Vulgata soll der Tod über die ganze Erde hin nach allen Seiten in dem angegebenen Maße wüten. +Offenbarung Offb 74 6 9 Et cum aperuisset sigillum quintum: vidi subtus altare animas interfectorum propter verbum Dei, et propter testimonium, quod habebant. Und als es das fünfte Siegel geöffnet hatte,¹⁶ sah ich unter dem Altare die Seelen¹⁷ derjenigen, die um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, an welchem sie hielten,¹⁸ getötet wurden. +Offenbarung Offb 74 6 9 16 Das fünfte Siegelgesicht tritt aus der Reihe der bisherigen heraus. Kein Wesen verkündet es, kein Reiter erscheint in ihm; statt dessen erblickt der heil. Johannes unter dem Brandopferaltar die Seelen der Getöteten. Dass hier von einem Altar die Rede ist, der in [Offb 4, Offb 5] noch nicht erwähnt ward, hat zum Grunde, dass die einzelnen Dinge in das Gesicht und damit in die Beschreibung immer erst dann eintreten, wenn sie in den Gesichtsvorgängen eine Stelle einnehmen, wie hier der Altar, später die Bundeslade und der Tempel. +Offenbarung Offb 74 6 9 17 Wie das Blut der Opfertiere, in dem das Leben (die Seele) am Fuße des Altares ausgegossen ward, so hier die Seelen der Märtyrer. Es sind wohl die Seelen aller Blutzeugen von Abel an bis zur Zeit dieser Vision. Die Seelen sind zwar keine Leiber, mussten aber, so gut wie die sieben Geister, sichtbar werden, damit der heil. Johannes sie schauen konnte. Waren sie sichtbar, so konnten sie auch Kleider erhalten. Auf dieser Stelle beruht der Gebrauch der Kirche, Reliquien in die Altäre niederzulegen und unter denselben aufzubewahren. +Offenbarung Offb 74 6 9 18 Das Zeugnis ist, wie das Wort Gottes, objektiver Besitz der Gläubigen. Es ist das Zeugnis, welches Jesus in seiner gesamten Verkündigung abgelegt hat, an dem sie festgehalten. Vergl. [Joh 14,21], das sie also auch für den Herrn abgelegt haben. +Offenbarung Offb 74 6 10 Et clamabant voce magna, dicentes: Usquequo Domine, (sanctus, et verus) non judicas, et non vindicas sanguinem nostrum de iis, qui habitant in terra? Und sie¹⁹ riefen mit lauter Stimme²⁰ und sprachen: Wie lange, o Herr!²¹ (du Heiliger und Wahrhaftiger)²² richtest du nicht und rächest nicht unser Blut an den Bewohnern der Erde?²³ +Offenbarung Offb 74 6 10 19 Die Geschlachteten. +Offenbarung Offb 74 6 10 20 Mit heftigem Verlangen. (Greg.) Ihr Eifer entspricht der Gerechtigkeit, nicht dem Wunsche nach Rache, hat seinem Quell in dem Wunsche, dass Gottes Reich zu allen komme. (Aug.) +Offenbarung Offb 74 6 10 21 Dessen Diener und Werkzeuge wir im Leben waren. +Offenbarung Offb 74 6 10 22 Als Heiliger kann er das Böse nicht ungestraft lassen, als Wahrhaftiger, in seinen Zusagen zuverlässiger Herr, wird er sich als den rechten Herrn erweisen, sich seiner Diener annehmen. +Offenbarung Offb 74 6 10 23 Das Opfer der Märtyrer ist schon vollbracht, doch fehlt noch etwas: noch hat der Gott des Bundes sich nicht an seinen und ihren Feinden heilig erwiesen. (Beda.) Versündigungen, wie die Verfolgung der Bekenner Christi, heben moralisch die Bedeutung Gottes als des Herrschers der Welt auf. Aus dieser Stelle folgt u. a., dass die Heiligen im Himmel nicht über die Dinge auf Erden von Gott in Unwissenheit gelassen werden. +Offenbarung Offb 74 6 11 Et datæ sunt illis singulæ stolæ albæ: et dictum est illis ut requiescerent adhuc tempus modicum donec compleantur conservi eorum, et fratres eorum, qui interficiendi sunt sicut et illi. Und es ward ihnen, einem jeden, ein weißes Kleid gegeben;²⁴ und es ward ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit ruhen möchten,²⁵ bis die Zahl ihrer Mitknechte und Brüder erfüllt würde, die noch getötet werden sollten, eben so wie sie.²⁶ +Offenbarung Offb 74 6 11 24 Sie haben auch die Beschleunigung des Tages des Gerichtes und der Auferstehung erbeten. Es wird ihnen ein weißes Kleid gegeben, als Zeichen der Unschuld und Seligkeit, welche alle Überwinder haben, wenn sie in den Himmel eingehen. Während aber die Ältesten auch Kronen haben, empfangen die Märtyrer keine Kronen, weil sie dargestellt werden nach dem, was sie derzeit im Himmel sind, nicht nach dem, was sie in der Vollendung sein werden, auf die sie noch warten müssen. Nicht dass die Seligkeit der anderen Heiligen dem Wesen nach nicht dieselbe wäre, noch dass diese Seligkeit mit dem Tage des Gerichtes aufhörte, sondern sie erfährt alsdann eine Wandlung, eine Vollendung. (Bened. XII.) +Offenbarung Offb 74 6 11 25 Sie sollen von den Mühen, welche sie auf Erden bis in den Tod getragen, Ruhe haben und sich an dieser Ruhe noch eine Weile genügen lassen. Nicht als ob sie in Gott ruhten, ohne eine Tätigkeit gegen die Welt zu üben, oder sich gar in bewusstlosem Zustande befänden, sondern sie sind in lebensvoller Gemeinschaft mit Gott. Aus diesem Verse stammt wohl die Gewohnheit der Kirche, den abgeschiedenen Gläubigen die ewige Ruhe zu wünschen. +Offenbarung Offb 74 6 11 26 Nach der Erfüllung des V. 8 Angekündigten folgt also das Endgericht noch nicht unmittelbar. V. 11 verheißt das Eintreten desselben als gewiss. Die kurze Zeit wird näher bestimmt: bis die zukünftigen Märtyrer ihrer bestimmten Zahl nach den Tod erlitten. +Offenbarung Offb 74 6 12 Et vidi cum aperuisset sigillum sextum: et ecce terræmotus magnus factus est, et sol factus est niger tamquam saccus cilicinus: et luna tota facta est sicut sanguis: Und ich sah, als es das sechste Siegel geöffnet hatte; siehe, da entstand ein großes Erdbeben,²⁷ die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack,²⁸ und der ganze Mond ward wie Blut;²⁹ +Offenbarung Offb 74 6 12 27 Vorzeichen des letzten Gerichtes [Mt 24,8, Mk 13,9], die zur Bekehrung rufen soll. Während das hier erwähnte Erdbeben groß ist, ist das Erdbeben [Offb 16,18] so groß, wie nie eines gewesen. +Offenbarung Offb 74 6 12 28 Säcke und Mäntel aus grobem Zeuge wurden namentlich von Trauernden und Büßenden [Mt 11,21, Offb 11,3] getragen. Die Sonne wird schwarz wie ein aus schwarzen Haaren gewebtes Zeugstück, verfinstert sich. +Offenbarung Offb 74 6 12 29 Diese Erscheinung tritt ein, wenn eine Mondfinsternis stattgehabt hat. Ähnliche Erscheinungen an Sonne und Mond [Offb 8,12]. Hier ist also nur von vorübergehenden Erschütterungen die Rede, anders als an der soeben angeführten Stelle. +Offenbarung Offb 74 6 13 Et stellæ de clo ceciderunt super terram, sicut ficus emittit grossos suos cum a vento magno movetur. und die Sterne fielen vom Himmel auf die Erde, wie der Feigenbaum seine unzeitigen Feigen fallen lässt, wenn er von starkem Winde geschüttelt wird.³⁰ +Offenbarung Offb 74 6 13 30 Das Bild erinnert an Nahum [Offb 3,12], und der ganze Vers an [Jes 34,4]. Unreife Feigen fallen vor der Zeit, so könnte die Erde wie zur Zeit Noes ihrer natürlichen Beschaffenheit nach noch bestehen bleiben. +Offenbarung Offb 74 6 14 Et clum recessit sicut liber involutus: et omnis mons, et insulæ de locis suis motæ sunt: Und der Himmel wich zurück wie ein Buch, das man zusammenrollt,³¹ und alle Berge und Inseln wurden von ihrer Stätte gerückt.³² +Offenbarung Offb 74 6 14 31 Der Himmel wich in weiterer Ferne zurück und ward so kleiner wie eine zusammengelegte Buchrolle. Die Vernichtung folgt erst [Offb 20,11]. Es handelt sich hier um Erscheinungen, welche den Weltuntergang von fern ankündigen. +Offenbarung Offb 74 6 14 32 Die erste Erscheinung zeigte sich an der Erde, die folgenden am Himmel, mit dieser kehrt die Schilderung zur Erde zurück, die vom Erdbeben geschüttelt wird. Die Inseln werden mit den Bergen verbunden, weil sie gleichsam die Berge des vom Meere bedeckten Landes sind. +Offenbarung Offb 74 6 15 Et reges terræ, et principes, et tribuni, et divites, et fortes, et omnis servus, et liber absconderunt se in speluncis, et in petris montium: Und die Könige der Erde, und die Fürsten, und die Heerführer, und die Reichen, und die Mächtigen, und alle Knechte und alle Freien³³ verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge,³⁴ +Offenbarung Offb 74 6 15 33 Sieben Stände werden aufgezählt, um die Allgemeinheit auszudrücken. Keinerlei irdische Größe und Macht kann Schutz gewähren, die Könige teilen die Angst mit den niedrigsten Sklaven. +Offenbarung Offb 74 6 15 34 Vergl. [Jes 2,10.19]. Die Menschen, welche alsdann auf Erden leben werden, sind in laodicentischer Gesinnung abgefallene Massen der getauften Völker. Wenn sie auch nicht glauben, kennen sie doch das Christentum und vermuten jetzt dessen Wahrheit. Sie erkennen, dass die vorausgehenden Ereignisse ihnen das Gericht künden. +Offenbarung Offb 74 6 16 Et dicunt montibus, et petris: Cadite super nos, et abscondite nos a facie sedentis super thronum, et ab ira Agni: und sie sprechen zu den Bergen und den Felsen:³⁵ Fallet über uns, und bedecket uns vor dem Angesichte dessen, der auf dem Throne sitzt, und vor dem Zorne des Lammes! [Jes 2,19 (korr.Jes 2,17Jes 2,19; vgl. Allioli 1839), Lk 23,30] +Offenbarung Offb 74 6 16 35 In ihrer Furcht halten sie die Vorzeichen des Endes für dieses selbst; doch so wenig die Berge hier über sie fallen, sie zu töten und vor dem Gerichte des Lammes zu bewahren, so wenig ist dies bereits das Ende. +Offenbarung Offb 74 6 17 Quoniam venit dies magnus iræ ipsorum: et quis poterit stare? Denn gekommen ist³⁶ der große Tag ihres Zornes; und wer wird bestehen können?³⁷ +Offenbarung Offb 74 6 17 36 Steht bevor. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 6 17 37 Die Antwort auf die Frage gibt das nächste Kapitel. Die Siegelgesichte sollen den Anfang des Endes angeben. Eine Ausnahme macht nur das siebente Gesicht, welches das Ende selbst in seiner Entfaltung bringt und darum sich in die Posaunen entfaltet. Dass es sich um den Anfang des Endes handelte, hebt besonders das fünfte hervor. +Offenbarung Offb 74 7 0 B. Zwei Zwischengesichte: (V. 1 17) Bevor das siebente Siegel gelöst wird, werden die Diener Gottes mit seinem Zeichen bezeichnet (V. 8) und die zukünftige Glückseligkeit der Auserwählten beschrieben. +Offenbarung Offb 74 7 1 Post hæc vidi quatuor Angelos stantes super quatuor angulos terræ, tenentes quatuor ventos terræ ne flarent super terram, neque super mare, neque in ullam arborem. Nach diesem sah ich¹ vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde; diese hielten die vier Winde der Erde,² damit sie nicht auf Erden oder auf dem Meer, noch über einen Baum wehten.³ +Offenbarung Offb 74 7 1 1 Die Eröffnung des siebenten und letzten Siegels gehen zwei selbständige Visionen voraus: [Offb 7,1-8] und [Offb 7,9-17], die erste auf Erden, die zweite im Himmel. Beide geben Antwort auf die Frage, mit der die Vision des letzten Siegels schloss: Wer kann bestehen? Und dienen so als Einleitung in die Eröffnung des siebenten und letzten Siegels. +Offenbarung Offb 74 7 1 2 Die Vierzahl der Engel entspricht der Vierzahl der Ecken der Erde, welche wohl dabei als Fläche gedacht wird. Es sind vier bestimmte Engel, welche die Winde halten, bereit sie loszulassen, sobald das Vorhaben des schon aufsteigenden anderen Engels (V. 2ff) ausgeführt ist. Das Wehen der Winde bedeutet Gericht und da es vier sind, allgemeines Gericht über die ganze Erde. +Offenbarung Offb 74 7 1 3 Die Bäume werden hervorgehoben, weil ein Sturm diese vor anderen Gegenständen trifft. Der Sturm ist das schließliche Verderben des Gerichtes, das aus der Öffnung des siebenten Siegels über die Welt kommen soll. Dieses Siegel wird [Offb 8,1] geöffnet und bringt dann nicht wie die übrigen eine einzelne verderbliche Erscheinung, sondern sich zur Posaune entfaltend eine Reihe von über die Welt ergehenden Gerichten, welche durch den gemeinsamen Zweck, das Weltgericht herbeizuführen, sich zu einem die Welt vernichtenden Sturme vereinigen. Die Endgerichte (von [Offb 8,1] an) werden hier [Offb 7,1] als ein Sturm dargestellt, weil es darauf ankam, alles mit Eröffnung des siebenten Siegels über die Welt Kommende als einen Akt der Zerstörung und Vernichtung zu begreifen, von [Offb 8,1ff] ab aber in einer Reihe anderer Gesichte dargestellt, weil es sich dort darum handelt, das mit Öffnung des siebenten Siegels über die Welt Kommende nach seinen einzelnen Momenten auseinanderzulegen. +Offenbarung Offb 74 7 2 Et vidi alterum Angelum ascendentem ab ortu solis, habentem signum Dei vivi: et clamavit voce magna quatuor Angelis, quibus datum est nocere terræ, et mari, Und ich sah einen anderen Engel⁴ von Sonnenaufgang emporsteigen, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme⁵ den vier Engeln zu, denen Macht gegeben war, die Erde und das Meer zu schädigen, +Offenbarung Offb 74 7 2 4 Ein anderer als die vier Genannten. Es ist nur ein Engel (nicht wie einige wollen, Christus), wie aus V. 3 erhellt. Während Johannes die vier anderen Engel bereits an ihren Plätzen erblickte, will der jetzt auftretende Engel erst in die Handlung eingreifen. Der Engel, welcher kommt, eine segensreiche, ewiges Leben gewährende Aufgabe zu erfüllen, steigt von der Seite auf, von welcher durch die irdische Sonne Licht und Leben gebracht wird. +Offenbarung Offb 74 7 2 5 Der Ruf soll bis zu den Enden der Erde dringen, wo die Engel stehen. +Offenbarung Offb 74 7 3 Dicens: Nolite nocere terræ, et mari, neque arboribus, quoadusque signemus servos Dei nostri in frontibus eorum. und sprach: Schädiget nicht⁶ die Erde, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Diener unsers Gottes⁷ auf ihren Stirnen besiegelt haben!⁸ +Offenbarung Offb 74 7 3 6 Durch das Loslassen der Winde. Wenn aber aus dem eröffneten siebenten Siegel nicht verheerende Sturmwinde, sondern viele andere Plagen hervorgehen, so ist der formelle Grund, dass das nachfolgende Gesicht nicht wohl ein Moment aus der zwischen die beiden letzten Siegel einfallenden einfachen Vision aufnehmen und weiterführen kann; in der Sache aber ist keine Schwierigkeit. +Offenbarung Offb 74 7 3 7 Die hier redenden Engel gehen zunächst nur die V. 4ff bezeichneten Diener Gottes an, dem Zusammenhange nach das wahre Israel. Der Engel mit seinen Gehilfen ist infolge seines Verhältnisses zu demselben Gott ein Mitknecht derer, zu deren Dienst er gesandt ist. +Offenbarung Offb 74 7 3 8 Gott wird als König gedacht, der nach morgenländischer Sitte ein Siegel mit seinem Namen [Offb 14,1] führt. Als lebendiger Gott gibt er das Leben. Den Dienern Gottes soll gewährleistet werden, dass sie trotz der kommenden Leiden ihrem Herrn treu bleiben und hindurchgerettet werden durch alle Stürme bis zur Ankunft des Herrn. Während die Diener des Tieres das Zeichen des Tieres wie ein Sklavenzeichen annehmen, an der sichtbarsten Stelle, an der rechten Hand oder der Stirn [Offb 13,16, Offb 14,9, Offb 20,4], tragen die Diener Gottes den Namen und das Siegel Gottes nur an der Stirn, dem edelsten Teile. +Offenbarung Offb 74 7 4 Et audivi numerum signatorum, centum quadraginta quatuor millia signati, ex omni tribu filiorum Israel. Und ich hörte⁹ die Zahl der Besiegelten: Hundertvierundvierzigtausend¹⁰ Besiegelte aus allen Stämmen der Kinder Israels.¹¹ +Offenbarung Offb 74 7 4 9 Zwischen V. 3, V. 4 liegt der Akt der Besiegelung. +Offenbarung Offb 74 7 4 10 12 x 12 x 1000. Diese Zahl passt gut, die große, aber zählbare Schar der Gläubigen aus dem zwölfstämmigen Israel zu bezeichnen (Beda) gegenüber der unzähligen Schar aus allen Völkern, von der V. 9ff die Rede ist. (Thom.) Auch der Umstand, dass jeder Stamm die gleiche Zahl erhält und einer ausgelassen ist, zeigt, dass die Zahl symbolisch gemeint ist (Primas., Ambros., Anselm) und die vollendete Gottesgemeinde als ein wohlgeordnetes und wohlgegliedertes Ganze bezeichnet. Jeder Stamm, in tausendfacher Fülle in sich wieder zwölffach geteilt, spiegelt in tausendfacher Fülle die zwölfgeteilte Gestalt des Ganzen wieder. +Offenbarung Offb 74 7 4 11 Israels: Dies ist der Name der göttlichen Erwählung. +Offenbarung Offb 74 7 5 Ex tribu Juda duodecim millia signati: Ex tribu Ruben duodecim millia signati: Ex tribu Gad duodecim millia signati: Aus dem Stamme Juda zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Ruben zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Gad zwölftausend Besiegelte; +Offenbarung Offb 74 7 6 Ex tribu Aser duodecim millia signati: Ex tribu Nephthali duodecim millia signati: Ex tribu Manasse duodecim millia signati: aus dem Stamme Aser zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Nephthali zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Manasse zwölftausend Besiegelte; +Offenbarung Offb 74 7 7 Ex tribu Simeon duodecim millia signati: Ex tribu Levi duodecim millia signati: Ex tribu Issachar duodecim millia signati: aus dem Stamme Simeon zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Levi zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Issachar zwölftausend Besiegelte; +Offenbarung Offb 74 7 8 Ex tribu Zabulon duodecim millia signati: Ex tribu Joseph duodecim millia signati: Ex tribu Benjamin duodecim millia signati. aus dem Stamme Zabulon zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Joseph zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Benjamin zwölftausend Besiegelte;¹² +Offenbarung Offb 74 7 8 12 Der Stamm Dan fehlt, weil Joseph in zwei Stämme, Manasse und Joseph, geteilt ist (Joseph V. 8 statt Ephraim, weil letzterer Name im A. T. der des abgefallenen Reiches geworden war, Thom.), und so die heilige Zwölfzahl nur durch Auslassung eines Stammes erreicht werden konnte. Die Auslassung traf den Kleinsten oder den zumeist antichristlich Gesinnten. Aus [Gen 49,17] und [Dtn 33,22] hatte sich die auch wohl an [Jer 8,16] sich anlehnende Erwartung gebildet, dass der Antichrist aus Dan kommen werde, der auch in der Chronik [1Chr 41Chr 8] nicht mitgezählt wird. Nach Viktorin u. a. war dies der Grund der Auslassung an dieser Stelle. Die Auslassung hätte nicht geschehen können, wenn es sich um die zwölf Stämme als historische gehandelt hätte und nicht vielmehr um die Vorstellung des gesamten Israel aus zwölf Stämmen gebildet. Deshalb wird Levi wie ein anderer Stamm behandelt, denn er hat kein Vorrecht mehr. Die 144000 sind also das einst bekehrte Israel, dessen Bekehrung [Röm 11,25ff] vorhergesagt wird. Es ist die durch die große Trübsal hindurch gerettete und bewährte Endgemeinde. Die Menge der Heidenchristen hat nach V. 9ff die Märtyrerkrone erlangt, weshalb der Apostel sie V. 9 im Himmel sieht, die wenigen einzelnen, welche auf Erden übrig sind und sich der Endgemeinde angeschlossen haben, ändern den Typus derselben nicht. +Offenbarung Offb 74 7 9 Post hæc vidi turbam magnam, quam dinumerare nemo poterat ex omnibus gentibus, et tribubus, et populis, et linguis: stantes ante thronum, et in conspectu Agni, amicti stolis albis, et palmæ in manibus eorum. Nach diesem sah ich eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Völkern und Stämmen, und Nationen und Sprachen.¹³ Sie standen vor dem Throne und vor dem Lamme, angetan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen;¹⁴ +Offenbarung Offb 74 7 9 13 Die vier Namen drücken den Inbegriff aller Völker und Länder aus. Sind auch diese Besiegelte? V. 3 scheint darauf hinzudeuten. +Offenbarung Offb 74 7 9 14 Das Stehen vor dem Throne Gottes und des Lammes zeigt die ewige Gemeinschaft mit Gott und dem Lamme an, wie die himmlische Herrlichkeit und selige Freude auch durch die weißen Gewänder, vergl. [Offb 6,11], und die Palmenzweige in den Händen der Vollendeten ausgedrückt ist. +Offenbarung Offb 74 7 10 Et clamabant voce magna dicentes: Salus Deo nostro, qui sedet super thronum, et Agno. und sie riefen mit starker Stimme,¹⁵ und sprachen:¹⁶ Das Heil unserm Gott, der auf dem Throne sitzt und dem Lamme!¹⁷ +Offenbarung Offb 74 7 10 15 Die Stärke entspricht dem Drange ihrer Freude und Dankbarkeit. +Offenbarung Offb 74 7 10 16 Sie lobsingen Gott, der auf dem Throne sitzt, als dem letzten Urheber, und dem Lamme, als dem Mittler ihres Heiles, das sie nun vollkommen besitzen, nachdem sie aus aller Not, Versuchung, Sünde und Not entnommen und vor das Angesicht ihres Gottes gelangt sind. +Offenbarung Offb 74 7 10 17 Sie bekennen, das sie das Heil nur beiden verdanken. +Offenbarung Offb 74 7 11 Et omnes Angeli stabant in circuitu throni, et seniorum, et quatuor animalium: et ceciderunt in conspectu throni in facies suas, et adoraverunt Deum, Und alle Engel standen rings um den Thron, und um die Ältesten, und um die vier Wesen, und fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht nieder, und beteten Gott an,¹⁸ +Offenbarung Offb 74 7 11 18 Während der V. 9, V. 10 beschriebenen Szene standen die Engel schon um den Thron, jetzt fallen sie nieder. +Offenbarung Offb 74 7 12 Dicentes, Amen. Benedictio, et claritas, et sapientia, et gratiarum actio, honor, et virtus, et fortitudo Deo nostro in sæcula sæculorum. Amen. und sprachen: Amen!¹⁹ Die Lobpreisung²⁰ und die Herrlichkeit, und die Weisheit, und die Danksagung, die Ehre und die Macht und die Stärke unserm Gott in alle Ewigkeit! Amen. +Offenbarung Offb 74 7 12 19 Die Engel schließen zunächst den Lobgesang der Auserwählten ab. +Offenbarung Offb 74 7 12 20 Formell unterscheidet sich diese Lobpreisung von der [Offb 5,12] angeführten dadurch, dass an unserer Stelle jedes einzelne Moment durch den beigefügten Artikel in seiner vollen Selbständigkeit ausgeprägt erscheint. +Offenbarung Offb 74 7 13 Et respondit unus de senioribus, et dixit mihi: Hi, qui amicti sunt stolis albis, qui sunt? et unde venerunt? Da nahm einer von den Ältesten das Wort²¹ und sprach zu mir: Diese, welche mit weißen Kleidern angetan sind, wer sind sie, und woher sind sie gekommen?²² +Offenbarung Offb 74 7 13 21 Meinem Wunsche entsprechend. (Thom.) Wo es sich um Auslegung von Visionen handelt, welche sich auf die Schicksale oder auf die Glieder der Kirche beziehen, redet einer der Ältesten mit dem Seher. Wo es sich um die Auslegung von Visionen handelt, welche die durch die Macht Gottes über die Erde verhängten Geschicke angehen, redet eines der vier Wesen mit ihm. Wo es sich aber im Folgenden nicht um die Auslegung, sondern um die Einleitung der Gesichte handelt, redet ein Engel mit Posaunenstimme zu ihm, in den Visionen selbst aber sprechen andere Engel zueinander. +Offenbarung Offb 74 7 13 22 Die zweite Hälfte des Gesichtes enthält die Erklärung für die erste. +Offenbarung Offb 74 7 14 Et dixi illi: Domine mi, tu scis. Et dixit mihi: Hi sunt, qui venerunt de tribulatione magna, et laverunt stolas suas, et dealbaverunt eas in sanguine Agni. Und ich sagte zu ihm: Mein Herr!²³ du weißt es. Er sprach zu mir: Dies sind die, welche aus der großen Drangsal kommen²⁴ und ihre Kleider gewaschen und weiß gemacht haben im Blute des Lammes.²⁵ +Offenbarung Offb 74 7 14 23 Johannes steht einem himmlischen Wesen, einem seligen Überwinder, gegenüber, dem er sich durch die Anrede, wie durch die Antwort, unterordnet. +Offenbarung Offb 74 7 14 24 Sie kommen (nach dem Griech.) in der Vision noch vor den Augen des heil. Johannes daher und sammeln sich vor dem Throne Gottes. Die große Trübsal ist die [Mt 24,21] von dem Herrn angekündigte und von Johannes geweissagte, welche nach [Offb 6,17] also im siebenten Siegel zu erwarten ist und von der [Offb 6,12-17] die unmittelbaren Vorzeichen beschrieben sind. +Offenbarung Offb 74 7 14 25 Also nicht nur die Märtyrer, sondern alle Auserwählten, welche ihre Kleider im Blute des Lammes gewaschen und in standhafter Glaubenstreue bewahrt haben. (Beda) +Offenbarung Offb 74 7 15 Ideo sunt ante thronum Dei, et serviunt ei die ac nocte in templo ejus: et qui sedet in throno, habitabit super illos: Darum sind sie²⁶ vor dem Throne Gottes, und dienen²⁷ ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Throne sitzt, wird sich auf sie niederlassen.²⁸ +Offenbarung Offb 74 7 15 26 Die Schilderung der Seligkeit vollendet sich in einer dreifachen drei. +Offenbarung Offb 74 7 15 27 Der Dienst ist ein vierfacher: Ruhen, Schauen, Lieben, Loben. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 7 15 28 Nicht mehr wie einst in irdischer Verhüllung, sondern in himmlischer Unmittelbarkeit wird die Herrlichkeit Gottes ihnen nahe sein. +Offenbarung Offb 74 7 16 Non esurient, neque sitient amplius, nec cadet super illos sol, neque ullus æstus: Sie werden nicht mehr hungern,²⁹ noch³⁰ dürsten, es wird sie nicht mehr die Sonne treffen, noch irgend eine Glut,³¹ +Offenbarung Offb 74 7 16 29 Auch die weitere Schilderung der himmlischen Leidlosigkeit (V. 16) und der ewigen Erquickung und Tröstung (V. 17) wird mit alttestamentlichen Zügen gegeben. Die drei Bilder dieses Verses sind von dem Wüstenzuge hergenommen. +Offenbarung Offb 74 7 16 30 Griech.: noch auch mehr. +Offenbarung Offb 74 7 16 31 Welches es auch sei. +Offenbarung Offb 74 7 17 Quoniam Agnus, qui in medio throni est, reget illos, et deducet eos ad vitæ fontes aquarum, et absterget Deus omnem lacrimam ab oculis eorum. denn das Lamm,³² das inmitten vor dem Throne ist, wird sie weiden, und zu den Wasserquellen des Lebens führen; und Gott wird alle Tränen abtrocknen von ihren Augen.³³ [Offb 21,4] +Offenbarung Offb 74 7 17 32 Der erste Teil des Verses ist eine Wiederholung der Verheißung [Jes 49,10]. Doch statt: Ihr Erbarmer wird sie leiten heißt es hier: Das Lamm. Das Lamm, durch dessen Blut insbesondere die Gläubigen dahin gekommen sind, wo sie nun stehen, weidet dort die Seinigen, vergl. [Offb 14,1ff], und führt sie zu der Quelle des Lebenswassers. Der zweite Teil wiederholt die Weissagung [Jes 25,8]. +Offenbarung Offb 74 7 17 33 Bevor der Apostel [Offb 7,9ff] auf die [Offb 8,1] zu weissagende große Trübsal hingewiesen wird, die so vielen der sie erlebenden Gläubigen den Tod bringen wird (V. 9 17), soll er noch [Offb 7,1-8] den großen Teil schauen, dass Gott sich ein großes aus allen Stämmen der Erde gesammeltes Volk bewahren wird. So tritt Kap. 7 verbindend zwischen Kapitel 6 und 8. +Offenbarung Offb 74 8 0 C. Die sechs Posaunengesichte. (8,1 9,21) a. Einleitendes Gesicht: Bei der Öffnung des siebenten Siegels tritt im Himmel Stillschweigen ein durch eine halbe Stunde. Die sieben vor Gott stehenden Engel empfangen sieben Posaunen, bei deren Erschallen verkündet werden soll, was das siebente Siegel verschließt, nachdem zuvor ein anderer Engel Gott die Gebete der Heiligen dargebracht hat. (V. 6) b. Die vier ersten Posaunen werden geblasen: Bei der ersten wird der dritte Teil der Erde (V. 7), bei der zweiten der dritte Teil des Meeres (V. 9), bei der dritten der dritte Teil der Flüsse und Quellen (V. 11), bei der vierten der dritte Teil der Sterne zerstört. (V. 12) c. Vor dem Erschallen der zwei übrigen Posaunen wird den Bewohnern der Erde ein dreifaches Weh verkündet. +Offenbarung Offb 74 8 1 Et cum aperuisset sigillum septimum, factum est silentium in clo, quasi media hora. Und als es das siebente Siegel geöffnet hatte, war eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang.¹ +Offenbarung Offb 74 8 1 1 Bisher war im Himmel stetes Lobsingen und Preisen. Als das Lamm das Buch nahm [Offb 5,8ff], als es die Siegel öffnete [Offb 6,1.3.5.7.9.12], ward es im Himmel laut, und noch zuletzt [Offb 7,4-17] redete der Älteste. Jetzt, da das letzte Siegel geöffnet wird, stehen die Geschöpfe, besonders die Engel, in ehrfurchtsvoll erwartendem Schweigen da, der Offenbarung des Herrn zum Gerichte gewärtig. So hebt ihr Schweigen die Bedeutung des Siegels hervor und weist auf den Inhalt der Posaunen hin. Die halbe Stunde ist, da sie nicht einen Teil der Vision ausmacht, im eigentlichen Sinne zu nehmen. Die Szene ist übrigens nicht ganz leer, weil währenddessen der V. 3-6 geschilderte Vorgang sich abwickelt. +Offenbarung Offb 74 8 2 Et vidi septem Angelos stantes in conspectu Dei: et datæ sunt illis septem tubæ. Und ich sah die sieben Engel, welche vor Gott standen,² und es wurden ihnen sieben Posaunen³ gegeben. +Offenbarung Offb 74 8 2 2 Die sieben Engel [Tob 12,15], welche in einem gewissen Vorzuge vor Gott stehen. +Offenbarung Offb 74 8 2 3 Die eschatologische Bedeutung der Posaunen wird häufig im N. T. erwähnt: [Mt 24,31, 1Kor 15,52, 1Thess 4,16]. Da sie im A. T. die Festzeiten ankündigten, galten sie auch dort bereits mehrfach, wie [Hos 8,1] als Zeichen des hereinbrechenden Tages des Herrn. Zu Anfang werden Siegel enthüllt, dann folgen Posaunen, endlich kommen Schalen zur Anwendung: Enthüllung des göttlichen Endrates, Offenbarmachen des bisher Verborgenen, Ausführung durch Schalen bitteren Inhalts. Ausgerüstet sind die Engel bereits V. 2, doch erst der Zwischenvorgang V. 2-5 veranlasst sie, an die Tat zu gehen. +Offenbarung Offb 74 8 3 Et alius Angelus venit, et stetit ante altare habens thuribulum aureum: et data sunt illi incensa multa, ut daret de orationibus sanctorum omnium super altare aureum, quod est ante thronum Dei. Und ein anderer Engel kam⁴ und trat vor den Altar,⁵ ein goldenes Rauchfass haltend, und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben, damit er von den Gebeten⁶ aller Heiligen auf den goldenen Altar vor dem Throne Gottes legte. +Offenbarung Offb 74 8 3 4 Ein anderer als jene sieben, ein Engel, der eine andere Aufgabe hatte als sie. +Offenbarung Offb 74 8 3 5 Der Altar V. 5 ist wohl kein anderer als der V. 3, der Räucheraltar, denn sonst hätte der Engel von dem Altar, von dem er Kohlen genommen, zurückgehen müssen, wovon nichts gesagt wird. Der Altar aber, welcher sofort goldener genannt wird, kann nur der Rauchopferaltar des himmlischen Tempels sein. +Offenbarung Offb 74 8 3 6 Griech. den gebeten der Heiligen gebe, d. i.: ihren Gebeten angenehmen Duft verleihe. Die Handlung dient zur Kennzeichnung ihrer Eigenschaft vor Gott. Die Engel tragen gleichsam die Gebete hinauf. +Offenbarung Offb 74 8 4 Et ascendit fumus incensorum de orationibus sanctorum de manu Angeli coram Deo. Und es stieg auf der Rauch des Räucherwerkes von den Gebeten der Heiligen⁷ aus der Hand des Engels vor Gott. +Offenbarung Offb 74 8 4 7 Weder die Gebete, noch ihr Aufsteigen zu Gott, sind sonst sichtbar. Griech.: den gebeten der heiligen, d. i. ihnen Erhörung bedeutend. +Offenbarung Offb 74 8 5 Et accepit Angelus thuribulum, et implevit illud de igne altaris, et misit in terram, et facta sunt tonitrua, et voces, et fulgura, et terræmotus magnus. Und der Engel nahm das Weihrauchfass, und füllte es mit Feuer vom Altare,⁸ und warf es auf die Erde; da entstanden Donner und Stimmen, und Blitze und großes Erdbeben. +Offenbarung Offb 74 8 5 8 Der Engel hat den Inhalt des Rauchfasses auf den Altar geschüttet und der Rauch steigt auf. (V. 4) Jetzt nimmt er dasselbe wieder zur Hand, behufs eines neuen, aber mit den Ereignissen V. 3, V. 4 innerlich zusammenhängenden Dienstes. Zum Zeichen, dass die Gebete der Heiligen um Erfüllung der Beschlüsse Gottes über das Ende vor Gott gekommen und erhört sind, füllt er von demselben Feuer des Altares, welches den Weihrauch verzehrt hat, sein Rauchfass und wirft dann diese vom Altare genommene Kohlenglut auf die Erde hinab. Infolge davon entstehen Donner, Blitze usw. Ähnliches wird [Offb 4,5] und [Offb 11,19] berichtet, doch fehlt an der ersteren Stelle das Erdbeben, an der anderen kommt großer Hagel hinzu. +Offenbarung Offb 74 8 6 Et septem Angeli, qui habebant septem tubas, præparaverunt se ut tuba canerent. Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit in dieselben zu stoßen.⁹ +Offenbarung Offb 74 8 6 9 Was jedem Rufe folgt, schildern die gewaltigen Bilder. Vergl. [Ez 10,2] +Offenbarung Offb 74 8 7 Et primus Angelus tuba cecinit, et facta, est grando, et ignis, mista in sanguine, et missum est in terram, et tertia pars terræ combusta est, et tertia pars arborum concremata est, et omne fnum viride combustum est. Der erste Engel stieß in die Posaune;¹⁰ da entstand Hagel und Feuer mit Blut gemischt,¹¹ und es ward auf die Erde geworfen, und¹² der dritte Teil der Erde ward verbrannt, der dritte Teil der Bäume ward durch Feuer vernichtet, und alles grüne Gras ward versengt.¹³ +Offenbarung Offb 74 8 7 10 Die vier ersten Posaunen werden durch V. 13 ausdrücklich von den drei letzten unterschieden. Das Posaunenblasen signalisiert nicht nur die zu erwartenden Schrecknisse, sondern infolge des Posaunentons stellen sich dem schauenden Propheten die anzukündigenden Dinge selbst dar. Wie hier auf das Blasen die weissagenden Bilder erscheinen, so wird einst in der Zeit der Erfüllung auf den Befehlsruf Gottes das in denselben Dargestellte selbst erscheinen. +Offenbarung Offb 74 8 7 11 Das Blut erscheint nach dem Griechischen wie die Masse, in welcher sich Hagel und Feuer befinden. +Offenbarung Offb 74 8 7 12 Das Gesicht besteht bei den ersten vier Posaunen aus zwei Teilen, dem wunderbaren Vorgange und seiner Wirkung. +Offenbarung Offb 74 8 7 13 Ursache und Wirkung sind der sechsten ägyptischen Plage [Ex 9,22-25] ähnlich. Hier kommt indes zum Hagel und Feuer noch Blut, hier verbrennt das Feuer, dort schlägt der Hagel; hier wird das Drittheil der Erde und der Bäume und alles grüne Gras betroffen, dort nur Menschen, Tiere, Bäume, Gras des Landes Ägypten. Die hier geschilderte Plage ist nicht allein umfassender und schwerer als die ägyptische, sondern auch durch die Beifügung des Blutes eine wunderbarere. Gott wird die Welt in letzter Zeit, wenn sie wie Ägypten geworden, auch wie Ägypten heimsuchen. Das Feuer besteht wohl wie [Ex 9,24] aus Feuerklumpen. +Offenbarung Offb 74 8 8 Et secundus Angelus tuba cecinit: et tamquam mons magnus igne ardens missus est in mare, et facta est tertia pars maris sanguis, Und der zweite Engel stieß in die Posaune;¹⁴ da wurde etwas wie¹⁵ ein großer im Feuer brennender Berg in das Meer geworfen, und der dritte Teil des Meeres ward zu Blut,¹⁶ +Offenbarung Offb 74 8 8 14 Die zweite Plage hat kein Vorbild im A. T. +Offenbarung Offb 74 8 8 15 Es war kein eigentlicher Berg, aber sah so aus. +Offenbarung Offb 74 8 8 16 Dreifache Folge. +Offenbarung Offb 74 8 9 Et mortua est tertia pars creaturæ eorum, quæ habebant animas in mari, et tertia pars navium interiit. und es starb der dritte Teil der Geschöpfe, die im Meere leben, und der dritte Teil der Schiffe ging zu Grunde.¹⁷ +Offenbarung Offb 74 8 9 17 Die Wirkung entspricht der ägyptischen Plage [Ex 7,20ff]. Das Meer ist generisch genommen: Alle Meere. Die brennende Masse wälzt sich nicht selbst in's Meer, sondern wird hineingeworfen, damit Gott als Urheber der Plage hervorgehoben werde. Wie der dritte Teil der Schiffe verderbt wurde, wird nicht gesagt. +Offenbarung Offb 74 8 10 Et tertius Angelus tuba cecinit: et cecidit de clo stella magna, ardens tamquam facula, et cecidit in tertiam partem fluminum, et in fontes aquarum: Und der dritte Engel stieß in die Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Himmel, brennend wie eine Fackel, und fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen.¹⁸ +Offenbarung Offb 74 8 10 18 Streng genommen hat weder der Vorgang, noch die Wirkung ein alttestamentliches Vorbild. Ein wie eine Fackel brennender Stern wird durch Gott herabgeschleudert. Wie sich Ströme und Quellen zum Meere als die andere Hälfte der Gewässer verhalten, ergänzt dies Gesicht das vorige. +Offenbarung Offb 74 8 11 Et nomen stellæ dicitur Absinthium; et facta est tertia pars aquarum in absinthium: et multi hominum mortui sunt de aquis, quia amaræ factæ sunt. Und der Name des Sternes heißt Wermut.¹⁹ Und der dritte Teil der Gewässer ward zu Wermut; und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren. +Offenbarung Offb 74 8 11 19 Der Name soll die Kraft des Sternes andeuten, das Wasser bitter zu machen. +Offenbarung Offb 74 8 12 Et quartus Angelus tuba cecinit: et percussa est tertia pars solis, et tertia pars lunæ, et tertia pars stellarum, ita ut obscuraretur tertia pars eorum, et diei non luceret pars tertia, et noctis similiter. Und der vierte Engel stieß in die Posaune; da ward der dritte Teil der Sonne getroffen, und der dritte Teil des Mondes, und der dritte Teil der Sterne, so dass der dritte Teil derselben verfinstert ward, und der Tag zu einem Drittel nicht mehr hell war, und die Nacht gleicherweise.²⁰ +Offenbarung Offb 74 8 12 20 Betraf die erste Plage die Erde, die zweite das Meer, die dritte Flüsse und Quellen, so die vierte Sonne, Mond und Sterne. Die Gesamtheit aller Weltverhältnisse, in denen der Mensch lebt, wird geschädigt. Alle Plagen betreffen ein Drittheil, was gegen [Offb 6,8] eine Steigerung ist. Nach Analogie der vorhergehenden Plagen ist zu verstehen, dass ein Drittheil der Sterne verfinstert wird und ein Drittheil des Tages des Sonnenlichtes entbehrt, indes verstehen manche Ausleger die Worte dahin, das ein Drittes des Glanzes, welchen das Licht hat, weggenommen wurde. Die Verfinsterung der Sonne usw. ist bei den alten Propheten ein Vorzeichen des nahenden Gerichtes. Vergl. [Joel 3,4, Am 8,9]. Im Gesichte der vierten Posaune fehlt die Einleitung des Wunders, weil das Dunkelwerden selbst Gott als Urheber kundgibt. Die Vierheit der Teilung weist darauf hin, dass die Schädigung die ganze Welt treffen wird, wenngleich überall nur den vierten Teil. Die Zahl der Plagen vier ist visionär, also in der Verwirklichung nicht streng innezuhalten. Die hier geweissagten Schäden beziehen sich in erster Linie auf die Natur, während die anderen drei Posaunen direkt die Menschenwelt und ihre sittlichen Verhältnisse angehen. Wenn diese Strafgerichte nun aber auch um der Bösen willen kommen, so folgt daraus nicht, dass sie nur diesen sich fühlbar machen werden, sondern auch den Frommen. Nach [Offb 8,11] treffen die Plagen vielmehr alle, die Guten indes nicht als Strafgericht, sondern als Prüfungen Gottes. Wie das sechste Siegel nicht die [Mt 24,29], sondern die [Lk 21,11, Mk 13,8] geweissagten Zeichen enthält, so auch nicht die ersten vier Posaunen. +Offenbarung Offb 74 8 13 Et vidi, et audivi vocem unius aquilæ volantis per medium cli, dicentis voce magna: Væ, væ, væ habitantibus in terra de ceteris vocibus trium Angelorum, qui erant tuba canituri. Und ich schaute, und hörte die Stimme eines Adlers,²¹ der mitten durch den Himmel²² flog und mit lauter Stimme rief: Wehe, wehe, wehe den Bewohnern der Erde wegen des übrigen Schalles der drei Engel, die noch in die Posaune stoßen sollen. +Offenbarung Offb 74 8 13 21 Die drei letzten Posaunen, die drei Wehe werden durch einen Adler angekündigt. Einige Ausleger erinnern an den auf seine Beute stürzenden Adler, andere an den Adler als Unglücksboten. Vergl. [Dtn 28,49, Hos 8,1]. +Offenbarung Offb 74 8 13 22 Der Adler fliegt in der Mittagshöhe des Himmels, da er so von allen, welche seine Botschaft angeht, gehört und gesehen werden kann. Diese selbst soll auf die Bedeutung der folgenden drei Posaunen aufmerksam machen. +Offenbarung Offb 74 9 0 d. Nach dem Wehe erschallen die fünfte und sechste Posaune (9,1 21): Auf das Erschallen der fünften Posaune öffnet sich der Schlund des Abgrundes und es kommen Heuschrecken hervor, welche durch fünf Monate die nicht mit dem Zeichen Gottes bezeichneten Menschen schädigen und peinigen, doch nicht töten dürfen. (V. 11) So ist das erste Weh vorüber, doch bleiben noch die beiden anderen. (V. 12) Auf das Erschallen der sechsten Posaune werden vier Engel am Euphrat gelöst, welche mit einem ungeheuren Heere den dritten Teil der Menschen vernichten, ohne dass die anderen Buße tun. +Offenbarung Offb 74 9 1 Et quintus Angelus tuba cecinit: et vidi stellam de clo cecidisse in terram, et data est ei clavis putei abyssi. Und der fünfte Engel stieß in die Posaune. Da sah ich einen Stern,¹ der vom Himmel auf die Erde gefallen war,² und es ward ihm der Schlüssel zum Schlunde des Abgrundes gegeben. +Offenbarung Offb 74 9 1 1 Wenngleich der Stern an sich nur eine unmittelbar vom Himmel auf die Erde erfolgte Handlung Gottes ausdrückt, werden im A. T. doch die Engel oft als Sterne bezeichnet; dieser Engel ist ein böser, der als Gottes Werkzeug in Stand gesetzt wird, eine Plage höllischer Art über die Gottlosen zu bringen. +Offenbarung Offb 74 9 1 2 So sah ihn der Apostel. Der Fall war kein freiwilliger wie der Zusatz: Aus dem Himmel zeigt. So nimmt also auch dieses Posaunengesicht seinen Anfang und Ursprung von Gott. +Offenbarung Offb 74 9 2 Et aperuit puteum abyssi: et ascendit fumus putei, sicut fumus fornacis magnæ: et obscuratus est sol, et ar de fumo putei: Und er öffnete den Schlund des Abgrundes;³ da stieg Rauch auf aus dem Schlunde wie der Rauch eines großen Ofens,⁴ und die Sonne und die Luft wurden verfinstert von dem Rauche des Schlundes. +Offenbarung Offb 74 9 2 3 Der Abgrund ist hier die Hölle, von der ein Schacht an der Oberfläche der Erde mündet, der verschlossen ist, wie man noch jetzt in wasserarmen Gegenden des Orients Zisternen und Brunnen verschließt. Dass der Stern mit dem von Gott gegebenen Schlüssel öffnet, weist auf den doppelten Ursprung des Wehe: Die Hölle entsendet es, aber sie vermag dies nur, weil Gott es ihr gestattet. In den vorigen Posaunengesichten werden die Plagen unmittelbar von Gott gewirkt, in diesen drei letzten Plagen dienen die Geister der Hölle als Werkzeuge. +Offenbarung Offb 74 9 2 4 Er ist so dicht, um anzudeuten, dass sich alsbald etwas aus ihm entwickeln soll. +Offenbarung Offb 74 9 3 Et de fumo putei exierunt locustæ in terram, et data est illis potestas, sicut habent potestatem scorpiones terræ: Und aus dem Rauche des Schlundes kamen Heuschrecken hervor auf die Erde,⁵ und es ward ihnen Macht gegeben, wie sie die Skorpionen der Erde⁶ haben. +Offenbarung Offb 74 9 3 5 Was aus der Hölle aufstieg, kam als Rauch auf die Oberfläche der Erde, doch auf der Erde entstehen durch den Rauch, wohl aus einem Stoffe, der schon auf der Erde vorhanden war, Heuschrecken, die aus dem Rauche hervorkommen. +Offenbarung Offb 74 9 3 6 Gegensatz zu diesen unnatürlichen Heuschrecken. +Offenbarung Offb 74 9 4 Et præceptum est illis ne læderent fnum terræ, neque omne viride, neque omnem arborem: nisi tantum homines, qui non habent signum Dei in frontibus suis, Und es wurde ihnen geboten, weder das Gras der Erde, noch irgend etwas Grünes, noch irgend einen Baum zu beschädigen,⁷ sondern nur die Menschen, welche nicht das Siegel Gottes auf ihrer Stirn haben.⁸ +Offenbarung Offb 74 9 4 7 Warum? Ist in V. 5 ausgesprochen: sie sollen, was die Heuschrecken nicht tun, die Menschen schädigen, nicht töten, doch bis zur Verzweiflung quälen. Der ihnen die Macht gibt, ist Gott. Wohl haben sie ihre boshafte Kraft aus der Hölle, doch können sie dieselbe nicht gebrauchen, außer soweit Gott ihnen Ort und Raum gestattet. So erhalten sie V. 4 Verbot, V. 5 Gebot. +Offenbarung Offb 74 9 4 8 Diese Worte weisen auf [Offb 7,1ff] zurück. Wir haben hier das erste Beispiel, wie Gott seine Verheißung [Offb 7,1ff] wahr machen wird. +Offenbarung Offb 74 9 5 Et datum est illis ne occiderent eos: sed ut cruciarent mensibus quinque: et cruciatus eorum, ut cruciatus scorpii cum percutit hominem. Und es ward ihnen gegeben, nicht sie zu töten, sondern sie nur zu peinigen fünf Monate lang;⁹ und ihre Pein ist wie die Pein des Skorpions, wenn er einen Menschen sticht.¹⁰ +Offenbarung Offb 74 9 5 9 Die Zeitbestimmung zu erklären, fehlt jeder Anhalt. Immerhin zeigt sie, dass Zeit und Augenblick genau von Gott bestimmt sind. +Offenbarung Offb 74 9 5 10 Bildlicherweise kann jede Pein, die scharf und schmerzlich ist, mit dem Stiche des Skorpions verglichen werden. +Offenbarung Offb 74 9 6 Et in diebus illis quærent homines mortem, et non invenient eam: et desiderabunt mori, et fugiet mors ab eis. In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn nicht finden; sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen.¹¹ +Offenbarung Offb 74 9 6 11 Durch einen konkreten Zug wird die den Gottlosen von den Heuschrecken verursachte Qual gekennzeichnet. Vergl. gegen [Offb 6,16] die hier eingetretene Steigerung. Der Apostel braucht jetzt in der Darstellung die Zeit der Zukunft. +Offenbarung Offb 74 9 7 Et similitudines locustarum, similes equis paratis in prlium: et super capita earum tamquam coronæ similes auro: et facies earum tamquam facies hominum. Und die Gestalt der Heuschrecken¹² war Rossen ähnlich, gerüstet zum Kampfe, und auf ihren Häuptern waren wie goldene Kronen, und ihre Angesichter waren wie Menschengesichter; +Offenbarung Offb 74 9 7 12 Erst nachdem der Seher über Herkunft, Macht, Aufgabe und Ausrichtung derselben seitens der Heuschrecken gesprochen, beschreibt er deren Gestalt. +Offenbarung Offb 74 9 8 Et habebant capillos sicut capillos mulierum; et dentes earum, sicut dentes leonum erant: und sie hatten Haare wie Frauenhaare, und ihre Zähne waren wie Löwenzähne, +Offenbarung Offb 74 9 9 Et habebant loricas sicut loricas ferreas, et vox alarum earum sicut vox curruum equorum multorum currentium in bellum: und sie hatten Panzer wie eherne Panzer, und das Rauschen ihrer Flügel war wie das Rasseln von Wagen mit vielen Rossen, die in den Kampf laufen; +Offenbarung Offb 74 9 10 Et habebant caudas similes scorpionum, et aculei erant in caudis earum: et potestas earum nocere hominibus mensibus quinque: und sie hatten Schwänze ähnlich den Skorpionen, und Stacheln waren an ihren Schwänzen.¹³ Und ihre Macht war die Menschen zu schädigen auf fünf Monate. +Offenbarung Offb 74 9 10 13 Acht Eigenschaften der Heuschrecken werden V. 7 10 angeführt. Von der bekannten Ähnlichkeit der Heuschrecken mit dem Pferde ausgehend, vergleicht der Apostel sie wie [Joel 2,4] mit Rossen. Die Heuschrecken bedeuten also wohl gerüstete Kriegsheere. Die Kronen kennzeichnen diese als Sieger, da diese Sieger aber eigener Art sind, wird dies durch den Zusatz wie gekennzeichnet. Die Heuschreckengesichter schauend war es dem heil. Johannes, als sähe er Menschengesichter. Die Weiberhaare deuteten wohl auf weibische, üppige Sitten. Die Löwenzähne zerreißen und verschlingen, die Panzer gleichen den eisernen Panzern von Kriegern und machen die Heuschrecken unangreifbar. Das Geräusch der Flügel wird in der Betrachtung von den Heuschrecken selbst getrennt. +Offenbarung Offb 74 9 11 Et habebant super se regem angelum abyssi, cui nomen hebraice Abaddon, græce autem Apollyon, latine habens nomen Exterminans. Sie hatten über sich als König den Engel des Abgrundes, dessen Name auf hebräisch Abaddon ist, auf griechisch aber Apollyon, was lateinisch heißt der Verderber.¹⁴ +Offenbarung Offb 74 9 11 14 Der Artikel den Engel des Abgrundes weist auf einen Engel hin, welcher in besonderer Weise der Vorsteher des Abgrundes ist. Als solcher trägt er einen bestimmten Namen, welcher in der hebräischen Form jenes Verhältnis ausdrücklich anzeigt. Schon im A. T. heißt Abaddon das Reich des Verderbens in örtlicher Hinsicht, bei den Rabbinen ist es der tiefste Abgrund der Hölle. Der König ist also ein Engel, ein König der Hölle. Der Engel wird hebräisch mit einem abstrakten, statt eines konkreten Namens, griech. konkret der Verderber, genannt. Die lateinische Übersetzung rührt von dem heil. Hieronymus her. +Offenbarung Offb 74 9 12 Væ unum abiit, et ecce veniunt adhuc duo væ post hæc. Das erste Wehe ist vorüber, siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesem.¹⁵ +Offenbarung Offb 74 9 12 15 Eine Zwischenbemerkung des heil. Johannes selbst. Wann werden diese beiden Wehe eintreten? Wenn nicht allein der [Offb 6,1-17] geschilderte Beginn der Wehen vorüber ist, sondern auch die [Offb 8,7-12] geweissagten Zeichen am Himmel und auf Erden geschehen sind. In der Tat ist V. 4 bereits die Versiegelung [Offb 7,1-8] als geschehen vorausgesagt, das dort Geweissagte aber kann nicht hinter das sechste Siegel zurückgesetzt werden, also noch weniger die fünfte Posaune. Vergl. [Offb 9,5] und [Offb 10]. +Offenbarung Offb 74 9 13 Et sextus Angelus tuba cecinit: et audivi vocem unam ex quatuor cornibus altaris aurei, quod est ante oculos Dei, Und der sechste Engel posaunte. Da hörte ich eine Stimme von den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gottes Angesicht steht;¹⁶ +Offenbarung Offb 74 9 13 16 Was der Apostel in der Vision hört, stellt sich gleicherweise wie das, was er schaut, als Folge des Posaunenschalls dar. Die Stimme geht von den vier Ecken des goldenen Rauchopferaltares aus, vor dem die Gebete der Heiligen dargebracht wurden. Es ist also wohl Gottes Stimme, denn ihm ist das Opfer dargebracht. So hat also die Stimme eine ähnliche Bedeutung, wie [Offb 8,5] der Umstand, dass von diesem Altare Feuer auf die Erde geworfen wird. Auch die Parallele [Offb 16,7] spricht hierfür. Die sechste Plage ist also die eigentliche Antwort auf die [Offb 8,3ff] dargebrachte Bitte, die Hauptplage, von der die anderen nur ein Vorspiel waren. +Offenbarung Offb 74 9 14 Dicentem sexto Angelo, qui habebat tubam: Solve quatuor angelos, qui alligati sunt in flumine magno Euphrate. diese sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hielt:¹⁷ Löse die¹⁸ vier Engel, die gebunden sind am großen Strome Euphrat!¹⁹ +Offenbarung Offb 74 9 14 17 Der sechste Engel bläst nicht nur, sondern greift auch selbst in die Handlung ein. +Offenbarung Offb 74 9 14 18 Die noch als gefesselt zu beschreibenen Engel; dass dieselben mit den [Offb 7,1] erwähnten identisch sind, ist nicht wahrscheinlich, da diese ja einen anderen Standort hatten und nicht gebunden waren. Die Vierzahl der Engel besagt, dass das Heer nach allen vier Seiten der Erde geführt werden soll, um den dritten Teil der Menschen zu töten. Die Engel sind Gerichtsengel, aber obwohl in gewissem Sinne Anführer eines dämonischen Heeres, nicht notwendig böse Engel. +Offenbarung Offb 74 9 14 19 Die Erwähnung des Euphrat ist eine schematische, d. i. der Apostel bezeichnet mit einer Anlehnung an das A. T. die bestimmte Gegend, aus welcher in der alttestamentlichen Zeit die gottgesandten Plageheere der Assyrer über Israel u. a. kamen, um die Gegend zu charakterisieren, aus welcher das übernatürliche Plageheer über die Welt kommen soll. In jener Richtung liegt Babel. Es tritt die Macht auf, welche nachher die des Antichrist werden wird. +Offenbarung Offb 74 9 15 Et soluti sunt quatuor angeli, qui parati erant in horam, et diem, et mensem, et annum: ut occiderent tertiam partem hominum. Da wurden die vier Engel gelöst, die bereit waren auf Stunde, und Tag, und Monat und Jahr,²⁰ den dritten Teil der Menschen²¹ zu töten. +Offenbarung Offb 74 9 15 20 Immer standen sie, des göttlichen Winkes gegenwärtig, bereit auszuziehen, es mochte ihnen die nächste Stunde, oder der nächste Tag, oder der nächste Monat, oder das nächste Jahr als Zeit ihres Auszuges angesagt werden. Die Maßbestimmung: Der dritte Teil wiederholt sich bei allen Posaunen mit Ausnahme der fünften (V. 4), in welcher nichts vernichtet wird. Die Posaunengesichte werden den Siegelgerichten, die nur den vierten Teil treffen, und andererseits den Schalengerichten entgegengesetzt, welche das Ganze schlagen. +Offenbarung Offb 74 9 15 21 Der Zusatz: der Menschen bedeutet wohl, dass von diesem Töten auch die Gläubigen nicht ausgenommen werden sollen. Denn wenn auch die Versiegelung [Offb 7,1] den Bestand eines Volkes Gottes auch in letzter Zeit verbürgt, wird doch den einzelnen nicht verheißen, dass ihr zeitliches Leben erhalten werden soll. Die Versiegelung [Offb 9,4] ferner galt nur für die Plage der fünften Posaune. Ist also auch das Gericht dieser Posaune nur für die Bösen eine Strafe, (vergl. 13), so nimmt Gott doch auch die Frommen von öffentlichen Gerichten soweit nicht aus, als diese für sie zur Prüfung und Bewährung werden sollen. Dass unter der fünften Posaune die Menschen nur gequält, unter der sechsten getötet werden sollen, bedeutet eine Steigerung. Das Gebundensein der Engel V. 14 bestand also sachlich wohl darin, dass den Reiterscharen bisher nur das Quälen erlaubt war, jetzt auch das Töten gestattet wird. +Offenbarung Offb 74 9 16 Et numerus equestris exercitus vicies millies dena millia. Et audivi numerum eorum. Und die Zahl des Reiterheeres war zwanzigtausendmal zehntausend.²² Ich hörte ihre Zahl.²³ +Offenbarung Offb 74 9 16 22 Die Engel vereinigen wohl (zwischen V. 15 und 16) die auf der Erde zum Quälen zerstreuten Reiterscharen, damit diese sich über dieselbe zum Töten ergießen. Reiterscharen sind im Stande, schnell über die Erde dahin zu schweifen. Ihre Zahl ist die vielfach verdoppelte Zehnzahl, d. i. das verstärkteste Zeichen der Allgemeinheit. Vielleicht liegt eine Erinnerung an [Ps 67,18] zu Grunde. +Offenbarung Offb 74 9 16 23 Der Zusatz ist notwendig, um zu sagen, woher der Seher die Zahl wusste. +Offenbarung Offb 74 9 17 Et ita vidi equos in visione: et qui sedebant super eos, habebant loricas igneas, et hyacinthinas, et sulphureas, et capita equorum erant tamquam capita leonum: et de ore eorum procedit ignis, et fumus, et sulphur. Und also²⁴ schaute ich in dem Gesichte die Rosse, und die darauf saßen, hatten feuerfarbene, gelbe und schwefelfarbige Panzer, die Häupter der Rosse waren wie Löwenhäupter, und aus ihren Mäulern geht Feuer, Rauch und Schwefel hervor.²⁵ +Offenbarung Offb 74 9 17 24 Wie folgt. Der Zusatz besagt, dass es wirkliche Reiterscharen waren, sich aber mit ungewöhnlichen Eigenschaften ausgestattet zeigten. +Offenbarung Offb 74 9 17 25 Die Reiter tragen an ihren Panzern die Farben der Dinge, welche von den Mäulern der Rosse ausgehen. So werden Rosse und Reiter gleichsam als eines gefasst; die unnatürlichen Züge aber auf die ersteren übertragen. Die Panzer waren feuerfarben wie das Feuer, schwarzrot wie der glühende Rauch und schwefelgelb wie der Schwefel, die aus den Mäulern der Rosse gingen. Die Rosse hatten als Häupter Löwenköpfe (anders die Heuschrecken V. 8), weil sie töten sollen. Wen ihr Feuer trifft, verbrennt, wen ihr Rauch umqualmt, erstickt, wen ihr brennender Schwefel bespritzt, wird versengt. Der Schwefel wird dem Feuer beigefügt, wenn Gott ein Gericht sendet. Dass Schwefel mit dem Feuer aus dem Munde der Rosse geht, zeigt, dass ihr Töten ein Gottesgericht, gleich dem über Sodom ist. Endlich ist das Feuer der Hölle nach [Offb 19,20, Offb 21,9] ein Schwefelfeuer (weil ein Feuer des Gerichtes), und so wird die den Scharen eigene Macht zu töten als eine der Hölle entstammende bezeichnet. +Offenbarung Offb 74 9 18 Et ab his tribus plagis occisa est tertia pars hominum de igne, et de fumo, et sulphure, quæ procedebant de ore ipsorum. Durch diese drei Plagen ward der dritte Teil der Menschen getötet, durch das Feuer, den Rauch und den Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorgingen. +Offenbarung Offb 74 9 19 Potestas enim equorum in ore eorum est, et in caudis eorum: nam caudæ eorum similes serpentibus, habentes capita: et in his nocent. Denn die Macht der Rosse ist in ihrem Maule und in ihren Schweifen; denn ihre Schweife sind Schlangen gleich, und haben Köpfe, und mit diesen tun sie Schaden.²⁶ +Offenbarung Offb 74 9 19 26 Die Schweife bestanden aus dem Körper angewachsenen, mit den Köpfen nach unten gewendeten Schlangen. Während indes die Rosse mit ihren Mäulern töten, schädigen sie nur mit ihren Schweifen. Die Heuschreckenscharen der fünfte und die Reiterscharen der sechsten Posaune scheinen die gleichen Kriegsscharen zu sein, nur mit gesteigerter Macht. +Offenbarung Offb 74 9 20 Et ceteri homines, qui non sunt occisi in his plagis, neque pnitentiam egerunt de operibus manuum suarum, ut non adorarent dæmonia, et simulacra aurea, et argentea, et ærea, et lapidea, et lignea, quæ neque videre possunt, neque audire, neque ambulare, Und die übrigen Menschen, welche durch diese Plagen nicht getötet wurden, bekehrten sich nicht von den Werken ihrer Hände,²⁷ dass sie die bösen Geister und die Götzenbilder von Gold, und Silber, und Erz und Stein und Holz nicht mehr anbeteten, die weder sehen können, noch hören, noch gehen; +Offenbarung Offb 74 9 20 27 Die erste Sünde, in welcher die übrigen Menschen beharrten, war der Götzendienst, eigentlicher Götzendienst. Wer den Götzen dient, huldigt (nach [1Kor 10,20]) eigentlich dem hinter dem heidnischen Aberglauben stehenden Dämonen. +Offenbarung Offb 74 9 21 Et non egerunt pnitentiam ab homicidiis suis, neque a veneficiis suis, neque a fornicatione sua, neque a furtis suis. und sie taten keine Buße für ihre Mordtaten, noch für ihre Zaubereien, noch für ihre Unzucht, noch für ihre Diebereien.²⁸ +Offenbarung Offb 74 9 21 28 Der Sünde gegen Gott fügt der Apostel Sünden gegen den Nächsten, insbesondere gegen das 5. 7. Gebot nach der Anordnung des Hebräischen bei. Zaubereien sind dann als verführende Bezauberung zu fassen. Vergl. [Offb 18,23] mit [Offb 17,2] und [Offb 18,3]. Der Seher redet wohl von der [Offb 3,14] vorausgesagten Zeit des großen Abfalles. Vergl. [2Thess 2,3ff]. Das 10,1 11,14 Geweissagte soll gleichzeitig mit dem im Posaunenabschnitte Geweissagten geschehen. Mit [Offb 11,13] setzt dann das Enddrama bei dem Punkte ein, der [Offb 9,21] erreicht war. Die Schlussbemerkung dieses Kapitels soll also angeben, warum nunmehr mit der siebenten Posaune noch schärfere Gerichte kommen. Das letzte Herrenwort [Offb 3,14-22] zeigt die Welt in Lauheit; [Offb 6,15-17] dieselbe sich weiter von Gott abwendend in Abfall und unter den Strafgerichten in Verzweiflung des Unglaubens; [Offb 9,20] in das Heidentum zurücksinkend, bis sie [Offb 11,15ff] als vollendete antichristliche Weltmacht, Gott entgegentritt. +Offenbarung Offb 74 10 0 D. Zwei nachholende Gesichte (10,1 11,14): a. Ein anderer Engel, ein geöffnetes Buch haltend, verkündet mit einem Eide, dass bei dem Erschallen der siebenten Posaune das Geheimnis Gottes vollendet werde. Der Apostel muss jenes Buch verschlingen, um über viele Nationen und Völker zu prophezeien. +Offenbarung Offb 74 10 1 Et vidi alium Angelum fortem descendentem de clo amictum nube, et iris in capite ejus, et facies ejus erat ut sol, et pedes ejus tamquam columnæ ignis: Und¹ ich sah einen anderen gewaltigen Engel² vom Himmel herabsteigen, angetan mit einer Wolke, und der Regenbogen war über seinem Haupte, sein Antlitz war wie die Sonne, und seine Füße wie Feuersäulen;³ +Offenbarung Offb 74 10 1 1 Die beiden Gesichte [Offb 10,1-11] und [Offb 11,1-14] bilden ein Ganzes, so dass Kap. 10 die Einleitung und Ankündigung des Kap. 11 Erzählten ist, wie der Schluss von V. 14 zeigt. Da nun [Offb 9,12] mit dem Bemerken schloss. Das erste Weh ist vorüber und die beiden letzten stehen bevor, [Offb 9,21] aber ein solcher Abschluss nicht erfolgt ist, sondern erst [Offb 11,14] kommt, so sind die beiden Kapitel 10 und 11 noch ein Teil des sechsten Posaunengesichtes, der vielleicht dem bisher Erzählten, oder aber allen Ereignissen der sechs Posaunen gleichzeitig ist. Alsdann bildet der Abschnitt den Gegensatz zu [Offb 7,1-17], wo vorausverkündet wird, was gleichzeitig mit den noch zukünftigen in den Posaunengesichten zu weissagenden Ereignissen geschehen soll, den Grund aber gibt die Weissagung Kap. 10 und 11. +Offenbarung Offb 74 10 1 2 Zum Unterschiede von dem starken Engel [Offb 5,2]. Hiermit beginnt eine gewisse Wechselbeziehung zu [Offb 5]. +Offenbarung Offb 74 10 1 3 Indem der Engel vom Himmel herabsteigt, geht er den Weg, welchen der Herr bei seinem Kommen zum Gerichte wählen wird, erscheint als dessen Vorbote und bildet in seiner ganzen Erscheinung (vier charakteristische Merkmale) den Herrn vor, wie dieser in den Wolken des Himmels kommen wird. Der Regenbogen kennzeichnet ihn einen Boten der Gnade, welche Gott durch seinen Sohn gewähren wird, wenn dieser zum Gerichte kommen wird, seine Füße stellen die zermalmende und verzehrende Macht vor Augen, welche der Herr gegen seine Feinde übt. Der heil. Johannes hat den gleichen Standpunkt auf der Erde wie [Offb 1,9], den er auch [Offb 4,1] und [Offb 7,1] beibehalten, noch inne, wie V. 2 zeigt. +Offenbarung Offb 74 10 2 Et habebat in manu sua libellum apertum: et posuit pedem suum dextrum super mare, sinistrum autem super terram: und in seiner Hand hatte er ein geöffnetes Büchlein.⁴ Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, seinen linken aber auf das Land,⁵ +Offenbarung Offb 74 10 2 4 Das geöffnete Büchlein hält der Engel bis V. 8 in der Hand, bis wohin ein Zwischenvorgang erzählt wird. Was in 3 7 erzählt wird, ist nicht ohne Beziehung auf das, was nachher mit dem Büchlein geschieht. Das Büchlein bildet den Gegensatz zu dem Buche Kap. 5. Während jenes versiegelt war, ist das Büchlein offen. +Offenbarung Offb 74 10 2 5 So beweist er seine Macht über Erde und Meer. +Offenbarung Offb 74 10 3 Et clamavit voce magna, quemadmodum cum leo rugit. Et cum clamasset, locuta sunt septem tonitrua voces suas. und rief mit mächtiger Stimme, so wie ein Löwe brüllt.⁶ Und als er gerufen hatte, redeten die sieben Donner mit ihrem Schalle. +Offenbarung Offb 74 10 3 6 Was der Engel rief, wird nicht gesagt, doch müssen es drohende Worte gewesen sein, da sie dem drohenden Brüllen des Löwen verglichen werden. Dem Rufe des Engels folgt gleichsam als Wiederhall der Donner. Der Donner ist Gottes Stimme, im Donner hat Gott von Sinai zu seinem Volke geredet, im Donner redet er zur Erde. +Offenbarung Offb 74 10 4 Et cum locuta fuissent septem tonitrua voces suas, ego scripturus eram: et audivi vocem de clo dicentem mihi: Signa quæ locuta sunt septem tonitrua: et noli ea scribere. Und als die sieben Donner mit ihrem Schalle geredet hatten, wollte ich schreiben; doch ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe es nicht!⁷ +Offenbarung Offb 74 10 4 7 Das Aufschreibenwollen fällt dem Anscheine nach in die Vision. Doch der Seher soll nicht aufschreiben, was die Donner sagen, sondern es versiegeln, eben durch Nichtaufschreiben. Gott hielt es wohl für gut nicht anzudeuten, dass die Zukunft ein Geheimnis birgt, aber nicht den Schleier dieses Geheimnisses lüften zu lassen. Das Donnern geht dem Vorgange V. 5 7 voran, wo der Engel als Bote des Weltenrichters schwört, dass fortan der Endrat Gottes seinen Vollzug finden soll. So ist also der Donner Zeugnis, dass der folgende Schwur des Engels im Namen Gottes getan wird. Gott bestätigt denselben, indem er zur Einleitung desselben durch den Donner zur Erde spricht. Das siebenmalige Reden Gottes im Donner zeigt, dass Gott das vom Engel Geschworene in der von ihm vorausgesehenen Frist als Gotteswerk durch seine Allmacht vollenden wird. +Offenbarung Offb 74 10 5 Et Angelus, quem vidi stantem super mare et super terram, levavit manum suam ad clum: Und der Engel, den ich auf dem Meere und auf dem Lande stehen sah, erhob seine Hand⁸ zum Himmel, +Offenbarung Offb 74 10 5 8 Griech.: Die Rechte, die Hand des Schwures; in der Linken das Büchlein haltend. +Offenbarung Offb 74 10 6 Et juravit per viventem in sæcula sæculorum, qui creavit clum, et ea quæ in eo sunt: et terram, et ea quæ in ea sunt: et mare, et ea quæ in eo sunt: Quia tempus non erit amplius. und schwor bei dem, der da lebt in alle Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was in ihm ist, und die Erde und was auf ihr ist, und das Meer und was in ihm ist,⁹ dass hinfort keine Frist mehr sein soll; +Offenbarung Offb 74 10 6 9 Der Engel schwört bei dem Ewigen, dem Schöpfer aller Dinge, weil der Gegenstand des Schwures das Geheimnis Gottes ist, etwas in dem ewigen Ratschlusse Gottes Verborgenes, das er aber durch die Propheten (V. 7) und jetzt durch Johannes (V. 11) verkündet hat und als allmächtiger Herr unfehlbar ausführen wird. +Offenbarung Offb 74 10 7 Sed in diebus vocis septimi Angeli, cum cperit tuba canere, consummabitur mysterium Dei, sicut evangelizavit per servos suos prophetas. sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er anfängt in die Posaune zu stoßen, wird das Geheimnis Gottes vollendet werden,¹⁰ wie er durch seine Diener, die Propheten, die frohe Botschaft kundgetan.¹¹ +Offenbarung Offb 74 10 7 10 Die positive Erklärung des Ausdruckes bietet V. 7. Keine Verzögerung wird mehr eintreten, sondern die Erfüllung des Geheimnisses Gottes wird in der Zeit der siebenten Posaune statthaben, es wird zwischen dem gegenwärtigen Zeitpunkte, der hinter den Schluss der sechsten Posaune [Offb 9,21] und vor den zweiten Teil des erst [Offb 11,14] beendeten zweiten Wehe fällt, und die Zeit der siebenten Posaune keine Zwischenzeit mehr sein. Was also schon nach dem Schlusse des sechsten Siegelgesichtes erwartet werden durfte, aber noch nicht kam, weil Kap. 7 eine besondere Vorbereitung brachte und weiterhin aus dem siebenten Siegel selbst die neue Reihe der Posaunengesichte hervorging [Offb 8ff], das soll jetzt unverzüglich, in der siebenten Posaune, kommen. Indes kommt es tatsächlich in [Offb 11,16-19] noch nicht. Mit den Worten nämlich: In den Tagen, welche aus der siebenten Posaune folgen werden, wird das Geheimnis Gottes vollendet werden, wird der Sandpunkt der reinen Vision verlassen und die Beziehung auf die durch das siebente Posaunengesicht geweissagten Ereignisse eingemischt. Der Ausdruck Tage erinnert an [Dan 12,7]. +Offenbarung Offb 74 10 7 11 Was [Offb 9,20.21] erwarten ließ, sagt der Schwur des Engels ausdrücklich, indem seine Handlung sich gleichsam als Folgerung an jene Stelle anschließt. +Offenbarung Offb 74 10 8 Et audivi vocem de clo iterum loquentem mecum, et dicentem: Vade, et accipe librum apertum de manu Angeli stantis super mare, et super terram. Und ich hörte die Stimme aus dem Himmel abermals zu mir reden, und sagen: Gehe hin, und nimm das geöffnete Buch aus der Hand des Engels, der auf dem Meere und auf dem Lande steht!¹² +Offenbarung Offb 74 10 8 12 Hat der Engel bereits bei seiner ersten Handlung das offene Büchlein in der Hand gehalten, so muss, zumal V. 8 auf den Engel aus V. 2 hinweist und ihm befiehlt, sich das (V. 2 beschriebene) Buch geben zu lassen, ein Zusammenhang zwischen beiden Tatsachen sein. Ebenso wird zwischen dem Buche [Offb 5] und dem hier erwähnten Büchelchen ein bestimmtes Verhältnis obwalten. Das Büchelchen in [Offb 10] ist von jenem ein Teil, der kleine in [Offb 11,1-13] beschlossene, der als ein in dem Buche enthaltenes Büchlein dargestellt wird, weil er als Nachtrag zu den Siegel- und Posaunengesichten gegeben wird. Dies erklärt auch, warum es gleich offen war: als Teil des Buches [Offb 5], dessen letztes Siegel bereits gebrochen. Die beiden Handlungen des Engels [Offb 10,3-7] und [Offb 10,8-11] hängen als zwei Hälften miteinander zusammen. Die erste Handlung kündigt das Endgericht über die sündige Welt an. Doch was wird mit den Gläubigen geschehen? Und werden die Hinkenden und halben sich bekehren? Wir wissen zwar, dass das Volk Gottes erhalten bleiben soll und viele den Märtyrertod leiden werden, aber weiter nichts. Über jene soll Johannes uns Kunde geben; was [Offb 11,1-13] geschieht. So leitet die erste Handlung des Engels von [Offb 9,20.21] auf die zweite über, welche wieder ihrerseits den Zweck hat, die Weissagung [Offb 11,1-13] zu begründen und einzuleiten. Darum hatte auch der Engel das Büchlein, auf dessen Inhalt es zuletzt ankommt, bereits bei seinem Erscheinen V. 2 in der Hand. Der Schwur des Engels soll endlich hervorheben, dass durch die nur Nachträgliches bringende Weissagung [Offb 11,1-13] der Fortschritt der Endbegebenheiten nicht unterbrochen wird, dass das [Offb 11,1-13] Geweissagte zeitlich nicht etwa zwischen [Offb 9,21] und [Offb 11,15] treten soll, sondern vielmehr zwischen [Offb 9,21] und [Offb 11,15] keine Zeit liegen soll. +Offenbarung Offb 74 10 9 Et abii ad Angelum, dicens ei, ut daret mihi librum. Et dixit mihi: Accipe librum, et devora illum: et faciet amaricari ventrem tuum, sed in ore tuo erit dulce tamquam mel. Und ich ging hin zu dem Engel,¹³ und sagte ihm, dass er mir das Büchlein geben möge. Er sprach zu mir: Nimm das Büchlein, und iss es;¹⁴ in deinem Leibe wird es dir herb sein, aber in deinem Munde süß wie Honig. +Offenbarung Offb 74 10 9 13 In der Vision. +Offenbarung Offb 74 10 9 14 Vergl. [Ez 3,1ff]. Der Apostel soll durch das verschlingen des Buches den Inhalt seiner prophetischen Reden erlangen. +Offenbarung Offb 74 10 10 Et accepi librum de manu Angeli, et devoravi illum: et erat in ore meo tamquam mel dulce: et cum devorassem eum, amaricatus est venter meus: Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es, und es war in meinem Munde süß wie Honig; als ich es aber gegessen hatte, ward es bitter in meinem Leibe.¹⁵ +Offenbarung Offb 74 10 10 15 Anders als der Engel V. 9, der auf die innere Wirkung sieht, berichtet Johannes nach der Reihenfolge des Geschehens den Eindruck, welchen das verschlingen des Büchleins hervorbringt. Der Mund bezeichnet das Empfangen, der Leib das weitere Durchforschen und Innewerden der empfangenen Offenbarung. Dadurch, dass Johannes das Buch verschlungen, ist er zum Verkündigen seines Inhaltes tüchtig geworden. +Offenbarung Offb 74 10 11 Et dixit mihi: Oportet te iterum prophetare gentibus, et populis, et linguis, et regibus multis. Und er sprach zu mir: Du musst¹⁶ noch einmal¹⁷ weissagen über viele Völker und Nationen und Sprachen und Könige.¹⁸ +Offenbarung Offb 74 10 11 16 So will es Gott. +Offenbarung Offb 74 10 11 17 Nachdem bereits über Völker usw. eine Weissagung gegeben (6,1 9,21), soll wiederum eine Weissagung ergehen; nun aber nach Verschlingung des Büchleins, durch dich, Johannes. Denselben Gegenstand und denselben Zeitraum ergänzend holt weissagend nach, was [Offb 11,1-3] folgt. In letzterem Abschnitte führt Johannes in der Tat [Offb 11,1.2] nach Art des alttestamentlichen Propheten eine weissagende zeichenhafte Handlung aus, welche von dem Engel alsdann [Offb 11,3] erklärt wird. +Offenbarung Offb 74 10 11 18 Die vier Worte drücken die Gesamtheit der Menschenwelt aus, welche in der Zeit des Endes lebt. +Offenbarung Offb 74 11 0 b. Johannes soll den Tempel Gottes, mit Ausnahme des Vorhofes, messen, welch letzterer zugleich mit der heiligen Stadt auf 42 Monate den Heiden zur Verunehrung überliefert wird, während in einer gleichen Zeit (durch 1260 Tage) zwei Zeugen Gottes prophezeien und Wunder tun. (V. 6) Nach Verlauf dieser Zeit werden diese Zeugen von dem Tiere angegriffen und getötet, jedoch erstehen sie nach drei und einem halben Tage wieder auf und fahren gen Himmel. (V. 12) Während ein Erdbeben den zehnten Teil der Stadt zerstört und 7000 Menschen tötet, geben die übrigen Gott die Ehre. (V. 13) Das zweite Weh ist vorüber, doch das dritte kommt bald. (V. 14) 3. Zweite Hälfte des zweiten Teiles (11,15 22,5): 1) Einleitendes Gesicht (V. 15 19) Auf das Erschallen der siebenten Posaune feiern die Ältesten (prophetisch) den Sieg Gottes. +Offenbarung Offb 74 11 1 Et datus est mihi calamus similis virgæ, et dictum est mihi: Surge, et metire templum Dei, et altare, et adorantes in eo, Und es ward mir ein Rohr gegeben, ähnlich einem Maßstabe, und es ward mir gesagt:¹ Auf, und miss² den Tempel Gottes, und den Altar und die in ihm anbeten;³ +Offenbarung Offb 74 11 1 1 Von wem, bleibt ebenso unbestimmt wie [Offb 8,2, Offb 6,12]. +Offenbarung Offb 74 11 1 2 Das Umschließen mit der Messschnur, um etwas in sich Geschlossenes, von anderem Getrenntes zu kennzeichnen, kann an sich ein doppeltes Ziel haben: der Zerstörung oder der Bewahrung. Da hier alles Übrige hinausgeworfen werden soll, folgt, dass das Messen der Bewahrung gilt. +Offenbarung Offb 74 11 1 3 Das eigentliche Tempelhaus, das Allerheiligste und das Heilige, mit Ausschluss auch des inneren Vorhofes. Der Altar ist der im Heiligen stehende Räucheraltar. Die Anbetenden erscheinen auf der einen Seite als Priester, insofern sie Zutritt zum Heiligen, freien Zugang zu Gott haben, auf anderer Seite aber als nicht dem Stamme Levi zugehörig, nicht jüdische Priester, also priesterliche Christen, die gläubigen Christen. Da der Tempel V. 1 der Tempel Gottes heißt, so ist kein wirklich auf Erden vorhandenes Tempelgebäude, sondern die Stätte bezeichnet, wo Gott für seine Christenheit hier auf Erden gegenwärtig ist, seine Kirche. Die heilige Stadt ist zwar um den Tempel gebaut, aber weiter von ihm entfernt. +Offenbarung Offb 74 11 2 Atrium autem, quod est foris templum, ejice foras, et ne metiaris illud: quoniam datum est gentibus, et civitatem sanctam calcabunt mensibus quadraginta duobus: den Vorhof aber, der außerhalb des Tempels ist, wirf hinaus,⁴ und miss ihn nicht; denn er ist den Heiden hingegeben, und sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang.⁵ +Offenbarung Offb 74 11 2 4 Verwirf, und miss darum nicht. +Offenbarung Offb 74 11 2 5 Die Zeitangabe ist wie [Dan 7,25, Dan 12,7] und [Offb 12,14] schematisch. Siehe [Offb 9,Anm.19]. Die Bezeichnung nach Monaten, und vollends nach Tagen, soll den Eindruck hervortreten lassen, dass die Ereignisse lange und ununterbrochen währen. In [Offb 13,5] kehren die 42 Monate als die Dauer der Machtübung des Tieres wieder. Ist diese Zeit identisch mit der hier bezeichneten, so ist die letzte Hälfte der Weltwoche, die Tage der letzten Posaune, das dritte Wehe, die Zeit der nächsten Vorzeichen der Wiederkunft des Herrn gemeint. Vergl. [Lk 21,24] +Offenbarung Offb 74 11 3 Et dabo duobus testibus meis, et prophetabunt diebus mille ducentis sexaginta, amicti saccis. Und ich⁶ werde meinen zwei Zeugen⁷ verleihen,⁸ dass sie weissagen tausendzweihundertsechzig Tage lang,⁹ angetan mit Bußkleidern.¹⁰ +Offenbarung Offb 74 11 3 6 Ich: Christus. +Offenbarung Offb 74 11 3 7 Die zwei Zeugen stehen nicht vor den Augen des heil. Johannes. Nach Ambrosius u. a. sind die meisten Ausleger, gestützt auf [Gen 5,24] und [Hebr 11,5] der Ansicht, dass von Elias und Henoch die Rede ist. +Offenbarung Offb 74 11 3 8 Was er ihnen geben wird, ist nach hebräischer Weise durch und beigefügt. +Offenbarung Offb 74 11 3 9 Da V. 8 eine andere Bezeichnung für die Zeitdauer gewählt wird als V. 2, so sind die 1260 Tage wohl ein anderer Zeitraum als die 42 Monate vorhergehende Zeit. Die V. 7 erzählten Ereignisse bilden den Schluss, an den sich die 42 Monate anschließen. Das V. 8 13 berichtete Resultat der 1260 Tage ist dann dem gleichzeitig was durch das Messen V. 1, V. 2 bewirkt wird und die 42 Monate eröffnet. Aus der symbolischen Dauer ist keine Folgerung auf die wirkliche zu ziehen. Die Wahl einer Angabe von Tagen hebt die tägliche Ablegung des Zeugnisses hervor, während 42 Monate gesetzt werden, wo von der macht und Herrschaft des Antichristes die Rede ist, [Offb 11,2] und [Offb 13,5], und die Abmessung der letzten Trübsal seitens Gottes angegeben wird. +Offenbarung Offb 74 11 3 10 Sie werden wie Bußprediger Trauer um die Sünden der Welt tragen und vor den Christen von Christus Zeugnis geben. +Offenbarung Offb 74 11 4 Hi sunt duæ olivæ, et duo candelabra in conspectu Domini terræ stantes. Das sind die¹¹ zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. +Offenbarung Offb 74 11 4 11 Im Griech. stehen Artikel und weisen so auf bestimmte Personen. Diese Artikel weisen auf [Sach 4]. Die juden- und heidenchristlichen Gemeinden sind die Zeugen, doch kommt das Zeugnis vorzugsweise in repräsentativen Persönlichkeiten zur Erscheinung, an denen V. 5 und 8 erfüllt wird. +Offenbarung Offb 74 11 5 Et si quis voluerit eos nocere, ignis exiet de ore eorum, et devorabit inimicos eorum: et si quis voluerit eos lædere, sic oportet eum occidi. Und wenn jemand ihnen etwas zu Leide tun will, so wird Feuer aus ihrem Munde ausgehen und ihre Feinde verzehren;¹² und wenn jemand sie verletzen will, so soll er also getötet werden. +Offenbarung Offb 74 11 5 12 Beziehung auf [Jer 5,14]. Doch während bei Jeremias die Worte Gottes mit Feuer verglichen werden, kommt an dieser Stelle in der Vision Feuer aus ihrem Munde. Diese wie die folgenden Züge sind aus dem Leben des Elias und Moses entlehnt. Vergl. [2Kön 1,10ff]. Der heil. Johannes Damascenus, Theoderet, Ephrem, Cyrill von Alex., Greg. u. a. sind einmütig der Meinung, dass hier von Enoch und Elias die Rede ist. +Offenbarung Offb 74 11 6 Hi habent potestatem claudendi clum, ne pluat diebus prophetiæ ipsorum: et potestatem habent super aquas convertendi eas in sanguinem, et percutere terram omni plaga quotiescumque voluerint. Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, dass kein Regen falle in den Tagen ihrer Weissagung,¹³ und sie haben die Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln,¹⁴ und die Erde zu schlagen mit jeglicher Plage, so oft sie irgend wollen. +Offenbarung Offb 74 11 6 13 Vergl. [1Kön 17,1ff, 1Kön 18,1] u. a. +Offenbarung Offb 74 11 6 14 Vergl. [Ex 7]. +Offenbarung Offb 74 11 7 Et cum finierint testimonium suum, bestia, quæ ascendit de abysso, faciet adversum eos bellum, et vincet illos, et occidet eos. Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben,¹⁵ wird das Tier,¹⁶ das aus dem Abgrunde heraufsteigt, mit ihnen Krieg beginnen, und sie überwinden und sie töten. +Offenbarung Offb 74 11 7 15 Am Ende der 1260 Tage, der ersten Hälfte der letzten Weltwoche. +Offenbarung Offb 74 11 7 16 Das Tier ist aus [Dan 7,11] entnommen, nicht aber der Zusatz: Das aus dem Abgrund heraufsteigt. Es ist dasselbe Tier, wie [Offb 13,1, Offb 17,8]. An letzter Stelle findet eine Rückbeziehung auf diese statt. Der Abgrund ist nicht der Ort der Herkunft, wird doch [Offb 13,1] an letzterer das Völkermeer bezeichnet; sondern vielmehr Kennzeichnung des Charakters, der Hölle entstammend. Schon [Offb 9] V. 2, V. 3, V. 11 sammeln sich die antichristlichen Heerscharen infolge dämonischer Einflüsse, gewinnen einen König ihrer Art, vergewaltigen die Erde und verstricken deren Bewohner immer tiefer in das antichristliche Wesen. Auf diese in [Offb 9] gegebene Weissagung greift der Ausdruck zurück und führt dieselbe weiter. Im Verlaufe der ersten Hälfte der letzten Weltwoche wird der Antichrist mit seiner Macht erstehen, wenn er aber auf der Höhe derselben steht, um die Mitte der letzten Weltwoche, wenn die den zwei Zeugen gegebene Zeit um ist, wird er sich auch gegen das durch diese Zeugen repräsentierte Volk Gottes aus Juden und Heiden wenden und es besiegen. So sind wir auf dem Punkte, auf dem der Seher V. 1, V. 2 mit seiner prophetischen Handlung stand. Die Stimme des Herrn unterbricht V. 3 die Weissagung, und V. 8 knüpft nach dem Griech. wieder als Vision an. +Offenbarung Offb 74 11 8 Et corpora eorum jacebunt in plateis civitatis magnæ, quæ vocatur spiritualiter Sodoma, et gyptus, ubi et Dominus eorum crucifixus est. Und ihre Leiber werden liegen bleiben¹⁷ auf den Straßen der großen Stadt, welche geistiger Weise Sodoma und Ägypten genannt wird, wo auch ihr Herr gekreuzigt ward.¹⁸ +Offenbarung Offb 74 11 8 17 Wie die beiden Zeugen nicht eher getötet werden durften als bis ihre Sendung erfüllt war, so lässt der Allmächtige ihre Schmach auch nur zu, um sie nachher desto mehr zu verherrlichen. Das Nichtbegrabenwerden ist die höchste Schmach. Vergl. [Jes 14,19, Jer 22,19]. +Offenbarung Offb 74 11 8 18 Die Stadt, in welcher jene Zeugen ihre Wirksamkeit gehabt haben und in der das Tier, das dort wohl seinen Sitz hat, sie getötet hat. Nach V. 9 ist es eine Stadt, in der Leute aus allen Völkern wohnen und zusammenkommen. Ihrer geistigen Beschaffenheit, ihrem Versunkensein in die Sünde nach, die bis zur Gewalttätigkeit gegen Gottes Diener und Volk fortschreitet, verdient sie Sodoma und Ägypten genannt zu werden und wie jene dem Gerichte zu verfallen, während Gottes Diener errettet werden. Der Stadt wird eine Mitschuld am Tode der beiden Zeugen beigemessen. Während Jerusalem in V. 2 die heilige Stadt genannt wird, weil Gott sie bestimmt hatte heilig zu sein, wird sie doch in demselben Verse bereits als von dem Tempel und den wahren Anbetern getrennt dargestellt. Jerusalem ist hier typisch gesetzt für den Mittelpunkt der Christenheit gegen die Mitte der letzten Weltwoche. Vergl. [Offb 3,14-21]. Wo dieser Mittelpunkt sein wird, darüber besagt der konkrete Name der Vision: Jerusalem nichts, so wenig wie der Name Babylon betreffs der Hauptstadt der Weltmacht etwas Bestimmtes nahelegt. In V. 8 wird Jerusalem die große Stadt genannt, um auf die Menge der Gottesfeinde hinzuweisen, welche auch die Wahl des Landes Ägypten als Name versinnbildet. (Hieronymus) +Offenbarung Offb 74 11 9 Et videbunt de tribubus, et populis, et linguis, et gentibus corpora eorum per tres dies, et dimidium: et corpora eorum non sinent poni in monumentis. Und viele von den Stämmen und Völkern und Zungen und Nationen werden ihre Leiber sehen¹⁹ drei und einen halben Tag hindurch²⁰ und man wird ihre Leichname in kein Grab legen lassen. +Offenbarung Offb 74 11 9 19 Ihre Leichname werden, den Zeugen zur Schmach, unbeerdigt gelassen, um andere zu schrecken. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 11 9 20 Drei und ein halber Tag seht dem drei und einem halben Jahre V. 3 gegenüber. Die Zeit, während welcher die Leichen verachtet daliegen werden, wird im Vergleich zu der Zeit ihrer Wirksamkeit eine kurze sein, die Zeit des letzten und erbittertsten Kampfes hindurch. Länger duldet Gott die Unbilde gegen ihre Leiber nicht. +Offenbarung Offb 74 11 10 Et inhabitantes terram gaudebunt super illos, et jucundabuntur: et munera mittent invicem, quoniam hi duo prophetæ cruciaverunt eos, qui habitabant super terram. Und die Bewohner der Erde werden sich über sie freuen und frohlocken, und werden sich einander Geschenke senden,²¹ weil diese zwei Propheten den Bewohnern der Erde Qualen bereiteten.²² +Offenbarung Offb 74 11 10 21 Wie die Kunde von der Wirksamkeit der Zeugen (V. 4) über die ganze Erde gegangen war, so verbreitet sich auch die Nachricht von ihrem Tode überall. Überall freut man sich, und die einander nahe sind, machen sich Geschenke. Vergl. [Neh 8,10.12, Est 8,19.22]. Doch der Jubel dauert nicht lange. +Offenbarung Offb 74 11 10 22 Durch ihr Vorbild und ihre Mahnung zur Buße. Vergl. [Weish 2,12]. +Offenbarung Offb 74 11 11 Et post dies tres, et dimidium, spiritus vitæ a Deo intravit in eos. Et steterunt super pedes suos, et timor magnus cecidit super eos, qui viderunt eos. Aber nach drei Tagen und einem halben kam der Lebensodem von Gott²³ in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und große Furcht befiel die, welche sie sahen. +Offenbarung Offb 74 11 11 23 Vergl. [Gen 6,17, Gen 2,7]. Das Zeichen, dass ihnen das Leben zurückgegeben ist, dass sie sich auf ihre Füße stellen. Vergl. [1Kön 13,21, Ez 37,10]. +Offenbarung Offb 74 11 12 Et audierunt vocem magnam de clo, dicentem eis: Ascendite huc. Et ascenderunt in clum in nube: et viderunt illos inimici eorum. Und sie hörten eine mächtige Stimme vom Himmel, welche zu ihnen sprach: Steiget auf hierher! Da stiegen sie in den Himmel auf in einer Wolke,²⁴ und ihre Feinde sahen sie. +Offenbarung Offb 74 11 12 24 Sie steigen in einer Wolke zum Himmel auf, es widerfährt ihnen alles, wie ihrem Herrn und Erlöser. Ihre Feinde müssen es sehen und mit Scham und Furcht erfüllt werden. +Offenbarung Offb 74 11 13 Et in illa hora factus est terræmotus magnus, et decima pars civitatis cecidit: et occisa sunt in terræmotu nomina hominum septem millia: et reliqui in timorem sunt missi, et dederunt gloriam Deo cli. In jener Stunde²⁵ entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und es wurden durch das Erdbeben siebentausend Menschen getötet, die übrigen aber gerieten in Schrecken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.²⁶ +Offenbarung Offb 74 11 13 25 In der Stunde, in welcher das V. 12 Erzählte geschah, brach auch das Gottesgericht herein. Dasselbe beginnt bei dem Hause Gottes. [1Petr 4,17] Die Kirche wird um die Mitte, die Welt am Ende der letzten Weltwoche in's Gericht gerufen. +Offenbarung Offb 74 11 13 26 Wie über Jerusalem, so ergeht auch über Babel [Offb 16,19] das Gericht. Während aber von Babel [Offb 16,19] drei Teile fallen, das übrige von einem Mühlstein vernichtet wird und alle ihre Einwohner umkommen, fällt von der Christenstadt nur der zehnte Teil; es sind ja noch Anhänger der beiden Zeugen da, und die übrigen tun Buße. Diese Übrigen bilden den Gegensatz zu den Übrigen [Offb 9,20; Offb 16,9]. +Offenbarung Offb 74 11 14 Væ secundum abiit: et ecce væ tertium veniet cito. Das zweite Weh ist vorüber gegangen; siehe, das dritte Weh wird alsbald kommen.²⁷ +Offenbarung Offb 74 11 14 27 Die Weissagung hat uns bis in die Mitte der letzten Weltwoche geführt. Die Welt, das Reich des Antichrist, und Gottes Christengemeinde stehen für immer geschieden einander gegenüber. Damit ist die sechste Posaune, das zweite Wehe [Offb 8,13] geschlossen. Es bleibt das dritte übrig. Auch in dieses hat die Offenbarung [Offb 10,7] und [Offb 11,2.7] einen Einblick tun lassen: Es wird die ganze zweite Hälfte der Weltwoche umfassen, die 3 Zeiten, in denen der Antichrist seine Macht entfaltet, bis er selbst zu Falle kommt. Dies alles hebt V. 14 hervor. Nach ihm fallen [Offb 10, Offb 11] vor und in die sechste Posaune, während die siebente laut [Offb 10,6.7] und [Offb 11,2] das Ende bringt. Schnell: die Gnadenfrist ist vorbei. +Offenbarung Offb 74 11 15 Et septimus Angelus tuba cecinit: et factæ sunt voces magnæ in clo dicentes: Factum est regnum hujus mundi, Domini nostri et Christi ejus, et regnabit in sæcula sæculorum: Amen. Und der siebente Engel stieß in die Posaune.²⁸ Da ertönten laute Stimmen im Himmel, welche sprachen: Das Reich dieser Welt ist unserm Herrn und seinem Gesalbten zugefallen, und er wird herrschen in alle Ewigkeit. Amen.²⁹ +Offenbarung Offb 74 11 15 28 Die [Offb 10,6.7] und [Offb 11,14] bereits angekündigte siebente Posaune erschallt, bringt aber zunächst nur ein Gesicht, welches den Zweck hat, dem heil. Johannes die Absichten des Himmels bei dem zu zeigen, was jetzt geschehen soll. V. 15 verkünden Stimmen proleptisch die Vollendung des Gottesreiches, V. 16 18 führen die 24 Ältesten dies nach zwei Seiten weiter aus, V. 19 gehen von der himmlischen Gotteswohnung Zeichen aus, welche die von [Offb 12,1] ab erfolgende Ausführung des von der himmlischen Stimme und den Ältesten Gepriesene ankündigen. +Offenbarung Offb 74 11 15 29 Die Worte sind nicht mehr wie [Offb 5,8] und [Offb 8,3] bittend, sondern dankend: indes sind sie Proleptisch, insofern sie sofort nach dem Erschallen der Posaune, noch ehe irgend etwas von dem wirklich geschehen ist, was nachher mit ähnlichen Lobgesängen gefeiert wird, vergl. [Offb 19,1ff], sagen: Es ist zugelassen, und er wird die Herrschaft üben in Ewigkeit, denn kein Feind ist mehr da. Der Ausdruck: Dem Herrn und seinem Gesalbten ist aus [Ps 2,2] entnommen. Was diese Worte sagen, wird nach seinen einzelnen Momenten in verschiedenen Gesichten gezeigt. Daher kehrt dieser Ausspruch nicht allein an Wendepunkten [Offb 12,10, Offb 19,6], sondern auch zum Abschluss des Ganzen [Offb 22,5] wieder, zum Zeichen, dass das [Offb 11,15] Gesagte in den Folgenden 12,1 22,5 ausgeführt ist. +Offenbarung Offb 74 11 16 Et viginti quatuor seniores, qui in conspectu Dei sedent in sedibus suis, ceciderunt in facies suas, et adoraverunt Deum, dicentes: Und die vierundzwanzig Ältesten, welche vor dem Angesichte Gottes auf ihren Thronen sitzen, fielen auf ihr Angesicht nieder, und beteten Gott an, und sprachen:³⁰ +Offenbarung Offb 74 11 16 30 Ähnlich wie [Offb 7,11] wird die Rede der Himmlischen von den 24 Ältesten im Namen der in ihnen dargestellten Vollendeten, aufgenommen. Der Bitte bedarf es nicht mehr, deshalb danken sie: Erstlich dafür, dass Gott seine Herrschaft wieder an sich genommen, welche durch die Sünde beeinträchtigt war und im Antichrist ihr Vollmaß erreichte. Indem Gott sich als Herrscher zeigt, kommt für Freund und Feind die Vergeltung; dafür danken sie sodann V. 18. +Offenbarung Offb 74 11 17 Gratias agimus tibi Domine Deus omnipotens, qui es, et qui eras, et qui venturus es: quia accepisti virtutem tuam magnam, et regnasti. Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott! der du bist, und der du warst, und der du kommen wirst, dass du deine große Macht ergriffen und dich als Herrscher gezeigt hast. [Offb 1,4.8, Offb 4,8] +Offenbarung Offb 74 11 18 Et iratæ sunt gentes, et advenit ira tua, et tempus mortuorum judicari, et reddere mercedem servis tuis prophetis, et sanctis, et timentibus nomen tuum pusillis, et magnis, et exterminandi eos, qui corruperunt terram. Die Völker ergrimmten,³¹ und es kam dein Grimm, und die Zeit für die Toten gerichtet zu werden,³² und den Lohn zu geben³³ deinen Dienern, den Propheten, und den Heiligen, und denen, die deinen Namen fürchten,³⁴ den Kleinen und den Großen, und diejenigen zu verderben, welche die Erde verdarben.³⁵ +Offenbarung Offb 74 11 18 31 Die besten Handschriften haben diese nach der Erfüllung des Gerichtes nicht mehr passende Beifügung nicht. +Offenbarung Offb 74 11 18 32 Dem Gedanken nach ist dies aus [Ps 2], dem Wortlaut nach aus [Ps 98,1] genommen. +Offenbarung Offb 74 11 18 33 Mit dem Zorn Gottes kommt das Gericht, zum Gerichte aber müssen die Toten auferstehen. +Offenbarung Offb 74 11 18 34 Die Propheten sind die Lehrer, die Heiligen alle übrigen Diener Gottes, die den Namen Gottes Fürchtenden, alle Frommen. +Offenbarung Offb 74 11 18 35 Die Erde ist als die dem Menschen von Gott gegebene Wohnstatt der Inbegriff alles dessen, was Gott dem Menschen gegeben hat. Die Sünde verdirbt die Gabe Gottes, und so gebührt ihr wieder Verderben. [Gen 6,11-13] Das jetzt bevorstehende Verderben wird gleichsam die Wiederholung der Sündflut sein. Was hier die Ältesten preisen, wird im Folgenden als geschehen geschildert. Wie die zornig gewordenen Völker gegen den Herrn aufstehen, ist zwar schon aus [Offb 11,9ff] zu ersehen, doch wird es ausführlicher erst im Folgenden geschildert: [Offb 13,10ff, Offb 16,6, Offb 17,6, Offb 18,24]. Der Zorn Gottes kommt Kap. 16 18 und [Offb 19,1] wird Gott dafür gepriesen. Auferstehung und Gericht folgen in [Offb 20], die Zeit des Lohnes [Offb 21] und [Offb 22], die Form der Vergangenheit der obigen Verse ist also eine proleptische. +Offenbarung Offb 74 11 19 Et apertum est templum Dei in clo: et visa est arca testamenti ejus in templo ejus, et facta sunt fulgura, et voces, et terræmotus, et grando magna. Und es ward der Tempel Gottes im Himmel aufgetan, und die Lade seines Bundes ward in seinem Tempel sichtbar.³⁶ Und es kamen Blitze, und Rufe, und Erdbeben, und großer Hagel. +Offenbarung Offb 74 11 19 36 In [Offb 4, Offb 5] hatte Johannes den Thron Gottes geschaut, [Offb 6,9] den Brandopferaltar, [Offb 7,15] wird der ganze Tempel erwähnt, [Offb 8,3] erschien auch der Rauchopferaltar, also das Heilige geöffnet. Hier tut sich der Tempel noch weiter auf, so dass Johannes das Allerheiligste und in ihm die Bundeslade sieht. Eine andere Bedeutung hat die Öffnung [Offb 15,5]. Gott zeigt den Gläubigen das Symbol und Unterpfand, dass er das von den Propheten verheißene selige Geheimnis [Offb 10,7] sicher vollenden werde. Der gottfeindlichen Welt gegenüber aber ist gleichsam die Tür aufgetan für das aus dem tiefsten Heiligtume hervorgehende [Offb 19,2] Endgericht über dieselbe. daher die drohenden Vorzeichen, vergl. [Offb 8,5], dessen, was bei der Ausführung des Gerichtes wirklich über die antichristliche Welt hereinbricht. Vergl. [Offb 16,18]. Die wirkliche Aussendung der Blitze erfolgt erst [Offb 16,17-21], wo auch die vorstehende Formel wiederkehrt. Alles ist also proleptisch, die Öffnung des Tempels und die Zeichen sind die Antwort Gottes auf die Lobpreisung der Himmlischen und Ältesten V. 15 18, deren Ausführung bis [Offb 2,5] folgt. Die Vulgata hat in der Aufzählung an dritter Stelle die Donner ausgelassen. +Offenbarung Offb 74 12 0 2) Fünf die Verhältnisse während der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche schildernde Gesichte. (12,1 14,5) A. Zwei die Gottesgemeinde betreffende Gesichte. (12,1 17): a. Erstes Gesicht. (V. 1 6) Ein Weib, mit der Sonne bekleidet, erscheint, die einen Sohn gebären soll, welcher alle Völker mit eisernem Zepter beherrschen wird. Zugleich erscheint ein blutroter Drache, welcher dem Weibe und ihrem Sohne nachstellt. Der Sohn und das Weib werden entrückt. B. Zweites Gesicht. (V. 7 17): Der Drache wird mit seinen Engeln von Michael besiegt und auf die Erde herabgestürzt, infolge dessen im Himmel großer Jubel entsteht. (V. 12) Der Drache aber geht, nachdem er zur Erde niedergestürzt, vergeblich das Weib verfolgt hat, fort, um gegen die übrigen von ihrem Geschlechte, welche die Gebote Gottes halten, den Kampf zu beginnen. (V. 17) +Offenbarung Offb 74 12 1 Et signum magnum apparuit in clo: Mulier amicta sole, et luna sub pedibus ejus, et in capite ejus corona stellarum duodecim: Und¹ es erschien ein großes Zeichen² im Himmel: Ein Weib mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone von zwölf Sternen.³ +Offenbarung Offb 74 12 1 1 Die vier ersten Gesichte gehören paarweise zusammen. Das erste und zweite schildern die Verhältnisse der Kirche während der zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche, das dritte und vierte die Verhältnisse der antichristlichen Weltmacht während der gleichen Zeit. Das fünfte endlich zeigt die Kirche in dem Stande, in dem sie sich am Schlusse der letzten Weltwoche, nach der Vollendung der großen Trübsal befinden wird. +Offenbarung Offb 74 12 1 2 Was Johannes sah, wird hier und [Offb 15,1] ausnahmsweise ein Zeichen genannt, eine Erscheinung, welche über das, was von ihr selbst gesagt wird, hinaus noch etwas Anderes bedeutet. Das Zeichen ist groß, besonderen Eindruck machend, daher bedeutsam, wichtig. Es zeigt sich im Himmel, im Gegensatze zu Land und Meer. V. 9, 12, 13. +Offenbarung Offb 74 12 1 3 Das Weib steht in der Sonne, wie in einer Lichtmasse, die es ganz einhüllt; hat den Mond unter den Füßen und eine Krone, von zwölf Sternen geziert. Ein Lichtkörper umgibt sie, auf einem kleineren steht sie, Lichtkörper bilden ihren Kranz; so erscheint sie im vollsten Lichtglanze. So hat das Weib mit Christi Erscheinung [Offb 1,13-16] und Gottes [Offb 4,3] eine gewisse Ähnlichkeit; doch ist das Licht nicht sein Eigentum, sondern ihm nur als Gewand, als Schmuck verliehen. Sind die Lichter nun Himmelslichter, so weist dies darauf hin, dass Gott ihr dies himmlische Licht gegeben. Darum verfolgt sie auch der Fürst der Finsternis. Dieses Weib bildet den Gegensatz zu der großen Buhlerin [Offb 17,4]. Die Krone, welche in der Offenbarung stets den Sieger schmückt (vergl. [Offb 4,4, Offb 16,2, Offb 14,14] anders als der Drache V. 3 und die Buhlerin [Offb 17,4]), ist mit zwölf Sternen geschmückt. Die Zwölfzahl ist die Zahl des Volkes Gottes, dessen Führer einst die zwölf Patriarchen, später die zwölf Apostel waren. Das Weib ist also das Bild des Volkes Gottes. (Viktorin.) Die Vision erinnert an [Gen 37,9]. Sofern Maria als Mutter des Herrn die Mutter des wahren Israel war und in der Endgeschichte der Kirche sich der Anfang derselben wieder abspiegelt, kann dieser Teil des Gesichtes auch auf sie angewendet werden. +Offenbarung Offb 74 12 2 Et in utero habens, clamabat parturiens, et cruciabatur ut pariat. Und sie war gesegneten Leibes,⁴ und rief in Geburtswehen, und hatte große Pein, um zu gebären. +Offenbarung Offb 74 12 2 4 Der heil. Seher sieht das Weib, die Kirche der Letztzeit (nach anderen die judenchristliche Kirche. Siehe unten Anm. 31) gleichsam in Geburtswehen den Messias noch einmal aus sich zu gebären, das er herrsche auf Erden. Vergl. [Mt 24,8]. Das Kind wird geboren, aber noch ist die Gewalt des Satans zu groß, als dass Christus darauf herrschen könnte. Das Kind wir von seinen Verfolgungen und Nachstellungen zu Gott entrückt, und die Kirche auf Erden bleibt noch in einer Welt, die im Argen liegt. Doch nicht vergebens war es, was geschehen. Im Himmel wird zunächst der große Kampf ausgekämpft, für den die Erde noch nicht vorbereitet war. Christus ist, wenn auch als schwaches Kind, von neuem in seiner Kirche, dies gibt dem Erzengel im Himmel Macht, den Teufel anzugreifen und zu besiegen. Dort oben überwunden, wendet der Verführer sich nun auf die Erde, allein von da an hat die Kirche einen sicheren Ausblick auf den Ausgang. Das Verhältnis Gottes zu seinem Volke wird im A. T. oft unter dem Bilde des Ehebundes dargestellt. Die Beschreibung des Volkes Gottes als gekrönte Siegerin passt auf das, was [Offb 11,1-3] von der Kirche in den Kämpfen der ersten Hälfte der letzten Weltwoche gesagt wird. Schwere Krisen werden in der heil. Schrift oft unter dem Bilde von Geburtswehen dargestellt, die Anfänge der Endzeit vergleicht der Heiland selbst damit [Mt 24,8]. +Offenbarung Offb 74 12 3 Et visum est aliud signum in clo: et ecce draco magnus rufus habens capita septem, et cornua decem: et in capitibus ejus diademata septem, Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel; siehe, ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, und auf seinen Köpfen sieben Diademe;⁵ +Offenbarung Offb 74 12 3 5 Der Satan tritt [Gen 3,4] zuerst als Schlange auf. Diese Gestalt soll ihn also als Feind der Menschheit von Anfang an erweisen. Da er indes hier als Zeichen erscheint, nicht als persönliches Wesen, so ist er hier Repräsentant und Urheber aller gottwidrigen, christenfeindlichen Macht auf Erden. (Beda, Viktorin., Thom.) Der Drache erscheint rot, in der Farbe des Zornes und des Blutes, vergl. [Offb 6,4], denn er ist ein Menschenmörder von Anfang an [Joh 8,44] und die von ihm geleitete Weltmacht ist trunken vom Blut der Märtyrer. [Offb 17,6] Im Ganzen hat er dieselben Embleme wie sein Werkzeug, das Tier. [Offb 13,1] Doch während dies zehn Diademe auf zehn Hörnern hat, hat der Drache 7 Köpfe, 10 Hörner und 7 Diademe. Über das Verhältnis der Köpfe zu den Diademen wird nichts gesagt, weil dies für die Entwicklung ohne Einfluss ist. Die Diademe bezeichnen Herrschermacht, da Horn alle Mittel derselben. Bezeichnet die Zahl sieben das, was durch Gottes Zutun sich in der Zeit entwickelt und geschieht, die Zahl zehn aber die Allgemeinheit, so wird durch diese Zahlen dargestellt, dass auch das Böse allezeit unter Gottes Aufsicht und Leitung steht und dem Bösen die ganze Welt dienstbar ist. Der Drache ist also die urbildliche Erscheinung jener widergöttlichen Macht, welche durch das Tier dargestellt wird. +Offenbarung Offb 74 12 4 Et cauda ejus trahebat tertiam partem stellarum cli, et misit eas in terram, et draco stetit ante mulierem, quæ erat paritura: ut cum peperisset, filium ejus devoraret. und sein Schweif riss den dritten Teil der Sterne des Himmels herab und warf sie zur Erde.⁶ Und der Drache trat vor das Weib, das im Begriffe war zu gebären, um, wenn sie geboren hätte,⁷ ihr Kind zu verschlingen. +Offenbarung Offb 74 12 4 6 Die große Macht des Drachen, selbst über das Höchste der Welt, und sein Begehren, alles in den Abgrund hinabzuziehen, wird veranschaulicht, indem jener den dritten Teil der Sterne vom Himmel reißt, selbst in die über die Erde erhabene Schöpfung verderbend eingreifend. Betreffs des dritten Teiles vergl. [Offb 8,7-12, Offb 9,15.18]. +Offenbarung Offb 74 12 4 7 Manche Ausleger sehen hierin eine Anspielung auf Herodes und den Bethlehemitischen Kindermord. Vielleicht ist vielmehr an das Heranreifen der Endgemeinde zur vollen Heiligkeit zu denken, an ihre volle Loslösung von der Welt, vor welcher der Herr nicht als Richter erscheint. Dies Verhältnis dass die Kirche, erst wenn sie nach [Offb 11] die Überwinderin geworden, den Weltenrichter gleichsam aus sich gebiert, ist [Offb 12,1] dargestellt. Die Entrückung stellt dar, wie es dem Satan unmöglich ist zu verhindern, dass der Heiland als Richter der Welt und der Weltmacht hervortritt, weil der Herr auch als Weltenrichter sicher ist bei Gott. +Offenbarung Offb 74 12 5 Et peperit filium masculum, qui recturus erat omnes gentes in virga ferrea: et raptus est filius ejus ad Deum, et ad thronum ejus, Und sie gebar einen Sohn, einen mannhaften,⁸ der alle Völker mit eisernem Stabe beherrschen soll.⁹ Und ihr Sohn ward entrückt zu Gott und zu seinem Throne.¹⁰ +Offenbarung Offb 74 12 5 8 [Jer 20,15] +Offenbarung Offb 74 12 5 9 Vergl. [Offb 19,15]. +Offenbarung Offb 74 12 5 10 Die Himmelfahrt des Herrn bietet gemäß [Offb 3,21] gleichsam die Farben zu diesem Gemälde, das auf [Dan 7,13.14] beruht. Die Gläubigen werden zum Throne Gottes entrückt genannt, insofern sie den Qualen und Versuchungen wie dem Rachen des Drachens, der ihre Seele verschlingen wollte, entrissen und im Himmel aufgehoben sind, als Erben Gottes, als Miterben Christi, d. i. als Teilnehmer derselben Herrlichkeit. +Offenbarung Offb 74 12 6 Et mulier fugit in solitudinem ubi habebat locum paratum a Deo, ut ibi pascant eam diebus mille ducentis sexaginta. Das Weib aber floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hatte, dass sie daselbst tausendzweihundertundsechzig Tage ernährt würde.¹¹ +Offenbarung Offb 74 12 6 11 Wie einst der Prophet Elias auf Gottes Geheiß in die Wüste ging und dort von Raben ernährt ward, ähnlich geschieht es hier der Kirche in der letzten Drangsalszeit, die schematisch [Offb 9,Anm.19] als 1260 Tage dauernd, das ist sich durch die ganze zweite Hälfte der letzten Weltwoche erstreckend angegeben wird. Die Flucht des Weibes sieht Johannes auf der Erde, wie V. 13ff zeigt, wo dieselbe weiter beschrieben wird. +Offenbarung Offb 74 12 7 Et factum est prlium magnum in clo: Michael, et Angeli ejus prliabantur cum dracone, et draco pugnabat, et angeli ejus: Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel:¹² Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und seine Engel stritten, +Offenbarung Offb 74 12 7 12 Indem das Weib die Flucht ergreift, geschieht noch im Himmel etwas mit dem dort befindlichen Drachen, was das Gesicht V. 7 12 vorstellt. Das Weib hatte den Himmel verlasen, aber nicht der Drache. Gegen diesen beginnt der Erzengel Michael den Kampf (vergl. [Dan 10,13.21, Dan 12,1] Jud V. 9) und tritt für das Volk Gottes in der großen Trübsal ein. Dass aber der Drache wirklich bisher eine Stelle im Himmel gehabt, folgt aus dieser visionären Darstellung in keiner Weise, sondern einzig, dass er bei besonderen Veranlassungen Zutritt hatte, einzelne Fromme oder das Volk Gottes vor dem Allmächtigen zu verklagen, wie [Sach 3,1.2] zeigt. Der Kampf hat im griech. Text nicht den Beisatz groß. +Offenbarung Offb 74 12 8 Et non valuerunt, neque locus inventus est eorum amplius in clo. aber sie obsiegten nicht,¹³ und keine Stätte ward mehr für sie gefunden im Himmel.¹⁴ +Offenbarung Offb 74 12 8 13 Die Anschläge des Teufels werden zu Nichts werden. Da dieselben aber nicht sowohl irdische als überweltliche Verwicklungen herbeiführen, wird als Schauplatz derselben der Himmel gezeigt, und das die Kirche auf Erden vorstellende Weib in der Vision erscheint dort. In V. 6 hingegen werden Dinge dargestellt, welche infolge jener überweltlichen Vorgänge der Kirche auf Erden widerfahren werden, deshalb zeigen die Gesichte als Schauplatz, ebenso wie V. 13ff, die Erde. Dass aber das, was auf Erden geschieht, die Fortsetzung dessen ist, was V. 1 5 im Himmel geschah, zeigte die Person des Weibes, welche in V. 1 und 6 dieselbe ist. Was für den Sohn die Entrückung, ist für das Weib die Flucht: Die Sicherstellung vor dem Drachen. +Offenbarung Offb 74 12 8 14 Was im Gegenbilde gemeint ist, sagt V. 10. +Offenbarung Offb 74 12 9 Et projectus est draco ille magnus, serpens antiquus, qui vocatur diabolus, et satanas, qui seducit universum orbem: et projectus est in terram, et angeli ejus cum illo missi sunt. Und jener große Drache ward hinabgeworfen, die alte Schlange, welcher Teufel genannt wird und Satan, welcher die ganze Welt verführt;¹⁵ er ward hinabgeworfen auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.¹⁶ +Offenbarung Offb 74 12 9 15 Der große Drache: Als solcher war er von V. 3 an im Gesichte erschienen. Die alte Schlange heißt er als Verführer des Menschengeschlechtes. [Gen 3,1-5] Teufel und Satan, Verkläger und Widersacher. Welcher die ganze Welt verführt: wie [Offb 13] V. 14 [Offb 20,8.10] zeigen. Die Darlegung findet ihre ganze Bedeutung erst im Zusammenhange mit dem folgenden V. 17. Die gehäuften Benennungen beschreiben das Wesen des Feindes so vollständig wie möglich, um einerseits zu zeigen, was er nun auf Erden gegen die Gläubigen tun werde (V. 12ff), andererseits hervorzuheben, dass, so mannigfach auch seine feindliche Wirksamkeit sein mag, er doch ein schon von Grund aus besiegter Widersacher ist. Der Vision liegt in der Darstellung die Tatsache des Sturzes der gefallenen Engel zugrunde, die zwar mit dem vorliegenden Zusammenhange nichts zu tun hat, aber deren äußere Form die auszudrückende Wahrheit annimmt. +Offenbarung Offb 74 12 9 16 Nunmehr vermag er die Frommen nicht mehr zu verklagen. +Offenbarung Offb 74 12 10 Et audivi vocem magnam in clo dicentem: Nunc facta est salus, et virtus, et regnum Dei nostri, et potestas Christi ejus: quia projectus est accusator fratrum nostrorum, qui accusabat illos ante conspectum Dei nostri die ac nocte. Da hörte ich eine starke Stimme im Himmel¹⁷ rufen: Jetzt ist das Heil¹⁸ und die Kraft,¹⁹ und das Reich²⁰ unserem Gotte geworden, und die Macht²¹ seinem Gesalbten; denn hinabgeworfen²² ist der Ankläger unserer Brüder, der sie vor unserm Gott verklagte Tag und Nacht.²³ +Offenbarung Offb 74 12 10 17 Eine starke Himmel feiert im Himmel das, was soeben vor den Augen des heil. Johannes geschehen (V. 7 9), und zeigt ihm dessen Bedeutung als einen auch den Gläubigen zu Teil gewordenen Sieg über den Widersacher des Herrn und seines Reiches; aber dieselbe Stimme ruft auch Wehe über die ganze Erde. (Grund V. 12b) Die Stimme kommt von Himmelsbewohnern, und zwar von Brüdern der noch auf Erden weilenden Gläubigen, also nicht von Engeln, vergl. [Offb 22,9], sondern von bereits in die Seligkeit eingegangenen Menschen. +Offenbarung Offb 74 12 10 18 Die gleiche Formel [Offb 11,15], doch ist hier hinzugefügt: Jetzt. In [Offb 11,15] hieß es: Das Reich ist dem Herrn und seinem Gesalbten zugefallen, hier heißt es, dass dies jetzt geschehen ist. Das jetzt bezieht sich auf das V. 8, V. 9 Erzählte: Nachdem Michael den Sieg über den Satan, den V. 1 5 vorbereitete, davongetragen. Auch hier ist der Lobpreis proleptisch, da erst [Offb 12,1-9] das Reich Gottes der Verwirklichung näher bringen und nach V. 12 der Teufel noch kurze Zeit Macht hat (1260 Tage, wie V. 6 besagt). Vergl. [Mt 24,22]. Während bei dem Lobpreise [Offb 11,15] das vor Augen stand, was das Gericht der Welt und ihrem Reiche bringen soll, ist hier von der Christenheit und dem die Rede, was ihr zu Teil werden soll. Das Heil ist der Inbegriff aller Gerechtigkeit und Seligkeit, wie sie von Gott durch Christus den Menschen bereitet, von dem Drachen aber gewehrt wird. +Offenbarung Offb 74 12 10 19 Die Kraft Gottes hat sich in dem Siege über den Drachen erwiesen. +Offenbarung Offb 74 12 10 20 Die königliche Herrlichkeit Gottes, die ihm als Inhaber der unbedingten Macht eigen ist und die er besonders in dem Schaffen und Mitteilen des Heiles beweist. +Offenbarung Offb 74 12 10 21 Die Christus von Gott verliehene Machtvollkommenheit. +Offenbarung Offb 74 12 10 22 Der Grund der Lobpreisung ist das V. 8, V. 9 Berichtete, denn der Versuch des Drachen (V. 3ff) ging darauf aus, das Heil zunichte zu machen, der Kraft Gottes zu trotzen, sich gegen seine königliche Herrlichkeit aufzulehnen und die Macht Christi, ja diesen selbst zu vernichten. +Offenbarung Offb 74 12 10 23 Hier wir eine neue, V. 3 nicht erwähnte und mit jenem Ereignisse nur in mittelbaren Zusammenhange stehende Eigenschaft des Satans erwähnt: Er ist Ankläger der Gläubigen. Der Satan hat seinen Platz im Himmel verloren, insofern er die, welche Christus wahrhaft angehören und die wahrhaft Brüder der Heiligen im Himmel sind, nicht mehr vor Gott verklagen kann. Zwar vermag auch jetzt schon die Anklage Satans nichts gegen die wahren Glieder der Kirche, da Christus unser Fürsprecher im Himmel ist, der unsere Ankläger zu Schanden macht, vergl. [Hebr 7,25, Hebr 8,1], doch, so lange noch Untreue und Abfall in der Kirche ist, hat der Satan noch Grund zur Anklage. Erst wenn die Kirche einzig aus Bewährten [Eph 4,13] bestehen wird, ist sie der Anfechtung und Anklage des Satans enthoben. Daher V. 11: (Dann) haben sie ihn besiegt durch das Blut des Lammes, durch welches die Knechtschaft, in der die Menschen waren, gelöst und der Zugang zu Gott eröffnet ist, und auf Grund des Wortes ihres Zeugnisses, durch welches sie sich zu dem Lamme bekennen. +Offenbarung Offb 74 12 11 Et ipsi vicerunt eum propter sanguinem Agni, et propter verbum testimonii sui, et non dilexerunt animas suas usque ad mortem. Und sie haben ihn besiegt um des Blutes des Lammes willen, und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und haben ihre Seelen nicht geliebt bis zum Tode.²⁴ +Offenbarung Offb 74 12 11 24 Weil das Lamm sein Blut für sie vergossen und weil sie ihr Zeugnis von Christus standhaft bis zum Tode abgelegt. Der Kampf der Gläubigen ist ein sittlicher, indem der Sieg nur von ihnen, kraft des Blutes Christi, erworben werden kann. Sie sind in V. 11 so geworden, wie V. 1 das Weib darstellt. Satan hat dem Sohne nachgestellt, weil er in ihm den Weltenrichter erkannt, doch vergeblich. Alsdann hat er sich gegen das Weib gewendet, doch die Gläubigen sind in den Trübsalen der ersten Hälfte der letzten Weltwoche so heilig geworden, dass Satan sie nicht mehr vor Gott verklagen kann. Darum wird in der Mitte der letzten Zeit der Heiland als Weltenrichter gleichsam aus dem Schoße dieser Gemeinde hervorgehen. Kann denn der Teufel auch dem Herrn bei dem Throne Gottes nichts anhaben, so wird er doch die Endgemeinde verfolgen. Alsdann wird Michael den Feind angreifen, den Angreifer aus dem Himmel auf die Erde stürzen, dass er sie zwar noch verfolgen, aber nicht mehr bei Gott verklagen kann. Da Michael im Auftrage Gottes handelt, ist es Gott selbst, der, wenn die Christenheit der letzten Zeit sich in voller Heiligkeit zeigt, diese bezeugt und den Ankläger fortweist. +Offenbarung Offb 74 12 12 Propterea lætamini cli, et qui habitatis in eis. Væ terræ, et mari, quia descendit diabolus ad vos, habens iram magnam, sciens quod modicum tempus habet. Darum²⁵ freuet euch, ihr Himmel, und die ihr darin wohnet!²⁶ Wehe der Erde und dem Meere; denn der Teufel ist zu euch hinabgestiegen mit großem Grimme, da er weiß, dass er eine kurze Frist hat! +Offenbarung Offb 74 12 12 25 Wegen des Siege über den Drachen und der Standhaftigkeit der Gläubigen. +Offenbarung Offb 74 12 12 26 Die bereits der Macht Satans Entrückten. +Offenbarung Offb 74 12 13 Et postquam vidit draco quod projectus esset in terram, persecutus est mulierem, quæ peperit masculum: Und als der Drache sah, dass er auf die Erde herabgeworfen war,²⁷ verfolgte er das Weib, welches den Knaben geboren hatte. +Offenbarung Offb 74 12 13 27 Diese Erzählung schließt an V. 6 an. Das Weib war geflohen, ehe das V. 7 12 Berichtete geschah. V. 6 fällt also mit [Offb 13, Offb 14] zusammen. +Offenbarung Offb 74 12 14 Et datæ sunt mulieri alæ duæ aquilæ magnæ ut volaret in desertum in locum suum, ubi alitur per tempus et tempora, et dimidium temporis a facie serpentis. Da wurden dem Weibe die zwei Flügel des großen Adlers gegeben,²⁸ dass sie in die Wüste fliege an ihren Ort, wo sie genährt wird durch eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, geborgen vor der Schlange. +Offenbarung Offb 74 12 14 28 Da Johannes das Weib zuerst im Himmel gesehen, die Flucht aber auf Erden statthatte, erhielt das Weib in der Vision die zwei Flügel des großen Adlers. Die Vision erinnert an die Verheißung Gottes [Ex 19,4]. Die Erwähnung der Flügel hebt bestimmter hervor, dass diese Flucht der Kirche nicht eine Sache menschlicher Willkür oder gar menschlicher Zaghaftigkeit ist, sondern göttlichen Ratschlusses und göttlicher Veranstaltung; auch wird dadurch die Sicherheit und Schnelligkeit der Flucht versinnbildet. Mit den Flügeln gelangt das Weib in die Wüste an einen ihm von Gott zubereiteten Ort. Die Zeit ist dieselbe, wie V. 6, 12, 14. Vergl. [Dan 7,25, Dan 12,7]. Diese Zeit ist jene, von der auch [Offb 11,2] redet, während [Offb 12,3] die andere Hälfte der letzten Weltwoche betrifft. Die Wüste ist wohl eine Wüste der Völker. [Ez 20,34] +Offenbarung Offb 74 12 15 Et misit serpens ex ore suo post mulierem, aquam tamquam flumen, ut eam faceret trahi a flumine. Die Schlange aber schoss aus ihrem Rachen hinter dem Weibe her Wasser wie einen Strom,²⁹ dass sie von dem Strome fortgerissen würde. +Offenbarung Offb 74 12 15 29 Der Wasserstrom ist Abbild der Gefahr, welche der wütende Satan dem Weibe bereitet. Das Bild entspricht Stellen des A. T., wie [Ps 17,5.17, Ps 31,6, Ps 41,8, Ps 123,4]. +Offenbarung Offb 74 12 16 Et adjuvit terra mulierem, et aperuit terra os suum, et absorbuit flumen, quod misit draco de ore suo. Doch die Erde half dem Weibe, denn sie tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen geschossen hatte.³⁰ +Offenbarung Offb 74 12 16 30 Alle Vernichtungsversuche Satans sind vergeblich durch Gottes Schutz. +Offenbarung Offb 74 12 17 Et iratus est draco in mulierem: et abiit facere prlium cum reliquis de semine ejus, qui custodiunt mandata Dei, et habent testimonium Jesu Christi. Da ward der Drache zornig über das Weib, und ging hin Krieg zu führen mit den übrigen³¹ ihres Samens, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu Christi haben. +Offenbarung Offb 74 12 17 31 Die Kirche vermag der Satan nicht zu überwältigen, deshalb richtet er sich gegen die einzelnen Glieder. Vergl. [Offb 7,1ff]. Die Übrigen bilden den Gegensatz nicht zu dem Weibe, sondern zu dem Sohne des Weibes V. 5, der im Himmel geborgen ist. Das Weib hat also auf Erden noch Söhne, welche verfolgt werden. Diejenigen, welche für das Weib die alttestamentliche Gottesgemeinde, das wahre Israel, den heil. Rest [Jes 66,19] als Vorbild ansehen, und in ihr selbst die Fortsetzung dieser Gemeinde, die judenchristliche Gemeinde erblicken, finden in dem Bilde der Wüste und dem an das rote Meer erinnernden Wasser eine Bestätigung ihrer Ansicht. Nach ihrer Auslegung sind die hier gemeinten Übrigen also die Heidenchristen. Ach Beugung der Judenchristenheit bis zur Ankunft des Herrn richten sich die Verfolgungen des Satans nur gegen die Heidenchristen. Demgemäß sehen sie auch in der Zwölfzahl der Sterne die zwölf Patriarchen dargestellt. Wie der Drache seinen Kampf führt und welche Werkzeuge er dabei braucht, wird dem heil. Seher in den beiden Tieren [Offb 13] gezeigt. +Offenbarung Offb 74 12 18 Et stetit supra arenam maris. Und er stellte sich auf den Sand des Meeres.³² +Offenbarung Offb 74 12 18 32 Das Meer ist wohl [Dan 7,3], vergl. [Offb 13,1], entsprechend, als das Völkermeer anzusehen. Die Schilderung (V. 1 17) hat diesen Augenblick eingeleitet. Der Krieg (V. 17) soll beginnen und Satan ist als der eigentliche Urheber der Trübsal, welche die Gläubigen noch vor der Ankunft des Herrn zu bestehen haben, bezeichnet. +Offenbarung Offb 74 13 0 B. Zwei Gesichte die antichristliche Weltmacht in der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche betreffend. (Kap. 12,18 Kap. 13,18) a. Erstes Gesicht. (Kap. 12,18 13,10) Ein Tier steigt aus dem Meere empor, empfängt vom Drachen Macht und wird mit diesem angebetet. (V. 4) Es redet Lästerungen gegen Gott und führt Krieg gegen die Heiligen. (V. 10) b. Zweites Gesicht (V. 11 18) Ein zweites Tier steigt aus der Erde auf und verführt die Menschen durch Zeichen und Wunder, das Bild des ersten Tieres anzubeten. Die Zahl des Namens des Tieres ist 666. +Offenbarung Offb 74 13 1 Et vidi de mari bestiam ascendentem, habentem capita septem, et cornua decem, et super cornua ejus decem diademata, et super capita ejus nomina blasphemiæ. Und ich sah aus dem Meere¹ ein Tier aufsteigen,² das hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Hörnern zehn Diademe, und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung.³ +Offenbarung Offb 74 13 1 1 So steht der Drache am Meere, da er weiß, was nun geschehen wird. Der Drache bleibt während des folgenden Kampfes auf dem Schauplatz als der außerweltliche Urheber des ersteren. +Offenbarung Offb 74 13 1 2 Die Beschreibung des Tieres erinnert zunächst an den Drachen [Offb 12,3], der die gleichen Embleme der Machtgestaltungen und der Machtmittel, sieben Häupter und zehn Hörner, trug und sich dadurch als den Fürsten der Welt kundtat. Er ist auch der Herr des Tieres. Als das herrschende Prinzip trug der Drache Kronen auf den Häuptern, während hier die Hörner gekrönt erscheinen. Diese Kronen weisen auf Herrschaft, dass aber das Tier nur ein Vasall des Drachen ist, wird V. 2 ausdrücklich gesagt. Dieses hier erscheinende Tier ist nur das Abbild des Satans, des Drachen. In V. 11 erscheint noch ein zweites Tier, auch dieses ein Werkzeug des Drachen zu gleichem Ziele. Das erste Tier, dessen Schilderung hier gegeben wird, ist die Hauptmacht, die unter dem Bilde des zweiten Tieres dargestellte Macht ist nur die Helfershelferin und Dienerin desselben, weshalb die Beschreibung des zweiten Tieres wesentlich der des ersten entspricht. Die Beschreibung des ersten Tieres (V. 1, 2), die Bestimmung der Dauer seines Auftretens (V. 5), sein Auftreten (V. 5 7) weisen auf [Dan 7] zurück. Die Züge der Beschreibung sind mehrfach dem römischen Weltreiche entlehnt. Von diesem Tiere ist endlich auch schon [Offb 11,7] die Rede gewesen, dass es, wie hier [Offb 13,7], mit den heiligen kämpfte, und an jener Stelle fand eine Zurückbeziehung auf [Offb 9,1-21] statt. Wenn das Tier auch in [Offb 9] noch im Abgrunde verborgen bleibt und erst [Offb 11,7] erscheint, in der Mitte der letzten Weltwoche erscheint, zeigen doch die Abschnitte [Offb 9,1-12] und [Offb 9,13-21], wie die Macht des Abgrundes wächst, bis sie zu der Gestalt gelangt, in der sie in der Mitte der letzten Weltwoche erscheint und sich [Offb 11,7] mit Krieg und Sieg gegen die Heiligen wendet. Im Anfange der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche erscheint diese Macht hier [Offb 13,1] als das Tier, als die in sich geschlossene Weltmacht der Letztzeit, ähnlich wie [Offb 12,1] die Kirche zeigt in der Gestalt, welche sie in der letzten Hälfte der ersten Weltwoche erreicht hat. +Offenbarung Offb 74 13 1 3 Das Tier steigt aus dem Meere auf, [Offb 11,7] wie [Offb 17,8] steigt das Tier aus dem Abgrunde auf; das zweite Tier [Offb 11,13] aus der Erde. Denn die für das erste Tier wechselnde Verschiedenheit des Ursprunges wird einmal bedeutet, dass es aus dem Meere der Völkerwelt kommt, während an den anderen Stellen [Offb 9,1.2.11, Offb 11,7, Offb 17,8], an denen seine allmähliche Bildung geschildert wird, gezeigt wird, dass für sein geschäftiges Erscheinen dämonische Kräfte wirksam sind, wie ja auch der Drache es am Meere erwartet. Das Tier hat zehn Hörner und sieben Häupter. An erster Stelle werden die Häupter erwähnt, wohl weil sie zuerst auftauchen, während [Offb 12,3] und [Offb 17,3] die umgekehrte Ordnung beobachtet wird. Abweichend davon dass der Drache auf seinen sieben Häuptern sieben Diademe, auf den Hörnern nichts hat, hat das Tier auf seinen Hörnern zehn Diademe und auf seinen sieben Häuptern einen Namen der Lästerung. Wo der Rachen war und wie die Hörner sich verteilten, wird nicht gesagt. +Offenbarung Offb 74 13 2 Et bestia, quam vidi, similis erat pardo, et pedes ejus sicut pedes ursi, et os ejus sicut os leonis. Et dedit illi draco virtutem suam, et potestatem magnam. Und das Tier, das ich sah, war einem Panther ähnlich,⁴ und seine Füße wie Füße eines Bären, sein Rachen wie der Rachen eines Löwen. Und der Drache gab ihm seine Macht und große Gewalt.⁵ +Offenbarung Offb 74 13 2 4 Die weitere Beschreibung erinnert an die vier dem Meere entsteigenden Tiere bei [Dan 7], welche vom Propheten des A. B. als vier Weltreiche gedeutet werden: das babylonische (der Löwe), das medo-persische (der Bär), das macedonische (der Panther) und das römische (ein gestaltloses gräuliches Tier). Das letzte Tier hatte zehn Hörner; ein Staatenbund, aus dem zuletzt als anderes kleines Horn der Antichrist und sein Reich, die Schlussgestalt der gottfeindlichen Mächte, hervorgeht. Während aber Daniel die Entwicklung der Weltmächte in vier Tieren darstellt, kommen hier die Gestaltungen derselben als einzelne Teile eines Tieres wieder, und während bei Daniel vier Köpfe waren, zählt Johannes sieben, wie auch die Hörner, welche bei Daniel nur als eine Zwischengestaltung zwischen dem vierten Tiere und dem Antichrist erscheinen, bei Johannes in den Vordergrund treten, da sie zuerst genannt werden und Diademe tragen. Da nun aus [Offb 11,7], aus der Tiergestalt, aus dem Aufsteigen aus dem Meere und aus der Vergleichung mit [Dan 7] sich zeigt, dass dieses Tier eine aus der Völkerwelt aufsteigende, mit den Zeugen Gottes kämpfende widergöttliche Weltmacht ist, nicht in der Reihenfolge der geschichtlichen Gestaltungen, sondern eine bestimmte Einzelgestalt derselben, so gehört den übrigen Umständen nach die Macht der letzten Gestalt derselben an. Das gleiche zeigt die Erwägung der Einzelheiten. Hörner sind Machtmittel, und daher Sinnbilder der Macht und Mächte. Die zehn Hörner, welche das Tier trägt, bezeichnen nach [Offb 17,12] zehn Könige oder Königtümer. Hier werden die zehn Hörner nicht dem sechsten (dem danielischen vierten entsprechenden) Haupte zugeteilt, sondern ohne nähere Bestimmung des Sitzes derselben dem Tiere selbst, denn das Zehnkönigtum unter dem Antichrist bildet die letzte Phase der widergöttlichen Weltmacht, das siebente Haupt und das Tier selbst. [Offb 17,12] Warum aber führt der Seher die ganze weltgeschichtliche Entwicklung der Weltmacht in den sieben Häuptern, zehn Hörnern, Bärenfüßen usw. vor? Weil, wenn der Stein von Gottes Hand die Füße des Weltmachtbildes zerschlägt, alle Stoffe zertrümmert werden, aus denen die früheren Gestaltungen der Weltmacht gebildet waren. Wie dem Material nach, so ist die letzte Weltmacht den Tendenzen nach den Vorgängern gleich. Wie die Lästernamen lauteten, wird nicht angegeben. Das innerste Wesen des Tieres ist Lästerung. Auch bei [Dan 7,8] redet das den Antichrist und sein Reich bezeichnende Horn Vermessenheit gegen den höchsten Gott. +Offenbarung Offb 74 13 2 5 Der Fürst dieser Welt belehnt das Tier vor den Augen des Sehers mit derselben Herrschaft und Macht, die er [Lk 4,6] vergeblich dem Herrn angeboten, und richtet so die Weltmächte zu seinen Werkzeugen für die Verfolgung der Kirche der letzten Zeiten ein. Die Vulgata lässt das zweite Glied: seinen Thron, aus. Nach [Offb 16,10] ist der Thron des Drachen zugleich Thron des Tieres. +Offenbarung Offb 74 13 3 Et vidi unum de capitibus suis quasi occisum in mortem: et plaga mortis ejus curata est. Et admirata est universa terra post bestiam. Und ich sah eines von seinen Häuptern wie zum Tode verwundet, aber seine Todeswunde ward geheilt.⁶ Und bewundernd folgte die ganze Erde dem Tiere⁷ nach. +Offenbarung Offb 74 13 3 6 Infolge der Belebung seitens des Drachen wird eines der Häupter des Tieres, das der heil. Johannes wie zum Tode geschlachtet erblickt hat, von dieser Todeswunde wieder heil. Das Tier wird so dem Lamme [Offb 5,6] in gewisser Weise gleich und entgegengestellt. (Beda, Rich. Vikt.) Eines der Häupter, eine der geschichtlichen Gestaltungen der Weltmacht, war vernichtet und wird wieder hergestellt. Dies Haupt ist das sechste, die römische Weltmacht. +Offenbarung Offb 74 13 3 7 Der Grund der Verwunderung ist die Heilung der Todeswunde. Die ganze Erde, mit Ausnahme des kleinen Häufleins der wahrhaft Gläubigen, folgt dem Tiere. +Offenbarung Offb 74 13 4 Et adoraverunt draconem, qui dedit potestatem bestiæ: et adoraverunt bestiam, dicentes: Quis similis bestiæ? et quis poterit pugnare cum ea? Und sie beteten den Drachen an, der die Gewalt dem Tiere gegeben, und sie beteten das Tier an, indem sie sprachen: Wer ist dem Tiere ähnlich? und wer vermag mit ihm zu kämpfen?⁸ +Offenbarung Offb 74 13 4 8 Sie bringen dem Tiere anbetende Huldigung dar, die Gott gebührt. Die erste Frage ist eine gotteslästerliche Parodie des Lobes, mit welchem die alttestamentliche Gemeinde die Herrlichkeit Gottes feierte. [Jes 40,25, Ps 34,10, Ps 112,5] In der zweiten drückt sich das Verlangen aus, der Kampf mit denen, welche dem Tiere nicht huldigen, möchte beginnen. +Offenbarung Offb 74 13 5 Et datum est ei os loquens magna, et blasphemias: et data est ei potestas facere menses quadraginta duos. Und es ward ihm ein Maul gegeben, groß zu sprechen und Lästerungen auszustoßen; auch ward ihm Gewalt gegeben, so zu tun zweiundvierzig Monate lang.⁹ +Offenbarung Offb 74 13 5 9 Hierin liegt für den Christen das Tröstliche, dass das ganze widerchristliche Verhalten des Tieres von der göttlichen Zulassung abhängig ist, also nur so lange währt, wie Gott selbst es aus höherem Grunde will. +Offenbarung Offb 74 13 6 Et aperuit os suum in blasphemias ad Deum, blasphemare nomen ejus, et tabernaculum ejus, et eos, qui in clo habitant. Und es tat sein Maul auf zu Lästerungen gegen Gott, seinen Namen zu lästern, und sein Gezelt, und die Bewohner des Himmels.¹⁰ +Offenbarung Offb 74 13 6 10 Die Lästerung wird in dreifacher Weise bezeichnet: Gegen Gottes Namen, gegen Gott, wie er sich als Schöpfer und Erlöser offenbart hat; gegen den Himmel; gegen die Himmelsbewohner, die Engel und Seligen. Das Heidentum ist eine Religion des Diesseits und der Gegenwart, die nichts weiß und nichts wissen will von einem Heil in der Zukunft und im Jenseits und von einer Hilfe seitens Gottes. +Offenbarung Offb 74 13 7 Et est datum illi bellum facere cum sanctis, et vincere eos. Et data est illi potestas in omnem tribum, et populum, et linguam, et gentem. Auch ward es ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden. Und es ward ihm Gewalt gegeben über alle Stämme und Völker, und Zungen und Nationen.¹¹ +Offenbarung Offb 74 13 7 11 Wie trostreich wiederum für die Christen: Es ward ihm gegeben! Das Tier darf erstens, wie es der Drache [Offb 12,7] gewollt und [Offb 13,2] bereitet, den heiligen den Krieg erklären und sie äußerlich besiegen, sie quälen und töten, doch der wahre Sieg, das Beharren in der Treue des Glaubens, verbleibt laut [Offb 12,11] den heiligen unverkürzt. Da nach [Dan 7,21] das kleine Horn, der Antichrist, den Krieg mit den Heiligen führt, ist also das Tier der Antichrist. Zweitens gewinnt das Tier Macht über alle Stämme und Völker und Zungen und Nationen: die Gesamtheit der Erdbewohner, im Gegensatze zu den Heiligen. +Offenbarung Offb 74 13 8 Et adoraverunt eam omnes, qui inhabitant terram: quorum non sunt scripta nomina in libro vitæ Agni, qui occisus est ab origine mundi. Und alle Bewohner der Erde¹² beteten es an, deren Namen nicht geschrieben stehen im Lebensbuche des Lammes, welches geschlachtet ist von Anbeginn der Welt an.¹³ +Offenbarung Offb 74 13 8 12 Wie [Offb 6,10, Offb 8,13, Offb 11,10] die abgefallenen Massen. +Offenbarung Offb 74 13 8 13 Nach [Offb 17,8] gehört das Geschriebensein zu dem Zeitpunkte von Anbeginn der Welt an. Die das geschlachtete Lamm anbeten, leiden freilich Verfolgung, aber gerade dem geschlachteten Lamme gehört das Buch des Lebens. [Offb 3,5] Diese also werden, gleich dem Lamme, durch ihr Leiden siegen, vergl. [Offb 3,21], und durch alle Trübsale zur Herrlichkeit des ewigen Lebens hindurchdringen, während ihre Feinde trotz ihres zeitliches Sieges (V. 7) dem Gerichte verfallen. +Offenbarung Offb 74 13 9 Si quis habet aurem, audiat. Wer Ohren hat, der höre!¹⁴ +Offenbarung Offb 74 13 9 14 Die Aufforderung geht an die Gläubigen. +Offenbarung Offb 74 13 10 Qui in captivitatem duxerit, in captivitatem vadet: qui in gladio occiderit, oportet eum gladio occidi. Hic est patientia, et fides Sanctorum. Wer in Gefangenschaft führt, soll in Gefangenschaft wandern; wer mit dem Schwerte tötet, soll durch das Schwert getötet werden.¹⁵ Hier ist die Geduld und der Glaube der Heiligen.¹⁶ +Offenbarung Offb 74 13 10 15 Bisher hat der heil. Johannes das Gesicht von dem Tiere geschildert, wie es sich seinen Augen darstellte. Doch nun, da sich ihm das vor Augen stellt, was das Tier bedeutet, der Antichrist selbst, redet er in der Zukunft, weil er durch das Tier bedeutete Antichrist in Wirklichkeit nicht gegenwärtig sondern zukünftig ist. Der Satz ist eine für die Gläubigen trostreiche, zur Befolgung der Mahnung V. 9 aneifernde Hinweisung auf das Recht der Vergeltung, das über die Feinde sicher kommen wird. [Gen 9,6] +Offenbarung Offb 74 13 10 16 Hier haben sich Geduld und Glauben zu bewähren. +Offenbarung Offb 74 13 11 Et vidi aliam bestiam ascendentem de terra, et habebat cornua duo similia Agni, et loquebatur sicut draco. Und ich sah ein anderes¹⁷ Tier aufsteigen aus der Erde;¹⁸ das hatte zwei Hörner, ähnlich einem Lamme, und redete wie der Drache. +Offenbarung Offb 74 13 11 17 Das Merkmal, dass die Weltmacht widergöttliche Grundsätze und Bestrebungen hat, ist ihr so wesentlich, dass es noch einmal in einem zweiten besonderen Gesichte dargestellt wird. Das zweite Tier ist der Helfer des ersten und bringt das innerste sittliche Wesen des ersten recht zum Ausdruck, so dass V. 11 18 von dem ersten Tiere nicht minder als von dem zweiten gelten. +Offenbarung Offb 74 13 11 18 Während oben V. 1: aus dem Meere den Ursprung, die Völkerwelt, bedeutete, ist hier die Erde der Ursprung des irdischen Denkens und Wollens dieser Macht, vergl. [Dan 7,17], deren Weisheit eine irdische, der himmlischen des Menschensohnes entgegengesetzte ist. Die Hörner, nicht seine Gestalt, machen es einem Lamme ähnlich; es will so mit Christus, dem Lamme Gottes, irgendwie in Parallele treten. Indem die Hörner als wirkliche bezeichnet werden, ist gesagt, dass die Bedeutung nicht in ihnen selbst, sondern in ihrer Lammesähnlichkeit zu suchen ist: Es ist die Personifikation des falschen Prophetentums, welches der Heiland [Mt 7,15] in etwas milderer Weise beschreibt. Es redet, wie der Drache, verführend. Vergl. [Gen 3,1ff]. Was bedeutet dies Tier? Es kommt nicht weiter in der Offenbarung vor in Tiergestalt, wohl aber [Offb 16,13, Offb 19,20, Offb 20,10] unter der Bezeichnung: der falsche Prophet. Es tritt ferner nicht auf ohne das erste, nur als sein Begleiter und Helfer. Wie das erste Tier die widergöttliche Weltmacht des Endes und ihren Herrscher, den Antichrist darstellt, so das zweite diejenige falsche Lehre und Weisheit, welche das religiös sittliche Agens dieser letzten und äußersten Ausgeburt der Menschensünde sein wird. Schon Daniel wies [Dan 7,25, Dan 9,27, Dan 11,38] darauf hin. Das Gleiche sagt der Herr [Mt 24,5] voraus, der heil. Paulus wiederholt es [1Tim 4,1ff, 2Tim 3,1ff, 2Thess 2,9ff]; der heil. Petrus [2Petr 2,1ff, 2Petr 3,3]. Auch die Apokalypse hat schon [Offb 9,20] darauf hingewiesen und in [Offb 5, Offb 6] angedeutet, dass der Antichrist nicht nur mit einer widergöttlichen Macht, sondern auch mit einer widergöttlichen Intelligenz ausgerüstet sein wird. Die widerchristliche Weltmacht und die widerchristliche Weisheit werden denselben Ursprung und dieselbe Ursprungszeit haben, darum steigt das zweite Tier aus der Erde auf, weil diese Weisheit aus dem irdischen denken und Streben der Menschen kommt, und redet wie der Drache, weil sie darauf ausgehen wird, die Menschen zum Abfall und zur Sünde zu verführen. +Offenbarung Offb 74 13 12 Et potestatem prioris bestiæ omnem faciebat in conspectu ejus: et fecit terram, et habitantes in ea, adorare bestiam primam, cujus curata est plaga mortis. Alle Gewalt des ersten Tieres übte es unter dessen Augen,¹⁹ und es brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, dass sie das erste Tier anbeteten, dessen Todeswunde geheilt worden war.²⁰ +Offenbarung Offb 74 13 12 19 Als dessen Diener. +Offenbarung Offb 74 13 12 20 Dies war schon V. 4 als Ursache der staunenden Anbetung angegeben. +Offenbarung Offb 74 13 13 Et fecit signa magna, ut etiam ignem faceret de clo descendere in terram in conspectu hominum. Und es tat große Zeichen,²¹ so dass es selbst Feuer vom Himmel auf die Erde fallen ließ vor den Augen der Menschen.²² +Offenbarung Offb 74 13 13 21 V. 13 17 zeigen, wie es sich in seiner Dienststellung zu dem ersten Tiere betätigt. +Offenbarung Offb 74 13 13 22 Dass die falschen Propheten Scheinwunder tun werden, hat der Heiland vorausgesagt [Mt 24,24], und der heil. Paulus hat vor dem Antichristen deshalb in besonderer Weise gewarnt. [2Thess 2,9] Das Feuer enthält eine Anspielung auf das Wunder des Propheten Elias [1Kön 18,37ff, 2Kön 1,10.12]. Der falsche Prophet geht nicht so auf Vernichtung der Feinde aus, als darauf die Menschen zu überzeugen, das seine Kraft eine überirdische ist: Vor den Augen der Menschen. +Offenbarung Offb 74 13 14 Et seduxit habitantes in terra propter signa, quæ data sunt illi facere in conspectu bestiæ, dicens habitantibus in terra, ut faciant imaginem bestiæ, quæ habet plagam gladii, et vixit. Und es verführte die Bewohner der Erde durch die Zeichen, welche ihm zu tun gegeben sind vor dem Tiere,²³ indem es den Bewohnern der Erde sagte, sie sollten dem Tiere ein Bild machen, das die Schwertwunde hatte und wieder auflebte.²⁴ +Offenbarung Offb 74 13 14 23 Es ist dem falschen Propheten von Gott gegeben, Zeichen zu tun in demselben Sinne wie V. 5, V. 7. +Offenbarung Offb 74 13 14 24 Während die christliche Kirche äußerlich immer mehr schwindet, wird die Heilung der Wunde des ersten Tieres als Grund hingestellt, seine überwältigende Macht durch Anbetung zu preisen. Die Worte lauten hier etwas anders als V. 3, V. 12. Hier wird die Ursache der Wunde angegeben, das Schwert, wohl Waffengewalt. Im übrigen ist wohl festzuhalten, dass von einem wirklichen Bilde die Rede ist. +Offenbarung Offb 74 13 15 Et datum est illi ut daret spiritum imagini bestiæ, et ut loquatur imago bestiæ: et faciat ut quicumque non adoraverint imaginem bestiæ, occidantur. Und es ward ihm gegeben, dem Bilde des Tieres Geist²⁵ zu verleihen, und dass das Bild des Tieres redet und macht, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeten, getötet werden. +Offenbarung Offb 74 13 15 25 Ein dämonischer Geist (das Gegenteil [Offb 11,11]). Das Bild hat nicht von dem Tiere, von der rohen Gewalt, die Macht zu reden, sondern erst von der geistigen Macht, der lügnerischen Weisheit. Auch das Bild soll durch seine Reden beweisen, dass das Tier, welches durch dieses Zeichen seine göttliche Macht gezeigt, angebetet werden müsse. +Offenbarung Offb 74 13 16 Et faciet omnes pusillos, et magnos, et divites, et pauperes, et liberos, et servos habere characterem in dextera manu sua, aut in frontibus suis. Und es bringt alle,²⁶ Klein und Groß, Reich und Arm, Frei und Unfrei,²⁷ dazu, ein Malzeichen auf ihrer rechten Hand oder an ihrer Stirne zu tragen; +Offenbarung Offb 74 13 16 26 Dieses Scheinwunder fanatisiert die Anhänger des Tieres derart, dass sie die gläubigen Christen zu töten beginnen. +Offenbarung Offb 74 13 16 27 Der Begriff alle wird in anschaulicher Weise zerlegt. Die Anhänger des Tieres erkennen sich an gewissen ihre Zugehörigkeit zu dem Tiere verkündenden Abzeichen, die sie auf Anraten des falschen Propheten annehmen, auf der rechten Hand als Streiter des Tieres, oder auf der Stirn als Sklaven desselben, um so leichter als solche erkannt zu werden. +Offenbarung Offb 74 13 17 Et ne quis possit emere, aut vendere, nisi qui habet characterem, aut nomen bestiæ, aut numerum nominis ejus. und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, außer wer das Malzeichen hat, oder den Namen des Tieres, oder die Zahl seines Namens.²⁸ +Offenbarung Offb 74 13 17 28 Den Christen wird sogar der bürgerliche Verkehr unmöglich gemacht, soweit geht die Intoleranz der Anbeter des Tieres, worauf wohl [Offb 12,6] anspielt. Der Name, um den es sich handelt, ist der des ersten Tieres, wie [Offb 19,20] zeigt. +Offenbarung Offb 74 13 18 Hic sapientia est. Qui habet intellectum, computet numerum bestiæ. Numerus enim hominis est: et numerus ejus sexcenti sexaginta sex. Hier ist Weisheit. Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres. Es ist nämlich die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundert sechsundsechzig.²⁹ +Offenbarung Offb 74 13 18 29 Die Zahl, welche durch die Zusammenzählung der Zahlenwerte des Buchstabens herauskommt, ist die Zahl eines Menschen, des Menschen, der dies Tier in sich verwirklicht. In der Erklärung, was die Zahl bedeutet, scheiden sich zwei Richtungen. Die einen nehmen die Zahl rein symbolisch, die anderen als wirklichen Namen. Die symbolische Erklärung stützt sich auf [Dan 3,1ff]. Dort wird das Maß des Bildes der Weltmacht, welches Nebukadnezar seinen Völkern zur Anbetung aufstellen ließ, auf 60 Ellen Höhe und 6 Ellen Breite angegeben. 10 ist die Zahl der Ökumenizität, da es sich um ein Weltreich handelt, ebenso 6 das Zeichen, dass dieses alles erworben hat, was die Welt zu geben vermag. Sechs Tage war Gott tätig, die Welt zu schaffen und gab den Menschen die 6 Tage der Woche, ihr Werk in der Welt zu tun. Daher ist 6 das Wahrzeichen von allem, was Gott durch die Schöpfung gab und was der Mensch durch Arbeit aus der Welt gewinnen kann. Deshalb wird [1Kön 10,14] und [2Chr 9,13] die Menge des Goldes, das Salomon jährlich gewann, auf 666 Talente angegeben, den Weltbesitz des Königs als das Höchste in seiner Art darzustellen. Wie aber die sechs Schöpfungstage dem Sabbat gegenüberstehen, an dem der Mensch in Gott ruhen und das genießen soll, was die Welt nicht geben kann, so tritt in ähnlicher Weise die Zahl 6 in Gegensatz zu 7.: reicht nicht an die sieben heran, das durch 6 Bezeichnete kommt nicht an die göttliche Vollendung. Schon [Dtn 20,10] werden die chanaanitischen Völker sechs gezählt als in das gottentfremdete Weltleben versunkene Stämme. Kommt nun die Zahl 10 hinzu, so wird damit die Charakteristik als Weltmacht beigefügt. Die andere Klasse von Erklärungen sieht in der Zahl einen Namen angedeutet. Doch aus welcher Sprache ist das Alphabet zu nehmen? Die einen wählen das hebräische, da die Gewohnheit, Zahlenrätsel aufzustellen, in dieser Sprache heimisch war, zudem der heil. Johannes durchweg hebräisch gedacht habe, als er griechisch schrieb. Auch sprechen Stellen wie [Offb 9,11, Offb 16,16] dafür. Besonders wird alsdann Nero Cäsar als der bestimmte Name angesehen. Indes kann dieser Kaiser nur als Typus des Antichrist gelten, insofern dieser sich an keiner Persönlichkeit besser anschließen kann, als an den vollendetsten Geist des Bösen auf dem höchsten Throne der Erde. Der heil. Irenäus schlug eine Lösung aus der griechischen Sprache vor und erwähnt als das entsprechende Wort Lateinos, dem er freilich selbst den Namen Teitan vorzieht. Für das griechische Alphabet sprechen sich auch Primas., Viktorin., Beda, Andr. Cäs. aus. Es ist zuletzt nur zu sagen, was mit dem heil. Irenäus Andreas von Cäsarea (530 n. Chr.) sagt: Welcher Name gemeint ist, wird ebenso wie manches Andere noch Verborgene die Zeit offenbaren. Hätte der Name offenkundig und bekannt sein sollen, so hätte der Seher ihn wohl geoffenbart. +Offenbarung Offb 74 14 0 C. Zustand der Gottesgemeinde am Schlusse der letzten Weltwoche. Das Lamm steht auf dem Berge Sion umgeben von denen, welche mit dem Zeichen Gottes bezeichnet sind. (V. 5) 3) Sieben die Endkatastrophe darstellende Gesichte. (V. 6 20) a. Drei die Ankunft Christi verkündende Gesichte. (V. 6 13): Drei Engel verkünden, einer nach dem andern, dass das große Babylon untergehen wird (V. 7), dass die, welche das Zeichen des Tieres haben, vernichtet werden sollen (V. 8), während die, welche im Herrn sterben, selig sein werden. (V. 13) b. Ein die Ankunft Christi darstellendes Gesicht (V. 14) Der Menschensohn erscheint in einer weißen Wolke, eine scharfe Sichel in der Hand haltend. C. Drei die Folgen der Ankunft Christi offenbarende Gesichte. (V. 15 20): Der auf der Wolke Sitzende erntet die Erde ab. (V. 16) Erscheinung eines anderen Engels mit scharfer Sichel. (V. 17) Lese und Kelter des Zornes Gottes. +Offenbarung Offb 74 14 1 Et vidi: et ecce Agnus stabat supra montem Sion, et cum eo centum quadraginta quatuor millia habentes nomen ejus, et nomen Patris ejus scriptum in frontibus suis. Und ich schaute,¹ und siehe das Lamm stand auf dem Berge Sion,² und mit ihm hundert und vierundvierzig Tausend, welche seinen Namen und seines Vaters Namen auf ihren Stirnen geschrieben trugen.³ +Offenbarung Offb 74 14 1 1 Das vorliegende Kapitel enthält zwei einander aufnehmende Visionen (V. 1 5 und 6 20). Das erste Gesicht schließt sich den Gesichten [Offb 12, Offb 13] an, die es weiter führt. Wir haben die Gläubigen in der höchsten Bedrängnis, die Weltmacht auf dem Gipfel ihrer Macht gesehen. Die erste Vision dieses Kapitels zeigt uns das Ergebnis dieser Kämpfe. +Offenbarung Offb 74 14 1 2 Gott hält seine [Offb 7,1ff] gegebene Verheißung, er rettet sein Volk durch die große Trübsal der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche hindurch. Das Überraschende dieses Gesichtes kennzeichnet die Einleitung: und siehe. Sion ist das irdische Jerusalem. Dort sieht der heil. Johannes den Herrn in der Gestalt des Lammes, mithin noch nicht als Sieger, noch nicht wie er über seine Feinde triumphiert. Vergl. die nächste Anmerkung. +Offenbarung Offb 74 14 1 3 Es sind die bereits [Offb 7,2-8] beschriebenen Sieger. Der heil. Johannes hatte nach jenem Gesichte den weiteren Verlauf der letzten Weltwoche geschaut, insbesondere die Bedrückung und Zurückdrängung der Christen durch die antichristliche Weltmacht. Jetzt sieht er, dass Gott gehalten, was er zuvor versprochen. Doch die 144ooo stellen sich anders dar als Johannes sie [Offb 7,2-8] gesehen. Dort erhielten sie das bewahrende Siegel, hier ist nicht dieses mehr an ihren Stirnen, sondern die ausgeschriebenen Namen des Lammes und des Vaters, durch die sie als Eigentum des Lammes und des Vaters bezeichnet und so den mit dem Male des Tieres Gezeichneten entgegengestellt werden. Der Heiland erscheint als Lamm, weil die 144000 ihm durch Blut und Leiden nachgefolgt sind in der Kraft, die er ihnen durch sein Leiden erworben; er ist ihr Mittelpunkt. Wie einst die Urgemeinde von Sion ausging, so erscheint hier die Kirche des Endes an derselben Stätte. Nach Hieron. sind diese 144000 die aus Israels Stämmen Besiegelten [Offb 7,4], nach andern Gläubige aus allen Völkern gesammelt. +Offenbarung Offb 74 14 2 Et audivi vocem de cælo, tamquam vocem aquarum multarum, et tamquam vocem tonitrui magni: et vocem, quam audivi, sicut cithardorum citharizantium in citharis suis. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen starken Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie das Spiel von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielten.⁴ +Offenbarung Offb 74 14 2 4 Die Stimme hatte zu Anfang einen anderen Klang als nachher. Zuerst hörte er sie wie das Rauschen vieler Wasser, wie die Stimme vieler, vergl. [Offb 19,6], und stark wie das Rollen des Donners, dann lieblich wie die Stimme von Zitherspielern, die auf ihren Harfen spielen. +Offenbarung Offb 74 14 3 Et cantabant quasi canticum novum ante sedem, et ante quatuor animalia, et seniores: et nemo poterat dicere canticum, nisi illa centum quadraginta quatuor millia, qui empti sunt de terra. Und sie⁵ sangen wie ein neues Lied⁶ vor dem Throne und vor den vier lebenden Wesen und den Ältesten; und Niemand konnte das Lied singen,⁷ als jene hundertundvierundvierzig Tausend, die erkauft sind von der Erde.⁸ +Offenbarung Offb 74 14 3 5 Zu der streitenden Kirche gesellt sich hier die triumphierende, ähnlich wie [Offb 7,9ff]. Die Vollendeten singen gleichsam den noch auf Erden befindlichen 144000 das Lied vor, und nur diese können es lernen, weil nur sie jene Eigenschaften besitzen, welche dazu erfordert werden. +Offenbarung Offb 74 14 3 6 Ein neues Lied ist auch ein Lied, welches eine neue Gnadentat Gottes preist. Während des Singens standen sie vor Gott, an den sie ihr Lied richteten. +Offenbarung Offb 74 14 3 7 Griech.: lernen; so nämlich, dass sie es mitsingen können. +Offenbarung Offb 74 14 3 8 Der Ausdruck weist auf [Offb 5,9] zurück. Sie sind von der ganzen Erde erkauft und obwohl noch auf Erden, doch nicht von der Erde. +Offenbarung Offb 74 14 4 Hi sunt, qui cum mulieribus non sunt coinquinati: virgines enim sunt. Hi sequuntur Agnum quocumque ierit. Hi empti sunt ex hominibus primitiæ Deo, et Agno. Diese sind es, die sich mit Weibern nicht befleckt haben,⁹ denn sie sind jungfräulich. Sie sind es, die dem Lamme folgen, wohin es immer geht. Sie sind erkauft¹⁰ aus den Menschen als Erstlinge Gott und dem Lamme, +Offenbarung Offb 74 14 4 9 Seit dem Sündenfall hat der natürliche Geschlechtsgebrauch, auch der eheliche, etwas Verunreinigendes an sich, vergl. [Lev 15,8], das nur durch das Sakrament gehoben wird. Mit Beziehung darauf ist das Wort sich beflecken gewählt. Die Jungfräulichkeit, welche hier gepriesen wird, haben jene alle in der Verfolgung des Antichristen bewahrt (Aug., Hier., Beda), sie eignet also nicht nur Männern, sondern auch Frauen. Wie diese auf Erden den Stachel des Fleisches überwunden haben und Christus nachgefolgt sind, so folgen sie im himmlischen Chore dem Lamme, wohin es geht, sind dem Lamme immer am nächsten (Aug.), genießen vor den übrigen Heiligen die Freude der Seligkeit. +Offenbarung Offb 74 14 4 10 Zwar sind alle seligen erkauft, doch diese jungfräulichen Seelen als Erstlinge der Vollendung, als Blüte, als besonderes Opfer für Gott und das Lamm. +Offenbarung Offb 74 14 5 Et in ore eorum non est inventum mendacium: sine macula enim sunt ante thronum Dei. und in ihrem Munde ward kein Trug erfunden; denn sie sind ohne Makel vor dem Throne Gottes.¹¹ +Offenbarung Offb 74 14 5 11 Der zweite Vorzug, welcher ihnen eigen ist, ist die Wahrhaftigkeit, gegenüber der Herrschaft des Lügenpropheten. [Offb 13,13-17] Schon [Offb 7,12] sind sie so geschildert, dass der Teufel nichts an ihnen fand. Das sieghafte Weib [Offb 12] ist das Bild der Kirche in der Verfolgung während der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche, hier wird die Kirche durch dieselbe vollbereitet und aus derselben errettet dargestellt, ein Abbild der himmlischen. +Offenbarung Offb 74 14 6 Et vidi alterum Angelum volantem per medium cli, habentem Evangelium æternum, ut evangelizaret sedentibus super terram, et super omnem gentem, et tribum, et linguam, et populum: Und ich sah¹² einen anderen Engel mitten durch den Himmel hinfliegen,¹³ der das ewige Evangelium¹⁴ hatte, frohe Botschaft den Bewohnern der Erde zu bringen, allen Völkern, und Stämmen, und Zungen und Nationen,¹⁵ +Offenbarung Offb 74 14 6 12 Nachdem 6,1 11,13 den Verlauf der ersten Hälfte der letzten Weltwoche, und 11,15 14,5 den Verlauf der zweiten Hälfte dieser Woche bis zu ihrem Schlusse gezeigt, folgt nun die Endkatastrophe 14,6 22,5 mit ihren Folgen. Zunächst zeigt der Apostel 14,6-20 dieselbe in weiten Umrissen, um sie dann 15,1 2,5 in einer Reihe von Gesichten ihren einzelnen Momenten nach vorzuführen. In dem folgenden Abschnitte V. 6 20 wir diese Endkatastrophe in sieben Gesichten gezeigt, so dass die Wiederkunft des Herrn als viertes in die Mitte tritt, während die ersten drei dieselbe und ihr Ziel ankündigen, die drei folgenden die Folgen der Wiederkunft in allgemeinen Zügen darstellen. Demgemäß sind die Gesichte nicht wie die bei den Gemeinden in 3 und 4, oder wie bei den sieben Siegeln in 4 und 3, sondern in 3, 1, 3, geteilt, wie sich dies demgemäß 17,1 22,5 bei den Schalenengeln wiederholt. +Offenbarung Offb 74 14 6 13 Den sieben Posaunen- und Schalenengeln entsprechend treten V. 6, V. 8, V. 9, V. 14, V. 15, V. 17, V. 18 sieben verschiedene Wesen auf, sechs Engel und in ihrer Mitte der Heiland. +Offenbarung Offb 74 14 6 14 Das Evangelium kann nur die frohe Botschaft von Christus sein. Diese soll in der letzten Weltstunde noch einmal verkündet werden. Vergl. [Offb 10,7]. +Offenbarung Offb 74 14 6 15 Allen, Christen wie Ungläubigen, Frommen wie Gottlosen. +Offenbarung Offb 74 14 7 Dicens magna voce: Timete Dominum, et date illi honorem, quia venit hora judicii ejus: et adorate eum, qui fecit clum, et terram, mare, et fontes aquarum. und er sprach mit starker Stimme: Fürchtet den Herrn,¹⁶ und gebet ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. So betet den an, der den Himmel und die Erde, und das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat!¹⁷ +Offenbarung Offb 74 14 7 16 Des Endgerichtes. +Offenbarung Offb 74 14 7 17 Den wahren Gott im Gegensatze zu dem Tiere. Die Vierteilung der Welt findet sich schon [Offb 8,6.8]. Die Vergangenheit steht proleptisch an Stelle der Zukunft. +Offenbarung Offb 74 14 8 Et alius Angelus secutus est dicens: Cecidit, cecidit Babylon illa magna: quæ a vino iræ fornicationis suæ potavit omnes gentes. Und ein zweiter Engel folgte ihm und rief: Gefallen,¹⁸ gefallen ist Babylon, das Große,¹⁹ welches mit dem Zornwein seiner Unzucht alle Völker getränkt hat.²⁰ +Offenbarung Offb 74 14 8 18 Seit dem Turmbau zu Babel ist Babel Typus der sich gegen Gott vereint empörenden Menschen, doch bietet dem heiligen Seher wohl auch Rom sich als Gegenbild, welches das dereinstige Babel der Endzeit darstellt. +Offenbarung Offb 74 14 8 19 Babel wird als das Große bezeichnet mit Beziehung auf [Dan 4,27], wo Nebukadnezar es so nennt. Gemeint ist die Hauptstadt der Weltmacht. +Offenbarung Offb 74 14 8 20 Der Wein der Buhlerin hat zwei charakteristische Eigenschaften: Es ist ein Wein, welcher die Völker verführt, ihr abgöttisch zu huldigen, siehe [Offb 17,2], und zugleich ein Wein, welcher kraft des Zornes Gottes den Taumel der Völker wirkt. +Offenbarung Offb 74 14 9 Et tertius Angelus secutus est illos, dicens voce magna: Si quis adoraverit bestiam, et imaginem ejus, et acceperit characterem in fronte sua, aut in manu sua: Und ein dritter Engel folgte ihnen und rief mit lauter Stimme:²¹ Wer das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen an seiner Stirne oder auf seiner Hand annimmt, +Offenbarung Offb 74 14 9 21 Nicht nur die Hauptstadt der antichristlichen Weltmacht, und damit diese selbst, wird die Strafe treffen, sondern auch alle einzelnen, welche, sich gegen den letzten Mahnruf verstockend, in ihr geblieben sind. +Offenbarung Offb 74 14 10 Et hic bibet de vino iræ Dei, quod mistum est mero in calice iræ ipsius, et cruciabitur igne, et sulphure in conspectu Angelorum sanctorum, et ante conspectum Agni: der soll auch von dem Zornweine Gottes trinken, der ungemischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zornes,²² und soll gepeinigt werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamme.²³ +Offenbarung Offb 74 14 10 22 Die Worte sind dem V. 9 über Babel selbst ergangenen Ausspruche entlehnt. Der Zornwein Gottes ist ungemischt, wie Wein ohne Wasser, d. i. nicht gemildert. Was sonst ein menschliches Unglück leichter zu gestalten pflegt, fehlt hier. +Offenbarung Offb 74 14 10 23 Die Strafen werden in ihren Einzelheiten beschrieben: Die Anhänger des Tieres werden mit Feuer und Schwefel gequält werden (vergl. das Strafgericht Gottes an Sodoma [Gen 19,24]), ihre Strafe wird ewig währen (das Bild des Rauches ist aus [Jes 66,24] entnommen), sie werden nie innere Ruhe haben. (Gegensatz V. 13) Zur Erhöhung ihrer Pein werden sie ihre Strafe vor den Engeln und dem von den Anbetern des Tieres verachteten und verfolgten Lamme dulden, dessen Anblick ihnen beständig vorhalten wird, dass sie Gnade und Seligkeit hätten erlangen können. +Offenbarung Offb 74 14 11 Et fumus tormentorum eorum ascendet in sæcula sæculorum: nec habent requiem die ac nocte, qui adoraverunt bestiam, et imaginem ejus, et si quis acceperit characterem nominis ejus. Und der Rauch ihrer Qualen wird aufsteigen in alle Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeteten, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt. +Offenbarung Offb 74 14 12 Hic patientia Sanctorum est, qui custodiunt mandata Dei, et fidem Jesu. Hier ist die Geduld der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.²⁴ +Offenbarung Offb 74 14 12 24 In V. 12, V. 13 werden zwei Ermunterungen eingeschoben, und so die erste Gruppe, die drei ersten Engel, von den Folgenden geschieden. V. 12 redet der Apostel besonders die Gläubigen an, welche in der letzten großen Prüfungszeit leben werden. +Offenbarung Offb 74 14 13 Et audivi vocem de clo, dicentem mihi: Scribe: beati mortui, qui in Domino moriuntur. Amodo jam dicit Spiritus, ut requiescant a laboribus suis: opera enim illorum sequuntur illos. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die im Herrn sterben!²⁵ Von nun an bereits,²⁶ spricht der Geist,²⁷ sollen sie ausruhen von ihren Mühen;²⁸ denn ihre Werke folgen ihnen nach.²⁹ +Offenbarung Offb 74 14 13 25 Dies Wort des Trostes spricht eine himmlische Stimme, es ist also ein auf immer gültiges. Der Seher soll es aufschreiben, damit es bleibe und die Gläubigen je und je stärke. Dieses Wort bildet den tröstlichen Gegensatz zu V. 10, V. 11, in denen von dem Schicksale der Anbeter des Tieres die Rede war. So steht der Vers mit dem Vorhergehenden in Verbindung, mit dem Folgenden aber durch den Trost, den er allen Christen spendet, ehe er das Glück der bei der Ankunft des Herrn lebenden Gläubigen schildert. Im Herrn sterben, ist im Glauben an Christus abscheiden. [1Thess 4,16, 1Kor 15,18] +Offenbarung Offb 74 14 13 26 Die Bestimmung: Von nun an gehört nach dem Griechischen zu dem Vorhergehenden: welche im Herrn sterben. Im Griech. beginnt der zweite Satz: Ja, spricht der Geist. Die von nun an im Herrn Sterbenden sind selig zu preisen. Die früher im Herrn Gestorbenen also etwa nicht? Nicht diese bilden den Gegensatz. Da der Apostel V. 14 16 beschreibt, wie der Heiland bei seiner Wiederkunft die dann noch lebenden Frommen einernten wird, will er vorweg sagen, dass jene keinen Vorzug haben vor den früher Gestorbenen. +Offenbarung Offb 74 14 13 27 Die Stimme spricht wohl den ganzen Vers; sie erklärt dem heil. Johannes, was der Geist der Weissagung ihr bezeugt. Vergl. [Offb 19,9.10]. +Offenbarung Offb 74 14 13 28 Die Ruhe bildet den Gegensatz zu den Mühen und Kämpfen, in welchen die überlebenden Glieder der Kirche Christi noch ausharren müssen. +Offenbarung Offb 74 14 13 29 Die Ruhe wird erklärt als Lohn für die hienieden vollbrachten wahrhaft guten Werke. +Offenbarung Offb 74 14 14 Et vidi et ecce nubem candidam: et super nubem sedentem similem Filio hominis, habentem in capite suo coronam auream, et in manu sua falcem acutam. Und ich schaute, und siehe,³⁰ eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer ähnlich einem Menschensohne: der hatte auf seinem Haupte eine goldene Krone, und in seiner Hand eine scharfe Sichel.³¹ +Offenbarung Offb 74 14 14 30 Die Eingangsformel weist auf eine besonders bedeutsame Erscheinung hin. +Offenbarung Offb 74 14 14 31 Der ganzen Schilderung nach wird Christus bezeichnet, wie er zum Gerichte kommt, (Thom.) da er sich selbst als auf den Wolken kommend bezeichnet, [Mt 24,30] ebenso [Dan 7,13], und [Offb 1,13] einem Menschensohne ähnlich genannt wird. Die weiße Farbe zeigt, dass es mit dem Erscheinen des Menschensohnes licht wird, die goldene Krone ist die Siegeskrone, [Offb 6,2] zog er aus zu siegen, als Sieger kommt er jetzt, weshalb er nicht wie dort einen Bogen, sondern eine scharfe Sichel hat. Andere Ausleger fassen die Gestalt freilich als einen Engel, der Christus vertritt, gestützt auf [Mt 13,39ff], wo die Engel als Schnitter bezeichnet werden. +Offenbarung Offb 74 14 15 Et alius Angelus exivit de templo, clamans voce magna ad sedentem super nubem: Mitte falcem tuam, et mete quia venit hora ut metatur, quoniam aruit messis terræ. Und ein anderer Engel trat aus dem Tempel hervor und rief mit lauter Stimme dem, der auf der Wolke saß, zu:³² Lege deine Sichel an und ernte; denn die Stunde der Ernte ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.³³ +Offenbarung Offb 74 14 15 32 Der Engel (ein anderer im Gegensatze zu den V. 6, V. 8 genannten) tritt aus dem Tempel, der Wohnung Gottes [Offb 11,19] hervor. Er ruft im Namen Gottes des Vaters, der sich Zeit und Stunde des Gerichtes vorbehalten [Apg 1,7] dem Herrn, zu, vergl. [Joh 5,30, Joh 19,27], dass es Zeit sei, Gericht zu halten. Die Wirkung der Wiederkunft des Herrn wird in zwei Bildern, der Ernte (V. 14 16) und der Weinlese (V. 17 20), dargestellt. Die Ernte hält der Heiland persönlich, die Lese und Kelterung nimmt dann ein dritter Engel vor (V. 19, V. 20) auf Weisung eines erscheinenden zweiten Engels. +Offenbarung Offb 74 14 15 33 Da die ganze Erde reif ist, sind alle Bewohner der Erde, nachdem Sünde und Heil in der Weltentwicklung ihre Vollendung erreicht haben, jene in der antichristlichen Weltmacht, diese in der Kirche der Letztheit (wie es 2,1 14,5 vorausgeht) zur Ernte bestimmt. Indes ist doch ein Unterschied zu machen. In dem ersten Bilde werden die Gläubigen dargestellt, in dem zweiten [Offb 17,20] wird das Endgericht über die Gottlosen geschildert. Die Seinen holt der Heiland heim nach [Joh 14,3], seine Feinde zusammenzulesen sendet der Herr seine Engel aus. [Mt 13,41] +Offenbarung Offb 74 14 16 Et misit qui sedebat super nubem, falcem suam in terram, et demessa est terra. Und der auf der Wolke saß, schwang seine Sichel³⁴ über die Erde, und die Erde ward abgeerntet. +Offenbarung Offb 74 14 16 34 Diese kennzeichnet ihn als Herrn der Ernte. +Offenbarung Offb 74 14 17 Et alius Angelus exivit de templo, quod est in clo, habens et ipse falcem acutam. Und ein anderer Engel trat aus dem Tempel, der im Himmel ist, hervor; auch er eine scharfe Sichel haltend.³⁵ +Offenbarung Offb 74 14 17 35 Auch dieser Engel kommt aus dem Tempel, also als Gottesbote, nur hat er nicht, wie die Engel V. 15, V. 17 einen Befehl auszurichten, sondern auszuführen. Er hält ein Winzermesser in der Hand, doch wird der gleiche Ausdruck wie V. 14 gebraucht, um die Gemeinsamkeit des Werkes zu bezeichnen. +Offenbarung Offb 74 14 18 Et alius Angelus exivit de altari, qui habebat potestatem supra ignem: et clamavit voce magna ad eum, qui habebat falcem acutam, dicens: Mitte falcem tuam acutam, et vindemia botros vineæ terræ: quoniam maturæ sunt uvæ ejus. Und ein anderer Engel kam von dem Altare³⁶ hervor, der hatte Gewalt über das Feuer, und er rief mit lauter Stimme dem zu, der die scharfe Sichel hatte, und sprach: Schwinge deine scharfe Sichel und schneide die Trauben vom Weinstocke der Erde;³⁷ denn seine Trauben sind reif! +Offenbarung Offb 74 14 18 36 Von dem Brandopferaltare, der schon [Offb 8,3-5] erwähnt wurde. Das Feuer, das auf diesem Altare brennt, ist das Feuer der göttlichen Gerechtigkeit und Heiligkeit, welches alles sündhafte Wesen verzehrt; über dieses Feuer des göttlichen Strafgerichtes hat der Engel Gewalt. Dies Strafgericht soll folgen. +Offenbarung Offb 74 14 18 37 Die ganze Erde ist wie ein Weinstock gedacht: es sind die Bösen, die geerntet werden. (Beda, Thom.) Das Bild der Weinernte für das Gericht über die Feinde Gottes kehrt in der heil. Schrift häufig wieder. [Joel 4,13, Jer 49,9, Jes 63,2] +Offenbarung Offb 74 14 19 Et misit Angelus falcem suam acutam in terram, et vindemiavit vineam terræ, et misit in lacum iræ Dei magnum: Und der Engel schwang seine scharfe Sichel über die Erde, und las den Weinstock der Erde ab, und warf es in die große Kelter des Zornes Gottes.³⁸ +Offenbarung Offb 74 14 19 38 Vergl. [Mt 13,41.42]. Die Kelter ist ein Werkzeug des Zornes Gottes. +Offenbarung Offb 74 14 20 Et calcatus est lacus extra civitatem, et exivit sanguis de lacu usque ad frenos equorum per stadia mille sexcenta. Und die Kelter ward außerhalb der Stadt³⁹ getreten, und Blut floss aus der Kelter bis an die Zäume der Pferde, tausend sechshundert Stadien weit.⁴⁰ +Offenbarung Offb 74 14 20 39 Dies Gesicht schließt nicht, wie das V. 16, mit der Ausführung des Befehles ab, sondern fügt den Zusatz bei: Außerhalb der Stadt, außerhalb Jerusalems, der Kirche, der lebendigen Gottesgemeinde der letzten Tage, welche [Offb 14,1] gezeigt ist. +Offenbarung Offb 74 14 20 40 Das Bild der Weinlese geht in die Beschreibung der Wirklichkeit, der Tötung der Gottlosen über. Es findet ein so gewaltiges Blutbad statt, dass die Pferde, auf denen die zu Richtenden sitzen, bis an die Zügel im Blute gehen. Der Blutstrom dehnt sich noch 1600 Stadien (über 310 Kilometer) weit aus. Diese Zahl wird am besten symbolisch gedeutet. Die Grundzahl 4 multipliziert mit sich selbst und dann verhundertfacht, da 4 die Signatur der Erde ist, soll bezeichnen, dass das Blutmeer sich über alle vier Teile derselben ergießt, das furchtbare Gericht die ganze Erde umspannt. (Beda, Viktorin.) Vergl. [Offb 7,4]. Die Zahl besagt also, dass Zahl, Schlacht usw. nur der Darstellung dienen. +Offenbarung Offb 74 15 0 4) Die, die Momente der Endkatastrophe darstellenden Gruppen der Schalen- und Schalenengel-Gesichte (15,1 22,5): 1. Gruppe der sieben Schalengesichte. (15,1 16,21) A. Einleitendes Gesicht (V. 1 8) +Offenbarung Offb 74 15 1 Et vidi aliud signum in clo magnum, et mirabile, Angelos septem, habentes plagas septem novissimas: quoniam in illis consummata est ira Dei. Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar:¹ Sieben Engel, welche die sieben letzten Plagen hatten; denn durch sie ward der Zorn Gottes vollendet.² +Offenbarung Offb 74 15 1 1 Ein anderes Zeichen ist es im Gegensatze zu dem Gesichte [Offb 14,1ff, Offb 14,14ff]. Groß und wunderbar ist es, weil sich in ihm die Größe und Herrlichkeit, die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes in besonderer Weise kundtun. Dies wird auch durch das Erscheinen von sieben Engeln zugleich, die mit Schalen versehen sind, ausgedrückt. Der Apostel sieht die Engel wohl noch nicht, sondern gibt in diesem Verse gleichsam eine kurze Inhaltsangabe des bevorstehenden Gesichtes, gleichsam eine gemeinsame Überschrift für [Offb 15, Offb 16]. Der Vision der streitenden Mächte in [Offb 12, Offb 13] tritt die Vision der Engel gegenüber, welche das Gericht über jene, die Kirche verfolgende Macht bringen. [Offb 15,1] und [Offb 17,1] beginnen beide mit dem Zeitpunkte, der Kap. 14 V. 16 20 geschildert ist, dem Ausgang der zweiten Hälfte der letzten Weltwoche. Nur Kap. 20 22 führen dann über diese hinaus. In [Offb 6,1-8] wird die Einleitung der Plagen gegeben, deren Steigerung nach [Offb 8,7-12] das Ende herbeiführt. Diese Herbeiführung schildert der Apostel jetzt Kap. 15,1 16,21. So schließt dieser Abschnitt sich in gewisser Weise an die aus Kap 6 und 8 angeführten Stellen an, setzt deren Inhalt fort. Die anderen, die Wiederkunft Christi begleitenden Folgen werden 17,1 22,5 in sieben Gesichten dargestellt. +Offenbarung Offb 74 15 1 2 Die sieben Gesichte zerfallen wieder in 4 und 3, wie die Siegel- und Posaunengesichte, die Vierzahl das Zeichen der Ausbreitung in alle vier Himmelsgegenden, die Dreizahl das Zeichen Gottes. Die Plagen heißen die letzten [Dan 11,36], weil durch sie der Zorn Gottes vollendet wird. Das Wort Plagen erinnert an die ägyptischen Plagen. +Offenbarung Offb 74 15 2 Et vidi tamquam mare vitreum mistum igne, et eos, qui vicerunt bestiam, et imaginem ejus, et numerum nominis ejus, stantes super mare vitreum, habentes citharas Dei: Und ich schaute,³ wie ein gläsernes Meer gemischt mit Feuer;⁴ und die über das Tier, und sein Bild, und über die Zahl seines Namens gesiegt hatten,⁵ standen an dem gläsernen Meere, und hatten Harfen Gottes,⁶ +Offenbarung Offb 74 15 2 3 Ehe die Plagen wirklich ergehen, wird das Ereignis im Himmel wieder vorbereitet und im Voraus gefeiert, wie [Offb 11,15]. Wie nach den ägyptischen Plagen das errettete Israel mit Moses ein Siegesdanklied sang [Ex 15], so singen hier die bereits vollendeten Sieger schon vor dem letzten Siege des Herrn über die antichristliche Welt ihren Lobgesang, wie [Offb 12,10]. +Offenbarung Offb 74 15 2 4 Das gläserne Meer ist der Himmel, in dem die Seligen weilen, welche [Offb 14,2.3] den 144000 das Loblied vorsangen. Zu jenen sind die während der antichristlichen Zeit und Verfolgung Getöteten hinzugekommen. Der Himmel ist rein, nicht getrübt, doch spiegelt sich jetzt in ihm das Zornfeuer des zum Endgerichte sich bereitenden Zornes Gottes wieder. +Offenbarung Offb 74 15 2 5 Die in der Zeit des Antichrist in der zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche getöteten Märtyrer, welche zwar dem Leibe nach dem Tiere unterlagen, ihre Seele aber von dessen Dienst unbefleckt erhielten. Sie sind unterschieden von den 144000 in [Offb 7,3-8] und den [Offb 14,1-5] Geschilderten, welche die Ankunft Christi erleben, und ebenso von den im Himmel Seligen aus allen Zeiten, welche [Offb 14,2.3] das Lied vorsingen: Zu diesen Letzteren treten sie hier hinzu. Es sind also dieselben, welche nach [Offb 6,11] noch getötet werden sollen und die [Offb 7,9-16] aus der Trübsal zu Gott kommen die hier nun bei Gott sind und sich des Gerichtes freuen. +Offenbarung Offb 74 15 2 6 Sie haben Harfen, wie die [Offb 14,2] Erwähnten, zu denen sie hinzugetreten sind, Harfen Gottes, weil diese ihnen von Gott und zu seinem Preise gegeben waren. +Offenbarung Offb 74 15 3 Et cantantes canticum Moysi servi Dei, et canticum Agni, dicentes: Magna, et mirabilia sunt opera tua Domine Deus omnipotens: justæ et veræ sunt viæ tuæ, Rex sæculorum. und sangen das Lied Moses, des Dieners Gottes, und das Lied des Lammes,⁷ und sprachen: Groß und wunderbar⁸ sind deine Werke,⁹ Herr, Gott, Allmächtiger! gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Ewigkeit! +Offenbarung Offb 74 15 3 7 Der Lobgesang, den die Sieger singen, wird als Lied Moses, des Dieners Gottes im vorzüglichen Sinne [Ex 14,31] u. a. bezeichnet und zugleich das Lied des Lammes genannt. Entweder nimmt man die Worte in dem Sinne, dass sie die Taten Gottes, die er durch Moses und das Lamm vollbracht, sangen, oder es heißt das Lied, aus dem ein Teil oder der Inhalt angegeben wird, so mit Beziehung auf den Lobgesang [Ex 15], der die Erlösung des Volkes Israel aus harter Bedrückung und das Gericht über seine Feinde pries. Darin hat Moses eine gewisse Ähnlichkeit mit Christus, dass Gott durch ihn Erlösung seines Volkes und Vernichtung seiner Feinde gewirkt. Wieder andre indes beziehen den Ausdruck auf das Lied Moses [Dtn 32], an dessen Inhalt es einigermaßen anklingt. +Offenbarung Offb 74 15 3 8 Vorbild [Ps 110,2, Ps 138,4] +Offenbarung Offb 74 15 3 9 Vergl. [Ps 144,7, Dtn 32,4]. Gottes Werke sind seine Führungen. Je näher dem Ziele, desto mehr zeigt sich deren Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit in der Weltgeschichte. Daher im Griech. die Anrede: König der Völker. (Vulg. König der Ewigkeiten) +Offenbarung Offb 74 15 4 Quis non timebit te Domine, et magnificabit nomen tuum? quia solus pius es: quoniam omnes gentes venient, et adorabunt in conspectu tuo, quoniam judicia tua manifesta sunt. Wer sollte dich nicht fürchten, Herr! und deinen Namen preisen?¹⁰ Du allein ja bist heilig. Ja,¹¹ alle Völker werden kommen, und vor dir anbeten,¹² denn deine Gerichte sind offenbar geworden.¹³ +Offenbarung Offb 74 15 4 10 Vergl. [Jer 10,7]. +Offenbarung Offb 74 15 4 11 Also ist Gott zu fürchten. +Offenbarung Offb 74 15 4 12 Ohne Rücksicht darauf, ob alle einzelnen sich bekehren. +Offenbarung Offb 74 15 4 13 In deinen Strafgerichten. +Offenbarung Offb 74 15 5 Et post hæc vidi, et ecce apertum est templum tabernaculi testimonii in clo: Und darnach schaute ich, und siehe, der Tempel des Gezeltes des Zeugnisses im Himmel tat sich auf;¹⁴ +Offenbarung Offb 74 15 5 14 Nach dem einleitenden Gesange treten die sieben Engel aus dem Tempelhause hervor, in welchem das die Gesetzeslade enthaltende Allerheiligste sichtbar wird. War zuvor der Blick des Sehers [Offb 11,19] auf die ganze Bundeslade gerichtet, welche Gesetz und Gnade, die Tafeln Moses und den Sühndeckel enthielt, so schaut er jetzt wohl besonders die Tafeln des Gesetzes, da es sich um die Vergeltung handelt. +Offenbarung Offb 74 15 6 Et exierunt septem Angeli habentes septem plagas de templo, vestiti lino mundo, et candido, et præcincti circa pectora zonis aureis. und es gingen die sieben Engel aus dem Tempel hervor, welche die sieben Plagen hatten, angetan mit reiner lichter Leinwand, und um die Brust gegürtet mit goldenen Gürteln.¹⁵ +Offenbarung Offb 74 15 6 15 Die Schilderung erinnert an [Ez 9,2ff] und [Dan 10,5]; die weiße Leinwand und der ihnen mit Christus gemeinsame goldene Gürtel, vergl. [Offb 1,13], charakterisieren ihre priesterliche und königliche Würde. Ehe sie heraustraten, standen sie anbetend vor dem Herrn und handeln nun in königlicher Machtvollkommenheit. +Offenbarung Offb 74 15 7 Et unum de quatuor animalibus dedit septem Angelis septem phialas aureas, plenas iracundiæ Dei viventis in sæcula sæculorum. Und eines der vier Wesen¹⁶ gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen, gefüllt mit dem Zorne Gottes, der in alle Ewigkeit lebt.¹⁷ +Offenbarung Offb 74 15 7 16 Eines der vier Wesen gibt die Schalen, um anzudeuten, dass der dieselbe füllende Zorn (wohl Feuer) und sein Werk vom Throne Gottes ausgehend als Akt der höchsten Gerechtigkeit golden sind. +Offenbarung Offb 74 15 7 17 Die Schalen, weil Gott durch die Strafen verherrlicht wird. Da Gott in alle Ewigkeit lebt, wird er, ja muss er das Böse sicher strafen. +Offenbarung Offb 74 15 8 Et impletum est templum fumo a majestate Dei, et de virtute ejus: et nemo poterat introire in templum, donec consummarentur septem plagæ septem Angelorum. Und der Tempel ward voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes, und von seiner Macht, und niemand konnte in den Tempel eintreten, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet werden.¹⁸ +Offenbarung Offb 74 15 8 18 Der Rauch macht den erhabenen Gott unsichtbar und unnahbar. Er geht von der Lade aus, doch wohl auch von den Schalen, da der Grund, weshalb Gott hier mit seiner Herrlichkeit den Tempel erfüllt, sein richterlicher Zorn ist. Vergl. [Ez 10,4]. Bis der zürnenden Gerechtigkeit Genüge geschehen, darf kein erschaffenes Wesen seiner Herrlichkeit nahen. Gott zeigt, wie furchtbar ernst es ihm mit dem Strafgericht ist, dessen Vollstrecker er selbst ausgestattet hat und dessen Ausführung er leitet. +Offenbarung Offb 74 16 0 B. Die vier ersten Schalengesichte (V. 1 8): Erstes Gesicht. (V. 2) Zweites Gesicht. (V. 3) Drittes Gesicht. (V. 7) Viertes Gesicht. (V. 9) C. Die drei letzten Schalengesichte. (V. 10 12): Fünftes Schalengesicht. (V. 11) Sechstes Schalengesicht. (V. 16) Siebentes Schalengesicht. +Offenbarung Offb 74 16 1 Et audivi vocem magnam de templo, dicentem septem Angelis: Ite, et effundite septem phialas iræ Dei in terram. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel¹ zu den sieben Engeln sagen: Gehet hin und gießet die sieben Schalen des Zornes Gottes aus auf die Erde!² +Offenbarung Offb 74 16 1 1 Gottes Stimme +Offenbarung Offb 74 16 1 2 Die Erde mit ihrem gesamten Umkreise, Licht und Luft eingeschlossen. (V. 8, V. 17) Die Plagen zerfallen in 4 und 3. Die ersten vier Plagen richten sich, wenn sie auch zuletzt die Menschen physisch schädigen, zunächst auf die Natur, während die drei letzten, wenn sie auch zunächst natürliche Dinge treffen, zuletzt sich doch gegen das ethische Leben (Thron des Tieres, Heeresmacht, Hauptstadt) richten. Gewisse Wiederholungen der einzelnen Plagemittel waren, wenn wir Posaunen- und Schalenplagen vergleichen, nicht wohl vermeidlich, da die dreimal wiederkehrende siebenfache Visionenreihe, aus welchen die prophetische Anschauung der Plagen erwachsen musste, die wirklich zu verhängenden Plagen enthalten musste. +Offenbarung Offb 74 16 2 Et abiit primus, et effudit phialam suam in terram, et factum est vulnus sævum, et pessimum in homines, qui habebant characterem bestiæ, et in eos, qui adoraverunt imaginem ejus. Da ging der erste hin und goss seine Schale aus auf die Erde.³ Und es kam ein verderbliches und sehr bösartiges Geschwür über die Menschen,⁴ welche das Malzeichen des Tieres hatten, und auf die, welche dessen Bild anbeteten. +Offenbarung Offb 74 16 2 3 Über das feste Land, wie der Gegensatz: das Meer V. 3 zeigt. +Offenbarung Offb 74 16 2 4 Etwa ein Pestgeschwür. Wie die sechste ägyptische Plage nicht die Israeliten traf, so schädigt die hier genannte nicht die 144000, sondern nur die Abgefallenen, die freilich die ganze Erde erfüllen. +Offenbarung Offb 74 16 3 Et secundus Angelus effudit phialam suam in mare, et factus est sanguis tamquam mortui: et omnis anima vivens mortua est in mari. Und der zweite Engel⁵ goss seine Schale aus auf das Meer; da entstand Blut wie das eines Toten, und alles, was Leben hatte, starb im Meere.⁶ +Offenbarung Offb 74 16 3 5 Engel fehlt im Griechischen. Es wird indes nicht gesagt, dass alle von der Plage Heimgesuchten auch sterben. +Offenbarung Offb 74 16 3 6 Die zweite Plage ist eine Steigerung der zweiten Posaunenplage [Offb 8,8ff]. Das Wasser des Meeres verwandelt sich in dickes, fauliges Blut, wie das von Toten. Dies hat wohl Beziehung auf die Sünde der Gottlosen: die das Blut der Heiligen vergossen haben wie Wasser, denen ward das Wasser zu Blut. Über die Folgen dieser Plage für die Menschen wird nichts weiter gesagt. +Offenbarung Offb 74 16 4 Et tertius effudit phialam suam super flumina, et super fontes aquarum, et factus est sanguis. Und der dritte Engel goss seine Schale aus auf die Flüsse und auf die Wasserquellen, und es ward Blut.⁷ +Offenbarung Offb 74 16 4 7 Diese Plage erinnert an die sechste ägyptische. Das Wasser wird zwar zu Blut, aber nicht zu dickem Blut eines Toten, da die Menschen es nach V. 6 noch trinken sollen. Die Ähnlichkeit mit der dritten Posaune [Offb 8,10.11] stützt sich auf die Verwandlung des Wassers. +Offenbarung Offb 74 16 5 Et audivi Angelum aquarum dicentem: Justus es Domine qui es, et qui eras sanctus, qui hæc judicasti: Da hörte ich den Engel der Gewässer⁸ sagen: Gerecht bist du, Herr! der da ist und war,⁹ du Heiliger, dass du solches Gericht geübt hast!¹⁰ +Offenbarung Offb 74 16 5 8 An dies dritte Gesicht knüpft sich ein Gespräch zwischen dem Engel und dem Altar (nach der Vulg. zwischen dem Engel und einem anderen Engel vom Altare her) über die Gerechtigkeit Gottes, welche sich in diesen Schalengerichten offenbart. Der Engel der Wasser ist wohl der eben genannte dritte, dem die Macht der Plagen über die Gewässer gegeben ward. +Offenbarung Offb 74 16 5 9 Der kommen wird steht hier nicht, wie [Offb 11,17], weil das Gericht schon im Vollzuge ist. +Offenbarung Offb 74 16 5 10 Die dritte Schalenplage, wie V. 6 zeigt. +Offenbarung Offb 74 16 6 Quia sanguinem Sanctorum, et prophetarum effuderunt, et sanguinem eis dedisti bibere: digni enim sunt. Denn das Blut der Heiligen und der Propheten¹¹ haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; ja sie haben es verdient. +Offenbarung Offb 74 16 6 11 Der zu ihrer Zeit Lebenden. +Offenbarung Offb 74 16 7 Et audivi alterum ab altari dicentem: Etiam Domine Deus omnipotens vera, et justa judicia tua. Und ich hörte einen anderen Engel vom Altare her sagen:¹² Ja, Herr, Gott, Allmächtiger! wahrhaft und gerecht sind deine Gerichte.¹³ +Offenbarung Offb 74 16 7 12 Griech.: Ich hörte aus dem Altare sagen, dem Brandopferaltare. Die Stimme ist die der [Offb 6,9-11] beschriebenen Seelen. Den Grund gibt [Offb 6,9-11]. +Offenbarung Offb 74 16 7 13 Die Stimme vom Altare dehnt den Ausspruch des dritten Engels auf alle Plagen aus. Wahrhaft: wie du gedroht, so führst du sie aus, und deine Drohungen sind nicht umsonst. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 16 8 Et quartus Angelus effudit phialam suam in solem, et datum est illi æstu affligere homines, et igni: Und der vierte Engel goss seine Schale aus auf die Sonne, und es ward ihr¹⁴ Macht gegeben, die Menschen durch Glut und durch Feuer zu peinigen; +Offenbarung Offb 74 16 8 14 Nach dem Griech. kann es zweifelhaft sein, ob der Engel oder die Sonne gemeint ist. Doch werden durch das Ausgießen der übrigen Schalen V. 3 das Meer, V. 4 die anderen Gewässer zu Plagemitteln, so fordert die Analogie das gleiche hier. +Offenbarung Offb 74 16 9 Et æstuaverunt homines æstu magno, et blasphemaverunt nomen Dei habentis potestatem super has plagas, neque egerunt pnitentiam ut darent illi gloriam. und die Menschen wurden versengt von großer Hitze, und lästerten den Namen Gottes, der Gewalt hat über diese Plagen, und sie taten nicht Buße, dass sie ihm die Ehre gaben.¹⁵ +Offenbarung Offb 74 16 9 15 So fühlbar auch diese vier Plagen für die Menschen der Letztheit, für die Anbeter des Tieres sein werden, lassen diese sich doch durch dieselben nicht zur Buße und zur Anbetung des Allmächtigen führen, sondern werden vielmehr zu Lästerungen gegen Gott fortgerissen. Es wird ihnen ergehen wie Pharao: je härter die Plagen wurden, desto mehr verstockte er sich. +Offenbarung Offb 74 16 10 Et quintus Angelus effudit phialam suam super sedem bestiæ: et factum est regnum ejus tenebrosum, et commanducaverunt linguas suas præ dolore: Und der fünfte Engel¹⁶ goss seine Schale aus auf¹⁷ den Thron des Tieres; und sein Reich ward verfinstert,¹⁸ und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz,¹⁹ +Offenbarung Offb 74 16 10 16 Mit der fünften Plage kommt das Gericht dem Antichristen selbst näher. +Offenbarung Offb 74 16 10 17 Der Thron (der noch nicht genannt war: vergl. [Offb 13,1ff]) bezeichnet die Richtung, welche die Plage nimmt. +Offenbarung Offb 74 16 10 18 Vergl. die neunte ägyptische Plage [Ex 10,21ff]. Diese Finsternis ist eine qualvolle. Zwischen dieser Plage und der fünften und sechsten Posaune ist insofern ein Zusammenhang, als das, was unter jenen entstand, durch die drei letzten Schalen zu Ende geführt wird. +Offenbarung Offb 74 16 10 19 Die Zunge zerbeißt man von physischen Schmerze. Es sind noch andere Plagen gleichzeitig tätig, besonders die erste, wie V. 11 zeigt, und diese werden bis zur Unleidlichkeit gesteigert. Die Finsternis macht die übrigen Leiden noch drückender und trostloser. +Offenbarung Offb 74 16 11 Et blasphemaverunt Deum cli præ doloribus, et vulneribus suis, et non egerunt pnitentiam ex operibus suis. und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und ihrer Geschwüre, und taten nicht Buße über ihre Werke. +Offenbarung Offb 74 16 12 Et sextus Angelus effudit phialam suam in flumen illud magnum Euphraten: et siccavit aquam ejus, ut præpararetur via regibus ab ortu solis. Und der sechste Engel goss seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat;²⁰ und er trocknete sein Wasser aus, damit den Königen vom Aufgang der Sonne her der Weg bereitet würde. +Offenbarung Offb 74 16 12 20 Am Euphrat liegt Babel, dort sammeln sich die antichristlichen Mächte. Die östlichen Könige gehören zu den V. 14 genannten Königen der ganzen Erde, sind also Werkzeuge des Drachen, welche gegen die Gläubigen ziehen. Sie sind identisch mit den zehn Königen [Offb 17,12ff], welche dem Tier ihre Macht leihen. Ähnlich wie [Offb 11,7] das Tier aus dem Abgrund proleptisch erwähnt wird, obwohl es erst [Offb 13] in die Ereignisse eingreift, wird hier von bestimmten Königen geredet, deren genaueres Verhältnis zu dem Tier erst aus [Offb 17,12ff] erhellt, deren Schicksal auch hier nur angedeutet wird. (V. 16) Vergl. [Offb 19,19]. Die Plage besteht nicht darin, dass die Könige versammelt werden, sondern dass sie nach Armagedon versammelt werden, um, während sie an den Kampf gegen Gott und seine Kirche denken, von dem Herrn insgesamt vernichtet (V. 16) zu werden, durch die Ankunft des Herrn. (V. 15) +Offenbarung Offb 74 16 13 Et vidi de ore draconis, et de ore bestiæ, et de ore pseudoprophetæ spiritus tres immundos in modum ranarum. Und ich sah aus dem Maule des Drachen, und aus dem Maule des Tieres, und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister wie Frösche hervorgehen.²¹ +Offenbarung Offb 74 16 13 21 Die unreinen Geister wurden in der Gestalt von Fröschen sichtbar, um den Eindruck, der durch das Wort auf die Könige geübt ist, zu kennzeichnen als von satanischen Kräften herstammend. Wenn der Drache, der wohl in Babel am Euphrat residierend gedacht ist, und das Tier, der falsche Prophet, vergl. [Offb 13,11], etwas beginnen, so kann ihr Vorhaben nur gegen Gott und sein Volk gehen. Sie können zu den das Tier anbetenden Königen dämonische Mächte entsenden, weil sie selbst unter der dämonischen Gewalt Satans stehen. Ein Geist geht unmittelbar, die beiden anderen mittelbar durch den Pseudopropheten und den Antichrist vom Satan aus. +Offenbarung Offb 74 16 14 Sunt enim spiritus dæmoniorum facientes signa, et procedunt ad reges totius terræ congregare illos in prlium ad diem magnum omnipotentis Dei. Es sind nämlich Geister von Teufeln, die Zeichen tun und²² ausgehen zu den Königen der ganzen Erde, sie zu sammeln zum Kampfe auf den großen Tag des allmächtigen Gottes. +Offenbarung Offb 74 16 14 22 Griech.: diese. +Offenbarung Offb 74 16 15 Ecce venio sicut fur. Beatus qui vigilat, et custodit vestimenta sua, ne nudus ambulet, et videant turpitudinem ejus. Siehe, ich komme wie ein Dieb.²³ Selig, wer wachet²⁴ und seine Kleider bewahrt, dass er nicht bloß wandeln müsse, und man seine Schande sehe!²⁵ +Offenbarung Offb 74 16 15 23 Im Namen Gottes macht der heil. Seher eine Zwischenbemerkung. Er will die Gläubigen vor aller Furcht wegen dieser feindlichen Zusammenrottung bewahren, aber auch zeigen, wer allein vor aller Gefahr behütet bleibt. Das Wort des Herrn, welches angeführt wird, ist [Offb 3,3] gegeben. +Offenbarung Offb 74 16 15 24 Selig, die dann wachen, wehe aber denen, welche sich wie die Könige sammeln auf den großen Tag des Herrn! (V. 14) Wenn die V. 14 angekündigten Ereignisse eingetreten sind, wird des Herrn Ruf zur Wahrheit werden: Siehe, ich komme unvermutet, wie ein Dieb in der Nacht; er wird erscheinen. Dann wird den Seinigen Heil und Seligkeit zu teil werden, den Feinden aber Vernichtung widerfahren. +Offenbarung Offb 74 16 15 25 Die heiligmachende Gnade mit allen sie begleitenden Tugenden sind die Kleider. +Offenbarung Offb 74 16 16 Et congregabit illos in locum, qui vocatur Hebraice Armagedon. Und er²⁶ wird sie an dem Orte versammeln, der auf hebräisch²⁷ Armagedon²⁸ heißt. +Offenbarung Offb 74 16 16 26 Wie Gott V. 12 ihr Beginnen ermöglicht hat, lässt er sie es auch V. 16 vollenden, doch zu ihrem Verderben. Vielleicht auch wird der Heiland (V. 15) als der Versammelnde angenommen. +Offenbarung Offb 74 16 16 27 Der Leser wird angewiesen den Ort und die Bedeutung desselben im A. T. zu suchen. +Offenbarung Offb 74 16 16 28 Der Name Magedon erinnert an das Mageddo in der Septuag, die früher chanaanitische Königsstadt war, dann zu Manasse gehörte. [Joh 12,21, Ri 1,27] u. a. Megiddo war im A. T. durch zwei Schlachten berühmt. Die erste fiel in die Zeit der Richter [Ri 4,5] als Barak mit Debora an den Wassern Megiddos den Feldherrn Sissera besiegte, dessen König Israel zwanzig Jahre lang hart bedrückt hatte. Die besonders [Ri 5,19] beschriebene Niederlage der Könige ist mit Worten gefeiert, welche wie für diese Stelle geschrieben sind. Der Ort, wo die antichristlichen Könige sich sammeln, um gegen die Kirche zu kämpfen, wird ihnen zu einem Armagedon werden, da der Herr alsdann den Seinen erscheint. Der siebente Engel gießt seine Schale auf die Luft und es entstehen furchtbare Lufterscheinungen, welche, wie [Offb 11,9] den Eintritt des Endes ankündigen. Das hierdurch eingeleitete Erdbeben bildet die eigentliche Plage dieser Schale, da nur der sich anschließende große Hagel nicht durch dieses vermittelt wird. +Offenbarung Offb 74 16 17 Et septimus Angelus effudit phialam suam in arem, et exivit vox magna de templo a throno, dicens: Factum est. Und der siebente Engel goss seine Schale aus in die Luft, und eine laute Stimme ging aus dem Tempel vom Throne her aus, die sprach: Es ist geschehen!²⁹ +Offenbarung Offb 74 16 17 29 Die Stimme ist Gottes Stimme; wie der Befehl von ihm ausgegangen, V. 1, so kommt auch der Schlussruf von Gott. +Offenbarung Offb 74 16 18 Et facta sunt fulgura, et voces, et tonitrua, et terræmotus factus est magnus, qualis nunquam fuit ex quo homines fuerunt super terram: talis terræmotus, sic magnus. Da kamen Blitze, und Rufe, und Donner, und ein großes Erdbeben entstand, wie niemals eines gewesen, seitdem Menschen auf Erden waren, ein so gewaltiges Erdbeben. +Offenbarung Offb 74 16 19 Et facta est civitas magna in tres partes: et civitates gentium ceciderunt; et Babylon magna venit in memoriam ante Deum, dare illi calicem vini indignationis iræ ejus. Und die große Stadt zerfiel in drei Teile; und die Städte der Völker fielen;³⁰ und Babylon, des Großen, ward gedacht vor Gott,³¹ dass man ihm den Becher des Zornweines seines Grimmes³² reiche. +Offenbarung Offb 74 16 19 30 Die erste Wirkung ist, dass die große Stadt, so genannt im Gegensatze zu Jerusalem [Offb 11,13] in drei Teile zerfällt, und die Städte der Völker fallen. Es wird Babel der Lohn zu Teil. Aus dem Zusammenhange von [Offb 13] an, wie aus dem Kontexte [Offb 16] folgt unzweifelhaft, dass die große Stadt mit dem großen Babel [Offb 14,8] gleich ist. Sie wird in ähnlicher Weise, aber in viel höherem Maße als [Offb 11,13] die Stadt Jerusalem, durch die letzte Heimsuchung des zweiten Wehe betroffen, denn Babel wird zerstört. Dort aber wirkt die letzte Plage, welche vor dem Endgericht über Jerusalem ergeht, die Buße der übrigen, während bei der antichristlichen Weltstadt der Letztzeit und bei dem gesamten Reiche des Antichristen alle, auch die furchtbarsten Plagen, nichts wirken als beharrliche Gotteslästerung, also unbußfertige Verstockung. (V. 21) +Offenbarung Offb 74 16 19 31 Gott gedenkt in der heil. Schrift in doppelter Weise: Entweder um zu belohnen, vergl. [Apg 10,31], oder um zu strafen. Vergl. [Ps 103,14]. Hier ist das letztere gemeint. +Offenbarung Offb 74 16 19 32 Das gleiche Bild [Offb 10,10]. Dort war vom Zornweine Gottes und von dem Becher seines Grimmes die Rede, hier ist beides vereint, um zu zeigen, wie der ganze Zorn Gottes mit voller Gewalt geübt wird. +Offenbarung Offb 74 16 20 Et omnis insula fugit, et montes non sunt inventi. Und alle Inseln verschwanden, und Berge wurden nicht mehr gefunden.³³ +Offenbarung Offb 74 16 20 33 Wie V. 19 das Ende der Geschichte, so berichtet V. 20 das Ende der Natur. Was [Offb 6,14] mit dem sechsten Siegel begonnen, wird hier vollendet. So ist das Ende der feindlichen Macht beschrieben. Dass aber die Frommen aus dem allen unversehrt gerettet werden, hat bereits V. 15, V. 16 gesagt. +Offenbarung Offb 74 16 21 Et grando magna sicut talentum descendit de clo in homines: et blasphemaverunt Deum homines propter plagam grandinis: quoniam magna facta est vehementer. Und ein großer Hagel,³⁴ wie Zentnersteine fiel vom Himmel herab auf die Menschen; da lästerten die Menschen Gott wegen der Plage des Hagels, denn sie war überaus groß geworden. +Offenbarung Offb 74 16 21 34 Ähnlich war die ägyptische Plage [Ex 9,18] und die erste Posaune [Offb 6,14]. Doch findet sich hier eine Steigerung, insofern die Hagelstücke etwa 59 kg wiegen. Bei Eröffnung des sechsten Siegels entstand ein Erdbeben, durch das alle Berge und Inseln von ihrer Stelle verrückt wurden, hier verschwinden sie. Schließlich wird zum letzten Male bemerkt, dass die Menschen trotzdem fortfahren, Gott zu lästern, doch da ist das Ende da. Die Schalen zeigen, wie der [Offb 14,6-20] verkündete Verlauf des Weltendes gleichsam Schritt für Schritt, durch Zeichen und Wunder und durch das Eingreifen Gottes herbeigeführt wird. Was [Offb 10,6-7] und [Offb 11,15-19] vorausverkündet war, was [Offb 14,6-20] als im Vollzuge begriffen gezeigt, das wiederholen die Schalengesichte, ein Stück nach dem anderen. Gott die Ehre zu geben [Offb 14,6.7] fordert eine Schale nach der anderen die Menschen auf. Vergl. [Offb 16,6.11.21]. Der Fall Babels [Offb 14,8] findet sich [Offb 16,19] vollendet, das Verderben der dem Antichrist dienenden Menschen, das [Offb 14,9ff] proleptisch verkündet ist, wird [Offb 16,2.5-7.9.10-12] erzählt. Die Wiederkunft Christi [Offb 14,14] wird [Offb 16,15]; die Errettung der Frommen [Offb 14,15.16] in [Offb 16,15] geschildert, der Gerichtstag Gottes [Offb 14,17-20] kehrt [Offb 16,14.16] wieder. Doch in den Schalengesichten wird, was [Offb 14,16-20] nicht geschehen, gezeigt, wie Gott selbst alle diese Plagen herbeiführt. Wenn also auch die Gesichte [Offb 14,6-20] und die Schalengesichte die gleichen Ereignisse behandeln, stellen die Schalengesichte diese doch in anderer Abfolge dar, als es dort geschehen. So wird der Fall Babels an erster Stelle schon im zweiten Gesichte gebracht, an letzterer aber im siebenten nur als Beispiel für den Untergang der Völker angeführt. Die Schalengesichte haben nicht den Zweck, die Ereignisse der Endkatastrophe der Reihe nach aufzuzählen, sondern die dieselben begleitenden Zeichen und Wunder besonders hervorzuheben. +Offenbarung Offb 74 17 0 2. Gruppe der sieben Schalenengel Gesichte. (17,1 22,5): A. Die drei ersten Gesichte: Der Fall Babylons. (17,1 19.10) a. der Fall der großen Buhlerin. (Kap. 17) +Offenbarung Offb 74 17 1 Et venit unus de septem Angelis, qui habebant septem phialas, et locutus est mecum, dicens: Veni ostendam tibi damnationem meretricis magnæ, quæ sedet super aquas multas, Und¹ es kam einer von den sieben Engeln,² welche die sieben Schalen hatten, und redete mit mir, und sprach: Komm,³ ich will dir die Verurteilung der großen Buhlerin zeigen,⁴ die an den vielen Gewässern sitzt,⁵ +Offenbarung Offb 74 17 1 1 Die folgende Gruppe von Gesichten führt die Ereignisse der Endkatastrophe näher aus und ergänzt so die Gruppen [Offb 14,6-20] und [Offb 16,1-21]. Sechs Engel erscheinen [Offb 17,1, Offb 18,1, Offb 18,21, Offb 19,17, Offb 20,1, Offb 21,9] nacheinander. In der Mitte zwischen ihnen erscheint [Offb 19,11] als vierter der Heiland selbst, um dem Seher weiter darzulegen, was schon die Gesichte des [Offb 14] und [Offb 16] gezeigt. So entsteht abermals eine Siebenzahl von Abschnitten, in gleicher Weise, wie [Offb 14,6-20]. Um die Zusammengehörigkeit der Gesichte zu kennzeichnen, wird bei der ersten [Offb 17,11] und bei der letzten Vision [Offb 21,9] gesagt, dass Schalenengel die ausführenden Werkzeuge Gottes seien, mithin stehen wohl auch die zwischenliegenden Gesichte zu den Schalengesichten in Beziehung. Von [Offb 12] an sind als Feinde der Kirche Christi dargestellt: der Drache als der Urfeind, das Tier aus dem Meere, die antichristliche Weltmacht mit dem Antichrist an der Spitze, endlich das diesem dienende Tier aus der Erde, der falsche Prophet. Während aber die Schilderung der Feinde Christi von dem eigentlichen Urheber der Feindschaft zu den ihm dienstbaren sichtbaren Mächte fortschritt, nimmt die Schilderung des Endgerichtes über diese feindlichen Mächte den umgekehrten Gang: Untergang Babels, der Hauptstadt der antichristlichen Weltmacht und Siegesfeier im Himmel über ihren Fall (17,1 19,10); Endgericht über den Antichrist und den falschen Propheten nach der Ankunft des Herrn [Offb 19,11-21], vorläufiges Gericht über Satan und Fesselung auf tausend Jahre und endgültige Verdammung. [Offb 20,1-10] +Offenbarung Offb 74 17 1 2 Es wird nicht gesagt, welcher. +Offenbarung Offb 74 17 1 3 Richte deine Aufmerksamkeit hierher. +Offenbarung Offb 74 17 1 4 Die Erfüllung des Versprechens folgt erst [Offb 18,1ff], ja der Abschluss erst [Offb 18,21]. Zunächst zeigt der Engel die Buhlerin selbst in ihrer antichristlichen Gestalt. Ihr Name entspricht dem [Offb 14,8] von ihr Gesagten, von welcher Stelle, wie von [Offb 16,19] hier die weitere Ausführung geboten wird. +Offenbarung Offb 74 17 1 5 Groß heißt sie, weil sie nicht allein in Buhlerei groß, sondern auch durch dieselbe groß und mächtig geworden ist. An den vielen Wassern. Der Ausdruck ist aus [Jer 51,13] entlehnt. Er sah sie so, wie V. 15 zeigt. Hier ist das Wort sinnbildlich zu nehmen, um sie als Mittelpunkt der Völker und des Weltverkehrs zu bezeichnen. +Offenbarung Offb 74 17 2 Cum qua fornicati sunt reges terræ, et inebriati sunt qui inhabitant terram de vino prostitutionis ejus. mit welcher die Könige der Erde Unzucht getrieben, und die Bewohner der Erde wurden vom Weine ihrer Unzucht berauscht.⁶ +Offenbarung Offb 74 17 2 6 Babel reichte der ganzen Welt den Trank der Betörung, dass sie sich ihm bezaubert hingab, aber wer ihn trank, trank Gottes Zorn, der vor Elend von Sinnen bringt. Vergl. [Offb 14,8]. Die Könige sind die Könige der Zeit, in welcher das große Babel die ganze Erde beherrscht. +Offenbarung Offb 74 17 3 Et abstulit me in spiritu in desertum. Et vidi mulierem sedentem super bestiam coccineam, plenam nominibus blasphemiæ, habentem capita septem, et cornua decem. Und er führte mich im Geiste fort in eine Wüste.⁷ Da sah ich ein Weib sitzen auf einem scharlachroten Tiere, welches voll war von Lästernamen und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.⁸ +Offenbarung Offb 74 17 3 7 Diese Wüste soll dem heil. Seher das bevorstehende Gericht (vergl. V. 16) in einem Charakterbilde vor Augen stellen, ehe er es [Offb 18,2ff] ausdrücklicher schaut. Dies Bild steht im Gegensatze zu dem Bilde [Offb 1]. +Offenbarung Offb 74 17 3 8 Diese Beschreibung passt nur auf das Tier [Offb 13,1], doch wird das Tier hier rot genannt. Karmesin ist die Farbe der Herrschaft, vergl. [Offb 18,16], weshalb auch das Weib, zu dem es in Beziehung steht, V. 4 so gekleidet ist. Dass die Kronen nicht genannt werden, findet aus V. 12 seine Erklärung, da dort die Könige ausdrücklich genannt werden. Wenn es hier heißt, dass das Tier voller Lästernamen war, so geschieht dies, weil die sichtbarsten und erhabensten Teile, die Köpfe, solche trugen. ([Offb 13,1] auf welche Stelle im Griechischen der Artikel vor Namen zurückweist). Sollte es aber auch am ganzen Leibe jetzt Lästernamen tragen, so ist nur sein Wesen noch mehr ausgeprägt. Dass das Weib auf dem Tiere saß, bedeutet, dass die Hauptstadt, das Reich, dem Antichrist seine ganze Richtung gibt, und andererseits von ihm getragen wird, auf seine physische Kraft und macht sich stützt. Die Völker sind dem Antichrist unterworfen, deshalb sitzt das Weib hier auf ihm, die V. 1 auf den Wassern saß. Hier wird zum ersten Male die antichristliche Weltmacht und die Weltstadt unterschieden. Die große Buhlerin ist in der Vision wohl eine wirkliche Stadt, die zuletzt die Hauptstadt des antichristlichen Weltreichs, vom Antichrist selbst zerstört wird. Im Gegenbilde ist das, was zur Zeit des heil. Johannes typisch Babylon (Rom) war, ein neues Babylon, Welthauptstadt des antichristlichen Weltreichs, die ebenso das vollendete Gegenbild von Rom sein wird, wie (in der einen Deutung) der Antichrist das von Nero. +Offenbarung Offb 74 17 4 Et mulier erat circumdata purpura, et coccino, et inaurata auro, et lapide pretioso, et margaritis, habens poculum aureum in manu sua, plenum abominatione, et immunditia fornicationis ejus: Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach, bedeckt mit Gold, Edelsteinen und Perlen, und hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Greueln und von der Unreinigkeit ihrer Unzucht.⁹ +Offenbarung Offb 74 17 4 9 Zu der Schilderung des Weibes vergl. [Ez 28,13, Jes 47,1.2.8]. Das Weib bildet mit dem Golde, den Edelsteinen, ihrer Erdenherrlichkeit den stärksten Gegensatz zu dem [Offb 12,1] geschilderten Weibe, das den Schmuck des Himmels trägt. In dem goldenen Becher, golden wie ihr Schmuck, trägt sie die Greuel ihrer Unsittlichkeit, durch welche sie die Völker verführt hat zur Abwendung von Gott und Christus. +Offenbarung Offb 74 17 5 Et in fronte ejus nomen scriptum: Mysterium: Babylon magna, mater fornicationum, et abominationum terræ. Auf ihrer Stirne war ein Name geschrieben: Geheimnis!¹⁰ Babylon, das große, die Mutter aller Unzucht und Greuel auf Erden.¹¹ +Offenbarung Offb 74 17 5 10 Der Name ist ein geheimnisvoller. Mysterium heißt sonst im N. T. nur ein Geheimnis, dessen Offenbarung von Gott ausgehen muss, so besonders alles, was auf die Erlösung Bezug hat. In Babel vereinigen sich die Kräfte der bösen Welt und ihre tiefsten Absichten zur Vereitlung des göttlichen Heilswillens. So braucht schon [Sach 2,11, Sach 5,11] den Namen Babel, so Petrus [1Petr 5,13] denselben für die Stadt Rom. Auf diese Deutung des Namens weist der gewählte Ausdruck bereits hin. +Offenbarung Offb 74 17 5 11 Es ist gleichsam die Mutter der anderen großen Städte im Bösen geworden, indem sie jenen ihren Unzuchts- und Greuelbecher bot und sie so sich ähnlich machte. +Offenbarung Offb 74 17 6 Et vidi mulierem ebriam de sanguine sanctorum, et de sanguine martyrum Jesu. Et miratus sum cum vidissem illam admiratione magna. Und ich sah das Weib trunken vom Blute der Heiligen und vom Blute der Zeugen Jesu.¹² Und ich verwunderte mich überaus, als ich dieselbe sah.¹³ +Offenbarung Offb 74 17 6 12 Sie ist trunken, nicht von dem Weine, den sie anderen bietet, sondern von dem Blute der Heiligen, das sie mit Lust vergossen hat und nach dem sie noch dürstet. Die Zeugen sind im Wesen von den Heiligen nicht verschieden, doch hebt der erste Name hervor, wie gerade das Zeugnis von Jesus, das sie dem Buhlwesen der Stadt gegenüber abgelegt haben, die Ursache ihres Todes ist. Vergl. [Offb 11,3.8]. +Offenbarung Offb 74 17 6 13 Der Apostel sieht hier statt der Weltmacht das Weib und von ihr getrennt und in eigentümlichem Verhältnisse zu ihr die Weltstadt. +Offenbarung Offb 74 17 7 Et dixit mihi Angelus: Quare miraris? Ego dicam tibi sacramentum mulieris, et bestiæ, quæ portat eam, quæ habet capita septem, et cornua decem. Da sprach der Engel zu mir: Warum verwunderst du dich?¹⁴ Ich will dir das Geheimnis¹⁵ des Weibes sagen, und des Tieres, welches sie trägt, das die sieben Häupter und die zehn Hörner hat.¹⁶ +Offenbarung Offb 74 17 7 14 Es ist nicht notwendig, denn ich will dir sagen usw. Die Frage soll auf eine beabsichtigte Beantwortung hindeuten, wie die Frage des Ältesten [Offb 7,13]. +Offenbarung Offb 74 17 7 15 Das Geheimnis, welche Bedeutung Weib und Tier und die Zusammengehörigkeit beider hat. +Offenbarung Offb 74 17 7 16 Das Tier, welches Johannes V. 3 gesehen, welches er bereits [Offb 13,1] geschaut. Die zweite Hälfte des Verses weist klar auf [Offb 13,3.4.8] zurück; also wird der Gegenstand der Verwunderung derselbe sein. Dort heißt es, dass eines der Häupter des Tieres wie geschlachtet war und seine Todeswunde heil ward. Johannes sah die Weltmacht, wie sie zuletzt war, wenn sie auch ihre früheren Gestalten in sich fasste, und zwar im engsten Verhältnis der Gemeinschaft mit der Weltstadt. (V. 3) +Offenbarung Offb 74 17 8 Bestia, quam vidisti, fuit, et non est, et ascensura est de abysso, et in interitum ibit: et mirabuntur inhabitantes terram (quorum non sunt scripta nomina in libro vitæ a constitutione mundi) videntes bestiam, quæ erat, et non est. Das Tier, welches du gesehen hast, war, und ist nicht, und es wird heraufsteigen¹⁷ aus dem Abgrund und in's Verderben hinfahren; und es werden sich die Bewohner der Erde verwundern¹⁸ (deren Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens von Grundlegung der Welt an), wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist. +Offenbarung Offb 74 17 8 17 Der Apostel kennzeichnet die Zeitläufe, deren letzte bis in die Gegenwart reicht, aber in der nächsten Zukunft in die dritte übergeht. [Offb 11,7] wird das Entsteigen aus dem Abgrunde des satanischen Reiches geschildert, vergl. [Offb 13,3], in demselben Sinne wird hier die gleiche Tatsache erwähnt. Doch wird an dieser Stelle das Endschicksal des Tieres beigefügt: durch den Sieg Christi und sein Gericht fällt es dem ewigen Verderbern anheim. Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft sind vom Standpunkte des geschichtlichen Auftretens der Weltmacht aus zu verstehen. +Offenbarung Offb 74 17 8 18 Sie werden es bewundern. +Offenbarung Offb 74 17 9 Et hic est sensus, qui habet sapientiam. Septem capita: septem montes sunt, super quos mulier sedet, et reges septem sunt. Hier zeigt sich der Verstand, der Weisheit hat:¹⁹ Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige.²⁰ +Offenbarung Offb 74 17 9 19 Diese Worte gehören zu V. 8, wie die ähnlichen Worte [Offb 13,9] und [Offb 14,12] zum Vorhergehenden gehören. (Anders [Offb 13,18].) Nur der gotterleuchtete Verstand versteht dieses Symbol des Tieres. Das Sitzen des Weibes auf den Bergen erinnert an sein Sitzen auf den Wassern und auf dem Tiere V. 1, V. 3; so wird also hier der gleiche Gedanke ausgesprochen sein, wie an jenen Stellen, mithin sind keine eigentlichen Berge hier zu verstehen. +Offenbarung Offb 74 17 9 20 Die sieben Häupter sind sieben Könige, d. i., da dieser Ausdruck aus [Dan 2,44, Dan 7,24, Dan 8,20.21] genommen ist; Herrschaften, welche mit den Königen eines gedacht werden, und zwar nicht gleichzeitige, sondern aufeinander folgende, wie V. 10 bestätigt. Also in sieben aufeinander folgenden Weltreichen entwickelt sich die antichristliche Weltmacht des Endes. Nun findet sich in der heil. Schrift für Reiche häufig auch das Bild des Berges, und zwar nicht allein für das Gottesreich, sondern auch für die diesem entgegenstehende Weltmächte. Vergl. [Jer 51,25, Sach 4,7, Sach 6,1-8]. Die sieben Weltreiche verhalten sich also zu der Stadt V. 1, V. 3, V. 7, V. 15 so, dass sie deren Grundlage bilden. Demnach sind die sieben Häupter des Tieres das gleiche wie die sieben Berge, sieben Weltreiche. Wie die Weltmacht des Endes alle in sich alle reproduziert und vereinigt [Offb 13,1], so wird auch die Weltstadt des Endreiches auf den vorangehenden Gestaltungen Babylons, Roms usw., sich so erheben, dass es dieselben gleichsam in sich fasst. Die Weltstadt hat also als Grundlage ihrer Existenz und Macht einmal die Völker der Erde: V. 1, V. 15, dann das Weltreich, das zwar nur durch ihre Hilfe werden kann, das aber sie wiederum schafft und hebt, V. 3, V. 7, endlich die geschichtlich vorausgegangenen Weltreiche mit ihren Weltstädten. V. 9 +Offenbarung Offb 74 17 10 Quinque ceciderunt, unus est, et alius nondum venit: et cum venerit, oportet illum breve tempus manere. Fünf sind gefallen, der eine ist, und der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, so soll er nur kurze Zeit bleiben.²¹ +Offenbarung Offb 74 17 10 21 Da hier nicht, wie V. 8 von dem Tiere, sondern von seinen sieben Hörnern, nicht von einer Weltmacht, sondern von der ganzen durch die Weltgeschichte gehenden Reihe von Weltmächten die Rede ist, ist der Standpunkt die Gegenwart des Sehers. Da das sechste Reich als bestehend angeführt wird, ist die Zahl sieben nicht nur symbolisch, sondern auch in eigentlichem Sinne zu nehmen. Hiernach ist das sechste das zur Zeit des heil. Johannes bestehende Römerreich, die anderen vorhergehenden also Macedonien, Medopersien und Babylonien. Das erste und zweite ist nicht mit Sicherheit anzugeben, doch dürften es wohl Ägypten und Assyrien sein. Bleiben ist bestehen. Nach göttlichem Ratschlusse wird das Zehnkönigtum kommen, aber nach demselben Ratschlusse, sobald der Antichrist in ihm erstanden, nur kurze Zeit bestehen. Vergl. [Offb 12,12, Offb 13,5]. +Offenbarung Offb 74 17 11 Et bestia, quæ erat, et non est: et ipsa octava est: et de septem est, et in interitum vadit. Und das Tier, welches war und nicht ist, es ist selbst der Achte, und doch einer von den sieben, und geht hin in's Verderben.²² +Offenbarung Offb 74 17 11 22 Da die sieben Häupter die Reihe aller Weltmächte von der ersten bis zur letzten darstellen sollen, ist das letzte Haupt das antichristliche Reich selbst, und folglich bedeutet das siebente Haupt wie das Tier selbst das Reich des Antichrist. Die Bezeichnung des Tieres ist wie in V. 8: das Tier hat, wenn es erscheint, eine Vergangenheit hinter sich, in der es aber zuletzt nicht war. V. 10 ist von den Häuptern die Rede, die nicht sind, V. 11 vom Tiere, das ist. Das in V. 8 stehende: wird heraufsteigen aus dem Abgrund ist hier ersetzt durch: es ist einer von den sieben. Wie jener Ausdruck, so bedeutet dieser die Herkunft. Da nun freilich inzwischen von den sieben Häuptern, vergl. [Offb 9, Offb 10], die Rede war, so wird der Ursprung mit Beziehung auf diese angegeben. V. 8 gibt es die dämonische, V. 11 die geschichtliche Herkunft des Tieres. Es ist von den sieben: Nämlich den sieben Häuptern. Nach dem Griech. ist hier von dem Herrscher die Rede, also wird er mit seinem Reiche aus jenen geschichtlich hervorgehen, alle sieben in sich fassen. Das antichristliche Reich, soweit es auf dem Antichrist beruht, hat noch einen anderen Seinsgrund in der Persönlichkeit des Antichrist, ist noch etwas anderes als jene sieben aufeinander folgenden Weltreiche, ist so nicht ganz zu ihnen zu zählen, geht nicht völlig in ihnen auf, obwohl es sie alle in sich fasst. Kurz: die antichristliche Weltmacht kann man, sofern sie aus dem Zehnkönigtum hervorgeht und dadurch mit dem früheren Reiche geschichtlich verbunden ist, in die Reihe der sieben Häupter stellen, aber zugleich, wenn der Antichrist daraus hervorgeht, als besondere Macht unter dem Bilde des Tieres darstellen. Auf allen diesen Weltmächten, einschließlich dem antichristlichen, ruht die Weltstadt des Engels. +Offenbarung Offb 74 17 12 Et decem cornua, quæ vidisti, decem reges sunt: qui regnum nondum acceperunt, sed potestatem tamquam reges una hora accipient post bestiam. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige,²³ welche noch²⁴ kein Königtum empfangen haben, aber sie werden Macht als Könige empfangen auf eine einzige Stunde unter dem Tiere.²⁵ +Offenbarung Offb 74 17 12 23 Nach [Offb 13,1, Offb 17,3] sind die Hörner das Zehnkönigtum, welches nach Daniel das römische Reich auflöst und zuletzt den Antichrist und sein Reich, das Tier hervorbringt. Die Zahl zehn ist nicht eigentlich, sondern schematisch zu nehmen. Die zehn Hörner bezeichnen die Vielheit der Königtümer, der Staatensysteme der Letztzeit. So kommt dies antichristliche Endreich also dreimal zur Darstellung: Als siebentes Haupt, sofern es unter den geschichtlichen Entwicklungen der Weltmacht die letzte ist; sodann als die zehn Hörner, sofern es die Weltgestalt des Zehnkönigtums ist; endlich als das ganze Tier selbst, insofern es die alle Phasen der Weltmacht bis auf das Zehnkönigtum in sich zusammenfassende vollendete Weltmacht des Endes ist. Das Befinden aller zehn auf sieben Häuptern bedeutet ihre Gleichzeitigkeit. +Offenbarung Offb 74 17 12 24 Das noch weist auf eine zweifache Zeit hin: eine Zeit, in welcher sie noch keine Herrschaft empfangen haben, und eine Zeit, in der sie mit dem Tiere Macht wie Könige empfangen, mit anderen Worten auf eine Zeit, wo sie noch nicht Könige sind, und eine Zeit, wo sie bereits sind. +Offenbarung Offb 74 17 12 25 Die Kronen, welche die Hörner früher trugen [Offb 13,1] fehlen hier. Die zehn Könige werden keine selbständigen Reiche sein, sondern unter dem Antichristen stehen. Dasselbe besagt die Übersetzung der Vulgata. Griech.: Mit dem Tiere, dies weist auf den Zweck des Staatenbundes, aber zeigt zugleich auf sein Ende. +Offenbarung Offb 74 17 13 Hi unum consilium habent, et virtutem, et potestatem suam bestiæ tradent. Diese haben einerlei Sinn und werden ihre Kraft und Macht dem Tiere geben.²⁶ +Offenbarung Offb 74 17 13 26 Die Gemeinschaft mit dem Antichrist (nach dem Griech.) wird weiter ausgeführt. Die Zeit ist also die einzige Stunde. (V. 12) Was [Offb 13,3.4] von den Menschen gesagt ist, dass sie den Antichrist bewundernd sich ihm unterwerfen, wird hier speziell von den derzeitigen Reichen der Erde gesagt. +Offenbarung Offb 74 17 14 Hi cum Agno pugnabunt, et Agnus vincet illos: quoniam Dominus dominorum est, et Rex regum, et qui cum illo sunt, vocati, electi, et fideles. Sie²⁷ werden mit dem Lamme kämpfen, aber das Lamm wird sie überwinden;²⁸ denn es ist der Herr der Herren und der König der Könige, und die mit ihm sind, sind die Berufenen, Auserwählten und Getreuen.²⁹ +Offenbarung Offb 74 17 14 27 Das Tier und die Könige. +Offenbarung Offb 74 17 14 28 Der Ausdruck ist aus [Dan 7,24] entlehnt und bezieht sich wohl auf den Ausgang, wie er [Offb 14,20, Offb 16,16] angekündigt und [Offb 19,17ff] beschrieben wird. Darum heißt es nicht, wie [Offb 11,7] und [Offb 13,7], dass der Antichrist die Heiligen besiegen wird, sondern umgekehrt, dass das Lamm siegen wird und die heiligen mit ihm, und wird als Grund angegeben, dass das Lamm der Herr der Herren und der König der Könige ist. Vergl. [Dan 7,14, Ps 88,28]. +Offenbarung Offb 74 17 14 29 Die dreifache Bezeichnung: vom Herrn Berufene und Auserwählte [Offb 14,1] die ihrerseits die Treue bewahrt haben, vergl. [Offb 2,20], hebt die Bedingung des Sieges hervor, dieselbe bekräftigend. +Offenbarung Offb 74 17 15 Et dixit mihi: Aquæ, quas vidisti ubi meretrix sedet, populi sunt, et gentes, et linguæ. Und er sprach zu mir: Die Gewässer, die du gesehen hast, wo die Buhlerin sitzt, sind Völker und Nationen und Zungen.³⁰ +Offenbarung Offb 74 17 15 30 Nachdem der Engel durch die Erklärung der zehn Hörner und ihres Verhältnisses zum Tiere an das Ende, mit welchem das Gericht über das Tier hereinbricht, nahe herangeführt hat, kehrt er jetzt wieder zu der Zeit zurück, wo Babels Fall bevorsteht und gibt die Deutung des Weibes und eine Beschreibung des Gerichtes über dasselbe, wie es V. 1 versprochen. Der Engel erinnert an die Wasser, damit der Seher verstehe, welche Bedeutung dem Gerichte über die Buhlerin zukommt. Die dereinstige Weltstadt wird den Mittelpunkt aller Völker bilden. +Offenbarung Offb 74 17 16 Et decem cornua, quæ vidisti in bestia: hi odient fornicariam, et desolatam facient illam, et nudam, et carnes ejus manducabunt, et ipsam igni concremabunt. Und die zehn Hörner, die du an dem Tiere gesehen hast, diese werden die Buhlerin hassen, und werden sie verödet machen und entblößet, und ihr Fleisch verzehren, und sie mit Feuer verbrennen.³¹ +Offenbarung Offb 74 17 16 31 Die antichristliche Weltmacht, welche bis dahin die gottlose Weltstadt trug, wird diese zuletzt hassen, und dieser Hass wird so groß sein, dass jene sich nicht mit der Demütigung ihrer bisherigen Metropole begnügt, sondern diese gänzlich zerstört. Der Grund dieser Feindschaft wird nicht angegeben. Der mächtige Einfluss der weltbeherrschenden Stadt ist wohl dem Antichristen lästig, er will der Alleinherrscher sein. Weltmächte gehen durch innere Zerfleischung zu Grunde. [Ez 38,21, Sach 14,13] Verlassen und einsam (V. 3) ist die Weltstadt wüst, ihrer Pracht beraubt, ja, die sonst so üppige Buhlerin wird ihres Fleisches beraubt (ihrer Einwohner) und endlich vernichtet der Brand sie ganz. +Offenbarung Offb 74 17 17 Deus enim dedit in corda eorum ut faciant quod placitum est illi: ut dent regnum suum bestiæ donec consummentur verba Dei. Denn Gott hat es ihnen in's Herz gegeben, zu tun, was ihm³² wohlgefällig ist, ihr Reich dem Tiere zu geben, bis die Worte Gottes³³ vollendet sind. +Offenbarung Offb 74 17 17 32 Dem Tiere, dem Antichrist. Nun hat dieser die Alleinherrschaft und wendet sich gegen die Kirche Gottes, vergl. [Offb 16,13-16], doch Babels Fall zieht auch seinen Sturz herbei. +Offenbarung Offb 74 17 17 33 Wesentlich dasselbe, was [Offb 10,7] das Geheimnis Gottes, die Aussprüche und Weissagungen Gottes über sein Reich und die Welt. +Offenbarung Offb 74 17 18 Et mulier, quam vidisti, est civitas magna, quæ habet regnum super reges terræ. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, welche die Herrschaft hat über die Könige der Erde.³⁴ +Offenbarung Offb 74 17 18 34 Zum Schlusse fasst der Engel noch einmal alles zusammen. Wie die Stadt V. 15 als Mittelpunkt des Völkerverkehrs, so wird sie hier als Beherrscherin und Königin der Erde bezeichnet. Wie diese Stadt heißen wird, wissen wir nicht, denn die Worte welche die Herrschaft hat enthalten eine Tatsache ohne Angabe der Zeit, wie [Offb 3,12]: die herabsteigt, [Offb 11,7]: das heraufsteigt, [Offb 17,1]: welche die Schalen hatten. +Offenbarung Offb 74 18 0 b. Ein anderer Engel steigt vom Himmel herab und verkündet (proleptisch), dass Babylon schon gefallen ist (V. 3), während zugleich eine Stimme vom Himmel die Auserwählten mahnt, die Stadt zu verlassen (V. 8) und die Trauerklage beschreibt, welche die verschiedenen Klassen der Menschen über deren Untergang erheben werden. (V. 20) c. Der dritte Engel verkündet, dass der Untergang Babylons ein ewiger sein werde. +Offenbarung Offb 74 18 1 Et post hæc vidi alium Angelum descendentem de clo, habentem potestatem magnam: et terra illuminata est a gloria ejus. Nach diesem¹ sah ich einen anderen Engel² vom Himmel herabsteigen, der hatte große Gewalt; und die Erde ward von seiner Herrlichkeit erleuchtet.³ +Offenbarung Offb 74 18 1 1 Der Engel hat versprochen, dem heil. Johannes das Gericht über die Weltstadt zu zeigen. Dies geschieht in den beiden folgenden Abschnitten [Offb 18,1-20] und 18,21 19,10 in verschiedenen das Gericht vorbereitenden [Offb 18,4-8], begleitenden [Offb 18,9-20] und ihm nachfolgenden Akten. [Offb 19,1-10] Das mittlere Teil also, der die Schnelligkeit und Völligkeit des Unterganges beschreibt, enthält zugleich das Geschehen desselben. Von dem Falle Babels handeln also insgesamt 17,1 19,10. +Offenbarung Offb 74 18 1 2 Der andere Engel wird dem Engel [Offb 17,1] gegenübergestellt. +Offenbarung Offb 74 18 1 3 Der Wichtigkeit der Tatsache gemäß, welche ja auch aus der weiten Ausdehnung der Erzählung vom Falle Babels erhellt, erscheint der Engel mit großer Gewalt ausgerüstet und in hellem Lichtglanze: Mit dem Gerichte über Babel bricht das Licht Christi über die Erde an. +Offenbarung Offb 74 18 2 Et exclamavit in fortitudine dicens: Cecidit, cecidit Babylon magna: et facta est habitatio dæmoniorum, et custodia omnis spiritus immundi, et custodia omnis volucris immundæ, et odibilis: Und er rief mit starker Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, das Große!⁴ und es ist eine Wohnung der bösen Geister geworden, ein Gefängnis aller unreinen Geister, ein Gewahrsam alles unreinen und verhassten Gevögels;⁵ +Offenbarung Offb 74 18 2 4 Proleptisch, wie V. 4 zeigt. +Offenbarung Offb 74 18 2 5 Das Gleiche wurde einst von den Propheten über Edom [Jes 34,13-15] und über das alte Babel [Jes 13,21.22, Jer 50,39] ausgerufen. Wie dem Vorbilde, so wird es dem Nachbilde ergehen. +Offenbarung Offb 74 18 3 Quia de vino iræ fornicationis ejus biberunt omnes gentes: et reges terræ cum illa fornicati sunt: et mercatores terræ de virtute deliciarum ejus divites facti sunt. denn vom Zornwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind reich geworden durch ihre gewaltige Üppigkeit. +Offenbarung Offb 74 18 4 Et audivi aliam vocem de clo, dicentem: Exite de illa populus meus: ut ne participes sitis delictorum ejus, et de plagis ejus non accipiatis. Und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel sagen:⁶ Ziehet aus von ihr, mein Volk! auf dass ihr nicht mit ihren Sünden Gemeinschaft habet, und dass ihr von ihren Plagen nicht empfanget; +Offenbarung Offb 74 18 4 6 Diese andere Stimme erhebt sich infolge der Ankündigung V. 1 3, es ist die Stimme eines Engels, der im Namen Gottes spricht. Vergl. [Offb 11,3]. Wie einst an Lot die Aufforderung erging, das dem Untergange geweihte Sodoma zu verlassen [Gen 19,15], und wie der Herr [Jer 51,6] zu Israel sprach: Fliehet aus Babylon, denn die Zeit der Rache ist da vor dem Herrn, so ergeht auch hier der Ruf des Engels an das Volk Gottes, an die wahrhaft Gläubigen, auszuziehen aus Babel, damit sie nicht teilnehmen, wie an der Schuld, so an den Strafen ihrer Sünden. Das Sündenleben ist gleichsam etwas der Stadt Gemeinsames, darum sollen die Gläubigen aufhören, ein Teil derselben zu sein, ehe die Strafe kommt. Also werden zur Endzeit noch Christen in der Stadt leben. +Offenbarung Offb 74 18 5 Quoniam pervenerunt peccata ejus usque ad clum, et recordatus est Dominus iniquitatum ejus. denn ihre Sünden haben sich bis an den Himmel gehäuft,⁷ und Gott hat ihrer Freveltaten gedacht. +Offenbarung Offb 74 18 5 7 Wörtlich griech.: Bis an den Himmel gehängt, befestigt, sind ihre Sünden. +Offenbarung Offb 74 18 6 Reddite illi sicut et ipsa reddidit vobis: et duplicate duplicia secundum opera ejus: in poculo, quo miscuit, miscete illi duplum. Gebet ihr zurück, wie sie euch gegeben,⁸ und gebet ihr doppelt nach ihren Taten; in den Becher, den sie euch eingeschenkt hat, schenket ihr doppelt ein! +Offenbarung Offb 74 18 6 8 Die Aufforderung ist an den Antichrist und an die zehn Könige gerichtet, denen Gott nach [Offb 17,16ff] in's Herz gegeben hat, die Buhlerin zu hassen und zu strafen. Trotz ihrer Gottwidrigkeit müssen jene als Werkzeuge Gottes handeln. Sie sollen an der gottlosen Stadt die strengste Vergeltung für deren sündhaftes Treiben und für ihre Verführung vollziehen; was Babel anderen Übles getan, sollen sie ihm zweifach vergelten. Die Selbstverherrlichung der Stadt soll in Trauer, die Üppigkeit in Qual verwandelt werden. +Offenbarung Offb 74 18 7 Quantum glorificavit se, et in deliciis fuit, tantum date illi tormentum et luctum: quia in corde suo dicit: Sedeo regina: et vidua non sum: et luctum non videbo. Soviel sie sich verherrlicht und geschwelgt hat, so viel gebet ihr Qual und Leid. Denn sie spricht in ihrem Herzen:⁹ Ich throne als Königin, und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen.¹⁰ +Offenbarung Offb 74 18 7 9 Vergl. [Offb 17,1.15] und [Jes 47,8]. +Offenbarung Offb 74 18 7 10 Sie rühmt sich ihrer Weltherrschaft. Witwe: Ihr Gemahl ist das Tier, von dem sie bisher getragen ward, und ihre Buhlen sind die Könige der Erde. Vergl. [Offb 17,2]. Sie zweifelt nicht, dass dies ihr Buhlleben fortdauern werde. Sie lebt ferner in vermessener Sicherheit, dass sie nie Totenklage um ihre Kinder (die Einwohner) erfahren werde. +Offenbarung Offb 74 18 8 Ideo in una die venient plagæ ejus, mors, et luctus, et fames, et igne comburetur: quia fortis est Deus, qui judicabit illam. Darum¹¹ werden ihre Plagen an einem Tage kommen, Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden; denn stark ist Gott, der sie richten wird.¹² +Offenbarung Offb 74 18 8 11 Weil ihr Herz so hochmütig spricht. +Offenbarung Offb 74 18 8 12 Wenn sie auch die starke Stadt heißt [Offb 18,10], ist Gott doch noch stärker, und er hat ihr Urteil gesprochen. An einem Tage: und zwar plötzlich. Vergl. [Jes 47,9]. Vier Plagen werden erwähnt: Tod (Tötung durch das Schwert), Trauer (Klagegeschrei über den Tod der Einwohner), Hungersnot (im Gegensatze zu ihrer früheren Üppigkeit), Feuersbrunst (die sie in einen Schutthaufen verwandelt). Richten wird: Griech. der sie gerichtet hat, der soeben die Vollstreckung des Urteils angeordnet hat. +Offenbarung Offb 74 18 9 Et flebunt, et plangent se super illam reges terræ, qui cum illa fornicati sunt, et in deliciis vixerunt, cum viderint fumum incendii ejus: Und es werden über sie weinen und wehklagen die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht getrieben und in Üppigkeit gelebt haben, wenn sie den Rauch ihres Brandes sehen werden. +Offenbarung Offb 74 18 10 Longe stantes propter timorem tormentorum ejus, dicentes: Væ, væ civitas illa magna Babylon, civitas illa fortis: quoniam una hora venit judicium tuum. Von ferne werden sie stehen, aus Furcht vor ihrer Qual, und sprechen: Wehe!¹³ Wehe! du große Stadt Babylon, du gewaltige Stadt, dass in einer Stunde dein Gericht gekommen ist!¹⁴ +Offenbarung Offb 74 18 10 13 Nun tritt die Vollstreckung bis zur Inbrandsetzung wohl ein, wie die folgenden Verse 9 19 zeigen. Die Klage ist der über Tyrus [Ez 27] nachgebildet. Alle Klassen, die bei dem Untergange Babels beteiligt sind, erheben ihre Stimme: Sie stehen von ferne, rufen Wehe und bedauern den Untergang der Stadt. Während in V. 4 8 die Form der Anrede gebraucht ist, folgt nun Schilderung, die V. 14 durch Anrede unterbrochen, V. 20 wieder ganz in diese übergeht. Zuerst werden V. 9, V. 10 die Könige der Erde mit dem Antichristen der Weltstadt gegenüberstehend geschildert. +Offenbarung Offb 74 18 10 14 Da die Könige sehen, wie plötzlich das Gericht über die einst so große und mächtige Stadt hereingebrochen ist, erinnern sie sich an alles, was jene ihnen geboten und trauern aus Eigennutz. Der Brand hält sie fern, so lassen sie aus der Ferne ihren Weheruf erschallen. Die Dauer der Stadt, die V. 8 noch als ein Tag bezeichnet ist, ist hier und V. 17, V. 19 schon nur eine Stunde. Die Plötzlichkeit des Unheils lässt jene Könige ein Gericht ahnen und sie fürchten für sich. +Offenbarung Offb 74 18 11 Et negotiatores terræ flebunt, et lugebunt super illam: quoniam merces eorum nemo emet amplius: Und die Handelsleute der Erde werden weinen und wehklagen über sie; denn ihre Waren wird niemand mehr kaufen,¹⁵ +Offenbarung Offb 74 18 11 15 Nicht um die Menschen, nur um ihre Verluste klagen die Kaufleute. +Offenbarung Offb 74 18 12 Merces auri, et argenti, et lapidis pretiosi, et margaritæ, et byssi, et purpuræ, et serici, et cocci, et omne lignum thyinum, et omnia vasa eboris, et omnia vasa de lapide pretioso, et æramento, et ferro, et marmore, Waren von Gold, Silber, Edelstein und Perlen, feiner Leinwand und Purpur, Seide, Scharlach, allerlei kostbares Holz, Geräte von Elfenbein, und allerlei Gefäße von kostbarem Stein, Erz, Eisen und Marmor, +Offenbarung Offb 74 18 13 Et cinnamomum, et odoramentorum, et unguenti, et thuris, et vini, et olei, et similæ, et tritici, et jumentorum, et ovium, et equorum, et rhedarum, et mancipiorum, et animarum hominum. auch Zimmet, Räucherwerk, Salben, Weihrauch, Wein, Öl, Weißmehl, Weizen, Lastvieh, Schafe, Rosse und Wagen, Sklaven und Menschenseelen. +Offenbarung Offb 74 18 14 Et poma desiderii animæ tuæ discesserunt a te, et omnia pinguia, et præclara perierunt a te, et amplius illa jam non invenient. Und das Obst, das deines Herzens Lust war, ist von dir gewichen, und alles Leckere und Köstliche ist dir verloren, und nimmer wird man es hinfort mehr finden. +Offenbarung Offb 74 18 15 Mercatores horum, qui divites facti sunt, ab ea longe stabunt propter timorem tormentorum ejus, flentes, ac lugentes, Die Verkäufer dieser Waren,¹⁶ die reich geworden sind, werden fern von ihr stehen, aus Furcht vor ihren Peinen, weinend und wehklagend, +Offenbarung Offb 74 18 15 16 Babel war Mittelpunkt des Luxus. Sieben Klassen von Waren werden aufgezählt: Schmuckgegenstände, Gegenstände zur Ausschmückung der Möbel, Gewürze und Rauchwerk, Delikatessen, üppige Lebensmittel, äußerer Prunk, Diener und Sklaven. Durch den Übergang in die Anrede, welche in prophetischen Reden nicht selten ist (und auch unten V. 23, V. 24 wiederkehrt), war die Schilderung der Klage unterbrochen, deshalb nimmt V. 15, V. 16 an die vorher aufgezählten Waren anknüpfend den V. 11 inhaltlich wieder auf und führt die Klage weiter. +Offenbarung Offb 74 18 16 Et dicentes: Væ, væ civitas illa magna, quæ amicta erat bysso, et purpura, et cocco, et deaurata erat auro, et lapide pretioso, et margaritis: und rufend: Wehe! wehe! die große Stadt, die gekleidet war in feine Leinwand, Purpur und Scharlach, und mit Gold, Edelsteinen und Perlen bedeckt war,¹⁷ +Offenbarung Offb 74 18 16 17 Die Schilderung entspricht der Beschreibung [Offb 17,4], nicht weil sie das Gesicht gesehen, sondern weil die Wirklichkeit der Stadt ihnen dies Bild vor Augen gestellt hat. Wie die Wehklage der Könige die Macht der Stadt hervorhob, so hier die Kaufleute, ihrem Charakter entsprechend, den Reichtum. +Offenbarung Offb 74 18 17 Quoniam una hora destitutæ sunt tantæ divitiæ, et omnis gubernator, et omnis, qui in lacum navigat, et nautæ, et qui in mari operantur, longe steterunt, dass in einer Stunde ihr so großer Reichtum dahin geschwunden ist! Und alle Steuerleute, und alle, die das Meer befahren, und alles Schiffsvolk, und alle, die auf dem Meere arbeiten,¹⁸ standen von ferne, +Offenbarung Offb 74 18 17 18 Griech.: das Meer bearbeiten. +Offenbarung Offb 74 18 18 Et clamaverunt videntes locum incendii ejus, dicentes: Quæ similis civitati huic magnæ? und schrieen, da sie ihre Brandstätte sahen, und sprachen: Welche Stadt war dieser großen Stadt gleich?¹⁹ +Offenbarung Offb 74 18 18 19 Der Augenblick, wo der Untergang der Stadt vollendet ist, rückt immer näher. Daher der Wechsel der Zeiten: V. 9 Zukunft, V. 11 Gegenwart, V. 17 Vergangenheit. Die klagende Frage ist aus [Ez 17,32] genommen. Zu ergänzen ist: An Tiefe des Falles, Gegensatz zu der Rede [Offb 13,4]. +Offenbarung Offb 74 18 19 Et miserunt pulverem super capita sua, et clamaverunt flentes, et lugentes, dicentes: Væ, væ civitas illa magna, in qua divites facti sunt omnes, qui habebant naves in mari de pretiis ejus: quoniam una hora desolata est. Und sie warfen Staub auf ihre Häupter,²⁰ und schrieen weinend und trauernd, und sprachen: Wehe! Wehe! die große Stadt, in welcher alle, die Schiffe auf dem Meere hatten, reich wurden von ihren Kostbarkeiten, dass sie in einer Stunde verödet ward! +Offenbarung Offb 74 18 19 20 Zeichen der höchsten Trauer. +Offenbarung Offb 74 18 20 Exsulta super eam clum, et sancti Apostoli, et prophetæ: quoniam judicavit Deus judicium vestrum de illa. Frohlocke über sie, Himmel, und ihr heiligen²¹ Apostel und Propheten!²² denn Gott hat an ihr für euch das Gericht vollzogen.²³ +Offenbarung Offb 74 18 20 21 Griech.: und ihr Heilige, Apostel usw. Die Heiligen sind die Gattung, doch werden Apostel und Lehrer besonders erwähnt, weil diese von dem Hasse der weltbeherrschenden Stadt am meisten betroffen waren, sie, welche die übrigen zur Heiligkeit führten. +Offenbarung Offb 74 18 20 22 Die Aufforderung zur Freud ergeht von derselben Stimme, die von V. 4 an redete. Die Himmel sind die Engel, die Heiligen alle Gläubigen, sie seien schon im Himmel oder noch auf Erden. +Offenbarung Offb 74 18 20 23 Das an der Stadt vollzogene, gleichsam von ihr entnommene Gericht ist zugleich die Rechtfertigung der von Babylon verfolgten, nun aber an ihr gerächten Gläubigen. Das Gericht über die Weltstadt ist das Zeichen des Herrn, dass er nun kommen wird, den Antichrist und dessen Mächte zu vernichten und seine Herrlichkeit aufzurichten. Vergl. [Offb 19,11ff]. +Offenbarung Offb 74 18 21 Et sustulit unus Angelus fortis lapidem quasi molarem magnum, et misit in mare, dicens: Hoc impetu mittetur Babylon civitas illa magna, et ultra jam non invenietur. Da hob ein starker Engel einen Stein auf, wie einen großen Mühlstein, und warf ihn in's Meer, indem er sprach:²⁴ Mit solchem Ungestüme²⁵ wird Babylon, die große Stadt, hinabgestürzt und nicht mehr gefunden werden.²⁶ +Offenbarung Offb 74 18 21 24 Insofern dieser Engel nicht nur etwas zu erklären hat, sondern etwas auszuführen, ist er mit den Engeln [Offb 17,1] und [Offb 18,1] in eine Reihe zu stellen. Die Vergleichung mit dem Mühlstein erinnert an [Mt 18,6]. Im übrigen ist die symbolische Handlung nach [Jer 57,63.64] vorgenommen, eine Stelle, welche wieder auf [Ex 15,4.5] zurückweist. Die Bedeutung der Handlung erklärt der Engel auch so. +Offenbarung Offb 74 18 21 25 Dies bezeichnet das Gewaltsame und Plötzliche des Versinkens. +Offenbarung Offb 74 18 21 26 Der Engel setzt seine Rede fort V. 22 24 indem er für die Schilderung Worte aus dem A. T. entlehnt. [Ez 26,13, Jer 25,10, Jer 7,36, Jer 16,9, Jer 33,11] u. a. Alles öffentliche und alles häusliche Leben, aller Genuss und alle Freude wird aus Babel verschwinden, alles wird in ihr öde, tot und wüste sterben. +Offenbarung Offb 74 18 22 Et vox cithardorum, et musicorum, et tibia canentium, et tuba non audietur in te amplius: et omnis artifex omnis artis non invenietur in te amplius: et vox molæ non audietur in te amplius: Und der Laut der Harfenspieler und Sänger, und Flötenspieler und Trompetenbläser soll in dir nicht mehr gehört werden; und ein Künstler irgend welcher Kunst soll in dir nicht mehr gefunden werden, und das Geräusch der Mühle soll in dir nicht mehr gehört werden; +Offenbarung Offb 74 18 23 Et lux lucernæ non lucebit in te amplius: et vox sponsi, et sponsæ non audietur adhuc in te: quia mercatores tui erant principes terræ, quia in veneficiis tuis erraverunt omnes gentes. und das Licht deines Leuchters soll in dir nicht mehr scheinen, die Stimme des Bräutigams und der Braut soll in dir nicht mehr gehört werden; denn²⁷ deine Kaufleute waren die Fürsten der Erde, denn durch deine Zauberei wurden alle Völker berückt. +Offenbarung Offb 74 18 23 27 Zum Schluss wird die Ursache des furchtbaren Gerichtes noch einmal hervorgehoben. Dieselbe ist eine dreifache: 1. Der unerhörte Luxus, der die Kaufleute so bereicherte, dass sie Tyrannen der Erde wurden. 2. Die Betörung der Völker. Vergl. [Offb 14,8, Offb 17,2.5]. 3. Die Vergießung des Blutes der Gläubigen, die jene hasste. Diese letzte Ursache wird besonders nachdrücklich dadurch hervorgehoben, dass auch die Form der Rede wechselt. +Offenbarung Offb 74 18 24 Et in ea sanguis prophetarum et sanctorum inventus est: et omnium, qui interfecti sunt in terra. Und in ihr ward das Blut der Propheten und Heiligen gefunden, ja aller, die getötet sind auf Erden.²⁸ +Offenbarung Offb 74 18 24 28 Wie nach dem Worte des Herrn [Mt 25,35ff] alles gerechte Blut von Abel an über Jerusalem kommen soll, so hier das Blut der Märtyrer und alles unschuldig vergossene Blut über Babel. Wie Jerusalem mit der Verwerfung des Heilandes das Maß seiner Sünden voll machte und nun die ganze von Israel aufgehäufte Schuld büßen musste, so zuletzt die Weltstadt der Endzeit. Johannes unterscheidet hier die ganze Menschheit in die Stadt Gottes und die Stadt der Bösen, wie später der heil. Augustin. +Offenbarung Offb 74 19 0 Im Himmel ist großer Jubel über den Untergang Babylons. (V. 10) B. Das mittlere, die Wiederkunft Christi darstellende Gesicht. (V. 11 16) C. Die drei letzten, die Folgen der Wiederkunft weisenden Gesichte (Kap. 19,17 22,5): 1) Fünftes Gesicht. (V. 17 21) Das göttliche Wort zieht mit dem Himmelsheer in den Kampf gegen das Tier und dessen Heer. (V. 18) Das Tier wird überwunden, sein Heer getötet, es selbst mit seinem Lügenpropheten in den Abgrund gestürzt. +Offenbarung Offb 74 19 1 Post hæc audivi quasi vocem turbarum multarum in clo dicentium: Alleluja: salus, et gloria, et virtus Deo nostro est: Hiernach¹ hörte ich wie die Stimme² von vielen Scharen im Himmel, die sprachen: Alleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist unserm Gott! +Offenbarung Offb 74 19 1 1 Nach Vollstreckung des Gerichtes preisen die himmlischen, der Aufforderung des Engels [Offb 18,20] folgend, mit lautem Lobgesange Gottes Macht, Herrlichkeit und Gerechtigkeit, die sich hier kundgetan. Dieser Lobpreis nimmt die Lobgesänge [Offb 4,8-11, Offb 5,8-14, Offb 11,15-19] und [Offb 12,10-12] wieder auf. Was dort erbeten ward, dafür wird hier Dank gesagt, was dort begonnen ist, findet hier seinen Abschluss. V. 1, V. 2 bilden die erste Strophe, an welche sich die Gegenstrophe V. 4 anschließt. Ein zweiter Teil beginnt V. 5 mit einer Einzelstimme, auf welche V. 6 8 der Chor der Himmlischen respondiert. +Offenbarung Offb 74 19 1 2 Griech.: Eine laute Stimme eines großen Haufens. Wie [Offb 18,20] zeigt, ist es die Gesamtheit der Himmelsbewohner (Engel, Wesen, Älteste). Sie preisen Gott mit dem alttestamentlichen Alleluja, Lobet den Herrn! Das sich sonst im N. T. nicht findet. Aus dem Lobgesange erhellt die +Offenbarung Offb 74 19 2 Quia vera, et justa judicia sunt ejus, qui judicavit de meretrice magna, quæ corrupit terram in prostitutione sua, et vindicavit sanguinem servorum suorum de manibus ejus. Denn³ wahrhaft und gerecht sind seine Gerichte, denn gerichtet hat er die große Buhlerin, welche die Erde verderbte durch ihre Unzucht, und hat das Blut seiner Diener von ihrer Hand gerächt. +Offenbarung Offb 74 19 2 3 Zwei Gründe: Gottes Gerichte sind stets wahrhaft und gerecht, vergl. [Offb 15,3, Offb 16,7], und: Hier haben sie sich als solche auf's neue an Babel erwiesen. Auch der Hinweis auf Babels Schuld fehlt nicht: Es hat durch seine Unzucht die Erde verderbt, aber darum hat Gott das Blut seiner Knechte an ihm gerächt. Was [Offb 6,10] erbeten ward, dafür wird jetzt gedankt. +Offenbarung Offb 74 19 3 Et iterum dixerunt: Alleluja. Et fumus ejus ascendit in sæcula sæculorum. Und abermals sprachen sie: Alleluja! Und der Rauch derselben steigt empor von Ewigkeit zu Ewigkeit.⁴ +Offenbarung Offb 74 19 3 4 Das zweite Alleluja, das dieselben anstimmen, wie V. 1, findet wieder seine Begründung: Babel wird nie wieder aufgebaut werden. Vergl. [Offb 18,9, Offb 15,18] und damit [Jes 34,9.10]. +Offenbarung Offb 74 19 4 Et ceciderunt seniores viginti quatuor, et quatuor animalia, et adoraverunt Deum sedentem super thronum, dicentes: Amen: alleluja. Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebenden Wesen fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Throne saß, und sprachen: Amen, Alleluja!⁵ +Offenbarung Offb 74 19 4 5 Ja, lobet den Herrn! Vergl. [Ps 105,48]. +Offenbarung Offb 74 19 5 Et vox de throno exivit, dicens: Laudem dicite Deo nostro omnes servi ejus: et qui timetis eum pusilli, et magni. Und⁶ eine Stimme⁷ ging vom Throne aus, die sprach: Lobpreiset unsern Gott, alle seine Diener, und die ihr ihn fürchtet, Klein und Groß!⁸ +Offenbarung Offb 74 19 5 6 Wohl sofort. +Offenbarung Offb 74 19 5 7 Es ist die Stimme eines der vier Wesen. +Offenbarung Offb 74 19 5 8 Da die Szene im Himmel vor sich geht, richtet sich die Aufforderung zunächst an die im Himmel Befindlichen. Der Engel motiviert seine Aufforderung nicht, doch die, welche derselben entsprechen, fügen V. 6 8 die Begründung bei. +Offenbarung Offb 74 19 6 Et audivi quasi vocem turbæ magnæ, et sicut vocem aquarum multarum, et sicut vocem tonitruorum magnorum, dicentium: Alleluja: quoniam regnavit Dominus Deus noster omnipotens. Und ich hörte wie eine Stimme⁹ vielen Volkes und wie das Rauschen großer Wasser, und wie das Rollen starker Donner,¹⁰ welche sprachen: Alleluja! denn der Herr hat sich als Herrscher gezeigt, unser Gott, der Allmächtige.¹¹ +Offenbarung Offb 74 19 6 9 Wer redet, sagt V. 5. +Offenbarung Offb 74 19 6 10 Wie der Gesang V. 1, tönte dieser wie das Stimmengewoge einer großen Menge, dann aber auch wie das Rauschen vieler Wasser und das Rollen vieler Donner. Die Singenden sind also diejenigen wie V. 1, nur ist ihr Gesang voller, weil der Gegenstand ihrer Lobpreisung hier herrlicher ist. +Offenbarung Offb 74 19 6 11 Vergl. V. 6. Was [Offb 11,17, Offb 12,10] noch bevorstand, ist jetzt da, das Gericht über Babel und damit das Reich der Herrlichkeit Gottes. +Offenbarung Offb 74 19 7 Gaudeamus, et exsultemus: et demus gloriam ei: quia venerunt nuptiæ Agni, et uxor ejus præparavit se. Lasset uns frohlocken und jubeln und ihm den Preis darbringen; denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes, und seine Braut hat sich bereitet.¹² +Offenbarung Offb 74 19 7 12 Siehe [Offb 3,20]. Die Hochzeit des Lammes mit der Kirche steht bevor (ist gekommen: proleptisch, denn [Offb 19,11] wird dieselbe erst beschrieben.) +Offenbarung Offb 74 19 8 Et datum est illi ut cooperiat se byssino splendenti, et candido. Byssinum enim justificationes sunt Sanctorum. Und es ward ihr gegeben, sich mit glänzendem, weißen Linnen zu kleiden; denn das Linnen sind gerechte Taten der Heiligen.¹³ +Offenbarung Offb 74 19 8 13 Sie hat in der Leidenszeit ihre Treue bewährt, sich von Sünden gereinigt und mit Tugenden geschmückt. Daher empfängt sie jetzt das glänzend reine Gewand, den Gegensatz zu der Pracht der Buhlerin [Offb 17,4]. Die guten Werke stammen aus Gottes Gnade und der Mitwirkung der Frommen. +Offenbarung Offb 74 19 9 Et dixit mihi: Scribe: Beati, qui ad cnam nuptiarum Agni vocati sunt: et dixit mihi: Hæc verba Dei vera sunt. Und er sprach zu mir: Schreibe:¹⁴ Selig, die zum Hochzeitsmahle des Lammes berufen sind!¹⁵ Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Gottesworte!¹⁶ +Offenbarung Offb 74 19 9 14 Wer? Ist nicht gesagt, vielleicht der Engel [Offb 18,21] oder irgend ein anderer. An diese Aufforderung knüpft sich V. 10 wieder ein Vorgang zwischen dem Redenden und Johannes. Vergl. auch [Offb 14,13]. +Offenbarung Offb 74 19 9 15 Die Kirche in ihrer einheitlichen Gestalt ist die Braut des Herrn (V. 7), die einzelnen Glieder die Hochzeitsgäste. Das Bild von der Hochzeit wird vertauscht mit dem Bilde vom Hochzeitsmahl, weil bei letzterem, vergl. [Offb 3,20], die Teilnahme der Einzelnen als Gäste mehr hervortritt. +Offenbarung Offb 74 19 9 16 Die in V. 5 8 enthaltene Verkündigung von der Wiederkunft Christi, der Besiegung der Feinde, der Hochzeit des Lammes usw. Diese Wiederholung erhöht die Sicherheit. +Offenbarung Offb 74 19 10 Et cecidi ante pedes ejus, ut adorarem eum. Et dicit mihi: Vide ne feceris: conservus tuus sum, et fratrum tuorum habentium testimonium Jesu. Deum adora. Testimonium enim Jesu est spiritus prophetiæ. Ich aber fiel ihm zu Füßen, um ihn anzubeten.¹⁷ Da sprach er zu mir: Tue es nicht;¹⁸ ich bin dein und deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu¹⁹ haben, Mitknecht.²⁰ Gott bete an! Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung.²¹ +Offenbarung Offb 74 19 10 17 Johannes fällt vor dem Redenden nicht nieder, weil er meint, es sei der Herr; denn dies ist doch kaum anzunehmen, sonst würde der Engel den Apostel ja an den Herrn, nicht an Gott verwiesen haben. Die Stelle entspricht [Dan 8,17, Dan 10,9.17] wo Daniel niederfällt, nicht weil er den Engel für Gott hält, sondern weil derselbe ein Himmelsbürger ist. So fällt wohl Johannes, von dem Inhalt des Verkündigten freudig überwältigt, vor dem nieder, der ihm zuletzt sie feste Versicherung von der Wahrheit der Verheißungen gegeben, und bezeugt dem Engel seine Ehrfurcht, nicht Anbetung. (Thom.) +Offenbarung Offb 74 19 10 18 Der Engel weist diese Ehrenbezeugung Gott zu mit Worten, die auf das V. 9 Gesagte zurückgreifen. Eine Zurechtweisung liegt nicht darin, sonst würde Johannes [Offb 22,9] nicht dasselbe wiederholt haben. +Offenbarung Offb 74 19 10 19 Das von Jesus ausgehende Zeugnis. Gemeint sind also die Christen. +Offenbarung Offb 74 19 10 20 Der Engel dient demselben Gott, wie die Christen. +Offenbarung Offb 74 19 10 21 Dieser Zusatz ist noch als des Engels anzusehen. (Beda.) Warum steht der Apostel und andere Propheten den Engeln gleich? Weil sie den gleichen Geist der Prophezeiung haben, das Zeugnis Jesu. +Offenbarung Offb 74 19 11 Et vidi clum apertum, et ecce equus albus, et qui sedebat super eum, vocabatur Fidelis, et Verax, et cum justitia judicat, et pugnat. Und ich sah den Himmel aufgetan,²² und siehe, ein weißes Pferd,²³ und der auf ihm saß, ist genannt Treu und Wahrhaftig,²⁴ und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit.²⁵ +Offenbarung Offb 74 19 11 22 Was der Lobgesang der Himmelsbewohner V. 1 10 als mit dem Gerichte gegeben verkündet, die Erscheinung des Herrn zur Annahme seiner Herrschaft und zur Hochzeit, stellt nun die Wiederkunft des Herrn dar, welche das Gesicht [Offb 14,14] erklärt. Von dieser Wiederkunft des Herrn ist alles was folgt bis [Offb 22,5] die Folge und Wirkung. +Offenbarung Offb 74 19 11 23 Die Beschreibung des Heilandes umfasst V. 11 13; 15 16 und wird V. 14 durch die Beschreibung seiner Begleitung unterbrochen. +Offenbarung Offb 74 19 11 24 Siehe [Offb 6,2]. Auch dort erschien der Herr am Anfang der letzten Weltwoche, so die großen Entscheidungskämpfe zwischen Gottes Reich und der feindlichen Welt einzuleiten. Das weiße Ross kennzeichnet ihn wie dort als Sieger (Gegensatz der Esel [Mt 21,2]), doch nicht mehr hat der Heiland wie dort den fernhin tragenden Bogen, sondern das Schwert, nicht mehr die Siegerkrone, sondern viele Diademe. +Offenbarung Offb 74 19 11 25 Vergl. [Offb 3,14]. In ihm erfüllen sich alle Verheißungen und Drohungen Gottes, und er richtet seine Feinde mit Gerechtigkeit, seine Kirche befreiend und belohnend. +Offenbarung Offb 74 19 12 Oculi autem ejus sicut flamma ignis, et in capite ejus diademata multa, habens nomen scriptum, quod nemo novit nisi ipse. Seine Augen aber waren wie Feuerflammen,²⁶ und auf seinem Haupte waren viele Kronen,²⁷ er hatte einen Namen geschrieben, den niemand kennt außer er selbst.²⁸ +Offenbarung Offb 74 19 12 26 Dieses wie andere Attribute entsprechen [Offb 1]. +Offenbarung Offb 74 19 12 27 Weil er der König der Könige ist. [Dan 7,14] Gegensatz nicht allein zu der beschränkten Zahl der Diademe des Tieres [Offb 13,1, Offb 12,3], sondern auch weil sein Königtum über alle Königtümer wirklich ein solches und ein rechtmäßiges und unvergängliches ist. +Offenbarung Offb 74 19 12 28 Gegensatz zu [Offb 13,1]. Er trägt den Namen wohl auf der Stirn. +Offenbarung Offb 74 19 13 Et vestitus erat veste aspersa sanguine: et vocatur nomen ejus, Verbum Dei. Er war angetan mit einem blutgetränkten Kleide;²⁹ und sein Name heißt: Das Wort Gottes.³⁰ +Offenbarung Offb 74 19 13 29 Das Blut seiner Feinde, die er jetzt besiegen wird, so sein Gericht vorbildend. [Jes 63,1ff] +Offenbarung Offb 74 19 13 30 Die Beifügung hebt jeden Zweifel, wer der Reiter ist, da er hier nach dem allgemein bekannten Namen genannt wird. +Offenbarung Offb 74 19 14 Et exercitus qui sunt in clo, sequebantur eum in equis albis, vestiti byssino albo, et mundo. Und die Heerscharen im Himmel folgten ihm auf weißen Rossen, gekleidet in weißes, reines Linnen.³¹ +Offenbarung Offb 74 19 14 31 Es sind Engel, wie die Voraussagungen [Mt 16,27, Mt 25,31, Mt 26,53, Lk 9,26, Mk 3,38, 2Thess 1,7] bezeugen. Eine ähnliche Kleidung weisen die Engel [Mt 28,3, Apg 1,10] auf. Als Priester und Diener der Gerechtigkeit (auch sie sind hier auf weißen Pferden) müssen die Engel rein und heilig sein. Ihre Gewänder sind nicht mit Blut besprengt, denn der Herr tritt die Kelter allein. Sie folgen ihm, nicht damit er durch ihre Hilfe siege, sondern um Zeugen seines glorreichen Sieges zu sein. +Offenbarung Offb 74 19 15 Et de ore ejus procedit gladius ex utraque parte acutus: ut in ipso percutiat gentes. Et ipse reget eas in virga ferrea: et ipse calcat torcular vini furoris iræ Dei omnipotentis. Und aus seinem Munde geht ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor, um mit ihm die Völker zu schlagen.³² Und er wird sie leiten mit eisernem Stabe;³³ und er tritt die Kelter des Zornweins, des Grimmes Gottes, des Allmächtigen.³⁴ +Offenbarung Offb 74 19 15 32 Das Schwert, wie [Offb 1,16, Offb 2,12]; vergl. [2Thess 2,8]. +Offenbarung Offb 74 19 15 33 Nach [Ps 2]. Das Wort blickt auf [Offb 2,27] und [Offb 12,5] zurück. Was der Herr [Offb 12,5] wurde, als das erweist er sich jetzt, nachdem die kurze Zeit der Verzögerung verstrichen. +Offenbarung Offb 74 19 15 34 Die Bilder der Kelter [Offb 14,19] und des Zornweines [Offb 14,10] sind hier zusammengeflossen. Der Herr wird hier als strafender Richter beschrieben. +Offenbarung Offb 74 19 16 Et habet in vestimento, et in femore suo scriptum: Rex regum, et Dominus dominantium. Auf seinem Kleide und auf seiner Hüfte³⁵ ist geschrieben: König der Könige und Herr der Herren. +Offenbarung Offb 74 19 16 35 So kann der Name deutlich gelesen werden. +Offenbarung Offb 74 19 17 Et vidi unum Angelum stantem in sole, et clamavit voce magna, dicens omnibus avibus, quæ volabant per medium cli: Venite, et congregamini ad cnam magnam Dei: Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen, der rief mit lauter Stimme allen Vögeln zu, die inmitten des Himmels hinflogen:³⁶ Herbei, sammelt euch zu dem großen Mahle Gottes, +Offenbarung Offb 74 19 17 36 Ein Engel kündigt den Sieg über die beiden Tiere und ihre Heere an. Er steht in der Sonne, d. i. im herrlichsten, der Siegesbotschaft angemessenen Glanze, und in der Mitte des Himmels, wo er den in der Mitte fliegenden Vögeln [Offb 14,6.8, Offb 8,13] am besten zurufen kann. In den Worten des Engels wird sinnbildlich ausgedrückt, dass den Feinden Gottes die völlige Vernichtung bevorsteht. Die Worte erinnern an [Ez 39,17-20], wo von der Niederlage Gogs die Rede ist. Das große Mahl, zu dem alle Tiere eingeladen werden, bildet die schreckenvolle Kehrseite zu dem Mahle des Lammes. (V. 9) Trotz der großen Machtentfaltung des Antichrist, auf welche auch die Einzelschilderung V. 18 hinweist, ist der Antichrist doch nur ein Sohn des Verderbens [2Thess 2,3], der in's Verderben führt. [Offb 17,18] Das Weltwesen ist im Grunde nur eine aufgeputzte Leiche. +Offenbarung Offb 74 19 18 Ut manducetis carnes regum, et carnes tribunorum, et carnes fortium, et carnes equorum, et sedentium in ipsis, et carnes omnium liberorum, et servorum, et pusillorum, et magnorum. dass ihr fresset das Fleisch der Könige, und das Fleisch der Heerführer, und das Fleisch der Helden, und das Fleisch der Rosse und ihrer Reiter, und das Fleisch aller Freien und Knechte, Kleinen und Großen! +Offenbarung Offb 74 19 19 Et vidi bestiam, et reges terræ, et exercitus eorum congregatos ad faciendum prlium cum illo, qui sedebat in equo, et cum exercitu ejus. Und ich sah³⁷ das Tier, und die Könige der Erde, und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heere.³⁸ +Offenbarung Offb 74 19 19 37 Diese Schilderung schließt sich an [Offb 16,12-16] an. +Offenbarung Offb 74 19 19 38 In wahnwitziger Vermessenheit will der Antichrist mit seinem Anhange, den zehn Königen nebst ihren Heeren [Offb 17,12ff] den schon [Offb 16,12] und [Offb 17,14] angekündigten Kampf mit dem König der Könige beginnen. Doch keine Schlacht wird berichtet, sondern einzig die Niederlage der antichristlichen Scharen. Die bloße Erscheinung des Herrn genügt, um die Macht des Antichrist zu vernichten. Vergl. [2Thess 2,8]. +Offenbarung Offb 74 19 20 Et apprehensa est bestia, et cum ea pseudopropheta: qui fecit signa coram ipso, quibus seduxit eos, qui acceperunt characterem bestiæ, et qui adoraverunt imaginem ejus. Vivi missi sunt hi duo in stagnum ignis ardentis sulphure: Und das Tier ward ergriffen, und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm getan, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und dessen Bild anbeteten. Lebendig wurden diese zwei in den Feuerpfuhl geworfen, der mit Schwefel brennt.³⁹ +Offenbarung Offb 74 19 20 39 V. 20 schildert den Ausgang der Führer, V. 21 den der Massen. Der Antichrist und sein Pseudoprophet [Offb 13,11] waren im gottesfeindlichen Wirken vereint, auch ihre Strafe ist eine gemeinsame, die gleiche, welche bereits Daniel [Dan 7,11] sah. Diese Strafe führen die Heerscharen des Herrn aus. Der Feuerpfuhl, in den sie lebendig geworfen werden, während ihre Anhänger den Tod finden, bildet den Gegensatz zu der Erhebung Enochs und Elias in den Himmel [Offb 11,12]. Über den Feuerpfuhl siehe [Offb 20,14ff, Offb 21,8]; er ist die Hölle. In diese fahren sie also mit Seele und Leib unmittelbar nach dem Siege des Herrn. +Offenbarung Offb 74 19 21 Et ceteri occisi sunt in gladio sedentis super equum, qui procedit de ore ipsius: et omnes aves saturatæ sunt carnibus eorum. Und die übrigen wurden getötet durch das Schwert dessen, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde geht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleische.⁴⁰ +Offenbarung Offb 74 19 21 40 Durch Christi Hauch, durch sein Richterwort, werden die übrigen getötet. So ist die Weltmacht des Endes gerichtet, wenn auch damit noch nicht alle Feinde Gottes abgetan sind, wie das Folgende zeigt. +Offenbarung Offb 74 20 0 2) Sechstes Gesicht (Kap. 20,1 21,8): Ein Engel schließt das Tier auf tausend Jahre in den Abgrund, nach Verlauf deren es auf kurze Zeit gelöst werden soll. (V. 3) Die Heiligen erstehen auf und herrschen mit Christus tausend Jahre. (V. 6) Nach Verlauf der tausend Jahre wird Satan aus seinem Gefängnisse freigelassen und beginnt von neuem den Krieg gegen die Heiligen, doch wird er besiegt und mit den Seinigen zu ewiger Pein in die Hölle gestürzt. (V. 10) Hierauf findet das Gericht über die Toten und über diejenigen statt, deren Namen nicht im Buche des Lebens geschrieben sind, und sie werden in den Feuerpfuhl gestürzt, mit dem zweiten Tode gestraft. +Offenbarung Offb 74 20 1 Et vidi Angelum descendentem de clo, habentem clavem abyssi, et catenam magnam in manu sua. Und ich sah einen Engel¹ vom Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand.² +Offenbarung Offb 74 20 1 1 Wenn auch der Heiland nach [Offb 1,18] der Herr über Tod und Unterwelt ist, ist es doch nicht unbedingt notwendig anzunehmen, dass er selbst erscheint (Thom.), sondern er konnte den Schlüssel in einem einzelnen Falle einem Engel behufs Ausrichtung eines Auftrages übergeben. Vergl. [Offb 9,1.2]. +Offenbarung Offb 74 20 1 2 Eigentlich über der Hand, so dass die Kette zu beiden Seiten herunterhängt. +Offenbarung Offb 74 20 2 Et apprehendit draconem, serpentem antiquum, qui est diabolus, et satanas, et ligavit eum per annos mille: Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist,³ und band ihn auf tausend Jahre,⁴ +Offenbarung Offb 74 20 2 3 Als Drache war Satan [Offb 16,13] auf die Erde geworfen; so war er [Offb 12,18] an den Rand des Völkermeeres getreten, die Völker zur antichristlichen Weltmacht zu gestalten, so hatte er [Offb 16,13] die Könige und Völker der Erde zum letzten Wettkampfe aufgestachelt, in dem sie [Offb 19,17] ihr Armagedon finden sollte. Nun endlich kommt die Reihe an ihn. Er wird als Drache gebunden, als Hintergrund aller Zusammenrottung feindlicher Weltmächte, als alte Schlange, vergl. [Offb 12,9], die seit [Gen 3] Urheber der Sünde und des Todes ist, als Teufel d. i. als Verführer, und als Satan, Ankläger der Menschen. Er hat zuvor sein ganzes Wesen herausgekehrt. +Offenbarung Offb 74 20 2 4 Unter dem Namen Teufel ist nicht notwendig jede teuflische Kraft, sind nicht notwendig alle bösen Geister zu verstehen, sondern es kann auf das Haupt beschränkt sein. (Thom.) Die Bindung des Teufels hatte bei der ersten Ankunft und dem Tode Christi statt: der Teufel ward hinausgeworfen [Joh 12,31], seine Herrschaft beschränkt und den Menschen Macht gegeben, ihn im Namen Christi zu vertreiben. [Mt 8,29, Mt 12,28] Diese Bindung besteht darin, dass er nicht seine ganze Kraft üben darf zur Verführung der Menschen. (Aug.) Unter den tausend Jahren verstehen sie meisten Erklärer die Zeit zwischen der Menschwerdung Christi und der Verführung des Antichrist (V. 7), oder der Auferstehung (V. 13), weil durch die Zahl der Vollkommenheit die Fülle der Zeiten bezeichnet wird. (Aug., Viktorin., Hier., Cassiodor., Primas., Thomas) In V. 7 ist die Zeit abgelaufen. Da die tausend Jahre nur in der Vision sind, können sie selbstverständlich nicht wörtlich in das Gegenbild übertragen werden. +Offenbarung Offb 74 20 3 Et misit eum in abyssum, et clausit, et signavit super illum ut non seducat amplius gentes, donec consummentur mille anni: et post hæc oportet illum solvi modico tempore. und warf ihn in den Abgrund,⁵ und verschloss und versiegelte diesen über ihm,⁶ dass er die Völker nicht mehr verführe, bis die tausend Jahre⁷ vollendet sind, nach diesen soll er auf kurze Zeit gelöst werden.⁸ +Offenbarung Offb 74 20 3 5 Der Abgrund ist wohl der Ort, von wo [Offb 9,1-3] dem Heuschreckenheere die dämonische Anregung und [Offb 9,11] dem Könige derselben seine dämonische Sendung kam, und von wo [Offb 11,7] und [Offb 17,8] das Tier hervorstieg. Nach V. 9 ist der Abgrund nur interimistischer Verwahrungsort für den Satan, aus dem er nach V. 7 noch wieder loskommen kann. +Offenbarung Offb 74 20 3 6 Dies verstärkt wie [Dan 6,17, Mt 27,66] den Begriff des Verschließens. +Offenbarung Offb 74 20 3 7 Die Zeiten der Erquickung [Apg 3,21] beginnen. +Offenbarung Offb 74 20 3 8 Nach Gottes Ratschluss soll das Böse zum Gerichte reisen. +Offenbarung Offb 74 20 4 Et vidi sedes, et sederunt super eas, et judicium datum est illis: et animas decollatorum propter testimonium Jesu, et propter verbum Dei, et qui non adoraverunt bestiam, neque imaginem ejus, nec acceperunt characterem ejus in frontibus, aut in manibus suis, et vixerunt, et regnaverunt cum Christo mille annis. Und⁹ ich sah Throne,¹⁰ und sie¹¹ setzten sich darauf, und es wurde ihnen verliehen, Gericht zu halten; und ich sah die Seelen derjenigen,¹² welche wegen des Zeugnisses Jesu und wegen des Wortes Gottes enthauptet waren, und die das Tier und sein Bild nicht angebetet, noch dessen Malzeichen an ihrer Stirne oder an ihrer Hand angenommen hatten,¹³ und sie wurden lebendig und herrschten mit Christus tausend Jahre.¹⁴ +Offenbarung Offb 74 20 4 9 Vers 1 3 bietet die eine Hälfte des Gesichtes, V. 4 6 die andere Seite desselben. V. 7 knüpft dann wieder an V. 3 an, und V. 4 6 bilden also eine Parallelvision zu V. 1 3. +Offenbarung Offb 74 20 4 10 Diese Vision entspricht nicht der Daniels [Dan 7,9.22]. Die Offenbarung bietet zwei Gerichte über den Satan, das erste [Offb 19,17-21], das andere [Offb 20,11ff], die Throne sind Richterstühle. +Offenbarung Offb 74 20 4 11 Wer? Wird nicht gesagt, jedenfalls sind es andere als die später im Gesicht erscheinenden Enthaupteten. Am nächsten liegt es, an die 24 Ältesten zu denken, denn da diese die Vertretung der Kirche sind [Offb 5,8] und die selige Hoffnung derselben öfter bezeugen [Offb 5,9, Offb 7,13ff, Offb 11,16ff] geziemt es sich für sie besonders, den Siegern den Lohn zuzusprechen. +Offenbarung Offb 74 20 4 12 Nicht allein derjenigen, deren Seele schon [Offb 6,9] nach Rache riefen, sondern auch der nachher hinzugekommenen, [Offb 6,11] u. a. Enthauptet werden ist metonymisch für jede Art des Getötetwerdens gesetzt. Nach den Märtyrern werden alle genannt, welche dem Tiere nicht gehuldigt: die wahrhaft Gläubigen aller Zeiten. +Offenbarung Offb 74 20 4 13 Wie [Offb 14,13] bereits gesagt, wird das ewige Los sofort nach dem Tode entschieden. Ähnlich also wie [Offb 6,11] der Seher schaut, dass den Märtyrern das weiße Kleid gegeben wird, das sie doch schon hatten, wird ihnen hier die Verleihung des Lebens zugeschrieben, dessen sie sich doch bereits erfreuten. +Offenbarung Offb 74 20 4 14 Aus dieser Stelle haben einige die Folgerung hergeleitet, dass zwischen dem gegenwärtigen Zustande der streitenden Kirche und den Beginn des vollkommenen Triumphes in der Ewigkeit eine etwa tausend Jahre dauernde glorreiche Herrschaft Christi auf Erden treten werde. Während die einen Anhänger dieser Meinung indes dies Reich ganz sinnlich und irdisch fassten, wie Cerinth, die Ebioniten, Apollinaris, die Mormonen und Irvingianer, verstanden andere dasselbe mehr geistig, wie einige Väter, Papias, Irenäus, Justinus, Tertullian, Laktantius u. a. Ihre Meinung können wir nicht annehmen, sagt der heil. Hieronymus von den letzteren, und der heil. Augustin erklärt sie nur dann für erträglich, wenn alle Seligkeit, welche den Heiligen in jener Zeit zugesprochen wird, als von der Gegenwart des Herrn ausgehend angenommen wird. Indes selbst eine solche Meinung lässt sich nicht wohl verteidigen, wenn man [Mt 16,27] mit derselben vergleicht: dann (bei seiner glorreichen Ankunft zum Gerichte) wird er jedem vergelten nach seinen Werken. Dies Gericht aber wird nur eines sein nach [Mt 25,32], verglichen mit [Mt 5,27ff]. Hiernach ist das Leben, von dem hier die Rede ist, die Seligkeit der Seele, deren Verleihung weiterhin die erste Auferstehung genannt wird. Wäre hier von der Auferstehung des Leibes die Rede, so würde es nicht heißen, dass die Seelen der Enthaupteten leben. +Offenbarung Offb 74 20 5 Ceteri mortuorum non vixerunt, donec consummentur mille anni: Hæc est resurrectio prima. Die übrigen Toten wurden nicht lebendig, bis¹⁵ die tausend Jahre vollendet sein werden. Dies ist die erste Auferstehung.¹⁶ +Offenbarung Offb 74 20 5 15 Bis bezeichnet den Zeitpunkt, vor dessen Eintreten sie das selige leben nicht genossen, nicht aber, dass sie es nachher erlangten. Vergl. [Mt 1,Anm.24]. +Offenbarung Offb 74 20 5 16 Diese erste Auferstehung ist keineswegs gleicher Art wie die des Leibes, welche V. 13 erwähnt wird. Die Auferstehung des Leibes heißt dort nicht einmal Auferstehung, geschweige denn zweite Auferstehung. In V. 5 wird der Leib nicht erwähnt, sondern nur Leben und Reich, welche den Seelen gleicherweise zukommen können. Nun besteht aber zwischen der Auferstehung des Leibes und der Zuteilung der Seligkeit an die Seele eine Analogie, weshalb auch Christus [Joh 5,24ff] beide Auferstehungen erwähnt: die der Seele nach erfolgende V. 24, die andere, nach Leib und Seele V. 28. Wenn ferner in V. 14 die Verdammung nach Leib und Seele zweiter Tod heißt, so kann sehr wohl die Aufnahme der Seele in die Seligkeit eine erste Auferstehung heißen, während die zweite die Verleihung der Seligkeit an Leib und Seele ist. Wie zwei Wiedergeburten sind, sagt der heil. Augustin, die eine nach dem Glauben durch die Taufe, die andere nach dem Fleische in der Unsterblichkeit und Unverweslichkeit desselben bei dem allgemeinen Gerichte, so sind auch zwei Auferstehungen, die erste, welche schon jetzt statthat, der Selen, die nicht dem zweiten Tode anheimfallen lässt; die zweite, welche jetzt noch nicht statthat, sondern am Ende der Zeiten ihre Erfüllung findet, ist nicht die der Seelen, sondern der Leiber, welche durch das Endgericht die einen dem zweiten Tode, die anderen jenem Leben zugeteilt werden, das keinen Tod hat. +Offenbarung Offb 74 20 6 Beatus, et sanctus, qui habet partem in resurrectione prima: in his secunda mors non habet potestatem: sed erunt sacerdotes Dei et Christi, et regnabunt cum illo mille annis. Selig und heilig, wer Teil hat an der ersten Auferstehung; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm tausend Jahre herrschen. +Offenbarung Offb 74 20 7 Et cum consummati fuerint mille anni, solvetur satanas de carcere suo, et exibit, et seducet gentes, quæ sunt super quatuor angulos terræ, Gog, et Magog, et congregabit eos in prlium, quorum numerus est sicut arena maris. Und wenn¹⁷ die tausend Jahre vollendet sein werden, wird der Satan¹⁸ aus seinem Gefängnisse losgelassen, und wird ausgehen und die Völker verführen, die an den vier Enden der Erde sind, Gog und Magog,¹⁹ und wird sie zum Kampfe versammeln, deren Zahl ist wie der Sand des Meeres. +Offenbarung Offb 74 20 7 17 Da die tausend Jahre nur in einer Vision vorhanden sind, sind sie für ihr Gegenbild als symbolische Zahl aufzufassen. Indes, wie die nun beginnende Redeweise zeigt, wo die Weissagung an die Stelle der visionären Darstellung tritt, bezeichnet der Apostel eine bestimmte Periode. +Offenbarung Offb 74 20 7 18 Während die Fesselung vier Momente umfasste, wird der böse Feind jetzt auf Befehl Gottes (vergl. V. 3) als Satan losgelassen. Nur die Macht, die Menschen aus Sünde in Sünde zu verführen und zu verklagen, erhält er für eine kleine Zeit (V. 3) zurück, doch nicht mehr die Macht, im Leben der Völker Gesamtgestaltungen der Sünde hervorzurufen. Wozu nun die Satansmacht dem Teufel nach Gottes Rat für eine Zeit zurückgegeben wird, zeigt sein Vorgehen V. 8, V. 9. +Offenbarung Offb 74 20 7 19 Die Völker sind an den vier Ecken der Erde, Ost, Süd, West und Nord. Deshalb steigen sie V. 9 von ihren Wohnsitzen auf die Breiten der Erde herauf. Diese Völker standen in keiner Beziehung zu dem Tiere, weshalb Satan selbst (vergl. dagegen [Offb 16,4ff]) sie zum Kampfe gegen die Heiligen verführt. Gog (historisch die Skythen) ist typisch, ebenso wie Magog, als Repräsentant der fernsten, ungebildetsten Heidenwelt gefasst, welche nach Unterwerfung der übrigen Feinde des Gottesreiches einen letzten Angriff auf dasselbe machen werden. [Ez 38,14] Schon [Offb 19,17] war auf die Szene, welche hier dem Seher vor Augen steht, hingewiesen worden. Darum wird durch den Artikel: zum Kampfe auf einen bekannterweise zu erwartenden Kampf hingewiesen. Vergl. [Offb 16,14]. +Offenbarung Offb 74 20 8 Et ascenderunt super latitudinem terræ, et circuierunt castra sanctorum, et civitatem dilectam. Und sie zogen herauf²⁰ über die Breite der Erde,²¹ und umringten das Heerlager der Heiligen²² und die geliebte Stadt.²³ +Offenbarung Offb 74 20 8 20 Dieser Ausdruck ist zwar bei Heereszügen gewöhnlich, indes hier um so passender, weil der Zug der Heiden wider Jerusalem hinauf geht. Vergl. [Lk 18,31]. +Offenbarung Offb 74 20 8 21 Vergl. [Hab 1,6]. +Offenbarung Offb 74 20 8 22 Das Heerlager ist außerhalb der Stadt, zwecks der Verteidigung desselben errichtet. Es wird nur erwähnt, um anzuzeigen, dass die Heiligen nicht ohne Schutz und Wehr sind. +Offenbarung Offb 74 20 8 23 Jerusalem. Soll Johannes die heiligen von Völkern angegriffen sehen, so muss er sie an einem Orte sehen, und dazu passt keiner besser als Jerusalem. An dem Orte, von welchem die Gemeinde ausging in die Welt, versammelt sie sich zuletzt siegreich wieder. Auf Zion schaute deshalb Johannes [Offb 14,1] die Endgemeinde mit dem Lamme in ihrer Mitte, zum Zeichen, dass sie alle Erdenstürme überdauern werde, hier also muss er sie nun nach den anderen Stürmen wieder erblicken. Vor Jerusalem hatte der Seher ferner [Offb 14,20] die Endschlacht geschaut, hier muss dieselbe also geschildert werden, da [Offb 20,7ff] nur das 14, V. 1 5 und V. 14 20 Geweissagte beschreibt. +Offenbarung Offb 74 20 9 Et descendit ignis a Deo de clo, et devoravit eos: et diabolus, qui seducebat eos, missus est in stagnum ignis, et sulphuris, ubi et bestia, Da fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie.²⁴ Und der Teufel,²⁵ der sie verführt, ward in den Feuer- und Schwefelpfuhl geworfen, wo auch das Tier +Offenbarung Offb 74 20 9 24 Das Feuer ist das furchtbarste Werkzeug des göttlichen Zorngerichtes. Vergl. [Gen 19,24, Lev 10,2, Num 16,35, Lk 9,54]. +Offenbarung Offb 74 20 9 25 Das Verführen war allezeit das Bestreben Satans. Hört die sündige Menschheit auf Erden auf, so ist auch die Wirksamkeit Satans zu Ende. Nun wird er nicht nur gebunden und für eine spätere Rolle aufbewahrt, sondern empfängt sein Gericht. Und da er vor das letzte Gericht der Menschheit nicht gehört, empfängt er das seine im Anschlusse an die Niederlage seiner letzten Werkzeuge sofort. +Offenbarung Offb 74 20 10 Et pseudopropheta cruciabuntur die ac nocte in sæcula sæculorum. und der falsche Prophet gepeinigt werden Tag und Nacht in alle Ewigkeit.²⁶ +Offenbarung Offb 74 20 10 26 Vergl. [Mt 25,41]. +Offenbarung Offb 74 20 11 Et vidi thronum magnum candidum, et sedentem super eum, a cujus conspectu fugit terra, et clum, et locus non est inventus eis. Und ich sah einen großen, weißen Thron,²⁷ und den, der darauf saß;²⁸ vor seinem Angesichte floh²⁹ die Erde und der Himmel, und es ward für sie keine Stätte gefunden. +Offenbarung Offb 74 20 11 27 Die Größe wie die weise, welche der Herrlichkeit und Heiligkeit des darauf sitzenden Richters entspricht, zeichnet diesen Thron vor den V. 4 geschauten aus. +Offenbarung Offb 74 20 11 28 Nach der Lehre des N. T. [Mt 25,31, 2Kor 5,10] u. a. Christus, denn anders als bei den früheren Schilderungen von Gerichtsakten z. B. [Offb 14,14ff, Offb 19,5] handelt es sich hier um das Endgericht. +Offenbarung Offb 74 20 11 29 So dass sie keine Stätte mehr hatten. Ist dies ein visionäres Bild, so hat die Frage: Wo haben die folgenden Visionen ihren Schauplatz? Keine Wichtigkeit. +Offenbarung Offb 74 20 12 Et vidi mortuos magnos, et pusillos stantes in conspectu throni, et libri aperti sunt: et alius Liber apertus est, qui est vitæ: et judicati sunt mortui ex his, quæ scripta erant in libris secundum opera ipsorum. Und ich sah die Toten, Groß und Klein, vor dem Throne stehend.³⁰ Und Bücher wurden aufgetan, und ein anderes Buch ward geöffnet, das Buch des Lebens;³¹ und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, gemäß ihren Werken. +Offenbarung Offb 74 20 12 30 Um ihren Richterspruch zu empfangen. +Offenbarung Offb 74 20 12 31 In diesen Büchern sind die Werke aufgezeichnet, nach welchen die Menschen gerichtet werden. Das Buch des Lebens ist nur eines: Es enthält die Namen aller derjenigen, welche des ewigen seligen Lebens in dem neuen Jerusalem teilhaftig werden. Je nach den Werken finden sich also die Namen der Menschen, welche in den Büchern stehen, in dem Buche des Lebens, oder finden sich nicht. +Offenbarung Offb 74 20 13 Et dedit mare mortuos, qui in eo erant: et mors, et infernus dederunt mortuos suos, qui in ipsis erant: et judicatum est de singulis secundum opera ipsorum. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, heraus, und der Tod und das Totenreich gaben ihre Toten, die in ihnen waren;³² und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. +Offenbarung Offb 74 20 13 32 Wie die Toten nach ihren persönlichen Verhältnissen V. 1 geschildert waren, so werden hier erschöpfend alle Orte genannt, an denen Tote sich finden. Wen indes nur das Schicksal der verdammten V. 15 ausdrücklich beschrieben wird, so geschieht dies zur Abschließung des Gerichtes über diese, damit alsdann die ewige Herrlichkeit der Gläubigen desto ausführlicher zum Troste und zur Ermutigung der letzteren gegeben werden könne. Das Wort Auferstehung wird betreffs der Bösen sorgfältig vermieden. +Offenbarung Offb 74 20 14 Et infernus, et mors missi sunt in stagnum ignis. Hæc est mors secunda. Und das Totenreich und der Tod wurden in den Feuerpfuhl geworfen.³³ Dies ist der zweite Tod.³⁴ +Offenbarung Offb 74 20 14 33 In der Vision schaut der Apostel wohl den Tod und das Totenreich personifiziert als dämonische Gestalten. Da dieser Weltlauf zu Ende ist und keine Menschen mehr geboren werden und in Sünde fallen, also auch nicht mehr sterben, sind diese Mächte fortan unnütz, und da sie nur infolge der Sünde da waren, können sie nur dorthin verwiesen werden, wohin alles Sündliche getan wird, in den Feuersee. +Offenbarung Offb 74 20 14 34 Im Griech.: dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Nach der Vulg.: dieser Tod ist der zweite. +Offenbarung Offb 74 20 15 Et qui non inventus est in Libro vitæ scriptus, missus est in stagnum ignis. Und wer nicht in dem Buche des Lebens aufgezeichnet erfunden ward, wurde in den Feuerpfuhl geworfen.³⁵ +Offenbarung Offb 74 20 15 35 Alle Menschen, deren Namen beim Gerichte V. 12 nicht im Buche des Lebens gefunden wurden, werden dem zweiten Tode übergeben. So ist nun alles, was Gott widerstrebte, der Antichrist und der falsche Prophet [Offb 19,20], der Satan [Offb 20,10], die gottlosen Menschen [Offb 20,15], der Tod und das Totenreich selber [Offb 20,14] in den Feuersee gestürzt. Doch während jene alle lebendig dorthin gekommen sind, sind die Menschen zuerst gestorben und dem Tode anheimgefallen. Streng genommen passt der Ausdruck zweiter Tod nur auf die Menschen. +Offenbarung Offb 74 21 0 Ein neuer Himmel und eine neue Erde erstehen. Aus dem Himmel steigt die neue heilige Stadt Jerusalem herab und die Wohnung Gottes ist bei den Menschen. (V. 8) 3) Siebentes Gesicht (Kap. 21,9 Kap. 22,5) Einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen hatten, zeigt dem Apostel das neue Jerusalem. +Offenbarung Offb 74 21 1 Et vidi clum novum, et terram novam. Primum enim clum, et prima terra abiit, et mare jam non est. Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,¹ und das Meer ist nicht mehr.² +Offenbarung Offb 74 21 1 1 Wenn aus [1Kor 15,42ff, Röm 8,21, Mt 19,28] hervorgeht, dass die neue Welt zu der alten ein Verhältnis hat, dass jene in dieser verklärt, wiedergeboren werden soll, so zeigt [2Petr 3,10] und das vorliegende Kapitel, dass nicht die jetzige Welt nur irgendwie umgebildet, sondern durch Gottes schöpferisches Eingreifen eine Neubildung statthaben soll. +Offenbarung Offb 74 21 1 2 Das Meer der alten Erde. +Offenbarung Offb 74 21 2 Et ego Joannes vidi sanctam civitatem Jerusalem novam descendentem de clo a Deo, paratam, sicut sponsam ornatam viro suo. Und ich, Johannes,³ sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem,⁴ aus dem Himmel herabsteigen von Gott,⁵ zubereitet wie eine Braut für ihren Bräutigam geschmückt ist. +Offenbarung Offb 74 21 2 3 Fehlt im Griechischen. +Offenbarung Offb 74 21 2 4 Im Folgenden geht die Beschreibung der Stadt nochmals in die der Himmelsgemeinde über, ein Fingerzeig, dass die Schilderung eine symbolische ist. Als Gott sich das Volk Israel auserwählt hatte, schuf er sich eine Stätte, wo er demselben mit seiner Gnade nahe sein und demnach auch, wo es sich um ihn versammeln sollte, ursprünglich die Stiftshütte, Tempel Zion zur Bezeichnung der Stätte der göttlichen Gnadengegenwart gebraucht. Doch als der Tod des Herrn alle Völker zum Gnadenbunde mit Gott berufen und sein Geist die Kirche gegründet hatte, ward die Stätte der göttlichen Gnadengegenwart der Erde entrückt und ist fortan da, wo der erhöhte Herr ist. Vom Himmel aus also entsendet der Herr sein Wort und seinen Geist, um sich ein Volk des Heiles zu sammeln. Den Himmel kennen alle als ihre Heimat, welche des Herrn Wort annehmen, und vereinigen sich dort mit dem Heilande nach dem Tode. Wenn nun einst der Lauf der Welt vollendet ist, wir Gott in neuer Weise der erlösten Menschheit persönlich gegenwärtig sein und sie um sich sammeln. In diesem Sinne spricht der Apostel von dem neuen Jerusalem: Heilig ist die Stadt, weil sie die Stadt Gottes ist, wo er für sein Volk wohnt und sich ihm gibt. Neu ist diese Gnadenstätte, weil sie weder das alttestamentliche, noch das obere Jerusalem [Gal 4,26] ist, sondern das himmlische Jerusalem [Hebr 12,22]; Jerusalem aber, weil es für die Seligen ist, was jenes für Israel und die Christen auf Erden war. Und wie das alte Jerusalem überging in das des neuen Testamentes, so wird auch unsere Gnadenstätte keine neue sein, sondern in neuer Gestalt vom Himmel auf die Erde übergehen. Die jetzige Gnadenstätte, der Thron des Heilandes zur Rechten Gottes, wird auf die Erde herabsteigen, damit der Herr mit dem Vater und dem Heiligen Geiste in dieser neuen Weise bei den Menschen wohne. Im zweiten Sinne, als Stätte, wohin die Menschen Gottes sich sammeln, wird die heilige Stadt in der zweiten Hälfte des Verses gefasst. +Offenbarung Offb 74 21 2 5 Zunächst wird das rein örtliche Verhältnis bezeichnet, dann aber auch angedeutet, dass die heilige Stadt von Gott herkommt, weil Gott sie zubereitet hat und herabsendet. +Offenbarung Offb 74 21 3 Et audivi vocem magnam de throno dicentem: Ecce tabernaculum Dei cum hominibus, et habitabit cum eis. Et ipsi populus ejus erunt, et ipse Deus cum eis erit eorum Deus: Und ich hörte eine starke Stimme vom Throne her sagen:⁶ Siehe, das Gezelt Gottes⁷ bei den Menschen! er wird bei ihnen wohnen; und sie werden sein Volk sein, und er, Gott selbst, wird bei ihnen sein als ihr Gott.⁸ +Offenbarung Offb 74 21 3 6 Die Schilderung der Stadt geht in die der Gemeinde über. Was Johannes schaut, erklärt ihm jetzt eine Stimme. Dieselbe ist zwar mächtig, doch geht sie nicht von Gott aus, da dessen Rede V. 5 von diesen Worten unterschieden wird. +Offenbarung Offb 74 21 3 7 Der Artikel weist darauf hin, dass das neue Jerusalem dieselbe Gotteswohnung ist, welche in der Stiftshütte und im Tempel, so wie im oberen Jerusalem war, doch mit dem Unterschiede: bei den Menschen. Im A. T. war Gott durch das Gezelt bei Israel, im N. T. bei denen, welche ihm durch Glauben und Gnade verbunden waren, in der Verklärung wird er bei allen erlösten Menschen schlechthin sein. Der gleiche Gedanke wird noch einmal bekräftigend hervorgehoben: Er wird bei ihnen wohnen. So wird sich erfüllen, was [Jer 24,7, Jer 31,1, Sach 8,8, Ez 37,27.28, Ez 47,3] u. a. verheißen war. Auch die andere Seite des Begriffes der heiligen Stadt wird beigefügt: Sie werden sein Volk sein, das neue Jerusalem wird sie zu einem Volke machen. +Offenbarung Offb 74 21 3 8 Die Schlussworte des V. 3 fassen beide Momente wieder zusammen, das Wohnen Gottes bei den Menschen und das Wohnen der Menschen bei Gott. +Offenbarung Offb 74 21 4 Et absterget Deus omnem lacrimam ab oculis eorum: et mors ultra non erit, neque luctus, neque clamor, neque dolor erit ultra, quia prima abierunt. Und⁹ Gott wird alle Tränen¹⁰ von ihren Augen trocknen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Klage, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist dahingegangen.¹¹ +Offenbarung Offb 74 21 4 9 Da das Leben der verklärten ein ganz heiliges ist, muss es auch ein ganz seliges sein. Diese vollkommene Glückseligkeit wir nach ihrer negativen Seite geschildert, welche aber die positive einschließt. +Offenbarung Offb 74 21 4 10 Alles Elend und alle Strafen, welche Tränen hervorrufen. Alle irdischen Strafen treffen uns entweder, wenn Leib und Seele getrennt werden: der Tod; oder wenn beide noch vereint sind, und alsdann entweder innerlich als Schmerz, oder äußerlich in Wort (Geschrei) oder Zeichen (Trauer). (Thom.) +Offenbarung Offb 74 21 4 11 Die erste Weltordnung, in welcher Sünde, Übel und Tod herrschten, ist vergangen. In der neuen ist ewige Freude, leben und Wonne. Vergl. [Jes 25,8] u. a. +Offenbarung Offb 74 21 5 Et dixit qui sedebat in throno: Ecce nova facio omnia. Et dixit mihi: Scribe, quia hæc verba fidelissima sunt, et vera. Und der auf dem Throne saß, sprach:¹² Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach¹³ zu mir: Schreibe,¹⁴ denn diese Worte sind zuverlässig und wahrhaftig.¹⁵ +Offenbarung Offb 74 21 5 12 Gott, der nach [Offb 20,11] als Weltrichter auf dem Throne sitzt, bestätigt in zweimaliger Rede das, was die himmlische Stimme, das Gesicht erklärend, verkündet, und nennt sein Werk, was Johannes V. 1 geschaut hat. +Offenbarung Offb 74 21 5 13 Die Wiederholung hebt hervor, dass die eigentliche Rede Gottes in V. 6 fortgesetzt wird, während der Befehl zum Schreiben nur ein von Gott (nach einigen: von einem Engel) gesprochenes Zwischenwort ist. +Offenbarung Offb 74 21 5 14 Was? Siehe ich mache alles neu. +Offenbarung Offb 74 21 5 15 Diese Worte: die Anm. 14 angegebenen. Vergl. [Offb 14,13]. +Offenbarung Offb 74 21 6 Et dixit mihi: Factum est. Ego sum , et : initium, et finis. Ego sitienti dabo de fonte aquæ vitæ, gratis. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen!¹⁶ Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich werde dem Dürstenden aus der Quelle des Lebens Wasser umsonst geben.¹⁷ +Offenbarung Offb 74 21 6 16 Diese Worte sind ja geschehen, sind ja Wirklichkeit geworden, in den Gesichten nämlich, die Johannes (von [Offb 20,11] an) geschaut hat. Wie aber kann und wird es so geschehen, wie der Apostel es gesehen? Weil Gott das A und O, der Schöpfer und Vollender der Welt ist. Vergl. [Offb 1,8.17, Offb 22,13]. +Offenbarung Offb 74 21 6 17 Wie wird Gott dies ausführen? Ich habe einen Quell lebendigen Wassers geschaffen und gebe jedem davon umsonst. So wird das Verderben der Sünde überwunden. Doch nur die werden am Heile Teil haben, welche aus dieser lebendigen Heilsquelle schöpfen und treu bleibend würdig werden an der Erneuerung Teil zu nehmen, während die übrigen verloren gehen. (Vergl. V. 12 15) Über die Sieger siehe V. 7, über die Unterliegenden V. 8. +Offenbarung Offb 74 21 7 Qui vicerit, possidebit hæc, et ero illi Deus, et ille erit mihi filius. Wer überwindet,¹⁸ soll dies¹⁹ ererben, und ich werde ihm Gott und er wird mir Sohn sein.²⁰ +Offenbarung Offb 74 21 7 18 Die Erinnerung an die Majestät des ewigen Gottes (V. 6) leitet Mahnung (V. 7) und Drohung (V. 8) ein. +Offenbarung Offb 74 21 7 19 Das Neue. +Offenbarung Offb 74 21 7 20 Ihm wird das V. 3, V. 4 der neuen Menschheit Verheißene zu Teil werden. +Offenbarung Offb 74 21 8 Timidis autem, et incredulis, et exsecratis, et homicidis, et fornicatoribus, et veneficis, et idololatris, et omnibus mendacibus, pars illorum erit in stagno ardenti igne, et sulphure: quod est mors secunda. Den Feigen aber, und Ungläubigen, mit Greueln Befleckten, Mördern, Unzüchtigen, Zauberern, Götzendienern und allen Lügnern²¹ soll ihr Teil werden in dem Pfuhl, der von Feuer und Schwefel brennt: dies ist der zweite Tod. [Offb 20,14] +Offenbarung Offb 74 21 8 21 An der Spitze stehen, im Gegensatze zu den im Kampfe mit der Welt liegenden glaubenstreuen Christen, die Christen, welche dem Kampfe ausweichen, indem sie den Glauben verleugnen, ebenso die ungläubigen Feinde des Glaubens. Die folgenden Bezeichnungen heben Verfehlungen sittlicher Art hervor, indem der allgemeine Ausdruck mit Greueln Befleckte spezifiziert wird. +Offenbarung Offb 74 21 9 Et venit unus de septem Angelis habentibus phialas plenas septem plagis novissimis, et locutus est mecum, dicens: Veni, et ostendam tibi sponsam, uxorem Agni. Und es kam einer der sieben Engel,²² welche die Schalen hatten, die voll waren von den sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sagte: Komm, ich will dir die Braut²³ zeigen, die Gemahlin des Lammes!²⁴ [Offb 19,7] +Offenbarung Offb 74 21 9 22 Dass dieser Engel kommt, auf den innigen Zusammenhang, der zwischen der Niederlage des Bösen und dem Triumphe des Guten ist. Dieser folgt auf jene, wie der Tag auf die Nacht. Dass einer der Schalenengel jetzt zu Johannes redet, zeigt, dass dies letzte, wie jenes erste und alle dazwischen liegenden Gesichte nur im einzelnen das erklären, was durch die mittels der Ausgießung der Schalen gewirkte Endkatastrophe bewirkt worden ist. Die Darstellung ist der in [Offb 17,1] gleich gebildet, wie auch V. 10 [Offb 17,3] entspricht. Wie ferner [Offb 17,1] Babel als Buhlerin, so wird hier dem Apostel Jerusalem als Braut und Ehegemahl dargestellt und jener gegenübergestellt. +Offenbarung Offb 74 21 9 23 Zurückbeziehung auf [Offb 21,2]. +Offenbarung Offb 74 21 9 24 Was [Offb 19,7] als bevorstehend verkündet und [Offb 21,2] als geschehen geschaut ward, ist nun vollendet; die Vereinigung des Herrn mit seiner Kirche ist vollzogen: Jetzt hat sie Haus und Heimat auf der neuen Erde gefunden. Doch wie [Offb 17,1] Babel nicht nur als einzelne Stadt, sondern als Hauptstadt des Antichrist und die alle Könige und Völker der Erde beherrschende Hauptstadt der Welt, so kommt sein Gegenbild, das neue Jerusalem, nicht nur als heilige Stadt, sondern auch als die den Mittelpunkt der neuen Erde bildende heilige Stadt, als Hauptstadt des Reiches der Herrlichkeit des Herrn in Betracht. (Vergl. V. 24.) +Offenbarung Offb 74 21 10 Et sustulit me in spiritu in montem magnum, et altum, et ostendit mihi civitatem sanctam Jerusalem descendentem de clo a Deo, Und er führte mich im Geiste fort²⁵ auf einen großen und hohen Berg²⁶ und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabstieg.²⁷ +Offenbarung Offb 74 21 10 25 Vergl. [Ez 40,2] und [Offb 17,3]. +Offenbarung Offb 74 21 10 26 Der Berg ist groß im Umfange im Verhältnis zu seiner Höhe. Diese Höhe gewährt dem heil. Johannes vollen Überblick über die Stadt. +Offenbarung Offb 74 21 10 27 Entweder ist V. 2 vorweggenommene Ankündigung oder das Herabsteigen wird hier als innig zum Wesen der Stadt gehörig bezeichnet; oder endlich die Stadt schwebt herab, während Johannes im Geiste auf den Berg versetzt wird. +Offenbarung Offb 74 21 11 Habentem claritatem Dei: et lumen ejus simile lapidi pretioso tamquam lapidi jaspidis, sicut crystallum. Sie hatte die Herrlichkeit Gottes,²⁸ und ihr Glanz²⁹ war gleich einem kostbaren Edelsteine, wie Jaspisstein,³⁰ wie Kristall.³¹ +Offenbarung Offb 74 21 11 28 Dies ist das Wichtigste. Wie erst die Herrlichkeit Gottes die Stiftshütte und den Tempel (auch den von [Ez 42,2ff] geschauten; ebenso [Offb 15,8]) zur Wohnung Gottes machte, so muss auch das neue Jerusalem jene haben, soll es die Wohnung Gottes bei den Menschen sein. (V. 3) Während V. 9 das zweite Moment an dem Begriffe des neuen Jerusalem, dass es nämlich die Gemeinde der in Christus vollendeten ist, in den Vordergrund stellte, wird nun das erste und grundlegende Moment hervorgehoben. Doch anders als einst in der Stiftshütte und in dem Tempel und jetzt bei dem erhöhten Herrn im Himmel [Offb 15,8] wird die Herrlichkeit Gottes einst im neuen Jerusalem wohnen. Diesen Unterschied hebt der Zusatz hervor: Ihre Leuchte war gleich einem kostbaren Steine. +Offenbarung Offb 74 21 11 29 Dieser Glanz ist die Herrlichkeit Gottes. +Offenbarung Offb 74 21 11 30 Gemeint ist wohl der Diamant, der nicht wie [Offb 4,3] mehr von dem Feuerschein des göttlichen Zornes durchzogen ist. +Offenbarung Offb 74 21 11 31 Nicht in einer Wolke, im vollsten Lichte strahlte die Herrlichkeit des Herrn über die neue Erde. +Offenbarung Offb 74 21 12 Et habebat murum magnum, et altum, habentem portas duodecim: et in portis angelos duodecim, et nomina inscripta, quæ sunt nomina duodecim tribuum filiorum Israel. Sie hatte eine große, hohe Mauer³² mit zwölf³³ Toren, und auf den Toren zwölf Engel,³⁴ und Namen darauf geschrieben, welche die Namen der zwölf Stämme der Kinder Israels sind.³⁵ +Offenbarung Offb 74 21 12 32 Ohne Bild: Das neue Jerusalem ist sicher gegen Feinde, sind diese doch bereits [Offb 19,20, Offb 20,10.15] abgetan. +Offenbarung Offb 74 21 12 33 Die Maße sind nach der heiligen Zwölfzahl des alttestamentlichen Gottesvolkes [Offb 14,1, Offb 7,4] gegeben, welche aus 3 und 4 zusammengesetzt das Bild der Allgemeinheit bietet. (Aug.) Die Stadt erscheint dem Seher wohl in ihrer gegenbildlichen Beziehung zum Allerheiligsten des alten Tempels und der Stiftshütte in Kubusform. +Offenbarung Offb 74 21 12 34 Die Tore sind offen, den Verkehr zwischen den Bewohnern der Stadt und denen der neuen Erde zu vermitteln. Doch ihre Sicherheit geschützt zu zeigen, halten Engel Wache und halten, wie der Engel über das Paradies, Hut über die Stadt Gottes. +Offenbarung Offb 74 21 12 35 Auch nach [Ez 48,31ff] soll jedes Tor den Namen eines Stammes haben. Dies weist auf eine bestimmte Ordnung hin, welche das neue Jerusalem hat. +Offenbarung Offb 74 21 13 Ab oriente portæ tres: et ab aquilone portæ tres: et ab austro portæ tres: et ab occasu portæ tres. Nach Morgen drei Tore, nach Mitternacht drei Tore, nach Mittag drei Tore, nach Abend drei Tore. +Offenbarung Offb 74 21 14 Et murus civitatis habens fundamenta duodecim, et in ipsis duodecim nomina duodecim Apostolorum Agni. Die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine, und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.³⁶ +Offenbarung Offb 74 21 14 36 Da die Stadt vier Seiten, und jede Seite drei Tore hat, so entstehen dazwischen zwölf Mauerabschnitte, von denen vier die Ecken der Stadt bilden. Jeder dieser Mauerabschnitte wird von einem gewaltigen Grundstein getragen, der hoch emporragt, so dass sein kostbares Material erkennbar ist und die Inschrift gelesen werden kann. Da auf diesen die Namen der Apostel geschrieben sind, vergl. [Eph 2,20], erscheint in dem himmlischen Jerusalem der alte und der neue Bund verklärt. Die Richtung der Stadt nach den vier Weltgegenden zeigt, dass sie der ganzen Erde angehört. +Offenbarung Offb 74 21 15 Et qui loquebatur mecum, habebat mensuram arundineam auream, ut metiretur civitatem, et portas ejus, et murum. Und der mit mir redete, hatte ein goldenes Rohr,³⁷ dass er die Stadt und ihre Tore und die Mauer messe. +Offenbarung Offb 74 21 15 37 Golden ist das Rohr wegen der Herrlichkeit der zu messenden Gegenstände. +Offenbarung Offb 74 21 16 Et civitas in quadro posita est, et longitudo ejus tanta est quanta et latitudo: et mensus est civitatem de arundine aurea per stadia duodecim millia: et longitudo, et altitudo, et latitudo ejus æqualia sunt. Und die Stadt war in's Gevierte gebaut,³⁸ und ihre Länge so groß wie ihre Breite. Und er maß die Stadt mit dem goldenen Maßstabe auf zwölftausend Stadien; ihre Länge und die Höhe und die Breite sind gleich.³⁹ +Offenbarung Offb 74 21 16 38 Dies bemerkt der Seher, noch ehe der Engel zu messen anfängt. Das Messen hat die Bedeutung, dass der Engel fortfährt, die Stadt zu zeigen. +Offenbarung Offb 74 21 16 39 Das Viereck, zumal das Quadrat, ist ein Bild der Vollkommenheit. Die Länge und Breite, und demnach auch die Höhe der Stadt beträgt über 300 Meilen; indes kann das Griech. auch von dem Gesamtumfange der Länge und Breite zusammen verstanden werden, in welchem Falle die Höhe 3000 Stadien beträgt. Das himmlische Jerusalem besitzt die höchste Vollkommenheit, wie die Maße 20. 10. 10. 10. symbolisch andeuten. +Offenbarung Offb 74 21 17 Et mensus est murum ejus centum quadraginta quatuor cubitorum, mensura hominis, quæ est Angeli. Und er maß ihre Mauer: hundert und vierundvierzig Ellen⁴⁰ nach Menschen-Maß, nach welchem die Engel sich richten.⁴¹ +Offenbarung Offb 74 21 17 40 Die Höhe der Mauer ist im Vergleich zu der Stadt eine geringe, da nichts Unreines eindringen kann. (Viktorin.) Die Stadt liegt wohl auf einem Berge, dessen Fuß die Maier umspannt. +Offenbarung Offb 74 21 17 41 Allgemein, wenn sie messen, was ja dann für Menschen geschieht. +Offenbarung Offb 74 21 18 Et erat structura muri ejus ex lapide jaspide: ipsa vero civitas aurum mundum simile vitro mundo. Und das Bauwerk ihrer Mauer⁴² war aus Jaspis; die Stadt selbst⁴³ aber reines Gold, ähnlich reinem Glase.⁴⁴ +Offenbarung Offb 74 21 18 42 Derjenige Teil, welcher in den Grundstein eingelassen ist. +Offenbarung Offb 74 21 18 43 Neben der Mauer wird die über dieselbe hoch emporragende Stadt erst im Ganzen beschrieben, ehe die einzelnen Teile V. 19 21 genauer bezeichnet werden. +Offenbarung Offb 74 21 18 44 Von jeder Beimischung frei und durchsichtig. +Offenbarung Offb 74 21 19 Et fundamenta muri civitatis omni lapide pretioso ornata. Fundamentum primum, jaspis: secundum, sapphirus: tertium, calcedonius: quartum, smaragdus: Die Grundsteine⁴⁵ der Mauer der Stadt sind mit allerlei Edelsteinen geschmückt. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, der vierte ein Smaragd, +Offenbarung Offb 74 21 19 45 Jeder Grundstein besteht aus einem Edelsteine. +Offenbarung Offb 74 21 20 Quintum, sardonyx: sextum, sardius: septimum chrysolithus: octavum, beryllus: nonum, topazius: decimum, chrysoprasus: undecimum, hyacinthus: duodecimum, amethystus. der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardis, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyacinth, der zwölfte ein Amethyst.⁴⁶ +Offenbarung Offb 74 21 20 46 Der Jaspis ist hier, wie V. 18, der hellglänzende Diamant. Der Saphir ist himmelblau, der Chalcedon nach den einen blau, nach anderen grün. Der Smaragd ist grün, der Sardonyx rot und weiß gestreift, der Sardis ein Karneol, fleischfarben, rot gestreift, der Chrysolith nach den einen goldglänzend, nach anderen hellgrün, durchsichtig. Der Beryllus ist nach den einen mit dem Onyx (Sardonyx) identisch, nach anderen eine meergrüne Smaragdart. Der Topas ist durchsichtig, glasglänzend, gelb, auch grün und andersfarbig. Der Chrysopras ist eine grüne, durchscheinende Chalcedrinerart, der Hyacinth ein feurigglänzender Stein, nach anderen veilchenblau, der Amethyst purpurfarben, nach anderen violett. Wie [Offb 17,4] Babel als Gegenbild Jerusalems mit Gold, Perlen und Edelsteinen geschmückt geschildert war, um es als Herrn der Welt zu kennzeichnen, zeigt sich jetzt die Stadt Gottes als Besitzerin aller Schätze und Reichtümer der Erde. +Offenbarung Offb 74 21 21 Et duodecim portæ, duodecim margaritæ sunt, per singulas: et singulæ portæ erant ex singulis margaritis: et platea civitatis aurum mundum, tamquam vitrum perlucidum. Und die zwölf Tore sind zwölf Perlen, jedes Tor war aus einer einzigen Perle; und die Straßen der Stadt reines Gold, durchsichtig wie Kristall. +Offenbarung Offb 74 21 22 Et templum non vidi in ea. Dominus enim Deus omnipotens templum illius est, et Agnus. Einen Tempel sah ich nicht in ihr; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, und das Lamm.⁴⁷ +Offenbarung Offb 74 21 22 47 Nach der Schilderung des äußeren Reichtums der Stadt kommt der Seher auf das zurück, was V. 11 von der in ihr wohnenden Herrlichkeit Gottes gesagt war. Nachdem V. 18 21 die einzelnen Bauteile der Stadt beschrieben sind, fährt V. 22 fort: Einen Tempel sah ich nicht in ihr. Ein Tempel ist ein sinnbildliches Heiligtum, in dem Gott unter bedeutsamer Hülle wohnt und sich offenbart. Doch im neuen Jerusalem ist laut V. 11 Gott selbst offenbar zugegen, ja nach diesem Verse auch das Lamm, und so hat das neue Jerusalem nicht nur was das ehemalige hatte, sondern mehr. Der Name Lamm weist darauf hin, dass Christus den Seligen diese Stätte durch sein Blut erworben und ihnen dies gegenwärtig ist. +Offenbarung Offb 74 21 23 Et civitas non eget sole, neque luna ut luceant in ea; nam claritas Dei illuminavit eam, et lucerna ejus est Agnus. Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, dass sie in ihr scheinen, denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Leuchte ist das Lamm.⁴⁸ +Offenbarung Offb 74 21 23 48 Selbstverständlich wird hier nicht Gott so dem Lamme gegenübergestellt, dass er als Sonne, dieses als Mond bezeichnet wird. +Offenbarung Offb 74 21 24 Et ambulabunt gentes in lumine ejus: et reges terræ afferent gloriam suam, et honorem in illam. Und die Völker werden⁴⁹ in ihrem Lichte⁵⁰ wandeln; und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre zu ihr bringen.⁵¹ +Offenbarung Offb 74 21 24 49 Die erzählende Form verlassend nimmt der Apostel hier wieder die Voraussagung auf. Auch die Heiden finden den alten Prophezeiungen gemäß in der Stadt und in der neuen Erde Aufnahme, da sie dem wahren Israel einverleibt sind. Vergl. [Offb 7,9ff]. +Offenbarung Offb 74 21 24 50 Griech.: durch ihr Licht hindurch, ihren Wandel und Weg nehmend. +Offenbarung Offb 74 21 24 51 Vergl. [Jes 60,11]. Alles, was den Königen Herrlichkeit verleiht und ihre Herrlichkeit ausmacht und bezeugt, ihr Bestes und Höchstes, bringen sie in die Stadt, weil sie an ihr, in der die Herrlichkeit Gottes ist, den Mittelpunkt ihres Lebens haben. Damit soll der Verkehr dieser Völker und Könige mit der ewigen Gottesstadt in Gegensatz gesetzt werden zu dem Verkehr der dem Antichrist folgenden Könige und Völker mit Babel [Offb 17,2]. Vielleicht ist dieser Verkehr der Völker und Könige der zweite Grund zu V. 25a. der heil. Johannes lässt, da er nicht wie Isaias die Kirche auf Erden mehr im Auge hat, aus den Worten des Propheten Isaias [Jes 60,11] den Zusatz des Nachts aus und muss deshalb erklären, weshalb die Tore nur bei Tage nicht verschlossen sein werden. +Offenbarung Offb 74 21 25 Et portæ ejus non claudentur per diem: nox enim non erit illic. Und ihre Tore werden nicht geschlossen werden am Tage; denn Nacht wird daselbst nicht sein. +Offenbarung Offb 74 21 26 Et afferent gloriam, et honorem gentium in illam. Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Völker zu derselben bringen. +Offenbarung Offb 74 21 27 Non intrabit in eam aliquod coinquinatum, aut abominationem faciens, et mendacium, nisi qui scripti sunt in libro vitæ Agni. Nichts Unreines wird in sie eingehen, noch wer Greuel übt und Lüge, sondern nur die, welche im Lebensbuche des Lammes geschrieben sind.⁵² +Offenbarung Offb 74 21 27 52 Wer die neue Stadt betreten darf, darf auch auf der neuen Erde wohnen. Wer also darf die Stadt betreten? Dies wird V. 27 durch zwei negative und eine positive Angabe dargelegt. Der Zusatz: Im Lebensbuche des Lammes weist darauf hin, dass niemand anders als durch Christus dahin gelangen kann, in das Buch des Lebens [Offb 20,12] eingeschrieben zu werden und auf die neue Erde zu gelangen. +Offenbarung Offb 74 22 0 Das neue Jerusalem (V. 5) Epilog (V. 6 21): Abschluss der Offenbarungen: 1. Zeugnis des Engels und Mahnung. (V. 7) 2. Zeugnis des Apostels (V. 10) und Mahnung. (V. 15) 3. Zeugnis des Heilandes (V. 17) und Mahnung. (V. 19) 4. Verabschiedung des heil. Johannes seitens des Heilandes. (V. 20) 5. Segenswunsch des Apostels. +Offenbarung Offb 74 22 1 Et ostendit mihi fluvium aquæ vitæ, splendidum tamquam crystallum, procedentem de sede Dei et Agni. Und er zeigte mir¹ einen Strom des Wassers des Lebens,² glänzend wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes ausging. +Offenbarung Offb 74 22 1 1 Vergl. [Offb 21,9] Auch hier, vergl. [Offb 21,27] tritt zu der Schilderung dessen, was der Seher geschaut, die ausdrückliche, der Absicht der gesamten Offenbarung entsprechende Erinnerung, dass allein die Diener Gottes, die Sieger, zu seiner Herrlichkeit gelangen. +Offenbarung Offb 74 22 1 2 Die persönliche Gegenwart Gottes und des Lammes gibt den Seligen das Leben, diese Wahrheit wird unter dem Bilde eines von der Herrlichkeit Gottes ausgehenden und durch die heilige Stadt fließenden Leben spendenden Wassers beschrieben. Die Schilderung lehnt sich an [Joel 4,18, Ez 47,1, Sach 14,8] an. Nach dem Vorbilde [Gen 2,10] kehrt in dem himmlischen Jerusalem die Erinnerung an das Paradies wieder, so schließt sich das Ende des Reiches Gottes an den Anfang an. [Offb 7,17] war bereits gesagt, dass das Lamm die Seinen zu Quellen von Wassern des Lebens führen werde; hier sehen wir die Quellen schon mal zu einem reichen Strome gestaltet. Der neuen Schöpfung gemäß ist das Wasser dieses Stromes nicht allein rein und durchsichtig, sondern glänzend wie Kristall. +Offenbarung Offb 74 22 2 In medio plateæ ejus, et ex utraque parte fluminis lignum vitæ, afferens fructus duodecim, per menses singulos reddens fructum suum, et folia ligni ad sanitatem gentium. In Mitten ihrer Straße³ und zu beiden Seiten des Stromes⁴ war der Baum⁵ des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt, jeden Monat gibt er seine Frucht, und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.⁶ +Offenbarung Offb 74 22 2 3 Entweder wie [Offb 21,1]: der Straßen, oder nur der Hauptstraße. +Offenbarung Offb 74 22 2 4 So stehen auf beiden Seiten zwischen der Straße und dem Strome in ihrer Mitte Baumreihen. +Offenbarung Offb 74 22 2 5 Begriff und Name ist aus [Gen 2,9, Gen 3,22] genommen. Doch der eine Lebensbaum ist hier eine Vielheit von Bäumen geworden. Was die Menschheit durch den Fall im Paradiese verloren, die stete unvermittelte Gegenwart Gottes und das unausgesetzte Leben aus ihm und in ihm, ist der in Christus erneuten Menschheit hier wiedergegeben. +Offenbarung Offb 74 22 2 6 Wie [Offb 21,12] die Stadtmauer nicht vor etwa noch auf der neuen Erde vorhandenen Feinden sichern, sondern zeigen soll, dass dem neuen Jerusalem keine Feinde mehr drohen werden, wie [Offb 21,4] nicht Tränen getrocknet werden sollen, die noch auf der neuen Erde fortfließen, sondern die, welche hienieden geweint sind, so werden die Völker dort von allen Übeln, mit denen sie in diesem Leben heimgesucht wurden, geheilt werden. Drückt V. 1 den Gedanken, dass die Seligen unaufhörlich das ewige Leben genießen werden, aus, so wird derselbe hier negativ dargestellt: es wird alles, was dem Besitze des ewigen Lebens entgegensteht, Krankheit, Übel, Sünde, Zorn fern sein. +Offenbarung Offb 74 22 3 Et omne maledictum non erit amplius: sed sedes Dei, et Agni in illa erunt, et servi ejus servient illi. Und kein Bann⁷ wird mehr sein,⁸ sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Diener werden ihm dienen.⁹ +Offenbarung Offb 74 22 3 7 Wie [Offb 21,24-27] geht der Bericht über das Geschaute in Weissagung über, indem der Schlusssatz des V. 2 durch einen inhaltsverwandten negativen Satz fortgesetzt wird. +Offenbarung Offb 74 22 3 8 Alles, worauf der Fluch Gottes ruhte, ist ja an seinen Ort gekommen und auf ewig von der Gemeinde der Heiligen geschieden. +Offenbarung Offb 74 22 3 9 Gott dienen ist Freude und Ehre. Der Vater und das Lamm sind hier als eines bezeichnet. Gottes Gegenwart ist der Quell für die Seligkeit der Menschen, deren Schilderung mit diesem Zuge beginnt. +Offenbarung Offb 74 22 4 Et videbunt faciem ejus: et nomen ejus in frontibus eorum. Sie werden sein Angesicht schauen¹⁰ und seinen Namen an ihren Stirnen tragen.¹¹ +Offenbarung Offb 74 22 4 10 Sie werden erlangen, was selbst Moses hier auf Erden nicht gewährt erhielt [Ex 33] (V. 20ff) und was der Anteil der Engel ist [Mt 18,10]. +Offenbarung Offb 74 22 4 11 Als dritter Zug des seligen Lebens wird bezeichnet, dass sie Gott geweiht, Gottes Eigentum und Priester sein werden. Vergl. [Offb 3,12, Offb 14,1]. +Offenbarung Offb 74 22 5 Et nox ultra non erit: et non egebunt lumine lucernæ, neque lumine solis, quoniam Dominus Deus illuminabit illos, et regnabunt in sæcula sæculorum. Und Nacht wird nicht mehr sein,¹² und man wird nicht des Lichtes einer Leuchte, oder des Lichtes der Sonne bedürfen; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.¹³ +Offenbarung Offb 74 22 5 12 Diese oben eigentlich zu verstehenden Worte sollen hier einen Teil der ewigen Glückseligkeit bezeichnen: Kein Schrecken der Finsternis, keine Macht der Sorge wird mehr an die Seligen herantreten. +Offenbarung Offb 74 22 5 13 Was dem Menschen ursprünglich von Gott gegeben, durch den Fall aber verloren gegangen war, wird der neuen Menschheit wiedergegeben, die das wiederhergestellte und unverlierbare Paradies ist. +Offenbarung Offb 74 22 6 Et dixit mihi: Hæc verba fidelissima sunt, et vera. Et Dominus Deus spirituum prophetarum misit Angelum suum ostendere servis suis quæ oportet fieri cito. Und¹⁴ er¹⁵ sprach zu mir:¹⁶ Diese Worte¹⁷ sind zuverlässig und wahrhaftig. Und der Herr,¹⁸ der Gott der Geister der Propheten,¹⁹ hat seinen Engel gesandt, seinen Dienern²⁰ zu zeigen, was in Bälde geschehen soll. +Offenbarung Offb 74 22 6 14 Die Beschreibung der Vollendung und mit ihr das Zeigen alles dessen, was hiernach geschehen soll [Offb 4,1] ist beendet; was [Offb 1,19] als Gegenstand der Offenbarung bezeichnet war, ist in seinen beiden Teilen (2,1 3,22 und 4,1 22,5) mitgeteilt. +Offenbarung Offb 74 22 6 15 Nicht der Schalenengel, sondern, wie die Schlussworte des V. 6 und 8 ausdrücklich besagen, der Engel [Offb 1,1] +Offenbarung Offb 74 22 6 16 Das Folgende ist Bericht des heil. Johannes, in welchen er hie und da Aussprüche des Herrn und des Engels mit deren eigenen Worten einflicht. Er erzählt einige nach dem Schlusse der Gesichte noch geschehene Ereignisse. Die Zeugen, welche er vorführt, sind die Gleichen wie [Offb 1,1]: Der Engel, Jesus, der Apostel selbst, deren Zeugnis er derart anführt, dass aus demselben der Ursprung der Offenbarung aus Gott erhellt und dass zugleich auf den Nutzen hingewiesen wird, welchen sie für Leser und Hörer haben kann und soll. +Offenbarung Offb 74 22 6 17 Die gesamte Offenbarung. (Anders [Offb 19,19, Offb 21,5] von dem zunächst Vorausgehenden.) +Offenbarung Offb 74 22 6 18 Die Bezeugung der göttlichen Urheberschaft der Offenbarung ist das Wichtigste. Darauf weist auch das in Bälde hin, wie [Offb 1,1] +Offenbarung Offb 74 22 6 19 Die Geister der Propheten, welche der Herr erleuchtet und unterweist. +Offenbarung Offb 74 22 6 20 Allen Gläubigen. +Offenbarung Offb 74 22 7 Et ecce venio velociter. Beatus, qui custodit verba prophetiæ libri hujus. Und siehe, ich komme bald!²¹ Selig, wer die Worte der Weissagung dieses Buches²² bewahrt! +Offenbarung Offb 74 22 7 21 Der Apostel zieht aus dem baldigen Kommen des Herrn einen praktischen Schluss für die Christen, indem er ein Wort des Herrn [Offb 3,11] wiederholt. Hinzuzudenken ist also: Spricht der Herr. +Offenbarung Offb 74 22 7 22 Auch die in [Offb 2,3] enthaltenen. +Offenbarung Offb 74 22 8 Et ego Joannes, qui audivi, et vidi hæc. Et postquam audissem, et vidissem cecidi ut adorarem ante pedes Angeli, qui mihi hæc ostendebat: Und ich, Johannes, bin es, der dies²³ gehört und gesehen hat.²⁴ Und als ich es²⁵ gehört und gesehen, fiel ich zu den Füßen des Engels, der mir dieses zeigte, nieder, um anzubeten.²⁶ +Offenbarung Offb 74 22 8 23 Die gesamte Offenbarung. Griech. Steht das zeitlose Particip Präf. +Offenbarung Offb 74 22 8 24 Doch das Zeugnis des Apostels kann wohl die richtige Wiedergabe, indes aus sich selbst nicht den höheren Ursprung und die innere Wahrheit des Gehörten und Gesehenen verbürgen. Daher berichtet Johannes jetzt einen zweiten Vorfall, der hinter die V. 6 berichteten Worte fällt. +Offenbarung Offb 74 22 8 25 Der Wechsel der Zeitform im Griech. zeigt, dass dies es etwas anderes ist als dies nämlich das V. 6 berichtete. +Offenbarung Offb 74 22 8 26 Die Worte des Engels V. 6 haben einen so überwältigenden Eindruck auf den heil. Johannes gemacht, dass er trotz der [Offb 19,10] erhaltenen Mahnung noch einmal die Huldigung versucht. Er erzählt dies, um zu erkennen zu geben, dass weder er, noch der Engel, der Urheber dieser Offenbarung ist. +Offenbarung Offb 74 22 9 Et dixit mihi: Vide ne feceris: conservus enim tuus sum, et fratrum tuorum prophetarum, et eorum, qui servant verba prophetiæ libri hujus: Deum adora. Aber er sprach zu mir: Tue es nicht, denn ich bin dein und deiner Brüder, der Propheten,²⁷ Mitknecht und derer, welche die Worte der Weissagung dieses Buches bewahren.²⁸ Gott bete an! +Offenbarung Offb 74 22 9 27 Die Propheten werden hier der gegebenen Offenbarung entsprechend, in besonderer Weise als Brüder des heil. Johannes bezeichnet. +Offenbarung Offb 74 22 9 28 Auch denen, welche den Inhalt der Offenbarung bewahren, den frommen Christen, stellt der Engel sich gleich. So verschwinden er und der heil. Johannes ganz gegen den eigentlichen Urheber der Offenbarungen, Gott. +Offenbarung Offb 74 22 10 Et dicit mihi: Ne signaveris verba prophetiæ libri hujus: tempus enim prope est. Und er sprach zu mir: Versiegle die Worte der Weissagung dieses Buches nicht;²⁹ denn die Zeit ist nahe.³⁰ +Offenbarung Offb 74 22 10 29 Durch das Zeugnis des Engels sind die Offenbarungen als göttliche bestätigt, doch noch musste der Aufzeichnung derselben, auf welche doch alle außer dem heil. Seher selbst angewiesen waren, eine Bestätigung zu Teil werden. Dies geschieht durch den Befehl des Engels, die Weissagung nicht zu versiegeln, nicht verborgen zu halten, das Gegenteil [Offb 10,4]. In demselben ist ebenso die Weisung enthalten, das Gehörte in ein Buch zu schreiben, wie es kundzugeben. Geschah nun die Aufzeichnung und Veröffentlichung der Weissagung auf Befehl des von Gott gesendeten Engels, so muss der Herr auch über die richtige Wiedergabe seiner Offenbarung wachen. +Offenbarung Offb 74 22 10 30 Je näher die Zeit rückt, in der diese Weissagungen sich erfüllen sollen, desto mehr bedürfen die Gläubigen der in denselben enthaltenen Warnungen und Tröstungen. +Offenbarung Offb 74 22 11 Qui nocet, noceat adhuc: et qui in sordibus est, sordescat adhuc: et qui justus est, justificetur adhuc: et sanctus, sanctificetur adhuc. Wer Schaden tut, tue auch ferner Schaden, und wer unrein ist, sei ferner unrein; wer gerecht ist, übe ferner Gerechtigkeit, und wer heilig ist, heilige sich noch weiter.³¹ +Offenbarung Offb 74 22 11 31 Wer auch jetzt noch, nachdem er diese Weissagungen vernommen, noch immer böse bleiben will, möge es tun, damit das Böse zur Reife komme und die endliche Scheidung folgen könne. Vergl. [Mt 13,30ff]. Er wird, da das Ende nahe ist, nur allzu früh innewerden, was es heißt, freventlich gegen Gott sündigen. Wer aber angefangen hat, sich zu rechtfertigen und zu heiligen, der fahre umso eifriger fort im Hinblicke auf das nahe Gericht und er wird seinen Lohn erlangen. +Offenbarung Offb 74 22 12 Ecce venio cito, et merces mea mecum est, reddere unicuique secundum opera sua. Siehe, ich komme bald,³² und mein Lohn ist mit mir, einem jeden nach seinen Werken zu vergelten.³³ +Offenbarung Offb 74 22 12 32 Die Vergeltung, auf welche Johannes V. 11 hingewiesen, hebt er nun noch weiter hervor. Er wiederholt zwei Aussprüche des Herrn, welche nach der Weise der alten Propheten hingestellt, als Zusammenfassung der ganzen Offenbarung gelten können, die den Heiland als mächtigen Bringer der Vergeltung bezeichnen. Vergl. V. 7. +Offenbarung Offb 74 22 12 33 Dieser Ausspruch ist zwar wörtlich so nirgends in der Offenbarung gegeben, doch setzt er sich fast wörtlich aus [Offb 11,18, Offb 2,23, Offb 20,12] u. a. zusammen. Zudem gründet er sich auf [Jes 40,10, Jes 62,11]. Der Lohn umfasst Belohnung und Strafe. +Offenbarung Offb 74 22 13 Ego sum , et , primus, et novissimus, principium, et finis. Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.³⁴ [Offb 1,8] +Offenbarung Offb 74 22 13 34 Christus ist im Stande, jederzeit die Vergeltung zu üben. Der Ausspruch Christi: [Offb 1,17, -Offb 2,8]. +Offenbarung Offb 74 22 14 Beati, qui lavant stolas suas in sanguine Agni: ut sit potestas eorum in ligno vitæ, et per portas intrent in civitatem. Selig,³⁵ die ihre Kleider im Blute des Lammes waschen, dass sie Macht³⁶ erhalten über den Baum des Lebens³⁷ und durch die Tore eingehen in die Stadt! +Offenbarung Offb 74 22 14 35 Auf die beiden Aussprüche Christi, dass er bald zur Vergeltung kommen werde und dass er zu dieser auch die Macht habe, begründet der Apostel die tröstliche Verheißung für die, welche den Willen des Herrn tun. V. 14, und die Drohung der Verwerfung für die, welche demselben ungehorsam sind. V. 15. +Offenbarung Offb 74 22 14 36 Sie sollen die Gebote halten, um selig zu werden. Die Seligkeit wird durch zwei Züge beschrieben, welche der Schilderung des Lebens auf der neuen Erde entnommen sind. [Offb 22,2, Offb 21,7] +Offenbarung Offb 74 22 14 37 Den Gegensatz bildet Adam, dem, als er sündigte, der Zugang zum Baume des Lebens verwehrt ward. +Offenbarung Offb 74 22 15 Foris canes, et venefici, et impudici, et homicidæ, et idolis servientes, et omnis, qui amat, et facit mendacium. Draußen sind die Hunde,³⁸ und die Zauberer, und die Unzüchtigen, und die Mörder, und die Götzendiener, und alle, welche die Lüge lieben und tun. +Offenbarung Offb 74 22 15 38 Infolge der Aussprüche des Herrn V. 12, V. 18 werden die Hunde allgemeine Bezeichnung der Unreinigkeit usw. von dem neuen Jerusalem ausgeschlossen sein. Sieben Klassen von Menschen werden aufgezählt. Sie decken sich mit dem [Offb 21,8] genannten vier Paaren und den [Offb 21,27] angeführten drei Klassen. Diese unheilige sieben zerfällt wieder in vier und drei. +Offenbarung Offb 74 22 16 Ego Jesus misi Angelum meum, testificari vobis hæc in ecclesiis. Ego sum radix, et genus David, stella splendida, et matutina. Ich, Jesus,³⁹ habe meinen Engel⁴⁰ gesendet, um euch dieses in den Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der hellleuchtende Morgenstern.⁴¹ +Offenbarung Offb 74 22 16 39 Hier zuerst und hier allein nennt sich der Herr mit seinen Personalnamen Jesus. Dieser Name ist gleichsam das Siegel auf die ganze Offenbarung, die eigenhändige Unterschrift des Königs der Ewigkeit. +Offenbarung Offb 74 22 16 40 Der Engel, der laut [Offb 1,1] dem Apostel die Offenbarung gezeigt und dieselbe V. 6 bezeugt hatte, ist wirklich von dem Herrn gesendet, der eben dies bezeugt und verbürgt. Der Herr aber darf sicher bei den Gemeinden Glauben fordern. +Offenbarung Offb 74 22 16 41 Nach der Grundstelle [Jes 11,10] ist Christus der Spross, der Nachkomme Davids. Was Wurzel bildlich sagt, drückt Geschlecht, Nachkomme deutlicher aus: Der, in welchem der dem Volke Abrahams, Hause Davids, verheißene Segen erschienen ist, auf den die Heiden hofften. Als glänzender Morgenstern ist er der Verkünder des ewigen Sonnenaufgangs, auf den keine Nacht mehr folgt. +Offenbarung Offb 74 22 17 Et spiritus, et sponsa dicunt: Veni. Et qui audit, dicat: Veni. Et qui sitit, veniat: et qui vult, accipiat aquam vitæ, gratis. Und der Geist und die Braut⁴² sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer will, der empfange Wasser des Lebens umsonst.⁴³ +Offenbarung Offb 74 22 17 42 Der Geist, welcher die Propheten zu ihrem Amte tüchtig macht und der den Glauben der Gemeinden und das hoffnungsvolle Verlangen nach dem Kommen des Herrn wirkt, und die Braut, die Kirche Christi. Das sehnsüchtige Verlangen der Kirche, dass der Heiland komme, soll auch das aller Gläubigen sein, die so zugleich den Glauben an Christi Würde, wie sie eben beschrieben, bekennen. +Offenbarung Offb 74 22 17 43 Bei seinem und des Engels Zeugnisse hatte der Apostel die sich ergebende Mahnung mit eigenen Worten angefügt. Hier fügt er eigene Worte des Herrn bei. Das erste schließt sich wieder unmittelbar an den Schluss des Zeugniswortes: Komm! An. Es: das komm des Geistes und der Braut. Um aber die Bereitwilligkeit noch mehr zu wecken, fügt der Herr seine Verheißung bei: Wer so spricht, wer ihm so mit dürstendem Verlangen entgegenkommt, wird ihn finden. Indes nur wer im Geiste der Braut ruft, wird die ewigen Lebensgüter empfangen, umsonst empfangen. +Offenbarung Offb 74 22 18 Contestor enim omni audienti verba prophetiæ libri hujus: Si quis apposuerit ad hæc, apponet Deus super illum plagas scriptas in libro isto. Ich⁴⁴ bezeuge einem jeden, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu denselben hinzu tut,⁴⁵ auf den wird Gott alle die Plagen legen, welche in diesem Buche beschrieben sind.⁴⁶ +Offenbarung Offb 74 22 18 44 Eine dritte Mahnung des Herrn, dessen, der in V. 20 Zeugnis gibt, in dessen Mund allein eine solche Warnung passt. Nach anderen sind es Worte des Apostels. +Offenbarung Offb 74 22 18 45 Jeder, der den Inhalt dieses Buches zu seiner Warnung und Ermunterung hört, soll das von Gott Geoffenbarte lauter bewahren und darnach tun, ohne die offenbarte Wahrheit über die Zukunft, Entwicklung und Vollendung des Reiches Gottes zu fälschen. +Offenbarung Offb 74 22 18 46 Die Plagen sind die Strafen, welche dies Buch vom Ende und vom Endgerichte den Bösen in Aussicht stellt. Diese Strafen werden zugleich beweisen, dass die Worte dieser Offenbarung zuverlässig und wahr sind. +Offenbarung Offb 74 22 19 Et si quis diminuerit de verbis libri prophetiæ hujus, auferet Deus partem ejus de libro vitæ, et de civitate sancta, et de his, quæ scripta sunt in libro isto. Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung hinwegnimmt, so wird Gott seinen Anteil von dem Buche⁴⁷ des Lebens hinwegnehmen, und von der heiligen Stadt, und von dem, was in diesem Buche geschrieben ist.⁴⁸ +Offenbarung Offb 74 22 19 47 Griech.: Vom Baume des Lebens. +Offenbarung Offb 74 22 19 48 Diese Worte erinnern an [Dtn 4,2]: Füget nichts zu dem Worte, das ich zu euch spreche, hinzu. Wie Paulus [Gal 1,8ff] den Fluch auf den herabruft, der die Lehre vom Glauben verdirbt, so wird hier der Fluch gegen den geschleudert, der die Lehre von der Hoffnung fälscht, handelt es sich doch hier um Stütze, Trost und Licht der Kirche in schwerster Drangsal. +Offenbarung Offb 74 22 20 Dicit qui testimonium perhibet istorum: Etiam venio cito: Amen. Veni Domine Jesu. Es spricht, der dieses⁴⁹ bezeugt: Ja, ich⁵⁰ komme bald! Amen. Komm, Herr Jesus!⁵¹ +Offenbarung Offb 74 22 20 49 Alles in dem Buche Geweissagte, oder speziell das V. 18, V. 19 Gesagte. +Offenbarung Offb 74 22 20 50 Christus. +Offenbarung Offb 74 22 20 51 Die sehnsuchtsvolle Hoffnung auf die Wiederkunft des Herrn bildet den Grundton der ganzen Offenbarung. Auf diese Hoffnung der streitenden Kirche drückt der Herr hier gleichsam das Siegel der Bestätigung und nimmt damit Abschied von dem heil. Seher. Gläubig und sehnsüchtig ruft ihm der treue Jünger der Mahnung des Herrn V. 17 gemäß zu: Es geschehe, komm, Herr Jesus. +Offenbarung Offb 74 22 21 Gratia Domini nostri Jesu Christi cum omnibus vobis. Amen. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.⁵² +Offenbarung Offb 74 22 21 52 Nachdem der Apostel vom Herrn entlassen, entlässt er seinerseits Hörer und Leser, in Form des die apostolischen Briefe schließenden Segenswunsches, wie auch der Eingang [Offb 1,4] einen solchen bietet. Nichts zwingt uns indes, den Gruß auf die Glieder der im Eingange genannten sieben Gemeinden zu beschränken, sondern jedem Leser bleibt es unbenommen, sich in die Zahl der Gegrüßten eingeschlossen zu denken.